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                  <text>Information
und
Dokumentation

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*m i

•^

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13. September 1978

22

INHALT

DOKUMENTATION
PRÄSIDENT CARTER:

KOMPROMISSE WERDEN UNAUSWEICHLICH SEIN

- Erklärung Carters vor dem Abflug nach Camp David BOTSCHAFT CARTERS AN UN-KONFERENZ ÜBER TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT
- Wortlaut INFORMATION
USA UND SOWJETUNION WOLLEN GESPRÄCHE ÜBER RADIOLOGISCHE WAFFEN FORTSETZEN
SENATOR KENNEDY BEURTEILT VERHÄLTNIS USA-UdSSR ZUVERSICHTLICH
HINTERGRUNDMATERIAL
SALT UND DAS NUKLEARE GLEICHGEWICHT
- von Senator John C. Culver WISSENSCHAFT UND TECHNIK
VERSUCHE MIT INTERFERON-THERAPIE BEI KREBS UND VIRUSINFEKTIONEN

Belegexemplaren wird
gebeten

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13. September 1978

PRÄSIDENT CARTER: KOMPROMISSE WERDEN UNAUSWEICHLICH SEIN
- Erklärung Carters vor dem Abflug nach Camp David -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 4. September
vor seinem Abflug zu den Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten
Sadat und dem israelischen Ministerpräsidenten Begin in Camp David eine
Erklärung abgegeben, die folgenden Wortlaut hat:
Ich fliege jetzt nach Camp David, um mich auf ein sehr wichtiges
Treffen zwischen mir, dem ägyptischen Präsidenten Sadat und dem israelischen
Ministerpräsidenten Begin vorzubereiten. Innerhalb der nächsten Tage
werden von uns in Zusammenarbeit mit unseren drei große Nationen vertretenden Beratern auf der Suche nach Frieden im Nahen Usten, der außerordentlich zur Sicherung des künftigen Friedens auf der ganzen Welt beitragen kann, sehr wichtige Entscheidungen getroffen werden - und durch
den Kongress, der sich in meiner Abwesenheit mit vielen wichtigen Fragen
befassen wird, darunter die Entwicklung einer Energiepolitik für unser
Land.
Bei unserem

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�'

Bei unserem Treffen in Camp David kann niemand eine Garantie für
das Ausmaß des Erfolges geben, der uns vielleicht gewährt sein wird.
Die Fragen sind sehr kompliziert.

Die Meinungsverschiedenheiten sind

tief.
Vier Kriege haben nicht zu einem Frieden in diesem leidgeprüften
Gebiet der Welt geführt.

Es besteht kein Grund für übermäßigen Optimismus,

aber es gibt auch keinen Grund für Verzweiflung.
Der bedeutendste Einzelfaktor, der für mich ermutigend wirkt, ist
mein sicheres Wissen

daß Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin auf-

richtig den Frieden wollen.

Sie sind entschlossen, einen Fortschritt

zu machen, und so bin ich es.
Wir werden Ermutigung und die Gebete eines jeden in unserem Staat,
in allen drei Staaten, ja in der ganzen Welt brauchen, der wünscht, daß
unsere Beratungen zu einem Erfolg führen. Kompromisse werden unausweichlich sein. Ohne sie ist mit einem Fortschritt nicht zu rechnen.
Flexibilität wird für unsere Hoffnungen unentbehrlich sein. Und meine
eigene Rolle wird die eines vollen Partners sein, der nicht versucht,
anderen den Willen der Vereinigten Staaten aufzudrängen, sondern der
sich um das Auffinden eines gemeinsamen Bodens bemüht, auf dem Abkommen
erreicht werden können, und der nach einem Austausch von Kompromissen
sucht, die für alle betroffenen Nationen wechselseitig Vorteile bringen.
Ich kenne den Ernst, mit dem Präsident Sadat und Ministerpräsident
Begin in unser Land kommen, und ich habe versucht, mich selbst so gut
ich es nur konnte vorzubereiten, um diese Bemühungen zu einem Erfolg zu
bringen.
Es wird eine gemeinsame Sache sein müssen, und wir alle werden in
diese Gespräche eintreten ohne Vorurteil gegen den anderen, mit einem
Geist des guten Willens und mit dem Wissen um die harten Verantwortungen,

