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•

Information
und
Dokumentation

• 111

r

K-

|

United States Information Service

29. Juni 1977

17

INHALT

DOKUMENTATION
USA über OECD-Ministertagung in Paris befriedigt
- Rede des amerikanischen Finanzministers US-Staatssekretär Cooper zieht Bilanz des Pariser Nord-Süd-Dialogs
- Auszüge aus der Erklärung vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß
des US-Kongresses HINTERGRUNDMATERIAL
Energieerzeugung nach dem MHD-Verfahren
- Gemeinsame amerikanisch-sowjetische Experimente - USA stellen
Supermagneten bereit WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"GASOHOL" - Mischbenzin mit Alkohol
DNS-Synthese als Indikator für krebserzeugende Substanzen

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Dokumentation
United States Information Service

17

29. Juni 1977

USA ÜBER OECD-MINISTERTAGUNG IN PARIS BEFRIEDIGT
- Rede des amerikanischen Finanzministers -

PARIS - (AD) - Der amerikanische Außenminister Cyrus R. Vance und
Finanzminister W. Michael Blumenthal zeigten sich befriedigt über die Ergebnisse der Ministertagung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am 23. und 24. Juni in Paris. Vor der Organisation der wichtigsten 24 Industriestaaten hatte Vance auf der Eröffnungssitzung am 23. Juni eine verstärkte Zusammenarbeit der Industrieländer
mit den Entwicklungsländern gefordert. Er erinnerte in diesem Zusammenhang
daran, daß auf der kürzlichen Konferenz für Internationale Wirtschaftliche
Zusammenarbeit (CIEC) Einigung zwischen armen und reichen Ländern erzielt
worden sei, eine Zusammenarbeit statt einer Konfrontation anzustreben. Vance
begrüßte es auf einer Pressekonferenz am 25. Juni in Paris, daß das OECDTreffen die vorher im Nord-Süd-Dialog eingegangenen Verpflichtungen bestätigt
habe.
Auf

Postfach 300,
D5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�«

Auf der gleichen Pressekonferenz würdigte der amerikanischen Finanzminister W. Michael Blumenthal die Ergebnisse der OECD-Konferenz, die von
"beträchtlicher Bedeutung" seien.
Blumenthal hatte in einer Rede am 24. Juni detailliert die amerikanische Auffassungen dargelegt und vor allem einen Abbau der Zahlungsbilanzüberschüsse der wirtschaftlich stärkeren Länder gefordert.
Die Rede des amerikanischen Finanzministers hat folgenden Wortlaut:

Aussichten und Politiken für eine anhaltende Expansion im OECD-Gebiet
Im vorigen Monat sind die Regierungschefs von sieben der hier vertretenen Länder über mehrere grundsätzliche Zielsetzungen übereingekommen:
- Schaffung von mehr Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Verringerung der
Inflation;
- Erreichung festgelegter Wachstumsraten oder Verfolgung einer angemessenen Stabilitätspolitik;
- Unterstützung der Bemühungen des Internationalen Währungsfonds (IWF),
weitere Mittel zu erhalten und

Abhängigkeit der Vergabe von IWF-Krediten

von einer angemessenen Stabilitätspolitik;
- Verfolgung nationaler und gemeinsamer Anstrengungen zur Begrenzung
des Energiebedarfs und zur Verstärkung und Auffächerung der Energieversorgung;
- Ablehnung des Protektionismus und einen neuen Anlauf für die TokioRunde der multilateralen Handelsverhandlungen;
- Gewährung

�- Gewährung größerer Chancen für die Entwicklungsländer, am Wachstum
der Weltwirtschaft teilzuhaben.
Diese Konferenz hier bietet anderen Ländern die Möglichkeit, sich
diesen Verpflichtungen anzuschließen.

Ich möchte jedes dieser Länder drin-

gend bitten, sich anzuschließen.
Die Konferenz bietet die Gelegenheit, Verfahren auszuarbeiten, die unser
Verständnis der Absichten der nationalen Politik eines jeden Landes erhöhen
und uns in die Lage versetzen, unseren Fortschritt zu verfolgen. Ich möchte
vorschlagen, daß wir dies tun.
Und die Konferenz ist eine Gelegenheit, zusammen unsere Aussichten für
ein anhaltendes Wirtschaftswachstum im OECD-Gebiet zu untersuchen.
In praktisch jedem hier vertretenen Land liegt die Arbeitslosigkeit
auf einem völlig unannehmbaren Stand. In den meisten unserer Länder ist
die Inflation zu hoch. Viele unserer Länder erleben Zahlungsbilanzdefizite,
die nicht lange getragen werden können.
Wir stehen vor miteinander zusammenhängenden Problemen in einer von
einander abhängigen - interdependenten - Welt. Wir können unsere Probleme
nicht auf Kosten anderer lösen. Und ebenso wenig kann irgend ein Land erwarten, in einem Meer wirtschaftlicher Schwierigkeiten eine Insel der Prosperität zu sein. Wir müssen unsere Probleme zusammen und kooperativ lösen.
Das überleben unserer politischen Institutionen und unseres offenen Handels- und Finanzsystems hängt von dem Erfolg unserer Anstrengungen ab.
Wir können diese Aufgabe bewältigen.

