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I
I

3

Information
und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. April 1978

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INHALT

DOKUMENTATION
Carter schiebt Produktion der Neutronenwaffe auf
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten Präsident Carter ruft zum Kampf gegen die Inflation auf
- Rede vom 11. April 1978 Vance legt Standpunkt zu Rüstungskontrollfragen dar
- Rede des US-Außenministers vom 10. April 1978 HINTERGRUNDMATERIAL
20 Jahre Wissenschaftsausschuss der NATO
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Verbesserte Fernerkundung aus dem Weltraum
- LANDSAT 3 mit neuem Infrarot-Scanner für Landwirtschaft, Gewässerbeobachtung, Boden- und Gesteinsforschung Neue Warnung vor Laetril

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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�Dokumentation
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Embassy of the United States of America

10

19. April 1978

CARTER SCHIEBT PRODUKTION DER NEUTRONENWAFFE AUF
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -

WASHINGTON -(AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 7. April 1978
seinen Entschluß bekanntgegeben, die Entscheidung über die Produktion
der Waffe mit verstärkter Strahlenwirkung - Neutronenwaffe - auf unbestimmte Zeit aufzuschieben. Er hat dabei die Option einer späteren
Dislozierung dieser Waffe offengelassen, falls die Sowjetunion in ihren
konventionellen und nuklearen Rüstungsprogrammen keine Zurückhaltung
zeigen werde.
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich habe beschlossen, die Produktion von Waffen mit verstärkter
Strahlenwirkung aufzuschieben.

Die endgültige Entscheidung hinsichtlich

der Einführung von Mitteln der verstärkten Strahlung bei unseren modernisierten Gefechtsfeldwaffen wird später getroffen und davon beeinflußt
werden, in welchem Ausmaß die Sowjetunion ir ihren konventionellen und
nuklearen Rüstungsprogrammen und Streitkräftedislozierungen, die die

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�die Sicherheit der Vereinigten Staaten und Westeuropas berühren, Zurückhaltung zeigt.
Dementsprechend habe ich das Verteidigungsministerium angewiesen,
mit der Modernisierung des Lance-Raketen-Gefechtskopfes und des 8 InchWaffensystems fortzufahren, um die Option für die Einführung des Elements
der verstärkten Strahlung offenzuhalten.
Die Vereinigten Staaten konsultieren ihre Partner im Nordatlantischen
Bündnis in dieser Entscheidung und werden weiterhin mit ihnen über angemessene Rüstungskontrollmaßnahmen sprechen, die mit der Sowjetunion verfolgt werden sollen.
Wir werden weiterhin mit unseren Verbündeten in der Modernisierung
und Stärkung unserer militärischen Kapazität auf konventionellem und
nuklearem Gebiet voranschreiten.
Wir sind entschlossen, alles Notwendige zu tun, um die kollektive Sicherheit und die Vorneverteidigung
Europas zu gewährleisten.

.

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�Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. April 1978

10

PRÄSIDENT CARTER RUFT ZUM KAMPF GEGEN DIE INFLATION AUF
- Rede vom 11. April 1978 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy

Carter hat am 11. April 1978 in

einer Rede vor dem amerikanischen Zeitungsverlegerverband zu einer energischen
Bekämpfung der Inflation in den USA aufgerufen und Zurückhaltung bei der Lohnund Preisgestaltung gefordert.
Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
In den letzten 15 Monaten haben wir in den Vereinigten Staaten gute
Fortschritte bei der Aufrechterhaltung des Wachstums und der Schaffung von
Arbeitsplätzen gemacht. Heute sind 4,5 Millionen Menschen mehr in Arbeit als
noch vor 15 Monaten, eine beispiellose Erhöhung der verfügbaren Arbeitsplätze.
Die Arbeitslosenrate ist von beinahe 8 Prozent auf etwas über 6 Prozent zurückgegangen. Das durchschnittliche Einkommen pro Haushalt liegt - nach Abzug von Steuern und inflationsbereinigt - heute um 5 Prozent höher als vor
einem Jahr. Unternehmergewinne waren im zweiten Halbjahr 1977 um 15 Prozent
höher als ein Jahr zuvor, und in dieser Zeit im Jahre 1977 konnte die Inflation auf einem tragbaren und voraussagbaren Stand gehalten werden.
Aber

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�4

*

Aber zu viele Amerikaner - vor allem junge Menschen und Angehörige von
Minderheitengruppen - sind noch ohne Arbeit.

Ich bin entschlossen, den Fort-

schritt unserer Wirtschaft zu einem hohen Beschäftigungsstand und steigendem
Realeinkommen mit Hilfe bestehender Programme und neuen, sehr sorgfältig gezielten Anreizen für die Privatwirtschaft fortzusetzen, um diese zur Einstellung langfristig Arbeitsloser zu ermutigen.
Wir haben noch andere wirtschaftliche Probleme, die uns ständig tiefe
Sorge bereiten.
Die wirtschaftliche Gesundheit unserer Nation kann nur geschützt werden,
wenn wir mit den beiden Entwicklungen ins reine kommen können, die sie jetzt
am stärksten bedrohen - der hohe Stand der ölimporte und die steigende Inflationsrate.
4

Diese beiden Probleme gefährden unseren wirtschaftlichen Wiederaufschwung

und bedrohen die Stärke des Dollar.

Beide Entwicklungen müssen wir in den

Griff bekommen.
Die Schritte, die wir unternehmen werden, sind Teil einer größeren internationalen Bemühung der wichtigen Industriestaaten, den Weltaufschwung im
Jahre 1978 zu fördern. Bei dieser Anstrengung hat jedes Land eine bestimmte
Rolle zu spielen - wobei die Vereinigten Staaten ihr Wachstum aufrechterhalten und gleichzeitig die Inflation bekämpfen und die ölimporte einschränken
und andere Länder die Wachstumsziele anstreben, die wir erreicht haben, und
alle Länder sich vor dem Protektionismus hüten und den Entwicklungsländern
größere Hilfe leisten. In der Hoffnung, daß dieses konzertierte Vorgehen
einen großen Beitrag zum Wiederaufschwung der Welt leisten wird, habe ich mich
gestern den Führern sechs anderer Nationen angeschlossen und bekanntgegeben,
daß wir am 16. und 17. Juli in Bonn zusammenkommen werden, um unsere gemeinsamen Anstrengungen voranzutreiben.
Aber

- 2 -

�Aber das erste Erfordernis ist jedoch ein wirksames Handeln im eigenen
Lande.

Der Hauptgrund für unsere Probleme mit der Handelsbilanz und dem sinkenden
Wert des Dollar ist kein Geheimnis.

Vor zehn Jahren bezahlten wir rund 2 Mil-

liarden Dollar pro Jahr für Importöl.

Dieses Jahr werden uns unsere öleinfuhren

über 45 Milliarden Dollar kosten.

Unsere Energieprobleme sind keine theoretischen oder potentiellen Probleme mehr.

Sie sind eine aktive Bedrohung des wirtschaftlichen Wohlergehens

unseres Volkes.

Von allen wichtigen Ländern der Welt sind die Vereinigten Staaten das
einzige, das keine nationale Energiepolitik hat.

Und weil der Kongreß nichts

tut, beginnen andere Länder an unserem Willen zu zweifeln.

Dollarbesitzer in

der ganzen Welt haben unser Versagen, zu handeln, als ein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche betrachtet, und diese Auffassungen haben sich direkt in eine
Abwertung unserer Währung umgesetzt.

Der fallende Dollar auf den internationalen Devisenmärkten macht die Inflation hier im eigenen Lande noch schlimmer.

Der Preis für Güter, die wir

importieren, geht in die Höhe, und das erleichtert es den einheimischen Produzenten, ebenfalls ihre Preise zu erhöhen, da keine Konkurrenz vorhanden ist.

Darum brauchen wir ohne jede weitere Verzögerung eine bedeutungsvolle
Energiegesetzgebung.
braucht sie.

Davon hängt unsere Sicherheit ab, und unsere Wirtschaft

Wenn der Kongreß nicht handelt, dann werden die öleinfuhren durch

administrative Maßnahmen im Rahmen der bestehenden Gesetze eingeschränkt werden müssen, und das ist sicherlich nicht die wünschenswerteste Lösung.

So

oder so, die ölimporte müssen gesenkt werden.

In jüngster Zeit hat unser gesundes und anhaltendes Wirtschaftswachstum
das der meisten anderen Länder übertroffen, die unsere Haupthandelspartner

- 3 -

�*.

Haupthandelspartner sind, so daß wir eher in der Lage waren, ihre Güter zu
kaufen, als sie unsere kaufen konnten.
Unser Lebensstandard und unsere Wachstumsfähigkeit hängen von den Rohstoffen und den Gütern ab, die wir aus anderen Ländern importieren.

