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17

27. August 1975

Inhalt

WIRTSCHAFT:
Ford fordert mehr Investitionen und mehr Wettbewerb
-Auszüge aus der Rede des Präsidenten am 25. August in Chicago-

D0KUMENTATI0N:
Die Verpflichtung der Vereinigten Staaten
-Ansprache Kissingers an das amerikanische Volk-

HINTERGRUNDMATERIAL:
USA warnen vor Gefahren eines Umweltkrieges
-Vorbeugende Maßnahmen im Rahmen der Abrüstungsverhandlungen angestrebt-

Um

Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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17/1975

FORD FORDERT MEHR INVESTITIONEN UND MEHR WETTBEWERB
- Auszüge aus der Rede des Präsidenten am 25. August in Chicago CHICAGO --(AD)-- Für Anreize zur Belebung der Kapitalinvestitionen und einen
Abbau staatlicher Maßnahmen, die sich Wettbewerbshemmend auswirken können, hat
sich Präsident Ford am 25. August in einer Rede vor amerikanischen Industriellen in Chicago eingesetzt. Nur so ließen sich das wirtschaftliche Wachstum in
den USA beschleunigen und die wirtschaftlichen Idealvorstellungen der Amerikaner verwirklichen. Die wesentlichen Teile der Rede des Präsidenten haben folgenden Wortlaut:
Heute wird Amerika erneut aufgerufen, für den Fortschritt zu investieret ,
Risiken auf sich zu nehmen und Experimente einzugehen. Wir haben jedoch einer,
Wendepunkt erreicht. Entscheidungen müssen getroffen werden. Die Frage lautet
ganz einfach: Wie können wir sowohl die für ein wirtschaftliches Wachstum erforderlichen Investitionen wie auch die wichtigen Programme, die zur Lösung
humanitärer Probleme notwendig sind, finanzieren?
Heute stehen wir vor deir Problem, neue Arbeitsplätze schaffen zu müssen
-- mehr Arbeitsplätze als jemals zuvor. Obwohl die Arbeitslosenquote bei weitem
zu hoch ist, stehen heute 85 Millionen Amerikaner in Arbeit, 1,2 Millionen
mehr als noch im März. Bis 1980 müssen wir weitere 14 Millionen Arbeitsplätze
schaffen, um den Bedarf unserer wachsenden Bevölkerung zu decken. Dies ist
unser Ziel und es setzt einen sehr beträchtlichen wirtschaftlichen Fortschritt
voraus.

.... .r , . ,
Wirtschaft!icher

�Wirtschaftlicher Fortschritt ist stets davon abhängig, daß wir als Nation in der Lage sind, die Kapitalinvestitionen zu fördern und die Produktivität unserer Arbeiter zu steigern.
Der auf private Investitionen entfallende Teil unseres Bruttosozialproduktes muß in den kommenden Jahren wesentlich gesteigert werden, wenn wir unsere maximale wirtschaftliche Leistung erreichen sollen. Unser

Gesamtbedarf

an Investitionen ist verschiedentlich auf bis zu 4 Billionen Dollar

veran-

schlagt worden.
In dem Maße, wie unser Kapitalbedarf zunimmt, ist jedoch das Vermögen unserer Industrie zurückgegangen, die erforderlichen Gelder aufzubringen. Dies ist
einzig und allein darauf zurückzuführen, daß die Inflation die Bilanzen der
Gesellschaften in gefährlichem Maße ausgehöhlt hat und daß die Steuergesetze
keinerlei Anreiz zu solchen Investitionen bieten.
In kurzen Worten unsere finanziellen Möglichkeiten, die Produktion auszuweiten, nehmen ab. Dieser Rückgang beeinträchtigt die erforderliche Ausweitung
von Arbeitsplätzen und Einkommen und untergräbt unsere Möglichkeiten, der
Wettbewerb auf internationaler Ebene zu bestehen.
Ich bin zuversichtlich, wenn das amerikanische Volk dies erst einmal erkannt hat, dann wird es auch verstehen, daß Amerika eine Steuerpolitik braucht,
die dazu beiträgt, genügend Mittel für die Ausweitung unserer Produktionskapazitäten verfügbar zu machen.
Bei dem heutigen Niveau der Wirtschaftstätigkeit gibt es bei den Industrieanlagen keinerlei Engpässe..Aber die Wirtschaft unseres Landes läuft
auch nicht auf vollen Touren. Wir haben jedoch allen Grund zur Annahme, daß
dies künftig der Fall sein wird. Aber wir dürfen nicht zulassen, daß erneut
Engpässe und Verknappungen auftreten, wenn die Wirtschaft wieder in Schwung
kommt. Wir dürfen keine Bürger zur Arbeitslosigkeit verdammen, weil die für

