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                  <text>Information
und
TT!
m
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

22. September 1978

23

INHALT

DOKUMENTATION
Erklärungen Carters, Sadats und Begins zum Abschluß der Gipfelkonferenz
von Camp David
Die Vereinbarungen von Camp David
- Wortlaut der beiden Dokumente Präsident Carter berichtet dem US-Kongreß über Camp David
- Wortlaut der Ansprache -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Biosynthese von menschlichem Insulin gelungen
- Genchirurgie gewinnt praktische Bedeutung Kri11 krebse - ein riesiges Eiweißreservoir
- Forschung soll international gültige Regeln für den Großfang vorbereiten

Um Übei/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 00
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Telex:08-85432

�1

Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23

22. September 1978

ERKLÄRUNGEN CARTERS, SADATS UND BEGINS ZUM ABSCHLUSS DER GIPFELKONFERENZ
VON CAMP DAVID

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter, der ägyptische Präsident Sadat
und der israelische Ministerpräsident Begin haben am 17. September 1978 anläßlich der feierlichen Unterzeichnung der Abschlußdokumente des Gipfeltreffens von Camp David im Weißen Haus vom Fernsehen übertragene Erklärungen
abgegeben, die folgenden Wortlaut haben:

PRÄSIDENT CARTER:

Worüber wir uns bei unserer Ankunft in Camp David

als erstes einigten, war, die Menschen in der Welt zu bitten, sie möchten
beten, daß unsere Verhandlungen erfolgreich sein würden.
über alle Erwartungen hinaus Erhörung gefunden.

Diese Gebete haben

Es ist uns heute vergönnt,

Zeugen eines bedeutsamen Ergebnisses in der Sache des Friedens zu sein, eines
Ergebnisses, das noch vor einem Jahr - ja, noch vor einem Monat - niemand für
möglich gehalten hätte, eines Ergebnisses, das den Mut und die Weisheit dieser beiden Führer widerspiegelt.

Wir haben während 13 langer Tage in Camp David gesehen, wie sie Entschlossenheit, Weitblick und Flexibilität zeigten, die für das Zustandekommen dieses Abkommens notwendig waren.
und Respekt.

Wir alle schulden ihnen Dankbarkeit

Sie wissen, daß ihnen stets meine persönliche Bewunderung ge-

hören wird.

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Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Es sind immer noch große Schwierigkeiten übriggeblieben, und viele
harte Probleme bleiben zu lösen.

Die Fragen, die dem Nahen Osten während

der vergangenen 30 Jahre Krieg und Bitterkeit gebracht haben, werden sich
nicht über Nacht lösen lassen. Aber wir alle sollten die wesentlichen Ergebnisse anerkennen, die erzielt wurden.
Eines der Abkommen, die Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin
heute abend unterzeichnen, trägt den Titel: "Rahmen für den Frieden im
Nahen Osten".
Dieser Rahmen betrifft in konkretester Form die Prinzipien und einige
Spezifika, die bestimmend für eine umfassende Friedenslösung sein werden.
Es befaßt sich spezifisch mit der Zukunft des Jordan-Westufers (west bank)
und des Gazastreifens und der Notwendigkeit für eine Lösung des PalästinenserProblems in all seinen Aspekten.

In dem Rahmendokument wird eine fünfjäh-

rige Übergangsperiode für das Westufer und für Gaza vorgeschlagen, während
der die israelische Militärregierung abgezogen und eine Selbstverwaltung
mit voller Autonomie gewählt werden wird.
Es sieht ferner vor, daß israelische Streitkräfte während dieser Übergangsperiode an spezifischen Punkten zum Schutze der Sicherheit Israels
verbleiben.
Die Palästinenser werden das Recht haben, sich an der Bestimmung ihrer
eigenen Zukunft in Verhandlungen zu beteiligen, die über den endgültigen
Status des Westufers und des Gazastreifens entscheiden werden, und dann einen
israelisch-jordanischen Friedensvertrag zustandezubringen.
Grundlage für diese Verhandlungen werden all die Bestimmungen und Prinzipien der Resolution 242 des Weltsicherheitsrates sein.

Das Abkommen sieht

weiter vor, daß Israel in Frieden innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen
leben soll.
Diese

�Diese große Sehnsucht Israels ist von Präsident Sadat, dem Führer eines
der bedeutendsten Völker der Erde, uneingeschränkt und mit größtem Enthusiasmus bestätigt worden.

Das andere Dokument trägt den Titel:

"Rahmen für den Abschluß eines

Friedensvertrages" zwischen Ägypten und Israel.

In ihm wird die volle Ausübung der ägyptischen Souveränität über den
Sinai anerkannt.

Es fordert den vollen Abzug der israelischen Streitkräfte

aus dem Sinai; und nach einer Interimsabzugsphase, die sehr rasch erfolgen
wird, die Aufnahme normaler, friedlicher Beziehungen zwischen den beiden
Ländern, wozu auch diplomatische Beziehungen gehören.

Zusammen mit den sie begleitenden Schreiben, die morgen veröffentlicht
werden, bieten die beiden Abkommen von Camp David die Grundlage für Fortschritt und Frieden im gesamten Nahen Osten.

In einem Punkt ist ein Übereinkommen nicht erzielt worden.

Ägypten

erklärt, daß die Übereinkunft über die Entfernung der israelischen Siedlungen vom ägyptischen Territorium eine Vorbedingung für einen Friedensvertrag
ist.

Israel erklärt, daß die Frage der israelischen Siedlungen während

der Friedensverhandlungen gelöst werden sollte.

Das ist ein substantieller

Unterschied.

Das israelische Parlament - die Knesset - wird innerhalb der nächsten
beiden Wochen über die Frage dieser Siedlungen entscheiden.

Morgen abend (18. September) werde ich vor den Kongreß treten, um diese
Abkommen eingehender zu erläutern und um über die Implikationen zu sprechen,
die sie für die Vereinigten Staaten und die Welt haben.

Jetzt im Augenblick

und abschließend möchte ich mehr persönlich von der Bewunderung sprechen,
die ich für all jene empfinde, die an diesem Prozeß teilgenommen haben, und
von meiner Hoffnung, daß sich die Verheißung dieses Augenblicks erfüllen
werde.
- 3 -

In
~~

�In den vergangenen beiden Wochen haben die Mitglieder der drei Delegationen endlose Stunden, Tage und Nächte damit verbracht, in Gesprächen
und Verhandlungen die Probleme in den Griff zu bekommen, die ihre Völker
seit 30 Jahren getrennt haben. Wenn immer die Gefahr bestand, daß die
menschliche Energie versagen, die Geduld erschöpft oder der gute Wille am
Ende sein würde - und es gab solche Augenblicke - dann fanden diese beiden
Führer und die tüchtigen Berater in allen Delegationen in sich die Kraft,
die Chancen für den Frieden am Leben zu erhalten.
Die langen Tage von Camp David sind nun vorüber. Aber viele Monate
schwieriger Verhandlungen liegen noch vor uns.
Ich hoffe, daß der Weitblick und die Weisheit, die diese Konferenz
zu einem Erfolg werden ließen, diese Führer und die Führer aller Nationen
leiten werden, wenn sie den Prozeß auf den Frieden hin weiterführen.
Ich danke Ihnen allen sehr herzlich.

PRÄSIDENT SADAT: Lieber Präsident Carter, in diesem historischen
Augenblick möchte ich Ihnen meine Glückwünsche und meinen Dank aussprechen.
Lange Tage und Nächte hindurch haben Sie Ihre Zeit und Ihre Energie für das
Streben nach dem Frieden eingesetzt. Sie waren außerordentlich mutig, als
Sie den gigantischen Schritt taten, diese Konferenz einzuberufen. Die Herausforderung war groß, die Risiken waren hoch, aber so war auch Ihre Entschlossenheit.
Sie versicherten, als voller Partner an dem Friedensprozeß teilnehmen
zu wollen. Ich bin glücklich, sagen zu können, daß Sie Ihr Versprechen gehalten haben.
Die

- 4 -

�Die Unterzeichnung des Rahmenabkommens für eine umfassende Friedenslösung hat eine Bedeutung, die weit über dieses Ereignis hinausreicht.

Sie

signalisiert den Beginn einer neuen Friedensinitiative, bei der die amerikanische Nation im Zentrum des gesamten Prozesses steht.
In den kommenden Wochen werden wichtige Entscheidungen zu treffen sein,
wenn wir auf dem Weg zum Frieden voranschreiten sollen.

Wir müssen das Ver-

trauen des palästinensischen Volkes in das Ideal des Friedens bestärken.
Es ist unerläßlich, daß Sie Ihre aktive Rolle weiter beibehalten.
brauchen Ihre Hilfe und die Unterstützung des amerikanischen Volkes.

Wir
Lassen

Sie mich diese Gelegenheit wahrnehmen, um jedem einzelnen Amerikaner für sein
aufrichtiges Interesse an der Sache der Völker des Nahen Ostens zu danken.
Lieber Freund, wir kamen nach Camp David mit all dem guten Willen und
Vertrauen, das wir besaßen, und wir haben vor einigen Minuten Camp David
mit einem erneuten Gefühl der Hoffnung und der Inspiration verlassen. Wir
sehen den kommenden Tagen mit vermehrter Entschlossenheit entgegen, dem edlen Ziele des Friedens weiter nachzustreben.
Ihre tüchtigen Mitarbeiter haben keine Anstrengung gescheut, um zu
diesem glücklichen Abschluß zu gelangen.
satz und diese Hingabe.