- 2 -

%

�Verantwortungen, die auf uns fallen.
Schließlich möchte ich noch sagen, daß wir nahezu vollständig von
der Presse und der Außenwelt isoliert sein werden. Meine Hoffnung ist,
daß dieser Grad von persönlichem Gedankenaustausch ohne die Notwendigkeit, politisch zu posieren oder eine vorübergehende Haltung oder Überzeugung zu verteidigen, konstruktiv sein wird.
Es wird ein Höchstmaß an Anstrengung gemacht werden, um das gegenseitige Vertrauen zu gewährleisten und zu stärken und sich genauestens
dessen bewußt zu sein, daß wir alle das gleiche Endziel erstreben.
an

Dar-

habe ich keinen Zweifel.

Ich möchte zum Abschluß diesen beiden großen Führern gegenüber
meinen Dank für ihre Bereitschaft zum Kommen zum Ausdruck bringen, wo
die politischen Konsequenzen eines Fehlschlags sehr schwerwiegend sein
könnten und die Aussichten auf einen völligen Erfolg sehr gering erscheinen. Wir werden unser Bestes tun, und ich bitte alle diejedingen
inständig um ihre Unterstützung und ihr Gebet, die mit uns die Hoffnung
teilen, daß wir eine neue Aussicht auf Frieden für den Nahen Osten
bringen könnten.

+ + + + +

- 3 -

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Dokumentation
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22

13. September 1978

BOTSCHAFT CARTERS AN UN-KONFERENZ ÜBER TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat der Konferenz der Vereinten
Nationen über technische Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern
eine Botschaft übersandt, die auf der Eröffnungssitzung in Buenos Aires
am 30. August verlesen wurde. Die Botschaft des amerikanischen Präsidenten
hat folgenden Wortlaut:
Ich spreche Ihnen und den Organisatoren der Konferenz der Vereinten
Nationen über technische Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern
meine Glückwünsche aus.
Wir leben in einer Zeit, in der weltweit um wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und politische Unabhängigkeit gekämpft
wird.

Weil ich überzeugt bin, daß der Erfolg dieses Ringens der gesamten

Menschheit zugute kommen wird, fühlt sich meine Administration verpflichtet,
mit den Entwicklungsländern in der Welt in allen Fragen zusammenzuarbeiten,
die mit ihren Arbeitskräften, ihren Rohmaterialien und ihren Erzeugnissen

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�Erzeugnissen in Zusammenhang stehen.

Wir verstehen es, wenn die Ent-

wicklungsländer, eine stärkere Beteiligung an den internationalen Entscheidungen fordern.

Und wir möchten den Entwicklungsländern Hilfe

leisten, wenn sie versuchen, ihre technologische Abhängigkeit von den
Industriestaaten durch Entwicklung eigener Kapazitäten zu verringern.
Dieses letztgenannte Ziel - die Förderung der technologischen
Kapazitäten in den Entwicklungsländern - ist das Ziel dieser Konferenz.
Es ist ein Ziel, das ich voll unterstütze.
Allzulange bestand bei den Entwicklungsländern die Tendenz, sich
in bezug auf ihre eigene Technologie ausschließlich auf die Industriestaaten zu verlassen.

