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                  <text>Information
und
P M {•jiiTTiuii

3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

3. Mai 1978

11
INHALT

DOKUMENTATION
Außenminister Vance verhandelte über SALT in Moskau
- Wortlaut der Abflugerklärung und des amerikanisch-sowjetischen
Kommuniques Rede von Außenminister Vance vor der CENTO-Konferenz in London
- Wortlaut WIRTSCHAFT
Pressekonferenz von US-Finanzminister Blumenthal in Mexiko-Stadt
- Auszüge HINTERGRUNDMATERIAL
Tokio-Runde in der entscheidenden Phase
- Carter Administration will zu liberalen Handelsvereinbarungen gelangen WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Planstellen an US-Universitäten ständig erweitert
Glasleiter mit hoher Festigkeit
Urkontinent - vor 500 Millionen Jahren entstanden

Um Übcr/endung von
ßelcgeKemplaren wird
gebeten

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Telex:08-85432

�a

1

i

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

11

3. Mai 1978

AUSSENMINISTER VANCE VERHANDELTE ÜBER SALT IN MOSKAU
Wortlaut der Abflugerklärung und des amerikanisch-sowjetischen Kommuniques

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister Cyrus Vance hat
vom 20. bis 22. April.1978 in Moskau mit seinem sowjetischen Kollegen
A.A. Gromyko und Parteisekretär Breschnew über ein zweites Abkommen über
die Begrenzung der strategischen Rüstungen (SALT) verhandelt.

Nach seiner

Rückkehr und einem ausführlichen Gespräch mit Präsident Jimmy Carter erklärte Vance am 24. April vor der Presse in Washington, es sei bedeutsam,
daß Breschnew in einer Erklärung nach den Gesprächen in Moskau betont habe,
"daß beide Seiten zusammenarbeiten müssen, um zu einem Abkommen zu gelangen."

Er, Vance, habe dem Präsidenten gesagt, daß die Gespräche "nütz-

lich" gewesen seien und daß "einiger Fortschritt" erzielt worden sei.
Vor seinem Abflug in Moskau am 23. April 1978 hatte Außenminister Vance
folgende Erklärung abgegeben:
"Als erstes möchte ich Präsident Breschnew und Außenminister Gromyko
für ihre herzliche Gastfreundschaft und für den freundlichen und konstruktiven Geist danken, mit dem sie zu unseren Zusammenkünften kamen.

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�kamen.
Ich möchte in meiner Eigenschaft als Außenminister ein persönliches
Wort der Anerkennung für Minister Gromyko hinzufügen.

Mit seinen gründ-

lichen Kenntnissen der beruflichen Praxis des diplomatischen Geschäfts
ist ihm in unserer heutigen Welt kaum jemand ebenbürtig.

Er vertritt

die Interessen seines Landes mit großem Können, großer Intelligenz und
einem in jahrzehntelanger Erfahrung abgeklärten Geist.
Unsere Treffen waren nützlich und konstruktiv.

Das Gefüge des

Friedens, den wir alle wollen, muß, wenn es dauerhaft sein soll, Stein
um Stein in sauberer Arbeit und mit realistischen Schritten aufgebaut
werden.
Wir haben auf unseren Zusammenkünften einigen Fortschritt zu einem
SALT-Abkommen erzielt, und wir hoffen, diese Bemühungen in nachfolgenden
Treffen weiter voranzutreiben. Es gibt keiheiwichtigere Aufgabe für die
Nationen der Welt als diese entscheidend wichtige Anstrengung, ein Gefühl der Vernunft in die Regelung des militärischen Wettstreits, vor
allem hinsichtlich der strategischen Waffen, zu bringen.
Wir haben, wie ich meine, auch einigen Fortschritt auf dem Wege zu
einer besseren Erkenntnis der Probleme erzielt, um die es in den bilateralen
Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten geht.
Wir sind hinsichtlich dieser Probleme realistisch, und wir wissen, daß
sie nicht durch Erklärungen aus der Welt geschafft werden können, sondern
daß sie weiterhin praktische Maßnahmen und kontinuierliche Anstrengungen
erfordern werden. Wir haben die Absicht, an diesen Problemen mit Entschlossenheit zu arbeiten - aus der Erkenntnis heraus, daß die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten ein zentraler
Faktor für Frieden und Stabilität in der Welt sind."
Das am

�Das am 22. April 1978 um 2200 Uhr (Ortszeit) in Moskau veröffentlichte
gemeinsame amerikanisch-sowjetische Kommunique hat folgenden Wortlaut:
"Der amerikanische Außenminister Cyrus Vance stattete Moskau vom
20. bis 22. April einen Besuch ab.

Er wurde von dem Generalsekretär der

KPdSU und Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets, L.I. Breschnew,
empfangen und hatte mehrere Zusammenkünfte mit A.A. Gromyko, Mitglied
des Politbüros der KPdSU und Außenminister der UdSSR.
Es fand ein Meinungsaustausch über wichtige Fragen der amerikanischsowjetischen Beziehungen und auch über bestimmte internationale Probleme
von beiderseitigem Interesse für die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion statt.
Im Verlauf der Verhandlung wurde der Entwicklung und Verwirklichung
weiterer Maßnahmen, die auf die Verhütung eines Nuklearkrieges und die
Begrenzung der Rüstungen abzielen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
In diesem Zusammenhang fanden nützliche und gründliche Erörterungen
hinsichtlich der Vorbereitung eines neuen Abkommens über die Begrenzung
offensiver strategischer Waffen statt. Als Ergebnis war eine Annäherung
der Standpunkte der Beteiligten in einigen der verbleibenden ungelösten
Fragen zu verzeichnen.
Beide Seiten brachten die Absicht zum Ausdruck, intensiv am Abschluß
eines Abkommens über die Begrenzung offensiver strategischer Waffen zum
frühestmöglichen Zeitpunkt zu arbeiten.

