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                  <text>r

l

31
3

Information
und
Dokumentation

I

United States Information Service

15. A p r i l 1977
INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung Präsident Carters zur Kernenergiepolitik vom 7. April 1977
- Wortlaut Carter erläutert seine Kernenergiepolitik
- Pressekonferenz vom 7. April 1977 INFORMATION
Interhospital '77
- US-Gemeinschaftsschau vom 7. bis 10. Juni 1977 WIRTSCHAFT
Blumenthal: Mindestens drei Jahre Prosperität
- Interview mit dem amerikanischen Finanzminister HINTERGRUNDMATERIAL
Die Begrenzung der Kernwaffen: Ein 30jähriges Bemühen
Von Alexander M. Süllivan

Um Über/endung von
Belegexemplaren uilrd
gebeten

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�Dokumentation

E H m\
r^

United States Information Service

8/1977

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS ZUR KERNENERGIEPOLITIK
VOM 7. APRIL 1977
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat am 7. April 1977 eine Erklärung zur Kernenergiepolitik der Vereinigten Staaten abgegeben, die ein
Sieben-Punkte-Programm enthält.

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

"Es gibt heute kein schwerer zu lösendes Dilemma als das im Zusammenhang
mit der Anwendung der Kernkraft. Viele Länder betrachten die Kernenergie
als die einzige reelle Chance, zumindest in diesem Jahrhundert, die Abhängigkeit ihres wirtschaftlichen Wohlergehens vom ausländischen öl zu
verringern - eine Energiequelle von unsicherer Verfügbarkeit, steigenden
Preisen und schließlicher Erschöpfung. Die Vereinigten Staaten verfügen
im Gegensatz dazu über eine große einheimische Energiequelle - Kohle aber ihre Verwendung hat auch ihre Nachteile, und auch unsere Pläne sehen
die Verwendung von Kernkraft als einen Anteil an unserer Energieproduktion
vor.
Die

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�r

Die Vorteile der Kernenergie sind also sehr real und praktisch.

Aber

die weltweite Verwendung von Kernkraft ist mit einem ernsthaften Risiko
verbunden - dem Risiko, daß Komponenten des Kernkraftprozesses dazu
verwandt werden, Atomwaffen herzustellen.
Wir haben einen wichtigen Schritt zur Verringerung des Risikos der
Ausweitung des Besitzes von Atomwaffen durch den Atomwaffensperrvertrag Nonproliferationsvertrag - unternommen, in dem über 100 Nationen übereingekommen sind, keine solchen Sprengkörper herzustellen.
noch weiter gehen.

Aber wir müssen

Die Vereinigten Staaten sind zutiefst besorgt über die

Folgen einer weiteren Ausbreitung von Kernwaffen oder der Fähigkeit zu
ihrer Herstellung für alle Nationen. Wir sind der Überzeugung, daß diese
Risiken durch eine weitere Verbreitung sensitiver Technologien, die den
direkten Zugang zu Plutonium, hochangereichertem Uran oder anderem für
die Waffenherstellung verwendbarem Material nach sich ziehen, gewaltig
erhöht werden.

Die Frage, mit der ich mich seit meinem ersten Tag im

Amt befaßt habe, ist die, wie das erreicht werden kann, ohne auf die greifbaren Vorteile der Kernkraft zu verzichten.
Wir stehen vor dem Abschluß einer überaus gründlichen Überprüfung all
der Fragen, die in Bezug auf die Nutzung der Kernkraft relevant sind.

Wir

sind zu dem Schluß gekommen, daß die bedenklichen Konsequenzen einer Proliferation und die direkten Auswirkungen auf Frieden und Sicherheit - aber
auch gewichtige wissenschaftliche und wirtschaftliche Gründe - folgende
Schritte erfordern:
- Eine wesentliche Umgestaltung der amerikanischen Kernenergiepolitik
und Kernenergieprogramme im eigenen Lande, und
- die vereinte Anstrengung aller Nationen, bessere Antworten auf die
Probleme und Risiken zu finden, die sich mit einer verstärkten Nutzung
der Kernkraft ergeben.
Ich
- 2 -

_-

�Ich gebe heute einige meiner Entscheidungen bekannt, die sich aus dieser
Untersuchung ergeben haben.
Erstens, wir werden die kommerzielle Wiederaufbereitung und Wiederverwendung des in den amerikanischen Kernkraft-Programmen erzeugten Plutoniums
auf unbestimmte Zeit aufschieben.

Aus unserer eigenen Erfahrung sind wir

zu dem Schluß gekommen, daß ein funktionsfähiges und wirtschaftliches
Kernkraftprogramm ohne eine solche Wiederaufbereitung und Wiederverwendung
in Gang gehalten werden kann.

Die Anlage bei Barnwell (Slid-Karolina) wird

vom Bund weder Unterstützung noch finanzielle Hilfe für ihren Ausbau als
Wi ederaufbereitungsanlage erhalten.
Zweitens, wir werden das amerikanische Programm für Brutreaktoren umgestalten, um Alternativvorschlägen für Brutreaktoren Priorität einzuräumen
und den Zeitpunkt hinauszuschieben, an dem Brutreaktoren kommerziell genutzt
werden.
Drittens, wir werden die Finanzierung der amerikanischen Kernforschungsund Entwicklungsprogramme so abändern, daß unsere auf alternative Kernbrennstoffzyklen gerichteten Forschungsbemühungen, die keinen direkten Zugang
zu für Kernwaffen verwendbaren Materialien bieten, beschleunigt werden.
Viertens, wir werden die amerikanische Produktionskapazität für angereichertes Uran steigern, um Kernbrennstoffe für den eigenen Bedarf und für
den Bedarf des Auslandes ausreichend und rechtzeitig verfügbar zu machen.
Fünftens, wir werden die notwendigen legislativen Maßnahmen vorschlagen,
um den Vereinigten Staaten die Möglichkeit zu geben, Kontrakte über die
Lieferung von Kernbrennstoffen anzubieten und die Lieferung dieser Kernbrennstoffe an andere Länder zu garantieren.
Sechstens

�/-

Sechstens, wir werden das Embargo für den Export von Ausrüstungen und
Technologien, die die Anreicherung von Uran und die chemische Wiederaufbereitung ermöglichen würden, weiterhin beibehalten.
Siebtens, wir werden sowohl mit den Liefer- als auch den Empfängerländern weiterhin über einen weiten Bereich internationaler Konzeptionen
und Systeme diskutieren, die es allen Nationen gestatten werden, bei
gleichzeitiger Verringerung der Weiterverbreitung der Möglichkeit zur Herstellung nuklearer Sprengstoffe ihre Ziele in der Energiepolitik zu erreichen.
Unter anderem werden wir die Möglichkeiten für die Erstellung eines Auswertungsprogrammes für Kernbrennstoffzyklen sondieren, das auf die Entwicklung alternativer Brennstoffzyklen und eine Reihe unterschiedlicher
internationaler und amerikanischer Maßnahmen abzielt, die all den Nationen
den Zugang zu Kernbrennstoffvorräten und der Lagerung von verbrauchtem
Brennmaterial gewährleisten sollen, die gemeinsam die Ziele der Nonproliferation teilen.
Wir werden weiterhin mit einer Reihe von Regierungen sehr enge Konsultationen über die wünschenswertesten multilateralen und bilateralen
Abmachungen führen, durch die sichergestellt wird, daß die Kernenercie in
schöpferischer Weise für friedliche wirtschaftliche Ziele mobilisiert wird.
Es ist unser Ziel, durch systematische und gründliche Konsultationen eine
umfassendere internationale Zusammenarbeit hinsichtlich dieser lebenswichtigen Frage zu entwickeln."

+ + + + +

- 4 -

�I

ms

r^

Dokumentation

ö

United States Information Service

8/1977

CARTER ERLÄUTERT SEINE KERNENERGIEPOLITIK
- Pressekonferenz vom 7. April 1977 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat auf einer Pressekonferenz am
7. April 1977 seine kurz zuvor veröffentlichte Erklärung zur KernenergieDolitik der Vereinigten Staaten näher erläutert.

In einer einleitenden

Erklärung ging er zunächst kurz auf sein Konjunkturprogramm für die
amerikanische Wirtschaft ein, um dann zur Nuklearpolitik überzuleiten.
Die Pressekonferenz hat folgenden Wortlaut:
"Guten Morgen, ich möchte heute auf zwei Punkte eingehen und bin dann
bereit, einige Fragen zu beantworten.
Der eine Punkt bezieht sich auf die Wirtschaft und die Notwendigkeit,
das Konjunkturprograr"1 weiterhin mit Nachdruck zu verfolgen.

Nach allen uns

gegenwärtig zur Verfügung stehenden Unterlagen werden wir für das laufende
Haushaltsjahr - das Haushaltsjahr 1977 - zusammengenommen ein Ausgabenminus
plus einem Einnahmeneingang über den erwarteten Betrag von rund 10 Milliarden
Dollar hinaus haben.

Mit anderen Worten, wir haben 1977 etwa 10 Milliarden

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�•

Milliarden Dollar mehr vom amerikanischen Steuerzahler eingenommen, als
wir an Ausgaben angesetzt haben.
Ich bin unbedingt der Meinung, daß dieses Geld an den amerikanischen
Steuerzahler zurückfließen sollte. Wir brauchen es, damit die Wirtschaft
ihre gegenwärtige Stärke aufrechterhalten kann, und der einzige gerechte
Weg, den ich sehe, wäre die bereits vorbereitete Steuerrückzahlung von
im Durchschnitt 50 Dollar pro Person.