Deshalb

müssen wir, wenn wir weitere ernste Handelsdefizite vermeiden wollen, mehr
landwirtschaftliche Erzeugnisse und andere Güter und Dienstleistungen exportieren, um für unsere Einkäufe im Ausland bezahlen zu können.
Eine Arbeitsgruppe auf Kabinettsebene wird unter Leitung des Handelsministers zusätzliche Maßnahmen zur Förderung des Exports entwickeln und innerhalb von 60 Tagen darüber berichten.
Ich möchte jetzt die Maßnahmen erörtern, die getroffen werden müssen, um
das Wirtschaftswachstum unserer Nation sowie die Arbeitsplätze und den Wohlstand
für unser Volk vor der schwerwiegenden Gefahr einer wachsenden Inflation zu
schützen.
Energieeinsparung, Steigerung der Leistungsfähigkeit und Produktivität,
Vermeidung von Verschwendung, Reduzierung der ölimporte und Ausweitung unserer
Exporte werden helfen, die Inflation zu bekämpfen; aber damit der Kampf zu
einem Erfolg wird, wird eine entschlossene Regierungspolitik und volle Kooperation der privaten Seite notwendig sein.
Die Inflation, unter der wir heute leiden, begann schon vor vielen Jahren
und wurde im Jahre 1973 und 1974 verstärkt durch die Vervierfachung der OPECÖl preise, durch weitverbreitete Ernteausfälle, ungewöhnlich umfangreiche sowjetische Getreideankäufe, beträchtliche Entwertung des Dollar und einen weltweiten industriellen Boom, was zu einer zweistelligen Inflationsrate hier in
den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt führte. Sie hat sich jetzt im
Organismus unserer Wirtschaft eingenistet. Sie hat selbst der schwersten Rezession innerhalb einer Generation widerstanden. Sie erhält sich weiter, weil
wir alle - der Geschäftsmann, der Arbeiter, der Farmer, der Verbraucher - in

- 4 -

�in einem Getriebe gefangen sind, das keiner allein stoppen kann.

Jede Gruppe

versucht, ihr Einkommen zu erhöhen, um mit den derzeitigen und den erwarteten
steigenden Kosten Schritt zu halten, und am Ende verlieren wir so alle zusammen den Kampf gegen die Inflation.

Leichte Antworten gibt es hier nicht.

Wir werden mit der Inflation nicht

durch eine Steigerung der Arbeitslosigkeit fertig werden.
keine Lohn- und Preiskontrollen einführen.

Wir werden auch

Wir werden Maßnahmen treffen, die

beide Extreme vermeiden.

Unsere erste und direkteste Anstrengung erfolgt innerhalb der Regierung
selbst.

Wo die Regierung selbst zur Inflation beiträgt, da muß diese Wirkung

verringert werden; wo die Ausgaben der Regierung zu hoch sind, da müssen diese
Ausgaben reduziert werden; wo die Regierung den Unternehmern, den Arbeitenden
und den Verbrauchern eine inflationäre Last aufbürdet, da müssen diese Lasten
erleichtert werden; wo immer die Regierung ein Beispiel für Zurückhaltung und
Effizienz geben kann, da muß sie dies tun.

Das Budget, das ich für das nächste Finanzjahr in Vorschlag gebracht
habe, ist zugleich straff begrenzt und doch imstande, den dringendsten Anforderungen unserer Nation gerecht zu werden.

Das vorauszusehende Defizit

im Budget ist so groß, wie wir es uns leisten können, ohne unsere Hoffnungen
auf ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum und eine absinkende Inflationsrate zu
kompromittieren.

Aber wie stets, so entwickelt sich Druck von allen Seiten, um

die Ausgaben zu steigern und das Defizit zu vergrößern.

Potentielle Ausgabensteigerungen im Budget des Finanzjahres 1979, wie
sie jetzt ernsthaft von Kongreßausschüssen erwogen werden, würden die Posten
auf der Ausgabenseite im nächsten Jahr um neun bis dreizehn Milliarden Dollar
erhöhen.

Die Kosten für einige dieser politisch attraktiven Programme würden

sich in künftigen Jahren rapide ausweiten.

Besonders besorgt bin ich hinsicht-

lich der Steuerabschreibung für Ausbildungskosten, der Programme für die Fernund Durchgangsstraßen, der Finanzierung der Postdienste, der Farmgesetzgebung
und der Verteidigungsausgaben.

T

- 5-

.

�Ich werde mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln diesem Druck
widerstehen und die Integrität des Budgets schützen.
Wir müssen unbedingt jede Gelegenheit nutzen, um das Haushaltsdefizit
abzubauen, sicherzustellen, daß das Defizit nach 1979 stetig sinkt und wir uns
einem ausgeglichenen Haushalt nähern.

Ich werde mit dem Kongreß eng zusammen-

arbeiten und, wenn notwendig, von meinem Veto-Recht Gebrauch machen, um das Defizit für den Haushalt 1979 in oder unter den von mir vorgeschlagenen Grenzen
zu halten.
Die Bundesregierung muß ferner direkt handeln, um die Inflation zu
dämpfen.
Vor zwei Monaten schlug ich vor, daß in jedem Industriezweig und in
jedem Sektor unserer Wirtschaft die Lohn- und Preissteigerungen in diesem
Jahr freiwillig wesentlich unter den durchschnittlichen Steigerungen der beiden letzten Jahre gehalten werden - ein wichtiges Prinzip der Verlangsamung.
Ich bin entschlossen, voranzugehen und die Lohn- und Preisspirale zu
durchbrechen, indem die Lohn- und Gehaltserhöhungen beim Bund niedrig gehalten werden. Im vorigen Jahr stiegen die Gehälter der Bundesangestellten um
über 7 Prozent. Ich habe die Absicht, für dieses Jahr eine Höchstgrenze von
etwa 5,5 Prozent vorzuschlagen und damit für Gewerkschaften und Unternehmer
ein Beispiel für eine Mäßigung der Preis- und Lohnerhöhungen zu setzen. Ich
werde in diesem Jahr ferner die Gehälter aller leitenden - von der Regierung
ernannten - Bediensteten der Bundesregierung und der leitenden Mitglieder
meines Stabes einfrieren. Ich meine, daß all jene, die in unserem Lande am
meisten begünstigt sind - einschließlich anderer leitender Bediensteter in
Regierung und Privatwirtschaft - ein ähnliches Beispiel der Zurückhaltung
zeigen sollten.
Einzelstaatliche und kommunale Behörden beschäftigen jeden siebten
Arbeiter in unserem Lande, und ich habe Schreiben an jeden Gouverneur und

- 6 -

�und an die Bürgermeister unserer großen Städte gerichtet und sie aufgefordert,
dem Beispiel der Bundesregierung zu folgen und ihre Lohn- und Gehaltserhöhungen niedrig zu halten.

Ferner habe ich diese Behörden gebeten, daß sie, falls

sie Steuersenkungen planen, zuerst eine Senkung der Verkaufssteuern erwägen,
die den Verbraucher direkt belasten.
Die Bundesregierung wird noch einige weitere Schritte unternehmen, um die
Inflation zu dämpfen:
- Alle Behörden der Exekutive werden den Ankauf von Gütern oder Dienstleistungen vermeiden oder verringern, deren Preise rasch steigen, es sei denn,
dies würde unsere nationale Sicherheit ernsthaft gefährden oder zu schwerer
Arbeitslosigkeit führen. Ich habe ferner darum gebeten, daß alle neuen oder
neu verhandelten Kontrakte des Bundes, die Preiserhöhungsklauseln enthalten,
nach dem Prinzip der Verlangsamung abgeschlossen werden.
- Wir müssen die inflationären Kosten senken, die die Privatindustrie
aufgrund von Regierungsverordnungen tragen muß.
Im vorigen Monat habe ich die unter meiner Aufsicht stehenden verordnungsbevollmächtigten Behörden der Exekutive angewiesen, die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen ihrer eigenen Maßnahmen so gering wie möglich zu
halten. Ich bin entschlossen, unnötige Verordnungen abzuschaffen und sicherzustellen, daß künftige Verordnungen der amerikanischen Wirtschaft keine unnötige Kosten aufbürden. Unsere Bemühungen um die Reorganisation der Bundesbürokratie und die Straffung des öffentlichen Dienstes, die entscheidend wichtig sind, werden der Regierung helfen, ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen.
Ich trete für eine befristete Gesetzgebung ein, um zu gewährleisten, daß wir
diese Verordnungsprogramme immer wieder in wenigen Jahren überprüfen und jene
Verordnungen, die überholt geworden sind, abschaffen oder ändern.
Ich appelliere auch an die Haushaitsausschüsse des Kongresses, dem
Kongreß regelmäßig über die inflatorische Wirkung anstehender Gesetze zu be-

- 7 -

�berichten, so wie mir der Wirtschaftsbeirat und der Rat für Lohn- und Preisstabilität heute schon berichten.
- Die vereinten Maßnahmen meiner Administration und der zivilen Luftfahrtbehörde haben bereits zu wesentlichen Senkungen einiger Flugpreise geführt.
Trotz der Opposition privater Interessen muß das Gesetz über die Reform der
Luftfahrtbestimmungen in diesem Jahr verabschiedet werden.

Wir überprüfen

ferner erneut übertriebene Bundesverordnungen für den Fernlastverkehr, - eine
Bemühung, die zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit bei einer Verringerung der
Frachtkosten und Einzelhandelspreise führen könnte.
Darüber hinaus ersuche ich die unabhängigen verordnungsbevollmächtigten
Behörden,an der Dämpfung der Inflation mitzuwirken, wenn sie über Veränderungen
der Raten beraten, und Änderungen der Verordnungen zu prüfen, die die betroffenen Industriezweige leistungsfähiger machen können.
- Im vorigen Herbst wurde ein großes Gesetzeswerk verabschiedet, das die
wirtschaftlichen Bedingungen für Familien in der Landwirtschaft verbessern wird,
und wir haben zusätzliche administrative Maßnahmen bekanntgegeben, um das landwirtschaftliche Einkommen in diesem Jahr zu steigern.
Leider hat der Senat gerade ein Gesetz verabschiedet, das die Nahrungsmittelpreise um 3 Prozent und die gesamten Lebenshaltungskosten um 0,4 Prozent
erhöhen würde, das das Vertrauen in den entscheidend wichtigen Exportmärkten
für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse Amerikas erschüttern, in der Verwaltungsmaschinerie des Landwirtschaftsministeriums ein riesiges Durcheinander
schaffen und amerikanische Farmerfamilien mit erhöhten Kosten belasten würde.
Das Gesetz ist schlecht für die Farmer, es ist schlecht für die Verbraucher
und es ist schlecht für unser Land.
Ich werde mein Veto gegen jede Agrargesetzgebung einlegen, die über das
hinausgeht, was ich bereits empfohlen habe und was zu höheren Nahrungsmittel preisen oder Haushaltsausgaben führen würde.
- Die
- 8 -

�- Die Wohnungsbauraten beliefen sich auf etwa 2 Millionen pro Jahr, und
das hat zu einer

raschen Erhöhung der Kosten geführt - zum Teil aufgrund des

scharfen Anstieges der Preise für Rohstoffe wie Holz.

