<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1537" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1537?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:56:26+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1548">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/f026e79637f920e6d3adde1c7930d461.pdf</src>
      <authentication>20d9aa88b4c51a55dcc9b77ec6f0f5ea</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8012">
                  <text>amerika dienst
U n i t e d
53
Tel:

States

Bonn-Bad

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Information
und
Dokumentation

Telex:08-85432

Nummer 8

1 2 . Mai 1976

Inhalt

DOKUMENTATION:

Kissinger umreißt Programm zur Lösung der Nord-Südprobleme
-Rede des US-Außenministers auf der Welthandelskonferenz am 6.Mai 1976-

INF0RMATI0N:
Mit Energie sparsamer wirtschaften
-US-Energiebehörde ERDA fordert Maßnahmen für rationelleren VerbrauchInternationale Verpackungs-Fachmesse in USA

HINTERGRUNDMATERIAL:
UN-Konferenz "Habitat"

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Dokumentation

Postfach 300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

8/1976

KISSINGER UMREISST PROGRAMM ZUR LÖSUNG DER NORD-SÜDPROBLEME
- Rede des US-Außenministers auf der Welthandelskonferenz am 6. Mai 1976 -

NAIROBI --(AD)-- Der amerikanische Außenminister Henry A. Kissinger hat am
6. Mai vor der Welthandelskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) in einer
wirtschaftspolitischen Grundsatzerklärung ein umfassendes Programm zur Lösung
der Nord-Südprobleme entwickelt. Der wohl wichtigste der amerikanischen Vorschläge sieht die Errichtung einer Internationalen Ressourcenbank (IRB) vor,
die mit einem Stammkapital von einer Milliarde Dollar ausgestattet und die
Förderung gesunder Ressourcenprojekte in den Entwicklungsländern zu für diese
tragbaren Bedingungen übernehmen soll. Die Rede des amerikanischen Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Herr Generalsekretär, hochverehrte Delegierte, meine
Damen und Herren:
Wir sind hier zusammengekommen, um eines der wichtigsten Unterfangen in
der Geschichte voranzutreiben - es handelt sich um die Anstrengungen unabhängiger Länder zur Förderung der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung und
zur Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen auf der Erde. Unser Ziel
ist kein Geringeres, als ein System internationaler Zusammenarbeit zu gestalten, das von Bestand ist und allen Völkern Frieden und Wohlstand, gleiche
Möglichkeiten und Würde verheißt.
Die
- 1 -

�Die Menschen haben sich ^

nach Frieden und e i n e r g e r e c h t e n Weltord.

nung gesehnt. In unserer Zeit sind diese beiden miteinander verflochtenen
Ziele zu einer realistischen Möglichkeit geworden. Ihre Verwirklichung fordert
von uns, daß wir Aufgaben bewältigen, deren Umfang das Vermögen einzelner
Länder übersteigt, deren Komplexität die Schlagworte und Lösungen der Vergangenheit Lügen straft und deren Tempo das der traditionellen Diplomatie
in den Schatten stellt.
Wir alle müssen uns mit dem zwingenden Gebot einer weltweiten Stabilität
befassen wie auch mit der Aufgabe, Konflikte beizulegen, Spannungen abzubauen
und dem Aufflackern eines neuen Imperialismus, neuer Unterdrückungen und
neuer Gefahren entgegenzutreten. Hier haben die Vereinigten Staaten gemeinsam
mit den übrigen Ländern eine schwere Verantwortung auf sich genommen.
Unsere positiven Bestrebungen gehen aber noch über das hinaus. Das amerikanische Volk ist ein humanes Volk. Wir wissen, daß Stabilität nicht genug
ist; der Friede muß die Menschen einem besseren Leben näher bringen. In der
Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, dem Dokument, das unsere
nationale Existenz begründete, heißt es, daß "alle Menschen gleich geschaffen sind" und daß sie ein Recht auf "Leben, Freiheit und das Streben nach
Glück" haben. Diese Bestrebungen haben mich nach Nairobi geführt - um im Namen
von Präsident Ford und der amerikanischen Regierung diese große Sache, die wir
alle

gemeinsam verfolgen, zu fördern.
Im großen geschichtlichen Rahmen gesehen wird die Zukunft von Frieden und

Fortschritt möglicherweise ganz eindeutig dadurch bestimmt werden, wie wir
auf die Erfordernisse reagieren, die sich für uns durch unsere wirtschaftliche
Interdependenz zwingend ergeben. Dies ist die Aufgabe, deretwegen wir hier
zusammengekommen sind - die dringende Notwendigkeit, kooperative Lösungen für
die neuen globalen Probleme der Weltwirtschaft zu finden. Diese Fragen bestimmen die Thematik der sich entwickelnden Beziehungen zwischen Nord und
Süd, zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern.
- Es

�- Es handelt sich um Fragen wirtschaftlicher Natur - die Schaffung eines
wirksamen Systems für Handel, Währungsbeziehungen und Entwicklungshilfe und
um Maßnahmen, die sicherstellen, daß die Prosperität einiger Länder nicht auf
Kosten der übrigen geht.
- Es handelt sich um Fragen politischer Natur - wie die Länder sich zueinander verhalten und wie wir eine Weltordnung schaffen können, die dem Frieden dient.
- Es handelt sich um Fragen der Moral - die Erkenntnis, daß wirtschaftliche Macht nicht Recht schafft.
- Und es handelt sich um Fragen der Gerechtigkeit - die Einsicht, daß der
Wohlstand unserer Väter von einem internationalen System abhängig ist, das
für alle fair und offen ist.
Das moderne Zeitalter, unsere gemeinsame Moral und unsere ständigen Beteuerungen setzen die Achtung vor der Menschenwürde und die Entfaltung der
menschlichen Persönlichkeit voraus. Aber eine Welt, in der ungezählte Millionen weiter in Armut und Elend leben, würde diesen Forderungen Hohn sprechen.
Die Männer und Frauen wären tagtäglich vor die harte Notwendigkeit des bloßen
Überlebens gestellt; die ganze Kraft der Völker würde in Haß und Rivalität verbraucht werden. Wir müssen stattdessen eine Welt der Zusammenarbeit und immer
größerer Möglichkeiten für die Menschen errichten, die der grundlegenden Interdependenz unseres Schicksals Rechnung trägt.
Heute binden die immer schneller wirkenden Kräfte der Modernisierung
- technologische, wirtschaftliche, soziale und politische - die Völker der
Welt enger aneinander als jemals zuvor. Diese Kräfte können die Konflikte
verschärfen oder sie können uns noch nie dagewesene Möglichkeiten in die
Hand geben, um unsere gemeinsamen Ziele zu fördern. Alle Nationen sind Teil
eines weltweiten Wirtschaftssystems. Wenn dieses System blühen soll, dann
muß es auf der festen Grundlage von Sicherheit, Fairneß und gleichen Mög-

- 3 -

�Möglichkeiten für alle, die sich an ihm beteiligen wollen - für Reiche und
Arme, für Nord und Süd, für Verbraucher und Erzeuger - basieren. Es muß die
Interessen aller wahrnehmen, wenn es von allen unterstützt werden soll. Präsident Ford hat mich mit dem Auftrag hierher gesandt, konstruktive und kooperative Beziehungen zwischen den Industriestaaten und Entwicklungsländern für
den Rest dieses Jahrhunderts zu schaffen.
Die UNCTAD- Ministertagung ist die erste ihrer Art, die in Afrika abgehalten wird. Dies ist besonders deshalb angebracht, weil die Bedeutung Afrikas
in der Weltpolitik ständig zunimmt. Und die afrikanischen Länder haben ein
besonders großes Interesse an einer erfolgreichen Konferenz, die zu konkreten
Fortschritten führt. Kein Kontinent war anfälliger für die weltweite wirtschaftliche Instabilität. Kein Kontinent hat so schwer darunter zu leiden,
wenn es aufgrund mangelnder Niederschläge zu Mißernten kommt. Kein Kontinent
hat größere Belastungen zu ertragen, wenn die Rohstoffpreise starken Schwankungen unterliegen. Und kein Kontinent hat mehr zu gewinnen von der organisierten Zusammenarbeit aller Länder, die den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt fördern und sicherstellen soll, daß die Entwicklungsländer bei den
wirtschaftlichen Planungen der Welt eine größere Rolle spielen.
i

Afrika ist ein Kontinent stolzer Traditionen und junger Nationen, wachsender Erwartungen und steigender Entschlossenheit angesichts einer wahrhaft
monumentalen Herausforderung. Hier kann - und in der Tat muß - gezeigt werden, daß Menschen aller Rassen und Hautfarben in Frieden mit gleichen Rechten
und unter gegenseitiger Achtung zusammen leben und zu Wohlstand gelangen können.
......

,

In den letzten beiden Wochen hatte ich die Ehre, Gast Afrikas sein und
mich der ungewöhnlich großzügigen Gastfreundschaft seiner Völker und seiner
Staatsmänner erfreuen zu dürfen. Ich habe aus meinen Gesprächen mit den
afrikanischen Staatsmännern großen Nutzen gezogen und ich habe vieles über die
Sorgen und Hoffnungen der Völker Afrikas gelernt. Die Nationen dieses Kontinents können zuversichtlich sein, daß die Vereinigten Staaten bereit sind,mit

�mit ihnen in ihrem großen Kampf um Gerechtigkeit, wirtschaftlichen Fortschritt und Freiheit von ausländischer Intervention zusammenzuarbeiten.

Heute stehen wir alle in einem ganz besonderen Maße in der Schuld der
Republik Kenia und ihres in der ganzen Welt hochgeschätzten Führers, des Präsidenten Kenyatta, der diese herrliche Stadt als Konferenzort zur Verfügung gestellt hat. Die amerikanische Delegation ist nach Nairobi gekommen, um gemeinsam mit den Vertretern der anderen Nationen einen wichtigen Schritt vorwärts
in Richtung auf eine internationale Zusammenarbeit zu tun.

Wir treten in diese Konferenz in einem Augenblick großer Möglichkeiten
ein. Die Welt erholt sich gegenwärtig von einer schweren Rezession, mein eigenes Land vielleicht am raschesten. Die wachsende amerikanische Nachfrage nach
Erzeugnissen anderer Länder wird einen wesentlichen Beitrag zur Wiedererholung
überall auf der Welt leisten. Zahlreiche Hindernisse für ein stetiges Wirtschaftswachstum bestehen weiter; aber es gibt überzeugende Anzeichen dafür,
daß wir den schlimmsten Teil der Wirtschaftskrise Verstanden haben und daß
vor uns, wenn wir klug und energisch handeln, die Möglichkeit für eine neue
und lange Zeit des Wohlstandes liegt.

Daher ist dies vielleicht ein entscheidender Augenblick, der uns eine
kurze, aber ganz besondere Gelegenheit bietet, das internationale Wirtschaftssystem der Welt zu festigen und zu verbessern. Jetzt ist der Augenblick gekommen, um die Welt von den zersetzenden Zyklen von Hochkonjunktur und wirtschaftlichem Niedergang zu befreien und die Möglichkeiten für die Entwicklungsländer zu stärken.
Die Vereinigten Staaten könnten - besser fast als jedes andere Land eine Periode der Wirtschaftskriege überstehen. Wir können Konfrontationen und
rhetorischen Angriffen begegnen, falls andere Staaten sich, für diesen Weg entscheider, sollten.'Ind wir können unrealistische Vorschläge und ungerechtfertig-

- 5 -

�ungerechtfertigte Forderungen ignorieren. Aber die sich jetzt bietende histori-*sche Gelegenheit würde uns entgleiten. Es liegt bei uns als den Sprechern der
Länder, die auf diesem Forum der Welt zusammengekommen sind, unbeeinflußt von
den Zweifeln und Versuchungen des Augenblicks die ständigen internationalen
Interessen von uns allen anzusprechen, Wenn wir dies tun, können wir Mut aus
der Erkenntnis schöpfen, daß die Mittel zur Verwirklichung einer schöneren Zukunft vorhanden sind. Es liegt im Bereich unserer Macht, eine Welt zu gestalten, in der alle Menschen in Würde leben und nach Fortschritt trachten können.
So wollen wir uns als Ziel dieser Konferenz und dieses Dialogs zwischen
Industriestaaten und Entwicklungsländern das Motto der Republik Kenia vor
Augen halten: "Harambee - arbeitet zusammen zum Wohle aller".
. . . .

t

.

.