Es kann uns gelingen, ein an-

haltendes nicht-inflationäres Wachstum zu erreichen:
- wenn jedes Mitgliedsland, das dazu in der Lage ist, im eigenen Land
die makro-wirtschaftliche Politik verfolgt, die die maximale Wachstumsrate
- 3 -

�Wachstumsrate im eigenen Lande ohne ein Wiederaufleben der Inflation auslöst;
- wenn jedes Land, dem es noch nicht gelungen ist, den inflationären
Druck unter Kontrolle zu bringen, eine nachhaltige und wirksame Stabilitätspolitik verfolgt;
- wenn wir über die traditionellen Maßnahmen zur Regelung der Nachfrage
hinausgehen, um die zugrundeliegenden strukturellen Ursachen von Arbeitslosigkeit und Inflation zu bekämpfen;
- wenn Überschuß- wie Defizitländer zulassen, daß die Wechselkurse ihre
angemessene Rolle im Anpassungsprozeß spielen.
Weil einige Länder bei der Bekämpfung der Inflation größere Fortschritte
gemacht haben als anderes und weil einige Länder unter einer größeren Zahlungsbilanzbelastung stehen als andere, werden sich die Politiken von Land
zu Land unterscheiden,
In den finanziell starken Ländern erfordert die Situation die maximale
wirtschaftliche Wachstumsrate9 die mit der Kontrolle und dem Abbau des inflationären Drucks vereinbar ist. In den Vereinigten Staaten sind wir auf
dem Wege, in diesem Jahr - von Jahresende zu Jahresende - ein Wachstum von
rund sechs Prozent zu erreichen» Die Wirtschaftstätigkeit nahm im ersten
Quartal mit einer Jahresrate von 6,9 Prozent zu. Wir rechnen im laufenden
Quartal mit einer ähnlichen Rate, der eine Wachstumsrate von 5 bis 5,5 Prozent im zweiten Halbjahr folgen dürfteo Die Arbeitslosigkeit ist zum erstenmal seit fast drei Jahren unter 7 Prozent gedrückt worden, während die Zahl
der Beschäftigten in sechs Monaten um zwei Millionen zugenommen hat.
Gleichzeitig ist die zugrundeliegende Inflationsrate der Vereinigten
Staaten, trotz zeitweiliger Rückschläge aufgrund schlechter Witterungsbedingungen, konstant geblieben, auch wenn sie viel zu hoch war.
Wir
. 4 .

�Wir sind natürlich besorgt über die Voraussagen des Sekretariats, die
anklingen lassen, daß die gegenwärtige Politik weder Deutschland noch Japan
ein Erreichen ihres erklärten Wachstumszieles ermöglichen wird und daß ein
zu großer Teil der Produktionssteigerung, vor allem in Japan, in den Export
fließt.

Aber wir vertrauen auf die Zusagen von Bundeskanzler Schmidt und

Ministerpräsident Fukuda, daß sie erforderlichenfalls weitere Maßnahmen ergreifen werden, um ihre Wachstumsziele zu erreichen und die derzeitigen Zahlungsbilanzüberschüsse abzubauen.
Ein Abbau der derzeitigen Zahlungsbilanzüberschüsse ist unbedingt erforderlich, weil einige der schwächeren Länder sich den von der Vernunft her
gesetzten Grenzen für eine Schuldenaufnahme nähern - gleichgültig ob es
sich nun um private Kreditgeber oder staatliche Institutionen handelt.
diesen Umständen ist das Vorhandensein

Unter

reichlicher Kreditmittel auf Seiten

der ständigen Überschußländer keine umfassende Lösung.
Stärkeres binnenwirtschaftliches Wachstum und Wechselkurserhöhungen werden in den stärkeren Ländern zur Beseitigung ihrer Überschüsse beitragen.
Jetzt ist es für die Überschußländer an der Zeit, Praktiken zu beseitigen,
die den Export gegenüber der für den inländischen Verbrauch bestimmten Gütererzeugung begünstigen, Importe erschweren oder die Devisenmärkte beeinflussen.
Es ist der richtige Zeitpunkt, daß die starken Länder ihre Währungs- und Kapitalkontrollen beseitigen, die die Wechselkurse herabdrücken könnten, und
daß sie für ein Wiederanbieten von außerhalb des Marktes zugeflossenen Devisen,zum Beispiel angefallene Zinsen auf vorhandene Reserven, am Markt Sorge
tragen.
Zu den Aufgaben für die stärkeren Länder zähle ich auch die Verpflichtung
der Vereinigten Staaten, die zu hohen Erdölimporte abzubauen.

Wenn erst das

Erdöl aus Alaska fließt, wird sich unser Importbedarf sofort verringern. Langfristig müssen wir jedoch ein stärkeres Energieprogramm erreichen, das auf der
Einsparung und dem Ersatz importierter Brennstoffe durch einheimische basiert.
Präsident Carter hat diesem Ziel trotz der Schwierigkeiten, die dadurch be- 5 -

�•&gt;

bedingten wirtschaftlichen und sozialen Änderungen zu verwirklichen,höchste
Priorität gegeben.
Länder mit schwachen Devisenpositionen haben in gleicher Weise die Verpflichtung, ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen, ihre Volkswirtschaften
zu stabilisieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Sie haben einen Anspruch auf die Kooperation der stärkeren Länder, aber sie
können von den anderen nicht erwarten, daß diese ihre Probleme für sie lösen.
Sie sollten nicht zu viel Kredite aufnehmen.

Sie sollten eine ausreichende

Abwertung ihrer Währungen zulassen, um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern.
Und sie sollten den Rückgang ihrer Wechselkurse durch eine Binnenwirtschaftspolitik untermauern, so daß die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit erhalten
bleibt.

Die Vorteile einer Abwertung werden nicht rasch fühlbar werden, aber

wenn die Wechselkurse nicht den unterschiedlichen Inflationsraten entsprechen,
müssen die Zahlungsbilanzungleichgewichte nur noch schlimmer werden.

Es

fällt schwer, sich vorzustellen, wie ein Land seine internationale Position
verbessern kann, wenn die von ihm verfolgte Politik seinen Produzenten beim
Export keine Gewinnspanne gestattet, wie sie für eine ausreichende Exporttätigkeit aber auch für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Importen
nun eben notwendig ist.

