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und

MUnited States Information Service

12. Mai 1977

12

INHALT

DOKUMENTATION
Rede Präsident Carters vor dem Nordatlantikrat in London
- Wortlaut Erklärung Carters nach dem Londoner Wirtschaftsgipfel
- Wortlaut HINTERGRUNDMATERIAL
Die nukleare Proliferation: Eine Bedrohung des Weltfriedens
von Senator Charles H. Percy

Um Übcr/endung von
Belegexemplaren wird
gebecen

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�I

1
I

3

Dokumentation
United States Information Service

12/1977

REDE PRÄSIDENT CARTERS VOR DEM NORDATLANTIKRAT IN LONDON
- Wortlaut -

London - (AD) - Präsident Carter hat am 10. Mai 1977 auf der Frühjahrssitzung des Nordatlantikrates in London das Atlantische Bündnis als das
"Kernstück" der amerikanischen Außenpolitik bezeichnet und sich für eine
Stärkung der NATO eingesetzt. Der Präsident hat vorgeschlagen, die nächste
Frühjahrstagung im Mai 1978 ebenfalls wieder auf der Ebene der Staats- und
Regierungschefs in Washington abzuhalten, um den Fortschritt seiner Initiativen zu prüfen. Obwohl die Sitzungen des Nordatlantikrates vertraulich
sind und sonst nur eine Inhaltsangabe der dort gehaltenen Reden mitgeteilt
wird, wurde die folgende Ansprache des amerikanischen Präsidenten im vollen
Wortlaut veröffentlicht:
"Herr Präsident, Herr Generalsekretär, Exzellenzen und Mitglieder des Rats!
Wir treffen uns hier an einem wichtigen Zeitpunkt in der Entwicklung der
internationalen Institutionen, auf die sich unsere Länder stützen.
In

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�In der vorigen Woche verpflichteten sich hier in London die Führer von
sieben Staaten und der Kommission der Europäischen Gemeinschaften,gemeinsam
mit anderen diese

Institutionen auf wirtschaftlichem Gebiet zu stärken.

Heute und morgen wird dieser Rat darüber diskutieren, welche Anpassungen
das Bündnis vornehmen muß, um den militärischen und politischen Anforderungen
der achtziger Jahre gewachsen zu sein.
Zusammengenommen sollten diese Konferenzen den Beziehungen zwischen unseren
industriellen Demokratien neue Impulse geben.
Im Zentrum dieser Bemühungen müssen die starken Bindungen zwischen
Europa und Nordamerika stehen.

Bei der Erhaltung und Stärkung dieser

Bindungen wird meine Administration von bestimmten Grundsätzen geleitet
werden.

In einfachen Worten ausgedrückt:

- Wir werden auch weiterhin das Bündnis zum Kernstück unserer Außenpolitik machen.
- Wir werden ein verläßlicher und treuer Verbündeter bleiben.
- Wir werden im Verein mit Ihnen darauf hinwirken, das Bündnis politisch,
wirtschaftlich und militärisch zu stärken.
- Wir werden den Rat unserer Verbündeten einholen und ihn beachten. Und
wir werden unsererseits offen und freundschaftlich unsere Ansichten darlegen.
Dieses Unterfangen ruht auf einem starken Fundament. Der Zustand des
Bündnisses ist gut. Seine Strategie und Doktrin sind solide. Wir gewinnen
zusätzliche Stärke und neuen Stolz aus der Tatsache, daß all unsere fünfzehn Mitgliedsstaaten jetzt Demokratien sind. Unser Bündnis ist ein Pakt
für den Frieden - und ein Pakt für die Freiheit.
Das Bündnis ist aufgrund des soliden Fortschrittes in Richtung auf eine
westeuropäische Vereinigung und der wachsenden Rolle der Europäischen Gemeinschaft in der Weltpolitik sogar noch stärker geworden. Die Vereinigten
- 2 -

�Vereinigten Staaten begrüßen diese Entwicklung und werden eng mit derGemeinschaft zusammenarbeiten.
Politische Aspekte
In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren die politischen
Erfordernisse klar: die Stärke des Westens aufzubauen und die sowjetische
Aggression abzuschrecken. Seither sind die Ost-West-Beziehungen weitaus
komplexer geworden. Sie zu gestalten erfordert Geduld und Geschick.
Die Gestaltung der Ost-West-Beziehungen von unserer Seite muß von einer
Vision des Humanen und dem Sinn für Geschichte zugleich geleitet werden
Unsere humane Vision führt uns zur Suche nach einer breiteren Zusammenarbeit
mit den kommunistischen Staaten zum Wohle der Menschheit. Unser Sinn für
Geschichte aber lehrt uns, daß wir und die Sowjetunion weiterhin miteinander konkurrieren werden. Wenn wir aber diese Doppelbeziehung richtig in
den Griff bekommen, dann können wir hoffen, daß die Zusammenarbeit allmählich
die Konkurrenz verdrängen und zu einer immer stabileren Beziehung zwischen
unseren Ländern und der Sowjetunion fuhren wird.
Die Vereinigten Staaten sprechen zur Zeit mit der Sowjetunion über
Mittel und Wege, um die strategische Rüstung zu kontrollieren. Indem wir
uns mit der Sowjetunion kontinuierlich darum bemühen, die Kernwaffen zu
reduzieren und schließlich ganz zu beseitigen, hoffen wir, die Risiken
und Kosten eines anhaltenden Wettrüstens nicht nur zu verringern,sondern
auch eine breitere Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern zu fördern
Die Sowjetunion hat unsere Vorschläge noch nicht akzeptiert. Aber sie
hat erkennen lassen, daß sie ein Abkommen wünscht. Wir werden beharrlich auf
ein baldiges und wirkliches Ende des Wettrüstens hinarbeiten und zwar durch
ein Einfrieren der Modernisierung der strategischen Waffen und durch eine
wesentliche Verringerung ihrer Zahl. Und während wir dieses Ziel verfolgen,
werden wir Sie auch weiterhin über alles konsultieren - nicht nur um Sie
- 3 -

