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                  <text>Information
und

I

PTIÜ'JIIWIUIT
»

United States Information Service

22. März 1978
I N H A L T

DOKUMENTATION
Carter: Die USA stehen zu ihren Verteidigungsverpflichtungen
- Rede Präsident Carters vor der Wake Forest-Universität Carter unterzeichnet Nonproliferationsgesetz
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten Rede Goldbergs auf der Abschlußsitzung der KSZE-Nachfolgekonferenz
- US-Botschafter bezeichnet Konferenz als erfolgreich INFORMATION
USA lehnen sowjetischen Antrag auf Verbot der Neutronenwaffe ab
Botschaft Carters ar die UN-Menschenrechtskommission
WIRTSCHAFT
Amerikanische Dlimporte 1978 zeigen sinkende Tendenz
- von unserem Korrespondenten John Holway HINTERGRUNDMATERIAL
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Die NATO zwischen den Gipfeltreffen
- Interview mit dem amerikanischen NATO-Botschafter W. Tapley Bennett
Nahrungsmangel und Fehlernährung
- Dritte Welt braucht bessere Verteilung WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Behandlung von Entzugssymp';omen mit synthetischem Endorphin
Schutzantrich für Aluminiumboote
SchalIwellen-Spektrometer beschleunigt Analyse

Um Über/endung von
ßcIcgcKcmpkiren wird
gebeten

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�1

Dokumentation
»

United States Information Service

22. März 1978

CARTER: DIE USA STEHEN ZU IHREN VERTEIDIGUNGSVERPFLICHTUNGEN
- Rede Präsident Carters vor der Wake Forest-Universität -

WINSTON-SALEM, NORTH CAROLINA - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am
17. März 1978 in einer Rede vor der Wake Forest-Universität in Winston-Salem
im Bundesstaat North Carolina einen Oberblick über die Verteidigungsanstrengungen der Vereinigten Staaten gegeben und dabei unterstrichen, daß die USA
immer zu ihren Verteidigungsverpflichtungen stehen werden.
Die Rede des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Vor 198 Jahren haben 400 nordkarolinische Milizsoldaten im südlichen
Teil Ihres Staates die Waffen in unserem Unabhängigkeitskrieg erhoben. Gegenüber einer Streitmacht von 1300 britischen Soldaten errang die nordkarolinische Miliz einen Sieg:

und ihre Schlacht von Ramsour's Mill wurde ein

Schritt auf dem Weg zum Sieg von Yorktown ein Jahr später.
Ihre Vorfahren in Nordkarolina, meine in Georgia und Ihre Nachbarn im
ganzen Gebiet der 13 Kolonien errangen ihre Freiheit im Kampf.

Das ist ein

Opfer, da$ Amerikaner in der Geschichte unserer Nation wiederholt zu bringen
hatten.

Wir haben gelernt, daß Stärke der beste Schutz der Freiheit ist.
Das

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Das ist eine Verpflichtung und ein Opfer, die ich so gut verstehe, ist
doch die Tradition des Militärdienstes in meiner eigenen Familie tief verwurzelt.

Mein erster Vorfahr, der sich in Georgia niederließ, James Carter, nahm

am Befreiungskrieg teil.

Mein Vater war Oberleutnant der Armee im ersten Welt-

krieg, und mein ältester Sohn meldete sich als Freiwilliger nach Vietnam.

Ich

selbst brachte elf Jahre meines Lebens als Angehöriger der amerikanischen Marine
zu.

Das ist für viele amerikanische Familien typisch.
Durch die Generationen hindurch blieb der Zweck unserer Streitkräfte der

gleiche:

Unsere Sicherheit zu verteidigen, wenn sie bedroht wird, und durch

erwiesene Stärke die Aussichten zu vermindern, daß wir wieder werden kämpfen
müssen.
Folgende Worte John F. Kennedys leiten uns noch immer in unserem Handeln:
"Der Zweck unserer Waffen ist der Friede, nicht der Krieg - sicherzustellen,
daß sie niemals angewendet werden."
Dieser Zweck ist unverändert der gleiche.

Die Welt aber hat sich verän-

dert, und unser Eingehen auf sie muß sich mit ihr verändern.
Heute morgen möchte ich zu Ihnen über Fragen der nationalen Sicherheit
sprechen:

Wo wir heute stehen, mit welchen Umständen wir konfrontiert sind,

und was wir in der Zukunft tun werden.
Lassen Sie mich eingangs auf einige irrige Vorstellungen hinweisen.
Eine dieser Vorstellungen besagt, daß sich dieses Land irgendwie davon
zurückziehe, seine Interessen und Freunde rund um die Erde zu schützen.

Das

ist nicht der Fall, wie in dieser Rede dargelegt und in unseren Handlungen
als Nation demonstriert werden wird.
Eine andere wiederum besagt, unser Verteidigungshaushalt sei eine zu
große Belastung und beanspruche einen ungebührlichen Anteil an den Einkünften

�Einkünften des Bundes.

Die nationale Verteidigung ist natürlich ein umfang-

reicher und wichtiger Ausgabenposten; er macht jedoch lediglich fünf Prozent
unseres Bruttosozialproduktes aus und nimmt schätzungsweise ein Viertel unseres derzeitigen Bundeshaushalts in Anspruch.
Es wäre auch ein Fehler, zu glauben, daß die Verteidigungsausgaben unseres
Landes in erster Linie auf Interkontinentalraketen oder Kernwaffen entfallen.
Etwa zehn Prozent unseres. Verteidigungshaushaltes entfallen auf die strategischen Streitkräfte für Zwecke der nuklearen Abschreckung,

über 50 Prozent

hiervon ist einfach dafür aufgewandt, die Männer und Frauen in unseren Streitkräften zu bezahlen.
Schließlich meinen einige Leute, wir brauchten angesichts der Tatsache,
daß wir Nuklearwaffen von großer Zerstörungskraft besitzen, weiter nichts mehr
zu tun, um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Unsere potentiellen Gegner
haben inzwischen mit konventionellen Waffen - Panzer, Flugzeuge, Infanterie
und motorisierte Einheiten - ausgerüstete Streitkräfte aufgebaut. Diese
Truppen könnten zur politischen Erpressung benutzt werden und unsere lebenswichtigen Interessen bedrohen, sofern wir und unsere verbündeten Freunde nicht
unsere eigene konventionelle Stärke als Gegengewicht verfügbar haben.
Natürlich beruht unsere nationale Sicherheit auf mehr als lediglich
der militärischen Macht. Sie beruht zum Teil auf der Produktionskapazität
unserer Farmen und Fabriken, auf angemessenen Vorräten von Rohstoffen, auf
einem Wirtschaftssystem, das die Freiheit des Menschen über die zentralisierte
Kontrolle stellt, auf den kreativen Ideen unserer besten Hirne, auf harter Arbeit, auf dem Zusammenhalt, der moralischen Stärke und der Entschlossenheit
unseres Volkes und auf der Freundschaft unserer Nachbarn. Unsere Sicherheit
hängt von starken Bindungen zu unseren Verbündeten und davon ab, ob andere
Nationen in Frieden zu leben bestrebt sind und sich des Versuchs enthalten,
die Anliegerstaaten zu beherrschen.
Ausreichende und tüchtige Streitkräfte sind aber noch immer ein wesentliches Element unserer nationalen Sicherheit. Wir haben wie unsere Vorfahren
- 3 -

�i

Vorfahren die Verpflichtung, eine militärische Stärke aufrechtzuerhalten,
die den Herausforderungen der Welt, in der wir leben, angemessen ist.
Lassen Sie uns überprüfen, inwieweit sich die Probleme der nationalen .
Sicherheit in den letzten ein bis zwei Jahren verändert haben.
Die Welt wurde vielschichtiger und geriet in wachsende wechselseitige
Abhängigkeit.

Es bestehen heute Spaltungen unter den kommunistischen Mächten;

die alten Kolonialbereiche sind zusammengebrochen, und viele neue Staaten
sind an ihre Stelle getreten.

Alte ideologische Etikettierungen haben teil-

weise ihre Bedeutung verloren.
Veränderungen sind auch im militärischen Gleichgewicht unter den Staaten eingetreten.

Im Verlaufe der letzten 20 Jahre haben die Streitkräfte

der Sowjetunion beträchtlich zugenommen:

Sowohl in absoluten Zahlen als

auch im Verhältnis zu unseren eigenen.
Es hat sich auch eine unheilvolle Neigung seitens der Sowjetunion gezeigt, ihre militärische Macht einzusetzen - um in örtliche Konflikte mit Beratern, Ausrüstungen und mit voller logistischer Unterstützung und Ermutigung für Söldner aus anderen kommunistischen Ländern einzugreifen, wie wir
dies heute in Afrika beobachten können.
Diese Verstärkung der sowjetischen Militärmacht hält seit langer Zeit
an.

Wenn man die Inflation ausklammert, haben sich die sowjetischen Militär-

ausgaben seit 1960 verdoppelt und steigen weiterhin jährlich um drei bis vier
Prozent, während unser Militärhaushalt heute effektiv niedriger ist als 1960.
Die Sowjetunion, die ihrer Tradition nach keine erhebliche Seemacht darstellte, rangiert heute hinsichtlich ihrer Stärke zur See an zweiter Stelle
in der Welt.
Hinsichtlich ihrer ausgewogenen strategischen Nuklearkapazitäten haben
die Vereinigten Staaten einen wichtigen Vorsprung aufrechtzuerhalten ver- 4 -

�vermocht, dennoch hat aber der stetige sowjetische militärische Aufbau bei
den strategischen Streitkräften zu funktioneller Gleichwertigkeit
mit den Vereinigten Staaten geführt.
Diese Veränderungen machten es erforderlich, daß wir angemessene diplomatische, wirtschaftliche und militärische Gegengewichte aufrechterhalten.
Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte bin ich für die Modernisierung,
Ausweitung und Verbesserung unserer Streitkräfte verantwortlich, wenn immer
unsere Sicherheit solche Maßnahmen erforderlich macht. Wir haben kürzlich
eine wichtige Neubewertung unserer nationalen Verteidigungsstrategie aufgestellt. In diesem Prozeß haben wir einige umfassende Prinzipien erarbeitet,
die dem Zweck dienen, unsere nationale Sicherheit während der vor uns liegenden Jahre zu gewährleisten.
- Wir werden gemeinsam mit unseren Verbündeten und Freunden gegen jede
uns bedrohende Macht durch eine Kombination von Truppen, politischen Bemühungen und wirtschaftlichen Programmen ein Gegengewicht schaffen. Wir werden
es nicht dulden, daß irgendeine Nation die militärische Überlegenheit uns
gegenüber erlangt.
- Wir werden die Mitarbeit der Sowjetunion und anderer Nationen bei
der Verminderung der Spannungsbereiche anstreben. Wir wünschen nicht, militärisch in die inneren Affären anderer Länder einzugreifen oder regionale
Konflikte zu verstärken, und wir werden uns auch der Intervention anderer
widersetzen.
- Während wir unsere militärischen Kapazitäten aufrechterhalten, werden
wir durch verläßliche und verifizierbare Rüstungskontroll Vereinbarungen, wo
immer solche möglich sind, Sicherheit anstreben.
- Wir werden unsere großen wirtschaftlichen, technologischen und diplomatischen Vorteile dazu benutzen, unsere Interessen zu verteidigen und für
unsere Wertvorstellungen einzutreten.

Wir sind bereit, mit der Sowjetunion

- 5 -

�Sowjetunion beispielsweise zur Erreichung gemeinschaftlicher, sozialer,
wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Zielsetzungen zusammenzuarbeiten
- sollte

sie aber hinsichtlich der Raketenprogramme und anderer Truppen-

stärken keine Mäßigung zeigen und auch hinsichtlich der Entsendung sowjetischer oder als Ersatz dienender anderer Streitkräfte in Länder und Kontinente keine Zurückhaltung üben, dann wird eine derartige Zusammenarbeit bei
der Öffentlichkeit der Vereinigten Staaten keine Unterstützung finden.
Diese Grundsätze bedeuten, daß wir - obwohl wir eine Einigung hinsichtlich der Rüstungskontrollen anstreben - unsere strategischen Systeme modernisieren und unsere konventionellen Streitkräfte mit neuer Stärke erfüllen.
Wir werden unsere Politik auf dreierlei Art und Weise verwirklichen:
- durch die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts bei den strategischen
Nuklearstrei tkräften;
- durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten zur Stärkung
und Modernisierung unserer Verteidigungsanstrengungen in Europa; und
- durch die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung von Streitkräften,
die ein Gegengewicht für jede Bedrohung unserer Verbündeten und unserer lebenswichtigen Interessen in Asien, im Nahen Osten und in anderen Gebieten der
Erde bilden.
Lassen Sie mich jeden dieser drei Punkte einzeln aufgreifen:
Unsere erste und fundamentalste Sorge geht dahin, einen Krieg mit Kernwaffen zu vermeiden. Die Schrecken eines nuklearen Konflikts und unser
Wunsch, die Arsenale der Welt von furchterregenden Nuklearwaffen zu befreien,
entheben uns nicht der Notwendigkeit, die Situation objektiv zu analysieren
und vernünftige Entscheidungen hinsichtlich unserer Zielsetzungen und der
Mittel zu ihrer Erreichung zu treffen.
Unsere

�Unsere strategischen Streitkräfte müssen - und das muß bekannt sein ein Gegengewicht zu den Möglichkeiten der Sowjets sein.

