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                  <text>Information
und

I

pf-i {l/i I W I T M
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

5. April 1978
INHALT
DOKUMENTATION
Erklärung Präsident Carters vor Beginn seiner zweiten Weltreise
Carter fordert Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländer und
Industrieländern
- Rede des US-Präsidenten vor dem venezolanischen Parlament Pressekonferenz Präsident Carters in Brasilia
- Auszüge USA und Afrika:

Gemeinsam in die Zukunft

- Rede von Präsident Carter in Lagos INFORMATION
USA für stärkere Bemühungen um konventionelle Abrüstung
HINTERGRUND
Präsident Carter kündigt neues Programm zur Städtesanierung an
- über 8 Milliarden Dollar aus Bundesmitteln vorgesehen - von unserer Korrespondentin Bonnie Potter WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Spacelab - begehrte Experimentierstation
- Warteliste für Flüge mit dem Raumtransporter Wetterwacht durch Satelliten wird verstärkt
- USA starten sechs neue Geräte in sieben Monaten -

Um Übef/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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�1

Dokumentation

I

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Embassy of the United States of America

5. April 1978

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS VOR BEGINN SEINER ZWEITEN WELTREISE

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat zu Beginn seiner zweiten Weltreise mit den Stationen Venezuela, Brasilien, Nigeria und Liberia
am 28. März 1978 vor dem Abflug vor dem Weißen Haus betont, seine Reise solle
die Fähigkeit der Vereinigten Staaten unter Beweis stellen, mit der heutigen
vielfältigen Welt konstruktiv und kreativ umzugehen.
Der Präsident erklärte wörtlich:
Ich trete heute eine Reise an, die die Fähigkeit unserer Nation aufzeigen wird, mit der Vielfalt der Welt, in der wir leben, in konstruktiver
und kreativer Weise umzugehen. Auf jeder Station dieser Reise werden unsere
leitenden Grundsätze sein: wirtschaftliche Gerechtigkeit, Menschenrechte,
faire Beziehungen unter Staaten und die Suche nach einer friedlichen Lösung
der Konflikte und der potentiellen Konflikte der Welt.
Mit Lateinamerika und Afrika verbinden uns besondere und seit langem
bestehende Beziehungen.

Viele Menschen in unserem Lande können ihre Wurzeln

in diese beiden Kontinente zurückverfolgen, und wir teilen mit diesen Nationen eine Geschichte der Freiheit, die durch. Kampf gegen koloniale Beherrschung
und Herrschaft errungen wurde.
Die

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�Die Länder, die ich besuchen werde, sind beispielhaft für die tiefgreifenden Veränderungen, die sich vollziehen, und die wachsende Bedeutung
unserer Beziehungen zu den neuen Führern der Entwicklungswelt.

In Venezuela,

in Brasilien, in Nigeria und in Liberia werden wir versuchen, Freundschaften
zu stärken, gemeinsame beiderseitige Interessen und beiderseitige Möglichkeiten zu suchen wnd von den Führern dieser einflußreichen Länder zu lernen.
Zu Ende dieses Jahrhunderts werden 80 Prozent der Weltbevölkerung in
Lateinamerika, Asien und Afrika leben.

Sich rasch entwickelnde Länder, wie

die vier, die ich besuche, werden eine immer größere Rolle in unserem Leben
hier in den Vereinigten Staaten spielen.

Und wenn wir unser gemeinsames

menschliches Schicksal in dieser Welt des Wandels bestimmen, dann werden wir
unsere Größe nur dann erhalten können, wenn wir in der Lage sind, uns zu ändern und gleichzeitig den Grundsätzen treu zu bleiben, die unser Land stark
gemacht haben.
Ich trete diese Reise an, um unseren Freunden stolz und klar unsere
eigenen amerikanischen Werte zu erläutern und ihre Auffassungen und ihre
Anliegen zu verstehen. Mein größter Ehrgeiz wird sein, das Volk meines
Landes wahrhaft und gut zu vertreten. Und wenn es mir gelingt, diesen Ehrgeiz zu erfüllen, dann wird das den Erfolg meiner Mission gewährleisten.

+ + + + +

�Dokumentation
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Embassy of the United States of America

5. April 1978

CARTER FORDERT ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN ENTWICKLUNGSLÄNDERN
UND INDUSTRIELÄNDERN
• Rede des US-Präsidenten vor dem venezolanischen Parlament -

CARACAS, VENEZUELA -(AD) - Präsident Jimmy Carter hat im Rahmen
seiner zweiten Weltreise in einer Rede vor dem Parlament von Venezuela
am 29. März 1978 eine verstärl-te Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen gefordert. Wenn sich Industrie- und
Entwicklungswelt nicht in die Verantwortung für den weltweiten Fortschritt teilten, dann wären alle Bemühungen umsonst, so betonte Carter.
Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, meine Herren Senatoren, Senor Barrios,
meine Damen und Herren:
Es ist mir eine Ehre, heute vor dieser freien Versammlung einer
der größten Nationen dieser Erde zu stehen, um die herzlichen Grüße des
amerikanischen Volkes zu überbringen, dessen Freiheitsliebe so tief ist
wie die Ihrige.
Unsere

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�Unsere Nationen sind nicht nur durch gemeinsame Interessen verbunden, sondern auch durch die stärksten und dauerhaftesten Bande - die
der gemeinsamen IdealeVenezuela steht an vorderster Front derer, die die Sache der Demokratie verteidigen.
Vor anderthalb Jahrhunderten haben Sie der Welt Simon Bolivar geschenkt, ein Symbol der Freiheit, dessen Beispiel weit über die westliche Hemisphäre hinausreicht.

Heute bietet Venezuela den unverkennbaren

Beweis, daß politische Freiheit und wirtschaftlicher Fortschritt keine
gegensätzlichen Ideale zu sein brauchen, sondern sich im Gegenteil gegenseitig stärken.
Vor fast 200 Jahren reiste General Francisco de Miranda durch mein
Land, als er den Kampf um die Befreiung Venezuelas vorbereitete.
Voriges Jahr hat Ihr Präsident und mein Freund

Carlos Perez diese

Reise nachvollzogen, und mit jedem Schritt, den er in meinem Lande tat,
unterstrich er immer deutlicher unsere traditionelle gemeinsame Verpflichtung zu den demokratischen Werten,
Ihr Land hat unermüdlich - und mit Erfolg - für die weitere Annahme
der Amerikanischen Menschenrechtskonvention und die Stärkung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission gearbeitet.
Wir sind, wie Sie, der Überzeugung, daß sich keiner von uns einer
echten Freiheit erfreuen kann, wenn andere unterdrückt sind.
Ihr Land und andere in Lateinamerika und in der Karibik haben die
fwnrung auf einem weiteren Gebiet übernommen, das von gleich tiefgreifender Wirkung auf die Welt der Zukunft sein wird:

- 2 -

das Verhältnis zwischen

�zwischen den modernen Industriestaaten, die über den größten Anteil an
Einfluß und materiellen Gütern verfügen, auf der einen Seite, und den armen
und aufstrebenden Nationen der Welt, die begreiflicherweise nach einem
größeren und gerechteren Anteil streben.
Vor der Organisation Amerikanischer Staaten habe ich im vorigen
Jahr erklärt, daß die wirtschaftlichen Probleme, die ein zentrales Anliegen der Vereinigten Staaten und Lateinamerikas sind, globale Probleme
sind, und daß sie in einem ständigen Dialog zwischen den reichen und
den armen Nationen in Angriff genommen werden müssen.
Engere Konsultation unter unseren Ländern würde zu größerer Harmonie,
besserem kollektiven Urteil, zur Vermeidung von Fehlern und zur Verhütung
von unabsichtlichem Unrecht gegenüber jenen führen, die schwach und am
meisten verwundbar sind.
Ich möchte heute mit Ihnen über die Verantwortung sprechen, die
wir - die entwickelten und die sich e n t w i c k e l n Länder - gemeinsam bei
der Schaffung einer gerechteren internationalen Ordnung tragen.
Ich möchte heute über eine Vision sprechen - eine Vision dessen,
was aus unserer Welt werden kann; ob sie eine Welt der Ungerechtigkeit
und der Armut wird oder eine der Partnerschaft und der Erfüllung; ob
wir die Veränderungen im voraus prke: 1er. die unausweichlich kommen, und
uns ihnen anpassen, oder ob wir vor der Zukunft die Augen verschließen
in der vergeblichen Hoffnung, daß man den Veränderungen vorbeugen könne.
Gestern abend erklärte Präsident Perez in seiner so beredten und
bedeutsamen Ansprache - und ich zitiere - daß "von allen unseren Utopien
die gefährlichste diejenige von Leuten ist, die da denken, daß die Welt
so weiterbestehen kann, wie sie heute ist oder wie sie vor 30 Jahren
gesehen wurde."
Diese

�&gt;

Diese Überlegungen führen uns zu der grundlegenden Erklärung, daß
die Krise, die sich jetzt auf die Welt auswirkt, sehr tiefgehende Wurzeln
hat.

Wir machen heute eine moralische Krise durch, eine Krise der

ethischen Prinzipien.
Politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen haben bereits
unsere moderne Welt umgeformt.

Die alten kolonialen Weltreiche sind

zerbrochen, und mehr als einhundert neue unabhängige Nationen sind an
ihre Stelle getreten.
Unsere Länder sind wirtschaftlich stärker voneinander abhängig;
bereiter, einander als Gleichberechtigte zu behandeln; fähiger, einander
zu beeinflussen - zum Guten oder zum Schlechten hin - als jemals zuvor
in der Geschichte.
•

Wir müssen uns über diese Tatsache im klaren sein: daß wir zusammen
die Verantwortung für die Lösung unserer geneinsamen Probleme tragen.
Unsere Verpflichtungen werden im einzelnen unterschiedlicher Natur
sein, unsere Interessen und die von uns gesetzten Akzenten werden natürlich variieren, aber jeder von uns - Nord und Süd, Ost und West - muß
seinen Teil der Bürde tragen.
Wenn die Verantwortung für den globalen Fortschritt nicht gemeinsam
getragen wird, dann werden unsere Bemühungen ganz gewiß erfolglos sein.
Nur wenn die Verantwortung gemeinsam übernommen wird, können wir vielleicht
die Ziele verwirklichen, die unsere Völker zu erreichen suchen und die
unsere Zeit von uns verlangt.
Wir haben drei Ziele: Erstens, das wirtschaftliche Wachstum der
Welt durch eine stärkere Einbeziehung der Entwicklungsländer zu beschleunigen, denn deren Fortschritt ist für eine weltweite Prosperität,
für uns alle von entscheidender Bedeutung; zseitens, den größten Nutzen

- 4 -

�Nutzen aus dem größten Gut der Welt zu ziehen, nämlich aus ihrem menschlichen Potential;

und drittens, sicherzustellen, daß alle Länder in

vollem Umfange an den grundsäizlichen Entscheidungen über weltwirtschaftliche und weltpolitische Fragen beteiligt sind.
Nur durch gemeinsame Maßnehmen können wir Handel und Investitionen
ausbauen, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen, die Inflation einzudämmen und
den Lebensstandard unserer Völker zu steigern.
Die Industrienationen haben die gleichen Probleme und können nicht
von sich aus allein die wirtschaftliche Wiederbelebung der Welt zustande
bringen.
Ein starkes Wachstum und eine starke Expansion in den Entwicklungsländern sind von entscheidener Bedeutung - und in dem Maße, in dem sie
Erfolg haben, müssen sie - und das ist schwer - auf die Verantwortung
des Erfolges in einer auf höchsten Wettbewerb

abgestellten Weltwirt-

schaft vorbereitet sein.
Es gibt fünf Maßnahmen, die wir gemeinsam ergreifen müsser :
Wir müssen den Kapitalfluß nach den Entwicklungsländern verstärken.
Wir müssen ein faireres und offeneres Welthandelssystem schaffen.
Wir müssen darauf hinarbeiten, die destabilisierenden Preisbewegungen
in der Weltwirtschaft zu mildern
Wir müssen bei der Einsparung von Energie und der Entwicklung der
Energiequellen zusammenarbeiten.
Wir müssen die technologische Kapazität der Entwicklungsländer ausweiten.
Keine

