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                  <text>Information
und

CT

United States Information Service

6. April 1977
INHALT

DOKUMENTATION
Carter: Weitere entschlossene Abrüstungsbemühungen
- Erklärung zur Begrüßung von Außenminister Vance am 2. April 1977
Carter-Pressekonferenz vom 30. März 1977 zu den SALT-Verhandlungen
- Wortlaut Gemeinsames amerikanisch-sowjetisches Kommunique

INFORMATION
Amerikanische Computerkonferenz: Technik - Anwendung - Probleme
- Tagung vom 13. - 16. Juni 1977 in Dallas (Texas) -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Einzelatome mit Laser-Lichtenergie identifiziert
Supermagnet in Hybrid-Konstruktion
- Energiebedarf fast zwei Drittel geringer -

Um Übci/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�3

1

I

I

Dokumentation
United States Information Service

7/1977

CARTER: WEITERE ENTSCHLOSSENE ABRÜSTUNGSBEMÜHUNGEN
Erklärung zur Begrüßung von Außenminister Vance am 2. April 1977 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat bei der Begrüßung von Außenminister Vance nach dessen Rückkehr von den SALT-Verhandlungen in Moskau am
2. April 1977 die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten unterstrichen,
mit den Sowjets zu einem Abkommen über die Begrenzung und Reduzierung der
strategischen Waffen zu gelangen.
Der Präsident gab auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington,
wo die Maschine von Vance gelandet war, folgende kurze Erklärung ab:
"Wir haben zum ersten Mal einen umfassenden Vorschlag unterbreitet, um
die Atomwaffen in der Welt zu begrenzen und dann drastisch zu verringern.
Wir betrachten das als einen notwendigen ersten Schritt.

Wir sind absolut

entschlossen, unermüdlich mit den sowjetischen Führern harmonisch zusammenzuarbeiten, um die Abhängigkeit von Atomwaffen zu verringern.

Wir werden

alles in unserer Macht stehende tun, um die Bindungen der Freundschaft und
des gegenseitigen Vertrauens mit den sowjetischen Führern zu stärken.
Ich

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D5300 Bonn-Bad Godesbergl
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�r

Ich möchte dem Außenminister meinen Dank für die gute Reise und die gute
Verhandlungsposition und den Erfolg der Reise aussprechen.

Und ich möchte

Herrn Breschnew und Herrn Gromyko und anderen in der Sowjetunion meinen Dank
aussprechen für die sehr produktiven Verhandlungen über viele der angeschnittenen Fragen.
Wie der Außenminister gesagt hat, Verhandlungen über einen drastischen
Abbau der Atomwaffen nach all den Jahren - einem Vierteljahrhundert - sind
eine sehr schwierige Angelegenheit.

Aber wir werden sie mit Entschlossenheit,

mit Ausdauer und mit Hoffnung auf Erfolg weiterbetreiben.
Unsere ganze Administration wird sehr viel Mühe auf die Vorbereitung der
Fortsetzung der Gespräche verwenden, die im Mai in Genf stattfindet.

Und ich

bin der Überzeugung, daß die Sowjets letztlich mit uns übereinstimmen werden,
daß es dem sowjetischen Volk und dem amerikanischen Volk und der übrigen Welt
zum Vorteil gereicht, wenn wir unsere Abhängigkeit von diesen zerstörerischen
Waffen verringern."

Vance: Rüstungskontrolle kann nicht über Nacht erreicht werden
Nach der Rückkehr des amerikanischen Außenministers äußerten sich am
3. April 1977 Präsident Carter wie auch Außenminister Vance selbst optimistisch
über die Zukunft der SALT-Gespräche, wobei darauf hingewiesen wurde, daß die
Vorschläge der USA sorgfältiger und längerer Verhandlungen bedürften.
Vor Journalisten sagte der amerikanische Außenminister wörtlich:
"... Ich hoffe, daß die Sowjets - nachdem sie die Einzelheiten unseres
Planes näher prüfen konnten- mit Fragen zu den verschiedenen Aspekten an uns
herantreten werden, und selbstverständlich sind wir bereit, diese mit ihnen
zu erörtern.
Sie
- 2 -

�Sie haben nachdrücklich zu verstehen gegeben, daß sie die Gespräche
weiterführen wollen, und sie haben dementsprechend ein Datum Mitte Mai für
die Wiederaufnahme der Gespräche genannt.
war sachlich und offen.

Die Haltung während der Gespräche

Ich fand, daß die Verhandlungen nützlich waren. Und

Sie wissen sicherlich, daß auch Außenminister Gromyko gesagt hat, er finde,
daß die Gespräche sehr nützlich und notwendig gewesen seien.

Wie ich schon

einmal gesagt habe: Rüstungskontrolle ist eine Angelegenheit, die nicht
über Nacht erreicht werden kann ..."

+ + + + +

3 -

�Dokumentation
United States Information Service

7/1977

CARTER-PRESSEKONFERENZ VOM 30. MÄRZ 1977
ZU DEN SALT-VERHANDLUNGEN
- Wortlaut -

Washington - (AD) - Präsident Carter hat am 30. März auf einer besonderen Pressekonferenz zu den SALT-Verhandlungen von Außenminister Vance
in Moskau Stellung genommen, die vom 28. bis 30. März stattfanden. Die
Einleitung Carters sowie die Fragen und Antworten haben folgenden Wortlaut:
"Guten Tag!

Wir waren den ganzen Nachmittag mit den aus Moskau einge-

gangenen Berichten und Depeschen beschäftigt, und nun möchte ich dem
amerikanischen Volk über das, was sich ereignet hat, Bericht erstatten.
Wir haben den sowjetischen Führern in den letzten beiden Tagen ein
umfassendes Paket von Abkommen unterbreitet, die - falls sie abgeschlossen
werden - ein dauerhaftes Fundament für eine friedlichere Welt legen würden:
durch eine Verringerung der großen Gefahr der Atomwaffen, die das politische
Gleichgewicht und die Kapazität und das Gleichgewicht der strategischen
Waffen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion erhalten würde.
Einer

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�*

Einer unserer Vorschläge bei diesem Gespräch über Nuklearwaffen war
sehr kurz und war unsere zweite Option.

Das wäre praktisch die Ratifizie-

rung des Übereinkommens von Wladiwostok, das man bereits erreicht hatte.
Der Unterschied zwischen uns und der Sowjetunion in diesem Punkt besteht darin, daß die Sowjets behaupten, Außenminister Kissinger und meine
Vorgänger - Präsident Ford und vor ihm Nixon - hätten zugestimmt, auf eine
Dislozierung der Marschflugkörper (Cruise Missiles) zu verzichten.

