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Dokumentation

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22

5. November 1975

Inhalt

DOKUMENTATION:
Ford gibt Veränderungen seines Kabinetts bekannt
- Erklärung des Präsidenten auf der Pressekonferenz am 3. November 1975
Präsident Ford unterstreicht Bedeutung der Vereinten Nationen
- Auszüge aus der Rede am 30. Oktober 1975 in San Franzisko -

I*

INFORMATION:
Risiken durch Kernreaktoren für die Öffentlichkeit minimal
US-Studie über die Unfallgefahren beim Betrieb von Kernkraftwerken

WIRTSCHAFT:
Pariser Ministerkonferenz über wirtschaftliche Zusammenarbeit soll
Nord-Süd-Dialog vertiefen
Von John J. Harter
Nukleare Exporte der USA wieder auf Vorjahreshöhe
- Auszüge aus der Rede des NRC-Mitgliedes Victor Gilinsky in Stockholm

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Wasserstoff greift Hautkrebs an
Neuartige Therapie im Tierversuch erprobt
Mit der Radarsonde auf Erdgassuche

Um

Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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22/1975

FORD GIBT VERÄNDERUNGEN SEINES KABINETTS BEKANNT
- Erklärung des Präsidenten auf der Pressekonferenz am 3. November 1975 -

WASHINGTON - (AD) - President Ford hat auf einer Pressekonferenz am 3. November 1975 wesentliche Veränderungen seines Kabinetts bekannt gegeben. Die
einleitende Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

"Ich habe heute abend mehrere Ankündigungen zu machen.

Erstens, hinsichtlich der Außenpolitik und der nationalen Sicherheit:
Sie werden sich erinnern, daß ich, als ich im August vor einem Jahr Präsident
wurde, zu erkennen gab, das nach meiner Überzeugung es entscheidend wichtig
war, in der amerikanischen Außenpolitik Stabilität und Kontinuität zu gewährleisten.

Ich habe damals nach meinem Gewissen die Entscheidung getroffen,

auf dem wichtigen Gebiet der nationalen Sicherheit keine personellen Änderungen
vorzunehmen.

Ich habe jedoch auf dem Gebiet der Innenpolitik eine Reihe be-

deutsamer Änderungen im Kabinett vorgenommen.

Wir haben jetzt mit Erfolg unsere Verbündeten davon überzeugt, daß die
Vereinigten Staaten angesichts jeder Bedrohung unseres nationalen Interesses
fest stehen werden, und unsere potentiellen Gegner davon überzeugt, daß Amerika
aktiv nach Wegen suchen wird, um die Kriegsdrohung zu verringern.
Ich
- 1 -

�. Ich gebe daher heute abend eine Reihe personeller Veränderungen bekannt,
die nach meiner Überzeugung die Administration auf dem wichtigen Gebiet der
nationalen Sicherheit stärken werden.
Ich habe die Absicht, Donald Rumsfeld als meinen neuen Verteidigungsminister zu nominieren.

Er hat mit Auszeichnung als Kongreßabgeordneter des

Staates Illinois, als Direktor des Amtes zur Sicherung des wirtschaftlichen
Fortkommens, als Direktor des Lebenshaltungskostenrates und als Botschafter
bei der NATO gedient.

Seit einem Jahr steht er an der Spitze meiner Berater

im Weißen Haus und ist Mitglied meines Kabinetts.

Er verfügt über die Erfah-

rung und die Fähigkeiten, die notwendig sind, damit unser Land eine Verteidigungskapazität aufrechterhalten kann, die hinter der keines anderen Landes
zurücksteht.
Ich möchte noch ein besonderes Wort zu James Schlesinger sagen.

Die

Nation steht bei Verteidigungsminister Schlesinger in einer tiefen Schuld
der Dankbarkeit für seine fähigen Dienste an unserem Lande als Vorsitzender
der Atomenergiekommission, als Direktor des CIA und als Verteidigungsminister.
Henry Kissinger hat mit Auszeichnung als Außenminister und als mein Berater für Fragen der nationalen Sicherheit gedient.
Außenminister Kissinger wird seinen Posten als Berater des Präsidenten
aufgeben, um seine ganze Zeit seinen Aufgaben als Außenminister widmen zu
können.
Brent Scowcroft, der drei Jahre lang in fähiger Weise als stellvertretender Berater des Weißen Hauses tätig gewesen ist, wird auf den Posten des
Beraters des Präsidenten für Fragen der natioanlen Sicherheit aufrücken.
Seit einem Jahr hat George Bush die Vereinigten Staaten in der Volksrepublik China vertreten.

Er hat große Fähigkeiten als Kongreßabgeordneter und

als Botschafter bei den Vereinten Nationen bewiesen.

Ich habe die Absicht, Bot-

�Botschafter Bush als Direktor des Zentralamtes für Aufklärung (CIA) zu nominieren.
Der CIA ist eine der wichtigsten Einrichtungen unseres Landes.

In den

letzten Monaten ist er in den Mittelpunkt einiger Kontroversen gerückt.