Es wurden auch andere Rüstungs-

begrenzungsverhandlungen erörtert, und beide Seiten kamen ausdrücklich
überein, gemeinsam mit Großbritannien weiterhin am möglichst raschen Abschluß eines Abkommens über ein volles und umfassendes Verbot von Kernwaffenversuchen zu arbeiten.
Beide Seiten

�Beide Seiten unterstrichen die große Bedeutung, die sie einem Fortschritt in den Verhandlungen über die beiderseitige Reduzierung von
Streitkräften und Rüstungen in Mitteleuropa beimessen.
Während der Gespräche über Rüstungsbegrenzungsfragen führten die
Beteiligten auch einen Meinungsaustausch über die kommende Sondersitzung
der Vollversammlung (der Vereinten Nationen) über Abrüstung.
Es wurde vereinbart, die Gespräche über die in Moskau behandelten
Fragen fortzusetzen.
An den Gesprächen waren unter anderem beteiligt:
Auf amerikanischer Seite: der amerikanische Botschafter in der
Sowjetunion, Malcolm Toon; der Direktor der amerikanischen Behörde für
Rüstungskontrolle und Abrüstung, Paul C. Warnke; Botschafter Ralph Earle II,
wechselweise Vorsitzender der amerikansichen SALT-Delegation; Leslie H. Gelb,
Direktor der Abteilung für politisch-militärische Angelegenheiten im
amerikanischen Außenministerium; Botschafter Marshall D. Shulman, Sonderberater des amerikanischen Außenministers, und Renald Bartholomew vom
Stab des Nationalen Sicherheitsrates;
auf sowjetischer Seite: Marschall der Sowjetunion N.V. Ogarkow,
Chef des Generalstabes der sowjetischen Streitkräfte und Erster Stellvertretender Verteidigungsminister der UdSSR; die Stellvertretenden Außenminister G.M. Kornijenko und V.S. Semenow und der sowjetische Botschafter
in den Vereinigten Staaten, A.F. Dobrynin."

+ + + + +

�Dokumentation
International Communication Agency
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11

3. Mai 1978

REDE VON AUSSENMINISTER VANCE VOR DER CENTO-KONFERENZ IN LONDON
- Wortlaut -

LONDON - (AD) - Der amerikanische Außenminister Cyrus Vance hat am
19. April 1978 in einer Rede vor der Ministerkonferenz der ZentralpaktOrganisation (CENTO) in London die Friedensbemühungen der Vereinigten
Staaten in Afrika, im Nahen Osten, im östlichen Mittelmeer und im
Persischen Golf erläutert. Der CENTO gehören Großbritannien, der Iran,
Pakistan, die Türkei und die USA - als Mitglied verschiedener Ausschüsse an.
Die Rede des Außenministers, die im Hinblick auf die anschließende
Reise nach Moskau besondere Beachtung fand, hat folgenden Wortlaut:
Ich freue mich, hier vor Ihnen sprechen zu dürfen.
Als erstes möchte ich Ihnen und Ihren Regierungen danken, daß sie
einer Verlegung des Konferenzortes (nach London) zugestimmt haben. Ich
hoffe, daß diese Änderung in letzter Minute Ihnen keine all zugroßen Ungelegenheiten gebracht hat. Ober die Dankbarkeit für die Gastfreundschaft

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Gastfreundschaft hinaus möchte ich Ihrer Majestät Regierung für ihre
wirkungsvolle Rolle bei so vielen gemeinsamen politischen Tätigkeiten
und Initiativen, einschließlich unserer gemeinsamen Verpflichtung zur
CENTO, danken.
Ich möchte mich ferner der sehr herzlichen Begrüßung unseres neuen
Generalsekretärs anschließen und ihm bei seinen wichtigen Aufgaben großen
Erfolg wünschen.

Ebenso möchte ich unseren hochverehrten Kollegen, den

türkischen Außenminister, herzlich begrüßen.
Diese Ministertagung bekräftigt erneut die Verpflichtung der CENTOMitglieder zu anhaltenden und wichtigen gemeinsamen Interessen. Die
Vereinigten Staaten bleiben wie in der Vergangenheit dem zentralen Ziel
der CENTO verpflichtet: dem Schutz der Unabhängigkeit und der territorialen
Integrität der Mitgliedstaaten. Mein Land bleibt ebenso verpflichtet,
mit jedem Ihrer Länder in einer Reihe kritischer Fragen zusammenzuarbeiten,
die von besonderem Interesse für die CENTO-Mitglieder sind, da sie einen
direkten oder indirekten Einfluß auf die Stabilität und die Sicherheit
der CENTO-Region haben.
Darf ich kurz einige dieser Themen hier mit Ihnen erörtern:
- unsere Verteidigungspolitik,
- den Nahne Osten,
- Afrika,
- das östliche Mittelmeer,
- den Persischen Golf und
- weltweiter wirtschaftlicher Fortschritt.
Die Vereinigten Staaten haben kürzlich eine große Überprüfung ihrer
nationalen Verteidigungsstrategie abgeschlossen. Die aus dieser Studie
resultierenden Richtlinien wurden zum erstenmal vor einem Monat dargelegt,

- 2 -

�dargelegt, als Präsident Carter vor der Wake Forest-Universitä't sprach.
Sie sind wert, heute hier wiederholt zu werden:
"Wir werden gemeinsam mit unseren Verbündeten und Freunden", so
erklärte der Präsident, "gegen jede uns bedrohende Macht durch eine
Kombination von Truppen, politischen Bemühungen und wirtschaftlichen
Programmen ein Gegengewicht schaffen.

Wir werden es nicht dulden, daß

irgendeine Nation die militärische Überlegenheit uns gegenüber erlangt.
Wir werden die Mitarbeit der Sowjetunion und anderer Nationen bei
der Verminderung der Spannungsbereiche anstreben. Wir wünschen nicht,
militärisch in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzugreifen
oder regionale Konflikte zu verstärken, und wir werden uns auch der
Intervention anderer widersetzen.
Während wir unsere militärische Kapazitäten aufrechterhalten,
werden wir durch verläßliche und verifizierbare Rüstungskontrollvereinbarungen, wo immer solche möglich sind, Sicherheit anstreben."
Diese die Grundsätze der amerikanischen Politik darlegende Erklärung
geht über die Sorge um unsere eigene militärische Stärke hinaus - sie
verweist auf unsere Bereitschaft, im Verein mit anderen auf das Zustandekommen einer friedlicheren und stabileren Welt hinzuarbeiten. Das ist
auch der Grund, warum die Assoziation meines Landes mit der ZentralpaktOrganisation (CENTO) für uns von so fundamentaler Bedeutung ist.
Während wir unsere militärische Stärke beibehalten, arbeiten wir
zugleich auf zahlreichen Gebieten für den Frieden. Diese Probleme
bleiben für uns als Aufgaben, die direkt und in Gemeinsamkeit angepackt
werden müssen. Die Tatsache, daß sie in diesem Jahr auf unserer Tagesordnung stehen, zeigt schließlich die ganze Komplexität - und läßt die
Schwierigkeiten ahnen, denen wir uns bei der Bemühung um ihre Lösung

- 3 -

�Lösung gegenüberstehen werden. Aber in jedem Falle steht derart viel
auf dem Spiel, daß wir einfach alles tun müssen, um den Parteien bei
ihrem Disput zu helfen, gerechte Lösungen zu finden.
Ein gerechter und dauerhafter Friede im Nahen Osten ist auch heute
noch von entscheidender Bedeutung für die Vereinigten Staaten und die
übrige Welt.