Unser Wunsch aber richtet sich auf eine Welt,

in der die Entwicklungsländer Technologie genau so produzieren wie erwerben können.
Aus drei Gründen unterstützen die Vereinigten Staaten die technische
Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern: erstens, die aus den
Entwicklungsbemühungen gewonnenen Lehren können von denen besonders
effektiv weitergegeben werden, die sie soeben erst selbst gelernt haben;
zweitens, die Faktoren der Arbeitskraft, der Erziehung und der Sozialstruktur in einem Entwicklungsland mittleren Wohlstandes könnten sich für
ein ärmeres land als angemessener erweisen als die eines hochindustrialisierten Staates; drittens, das wachsende Selbstvertrauen der Entwicklungsländer kann zur Stärkung ihrer Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit den
Industriestaaten bei der Suche nach Lösungen für unsere gemeinsamen
Probleme führen.
Es muß daher in der Zukunft im wachsenden Maße zu einem Transfer
technologischer Kapazitäten - nicht lediglich der Technologie selbst nach den Entwicklungsländern kommen.

Deshalb gründe ich eine Stiftung

für internationale technologische Zusammenarbeit, die - so hoffe ich mit den Institutionen in Ihren Ländern zusammenarbeiten wird, wenn Sie
Ihre eigenen Technologien entwickeln.
Aus all

�Aus all diesen Gründen zollen wir den von Ihnen unternommenen Bemühungen, Brücken über den Süden zu schlagen, Beifall.
Die Vereinigten Staaten begrüßen die Gelegenheit, sowohl Partner
als auch Nutznießer der Aktivitäten dieser Konferenz zu sein.

Wir

freuen uns, bei der Bereitstellung von Dienstleistungen und Expertisen
für die Entwicklungsprojekte mitwirken zu können.

Aber wir sind uns

auch darüber im klaren, daß eine wahre nationale Entwicklung letztlich
davon abhängt, daß in jedem Land die autonomen Fähigkeiten wachsen,
neue Techniken und neues Wissen zu schaffen, den Verhältnissen anzupassen und zu nutzen.
Ihnen, Herr Präsident, und allen hier versammelten Delegierten,
spreche ich meine persönliche Zuversicht aus, daß diese Konferenz ihre
wichtigen Ziele erreichen wird.

+ + + + +

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USA UND SOWJETUNION WOLLEN GESPRÄCHE ÜBER RADIOLOGISCHE WAFFEN
FORTSETZEN

GENF - (AD) - Die USA und die Sowjetunion sind übereingekommen,
ihre in Genf geführten Gespräche über ein Verbot der radiologischen
Waffen fortzusetzen.

Ein Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Gespräche

wurde noch nicht festgesetzt.
In einer am 11. September in Genf veröffentlichten Erklärung heißt
es dazu:
Die Delegationen der USA und der Sowjetunion sind in Genf vom 19. Juli
bis zum 8. September 1978 zusammengekommen, um die Verhandlungen über das
Verbot radiologischer Waffen sowie neuer Typen und Systeme von Massenvernichtungswaffen fortzusetzen.
Im Verlaufe der Verhandlungen legten die beiden Seiten alternative
Methoden für die Lösung der verschiedenen anstehenden Fragen dar. Sie
setzen die Arbeit an der Formulierung einer möglichen Konvention über das

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�das Verbot radiologischer Waffen fort und erzielten Fortschritte hinsichtlich einer Einigung über einige der grundlegenden Bestimmungen der Konvention.
Die Vertreter der USA und der Sowjetunion bei der Genfer-Abrüstungskonferenz, Botschafter Adrian S. Fisher und Botschafter V.l. Lichatschew,
leiteten die jeweiligen Delegationen.

Beide Seiten kamen überein, die

Verhandlungen zu einem Zeitpunkt, der noch vereinbart werden muß, fortzusetzen.