So wollen wir auf den positiven Ergebnissen der 7." Sondersitzung der UNVollversammlung im letzten September aufbauen. Auf dieser Tagung haben Industriestaaten und Entwicklungsländer in einer ermutigenden Demonstration der Übereinstimmung die ideologische Konfrontation beiseite geschoben, es als ihr gemeinsames Ziel erklärt, Fortschritte durch Kooperation zu erreichen, und
einen gemeinsam vereinbarten Aktionsplan verabschiedet.
Im Namen von Präsident Ford appelliere ich an diese Konferenz, die Anstrengungen zu beschleunigen und i'n dem kooperativen Geist von damals weiterzuarbeiten. Ich werde neue Vorschläge zu all den vorrangigen Anliegen dieser Konferenz unterbreiten, die dem Rechnung tragen, was wir von Ihren Vorstellungen
und Bestrebungen in der Mänila-Deklration und in anderen Foren - dies schließt
auch die Konferenz für Internationale Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Paris
ein - vernommen haben.
Diese Vorschläge sind ein Beitrag aller zuständigen Ämter und Behörden der
amerikanischen Regierung, die der Weisung des Präsidenten unterstehen. Ich habe
bei der Formulierung dieses-von uns vorgelegten Programms besonders eng mit
meinem Kollegen, Finanzminister Simon, zusammengearbeitet.
Die

�Die nachhaltige Unterstützung unseres Programms durch beide politische
Parteien ist darauf zurückzuführen, daß wochenlang enge Konsultationen zwischen der Exekutive und den beiden Häusern unseres Kongresses stattgefunden
haben. Dies wird auch dadurch demonstriert, daß zwei geschätzte Senatoren
an dieser Konferenz hier teilnehmen, die unsere beiden politischen Parteien
vertreten. Weitere Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses werden
hierherkommen, sobald unsere Arbeit voranschreitet.
Die Vereinigten Staaten versichern feierlich, daß sie sich voll und ganz
für eine Zusammenarbeit in den kommenden Jahrzehnten einsetzen werdpn und hierzu bereit sind. Wir tun dies in aller Aufgeschlossenheit. Wir wollen Ihre
Vorstellungen und Vorschläge hören. Wir sind hier, um Gedanken auszutauschen
und eine erneute Obereinstimmung zu erreichen.

Wo stehen wir mit unseren Anstrengungen?

Zunächst möchte ich einen Überblick über das geben, was unsere Länder gemeinsam seit dem September letzten Jahres erreicht haben:
- Wir haben auf der 7. Sondersitzung Maßnahmen vereinbart, die dazu beitragen sollen, eine grundlegende wirtschaftliche Sicherheit gegen Zyklen zu
gewährleisten, durch die unsere Exporterlöse ausgehöhlt und die wirtschaftliche Entwicklung untergraben werden könnten. Im Januar hat der Internationale
Währungsfonds (IWF) die von uns vorgeschlagene kompensierende Finanzierungsfazilitat aufgestockt, um mehrere Milliarden Dollar zur Stabilisierung der
Exporterlöse verfügbar zu machen.
- Im September hatten wir zugesagt, das Wirtschaftswachstum durch verbesserten Zugang für die Entwicklungsländer zu den Kapitalmärkten und zu neuen
Technologien zu beschleunigen. Zu diesem Zweck haben die Vereinigten Staaten

- 7 -

�Staaten, andere Industriestaaten und mehrere Erdölförderländer, damit begonnen, vermehrt Kapital, technologisches Wissen und Arbeitskräfte zur Förderung
der wirtschaftlichen Entwicklung bereit zu stellen,, Wir stehen gegenwärtig in
Verhandlungen über eine Erhöhung des Kapitals der Weltbank um 8 Milliarden
Dollar; wir werden unseren fairen Beitrag zu einer Aufstockung der Mittel der
Interamerikanischen Entwicklungsbank um 6 Milliarden Dollar leisten; wir werden einen Beitrag zur Aufstockung des Afrikanischen Entwicklungsfonds leisten;
wir beteiligen uns aktiv an den Gesprächen über eine Wiederauffüllung der Mittel des Asiatischen Entwicklungsfonds und der Asiatischen Entwicklungsbank.
•

•

- Auf der Sondersitzung ist die Völkergemeinschaft der Welt dafür eingetreten, Handel und Investitionen bei den wichtigsten Rohstoffen zu verbessern.
Bei verschiedenen wichtigen RohstoffProblemen sind bereits internationale Lösungen erreicht worden; so waren die Verhandlungen über Kaffee- und Zinnabkommen erfolgreich. Fortschritte sind ferner bei einer besseren Versorgung der
Welt mit ihrem wichtigsten Rohstoff - mit Nahrungsmitteln - erzielt worden.
- Und schließlich hat die Völkergemeinschaft der Welt auf der Sondersitzung
die Verpflichtung übernommen, den besonderen Erfordernissen der ärmsten Länder
zu entsprechen, die am stärksten unter der jüngsten Wirtschaftskrise zu leiden
hatten. Wir haben wesentliche Fortschritte bei der Bereitstellung finanzieller
und technischer Hilfe zur Steigerung der Lebensmittelerzeugung sowie bei der
Einführung neuer Verfahren erzielt, die zu einer Milderung der erdrückenden Zahlungsbilanzprobleme der ärmsten Staaten beitragen sollen»
Diese Erfolge sind lediglich der Anfang dieses Prozesses, Wir stehen dieses
Jahr in der Mitte der wohl umfassendsten Serie internationaler Verhandlungen
auf den Gebieten des Handels, der Finanzierung, der Rohstoffe und der Wirtschaftsentwicklung der Geschichte - bei diesen Verhandlungen sind mehr Länder
beteiligt, werden mehr Fragen angesprochen und von ihnen werden mehr Völker betroffen denn jemals zuvor in der Geschichte- Diese Konferenz hat eine wichtige
Rolle zu spielen. Im besonderer, können wir unsere Arbeit auf vier Schlüssel -

- 8 -

�Schlüssel gebieten vorantreiben:
Erstens müssen wir erneute Anstrengungen bei den Rohstoffprob lernen unternehmen; dies schließt auch die Probleme der Investitionen bei und des Handels
mit Rohstoffen ein. Rohstoffe - Energie, Nahrungsmittel und andere Primärerzeugnisse - sind die Bausteine, auf denen Wachstum und Prosperität sich begründen. Für zahlreiche Länder bildet die Erschließung der Ressourcen den
Schlüssel zur Industrialisierung, zu höherer Beschäftigung, angemessenen Einkommen und gesunder Ernährung. Alle Länder brauchen eine ausreichende Versorgung mit Primärerzeugnissen und eine faire Kompensierung für ihre Erzeugung.
Die Lösung des Komplexes all dieser Fragen ist ein entscheidender Test dafür,
ob wir in der Lage sind, gemeinsam systematisch auf eine Steigerung des Wohlstandes der Welt zum Wohle aller hinzuarbeiten*
Zweitens müssen wir ein weitreichendes, langfristiges Programm zur Beschleunigung des technologischen Transfers entwickeln. Der Umfang der Kapitalinvestitionen an sich gewährleistet noch keine stetige wirtschaftliche Entwicklung. Es müssen genauso stetige Steigerungen der Produktivität erzielt
werden, die nur neue Technologien und ausgebildete einheimische Arbeitskräfte
bringen können. Umfassende Anstrengungen sind entscheidend wichtig: diese Frage verdient hohe Priorität und wird umfassende Anstrengungen erfordern.
Drittens müssen wir uns mit schwerwiegenden Zahlungsbilanz- und Schuldenproblemen befassen, denen sich eine Reihe von Entwicklungsländern gegenübersieht. Wachsende Importkosten, zum gr0-3ten Teil durch höhere ölpreise verursacht, und geringere Exporterlöse, die auf die Rezession in den Industriestaaten zurückzuführen sind, haben noch nie dagewesene Zahlungsbilanzprobleme geschaffen. Eine Besserung der Weltwirtschaftslage wird das Problem automatisch
für zahlreiche Länder mildern. Trotzdem müssen wir weiter nach Wegen suchen, wie
angesichts der besonderen Probleme bestimmter Entwicklungsländer geholfen werden kann.
Viertens

�Viertens müssen

w&gt; weiterhin den besonderen und dnnnenden Erfordernis-

sen der ärmsten Länder Rechnung tragen. Die Unterstützung dieser Länder wird
nicht nur zeigen, daß die Weltwirtschaft in der Lage ist, allen Ländern gleich
zu dienen; sie wird auch Ausdruck unseres kollektiven Verantwortungsbewußtseins sein.
Lassen Sie mich jetzt spezifische neue Wege vorschlagen, wie jedem dieser
vier Probleme begegnet werden kann:
Die Rohstoffexporte sind für die wirtschaftliche Entwicklung von entscheidender Wichtigkeit. Die Entwicklungsländer ohne eigene Ölvorkommen sind bei
ihren Exporterlösen fast zu zwei Dritteln auf Primärerzeugnisse angewiesen.
Produktion und Export dieser Rohstoffe werden jedoch durch die Launen des Wetters, die Fluktuationen der weltweiten Nachfrage sowie die neuen Technologien
beeinflußt. Die Zyklen von Verknappung und Überfluß, von zu geringer Investitionstätigkeit und Überkapazitäten wirken sich nachteilig auf die wirtschaftlichen Bedingungen in den Entwicklungsländern wie auch in den Industriestaaten
aus.
Es ist in den letzten Jahren klar geworden, daß ein schrittweises Anpacken
dieser Probleme nicht ausreicht. Das UNCTAD-Sekretariat hat mit seinem integrierten Rohstoffprogramm einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Probleme
geleistet. Die Vereinigten Staaten können zwar nicht alle seine Elemente akzeptieren, doch sind sie zu einer Erörterung zahlreicher Aspekte bereit.

Auf dieser Konferenz unterbreiten die Vereinigten Staaten einen eigenen
umfassenden Plan zur Lösung der Rohstoffprobleme. Er trägt zahlreichen Zielen
des integrierten Programms wie auch unserem Wunsch nach konstruktiven Maßnahmen
auf allen Bereichen dieser Herausforderung Rechnung. Der Plan enthält folgende
Punkte:

�- Er soll eine ausreichende Finanzierung der Erschließung von Ressourcen
und eine gerechte Beteiligung des Gastlandes an den Erträgen sicherstellen;
- er soll die Bedingungen für den Handel mit und Investitionen bei den
einzelnen Rohstoffen verbessern und bei zu starken Preisschwankungen mildernd
wirken;
- er soll die Gesamtexporterlöse der Entwicklungsländer stabilisieren;
- er soll den Entwicklungsländern einen verbesserten Zugang zu den Absatzmärkten für verarbeitete Erzeugnisse geben und gleichzeitig den Verbrauchern eine zuverlässige Belieferung gewährleisten.
Lassen Sie mich jetzt zu jedem dieser Punkte Stellung nehmen:

Ausreichende Investitionen
Der größte Teil der Gewinnung von Rohstoffen auf der Welt findet in der
Tat in den Industriestaaten statt. Wenn jedoch die wirtschaftliche Entwicklung voranschreiten soll, müssen besondere Anstrengungen zur Steigerung der
Gewinnung und des Exports von Primärerzeugnissen in den Entwicklungsländern gemacht werden. Ein solches Programm muß die folgenden Probleme lösen:
Erstens: wir müssen die politischen und wirtschaftlichen Probleme realistisch angehen,durch die Investitionen aus Entwicklungsländern in Industriestaaten abgeleitet werden. Paradoxerweise suchen gerade die Länder von einer
Erschließung von Ressourcen abzuraten, die ihrer am meisten bedürfen. Nationalisierung und erzwungene Veränderung der Konzessionsbedingungen in einigen
Entwicklungsländern haben das allgemeine Klima für Ressourceninvestitionen in
der unterentwickelten Welt verschlechtert. Soziale und politische Unsicherheit
haben die Aussichten für Investitionen weiter kompliziert. Infolgedessen sind
wirtschaftlich lebensfähige Projekte hinausgeschoben, aufgegeben oder andernorts durchgeführt worden. Kapital Überschüsse, Management und Technologie sind
für eine teurere Erschließung von Rohstoffen in der industrialisierten Welt
verwandt worden.