In

dieser schwierigen Zeit hat Bill Colby als Direktor des CIA in der Zusammenarbeit mit dem Kongreß hervorragendes geleistet, um etwaige Mißbräuche herauszufinden und abzustellen, die in der Vergangenheit aufgetreten sein könnten,
und gleichzeitig eine wirksame Aufklärungskapazität im Ausland aufrechterhalten.
Richard Cheney, der erfolgreich als stellvertretender Berater tätig gewesen ist, wird an die Stelle von Don Rumsfeld als Berater des Präsidenten
treten und wird die Aufgabe der Koordinierung des Stabes des Weißen Hauses
übernehmen.
Auf einem ganz anderen Gebiet habe ich noch eine weitere Personal Veränderung bekanntzugeben.
Vor einigen Wochen teilte mir Handelsminister Rogers Morton mit, daß er
Anfang des nächsten Jahres den Umfang seiner Tätigkeiten einschränken und
seinen gegenwärtigen Posten zur Verfügung stellen möchte, um in das Privatleben zurückzukehren.
Rogers Morton hat sich im Kongreß und auf zwei Kabinettsposten fast
fünf Jahre lang große Auszeichnung erworben. Er hat die Achtung aller Amerikaner gewonnen. Er ist mir lange Jahre ein enger persönlicher Freund gewesen.
Ich bin für seine wertvollen Dienste zutiefst dankbar und werde ihn auch in
Zukunft um Unterstützung bitten.
Elliot Richardson wird von mir als Handelsminister nominiert werden.

Als

fähiger früherer Verteidigungsminister, Minister für Sozialwesen und Justizminister ist Richardson gegenwärtig als Botschafter unseres Landes in Groß-

�Großbritannien tätig.

Ich weiß, daß er auf seinem neuen Posten hervorra-

gendes leisten wird.
Ich hoffe, daß der Senat meine Nominierungen für die Posten, die einer
Bestätigung bedürfen, rasch bestätigen wird." .

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22/1975

PRÄSIDENT FORD UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DER VEREINTEN NATIONEN
- Auszüge aus der Rede am 30. Oktober 1975 in San Franzisko -

SAN FRANZISCO - (AD) - Präsident Ford hat am 30. Oktober 1975 in einer
Rede in San Franzisko erneut die große Bedeutung der Vereinten Nationen für
die Erhaltung des Weltfriedens unterstrichen, deren Charta in San Franzisko
ausgearbeitet wurde und vor 30 Jahren in Kraft getreten ist. Nachfolgend
die wichtigsten Teile der Rede des amerikanischen Präsidenten im Wortlaut:
In diesem Monat ist es 30 Jahre her, daß die in San Franzisko ausgearbeitete Charta der Vereinten Nationen in Kraft trat. Diese Charta legte in
feierlicher Form fest, daß die Völker der Vereinten Nationen entschlossen
waren, "den Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der
Menschlichen Persönlichkeit,an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen ..."
Das amerikanische Volk baut fest auf diese Prinzipien, und wir haben
in der seither verstrichenen Generation große Hoffnungen in die Vereinten
Nationen gesetzt.

Die Vereinigten Staaten sind stets in den Vereinten Na-

tionen für die Verteidigung dieser Prinzipien eingetreten.
Anfang September fand die siebte Sondersitzung der Vollversammlung über
das Thema wirtschaftliche Entwicklung und weltweite Zusammenarbeit statt. Die

�4,
Die Vereinigten Staaten haben auf dieser Sitzung entschlossen eine führende
Rolle übernommen.

Wir haben klar gemacht, daß die Ausübung wirtschaftlichen

Druckes und Versuche der wirtschaftlichen Erpressung niemals Erfolg haben
würden.

Vielmehr sind, wenn irgend ein Land, ob reich oder arm, seine auf

Fortschritt und Wohlstand gerichteten Ziele erreichen will, Realismus und
eine kooperative Einstellung der einzig mögliche Weg hierzu.
In diesem Geiste haben die Vereinigten Staaten eine Reihe konstruktiver
und realistischer Vorschläge unterbreitet, an deren Verwirklichung andere
Nationen verantwortlich mitwirken würden.

Und unsere Vorschläge bildeten

die Basis für die Empfehlungen, die schließlich am Ende dieser Sondersitzung
von der Völkergemeinschaft der Welt angenommen wurden.

Dies war ein außer-

gewöhnliches Beispiel für vernünftige Verhandlungen, erzielte Übereinstimmung
und praktisches Handeln.
Es hat andere, ermutigende Entwicklungen gegeben. Der Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen hat kürzlich das Mandat der UN-Sicherheitstruppe auf
Sinai bei einem Minimum an Debatten und Schärfen erneuert.
Dieser Truppe kommt für die Erhaltung des Friedens und für unsere Bemühungen um weiteren Fortschritt auf diplomatischem Wege eine entscheidende
Bedeutung zu.
Die ursprüngliche Rolle der Vereinten Nationen bei der Wahrung des Friedens hat heute eine noch größere Bedeutung als jemals zuvor. Daher sind wir
beunruhigt über konkrete Bestrebungen und Aktionen in diesem Weltgremium.
Wir haben Stimmabgaben nach Blöcken, einseitige Resolutionen und Verletzungen
der fairen Verfahren und Prinzipien der UN-Charta erlebt. Wir haben Versuche
erlebt, sich in die Angelegenheiten von Puerto Rico einzumischen, den klar
zum Ausdruck gebrachten Willen der Bevölkerung von Puerto Rico zu mißachten.
Und wir haben es erlebt, daß ein Ausschuß der Vereinten Nationen in einer Abstimmung den Zionismus als eine Form des Rassismus bezeichnet.
Die

�Die Vereinigten Staaten haben durch Außenminister Kissinger und Botschafter Moynihan klar gestellt, daß diese Resolution die notwendige Kampagne
der Vereinten Nationen gegen die Rassendiskriminierung untergräbt und die
entscheidend wichtige Rolle der Weltorganisation als Schlichter im Nahen Osten
gefährdet.

