<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1546" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1546?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:56:32+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1557">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/4035342ed590d163cfa75489cc628c37.pdf</src>
      <authentication>01be2fc41c6b1c1c62fcdd378b10154b</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8048">
                  <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Information
und
Dokumentation

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

Nummer 1 8

6. Oktober 1976

Inhalt

DOKUMENTATION:
Rede von Außenminister Kissinger am 30. September 1976 vor der UNVollversammlung
- Wortlaut .)

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Antarktisforschung 1976/77
Schwerpunktprogramme der USA:

Ross-Eisschelf und Trockentäler

"ENTERPRISE" - Debüt des US-Raumtransporters

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Dokumentation

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

18/1976

REDE VON AUSSENMINISTER KISSINGER AM 30. SEPTEMBER 1976
VOR DER UN-VOLLVERSAMMLUNG
- Wortlaut -

VEREINTE NATIONEN, NEW YORK - (AD) - Der amerikanische Außenminister
Henry A. Kissinger hat am 30. September in einer richtungweisenden Rede vor
der Vollversammlung der Vereinten Nationen zur weltpolitischen Lage Stellung
genommen und die Weltorganisation aufgefordert, sich von den ideologischen
Taktiken und den Konfrontationen der Vergangenheit freizumachen und auf ein
gemeinsames Aktionsprogramm zu konzentrieren.
Die Rede des amerikanischen Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Herr Generalsekretär, hochverehrte Außenminister und
Delegierte:
Lassen Sie mich diesem Gremium zunächst zur Wahl von Botschafter Amerainche
aus Sri Lanka zum Präsidenten dieser 31. Sitzungsperiode der Vollversammlung
gratulieren. Er genießt als Diplomat großes internationales Ansehen und hat
neben zahlreichen Erfolgen bei den entscheidend wichtigen Verhandlungen über
das Seerecht eine bedeutende führende Rolle übernommen.
Ich möchte ferner dem Generalsekretär für seine unermüdlichen Bemühungen
um die Völkergemeinschaft der Welt meine Hochachtung aussprechen.

- 1-

Ihm ist es

�»

es gelungen, die in der Charta niedergelegten Prinzipien der Fairness, der
Unparteilichkeit und der Hingabe an die Sache eines weltweiten Friedens und
der Menschenwürde in seiner Person zu verkörpern.
Die Vereinten Nationen wurden aus der Überzeugung geboren, daß der Friede
unteilbar ist und mehr als lediglich Stabilität bedeutet, daß Friede, wenn er
von Dauer sein soll, dem Streben der Menschheit nach Gerechtigkeit, Freiheit,
wirtschaftlichem Wohlstand, Herrschaft des Rechts und Förderung der Menschenrechte Erfüllung bringen muß.

Aber die Geschichte dieser Organisation brachte

immer mehr zu Bewußtsein, daß die Menschheit sich nicht zwangsläufig zu einem
gemeinsamen einheitlichen Vorgehen in Richtung auf diese Ziele bereitfinden
würde.
Die Vereinten Nationen haben 30 Jahre gewaltiger Veränderungen in dem
internationalen System überdauert - und zur Herbeiführung dieser Veränderungen
beigetragen.

Sie haben die schwere Zeit des Kalten Krieges überstanden.

Sie

haben eine entscheidend wichtige Rolle bei der Auflösung der Kolonialreiche gespielt.

Sie haben zur Milderung von Konflikten beigetragen,und ihre Truppen

besetzen Waffensti11 Standslinien in Krisengebieten der Welt.

Sie haben einzig-

artige Anstrengungen auf Gebieten wie dem öffentlichen Gesundheitswesen, der
Entwicklungshilfe und der technischen Zusammenarbeit unternommen.
Aber die wichtigste Aufgabe dieser Organisation liegt noch vor uns: die
positiven und hohen Ziele der Menschheit zu verteidigen und den Völkern bei der
Errichtung einer neuen auf Verständigung beruhenden Gemeinschaft zu helfen.
Durch die modernen Kommunikationsmittel ist das Streben der Menschen zu
einer gemeinsamen Erfahrung für die Völker in allen Teilen dieses Planeten geworden. Wir haben gemeinsam Teil an den Wundern der Wissenschaft und Technologie, den Bemühungen um Industrialisierung und sozialen Wandel und sind uns
ständig des Schicksals und der Hoffnungen unserer Mitmenschen bewußt.
Die Entfernungen auf der Welt sind geschrumpft, aber die Völker der Welt
sind einander nicht näher gekommen.

Es ist paradox, daß der Nationalismus gera-

- 2 -

�gerade in dem Augenblick zugenommen hat, da die meisten schwerwiegenden Fragen, denen wir alle uns gegenübersehen, nur gelöst werden können, wenn wir
uns unserer Interdependenz bewußt sind.

Der moralische und politische Zusam-

menhalt unserer Welt scheint gerade in dem Moment zu schwinden, in dem ein
Gefühl der Gemeinsamkeit unerläßlich geworden ist.
Die Zersplitterung hat selbst vor diesem Gremium nicht haltgemacht. Die
Völker haben Entscheidungen en bloc oder auf regionaler Basis nach starren
ideologischen Gesichtspunkten getroffen, ohne zuvor auch nur den Debatten in
diesen Hallen zuzuhören. Bei zahlreichen Fragen ist bereits vorher eine Entscheidung auf früheren Konferenzen getroffen worden, an denen über die Hälfte
der Mitglieder der Vereinten Nationen teilnahmen. Es besteht eine weitverbreitete Tendenz, hierherzukommen, um zu kämpfen und nicht um zu verhandeln. Wenn
dieser Trend anhält, wird die Hoffnung der Völkergemeinschaft der Welt zerstört
und wird der moralische Einfluß dieser Organisation immer mehr zurückgehen.
Dies wäre eine Tragödie. Die Mitglieder dieser Organisation befassen
sich heute mit einer Vielzahl von Initiativen, gerechte Lösungen für die komplexen und explosiven Probleme zu finden. Noch herrscht eine scheinbare Ruhe,
aber unter ihrer Oberfläche wird sie durch die fundamentalen Kräfte des Wandels
in Frage gestellt - technologische, wirtschaftliche, soziale. Mehr denn je zuvor leben wir in einer Zeit, in der es der Staatskunst und der Zurückhaltung,
der Ausdauer, aber auch des Wagemutes bei dem Streben nach Frieden und Gerechtigkeit bedarf. Die Dogmen vom immerwährenden Streit führen nur zu Blutvergießen und Verbitterung; sie lösen Kräfte der Zerstörung und Unterdrückung aus
und legen die Saat für künftige Konflikte. Appelle des Hasses - sei es auf
der Basis der Rassen, der Klassen, der Hautfarbe, der Nationalität oder der
Ideologie - schlagen letztlich auf die zurück, von denen sie ausgingen und werden die Sache der Freiheit und der Gerechtigkeit auf der Welt keineswegs fördern.
Lassen Sie uns niemals vergessen, daß die Vereinten Nationen den kleineren
und schwächeren Ländern am meisten nützen.

Gerade sie haben am meisten unter

ihrem Versagen zu leiden, denn ohne die Herrschaft des Rechts werden Streitig-

�Streitigkeiten auf eine Weise beigelegt werden, wie sie in der Geschichte nur
allzu oft und schmerzhaft beigelegt worden sind - nämlich durch Machtproben.
Es sind nicht die Schwachen, die in einer Welt des Chaos die Oberhand behalten
würden.
Die Vereinigten Staaten sind der Auffassung, daß diese 31. Vollversammlung sich von den ideologischen Taktiken und Konfrontationen freimachen muß,
die kennzeichnend für einige frühere Vollversammlungen waren, und sich zu
einem gemeinsamen Aktionsprogramm bekennen muß.
Die Vereinigten Staaten kommen zu dieser Vollversammlung mit der Bereitschaft, an gemeinsamen Aktionsprogrammen mitzuarbeiten.
Vorschläge vorlegen.

Wir werden konkrete

Wir werden den Ideen anderer Gehör schenken.

Wir werden

uns jedem Druck widersetzen und die Zusammenarbeit anstreben.
Lassen Sie mich jetzt die drei Hauptaufgaben erörtern, vor denen wir
stehen - das Problem des Friedens, die Aufgabe, wirtschaftlichen Wohlstand zu
schaffen und die Agenda für eine globale Interdependenz.
Das Zeitalter der Vereinten Nationen ist auch ein Zeitalter häufiger
Konflikte gewesen. Wir sind von einem dritten Weltkrieg verschont geblieben,
aber wir können nicht von der Annahme ausgehen, daß diese Verhältnisse für
immer und ohne Anstrengungen so bleiben werden.
Ein Zeitalter thermonuklearer Waffen und ständiger nationaler Rivalitäten
erfordert von uns äußerste Anstrengungen, um die Geißel des Krieges unter Kontrolle zu halten. Unsere Generation muß aus der Vielzahl von Ländern ein System
von Beziehungen schaffen, das die Kräfte der Nationen und Völker für die positiven Aufgaben freisetzt, ohne daß man sich vor einem Krieg fürchten muß oder
ein solcher droht.
Im Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik stehen unsere Schwesterdemokratien, die Industriestaaten Nordamerikas, Westeuropas, des südlichen Pazifik
und Japan sowie unserer traditionellen Freunde in der westlichen Hemisphäre. Wir

�Wir sind mit diesen Nationen durch die Bande der Geschichte, der Zivilisation,
der Kultur, durch gemeinsame Prinzipien und eine Generation gemeinsamer Anstrengungen verbunden.
Unsere Bündnisse, auf dem Fels der gemeinsamen Sicherheit begründet, reichen jetzt über die gemeinsame Verteidigung hinaus und erstrecken sich auf eine
Vielzahl neuer Fragen:

die sozialen Aufgaben, die sich den hochentwickelten

technologischen Gesellschaften gemeinsam stellen; gemeinsame Initiativen zum
Abbau der Spannungen gegenüber unseren Gegnern; die Gestaltung positiver Beziehungen zu den Entwicklungsländern.

Die gemeinsamen Anstrengungen der in-

dustriellen Demokratien sind nicht auf exklusive Ziele gerichtet, sondern sind
eine Brücke zu einem umfassenderen, sichereren und kooperativen internationalen
System sowie zur Ausbreitung der Freiheit und des Wohlstands auf alle Nationen
Die Vereinigten Staaten sind stolz auf ihre historischen Freundschaften
in der westlichen Hemisphäre.

Im modernen Zeitalter müssen sie - und sie sind

es - auf Gleichberechtigung und beiderseitigem Vorteil begründet sein.

Wir

haben eine einzigartige Gelegenheit, daß der große Dialog zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern seine schöpferische Lösung in der Hemisphäre
finden kann, wo die moderne Demokratie geboren wurde und wo die Zusammenarbeit
zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern, zwischen kleinen und großen,
eine seit langem bestehende Tradition ist.
Immer wieder haben in der Geschichte Ideologie und Macht die Länder in die
Versuchung geführt, sich einen einseitigen Vorteil zu verschaffen. Aber die
zwingende Lehre des nuklearen Zeitalters ist, daß die Politik der Machtproben
sich mit dem überleben der Menschheit nicht mehr vereinbaren läßt. Traditionelle Machtpolitik wird irrational, wenn der Krieg das zivilisierte Leben vernichten kann und wenn keine Seite einen entscheidenden strategischen Vorteil
erlangen kann.
Daher fällt den großen nuklearen Mächten eine besondere Verantwortung in
bezug auf Zurückhaltung und Einsicht zu.

