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                  <text>pfifft Uli

ÄG

Information
und
Dokumentation
United States Information Service

23. März 1977

INHALT

DOKUMENTATION
Rede Präsident Carters vor den Vereinten Nationen am 17. März 1977
- Wortlaut Carter umreißt amerikanische Auslandshilfepolitik
- Botschaft an den Kongreß vom 18. März 1977 Präsident Carter fordert Maßnahmen gegen Ölverschmutzung
- Botschaft an den Kongreß vom 18. März 1977 Dr. Frank Press: Neuer Wissenschaftsberater Präsident Carters

Um Übei/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

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Dokumentation
United States Information Service

6/1977

REDE PRÄSIDENT CARTERS VOR DEN VEREINTEN NATIONEN AM 17. ÜÄRZ 1977
- Hortlaut

New York - (AD) - Präsident Carter haJ am 17. März 1977 in einer Rede
vor Ständigen Vertretern bei den Vereintet, Nationen zu zahlreichen außenpolitischen Problemen Stellung genommen.

Am Sitz der Weltorganisation

u

forderte er eine Einstellung des nu learen Wettrüstens und dann einen Abbau der Kernwaffen.

Der Präsident behandelte ferner internationale Wirt-

schaftsfragen, den Nahen Osten, Afrika, die Entwicklungsländer und Menschenrechtsfragen.
Die Rede von Präsident Jimmy Carter hat folgenden Wortlaut:
Ich bin stolz, heute abend hier in diesem Hause, in dem die gemeinsamen
Hoffnungen der Menschheit ihren Ausdruck finden können, vor Ihnen sprechen
zu dürfen.
Ich bin hierhergekommen, um meine Unterstützung, die anhaltende Unterstützung meines Landes, für die Ideale der Vereinten Nationen zum Ausdruck
zu bringen.
Wir

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1

Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�•

Wir sind stolz darauf, daß die Vereinten Nationen in den 32 Jahren seit
ihrer Gründung auf amerikanischem Boden zusammengekommen sind.

Und wir

teilen mit Ihnen die Verpflichtung für Freiheit, Selbstregierung, Menschenwürde, gegenseitige Toleranz und friedliche Lösung von Streitigkeiten wie sie in den Gründungstatuten der Vereinten Nationen so klar zum Ausdruck
kommt und von Generalsekretär Kurt Waldheim so gut vertreten wird.
Keine Nation könnte für sich allein eine Welt bauen, die diese Werte
reflektierte.

Aber die Vereinigten Staaten verfügen über ein Reservoir

der Stärke - wirtschaftlicher Stärke, an der wir andere teilhaben lassen
wollen;
brauchen;

militärischer Stärke, die wir hoffentlich nie mehr einzusetzen
geistiger Stärke, die wir als Rückgrat unserer Außenpolitik

voll aufrechtzuerhalten gedenken.
Es ist jetzt acht Wochen her, seit ich mein Amt als Präsident übernahm.
Ich habe in dieses Amt ein festes Versprechen auf eine offenere Außenpolitik
mitgebracht. Ich glaube, das amerikanische Volk erwartet von mir, daß ich
offen über die Politik spreche, die wir einzuschlagen gedenken, und in
diesem Geiste möchte ich heute abend über unsere Hoffnungen für die Zukunft
sprechen.
Ich sehe eine hoffnungsvolle Welt, - eine Welt, die beherrscht wird von
wachsenden Forderungen nach den Grundfreiheiten, nach den Grundrechten,
nach einem höheren Standard der menschlichen Existenz.
uns an der Gestaltung dieser Welt zu beteiligen.

Wir sind begierig,

Aber in diesem Streben nach einer besseren Welt sind wir nicht blind
gegenüber der Realität des Streites noch der herrschenden Gefahren, vor
denen wir stehen.

Jede Schlagzeile, die wir lesen, erinnert uns an bittere

Spaltungen, an nationale Feindseligkeiten, an territoriale Konflikte, an
ideologischen Wettstreit.
jahrhundert überfällig.
liche Afrika.

Im Nahen Osten ist der frieden seit einem ViertelEin zunehmender Rassenkonflikt bedroht das süd-

An der Südspitze Afrikas bauen sich neue Spannungen auf.
- 2 -

Im

�Im östlichen Mittelmeer bleiben Streitfragen ungelöst.
Aber vielleicht noch unheildrohender ist das beunruhigende Wettrüsten.
Die Sowjetunion und dl« Vereinigten Staaten haben Tausende von Kernwaffen
angehäuft.

Unsere beiden Länder verfügen heute über fast fünfmal so viele

Raketengefechtsköpfe wie vor acht Jahren.

Trotzdem sind wir nicht etwa

fünfmal sicherer. Im Geoenteil, das Wettrüsten hat das Risiko eines Konflikts nur erhöht.
Wir können diese !!elt nur verbessern, wenn wir ihre Komplexität realistisch
sehen. Die Streitigkeiten, die heute existieren, haben tiefe Wurzeln und
stellen oft schwierige geistige wie auch praktische Fragen an uns. Sie
lassen sich weder rasch noch leicht beilegen. Das Wettrüsten ist heute in
das Gewebe der Weltpolitik eingebettet und kann nur unter größten Schwierigkeiten eingedämmt werden. Armut und Ungleichheit haben so gewaltige Dimensionen angenommen, daß es Jahrzehnte gezielter und entschlossener Anstrengungen bedürfen wird, um die Situation auch nur zu verbessern.
Ich hebe diese Gefahren und diese Schwierigkeiten hervor, weil ich möchte,
daß wir uns alle einer andauernden und anhaltenden Anstrengung verschreiben,
um
- den Frieden zu erhalten und das Wettrüsten zu verringern;
- ein besseres und kooperativeres internationales Wirtschaftssystem
aufzuholen; und
- mit potentiellen Gegnern ebenso wie mit unseren Freunden zur
Förderung der Sache der Menschenrechte zusammenzuarbeiten.
Weltweite Aufgaben
Ich bin mir darüber Im klaren, daß die Vereinigten Staaten bei dem
Streben nach diesen Zielen die Probleme der Welt nicht allein lösen können.
Wir können gelegentlich anderen helfen, ihre Differenzen beizulegen, aber
wir können das nicht auf die Weise tun, daß wir anderen unsere individuellen
- 3 -

�individuellen Lösungen aufzwingen.
In den kommenden Monaten wird es für uns alle wichtige Arbeit geben, um
die internationale Zusammenarbeit und den wirtschaftlichen Fortschritt
im Dienste des Friedens zu fördern:
- Noch in diesem Frühjahr werden die Führer mehrerer Industrieländer
Europas, Nordamerikas und Japans auf einer Gipfelkonferenz in London Mber
einen weiten Bereich von Themen sprechen.