Das wären, wie ich bereits früher

gesagt habe, rund 30 Prozent der Einkommensteuer für das Jahr 1976 für
eine Familie mit einem Einkommen von rund 10 000 Dollar pro Jahr.
Der zweite Punkt, den ich anführen möchte, ehe ich Fragen beantworte,
betrifft die Bemühungen der Vereinigten Staaten, die Ausbreitung der Fähigkeit zur Herstellung von Kernsprengstoffen unter Kontrolle zu bringen.
Bereits vor 30 Jahren machte unsere Regierung bei den Vereinten Nationen
den Vorschlag, strikte internationale Kontrollen über Kernbrennstoffe
auszuüben - vor allem aber über solche, aus denen man Sprengstoffe herstellen könnte.
Während des Präsidentschaftswahl kämpfes forderten wir beide, ich und
Präsident Ford, strikte Kontrollen über Kernbrennstoffe, um eine Weiterverbreitung - eine weitere Proliferation - der Fähigkeit zur Herstellung
von Kernsprengstoffen zu verhindern.
Das schwierigste Dilemma, dem wir heute gegenüberstehen, ergibt sich im
Zusammenhang mit der Anwendung der Atomkraft. Viele Länder sehen in der
Atomkraft ihre einzige reale Chance, um mit den schwindenden öl beständen,
dem steigenden öl preis und der schließlichen Erschöpfung der öl- und Erdgasvorkommen fertig zu werden.
Unser Land ist da in einer etwas besseren Lage. Wir haben unsere
eigenen Ölvorkommen, und wir besitzen sehr umfangreiche Kohlenreserven.
Aber auch die Kohle hat ihre Grenzen. So werden auch wir weiterhin die
- 2 -

�die Atomkraft als Beitrag zu unserer Gesamtenergieerzeugung verwenden.
Die Vorteile der Kernkraft, vor allem für einige ausländische Staaten,
die weder über eigenes öl noch eigene Kohle verfügen, sind sehr konkret und
entscheidend wichtig.

Aber mit der Verwendung von Kernbrennstoffen ist

ein schwerwiegendes Risiko verbunden - das Risiko, daß Komponenten dieses
Energieerzeugungsprozesses dazu verwandt werden, Sprengstoffe oder Atomwaffen zu erzeugen.
Wir haben vor einigen Jahren mit der Durchsetzung des Atomwaffensperrvertrages (NonproliferationsVertrages), der inzwischen von annähernd 100
Staaten unterzeichnet wurde, einen wichtigen Schritt zur Verringerung dieses
Risikos getan. Aber wir müssen noch weitergehen.
Wir haben vor kurzem erlebt, daß Indien einen Sprengsatz entwickelte,
der aus einer friedlichen Kernkraftanlage gewonnen wurde, und wir wissen,
daß einige andere Staaten sehr bald ebenfalls zu den Mächten gehören werden,
die über Kernsprengstoffe verfügen.
Die Vereinigten Staaten sind tief besorgt über die Folgen der unkontrollierten Weiterverbreitung dieser Kapazität zur Erzeugung von Kernwaffen. Wir können anderen Ländern nichts vorschreiben. Aber wir sind
der Ansicht, daß diese Risiken durch eine weitere Verbreitung von Wiederaufbereitungsanlagen für den verbrauchten Kernbrennstoff, aus dem Sprengstoffe gewonnen werden können, gewaltig vergrößert werden würden.
Plutonium ist besonders giftig, und natürlich können angereichertes
Uran, Thorium und andere Metalle ebenfalls verwendet werden.
Wir stehen jetzt vor dem Abschluß einer äußerst gründlichen Überprüfung
unseres eigenen Kernkraftprogrammes. Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß
sich aus unserer eigenen Nachlässigkeit im Umgang mit diesen Materialien
und der Weiterverbreitung ihrer Anwendung durch andere Länder sehr schwer- 3 -

�schwerwiegende Konsequenzen ergeben können, und wir sind überzeugt, daß
es gewichtige wissenschaftliche und wirtschaftliche Gründe dafür gibt, daß
die Zeit für eine Änderung gekommen ist.
Daher werden wir in der Kernenergiepolitik und den Kerneneroieprogrammen
der Vereinigten Staaten im eigenen Lande eine wesentliche

Änderung vornehmen,

die ich heute bekanntgebe.
Wir werden gemeinsam mit allen anderen Ländern eine konzertierte
Anstrengung unternehmen, um bessere Antworten auf die Probleme und Risiken
der nuklearen Proliferation zu finden, und ich möchte hier einige Dinge
aufzählen, die wir speziell vorhaben.
Als erstes werden wir die kommerzielle Wiederaufbereituno und Wiederverwendung des in den amerikanischen Kernkraftprogrammen erzeugten
Plutoniums auf unbestimmte Zeit aufschieben.

Aus unserer eigenen Erfahrung

sind wir zu dem Schluß gekommen, daß ein funktionsfähiges und wirtschaftliches Kernkraftprogramm auch ohne eine solche Wiederaufbereitung und
Wied'"Verwendung von Plutonium au1rechterhalten werden kann.

So wird

beispielsweise die Anlage in Barnwell (Sud-Karohna) vom Bund weder
Unterstützung noch finanzielle Hilfe für ihren Ausbau als Wiederaufbereitungsanlage erhalten.
Zweitens, wir werden das amerikanische Programm für Brutreaktoren umgestalten, um Alternativen, d. h. Brutreaktoren, die nicht mit Plutonium
arbeiten, größere Priorität einzuräumen und den Zeitpunkt hinauszuschieben.
an dem Brutreaktoren kommerziell genutzt werden.
Wir werden die Forschung und Entwicklung nicht erstellen, aber wir
werden uns vom Plutonium abwenden u?id die Abhängigkeit vom Brutreaktor für
kommerzielle Zwecke hinausschieben,
Drittens

�Drittens, wir werden die Finanzierung der amerikanischen Kernforschungs- und Entwicklungsprogramme so lenken, daß unsere auf alternative Kernbrennstoffzyklen gerichtete Forschungen, die keinen direkten
Zugang zu für Kernwaffen verwendbaren Materialien bieten, beschleunigt
werden.
Viertens, wir werden die amerikanische Produktionskapazität für
Kernbrennstoffe, vor allem für angereichertes Uran, steigern, um andere
Länder, die sie brauchen, ausreichend und rechtzeitig mit Kernbrennstoffen versorgen zu können, damit sie es nicht notwendig haben oder ermutigt werden, ihre eigenen Materialien wieder aufzubereiten.
Fünftens, wir werden dem
Schritte vorschlagen, die es
zu unterzeichnen und anderen
verfügen, das Verlangen nach
abzunehmen.

Kongreß die notwendigen gesetzgeberischen
uns erlauben, diese Versorgungsve^träge
Ländern, die nicht über diese Fähigkeiten
Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen

Sechstens, wir werden das Embargo für den Export von Ausrüstungen
oder Technologien, die die Anreicherung von Uran und die chemische
Wiederaufbereitung ermöglichen würden, weiterhin beibehalten.
Siebtens, wir werden sowohl mit den Liefer- als auch mit den Empfängerländern weiterhin über einen weiten Bereich internationaler Konzeptionen
und Systere diskutieren, die es allen Nationen gestatten werden, bei gleichzeitiger Verringerung der Weiterverbreitung der Möglichkeit zur Entwicklung nuklearer Sprengstoffe ihren eigenen Energiebedarf zu decken.
Ein weiterer Punkt, der im Rahmen internationaler Verhandlungen
festgehalten werden müßte, ist die Tatsache, daß wir dazu beitragen
müssen, Mittel und Wege für die Lagerung von verbrauchtem Kernbrennstoff zu
finden, der hochexplosiv und hoch radioaktiv ist.
Ich

�Ich habe sehr eng und persönlich mit einigen der führenden ausländischen Staatsmänner zusammengearbeitet, die in die von uns getroffenen
Entscheidungen stark involviert sind.

Wir versuchen nicht, solchen

Ländern wie Japan, Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik
Deutschland, die bereits über Wiederaufbereitungsanlagen in Betrieb
verfügen (oder bald verfügen werden), unseren Willen aufzuzwingen.
Sie haben einen besonderen Bedarf, den wir nicht haben, weil ihnen
keine eigenen Erdölprodukte zur Verfügung stehen.

Wir hoffen .iedcch, daß

sie sich uns anschließen werden, und ich bin überzeugt, daß sie sich
uns anschließen werden, wenn es gilt, eine weltweite Einsicht zu
schaffen, daß die weitere Ausbreitung der Fähigkeit zur Herstellung
nuklearer Sprengstoffe eine außerordentliche Gefahr mit sich bringt.
Ich bin jetzt gerne bereit, einige Fragen zu beantworten.
Frage: Die vorige Administration hat einen Vorschlag gemacht,
regionale Aufbereitungsanlagen einzurichten. Manche Leute glauben, hier
werde der Nachdruck auf die falsche Sache gelegt. Bedeutet das, daß
Sie nicht für regionale AufbereitungsZentren eintreten, und zweitens, wären
Sie gewillt, die Versorgung eines Landes, das die nukleare Schwelle überschreitet, mit jeder Art von nuklearem Material einzustellen?
Antwort: Ich kann heute beide Fragen noch nicht beantworten.

