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Information
und
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International Communication Agency
Embassy of the United States of America

PRÄSIDENT JIMMY CARTER
Staatsbesuch
in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin
13.— 15. Juli 1978

Weltwirtschaftsgipfel in Bonn
16. und 17. Juli 1978

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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D5300 Bonn 2
Telex:08-85432

�19. Juli 1978

18

INHALT

DOKUMENTATION
Erklärungen Mondales und Carters vor dem Abflug nach Bonn
Bundeskanzler Schmidt und Präsident Carter vor der Presse in Bonn
Erklärung Präsident Jimmy Carters zur Verurteilung von Schtscharanski
Ansprache Präsident Carters vor dem Bonner Rathaus
Tischrede Präsident Carters im Brühler Schloß
Ansprache des Präsidenten vor deutschen und amerikanischen Soldaten
Ansprache Präsident Carters auf dem Römerberg in Frankfurt
Ansprache Präsident Carters am Luftbrückendenkmal in Berlin
Town Meeting Präsident Carters mit Bürgern in der Berliner Kongreßhalle
Erklärung Präsident Carters zum Abschluß des Weltwirtschaftsgipfels
Erklärung Präsident Carters bei seiner Rückkehr nach Washington

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18

19. Juli 1978

ERKLÄRUNGEN MONDALES UND CARTERS VOR DEM ABFLUG NACH BONN

WASHINGTON - (AD) - Bei der Verabschiedung von Präsident Jimmy
Carter zu seinem Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland und in
Berlin vom 13. bis 15. Juli 1978 sowie zu seiner Teilnahme am Weltwirtschaftsgipfel in Bonn am 16. und 17. Juli 1978 gaben Vizepräsident Walter
F. Mondale und Präsident Jimmy Carter am 13. Juli folgende Erklärungen ab:
Vizepräsident Mondale:
Herr Präsident, Mrs. Carter, Amy,
als diese Administration ihr Amt antrat, hat sie keine höhere
Priorität für die Außenpolitik festgesetzt, als engstmögliche Arbeitsbeziehungen zu den demokratischen Industriestaaten Westeuropas und zu
Japan. Der Weltwirtschaftsgipfel in Bonn ist Teil dieser Bemühungen.
Seit der Zeit des Amtsantritts haben wir erhebliche Fortschritte in der
Übernahme unseres Anteils an den internationalen wirtschaftlichen Belastungen erzielt. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben wir die
Gesamtzahl der Beschäftigten in Amerika durch Schaffung neuer Arbeits-

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�Arbeitsplätze um 6,1 Millionen erhöht - das sind mehr Arbeitsplätze, als
in jedem anderen Zeitraum in der Geschichte der Vereinigten Staaten geschaff
wurden.

Auf dem Energiesektor sind wir gut auf dem Weg vorangekommen,

einen grundlegenden und tiefgreifenden Wandel in der Einstellung Amerikas
zum Umgang mit Energie herbeizuführen.

Wir haben ein Energieministerium

geschaffen, wir haben beträchtlichen Fortschritt hinsichtlich der Annahme
des umfassendsten und tiefstgreifendsten Energie-Paketes gemacht, das je
dem Kongreß unterbreitet worden ist, und wir werden dieses Jahr eine
Milliarde Barrel an ausländischem öl weniger verbrauchen als letztes Jahr.
Der Präsident wird auch Berlin besuchen, um persönlich und im Namen
des amerikanischen Volkes unsere Freundschaft zu und unsere Verpflichtung
gegenüber dem freien Volk von Berlin zu erneuern.

Präsident Carter:
Wir treten heute eine Reise an, die zwei Reisen miteinander verbindet.
Die erste wird mein offizieller Besuch der Bevölkerung der Bundesrepublik
Deutschland als Vertreter der Vereinigten Staaten sein. Dieser Besuch
wird zwei Tage dauern, und an ihn wird sich der vierte Wirtschaftsgipfel
anschließen, den die führenden Vertreter der sieben demokratischen Industriestaaten durchführen. Diese Reise stellt meine Anerkennung der wirtschaftlichen Interdependenz der Völker der Welt und auch der Erkenntnis dar,
daß wir in den freien Demokratien die Stärke und die Vitalität demonstrieren
müssen und demonstrieren können, die in der Zusammenarbeit zwischen uns
bestanden hat und die die Grundlage unseres Fortschritts gewesen ist.
Es ist beinahe ein Klischee, wenn man sagt, daß die Bundesrepublik
Deutschland ein Wirtschaftswunder vollbracht habe, indem sie sich aus
den Zerstörungen des Krieges zu einer der führenden Industrie- und Wirtschaftsnationen der Welt erhoben hat. Dies ist selbstverständlich der
Zähigkeit, dem Mut und der Arbeitsamkeit des deutschen Volkes zuzuschreiben.

�zuzuschreiben.

Aber es ist auch der Tatsache zuzuschreiben, daß es frei

ist und unter den Bedingungen einer demokratischen Gesellschaft wirken kann.
Wir haben dies in unserem eigenen Lande bewiesen. Aufgrund der Freiheit
des menschlichen Geistes waren wir in der Lage, eine Wildnis in eine Nation
zu verwandeln, die heute eine der führenden der Welt ist. Die Bundesrepublik zeigt die gleiche Freiheit des menschlichen Geistes, eine Hingabe
an die Freiheit und die Menschenrechte des einzelnen; und sie hat ihr Land
und ihre industrielle Basis und viele ihrer Städte wieder aufgebaut, die
durch die Verwüstungen des Krieges weitgehend zerstört waren.
Die Tatsache, daß Europa und Japan heute industrielle und wirtschaftliche Giganten sind, ist selbstverständlich ihnen selbst zuzuschreiben,
ihrer Entschlossenheit und ihrem Einfallsreichem, aber auch der Klugheit
der Vereinigten Staaten, ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen.

Und

auch hier ist das in Europa wie in Japan ein Tribut an das demokratische
System.
Auf der Gipfelkonferenz im Anschluß an meinen Staatsbesuch in Deutschland
werden wir den Prozeß der Zusammenarbeit, der Konsultation, der gemeinsamen
Bewältigung von Problemen und Chancen und der Festlegung von Zielen unter
den sieben Industrienationen fortsetzen. Wir werden über einen weiten Bereich wirtschaftlicher Fragen sprechen, und ich werde in der Lage sein, meine
Freundschaft mit den Führern der anderen Länder zu erneuern, den Standpunkt,
die Haltung und die besonderen Problemen der Vereinigten Staaten von Amerika
zu erläutern, unsere Fortschritte aufzuzeigen und die gleichen Informationen
von jedem der anderen Teilnehmer zu erfahren. Wir sind uns darüber im
klaren, daß wir eine Verantwortung tragen, unsere eigenen Systeme zu
stärken, um unseren Völkern ein besseres Leben bieten - eine Verantwortung,
enger zusammenzuarbeiten. Aber gleichzeitig sind wir in unseren Einstellungen nicht egoistisch, denn die Geschichte hat uns gelehrt, welche
Gefahren ein wirtschaftliches Chaos in der ganzen Welt und welche Gefahren
ein grenzenloses menschliches Leiden aufgrund wirtschaftlicher Entbehrungen
mit sich bringen. Wir erwarten nicht, daß wir alle Probleme der Welt lösen

- 3 -

�lösen werden; aber wir erwarten, den Wirtschaftsgipfel mit einem gründlicheren Verständnis der Gegenseitigkeit unserer Verantwortungen, einer
erneuten Verpflichtung, einer erneuten Zuversicht, einer erneuten gemeinsamen Verpflichtung und Anstrengung zur Herbeiführung einer besseren
Zukunft für unsere Völker zu verlassen.
Wir haben Ziele aufgestellt, die erzieherisch unter uns selbst
wirken werden, die die Zusammenarbeit stärken und die die Parlamente und
Kongresse veranlassen werden, in engerer Harmonie mit der Exekutive
ihrer Länder zusammenzuarbeiten.

Und ich bin überzeugt, daß es auch ein

erzieherischer Prozeß für die allgemeine Öffentlichkeit sein wird, auf
unsere Handlungen und unsere Erklärungen überall in der Welt zu achten.
Und schließlich reise ich hier ab mit einem großen Stolz auf mein
eigenes Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, mit Vertrauen in unser
System, mit Vertrauen in unsere wirtschaftliche, politische und militärische
Starke, in der Erkenntnis der Führungsposition, die uns durch die Leistungen
einer freien Gesellschaft zugekommen ist.
Ich werde als erstes meine Freunschaft gegenüber dem deutschen Volk
zum Ausdruck bringen, und dann meine Freundschaft gegenüber den führenden
Vertretern jener Menschen, die in Italien, Frankreich, Großbritannien,
Japan und Kanada leben. Wir leben in einer nüchternen Zeit. Es ist eine
Zeit der Neubesinnung, keine Zeit der Entmutigung, eine Zeit der Entschlossenheit, die Umstände, unter denen wir leben, zu verbessern. Und
ich trete diese Reise als der Vertreter der größten Nation der Erde an,
und ich hoffe und bete, daß ich das Volk der Vereinigten Staaten gut vertreten kann.
Ich danke Ihnen sehr.

+ + + + +

- 4 -

�1

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18

19. Juli 1978

BUNDESKANZLER SCHMIDT UND PRÄSIDENT CARTER VOR DER PRESSE IN BONN

BONN - (AD) - Nach ihrem ersten politischen Gespräch im Rahmen des
Staatsbesuchs von Präsident Jimmy Carter in der Bundesrepublik Deutschland
stellten sich der Präsident und Bundeskanzler Schmidt am Mittag des 14. Juli
1978 kurz der Presse. Die kurzen Erklärungen der beiden Staatsmänner und
die Fragen und Antworten haben folgenden Wortlaut:
BUNDESKANZLER SCHMIDT: Meine Damen und Herren, ich möchte die Gelegenheit benutzen, um noch einmal ganz öffentlich die Freude nicht nur der
Bundesregierung, sondern des ganzen deutschen Volkes über den Besuch des
amerikanischen Präsidenten, der von seinem Außenminister und anderen Beratern begleitet ist, hier zum Ausdruck zu bringen. Wir haben drei Stunden
hart gearbeitet, und wir haben noch ein bißchen Arbeit vor uns. Der Präsident macht den Deutschen die Freude, morgen Berlin zu besuchen, und dann
kommt noch ein großes Stück Arbeit mit dem sogenannten Gipfeltreffen am
Sonntag und Montag. Was die bisherige Arbeit angeht, so wird es wohl am
besten sein, wenn ich dem Gast den Vortritt lasse, einige Bemerkungen darüber zu machen. Danach wird es vielleicht Gelegenheit für zwei oder drei
Fragen geben. Dann haben wir die Absicht, unsere Arbeit beim Essen fortzusetzen.
PRÄSIDENT CARTER:

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�PRÄSIDENT CARTER:

Zunächst möchte ich Präsident Scheel und Kanzler

Schmidt, den deutschen Gastgebern, für den überaus herzlichen Empfang danken, den sie uns bereitet haben, und für die Möglichkeit, wieder nach Bonn
zu kommen und auf dieser Reise erneut Berlin und Frankfurt zu besuchen.
Wir haben Gelegenheit gehabt zu neuerlicher Überprüfung und Würdigung
der festen Grundlage unserer beiderseitigen Ziele und Auffassungen, der
Zusammenarbeit und der Verpflichtung und festen Bindungen, die uns politisch, wirtschaftlich und militärisch einen.

Unter sechs Präsidenten und

fünf Bundeskanzlern - dies hat Kanzler Schmidt heute morgen hervorgehoben blieb das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der
Bundesrepublik Deutschland stark und gesund.

Und wir beide stimmen darin

überein, daß es niemals stärker und gesünder war als heute.
Die zweiseitigen Gespräche waren eingehend. Wir erörterten die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und die kooperative Einstellung,
die wir dem Bemühen entgegenbringen, den Frieden in der ganzen Welt zu erhalten und zu mehren. Wir diskutierten wirtschaftliche Probleme, denen
wir uns beide gegenübersehen, und wir haben uns, so glaube ich, sehr sorgfältig auf eine erfolgreiche Gipfelkonferenz vorbereitet, die übermorgen
beginnen wird.
Diese Gespräche sind für mich sehr hilfreich. Ich habe noch keinen
anderen führenden Politiker der Welt getroffen, der mir in meinem Verständnis wirtschaftlicher Fragen eine bessere Hilfe gewesen wäre als Kanzler
Schmidt.
Die Stärke und die Unabhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland bietet - wie die unsere - eine feste Grundlage für die freimütige Diskussion nicht
nur. der Dinge, über die man sich einig ist, sondern auch über Meinungsverschiedenheiten.

Diese Diskussionen sind höchst nützlich für die Identifi-

zierung jener Bereiche, in denen sich unsere eigenen nationalen Interessen
nicht ganz decken mögen.
Zweck
- 2 -

�Zweck einer Gipfelkonferenz ist es, die Differenzen auszuräumen, die
wir ausräumen können, verbleibende Differenzen zu bewerten, gemeinsame Ziele
zu setzen und führende Politiker in den Parlamenten und im Kongreß ebenso
wie die Öffentlichkeit, den privaten Sektor unserer freien Gesellschaften,
dafür zu gewinnen, sich mit uns zur Erreichung dieser Ziele zu verbinden.

Was das Verhältnis zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk
angeht, so bin ich in jeder Hinsicht dankbar und zuversichtlich.

Ich freue mich, Herr Bundeskanzler, auf die Fortsetzung unseres Besuches in Ihrem Land und auf den erfolgreichen Abschluß einer hochbedeutsamen Gipfelkonferenz mit führenden Politikern anderer westlicher Demokratien.

Ich danke Ihnen, daß Sie mir diese Gelegenheit geben, kurz zur deutschen und amerikanischen Presse zu sprechen.

Wie Sie bereits sagten, stehen

wir jetzt für ein paar Fragen zur Verfügung.

FRAGE:

Könnten Sie uns sagen, was Sie von dem Ginsburg-Prozeß und

dem Schtscharanski-Urteil in der Sowjetunion halten?

DER PRÄSIDENT:

Es ist uns wohl bekannt, daß die mutigen Dissidenten

in der Sowjetunion, Schtscharanski und Ginsburg, angeklagt und abgeurteilt
wurden und nun bestraft werden, weil sie diejenigen unterstützt haben, die
Anspruch auf die Grundfreiheiten erheben - auf die Grundfreiheiten, die in
der Schlußakte von Helsinki vereinbart und garantiert werden, die die Sowjetunion selbst aus freien Stücken unterzeichnet hat - und weil sie ferner
für grundlegende Verpflichtungen eingetreten sind, die auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert werden, die die Sowjetunion
mit anderen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen öffentlich und amtlich
bekräftigt hat.

Wir bedauern diese Handlungsweise sowjetischer Behörden.

Unsere Sympathien und unsere Unterstützung gelten weiter Schtscharanski,

- 3-

�Schtscharanski, Orlow, Ginsburg und den anderen.

Es liegt auf der Hand,

daß wir weder über ein Instrumentarium verfügen noch den Wunsch haben,
uns in die inneren Angelegenheiten der Sowjetunion einzumischen.

Aber mir

als Regierungschef und den Menschen in unserem Land kommt die legitime
Funktion zu, die Welt zu öffentlicher Mißbilligung aufzurufen, wenn gegen
die Grundsätze menschlicher Freiheit verstoßen wird.
Trotz dieses widrigen Umstandes suchen wir, wo immer möglich, mit der
Sowjetunion zusammenzuarbeiten.

Wir erzielen weitere Fortschritte auf ei-

nigen Gebieten, die für die Sicherheit der Welt entscheidend wichtig sind.
Außenminister Vance ist gerade von konstruktiven Gesprächen mit dem sowjetischen Außenminister über die SALT-Abkommen zurückgekehrt.

Ich selbst

werde Berlin besuchen, dem heute das von der Sowjetunion und den Westalliierten abgeschlossene Viermächte-Abkommen zugute kommt.
Wir verurteilen also diese Handlungsweise der Sowjetunion.