Wir danken ihnen für diesen Ein-

Unsere Gastgeber von Camp David und der Staat

Maryland waren außerordentlich großzügig und gastlich.

Ihnen allen und all

jenen, die dieses große Ereignis beobachten, sage ich meinen Dank.
Lassen Sie uns gemeinsam zu Gott dem Allmächtigen beten, daß er uns
auf unserem Pfad leiten möge. Lassen Sie uns geloben, den Geist von Camp
David zu einem neuen Kapitel in der Geschichte unserer Nation werden zu
lassen.
Ich danke Ihnen, Herr Präsident.
Ministerpräsident
- 5 -

�MINISTERPRÄSIDENT BEGIN:

Herr Präsident der Vereinigten Staaten, Herr

Präsident der Arabischen Republik von Ägypten, meine Damen und Herren.
Die Camp David-Konferenz sollte umbenannt werden.

Es war die Jimmy Carter-

Konferenz!
Der Präsident ergriff eine in unserer Zeit äußerst kühne Initiative
und brachte Präsident Sadat und mich selbst sowie unsere Kollegen und Freunde
und Ratgeber zusammen unter ein Dach.

Das war schon als solches eine große

Leistung.
Der Präsident ging dabei für sich selbst ein großes Risiko ein, und es
war ein berühmter französischer Heerführer, der einmal gesagt hat, daß es
weitaus schwieriger sei, Zivilcourage als soldatischen Mut zu zeigen.
Und der Präsident hat gearbeitet.

Soweit meine historischen Kenntnisse

reichen, meine ich, daß er härter gearbeitet hat als unsere Vorväter in
Ägypten, als sie die Pyramiden bauten.
Ja, er hat wirklich Tag und Nacht gearbeitet - und wir auch. .

PRÄSIDENT CARTER: Amen.

MINISTERPRÄSIDENT BEGIN: Tag und Nacht. Wir pflegten in Camp David
zwischen drei und vier Uhr morgens zu Bett zu gehen und - wie wir dies seit
unserer Kindheit gewöhnt sind - zwischen fünf und sechs Uhr in der Frühe wieder
aufzustehen und weiterhin zu arbeiten.
Der Präsident zeigte Interesse für jeden Abschnitt, jeden Paragraphen, jeden Satz, jedes Wort und jeden Buchstaben der Rahmenabkommen.
Wir
- 6 -

�Wir hatten einige schwierige Augenblicke; wie üblich gab es einige
Krisen in den Verhandlungen, wie üblich machte irgendjemand eine Andeutung,
daß er vielleicht gern alles zusammenpacken und heimreisen würde.
ist üblich.

Das alles

Aber schließlich, meine Damen und Herren, blieb der Präsident

der Vereinigten Staaten der Gewinner des Tages. Und jetzt feiert der Friede
seinen Sieg für die Völker Ägyptens und Israels und für die gesamte Menschheit.
Herr Präsident, wir, die Israelis, danken Ihnen aus der Tiefe unseres
Herzens für alles, was Sie für die Sache des Friedens, um die wir seit über
30 Jahren gebetet und gebangt haben, getan haben. Das jüdische Volk hat
viel - zu viel - gelitten. Und daher ist der Friede für uns ein Verlangen,
das aus dem Innersten unseres Herzens und unserer Seele kommt.
Nun, als ich hierher zur Konferenz von Camp David kam, sagte ich, daß
eines Tages die Menschen in allen Teilen der Welt vielleicht aufgrund unseres Wirkens einmal werden sagen können:
Tage.

"habemus pacem" - im Geiste dieser

Können wir dies heute abend schon sagen?

Noch nicht. Wir müssen den

Weg noch weitergehen, bis mein Freund, Präsident Sadat, und ich die Friedensverträge unterzeichnen.
Wir gaben uns das Versprechen, daß wir dies innerhalb von drei Monaten
tun würden.
Herr Präsident, heute abend, bei dieser Feier des großen historischen
Ereignisses, wollen wir uns das Versprechen geben, daß wir es früher als nach
drei Monaten tun werden.
Herr Präsident, Sie haben Ihren Namen für alle Zeiten in die Geschichte
der beiden uralten Kulturvölker, dem Volk der Ägypter und dem Volk von Israel,
eingeschrieben.
Ich danke Ihnen, Herr Präsident.
PRÄSIDENT

�I

PRÄSIDENT CARTER:

Ich danke Ihnen sehr.

MINISTERPRÄSIDENT BEGIN:

Ich möchte noch ein paar Worte über meinen

Freund, Präsident Sadat, sagen.

Wir trafen zum ersten Mal in unserem Leben

im November letzten Jahres in Jerusalem zusammen.

Er kam zu uns als Gast

- ein ehemaliger Feind -, und während unseres ersten Treffens wurden wir Freunde.
Nach jüdischer Lehre gibt es eine Tradition, wonach es die größte Leistung
eines Menschen ist, seinen Feind zu seinem Freund zu machen, und dies tun wir
gegenseitig.

Seither durchlebten wir einige schwierige Tage.

nicht die lange Geschichte dieser Tage aufzeigen.
gangenheit an.

Ich werde jetzt

All das gehört der Ver-

Heute habe ich Präsident Sadat in seiner Blockhütte besucht

- denn in Camp David gibt es keine Häuser, man kennt dort nur Blockhütten.
Daraufhin besuchte er mich.

Wir gaben einander die Hand, und Gott-sei-Dank

hätten wir erneut zueinander sagen können:

"Sie sind mein Freund".

Und in der Tat werden wir jetzt unsere Arbeit und die Verständigung fortsetzen - in Freundschaft und mit gutem Willen.
lösen haben.

Wir werden noch Probleme zu

Camp David ist der Beweis dafür, daß jedes Problem gelöst werden

kann, wenn guter Wille und Verständnis und etwas Klugheit gegeben sind.
Darf ich jetzt noch meinen eigenen Kollegen und Freunden danken ...»
weil ohne sie dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Ich möchte auch meinen Dank allen Mitgliedern der amerikanischen Delegation sagen, die vom USAußenminister geleitet wurde - einem Mann, den wir verehren und respektieren.
Und ich spreche auch meinen Dank allen Mitgliedern der ägyptischen Delegation
aus, die so tatkräftig mit uns gearbeitet haben - an der Spitze der stellvertretende Ministerpräsident Mr. Touhamy - für all das, was sie getan haben, damit dieser Augenblick erreicht werden konnte. Es ist ein großer Augenblick
in der Geschichte unserer Nationen, ja, in der Geschichte der Menschheit.

Ich

�Ich habe nach einem Präzedenzfall gesucht und konnte ihn nicht finden.
Es war eine einzigartige Konferenz, vielleicht eine der wichtigsten seit dem
Wiener Kongreß im 19. Jahrhundert.

Gestatten Sie mir nun, meine Damen und Herren, daß ich mich vom Weißen
Haus aus in meiner eigenen Sprache an mein Volk wende,

(kurze Bemerkungen

in Hebräisch)

Ich danke Ihnen meine Damen und Herren.

PRÄSIDENT CARTER:

Das erste Dokument, das wir unterzeichnen werden,

trägt den Titel: "Ein Rahmen für Frieden im Nahen Osten, vereinbart in Camp
David", und die Texte dieser beiden Dokumente werden morgen veröffentlicht
werden.

Die Dokumente werden von Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin

unterzeichnet, und ich bin Zeuge.

Wir müssen drei Sätze von Dokumenten austauschen, die wir alle drei
unterzeichnen werden.

Ich darf vielleicht sagen, daß das erste Dokument seiner Art nach ziemlich umfassend ist; es bildet den Rahmen, mit dessen Hilfe Israel später über
Friedensverträge zwischen sich und dem Libanon, Syrien, Jordanien verhandeln
kann, und den Entwurf dieses Dokuments, das wir jetzt unterzeichnen werden.

Wenn Sie später diese Dokumente prüfen, dann werden Sie sehen, daß sie
Grund bieten, für die Verwirklichung der Hoffnungen und der Träume der Menschen,
die am Jordan-Westufer und im Gaza-Streifen leben»und daß sie Israel Frieden
in den kommenden Generationen sichern.

Das zweite Dokument bezieht sich auf den Rahmen für einen Friedensvertrag
zwischen Ägypten und Israel.

Dies ist das Dokument, das den Abschluß der Ver-

- 9 -

�Verhandlungen über einen Friedensvertrag innerhalb von drei Monaten vorsieht.
Ich habe die große Aufgabe erkannt, die sich diese beiden Herren damit gestellt haben.

Sie werden diese innerhalb von drei Monaten abschließen; ich

darf vielleicht sagen, daß dieses Dokument nahezu alle zwischen den beiden
Ländern bestehenden Fragen umfaßt und sie löst. Auf den Landkarten müssen
dann noch einige Linien gezogen und auch die Frage der Siedlungen muß gelöst
werden.

Davon abgesehen sind die Hauptfragen im Rahmen dieses Dokuments be-

reits gelöst.

Wir werden nun auch dieses Dokument unterzeichnen.

nung des Dokumentes).

PRÄSIDENT CARTER:

Ich danke Ihnen sehr.

