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                  <text>Information
und
Dokumentation

1

1
I

United States Information Service

26. A p r i l 1977

10

INHALT

DOKUMENTATION
Carter legt sein Energieprogramm vor
- Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses am 20. April

Carter fordert drastische Energiesparmaßnahmen
- Ansprache an das amerikanische Volk am 18. April 1977

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 3 0 0 ,
D 5 3 0 0 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex: 08-85432

�Dokumentation
United States Information Service

10/1977

CARTER LEGT SEIN ENERGIEPROGRAMM VOR
Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses am 20. April

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat in einer Rede vor beiden
Häusern des amerikanischen Kongresses am 20. April 1977 seine neue Energiepolitik dargelegt. Wie bereits in seiner Ansprache an das amerikanische
Volk zwei Tage zuvor forderte der Präsident eine einschneidende Senkung
des Energieverbrauchs im Rahmen eines umfassenden Pakets von Maßnahmen.
Carter fordert vom Kongreß Gesetze, die jede Verschwendung von Energie
steuerlich bestrafen und jede Einsparung entsprechend belohnen.
Die Rede des Präsidenten vor dem Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Mr. Speaker, Mitglieder des Kongresses, verehrte Gäste:
Das letztemal, daß wir in dieser Gruppierung zusammenkamen, war vor genau
drei Monaten am Tage meiner Amtseinführung. Wir haben bei der Inangriffnahme der Probleme unseres Landes einen guten Start gehabt.
Aber in den kommenden Monaten müssen wir noch enger zusammenarbeiten,
denn wir stehen vor der größten innenpolitischen Herausforderung, die unsere
Nation zu unseren Lebzeiten je zu bestehen haben wird.

Wir müssen jetzt -

gemeinsam - handeln, um einen nationalen Energieplan auszuarbeiten und zu

Postfach 300,
D5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�zu verwirklichen, damit wir mit einer Krise fertig werden können, die uns
sonst überwältigen würde.
Meine Rede heute abend wird keine Begeisterung auslösen können.
handelt sich um eine nüchterne und schwierige Darstellung.

Es

Während der

letzten drei Monate ist mir völlig klar geworden, warum nicht bereits eine
umfassende Energiepolitik entwickelt worden war.

Das ist eine undankbare

Aufgabe, aber es ist nun einmal unsere Aufgabe, und ich glaube, wi. haben
einen fairen, wohl ausgewogenen und effektiven Plan anzubieten.
zu einem noch besseren Leben fuer das amerikanische Volk führen.

Er kenn
Der Kern

unseres Energieproblems besteht darin, daß unser Bedarf an Brennstoff
rascher steigt als unsere Produktion, und unser Hauptmittel, um dieses
Problem zu lösen, besteht darin, Verschwendung und Unfähigkeit zu verringern.
öl und Erdgas stellen 75 Prozent unseres Verbrauchs in diesem Lande, aber
sie stellen nur sieben Prozent unserer Reserven dar. Unsere Nachfrage nach
öl ist jedes Jahr um über fünf Prozent gestiegen, aber die einheimische
öl Produktion ist in letzter Zeit um über sechs Prozent zurückgegangen.
Unsere ölimporte sind stark angestiegen - was uns umso verwundbarer macht,
wenn die Versorgung unterbrochen wird - aber Anfang der achtziger Jahre wird
selbst das ausländische öl zunehmend kanpp werden. Wenn sich die Weltnachfrage während der achtziger Jahre weiterhin mit der gegenwärtigen Rate
von fünf Prozent steigern könnte, dann könnten wir bis Ende des nächsten Jahrzehnts die gesamten bekannten öl Vorräte der ganzen Welt verbraucht haben.
Unsere Handelsdefizite nehmen zu. Wir haben im vorigen Jahr für über
35 Milliarden Dollar öl eingeführt, und wir werden in diesem Jahr noch sehr
viel mehr ausgeben.

Es ist

jetzt an der Zeit, Einhalt zu gebieten.

Wir könnten natürlich dieses Problem weiterhin einfach links liegen lassen aber wenn wir das täten, dann würden wir unser Volk einer drohenden Katastrophe
aussetzen.
Darum
- 2 -

�Dokumentation
United States Information Service

10/1977

CARTER LEGT SEIN ENERGIEPROGRAMM VOR
Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses am 20. April

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat in einer Rede vor beiden
Häusern des amerikanischen Kongresses am 20. April 1977 seine neue Energiepolitik dargelegt. Wie bereits in seiner Ansprache an das amerikanische
Volk zwei Tage zuvor forderte der Präsident eine einschneidende Senkung
des Energieverbrauchs im Rahmen eines umfassenden Pakets von Maßnahmen.
Carter fordert vom Kongreß Gesetze, die jede Verschwendung von Energie
steuerlich bestrafen und jede Einsparung entsprechend belohnen.
Die Rede des Präsidenten vor dem Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Mr. Speaker, Mitglieder des Kongresses, verehrte Gäste:
Das letztemal, daß wir in dieser Gruppierung zusammenkamen, war vor genau
drei Monaten am Tage meiner Amtseinführung. Wir haben bei der Inangriffnahme der Probleme unseres Landes einen guten Start gehabt.
Aber in den kommenden Monaten müssen wir noch enger zusammenarbeiten,
denn wir stehen vor der größten innenpolitischen Herausforderung, die unsere
Nation zu unseren Lebzeiten je zu bestehen haben wird.

Wir müssen jetzt -

gemeinsam - handeln, um einen nationalen Energieplan auszuarbeiten und zu

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�zu verwirklichen, damit wir mit einer Krise fertig werden können, die uns
sonst überwältigen würde.
Meine Rede heute abend wird keine Begeisterung auslösen können.
handelt sich um eine nüchterne und schwierige Darstellung.

Es

Während der

letzten drei Monate ist mir völlig klar geworden, warum nicht bereits eine
umfassende Energiepolitik entwickelt worden war.

Das ist eine undankbare

Aufgabe, aber es ist nun einmal unsere Aufgabe, und ich glaube, wi, haben
einen fairen, wohl ausgewogenen und effektiven Plan anzubieten.
zu einem noch besseren Leben fuer das amerikanische Volk führen.

Er kann
Der Kern

unseres Energieproblems besteht darin, daß unser Bedarf an Brennstoff
rascher steigt als unsere Produktion, und unser Hauptmittel, um dieses
Problem zu lösen, besteht darin, Verschwendung und Unfähigkeit zu verringern.
öl und Erdgas stellen 75 Prozent unseres Verbrauchs in diesem Lande, aber
sie stellen nur sieben Prozent unserer Reserven dar. Unsere Nachfrage nach
öl ist jedes Jahr um über fünf Prozent gestiegen, aber die einheimische
öl Produktion ist in letzter Zeit um über sechs Prozent zurückgegangen.
Unsere ölimporte sind stark angestiegen - was uns umso verwundbarer macht,
wenn die Versorgung unterbrochen wird - aber Anfang der achtziger Jahre wird
selbst das ausländische öl zunehmend kanpp werden. Wenn sich die Weltnachfrage während der achtziger Jahre weiterhin mit der gegenwärtigen Rate
von fünf Prozent steigern könnte, dann könnten wir bis Ende des nächsten Jahrzehnts die gesamten bekannten öl Vorräte der ganzen Welt verbraucht haben.
Unsere Handelsdefizite nehmen zu.