Das vergangene Jahr hat einigen Fortschritt gebracht.

In

Zusammenarbeit mit den Parteien waren wir imstande, von allgemeinen
Konzepten zu einer präziseren Bestimmung der eigentlichen Interessenund Konfliktsgebiete zu gelangen, über die es zu einer Obereinkunft kommen
muß.

Wir haben gesehen, wie sich die Kluft verengte, und mit dem historischen

Besuch von Präsident Sadat in Jerusalem erlebten wir die erste Aufnahme
direkter Kontakte zwischen Ägypten und Israel. Wir unterstützen die
Kontakte mit allem Nachdruck - und wir werden auch weiterhin die Parteien
ermutigen und unterstützen, ihre noch offensthende Probleme zusammen
zu lösen.
Wir sind auch weiterhin überzeugt, daß drei grundsätzliche Dinge
angepackt werden müssen, wenn eine dauerhafte Lösung erzielt werden
soll. Erstens: ein wahrer Friede, der sich auf normalen Beziehungen
zwischen den Parteien gründet; zweitens: Rückzug Israels auf allen
Fronten aus den im Jahre 1967 besetzten Gebieten und ein von allen Parteien
getragenes Abkommen über sichere und anerkannte Grenzen gemäß den Resolutionen 242 und 338 der Vereinten Nationen; und drittens: eine gerechte Lösung des Palästinenserproblems in all seinen Aspekten. Diese
Lösung muß die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes anerkennen
und es den Palästinensern ermöglichen, an der Entscheidung über ihre
eigene Zukunft beteiligt zu sein.
Dies sind komplexe und schwierige Fragen.

Der auf dem ersten

Gebiet erzielte Fortschritt blieb unglücklicherweise auf den beiden
anderen Gebieten noch aus.

Dennoch bleiben die Vereinigen Staaten auch

- 4 -

�auch weiterhin der Kontinuität des Friedensprozesses verpflichtet.
Staatsmännische Kunst und Beharrlichkeit werden einen Kompromiß erbringen und der Kompromiß wird den Weg zu einer Lösung des Konflikts öffnen.
Eines ist klar: wenn der Friedensprozess auf seinem toten Punkt beharrt,
wird die Regression zum Konflikt schwer aufzuhalten sein - was für uns
alle die schwerwiegendsten Konsequenzen mit sich bringt.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin den Parteien helfen
und sie bei der Überwindung ihrer Differenzen unterstützen. Wir sind
nicht gewillt, eine historische Gelegenheit zur Erreichung eines gerechten und dauerhaften Friedens entgleiten zu lassen, wenn sie sozusagen schon in unserem Griff liegt.
Ein anderes Gebiet, das uns alle mit großer Besorgnis erfüllt, ist
Afrika. Wir sind tief betroffen darüber, daß die Sowjetunion und Kuba
nicht gewillt sind, das von den afrikanischen Nationen immer wieder
erklärte Grundprinzip anzuerkennen, daß sie ihre eigenen Probleme ohne
den Einsatz fremder Gewalt lösen können. Die Anwesenheit einer großen
Zahl von kubanischen Streitkräften und von sowjetischem Personal im Hörn
von Afrika fördert die Stabilität nicht.
Die Vereinigten Staaten treten mit Nachdruck für die territoriale
Integrität aller Staaten dieser Region ein, einschließlich insbesondere
von Äthiopien, Tschibuti, Somalia und Kenia. Wir sind für den Abzug
aller ausländischen Truppen aus Äthiopien und für eine friedliche Regelung
des Eritrea-Konflikts. Es besteht für uns kein Zweifel, daß - wenn die
Eritrea-Frage mit Gewaltanwendung durch ausländische Truppen entschieden
wird - das Blutvergießen und die Leiden immer größer werden und eine dauerhafte Lösung nicht gefunden werden wird, daß aber die Spannungen in der
Region nur noch weiter anwachsen werden.
Nachdem sich jetzt die Streitkräfte Somalias aus dem Ogaden zurückgezogen haben und die territoriale Integrität Äthiopiens nicht gefährdet

- 5 -

�gefährdet ist, besteht kein legitimer Grund für die Beibehaltung ausländischer Kampftruppen in diesem Land.

Wir werden uns weiterhin aktiv

mit Ihnen darüber beraten, auf welche Weise wir zusammenarbeiten können,
um die Spannungen im Hörn von Afrika zu vermindern und die Anstrengungen
der Organisation für Afrikanische Einheit zu unterstützen.
Im südlichen Afrika hat mein Land eng mit Großbritannien, den
Nationen dieses Gebietes und anderen zusammengearbeitet, um dabei zu
helfen, einen raschen und fairen Übergang zur Unabhängigkeit und zur
Herrschaft der Mehrheit ohne weiteres Blutvergießen in Rhodesien und
Namibia zustandezubringen.
Außenminister Owen und ich haben soeben Gespräche über das RhodesienProblem mit der Patriotischen Front und den Parteien in Salisbury zum
Abschluß gebracht.

Wir sind überzeugt, daß wir die Tür zu Verhandlungen

offenhalten müssen. Andernfalls bleibt den Parteien keine andere Lösung
als die Eskalation des Konflikts mit der Gefahr einer wachsenden Einmischung von außen.

Die Frontstaaten und Nigeria haben eng mit uns zu-

sammengearbeitet.
Nach meiner Überzeugung hat sich unsere jüngste Reise nach Afrika
gelohnt. Die Patriotische Front hat zwar nicht alle anglo-amerikanischen
Vorschläge akzeptiert, sie hat sich jedoch zur Teilnahme an Gesprächen
bereiterklärt, bei denen alle Parteien vertreten sein würden.
Einen echten Fortschritt gab es auch in bezug auf Fragen, die für
die Gewährleistung freier und fairer Wahlen von zentraler Bedeutung sind;
so fand die Beteiligung der Vereinten Nationen bei der Aufrechterhaltung
des Friedens und der Beobachtung der Wahlen allgemeine Zustimmung, und
es wurde auch - vorbehaltlich einer Übereinkunft über andere Fragen akzeptiert, daß ein neutraler Bevollmächtigter die Exekutivgewalt auf
den Gebieten der Verteidigung und der inneren Sicherheit ausüben sollte.