�.

Sie auf dem laufenden zu halten, sondern auch um Ihre Ansichten zu erfahren.
Ich hoffe, daß unsere Länder mit der Sowjetunion auch zu einem Abkommen über die Begrenzung und den Abbau der konventionellen Streitkräfte
gelangen können.

Die Vereinigten Staaten unterstützen nachdrücklich die

Bemühungen des Bündnisses, zu einem Abkommen über eine beiderseitige und
ausgewogene Verringerung der Streitkräfte in Mitteleuropa zu gelangen.»

Ein

solcher Abkommen sollte auf einer Parität in der Stärke der Streitkräfte
durch Gesamthöchststärken für die Streitkräfte der NATO und die des
Warschauer Pakts beruhen. Die Sowjetunion dagegen ist bemüht, das derzeitige
Ungleichgewicht in den konventionellen Streitkräften zu erhalten und nationale
Höchststärken festzusetzen.
werden können.

Ich hoffe, daß diese Hindernisse überwunden

Die beiderseitige und ausgewogene Reduzierung der Streit-

kräfte muß ein Mittel sein, um Sicherheit für beide Seiten zu erreichen,
nicht aber um einen einseitigen militärischen Vorteil zu erlangen.
Bei unserem Bemühen um eine Rüstungskontrolle mit der Sowjetunion und
dem Warschauer Pakt sollten wir auch versuchen, die osteuropäischen Staaten
zu kooperativen Maßnahmen zu bewegen. Es ist nicht unser Ziel, dieses
Gebiet gegen die Sowjetunion aufzubringen, sondern die Chancen für alle
Nationen zu vergrößern, bei der Bewältigung der Aufgaben der modernen
Gesellschaft zusammenzuarbeiten.
Im nächsten Monat werden die Delegierten aus 35 Ländern in Belgrad
zusammenkommen, um die Konferenz vorzubereiten, auf der die seit der
Schlußakte von Helsinki gemachten Fortschritte erörtert werden sollen.
Die Vereinigten Staaten gehen mit Ihnen einig in dem Wunsch, diese Konferenz zu einer nützlichen und konstruktiven Begegnung werden zu lassen.
Wir treten für eine sorgfältige Überprüfung des Fortschritts aller Länder
bei der Verwirklichung aller Teile der Schlußakte ein. Wir gehen an diese
Konferenz im Geiste der Zusammenarbeit heran - nicht der Konfrontation.
Amerikas
- 4

•

�Amerikas Sorge um die Menschenrechte spiegelt nicht den Wunsch wider,
unsere speziellen politischen oder sozialen Verhältnisse irgendeinem
anderen Land aufzuzwingen.

In ihr kommen vielmehr die zutiefst emfundenen

Werte des amerikanischen Volkes zum Ausdruck.
wir stehen.

Die Welt soll wissen, wo

(Wir hegen nicht die Illusion, daß die von uns zum Ausdruck

gebrachte Besorgnis oder die Maßnahmen, die wir ergreifen, einen raschen
Wandel in der Politik anderer Regierungen bewirken wird.
auch nicht, daß die Meinung der Welt ohne Wirkung bleibt.)

Aber wir glauben
Wir werden

weiterhin unserer Überzeugung Ausdruck verleihen - nicht nur, weil wir
uns selbst treu bleiben müssen, sondern auch weil wir überzeugt sind, daß
der Aufbau einer besseren Welt darauf beruht, daß jede Nation die

•ierte

klar zum Ausdruck bringt, die ihrem Leben als Nation Sinn und Bedeutung
geben»

Bei all diesen Aufgaben und anderen, vor denen unser Bündnis steht,
ist für uns von entscheidender Bedeutung, daß wir zusammenarbenen - vor
allem durch engp Konsultation und Kooperation mit dem Atlantikr^t,

Wir

brauchen keine neuen Institutionen, wenn wir die, die uns solange gut gedient hat, noch besser nutzen.