Wir haben im vorigen Jahr für über

35 Milliarden Dollar öl eingeführt, und wir werden in diesem Jahr noch sehr
viel mehr ausgeben.

Es ist

jetzt an der Zeit, Einhalt zu gebieten.

Wir könnten natürlich dieses Problem weiterhin einfach links liegen lassen aber wenn wir das täten, dann würden wir unser Volk einer drohenden Katastrophe
aussetzen.
Darum
- 2 -

�Darum brauchen wir eine umfassende nationale Energiepolitik.

Ihr Rat

hat bei der Ausarbeitung dieses Planes einen wichtigen Einfluß ausgeübt.
Viele der darin enthaltenen Vorschläge gehen auf Ihre eigenen gesetzgeberischen Initiativen zurück.
Vor zwei Tagen habe ich zum amerikanischen Volk über die Grundsätze gesprochen, die hinter unserem Plan und unseren Zielen für 1985 stehen:
- Wir wollen die jährliche Wachstumsrate unseres Energiebedarfs auf
weniger als zwei Prozent senken.
- Wir wollen unseren Benzinverbrauch um 10 Prozent senken.
- Wir wollen unsere Importe an ausländischem öl auf sechs Millionen
Barrel pro Tag senken - also auf weniger als die Hälfte des Standes, den
wir erreichen würden, wenn wir keine Einsparungen vornähmen.
- Wir wollen eine strategische Erdölreserve von einer Milliarde Barrel etwa den Bedarf für zehn Monate - einrichten.
- Wir wollen unsere Kohleförderung um über zwei Drittel auf über eine
Milliarde Tonnen pro Jahr steigern.
- Wir wollen 90 Prozent der amerikanischen Häuser und alle Neubauten
wärmeisolieren.
- Wir wollen für über 2,5 Millionen Häuser Sonnenenergie nutzen.
Ich hoffe, daß der Kongreß diese Ziele in Form einer gemeinsamen
Resolution als eine Demonstration der gemeinsamen Verpflichtung zur
Erreichung dieser Ziele verabschieden wird.
Heute abend möchte ich die spezifischen Schritte umreißen, durch die
wir diese Ziele erreichen können.

Die Vorschläge fallen unter folgende

Hauptkategorien:
- Einsparung
- Produktion
- Umstellung
- Entwicklung
- Fairness - die eine Hauptüberlegung bei all unseren Vorschlägen ist.
Wir
- 3 -

�Wir ziehen es vor, diese Ziele durch freiwillige Zusammenarbeit mit einem
Minimum an Zwang zu erreichen.

In vielen Fällen schlagen wir finanzielle

Anreize vor, die die Menschen ermutigen werden, Energie zu sparen, und die
Kräfte unserer freien Wirtschaft mobilisieren werden, das Notwendige zu tun.
Aber ich muß Ihnen sagen, daß freiwillige Mitarbeit allein nicht ausreichen wird - das Problem ist zu groß und die Zeit ist zu kurz.
In einigen wenigen Fällen sind Strafen und Beschränkungen zur Verringerung der Verschwendung unerläßlich.
Unser erstes Ziel ist die Einsparung.

Sie ist der billigste und

praktikabelste Weg, um mit unserem Energiebedarf zurecht zu kommen und
unsere wachsende Abhängigkeit von ausländischem öl zu verringern.
Mit der richtigen Planung können wir selbst bei einer Beseitigung der
Energieverschwendung wirtschaftliches Wachstum,mehr Arbeitsplätze und eine
höhere Lebensqualität erreichen.
Die beiden Gebiete, auf denen wir am meisten Energie verschwenden,sind
der Transport und unsere Heizungs- und Kühlungssysteme.
Der Transportsektor verbraucht 26 Prozent unserer Energie - und die
Hälfte davon wird verschwendet. In Europa wiegt ein durchschnittliches
Kraftfahrzeug 2 700 (US-) Pfund - in unserem Lande (US-) 4 100 Pfund.
Der Kongreß hat bereits Brennstoffverbrauchsnormen aufgestellt, die
verlangen, daß bis 1985 neue Autos im Schnitt nicht mehr als eine Gallone
auf 27,5 Meilen verbrauchen dürfen - gegenüber heute durchschnittlich
18 Meilen.
Um

- 4 -

�Um sicherzustellen, daß dieser bestehende Auftrag des Kongresses erfüllt wird, schlage ich eine abgestufte Verbrauchssteuer auf neue "Benzinfresser" vor, die den durchschnittlichen Verbrauchsnormen nicht entsprechen.
Die Steuer wird niedrig anfangen und bis 1985 jedes Jahr weiter steigen.
Im Jahre 1978 wird ein Wagen, der 15 Meilen mit einer Gallone fährt, mit
180 Dollar besteuert werden, und ein Wagen, der nur 11 Meilen mit einer
Gallone fährt, mit 450 Dollar.

Im Jahre 1985 werden sich die Steuern für

solche aufwendige Neuwagen mit einem so hohen Verbrauch auf 1 600 Dollar
und 2 500 Dollar stellen.
Das gesamte durch diese Verkaufssteuer auf verschwenderische Automobile
eingenommene Geld wird durch Rabatte auf Wagen mit einem wirtschaftlicheren
Verbrauch wieder an den Verbraucher zurückgegeben werden. Wir gehen davon
aus, daß nach diesem Vorschlag die Leistungsfähigkeit und die gesamte
Automobil Produktion und der Absatz steigen werden. Wir werden sicherstellen, daß die amerikanischen Automobilarbeiter und ihre Familien keinen
unfairen Anteil an der Bürde tragen werden. Selbstverständlich werden wir
auch mit unseren Handelspartnern zusammenarbeiten, um dafür zu sorgen, daß
auch sie fair behandelt werden.
Und jetz möchte ich über die umstrittensten und mißverstandensten
Teile des Energievorschlags sprechen - eine vorsorgliche Benzinsteuer.
Der Benzinverbrauch macht die Hälfte unseres Gesamtölverbrauchs aus.
Wir müssen einfach Benzin sparen, und ich bin überzeugt, daß das
amerikanische Volk mit dieser Herausforderung fertig werden kann. Es ist
eine Sache des Patriotismus und des Pflichtgefühls.
Wir gehen davon aus, daß zwischen heute und 1980 der Benzinverbrauch
etwas über den gegenwärtigen Stand steigen wird.

In den darauf folgenden

fünf Jahren, wenn wir leistungsgünstigere Automobile haben, müssen wir
den Verbrauch Jahr für Jahr drosseln, um unsere Ziele für 1985 zu erreichen.
Ich
- 5 -

�Ich schlage vor, daß wir uns selbst zu diesen fairen, vernünftigen und
notwendigen Zielen verpflichten und gleichzeitig ein Gesetz über eine zusätzliche Steuer von 5 Cent pro Gallone verabschieden, das automatisch
jedes Jahr in Kraft treten wird, in dem wir die jährlich gesteckten Ziele
nicht erreichen.

Als zusätzlichen Anreiz würden wir, wenn wir in einem

Jahr die Ziele nicht erreichen, aber im nächsten Jahr wieder in der Norm
sind, die zusätzliche Steuer wieder abschaffen.