�I
für den Wettbewerb auf den Weltmärkten erforderlichen modernen Hilfsmittel
fehlen.
Kapital ist von entscheidender Wichtigkeit für alle Teile unserer Wirtschaft, für die Ausweitung unserer Agrarerzeugung, für die Erschließung unserer einheimischen Energiequellen und Rohstoffvorkommen und damit die Verringerung unserer Abhängigkeit von Importen sowie für die Erhaltung und Verbesserung unserer Umwelt.
Diese Administration hat dem Kongreß Reformen vorgeschlagen, um die - wie
einige es nennen - "Kapitalbildung" durch steuerliche Anreize zu fördern. Ich
würde jedoch den Terminus "Schaffung von Arbeitsplätzen" vorziehen, denn genau
das sollen diese Vorschläge bewirken. Im Falle ihrer Annahme würden sie die
"ittel bereit stellen, damit die amerikanische Industrie mehr Arbeitsplätze
schaffen kann - einmal zum Beispiel durch Abbau der Doppelbesteuerung von
Dividenden...
»

Wir müssen das Volumen unseres Wirtschaftskuchens vergrößern und nicht
lediglich einzelne Stücke eines weitaus kleineren Kuchens neu verteilen.
Allein jedoch kann zusätzliches Kapital nicht die Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft und unseres freien Marktsystems bewirken. Wir müssen auch
Schritte unternehmen, um zur Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des
Marktes beizutragen - und ein wirksamer Wettbewerb ist der richtige Weg hierzu. Zu oft in der Vergangenheit hat unsere Regierung diesen Wettbewerb durch
Reglementierung der Wirtschaft zum Schaden der Verbraucher erstickt. Aus diesem Grunde strebt meine Administration - mit der starken Unterstützung des
Kongresses - eine grundlegende Reform der wirtschaftlichen Bestimmungen in den
Vereinigten Staaten an.
Das Problem ist: In zahlreichen Industrien - im Transportgewerbe, auf dem
Energiesektor, im Kommunikationswesen sowie auf anderen Gebieten - haben Bundesaufsichtsämter dem Wettbewerb entgegengearbeitet. Diese bürokratischen
Monopole haben die Wirtschaft viel zu lange in eine widersprüchliche Politik
und einen Paragraphendschungel verstrickt. Sie haben dem Verbraucher die
- 3 -

�die Kosten falsch ausgelegter Bestimmungen aufgehalst. ... Wir werden bei
weiterer Unterstützung durch die Öffentlichkeit den Trend der letzten Jahrzehnte umkehren. Wir werden folgende grundlegende Tatsachen des Wirtschaftslebens
zur nationalen Politik machen: daß eine staatliche Reglementierung kein Ersatz für einen dynamischen Wettbewerb ist. Diesen Worten möchte ich jedoch
hinzufügen, de" einige Bestimmungen notwendig und richtig sind - zum Beispiel,
was die Gesundheit, die Sicherheit und die Umwelt betrifft. Die von uns angestrebten Reformen würden jedoch die unangebrachten, die unnötigen und die
überholten Bestimmungen aufheben.
Im Rahmen dieser Bemühungen zur Sicherung eines starken Wirtschaftssystems
müssen wir eine Antitrustpolitik beibehalten, die unser Bekenntnis zu Wettbewerbsmä'rkten bekräftigt. Wenn wir die staatlichen Bestimmungen für die Wirtschaft abbauen, müssen wir eine nachdrückliche Einhaltung unserer Antitrustgesetze sicherstellen.
Der von staatlichen Bestimmungen befreite und durch Antitrustgesetze geschützte Wettbewerb ist die treibende Kraft unserer Wirtschaft. Er wird die
Kosten auf ein Minimum herunterdrücken und sicherstellen, daß die Preise nach
diesen Kosten kalkuliert werden. Doch durch solche Maßnahmen läßt sich das
Problem nur zum Teil lösen. Weit schwieriger ist dies auf Gebieten, die von
den Antitrustgesetzen nicht erfaßt werden. Es handelt sich hier um regulierende, legale Monopole und staatlich sarktionierte Kartelle...
•