Hierzu versichere ich, daß die Vereinigten

Staaten dem Rat unsere Auffassungen und Absichten in bezug auf das ganze
Spektrum der das Bündnis betreffenden Fragen mitteilen werden,

Der Rat sollte ferner auch langfristige Probleme prüfen, um diese
Konsultation effektiver zu gestalten.

Eine besondere Überprüfung der Ost-

West-Beziehungen durch das Bündnis, vorgenommen vom Rat unter Hmzuz'ehung
nationaler Experten, könnte diesem Zweck dienen.

Eine solche Überprüfung

könnte, sich mit einer Untersuchung künftiger Trends in der Sowjetunion, in
Osteuropa und in den Ost-West-Beziehungen befassen und die Auswirkungen
dieser Trends auf das Bündnis analysieren.

Die Vereinigten Staaten sind

bereit, einen wesentlichen Beitrag zu dieser Studie zu leisten, deren Ergebnisse auf der NATO-Tagung im Mai 1978 erörtert werden könnten
Die

- 5 -

�Die Erreichung unserer politischen Ziele hängt von einer glaubwürdigen
Verteidigung und Abschreckung ab.

Die Vereinigten Staaten unterstützen

die gegenwärtige Strategie der flexiblen Antwort und der Vorneverteidigung,
Wir werden weiterhin unseren Beitrag zu den mächtigen Streitkräften leisten,
die zur Verwirklichung dieser Strategie notwendig sind.

Wir werden eine

wirksame strategische Abschreckung aufrechterhalten, wir werden vielfältige
und moderne Gefechtsfeld-Nuklearstreitkräfte in Europa belassen, und wir werden unsere dort stationierten konventionellen Streitkräfte aufrechterhalten
und verbessern.
Die Bedrohung des Bündnisses ist in den letzten Jahren stet-"&gt; gewachsen.
Die Sowjetunion hat im wesentlichen eine strategische nukleare Gleichwertigkeit erreicht. Ihre Gefechtsfeld-Nuklearstreitkräfte sind verstärkt
worden. Die konventionellen Streitkräfte des Warschauer Pakts in Europa
sind offensiv ausgerichtet. Diese Streitkräfte sind viel stärker, als sie
für jeden Verteidigungszweck zu sein brauchten. Seit 1965 sind in den
me sten wichtigen Kategorien neue Waffen zu Lande und zur Luft eingeführt
worden: Artillerie mit Eigenantrieb, mobile taktische Raketen, mobile Luftabwehrkanonen, gepanzerte Mannschaftswagen, taktische Flugzeuge und Panzer.
Das Tempo des Aufbaus im Warschauer Pakt hält unvermindert an.
Lassen Sie mich klar sagen, daß unsere erste Priorität einem baldigen
Abkommen mit der Sowjetunion über beiderseitige und ausgewogene Truppenverringerungen gilt. Solange wir dieses Abkommen nicht erreicht haben,
muß usnere militärische Stärke aufrechterhalten werden.
Die kollektive Abschreckungsstärke unseres Bündnisses ist wirksam.

Aber

das wird nur so bleiben, wenn wir daran arbeiten, sie zu verbessern. Die
Vereinigten Staaten sind bereit, eine wesentliche Anstrengung zu diesem
Zweck zu unternehmen - wie Vizepräsident Mondale schon bereits im Januar
mitgeteilt hat - in der Erwartung, daß unsere Verbündeten das gleiche tun
werden.
Es hat
- 6 -

�Es hat reale Erhöhungen in den Verteidigungsausgaben des Bündnisses
gegeben.

Aber die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse setzen dem

praktische Grenzen.

Wir müssen unsere begrenzten Mittel klug verwenden,

vor allem bei der Stärkung der konventionellen Streitkräfte.

Um dies

zu erreichen:
- müssen wir unsere nationalen Programme wirkungsvoller kombinieren,
koordinieren und aufeinander abstimmen;
- müssen wir bessere Mittel und Wege finden, um neue Technologien in
unseren Streitkräften einzuführen;
- müssen wir der Erhöhung der Einsatzbereitschaft dieser Streitkräfte eine höhere Priorität einräumen.
Um diese Ziele zu erreichen, hoffe ich, daß unsere Verteidigungsminister,
wenn sie nächste Woche zusammenkommen, mit der Ausarbeitung eines langfristigen Verteidigungsprogramms beginnen werden, um die Abschreckung und
die Verteidigung des Bündnisses in den achtziger Jahren zu stärken. Dieses
Programm sollte uns dabei helfen, eine Auswahl zu treffen und Prioritäten
zu setzen. Ich möchte den Nachdruck auf eine größere Zusammenarbeit im
Bündnis legen, um sicherzustellen, daß unsere kombinierten Mittel am
effektivsten genutzt werden. Ich möchte aus der im Bündnis bereits geleisteten Arbeit den größten Vorteil ziehen.
Aber Pläne sind nicht genug. Wir müssen sicherstellen, daß unser
Bündnis über die ausreichenden Mittel verfügt, um die Gesamtziele in der
Verteidigung festzulegen, um die nationalen Leistungen an diesen Zielen
zu messen und um gemeinsame Programme zu entwickeln und durchzuführen.
Ich schlage vor, daß unsere Verteidigungsminister in enger Zusammenarbeit
mit dem Generalsekretär sich darüber Gedanken machen, wie die Fähigkeit
des Bündnisses, vereinbarte Programme tatsächlich zu erfüllen, am besten
gestärkt werden kann.
Ich

- 7 -

�Ich hoffe, daß die Verteidigungsminister nach einem Zwischenbericht
an die NATO-Tagung im Dezember 1977 ihr Programm der Frühjahrstagung
(1978) vorlegen werden, die auf Gipfelebene abgehalten werden könnte, um
ihre Empfehlung zu überprüfen.