Gleich-

zeitig wollen wir weiterhin friedliche Beziehungen zu allen Ländern unterhalten.

Aber unsere Stimme wird nicht zum Schweigen gebracht werden ange-

sichts dieser und anderer Verstöße in der Welt gegen die grundlegenden
Menschenrechte.
FRAGE:

Aber weitere Maßnahmen werden nicht ergriffen?

BUNDESKANZLER SCHMIDT: Ich möchte gerne in voller Übereinstimmung
mit dem, was der Präsident eben gesagt hat, noch zwei oder drei Sätze hinzufügen. Es sind ja nicht nur Prozesse in der Sowjetunion, es sind auch
Prozesse in anderen Ländern. Wir Deutsche sind besonders beunruhigt über
die Prozesse gegen Hübner und Bahro, die im anderen Teil Deutschlands in
diesen Tagen stattfinden, und ich würde ganz gerne die amerikanischen
Journalisten darauf aufmerksam machen, daß es viele Menschen gibt im Osten
Europas, die unter solchen Anklagen und Verfolgungen und Urteilen zu leiden haben, weit über diejenigen hinaus, die im Augenblick im öffentlichen
Bewußtsein eine so prominente Rolle einnehmen
FRAGE:
- 4 -

�FRAGE:

Was war Präsident Carters Reaktion auf den Protest der DDR

gegen den gemeinsamen Berlin-Besuch von ihm und Bundeskanzler Schmidt?
PRÄSIDENT CARTER:

Der Deutschen Demokratischen Republik kommt bei

der Beurteilung der Einhaltung des Viermä'chte-Abkommens keine Rolle zu.

Das

ist ein Abkommen, das von den vier beteiligten Nationen unterzeichnet wurde,
und die DDR ist an jenem Abkommen nicht beteiligt und nimmt keine legale
oder legitime Rolle als Kommentator ein.
Es liegt völlig im Bereich des Abkommens, wenn der deutsche Kanzler
mit mir Westberlin besucht. Nach meiner Auffassung ist es Teil des Abkommens
selbst, daß gute Beziehungen, verbesserte Beziehungen und verstärkte Beziehungen zwischen dem westlichen Teil Berlins und der Bundesrepublik Deutschland bestehen sollen. Somit ist es für uns ein angemessener Schritt, für
den Bundeskanzler ein angemessener Schritt, und der DDR kommt keine legitime
Rolle als Kommentator zu.
FRAGE: Haben Sie heute vormittag Verteidigungs- und NATO-Fragen besprochen, insbesondere die eventuelle Entwicklung oder Dislozierung von
Neutronenwaffen?
PRÄSIDENT CARTER:

Ja.

FRAGE: Herr Präsident, ist über diese Entwicklung oder Dislozierung
irgendeine Entscheidung gefällt worden?
PRÄSIDENT CARTER: Nein, wir haben keine endgültige Entscheidung darüber getroffen, sondern eine sehr offene und ungezwungene und freie Diskussion geführt über diese und andere, die NATO betreffende Fragen. Die
beiderseitigen und ausgewogenen Truppenreduzierungen, die erfolgreiche Vermehrung der schrecklichen sowjetischen Mittelstreckenraketen wie etwa der
SS-20 - all das sind Dinge, die wir erörtert haben.
Allerdings

- 5 -

�Allerdings sind wir nicht bereit, den Inhalt unserer Gespräche offenzulegen.
FRAGE: Vielleicht könnte der Bundeskanzler seinen Standpunkt zur Dislozierung der Waffen in Deutschland darlegen?
BUNDESKANZLER SCHMIDT:

Ich möchte nur die sehr knappe aber sehr prä-

zise Antwort des Präsidenten unterstreichen.

Meine Damen und Herren, wir

haben nur noch Zeit für eine weitere Frage.
FRAGE:

Herr Präsident, können Sie uns sagen, welche wirtschaftlichen

Differenzen Sie erörtert haben?

Welches sind die wirtschaftlichen Differen-

zen, die Sie mit der Bundesrepublik haben?
PRÄSIDENT CARTER:

Es gibt eine Reihe von Fragen, die wir diskutiert

haben und die auf der Tagesordnung der
deren Regierungschefs stehen werden.

Gipfelkonferenz mit den fünf anEine davon ist natürlich der übermäßige

Verbrauch von öl und anderen Energieträgern in unserem eigenen Land; die
negative Zahlungsbilanz der Vereinigten Staaten; der gemeinsame Wunsch nach
kräftigem Wachstum in den westlichen Demokratien; eine gemeinsame Verpflichtung, Hindernisse für den freien Handel abzubauen.
Ich glaube, in den Endzielen, die wir zu erreichen hoffen, kann ich
keine Differenz entdecken. Aber augenscheinlich gibt es unterschiedliche
nationale Interessen. Wir beispielsweise sind hinsichtlich der Aufrechterhai tung der Beschäftigung und der Wirtschaftskraft nicht annähernd so stark
exportabhängig wie die anderen.betroffenen Nationen. Der Export macht nur
rund sieben Prozent unseres Bruttosozialprodukts aus.
Meines Wissens entfallen in Deutschland vielleicht 25 oder 35 Prozent
des Bruttosozialprodukts auf den Export.
sichtlich der Ziele.

Wir haben keine Differenzen hin-

Aber es bestehen aufgrund von Eigentümlichkeiten un-

serer Länder normale Unterschiede in der Perspektive.
FRAGE:
- 6 -

�FRAGE:

Stimmen Sie dem Bundeskanzler zu, daß die amerikanischen öl-

importe das größte Problem des Welthandels darstellen?
BUNDESKANZLER SCHMIDT:
geben.

Es wird in Kürze eine weitere Pressekonferenz

Wir möchten Ihnen allen namens des Präsidenten und in meinem eigenen

Namen danken und hoffen, daß wir Sie dieser Tage wiedersehen werden.
Vielen Dank.

- 7 -

�1

Dokumentation

I

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18

19. Juli 1978

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT JIMMY CARTERS ZUR VERURTEILUNG VON SCHTSCHARANSKI

BONN - (AD) - Präsident Jimmy Carter ließ am 14. Juli 1978 während
seines Staatsbesuches in Bonn durch das Weiße Haus folgende Erklärung zur
Verurteilung des sowjetischen Menschenrechtlers Anatoli Schtscharanski
veröffentlichen:
Ich spreche heute mit der Traurigkeit, die die ganze Welt angesichts
des Urteils empfindet, das gegen Anatoli Schtscharanski ergangen ist. Wir
alle sind ernüchtert durch diese Erinnerung daran, daß noch gegen Ende des
20. Jahrhundert ein Mensch ins Gefängnis geschickt werden kann, einfach,
weil er seine grundlegenden Menschenrechte geltend macht.
Am traurigsten ist dies für das sowjetische Volk, das zu Lebzeiten
Krieg und Unterdrückung erfahren hat, das sich wie alle anderen Völker nach
Frieden und Freiheit sehnt, das erlebt hat, wie seine eigene Regierung vor
zwei Jahren gelobte, diese Menschenrechte und Sehnsüchte zu respektieren, und
das nunmehr erlebt hat, daß diese Rechte abermals gebrochen wurden.
Das Ringen

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�Das Ringen um die menschliche Grundfreiheiten ist lang und schwer; es
wird aber siegreich enden. Es gibt keine Macht auf Erden, die ihren Fortschritt auf die Dauer verhindernkönnte.

+ + + + +

�I

I2L 31H B

Dokumentation
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18

19. Juli 1978

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS VOR DEM BONNER RATHAUS

BONN - (AD) •• Präsident Jimmy Carter hat am
Staatsbesuches in der Bundesrepublik Deutschland
such abgestattet, wo er sich in das Goldene Buch
hielt er auf der Freitreppe des Bonner Rathauses
kerung, die folgenden Wortlaut hat:

14. Juli 1978 anläßlich seines
dem Rathaus in Bonn einen Beder Stadt eintrug. Anschließend
eine Ansprache an die Bevöl-

Verehrte Vertreter und Bürger dieser großen Stadt Bonn, ich danke Ihnen
für Ihr Willkommen!
Bevor ich nach Bonn kam, wurde ich vor drei Dingen gewarnt, die mir während meines Aufenthaltes in Ihrer Stadt zustoßen würden: Aber es hat nicht geregnet, ich bin nicht im geringsten müde, und wo ich auch immer hinkomme, die
Schranken sich nicht zu.
Statt dessen sehe ich eine schöne Stadt, eine grüne und angenehme Gemeinde
mit einer bewundernswerten Lebensqualität.
Konrad Adenauer hat immer gesagt, er habe Bonn als Hauptstadt - als vorläufige Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland gewählt, weil er über seine
Liebe zu den Rosen hinaus wisse, daß die Demokratie in dieser heiteren und

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Tel: 0 2 2 2 1 - 8 9 32 4 0
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�und freundlichen Stadt an den Ufern des Rheins am schönsten erblühen würde.
Trotz all der Veränderungen, die Sie erlebten, haben Sie sich diese
Heiterkeit und diesen Charme bewahrt.
Als ich mich vor einigen Augenblicken in Ihr Goldenes Buch eintrug, war
ich von Erinnerungen an Ihre Geschichte umgeben.

Und ich fühle mich, wenn

ich jetzt hier stehe, geehrt, wenn ich an die Geschichte denke, die sich auf
diesen Stufen abgespielt hat.
Viele hervorragende Besucher haben hier gesprochen, unter ihnen Staatspräsident Charles de Gaulle und unser eigener Präsident John F. Kennedy.
Aber noch wichtiger sind jene, die nicht als Besucher zu Ihnen gesprochen
haben, sondern als Geschöpfe des Bodens und der Seele Deutschlands.

Als

Professor Gottfried Kinkel von diesen Stufen die Ideale von 1848 verkündete,
befand sich unter seinen Zuhörern ein junger Mann, der einmal in gleicher
Weise Amerikanern wie Deutschen bekannt werden sollte:

Carl Schurz, der

große deutsch-amerikanische Reformer.
Ein Jahrhundert später, als Präsident Heuss in der Nacht seiner Wahl
von diesen Stufen zu Ihnen sprach, ahnten noch nicht viele unter seinen Zuhörern, daß sie im Aufbruch einer Ära lebten, in der Deutschland und Amerika die engsten Partner in einer globalen Anstrengung zur Sicherung von Frieden, Freiheit und Stabilität der Menschheit werden würden.
Aber genau das ist eingetreten.

Heute tragen die Bundesrepublik und

die Vereinigten Staaten gemeinsam gewaltige Verantwortungen und haben gleichartige Interessen, und Bonn hat seinen Platz als Hauptstadt eines unserer
wichtigsten Verbündeten eingenommen.

Unsere Sicherheit ist Ihre Sicherheit

und Ihre Sicherheit ist die unsrige.

Darum erhöhen die Vereinigten Staaten

ihre Verpflichtung gegenüber der NATO, und darum werden sie Ihr Land verteidigen helfen als wäre es unser eigenes.
Die

- 2 -

�Die Bundesrepublik und die Vereinigten Staaten haben auch eine Haltung
und ein Pflichtgefühl gegenüber Europa und der Welt gemeinsam.

Vor vielen

Jahren sagte Carl Schurz, der so viel Richtunggebendes aus dieser Stadt zog,
uns, seinem angenommenen Volk, etwas sehr Kluges:

"Der echte Amerikaner

muß ein schöpferischer Weltbürger sein".
Heute sind Amerikaner und Deutsche schöpferische Weltbürger, die sich
zusammen bemühen, anderen Regionen der Welt zu helfen, wirtschaftlichen Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.
Und natürlich haben unsere beiden Nationen einen fundamentalen Glauben
an die gleichen Werte gemeinsam - die Werte der Freiheit, der menschlichen
Freiheiten und der Überzeugung, daß jeder Mensch in der Lage sein sollte,
sein eigenes Leben voll und schöpferisch zu entwickeln - sicher vor Unterdrückung von außen oder Unordnung im Innern.
In einer Zeit, in der die Feinde der Demokratie entschlossen zu sein
scheinen, uns auf die Probe zu stellen, sind wir bereit, unsere Stärke zu
bewahren, weil wir wissen, daß die Demokratie der effektivste Weg ist, Probleme zu lösen und den Ansprüchen unserer Völker gerecht zu werden.
Sie als Bürger der Hauptstadt eines großen demokratischen Landes, und
ich als Bürger der Hauptstadt eines anderen großen demokratischen Landes
haben diesen Glauben gemeinsam.
Wir verstehen und wir teilen Ihre Wünsche und Hoffnungen und Ihre Verpflichtung auf eine friedliche Wiedervereinigung ganz Deutschlands.
Als Verbündete, als Weltbürger, als Menschen, die an die Freiheit und
eine demokratische Regierung glauben, haben Deutsche und Amerikaner auch ein
Bewußtsein für die Interdependenz aller Menschen überall gemeinsam.
Wenn

�•

Wenn ich heute über diesen Marktplatz blicke, dann bin ich mir nicht
nur seiner rein deutschen Geschichte bewußt - dieses zierlichen Rokokogebä'udes hinter mir; des Gebäudes zu meiner Rechten, aus dem 14. Jahrhundert
restauriert; der großen Universität zu meiner Linken; der Kirchturmspitzen
über den Dächern -, sondern ich bin mir auch seiner Realität von heute bewußt: des Chinarestaurants, des amerikanischen Fotogeschäfts, der Geschäfte
gefüllt mit Waren aus Frankreich und Skandinavien und so vielen anderen Ländern Europas und der Welt.

Das alles sind Erinnerungen daran, wie eng das

Leben der Menschen auf unserem Planeten miteinander verknüpft ist.
Und lassen Sie mich zum Abschluß sagen, daß das Entscheidende in den
letzten Generationen die Tatsache ist, daß die Beziehungen zwischen uns
nicht nur eine Angelegenheit der Regierungen geworden ist, sondern unserer
Völker selbst.

Wenn die Menschen der Welt miteinander reden und arbeiten

und miteinander leben, dann ist es angebracht, sich jenes Gedichtes von
Schiller zu erinnern, das der große Beethoven, ein Sohn Bonns, durch seine
Vertonung unsterblich gemacht hat, der Ode an die Freude:
Alle Menschen werden Brüder
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Ich danke Ihnen sehr, meine Freunde.

+ + + + +

- 4-

�3
3

1

Dokumentation
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TISCHREDE

DES PRÄSIDENTEN DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
JIMMY CARTER

AUF DEM FESTESSEN ANLÄSSLICH SEINES STAATSBESUCHES
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

AM FREITAG, DEN 14. JULI 1978

AUF SCHLOSS AUGUSTUSBURG IN BRÜHL

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Herr Präsident, Herr Bundeskanzler, Herr Oberbürgermeister, Exzellenzen,
meine Damen und Herren!

Alle, die mit mir aus Washington gekommen sind, wissen, daß wir hier
unter Freunden sind.

Ich darf für Ihren großartigen Empfang meinen tiefem-

pfundenen Dank aussprechen.

Mein Dank gilt auch allen Bürgern der Bundes-

republik, die uns so herzlich begrüßt haben.

Es freut mich, daß mein erster Besuch in Deutschland als Präsident in
der Stadt beginnt, in der Beethoven zu Hause war.

Er verkörpert nicht nur

die deutsche Kultur, sondern auch die unbezwingbare geistige Kraft eines
freien Volkes.

Bonn ist heute gleichermaßen bedeutsam als die gegenwärtige

Hauptstadt dieser großen, pulsierenden Nation.

Die politische und wirtschaftliche Entwicklung Westeuropas nach dem
Zweiten Weltkrieg stellt einen der größten Erfolge in der ganzen Geschichte
dar.

Weitverbreitete Armut ist weitverbreitetem Wohlstand gewichen,

über

Jahrhunderte verfeindete Völker haben sich politisch und wirtschaftlich zusammengeschlossen, um gemeinsam das Europa der Zukunft zu bauen.