Da Holz etwa ein Vier-

tel der Kosten eines neuen Hauses ausmacht, können wir hier durch eine erhöhte
Produktion und eine bessere Nutzung unserer verfügbaren Holzmengen etwas Erleichterung schaffen.

Ich habe daher das Landwirtschaftsministerium und das

Innenministerium, den Rat für Umweltschutz und meine Wirtschaftsberater angewiesen, mir innerhalb von 30 Tagen über die besten Mittel und Wege zu berichten, um einen erhöhten Holzeinschlag in Bundes- und Privatwäldern zu ermöglichen,
und über andere Mittel und Wege, um die Holzversorgung in einer Weise zu erhöhen, die für den Umweltschutz akzeptabel, wirtschaftlich effizient und mit
einer gesunden Haushaltspolitik vereinbar wäre.

- Die täglichen Krankenhauskosten haben sich von 15 Dollar im Jahre 1950
auf über 200 Dollar erhöht, und die Honorare der Ärzte sind um 75 Prozent
schneller gestiegen als andere Verbraucherpreise.

Es ist sehr wichtig, daß

der Kongreß jetzt über das vorgeschlagene Krankenhauskostendämpfungsgesetz
als einem der wirksamsten Schritte berät, den wir unternehmen können, um vernünftige Krankenhauskosten zu erreichen.

Wenn der Kongreß das Krankenhaus-

kostendämpfungsgesetz nicht behandelt, dann wird das die Steuerzahler unseres
Landes über 18 Milliarden Dollar an unnützen Regierungsausgaben in den nächsten
fünf Jahren kosten.

Zusammen mit dem Gesetz über die Freigabe von Flugpreisen,

ist dies einer der beiden wichtigsten Gesetze, die der Kongreß verabschieden
kann, um die Inflation zu dämpfen.

Diese Gesetze sind bisher durch die Opposition mächtiger Interessengruppen
verzögert worden.

Ich werde weiterhin voll und ganz hinter diesen Gesetzen

stehen, und ich appelliere an die führenden Mitglieder des Kongresses, das
gleiche zu tun.

Regierungsmaßnahmen, wie ich sie kurz dargelegt habe, können wichtige
Schritte zur Kontrolle der Inflation sein.

Aber es ist ein Märchen, daß die

Regierung selbst allein der Inflation Einhalt gebieten könne.

- 9 -

Erfolg oder

�oder Fehlschlag dieser Gesamtanstrengung wird in großem Ausmaß im Handeln
des Privatsektors der Wirtschaft bestehen.
Ich erwarte von Unternehmern und Gewerkschaften, daß sie Preis- und
Lohnerhöhungen wesentlich unter der durchschnittlichen Zuwachsrate der letzten
beiden Jahre halten.

Dem müssen sich jene anschließen, die Arzthonorare, An-

waltshonorare oder andere Honorare für freie Berufe, Vorlesungsgebühren, Versicherungsprämien und Gebühren für andere Dienstleistungen festlegen.

Das

wird alles nicht leicht sein. Aber das Beispiel der Bundesregierung muß Nachahmer finden.

Das Inflationsproblem kann nicht gelöst werden, indem man die

Last der Inflationsbekämpfung nur einigen wenigen auferlegt.
Der Rat für Lohn- und Preisstabilität hat kürzlich eine Reihe von Zusammenkünften mit Unternehmern und Gewerkschaftsvertretern wichtiger Industriezweige wie Stahl, Automobile, Aluminium, Papier, Eisenbahn, Lebensmittelverarbeitung, Holz und Post- und Fernmeldewesen eingeleitet.

In Konsultation mit

dem Privatsektor und anderen wird der Rat feststellen, mit welcher Rate Preise,
Löhne und andere Kosten in den letzten Jahren gestiegen sind, wie die Aussichten für das kommende Jahr stehen und welche Schritte unternommen werden können,
um die Inflation zu dämpfen.
Ich möchte in diesem Punkt ganz offen sein. Ich bitte den amerikanischen
Arbeiter, dem Beispiel der Arbeiter beim Bund zu folgen und eine niedrigere
Lohnzuwachsrate zu akzeptieren. Dafür haben sie ein Recht, eine vergleichbare
Zurückhaltung bei den Preiserhöhungen für die Güter- und Dienstleistungen zu
erwarten, die sie kaufen. Unser nationales Interesse kann einfach keine unvernünftigen Lohn- und Preiserhöhungen ertragen. Ich bin verpflichtet, klar
und deutlich zu reden, wenn es um das Wohlergehen unseres Volkes geht.
Mitglieder meiner Regierung haben dieses Verlangsamungsprogramm bereits
mit einer Reihe führender Vertreter der Gewerkschaften, der Unternehmer und
der Industrie erörtert. Viele von diesen haben bereits ihre Mitarbeit zugesagt. Ich rechne damit, später mit führenden Vertretern der Unternehmen und

- 10 -

�und Gewerkschaften zusammentreffen, um über die Beiträge zu sprechen, die
dieseleisten können, um zur Senkung der Inflationsrate beizutragen.

Einer

der wichtigsten Beiträge, die sie leisten können, ist der, daß sie zeigen,
daß Zurückhaltung für alle gilt - nicht nur für die Männer und Frauen am Fließband, sondern auch für die Manager in der Firmenleitung.

So, wie ich die Ge-

hälter der obersten leitenden Bediensteten der Bundesregierung einfrieren werde,
so wird das amerikanische Volk eine ähnliche Zurückhaltung bei den führenden
Vertretern der amerikanischen Unternehmen und Gewerkschaften erwarten.

Ich bin entschlossen, die ganze Macht meines Amtes für das Ziel einer
Senkung der Inflation einzusetzen.

Wir müssen flexibel genug an die Dinge

herangehen, um uns auf die Schwankungen in unserer komplexen Wirtschaft einstellen zu können, - aber wir müssen die Dinge umfassend genug anpacken, um
die meisten Tätigkeiten unserer Wirtschaft zu erfassen.

Auf lange Sicht sollten wir spezielle Programme ausarbeiten, um auf einzelne Sektoren der Wirtschaft einzuwirken, wo Regierungsmaßnahmen die größtmögliche Wirkung im Sinne der Inflationsdämpfung haben.

Dazu gehören Wohnungs-

bau, Gesundheitsfürsorge, Ernährung, Verkehr, Energie und die Metallindustrie.
Die Mitglieder meines Kabinetts werden einzeln und auch zusammen mit dem Rat
für Lohn- und Preisstabilität arbeiten, um baldige Maßnahmen zur Verringerung
der Inflation innerhalb ihrer eigenen Zuständigkeitsgebiete zu entwickeln und
bekanntzugeben.

Um unsere Verlangsamungsziele auf dem privaten Sektor zu erreichen, ersuche ich meinen Sonderbeauftragten für HandelsVerhandlungen, Robert Strauss,
zusätzliche Aufgaben als Sonderberater für Inflationsfragen zu übernehmen.

Er

wird direkt mit mir, mit Finanzminister Blumenthal, meinem obersten Finanzsprecher, mit Charlie Schultze, dem Vorsitzenden des Rates für Lohn- und Preisstabilität, und dessen Direktor Barry Bosworth

zusammenarbeiten.

Er wird

Sondervollmachten haben, im öffentlichen Interesse für mich zu sprechen, und
er wird als Mitglied dem Steuerungsausschuß der wirtschaftspolitischen Gruppe
unter dem Vorsitz von Finanzminister Blumenthal angehören.
Die
- 11 -

�Die Senkung der Inflationsrate wird nicht leicht sein und nicht von
heute auf morgen erreicht werden.

Wir müssen uns selbst eingestehen, daß

wir mit dieser Herausforderung niemals fertig werden können, wenn wir uns
nicht einigen unangenehmen Tatsachen über uns selbst, über die Lösungen und
über unsere Probleme stellen.
• •

l

Die Probleme dieser Generation sind in gewisser Weise schwieriger als
jene der vorigen Generation.

Wir stehen vor keiner scharf zugespitzten Krise

oder Bedrohung, die uns unsere Meinungsverschiedenheiten vergessen lassen
und uns zur Verteidigung des gemeinsamen Guten zusammenführen könnte.
Wir wollen alle, daß etwas zur Lösung unserer Probleme getan wird außer natürlich, wenn uns die Lösungen selbst berühren.

Wir wollen Energie

einsparen - aber unsere verschwenderischen Gewohnheiten nicht ändern.
treten für Opfer ein - solange jemand anders sie zuerst bringt.