Ich

habe in den letzten Tagen eingehende Gespräche "n't Ministerpräsident
Fukuda, mit Bundeskanzler Schmidt und auch mitPrenierminister Callaghan
geführt, wie diese Art Probleme gemeinsam in Angriff genommen werden
könnten.
Es liegt auf der Hand, daß die kleineren Länder, diejenigen, die heute
arbeitende Atomkraftwerke haben, einen Ort brauchen, wo sie ihren abgebrannten Brennstoff lagern oder wiederaufbereiten lassen können.

Und ich

glaube, wir werden sehr wahrscheinlich eine Aufrechterhaltung der Wieder-

�Wiederaufbereitungskapazität in ienen Ländern erleben, die ich oerade
genannt habe, und vielleicht auch in anderen.
Wir haben in unserem eigenen Lande diese Erfordernisse nicht.

Es ist

eine Option, die wir noch auf viele, viele Jahre in die Zukunft werden
prüfen müssen.
Aber ich hoffe, daß wir durch dieses einseitige Handeln eine Norm
setzen können und daß jene Länder, die heute ni H über Wiederaufbereitungsanlagen verfügen, diese Kapazität in Zukunft nich erwerben
werden.
Regionale Anlagen unter strikter internationale Kontrolle sind
offensichtlich eine Option, die wir erwägen würden.
Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen.

Wenn wir zu der

R

Überzeugung gelangen sollten, da die Lieferung von Atombrennstoff an
ein Land erfolgt, das nicht unsere Verpflichtung zur Nonproliferation
teilt, dann würden wir diesen Brennstoff nicht liefern.
Frage: Herr Präsident, dies beinhaltet die Zusicherung - und Sie hatten
vorhin davon gesprochen - einer qarantierten und angemessenen Lieferung angereicherten Urans anstelle des benötigten Plutoniums. Denken Sie dabei
auch an irgendeine Art von Preisgarantien für Entwicklungsländer und für
ärmere Nationen, damit die Lieferungen nicht nur sichergestellt wären,
sondern auch zu einem vernünftigen Preis erfolgten für den Fall, caf
aus fehlender Wiederaufbereitung die Preise steigen würden?
Antwort: Ich weiß nicht, wie die Uranpreise in Zukunft sein werden.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird etwa ein Drittel des von uns produzierten
angereicherten Urans exportiert, ein Drittel etwa fließt in unseren eigenen
Verbrauch und etwa ein Drittel wird gelagert.
In
- 7 -

�In den letzten Jahren wurden die Planungen hinsichtlich des Baus
von Atomkraftwerken in unserem 'ande in etwa fortgeführt. Andere üinder
allerdings gehen immer stärker den Weg zu Atomkraftwerken.

Aber zum

gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich Ihnen nicht sagen, daß wir einen Preis
für Uranbrennstoff garantieren werden, der unter unseren eigenen Produktionskosten liegt; das wäre eine Frage von Verhandlungen - vielleicht
sogar auf der Basis von Verhandlungen mit den einzelnen Ländern.
Meiner Meinung nach wäre ein Standardpreis vorzuziehen; aber wir
könnten sehr wohl auch einem bestimmten Land, das nicht über die erforderlichen Mittel verfügt oder sehr eng mit uns befreundet ist oder
mit uns in dieser Angelegenheit zusammengearbeitet hat, irgendeine
finanzielle Unterstützung gewähren, um den Ankauf zu erleichtern.
Frage: C!e haben während des vergangenen Jahres wiederholt erklärt,
daß Sie eine Wel -energiekonferenz einzuberufen hofften, auf der diese
Frage wie auch andere Angelegenheiten erörtert werden könnten.

Rechnen

Sie damit, daß dies fn absehbarer Zeit der Fall sein könnte?
Antwort: Die Frage der Atomkraftwerke, die Handhabung abgebrannter
Kernbrennstoffe sowie die Begrenzung der Möglichkeit, da': neue Ländedie Kapazität erwerben, nukleare Explosivstoffe zu entwickeln,werden
auf der Tagesordnung der Gespräche stehen, die Anfang Mai in London
stattfinden. Und dies wird für uns ein kontinuierlicher Prozeß sein.
Ich darf hinzufügen, daß Außenminister Vance diese Frage auch
während seines jüngsten Besuches in Moskau mit den sowjetischen Stellen
erörtert und sie ersucht hat, sich uns in dem Bemühen anzuschließen, die
Konzeption der Nichtweiterverbreitunn zu fördern.

Ihre Antwort war

günstig. Abei dies wird längerer Verhandlungen bedürfen, und ich kann
nicht voraussagen, was die rrneDnisse. solcher Verhandlungen sein werden.
Natürlich hoffen wir, daß sie auf alle Länder der Welt anwendbar sein
werden.
Frat;c.
- 8 -

�Frage: Bedeutet die Änderung unseres einheimischen Pro'&lt;rammes, daß
Sie den Bau des Brutreaktors am Clinch River in Tennessee nicht
genehmigen werden?
Antwort: Der Clinch River-Brutreaktor wird als solcher nicht
fertiggestellt.

In meinen Haushaltsempfehlungen an den Kon&lt;iref&lt; haben

wir - ich erinnere mich nicht an die ronaue Zahl • das Plutonium-Brutreaktorprogramm, das Flüssigmetall-Schneilbrüterpronramn, um etwa
250 Millionen Dollar gekürzt.
Ich b-»n der Meinung, wir sollten mit dem Brutreaktor-Pronramm auf einer
experimentellen Basis fortfahren - Forschung und Entwicklung - aber unr
nicht annähernd so schnell auf irgendeine Art kommerzieller Nutzung
zu bewegen.
Natürlich sind wir auch besorgt über die nachteilicen wirtschaftlichen
Auswirkungen dieser Änderungen. In den Gebieten, in denen derzeitig
bestehende Arbeitsmöglichkeiten verloren gehen, werden wir im Zune
der Ausweitung unserer Kapzitäten zur Brennstoffherstellung mittels
neuer technischer Verfahren statt des bisherigen Gas^usionsprozesses etwa durch Verwendung von Zentrifugen und Laserstrahlen -- bemüht sein,
die entsprechenden Anlagen im Laufe der Zeit dort anzusiedeln.
Dies ist ein sehr langsamer Prozeß wie im Raum von Clinch River, wo
diese nachteiligen Auswirkungen auftreten könnten.
Frage: Herr Präsident, heißt das, daß Kanada, das Kernkrafteinrichtungen
an Frankreich und andere verkauft, und Frankreich, das ebenfalls an
andere verkauft - heißt das, daß wir diese anderen Länder beliefern
werden, damit sie nicht mehr Kraft(anlagen) herstellen?
Antwort:

�Antwort: Ich möchte meinen, daß die beiden Länder, die sich den
von uns ausgesprochenen Verpflichtungen am meisten nähern und uns
auf diesem Gebiet sogar noch voraus sind, Kanada - vielleicht wegen
der unglücklichen Erfahrung mit Indien - und Australien gewesen sind.
Beide Länder besitzen, so wie wir, selber beträchtliche Kernbrennstoffvorräte.
Ich möchte hoffen, daß wir mit anderen Ländern eine enge wechselseitige Beziehung entwickeln können, um den Aspekt der Konkurrenz aus
der Frage der Wiederaufbereitung auszuschalten.

Offensichtlich wird

es weiterhin einen Wettbewerb zwischen unserem eigenen Land, Kanada,
Frankreich, Deutschland und England beim Verkauf von Atomkraftanlagen
als solchen geben.

Es müßte eine klare Unterscheidung getroffen werden

zwischen der legitimen und notwendigen Verwendung von Uran und anderen
angereicherten Brennstoffen zur Elektrizitätserzeugung einerseits und
dem Verbot der Verwendung dieser Brennstoffe für Sprengstoffe andererseits.
Wir wären schlecht beraten, und es wäre für uns auch unmöglich und
unergiebig, wollten wir versuchen, andere Länder daran zu hindern, die
Kapazität zur Erzeugung von Elektrizität aus Atomkraft, die sie
brauchen, zu erlangen. Aber ich möchte hoffen, daß wir und andere
Länder eine Allianz bilden könnten, die in dieser Hinsicht doch recht
uniform sein könnte. Ich weiß, daß all die anderen Länder diese Hoffnung
mit uns teilen.
Die eine Differenz, die sehr empfindlicher Natur gewesen ist, soweit
es sich auf - sagen wir - Deutschland, Japan und andere bezieht,
besteht darin, daß sie meinen, unsere einseitige Aktion im Verzicht auf
die "iederaufbereitung verbrauchter Brennstoffe zur Produktion von
Plutonium könnte bedeuten, daß wir ihnen mit Verboten kommen oder
sie sehr ernsthaft wegen ihres eigenen Bedarfs an Wiederaufbereitungsverfahren kritisieren könnten. Das ist nicht der Fall. Sie haben voll

�voll und ganz das Recht, weiter voranzuschreiten und ihre Versuche zur
Wiederaufbereitung fortzuführen.