Wir

sind dagegen der Auffassung, daß wir uns niemals zu etwas derartigem bereiterklärt haben.

Wir haben die Sowjetunion jedoch ersucht, ein Abkommen

über alle anderen Dinge zu akzeptieren und die Frage der Marschflugkörper
und des neuen russischen Bombers, des Backfire-Bombers, bis auf spätere
fortzuführende Verhandlungen zu vertagen.

Diesen Vorschlag lehnten sie ab.

Der andere Vorschlag ist sehr viel weitreichender und hat tiefgreifende
Auswirkungen, die, wie ich meine, für "nsere eiaenen Nation und für die
übrige Welt segensreich wären.

Dabei geht es um wesentliche Reduzierungen

des Standes der Dislozierung von Raketenrampen und MIRV-Raketen unter den
Höchststand von 2400 und 1320, der in den Übereinkommen von Wladiwostok
festgelegt worden war - also um wesentliche Reduzierungen.
Zweitens geht es darum, die Entwicklung und Dislozierung jeglicher
neuer Waffensysteme zu stoppen. Ein dritter Punkt zielt darauf ab, den
der7Pitigen Stand von etwa 550 Interkontinentalraketen - unsere Minuteman
und die als SS-17, SS-18 und SS-19 bekannten sowjetischen Raketen - einzufrieren.
Ein nächster Punkt ist die Dislozierung aller mobilen Raketen - ihrer
SS-16 sowie anderer und unserer - im Entwicklungsstadium stehenden MX-Rakete.
Bei einem weiteren Punkt handelte es sich darum, zu einer strikten Begrenzung in der Dislozierung des Backfire-Bombers und einer strikten Be- 2 -

JL

�•

..

Begrenzung der Reichweite für Marschflugkörper zu gelangen.
Ein weiterer Teil unseres Vorschlags besteht darin, die Zahl der
Testflüge für Raketen auf sechs Abschüsse pro Jahr für Interkontinentalraketen und sechs für Mittelstreckenraketen zu begrenzen und die Sowjetunion zu ersuchen, uns eine sichere Möglichkeit zu geben, um zwischen ihrer
Interkontinentalrakete mit mobiler Abschußrampe - der SS-16 - und ihrer
mobilen Rakete mit begrenzter Reichweite - der SS-20 - unterscheiden zu
können.
Insgesamt bedeuteten diese Vorschläge eine faire, ausgewogene und
wesentliche Reduzierung im Wettrüsten, was - wie ich glaube - die Gewähr
für eine dauerhafte Verringerung der Spannungen und für gegenseitigen Nutzen
für unsere beiden Länder geboten hätte. Auch diesen Vorschlag haben die
Sowjets zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht akzeptiert.
Beide Partner haben, wie morgen in einem gemeinsamen Kommunique bekanntgegeben werden wird, vereinbart, die Erörterungen in der ersten Hälfte des
Monats Mai in Genf fortzusetzen.
Es wird Sie vielleicht interessieren, zu erfahren, daß einige andere
Punkte, die wir vorschlugen, darin bestanden, eine angemessene Verifizierung
zu erreichen, die Verschleierung zu beenden und eine sogenannte Daten-Bank
zu schaffen, mit deren Hilfe wir die Sowjetunion über den Stand unserer
eigenen Rüstungen zu einem bestimmten Zeitpunkt unterrichten würden und die
Sowjets uns über den ihren, so daß wir einen gesicherten, gegenseitig vereinbarten Stand der Waffenkapazität besitzen würden.
Ich darf vielleicht auf noch einige weitere Dinge eingehen. Außer der
Erörterung der SALT-Abkommen Anfang Mai in Genf haben wir vereinbart, noch
weitere Themen zu besprechen - Südafrika und die anstehenden möglichen
Nahostverhandlungen - und wir sind übereingekommen, acht Arbeitsgruppen einzusetzen: eine, um ein Abkommen auszuarbeiten, aufgrund dessen wir auf eine
- 3 -

�•J

eine Entwicklung von Kapazitäten zur Zerstörung von Beobachtungssatelliten
verzichten würden, damit wir ein sicheres Mittel besitzen, um die Sowjets
zu beobachten;und sie können damit ebenfalls über ein sicheres Mittel verfügen, um uns von Satelliten aus zu beobachten.
Die zweite Gruppe soll die Bedingungen für ein möglichst umfassendes
Verbot von Atomwaffenversuchen erörtern, damit wir in Zukunft keine
Nuklearwaffen mehr testen.

Und wir haben die Sowjets auch ersucht, mit

uns auf ein Verbot der Versuche mit Nuklearsprengsätzen für friedliche
Zwecke hinzuwirken.
Eine weitere Arbeitsgruppe, die nach beiderseitiger Vereinbarung eingesetzt werden soll, wird sich mit den Bedingungen befassen, aufgrund derer
wir den Indischen Ozean entmilitarisieren oder die militärischen Anstrengungen in dieser Region verringern könnten.
Wieder eine andere Arbeitsgruppe wird aus Experten gebildet werden, um
die Bedingungen zu erörtern, die uns die Möglichkeit geben, uns auf eine
Vorausankündigung aller Raketentests zu einigen,so daß wir vielleicht schon
24 Stunden vorher die Sowjets davon in Kenntnis setzen würden, daß wir als
Versuch eine unserer Raketen abfeuern werden. Die Sowjets würden uns in der
gleichen Weise benachrichtigen.
Eine weitere Gruppe wird Wege prüfen, um eine umfassende Rüstungskontrolle in der Lieferung konventioneller Waffen an Drittländer, vor allem
Entwicklungsländer, zu erreichen.
Eine andere Gruppe soll erörtern, wie wir beiderseits zur Verhinderung
der Ausbreitung der Nuklearwaffenkapazität (Nonproliferation) beitragen
könnten. Die Länder brauchen eine Möglichkeit, um Atomkraft für die
Herstellung von Elektrizität zu verwenden, aber wir hoffen, daß sich die
Sowjets uns und unseren Verbündeten und Freunden anschließen werden, um die
Fähigkeit der Nationen zu verringern, Nuklearbrennstoffe für die Herstellung
- 4 -