Sie sind in der Lage, das volle Aus-

maß der Katastrophe zu ermessen, die die Menschheit vernichten könnte.

Sie

�Sie müssen aufpassen, daß sie, wenn sie ihre Rivalitäten mit den bisher üblichen Methoden austragen, nicht die Dispute weiter schüren.

Wenn sie ört-

liche Konflikte zum Gegenstand globalen Wettstreits machen, dann wird früher
oder später dieser Wettstreit außer Kontrolle geraten.
Die Vereinigten Staaten sind der Auffassung, daß die Zukunft der Menschheit eine Koexistenz mit der Sowjetunion erfordert.

Alte Schlagworte können

die Notwendigkeit konstruktiverer Beziehungen nicht verschleiern.

Wir werden

darauf bestehen, daß die Zurückhaltung auf Gegenseitigkeit beruht, nicht nur
in bilateralen Beziehungen, sondern überall auf der Welt.
tive Entspannung geben.
beibehalten.

Es kann keine selek-

Wir müssen unsere Verteidigung und unsere Wachsamkeit

Aber wir wissen, daß harte Worte nicht Stärke bedeuten, daß wir

den künftigen Generationen hoffnungsvollere Aussichten schuldig sind, als sie
ein hauchdünnes Gleichgewicht furchtbarer Streitkräfte bietet.
Frieden setzt ein Gleichgewicht strategischer Stärke voraus.
die Vereinigten Staaten aufrechterhalten.

Dies werden*

Aber die Vereinigten Staaten sind

überzeugt, daß das Ziel eines strategischen Gleichgewichts sich weit sicherer
durch Abkommen als durch ein Wettrüsten erreichen läßt.

Die Verhandlungen

über die Begrenzung der Rüstungen stehen daher im Mittelpunkt der amerikanischsowjetischen Beziehungen.
Es sind in der Vergangenheit Abkommen über die Begrenzung und Kontrolle
der nuklearen Waffen erreicht worden, wie sie in der Geschichte ohne Beispiel
sind. Gegenwärtig wird ein historischer Versuch unternommen, eine Höchstgrenze für die strategischen Arsenale beider Seiten festzulegen, die im Einklang
mit dem Abkommen von Wladiwostok steht. Und wenn dies erst einmal erreicht
ist, sind wir bereit, sofort einen Abbau des Standes der strategischen Rüstungen anzustreben.
Die Vereinigten Staaten begrüßen den kürzlichen Fortschritt, der bei der
weiteren Einschränkung der Kernwaffenversuche und bei der erstmaligen Festsetzung eines Verfahrens für friedliche Kernexplosionen erzielt worden ist.
Die beiden Verträge, die jetzt unterzeichnet worden sind und noch der Ratifi-

�Ratifizierung bedürfen, sollten die Grundlage für weiteren Fortschritt auf
diesem Gebiet bilden.
Zusammen mit mehreren unserer europäischen Verbündeten setzen wir die Bemühungen fort, eine ausgewogene Reduzierung der militärischen Streitkräfte zu
erreichen, die sich in Mitteleuropa gegenüberstehen. In gewisser Beziehung
sind dies die schwierigsten Verhandlungen über eine Rüstungsbegrenzung, die
je unternommen worden sind. Wir hoffen, daß durch geduldige Bemühungen, auf
Gegenseitigkeit beruhende Truppenkürzungen bald erreicht werden können, die
die Sicherheit aller beteiligten Länder noch verbessern.
Die Vereinigten Staaten bleiben weiterhin der Arbeit des Genfer Abrüstungsausschusses verpflichtet. Wir begrüßen den dort gemachten Fortschritt, jede
Veränderung der Umwelt für destruktive Zwecke zu ächten. Wir werden alle Ideen
ernsthaft prüfen, gleichgültig von wem sie kommen, die die Rüstungslasten senken könnten. Wir werden unsere eigenen Initiativen vorantreiben, nicht aus
Propagandagründen oder wegen einseitiger Vorteile, sondern um Frieden und Sicherheit für alle zu fördern.
Aber Koexistenz und Verhandlungen über die Kontrolle der Rüstungen finden
nicht in einem Vakuum statt. Wir sind beunruhigt über die weitere Anhäufung
von Waffen und die jüngsten Fälle militärischer Interventionen zur Beeinflussung der Entscheidungen bei lokal begrenzten Konflikten in weit entfernten Erdteilen. Wir haben unverhüllte Versuche erlebt, die diplomatischen Absichten
zu entstellen und den hoffnungsvollen Fortschritt in Richtung auf eine friedliche Lösung schwieriger Fragen zu verhindern. Solche Bemühungen verstärken
nur die Spannungen; sie lassen sich nicht mit einer Politik zur Verbesserung
der Beziehungen vereinbaren. Wenn Koexistenz etwas mehr als ein unsicherer
Waffenstillstand sein soll, müssen beide sich darüber klar sein, daß Ideologie
und Machtpolitik im Gegensatz zu den Realitäten des nuklearen Zeitalters stehen
und daß ein Streben nach einseitigen Vorteilen nicht akzeptiert werden kann.
In
- 7 -

�In den letzten Jahren haben die neuen Beziehungen zwischen den Vereinigten
Staaten und der Volksrepublik China große Bedeutung für die weltweite Sicherheit erlangt.
Wir kamen zusammen aus der Notwendigkeit und dem beiderseitigen Glauben
heraus, daß die Welt frei von militärischer Erpressung und dem Streben nach Hegemonie bleiben soll. Wir haben einen neuen Weg beschritten - durch weitreichende Konsultationen, bilateralen Austausch, die Eröffnung von Büros in unseren
beiden Hauptstädten und Beschleunigung der Schritte zur Normalisierung.

Und wir

haben daraus für uns beide Vorteile gezogen - wir haben ein klareres Verständnis
für das Streben unserer Völker gewonnen, bessere Aussichten auf ein internationales Gleichgewicht erreicht, die Spannungen in Asien abgebaut und die Möglichkeiten für gleichlaufende Schritte bei globalen Fragen verbessert.
Diese Elemente bilden die Grundlage für wachsende und dauerhafte Beziehungen, die auf einem objektiven gemeinsamen Interesse fußen. Die Vereinigten
Staaten haben sich verpflichtet, die Bindungen zwischen uns zu stärken und
auf dem Wege zur Normalisierung unserer Beziehungen in strikter Übereinstimmung mit den Prinzipien des Kommuniques von Schanghai fortzufahren. Im Zuge dieses
Prozesses muß jede Seite Zurückhaltung zeigen sowie die Interessen und Überzeugungen des anderen respektieren. Wir werden uns der chinesischen Interessen
bei allen internationalen Fragen bewußt bleiben und werden unser äußerstes tun,
um sie zu berücksichtigen. Wenn jedoch diese Beziehungen sich verstärken sollen, dann muß es ein ähnliches Verständnis für unsere Ansichten und Belange
geben.
Auf dieser Grundlage wird die progressive Entwicklung unserer Beziehungen
zum volkreichsten Land der Welt ein entscheidendes Element der Außenpolitik der
Vereinigten Staaten sein.
Die Welt ist heute Zeuge kontinuierlicher regionaler Krisen.
ihnen könnte in einen größeren Konflikt ausufern.

Jede von

Jede verlangt unsere sorg-

samsten Bemühungen um Aussöhnung und Zusammenarbeit.

Die Vereinigten Staaten

haben eine aktive Rolle bei der Suche nach Frieden in zahlreichen Gebieten cje_i
- 8 -

�gespielt - im südlichen Afrika, im Nahen Osten, in Korea und auf Zypern - und
werden diese Rolle auch weiterhin spielen.
Rassische Ungerechtigkeit sowie die widerwillige Aufgabe kolonialer Macht
haben das südliche Afrika zu einem bitteren Test der Hoffnungen der Welt auf
Frieden und Gerechtigkeit unter der Charta der Vereinten Nationen werden lassen.
Eine große Zahl von Stimmen ist hier in diesem Saal gehört worden, die warnend
darauf hinwiesen, daß - wenn wir nicht schnell Lösungen für die Krisen in
Namibia und Rhodesien fänden - dieser Teil der Welt zu einem unheilvollen Kampffeld mit Konsequenzen für jeden Teil der Welt werden könnte.
Ich war auf Ersuchen von Präsident Ford soeben in Afrika, um festzustellen,
was wir tun können, um den Völkern jenes Kontinentes bei der Verwirklichung ihres Strebens nach Freiheit und Gerechtigkeit zu helfen.
Es besteht gegenwärtig eine Chance, von dem Rand des Abgrundes zurückzuweichen. Ich bin der Ansicht, daß Afrika jetzt vor dem Preis steht, um den es
solange gerungen hat, nämlich vor der Möglichkeit für die Afrikaner, sich eine
Zukunft des Friedens, der Gerechtigkeit, der rassischen Harmonie und des Fortschrittes zu schaffen.
Die Vereinten Nationen haben sich seit ihrer Gründung mit der NamibiaFrage befaßt. 30 Jahre lang war dieses Gebiet ein Prüfstein für die Fähigkeit
dieser Institution, ihre Entscheidung in die Praxis umzusetzen.
In den vergangenen Monaten waren die Vereinigten Staaten mit Nachdruck
bemüht, den betroffenen Parteien dabei zu helfen, den Prozeß in Richtung auf
die Unabhängigkeit Namibias zu beschleunigen.

Die Vereinigten Staaten sprechen

sich für folgendes aus: Die Unabhängigkeit Namibias innerhalb eines festgelegten kurzfristigen Zeitraums; die Einberufung einer verfassungsgebenden Konferenz an einem neutralen Ort unter der Ägide der Vereinten Nationen und die
Beteiligung aller authentischen nationalen Kräfte, einschließlich insbesondere
auch der Swapo, an dieser Konferenz.
Fortschritte erzielt worden.

Bei der Erreichung all dieser Ziele sind

Wir werden unsere Anstrengungen darauf richten,
- 9 -

�richten, die noch vorhandenen Hindernisse zu beseitigen und eine Konferenz
zustandezubringen, die dann mit gutem Willen und Klugheit einen Plan für den
neuen Staat Namibia und seine Beziehungen zu den Nachbarn ausarbeiten kann.
Wir unterstreichen hiermit unsere anhaltende Sorge um die Unabhängigkeit von
Namibia, damit es schließlich zu einem stolzen Erfolg dieser Organisation und
einem Symbol der internationalen Zusammenarbeit werden kann.
Vor noch nicht einer Woche kündigten die rhodesischen Behörden an, daß sie
bereit seien, mit den nationalistischen Führern von Simbabwe zusammenzutreffen,
um eine Übergangsregierung zu bilden, die innerhalb von zwei Jahren eine Mehrheitsregierung zustande bringen soll.