Wir

Wir wollen

Lücken in der Steuergesetzgebung schließen - es sei denn, es ist unsere
Lücke.

Wir verurteilen Sonderinteressen - außer unseren eigenen.
Kein Akt des Kongresses, kein Programm unserer Regierung, keine Ver-

ordnung von mir als Präsident kann die Eigenschaft hervorbringen, die wir
brauchen:

Von der Beschäftigung mit uns selbst, die unseren nationalen Wil-

len lähmen kann, zu einer Bereitschaft zu kommen, das gemeinsame Gute zu erkennen und Opfer dafür zu bringen.
Als sich die Nation vor fast 40 Jahren auf die Herausforderung des
Krieges vorbereitete, hat Walter Lippmann folgende Worte an das amerikanische
Volk gerichtet, und ich zitiere:
"Ihr habt die guten Dinge für selbstverständlich gehalten. Jetzt müßt
ihr sie euch erneut verdienen. Es steht geschrieben: Für jedes Recht, das
ihr in Anspruch nehmt, habt ihr eine Pflicht, die ihr erfüllen müßt. Für
alles Gute, das ihr euch wünscht, ... werdet ihr eure Bequemlichkeit opfern

�opfern müssen.

Es gibt nichts mehr für nichts."

Diese Worte der Ermahnung gelten sicherlich auch heute noch für uns.
Ich danke Ihnen.

- 13 -

�Dokumentation

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19. April 1978

10

VANCE LEGT STANDPUNKT ZU RÜSTUNGSKONTROLLFRAGEN DAR
- Rede des US-Außenministers vom 10. April 1978 -

WASHINGTON - (AD) - Außenminister Cyrus Vance hat in einer Rede
vor dem amerikanischen Zeitungsverlegerverband am 10. April 1978 den
Stand der amerikanischen Bemühungen um eine Rüstungskontrolle und Abrüstung aufgezeigt.

Die Rede des amerikanischen Außenministers hat

folgenden Wortlaut:
Ich freue mich über diese Gelegenheit, heute mit Ihnen zusammenzutreffen. Ich möchte mit Ihnen über ein Thema sprechen, das für die
Sicherheit unserer Nation von lebenswichtiger Bedeutung ist - die Bemühung, das gefährliche und kostspielige Wettrüsten durch wirksame
Rüstungskontrolle zu verlangsamen.
Das ist eine Bemühung, von deren Notwendigkeit wir zutiefst überzeugt sind. Meine Jahre im Verteidigungsministerium, meine Tätigkeit
als privater Bürger in der Untersuchung militärischer Fragen und meine
Erfahrung als Außenminister haben mir eine Tatsache immer klarer werden
lassen:

Eine starke Verteidigung und wirksame Rüstungskontrolle sind

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�sind keine getrennten Wege zur nationalen Sicherheit, sondern beides
sind entscheidend wichtige Schritte auf dem gleichen Wege.
Die Sicherheit unserer Nation hängt weiterhin von einer starken
modernen militärischen Verteidigung ab, die in der Lage ist, das ganze
Spektrum unserer militärischen Erfordernisse zu erfüllen.
in der Vergangenheit über diese Stärke verfügt.

Wir haben

Wir besitzen sie heute,

und wir werden sie aufrechterhalten.
Wir können jedoch unsere Sicherheit nicht durch militärische Stärke
allein gewährleisten.

Wenn eine Seite neue Waffensysteme beschafft,

dann wird die andere Seite nur dazu angeregt, noch ausgeklügeltere Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Das bedeutet praktisch die Ausweitung von

Waffensystemen auf beiden Seiten, ohne daß die Sicherheit der einen oder
anderen Seite wirklich zunähme.
Wenn ich im Laufe des letzten Jahres mit führenden Persönlichkeiten
in der ganzen Welt zusammengetroffen bin, dann habe ich festgestellt,
daß viele von ihnen diese Vorstellung teilen. Sie können und werden es
nicht zulassen, daß ihre Länder gegenüber einer militärischen Bedrohung
verwundbar werden. Aber sie sind sich auch darüber im klaren, daß die
schwere Last des militärischen Wettstreits begrenzte Mittel und Energien
von der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung abzieht, auf
der der Frieden ebenfalls beruht.
Die Bemühungen, das Wettrüsten durch beiderseitige und ausgewogene
Zurückhaltung zu verlangsamen, ist unter den letzten sieben amerikanischen
Präsidenten - Demokraten und Republikanern - oin zentrales Element der
Sicherheitspolitik unseres Landes gewesen.
- Präsident Kennedy schloß, auf den Bemühungen der Präsidenten
Truman und Eisenhower aufbauend, im Jahre 1963 das erste Rüstungskontroi 1abkommen mit der Sowjetunion, das den Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre

- 2 -

�Atmosphäre und der damit verbundenen Verseuchung Einhalt gebot.

An-

schließend schlössen wir Abkommen über das Verbot von Kernwaffen mit den
anderen Massenvernichtungswaffen auf dem Meeresboden und im Weltraum.
- Der im Jahre 1968 abgeschlossene Atomwaffensperrvertrag (NonProliferationsvertrag) ist heute für über 100 Länder bindend. Er hat
zwar sicherlich das Schreckgespenst der nuklearen Proliferation nicht
gebannt, aber er hat das Ziel der Non-Proliferation wesentlich näher
gerückt.
- Seit dem ersten Vorschlag Präsident Johnsons haben wir weitergefaßte Gespräche über die Begrenzung strategischer Rüstungen (SALT) geführt. Diese Verhandlungen kamen während der Nixon-Administration zu
einem erfolgreichen Abschluß und brachten eine wesentliche Einschränkung
der Dislozierung von Raketen-Abwehrsystemen (ABM-Systemen) sowohl durch
die Vereinigten Staaten als auch durch die Sowjetunion. Solche Systeme
wären sehr kostspielig gewesen und hätten nur neue Unbekannte in die
strategische Gleichung eingebracht. SALT-I brachte auch die erste Begrenzung in der Zahl der Offensivwaffen.
Wir führen heute RüstungskontrollVerhandlungen in einem weiteren
Bereich als je zuvor in unserer Geschichte, denn die Chancen die wir
nutzen können, und die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind
größer als zuvor.
Wenn wir diese Verhandlungen führen, müssen wir realistisch sein
hinsichtlich dessen, was wirksame Rüstungskontrollen für unsere Sicherheit bringen und was sie nicht bringen. Wenn wir nämlich Rüstungskontroi 1maßnahmen mit unrealistischen Maßstäben messen, könnten wir die Möglichkeit verlieren, praktische Fortschritte zu erzielen.
- Kein einzelnes Rüstungskontroi labkommen wird alle, ja nicht einmal

�einmal die meisten der potentiellen Bedrohungen der amerikanischen und '-*'
alliierten Streitkräfte beseitigen.

Aber indem wir Umfang, Art und

Richtung von Rüstungsprogrammen auf beiden Setien kontrollieren, können
wir die Ungewißheiten verringern, die das Wettrüsten anheizen.
- In absehbarer Zukunft wird die Rüstungskontrolle unseren Verteil
digungshaushalt nicht augenfällig verringern.
reichende Verteidigung werden hoch bleiben.

Die Kosten für eine ausAber die Belastung unserer1

Mittel durch ein uneingeschränktes Wettrüsten wäre sehr viel größer.
- Rüstungskontrolle allein kann die Stabilität des amerikanischsowjetischen Verhältnisses nicht garantieren.

Wir werden weiterhin

in Konkurrenz stehen, denn wir haben auf vielen Gebieten unterschiedliche Interessen und Werte.

Wir brauchen uns jedoch hinsichtlich der

sowjetischen Macht oder Absichten nichts vorzumachen, um zu erkennen,
daß wir als Bewohner des gleichen Planeten, die sich in eine furchtbare Macht teilen, ein gemeinsames Interesse daran haben, die ernstesten
Risiken für unser überleben zu verringern.
- Rüstungskontrolle allein wird die regionalen Spannungen, die
den Frieden bedrohen, nicht beilegen.

Aber indem wir den Stand der

militärischen Konfrontation abbauen und die Ausbreitung neuer Waffentechnologien regulieren, können wir die regionale Stabilität fördern
und Mittel für die Aufgabe der Verbesserung der menschlichen Verhältnisse freisetzen.
Es gibt klare Grenzen dessen, was wir von Rüstungskontrolle erwarten
dürfen. Aber es ist ebenso klar, daß Rüstungskontrolle, wenn sie bewußt und maßvoll betrieben wird, wesentlich zur Verringerung der Kriegsaussichten beitragen wird.
Darum bin ich sfc nachdrücklich überzeugt, daß unsere Sicherheit
am besten durch eine Politik der Stärke in unserer nationalen Verteidigung

- 4 -

�Verteidigung und durch praktische Rüstungskontroi labkommen gestützt
wird, die die Gefahren eingrenzen, auf die wir reagieren müssen und immer
reagieren werden.
Wie Präsident Carter in seiner Rede in Wake Forest erklärt hat:
"Rüstungskontrollabkommen sind ein Hauptziel als Instrumente unserer
nationalen Sicherheit, aber dies wird nur möglich sein, wenn wir einen
angemessenen Stand der Streitkräfte aufrechterhalten."