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13. September 1978

SENATOR KENNEDY BEURTEILT VERHÄLTNIS USA-UdSSR ZUVERSICHTLICH

WASHINGTON - (AD) - Senator Edward M. Kennedy ist zuversichtlich,
daß sich die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten
Staaten verbessern werden und ein Fortschritt bei den amerikanischsowjetischen Abrüstungsgesprächen erzielt werden kann.
Kennedy hatte die Sowjetunion besucht, um an der internationalen
Konferenz für Gesundheitsfürsorge in Alma Ata teilzunehmen, und hatte
anschließend eine Reihe von Unterredungen mit führenden sowjetischen
Regierungsvertretern, darunter ein zweistündiges Gespräch mit dem sowjetischen
Staats- und Parteichef Leonid Breschnew, geführt.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr gab der demokratische Senator aus
Massachusetts am 11. September vor der Presse in Washington eine Erklärung
ab, in der er darauf hinwies, daß es trotz verstärkter Spannungen und
Konfrontationsmöglichkeiten im Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten
und der Sowjetunion in den letzten Wochen auch eine Reihe "positiver
Signale" aus der Sowjetunion gegeben habe.
Er habe

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�Er habe bei seinen Gesprächen eine Reihe wichtiger Fragen, vor
allem aber das Problem der Rüstungskontrolle und der Menschenrechte,
erörtert. Als das wohl bemerkenswerteste Ergebnis dieser Unterredungen
bezeichnete Kennedy die Bereitschaft der sowjetischen Regierung, in 18
spezifischen Fällen die Auswanderungswünsche sowjetischer Familien zu
überprüfen.
Auf die Frage eines

Korrespondenten erklärte Kennedy, Breschnew

habe seiner Besorgnis darüber Ausdruck gegeben, daß es nicht gelungen
sei, bei den SALT-Gesprächen zu einer rascheren Lösung bei bestimmten
komplexen Fragen zu gelangen.

Er (Kennedy) glaube jedoch, daß diese

Fragenkomplexe in einer Weise lösbar seien, die mit dem Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten in Einklang stehe.
Er habe in diesem Zusammenhang den sowjetischen Parteichef darauf
hingewiesen, daß die Haltung des

amerikanischen Senats in der Frage

der Ratifizierung eines SALT-Abkommens nicht nur durch die darin festgelegten Bedingungen bestimmt werde, sondern auch durch die Einstellung
des amerikanischen Volkes zu den sowjetischen Aktionen auf den verschiedensten
Gebieten, darunter auch den Fragen der

sozialen Gerechtigkeit und der

Menschenrechte.

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13. September 1978

SALT UND DAS NUKLEARE GLEICHGEWICHT
- von Senator John C. Culver -

Senator Culver, der als Angehöriger
der demokratischen Partei den Bundesstaat Indiana im US-Senat vertritt,
ist Mitglied des Senatsausschusses
für die Streitkräfte und Berater der
amerikanischen Delegation bei den
SALT-Verhandlungen.
Trotz verbreitet geäußerter Vermutungen, daß die sowjetische Führung
einen Nuklearangriff führen könnte, weil sie selbst nur mit mäßigen
Schäden und wenig Verlusten rechnet, schätzen unsere Nachrichtendienste,
daß durch die amerikanische Vergeltung eines sowjetischen Angriffs mehr
als 100 Millionen Sowjetbürger getötet würden.
Ein neuer vom CIA gebilligter Geheimdienstbericht deutet an, daß das
sowjetische Zivilverteidigungssystem, obgleich es für bemerkenswerte
nationale Anstrengungen spricht, in keiner Weise ausreichend wirksam ist,
um die Sowjets zu ermutigen, die Auslösung eines nuklearen Krieges zu

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�Krieges zu riskieren.
Der Geheimdienstbericht, der die erste umfassende Studie dieses
Themas in nichtgeheimer Form darstellt, besagt, daß eine merkliche Verringerung der sowjetischen Verluste eine massive Evakuierung der Städte
erfordern würde - ein Umstand, der unsere eigenen Streitkräfte in die Lage
versetzte, einen höheren Grad von Bereitschaft und Überlebensfähigkeit zu
erlangen.
Der Bericht zeigt auf, daß die sowjetischen Anstrengungen auf dem
Gebiet der Zivilverteidigung nicht ausreichen, um im

Fall eines nuklearen

Krieges Millionenverluste an Menschen und massive Schäden für die Industrie
zu verhindern.