Mit ihrer Forderung nach unmittelbaren

Verhandlungen haben die afrikanischen Präsidenten gezeigt, daß sie bereit sind,
diese Gelegenheit für eine Regelung zu ergreifen, und indem die britische Regierung ihre Bereitschaft zur Einberufung einer Konferenz kund tat, hat sie ihr
großes Verantwortungsbewußtsein und ihre Sorge um eine schnelle und gerechte
Unabhängigkeit Rhodesiens gezeigt.
Es ist unvermeidlich, daß nach 10 Jahren der Auseinandersetzungen der Argwohn tief wurzelt.. Viele Hindernisse müssen noch überwunden werden. Großmut
zu zeigen, ist niemals leicht, und schon gar nicht nach einer Generation der
Bitterkeit und des rassischen Konfliktes. Aber wir dürfen nicht aus den Augen
verlieren, was schon erreicht worden ist: Die Verpflichtung für eine Mehrheitsregierung innerhalb von zwei Jahren, die Verpflichtung, unverzüglich eine Übergangsregierung mit einer afrikanischen Mehrheit im Kabinett und einem afrikanischen Ministerpräsidenten zu bilden, die Bereitschaft, hierauf eine verfassungsgebende Konferenz folgen zu lassen, die den rechtlichen Rahmen eines unabhängigen Simbabwe definiert.
Die Vereinigten Staaten haben in Zusammenarbeit mit anderen Ländern wesentliche Anstrengungen geleistet, und wir werden auch in Zukunft unser äusserstes tun, um den hoffnungsvollen Prozeß, der nun möglich ist, zu unterstützen. Aber es sind die Menschen in Afrika, die ihre Zukunft gestalten müssen.
Die Bevölkerung Rhodesiens und die Nachbarstaaten stehen jetzt vor einer außerordentlich großen Herausforderung. Ihre Fähigkeit, zusammenzuarbeiten, und
- 10 -

�und ihre Fähigkeit, sich zu vereinigen, wird in den kommenden Monaten wie
niemals zuvor auf die Probe gestellt.
Es mag einige Länder geben, die eine Chance darin sehen, aus der Anfachung der Flammen des Krieges und des Rassenhasses Vorteile zu ziehen.

Was

sie dazu veranlaßt, ist jedoch nicht die Sorge um die Völker Afrikas oder um
den Frieden.

Sollten sie Erfolg haben, dann könnten damit Möglichkeiten zu-

nichte gemacht werden, die vielleicht nie wiederkehren.
In Südafrika selbst nimmt das Tempo der Veränderungen zu. Das System der
Apartheid - oder welchen Namen es immer tragen mag - verneint unsere gemeinsame
Humanität und ist ein Stachel für das Gewissen der Menschheit. Veränderungen
sind unvermeidlich. Die führenden Politiker Südafrikas haben eine kluge Haltung bei der Herbeiführung einer friedlichen Lösung in Rhodesien an den Tag
gelegt. Die Weitgemeinschaft nimmt dies zur Kenntnis und fordert, während es
noch Zeit ist, dieselbe Klugheit, um eine Rassengerechtigkeit nach Südafrika
zu bringen.
Was die Vereinigten Staaten anbetrifft, so sind wir davon überzeugt, daß
unseren Werten und Interessen am besten gedient wird durch ein Afrika, das sich
um die Gestaltung seines eigenen Geschickes frei von äußeren Interventionen bemüht. Deshalb werden wir keine Gruppierungen unterstützen, weder in Rhodesien
noch anderswo. Wir werden auch nicht versuchen, irgendwo Lösungen aufzuzwingen
Es liegt bei den Afrikanern, über die Führung und die Zukunft eines unabhängigen Simbabwe wie auch für den Rest von Afrika zu entscheiden. Die Vereinigten
Staaten werden sich an deren Entscheidung halten. Wir fordern alle anderen
nichtafrikanischen Staaten auf, dies ebenfalls zu tun.
Die Vereinigten Staaten wollen keine Sonderposition und auch keine Einflußsphäre.

Wir respektieren die afrikanische Einheit.

Die Rivalität und die

Einmischung nichtafrikanischer Mächte würden dem schwer gewonnenen Kampf um Unabhängigkeit von fremder Herrschaft Hohn sprechen.

Dies würde unvermeidlich

zu Widerstand führen und eine direkte Bedrohung der fundamentalsten Grund- 11-

�Grundsätze, auf denen sich die Vereinten Nationen begründen, darstellen.
Jede Nation, die die Charta unterzeichnet hat, ist verpflichtet, den Nationen Afrikas, deren Völker so viel Leid ertragen mußten, endlich die Erfüllung ihrer Träume von Unabhängigkeit, Frieden, Einheit und Menschenwürde zu
gestatten und zwar auf deren eigene Weise und nach eigenen Entscheidungen.
Seit ihrer Gründung sind die Vereinten Nationen in den chronischen Nahost-Konflikt hineingezogen worden.

Jeder sich daraus ergebende Krieg hat grös-

sere Bedrohungen mit sich gebracht und die vergrößerte Gefahr einer Konfrontation der Großmächte sowie immer ernstere weltweite wirtschaftliche Verzerrungen.
Auf Ersuchen der betroffenen Parteien haben sich die Vereinigten Staaten
aktiv in die Suche nach Frieden im Nahen Osten eingeschaltet.

Seit dem Krieg

des Jahres 1973 hat das staatsmännische Verhalten aller Seiten zu bisher einzigartigen Schritten auf dem Wege zur Lösung dieses bitteren Konfliktes geführt.
Es gibt Abkommen, die die Kriegsgefahr verringern, und es wurden beiderseitige
Verpflichtungen eingegangen, um den Verhandlungsprozeß mit Dringlichkeit
weiterzuführen, bis ein endgültiger Friede erreicht worden ist.

Als Ergebnis

hiervon sind wir dem Ziel des Friedens näher gekommen als zu irgend einem anderen Zeitpunkt seit einer Generation.
Die Rolle der Vereinten Nationen war von entscheidender Bedeutung. Die
Genfer Konferenz trat im Jahre 1973 unter ihrer Ägide zusammen,und die Verwirklichung entsprechender Abkommen ist in den einzelnen Arbeitsgruppen behandelt
worden. Die Resolutionen des Sicherheitsrates bilden den einzigen vereinbarten
Verhandlungsrahmen. Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen, die Beobachtergruppen sowie die Waffensti11 Standsüberwachungskommission tragen gegenwärtig
dazu bei, daß der Frieden an den Waffenstillstands!inien bewahrt bleibt. Ich
möchte den Generalsekretär sowie seine Mitarbeiter in New York, Genf und im
Nahen Osten selbst zu ihrer energischen Unterstützung des Friedensprozesses in
kritischen Augenblicken beglückwünschen.
Die
- 12 -

�Die Vereinigten Staaten bleiben ihrer Verpflichtung treu, den betroffenen
Parteien bei der Erreichung einer Lösung zu helfen.

Die schrittweisen Ver-

handlungen der letzten drei Jahre haben uns an einen Punkt gebracht, wo umfassende Lösungen möglich erscheinen.

Wir stehen jetzt vor der Entscheidung,

wie die nächste Phase von Verhandlungen in Gang gebracht werden kann.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, sich an einer baldigen Wiederaufnahme
der Arbeit der Genfer Konferenz zu beteiligen. Wir sind der Ansicht, daß eine
vorbereitende Konferenz für eine Erörterung der Struktur künftiger Verhandlungen
nützlich sein könnte, aber wir sind anderen Vorschlägen stets offen. Die zu
treffenden Schritte müssen sorgfältig vorbereitet werden, damit - nachdem der
Prozeß einmal in Gang gesetzt worden ist - die betroffenen Länder stetig auf
dem Wege zu einem Abkommen vorankommen.
Die bereits gelegten Grundlagen stellen eine historische Chance dar.

Die

Vereinigten Staaten werden alles in ihren Kräften stehende tun, um sicherzustellen, daß zu dem Zeitpunkt, da diese Vollversammlung im nächsten Jahr wieder
zusammentritt, es möglich sein wird, über weitere bedeutsame Fortschritte in
Richtung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu berichten.
Seit die Vollversammlung zum letzten Mal hier zusammentraf, hat die Bevölkerung im Libanon unsägliches Leid befallen. Die Vereinigten Staaten unterstützen mit Nachdruck die Souveränität, Einheit und territoriale Integrität
dieses geplagten Landes. Wir sind gegen eine Teilung. Wir hoffen, daß die
libanesischen Angelegenheiten schon bald wieder in die Hände des libanesischen
Volkes gelegt werden. Alle Mitglieder der Vereinten Nationen und alle sich im
Konflikt befindlichen Parteien im Libanon haben die Verpflichtung, die Bemühung
des neuen libanesischen Präsidenten um Wiederherstellung des Friedens und den
Einsatz aller Energien für den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen. Und die
Sonderorganisationen der Vereinten Nationen können bei diesem Wiederaufbaubemühen eine wichtige Rolle spielen.
Die
- 13 -

�Die Konfrontation zwischen Nord- und Südkorea stellt weiterhin eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Stabilität dar.
wichtigen Interessen von Weltmächten berühren sich in Korea.

Die lebens-

Ein Konflikt

dort bedeutet unvermeidlicherweise die Drohung eines größeren Krieges.
Wir und zahlreiche andere UN-Mitglieder begrüßen die Tatsache, daß in
diesem Herbst eine von Streit bestimmte und sterile Debatte über Korea vermieden werden wird.

Lassen Sie uns diese Möglichkeit also dazu benutz n, das

zentrale Problem anzugehen, wie das koreanische Volk selbst über seine Zukunft
bestimmen und sein letztliches Ziel einer friedlichen Wiedervereinigung ohne
eine Erneuerung des bewaffneten Konfliktes erreichen kann.
Unsere eigenen Ansichten über das Koreaproblem sind wohlbekannt.

Wir

haben uns für die Wiederaufnahme eines ernsthaften Dialoges zwischen Nordund Südkorea ausgesprochen.

Wir haben erweiterte Verhandlungen zur Förderung

der Sicherheit und zum Abbau der Spannungen gefordert.

Wir sind bereit, das

Kommando der Vereinten Nationen auflösen zu lassen, solange das Waffenstillstandsabkommen - das die einzige existierende legale Vorkehrung ist, durch
die die betroffenen Parteien zur Wahrung des Friedens verpflichtet werden entweder gewahrt oder durch dauerhaftere Abmachungen ersetzt wird.

Wir sind

bereit, unsere Beziehungen zu Nordkorea zu verbessern, vorausgesetzt, daß
seine Verbündeten ebenfalls bereit sind, ähnliche Schritte gegenüber der Republik Korea zu machen.

Wir sind bereit, mit Nordkorea über die Zukunft der

Halbinsel zu sprechen; wir werden dies jedoch nicht ohne die Beteiligung der
Republik Korea tun. .
Im Herbst letzten Jahres haben die Vereinigten Staaten eine Konferenz vorgeschlagen, die alle am direktesten betroffenen Parteien - Nord- und Südkorea,
die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China - einschließen sollte und
auf der Möglichkeiten einer Anpassung des Waffensti11 Standsabkommens an die
neuen Verhältnisse sowie dessen Ersatz durch permanentere Abmachungen erörtert
werden sollten.

Am 22. Juli habe ich unsere Bereitschaft erklärt, unverzüglich

mit diesen Parteien zusammenzutreffen, um den angemessenen Rahmen für eine solche Konferenz zu erörtern.