Diese dürfen nie

in der Lage sein, ihre nuklearen Streitkräfte dazu zu benutzen, unsere Freunde zu bedrohen, Zwang auf uns auszuüben oder uns zu erpressen.
Unsere anhaltenden energischen Bestrebungen in den SAIT-Gesprächen, die
gegenwärtig in Genf stattfinden, sind ein Mittel zur Erreichung des Zieles
der strategischen nuklearen Stabilität. Wir und die Sowjetunion haben in
einigen grundlegenden Punkten bereits Übereinstimmung erzielt, während für andere erst noch eine Regelung gefunden werden muß.
Wir erstreben keine einseitigen Vorteile. Ehe ich jedoch ein SALT-Abkommen im Namen der Vereinigten Staaten unterzeichne, werde ich sicherstellen,
daß es das strategische Gleichgewicht aufrechterhält, daß wir seine Einhaltung durch die Sowjets auf unabhängige Weise verifizieren können und daß wir
in Relation zur Sowjetunion mindestens ebenso stark sind, wie wir ohne ein
solches Abkommen wären. Aber zusätzlich zu den Begrenzungen und Verringerungen eines SALT II-Abkommens müssen wir andere Schritte unternehmen, um das
strategische Gleichgewicht zu bewahren. Im nächsten Jahrzehnt können Verbesserungen an den sowjetischen Raketen unsere landgestützten Raketenstreitkräfte gegenüber einem sowjetischen Erstschlag in zunehmendem Maße verletzlich machen. Ein solcher Angriff käme für die Sowjetunion zwar dem nationalen
Selbstmord gleich; wenn dies auch eine sehr entfernt liegende Möglichkeit
ist, stellt es doch eine Bedrohung dar, vor der wir uns ständig hüten müssen.
Wir haben eine überlegene U-Boot-Flotte, die gegenüber Angriffen relativ
unverwundbar ist, und gegenwärtig befinden sich neue Trident-U-Boote und
Trident-Rakteten im Bau, die unserer U-Boot-gestützten Raketenstreitmacht eine
noch größere Reichweite und Sicherheit gewährleisten würden. Ich habe die
unverzügliche Entwicklung und Dislozierung unserer Marschflugkörper angeordnet, um den strategischen Wert unserer Bomber zu erhöhen.

Wir arbeiten an

der interkontinentalen ballistischen Rakete des Typs M-X und an einer Trident
II-Rakete für U-Boote, um uns mehr Optionen zur Entgegnung auf strategische

- 7 -

�strategische Dislozierungen der Sowjets an die Hand zu geben.

Sollte es not-

wendig werden, die eindeutige Unverwundbarkeit unserer strategischen Abwehrkräfte zu gewährleisten, werde ich nicht zögern, Maßnahmen zu einer Entwicklung und Dislozierung dieses Systems in uneingeschränktem Ausmaß zu treffen.
Unsere strategischen Verteidigungskräfte sind dreifacher Natur:

boden-

gestützte Raketen, seegestützte Raketen und Systeme im Luftraum wie Bomber
und Marschflugkörper.

Durch die von mir umschriebenen Pläne werden alle drei

Elemente dieses Dreiersystems modernisiert und verbessert werden.

Jedes wird

die Fähigkeit beibehalten, einem Gegner vernichtende Vergeltungsschläge beizubringen.
Seit über 30 Jahre sind wir auf die Verteidigung Europas verpflichtet
- gebunden durch das Wissen, daß die Sicherheit Westeuropas entscheidend für
unsere eigene Sicherheit ist. Wir werden auch weiterhin mit unseren NAT0Verbündeten in einer Strategie der flexiblen Antwort zusammenarbeiten und:
dabei konventionelle und nukleare Streitkräfte miteinander verbinden, damit
kein Aggressor das Territorium der Freiheit bedrohen kann, das wir in der
Vergangenheit in gemeinsamem Ringen verteidigt haben.
Seit mehreren Jahren versuchen wir und unsere Verbündeten, mit den Sowjets und den anderen Staaten des Warschauer Paktes über beiderseitige und ausgewogene Reduzierungen der Streitkräfte in Europa zu verhandeln, aber in der
Zwischenzeit haben die Sowjets ihre Streitkräfte weiterhin verstärkt und modernisiert und zwar über den Stand hinaus, der für die Verteidigung notwendig ist. Angesichts dieses exzessiven sowjetischen Aufbaus mußten wir und
unsere NATO-Verbündeten wichtige Maßnahmen ergreifen, um kurzfristige Schwächen zu beseitigen und um auf langfristige Bedrohungen zu reagieren. -Wir
verstärken die in Westeuropa stationierten amerikanischen Streitkräfte beträchtlich und verbessern unsere Fähigkeit, zusätzliche Land- und Luftverstärkungen in Krisenzeiten beschleunigt zur Verteidigung Europas heranzuführen.
''
Unsere

- 8

�Unsere europäischen Verbündeten, die den Hauptteil der konventionellen
Kampfkraft der NATO stellen, verbessern ebenfalls ihre Einsatzbereitschaft,
ihre Verstärkungskapazität sowie ihre Panzerabwehr-Verteidigung.

Die Regie-

rungschefs der NATO-Länder werden im Mai an einem Gipfeltreffen in den Vereinigten Staaten teilnehmen, auf dem wir uns mit einem langfristigen Verteidigungsprogramm befassen werden, das die Verteidigungspläne der Verbündeten
erweitern und integrieren wird.
Seit vielen Jahren sind die Vereinigten Staaten eine wirklich globale
Macht. Unsere Interessen und Anliegen umfassen seit langem unsere eigenen
Sicherheitsinteressen wie auch die unserer Verbündeten und Freunde über diese
Hemisphäre und Europa hinaus.
Wir haben eine wichtige historische Verantwortung, den Frieden in Ostasien, im Mittleren Osten, im Persischen Golf und in unserer eigenen Hemisphäre zu fördern. Wir ziehen es in all diesen Gebieten dabei vor, zunächst
zu internationalen Abkommen zu gelangen, die den Gesamtstand der Rüstungen
reduzieren und die Gefahr eines Konfliktes vermindern. Aber wir haben den
Willen - und wir müssen auch die Kapazität aufrechterhalten -, unsere Verpflichtungen zu erfüllen und unsere Interessen in diesen kritischen Gebieten
zu schützen.
Im Pazifik wird unsere kollektive Sicherheit gefördert durch gemeinsame
Verteidigungsverträge mit unseren Verbündeten sowie durch unsere Freundschaft
und Zusammenarbeit mit anderen pazifischen Nationen.
Japan und Südkorea, mit den Vereinigten Staaten eng verbunden, liegen
an geographischen Stellen, wo die lebenswichtigen Interessen von Großmächten
konvergieren. Es ist unbedingt notwendig, daß Nordostasien stabil bleibt.
Wir werden unsere militärische Stärke in diesem Raum aufrechterhalten und
sie sogar noch erhöhen, unsere Stärke zur Luft verbessern, und wir werden
unsere Landstreitkräfte vermindern, so wie die südkoreanische Armee weiterhin
ihre eigene Kapazität modernisiert und verstärkt.
Im
- 9 -

�v

Im Nahen Osten und in dem Gebiet des Indischen Ozeans streben wir nach
ständigem Frieden und nach Stabilität.

Die wirtschaftliche Gesundheit und

das wirtschaftliche Wohlergehen der Vereinigten Staaten, Westeuropas und Japans hängen von dem kontinuierlichen Zugang zum öl am Persischen Golf ab.
In all diesen Situationen fällt die Haupverantwortung für die Wahrung
des Friedens und der militärischen Stabilität den Ländern dieses Gebietes zu.
Wir werden auch weiterhin mit unseren Freunden und Verbündeten zusammenarbeiten, uni ihre Fähigkeit zu stärken, Bedrohungen ihrer und unserer Interessen
zu verhindern. '•' Darüber hinaus werden wir jedoch Streitkräfte aufrechterhalten, auf die nötigenfalls zurückgegriffen werden könnte, um gemeinsame Verteidigungsanstrengungen zu unterstützen.

Auf meine Weisung hin wird der'

Verteidigungsminister schnell-dislozierbare Streitkräfte - in der Luft, zu
Lande und zur See - weiter verstärken und aufbauen, um unsere Interessen
überall auf der Welt zu verteidigen.
Abkommen über die Rüstungskontrolle sind ein wesentliches Ziel als Mittel
unserer nationalen Sicherheit; aber dies wird nur möglich sein, wenn wir eine
angemessene Truppenstärke aufrechterhalten. Wenn wir ausgewogene, verifizierbare Abkommen mit unseren Gegnern erreichen, dann kann dies die Kosten für
die Sicherheit begrenzen und die Kriegsgefahr reduzieren. Aber selbst dann
müssen und werden wir mit jeweils den Rüstungsprogrammen, die unsere Sicherheit erfordert, in wirksamer Weise vorgehen.
Wenn ich dieses Auditorium jetzt verlasse, werde ich der Besatzung
eines unserer modernsten Flugzeugträger im Atlantischen Ozean einen Besuch
abstatten. Die Männer und Frauen unserer Streitkräfte bleiben - gut ausgebildet und als patriotische Amerikaner - dem Ziel unserer gemeinsamen Verteidigung verpflichtet. Sie müssen ständig einsatzbereit sein für den Kampf in der Hoffnung, daß durch Stärke ein Kampf verhindert werden kann. Wir müssen sie in dieser Wachsamkeit immer unterstützen.
Ich habe heute ernst und nüchtern zu Ihnen gesprochen, aber das ist kein
Anlaß, pessimistisch zu sein.

Wir stehen vor einer Herausforderung, und wir
- 10 -

�wir werden alles tun, was notwendig ist, um ihr zu begegnen.

Wir werden

unser Land bewahren und schützen und werden weiterhin bemüht sein, den Frieden in aller Welt zu fördern und aufrechtzuerhalten.
Dies bedeutet, daß wir auch in Zukunft starke und wirksame Streitkräfte
unterstützen müssen.
Für den größten Teil unserer Geschichte haben sich die Menschen vergeblich gewünscht, daß die Freiheit - und die Entfaltung des menschlichen Geistes,
aus der die Freiheit erwächst - letztlich nicht von der Macht der Waffen abhängig sein möge.

Wir wie unsere Vorfahren leben in einer Zeit, wo diejenigen,

die die Freiheit zerstören würden, weniger durch ihre Respektierung der Freiheit selbst davon abgehalten werden als durch ihr Wissen, daß diejenigen, die
sich der Freiheit erfreuen, stark sind.
Wir sind eine große Nation talentierter Menschen. Wir können uns durchaus die notwendigen Kosten für unsere Streitkräfte leisten und auch eine Vergrößerung des Rahmens, wenn dies notwendig ist, um jeden Gegner von einer Unterhöhlung des Friedens auf der Welt abzuhalten. Das Geld, das wir für die
Verteidigung ausgeben, ist nicht verschwendet - genauso wenig wie dies der Fall
ist mit dem Geld, das wir für die Aufrechterhaltung einer örtlichen Polizei
ausgeben, um den Frieden zu erhalten. Durch diese Investierung erlangen wir
die Freiheit, die erstrebenswerten Ziele unserer Nation zu realisieren.
Die SUdstaatler, deren Vorfahren vor einhundert Jahren die Schrecken
eines durch Krieg verwüsteten Heimatlandes kennengelernt haben, sind besonders entschlossen, daß uns ein Krieg niemals wieder heimsuchen sollte. Alle
Amerikaner begreifen die Grundlehre der Geschichte, daß wir entschlossen und
fähig sein müssen, um Drohungen und die Beherrschung durch andere zu verhindern.
Ganz gleich, wie friedlich, sicher und leicht die äußeren Umstände unseres

- 11 -

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unseres Lebens gegenwärtig erscheinen mögen, wir haben keine Garantie dafür, daß diese Segnungen anhalten werden. Deshalb müssen wir immer die Stärke bewahren, die wir - so Gott will - niemals werden anwenden müssen.
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�Dokumentation

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United States Information Service

22. März 1978

CARTER UNTERZEICHNET NONPROLIFERATIONSGESETZ
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 10. März 1978
das vom amerikanischen Kongress verabschiedete Gesetz zur Verhütung der
Weiterverbreitung von Nuklearwaffen - Nonproliferationsgesetz - unterzeichnet, das die Politik der Vereinigten Staaten hinsichtlich der
Lieferung von Nuklearbrennstoff an andere Länder regelt.

Dabei sind

strikte Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen vorgesehen.

Bei der

Unterzeichnung des Gesetzes sagte Carter, "einige unserer Freunde in
Obersee"werden ihre Politik neu ausrichten müssen.

Er habe, so betonte

der Präsident, dieses Gesetz mit anderen Staats- und Regierungschefs erörtert und er glaube, daß sie die Klugheit der Bestimmungen des "Nuclear
Non-Proliferation Act of 1978" erkennen würden.
Die Vorlage für dieses Gesetz war seit Jahren im Kongress anhängig,
kam jedoch erst zum Zuge, als Carter dieses Problem im Jahre 1976 in
seinem Wahlkampf anschnitt. Präsident Carter hat dann am 27. April 1977
in einer Botschaft an den Kongress die Verabschiedung des Gesetzes

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Gesetzes gefordert, die jetzt mit Unterstützung der beiden großen
Parteien erfolgte.
Die offizielle Erklärung des Präsidenten anläßlich der Unterzeichnung des Gesetzes hat folgenden Wortlaut:
Ich freue mich, heute das Gesetz Nr. H.R. 8638 - Nuclear NonProliferation Act of 1978 (Nonproliferationsgesetz 1978) - zu unterzeichnen.

Das Inkrafttreten dieses Gesetzes bringt uns der Erreichung

eines Zieles näher, das die Vereinigten Staaten mit anderen Staaten gemeinsam haben - der Ausbreitung der Fähigkeit zur Herstellung von
Nuklearwaffen Einhalt zu gebieten, während gleichzeitig die friedliche
Nutzung der Kernenergie weiterhin ermöglicht wird.
Der Kongress hat auf diese Aufgabe mit Sorgfalt und Mut reagiert
und einen Rahmen geschaffen, der gewährleistet, daß wir diese Ziele erreichen.

Meine Achtung und mein Dank gehören den Senatoren Ribicoff,

Glenn und Percy, den Abgeordneten Zabiocki, Bingham und Findley und ihren
Kollegen in den Ausschüssen, die dieses Gesetz ausgearbeitet haben, sowie ihren Mitarbeitern für die Führung, die sie in dieser Frage gezeigt
haben.

