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22

16. November 1976

Inhalt
DOKUMENTATION
Kissinger sichert reibungslosen Obergang zu
- Anweisung an US-Auslandsvertretungen Was ich tun werde: Carters Ausblick
(TIME INTERVIEW) Nachdruck mit Genehmigung des Nachrichtenmagazins TIME
HINTERGRUNDMATERIAL
Neue US-Nuklearpolitik verlangt konzertierte Aktion
Von Nick Harrison
Rosalynn Carter
Die künftige First Lady der USA
INFORMATION
Amerikanische Beteiligung auf der Kölner Internationalen Hausratsmesse 1977
WIRTSCHAFT
Die amerikanische Handelspolitik: Rückblick und Vorausschau
Von Botschafter Frederick B. Dent
Mit freundlicher Genehmigung von THE INTERNATIONAL ESSAYS FOR BUSINESS
DECISION
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
US-Wissenschaftler wollen verantwortungsbewußte Forschung
Selbstbeschrä'nkung und Kontrolle bei genetischen Experimenten
Straffung internationaler Programme für künftige Nahrungs-, Wasser- und
Energieversorgung
Gasisolierte Höchstspannungsleitung
Batterien mit höherer Leistung
Neuartiges Elektrodenmaterial - Interessant für Industrie, Wirtschaft und
militärische Zwecke - Vorteile für die Raumfahrt

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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22/1976

KISSINGER SICHERT REIBUNGSLOSEN ÜBERGANG ZU
- Anweisung an US-Auslandsvertretungen -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister Henry Kissinger
hat die diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten in aller Welt
am 4. November 1976 ersucht, ihn bei seinen Bemühungen um einen reibungslosen Übergang von der alten zur neuen Administration zu unterstützen. Das
Schreiben Kissingers an die Auslandsmissionen hat folgenden Wortlaut:
Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist eine überparteiliche Angelegenheit.

Die bleibende Zielsetzung Amerikas - die Erhaltung des Frie-

dens, die Gewährleistung des Fortschritts und die Förderung der Freiheit und
der Menschenrechte - wird von allen Amerikanern gemeinsam vertreten; alle
Amerikaner haben sich diesen Zielen verschrieben.

Die Fachleute des Außen-

ministeriums und des Auswärtigen Dienstes sind ein entscheidend wichtiges Instrument für die Verwirklichung der Ziele Amerikas im Ausland.

Ich weiß, daß

man sich auf sie verlassen kann, wenn es gilt, mit Hingabe, Patriotismus und
Können zu arbeiten - Eigenschaften, die für den Auswärtigen Dienst und die
anderen Fachleute des Außenministeriums charakteristisch sind.

Für die kom-

menden Wochen haben sie keine wichtigere Aufgabe, als einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Ich

�Ich habe heute den Stellvertretenden Staatssekretär für Verwaltung,
Lawrence Eagleburger, zum Übergangs-Koordinator des Ministeriums ernannt
und ihn angewiesen, dafür zu sorgen, daß das Außenministerium uneingeschränkt
mit dem Übergangs-Team des gewählten Präsidenten zusammenarbeitet, sobald es
ernannt ist, und diesem Unterlagen und Personal auf Ersuchen zur Verfügung
stellt und ihm in jeder anderen Weise behilflich ist.
Bis zum 20. Januar 1977 wird die Verantwortung für die außenpolitischen
Beziehungen der Vereinigten Staaten selbstverständlich weiterhin bei Präsident
Ford und bei mir liegen. Alle ausländischen Regierungen sollten sich darüber
im klaren sein, daß diese Administration in der ihr verbleibenden Zeit weiterhin die Freunde Amerikas unterstützen und seinen Gegnern Widerstand leisten
wird.

Keine Nation braucht sich Sorgen zu machen, daß wir unseren Verpflich-

tungen nicht nachkommen könnten.

Keine Nation sollte fälschlicherweise glau-

ben, daß jetzt eine Zeit gekommen wäre, die Entschlossenheit der Vereinigten
Staaten auf die Probe zu stellen.

Wir haben die Absicht, der neuen Administra-

tion eine funktionierende Außenpolitik zu übergeben.
Während der Übergangszeit wird der gewählte Präsident seine eigenen politischen Vorstellungen zur Verwirklichung nach seinem Amtsantritt formulieren.
Ich möchte jeden daran erinnern, daß mit Spekulationen über die Politik der
neuen Administration gegenüber ausländischen Regierungen dem gewählten Präsidenten und den Vereinigten Staaten ein schlechter Dienst erwiesen würde.
Wir müssen alle mitarbeiten, um einen ordnungsgemäßen und schöpferischen
Übergang zu gewährleisten, und immer im Auge behalten, daß die außenpolitischen
Leistungen der neuen Administration die Leistungen des ganzen amerikanischen
Volkes sein werden und daß die Welt sich auf unsere Zielbewußtheit, Festigkeit
und Einigkeit stützt.

+ + + + +

- 2 -

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22/1976

WAS ICH TUN WERDE: CARTERS AUSBLICK
(TIME-INTERVIEW)
Nachdruck mit Genehmigung des Nachrichtenmagazins TIME
(c) 1976 Time, Inc.

Der Chefkorrespondent des Nachrichtenmagazins TIME, Murray Gart, und der
Washingtoner Korrespondent des Magazins,
Stanley Cloud, haben den gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy
Carter, über seine Pläne und Vorstellungen
für sein kommendes Amt befragt. Nachfolgend das in der Ausgabe vom 15. November
1976 veröffentlichte Interview:

FRAGE:

Was steht auf Ihrer Tagesordnung als sofort zu erledigen? Was

hat bei einem Ausblick auf die Zukunft größten Vorrang?
ANTWORT:

Eine der Zusagen, die ich gemacht habe, ist, meine außenpo-

litischen Berater sowie die führenden Vertreter des Kongresses zusammenzurufen, um einige Tage an einem abgeschiedenen Ort zu verbringen.

Wir wollen

dabei über unsere außenpolitischen Erfolge und Fehlschläge sowie über die vor
uns liegenden großen Aufgaben diskutieren, und wir sind darauf vorbereitet,
über fast jedes einzelne Land zu sprechen.

Ich möchte sicherstellen, daß meine

�meine Kenntnisse und mein Wissen auf diesem Gebiet so umfassend wie möglich
sind und daß Einmütigkeit besteht - zumindest eine gemeinsame Verständigung
darüber, welchen Kurs wir in den nächsten vier Jahren steuern werden.

Dies

wird ein augenfälliges Abweichen von dem darstellen, wie gegenwärtig verfahren wird.

Ich bin der Meinung, daß Mr. Kissinger dem Kongreß nur dann ge-

stattet hat, an dem Entscheidungsprozeß teilzuhaben, wenn ihm dies - politisch gesehen - ratsam erschien.
FRAGE:

Würde Ihr Außenminister in dieser Gruppe vertreten sein?

ANTWORT:

Ich denke doch, wenngleich ich zur Zeit noch keine Vorstellung

habe, wer der Außenminister sein könnte.

Ich habe folgendes vor:

Ich werde

nach der gleichen allgemeinen Prozedur verfahren, um die wesentlichsten Regierungsvertreter auszuwählen, wie dies im Sommer bei der Aufstellung des Kandidaten für die Vizepräsidentschaft der Fall war, nämlich eine sorgfältige Beurteilung der Qualifikationen der einzelnen Leute vorzunehmen, einschließlich
der Qualifikationen anderer, die für den Posten eines Außenministers in Frage
kommen könnten.
FRAGE:
ANTWORT:
FRAGE:

Hat dieser Prozeß bereits begonnen?
Ja, aber ich habe mich noch nicht direkt daran beteiligt.
Welches sind Ihre innenpolitischen Pläne für die nächste Zeit?

ANTWORT: Ich beabsichtige, mit Unternehmern und mit Gewerkschaftsführern
zusammenzuarbeiten, um den Rahmen für eine freiwillige Zurückhaltung in der
Lohn- und Preisfrage abzustecken. Ich möchte soweit wie möglich auf einer
rein freiwilligen Basis auf dieses Ziel hinarbeiten. Vielleicht wäre das für
die gesamten vier Jahre
den Kongreßvertretern werkschaften - über die
allem auf den Gebieten,

angebracht. Ich möchte darüber hinaus mit den führenund ohne Frage auch mit den Unternehmern und den Geschnelle Schaffung neuer Arbeitsplätze sprechen, vor
wo ein Minimum an Regierungsausgaben erforderlich ist.
- 2 -

�ist»

Der Wohnungsbau muß ganz dringend wiederbelebt werden, und ich möchte

im Hinblick auf den Wohnungsbau für ältere Mitbürger alles in meinen Kräften
stehende tun. Wir sind auch darauf vorbereitet, so meine ich, in der Zeit
zwischen der Wahl und dem Ende dieses Jahres - und wiederum in Zusammenarbeit
mit den führenden Vertretern der betroffenen Gruppen - einigermaßen umfassende
Mittel und Wege hinsichtlich des Verkehrswesens, der Energie und der Sozialreformen zu entwickeln.
FRAGE: Wird dies alles seinen Niederschlag in der Botschaft über die
Lage der Nation finden?
ANTWORT: Das hoffe ich. Und wenn ich hier etwas nicht erwähne, so möchte
ich nicht, daß der Eindruck entsteht, es gehöre nicht dazu - wie beispielsweise
das Gesundheitswesen. Ganz zweifellos gehören hierher das Gesundheits- und
das Erziehungswesen. Ich möchte auf keinen Fall, daß irgend jemand annimmt,
ich hätte diese Probleme außer acht gelassen. Wir haben in dieser Hinsicht
bereits beachtliche Fortschritte erzielt. Ganz offensichtlich sind die meisten
größeren Unternehmer geneigt, republikanisch zu wählen. Das war schon immer so,
aber ich glaube doch, daß sie bestrebt sein werden, mir bei der Suche nach einer
Lösung dieser Probleme zu helfen. Darüber bin ich in keiner Weise besorgt.
Ich bin auch Geschäftsmann, und ich spreche ihre Sprache.
FRAGE:

Hoffen Sie, daß die Vorschläge für eine Steuerreform schon bis zu

dem Zeitpunkt ausgearbeitet sein können, an dem der neue Kongreß zusammentritt?
ANTWORT: Nein, das wird nicht möglich sein. Dazu sind einige weitere
Studien erforderlich, und ich möchte das nicht mit leichter Hand abtun. Ich
möchte niemanden irreführen, aber die Arbeit ist bereits in vollem Gange, und
zwischen heute und dem 20. Januar wird zusammen mit den Beratern, aber auch
mit Leuten wie Senator Russell Long (dem Vorsitzenden des Finanzausschusses
des Senats) und dem Abgeordneten AI Ullman (dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses) eine Menge an Arbeit geleistet werden. Ich
möchte annehmen, daß mehrere Monate des nächsten Jahres ins Land gehen werden,

�werden, bevor wir spezifische Vorschläge zur Behandlung durch den Kongreß
unterbreiten können.
FRAGE:

Denken Sie an eine überparteiliche Besetzung Ihrer Administra-

tion - in dem Sinne, daß zumindest ein Republikaner Ihrem Kabinett angehört?
ANTWORT:

Ich bin geneigt, Leute aus beiden Parteien einzusetzen, aber

ich möchte mich wirklich nicht auf einen Renommier-Republikaner festlegen.
Ich werde vielmehr jeden Fall auf Verdienste und Leistungen hin prüfen, und
ich würde sagen, daß auf dieser Grundlage - rein auf der Grundlage der Verdienste und Leistungen - einer der zwölf Kabinettsmitglieder wahrscheinlich
ein Republikaner sein wird.
FRAGE:

Anschließend an das, was sie bereits ausgeführt haben - gibt es

so etwas wie eine Liste von Dingen, die Sie in den ersten hundert Tagen Ihrer
Präsidentschaft erledigt sehen möchten?
ANTWORT: Wir werden versuchen, bis zum Zusammentreten des Kongresses im
Januar ein Alternativbudget (zu dem von Präsident Ford unterbreiteten) fertig
zu haben. Wir führen bereits Konsultationen mit den führenden Vertretern der
Haushaltsausschüsse im Repräsentantenhaus und im Senat sowie mit anderen führenden Persönlichkeiten im Kongreß, so daß wir rasche Fortschritte in dem Bemühen machen können, daß das erste Budget meiner Administration eine Antwort
auf die Fragen gibt, die ich aufgeworfen habe,und die Versprechungen einlöst,
die ich gegeben habe.
Aber das ist ein gewaltiges Unterfangen. Eines der Dinge, die wir zu tun
gedenken, ist die Entsendung einer kleinen Arbeitsgruppe in die Büros der republikanischen Kabinettsmitglieder, die dann etwa folgendes sagen werden: "Wir
sind nicht hier, um Ihre Ministerien zu leiten. Wir wollen nur lernen und
fragen, was Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen in den nächsten vier Jahren tun würden, um Ihr Ministerium aktiver, effektiver und wirksamer zu machen. Wir hoffen,
daß Sie mit uns zusammenarbeiten werden". Und ich glaube, daß sie dies tun
werden. So bin ich bereits vorgegangen, als ich zum Gouverneur gewählt worden

�r

worden war, und es hat sehr gut geklappt.

Insbesondere möchte ich, daß die

wichtigsten Beamten mir beim Verständnis helfen, wie ihre Arbeit und der Einsatz ihrer Untergebenen effektiver gestaltet werden kann.
FRAGE: Was gedenken Sie hinsichtlich der Schaffung von guten Beziehungen
zu den führenden Vertretern beider Häuser des Kongresses zu tun?
ANTWORT:

Da ist bereits sehr viel getan worden.

Ich habe Ihnen hier

dargelegt, was ich hinsichtlich der Konsultationen mit dem Kongreß auf dem
Gebiet der Außenpolitik tun werde; und dasselbe gilt für das Gesundheits- und
Sozialwesen, für Steuern und Landwirtschaft.
FRAGE:

Würden Sie die Berater in Studiengruppen zusammenfassen?

ANTWORT:

Unbedingt, Leute von außen!

FRAGE: Sie haben gesagt, daß Ihr Weg zur Reorganisation der Regierung
darin bestehen wird, den Kongreß um exekutive Vollmacht zur Herbeiführung der
Veränderungen zu ersuchen und dem Kongreß ein späteres Veto-Recht einzuräumen.
Wann werden Sie den Kongreß um diese Vollmacht ersuchen?
ANTWORT: Sofort, damit wir mit dem Planen beginnen können. Ich möchte,
daß der Kongreß den Präsidenten anweist, die Exekutive zu reorganisieren, wobei dem Kongreß das spätere Recht des Vetos zu einzelnen Vorschlägen zustehen
soll. Das würde der ganzen Sache gewaltigen Auftrieb geben. Man könnte in
ein Ministerium gehen und sagen: "Das und das wollen wir tun. Das Gesetz
sagt, daß es getan werden muß, und ich bin der Präsident und ich führe die
Anweisungen des Kongresses aus und mein eigenes Versprechen an das amerikanische Volk."
FRAGE:

Wie ließe sich Ihr Weg mit der Hoover-Kommission vergleichen?

(Anm. der Redaktion:

Die Hoover-Kommission wurde im Jahre 1947 eingesetzt

und von dem früheren Prsäidenten Hoover geleitet.
- 5 -

Die überparteiliche Gruppe

�Gruppe untersuchte Wege zur Straffung der Regierung.

Der Kongreß hat später

einioe der vorgeschlagenen Reformen, darunter vor allem die Schaffung eines
Ministeriums für Gesundheit, Erziehung und Sozialfragen, verwirklicht.)
ANTWORT:

Es handelt sich um etwas ähnliches, aber ich werde sehr viel

stärker selbst engagiert sein.
FRAGE:

Wird Ihnen eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die sehr

angesehen ist, helfend zur Seite stehen?
ANTWORT: Ich neige dazu, mehr als nur eine Person heranzuziehen. Ich
werde wahrscheinlich eine Arbeitsgruppe angesehener amerikanischer Bürger einsetzen - sechs bis zehn Leute, die sich hauptamtlich damit beschäftigen, und
ihre Dienste der Nation ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Das sind meine
derzeitigen Vorstellungen. Ich behalte mir das Recht vor, Änderungen (in den
Empfehlungen) vorzunehmen, aber ich möchte der Vorsitzende einer Gruppe sein;
es gilt daran zi: gehen, das weiterzuentwickeln. Es ist ein großes Unterfangen,
und wenn wir eine vom Kongreß und vom Präsidenten isolierte getrennte Kommission
hätten, dann würde ihr das von ihrer potentiellen Stärke, die sie haben muß,
nehmen.
FRAGE:

Wären Sie dann nicht gebunden, die Vorschläge der Kommission

auszuführen?
ANTWORT: Ja, ich wäre dafür verantwortlich. Als ich Gouverneur war,
erklärte ich einer Studiengruppe in Georgia, die sechs Monate lang hauptamtlich (mit der Reorganisation der Regierung) beschäftigt war und der insgesamt
etwa 120 Personen angehörten, daß sie sich keine Sorgen um die Politik machen
sollte. "Lassen Sie uns Empfehlungen ausarbeiten, die für unseren Staat das
Beste sind," so sagte ich. "Aber schwächen Sie keineswegs Ihre Empfehlungen
ab, weil Sie meinen, daß sie nicht durchführbar seien. Wenn wir Streit mit
der Legislative bekommen, dann werden wir uns direkt an die Bevölkerung wenden
und sie die Entscheidung treffen lassen." Und wir hatten in Georgia einen

�einen außerordentlichen Erfolg.

Wenn man das, was vorgeschlagen wird, ab-

schwächt oder sich aus Erwägungen politischer Zweckdienlichkeit dazu zögernd
und zaudernd verhält, dann nimmt man dem gesamten Prozeß viel von seiner
Stärke und Kraft.

Seine Einfachheit, seine Geschlossenheit und Vollständig-

keit, der offenkundige Vorteil der Veränderungen für die Nation - das sind
die Hauptanziehungspunkte, die man hat.

Wenn man die aus politischen Erwä-

gungen vorzeitig preisgibt, dann ist das, was man dem amerikanischen Volk
bietet, bei weitem nicht mehr so attraktiv.
FRAGE:

Werden Sie nach Ihrem Dafürhalten für Ihren Null-Haushaltsansatz

die Billigung des Kongresses brauchen?