+ + + + +

- 10

(Unterzeich-

�1

1
I

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

22. September 1978

23

DIE VEREINBARUNGEN VON CAMP DAVID
- Wortlaut der beiden Dokumente -

WASHINGTON - (AD) - Die am 17. September im Weißen Haus unterzeichneten
Rahmenvereinbarungen haben folgenden Wortlaut:

EIN RAHMEN FÜR DEN FRIEDEN IM NAHEN OSTEN, VEREINBART IN CAMP DAVID
Muhammad Anwar Al-Sadat, Präsident der Arabischen Republik Ägypten,
und Menachem Begin, Ministerpräsident von Israel, konferierten vom 5. bis
17. September mit Jimmy Carter, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten
von Nordamerika, in Camp David und einigten sich auf den folgenden Rahmen
für den Frieden im Nahen Osten.

Sie laden die anderen Parteien im arabisch-

israelischen Konflikt ein, diesen einzuhalten.

PRÄAMBEL
Die Suche nach dem Frieden im Nahen Osten muß durch Folgendes bestimmt

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�bestimmt werden:
- Die anerkannte Basis für eine friedliche Regelung des Konflikts
zwischen Israel und seinem Nachbarn ist die Entschließung Nr. 242 des
Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in allen ihren Teilen.
- Nach vier Kriegen innerhalb von 30 Jahren erfreut sich der Nahe
Osten, Wiege der Kultur und Geburtsstätte dreier großer Religionen, trotz
intensiver menschlicher Bemühungen noch immer nicht den Segnungen des
Friedens.

Die Bevölkerung des Nahen Ostens ersehnt den Frieden, damit

die erheblichen menschlichen und natürlichen Ressourcen dieser Region
für Zwecke des Friedens verwendet werden können und dieses Gebiet zu
einem Modell für die Koexistenz und Zusammenarbeit unter den Völkern zu
werden vermag.
- Die historische Initiative Präsident Sadats in Gestalt seines Besuchs in Jerusalem und der Empfang, den ihm das Parlament, die Regierung
und das Volk von Israel bereitet haben, der Gegenbesuch von Ministerpräsident
Begin in Ismailia, die von beiden politischen Führern unterbreiteten
Friedensvorschläge sowie die warme Aufnahme dieser Missionen durch die
Völker beider Länder haben eine beispiellose Gelegenheit für den Frieden
geschaffen, die nicht verloren gehen darf, wenn dieser Generation und
künftigen Generationen die Tragödien des Krieges erspart bleiben sollen.
- Die Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen und andere
akteptierte Normen des Völkerrechts und der Rechtmäßigkeit stellen heute
anerkannte Normen für die Gestaltungen der Beziehungen unter allen Ländern
dar.
- Um friedliche Beziehungen im Geiste von Artikel 2 der Charta der
Vereinten Nationen herzustellen, sind künftige Verhandlungen zwischen
Israel und jedem seiner Nachbarn, der zu Verhandlungen über Frieden und
Sicherheit im gegenseitigen Verhältnis bereit ist, zu dem Zweck der

�Zweck der Durchführung aller Bestimmungen und Grundsätze der Entschließungen
Nr. 242 und 338 notwendig.
- Der Frieden erfordert die Respektierung der Souveränität, der
territorialen Integrität und der politischen Unabhängigkeit eines jeden
Staates in diesem Gebiet sowie auch ihres Rechtes, in Frieden innerhalb
sicherer und anerkannter Grenzen frei von Bedrohungen oder Gewaltakten
zu leben. Der Fortschritt in Richtung auf jenes Ziel vermag die Bewegung
auf ein neues Zeitalter der Versöhnung im Nahen Osten zu beschleunigen,
die von der Zusammenarbeit bei der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, der Aufrechterhaltung der Stabilität und der Gewährleistung
der Sicherheit gekennzeichnet ist.
- Die Sicherheit wird durch friedliche Beziehungen und die Zusammenarbeit unter Völkern, die sich normaler Beziehungen erfreuen, gefördert.
Darüber hinaus können sich die Parteien gemäß den Bestimmungen der Friedensverträge auf der Basis der Reziprozität auf besondere Sicherheitsvorkehrungen wie entmilitarisierte Zonen, Gebiete begrenzter Rüstungen,
Frühwarnstationen, die Anwesenheit internationaler Truppen, Liasonsstellen,
gemeinsam vereinbarte Maßnahmen zum Zwecke laufender Beobachtungen und
andere von beiden Seiten als nützlich erachtete Vorkehrungen einigen.

RAHMEN

In Rücksicht auf diese Faktoren sind die Parteien entschlossen, eine gerechte, umfassende und dauerhafte Lösung des Konflikts
im Nahen Osten durch den Abschluß von Friedensverträgen zu erreichen,
die sich auf die Entschließungen Nr. 242 und 338 des Sicherheitsrates in
allen ihren Teilen gründet. Sie verfolgen das Ziel, Frieden und gutnachbarschaftliche Beziehungen zu erreichen. Sie anerkennen, daß der
Frieden, soll er von Dauer sein, alle jene einbegreifen muß, die von dem
- 3 -

�dem Konflikt auf das tiefste betroffen sind,, Sie stimmen deshalb darin
überein, daß dieser Rahmen angemessenerweise von ihnen so konzipiert ist,
daß er eine Grundlage für den Frieden nicht nur zwischen Ägypten und Israel,
sondern auch zwischen Israel und jedem anderen Nachbarn abgibt, der bereit
ist, Frieden auf dieser Basis mit Israel zu vereinbaren. Mit diesem Ziel
vor Augen sind sie übereingekommen folgendermaßen zu verfahren.
A.

Westufer und Gaza

I. Ägypten, Israel, Jordanien und Vertreter des palästinensischen
Volkes sollen an Verhandlungen zur Regelung des palästinensischen Problems
in allen seinen Aspekten teilnehmen.

Um dieses Ziel zu erreichen,sollen

die Verhandlungen in bezug auf das Westufer und Gaza in drei Phasen vonstatten
gehen:
(A) Ägypten und Israel stimmen überein, daß Übergangsregelungen für
das Westufer und Gaza zur Gewährleistung eines friedlichen und geordneten
Übergangs der Autorität und in Rücksicht auf die Sicherheitserfordernisse
aller Parteien auf den Zeitraum von höchstens fünf Jahren beschränkt werden
sollen. Um den Bewohnern die volle Autonomie zu gewähren, werden gemäß
diesen Regelungen die israelische Militärregierung und Zivil Verwaltung abgezogen, sobald sich die Bewohner dieser Gebiete in freien Wahlen eine Selbstverwaltung gegeben haben, die die bestehende Militärregierung ablöst. Um
diese Einzelheiten einer Übergangsregelung auszuhandeln, wird die Regierung
von Jordanien eingeladen, an den Verhandlungen auf der Basis dieses Rahmens
teilzunehmen. Diese neuen Regelungen sollen dem Prinzip der Selbstverwaltung durch die Bewohner dieser Gebiete und den legitimen Sicherheitserfordernissen der beteiligten Parteien gebührend Rechnung tragen.
(B) Ägypten, Israel und Jordanien sollen die Modalitäten für die
Errichtung der gewählten Selbstverwaltungsbehörden auf dem Westufer und
in Gaza vereinbaren. Die Delegationen Ägyptens und Jordaniens können
Palästinenser vom Westufer und von Gaza oder, im gegenseitigen Einvernehmen,
auch andere Palästinenser einschließen. Die Parteien werden vereinbaren,
- 4 -

�vereinbaren, welche Befugnisse und Verantwortungen die Selbstverwaltung
auf dem Westufer und in Gaza ausüben soll.

Ein Rückzug israelischer

Streitkräfte und eine Neu-Dislozierung verbleibender israelischer Truppen
auf namhaft gemachte Sicherheitsstandorte sollen erfolgen.

Die Vereinbarung

soll ferner Vorkehrungen für die Gewährleistung der inneren und äußeren
Sicherheit sowie der öffentlichen Ordnung einschließen.

Es wird eine

starke örtliche Polizeitruppe aufgestellt werden, die auch jordanische
Staatsbürger einschließen kann.

Darüber hinaus sollen israelische und

jordanische Truppen gemeinsam Patrouillen durchführen und Kontrollstellen
besetzen, um die Sicherheit der Grenzen zu gewährleisten.
(C) Sobald die Selbstverwaltungsbehörde (Verwaltungsrat) im Gebiet
des Westufers und von Gaza errichtet ist und ihre Tätigkeit aufgenommen
hat, beginnt der Übergangszeitraum von fünf Jahren. Es sollen so rasch wie
möglich, aber nicht später als im dritten Jahr nach Beginn des Übergangszeitraums, Verhandlungen stattfinden, um den endgültigen Status des Westufers und Gazas und deren Verhältnis zu ihren Nachbarn festzulegen und
einen Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien bis Ende des Übergangszeitraums abzuschließen. An diesen Verhandlungen sollen Ägypten, Israel,
Jordanien und gewählte Vertreter der Bewohner des Gebietes des Westufers
und Gazas teilnehmen. Es werden zwei getrennte aber miteinander in Verbindung stehende Ausschüsse errichtet, wovon der eine aus Vertretern der
vier Parteien über den endgültigen Status des Westufers und Gazas und
deren Verhältnis zu seinen Nachbarn verhandeln und befinden soll, während
der andere aus Vertretern Israels und Jordaniens und gewählter Vertreter
der Bewohner des Westufers und Gazas unter Berücksichtigung der bezüglich
des endgültigen Status des Westufers und Gazas erreichten Vereinbarung
einen Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien aushandeln wird.
Die Verhandlungen werden sich auf alle Bestimmungen und Grundsätze der
Entschließung Nr. 242 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen stützen.
Die Verhandlungen werden unter anderem den genauen Verlauf der Grenzen und
die Gestalt der Sicherheitsvorkehrungen festlegen. Die in diesen Verhandlungen
zu treffende Regelung muß auch den legitimen Rechten des palästinensischen

- 5 -

�palästinensischen Volkes und seinen rechtmäßigen Bedürfnissen Rechnung
tragen.