Ich hoffe auch, daß die für die Verteidigung

zuständigen Verwaltungsleute in der kommenden Wcohe sich darauf einigen
werden, vorrangige Verbesserungen in der Kapazität unserer Streitkräfte
in den nächsten Jahren vorzunehmen. In dem Maße, in dem wir unsere Streitkräfte stärken, sollten wir auch die Zusammenarbeit bei der Entwicklung,
der Produktion und der Beschaffung von Verteidigungsgerät
verbessern.

des Bündnisses

Das Bündnis sollte weder militärisch durch Verschwendung und

Überschneidung, noch politisch durch einen Streit über die Frage geschwächt
werden, wo die Verteidigungsausrüstung zu kaufen sei.
In all unseren Ländern stellen wirtschaftliche und politische Faktoren
ernsthafte Hindernisse dar. Keines unserer Länder, die Vereinigten
Staaten eingeschlossen, sind frei von Fehlern. Wir müssen entscheidende
Anstrengungen unternehmen, um Verschwendung und Überschneidung zwischen
nationalen Programmen zu beseitigen, um jedem unserer Länder die Möglichkeit
zur Entwicklung, Herstellung und zum Verkauf von Verteidigungsgerät
auf
Wettbewerbsbasis zu bieten und um einen technologischen Höchststand bei
allen Kampftruppen des Bündnisses zu wahren. Um diese Ziele zu erreichen,
müssen unsere Länder drei Dinge tun:
Erstens, die Vereinigten Staaten müssen bereit sein, einen echten
transatlantischen Handel mit Verteidigungsgerät
in beiden Richtungen zu
fördern. Dei Entscheidungen meiner Regierung hinsichtlich der Entwicklung,
der Produktion und der Beschaffung von Verteidigungsgerät
werden unter
sorgfältiger Berücksichtigung der Interessen aller Mitglieder des Bündnisses
getroffen werden. Ich habe den amerikanischen Verteidigungsminister angewiesen,nach verstärkten Möglichkeiten zu suchen, dort europäisches Verteidigungsgerät zu kaufen, wo dies eine wirksamere Nutzung der Mittel des
Bündnisses bedeuten würde. Ich werde mit dem Kongreß der Vereinigten Staaten
auf diesesZiel hinarbeiten.
Zweitens

�Zweitens, ich hoffe, daß die europäischen Verbündeten weiterhin ihre
Zusammenarbeit bei der Verteidigungsproduktion verstärken werden.

Ich

begrüße die von mehreren Ihrer Länder ergriffene Initiative in der
Europäischen Programmgruppe.

Eine gemeinsame europäische Anstrengung bei

der Verteidigungsproduktion würde dazu beitragen, Einsparungen eines
Ausmaßes zu erreichen,die bei nationalen Programmen nicht möglich wären.
Eine verstärkte Verteidigungsproduktionsbasis in Europa würde die
Möglichkeiten für einen transatlantischen Transfer von Verteidigungsgerät
in beiden Richtungen vergrößern, während gleichzeitig die Gesamtkapazität
des Bündnisses gestärkt würde
Drittens, ich hoffe, daß die europäischen und die nordamerikanischen
Mitglieder des Bündnisses gemeinsam Mittel und Wege sondieren werden,
um die Zusammenarbeit bei der Entwicklung, der Produktion und der Beschaff ung von Verteidigungsgerät zu verbessern, Diese gemeinsame Prüfung
könnte die Europäische Programmgruppe einschließen, wenn sie jetzt an
Stärke und Zusammenhalt gewinnt. Einige Fragen könnten im Nordatlantikrat
erörtert werden,, Welches Forum hierfür auch immer in Frage kommt, die
Vereinigten Staaten sind bereit, sich in der Weise und mit dem Tempo zu
beteiligen, wie dies unsere Verbündeten wünschen,, Wir sirH bereit, gemeinsam mit Ihnen zu versuchen, die Möglichkeiten für eine gemeinsame Entwicklung neuen Geräts und für eine verstärkte Li zensierung oder den direkten
Kauf von Gerät, das bereits entwickelt worden ist, aufzuzeigen. Gemeinsam
sollten wir nach Mitteln und Wegen suchen, um unsere Ausrüstung zu standardisieren und um sicherzustellen, daß sie von allen Streitkräften des
Bündnisses benutzt werden kann,, Wir sollten sehen, ob Mittel und Wege
gefunden werden können, um in unsere Gespräche eine Stimme einzubringen,
die für die gemeinsamen Interessen des Bündnisses spricht, wenn es darum
geht, Ratschläge hinsichtlich der Zusammenarbeit in der Frage der Verteidigungsaus üstung zu erteilen.
Zusammenfassung

- 9 -

�Zusammenfassung
Zusammenfassend möchte ich sagen:
Es ist nicht genug, wenn wir gemeinsame Zielsetzungen haben; wir
müssen auch die Institutionen für die Verwirklichung dieser Zielsetzungen
stärken.