Wenn das amerikanische

Volk unserem Aufruf folgt, können wir diese Ziele erreichen, ohne daß diese
Benzinsteuer jemals in Kraft zu treten braucht.

Sie wissen ebenso gut wie

ich, daß das zu schaffen ist.
Wie bei allen anderen Steuern müssen wir die negativen Auswirkungen
auf unsere Wirtschaft so klein wie möglich halten - und jene, die sparen,
belohnen - und jene bestrafen, die verschwenden.

Daher sollten alle

Einkünfte aus dieser Steuer, sollte sie je in Kraft treten, wieder in
gerechter Weise an die Öffentlichkeit zurückgegeben werden.
Wir werden eine Reihe anderer Maßnahmen vorschlagen, um unser Verkehrssystem leistungsfähiger zu machen.
Eine der Nebenwirkung der Benzineinsparung besteht darin, daß die
Regierungen der einzelnen Bundesstaaten weniger Geld durch die Benzinsteuer
einnehmen. Um die für sie daraus entstehenden Härten zu verringern und
eine angemessene Instandhaltung der Bundesstraßen zu gewährleisten,
sollten wir die Einzel Staaten für diesen Verlust über den Straßen-Treuhandfonds entschädigen.
Ein zweites Gebiet, auf dem wir die Energieverschwendung reduzieren
können, sind unsere Häuser und Gebäude.

Bei einigen dieser großen Gebäude

wird die Hälfte der für Heiz- und Kühlanlagen verwendeten Energie verschwendet.

Von heute an müssen wir sicherstellen, daß neue Gebäude so wirk-

sam wie möglich mit Isolier- und Heizsystemen ausgestattet werden, durch die
der Verbrauch von Brennstoff einschneidend verringert werden kann - und daß
- 6 -

�daß auch die älteren Gebäude entsprechend ausgerüstet - oder umgestaltet
werden.
Die Bundesregierung sollte hier ein Beispiel geben.

Ich werde in einem

Präsidialerlaß strikte Einsparungsziele sowohl für alte als auch für neue
Gebäude festsetzen - eine 45-prozentige Steigerung in der wirksamen Energienutzung für neue Gebäude und eine zwanzigprozentige Steigerung für bereits
bestehende Gebäude bis zum Jahre 1985.
Wir brauchen ferner Anreize, um all denen, die eigene Häuser und
Geschäfte besitzen, bei der Energieeinsparung zu helfen.
Diejenigen, die ihre Gebäude "wetterfest" machen lassen, sollten für die
ersten 800 Dollar, die sie für Einsparungsmaßnahmen investieren, eine
25-prozentige Steuererleichterung erhalten und 15 Prozent für die nächsten
1500 Dollar.
Wenn die Hausbesitzer es jedoch vorziehen, können sie auch einen Werkdienst mit der Durchführung solcher Arbeiten betrauen. Alle großen
Elektrizitätswerke werden gehalten sein, derartige Dienstleistungen anzubieten. Die Heiz- und Elektrizitätswerke würden für die Durchführung der
entsprechenden Arbeiten Sorge tragen und eine vernünftige Finanzierung
ermöglichen. Der Kunde würde für die Verbesserungen kleine, regelmäßige
Zuschläge zu seinen monatlichen Stromrechnungen zahlen. In vielen Fällen
würdtn sich diese zusätzlichen Kosten fast völlig durch den niedrigeren Energieverbrauch ausgleichen, der durch die Energieeinsparungsvorrichtungen
erzielt wird.
Weitere Vorschläge für Energieeinsparung in Häusern und Gebäuden betreffen:
- Eine direkte Bundeshilfe für Bürger mit niedrigem Einkommen;
- eine zusätzliche zehnprozentige Steuererleichterung auf Geschäftsinvestitionen;
- Bundesausgleichs- 7 -

�- Bundesausgleichsmittel für öffentliche Schulen und Krankenhäuser;
- öffentliche Gelder, um die einzelstaatlichen und kommunalen Amtsgebäude "wetterfest" zu machen.
Wenn wir unsere Geschäfts- und Fabrikgebäude und unsere Häuser auf diese
Weise in Bezug auf Energieeinsparung verbessern, müssen wir auch für eine
verbesserte Energienutzung bei unseren elektrischen Haushaltsgeräten sorgen.
Ich schlage daher ein Gesetz vor, das zum erstenmal bis zum Jahre 1980
strenge Leistungsnormen für Haushaltsgeräte festsetzen soll.
Wir müssen auch unser Strompreis-System reformieren.

Viele Jahre hindurch

haben wir die Energievergeudung belohnt, indem wir den größten Verbrauchern
die billigsten Stromtarife gewährten.

Wegen des Wettbewerbs um neue Industrien

ist es für einzelne Staaten schwierig, solche Reformen durchzuführen.

Der

einzige faire Weg besteht darin, sich an eine Reihe von Prinzipien zu halten,
die für die gesamte Nation Anwendung finden.
Ich schlage daher ein Gesetz vor, das im Verlauf der nächsten zwei Jahre
folgende Maßnahmen erfordern würde:
- Allmähliche Einstellung der Reklame - Tarife und anderer Preisanreizsysteme, die Erdgas und Elektrizität für Großverbraucher künstlich billig
halten und nicht die
wahren Kosten wiedergeben.
- Angebot von Preistarifen unter Berücksichtigung der Spitzenbelastungszeiten, mit höheren Preisen für die Tagestunden, wenn der Bedarf am größten
ist und niedrigeren Sätzen für die Stunden, in denen der Bedarf klein ist.
- Einzelzähl er für jede Wohnung in neuen Gebäuden statt nur eines Hauptzählers.
ET werden zur Zeit bereits Pläne eröertert, nach denen dar TennesseeValley Administration-Elektrizitätssystem als Modell für die Durchführung
solcher neuen Programme zur Energieeinsparung dienen soll.
Noch
- 8 -

�Noch ein weiterer Schritt zur Energieeinsparung besteht darin, die
Industrie und die Versorgungswerke zu ermutigen, ihre "Kogenerationsprojekte"
weiter auszubauen, bei denen ein großer Teil des Dampfes genutzt wird, der
jetzt bei der Elektrizitätserzeugung vergeudet wird.

In der Bundesrepublik

Deutschland kommen 29 Prozent der gesamten Energie aus solchen Kogenerationsanlagen, in den Vereinigten Staaten dagegen nur 4 Prozent.
Ich schlage eine besondere zehnprozentige Steuervergünstigung für
Investitionen in solche Projekte vor.
Im Verein mit der Energieeinsparung ist das zweite Hauptziel unserer
Strategie die Produktior und eine vernünftige Preisgestaltung.
Wir können unsere Erdöl- und Erdgasproduktion niemals so weit steigern,
daß wir unseren Bedarf decken können, aber wir müssen sichergehen, daß unser
Preissystem vernünftig ist, vor jeder Vergeudung abschreckt und die Erschließung neuer Quellen und neue Produktion ermutigt.
Einer der Grundsätze unserer Energiepolitik ist, daß der Preis für
Energie den echten Kosten für ihre Erneuerung entsprechen muß, um auf diese
Weise auf lange Sicht Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht zu bringen.
Eine realistische Preisgestaltung ist vor allem für unsere knappen Brennstoffe, wie öl und Erdgas,wichtig. Vorschläge für eine sofortige und
völlige Aufhebung der Preisbindung für einheimisches öl und Erdgas wären
jedoch katastrophal für unsere Wirtschaft und für die arbeitenden Menschen
in den USA und würden darüber hinaus die langfristigen Probleme der
schwindenden Vorräte auch nicht lösen.
Wir werden erlauben, daß der Preis für neuentdecktes öl über einen
dreijährigen Zeitraum auf den Weltmarktpreis von 1977 steigt - mit
entsprechenden Ausgleichen für die Inflation.