�*

V

Herstellung von Sprengkörpern zu verwenden.
Ein weiterer Punkt ist, daß wir - auf Ersuchen der Sowjetunion - übereingekommen sind, über die Abschaffung der Kapazität zur Führung eines
Krieges mit Strahlen oder chemischen Waffen zu sprechen.
Die achte Gruppe schließlich, auf deren Einsetzung wir uns geeinigt
haben, soll Mittel und Wege prüfen, wie wir uns gegenseitig darauf einigen
könnten, auf größere Anstrengungen in der Zivilverteidigung zu verzichten.
Wir sind der Ansicht, daß die Sowjets auf dem Gebiet des Bevölkerungsschutzes
sehr viel getan haben. Wir haben weniger getan, aber wir möchten, daß wir
uns beide darauf einigen, keine großen Summen für diese Anstrengungen auszugeben.
Das Gesamtergebnis der Besprechungen bestand also darin, einen festen
Vorschlag über drastische Verringerungen der Nuklearkapazit?t in der
Zukunft zu unterbreiten, auf den die Sowjets noch nicht reagiert haben diese Gespräche werden Anfang Mai fortgesetzt werden - und Studiengruppen einzusetzen, die die Analyse der anderen acht von mir aufgezählten
Punkte weiterführen sollen.
Ich bin jetzt gerne bereit, Ihre Fragen zu beantworten.
Frage: Herr Präsident, entschuldigen Sie, wenn ich nicht aufstehe,
aber ich möchte nicht die Kamera hier blockieren.
Sind Sie noch immer der Auffassung, daß die Sowjets unsere Menschenrechtskampagne in keiner Weise mit den Rüstungskontroll Verhandlungen in
Zusammenhang gebracht haben?
Antwort:

Ich kann Ihnen natürlich nicht garantieren, ob nicht im

Denker der Sowjets ein Zusammenhang zwischen den Menschenrechtsanstrengungen
und diesen jetzigen SALT-Verhandlungen besteht.
- 5 -

Wir haben jedenfalls keinen

�V

keinen Beweis, daß dies der Fall wäre.
Außenminister Vance hat es beispielsweise für recht beachtlich gefunden,
daß, als Generalsekretär Breschnew eine vorbereitete Erklärung zur Frage
der Menschenrechte abgab, er es auf einer völlig getrennten Sitzung von der
Zusammenkunft tat, auf der SALT besprochen wurde.
So wie wir es beurteilen, bestand kein Zusammenhang.

Aber ich kann

nicht garantieren, daß im Denken der Sowjets kein Zusammenhang besteht.
Frage:

Herr Präsident, Sie haben gesagt, daß die Sowjets behaupteten,

Außenminister Kissinger und Ihre Vorgänger hätten versprochen, daß sie
die Marschflugkörper (Cruise Missiles) als Waffensystem nicht installieren
würden.
Antwort: Ja!
Frage: Wo aber und in welcher Weise haben sie behauptet, daß dieses
Versprechen gegeben wurde, und haben Sie nachgeprüft, um herauszufinden, ob
es tatsächlich der Fall war?
Antwort: Ja. Beide, Präsident Ford und Außenminister Kissinger haben
vor der Öffentlichkeit und im privaten Gespräch mir gegenüber darauf bestanden, daß es von Seiten der Vereinigten Staaten niemals irgendeine
Zustimmung gegeben habe, die Dislozierung oder Entwicklung der Marschflugkörper einzuschränken oder zu verbieten.
Die in dem ersten Übereinkommen von Wladiwostok, das wie Sie wissen,
bisher noch nicht ratifiziert worden isc, gebrauchte Formulierungen sprachen
von einem Verbot von aus der Luft gestarteten Raketen.
Außenminister Kissinger vertrat den Standpunkt - und er ist weitaus
besser in der Lage,dies darzulegen, als ich für ihn sprechen könnte - daß
damit ballistische Raketen, die das Thema der Wladiwostok- übereinkommen
- 6 -

K.

�Wladiwostok-Übereinkommen bildeten, gemeint seien.
Vor zweieinhalb Jahren, als diese Verhandlungen geführt wurden, wußte
man noch wenig über die Kapazität dieser Marschflugkörper, und es gab über
sie überhaupt keine ins einzelne gehende Diskussion.

Die Sowjets be-

haupteten, daß sie bei der Diskussion über die aus der Luft gestarteten
Raketen von den Marschflugkörpern (Cruise Missiles) gesprochen hätten.
Außenminister Kissinger sagte, daß er nicht über Cruise Missiles gesprochen habe.
Frage:

Herr Präsident, um bei dem Punkt zu bleiben, die Sowjets

behaupten nicht, daß es irgendeine geheime Vereinbarung oder Erörterung
oder irgendetwas derartiges gegeben habe?
Antwort:
Frage:

Nein!
Sie sprachen also über den Text, die Formulierungen des

Wladiwostok-Übereinkommens?
Antwort:
Frage:

Genau!
Hatten die Russen zu SALT einen Gegenvorschlag, den sie uns ange-

boten haben, oder begnügten sie sich damit, unsere Vorschläge anzuhören?
Antwort: Sie hörten unsere beiden Vorschläge an. Gewiß, ihr Vorschlag
bestand darin, das Wladiwostok-Übereinkommen gemäß ihrem Verständnis zu
ratifizieren, wozu gehörte, daß sie den Backfire-Bomber entwickeln dürfen,
wir dagegen nicht unsere Marschflugkörper. Das ist ein Abkommen, das wir
niemals als Teil des Wladiwostok-Übereinkommens verstanden haben.
Frage:

Mr. Carter, wenn es zur Erzielung eines Fortschrittes notwendig

sein sollte, wären Sie bereit, Ihre Erklärungen zu den Menschenrechten zu_
- 7 -

�zu modifizieren?
Antwort:

Nein!

Ich werde meine Erklärungen zu den Menschenrechten

nicht modifizieren.

Meine Erklärungen zu den Menschenrechten stehen im

Einklang mit dem Gewissen unseres Landes.

Ich meine, daß im internationalen

Recht immer wieder aberkannt wurde, daß verbale Erklärungen oder irgend
welche Äußerungen der Überzeugung einer Nation keine Einmischung in die
Angelegenheiten eines anderen Landes bedeuten.
Im übrigen haben die Sowjets doch die Menschenrechte ratifiziert^als
sie die Charta der Vereinten Nationen angenommen haben.

Das Helsinki-Über-

einkommen, das noch in diesem Jahr in Belgrad auf seine Einhaltung überprüft
wird, schließt ebenfalls die Menschenrechte ein.
Absicht, meinen Standpunkt zu ändern.