Zweitens:

�Zweitens: Schon im nächsten Jahrzehnt wird der weltweite Gesamtbedarf
an Investitionen zur Erschließung von Ressourcen gewaltig sein. Einzelne Projekte werden Kapital summen in bisher unbekannter Größenordnung und komplizierte.finanzielle Arrangements erfordern. Auch wird die Zeitspanne zwischen
dem Beginn eines Projekts und seiner Vollendung zwangsläufig immer größer.
Alle diese Faktoren vermehren die politischen Unsicherheiten und wirken sich
als weiteres Hemmnis für rationelle Investitionen aus.
Drittens: Es gibt keine Institution, die sich in umfassender Weise dafür
einsetzen kann, daß die Erschließung von Ressourcen - vor allem auf dem Gebiet der Energie und der Mineralien - erleichtert oder eine faire Beteiligung
an ihrer Nutznießung gefördert wird.
Wenn die derzeitigen Trends weiter anhalten, dann sind schwerwiegende
Fehlleitungen von Kapital, Management und Technologie unvermeidbar» Die Kosten
für Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte werden explodieren. Viele potentielle Produzenten werden nicht in der Lage sein, das erforderliche Kapital
zu erhalten. Alle Länder werden den Preis dafür in Form beschleunigter Inflation und verlangsamten Wachstum zahlen - wobei die ärmsten Länder am meisten
darunter zu leiden haben.
Um diese Probleme zu überwinden

schlagen die Vereinigten Staaten die Ein-

richtung einer Internationalen Ressourcenbank (IRB) vor. Diese neue Institution würde der Förderung einer rationelleren, systematischeren und faireren
Erschließung von Ressourcen in den Entwicklungsländern dienen. Sie würde die
technologische Entwicklung und die unternehmerische Ausbildung in den Entwicklungsländern erleichtern. Sie würde mithelfen, den Rohstoffbedarf sicherzustellen, damit die Expansion der Weltwirtschaft aufrechterhalten werden kann, und
sie würde zu einer Abschwächung der Fluktuationen bei den Grundstoffpreisen
beitragen.

�Die Internationale Ressourcenbank würde Kapital für gesunde Projekte zur
Erschließung von Ressourcen durch Unterstützung einzelner Ressourcenprojekte
mobilisieren, um eine Direktfinanzierung sicherzustellen, und sie würde Bonds
herausgeben, für die der betreffende Rohstoff als Sicherheit dienen könnte.
Eine Alternative wäre, daß die Bonds mit Lieferung eines bestimmten Rohstoffes
eingelöst würden. Rohstoff-Bonds dieser Art könnten die Bedingungen für Lieferung und Marktzugang wesentlich verbessern und den Entwicklungsländern bei
der Stabilisierung ihrer Exporterlöse helfen.
Um das Vertrauen sowohl der Gastregierungen als auch der Investoren zu
stärken, würde die Internationale Ressourcenbank ihre Tätigkeit mit einem Kapitalfonds von einer Milliarde Dollar beginnen. Sie würde zusammen mit den
ausländischen Investoren und den Gastregierungen an den Abkommen für die Projekte beteiligt sein, in denen die Bedingungen für die Investition auf einer
für alle Parteien akzeptablen Basis genau festgelegt werden. Ein solches Abkommen könnte eine Formel für die Aufteilung der Produktion sowie Zusagen des
Investors einschließen, bei der Entwicklung des Manager-, Technologie- und
Vertriebspotentials des Gastlandes zu helfen. Die Bank würde hinter der Garantie stehen, daß sowohl der Investor als auch das Gastland sich gemäß den Bedingungen verhalten, die in dem Projektabkommen festgelegt worden sind.
Um eine wirksame Koordinierung mit anderen öffentlichen Institutionen zu
gewährleisten, könnte die Internationale Ressourcenbank mit der Weltbankgruppe
assoziiert werden, und zwar in einer Form, die von den Mitgliedsstaaten festzulegen wäre. Sie könnte in enger Zusammenarbeit - und zwar weit wirksamer mit anderen Institutionen wie der Weltbank und der mit dieser assoziierten Internationalen Finanzierungsgesellschaft, der Interamerikanischen Entwicklungsbank wie auch mit dem Revolvingfonds der Vereinten Nationen für die Mineralexploration ihre Tätigkeit durchführen.
Der IRB-Vorschlag bietet zahlreiche Vorteile und neue Konzeptionen:
- Ihre

- 13 -

�- Ihre Förderrolle als dritte Partei neben dem Gastland und dem ausländischen Investor würde Bedingungen für die Projektentwicklung schaffen,
die den international anerkannten Normen der Gleichberechtigung entsprechen.
- Das IRB-System gibt eine multilaterale Garantie dafür, daß sich sowohl das Gastland als auch der ausländische Investor so verhalten, wie dies
in dem Projektabkommen festgelegt worden ist - dadurch werden die nichtkommerziellen Risiken verringert. Dies muß praktisch zu einem verstärkten
Fluß von Investitionskapital für Ressourcenprojekte zu tragbaren Bedingungen
führen.
- Der Vorschlag sieht Vereinbarungen über die Aufteilung der Produktion
vor, die dem ausländischen Investor einen festen Prozentsatz der Gesamtproduktion zusichern,während

das Gastland die freie Verfügung über den Rest

hat. Das Gastland wird so von Anfang an an der Produktion beteiligt und verfügt
damit über eine Basis für die Weiterverarbeitung des Rohstoffes, sofern sich
dies als wirtschaftlich möglich erweisen sollte.
- Rohstoff-Bonds wären ein nützliches neues internationales Instrument,
um Vorauskäufe von Rohstoffen zu ermöglichen. Sie könnten zu einer Stabilisierung der Erlöse beitragen, und - unter bestimmten Bedingungen - zur Finanzierung von Ausgleichsbeständen. Sie würden dem Gastland zusätzlich Gewähr für
den Zugang zu den Märkten und dem Verbraucher für den Zugang zu den Rohstoffen geben.
- Schließlich würden über
lungsländer kommen. Die beiden
liche Entwicklung - Management
Investor direkt in einer neuen

die IRB moderne Technologien in die Entwickwichtigsten Voraussetzungen für eine wirtschaftund Technologie - werden von dem ausländischen
Form der Kapitalinvestition eingebracht. Das

tri-laterale Abkommen könnte Bestimmungen für einen schrittweisen Erwerb von
Technologien durch das Gastland einschließen und so wesentlich zu dem Prozeß
des technologischen Transfers beitragen.
Wir

�Wir betrachten die Internationale Ressourcenbank als eine grundsätzliche,
neuartige und bedeutsame Antwort auf die grundlegenden Erfordernisse der Entwicklungsländer und der internationalen Völkergemeinschaft. Sie stellt einen
bedeutenden Fortschritt dar bei der Aufteilung der Gewinne und der Verantwortungen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern. Sie wird dazu beitragen, den erforderlichen Fluß von Kapital, Management und Technologien in
die Erschließung von Ressourcen unter Bedingungen sicherzustellen, die für
die Gastländer akzeptabel sind. Und sie wird die Möglichkeiten genauer Voraussagen stärken, die notwendig sind, um Investitionskapital anzuziehen. Wir
hoffen, daß andere Länder sich uns in den nächsten Monaten anschließen werden, um dieser weltweiten Institution Form zu geben und sie aufzubauen.

Bessere Bedingungen für Handel und Investitionen bei den einzelnen Rohstoffen

Wir sind alle mit den Problemen vertraut, denen die Weltwirtschaft auf
diesem Gebiet sich in den letzten Monaten gegenübersah. Innerhalb von nur
zwei Jahren folgte auf die angespannte Versorgungslage und die astronomischen
Preise bei zahlreichen wichtigen Rohstoffen eine Zeit nachgebender Preise. Zahlreiche Volkswirtschaften wurden schwer erschüttert und verschiedene Länder
mußten Zahlungsbilanzkrisen durchstehen. Drastische Preisänderungen treffen
die Entwicklungsländer besonders hart und führen zu einem Chaos bei ihren Devisenerlösen und Entwicklungsplänen. Und weil Projekte für die Gewinnung von
Rohstoffen Jahre für ihre Entwicklung brauchen und hohe Risiken einschließen,
führen schwankende Preise zu ungleichmäßigem Investitionsverhalten.
Es gibt verschiedene Wege zur Stärkung der Rohstoffmärkte - langfristige
Kontrakte, besserer Austausch von Marktinformationen, bessere Verteilung, wirksamere Produktionsverfahren sowie bessere Bevorratung und Transporteinrichtungen.
Wir

�Wir pflichten dem UNCTAD-Sekretariat bei, daß Ausgleichsvorräten besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Bei den Rohstoffen, bei denen Ausgleichsvorräte möglich sind, lassen sich starke Preisschwankungen durch Anlegen von Vorräten in einer Zeit mildern, in der die Märkte schwach sind. Und
eine ausreichende Versorgung kann durch Freigabe von Vorräten sichergestellt
werden, wenn die Marktlage angespannt ist.
Die Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß Ausgleichsvorräte durch eine
Kombination von Mitteln finanziert werden können - direkte Beiträge der Teilnehmerländer; Exportsteuern;kommerzielle Anleihen, die durch die an den Ausgleichsvorräten beteiligten Länder garantiert werden,ode

über die bestehenden

Einrichtungen der internationalen Institutionen. Sollten sich die vorhandenen
Mittel als unzureichend erweisen, wären wir auch bereit, die IRB als zusätzliche Quelle für die Finanzierung eines bestimmten Ausgleichsvorratslagers in
Erwägung zu ziehen. Wir sind überzeugt, daß auf diese Weise eine ausreichende
internationale Finanzierung der Ausgleichsvorräte im Rahmen des jeweiligen
Rohstoffabkommens sichergestellt werden kann, unter dem die Vorräte angelegt
worden sind. Natürlich wollen die Vereinigten Staaten nicht, daß eine Ausgleichsbevorratung, für die wir eine Beteiligung zugesagt haben, mangels einer
ausreichenden Finanzierung nicht zustandekommt.

Die Vereinigten Staaten haben eine konstruktive Haltung zu anderen Aspekten des Rohstoffproblems eingenommen:
- Wir haben gemeinsam mit den Erzeugern und Verbrauchern der wichtigsten
Rohstoffe einer Vereinbarung über Maßnahmen zugestimmt, um die Märkte zu verbessern und zu stabilisieren.
- Wir haben bei Kaffee und bei Zinn Rohstoffabkommen unterzeichnet

und

wir werden uns an den Verhandlungen über Zucker beteiligen,, Wir meinen, daß sich
Kakao für ein Abkommen über Ausgleichsvorräte gut eignet. Wir sind jedoch über
das vor einigen Monaten ausgehandelte Abkommen enttäuscht, das unseres Erach-

�Erachtens kaum zu einem besseren Funktionieren der Kakao-Märkte beitragen
wird. Falls andere Parteien interessiert sind, so stehen wir für neue Verhandlungen über dieses Abkommen bereit.
- Die Vereinigten Staaten haben kürzlich an der ersten Zusammenkunft der
Erzeuger und Verbraucher von Kupfer teilgenommen. Wir hoffen auf die Einsetzung einer ständigen Erzeuger-Verbrauchergruppe.
- Die landwirtschaftlichen Rohstoffe bedürfen ebenfalls eingehender Beachtung. Denen, die von einem Rückgang an Absatzmärkten aufgrund wachsenden
Wettbewerbs durch Erzeuger, die zu niedrigeren Kosten produzieren, und durch
synthetische Produkte bedroht werden, kann durch Marktförderung, Forschung,
Steigerung der Produktivität und bessere Vermarktung oder Ausweichen auf andere Erzeugnisse geholfen werden. Wir empfehlen, daß die Erzeuger-Verbrauchergremien, die sich mit den einzelnen Rohstoffen befassen, ihr Augenmerk auf
solche Möglichkeiten richten. Wir fordern, daß die Weltbank und die regionalen
Entwicklungsbanken der Finanzierung von Projekten für solche Zwecke hohe Priorität einräumen.
Heute schlagen die Vereinigten Staaten folgende zusätzliche Maßnahmen
vor:
- Erstens: Wir wollen ein Abkommen über einen festen Zeitplan zur Untersuchung der spezifischen Rohstoffprobleme, die für die Entwicklungsländer von
Interesse sind, erreichen. Wir sind bereit, gemeinsame Beratungen in diesem
Jahr mit den Erzeuger-Verbrauchergremien über Maßnahmen aufzunehmen, um Stabilität, Wachstum und Funktionsfähigkeit der Absatzmärkte für alle wichtigen
Rohstoffexporte aus den Entwicklungsländern zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Einsetzung solcher Gruppen für Bauxit und für Eisenerz gegeben werden.
- Zweitens:

- 17 -

�Zweitens: Da viele der ärmsten Länder bei ihren Exporterlösen von diesen Erzeugnissen abhängig sind, fordern wir, daß Weltbank und regionale Institutionen Projekte zur Verbesserung der Produktionseinrichtungen und der
Absatzmärkte für Jute, Sisal und andere Hartfasern fördern - oder daß sie ein
Ausweichen auf andere Erzeugnisse erleichtern, so daß diese Länder nicht
mehr in so hohem Maße von diesen Produkten abhängig sind.
- Schließlich sollte jedes Programm zur Erschließung von Ressourcen die
beiden wichtigsten internationalen Ressourcen - Nahrungsmittel und Energie herausstellen.
Voraussagen über gute Ernten dürfen uns nicht dazu verführen, daß wir
den auf der Welternährungskonferenz begonnenen Fortschritt uns wieder entgleiten lassen. Auf dieser Konferenz haben die Länder beschlossen, auf ein
System internationaler Getreidereserven hinzuarbeiten, um die Sicherstenung
der Ernährung besser gewährleisten zu können. Sie haben ferner vereinbart,
die landwirtschaftliche Forschung stärker zu unterstützen, Programme zur Verbesserung der Ernährung zu entwickeln und die Entwicklung der Landwirtschaft
in Ländern mit Niedrigeinkommen zu verstärken.
Wir rufen die anderen Länder auf, gemeinsam mit uns darauf hinzuarbeiten,
damit die Konzeption internationaler Lebensmittelreserven verwirklicht wird,
die Unterstützung der Entwicklung der Landwirtschaft in

den ärmeren Ländern

zu verstärken und die erforderliche Nahrungsmittelhilfe zu gewähren.
Auf dem Energiesektor unterstützen wir nachdrücklich die Bemühungen der
Erdölerzeuger und -Verbraucher sowohl aus den Industriestaaten als auch aus
den Entwicklungsländern,auf der Konferenz über Internationale Wirtschaftliche
Zusammenarbeit gemeinsame Lösungen zu erreichen. Wir fordern, uaß unser Vorschlag für ein Internationales Energieinstitut - das den Entwicklungsländern
helfen würde, ihre einheimischen Energiequellen vermehrt zu nutzen - in den
kommenden Monaten mit Vorrang behandelt wird.
Stabilisierung

�Stabilisierung der Exporterlöse der Entwicklungsländer

Auf der 7. Sondersitzung haben die Vereinigten Staaten betont, daß die
Notwendigkeit, den Entwicklungsländern wirtschaftliche Sicherheit zu geben,
für sie oberste Priorität hat. Wir sind weiterhin der Auffassung, daß das
Wirtschaftssystem der Welt den Entwicklungsländern größere Sicherheit vor
den schlimmen Auswirkungen schwankender Preise, einer Rezession, Inflation
oder anderer Wirtschaftskrisen geben muß, die sie nicht verhindern oder denen
sie nicht ausweichen können.
Wir begrüßen die schnelle Verwirklichung unserer Vorschläge auf der
Sondersitzung für eine weitgehende Erweiterung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Diese Neufestsetzungen machen Milliarden Dollar für neue Finanzierungen frei, um starke Rückgänge bei den Exporterlösen auszugleichen. Der
wohl wichtigste Schritt voran war die Zusage des IWF, seine kompensierende
Finanzierungsfazilität zu liberalisieren. Bis jetzt sind aus dieser verbesserten Fazilität rund 800 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Wenn
diese Rate anhält, wird von dieser Fazilität in diesem Jahr mehr Geld ausgeliehen worden sein als in den letzten 12 Jahren insgesamt zur Verfügung gestellt wurde.
Ein weiterer wichtiger Fortschritt war die Errichtung eines IWF-Treuhandfonds, um den ärmsten Ländern zu helfen, den Zahlungsbilanzerfordernissen zu entsprechen. Obwohl zahlreiche Entwicklungsländer beträchtliche
Zuwendungen von der kompensierenden Finanzierungsfazilität erhalten haben,
benötigen die Länder mit Niedrigeinkommen, deren Exporteinnahmen von einem
oder zwei Rohstoffen abhängig sind, oftmals zusätzliche finanzielle Hilfe, um
ihre Zahlungsbilanzprobleme lösen zu können. Um diesen ärmsten Ländern zu
helfen, haben die Vereinigten Staaten vorgeschlagen, daß der Treuhandfonds
den ärmeren Ländern eine konzessionelle Finanzierung gewährt, um Erlösrückgänge bei einer vereinbarten Liste besonders wichtiger Rohstoffe auszugleichen.
Weiter

- 19 -

�Weiter wären die Vereinigten Staaten bereit, gemeinsam mit anderen nach
Wegen zu suchen, um die Mittel des Treuhandfonds aufzufüllen, falls sie sich
für die Stabilisierung der Erlöse der Entwicklungsländer mit Niedrigeinkommen
als unzureichend erweisen sollten. Wir fordern besonders die ölerzeugerlander
mit starken Reserven auf, zu dem Kreditpotential des Treuhandfonds beizutragen.

Ausweitung des Handels mit Ressourcen und weiterverarbeiteten Erzeugnissen
Handel ist für alle Länder ein Motor des Wachstums gewesen; für zahlreiche Entwicklungsländer ist er das wohl wichtigste Mittel zu ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Die Vereinigten Staaten haben eine Reihe von Initiativen zur Deckung des besonderen Kapitalbedarfs der Entwicklungsländer ergriffen. Wir haben die weltweiten Handelsschranken abgebaut, vor allem die
für weiterverarbeitete Erzeugnisse; wir haben zahlreichen Exporten aus den
Entwicklungsländern bevorzugt Zugang zu unserem Markt gewährt; wir haben bei
den multilateralen Handelsverhandlungen in Genf auf einen Abbau der Handelsschranken für tropische Erzeugnisse hingearbeitet und wir haben in unserer Handelspolitik generell den besonderen Handelsbedürfnissen der Entwicklungsländer Rechnung getragen.
Wir stehen jetzt vor folgenden Aufgaben:
- Wir müssen das Tempo beim Abbau der internationalen Handelsschranken
beibehalten.
- Wir müssen unser Augenmerk ganz besonders auf den Abbau der Handelsschranken für weiterverarbeitete Erzeugnisse konzentrieren, die die Industrialisierungsbemühungen der Entwicklungsländer verzögern.
- Wir brauchen zusätzliche internationale Vereinbarungen, um die Zuverlässigkeit der Versorgung zu gewährleisten, denn ein stetiger Fluß von neuen
Rohstoffen ist für jedes Land entscheidend wichtig.

.._

�Um das Tempo beim Abbau der Handelsschranken beizubehalten, haben die
Industriestaaten der OECD, trotz der Belastungen ihrer Volkswirtschaften
durch die gestiegenen Energiekosten und die Rezession, feierlich zugesagt,
restriktive Handelsmaßnahmen zu unterlassen. Die Vereinigten Staaten werden
gemeinsam mit den anderen Industriestaaten auf der nächsten OECD-Ministertagung im Juni diese feierliche Zusage erneuern.
Darüber hinaus werden wir bei den gegenwärtig in Genf stattfindenden multilateralen Handelsverhandlungen den Interessen der Entwicklungsländer besondere Aufmerksamkeit widmen, vor allem auf Gebieten wie dem Export von weiterverarbeiteten Erzeugnissen, tropischen Erzeugnissen und nicht-tarifären Handelsschranken.
Die Einführung eines allgemeinen Präferenzsystems (GSP) durch die Vereinigten Staaten hat im Verein mit den Präferenzsystemen der anderen Industriestaaten den Entwicklungsländern bedeutsame Handelschancen eröffnet. Unser
eigenes Präferenzsystem erstreckt sich bereits auf über 2 700 Handelsartikel
aus fast hundert Ländern. Der jährliche Handelswert dieser Produkte liegt bei
ungefähr 2,5 Milliarden Dollar. Wir prüfen die Möglichkeit einer Aufnahme weiterer Produkte in dieses System.

Die Vereinigten Staaten gewähren dem UN-Entwicklungsprogramm zur Finanzierung eines gemeinsamen GATT/UNCTAD-Programms für technische Hilfe an die
Entwicklungsländer vorrangige Unterstützung. Das Programm wird diesen Ländern
helfen, die sich ihnen mit den Präferenzssystemen der Industriestaaten bietenden Vorteile dadurch voll auszuschöpfen, daß sie die produktivsten Gebiete
für neue und vermehrte Exporte herausfinden sowie die besten Techniken für den
Verkauf ihrer Produkte in Anwendung bringen können.
Außerdem werden zur Zeit im MTN intensive Verhandlungen über die Frage
der Zölle bei solchen tropischen Produkten, einschließlich der weiterverarbeiteten Produkte und Fertigerzeugnisse, geführt, die für die Entwicklungsländer
von besonderem Interesse sind. Die Vereinigten Staaten sind bestrebt, auf

- 21 -

�auf diesem Gebiet so bald wie möglich zu vereinbarten Zollsenkungen zu gelangen, nachdem über den Gesamtkomplex der tropischen Produkte Einigung erzielt worden ist.
Die Vereinigten Staaten sind im Einklang mit der Deklaration von Tokio
der Überzeugung, daß die MTN-Verhandlungen über Bestimmungen für die nichttarifären Zoll-und Handelsschranken den Erfordernissen

der Entw4ck1«ngslander

größere Beachtung schenken müssen. So glauben die Vereinigter Staaten beispielsweise, daß ein Kodex über die Anwendung von Ausgleichszöllen bei Exportsubventionen die besonderen Bedingungen berücksichtigen sollte, denen
sich die Entwicklungsländer gegenübersehen. Wir werden darauf dringen, daß
die besonderen Erfordernisse der Entwicklungsländer in Rechnung gestellt werden, wenn neue internationale Regeln über Ausgleichsmaßnahmen aufgestellt werden.
Was die neuen Bestimmungen über Sicherheitsmaßnahmen bei Importschäden
anbetrifft, so werden wir für die Entwicklungsländer, die nur geringe Mengen
exportieren oder als neue Partner zum amerikanischen Markt finden, eine Sonbehandlung in Erwägung ziehen.

Wir sind uns auch darüber im klaren, daß Entwicklungsländer noch an anderen Reformen des Handelssystems interessiert sind, die derzeit nicht zur Verhandlung stehen. Wir werden auf die von ihnen vertretenen Ansichten mit aller
Aufgeschlossenheit eingehen. Wir sind zuversichtlich, daß bei gutem Willen auf
allen Seiten ein konstruktives Abkommen über spezielle Reformprobleme innerhalb des zeitlichen Rahmens der multilateralen Handelsverhandlungen erreicht
werden kann.

Die Senkung der Zölle für den Export von weiterverarbeiteten Rohstoffen
aus den Entwicklungsländern ist besonders wichtig. Ein Abbau dieser Zollschranken würde neue Möglichkeiten für eine Ausweitung und Diversifizierung
des Exports schaffen, vor allem dort, wo die derzeitigen Zölle entsprechend

�entsprechend dem Grad der Weiterverarbeitung sprungartig in die Höhe schnellen. Dementsprechend wird der Vorschlag zu einer Zoll Senkung, den die Vereinigten Staaten bei den MTN gemacht haben, nicht nur zu einer erheblichen Reduzierung der Zölle führen, sondern auch eine Eskalation des Zolls abbremsen.
Wir glauben, daß die Entwicklungsländer hierin einen Anreiz zu einer positiven Zusammenarbeit bei den derzeitigen Verhandlungen sehen werden.

Wenn ein offenerer Zugang zu den Märkten die eine Säule eines expandierenden internationalen Handelssystems ist, so ist die größere Sicherheit und
Zuverlässigkeit bei der Rohstoffversorgung die andere. Ohne angemessene Zusicherungen seitens der Erzeugerländer, nicht willkürlich störend in die Exporte einzugreifen, müßten sich die Importländer nach anderen Lieferquellen
umsehen. Die Verbraucher würden dann die Kosten einer weniger effizienten
Produktion, die unzuverlässigen Produzenten aber die Kosten für verlorene
Märkte und verringerte ausländische Investitionen zu tragen haben.
Es besteht ein dringendes Bedürfnis für eine Analyse der Methoden zur
Verbesserung der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Rohstofflieferungen. Wir
fordern nachdrücklich, daß im GATT unverzüglich mit Untersuchungen begonnen
wird, die feststellen sollen, ob ein internationaler Kodex über Exportkontrollen durchführbar ist. Ein solcher Kodex sollte in klarerer Form die Umstände
definieren, unter denen Länder legitimerweise Exportkontrollen zur Anwendung
bringen können. Dies würde die Unsicherheiten für die Verbraacher und für die
Exporteure reduzieren und es würde den politischen Schaden in den Beziehungen
zwischen den Ländern etwas verringern, wenn den Exporten Restriktionen auferlegt werden.
Die Vereinigten Staaten werden sich weiterhin um bindende Zusagen für
eine zuverlässige Belieferung mit Rohstoffen im Rahmen der spezifischen Abkommen bemühen, die für einzelne Rohstoffe ausgehandelt sind.
Herr

- 23 -

�Herr Präsident, hochverehrte Delegierte, dieses Vier-Punkte-Programm
- eine neue Internationale Ressourcenbank; Bemühungen,

'VÖli Fall zu Fall die

Bedingungen für Handel und Investitionen bei Primärerzeugnissen zu verbessern;
Stabilisierung der Exporterlöse und verbesserte Markt-und Lieferungsbedingungen - dieses Programm erkennt an, daß diese Fragen mvceinander zusammenhängen;
es erlaubt jedoch eine pragmatische und flexible Behandlung spezifischer Probleme. Der von mir beschriebene Weg ist ein von den Vereinigten Staaten unternommener großangelegter Versuch, mit den RohstoffProblemen auf umfassender
Basis fertig zu werden. Er ist praktisch durchführbar und realisierbar; es ist
ein Programm, das den Erfordernissen von Entwicklungsländern und Industriestaaten in gleichem Maße gerecht wird. Wir bitten um günstige Aufnahme unserer Vorschläge und rasche gemeinsame Maßnahmen.