Der laufende Ertrag für die

Erzeuger von früher entdecktem öl würde der gleiche bleiben, ausgenommen
natürlich die Anpassungen an die Inflation.

- 9 -

�Da die Fairness eine wesentliche Strategie unseres Energieprogramms
ist, wollen wir den Produzenten keine Spekulationsgewinne (Windfall profits)
zukommen lassen - über die Anreize hinaus, die sie für die Erschließung
und Produktion brauchen.

Wir machen uns jedoch selbst etwas vor, wenn wir

bei unserer Preisgestaltung nicht die Kosten für die Erneuerung der Energie
in Rechnung stellen.
Daher schlage ich vor, daß wir für die bestehenden Vorräte eine BohrlochSteuer einführen, die der Differenz zwischen dem gegenwärtigen gebundenen
Preis des Öls und dem Weltmarktpreis entspricht.

Das mit dieser Steuer

eingenommene Geld soll den Verbrauchern und den arbeitenden Menschen
Amerikas zurückgegeben werden.
Wir sollten auch mit den künstlichen Verzerrungen der Preise für Erdgas
in den verschiedenen Gebieten unseres Landes ein Ende machen, die dazu
geführt haben, daß Menschen in den Erzeugerstaaten exorbitante Preise bezahlt
haben, während vor allem im Nordosten eine Verknappung imd Arbeitslosigkeit
und wirtschaftliche Stagnation eintraten.

Wir dürfen nicht zulassen, daß

Energieverknappungen unsere Nation zersplittern und zerstückeln.
Ich möchte mit dem Kongreß zusammenarbeiten, um den Erdgasproduzenten
einen ausreichenden Anreiz für die Erschließung neuer Vorkommen zu geben,
indem wir mit aller Vorsicht auf eine Preisfreigabe neuentdeckter Erdgasvorkommen hinarbeiten, wenn die Marktverhältnisse dies erlauben.
Ich schlage jetzt vor, daß die Preisgrenze für alles irgendwo in unserem
Lande verkaufte neue Erdgas mit Anfang 1978 bei dem Preis festgeleqt wird,
der dem entsprechenden Energiewert von einheimischem Rohöl entspricht.

Dieser

Vorschlag wird sowohl für neues Gas als auch für auslaufende zwischenstaatliche Verträge (zwischen den einzelnen Bundesstaaten) gelten.
berührt würden bestehende Verträge.
Wir

- 10 -

Nicht

�Wir müssen sicherstellen, daß öl und Erdgas nicht von Industrien und
Versorgungsbetrieben verschwendet werden, die an ihrer Stelle Kohle verwenden könnten.
Unsere dritte Strategie ist die Umstellung von knappen Brennstoffen auf
Kohle, wo immer dies möglich ist.
Obwohl die Kohle heute nur 18 Prozent unseres Energiebedarfs deckt, so
macht si° doch 90 Prozent unserer Energiereserven aus.

Ihre Förderung und

Verwendung schafft Schwierigkeiten für die Umwelt, aber wir können durch
kontrolierten Tagebau und Normen gegen die Luftverschmutzung mit ihnen
fertig werden.
Um eine Steigerung des Kohleverbrauchs in der Industrie und in Versorgungsbetrieben um 400 Millionen Tonnen oder 65 Prozent bis 1985 zu erreichen,
schlage ich mit Beginn 1979 eine progressive Besteuerung von großen
industriellen Verbrauchern von öl und Erdgas vor. Hersteller von
Düngemitteln und Getreidetrockner, die Erdgas benutzen müssen, wären von
dieser Steuer befreit. Versorgungsbetriebe würden diesen Steuern erst 1983
unterworfen, da es länger dauert, sie auf Kohle umzustellen.
Ich werde auch Vorschläge für eine erweiterte Forschung und Entwicklung
auf dem Gebiet der Kohle unterbreiten. Wir müssen bessere Methoden finden,
um sie sicherer abzubauen und sauberer zu verbrennen und um sie für die
Herstellung anderer sauberer Energiequellen zu verwenden. Wir haben
Milliarden für die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Kernenergie
ausgegeben, aber nur wenig für die Kohle. Hier können Investitionen reiche
Dividende bringen.
Aber selbst mit diesen Umstellungsanstrengungen haben wir noch immer eine
Lücke - zwischen der Energie, die wir brauchen, und der Energie, die wir
produzieren und importieren.

Deshalb müssen wir als letzten Ausweg weiterhin

in zunehmendem Maße die Kernenergie benutzen.
Wir
- 11 -

�Wir verfügen heute über 63 Kernkraftwerke, die etwa drei Prozent unserer
Gesamtenergie produzieren, und 70 weitere Kernkraftwerke sind zum Bau freigegeben.

Die einheimischen Uranvorrä'te reichen aus, um diese Zahl von

Anlagen für weitere 75 Jahre zu betreiben.

Wirksame Sparanstrengungen

können dazu beitragen, den Anteil der Kernenergie so klein wie möglich zu
halten.

Es besteht keine Notwendigkeit, in das Plutonium-Zeitalter einzu-

treten, indem wir einen Schnellen Brutreaktor, wie die vorgeschlagene
Demonstrationsanlage in Clinch River, genehmigen oder bauen.
Wir müssen jedoch unsere Kapazität für die Erzeugung von angereichertem
Uran für Leichtwasser-Kernkraftwerke steigern, indem wir die neue ZentrifugenTechnologie anwenden, die nur etwa ein Zehntel der Energie verbraucht wie
die bestehenden Gasdiffusionsanlagen.
Wir müssen ferner die Verfahren für die Genehmigung von Nuklearanlagen
reformieren. So sollten keine neuen Anlagen in erdbebengefährdeten Zonen
oder in der Nähe dichtbesiedelter Zentren gebaut werden; die Pläne sollten
so weit wie möglich genormt werden; und es muß ausreichendere Vorsorge für
die Lagerung von ausgebranntem Brennstoff getroffen werden.
Aber auf der anderen Seite sollte es selbst bei den gründlichsten
Sicherheitsvorkehrungen keine zehn Jahre bis zur Genehmigung für den Bau
einer Anlage dauern. Ich schlage vor, daß wir vernünftige, objektive
Kriterien für die Baugenehmigung aufstellen, und daß Anlagen, die auf
einem genormten Plan beruhen, für die Baugenehmigung keine Einzelprüfung
der Pläne brauchen.
Unsere vierte Strategie ist die Entwicklung dauerhafter und zuverlässiger neuer Energiequellen.
Am vielversprechendsten ist die Sonnenenergie, für die schon ein
Großteil der Technologie zur Verfügung steht. Wassererwärmungsanlagen und
Raumheizung mit Sonnenenergie sind bereits in einem Stadium der kommerziellen

�kommerziellen Produktion.