Auf diese Weise werden die Palästinenser an der Entscheidung

über ihre eigene Zukunft beteiligt - durch:
1) Verhandlungen unter Ägypten, Israel, Jordanien und Vertretern
der Bewohner des Westufers und Gazas mit dem Ziel, sich auf den endgültigen
Status des Westufers und Gazas und die Regelung anderer offener Fragen bis
Ende des Übergangszeitraums zu einigen;
2)

die Unterwerfung ihrer Übereinkunft unter das Votum der gewählten

Vertreter der Bewohner des Westufers und Gazas;
3)

die Stellung von gewählten Vertretern der Bewohner des Westufers

und Gazas, die darüber entscheiden, wie sie sich in Einklang mit den
Bestimmungen ihrer Übereinkunft selbst regieren wollen;
4) die Teilnahme, wie vorstehend dargelegt, an der Arbeit des Ausschusses, der einen Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien aushandelt.
II. Es werden alle notwendigen Maßnahmen und erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit Israels und seiner Nachbarn
während des Übergangszeitraums und in der Zeit danach zu gewährleisten.
Um bei der Schaffung dieser Sicherheit behilflich zu sein, wird die
Selbstverwaltungsbehörde eine starke örtliche Polizeitruppe aufstellen.
Sie wird sich aus Bewohnern des Westufers und Gazas rekrutieren. Die
Polizei wird in internationalen Sicherheitsangelegenheiten laufend
Kontakt zu den dazu bestimmten israelischen, jordanischen und ägyptischen
Vertretern pflegen.
III. Für den Übergangszeitraum werden Vertreter Ägyptens, Israels,
Jordaniens und der Selbstverwaltungsbehörde einen Ständigen Ausschuß
bilden, der eine Vereinbarung über die Modalitäten der Zulassung von

- 6 -

�von Personen, die 1967 vom Westufer und Gaza vertrieben wurden, und über
die zur Verhütung von Unruhen und Aufruhr notwendigen Maßnahmen zustande
bringen soll. Andere Angelegenheiten von gemeinsamem Belang können ebenfalls von diesem Ausschuß behandelt werden.
IV. Ägypten und Israel werden miteinander und mit anderen interessierten
Parteien in dem Bemühen zusammenarbeiten, gemeinsam vereinbarte Verfahrensregeln für eine umgehende, gerechte und dauerhafte Verwirklichung der
Lösung des Flüchtlingsproblems zu treffen.
B.

Ägypten - Israel

I. Ägypten und Israel verpflichten sich, zur Regelung von Streitfragen nicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt zurückzugreifen.
Jeder eventuelle Streitfall soll in Übereinstimmung mit den Regelungen
von Artikel 33 der Charta der Vereinten Nationen durch friedliche Mittel
beigelegt werden.
II.

Um Frieden zwischen ihnen herbeizuführen, kommen die Parteien

überein, in Treu und Glauben und mit dem Ziel miteinander zu verhandeln,
innerhalb von drei Monaten nach Unterzeichnung dieser Rahmenvereinbarung
einen Friedensvertrag vorzulegen und andere Konfliktparteien aufzufordern,
parallel hierzu miteinander zu verhandeln und ähnliche Friedensverträge
in der Absicht auszuhandeln, einen umfassenden Frieden in diesem Gebiet
zu erreichen. Die Rahmenvereinbarung für den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel soll als Richtschnur auch für die Friedensverhandlungen zwischen ihnen dienen. Die Parteien sollen sich auf die
Modalitäten und den Zeitplan für die Verwirklichung ihrer Vertrangsverpflichtungen einigen.
C.

Damit zusammenhängende Grundsätze

I. Ägypten und Israel erklären, daß die nachstehend angeführten

- 7 -

�angeführten Grundsätze und Bestimmungen auf die Friedensverträge zwischen
Israel und allen seinen Nachbarn - Ägypten, Jordanien, Syrien und
Libanon - Anwendung finden sollen.
II.

Die Signatare werden Beziehungen untereinander schaffen, wie sie

für Staaten, die im Frieden miteinander leben, normal sind.

Zu diesem

Zweck sollten sie sich verpflichten, alle Bestimmungen der Charta der
Vereinten Nationen einzuhalten.

Die in dieser Hinsicht zu unternehmenden

Schritte, schließen folgende Maßnahmen ein:
(a) die volle Anerkennung;
(b) die Einstellung des wirtschaftlichen Boykotts; und
(c) die Gewähr, daß Bürger anderer Teilnehmerstaaten,die unter ihrer
Jurisdiktion leben, volle Rechtsicherheit genießen.
III. Die Signatare sollen die Möglichkeit der wirtschaftlichen
Entwicklung u n ^ r den Gesichtspunkten der endgültigen Friedensverträge
im dem Willen
sondieren, zur Schaffung einer Atmosphäre des Friedens,
der Zusammenarbeit und der Freundschaft beizutragen, die ihr gemeinsames
Ziel ist.
IV. Zur Befriedigung gegenseitiger finanzieller Ansprüche können
Regulierungsausschüsse eingesetzt werden.
V.

Die Vereinigten Staaten sollen eingeladen werden, an den Gesprächen

über Angelegenheiten teilzunehmen, die im Zusammenhang mit den Modalitäten
der Durchführung der Verträge und der Aufstellung eines Zeitplans für die
Ausführung der Verpflichtungen der Parteien stehen.
VI.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird aufgefordert,

die Friedensverträge zu billigen und sicherzustellen, daß ihre Bestimmungen
nicht verletzt werden. Die Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates
werden ersucht, die Friedensverträge zu garantieren und die Beachtung
J

- 8-

�Beachtung der Bestimmungen sicherzustellen,

Sie werden ferner gebeten,

ihre Politik und Handlungsweise in Einklang auf die in dieser Rahmenvereinbarung eingeschlossenen Verpflichtungen abzustimmen.

EIN RAHMEN FÜR DEN ABSCHLUSS EINES FRIEDENSVERTRAGES
'ZWISCHEN ÄGYPTEN UND ISRAEL

Um den Frieden zwischen sich zu erreichen, kommen Israel und Ägypten
bona fide überein, miteinander mit dem Ziel zu verhandeln, innerhalb von
drei Monaten nach Unterzeichnung dieser Rahmenvereinbarung einen gegenseitigen Friedensvertrag abzuschließen.
Es wird vereinbart:
Der Verhandlungsort steht unter der Flagge der Vereinten Nationen an
einem Platz oder an Plätzen, auf die man sich gemeinsam einigt.
Alle Grundsätze der Entschließung Nr. 242 der Vereinten Nationen
finden auf die Beilegung des Streitfalls zwischen Israel und Ägypten
Anwendung.
Soweit nicht anderweitig vereinbart, werden die Bestimmungen des
Friedensvertrages zwei bis drei Jahre nach Unterzeichnung des'Friedensvertrags

_ .9 _

�Friedensvertrags verwirklicht.
Folgende Angelegenheiten werden zwischen beiden Parteien vereinbart:
(a) Die volle Ausübung der ägyptischen Souveränität bis zur international
anerkannten Grenze zwischen Ägypten und dem Mandatsgebiet Palästina;
(b) der Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Sinai;
(c) die Benutzung der Flugplätze, die die Israeli bei El Arish,
Rafah, Ras en Naqb und Sharm el Sheikh hinterlassen, nur für zivile Zwecke
einschließlich einer möglichen kommerziellen Nutzung durch alle Länder;
(d) das Recht der freien Durchfahrt israelischer Schiffe durch den
Golf von Suez und den Suezkanal gemäß der auf alle Staaten anzuwendenden
Konvention von Konstantinopel aus dem Jahre 1888; die Straße von Tiran und
der Golf von Aqaba sind internationale Gewässer, die allen Ländern in
Wahrnehmung der unbehinderten und nicht-aufschiebbaren Freiheit der Schiffahrt
und der überfliegung offenstehen;
(e) der Bau einer Straße zwischen dem Sinai und Jordanien bei Elat
mit Garantie der freien und friedlichen Benutzung durch Ägypten und
Jordanien; und
(f) die Stationierung der nachstehend aufgeführten Truppen.
'Stationierung von Truppen
(a) Nicht mehr als eine Division (motorisierte Division oder Infanteriedivision) der ägyptischen Streitkräfte wird innerhalb eines Gebietes
stationiert, das sich etwa 50 km östlich des Golfs von Suez und des Suezkanals erstreckt.
Innerhalb

- 10 -

�(b)