&lt;

Wir müssen sicherstellen, daß die Reformen bei den regulierend eingreifenden Bestimmungen und die Antitrustmaßnahmen Hand in Hand mit den Anreizen zur
Wirkung kommen, die als Initial Zündung für Kapitalinvestitionen zur Schaffung
neuer Arbeitsplätze und neuen Wettbewerbs gedacht sind. Dies ist es, was geschehen muß,um die wirtschaftlichen Idealvorstellungen der Amerikaner erneut
zu beleben.

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17/1975

DIE VERPFLICHTUNG DER VEREINIGTEN STAATEN
- Ansprache Kissingers an das amerikanische Volk Der Außenminister der Vereinigten Staaten,
Dr. Henry A. Kissinger, hat vor einer Vereinigung von Geschäftsleuten (Southern
Commodity Producers Conference) in Birmingham im Staate Alabama am 14. August 1975 die
weltpolitischen Verpflichtungen der USA aufgezeigt. Wir geben diese programmatische Rede
im Wortlaut wieder:
Die Einheit Amerikas und das Nationale Interesse
' ¥ ' • • • • • • — — •

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Ich möchte heute über die Grundelemente unserer Außenpolitik sprechen sowie darüber, warum Amerikaner auf die Rolle ihres Landes in der Welt stolz sein
und auf seine Zukunft vertrauen dürfen.
Seit die ersten Siedler auf diesem ungebä'ndigten Kontinent Zuflucht gesucht haben, ist Amerika immer für die ganze Welt ein Beispiel für die Fähigkeit des Menschen gewesen, sein eigenes Schicksal zu gestalten. Und in den
letzten dreißig Jahren sind der Frieden und das Wohlergehen der Welt in außerordentlich hohem Maße von unseren Anstrengungen abhängig gewesen. Als der
Zweite Weltkrieg zu Ende ging, hat unser Land die Spitze übernommen, um Europa
und Japan beim Wiederaufbau zu helfen. Wir haben in Friedenszeiten Bündnisse
mit den wichtigen industriellen Demokratien geschmiedet. Wir haben das

- 1 -

�das Gleichgewicht der Kräfte erhalten und wir haben im Konflikt vermittelt.
Wir haben die Hungrigen gespeist; wir haben zur wirtschaftlichen Entwicklung
beigetragen; wir haben junge Männer und Frauen aus anderen Ländern ausgebildet,
und wir haben Flüchtlinge vor der Unterdrückung bei uns an den Küsten aufgenommen .
Kein anderes Land hat einen derartigen Beitrag geleistet. Kein anderes
Land kann heute einen solchen Beitrag leisten. Und heute verlangen die alten
Fragen von Krieg und Frieden, der Aufrechterhaltung der Stabilität und der Erfüllung der Hoffnungen der Menschen, der Erhaltung des Friedens und der Förderung des Fortschritts weiterhin ein wachsames und zielbewußtes Amerika.
Aber Amerikaner haben auch ein Recht zu fragen: Die Welt mag uns brauchen, aber brauchen wir die Welt? Dient unsere Politik im Aus 1 am. amerikanischen Interessen und amerikanischen Idealen?
Ein Blick auf den Aufgabenkatalog unserer Zeit läßt keinen Zweifel daran, daß
Frieden für uns untrennbar mit der Ruhe auf der ganzen Welt verbunden ist

und

daß unser Wohlergehen ganz eng mit der Prosperität der übrigen Welt zusammenhängt.
- Niemals zuvor in der Geschichte sind die Waffen des Krieges so gigantisch, so gefährlich - und so ungeeignet für die Fortsetzung der Politik gewesen. Es gibt für uns keine fundamentalere Aufgabe als die Aufrechterhaltung
des strategischen Gleichgewichts, denn sonst riskieren wir unseren Fortbestand.
Es gibt keine dringlichere Verpflichtung für uns,als dem nuklearen Wettrüsten
Einhalt zu gebieten - denn sonst riskieren wir eine v.Jtweite Katastrophe.
- Während militärisch gesehen die Welt noch immer bipolar ist, gibt es
heute viele Zentren der wirtschaftlichen Macht und der politischen Initiative.
Es steht außer Frage, daß politische, militärische und wirtschaftliche Macht
heute nicht mehr synonym sind. Von den demokratischen Ländern sind nur die
Vereinigten Staaten auf jedem Gebiet stark. Wir können daher unseren Verpflich-