SALT
Lassen Sie mich zunächst auf die Verhandlungen; über eine Begrenzung der
strategischen Rüstungen mit der Sowjetunion eingehen.
Jedes SALT-Abkommen muß mit dem Maßstab unserer nationalen Sicherheit gemessen werden. Es muß unsere Gesamtsicherheit im Vergleich zu '
der wahrscheinlichen Situation ohne ein Abkommen eindeutig aufrechterhalten oder verbessern. Es muß die Interessen unserer Verbündeten ebenso
in Rechnung stellen wie die unseren. Und wir müssen Vertrauen in unsere
unabhängige Fähigkeit haben, die sowjetische Einhaltung eines Abkommens
ausreichend zu verifizieren und jeden Verstoß des Abkommens festzustellen,
der uns einen strategischen Nachteil bringen könnte.
Wir sollten und werden kein Abkommen akzeptieren, das diese wesentlichen Voraussetzungen nicht erfüllt.
Wir haben im vergangenen Jahr wesentliche Fortschritte zu einem
solchen Abkommen gemacht.
schiedenheiten.

Es bleiben aber noch wichtige Meinungsver-

Ich werde Ende dieses Monats mit den sowjetischen

Führern in dem Bemühen zusammentreffen, diese verbleibenden Differenzen
einzuengen.

Ich hoffe, daß wir in naher Zukunft ein Abkommen erreichen

- 5 -

�erreichen können.

Aber wir werden solange weiter verhandeln, wie es

nötig ist, um ein SALT-Abkommen zu erlangen, das unsere Sicherheit und
die Sicherheit unserer Verbündeten fördert.
Lassen Sie mich erklären, was das Abkommen, das wir auszuhandeln*
suchen, bringen und wie es unsere Sicherheit stärken würde.
!;''
Erstens, es würde beiden Seiten gleiche Grenzen in der Gesamtzahl
der strategischen Raketenabschußeinrichtungen und der strategischen Bomber
setzen.

Wie Sie wissen, behielten im Rahmen des ersten SALT-Abkommens

die Sowjets größere Zahlen als die Vereinigten Staaten.

Im Anschluß

an jenes Abkommen verlangte der Kongreß, daß jedes neue Abkommen auf gleichen
Zahlen aufgebaut sein muß.. Dieses Abkommen würde diesen Grundsatz fest
einbauen.
Zweitens, das Abkommen würde die Zahl der strategischen Waffen
unter den jetzigen Stand der Sowjets senken - und sehr viel weit unter
das, was sie ohne Abkommen besitzen können.

Es würde von den Sowjets

verlangen, einige hundert Waffen zu vernichten.

Für uns wäre es nicht

erforderlich, irgendwelche derzeit operativen Waffen zu zerstören.

&gt;fl ri

Drittens, das Abkommen würde unterteilt Grenzen für jene Systeme
setzen, die wir als bedrohlichste und destabilisierendste betrachten,,
wie etwa Interkontinentalraketen (ICBM) mit Mehrfachgefechtsköpfen
(MIRV) und ballistische Raketen mit Mehrfachgefechtsköpfen überhaupt.
Viertens, wir versuchen, Beschränkungen für die Verbesserung bestehender Waffen und die Entwicklung neuer und noch ausgeklügelterer
Systeme zu setzen.
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Fünftens, das,Abkommen, über das wir verhandeln, würde es den
Vereinigten Staaten erlauben, wesentliche Optionen für die Modernisierung
unserer Streitkräfte zu erhalten. Es würde uns speziell erlauben, unsere

6

:

:

�#

unsere großen Entwicklungsprogramme wie den Marschflugkörper (Cruise
Missiles) und die MX-Rakete und das Trident-Programm fortzusetzen.
Sechstens, es würde die Interessen unserer Verbündeten schützen.
Im Bewußtsein des Zusammenhangs zwischen strategischen Rüstungskontroi 1verhandlungen und unseren Sicherheitsverpflichtungen gegenüber der NATO
haben wir uns bei jedem Schritt der Verhandlungen eng mit unseren Verbündeten konsultiert,und wir werden dies auch weiterhin tun.
Und letztlich beharren wir auf einem Abkommen, daß unabhängig und
in befriedigender Weise verifizierbar ist. Unsere Fähigkeit zur
Verifizierung muß genügend zuverlässig sein, um vor jeder möglichen
Verletzung abzuschrecken und mit ihr fertigzuwerden, bevor sie eine
wesentliche Auswirkung auf das strategische Kräfteverhältnis hat. Wir
müssen in der Lage sein, uns selbst Gewißheit zu verschaffen, daß sich
die Sowjets an ihre Verpflichtungen halten.
•

Wir und die Sowjets wissen beide, welche fürchterlichen Zerstörungen durch einen Nuklearkrieg hervorgerufen würden.
Wir wissen beide, daß jeder letztlich mit dem anderen Schritt halten
wird, wenn das Wettrüsten weitergeht.
Deshalb hoffen wir, daß wir trotz der Tatsache, daß wir beide bewußt unser eigenes Selbstinteresse verfolgen - trotz der fundamentalen
Unterschiede, die zwischen uns bestehen - in der Lage sein werden, gemeinsamen Boden für eine Begrenzung unserer zerstörerischen Waffen zu
finden.

Das Wesen dieser Verhandlungen besteht in der Beiderseitigkeit

der Vorteile.

Eine Vereinbarung, die der einen Seite Vorteile auf Kosten

der anderen verschafft, ist nicht akzeptabel.
Wenn es nicht gelingt, ein gerecht ausgewogenes Abkommen zu erreichen, dann könnte dies auf beiden Seiten zu neuen Waffenprogrammen

- 7 -

�Waffenprogrammen führen mit einer entsprechenden Erhöhung der Kosten :v
von mehreren Milliarden DolTar pro Jahr -aber nicht mehr, sondern vielleicht weniger Sicherheit.

Unsere Administration ist bereit, den zu-

sätzlichen Preis für die.Aufrechterhaltung unserer Sicherheit zu ber
zahlen.

Ich bin überzeugt, daß der Kongreß und das amerikanische Volk

bereit sind, diesen Preis zu bezahlen.

Aber ein wirksames SALT-Ab-

kommen kann uns dabei helfen, das strategische Gleichgewicht auf einem
verringerten Stand der Kosten und des Risikos aufrechtzuerhalten.

Rüstungskontrolle auf dem Gebiete der Satellitenabwehr

••; -.;'

v. .

Neben den SALT-Gesprächen gibt es zahlreiche andere Aspekte des
Wettrüstens, denen wir uns zuwenden müssen.

Eine Ausdehnung des Wett-

rüstens auf den Weltraum würde sowohl unsere Sicherheit als auch die
anderer Nationen untergraben.

Die Beweise dafür, daß die Sowjetunion

eine Anti-Satelliten-Kapazität entwickelt, sind bestürzend.

Wir sind

darauf vorbereitet, uns gegen eine solche Bedrohung zu schützen, und
es, sollte dies notwendig sein, mit den Sowjets aufzunehmen.

Aber wir

würden es weitaus vorziehen, ein Anti-Satelliten-Wettrüsten zu verhindern.
Wenn es auch zahlreiche Probleme hinsichtlich der Festlegung wirksamer und verifizierbarer Grenzen gibt, so ist dies dennoch ein Gebiet
für die Rüstungskontrolle.
Wir haben den Sowjets Gespräche vorgeschlagen, die darauf abzielen, , i
die Anti-Satelliten-Tests auszusetzen und den Weltraum für eine freie
und friedliche Nutzung offenzuhalten.

Ich kann heute bestätigen, daß die

Sowjetunion vor kurzem unseren Vorschlag akzeptiert hat und daß die
Gespräche im kommenden Monat beginnen werden.

Ein

�Ein umfassendes Testverbot
Wir stehen ferner mit der britischen und der sowjetischen Regierung
in Verhandlungen über ein umfassendes Verbot nuklearer Versuche. Bei
diesen Gesprächen wurde ein gewisser Fortschritt erzielt, obwohl immer
noch Probleme verbleiben.

Die Erreichung eines solchen Verbotes würde

die Wahrscheinlichkeit einer weiteren nuklearen Proliferation verringern,
indem die Nuklearwaffenmächte ihre Ernsthaftigkeit demonstrieren, eine
Zurückhaltung bei ihren eigenen Aktivitäten zu akzeptieren.
Wir haben uns verpflichtet, einen solchen Vertrag anzustreben.
Er muß in angemessener Weise verifizierbar sein. Und wir werden sicherstellen, daß wir weiterhin auf die Verläßlichkeit unserer nuklearen
Sprengköpfe vertrauen können.

Rüstungskontrolle in Europa
.

So wie wir dabei sind, Abkommen auszuhandeln, die die Sicherheit
der Verbündeten auf dem Gebiete der strategischen Waffen fördern können,
so zielen auch die MBFR-Gespräche in Wien darauf ab, unsere gemeinsame
Sicherheit in Europa zu verstärken.

In den vergangenen Jahren haben

die Sowjetunion und andere Länder des Warschauer Paktes ihre Truppen
und ihr Waffenmaterial bis zu einem Punkt ausgebaut, wo das regionale
Gleichgewicht für uns und unsere Verbündeten zu einer wachsenden Besorgnis
geworden ist.
Unser zentrales Ziel bei den Wiener Gesprächen ist es, die Grundsätze der Parität und der Kollektivität der Streitkräfte in Mitteleuropa zu kodifizieren. Wir und unsere NATC-Verbündeten haben es der
Sowjetunion klargemacht, daß wir nur ein Abkommen akzeptieren werden,
das die Sicherheit des gesamten Gebietes fördert.

Diese
- 9 -

�Diese Gespräche sind nur äußerst langsam vorangekommen.