Diese Bereitschaft bekräftige ich heute.
Sollte
- 14 -

�Sollte sich eine solche Konferenz zu diesem Augenblick als unpraktikabel
erweisen, so würden die Vereinigten Staaten ein phasenweises Vorgehen unterstützen. Vorbereitende Gespräche zwischen Nord- und Südkorea, einschließlich
einer Diskussion über den Rahmen und Umfang der Konferenz, könnten sofort beginnen. In dieser Phase könnten die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik
China als Beobachter oder in einer beratenden Rolle fungieren. Sollten diese
Erörterungen zu konkreten Ergebnissen führen, dann könnten sich die Vereinigten
Staaten und China den Gesprächen offiziell anschließen. Dies wiederum könnte
den Rahmen für eine weitergefaßte Konferenz bilden, an der sich andere Länder
mit Vorkehrungen beteiligen könnten, die einen dauerhaften Frieden auf der
koreanischen Halbinsel garantieren.
Wir hoffen, daß Nordkorea und andere betroffene Parteien positiv auf dieses vorgeschlagene Verfahren reagieren oder einen konstruktiven Alternativvorschlag unterbreiten werden.
Die Weltgemeinschaft ist tief besorgt darüber, daß sich keinerlei Fortschritt in der Lösung des Zypernproblems zeigt.
Innenpolitischer Druck, nationalistische Zielsetzungen und internationale
Rivalität haben die betroffenen Parteien daran gehindert, auch nur die elementarsten Schritte in Richtung auf eine Lösung zu ergreifen. Bei den wenigen Gelegenheiten, da Vertreter der beiden zypriotischen Gemeinschaften zusammengetroffen sind, verfielen sie in Verfahrensstreitfragen, die zu nichts führten.
Das Verstreichen der Zeit hat nur dazu geführt, die innenpolitischen Schwierigkeiten zu komplizieren und die Möglichkeiten für eine konstruktive Aussöhnung
zu verringern. Die Gefahr eines Konfliktes zwischen Griechenland und der
Türkei hat sich auch auf andere Fragen ausgedehnt, wie wir dies kürzlich in
der Ägäis erlebt haben.
Alle Betroffenen müssen sich auf die Verpflichtung konzentrieren, die
alles überragenden Ziele zu erreichen, nämlich das Wohlergehen des leidenden
zypriotischen Volkes und den Frieden im östlichen Mittelmeer.
Eine
- 15 -

�Eine Lösung muß von den zypriotischen Gemeinschaften selbst kommen.

Sie

müssen entscheiden, wie die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Regierung
ihrer Insel wieder aufgebaut werden.

Sie müssen über das letztliche Verhält-

nis der beiden Gemeinschaften sowie über die territoriale Ausdehnung der beiden Bereiche entscheiden.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, dabei mitzuwirken, daß der Verhandlungsprozeß neue Schwungkraft erhält.

Wir sind der Ansicht, daß die Zustimmung

zu einer Reihe von Grundsätzen den Parteien helfen könnte, die Verhandlung wieder aufzunehmen.

Wir möchten hier einige Konzeptionen vorschlagen:

- eine Regelung sollte die Unabhängigkeit, die Souveränität und die territoriale Integrität Zyperns wahren;
- die gegenwärtigen Trennungslinien auf Zypern müssen neu geregelt werden,
um das zur Zeit von der türkischen Seite kontrollierte Gebiet zu verringern;
- die territoriale Regelung sollte die wirtschaftlichen Erfordernisse und

.

die humanitären Belange der beiden zypriotischen Gemeinschaften berücksichtigen,
einschließlich der Not derjenigen, die Flüchtlinge bleiben;
- eine verfassungsmäßige Regelung sollte Bedingungen schaffen, unter denen
die beiden zypriotischen Gemeinschaften in Freiheit leben können und eine größere
Stimme in ihren eigenen Angelegenheiten haben; und
- es sollten Sicherheitsvorkehrungen vereinbart werden, die den Abzug ausländischer Streitkräfte außer denen, die sich dort im Rahmen internationaler
Abmachungen befinden, gestatten.
Ich habe dieses Vorgehen mit dem Generalsekretär und mit verschiedenen
westlichen Staatsmännern besprochen. In den vor uns liegenden Tagen werden die
Vereinigten Staaten auf dieser Grundlage mit allen interessierten Parteien Konsultationen pflegen. Inzwischen fordern wir den Generalsekretär auf, seine
entschlossenen Bemühungen fortzusetzen.
Wirtschaftliche
_ 16 -

�Wirtschaftliche Entwicklung und Fortschritt
Die wirtschaftliche Teilung unseres Planeten in eine nördliche und eine
südliche Hemisphäre sowie die Teilung in Industrie- und in Entwicklungsländer
ist eine der dominierenden Fragen unserer Zeit.

Unsere gegenseitige Abhängig-

keit um der Prosperität willen ist eine Realität, kein Slogan.

Das sollte uns

veranlassen, unser Bestes zu tun, um gemeinsam Fortschritte zu erzielen.

Wir

müssen uns dem Streben verpflichten, den Traum der Menschheit von einem besseren Leben noch in unseren Lebzeiten der Verwirklichung näher zu bringen.
Es gibt viele Gründe,warum die Zusammenarbeit nicht viel weiter gediehen
ist:
- Die industriellen Demokratien waren manchmal eher dazu bereit, von der
Aufgabe der Entwicklung zu reden, als ihre Reden mit den tatsächlichen Ressourcen in Einklang zu bringen.
Die Erdölförderlander verfügen über große Reichtümer, und manche von ihnen
tragen großzügig zur internationalen Entwicklung bei.

Ihre Gesamtleistung - was

die Aufgabe angeht, jenen Reichtum positiven Verwendungszwecken zuzuführen bleibt gemessen an deren Größe aber unzureichend.
- Die Länder mit nicht-marktorientierten Volkswirtschaften sind stets zu
verbalen Angriffen bereit, ihre Leistungen aber stehen in einem umgekehrten Verhältnis zu ihren Reden.
minimal.

Ihr echter Beitrag zur Entwicklungshilfe war bisher

Im vergangenen Jahr zum Beispiel haben die nicht-marktorientierten

Länder nur etwa 4 Prozent der staatlichen Hilfe aufgebracht, die den Entwicklungsländern zugeflossen sind.
- Die Entwicklungsländer fühlen sich angesichts Armut, Analphabetentums
und Seuchen verständlicherweise frustriert und sind unzufrieden. Sie haben
aber allzu oft Forderungen nach Veränderungen erhoben, die ebenso sehr auf Konfrontation abzielen, wie sie unrealistisch sind. Sie sprechen manchmal von
einer neuen Wirtschaftsordnung, als ob Wachstum ein Schnell- und Allheilmittel
- 17 -

�Allheilmittel wäre und als ob es dazu nur einer richtigen Neuverteilung der
Schätze der Erde bedürfe - in der Form von Kräfteproben statt in der eines
Prozesses der Selbsthilfe über Generationen hinweg.

Im Endeffekt verlieren

sie mit solchen taktischen Manövern mehr als sie gewinnen, weil sie auf diese
Weise die Sympathien der Allgemeinheit in den industriellen Demokratien verlieren, die im Hinblick auf die Bereitstellung der Ressourcen und den Zugang
zu deren Märkten - für die es anderswo keinen Ersatz gibt und die für
ihre Entwicklung dringend benötigt werden - wichtig sind.
Die Zielsetzungen der Entwicklungsländer sind klar:

Ein rascher An-

stieg des Einkommens ihrer Bevölkerung; eine größere Rolle bei internationalen
Entscheidungen, die sie berühren; und fairer Zugang zu den wirtschaftlichen
Chancen der Welt.
Die Zielsetzungen der Industrienationen sind ebenso klar:

Ein leistungs-

fähiges und offenes System des Welthandels und der internationalen Investitionen; eine Ausweitung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Produktion sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel; die zuverlässige
und gerechte Entwicklung der Ressourcen der Welt an Nahrungsmitteln, Energie
und Rohstoffen; und eine Weltwirtschaft, in der die Prosperität so universell
verbreitet ist, wie Einbildungskraft und Energie uns dies gestatten.
Diese Ziele ergänzen sich gegenseitig, ja sie müssen sich sogar ergänzen,
da keine von beiden Seiten ihre Ziele auf Kosten der Gegenseite zu erreichen
vermag. Sie lassen sich nur in Zusammenarbeit verwirklichen.
Wir haben in diesem Jahr auf der siebten Sondersitzung dieser Vollversammlung gemeinsam einen wichtigen Schritt nach vorne unternommen, und wir
haben seither die Entwicklung in vielen Bereichen weiter vorangetrieben:
- Wir haben Schritte unternommen, die wirtschaftliche Sicherheit der Entwicklungsländer vor den Folgen zyklischer Finanzkatastrophen zu bewahren.

Die

neuerlich erweiterten kompensatorischen Finanzfazilitäten des Internationalen
Währungsfonds haben allein in diesem Jahr den Entwicklungsländern über zwei
- 18 -

�zwei Milliarden Dollar zugewandt.
- Ein Treuhänderfonds des Internationalen Währungsfonds, der aus Goldverkäufen finanziert wird, wurde zugunsten der Länder mit geringem Einkommen
eingerichtet.
- Die erneute Aufstockung der Einlagen der Weltbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Asiatischen Entwicklungsbank wird weitere
Mittel für Entwicklungszwecke bereitstellen helfen.
- Die weltweite Nahrungsmittelhilfe wurde weiter ausgedehnt. Wir haben
uns verpflichtet, die Weltnahrungsmittel Versorgung zu erweitern. Mit einem
Beitrag der Vereinigten Staaten in Höhe von 200 Millionen Dollar haben wir den
Internationalen Fonds für Agrarentwicklung so weit gefördert, daß er bald seine
Tätigkeit aufnehmen kann.
- Die wichtigsten Industriestaaten haben Vorkehrungen getroffen, um die
Handelschancen

der Länder der Dritten Welt zu verbessern.

Wir haben uns

feierlich verpflichtet, die Liberalisierung des Welthandels im Rahmen der
Tokio-Runde gegenseitiger Handelsverhandlungen bis nächstes Jahr zum Abschluß
zu bringen.

Die Vereinigten Staaten haben ein System allgemeiner Präferenzen

eingerichtet, das allein im Jahre 1975 Exporte aus Entwicklungsländern nach
den Vereinigten Staaten im Umfang mehrerer Milliarden Dollar bewirkt hat.
Die Vereinigten Staaten führen diesen Prozeß insofern fort, als sie auf
der vierten Ministerkonferenz der Vereinten Nationen über Fragen des Handels
und der Entwicklung (UNCTAD) im Mai 1976 eine Reihe neuer Vorschläge machten.
Wir schlugen einen umfassenden Plan zur Verbesserung der Kapazität der Entwicklungsländer vor, geeignete technologische Methoden für ihre Entwicklung auszuwählen und diese anzupassen, zu verbessern und anzuwenden.

Wir verpflichteten

uns, unsere Hilfe in qualitativer Hinsicht zu verbessern, und schlugen gleichzeitig vor, daß ein größerer Prozentsatz der Hilfe an die armen Länder in
Form von nicht-rückzahlbaren Zuwendungen und frei von der Einkaufsverpflich- 19 -

�Einkaufsverpflichtung im Geberland gewährt werden solle. Wir erklärten uns
mit ernsthaften Bemühungen einverstanden, die Märkte von 18 grundlegend wichtigen Rohstoffen zu verbessern.
Diese Maßnahmen, die wir in der Zeit seit unserer letzten hiesigen Zusammenkunft vor einem Jahr unternommen haben, werden den Völkern der Erde
helfen, die gegenwärtig größte Anstrengung

machen, die Ketten der Armut ab-

zuschütteln. Wir helfen nicht mit Reden und Versprechungen, sondern auf praktische und konkrete Art und Weise.
Es bleibt noch viel zu tun übrig:
Erstens, die Anwendung der Erkenntnisse der Naturwissenschaften und der
Technologie ist der eigentliche Ausgangspunkt eines jeden Entwicklungsprozesses.
Die Vereinigten Staaten haben deshalb im Bewußtsein ihrer Pionierrolle auf dem
Gebiet der Technologie drei Grundprinzipien aufgestellt, für die wir Geld und
Talente aufzubieter. willens sind:
- um Kräfte auszubilden, die die künftige Technologie der Entwicklungsländer feststellen, auswählen und handhaben können;
- um beim Aufbau nationaler und internationaler Institutionen zu helfen,
die fähig sind, heimische Technologien zu entwickeln und ausländische Konstruktionen und Erfindungen den heimischen Erfordernissen anzupassen; und
- um den privatwirtschaftlichen Sektor anzuspornen, einen größtmöglichen
Beitrag zur Entwicklung und zur Weitergabe des technologischen Fortschritts
zu leisten.
Um diese Zielsetzungen erreichen zu können, laden wir heute zu einer Weltkonferenz über Fragen der Wissenschaft und Technologie für Entwicklungszwecke
(World Conference on Science and Technology for Development) ein, die 1979
hier in meinem Lande zusammentreten soll.