Kurzum - ein Atomkrieg wäre eine Katastrophe für die

Sowjetunion, da sowjetische Programme nicht genügen, um die strategische
Waagschale zu unseren Ungunsten zu neigen.
Von Zeit zu Zeit hören wir das Argument, daß die Vereinigten Staaten
stärker als die Sowjets sein müßten, weil sie, da wir nicht den ersten
Schlag gegen sie führen würden, einen ersten Schlag gegen uns führen
könnten. Man argumentiert, daß wir nur dann, wenn wir überlegen seien,
nach dem ersten Schlag genügend Kraft für den Gegenschlag hätten.
Die Antwort darauf ist, daß das Streben nach Überlegenheit oder
einseitigem Vorteil in der heutigen Welt, in der beide Seiten über eine
beängstigende Overki11-Kapazität verfügen, in Wirklichkeit Illusion ist.
Ich glaube nicht, daß ein solches Streben mehr Sicherheit brächte. Wir
werden niemals in der Lage sein, die Vorteile wiederzuerlangen, die wir
in den fünfziger und sechziger Jahren hatten. Wenn jedoch die Sowjetunion so unklug wäre, beispielsweise jetzt einen Angriff gegen die
Vereinigten Staaten zu führen, hätten wir den Vorteil der doppelten Abschußkapazität für nukleare Sprengköpfe. Selbst bei einem ersten Schlag
gegen unsere Landbasen gäbe es noch genügend nukleare Gefechtsköpfe an
Bord unserer U-Boote und Bomber, um der Sowjetunion verheerende Schäden

�Schäden zuzufügen.
Die Chefs des gemeinsamen Generalstabs haben dem Kongress wiederholt
versichert, daß die strategischen Streitkräfte der USA ausreichen, um
unsere Vergeltungsziele zu erreichen.

In der Tat besitzen wir mehr als

doppelt so viele nukleare Kampfmittel wie die UdSSR - 9 000 gegenüber
etwas mehr als 4 000. Gleichzeitig ist die Treffsicherheit der unseren
wesentlich größer als die der sowjetischen.
Der nichtgeheimen Studie des Budgetamtes des Kongresses zufolge
würden die Vereinigten Staaten, wenn es in den neunziger Jahren zu einem
Angriff käme, auch danach noch über mehr Gefechtsköpfe für den Gegenschlag
verfügen, als die UdSSR heute besitzt. In dieser Situation des "schlimmsten
Falles" hätten wir, je nach der Vorwarnzeit, zwischen 4 600 und 8 300
Gefechtsköpfe verfügbar. Darüberhinaus würden diese Waffen, so ist zu
erwarten, mehr als 80 Prozent der sowjetischen Industrie und mehr als
90 Prozent der allgemeinen militärischen Ziele zerstören.
Mit der Aussicht auf eine derartige Verwüstung konfrontiert, wäre
es selbstmörderisch für die sowjetische Führung, einen Angriff gegen uns
zu starten.
Die Vereinigten Staaten folgen bei der Modernisierung ihrer strategischen
Streitkräfte einem klugen, doppelgleisigen Weg und sind außerdem bestrebt,
dem Rüstungswettlauf durch einen neuen Vertrag über die Begrenzung strategischer Rüstungen (SALT) die Spitze zu nehmen.
Wir bauen eine neue Generation von TRIDENT-U-Booten mit Raketen
größerer Reichweite auf. Wir verbessern unsere MINUTEMAN-Raketen durch
Erhöhung der Treffgenauigkeit, der Wirksamkeit der Gefechtsköpfe und durch
verstärkte Sicherung der Silos. Außerdem entwickeln wir Marschflugkörper
("Cruise Missiles") nach modernster Technologie, um die kontinuierliche
Stärke unserer Bomberflotte zu gewährleisten. Inzwischen hat der Ober-