Alles, was notwendig ist, sind einige Anreize

für die Entwicklung eines großen Marktes.
Ich schlage daher eine stufenweise abnehmende Steuerabschreibung von
heute bis 1984 für all jene vor, die zugelassene Sonnenheizungsanlagen
kaufen.

Zunächst soll die Abschreibung 40 Prozent auf die ersten

1 000 Dollar und 25 Prozent für die nächsten 6 400 Dollar betragen, die
investiert werden.
Eine zunehmende Produktion von Energie aus Erdwärme kann sichergestellt
werden, indem wir die gleichen Steueranreize wie für die Förderung von
Erdgas und Erdöl einräumen.
Als wir diesen Plan entwickelten, ließen wir uns von dem Grundsatz leiten, daß er vor allen Dingen fair sein muß.
Niemand soll ein unfaires Opfer bringen müssen.
Niemand soll einen unfairen Gewinn erzielen dürfen.
Der Wunsch nach Gerechtigkeit wird in unserem ganzen Plan deutlich:
- in der Bohrlochsteuer, die zur Sparsamkeit anregt, aber wieder
zurück an die Öffentlichkeit fließt;
- in einer Dollar-für-Dollar-Rückzahlung der Bohrlochsteuer, soweit
sie öl für Wohnungsheizung berührt;
- in einer Verringerung der unfairen Preisgestaltung für Erdgas;
- in der Sicherstellung, daß Wohnungen über das benötigte öl und
Erdgas verfügen werden, während sich die Industrie auf die reichlicher
verfügbare Kohle umstellt, die deren Bedarf ebenso dienlich ist;
- in einer Preisgestaltung der Versorgungswerke auf der Basis der
echten Kosten, damit jeder Kunde einen fairen Anteil bezahlt;
- in der Automobilsteuer und dem Rabattsystem, das jene belohnt, die
Energie sparen und jene bestraft, die sie verschwenden.
Ich
- 13 -

�Ich schlage noch einen weiteren Schritt vor, um eine Ausgewogenheit
in unserem Plan sicherzustellen.

Wir brauchen genauere Informationen über

unsere Energieversorgung und über die Firmen, die sie produzieren.
Wenn wir von uns selbst Opfer verlangen, dann brauchen wir Fakten, von
denen wir ausgehen können.

Wir brauchen ein unabhängiges Informations-

system, das uns zuverlässige Daten über Energiereserven und Energieproduktion, Kapazitäten für den Notfall und finanzielle Angaben über die
Energieproduzenten liefert.
Ich glaube nun einmal an den Wettbewerb, und wir haben nicht genug
Wettbewerb.
In dieser Zeit der zunehmenden Verknappung muß der Wettbewerb unter
Energieproduzenten und Verteilern sichergestellt werden.
Ich emofehle, daß von den EnergieapsellSchäften ein individuelle
Rechnung!egung für Produktion, Raffirerie, Verteilung und Vermarktung
verlangt wird - getrennt nach einheimischer und ausländischer Geschäftstätigkeit. Die strikte Anwendung der Kartellgesetze kann auf diesen
Daten basieren und könnte die Notwendigkeit für eine Bestrafung verhindern.
ProfitJägerei durch steuerliche Schlupflöcher muß verhindert werden,
und unabhängige Bohrunternehmen sollten die gleichen unangreifbaren
Steuerabschreibungen erhalten wie die großen Gesellschaften.
Die Energieindustrie darf keine großen unverdienten Gewinne einheimsen.
Steigende Preise für vorhandene ölvorräte dürfen nicht zu Spekulationsgewinnen führen, sondern müssen für die Bevölkerung unseres Landes abgeschöpft werden.
Wir müssen jedermann klarmachen, daß jetzt unser Volk durch seine
Regierung unsere Energiepolitik festlegt.
Das
- 14 -

�Das neue Energieministerium muß ohne Verzug eingerichtet werden. Die
weitere Aufsplitterung der Zuständigkeit und Verantwortlichkeit der
Regierung für das Energieprogramm unserer Nation ist gefährlich und unnötig.
Vor zwei Tagen habe ich erklärt, daß diese schwere Anstrengung das
moralische Gewicht eines Krieges habe.

Diese Anstrengung wird, wenn sie

erfolgreich ist, unsere Arbeitsplätze, unsere Umwelt, unsere nationale
Unabhängigkeit, unseren Lebensstandard und unsere Zukunft schützen.

Unsere

Energiepolitik wird innovativ, aber auch fair und vorhersehbar sein.

Sie

wird nicht leicht sein.

Sie wird von uns allen das Beste fordern - unseren

Weitblick, unsere Hingabe, unseren Mut und unser Gemeinsamkeitsgefühl.
Es handelt sich um ein sorgfältig ausgewogenes Programm und hängt,
wenn es fair sein soll, von all seinen wichtigen Einzelbestandteilen ab.
Es wird ein Prüfstein für unsere grundlegende politische Stärke und
Fähigkeit sein.
Aber wir sind schon früher mit Herausforderungen fertig geworden, und
unsere Nation ist immer noch stärker daraus hervorgegangen.

Das ist die

Aufgabe vor der wir stehen - Sie hier im Kongreß, die Mitglieder meiner
Administration und die gesamte Bevölkerung unseres Landes.
sicher, daß wir gemeinsam erfolgreich sein werden.
+ + +

- 15 -

Ich bin

�Dokumentation
United States Information Service

10/1977

CARTER FORDERT DRASTISCHE ENERGIESPARMASSNAHMEN
Ansprache an das amerikanische Volk am 18. April 1977

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 18. April 1977 in
seinem zweiten sogenannten "Gespräch am Kamin" - diesmal von seinem Schreibtisch aus - das amerikanische Volk zu drastischen Energiesparmaßnahmen aufgerufen.

In einem wie er selbst eingangs sagte, "unangenehmen Gespräch" be-

reitete er die Öffentlichkeit auf seine am übernächsten Tag dem Kongreß vorgelegte neue Energiepolitik vor.
Die von allen Rundfunk- und Fernsehanstalten übertragene Ansprache des
Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich möchte heute abend mit Ihnen ein unangenehmes Gespräch über ein
Problem

führen, das in unserer

Geschichte ohne Beispiel dasteht.

Abgesehen

von der Verhütung eines Krieges stellt es die größte Aufgabe dar, der sich
unser Land zu unseren Lebzeiten gegenübersieht.

Die Energiekrise hat uns

nicht überwältigt, sie wird es aber tun, wenn wir nicht rasch handeln.
Sie

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D5300 Bonn-Bad Godesberg 1
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�Sie ist ein Problem, das wir nicht in einigen wenigen Jahren werden lösen können.

Es wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach bis Ende dieses Jahr-

hunderts immer mehr verschärfen.

Wir dürfen weder selbstsüchtig noch schüch-

tern sein, wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern eine brauchbare Welt
hinterlassen wollen.

Wir müssen einfach die Nachfrage nach Energie in Ein-

klang mit unseren rasch schwindenden Ressourcen bringen.