In Vorbereitung auf jene Konferenz

haben wir im Bereich Naturwissenschaften tätige Vertreter der Industrie, der
- 20 -

�der Hochschulen und der Berufsverbände aus allen Teilen der Vereinigten Staaten
für November 1976 nach Washington eingeladen.

Sie werden dort wichtige Initia-

tiven überprüfen, die mein Land ergreifen kann, um die technologische Basis für
die Entwicklung zu erweitern; und sie werden sich ferner bemühen, neue Methoden
zu entwickeln.
Zweitens, die Ministertagung der Konferenz über Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit (Conference on International Economic Cooperation) in
Paris sollte neue Impulse erhalten.

Wir machen diesbezüglich mehrere neue Vor-

schläge:
- Wir werden bemüht sein, jenen Nationen zu helfen, die sich einem ernsten
Schuldenberg gegenübersehen. Für akute Fälle werden wir Richtlinien für die
Führung von Schuldenverhandlungen vorschlagen. Für Länder, die sich langfristigen Problemen gegenübersehen, werden wir eine systematische Überprüfung
möglicher Abhilfemaßnahmen vorschlagen, zu denen auch eine Verstärkung der Hilfe gehört.
- Wir werden neue Vorstellungen für eine erweiterte Zusammenarbeit auf
dem Energiesektor unterbreiten, darunter Regeln und Verfahren für den Informationsaustausch unter Energieproduzenten und -Verbrauchern sowie den erweiterten Transfer energiebezogener Technologien auf energiearme Entwicklungsländer.
Drittens, die industrialisierten Demokratien waren nur allzu bereit, auf
Forderungen von Entwicklungsländern zu warten, statt eigene Vorschläge zu
machen.

Nunmehr aber sind die OECD-Länder auf Anregung der Vereinigten Staaten

übereingekommen, die langfristige

Entwicklungsplanung zu überprüfen und eine

einheitliche und umfassendere Haltung zur Frage des weltweiten Wachstums und
der universellen wirtschaftlichen Gerechtigkeit zu entwickeln.
Viertens, Naturkatastrophen fordern Jahr für Jahr tausende von Opfern und
verursachen Verluste in Höhe von Milliarden Dollar.

Sie treffen größtenteils

jene, die sich solche Opfer am wenigsten leisten können: die ärmsten Länder der
Erde.

Die hieraus resultierende Belastung wird durch eine große Reihe von
- 21 -

�von weltweiten Problemen zusätzlich erschwert: die Übervölkerung, den Nahrungsmittelmangel, Umweltschäden und die wirtschaftliche Unterentwicklung.
Die Vereinten Nationen haben die einmalige Fähigkeit, sich diesen globalen
Nöten zuzuwenden und auf diese Weise die Position des Menschen im Ringen gegen
die Natur zu verbessern.

Wir fordern diese Körperschaft auf, sich an die

Spitze der Bemühungen um die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zu
stellen, um Naturkatastrophen zu verhüten und ihre Folgen zu mildern.
Unser Traum geht dahin, daß alle Kinder dieser Erde in Hoffnung und mit
größeren Entwicklungschancen aufwachsen können.

Keine Nation kann dieses Ziel

für sich allein erreichen; und keine Gruppe von Völkern kann es über Konfrontationen erreichen.

Gemeinsam aber haben wir echte Aussichten auf große Fort-

schritte - und das noch im Laufe dieser Generation.
Wechselseitige Abhängigkeit und Gemeinsamkeit
Es ist eine Ironie unserer Zeit, daß ein Zeitalter ideologischer und
nationalistischer Rivalitäten gleichzeitig Raum für eine große Zahl von Herausforderungen bietet, denen kein Volk für sich allein entgegenzutreten vermag:
- Die Weiterverbreitung der Möglichkeit des Kernwaffenbaus fügt der Gefahr
politischer Konflikte regionalen und weltweiten Ausmaßes eine neue Dimension
hinzu;
- während uns die Technologie Zugang zu den Weltmeeren erleichtert, bedrohen uns im Widerstreit befindliche nationale Forderungen oder Interessen
mit Chaos;
- der Erfindungsreichtum des Menschen brachte ein neues entsetzliches
Instrument des Terrors hervor, das unschuldige Opfer auf allen Kontinenten
fordert; und
- die
- 22 -

�- die Menschen-

und die Bürgerrechte werden weitgehend mißbraucht und

bilden deshalb heute eine allenthalben akzeptierte Sorge der Weltgemeinschaft.
Lassen Sie mich die Haltung der Vereinigten Staaten zu diesen Fragen darlegen:
Die wachsende Gefahr der Weiterverbreitung von Kernwaffen gibt Anlaß zu
ernsten Fragen bezüglich der Fähigkeit des Menschen, seinen eigenen Fortbestand zu gewährleisten.
Wir haben drei gefährliche Jahrzehnte durchlebt, in denen die Katastrophe
eines Kernwaffenkrieges trotz strategischer Rivalitäten unter relativ wenigen
Nationen vermieden werden konnte.
Nunmehr aber sehen wir uns vor eine völlig neue Situation gestellt. Viele
Nationen haben das Potential, Kernwaffen zu bauen.

Wenn sie dieses Potential

voll und ganz ausschöpfen sollten, könnten Drohungen mit dem Einsatz von Kernwaffen im Verein mit sich gegenseitig verstärkenden Mißverständnissen zu einem
ständig wiederkehrenden Charakteristikum lokaler Konflikte in allen Teilen der
Erde werden.

Es bestünde dann die steigende Gefahr von Zwischenfällen, Er-

pressungsversuchen, Diebstahl und nuklearem Terrorismus.
Sofern sich die derzeitigen Entwicklungstendenzen nicht rasch ändern,
wird die Wahrscheinlichkeit der Vernichtung durch Kernwaffen in den künftigen
Jahren stetig wachsen.
Wir müssen uns erst einmal um die Wurzeln des Problems kümmern:
- Seit der Energiekrise von 1973 und der drastischen Anhebung der ölpreise
erblicken sowohl die Industrie- als auch die Entwicklungsländer in der Nuklearenergie ein Mittel zur Senkung der Strompreise und zur Verminderung der Abhängigkeit von Einfuhröl.
- In
- 23 -

�- In einem Zeitalter des wachsenden Nationalismus sehen manche den Erwerb und die Nutzung der Kernenergie als Symbol eines gesteigerten nationalen
Prestiges an.

Und es ist klar, daß manche Nationen angesichts der Beherrschung

der friedlichen Technologie auch den Wunsch empfinden können, sich für die Zukunft die Option zum Erwerb von Kernwaffen offen zu halten.
Erwirbt ein Land das Potential zur Schaffung von Kernwaffenkapazitäten,
muß es die Folgen seines Handelns tragen:

Es löst damit zwangsläufig kompen-

satorische Maßnahmen seitens seiner Nachbarn und damit eine weitere Proliferation aus und beschleunigt auf diese Weise einen Prozeß, der letztlich seine
eigene Sicherheit untergräbt.

Es ist wenig einfallsreich, nukleare Anlagen,

die offenkundig massiver militärischer Zerstörungen fähig sind, als "friedlich"
ausgeben zu wollen.

Die Errichtung von Kernreaktoren und von Brennstoffaufbe-

reitungskapazitäten, vor allem bei Fehlen offensichtlicher wirtschaftlicher Notwendigkeiten und in Verbindung mit ehrgeizigen und mehrdeutigen politischen
und militärischen Motiven,droht eine Profileration von Kernwaffen und alle
damit einhergehenden Gefahren heraufzubeschwören.
Die Zeitfrage spielt hier eine wichtige Rolle.

Auf keinem Gebiet von

internationalem Belang hängt die Zukunft dieses Planeten so unmittelbar von
dem ab, was die derzeitige Generation tut - oder zu tun verabsäumt.

Wir

müssen deshalb an drei Fronten zugleich vorangehen:
Erstens müssen wir die internationalen Sicherheitsvorkehrungen verstärken
und für deren strenge Einhaltung sorgen. Die Belieferung mit Kernmaterialien,
die für zivile Kernenergieprogramme benötigt werden, und deren Verwendung müssen sorgfältigen Kontrollen unterstellt werden, damit sie nicht umgangen
werden können.
Die Lieferstaaten von Kernmaterialien müssen sich selbst größte Zurückhaltung auferlegen und dürfen es nicht zulassen, daß die Versuchung in Gestalt
kommerzieller Vorteile gegenüber den Risiken der Proliferation die Oberhand
gewinnt.

Die physische Sicherheit von Kernmaterialien - ob im Gebrauch, auf_
- 24 -

�auf Vorratslager oder im Transfer - muß verbessert werden.

Die Internatio-

nale Atomenergiebehörde (IAEA) muß die volle Unterstützung aller Länder in
dem Bemühen erhalten, diese Sicherheitsvorkehrungen wirksam, verläßlich und
universal anwendbar zu machen.

Jedes Land, das gegen die Sicherheitsvorschrif-

ten der IAEA verstößt, muß unmittelbarer und drastischer Strafen gewärtig sein.
Zweitens, die Befolgung der Sicherheitsvorschriften, wiewohl von größter
Wichtigkeit, bietet keinen sicheren Schutz vor künftigen Proliferationen. Wir
müssen in unseren Bemühungen fortfahren, internationale Vorkehrungen gegen den
Erwerb oder die Weitergabe von Aufbereitungsanlagen zu treffen, die Plutonium
getrennt darzustellen vermögen, und auch von Anreicherungsanlagen, die stark
angereichertes Uran zu erzeugen geeignet sind - weil beide für den Bau von
Kernwaffen verwendet werden können.
Drittens müssen wir anerkennen, daß einer der Hauptanreize für das Streben
nach dem Besitz waffenfähiger Aufbereitungs- und Anreicherungstechnologien die
Angst ist, daß entscheidende nicht-waffenfähige Materialien, insbesondere reaktorverwendungsfähige Uranbrennstoffe, nicht garantiert jederzeit verfügbar
sein werden.

Länder, die ihr internationales Verantwortungsbewußtsein durch

Annahme wirksamer Beschränkungen unter Beweis stellen, haben ein Recht, eine
verläßliche Belieferung mit friedlichen Kernreaktoren und den zugehörigen nichtwaffenfähigen Brennstoffen zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen zu erwarten.
Die Vereinigten Staaten sind als einer der Hauptlieferanten dieser Dinge bereit, in dieser Hinsicht verantwortungsbewußt zu verfahren.
In naher Zukunft wird Präsident Ford ein umfassendes Programm für ein
internationales Vorgehen im Hinblick auf die Nicht-Proliferation verkünden,
das die weltweite Forderung nach einer garantierten Versorgung mit Kernmaterialien mit den weltweiten Erfordernissen nuklearer Kontrollen in Einklang
bringen soll.

