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                  <text>und
PTOÜ'JIIWIUIV

United States Information Service

24. August 1977

23

INHALT

DOKUMENTATION
Carter: Verbesserte Beziehungen durch Panamakanal-Vertrag
- Erklärung des US-Präsidenten und des Weißen Hauses vom 12. August 1977
Christopher: Gute Aussichten für die Sache der Menschenrechte
- Rede des Stellvertretenden US-Außenministers vor der amerikanischen
Anwaltskammer am 9. August 1977 INFORMATION
Frank M. Johnson soll neuer FBI-Direktor werden
WIRTSCHAFT
Bergsten: Fortschritt im Nord-Süd-Dialog
- Exklusivinterview mit dem Unterstaatssekretär im US-Finanzministerium
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
USA: 40,8 Milliarden Dollar für die Forschung im Jahr 1977
Neues Uran-Werk für Anreicherung nach dem Zentrifugenverfahren
Organ wird in Funktion "gefilmt"
- Neuartige Strahlenkamera ermöglicht dreidimensionale Aufnahmen

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Dokumentation
United States Information Service

24. August 1977

23

CARTER: VERBESSERTE BEZIEHUNGEN DURCH PANAMAKANAL-VERTRAG
- Erklärung des US-Präsidenten und des Weißen Hauses
vom 12. August 1977 -

Washington - (AD) - Die Übereinkunft mit Panama über den Betrieb und
die Verteidigung des Panamakanals wird nach Ansicht Präsident Carters dazu
beitragen, daß ein "neuer Tag in den Beziehungen der westlichen Hemisphäre
anbricht". Er sei sehr froh, so betonte der amerikanische Präsident am
12. August in einer Erklärung, daß der langjährige Verhandlungsprozeß mit
Panama während seiner Amtszeit abgeschlossen werden konnte.
Der neue Vertrag mit Panama - ein Paket von Abkommen - bedarf noch der
endgültigen textlichen Formulierung sowie der Verabschiedung von Durchführungsgesetzen durch beide Häuser des amerikanischen Kongresses. Der
amerikanische Senat muß die Ratifizierung der neuen Verträge mit einer
Zweidrittelmehrheit billigen.
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Dreizehn

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�V

Dreizehn Jahre lang haben wir Verhandlungen über einen neuen Panamakanal-Vertrag geführt, der unsere Sicherheitsinteressen stärken, fair und
gerecht gegenüber uns und dem Volk von Panama sein

sowie eine freie

internationale Benutzung des Kanals in einem Geiste der Zusammenarbeit
und der Freundschaft zwischen allen Ländern in dieser Hemisphäre garantieren
würde.

Trotz Schwierigkeiten und sogar trotz Blutvergießens hat jeder

meiner Amtsvorgänger seit Präsident Johnson entschieden, daß diese Bemühungen fortgesetzt werden müßten, und ich bin sehr froh, daß sie während
meiner Amtszeit abgeschlossen werden.
Die Chefs des Gemeinsamen Stabes sowie meine anderen Hauptberater waren
zu jedem Zeitpunkt über diese Gespräche unterrichtet.

Alle von uns sind

der Überzeugung, daß diese Abkommen gut sind und daß die Verwirklichung der
diese Abkommen umfassenden Verträge wichtig für unsere langfristigen
nationalen Interessen ist.
Im Fahmen des Kanal-Vertrages, der jetzt vorbereitet wird, werden wir
die betriebliche Kontrolle sowie das Recht haben, den Panamakanal mit unseren
Streitkräften bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu schützen und zu verteidigen. Unter einem davon getrennten NeutralitätsVertrags werden wir das Recht
haben, die
Aufrechterhaltung der ständigen Neutralität des Kanals - so wie
das uns notwendig erscheinen mag - zu gewährleisten. Unseren Kriegsschiffen
ist ungeachtet des Antriebs oder der Beladung das ständige Recht auf eine
rasche Passage garantiert. Und die Verträge werden die Grundlage für eine
neue Ära der Zusammenarbeit in unseren Beziehungen mit ganz Lateinamerika
bilden.
Wie durch unsere Verfassung vorgeschrieben, werde ich den Senat um Rat
und Zustimmung hinsichtlich der Ratifizierung dieser Verträge ersuchen.

Ich

weiß, daß jeder Senator nicht nur die Verträge selbst sorgfältig beurteilen
wird, sondern auch die positive Auswirkung, die ihre Billigung in unserem
eigenen Lande sowie für unsere Stellung in der Welt als starke und großmütige

Nation haben wird.
Wir werden
- 2 -

.1

�Wir werden mit Panama zusammenarbeiten, um einen Überblick über die
Notwendigkeit eines Kanals auf Meereshöhe zu gewinnen, und wir werden ebenfalls mit Panama hinsichtlich möglicher Verbesserungen des bestehenden
Kanals zusammenarbeiten.
Ich bin der Überzeugung, daß diese Verträge dazu beitragen werden, daß
ein neuer Tag in den Beziehungen der westlichen Hemisphäre anbricht.
Alle Länder Lateinamerikas sind mit uns in der Überzeugung einig, daß
ein neuer Vertrag, der den Hoffnungen und Bestrebungen der Bevölkerung
Panamas echt entspricht und unsere Interessen voll wahrt, uns die Gelegenheit bieten wird, effektiver auf unsere gemeinsamen Ziele hin zusammenzuarbeiten.
Das Weiße Haus veröffentlichte am gleichen Tag eine Erklärung, die einen
überblick über die wesentlichen Punkte des "grundsätzlichen PanamakanalAbkommens" gibt:
Verteidigung und nationale Sicherheit
Aufgrund der neuen Verträge werden die Vereinigten Staaten in der Lage
sein, die Sicherheit und Verteidigung des Panamakanals zu garantieren:
- Die USA werden das ständige Recht haben, die Neutralität des Kanals
gegenüber jeder Drohung auf unbegrenzte Zeit zu verteidigen;
- amerikanische Kriegsschiffe werden das ständige Recht haben, den Kanal
rasch und ohne Auflagen für unbegrenzte Zeit zu durchfahren;
- für den Rest des Jahrhunderts werden amerikanische Streitkräfte die
Hauptverantwortung für den Schutz und die Verteidigung des Kanals tragen;
- die Regierung
- 3 -

�die Regierung Panamas garantiert den USA das Recht, Truppen in Panama
zu stationieren und alles Gelände sowie alle Gewässer, die für die Verteidigung des Kanals erforderlich sind, zu benutzen.
Der Betrieb des Kanals
Die Vereinigten Staaten werden die Kontrolle über alles Gelände, alle
Gewässer sowie alle Einrichtungen, einschließlich militärischer Stützpunkte,
aufrechterhalten, die notwendig sind, um den Kanal in Betrieb zu halten und
zu verteidigen.

Eine neue Behörde der amerikanischen Regierung wird den

Kanal betrieblich leiten.

Diese Behörde, die an die Stelle der Panama

Canal Company tritt, wird für den Rest des Jahrhunderts die Kontrolle des
Kanalbetriebs durch die Vereinigten Staaten sicherstellen.

Der Kanal wird

der gesamten Schiffahrt auf einer nicht-diskriminierenden Basis offenstehen.
Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Vertrages wird Panama die generelle
territoriale Jurisdiktion über die gegenwärtige Kanalzone übernehmen und
darf Teile des Gebietes benutzen, die nicht für den Betrieb und die Verteidigung des Kanals benötigt werden.

Ende 1999 wird Panama die Kontrolle

über den Betrieb des Kanals übernehmen.
Wirtschaftliche Faktoren
Schwierige finanzielle Verhandlungen haben zu einem fairen und gerechten
Paket geführt, das keine Bewilligung von Seiten des Kongresses beinhaltet.
Panama wird aus den Kanal-Einnahmen exklusiv erhalten:
- einen Anteil an den Gebühren: 30 Cents pro Panamakanal-Tonne;
- 10 Millionen Dollar pro Jahr aus den Kanal einkünften;
- bis zu weiteren 10 Millionen Dollar pro Jahr, allerdings nur, wenn
Verkehr und Einkünfte dies zulassen.
Darüber
- 4 -

�Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten sich verpflichtet, außerhalb des Vertrages alles in ihren Kräften stehende zu tun, um Vorsorge
für ein wirtschaftliches Programm von Anleihen, Anleihegarantien und
Krediten zu treffen:
- bis zu 200 Millionen Dollar an Krediten der Export-Import-Bank;
- bis zu 75 Millionen Dollar an Wohnungsbaugarantien des Amtes für
Internationale Entwicklung (AID);
- eine 20 Millionen Dollar betragende Anleihegarantie der Privaten
Investmentgesellschaft in Obersee (OPIC).
Dieses FünfJahresprogramm wird sich auf die normalen "Buy American"Bestimmungen stützen, woraus die amerikanische Wirtschaft, die in Panama
investiert sowie Waren-und Dienstleistungen dorthin liefert, großen Nutzen
ziehen wird.
Die Rechte der amerikanischen Angestellten
Alle amerikanischen Zivilisten, die gegenwärtig in der Kanalzone beschäftigt sind, können bis zu ihrer Pensionierung in Diensten der amerikanischen Regierung bleiben.