- 2 -

�Verpflichtungen nicht ausweichen. Ob unser Land handelt oder versäumt zu handeln hat tiefgreifende Auswirkungen.
- Während die Welt zwar seit über einer Generation keinen Krieg globalen
Ausmasses mehr erlebt hat, gibt es regionale und lokale Konflikte mehr als genug. Wenn diese nicht auf diplomatischem Wege beigelegt werden, dann stellen
sie eine große Gefährung des allgemeinen Friedens dar. Wir haben nur zu deutlich gesehen, daß der Konflikt im Nahen Osten das Risiko einer Konfrontation
der Supermächte birgt und wirtschaftliche Störungen für alle Länder mit sich
bringt.
- Die stets gegenwärtige Gefahr aus örtlichen Konflikten nimmt mit der
möglichen Weiterverbreitung von Kernwaffei. eine n o c n unheimlichere Dimension
an. Wenn wir der Ausbreitung dieser Waffen nicht Einhalt gebieten, dann rückt
die Möglichkeit eines Nuklearkrieges immer näher, und das Risiko des Diebstahls, des Unfalls und der Erpressung wird sich vervielfachen. Sollten sich
die Vereinigten Staaten von ihren Sicherheitsverpflichtungen zurückziehen, dann
würde sich dieser Prozeß beschleunigen, denn Länder, die sich •'"'»tzt auf uns
verlassen, könnten sich gezwungen fühlen, ihre eigenen Kernwaffen zu entwickeln.
- Die Ereignisse haben gezeigt, daß Industrie- und Entwicklungsländer Teil
eines einzigen internationalen Wirtschaftssystems sind, von

dem die Prosperi-

tät aller abhängt. Die Versorgung mit Energie und deren Preis, die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Rohstoffen, die Stärke
der Währungen und der Fluß des Handels sind alle für eine gesunde und produktive amerikanische Wirtschaft lebenswichtig.
Von der heutigen Generation der Amerikaner hängt viel ab. Wegen seiner
geographischen Ausdehnung, seiner Stärke und seiner Tradition ist Amerika ein
führendes Land - ob es uns paßt oder nicht. Wir können nicht immer die Lösungen gewährleisten, die wir gerne hätten, aber ohne unsere Mitarbeit können nur

- 3 -

�r

nur wenige Lösungen gefunden werden. Wenn uns die weltweite Stabilität kein Anliegen ist, wenn wir nicht zum Widerstand gegen die Aggression beitragen, wenn
wir nicht auf eine gerechtere und produktivere Weltwirtschaft hinarbeiten, wenn
wir nicht für Freiheit und Gerechtigkeit eintreten, dann wird es kein anderes
Land tun - zumindest kein Land, das an unsere Werte glaubt. Dann würden Gewalt
und die Androhung von Gewalt zur Regel werden und den materiellen und geistigen Errungenschaften der Menschheit würde ein schwerer Schlag versetzt. Und
letztlich hätten wir den Preis dafür zu bezahlen.
•