Ich erhebe ernste Einwendungen gegen jede Maßnahme, die die Ver-

einten Nationen als wirksames Forum zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten schwächt.
Die Vereinigten Staaten verurteilen diese Resolution schärfstens und
werden sich dafür einsetzen, daß sie abgelehnt wird, sobald sie vor die Vollversammlung kommt.
Die Charta der Vereinten Nationen bietet eine Norm für die fundamentale
Überzeugung, daß die Vielfalt der Prinzipien und Anschauungen respektiert
werden muß. Wir glauben hieran und werden unsere Werte und Prinzipien in
den Vereinten Nationen ohne jede Apologie verteidigen. Wir werden uns konstruktiv an den Beratungen und Maßnahmen der Vereinten Nationen beteiligen
- und wir wünschen, daß man uns in diesem gleichen Geiste begegnet. Dies
ist mein Standpunkt und ich glaube, daß das amerikanische Volk dem zustimmt.
Anfang dieser Woche hatte ich mehrere wichtige Zusammenkünfte mit dem
ägyptischen Präsidenten Sadat.

Sein Besuch - das erste Mal, daß ein

ägyptischer Präsident in die Vereinigten Staaten gekommen ist - stellt eine
äußerst bedeutsame neue Entwicklung auf außenpolitischem Gebiet dar.
Wenn die Vereinigten Staaten sich Sorge um den Nahen Osten machen, so
geschieht dies weil es sich hier um eine Sache von lebenswichtiger Notwendigkeit handelt und uns keine andere Wahl bleibt.

Der Nahe Osten ist ein

strategisch wichtiger Teil der Welt und die Quelle eines bedeutenden - und
ständig wachsenden - Teiles unserer Energieversorgung sowie der Energieversorgung Westeuropas und Japans. Wir wollen unsere freundschaftlichen Beziehungen zu den rund 150 Millionen Menschen der arabischen Welt aufrecht erhalten und verbessern und wir haben, was den Fortbestand und die Sicherheit
- 3 -

�Sicherheit Israels anbetrifft, eine fundamentale moralische Verpflichtung.
Der Krieg vom Oktober 1973 und das ölembargo haben uns gezeigt, daß ein
Konflikt im Nahen Osten sich rasch ausbreiten und internationale Auswirkungen
zeitigen kann.

Wenn wir daher Erfolg bei unseren Bemühungen um einen Beginn

des Prozesses von Friedensverhandlungen haben, so wird damit den lebenswichtigen Interessen unseres Landes gedient und gleichzeitig ein Beitrag zum
Wohlstand der Völker des Nahen Ostens sowie zum Weltfrieden geleistet.
Das jüngste Sinai-Abkommen zwischen Ägypten und Israel wird die Dynamik
dieses auf den Frieden gerichteten Prozesses erhalten.

Es liegt ein langer,

harter Weg vor uns, der zahlreiche Gefahren birgt, aber ich werde mit dem
fortfahren, was sich vielleicht einmal als eine der bedeutsamsten Leistungen
der amerikanischen Außenpolitik im Verlauf einer Generation erweisen wird.
Wir Amerikaner schreiben gegenwärtig ein Kapitel der Weltgeschichte,
auf das wir stolz sein können.
Wenn ich mich so in der Welt umsehe, dann stelle ich fest, daß unsere
Bündnisse mit der atlantischen Gemeinschaft und mit Japan sich in einem besseren Zustand befinden als zu irgend einer Zeit in den letzten 10 Jahren.
Unsere Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen ist vernünftig, wirksam und wird
ständig verbessert. Aber die Zusammenarbeit der Verbündeten geht heute weit
über die Verteidigung hinaus - sie geht so weit, die neuen Gebiete der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor einzuschließen - und jetzt finden intensive
Konsultationen statt, um unsere wirtschaftliche Wiedergesundung zu beschleunigen.
In zwei Wochen werde ich in Paris die führenden Staatsmänner der großen
Industriestaaten der freien Welt auf einem wirtschaftlichen Gipfeltreffen
sehen.

Wenn wir alle unsere Politik für eine wirtschaftliche Wiedergesundung

aufeinander abstimmen, so werden unsere Anstrengungen eine sich verstärkende
Wirkung haben und uns allen nützen.
Die

�Die Stärke und die Solidarität der freien Welt ist meines Er^chtens
die einzige Basis, um einen Abbau der Spannungen mit unseren kommunistischen
Widersachern zu erreichen.

Nicht wir wollen die Konfrontation.

Aber ich

habe klar gestellt, daß wir unter meiner Administration eine nationale Verteidigung aufrecht erhalten werden, die hinter keiner anderen zurücksteht
- und ich werde den Verteidigungshaushalt gegen alle gefährlichen und schlecht
beratenen Kürzungen verteidigen.

Ich habe ferner klar gestellt, daß wir auf

eine Herausforderung entschlossen antworten werden.