(Nach genanntem System muß jede Re-

gierungsstelle beim Haushaltsansatz von Null ausgehen und jeden angeforderten
Cent begründen.)
ANTWORT:

Es ist nicht erforderlich, daß der Kongreß das Verfahren des

Präsidenten zur Ausarbeitung seines eigenen Haushalts billigt,

übrigens

nimmt die Neigung des Kongresses zu einerTechnik der BudgetaufStellung auf
der Nullbasis sehr rasch zu.

Auch das "Sunset-Law" gehört hierher, das ja

de facto dazu führt, daß jedes Programm alle fünf Jahre auf seine Wirksamkeit
überprüft wird.
FRAGE:

Wieviele von den hundert oder mehr Personen, die den Kern Ihrer

Administration bilden werden, haben Sie in Gedanken bereits ausgewählt?
ANTWORT:

Keine.

Ich habe das bewußt vermieden.

sicht gar nicht besonders scheu.

Ich bin in dieser Hin-

Es sind ungefähr 75 Personen, die ich selbst

auswählen werde, und unter diesen 75 Positionen habe ich noch keine einzige
Person für eine bestimmte Position festgelegt.

Ganz gewiß gibt es im Lande

eine Reihe von Leuten, die ich sehr ernsthaft auffordern würde, in die Regierung einzutreten, Gouverneure oder Bürgermeister oder vielleicht auch einige Kongreßmitglieder oder führende Persönlichkeiten der verschiedensten Berufsgruppen.
FRAGE:

�FRAGE:
schließen?
ANTWORT:

Wie lange wird es dauern, um diesen Prozeß einigermaßen abzuDie ersten dreißig Tage?
Das bezweifle ich.

Ich möchte doch sehr sorgsam und vorsich-

tig vorgehen5und im übrigen gibt es nichts, was einen künftigen Außenminister,
auch wenn er noch nicht offiziell nominiert wurde, hindern könnte, sich voll
und ganz an der Ausarbeitung einer künftigen Außenpolitik zu beteiligen. Die'
eigentliche Identifizierung eines Kabinettsmitglieds (nach außen) ist nicht
so wichtig wie die Tatsache, daß mir diese Person beim;Prozeß des Übergangs
hilft.

Ich fühle mich nicht unter Zeitdruck.

FRAGE:

Was hoffen Sie speziell in der Politik gegenüber Südafrika, dem

Nahen Osten und Asien zu erreichen?
ANTWORT: Lassen Sie mich mehr generell als speziell sprechen. Ich hoffe
nach besten Kräften eine Position zu schaffen, in der unser Land der Führer
der Welt ist - nicht auf der Basis militärischer Macht oder wirtschaftlichen
Drucks oder politischer Einflußnahme, sondern auf der Basis der Tatsache, daß
wir in Ordnung und anständig sind; daß wir jedem Land gegenüber, so gut wir
können, eine Position einnehmen, die dem entspricht, was das Beste für die Menschen ist, die dort leben. Ich trete nachdrücklich für eine Mehrheitsregierung
in Rhodesien und in Südafrika ein. Ich habe vor, die Welt das wissen zu lassen.
Zweitens, ich plane, diplomatische Vertreter zu ernennen, die ausgezeichnete Leistungen vorweisen können, und ich werde sie grundsätzlich auf der Basis
ihrer Fähigkeiten und nicht als Belohnung für politische Gunstbezeigungen ernennen. Das ist ein Versprechen, für das ich mein Ehrenwort gegeben habe, und
ich werde es halten.
Eine weitere Sache ist, die Entwicklungsländer als einzelne Länder und
nicht als Block zu behandeln.

Und das würde nicht nur für die Länder Afrikas,

sondern auch für jene in Lateinamerika und Osteuropa gelten.

Ich möchte nach

besten Kräften ein gutes Verhältnis auf den Gebieten des Handels, des Kulturaustauschs, des Studentenaustauschs, des Tourismus und der Auslandshilfe festi-

�festigen. Ich werde dabei mich selbst, die Mitglieder meines Kabinetts und
vielleicht gelegentlich Gouverneure (von Einzelstaaten) und Mitglieder meiner
eigenen Familie als Sonderbotschafter einsetzen, um, wie ich hoffe, eine "Weltordnung" zu erreichen statt Machtpolitik. Weltordnung heißt für mich, den
Frieden zu suchen.
FRAGE:

Das klingt ganz ähnlich wie die Politik Kissingers, nur unter an-

derem Namen?
ANTWORT: Ich habe keinen Aspekt von dem, was ich gesagt habe, gefunden,
der mit dem vereinbar wäre, was Kissinger gesagt hat,
FRAGE: Den Frieden dadurch zu erhalten, indem man anderen Ländern begreiflich macht, daß der Frieden in ihrem eigenen besten Interesse liegt - ist
das nicht in etwa das, was Kissinger sagt?
ANTWORT: Ich glaube, daß in Kissingers Außenpolitik eine Neigung liegt,
die Welt in zwei Machtblöcke aufzuteilen und die Länder beinahe zu zwingen,
Stellung zu beziehen: "Ich bin für die Vereinigten Staaten und gegen die Sowjetunion" oder "Ich bin für die Sowjetunion und gegen die Vereinigten Staaten".
Ich meine,damit nimmt man eine ständig spaltende Haltung in der Weltpolitik ein.
Ich will versuchen, von dieser Haltung wegzukommen und mit anderen Ländern auf
individueller Basis zu verkehren - nach der Überlegung, was für ihre eigene
Bevölkerung gut ist. Ich möchte sie nicht zwingen, zwischen uns (und der Sowjetunion) zu wählen, sondern sie sollen unser Land wählen, weil unser System am
besten funktioniert und weil ihr Handel mit uns und ihr offenes Gefühl für uns
in ihrem eigenen Interesse lägen/
FRAGE:

Sie werden mit ausländischen Staatsmännern in persönlichen Kon-

takt treten müssen?
ANTWORT:

Jawohl, ich werde das sofort tun, vor allem mit den Führern der

wichtigen Nationen.

Ich bin von vielen von ihnen eingeladen worden, entweder
- 9 -

�)

entweder in ihr Land zu kommen - oder sie zu einem Besuch hier zu empfangen.
Aber ich habe absichtlich bis nach den Wahlen gewartet*
das Beste.

Ich meine das war

Aber ich werde den Kontakt zur Sowjetunion, der Volksrepublik

China, den wichtigen europäischen Ländern und Kanada und Mexiko herstellen.
FRAGE:

Sie haben wiederholt gesagt, daß Sie in der ersten Woche im Amt

eine allgemeine Amnestie für Wehrdienstverweigerer im Vietnamkrieg verkünden
wollen.

Werden Sie dieses Versprechen einlösen?

ANTWORT:

Ich werde alle meine Versprechen einlösen»

FRAGE: Das wird vermutlich gleich nach Ihrer Amtsübernahme einen hohen
Vorrang haben?
ANTWORT:

Das ist richtig.
i

FRAGE: Manche Leute haben Ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, daß sie
in Ihrem politischen Denken einen Hang zur Gleichmacherei entdeckt hätten.
Wie stehen Sie zu der Frage der Gleichheit im Gegensatz zur Initiative des Einzelnen?
ANTWORT: Ich hege keine Neigung, eine homogene Gesellschaft herbeizuwünschen, in der jemand, der stark oder begabt oder hervorragend ist - oder
auch nur Glück hat - bestraft wird und seiner Existenz - ich meine jetzt seine
finanzielle Existenz - beraubt wird und diese unter jene verteilt wird, die
weniger hoch veranlagt sind. Ich möchte keine Steuersätze mit Strafcharakter
für die oberen Einkommen, aber ich werde weiterhin Mittel und Wege suchen, um
sicherzustellen, daß diejenigen, die unterprivilegiert sind, die chronisch arbeitslos sind, deren Familien unter früheren Diskriminierung zu leiden hatten,
in den Prozeß der Regierung und des privaten Lebens eingegliedert werden.
Ich glaube,diejenigen, die in der Regierung Entscheidungen treffen, und
diejenigen, die mit Einfluß gesegnet waren, sind wohl kaum jene gewesen, die zu
leiden hatten, wenn die Regierung einen Fehler gemacht hat. Ich möchte, daß
- 10 -

�daß wir davon abkommen, und ich glaube, die Mächtigen im Lande möchten das
auch.

Es muß nicht sein, daß die großen Gauner frei ausgehen - sie kommen

niemals ins Gefängnis - und daß der Durchschnittsamerikaner, der ein Gesetz
übertritt, sehr viel eher ins Gefängnis wandert.

Das ist nicht in Ordnung;

das ist nicht fair und das ist nicht anständig.
Es gibt noch immer unfaire Unterschiede. Es gibt sie noch immer im
Steuersystem. Es gibt sie noch immer bei den Berufschancen, auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche. Selbst wenn der Kongreß ein Gesetz verabschiedet,
das ausdrücklich der Unterstützung der Armen dienen soll, dann gehen die aufgewandten Steuergelder oft eher an die wohlhabenderen Menschen, an die besser
organisierten, an jene, die sich besser vernehmlich machen können, die die
komplizierten Bestimmungen der Gesetze besser begreifen, die sich besser darauf
verstehen, Zuwendungen einzuheimsen. Ich möchte sicherstellen, daß dieser
Trend umgekehrt wird. Ich glaube, ich kann meine Anliegen dem amerikanischen
Volk mit Gesprächen am Kamin und ähnlichem durchaus nahebringen, und es wird
sicherlich eine breite Unterstützung für Veränderungen geben.