Sie bleiben im Genuß der Rechte und Garantien,

die allen amerikanischen Regierungsangestellten im Ausland gewährt werden.
Ein neuer Kanal auf Meereshöhe
Das Abkommen sieht die Möglichkeit des Baus eines neuen Kanals auf Meereshöhe vor.

Die Vereinigten Staaten und Panama werden gemeinsam seine Durch-

führbarkeit prüfen.

Sollten sie zu der Übereinkunft gelangen, daß ein

solcher Kanal wünschenswert sei, dann werden sie die Bedingungen für seinen
Bau aushandeln.
Verträge

- 5 -

�Verträge
Es wird zwei Verträge geben: Erstens einen Vertrag, der die ständige
Neutralität des Kanals garantiert, und zweitens einen grundsätzlichen
Vertrag, der sich mit dem Betrieb und der Verteidigung des Kanals bis
zum 31. Dezember 1999 befaßt.
+ + +

�23

24. August 1977

CHRISTOPHER: GUTE AUSSICHTEN FÜR DIE SACHE DER MENSCHENRECHTE
- Rede des Stellvertretenden US-Außenministers vor
der amerikanischen Anwaltskammer am 9. August -

Chicago - (AD) - Der Stellvertretende Außenminister der Vereinigten
Staaten, Warren Christopher, hat in einer Rede vor der amerikanischen
Anwaltskammer in Chicago am 9. August 1977 ein positives Bild der Entwicklung hinsichtlich der Menschenrechte gezeichnet. Christopher, der
kurz zuvor aus Belgrad zurückgekehrt war, wo die Vertreter von 35 Nationen
die Vorbereitung für die Nachfolgekonferenz der Konferenz über Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) abgeschlossen haben, sprach von einem
"guten Omen für die Sache der Menschenrechte". Die Welt, so erklärte er
weiter, beginne die Menschenrechtspolitik der Carter-Administration mehr
und mehr zu begreifen, und es gebe viele positive Reaktionen.
Der Stellvertretende Außenminister führte wörtlich aus:
"überall in den Vereinigten Staaten ist ein neues Bewußtsein der
Lebenskraft und des Wertes unserer Grundprinzipien entstanden.

Auch heute

noch, nach 200 Jahren, binden sie uns weiterhin zusammen und definieren
unsere nationale Identität.

Wir haben eine schwere Zeit des Selbstzweifels

und der Selbstkritik durchgemacht, aber heute sind wir uns wieder weniger der

�der Dinge bewußt, die uns trennen, und haben uns wieder stärker den Grundsätzen und Werten verschrieben, die wir gemeinsam haben.
Wir sind der Überzeugung, daß unsere Grundprinzipien und Grundwerte
in der amerikanischen Außenpolitik zum Ausdruck kommen müssen, wenn diese
Politik die Unterstützung unseres Volkes finden und wenn sie wirksam sein
soll.

Als Ausdruck dieser Überzeugung ist die Förderung der Menschenrechte

zu einem fundamentalen Grundsatz der Außenpolitik der Carter-Administration
geworden.
.

Bei unserem Bemühen um die Förderung der Menschenrechte müssen wir
sorgfältig die Prinzipien definieren, die wir anwenden wollen, denn
gleißende Verallgemeinerungen können zu unausführbaren Politiken führen.
Bei der Anwendung unserer Prinzipien müssen wir beständig Realismus bewahren, denn eine starre Verfolgung von Prinzipien, vor allem in der
Außenpolitik, kann uns in die Irre führen.
Wir glauben, daß wir bei der Definition dessen, was wir unter Menschenrechten verstehen, unsere Anstrengungen auf die fundamentalsten und
wichtigsten Menschenrechte lenken sollten, die alle in der Allgemeinen
Menschenrechtserklärung, die die Vereinten Nationen im Jahre 1948 billigten,
international anerkannt worden sind. Wir heben daher drei Kategorien der
Menschenrechte heraus:
- Erstens, das Recht der Freiheit vor Verstößen gegen die Unantastbarkeit der Person durch Regierungsgewalt. Zu solchen Verstößen zählen:
Folter, grausame, unmenschliche oder entwürdigende Behandlung oder Bestrafung; willkürliche Verhaftung oder Gefangensetzung; Verweigerung
eines fairen, öffentlichen Gerichtsverfahrens und Verletzung der Unantastbarkeit der Wohnung. Wenn Menschen gewaltsam aus ihren Wohnungen geholt
werden, nach Lust und Laune ihrer Häscher unablässig verhört, mit Elektroden gequält und unter Wasser getaucht werden, bis sie nahezu ertrinken wenn solche Dinge in der Welt, in der wir leben, geschehen - und sie ge- 2 -

�geschehen - dann müssen alle, die die Menschenrechte wahrhaft achten, ihre
Stimme erheben.
- Zweitens, das Recht auf Erfüllung solcher lebenswichtiger Ansprüche
wie Nahrung, Wohnung, Gesundheit und Bildung.

Die Erfüllung dieser Rechte

wird natürlich vom Stand der wirtschaftlichen Entwicklung eines Staates
beeinflußt.

Aber wir müssen daran denken, daß auch dieses Recht durch

Tätigkeit oder Untätigkeit seitens der Regierung verletzt werden kann - so
zum Beispiel wenn eine Regierung große Teile der begrenzten Mittel ihres
Landes abzweigt, um Beamte zu korrumpieren oder eine elitäre Schicht im
Luxus leben zu lassen, während Millionen Hunger und Not leiden.
- Drittens, das Re:ht, sich der bürgerlichen und politischen Freiheiten zu erfreuen - der Gedankenfreiheit, der Freiheit der Religion, der
Versammlung, der Rede, der Freiheit der Presse, der Freizügigkeit sowohl
innerhalb als außerhalb des eigenen Landes und der Freiheit, sich an der
Regierung zu beteiligen. Diese Freiheiten, die wir Amerikaner so voll
genießen und allzu oft für selbstverständlich halten, sind an vielen Orten
der Erde in Gefahr. Daß autoritäre Regime auf einer Verweigerung dieser
Rechte basieren, ist wohlbekannt. Umso bestürzender aber ist es, wenn
Regime in Ländern mit demokratischen Traditionen diese kostbaren Rechte
verletzen, wenn sie beispielsweise Zeitungen verbieten und Journalisten,
die nichts anderes getan haben, als Ideen zum Ausdruck zu bringen, die
nicht mit der offiziellen Politik in Einklang stehen, ins Gefängnis werfen.
Unser Ziel ist es, darauf hinzuwirken, daß all diesen drei Kategorien
von Menschenrechten, die ich beschrieben habe, größere Beachtung geschenkt
wird.

Schließlich sind es diese Rechte, die das Leben lebenswert machen.
Nachdem ich die drei Kategorien von Rechten, die Gegenstand unserer

Politik sind, kurz umrissen habe, ist es nur fair, wenn ich einräume, daß
es manche gibt, die der Meinung sind, es wäre unklug von uns, im Ausland
die Menschenrechtsprinzipien zu fördern, die bei der Geburt unserer Nation
- 3 -

�• •

Nation Pate standen.

Diese Kritiker argumentieren, daß wir nicht erwarten

können, bei nicht-westlichen Gesellschaftssystemen allzuviel Interesse an
den, wie sie manchmal leicht verächtlich genannt werden, westlichen Ideen
des achtzehnten Jahrhunderts zu finden.
Aber die Prinzipien, die wir zu fördern suchen, haben nichts Engstirniges und Verstaubtes an sich.
sucht des Menschengeschlechts.

Sie entsprechen der universalen Sehn-

Sie sind formell von faktisch allen

Regierungen angenommen worden, sowohl in ihrer eigenen Verfassung als auch
in internationalen Verträgen.

Worauf wir dringen, ist, daß diesen Prinzipien

mehr als bloßer Lippendienst geleistet wird.
Jene, die sagen, wir sollten nicht versuchen, der Welt unsere spezielle
Form der Demokratie aufzuzwingen, haben einen Strohmann aufgebaut.