�ausüben sollte.
Unsere Gespräche in Salisbury und Pretoria waren zumindest so positiv,
wie wir es gehofft hatten.

Südafrika scheint zu verstehen, wie wichtig

es ist, rasch zu einer international annehmbaren Lösung zu gelangen, die
den Frieden bringen wird.

Und während die Parteien in Salisbury vor

unserem Besuch erklärt hatten, sie würden eine Allparteien-Konferenz
ablehnen, sind sie nunmehr gewillt, sie ernsthaft in Erwägung zu ziehen.
Zumindest einige sehen ein, daß sie ihrer Position in der internationalen
Gemeinschaft weiteren Schaden zufügen würden, wenn sie die Tür zu Verhandlungen zuschlagen, und daß es für sie schwierig sein würde, zu einem
Waffenstillstand zu kommen, der für die Abhaltung von freien und fairen
Wahlen so außerordentlich wichtig ist.
Unser Hauptanliegen ist es, zu einer Lösung für alle Parteien zu
kommen, durch die der Konflikt beendet wird. Wir halten auch weiterhin
an den anglo-amerikanischen Vorschlägen als einer brauchbaren Grundlage
für eine Lösung fest. Wir sind auch weiterhin bemüht, die Parteien zu
Gesprächsrunden zusammenzubringen.
In unseren Gesprächen über das Namibia-Problem mit den Südafrikanern
fand die Wichtigkeit einer international akzeptablen Lösung Anerkennung.
Die Südafrikaner ersuchten um Klärung verschiedener Vorschläge der Kontaktgruppe. Außenminister Owen und ich erklärten uns bereit, diese Angelegenheiten mit unseren Kollegen in der Kontaktgruppe zu erörtern und eine
rasche Antwort zu geben, damit sich sowohl Südafrika wie die Swapo bald
zu den Vorschlägen der Kontaktgruppe äußern könnten. Eine faire Lösung
in Namibia würde mehr bewirken, als nur die Bevölkerung dieses Gebietes
zu schützen. Sie würde darüber hinaus dazu beitragen, im südlichen Afrika
ein Gefühl des Fortschritts zu etablieren, das für unsere Anstrengungen
in Rhodesien hilfreich sein könnte.
Was ein

�Was ein anderes wichtiges regionales Problem - die Zypernfrage betrifft, so steht mein Land auch weiterhin fest dazu, den Parteien und
dem Generalsekretär der Vereinten Nationen in ihrem Bemühen um eine
Zypernlösung zu helfen, die es den beiden zypriotischen Gemeinschaften
ermöglicht, friedlich miteinander innerhalb einer unabhängigen und
souveränen Nation zu leben.

Wir halten an diesem Ziel fest, weil ein

geteiltes Zypern auch weiterhin ein Hemmnis für gute Beziehungen zwischen
zwei wichtigen Freunden und Verbündeten - der Türkei und Griechenland
sein würde.

-

Wir sind auch besorgt wegen der ungelösten menschlichen Probleme,

die die gegenwärtige Teilung mit sich bringt.
Die Vereinigten Staaten sehen beide - die Türkei und Griechenland als wesentlich für die kollektive Selbstverteidigung der freien Welt an.
Die Vereinigten Staaten versichern, daß sie die entschlossensten Anstrengungen unternehmen werden, um ihre Bindungen in diesem lebenswichtigen
Gebiet, das für die langfristigen Interessen sowohl der CENTO als auch
der NATO so entscheidend ist, zu verstärken.
Wir bleiben auch weiterhin auf stärkste an der Sicherheit im Gebiet um den persischen Golf interessiert. Die besondere Bedeutung dieses
Gebietes wird unterstrichen durch das immer stärkere Angewiesensein der
Welt auf die dortigen Energiequellen und die wachsende Rolle, die die
Staaten um den persischen Golf bei der Förderung der Stabilität und
Prosperität anderer Gebiete zu übernehmen haben. Die Vereinigten Staaten
messen ihrer Beziehung zum Iran - einem CENTO-Partner - und zu SaudiArabien sowie den anderen GolfStaaten große Bedeutung zu.
Der durch seine ständig wachsende Wirtschafts- und Verteidigungsstärke gefestigte Iran bleibt als ein strategischer Partner innerhalb
des Rahmens der CENTO von fundamentaler Bedeutung. Der Iran spielt
ferner eine außerordentlich wertvolle Rolle bei der Förderung des regionalen Fortschritts und der regionalen Sicherheit.

Auch

�Auch Pakistan kann viel zur Stabilität der Region beitragen.

Wir

haben auf seine bemerkenswerte Rolle bei der Normalisierung der Beziehungen
zwischen den Ländern des südasiatischen Subkontinents hingewiesen.
Wenn eine rasche Lösung der Streitfragen selbstverständlich das
vordringlichste Ziel unserer diplomatischen Anstrengungen zu sein hat,
so sind wir uns doch bewußt, daß Friede und Stabilität, die wir anstreben,
uns letztlich entgleiten werden, sofern wir nicht gewillt sind, im Verein
mit anderen den globalen wirtschaftlichen Fortschritt zu fördern.
Wir haben unsere Bereitschaft bekundet, in Zusammenarbeit mit anderen
für einen verstärkten Kapitalfluß in die Entwicklungsländer, für den Aufbau eines faireren und offeneren Welthandel Systems einzutreten und darauf
hinzuwirken, die gefährlichen Fluktuationen bei den Rohstoffpreisen zu
dämpfen und die technologischen Fähigkeiten der Entwicklungsländer zu
festigen. Den einzelnen Zielen dieser Politik gehen wir auf bilateralen
und multilateralen Wegen nach.
Wir sind überzeugt, daß eine auf die Förderung der wirtschaftlichen
Fairness und Gerechtigkeit ausgerichtete Politik in enger Verbindung mit
den Aussichten für einen volleren Schutz der politischen Menschenrechte
steht. Mein Land wird weiterhin mit anderen zusammenarbeiten, die davon
überzeugt sind, daß gemeinsame Sicherheit - so sehr sie auch von einer
starken Verteidigung abhängt - doch genau so gegründet sein muß auf einem
mit Weitblick verfolgten Streben nach wirtschaftlicher und politischer
Gerechtigkeit.
Die Welt befindet sich in einem Wandel.
und schwieriger.