Das deutsche Volk hat eine starke und beständige demokratische Ordnung
geschaffen und erhält diese aufrecht.

Bonn, als Hauptstadt der Bundesrepublik

Deutschland, symbolisiert den Willen und die Entschlossenheit freier Menschen.
Es ist beeindruckend, eine Nation zu sehen, die so erstaunliche Fortschritte
gemacht hat - Fortschritte, die allen Nationen als Vorbild dienen können:
Ein Vorbild für eine lebenswerte Welt - eine Welt, die wir im Zaume halten
können - eine Welt, die wir uns leisten können - eine Welt, die uns glücklich macht.
Hier

- 1-

�Hier in dieser friedlichen jungen Hauptstadt im Schatten des Siebengebirges erscheint es einem möglich, daß der Tag kommen wird, an dem alle
Nationen erneuerte Städte besitzen werden, umringt von ländlicher Fülle,
der Tag, an dem alle Nationen den Gedanken der Freiheit schätzen und die
Funktion der Andersdenkenden in einer freien Gesellschaft verstehen, und
an dem sie ihren Bürgern das Recht einräumen werden, an den Entscheidungen
teilzunehmen, die ihr Leben berühren.
Heute sah ich bei meiner Fahrt durch Ihre Stadt hervorragend restaurierte alte Gebäude, die sich stolz in das Gefüge moderner Strukturen einreihen.
Mir scheint diese wachsende Hauptstadt ein genau so starker Beweis für die
Vitalität des modernen Deutschland zu sein wie die erstaunliche Deutsche
Mark.
Die Vereinigten Staaten blicken mit Stolz auf ihre lange bestehenden
und engen Bindungen mit Westdeutschland zurück.

Mit Bewunderung - manchmal

sogar mit Neid - haben wir Ihren Aufstieg zu einem der führenden Länder der
Welt in Wirtschaft und Handel beobachtet.

In den letzten zwei Jahrzehnten

hat Ihre Wirtschaft dem Wachstum in Europa einen kräftigen Schub gegeben.
Immer wieder gehören Ihre politischen Entscheidungen zu den konstruktivsten
auf diesem Kontinent, und Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung einer gesunden Weltwirtschaft.
Ich spreche nicht nur von Ihrer beständigen Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft, sondern auch von Ihrer Bereitschaft, Italien und
Portugal Kredite zu gewähren, von Ihren eifrigen Bemühungen um den Zusammenhalt der europäischen "Währungsschlange" und von allen anderen deutschen
Initiativen zur Unterstützung des wirtschaftlichen Wachstums und des Wohlstands in der Welt.
Die Festigkeit Ihrer Wirtschaft und Institutionen, Ihre führende Rolle
in der Gestaltung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen und Ihre einmaligen industriellen Produktionskapazitäten sind überragende Leistungen. Sie

- 2 -

�Sie sind um so eindrucksvoller, weil sie geschaffen wurden im Zuge Ihres
Engagements für das System der freien Marktwirtschaft und für die Ideale
einer freien Gesellschaft.

Dieses Engagement ist doppelt wichtig in einer

Zeit, in der Terroristengruppen den unsinnigen Glauben hegen, sie könnten
freie Gesellschaften zwingen, die Freiheit aufzugeben.

Unsere beiden Na-

tionen sind fest entschlossen, der Plage des Terrorismus ein Ende zu bereiten - und wir teilen die feste Überzeugung, daß man der Drohung der
Terroristen am besten mit demokratischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit begegnet.
Die Anwendung der Vorschriften zum Schutz der Bürgerrechte in ihrem
beispielhaften Grundgesetz beweisen klar, daß sich die Bundesrepublik diesen Idealen verschrieben hat.
Gemeinsame Überzeugungen dieser Art bildeten die entscheidende Grundlage für unsere enge Zusammenarbeit während der letzten dreißig Jahre.
Aber die Gemeinsamkeiten zwischen der Bundesrepublik und den Vereinigten
Staaten gehen weit über unsere bilateralen Interessen hinaus - sogar über
jene der Atlantischen Gemeinschaft.

Unsere gemeinsamen Interessen erstrecken

sich auf alle Aspekte von Weltbedeutung.

Unsere Nationen verstehen die aus

der Demokratie erwachsende moralische Kraft.

Das ist der starke Unterbau

der deutsch-amerikanischen Partnerschaft.
Amerikaner und Deutsche verstehen die Bedeutung von Chancengleichheit
und gerechter Leistungsbelohnung. Und dieses gemeinsame Verständnis hilft
uns, unsere Probleme im Geiste der Kooperation anzugehen. Es gibt uns die
Kraft und das Vertrauen, mit den Herausforderungen der modernen Gesellschaft
fertig zu werden.
Zu unseren Aufgaben - und den Aufgaben aller demokratischen Staaten gehört die erneute Verpflichtung auf Maßnahmen zur Gesundung der Wirtschaft
in der ganzen Welt.

Diese Verpflichtung, mehr als alle anderen materiellen

Ziele, bildet die Grundlage für eine Zukunft, in der sich die seit je gehegten Bestrebungen der Menschheit erfüllen können:
- 3 -

n-

�- Die Ungleichheiten zwischen Nationen und zwischen Klassen von Bürgern
zu beseitigen;
- den Tag zu erreichen, an dem ein interdependenter Welthandel für die
armen zwei Drittel der Welt Arbeitsplätze, Einkommen und ein besseres
Leben schafft;
- den Tag zu erreichen, an dem der kontinuierliche Transfer von Kapital
und Technologie von den reichen auf die armen Länder einen Stand erreicht, bei dem die jetzt von den Industrienationen genossenen Güter
in der ganzen unterentwickelten Welt verbreitet sind.
Ein solcher Transfer von Mitteln und Dienstleistungen ist für die Gesundheit unserer eigenen Wirtschaft genauso wichtig wie für das Wohlergehen
der weniger entwickelten Länder.

Die Ereignisse von 1973 und 1974 haben un-

sere beiden Länder gelehrt, wie stark das Bruttosozialprodukt der Welt von
den nationalen Bruttosozialprodukten abhängt.
Bundeskanzler Schmidt und ich werden uns in zwei Tagen mit unseren
Kollegen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Kanada, Italien, Japan
und der Europäischen Gemeinschaft an einen Tisch setzen, um Strategien für
die Erreichung dieser Ziele zu entwickeln. Ich sehe diesem vierten Wirtschaftsgipfel mit Optimismus entgegen. Wenn wir auch in den vierzehn Monaten seit dem Londoner Wirtschaftsgipfel nicht alles erreicht haben, was
wir uns erhofft hatten, stimme ich mit dem überein, was Premierminister
Fukuda gesagt hat, als wir im Vorjahr in der Downing Street zusammentrafen.
Er erinnerte uns daran, daß die Große Depression vielleicht hätte vermieden
werden können, wenn sich die Staatsmänner der Welt nach dem Scheitern der
Londoner Wirtschaftskonferenz von 1930 noch einmal zusammengesetzt hätten.
Auch wenn wir nicht alles Angestrebte erreichen, sagte er, verhindern wir
vielleicht mehr als wir wissen.
Diese

�Diese Woche führt uns wieder zusammen, um Wege zu finden, die Weltwirtschaft zu stärken.

Wie auch beim letzten Treffen, werden wir bei diesem

spezifischen Wirtschaftsgipfel nicht für alle Probleme Lösungen finden
können.
Mit jedem Jahr wird es klarer, daß Geschehnisse, die sich weit entfernt
von uns ereignen, die Entwicklung in unseren eigenen Ländern positiv oder
negativ beeinflussen. Die Teilnehmer am Gipfel sind sich bewußt, das Währungsschwankungen, Zu- und Abwanderungen von Arbeitskräften, schlechte Ernteerträge und eine Menge anderer veränderlicher Faktoren nicht mehr an politischen und geographischen Grenzen haltmachen. Jedes in der Vergangenheit
isolierte Geschehnis berührt heute alle Aspekte der integrierten Weltwirtschaft.
Wir sind alle verletzlich - einer durch den anderen.
aufeinander angewiesen.

Wir sind alle

Zusammen müssen wir nach stabilem, nicht-inflatio-

närem Wachstum und nach Arbeitsplätzen für unsere Bürger suchen.

Wir müs-

sen versuchen, gemeinsam zu expandieren, die Außenhandelspolitik zu liberalisieren und den wachsenden protektionistischen Neigungen Einhalt zu gebieten.

Zusammen müssen wir nach einem multilateralen Handelssystem streben,

das den Welthandel ausweitet.
Zusammen müssen wir nach Wegen suchen, den Energieverbrauch zu drosseln
und die Suche nach neuen Energiequellen und Möglichkeiten zu deren Ausbeutung zu fördern.
Zusammen müssen wir ein internationales Währungssystem schaffen, das
stark und flexibel genug ist, das Wachstum zu erhalten und das Vertrauen zu
mehren. Zusammen müssen wir versuchen, die sich aus dem wirtschaftlichen
Fortschritt und erweitertem Handel ergebenden Früchte mit allen Entwicklungsländern zu teilen und den ärmsten Ländern der Welt mehr Hilfe zukommen zu
lassen.
Die
- 5 -

�Die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik Deutschland gehen Hand
in Hand auf der gemeinsamen Suche, diese Ziele zu verwirklichen.
Es geht hier um mehr als nur wirtschaftliche Gesundung.

Erst aus der

wirtschaftlichen Stärke schöpfen wir die Mittel und die Zuversicht, die wir
brauchen, um die Kriegsgefahr zu bannen und den Frieden zu sichern.

Was

wir diese Woche hier in Bonn und in den kommenden Wochen zu Hause tun werden,
hat eine direkte Beziehung nicht nur zu unserer wirtschaftlichen, sondern
auch zu unserer militärischen Sicherheit.
Unsere Verteidigungspolitik gründet sich auf eine starke NATO.

Die

amerikanische Sicherheit ist heute genauso eng mit der westeuropäischen
Sicherheit verknüpft wie in den letzten drei Jahrzehnten.

Wir sind zur

Abschreckung vor einem Krieg in Europa, und wir sind zur Verteidigung des
gesamten Bündnisgebietes bereit.
Morgen werde ich einige der zwei hunderttausend amerikanischen NATO-Soldaten besuchen, die in der Bundesrepublik stationiert sind und auch ihre
deutschen Kameraden, die mit ihnen dienen. Ich werde ihnen versichern, daß
diese Verpflichtung weiterbesteht.
Als vor sechs Wochen in Washington der NATO-Gipfel zusammentrat, sind
wir übereingekommen, ein Langfristiges Verteidigungsprogramm durchzuführen,
das garantieren wird, daß die Streitkräfte, der Nachschub und die Kampfausrüstungen zur Verfügung stehen, die gebraucht werden, um jedweder militärischen Bedrohung zu begegnen. Dies ist keine einseitige Verpflichtung;
sie wurde vom ganzen Bündnis eingegangen. Alle Bündnisteilnehmer haben sich
verpflichtet, ihre Militärhaushalte zu erhöhen; alle von uns sind übereingekommen, uns in die Aufgaben für unsere langfristige Sicherheit zu teilen.
Unser gemeinsames Unterfangen, die Weltwirtschaft und unsere gemeinsame
Sicherheit zu stärken, erfüllt uns mit Zuversicht. Auf diese Zuversicht
gründen sich unsere Bemühungen um eine Minderung der Spannung zwischen uns

- 6 -

�uns und unseren potentiellen Gegnern. Dabei wissen wir, daß wir für lange
Zeit mit der Sowjetunion im Konkurrenzkampf stehen werden. Die westlichen
Interessen werden weiterhin den Drohungen und Herausforderungen seitens der
Sowjets ausgesetzt bleiben. Wir wissen aber auch, daß der Fortgang des Wettrüstens oder die Unfähigkeit, aus der Konfrontation herauszukommen, den Frieden bedrohen. Wir sind bereit, unsere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion
auszuweiten. Wir sind bereit, nach einer echten, weitgesteckten Entspannung
auf der Basis voller Gegenseitigkeit zu suchen. Wir hoffen, daß sich die
Sowjets diesen Bemühungen anschließen werden. Wir werden unsererseits keinen Zweifel daran lassen, daß wir weiterhin die Zusammenarbeit suchen - aber
wir sind ebenfalls im vollen Maße bereit, die Interessen des Westens zu
schützen.

Gegenwärtig verhandeln die USA über ein zweites SALT-Abkommen, welches
unsere Sicherheit erhalten und stärken wird, sowie die Sicherheit unserer
Verbündeten. Der Abschluß dieses Abkommens ist von Bedeutung für die Wahrnehmung der weitgesteckten Verantwortungen, die die Vereinigten Staaten und
die Sowjetunion gegenüber allen Nationen und Völkern teilen.
Wir sind bereit, auf anderen Gebieten zu verhandeln: über die Reduzierung der konventionellen Truppenstärken in Europa, über die Beschränkung von
Kernversuchen und über ein Ende der Weiterverbreitung von explosivem Kernmaterial .
Echte Entspannung beinhaltet aber auch Zurückhaltung in der Anwendung
militärischer Gewalt und Mäßigung in der Verfolgung einseitiger Vorteile
- wie sie gegenwärtig in Afrika praktiziert wird. Und zur Entspannung gehört
ebenfalls, daß feierliche internationale Abkommen über Menschenrechte eingehalten werden sowie das beiderseitige Bemühen, ein Klima zu schaffen, in dem
diese Rechte gedeihen können.
Wenn sich die Sowjetunion entscheiden kann, sich uns in der Entwicklung
einer auf breiterem Fundament beruhenden und auf Gegenseitigkeit basierenden Entspannung anzuschließen, wird die Welt daraus gewaltigen Nutzen zie- 7 -

�ziehen.

Ganz gleich aber,wie die sowjetische Entscheidung fällt, der Westen

wird tun, was immer geboten ist, um unsere Sicherheit zu erhalten und er wird
weiterhin nach einem dauerhaften Frieden suchen.
Wir werden unsere eigene Stärke erhalten zur unmißdeutbaren Untermauerung unserer Verpflichtung gegenüber den freien, demokratischen Institutionen
und unserer andauernden Verpflichtung gegenüber unseren NATO-Verbündeten.
Bei meinem sehr kurzen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland
ist mir die grundlegende Stärke unserer Partnerschaft noch bewußter geworden.
Ich glaube, daß wir die befriedete Welt, die wir beide erstreben, erreichen
werden.
Ich bitte Sie, mit mir das Glas zu erheben: Auf den Frieden in der
Welt und auf die enge und dauerhafte Freundschaft zwischen Deutschland und
Amerika!

+ + + + +

- 8 -

�1

1
3
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Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. Juli 1978

ANSPRACHE DES PRÄSIDENTEN VOR DEUTSCHEN UND AMERIKANISCHEN SOLDATEN

WIESBADEN-ERBESHEIM - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 15.
Juli 1978 im Rahmen seines Staatsbesuches in der Bundesrepublik Deutschland
zusammen mit Bundeskanzler Schmidt amerikanische und deutsche Einheiten
auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbesheim besucht. Der Präsident hielt nach
der Besichtigung folgende Ansprache an die Soldaten:
Ich bin stolz und glücklich, heute bei Ihnen zu sein. Ich überbringe
Ihnen allen die Grüße und die Dankbarkeit des amerikanischen Volkes.
Ich kann mir keine vornehmere und wichtigere Aufgabe vorstellen, als
die, der Sie hier dienen. Sie sind hier, um die Integrität der Bundesrepublik zu verteidigen. Sie sind hier, um die lebenswichtigen Interessen
aller Länder des Atlantischen Bündnisses zu verteidigen. Vor allem, und
das gilt sowohl für die Amerikaner als auch für die Deutschen, sind Sie
hier, um die Freiheit zu verteidigen. Mehr als wirtschaftliche Gründe mehr sogar als die gemeinsame Bedrohung, die unsere potentiellen Gegner
darstellen - ist es unsere Verpflichtung, die Freiheit zu verteidigen,

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�verteidigen, die uns vereint.