Wir

reden nicht von formalen Dingen, wir reden von der Substanz menschlicher
Freiheit.
Selbst wenn Menschen sehr arm sind, haben sie doch ein tiefes Interesse
daran, die Freiheit zu haben, hinzugehen,wo sie wollen, zu sagen,was sie
wollen, die Religion ihrer eigenen Wahl zu praktizieren und eine Stimme
bei der Bestimmung der Regeln zu haben, unter denen sie leben. Glauben
die Kritiker wirklich, daß jene, die darum kämpfen, die Bande der Massenarmut zu zerreißen, auf die Dauer damit zufrieden wären, ihre Freiheit um
des materiellen Fortschritts willen einzutauschen? Nach meiner Auffassung
haben all jene, die solche Vorstellungen hegen, die tiefsten Hoffnungen und
Wünsche der Menschen nicht erkannt.
Ich sehe keinen zwangsläufigen Widerspruch zwischen wirtschaftlicher
Entwicklung auf der einen und politischen und bürgerlichen Rechten auf der
anderen Seite. Und ich bin überzeugt, daß die Menschen eines Tages Führer
ablehnen werden, die sie unnötigerweise zu einer solchen Wahl zwingen wollen.
Kurzfristig gesehen mögen manche Völker ihren Wunsch nach Freiheit zurückgestellt haben, aber auf lange Sicht wird dieser Wunsch nach meiner Meinung

�Meinung nicht unterdrückt werden können.
Wir machen uns keine Illusionen, daß der Prozeß der Ermutigung einer
größeren Achtung der Menschenrechte in der ganzen Welt zu raschen oder
leichten Ergebnissen führen wird.

Wir sind uns darüber im klaren, daß

es zwingende Gründe gibt, warum wir unseren Idealismus mit Realismus
würzen müssen.
Wir können unsere Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß
unsere Fähigkeit, die Menschenrechtspraktiken in anderen Gesellschaften zu
verändern, begrenzt ist, selbst wenn wir alle die uns zur Verfügung
stehenden Mittel und Wege benutzen.

Wir dürfen nicht so vorgehen, als

hätten wir unbegrenzte Macht.
So wie unsere Macht begrenzt ist, so hat auch unser Wissen seine
Grenzen. Wir müssen eine allzu überzeugte Gewißheit mit ihrer unangenehmen Begleiterscheinung der Selbstgerechtigkeit vermeiden. Wir wissen
um die Vielfalt menschlicher Erfahrungen. Aus den unterschiedlichen Abläufen der Geschichte und der Lebensumstände wird sich notwendigerweise
eine große Mannigfaltigkeit der politischen Systeme und der wirtschaftlichen Verhältnisse auf der Welt ergeben.
Außerdem müssen wir uns darüber klar sein, daß unsere Handlungen
Gegenmaßnahmen hervorrufen können, die sich gegen unsere kurzfristigen
Interessen richten oder die manchmal sogar die Opfer der Repression treffen
können, denen wir zu helfen versuchen. Wir werden uns daher lieber um
positive und kreative Mittel und Wege bemühen, um die Regierungen zu
ermutigen, die Menschenrechte zu achten, als um eine Bestrafung für
schlechtes Verhalten. Wo aber solche positiven Maßnahmen nicht möglich
sind, muß das Risiko der Verhängung von Sanktionen ins Auge gefaßt und
sorgfältig erwogen werden.
Es ist

- 5 -

�Es ist gleichfalls realistisch, sich bewußt zu sein, daß die Botschaft,
die wir anderen senden, hohl klingen muß, wenn unsere Maßnahmen im eigenen
Lande nicht die unbedingte Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten
widerspiegeln.

Wir haben bereits wichtige Schritte getan, um unser

eigenes Verhalten in der Frage der Menschenrechte weiter zu verbessern.
Wir haben alle Einschränkungen in Bezug auf das Recht unserer Bürger, in
fremde Länder zu reisen, aufgehoben.

Mit unserer Unterstützung hat der

Kongreß soeben Erleichterungen hinsichtlich der Visa-Bestimmungen verabschiedet, so daß Ausländer, die unser Land besuchen wollen, nicht wegen
politischer Verbindungen daran gehindert werden - von einigen seltenen
Fällen abgesehen.

Außerdem bemühen wir uns um eine Erweiterung unserer

Politik gegenüber Flüchtlingen und Asyl suchenden; dafür als Beispiel aus
der jüngsten Vergangenheit die Pläne, weitere 15 000 Indochinaflüchtlinge
aufzunehmen.

Die von uns gemachten Anstrengungen, jede Wiederholung von

Mißbräuchen seitens der Abwehr- und Geheimdienstbehörden zu verhindern
und unser veraltetes und unfaires Wohlfahrtssystem zu überholen, sind
weitere wichtige Beiträge zur Sache der Menschenrechte.

Wenn wir es für notwendig erachten, uns selbst mit den Menschenrechtsbedingungen in anderen Ländern zu befassen, so ist es unser erster Schritt,
unsere Ansichten der betreffenden Regierung in vertraulicher Form darzulegen.
Es gibt eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten, wie das geschehen kann.
Wir können daher auch unter einer ziemlich großen Vielfalt von Hinweisen
und Zeichen die Wahl treffen. Es kann beispielsweise dadurch geschehen, daß
ein Vertreter des State Department mit dem Gesandten einer ausländischen Botschaft spricht. Oder der Außenminister kann einen ausländischen Botschafter
zu sich bitten. Oder es kann dadurch geschehen,daß unser Botschafter in einem
fremden Land den Außenminister dieses Landes aufsucht. Oder aber unser
Präsident kann an den Chef einer ausländischen Regierung einen Brief
schreiben und so weiter. Worum es geht, ist, daß die Diplomatie hier über
reiche Möglichkeiten verfügt, die nur durch eine sachgemäße und Zug um Zug
vorgehende Methode voll ausgeschöpft werden kann.
Wir haben

�Wir haben eine Vielzahl diplomatischer Schritte in Bezug auf die
Menschenrechte unternommen, und im großen und ganzen haben wir gute Resultate
erzielt: überall auf der Welt beginnen die Regierungen - auch wenn sie nicht
unserer Meinung sind - unsere Politik besser zu verstehen und die Tiefe
unserer Verpflichtung richtig zu ermessen.
Ein diplomatisches Vorgehen ermöglicht es anderen Regierungen, auf
unsere Besorgnisse in vertraulicher Form zu antworten. Das ist zweckmäßig,
weil es unser Ziel ist, die Menschenrechtsbedingungen zu verbessern, nicht
aber anderen Schwierigkeiten zu bereiten oder unsere Erfolge der Öffentlichkeit kundzutun.
Andere Regierungen müssen sich natürlich bewußt sein, daß - falls es
nicht gelingt, auf vertraulichem Wege unsere Botschaft zu übermitteln eine öffentliche Stellungnahme sich zu Zeiten als notwendig erweisen mag.
Und wir werden niemals dafür um Entschuldigung bitten, daß wir unserem
Eintreten für unsere Prinzipien Ausdruck geben.
Auch unsere bilateralen Wirtschaftshilfeprogramme müssen unsere Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten widerspiegeln.

Was uns anbetrifft,

so fühlen wir uns verpflichtet, der Dritten Welt substantielle Wirtschaftshilfe in wachsendem Maße zukommen zu lassen.
Es gibt verschiedene Wege, wie eine Regierung einem anderen Land
wirtschaftliche Hilfe gewähren kann, und wir sind der Meinung, daß wir bei
jedem dieser Wege Menschenrechtsüberlegungen mit einbeziehen sollten.
Dieser Prozeß wird ganz wesentlich durch die Tatsache kompliziert, daß
der größte Teil unserer bilateralen Wirtschaftshilfe heute dazu dient,
die menschlichen Nöte der ärmsten Gruppen der Bevölkerung zu lindern.

Wenn

solche Hilfe wegen Verletzungen der Menschenrechte eingeschränkt würde,
dann könnten wir damit Menschen bestrafen, die für die Menschenrechtsverletzungen gar nicht verantwortlich sinH 'md diese auch nicht verhindern
•*•. 7

-

�verhindern können.

Auf der anderen Seite sind wir für unser Handeln

verantwortlich und müssen weiterhin versuchen sicherzustellen, daß unsere
Programme der wirtschaftlichen Unterstützung nicht unseren Anstrengungen
im Sinne der Menschenrechte zuwiderlaufen.
Selbstverständlich sind wir bestrebt, unsere Wirtschaftshilfe positiv
zur Förderung der Sache der Menschenrechte einzusetzen.

So haben wir

beispielsweise mitgeholfen, eine internationale Anleihe an Portugal zustandezubringen, um dieses Land bei seinem schwierigen Übergang zu einer
demokratischen Gesellschaft zu unterstützen.
Was unsere Militärhilfe angeht, so werden unsere Unterstützungsprogramme auf militärischem Gebiet im Lichte der Menschenrechtspraktiken der
jeweiligen Empfängerregierung überprüft.

In einigen Fällen könnten wir zu

der Entscheidung gelangen, unsere Sicherheitsunterstützung zu verringern
oder einzustellen.