Technologie für die Entwicklung
i

•

i*"

Lassen Sie mich auf ein anderes Gebiet von großer Bedeutung zu sprechen
kommen: die Anwendung der Technologie für die wirtschaftliche Entwicklung.
Die Technologie ist der wesentliche Kern des Entwicklungsprozesses; sie
ermöglicht es dem Menschen, seine Horizonte über den bloßen Kampf um die Erhaltung der Existenz auszuweiten. Die Technologie holt aus den begrenzten
Ressourcen unseres Erdballs das Äußerste heraus, Sie spannt die Intelligenz
des Menschen und die Kräfte der Natur ein, um die menschlichen Bedürfnisse
zu befriedigen.'
Seit zwei Jahrhunderten hat der technische Fortschritt das Fundament für
rasches industrielles Wachstum abgegeben. Eine zentrale Aufgabe unserer Zeit
ist es, die Segnungen der Technologie aller Ländern zugänglich zu machen
Es gibt eine Reihe von Hindernissen, die einem raschen und wirksamen
Transfer von Technologie aus den Industriestaaten in die Entwicklungsländer
im Wege stehen.
Erstens,

- 24 -

�Erstens, in vielen Fällen dürfte die Technologie aus den Industriestaaten nicht den wirklichen Erfordernissen der Entwicklungsländer entsprechen.
Ganz allgemein besteht die Aufgabe nicht in der Übertragung einer getreuen
Kopie der bestehenden Technologie, sondern in der Entwicklung einer neuen Technologie und neuer technologischer Institutionen, die den Bedingungen der einzelnen Entwicklungsländer besser entsprechen.
Zweitens, den Entwicklungsländern fehlt es oft an entsprechenden Informationen und der Sachkunde, um die Technologie zu bestimmen, die ihren Erfordernissen am besten gerecht wird.
Drittens, oft besteht ein Mangel an ausgebildetem Personal, das gebraucht
wird, um die Technologie auszuwählen, anzupassen und wirksam in Betrieb zu
halten.
Viertens, Technologie läßt sich oft nicht von Kapital und Management
trennen. Daher ist sie eines der Elemente des gesamten Investitionsprozesses.
Um erfolgreich zu sein, muß die Technologie innerhalb reines Rahmens der Regierungspolitik angewandt werden, der den Prozeß des technologischen Transfers erleichtert und fördert.
Die Aufgabe besteht daher nicht einfach darin, Formeln oder Konstruktionspläne zu übergeben. Wir müssen nach einer umfassenderen Methode vorgehen, die
uns einen weiten Bereich von Programmen und Anreizen an die Hand gibt, um
beides, Technologie und das fundamentale Wissen und Können, zu übertragen, damit es Wurzel schlagen und sich wirksam entfalten kann.
Um dies zu unterstützen und zu fördern schlagen die Vereinigten Staaten
vor, nach einem Fünf-Punkte-Konzept vorzugehen:
Erstens, um die Technologie den Erfordernissen der Entwicklungsländer anzupassen, treten die Vereinigten Staaten dafür ein, ein Netz von Forschungsund Entwicklungsinstitutionen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene
- 25 -

�Ebene einzurichten. Wir müssen die globalen Forschungskapazitäten für die Entwicklung und zur Erweiterung der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen
stärken.
Daher unterbreiten wir folgende Vorschläge:
- Es sollte ein internationales Industrialisierungsinstitut zur Förderung
von Forschung und Entwicklung industrieller Technologien, die sich für Entwicklungsländer eignen, geschaffen werden. Eine Konferenz der Gründer, die
alle interessierten Länder einschließt, sollte spätestens im Herbst dieses
Jahres abgehalten werden.
- Die Energiekommission der Konferenz für Internationale Wirtschaftliche
Zusammenarbeit sollte ein internationales Energieinstitut errichten, das die
Energieforschung und die Anwendung energiebezogener Technologien entsprechend
den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer fördern sollte.
Wir sollten das bestehende Netz für angewandte Forschung auf den Gebieten
der Landwirtschaft, des Gesundheitswesens und der Ausbildung ausweiten. Die
Schaffung neuer Institutionen muß von Maßnahmen begleitet sein, die den Prozeß des technologischen Transfers unterstützen. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern schlagen die Vereinigten Staaten neue Programme auf drei Gebieten der fortgeschrittenen Wissenschaften vor, auf denen wir wesentliche Beiträge an Wissen und Erfahrungen leisten
können;
bei der Satellitentechnologie
bei der Erschließung der Wasserressourcen und
bei der Meerestechnologie.
- Die Satellitentechnologie ist als Instrument der wirtschaftlichen Entwicklung ganz besonders vielversprechend. Hochempfindliche Satellitensonden
können zur Ortung von Ressourcen, zur Erntevoraussage und zur verbesserten
Landnutzung in den Entwicklungsländern eingesetzt werden. Sie können dazu bei•

- 26 -

�beitragen, Naturkatastrophen vorherzusagen und zu analysieren. Moderne Kommunikationstechnologien, unter Einschluß von Satelliten, bieten ein großes,
noch nicht ausgeschöpftes Potential zur Verbesserung des Schulwesens, der
Ausbildung, des Gesundheitswesens, der Nahrungsmittelerzeugung sowie anderer
für die wirtschaftliche Entwicklung notwendiger Projekte.
Daher werden die Vereinigten Staaten von Juli bis Oktober dieses Jahres
für interessierte Entwicklungsländer Vorführungen über die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten veranstalten, die der experimentelle ATS-6 Kommunikationssatellit,

die Landsat-Satellitensonde und Satellitenkameras mit Hoch-

leistungsoptik für die wirtschaftliche Entwicklung bieten. Wir sind bereit,
mit den Entwicklungsländern bei der Einrichtung von Zentren, der Ausbildung
von Personal und, wo möglich, der Ausrichtung unserer zivilen Satellitenprogramme auf ihre Erfordernisse zusammenzuarbeiten.
- Die Vereinigten Staaten werden eine führende Rolle bei der Anwendung
der technologischen ERkenntnisse auf dem Gebiet der Wasserressourcen für
Aufgaben wie die Verbesserung von Qualität und Produktivität der Landwirtschaft
sowie die Entwicklung neuer Industrien übernehmen. Wir werden uns aktiv an
der Wasserkonferenz der Vereinten Nationen, die im März kommenden Jahres
stattfinden soll, beteiligen und Programme zur Weitergabe unseres Wissens
und unserer Erfahrungen vorlegen.
- Die erforderlichen Technologien für die Erschließung der Ressourcen
im Meeresboden, für das Fischereiwesen sowie die Nutzbarmachung des riesigen
Potentials der Ozeane werden gegenwärtig rasch entwickelt. Die Vereinigten
Staaten haben wesentliche Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt.
Wir beabsichtigen, Wissenschaftler, Manager und Techniker aus den verschiedenen Ländern zur Teilnahme an unseren wissenschaftlichen Projekten einzuladen. Und wir unterstützen nachdrücklich die Bestimmungen des Seerechtsabkommens, die Anreize für die Weitergabe der Tiefseetechnologie bieten, soweit diese den Erfordernissen eines Entwicklungslandes entsprechen.
- Schließlich
- 27 -

�- Schließlich besteht ein dringender Bedarf für die Entwicklung von
Verfahren, um die Technologie zur Verbesserung der fundamentalen Existenz der
A^men anzuwenden. Die Vereinigten Staaten verstärken gegenwärtig die technische Komponente ihrer Entwicklungsprogramme, um die Grundnahrungsmittel, Gesundheitsdienst und Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Das zweite Element unseres Programmes ist die Verbesserung von Umfang
und Qualität der technologischen Informationen, die den Entwicklungsländern
zugänglich gemacht werden, sowie die bessere Auswahl der Technologien entsprechend ihrem Bedarf. Wir unterstützen die Bemühungen des internationalen Zentrums für den Austausch technologischer Informationen der Vereinten Nationen,
umfassende Informationen über Potential und Einrichtungen der nationalen und
regionalen Informationsdienste zu sammeln. Die Vereinigten Staaten ihrerseits
werden ihre nationalen technologischen Informationsquellen inventarisieren
und den Entwicklungsländern sowie der UN-Zentrale Berater und andere Dienstleistungen zur Verfugung stellen, um ihnen einen besseren Zugang zu unseren nationalen Informationseinrichtungen zu gewähren. Dies schließt die Nationale
Medizinische Bibliothek, die Abteilung Wissenschaftliche Informationen der
Amerikanischen Stiftung der Wissenschaften, die Nationale Landwirtschaftsbibliothek sowie den Smithsonian Informationsdienst ein„
Die Vereinigten Staaten unterstützen ferner den vorgeschlagenen UNCTADBeratungsdienst, der die Entwicklungsländer besser in die Lage versetzen soll,
die für ihren Bedarf am besten geeigneten Technologien festzustellen, auszuwählen und zu erwerben. Wir unterstützen die Konzeption eines unter de»"
UNCTAD arbeitenden regionalen Beratungsdienstes. Der für den technologischen
Bedarf bestimmter Gebiete und Länder Unternehmen und Ressourcen bereit stellen soll. Diese regionalen Zentren könnten als Leitstelle für die Aktivitäten
anderer Programme und Institutionen zur Nutzbarmachung von Technologie für
die Entwicklungsländer dienen.
Drittens

�Drittens schlagen die Vereinigten Staaten zur Heranbildung neuer Generationen von Technologen und technologischen Managern vorrangige Anstrengungen
für die Ausbildung von Personen vor, die für den Bedarf der Entwicklungsländer
geeignete Technologien entwickeln, abgrenzen und anwenden können. Hierzu
Folgendes:
- Die Ausbildung kompetenter Manager künftiger Technologien sollte Hauptziel des vorgeschlagenen internationalen Industrialisierungsinstituts und
des Internationalen Energieinstituts sein.
- Die Vereinigten Staaten ihrerseits werden Universitäten, Forschungsinstitute und Ausbildungsschulen der Industrie in den Vereinigten Staaten ermutigen, besondere Institute und Studienpläne für die technologische Ausbildung
in den Entwicklungsländern einzurichten; wir werden ihre Schwesterinstitutionen in den Entwicklungsländern unterstützen. Wir laden andere Industriestaaten ein, sich uns bei diesen Bemühungen anzuschließen.
- Schließlich schlagen die Vereinigten Staaten die Entwicklung geeigneter Anreize und Maßnahmen vor, um die Abwanderung hochspezialisierter Arbeitskräfte aus den Entwicklungsländern zu unterbinden. Denn wenn die ausgebildeten
Technologiemanager ihre Heimatländer verlassen, so haben die Entwicklungsländer
keinen Nutzen mehr von ihnen„
In diesem Zusammenhang wird die amerikanische Regierung die Bildung eines
technologischen Korps fördern, das, was Organisation und Tätigkeit anbetrifft,
unserem Verwaltungskorps entsprechen wird. Es wird sich hier um eine private,
gemeinnützige Organisation handeln, zu der Wirtschaftsunternehmen und Universitäten hochspezialisierte Fachkräfte abstellen würden, die über besondere Erfahrungen in der Leitung wissenschaftlicher und technischer Programme verfügen. Sie werden mit den einheimischen Arbeitskräften bei bestimmten Entwicklungsprojekten zusammenarbeiten und an ihrer Ausbildung mitwirken.
Das