Wir sind heute zusammengekommen, um unsere Hingabe an eine der

wichtigsten dieser Institutionen zu bekräftigen und um Maßnahmen zu planen,
die zur Bewältigung neuer Herausforderungen beitragen werden.
dieser Maßnahmen können in der nahen Zukunft ergriffen werden.

Einige
Andere

können entwickelt werden, so daß wir sie auf unserem Treffen im nächsten
Jahr zu dieser Zeit überprüfen können.

Ich möchte Ihnen gerne Washington

als den Tagungsort dieser Konferenz anbieten.
Der französische Schriftsteller und Flieger Saint-Exupery schrieb
einmal, daß '^s die nobelste Aufgabe der Menschheit ist, die Menschheit
zu einen.'
In diesem Sinne bin ich überzeugt, daß wir Erfolg haben
werden."
+ + +

- 10 -

�Dokumentation
United States Information Service

12/1977

ERKLÄRUNG CARTERS NACH DEM LONDONER WIRTSCHAFTSGIPFEL
- Wortlaut -

London - (AD) - Im Anschluß an das Wirtschaftsgipfeltreffen in London
hat sich Präsident Carter am 8. Mai für ein Höchstmaß an freiem Handel und
gegen jeden Protektionismus ausgesprochen. An dem Gipfeltreffen nahmen
neben dem amerikanischen Präsidenten die Regierungschefs Großbritanniens
(als Gastgeber), Kanadas, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs,
Italiens und Japans teil.
Die Ausführungen Präsident Carters vor der Presse haben folgenden
Wortlaut:
Ich glaube, die große Beachtung, die in der Welt unseren Gesprächen und
Entscheidungen beigemessen wird, ist durch die starke Anwesenheit der
Nachrichtenmedien angemessen dargestellt. Ich halte es jedoch für gut, wenn
wir uns alle daran erinnern, daß Staatschefs manchmal dazu neigen, ihren
eigenen Einfluß zu übertreiben oder zu überschätzen.
Daran

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�Daran erinnern uns historische Beispiele.

Es gab einmal einen König

von England, der sich einflußreicher dünkte, als er wirklich war.
Jahren hatte er Streit mit dem Parlament.

Vor 328

Er kam hierher in dieses Ge-

bäude, und als er es auf Anordnung des Parlaments verließ, wurde er auf
der Straße geköpft.
Das wird uns wohl kaum passieren, aber wir dürfen nicht vergessen, daß
die Tatsache, daß wir Entscheidungen, ja schwierige Entscheidungen, einmütig gefällt haben, noch keine Garantie dafür bedeutet, daß unsere Entscheidungen auch verwirklicht werden.
Ich habe sehr viel Glück gehabt, daß ich auf meiner ersten Reise mit
erfahrenen Staatsmännern zusammengetroffen bin. Allein fünf von ihnen
waren Finanzminister, ehe sie Präsident oder Ministerpräsident wurden.
Ich habe viel gelernt.

Ich glaube, man darf sagen, daß wir einige weit-

reichende Entscheidungen getroffen haben angesichts einer Welt, deren
Gefüge sich gewandelt hat.
Wir müssen heute ständig damit rechnen, daß die OPEC-Länder etwa für
45 Milliarden Dollar mehr Waren ausführen, als sie einführen. Das
bedeutet, daß die Verbraucherländer, einschließlich meines eigenen Landes,
praktisch ein Defizit von 45 Milliarden Dollar im Jahr haben müssen, Die
meisten von uns können derzeit noch mit diesen Defiziten fertig werden.
Aber die armen und weniger begünstigten Länder der Welt können das nicht.
Das Hauptgesprächsthema, das die meisten Probleme aufwarf, waren der
Handel und die Nutzung neuer Energiequellen. Ich glaube, man darf berichten, daß die Führer, die über diese Punkte sprachen, zu dem Schluß
kamen, daß es keinen Weg gibt, die künftige Prosperität der Welt sicherzustellen, wenn wir nicht ein Höchstmaß an freiem Handel unter unseren Ländern
haben. In einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit besteht eine große Versuchung,
an den Grenzen unserer Länder protektionistische Schranken aufzurichten.
Aber

�Aper nach längeren Erörterungen kamen wir alle zu dem Schluß, daß wir das
vermeiden wollen.
Wir leben heute auch in einer Zeit, in der die Verwendung der Kernenergie für einige Länder, die nicht mit anderen Brennstoffvorkommen
gesegnet sind, von entscheidender Bedeutung ist.