Wir hoffen aber, daß sie sich

gemeinsam mit uns bemühen werden, in Zukunft auszuschließen, daß es
weitere Länder gibt, die möglicherweise eine solche Kapazität zu
entwickeln im Stande wären.
Frage:Herr Präsident, sind Sie der Ansicht, daß einige der
kleineren Nationen, die sich jetzt um die Technologie der Wiederaufbereitung bemühen, dies tun, um eine Kernwaffenkapazität zugleich mit
der Befriedigung ihres legitimen Energiebedarfs oder noch zusätzlich
zu dieser zu erlangen?
Antwort: Ohne in Einzelheiter zu gehen - ich möchte nicht beginnen, Namen zu nennen - g'iaube ich, daß es auf der Hand liegt, daß
einige der Länder, über die wir uns Sorgen machen, ihre Kernkraftanlagen
dazu benutzt haben, eine eigene Kapazität zur Sprengstoffherstrllung
zu entwickeln.
Darüber gibt es keiner. Zweifel.

Indien, eine im Grunde frier" icho

Nation - zumindest ist dies die weltweit verbreitete Meinung, hat aus
den Lieferungen, die es von Kanada und von uns erhalten hat, die
Fähigkeit zur Sprengstoffherstellung entwickelt.
Wir sind überzeugt, daß es noch andere Nationen gibt, die bereits
über die potentiell^ Kapazität verfügen, Sprengstoffe zu entwickeln.
Aber wir versuchen sicherzustellen, d-'ß von diesem Zeitpunkt an die
wachsende Zahl von Staaten, die sich dem Kreis der Nuklearmächte zugesellt hätten, drastisch verringert wird. Wir können die Fehler, die
in der Vergangenheit gemacht wurden, nicht auf einmal ungeschehen
machen. Aber ich glaube, daß dies ein Schritt in der richtigen
Richtung ist.
+ + +

- 11 -

�I

Information

I

United States Information Service

8/1977

INTERHOSPITAL '77
US-Gemeinschaftsschau vom 7. bis 10. Juni 1977

Zur INTERHOSPITAL '77, die vom 7. bis 10. Juni 1977 in Hannover stattfindet, haben sich rund 35 Aussteller für den US-Gemeinschaftsstand angemeldet.

Diese Firmen sind bis auf zwei Ausnahmen in Deutschland und im übrigen

Europa noch nicht vertreten, zählen auf ihren Gebieten jedoch in den meisten
Fällen zu den bedeutendsten Lieferanten in den USA. Ihre Erzeugnisse sind
auch für den europäischen Markt teilweise neu - auf jeden Fall aber interessant.

So wird zum Beispiel ein Körperpflegesystem für bettlägerige Patien-

ten angeboten, das aus einer Spezialwanne, in der der Wascheffekt durch Wasserverwirbel ung hervorgerufen wird, besteht.
ein Spezialsitz sowie ein Spezialrollstuhl.

Ebenfalls zum System gehören
Damit wird nicht nur der Pflege-

und Personal aufwand wesentlich herabgesetzt, sondern eine wirksamere und
hygienischere Pflege erzielt.
Spezialventile für Herz-Lungen-Maschinen, Krankenhaus- und Laboreinrichtungsgegenstände, Ultraschallreinigungsanlagen, Muskelstimulatoren,
Bandagen, Kryoextraktoren für die Ophtalmologie gehören ebenso zum Ausstellungsprogramm der Amerikaner wie neuartige Impfpistolen zur nadellosen Ver-

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex: 08-85432

�«

Verabreichung von Impfungen und Injektionen (Diabetiker), wobei das Medikament durch die Kraft des Strahls in die Haut injiziert wird.
Einen breiten Raum nimmt natürlich die Elektronik ein. Hier werden unter anderem gezeigt: ein elektronisch gesteuertes Beatmungsgerät mit einstell
baren Parametern, neuartige Diagnosegeräte für extrakraniale Karotisokklusionen, ein Prozeßsteuergerät für die Laboranalysatoren Technicon SMA 12/60
und 6/60 auf Minicomputer-Basis, neuentwickelte Blutüberwachungsgeräte für
Neugeborene, Kinder und Erwachsene sowie tragbare Röntgengeräte, Spektrometer
und automatische EKG-Geräte.
Ebenfalls interessant ist ein vollständiges System für die Kryochirurgie
sowie kryochirurgische Geräte für Urologie, Proktologie, Gynäkologie, Neurochirurgie, Dermatologie, Ophtalmologie, etc.
Weitere Informationen und komplette Ausstellungsprogramme durch:
B. von Tobien
c/o J. Walter Thompson Public Relations GmbH
Siesmayerstraße 15
6000 Frankfurt a.M.
Tel.: 0611/ 75 10 76

+ + + + +

�I

Wirt/choft

ft

United States Information Service

8/1977

BLUMENTHAL: MINDESTENS DREI JAHRE PROSPERITÄT
- Interview mit dem amerikanischen Finanzminister -

Copyright (c) 1977, U.S. News and World Report, Inc.

Der amerikanische Finanzminister W.
Michael Blumenthal hat in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin U.S.
News and World Report in der Ausgabe
vom 11. April einen umfassenden Oberblick über den Stand und die Aussichten der Wirtschaft in den Vereinigten
Staaten gegeben. Nachfolgend ein Nachdruck in deutscher Übersetzung.

FRAGE: Herr Minister, wie lange wird die heutige Prosperität dauern?
ANTWORT: Es gibt keinen Grund, warum wir keine stetige Verbesserung der
wirtschaftlichen Verhältnisse auf lange Sicht hinaus haben könnten - mit
einem Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Inflation und einem steigenden
Lebensstandard für alle Amerikaner.

FRAGE: Steuern wir auf einen Boom zu?
ANTWORT:

Postfach 300,
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Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�/

»

ANTWORT: Ich glaube nicht, daß sich auf irgendeinem Gebiet der Wirtschaft ein Boom im Sinne eines nicht haltbaren Anstiegs abzeichnet.

Der

Einzelhandel läuft gut, aber nicht in einem Ausmaß, daß man von einem Boom
sprechen könnte, und das ist auch für die absehbare Zukunft nicht zu erwarten.
Immerhin rechne ich aber für das Jahr 1978, ja sicherlich für die nächsten drei Jahre, mit Aufschwung und Wachstum,

über diesen Zeitraum hinaus

kann man keine sinnvollen Voraussagen machen.
FRAGE: Wird das stetige Wachstum zu stärkerer Inflation führen?
ANTWORT: Es besteht keine Notwendigkeit, daß die Inflation schlimmer
wird.

Ja, es ist sogar so, daß wir eine gute Chance haben, die Inflations-

rate zu senken.

Wir sollten uns nicht durch die Ereignisse irgendeines be-

stimmten Monats - oder zweier Monate - hypnotisieren lassen - wie beispielsweise durch das sehr kalte Wetter, das im Februar eine außergewöhnliche Preiserhöhung für Zitrusfrüchte und Frischgemüse gebracht hat.
Auf längere Sicht gesehen ist es so, daß die Tatsache, daß wesentliche
Elemente der Wirtschaft untergenutzt sind, zu dem Schluß führt, daß es auf
Grund unseres Konjunkturprogramms für die Wirtschaft keine Beschleunigung
der Inflation zu geben braucht.
Wenn es zu einer starken Erhöhung des ölpreises kommt, dann wird das
eine Auswirkung haben, aber dagegen können wir nicht allzuviel tun. Aber
es gibt eine Menge interner Faktoren, die wir beeinflussen können, um die Inflation zu senken: inflationäre und übertriebene Regierungsverordnungen, Handelspolitik und Farmprogramm und unwirtschaftliche Auflagen, die die Unternehmen viel Geld kosten und das Gegenteil von dem bewirken, was sie bewirken
sollen.
Wir können Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu überzeugen versuchen, daß
die Politik der Carter-Administration Schritt für Schritt und verantwortungsbewußt vorgehen wird; daß den Regierungsausgaben ein strenger Zügel angelegt
wird, um den Haushalt bis 1981 auszugleichen. Wenn wir auf diese Weise Ver- 2 -

�Vertrauen schaffen können und ein gemäßigtes Programm haben, um eine lebendigere und effektivere Wirtschaftstätigkeit herbeizuführen, dann werden wir
nach meiner Meinung die Inflation wesentlich senken können.
FRAGE: Wie weit?
ANTWORT: Es gab einmal eine Zeit, als die Inflationsrate in diesem Lande
1 oder 2 Prozent pro Jahr betrug, und es besteht kein Grund, warum wir mit
einer vernünftigen Politik nicht im Laufe der Zeit wieder dahin zurückkommen
könnten. Der Präsident ist absolut entschlossen, in diese Richtung zu gehen.
FRAGE: Was können Sie gegen die hohe Arbeitslosigkeit tun?
ANTWORT: Wenn unser Konjunkturprogramm Erfolg hat, dann dürften wir bis
Ende des Kalenderjahres 1977 die Arbeitslosenrate auf 7 Prozent oder darunter
gesenkt haben - von 8 Prozent im November vorigen Jahres. Und 1978 sollte es
uns sicherlich gelingen, die Rate auf etwa 6 Prozent zu drücken.
FRAGE: Wird sich die Wirtschaftstätigkeit voraussichtlich verlangsamen,
wenn die Wirkung des Steuernachlasses von 50 Dollar abklingt?
ANTWORT: Wir haben versucht, ein Programm zu entwickeln, das dieses Problem in Rechnung stellt - und einen Anreiz über einen langen Zeitraum hinweg
bietet. Der Steuernachlaß ist das eine Mittel, um im Jahre 1977 mehr Kaufkraft in die Wirtschaft zu bringen. Andere Elemente des Anreiz-Paketes Carters
werden in späteren Zeitabschnitten greifen.
So wird beispielsweise eine ständige Steuersenkung für diejenigen, die
den Standardfrei betrag in Anspruch nehmen, in dem am 1. November (1977) beginnenden Haushaltsjahr 5,7 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen.