Die Produzenten brauchen ausreichende Anreize, wenn

sie Anlageinvestitionen sowohl auf dem Export- wie auch auf dem Binnenmarkt
vornehmen sollen.
Ganz offensichtlich fällt es den Regierungen nicht leicht, die für die
Wiederherstellung der Preisstabilität im Inland und die Kreditwürdigkeit gegenüber dem Ausland erforderliche Binnenwirtschaftspolitik einzuschlagen.
Eine solche Politik verlangt, auf nationaler Ebene den Gürtel enger zu
schnallen. Und jeder Aufschub wird nur noch härtere und schmerzlichere Maßnahmen notwendig werden lassen. Sobald sich erste Schwierigkeiten abzeichnen,
Kapital zu normalen Bedingungen anzuziehen, sollten Stabilisierungsprogramme
entwickelt werden, notfalls auch im Zusammenwirken mit dem Internationalen
Währungsfonds (IWF). Eine solche Zusammenarbeit wird nicht nur staatliche
Finanzquellen erschließen, sondern auch dazu beitragen, Finanzierungen durch
- 6 -

�durch private Stellen zu erhalten.
Natürlich haben zahlreiche Länder diese Wachstums- und Stabilisierungstheorie bereits geraume Zeit befolgt.
zu sehen.

Wir beginnen jetzt die Ergebnisse

Die internationale Zahlungsbilanzstruktur verlagert sich bereits

ganz merklich in der richtigen Richtung.
Die wirtschaftliche Expansion beginnt, vor allem in den Vereinigten
Staaten»Wirkung zu zeigen. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Defizit
in den laufenden Konten von 10 bis 12 Milliarden Dollar gegenüber einem Defizit von 600 Millionen Dollar 1976 und einem Oberschuß von 11,5 Milliarden
Dollar 1975. Wie die Stärke des Dollars beweist, können die Vereinigten
Staaten ein solches Defizit eine Zeitlang tragen, weil wir das zu seiner Finanzierung erforderliche Kapital anziehen.
Ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung verbessert ganz eindeutig
die Erlöse der Entwicklungsländer. Die Exporte der über kein Erdöl verfügenden Entwicklungsländer waren im vierten Quartal 1976 ein Drittel höher
als ein Jahr zuvor. Und wenn sich auch einzelne Entwicklungsländer Schwierigkeiten gegenübersehen, so gibt es doch kein allgemeines "Schuldenproblem der
Entwicklungsländer". In Wirklichkeit sind die Reserven der über kein Erdöl
verfügenden Entwicklungsländer im letzten Jahr um 11 Milliarden Dollar gestiegen.
Die Stabilisierungsprogramme beginnen Erfolge zu zeitigen.

Die Zah-

lungsbilanz Großbritanniens scheint sich langsam in Richtung auf einen Oberschuß zu bewegen, während Italien, Mexiko und Brasilien ihre Defizite stark
abgebaut haben.
Trotz dieser Zeichen eines Fortschritts haben wir noch einen beträchtlichen Weg bis zu angemessenen Zahlungsbilanzen zurückzulegen.
- Wir

�- Wir brauchen bei den laufenden Konten solcher Überschußländer wie
Japan, Deutschland, die Schweiz und Holland eine wesentliche Verlagerung
in Richtung auf ein Defizit.
- Bei einer Reihe kleinerer, an diesem Tisch vertretener Länder muß es
zur Einführung einer Stabilitätspolitik kommen.
- Und die Länder, die bereits Stabilitätsmaßnahmen ergriffen haben,
müssen dabei bleiben, bis die Inflation abgebaut und die Furcht vor ihrem
Wiederaufleben zerstreut ist.
Ich bin mir darüber klar, daß solche Veränderungen nicht über Nacht
erfolgen können.

Sie erfordern Zeit und eine sorgfältig durchdachte und

stufenweise durchgeführte Politik.

Länder mit einer schwachen Devisenpo-

sition werden eine ausreichende staatliche Finanzierung brauchen, die die
Einführung einer geeigneten Stabilitätspolitik voraussetzt.

Ich bin zuver-

sichtlich, daß die derzeitigen Bemühungen um eine Ausweitung der IWF-Mittel
eine ausreichende staatliche Finanzierung sicherstellen werden, um diesem
Erfordernis, abgesehen von dem einmaligen Fall Portugal, in naher Zukunft
Rechnung zu tragen.

Langfristig vertraue ich darauf, daß alle OECD-Mit-

gliedstaaten ebenso bereit sein werden, eine angemessene Erhöhung der IWFQuoten zu unterstützen.
Aber wenn auch die Anpassungen und strukturellen Änderungen in unseren
Volkswirtschaften Zeit brauchen, so wird doch die Gefahr innerer Unruhen,
von Handelsrestriktionen oder Insolvenzen immer größer, je länger der Beginn
eines solchen Prozesses hinausgeschoben wird. Wir haben uns viel zu sehr
damit befaßt, das Finanzsystem aufrechtzuerhalten. Aber die Strafe, wenn
es nicht gelingt, unsere Finanzprobleme zu lösen, wird wahrscheinlich nicht
finanzieller Zusammenbruch sein. Vielmehr dürften die Folgen Handelsrestriktionen und ein allmähliches Zurückgleiten in die Schwächen und Unzulänglichkeiten eines wirtschaftlichen Nationalismus sein.
Einseitige

�Einseitige Handelsrestriktionen müssen als eine nicht akzeptable Antwort auf Zahlungsbilanzdefizite oder Probleme einer binnenwirtschaftlichen
Anpassung abgelehnt werden.

Solche Maßnahmen beschwören ganz eindeutig nur

das Risiko herauf, sowohl im Inland wie im Ausland, die Arbeitslosigkeit zu
fördern und die Inflation zu schüren.
Wenn wir auch die Realität handelsbedingter Schwierigkeiten in verschiedenen Bereichen nicht ignorieren dürfen, die sich nicht über Nacht beilegen lassen, so muß unser Ziel doch weiterhin darin bestehen, eine echte
Anpassung an die strukturellen Veränderungen in unserer eigenen Volkswirtschaft ohne Verlagerung dieser Probleme auf unsere Handelspartner zu erreichen. Wir waren in der Vergangenheit in dieser Hinsicht keineswegs vollkommen, aber im großen und ganzen haben die OECD-Mitgliedsländer dem Druck
des Protektionismus widerstanden.
Die Erneuerung des Handelsgelöbnisses von 1974 gibt uns die Möglichkeit,
gemeinsam unsere Entschlossenheit erneut zu bekräftigen, Handelsrestriktionen
oder restriktive Maßnahmen bei unseren laufenden Konten und eine künstliche
Stimulierung des Exports zu vermeiden.