Wenn wir unsere wirtschaftliche und militärische Stärke beibehalten,
dann werden wir auch über eine zuverlässige Grundlage für praktisch durchführbare Maßnahmen verfügen, um bei den Verhandlungen mit den kommunistischen
Ländern unsere Interessen wahrzunehmen.
Wir unterhalten bei gegenseitiger Achtung stabile Beziehungen zur Volksrepublik China.

Mein Besuch in diesem Jahr wird eine unmißverständliche De-

monstration der Kontinuität unserer Bezeihungen auf der Grundlage der Prinzipien des Kommuniques von Shanghai sein.

Mit der Sowjetunion werden wir weiter auf praktisch durchführbare Abkommen hinarbeiten, wo sie unseren beiderseitiger, Interessen dienen - als
eine Straße in beiden Richtungen,

über SALT werden wir ein ausgewogenes und

zuverlässiges Abkommen über eine Begrenzung der strategischen Rüstungen auf
beiden Seiten aushandeln.

Es wird sich an das Prinzip der Gleichheit halten.

Ich will ein gutes Abkommen; wenn es etwas länger dauert, um ein gutes Abkommen auszuhandeln, dann werde ich diese Zeit darauf verwenden.

Ich möchte

mich nicht in künstlich geschaffene Terminschwierigkeiten hineindrängen lassen ...

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RISIKEN DURCH KERNREAKTOREN FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT MINIMAL
US-Studie über die Unfall gefahren beim Betrieb von Kernkraftwerken

WASHINGTON - (AD) - Die Gefahr, infolge eines Reaktorunfalls ums Leben
zu kommen, ist für eine Person, die selbst in unmittelbarer Umgebung eines
Kernkraftwerks lebt, weitaus geringer als die Wahrscheinlichkeit, bei einem
Flugzeugabsturz oder durch einen Blitzschlag getötet zu werden.
Dies ist eines der Ergebnisse einer neuen Untersuchung, die von der
amerikanischen Regierung über die mit dem Betrieb von Atomkraftwerken verbundenen Risiken durchgeführt wurde. Die Studie kommt ganz allgemein zu
dem Schluß, daß diese Risiken weitaus geringer sind als die, denen sich der
Mensch sonst durch Naturereignisse oder die konventionelle Technik ausgesetzt sieht.
Die Studie wurde von der Nuklearen Aufsichts- und Kontrollbehörde der
USA (Nuclear Regulatory Commission - NRC) nach dreijährigen Vorarbeiter und
Analysen am 30. Oktober veröffentlicht. An ihr hat ein Team von 60 amerikanischen Wissenschaftlern und Ingenieuren aus staatlichen und privater Instituten unter der Leitung von Professor Norman C. Rasmussen von der Abteilung
für Kernreaktortechnik des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mitgewirkt.
Aufgrund
- 1 -

�Aufgrund ihrer Untersuchungen kommen die Wissenschaftler zu folgenden
Ergebnissen:
- Daß Unfälle im Zusammenhang mit einem Kernkraftwerk zum Tode führen,
ist zehntausendmal weniger wahrscheinlich als bei sonstigen Unfällen in unserer modernen Welt.
- Unfälle im nichtnuklearen Bereich der technischen Welt, bei denen ein
vergleichbarer bedeutender materieller Schaden entsteht, sind rund 1000 mal
wahrscheinlicher als Atomkraftwerksunfälle.
Die Ergebnisse der Studie stützten sich auf Vergleiche zwischen den in
Betrieb befindlichen Atomkraftwerken und der Häufigkeit von Unfällen im nichtnuklearen Bereich, wie beispielsweise:

Autozusammenstöße, Schäden durch

Feuer und Hitzeeinwirkung, Unfälle durch Ertrinken, durch Schußwaffen, Flugzeugabstürze, Stromstöße, Blitzschlag und Wirbel stürme.
In der Untersuchung wird darauf hingewiesen, daß die nuklearen Risiken
nur geschätzt werden können, da es bisher noch keinen Reaktorunfall gegeben
habe, bei dem bedeutendere Mengen radioaktiver Substanzen freigesetzt wurden.
Nach den Schätzungen des Berichts ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein
Amerikaner durch einen Kernreaktorunfall getötet wird, 1 zu 5 Milliarden.
Im Vergleich dazu beträgt die Wahrscheinlichkeit durch einen Wirbelsturm ums
Leben zu kommen 1 zu 2,5 Millionen; durch Blitzschlag getötet zu werden
1 zu 2 Millionen; bei einem Flugzeugunglück zu sterben 1 zu 100 000; bei
einem Sturz sein Leben zu verlieren 1 zu 10 000 und in einem Autounfall umzukommen 1 zu 4000.
.

Bei seinen Berechnungen geht die Studie von einem Personenkreis aus, der
innerhalb von rund 40 km Entfernung von einem Kernreaktor lebt, sowie von der
Annahme, daß 100 Reaktoren in Betrieb sind. Zur Zeit gibt es in den Vereinigten Staaten 56 Reaktoren zur Kraftstromerzeugung.
Die

�Die Möglichkeit, daß jemand durch einen nuklearen Unfall gesundheitliche Schäden davonträgt, ist nach Angaben der Studie nicht größer als
1 zu 75 Millionen pro Jahr.