+ + + + +

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22/1976

NEUE US-NUKLEARPOLITIK VERLANGT KONZERTIERTE AKTION
Von Nick Harrison

- (AD) - Für die Durchführung der von Präsident Ford angekündigten
neuen Nuklearpolitik der Vereinigten Staaten sind besondere Maßnahmen und
Aktionsprogramme verschiedener staatlicher Stellen erforderlich:
Auf internationaler Ebene soll, so beschloß Präsident Ford, durch beschleunigt vorgetragene diplomatische Initiativen in Zusammenarbeit mit
nuklearen Liefer- und Käuferländern versucht werden, die Kontrolle der Technologie zu erreichen, die für die Abtrennung von Plutonium von nuklearen
Abbrandelementen notwendig ist.

Plutonium, das aus Reaktor-Abfallprodukten

mit chemischen Methoden einer mehreren Nationen zugänglichen Technologie
extrahiert werden kann, ist sowohl für weitere Energieproduktion als auch
für die Herstellung von Waffen verwendbar.
Für die Vereinigten Staaten selbst hat Präsident Ford die amerikanische
Politik hinsichtlich der Aufarbeitung von Kernbrennstoff zur Plutoniumgewinnung geändert und betont, die Gefahr einer weltweiten Verbreitung von Kernwaffen sei so groß geworden, daß ein mindestens dreijähriges Moratorium für
die technologische Weiterentwicklung erforderlich sei.
Mit der Durchführung des neuen Planes Präsident Fords für die Nuklear-

�8
Nuklearpolitik, der am 28. Oktober 1976 bekannt gegeben wurde, sind der
Außenminister und der Leiter der amerikanischen Behörde für Energieforschung
und Entwicklung (ERDA - U.S. Energy Research and Development hdministration)
beauftragt.

Jeder von ihnen hat dabei, ebenso wie der Präsident selbst, eine

besondere Rolle zu übernehmen.

Auch der amerikanische Kongreß, die Wirt-

schaft und Industrie der USA, internationale Kontrollbehörden und die Regierungen vieler anderer Länder sind eingeschaltet.
Der Leiter der ERDA hat die vordringlichste Aufgabe zu erfüllen - die
Revision der Politik und der Programme seiner Behörde, welche bisher auf der
Voraussetzung basierten, daß in den Vereinigten Staaten die Plutoniumaufbereitung auch weiterhin betrieben werde.

Die Behörde wird umgehend die Privat-

wirtschaft zur Ausweitung der Lagereinrichtungen für Abbrandelemente ermutigen,
die andernfalls zur Gewinnung von Plutonium aufbereitet worden wären.

Präsi-

dent Ford hat die ERDA angewiesen, bis 1978 Demonstrationsprogramme für alle
Phasen der nuklearen Entsorgungstechnik aufzustellen und bis 1985 eine Anlage
für die Endlagerung von kommerziellen hochaktiven Rückständen fertigzustellen.
m

Als Alternative zur Plutonium-Extraktion wird die ERDA die Möglichkeiten
einer Wiederverwendung von Kernbrennstoff für die Energieproduktion unter Verzicht auf die Abtrennung des Plutoniums vom Abbrandmaterial erforschen. Jedoch müssen nach Weisung Präsident Fords alle Verfahren, die in diesem Zusammenhang untersucht werden, mit internationalen Zielsetzungen vereinbar sein.
Wie der Präsident in seiner Erklärung zur Nuklearpolitik ausführte, könne
keine Nation, auch nicht die Vereinigten Staaten, wirklich hoffen, von sich
aus die Verbreitung der Aufbereitungstechnik und die hieraus resultierende
Verfügbarkeit von Plutonium wirksam unter Kontrolle zu bringen. Er appellierte
an alle Nationen, "maximale Zurückhaltung" in der Weitergabe der Technik der
Plutoniumgewinnung und von Ausrüstungen zur Abfall-Aufbereitung während der
Drei-Jahres-Frist zu üben, die die Vereinigten Staaten einhalten wollen.
Bei den Bemühungen auf diplomatischer Ebene zur Kontrolle einer Kernwaffen-Pro! iferation, gleichzeitig aber auch zur Deckung des Weltbedarfs an^
- 2 -

�an Kernenergie, kommt dem Außenminister eine wichtige Aufgabe zu.

Er lei-

tete bereits einen Konsultationsprozeß ein, bei dem die Länder, die Kernbrennstoff liefern, über die neue Politik informiert wurden, noch ehe die
Öffentlichkeit davon erfuhr.

Lieferländer werden auch künftig dringend er-

sucht, ihre Abnehmer mit Kernbrennstoff, nicht aber mit technischen Informationen und Ausrüstungen zu versorgen,

die zur Produktion von Waffen benutzt

werden könnten.
Der Außenminister wurde im Rahmen der Politik Präsident Fords ermächtigt,
weiterhin Verhandlungen und Konsultationen zu führen, um:
- die Möglichkeiten für koordinierte Anstrengungen mit dem Ziel zu sondieren, daß die Belieferung mit sicheren und wirtschaftlichen Kernbrennstoffen
weltweit gewährleistet wird;
- multinational kontrollierte Lagerzentren für überschüssiges Plutonium
aus nicht-militärischen Einrichtungen und für Reaktor-Abbrandelemente zu
schaffen;
- verbesserte technische Sicherheitsnormen für nukleare Anlagen zu entwickeln und anzuwenden;
- bestehende Abkommen mit den neuen amerikanischen Kriterien und etablierten internationalen Richtlinien in Einklang zu bringen.
- gemeinsam mit der Nuklearen Aufsichts- und Lizenzbehörde der USA
(NRC - Nuclear Regulatory Commission) darauf hinzuarbeiten, daß die Kontrollen
der Nicht-Weiterverbreitung im Zusammenhang mit Exportgenehmigungen noch stärker betont werden;
- andere Nationen zur Teilnahme an der Ausarbeitung eines Programms zur
Begutachtung von Aufbereitungsverfahren einzuladen.
Der
- 3 -

�f

I
Der Außenminister und der Leiter der ERDA wurden außerdem beauftragt,
gemeinsam mit anderen Nationen alles daran zu setzen, um dem Sicherheitsprogramm der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) mehr Gewicht zu
verschaffen.
(

Präsident Ford erklärte, er werde sich um die Zustimmung des amerikanischen Kongresses zu Gesetzen bemühen, die die Ausweitung der Kapazitäten
der Vereinigten Staaten für die Produktion von angereichertem Uran erlauben
und die Rolle des Landes als zuverlässiger Lieferant von Kernbrennstoff stärken.

Der Präsident ist auch dafür verantwortlich, daß auf Verletzungen von

Sicherheitsabkommen mit den USA als Partnerland entsprechend reagiert wird.
Zu der von Präsident Ford skizzierten umfassenden und vorausschauenden Politik
der Vereinigten Staaten in bezug auf nukleare Hilfsquellen gehören spezielle
Schritte seitens offizieller Vertreter der USA und anderer Nationen, damit
der Bedarf an Nuklearenergie weltweit gedeckt, gleichzeitig aber nicht unnötig die Proliferation von Kernwaffen riskiert wird.

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22/1976

ROSALYNN CARTER
Die künftige First Lady der USA

Die künftige First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, Rosalynn
Smith Carter, wurde im Jahre 1927 als Tochter der Eheleute Allie Murray und
Edgar Smith in dem Landstä'dtchen Plains im Südwesten des Staates Georgia geboren.
Hier ging sie zur Schule - zusammen mit Jimmy Carter, ihrem späteren
Mann.

Sie besuchte anschließend das Georgia Southwestern College in Americus

im Staate Georgia, das sie 1946 mit dem Abschlußexamen verließ.

In diesem

Jahre beendete auch Jimmy Carter seine Ausbildung an der amerikanischen Marineakademie und heiratete im Sommer Rosalynn.
Die folgenden sieben Jahre, in denen Carter aktiv in der amerikanischen
Marine diente, führten das Paar weit in der Welt herum. In dieser Zeit wurden
ihnen drei Söhne geboren: Jack (1947), Chip (1950) und Jeff (1952). Ihr
viertes Kind, Tochter Amy, wurde 1967 geboren.
Im Jahre 1953 kehrten die Carters in ihre Heimatstadt Plains zurück und
eröffneten ein kleines Geschäft für Saatgut und Düngemittel.

Rosalynn führte

die Bücher, während ihr Mann das eigentliche Geschäft und die vom Vater über- 1 -

�übernommene Erdnußfarm leitete.

Es gelang den Carters,das Geschäft zu einem

ertragreichen Unternehmen auszubauen, das die Farmer des umliegenden Kreises
mit landwirtschaftlichem Bedarf belieferte.
Im Jahre 1962 wurde Jimmy Carter in den Senat des Staates Georgia gewählt, ein Amt, das er zwei Legislaturperioden hindurch bekleidete.
mit begann für Rosalynn der Eintritt in das politische Leben.

Und da-

Nach einer in-

tensiven Kampagne wurde Carter dann im Jahre 1970 zum Gouverneur des Staates
Georgia gewählt.