- 29-

�Das vierte Element unserer Initiative betrifft den Prozeß des Transfers
vorhandener Technologien, der wirksamer und gerechter werden soll.
In den Industriestaaten sind neue Technologien in erster Linie im privaten Wirtschaftssektor anzutreffen. Private Unternehmen sind am ehesten in der
Lage, Management, Technologie und Kapital als zusammengehöriges Ganzes zur
Verfügung zu stellen. Um diesen Beitrag zu ermöglichen, müssen Industriestaaten wie auch Entwicklungsländer ein für einen technologischen Transfer förderliches Klima schaffen,, Die Vereinigten Staaten empfehlen die Entwicklung
freiwilliger Richtlinien, die die Bedingungen und Normen des technologischen
Transfers festlegen und die einen ordnungsgemäßen Transfer von Technologien
ermutigen, erleichtern und optimal gestalten sollen.
Die vorgeschlagene Internationale Ressourcenbank bietet ebenfalls Möglichkeiten, die Fähigkeit der Entwicklungsländer auf dem Gebiet des technologischen Managements zu stärken und dadurch den technologischen Transfer zu
fördern. In dem tri-lateralen Abkommen zwischen dem Gastland und der Internationalen Ressourcenbank würde der ausländische Investor in der Regel Management und Technologie zur Verfügung stellen. Das Investmentprojekt könnte im
beiderseitigen Einvernehmen die Verpflichtung für einen schrittweisen Transfer eines Teiles der Technologie an das Gastland nach Auslaufen des Abkommens
einschließen und das Entwicklungsland so schneller in die Lage setzen, solche
Technologien selbst zu verwalten.
Der Fluß von Technologien in die Kanäle des Welthandels kann durch restriktive Praktiken umgeleitet werden. Einige Praktiken könnten den technologischen Transfer direkt einengen; darüber hinaus könnten dort, wo ein technologischer Transfer erfolgte, restriktive Bestimmungen für den Handel mit
technologischen SpezialProdukten die Vorteile dieses Transfers für andere begrenzen. Die Vereinigten Staaten schlagen vor, daß die internationale Aufmerksamkeit auf den gesamten Bereich dieser Praktiken gelenkt wird

mit dem

Ziel ihres Abbaus oder ihrer Beseitigung.
Das

�Das fünfte Element des amerikanischen Programms ist die Festsetzung von
Zielen, die vor und während der jetzt für das Jahr 1979 vorgeschlagenen Konferenz der Vereinten Nationen über Wissenschaft und Technologie für die wirtschaftliche Entwicklung erreicht werden sollen. Die Vereinigten Staaten unterstützen nachdrücklich diese Konferenz und ihre Ziele. Die Vorbereitungen
für diese Konferenz bieten den Industriestaaten wie auch den Entwicklungsländern eine große Chance, ihre Verantwortung für die Weitergabe und Anwendung
von Technologien zu überprüfen.
Zur Beschleunigung unserer Vorbereitungen werden die Vereinigten Staaten
im kommenden Jahr auf einer nationalen Konferenz unsere besten Wissenschaftler
aus Universitäten, Stiftungen und Privatunternehmen zusammenbringen. Ihre
Aufgabe wird es sein, den weiten Rahmen der technologischen Fragen zu erörtern,
die für die Entwicklungsländer von Interesse sind. Man wird sie bitten, zur
Mobilisierung der amerikanischen Ressourcen beizutragen, um den Entwicklungsländern bei der Deckung ihres Forschungsbedarfs zu helfen. Man wird sie ermutigen, detaillierte amerikanische Vorschläge für die von mir erwähnten Konferenzen und Institute auszuarbeiten.
Wir empfehlen ferner, daß die OECD-Länder vordringlich die Möglichkeiten
eines größeren Beitrages aller Industriestaaten prüfen, um die Probleme des
technologischen Transfers zu lösen.

Dieses fünf Punkte-Programm verkörpert die umfassendsten Anstrengungen,
die von den Vereinigten Staaten jemals unternommen wurden, um die Aufgabe zu
meistern, die Technologie für die wirtschaftliche Entwicklung nutzbar zu
machen. Wir hoffen, daß die UNCTAD-Konferenz diese Initiativen ernsthaft
prüft. Wir bitten um Ihre Ideen und Vorschläge. Durch gemeinsames Vorgehen
können wir dafür sorgen, daß unser technologisches Zeitalter die Lebensqualität aller Völker in einer Weise verbessern wird, wie sie frühere Generationen
sich niemals erträumt haben.
Zahlungsbilanzen
- 31 -

�Zahlungsbilanzen und Schuldenproblemr

Die weitgehend durch die höheren ölpreise verursachten steigenden Importkosten und die aufgrund der Rezession in den Industriestaaten zurückgegangenen
Exporterlöse haben noch nie dagewesene internationale Zahlungsbilanzschwierigkeiten ausgelöst. Obwohl eine weltweite wirtschaftliche Wiedererholung eingesetzt hat, werden sich zahlreiche Länder in diesem Jahr hartnäckigen Defiziten
gegenübersehen.
Es müssen große institutionelle Anstrengungen unternommen werden, wenn
diese Länder ernste Rückschläge bei ihren Importen und daraus resultierende
Rückgänge ihres Wirtschaftswachstums vermeiden sollen. Folgende drei Gebiete
sind hier vorrangig:
- Wir müssen sicherstellen, daß der Fluß von Geldern für Entwicklungsprojekte weder verringert noch aufgrund kurzfristiger wirtschaftlicher Probleme
abgeleitet wird. Darüber hinaus muß die langfristige Finanzierung erhöht und
ihre Qualität verbessert werden.
- Wir müssen die privaten Märkte in die Lage versetzen, weiterhin eine
wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Entwicklungskapital zu spielen. Denn
für zahlreiche Länder ist der Fluß privaten Kapitals die Hauptquelle für die
Entwicklungsfinanzierung und wird es auch weiterhin sein.
- Wir müssen darauf achten, daß die Binnenwirtschaftspolitik aller Länder
gesund ist. Sie darf nicht einen ungebührlichen Druck auf die Zahlungsbilanzpositionen ausüben, indem unnötig Schulden angehäuft werden. Wir müssen den
Ländern besondere Aufmerksamkeit schenken, die nicht in der Lage sind, kritische Schuldenprobleme zu vermeiden.
Erstens: Der Fluß von Ressourcen. Die ungeheuren Anstrengungen, die seit
der 7. Sondersitzung gemacht worden sind, um eine ausreichende Zahlungsbilanz-

�Zahlungsbilanzfinanzierung für die Entwicklungsländer sicherzustellen, haben
uns sehr ermutigt. Besonders wichtig war die Ausweitung der Kreditfazilitäten
des Internationalen Währungsfonds. Diese Anstrengungen sollten mit sicherstellen, daß eine ausreichende Zahlungsbilanzfinanzierung auf einer kumulierenden Basis für die Entwicklungsländer zur Verfügung steht.
Krisenkredite können jedoch kein Ersatz für eine wirksame und qualitativ
hochwertige Auslandshilfe sein. Obwohl der größte Teil der Auslandshilfe der
Vereinigten Staaten und der anderen Geberländer zu äußerst entgegenkommenden
Bedingungen gewährt wird, kann noch viel zur Verbesserung der Qualität des
Flusses an Ressourcen getan werden. In vielen Fällen wird die Wirkung der
Hilfe in bezug auf Finanzierung und Entwicklung durch ihre Bedingungen eingeschränkt: ein Beispiel ist die Bindung der Hilfe «n nn schaffungskäufe im Geberland, die ihren Wert herabsetzen kann. Die Vereinigten Staaten werden daher den OECD-Entwicklungshilfeausschuß auffordern, Vereinbarungen für die
gegenseitige Aufhebung von Bindungen der Entwicklungshilfeauszuarbeiten.
Zweitens: Privatkapital. Bei zahlreichen Entwicklungsländern, vor allem
solchen, die sich mitten in ihrem Industrialisierungsprozeß befinden, wird der
Hauptteil des Entwicklungskapitals von privaten Stellen zur Verfügung gestellt.
Von den 35 Milliarden Dollar an Zahlungsbilanzdefiziten der nichl CT produzierenden Entwicklungsländer war fast die Hälfte über private Kapitalflüsse
finanziert worden. Ohne diesen Beitrag wären die Folgen dieses Mammutdefizits
nicht mehr zu bewältigen gewesen. Der IWF/IBRD Entwicklungsausschuß prüft geT
genwärtig ein weites
eld von Maßnahmen, um sicherzustellen, daß die internationalen Kapitalmärkte weiterhin großzügig dem Bedarf der Entwicklungsländer
entsprechen.
Weiter sind die Verhandlungen über die Wiederauffüllung der Mittel der
Internationalen Finanzierungsgesellschaft (IFC), die wir auf der 7. Sondersitzung vorgeschlagen hatten, wesentlich vorangekommen. Die IFC prüft derzeit
aktiv den amerikanischen Vorschlag für einen internationalen Investmenttrust,
der Portfolio-Kapital für Investitionen in einheimischen Unternehmen mobili-

- 33 "

�mobilisieren soll. Die Vereinigten Staaten unterstützen diese Bemühungen
nachdrücklich.
Drittens: Schuldenprobleme. Zahlreiche Länder müssen bei der Finanzierung ihrer Defizite zu kurzfristigen Kapital aufnahmen im Ausland schreiten.
Die Belastung durch die Schuldenbedienung wächst; verschiedene Länder haben
ernste Schwierigkeiten, ihren Schuldenverpflichtungen nachzukommen.
Eine allgemeine Umschul düng ist nicht die Lösung. Dadurch würde die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmerländer auf den privaten Kapitalmärkten untergraben. Durch Bindung der Schuldenfinanzierung werden die wesentlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern verwischt und wird verhindert, daß die
am meisten bedürftigen Länder entsprechend berücksichtigt werden. Das wäre
auch nicht fair gegenüber den Ländern, die einschneidende politische Maßnahmen zum Abbau ihrer Verpflichtungen ergriffen haben.
Das Schuldenproblem muß in Relation zu der spezifischen Position und
dem spezifischen Bedarf jeden einzelnen Landes gesehen werden. Die Vereinigten Staaten sind bereit, den Ländern, die am meisten unter

Schuldenbedie-

nungsproblemen zu leiden haben, durch dem jeweiligen Fall angemessene Maßnahmen zu helfen. Die Verfahren müssen für den Geldgeber und für den Schuldner
in gleicher Weise annehmbar sein. Ein Kreditorenklub könnte ein flexibles Instrument für Verhandlungen sein.
Zur Stärkung des Rahmens für die Verhandlungen zwischen Debitoren und
Kreditoren haben die Vereinigten Staaten vorgeschlagen, daß die Schaffung
eines geeigneten Gremiums vereinbart wird, das die Probleme bei akuten Finanzierungs-und Schuldenbedienungsschwierigkeiten auf Seiten der Entwicklungsländer prüfen soll. Es sollte seine Empfehlungen noch in diesem Jahr vorlegen.
Die

34 -

�Die ärmsten Länder
Die Bedürfnisse vieler Entwicklungsländer sind groß; die besonderen Bedürfnisse der ärmsten Länder aber sind gewaltig. Diese Konferenz hat eine
kollektive moralische Verantwortung, auf diese Herausforderung zu reagieren.
Wir müssen erhebliche Anstrengungen auf die Verbesserung der Programme für
die ärmsten Länder verwenden und dort, wo dies notwendig ist, neue Programme
aufstellen, weil die ärmsten Länder ohne ausreichende Hilfe zu fortgesetzter
Armut und Hilflosigkeit verurteilt wären. Wir müssen den Zustrom von Ressourcen verstärken, die Bedingungen hierfür verbessern und qualitativ mehr bieten.
Die Hilfe muß zu günstigeren Bedingungen gewährt werden, weil die ärmsten
Länder per definitionem nicht in der Lage sind, den Schuldendienst zu
leisten, es sei denn, man räumt ihnen äußerst günstige Sonderbedingungen
ein.
Der Zustrom von Ressourcen nach den ärmsten Ländern muß von den Restriktionen bezüglich der Lieferquelle und der Finanzierung örtlicher Kosten befreit werden, die die Planung von Projekten verzerren, Ressourcen vergeuden
und eine übermäßige Verwendung importierter Ausrüstungen verursachen.
Der IWF-Treuhandfonds, der nunmehr errichtet wird, dürfte die unmittelbaren Zahlungsbilanzprobleme der ärmsten Länder erheblich lindern.
Bei längerfristiger Betrachtung ist eine beträchtliche Aufstockung der
Mittel der Internationalen Entwicklungsgesellschaft eine dringende Notwendigkeit. Die Vereinigten Staaten werden ihrer Verpflichtung gegenüber dieser
wichtigen Quelle zur Vergabe von Hilfe wie immer nachkommen. Wir erwarten
großzügige Unterstützung dieser wichtigen Institution auch von Seiten der
OPEC-Länder.
Somit haben die Vereinigten Staaten bereits eine Reihe von Schritten
unternommen, die Hilfsbedürftigsten unter den Ländern zu unterstützen. Wir
werden noch mehr tun:
- Um
- 35-