Es war für mich, wie für Außenminister Vance und andere

Mit-

glieder meines Kabinetts, eine Ehre, bei der Ausarbeitung des Nonproliferationsgesetzes 1978 mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Unsere Bemühungen, die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen zu verhindern, begannen vor über 30 Jahren, als wir den Vereinten Nationen das
Angebot machten, bestimmte Aspekte der Kernenergie unter internationalen
Besitz und internationale Kontrolle zu stellen. Die Verabschiedung des
Atomenergiegesetzes von 1954, die Billigung des Nonproliferationsvertrages (Atomwaffensperrvertrages) durch die Vereinten Nationen im Jahre
1968 und dieses Gesetzes hier haben uns auf dem Wege zur Erreichung
unserer Nonproliferationsziele ein gutes Stück weiter gebracht.
Am 7. April
- 2 -

�An 7. April und am 27. April vorigen Jahres habe ich die Politik
und die Programme umrissen, die wir einschlagen wollen, um die Risiken
der Proliferation zu verringern. Heute möchte ich die nachhaltige Verpflichtung dieser Administration zu dieser Politik bekräftigen. Wir
sind uns auch darüber im klaren, daß heute in Betrieb befindliche Kernkrafttechnologien, zu denen keine Wiederaufbereitung des Kernbrennstoffs gehört, eine wichtige Energiequelle für unser Land und für andere
Länder sein können und müssen. Unser gegenwärtiger Brennstoffzyklus
mit einem Durchgang (einmaliger Nutzung) ist ein wichtiger Beitrag zu
unserer Energieversorgung und wird es auch weiterhin sein. Richtig betrieben, kann er ohne eine Erhöhung des Risikos der Proliferation
funktionieren. Unsere Politik schlägt einen verantwortungsbewußten
Kurs ein zwischen einem Verzicht au f d^n Energienutzen der Kernkraft
und einer Verpflichtung zur kommerziellen Nutzung von Plutonium, bevor
wir wissen, ob wir mit den damit verbundenen Risiken überhaupt fertig
werden können.

Ich bin weiterhin dagegen, voreilige und unnötige Zusagen für die
kommerzielle Nutzung des Schnellen Brüters (Brutreaktors) und der
Wiederaufbereitung zu machen, wie sie in den Vereinigten Staaten am
Beispiel der Projekte Clinch River und Barnwell zu finden sind.
Wir und die anderen Nationen der Welt müssen die Zeit nutzen, die
wir heute haben, um sicherere Technologien, bessere institutionelle
Vereinbarungen und verbesserte Sicherheitsbestimmungen zu entwickeln,
die allen Ländern erlauben, ihre Energieziele zu erreichen,und gleichzeitig die Ausbreitung von Kernwaffen verhindern.
über 40 Länder haben sich uns bereits in einer Internationalen
Überprüfung des Kernbrennstoffzyklus angeschlossen, um herauszufinden,
mit welchen Mitteln wir dieses doppelte Ziel erreichen können. In
dieser Periode der Überprüfung können die weitverbreitet in Betrieb

- 3 -

�Betrieb befindlichen Reaktoren mit Uranbrennstoff benutzt werden, ohne
daß dadurch neue Proliferationsrisiken entstehen.

Wenn unsere gemeinsame

Suche nach verbesserten Institutionen und Technologien jedoch erfolgreich
sein soll, dann müssen sich alle Länder solcher Schritte enthalten, die
das Ergebnis der Internationalen Überprüfung des Kernbrennstoffzyklus
präjudizieren würden.
Das Nonproliferationsgesetz legt die Bedingungen und Kriterien fest,
die die amerikanische Zusammenarbeit mit anderen Ländern in unseren Bemühungen leiten werden, die friedliche Nutzung der Kernenergie weiterzuentwickeln.

Die Ermutigung zur weltweiten Ratifizierung des Atomwaffen

Sperrvertrages (Nonproliferationsvertrages) ist ebenso ein zentrales Anliegen des Gesetzes wie die Schaffung eines umfassenden Pakets von
Kontrollen, einschließlich der Anwendung der Sicherheitsbestimmungen
der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und einer Vereinbarung über
einen stabilen Rahmen für die internationale Zusammenarbeit und den
Handel auf nuklearem Gebiet.

Das Gesetz wird auch den Prozess für unsere

Exportlizenzierung überschaubarer machen.
Wir werden ferner Schritte unternehmen, um die Sicherheit und die
Sicherung des heute von uns praktizierten Brennstoffzyklus zu stärken
und sicherzustellen, daß er auch weiterhin eine leistungsfähige und zuverlässige Energiequelle für uns im eigenen Lande und für das Ausland
sein wird.
Im Laufe dieses Jahres werden wir umfassende politische Richtlinien für dasManagement und die Entsorgung radioaktiver Abfälle ausarbeiten, einschließlich der Verwirklichung des im vergangenen Oktober
angekündigten Programms für die Einlagerung abgebrannten Brennstoffs.
Um sicherzustellen, daß wir auch weiterhin in der Lage sind, ein
zuverlässiger Lieferant von Uranbrennstoff für jene zu bleiben, die mit
uns die Ziele der Nonproliferation teilen, schreiten wir mit der

- 4 -

�der Errichtung einer neuen Anreicherungsanlage in Portsmouth, Ohio,
voran.
Die Verhütung der nuklearen Proliferation wird nicht leicht sein manche Leute haben es sogar als unlösbare Aufgabe bezeichnet.

Ich bin

jedoch der Überzeugung, daß es einfach zwingend notwendig ist, der Ausbreitung der Kernwaffen Einhalt zu gebieten.
strengungen nicht nachlassen.

Wir dürfen in unseren An-

Die Angst vor dem Fehlschlag darf nicht

zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden.
In dem ersten Jahr unserer Administration haben wir wesentliche
Fortschritte erzielt. Die Nuklear-Lieferländer haben sich auf Richtlinien f!ir den Export von nuklearem Brennstoff und Nukleartechnologie
geeinigt und diese veröffentlicht. Die Internationale Überprüfung des
Kernbrennstoffzyklus ist im Gange. Wenn diese Vorlage jetzt Gesetz
wird, legen wir deutliche Kriterien und Anreize für die nukleare Zusammenarbeit wie auch für Sanktionen gegen Verletzungen der Sicherheitsbestimmungen fest.
Obwohl ich Vorbehalte gegenüber den zahlreichen Bestimmungen dieses
Gesetzes habe, die feststellen, daß der Kongress durch gleichlautende
Entschließung (Resolution beider Häuser) Handlungen der Exekutive außer
Kraft setzen oder billigen kann, unterzeichne ich es wegen seiner überwältigenden Bedeutung für unsere Nonproliferationspolitik.

Ich möchte

jedoch klarstellen, daß ich durch die Unterzeichnung des Gesetzes nicht
damit übereinstimme, daß der Kongress bewilligte Maßnahmen der Exekutive
durch Verfahre,, wiederrufen kann, die in der Verfassung nicht vorgesehen
sind.
Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich überzeugt bin, daß die
neuen Kriterien, Anreize und Verfahren dieses Gesetzes zur Lösung des
Problems der Proliferation beitragen werden. Sie werden gewährleisten
helfen, daß der Zugang zu Nuklearenergie nicht von einer Ausbreitung

- 5 -

�Ausbreitung der Fähigkeit begleitet sein wird, nukleare Sprengkörper
herzustellen. Ich räume zwar ein, daß einige dieser Bestimmungen Anpassungen seitens unserer Freunde in Übersee erforderlich machen mögen,
aber diese umfassendere Politik wird die internationale Sicherheit
wesentlich erhöhen. Ich bin überzeugt, daß c^'e erhöhte Sicherheit der
Welt die Schritte rechtfertigt, die wir alle tun i üssen, um das zu erreichen. Die Kontrolle über die Ausbreitung der Nuklearwaffen auf
unserem Planeten ist die überragende Frage unserer Zeit.
Wenn die Welt aus dem großen Potential der Kernkraft Nutzen ziehen
soll, dann müssen wir jetzt handeln, um uns und künftige Generationen
vor ihren schwersten Gefahren zu schützen. Wir in den Vereinigten
Staaten werden unser Fachwissen und unsere technischen Mittel für diese
Aufgabe einsetzen, und wir appellieren an andere Länder, das gleiche zu
tun. Wollen wir weiterhin zusammenarbeiten, um diese Ziele zu erreichen!

+ + + + +

�IUIiRrTO

ff ! 3 • i

Dokumentation
United States Information Service

8

22. März 1978

REDE GOLDBERGS AUF DER ABSCHLUSSITZUNG DER KSZE-NACHFOLGEKONFERENZ
- US-Botschafter bezeichnet Konferenz als erfolgreich -

BELGRAD - (AD) - Der amerikanische Chefdelegierte bei der Belgrader
Nachfolgekonferenz der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (KSZE), Botschafter Arthur J. Goldberg, erklärte auf der Abschlußsitzung am 8. März, diese Konferenz habe ihre Aufgabe erfüllt und
obwohl es manchmal schwierig gewesen sei, könne man sie doch als "erfolgreich" bezeichnen.
Die Ansprache Goldbergs hat folgenden Wortlaut:
Herr Vorsitzender, ich möchte unseren jugoslawischen Gastgebern für
die Art und Weise danken, auf die sie während dieser Konferenz für uns gesorgt haben. Das Sekretariat unter der fähigen Leitung von Botschafter
Bozinovic, die jugoslawische Delegation und die Regierung und die Bevölkerung von Jugoslawien haben alle nur möglichen Anstrengungen unternommen, um diese Konferenz zu einem Erfolg werden zu lassen. Ich
möchte meine besondere Hochachtung vor seiner Exzellenz, Botschafter

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D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Botschafter Pesic, zum Ausdruck bringen.

Seine unerschütterliche Haltung

und Entschlossenheit, selbst wenn unsere Arbeit in ihren schwierigsten
Stunden steckte, war eine Inspiration für uns alle.
Es ist für die amerikanische Delegation eine besondere Genugtuung,
daß sich Präsident Tito gerade in dieser Woche in den Vereinigten Staaten
aufhält, wo Präsident Carter seine persönliche Wertschätzung der einzigartigen konstruktiven Rolle ausgesprochen hat, die Jogoslawien nicht nur
auf der Belgrader Konferenz, sondern während des gesamten Prozesses des
Aufbaus von Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gespielt hat.
Ich halte es für angebracht, daß ich in dieser Schlußerklärung frei
und offen die Auffassungen der amerikanischen Regierung hinsichtlich der
Belgrader Konferenz und des KSZE-Prozesses zum Ausdruck bringen, der in
Helsinki begonnen hat und in Madrid und danach fortgesetzt werden wird.
In den vergangenen Monaten hat unsere Konferenz - mit der Unterstützung durch unsere freundlichen und geduldigen jugoslawischen Gastgeber und durch die gewissenhaften Anstrengungen der Delegierten - die
Lebensfähigkeit der Konzeption von Helsinki bestätigt.
Belgrad war der Prüfstein für die Gültigkeit und Anpassungsfähigkeit des KS2E-Prozesses. Es war kein leichtes Unterfangen, aber
wir haben das Ausmaß des Prozesses abgesteckt und ihn weiter vertieft.
Aber vor allem haben wir uns verpflichtet, den Prozess zu erhalten und
sein Gedeihen zu einem gemeinsamen Anliegen zu machen.
Wir haben den Meinungsaustausch über die Verwirklichung der Bestimmungen und über die Aussichten für verbesserte gegenseitige Beziehungen geführt, wie ihn die Schlußakte vorsieht. Wir haben unsere
eigenen überzeugunaen vertreten und die Meinungen jener angehört, die
nicht mit uns übereinstimmen.
Auf diese Weise
- 2 -

�Auf diese Weise waren wir in der Lage, die Erfolge der Vergangenheit,
die fortbestehenden Mängel und die künftigen Aufgaben nüchtern zu beurteilen.

Wir sind übereingekommen, dieses Gespräch bilateral und im Jahre

1980 in Madrid fortzusetzen.
Die Vereinigten Staaten haben die Erfüllung der Verpflichtungen der
Schlußakte immer als Teil eines schrittweisen aber ständig fortschreiterden Prozesses angesehen, die Kluft zwischen Ost und West zu überbrücken
und die Segnungen von Sicherheit und Zusammenarbeit auf ganz Europa, einschließlich selbstverständlich Berlins, auszudehnen.
Der Beitrag der KSZE bestand darin, 35 Staaten - unterschiedlich
in Größe und System, Geschichte und Zukunft - für diese lebenswichtige
Aufgabe zu engagieren. Die Rolle der Belgrader Konferenz bestand darin,
dieses Engagement zu vertiefen und das damit erwartete Verhalten zu spezifizieren.
Aus unseren Gesprächen hier hat sich ein klareres Verständnis der
vor uns liegenden Aufgabe entwickelt. Wir dürfen es keinem Lande erlauben, sich bestimmte Abschnitte der Schlußakte zur Beachtung herauszusuchen und andere zu ignorieren, ber Fortechritt auf dem Gebiet der
Menschenrechte und der menschlichen Beziehungen wie auf dem Gebiete der
Abrüstung und der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen
Zusammenarbeit sind in der Schlußakte unlösbar miteinander verbunden.
Die Bedeutung der Verwirklichung der Schlußakte - und der Überprüfung
ihres Fortschrittes in Belgrad - liegt genau in der Kombination der verschiedenen Elemente der Entspannung in einem zusammenhängenden und zusammengehörenden Ganzen.
Im Oktober vorigen Jahres sprach ich davon, der Entspannung "ein
menschliches Antlitz und ein menschliches Maß" zu verleihen.

Das war

in der Tat eines der Hauptthemen auf dieser Konferenz. Und wenn wir
auch hier sind, um Regierungen zu vertreten, so haben wir doch versucht,

- 3 -

�versucht, die Probleme der l&lt; ansehen ebenso anzusprechen wie die Probleme
der Macht.