Wenn wir jetzt han-

deln, können wir über unsere Zukunft selbst bestimmen und brauchen nicht zuzulassen, daß die Zukunft über uns bestimmt.
In zwei Tagen werde ich dem Kongreß meine Energievorschiä'ge unterbreiten.
Seine Mitglieder werden meine Partner sein, und sie haben mir bereits viele
wertvolle Ratschläge erteilt.
Viele meiner Vorschläge werden unpopulär sein.

Einige werden von Ihnen

verlangen, Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen und Opfer zu bringen.
Das wichtigste Charakteristikum dieser Vorschläge besteht darin, daß
die Alternativen zu ihnen einer nationalen Katastrophe gleichkämen. Jeder
weitere Aufschub kann unsere Stärke und unsere Macht als Nation beeinträchtigen. Unsere Entscheidungen auf dem Energiesektor werden den Charakter des
amerikanischen Volkes und die Regierungsfähigkeit des Präsidenten und des
Kongresses auf die Probe stellen. Dieses schwierige Unterfangen wird das
"moralische Äquivalent des Krieges" sein - abgesehen davon, daß wir unsere
Anstrengungen zusammenfassen, um aufzubauen, und nicht, um zu zerstören.
Ich weiß, daß manche unter Ihnen zweifeln werden, ob wir überhaupt vor
einer echten Energieknappheit stehen. Die Schlangen vor den Tankstellen aus
dem Jahre 1973 sind verschwunden, und unsere Wohnungen sind wieder warm.
Unser Energieproblem ist aber heute schwieriger als es 1973 und selbst
noch vor einigen Wochen in der Starre des Winters war. Es ist deshalb schlimmer, weil es zu weiterer Verschwendung gekommen und noch mehr Zeit verstrichen
ist, ohne daß wir etwas für die Zukunftsplanung getan hätten. Und es wird
- 2 -

�wird jeden Tag schwieriger werden, wenn wir nicht endlich handeln.
Die Erdöl- und Erdgasvorkommen, von denen wir in unserer Energieversorgung zu 75 Prozent abhängig sind, nähern sich der Erschöpfung.

Trotz zuneh-

mender Anstrengung geht die heimische Produktion seit Jahren stetig um jährlich rund 6 Prozent zurück.
Jahren verdoppelt.

Die Einfuhren haben sich in den vergangenen fünf

Die Unabhängigkeit unserer Nation von wirtschaftlichen

und politischen Maßnahmen wird zunehmend eingeengt.

Wenn wir keine tiefgrei-

fenden Veränderungen bewirken, um unseren Ölverbrauch zu vermindern, wird es
nach unseren Erkenntnissen schon Anfang der achtziger Jahre dahinkommen, daß
die Welt nach mehr öl verlangt, als die Erde zu geben vermag.
Die Welt verbraucht gegenwärtig etwa 60 Millionen Barrel öl pro Tag,
und die Nachfrage steigt jährlich um etwa fünf Prozent. Das bedeutet, daß
wir, um auch nur Schritt zu halten, jedes Jahr ein neues Texas, alle neun Monate ein neues Nordalaska oder alle drei Jahre ein neues Saudi-Arabien brauchten. So kann es offensichtlich nicht weitergehen.
Wir müssen auf unsere Geschichte zurückblicken, um unsere Energieprobleme zu verstehen. Zweimal kam es in den letzten Jahrhunderten zu einer
Wende in der Art der Energienutzung.
Die erste erfolgte vor rund 200 Jahren:

Die Abkehr vom Holz, das bis

dahin etwa 90 Prozent des Brennstoffbedarfs gedeckt hatte, und die Hinwendung zur Kohle, die sich als weit effizienter erwies.

Dieser Wandel gab

die Basis für die industrielle Revolution ab.
Die zweite Wende erfolgte in diesem Jahrhundert mit dem wachsenden Einsatz von öl und Erdgas. Sie waren praktischer und billiger im Gebrauch als
Kohle, und die Vorräte schienen fast unbegrenzt. Sie machten das Zeitalter
des Automobils und Flugzeugs als Reisemittel möglich. So gut wie alle heute
Lebenden sind in diesem Zeitalter aufgewachsen und haben es nie anders gekannt.,
Weil
- 3 -

�Weil öl und Gas knapp zu werden beginnen, müssen wir uns rasch auf
einen dritten Wandel vorbereiten: Auf starke Einsparungen bei diesen Energiestoffen und die zunehmende Verwendung von Kohle und die Nutzung von erneuerungsfä'higen Energiequellen wie beispielsweise die Sonnenenergie.
Die Welt ist auf eine solche Zukunft nicht vorbereitet.

In den fünf-

ziger Jahren wurde zweimal so viel öl wie in den vierziger Jahren verbraucht,
und in den sechziger Jahren wiederum doppelt so viel wie in den fünfziger Jahren.

In jedem einzelnen dieser Jahrzehnte wurde mehr öl verbraucht als in

der ganzen vorausgegangenen Menschheitsgeschichte.
Der Weltverbrauch an öl steigt noch immer.

Würde diese steigende Ten-

denz in den siebziger und achtziger Jahren bei einer Steigerungsrate von jährlich fünf Prozent wie in der Vergangenheit beibehalten, wären bis Ende des
nächsten Jahrzehnts alle bekannten ölreserven in allen Teilen der Welt aufgebraucht.
Ich weiß, daß viele unter Ihnen vermuten, gewisse öl- und Gasvorkommen
seien bisher verheimlicht worden.

Sie können durchaus recht haben.

Aber Ihr

Mißtrauen gegen die ölgesellschaften kann die Tatsache nicht aus der Welt
schaffen, daß die Erdölvorräte zu Ende gehen.
Wir alle haben von den riesigen ölfeldern im Norden Alaskas gehört. In
einigen Jahren, wenn die ölförderung dort auf vollen Touren laufen wird,
dürfte sie gerade dem Zwei Jahreszuwachs unserer Energienachfrage entsprechen.
Jede neue Bestandsaufnahme der Welt-Erdölreserven hat sich bisher als beunruhigender erwiesen als die vorausgegangene. Die Erdölförderung kann vielleicht noch sechs bis acht Jahre steigen; aber zu irgendeinem Zeitpunkt in
den achtziger Jahren wird sie nicht mehr wesentlich erhöht werden können. Die
Nachfrage wird die Förderung übersteigen. Es gibt keinen Ausweg.
Wir
- 4 -

�Wir haben jedoch insofern eine Wahl, als wir uns klar machen können, wie
wir uns in den nächsten Jahren verhalten wollen. Jeder Amerikaner verbraucht
das Energieäquivalent von 60 Barrel öl pro Jahr,
schwenderischste Land der Erde„