Bei einer gesundheitlichen Schädigung dieser

Art würde es sich im schlimmsten Falle um einen Langzeiteffekt einer Schildrüsenerkrankung handeln, die aber rechtzeitig diagnostiziert und erfolgreich
behandelt werden kann.
Entgegen der weitverbreiteten Meinung können Atomkraftwerke nicht "explodieren".

Die einzige Möglichkeit, wie größere Mengen radioaktiver Sub-

stanz aus dem Reaktor entweichen könnten, wäre bei überhitzung des Reaktorkerns und Schmelzen der Brennstäbe.
Um diese Gefahr auszuschließen, sind die Reaktoren durch eine Reihe von
Sicherungs- und Kontrol1 Systemen geschützt, die die Anlage vor überhitzung bewahren.
Nach Angaben der Studie, wäre es äußerst unwahrscheinlich, daß alle
diese Präventivsysteme zusammen und zu gleicher Zeit ausfallen sollten.
Ein großer Teil der in dieser Studie angewandten Methoden zur
einschätzung"

"Risiko-

sind in jahrzehntelanger Arbeit durch entsprechende Abteilungen

des amerikanischen Verteidigungsministeriums und des amerikanischen Bundesamtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) entwickelt worden.
In einer Stellungnahme zu der Studie sagte der Vorsitzende der NRC,
William A. Anders: "Sie bestärkt die NRC in ihrer Überzeugung, daß ein Kernkraftwerk, wenn es entsprechend den umfassenden Ausführungsverordnungen der
NRC entworfen, konstruiert und betrieben wird, einen angemessenen Schutz für
die öffentliche Gesundheit und Sicherheit sowie die Umwelt gewährt." Der
Bericht stelle nach Anders Worten ein "wohlfundiertes und beeindruckendes
Werk dar."
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22/1975

PARISER MINISTERKONFERENZ ÜBER WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
SOLL NORD-SÜD-DIALOG VERTIEFEN
Von John J. Harter

WASHINGTON - (AD) - Die für den 16. Dezember 1975 in Paris geplante
zwei- bis dreitägige Ministerkonferenz über internationale wirtschaftliche
Zusammenarbeit wird Gelegenheit bieten, den auf der 7. Sondersitzung der
Vollversammlung der Vereinten Nationen im September dieses Jahres eingeleiteten Dialog weiterzuentwickeln und zu vertiefen.
Außenminister Kissinger, der selbst die Leitung der amerikanischen Delegation auf dieser Konferenz übernehmen will, wird die inzwischen in der
amerikanischen Wirtschaftspolitik gegenüber den Entwicklungsländern eingetretenen Entwicklungen erläutern. Und seine Ministerkollegen aus den 26
anderen Ländern werden ihre Ansichten zu den Maßnahmen darlegen, die in den
kommenden Monaten und Jahren zur Verbesserung der kooperativen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Industriestaaten, den erdölexportierenden Ländern
und den Entwicklungsländern ergriffen werden könnten.
Die Konferenz wird voraussichtlich vier neue internationale Ausschüsse
einsetzen, denen jeweils hohe Ministerialbeamte aus 15 Ländern angehören
sollen:

Energieausschuß, Rohstoffausschuß, Entwicklungsausschuß und Aus- 1 -

�Ausschuß für Finanzfragen.

Die allgemeinen Richtlinien für diese vier Aus-

schüsse sind bereits von Vertretern der Industriestaaten, der Entwicklungsländer und der erdölexportierenden Länder auf einer Vorkonferenz vereinbart
worden, die vom 13. bis 16. Oktober in Paris stattgefunden hat. Auf dieser
Vorkonferenz wurde jedoch ebenfalls vereinbart, daß jeder Ausschuß jede von
einem seiner Mitglieder vorgeschlagene spezifische Frage erörtern kann. Jeder Ausschuß wird selbst seine Tagesordnung, sein Arbeitsprogramm sowie den
Zeitplan hierfür festlegen:

aber alle vier Ausschüsse werden parallel zu-

einander vorgehen und bei ihren Beratungen der von den anderen drei Ausschüssen geleisteten Arbeit Rechnung tragen.
Die vier Ausschüsse werden, nachdem die Minister die auf der Oktobersitzung des Vorbereitungsausschusses erarbeiteten Vorschläge gebilligt haben,
einer zweiten Ministerkonferenz, die in etwa einem Jahr zusammentreten soll,
über ihre Arbeit berichten.

Von amerikanischer Regierungsseite werden die

Ziele, die in dem jetzt beginnenden neuen Dialog angestrebt werden, wie folgt
umrissen:
- Suche nach allseits akzeptable Mittel zur Lösung weltweiter wirtschaftlicher Probleme, wie zum Beispiel die hohen, das Wirtschaftsgefüge
zerrüttenden öl preise;
- Erreichung einer stärkeren Integration aller nationalen Volkswirtschaften, auch der Volkswirtschaften der erdölerzeugenden Länder, in internationale Finanz- und Handelssysteme;
- Ermutigung der Länder mit wachsendem Wohlstand und wachsendem wirtschaftlichem Einfluß, auch einen entsprechenden Teil der Verantwortung für
ein internationales Wirtschaftswachstum und wirtschaftliche Stabilität zu
übernehmen;
- Einleitung gemeinsamer Anstrengungen der erdölerzeugenden Länder und
der Industriestaaten zur Unterstützung der Entwicklungsländer, damit diese
- 2 -

�diese ihre ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden können;

- Beschleunigung der bereits laufenden Bemühungen um eine Lösung der
Rohstoffprcbleme.