Diplomatie wird komplexer

Die Zahl der zu behandelnden Fragen wächst.

In immer

stärkerem Maße kann keine Nation auf sich allein gestellt ihre Probleme
lösen.

In einer solchen Welt werden die engen Beziehungen und die Zu-

sammenarbeit unter den Nationen, wie sie in diesem Raum vertreten sind,

- 9 -

�sind, um so bedeutsamer. Unsere Sicherheit hängt nicht nur von unserem
gegenseitigen Vertrauen und der militärischen Stärke, sondern auch von
unserer Fähigkeit ab, bei der Bewältigung der Probleme, die uns alle angehen, zusammenzuarbeiten.

+ + + + +

- 10 -

�Wirt/choft
International Communication Agency
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11

3. Mai 1978

PRESSEKONFERENZ VON US-FINANZMINISTER BLUMENTHAL IN MEXIKO-STADT
- Auszüge -

MEXIKO-STADT - (AD) - Der amerikanische Finanzminister W. Michael
Blumenthal hat am 30. April 1978 zum Abschluß der Tagung des Interimsausschusses des Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut eine Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums als Voraussetzung für eine
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und eine Steigerung der Wirtschaftsfähigkeit in den Entwicklungsländern bezeichnet. Der Interimsausschuß,
dem 20 wichtige Länder angehören, hat in einem ebenfalls am 30. April
veröffentlichten Kommunique erklärt, die Entwicklung der Weltwirtschaft
sei in den wichtigen Bereichen - vor allem, was den Wiederaufschwung
nach der Rezession von 1974-75 anbetrifft - unzureichend. Ferner wird
auch vor einem Erstarken des Protektionismus gewarnt.
Die Ausführungen von Finanzminister Blumenthal in Mexiko-Stadt haben
im wesentlichen folgenden Wortlaut:
"Hinsichtlich der Weltwirtschaft wurde bei dem Meinungsaustausch

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�Meinungsaustausch und bei dem Verständnis der Probleme der verschiedenen
Länder ein guter Fortschritt erzielt.

Es herrschte allgemein das Gefühl,

daß ein Problem unbefriedigender Wachstumsraten und hoher Arbeitslosigkeit
in der Welt besteht sowie ein schwer zu lösendes Problem der Inflation - ein
allgemeines Gefühl, daß die Forderungen nach Protektionismus immer stärker
werden, wenn es nicht gelingt, diese Faktoren unter Kontrolle zu bringen.
Diese Auffassung haben auch wir vertreten und unterstrichen, daß

die

Multilateralen Handelsverhandlungen in Genf daher eine besondere Bedeutung
erlangen.
Wir fanden ein ermutigendes Maß an Unterstützung für unseren Standpunkt, daß, was die Vereinigten Staaten angeht, wir uns mit den grundlegenden Fragen befassen mußten.

Was die Inangriffnahme dieser Fragen durch

Präsident Carter in seiner Erklärung vom 11. April sowohl bezüglich des
Anti-Inflationsprogramms als auch der Wichtigkeit der Verabschiedung des
Energieprogramms angeht, so erhielten wir viel Unterstützung und Ermutigung.
Der Energie wurde ohne Frage viel Aufmerksamkeit geschenkt, und ich möchte
sagen, daß es sich hier um eine wichtige Sache handelt, die sehr viel zur
Stabilität und zum Wachstum in der Welt sowie zur Stabilität der Wechselkurse in der Zukunft beitragen wird.
Ich war durch die Tatsache ermutigt, daß man sich allgemein darüber
einig ist, daß die Intervention auf den Devisenmärkten nicht der Weg
zur Stabilität ist; daß man an die grundlegenden Dinge herangehen muß;
daß unter bestimmten Umständen - um Marktunordnungen zu begegnen - die
Intervention angebracht ist; daß jedoch unser Gesamtfortschritt grundsätzlich von so grundlegenden Dingen wie der Bekämpfung der Inflation,
einer geeigneten nicht-inflationären Wachstumspolitik im eigenen Lande
bestimmt werden wird.
Generell gesehen waren wir ermutigt, daß an diesem Punkt die meisten
Länder die Gesamtsumme der von uns unternommenen Anstrengungen, um unseren

- 2 -

�unseren Beitrag zu einer größeren Stabilität der Wechselkurse zu leisten,
anerkannten und billigten.

Einige Länder brachten zwar ihre Besorgnis über

den Mangel an Stabilität zum Ausdruck, aber ich war von der Tatsache beeindruckt, daß eine allgemeine Übereinstimmung darüber herrscht, daß die
grundlegenden Dinge als erste kommen müssen.
Was die IWF-Fragen anbetrifft - und hier wiederum die grundlegenden
Dinge - verbanden wir sehr viel mit den geänderten Artikeln und der
Wichtigkeit, den Überwachungsmechanismus so wirksam wie möglich zu gestalten.
Ich glaube, Sie sind mit den Vorschlägen vertraut, die wir in diesem
Zusammenhang unterbreitet haben - um einen Beitrag zur Verbesserung des
Überwachungsmechanismus zu leisten, um mehr Information zu gewährleisten,
um bestimmte organisatorische Veränderungen vorzunehmen und die Ausarbeitung
bestimmter Berichte zu ermöglichen.. All diese Fragen werden eingehend
geprüft werden, und ich bin befriedigt, daß sie so gut aufgenommen wurden.
Was die Quotenerhöhungen und Zuweisungen von Sonderziehungsrechten
(SDR) angeht, so haben wir nach meiner Meinung Fortschritte gemacht, wenn
wir hier auch natürlich noch keine Entscheidungen treffen konnten.