Andere Länder müssen künftig mehr tun, aber unser Land muß weiterbin
seinen Anteil beitragen. Wir haben noch immer einen einzigartigen unc4 unersetzlichen Beitrag zu einer Welt des Friedens, der Prosperität und der Gerechtigkeit zu leisten. Es bedarf weiterhin unserer Führung, um Freunde und Verbündete für eine umfassendere internationale Zusammenarbeit zu mobilisieren.
Wir haben den Vorzug der grenzenlosen Aktiva, mit denen unser Land gesegnet ist - unsere industrielle stärke und landwirtschaftliche Produktivität, die Stütze unserer militärischen Macht und die Talente eines freien Volkes.
Aber all das wird uns wenig nützen, wenn wir nicht einig sind und eine
gemeinsame Zielsetzung haben. Wir müssen uns darüber einig sein, was wir für
Amerika wollen, und wir müssen bereit sein, dafür einzutreten und es zu verteidigen. Wir müssen uns vor den Extremen der Kriegslust hüten, auf die dann
das andere Extrem des Verzichts und der Abkehr folgt. Wir brauchen einen stetigen Kurs, den unser Volk verstehen kann - der unseren Verbündeten Mut einflößt und unsere Gegner zum Nachdenken zwingt. In dieser Periode des weltweiten Wandels, in der die einfachen Kategorien der Zeit unmittelbar nach dem
Kriege den komplexen Realitäten einer modernen Welt nicht mehr entsprechen,
sind Dialog, öffentliche Unterstützung und Vertrauen notwendiger denn je.
Die Bürger unseres Landes haben sich dieser Aufgabe gestellt. Ihr Verantwortungsbewußtsein hat eine wohlüberlegte amerikanische Beteiligung am

- 4 -

�am Weltgeschehen ermöglicht und getragen. Sie wußten, daß Amerika nicht in der
Isolation gedeihen könnte; sie begriffen, daß unsere Werte es verdienen, verteidigt und gefördert zu werden; sie waren sich klar darüber, daß die grundsätzliche Anständigkeit und Großzügigkeit des amerikanischen Volkes unsere
Führung nicht zu einer Sache arroganten Stolzes werden ließen, sondern zu einem
Beitrag zum Wohlergehen der Menschheit.
Heute liegen die Probleme, die unsere Einigkeit während des letzten Jahrzehnts erschüttert haben, hinter uns. Es zeigt sich erneut die Widerstandsfähigkeit unseres Nationalbewußtseins. Wir können voll Vertrauen in die Zukunft
gehen und uns den großen Aufgaben unserer Zeit stellen.
Ich möchte mich jetzt diesen Aufgaben zuwenden und darlegen, wie wir sie
lösen wollen.

Nationale Verteidigung
Erstens, wir haben unsere nationale Verteidigung erhalten und verbessert.
Frieden setzt ein Gleichgewicht der Macht voraus - und unsere Regierung wird
dieses Gleichgewicht aufrechterhalten. Keine große Nation wird ihre Sicherheit
der Gnade oder dem guten Willen anderer überlassen. Jede realistische Hoffnung
auf bessere Beziehungen zu den kommunistischen Ländern - und diese Hoffnung besteht - hängt von einem starken Amerika ab, das anderen Ländern keinen anderen
realistischen Kurs läßt als den der Zurückhaltung und der Zusammenarbeit. So
lange potentielle Gegner ihre Streitkräfte weiterhin ausbauen und verbessern,
werden wir eine Verteidigung aufrechterhalten, die nicht in Frage gestellt werden kann.
Freunde

�Freunde und Verbündete
Die zweite Säule unserer Außenpolitik ist die unerschütterliche Unterstützung unserer Verbündeten. Unsere Bündnisse mit den wichtigen industriellen
Demokratien haben sich 30 Jahre lang günstig entwickelt, weil sie der Ausdruck
gemeinsamer Interessen in einer neuen Ära

wie auch eines gemeinsamen Erbes

an Grundsätzen und Werten sind. Sie sind ein unerläßliches Element der globalen
Stabilität. Diese Bande wurden vor einer Generation geknüpft, um schwächere
Verbündete vor einer militärischen Bedrohung zu schützen. Hei te arbeiten wir
als Gleiche in Fragen zusammen, die weit über die Sicherheit
haben unsere Verteidigung in Europa gestärkt