Innerhalb eines Gebietes westlich der internationalen Grenze

und des Golfs von Aqaba mit einer Tiefe von 20 bis 40 km werden nur Truppen
der Vereinten Nationen und zivile Polizeikräfte stationiert, die mit
leichten Waffen zur Wahrnehmung normaler Polizeifunktionen ausgerüstet
sind.
(c) In einem Gebiet innerhalb von 3 km östlich der internationalen
Grenze werden beschränkte israelische Streitkräfte in Stärke von höchstens
vier Infanteriebataillonen sowie Beobachter der Vereinten Nationen anwesend sein.
(d) Grenzpatrouillen-Einheiten in Stärke von höchstens drei Bataillonen
werden die zivilen rolizeikräfte bei der Aufrechterhaltung der Ordnung in
dem Gebiet ergänzen, das vorstehend nicht aufgeführt ist.
Die genaue Begrenzung der vorstehend genannten Gebiete wird der
entsprechen, die in den Friedensverhandlungen festgelegt wird.
Frühwarnstationen sind gestattet, um die Einhaltung der Vertragsbestimmungen sicherzustellen.
Truppen der Vereinten Nationen werden stationiert: (a) in einem
Teil des Gebietes von Sinai, der innerhalb von etwa 20 km entlang dem
Mittelmeer und den internationalen Grenzen liegt, und (b) im Gebiet von
Sharm el Sheikh, um die Freiheit der Durchfahrt durch die Straße von
Tiran zu gewährleisten; und diese Truppen werden solange nicht abgezogen
werden, bis ihr Abzug vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem
einheitlichen Votum der fünf Ständigen Mitglieder gebilligt wird.
Nach Unterzeichnung eines Friedensvertrages und nach Beendigung des
vorläufigen Abzugs werden normale Beziehungen zwischen Ägypten und Israel
hergestellt, die die volle Anerkennung einschließlich der Aufnahme
diplomatischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen; die Auf-

- 11 -

�*

Aufhebung des Wirtschaftboykotts und der Beschränkungen der Freizügigkeit
von Waren und Menschen

und die gegenseitige Gewährleistung der Rechts-

sicherheit für alle Bürger einschließen.
(Der vorläufige Abzug
Innerhalb von drei bis neun Monaten nach Unterzeichnung des Friedensvertrages werden sich alle israelischen Streitkräfte östlich hinter eine
Linie zurückziehen, die von einem Punkt östlich El Arish bis Ras Muhammad
reicht und deren genauer Verlauf in gemeinsame Vereinbarungen festgelegt
wi rd.

+ + + + +

- 12 -

»

�3

1

I

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

22. September 1978

23

PRÄSIDENT CARTER BERICHTET DEM US-KONGRESS ÜBER CAMP DAVID
- Wortlaut der Ansprache -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 18. September 1978 dem
amerikanischen Kongreß auf einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser über das
Ergebnis der Gipfelgespräche in Camp David berichtet. Die Ansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Es liegt mehr als 2000 Jahre zurück, daß zwischen Ägypten und dem freien
jüdischen Volk Frieden herrschte.

Wenn sich unsere derzeitigen Erwartungen

verwirklichen, dann werden wir in diesem Jahr wieder einen solchen Frieden
haben.
Zunächst möchte ich den beiden Männern, die diesen phantastischen Traum
jetzt zu einer realen Möglichkeit werden ließen - den beiden großen nationalen
Führern, mit denen ich während der letzten beiden Wochen in Camp David zusammen
war, Präsident Anwar Sadat und Ministerpräsident Menachem Begin - meinen Tribut
zollen.

Ich weiß, Sie alle stimmen darin überein, daß beide Männer von großem

persönlichen Mut sind und daß sie Völker vertreten, die ihnen zutiefst dankbar
sind für die Leistungen, die sie vollbracht haben.
lich dankbar für das, was sie getan haben.

Und ich bin ihnen persön-

Wir suchten in Camp David nach

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D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�nach einem Frieden, der nicht nur für ihre beiden eigenen Völker, sondern
für alle Völker des Nahen Ostens, für die Bürger der Vereinigten Staaten»ja»
für die gesamte übrige Welt von lebenswichtiger Bedeutung ist.
Die Welt hat für den Erfolg unserer Bemühungen gebetet, und ich bin
glücklich, sagen zu können, daß diese Gebete erhört worden sind.
Ich bin heute abend hierher gekommen, um darüber zu sprechen, was diese
beiden Führer erreicht haben - und was es für uns alle bedeutet.
Für die Vereinigten Staaten blieb keine andere Wahl als die tiefe, besorgte Anteilnahme am Nahen Osten und die Nutzung ihres Einflusses und ihrer
Kräfte zur Förderung der Sache des Friedens. Während der vergangenen 30
Jahre haben die Völker dieses von Unruhen heimgesuchten Gebietes einen furchtbaren Preis an Leid, Spaltung, Haß und Blutvergießen gezahlt.
deren Völker hat mehr gelitten als Israel und Ägypten.

Keines der an-

Aber die Gefahren

und Kosten des Konflikts in diesem Gebiet waren auch für unsere Nation groß.
Wir sind durch seit langem bestehende Freundschaften sowie durch tiefgreifende
moralische Verpflichtungen, die fest in unseren Werten als Volk verwurzelt sind,
mit den Staaten und Völkern dieses Gebietes verbunden.
Die strategische Lage dieser Länder und die Ressourcen, über die sie verfügen, bedeuten, daß alle Vorgänge im Nahen Osten die Menschen überall auf
der Erde direkt angehen. Wir und unsere Freunde könnten nicht indifferent
bleiben, sollte eine feindliche Macht dort ihre Vorherrschaft etablieren.
In wenigen Gebieten der Erde ist die Gefahr größer, daß ein lokaler Konflikt
auf andere Staaten übergreifen und sich dann zu einem tragischen Konflikt zwischen den Supermächten auswachsen könnte. Unser Volk hat verstehen gelernt,
daß so fremdartige Namen wie Sinai, Aqaba, Sharm el Sheik, Ras en Naqb, Gaza,
das Jordan-Westufer einen direkten und unmittelbaren Bezug zu unserem Wohlergehen als Nation und für unsere Hoffnung auf eine friedliche Welt haben können.
Das

- 2 -

�Das ist der Grund, warum wir nicht müßig zusehen können, warum wir volle
Partner bei der Suche nach Frieden waren und warum es für unsere Nation von so
lebenswichtiger Bedeutung ist, daß diese Begegnungen zu einem Erfolg führten.
Vier Hauptanliegen haben die Parteien in den langen Jahren des Konflikts
getrennt.
Das eine betrifft das Wesen des Friedens - ob Friede lediglich bedeuten
soll, daß die Kanonen zum Schweigen gebracht werden, daß keine Bomben mehr
fallen und keine Panzer mehr rollen, oder ob er bedeuten soll, daß die Staaten
des Nahen Ostens miteinander als Nachbarn und Gleiche verkehren können, mit
dem vollen Bereich diplomatischer, kultureller, wirtschaftlicher und menschlicher
Beziehungen zwischen ihnen. Das Camp David-Abkommen - und ich bin froh, das
sagen zu können - hat solche Beziehungen zwischen Israel und Ägypten festgelegt.
Das zweite Hauptanliegen ist, allen betroffenen Parteien, darunter auch
Israel, Sicherheit zu gewähren, so daß keine von ihnen einen Angriff oder militärische Bedrohungen vom anderen zu fürchten braucht.

Das Camp David-Ab-

kommen wird, wenn es durchgeführt ist, für eine solche Sicherheit Gewähr bieten.
Das dritte ist die Frage sicherer und anerkannter Grenzen, die Beendigung
der militärischen Besatzung und die Gewährung der Selbstverwaltung oder gegebenenfalls die Rückgabe von Gebieten, die während des Konflikts von 1967 von
Israel besetzt wurden, an andere Nationen.
Das Camp David-Abkommen bietet die Möglichkeit zur Realisierung dieser
Ziele.
Und schließlich ist da die schmerzliche menschliche Frage des Schicksals
der Palästinenser, die in diesem umstrittenen Gebiet leben oder gelebt haben.
Das Camp David-Abkommen garantiert, daß das palästinensische Volk an der Lösung des Palästinenserproblems in allen seinen Aspekten teilnehmen kann, eine
Zusicherung, die Israel schriftlich gegeben hat und die - dessen bin ich sicher - die Anerkennung der ganzen Welt findet.

ushuonH

�Während der vergangenen 18 Monate hat es tatsächlich einen gewissen
Fortschritt bei diesen Fragen gegeben. Ägypten und Israel kamen in der ersten
Frage - dem Wesen des Friedens - einem Übereinkommen nahe. Sie erkannten,
daß die zweite und die dritte Frage - der Abzug und die Sicherheit - aufs
engste miteinander verbunden und verflochten sind. Aber fundamentale Meinungsunterschiede blieben in bezug auf andere Gebiete - über das Schicksal
der Palästinenser, die Zukunft des Jordan-Westufers und des Gazastreifens
sowie die Zukunft der israelischen Siedlungen in den besetzten arabischen
Territorien.
Wir alle erinnern uns an die durch den großartigen und historischen
Jerusalem-Besuch Präsident Sadats im vergangenen November, durch die warmherzige und echte persönliche Reaktion Ministerpräsident Begins und des
israelischen Volkes sowie das gegenseitige in aller Öffentlichkeit gemachte
Versprechen, daß es keinen Krieg mehr geben würde, erweckten Friedenshoffnungen.