Es ist

jedoch wichtig, daß wir auf ein Abkommen in diesem Bereich hinarbeiten,
selbst wenn wir über SALT verhandeln.
Wir und unsere Verbündeten werden demnächst eine neue Anstrengung
unternehmen, um die Gespräche produktiver zu gestalten.

Es ist für

die Staaten des Warschauer Paktes an der Zeit, durch sinnvolle Maßnahmen
dazu beizutragen, daß diese Gespräche vorankommen.
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Während wir uns um Fortschritte bei diesen Gesprächen bemühen,
haben wir uns gleichzeitig zur Modernisierung und Stärkung der NATOStreitkräfte verpflichtet» und wir sind dabei, konkrete Maßnahmen zur
Erreichung dieses Ziels zu ergreifen. Die USA haben in ihrem gegenwärtigen Budget den Nachdruck auf die NATO-Verteidigung wesentlich verstärkt. Gemeinsam mit unseren Verbündeten führen wir neue taktische
Flugzeuge,neue Generationen von Panzer mit erhöhter Treffsicherheit
ein. Die Staats- und Regierungschefs der NATO werden im Mai in
Washington zusammenkommen, und eines der Hauptthemen wird ein langfristiges Programm zur Verbesserung der Verteidigung des Bündnisses
sein.
Wie Sie wissen, hat der Präsident nach Beratungen mit unseren Verbündeten und mit ihrer vollen Unterstützung die Produktion von Waffen
mit verstärkter Strahlenwirkung (Neutronenwaffe) aufgeschoben. Gleichzeitig hat er die Modernisierung des Lance-Raketen-Gefechtskopfes und
des 8 Inch-Waffensystems angeordnet, um die Option für die Einführung
des Elements der verstärkten Strahlung offenzuhalten. Seine endaültige
Entscheidung wird, wie er ausgeführt hat, dadurch beeinflußt, "in welchem
Ausmaß die Sowjetunion in ihren konventionellen und nuklearen Rüstungsprogrammen und Streitkräftedislozierungen, die die Sicherheit der
Vereinigten Staaten und Westeuropas berühren; Zurückhaltung zeigt".
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Die globale

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�Die globale Dimension
Eine weitere Bedrohung des Friedens liegt in der Zunahme und der
Verbreitung von Waffen in aller Welt.
Auf lange Sicht gesehen ist die friedliche Beilegung regionaler
Streitfälle der sicherste Weg, um die Nachfrage nach Waffen zu reduzieren.
Wir werden auch weiterhin unsere Anstrengungen fortsetzen, um dazu beizutragen, daß dauerhafte Lösungen solcher Streitfragen gefunden werden.
Und wir werden auch weiterhin darauf drängen, daß von Seiten der Großmächte Zurückhaltung geübt wird, damit lokale Konflikte nicht noch verschlimmert werden. Aber wir müssen auch Zurückhaltung hinsichtlich der
Zunahme der Waffen üben.
- Erstens

wir haben zusätzlich zu unseren Bemühungen um eine Be-

grenzung der weiteren nuklearen Proliferation mit Hilfe eines umfassenden
Versuchsverbotes damit begonnen, neue Technologien und neue institutionelle
Vorkehrungen zu prüfen, die die Länder der Welt in den Stand setzen werden,
die Kernenergie zu bändigen, ohne diese tödlichsten Instrumente des
Krieges weiter zu verbreiten.
- Zweitens, wir legen einen neuen Nachdruck auf die Kontrolle des
internationalen Handels mit konventionellen Waffen. Wir werden auch
weiterhin Waffenlieferungen vornehmen, um unsere eigenen Sicherheit und
die unserer Freunde zu fördern. Gleichzeitig aber beginnen wir damit,
den Fluß unserer eigenen Waffenexporte zu überprüfen.
Weil wir uns darüber im klaren sind, daß eine Verlangsamung des
konventionellen Wettrüstens nicht durch die USA allein erreicht werden
kann, erörtern wir mögliche miltilaterale Maßnahmen mit anderen Waffenlieferanten, und wir ermutigen die Käuferländer, regionale Abkommen
einzugehen, durch die der Rüstungswettlauf begrenzt wird.
Ich freue
- 11 -

�Ich freue mich, Ihnen heute erklären zu können, daß die Sowjetunion
zugestimmt hat, die Gespräche mit uns über eine Zurückhaltung hinsichtlich
der konventionellen Waffenverkäufe fortzusetzen.

Dies ist ein wichtiger

Schritt in unseren Bemühungen, eine ernsthafte internationale Diskussion
über eine Mlltllaterale Zurückhaltung in dieser Beziehung zustandezubringen.
- Drittens, wir sind bemüht, die Verbreitung und den Einsatz neuer &gt;i
Waffensysteme zu begrenzen, deren Auswirkung auf die Zivilbevölkerung
besonders tödlich ist.

über biologische, chemische uru umweltgefährdende

Waffenverträge ist verhandelt worden oder v.ird verhandelt.

Der un-&gt;

differenzierte und willkürliche Charakter zahlreicher Waffen dieser
Kategorien ist so schwerwiegend, daß praktisch alle Länder darin übereinstimmen, daß man für immer auf diese Waffen als Instrument des Krieges
verzichten sollte.
- Viertens, wir bemühen uns, ein Wettrüsten und eine Ausbreitung
(dieses Wettrüstens) durch eine Rivalität der Großmächte auf Gebiete
zu verhindern, die in der Vergangenheit weitgehend frei von einer
solchen Rivalität waren. Wir haben Verhandlungen mit der Sowjetunion
aufgenommen, um ein Wettrüsten im Indischen Ozean zu verhindern. Unser
Ziel ist erstens, die militärische Präsenz beider Seiten auf der Ebene
zu stabilisieren, die bis vor kurzem üblich war, um dann mögliche Re^
duzierungen in Erwägung zu ziehen. Der Aufbau der sowjetischen Seestreitkräfte in diesem Gebiet besorgt uns jedoch zutiefst, und wir werden
eine verstärkte sowjetische Präsenz zur See als Teil eines solchen Ab- •
kommens nicht akzeptieren.

Zusammenfassung
Jede der Rüstungskontrollanstrengungen, die ich hier erörtert habe,

�habe, ist dazu bestimmt, die Sicherheit und das Wohlergehen von Amerikanern
und von anderen überall in der Welt zu erhöhen.
Das Wettrüsten ist heute äußerst schwierig zu erfassen, und militärische Beurteilungen müssen häufig auf der Grundlage komplexer
Kalkulationen getroffen werden.

Aber wir dürfen nicht zulassen, daß

technische Debatten die einfachen Wahrheiten und den gesunden Menschenverstand verdunkeln, die immer hinter diesen Kalkulationen stehen müssen.
- Wir müssen eine militärische Verteidigung aufrechterhalten, die
keiner anderen unterlegen ist.

Wir verfügen über die menschlichen und

physischen Ressourcen, über das Wissen und den Willen, um dies zu tun.
- Wir müssen uns darüber im klaren sein, daß keine Nation Gewinne
erzielt und daß keiner sicherer ist, wenn alle ihre Ressourcen für noch
zerstörerische Waffen einsetzen. Wir alle gewinnen und wir alle sind
sicherer, wenn pragmatische, gerechte Abkommen zur Eindämmung des Wettrüstens erreicht werden können.
Das ist ein langfristiger Prozess. Wir werden mit anderen zusammenarbeiten, um diese Anstrengung zu fördern - in den Gesprächen zwischen
Ost und West, auf der Sondersitzung der Vereinten Nationen über Abrüstung,
die im nächsten Monat beginnt, und in anderen Gremien.
Ich habe heute zu Ihnen über die Rüstungskontrolle gesprochen, weil
Sie in den kommenden Monaten und Jahren dabei eine entscheidende Rolle
spielen werden. Ihre Ansichten und Darlegungen werden mitentscheiden
helfen, ob wir unsere vernünftige und historische Politik der Suche nach
Sicherheit durch Rüstungskontrolle und ein stabiles Gleichgewicht aufrechterhalten.
Es gibt Leute in unserem Lande, die diesen Kurs anzweifeln - einige,

- 13 -

�einige, weil sie zu viel von Rüstungskontrollmaßnahmen erwarten, andere,
weil sie glauben, daß dadurch zu wenig erreicht werden könnte.

Die-

jenigen, die zu viel erwarten, werden enttäuscht sein, wenn solche Abkommen nicht zu einer Beendigung des Wettrüstens führen.