Wir müssen die Gesundheit unserer

industriellen Volkswirtschaften fördern, wir müssen die Inflation eindämmen
und Mittel und Wege finden, um unsere Volkswirtschaften zum Wohle der Weltwirtschaft zu leiten.
- Wir müssen mit den multilateralen Handelsverhandlun^en in Genf weiterkommen .
- Die Vereinigten Staaten werdti die 3emühungen unser -r Freunde unterstützen, um die derriokratisehen Institutionen in Europa, insbesondere in
Portugal und Spanien, zu stärken.
- Wir werden auf der anstehenden Folgekonferenz der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) mit unseren Freunden in Europa eng
zusammenarbeiten.

Wir wollen sicherstellen, daß alle Bescii.imungen der Schluß-

akte von Helsinki voll verwirklicht werden und ein Fortschritt bei der
Förderung der Zusammenarbeit zwischen Ost und West erzielt wird.
- Im Nahen Osten tun wir unser Bestes, um Gebiete der Übereinstimmung
abzuklären, unterschwellige Gemeinsamkeiten an den Tag zu bringen und dazu
beizutragen, beiderseits akzeptable Grundsätze zu entwickeln, die einen
flexiblen Rahmen für eine gerechte und dauerhafte Lösung abqeben kennen.
- Im

�- Im südlichen Afrika werden wir daran arbeiten, um zur Herstellung einer
Mehrheitsregierung durch friedliche Mittel beizutragen.

Wir sind der Über-

zeugung, daß eine solche grundsätzliche Umwandlung zum Wohle der Schwarzen
und der Weißen erreicht werden kann.

Alles andere könnte nur zu einem

hinausgezogenen Rassenkrieg mit verheerenden Folgen für alle führen. In
dieser Woche haben die Vereinigten Staaten Maßnahmen ergriffen, um unser
Land in volle Übereinstimmung mit den Sanktionen der Vereinten Nationen
gegen das unrechtmäßige Regime in Rhodesien zu bringen.
- Wir werden unsere Beziehungen zu Lateinamerika auf eine konstruktivere
Basis stellen - in der Erkenntnis des globalen Charakters der Probleme
dieser Region. Wir arbeiten ferner daran, die Zukunft des Panamakanals
durch freundschaftliche Verhandlungen zu klären.
- Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, unser Verhältnis zur Volksrepublik China weiter auszubauen. Wir sind uns über unsere parallelen
strategischen Interessen an einer Aufrechterhaltung der Stabilität in
Asien im klaren und werden im Geiste des Kommuniques von Schanghai handeln.
- In Südostasien und im Pazifik werden wir unsere Verbindungen mit unseren
traditioneller. Freunden stärken und die Beziehungen zu unseren früheren
Gegnern zu verbessern suchen.
- Wir sind bereit, in der ganzen Welt unsere Beziehungen zu normalisieren
und eine Versöhnung mit allen Staaten anzustreben, die bereit sind, mit uns
an der Förderung des Fortschritts in der ganzen Welt zu arbeiten.
Einhalt dem Wettrüsten!
Vor allem erfordert die Suche nach Frieden eine sehr viel bewußtere Anstrengung, um das weltweite Wettrüsten einzudämmen.

Lassen Sie mich in

diesem Zusammenhang zunächst von den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
sprechen und dann von der weiterreichenden Notwendigkeit, die Ausbreitung der
- 5 -

�der Rüstung innerhalb der Weltgemeinschaft einzudämmen.
Ich habe die Absicht, die Gespräche über die Begrenzung der strategischen
Rüstungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion mit Entschlossenheit und Energie fortzusetzen.
SALT ist eine außerordentlich komplizierte Materie.

Das grundlegende

Faktum ist jedoch, daß das Wettrüsten weitergeht und die Sicherheit beider
Länder sowie der ganzen Welt gefährdet ist, während sich die Verhandlungen
in der Sackgasse befinden.

Ich würde strikte Kontroll er oder sogar ein

Einfrieren neuer Waffentypen und neuer Generatio en von Waffensystemen zu
sammen mit einer einschneidenden Verringerung der strategischen Rüstung
beider Seiten bevorzugen.

Ein solch wichtiger Schritt nicht nur zur

Rüstungsbegrenzung, sondern zur Rüstungssenkung würde von der ganzen Menschheit als gewaltiger Fortschritt auf dem Wege zum Frieden begrüßt werden.
Stattdessen könnten wir - vielleicht leichter - ein begrenzter^ Afkommen abschließen, das sich auf jene Elemente des Übereinkommens von
Wladiwostok stützt, über die wir uns einigen können, und das die strittigeren
Fragen sowie die tiefergreifenden Reduzierungen, die ich bevorzuge, für eine
Erörterung und Verhandlung zunächst ausklammert.
Wir werden ferner die Möglichkeit für eine völlige Einstellung der
Kernwaffenversuche prüfen. Wenn unser letzliches Ziel auch die Einstellung
der Versuche seitens aller Nuklearmächte ist, so sehen wir dies doch nicht
als eine Vorbedingung für die Aussetzung der Versuche durch die beiden
Hauptatommächte an. Wir sollten jedoch auch über diese Frage ein umfassendes und ständiges multilaterales Abkommen anstreben.
Wir werden uns ferner um die sowjetische Bereitschaft bemühen, mit uns
ein Abkommen über eine beiderseitige Zurückhaltung im Indischen Ozean sowie
über Waffenexporte in Krisengebiete der Welt zu erzielen.
Wenn

�Wenn ich solche Anpassungen vorschlage, dann bin ich mir weiterhin
völlig darüber im klaren, daß

die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen

auch in Zukunft unter einem starken Konkurrenzkampf stehen werden;

aber ich

glaube, daß dieser Wettstreit ausgewogen werden muß durch eine Zusammenarbeit bei der Wahrung des Friedens und damit zugunsten unseres beiderseitigen Überlebens.

Ich werde mich ernsthaft und aufrichtig um eine

solche Zusammenarbeit bemühen.

Die Anstrengung, das Wettrüsten einzudämmen, ist jedoch keine Angelegenheit, die die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion alleine angeht.

Es

müssen breiter angelegte Bemühungen unternommen werden, um den Fluß von
Waffen in alle Krisengebiete unserer Erde einzudämmen.