Gegen Ende der Sitzung des Vorbereitungsausschusses hatten die Vereinigten Staaten eine Liste von Fragen zirkulieren lassen, von denen sie
glauben, daß sie von den vier Ausschüssen erörtert werden sollten.

Für eine

Erörterung im Energieausschuß waren unter anderem folgende Punkte vorgeschlagen worden:

- Energiebedarf und Angebot unter Berücksichtigung des Fortschrittes
der Weltwirtschaft;
- Sicherste!lunc der Versorgung und des Absatzes bei Erdöl und Erdölprodukten;

- Zusammenarbeit zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern
zwecks Steigerung der Energieversorgung.

Von amerikanischen Regierungsstellen wird darauf hingewiesen, daß es
kein anderes internationales Forum gibt, in dem Industriestaaten, Entwicklungsländer und erdölerzeugende Länder zusammenkommen können, um die technischen Aspekte solcher Fragen gemeinsam objektiv zu erörtern.

Und Außen-

minister Kissinger hat in seiner Rede auf der 7. Sondersitzung der UN-Vollversammlung betont, daß

"die Frage der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor

nach Ansicht der Vereinigten Staaten bei den bevorstehenden Gesprächen zwischen Verbrauchern und Erzeugern ganz an der Spitze der Tagesordnung stehen
muß".

Die Vereinigten Staaten, so führte er weiter aus, würden zum Beispiel

die Gründung eines Internationalen Energieinstituts vorschlagen,

"das In-

dustriestaaten und Entwicklungsländer, Verbraucher und Erzeuger gerade bei
dem Problem der Energiegewinnung zusammenbringt".

Die
- 3 -

�Die anderen drei Ausschüsse werden sich mit Fragen befassen, die auch
in anderen internationalen Gremien erörtert werden.
- Der Rohstoffausschuß wird beispielsweise Fragen der Rohstoffversorgung, einschließlich der Lebensmittelversorgung, sowie des internationalen
Handels mit solchen Rohstoffen, die für die Entwicklungsländer von besonderem
Interesse sind, und etwaige internationale Abkommen hierüber erörtern.
- Der Entwicklungsausschuß wird unter anderem eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zwischen Industriestaaten, Entwicklungsländern und
erdölerzeugenden Ländern anstreben mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum in
den Niedrigeinkommenländern zu beschleunigen.
- Der Ausschuß für Finanzfragen wird alle Finanzprobleme prüfen, die
sich aus der Arbeit der drei anderen Ausschüsse ergeben; dabei wird er auch
die anderen internationalen Finanzgremien, wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank, gestellten Aufgaben einkalkulieren.
Der Staatssekretär für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Charles W. Robinson, der die US-Delegation auf der Sitzung des
Vorbereitungsausschusses leitete, sieht in diesen vier Ausschüssen "in
erster Linie Ausstrahlungszentren", die für die Arbeit anderer, bereits bestehender Institutionen richtungsweisend sein und ihnen neuen Auftrieb geben können, bestimmte Aufgaben weit wirksamer zu lösen.
Der Erfolg der Gespräche, die erst auf der Ministerkonferenz und dann
in den vier neuen Ausschüssen fortgeführt werden, hängt nach Auffassung
amerikanischer Regierungskreise davon ab, daß alle Teilnehmer eine konstruktive und kooperative Haltung einnehmen. "Wir stehen unter dem Zwang, diesen
Prozeß erfolgreich zum Abschluß zu bringen", so erklärte ein hoher amerikanischer Beamter, "und wir glauben, daß die anderen Teilnehmer von der gleichen Auffassung ausgehen werden".
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22/1975

NUKLEARE EXPORTE DER USA WIEDER AUF VORJAHRESHÖHE
- Auszüge aus der Rede des NRC-Mitgliedes Victor Gilinsky in Stockholm -

WASHINGTON - (AD) - Nach verschieden^ ichen Verzögerungen Anfang dieses
Jahres verläuft das Lizenzierungsverfahren für nukleare Exporte der USA jetzt
wieder normal, so daß die Gesamtausfuhr nuklearer Brennstoffe aus den Vereinigten Staaten 1975 den Stand des Vorjahres erreichen dürfte. Dies stellte
das Mitglied der Nuklearen Aufsichts- und Kontrollbehörde der USA (NRC)
Victor Gilinsky am 29. Oktober auf einer internationalen Konferenz über Reaktorbrennstoffe in Stockholm fest, deren wichtigste Teile wir im folgenden
wiedergeben:
Als die Nukleare Aufsichts- und Kontrollbehörde der USA (NRC) erstmalig
die ihr vom Gesetzgeber übertragene Verantwortung für Entscheidungen über
nukleare Exporte übernahm, führte die Notwendigkeit, ein amtliches Verfahren
für die Analyse und Fixierung der komplizierten, die Exportpolitik beeinflussenden Faktoren zu entwickeln, zu vorübergehenden Verzögerungen bei der
Ausstellung von Lizenzen.

Dies löste, da solche Verzögerungen bei einem

so wichtigen Lieferanten von nuklearem Material und nuklearen Ausrüstungen
auftraten, eine Welle von Besorgnis im Ausland aus.