hinaus gehen. Wir

aber nr haben auch unsere jowei -

ligen Ansätze für eine Lockerung der Spannungen mit dem Osten koordiniert, und
wir haben in unserer Wirtschafts-und Energiepolitik eng zusammengearbeitet.
Als Ergebnis sind unsere Bindungen mit Europa und Japan stärker als jemals
zuvor. Diei&gt; wurde durch den Besuch des Präsidenten auf dem NATO-Gipfeltreffen
Ende Mai in Brüssel, durch sein Zusammentreffen mit wichtigen alliierten Führern in Helsinki und durch seine kürzlichen Konsultationen mit dem japanischen
Ministerpräsidenten Miki in Washington bekräftigt. Jenseits der technischen
Probleme des Tagesgeschäftes liegt die tiefere Notwendigkeit, daß die großen
Demokratien in einer Zeit des Umbruchs ihre Fähigkeit zur Gestaltung ihres Geschicks unter Beweis stellen.
Unsere kleineren Verbündete und Freunde in der ganzen Welt sind wichtige
Faktoren der globalen Stabilität. Wir haben ur^ere Lehren aus Vietnam gezogen:
Das militärische Engagement Amerikas kann kein Ersatz für die eigenen Anstrengungen eines Landes sein, seine Bevölkerung zur eigenen Verteidigung zu mobilisieren. Ebenso wenig werden wir uns von Verbündeten mit dem Argument erpressen lassen, ihre Sicherheit bedeute für uns mehr als für sie selbst. Es
bleibt jedoch die Tatsache bestehen, daß Militärhilfe für Verbündete im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung ist. Sie
trägt zu einem regionalen oder lokalen

Kräftegleichgewicht bei; sie trägt

zur Abschreckung vor örtlichen Konflikten bei: sie untermauert wichtige poli-

- 6 -

�politische Beziehungen. Und

sie verringert die Wahrscheinlichkeit 1er Notwen-

digkeit eines direkten amerikanischen Engagements. Wenn wir, aus welchen Gründen auch immer, die Lieferungen an einen Verbündeten unterbinden, dann fügen
wir uns selbst einen Rückschlag zu - wie sich bei dem schweren Schaden für unsere nationale Sicherheit gezeigt hat, den das Embargo für Waffenlieferungen an
die Türkei verursachte. Nichts würde die lokale oder regionale Stabilität mehr
untergraben als die mangelnde Bereitschaft Amerikas, weiterhin jenen kleinen
und tapferen befreundeten Nationen, die unsere Hilfe wollen und brauchen, materielle Unterstützung zu gewähren. Wenn unsere Gegner die Unterstützung ihrer
Verbündeten aufrechterhalten, aus welchem Grunde - und zu welchem Preis könnten wir hier zurückstehen?

Beziehungen zur Sowjetunion
Diese Administration hat sich - gestützt auf unsere Stärke und die Einigkeit der Verbündeten - darum bemüht, unsere Beziehungen zu den kommunistischen
Ländern auf eine stabilere und langfristigere Basis zu stellen. Es darf keinerlei Mißverständnisse über das geben, was wir gegenwärtig tun.
Wir versuchen, unter dem drohenden Schatten einer nuklearen Vernichtung
mit einem fundamentalen Konflikt moralischer Ziele und Interessen fertig zu werden; wir bemühen uns um die Erhaltung des Friedens, während wir gleichzeitig
unsere grundlegenden Werte und Ideale verteidigen.
In Krisensituationen wie beim Mayaguez-Zwischenfall, beim Nahostkrieg im
Oktober 1973, in der Jordanien-Krise 1970 oder bei dem sowjetischen Versuch im
Jahre 1970, auf Kuba eine Marinebasis zu errichten, haben wir fest und entschlossen

reagiert - und wir haben dies trotz der Entrüstungsrufe einiger ge-

tan, die uns heute beschuldigen, nicht wachsam genug zu sein. Diese Administration verfolgt entschlossen eine Politik, allen übergriffen und Versuchen entgegenzutreten, die darauf abzielen, sich einseitige Vorteile zu verschaffen.
Gleichzeitig
- 7 -

�Gleichzeitig hängt die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden aber auch
davon ab, daS Normen der Zurückhaltung und Mäßigung unter den Supermächten geschaffen werden. Die Vereinigten Staaten haben diese Prinzipien bei zahlreichen
Anlässen unterstrichen und sie auch auf unseren Gipfeltreffen mit den sowjetischen Führern in die offiziellen Dokumente aufgenommen. Ähnliche Prinzipien des
internationalen Verhaltens sin''' ferner in der Schlußakte der Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) niedergelegt worden, die vor
zwei Wochen von 35 Regierungschefs in Helsinki unterzeichnet worden ist. Sie
geben keine Garantie für Frieden, aber eine Definition des Friedens - sie sind
ein Verhaltenskodex, dessen Einhaltung wir durch unsere Entschlossenheit und
Wachsamkeit sicherstellen müssen. Sie sind ein Rahmen für unsere eigenen Anstrengungen und nicht ein Ersatz für diese.
Wir führen mit der Sowjetunion ferner erfolgreich Verhandlungen zur Lösung
konkreter politischer Probleme. Dies^ Bemühungen haben zu gewissen Irfolgen geführt. Ein Vier-Mächte-Abkommen über Berlin beendete 1971