Nicht immer werden wir dieser Verpflichtung

in jeder Hinsicht gerecht.

Sie ist jedoch eine konkrete Realität, die

unserem Leben Inhalt gibt.

Und wir werden unsere Freiheit verteidigen, was

auch kommen mag.
Gleichermaßen werden wir uns auch weiterhin um einen dauerhaften
Frieden bemühen, nach dem sich alle Menschen sehnen.

Seit nunmehr 30

Jahren ist es die Aufgabe der NATO, durch Kampfbereitschaft Kriege zu verhindern.

Und das ist heute Ihre Aufgabe.

Einige Hundert Millionen Menschen

verlassen sich auf Ihre Kampfbereitschaft und auf Ihre Fähigkeit.
Diejenigen unter Ihnen, die in der 76. Brigade dienen, repräsentieren
die über 300 000 Angehörigen der amerikanischen Armee, die zur Unterstützung
des NATO-Bündnisses hier sind, und als die zuletzt auf diesem Kontinent
eingetroffene amerikanische Einheit, symbolisieren Sie in ganz besonderer
Weise den erhöhten Beitrag Ihres Landes zur Stärkung der NATO.
Diejenigen unter Ihnen, die in der 14. Panzerbrigade dienen, repräsentieren die Streitkräfte der Bundesrepublik, die über die Hälfte
der in Mitteleuropa stationierten Landstreitkräfte der NATO stellt.
Und zusammen repräsentieren Ihre beiden Einheiten die enge Zusammenarbeit und Koordination, die für die Effektivität des Bündnisses und
damit für die Sicherheit unserer Länder von so entscheidender Bedeutung
ist. Ihre Offiziere nennen es "Interoperabilität". Nachdem ich vor einigen
Minuten eine Übung beobachtet habe, bin ich wirklich beeindruckt.
Sie sind die Spitze des westlichen Schwertes.

Das Schwert ist ver-

läßlich und scharf, und sowohl das Volk als auch die Regierung der
Vereinigten Staaten machen große Anstrengungen, damit es auch so bleibt.
Aus eben diesem Grunde rüsten wir zur Zeit die in Europa stationierten
Streitkräfte mit verbessertem Gerät aus, - Gerät wie z.B. die Flugzeuge

- 2 -

�Flugzeuge F-15 und A-10 und der Kobra-Kampfhubschrauber, der mit TOWPanzerabwehrraketen ausgerüstet ist.
Aus eben diesem Grunde haben wir unsere hier stationierten Truppen
vermehrt und an neue Standorte verlegt.
Aus eben diesem Grunde werden wir gemeinsam mit unseren Verbündeten
den künftigen Anforderungen der NATO durch das Langfristige Verteidigungsprogramm gerecht werden.
Aus eben diesem Grunde verbessern wir unsere Fähigkeit, Verstärkungen
heranzuführen, falls dies einmal erforderlich werden sollte, indem wir in
zunehmenden Maße Waffen und Gerät hier in Europa einlagern.
In einem Ernstfall würde das bedeuten, daß die Ausrüstung für die
hier eintreffenden Truppenverstärkungen schon bereitsteht.. Dadurch werden wir
beweglicher und können schneller reagieren.
Militärdienst war schon immer mit Entbehrungen verbunden, selbst in
Friedenszeiten, und besonders dann, wenn man fern der Heimat dient. In
diesem Zusammenhang möchte ich mich heute direkt an die hier versammelten
amerikanischen Soldaten wenden.
Ich bin mir dessen bewußt, daß sich viele unter Ihnen in einer äußerst
schwierigen finanziellen Situation befinden, vor allem jene unter Ihnen,
die den unteren Dienstgraden angehören und ihre Familien hier haben.
Ich kann Ihnen keine sofortige und umfassende Hilfe versprechen.

Ich

möchte Ihnen jedoch versichern, daß ich mit allen Einzelheiten Ihrer Probleme
vertraut bin.
Diese Probleme sind mit dem Wert des Dollar sowie der allgemeinen
Stabilität der Weltwirtschaft eng verknüpft.

- 3 -

Bundeskanzler Schmidt und

�und ich haben diese Themen besprochen, und wir werden uns ausführlich
darüber im Rahmen des Wirtschaftsgipfels morgen und am Montag unterhalten.
Wir können jedoch nicht auf langfristige Veränderungen der Weltwirtschaft warten, um eine Soforthilfe für Sie möglich zu machen.
Sie haben sicherlich bemerkt, daß es in den letzten Monaten schon
einen gewissen Fortschritt gegeben hat - vor allem die Beihilfen für die
jüngeren Soldaten, die ihre Familien nachkommen lassen.
Es hat noch andere Verbesserungen gegeben, und weitere werden folgen.
Im nächsten Haushaltsvoranschlag habe ich dem Kongreß eine Reihe von erheblichen Verbesserungen der Leistungen für Sie empfohlen, die sich von der
Finanzberatung bis zur Zahnbehandlung erstrecken.

Ich bemühe mich um die

Zustimmung des Kongresses, daß die Regierung die finanziellen Lasten der
Reise- und Umzugskosten übernimmt, die entstehen, wenn Angehörige der
unteren Dienstgrade ihre Familien nachkommen lassen.
Wenn man von diesen Problemen einmal absieht, so kann man sagen, daß
Ihre Dienstzeit hier auch einige einzigartige Möglichkeiten bietet.
Deutschland ist ein schönes und gastfreundliches Land, und dieser Teil
des Rheintals ist zufälligerweise eines der schönsten Landschaften.

Aus

allen Teilen der Welt kommen Leute, nur um hier ein paar Tage zu verbringen.
Ich hoffe, daß Sie alle diese Möglichkeiten nutzen, um Deutschland
und Europa gründlich kennenzulernen. Sie sind hier als Männer und Frauen,
die einen unerläßlichen Beitrag zur Sicherheit Ihrer hier lebenden Mitmenschen leisten. Ich hoffe, daß Sie Ihr Möglichstes tun, um an deren
Leben teilzunehmen. Ich hoffe, daß Sie sich mit den Deutschen anfreunden sowohl mit der Zivilbevölkerung als auch mit Ihren Waffenkameraden. Fangen
Sie an, Deutsch zu lernen, und machen Sie sich mit den Lebensgewohnheiten
ier deutschen Bevölkerung vertraut. Dadurch werden Sie auch unser eigenes

- 4 -

�eigenes Land und unsere Lebensart aus einer neuen Perspektive sehen.
Als Präsident und Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte
spreche ich Ihnen meine tiefempfundene Anerkennung für Ihre Leistung hier
aus.

Das gilt für alle von Ihnen, für die Deutschen sowohl als auch für

die Amerikaner und auch für Ihre Familienangehörigen.

Ich freue mich,

daß ich diese Gelegenheit habe, Sie hier zu besuchen.

Und ich bin stolz

auf Ihren Patriotismus und Ihren Mut.

+ + + + +

- 5 -

�Dokumentation

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19. Juli 1978

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS AUF DEM RÖMERBERG IN FRANKFURT

FRANKFURT - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 15. Juli 1978 bei
seinem Besuch in Frankfurt auf dem Römerberg eine Ansprache an die Bevölkerung gehalten. Anschließend trugen sich der Präsident, seine Frau
Rosalynn und seine Tochter Amy in das Goldene Buch der Stadt ein.
Die Ansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Bundeskanzler Schmidt, verehrte Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und der großen Stadt Frankfurt, ich übermittle Ihnen die Grüße und
die Freundschaft von 220 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten von
Amerika.
In wenigen Augenblicken werde ich den Kaisersaal aufsuchen und mich
in Ihr Goldenes Buch eintragen.

Vor 15 Jahren hat sich Präsident John. F.

Kennedy in das gleiche historische Buch eingetragen, und er sagte damals,
ich zitiere: "Wir sind Partner im Frieden - nicht in einem engen bilateralen
Sinne, sondern im Rahmen einer atlantischen Partnerschaft."
Heute

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�Heute ist diese Partnerschaft stärker als jemals zuvor, und unsere
beiden Nationen sind in einem noch viel weiter gestecktem Bündnis der
militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zielsetzung vereint.
Unsere militärische Partnerschaft liegt auf der Hand.

Ich komme so-

eben von einem Besuch der 76. Brigade, wo ich zu deutschen und amerikanischen
Soldaten und ihren Familienangehörigen gesprochen habe.

Auf Ihrem Flug-

hafen habe ich deutsche und amerikanische Flugzeuge besichtigt,

überall

in Deutschland sehe ich Zeugnisse unserer gemeinsamen Verpflichtung, unserer
gemeinsamen Anstrengung.

Deutsche und amerikanische Soldaten, die Seite

an Seite stehen, sind ein greifbarer Beweis unserer gemeinsamen Verantwortung
und unserer gemeinsamen Verpflichtung für die Aufrechterhaltung der Freiheit nicht nur Deutschlands, und des Kontinents, sondern auch der Vereinigten
Staaten und des gesamten Bündnisgebietes.
Unsere wirtschaftliche Partnerschaft tritt in gleicher Weise zutage.
Morgen werden Ihr Kanzler und ich uns mit unseren Kollegen aus fünf anderen
großen Ländern zusammensetzen, um die wirtschaftlichen Probleme unserer
Regionen und der Welt auf der Gipfelkonferenz in Bonn zu erörtern.
Der Wirtschaftsgipfel ist ein greifbares Zeichen für die unablässige
Suche nach Lösungen für die uralten Probleme der Ungerechtigkeit in der
Welt. Die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik nehmen an diesen
Gesprächen mit einer gemeinsamen Zielsetzung teil: über das enge Selbstinteresse hinaus die weitergefaßterlnteressen aller Nationen zu erkennen.
Unsere beiden großen und freien Länder glauben in gleicher Weise an unsere
Verpflichtungen, die weltweite und nicht nur die nationale Prosperität zu
fördern.
Unsere politische Partnerschaft ist das Bollwerk der Freiheit für
alle Nationen. Unsere Völker, Ihr Volk und mein Volk, demonstrieren zusammen lebendige Demokratie - zwei freie Nationen, eine mit einer alten
Kultur und einer neuen Verfassung, die andere mit einer neueren Kultur

- 2 -

�Kultur und einer älteren Verfassung -beidein gleicher Weise der Vision
eines freien Volkes verschreiben, das in Frieden unter einer Regierung lebt,
die vom Volk gewählt und kontrolliert wird.
In dieser pulsierenden Stadt des Gegensatzes und der Tradition, in
der Nähe dieser Gebäude, die für alle, die die Freiheit lieben, eine so
große Bedeutung haben, ist man leicht geneigt, unsere Freiheit als etwas
Selbstverständliches zu betrachten.

Hier wurden endlich die Ideale der

Frankfurter Nationalversammlung verwirklicht.
Es ist uns deshalb ein echtes Vergnügen, in Frankfurt zu sein, Heimstatt nicht nur der ersten deutschen Vision von Demokratie, sondern auch
großer deutscher Geistesgrößen und Komponisten, Heimat Goethes und Hindemits
und Humperdincks, Wiege des großen Bankhauses Rothschild.
Ich wünsche, ich hätte mehr Zeit, um Ihre alte Stadt und die wunderschöne Umgebung näher kennenzulernen - Rosalynn sagt mir, daß ich den
besten Teil der Reise nach Deutschland versäumen werde, weil ich mich ihr
und Amy auf ihrer Bootsfahrt auf dem Rhein von Bingen nach Bonn nicht anschließen kann.
Ich hoffe deshalb, meine Freunde, wiederzukommen, um mehr vom "Leben,
der Geschäftigkeit und dem Treiben" zu erleben, das Thomas Jefferson im
Jahre 1788 vorfand - und daß ich heute hier vorfinde.
Darum beten wir für die Vereinigung Deutschlands als Ausdruck des
Willens der Bevölkerung Ihres großen Landes.
Wir beten für die Fortdauer und die noch weitere Stärkung der Zusammenarbeit und gemeinsamen Verpflichtung der Völker unserer beiden
großen Demokratien..
Und wir beten, daß wir durch die politische, wirtschaftliche und

�und militärische Stärke, in der Lage sein mögen, die Sache der Freiheit
und der Menschenrechte in der ganzen Welt voranzutreiben.
Unsere Zukunft in den Vereinigten Staaten ist eng mit der Zukunft des
deutschen Volkes verbunden.

Jeder Angriff auf Ihren Boden wäre das gleiche

wie ein Angriff auf den Boden meines eigenen Landes.

Wir sind mit unauf-

löslichen Banden der Freundschaft und der gemeinsamen Verpflichtung miteinander verbunden - das gibt uns Stärke, das gibt uns zusammen Stärke.
Ich danke Ihnen sehr, meine Freunde.

+ + + + +

- 4 -

�i

i
i

Dokumentation
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18

19. Juli 1978

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS AM LUFTBRÜCKENDENKMAL IN BERLIN

BERLIN - (AD) - Die Ansprache des amerikanischen Präsidenten am Luftbrückendenkmal in Berlin am 15. Juli 1978 hat folgenden Wortlaut:
Herr Bundeskanzler, Herr Regierender Bürgermeister, verehrte Vertreter
der USA, der Bundesrepublik Deutschland und der freien Gemeinschaft von Westberlin. Ich überbringe Ihnen die Grüße von 220 Millionen Amerikanern und
das Gelöbnis unserer absoluten Verpflichtung zur Freiheit von uns allen.
Vor 30 Jahren wurde in dieser Woche Präsident Truman erneut von der
demokratischen Partei nominiert, die erste Marshall-Plan-Anleihe für Europa
wurde angekündigt, und auf diesem Platz hier war vor allem ein Geräusch zu
hören:

das Dröhnen der alliierten Flugzeuge, die auf dem Flugplatz hinter

mir landeten - alle dreieinhalb Minuten eine neue.' Maschine,»

die Nach-

schub für die freie Bevölkerung Berlins brachte.
Ich bin hier mit vier tapferen Männern zusammengetroffen, die an dieser
Luftbrücke teilgenommen haben: mit Jack Bennet und Miller Hayes aus den
Vereinigten Staaten sowie mit Roy Jenkins und R.K. Hepburn aus Großbritannien,
und ich möchte gerne, daß Sie Ihrem Dank Ausdruck verleihen für das, was diese
Männer vor 30 Jahren geleistet haben.
Es
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Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Es war die Zeit, da alle Menschen überall anfingen zu begreifen, daß
der Streit um Berlin nicht nur eine lokale Angelegenheit war, sondern daß
es um die starke Verteidigung der Freiheit und Demokratie ging, die von
andauerndem weltweitem Interesse und andauernder Bedeutung war.
Es war die Woche, da die Bevölkerung von Berlin in Massenversammlungen
Ernst Reuter und anderen tapferen Vertretern zujubelte, die ihren Willen bekundeten, fest zu bleiben und sich für eine bessere, friedliche, demokratische
Welt einzusetzen.
Es war die Woche, in der die Bevölkerung der westlichen Zonen Deutschlands, das, was sie geben konnte, der alliierten Luftbrücke

zuführte und

ihren Landsleuten hier in Berlin Tausende von Geschenkpaketen schickte.
Es war die Woche, in der deutsche Kommunisten Geschäftsleute im westlichen Teil der Stadt aufsuchten und ihnen drohten, daß, falls sie nicht
in die Partei eintreten würden, sie beim Abzug der Westmächte aus Berlin
ihre Läden verlieren würden. Das ist nie geschehen und wird nie geschehen.
Und es war die Woche, als die Sowjetunion unsere Forderung nach Beendigung der Blockade mit der Behauptung beantwortete, und ich zitiere, "daß
Berlin inmitten der Sowjetzone läge und ein Teil von ihr sei."
Mit dem Mut der Berliner und der Entschlossenheit der Völker des Westens
antworteten wir:

Berlin bleibt frei.