Unser Land ist das ver-

Wir vergeuden mehr Energie als wir einführen.,

Bei etwa gleich hohem Lebensstandard verbrauchen wir etwa die doppelte Energiemenge pro Kopf der Bevölkerung wie andere Länder, darunter selbst Deutschland, Japan und Schweden,
Eine Alternative besteht darin, fortzufahren wie bisher. Wir können uns
so noch einige weitere Jahre dahintreiben lassen. Unser Ölverbrauch würde
dann Jahr für Jahr weiter steigen. Unsere Kraftfahrzeuge würden auch weiterhin zu groß und unwirtschaftlich sein. Dreiviertel derselben würden nach wie
vor nur einen Menschen - den Mann am Steuer - befördern, während unsere Massenverkehrsmittel weiterhin etwa 50 Prozent der dort anfallenden Wärme als Abwärme vergeuden würden. Wir können auch damit fortfahren, knaoDes öl und Erdgas zur Elektrizitätserzeugung zu verwenden und in diesem Prozeß zwei Drittel
des Heizwertes zu verschwenden.
Wenn wir nicht handeln, werden wir auf diese Weise gegen 1985 rund 33
Prozent mehr Energie verbrauchen als heute. Wir können unsere heimische Erzeugung nicht mehr wesentlich steigern, so daß wir gezwungen wären, doppelt
so viel Erdöl zu importieren als heute.
Die Lieferquellen werden unsicher sein, die Kosten werden weiter steigen. Vor sechs Jahren zahlten wir 3,7 Mrd. Dollar für unsere Erdöl Importe;
im vorigen Jahr waren es 36 Mrd. Dollar - oder fast zehnmal so viel; und dieses Jahr werden wir wahrscheinlich 45 Mrd. Dollar aufbringen müssen
Wenn wir nichts unternehmen, werden wir bis 1985 über 550 Mrd, Dollar
für die öleinfuhr aufwenden müssen - über 2500 Dollar für jeden Mann, für jede Frau und für jedes Kind in Amerika.

Zusätzlich zu diesem Geld werden wir

auch weitere Arbeitsplätze verlieren und immer anfälliger gegen Lieferunterbrechungen werden.
Heute
- 5 -

�Heute haben wir noch eine Wahl. Wenn wir aber länger zuwarten, werden
wir in ständiger Angst vor Lieferembargos schweben. Wir würden damit unsere
Freiheit gefährden, in außenpolitischen Fragen als souveräne Nation zu handeln.
Innerhalb von zehn Jahren wären wir dann nicht mehr in der Lage, öl in
ausreichenden Mengen einzuführen - aus keinem Land und auf keinen Fall zu einem annehmbaren Preis.
Wenn wir zuwarten und nicht handeln, werden sich unsere Fabriken außerstande sehen, unsere Leute angesichts rückläufiger Brennstofflieferungen weiter zu beschäftigen.

Allzuwenige Kraftwerke werden dann auf Kohle, den wich-

tigsten heimischen Energiestoff, umgestellt sein. Wir werden dann nicht bereit sein, unser Transportsystem mit kleineren und wirtschaftlicheren Kraftfahrzeugen und einem verbesserten Netz von Bussen, Bahnen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu betreiben.
Wir werden dann unter verstärkten Druck geraten, unsere Umwelt noch mehr
auszuplündern.

Wir werden dann ein Sofortprogramm zum Bau von noch mehr

Kernkraftwerken, zur Intensivierung des Tagebaus, zur Verbrennung noch größerer Kohlemengen und zur Erbohrung von noch mehr Ölquellen vor der Küste in
Angriff nehmen müssen, als dies notwendig sein wird, wenn wir heute schon mit
der Einsparung von Energiestoffen beginnen.
Die Inflation wird sich dann beschleunigen und die Produktion verlangsamen während immer mehr Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.
Es wird ferner ein noch härterer Wettbewerb unter den Völkern und unter
den einzelnen Regionen innerhalb des eigenen Landes ausbrechen.
Wenn wir es versäumen, umgehend geeignete Maßnahmen zu treffen, werden
wir einer wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Krise entgegen'
gehen, die unsere freien Institutionen gefährden könnte.
Wir

�Wir haben jedoch auch eine andere Möglichkeit.
beginnen, uns hierauf vorzubereiten.
deln, solange wir Zeit haben.

Wir können heute damit

Wir können uns entschließen, zu han-

Das genau ist das Konzept der Energiepolitik,

die wir am Mittwoch vorschlagen werden.
Unsere nationale Energieplanung stützt sich auf zehn grundlegende Prinzipien.
Das erste Prinzip besagt, daß wir eine wirksame und umfassende Energiepolitik nur dann betreiben können, wenn die Regierung die Verantwortung übernimmt und wenn das Volk den Ernst der Herausforderung begreift und bereit
ist, die erforderlichen Opfer zu bringen.
Das zweite Prinzip postuliert, daß ein gesundes Wirtschaftswachstum anhalten muß. Nur bei entsprechenden Einsparungen an Energie können wir unseren
Lebensstandard aufrechterhalten und unserem Volk genügend Arbeitsmöglichkeiten
bieten. Ein wirksames Energiesparprogramm wird Hunderttausende neuer Arbeitsplätze schaffen.
Das dritte Prinzip betrifft den notwendigen Schutz unserer Umwelt. Unsere Energieprobleme haben dieselben Ursachen wie unsere Probleme auf dem Gebiet des Umweltschutzes: die verschwenderische Nutzung natürlicher Ressourcen.
Deren Konservierung gestattet es uns, beide Probleme in einem Zuge zu lösen.
Das vierte Prinzip besagt, daß wir unsere Verwundbarkeit bei möglicherweise verheerenden Liefersperren verringern müssen.

Wir können uns selbst von

ungewissen Zulieferungen unabhängig machen, indem wir unseren ölbedarf durch
eine möglichst weitgehende Inanspruchnahme reichlich vorhandener Energiestoffe
wie Kohle und die Anlage strategischer Erdölreserven vermindern.
Der fünfte Grundsatz beinhaltet die Forderung, fair zu sein. Unsere Lösungen müssen jeder Region, jeder Bevölkerungsschicht und jeder Interessengruppe etwa gleich große Forderungen auferlegen. Die Industrie wird ihren
- 7 -

�ihren Teil zu den Energieeinsparungen ebenso beisteuern müssen wie dies von
den Verbrauchern erwartet werden wird.

Auch die Energieproduzenten verdie-

nen eine faire Behandlung; wir werden es aber nicht zulassen, daß die ölgesellschaften die eigentlichen Nutznießer sein werden.
Das sechste Prinzip, das eigentliche Fundament unserer Politik, läuft
darauf hinaus, die Nachfrage durch Einsparungsmaßnahmen zu senken.

Unsere

nachdrückliche Betonung von Einsparungen markiert einen eindeutigen Unterschied zwischen diesem Plan und früheren Plänen, die lediglich zu erhöhten
Förderungsleistungen anspornen sollten.

Die Einsparung von Energie ist die

rascheste, billigste und praktischste Energiequelle.

Die Einsparung von

Energie ist auch die einzige Methode, mittels derer wir ein Barrel Rohöl für
ein paar Dollar kaufen können; ein Barrel ül zu verschwenden, aber kostet
13 Dollar.
Das siebte Prinzip bestimmt, daß die Preise für Energie im allgemeinen
den tatsächlichen Gegenwert derselben widerspiegeln müssen. Es hieße uns
selbst betrügen, wenn wir die Energiekosten künstlich niedrig halten und somit mehr Energie verbrauchen würden, als wir uns tatsächlich leisten können.
Das achte Prinzip entspricht der Auffassung, daß die staatliche Politik vorhersagbar und sicher sein muß. Sowohl die Verbraucher als auch die
Produzenten verlangen nach einer Politik, auf die sie in ihrer Planung für morgen zählen können. Das ist einer der Gründe, warum ich gemeinsam mit dem
Kongreß ein neues Energieministerium zu errichten beabsichtige, das über 50
Behörden ersetzen soll, die gegenwärtig gewisse Kontrollbefugnisse auf dem
Energiesektor ausüben.
Das neunte Prinzip bestimmt, daß wir bei solchen Brennstoffen sparen
müssen, die selten vorkommen und in erster Linie solche verwenden sollten,
die in größeren Mengen verfügbar sind. Wir können nicht damit fortfahren,
öl und Gas zur Deckung von 75 Prozent unseres Energiebedarfs heranzuziehen,
während sie nur sieben Prozent unserer gesamten heimischen Energiereserven dar-

�darstellen.