Die Vereinigten Staaten unterstützen

mit Nachdruck die Erneuerung dieses Gelöbnisses und fordern Sie ebenfalls
dazu auf.
Wir müssen ferner eine Liberalisierung des Handels anstreben, indem wir
den multilateralen Handelsverhandlungen in Genf neuen Auftrieb geben und
uns in diesem Jahr um wesentliche Fortschritte auf den wichtigsten Gebieten
bemühen.
Das bedeutet, daß wir Übereinstimmung darüber erzielen müssen, welches
die entscheidend wichtigen Fragen sind, welche Verfahrensregeln wir für ihre
Behandlung annehmen und innerhalb welcher Zeit jeder dieser Schritte erfolgen muß.
Wir brauchen dringend Übereinstimmung über:
- eine

�- eine Formel für Zoll Senkungen und Verfahrensregeln für Verhandlungen
über einen Abbau der nicht-tarifären Handelsschranken;
- praktisch durchführbare und wirksame Maßnahmen, um den toten Punkt
beim Agrarhandel zu überwinden;
- Maßnahmen, um den Entwicklungsländern zu helfen, daß sie Nutzen aus
dem expandierenden Welthandel ziehen können; und
- neue internationale Regeln für Subventionen und Gegenzölle.
Wir brauchen ein besseres allseitiges Verständnis über das, was fairer
und was unfairer Handel ist, und wie die Regierungen richtig auf unfaire Handelspraktiken reagieren können, um so ein wichtiges Ärgernis auszuräumen.
Wir brauchen, kurz gesagt, nicht Worte, sondern echten Fortschritt bei
der Lösung der schwierigen Probleme bei der Handelsliberalisierung.
Ich möchte ferner die Wichtigkeit eines weiteren Fortschritts in Richtung auf eine Vereinbarung unterstreichen, die die gegenwärtige internationale Auffassung über Exportkredite erweitert und stärkt.
Die Verwirklichung der von mir aufgezeigten binnenwirtschaftlichen
und internationalen Anpassungen wird ein erfahrenes und verantwortungsbewußtes Wirtschaftsmanagement und eine Bereitschaft erfordern, vorauszuplanen.
Wie das Sekretariat betont, müssen unsere Länder der mittelfristigen Planung
mehr Aufmerksamkeit schenken. In den Vereinigten Staaten hat Präsident
Carter als Ziel für die Senkung der Inflationsrate und der Arbeitslosenrate
sowie für den Ausgleich des Bundeshaushalts bei hoher Beschäftigung in der
Wirtschaft das Jahr 1981 gesetzt. Wir erwägen wirtschaftliche und haushaltspolitische Entscheidungen und entwickeln wirtschaftliche Zielsetzungen in
diesem Rahmen.
Die
- 10 -

�Die Wachstumsziele und die Stabilitätspolitik müssen natürlich letztlich der Verantwortung der souveränen Länder vorbehalten bleiben.

Für jedes

Land wird es jedoch eine Hilfe bei der Verwirklichung seiner Wachstumsziele
und seiner Stabilitätspolitik sein, wenn es ein klares Bild von den Plänen
der anderen Länder und deren weltweiten Auswirkungen auf seine eigenen Ziele
hat.
Meines Erachtens wäre es daher nützlich, die Verfahren für eine multilaterale Prüfung und anschließende Beobachtung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten zu stärken.

Wir müssen jedoch realistisch sein.

Die Mitglied-

Staaten als Gesamtheit - aber nicht unbedingt alle Mitgliedstaaten - sollten
1977 möglichst auf eine schnellere Wachstumsrate hinarbeiten.
Ich unterstütze die Anregung, daß jedes Land aufgefordert werden soll,
der Organisation baldigst im Herbst vorläufige Zielsetzungen für das Wachstum
der Binnennachfrage und für die Stabilitätspolitik im Jahre 1978 vorzulegen.
Wir sollten ferner von den Ländern erwarten, daß sie Aufschluß geben über die
erwünschte Richtung der Änderungen bei Preisen und laufenden Konten, auch
wenn spezifische Ziele für diese Indikatoren praktisch nicht möglich sind.
Diese eingereichten Unterlagen würden die Grundlage für Prüfung und Stellungnahme durch den Ausschuß für Wirtschaftspolitik bilden.

Da dieser Vorschlag

direkt in die laufende Arbeit der Organisation übergreift, rechne ich nicht
damit, daß es erst eines Anstoßes auf einer Sondersitzung des Ministerrats
bedarf.
Schließlich möchte ich noch betonen, daß wir uns bei der Verfolgung unserer Wirtschaftspolitik darüber klar sein müssen, daß einige unserer Werkzeuge für das Wirtschaftsmanagement nicht länger mehr so greifen, wie dies
früher der Fall war.

In den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern hat

sich die Wechselwirkung zwischen Wirtschaftstätigkeit und Inflation geändert.
Wir erleben es, daß weder hohe Arbeitslosigkeit noch zu geringe Kapazitätsauslastung automatisch zu einem raschen Rückgang der Inflation führen.
dere Faktoren als eine zu starke Nachfrage
- 11 -

An-

werden immer mehr zu entschei-

�entscheidenden Faktoren für die Inflation.
Daher müssen wir nach neuen Programmen und einer neuen Politik suchen,
die bei unseren Bemühungen um einen Abbau der Arbeitslosigkeit und der Inflation ergänzend zu der Beeinflussung der Nachfrage wirken.