Wir nehmen zu der Problematik der Proliferation auch weiterhin

eine Haltung ein, die auf der Anerkennung der Verantwortlichkeit basiert, die
wir und die anderen Nuklearmächte tragen - sowohl hinsichtlich der Begrenzung
unserer eigenen Waffenarsenale als auch hinsichtlich der Gewähr, daß die Segnungen der friedlichen Nutzung der Kernenergie allen Ländern innerhalb eines
- 25 -

�eines gemeinsamen Rahmens wirksamer internationaler Sicherheitsvorkehrungen
zugute kommen.

Auf diese Art und Weise kann das Atom einmal mehr als ein Se-

gen und nicht als Bedrohung für die Menschheit angesehen werden.
Eine weitere Frage von umfassenden weltweiten Konsequenzen ist das Seerecht.

Die Verhandlungen,die gerade erst in New York vertagt worden sind,

stellen ein

vielschichtiges und ehrgeiziges diplomatisches Unterfangen dar

- eines der wichtigsten der gesamten Geschichte.

Man braucht nur zu überle-

gen, um was es hier geht:
- Die Menschheit versucht eine internationale Regelung zu treffen, die
nahezu dreiviertel der Erdoberfläche angeht.
- Rund 150 Länder nehmen an diesem Unterfangen teil, die die unterschiedlichsten nationalen Perspektiven, Ideologien und praktischen Sorgen der Länder
dieser Erde vertreten.
von betroffen:

Ein umfassender Bereich von Lebensinteressen ist hier-"

die wirtschaftliche Entwicklung, die militärische Sicherheit,

die Freiheit der Meere, entscheidend wichtige und im Schwinden begriffene Nah-"
rungsmittelquellen, die anfällige Ökologie der Meere, die Meeresforschung und
ein ungeheures Potential

an Mineral schätzen.

- Die Weltgemeinschaft ist bemüht, wichtige neue internationale juristische Prinzipien aufzustellen: die Ausweitung der vor langer Zeit festgesetzten Hoheitsgewässer, die Schaffung völlig neu konzipierter, 200 Meilen
breiter Wirtschaftszonen und die Anerkennung des Tiefseebettes als "gemeinsames
Erbe der Menschheit".
Wir sind in diesen Verhandlungen in den letzten Jahren ein außerordentliches Stück vorangekommen - nicht zuletzt dank des Geschicks und der Hingabebereitschaft des hervorragenden Präsidenten dieser Versammlung.

Es besteht

bereits Übereinstimmung hinsichtlich gewisser Schlüsselkonzeptionen: Ausweitung
der Hoheitsgewässer auf 12 Meilen; ungehinderte Durchfahrt über und unter
Wasser durch die Meerengen; eine 200 Meilen breite Wirtschaftszone und wichtige Kontrollen zur Verhütung von Verschmutzung.
- 26 -

Auf vielen Gebieten haben

�haben wir ideologische Debatten durch ernste Anstrengungen zu ersetzen vermocht, konkrete Lösungen zu treffen.

Und es herrscht wachsende Übereinstim-

mung darüber, daß die anstehenden Probleme auf der nächsten Sitzung gelöst
werden müssen.
Dennoch besteht kein Grund zur Selbstgefälligkeit.

Wichtige Fragen

stehen noch offen, die, sofern sie nicht geregelt werden, Anlaß dazu geben
könnten, den unter großen Mühen erzielten Fortschritt wieder zu verspielen.
Die Seerechtkonferenz muß sich erst noch auf den Ausgleich zwischen den Rechten des Küstenstaates und dem internationalen Recht innerhalb der Wirtschaftszone einigen; auf die Freiheit der wissenschaftlichen Meeresforschung; auf
einen Mechanismus zur Bereinigung von Streitfragen und, was noch entscheidender
ist, auf eine Regelung betreffend der Ausbeutung der Tiefseeböden.
Die Vereinigten Staaten haben wichtige Vorschläge zur Lösung der Frage
der Tiefseeböden gemacht. Wir haben dem Gedanken zugestimmt, die Tiefseeböden
als ein gemeinsames Erbe der gesamten Menschheit anzusehen.

Wir haben ein

duales System für die Ausbeutung der in den Tiefseeböden lagernden Mineralien
vorgeschlagen, demzufolge die Hälfte der Tiefsee-Lagerstätten einer internationalen Behörde zugesprochen werden soll, während die andere Hälfte von einzelnen
Ländern und deren Staatsangehörigen auf der Basis ihrer technischen Fähigkeiten
erschlossen werden könnte.

Wir haben das Angebot gestellt, Finanzierungsmög-

lichkeiten aufzuzeigen und die Technologie bereitzustellen, die notwendig ist,
einen internationalen Abbau in der Praxis zu verwirklichen.

Und im Licht der

vielen Unsicherheiten, die vor uns liegen, schlugen wir ferner vor, daß eine
Revision beispielsweise in 25 Jahren zulässig sein solle, um festzustellen,
ob

.ie Bestimmungen über den Abbau auf den Tiefseeböden in der Praxis gerecht

gehandhabt werden.
In Erwiderung hierauf haben einige Nationen sowohl ihre Forderungen als
auch die Streitbarkeit verstärkt, mit der sie diese vertreten.
Ich muß hier in aller Deutlichkeit erklären, daß es Grenzen gibt, über
die hinauszugehen keine amerikanische Administration je bereit oder fähig sein
- 27 -

�sein wird.

Sollte man Konzessionen erzwingen wollen, die jenseits dieser

Grenzen liegen, wird es zwangsläufig zu einseitigen Maßnahmen kommen.
die in voraussehbarer Zukunft keinerlei technologische

Länder,

Kapazitäten zum Ab-

bau von Mineralien auf dem Tiefseeboden besitzen werden, sollten nicht darauf
aus sein, jenen Nationen, die allein über solche Kapazitäten verfügen und
die aus freien Stücken angeboten haben, sich in diesen mit anderen zu teilen,
die Doktrin einer völligen Internationalisierung aufzuzwingen.

Die Vereinigten

Staaten haben ein Interesse an der progressiven Entwicklung des internationalen
Rechts,an einer stabilen Ordnung und an weltweiter Zusammenarbeit.

Wir sind

bereit, hierfür Opfer zu bringen - sie können aber nicht über die Grenzen dessen
hinausgehen, was recht und billig ist.
Deshalb sollten wir taktische Verzögerungsmaßnahmen und Pressionen aufgeben und stattdessen den Weg der Zusammenarbeit beschreiten.

Wenn wir den

Weitblick aufbringen, einen Vertrag zu schließen, der von der ganzen Menschheit als fair und gerecht empfunden wird, dann kommt unseren Bemühungen tiefe
Bedeutung zu: nicht nur für den Meereshaushalt, sondern auch für die Bemühungen
um den Aufbau einer friedlichen, kooperationsbereiten und prosperierenden
Völkergemeinschaft.

Die Vereinigten Staaten werden die Konferenzpause dazu

nutzen, ihre Position erneut zu überprüfen und rechtzeitig vor der nächsten
Sitzung auf politischer Ebene Fühlung mit anderen Nationen aufnehmen, um die
bestmöglichen Vorbedingungen für einen erfolgreichen Abschluß der Konferenz zu
schaffen.
Eine Generation, die vom Weltfrieden und vom wirtschaftlichen Fortschritt
träumt, wird geplagt durch eine neue brutale, feige und blindwütige Form der
Gewalt - durch den internationalen TerrOrismus. Kleine Gruppe von Menschen
haben die Normen des zivilisierten Verhaltens zurückgewiesen und in brutaler
Weise das Leben von schütz- und wehrlosen Männern, Frauen und Kindern genommen - von unschuldigen Opfern, in deren Macht es nicht stand, den Ablauf der
Ereignisse zu beeinflussen. In dem Jahr, seit ich zuletzt vor diesem Gremium
sprach, hat es elf Flugzeugentführungen, 19 Personenentführungen, 42 bewaffnete
Angriffe und 112 Bombenattentate gegeben, die durch internationale Terroristen
ausgeführt wurden, über 70 Menschen haben ihr Leben verloren und über 200
- 28 -

�200 wurden verletzt.
Es ist an der Zeit, daß diese Organisation der Welt erklärt, daß die
heimtückische Ermordung sowie der Mißbrauch unschuldiger Menschen nicht
durch die Berufung auf hehre Motive gerechtfertigt oder entschuldigt werden
kann.

Verbrecherische Maßnahmen gegen die Menschlichkeit, welches Ziel auch

immer dafür angegeben werden mag, können von keiner zivilisierten Nation entschuldigt werden.
Dieser Bedrohung durch den Terrorismus sollte mit Hilfe der kooperativen
Anstrengung aller Länder begegnet werden. Es müssen jetzt strengere Maßnahmen
ergriffen werden,um den Flugzeugentführern und den Terroristen eine sichere
Zuflucht zu verwehren. Zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich, um den Passagieren sowohl in den Durchgangs- wie in den Endflughäfen als auch während des
Fluges Schutz zu gewähren.
Die Vereinigten Staaten werden sich innerhalb der internationalen Zivilluftfahrtsorganisation (ICAO) bemühen, ihre gegenwärtige technische Unterstützung so auszuweiten, daß sie die Sicherheit der Flugzeuge und der Einrichtungen
am Endflughafen einschließen. Wir fordern die weltweite Verwirklichung der
Luftsicherheitsnormen, die die ICAO angenommen hat. Wir sind bereit, die Bemühungen anderer Regierungen um die Verwirklichung dieser Normen zu unterstüzen.
Die Vereinigten Staaten werden neue Initiativen unterstützen, die die
Sicherheit des Unschuldigen garantieren sollen. Der Vorschlag des hochverehrten Außenministers der Bundesrepublik Deutschland, Maßnahmen gegen die
Geiselnahme zu ergreifen, verdient die ernsthafteste und wohlwollendste Beachtung dieser Vollversammlung.
Die Vereinigten Staaten werden alles in ihrer Kraft stehende tun, um
in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Gremien in Zusammenarbeit mit anderen darauf hinzuwirken, daß der Geißel des Terrorismus ein Ende
gesetzt wird.

Aber wir haben auch die Verpflichtung, das Leben unserer Bürger
- 29 -

�Bürger zu schützen, wenn sie hier im Inland oder im Ausland reisen, und wir
beabsichtigen voll und ganz dieser Verpflichtung nachzukommen.

Wenn deshalb

multilaterale Anstrengungen durch diejenigen behindert werden, die ihre Zielsetzung ohne Rücksicht auf Leiden oder Tod verfolgen, werden die Vereinigten
Staaten im Rahmen ihrer eigenen legislativen Verfahren und in Obereinstimmung
mit anderen handeln, die willens sind, sich uns anzuschließen.
Der Terrorismus ist ein internationales Problem.

Es ist einfach undenk-

bar, daß eine Organisation der Nationen der Welt keine wirksamen Maßnahmen
dagegen treffen wird.
Der letzte Maßstab für all unser gemeinsames Tun, ist selbstverständlich
der Mensch selbst.

Unsere gemeinsamen Anstrengungen, um die Rechte des Men-

schen zu definieren, zu wahren und ihre Respektierung zu fördern, stellen somit eine letztliche Probe der internationalen Zusammenarbeit dar.
Wir Amerikaner sind uns im Jahr unseres 200jährigen Bestehens unserer
Traditionen bewußt und stolz auf sie. Unsere Gründerväter schrieben vor 200
Jahren von der Gleichheit und den unveräußerlichen Rechten aller Menschen.
Seither sind die Ideale der Freiheit und der Demokratie zu universellen und
unzerstörbaren Zielen der Menschheit geworden.
Aber die einfache Wahrheit - eine Wahrheit von tragischen Proportionen ist, daß die Menschenrechte in weitesten Teilen des Erdballs gefährdet sind.
Willkürliche Verhaftung, Verweigerung der fundamentalen Verfahrensrechte,
Sklavenarbeit, Unterdrückung der Religionsfreiheit, rassische Ungerechtigkeit,
politische Unterdrückung, Anwendung von Folter und Behinderungen der Kommunikation und des Ausdrucks - diese Mißbräuche sind nur allzu vorherrschend.
Die Leistungen des Systems der Vereinten Nationen beim Schutz der Menschenrechte haben bei weitem nicht das erbracht, was man im Blick hatte, als diese
Organisation gegründet wurde.
klar genug.