�Keine dieser Aufgaben ist einfach, und jede verlangt Anstrengungen
von allen Seiten.
Private Institutionen und Investoren werden auch weiterhin die
Hauptrolle bei der Verstärkung der Kapitalflüsse spielen, aber das Kapital,
das von öffentlichen Institutionen und von Regierungen bereitgestellt wird,
ist natürlich ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung.
Wir in den Vereinigten Staaten werden unseren Anteil übernehmen.
Bei der Gestaltung des weltwirtschaftlichen Geschehens legen wir
besonderes Gewicht auf die Erweiterung des Weltwährungsfonds, der sowohl
den Entwicklungsländern als auch den Industrienationen dabei hilft, ihre
Zahlungsbilanzprobleme zu lösen.
Wir in den Vereinigten Staaten werden auf eine baldige Bewilligung
unseres sehr wesentlichen Beitrages zur Zusatzfazilität von 10 000
Millionen Dollar drängen, wie sie Mr. Witteven empfohlen hat.
Die internationalen Entwicklungsbanken sind von grundsätzlicher
Bedeutung für die Gesundheit der Weltwirtschaft.

Sie tragen zum Wachstum

und zur Entwicklung zahlreicher Länder und somit zur Expansion des Welthandels bei.
In den kommenden Jahren wollen die Vereinigten Staaten ihre Beiträge
vergrößern,und wir werden mit anderen Nationen in dem Bemühen zusammenarbeiten, dafür zu sorgen, daß diese Institutionen die benötigte Unterstützung auch erhalten.
Die bilaterale wirtschaftliche Unterstützung muß ebenfalls eine
wichtige Rolle spielen.

So habe ich zum Beispiel den Kongress ersucht,

eine 28 prozentige Erhöhung unseres diesbezüglichen Programmes allein
für das kommende Jahr zu bewilligenIch begrüße

�Ich begrüße die Bemühungen Venezuelas und anderer Entwicklungsländer, ihre eigenen Programme der wirtschaftlichen Unterstützung zu erweitern.
Alle OPEC-Länder haben die Verpflichtung, ihre überschüssigen Mittel
dafür einzusetzen, daß die menschlichen Ansprüche der Weltbevölkerung
erfüllt werden.
In einigen Fällen ist die Rückzahlung amtlicher Entwicklungshilfe
zu einem Hindernis für die Entwicklung geworden.
Meine Regierung unterstützt Gesetze, die jetzt dem Kongress vorliegen
und die es uns gestatten werden, die Rückzahlungsbedmgungn für amerikanische Hilfsanleihen für einige der am wenigsten entwickelten Länder zu
erleichtern.
Wir müssen auf ein erweitertes und gerechteres Handelssystem hinarbeiten. In keinem Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen sind die
Möglichkeiten Lateinamerikas größer - aber auch seine Verantwortlichkeiten schwerer - als bei der Ausweitung des Handels. Die multilateralen
Handelsverhandlungen, di'p gegenwärtig in Genf stattfinden, sind ein
Brennpunkt für die kontinuierlichen Anstrengungen, den Handel zu liberalisieren und den Regeln für diesen internationalen Handel mehr Gewicht zu
verleihen. Sowohl die Industrie- als auch die Entwicklungsländer haben
ein enormes Interesse an einem Erfolg dieser Verhandlungen. Wir müssen
allen Versuchungen widerstehen, neue Einfuhrbeschränkungen zu errichten,
und wir müssen alle bestrebt sein, die bestehenden Handelsschranken sowohl Zölle als auch andere Maßnahmen - abzubauen, während wir gleichzeitig den Entwicklungsländern besondere Aufmerksamkeit schenken und
ihnen Vorteile gewähren.

Wir müssen ferner darauf hinwirken, die destabilisierenden Preisbewegungen in der Weltwirtschaft zu mildern und die Rohstoffpreise zu

- 7 -

�zu stabilisieren.

Vernünftige und stabile Exportpreise können die In-

flation niedriger halten und ein besseres Einkommen sowie einen reguläreren
Fluß neuen Investitionskapitals für jene fördern, die Rohstoffe produzieren.
Alle Länder können daher aus den Verhandlungen über Rohstoffabkommen
und deren Verwirklichung Nutzen ziehen, sowie aus dem - mit Hilfe der
Vereinigten Staaten und anderer wichtiger Länder - zu schaffenden gemeinsamen Fonds zur Preisstabilisierung.
Wir haben bereits damit begonnen, hinsichtlich der klugen Nutzung
der begrenzten Ressourcen der Erde - wie beispielsweise der Nahrungsmittel - zusammenzuarbeiten und entsprechende Pläne aufzustellen, und
das Gleiche müssen wir jetzt im Hinblick auf die Energie tun.
Sowohl die Industrienationen als auch die Entwicklungsländer müssen
Energie einsparen und noch mehr unserer gewaltigen technologischen Anstrengungen und Ressourcen darauf verwenden, weltweit neue Energiequellen wie aus der Sonne - zu erschließen oder sogar - wie uns einige lateinamerikanische Staaten gezeigt haben, aus Zucker und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Dies muß geschehen, ohne daß unsere Umwelt zerstört oder eine Welt
geschaffen wird, in der sich nukleare Explosionen immer weiter ausbreiten.
Für den Rest dieses Jahrhunderts bringen die Entwicklungsländer
das größte Wachstumspotential. Um immer mehr auf eigenen Füßen zu stehen,
müssen die Entwicklungsländer ihre technologische Kapazität erweitern.
Zu ihrer Unterstützung schlage ich die Schaffung einer neuen amerikanischen
Stiftung für technologische Zusammenarbeit vor.
Durch private und öffentliche Stiftungen sowie durch eine verstärkte
Beteiligung an den Konferenzen der Vereinten Nationen können wir die
technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu einem entscheidenden

- 8 -

�entscheidenden Element in unseren Beziehungen machen.
Unsere Hauptaufgabe als Mitglieder einer Weltgemeinschaft besteht
darin, auf den Tag hinzuarbeiten, an dem jeder Mensch eine faire Chance
hat, seine Möglichkeiten voll auszuschöpfen.
Die Bevölkerung der Welt wächst rasch, und in zwei Jahrzehnten
kann damit gerechnet werden, daß Zwei drittel der Weltbevölkerung - oder
noch mehr - in Asien, Afrika und Lateinamerika leben werden.
Wir möchten, daß jedes Kind ein gewünschtes Kind ist, und wir sind
uns darüber im klaren, daß drei von fünf Kindern in der Entwicklungswelt
nicht in den Genuß der für eine gesunde Ernährung benötigten Dinge
kommen- und daß nahezu Zweidrittel der Bevölkerung in der dritten Welt
keinen Zugang zu trinkbarem Wasser hat.
Diese Varhältnisse sowie andere Bedingungen sind eine Beleidigung
für das Gewissen der Menschheit.
Denn die Menschenrechte, an die wir zutiefst glauben, umfassen nicht
nur das Recht, frei zu sein und keine Mißhandlungen seitens der Regierung
erdulden zu müssen, sondern auch das Recht auf eine faire Chance für ein
anständiges Leben.
In unserer Welt sind die Früchte des Wachstums sehr ungleich verteilt.
Unter den Völkern und auch innerhalb der einzelnen Länder gibt es Reichtum
neben größter Armut und bitterem Leid.
Reiche und arme Länder sollten gleichermaßen einer Anhebung des
Mindestlebensstandards der ärmsten unserer Mitmenschen größere Aufmerksamkeit schenken.
Die Vereinigten Staaten werden ihre Anstrengungen intensivieren -

- 9 -

�intensivieren - insbesondere gegenüber solchen Ländern, deren Regierung
sich vor allem der Aufgabe verschrieben hat, den Grunderfordernissen ihrer
Bevölkerung in Bezug auf Gesundheit, Ausbildung und Unterkunft sowie auf
eine Erhöhung der eigenen Nahrungsmittel Produktion nachzukommen.
So werden wir beispielsweise einen Beitrag von mindestens 4,5
Millionen Tonnen Getreide für eine neue Nahrungsmittelhilfe - Konvention
leisten.

Wir unterstützen das international gesetzte Lebenmittel hilfeziel

von zehn Millionen Tonnen, und wir sind bereit, uns anderen Nationen
bei der Steigerung dier"&gt;r Menge anzuschließen - insbesondere in Zeiten
ernster Nahrungsmittelknappheit.
Was n M r die politischen Freiheiten anbetrifft, die ebenfalls Teil
der grundsätzlichen Menschenrechte sind, so sind wir der Überzeugung,
daß die Demokratie das beste System zur Verwirklichung dieses Zieles
bietet und daß die internationale Gemeinschaft eine besondere Verantwortung
dafür trägt, jene Länder zu unterstützen, die dabei sind, demokratische
Verfahren und Institutionen einzurichten.
Es kann keine Frage sein, daß sich die Institutionen, die wir geschaffen haben, einer sich ändernden und vielfältigen Welt anpassen
müssen.
Und das ist unser drittel Ziel.
Die Individualität und die Souveränität der einzelnen Nationen
müssen respektiert werden. Einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer muß entgegengetreten werden.
Ferner muß den massiven und exzessiven Waffenverkäufen Einhalt geboten werden, die mein eigenes Land sowie andere Industrieländer mit
den ärmeren Nationen tätigen, welche unter tiefgreifenden und ungelösten
sozialen und wirtschaftlichen Problemen leiden.
Genauso
- 10 -

�Genauso, wie alle Menschen an den Regierungsentscheidungen teilhaben
sollten, die ihr eigenes Leben berühren, so sollten auch alle Nationen Anteil haben an den internationalen Entscheidungen, die ihr eigenes Wohlergehen betreffen.
Die Vereinigten Staaten sind sehr interessiert, mit Ihnen wie in
der Vergangenheit zusammenzuarbeiten, um eine gerechtere internationale
wirtschaftliche und politische Ordnung zu gestalten.
Sowohl die Industrieländer, -"^ großen Einfluß in Institutionen
wie dem Internationalen Wehrungsfonds und der Weltbank haben, als auch
die Entwicklungsländer, die großen Einfluß in Einrichtungen »'ie der
Konferenz der Vereinten Nationen über Handel und Entwicklung (UNCTAD)
haben, müssen gemeinsam die Verantwortung für die Öffnung des internationalen Systems für unterschiedliche Meinungen tragen.
Die Konferenz für Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit,
auf der, wie Sie wissen, Venezuela eine so wichtige und wesentliche
Rolle gespielt hat, war ein nützlicher Anfang für den weltweiten Dialog,
den wir suchen. Ein neugeschaffener Ausschuß der Vollversammlung der
Vereinten Nationen wird diese Arbeit fortführen.
Wenn wir uns einer verbeserten internationalen Wirtschaftsordnung
nähern, müssen wir über das Institutionelle hinausdenken und die Auswirkung des Wandels auf das tägliche Leben der Menschen zum Maßstab
nehmen. Wir wissen um unsere unterschiedlichen Auffassungen, aber wir
dürfen nicht zulassen, daß diese uns gegenüber den Problemer und den gewaltigen Chancen, die wir gemeinsam haben, blind machen.
Als ich im tiefen Süden der Vereinigten Staaten aufwuchs, haben wir
die Landwirtschaft in genau der gleichen Weise betrieben wie unsere
Großväter.