Wir haben die Ansprüche von einzelnen abgewogen, nicht nur

die Interessen von Staaten.
So haben wir die in Helsinki gemachten Versprechungen überprüft,
die Rolle des einzelnen und von Gruppen bei der Prüfung der Verwirklichung
der Schlußakte zu achten, die Wunden getrennter Familien zu heilen, das
Recht auf freie Auswanderung zu erleichtern und die Bedingungen zu verbessern, unter denen Wissenschaftler, Journalisten, Gelehrte und Geschäftsleute arbeiten.

Auf einigen dieser Gebiete hat sich ein gewisser,

aber bei weitem nicht ausreichender Fortschritt abgezeichnet, und bedauerlicherweise hat es sogar Rückschläge gegeben.
Unsere Konferenz behandelte natürlich als zentrales Thema ausführlich die Frage der Menschenrechte und Grundfreiheiten: Gedankenfreiheit, Gewissens- und Religionsfreiheit. Die Freiheit der wirksamen
Ausübung der Bürgerrechte - einzeln oder in Gruppen - führte in Belgrad
zur Behandlung heikler Fragen. Daß diese Fragen so heikel waren, läßt
gerade ihre Bedeutung erkennen. Unsere Konferenz war die erste, auf
der diese Fragen von prominenter Seite und legitim in den Rahmen der
multilateralen Ost-West-Diplomatie gestellt wurden.
Das ist eine mächtige Idee, und sie hat in Belgrad mächtige Unterstützung gewonnen. Sie hat auch starke Opposition hervorgerufen. Wir
haben die Behauptung vernommen, die Menschenrechte seien rein innere Angelegenheiten, daß die Erörterung ihrer Einhaltung in einem anderen Lande
die Souveränität dieses Landes verletze und eine Einmischung in Angelegenheiten bedeute, die Außenseiter nichts angingen.
Die Schlußakte weist ein solches Denken zurück.

Die Belgrader

Konferenz hat es unhaltbar gemacht.
Dank des Prinzips

�Dank des Prinzips Sieben sind die Menschenrechte ein direktes Anliegen aller Unterzeichnerstaaten der Schlußakte.

Gemäß den Bestimmungen

der Charta der Vereinten Nationen, der Allgemeinen Menschenrechtserklärung und der Internationalen Konventionen - wie auch der Schlußakte sind sie Thema internationaler Unterfangen.

Sie sind damit ohne Frage

ein geeignetes Thema für die diplomatische Überprüfung und Aussprache,
wie wir sie

in Belgrad vorgenommen haben.

Belgrad weiterhin

Und sie werden auch nach

im Mittelpunkt anhaltender Bemühungen und Stellung-

nahmen bleiben.
Das Streben nach Freiheit ist ein nie endendes Unterfangen des
Menschen und die beste Garantie für seine Sicherheit und den Frieden.
Die Schlußakte verpflichtet uns alle,nach etwas zu streben, was Alexander
Puschkin vor langer Zeit als "eine bessere Art der Freiheit" bezeichnet
hat. Das ist, wie er schrieb, die Freiheit, sein Gewissen, sein Denken
oder seinen Nacken nicht vor Rang oder Macht zu beugen. Die Vorstellung
von der Würde des Einzelmenschen ist heute noch die Vision, die uns die
Schlußakte bietet - die Vision an deren Verwirklichung mitzuarbeiten
wir uns alle verpflichtet haben.
Wir wissen jedoch, daß nicht alle von uns die Verpflichtung ganz
und gar oder in gutem Glauben erfüllt haben. Die amerikanische Delegation hat in Belgrad ganz offen über die gebrochenen und unerfüllten
Versprechen hinsieht Prinzip Sieben und Korb 3 gesprochen. Wir haben
unsere Sorge und unser Bedauern, ja gelegentlich unseren Zorn über Vorfälle geäußert, die sich in direktem Widerspruch zur Schlußakte und
unter tiefer Mißachtung ihrer Bestimmungen auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten ereignet haben.
Unsere Konferenz konnte nicht über solche Episoden hinwegsehen, vor
allem wenn sich die ungerechtfertigte Unterdrückung gegen Männer und
Frauen richtet, deren einziges Vergehen darin zu bestehen scheint, daß sie

- 5 -

�sie lediglich die Bestimmungen und Versprechen der Schlußakte von Helsinki
beobachten, durchsetzen oder verwirklichen wollen.
in der Schlußakte Ermutigung.

Ihre Tätigkeit findet

Sie muß geschützt und darf nicht bestraft

werden.
In ähnlicher Weise konnten wir bei unserer Überprüfung der Verwirklichung nicht einfach über die Not von Männern und Frauen hinwegsehen und können es auch heute nicht -,die wegen ihres religiösen Glaubens verfolgt werden und weil sie diesen Glauben an ihre Kinder weitergeben wollen.
Und wir können heute • wie in Zukunft - ebenso wenig schweigen, wenn Angehörigenvölkischer Minderheiten die Gleichberechtigung, vor allem bei
ihren Bemühungen um die Erhaltung ihrer Sprache und ihrer Kultur, die für
ihre Identität wesentlich sind, vorenthalten wird.
Wir können nicht einfach so tun, als ob solche Fragen für die Verwirklichung der Schlußakte irrelevant, für diese Konferenz störend oder wenn besprochen - der Entwicklung der Entspannung abträglich wären. Wir
leben in der wirklichen Welt und nicht in einer eingebildeten Welt. Wir
können unsere Welt nicht verbessern, wenn wir von ihren Fehlern die Augen
verschließen.
Diese Mängel - genauso wie unsere Erfolge und unsere Möglichkeiten waren das legitime Thema des Belgrader Überprüfungstreffens. Diese
Überprüfung befaßte sich in produktiver Weise mit den wahren Mängeln hinsichtlich der Verwirklichung der Schlußakte (von Helsinki), so daß aus
dieser Überprüfung heraus jeder von uns und wir alle abhelfende Maßnahmen
ergreifen könnten.
Diese Maßnahmen bleiben für uns immer noch notwendig.

Leider werden

sie im Abschlußdokument dieses Treffens nicht detailliert aufgeführt.
Grund hierfür liegt auf der Hand: es kam zu keiner Übereinstimmung, und
dies bedauere ich zutiefst.
Die Bemühungen,
- 6 -

Der

�Die Bemühungen, hier in Belgrad oder im eigenen Land die Wahrheit
zu unterdrücken, werden die Wahrheit nicht ändern.

Und sie werden die

Vereinigten Staaten nicht davon Tbbrin«]en, darauf zu bestehen, daß
Offenheit für die heilsame Entwicklung des internationalen Vertrauens
genauso wichtig ist wie die Respektierung der souveränen Gleichheit und
der Individualität.
Offenheit und Respektierung müssen zusammenwirkende Elemente beim
Streben nach Sicherheit und Zusammenarbeit sein. Die mit der Schlußakte von Helsinki geschaffene Grundlage - verstärkt durch die Bilanz von
Belgrad - sollte uns in die Lage versetzen, eine noch festere Struktur der
Entspannung zu schaffen. Unsere erste Priorität - und dies bleibt immer
die alles überragende Aufgabe - ist auch weiterhin einfach die Verwirklichung der Schlußakte in allen ihren Teilen; und dies muß in gutem
Glauben und mit der gebotenen Ell" erfolgen. Das Anfangstempo ist dabei nicht so wichtig wie die Tatsache einer anhaltenden Vorwärtsbewegung.
Die Vereinigten Staaten haben die Absicht, hier von Belgrad aus
vorenzuschreiten.
Die Leistungen meines Landes sind hier in Frage gestelit worden, und ein Teil dieses Infragestellens war konstruktiv. Dies
wird meinem Lande helfen, seine Bilanz zu verbessern. Ich wünschte,
andere hätten gleiches im Sinne.
Mrine Delegation hat ebenfalls sehr sorgsam Kenntnis genommen von
den ernsthaften Vorstellungen zahlreicher Delegationen über Maßnahmen,
die in Übereinstimmung mit den Impulsen und dem Geist der Schlußakte
stehen. Einige dieser Vorschläge können durch einseitige oder durch
bilaterale Maßnahmen in Gang gesetzt werden. Viele andere können aufgeschoben und fertiggestellt werden f ür eine Entscheidung in Madrid. Die
Vereinigten Staaten sind bereit, konstruktiv an solchen Maßnahmen teilzunehmen.
Wir bewerten insbesondere die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa als Rahmen für einen zunehmenden politischen
- 7 -

�politischen Austausch zwischen Teilnehmerstaaten.

Die zahlreichen und

vielfältigen spezifischen Bestimmungen der Schlußakte bieten eine reichhaltige Palette für dieses Vorhaben.

Die Vereinigten Staaten werden bei

ihrem Bemühen, die politischen Beziehungen zu allen KSZE-Staaten zu vertiefen, auch weiterhin bestrebt sein, diese Möglichkeit in Realität umzusetzen.
So haben wir beispielsweise auf dem Gebiet der vertrauensfördernden
Maßnahmen in der Praxis erlebt, wie Staaten - ausgehend vom Buchstaber,
der Schlußakte - den Geist dieses Dokumentes verwirklichen können.

Durch

die Ankündigung kleinerer Manoever und dadurch, daß diese Ankündigungen
ausreichend informativ gehalten sind und den Beobachtern einen guten
Manoeverüberblick bieten, haben einige Staaten ein Beispiel gegeben, dem
andere in positiver Weise folgen können. Solche Erfahrungen sind konstruktiv.

Sie müssen auf größere Truppenbewegungen angewendet werden.

Darüber

hinaus können wir - ganz allgemein - von neuem über Mittel und Wege zur
"Entwicklung und Verstärkung von Maßnahmen (nachdenken), die auf die
Förderung des Vertrauens abzielen" - eine Möglichkeit, die die Schlußakte
uns ausdrücklich vor Augen führt.

Obwohl die KSZE nicht als Forum für

Abrüstungsverhandlungen konzipiert wurde, sind wir uns doch alle über die
Impulse im klaren, die sie diesem lebenswichtigen Prozess geben kann.
Ferner haben unsere offenen Diskussionen auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und kommerziellen Zusammenarbeit ca-&gt; Bewußtsein gestärkt,
daß die bestehenden Handelshemmnisse reduziert - ja, durch gemeinsame
Maßnahmen - beseitigt werden müssen. Das Potential für die Zusammenarbeit
auf diesem Felde ist groß, und die Vereinigten Staaten sind voll und ganz
bereit, die zahlreichen Möglichkeiten für unilaterale und reziproke Maßnahmen zu sondieren.
"°nn das Belgrader Treffen auch bis zu einem gewissen Ausmaß die Bewegungsfreiheit der Menschen in Fluß gebracht hat, so muß doch noch eine

- 8 -

�eine ähnliche Auswirkung hinsichtlich des Flusses von Informationen erfolgen.

Zu viele Staaten behindern immer noch den Zugang zu dem, was

zahlreiche Bürger dieser Länder lesen, sehen und hören möchten.

Schließ-

lich können wir noch viel tun, um die bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit zu fördern, um das Ausmaß und die Qualität der Kontakte
zwischen Wissenschaftlern und Gelehrten, zwischen Männern und Frauen der
Literatur und der Künste zu erweitern und zu verbessern.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin der Frage der
Menschenrechte besondere Aufmerksamkeit widmen. W"&gt;'r sind zutiefst besorgt über jene Personen und Organisationen, die meine Delegation im
Verlaufe unserer Diskussionen nach Namen und'and erwähnt hat und denen man
ihre elementaren Menschenrechte verwehrt. Und sie sind auf keinen Fall
die einzigen. Die Liste derjenigen, die unter der Repression leiden,
ist viel zu lang, und ihr Schicksal gibt zu den größten Besorgnissen Anlaß.
Dr. Martin Luther King hat einmal gesagt, daß "die Ungerechtigkeit
irgendwo auf der Welt der Feind der Gerechtigkeit überall auf der Welt
ist."
Die Schlußakte umfaßt das Konzept der Gerechtigkeit - nicht das
Privileg oder die Macht -,das die Angelegenheiten zwischen Menschen und
die Beziehungen zwischen Staaten beherrscht und regelt. Das Treffen von
Belgrad hat diesen zentralen Punkt im Kontext der Entspannung in Europa
bekräftigt. Wie wir gesehen haben, hängt der Friede von dem gerechten
Verhalten der Nationen gegenüber ihren eigenen Bürgern und unter einander
ab.
Helsinki hat große Hoffnungen wachgerufen. Mancherorts scheint
Helsinki auch große Befürchtungen hervorgerufen zu haben. In Belgrad
haben wir unsererseits offen und aufrichtig versucht, sowohl über die

- 9 -

�die Hoffnungen als auch über die Befürchtungen von Regierungen und
Völkern zu sprechen. Wir erkennen an, daß manche Hoffnungen nicht mehr
so groß sein mögen, wie sie es vielleicht waren, als wir r.a:h Belgrad
kamen. Aber wir waren uns immer der Tatsache bewußt, daß der Weg zum
Frieden, zur Sicherheit und zur Zusammenarbeit lang und mühsam ist.
Die Vereinigten Staaten sind entschlossen, weiterzumachen.
Zwischen heute und Madrid sowie in Madrid und in der Zeit danach werden wir
bemüht sein, die Verwirklichung aller Bestimmungen der Schlußakte zu
fordern. Und wir geloben feierlich, alles in unserer Kraft stehende zu
tun, um die Hoffnungen von Helsinki am Leben zu erhalten.

+ + + + +

- 10 -

�Information
United States Information Service

22. März 1978

USA LEHNEN SOWJETISCHEN ANTRAG AUF VERBOT DER NEUTRONENWAFFE AB

GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten haben auf der Genfer Abrüstungskonferenz einen sowjetischen Antrag auf Verbot der sogenannten
Neutronenwaffe als "einseitiges Propagandamanoever" abgelehnt.
Der sowjetische Konferenzdelegierte Viktor I. Lichatschew hatte
am 9. März 1978 den Entwurf für eine Konvention zum Zwecke des Verbots
vorgelegt.