Viele der Maß-

nahmen, die wir treffen müssen, sollten sich auf spezifische, strukturelle
Probleme in unseren Volkswirtschaften konzentrieren - auf die Notwendigkeit,
die Beschäftigungspraktiken zu ändern und neue Fachkräfte zu gewinnen; auf
die Notwendigkeit neuer Maßnahmen, um für die Jugendlichen neue Arbeitsplätze
zu schaffen; auf die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und
solche Bestimmungen zu beseitigen, die überholt sind oder die nicht den
Kosten-Nutzen-Test bestehen.
Ich unterstütze den Vorschlag für eine Konferenz auf hoher Ebene, um
Erfahrungen auszutauschen und politische Richtlinien für Maßnahmen zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit zu entwickeln. Dieses Problem besteht
allgemein in unseren Ländern. Da viele von uns spezifische Programme zu
seiner Bekämpfung aufgenommen haben, können wir Nutzen daraus ziehen, wenn
wir unsere Gedanken und Erfahrungen miteinander austauschen. Ich begrüße
auch die nützliche und zeitgerechte Erörterung der Techniken für eine Bekämpfung der Inflation im Bericht der McCracken-Gruppe. Im Rahmen des umfassenden Antiinflationsprogramms Präsident Carters haben die Vereinigten
Staaten bereits die Bestimmungen der Regierung mit der Absicht überprüft,
dem privaten Sektor auferlegte unnötige Kosten abzubauen und den Bereich des
freien Marktes auszuweiten. Gleichzeitig arbeiten wir mit Gewerkschaften
und Unternehmern bei der Entwicklung freiwilliger kooperativer Maßnahmen zusammen, um eine Lohn-Preis-Spirale zu vermeiden.
Wenn alles Gesagte getan ist, wird der Erfolg unserer Wirtschaftspolitik
im Grunde genommen von unserem Vermögen abhängen, Vertrauen zu erwecken, daß
wir ein stetiges Wachstum bei geringerer Arbeitslosigkeit und bei stabilen
Preisen erreichen und ein starkes und offenes Währungs- und Handelssystem
aufrecht erhalten können.

In einer Kosten-Gewinn-Rechnung sind die Gefahren,
- 12 -

�Gefahren, zu weit und zu rasch vorzugehen, heute größer geworden, weil eine
Inflationsfurcht ausgelöst werden könnte, die Verbraucher und Geschäftsleute
veranlassen könnte, mit ihren Ausgaben zurückzuhalten.

Unsere Politik sollte

vorsichtig, aber bestimmt sein und eine feste Basis für den Wiederaufbau des
Vertrauens bilden, das wir brauchen, um zu höheren Investitionen in Produktionskapazitäten aufrufen zu können.
Vergangenheit sind die Geschäftsleute
verständlich.

Aufgrund ihrer Erfahrungen in der jüngsten
aller Länder auf der Hut - und das ist

Aber Investitionen sind entscheidend wichtig, um Arbeitsplätze

zu schaffen, Versorgungsprobleme zu vermeiden und den Produktivitätszuwachs
zu beschleunigen.
Unsere Worte allein werden dieses Vertrauen nicht gewinnen. Aber wenn
wir Maßnahmen ergreifen, die unsere Entschlossenheit und unser Vermögen beweisen, zu dem heute hier vorgeschlagenen Weg zu stehen, dann werden wir das
Vertrauen gewinnen, das die entscheidend wichtige Flut von Investitionen auslösen wird. Die Arbeitslosigkeit muß herabgedrückt werden. Die Inflation
muß zurückgedrängt werden. Und dann wird sich auch ein dauerhaftes Zahlungsbilanzsystem entwickeln.

+ + + + +

- 13 -

�Dokumentation
United States Information Service

17

29. Juni 1977

US-STAATSSEKRETÄR COOPER ZIEHT BILANZ DES PARISER NORD-SÜD-DIALOGS
• Auszüge aus der Erklärung vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß
des US-Kongresses -

WASHINGTON - (AD) - Der Staatssekretär für
Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Richard N. Cooper, hat am 21.
Juni 1977 vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß des Kongresses der Vereinigten Staaten eine Bilanz der am 3. Juni zu Ende gegangenen Konferenz für Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit (CIEC) gezogen.
Im folgenden geben wir die wesentlichen Teile
der Erklärung Coopers, der in der Schlußphase
der Pariser Konferenz die amerikanische Delegation geleitet hatte, wieder:
Die Konferenz über Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit (CIEC)
ist am 3. Juni mit einem Kommunique der Minister zu Ende gegangen, über das
die 27 Teilnehmer Übereinstimmung erzielt hatten„ Dieses 18 Monate dauernde
Experiment in den Nord-Süd-Beziehungen hat Übereinstimmung über eine beträchtliche Zahl von Fragen auf den Gebieten der Energie, der Rohstoffe, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Finanzierung gezeitigt. Und es hat ebenfalls
ein weit klareres Bild über eine Reihe von Bereichen und Konzeptionen gebracht,

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�gebracht, wo die Entwicklungsländer und die Industriestaaten stark divergierende Auffassungen haben.
Beide Seiten haben in dem Kommunique ihr Bedauern darüber bekundet, daß
es nicht gelungen ist, über bestimmte spezifische Fragen Übereinstimmung
zu erzielen.

Trotzdem haben beide Seiten der CIEC zugebilligt, daß sie nütz-

lich war und zu einem umfassenderen Verständnis der internationalen wirtschaftlichen Situation beigetragen hat.
Die CIEC wurde als eine Phase in dem andauernden, evolutionären Prozeß
des Nord-Süd-Dialogs bezeichnet. Der Ort des Dialogs wird sich nach der
CIEC ändern. Denn die meisten der künftigen Nord-Süd-Gespräche werden dann
in bestehenden repräsentativen internationalen Foren für die jeweiligen spezifischen Fragen stattfinden. Während der nächsten Monate wird sich die Aufmerksamkeit auf die Verhandlungen in der UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) über einen gemeinsamen Fonds zur Stützung
der einzelnen Rohstoffabkommen, auf die Handelsgespräche im Rahmen der Multinationalen Handelsverhandlungen (MTN), auf die Gespräche über Entwicklungshilfefragen im Entwicklungsausschuß des Internationalen Währungsfonds (IWF)
und der Weltbank, auf die Verhandlungen über eine zusätzliche Kreditfazilität
im Internationalen Währungsfonds (IWF) und auf die Verhandlungen über eine
allgemeine Kapital aufStockung bei der Weltbank (IBRD) konzentrieren.