Diejenigen,

die der Ansicht sind, daß solche Abkommen der Anstrengung nicht wert
sind, unterbewerten deren Ergebnisse.
Ich hoffe, daß Sie sich meine Aussage hier vor Augen halten werden daß nämlich die Vorteile der Rüstungskontrolle nicht unbegrenzt sind,
daß es jedoch ungeheuer wichtige und praktische Vorteile gibt, die nur
durch Rüstungskontrollmaßnahmen erreicht werden können.
Ich ersuche Sie alle, sich den Unterschied zwischen einer Welt mit
einem SALT-Abkommen vor Augen zu führen, wie ich es hier beschrieben
habe, und einer Welt ohne eine Begrenzung der strategischen Waffensysteme
einer Welt, in der wir damit begonnen haben, das militärische Verhältnis
in Mitteleuropa in einem annehmbaren Gleichgewicht zu stabilisieren,
und einer Welt, in der dies nicht der Fall ist; einer Welt, in der wir
dabei sind, einem militärischen Wettlauf im Weltall Einhalt zu gebieten,
oder den internationalen Lieferungen konventioneller Waffen gewisse
Grenzen zu setzen oder die Gefahr einer nuklearen Proliferation zu begrenzen, und einer Welt, in der wir solche Maßnahmen nicht erreichen
können.
Auf lange Sicht gesehen hängt die Sicherheit eines jeden Amerikaners
davon ab, daß wir die gleiche Entschlossenheit, die gleiche sorgfältige
Planung und die gleiche kontinuierliche Energie auf die große Aufgabe
verwenden, das Wettrüsten unter eine vernünftige Kontrolle zu bringen,
wie wir dies auch für die Entwicklung neuer Waffen zu unserem Schutze
tun. Unsere große Aufgabe, die Aufgabe für alle Nationen, ist es ( sicherzustellen, daß der technische Erfindungsreichtum des Menschen durch Klugheit und Weisheit geleitet wird.
+ + + + +

- 14 -

�19. April 1978

10

20 JAHRE WISSENSCHAFTSAUSSCHUSS DER NATO

- (AD) - Der Wissenschaftsausschuß der NATO, der mit seiner Arbeit
viel dazu beigetragen hat, die Zusammenarbeit im Bündnis auf nicht-militärischem Gebiet stetig auszuweiten, bestand am 19. Dezember 1977 genau
20 Jahre. Auf einer dreitägigen Konferenz des Ausschusses in Brüssel vom
11. - 14. April 1978 anläßlich dieses Jubiläums, würdigten Wissenschaftler
und andere Teilnehmer aus NATO-Ländern die wichtigsten Leistungen auf wissenschaftlichem und technologischem Gebiet im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte. Aber auch der sich wandelnde Charakter und die veränderte Rolle von
Wissenschaft und Technik wurden kritisch erörtert, ebenso mögliche künftige
Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und Gesellschaft.
Seit 20 Jahren fördert der Ausschuß wissenschaftliche Programme in
weiten Bereichen mit Forschungsbeihilfen, Stipendien und Seminaren, um den
Stand der Wissenschaft in Mitgliedstaaten zu festigen und das Niveau weiter
zu heben. In einer Grußbotschaft Präsident Carters, die Dr. Frank Press,
Präsidialbeirat für Wissenschaft und Technologie, überbrachte, hat der Präsident der Vereinigten Staaten auf die Mittlerrolle dieses NATO-Ausschusses
für den freien Ideenaustausch zwischen Wissenschaftlern aller Nationen und
für den verstärkten Zusammenhalt der gesamten wissenschaftlichen Welt hingewiesen. Das Stipendienprogramm sei das umfangreichste und erfolgreichste

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�erfolgreichste seiner Art überhaupt.

Es habe den Anstoß zur Einführung ähn-

licher Programme in den Partnerländern gegeben.

In der Meeresforschung und

Meteorologie, auf den Gebieten der Ökologie, der Computerwissenschaften und
einer Reihe anderer wichtiger Sektoren habe es bedeutsame neue Forschungsaktivitäten in Gang gebracht.
"Solche Bemühungen der NATO-Gemeinschaft zur Ausweitung der Grenzen
wissenschaftlicher

Erkenntnis", so heißt es in der Botschaft Carters»"sind

eine bindende Kraft für den Zusammenhalt des Bündnisses.

Sie haben die von

den Verbündeten in Artikel 2 des Nordatlantikvertrages eingegangene Verpflichtung, die 'Entwicklung friedlicher und freundschaftlicher internationale Beziehungen1 zu fördern, mit Leben erfüllt."

+ + + + +

- 2 -

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1
I

Wi//en/chaft
und Technik
international Communication Agency
Embassy of the United States of America

10

19. April 1978

VERBESSERTE FERNERKUNDUNG AUS DEM WELTRAUM
LANDSAT 3 mit neuem Infrarot-Scanner für Landwirtschaft, Gewässerbeobachtung, Boden- und Gesteinsforschung

- (AD) - Am dritten amerikanischen Fernerkundungssatelliten LANDSAT,
der seit dem 5. März 1978 die Erde auf einer polaren Bahn umkreist, wurde
kürzlich der neuartige Infrarot-Scanner aktiviert. Er erfaßt die langwelligen Infrarot-Strahlungen und mißt somit Teperaturen an der Erd- und
Wasseroberfläche. Das bedeutet, daß speziell warme und kalte Strömungen,
warme Abwässer, geothermische Quellen (z.B. für Thermalbäder oder für die
Energiegewinnung), Kaltluftströme (für die Raumplanung wichtig!), Anzeichen für bevorstehende Vulkanausbrüche und Quellaustritte beobachtet
werden können. Planungen zur Grundwasserschließung
Satellitendaten erleichtert.

werden mit Hilfe der

Von ganz besonderer Bedeutung dürften diese jedoch für die Zustandsanalyse von Feld- und Waldkulturen mit Informationen über Reifegrad oder
Krankheiten und schließlich für die Typenbestimmung von Böden und Gesteinen sein, was sowohl die bestmögliche Bodennutzung als auch die

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Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�die Rohstoffsuche vereinfacht.

Eine Reihe von Entwicklungsländern nutzt

schon die bisherigen LANDSAT-Daten ausgiebig für Zwecke der Exploration,
der geographischen und geologischen Bestandsaufnahme, für topographische
und kartographische Zwecke.

Schon die ersten beiden LANDSAT-Geräte, die

ebenso wie LANDSAT-3 noch zu den experimentellen Erderkundungssatelliten
zählen, gaben ihnen die Möglichkeit, mühsame Einzelerkundungen einfach zu
überspringen und statt dessen ganz gezielt nach bestimmten Rohstoffen zu
suchen oder umfangreiche Landerschließungsaufgaben in Angriff zu nehmen.
Die USA haben viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit in das Projekt
"Fernerkundung" gesteckt.

Die Aufbereitung und Interpretation der Daten-

flut wurde laufend verbessert und teilweise vereinfacht, die Kontrolle
der Messergebnisse durch örtliche und regionale Beobachtungen am Boden
ständig verfeindert.

Für den Bereich der Vereinigten Staaten kann heute

auf Grund der LANDSAT-Meßdaten die Art der Feldkulturen bei großen
Flächen mit 95%, bei kleineren oder stark untergliederten Flächen mit
75-80% Genauigkeit angegeben werden.

Im Verein mit meteorologischen und

anderen Daten lassen sich bemerkenswert exakte Voraussagen des Ernteertrages machen.

Im Mittelwesten der USA wurde mittels Bildaufbereitung

durch Computer die Bodenkartierung im Maßstab 1:24 000 möglich.
Mehr als 120 Länder sind Kunde beim amerikanischen LANDSAT-Datenzentrum. Zwei Drittel von ihnen sind Entwicklungsländer, der größte
Einzelkunde ist die Sowjetunion. Aber auch die großen ölgesellSchäften
interessieren sich immer mehr für die Fotos und die Multispektralaufnahmen, die LANDSAT-2 und 3 zur Erde funken. LANDSAT-1, am 23. Juli 1972
gestartet, hat bis zum Ende seiner "Lebensdauer" nach mehr als fünf
Jahren ca. 300 000 Aufnahmen von jeweils 185 x 185 km großen Flächen
übermittelt. Die Erdoberfläche wird dabei in einer Anzahl von Spektralbereichen abgetastet; aus den ursprünglichen Schwarzweiß-Bildern mit
unterschiedlichen Helligkeitswerten werden mittels Projektion durch bestimmte Farbfilter und anschließendes Aufeinanderkopieren die aussageträchtigen Farbbilder hergestellt.
So ist

�So ist es inzwischen möglich geworden, anhand solcher Bilder, die
sich aus dem von der Erde reflektierten Licht zusammensetzen, mehr als
30 verschiedene Gesteinsarten zu identifizieren.

Wissenschaftler in

Bolivien kartieren danach z. Zt. ihr Land und seine natürlichen Hilfsquellen wie Wälder, Böden und mögliche Mineral- und Ölvorkommen.

Mexiko

hat mehrere Millionen Hektar gutes oder relativ gutes Ackerland, dazu
6,5 Millionen Hektar Land ausfindig gemacht, das sich im Zustand fortgeschrittener Erosion befindet.

Kanada entdeckte 42 Waldbrandgebiete.

Und Brasilien benutzte LANDSAT-Daten, um die Erschließung weiterer Gebiete des Amazonas-Urwaldes für die Gewinnung von Weideland zu überwachen.
Außerdem wurde in Westbrasilien eine riesige Region entdeckt, die unterirdisch große Wassermengen enthalten könnte.
und vulkanische Gebiete.

Island kartierte geothermisc

Pakistanische Wissenschaftler haben Lager-

stätten von Kupfererzen gefunden.

Im Ägyptern stellte man fest, daß mit

Hilfe der LANDSAT-Daten die kartographische Erfassung des Landes mit
dreimal höherer Genauigkeit im Detail möglich ist.