Diese Hoffnungen wurden aufrechterhalten, als Ministerpräsident Begin

seinerseits am Weihnachtsfeiertag zu einem Gegenbesuch nach Ismailia kam.
Dieser Fortschritt blieb, wenn auch mit immer langsamer werdendem Tempo,
durch die ersten Monate dieses Jahres weiter in Gang, aber im Frühsommer waren die Verhandlungen dann erneut zum Stillstand gekommen. Es war dieser
Stillstand und die Aussicht auf eine noch schlimmere Zukunft, die mich bewogen, beide, Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin, dazu einzuladen, mit
mir in Camp David zusammenzukommen.
Wie Sie wissen, haben sie diese Einladung sofort, ohne jede Verzögerung,
ohne Vorbedingungen und ohne Konsultationen zwischen sich angenommen.
Man kann den Mut dieser beiden Männer und die Weitsicht,die sie gezeigt
haben, gar nicht hoch genug bewerten. Nur durch hohe Ideale, durch Kompromisse in den Formulierungen und nicht in den Prinzipien und durch die Bereitschaft, tief in das menschliche Herz zu blicken und die Probleme, Hoffnungen
und Träume des anderen zu verstehen, kann Fortschritt in einer schwierigen

- 4 -

�schwierigen Situation wie dieser je Zustandekommen.

Das aber ist es, was diese Männer und ihre klugen und geschickten
Ratgeber während dieser vergangenen 13 Tage getan haben.

Als diese Konferenz begann, sagte ich, daß die Erfolgsaussichten gering
wären.

Gewaltige Hindernisse aus der geschichtlichen Vergangenheit, Nationa-

lismus und Mißtrauen mußten überwunden werden, wenn wir unsere Ziele erreichen
sollten.

Aber Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin haben diese Hindernisse
überwunden und jene Erwartungen bei weitem übertroffen und zwei Abkommen unterzeichnet, die die Möglichkeit zur Lösung jener Probleme bieten, die nach dem,
was uns die Geschichte lehrte, nicht gelöst werden konnten.

Das erste der beiden Dokumente trägt den Titel:
Frieden im Nahen Osten, vereinbart in Camp David".

"Ein Rahmen für den

Es befaßt sich mit einer

umfassenden Lösung zwischen Israel und all seinen Nachbarn sowie mit der
schwierigen Frage des palästinensischen Volkes und der Zukunft des Westufers
und des Gaza-Streifens.

Das Abkommen bietet eine Grundlage für die Lösung von Fragen, die das
Westufer und den Gaza-Streifen während der nächsten fünf Jahre betreffen.

Es

zeigt einen Prozeß der Veränderungen auf, der in Übereinstimmung mit den
arabischen Hoffnungen steht, während gleichzeitig die lebenswichtige Sicherheit
Israels sorgfältig beachtet wird.

Die israelische Militärregierung in diesen Gebieten wird abgezogen und
durch eine Selbstverwaltung der Palästinenser ersetzt werden, die dort leben,
und Israel hat zugesichert, daß diese Verwaltung voll autonom sein werde. Ministerpräsident Begin hat zum wiederholten Male mir gegenüber nicht von einer
teilweisen Autonomie, sondern von einer vollen Autonomie gesprochen.
Die

- 5-

�Die israelischen Streitkräfte werden zurückgezogen und in spezifizierten
Gebieten disloziert werden, um Israels Sicherheit zu schützen.

Die Palästinen-

ser werden weiterhin an der Bestimmung ihrer eigenen Zukunft durch Gespräche
teilhaben, in deren Rahmen ihre selbstgewählten Vertreter, die Bewohner des
Westufers und des Gaza-Streifens, mit Ägypten, Israel und Jordanien verhandeln
werden, um den endgültigen Status des Westufers und des Gaza-Streifens festzulegen.
Israel hat zugestimmt und sich dazu verpflichtet, daß die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes anerkannt werden.

Nach der Unterzeichnung

des Rahmenabkommens gestern abend und während der Verhandlungen bezüglich der
Errichtung der palästinensischen Selbstverwaltung werden keine neuen israelischen Siedlungen in diesem Gebiet errichtet werden.

Die zukünftige Frage

der Siedlungen wird zwischen den Verhandlungsparteien entschieden werden.
über den endgültigen Status des Westufers und des Gaza-Streifens wird vor
dem Ende der fünfjährigen Übergangsperiode entschieden werden, während der die
palästinensischen Araber ihre eigene Verwaltung haben werden, und zwar als Teil
einer Verhandlung, die zu einem Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien
führen wird, wobei Grenzen, die Frage des Rückzuges - alle jene überaus kritischen Fragen - spezifiziert werden.
Diese Verhandlungen werden sich auf alle Bestimmungen und Prinzipien der
Sicherheitsresolution 242 stützen, die Ihnen so vertraut sind. Das Abkommen
über den endgültigen Status dieser Gebiete wird dann Vertretern der Bewohner
des Westufers und des Gaza-Streifens zur Abstimmung unterbreitet werden, und
sie, das palästinensische Volk, wird dann zum ersten Mal in der Geschichte
das Recht haben, darüber zu entscheiden, wie es sich auf Dauer regieren will.
Wir sind natürlich auch der Überzeugung - und zwar alle von uns -, daß
es eine gerechte Lösung der Probleme der Vertriebenen und der Flüchtlinge geben sollte, die die entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen berücksichtigt.
Schließlich

�Schließlich legt dieses Dokument auch eine Vielzahl von Sicherheitsvorkehrungen dar, mit denen der Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn gestärkt werden soll.
Dies ist in der Tat ein umfassender und fairer Rahmen für den Frieden
im Nahen Osten, und ich bin froh, daß ich Ihnen dies berichten kann.
Das zeite Abkommen trägt den Titel: "Ein Rahmen für den Abschluß eines
Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel". Es gibt Ägypten die volle
Ausübung der Souveränität über die Sinai-Halbinsel zurück und schafft mehrere
Sicherheitszonen, wobei sorgfältig das Souveränitätsrecht zum Schutz aller
Parteien anerkannt wird. Es sieht ferner vor, daß Ägypten Israel diplomatisch
voll anerkennen wird und zwar zu dem Zeitpunkt, da die Israelis den Interimsrückzug von den größten Teilen des Sinai abschließen, was zwischen drei bis
neun Monaten nach Abschluß des Friedensvertrages stattfinden wird.
Und der Friedensvertrag soll nicht später als drei Monate - von gestern
abend an gerechnet - ausgehandelt und unterzeichnet werden.
Ich denke, ich sollte ferner mitteilen, daß Ministerpräsident Begin und
Präsident Sadat sich bereits die Aufgabe gestellt haben, diesen Vertrag noch
früher abzuschließen.

Und ich hoffe, daß der endgültige Abschluß eines Frie-

densvertrages bis Ende Dezember vollzogen werden kann.

Dies wäre ein wunder-

bares Weihnachtsgeschenk für die ganze Welt.
Der endgültige und völlige Abzug aller israelischen Streitkräfte wird
in zwei bis drei Jahren nach Abschluß des Friedensvertrages erfolgen.
Während bei beiden Parteien völlige Übereinstimmung über alle Ziele besteht, die ich Ihnen soeben aufgezählt habe, bleibt eine Frage, bei der eine
Übereinstimmung noch nicht erreicht worden ist. Ägypten erklärt, daß die Zustimmung zur Entfernung aller israelischen Siedlungen von ägyptischem Territorium eine Vorbedingung für einen Friedensvertrag ist.

- 7 -

Israel sagt, daß die

�die Frage der israelischen Siedlungen während der Friedensverhandlungen selbst
erörtert werden sollte.
Nun, die Knesset wird über dieses Problem der Siedlungen entscheiden
und zwar innerhalb von zwei Wochen, wobei jedes Mitglied der Knesset oder
des israelischen Parlaments als Einzelperson, die nicht durch Parteiloyalität gebunden ist, handeln wird.

Die Position unserer Regierung und meine per-

sönliche Position zu dieser Frage ist allgemein bekannt und hat sich nicht
geändert.

Ich hoffe und bete, daß die Frage der israelischen Siedlungen auf

ägyptischem Territorium nicht am Ende das Hindernis für den Frieden bilden
wi rd.
Niemand von uns sollte die historische Bedeutung dessen unterschätzen,
was bereits erreicht worden ist.

Dies ist das erste Mal, daß ein arabischer

und israelischer Führer ein umfassendes Rahmenwerk für den Frieden unterzeichnet haben.

Es birgt die Entwicklungsmöglichkeiten für eine Zeit, in der der

Nahe Osten mit all seinem großen Potential zu einem Land des Reichtums und
der Erfüllung für die Menschen werden kann anstatt eines Landes der Bitterkeit
und des fortdauernden Konfliktes.

Keine Region der Welt besitzt größere

menschliche und natürliche Ressourcen als diese.