Ich möchter hier unter-

streichen, daß diese Verzögerungen die Folge einer Anpassung der Verfahren
und nicht einer Unsicherheit in der Politik der amerikanischen Regierung
waren.

Die normalen Verfahren, die ich kurz umreißen möchte, sind jetzt

festgelegt worden, und die Gewährung von Exportlizenzen verläuft normal.
Trotz

�I
Trotz der langsameren Lizenzierung zu Anfang dieses Jahres kommen wir
mit der Bearbeitung der eingereichten Anträge rasch nach. Seit die NRC
vor neun Monaten ins Leben gerufen wurde, sind 23 große Lizenzen für die
Lieferung von Brennstoff für Kraftstromreaktoren genehmigt worden - in
erster Linie für Leichtwasser-Reaktoren in Westeuropa und in Japan.

Ich

rechne damit, daß die Brennstoffexporte zahlen- und tonnagemä'ßig etwa den
Gesamtausfuhren des letzten Jahres entsprechen werden.
Dennoch war diese Besorgnis im Ausland symptomatisch und unterstreicht,
wie wichtig es ist, sicherzustellen, daß unsere Handelspartner die Absichten
der USA verstehen, warum sie den US-Handel mit diesem immer lebenswichtigeren
Brennstoff kontrollieren.
Bei der Ausstellung von Exportlizenzen für solches Material und solche
Ausrüstungen läßt sich die NRC von einer seit langem bestehenden Politik der
USA leiten. Dieser Politik lag von Anbeginn an eine Entschlossenheit zu
Grunde, die Weiterverbreitung nuklearer Waffen zu verhindern, und gleichlaufend hiermit eine Verpflichtung, die Segnungen der friedlichen Atomtechnik mit anderen zu teilen ...
Die Besorgnis der USA bezüglich einer Weiterverbreitung nuklearer Waffen
führte bereits 1964 zur Vorlage amerikanischer Vorschläge für eine Kontrolle
der Atomenergie in den Vereinten Nationen.

Dagegen ist die Angst vor Dieb-

stahl oder Sabotage durch Terroristengruppen erst jüngeren Datums. Hier handelt es sich um ein Problem, dem gegenwärtig in den Vereinigten Staaten von
der Öffentlichkeit wie auch der Regierung große Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Man ist sich im klaren darüber, daß diese Gefahr nicht auf unsere eigenen
Grenzen beschränkt bleibt. Die große Bedeutung, die diesem Problem zukommt,
wird noch durch die wachsende Häufigkeit internationaler Terroristenakte
unterstrichen.
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Die Vereinigten Staaten arbeiten gegenwärtig zusammen mit anderen Ländern und dar Internationalen Atomenergiebehörde daran, eine strengere Politik
- 2 -

�Politik für den Schutz kritischer nuklearer Materialien und Einrichtungen
auszuarbeiten.

Die Möglichkeit nuklearer Verbrechen hat in der Tat zu

strengeren Bedingungen für die Ausfuhr aus den USA von Plutonium und hochgradig angereichertem Uran geführt ...
Die Gewährleistung eines ausreichenden physischen Schutzsystems ist
meines Erachtens ein Gebiet für eine allseitige Zusammenarbeit und Unterrichtung zwischen den verschiedenen Ländern. Ich kann keinen Grund dafür
sehen, warum die internationalen Bemühungen um eine wirksamere Politik
und wirksamere Programme zum Schutz der entscheidend wichtigen nuklearen
Materialien nicht auch von allen Ländern unterstützt werden sollten ...
Bei der Erzeugung von Kraftstrom aus Kernenergie handelt es sich nicht
länger mehr um eine neue und interessante Technologie, auf die wir die Aufmerksamkeit auf weltweiter Ebene hinzulenken suchen. Sie ist zu einem wirtschaftlichen und strategischen Machtfaktor geworden ...
Wir sollten uns klar darüber sein, daß wir bei der Erörterung von
Kontroll maßnahmen lediglich über einen Teil der Gleichung sprechen.

Letzt-

lich werden die souveränen Länder natürlich das tun, was sie als in ihrem
besten Interesse erachten.

Daher muß diese Gleichung auch die nationale Si-

cherheit und die lebenswichtigen wirtschaftlichen Interessen einschließen.
Es würde hier über den Rahmen hinausgehen, militärische Fragen als solche
zu erörtern.
Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, daß ein wichtiger Faktor,
der mit dazu beiträgt, ein Land in die Versuchung zu führen, sich nukleare
Waffen zu beschaffen, der ist, daß seine Nachbarn dies zu tun scheinen.
Wenn ein Land versucht, bei der Kernenergie autark und bei Brennstoff unabhängig zu werden, so kann dies leider bei seinen Nachbarn ernste Befürchtungen auslösen, daß seine Motive auch in die Richtung nuklearer Waffen
hinzielen.
Eine
- 3 -

�Eine solche Situation kann nur vermieden werden, wenn die am Handel
mit nuklearen Materialien beteiligten Länder, die Lieferanten wie die Empfänger, vereinbaren, bei ihren souveränen Rechten, vor allem auf dem recht
sensitiven Gebiet des nuklearen Brennstoffzyklus, Zurückhaltung zu üben.
Ich glaube, es könnte viel erreicht werden, wenn man sich nur auf den
dringenden Wunsch aller Länder konzentriert, die Versorgung mit Kernbrennstoff sicherzustellen.