Wir gehören zusammen mit

Kanada und anderen zu den Lieferländern für Kernbrennstoff.
Wir wollen, wenn wir diese Kernbrennstoffe exportieren, sicher sein,
daß sie nicht anschließend in Sprengstoffe umgewandelt werden. Und wie man
mit dieser schwierigen Frage fertig werden kann, ohne in die Selbständigkeit
der Länder einzugreifen, die diese Energie verbrauchen, ist eine sehr
diffizile und heikle Angelegenheit.
Wi&gt;* haben uns, wie Premierminister Callaghan mitgeteilt hat, darauf
geeinigt, dieses Problem in den nächsten zwei Monaten zu prüfen, um eine
Klärung der Begriffe herbeizuführen und den ganzen Kernbrennstoffzyklus zu
begutachten - von der Suche nach Uran und anderen Materialien, über den
Abbau dieser Materialien, die Anreicherung des Brennstoffs, seinen
Tränsport, seinen Verbrauch für die Herstellung von Elektrizität bis zur
sorgfältigen Behandlung der Abfallprodukte und zur Entsorgung. Das ist
eine sehr schwierige Aufgabe, und ich glaube, darüber wurde zum erstenmal
sehr offen gesprochen.
Ein weiterer Punkt, der besprochen wurde und über den bisher noch nicht
berichtet wurde, ist unsere Überzeugung, daß die Zeit gekommen ist für die
internationale Kontrolle und ein Verbot von Ungesetzlichkeiten, Bestechung,
Erpressung und anderen Handlungen, die auf dem Gebiet des Handels und der
Finanz manchmal gutgeheißen wurden. Ich war sehr angetan von der nachhaltic^n Unterstützung aller Regierungschefs für den Versuch, durch die
Vereinten Nationen und durch eigene Maßnahmen dieses lästige Übel, das über
die industrielle Welt gekommen ist, auszumerzen.
Als

- 3 -

�Als letzten Punkt möchte ich folgendes hervorheben: Wir sehen sehr klar
die Notwendigkeit einer Ausweitung der Funktionen solcher Institutionen
wie des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank

und der

regionalen Banken sowie des sich über unsere eigene Gruppe Hinausbewegens
auf unsere natürlichen Verbündeten und Freunde hin, mit denen wir in den
vergangenen Jahren assoziiert waren, und wir begrüßen die sehr gute Haltung
der öllieferländer, wie Saudi-Arabien und anderer, die jetzt nicht nur
den Entwicklungsländern Hilfe zu leisten sich bemühen, sondern die
auch zusammen mit uns an den Entscheidungen teilnehmen wollen, die ihrem
eigenen wirtschaftlichen Einfluß angemessen sind.
Ich glaube, daß wir darüber hinaus einen guten Schritt vorangekommen sind,
wie dies bereits erwähnt wurde, indem wir in offener und angemessener Weise
die kommunistischen und sozialistischen Länder, wie die Sowjetunion,
aufgefordert haben, gemeinsam mit uns Untersuchungen über die sehr
schwierigen Fragen anzustellen, die uns bewegen, und auch jenen Ländern
Hilfe zukommen zu lassen, die vom Glück weniger begünstigt sind.
Wir haben beschlossen, die Funktion der hochqualifizierten Experten,
die die Vorbereitungen für diese Konferenz leisteten, fortzusetzen.
Sie werden ihre Arbeit weiterführen, um sicherzugehen, daß unsere
Konferenz keine leere Diskussion war und nicht mit der Herausgabe eines
sehr einmütigen Berichts ihr Ende gefunden hat. Dies, glaube ich, wird
eine Neuerung sein, die uns alle in den kommenden Wochen und Monaten, wenn

wir wieder zu Hause sind, daran erinnern wird, daß wir Verpflichtungen zu
erfüllen haben und daß unser eigenes Ansehen und unser Ruf auf dem Spiel
stehen, die Versprechungen auch einzuhalten, die wir jetzt an diesem Nachmittag einer Welt geben, die auf uns blickt und von uns die Lösung dieser
schwierigen Probleme erwartet.
Ich

- 4-

�Ich möchte meinen persönlichen Dank gegenüber Premierminister
Callaghan und all denjenigen zum Ausdruck bringen, die geholfen haben,
diese Konferenz so erfolgreich zu machen.

Ich bin ihnen und meinen Kollegen

hier, die mir halfen, aus erster Hand vom Reichtum ihrer Kenntnisse, ihres
Wissens und ihrer Erfahrung zu lernen, sehr dankbar.
Ich danke Ihnen vielmals.
+ + +

- 5 -

�12/1977

DIE NUKLEARE PROLIFERATION: EINE BEDROHUNG DES WELTFRIEDENS
von Senator Charles H. Percy

Charles H. Percy gehört dem Senat seit
1966 als Vertreter seines Heimatstaates
Illinois an. Er ist Republikaner und Mitglied des einflußreichen Außenpolitischen
Ausschusses des Senats. Er hat wesentlich an der Ausarbeitung der gegenwärtig
dem Kongreß vorliegenden Gesetzesanträge über die Verhinderung der Ausbreitung der Atomwaffen md der Fähigkeit zu
ihrer Herstellung - kurz Nonproliferation mitgewirkt. Senator Percy ist der Sprecher
seiner Partei in Nuklearangelegenheiten.
Eines der dringendsten Probleme»

vor denen die Vereinigten Staaten und

die ganze Welt heute stehen, ist die nukleare Proliferation.
Jahrelang haben wir uns eingebildet, nur die technologisch hochentwickelten
Industrieländer seien in der Lage, ein Kernwaffenprogramm in Angriff zu nehmen.
Aber

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�Aber schon im Jahre 1964 trat die Volksrepublik China dem "Klub" der Atommächte bei.