Dementsprechend

werden wir weiter gefaßte Abkommen zwischen Erzeuger- und Verbraucherländern
zu erreichen suchen, um den Export konventioneller Jaffen zu begrenzen, und wir
werden eigene Initiativen entwickeln, da ja die Vereinigten Staaten einer der
größten Waffenlieferanten dei- Welt geworden sind.

Wir haben uns mit allem Nachdruck verpflichtet, der Weiterverbreitung
von Nuklearwaffen unter den Ländern der Welt Einhalt zu gebieten.

Wir werden

neue Anstrengungen unternehmen, um multilaterale Abkommen zur Sicherstellung
legitimer Vorräte an nuklearem Brennstoff zu erreichen, während gleichzeitig der giftige und gefährliche Atommüll kontrolliert wird.

Durch die Zusammenarbeit mit anderen hier vertretenen Nationen hoffen
wir, auf solche Weise die Sache des Friedens zu fördern.

Wir werden einen

nachhaltigen und positiven Beitrag zu der bevorstehenden Sondersitzung über
die Abrüstung leisten.

Gerechtes Weltwirtschaftssystem

Das Streben nach Frieden aber heißt auch Streben nach

Gerechtigkeit.

Eine der größten Aufgaben, der wir uns als Nation gegenübersehen - und damit
auch eine unserer größten Chancen - besteht darin, an der Gestaltung eines

- 7 -

�eines globalen Wirtschaftssystems mitzuwirken, das den Menschen in allen
Ländern größeren Wohlstand bringen wird.
Ich komme aus einem Teil der Vereinigten Staaten, der weitgehend Landwirtschaftsgebiet ist und dem es lange Zeit an angemessenen Transport- und
Verkehrsmöglichkeiten, erfahrenem Kapitalmanagement und Schulen mangelte wie sie in den Industriestaaten der Union zur Verfügung standen.

Ich kann

daher Verständnis und Mitgefühl für die Führer der Entwicklungsländer
aufbringen und möchte ihnen versichern, daß wir unseren Beitrag leisten
werden.
Zu diesem Zweck werden die Vereinigten Staaten Vorschläge unterbreiten,
die darauf ausgerichtet sind, den grundleoenden menschlichen Ansprüchen der
Entwicklungsländer gerecht zu werden und ihnen bei der Steigerung ihrer
Produktionskapazität zu helfen.

Ich habe den Kongr°ß um die Bereitstellung

von 7,5 Milliarden Dollar an Auslandshilfe für das kommende Jahr ersucht
und werde mich bemühen, eine anhaltende amerikanische Hilfeleistung im Rahmen
des fortschreitenden globalen wirtschaftlichen Entwicklungsprozesses zu
gewährleisten.

Ich werde den Kongreß ferner ersuchen, unsere Beiträge für

das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zu erhöhen und unseren
den multilateralen Kreditinstitutionen gegebenen Zusagen nachzukommen - vor
allem gegenüber der Internationalen Entwicklungsgesellschaft (IDA) der
Weltbank.
Wir bekennen uns auch weiterhin zu einem offenen internationalen Handelssystem, einem System, das die innenpolitischen Anliegen und Interessen in
den Vereinigten Staaten nicht außer acht läßt.

Bei den multilateralen

Handelsverhandlungen in Genf haben wir beträchtliche Handelskonzessionen in
Bezug auf Güter angeboten, die für die Entwicklungsländer von primärem
Interesse sind.

In Übereinstimmung mit der Deklaration von Tokio prüfen wir

ferner Mittel und Wege, um den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer noch weiter entgegenzukommen.

Die

�Die Vereinigten Staaten sind gewillt - in einer positiven und offenen
Einstellung - die Verhandlung über Abkommen zur Stabilisierung von Rohstoffen in Erwägung zu ziehen, darunter auch ein Abkommen über die
Schaffung eines gemeinsamen Fonds zur cinanzierung von Ausgleichsvorratslagern, sofern sie Teil bestimmter, vereinbarter Abkommen sind.
Ich bin ferner der Meinung, daß die Entwicklungsländer zu einer
stärkeren Beteiligung an dem globalen wirtschaftlichen EntScheidungsprozeß
gelangen müssen. Ein gewisser Fortschritt in dieser Hinsicht wurde bereits
durch die größere Beteiligung der Entwicklungsländer am Internationalen
Währungsfonds gemacht.
Wir müssen unsere gesamten natürlichen Ressourcen klug und konstruktiv
nutzen. Heute werden unsere Ozeane ausgeplündert und verschmutzt. In einem
erneuten Geist der Zusammenarbeit und Hoffnung schließen wir uns der Seerechtskonferenz an, um die Fehler der vorigen Generationen gutzumachen und
sicherzustellen, daß alle Nationen an den Reichtümern der Weltmeere teilhaben können.
Wir müssen uns außerdem bewußt werden, daß die Welt vor gefährlichen
Energieverknappungen steht. Hier handelt es sich um ein wahrhaft weltweites Problem. Wir sind unsererseits entschlossen, jede Verschwenduna zu
reduzieren und mit anderen auf eine angemessene Beteiligung an den Segnungen
und auch den Kosten der Energiequellen hinzuarbeiten.
Menschenrechte für alle
Das Streben nach Frieden und Gerechtigkeit bedeutet aber auch die
Achtung vor der Menschenwürde.

Alle Unterzeichner der Charta der Vereinten

Nationen haben sich feierlich verpflichtet, die grundlegenden Menschenrechte
einzuhalten und zu achten.

So kann denn auch kein Mitglied der Vereinten

Nationen behaupten, daß eine Mißhandlung seiner Bürger einzig und allein
seine eigene Angelegenheit sei.

Genauso wenig kann sich ein Mitglied seiner

�seiner Verantwortung entziehen, zu prüfen und seine Stimme zu erheben, wenn
es in irgendeinem Teil der Welt zu Folterungen oder ungerechtfertigten
Freiheitsberaubungen kommt.
Der Grundzug in der menschlichen Entwicklung läuft auf eine universalere
Forderung nach fundamentalen Menschenrechten hinaus. Die Vereinigten Staaten
haben ein historisch angestammtes Recht, sich mit diesem Prozeß zu identifizieren.
Wir in den Vereinigten Staaten übernehmen diese Verantwortung im vollsten
und konstruktivsten Sinne. Für uns ist das eine unbedingte Verpflichtung und
nicht nur eine politische Attitüde.

Ich weiß sehr wohl, daß unsere Ideale

auf dem Gebiet der Menschenrechte in den Vereinin+en Staaten nicht immer
erreicht worden sind, aber das amerikanische Volk fühlt sich der vollen
Verwirklichung dieser Ideale unbedingt verpflichtet.