Könnte nicht zum Beispiel eine gesicherte Versorgung

mit Kernbrennstoff, vielleicht durch eine gemeinsame Beteiligung am Brennstoffzyklus oder durch andere Garantien attraktiv genug sein, um vom Handel
mit eigenen und unabhängigen - aber gleichfalls auch gefährlichen - Einrichtungen für den Brennstoffzyklus Abstand zu nehmen?
.

Wie die Antwort auch ausfallen mag, die Aufgabe jetzt ist, unsere gemeinsamen Energieprobleme zu lösen und gleichzeitig dem Prozeß der Weiterverbreitung Einhalt zu gebieten. Vor allem müssen wir jene unverantwortliche Selbstgefälligkeit bei der Verbreitung von Kernwaffen vermeiden, die
sich so oft im Gewand einer fatalistischen Einstellung gegenüber dem Gang
des Weltgeschehens präsentiert.

+ + + + +

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22/1975

WASSERSTOFF GREIFT HAUTKREBS AN
Neuartige Therapie im Tierversuch erprobt

- (AD) - Im Tierversuch ist es Wissenschaftlern der Baylor-Universität
in Waco, (Texas) gelungen, Hautkrebs durch Behandlung mit Wasserstoffgas
unter hohem Druck zum Verschwinden zu bringen. Die Gasmischung bestand aus
97,5 Prozent Wasserstoff und 2,5 Prozent Sauerstoff. 10 Tage nach der Behandlung in der Oberdruckkammer hatten sich die rötlich-braunen Geschwülste
auf der Haut nackter, haarloser Mäuse schwarz verfärbt und begannen abzufallen. Es kam weder zu Neubildungen noch zu unerwünschten Nebenwirkungen
der Therapie. Dr. Malcolm Dole, der die Experimente leitete, vermutet, daß
die Hochdruckbehandlung mit Wasserstoff den Stoffwechsel und die Atmung der
Krebszellen beeinträchtigt. In Krebszellen laufen diese Prozesse anders ab
als in normalen Zellen. Die Wissenschaftler sind sich aber noch nicht darüber
im klaren, auf welche Weise der Wasserstoff die Hautkrebsgeschwülste zerstört.
Dies soll jetzt im Detail durch weitere Experimente und Untersuchungen geklärt werden. Nach Meinung Dr. Doles dürfte eine Wasserstofftherapie nicht
nur zur Behandlung von Hautkrebs, sondern auch von Lungenkrebs beim Menschen
Bedeutung gewinnen.

+ +++ +

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22/1975

MIT DER RADARSONDE AUF ERDGASSUCHE

- (AD) - Seit Anfang September 1975 kreuzt ein Radarflugzeug in ca.
11 000 m Höhe über den Appalachen. In den amerikanischen Bundesstaaten
Westvirginia, Kentucky, Ohio und Virginia sucht es Anzeichen dafür aufzuspüren, daß sich unter der Oberfläche vielleicht bisher unbekannte Erdgasblasen befinden.
Die Sondierung erfolgt mit Seitensichtradar, wobei die hochfrequenten
Radiowellen des Abtaststrahls im schrägen Winkel auf das Terrain auftreffen.
Die Echosignale erzeugen Bilder, die bestimmte Merkmale der Erdrinde an und
unmittelbar unter der Oberfläche besser erkennen lassen als reguläre Fotografien.

Sie können z.B. den Geologen Hinweise auf verborgene Risse und

Versetzungen oder andere, für Prospektionszwecke aufschlußreiche Informationen geben.

Sobald solche

''Indikatoren"

entdeckt werden, folgen einge-

hende Untersuchungen an Ort und Stelle.
Radarsondierungen vom Flugzeug aus wurden in Südamerika bei der kartographischen Aufnahme großer Regionen bereits mit Erfolg angewandt.

Dabei

wurden z.B. in Venezuela ausgedehnte Eisenerzlager und in Brasilien ein bis
dahin unbekannter, 370 km langer Flußlauf entdeckt, in dessen Uferwald Hölzer
im Wert von Millionen Dollar zu finden sind.

-l -

Amerikanische Wissenschaftler

�Wissenschaftler sind jetzt dabei, die ursprünglich von brasilianischen
Kollegen gemachte Zufallsentdeckung, daß Radaraufnahmen Rückschlüsse auf
Rohstoffvorkommen zulassen, zu einer Methode weiterzuentwickeln, die sich
speziell für die Erdgasexploration eignet.

+ + + + +

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ford gibt Veränderungen seines Kabinetts bekannt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des Präsidenten auf der Pressekonferenz am 3. November 1975 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Präsident Ford unterstreicht Bedeutung der Vereinten Nationen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rede am 30. Oktober 1975 in San Francisco -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Risiken durch Kernreaktoren für die Öffentlichkeit minimal&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Studie über die Unfallgefahren beim Betrieb von Kernkraftwerken&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Pariser Ministerkonferenz über wirtschaftliche Zusammenarbeit soll Nord-Süd-Dialog vertiefen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John J. Harter&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nukleare Exporte der USA wieder auf Vorjahreshöhe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rede des NCR-Mitgliedes Victor Gilinsky in Stockholm -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wasserstoff greift Hautkrebs an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Neuartige Therapie im Tierversuch erprobt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Radarsonde auf Erdgassuche&lt;br /&gt;</text>
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