In anderen Fällen, wo das Verhalten des Empfängers

auf dem Gebiet der Menschenrechte nicht zufriedenstellend ist, könnten wir

uns entschließen, die Hilfe wegen vorrangiger nationaler Sicherheitsinteressen
der USA fortzusetzen - nicht aber ohne unsere Besorgnis zum Ausdruck zu
bringen.
Auch in multilateralen Gremien und Körperschaften haben wir wichtige
Initiativen ergriffen. So benutzen wir beispielsweise Sitz und unsere
Stimme in der Weltbank und anderen internationalen Finanzinstituten, um die
Sache der Menschenrechte zu fördern. Wir tun das, indem wir Kredite an
Regierungen ablehnen, die die Menschenrechte in flagranter Weise verletzen,
oder indem wir eine Überprüfung solcher Kredite fordern - immer natürlich
mit der besonderen Überlegung, ob solche Anleihen eindeutig den Bedürfnissen
der Armen nützen würden.
In den Vereinten Nationen arbeiten wir eng mit anderen Regierungen
zusammen, um den Bemühungen dieser Organisation um die Menschenrechte neue
Kraft und neuen Wert zu geben. Es ist besonders wichtig, daß die Vereinten

�Vereinten Nationen die schwierige aber entscheidend wichtige Aufgabe wahrnehmen, Ihre Untersuchungen von Menschenrechtsverletzungen unparteiisch
und umfassend durchzuführen.
eine Initiative

Wir unterstützen daher mit allem Nachdruck

Kostarikas, die Einsetzung eines Hochkommissars der

Vereinten Nationen für die Menschenrechte zu erreichen.

Und wir haben

die Vollversammlung ersucht, eine Sonderarbeitsgruppe einzusetzen, um dem
Kampf gegen die Folter neuen Auftrieb zu geben.
In der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) haben wir die
erfolgreiche Initiative Venezuelas unterstützt, die Mittel und die Leistungsfähigkeit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission zu erhöhen. Wir sind der Überzeugung, daß diese Kommission bei der Untersuchung von Beschuldigungen der Menschenrechtsverletzung in der westlichen
Hemisphäre und bei der Einführung von Verbesserungen eine entscheidend
wichtige Rolle spielen kann.
In einem weiteren wichtigen internationalen Zusammenhang steht die
Konferenz, die im Herbst dieses Jahres in Belgrad abgehalten wird, wo die
35 Unterzeichnerstaaten der Schlußakte von Helsinki zusammenkommen, um
zu prüfen, was zur Verwirklichung der Menschenrechte und anderer wichtiger
Bestimmungen dieses historischen Dokuments getan - beziehungsweise nicht
getan - worden ist.

Ich bin erst dieser Tage aus Belgrad zurückgekehrt,

wo die Signatarstaaten die Vorbereitungen für die Konferenz im Herbst getroffen haben, und ich kann Ihnen berichten, daß dieses Bemühen ein gutes
Omen für die Sache der Menschenrechte ist.
Das Bevorstehen der Belgrader Konferenz selbst hat zu vielen konstruktiven Maßnahmen beteiligter Regierungen geführt, vor allem was die
Auswanderung und die Familienzusammenführung anbetrifft.

Einer der großen

Erfolge der Vorbereitungskonferenz ist die Tatsache, daß es weitere Konferenzen der Art wie in Belgrad geben wird, um den weiteren Fortschritt zu beflügeln und erneut einen Ansporn zu konstruktivem Handeln zu bieten.

Was

die Konferenz im Herbst selbst anbetrifft, so sind wir entschlossen, sie
- 9 -

�sie in einer ehrlichen, offenen und unpolemischen Atmosphäre abzuhalten,
Wir wollen sicherstellen, daß die Nutznießer letztlich die Sache der
Menschenrechte und die Sache des Friedens zwischen Ost und West sind.
Das sind einige der uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge.

Ich

möchte unterstreichen, daß wir uns in unserer Entscheidung, ob und wie wir
sie im Einzelfall benutzen, nicht von symbolischen Verbesserungen ablenken
lassen werden, die andere Regierungen etwa machen könnten.

Wir werden uns

vielmehr von dem Trend auf lange Sicht leiten lassen.
Ich möchte ferner betonen, daß wir bei der Anwendung dieser Mittel
und Wege immer von dem Wunsch getragen sein werden, unsere Zusammenarbeit
mit anderen Regierungen und Völkern auszudehnen.

Wir sind uns darüber im

klaren, daß wir auf lange Sicht nichts erreichen werden, wenn wir nicht die
Förderung der Menschenrechte zu einer internationalen Bewegung machen.
Funktioniert unsere Politik? Es ist noch zu früh für ein abschließendes
Urteil. In gewisser Weise wird es wahrscheinlich immer noch zu früh sein.
Der Kimpf um die Sicherung der Menschenrechte wird niemals zu Ende sein,
ebenso wenig wie das Streben nach Frieden. Wir können hoffen und beten,
daß der Tag kommen möge, an dem die Welt zivilisierter aussehen wird, an
dem Regierungen in gleicher Weise ihre Bürger mit Anstand und Menschlichkeit
behandeln werden, aber wir werden uns durch die Mängel, die wir noch sehen,
nicht entmutigen lassen. Ja, die Mängel, die wir beobachten, werden uns
nur veranlassen, unsere Bemühungen zu verdoppeln.
Wir sind ermutigt ~ ohne daß wir es uns zugute halten - über die
günstigen Zeichen, die wir an der Menschenrechtsfront überall auf der Welt
beobachten - Anzeichen, die erkennen lassen, daß das Problem der
Menschenrechte in einer wachsenden Zahl von Staaten eine klingende Saite
angeschlagen hat.
- Hinsichtlich

�- Hinsichtlich der Verletzungen der Unantastbarkeit der Person haben
einige Regierungen - wie wir hoffen mit der echten Absicht, der Unterdrückung Einhalt zu gebieten - damit begonnen, eine große Zahl politischer
Gefangener freizulassen und die wahllose Verhaftung angeblicher Umstürzler
einzuschränken.

Und einige Regierungen haben jene bestraft, die für die

Folter verantwortlich waren, und haben die Einstellung solcher Praktiken
befohlen.
- Hinsichtlich der wirtschaftlichen Rechte zeigen viele Regierungen
eine erneute Entschlossenheit, diese Rechte ihrer Bürger zu fördern. Sie
wenden sich von großartigen Zukunftsplänen und nach außen sichtbaren
spektakulären Einzelverbesserungen ab, um ihre Energie wirtschaftlichen
Projekten zuzuwenden, die Breitenwirkung haben. Die Regierungen mehrerer
afrikanischer Länder beginnen aus der Erkenntnis der gewaltigen Unterschiede
zwischen arm und reich heraus mit langfristigen und schwierigen Entwicklungsprogrammen, um einen besseren Lebensstandard für die ganze Bevölkerung
zu erreichen. Ferner wird in einigen lateinamerikanischen Ländern die
Bodenreform erneut als ein Weg benutzt, um den Menschen ein echtes Interesse
am eigenen Land zu geben und ihnen eine Möglichkeit dts wirtschaftlichen
Fortkommens zu bieten. Ich möchte ebenfalls feststellen, daß die neue
demokratische Regierung in Portugal auf den Gebieten der Wohnung und des
Gesundheitsdienstes, der Sozialversicherung und der Sozialfürsorge und
neuer Schulen Fortschritte macht. Die internationalen Finanzinstitute lenken
in immer stärkerem Maße den Großteil ihrer Mittel in die ländliche Entwicklung und in landwirtschaftliche Projekte, die der größten Anzahl von
Menschen helfen.
Hinsichtlich der politischen und bürgerlichen Rechte kann man ein
Wiedererstehen der Demokratie erkennen.

Jüngste Entwicklungen in Indien und

Spanien, aber auch in Portugal, liefern den Beweis dafür, daß für die
Demokratie ein Neubeginn möglich ist.

Bei einigen Militärregimen in

Lateinamerika gibt es erste, hoffnungsvolle Anzeichen für ein "retorno" für eine Rückkehr zu zivilen durch freie Wahlen konstituierten Regierungen.

- 11 -

�Regierungen.

Darüber hinaus haben einige osteuropäische Länder die

Zusammenflihrung getrennter Familien zugelassen und auch sonst ihre
Auswanderungsbestimmungen erleichtert.
Ich halte diese positiven Entwicklungen für einen klaren und überzeugenden Erweis für die Kraft einer Idee.
-

Alles in allem hat die Idee der Menschenrechte ihr Eigenleben und
ihre eigene Dynamik, die die Regierungen fördern oder der sie entgegenwirken, die sie aber niemals auslöschen können.

Für mich zeigt sich das

besonders eindringlich, wenn ich die aus aller Welt eingehenden Telegramme
durchsehe.