Ich habe daher nicht die

Es ist ein Standpunkt, der nach

meiner Auffassung genau die Haltung unseres Landes wiedergibt.
Ich halte es nicht für richtig, die Konzeption der Menschenrechte
mit den SALT-Verhandlungen zu verknüpfen. Ich betrachte das al*- eine
falsche Verbindung. Ich hoffe, daß die SALT-Verhandlungen Erfolg haben
werden, wenn wir diese Gespräche im Laufe des Jahres im mühevollen Detail
fortsetzen. Sie werden nur dann erfolgreich sein, wenn die Sowjets überzeugt sind, daß es in ihrem Vorteil liegt, auf eine weitere Verpflichtung eine sehr kostspielige Verpflichtung und eine sehr bedrohliche Verpflichtung zum Wettrüsten zu verzichten - und nur, wenn unser eigenes Volk glaubt,
daß wir den gleichen Vorteil daraus ziehen. Darauf hoffen wir.
Frage: Herr Präsident, wie würden Sie das charakterisieren, was heute
vorgefallen ist? Wie groß ist der Rückschlag? Haben wir damit gerechnet,
daß die Sowjets unseren Positionen gegenüber aufgeschlossener sein würden?
Antwort:

Es gab weder in direkten noch in indirekten Kontakten mit

Breschnew Hinweise darauf, daß sie bereit wären, unsere Standpunkte zu
akzeptieren.

Wir haben in einem Zeitraum von fünf bis sechs Wochen
- 8 -

�Wochen sorgfältig einen Vorschlag für drastische Reduzierungen ausgearbeitet, den wir als ausgewogen betrachteten.
Ich darf sagen, daß die wichtigen Mitglieder des Kongresses, das
Außenministerium, mein eigener Stab, der Verteidigungsminister, die
Mitglieder des Gemeinsamen Stabes (der US-Streitkräfte) einstimmig der
Meinung waren, daß es sich um einen guten und fairen Vorschlag handelt.
Ich habe gehofft, daß die Substanz unseres Vorschlages in Zukunft von
der Sowjetunion akzeptiert werden wird, denn es liegt in ihrem und unserem
Vorteil, das zu tun.
Aber ich bin überhaupt nicht entmutigt. Außenminister Vance hat mir
telegraphiert, daß er enttäuscht darüber ist, daß wir nicht sofort zu
einem Übereinkommen gelangt sind, aber er war nicht entmutigt. Ich meine,
die Tatsache, daß ein gemeinsames Kommunique verfaßt wurde, das morgen früh
veröffentlicht wird und die Tatsache bekannt gibt, daß unsere beiden
Länder diese Gespräche ohne Unterbrechung fortsetzen, ist ebenfalls sehr
ermutigend.
Frage:

Herr Präsident, wäre es fair zu sagen, daß die Gespräche zusam-

mengebrochen sind, weil die Vereinigten Staaten gegenwärtig nicht bereit
sind, Einschränkungen für die Marschflugkörper (Cruise Missiles) zu
akzeptieren?
Antwort:
Frage:
Antwort:

Nein!
Ist das nicht der Kernpunkt?
Das ist keineswegs der Kernpunkt. Wir sind bereit, Ein-

schränkungen für die Marschflugkörper zu akzeptieren, wenn dies Bestandteil
eines ausgewogenen Gesamtpaketes ist. Wir sind nicht bereit, ein
einseitiges Verbot für die Entwicklung oder die Dislozierung von Marschflugkörpern zu akzeptieren, wenn die Sowjetunion nicht entsprechende Zugeständnisse macht, einschließlich des Backfire-Bombers.
- 9 -

Wir haben eiji

�-K

ein Paket zusammengestellt, das fair und ausgeglichen ist, aber wir sind
nicht bereit, einseitig auf eine Möglichkeit zu verzichten, wenn die Sowjetunion nicht eine entsprechende Gegenleistung bietet.
Frage:

Ich habe nicht gemeint einseitig, aber bei der Reise von

Außenminister Kissinger in die Sowjetunion im Januar 1976 fanden aktive
Verhandlungen über eine ausgewogene Reduzierung statt, bei denen es auch
um gewisse Begrenzungen für Marschflugkörper ging.
Wenn Sie also sagen, daß die Sowjets erklärten, wir hätten einer
Einschränkung der Marschflugkörper zugestimmt, beziehen sie sich dann
nicht auf das Jahr 1976 und nicht auf Wladiwostok, als die Marschflugkörper
tatsächlich nur auf dem Reißbrett existierten und nicht in der Wirklichkeit?
Antwort: Ich glaube nicht - aber ich möchte mich nicht in die Lage
versetzen, für Außenminister Kissinger zu sprechen - daß es jemals die
Unterstellung eines amerikanischen Einverständnisses hätte geben können,
daß die Sowjets ohne Begrenzung den Backfire-Bomber bauen und dislozieren
dürften, während wir die Marschflugkörper einschränkten. Das ist der
Standpunkt, den die Sowjets in dem Obereinkommen von Wladiwostok einnahmen.
Frage: Herr Präsident, haben die Russen erklärt, warum sie den umfassenden Vorschlag ablehnen? War es deswegen, weil sie keine so drastischen
Reduzierungen wollen, wie Sie sie vorgeschlagen haben, oder war es,weil sie
glaubten, die Begrenzungen für Marschflugkörper wären nicht ausreichend?
Haben sie irgendwelche Gründe angeführt?
Antwort: Ich weiß noch nicht. Ich habe noch keine endgültige Analyse
von Außenminister Vance vorliegen. Er war noch vor einigen Minuten in der
amerikanischen Botschaft in Moskau und hat einen ausführlichen Bericht über
den Verlauf der Verhandlungen für mich vorbereitet. So weit ich zu diesem
Zeitpunkt weiß, haben die Sowjets keine spezifischen Gründe dafür genannt,
warum sie unseren Vorschlag ablehnten.
Ich
- 10 -

�Ich vermute, daß dieser Vorschlag so substantiell ist und eine radikale
Abkehr vom bisherigen bedeutet, indem er strikte Begrenzungen und eine
Reduzierung der vorhandenen Raketen und ein Verbot der Entwicklung oder
Dislozierung neuer Raketen für die Zukunft enthält, daß die Sowjets einfach
mehr Zeit brauchen, um ihn zu prüfen.
Ob sie ihn bei den Verhandlungen in Genf im Mai oder später akzeptieren
werden oder nicht, kann ich heute einfach noch nicht sagen.
Frage: Die Gespräche im Mai werden zwischen Herrn Gromyko und Herrn
Vance stattfinden?
Antwort:
Frage:

Das ist richtig.
Herr Präsident, Senator Baker hat gerade vorhin erklärt, daß Sie

bei der Unterrichtung der führenden Vertreter des Kongresses gesagt hätten,
Sie beabsichtigten/hart 1 zu bleiben.