Wir sind daher entschlos-

sen, die bei uns bestehenden Mängel rasch und in aller Offenheit anzugehen.
Um diese Verpflichtung unter Beweis zu stellen, werde ich, nachdem ich
den Kongreß um seine Billigung ersucht habe, die Konvention der Vereinten
Nationen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und die
Konvention über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnen. Ich werde
in enger Zusammenarbeit mit unserem Kongreß seine Unterstützung nicht nur
für die Ratifizierung dieser beiden Vertragsinstrumente sondern auch für die
Konvention der Vereinten Nationen gegen Völkermord und den Vertrag über die
Beseitigung aller Formen rassischer Diskriminierung zu erhalten suchen. Ich
habe soeben die letzten verbliebenen Restriktionen für Auslandsreisen der
Amerikaner aufgehoben und werde darangehen, die Reisemöglichkeiten nach
Amerika zu liberalisieren.
Die Vereinten Nationen sind das dem Frieden und dem Wohlergehen jedes
einzelnen dienende Weltforum - gleichgültig wie schwach oder arm er sein mag.
Aber wir haben es zugelassen, daß ihr Menschenrechtsmechanismus ignoriert
und manchmal sogar für politische Zwecke mißbraucht wurde. Es gibt VieUs ,

�Vieles, was zu seiner Stärkung getan werden könnte.
Die Kommission für Menschenrechte sollte häufiger zusammentreten.
Und alle Nationen sollten bereit sein, dieser Kommission ihre vollste Unterstützung angedeihen zu lassen, ihre Untersuchungsarbeit begrüßen, mit
ihren Vertretern zusammenarbeiten und 'hran Berichten gemäß handeln.
Ich würde es begrüßen, wenn die gesamte Menschenrechtsabteilung der
Vereinten Nationen hierher ins zentrale Hauptquartier zurückkehren würde,
wo ihre Tätigkeit im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen würde und
wo wir aufgrund der Aufmerksamkeit der Presse veranlaßt wären, uns ernsthaft
mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Der vor zwölf Jahren von der
Regierung von Costa Rica unterbreitete Vorschlag, einen Hochkommissar der
Vereinten Nationen für die Menschenrechte einzusetzen, verdient ebenfalls
unsere erneute Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Ein verstärkter internationaler Mechanismus wird uns allen helfen, die
Kluft zwischen Versprechung und Ausführung beim Schutz der Menschenrechte zu
schließen. Wenn erhebliche und weitverbreitete Verletzungen stattfinden
und zwar im Gegensatz zu internationalen Verpflichtungen, dann geht uns das
alle an. Die feierlichen Verpflichtungen der Charta der Vereinten Nationen,
globale Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen, die Schlußakte von
Helsinki und viele andere internationale Abkommpn müsr°n genauso ernst
genommen werden wie Handels- oder Sicherheit?vertrage.
Diese Angelegenheit hat ihr eigenes Gewicht. Sie sollte nicht den
Fortschritt bei anderen wichtigen Fragen blockieren, die die Sicherheit
und das Wohlergehen unserer Menschen sowie den Weltfrieden berühren. Es
liegt auf der Hand, daß der Abbau der Spannungen, die Kontrolle der
nuklearen Rüstungen, die Herstellung von Harmonie in Krisengebieten der
Welt, die Bereitstellung von Lebensmitteln sowie die Stärkung des Gesundheits- und Erziehungswesens unabhängig voneinander zur Förderung der
menschlichen Verhältnisse beitragen werden.

In
- 11 -

�In unseren Beziehungen zu anHeren Ländern werden sich diese gemeinsamen
Anliegen in unserer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Haltung
widerspiegeln.
Wenn wir also mit anderen Mitf1iedsstaaten zur Stärkung und Verbesserung
der Vereinten Nationen zusammenarbeiten, so ergeben sich folgende Grundprioritäten:
- Wir werden in den Krisengebieten der Welt nach Frieden streben.
- Wir werden uns energisch um eine Kontrolle der Waffen des Krieges
bemühen.
- Wir werden ein neues System des internationalen wirtschaftlichen
Fortschritts und der Zusammenarbeit fördern.
- Wir werden standhaft bleiben in unserem Eintreten für die Würde und
das Wohlergehen der Menschen in aller Welt.
Ich bin der Überzeugung, daß dies eine Außenpolitik darstellt, die in
Übereinstimmung mit den historischen Werten und Verpflichtungen Amerikas
steht.

Ich bin der überzer^ung, daß dies eine Außenpolitik ist, die in

Übereinstimmung mit den Idealen der Vereinten Nationen steht.
Ich danke Ihnen.
+ + +

- 12 -

�Dokumentation
United States Information Service

6/1977

CARTER UMREISST AMERIKANISCHE AUSLANDSHILFEPOLITIK
- Botschaft an den Kongreß vom 18. März 1977 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Carter hat am 18. März 1977 in einer
Botschaft an den amerikanischen Kongreß die Auslandshilfepolitik der Vereinigten Staaten umrissen und Verbesserungen und Straffungen des Programms
gefordert.
Die Botschaft des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
In den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten
die wirtschaftliche Entwicklung in der ganzen Welt durch eine Vielfalt von
Wirtschaftshilfeprogrammen gefördert.
Die meisten unserer Bemühungen waren von Erfolg gekrönt, manche schlugen fehl.

Heute haben wir die Möglichkeit, wie bei vielen unserer Programme

im eigenen Lande, aus unseren Erfahrungen zu lernen und unsere Politik in
Zukunft zu verbessern.
Mitglieder

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D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�r

Mitglieder meiner Administration sagen gegenwärtig zugunsten unseres
Gesichtspunktes der Auslandshilfe aus. Ich übermittle Ihnen diese Botschaft, um einige der Grundsätze zu erläutern, die hinter diesem Programm
stehen - vor allem um die Lehren aufzuzeigen, die wir auf dem Gebiet der
Auslandshilfe gewonnen haben, und die Ziele, die wir jetzt zu erreichen
hoffen.
Die Zukunft der Vereinigten Staaten wird von der Fähigkeit der Entwicklungsländer beeinflußt werden, die Armut zu überwinden, ein gesundes Wachstum

zu erreichen und ihrer Bevölkerung ein gesicherteres Leben zu bieten.