Die Menschenrechtsinititative findet ihren Widerhall in offiziel-

len Kreisen, ja mehr noch findet sie Resonanz in den Heimen und den
Herzen der Menschen überall auf der Welt.
Wenn wir die Menschenrechte in die Schlagzeilen gebracht haben, so
nicht unseretwegen, sondern wegen der Kraft der Ideen, für die wir
eintreten. Ich erkenne heute deutlicher als je zuvor, warum man die
Sache der menschlichen Freiheit als das einzige große revolutionäre Anliegen der Welt bezeichnet hat. Oder wie Walter Lippmann einst sagte:
'Die tiefste Frage unserer Zeit ist, ob die zivilisierte Menschheit
eine freie Gesellschaftsform erhalten und entwickeln kann oder ob sie wieder
in die alte Ordnung der Dinge zurückfällt, wo die gesamte Existenz der
Menschen, ihr Gewissen, ihre Wissenschaft, ihre Künste, ihre Leistung und
ihre Unantastbarkeit als Einzelperson dem Staate gehören.'
Lassen Sie mich zum Abschluß noch sagen, daß - wie bei allen neuen
Unternehmungen - unsere Menschenrechtspolitik nicht frei von Mißgriffen
und Fehleinschätzungen sein wird.

Aber mit dem Verständnis und der

Unterstützung unserer Bürger - und auch unserer führenden privaten
Organisationen wie der amerikanischen Anwaltskammer hier - und mit
praktischen und beharrlichen Bemühungen wird nach meiner Oberzeugung diese

�diese Politik mit der Zeit zur historischen Resultaten führen. Die Zeit
ist günstig- Die Herausforderung ist gewaltig. Aber unsere Prinzipien
sind gesund und vital und - sofern sie mit Realismus angewandt werden können und werden sie für uns und für alle anderen Menschen eine reiche
Ernte der Freiheit bringen."
+ + +

- 13 -

�Information
United States Information Service

24. August 1977

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FRANK M. JOHNSON SOLL NEUER FBI-DIREKTOR WERDEN

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 17. August den Richter
an einem US-Bundesgericht, Frank M. Johnson, Jr., zum neuen Direktor des Bundeskriminalamtes (FBI) ernannt. Er soll Nachfolger von Clarence Kelly werden,
der am 1. Januar 1978 in den Ruhestand tritt. Die Nominierung muß noch vom
amerikanischen Senat bestätigt werden.
Wie es heißt, hatte Präsident Carter von Anfang an daran gedacht,Johnson
für den Posten des FBI-Direktors zu nominieren.

Dieser lehnte das Angebot je-

doch vor sieben Monaten ab, weil seine Mutter damals schwer erkrankt war. Ihr
Gesundheitszustand hat sich inzwischen wesentlich gebessert.
Johnson, ein Republikaner, gilt als unnachgiebiger Verfolger des Verbrechertums und als starker Verfechter der Bürgerrechte. Präsident Carter
nannte ihn in einer Erklärung einen "harten, fairen Protektor von Recht und
Gesetz, der dem FBI, der Regierung und dem Lande zur Ehre gereichen" werde.
Frank Minis Johnson, Jr. wurde am 30. Oktober 1918 in einem kleinen Ort
im Staate Alabama geboren. Er war das älteste Kind einer neunköpfigen Familie.
Sein Vater gehörte lange Zeit dem Kreistag seines Distrikts an und war jahrelang der einzige Republikaner im Staatsparlament von Alabama. Johnson wird

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�wird nachgesagt, daß er - was seine unabhängige geistige Haltung angeht eine Menge von seinem Vater geerbt habe.
Während des Krieges, im Jahre 1943, absolvierte Johnson die Universität
von Alabama, an der er Rechtswissenschaft studiert hatte, und wurde als Anwalt
zugelassen, bevor er zur US-Armee eingezogen wurde.

Er nahm als Hauptmann an

der Landung in der Normandie teil und wurde mit hohen militärischen Ehren ausgezeichnet.

Nach Beendigung des Krieges kehrte er in seinen Heimatstaat

Alabama zurück und wurde in der Politik der Republikanischen Partei tätig, wobei er 1952 den Präsidentschaftswahl kämpf General Eisenhowers aktiv unterstützte.

Im Jahre 1953 wurde Johnson zum Bundesanwalt in Birmingham, Alabama,

berufen,und Ende 1955 ernannte ihn Präsident Eisenhower mit 37 Jahren zum damals jüngsten US-Bundesrichter an einem Distriktgericht der Vereinigten Staaten.
Die "New York Times" hat darauf hingewiesen, daß Johnson auf juristischem
Gebiet Zeichen gesetzt hat. Er trug dazu bei, daß in Alabama die Wahlsteuer
abgeschafft wurde, daß die Wahlbezirke neu festgesetzt und die Rechte der
Frauen gefördert wurden und daß es zu einem Verbot der Rassendiskriminierung in
über 100 Schulbezirken seines Heimatstaates kam. Mit seinen Entscheidungen auf
dem Gebiete der Bürgerrechte setzte sich Johnson häufig in Gegensatz zum Staatsparlament von Alabama und zu den Gouverneuren dieses Staates, insbesondere zu
George C. Wallace, der ihm jedoch anläßlich der jetzigen Nominierung volle Integrität und harten Arbeitseinsatz bescheinigte und seine Meinungsverschiedenheiten mit Johnson immer als sachlicher und nie persönlicher Natur bezeichnete.
Ahnlich äußerte sich auch Senator Edward M. Kennedy, der dem für die Bestätigung wichtigen Rechtsausschuß des Senats angehört.

Er nannte Johnson einen

"äußerst integren, kompetenten und mutigen Mann", dessen Wirken durch eine unerschütterliche Hingabe an die Gerechtigkeit unter dem Gesetz und das ständige
Eintreten für die Bürgerrechte aller Amerikaner gekennzeichnet sei.

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�Wift/choft
United States Information Service

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24. August 1977

BER6STEN: FORTSCHRITT IM NORD-SÜD-DIALOG
Exklusivinterview mit dem Unterstaatssekretär im US-Finanzministerium

WASHINGTON - (AD) - Einen "gewaltigen Fortschritt" im Nord-Süd-Dialog
hat es in den letzten zwei Jahren nach Auffassung des Unterstaatssekretärs für
Internationale Angelegenheiten im amerikanischen Finanzministerium, C. Fred
Bergsten, gegeben.

Bergsten führt dies in einem Exklusivinterview mit dem

Wirtschaftskorrespondenten des US-Informationsdienstes (USIS), John J. Harter,
darauf zurück, daß heute Entwicklungsländer und Industriestaaten als gleichberechtigte Partner auftreten.
Das Interview hat folgenden Wortlaut:
FRAGE: Herr Unterstaatssekretär, in welchem Umfang hat sich in den letzten
zwei Jahren ein Fortschritt in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nord
und Süd abgezeichnet?
ANTWORT: Nach meiner Meinung ist in den letzten zwei Jahren ein gewaltiger
Fortschritt zu erkennen. Noch vor etwas über zwei Jahren waren die Nord-Süd-Beziehungen durch eine sehr scharfe Konfrontation gekennzeichnet.

Der Hauptgrund

dafür lag darin, daß die Industriestaaten nicht in der Lage waren, konstruktiv

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�konstruktiv auf die legitimen wirtschaftlichen Ansprüche und Hoffnungen der
armen Länder zu reagieren.
Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich das ganz augenfällig geändert.
Die Vereinigten Staaten sind dabei, den Stand ihrer Auslandshilfe sehr stark
anzuheben.

Wir verhandeln heute an vielen Fronten, um den Rahmen des inter-

nationalen Rohstoffhandeis zu verbessern.

Wir haben das allgemeine System

von Handelspräferenzen eingeführt, das den Zugang der Entwicklungsländer zu
unserem Markt für ihre Fertigerzeugnisse erleichtert.

Und was vielleicht am

wichtigsten ist, wir haben die Entwicklungsländer in einer weitreichenden Serie
von internationalen Verhandlungen in vielen Gremien als Gleichberechtigte aufgenommen in dem Bemühen, Mittel und Wege zu finden, ihre Ansprüche und unsere
Interessen gleichzeitig und konstruktiv zu fördern.
Nach meiner Überzeugung wird diese Ära noch eine ganze Weile andauern
- ja ich glaube sogar, daß dies bereits zu einer Routineangelegenheit wird,
so daß es keine besondere Sache mehr für den Norden und den Süden sein wird,
einen Dialog zu führen. „Mit anderen Worten, der Dialog selbst wird zu einem
integralen Bestandteil unserer internationalen wirtschaftlichen Vereinbarungen.
FRAGE: Versuchen die Industrieländer und vor allem die Vereinigten Staaten
wirklich, den Entwicklungsländern bei der Beschleunigung der Rate ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu helfen?
ANTWORT: Das steht außer jeder Frage. Vor allem die jetzige Administration
glaubt zutiefst, daß die wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten Staaten
sehr, sehr eng mit dem wirtschaftlichen Fortschritt in der Entwicklungswelt verknüpft sind. Fast die Hälfte der amerikanischen Exporte an Fertigwaren geht in
die Entwicklungsländer. Unsere Einfuhren an entscheidend wichtigen Rohstoffen
kommen zum großen Teil aus Entwicklungsländern, und wir sind bei 13 der 15
Schlüsselrohstoffe für die Industrie von Importen abhängig. Unsere Investitionen in Entwicklungsländern belaufen sich auf viele Milliarden Dollar, und
die Erträge dieser Investitionen sind eine wichtige Quelle der Stärke für die
- 2 -

�die amerikanische Zahlungsbilanz und den Wert des Dollar.