zwei Jahrzehnte

ständiger Krisen. Und unsere Beziehungen zur Sowjetunion haben bisher dazu beigetragen, daß es im Nahen Osten nicht zu einem Konflikt zwischen den Großmächten kam.
Ein zentraler Punkt unserer Bemühungen war die Begrenzung der nuklearen
strategischen Rüstungen. Im Jahre 1972 haben wir ein Abkommen erreicht, das
die sowjetische Aufrüstung zahlenmäßig fünf Jahre lang einfror und durch das
keine amerikanischen Programme eingeschränkt wurden. Daher betrachten wir das
SALT-Abkommen von 1972 als unbestreitbar im Interesse Amerikas liegend. Es
verhinderte die Ausweitung einer bestehenden Lücke bei Raketen und gestattete
es uns, unseren Vorsprung bei Mehrfachsprengköpfen, Bombenflugzeugen und auf
anderen Gebieten der militärischen Technologie zu halten und sogar noch zu
vergrößern.
Im November letzten Jahres haben Präsident Ford und Generalsekretär
Breschnew in Wladiwostok im Prinzip Obereinstimmung über ein neues Abkommen erreicht, das ebenfalls unverkennbar in unserem Interesse liegt. Wenn dieses Ab^

�Abkommen Wirklichkeit gewcrden ist, dann wird es bei den strategischen Systemen
für ein striktes zahlenmäßiges Gleichgewicht sorgen. Es wird das Wettrüsten b i
strategischen Waffen während eines Zeitraums von 10 Jahren begrenzen. Damü
wird erstmalig die Verteidigungsplanung nicht durch die Angst vor einer unbe^nnten militärischen Expansion auf der anderen Seite angetrieben werden. Und
'

ist erst einmal diese gemeinsame Höchstgrenze festgelegt, dann können wir sofort in Verhandlungen über beiderseitige Reduzierungen eintreten.
Wir haben andere Rüstungskontrollabk^Timen mit der Sowjetunion ausgehandelt, die einen zufallsbedingten Ausbruch eines Krieges verhindern und 'M«
Stationierung von Nuklearwaffen im Meeresboden oder im Weltraum verbieten sollen.
Die Verhandlungen in Wien über Truppenreduzierungen in Mitteleuropa werden die ächste Bewährungsprobe für den Prozeß eines Abbaus der Spannungen sein.
Wenn der Fortschritt in Richtung auf den Frieden sich in Europa als dauerhaft
erweisen soll, so ist es an der Zeit, die großen stehenden Heere, die sich gegenwärtig im Zentrum dieses Kontinents gegenüberstehen, auf einer sicheren und
beiderseitigen Basis zu verringern,,
Die Vereinigten Staaten betreiben den Prozeß eines Abbaus der Spannungen
von einer Position des Selbstvertrauens und der Stärke aus. Nicht wir waren in
Helsinki in der Defensive; nicht wir wurden von allen Delegationen aufgerufen,
zu den dort unterzeichneten Prinzipien zu stehen. In Helsinki waren zum ersten
Male in der Nachkriegszeit die Menschenrechte und die fundamentalen Freiheiten
anerkannte Gegenstande der Ost-West-Gespräche und Verhandlungen. Die Konferenz
hat unsere Normen für menschliches Verhalten zur Geltung gebracht, die für
Millionen ein Hoffnungsstrahl waren und auch weiterhin noch sind.
Der Wind des Wandels weht von Westen; die Ideale der Freiheit und die
Herausforderungen durch technische Innovationen kommen aus dem Westen, Die Bemühungen der kommunistischen Länder,nach Jahrzehnten der