Der Delegierte der Vereinigten Staaten, Botschafter Adrian

Fisher,bezeichnete diesen Schritt als einen Versuch, die Konferenz von
ihrer eigentlichen Aufgabe, ausgewogene Rüstungskontrollmaßnahmen auszuarbeiten, abzulenken.
Die angesprochene - noch nicht dislozierte - Waffe mit verringerter Sprengwirkung und verstärkter Strahlenwirkung (kurz Neutronenwaffe genannt) würde sicherlich zum schrecklichen Tod führen, aber das
gelte genauso

für die bereits dislozierten sowjetischen Waffen, von

denen einige eine mehr als 20 000 fache Wirkung haben, so sagte Botschafter Fisher.

Er wies ferner kategorisch die sowjetische Behauptung

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�Behauptung zurück, die Dislozierung der vorgeschlagenen Waffe würde die
atomare Schwelle senken.
Die Neutronenwaffe sei eine taktische Nuklearwaffe, die eine
Möglichkeit bietet, einem massierten Panzerangriff zu begegnen, so
führte Fisher aus, und es sei angesichts der gewaltigen Panzerüberlegenheit der Sowjets in Europa nur natürlich, daß sich die NATO Gedanken über solche Waffen mache.

Bei der Waffe, die eine unterschied-

liche Wirkung habe, handle es sich auf jeden Fall um eine Kernwaffe,
und die Vereinigten Staaten hofften zutieftst, daß sie - wie alle anderen
Nuklearwaffen - niemals eingesetzt zu werden brauche.
Botschafter Lichatschew beschuldigte die potentiellen Hersteller
der Waffe, deren wahre Natur verheimlichen zu wollen, um damit eine
günstige Stimmung für ihre Legalisierung zu schaffen.

Botschafter

Fisher erklärte darauf, niemand habe je behauptet, die Neutronenwaffe
sei zuträglich oder harmlos.
die Dinge zu reden.

Es sei an der Zeit, einmal offen über

Alle Nuklearwaffen, so betonte Fisher, seien dazu

entwickelt, andere zu töten; "das Antlitz des Krieges ist das Antlitz
des Todes".
Auf eine Reihe von Reden in jüngster Zeit eingehend, in denen die
Sowjetunion und ihre Verbündeten auf der Genfer Abrüstungskonferenz
die Neutronenwaffe angegriffen haben, erklärte der amerikanische Delegierte:
"Ich habe gehört..., daß diese Waffe 'unmenschlich' und barbarisch'
sei.

Ich würde diese Bezeichnungen ohne weiteres akzeptieren, aber sie

auf alle Dinge anwenden wollen, die dazu dienen sollen, menschliches
Leben auszulöschen, ganz besonders auf Nuklearwaffen.'
Aber, so fuhr Fisher fort, "wir warten vergebens darauf," daß die
Sowjetunion und ihre Verbündeten von den Nuklearwaffen in den
- 2 -

�den sowjetischen Arsenalen spräche, wie "die SS-20, eine neue mobile Gefechtsfeldrakete mit Mehrfachgefechtskopf, die in der Lage ist, jedes
Ziel in Europa mit großer Genauigkeit und gewaltiger Zerstörungskraft
zu treffen, und die derzeit in großer Zahl in der Sowjetunion disloziert
wird."
Botschafter Fisher bekräftigte die amerikanische Verpflichtung,
sich für eine ausgewogene Verringsrung des Wettrüstens einzusetzen.
"Die Vereinigten Staaten drängar, weiterhin nachdrücklich auf die Erreichung des Zieies eines umfassenden Nuklearversuchsverbotes", so
sagte er weiter. "Die Vereinigten Staaten unternehmen alle Anstrengungen,
die gegenwärtigen Verhandlungen über eine Begrenzung der strategischen
Rüstungen (SALT) zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen."
Er fügte hinzu: "Auf lange Sicht streben die Vereinigten Staaten danach
beiderseits entsprechende Verringerungen der Zahl der Nuklearwaffen
mit dem Ziel einer schließlichen Beseitigung aller Nuklearwaffen aus
den Arsenalen der Staaten zu erreichen."
In der Zwischenzeit lehne seine Regierung jeden Versuch ab, "die
Genfer Abrüstungskonferenz in ein öropagandaforum zu verwandeln und
sie von ihren wichtigen Aufgaben ab -.ulenken."

+ + + + +

- 3 -

�Information
United States Information Service

22. März 1978

8

BOTSCHAFT CARTERS AN DIE UN-MENSCHENRECHTSKOMMISSION

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat in einer Botschaft an
die Menschenrechtskommission der Vereinigten Nationen die Leistung
dieses Gremiums der Weltorganisation im "Ringen um die allgemeine
Respektierung der grundlegenden Rechte des Menschen" gewürdigt.
Die Kommission, in der 32 Nationen vertreten sind, hat ihre 34.
Sitzung nach fünfwöchiger Dauer am 10. März in Genf beendet. Die
Botschaft Carters, die vom Leiter der amerikanischen Delegation, Edward
M. Mzvinsky, verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut:
"Die 34. Sitzung der Menschenrechtskommission der Vereinigten
Nationen findet in diesem Jahr zu einem Zeitpunkt statt, da wir des
30. Jahrestas der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gedenken.
Wohl kein anderes Dokument der Vereinten Nationen ist so bekannt
wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Drei Jahrzehnte hindurch ist sie als eine von der internationalen Gemeinschaft abgegebene
Grundsatzerklärung und als ein Symbol der Hoffnung für alle diejenigen

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Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�diejenigen angesehen worden, die für die Verwirklichung der grundlegenden
Menschenrechte für alle Menschen eintreten.

Zu einem guten Teil ist es

diesem Dokument zu verdanken, daß heute keine Regierung mehr vorgeben
kann, eine Mißhandlung der eigenen Bürger sei lediglich ihre eigene
innere Angelegenheit.

Keine Regierung kann heute noch behaupten, das

Wesen ihrer Verpflichtungen sei ihr unbekannt.
Es bleibt noch viel zu tun, um für alle Menschen die in der
Allgemeinen Erklärung zugesagten Rechte zu gewährleisten.

Die Regierung

der Vereinigten Staaten rechnet damit, daß die Menschenrechtskommission
einen starken Impuls im Ringen um die allgemeine Respektierung dar grundlegenden Rechte des Menschen geben wird.

Es ist meine Hoffnung und die

Hoffnung der amerikanischen Delegation, daß die Kommission ihren Aufgaben und Verpflichtungen in einer fairen und umfassenden Weise nachkommen wird.
Wir sind überzeugt, daß dieses Gremium, in dem sich die Weisheit
aller großen Traditionen der Welt vereint, einen Weg finden wird, um
die höchsten Erwartungen der Menschheit auf Frieden, auf eine Welt
ohne Not, auf Gemeinsamkeit und auf die Würde des Einzelmenschen erfüllen zu helfen.

+ + + + +

�I
I

Ulirl/chofl
United States Information Service

22. März 1978

AMERIKANISCHE ÖLIMPORTE 1978 ZEIGEN SINKENDE TENDENZ
- Von unserem Korrespondenten John Holway -

WASHINGTON - (AD) - Nach Auffassung offizieller amerikanischer Kreise
dlirften die amerikanischen ülimporte in diesem Jahr um drei bis vier Prozent
zurückgehen und damit der seit langem bestehende Aufwärtstrend dank der gesteigerten amerikanischen Produktion und den Einsparungsbemühungen sein Ende
finden.
Den Hauptanteil an dieser Produktionssteigerung tragen die ölförderungen im Staate Alaska; aber auch in den anderen Bundesstaaten, in denen Erdöl
gefördert wird, schwächt sich der seit langem bestehende Abfall der Produktionskurve infolge intensiverer Erdölbohrungen ab.
Zwar werden die ülimporte im Jahre 1979 und auch danach wahrscheinlich
wieder ansteigen, doch rechnet man damit, daß sich dieser Anstieg etwa in der
Größenordnung von zwei Prozent im Jahr bewegen wird und damit deutlich unter
dem erwarteten Wirtschaftswachstum der USA liegen dürfte - in jedem Falle aber
weit unter den Importanstiegen von 18 und 20 Prozent, wie sie für die vergangenen Jahre zu verzeichnen waren.
Auf privater Seite ist man mit den Voraussagen sogar noch optimistischer
als in Regierungskreisen.

Hier gehen die Schätzungen bis zu einer fünfpro-

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D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�fiinfprozentigen Abnahme der ölimporte für dieses Jahr.
Nach Ansicht von Lawrence Goldstein von der Forschungsstiftung der Erdölindustrie "sind die Tage des massiven Wachstums im amerikanischen ölimport
vorüber."
Der Rückgang tritt deutlich zu Tage. So lagen die Importe im Monat Fetbruarunter acht Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit fast 10 Millionen
Barrel im gleichen Monat des Vorjahres. Man räumt dabei jedoch ein, daß der
extrem kalte Winter des Vorjahres als Faktor für die damaligen höheren Importe
zu berücksichtigen ist.
Welche Auswirkungen der amerikanischen Bergarbeiterstreit im einzelnen
auf die ölimporte haben wird, ist noch nicht klar ersichtlich.

Einige Kreise

sagen aufgrund der daraus resultierenden Verlangsamung des Wirtschaftswachstums
voraus, daß die ölimporte sogar noch niedriger liegen würden als ursprünglich
angenommen.

Andere meinen, daß größere Mengen an Heizöl erforderlich sein

und die ölimporte dadurch etwas über den ursprünglich angesetzten Mengen liegen werden.
Insgesamt aber rechnet man allgemein auch weiterhin mit einem Absinken
der Importe für dieses Jahr. Einer der Hauptgründe dafür ist das durch die
neue "pipeline" aus Alaska zufließende öl. Derzeit werden auf den ölfeldern
in Alaska rund 700 000 Barrel öl pro Tag gefördert.
Kürze auf 1,2 Millionen Barrel gesteigert werden.
Natürlich gibt es da gewisse Imponderabilien.

Diese Leistung soll in

So wurde durch die Sabotage

an der Erdölleitung im vergangenen Monat der ölfluß unterbrochen und die erwartete Leistung nicht erreicht.

Hier zeigt sich, wie sehr eine ähnliche Stö-

rung sich auch in Zukunft negativ auf die "ölbilanz" auswirken könnte.
Ein weiterer wichtiger Grund ist die Tatsache, daß das Absinken der Produktion auf den alten Erdölfeldern der amerikanischen Staaten gestoppt wurde.

�wurde.

Mit steigenden Preisen haben die Erdöl Produzenten ihre Bohrtätigkeit

wieder stärker in Gang gesetzt, was dazu führte, daß die Produktion sich heute
etwa stetig auf der Höhe des vergangenen Jahres hält.

Ein dritter Grund sind die Einsparungsmaßnahmen.

Der Benzinverbrauch

wird geringer, und man sieht immer mehr kleinere Autos auf den Fernstraßen
Amerikas. Nach offizieller Schätzung wird der Benzinverbrauch gegen Ende dieses Jahrzehnts nicht weiter steigen, obwohl die Amerikaner in ihren Wagen mehr
Kilometer zurücklegen, als sie es heute tun.

Der Unterstaatssekretär für internationale Angelegenheiten im amerikanischen Finanzministerium, C. Fred Bergsten, weist die Behauptungen, daß die
Vereinigten Staaten ein riesiges Energiedefizit wegen ihes "verschwenderischen
Ölverbrauchs" haben, zurück.

Der Anstieg der ölimporte in den vergangenen

fünf Jahren ist nach seiner Meinung fast zur Hälfte auf das Absinken der amerikanischen Produktion zurückzuführen.

Für die Zukunft wird nach Ansicht offizieller amerikanischer Kreise viel
davon abhängen, wie sich der Kongreß gegenüber dem von Präsident Carter eingebrachten Energiegesetz verhält.

Eine endgültige Abstimmung über die Gesetzes-

vorlage dürfte innerhalb der nächsten Wochen erfolgen.
Für die Entwicklungen bis 1985 gibt es für die Administration drei Kursmöglichkeiten:

entweder ohne den Plan des Präsidenten oder mit seinem Energie-

plan oder mit dem Plan und zusätzlichen Einsparungsvorkehrungen.

Selbst wenn der Plan Carters vom Kongreß nicht gebilligt werden sollte,
so dürften sich nach Ansicht amtlicher Kreise in Washington die ölimporte
bis 1985 etwa insgesamt auf 11,5 Millionen Barrel pro Tag belaufen.

Das aber

wäre ein Anstieg von nur vier Prozent im Jahr, verglichen mit den jährlichen
Importanstiegen bis zu 20 Prozent in den vergangenen Jahren.

Für die ein-

heimische Produktion wird ein Ausstoß von 10,4 Millionen Barrel pro Tag, das
sind etwa 47 Prozent des gesamten Verbrauchs, vorausgesagt.
Wenn

\

- 3-

�Wenn der Energieplan des Präsidenten jedoch in allen seinen Elementen
gebilligt wird, dann ergäbe sich nach Ansicht der gleichen Kreise ein noch
viel günstigeres Bild.

Die Importe würden auf nur sieben Millionen Barrel

pro Tag zurückgehen, während die Produktion, durch finanzielle Anreize gefördert, auf 10,6 Millionen Barrel - oder 60 Prozent des gesamten Ölverbrauchs ansteigen würde.
Mit zusätzlichen Einsparungsmaßnahmen könnten nach Ansicht der Administration die Importe weiter bis auf 5,8 Millionen Barrel pro Tag gesenkt werden.

Bei gleicher Höhe der Produktion im eigenen Land würden diese 65 Prozent

des gesamten amerikanischen Ölverbrauchs decken.
Das letzte große Problem, über das im Kongreß noch verhandelt wird, ist
die Frage der Rohöl-Ausgleichssteuer.