- 3 -

�Oberkommandierende des strategischen Luftkommandos zu Protokoll gegeben,
daß "unsere neuesten B-52-Bomber auch weiterhin bis 1987 - und wahrscheinlich
bis in die neunziger Jahre hinein - wirksame Eindringstärke haben werden".
Der SALT II-Vertrag würde für die USA und die UdSSR die stragetischen
Systeme und gewisse Raketentypen auf gleichgroße Zahlen begrenzen und von
den Sowjets verlangen, 250 - 300 Abschlußrampen - mehr als 10 Prozent der
gegenwärtigen Anzahl - zu demontieren.

Während viele schwierige Streitfragen

noch gelöst werden müssen, sind diese grundlegenden Merkmale, durch die das
sowjetische Wachstum begrenzt und gleichzeitig unsere Abschreckungsmacht
erhalten wird, wichtige Schritte zur Verringerung der Gefahr eines nuklearen
Krieges.
Meines Erachtens würde der SALT II-Vertrag die strategische Stabilität
fördern

und dabei den Rüstungswettbewerb in der Zukunft begrenzen.

Und wir

müssen berücksichtigen, welches unsere Sicherheitssituation ohne ein Abkommer wäre. Auch kann ich mir bei keinem einzigen Kongressmitglied, geschweige denn beim ganzen Kongress vorstellen, jemals ein Abkommen zu
akzeptieren, das uns in eine unterlegene oder gefährliche Lage bringen
würde.

+ + + + +

- 4 -

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22

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Wi//en/ch&lt;ift
und Technik
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13. September 1978

VERSUCHE MIT INTERFERON-THERAPIE BEI KREBS UND VIRUSINFEKTIONEN

- (AD) - Die amerikanische Gesellschaft für Krebsforschung gab
Pläne bekannt, menschliches Leukozyten-Interferon für die Behandlung
von Krebs im vorgeschrittenen Stadium klinisch erproben zu lassen. Für
dieses Projekt sollen vorläufig zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden. Die Versuche werden von einem Ärztegremium geleitet, an
dessen Spitze Dr. Thomas C. Merigan von der Stanford-Universität und Dr.
Jordan Gutterman von der Tumorklinik des Anderson-Hospitals in Houston
(Texas) stehen.
Interferon ist ein natürliches Körpereiweiß, mit dessen Bildung
die Zellen auf ein Virus oder andere Reize reagieren. Es kann in begrenzten Mengen im Laboratorium gewonnen werden, indem man menschliche
weiße Blutzellen (Leukozyten) oder menschliche Fibroblasten mit SendaiViren oder anderen Reizsubstanzen infiziert,die zur Interferon-Produktion
anregen. Das dabei produzierte exogene Human-Interferon, in erster Linie
Leukozyten-Interferon, wurde bei der Behandlung von Infektionskrankheiten
der Atemwege, bei Keratitis herpetica und chronischer Hepatitis mit recht

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�recht guten Erfolgen erprobt.
Klinische Versuche damit gibt es schon seit geraumer Zeit, vor allem
in Schweden.

Sie wurden inzwischen auf Versuche oder Behandlung be-

stimmter Krebsformen ausgedehnt.

So behandelte man am Karolinska-Institut

in Stockholm einer Mitteilung der

Stanford-Universität zufolge 34 Kinder

und Jugendliche, die von Knochenkrebs befallen waren, mit hohen InterferonDosen.

Die Ergebnisse waren ermutigend:

Die Drei-Jahres-überlebensrate

lag bei 70 Prozent, während sie bei der Beschränkung auf die herkömmliche
chirurgische Behandlung 10 - 30 Prozent beträgt.
In den Vereinigten Staaten hat man die Substanz versuchsweise bei
Brustkrebs (15 Patientinnen des Anderson-Hospitals in Houston) und Lymphom
(sechs Patienten des Klinikums der Stanford-Universität) eingesetzt.