�- Um den dringendsten Bedürfnissen der Sahel-Region Genüge zu tun, beteiligen wir uns aktiv an den

Beratungen des Club des

Amis du Sahel. Darüber

hinaus haben wir vorgeschlagen, umgehend eine Studie über die Methoden anzustrengen, nicht nur der Dürre entgegenzuwirken, sondern die Wasserknappheit
durch Mobilisierung der Wasser der großen afrikanischen Ströme zu beseitigen,
um die Hilfe nicht zu verewigen, sondern grundlegende Reformen einzuleiten.
- Der amerikanische Kongreß hat bereits einen Beitrag von bis zu 200
Millionen Dollar für den Internationalen Fond zur Entwicklung der Landwirtschaft bereitgestellt; wir warten nunmehr auf die Bevollmächtigtenkonferenz,
die für Juni zur Unterzeichnung dieser Vereinbarung einberufen wurde; und
wir fordern andere Länder dringend auf, ihrerseits einen großzügigen Beitrag
zu leisten, damit das Ziel, die Aufbietung von 1 Milliarde Dollar, erreicht
wird.
- Wir haben im Rahmen unseres Auslandshilfegesetzes die Befugnis erhalten, alle örtlichen Kosten für Hilfsprojekte in den am wenigsten weit entwickelten Ländern zu finanzieren, sofern dies für ihren Erfolg notwendig ist.
- 70 Prozent unserer bilateralen Entwicklungshilfe sind nunmehr für Länder mit einem Bruttosozialprodukt von 300 Dollar pro Kopf oder weniger "3serviert. Was die Länder angeht, deren Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt unter 500
Dollar liegt, setzen wir uns nachdrücklich für den Vorschlag ein, ihren Anteil an den nichtrückzahlbaren Zuschüssen aus dem Entwicklungsprogramm der
Vereinten Nationen auf über 80 Prozent zu erhöhen. Ein Drittel hiervon wiederum
sollte den am geringsten entwickelten Länder innerhalb dieser Kategorie zugutekommen.
- Wir verpflichten uns, unsere Anstrengungen zur Entwicklung integrierter Systeme für die wichtigsten kommunalen Gesundheitsdienste zu verstärken.
Hierzu gehören ärztliche Betreuung, Familienplanung, Informationen über richtige Ernährung sowie der Einsatz örtlich ausgebildeter medizinischer Hilfskräfte.
- Auf

�-

Auf der Seerechtskonferenz, die gegenwärtig in New York stattfindet,

haben die Vereinigten Staaten einen detaillierten Vorschlag unterbreitet, demzufolge Einkünfte aus dem Abbau von Lagerstätten der Tiefsee und aus der Ausbeutung anderer Meeresressourcen unter der Völkergemeinschaft - unter der besonderen Berücksichtigung der ärmsten Länder - aufgeteilt werden sollen.
Das sind erhebliche Anstrengungen. Sie müssen jedoch auch von einer Verbesserung der Bedingungen der bilateralen Hilfe für die ärmsten Länder begleitet sein. Zu diesem Zweck schlagen die Vereinigten Staaten vor, daß sich
alle Geberländer darauf einigen, die gesamte Entwicklungshilfe an die relativ
am wenigsten fortgeschrittenen Länder auf der UNCTAD-Liste in der Form von Zur
Schüssen zu gewähren.
Die amerikanische Regierung wird den Kongreß um die Vollmacht ersuchen,
die gesamte Entwicklungshilfe an die ärmsten Länder auf dieser Basis gewähren
zu dürfen. Sie besitzt bereits die Vollmacht, einen Teil der Rückzahlungsverbindlichkeiten aus unseren Krediten gemäß Public Law 480 unter gewissen Bedingungen in nichtrückzahlbare Zuschüsse umzuwandeln. Zusammen werden diese
beiden Schritte den Anteil solcher Zuschüsse an unseren bilateralen Hilfsprogrammen

merklich steigern.

Menschliches Leid und menschliche Not sind keine Fragen der Ideologie
oder der Blockpolitik. Sie berühren die elementaren Bedürfnisse des Menschen
und die grundlegenden Gebote universeller moralischer Werte. Wir dürfen hier
nicht versäumen, unsere Pflicht zu tun.

Schlußfolgerungen:

- 37-

�Schlußfolgerungen

Herr Präsident, Herr Generalsekretär, hochverehrte Delegierte: Wirtschaftliche Entwicklung ist eine Aufgabe mit vielen Dimensionen. Wie unterschiedliche Standpunkte wir untereinander auch immer einnehmen mögen, die Vereinigten Staaten sind der Überzeugung, daß eine Reihe von Schlußfolgerungen
klar hervorgetreten sind:
- Entwicklung ist ein Unterfangen, dessen Anstrengungen zu gegenseitiger
Stärkung führen. Die Unterscheidung zwischen entwickelten und in Entwicklung
begriffenen Ländern ist nicht permanent.
Entwickelte Länder gedeihen dann am sichersten und machen dann die größten Fortschritte, wenn die internationale Wirtschaft kräftig und stetig
wächst. Wenn die Vereinigten Staaten sehen, wie sich andere Länder entwickeln
und industrialisieren, fühlen sie sich in ihrem Vertrauen in das Weltwirtschaftssystem und in die eigene wirtschaftliche Zukunft bestärkt. Anhaltendes
Wachstum und anhaltende Entwicklung machen es notwendig, daß wir kooperativ
zusammenarbeiten.
Entwicklung erfordert gemeinsame Verantwortung. Die internationale Zusammenarbeit kann nicht einseitig sein. Die Stärke der Industriestaaten muß als
ein Treuhandgut zum Fortschritt aller angesehen werden; die Entwicklungsländer
schaden sich selbst, wenn sie diese Stärke durch künstliche Verknappungen,
Kartelle, Embargos oder willkürliche Enteignungen schwächen. Gleichzeitig
haben die Industriestaaten eine Verpflichtung, alles zu tun, was in ihren
Kräften steht, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Unsere
diesbezüglichen Anstrengungen müssen die Sorgen und die Beiträge aller Länder
berücksichtigen: der Industriestaaten wie auch der Entwicklungsländer, der
Erzeuger- wie der Verbraucherländer, der Länder in Ost und West, der Länder
in Nord und Süd.
Entwicklung

- 38 -

�Entwicklung ist ein Prozeß des ''andels und der Neuerung. Er muß nicht
nur einer sich rasch verändernden Technologie Rechnung tragen, sondern auch
der Evolution politischer Auffassungen. Die alten Beziehungen von Geber- und
Empfängerländer werden von den Empfängern in zunehmendem Maße als paterna1 istisch und anachronistisch empfunden;

sie können auch einigen Ländern,die

seit langer Zeit als Geber fungieren, als eine einseitige Last erscheinen.
Wir müssen einen neuen Geist der Zusammenarbeit erwecken, der sich auf
der Selbstachtung und der souveränen Gleichheit aller Nationen gründet. Jedes
Land muß seinen Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung finden, der es ihm gestattet, seine Selbstachtuno und seine Identität, seine Kultur und seine
ideologischen Neigungen beizubehalten. Wirtschaftliche Entwicklung als solche aber ist keine Funktion der Ideologie - sie muß vielmehr praktische Lösungen und den Geist der internationalen Zusammenarbeit in sich vereinen. Sie
erwächst nicht aus Doktrinen der Konfrontation und nicht aus der Ausbeutung
der Verzweiflung.
Entwicklung ist ein menschliches Unterfangen. Es sind die Tüchtigkeit
und die Anstrengungen von Individuen, die die Entwicklung zu einer Realität
machen, und sie sind es auch, die ihre eigentlichen Nutznießer sind. Unser
erstes Ziel ist die Gewährleistung eines Minimums an den Lebensnotwendigkeiten - Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf - und die Beseitigung
von menschlichem Leid und von Monotonie, von Krankheiten mit bleibenden Schäden, von Unwissenheit und von erzwungener Knechtschaft durch Dritte. Somit
muß die Entwicklung über das reine überleben hinausgreifen und Chancen für
Bildung, größere persönliche Freiheit und die Würde und Selbstachtung des
Individuums schaffen. Schließlich muß die Entwicklung auch die Qualität des
Lebens erfassen: die Würde des Individuums, seine persönliche Freiheit und
die Gleichheit der Chancen aller ohne Ansehen von Rasse, Religion, Geschlecht
oder politischer Überzeugung.
Herr

- 39 -

�Herr Präsident, die Größe der vor uns liegenden Aufgaben wird ein bisher
unbekanntes Maß an internationaler Zusammenarbeit erforderlich machen. Keine
Nation kann für sich allein mit den gegebenen Schwierigkeiten fertig werden
- und nur gemeinsam können alle Nationen meistern, was als eine unausweichliche weltweite Herausforderung historischen Ausmaßes zu betrachten ist.
Wir sehen uns jedoch nicht mit einem Übermaß an negativen Vorzeichen und
auch nicht mit unüberwindlichen Hindernissen konfrontiert. Es steht in unserer
Macht, in unserer Generation ein Maß an wirtschaftlichem Fortschritt zu erreichen, das ohnegleichen in der gesamten Erfahrung der Menschheit da steht.
Noch in jedem Zeitalter haben Männer und Frauen größere Prosperität und
mehr Gerechtigkeit und Würde angestrebt. Dennoch gab es in der Vergangenheit
immer wieder Rückschläge: die Geschichte verzeichnet ein Übermaß an Not und
Verzweiflung.

Unser Zeitalter ist das erste, in dem wir die Wahl haben, es

anders zu machen. Und wir müssen diese Wahl treffen.

Sofern wir Erfolg haben, wird man sich dieses Jahrzehnts als eines Wendepunktes in der wirtschaftlichen und politischen Evolution des Menschen erinnern.
Die neuen Institutionen und Mechanismen, die wir schaffen, könnten als die Bausteine der internationalen Zusammenarbeit angesehen werden, die das Gemeinschaftsgefühl der Welt gestärkt haben. Die sich hieraus für den Weltfrieden
und für die wirtschaftliche Zusammenarbeit ergebenden Implikationen sind gewaltig.
Die Vereinigten Staaten gehen von der Überzeugung aus, daß Moral und praktische Interessen in dieselbe Richtung weisen, nämlich in die Richtung auf
ein von Hingabebereitschaft diktiertes gemeinschaftliches Unterfangen.
Wenn man uns in kooperativem und realistischem Geiste entgegenkommt, sind
wir bereit, unsere nationalen Kapazitäten zur Unterstützung einer historischen
Ausweitung der Wirtschaft und Entwicklung auf der gesamten Welt anzubieten.
Somi t
•

- 40 -

i

—

—

�Somit wollen wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Laßt uns dieser
Aufgabe die Priorität eines mit allen Mitteln der Außenpolitik anzustrebendes
Zieles einräumen. Laßt uns über der Sache stehen, aber gleichzeitig wollen wir
uns davor hüten, daß unser Streben nach dem Ideal die Verwirklichung des
tatsächlich Erreichbaren blockiert. Laßt uns zu einer Einigung über praktische Schritte kommen, die das Los unserer Mitmenschen verbessern. Wir schulden
unserem Volk Taten, nicht Schlagworte; Ergebnisse, nicht schöne Reden.
Die Vereinigten Staaten strecken jenen die Hand entgegen, die mit uns den
Weg in eine menschlichere und reichere Zukunft einschlagen wollen. Wir müssen
diesen Weg gemeinsam gehen, und wir müssen auf dieser Konferenz einen weiteren
Schritt auf ihm gehen.
Ich danke Ihnen.

XXX

- 41 -

�' amerika dienst
United

States

5 3 Bonn

Bad

T e l : 89

3240

Information

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Telex:

Information

300

08-85432

8/1976

MIT ENERGIE SPARSAMER WIRTSCHAFTEN
US-Energiebehörde ERDA fordert Maßnahmen für rationelleren Verbrauch

- (AD) - Wichtiger als alle kurzfristigen Programme, die die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von Importöl verringern sollen, ist nach Ansicht von ERDA-Chef Dr. Robert Seamans die rationellere und sparsame Verwendung von Energie. Unter diesem Gesichtspunkt wurde der Nationale Energieplan, den die amerikanische Energie-Forschungs- und Entwicklungsbehörde ERDA
Ende Juni 1975 veröffentlichte, noch einmal überarbeitet und teilweise revidiert. Die neue Fassung liegt nunmehr dem US-Kongreß zur Stellungnahme vor.
Industrie, Bauwesen, Verkehrswesen sowie Produktion und Verbrauch von
elektrischem Strom seien, wie Dr. Seamans auf einer Pressekonferenz in
Washington erklärte, die wichtigsten Sektoren für ein wirksames Sparprogramm,
das schon in den nächsten fünf Jahren den öl bedarf um ca. 140 000 Tonnen pro
Tag, bis zum Jahr 2000 sogar um 1,4 Millionen Tonnen täglich, reduzieren
könnte.