Auch wenn diese Steuer nicht gebilligt

werden sollte, dürften durch die übrigen in dem Plan vorgesehenen Maßnahmen bis
zu drei Millionen Barrel öl pro Tag bis zum Jahre 1985 eingespart werden - was
für die Zahlungsbilanz eine Einsparung von 15 Milliarden Dollar im Jahre bedeuten würde.
•

+ + + + +

�22. März 1978

DIE NATO ZWISCHEN DEN GIPFELTREFFEN
Interview mit dem amerikanischen NATO-Botschafter W. Tapley Bennett
Von Peggy Post

Schon kurz nach seinem Amtsantritt nahm Präsident Carter im Mai 1977 an einem NATOGipfeltreffen in London teil und bekräftigte
dort die amerikanische Verpflichtung auf das
Bündnis. In seiner Rede vor dem Nordatlantikrat schlug er mehrere Initiativen vor,
darunter auch die Einberufung einer weiteren
NATO-Gipfelkonferenz nach Washington für
Mai 1978. Im Verlauf seines Blitzbesuches
in Brüssel Anfang Januar dieses Jahres nahm
der Präsident auf seinen ausdrücklichen Wunsch
hin an einer regulären Sitzung des Nordatlantikrates teil. Er versicherte den Ständigen
Vertretern der Mitgliedstaaten, daß sie bei
der Vorbereitung dieser Frühjahrskonferenz
in Washington seiner Unterstützung gewiß
sein könnten. Botschafter W. Tapley Bennett
der Ständige Vertreter der USA im Nordatlantikrat und persönlicher Freund Präsident
Carters, nimmt in dem nachstehenden Interview, das er einer Mitarbeiterin der Zeitschrift "Commerce in Belgium" im Februar
1978 gewährt hat, zu wichtigen Fragen in
bezug auf die NATO und zum Verhältnis der USA
zur NATO Stellung.
Nachdruck mit Genehmigung der Zeitschrift "Commerce in Belgium".

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�FRAGE:

Warum wollte Präsident Carter am NATO-Gipfeltreffen im Frühjahr

1977 teilnehmen?
ANTWORT:

Das war meines Erachtens seinem Wunsch zuzuschreiben, seine

europäischen Kollegen kennenzulernen.

Er hat, wie Sie wissen, damals erklärt

und erst jüngst noch einmal wiederholt, daß die NATO das Kernstück der amerikanischen Außenpolitik bleibt.

In London tagten unsere engsten Verbündeten -

die Leute, die er kennenlernen wollte.

Darüber hinaus hatte er einige posi-

tive Initiativen entwickelt, die er darzulegen suchte.
FRAGE:

Um welche Initiativen handelte es sich?

Wurden sie durch den

Ausbau der militärischen Kapazitäten der Länder des Warschauer Paktes veranlaßt?
ANTWORT: Es ist meines Erachtens inzwischen vollkommen klar - und wird
auch in allen Bündnisstaaten allgemein so gesehen -, daß die Sowjets ihre
militärischen Kapazitäten sowohl in qualitativer als auch in quantitativer
Hinsicht ständig ausgeweitet haben. Der Westen hatte wohl einen Vorsprung,
ist aber gewissermaßen auf seinem Niveau stehengeblieben, so daß sich die
Erkenntnis durchzusetzen begann, wir müßten uns mehr um unsere Verteidigung
kümmern. Es erhob sich ferner die Frage, wie wir uns in Rücksicht auf die voraussehbaren Entwicklungen im nächsten Jahrzehnt auf die achtziger Jahre vorbereiten könnten. Deshalb lief eine der Initiativen darauf hinaus, eine umfassende Ost-West-Studie zu erstellen. Sie dient dem Zweck, nicht nur die politischen
und wirtschaftlichen Trends im Osten zu bewerten, sondern auch die demographischen und soziologischen Entwicklungen und all jene Dinge zu berücksichtigen,
die geeignet scheinen, die Entscheidungen der Sowjets in der Zukunft zu beeinflussen. Diese Untersuchung wird eine faktische und konzeptionelle Basis für
die Beurteilung der Lage in den achtziger Jahren abgeben.
Eine zweite Initiative bestand darin, ein langfristiges Verteidigungsprogramm zur Stärkung unserer Verteidigungsvorkehrungen auf allen Gebieten
zu initiieren, damit wir in den achtziger Jahren weiter voranschreiten und

�und den Frieden erhalten können.

Die NATO hat große Erfolge erzielt.

Während

es in anderen Teilen der Welt viele Schwierigkeiten gegeben hat, kam es in den
letzten dreißig Jahren in Europa zu keinerlei kriegerischen Auseinandersetzungen.
FRAGE:

Wollen Sie damit sagen, diese Initiativen seien aus der Erkennt-

nis der NATO-Mitgliedstaaten bzw. Präsident Carters erwachsen, daß sich die
Waage zugunsten der Sowjets und der Länder des Warschauer Paktes geneigt habe?
ANTWORT:

Nein.

Die Waagschale hat sich nicht geneigt.

Es handelt sich

nur darum, daß sie sich neigen könnte, wenn wir den Dingen wie bisher freien
Lauf lassen.
FRAGE:
Sorge sehen?

Gibt es irgendein Gebiet bezüglich dessen Sie Anlaß zu besonderer

ANTWORT: Nein. Um dem vorzubauen, betrachten wir ja die Ost-WestSituation aus einem so weiten Blickwinkel. Deshalb haben wir das langfristige
Verteidigungsprogramm auf eine Reihe von Arbeitsgruppen aufgeteilt, die sich
mit Teilbereichen des Gesamtkomplexes der militärischen Bereitschaft wie Logistik, Befehls- und Leitstrukturen, Fernmeldewesen, Kampfbereitschaft und Reserven befassen. Alle diese unterschiedlichen Aspekte der militärischen Planung sind Bestandteile auch des langfristigen Programms. Es ist dies das
erste Mal, daß sich die NATO eines Arbeitsgruppensystems bedient. An der
Spitze jeder dieser Gruppen steht ein Delegierter aus einem anderen NATO-Mitgliedstaat. Der Großteil der Arbeitsgruppen arbeitet hier in Belgien, einige
aber auch am Sitz des Obersten Alliierten Befehlshabers Atlantik (SACLANT) in
Norfolk, Virginia, und eine wurde am Sitz des Oberbefehlshabers Ärmelkanal in
England etabliert.
FRAGE:

Was wird aus dem kurzfristigen Verteidigungsprogramm?
ANTWORT:

�ANTWORT:

Das schreitet sehr rasch voran. Auf dem Gipfeltreffen in

Washington Ende Mai dieses Jahres wird von positiven und unmittelbaren Ergebnissen zu berichten sein.

Sie betreffen die Verstärkung der Panzerwaffe, die

Vergrößerung der Kampfbereitschaft und der Reserven und anderes mehr.

Das

sind in erster Linie Aufgaben von General Haig (für den Befehlsbereich Europa)
und Admiral Kidd (für den Befehlsbereich Atlantik).
FRAGE:

Wenn die NATO gegenwärtig den Schwerpunkt auf den Ausbau der

Verteidigungsvorkehrungen legt, sehen Sie hierzu eine Parallele im Osten?
ANTWORT:

Wir sind der Auffassung, daß der Osten seit langem schon eine

ständige Verstärkung betreibt. Wie in Demokratien üblich, liegen unsere Prioritäten auf sozialem Gebiet, wo es zahlreiche Dinge gibt, die wir lieber täten.

Jetzt aber ist es an der Zeit, uns um unsere Verteidigung zu kümmern.
FRAGE:

Das erinnert mich an die Gespräche über die beiderseitige Ver-

ringerung der Streitkräfte, die die NATO und der Warschauer Pakt im Jahre 1973
in Wien aufgenommen haben.

Wenn andere gesellschaftlichen Prioritäten die

NATO-Länder zu größerer Zurückhaltung bei den Verteidigungsausgaben und verstärkten Bemühungen um eine Verminderung der Truppenstärken bestimmen könnten,
sind ähnlich große Drücke auch in den Ländern des Ostblocks vorstellbar?
ANTWORT:

Auch sie sind an einer Verringerung der Militärausgaben in-

teressiert - schon deshalb, weil sie bisher sehr wenig für ihre Völker getan
haben und dort vom Volk ein wachsender Druck ausgeht, das Verbraucherangebot
auszuweiten. Polen bietet ein glänzendes Beispiel. Dort kam es zu Straßenunruhen, die die Regierung in Gefahr brachten. Sicherlich wäre der Osten
ebenso froh wie der Westen, wenn ein Teil der militärischen Belastungen aufhörte. Alle könnten aufatmen. Es ist an der Zeit, daß der Osten den Ansprüchen seiner Völker mehr Rechnung trägt,statt lediglich den Bedarf des
Staatsapparates zu berücksichtigen.
FRAGE:

- 4 -

�FRAGE:

Welche politischen Realitäten stehen Versuchen entgegen, die

Mitgliedstaaten der NATO zur Bereitstellung von mehr Geld oder mehr Arbeitskräften zu bestimmen?
ANTWORT:

Die Brüsseler Verteidigungsminister-Konferenz vom Mai vorigen

Jahres im Anschluß an die Londoner Gipfelkonferenz einigte sich auf eine Erhöhung des Finanzbeitrags der Länder um real drei Prozent.

Es freut mich,

sagen zu können, daß allem Anschein nach alle Länder dieser Forderung nachkommen werden, bis auf ein oder zwei, denen dies aus verständlichen innenpolitischen Gründen voraussichtlich nicht möglich sein wird.
FRAGE:

Glauben Sie, daß sich die Vereinigten Staaten stärker auf die

NATO ausgerichtet haben, vor allem seit sie keine Verpflichtungen gegenüber
Vietnam mehr haben?
ANTWORT: In hohem Maße sogar. Die Vereinigten Staaten und ihr Präsident sind sehr stark NATO-orientiert. Präsident Carter hat ausdrücklich eine
halbe Milliarde Dollar zusätzlich für den NATO-Haushalt eingeplant. Der amerikanische Staatshaushalt für das Haushaltsjahr 1979 wird in manchen Positionen Kürzungen aufweisen, der Voranschlag für die NATO aber wird erweitert
werden.
FRAGE:

Besteht auch Übereinstimmung hinsichtlich der Notwendigkeit,

die Verteidigungsanstrengungen zu verstärken, dürften doch noch viele Details
umstritten bleiben. Es gab beispielsweise Klagen, eine Ausweitung der Verteidigungskapazitäten bedeute mehr Käufe der Europäer in Amerika. Es scheint
jedoch eine neue Initiative zu geben, die man hier als "zweibahnige Straße"
umschreibt.
ANTWORT:
herausstelle.

Ja, das ist eine weitere Initiative, die ich tatsächlich gerne
Die "zweibahnige Straße" bezieht sich auf das europäische Inter-

esse an amerikanischen Beschaffungskäufen in Europa.

Präsident Carter selbst

sprach auf dem Londoner Gipfeltreffen davon, daß er sich der Notwendigkeit

- 5 -

�Notwendigkeit größerer Käufe bewußt sei; er sagte, er halte sehr viel vom
Prinzip der "zweibahnigen Straße".

Das ganze ist eine Frage der Organisation.

Weil die amerikanische Produktionsbasis um soviel größer ist, müssen die Europäer ihre Anstrengungen zusammenfassen, um wettbewerbsfähig zu sein.

Anfang

Dezember vergangenen Jahres hielten die Europäer eine Tagung zu diesem Thema
ab.

Nunmehr, da sich die Europäer in diesem Sinne zusammentun, kann der trans-

atlantische Dialog beginnen.
FRAGE:

Wir hören sehr viel von Standardisierung, der Verwendung der

gleichen Waffen, Geräte oder Systeme durch alle NATO-Mitgliedstaaten.

Es

ist auch die Rede von der Interoperabilität, der Verwendung baugleicher Ersatzteile und Nachschubgüter für im übrigen nicht vollkommen normierte Waffen,
Geräte oder Systeme aus verschiedenen Herstellungsländern.

Was geschieht in

dieser Hinsicht?
ANTWORT: Dieses Jahr geht es um die Panzerkanone. Es ist eine sehr
wichtige Frage, ob man die amerikanische, die deutsche oder die britische
Version einer solchen Kanone verwenden soll. Eine weitere Frage von echter
Bedeutung betrifft die Fernmeldeeinrichtungen. Als ich beispielsweise im
Herbst letzten Jahres an den Manövern in Deutschland teilnahm, besuchte ich
auch das amerikanische Hauptquartier, dem auch ein belgischer Verbindungsstab
zugeteilt war. Mit diesem konnten wir nicht Kontakt halten, obwohl wir in
benachbarten Abschnitten lagen. Wir konnten sie über Funk nicht direkt ansprechen, weil unsere Geräte nicht aufeinander abgestimmt sind, konnten sie
aber - schließlich leben wir in einem modernen Zeitalter - über Satelliten
erreichen: Die Meldungen wurden an einen Satelliten abgesetzt und von dort
auf die nur drei Meilen von uns entfernten Belgier zurückgestrahlt. Das ist
somit ein weiteres Gebiet, dem wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen.
FRAGE: Handelt es sich bei der Konzeption der Standardisierung der
Waffen nicht um eine langfristige Angelegenheit?
ANTWORT:

- 6 -

�ANTWORT:

Es ist eine Konzeption, an der wir arbeiten.

Ein anderer

Schlüsselbegriff ist der der "Interoperabilität", weil meiner Meinung nach
ohnehin niemand glaubt, daß wir zu einer vollkommenen Standardisierung gelangen werden.

Jedes Land hat seine Industrie, die es mit Rücksicht auf die ei-

genen nationalen Interessen

in Gang halten will.

Es geht somit im Grunde um

die Frage, ob man, wenn man schon nicht alle Waffen normieren kann, nicht
besser interoperable Waffen bauen sollte: diese Granate sollte auch für jene
Kanone passen

usw.

FRAGE: Es sind zwölf Jahre her, daß Frankreich seine militärische Verpflichtung gegenüber der NATO aufgekündigt hat. Glauben Sie, daß dieser Faktor eine Rolle gespielt hat, Präsident Carter zu seinem Frankreichbesuch zu
bestimmen?
ANTWORT:

Nein, ich glaube nicht, daß die NATO im Hinblick auf den Be-

such in Frankreich eine besondere Rolle gespielt hat.
wurde neu belebt.