Mit der gleichen Energie und dem unermüdlichen Einsatz, mit

dem Jimmy Carter seine Wahlkampagne geführt hatte, war seine Frau auf der politischen Bühne für ihn eingetreten und hatte in der Zeit des Wahlkampfs überall im Staate Georgia für ihren Mann geworben.
Als Frau des Gouverneurs und First Lady des Staates Georgia setzte sich
Mrs. Carter mit großer Hingabe für die Sache der geistig Behinderten und
seelisch Kranken ein, ein Gebiet der Krankenfürsorge, für das sie schon immer
ein besonderes Interesse gehabt hatte.

Sie besuchte die entsprechenden Pflege-

einrichtungen und -anstalten des Staates Georgia und arbeitete eine Zeitlang
als Freiwillige im Bezirkskrankenhaus in Atlanta.
Außerdem übernahm sie den Ehrenvorsitz für das vom Staate Georgia für
die Sonder-Olympiade behinderter Kinder aufgestellte Team und begleitete dieses
zu den Spielen nach Kalifornien im Jahre 1972. Sie arbeitete auch im Ausschuß
des Gouverneurs für die Verbesserung der Betreuung der geistig Behinderten und
seelisch Kranken im Staate Georgia mit.
Ein vom Verkehrsministerium des Staates Georgia eingeführtes Programm
zur Verschönerung der Straßen fand in der Frau des Gouverneurs eine aktive
Fürsprecherin und energische Mitarbeiterin.
Als im Jahre 1975 die Amtszeit Carters als Gouverneur endete, zogen er
und seine Frau Rosalynn mit der siebenjährigen Tochter Amy zurück nach Plains.
Sie gehören hier der Baptistengemeinde von Plains an.
Am
- 2 -

�i

Am 20. Januar begann Carter dann seine Kampagne um die Nominierung
zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten und die Wahl zum amerikanischen
Präsidenten mit der aktiven Mithilfe seiner Frau.

- 3 -

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22/1976

AMERIKANISCHE BETEILIGUNG AUF DER KÖLNER INTERNATIONALEN HAUSRATSMESSE 1977

Ab Januar 1977 öffnet das neue U.S. International Marketing Center in
Köln seine Tore, um - unter anderem - in verstärktem Maße die Beteiligung
amerikanischer Hersteller an großen deutschen und anderen europäischen Messen
zu fördern.
Die erste Ausstellung, an der sich unter der Schirmherrschaft des U.S.
International Marketing Centers etwa 30 Firmen aus USA beteiligen, ist die
Internationale Hausratmesse in Köln vom 12. bis 14. Februar 1977.
Der amerikanische Gemeinschaftsstand bietet unter anderem Haushaltmaschinen und -gerate aller Art, Küchengeräte, die vornehmlich der Arbeitsersparnis dienen, Reinigungsgeräte und -materialien, Kleinmöbel und Korbwaren,
Schneidgeräte, Bestecke und Feinmetallwaren.

Darüber hinaus wird alles zu

sehen sein, was zu einer kultiviert gedeckten Tafel gehört; außerdem Geschenkartikel sowie diverse Gegenstände aus dem Bereich Kunst und Handwerk.
Wenngleich der amerikanische Marktanteil auf diesem Sektor in Deutschland bisher noch sehr gering ist, so rechnen sich die Hersteller dennoch gute
Absatzchancen für ihre Produkte aus.

In den 23,7 Millionen Haushalten der Bundes-

republik wurden 1975 rund 9 Milliarden DM für Hausrat ausgegeben; und dieser Markt

�Markt soll sich in den kommenden 3 Jahren jährlich zwischen 3 und 5 Prozent
steigern.
Weitere Informationen und komplette Programme über das Angebot des USGemeinschaftsstandes bis Januar 1977 noch durch:
US-Handelszentrum Frankfurt am Main
Bockenheimer Landstraße 2-4
6000 Frankfurt am Main
Tel.: 72 08 Ol
Ab Mitte Januar durch:
US-International Marketing Center
ABC-Haus
Bahnhofstraße 9-11
5000 Köln

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22/1976

DIE AMERIKANISCHE HANDELSPOLITIK: RÜCKBLICK UND VORAUSSCHAU
Von Botschafter Frederick B. Dent
Mit freundlicher Genehmigung von THE INTERNATIONAL ESSAYS FOR
BUSINESS DECISION
(c) 1976 The Annual International Trade Conference of the Southwest

Als Sonderbeauftragter des Präsidenten
für Zoll- und Handelsverhandlungen und
früherer Handelsminister der USA gehört
Botschafter Dent zu den führenden Gestaltern der amerikanischen Handelspolitik.
Vor seinem Eintritt in den Regierungsdienst hatte Dent, der in New Jersey geboren ist und an der Yale-Universität
studierte, leitende Positionen in der
Wirtschaft inne.

Eine 200-Jahr-Feier ist, wie jedes Jubiläum, der rechte Zeitpunkt zu
einer Überprüfung und - wie zu hoffen - zu einem erneuten Bekenntnis zur eigenen geschichtlichen Vergangenheit. Es ist aber zugleich auch der Zeitpunkt,
den Blick nach vorn zu richten und die Zukunft zu bedenken. Wenn wir in diesem
Jahr die Amerikanische Revolution feiern, so denken wir auch über die Veränderungen nach, die zwei Jahrhunderte der Erfahrungen uns gebracht haben,und wel- 1 -

�welches Rüstzeug uns diese Veränderungen für eine nur allzu ungewisse Zukunft
geben - mit anderen Worten,wir machen uns Gedanken über die amerikanische Revolution.
In keinem Bereich des wirtschaftlichen Lebens unserer Nation hat der Prozeß der Evolution eine größere Signifikanz gehabt als in der Bedeutung, die der
Außenhandel für uns einnahm.

Um seine Signifikanz in die richtige Perspektive

zu rücken, ist ein kurzer Blick auf den zurückliegenden Geschichtsverlauf von
Nutzen.

Der Handel war natürlich das Lebenselement, ja das Herzblut der Ameri-

kanischen Kolonien - wie es die Bostoner Tea Party so dramatisch bezeugte.

Die

schnellen amerikanischen Segler - die Yankee Clippers - waren in dem nachfolgenden dreiviertel Jahrhundert die Träger des amerikanischen Wohlstands.
Dann kam die große Wende zum Westen, der Vorstoß in ein Landgebiet von
kontinentalem Ausmaß und die Entdeckung und Erschließung unserer reichsten Lager
an Bodenschätzen.

Nachdem

die industrielle Revolution Amerikas den Bürger-

krieg und den Ersten Weltkrieg durchstanden hatte, wandte sich das Interesse in
unserem Lande ganz nach innen, und der legendäre "Yankee Trader" war zum "SmootHawley Protektionisten" geworden.

Das war der erste Wendepunkt für die amerika-

nische Handelspolitik.
Auf ihn folgte - wenn wir bei unserem kurzen Abriß der Entwicklungen bleiben - der zweite und fundamentale Wendepunkt in unserer nationalen Einstellung
zum Außenhandel. Mit dem Programm gegenseitiger HandelsVereinbarungen von 1934,
das in den Krisen und Wirren einer weltweiten Rezession als Gesetz verabschiedet
wurde, setzten wir den Kurs fest, auf dem wir im Verlauf eines knappen Jahrzehnts
zur mächtigsten Industrienation der Welt werden sollten - ein Kurs, der fest auf
eine noch größere Expansion und Liberalisierung des Welthandels ausgerichtet war.
Meine These ist, daß wir diesen Kurs im Verlauf der letzten 42 Jahre - das
heißt in einem Zeitraum, der mehr als ein Fünftel unserer gesamten Geschichte
als Nation ausmacht, im Grunde nicht geändert haben. Wir haben Rezessionen, den
Zweiten Weltkrieg und verschiedene regionale Kriege durchgestanden, wir haben die

�»

die umwälzendsten Veränderungen dramatischster Art in der Wissenschaft und
der Weltpolitik erlebt und wir haben in sechs großen multilateralen Handelsverhandlungen nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Handelspolitik festgehalten,
die einen gewaltigen Beitrag nicht nur zu unserem eigenen wirtschaftlichen
Wachstum und unserer Wirtschaftsstärke

geleistet

hat, sondern auch zu der der

Staaten in Westeuropa, zu der Kanadas und Japans und - wenn auch in geringerem
Maße - zu der der Entwicklungsländer in Lateinamerika, Asien und Afrika.
Jetzt sind wir auf dem Weg, die fraglos zweitschlimmste weltweite Rezession in der Geschichte zu überwinden, die für die Staaten nicht nur hohe
Arbeitslosenziffern und Marktschrumpfungen brachte, sondern auch eine Verfünffachung der Energiekosten, durch die eine verheerende Inflation angefacht wurde.
Und was bekommen wir jetzt über einen freieren Handel zu hören? Was hält
die Welt von den hochherzigen Prinzipien der Deklaration von Tokio des Jahres
1973, die unsere derzeitige siebente Runde der multilateralen Handelsgespräche
in Gang setzte - Prinzipien, die erneut bekräftigt und beteuert wurden in der
Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), auf
dem Wirtschaftsgipfel der Industrienationen in Rambouillet und im Neunziger-Ausschuß für Handelsverhandlungen der Tokio-Runde in Genf?
Wir hören, daß die Welt, geführt von den Vereinigten Staaten, im Begriff
stehe, zu dem alten, nur das Eigeninteresse

berücksichtigenden Handelsprotek-

tionismus der zwanziger und dreißiger Jahre zurückzukehren, der nach Ansicht
vieler Fachleute und Historiker wesentlich zur Großen Depression und zum Zweiten
Weltkrieg beigetragen hat, wenn nicht sogar die eigentliche Ursache war.
Wenn diese Behauptungen auch glücklicherweise nicht den Tatsachen entsprechen, so bleibt doch die sehr ernsthafte Frage, warum sie in der Welt gerne
geglaubt und als gültig akzeptiert werden.