Geschichtlicher Rückblick
Vor der siebten Sondersitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen
war der Nord-Süd-Dialog jahrelang durch Schärfe gekennzeichnet und unproduktiv. Die Entwicklungsländer waren durch die Aushöhlung des Realwertes des
Ressourcentransfers in wachsendem Maße beunruhigt und sahen eine wachsende
Kluft zwischen ihrem Streben nach rascherer wirtschaftlicher Entwicklung und
der Höhe der ihnen für ihre Entwicklungsprogramme zur Verfügung stehenden Mit- 2 -

�Mittel entstehen.

Gleichzeitig fühlten sie sich durch den Erfolg des OPEC-

Kartells bewogen, stärker zusammenzuhalten, einen weit gesteckten Fächer umfassender und miteinander zusammenhängender Forderungen, bekannt als Neue
Internationale Wirtschaftsordnung (NIEO) aufzustellen, die praktisch eine
Umstrukturierung des internationalen Wirtschaftssystems zu ihren Gunsten
verlangt ...
Eine Ministerkonferenz im Dezember 1975 rief die CIEC als ein völlig
neuartiges Experiment in den Nord-Süd-Beziehungen ins Leben: ein einziges,
verhältnismäßig kleines, die verschiedenen Ländergruppen repräsentierendes
Forum von Teilnehmern, das sich mit einem breiten Fächer von Nord-Süd-Fragen
befaßt ...
Die experimentellen Aspekte der CIEC bedingten eine andere Art von
Nord-Süd-Forum. Die begrenzte Teilnehmerzahl und die relative Abgeschlossenheit von der öffentlichen Meinung führten dazu, daß ideologische Polemiken
weitgehend vermieden wurden und eine relativ geschäftsmäßige Atmosphäre vorherrschte. Trotz unserer Bemühungen reichten die strittigen Fragen jedoch
über den Bereich der einzelnen Kommissionen hinaus; durch diese Situation
wurden wir gehindert, uns auf solche Fragen zu konzentrieren, bei denen unseres Erachtens der meiste Fortschritt erzielt werden konnte, und den anderen
Fragen einen zweitrangigen Status zu geben. Wir waren ebenso nicht in der
Lage, die für andere weltweite Nord-Süd-Foren charakteristischen Blocktaktiken
zu vermeiden, wie wir dies ursprünglich gehofft hatten.
Zwar hatten die Industriestaaten geglaubt, daß die Konferenz sich auf
Energie konzentrieren würde, doch gingen sie nicht in diese Konferenz mit
der Erwartung oder dem Ziel, ein Abkommen über öl preise oder ölembargos zu
erreichen.

Die Industriestaaten hofften jedoch, zu erreichen, daß die öl-

produzenten sich ihrer Rolle bei der Schaffung einer stabilen und expandierenden Weltwirtschaft sowie bei der Förderung des Integrationsprozesses ihrer
Volkswirtschaften in die Weltwirtschaft stärker bewußt werden ...
Die
- 3 -

�Die CIEC im Rahmen des Nord-Süd-Dialogs
Nach unserer Auffassung sollte der Nord-Süd-Dialog in der CIEC und in
anderen Foren die Verbesserung und nicht die Umstrukturierung des bestehenden Weltwirtschaftssystems in den Vordergrund stellen und die Entwicklungsländer in die Lage versetzen, voll an diesem System teilzuhaben.

Ein ange-

messener und wirksamer Ressourcentransfer in die Entwicklungsländer durch
direkte Mechanismen wie Auslandshilfe aber auch die Bedeutung, die Handel
und Investitionen zukommt, bilden die wesentlichen Elemente eines verbesserten Wirtschaftssystems.

Wir meinen - und suchen die Entwicklungsländer davon

zu überzeugen -, daß indirekte Mechanismen des Ressourcentransfers, wie allgemeiner Schuldennachlaß und Indexierung der Preise für die Hauptrohstoffe,
unzulänglich und zum großen Teil unwirksam sind und den Interessen der Entwicklungsländer in Wirklichkeit zuwiderlaufen.
Die CIEC hat es uns ermöglicht, den Entwicklungsländern die Bereiche
aufzuzeigen, auf die die Anstrengungen konzentriert werden sollten und auf
denen in dem anhaltenden Dialog Fortschritte gemacht werden können. Die Industriestaaten sprachen sich in ihren Reden für eine Verbesserung des gegenwärtigen interdependenten Wirtschaftssystems durch ernsthafte Anstrengungen
aus, konkrete Ergebnisse auf den Gebieten der Entwicklungshilfe, der Rohstoffragen und des Handels zu erreichen. Darüber hinaus vermochten die Industriestaaten durch eine genaue wirtschaftsanalytische Überprüfung der Forderungen der Entwicklungsländer nach einem automatischen indirekten Ressourcentransfer den Entwicklungsländern zu zeigen, daß eine Reihe dieser Forderungen nicht akzeptiert werden kann, weil sie den Interessen der Entwicklungsländer aber auch den Interessen einer gesunden Weltwirtschaft, an der
sie ein starkes Interesse haben, zuwiderlaufen.
Die CIEC will die Entwicklungsländer nicht veranlassen, ihre Bindungen
oder ihre Ansprüche an die Neue Internationale Wirtschaftsordnung (NIEO)
aufzugeben. Ihre politische Solidarität in den Nord-Süd-Beziehungen begründet sich auf den in der NIEO niedergelegten Konzeptionen. Sie können keinen

�keinen Teil davon ohne Gefährdung dieser Solidarität aufgeben.