Wir sind vor Tagesanbruch aufgestanden und haben mit unseren

- 11 -

�unseren Händen bis Sonnenuntergang gearbeitet.

Wir besaßen keine Trak-

toren und kaum irgendwelche Maschinen, und wenn wir noch so hart arbeiteten,
dann wußten wir oft, daß wir unsere zukünftigen Ernten noch verfeinerten daß der p~ichtum unseres Bodens vom Wind davongetragen oder vom Regen
weggewaschen wurde.
Wenn wir unser Land bebauten, hatten wir keine andere Wahl, als es
weiter zu bebauen und auf den gleichen Feldern zu arbeiten, denn vielen
von uns fehlten einfach die Kenntnisse odpr die Mittel, sie wieder fruchtbar zu machen.

Ich erinnere mich noch an die beinahe unglauMirhe Ver-

änderung, die die Elektrifizierung dem Landleben meiner Kindheit brachte.
Die Elektrizität befreite uns von der ständigen Mühe des Wasserpumpens, des Holzsägens und des Feuermachens in **"' Küche - aber sie
brachte noch mehr, sie brachte uns die Macht, nicht immer wieder die
alten kräftezehrenden Aufgaben zu erfüllen, sondern unsere eigene Wahl
zu treffen, denn die elektrische Kraft kam durch Kooperative zu uns,
an deren Entscheidungen wir alle beteiligt waren.

Das veränderte unser

Leben.
Farmer begannen sich zu treffen, um örtliche Anliegen und nationale
Angelegenheiten zu besprechen und sich zu entscheiden, wie man Einfluß
auf die Regierung nehmen und mit weit entfernt liegenden Firmen verhandeln könne, die ihren Bedarf lieferten. Ich habe erlebt, wie sich
das Leben auf der Farm in den Zeiten meiner Kindheit durch Energie,
Technologie und Beteiligung an den Entscheidungen, die uns und unsere
Familien betrafen,verändert hat.
Ich kann die unerfüllten Hoffnungen und Wünsche ande^r Völker in
den Entwicklungsländern nach einem Anteil an diesen Segnungen des Lebens
sehr gut verstehen.

Alle Nationen müssen zusammenarbeiter.. "W «Hü

Gültigkeit dieser Ansprüche anzuerkennen - um die Not und die Vielfalt

- 12 -

�Vielfalt der Entwicklungsländer voll in Rechnung zu stellen und die
gemeinsame Beteiligung an den internationalen Entscheidungen zu fördern,
die uns alle berühren.
Ich habe zu Ihnen von den gemeinsamen Verrichtungen gesprochen.
Die Industrieländer müssen langfristiges Kapital zur Verfügung stellen
und Handelsschranken abbauen.

Die Entwicklungsländer müssen die Ver-

pflichtungen übernehmen, die mit einer verantwortlichen Beteiligung an
einer sich entwickelnden Weltwirtschaft verbunden sind.
Echter Fortschritt wird durch spezifische kooperative Maßnahmen
erreic1"'• werden, die auf spezifische Erfordernisse abgestimmt sind nicht durch symbolische Erklärungen der reichen Industriestaaten, die nur
deren gewissen beruhigen sollen, und ebenso wenig dadurch, daß die Entwicklungsländer
erinnern.

mmer wieder an die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit

Wir müssen gemeinsam die Verantwortung für die Lösnng der

Probleme übernehmen - und uns nicht gegenseitig die Schuld an der Mißachtung der Probleme zuschieben.
Ich bin überzeugt, daß Ihr großes Land und das meinige gemeinsam
eine Vision eines internationalen Systems haben, an dem jeder Mensch und
jedes Volk Teil hat - in dem jeder einzelne und jedes Volk die Hoffnung
auf eine bessere Zukunft hat.
Nur in einer solchen Welt kann das Leben für alle Menschen lebenswert sein.
Ich danke Ihnen.

- 13 -

�a

Dokumentation

i

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Embassy of the United States of America

5. April 1978

PRESSEKONFERENZ PRÄSIDENT CARTERS IN BRASILIA
- Auszüge -

BRASILIA -(AD) - Präsident Jimmy Carter hat im Verlaufe seines Aufenthaltes in Brasilien am 30. März eine Pressekonferenz abgehalten, auf
der er zu einer Vielzahl von Themen - wie dem neuen Nonproliferationsgesetz der USA, den Menschenrechten, der Lage im Nahen Osten und im
südlichen Afrika und der Inflation - Stellung nahm.
Besonderes Interesse fanden Carters Ausführungen zur NonDroliferation. Die Fragen und Antworten hierzu haben folgenden Wortlaut:
Frage: Herr Präsident, rechnen Sie, nachdem Sie nun ein umfassendes
Nonproliferationsgesetz in Händen haben, damit, daß Sie Brasilien davon
überzeugen können, auf die von Deutschland erworbene Wiederaufbereitungs
und Anreicherungstechnologie zu verzichten? Und was wäre in diesem
Falle das Zuckerbrot, das Sie vor allem anbieten möchten, um die Kraft
Ihrer Argumente in Ihrem Treffen mit Präsident Geisel zu stärken?
Antwort:

Wir unterstützen mit allem Nachdruck das Recht eines

jeden Landes, einen Teil seines Energiebedarfs aus der Kernkraft zu

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�zu beziehen.

Wie Sie wissen, hat unser Land eine führende Rolle bei

der Entwicklung der Atomkraft für friedliche Zwecke übernommen, und wir
würden nichts unternehmen, um zu verhindern, daß dieser Trend sich fortsetzt - sowohl hier in Brasilien als auch in anderen Ländern der Welt.
Unsere eigene Nonproliferationspolitik macht jedoch einen Unterschied zwischen dem Recht eines Landes und den Bedürfnissen eines Landes,
Energie aus Atomkraft zu erzeugen, auf der einen Seite, und einem Recht
des Landes, nukleares Material für Waffenzwecke durch Anreicherungs- oder
Wiederaufbereitungsprozesse zu entwickeln.

Wir haben keine Befugnis,

uns in westdeutsche oder brasilianische Angelegenheiten einzumischen,
und wir wollen das auch nicht.

Aber als Freund beider Länder behalten

wir uns das Recht vor, ihnen gegenüber unsere Meinung zum Ausdruck zu
bringen, daß es gut wäre - und möglich wäre -, einen kompletten Brennstoffzyklus in einem Lande zu haben, ohne daß damit die Fähigkeit verbunden wäre, verbrauchte Brennstoffe aus Kernreaktoren wiederaufzubereiten.
So sind in den letzten 25 Jahren in den Vereinigten Staaten beispielsweise mehrfach größere Investitionen -.Investitionen, die in die
Milliareden Dollar gehen - in Wiederaufbereitungsanlagen gesteckt
worden. Soweit mir bekannt ist - zumindest hinsichtlich der zivilen
Nukleartechnologie - sind alle diese Anlagen als unwirtschaftlich
wieder aufgegeben worden.
•

'

•

Dies ist also ein Unterschied, der zwischen Brasilien und den
Vereinigten Staaten besteht. Das Recht Brasiliens und der Bundesrepublik Deutschland, ihr Abkommen fortzuführen, stellen wir nicht in
Frage, aber wir haben uns das Recht vorbehalten - und auch davon Gebrauch gemacht -, unsere Besorgnisse sowohl gegenüber der brasilianischen
als auch der westdeutschen Regierung zum Ausdruck zu bringen.
Ich glaube

- 2 -

�Ich glaube, ich muß hier sagen, daß die europäischen Länder jetzt
angekündigt haben, in Zukunft Wiederaufbereitungsanlagen von der Liste
ihrer Exportgüter zu steichen.

Das ist uns ein sehr ernstes Anliegen.

Selbstverständlich hat Brasilien angekündigt, daß es keine Absicht
habe, nukleare Sprengstoffe zu erzeugen.
des Vertrages von Tlatololco.

Brasilien ist Signatarstaat

Brasilien hat jedoch den Vorbehalt ge-

macht, daß es sich an diesen Vertrag nur halten werde, wenn auch alle
anderen Länder ihn unterzeichnen.

Und Argentinien, Kuba, Frankreich,

die Sowjetunion, haben den Vertrag von Tlatalolco bisher nicht unterzeichnet.
;

.

•

• .

Wir hoffen sehr, daß sowohl Brasilien als auch andere Länder alle
Anstrengungen machen - wie dies auch von Seiten meines eigenen Landes
geschieht -, um die Weiterverbreitung der Kapazität zur Herstellung
nuklearer Sprengkörper an irgendein Land zu verhindern, das gegenwärtig
noch nicht darüber verfügt.
Frage:

Herr Präsident, und was ist nur

das Zuckerbrot?

Antwort: Wir haben kein besonderes Zuckerbrot anzubieten, außer,
daß wir Ländern - und mit dem neuen Gesetz des Kongresses jetzt weitaus besser voraussagbar - angereichertes Uran zur Verfügung stellen,
das zur Erzeugung von Energie geeignet ist, aber nicht für die Herstellung von Kernsprengstoffen oder für den Erwerb der technologischen
Kenntnisse dafür - und das gilt sowohl für die Verwendung von Uran,
mit dem Brasilien als natürlicherr Rohstoff nicht gesegnet ist, als auch
für Thorium, das wir -*n unserem eigenen Land haben und über das
Brasilien ebenfalls verfügt.
Die neue Thoriun-Technologie ist weitaus sicherer, um Energie zu
erzeugen, ohne auf Plutonium zurückzugreifen.

Kürzlich hat Brasilien -

und, wie ich mei le, in sehr umsichtiger Weise - mit der Bundesrepublik
Deutschland

eit. zusätzliches Abkommen unterzeichnet, das den Weg öffnet

für eine gegenseitige Beratung und die technologische Möglichkeit, Thorium

�Thorium zu verwenden. Aber das Recht Brasiliens und sein Wunsch, über
eine hochtechnische nukleare Energiekapazität zu verfügen, ist etwas,
das wir nicht bestreiten, sondern im Gegenteil sogar gutheißen.
Ich möchte noch einen weiteren Punkt hinzufügen, daß wir nämlich
für alle Länder die klare Notwendigkeit sehen, den Nonproliferations"
vertrag zu unterzeichnen. Wir sind bereits Signatarmacht. Das ist
auch die Sowjetunion, das sind auch die Deutschen, ja die meisten Länder
dieser Welt - und dies,zusammen mit den Sicherheitsmaßnahmen der Internationalen Atomeneryiebehörde, ist innerhalb eines Landes und auch in
der ganzen entwickelten und sich entwickelnden Welt eine Garantif» dafür,
tMI es in dor Zukunft nicht die Tendenz gehen wird, daß anderie Länder
eine Kapazität zur Herstellung nuklearer Sprengkörper entwickeln werden.
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Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

5. April 1978

USA UND AFRIKA: GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT
- Rede von Präsident Carter in Lagos -

LAGOS, NIGERIA - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat in einer programmatischen
Rede im Nationaltheater in der nigerianischen Hauptstadt Lagos am 1. April 1978
die Afrikapolitik seiner Administration deutlich umrissen.