Und nirgendwo sind sie durch

glühenden Haß und häufige Kriege stärker belastet und zu Boden gedrückt worden.
Diese Abkommen bieten die reale Möglichkeit, daß diese schwere Last am Ende
doch behoben werden kann.
Aber wir dürfen auch nicht die Größe der noch verbleibenden Hindernisse
vergessen. Der Gipfel hat unsere höchsten Erwartungen übertroffen - aber wir
wissen, daß er viele schwierige Probleme hinterlassen hat, die zu lösen sind.
Diese Probleme werden in sorgfältigen Verhandlungen in den kommenden Monaten
behandelt werden müssen. Das ägyptische und das israelische Volk müssen sich
bewußt machen, welche konkreten Vorteile und Gewinne der Frieden bringen wird,
und die von ihrer Führern getroffenen Entscheidungen unterstützen, damit für
sie eine sichere und friedliche Zukunft erreicht werden kann. Das amerikanische Volk, Sie und ich, müssen ebenfalls unsere volle Unterstützung jenen
- 8 -

�jenen zuteil werden lassen, die diese Entscheidungen, die schwierig sind,
getroffen haben und auch jenen, die sehr schwierige Entscheidungen noch zu
treffen haben.

Worauf es für uns alle jetzt ankommt, ist, die staatsmännische Größe, die
Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin gezeigt haben, anzuerkennen und
andere Männer in diesem Gebiet aufzufordern, ihrem Beispiel zu folgen.

Ich

habe bereits in der vergangenen Nacht die anderen Führer der arabischen Welt
gebeten, mitzuhelfen, um den Fortschritt in Richtung auf einen umfassenden
Frieden in Gang zu halten.

Wir müssen uns auch an der Bemühung beteiligen, den Konflikt und das
furchtbare Leiden im Libanon zu beendigen.

Dies ist ein Thema, das Präsident Sadat viele Male mit mir erörtert hat,
während ich mit ihm in Camp David zusammen war.

Und als wir drei das erste

Mal zusammenkamen, war dies ein Thema einer heißen Diskussion.

In der vergan-

genen Nacht haben wir uns im Hubschrauber auf dem Wege nach Washington gegenseitig verpflichtet, zusammen mit anderen Nationen, mit dem libanesischen
Volk selbst, mit allen Parteien, mit Präsident Sarkis, mit Syrien, SaudiArabien, vielleicht auch mit europäischen Staaten wie Frankreich den Versuch
zu machen, zu einer Lösung des Problems im Libanon zu gelangen, die für uns
und das arme Volk im Libanon, das so viel gelitten hat, von so entscheidender
Wichtigkeit ist.

Wir wollen über diese Frage und über diese Dokumente sowie ihre Bedeutung
alle führenden Staatsmänner, insbesondere die arabischen Führer, konsultieren.
Und ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß vor wenigen Minuten König
Hussein von Jordanien und König Chalid von Saudi-Arabien - und vielleicht andere Staatsmänner zu einem späteren Zeitpunkt - bereits zugestimmt haben, Außenminister Vance zu empfangen; er wird morgen abfliegen, um Ihnen die Bestimmungen
der Abkommen von Camp David zu erläutern.

Und wir hoffen, ihre Unterstützung

für die Verwirklichung der neuen Hoffnungen und Träume der Menschen im Nahen

- 9-

�Nahen Osten gewinnen zu können.
Dies ist eine wichtige Mission, und diese Verantwortung - das kann ich
Ihnen, gestützt auf die Erfahrungen der letzten beiden Wochen, versichern wäre bei keinem besser aufgehoben als bei einem so fähigen, einsatzfreudigen
und kompetenten Mann wie Außenminister Cyrus Vance.
Lassen Sie mich zum Schluß noch sagen, daß viele Jahre lang der Nahe
Osten ein Beispiel für Pessimismus war - ein Beweis, daß diplomatischer Einfansreichtum nicht ausreichte, um schwierige menschliche Konflikte zu lösen.
Heute können wir die Chance für einen der wirklich seltenen hellen Augenblicke
in der Geschichte der Menschheit sehen - eine Chance, die vielleicht den Weg
zum Frieden aufzeigt.

Wir haben eine Chance für den Frieden, weil diese bei-

den mutigen Führer in sich selbst die Bereitschaft zur Zusammenarbeit fanden,
um den dauerhaften Frieden, die dauerhaften Aussichten auf Frieden, anzustreben, die wir alle so sehnlichst herbeiwünschen.

Und aus diesem Grunde hoffe

ich, daß Sie mein Dankgebet teilen, und ich hoffe auch, daß die Verheißung
dieses Augenblicks voll verwirklicht werden wird.
Die Gebete in Camp David waren dieselben wie die König Davids, der im 85.
Psalm betete:

"Willst Du uns nicht wieder neu beleben, daß Dein Volk sich

Deiner mag freuen?

Ich will doch hören, was Gott, der Herr, verkündet!

- Fürwahr, er kündet Segen an seinem Volke und seinen Frommen.

Nur, daß sie

sich nicht wenden zur Torheit".
Und als Christ möchte ich diesen beiden Freunden von mir die Worte Jesu
zurufen:

"Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen".

+ + + + +

- 10 -

�a
i a

i

Uli/zen/chofl
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

22. September 1978

23

BIOSYNTHESE VON MENSCHLICHEM INSULIN GELUNGEN
- Genchirurgie gewinnt praktische Bedeutung -

- (AD) - Nach dem Modell der Produktion des Neurohormons Somatostatin,
das normalerweise nur im Organismus von Säugetieren einschließlich dem des
Menschen gebildet wird, gelang nunmehr einer Forschergruppe in Kalifornien
auch die Biosynthese von menschlichem Insulin. Wie Dr. Rachmeil Levine,
stellvertretender Forschungsdirektor am Institut "City of Hope National
Medical Center" in Duarte (im Nordosten von Los Angeles) Anfang September
1978 auf einer Pressekonferenz erklärte, "könnte es jetzt theoretisch möglich sein, in zwei bis fünf Jahren die Biosynthese von menschlichem Insulin
auf kommerzieller Basis aufzunehmen und mit dieser Technik völlig neue Wege
zur Verhütung von Krankheiten zu beschreiten".
Im Frühjahr 1977 war es Dr. William J. Rutter und Dr. H. Goodman vom
Department für Biochemie und Biophysik der Universität Kalifornien in San
Francisco gelungen, das Insulin-Gen der Ratte zu isolieren, es mit einem
Plasmid - einem aus Bakterien isolierten ringförmigen Nukleinsäurefaden zu verbinden und die Vermehrung dieser Neukombination (einer sog. rekombinanten
DNS) in Bakterien vom Typ Escheria coli zu bewerkstelligen.

Diese Experimente

hatten jedoch insofern in eine Sackgasse geführt, als die übertragene ge-

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Telex:08-85432

�genetische Information nicht zur Produktion des Hormons Insulin weiterführte, sondern mit der Vervielfältigung der dafür erforderlichen "Matritze"
abbrach.

Die genetische Information für die Produktion des Hormons, das zu

den Proteinen zählt, konnte in der Wirtszelle nicht "gelesen" werden.
Schwierigkeiten dieser Art vermochten jedoch Ende 1977 Dr. Arthur D.
Riggs und Mitarbeiter am "City of Hope National Medical Center" in Duarte
dadurch zu überwinden, daß sie das Gen für die Produktion von Somatostatin,
eines Proteins mit bekannter Aufeinanderfolge von Aminosäuren, chemisch
synthetisierten, anstatt es aus der Erbsubstanz eines Säugetiers zu isolieren.
Dieses künstliche Gen wurde dann mit Hilfe der Verkoppelungstechnik in ein
Bakterienplasmid eingebaut.

In die Bakterienzelle transferiert, wurde das

veränderte Plasmid nicht nur, wie im Fall des Ratteninsulin-Gens, vermehrt,
sondern die Zelle verwendete es nun auch als Matritze für die Produktion
von Somatostatin.
Damit war der Genmanipulation ein entscheidender Durchbruch gelungen.
Der italienische Chemiker Dr. Robert Crea, ein Mitglied der Forschergruppe
von der "City of Hope", erläuterte im Zusammenhang mit der Insulin-Biosynthese, daß die Produktion von menschlichem Insulin beginne, wenn der
"genetische Code" - d.h. die Kombination von chemischen Substanzen, aus
denen ein bestimmtes Gen besteht - zur Synthese jener Gene benutzt wird,
die für den Aufbau von Insulin erforderlich sind. "Die Gene, die wir produzieren, sind künstlich erzeugt. Es sind keine menschlichen Gene", so Dr.
Crea. "Sie werden auf Papier geplant."
Der bestgeeignete genetische Code für die Biosynthese von Insulin
basiere auf chemischen Substanzen, die häufig vorkommen. "Wir konstruieren
unser Gen aus Chemikalien, die in den dem Insulin verwandten Proteinen oft
zu finden sind." Der nächste Schritt in dem Prozeß ist der eigentliche Kern
der Genmanipulation. Bei diesem Schritt werden die DNS-Gene, die soeben
künstlich produziert wurden, in Plasmide eingebracht. Diese ringförmigen
DNS-Moleküle kommen von Bakterien, die ebenfalls im Laboratorium produziert

- 2 -

�produziert wurden.

Das Einbringen geschieht durch Verkoppeln eines DNS-

Stücks vom Plasmid mit einem Stück künstlich erzeugter DNS - ein Verfahren,
das dem Aneinanderkleben von Filmstreifen ähnlich ist.

Das neue "ver-

koppelte" Material wird als rekombinante DNS bezeichnet - ein Begriff, der
der gesamten Technik der Veränderung von Erbmerkmalen ihren Namen gegeben hat.
Plasmide von rekombinanter DNS werden dann wieder in die Bakterienzellen
transferiert, aus denen sie ursprünglich kamen. Mit der natürlichen Vermehrung dieser Bakterienzellen vermehren sich auch die Plasmide.