Warum hat sich ein solcher Pessi-

mismus ausgebreitet? Wo liegen seine Wurzeln?
Man
- 3 -

�A

Man muß offen zugeben, daß es vielfache Ursachen dafür gibt.

Niemand

kann die Tatsache leugnen, daß sich beinahe jeder Staat in der Welt auf Grund
der internationalen Rezession einem wachsenden protektionistischen Druck ausgesetzt sieht.

Es ist auch richtig, daß die Handelsverhandlungen der Tokio-Runde

in Genf keinen dramatischen Fortschritt erbracht haben und daß sie nicht - wie
ursprünglich vorgesehen - Ende 1975 erfolgreich abgeschlossen werden konnten.
Von einigen Ländern wurden außerdem im Verlauf der letzten 12 bis 18 Monate Maß
nahmen auf dem Gebiet des Handels getroffen, die weitaus restriktiver sind, als
man es sich hätte wünschen können.
Da sich die Kritik vor allem gegen die Vereinigten Staaten richtet, ist
es wichtig,hier nach der Antwort zu suchen.
Eine Hauptursache für das Befremden und die Besoronis liegt in dem völlig
falschen Verständnis des Handelsgesetzes von 1974, das doch die wesentliche
Basis für unsere Teilnahme an der Tokio-Runde und die Verhandlungen selbst bietet.
Die Schwierigkeit ist, daß dieses Handelsgesetz allzu vielen Leuten immer
gerade als das erscheint, was es ihrem Wunsch nach sein sollte oder wofür sie
es jeweils aus ihrer spezifischen Sicht halten.
Die durch dieses Gesetz der Exekutive erteilte Vollmacht für Verhandlungen ist so groß wie noch nie in der amerikanischen Geschichte und durchaus beeindruckend. Es ist jedoch keineswegs so etwas wie eine Lizenz für freie Jagd,
mit der man automatisch alle noch verbliebenen tarifären und m'chttarifären
Handelsschranken, die auf der Welt und im eigenen Land existieren, abschließen
könnte.
Es ist bezeichnend, daß eines der Hauptanliegen dieses Gesetzes in der
Behebung von Mißständen und der Behandlung von Beschwerden auf dem Gebiet des
Binnenhandels liegt - wozu auch die Liberalisierung der Anwendungsweisen der
sogenannten "Ausweichklausel" zur Importentlastung gehört; ferner die Festset- 4 -

�Festsetzung kürzerer Fristen für die Behandlung von Beschwerden auf dem Gebiet
des Binnenhandels durch die Exekutive sowie die Aufstellung des Begriffs der
"Vernünftigkeit" und Fairness und der Auswirkungen und Legalität der Außenhandel spraktiken.

All dies aber reicht nicht aus, um eine Kritik dieses Gesetzes

als "protektionistisch" zu rechtfertigen.
Will man also die wahre Bedeutung des Handelsgesetzes verstehen, so
ist es nützlich, sich eine Reihe historischer Fakten vor Augen zu führen.
Einmal hat sich in unserem Lande seit vielen Jahren immer mehr die übereinstimmende Meinung herausgebildet, daß alle unsere internationalen Verhandlungen, wozu auch die Verhandlungen auf dem Gebiet des Außenhandels gehören,
weitaus mehr von

Erwägungen der Außenpolitik als von unseren innenpolitischen,

vor allem auch unsere"! nationalökonomischen Interessen bestimmt gewesen seien.
Was nun die Handelspolitik anbetrifft, so spezifiziert sich hier die allgemeine Überzeugung dahingehend, daß wir die legitimen Beschwerden unserer eigenen Industrie und Arbeiterschaft in bezug auf den Handel nicht angemessen
berücksichtigt hätten,als die traditionelle Hürde der Einfuhrzölle wesentlich
gesenkt wurde, nur um durch üppig ins Kraut schießende sogenannte nichtzollursächliche Handelsschranken ersetzt zu werden, zu denen auch so schwer zu
identifizierende und in den Griff zu bekommende Praktiken gehören

wie Re-

gierungsinterventionen in Form von Importquoten, Beschaffungspraktiken, Exportsubventionen, variable Importsteuern, Präferenzen bei Zoll- und Exportkontrollen.
Diese allgemeine Ansicht entwickelte sich unabhängig von dem Platz, den
Amerikas Exporte im internationalen Handel einnahmen,oder der Tatsache, daß
Amerika in fast allen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wachsende und beständige Handelsüberschüsse erzielte.

Die Wiedererstarkung anderer Industrienationen,

ihre wachsende Konkurrenzfähigkeit auf den amerikanischen Exportmärkten und
schließlich die zunehmende Schwäche des amerikanischen Dollar auf den internationalen Devisenmärkten bestärkte und verschärfte diese Auffassung in unserem
Lande.
Sieht
- 5 -

�Sieht man sie im Zusammenhang mit dem ölembargo und der daraus resultierenden weltweiten Rezession,dann sind diese Züge von Eigeninteresse in unserem Handelsgesetz eigentlich weit weniger überraschend als die Tatsache,
daß die nun wahrhaft protektionistische Burk-Hartke-Gesetzesvorlage in vier
Sitzungsperioden des Kongresses scheiterte.
Es ist nun eben einmal eine Tatsache, daß die Vereinigten Staaten, was
den Außenhandel anbetrifft, nicht in die Vorkriegsmentalität zurückgefallen
sind, genauso wenig wie unsere tragische Erfahrung in Vietnam uns dazu bewogen hat, für einen politischen und diplomatischen Isolationismus zu stimmen.
In einfachen Worten gesagt, jetzt, da wir die Niederlage verspürt haben,
sind wir uns der Tatsache bewußt geworden, daß andere imstande sind zu siegen
- oder in der Sprache des Außenhandels ausgedrückt: daß wir anderen industriell
entwickelten Nationen nicht länger helfen müssen, das Ziel eines Konkurrenzvorteils zu erreichen.

Die meisten von ihnen sind an diesem Ziel längst ange-

kommen .
Das bedeutet nicht, daß wir als Handelsnation unsererseits die Konkurrenzfähigkeit verloren hätten.

Ganz im Gegenteil, seit wir 1971 den Dollar abge-

wertet haben, sind wir auf dem Weltmarkt wieder mit ganz erheblicher Vehemenz
in Erscheinung getreten, wie es der Handelsüberschuß des letzten Jahres in Rekordhöhe von 3,8 Milliarden Dollar beweist.
Wie hat sich nun vor diesem Hintergrund gesehen die amerikanische Handelspolitik seit der Verabschiedung der Handelsgesetze entwickelt?
Hier wäre als erstes Element der vermehrte Anteil des privaten Sektors
und die Beteiligung des Kongresses an der Formulierung der amerikanischen Handelspolitik und den Verhandlungspositionen bei multilateralen Verhandlungen
hervorzuheben.
Dies

�Dies, wie die liberalisierten Verfahren für die Behandlung von Beschwerden des Binnenhandels, wurde bewußt in das Gesetz als Moment des Ausgleichs
und Gegengewichts im besten Sinne der amerikanischen Tradition eingearbeitet.
Allzuoft vergessen wir, daß Artikel II der Verfassung der Exekutive die Führung
der Außenpolitik überträgt, die Regelung des Außenhandels aber der Legislative
vorbehält.
Seitdem im Jahre 1934 die ersten Handelsvereinbarungen Gesetz wurden,
hat der Kongreß die Vollmacht zur Aushandlung internationaler Handelsabkommen
an die Exekutive delegiert. In dem Gesetz von 1974 gewährte der Kongreß eine
größere Vollmacht als je zuvor, schrieb aber in diesem gleichen Gesetz auch
spezifische und klar definierte größere Rollen sowohl für den Kongreß als auch
für den privaten Sektor - für Industrie, Landwirtschaft, Arbeitnehmer, Einzelhandel, Dienstleistung und Gewerbe und Verbraucher - bei der Formulierung und
Billigung der Durchführung dieser Vollmacht vor.
Zehn designierte Kongreßvertreter aus dem Finanzausschuß des Senats und
dem Ha'jshaltsausschuß des Repräsentantenhauses sowie ein Stab von Beratern
und 882 Männer und Frauen, die als private Bürger in 45 Beratergruppen sitzen,
repräsentieren das erwähnte breite Spektrum,und sie alle haben jetzt eine festumrissene Rolle bei der Entwicklung der amerikanischen Handelspolitik und der
Verhandlungspositionen gemäß dem neuen Handelsgesetz.
Das sind einige der Elemente, die die Öffentlichkeit gerne übersieht
oder mißversteht, wenn sie im Jahr des 200jährigen Bestehens der USA die amerikanische Außenhandelspolitik beurteilt.
Unsere Handelspolitik hat sich nicht geändert: ihre Gestaltung und Durchführung hat sich aus einer Sache der einsamen Beschlüsse einiger weniger Fachleute zu einer öffentlichen Angelegenheit entwickelt.
Das läßt noch immer die Frage offen: Ist Amerika protektionistisch geworden?
Um
- 7 -

�•

Um diese Frage zu beantworten, sollten wir einmal die Tatsachen überprüfen.