Haben Sie das gesagt, und was meinen

Sie damit?
Antwort: Ja, das habe ich gesagt. Ich glaube, daß es wichtig für uns
ist, in diesem Jahr eine Chance zu nutzen, nicht nur eine oberflächliche
Ratifizierung von Regeln auszuhandeln, wie das Wettrüsten weitergehen kann,
sondern ein Einfrieren der Entwicklung und Dislozierung neuer Raketen und
eine tatsächliche Reduzierung der Träger und der Raketen mit Mehrfachgefechtsköpfen (MIRV) unter den früher vereinbarten Stand.
Was diese Punkte anbetrifft, so beabsichtige ich,in meiner Haltung sehr
fest zu bleiben. Ich halte es nicht für vorteilhaft für unsere Nation,
stückweise zusätzliche Vorschläge zu machen. Unsere Erfahrungen in der
Vergangenheit haben uns gelehrt, daß die Sowjetunion aus umfassenden Vorschlägen jene Punkte herauslöst, die für sie von Vorteil sind, und die
Verhandlungen über jene Punkte des Vorschlags fortsetzen will, die für sie
nicht so günstig wären.
Ich

�Ich habe daher die Absicht, stark weiterzuverhandeln, um die führenden
Männder unseres Landes wissen zu lassen, was wir vorschlagen, und ich bin
nicht in Eile.

Es ist schon wichtig genug, methodisch und sorgfältig

vorzugehen, aber ich möchte hoffen, daß sich die Sowjets mit uns auf
drastische Reduzierungen und strikte Begrenzungen in Zukunft einigen werden,
die niemals Teil eines bisherigen Abkommens gewesen sind.
Frage:

Herr Präsident, darf ich hier nachhaken?

Antwort: Bitte!
Frage:

Wenn Sie sagen, Sie wollen die Verhandlungen fortsetzen,

besteht dann eine Chance, daß Sie im Mai nach Genf gehen könnten, da Sie
sich ohnehin Anfang Mai in Europa aufhalten werden?
Antwort:

Es steht tatsächlich auf meinem Plan, nach Europa zu

reisen - nicht nur, um mit den Verbündeten in London zusammenzukommen,
sondern auch mit Präsident Assad aus Syrien, und wo dieses Treffen stattfinden wird, weiß ich noch nicht.

Aber ich habe gegenwärtig keine Absichten,

auf dieser Reise mit sowjetischen Führern zusammenzutreffen.
Frage:

Herr Präsident, wie wird diese Daten-Bank funktionieren?

Wird

sie auch alle konventionellen Rüstungen einschließen?
Antwort: Das wäre eine Sache, die getrennt erörtert werden müßte. Seit
langem bildet die Daten-Bank eine Streitfrage bei den in Wien stattfindenden
Verhandlungen über eine beiderseitige, ausgewogene Reduzierung der Streitkräfte, in deren Rahmen wir die Sowjets ersucht haben, uns einen Überblick
über ihr Arsenal innerhalb der Staaten des Warschauer Paktes zu geben.
Hierbei handelt es sich in erster Linie um konventionelle Waffen.
Die

�Die Daten-Bank jedoch, auf die ich mich heute nachmittag bezog, ist
eine Inventur der Kernwaffen, die in die SALT-Gespräche einbezogen wurden der strategischen Kernwaffen.

Bisher haben wir auf beiden Seiten eine

ziemlich gute Methode der Inventur von Waffen entwickelt, die tatsächlich
disloziert worden sind.

Wir streben jedoch einen freien und exakten Aus-

tausch mit der Sowjetunion über die Frage an, über wieviele Waffen sie und
über wieviele wir verfügen, damit wir genauer jede Abweichung von diesen
Zahlen feststellen können.
Frage:

Wenn ich hieran anknüpfen dürfte, würde dies irgendeine Art

der Verifizierung beinhalten?
Antwort: Ja. Wir möchten die Frage der Verifizierung mit allem Nachdruck offenlegen. Bei einem umfassenden Testverbot hätten wir gerne eine
Inspektion an Ort und Stelle. Die Sowjets haben diesem Prinzip niemals
zugestimmt, aber sie haben dies im Rahmen der Erörterungen einige Male
erwähnt. Außenminister Gromyko hat im vorigen Jahr vor den Vereinten
Nationen eine Erklärung abgegeben, in der von der Möglichkeit von
Inspektionen an Ort und Stelle die Rede war. Wir sind in der Tat der
Meinung, daß die Verifizierung bei einem umfassenden Rüstungsbegrenzungsabkommen eine entscheidend wichtige Rolle spielt. Es ist ganz klar, daß
es bei einer Verifizierung eine Verschleierung nicht gibt, und eine Verifizierung in begrenzterem Umfang beinhaltet auch die Daten-Bank, von der ich
gerade sprach. Noch eine Frage.
Frage: Darf ich bitte diese Frage stellen. Hat das Scheitern dieser
Gespräche in irgendeiner Weise Ihre Einstellung hinsichtlich der Entwicklung
künftiger amerikanischer Waffensysteme beeinflußt? Mit anderen Worten,
sind Sie jetzt eher geneigt, sich für eine volle Produktion des B-l-Bombers
oder für irgendein anderes modernes Waffensystem einzusetzen?
Antwort:

Nun, wenn wir zum Abschluß der Erörterungen im nächsten Monat

den Eindruck gewinnen, daß die Sowjets uns gegenüber nicht in Treu und
- 13 -

�und Glauben handeln und daß ein Abkommen unwahrscheinlich ist, dann wäre
ich gezwungen, eine weit tiefergehende Verpflichtung gegenüber der Entwicklung und Dislozierung zusätzlicher Waffen einzugehen.

Aber ich möchte

eine solche Entscheidung so lange nicht treffen, bis ich zu der Überzeugung
gelangt bin, daß die Sowjets nicht in Treu und Glauben handeln.

Ich hoffe,

sie werden in Treu und Glauben handeln.
Ich möchte jetzt noch eine Frage von Wes beantworten.
Frage:

Herr Präsident, noch eine Frage hinsichtlich der einschneidenden

Reduzierungen.