Wir wollen uns mit anderen Ländern zusammenschließen, um unsere Anstrengungen, unser Wissen und unsere Mittel gemeinsam einzusetzen, um ärmeren Ländern bei der Überwindung der Probleme des Hungers, der Krankheit und des
Analphabetentums zu helfen. Wir streben wichtige Verbesserungen in unserem
Programm an, die z.T. eine Änderung des Schwerpunkts und der Einstellung
erkennen lassen:
- Wir werden sicherstellen, daß Kreditinstitutionen ausreichende Selbsthilfeklauseln mit ihren Anleihen verknüpfen, damit die Empfängerländer die
ihnen zugehenden Mittel auch wirklich effektiv nutzen.
- Wir werden gewährleisten, daß der Kongreß in der Lage ist, seiner
rechtmäßigen Verantwortung nachzukommen, die Wirksamkeit unserer Hilfsprogramme zu überwachen.
- Wir werden andere wohlhabende Länder ermutigen, einen größeren Anteil
zu der multilateralen Hilfsanstrengung zu leisten, und wir werden unseren
eigenen Anteil senken, wo er zu hoch war.
- Wir haben in enger Zusammenarbeit mit dem Kongreß sichergestellt, daß
unsere Hilfe zu Vorzugsbedingungen jenen zukommt, die sie am meisten benötigen.

Wir werden weiter in diesem Sinne verfahren.
- Wir

�- Wir reformieren gegenwärtig eine Politik, die gelegentlich dazu geführt hat, daß repressive Regime, die die Menschenrechte verletzen, freizügige Zuwendungen und Anleihen erhielten.
- Wir werden Mißwirtschaft und Unfähigkeit ausrotten, wo sie sich in
unseren Auslandshilfeprogrammen finden sollten, um zu gewährleisten, daß die
Leistungen immer an jene gelangen, für die die Programme gedacht sind.
- Wir haben festgestellt, daß Gehälter und Lebensstil einiger Angestellter übertrieben gewesen sind, und wir werden darauf bestehen, daß die von uns
unterstützten internationalen Programme mehr tun, um ihre hohen Verwaltungskosten zu senken.
Ich werde eng mit dem Kongreß zusammenarbeiten, um dafür zu sorgen, daß
unsere Hilfsanstrengungen enger auf die internationalen wirtschaftlichen und
politischen Umstände abgestimmt werden, und ich werde zu amerikanischen Bürgern offen über die wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen
Vorteile sprechen, die wir aus unseren Auslandshilfeprogrammen ziehen.
Für die Wirksamkeit unserer Anstrengungen ist die enge Mitarbeit und
die Unterstützung des Kongresses von entscheidender Bedeutung.

In einigen

wenigen Gebieten erfordert das von mir vorgelegte Programm eine wesentliche
Erhöhung der Mittel - aber ich habe nur dort darum ersucht, wo ich sicher
bin, daß die Erhöhung zweckmäßig ist.
Um unsere Ziele zu erreichen, den Völkern der Welt zur wirtschaftlichen
Selbständigkeit zu verhelfen, die Opfer von Katastrophen zu unterstützen,
in eine gesunde Weltwirtschaft zu investieren und die Sicherheit befreundeter Nationen zu untermauern, bitte ich Sie um die wohlwollende Behandlung
folgender Punkte:

Multilaterale

�r

Mu11i1aterale Entwi cklungshi 1 fe
Internationale Finanzierungsinstitute, wie die Weltbankgruppe - vor
allem die Internationale Entwicklungsgesellschaft und die Interamerikanische
und die Asiatische Entwicklungsbank - sind die Hauptquellen für Hilfsanleihen
an die armen Nationen der Welt.
professionell gearbeitet.

Diese Institutionen haben außerordentlich

Sie tragen dazu bei, politische Überlegungen von

Entwicklungsanstrengungen zu beseitigen, und sie ermutigen die Entwicklungsländer, eine vernünftige Innenpolitik zu verfolgen.

Sie versetzen viele Ge-

ber in die Lage, ihre Anstrengungen zusammenzuschließen - einschließlich einiger der öl exportierenden Länder.

Ein erster bescheidener amerikanischer

Beitrag zur Afrikanischen Entwicklungsbank wird unsere Ermutigung dieser vielversprechenden regionalen Anstrengung sein.
Wir ersuchen um 540 Millionen Dollar an zusätzlichen Bewilligungen für
das Haushaltjahr 1977, um Zusagen aus der Vergangenheit an internationale
Finanzierungsinstitute erfüllen zu können, und um 2,7 Milliarden Dollar an
neuen Bewilligungen für das Haushaltjahr 1978. Dies bedeutet eine Steigerung
um rund ein Drittel für eine Anstrengung, die sich als höchst effektiv erwiesen hat. Der größte Einzelposten ist die amerikanische Beteiligung an der
fünften Auffüllung der Internationalen Entwicklungsgesellschaft (IDA), die
den ärmsten Ländern der Welt Anleihen zu günstigen Bedingungen gewährt.
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, das der Entwicklungswelt wichtige technische Hilfe gewährt, hat ebenfalls seine Wirksamkeit und
seinen Wert bewiesen. Wir ersuchen um eine Bewilligung von 130 Millionen
Dollar für das Haushaltjahr 1978, was gegenüber dem Vorjahr eine 30prozentige
Erhöhung darstellt.

Bilaterale Entwicklungshilfe
Der Kongreß hat bei der Ausarbeitung unserer bilateralen Programme, die
- 4 -

-^

�die eine direkte amerikanische Unterstützung für Entwicklungsprogramme in
den ärmeren Ländern darstellen, eine wichtige Rolle gespielt.

Durch diese

Programme haben wir anderen Ländern unser Fachwissen und unsere Mittel zukommen lassen.

Unsere bilateralen Programme zielen auf die ärmsten Menschen

in der Bevölkerung dieser Länder ab.