Die vielbeachtete

Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich komme aus einem großen Land, um ein großes Land zu besuchen. Wenn
meine Stimme Worte spricht, dann sind das nicht die Worte einer einzelnen Person, sondern die Worte eines Landes. Es ist kein Zufall, daß ich hier zu dieser Institution komme, wo freie und offene Debatten und Diskussionen zum Erfassen und Begreifen und zu Übereinkommen und damit zur Lösung von Problemen beitragen, die die Menschen von einander getrennt haben.
Es ist kein Zufall, daß ich nach Nigeria komme, um über unser bilaterales
Verhältnis und die Probleme Afrikas zu sprechen. Und es ist kein Zufall, daß
sich unsere Nation jetzt in beispielloser Weise Afrika zugewandt hat - nicht um
Ihnen unsere Dienst anzubieten, sondern um mit Ihnen gemeinsam in die Zukunft
zu gehen, indem wir unsere Stärke und die Ihrige zusammenfassen; indem wir unsere Schwächen korrigieren und Sie die Ihrigen. Und diese Abkehr von dem frühe-

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�früheren Beiseitestehen der Vereinigten Staaten ist keineswegs nur meine
persönliche Zusage, sondern ich repräsentiere das tiefe Gefühl und die tiefen Interessen des ganzen amerikanischen Volkes.
Ich bin stolz und zutiefst bewegt, der erste amerikanische Präsident
zu sein, der Ihrem Lande einen offiziellen Besuch abstattet, und ich bin besonders dankbar für die Herzlichkeit und Großzügigkeit meines Empfangs durch
die Regierung und die Bevölkerung Nigerias.

Ich weiß nicht, wer ihre Arbeit

tut, aber viele Nigerianer säumen die Straßen, um mich und meine Familie willkommen zu heißen, und ich danke Ihnen dafür.
Während meines ersten Jahres als Präsident der Vereinigten Staaten
hatte ich die Freude, eng mit General Obasanjo zusammenzuarbeiten und von ihm
und anderen afrikanischen Führern zu lernen.

Unsere Zusammenarbeit hatte für

mich eine besondere Bedeutung, da Afrika während der letzten 15 Monate einen
so großen Raum in meinen Gedanken eingenommen hat.
•

Unsere Länder haben viel gemeinsam.

Nigeria und die Vereinigten Staaten

sind große und vielfältige Nationen, die danach streben, ihre großen Ressourcen zum Wohle aller ihrer Menschen einzusetzen.

So stehen die Dinge heute,

und so soll es auch in Zukunft bleiben.
•

Die Amerikaner bewundern die Energie, die Klugheit, die harte Arbeit
und den Optimismus des nigerianischen Volkes, denn das sind genau die gleichen
Eigenschaften, die wir in meinem Lande bewundern.
Die nigerianische Regierung hat diese Fähigkeiten in ihren eigenen nationalen Erfolgen und in ihren Bemühungen um weltweiten Frieden und wirtschaftlichen Fortschritt bewiesen - in der Organisation für Afrikanische Einheit,
in den Vereinten Nationen und in anderen Gremien, in denen Nationen nach Gemeinsamkeiten suchen, um ihre Meinungsverschiedenheiten beizulegen und zusammenzuarbeiten.
Wir

- 2 -

�Wir bewundern ferner die humane und schöpferische Weise, in der Nigeria
eine Zeit der inneren Spaltung in Ihrer eigenen Geschichte liberwunden hat.
Mit Hilfe öffentlicher Aussprache und weitreichender Planung schaffen Sie eine
demokratische Zukunft für ein neues "Ein-Nigeria", und wir sind dankbar und
freudig erregt über diese Aussicht.

Unsere freundschaftlichen Bande gehen viele Jahre zurück.

Die ersten

nigerianischen Studenten kamen im 19. Jahrhundert nach den Vereinigten Staaten.
Ihr erster Präsident, Nnamdi Azikiwe, studierte in unserem Lande.

Als er sich

an der Lincoln-Universität bewarb, schrieb er, er glaube an "Erziehung zum
Dienen und an Dienen an der Menschheit".

Zehntausende junger Nigerianer sind ihm nach Amerika gefolgt, um sich
selbst zum Dienste hier in Ihrem Lande vorzubereiten.

Viele sind oder werden

Lehrer, die Ihnen helfen werden, Ihr Ziel der allgemeinen Grundschulbildung
zu erreichen.

Wir in den Vereinigten Staaten können auch von Ihnen lernen.

Denn auch wir werden durch unsere Bindungen und unser Erbe in Afrika bereichert,
so wie wir hoffen, zur Verwirklichung der afrikanischen Hoffnungen und Wünsche
beitragen zu können.

Unsere Nationen und unsere Kontinente sind durch starke Bande miteinander verbunden, die wir aus unserer Geschichte geerbt haben.

Uns sind auch drei Verpflichtungen hinsichtlich der Zukunft Afrikas gemeinsam:
- Wir teilen mit Ihnen eine Verpflichtung zur Mehrheitsherrschaft und
den Menschenrechten des einzelnen.
- Wir teilen mit Ihnen eine Verpflichtung zum wirtschaftlichen Wachstum
und der menschlichen Entwicklung, um die Grundforderungen der Menschen zu erfüllen.
- Wir teilen mit Ihnen eine Verpflichtung zu einem Afrika, das in Frieden
lebt, frei vom Kolonialismus, frei vom Rassismus, frei von militärischer Einmischung durch fremde Staaten und frei von den unvermeidlichen Konflikten, die

- 3 -

�die entstehen können, wenn die Integrität nationaler Grenzen nicht geachtet
wird.
Das sind die Dinge, die wir gemeinsam haben.
Diese drei Verpflichtungen bestimmen unsere Haltung gegenüber Ihrem
Kontinent.
Sie gehören zu den führenden Staaten in den internationalen Bemühungen,
die Grundsätze der Mehrheitsherrschaft und der Rechte des einzelnen im südlichen
Afrika zu verwirklichen.
Im vorigen Jahr haben wir mit Ihrer Regierung und den anderen sogenannten
Frontstaaten eng zusammengearbeitet in dem Streben, diese Ziele in Namibia und
Rhodesien zu erreichen.
Unsere Bemühungen sind jetzt in eine kritische Phase getreten.
Was Namibia betrifft, so hat es einen gewissen Fortschritt gegeben, da
die Beteiligung eine gewisse Flexibilität zeigen. Es ist wichtig, daß jetzt
eine Schlichtung erreicht wird. Gerade in der vorigen Woche haben wir und die
anderen westlichen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen den
streitenden Parteien unsere Vorschläge für ein international akzeptables übereinkommen auf der Grundlage freier Wahlen übermittelt.
Diese Vorschläge bieten die beste Hoffnung auf eine faire und friedliche
Lösung, die Namibia auf eine mit der Sicherheitsratsresolution 385 übereinstimmende Weise die Unabhängigkeit bringen wird. Keine Gruppe wird auf Kosten
einer anderen bevorzugt. Sie schützen die Rechte aller. Sie sollten ohne
weiteren Verzug angenommen werden.
Die tragische Ermordung von Häuptling Kapuuo sollte nicht zu einer Ära
der Gewalt und der gegenseitigen Beschuldigung führen, sondern zu einer inter-

- 4 -

�international überwachten Wahl der Bevölkerung von Namibia, um eine Führung
zu wählen, die das Land in Frieden einigen und es nicht im Krieg spalten wird.

Was Rhodesien anbetrifft, so haben Großbritannien und die Vereinigten
Staaten einen Plan für eine Lösung vorgelegt, der auf drei Grundprinzipien
beruht:
- erstens, faire und freie Wahlen;
- zweitens, unwiderruflicher Übergang zur echten Mehrheitsherrschaft
und zur Unabhängigkeit; und
- drittens, Achtung der individuellen Rechte aller Bürger eines unabhängigen Simbabwe.

Dieser Plan bietet die beste Grundlage für ein Übereinkommen.

Er hat

die weitgehende Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der Präsidenten der Frontstaaten, die Simbabwe umgeben.
achtet werden.

Seine Prinzipien müssen ge-

Es kann keinen Zweifel an der Verpflichtung der Vereinigten

Staaten zu diesen Prinzipien oder an unserer Entschlossenheit geben, eine gerechte Lösung zu verfolgen, die eine Waffenruhe und eine international anerkannte legale Regierung bringt.

Die große Aufgabe unserer und Ihrer Diplomatie besteht derzeit darin,
allen Beteiligten zu helfen, sich auf der Grundlage des anglo-amerikanischen
Plans zu finden und auf Gebieten der Übereinstimmung aufzubauen.

Nur eine

faire Lösung, die breite Unterstützung unter den Beteiligten findet, kann von
Dauer sein.

Der Übergang zur Unabhängigkeit eines neuen Simbabwe muß für alle Beteiligten die Möglichkeit sicherstellen, in dem demokratischen Prozeß auf
gleicher Basis konkurrieren zu können.

Der Weg muß unwiderruflich zur Mehr-

heitsherrschaft und in eine Zukunft führen, in der die Rechte eines jeden
Bürgers von Simbabwe ohne Rücksicht auf Stammeszugehörigkeit oder ethnische
Herkunft oder Rasse geschützt sind.

Das ist der Standpunkt unseres Landes.

Und von diesem Standpunkt werden wir nicht abgehen.
Hinsichtlich
- 5 -

�Hinsichtlich Rhodesiens und Namibias ist es höchste Zeit.
ligten müssen sich entscheiden.

Die Betei-

Sie können den Weg der Übereinkunft wählen,

und man wird sich ihrer als Männer des Weitblicks und des Mutes erinnern,
die neue Nationen - in Frieden geboren - geschaffen haben.

Oder sie können

auf ihren starren Standpunkten beharren, die zu neuen politischen Komplikationen führen, neue Konflikte schaffen, neuerliches Blutvergießen hervorrufen
und die Erfüllung ihrer Hoffnungen verzögern werden.
Und ebenso sind wir im Namen der Gerechtigkeit der Überzeugung, daß
die Gesellschaft in Südafrika schrittweise und friedlich und mit garantierter Achtung der Rechte aller verwandelt werden sollte und kann.

Wir haben

Südafrika klargemacht, daß die Natur unserer Beziehungen davon abhängen wird,
ob es zu einem Fortschritt in der vollen Beteiligung aller seiner Einwohner
an jedem Aspekt des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Nation
und zu einer Beendigung der Diskriminierung, zu einem Ende der Apartheid auf
der Basis der Rasse oder der ethnischen Herkunft kommt.

Auch von dieser

Überzeugung lassen wir nicht ab.
Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, die darum kämpft, zur Eintracht zwischen den Rassen durch Gerechtigkeit gegenüber den Rassen zu gelangen. Wenn schon unsere Probleme unterschiedlicher Art sind, so weiß ich doch,
daß ein Fortschritt am besten erreicht werden kann, wenn die Entschlossenheit,
Unrecht durch Recht zu ersetzen, Hand in Hand geht mit der Einsicht, daß das
Gefangengehaltenwerden durch die Ungerechtigkeit genauso die Priviligierten
wie die Machtlosen betrifft.
Daher glaube ich, daß wir unsere Entschlossenheit, für die Rechte der
Unterdrückten in Südafrika einzutreten, mit der Bereitschaft verbinden sollten, der weißen Minderheit unsere Hand entgegenzustrecken, wenn sie sich dazu
entschließt, ihre Gesellschaftsform umzugestalten und mit der Apartheid und
den verheerenden Bürden vergangener Ungerechtigkeiten Schluß zu machen.
Ich bin auch überzeugt, daß ein Fortschritt erzielt werden kann.