Wir müssen auf die reichlich vorhandene Kohle zurückgreifen

und gleichzeitig Vorkehrungen zum Umweltschutz treffen und strengere Sicherheitsmaßstä'be bezüglich der Kernenergie einführen.
Das zehnte Prinzip erfordert, daß wir umgehend damit beginnen, neue unkonventionelle Energiequellen zu erschließen, auf die wir uns im nächsten
Jahrhundert stützen können.
Von diesen zehn Grundsätzen, gingen wir auch bei der Entwicklung der Politik aus,die ich Ihnen und dem Kongreß am Mittwoch unterbreiten werde.
Unser Energieplan wird auch eine Reihe spezifischer Ziele einschließen,
an Hand derer sich der Fortschritt in Richtung auf ein stabileres Energiesystem bemessen lassen wird.
Folgende Ziele werden für 1985 festgesetzt:
- Die Jahreswachstumsrate unseres Energiebedarfs auf einen Satz von weniger als zwei Prozent zu senken.
- Den Benzinverbrauch gegenüber dem derzeitigen Bedarf um zehn Prozent
zu kürzen.
- Den Anteil des Importöls am amerikanischen Ölverbrauch um die Hälfte
zu kürzen - von potentiell 16 Millionen Barrel pro Tag auf nur sechs Millionen
Barrel pro Tag.
- Eine strategische Erdölreserve von einer Milliarde Barrel oder mehr als
einem Halbjahresbedarf zu errichten.
- Unsere Kohleförderung um etwa zwei Drittel auf über eine Milliarde
Tonnen im Jahr zu steigern.
- 90 Prozent aller amerikanischer Wohnungen und sämtliche Neubauten
wärmezuisolieren.
- Die Sonnenenergie in über zweieinhalb Millionen Häusern zu nutzen.
Wir
- 9 -

�Wir werden den Fortschritt in Richtung auf diese Zielsetzungen Jahr
für Jahr analysieren.

Unser Plan sieht noch strengere Einsparungsmaßnahmen

für den Fall vor, daß die gesteckten Ziele nicht erreicht werden.
Ich kann Ihnen nicht sagen, daß diese Maßnahmen leicht fallen werden,
und sie werden auch nicht populär sein.

Nach meinem Dafürhalten werden sich

jedoch die meisten unter Ihnen darüber im klaren sein, daß eine Politik, die
keine Änderungen und Opfer erforderlich macht, keine erfolgreiche Politik sein
kann.
Dieser Plan ist von entscheidender Bedeutung für unsere Bestrebungen,
die Arbeitsplätze zu sichern, die Umwelt zu schützen, unseren Lebensstandard
zu erhalten und für die Zukunft zu sorgen.
Ob dieser Plan wirklich etwas verändert, wird sich nicht hier in
Washington, sondern in jeder Stadt, Fabrik und Familie wie auch auf jeder
Fernstraße und jeder Farm entscheiden.
Nach meinem Dafürhalten handelt es sich hier um eine positive Herausforderung. An den Veränderungen, die wir zu bewirken hoffen, haftet etwas
typisch und spezifisch Amerikanisches. Wir waren in unserer gesamten Geschichte immer stolz, ein zu Leistungen fähiges Volk zu sein. Wir waren immer stolz auf unseren Einfallsreichtum und unser Geschick bei der Lösung
amerikanischer Probleme. Wir brauchen diese Leistungsfähigkeit und diesen
Ideenreichtum heute mehr denn je.
Wir waren stolz auf unsere führende Rolle in der Welt. Nunmehr haben
wir Gelegenheit, der Welt abermals ein positives Beispiel zu geben.
Und wir waren immer stolz auf unsere Zukunftsvorstellungen.

Wir hatten

immer den Wunsch, unseren Kindern und Kindeskindern eine Welt zu hinterlassen,
die ihnen reichere Möglichkeiten bietet, als sie uns zu Gebote standen. Unsere Kinder sind es, für die wir heute Vorsorge treffen müssen.
- 10-

Sie sind

�sind diejenigen, die am meisten darunter leiden würden, wenn wir nicht handeln.
Ich habe Ihnen hier einige der Prinzipien meines Plans dargelegt.
Ich bin sicher, daß jedem unter Ihnen irgendetwas an den Einzelheiten
unserer Vorschläge mißfallen wird.

Dieser Plan verlangt von Ihnen, daß Sie

Opfer bringen und Veränderungen in Ihrem Lebensstil hinnehmen.

Gewiß, die

Opfer werden schmerzlich sein - aber das ist jedes einigermaßen sinnvolle
Opfer.

Sie werden zu manchen Kostensteigerungen führen und manche größere

Unbequemlichkeiten für jedermann

mit sich bringen.

Die Opfer werden aber nur allmählich gefordert werden und realistisch
und notwendig sein. Allem voran werden sie fair sein. Niemand wird einen
unangemessenen Vorteil aus diesem Plan ziehen können, und niemand wird gezwungen sein, einen ungebührlichen Anteil an seinen Lasten zu tragen. Wir
werden die Daten, die uns die öl- und Erdgasgesellschaften zugängig machen,
genau prüfen, um zu erfahren, wieviel sie tatsächlich produzieren, welche
Vorräte und Reserven sie besitzen und welche Gewinne sie machen.
Bürger, die darauf bestehen, riesige und übermotorisierte Kraftfahrzeuge
zu fahren, können sicher sein, daß sie für diesen Luxus künftig mehr als bisher bezahlen müssen.
Wir müssen damit rechnen, daß sämtliche Interessengruppen in unserem
Land jeweils den Teil dieses Plans angreifen werden, der sie unmittelbar betrifft. Sie werden erklären, daß Opfer gut seien, solange andere sie bringen, daß aber das ihnen abverlangte Opfer unvernünftig, unfair und dem Lande
abträglich wäre. Wenn sie damit Erfolg haben, wäre den normalen Bürgern, die
in keiner Interessengruppe organisiert sind, eine Bürde aufgelastet, unter
der sie zusammenbrechen müßten.
Es
- 11 -

�Es gibt nur einen Maßstab für dieses Programm: den Nutzen für unser Land.
Andere Generationen von Amerikanern fanden sich vor große Herausforderungen gestellt und sie haben sie bewältigt.

Ich vertraue darauf, daß die

Lösung dieser Aufgabe unser eigenes Leben bereichern wird.

Wenn Sie sich

uns anschließen und im Geiste des Patriotismus und des Mutes mit uns zusammenarbeiten, werden wir den Beweis liefern, daß unsere große Nation die Welt
in ein Zeitalter des Friedens, der Unabhängigkeit und der Freiheit zu führen
vermag.

- 12 -

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