Das alte Bündnis aber

Schließlich machten die beiden Staatschefs ihre gemeinsame

Reise in die Normandie.

Das ist das Gebiet, wo die Amerikaner den Fuß

auf französischen Boden setzten, als sie zum letzten Mal gebraucht wurden, um
bei der Befreiung Frankreichs und Europas mitzuhelfen.

Deshalb glaube ich,

daß die Frage der europäischen Sicherheit in ebenso großem Maße von beiderseitigem Interesse wie von NATO-Interesse ist.
FRAGE:

Zur Zeit der Ford-Administration schienen die Vereinigten Staaten

der Auffassung zu sein, die NATO würde in Gefahr geraten, wenn die kommunistische
Partei in irgendeinem NATO-Land an der Regierung beteiligt werde.
liche Problem lag damals in Italien.

Das eigent-

Sehen Sie ähnliche Probleme wie mit

Italien auch für Portugal oder Frankreich voraus?

Welche Haltung nimmt die

derzeitige Administration zu dieser Frage ein?
ANTWORT:

Die amerikanische Regierung hat klargestellt, daß die Ent-

scheidung eines Landes, kommunistisch zu werden oder Kommunisten zur Regierung
zuzulassen, eine Frage sei, die ihm selbst überlassen bleibe, daß ein solcher

- 7 -

�solcher Schritt aber ernste Rückwirkungen auf das bilaterale Verhältnis und
auch auf Beziehungen innerhalb der NATO haben könnte.
FRAGE:

Man hört immer wieder Schätzungen bezüglich der Kapazität des

Warschauer Paktes, Europa zu überrennen.
drei Wochen.

Es ist die Rede von 48 Stunden bis

Können Sie hierzu einen Kommentar abgeben?

Worin besteht die

eigentliche Bedrohung?
ANTWORT:

Das ist eine Frage, über die manche Leute seltsame Spekula-

tionen des Inhalts anstellen: Wieviel Vorwarnzeit wäre gegeben?

Einer der

Gründe für das langfristige Verteidigungsprogramm, das wir inzwischen in Angriff genommen haben, ist das Bestreben, unsere Verletzlichkeit auf diesem
Gebiet zu verringern und sicherzustellen, daß ausreichende nachrichtendienstliche Erkenntnisse vorliegen und daß entsprechende organisatorische Vorkehrungen getroffen werden, damit wir rechtzeitig davon erführen, wenn die Gegenseite beginnen würde, Leute nach Osteuropa einzuschleusen - noch ehe sie
bis zur Grenze gelangten.

Es steht außer Frage, daß der Ostblock hinsichtlich

der Panzerwaffe stark im Vorteil ist.
derer sich die Leute sorgen.
und andere Programme.

Das ist einer der Gründe, bezüglich

Aber hierfür haben wir die nukleare Abschreckung

Wir brauchen ebenso starke Truppen und auch ebenso viele

Waffen, wie sie haben - auch wenn wir nicht daran denken, in irgendein
einzufallen.
hätten.

Land

Natürlich werden sie uns erklären, daß sie das auch nicht vor-

Sei dem, wie es wolle, wir wissen nur, daß der Westen nichts der-

gleichen beabsichtigt.
•

FRAGE:

Gab es irgendwelche neue, Probleme, die der Präsident bei seinem

Zusammentreffen mit der NATO angeschnitten hatsoder ging es ihm in erster Linie darum, die amerikanische Verpflichtung gegenüber der NATO und auch die fortgesetzte Unterstützung der NATO erneut zu bekräftigen?
ANTWORT: Präsident Carters Erscheinen vor dem Nordatlantikrat am 6.
Januar 1978 bot dem Präsidenten einmal mehr Gelegenheit, seine persönliche
Bindung an die NATO zu unterstreichen und herauszustellen, daß die amerika-

- 8 -

�amerikanische Regierung auf eine Stärkung des NATO-Bündnisses als dem Kernstück der amerikanischen Außenpolitik bedacht ist.

Auf dieser Tagung sprach

der Präsident von der Erhöhung der Haushaltausgaben und der Stärkung der NATOStreitkräfte in Europa.

Er sagte mir persönlich hinterher noch, daß diese

Tagung für ihn sehr wertvoll gewesen sei und daß ihm die dort gebotene Gelegenheit der freien Aussprache und des freien Meinungsaustauschs mit Amerikas
engsten Verbündeten sehr zustatten gekommen sei.

+ + + + +

- 9 -

�22. März 1978

8

NAHRUNGSMANGEL UND FEHLERNÄHRUNG
Dritte Welt braucht bessere Verteilung

- (AD) - "In Indien sterben jährlich 500 000 Menschen an Unterernährung",
besagt eine Verlautbarung des Nationalen Ernährungsinstituts in New Delhi von
Anfang März 1978. Trotz einer stark angestiegenen Nahrungsmittel Produktion
sei der Hunger für große Teile der Bevölkerung nicht geringer geworden. Die
Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren ist mit 36,1 Prozent sogar
fast ein Prozent höher als 1951. Betroffen sei vor allem die Landbevölkerung,
wo jedes dritte Kind an Vitaminmangel und anderen Mangelkrankheiten leide.
Dies ist nur ein Beispiel von vielen. In ihrer neuesten Untersuchung
zur Welternährungslage stellt die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) Mangelernährung bei einem Drittel der Bevölkerung in 92 Ländern
fest. Die Anzahl der Menschen in der Welt, die durch unzureichende Versorgung
und einseitige Kost unterernährt sind, sei von 400 Millionen im Jahr 1971 auf
455 Millionen gestiegen. Und dies angesichts einer Weltgetreideproduktion von
etwa 1,3 Milliarden Tonnen, die laut Prof. Peter Timm (Cornell-Universität,
New York) ausreichen würde, um jeden Bewohner unseres Planeten täglich mit
65 Gramm Eiweiß und dem Normal bedarf an Kalorien zu versorgen.
Demnach bedürfen die Mechanismen der Verteilung dringend der Verbesserung
und Korrektur. Dies gilt nicht nur für die Verteilung zwischen und innerhalb

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�innerhalb von Regionen, sondern auch innerhalb einzelner Entwicklungsländer,
ja selbst zwischen den verschiedenen Schichten ihrer Bevölkerung und oft genug auch in der Familie.

Die wichtigsten Erzeugerländer für Nahrungsmittel

versuchen nach wie vor, akute Not durch Hilfslieferungen zu lindern - wohl
wissend, daß davon keine Dauerlösungen zu erwarten sind.

So haben sich die

USA kürzlich auf der internationalen Weizenkonferenz, die parallel zur UNKonferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf abgehalten wurde, bereit
erklärt, 1978 mindestens 4,47 Millionen Tonnen Getreide zu der auf 10 Millionen Tonnen angehobenen Gesamtmenge beizusteuern, die die Mitgliedstaaten
der Lebensmittelhilfe-Konvention in diesem Jahr für Entwicklungsländer bereitstellen wollen.

Von den Vereinigten Staaten erhalten 23 der ärmsten

Länder im laufenden Haushaltjahr überdies direkte Nahrungsmittelhilfe im Wert
von 155 Millionen Dollar.
"Grüne Revolution" in der Anpassung
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Aufgrund der Ergebnisse ihrer Untersuchungen fordert die FAO für zahlreiche Entwicklungsländer eine wesentliche Erhöhung der Nahrungsangebote innerhalb der nächsten 12 Jahre. Damit müßten allerdings Maßnahmen einhergehen,
die sicherstellen, daß die zusätzlichen Lebensmittel den am meisten bedürftigen
Bevölkerungsteilen zukommen.
•

Der "Grünen Revolution" mit der Einführung kurzstämmiger, besonders ertragreicher Weizen- und Reissorten war es in hohem Maße zu verdanken, daß seit
Mitte der sechziger Jahre manche Entwicklungsländer ihre Eigenerzeugung an
Nahrungsmitteln drastisch zu steigern vermochten. So konnte Mexiko die Weizenproduktion seit 1950 vervierfachen. Indien und Pakistan verdoppelten sie im
Zeitraum von nur vier Jahren (von 1968 auf 1972). Mexiko, früher auf Importe
angewiesen, wurde in weniger als 15 Jahren zum Getreide-Selbstversorger und
exportiert jetzt sogar in bescheidenem Umfang. In Indien und Pakistan, wo
früher pro Hektar Land jährlich nur etwa 1 Tonne Weizen und 1,5 Tonnen Reis
zu erwarten waren, stieg in einzelnen Gebieten der Ertrag auf 5 Tonnen Weizen
und 7 Tonnen Reis an. Beachtliche Verbesserungen der Weizenernten wurden außer-

�außerdem in China, im Iran, in der Türkei, in Jordanien, Syrien, Ägypten,
Libyen, Tunesien und in Dutzenden anderer Länder erzielt.

Neue Reissorten

brachten den Philippinen, Thailand, Bangladesch und einigen weiteren asiatischen Ländern wesentlich höhere Ernteerträge ein.
Die Zuwachsraten gingen jedoch in letzter Zeit zurück, der Hunger scheint
wieder im Vormarsch zu sein. Dafür gibt es vielerlei Gründe: Die neuen Weizen- und Reissorten, die bei intensiver Düngung auch häufigere Ernten möglich
machen, sind den früheren Kulturen im Ertrag, nicht aber im Nährwert überlegen. Die Gefahr einseitiger Ernährung besteht also weiter. Während die Anbauflächen in Asien und im Nahen Osten nach Feststellungen von Fachleuten des
US-Landwirtschaftsministeriums 1973 und 1974 noch um jeweils 18 Prozent ausgeweitet wurden, lag diese Quote 1975 nur bei 8 Prozent - vermutlich eine Folge der nach der Erdölkrise stark angestiegenen Düngemittel preise. Die neuen
Sorten verdrängten andere Kulturen, insbesondere eiweißreiche Bohnen und andere Hülsenfrüchte, die in zahlreichen Entwicklungsländern für eine ausgewogene
Ernährung notwendig sind. Sie verlangten aber auch vielerorts künstliche Bewässerung, den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen und große Mengen kostspieliger Düngemittel, so daß in erster Linie Großbetriebe und wohlhabende
Grundbesitzer von den neuen Methoden profitieren, die Masse der bäuerlichen
Kleinbetriebe jedoch kaum.
überdies ging in einer Reihe von Ländern die massive Ausweitung der Feldkulturen auf Kosten früherer Wald- und Dschungelgebiete. Die Kehrseite der
Medaille: Weite Gebiete von Indien, Bangladesch und Pakistan werden neuerdings von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht, weil es am Fuß des
Himalaya nicht mehr die Wälder gibt, die früher den Wasserüberschuß zum Teil
speicherten. Schwere Regenfälle in den ehemaligen Dschungelgebieten von
Mexiko, Guatemala und Brasilien laugten in kürzester Zeit die dünne Humusschicht aus, der früher durch Busch- und Baumwerk ständig Nährstoffe zugeführt
wurden. Die Sonne tut ein übriges und brennt den Boden aus. Auf den Philippinen hat der massive Gebrauch von Düngemitteln beim Anbau besonders ertragreicher Reissorten zu einem großen Fischsterben in Flüssen und Seen geführt

- 3 -

�geführt - und dies in einer Region, deren Bevölkerung dringend auf Fisch als
Quelle von tierischem Eiweiß angewiesen ist. Alle diese Beispiele zeigen, daß
die Anwendung moderner agrarwissenschaftlicher Erkenntnisse und Techniken nicht
ausreicht, um den Entwicklungsländern den Weg zur Selbsthilfe zu erleichtern.
Sie müßte vielmehr von Maßnahmen begleitet sein, die ökologische Gleichgewichte
schützen helfen.
Die meisten Menschen in Entwicklungsgebieten sind gezwungen, ihren Eiweißbedarf direkt aus Mais, Weizen, Reis und anderem Getreide zu decken. Pflanzliches Eiweiß trägt dort etwa 62 Prozent, tierisches Eiweiß - Fleisch, Milch,
Eier - dagegen nur 7 Prozent zur Ernährung bei. Pflanzengenetiker und Agrarwissenschaftl er richten deshalb bei der Sortenzüchtung ihr Augenmerk immer
mehr darauf, daß bei höherem Ertrag auch ein höherer Proteingehalt des Korns,
dazu geringere Anfälligkeit der Pflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten, eine
bessere Klimafestigkeit und gute Trocknungs- und Lagereigenschaften erzielt
werden.

In der Praxis ist es allerdings schwieriger als zunächst angenommen,

diese günstigen Eigenschaften zu kombinieren.
Gleichzeitig wird jetzt in zunehmendem Maße versucht, mit den Neuschöpfungen den jeweiligen Umweltbedingungen aus der Geschmacksrichtung in einzelnen Entwicklungsgebieten bzw. Ländern auch dadurch mehr Rechnung zu tragen,
daß man mit einheimischen Sorten experimentiert, um sie in die neuen Sorten
einzukreuzen. Denn die Neuzüchtungen sollen ja von den Bauern und Verbrauchern
in der Förderregion akzeptiert werden. Dabei spielen Aussehen, Farbe, Konsistenz und Geschmack des Ernteproduktes und der daraus gewonnenen Nahrungsmittel eine nicht unerhebliche Rolle. Der Agrarforschung hat mit Hybridsorten,
an die sich die Einheimischen nicht oder nur schwer gewöhnen, wenig Chancen.
Hinzu kommt, daß ausgedehnte Monokulturen die Wirtschafts- und Sozialstruktur
in Gebieten einschneidend verändern würden, wo von altersher Kleinbauern natürliche Risiken wie Dürre, Hochwasser, Schädlingsbefall oder Pflanzenkrankheiten durch Mehrfruchtanbau zu verringern oder zu umgehen trachteten. Trotz
der überwiegend positiven Ergebnisse der ersten Phase der "Grünen Revolution"
muß auf solche Traditionen künftig wohl mehr Rücksicht genommen werden. Sie
spielen möglicherweise eine Rolle für die Erreichung des langfristigen Ziels,
- 4 -

�Ziels, in Entwicklungsgebieten jene Bedingungen zu schaffen, unter denen die
benötigten Nahrungsmittel im Lande selbst produziert werden können.
Geburtenzuwachsrate geht zurück
Die Tatsache, daß in Asien und Lateinamerika ein beachtlicher, noch vor
kurzem nicht erwarteter Rückgang der Geburtenzuwachsrate (von 1,9 Prozent im
Jahr 1970 auf 1,7 Prozent im Jahr 1977) zu verzeichnen ist, verschafft den mit
Entwicklungsaufgaben befaßten Wissenschaftlern, Landwirtschaftsexperten und
Wirtschaftlern eine Atempause. Sie brauchen sie dringend, um Planung und Organisation für die Zukunft wirksamer zu gestalten. Und sie wäre ihnen wohl
kaum vergönnt gewesen, wenn die vor zehn Jahren aufgestellten Forderungen der
FAO noch gelten müßten: Damals schätzte man, daß bis 1985 die Nahrungsproduktion um 34 Prozent, bis zum Jahr 2000 um 97 Prozent gesteigert werden müsse,
wenn die Wachstumsrate für die Erdbevölkerung weiterhin jährlich 2 Prozent betrage.
Nach den früheren Vorausberechnungen wären im Jahr 2000 etwa 7 Milliarden
Menschen zu ernähren gewesen.