- 6 -

Wie

�Wie Andrew Young hier in Lagos im August vergangenen Jahres erklärte, ist
es keinesfalls naiv, den Glauben an Zukunftsträume zu haben, wenn wir bereit
sind, für die Verwirklichung solcher Träume zu arbeiten.
Unsere Sorge um die Menschenrechte erstreckt sich über diesen Kontinent
und über die ganze Welt.

Welches immer auch die Ideologie, die Macht oder

Rasse einer Regierung sein mag, die die Rechte ihres Volkes mißachtet, wir
treten einer solchen Mißachtung entgegen.
Wir Amerikaner begrüßen den realen Fortschritt in bezug auf die Menschenrechte, wie er in vielen Ländern - in Afrika wie in anderen Regionen - erzielt
wird.
So waren wir Amerikaner besonders ermutigt, als eine afrikanische
Gruppe in der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in diesem Jahr
die Forderung erhob, sich mit den Oppressionspraktiken von zweien ihrer eigenen Mitgliedsstaaten zu befassen.
Wir sind auch ermutigt durch die Entwicklung zu einer Demokratie, wie
sie sich in vielen Staaten vollzieht. Nigeria ist dafür ein hervorragendes
Beispiel. Die freien und fairen Wahlen, die Sie im vergangenen Jahr durchgeführt haben, lassen keinen Zweifel daran, daß Ihre Regierung an ihrem Entschluß festhält, bis zum Jahre 1979 eine zivile Regierungsform zu schaffen.
Das wird eine Inspiration für alle die in der Welt sein, die die Demokratie
und die Freiheit lieben. Wir beglückwünschen Sie zu diesem Entschluß. Natürlich muß jedes Land die Instrumente der Demokratie so gestalten, daß sie
seinen besonderen Bedürfnissen entsprechen - ein Prozeß, der jetzt durch
Ihre verfassunggebende Versammlung zum Abschluß gebracht wird.
Die Grundelemente sind:

Beteiligung der einzelnen an den Entscheidungen,

die ihr Leben betreffen; Achtung vor den bürgerlichen Freiheitsrechten durch
die Herrschaft des Gesetzes und dadurch Schutz der Würde aller Männer und
Frauen.
Wo
- 7 -

�•

Wo immer diese fundamentalen Prinzipien in Geltung stehen, kann eine
Regierung sich den notwendigen Veränderungen anpassen, ohne daran zu zerbrechen, und ein Volk kann solche Änderungen fordern, ohne zerbrochen zu
werden.
Diese Prinzipien sind eine Notwendigkeit für jede Demokratie - und sie
halten auch die Entwicklung in Gang.

Denn in einer Demokratie kann das Volk

selbst am besten sicherstellen, daß seine Regierung seine wirtschaftlichen
Rechte und auch seine politischen und bürgerlichen Freiheiten fördern wird.
Es ist meine Überzeugung - und wie ich weiß auch die Ihre -, daß ein jeder
das Recht auf Erziehung, auf Gesundheitsfürsorge, auf ausreichende Ernährung,
Wohnung und Arbeit hat.

Dieses sind die Grundlagen, auf denen Männer und

Frauen ein besseres Leben aufbauen können.
Das ist das zweite große Ziel, das die Vereinigten Staaten und Nigeria
gemeinsam haben:

die durch einen fairen und gerechten wirtschaftlichen Fort-

schritt ermöglichte menschliche Entwicklung.
Mein Land ist bereit, seinen fairen Anteil an der Förderung der afrikanischen Entwicklung zu übernehmen, einmal, weil es in unserem eigenen Interesse liegt, und zum anderen, weil es recht ist,
Mehr und mehr hängt das wirtschaftliche Wohlergehen der Amerikaner von
dem Wachstum der Entwicklungsländer hier in Afrika und in anderen Teilen der
Welt ab. Ein gutes Beispiel ist unsere Beziehung zu Nigeria, die gekennzeichnet ist durch die Achtung vor der Unabhängigkeit des anderen und die wachsende
Einsicht in unsere Interdependenz. Nigeria ist der zweitgrößte Rohöl 1ieferant
der Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten bilden den größten Absatzmarkt für das nigerianische öl und bilden damit die größte Einnahmequelle, die
für die dynamischen Projekte der Wirtschaftsentwicklung Nigerias von so entscheidender Bedeutung i$t. Aber der Umfang unseres Handels geht weit über
das Erdöl hinaus. Dieser wachsende Handel dient den Interessen unserer beiden
Länder. Wenn wir nigerianische Produkte kaufen, so tragen wir zur Entwicklung
Nigerias bei, aber wenn wir nicht auch mit unserer Technologie und unserer Pro-

�Produktionskapazität Ihr Partner werden können, muß unsere eigene Wirtschaftstätigkeit sich verlangsamen, amerikanische Arbeiter verlieren ihre Stellung
und der sich daraus ergebende wirtschaftliche Rückschlag bedeutet, daß wir
weniger von Ihnen kaufen können.
Eine finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer liegt daher in unserem eigenen Interesse, weil eine Welt von prosperierenden und sich weiterentwickelnden Wirtschaften eine Welt ist, in der auch Amerikas Wirtschaft gedeihen und blühen kann.
Wir erhöhen unsere bilaterale Entwicklungshilfe für Afrika, und bei meiner Rückkehr nach Washington werde ich dem Kongreß empfehlen, daß die Vereinigten Staaten 125 Millionen Dollar zur zweiten Aufstockung des Afrikanischen
Entwicklungsfonds beitragen.
Ich freue mich ferner, bekanntgeben zu können, daß ich kurz vor meiner
Abreise aus Washington unser Pionierkorps ermächtigt habe, seine Beteiligung
an der umfassenden Entwicklung des Niger-Fluß-Systems anzubieten, wie Sie ersucht hatten.
Wir räumen der Zusammenarbeit in den internationalen Bemühungen zur Verbesserung der Gesundheit auf der ganzen Welt neue Priorität ein. Wir möchten
gerne mit Ihnen zusammen prüfen, wie wir am besten mit Nigeria und den anderen
Nationen in Afrika zusammenarbeiten können, um mit den tödlichen und verstümmelnden Krankheiten fertig zu werden, die diesen Kontinent noch immer
heimsuchen.
Vor drei Tagen habe ich in Caracas in Venezuela über unsere Verpflichtung zum internationalen wirtschaftlichen Wachstum und zur internationalen
wirtschaftlichen Gerechtigkeit gesprochen.
uns gegeneinander fair verhalten.

Wir alle können gewinnen, wenn wir

Nigeria hat nach diesem Grundsatz gehandelt,

indem es bei der Aushandlung der Konvention von Lome und der Geburt der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten mithalf.
Alle
- 9 -

�Alle Nationen können nach diesem Grundsatz handeln, indem sie den Welthandel zunehmend freier und fairer gestalten.

Privatinvestitionen können un-

ter Vereinbarungen, die sowohl den Investoren als auch den Gastländern wie
dem Ihrigen nützlich sind, hilfreich sein, und die gemeinsame Nutzung von Technologie kann einen wesentlichen Unterschied bedeuten.

Wir sind besonders er-

freut, daß Nigeria so viele seiner jungen Menschen zur Ausbildung auf der mittleren technischen Ebene nach den Vereinigten Staaten schickt.
Wir brauchen faire internationale Abkommen über solche Fragen, wie die
Stabilisierung der Rohstoffpreise, die Schaffung eines gemeinsamen Fonds und
die Erleichterung der Schuldenlast für die ärmsten Nationen.
Jede Regierung hat die Verpflichtung, die wirtschaftliche Gerechtigkeit
innerhalb ihres eigenen Landes und auch unter den Ländern zu fördern.

Die

amerikanische Entwicklungshilfe wird in zunehmendem Maße in jene Gebiete gehen,
wo sie den größten Beitrag zu den wirtschaftlichen Rechten der Armen leisten
kann.
-

Der Fortschritt in der wirtschaftlichen Entwicklung erfordert, daß wir
auch unser drittes Ziel verfolgen, das wir wiederum mit Ihnen gemeinsam haben
- ein friedliches Afrika, frei von militärischer Intervention.

Denn wirtschaft-

licher Fortschritt läßt sich am besten in Zeiten des Friedens erreichen.

Die

Afrikaner selbst können am besten friedliche Antworten auf afrikanische Streitfragen finden - durch die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) und, wenn
notwendig, mit Hilfe der Vereinten Nationen.
Wir unterstützen Ihre Anstrengungen zur Stärkung der friedensstiftenden Rolle der Organisation für Afrikanische Einheit, und wir sind wie Nigeria
von den praktischen Beiträgen überzeugt, die die Vereinten Nationen leisten
können.
Friedenskorps der Vereinten Nationen spielen bereits eine entscheidende
Rolle im Nahen Osten.

Sie können dazu beitragen, in Namibia und Simbabwe Un-

- 10 -

�Unabhängigkeit und Mehrheitsherrschaft zu bringen.
vention

Die militärische Inter-

fremder Mächte oder ihrer stellvertretenden Helfershelfer in solchen

Streitfällen lassen lokale Konflikte nur zu oft noch komplizierter und gefährlicher werden und öffnen die Tür für eine neue Form der Beherrschung oder des
Kolonialismus.
te.

Wir sind gegen eine solche Intervention durch fremde Streitkräf-

Wir dürfen nicht zulassen, daß Rivalitäten der Großmächte unserer Hoffnun-

gen auf ein Afrika in Frieden zerstören.
Das ist einer der Gründe, warum wir die führende Rolle Nigerias begrüßen, wenn es darum geht, friedliche Lösungen für solche Tragödien wie den
kürzlichen Kampf zwischen Äthiopien und Somalia am Hörn von Afrika zu finden.
Wir sind besorgt, daß ausländische Truppen bereits innerhalb Äthiopiens
militärische Aktionen gegen die Eritreer planen, die nur zu weit größerem
Blutvergießen unter diesen unglücklichen Menschen führen werden. Obwohl ich
weiterhin sorgfältig darauf achten werde, daß unsere Freunde nicht in eine
nachteilige Position versetzt werden, so arbeite ich doch daran, unsere Rolle
als Waffenlieferant einzuschränken, und wir appellieren an andere, eine ähnliche Zurückhaltung zu zeigen. Wir ziehen es vor, gute Beziehungen zu Afrika
und andere Nationen durch Werke des Friedens und nicht des Krieges anzustreben. Der Beitrag Amerikas wird dem Leben und der Entwicklung und nicht dem
Tod oder der Zerstörung gelten.
Ganz offen gesagt, die militärische Zurückhaltung Außenstehender kann
am besten zustandegebracht werden, wenn alle Nationen, einschließlich jener,
die Waffen kaufen, aktiv eine solche Zurückhaltung anstreben.