Das

wird zu einer Minderung der Steuereinnahmen von rund 4 Milliarden Dollar pro
Jahr in den späteren Jahren führen.
steuer

Die Vorschläge für die Körperschafts-

werden der Wirtschaft weitere rund 2,5 Milliarden Dollar in Form einer

Erhöhung der Investitionssteuerabschreibung oder einer Abschreibung für die
Schaffung von Arbeitsplätzen zukommen lassen.
FRAGE:

�FRAGE: Welches sind die wesentlichen Bedrohungen einer anhaltenden
Prosperität?
ANTWORT: Die große Gefahr für die Wirtschaft liegt darin, daß sich die
Unternehmer bei den Investitionen zurückhalten, wenn wir die Wirtschaft auf
einem zu niedrigen Stand weiterlaufen lassen.
keine Verbesserung der Produktivität

Das würde langsames Wachstum,

und einen verstärkten inflationären

Druck auf die Wirtschaft bedeuten, sowie höhere Löhne gefordert werden.

Wenn

man die Dinge zusammen nimmt - steigende Preise, keine Steigerung der Produktivität, nicht genug Beschäftigte, nicht genügend Produktion - dann hat man
eine neue Rezession. Aber ich halte das nicht für wahrscheinlich.
FRAGE: Warum können Sie Arthur Burns, den Präsidenten des Federal
Reserve Board (US-Bundesbank), nicht zu einer Zustimmung zu dem Steuernachlaß von 50 Dollar bewegen?
ANTWORT: Ich glaube, die grundlegende Meinungsverschiedenheit besteht
darin, daß Dr. Burns die Notwendigkeit eines Anreizes bezweifelt. Wir sind
der Oberzeugung, daß ein Anreiz notwendig ist. Fast alle Wirtschaftler, die
sich zu diesem Thema geäußert haben, angefangen von Walter Heller bis zu
Paul McCracken, den früheren demokratischen und republikanischen Vorsitzenden
des Wirtschaftsbeirates (des Präsidenten), haben geraten, daß mehr getan werden sollte, um die Wirtschaft anzuregen.
Das allererste, was ich tat, als ich in das Finanzministerium kam, war,
mich mit Unternehmern und Wirtschaftlern zusammenzusetzen, und mit einer oder
zwei Ausnahmen stimmten alle darin überein, daß etwas getan werden müßte.
FRAGE: Sollte die Regierung mehr tun, um die Investitionen in der Wirtschaft entweder durch eine Steuerreform oder durch andere Mittel zu ermutigen?
ANTWORT: Zunächst einmal muß die Wirtschaft erkennen können, daß diese
Regierung eine folgerichtige und vorhersehbare Politik verfolgt; daß die Administration in ihrer Ausgabenpolitik sehr vorsichtig ist und daß wir uns
darüber im klaren sind, daß die Lösung der großen wirtschaftlichen Probleme
- 4 -

�«

V

Probleme von der Schaffung von mehr privaten Arbeitsplätzen abhängt - und um
das zu bewirken, müssen wir die Investitionen in Betriebe und Ausrüstungen
und eine höhere Produktivität fördern.
Die grundlegende Steuerreform, die wir im Herbst empfehlen werden,wird
diese Absicht unterstreichen. Und die umfassende Energiepolitik, die der
Präsident am 20. April vorlegen will, wird zeigen, daß wir endlich umfassende,
integrierte Mittel und Wege gefunden haben, um die Energieprobleme anzupacken
- dazu werden manche Dinge gehören, die nicht allen Amerikanern gefallen werden.
Nehmen Sie diese Dinge zu dem Anreiz, den wir für den Einzelhandel bieten, dann erkennen Sie jene Art von Steigerung der Investitionen, die wir
brauchen.
FRAGE: Wie sehen die Steuerreformen aus, die Sie planen?
ANTWORT: Es gibt drei Ziele:
Das erste ist eine Vereinfachung des Steuersystems, damit die Menschen
nicht vor diesem unglaublich komplizierten System stehen, bei dem sie zum
Steuerberater gehen müssen, um herauszufinden, wieviel Steuern sie zu bezahlen haben und wie sie ihre Steuererklärung ausfüllen müssen.
Zweitens wollen wir das Steuergesetz so gerecht wie möglich machen - was
bedeutet, noch verbliebene Schlupflöcher und Sondervorteile zu beseitigen,
die keinerlei sozial nützlichem Zweck dienen.
Und drittens wollen wir versuchen, unterschiedliche Quellen des Einkommens so weit wie möglich in gleicher Weise zu besteuern und viele der heutigen
Sonderbehandlungen zu beseitigen.
FRAGE: Heißt das, daß Kapitalerträge wie normales Einkommen behandelt
werden?
ANTWORT: Das ist nur ein Beispiel. Wir werden uns auch mit der Doppelbesteuerung von Körperschaftsgewinnen befassen und mit der Unterscheidung zwischen nicht verdienten und verdienten Einkommen von Einzelpersonen und mit
- 5 -

�mit Marginal raten sowohl für die Körperschaftssteuer als auch für die Einkommensteuer, damit wir das Problem in den Griff bekommen, welches Steuersystem am besten geeignet ist, Menschen zu Innovation sowie dazu anzuregen,
Geld in den Wertpapiermarkt und in andere Investitionen zurückfließen zu
lassen.
Die ganze Frage, wie die Kapitalbildung in den Vereinigten Staaten beschleunigt werden kann, ist einer der Schlüssel für ein langfristiges Wachstum
sowie dafür, wie wir uns im Verhältnis zu anderen Ländern leistungsfähig und
wettbewerbsfähig machen können.
FRAGE: Sehen Sie mit der wachsenden Forderung nach Importrestriktionen
für Zucker, Schuhe, Fernsehgeräte und andere Erzeugnisse die Gefahr eines
Handelskrieges?
ANTWORT: Der Präsident steht in den nächsten Monaten vor einigen außerordentlich schwierigen Fragen, und die Welt wird ihn sehr genau beobachten.
Wenn es sich herausstellen sollte, daß wir im wesentlichen eine protektionistische Richtung einschlagen, dann wird dieses Signal von anderen Ländern aufgegriffen werden, und sie werden ohne Frage unserem Beispiel folgen.
Wenn wir Schranken gegen Produkte aus Ländern aufrichten, die im Rahmen des
Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) das Recht zur Vergeltung haben,
dann besteht immer die Gefahr, daß sie von diesem Recht Gebrauch machen. Man
kann sich also eine Situation vorstellen, in der übereilte Maßnahmen unsererseits zu Gegenmaßnahmen führen und sich zu einem Handelskrieg auswachsen könnten.
FRAGE: Wie groß ist dieses Risiko?

ANTW0R T : i c n glaube nicht, daß Präsident Carter je zulassen wird, daß
dies eintritt. Er ist voll und ganz von der Überzeugung getragen, daß der
Weltfrieden auf politischem Gebiet von der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem
Gebiet abhängt. Und das Konzept für ein wirtschaftliches Gipfeltreffen im Mai,
auf dem die führenden Männer der wichtigen Länder zusammenkommen, um über die
Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet zu sprechen, läuft genau darauf
&lt;• 6 -

�darauf hinaus, großen einseitigen Maßnahmen entgegenzuwirken, die uns in die
entgegengesetzte Richtung führen würden.
Ich glaube also, daß der Präsident sehr, sehr vorsichtig sein wird selbstverständlich mit der Erkenntnis, daß in ganz bestimmten Fällen Maßnahmen getroffen werden müssen, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft
sind und kein anderer Ausweg besteht.
FRAGE: Wie können die Vereinigten Staaten ihre Industrie schützen, ohne
Handelsschranken zu errichten oder einschränkende Quoten einzuführen?
ANTWORT: Erstens möchte ich einen wichtigen Unterschied zwischen ausländischer Konkurrenz und unfairer Konkurrenz machen.
Ich meine, es gibt geeignete und ausreichende Bestimmungen im Gesetz,
um die amerikanische Industrie und die amerikanischen Arbeiter gegen unlauteren Wettbewerb - Dumping, ruinöse Preisgestaltung, Überschwemmung des
Marktes mit einem bestimmten Erzeugnis, um den Markt zu ruinieren - zu schützen. Wir haben im Finanzministerium alle möglichen Verfahren, um mit diesen
Problemen fertig zu werden. Wir haben die Internationale Handelskommission,
die sich mit Fragen der Schädigung befaßt.
Ein ganz anderes Problem ist es, wenn eine Konkurrenz auftritt, die uns
zwar schadet, die aber nicht unfair ist. Es gibt einen Wettbewerb, der daraus entsteht, daß die Industrie irgendeines anderen Landes leistungsfähiger
ist als unsere eigene. Dieser Wettbewerb kommt dem amerikanischen Verbraucher
zugute, denn er hält die Preise niedrig und versetzt das exportierende Land
in die Lage, sich die Devisen zu verdienen, mit denen es Waren von uns kaufen kann.
Wir sollten alles daran setzen, um die amerikanische Industrie und die
amerikanischen Arbeiter vor unlauterem Wettbewerb zu schützen, aber nicht vor
normalem Wettbewerb. Wenn ein Industriezweig nicht in der Lage ist, gegen
diese normale Konkurrenz zu bestehen, dann gibt es verschiedene Dinge, die
man tun kann.
Die
- 7 -

�Die Regierung kann dem betroffenen Industriezweig verschiedene Arten von
Hilfe gewähren, damit er leistungsfähiger wird.