Bei den über 100 Beschwerde-Petionen, die im Rahmen des Handelsge-

setzes eingereicht wurden, um Schutz vor Importen zu erhalten oder unfaire
oder ungesetztliche Außenhandelspraktiken abzuwehren, ist folgender Stand zu
berichten:
Abgeschlossen sind 51 Fälle.

Von diesen haben acht zur Einführung von

Einfuhrbeschränkungen geführt - fünf zu Ausgleichszöllen und zwei zu Strafen
wegen Dumping; 45 Fälle wurden ohne restriktive Maßnahmen abgeschlossen.

Rund

50 Fälle sind noch anhängig; bei elf davon liegen positive Beweise vor, es
wird jedoch noch mit den entsprechenden Handelspartnern verhandelt.

Die üb-

rigen Fälle sind noch nicht in das Entscheidungsstadium eingetreten.
Selbst wenn man davon ausgeht, daß es bei den acht Fällen, über die noch
international verhandelt wird, zu Importrestriktionen kommen sollte, so bedeutet
das immer noch, daß bei weniger als zwei von zehn solcher Beschwerden restriktive Maßnahmen ergriffen werden

und daß in über der Hälfte dieser Fälle mit

unseren Handelspartnern darüber verhandelt wird.
Diese Fälle werden im Rahmen eines komplizierten interministeriellen
Verfahrens geprüft - wobei oft bis zu elf Ministerien und Bundesbehörden beteiligt sind - bis das Kabinett dem Präsidenten die entsprechenden Empfehlungen
unterbreitet. Bei der Gestaltung unserer Außenhandelspolitik kommen also alle
relevanten Faktoren zum Tragen,und alle Beteiligten - Unternehmer, Arbeitnehmer
und Verbraucher - werden gehört.
Unsere größten Hoffnungen setzen wir auf die multilateralen Handelsverhandlungen in Genf, wenn es gilt,langfristige Lösungen für derzeitige Probleme
des Managements des Handels zu finden und zu einer dauerhaften Verbesserung des
internationalen Handelssystems zu gelangen - zu einem Handelssystem, das mit
dem wachsenden Umfang des Welthandelsvolumens mit möglichst wenig Einschränkungen fertig werden kann.
Amerika
- 8 -

�Amerika selbst hat ein wachsendes Interesse an diesem Handel, der an
diesem jüngsten Wendepunkt unserer Geschichte als Handelsnation zum bedeutsamsten Faktor werden konnte.

Obwohl wir dem Volumen nach schon lange die

größte Handelsnation der Welt sind, so wird der Handel heute immer mehr zu
einer lebenswichtigen Angelegenheit für die amerikanische Wirtschaft.

Nicht

nur unsere Exporte haben sich in den letzten Jahren auf einen Stand von 100
Milliarden Dollar verdoppelt, auch der Anteil dieses Handels am Bruttosozialprodukt hat sich von 4 Prozent auf 8 Prozent verdoppelt. Und was noch wichtiger
ist, rund 16 Prozent unserer Gesamtproduktion fließen in den internationalen
Handel - ein Prozentsatz,wie er für die Weltproduktion insgesamt zutrifft.
Einfuhren von kritischen Rohstoffen gewinnen immer mehr Bedeutung für unsere
Stärke und Sicherheit im eigenen Lande.
Wenn wir auf das vor uns liegende dritte Jahrhundert unserer Geschichte
blicken, dann sehen wir Amerika als ein Land, das sich keineswegs vom internationalen Wettbewerb weg nach innen wendet, sondern das eine immer wichtigere
Führungsrolle im internationalen Handel spielen wird. Wir laden unsere Handelspartner ein, sich zusammen mit uns an die oft langsame und mühselige, aber
lebenswichtige Aufgabe zu machen, einen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen
sich alle Nationen der wichtigen Vorzüge eines freieren und faireren internationalen Handels erfreuen können.

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22/1976

US-WISSENSCHAFTLER WOLLEN VERANTWORTUNGSBEWUSSTE FORSCHUNG
Selbstbeschränkung und Kontrolle bei genetischen Experimenten
Straffung internationaler Programme für künftige Nahrungs-,
Wasser- und Energieversorgung

- (AD) - Eine Kommission zur Überwachung und Gewährleistung von Sicherheitsmaßnahmen bei Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Gen-"Transplantation"
und Neukombination von Genen aus DNS-Molekülen, die von Organismen nicht-verwandter Art stammen, hat Anfang Oktober 1976 die amerikanische Stanford-Universität (Kalifornien) eingesetzt.
senschaftler der Fachrichtungen

Dem 12köpfigen Gremium gehören sechs Wis-

Biochemie, Pharmakologie, Medizin und Patholo-

gie an, von denen jedoch nur drei an Projekten der Gen-Kombination arbeiten.
Weitere Mitglieder sind ein Ingenieur als Spezialist für den Bau und Betrieb
sicherer Forschungseinrichtungen, ein Jurist, ein Theologe sowie je ein Vertreter der Universitätsverwaltung, der Öffentlichkeit und der Studentenschaft.
Den Vorsitz führt Dr. Allan M. Campbell (47), Professor der Mikrobiologie und
Genetik; er befaßt sich allerdings nicht mit Gen-Transplantation.
Das Verfahren der DNS-Rekombination, das es ermöglicht, gezielt Gene
aus dem Erbmaterial eines Organismus zu entnehmen und sie in Chromosomen eines
anderen Organismus einzubauen, ist in der Genetik umstritten.

-l -

Meist werden

�t

werden Bakterien als Empfänger-Organismen verwendet, um die Organisation komplexer Chromosomen zu studieren.

Die Forschung könnte auf diese Weise Mög-

lichkeiten schaffen, um beispielsweise durch das Einfügen bestimmter Gene in
die DNS leicht zu züchtender Bakterien

regelrechte "Bakterienfabriken" aufzu-

bauen, die medizinische Substanzen wie Insulin, Hormone oder Antibiotika synthetisieren.

Diese Technik könnte auch, wie ihre Befürworter sagen, z.B. für die

Landwirtschaft Bedeutung gewinnen, wenn sich auf Nutzpflanzen das Gen übertragen ließe, das Bakterien die Fähigkeit gibt, Stickstoff zu binden.

Ein Erfolg

würde die weltweite Abhängigkeit von Düngemitteln erheblich verringern.

Auch

wäre es denkbar, Mikroorganismen in großen Massen zu züchten, die Nahrungseiweiß
und andere wirtschaftlich wichtige Naturprodukte synthetisieren.
Von Anfang an waren sich die Wissenschaftler im klaren, daß bei derartigen Experimenten auch biologisch gefährliche Gen-Kombinationen zustande kommen können.

Deshalb beschlossen die Teilnehmer einer Konferenz amerikanischer

Mikrobiologen in Asiiomar (Kalifornien) im Jahr 1974, bestimmte Experimente vorläufig auszusetzen, bis bindende Sicherheitsrichtlinien vorlägen.

Diese wurden

inzwischen von den Medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA (National
Institutes of Health) ausgearbeitet und im Juni 1976 veröffentlicht.
Schweden hat sie bereits übernommen. In der Sowjetunion werden sie ebenfalls anerkannt und wie amtliche Richtlinien gewertet. Dies gab anläßlich der
16. ICSU-Generalversammlung in Washington (11. - 17. Oktober 1976) Dr. W. J.
Whelan von der Universität Miami bekannt. Im ICSU (International Council of
Scientific Unions) sind 41 nichtpolitische Organisationen der Welt zusammengeschlossen, darunter 17 internationale wissenschaftliche Vereinigungen (z.B. für
Geophysik, Geodäsie, Biologie, Biophysik, Weltraumforschung), neun wissenschaftliche Komitees, Kommissionen etc., die etwa 700 000 Wissenschaftler repräsentieren. Auch die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) ist
dem ICSU angeschlossen.
Auf der Konferenz von Washington, an der 500 Wissenschaftler aus 45 Ländern teilnahmen, standen sowohl reine Fachthemen als auch Fragen zu Diskussion,

�Diskussion, die beispielsweise der Rolle von Wissenschaft und Technik in
der wirtschaftlichen Entwicklung von Nationen und der Sicherung eines lebenswerten Lebens künftiger Generationen galten.
fordert:

U.a. wurden behandelt oder ge-

Überprüfung der weltweiten Wetterforschungsprogramme, gemeinsame

Forschungsanstrengungen zur Steigerung der Nahrungsmittel Versorgung der Menschheit, Verwertung der Erkenntnisse aus der 10-Jahres-Studie des ICSU zu den
Wasserreserven der Erde, Schaffung eines internationalen Programms zur Planetenforschung und Erderkundung, und Bildung eines neuen internationalen Komitees,
das genetische Forschungsexperimente überwacht.

Das mit einem Jahresetat von

172 000 Dollar auszustattende COGENE (Committee on Genetic Experimentation)
gibt dem ICSU die Möglichkeit, sowohl als internationales Clearing-House für
Informationen und Ausbildung in der genetischen Forschung tätig zu sein, gleichzeitig aber auch beratende und kontrollierende Funktionen auszuüben.
Eine Anzahl europäischer Länder, darunter die Bundesrepublik und Japan
haben inzwischen auf der Grundlage der amerikanischen Richtlinien eigene Sicherheitsvorkehrungen getroffen bzw. vorbereitet.