Ihr Schwerpunkt liegt auf Nahrungsmit-

teln und Ernährung, Bevölkerung und Gesundheit, Erziehung und menschlicher
Entwicklung sowie auf Wissenschaft und Technologie, einschließlich der Energieentwicklung.
Wir stellen bestimmte Erwartungen an die Länder, denen wir helfen. Wir
haben nicht die Absicht, ihre Regierungen oder ihre Volkswirtschaften zu betreiben, sondern wir erwarten von ihnen, daß sie in der Entwicklungsanstrengung ihre eigenen Ressourcen mobilisieren, um sicherzustellen, daß auch die
Armen in den Genuß des Fortschritts kommen und die Grundrechte des Menschen
respektiert werden.
Ich ersuche den Kongreß um 1,3 Milliarden Dollar für das bilaterale Entwicklungshilfeprogramm für das Haushaltjahr 1978. Dies ist eine 20prozentige
Steigerung gegenüber dem für das Haushaltjähr 1977 vorgesehenen Betrag, und
ich bin überzeugt, daß sich diese Steigerung lohnt.
Im vorigen Jahr hat der Kongreß aus eigener Initiative fünf Millionen
Dollar bewilligt, um zur Entwicklung eines umfassenden langfristigen Wiederaufbauplans für die Sahel-Region beizutragen, die unter einer katastrophalen
Dürre gelitten hat. Als ersten wesentlichen amerikanischen Beitrag zu diesem Programm ersuche ich um die Bewilligung von 50 Millionen Dollar für das
Haushaltjahr 1978. Wir werden mit anderen interessierten Nationen zusammenarbeiten, um weitere Beiträge für die künftige Entwicklungsanstrengung im
Sahel zu leisten.

Das

�r

Das PS-480 Programm
Die gewaltige Leistungsfähigkeit der amerikanischen Agrarproduktion erlaubt es uns, einen Teil unseres Überflusses in Form von Lebensmittelhilfe
zu vergeben.

Unsere Programme im Rahmen des öffentlichen Gesetzes Nr. 480

sollen nicht nur den ärmeren Ländern bei der Verbesserung der Quantität und
Qualität ihrer Ernährung helfen, sondern auch Selbsthilfeprogramme fördern,
die ihre Fähigkeit erhöhen werden, in Zukunft ihre Bevölkerung selbst zu ernähren.

Und diese Programme ermöglichen es uns, Hilfe bei Hungersnot und

Entbehrung im Gefolge natürlicher und menschlicher Katastrophen zu gewähren.
Im Haushaltjahr 1978 werden im Rahmen unserer Lebensmittel hilfeprogramme landwirtschaftliche Erzeugnisse im Werte von 1,4 Milliarden Dollar verteilt werden.

Das Sicherheitshilfeprogramm
Nur wenn Frieden und Sicherheit gewährleistet sind, können freie Nationen
ihre volle Energie auf die Entwicklung verwenden. Unsere Sicherheitshilfeprogramme sind auf diese Ziele abgestimmt und dienen der Förderung der Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten in Zusammenarbeit mit unseren Freunden und
Verbündeten. Beinahe zwei Drittel der für die Sicherheitshilfe angeforderten
Mittel werden für Programme der wirtschaftlichen Unterstützung verwandt werden.
Ich habe die von der vorigen Administration vorgeschlagenen Beträge für den
Nahen Osten erhöht. Dies wird die wirtschaftlichen Stützen verstärken, die
für die Erreichung unseres Zieles des Friedens und der Stabilität in dieser
lebenswichtigen Region so entscheidend wichtig sind.
Für das Haushaltjahr 1978 sind die wesentlichen Elemente eines Sicherheitshilfeprogramms die folgenden:
- Militärische Hilfszuwendungen: 284,6 Millionen Dollar an acht Länder;
in den meisten dieser Länder haben wir auch amerikanische Militäreinrichtungen,
die für unsere globalen Interessen von wesentlicher Bedeutung sind. Dazu ge- 6 -

�gehören 224 Millionen Dollar in Programmen plus 60,6 Millionen Dollar in allgemeinen und Verwaltungskosten, von denen die meisten aus anderen Quellen
erstattet werden.
- Zuwendungen für militärische Ausbildung:

35,7 Millionen Dollar für

die Ausbildung künftiger führender Militärs.
- Finanzierung ausländischer Militärkäufe: 708 Millionen Dollar, mit
denen Anleihen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar finanziert werden, um ausländischen Regierungen zu helfen, mit der Zeit ihren wesentlichen Sicherheitsbedarf selbst decken zu können, statt von amerikanischen Zuwendungen abhängig
zu sein.
- Wirtschaftliche Sicherheitshilfe: 1,9 Milliarden Dollar zur Finanzierung
von Programmen in Ländern, deren wirtschaftliche Verhältnisse ein Faktor in unseren Anstrengungen zur Gewährleistung der internationalen Sicherheit darstellen. Die beiden Gebiete, für die der größte Teil dieser Mittel aufgewandt
wird - der Nahe Osten und, je nach dem Gang der Ereignisse, das südliche Afrika sprechen für die Bedeutung dieser Programme.
- Diese Vorschläge stehen in vollem Einklang mit meinem Wunsch, Haushaltserhöhungen auf das wesentliche zu begrenzen. Mein Hilfsprogramm ist
Teil einer Anstrengung, die Unterstützung der wirtschaftlichen Interessen und
der Sicherheit unseres Landes mit dem Mitgefühl für die verarmten Millionen
von Mitmenschen zu verbinden, die die Welt mit uns teilen.
Ich hoffe, daß das jetzt Ihnen vorliegende Wirtschaftshilfeprogramm Ihre
sorgfältige prompte und positive Aufmerksamkeit erhalten wird. Es stellt
einen lebenswichtigen Schritt zur Partnerschaft in einer friedlichen und gerechten Weltordnung dar.
+ + + + +

�Dokumentation

I

United States Information Service

6/1977

PRÄSIDENT CARTER FORDERT MASSNAHMEN GEGEN ÖLVERSCHMUTZUNG
- Botschaft an den Kongreß vom 18. März 1977 Washington - (AD) - Präsident Carter hat in einer am 18. März veröffentlichten Botschaft an den US-Kongreß eine Reihe von Maßnahmen zur Verhinderung
der Verschmutzung der Weltmeere durch öl gefordert. Sie sollen sowohl ölkatastrophen als Folge von Tankerunfällen als auch das routinemäßige Ablassen
von öl aus dem Betrieb von Schiffsmotoren verhindern.
Die Botschaft hat folgenden Wortlaut:
An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
Eine Serie von Tankerunfällen in amerikanischen Gewässern und deren Nähe
hat uns in jüngster Zeit ernsthaft an die Risiken erinnert, die mit der Verschiffung von öl einhergehen. Wenngleich sich diese Risiken nie vollständig
ausschließen lassen, können wir sie doch verringern. Ich kündige heute eine
Reihe verschiedener, aber dennoch zusammengehöriger Maßnahmen an, die dem Ziel
dienen, letzteres zu bewerkstelligen.
Diese

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D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�*

Diese Maßnahmen berühren sowohl internationale als auch nationale Bereiche.
Die Verschmutzung der Meere ist ein weltweites Problem, das weltweite Lösungen
erforderlich macht.