Die Prinzipien der weltweiten Deklaration sind

Aber ihre Heranziehung und Anwendung in den allgemeinen Debatten

dieses Gremiums sowie in den Foren der Menschenrechtskommission sind durch
- 30 -

�durch Heuchelei, DoppeTdeutigkeit und Diskriminierung beeinträchtigt worden.
Die flagrante und ständige Vorenthaltung der Menschenrechte ist in dem einen
Land oder dem einen sozialen System nicht weniger abscheulich als in einem
anderen.

Auch ist sie nicht akzeptabler, wenn sie unter den Mitgliedern der-

selben Rasse praktiziert wird, als wenn die eine Rasse sie einer anderen zufügt.
Die internationale Völkergemeinschaft hat eine einzigartige Aufgabe.
Die Anwendung der Prinzipien und Normen der weltweiten Menschenrechtserklärung sollte gerechten und fähigen internationalen Gremien übertragen werden.
Aber lassen Sie uns gleichzeitig sicherstellen, daß diese Gremien nicht zu
Plattformen werden, von denen aus Nationen, die die schlimmsten Missetäter
sind, heuchlerische Urteile über die angeblichen Fehler anderer abgeben.
Lassen Sie uns gemeinsam nach praktischen Methoden suchen:
- um auf den in früheren Vollversammlungen und von der Menschenrechtskommission gelegten Grundlagen aufzubauen, damit die verabscheuungswürdige
Praxis offiziell sanktionierter Folterungen eingeschränkt wird;
- um die Annahme von Verfahren zum Schutz der Rechte von Inhaftierten
zu fördern, wie den Zugang zu Gerichtshöfen, Rechtsbeistände und den Besuch
von Familienangehörigen, eine eventuelle sofortige Freilassung oder ein gerechtes öffentliches Verfahren;
- um die Arbeitsverfahren internationaler,mit den Menschenrechten befaßter Gremien zu fördern, damit sie in fairer und wirksamer Weise Anwendung
finden;
- um die Fähigkeit der Vereinten Nationen zu stärken, sich mit den tragischen Problemen der immer größer werdenden Zahl der Flüchtlinge zu befassen,
denen die Menschenrechte durch Kriege und Konflikte in fast jedem Kontinent
genommen worden sind.
Die
- 31 -

�Die Vereinigten Staaten bekräftigen ihre energische Unterstützung dieser
Bemühungen.

Schlußbemerkung:
Herr Präsident, Herr Generalsekretär, hochverehrte Delegierte:
Die Herausforderung an das staatsmännische Verhalten dieser Generation
besteht darin, von der Bewältigung von Krisen zum Aufbau einer stabileren und
gerechteren internationalen Ordnung vorzudringen - einer Ordnung, die sich
nicht auf die Macht, sondern auf die Zurückhaltung von Macht stützt, nicht auf
die Stärke von Waffen, sondern auf die Stärke des menschlichen Geistes.
Globale Kräfte des Wandels formen jetzt unsere Zukunft. Es bieten sich
zwei Wege für das Zustandekommen einer Ordnung: entweder sie wird durch die
Starken und Rücksichtslosen aufgezwungen oder aber durch den klugen und weitblickenden Einsatz internationaler Institutionen herbeigeführt, durch die
die Sphäre der gemeinsamen Interessen vergrößert und der Gemeinschaftssinn gefördert werden.
Es ist einfach und verlockend, rücksichtslos auf nationale Vorteile zu
drängen. Es ist unendlich viel schwieriger, in Anerkennung und Respektierung
der Rechte anderer zu handeln.
Im Laufe der Geschichte ist die Größe von Menschen und Nationen in Zeiten
aktiver Gefahr an deren Taten gemessen worden.
die bewältigt werden müßte.

Heute gibt es keine Einzelkrise,

Stattdessen gibt es eine ständige Herausforderung

von beunruhigender Komplexität: die Notwendigkeit, eine universelle Gemeinschaft
zu schaffen, die sich auf Zusammenarbeit, Frieden und Gerechtigkeit stützt.
Wenn wir schwanken, dann werden zukünftige Generationen für unser Ver-

- 32 -

�Versagen den Preis zahlen müssen.

Wenn wir jedoch Erfolg haben, dann haben

wir uns den Hoffnungen der Menschheit würdig erwiesen.
Ich bin überzeugt, daß wir Erfolg haben können.
Und es ist hier, in der Vollversammlung der Nationen, wo wir beginnen
sollten.

- 33 -

�4 a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und
Technik

T e I e x : 08 - 8 54 32

18/1976

ANTARKTISFORSCHUNG 1976/77
Schwerpunktprogramme der USA: Ross-Eisschelf und Trockentäler

- (AD) - Einen Vorstoß in die ewige Nacht des Ross-Meeres unter der
420 m mächtigen Schelfeisdecke will eine internationale Wissenschaftlergruppe
während der Forschungssaison 1976/77 in der Antarktis unternehmen.

Wie die

amerikanische Nationale Wissenschaftsstiftung (NSF) bekanntgab, sollen unter
der Leitung von Prof. John W. Clough (Geophysiker an der Universität Nebraska)
das Schelfeis durchbohrt, meereskundliche Untersuchungen in verschiedenen
Wasserschichten des darunter liegenden 250 m tiefen Ross-Meeres vorgenommen
sowie Bohrproben aus dem Meeresboden geholt werden.
Aus den Bohrkernen von der Oberfläche bis zum Grund des Eispanzers über
dem Rossmeer, der mit 516 000 qkm Ausdehnung ungefähr der Größe Spaniens entspricht, hoffen die Wissenschaftler das Alter des Eises bestimmen sowie seine
Geschichte rekonstruieren zu können. Man möchte z.B. wissen, welche Gase und
Asche- bzw. Staubteilchen es als Einschlüsse enthält, wie dick die einzelnen
Schichten sind, worin sie sich voneinander unterscheiden. Dies wiederum läßt
zahlreiche Rückschlüsse auf Klimaveränderungen, geophysikalische und geologische
Prozesse in der jüngeren Geschichte, d.h. in den letzten paar Millionen Jahren
nicht nur in der Region der Antarktis, sondern auch auf der ganzen Erde zu.
Parallel

�Parallel zum Projekt RISP (Ross Ice Shelf Project) läuft ein Teil des
1973 begonnenen Projektes RIGGS (Ross Ice Shelf Geological and Glaciological
Survey) weiter, mit dem vor allem die Schelfeisdicke in dem Dreieck zwischen
Marie Byrd-Land, Transantarktik-Gebirge und dem freien Rossmeer, die Tiefe des
Wassers unter dem Schelfeis und die Tonographie des Meeresbeckens bestimmt
wurden.

Ziel der Untersuchungen war u.a., Anhaltspunkte für die Perioden und

Größenordnungen

der Zunahme und Verringerung der gesamten Eismasse der Ant-

arktis zu uekommen.

Die Kenntnis des "Verhaltens" der Antarktis-Eisdecke ist

deshalb wichtig, weil davon das Klima und die Höhe des Meeresspiegels auf der
ganzen Erde beeinflußt werden.

Eine Anzahl von Wissenschaftlern vertritt die

Meinung, daß sich das Antarktiseis in einer Abbauphase befinde.
Einer der wesentlichen Punkte des RISP-Programms sind jedoch biologische
Untersuchungen. Denn es wäre durchaus denkbar, daß selbst in dem kalten Wasser
unter dem Schelfeis, zu dem seit Jahrmillionen kein Lichtstrahl vordringen
konnte, Lebewesen existieren. Sie aufzufinden wäre von besonderem wissenschaftlichen Interesse, da bei ihnen ja biologische Prozesse im Spiel sein müßten,
die in ewiger und völliger Dunkelheit ablaufen. "Vielleicht entdecken wir auch
bisher unbekannte Wechselwirkungen zwischen Organismen", meint Dr. Clough. In
der Isolation könnten sich Lebensformen entwickelt haben, bei denen beispielsweise für den Prozeß der Photosynthese Licht benutzt wird, das Leuchtbakterien
oder andere, mit Leuchtorganen ausgestattete Lebewesen abgeben. "Es gibt kaum
einen Bereich in der irdischen Biosphäre", so Dr. Clough, "der sich in bezug
auf Isolation und Eigenart mit dem Ross-Eisschelf messen kann - nicht einmal
Tiefseegräben oder unterirdische Höhlen."
Man will herausfinden, inwieweit und in welcher Weise Wechselwirkungen
zwischen biologischer Aktivität unter dem Schelfeis mit biologischer Aktivität
in den freien Regionen des angrenzenden Ross-Meeres und Pazifischen Ozeans bestehen.
Die RISP-Forschergruppe wird außerdem zu klären versuchen, ob und inwieweit durch Untersuchungen am Schelfeis selbst, an den darunter liegenden
- 2 -

�liegenden Wassermassen und den pflanzlichen und tierischen Populationen Umfang und Wirkungsweisen der weltweiten Umweltverschmutzung besser zu erkennen
und zu verstehen sind.

Vom Wasser unter dem Ross-Eisschelf werden Temperatur-

und Tiefenprofile sowie die chemischen Merkmale der einzelnen Wasserschichten
bestimmt.

Auch die Strömungsverhältnisse unter dem Eis werden untersucht,

ebenso Dicke und Art der Ablagerungen am Meeresboden.

Letztere können u.a.

Aufschluß über geologische Strukturen in dieser Region der Erde geben.
An der RISP-Station, die jetzt nach dreijähriger Vorbereitung ca. 780 km
südöstlich der großen US-Forschungsbasis McMurdo eingerichtet wird, sollen
drei Bohrungen im Eis niedergebracht werden. Die erste dringt bis in 300 m
Tiefe vor. Das Eis wird schichtweise geschmolzen, das Alter des Schmelzwassers
und der freigesetzten Gase durch Radioisotope bestimmt. Dann wird das Schmelzwasser zur Oberfläche gepumpt, um feste Einschlüsse auszufiltern und zu analysieren.
Durch die zweite Bohrung gewinnt man Bohrkerne von 5 und 7,5 cm Durchmesser von der Oberfläche bis zum Grund des 420 m dicken Eispanzers. Die Eisproben gehen nach einer ersten Untersuchung auf Aussehen und einige physikalische Merkmale in Kühlbehältern an die Staatsuniversität New York, von wo aus
sie an Forschungsinstitute für detaillierte Analysen weiterversandt werden.
Die dritte Bohrung (Durchmesser 30 cm) öffnet den Wissenschaftlern den Zugang
zum Wasser unter dem Ross-Eisschelf und zum Meeresboden, aus dem man Bohrkerne
bis zu 30 m Tiefe zu gewinnen hofft.
Für das Vorhaben wurden Spezialbohrausrüstungen entwickelt.

Die Bohrungen

laufen Tag und Nacht unter einem Schutzbau, damit Stürme, Kälte und Schnee nicht
zu einer Unterbrechung der Arbeit zwingen können.