Bei der Neuorientierung der kurzfristigen Programme ergäben sich wei-

tere Vorteile dadurch, daß die Umweltbelastung und der Kapitalbedarf geringer
wären und die Technologien, die schon in kurzer Zeit Energie einsparen helfen
könnten, nicht erst neu entwickelt werden müssen.

Somit würden für das kurz-

fristige Programm auch weniger Staatsgelder benötigt.

Der ERDA-Plan hebt im

einzelnen hervor:
Industrie

-1 -

�Industrie - Diese verbraucht gegenwärtig 40 Prozent der gesamten amerikanischen Energieproduktion.

Der Nutzeffekt des Energieverbrauchs könnte aber

um mehr als 30 Prozent erhöht werden, wenn der Anwendungsbereich bestimmter
Technologien erweitert würde.

Darunter fällt in erster Linie die Anwendung

von Wärmepumpen zur Reduzierung des Verbrauchs an Primärenergie, von Turbogeneratoren zur Stromerzeugung aus der Abwärme von Aluminium- und Glasschmelzöfen,
Methoden der Übertragung und der Speicherung von Wärmeenergie für Versorgungssysteme innerhalb der Industrie, Hochtemperatur-Isolierung sowie der Einsatz
von Rekuperatoren und Regeneratoren zur Speicherung von Abwärme.
Der Energieverbrauch der Industrie könnte auf diese Weise so rationell
gestaltet werden, daß bis 1985 Einsparungen möglich würden, die 250 000 bis
400 000 Tonnen öl pro Tag entsprächen.
Bauwesen - Energie im Äquivalent von weiteren 400 000 Tonnen öl pro Tag
könnten durch Schalenbauweise und verbesserte Isolierung, Ventilation, Heizund Klimatechnik sowie eine effektivere Müll Verwertung bis zum Jahr 1985 eingespart werden.

Gegenwärtig beanspruchen in den USA kommerzielle Bauten und

Wohnbauten allein schon 28 Prozent der Energieproduktion.
Verkehrswesen - 31 Prozent der gesamten amerikanischen Energieproduktion
werden 1m Transport- und Verkehrswesen verbraucht.

Auch auf diesem Sektor

wären bis 1985 Einsparungen in der Größenordnung von 72 000 - 100 000 Tonnen
öl/Tag möglich, wenn z.B. durch spezielle Blechverkleidungen an schweren Lastkraftwagen und zwischen den Güterwagen der Eisenbahn der Luftwiderstand beim
Fahren verringert würde.

Die PS-Leistung von Personenwagen ließe sich erhöhen,

wenn bei der Formgebung und Ausstattung die Strömungsverhältnisse stärker als
bisher berücksichtigt würden und man auf Verzierungen, die Fahrenergie kosten,
verzichtete.

Außerdem sollte sich die Autoindustrie um eine Gewichtsreduzierung

bei Motoren bemühen .
Kraftwerke und Stromverbrauch

- Hier sind sowohl in bezug auf die Bean-

spruchung von Landflächen und Kapital als auch den Bedarf an Betriebsenergie
- 2 -

�Betriebsenergie Einsparungen möglich.

Sie könnten im letztgenannten Fall

das Äquivalent von 215 000 Tonnen öl pro Tag erreichen, wenn verbesserte Ausrüstungen für Kraftwerke und für den Stromtransport verwendet würden, Elektrogeräte effektiver arbeiteten und der Verbraucher sparsamer mit Strom umginge.
Die Bemühungen um eine intensivere Nutzbarmachung der reichen amerikanischen Kohlevorkommen, den Ausbau der Atomkraft, den Einsatz von Sonnenenergie
und Erdwärme und die Erschließung der ölschiefervorkommen gehen weiter. Jedoch
sei, so Dr. Seamans, erst nach 1985 mit der großtechnischen Produktion von
synthetischen Brennstoffen aus Kohle und Ölschiefer und mit der verstärkten
Nutzung von Sonnenkraft zum Heizen und Kühlen, von Erdwärme sowie von Abwärme
zu rechnen. Auf weite Sicht jedoch, d.h. gegen Ende dieses Jahrhunderts und
später, müßten immer stärker erneuerungsfähige Energiequellen herangezogen
werden - Brutreaktoren, Fusionsreaktoren sowie Sonnenenergie, die über Wind-,
Heiz- und Lichtkraftwerke zur Stromerzeugung genutzt wird. Dann dürfte man
auch soweit sein, die thermische Energie der Meere und Wasserstoff für die
Energieerzeugung einzusetzen.
Die Atomkraftwerke, die in den USA heute in Betrieb sind, haben eine
Gesamtkapazität von 39,6 Millionen eKW. Der ERDA-Plan sieht vor, bis zum
Jahr 2000 die nukleare Kapazität auf 450 Millionen bis 800 Millionen eKW auszuweiten. Die Verwirklichung dieses Programms hängt jedoch von der Lösung einer
Reihe von Problemen ab - u.a. einer genaueren Erfassung der amerikanischen Uranvorkommen, der Ausweitung der Kapazität zur Urananreicherung und der Entwicklung verbesserter Verfahren zur Fabrikation und Aufarbeitung von Kernbrennstoff
sowie zur Endlagerung der radioaktiven Abfallprodukte.

+ + + + +

- 3 -

�a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 32

8/1976

INTERNATIONALE VERPACKUNGS-FACHMESSE IN USA

— ( A D ) - - Vom 25. bis 29. Oktober 1976 findet in Chicago, Illinois, die "USA
National Packaging Week International Exposition And Assembly" statt. Die
Veranstaltung gehört zu den führenden Fachmessen auf dem Gebiet der Verpakkungstechnologie und umfaßt nahezu alle wichtigen amerikanischen Hersteller
von Verpackungsmaschinen und Packmitteln- Sie ist entstanden aus dem Zusammenschluß der "PMMI-Pack Expo" und der "Ama National Packaging Exposition",
die früher von den einschlägigen Fachverbänden getrennt durchgeführt wurden.
Ungefähr 450 Aussteller werden auf der neuen vergrößerten Messe auf
einer Fläche von mehr als 100 000 Quadratmetern über 2 000 Verpackungs- und
verpackungsverwandte Maschinen zeigen. Hinzu kommt ein vollständiges Sortiment von Verpackungsmaterialien. Während der Ausstellung werden führende Vertreter der amerikanischen Verpackungsindustrie und deren Organisationen Fachvorträge halten, die sich mit den Problemen, Möglichkeiten und dem neuesten
Stand der Verpackungstechnologie in den USA befassen. Die Veranstaltung konzentriert sich in der Hauptsache auf die Interessen und Bedürfnisse aller Verpacker von Lebensmitteln, Getränken, Konsumgütern, Pharmazeutika und industriel
len Erzeugnissen.
Vertreter

�Vertreter des amerikanischen Handelsministeriums stehen auf der Messe
ausländischen Besuchern zur individuellen Beratung zur Verfügung. Auf Wunsch
können Werksbesichtigungen in Chicago und der näheren Umgebung arrangiert
werden. Im Auftrage des amerikanischen Handelsministeriums bereiten die Botschaft der Vereinigten Staaten in Bonn und die U.S. Generalkonsulate in der
Bundesrepublik in Zusammenarbeit mit dem "American Express"-Reisebüro in
Bremen eine Gruppenreise zum Besuch dieser Fachmesse vor. Interessenten werden gebeten, sich wegen weiterer Einzelheiten an ihren Fachverband, ihre zuständige Industrie-und Handelskammer oder direkt an das American ExpressReisebüro, Am Wall 128-134, 2800 Bremen 1, zu wenden.

XXX

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Hintergrundmaterial

Postfach 300

T e I e x : 0 8 - 8 54 32

8/1976
UN-KONFERENZ "HABITAT"
Fernziel: Menschenwürdiger Lebensraum für die Erdbevölkerung

VANCOUVER — ( A D ) — Unter Beteiligung von 2 000 Delegierten der Regierungen von
135 Ländern tagt vom 31. Mai bis 11. Juni 1976 in Vancouver (Kanada) die UNKonferenz "Habitat". Die Veranstaltung ging aus der ersten Umweltkonferenz
der Vereinten Nationen vom Jahre 1972 in Stockholm hervor. Programm und Aufgabenstellung für "Habitat" ("Menschliches Siedeln", wie der Titel der Tagung
in der deutschen Fassung lautet) kristallisierte sich jedoch erst nach den UNKonferenzen über Bevölkerungs- und Nahrungsprobleme im Jahre 1974 sowie der
Konferenz über Frauenrecht und Probleme der Frau im Jahre 1975 heraus. Es
war nicht einfach, die vielschichtigen und regional so unterschiedlichen Nöte
und Themenstellungen unter dem Generalnenner "Habitat" zu vereinigen. Dem
kleinen Organisationsstab unter der Leitung von Generalsekretär Enrique
Panalosa (Kolumbien) ist es jedoch gelungen, ein Programm auszuarbeiten, das
zur Ausgangsbasis für die "Verbesserung der Lebensqualität im Dasein des einzelnen und der Gemeinde, in Dorf und Stadt, in jeder Nation und geographischen Region" werden könnte.
Der Beitrag der Vereinigten Staaten basiert auf dem Bericht Präsident
Fords von 1976 über "Wachstum und menschliche Entwicklung". Ein wesentlicher
Teil befaßt sich mit Wohnen und Wohnungsbeschaffung, mit dem Einsatz von
Satelliten für Aufgaben des täglichen Lebens, mit Geburtenkontrolle und der
Erschließung ländlicher Regionen. Niemand erwarte, wie ein Sprecher der US-

- 1 -

�US- Delegation betonte, daß "Habitat" schwerwiegende Probleme über Nacht zu
lösen vermöchte. Die USA vertrauen jedoch darauf, daß die Konferenz den Menschen in aller Welt die jeweiligen Situationen der anderen klar und eindringlich vor Augen führt und wichtige Anregungen gibt.
Das Dasein in einem menschenwürdigen Lebensraum zu verbringen,wird künftig ein Problem von immer größerer Bedeutung sein. Denn überall in der Welt
strömen die Menschen vom Lande in die Städte - mit seinen riesigen Landmassen
steht selbst Afrika jetzt vor dieser Situation. Elendsviertel, Jugendkriminalität, Verbrechen, Armut und Entwurzelung der Menschen sind zwangsläufig die
Folge, wenn eine Integration nicht möglich ist. Deshalb ist es so wichtig, die
daraus resultierenden Aufgaben in der Gesamtschau zu analysieren und anzugehen
und,wie die bekannte amerikanische Anthropologin Margaret Mead fordert, "die
bisher praktizierte Aufsplitterung zu beenden... Umwelt, Hunger, Übervölkerung,
unwürdiges Wohnen, Benachteiligung der Frauen, Kinderelend - alle diese Probleme dürfen nicht einzeln betrachtet werden".

In einem von Generalsekretär Penalosa ausgearbeiteten Deklarationsentwurf
sind die Arbeitsgrundsätze für "Habitat"

und die geplante künftige Zusammen-

arbeit internationaler Institutionen nach den Vorschlägen einer Expertengruppe
zusammengefaßt. Ein Hauptziel der Konferenz ist es, Vorschläge für wirksame
nationale Maßnahmen zu finden, die die spezielle Situation in den einzelnen
Ländern und Regionen berücksichtigen. Zur Dokumentation "Habitat" werden 121
Länder u. a. mit eigener Präsentation von Kurzfilmen und Diapositiv-Serien
aus ihrer Sicht beitragen.

XXX

- 2 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8009">
              <text>12.05.1976</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8010">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8011">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14283">
              <text>Amerikadienst 12.05.1976</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14284">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kissinger umreißt Programm zur Lösung der Nord-Südprobleme&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des US-Außenministers auf der Welthandelskonferenz am 6. Mai 1976 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Mit Energie sparsamer wirtschaften&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Energiebehörde ERDA fordert Maßnahmen für rationelleren Verbrauch -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Internationale Verpackungs-Fachmesse in USA&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;UN-Konferenz "Habitat"</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