Damit erwies sich, daß ein entschlossenes Volk auch ohne eine

feste industrielle Basis Kernwaffen entwickeln kann.

Im Jahre 1974 brachte

Indien einen, nach eigener Definition, "friedlichen" Kernsprengsatz zur
Explosion.

Es stellte sich heraus, daß auch Entwicklungsländer mit Hilfe

eines Programms der friedlichen Nutzung der Kernenergie Atomwaffen herstellen
können.
Die weltweite nukleare Proliferation hat sich beschleunigt, seit zwei
unserer Verbündeten, Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland, vereinbart haben, Brasilien und Pakistan sensitive Nukleartechnologie zu liefern.
Beide Länder versichern, daß diese bisher nie dagewesenen Exporte strikten
Sicherheitsbestimmungen unterliegen werden.

Aber mit diesen neuen Anlagen

wären Brasilien und Pakistan nur einige weniqe Schritte von der Herstellung
nuklearer Sprengkörper entfernt, ohne irgendein

Abkommen zu verletzen.

Wir haben auch Vermutungen gehört, :'-ß Isrrel Kernwaffen besitze oder
sie rasch herstellen können, und Taiwan (Formosa) hat eine eigene Anlage entwickelt, um die "Asche" von verbranntemReaktorbrennstoff in Plutonium zu
verwandeln - die Grundkomponente einer Kernwaffe. Obwohl Taiwan z"qestimmt
hat, in Zukunft auf eine solche Aufbereitung zu verzichten,
zeigt doch
die Tatsache, daß Taiwan erfolgreich zu einer solchen Fähigkeit gelangen
konnte, daß die bestehenden internationalen Kontrollen große Schwächen
haben. Und schließlich sind mheildrohende Fragen hinsichtlich der Absichten
von Südkorea, Argentinien, Südafrika und Libyen bezüglich der Kernwaffen
gestellt worden.
Einer unserer wichtigsten Faktoren bei der Bekämpfung der Proliferation
ist das wachsende Bewußtsein dieser Bedrohung in den Vereinigten Staaten und
im Ausland.

Diese Erkenntnis geht über die offensichtliche Besorgnis hin-

sichtlich der Auswirkungen der Explosion in Indien und der beabsichtigten
Lieferung von sensitiver Technologie an Brasilien und Pakistan hinaus. £s_

- ? -

�Es kommt zu einer wachsenden Einsicht, daß die bestehenden internationalen
Kontrollen - so lebenswichtig sie sein mögen - weit hinter den beispiellosen
Maßnahmen zurückbleiben, die notwendig sind, um dieser außerordentlichen
Bedrohung Einhalt zu gebieten.
Leider hat jedoch diese Besorgnis doch nicht zur Schaffung einer wirksamen
internationalen Vorschrift gegen die Proliferation geführt. Nachdem wir
die Länder der Dritten Welt durch unsere Untätigkeit nach der Explosion in
Indien eingeladen haben, die Fähigkeit zur Herstellung von Bomben zu erwerben, haben wir auch später nur wenig cietan, um diesen schweren Fehler
zu korrigieren und neue Initiativen zu entfalten.
Ich will damit nicht sagen, daß solche Treffen wie die Londoner Konferenz
der Vertreter von Ländern, die Kernbrennstoffe liefern, und andere bilaterale
Verhandlungen nicht wichtige Resultate erbracht hätten. Solche kooperativen
Bemühungen waren ein erster entscheidend wichtiger Schritt, dessen besonderer Wert vor allem darin bestand, daß durch ihn das politische Fundament für Verhandlungen über weit umfassendere Kontrollen geschaffen wurde,
die notwendig sind.
Wir sind jedoch bisher stets schrittweise und vorsichtig £»n dieses
Problem herangegangen.

So vernünftig ein solches Vorgehen gewiß im normalen

Gang der Außenpolitik sein mag, so müssen wir hier doch mit der Tatsache
fertig werden, daß die Zeit für ein solch behutsames Vorgehen im Kampf gegen
die Poliferation längst vorbei ist. Wir stehen buchstäblich auf der
Schwelle zu einer neuei, Ära, in der die Fähigkeit zur Kernwaffenproduktion
mehr oder weniger Allgemeingut sein wird. Keine unserer Alternativen sind
angenehm,und manche bringen kommerzielle oder politische Risiken mit sich.
Und dennoch bin ich fest davon überzeugt, daß die Vereinigten Staaten eine
kraftvolle und energische Führungsposition übernehmen können und müssen, und
ich bin zuversichtlich, daß unsere Anstrengung durch die Zusammenarbeit
mit anderen Ländern belohnt werden wird, deren Sicherheit gleichfalls
gefänrdet ist.