Ich beabsichtige mich direkt mit den führenden Politikern

der wichtigsten Schiffahrtsnationen in Verbindung zu setzen, um sie für das
angezeigte internationale Vorgehen zu gewinnen.

Die Ölverschmutzung ist auch

ein ernsthaftes einheimisches Problem, das prompte und wirksame Maßnahmen
seitens der amerikanischen Bundesregierung notwendig macht, um die Gefahr für
das Leben amerikanischer Bürger, für die amerikanische Wirtschaft und für die
amerikanischen Strände und Küsten abzuwenden;

die Schritte die ich einleite

werden dies bewerkstelligen.
Die nachstehend aufgeführten Maßnahmen verfolgen drei Zielsetzungen:
Erstens, die Wasserverschmutzung durch öl als Folge von Tankerunfällen und
des Ablassens von öl im routinemäßigen Schiffsbetrieb zu verringern;

zweitens,

unsere Fähigkeit zu verbessern, in Fällen, in denen es dennoch zum Auslaufen
großer Mengen von öl kommt, rasch und wirksam Abhilfe zu schaffen; und
drittens, den Opfern einer etwaigen Ölverschmutzung vollen und verläßlichen
Schadenersatz zu gewähren.
Folgende Maßnahmen schlage ich vor:
- Ratifizierung der Internationalen Konvention zur Verhinderunq von
schiffsverursachter Ölverschmutzung. Ich leite dieses weitreichende und umfassende Vertragswerk dem Senat zum Zweck der Beratung und Zustimmung zu.
Dieser Vertrag stellt insoweit, wie er getrennte Ballasträume bei GroßtankerNeubauten vorschreibt und jedes Ablassen von Schiffsöl strengen Kontrollen
unterwirft, einen wichtigen multilateralen Schritt in Richtung auf eine Verminderung des Risikos einer Verschmutzung der Meere durch öl dar. Die zur
Verwirklichung dieser Konvention notwendigen Gesetzgebungsmaßnahmen werde ich
dem Kongreß in Kürze vorschlagen.
- Neugestaltung

- 2 -

-»

�- Neugestaltung der Schiffsbau- und Ausrlistungsnormen.

Ich weise den

Verkehrsminister an, innerhalb von 60 Tagen neue Normen für öltanker zu entwickeln.

Die diesbezüglichen Vorschriften sollen für alle amerikanischen

und ausländischen öltanker mit über 20 000 t Wasserverdrängung gelten, die
amerikanische Häfen anlaufen.

Diese Vorschriften verlangen zwingend:

doppelte Böden bei allen Tankern;
Gasabsauganlagen auf allen Tankern;

getrennte Ballasträume bei allen Tankern;
Echo-Ra^ar einschließlich Kollisions-

warnanlage auf allen Tankern; und verbesserte Normen für die Steuerbarkeit
in Notfällen für alle Tanker.
Diese Forderungen werden innerhalb von fünf Jahren volle Wirksamkeit erlangen.

Wo technologische Verbesserungen und Alternativen aufgezeigt werden

können, die dasselbe Maß an Schutz vor Verschmutzung gewährleisten, werden
die zu erlassenden Vorschriften deren Verwendung gestatten.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß Schiffsbau- und Ausrüstungsnormen nur dann
wirksam sind, wenn sie von starken Durchsetzungsvorkehrungen gestützt werden.
Da die Schiffsinspektionen in einigen Ländern hinsichtlich ihrer Strenge nicht
an die amerikanische Praxis heranreichen, habe ich das Außenministerium und
die Küstenwacht angewiesen, diplomatische Schritte einzuleiten, um das derzeitige internationale Inspektions- und Zulassungssystem zu verbessern.
Darüber hinaus habe ich die baldigst mögliche Anberaumung einer besonderen
internationalen Konferenz empfohlen, die sich noch vor Ende 1977 mit
Konstruktions- und Inspektionsmaßnahmen befassen soll.
- Verbesserung der Normen hinsichtlich der Qualifikationen und der Ausbildung von Schiffspersonal. Ich weise den Verkehrsmirn'ster an, umgehend
Schritte zur Erhöhung der Normen für die Lizenzierung und Qualifizierung
amerikanischen Schiffspersonals zu ergreifen.

Die

�•J

Die internationalen Erfordernisse in bezug auf die Qualifikation der
Mannschaften, die alles andere als streng sind, sollen im kommenden Jahr auf
einer größeren internationalen Konferenz erörtert werden, an der wir uns
beteiligen.

Ich weise den Verkehrsminister an, zusätzliche Forderungen aufzu-

stellen, die dort noch zur Diskussion gestellt werden sollen und die, falls
dies nicht geschieht, 1978 seitens der Vereinigten Staaten auf sämtliche
Mannschaften aller Schiffe angewendet werden können, die amerikanische Häfen
anlaufen.
- Aufstellung eines Tankerinspektionsprogramms und eines amerikanischen
Informationssystems zur Gewährleistung der Sicherheit der Seeschiffahrt.

Ab

sofort wird die amerikanische Küstenwacht jeden unter ausländischer Flagge
fahrenden Tanker, der einen amerikanischen Hafen anläuft, mindestens einmal
im Jahr - nötigenfalls aber auch mehrmals - betreten und inspizieren.

Diese

Inspektion wird sicherstellen, daß das Schiff allen Sicherheits- und Umweltschutzbestimmungen genügt.

Schiffen, bei denen dies nicht zutrifft, kann

der Zugang zu amerikanischen Häfen oder gegebenenfalls das Recht zum Verlassen
eines amerikanischen Hafens bis zur Behebung der festgestellten Mängel verweigert werden. Die Informationen, die dieses Inspektionsprogramm abwirft,
werden es der Küstenwacht möglich machen, jene Tanker zu ermitteln, die wegen
schlechter Wartung durch Unfälle und die Verletzung von Bestimmungen zur
Verhinderung von Verschmutzungen mehrfach aifgafallen sind. Wir werden ferner
die Bekanntgabe der Namen der Eigner von Tankern, der Großaktionäre und
eines eventuellen Wechsels des Schiffsnamens verlangen und diese Angaben in
unser Informationssystem zur Gewährleistung der Sicherheit der Seeschiffahrt
einbeziehen.
- Annahme des Prinzips einer umfassenden Verantwortlichkeit für Ölverschmutzungen und einer entsprechenden Schadenersatzgesetzgebung. Ich übermittle dem
Kongreß angemessene Gesetzesvorschläge zur Schaffung einer einheitlichen
nationalen Norm für eine strikte Verantwortlichkeit für Fälle des Auslaufens
von öl. Ein solches Gesetz verfolgt die Absicht, die derzeitigen fragmentarischen und sich teils überlappenden Systeme von Bundes- und einzel- 4 -