Weil die Sowjets anscheinend heute über mehr Trägersysteme

verfügen als wir, gibt es deshalb Einwände, daß sie im Falle einschneidender
Reduzierungen mehr Waffen vernichten müßten als wir?
Antwort: Einschneidende Reduzierungen würden beide Seiten in etwa
gleichem Maße betreffen. Weniger einschneidende Reduzierungen, sagen wir
einmal von 2 400 auf 2 200 Träger, würden die Sowjets weitaus nachteiliger
treffen als uns. Ein Teil unseres Verhandlungspaketes betrifft die
schweren Raketen, die SS-9 und die SS-18, von denen es gegenwärtig 308 Stück
gibt.
Wir haben in unser Verhandlungspaket eine wesentliche Reduzierung unter
diese Zahl einbezogen.

Aber ich glaube, daß Einzelheiten unseres Vorschlages

zu einem späteren Zeitpunkt enthüllt werden sollten.

Ich möchte mir hin-

sichtlich der Einzelheiten Zurückhaltung auferlegen, weil Außenminister
Vance und Außenminister Gromyko Absprachen in bezug auf die Darlegung der
Verhandlungen getroffen haben, über die ich noch nicht voll informiert bin.
Aber ich glaube, die genauen Zahlen können zu einem späteren Zeitpunkt
verfügbar gemacht werden.
Ich danke Ihnen."

+ + +
- 14 -

�1

Hß

py

b]

Dokumentation
United States Information Service

7/1977

GEMEINSAMES AMERIKANISCH-SOWJETISCHES KOMMUNIQUE

WASHINGTON - (AD) - Die USA und die Sowjetunion naben am 31. März 1977
nach Abschluß der Gespräche, die US-Außenminister Cyrus R. Vance in Moskau
geflihrf hat, ein gme-'nsame" Kommuniq' -&gt; veröffentlich*
Das Kommunique hat
folgenden Wortlaut:
Vom 28. bis 30. März 1977 führten der Generalsekretär des Zentralkomitees
der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, L I . Breschnew und das Mitglied
des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion,
Außenminister der UdSSR, A.A. Gromyko, Gespräche mit dem Außenminister der
Vereinigten Staaten von Amerika, Cyrus R. Vance, der sich zu einem offiziellen
Besuch in Moskau aufhielt.
Im Laufe der Gespräche fand eine allgemeine Erörterung der amerikanischsowjetischen Beziehungen sowie bestimmter internationaler Probleme von gemeinsamem Interesse für die Vereinigten Staaten und die UdSSR statt.
Die Behandlung von Fragen, die für den Abschluß des neuen Abkommens über
die Begrenzung strategischer Offensivwaffen relevant sind, nahmen den zentralen

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�zentralen Platz in den Gespräche ein. Beide Seiten sind übereingekommen»die
Erörterung dieser Fragen fortzusetzen.
Ferner fand ein Meinungsaustausch über eine Reihe anderer Fragen bezüglich der Begrenzung der Rüstungen und der Abrüstung statt.

Es wurde verein-

bart, daß bilaterale Kontakte, einschließlich von Zusammenkünften von Experten,
gepflogen würden, um diese Angelegenheiten zu erörtern.
Die Behandlung internationaler Fragen schloß die Vorbereitende Konferenz
in Belgrad sowie die Lage auf Zypern und im südlichen Afrika ein. Sie bekräftigten die Bedeutung des Viermächte-Abkommens vom September 1971. Besondere
Aufmerksamkeit wurde der Lage im Nahen Osten geschenkt.

Beide Seiten sind

übereingekommen, daß die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und
der UdSSR als Ko-Vorsitzende der Genfer Konferenz wesentlich ist, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in diesem Gebiet herbeizuführen.

Es wurde

Übereinkunft erzielt, in der ersten Hälfte des Monats Mai 1977 in Genf ein
Treffen des Außenministers der Vereinigten St&lt; cen un^ des Außenministers der
UdSSR abzuhalten, um einen gründlichen Meinungsaustausch über das Nahost-Problem, einschließlich der Frage der Wiederaufnahme der Genfer Konferenz,zu pflegen.

Einige der anderen in den Gesprächen in Moskau behandelten Fragen werden

dann ebenfalls besprochen werden.
Die Erörterung praktischer Fragen der bilateralen Beziehungen führte zu
mehreren spezifischen Übereinkommen.

+ + + + +

�7/1977

AMERIKANISCHE COMPUTERKONFERENZ: TECHNIK - ANWENDUNG - PROBLEME
Tagung vom 13. - 16. Juni 1977 in Dallas (Texas)

- (AD) - Ein sorgfältig zusammengestelltes Vortragsprogramm, Seminare
und Analysen der jüngsten Entwicklungen bei Kleincomputeranlagen, insbesondere auf dem rapide wachsenden Gebiet der verbraucherorientierten Datenspeicherung und Datenverarbeitung, kennzeichnen die "Nationale Computerkonferenz" vom 13. - 16. Juni 1977 in Dallas (Texas). Mehr als 300 Firmen und
Institute sind außerdem mit Ausstellungen vertreten, die die modernsten technischen Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten präsentieren. Die ca.
25 000 Besucher, die erwartet werden, erhalten Gelegenheit, sich umfassend
darüber zu informieren, welche Arbeitsmethoden und Ausrüstungen den jeweiligen Anforderungen am besten gerecht werden, kostengünstig sind und zu optimalen Ergebnissen führen. Aber auch der Komplex Datenschutz und sicherer
Prozeßablauf, einschließlich der Gefahr von Datenmißbrauch und Manipulation,
des Zugriffs Unberechtigter oder der Beeinflußbarkeit von Computerprogrammen,
sowie politische Probleme und Aufgaben im Zusammenhang mit der elektronischen
Datenverarbeitung werden eingehend behandelt.
Veranstalter ist die "American Federation of Information Processing

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D 5300 Bonn-Bad Godesberq 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

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Processing Societies" (AFIPS - US-Verband der Gesellschaften für Datenverarbeitung).

Angesichts ihrer Bedeutung als Treffpunkt der Fachwelt nicht

nur aus den Vereinigten Staaten, sondern auch aus Europa, Asien, Lateinamerika,
dem Nahen Osten und Afrika erfährt die Konferenz eine besondere Förderung seitens des US-Außenministeriums und des US-Handelsministeriums.

Ähnlich wie

bei der vorangegangenen Tagung im Jahre 1975 in New York erwartet man im Juni
Hunderte von Teilnehmern aus dem Ausland.