Der

bisherige Therapieverlauf scheint darauf hinzudeuten, daß unter der Wirkung
von hohen Interferondosen Krebsgeschwülste der genannten Art zurückgehen
können.

Die Versuche werden jetzt ausgedehnt.

In einer weiteren Studie untersuchte Dr. Merigan (Stanford) die
Wirkung von Interferon auf Herpes Zoster-Infektionen. In den Versuch
waren 90 Krebspatienten einbezogen. Diese Kranken werden relativ häufig
von Zoster-Virusinfektionen befallen, weil bei ihnen die körpereigenen
Abwehrkräfte durch Chemotherapie oder Strahlenbehandlung sowieso geschwächt sind. Deshalb entwickelt in solchen Fällen Herpes Zoster (Gürtelrose) besonders schwere Verlaufsformen, und die Behandlung ist außerordentlich langwierig.
Die besten Ergebnisse erzielte Dr. Merigan an Patienten, bei denen die
Behandlung schon am ersten oder zweiten Tag nach Ausbruch der Krankheit
begann und mit den höchsten Interferondosen bekämpft wurde.
bis acht Tagen konnte die Therapie abgesetzt werden.

Nach sieben

Es kam nicht, wie

sonst meist beobachtet .wird, zur Ausbreitung von Rötung und Bläschenbildung
auf der Haut, und die schmerkzhafte Periode wurde wesentlich abgekürzt.

- 2 -

�abgekürzt.

Bei den Patienten, die die höchsten Dosen (für die Dosierung

gab es drei verschiedene Stufen) erhalten hatten, wurden auch keine
Komplikationen beobachtet, wie sie sonst an Augen, Lungen oder Gehirn
auftreten können.

Die bei herkömmlicher Behandlung oft nicht zu ver-

meidenden monatelangen Nachwirkungen in der Form schwerer Neuralgien
unterbleiben völlig.
In der Gruppe mit der niedrigsten Behandlungsdosis kam es in einem
Fall zu den bekannten Komplikationen. Dagegen wurden diese in der gleich
großen, mit einem Placebo-Präparat (interferonfreies "Blind"-Präparat)
behandelten Gruppe in sechs Fällen beobachtet.
Die erste Identifizierung von Interferon gelang 1957 dem Engländer
AI ick Isaacs und dem Schweizer Jean Lindenmann. Die Forscher beschrieben es als ein Protein, das von virus-infizierten tierischen Zellen
produziert wird. Sie hatten außerdem beobachtet, daß es offenbar die
Nachbarzellen der infizierten Zelle gegen eine Infektion durch das gleiche
Virus immunisiert.
Die Substanz ist im wesentlichen artspezifisch, d.h., daß zum Beispiel Mäuse-Interferon nur bei Mäusen, Human-Interferon nur beim Menschen
wirksam ist.

Ein Austausch wäre wenig oder überhaupt nicht wirksam.

ist es nicht gelungen, Interferon zu synthetisieren oder jenes Gen zu
isolieren, dem seine Produktion im Körper zuzuschreiben ist.
Lösung beider Probleme wird jetzt intensiv gearbeitet.

+ + + + +

- 3 -

An der

Bisher

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Carter: Kompromisse werden unausweislich sein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung Carters vor dem Abflug nach Camp David -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Botschaft Carters an UN-Konferenz über technische Zusammenarbeit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA und Sowjetunion wollen Gespräche über radiologische Waffen fortsetzen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Senator Kennedy beurteilt Verhältnis USA-UdSSR zuversichtlich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;SALT und das nukleare Gleichgewicht&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- von Senator John C. Culver -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Versuche mit Interferon-Therapie bei Krebs und Virusinfektionen</text>
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