Ich fühle mich geehrt und bin stolz darauf, heute in dieser historischen
Zeit bei Ihnen zu sein und der 78 Amerikaner, Engländer und Deutschen zu gedenken, die während der Luftbrücke ihr Leben einbüßten und durch dieses
schlichte und doch beredte Denkmal geehrt werden.
Die Ereignisse, an die es erinnert, waren der Anfang von Verpflichtungen, wie das Atlantische Bündnis, die bis zum heutigen Tage die Freiheit und

- 2 -

�und Sicherheit Berlins, der Bundesrepublik Deutschlands, Westeuropas und der
Vereinigten Staaten bewahrt haben.

Fünf amerikanische Präsidenten haben die von Präsident Truman in jenen
schweren Zeiten übernommenen Garantien fortgesetzt, und ich sage Ihnen heute,
daß mein Land sie weiter aufrechterhält.

Ich habe heute vormittag deutsche

und amerikanische Truppen inspiziert, die als Teil des NATO-Bündnisses in
der Bundesrepublik stationiert sind.

Die Vereinigten Staaten haben 300 000

Soldaten in Europa stationiert, um die Freiheit dieses Kontinents und unseres
eigenen Landes zu garantieren.

Während meines Besuchs in der Bundesrepublik

habe ich selbst die Stärke der Bindungen zwischen der Bundesrepublik und den
Vereinigten Staaten erfahren.

Und hier in Berlin legt die Präsenz unserer

Truppen und die Einsatzbereitschaft von Tempelhof Zeugnis ab für unsere unverbrüchliche Verpflichtung gegenüber den Menschen dieser großen Stadt.

Berlin und das Viermächte-Abkommen sind Symbole, nicht nur für Werte,
über die man nie Kompromisse schließen oder verhandeln kann, sondern auch
für praktische Verbesserungen, die von denen erreicht werden können, die bereit sind, geduldig zu verhandeln.

Als die Berliner Blockade 1949 aufgeho-

ben wurde, äußerte der Regierende Bürgermeister Reuter den Gedanken, daß
"... mit friedlichen Mitteln viel erreicht werden kann, wenn man eine klare
Vorstellung davon hat, was politisch möglich ist ... Und wenn man politisch
einen festen Willen hat."

Die menschlichen Erleichterungen, die als Folge

des Viermächte-Abkommens von 1971 das Leben von Berlinern in West und Ost
erhellt haben, sind ein Beweis dafür, was durch Entspannung erreicht werden
kann.

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre können wir aus der Erfahrung
Berlins lernen, was die Bedingungen für die Erhaltung der Freiheit und für
den Abbau internationaler Spannungen auch Verhandlungen sind.

- Erstens, müssen wir entschlossen sein, unsere grundlegenden Interessen
und Ziele aufrechtzuerhalten.

Dazu gehören unter anderem die grundlegenden

- 3 -

�grundlegenden Menschenrechte, zu denen sich die Vereinigten Staaten verpflichtet haben und immer verpflichtet sein werden.
- Zweitens, diejenigen, deren Menschenrechte zu verteidigen sind,
müssen selbst so der Freiheit verpflichtet sein, wie es die Berliner so
hinreichend unter Beweis gestellt haben.
- Drittens, müssen wir bei den Verhandlungen über Abkommen, die unsere
eigenen Interessen garantieren sollen, bereit sein, den Standpunkt der anderen zu verstehen.
In den 30 Jahren, die seit dem Beginn der Luftbrücke vergangen sind,
sind die Berliner und die Amerikaner immer mehr miteinander verwachsen.
Jeder Amerikaner, der diese Stadt besucht, findet nicht nur Verbündete für
die Sache der Freiheit, sondern gleichermaßen persönliche Freunde. Wir haben nicht die Hilfe vergessen, die Sie Anfang letzten Jahres den unter dem
kalten Winter leidenden Amerikanern zukommen ließen, und wir werden weiterhin durch solche Gegebenheiten wie die Luftbrücken-Gedenkstipendien engen
Kontakt zwischen denjenigen Generationen bewahren, die noch nicht geboren
waren, als unsere Schicksale uns zuerst verbanden. In der Bibel heißt es,
"daß eine Stadt auf dem Berge nicht verborgen bleiben kann".
Was für mein eigenes Land seit dreieinhalb Jahrhunderten gegolten hat,
gilt gleichermaßen für Berlin. Als eine Stadt menschlicher Freiheit, menschlicher Hoffnung und der Menschenrechte, ist Berlin ein Licht für die ganze
Welt: Eine Stadt auf einem Berg - sie kann nicht verborgen bleiben: Die
Augen aller Menschen sind auf sie gerichtet. Was immer sei, Berlin bleibt
frei.
+ + + + +

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19. Juli 1978

TOWN MEETING PRÄSIDENT CARTERS MIT BÜRGERN IN DER
BERLINER KONGRESSHALLE

BERLIN - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat im Rahmen seines Staatsbesuches in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin in der Berliner Kongreßhalle am 15. Juli 1978 ein sogenanntes Town Meeting - eine Bürgerversammlung abgehalten und auf dieser Veranstaltung Fragen von Bürgern beantwortet.
Die Fragen waren nicht vorher eingereicht worden, so daß Carter sie aus dem
Stegreif beantwortete.
Nachfolgend geben wir die Niederschrift der in deutscher Sprache gestellten Fragen und eine Übersetzung der Antworten des Präsidenten.
Einleitend sagte der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe: Herr
Präsident, Mrs. Carter, liebe Berlinerinnen und Berliner. Wir haben es heute
hier mit einer Premiere zu tun ... Wir haben, meine ich, den Schauplatz dieses Town Meetings gut ausgesucht. Diese Kongreßhalle ist ein Geschenk Amerikas
an unsere Stadt. Ich bin sicher, meine Damen und Herren, daß ich in Ihrer
aller Namen spreche, wenn ich Ihnen, Herr Präsident, für alles danke, was
die Vereinigten Staaten von Amerika für unsere Stadt getan haben. Dazu gehört,
vor allem, daß wir in einer Ordnung leben können, in der man denen, die j_n

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�in die Verantwortung gewählt wurden, jede Frage stellen kann, ohne wie woanders um Freiheit und Leben fürchten zu müssen.
Der Präsident:

Ich danke Ihnen, Herr Regierender Bürgermeister.

ist mein zweiter Besuch in Berlin.

Dies

Vor 5 Jahren war ich hier als Gouverneur

des Staates Georgia. Meine Frau und ich sahen das Bauwerk, das allen BerlinBesuchern eine Lehre ist über die grundlegenden Realitäten unserer Zeit.

Wir

sahen die Mauer, und wir beteten in der Gedächtniskirche, die als massives
Mahnmal der Tragödie der Vergangenheit und als hoffnungsvolles Versprechen
für Ihre Zukunft existiert.
Ich erlebte aber auch die Herzlichkeit und den unbeugsamen Geist dieser
Bevölkerung.

Als ich damals abreiste, wuSte ich, daß ich eines Tages zurück-

kehren würde. Mich erfreut besonders die Herzlichkeit und Freundschaft in
diesem Saal, denn noch vor ein paar Minuten stand ich am Potsdamer Platz

und

schaute still auf die Mauer, dieses Beispiel, das die Öde des menschlichen
Geistes reflektiert, der verantwortlich ist für die Existenz dieser Mauer.
Weiter als Worte reichen können, demonstriert es den Unterschied zwischen
denen, die an die individuellen Menschenrechte glauben, und jenen, die das
nicht tun.
Ich bin dankbar, daß die Abkommen, die in den vergangenen Jahren abgeschlossenen wurden, geholfen haben, das Leben besser und erträglicher zu
machen. Alle von uns in diesem Saal werden sicherlich hoffen, daß die Entspannung, die sie möglich gemacht hat, weitergehen und gedeihen wird ...
Vor fast 30 Jahren, in den dunklen Stunden der Luftbrücke, hat Präsident
Harry Truman gesagt, daß der Mut, den die Berliner gezeigt haben, der
demokratische Geist ist. Mit der Unterstützung von Lucius Clay und John
McCloy hat Präsident Truman gezeigt, daß wir Ihnen beistehen werden, wann
immer Ihre Freiheit gefährdet ist, und in jedem neuen Jahr haben die amerikanischen Führer diese Verpflichtung gegenüber dem freien Berlin wieder bestätigt. Zusammen mit den Briten und Franzosen stehen wir zu dieser Verpflichtung. Und es ist mir eine Ehre, den Bewohnern dieser vitalen und

- 2 -

�und dynamischen Stadt nochmals zu versichern:

Was immer sei - Berlin bleibt

frei.
Und jetzt möchte ich, daß wir sehr ungezwungen miteinander sprechen,
so wie ich es bei Gesprächen dieser Art in den Vereinigten Staaten tue.
Ich will Ihre Fragen beantworten, so gut ich kann:

FRAGE:

Ich bin Schülerin, Mr. President.

Meine Frage lautet:

Lernt

Ihre Tochter Amy in der Schule Deutsch?

DER PRÄSIDENT:

Nein, sie lernt noch kein Deutsch, aber auf dieser

Reise hat sie eine Menge deutscher Wörter mitbekommen.
den Berliner Zoo, einen der größten der Welt.

Heute besucht sie

Und ich bin sicher, daß

Deutsch die nächste Sprache sein wird, nachdem sie Englisch und Spanisch
beherrscht.

FRAGE:
frau.

Mr. President, mein Name ist Christi Krienitz.

Ich bin Haus-

Ich hatte im letzten Juni Besuch aus Minnesota im Rahmen der

"Friendship Force-Organization."

Was halten Sie von dieser Aktion?

Wird

sie fortgesetzt und warum ist die Reise nach Amerika noch so teuer? (Gelächter) .

DER PRÄSIDENT:

Die "Friendship Force" verdanken wir meiner Frau, die

das vorgeschlagen hat,als ich Gouverneur von Georgia war (Applaus), und
zwar zwischen einem unserer Bundesstaaten und dem Nordosten Brasiliens.
Als ich Präsident wurde, wollte meine Frau Rosalynn gerne diese Reisemöglichkeit für Amerikaner in alle Länder der Welt erweitern.
Eine der besten Reisen, die wir jemals veranstaltet haben, war der Austausch
mit Ihrer Stadt und dem Bundesstaat Minnesota.

Die "Friendship Force" ver-

dient nichts an den von ihr geforderten Flugpreisen.

Ich glaube allerdings,

daß jetzt, wo der Dollar so nach unten geht, Sie in unserem Land mehr anfangen können als früher.

(Gelächter und Applaus)

Ich möchte hinzufügen,

daß wir die "Friendship Force" weiterführen werden, weil sie ein Projekt

- 3-

�Projekt ist, das absolut nichts mit der Regierung zu tun hat.

Es bezieht

sich ausschließlich auf Menschen aus einem Land, die die eines anderes Landes
zu Hause besuchen wollen.
Und ich glaube, Sie werden mir zustimmen, daß es für alle, die im Rahmen
dieses schönen Programms unser Land besucht haben ein großartiges Erlebnis
war.
FRAGE:

Mr. President, mein Name ist Bernhard Klein.

schaftssekretä'r.

Ich bin Gewerk-

Meine Frage lautet: Verstößt, Ihrer Ansicht nach, die Ent-

sendung Berliner Abgeordneter ins direkt gewählte Europa-Parlament gegen das
Viermächte-Abkommen von Berlin?
DER PRÄSIDENT:

Nein, es verstößt nicht dagegen.

(Applaus)

Ich glaube,

die Beziehung zwischen den gewählten Vertretern Berlins und der Regierung
der Bundesrepublik, wo sie das Recht haben, präsent

zu sein, aber nicht

abzustimmen, ist ein Thema, das in den Prinzipien des Viermächte-Abkommens
gelöst worden ist.

Die Beziehungen zwischen gewählten Berlinern und der

Europäischen Gemeinschaft ist etwas anders gestaltet.

Beide sind innerhalb

der Prinzipien des Viermächte-Abkommens völlig legitim, sie sind vollkommen
angebracht.
FRAGE: Herr Präsident, ich heiße Gisela Zimmermann und bin Studienrätin
an der deutsch-amerikanischen John F.-Kennedy-Schule. Meine Frage lautet:
Wir werden immer häufiger Zeuge verheerender Umweltkatastrophen durch öltanker. Sie sind der Präsident des mächtigsten Industriestaates der Welt,
des Landes mit dem höchsten Ölverbrauch. Können Sie nicht international verbindliche Sicherheitsbestimmungen für alle öltanker durchsetzen, die derartige Katastrophen in Zukunft verhindern helfen? (Applaus)
DER PRÄSIDENT: Wir haben uns im vergangenen Jahr entschieden, daß diejenigen Tanker, die amerikanische Häfen anlaufen, hohe Sicherheitsnormen
erfüllen und doppelbödig sein müssen, sie dürfen das öl nicht mehr ins Meer
pumpen wie früher.

Wir haben dies durch unseren Verkehrsminister vor kurzem

- 4 -

�kurzem in Europa in internationalen Gremien ins Gespräch gebracht.

Wie

Sie wissen, sind viele der Tanker, die auf dem Ozean fahren, in verhältnismäßig kleinen Ländern eingetragen, die praktisch keine Kontrolle über den
Zustand der Tanker haben.

Aber wir wollen bei der Entwicklung besserer Sicher-

heitsnormen eine führende Rolle spielen.
Ich teile Ihre Besorgnis über unnötige Verschwendung, nicht nur Schiffszerstörungen durch Sturm betreffend, sondern auch das routinemäßige Abpumpen
von ölrückständen ins Meer. Wir sind sehr daran interessiert, gemeinsam
mit Ihnen und anderen diese Bedrohung zu vermindern. Ich glaube, die Welt
ist jetzt bereit, mit uns zusammen die Ölverschmutzung des Wassers auf der
ganzen Welt zu verringern.
Ich danke Ihnen.
FRAGE: Ich heiße Heinz Maschke und bin Rentner. Meine Frage lautet:
Warum nehmen die drei Westalliierten alle Maßnahmen der UdSSR zur Trennung
von Ost- und Westberlin hin, oder gibt es darüber Geheimabsprachen?
DER PRÄSIDENT:

Es gibt keine Geheimabsprachen zwischen unserem Land

und den Briten und Franzosen auf der einen und den Sowjets auf der anderen
Seite.

Soviel ich weiß, war dies zur Zeit der Unterzeichnung des Viermächte-

Abkommens eine öffentliche Verpflichtung der amerikanischen, britischen und
französischen Führer.

Ich weiß nichts von einem geheimen Abkommen zwischen

uns im Westen und den Sowjets.
Sollten künftig solche Geheimabkommen vorgeschlagen werden, würde ich nicht
nur dagegen sein, sondern das sogar veröffentlichen.
FRAGE:
führer.

Herr Präsident, mein Name ist Dietmar Born, ich bin Geschäfts-

Zu meiner Frage:

Einerseits bekunden Sie die uneingeschränkte

Sicherheit Berlins, die wir dankbar zur Kenntnis nehmen.

Andererseits ver-

schieben sich die militärischen Kräfte des Warschauer Pakts seit Jahren zuungunsten der Alliierten und gegen Berlin.

Fürchten Sie, Herr Präsident,

angesichts dieser Entwicklung nicht um Ihre Glaubwürdigkeit bei den Berlinern?
DER

- 5 -

�DER PRÄSIDENT:

Ich glaube, es stimmt, daß es vielleicht vor drei oder

vier Jahren gewisse Zweifel im amerikanischen Volk, sogar unter einigen der
leitenden Amerikaner gab, im Kongreß zum Beispiel, ob unsere Verpflichtungen
gegenüber der NATO auf derselben Ebene bleiben sollten wie bisher.
etwa 18 Monate im Amt.

Ich bin

Und wir haben eine neue Zusammenarbeit, einen neuen

Plan der Zusammenarbeit, die Beteiligung der USA auf dem Gebiet der NATO zu
erhöhen.

Dies als Beispiel dafür, daß alle NATO-Verbündeten versprochen ha-

ben, ihre Militärhaushalte um 3 Prozent pro Jahr zu erhöhen, im Zusatz zum
Inflationsausgleich.
Wir haben auch neue Waffentypen gebracht:

Die F-25, die F-10, die neuesten

Panzer mit Anti-Panzer-Raketen usw., die Bundeskanzler Schmidt und ich heute
vormittag besichtigt haben.
digungspotential haben.