Ich

meine, wir haben den Boden für die weitere Arbeit bereitet, so daß wir
hoffentlich im Herbst, nachdem der IWF noch einige weitere Arbeit geleistet
haben wird, versuchen können, zu einigen Entscheidungen zu gelangen
Ich glaube, das beschreibt im wesentlichen unser generelles Gefühl,
daß es sich um eine produktive Zusammenkunft gehandelt hat
Ich möchte noch ein Wort zu der sogenannten Witteveen-Fazilität sagen.
Es besteht offensichtlich ein großes Interesse, diese Fazilität ins
Leben zu rufen. In dieser Hinsicht bestand offensichtlich einiges Interesse an unserem Fortschritt, da die Witteveen-FaziHtSt ohne -eine Maßnahme
der Vereinigten Staaten nicht in Funktion treten kann. Wir erläuterten,

- 3 -

�erläuterten, daß es zunächst einige Verzögerungen gegeben habe, und wir
legten unseren Kollegen dar, daß wir jetzt über die Beschleunigung des
Fortschritts befriedigt sind und daß wir optimistisch damit rechnen, daß
die Maßnahme des Kongresses in absehbarer Zukunft, d.h. etwa in den
nächsten zwei bis drei Monaten, erfolgen wird...
FRAGE:

Herr Minister, Sie sagen, daß sich die Wachstumsrate ver-

langsamt hat und daß die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten
schwere Probleme für Ihre Wirtschaft hervorruft.

Das bedeutet doch nicht,

daß die Beiträge der Vereinigten Staaten zu internationalen Organisationen,
wie den Entwicklungsbanken, verringert werden könnten, d.h. nicht nur zu
den Entwicklungsbanken, sondern auch zum IWF?
ANTWORT: Wir sagen gegenwärtig vor dem Kongress dazu aus, und wir
arbeiten mit dem Kongress an der Bewilligung sehr beträchtlicher Mittel
für die Entwicklungsbanken - in diesem Jahr sogar mehr als im vorangegangenen
Jahr und in vielen Jahren. Es besteht also keine Absicht, diese Beiträge
zu verringern. Ebenso fordern wir für die Zusatzfinanzierungs-Fazilität die Witteveen-Fazilität - die Bewilligung eines sehr beträchtlichen Betrages...
FRAGE:

Wird die Instabilität des Dollar sich auf den Geist der

Zusammenarbeit (auf dem Gipfel in Bonn im Juli) auswirken?
ANTWORT:

Ich glaube auf der Basis der Maßnahmen, die die Vereinigten

Staaten getroffen haben, und der Zusammenarbeit, die zwischen der Bundesrepublik Deutschland und uns in dieser Hinsicht auf verschiedene Weise
existiert, wird die grundlegende Gesundheit des Dollar unterstrichen...
FRAGE:

Mr. Blumenthal, wie werden wir das Problem der unbefriedigenden

Wachstumsraten in den Griff bekommen?
ANTWORT:

�ANTWORT: Das Ziel muß offensichtlich für alle Industriestaaten
wie auch die Entwicklungsländer darin bestehen, raschere Wachstumsraten
zu erzielen, als sie im letzten Jahr üblich waren. Das ist eine Entscheidung. Die spezifischen Schritte, die die Länder ergreifen müssen,
hängen natürlich von der jeweiligen Situation ab; und das ist eine Entscheidung, die jedes Land für sich treffen muß. In einigen Fällen geht
es um erhöhte Regierungsausgaben, in anderen Fällen um Steuersenkungen,
und wieder in anderen Fällen geht es um spezifische Maßnahmen, um
strukturelle Verbesserungen vorzunehmen, die Investitionen anzuregen
und die Arbeitslosigkeit abzubauen. Ich glaube, es besteht generelle
Übereinstimmung darüber, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und
die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Erreichung höherer
Wachstumsraten erfordern, daß das Gesamtwachstumstempo in den Ländern
der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) ebenfalls beschleunigt wird.

+ + + + +

- 5 -

�11

3. Mai 1978

TOKIO-RUNDE IN DER ENTSCHEIDENDEN PHASE
Carter-Administration will zu liberalen Handelsvereinbarungen gelangen

WASHINGTON/GENF - (AD) - Die multinationalen Handelsverhandlungen im
Rahmen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) - kurz TokioRunde genannt - sind in eine entscheidene Phase getreten. Das Sekretariat
des GATT hat in einem Ende April dieses Jahres veröffentlichten Oberblick
über die Tätigkeit 1977 die Aussichten des internationalen Handels als
ungewiss bezeichnet und in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung
der Tokio-Runde hervorgehoben.
Die Multilateralen Handelsverhandlungen (MTN), die dem Abbau von
Zoll- und Handelsschranken dienen, sind im Januar 1978 in ihre siebte
Runde seit Ende des Zweiten Weltkrieges getreten.

Nachdem die als

Kennedy-Runde bezeichneten Verhandlungen von 1963 bis 1967 zu einem wesentlichen Abbau der Zölle in aller Welt und damit zu einer Liberalisierung
des Handels geführt hatten, ging man anschließend vor allem dem Problem
der nicht-zollursächlichen Handelsschranken, wie z.B. Einfuhrquoten,
restriktive Normvorschriften, Subventionen usw. zu Leibe.
Im September

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�Im September 1973 kamen die Vertreter der wichtigen Handelsnationen
der Welt in Tokio zusammen, um die neue Verhandlungsrunde offiziell zu
eröffnen, und daraus hat sich der Begriff Tokio-Runde ergeben.
Die Beteiligung und der Kurs der Vereinigten Staaten wurde durch
das amerikanische Handelsgesetz von 1974 (Trade Act of 1974) geregelt,
das Präsident Ford am 3. Januar 1975 unterzeichnete.

Das Gesetz übertrug

dem Präsidenten auf fünf Jahre die Vollmacht, bestimmte Handelsvereinbarungen
zu schließen.

So kann der Präsident beispielsweise sofort Vereinbarungen

über eine Änderung von Einfuhrzöllen in Kraft setzen und dem Kongress
Abkommen über die Beseitigung nicht-tarifärer Handelsschranken zur sofortigen
Verabschiedung vorlegen.
Wenn heute 16 Prozent der Weltproduktion in den internationalen
Handel fließen, dann ist das doppelt so viel wie zur Zeit der Gründung
des GATT vor einem Vierteljahrhundert.

Mit der wachsenden Verflechtung

und gegenseitigen Abhängigkeit der einzelnen Volkswirtschaften - was
man heute mit dem Begriff Interdependenz zum Ausdruck bringt- wächst
die Notwendigkeit, ein liberaleres und faireres Welthandelssystem zu
schaffen.
Um was geht es bei der jetzigen, entscheidend wichtigen Runde der
Multilateralen Handelsverhandlungen? Es geht um folgende Punkte:
1.

Zölle:

Es muß eine Formel für eine generelle Senkung der

Zölle mit möglichst wenigen Ausnahmen gefunden werden.
2.