Wir haben ein grund-

legendes Interesse am wirtschaftlichen Fortschritt und der wirtschaftlichen
Stabilität in den Entwicklungsländern.

All das läßt nach meiner Auffassung eine

2:unehmende Interdependenz erkennen.
Nach meiner Ansicht ist die Entwicklungswelt der dynamischste Teil der
Weltwirtschaft. Die Wachstumsraten in den Entwicklungsländern - als Gruppe genommen - waren in den letzten zehn bis 15 Jahren sehr eindrucksvoll, obwohl die
Ölkrise und die Weltrezession diese Raten in den letzten drei bis vier Jahren
verlangsamt haben - wie das auch für das wirtschaftliche Wachstum der Industrieländer zutrifft. Wenn wir zehn bis 20 Jahre in die Zukunft vorausschauen, dann
wird die Entwicklungswelt nach meiner Meinung die eindrucksvollsten wirtschaftlichen Wachstumsraten Liberhaupt haben. Und deshalb gehe ich davon aus, daß
unsere wechselseitigen Wirtschaftsbeziehungen mit diesen Ländern stark zunehmen
v/erden.
FRAGE: Können Sie uns sagen, welchen Stellenwert die amtliche Entwicklungshilfe in den Wirtschaftsbeziehungen der Vereinigten Staaten zu den Entwicklungsländern hat?
ANTWORT: Man muß die Entwicklungswelt in mindestens zwei Kategorien einteilen. Die eine besteht aus den fortgeschrittensten Entwicklungsländern Eirasilien, Mexiko, Südkorea, Formosa, dem größten Teil Lateinamerikas, dem
Nahen Osten und einem Großteil des Fernen Ostens - die bereits ein relativ
hohes Prokopfeinkommen erreicht und die Fähigkeit zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum gezeigt haben. Diese Länder haben ihre Exporte diversifiziert, und diese dringen immer stärker auf den Weltmärkten vor. Sie brauchen
für ihre Fertigerzeugnisse einen besseren Zugang zu den Märkten der Industrieländer. Sie brauchen Zugang zu den privaten Kapitalmärkten der Welt. Und sie
brauchen weiterhin Anleihen der Weltbank und der regionalen Entwicklungsbanken
2:u Marktbedingungen. Aber sie brauchen keine Vorzugsauslandshilfe mehr.
Die zweite Gruppe - etwa 40 der ärmsten Entwicklungsländer, die, wie man
- 3 -

�man sagen könnte, Die "Südwelt" darstellen - brauchen große Mengen an Vorzugshilfe über bilaterale und multilaterale Kanäle.
befinden sich im Subsahara-Afrika und in Südasien.

Die meisten dieser Länder
Einige von ihnen haben

eine sehr große Bevölkerung, und alle haben sie ein niedriges Prokopfeinkommen.

Ihr wirtschaftliches Wachstum pro Kopf der Bevölkerung hat in den letzten

Jahren stagniert.

Sie sind nicht in der Lage, private Kapitalmärkte anzuzapfen

oder ihre Fertigwaren in großem Umfang auf den Märkten der Industriestaaten abzusetzen.

In unseren Beziehungen zu dieser Gruppe wird die Vorzugshilfe ganz

sicher weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Wie Außenminister Vance auf der

Konferenz für Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit (CIEC) angedeutet
hat, planen die Vereinigten Staaten eine wesentliche Erhöhung ihrer Auslandshilfe, um den Ansprüchen dieser Länder in den nächsten Jahren gerecht zu werden.
FRAGE: Bedeutet diese Einteilung der Entwicklungsländer in Kategorien,
daß im Auslandshilfeprogramm grundsätzlich neue Richtungen eingeschlagen werden?
ANTWORT: Ja, bis zu einem gewissen Grad bedeutet es das. Die Vereinigten
Staaten haben diese Richtungen schon in den letzten drei oder vier Jahren eingeschlagen. Das zentrale Ziel besteht darin, die menschlichen Grundansprüche
der ärmsten Völker der Welt zu erfüllen. Das steht im Gegensatz zu dem traditionellen Schwergewicht der Hilfe auf dem Bau von Dämmen, Wasserkraftwerken
und großen Stahlwerken - alles Dinge, die ein Einkommen schaffen können, das
dann langsam mit der Zeit bis zu den ärmsten Menschen durchsickert, die aber
nicht die Fähigkeiten des einzelnen entwickeln, welche für das menschliche
Glück und den langfristigen wirtschaftlichen Fortschritt wesentlich sind.
FRAGE: Was tun die Vereinigten Staaten ganz spezifisch, um die amtliche
Entwicklungshilfe auf die Ansprüche der ärmsten Menschen zu konzentrieren?
ANTWORT: Wir arbeiten sowohl auf bilateralen wie auf multilateralen Gebieten, um dieses Ziel zu erreichen.

Seit der Kongreß im Jahre 1973 damit begann,

der amerikanischen Hilfe die Auflage der sogenannten "neuen Richtungen" zu_
- 4 -

�;:u machen, hat sich der Schwerpunkt der bilateralen Hilfe stark auf die Förderung einer höheren landwirtschaftlichen Erzeugung, eines verbesserten Ernährungsstandes, einer besseren Bildung - nicht so sehr höherer Bildung übrigens,
sondern der breiten Grundausbildung möglichst vieler Menschen - und auf Gesundheitsprogramme, vor allem durch paramedizinische Techniken, verlagert.
Auf multilateralem Gebiet haben wir die Gründung eines internationalen
Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung unterstützt, um vor allem für eine
gesteigerte Nahrungs- und Lebensmittelerzeugung in den Entwicklungsländern zu
sorgen. In ähnlicher Weise haben wir im Hinblick auf längerfristige Probleme
die bestehenden internationalen Finanzinstitute wie die Weltbank und die regionalen Entwicklungsbanken gedrängt, verstärkten Nachdruck auf Projekte zu legen,
die den grundlegenden menschlichen Ansprüchen der ärmeren Menschen in diesen
Ländern entgegenkommen. Rund ein Viertel bis ein Drittel der von den internationalen Finanzinstituten zur Verfügung gestellten Mittel gehen heute in Projekte, die sich mit genau diesem Problemkreis befassen.
FRAGE: Leistet der Gemeinsame Entwicklungsausschuß der Weltbank und des
Internationalen Währungsfonds nützliche Arbeit?
ANTWORT: Ja, der Entwicklungsausschuß hat in seinen Bemühungen zur Förderung der Entwicklung eine sehr große Tagesordnung zu bewältigen. Ich glaube,
daß jetzt zu dieser Tagesordnung noch einige Probleme hinzukommen, die auf der
Kürzlich beendeten Konferenz über Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit
(CIEC) behandelt worden sind.
FRAGE: Glauben Sie, daß sich die Arbeit dieses Ausschusses zur Verbesserung
des Zugangs der Entwicklungsländer zu den Kapitalmärkten als nützlich erweisen
wird?
ANTWORT:

Der Entwicklungsausschuß hat auf diesem Gebiet sehr viel getan

- m i t zwei großen Ergebnissen: Das eine ist ein emotionales Ergebnis.

Er hat

den Krediteinrichtungen der Industrieländer die recht vielseitigen Möglichkeiten
nahegebracht, die für die Vergabe von Anleihen an Entwicklungsländer durch pri- 5 -

�private Kapitalmärkte existieren.

Ich glaube, daß hier die Arbeit des Aus-

schusses tatsächlich zu einer massiven Expansion privater Anleihen an die
armen Länder beigetragen hat.

Das hat zu einem der bemerkenswertesten Phä-

nomene in der Weltwirtschaft in den letzten Jahren geführt.
Zum zweiten ist der Ausschuß auch für die Abschaffung vieler Hindernisse
für Anleihen an Entwicklungsländer verantwortlich.

Für die Vereinigten Staaten

hat es eigentlich keine solchen Hindernisse gegeben, aber die europäischen
Länder und Japan hatten eine Reihe künstlicher Erschwernisse für Anleihen an
Entwicklungsländer beibehalten.