Ich glaube, daß wir also ein adäquates Vertei-

Es wird größer, und es wird auch in Zukunft nie Ge-

legenheit geben, in der unsere Nation oder andere, die für die Verteidigung
Europas verantwortlich sind, in unserer Bereitschaft oder in unseren Beiträgen
nachlassen werden.

Wir würden einen Angriff auf das Territorium oder auf die

Menschen in Westeuropa genauso werten, als wäre es ein Angriff auf den Boden
Amerikas oder auf die Amerikaner.
FRAGE:

Mr. President. Mein Name ist Petra Bernd.

Ich bin Studentin.

Meine Frage lautet: Was beabsichtigen Sie mit der ständigen Formulierung,
das deutsche Volk habe einen Anspruch auf die Wiedervereinigung, und kann
Ihre Regierung überhaupt daran interessiert sein?
DER PRÄSIDENT:

Die andauernde Verpflichtung der westlichen Alliierten

seit Ende des Zweiten Weltkrieges und seit es die NATO gibt, beinhaltet das
Ziel der Wiedervereinigung Deutschlands auf der Basis von Selbstbestimmung.
Ich glaube, daß es eine Hoffnung ist, die wir sorgfältig bewahren sollen.
Wir wollen dem deutschen Volk unseren Willen nicht aufzwingen, aber wenn die
Zeit kommt, wo sie sich selbst entscheiden müssen, und wenn sie dann wollen,
daß Deutschland wiedervereinigt wird und Berlin wieder die Hauptstadt eines
vereinigten Deutschlands wird, würden wir dies sicher willkommen heißen.
Wir hoffen, daß dies geschehen kann, und bis dahin schließen wir es ein in
unsere Gebete und inständige Hoffnung.

FDÜRF-

�FRAGE:
Bauingenieur.

Mr„ President, mein Name ist Hans-Dieter Robel und ich bin
Ich möchte meine persönliche Frage an Sie zurückstellen und

eine Frage von einer mir befreundeten Familie in Ostberlin vorlesen, da
diese Familie Ihren Besuch in Berlin ja nur im Westfernsehen verfolgen kann:
Die USA haben Verantwortung für ganz Berlin.

Könnten Sie, Mr. President,

bei Ihrem nächsten Besuch in Berlin nicht auch den sowjetischen Sektor besuchen?

(Applaus)

DER PRÄSIDENT: Ja, das würde ich sehr gern tun. Das letztemal , als
ich hier in Berlin war, war ich sowohl im Westen als auch im Ost-Sektor,
und das würde ich auch künftig gern wieder tun. Wie Sie wissen, sind die
Besuchsrechte in beiden Richtungen garantiert durch die ursprünglichen Abkommen und auch durch das Viermächte-Abkommen, und wenn ich wieder nach
Berlin komme, werde ich versuchen, das in meinen Reiseplan einzubauen, den
Besuch im Ost-Sektor.
FRAGE:

Mr. President, ich bin Gudrun Rollfelder und ich bin Hausfrau.

Meine Frage lautet: Was wünschen Sie sich von den Berlinern, und welchen
Beitrag könnten wir leisten, um Ihre politischen Ideen schneller zu verwirklichen?

(Applaus)

DER PRÄSIDENT: Ich glaube, daß die Bürger von Berlin sowohl im Osten
als auch im Westen mit mir, mit Herrn Breschnew, Bundeskanzler Schmidt und
anderen politischen Führern in der Welt den Wunsch nach Frieden, nach erweiterter Zusammenarbeit teilen, die es zwischen den Großmächten und denjenigen geben muß, die in den kritischen Gebieten der Welt leben.
Es gibt Gebiete, auf denen wir übereinstimmen, es gibt aber auch welche,
auf denen wir nicht übereinstimmen. Die westlichen Demokratien glauben
sehr stark an die menschliche Freiheit, daß jeder die Chance haben soll,
sein eigenes Leben zu gestalten, daß jeder seine Regierung kritisieren darf,
besonders wenn die Regierung Dinge tut, die unser Vertrauen nicht rechtfertigen oder unsere Erwartungen nicht erfüllen.
Wir glauben ebenfalls an die fundamentalen Menschenrechte,daran, daß jeder
das Recht haben muß, wenn er will, das Land zu verlassen oder sich mit seiner
- 7 -

�seiner Familie zu vereinen, und ohne Zwang an der Politik der eigenen Regierung Kritik zu üben.
Es gibt also Dinge, in denen wir übereinstimmen, und solche, in denen
wir nicht übereinstimmen.

Wie ich vor wenigen Minuten am Berliner Luft-

brückendenkmal erklärte, möchte ich hoffen, daß diejenigen von Ihnen, die
aus der Verpflichtung der demokratischen Welt gegenüber den grundlegenden
Menschenrechten so viel Nutzen ziehen, sich ebenfalls laut und deutlich zu
den Menschenrechten bekennen, denn Sie sind ja der beste Beweis für das, was
man aus der Freiheit und den Rechten, die wir alle teilen, gewinnen kann.
Ich glaube also, daß es dies ist, was Sie tun könnten, und ich will Ihnen
dabei helfen.
FRAGE:

Herr Präsident, mein Name ist Klaus Teske, von Beruf bin ich

Werkzeugmacher, zur Zeit Betriebsratsvorsitzender.

Meine Frage lautet:

Was

werden die USA tun, daß der für ganz Berlin vereinbarte Viermächte-Status
auch in Ostberlin praktiziert wird?
DER PRÄSIDENT: Wir haben nicht die Möglichkeit und nicht das Verlangen,
in die Angelegenheiten Ostberlins einzugreifen. Aber unsere Stimme wird
gehört werden, und wir werden zusammen mit den anderen verantwortlichen Mächten dafür sorgen, daß die bestehenden Abkommen klar eingehalten werden:
Das ursprüngliche Viermächte-Abkommen nach Ende des Krieges und das Abkommen
von 1971. Ab und zu sind diese Rechte herausgefordert worden, zum Beispiel
die Besuchsrechte zwischen den beiden Teilen Berlins oder das Recht der westlichen Verbündeten, bei unseren Tagesfahrten nach Ostberlin unsere Flagge zu
zeigen. Wir haben die Hoffnung, daß, wenn solche Differenzen entstehen, wir
sie offen diskutieren können, und daß die Ostberliner, die DDR und die Sowjetunion uns offen anhören werden. Die DDR hat überhaupt keine Verantwortung
für die Verwaltung unter dem Viermächte-Abkommen und kein überwachungsrecht.
Dies steht auf der östlichen Seite nur der Sowjetunion zu. Aber ich glaube,
daß zu diesem Zeitpunkt seit der Unterzeichnung des Abkommens vor 7 Jahren
große Verbesserungen erreicht worden sind. Wenn Probleme kommen wie heute
- 8 -

�heute zum Beispiel, da die DDR den Verkehr auf der Autobahn behindert hat,
werden wir protestieren, und die Weltöffentlichkeit wird ihre Aufmerksamkeit
darauf richten.
schreiten werden.

Ich hoffe, daß die Verbesserungen der letzten 7 Jahre fortIch glaube aber, verglichen mit vergangenen Jahren, ein-

schließlich des schrecklichen Anlasses der Blockade, als die Berliner Luftbrücke eingerichtet wurde, ist es heute auf jeden Fall wesentlich besser.
Der Grund, weshalb es besser wurde, ist, daß die Welt ihre Augen auf das
Symbol Berlin gerichtet hat, auf die Freiheit und auf den Mut der Berliner.
Und diese Haltung, glaube ich, ist die beste, um diese Verbesserungen auch
in Zukunft zu erreichen.

Wir werden nie nachgeben,und wir werden auf Ver-

letzungen immer wieder hinweisen, aber ich glaube, die Weltmeinung, die Stärkung der westlichen Alliierten, der Mut der Berliner wird uns helfen, weiterhin Verbesserungen zu bekommen, auch wenn es noch ab und zu mal Störungen
gibt.

Das ist vielleicht nicht die beste Antwort, aber es ist das Beste,

was ich jetzt sagen kann.
FRAGE:

Mr. President, ich heiße Buchholtz, ich bin Abendschlilerin.

Meine Frage lautet: Sie haben sich vielfach für die Menschenrechte eingesetzt.

Wie ist Ihre Meinung zum Radikalenerlaß in der Bundesrepublik?

(Applaus)
DER PRÄSIDENT: Ich kenn diesen Radikalenerlaß nicht, ich habe ihn nie
gelesen, aber ich weiß, daß alle Länder einschließlich der USA, sehr vorsichtig mit den Rechten der Dissidenten umgehen müssen, aber gleichzeitig
den Besitz und das Leben von Bürgern zu schützen haben, die die Regierung
unterstützen und kontrollieren. Soviel ich weiß, achten die Gesetze der
Bundesrepublik gegen den Terrorismus und andere Bedrohungen friedlicher
Menschen und des Staates die fundamentalen Menschenrechte, und das schätze
ich. (Applaus)
FRAGE:

Ich heiße Uwe Horstmeier, bin 12 Jahre alt und bin Schüler.

Meine Frage lautet: Wieviel Taschengeld erhält Ihre Tochter Amy in der
Woche?

(Gelächter, Applaus)
(Anmerkung:
- 9 -

�(Anmerkung:

An dieser Stelle fragte der Dolmetscher irrtümlich, wieviel

Geld Amy von der Regierung erhält).
DER PRÄSIDENT:

Nichts.

Die Apanage, die Amy bekommt, ist nur für

Reisen mit mir und ihrer Mutter.

Bei dieser Reise kam sie mit der Air Force

ONE, dem Flugzeug des Präsidenten.

Und wir haben uns gefreut, zwei Nächte

im Haus des amerikanischen Botschafters verbracht zu haben. Und genau wie
die anderen Mitglieder der Familie, ich selbst eingeschlossen, profitiert
sie davon.

Sie erhält weder Gehalt noch Geld aus dem öffentlichen Haushalt.

Das bringt mich auf eine gute Idee.

Ich sollte das dem amerikanischen

Kongreß nach meiner Rückkehr vortragen.
FRAGE:

Herr Präsident, ich heiße Werner Schatte und bin Sachbearbeiter.

Meine Frage lautet: Wie beurteilen Sie die Behauptungen der östlichen Seite,
daß es nach dem Viermächte-Abkommen zwischen den Westsektoren Berlins und
der Bundesrepublik Deutschland keine Bindungen, sondern nur Verbindungen gibt,
womit offensichtlich die Landverkehrswege gemeint sind?
DER PRÄSIDENT:

Ich glaube, es gibt

gleichbedeutende Beurteilung.

auch auf östlicher Seite eine

Nach dem Viermächte-Abkommen, wie ich es

sehe, werden stärkere Kommunikationsverbindungen und Beziehungen zwischen
Westberlin und der Bundesrepublik ermutigt.

In diesem Sinne ist heute z.B.

Kanzler Schmidt mit mir hier, und es ist einer der Gründe, warum ich heute
hier bin.
Ich möchte sichergehen, daß die Stärkstmöglichen Bindungen zwischen Westberlin und der Bundesrepublik Deutschland bestehen, ohne daß Berlin tatsächlich ein integrierter Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland wird.
Aber selbst wenn sich diese besseren Nachrichtenverbindungen, Handelsverbindungen, Verkehrsverbindungen und die kulturellen Beziehungen unter dem
Viermächte-Abkommen ändern sollten, sollen sie stärker und nicht schwächer
werden.
FRAGE:

Mr. President, ich heiße Heidrun Schleuss.

- 10 -

Ich habe einen kauf-

�kaufmännischen Beruf und bin zur Zeit Hausfrau.

Und ich wollte Sie fragen:

Der Berlin-Verkehr wurde heute sehr stark behindert,und es heißt, daß Ihr
Besuch daran schuld sei und auch, daß Sie sich in Begleitung unseres Bundeskanzlers befinden.

Und ich wollte Sie fragen, werden Sie in der Welt dar-

über berichten?
DER PRÄSIDENT: Die DDR hat gelegentlich versucht, ihre Fähigkeit zu
demonstrieren, normalen Handel und Verkehr zu stören. Das war gewöhnlich
nur vorübergehend der Fall. Es hat keinen permanenten Schaden angerichtet,
obwohl es nicht nur die Prinzipien des Viermächte-Abkommens verletzt, sondern
auch die Verkehrsabkommen zwischen dem östlichen und westlichen Teil Deutschlands.
Ich möchte sagen, daß das der DDR selbst nicht hilft. Vielmehr lenkt es die
Aufmerksamkeit auf die DDR und darauf, daß es dort keine frei gewählte Regierung gibt. Dadurch wird die Weltöffentlichkeit nur darauf aufmerksam gemacht, daß sie freie Bewegung nicht gestattet, daß ihre eigenen Leute aus
dem Land nicht herauskönnen, daß ihre eigenen Leute nicht frei sprechen
können, wenn sie etwas Kritisches zu sagen haben. Ich glaube, die Welt
sieht dadurch viel deutlicher die Unterschiede zwischen unserer freien Gesellschaft und der ihren, und ich glaube nicht, daß das der DDR hilft.
Ich war vor wenigen Minuten an der Mauer. Als vor 15 Jahren Präsident Kennedy
die Mauer besuchte, hatten sie dieses schauerliche Ding mit Tüchern verhängt.
Und heute nun, in aller Morgenfrühe,kamen die Ostdeutschen und haben sie weiß
angemalt. Nach 15 Jahren versuchten sie nun, dieses häßliche Monstrum erneut zu verbergen. Ich glaube aber nicht, daß irgend etwas den Eindruck
von der Einschränkung der grundlegenden Menschenrechte verwischen kann.
Die Mauer ist ein Symbol dafür. Es ist das erstemal in der Geschichte,
daß eine Mauer gebaut wurde, nicht um eine Nation gegen ausländische Aggressoren zu schützen, sondern um die eigenen Leute vor dem Recht zu flüchten zu
schützen. Ich glaube, die Verkehrsstörungen und das Anmalen der Mauer ist
das typische Beispiel dafür.

FRAGE:
im Ruhestand.

Herr Präsident, mein Name ist Gertrud Kempe-Rotmann.

Ich bin

Meine Frage lautet: Wie lange werden wir noch mit der Mauer
- 11 -

�Mauer fertig werden müssen?
DER PRÄSIDENT:
abgerissen wird.

Das weiß ich nicht.

Ich hoffe, daß sie eines Tages

Aber ich weiß nicht, wann.

Es tut mir leid, daß ich Ihnen

keine bessere Antwort geben kann. Aber das ist die Realität.
FRAGE:

Herr Präsident:

Mein Name ist Schulz-L'üke.