Nicht-tarifäre Handelsschranken:
t
- Quantitative Begrenzungen, wie Einfuhrquoten oder restriktive

Lizenzpraktiken müssen abgeschafft oder weitgehend abgebaut werden.
- Zollbewertung, d.h. Nomenklatur und Bewertung müssen nach

- 2 -

�nach einheitlichen Regeln vorgenommen werden.
- Subventionen und Ausgleichsabgaben müssen strengen internationalen Regeln unterliegen und dürfen keinen verzerrenden Einfluß auf den
Welthandel haben.
- Normen, die hinsichtlich der Gesundheits-, Sicherheits-, Verpackungs- und Umweltschutzvorschriften usw. aufgestellt werden, sollen
einer weltweiten Vereinbarung entsprechen.
- Regierungsaufträge sollen nach vereinbarten Regeln und,
soweit möglich, ohne Diskriminierung ausländischer Produzenten vergeben
werden.
3. Schutzbestimmungen, die die Anpassung einheimischer Industriezweige mit Hilfe temporärer Importbeschränkungen ermöglichen, sollen revidiert werden.
4. Agrarhandel - mit den drei Untergruppen Fleisch, Getreide und
Molkerei Produkte - bedarf einer eingehenden Analyse und der Liberalisierung und Stabilisierung.
5.

Tropische Erzeugnisse sollen nach spezieller Vereinbarung einer

Sonderbehandlung zugunsten der Entwicklungsländer unterliegen.
6.

Sektorale Behandlung soll Liberalisierungsabkommen auf bestimmten

Erzeugerbereichen ermöglichen.
7.

Verbesserung des Handeslrahmens soll durch eine klarere For-

mulierung der Regeln für den internationalen Handel dafür sorgen, daß
Entwicklungsländer einen besseren Zugang zu den Märkten finden, daß
Fragen des Zahlungsbilanzausgleichs leichter gelöst und daß Streitfragen

- 3 -

�Streitfragen beigelegt werden können.
In der Erklärung von Tokio heißt es ausdrücklich, daß die Verhandlungen als Ganzes gesehen werden sollen und daß auf allen Teilbereichen
gleichzeitig Fortschritte erzielt werden sollten.
Auf dem Wirtschaftsgipfel in London im Mai 1977 haben sich die
Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten ausdrücklich zu dem Ziel eines offenen internationalen Handelssystems und
zu einer maximalen Liberalisierung des Handels - als Aufgabe für die
Multilateralen Handelsverhandlungen - bekannt.

Im Juli vorigen Jahres

haben der Sonderbeauftragte Präsident Carters für Handelsverhandlungen,
Botschafter Strauss, und die EG-Kommissare Jenkins, Haferkamp, Gundelach
und Davignon in Brüssel nach ausführlichen amerikanisch-europäischen Beratungen einem Verfahren und einem Zeitplan zugestimmt, die der TokioRunde neuen Auftrieb gegeben haben.
Sicherlich wird es schwierig sein, in all den genannten Fragen und
Problemen eine völlige Übereinstimmung aller Beteiligten zu finden.
Die weltweiten wirtschaftlichen Schwierigkeiten - und auch die Tatsache,
daß es fast zwei Jahre dauerte, bis der amerikanische Kongress dem
Präsidenten die notwendigen Verhandlungsvollmachten für die Tokio-Runde
übertrug - haben den Fortschritt sicherlich nicht erleichtert.

Aber es

besteht doch alle Hoffnung, daß sich bis Juli dieses Jahres die Konturen
für ein neues, umfassendes übereinkommen deutlich abzeichnen werden.
Präsident Carter und seine Administration haben sich auf jeden Fall
nachdrücklich verpflichtet, wesentliche Handelsabkommen im Rahmen der
Tokio-Runde zu erreichen.

In Washington ist man der Überzeugung, daß

diese Vereinbarungen wesentlich sind - nicht "trotz" der bestehenden
Probleme, sondern "wegen" dieser Probleme.

Nach amerikanischer Auf-

fassung braucht man die Vorteile eines freieren und faireren Handels, um
den Motor des wirtschaftlichen Wachstums anzutreiben, Vertrauen bei den

- 4 -

�den Unternehmern zu schaffen,

die Investitionen zu fördern, die Arbeits-

losigkeit abzubauen und dem Verbraucher ein reichhaltigeres und preisgünstigeres Angebot zu bieten.
Die amerikanische Regierung ist ferner der Überzeugung, daß die
führenden Vertreter fast aller der an den Mulitlateralen Handelsverhandlungen beteiligten Länder - Industriestaaten wie Entwicklungsländer ihren politischen Willen zum Ausdruck gebracht haben, zu einem vernünftigen
Übereinkommen zu gelangen.
Andererseits hat der Sonderbeauftragte Präsident Carters für Handelsverhandlungen, Botschafter Robert S. Strauss, immer wieder erklärt,
daß die Vereinigten Staaten, wenn kein wesentliches Übereinkommen zustande kommen sollte, lieber auf ein Abkommen verzichten, als einem Abkommen zustimmen, das den besten Interessen der amerikanischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Verbraucher und Landwirtschaft sowie des Kongresses
widersprechen würde. Es wird jetzt darauf ankommen, den bekundeten
politischen Willen aller Verantwortlichen in den beteiligten Ländern
in ein allseits akzeptables wirtschaftliches Übereinkommen umzusetzen.

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3. Mai 1978

PLANSTELLEN AN US-UNIVERSITÄTEN STÄNDIG ERWEITERT

- (AD) - Ungeachtet der laufend verschärften Kontrolle der Zuweisung
von Geldern, der steigenden Kosten als Folge der Inflation und des Rückgangs von Spenden erweitern die amerikanischen Universitäten und Colleges
kontinuierlich die Planstellen zur Beschäftigung von Wissenschaftlern
und Ingenieuren.

Einer Erhebung der Nationalen Wissenschaftsstiftung

(National Science Foundation - NSF) zufolge hat die Zahl der hauptberuflich tätigen Akademiker an diesen Institutionen wie schon seit 1969
beobachtet auch im letzten statistisch erfaßten Zeitraum (Januar 1976 Januar 1977) um drei Prozent zugenommen.

Anfang 1977 waren 236 225

Wissenschaftler und Ingenieure hauptberuflich

und weitere 61 830 mit

Teil zeitarbeit an den 2 190 von der Erhebung erfaßten Stätten akademischer
Forschung und Lehre beschäftigt.
Das Schwergewicht ihrer Tätigkeit verlagert sich offensichtlich immer
stärker von der reinen Forschung auf angewandte Forschung und Entwicklung.
Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse fiel auf, daß im Erhebungszeitraum doppelt so viele weibliche wie männliche Bewerber eingestellt

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�eingestellt wurden.