Hier hat die Arbeit des Ausschusses ernst-

hafte Anstrengungen ausgelöst, diese Hindernisse zu beseitigen.
FRAGE:

Welche Vorteile werden sich für die Entwicklungsländer aus dem

Abbau der Handelsschranken im Rahmen der Tokio-Runde ergeben?
ANTWORT: Ich bin der Ansicht, daß die Entwicklungsländer von dem allgemeinen Anreiz für den Welthandel sehr stark profitieren würden, den man als
Folge einer allgemeinen Liberalisierung des Handels erwarten darf. Das Wachstum
des Exports an Fertigwaren dieser Länder in den letzten zehn bis 15 Jahren ist
recht eindrucksvoll gewesen, und mindestens 25 oder 30 dieser Länder haben deutlich die Fähigkeit bewiesen, die Weltmärkte mit diesen Waren zu durchdringen.
Wenn es ihnen gelingt, sich durch den Abbau der Handelsschranken auf nichtdiskriminierender Basis einen verstärkten Zugang zu den Märkten zu verschaffen,
dann rechne ich mit einem Anhalten oder einer Beschleunigung dieses Wachstums.
Es könnte sogar durchaus sein, daß die Entwicklungsländer die Hauptnutznießer
der Tokio-Runde sein werden.
FRAGE: Sind Sie der Ansicht, daß den Entwicklungsländern auf einigen allgemeinen Gebieten dieser Verhandlungen eine "besondere und differenziertere
Behandlung" eingeräumt werden sollte?
ANTWORT: Es gibt verschiedene Gebiete, auf denen eine besondere und differenzierte Behandlung der Exporte von Entwicklungsländern nützlich sein könnte.
- 6 -

�könnte. Aber ich glaube, offen gesagt, daß die Entwicklungsländer alles in
allem weniger Vorteile aus dieser Methode ziehen werden, als sie von einem
höchstmöglichen Maß des allgemeinen Abbaus der Handelsschranken profitieren
werden.
FRAGE: Einige Vertreter der Carter-Administration haben in öffentlichen
Erklärungen die Rolle unterstrichen, die private Auslandsinvestitionen bei
ter Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Entwicklungsländer spielen können. Glauben Sie, daß die Entwicklungsländer heute eine aufgeschlossenere Haltung gegenüber privaten Investitionen einnehmen als früher?
ANTWORT: Unbedingt! Und zwar aus zwei Gründen. Einmal haben sie einen
erhöhten Bedarf für ausländische Mittel wegen der Weltrezession, der höheren
Qlpreise und der allgemeinen Klemme, was ihren Zugang zu Kapital, Technologie
und sonstigen importierten Ressourcen aus dem Ausland angeht.
Zweitens, und das ist vielleicht noch wichtiger, haben sie ein erhöhtes
Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewonnen, mit den Problemen fertig zu
werden, die sich aus der Tätigkeit multilateraler Gesellschaften auf ihrem
Territorium ergeben. Noch vor einigen Jahren herrschte in diesen Ländern das
Bild vor, daß sie von den multinationalen Firmen ausgebeutet würden, die damals in der Lage zu sein schienen, die Bedingungen für Produktion und Verkauf
zu diktieren. Dieses Bild entspricht heute nicht mehr der Wirklichkeit, wenn
es ihr überhaupt je entsprachen hat. Heute liegt es auf der Hand, daß selbst
die ärmsten Entwicklungsländer ohne weiteres mit den mächtigsten multinationalen
Gesellschaften fertig werden können, wenn es darum geht, was diese Firmen tun
dürfen. Alle Entwicklungsländer haben hier viel Erfahrung gewonnen, und sie
wissen heute, wie sie Bedingungen aushandeln können, die der Förderung ihrer
eigenen wirtschaftlichen und sozialen Ziele dienen. Wenn sie Probleme haben,
d.inn stehen ihnen viele ausländische Experten und Berater zur Verfügung, um
i inen bei den Verhandlungen zu helfen.
Ich
- 7 -

�Ich glaube, die Welt hat in der Tat einen fundamentalen Wandel im Verhältnis der Verhandlungsstärke zwischen den Gesellschaften und den Regierungen
der Entwicklungsländer erlebt.

Und, was ebenso wichtig ist, wir haben erlebt,

daß heute eine ganz andere Auffassung über dieses Verhältnis herrscht.

Die

Entwicklungsländer besitzen heute ein bemerkenswertes Maß an Selbstvertrauen,
was ihre Fähigkeit angeht, hereinkommende ausländische Investitionen in den
Griff zu bekommen.
FRAGE: Es hat in letzter Zeit lebhafte Diskussionen über die Notwendigkeit einer Ausweitung der Rohstoffproduktion in den Entwicklungsländern gegeben.

Können Sie dieses Problem näher erläutern und uns sagen, was zu seiner

Lösung getan worden ist?
ANTWORT: Die produktiven Investitionen in Rohstoffe in den Entwicklungsländern sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Etwa 80 Prozent
aller Investitionen in industrielle Rohstoffe werden heute in den Industrieländern getätigt, obwohl in vielen Entwicklungsländern sehr große Rohstoffpotentiale liegen. Was die großen Gesellschaften von größeren Investitionen
in die Entwicklung dieser Rohstoffe abhält, ist die Befürchtung, daß solche
Investitionen enteignet werden könnten, wenn sie erst produktiv werden, oder
vielleicht so stark ausgepreßt, daß die Erträge dieser Investitionen das Risiko nicht mehr lohnen. Daher haben wir nach einem Mechanismus gesucht, der
solche Risiken für den Investor so klein wie möglich hält. Die Kapitalmengen,
die gebraucht werden, sind viel zu hoch, als daß sie von Regierungen aufgebracht
werden könnten.
. .

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln und Wegen, um dieses Problem zu lösen.
Die Ford-Administration hat die Schaffung einer neuen internationalen Einrichtung unter der Bezeichnung "Internationale Rohstoffbank" vorgeschlagen. Die
Carter-Administration hat diesen Weg abgelehnt und sich zugunsten der Benutzung bestehender Institutionen ausgesprochen. Beispielsweise könnte die Weltbank bei der Bereitstellung von Mitteln für solche Investitionen eine wichtige
Rolle spielen, vor allem bei der Unterstützung von Privatinvestitionen in die

�d - e Entwicklung von Rohstoffen.
Und ich glaube, es wäre nützlich, den Investitionsprozeß multilateral
zu gestalten, so daß in manchen Fällen amerikanische, japanische, deutsche,
französische und britische Mittel in internationalen Konsortien zusammengefaßt
werden könnten.

Die Weltbank, die Internationale Finanzierungsgesellschaft

(IFC) und die regionalen Entwicklungsbanken - die per Definition die Weltgemeinschaft vertreten - würden den ganzen Prozeß so stark in multilaterale
Bahnen lenken, daß sie selbst engagiert wären.
Auf jeden Fall könnte ich mir eine ganze Reihe von Bemühungen denken,
die Mittel mehrerer Länder in neue Wege der Investition zu lenken, die sich
von der alten Methode der Billigkeit wesentlich unterscheiden. Und ich glaube,
das wird die unterschwelligen Reibungen und die Instabilität weitgehend beseitigen, die Privatinvestitionen in der Vergangenheit umgeben und die eine
Erhöhung der Rohstofferzeugung verhindert haben. Die Aussichten für eine
verstärkte Nutzung der Rohstoffe und für erhöhte Einnahmen der Entwicklungsländer würden sich verbessern.

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�Uli//cri/ch&lt;ifl
und Technik
United States Information Service

24. August 1977

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USA: 40,8 MILLIARDEN DOLLAR FÜR DIE FORSCHUNG IM JAHR 1977

- (AD) - Wie die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (NSF) mitteilt,
dürften sich in den Vereinigten Staaten im Jahr 1977 die Gesamtaufwendungen
für Forschung und Entwicklung auf 40,8 Milliarden Dollar belaufen. Sie
liegen damit um 9 Prozent über der im Jahr 1976 aufgebrachten Summe
(37,3 Milliarden Dollar), was allerdings angesichts der inflationären
Entwicklung einer "Nettosteigerung" von nur 3 Prozent entspricht.
Forschung und Entwicklung machen z. Zt. 2,2 Prozent des Bruttosozialprodukts (1964: 3 Prozent) aus. Jüngsten Schätzungen zufolge verteilen sich
die Mittel wie folgt:
Grundlagenforschung

5,2 Mia Dollar (2% mehr als 1976 unter
Berücksichtigung der Inflation; 54% an
Colleges und Universitäten)

Angewandte Forschung

9 Mia Dollar (82% in der Industrie)

Entwicklung

26,6 Mia Dollar (56% in der Industrie)
Die von

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Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Die von der Bundesregierung für Forschung und Entwicklung bereitgestellten Mittel stiegen von 19,8 Milliarden Dollar (1976) auf 21,8
Milliarden Dollar (1977) an, wovon in erster Linie Projekte auf den
Sektoren Verteidigung, Raumfahrt und Energie profitieren. Die Zahl
der vollberuflich tätigen Wissenschaftler und Ingenieure in den Vereinigten
Staaten wird für 1976 auf 542 000 geschätzt - das sind zwei Prozent mehr
als 1975, wobei sich der Personal anstieg auf alle Fachbereiche verteilt.
Erfahrungsgemäß sind in den USA ca. ein Drittel aller Wissenschaftler und
Ingenieure in Forschung und Entwicklung tätig.
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und Technik
United States Information Service

24. August 1977

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NEUES URAN-WERK FÜR ANREICHERUNG NACH DEM ZENTRIFUGENVERFAHREN

- (AD) - Präsident Carter genehmigte jetzt Piketon bei Portsmouth
(US-Bundesstaat Ohio) als Standort für das erste große Uran-Anreicherungswerk der Vereinigten Staaten, das nach dem Zentrifugenverfahren arbeitet.
Bei dieser Technik der Anreicherung von spaltbarem Uran-235 werden nur
4 Prozent der Strommenge verbraucht, die bei der bisher üblichen Technik
der Gasdiffusion erforderlich ist.
Das neue Werk soll aus vier Produktionseinheiten bestehen und eine
Anreicherungsleistuni von insgesamt 8,8 Millionen Trenneinheiten (SWU Separative Work Units) pro Jahr haben.