(Applaus)

Ich habe folgende

Frage an Sie: Welche Vorstellungen haben Sie oder hat die USA von der ungehinderten Energieversorgung dieses Landes, und zwar von einer Energieversorgung, die keiner politischen Einflußnahme ausgesetzt ist?
DER PRÄSIDENT: Ich glaube es ist klar, daß fast alle Arten von Energie
politischen Einflüssen und auch Störungen unterliegen. Seit 1973 weiß die
Welt, daß große Störungen in der Energieversorgung möglich sind. Wir sind
uns dessen bewußt, daß es auch in der Zukunft noch ernste Mängel geben wird.
Die USA sind einer der größten Produzenten von Energie, aber auch einer der
größten Verbraucher, und wir verschwenden mehr Energie als wir sollten.
Wir versuchen dies in unserer eigenen Gesellschaft zu berichtigen. Ich
möchte sagen, eine der besten Methoden, Energie - öl, Gas, Kohle, Kernenergie,
hydroelektrische Kraft, Solarenergie - zu sparen, liegt darin, den Frieden
der Welt zu bewahren. Ich glaube, der Nahe Osten ist ein Gebiet, das die
Energieversorgung in Ihrem und meinem Land gefährden könnte. Ich habe
selbst viel Zeit darauf verwandt, eine friedliche Regelung zwischen Israel
und seinen arabischen Nachbarn herbeizuführen, seit ich Präsident bin. Ich
habe vielleicht mehr Zeit darauf verwandt als auf irgendein anderes außenpolitisches Problem. Wir versuchen auch, mit der Sowjetunion einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Wir wollen Entspannung mit der Sowjetunion,
wir wollen eine Entspannung, die weitgesteckt ist, die für beide Seiten vorteilhaft ist. Wir haben uns fortlaufend, ununterbrochen bemüht, ein SALTAbkommen zu erreichen, ein Abkommen zur Beendigung von Atomwaffentests, gegen Angriffe auf Satelliten im Weltraum und zur Verringerung der Streitkräfte
im Indischen Ozean.
All dies, glaube ich, kann dem Weltfrieden dienlich sein. Ich würde also

- 12 -

�also sagen, Einsparungen bei allem, was wir haben, wissenschaftlicher Austausch und die Erschließung neuer Energiequellen, bessere Nutzung der vorhandenen Energie und die Erhaltung des Weltfriedens, so daß der normale
Verkehr zu Wasser und in der Luft nicht unterbrochen wird.

Das sind die

Dinge, die mir so im Augenblick einfallen und die wir gemeinsam anpacken
können.
Ich glaube, wir werden neue Techniken und neue Wege zum Frieden finden,
wenn wir zusammenhalten - und das ist meine eigene Verpflichtung. Ich bin
sicher, daß auch Sie und andere sich diesem Ziel verpflichtet fühlen.
FRAGE: Mr. President, ich heiße Ingeborg Strotzki-Dorendorf. Ich
bin Hausfrau. Meine Frage lautet: Wie sehen Sie die Entwicklung des Eurokommunismus und wie bewerten Sie ihn?
DER PRÄSIDENT: Zunächst einmal würde ich sagen, daß wir es lieber
sehen würden, daß der Kommunismus in der westlichen Welt so klein wie möglich bleibt und nicht größer wird.
Zweitens, vertrauen wir auf die Urteilskraft der freien Menschen
in der freien Gesellschaft - daß sie sich entscheiden werden, daß der Kommunismus nicht in ihrem Interesse liegt. Wir haben dies vor kurzem in Wahlen
in Frankreich und Spanien, das jetzt eine Demokratie ist, gesehen, und auch
in Italien. Der zweite Punkt ist also, daß wir darauf vertrauen, daß freie
Menschen die richtige Entscheidung treffen. Ihre eigenen Entscheidungen
können Sie immer treffen, und wir werden uns in die inneren politischen
Entscheidungen unserer Verbündeten nicht einmischen. Der beste Weg, die Stärkung des Kommunismus zu verhindern, ist, sicherzustellen, daß die Demokratie
auch praktisch gut funktioniert, und das ist nur möglich, wenn wir selbst
ständig die Grundlagen und Prinzipien überprüfen, auf denen unser demokratisches System beruht, und durch unsere persönliche Haltung und Beteiligung
eine tiefgehende Verpflichtung gegenüber der Demokratie und ihrer Stärkung,
nicht ihrer Schwächung, beweisen.
Wenn
- 13 -

�Wenn eine demokratische Regierung korrupt wird, wenn sie die Verbindung
zum Volk verliert, wenn sie sich nicht mehr um die Leiden derer kümmert,
die nicht so glücklich dran sind wie wir, wenn sie nicht mehr entschlossen
und nicht mehr stark genug ist, sich gegen Angriffe von außen oder Drohungen
zu verteidigen, dann kann es zu einer Schwächung der Demokratie kommen.
Was wir noch tun können, um uns gegen den Kommunismus zu wehren, ist,
dafür zu sorgen, daß die Demokratien der Welt sich in immer engerer Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitiger Verteidigung zusammenschließen, daß
sie die Individualität eines jeden von uns anerkennen, dennoch aber auf all
das hinweisen, indem wir harmonieren und jene Bande der Freundschaft und
gemeinsamen Verpflichtung stärken.
Ich glaube also, daß dies die beste Einstellung ist. Ich habe das in
den letzten Tagen bemerkt, besonders in Frankreich - ich habe zufällig eine
Fernsehsendung gesehen. Die ersten Kritiker der erschreckenden Prozesse gegen Schtscharanski und Ginsburg waren die Kommunisten Frankreichs. Sie waren
die Anführer gegen die Aktionen der Sowjetunion, die gegen diese unschuldigen
Menschen Prozesse führte und diese Tapferen, die sich für die grundlegenden
Menschenrechte ihrer eigenen Landsleute einsetzen, verurteilte.
Ich glaube also, daß, obwohl wir kein Anwachsen des Kommunismus erleben
möchten, wir alles in unserer Macht stehende tun wollen, seine Zunahme zu verhindern. Gleichzeitig müssen wir aber erkennen, daß der Eurokommunismus keine
monolithische Struktur ist, die von der Sowjetunion selbst vollständig beherrscht wird oder in sie eingeschlossen ist.
Ich denke, dies gibt uns neue Hoffnung, daß die Kommunisten in den
westlichen Demokratien selbst in den demokratischen Prinzipien, an die wir so
fest glauben, etwas nützliches entdecken.
FRAGE:
amter.

Ich danke Ihnen.

(Applaus)

Herr Präsident, mein Name ist Gerhard Schofer, und ich bin Be-

Meine Frage lautet:

Planen die USA nach Fertigstellung der Weltraum- 14 -

�Weltraumfähre weitere Mondlandungen?
DER PRÄSIDENT:

Wir haben zur Zeit keine spezifischen Pläne, bemannt

auf dem Mond oder anderen Planeten zu landen. Wir haben jedoch ein fortlaufendes Programm von unbemannten Flugkörpern zu den Planeten im Weltraum und zum
Mond.

Ich glaube, das ist ausreichend.

Mond landen können.

Wir haben bewiesen, daß wir auf dem

Wir sind natürlich immer noch dazu in der Lage.

Wir wol-

len aber jetzt etwas weiter in den Weltraum vordringen und in bezug auf die
Dollarausgaben etwas wirtschaftlicher verfahren.

Unsere bemannten Raumflüge

werden sich hauptsächlich auf die Nutzbarmachung der Weltraumfähre beschränken.
Wir hoffen, die Fähre routinemäßig hin und her fliegen zu lassen, und sie soll
sich auf die Aspekte des Weltraumflugs, die den Menschen auf der Erde mehr
direkten Nutzen bringen, konzentrieren.
Die wissenschaftliche Forschung kann, meine ich, grundsätzlich durch
Instrumente in unseren Raumschiffen ausgeführt werden; die bemannten Flüge
werden sich in größerer Erdnähe bewegen und die Raumfähre benutzen.
FRAGE: Mr. President. Mein Name ist Eberhardt Behrendt. Ich bin
Wissenschaftler. Meine Frage lautet: Warum hat Amerika aus den Erfahrungen
des Vietnamkrieges die Schlußfolgerung gezogen, sich aus der aktiven Unterstützung von Freiheitskämpfen und oppositionellen Gruppen in totalitären
Staaten zurückzuziehen, statt nach einer neuen nichtmilitärischen Form dieser Unterstützung zu suchen?
DER PRÄSIDENT: Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich teile die
Meinung der amerikanischen Öffentlichkeit, daß wir nicht wieder militärisch
in die internen Angelegenheiten eines Landes verwickelt werden sollen, wenn
unsere eigene Sicherheit nicht direkt bedroht ist. Wir unterstützen die
Erhaltung des Friedens und tun dies durch multilaterale Organisationen, wie
zum Beispiel die Vereinten Nationen, oder durch multilaterale Einsätze,
wie wir es zum Beispiel gerade in Namibia gemacht haben, wo wir zusammen
mit der Bundesrepublik, mit Frankreich, mit Großbritannien und mit Kanada

- 15 -

�Kanada eine solche Mission durchgeführt haben.

In einem anderen Falle haben

wir das mit einem anderen Lande gemacht, wie zum Beispiel in Rhodesien,
wo die Briten und wir versuchen, unseren guten Willen einzusetzen, damit
eine friedliche Lösung gefunden werden kann.
Aber ich denke nicht daran, es sei denn, daß die Sicherheit der USA gefährdet ist, Soldaten in andere Länder zu entsenden, damit interne Konflikte
gelöst werden können, wie wir es in Vietnam einmal getan haben.
Das bedeutet nicht, daß wir die Prinzipien aufgeben, an die die Amerikaner glauben und die seit der Gründung unseres Landes bestehen, und wir
unterstützen die grundlegenden Menschenrechte genauso stark wie früher.
Ich glaube, daß die Weltöffentlichkeit auf die zuletzt vorgekommenen Verletzungen geachtet hat.
hört werden kann.

Das zeigt, daß auch die Stimme des Westens anders ge-

Wenn wir keine Truppen schicken - wie in Vietnam - bedeutet

das nicht, daß wir an der Freiheit nicht interessiert sind und daß wir zu
Hause sitzen und nichts unternehmen.

Wir sind sehr besorgt und sehr interes-

siert an solchen Konflikten.
FRAGE: Herr Präsident, hier spricht Herta Winkler. Ich bin Rentnerin
in der DDR in Bautzen und hätte nur die Frage an Sie, wann Sie mal in die
DDR kommen würden. Da würden wir und viele, viele Bekannte und Freunde sich
freuen.
DER PRÄSIDENT: Zunächst einmal möchte ich freundliche Grüße senden
an Ihre Mitbürger in der DDR und meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, daß
wir die Differenzen, die zwischen uns noch bestehen, werden lösen können.
Und ich darf Ihnen sagen, wie ich schon vorher angedeutet habe, daß das
nächste Mal, wenn ich nach Berlin komme, ich nicht nur den westlichen Teil
Berlins besuchen will, sondern ich verspreche ausdrücklich, Ostberlin zu besuchen - aber die DDR zu besuchen ist eine andere Angelegenheit.
Wir haben jetzt mit der DDR seit etwa vier Jahren diplomatische Beziehungen, und wir sind noch dabei, Mittel und Wege durchzusprechen, wie
- 16 -

�wie wir die bestehenden Differenzen zwischen der DDR und uns beheben oder
vermindern können.

Zum Beispiel das Konsularabkommen ist ein Problem, das

wir bisher nicht haben lösen können.

Wenn das einmal aus dem Wege ist, kön-

nen wir unsere Beziehungen erweitern.
Ich habe andere osteuropäische Länder besucht. Ich war vor kurzem zum
Beispiel in Polen, und wir haben aus diesen Ländern führende Politiker empfangen. Ich habe nichts dagegen, dorthin zu fahren, und vielleicht, wenn
ich das nächste Mal in diesen Teil Europas komme, haben wir eine bessere Beziehung mit der DDR, und vielleicht wird es dann für mich möglich sein zu
kommen. Aber diesmal werde ich meine sehr knappe Zeit auf die Bundesrepublik
und auf Westberlin beschränken müssen.
FRAGE: Herr Präsident. Mein Name ist Wolfgang Letschkowski. Viele
Berliner Bürger haben Sie gebeten, Niko Hübner, der in Ostberlin inhaftiert
ist, zu helfen. Würden Sie sagen können, ob die Vereinigten Staaten über
einen verbalen Protest hinaus zur Hilfe für Niko Hübner bereit sind?
DER PRÄSIDENT: Der verbale Protest erfolgt wegen des Abkommens mit
den Sowjets, daß Ostberlin ein entmilitarisiertes Gebiet sein sollte. Wie
ich mich erinnere, beruht die Anklage darauf, daß Hübner sich geweigert hat,
in den Militärdienst zu gehen. Wir haben gegenüber der Sowjetunion und der
DDR unseren Unwillen darüber sehr stark Ausdruck verliehen wie auch die anderen Alliierten. Wegen dieser Proteste haben sie die Anklage geändert und
eine neue Anklage erhoben, die sich nicht mit Verweigerung des Militärdienstes
befaßt. Ich weiß nicht, was wir weiter unternehmen können, als darauf hinzuweisen, daß das Abkommen, das wir zusammen mit den Briten und Franzosen
mit der Sowjetunion unterzeichnet haben, eingehalten werden muß. Aber wir
haben nicht das Recht, in die DDR hineinzugehen und irgend jemand aus dem
Gefängnis herauszuholen. Wenn jedoch jemand angeklagt wird entgegen den
Prinzipien des Viermächte-Abkommens, muß unsere Stimme deutlich zu hören sein.
Ich glaube, in diesem Falle haben wir wenigstens beschränkt helfen können,
indem die Anklage geändert wurde. Er ist offensichtlich unschuldig und nicht
der einzige, der ein solches Schicksal erleidet, die Bestrafung ist unhalt- 17 -

�unhaltbar.
wi rd.

Ich hoffe, daß dies etwas ist, worum die Welt sich mehr kümmern

Ich glaube, in der ganzen Welt weiß man um den Schtscharanski-Prozeß,
wenigsten in den zivilisierten Ländern, und ich hoffe, daß das HübnerProblem auch von der ganzen Welt besser verstanden wird.
die Weltmeinung dafür sorgen, daß er freigelassen wird.

Vielleicht kann
Aber wir können

das nicht garantieren, wenn die DDR und die Sowjetunion das nicht wollen.
FRAGE:

Herr Präsident. Mein Name ist Irmgard Hiegel.

Ich bin Rentnerin.

Ich habe eine Frage: Warum wird von öffentlicher Seite nicht mehr für die
persönlichen Beziehungen der Berliner zu den Alliierten der Stadt getan?
DER PRÄSIDENT: Das kann ich jetzt nicht sagen, aber innerhalb einer
halben Stunde nach Verlassen dieses Podiums werde ich mit den Kommandeuren
der drei Alliierten sprechen, und ich werde nicht nur eine Antwort für Sie
haben, sondern jene davon in Kenntnis setzen, wie interessiert ich daran bin,
diese Beziehungen freier, häufiger und konstruktiver werden zu lassen. Ich
halte es für sehr gesund, wenn die alliierten Streitkräfte in die Freundschaft
und Gastlichkeit derer, unter denen sie leben, eingeschlossen werden. Kürzlich sprach ich - um genau zu sein, heute - vor unseren und den deutschen
Streitkräften in Frankfurt. Ich ermunterte sie, deutsch zu lernen, sich mit
der deutschen Kultur zu beschäftigen, Freundschaft mit Deutschen zu schließen,
soviel wie möglich in deutschen Geschäften einzukaufen und Teil der deutschen
Gesellschaft zu werden. Ich glaube, das würde ihnen helfen, nicht nur die
großartigen Eigenschaften des deutschen Volkes zu verstehen, sondern es wird
sie auch zu besseren Amerikanern machen, wenn sie heimkommen. Ich werde
das also mit den Kommandeuren hier besprechen, und ich glaube, Ihre Frage
hat bereits sehr gute Dividende erbracht, obgleich ich sie nicht besser beantworten kann.
Vielleicht werden wir eine Antwort auf diese Frage in einer örtlichen
Zeitung veröffentlichen; denn ich muß jetzt gleich schließen.
ich höre, noch eine Frage beantworten.
- 18 -

Ich kann, wie

FRAGE-

�FRAGE:

Mr. President, ich heiße Rita Schäfer und bin Diplompsychologin.

Meine Frage lautet: Würden Sie mithelfen, bestehende Freunschafts- und
Austauschprogramme zwischen unseren Völkern so zu erweitern, daß Angehörige
möglichst vieler, nicht nur akademischer Berufsgruppen im Rahmen eines Abkommens für begrenzte Zeit ihre Arbeitsplätze tauschen können?
DER PRÄSIDENT: Ja, das ist etwas, das nicht nur Ihnen und anderen zugute kommen würde, sondern auch unserem eigenen Land. Der Studentenaustausch
ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel für das, was erreicht werden kann.
Das Projekt der Friendship Force, auf das bereits hingewiesen wurde, läßt
sich bedeutend erweitern. Ich glaube, eine weitere gute Chance besteht darin, daß wir z.B. 300 000 Soldaten in Europa haben. Sie alle sind, wie wir
hoffen, Botschafter guten Willens für unser Land und können von ihnen allen
ein gutes Verständnis mitnehmen und zu Hause verbreiten. Meiner Ansicht nach
ist Ihre Frage eine sehr gute. Ich glaube, daß auf diese und andere Weise
wir die Beziehungen ausbauen können.
Lassen Sie mich zum Abschluß sagen, daß z.B. etwas, das ein Präsident
tun kann, um das gegenseitige Verständnis zu erweitern, dieses Bürgertreffen
ist.