Für die Wissenschaftler sind

feste Quartiere errichtet. Mit Hilfe eines Wärmeaustausches wird das 30-cmBohrloch offengehalten, um den Zugang zum Wasser unter der 420 m dicken Eisdecke zu sichern.
Wenn alles nach Plan verläuft, wird am 14. Dezember eine UnterwasserFernsehkamera hinabgelassen, um zum ersten Mal die Unterseite des Eises und
- 3 -

�und den Meeresboden zu inspizieren.

Die zwei Objektive der Kamera ermöglichen

Aufnahmen nach unten und nach der Seite.
Wasser ca. 9 m betragen.

Die Sichtweite wird bei klarem

Mit Netzen, Fallen und mit Ködern besetzten Leinen

hofft man, Lebensformen in dieser geheimnisvollen Welt unter dem Eis auf die
Spur zu kommen.

Einige der Wissenschaftler werden vier Monate an der RISP-

Station ausharren.

Nach einer achtmonatigen Winterpause sollen die Unter-

suchungen 1977/78 fortgesetzt werden.
Angesichts der Bedeutung des RISP-Projekts (eines von 85 Projekten im
diesjährigen Antarktis-Forschungsprogramm der Vereinigten Staaten) haben bereits während der Planungsphase Wissenschaftler anderer Länder großes Interesse daran bekundet.

Jetzt nehmen neben Amerikanern Forscher aus Australien,

der Bundesrepublik Deutschland, Dänemark, England, Japan, Neuseeland, Norwegen,
der Sowjetunion und der Schweiz daran teil.

Eis- und schneefreie Trockentäler
Was die sogenannten Trockentäler im südlichen Victoria-Land, einem Teil
des Transantarktik-Gebirges nahe der US-Station an der McMurdo-Bucht, eisund schneefrei hält, ist noch nicht geklärt. Die Analysen der Bohrkerne, die
amerikanische Forscher im Verlauf der letzten vier Jahre gemeinsam mit Kollegen
aus Japan und Neuseeland aus dem Boden geholt haben,sind erst jetzt voll angelaufen. Die Ergebnisse werden Mitte 1978 anläßlich eines Seminars in Japan
bekanntgegeben. In der diesjährigen Forschungssaison werden die Bohrlöcher
benutzt, um den Wärmefluß im Boden und die Ausbreitungsgeschwindigkeit seismischer Wellen zu studieren.
Eine weitere amerikanische Forschergruppe von der Universität Nebraska
hat bereits damit begonnen, vulkanisches Gestein im Gebiet der Trockentäler
kartographisch zu erfassen, seine Herkunft zu bestimmen und die Radioaktivität
der Gesteine im Hinblick auf Uran- und Thoriumvorkommen zu messen. Geologen
des Geologischen Bundesamtes der USA befassen sich damit, die sogenannte Dufek-

�Dufek-Intrusion zu bestimmen.

Dabei handelt es sich um Intrusivgestein

aus dem Schmelzfluß von ausgequollenem und erstarrtem Magma, aus dem die
Nordhälfte des Pensocola-Gebirges (am Südende des Ronne-Eisschelfs am
Weddell-Meer) besteht und das sich unter den Eismassen angrenzender Gebiete
fortsetzt.

Die Geologen sind daran interessiert, Anhaltspunkte für die Vor-

gänge zu bekommen, die zur Einlagerung der Intrusivmassen in das Erdkrustengestein führten.
Auf den Gebieten Meteorologie, Atmosphären- und Weltraumforschung, Biologie und Meeresforschung werden z.T. bereits früher begonnene Projekte weitergeführt. Ein Forschungsinstitut aus Reno (Nevada) entsendet eine Gruppe von
vier Wissenschaftlern zur Palmer-Station auf der den Orkney-Inseln gegenüberliegenden Antarktischen Halbinsel, wo eine Wetter-Radarstation installiert
wird. Sie arbeitet mit 3 cm-Wellen, so daß beispielsweise Schnee- und Eiskristalle in der Luft und See-Eis beobachtet werden können.
Die Halbinsel gilt als eine Region mit starken Wechselwirkungen zwischen
großen Gebieten offenen Wassers und kalten, darüberstreichenden Luftmassen,
die sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Das Projekt ist Teil des Versuchs, ein
weltweites meteorologisches Beoabachtungsnetz zu schaffen, bei dem auch Methoden der Fernerkundung eingesetzt werden. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist jedoch die Entwicklung zuverlässiger Verfahren für die Datengewinnung
und die Koordinierung sämtlicher Beobachtungsprogramme. Die Anwendung eines
solchen Programms hätte nicht nur für die Beobachtung der Eisbewegungen in den
Meeren um die Antarktis, sondern auch für kurzfristige Wettervorhersagen und
möglicherweise auch langfristige Klima-Voraussagen Bedeutung. Später wird
die Arbeit dieser Radarstation auf die Beobachtung von Zugvögeln ausgedehnt.

+ + + + +

- 5 -

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und
Technik

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

18/1976

"ENTERPRISE" - DEBÜT DES US-RAUMTRANSPORTERS

- (AD) - Die amerikanische Öffentlichkeit hatte zum ersten Mal Gelegenheit, das erste Orbiter-Gerä't des Raumtransporters
Werksgelände der "Rockwell International Space

zu besichtigen.

Auf dem

Divison" in Palmdale (Kalifor-

nien) wurde der in schwarz, grau und weiß gehaltene Flugkörper am 17. September
1976 aus der Halle gerollt.

In Anwesenheit von NASA-Chef Dr. James C. Fletcher,

Mitgliedern des US-Kongresses und prominenten Vertretern von Industrie und
Wirtschaft wurde das Raumschiff auf den Namen "ENTERPRISE" getauft.
Es ist das Modell Nr. 101, mit dem die ersten Testserien und Probeflüge
durchgeführt werden.
ten.

Erst das zweite Gerät wird in eine Erdumlaufbahn eintre-

Es soll im Jahr 1980 das bei ERNO in Bremen unter Beteiligung von 10 euro-

päischen Ländern gebaute Raumlabor ("SPACELAB") in einen niedrigen Erdorbit
bringen.

Dieses Unternehmen wird eine Ära einleiten, in der Projekte der be-

mannten Raumfahrt zur Routinesache werden und der Erfüllung zahlreicher wissenschaftlicher und industriell-technischer Aufgaben dienen.
Das Raumschiff ENTERPRISE startet senkrecht mit zwei riesigen Feststoffraketen, die nach dem Brennschluß abgeworfen und zur Wiederverwendung geborgen
werden.

Die drei eigenen, mit flüssigem Treibstoff arbeitenden Haupttriebwerke

des Orbiter beschleunigen das Gerät weiter, bis es Kreisbahngeschwindigkeit er- l -

�erreicht und in den Erdorbit in ca. 185 km Höhe eintreten kann. Auch der 50 m
lange Flüssigtreibstoff-Tank wird abgeworfen.

Der flugzeugähnliche Orbiter

kann mit vier Mann Besatzung und zwei bis vier Wissenschaftler-Passagieren bis
zu 30 Tagen in der Umlaufbahn bleiben.
ENTERPRISE ist mit 37,19 m Länge etwa so groß wie eine DC-9. Sie ist
mit Delta-Tragflächen ausgerüstet, deren Spannweite im Heckbereich 23,8 m beträgt.

Bei der Rückkehr zur Erde vermag sich der Orbiter in der allerletzten

Phase des Durchgangs durch die Atmosphäre wie ein antriebsloses Flugzeug der
Landebahn zu nähern.

Er kann mehrfach wiederverwendet werden, was gegenüber

allen bisherigen bemannten Raumfahrtunternehmen - noch dazu im Hinblick auf die
hohe Nutzlastkapazität von ca. 27 Tonnen - erhebliche Kosteneinsparungen bedeutet.
Die systematische "Vereinfachung" und Arbeitsteilung bei den Flugaufgaben war eine Voraussetzung dafür, daß beispielsweise europäische Wissenschaft-"
ler an solchen Flügen teilnehmen und im SPACELAB, einer 18 m langen, mehrfach
unterteilten Druckzelle, eigene Forschungsprojekte durchführen können.

Die

beiden Hauptsegmente der ENTERPRISE sind der doppelstöckige Kabinenteil und der
sich anschließende 365 cbm große Nutzlastraum, der sowohl für die Aufnahme des
SPACELAB als auch für andere Nutzlasten, z.B. offene Instrumenten-Arrangements,
während der Operationen im Erdorbit, verwendbar ist. Dadurch ist es möglich,
Satelliten zu transportieren, die im Weltraum abgesetzt oder eingeholt werden
sollen, Reparatur- und Montagegerät für die Wartung von Erdsatelliten mitzunehmen und große Forschungsapparaturen außerhalb der Druckzeilen in Betrieb zu
halten.
Im Oberdeck des Cockpits (Rauminhalt: 71,7 cbm) befinden sich die Steuerungs- und Überwachungsinstrumente für die Bordsysteme, im Unterdeck die Aufenthalts-, Schlaf- und Arbeitsräume für Besatzung und Wissenschaftler-Passagiere.

Letztere werden sich vor allem mit Aufgaben aus den Gebieten Astronomie,

Astrophysik, Sonnenforschung, Biologie und Medizin, Werkstofftechnik und Fernerkundung der Erde befassen.
Die

�Die NASA hat inzwischen Wissenschaftler in aller Welt aufgefordert, Vorschläge zu Experimenten für spätere Orbiter-Missionen einzureichen.

Im Ge-

gensatz zum ersten Einsatz wird dann keine Druckkabine benutzt, sondern die
Instrumente sind auf Paletten montiert und dem Weltraumvakuum direkt ausgesetzt.

Sie werden vom Cockpit aus kontrolliert und ferngesteuert.

Die kana-

dische Regierung läßt bereits ein Manipulatorsystem bauen, mit dem Ausrüstungen
und Transportgüter bewegt oder versetzt werden können.
Die Erprobung des jetzt vorgestellten Modells 101 der ENTERPRISE soll im
Januar 1977 beginnen. Im April unternimmt der Orbiter (unbemannt) den ersten
Huckepack-Flug auf einer Boing 747. Nach 15 solcher Testflüge, die bis Ende
Juni 1977 abgeschlossen sein sollen, gehen erstmals Astronauten an Bord, um
weitere Huckepack-Flüge im Cockpit des Orbiters zu absolvieren. Für Juli 1977
ist der erste freie Flug geplant - d.h., die ENTERPRISE wird in 8400 m Höhe nahe
der Landebahn von der Boing 747 gelöst, macht eine U-Kehre und führt das Landemanöver selbständig durch.
Der erste Start in den Weltraum ist mit Modell Nr. 2 für März 1979 vorgesehen.

Nach

sechs weiteren Testflügen des Orbiters wird der Raumtransporter

1980 einsatzbereit sein.

Die ersten Piloten kommen aus dem Team der AP0LL0-

Astronauten (im Johnson-Raumflugzentrum in Houston, Texas, sind derzeit noch 28
Astronauten stationiert); die NASA hat jedoch inzwischen mit der Auswahl von
15 weiteren Piloten sowie von 15 Nutzlast-Spezialisten begonnen.

Interessenten

- auch Frauen sind zugelassen - können ihre Bewerbungen bis zum 30. Juni 1977
einreichen.

+ + + + +

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8045">
              <text>06.10.1976</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8046">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8047">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="21172">
              <text>Amerikadienst 06.10.1976</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="21173">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede von Außenminister Kissinger am 30. September 1976 vor der UN-Vollversammlung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Antarktisforschung 1976/77&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Schwerpunktprogramme der USA: Ross-Eisschelf und Trockentäler&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"ENTERPRISE" - Debüt des US-Raumtransporters</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