Die koope-

rative sachliche Atmosphäre, die auf der CIEC vorherrschte, und der substantielle Fortschritt, der dort erzielt wurde, könnten jedoch dazu führen,
künftige Nord-Süd-Gespräche produktiver werden zu lassen, da die Entwicklungsländer ermutigt werden könnten, ihre extremeren und unrealistischeren
Forderungen zu mäßigen und sich auf mehr versprechende Gebiete zu konzentrieren.

Das CIEC-Schlußdokument
Als Beweis ihrer Verpflichtung zu einem andauernden produktiveren und
rationelleren Nord-Süd-Dialog und als Versuch, sicherzustellen, daß die
CIEC einen positiven Beitrag zu einem solchen Dialog leistet, haben die Industriestaaten der CIEC (Gruppe der 8) zum Schluß ein Paket zusammengeschnürt, das wesentliche Fortschritte bei Elementen bringt, die den Entwicklungsländern (Gruppe der 19) nützen sollen. Zu diesen Elementen gehören:
- Eine Verpflichtung zu vermehrter und wirksamerer Auslandshilfe in
den nächsten Jahren sowie ein "Sonderaktionsprogramm" für eine spezielle
Hilfe an die ärmsten Länder.
- Eine Empfehlung, eine allgemeine Kapital aufStockung der Weltbank zu
unterstützen und daß die Weltbank in diesem Rahmen Krediten zur Erschließung
von Energie und Rohstoffen und zur Diversifikation höhere Prioritäten einräumen soll, jedoch unbeschadet ihrer anderweitigen Prioritäten.
- Eine politische Verpflichtung der CIEC-Teilnehmer zur Errichtung
eines gemeinsamen Fonds, der nach Ansicht der Gruppe der 8 in Zusammenhang
mit den einzelnen Abkommen zur Stabilisierung der Rohstoffpreise stehen
soll.
Darüber

�Darüber hinaus ist bei einer Reihe zweitrangiger Fragen Fortschritt
erzielt worden, so unter anderem über eine positive Haltung zur Entwicklung
einer Infrastruktur in Afrika, zu Fragen der Ernährung und Landwirtschaft,
des technologischen Transfers, der Industrialisierung, des Zugangs der Entwicklungsländer zu den Kapitalmärkten und der Unterstützung einer Zusammenarbeit der Entwicklungsländer.
Dies waren die bedeutsamen Fortschritte in dem Schlußpaket bei den verschiedenen Elementen, die von Interesse für uns sind.

Wir haben Überein-

stimmung über allgemeine Richtlinien für die Energieversorgung erzielt.

Es

gibt Empfehlungen zur Förderung einer vermehrten Zusammenarbeit bei der Erschließung von Energiequellen in den erdölimportierenden Ländern.
erreicht,

Wir haben

daß die Entwicklungsländer die Bedeutung - für die Industriestaaten

wie auch für die Entwicklungsländer - eines besseres Klimas für ausländische
Investitionen erkannt haben.
Enttäuschend an dem Ergebnis ist, daß es nicht gelang, eine Übereinstimmung über fortdauernde Energiekonsultationen zu erreichen. Unseres Erachtens liegen fortdauernde Energiekonsultationen im Interesse aller Länder,
denn die Energiefrage unterscheidet sich von den übrigen bei der CIEC anstehenden Fragen darin, daß es in den bestehenden Gremien keinen eigentlichen
Platz für eine Erörterung gibt.

+ + + + +

�I

1
3

Wi//en/chcifl
und Technik
United States Information Service

17

29. Juni 1977

"GASOHOL" - MISCHBENZIN MIT ALKOHOL

- (AD) - Eine sehr hohe Oktanzahl und eine Steigerung der Kilometerleistung um ca. 5 Prozent wird mit einem Treibstoff erreicht, der zu 90 Prozent aus gewöhnlichem bleifreien Benzin und zu 10 Prozent aus Alkohol besteht. Dieser Alkohol wird aus Getreide gewonnen, das sich für Nahrungsund Futterzwecke nicht eignet, mit dessen Aufbereitung für die Alkoholproduktion jedoch gleichzeitig eine reiche Eiweißquelle für die Ernährung von
Mensch und Tier erschlossen wird. Und dies alles zu wirtschaftlich tragbaren Kosten.
Pionierarbeit auf diesem Gebiet, das vor allem bei den Agrarwirtschaftlern des amerikanischen Mittelwestens großes Interesse findet,-leisteten
Wissenschaftler der Staatsuniversitä't Nebraska (USA). Wie Dr. William
Scheller, Direktor des Departments für chemische Verfahrenstechnik, bekannt
gab, fahren schon seit geraumer Zeit Kraftwagen der Verwaltung des Bundesstaates mit dem neuen Treibstoff. Er erhielt den Namen "Gasohol" (ein Kunstwort, gebildet aus "gasoline", d.h. Benzin, und "alcohol").
Auf Grund der Erfahrungen, die mit bisher 3 Millionen Fahrkilometern
gesammelt wurden, könne man sagen, daß bei der Verwendung des Gasohol-Kraft-

Postfach 300,
D5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Gasohol-Kraftstoffs der Motorverschleiß gering sei, sich nicht mehr Ruß ablagere als bei der Verwendung von reinem Benzin und die Abgasemission nicht
größer sei als bei der Verbrennung von unverbleitem Benzin.
Das Programm begann schon vor sechs Jahren, wird aber erst seit drei
Jahren mit Nachdruck betrieben.

Für die Nebenprodukte sieht Dr. Scheller

innerhalb wie außerhalb der USA gute Absatzmärkte.

So wurden z.B. durch

den Zusatz der anfallenden Eiweißsubstanzen zum Viehfutter bei Rindern in
Nebraska und Kentucky Gewichtszunahmen von fast 13 Prozent über den üblichen
Stand erzielt.