Ich
- 3 -

�Ich habe zusammen mit den Senatoren John Glenn, Jr. (Demokrat aus Ohio),
Abe Ribicoff (Demokrat aus Connecticut), Jacob Javits (Republikaner aus
New York) und Alan Cranston (Demokrat aus Kalifornien) einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der den Weg weist, wie man entschlossen und in umfassender Weise an das Problem der Proliferation herangehen sollte.

Er

legt völlig neuartige Kriterien für die Abwicklung des Transfers und die Verwendung amerikanischer Nuklnirexporte fest und fordert wesentlich beschleunigte Verhandlungen zur Erreichung einer internationalen Zusammenarbeit bei der Nutzbarmachung dieser Technologie.

Außerdem sieht die Gesetzes-

vorlage Maßnahmen vor, die eine zuverlässige Belieferung mit Kernbrennstoffen
für all die Nationen sicherstellen, die gewillt sind, wirksame Kontrollen zu
akzeptieren, und bietet Anreize für all die Staaten, deren Interesse an der
Kernkraft rein friedlicher Natur ist, auf den Erwerb gefährlicher eigener
nationaler Anlagen zu verzichten.

Schließlich enthält die Gesetzesvorlage

eine Reihe organisatorischer Bestimmungen, die die Formulierung und Handhabung der amerikanischen Nuklearexportpolitik unterstützen sollen.
Präsident Carter hat am 27. April und auch bereits davor in diesem Monat
eine Politik angekündigt, die viele der gleichen von mir oben erwähnten
Ziele anstrebt» Er hat seine eigenen gesetzgeberischen Alternativen vorgetragen.
Ich begrüße die Debatte über diese entscheidend wichtige Frage und
möchte mich selbst einem der Kernpunkte der Erörterung zuwenden. Nach
meinem Dafürhalten ergibt sich aus der von mir vertretenen Gesetzesvorle/e
keineswegs die Forderung nach einem einseitigen Moratorium für die ameri- .1
kam'sehen Nuklearexporte.
Der Entwurf der Gesetzesvorlage ist sehr sorgfältig abgefaßt worden, um
einen Konflikt mit unseren bereits bestehenden Abkommen auf ein Minimum zu
reduzieren und die Chance für eine Stärkung dieser Abkommen vor der Durchführung neuer strikter Kontrollen zu bieten. Darüberhinaus bietet die

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�die Gesetzesvorlage - in Anerkennung der Tatsache, daß Umstände und
politische Erfordernisse von Land zu Land sich ändern - die für die
Erreichung praktisch durchführbarer Lösungen notwendige Flexibilität.
Ich will damit nicht sagen, daß diese Gesetzesvorlage vollkommen ist.
Viele durch dieses Gesetzeswerk aufgeworfene Probleme erfordern eine
weitere Untersuchung. Sc wird beispielsweise in der Gesetzesvorlage eine
internationale Vereinbarung erwogen, die Dienstleistungen auf dem Gebiet c »r
Kernbrennstoffe vorsieht, wobei kein Land - auch nicht die Staaten mit
Atomwaffen - sensitive Anlagen auf nationaler Basis betreiben dürften.
Alle solche Dienstleistungen würden unter internationaler Aufsicht erfolgen,
und solche international kontrollierten Anlagen dürften nur auf dem
Territorium der Staaten mit Kernwaffen oder auf internationalem Territorium
liegen. Der Grundes:Janke hierbei ist, keiner Nation irgendeinen Vorteil i er
.ine andere zu versenaffen, indem man ein allgemeines Verbot auf alle
nationalen Anlagen verhängt, während man dem legitimen Energiebedarf entoricht und attraktive Investitionsmöglichkeiten bietet. So außerordentlich
vielversprechend dieser Vorschlag zu sein scheint, so wird er doch zusammen
mit anderen Optionen einer sorgfältigen Überprüfung bedürfen, damit man
sichergeht, daß dies die besten Maßnahmen sind, um den Zielen der Nonproliferation zu entsprechen.
Genauso bin ich mir voll und gan? im klaren, daß ein Gesetzeswerk allein
das Problem der Proliferation nicht zu lösen vermag. Wenn wir nicht intensive
diplomatische Anstrengungen unternehmen, um zu einer internationalen Zusammenarbeit zu gelangen und die tausendfachen Probleme zu lösen, die jede schwungvolle Politik behindern, können wir nicht erfolgreich sein. Aber ich bin
überzeugt, daß die Anstrengungen der Vereinigten Staaten auf diesem Gebiet ein
wichtiger Schritt sein können, um zu einer vernünftigen internationalen
Regelung zu gelangen, die der Ausbreitung der Fähigkeit zur Herstellung von
iC.'rnsprengstoffen Eljihalt gebietet.
+ + +
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