Eine Trenneinheit ist die Meß-

größe für den physikalischen Aufwand zur Trennung des Isotops Uran-235
von Uran-238.

Bei Kernbrennstoffen für Leistungsreaktoren ist eine

Anreicherung des natürlichen Urans, das nur 0,7 Prozent Uran-235 enthält,
auf 2 bis 4 Prozent U-235 erforderlich.
Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf 4,2 bis 4,5 Milliarden
Dollar (im Dollarwert des Haushaltjahres 1978) geschätzt. Etwa 4000
Menschen werden mit dem Bau der Zentrifugenanlage beschäftigt sein. Er
soll Ende 1978 gebinnen. Im Jahr 1986 kann die Uranproduktion nach dem
neuen Verfahren anlaufen; zwei Jahre später könnte die Produktion auf volle

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Tel: 02221-893240 Telex: 08-85432

�volle Touren gebracht werden.
Nach 15jährigen Entwicklungsarbeiten ist das Zentrifugenverfahren
jetzt so weit gediehen, daß es kommerziell angewendet werden kann. Uran
wird dabei in Gasform unter sehr hoher Geschwindigkeit zentrifugiert,
wodurch sich die beiden Isotope U-235 und U-238 infolge ihrer unterschiedlichen Masse voneinander trennen.
Das Gesamtkapazität der Urananreicherung in den Vereinigten Staaten,
die z. Zt. 17 Millionen SWU pro Jahr beträgt, wird durch die neue Anlage
im Verein mit Verbesserungen und Kapazitätsausweitungen bei den drei Gasdiffusionsanlagen auf ca. 36 Millionen SWU pro Jahr erhöht.

�Wi//en/chaft
und'
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24. August 1977

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ORGAN WIRD IN FUNKTION "GEFILMT"
Neuartige Strahlenkamera ermöglicht dreidimensionale Aufnahmen

- (AD) - Eine neuartige Strahlenkamera, die beispielsweise dreidimensionale Aufnahmen vom schlagenden Herzen macht, wird am amerikanischen
"Donner-Institut für Medizin" des Lawrence-Laboratoriums der Universität
Kalifornien in Berkeley entwickelt. Unter Einschaltung modernster
Computertechniken wird das neue Instrument in der Lage sein, verschiedene
Schichten des Herzmuskels und das Blut, von dem er durchströmt wird,
in Aktion "sichtbar" zu machen. Das Verfahren, das für den Patienten mit
nur geringfügigen oder gar keinen Unbequemlichkeiten verbunden ist, vermittelt dem Arzt unmittelbare Informationen über die "Arbeitsbedingungen"
des Herzens. Es soll vor allem bessere Methoden der Frühdiagnose, der
Therapiekontrolle und der vorbeugenden Behandlung entwickeln helfen. Die
beteiligte Forschergruppe am Donner-Institut ist zuversichtlich, daß nach
und nach auch die übrigen lebenswichtigen Organe in derartige Untersuchungen einbezogen werden können.
Bei dem von dem Physiker Stephen E. Derenzo, dem Ingenieur Haim Zakland
und dem Forschungsmediziner Thomas Budinger entwickelten Gerät handelt es
sich um eine Strahlenkamera, die auf Positronen aus dem radioaktiven Zer-

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�Zerfall eines in den Blutstrom injizierten Präparats reagiert.

Es ist

also keine Kamera in dem Sinne, wie sie bei Foto- oder Röntgenaufnahmen
benutzt wird.

Die Erfinder nennen sie "Positronen-Ringkamera".

Sie

zeichnet die Zerfallsimpulse des Radioisotops Rubidium-82 auf, das an
ein speziell herzwirksames Medikament gebunden ist und sich mit dem
Präparat im Herzmuskel konzentriert.

Im Gegensatz zu den "herkömmlichen"

Szintillations- oder Strahlenkameras - die wichtigste von ihnen dürfte die
über die ganze Welt verbreitete Anger-Kamera sein, die vor 20 Jahren von
H.O. Anger am Donner-Laboratorium entwickelt wurde - arbeitet das neue
Gerät nicht mit den Impulsen von Röntgen- oder Gammastrahlen, sondern mit
den beim radioaktiven Zerfall von Rubidium-82 entstehenden Positronen.

Sie

erzeugen Lichtblitze (Szintillationen) in 280 Natriumjodid-Kristallen,
die ringförmig um das besonders konstruierte Bett angeordnet sind, auf dem
der Patient liegt. Das Licht wird in elektrische Impulse umgewandelt, die
wiederum über ein Computersystem zur Betrachtung auf einem Bildschirm
aufbereitet werden.

Die Kamera sammelt jeweils 9000 Meßdaten für einen

transversalen Schnitt, dem Gewebepartien von 30 cm Durchmesser entsprechen,
und stellt diesen räumlich dar.

Durch Zusammenfügen der einzelnen Schnitte

erhält man ein dreidimensionales Bild des gesamten Organs.
Wie Thomas Budinger dazu erklärt, besitzt die Positronen-Ringkamera
das größte Auflösungsvermögen aller derartigen Instrumente. Sie vermag
Informationen über die Dynamik der Biochemie des menschlichen Körpers sogar
in quantitativer Hinsicht zu geben, was bisher einfach nicht zu erreichen
war. Während z. B. Röntgengeräte auf die Darstellung anatomischer Gegebenheiten begrenzt sind, liefert die Ringkamera sogar Informationen zum
Stoffwechsel. Das von Yokio Yano vom Lawrence-Institut eigens entwickelte
Radioisotop Rubidium-82, das sich im Herzen konzentriert, hat eine Halbwertszeit von nur 5 Minuten und erzeugt eine sehr geringe Strahlendosis.
Eine Injektion mit dem Präparat entspricht der Strahlenbelastung, wie sie
bei einer Röntgenaufnahme vom Brustkorb auftritt.
Die

- 2 -

�Die Forscher des Instituts arbeiten inzwischen auch an der Vervollkommnung von Verfahren, mit denen Aminosäuren radioaktiv markiert werden,
um die Stoffwechsel Situation bei normalen Hirnfunktionen und im kranken
Gehirn zu untersuchen.

Außerdem ist die Positronen-Ringkamera ein hilf-

reiches Instrument, um Tumoren in der Bauchhöhle und Erkrankungen der BauchSDeicheldrüse zu untersuchen.
Noch handelt es sich bei dem Gerät um ein reines Forschungsinstrument
des Dcnner-Instituts. Es könnte jedoch, wie es in einer Presseverlautbarung
des Lawrence-Laboratoriums heißt, für andere Institute für ca. 400 000 Dollar
nachgebaut werden. Rubidium-82 könnte in einem tragbaren Generator, einer
Spezialkonstruktion für ca. 2 000 Dollar, dem Benutzer zur Verfügung gestellt
werden. Im Oktober dieses Jahres werden die gesamte Elektronik und die
Detektorkomponenten in das System integriert sein. Nach der gründlichen
Erprobung bis Ende Dezember kann die medizinische Forschung mit der
Positronen-Ringkamera Anfang 1978 voll anlaufen.
Das Projekt wird mit Geldern des amerikanischen Gesundheitsministeriums,
der Energieforschungsbehörde ERDA und der Stiftung für Krebs- und
medizinische Forschung in San Francisco finanziert.
+ + +

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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 24.08.1977</text>
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          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Carter: Verbesserte Beziehungen durch Panamakanal-Vertrag&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des US-Präsidenten und des Weißen Hauses vom 12. August 1977 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christopher: Gute Aussichten für die Sache der Menschenrechte&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des Stellvertretenden US-Außenministers vor der amerikanischen Anwaltskammer am 9. August 1977 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Frank M. Johnson soll neuer FBI-Direktor werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bergsten: Fortschritt im Nord-Süd-Dialog&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Exklusivinterview mit dem Unterstaatssekretär im US-Finanzministerium -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA: 40,8 Milliarden Dollar für die Forschung im Jahr 1977&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neues Uran-Werk für Anreicherung nach dem Zentrifugenverfahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Organ wird in Funktion "gefilmt"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Neuartige Strahlenkamera ermöglicht dreidimensionale Aufnahmen -&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</text>
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