�fr

einzelstaatlichen Haftungsgesetzen und Schadensausgleichsfonds zu ersetzen.
Das vorgeschlagene Gesetz sieht ferner die Schaffung eines mit 200 Millionen
Dollar ausgestatteten Fonds zur Beseitigung von ausgelaufenem öl und zur
Entschädigung der Opfer von Schäden infolge von Ölverschmutzung vor.
- Verbesserung der Fähigkeit des Bundes, bei Ölverschmutzung einzugreifen.
Ich habe die zuständigen Bundesbehörden, insbesondere die Küstenwacht und die
Umweltschutzbehörde angewiesen, in Zusammenarbeit mit den Einzelstaaten und
Kommunal Verwaltungen unsere Fähigkeit zu verbessern, die Schäden bei auslaufendem öl zu begrenzen und zu vermindern. Ziel ist die Fähigkeit, bei
Auslaufen von öl in einer Menge bis zu 100 000 Tonnen innerhalb von sechs
Stunden aktiv zu werden.
Die Verschmutzung der Ozeane durch öl ist ein ernstes Problem, das
konzentrierte, energische und prompte Aufmerksamkeit erfordert. Ich bin der
Auffassung, daß diese Maßnahmen ein wirksames Programm darstellen, dieses
Problem in den Griff zu bekommen. Meine Regierung versichert, daß sie in
Zusammenarbeit mit der ganzen Völkergemeinschaft, dem Kongreß und der
'Öffentlichkeit alles in ihren Kräften stehende tun wird, um die Weltmeere
und deren Ressourcen vor Schaden zu hewa^ren.
+ + 4

_ c; _

�Dokumentation
United States Information Service

6/1977

DR. FRANK PRESS: NEUER WISSENSCHAFTSBERATER PRÄSIDENT CARTERS

WASHINGTON - (AD) - Dr. Frank Press, ein namhafter Geophysiker und Erdbebenforscher, wurde von Präsident Carter am 18. März 1977 zu seinem Wissenschaftsberater nominiert.
Dr. Press, der einen Lehrstuhl am Massachusetts Institute of Technology
(MIT) innehat, ist in den Vereinigten Staaten und in internationalen Fachkreisen vor allem wegen seines energischen Eintretens für den Ausbau eines
amerikanischen Programms für die Erdbebenvorhersage bekannt geworden.
Als Leiter des Amtes für Wissenschaft und Technik wird Dr. Press für
die Gestaltung der Grundziele und Richtlinien in diesen beiden entscheidend
wichtigen Bereichen des modernen Daseins verantwortlich sein. Das Amt für
Wissenschaft und Technik wurde als ein Beratergremium unter Präsident Eisenhower
geschaffen, dann im Jahre 1973 von Präsident Nixon aufgelöst und 1976 unter
der Ford-Administration vom Kongreß erneut ins Leben gerufen.
In den letzten zwölf Jahren war Dr. Press Vorsitzender der Abteilung
für terrestrische und planetarische Forschungen am Massachusetts Institute of

Postfach 300,
D 5300 Bonn-Bad Godesberg 1
Tel: 02221-893240 Telex:08-85432

�of Technology.

Er ist außerdem Mitglied des Direktoriums der Nationalen

Stiftung für die Wissenschaften und Präsident der Amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft.

Dr. Press, der heute 52 Jahre als ist, wurde be-

reits als 33jä'hriger in die hochangesehene Amerikanische Akademie der Wissenschaften gewählt und war damals der jüngste amerikanische Wissenschaftler, der jemals in dieses ehrwürdige Gremium aufgenommen wurde.-.-; .
Dr. Press gehört ferner zu dem Stab der sowjetisch-amerikanischen Arbeitsgruppen für Erdbebenvorhersage und Meeres-Geologie/Geophysik und ist
seit 1975 Vorsitzender des mit der Volksrepublik China zusammenarbeitenden
Komitees für wissenschaftliche Mitteilungen.
An den Beratungen der Genfer Konferenzen über die Einstellung der Atomwaffenversuche in den Jahren 1959, 1960 und 1961 und den Verhandlungen in
Moskau 1963 nahm er als Mitglied der amerikanischen Delegation teil.
Weitere wichtige Beraterfunktionen übte Dr. Press im Bundesamt für
Luft- und Raumfahrt (NASA) aus sowie ferner im amerikanischen Außenministerium, dem Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung, dem Amt für Internationale
Entwicklung (AID) und dem Amt für geologische Forschung. Von 1961 bis 1964
arbeitete er im wissenschaftlichen Beratungsausschuß des amerikanischen Präsidenten.
Seine wissenschaftlichen Pionierarbeiten vollbrachte Dr. Press auf dem
Gebiet der Erdbebenforschung durch Entwicklung von Methoden zur Bestimmung
von Struktur und Aufbau der Erdkruste und des äußeren Erdmantels vermittels
seismischer Wellen und durch die Anwendung seismischer Meßinstrumente zur
Entdeckung unterirdischer nuklearer Explosionen.

Er verwandte die von ihm

entwickelten Methoden mit Erfolg zur Bestimmung der Struktur der antarktischen
Eiskappe und des unter ihr liegenden Festlandes.
In der amerikanischen Öffentlichkeit ist Dr. Press aber vor allem wegen
seines Eintretens für die Entwicklung besserer Techniken für die Erdbeben- 2 -

�Erdbebenvorhersage bekannt geworden.

Nach seiner Ansicht müßte es mit der-

art vervollkommneten Techniken möglich sein, starke Erdbeben auf Jahre hinaus vorherzusagen und auch kurzfristig - auf Wochen oder Tage voraus - vor
der Wahrscheinlichkeit eines Bebens zu warnen.
Dr. Press wurde in Brooklyn, N.Y. geboren, wuchs in New York auf und
promovierte 1949 an der Columbia-Universität. Nach kurzer Lehrtätigkeit an
der Columbia-Universität wurde er als Professor für Geophysik an das California
Institute of Technology (CALTECH) berufen. Hier wurde er später Direktor des
Seismologischen Institutes, das heute ein ausgedehntes Netz seismischer Stationen unterhält, die sich vor allem auf den erdbebengefährdeten San AndreasGraben bei San Francisco konzentrieren. Im Jahre 1965 übernahm er seinen
heutigen Posten am Massachusetts Institute of Technology.

+ + + + +

- 3 -

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