Wir würden frei-

willige regionale Abkommen unter afrikanischen Führern zur Verringerung der
Waffenkäufe als einen großen Schritt zum Frieden und weg von der wirtschaftlichen Benachteiligung der Armen begrüßen und unterstützen, wenn sie das so
dringend benötigte Geld nehmen, um den Menschen ein besseres Leben zu geben,
statt Waffen zu kaufen, um Leben zu nehmen.
Ich habe heute nachmittag über viele Dinge gesprochen, aber auf die

- 11 -

�die eine oder andere Weise habe ich immer wieder über den Wandel in der
Welt gesprochen, an dem wir alle teilhaben.
Manchmal werden wir ungeduldig oder zynisch hinsichtlich dieses Wandels
und glauben, er gehe zu langsam vor sich oder vielleicht überhaupt nicht.
Ich bin mit sozialem Wandel vertraut.
Zu meinen eigenen Lebzeiten habe ich in meiner Geburtsregion, dem Süden
der Vereinigten Staaten, den Wandel erlebt - den Wandel von Armut und Verzweiflung und rassischer Spaltung zu einem Land großer Versprechungen und
Möglichkeiten und wachsender rassischer Harmonie.
Ich habe die sich auftürmenden Mauern zwischen den Rassen Stein um Stein
abgebaut gesehen, bis sich die Weißen und Schwarzen meines Landes darüber hinweg einander die Hand reichen konnten.
Ich weiß, daß unsere Gesellschaft anders ist als jede andere, und ich
weiß auch, daß wir in den Vereinigten Staaten noch viel zu tun haben.
Aber nichts kann meinen Glauben daran erschüttern, daß in allen Teilen
der Welt der friedliche Wandel eintreten und das Leben der Menschen segnen kann.
Nichts kann mich daran zweifeln lassen, daß dieser Kontinent seinen Kampf
um die Freiheit gewinnen wird:
- Freiheit von Rassismus und der Verweigerung der Menschenrechte;
- Freiheit von Not und Leiden; und
- Freiheit von den Zerstörungen des Krieges und ausländischer Intervention.
Nigeria ist eine große und einflußreiche Nation, eine regionale und
internationale Führungsmacht.
Wir
•

- 12 -

�Wir stehen Ihnen in Ihrer Arbeit zur Seite.

Wir wissen, daß Afrikaner

immer die Führung übernehmen werden, wenn es um die Gestaltung des Schicksals
ihrer eigenen Menschen geht.

Und wir wissen, daß dieser Kontinent sich der Befreiung erfreuen wird,
die für jene kommen wird, die rassische Spaltung und Ungerechtigkeit hinter
sich lassen.

Ich glaube, daß dieser Tag für Afrika kommen wird.

Und an diesem Tage

werden Schwarze und Weiße in gleicher Weise in der Lage sein, mit den Worten
eines großen Mannes meines eigenen Landes, Dr. Martin Luther King, zu sagen:
"Endlich frei, endlich frei, großer allmächtiger Gott, wir sind endlich frei."

- 13 -

�3

1

i

I

Information
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

5. April 1978

USA FÜR STÄRKERE BEMÜHUNGEN UM KONVENTIONELLE ABRÜSTUNG

WASHINGTON - (AD) - Nach Ansicht der Vereinigten Staaten sollte die
Genfer Abrüstungskonferenz dem Problem der konventionellen Waffen breiteren
Raum geben, ohne sich deshalb von den Bemühungen um eine Verminderung der
Gefahr eines Nuklearkrieges ablenken zu lassen.
Diese Überzeugung vertrat der Leiter der amerikanischen Verhandlungsdelegation, Paul C. Warnke, in einer Rede vor der Genfer Konferenz am 21.
März 1978, wobei er unterstrich, daß die Vereinigten Staaten die Bemühungen
auf dem Gebiet der nuklearen Abrüstung mit aller Entschlossenheit fortführen
würden, sie jedoch in Zusammenhang mit einer umfassenderen Abrüstung gestellt zu sehen wünschen.
Die Rede Warnkes fiel zeitlich mit der Vertagung der zwischen der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten geführten Verhandlungen
über ein umfassendes Atomwaffentest-Verbot zusammen. Diese Verhandlungen
werden am 19. April wieder aufgenommen und sollen zu einem entsprechenden
Vertragsentwurf führen, der dann der Konferenz des Abrüstungskomitees, an
der 30 Staaten beteiligt sind, vorgelegt wird.
Warnke,

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�Warnke, der auch Direktor des amerikanischen Amtes für Rüstungskontrolle
und Abrüstung (ACDA) ist, erklärte in seiner Rede unter anderem:
"Seit Jahren hat sich die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft - und besonders auch dieses Abrüstungskomitees - in erster Linie auf die Gefahren
konzentriert, die sich durch die Kernwaffen sowie andere Waffen der Massenvernichtung ergeben.

Angesichts der Konsequenzen, die die Anwendung solcher

Waffen für die Zukunft unserer menschlichen Zivilisation haben würden, ist
dies nur allzu verständlich.

Wir dürfen jedoch nicht die Tatsache aus den

Augen verlieren, daß der Einsatz solcher Waffen höchstwahrscheinlich das Resultat einer Eskalation eines militärischen Konfliktes wäre, der mit konventionellen Waffen begonnen hat.
Der Aufbau von mit konventionellen Waffen ausgerüsteten Streitkräften
bringt sehr ernsthafte Gefahren mit sich.

Blicken wir uns in der Welt um, so

sehen wir viele Länder, die Waffen von immer höherem technischen Entwicklungsstand in solchen Mengen erwerben, daß sie in vielen Fällen weit über ihre legitimen Bedürfnisse hinaus liegen.
Gefahr eines lokalen Konfliktes.

Dadurch erhöht sich natürlich gewaltig die
Die Entwicklungen, deren Zeuge wir in den

verschiedensten Teilen der Welt waren und von denen einige sich erst in jüngster Zeit abspielten, zeigen, daß es sich hier um eine sehr reale Gefahr handelt.
Die Vereinigten Staaten als einer der Hauptliferanten für konventionelle
Waffen haben ein sehr starkes Interesse an dem Problem einer Einschränkung
der Lieferung von konventionellen Waffen in der ganzen Welt bekundet. Die
Verantwortung für die Eindämmung dieser sich in die Breite erstreckenden Waffenlieferungen kann jedoch nicht allein bei den Lieferländern liegen. Sie erfordert vielmehr ebenso eine klare und entschlossene Haltung seitens der
Empfänger.
Man hört viel von den ungeheuren Mitteln, die von den NuklearwaffenStaaten im nuklearen Wettrüsten vertan werden.

- 2 -

Unserer Ansicht nach aber

�aber sollte noch viel mehr über die massive Abzweigung von Ressourcen gesagt und getan werden, die für den Erwerb immer größerer Mengen von konventionellen Waffen erfolgt - Ressourcen, die genutzt werden sollten, um für die
Menschen auf der Welt ein besseres Leben zu ermöglichen.
Nach Ansicht der Vereinigten Staaten ist es von größter Wichtigkeit,
daß die jetzt auf dem Gebiet der nuklearen Abrüstung gemachten Anstrengungen - die die Vereinigten Staaten mit beharrlicher Entschlossenheit zu verfolgen gewillt sind - in Zusammenarbeit mit umfassenderen Abrüstungsbemühungen gestellt werden.

Die Vereinigten Staaten sind der Auffassung, daß die-

ses Komitee - ohne sich von seinen auf eine Verringerung der Gefahren eines
Nuklearkrieges gerichteten Bemühungen ablenken zu lassen - seine Kräfte auch
für die Lösung des Problems der Rüstung mit konventionellen Waffen einsetzen
kann und einsetzen sollte."

+ + + + +

- 3 -

�5. April 1978

PRÄSIDENT CARTER KÜNDIGT NEUES PROGRAMM ZUR STÄDTESANIERUNG AN
über 8 Millarden Dollar aus Bundesmitteln vorgesehen
- von unserer Korrespondentin Bonnie Potter -

WASHINGTON - (AD) - Die Regierung Carter hat Ende März vorgeschlagen,
die Erneuerung der amerikanischen Städte zum ersten Mal in der Geschichte
des Landes zu einem der Brennpunkte der Regierungspolitik zu machen.
"Die direkte Mitwirkung der Bundesregierung in der Pestaltung der
städtebaulichen Entwicklung basierte bisher auf einer Schaukelpolitik,"
erklärte der Präsident vor einer Versammlung von Gouverneuren, hohen
Beamten der Einzel Staaten und Bürgermeistern zahlreicher Städte am 27.
März. Die Zeit ist gekommen, betonte er, "diesen abrupten Sprüngen in
dieser Politik ein Ende zu bereiten," und statt dessen "eine langfristige
und umfassende Städtebaupolitik" einzuleiten.
Die von Präsident Carter umrissenen Vorschläge sehen die Bereitstellung von 8,2 Milliarden Dollar vor, die den Städten, der Geschäftswelt und freiwilligen Bürgerorganisationen zur Verfügung gestellt werden
sollen, um auf diese Weise neue Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig die Voraussetzung für die Renovierung von Altbauten, die Verbesserung

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�Verbesserung und Modernisierung '.er Nahverkehrsmittel, der sozialen
Dienste, der Museen und ärmerer Frei Zeiteinrichtungen zu ermöglichen.
Ein Teil der Mittel soll auch für die Verschönerung und Verbesserung
der städtischen Umwelt verwendet werden.
Die Regierung hofft, daß diese 8,2 Milliarden Dollar als eine Art
Katalysator wirken und zu einem Vielfachen an Neuinvestitionen von privater Seite anregen werden, die die großen Belastungen der Städte
mindern helfen: durch Schaffung neuer Arbeitsplätze in großer Zahl und
gleichzeitige Stärkung der Steuerbasis der Kommunen.
Rund 70 Prozent aller Amerikaner wohnen heute in Städten.

Die

Vereinigten Staaten sind mithi: mit Fug und Recht als ein Land mit
vorwiegender städtischer Bevölkerung anzusehen.

Seit Anfang der 50er

Jahre allerdings ist ein Trend zum Wegzug aus der City der großen Städte
zu beobachten: die Bevölkerungsziffern der Inneren Städte zeigen eine
•fallende Tendenz.

Viele Geschäftsleute verlegen ihre Tätigkeit in die

Vc^städte, wo sie weniger Steuern zahlen, und viele Arbeitssuchende
feigen ihnen mit ihren Familien auf ihrem Zug, um die von ihnen angebotenen Arbeitsplätze einzunehmen

"nd in den Genuß der offeneren Be-

siedlung, der modernen Wohnmöglichkeiten und besseren Schulen zu gelangen.
Zurück bleiben vornehmlich Familien der unteren Einkommensklassen.
Für diese müssen die Städte mehr für Dienstleistungen aufbringen, als
sie zum Steueraufkommen beitragen.