Die sogenannte Anpassungs-

hilfe hat in der Vergangenheit nicht allzu gut gewirkt, und wir müssen uns
Mittel und Wege einfallen lassen, um sie effektiver zu gestalten, um kleineren
Unternehmen Zugang zu Computern, moderner Technologie, modernen ManagementMethoden und ausreichendem Kapital zu verschaffen, damit sie moderne Anlagen
bauen, mit denen sie gegen internationalen Druck konkurrieren können. Das
wäre besser, als einen Zoll oder eine Quote zu forcieren, die das Randunternehmen zwar am Leben, aber weiterhin leistungsunfähig erhalten und die Preise
für alle hochhalten und damit zum inflationären Druck beitragen.
FRAGE: Für was wird die Anpassungshilfe gegenwärtig verwandt?

ANTWORT: Für die Schulung, als Übergangshilfe für Arbeiter, die einen anderen Beruf suchen, und auch als finanzielle Unterstützung für Betriebe, um
ihre Schließung zu verhindern.
FRAGE: Was kann noch getan werden, um solchen Firmen zu helfen?

ANTWORT: Manchmal ist es uns möglich, mit einem oder zwei Ländern, die
ein bestimmtes Problem verursachen, zu einem freiwilligen Obereinkommen zu
gelangen - wie beispielsweise mit Japan im Fall der Fernsehgeräte.
Es gibt einen ganzen Bereich von Maßnahmen, die hinsichtlich der Zölle
und Quoten ergriffen werden können. Einige davon sind sehr restriktiv und
auf eine Senkung der Einfuhren ausgerichtet; andere sollen versuchen, die Importe auf dem gegenwärtigen Stand zu halten. Einige dieser Maßnahmen haben
eine direkte Auswirkung auf die Preise und treffen daher alle Verbraucher.
Andere berühren die Produkte mit niedrigen Preisen nicht, sondern nur die am
oberen Ende der Preisskala.
In diesem weiten Bereich muß der Präsident eine Entscheidung treffen,
und jeder einzelne Fall ist ein Fall für sich. Die Lage auf dem Zuckermarkt
ist eine ganz andere als bei den Schuhen und bei den Farbfernsehgeräten. Die
Fernsehgeräte sind im Grunde ein japanisches Problem. Wenn es sich nur um
ein Land handelt, dann ist es nicht allzu schwer, zu einem Übereinkommen zu
- 8-

�zu gelangen.

Wenn es sich um 20 Exportländer handelt, wie im Falle der

Schuhe, dann ist die Sache sehr viel komplizierter.

FRAGE: Würden protektionistische Maßnahmen nicht Ihren Bemühungen um
eine Senkung der I nf latlonsrate zuwiderlaufen?.
ANTWORT: Sicherlich! Die größte Zunahme der Schuhimporte ist bei billigen Schulen zu verzeichnen - der Art von Schuhen, wie man sie im Sonderangebot erhält.

Wenn man diese Einfuhren stoppt oder wesentlich reduziert,

dann werden die Leute am Ende Schuhe kaufen müssen, die einige Dollar teurer sind.

Das ist Inflation ...

Internationale Finanzprobleme

FRAGE: Wie sieht es mit den internationalen Finanzprob lernen aus? Was
kann beispielsweise getan werden, um schwächeren Ländern zu helfen, das benötigte Öl zu bezahlen, da die Araber den Preis so stark erhöht haben?
ANTWORT: Das ist eines der wichtigen Themen für den Wirtschaftsgipfel
in London im nächsten Monat.

Natürlich kann die Welt nicht zusehen, wie

sich in den Händen einiger weniger Länder weiterhin Überschüsse anhäufen
und andere gewaltige Defizite haben - vor allem viele der Entwicklungsländer und von den Privatbanken erwarten, daß sie das ganze Risiko tragen.

Das ist

einfach zu viel.
In Zusammenarbeit der wichtigsten Länder muß noch etwas Zusätzliches
getan werden.

Eine Lösung wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, daß sich

die ölexportierenden Länder mit Überschüssen - nicht alle ölexportierenden
Länder haben nämlich Überschüsse - daran beteiligen, durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder andere Einrichtungen Mittel zur Verfügung stellen.

FRAGE: Warum sollten die Araber Geld in den IWF stecken?
Antwort:
- 9 -

�ANTWORT: Ich meine, sie haben ein Interesse an einer gesunden Weltwirtschaft.
FRAGE: Zeigen sie großes Interesse?
ANTWORT: Es gibt Anzeichen, daß Länder mit Oberschüssen, wie Saudi arabien und Kuwait, sich dieses Problems durchaus bewußt und interessiert
sind, mit uns an Lösungen zu arbeiten.
FRAGE: Wären Sie bereit, Ihnen ein größeres Stimmrecht im IWF einzuräumen, wenn sie mehr Mittel zur Verfügung stellen, die der IWF braucht, um
die Defizite der schwächeren Länder finanzleren zu helfen?
ANTWORT: Es ist nur recht und billig, daß sie eine Stimme haben sollen,
die der wichtigen Rolle entspricht, die sie spielen - in Grenzen. Darüber
muß verhandelt werden, aber es ist klar, daß sie, wenn sie wesentliche Mittel
zur Verfügung stellen, auch bei der Verwendung dieser Mittel ein Mitspracherecht haben sollten.
FRAGE: Machen Sie sich generell Sorgen über die Höhe der Anleihen, die
unsere Großbanken den Entwicklungsländern gewährt haben?
ANTWORT: Nein! Bisher hat es keine Probleme gegeben.
Anleihen ist sehr gut. Es hat keine Insolvenzen gegeben.

Die Erfahrung mit
Die Leute haben

ihre Schulden bezahlt.
Die Anleihen an die weniger entwickelten Länder sind weder im Prozentsatz des Gesamtvermögens noch des Anleihegeschäfts der Banken übertrieben
hoch. Aber wenn sich diese Anleihetätigkeit in Zukunft fortsetzt, dann könnte es bei einigen der Schuldnerländer Probleme geben. Wir müssen vorsichtig
sein und die Finanzierung den Rückzahlungsfähigkeiten der Schuldnerländer
entsprechend gestalten.

Bekämpfung

�Bekämpfung der Bestechung durch Firmen

FRAGE: Treten Sie für strengere Gesetze gegen die Bestechung durch
Firmen ein?
ANTWORT: Selbstverständlich! Derzeit gibt es kein Gesetz, das die Bestechung eines Regierungsvertreters eines anderen Landes zu einem Verbrechen
in unserem Lande machen würde.

Wenn Sie versuchen, die Zahlung von Ihrer

Einkommensteuer abzusetzen,oder wenn Sie börsenfähige Emissionen begeben und
die Zahlung nicht angeben, dann haben Sie natürlich ein Problem.
Handlung an sich ist per se nichts Kriminelles.

Aber an der

Es kann eine strafbare Hand-

lung in dem Land sein, in dem die Zahlung gemacht wird, aber nicht hier in
den USA.
Wenn sich also die Frage stellt, ob solche Zahlungen als eine strafbare
Handlung nach amerikanischem Recht angesehen werden sollten oder licht, dann
sagen wir, daß sie als solche angesehen werden sollte, denn sie sind mit
nichts entschuldbar.

Bestechu; g durc'" Firmen ist unnötig.

Es gibt keinerlei

Entschuldigungsgründe, und wenn wir solche Zahlungen als ungesetzlich erklären, dann würden wir jene amerikanischen Firmen,die das noch betreiben, darin
bestärken, davon abzulassen.

FRAGE: Wie würden Sie die Einhaltung eines solchen Gesetzes gewährleisten
können?
ANTWORT: Das wäre sicherlich keine einfache Sache.

Wenn es gilt, Anklage

zu erheben und eine Strafverfolgung einzuleiten, dann werden sich schon einige Probleme ergeben.

So könnte beispielsweise in einem Fall im Lande X ein

Staatsangehöriger des Landes Y verwickelt sein.

Das ist einer der Gründe,

warum wir den Abschluß eines internationalen Anti-Korruptionsabkommens in den
Vereinten Nationen so aktiv betreiben.

Aber ich meine, es ist auch schon aus

phychologisehen Gründen wichtig, daß die Vereinigten Staaten selbst klipp und
klar erklären, daß sie derartige Dinge nicht dulden.
FRAGE:
- 11 -

�FRAGE: Wollen Sie damit sagen, daß die Geschäftsmoral nicht an den
Grenzen haltmachen darf?
ANTWORT: Genau das! Ich hatte dieses Problem, als ich die Bendix
Corporation leitete.