Bei uns daheim mache ich es auch so.

Fragen ausfallen.

Ich weiß vorher nie, wie die

Ich bin mit Ihrer Gesellschaft und Ihren aktuellen Pro-

blemen nicht ganz so vertraut wie mit denen einer Stadt in den Vereinigten
Staaten, aber ich habe versucht, Ihre Fragen, so gut ich konnte, zu beantworten.
Bei meinem kurzen Besuch hier habe ich ein klareres Verständnis der
Stärke und des Mutes gewonnen, die alle, die in Berlin leben, brauchen, um
nicht nur einen Lebensstandard zu halten, der sogar höher ist als der meines
eigenen Landes, sondern auch um den Geist von Freiheit und Ihre hohen
kulturellen Werte weiter zu erhalten.
Alliierten.

Wir sind Ihre Partner.

Wir sind Ihre

Wir tun dies nicht nur für Ihr Wohlergehen, sondern weil unsere

eigene Nation beschützt wird.

Die Freiheit meines eigenen Volkes ist in dem

Ausmaß geschützt, in dem durch die gemeinsame Verpflichtung unserer beiden

- 19 -

�beiden Nationen und der übrigen Verbündeten Sie und Ihre Freiheiten erhalten
werden können.
Ich komme also nicht als jemand her, der Ihnen einen Gefallen tut, sondern als jemand, der als Präsident und als Amerikaner großen Vorteil aus den
starken Banden der Freundschaft, der Wirtschaft, der Politik, des militärischen
Bündnisses zieht, das die Freiheit bewahrt, nicht nur für Sie, sondern auch
für uns.
Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, die Sie mir gegeben haben, Ihre
Probleme anzuhören, und für die Gastfreundschaft, die Sie mir, meiner Frau
Rosalynn und Amy gewährt haben.
Wir hoffen, bald wiederkommen zu können, und wir wünschen, daß von Ihnen
so viele wie möglich unser Land besuchen werden.

Ich meine, Sie werden dort

Wärme, Bürgersinn und Freunschaft finden, wie ich sie hier gefunden habe.
Gott behüte einen jeden von Ihnen. Es freut mich, daß ich Ihr Gast
sein durfte.
+ + +

Peter Lorenz, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses:
Im Namen aller Anwesenden danke ich Ihnen, Herr Präsident, für dieses
interessante und freimütige Gespräch mit den Berliner Bürgern. Ich glaube,
alle stimmen mit mir überein, daß dies ein Höhepunkt Ihres Berlin-Besuches
war. Sie werden in der hinter uns liegenden Stunde gespürt haben, wie eng
sich die Bürger Berlins mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit Ihnen
verbunden fühlen.
Es hat eine besondere Bedeutung, daß diese Begegnung gerade in der

- 20 -

�der Kongreßhalle stattfand.

Sie ist von der Benjamin-Franklin-Stiftung

erbaut worden, die den Namen jenes Präsidenten (sie) der Vereinigten Staaten
trägt, der sich in besonderer Weise für die Freiheit und die Würde und die
Rechte der Menschen eingesetzt hat.

Sie, Herr Präsident, bemühen sich, in

dieser Tradition stehend, in besonderem Maße um die Verwirklichung der Menschenrechte.

Und Sie wissen, daß gerade wir Berliner, deren Stadt durch eine Mauer

geteilt ist, diese Bemühungen überall in der Welt mit Engagement unterstützen.
Wir sind glücklich und dankbar, daß Sie nach Berlin gekommen sind.

Ihre

Anwesenheit unterstreicht, welche Bedeutung diese Stadt im Bewußtsein des
amerikanischen Volkes hat.

Und wir danken Ihnen auch, daß Sie hier eben er-

klärt haben, daß Sie den Willen des deutschen Volkes, in Frieden, Freiheit
und Selbstbestimmung seine Wiedervereinigung zu erlangen, unterstützen wollen.

Herzlichen Dank dafür.

Wir freuen uns, daß Sie und Ihre Familie sich in unserer Stadt wohlfühlen. Wenn Sie Berlin in Kürze verlassen, dann begleiten Sie alle unsere
guten Wünsche. Sie gelten Ihnen und Ihrem Volk, dem Berlin in seinem beständigen Kampf für die Freiheit soviel zu verdanken hat. Herzlichen Dank,
Herr Präsident.

- 21 -

�Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18

19. Juli 1978

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS ZUM ABSCHLUSS DES WELTWIRTSCHAFTSGIPFELS

BONN - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat neben den sechs anderen
Staats- und Regierungschefs des Bonner Weltwirtschaftsgipfels zum Abschluß
am 17. Juli 1978 im Stadttheater in Bonn eine Erklärung abgegeben.
Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Nachdem ich das Glück hatte, unmittelbar vor der Gipfelkonferenz der
Bundesrepublik Deutschland einen offiziellen Staatsbesuch abzustatten,
möchte ich im Namen der ganzen amerikanischen Delegation Bundespräsident
Scheel, Bundeskanzler Schmidt und der Bevölkerung der Bundesrepublik
meinen Dank für ihre Gastfreundschaft abstatten.
Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen dieser Gipfelkonferenz.
Die Ergebnisse haben unser aller Erwartungen ü'bertroffen. Die Gespräche
und die Beschlüsse wurden sorgfältig vorbereitet. Jeder von uns ist auf
diesem Gipfel vorsichtig gewesen, keine Dinge zu versprechen, die wir
nachher nicht halten könnten.
Die

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Die Einschätzungen waren langwierig und manchmal mühselig, aber ihrer
Natur nach umfassend.

Sie sind wesentlich und spezifisch.

Ich glaube,

jeder der führenden Männer ist innerhalb des Rahmens der politischen Gegebenheiten

bis an die Grenze gegangen, um seitens unserer einzelnen

Staaten alles nur mögliche zum gemeinsamen Wohlergehen der Welt beizutragen.
Unsere Beiträge unterstützen sich gegenseitig. Sie sind von einander
verschieden, weil unsere Fähigkeiten und unsere Erfordernisse unterschiedlich
sind.
Wir haben uns mit dem sehr ernsten Problem des Protektionismus befaßt
und haben uns gegenseitig verpflichtet, die multilateralen Handelsverhandlungen erfolgreich abzuschließen, um freie Märkte zu erlauben und damit die
Arbeitsplätze im eigenen Land zu erhalten.
Die Bundesrepublik Deutschland und die Regierung Japans haben sich
in großzügiger Weise zu erhöhtem wirtschaftlichen Wachstum verpflichtet.
Andere Staaten haben sich dieser Verpflichtung angeschlossen.
Staaten haben sich im Wissen um ihre eigene

Die Vereinigten

Verantwortung und auf Ersuchen

anderer zu einer umfassenden Energiepolitik und zu ihrer Durchführung bekannt
- zu einer Senkung der ölimporte um 2,5 Millionen Barrel pro Tag bis zum
Fahre 1985, zu einer Anhebung des in unserem Lande zu niedrigen ölpreises
auf den Weltmarktpreis, um von einer Verschwendung abzuhalten.
Wir und die Kanadier haben die für uns bestehende Notwendigkeit anerkannt, für eine gewisse Voraussagbarkeit und Zuverlässigkeit hinsichtlich
der Lieferung von Kernbrennstoffen an andere Nationen Sorge zu tragen, wie
es einem gemeinsamen Bekenntnis gegen eine Weiterverbreitung von Kernsprengstoffen und der Einhaltung der internationalen Sicherheitsbestimmungen
angemessen ist.
Die Inflation ist für uns alle ein Anliegen gewesen, und wir haben

- 2 -

�und haben unsere Pläne gemacht, um mit dieser die ganze Welt bedrohenden
Gefahr fertig zu werden.
Das ist ein Zeitpunkt, da wir uns auch unserer Stärke und Stabilität
bewußt geworden sind.

Die Segnungen des Friedens und unsere Hoffnung be-

stehen darin, daß wir bei der Analyse temporärer Probleme, mit denen wir
erfolgreich fertig zu werden suchen - daß wir dabei

niemals den Blick für

die Grundlage gemeinsamer Zielsetzungen verlieren dürfen, die uns In einem
erfolgreichen Bemühen in den freien und demokratischen Staaten der Welt
miteinander verbinden.
Wir werden nach Abschluß dieses Gipfeltreffens sorgfältig den Fortschritt
beobachten, um sicherzugehen, daß die aufrichtig und ernsthaft eingegangenen
Verpflichtungen nicht in Vergessenheit geraten oder in den kommenden Monaten
aufgegeben werden.
Ich möchte abschließend sagen, daß wir die Entwicklungsländer der Welt
nicht vergessen haben.

Wir sind vom Glück begünstigt, wir sind gesegnet

mit wirtschaftlicher, politischer und militärischer Stärke und mit einem
schönen hohen Lebensstandard für unsere eigene Bevölkerung.

Wir sind uns

der Notwendigkeit bewußt, dies mit den anderen weniger entwickelten Ländern
zu teilen, und alle die kumulativen Verpflichtungen werden sich, so meine
ich, in den kommenden Monaten sehr gut und konstruktiv auf die gesamte
Weltwirtschaft auswirken.
Ich persönlich bin überzeugt, daß die kraftvolle Erklärung über die
Bekämpfung der Luftpiraterie und des Terrorismus allein schon die gesamte
Vorbereitung und Durchführung dieses Gipfels wert gewesen wäre.

Wir sind

entschlossen, daß diese Verpflichtung individuell und kollektiv durchgeführt
wird.

Und unsere Außenminister sind unmittelbar angewiesen worden, un-

verzüglich mit anderen Ländern in der Welt in Kontakt zu treten, um sie
zu ermutigen, sich uns bei diesem wesentlichen und,wie ich glaube, angemessenen Schritt zur Verhinderung von künftigen Flugzeugentführungen

- 3 -

�•

Flugzeugentführungen anzuschließen.
Ich verlasse diese Gipfelkonferenz mit dem Entschluß, unsere Zielsetzungen durchzuführen, unsere gemeinsamen Diskussionen und ständigen
Konsultationen fortzusetzen,sowie mit einem neuen Gefühl der Zuversicht.
Es war dies ein sehr erfolgreiches Zusammentreffen. Die Vorbereitung
dazu war sehr instruktiv und erzieherisch,und die glänzende Art in der
Bundeskanzler Schmidt den Vorsitz führte, hat zur Gewährleistung des Erfolges beigetragen.

+ + + + +

- 4 -

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18

19. Juli 1978

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS BEI SEINER RÜCKKEHR NACH WASHINGTON

WASHINGTON - (AD) - Nach der Rückkehr von seinem Staatsbesuch in
der Bundesrepublik Deutschland und Berlin vom 13. bis 15. Juli 1978 und
dem Bonner Weltwirtschaftsgipfel am 16. und 17. Juli 1978 gab Präsident Jimmy
Carter am Abend des 17. Juli (Ortszeit) in Washington folgende Erklärung ab:
Als ich mich weit weg von zuhause in Westdeutschland befand, mußte
ich immer an zwei grundlegende Dinge denken.
die Freiheit der westlichen Welt.

Das eine ist die Stärke und

Ich habe den Menschen in Bonn, Frankfurt

und in ganz Westdeutschland erklärt, daß ihre Sicherheit unsere Sicherheit
ist, weil wir wissen, daß die Verteidigung der Vereinigten Staaten selbst
von der Stärke des NATO-Bündnisses abhängt.
Wir haben 300 000 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte in Europa
stehen - im Marinekorps, in der Luftwaffe, in der Marine und in der Armee.
Ich konnte einige dieser Soldaten besuchen, persönlich mit ihnen sprechen,
mit ihren Familienangehörigen sprechen. Sie dienen dort unter großen
persönlichen Opfern, aber sie wissen, wofür sie da sind. Sie wissen, warum

Postfach 20 03 OO
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�•

warum sie dieses Opfer bringen.

Sie stehen nicht nur dort, um Territorium

zu verteidigen, sondern um den Geist der Freiheit zu verteidigen.

Wir er-

lebten eine Demonstration dieses Geistes während eines sehr erregenden Besuches in Westberlin - einer freien Stadt, die als Insel der Freiheit bezeichnet werden könnte.

Als ich durch die Straßen fuhr, gab es überwältigende

Beweise der Freundschaft - eine Demonstration, daß die Berliner, die Deutschen,
die Europäer den Wert unserer Partnerschaft kennen.
Die Eindrücke, die mir in diesen erregenden Augenblicken durch den
Kopf gingen, so meine ich, waren, daß wir uns selbst durch die Werte definieren, zu deren Verteidigung wir Opfer zu bringen bereit sind, und daß
die Werte, die wir in Europa verteidigen, uns Amerikaner alle wirklich
mit Stolz erfüllen können.
Die zweite grundlegende Sache ist die Interdependenz in der Welt
der Wirtschaft.

Ich traf mit den Führern von sechs anderen großen Nationen

zusammen, um zu versuchen, ein besseres Leben für die Bevölkerung unseres
eigenen Landes, einen höheren Lebensstandard, mehr Arbeitsplätze, niedrigere
Preise für unsere Verbrauchsgüter zu erreichen.
Ich kann Ihnen in aller Offenheit sagen, daß unsere Verbündeten in
anderen Ländern bereit sind, wirtschaftliche Opfer zu unser aller Wohl zu
bringen, damit wir unsere eigenen Erzeugnisse besser verkaufen und auf
diese Weise vielleicht mehr Arbeitsplätze für die Menschen in unserem Lande
schaffen können.
Wir haben auch Zusagen gemacht, die ich einzuhalten gedenke - die
Inflation niedrig zu halten und dem größten Einzel anliegen anderer zu entsprechen, und das ist die übermäßige Verschwendung von Energie in unserem
Lande und die übermäßige Einfuhr von ausländischem öl.
Wir sind uns über die Stärke der freien Welt im klaren.

Wir haben

einige Probleme, mit denen wir uns sehr gründlich befaßt haben.

- 2 -

Aber

�Aber insgesamt waren wir von einem Gefühl der Zuversicht getragen, der
gemeinsamen Zielsetzung, der Bereitschaft, die schwierigen Fragen ohne
Zögern und ohne Furcht anzupacken.
Wir sind uns also, um es zusammenzufassen, darüber im klaren, daß
die Freiheit unbezahlbar ist. Wir sind uns darüber im klaren, daß unser
eigenes Wohlergehen in unserem Lande von der Partnerschaft abhängt, deren
wir uns mit wunderbaren Verbündeten in der ganzen Welt erfreuen.
Es war eine gute Reise.
zu vertreten.

Ich war stolz, die größte Nation der Erde

Und wir sind froh, wieder zuhause zu sein.

Ich danke Ihnen sehr.

+ + + + +

- 3 -

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&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Mondales und Carters vor dem Abflug nach Bonn&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bundeskanzler Schmidt und Präsident Carter vor der Presse in Bonn&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Jimmy Carters zur Verurteilung von Schtscharanski&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters vor dem Bonner Rathaus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tischrede Präsident Carters im Brühler Schloss&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache des Präsidenten vor deutschen und amerikanischen Soldaten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters auf dem Römerberg in Frankfurt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters am Luftbrückendenkmal in Berlin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Town Meeting Präsident Carters mit Bürgern in der Berliner Kongresshalle&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Carters zum Abschluss des Weltwirtschaftsgipfels&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Carters bei seiner Rückkehr nach Washington</text>
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