Die Folge ist, daß sich die Finanz-

lage, die Wohnmöglichkeiten und die Dienstleistungen der Städte laufend
verschlechtern und die Kriminalität steigt.
Diese Faktoren werden nach Angaben des Ministeriums für Wohnungsbau und Städteplanung gelegentlich durch Maßnahmen des Bundes und der
Einzelstaaten noch verstärkt. Die Bundesgesetzgebung fördert die Verlagerung von Arbeitsplätzen und damit auch die Flucht von Städtebewohnern

- 2 -

�Städtebewohnern aus der City in die Vorstädte - beispielsweise durch die
Gewährung von Anreizen zum Bau von Wohngebäuden in Suburbia, den Vorstädten.
Die Schaffung eines Netzes von Bundesautobahnen mit einer Gesamtlänge
von über 67000 Kilometern war ebenfalls ganz dazu angetan, c^e Entwicklung von Satellitenstädten vor den Toren der Innenstädte zu brünstigen.
Die Einzelstaaten wiederum haben die Finanzlage der Städte vielfach durch
ihre Steuergesetzgebung noch erheblich verschlimmert.
Nach Angaben von Patricia Harris, der Ministerin für Städteplanung
und Wohnungsbau, sollen die Politik der Bundes, der Einzel Staaten und
der Gemeinden enger miteinander verknüpft werden. So soll eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Führung von Mitarbeitern des Weißen
Hauses alle wichtigeren neuen Gesetze und Vorschriften der Bundesregierung im Lichte ihrer möglichen Auswirkungen auf die städtischen Wohngebiete untersuchen. Alle einschlägigen neuen Gesetzesvorschläge sollen
von einer "Analyse der Auswirkungen auf die Kommunen" begleitet sein.
Dieses Programm der "neuen Partnerschaft" schließt die nachstehend
aufgeführten Schritte und Maßnahmen ein:
- Steuererleichterungen für Firmen, die langfristig Arbeitslose
einstellen - was in etwa auf eine Subventionierung der Löhne hinausläuft - und zusätzliche Steuergutschriften für Firmen, die Betriebe in
notleidende Wohngebiete verlagern oder dort gelegene alte Werksanlagen
modernisieren.
- Schaffung einer "Nationalen Entwicklungsbank" zur Absicherung
von niedrigverzinslichen Krediten an Unternehmen, die sich in städtischen
oder ländlichen Gebieten mit hohen Arbeitslosenraten niederlassen.
- Aufstellung eine? mit einer Milliarde Dollar dotierteil Programms
zur Renovierung öffentlicher Gebäude, Parkanlagen und Wohngebiete durch

- 3 -

�durch Kontraktfirmen, die sich bereitfinden, 50 Prozent der benötigten
Arbeitskräfte aus den Reihen der langfristig Arbeitslosen zu rekrutieren.
- Die Bereitstellung von weiteren 200 Millionen Dollar im Jahr
für den Bau von Nahverkehrsstrecken, Fußgängertunnels- und Oberwegen.
- Die Bereitstellung von 5 Millionen Dollar für die Ausweitung der
Gesundheitsbetreuung der Armen in den S'.ädten und von weiteren 50
Millionen Dollar zur Finanzieurng von sozialen Diensten wie Kindertagesstätten und Altenpflege.
- Die Aufstellung eines Programms "Lebenswerte Stadt", in dessen
Rahmen Kunstveranstaltungen, die Pflege städtischer Parkanlagen und
Freizeitmaßnahmen vom Bund bezuschußt werden können.
- Die Bereitstellung von 150 Millionen Dollar für direkte Kredite
an Hausbesitzer, die ihren Besitz instandzusetzen wünschen.
.

Um in den Genuß solcher Bundeszuschüsse zu gelangen, müssen die
Städte detaillierte Pläne vorlegen und den Nachweis erbringen, auf
welche Weise cie vorgesehenen Programme den Armen helfen beziehungsweise
der Abwanderung des Mittelstandes aus den Innenstädten entgegenwirken.
Die Bundesregierung ist bereit, jedem Einzelstaat bis zu 200 Millionen
Dollar zur Durchführung von Plänen zur Verfügung zu stellen, die geeignet
scheinen, der weiterer Expansion der Städte und der Verschlechterung
ihrer Finanzlage Einhalt zu gebieten.
Um die Privatwirtschaft für die Sanierung der Städte zu int°rer,sieren,
wäre die Regierung bereit, ein Versuchsprogramm zur Errichtung von "Nachbarschaftszentren für kommerzielle Reinvestitionen" zu starten. 7 ur
Mitarbeit in diesen Zentren würden Geschäftsleute und Bewohner des ent- '
sprechenden Stadtbezirks, Angehörige der Stadtverwaltung und Lokalbanken

�Lokalbanken aufgefordert, die bereit sind, Kredite für ortsansässige
Unternehmen bereitzustellen.
Die Regierung wäre auch bereit, 15 Millionen Dollar an Stadtbezirke und freiwillige Organisationen zu vergeben, die sich an der Durchführung von Wohnungsbau- und Städtesanierungsmaßnahmen beteiligen.
Diese Organisationen müßten ihre Dienste Angehörigen der unteren bis
mittleren Einkommensgruppen anbieten und durch ortsansässige Bürger
kontrolliert werden. Die Regierung würde in diesem Falle ein
Städtisches Freiwilligenkorps errichten - dem Friedenskcrps vergleichbar, das den freiwilligen Bürgerorganisationen bei der Durchführung
von Bezirkssanierungsprogrammen und sonstigen Maßnahmen zur Verbesserung
der Lebensverhältnisse helfend zur Seite stehen soll.
Ein großer Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen ließe sich durch
einfache Verwaltungsanordnungen oder durch Ausweitung der Vollmachten
für bestehende Programme verwirklichen; die neuen Elemente des Gesamtprogramms - beispielsweise die Errichtung einer städtebaulichen Entwicklungsbank und die Gewährung von Lohnbeihilfen - dagegen bedürfen
der Billigung des Kongresses.

Es ist damit zu rechnen, oaß dieser

Präsident Carters Vorschläge eingehend prüfen und eventuell auch eigene
Prioritäten festsetzen wird.

Das Verfahren wäre im wesentlichen das

gleiche, das der Kongress im Falle des Energie- und des Sozialreformprogramms des Präsidenten angewandt hat.
Einige der jüngsten gesellschaftlichen Trends kommen den Initiativen
des Präsidenten entgegen: Jugendliche Angehörige der Akademischen Berufe wenden sich wieder verstärkt den städtischen Lebensbereichen zu,
was den Anstoß zur Erneuerung heruntergewirtschafteter Wohngebiete bietet;
der Rückgang der Geburten- und Eheschließungsraten treibt den Anteil der
kinderlosen Ehepaare und der Unverheirateten in die Höhe, die kaum
willens sind, in die "orstädte fbiuwandern; und die steigenden Energiepreise bieten einen weiteren Anreiz zum Verbleib in der City, wo der Aufwand für Heizung und Verkehr weit niedriger liegt als in Suburbia.
- 5 -

�5. April 1978

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SPACELAB - BEGEHRTE EXPERIMENTIERSTATION
Warteliste für Flüge mit dem Raumtransporter

- (AD) - John W. Young, 47, Chef der Astronauten am Johnson-Raumfahrtzentrum in Houston, Texas, wird zusammen mit Fregattenkapitän Robert L.
Crippen, 40, seit 1969 Mitglied des amerikanischen Astronautenteams, den
ersten Testflug mit dem wiederverwendbaren Raumtransporter (Space Shuttle)
in einer Erdumlaufbahn unternehmen.

Als Termin ist Juni 1979 vorgesehen.

Kommandant Young führte im April 1972 APOLLO 16 zum Mond und war im Mai
1969 beim Flug APOLLO 10 dabei, als Raumschiff und Mondfähre zum ersten
Mal in Mondnähe getrennt erprobt wurden;

zuvor hatte er an den Flügen

GEMINI 3 (1965) und 10 (1966) teilgenommen.

Crippen besitzt noch keine Welt-

raumerfahrung.
Um das Flugverhalten des Raumtransporters zu prüfen und die technischen
Ausrüstungen sowie die wissenschaftlichen Instrumente, die in erster Linie
im Weltraumlabor (Spacelab) zusammengefaßt sind, gründlich zu erproben, sind
sechs Testflüge in Erdumlaufbahnen geplant. Anschließend wird der Routinebetrieb aufgenommen.
Im Oktober 1979 werden Space-Shuttle-Piloten ein Rendezvous mit SKYLAB
versuchen, um mittels Fernsteuerung ein Antriebsaggregat am "Himmelslabor" an-

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�anzubringen.

Dieser Motor soll es ermöglichen, die seit 1974 verlassene

Raumstation in eine höhere Umlaufbahn zu katapultieren.

SKYLAB verliert

schneller an Höhe, als ursprünglich vorausberechnet wurde, sodaß zwischen
März und November 1979 mit dem Absturz gerechnet werden müßte.

Ein Korrek-

turmanöver im April 1978 - die Vorbereitungen zur Aktivierung der Lagesteuerungsdüsen begannen im März und sind erfolgreich beendet - soll die
Fluglage so verändern, daß der 85-Tonnen-Koloß weniger stark als bisher von
den Gravitationskräften beeinflußt wird.

Man hofft, auf diese Weise Zeit

zu gewinnen, bis ein Rendezvous möglich wird, oder um das Himmelslabor wenigstens so steuern zu können, daß bei einem Absturz die Trümmer nicht auf
bewohnte Gebiete, sondern ins Meer fallen.
Erst mit dem Rendezvous wird sich zeigen, ob SKYLAB in eine höhere Umluafbahn zu befördern ist, ja vielleicht sogar in Verbindung mit späteren
Space-Shuttle-Einsätzen wieder genutzt werden kann. Das Problem der unterschiedlichen Gas- und Druckverhältnisse in den Fluggeräten (beide haben
zwar Mischgasatmosphäre, jedoch setzt sich die SKYLAB-Atmosphäre bei 0,3 at
Druck aus 72 Prozent Sauerstoff und 24-28 Prozent Stickstoff zusammen, während dieses Verhältnis in den Kabinen von Space Shuttle und Spacelab umgekehrt ist und der Druck dem auf der Erdoberfläche in Meereshöhe entspricht)
ließe sich durch das Zwischenschalten einer Schleuse lösen. Beim Treffen
der Raumschiffe APOLLO und SOJUS im Jahr 1975 mußten ähnliche Hindernisse
überwunden werden. Dabei hat sich die in den USA konstruierte Druck- und
Gasschleuse bestens bewährt.
Für die nächsten Jahre ausgebucht
Für den Raumtransporter nimmt die NASA gegenwärtig Vorbestellungen auf
Experimente an, die bei Flügen in den Jahren 1982 und 83 durchgeführt werden
sollen. Wie ehester M. Lee, der Leiter der NASA-Abteilung für Nutzlast-Programme und Einsatztermine, kürzlich bekanntgab, haben für diese Zeit die
ESA (Europäische Weltraumbehörde), Kanada und Indien gebucht, die Bundesregierung Deutschland und der Iran haben bereits Anzahlungen geleistet. Auch

- 2 -

�Auch Japan hat für 1983 ein größeres Projekt.
Lee berichtete vor 400 Wissenschaftlern und Ingenieuren aus den USA,
der Bundesrepublik, England, Frankreich, Indien, Italien, Japan und Kanada,
die zum "Goddard Memorial Symposium" über die internationale Anwendung von
Raumtransporter und Weltraumlabor vom 7. - 10. März 1978 nach Washington gekommen waren.

Hauptthema war das Weltraumlabor (Spacelab) der Europäischen

Weltraumbehörde ESA, ein 400 Milliönen-Dollar-Projekt, das die Bundesrepublik
als ESA-Mitglied mit mehr als der Hälfte des Betrages finanziert.

Spacelab

wird im Frachtraum des Raumtransporters untergebracht und ist so ausgerüstet,
daß mit Instrumenten und technischen Apparaturen Untersuchungen und Experimente z.B. zur Fernerkundung der Erde, auf den Gebieten Astronomie und Astrophysik, Chemie der Sonne und der Erdatmosphäre, aus Biologie und Medizin und
schließlich zur Fabrikation im Weltraum möglich werden.
Die mehrmonatigen Tests mit dem ersten Raumlabor, das an Bord des
Space Shuttle Nr. 102 im Dezember 1980 in den Orbit gebracht werden soll,
sind zur vollen Zufriedenheit von NASA und ESA ausgefallen, so daß jetzt für
die Fertigung in Bremen "grünes Licht" gegeben wurde. Mehr als 220 Wissenschaftler aus den USA, Dänemark, Belgien, der Bundesrepublik Deutschland,
Frankreich, England, Italien, Indien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien werden mit Experimenten vertreten sein.
"Mission Specialists" an Bord sorgen dafür, daß die nach ihrer Thematik höchst
unterschiedlichen wissenschaftlichen Aufgaben sachgerecht erledigt und, wenn
notwendig und möglich, den praktischen Gegebenheiten angepaßt werden. Es
wird u.a. ein Fernsteuerungsgerät der Kanadier erprobt, mit dem z.B. im Orbit
Satelliten abgesetzt oder eingeholt und Außenarbeiten durchgeführt werden.
Mit bemerkenswerte^ Engagement wird sich Indien an den RaumtransporterFlügen beteiligen.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre will das Land 550 Mil-

lionen Dollar auf dem Raumfahrtsektor investieren - mehr als in den vergangenen 15 Jahren zusammen.