Das Ereignis bietet Vertretern von

Wirtschaft und Industrie aus aller Herren Ländern eine einzigartige Gelegenheit zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch.
Die rapide fortschreitenden Veränderungen in der Technik der Informationsverarbeitung und ihrer Anwendung machen, so Konferenzvorsitzender Dr. Portia
Isaacson, kontinuierliche Weiterbildung zu einem dringenden Bedürfnis.

Die

Tagung sei deshalb so geplant und vorbereitet worden, daß sie Computerspezialisten, Organisationschefs für elektronische Datenverarbeitung (EDV), leitenden Persönlichkeiten in Wirtschaft und Industrie, Benutzern, Lehrern und Regierungsvertretern Gelegenheit gibt, zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Der einzelne soll Unterstützung für die Wahrnehmung seiner speziellen beruflichen Aufgaben erhalten und im Hinblick auf sein berufliches Fortkommen gefördert werden.
Wie ein Sprecher der AFIPS erklärte, werden in jedem der 11 vorgesehenen
Seminare über Themen, die für EDV-Management und für technische Spezialisten
von besonderer Bedeutung sind, die jeweiligen Fragenkomplexe ausgelotet. Die
Leitung jedes der ganztägigen Seminare liegt in den Händen von Kapazitäten
ihres Fachs. Die Themenbreite reicht vom flächenabdeckenden Datenübertragungsnetz mit Satellitenstationen und zentraler Verarbeitungseinheit bis zur Langzeitplanung. Von den mehr als 300 Vorträgen der Experten basiert ein Teil auf
gleichzeitig eingereichten wissenschaftlichen Abhandlungen. In Round-TableGesprächen zwischen Vertretern führender Herstellerfirmen und Benutzern, in
Lehrveranstaltungen und Sonderarbeitskreisen für EDV-Organisationschefs nimmt
der Informationsaustausch zwischen Computerspezialisten und den für die Datenverarbeitung verantwortlichen Spitzenvertretern der Unternehmen einen beson- 2 -

-K

�besonderen Platz ein.

Mehr als 1100 Stände sind bereits reserviert, um "die

bisher größte und umfassendste Ausstellung von Computern und Zubehör, Softwaren, Systemen und Dienstleistungen zu präsentieren".

Vorgesehen sind fer-

ner ein nationaler Programmier-Wettbewerb, der einen in seiner Art einzigartigen Test für Logik- und Programmierleistung darstellt, und eine Ausstellung verbraucherorientierter Computer.
Die Themen in den Seminaren umfassen u.a. strukturierte Information,
d.h. "linienbezogener" Informationsumfang entsprechend dem Informationsbedürfnis auf den verschiedenen Stufen der betrieblichen Hierarchie, ferner
die Entwicklung von EDV-Langzeitplänen, on-line-Systeme, Einführung in die
physikalischen Vorgänge bei Anwendung der Software und in Computer-Verbundsysteme, Datenbank-Organisation, Vergleich von Datenbank-Systemen, Berufsbildung für Informatiker, Normierung der Software und Mikroprozessoren samt Ursprung und Trends sowie nach Anwendungsbereichen gegliedertes Konstruktionskonzept. Für Interessenten aus dem Ausland hat AFIPS eine mehrsprachige Broschüre über die Konferenz und ihre Ziele herausgebracht.
Die Betreuung der Besucher ist aufs Beste organisiert. Unter der Telefonnummer 800-556-6882, die von jedem Ort innerhalb der USA gebührenfrei angerufen werden kann, erhält der Interessent die gewünschten Auskünfte über
die günstigsten Anreisewege und Unterbringungsmöglichkeiten. Zum Service gehört außerdem die Reservierung der billigsten Flugbilletts nach Dallas (mit
Einsparungen bis 30 Prozent) für den Konferenzbesucher selbst. Familieangehörige und Kollegen. Am Flughafen Dallas-Fort Worth und im Konferenzzentrum
sind besondere Schalter für die Betreuung der ankommenden und weiterreisenden
Konferenzteilnehmer eingerichtet.

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- 3 -

�UUi//cn/choft
und Technik
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7/1977

EINZELATOME MIT LASER-LICHTENERGIE IDENTIFIZIERT

- (AD) - Über die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem erstmals einzelne Atome angeregt, erfaßt und identifiziert werden können, berichten
Wissenschaftler des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) in Tennessee, USA.
Es wurde "ein völlig neuartiges Instrument" der analytischen Chemie geschaffen, mit dem das absolute Höchstmaß an Empfindlichkeit zu erreichen und nicht
nur das einzelne Atom, sondern auch dessen Reaktion mit anderer Materie zu beobachten ist.
Das Verfahren beruht auf der Anregung einzelner Atome in Gasen durch
die Photonen eines intensiven Laserstrahls. Im ORNL wurde demonstriert, daß
auf diese Weise Einzelatome des Elementes Caesium in einigen Trillionen anderer Atome und in Molekülen verschiedenster Art erfaßt werden können. Die
Methode ist aus Projekten der Grundlagenforschung hervorgegangen, die von
der Abteilung Biomedizin und Umweltforschung der ERDA (US-Energieforschungsund Entwicklungsbehörde) zur Verbesserung von Meßverfahren für die Kontrolle
der Luftqualität in Angriff genommen wurden.
Die Bewegungen einzelner Atome können mit dem Raster-Elektronenmikroskop
"sichtbar" gemacht werden.

Ebenso läßt sich der radioaktive Zerfall eines

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�-

eines Atoms registrieren.

Aber bei diesen Verfahren ist es nicht möglich,

ein Einzelatom auszuwählen, zu isolieren und zu beobachten.

Das neue ORNL-

Verfahren ist vor allem für solche Gebiete der Forschung von Bedeutung, wo
es zur Lösung von Problemen darauf ankommt, geringe Mengen von Atomen zu
identifizieren und zu zählen.

Dies trifft z.B. für die Identifizierung und

Messung chemischer Schmutz- und Schadstoffe zu. Außerdem könnte die neue
Methode die Identifizierung neuer, nur in äußerst kleinen Mengen synthetisierter Elemente erleichtern.

Sie könnte ferner helfen, seltene nukleare

Reaktionen wie jene zu registrieren, die unter Beteiligung von Neutrinos aus
der Sonne vor sich gehen. Auch bei der Suche nach den "Quarks", die heute
als die eigentlichen Grundbausteine der Materie angesehen werden, erhofft
man sich bessere Meßmethoden mit dieser Art einer "Laser-Sonde".
Das Verfahren wird folgendermaßen beschrieben: Ein intensiver Laserstrahl wird in einen Proportionalzähler gepulst - ein Registrierinstrument,
in dem sich gleichzeitig die Kammer mit der Gasprobe befindet.