Hält aber der jetzt beobachtete Trend in Entwick-

lungsländern an (Afrika ausgenommen, wo die Geburtenzuwachsrate weiter steigt),
und verzeichnen die Industrieländer auch künftig nahezu Nullwachstum für die
Bevölkerung ihrer Regionen, dürfte zur Jahrtausendwende nur noch mit 5,5 bis
5,8 Milliarden Menschen auf der Erde zu rechnen sein.

Und dies bedeutete eine

gewaltige Entlastung in Sachen Ernährung.
Für weitere Produktionssteigerungen sind selbst den klassischen Exportländern für Agrarprodukte wie USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Argentinien praktische Grenzen gesetzt - auch wenn, wie z.Zt. in den USA, der Zuwachs für bebautes Land vorläufig noch größer ist als der Landverlust durch
Siedlungs-, Straßen- und Industriebau.

Die Barrieren für eine weitere Expansion

sind eher wirtschaftlicher, finanzieller, ökologischer und transporttechnischer
Natur.
Neuzüchtungen

- 5 -

�Neuzü'chtungen aus der Zelle
•
•

Erst

.

Erfolge mit völlig neuartigen Züchtungsmethoden, an denen jetzt

in vielen Laboratorien in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern gearbeitet wird, und die Anwendung der Ergebnisse auf breitester Basis könnten
die Situation grundlegend verbessern.

Aber vorläufig dürften die Forscher

noch mindestens zehn, wahrscheinlich sogar 20 und mehr Jahre mit Projekten
zu tun haben, bei denen es um die Züchtung von "Superpflanzen" geht.

An die

Stelle der Züchtung mit geschlechtlicher Fortpflanzung tritt die Regeneration
einer kompletten Pflanze aus der Zelle, deren Erbgut man gezielt verändert
hat oder zu verändern sucht.
Diese Art der Übertragung von Merkmalen erfordert die Verschmelzung speziell präparierter Einzelzellen von Pflanzen bestimmter Sorten und sogar Arten. Das Verfahren baut auf Experimenten auf, in denen es amerikanischen Forschern schon in den fünfziger und sechziger Jahren gelungen ist, aus Zellkulturen Pflanzen von Tabak, Zuckerrohr und Karotten heranzuzüchten. Jetzt steuern Pflanzenphysiologen das Fernziel an, aus Zellen von Hafer, Weizen, Kartoffeln, Gerste, Roggen, Reis und anderen Kulturpflanzen mit Methoden der
Biochemie und Genchirurgie Veränderungen hervorzubringen und komplette Pflanzen zu regenerieren, die auf ganz bestimmte Umweltbedingungen zugeschnitten
sind. Ist dieses Verfahren erst einmal ausgereift, wären nach Ansicht von
Dr. Donald Senich (Nationale Wissenschaftsstiftung der USA) Pflanzengenetiker
eines Tages sogar in der Lage, wünschenswerte Merkmale einzelner Pflanzenarten,
z.B. die Fähigkeit zur Assimilation von Luftstickstoff in Verbindung mit Wurzelbakterien, höherer Nährwert, höherer Ertrag, mehr Widerstandsfähigkeit
gegen Krankheiten, Schädlinge oder Kälte, in andere Arten einzuzüchten, die
solche Merkmale von Natur aus nicht besitzen.

Auf jeden Fall würde der normalerweise sehr langwierige Prozeß herkömmlicher Kreuzungsversuche, der bis zur Erzielung einer relativ reinen Linie
mindestens fünf bis acht Generationen (= Jahre) braucht, um Jahre verkürzt.
An die Stelle von Zufallsergebnissen träten schon in der zweiten Generation

- 6.

�Generation

Resultate "nach Plan", s,ofern die neue Technik sich bei der be-

treffenden Pflanze als anwendbar erweist.

Dies im Verein mit Methoden, die

darauf abzielen, den Wirkungsgrad der Photosynthese zu erhöhen (sei es durch
Zuführung von zusätzlichen Kohlendioxid in riesigen Gewächshäusern, sei es
durch Züchtung von Hybridpflanzen mit Blattstrukturen, die Sonnenlicht und
atmosphärisches Kohlendioxid weitaus besser nutzen), könnte zu einer Steigerung des Nahrungsangebots in der Welt um viele Millionen Tonnen führen.
Fehlernährung durch zu reiche Kost
Die Ernährungsprobleme sind allerdings nicht nur solche des Mangels in
Entwicklungsländern. Dr. Moises Behar, Leiter der Abteilung Ernährung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht im gleichen Zuge auch das Problem
der Überernährung in den entwickelten Ländern an. In dem Bericht "Die beiden
Gesichter der Fehlernährung", der vom "Worldwatch Institute", einer unabhängigen Forschungsorganisation mit Sitz in Washington, veröffentlicht wurde,
wird die "Überschußdiät" ziemlich eingehend erörtert. Sie ist dort gang und
gäbe, wo die Einkommen weit über dem Existenzminimum liegen und den Menschen
der Zugang zu den Erzeugnissen eines überaus produktiven Agrarsystems offensteht. Die "überschußdiät" besteht aus großen Mengen tierischer Proteine und
Fette in der Form von Fleisch und Molkereiprodukten, dazu aus stark ausgemahlenem Mehl und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, die an die Stelle grober
Kohlehydrate wie Vollkornbrot, aber auch von Obst und Gemüse getreten sind.
Der Bericht bestätigt die Feststellung Dr. Behars, daß ungeachtet ihres hohen Nährwerts die überschußdiät keineswegs gesund ist. Sie wird vielmehr
als Hauptverursacher z.B. von Diabetes, vor allem aber von Herz- und Gefäßkrankheiten betrachtet, die in den Industrieländern die Hälfte der Todesursachen ausmachen.
Die Lösung dieses Problems wäre einfach, wenn sich die Masse der Bevölkerung dazu bequemen könnte, den beschwörenden Appellen vieler Ernährungswissenschaftler zu folgen und ihre Eßgewohnheiten zu ändern.

In den Vereinig-

ten Staaten hatten solche erzieherischen Bemühungen bereits recht auffällige

- 7 -

�auffällige Erfolge. Dr. Jean Mayer, Ernährungswissenschaftler und Präsident
der Tufts-Universität in Massachusetts, berichtete von einem frappierenden
Rückgang der Sterblichkeitsziffer als Folge von Herz- und Gefäßkrankheiten in
den letzten drei Jahren. Er schreibt dies verbesserten Kontrollmethoden für
erhöhten Blutdruck und vor allem einer bewußten Änderung der Zusammensetzung
der Mahlzeiten zu. Weite Teile der amerikanischen Bevölkerung haben offenbar gelernt, Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an tierischen Fetten zu
meiden.

+ + + + +

8 -

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Wi//cn/chaft
und Technik
United States Information Service

22. März 1978

8

BEHANDLUNG VON ENTZUGSSYMPTOMEN MIT SYNTHETISCHEM ENDORPHIN

- (AD) - Synthetisches Beta-Endorphin, die Nachbildung eines Produkts
der menschlichen Hypophyse, eignet sich möglicherweise zur Bekämpfung schwerer Schmerzzustände und zur Behandlung von Entzugssymptomen bei suchtkranken
Patienten. Zu dieser Hoffnung berechtigen die Ergebnisse erster amerikanischer
Versuche am Menschen, die von Wissenschaftlern der Universität Kalifornien
durchgeführt wurden. Wie Dr. Don H. Catlin, Assistenzprofessor für Medizin und
Pharmakologie an der Universitätsklinik in San Francisco, auf dem Kongreß
für Endorphin-Forschung in San Juan (Puerto Rico, Dezember 1977) berichtete,
wurde Beta-Endorphin benutzt, das Dr. C.H. Li (Direktor des Hormonforschungsinstituts der Universität) chemisch synthetisiert hatte und das dem menschlichen Bety-Endorphin entsprach.
Catlin wandte das Präparat intravenös bei drei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zur Bekämpfung der starken Schmerzen und bei zwei Suchtkranken an, die zur Entwöhnung von Heroin auf Methadon umgestellt worden waren
und bei denen sich nach dem Absetzen von Methadon schwere Entzugssymptome bemerkbar machten. Im letztgenannten Fall wurden unter der Endorphin-Behandlung
bemerkenswert gute Ergebnisse erreicht. Zwei der Krebspatienten berichteten
über eine wesentliche Befreiung von ihren Schmerzen, der dritte jedoch nur über
einem leichten schmerzdämpfenden Effekt.
Klinische

Postfach 20 03 00 Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432
D5300 Bonn 2

�Klinische Versuche weisen außerdem darauf hin, daß Beta-Endorphin
vielleicht auch zur Behandlung von Schizophrenie und Depressionen nützlich
sein könnte. Darüber wurde im September 1977 von Dr. Nathan S. Kl ine, Psychiater am Rockland Research Institute in Orangeburg (New York), und von
Dr. Heinz Lehmann, Psychiater an der McGi11-Universität in Montreal (Kanada),
berichtet, die mit Endorphin-Präparaten von Dr. Li gearbeitet hatten.

+ + + + +

4

�Wi//en/choft
und Technik
United States Information Service

22. März 1978

SCHUTZANSTRICH FÜR ALUMINIUMBOOTE

- (AD) - Einen neuartigen Schutzanstrich für Kleinboote, insbesondere
für die außerordentlich schwer zu schützenden Boote aus Aluminium, entwickelte
eine amerikanische Firma in New Jersey. Die Anstrichmasse ALUMAGUARD ist
frei von Kupfer, das mit Aluminium reagieren und schließlich das Material angreifen würde. Der Anstrich schützt sowohl gegen mechanische Beschädigungen
wie z.B. Kratzer als auch gegen Muschel-, Algen- und Moosbesatz. Im Gegensatz
zu anderen Präparaten behält er seine Schutzwirkung, wenn das Boot aus dem
Wasser genommen wird, weil er an der Luft nicht oxidiert. Deshalb ist es auch
nicht notwendig, das Boot vor dem Wiedereinsetzen im Frühjahr neu anzustreichen
oder seine Oberfläche gründlich zu reinigen.
(Hersteller: Pettit Paint Company, Dept. CN, 36 Pine Street, Rockaway,
New Jersey, 07866. Preis 1977: 19,50 Dollar/Liter).

+ + + + +

Postfach 20 03 00 Tel: 02221-89 32 40
D5300 Bonn 2
Telex:08-85432

�Wi//en/chcift
und'
United States Information Service

22. März 1978

8

SCHALLWELLEN-SPEKTROMETER BESCHLEUNIGT ANALYSE

- (AD) - Die Analyse unbekannter Medikamente und Drogen wird mit Hilfe
eines neuartigen Spektrometers wesentlich vereinfacht und beschleunigt. Während andere Verfahren eine langwierige Vorbereitung der Proben, die vielleicht
gelöst oder verdampft werden müssen, notwendig machen, wird im "photoakustischen Spektrometer" die Probe einfach pulverisiert und Licht ausgesetzt. Dabei erhöht sich ihre Temperatur, die Probenmasse dehnt sich aus. Nach dem
Abschalten des Lichts zieht sie sich beim Abkühlen wieder zusammen. Ausdehnung und Kontraktion werden als Schallwellen wahrgenommen, die von Mikrophonen
erfaßt und registriert werden. Aus dem Schallwellen-Bild ist die Zusammensetzung der Probe nach Menge und Art ihrer Bestandteile abzulesen.
(Hersteller:

Princeton Applied Research Corporation, Dpt. CN,

P.O. Box 2565, Princeton, New Jersey, 08540.

Preis Ende 1977: 34 900 Dollar).

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Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Carter: Die USA stehen zu ihren Verteidigungsverpflichtungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede Präsident Carters vor der Wake Forest-Universität -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Carter unterzeichnet Nonproliferationsgesetz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rede Goldbergs auf der Abschlußsitzung der KSZE-Nachfolgekonferenz&lt;br /&gt;- US-Botschafter bezeichnet Konferenz als erfolgreich -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;USA lehnen sowjetischen Antrag auf Verbot der Neutronenwaffe ab&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Botschaft Carters an die UN-Menschenrechtskommission&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Amerikanische Dlimporte 1978 zeigen sinkende Tendenz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- von unserem Korrespondenten &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;John Holway -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die NATO zwischen den Gipfeltreffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Interview mit dem amerikanischen NATO-Botschafter W. Tapley Bennett -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nahrungsmangel und Fehlernährung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Dritte Welt braucht bessere Verteilung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Behandlung von Entzugssymptomen mit synthetischem Endorphin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schutzantrich für Aluminiumboote&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schallwellen-Spektrometer beschleunigt Analyse</text>
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