Zu ihnen gehören beispielsweise

spezielle bauliche Maßnahmen und Experimentiereinrichtungen sowie streng gehandhabte Versuchsprotokolle ähnlich jenen, die in der medizinischen Forschung
beim Umgang mit gefährlichen Viren oder Mikroorganismen geführt werden müssen.

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GASISOLIERTE HÖCHSTSPANNUNGSLEITUNG

- (AD) - Ein mit fast 1 000 000 Dollar dotierter Entwicklungsauftrag
für Instrumente zur Überwachung und Steuerung des Stromflusses in gasisolierten Höchstspannungsleitungen von 1200 Kilovolt wurde von der US-Behörde für
Energieforschung und Entwicklung (ERDA) an die General Electric Co. in
Schenectady (New York) vergeben.

Die Instrumente sollen bereits serienmäßig

gebaut werden, wenn der in großen Kraftwerksblöcken produzierte Strom über
Höchstspannungsleitungen verteilt und zu den Verbrauchszentren transportiert
werden muß.
Systeme mit sehr hoher Spannung haben beim Stromtransport nicht nur
geringere Energieverluste, sondern sie sind auch in bezug auf Materialien
und Platzbedarf für die Installation der Leitungen rentabler.

Zahlreiche

amerikanische Fachleute sind der Ansicht, daß sich gasisolierte Kabel besonders gut für den unterirdischen Stromtransport unter Höchstspannung (1200 kV)
eignen.

Dazu sind jedoch Instrumente für die kontinuierliche Überwachung und

rasche Lokalisierung von Störpunkten unerläßlich.

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22/1976

BATTERIEN MIT HÖHERER LEISTUNG
Neuartiges Elektrodenmaterial - Interessant für Industrie, Wirtschaft
und militärische Zwecke - Vorteile für die Raumfahrt

- (AD) - Eine völlig neue Gruppe von Hochleistungsbatterien - sie speichern, gemessen an Größe und Gewicht, bis zu 20 mal mehr Energie als die heute
üblichen Autobatterien - wird z. Zt. am Lawrence-Livermore-Laboratorium der
Universität Kalifornien untersucht.

Bei ihnen werden Materialien verwendet,

die normalerweise heftig miteinander reagieren, nämlich Lithium und ein wäßriger Elektrolyt.
Die "Bändigung" dieser Chemikalien geht auf eine Entdeckung von Ingenieuren der Raumfahrtabteilung der Fa. Lockheed vom Jahr 1969 zurück: Wenn
ein elektrischer Strom durch die Grenzzone zwischen Lithium und der wäßrigen
Lösung geschickt wird, bildet sich eine chemische Schutzschicht, die unerwünschte Reaktionen zwischen beiden Komponenten verhindert. Die daraufhin angestellten Untersuchungen und Berechnungen ergaben, daß derartige Batterien
z.B. für den Kraftfahrzeugantrieb (kleine und mittelgroße Wagen) geeignet
wären. Unter der Leitung des Physikchemikers Dr. John F. Cooper werden gegenwärtig die speziellen Merkmale von Batterien auf Lithium-Basis untersucht.
Vor allem interessiert die Schutzschicht, die vermutlich aus Lithiumhydroxid
besteht.

Außerdem

�Außerdem soll herausgefunden werden, ob sich auch Metalle wie Kalzium,
Magnesium, Aluminium, Natrium und deren Legierungen für Batterien eignen würden.

Dabei handelt es sich um sog. Primärelemente, bei denen die Elektroden

durch den Betrieb verbraucht werden und, da sie nicht wieder aufgeladen werden
können, durch neue ersetzt werden müssen.

Die US-Behörde für Energieforschung

und Entwicklung (ERDA) prüft z. Zt. die Möglichkeiten für eine Beteiligung der
Industrie an dem Projekt.

Sekundärelemente
Wiederaufladbar ist dagegen die Lithium-Schwefel-Batterie, die am Argonne
National Laboratory, einer direkt der ERDA unterstellten Institution, entwickelt
worden ist. Sie arbeitet mit Elektroden aus einer Lithiumlegierung und einem
Metallsulfid.

In einer Marktstudie will die ERDA jetzt die Anwendungsmöglich-

keiten für diesen Batterietyp, der sowohl für den Umweltschutz als auch für
die Verminderung der Abhängigkeit von Erdöl und Mineralöl Produkten Bedeutung
hätte, in Industrie und Bergbau, bei Kraftfahrzeugen und Flugzeugen und auf dem
militärischen Sektor ermitteln lassen.

Produzenten "herkömmlicher" Batterien

beteiligen sich an dieser Untersuchung.
Gemeinsam mit der Industrie beabsichtigen Ingenieure des Argonne-Instituts
bis Anfang 1979 ein mit ihren neuen Batterien betriebenes Versuchsauto zu entwickeln, das im Stadtverkehr mit häufigem Anfahren und Halten 160 km Reichweite,
im außerstädtischen Verkehr 240 km Reichweite haben und eine Fahrgeschwindigkeit
von 80 - 90 km/st erreichen soll. Die Batterie kann über Nacht mit gewöhnlichem
Haushaltsstrom neu aufgeladen werden. Das Versuchsfahrzeug, ein Vorläufer von
serienmäßigen Klein- und Kompaktwagen mit Elektroantrieb, wird ca. 1135 kg
wiegen; davon entfallen 363 kg auf die Batterien. Durch weitere technische Verbesserungen könnte bis 1985 das Batteriegewicht auf 250 kg weiter reduziert
werden. Im Vergleich dazu wäre für den Elektroantrieb bei gleicher Leistung
unter Verwendung der heuteüblichen Bleiplatten-Säure-Batterien eine Akku-Aus-

�Akku-Ausrüstung im Gewicht von 1180 kg erforderlich.

Speicher für Kraftstrom
Die Lithium-Schwefel-Batterien könnten sogar für Kraftwerke interessant
werden. Sammelbatterien, aus Tausenden von Einheiten aufgebaut, könnten in
Zeiten geringer Inanspruchnahme des Netzstromes geladen werden und bei Spitzenbelastung ihre Energie wieder abgeben.
Auf diese Weise würde der Einsatz zusätzlicher Turbinen zur Bedarfsdeckung in Spitzenbelastungszeiten überflüssig;
außerdem könnten die Generatoren im Dauerbetrieb auf ihrer günstigen Leistungsstufe gehalten werden. Wenn man die Batterien in der Nähe der Bedarfszentren
stationierte, verringerten sich auch die Kosten für den Energietransport.
ERDA und das Industrie-Forschungszentrum für Kraftstrom (EPRI) fördern
z. Zt. ein Entwicklungsprogramm der Fa. Rockwell (Canoga Park, Kalifornien)
für Batterien mit hoher Speicherkapazität.
für 300 Wattstunden erprobt.
System weiter ausbaufähig ist.

Gegenwärtig werden Kompaktzellen

Die bisherigen Versuche haben gezeigt, daß das
Im Jahr 1982 soll ein auf fünf Megawattstunden

ausgelegtes System im Verbundnetz erprobt werden.

Trockenzellen für Raumfahrtgeräte
Statt mit den bisher üblichen Nickel-Cadmium-Elektroden werden die
Batterien eines neuen Versuchssatelliten der US-Marine mit Nickel-WasserstoffElektroden arbeiten. Diese neuartigen Batterien sind nach fünfjähriger Entwicklungszeit jetzt für die Raumfahrt anwendungsreif geworden. Sie haben eine
Lebensdauer von mehr als 10 Jahren, während Nickel-Cadmium-Batterien als Quelle
für Betriebsstrom während des Fluges im Erdschatten, d.h. in den Perioden, in
denen die Solarzellen keinen Strom produzieren können, nur 4 bis 7 Jahre voll
funktionsfähig bleiben.

An
- 3 -

~~

�An dem Navigations-Testsatelliten NTS-2, der von der US-Marine im März
1977 in eine kreisförmige Umlaufbahn in 20 100 km Höhe (12 Stunden Umlaufzeit)
eingeschossen werden soll, will man auch leistungsfähigere Sonnenzellen erproben.

Das Gerät hat außerdem zwei Quarzuhren und zwei Cäsium-Atomuhren an

Bord, die auf ihre Eignung als Signalgeber zur exakten Zeit- und Positionsbestimmung getestet werden sollen.
stoff-Maser.

Noch 10 bis 100 mal genauer wären Wasser-

Im Auftrag des Marine-Forschungsamtes der USA wird an der Mini-

aturisierung solcher Systeme gearbeitet; in der gegenwärtig vorliegenden Ausführung sind sie zu groß, um in einem Raumfahrtgerät untergebracht werden zu
können.
Die Nickel-Wasserstoff-Zellen, eine Entwicklung der C0MSAT Laboratorien,
können 4 bis 8 mal größer als die bisher üblichen Ni-Cadmium-Trockenzeller
wieder aufgeladen werden.

Sie haben eine wesentlich höhere Energiedichte und

zeigen - über die Messung des Wasserstoffdruckes - den Grad der Batterieladung
direkt an.

Einem möglichen Nachteil, nämlich dem Aussickern von Wasserstoff,

versuchen die Wissenschaftler der COMSAT-Laboratorien zu begegnen, indem anstelle von Wasserstoff eine chemische Verbindung in der Form eines Hydrids
als sichere*Wasserstoffträger benutzt wird.

- 4 -

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