Indische Wissenschaftler sind beim ersten Spacelab-

Einsatz mit zwei Experimenten vertreten.

Außerdem soll "INSAT", ein indischer

�indischer Nachrichtensatellit, abgesetzt werden.
Spacelab 2, dessen Start für April 1981 vorgesehen ist, wird Experimente
von 47 amerikanischen und 12 englischen Wissenschaftlern an Bord haben.

Die

Raumfahrtinstitutionen der USA, der europäischen und einiger anderer interessierter Länder sind bemüht, die wirtschaftliche und bequeme Beförderung von wartungsfrei arbeitenden schweren Forschungsgeräten oder Satelliten in den Weltraum optimal zu nutzen.

So versprechen sich Astrophysiker in Europa und den

USA eine Fülle neuer Erkenntnisse durch den Einsatz eines Teleskops mit einem
Spiegel von 2,4 m Durchmesser, das als Kernstück eines 10 Tonnen schweren Observatoriums im Dezember 1983 mit dem Space Shuttle in eine Umlaufbahn in
500 km Höhe gebracht werden soll.
Obgleich das Teleskop ferngesteuert von der Erde aus betrieben wird, ist
eine Wartung im Weltraum durch Astronauten oder ein Zurückholen für Reparaturarbeiten auf der Erde samt Rückbeförderung in den Weltraum möglich. Die aktive Lebensdauer für dieses Instrument, mit dem 45 amerikanische und europäische,
in scharfem Wettbewerb von der NASA ausgesuchte Forscher arbeiten werden,
dürfte 12 - 15 Jahre betragen. Die Wissenschaftler sind überzeugt, damit
Räume bzw. Objekte im Universum zu erreichen, die 15 bis 20 Millionen Lichtjahre entfernt sind. Sie hoffen u.a., Sterne auch außerhalb unseres Milchstraßensystems zu erfassen, die Energie auf den Wellenlängen von Röntgenlicht
abstrahlen - beispielsweise Neutronensterne und Weiße Zwerge, wie man sie
innerhalb unserer Galaxie beobachtet, und schließlich auch die umstrittenen
"Schwarzen Löcher" und ihre kaum wahrnehmbaren Begleitsterne. Auch die erfahrensten Astrophysiker vermochten mit erdgebundenen, stationären Observatorien bisher in anderen Galaxien nur die hellsten Sterne zu erfassen. Mit Hilfe
des Weltraumteleskops hoffen,sie die Leuchtkraft und Chemie auch schwach leuchtender extragalaktischer Sterne untersuchen und sich ein Bild davon machen zu
können, woraus denn der "Durchschnittsstern" besteht. Ein gemeinsames Ziel
aller beteiligten Wissenschaftler formuliert Prof. Bruce Margon (Universität
Kalifornien, Los Angeles) folgendermaßen: "Wir können die Geburt junger Sterne

- 4 -

�Sterne sehen, aber niemals die Geburt junger Galaxien.

Mit dem Teleskop

jenseits der Erdatmosphäre hoffen wir, die Bildung neuer Galaxien beobachten
und sogar Aussagen über das Alter der heute bekannten galaktischen Systeme
machen zu können."

- 5 -

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VM) Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

5. April 1978

WETTERWACHT DURCH SATELLITEN WIRD VERSTÄRKT
USA starten sechs neue Geräte in sieben Monaten

- (AD) - Den Wettersatelliten ist es zu verdanken, daß in den letzten
Jahren Warnungen vor Wirbelstürmen meinst rechtzeitig genug kamen, um die Bewohner gefährdeter Gebiete vor Schaden an Leib und Leben zu bewahren.

Seit

dem Start von TIROS I im Jahr 1960 schickten die Vereinigten Staaten 38
"Wetterwarten" in den Weltraum, die, technisch immer mehr verbessert, weltweit meteorologische Meßdaten sammeln.

Sie helfen, die wetterbildenden Fak-

toren besser zu erfassen und zu verstehen und genauere Vorhersagen zu machen.
In Fotos von der Tag- und Nachtseite der Erde werden tagtäglich die Bewegungen und die Bildung von Wolkenfeldern überwacht, über Infrarotsensoren Temperaturen bis zum Boden und an der Meeresoberfläche gemessen.

Wissenschaftler

und Praktiker der verschiedensten Fachgebiete - Meteorologen, Landwirte,
Piloten, Schiffskapitäne, Fischer - und nicht zuletzt der "Mann auf der Straße"
profitieren von der Fülle von Daten, die die Wettersatelliten übermitteln.
Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA will jetzt das meteorologische
Beobachtungsnetz noch wesentlich verdichten. Von April bis Oktober 1978 werden weitere sechs meteorologische Satelliten gestartet, von denen drei speziell
der Forschung dienen, die anderen drei hunderte von Empfangsstationen auf der

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�i

der Erde routinemäßig mit den täglichen neuen Informationen über meteorologische'
Daten versorgen.

Zu den letztgenannten gehören TIROS N und NOAA 6 als die ersten

von acht Geräten der "dritten Generation"

von Wetterbeobachtungssatelliten,

die auf polarer Umlaufbahn in 850 km Höhe um die Erde kreisen, sowie GOES 3
auf stationärer Bahn in 36 350 km Höhe, wo der Satellit von der Erde aus gesehen fest am Himmel verankert scheint.
Die neuen Hochleistungssatelliten messen und registrieren beispielsweise
auf 1° Celsius genau Temperaturen von der Erdoberfläche bis in 32 km Höhe,
also bis in die Stratosphäre hinein - und dies am Tage und in der Nacht, bei
bedecktem und klarem Himmel.
chung noch 3° Celsius).
in der Atmosphäre.

(Bei den älteren Systemen beträgt die Abwei-

Sie messen den Wassergehalt im Boden, in Wolken und

Ein von englischen Wissenschaftlern beigesteuertes In-

strument, die sog. Stratosphärensonde, registriert Temperaturen, die nicht
nur für das Wettergeschehen, sondern auch für chemische Reaktionen in der Luft
von Bedeutung sind, durch die Ozon abgebaut wird.
Alle diese Daten werden durch Messungen ergänzt, die mit Hilfe von
Ballonen, Flugzeugen, Bojen, Schiffen oder kleinen stationären Plattformen
in abgelegenen Gebieten der Erde gesammelt und via Satellit zu meteorologischen Zentren gefunkt werden. Die kleinen Meßwarten registrieren beispielsweise örtliche Erdbeben, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Wasserspiegel
und Hochwasser, Strömungen und Temperaturen für Vergleiche mit Beobachtungsdaten, die Satelliten zur Erde melden. Jeder der beiden neuen Wettersatelliten
kann Informationen von 2000 Plattformen gleichzeitig bzw. von 10 000 Plattformen während eines Erdumlaufs sammeln. Dieses DatensammelSystem wurde in
Frankreich entwickelt, das auch für die Datenverarbeitung und die Verteilung
der Informationen verantwortlich ist.
Bodenstationen rund um die Erde können nach wie vor ihre APT-Geräte
benutzen, um die von den neuen Satelliten übermittelten Wetterbilder aufzunehmen.

Um jedoch die neuen Fotos mit sehr viel höherer Bildauflösung zu

empfangen, ist eine neuentwickelte Apparatur erforderlich, "Local User

- 2 -

�User Terminal" genannt.

Die Satelliten senden 1,33 Millionen Informations-

einheiten (Bits) pro Sekunde, haben also im Vergleich zu den bisher benutzten
Geräten die doppelte Leistung.
Der Wetterbeobachtungssatellit GOES hat bereits vier Vorläufer in dem
1974 begonnenen Programm.

Bei den Wissenschaftlern der US-Behörde für Meeres-

und Atmosphärenforschung (NOAA) gelten sie als das "wichtigste Instrument für
die Weiterentwicklung der Tropenmeteorologie seit der Erfindung des Radar".
Die Sturmvorhersagen wurden dank der von ihnen gelieferten Informationen in
vielen Ländern geradezu revolutioniert.

Wo jedoch das Nachrichtennetz im

Lande unzulänglich ist und Katastropheneinsatzpläne fehlen, fordern schwere
Stürme noch immer viele Opfer.
Drei amerikanische GOES-Geräte und geostationäre Satelliten der ESA
(Europäische Weltraumbehörde) sowie Japans werden ab Dezember 1978 in einem
internationalen Großexperiment eingesetzt, bei dem ein Jahr lang die meteorologischen Messungen zu Lande, auf See und in der Luft für Simultanbeobachtungen rund um den Erdball weltweit koordiniert werden. Wissenschaftler aus
64 Ländern werden sich daran beteiligen.
NIMBUS 7, in erster Linie Forschungsgerät, ist das letzte seiner Serie.
Es ist mit Instrumenten ausgerüstet, die Untersuchungen zur Luftverschmutzung,
für Aufgaben der Ozeanographie, zum Wettergeschehen und Klima erlauben. Die
Vorläufer NIMBUS 5 und 6 lieferten mit ihren Wärmemessungen auf der Tag- und
Nachtseite und durch Wolken hindurch den Beweis, daß die tropischen Meere
80 Prozent der Wärme, die sie täglich von der Sonne aufnehmen, wieder abgeben. Diese Wärme ist die treibende Kraft allen Wettergeschehens. Messungen amerikanischer Forscher haben ferner gezeigt, daß z.B. die Atmosphäre
über der Wüste Sahara eine negative Wärmebilanz hat: Die Reflexion des Bodens führt in Verbindung mit den atmosphärischen Gegebenheiten dazu, daß die
Atmosphäre mehr Wärme abstrahlt als zurückhält.

Bei

�Bei den zwei übrigen wissenschaftlichen Wettersatelliten handelt es sich
um das HCMM-Gerät zur kontinuierlichen Erfassung der Wärmekapazität an der
Erdoberfläche. Dem Verfahren liegt das Prinzip zugrunde, daß jedes Objekt
bzw. jeder Stoff an der Oberfläche seinen physikalischen Eigenschaften entsprechend Sonnenwärme auf eine für ihn typische Weise zurückhält oder abgibt.
Der Satellit ergänzt mit seinen Beobachtungen die Wärmemeßdaten des Fernerkundungssatelliten LANDSAT 3, der am 5. März 1978 gestartet wurde; u.a. ist
beabsichtigt, Verschmutzung von Wasser, Schneebedeckung, heiße Quellen und
Quellen für geothermale Energie ausfindig zu machen.
Der Satellit SEASAT schließlich, der ebenfalls die LANDSAT- und Wettersatellitendaten ergänzt, mißt mittels Radar physikalische Merkmale, die anderweitig nicht zu erfassen sind - z.B. das sich ständig ändernde Aussehen der
Meeresoberfläche, Wellenhöhen, Strömungsbewegungen, Wirbel und Gezeiten. Er
könnte der globalen Wetterforschung neue Dimensionen geben.

+ + + + +

.

.

�</text>
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