Durch das

Hinzufügen von Lactose (Milchzucker) zu den Plasmiden lösen die Wissenschaftler eine Reaktion innerhalb der Bakterien aus, die zur Bildung von menschlichem
Insulin führt.

Es vermehrt sich mit, wenn sich die Zellen vermehren.

Dr. Levine, der schon seit 42 Jahren in der Diabetes-Forschung tätig
ist, verwies darauf, daß die jetzt von fünf Wissenschaftlern des "City of
Hope"-Instituts und den fünf Wissenschaftlern des privaten Forschungslabors
GENETECH in San Francisco gemeinsam durchgeführte Experimente der medizinischen Forschung ein völlig neues Feld eröffneten. Bei Krankheiten wie
z.B. Diabetes oder Zwergwuchs, die durch den Mangel an bestimmten Proteinen
verursacht werden, könne man ebenso wie bei einer angeborenen Resistenzschwäche gegen Viren nunmehr daran gehen, bestimmte Hormone zu synthetisieren, die den Mangel ausgleichen.
Die Firmen GENETECH und Eli Lilly, ein pharmazeutisches Unternehmen,
haben die Produktion von menschlichem Insulin auf kommerzieller Basis bereits
vertraglich vereinbart. Angaben darüber, wann das Biosyntheseprodukt auf
den Markt kommen werde, konnten jedoch noch nicht gemacht werden. Auch müsse
dieses Insulin zunächst in Tierversuchen und später klinisch gründlich erprobt werden. Für den Prozeß seien noch umfangreiche technische Entwicklungen erforderlich, über den Preis könne man vorläufig nichts aussagen.
Dr. Levine ist allerdings der Meinung, daß er niedriger sein dürfte als der
von tierischem Insulin.
Seit
- 3 -

�Seit im Jahre 1921 zum ersten Mal Insulin für Diabetes-Kranke zur Verfügung stand, wird es aus den Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren - Rindern und Schweinen - gewonnen. Viele Diabetiker, deren Orgamismus das Hormon
Insulin entweder nicht oder nur in ungenügendem Maße selbst produzieren oder
für die Stoffwechselreaktionen nicht richtig zu nutzen vermag, sind jedoch
allergisch gegen tierisches Insulin, so daß sich bei ihnen oft schwerwiegende
Nebenwirkungen einstellen. Auch nimmt die Häufigkeit an Diabeteserkrankungen
überall in der Welt zu. Der Bedarf an Insulin, das den Stoffwechsel von
Zucker und anderen Kohlenhydraten reguliert, wird also immer größer. Die
Synthese des Hormons in ausreichenden Mengen und in der dem Menschen am
ehesten zuträglichen Form würde auch für die praktische Medizin einen großen
Fortschritt bedeuten.

+ + + + +

�1

1

KU 1311H •

Wi//en/chaft
wid Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

22. September 1978

23

KRILLKREBSE - EIN RIESIGES EIWEISSRESERVOIR
Forschung soll international gültige Regeln für den Großfang vorbereiten

- (AD) - Krill, die fünf bis sechs cm großen Kleinkrebse im Südpolarmeer, könnten zu einer wichtigen Eiweißquelle der Zukunft werden. Forschungsschiffe einer Reihe von Ländern, u.a. der Bundesrepublik, der USA, und der
Sowjetunion, untersuchten bereits "Standorte und Dichte" von Krillschwärmen,
um ein Bild von der Größe der Vorkommen zu erhalten und durch Probefänge
"Biomasse" für Verarbeitungsverfahren zu gewinnen. Es zeigte sich, daß nach
Entfernung der chitinhaltigen Hülle die aus Krillfleisch herstellbaren Produkte für den menschlichen Verzehr durchaus geeignet wären. Zum Teil wurden
die Fänge auch zu Krillmehl verarbeitet, das sehr gut als Zusatzfutter für
die Viehzucht sowie bei der Aufzucht von Fischen in sog. Aquakulturen verwendet werden könnte.
Krill war die Hauptnahrung der Riesenwale. Man schätzt, daß früher
diese Meeressäuger pro Jahr über 100 Millionen Tonnen verzehrt haben.

Heute

sind die Wale stark dezimiert. Aufgrund dieser Entwicklung hat sich in den
letzten Jahrzehnten das biologische Gleichgewicht in den Meeren um die Antarktis verschoben. Manche Tierarten wie Robben und Pinguine, die ebenfalls
weitgehend von Krillkrebsen leben, haben sich erheblich vermehrt.

Die bishe-

rigen Forschungen dienten u.a. dazu, den Gesamtbestand an Krill ungefähr ab-

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�abschätzen zu können, um die Auswirkungen einer Befischung im Großen für
die Tierwelt der Antarktis berechnen zu können.

Dazu ist eine genaue Kennt-

nis der Lebensgewohnheiten, der Vermehrung und der Lebensspanne des Krill
erforderlich.
Es erwies sich anfangs als außerordentlich schwierig, biologische
Details zu untersuchen und genauer zu erfassen.

In einem Laboratorium mit

großem Seeaquarium, das in der amerikanischen Palmer-Station auf Anvers
Island nahe der Westküste der antarktischen Palmer-Halbinsel eingerichtet
worden war, konnte jedoch die Biologin Dr. Mary Alice McWhinnie von der
De Paul-Universität in Chicago in den letzten Jahren wichtige Details ermitteln.

Sie fand unter anderem heraus, daß entgegen einer weit verbreiteten

Annahme Krillweibchen nach der Eiablage nicht absterben.

Sie häuten sich,

nehmen weiterhin Nahrung auf und, so berichtet Dr. McWhinnie, "verjüngen
sich regelrecht", um dann noch mehrere Male Eier abzulegen.

Sie produzieren

jeweils ca. 2000 bis 3000 Eier - und nicht 300 bis 800 für eine Ablage,
wie zunächst angenommen worden war.
In einem Bericht an die Abteilung Polarprogramme der Nationalen Wissenschaftsstiftung (NSF) der USA, die alle amerikanischen Forschungsprojekte
in der Antarktis finanziert, erwähnt Dr. McWhinnie außerdem, daß Krill-Krebse nicht ausschließlich von Phytoplankton leben, sondern auch Kleintiere
und selbst Tiere der eigenen Art verzehren. "Wir müssen unsere Vorstellungen
vom Wachstum der Krill-Population im Winter völlig ändern", erklärt die Forscherin. Man hatte angenommen, daß in diesen Monaten das Wachstum zum
mindestens stagniere, weil es an Nahrung fehlt; denn während des langen antarktischen Winters mit dem starken Anwachsen und der Ausbreitung der Eisdecke
kann sich pflanzlisches Plankton nur äußerst spärlich oder überhaupt nicht
neu bilden. Aber die Krillschwärme stört das nicht. Sie suchen sich dann
andere Nahrung.
Die Lebensspanne eines Krillkrebses liegt bei mindestens drei Jahren.
Die Eiablage und die Entwicklung der Larven und Jungtiere geschieht unabhängig

- 2 -

�unabhängig vom Wasserdruck, ist also in jeder Wassertiefe (bis 3000 m und
mehr) zu beobachten.

Es gibt allerdings, so Dr. McWhinnie, auffällige

Unterschiede in bezug auf Wachstum, Atmung und Temperaturtoleranz zwischen
Krill-Populationen

in der Bransfield-Straße nahe der Nordspitze der ant-

arktischen Palmer-Halbinsel und Krill im Bellinghausen-Meer.

Dies könnte

entweder auf Artunterschiede oder auf Krill unterschiedlicher Altersklassen
hindeuten.

Die Forscherin versucht gegenwärtig, diese Fragen zu klären.

Bei Populationen aus der Bransfield-Straße entdeckte sie Parasitenbefall:
Da die Parasiten hauptsächlich an den Beinpaaren am Hinterleib zu finden
sind, sei damit zu rechnen, daß sie die Fortpflanzungsorgane der Tiere beeinträchtigen, was zwangsläufig Einfluß auf die Größe einer Population
haben würde.

Zur Zeit werden Krillkrebse in großen Mengen auch während des antarktischen Winters in den Aquarien der Palmer-Station gehalten.

Damit

wurde zum ersten Mal bewiesen, daß die Tiere in geeigneten Tanks "lange
Zeit, vielleicht sogar auf Dauer" gehalten werden können.

Mögliche Quoten

für eine Befischung von Krill (die wissenschaftliche Bezeichnung lautet
"Euphausia superba") werden auf 50 bis 200 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt.

Im Vergleich dazu beträgt der Weltfischfang unter Berücksichti-

gung aller Arten von Meerestieren etwa 65 Millionen Tonnen pro Jahr.
Inzwischen haben neben den bereits erwähnten Ländern auch Japan, Chile,
Taiwan, Südkorea, Polen und Norwegen Interesse am Krillfang bekundet. Gegenwärtig wird in einer Reihe von Ländern an der Verbesserung der Fangund Verarbeitungsverfahren gearbeitet.

Ein Hauptproblem für Fangschiffe

ist jedoch die lange, kostspielige Fahrt und das kalte, oft unberechenbare Wetter in den Gewässern um den antarktischen Kontinent - in den stürmischsten Meeren der Welt.

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