Die Vereinten Nationen

suchen mittels LANDSAT-Aufnahmen nach Land, das sich für die landwirtschaftliche Erschließung eignet.
Dies sind nur einige Beispiele von vielen. LANDSAT-3 hat zum
ersten Mal zwei Reflexlicht-Vidicon-Kameras an Bord, deren Aufnahmen
noch 40 m große Flächen auf der Erde voneinander unterscheiden lassen.
Gegenüber den Kameras der beiden Vorgänger ist das Auflösungsvermögen
doppelt so groß. Diese Aufnahmen machen 20 - 25 Prozent aller zur Erde
gefunkten Multispektral-Aufnahmen aus. Dazu kommen die Abtastbilder
der Sensoren, die von Wellenlängenbereichen im Ultraviolett bis zum
kurzwelligen Infrarot reichen und mindestens 80 m große Flächen oder
Objekte auf Grund ihrer spezifischen Rückstrahlung erkennen lassen, sowie
der neue langwellige Infrarotscanner mit einem Auflösungsvermögen von
237 m. Er ermöglicht im Gegensatz zu den übrigen Sensoren auch Aufnahmen
auf der Nachtseite der Erde und liefert Informationen über die Wärmeabgabe
von Gesteinen, Böden und Wassermassen.
Auch die

�Auch die Datenverarbeitung wird in Verbindung mit LANDSAT-3 wesentlich
verbessert:

Neben der sehr viel höheren Bildqualität wird in etwa einem

Jahr die Zeit zwischen der Aufnahme und der Weitergabe des aufbereiteten
Bildes nur noch zwei Wochen - anstatt, wie bisher, 5 bis 7 Wochen - betragen.

Mit LANDSAT-2 wurde LANDSAT-3 inzwischen durch Kurskorrekturen so

synchronisiert, daß ein bestimmtes Beobachtungsfeld auf der Erde jeweils
von einem der beiden Satelliten alle neun Tage zur gleichen Stunde und
unter gleichem Beobachtungswinkel relativ zur Sonne überflogen wird.

Der

Zeitraum zwischen zwei Aufnahmen unter diesen Bedingungen, der für jeden
dieser Satelliten auf polarer Bahn 18 Tage beträgt, wurde somit halbiert,
so daß Veränderungen besser überwacht werden können.
Neben der Erfassung von Rohstoffquellen, geologischen Strukturen
und der Beschaffenheit von Böden ist die Überwachung des menschlichen
Lebensraumes eine wichtige Aufgabe der Fernerkundungssatelliten. Deshalb
werden jetzt auch immer mehr Anstrengungen darauf verwandt, industrielle
Schmutz- und Schadstoffe in der Luft und ihre Quellen ausfindig zu machen.
Das LANDSAT-Programm und seine Nachfolgeprogramme sind geeignet, zur
Lösung der größten Probleme beizutragen, denen wir uns heute gegenübersehen - globaler Umweltüberwachung, ausreichender Energieversorgunn und
rationeller Nutzung von Energie sowie ausreichender Nahrungsproduktion.
Angesichts der bisher erzielten Ergebnisse bezeichnen amerikanische
Wissenschaftler das Programm als die "lohnendste Investition unter den
Anwendungssatelliten". Die neuen Instrumente an Bord von LANDSAT-3 erfassen bei Tag und Nacht Temperaturunterschiede bei Vegetation, in Wassermassen, am nackten Gestein der Gebirge, in Wüsten und Steppen, in
Feuchtgebieten, von bebauten und unbebautem Land oder in Ballungszentren.
Ein DatensammelSystem nimmt Funkmeldungen von bis zu 1 000 Meßstellen,
die auf der Erde installiert sind, auf, registriert sie und gibt sie an
größere Bodenstationen weiter. Dabei handelt es sich um Meßdaten z.B.
über seismische und vulkanische Aktivität in bestimmten Gebieten, über

- 4 -

�über Strömungsstärken in Gewässern, Wasser- und Schneetiefen, Wassertemperaturen und selbst über die Dichte von Sedimenten am Grund von
Flüssen.
Drei Bodenstationen in den USA nehmen bei jedem Durchgang eines
LANDSAT-Satelliten die an Bord gesammelten Daten samt der gespeicherten
Bilder auf. Die US-Station in Alaska ist außerdem ausgerüstet, Informationen zu kopieren, die zur Erde übermittelt werden. Außeramerikanische Empfangsstationen befinden sich in Brasilien, Kanada und Italien;
sie erlauben bei der Auswertung der Daten die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der jeweiligen Region. Eine weitere Station ist im
Iran in Bau; Australien, Argentinien, Chiele, Indien, Japan, Schweden
und Zaire sind an der Errichtung eigener Empfangsstationen interessiert.
Für die Benutzung der LANDSAT-Daten zahlen ausländische Stationen z.Zt.
eine Jahresgebühr von 200 000 Dollar.

+ + + + +

- 5 -

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Wis/cn/choft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. April 1978

10

NEUE WARNUNG VOR LAETRIL

- (AD) - Die Gefährlichkeit des Präparats Laetril, das in den Vereinigten Staaten durch. Propaganda von Mund zu Mund in den Ruf eines "Krebsheilmittels" gekommen ist, wurde jetzt durch Tierversuche an der Universität Kalifornien demonstriert. Das aus Aprikosenkernen gewonnene Laetril bildet nämlich im Organismus Cyanwasserstoff (Blausäure) und deren nicht minder giftige
Salze, sobald bestimmte andere Nahrungsmittel wie z.B. Sellerie, Bohnen, Pfirsiche oder auch süße Mandeln gegessen werden. Wie die Forschergruppe in der
Zeitschrift der "American Medical Association" Ende März berichtete, starben
sechs ihrer zehn Versuchshunde an Cyanidvergiftung, nachdem die Tiere zu den
auf ihre Körpergröße abgestimmten Laetril-Dosen frische süße Mandeln bekommen
hatten. Drei weitere Tiere erkrankten schwer. Sie waren desorientiert, erblindeten, bekamen Krämpfe und Lähmungen oder wurden überaus aggressiv. Alle
drei mußten schließlich getötet werden. Nur ein Tier erholte sich wieder.
Die sorgfältig kontrollierten Experimente zeigen, welcher zusätzlichen
Gefahr sich Krebskranke - abgesehen von dem Versäumnis einer regulären und medizinisch erprobten Krebstherapie - aussetzen, die sich das "Heilmittel"
Laetril auf eigene Faust vom schwarzen Markt oder aus Mexiko besorgen oder
sich von bestimmten Ärzten, meist medizinischen Außenseitern, damit behandeln
lassen. Ungeachtet der Warnungen der US-Kontrollbehörde für Nahrungs- und
Arzneimittel (FDA), der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsbekämpfung und

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�und des Nationalen Krebsforschungsinstituts (NCI) glauben noch immer Krebskranke daran, daß ihnen mit Laetril geholfen werden könne.

Bis vor kurzem

war das Präparat, das größtenteils - häufig verunreinigt - auf illegalen Wegen aus Mexiko kommt, in den Vereinigten Staaten generell verboten.

Die Be-

gründung des Bundesgesundheitsdienstes und der FDA: 1) zeigte Laetril in Tierversuchen keinerlei Wirkungen auf Krebsgeschwüre; 2) war in mehreren gut dokumentierten Fällen die Schädlichkeit beim Menschen erwiesen; 3) waren Kinder,
die versehentlich Laetril genommen hatten, daran gestorben; 4) konnte niemand
einen wissenschaftlich gesicherten Nachweis erbringen, daß Laetril auch nur
ein einziges Krebsopfer hätte retten können; dagegen lagen Beweise dafür vor,
daß mit Laetril behandelte Patienten an Krebs starben, die bei Anwendung der
etablierten Krebstherapie mit großer Wahrscheinlichkeit hätten gerettet werden können.
Bundesgesundheitsdienst und FDA sind nach wie vor gegen die Zulassung
eines sog. Krebsmittels, das noch nicht einmal in klinischen Versuchen am
Menschen erprobt worden ist. Und das Nationale Krebsforschungsinstitut (NCI)
hält angesichts der bisher vorliegenden Daten eine solche Erprobung, auch
wenn sie unter streng kontrollierten Bedingungen geschähe, für unverantwortlich. Dennoch haben die Gesundheitsbehörden in 11 amerikanischen Bundesstaaten dem Druck einflußreicher Gruppen aus der Öffentlichkeit nachgegeben
und das Verbot für Laetril aufgehoben. Daraufhin beschloß das Nationale
Krebsforschungsinstitut, den Behauptungen über günstige Laetril-Wirkungen
nachzugehen. Es forderte die Ärzte auf, die Namen und Krankenpapiere von
Patienten, die glauben, nach Laetril eine Besserung ihrer Krebserkrankung
zu verspüren, mit deren Einverständnis dem Krebsforschungsinstitut vorzulegen.
In allen diesen Fällen muß die Krebsdiagnose durch pathologische Untersuchungen gesichert sein. Außerdem müssen zuverlässige Angaben über die geschätzte
Tumorgröße vor und nach der Laetril-Behandlung gemacht werden, und es muß gewährleistet sein, daß bei dem Patienten mindestens einen Monat vor der LaetrilBehandlung keine andere Krebstherapie angewandt wurde.

�Die Aktion des NCI wurde im Januar 1978 gestartet, Mitteilungen zu Reaktionen aus der Ärzteschaft gibt es noch nicht.

Aber immer mehr Fälle wer-

den bekannt, in denen Laetril sich als alles andere denn harmlos erwies. Sie
widerlegen die Behauptung, Laetril sei zum mindesten unschädlich, wenn es
schon nichts nütze.

Laboratorien waren bisher nicht imstande, seine thera-

peutische Wirksamkeit oder auch nur eine schmerzlindernde Wirkung sicher nachzuweisen.

Ein Wissenschaftler der Georgetown-Universität in Washington weiß

von Patienten zu berichten, die illegal aus Mexiko eingeführtes Laetril genommen haben und daraufhin sehr schwer erkrankten.

Hilfesuchende sollten

unter allen Umständen vor Laetril gewarnt und auf die erprobten Möglichkeiten
der Krebstherapie verwiesen werden.

+ + + + +

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