Wenn ein ausländischer Vertreter zu uns kam und sagte:

"Wenn ihr einen Kontrakt wollt, dann kostet das so und so viel", dann erklärten wir ihm: "in diesem Falle wollen wir keinen Kontrakt."
FRAGE: Was würden Sie Geschäftsleuten sagen, die Ihnen erklären, daß
amerikanische Unternehmen im Ausland keinen Fuß auf den Boden bekommen, wenn
sie nicht ein bißchen Geld unter dem Tisch zustecken?
ANTWORT: Ich sage Ihnen: "Wenn das der einzige Weg ist, wie Sie ins Geschäft kommen können, dann lassen Sie das Geschäft", und weiter: "Ich glaube
nicht, daß Sie so Ihre Geschäfte machen müssen."
FRAGE: Nehmen Sie diesen Standpunkt aus moralischen Gründen ein oder
aus praktischen Überlegungen heraus?
ANTWORT: Es ist eine Kombination aus beidem.

Einmal ist der Präsident

klar und deutlich der Meinung, daß es unmoralisch, unethisch und falsch ist,
so etwas zu tun.

Weiter besteht die Auffassung, daß es unnötig ist und uns

- in wirtschaftlichen Vorteilen ausgedrückt - nicht sehr viel einbringt. Und
schließlich dürften die politischen Risiken am Ende alle möglichen Vorteile
bei weitem überwiegen.
FRAGE: Aus wievielen Ländern mußte sich Bendix wegen Ihrer Haltung zurückziehen?
ANTWORT: Nicht aus einem einzigen!

Wenn Sie ein gutes Erzeugnis ver-

kaufen, einen guten Service bieten, gute Technologie verwenden und schließlich einen guten Preis machen, dann können Sie auch Erfolg haben.

Die Vor-

stellung, man könne nur Geschäfte machen, wenn man einige Hände wasche, oder
man gehe pleite, ist eine gewaltige Übertreibung.
FRAGE:
- 12 -

�FRAGE: Warum halten Sie es für so wichtig, daß die Vereinigten Staaten
bei dem Verbot von Bestechungen eine klare Haltung einnehmen?
ANTWORT: Aus mehreren Gründen!
Einmal verdient das amerikanische Volk, daß es Vertrauen in unser Wirtschaftssystem haben kann.

Und es gibt genug Hinweise, daß die Bevölkerung,

wenn man sie nach Firmen fragt, eine recht zynische Einstellung hat - und
einiges von diesem Zynismus geht auf das Gefühl der Unmoral zurück.

Die Be-

stechungen durch Firmen untergraben also unser gesamtes System.
Zweitens führt es zu riesigen Komplikationen zwischen uns und anderen
Ländern, wenn die Sache herauskommt.- Es kann Regierungen zu Fall bringen
und unsere Investitionen.in anderen Ländern gefährden.

Es kann zu Beschrän-

kungen für andere amerikanische Firmen führen, die mit solchen Praktiken
nichts zu tun haben.
FRAGE: Die amerikanische Geschäftswelt scheint mit Präsident Carter noch
immer nicht ganz glücklich zu sein. Warum?
ANTWORT: Ich glaube, das hängt damit zusammen, daß viele amerikanische
Geschäftsleute zur Republikanischen Partei tendieren und automatisch davon
ausgehen, jeder demokratische Präsident werfe das Geld zum Fenster hinaus.
Sie setzen automatisch unausgeglichene Haushalte mit Inflation gleich, und
sie neigen zu Prophezeiungen, die ihr Eintreffen selbst herbeiführen. Wenn
sie glauben, ein Konjunkturprogramm führe zur Inflation, dann neigen sie zu
Präventivmaßnahmen - nämlich einer raschen Erhöhung der Preise- was wirklich
Inflation schafft. So werden aus Erwartungen Realitäten.
FRAGE: Wie stark sind die Inflationserwartungen gegenwärtig?

ANTWORT: Es besteht eine wachsende Furcht vor der Inflation. Es gibt
hier und dort einen inflationistischen Druck, der nichts mit der Politik der
Regierung zu tun hat, aber vielleicht in der ganzen Aufregung untergegangen
ist.
Anstieg
- 13 -

�Anstieg der Energiekosten
*

m

l

I |

FRAGE: Wird die Administration eine Erhöhung der Benzinsteuer vorschlagen?
ANTWORT: Ich weiß noch nicht, obwohl durchaus die Möglichkeit besteht.
Aber ich weiß eines: Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir eine Energiepolitik haben können, die überhaupt etwas darstellt, ohne daß der Preis für
Energie generell steigt.
Eine nationale Energiepolitik - die wir unbedingt brauchen und die unserem Lande auf lange Sicht viel Gutes bringen würde - wird sicherlich einen
Anstieg der Preise für Erdgas, öl, Kohle und alle anderen Energiequellen bedeuten.

Dessen bin ich mir ziemlich sicher.

FRAGE: Warum?
ANTWORT: Weil es notwendig sein wird, Energie einzusparen, und man spart
leichter Energie ein, wenn sie teurer ist. Darüber hinaus werden wir Geld aufbringen müssen, um eine Verlagerung von einer Energieart auf eine andere zu
untersuchen und zu fördern.
FRAGE: Hätte das nicht inflationäre Folgen?
ANTWORT: Nicht notwendigerweise. Es wird nicht billig und einfach werden,
aber wir werden Mittel und Wege finden, um etwas von den höheren Steuern an
die Bevölkerung zurückzugeben.
FRAGE: Mehr Steuerrückzahlungen?
ANTWORT: Es gibt viele Mittel und Wege!
FRAGE: Was geschieht mit der Automob!Iindustrie, wenn das Benzin teurer
wird?
ANTWORT: Sie wird kleinere Autos bauen!
+ ++ ++
- 14 -

�8/1977

DIE BEGRENZUNG DER KERNWAFFEN: EIN 30JÄHRIGES BEMÜHEN
Von Alexander M. Sullivan

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carters Vorschlag eines "völligen Neubeginns" bei der Begrenzung der Kernwaffen ist der jüngste Schritt in dem 30jährigen Bemühen der Vereinigten Staaten, eine Kraft unter Kontrolle zu
bringen, die ihre eigenen Wissenschaftler einst als erste freigesetzt haben.
Die USA begannen mit der Entwicklung des Atoms in den ersten Jahren des
Zweiten Weltkrieges, als Albert Einstein den damaligen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt über die Arbeiten von Kollegen unterrichtete,
die seit der Jahrhundertwende im Gange waren.

Er wies dabei warnend darauf

hin, daß es theoretisch möglich sei, die Grundstruktur eines Elementes wie
Uran aufzuspalten, wobei eine gewaltige Zerstörungskraft freigesetzt werde.
In einem Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Furcht, daß eine der "Geheimwaffen", von denen Hitler häufig sprach, eine Atomwaffe sein könnte, riefen die Amerikaner ihr "Manhattan-Projekt" ins Leben, ein Notprogramm zur
Entwicklung dieser Waffe, bevor Hitler an sie herankam.

Diese Anstrengungen

gipfelten in dem ersten Atomwaffenversuch in Alamogordo im Staate New Mexico

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�r-

»»

Mexico am 16. Juli 1945 - einer Explosion, die der Explosivkraft von etwa
19 000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffes TNT entsprach.
Präsident Harry S. Truman sah in der neuen Waffe ein Mittel, um den Krieg
ohne eine großes Blutvergießen fordernde Invasion Japans zu beenden. Er warnte zunächst die Japaner vor der furchtbaren Zerstörungskraft dieser neuen Waffe
und befahl, als seine Forderung nach Kapitulation zurückgewiesen wurde, den
Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945.
Fast unverzüglich danach begannen die USA mit dem Versuch, diese entsetzliche Waffe zu internationalisieren und die Atomkraft ausschließlich der friedlichen Verwendung zuzuführen.
Eine Sonderkommission der Vereinten Nationen empfahl am 31. Dezember
i.946 der Welt die Annahme des .&gt;aruch Hlanes - so benannt nach seinem Urheber,
dem Berater des amerikanischen Präsidenten, Bernard Baruch - der eine internationale Kontrolle aller Nükleafranlac i vorsah.
Die Sowjetunion stellte sich dem entgegen und legte im Juni des folgenden Jahres ihren eigenen Plan vor, der sich vom Baruch-Plan weitgehend unterschied.

Der sowjetische Plan sah nur begrenzte Inspektionsrechte vor, wo-

durch ein Schlupfloch offen blieb, das es den Nationen ermöglichte, heimlich
Atomwaffen zu bauen.
Am 22. Juni 1948 verhinderte die Sowjetunion durch ihr Veto im Weltsicherheitsrat die Durchführung des Baruch-Plars.und obwohl die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 4. November 1S48 ir.it 40 gegen 6 Stimmen für
seine Annahme stimmte, verhinderte die sowjetische Opposition die Verwirklichung der vorgesehenen Kontrollmechanismen.
Im September 1949 gab Präsident Truman bekannt, daß in der Sowjetunion
eine Atombombe zur Explosion gebracht worden war.