+ + + + +

�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service

17

29, Juni 1977

DNS-SYNTHESE ALS INDIKATOR FÜR KREBSERZEUGENDE SUBSTANZEN

- (AD) - Einen relativ einfachen Test zur Ermittlung krebserzeugender
Substanzen und ihres Gefährlichkeitsgrades hat Dr. Robert P. Painter, Professor der Mikrobiologie und Radiologie an der Universität Kalifornien in
San Francisco, in mehrjähriger Arbeit entwickelt. Als Indikatoren dienen
DNS-Moleküle, die sich selbst reproduzierenden "Schlüsselmoleküle des Lebens" im Zellkern, aus Kulturen menschlicher Zellen.
Eine Verlangsamung bzw. Hemmung der Synthese von DNS (Abkürzung für
Desoxyribonukleinsäure), die normalerweise die Zellteilung begleitet, zeigt
an, daß die Zellen dem Einfluß von Substanzen oder anderen Faktoren ausgesetzt waren, die möglicherweise Krebs hervorrufen. Handelt es sich beispielsweise um ein Agens wie ultraviolettes Licht, das die Struktur des
DNS-Moleküls beschädigt oder verändert, so verlangsamt sich die DNS-Synthese
immer mehr. Entsteht jedoch nur geringfügiger Schaden am Gerüst des Mo!ekülbaus bzw. seiner geordneten Untergruppen, oder wird diese Struktur nur unwesentlich verändert, so nimmt das Tempo der Synthese schon nach kurzer Ze t
wieder zu.
Wie

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Wie Prof. Painter erklärt, ist dem Test die Annahme zugrundegelegt,
daß alles, was den chemischen Aufbau des DNS-Moleküls schädigt oder verändert, als Krebsrisiko betrachtet werden müsse.

Bei der Synthese von DNS-

Molekülen im Gefolge der Zellteilung, die den "Hauptplan" und die Befehlszentrale für den Aufbau und die Funktionen aller Zellen und Zellprodukte
enthalten, werden auch Strukturveränderungen des DNS-Moleküls weitergegeben.
Sind die Veränderungen nur geringfügig und relativ harmlos, so kann der genetische Code weiterhin abgelesen werden und dient als "Vorlage" für die
Reproduktion:

Die neuen Zellen sind dann trotzdem lebensfähig und können

ihre normalen biologischen Funktionen erfüllen.

Es können aber auch neue

Zellen mit abweichendem Verhalten - beispielsweise unkontrollierter Vermehrung und Tumorbildung - entstehen.

Was immer diese gefährliche Verände-

rung ausgelöst hat, gilt als karzinogen.
Der von Prof. Painter entwickelte Test - eine Arbeit, für die die USEnergieforschungs- und Entwicklungsbehörde (ERDA) Gelder zur Verfügung
stellte - wird gegenwärtig unter Verwendung menschlicher Zellkulturen anstatt von Bakterienkulturen mit einer Vielzahl bekannter krebserzeugender
Substanzen erprobt. Er dauert vier Stunden, die Kosten liegen mit 50 bis
100 Dollar pro Untersuchung verhältnismäßig niedrig. Später soll er dazu
benutzt werden, unbekannte Faktoren in Abgasen und Abwässern, aber auch in
der Umgebungsluft oder Nahrungsmitteln und anderen Substanzen ausfindig zu
machen, die möglicherweise karzinogen sind. Der DNS-Gehalt der exponierten
Zellen und die Geschwindigkeit der DNS-Synthese werden dabei als Parameter
dienen. Dieser "Schnelltest" könnte u.a. wichtige Anhaltspunkte dafür geben,
auf welchen Gebieten eingehende weiterführende Untersuchungen erforderlich
s i nd.
Man nimmt heute an, daß Krebs zu 85 Prozent durch Umwelteinflüsse
- chemische Substanzen und andere Faktoren - verursacht wird. Gegenwärtig
werden große Anstrengungen unternommen, den möglichen Ursachen auf die Spur
zu kommen. Erst vor wenigen Monaten schuf das Nationale Krebsforschungsinstitut der USA mit der Berufung eines 30köpfigen Expertenausschusses ein
- 2 -

�ein "Clearinghouse für Umweltkarzinogene".

Seine Mitglieder werden aus

nichtstaatlichen Forschungsinstituten, Kliniken, aus Kreisen der Privatwirtschaft, der Gewerkschaften und Bürgerinitiativen ausgewählt.

Auf Grund ihrer

Sachkenntnis auf den Gebieten der Medizin, des Rechtswesens, der Durchführung und Auswertung von Tierversuchen, der Chemie, Biochemie, Biostatistik,
Toxikologie, Pathologie und Epidemiologie sollen sie das Nationale Krebsforschungsinstitut bei der Durchführung wichtiger Programme beraten und Empfehlungen geben.
Das Komitee wird sich vor allem befassen mit 1) Chemikalien, die an
Tieren zur Ermittlung von Krebsrisiken erprobt werden sollen; 2) geeigneten
Versuchsbedingungen für die Durchführung von Experimenten; 3) der Bedeutung
der Versuchsergebnisse; und 4) welches Risiko Chemikalien, die sich im Tierversuch als karzinogen erwiesen haben, für Menschen aufweisen könnten. Außerdem steht das "Clearinghouse" bei Anfragen aus dem US-Kongreß, des Krebsbeirats im Präsidialamt und anderer Bundesbehörden für Beratungen auf dem Gebiet krebsverursachender Umwelteinflüsse zur Verfügung.

+ + + + +

- 3 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA über OECD-Ministertagung in Paris befriedigt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des amerikanischen Finanzministers -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Staatssekretär Cooper zieht Bilanz des Pariser Nord-Süd-Dialogs&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Erklärung vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Energieerzeugung nach dem MHD-Verfahren&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Gemeinsame amerikanisch-sowjetische Experimente - USA stellen Supermagneten bereit -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;"GASOHOL" - Mischbenzin mit Alkohol&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;DNS-Synthese als Indikator für krebserzeugende Substanzen</text>
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