Die Intensi-

tät und gleichzeitig sorgfältig gesteuerte Frequenz des uaserlicht-Impulses
sorgen dafür, daß jedes Atom jenes Typs, den man erfassen will, zunächst angeregt und dann ionisiert wird.

Das führt dazu, daß jedes Atom des "ange-

sprochenen" Elements ein Elektron verliert, während die Milliarden von Atomen
oder Molekülen anderen Typs im wesentlichen unbeeinträchtigt bleiben.

Der

Proportionalzähler ist so empfindlich, daß er erlaubt, einzelne Elektronen
zu zählen, die innerhalb der Kammer von Atomen abgestreift werden.

Die im

ORNL demonstrierte Methode läßt sich unter Verwendung verschiedener Instrumente auf etwa die Hälfte aller bekannten Elemente anwenden; unter gewissen
Umständen werden auch mehrere Laser eingesetzt. Auch Moleküle sind zu klassifizieren, indem man sie aufspaltet und dann die atomaren Bestandteile identifiziert.

+ + + + +

�Uli//cn/ch(ift
und Technik
United States Information Service

7/1977

SUPERMAGNET IN HYBRID-KONSTRUKTION
Energiebedarf fast zwei Drittel geringer

- (AD) - Mit einem Hybrid-Magnetsystem, der Kombination aus einem herkömmlichen w^ssergeLiulten Magneten und einer superleitfähigen Spule, wurde
am Nationalen Francir&gt;-Bitter-Magnetforschungsinstitut (NML) in Cambridge
(Massachusetts) eine Feldstärke von 254 000 Gauss erzielt. Dies entspricht
etwa dem 500 OOOfachen der Stärke des erdmagnetischen Feldes. Bei dem Gerät handelt es sich um eine Sonderkonstruktion im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts amerikanischer und niederländischer Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. B. Bruce Montgomery (NML). Das Institut steht unter der Regie
des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und wird von der amerikanischen
Nationalen Wissenschaftsstiftung (NSF) gefördert.
Für die Erzielung der Höchstleistung in der jüngsten Versuchsserie waren 4,5 Megawatt (4,5 Millionen Watt) Strom erforderlich. Man hätte jedoch,
wie Dr. Montgomery erklärte, 12 - 13 Megawatt gebraucht, wenn ausschließlich
ein wassergekühlter Kupfermagnet gleicher Größe und Feldstärke benutzt worden
wäre. Bei der Hybrid-Konstruktion wird ein solcher wassergekühlter Magnet nur
als Einsatz für die große Außenspule verwendet, die aus einem Supraleiter be-

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Tel: 02221-893240 Telex: 08-85432

�/ «

besteht.

Superleitfähiges Material zeichnet sich dadurch aus, daß sein

elektrischer Widerstand bei Abkühlung auf extrem tiefe Temperaturen auf Null
zurückgeht, so daß der einmal zugeführte elektrische Strom ständig fließt.
Für die Erzeugung eines Magnetfeldes wird keinerlei Strom verbraucht - die
Energie ausgenommen, die für die Kühlung der Spule auf Tiefsttemperatur erforderlich ist.

Bestimmte Materialien,

z.B. eine Legierung aus den Metal-

len Niob und Tantal, eignen sich als Supraleiter besonders gut.

In vielen

Laboratorien arbeiten Werkstoffexperten jetzt daran, zum Zweck der Kostenund Energieeinsparung Supraleiter zu entwickeln, dere. "Sprungtemperatur"
- d.h. jene Temperatur, bei der die Superleitfähigkeit einsetzt - nicht so
extrem niedrig liegt wie beispielsweise bei der Niob-Tantal-Legierung.
Im Gegensatz zu wassergekühlten Magneten läßt sicn jedoch bei Supraleiter-Magneten die Feldstärke nichtbeliebig steigen.. Mit zunehmender
magnetischer Feldstärke wächst der elektrische Widerstand. Bei der NiobTantal-Legierung liegt die Feldstärken-Grenze bei ca. 85 000 Gauss. Ein
wassergekühlter Magnet dagegen ist in seiner Leistung nicht begrenzt. Mit
mehr Energie ließen sich theoretisch immer höhere Felci.vcärken erzeugen. In
der Praxis jedoch müssen neben den Anforderungen an die Kühlung zum Abführen
der riesigen Wärmemengen, die den Magneten zerstören würden, auch die enoniien
mechanischen Belastungen der Spule durch die elektromagnetischen Kräfte berücksichtigt werden. Prof. Francis Bitter vom MIT, n-ch dem heute das Nationale Laboratorium für Magnetforschung benannt ist, war einer der Pioniere
für die Konstruktion der modernen wassergekühlten Magnete.
Im Verbund leisten die beiden Magnettypen jedoch das itestmögliche, was
technisch auf dem Gebiet der Magnetkonstruktion gegenwärtig zu erreichen ist.
Bei den künftigen Versuchsserien im NML will man u.a. Feldstärken bis zu
300 000 Gauss erzeugen.

Dafür wären ca. 10 Megawatt Energie erforderlich -

die Grenze dessen, was die Generatoren des Instituts zu produzieren vermögen.
Später wird der Hybridmagnet für die Durchführung weiterer Experimente nach
Nijmwegen (Holland) transportiert, wo vor kurzem ein Magnetlabor (mit einer
Energieproduktion bis 6 Megawatt) eingerichtet wurde.
Nach
- 2 -

�Nach Ansicht der Wissenschaftler des NML bedeutet die Entwicklung des
Hybrid-Magneten einen wichtigen Schritt zur Konstruktion großer SupraleiterMagnetsysteme.

Diese könnten u.a. für die Stromerzeugung im Rahmen neuer

Techniken, einschließlich der Kernfusion, von Bedeutung sein.

Außerdem H e s -

sen sich damit extrem starke Magnetfelder für die Untersuchung und Erprobung
verbesserter Supraleiter erzeugen.

In der Grundlagenforschung werden Magnet-

felder hoher Intensität zum Studium von Materie-Eigenschaften benutzt - z.B.
von Atomen, Halbleitern oder magnetischen Materialien.

Geräte, mit denen

Magnetfelder von mehr als 300 000 Gauss erzeugt werden können, würden der
experimentellen Physik noch bessere Hilfsmittel als bisher verfügbar an die
Hand geben, um vor allem die Geheimnisse der magnetischen und elektrischen
Eigenschaften der Materie zu lüften.

+ + + + +

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