Großbritannien zündete

seine erste Bombe im Jahre 1952, Frankreich im Jahre 1960, die Volksrepublik
- 2 -

�Volksrepublik China im Jahre 1964 und schließlich Indien im Jahre 1974.
Nachdem die Sowjetunion nunmehr auch über die Atombombe verfügte, ordnete Präsident Truman am 31. Januar 1950 einen weiteren Ausbau der Rüstung
an und wies die Wissenschaftler der Vereinigten Staaten an, eine noch weitaus stärkere Waffe - die Wasserstoffbombe oder H-Bombe - zu bauen, deren
Sprengkraft nicht aus der Spaltung, sondern der Verschmelzung der Atome gewonnen wird.
Die Vereinigten Staaten führten den ersten H-Bombenversuch am 16. November 1952 auf dem Eniwetok-Atoll im Pazifik durch. Am 21. Mai 1956 wurde
dann die erste amerikanische H-Bombe in der Luft gezündet, bei der eine
Sprengkraft erzeugt wurde, die der von 10 Millionen Tonnen des herkömmlichen
TNT-Sprengstoffs entsprach.
Im folgenden Jahr zündete die Sowjetunion ihre erste Wasserstoffbombe»
und am 29. Oktober 1961 wurde in der Sowjetunion eine Bombe zur Explosion
gebracht, deren Gewalt der Sprengkraft von 50 Millionen Tonnen TNT entsprach
und die die größte in der Welt jemals ausgelöste Detonation war.
Großbritannien zündete seine erste H-Bombe im Jahre 1957, die Volksrepublik China im Jahre 1967 und Frankreich im Jahre 1968.
Während der fünfziger Jahre wurden von so vielen Staaten eine derart
große Zahl von Kernsprengsätzen gezündet, daß es schwierig war, die Zahl der
Explosionen festzuhalten.

Eine Folge davon war der sogenannte "fall-out"

- radioaktive Rückstände der Explosionen, die sich mit der Luftströmung über
die Erde verbreiteten.

Strontium-90 und Jod-131 - beides radioaktive Ele-

mente - zeigten sich in der Milch und anderen Nahrungsmitteln.

Die Furcht

vor einer Verseuchung der Menschen mit krebserzeugenden Agentien führte dazu, daß die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Sowjetunion im Jahre
1958 ihre Atomwaffenversuche in der Atmosphäre informell einstellten.
Dieser
- 3 -

�f

Dieser informelle Versuchsstop - Moratorium - wurde von Moskau im Jahre
1961, als Frankreich sein nukleares Testprogramm begann, gebrochen,und
Washington und London nahmen im darauffolgenden Jahr ihre Versuche in der
Atmosphäre ebenfalls wieder auf.

Im Jahre 1963 erzielten dann jedoch die

Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Sowjetunion ein Übereinkommen
über einen Vertrag, der alle Atomwaffenversuche in der Luft, am Boden oder
unter Wasser verbot.

Unterirdische Versuche waren jedoch auch weiterhin zu-

gelassen.
Diesem Vertrag folgte der Vertrag, durch den die Weiterverbreitung von
Kernwaffen verboten wurde - der sogenannte Nonproliferations-Vertrag.

Seine

Bestimmungen verpflichten all die Staaten, die keine Kernwaffen besitzen und
sich dem Vertrag angeschlossen haben, auf die Produktion aller nuklearen
Sprengstoffe zu verzichten.

Der Vertrag wurde 1968 zur Unterzeichnung ausge-

legt und trat im März 1970 in Kraft.
Am 11. Februar 1971 wurde dann der Vertrag zur Unterzeichnung ausgelegt,
durch den der Einsatz von Massenvernichtungswaffen auf dem Meeresboden verboten wurde. Der Vertrag trat am 18. Mai 1972 in Kraft.
Die derzeitige Phase im Ringen um die Rüstungskontrolle geht auf die Gespräche zwischen Präsident Johnson und dem sowjetischen Ministerpräsidenten
Kossygin bei ihrem Zusammentreffen in Glassboro (New Jersey) im Juni des Jahres 1968 zurück. Sie führten zu einer beachtlichen neuen Initiative in dem
Bemühen, die moderne Technologie in der Waffenentwicklung unter Kontrolle zu
halten.
Präsident Johnson war es, der in Glassboro seinem sowjetischen Gesprächspartner gegenüber das Thema ansprach, von der Entwicklung eines neuartigen
Waffensystems zur Abwehr ballistischer Raketen, des sogenannte ABM-SystemS,Abstand zu nehmen.

Dieses System, so hatten seine Fürsprecher erklärt, könne

die nuklearen Sprengköpfe gegnerischer Raketen noch im Flug vernichten, ehe
sie ins Ziel gelangten.
Präsident
- 4 -

»,

�Präsident Johnson wies darauf hin, daß damit das Gleichgewicht der
Kräfte erschüttert würde. Wenn die eine Seite das ABM-System installierte,
dann wäre die andere gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen oder
sich mit einer Verschiebung des strategischen Gleichgewichts zu ihren Ungunsten abzufinden.
Das ABM-System wurde daraufhin zuerst stark reduziert und schließlich
durch die 1972 und 1974 in Moskau unterzeichneten Abkommen

praktisch eli-

miniert.
Im November 1974 in Wladiwostok einigten sich dann der sowjetische
Parteichef Breschnew und Präsident Ford im Prinzip auf eine Zahl von offensiven Raketen, die jeder der beiden Seiten gemäß dem ständigen Übereinkommen
über Offensivwaffen zustehen sollte. Jede Seite sollte 2400 Raketen auf Abschußrampen zu Land, zur See und in der Luft dislozieren dürfen, von denen
1320 mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgerüstet sein dürfen.
Zur Zeit der Abkommen von 1972 wies Kissinger warnend darauf hin, daß
die Zeit verrinne und der Mensch Gefahr laufe, die Kontrolle über die Technologie zu verlieren.
Ein Beispiel dafür waren die Mehrfachgefechtsköpfe. Im Jahre 1972 gehörten sie noch nicht zu den spezifizierten Punkten des Abkommens. Aber
schon knapp zwei Jahre später wurden sie zum Kernstück des Übereinkommens
von Wladiwostok. Im Verlauf dieser beiden Jahre hatten die USA die Technik
dieser neuen Waffen vervollkommnet und begonnen, ihre Raketen mit mehreren,
voneinander unabhängig ziel programmierten Gefechtsköpfen, den sogenannten
MIRV's,auszurüsten. Damit war eine einzige Rakete imstande, während des
Flugs bis zu acht oder zehn Gefechtsköpfe auf verschiedene Ziele abzuschießen.
Die Installierung der MIRV's ließ sich nicht stoppen, aber man erzielte
in Wladiwostok ein Übereinkommen über die Kontrolle der Zahlen der auf beiden Seiten verfügbaren Waffen dieser Art.
Nach
- 5 -

�J~

Nach Wladiwostok brachte die technische Weiterentwicklung der Waffensysteme neue Probleme.

Die Sowjets entwickelten einen neuen Bomber - der

im Westen "Backfire-Bomber" genannt wird.

Von sowjetischer Seite wurde be-

hauptet, dieser Bomber habe nur eine mittlere Reichweite und sei keine strategische Waffe.

Er könne Ziele in den Vereinigten Staaten nicht erreichen.

Die amerikanischen Militärexperten wandten dagegen jedoch ein, daß durch die
neuen Auftanktechniken in der Luft der Back-fire-Bomber leicht von einer
taktischen zu einer strategischen Waffe verwandelt werden könnte.
Auch die Vereinigten Staaten entwickelten seit Wladiwostok eine neue
Waffe - die allerdings noch nicht in Produktion gegangen ist - den sogenannten Marschflugkörper (Cruise Missile).

Auch er kann sowohl als taktische

als auch als strategische Waffe angesehen werden.

Nach Presseberichten hat

der eine Typ dieser neuen Waffe - die vom Fli'okörper aus abgeschlossene Version - eine Reichweite von 3200 Kilometern.
Vom militärischen Standpunkt ist die Cruise Missile eine außerordentlich interessante Neuentwicklung, weil sie gegenüber den ballistischen Raketen gewaltige Vorteile besitzt.

Eine ballistische Rakete ist nach ihrem

Abschuß bis zum Flug ins Ziel den Gesetzen der Physik unterworfen genau so
wie eine Artilleriegranate.

Der Marschflugkörper dagegen ist praktisch ein

Flugzeug ohne Pilot, das vom Start bis ins Ziel durch ein Leif-system in sehr
niedriger Höhe gesteuert werden kann.
Das mit diesen beiden neuen Waffensystemen entstandene Problem stand
dem Abschluß des Wladiwostok-Abkommens im Wege.
Präsident Carter hat die Wladiwostok-Formel bei den jüngsten Gesprächen
in Moskau als eine "Auffang-Position" bezeichnet und erklärt, daß er bereit
wäre, das Abkommen von Wladiwostok abzuschließen und das durch den BackfireBomber und die Marschflugkörper entstandene Problem künftigen Erörterungen
zu überlassen, wenn Moskau den Vorschlag zu einer drastischen Reduzierung
der Trägersysteme - dem Carter den Vorzug gibt - zurückweisen sollte.
Moskau
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^

�Moskau hat beide Vorschläge Carters zurückgewiesen.
der Dinge - zumindest für den gegenwärtigen Zeitpunkt.

+ + + + +

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Das ist der Stand

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Carters zur Kernenergiepolitik vom 7. April 1977&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carter erläutert seine Kernenergiepolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz vom 7. April 1977 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Interhospital '77&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Gemeinschaftsschau vom 7. bis 10. Juni 1977 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Blumenthal: Mindestens drei Jahre Prosperität&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Interview mit dem amerikanischen Finanzminister -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Begrenzung der Kernwaffen: Ein 30jähriges Bemühen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Alexander M. Sullivan&lt;/em&gt;</text>
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