Im Januar 1977 waren 36 800 Akademikerinnen an

den Hochschulen tätig.

Dennoch beträgt ihr Anteil an der Gesamtzahl der

Wissenschaftler und Ingenieure im Durchschnitt nur 16 Prozent. Auf
den Gebieten Psychologie und Sozialwissenschaften allerdings gibt es
Ausnahmen - dort lagen die Anteile bei 25 bzw. 18 Prozent.

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3. Mai 1978

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GLASLEITER MIT HOHER FESTIGKEIT

- (AD) - Glasleiter für die Nachrichtenübermittlung per LaserLicht sind dank einer neuartigen Beschichtung mit Aluminium wesentlich
dauerhafter und zuverlässiger als kunststoffbeschichtetes Material.
Das Verfahren wurde in den Forschungsanstalten der Hughes Aircraft
Company (Culver City, Kalifornien) entwickelt.

Die Glasleiter werden

in einem Metallmantel hermetisch eingeschlossen und so gegen Feuchtigkeit und vor anderen schädlichen Einflüssen geschützt.
Faseroptische Wellenleiter reagieren, obgleich sie aus reinem,
hochfestem Glas bestehen, überaus empfindlich selbst auf ganz geringfügigen Abrieb oder eine Fehlstelle im Glas. Bei dem neuen Verfahren
wird eine 15/1 U00 mm dicke Aluminiumschicht auf eine Glasfaser von
0,125 mm Durchmesser und 1 000 m Länge aufgebracht. Prüfungen unter
Feuchtigkeit bei Zug- und Druckspannung mit Belastungen bis zu 42 Tonnen
pro Quadratzentimenter ergaben, daß die aluminiumbeschichtete Faser
eine hunderttausendfache größere Lebensdauer hat als die herkömmliche
kunststoffbeschichtete Faser.

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3. Mai 1978

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URKONTINENT - VOR 500 MILLIONEN JAHREN ENTSTANDEN

- (AD) - Paläomagnetische Meßdaten deuten in Verbindung mit der
Theorie der Plattentektonik darauf hin, daß Afrika, Südamerika, Australien, die Antarktis und Indien vor ca. 500 Millionen Jahren zu einem
riesigen Kontinentalblock "verschweißt" wurden.

Erst 200 bis 300 Millionen

Jahre später brach der Urkontinent wieder auseinander, einzelne Landmassen begannen in Richtung ihrer heutigen Position zu wandern. Zu
dieser Schlußfolgerung kam Dr. Michael McWilliams, Geophysiker an der
Stanford-Universität (Palo Alto, Kalifornien), auf Grund seiner Untersuchung von Gesteinen aus dem Präkambrium.

In den Proben ist die Richtung

des erdmagnetischen Feldes aus jener Zeit "konserviert", in der die
Gesteinsmineralien zum letzten Mal nach einem Aufschmelzprozess erstarrt
sind.

Und da die erdmagnetischen Pole - mit Ausnahme einer dann und

wann aufgetretenen Umkehr der Polarität - mehr oder weniger stationär
geblieben sind, gibt die Richtung, in der Gestein zum Zeitpunkt seiner
Erstarrung

magnetisiert wurde, einen wichtigen Hinweis aus seinem ur-

sprünglichen Lageplatz in der Erdrinde.
Wie Dr. McWilliams

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�Wie Dr. McWilliams auf einer Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union (19. April 1978 in Miami Beach, Florida) berichtete,
lassen die Ergebnisse der magnetischen Untersuchungen bestimmter Gesteinsschichten von den genannten Kontinenten den Schluß zu, daß diese
sich vor ca. 500 Millionen Jahren zu einem heute "Gondwanaland" genannten
Urkontinent vereinigt haben.

Mehr als 100 Millionen Jahre zuvor könnten

auf Grund der Daten aus Indien, Australien und der Antarktis diese drei
Festlandblöcke bereits einen kleineren Superkontinent gebildet haben,
den man als "Ostgondwanaland" bezeichnet.

McWilliams vermutet, daß Ost-

gondwanaland zumindest mit Afrika, wahrscheinlich aber auch mit Südamerika kollidiert ist.
Die Schollen der Erdrinde sind noch immer in Bewegung.

Die meisten

Erdbeben werden durch Reibungsvorgänge an ihren Rändern und Kollisionen
der Platten verursacht.

Aus Rissen zwischen den Platten brechen häufig

Vulkane hervor, denn an diesen Stellen kann heißes Magma aus dem Erdinnern nach außen dringen.

Die Plattenränder sind durch Gebirgsketten

gekennzeichnet, die bei solchen gigantischen Kollisionen aufgefaltet
wurden.

Weitere Aufschlüsse geben die im Zusammenhang mit solchen

Prozessen aufgetretenen Veränderungen an erhitztem, gestauchtem und umkristallisiertem Gestein.

Solche Randzonen sind beispielsweise die

Gebirgsketten auf beiden Seiten des Pazifik, die Gebirge von den Alpen
bis zum Himalaya oder die Appalachen im Osten Nordamerikas.
Dr. McWilliams wurde im vergangenen Jahr nach Stanford

berufen.

Zuvor war er an der Australian National University in Canberra tätig,
wo schon seit langem paläomagnetisehe Untersuchungen zur Oberprüfung
der Kontinentaldrift-Theorie im Gange sind.

In Canberra hatte

McWilliams mit Michael McElhinny (Canberra) und Alfred Kroner von der
Universität Mainz zusammengearbeitet.

Die Forschergruppe

ermittelte

bei einer Vielzahl von Gesteinsproben aus Australien und Afrika die
magnetische Ausrichtung.
bieten.

Das gesamte Material stammte von Festlandge-

Denn die Erdrinde am Grund der Meere wurde durch das

- 2 -

�durch das Auseinanderreißen der ozeanischen Schollen und Anlagern aufgequollener, erstarrender Magmamassen an den Rißzonen so stark umgebaut,
daß die ältesten Gesteine aus den Meeresregionen höchstens 250 Millionen
Jahre alt sind.

Paläomagnetisehe Messungen an diesen Gesteinen sind

nur für die Überprüfung der modernen Plattentektonik von Bedeutung;
sie geben den Wissenschaftlern Aufschluß darüber, wie sich die Schollen
in den letzten 200 Millionen Jahren bewegten und heute bewegen.

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- 3 -

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