Autarkie an der übri-

gen Welt zu partizipieren, sind ein Beweis dafür, wie stark und attraktiv

- 9 -

�attraktiv unser Wirtschaftssystem ist., Dies sind Trümpfe für unsere Diplomatie.
d&gt;e wir einzusetzen bereit sein sollten.
Im Zeitalter thermonuklearer Waffen und eines strategischen Gleichgewichts
ist der Abbau der Spanrju^apn der einzige verantwortungsbewußte Weg und die
einzige Politik, die von einer Administration verfolgt werden kann, der d e
Verantwortung für das Leben der Amerikaner übertragen werden ist. Das amerikanische Volk wünscht keine Politik der Konfrontation um ihrer selbst willen,
Wenn beide Seiten über die militärische Stärke zur Vernichtung der Menschheit
verfügen, wäre es äußerst unbesonnen, unnötige Spannungen heraufzubeschwören
Die Vereinigten Staaten haben es jedoch niemals akzeptiert, daß es der
Sowjetunion frei steht, Spannungen selektiv abzubauen oder sie als Deckmantel
zu benutzen, um einseitige Vorteile zu erreichen. In Portugal, das gegenwärtig
Im Brennpunkt des Interesses steht, sollte die Sowjetunion sich nicht zu der
Annahme verlebten lassen, daß es ihr freisteht, die Ereignisse direkt oder indirekt m beeinflussen und gegen das Recht des portugiesischen Volkes zu verstoßen, seine eigene Zukunft selbst zu bestimmen. Die Einmischung ausländischer
Mächte zu einem solchen Zweck in einem Land, das ein alter Freund und Verbündeter der Vereinigten Staaten ist, läßt sich mit dem Prinzip der europäischen
Sicherheit in keiner Weise vereinbaren.
Die Ereignisse in Portugal haben ihren Ursprung in aus der portugiesischen
Geschichte her wirkenden Kräften, Aber 80 Prozent des portugiesischen Volkes
haben unmißverständlich ihren Wunsch nach einem demokratischen System und demokratischen Parteien bekundet, Der Versuch einer antidemokratischen und doktrinären Minderheit» diesen Wunsch zu vereiteln, stößt auf den unvermeidlichen
und wachsenden Widerstand der Bevölkerung.
Die Vereinigten Staaten haben die portugiesische Revolution begrüßt.Wir
und unsere Verbündeten haben ihre Ziele diplomatisch und materiell unterstützt.
Wir sympathisieren mit den gemäßigten Bevölkerungsschichten, die Portugal mit
demokratischen Mitteln aufzubauen suchen. Wir werden uns gegen die Versuche

- 10 -

�Versuche einer Minderheit wenden und uns gegen sie aussprechen, die die Revolution für ihre eigenen Zwecke zu unterlaufen scheint. Das portugiesische Volk
sollte wissen, daß wir und alle demokratischen Länder des Westens bezüglich
seiner Zuki'nft zutiefst besorgt sind und bereit stehen, einem demokratischen
Portugal zu helfen. Und an einem bestimmten Punkt müssen wir und unsere
europäischen Verbündeten uns fragen, ob ein starker kommunistischer Einfluß
in einer Regierung sich noch mit der Mitgliedschaft in einem Bündnis vereinbaren
läßt, das sich dem Widerstand gegen die kommunistische Aggression verschrieben
hat.
Diese Administration wird niemals den moralischen Unterschied zwischen
Freiheit und Tyrannei außer acht lassen. Noch werden wir außer acht lassen,
daß Friede ebenfalls ein moralisches Gebot ist. Wir sind fest geblieben angesichts der Herausforderung, selbst als wir die Spannungen abzubauen und die
Welt dem Frieden näher zu bringen suchten. Wir werden es nicht zulassen, daß
das amerikanische Volk in ein falsches Gefühl der Sicherheit eingelullt wird.
Wir werden unseren Kurs weiter verfolgen.
Die Kombination von Stärke und Ausgleich bedingt Selbstbeherrschung in
unseren öffentlichen Debatten. Wir sollten ein Ende machen mit dem Hin-und Herschwanken zwischen Konfrontation und falschen Hoffnungen, zwischen Kriegsstimmung und frohen Erwartungen, das für frühere Epochen so charakteristisch
war. Wir sollten die Stabilität und die relative Ruhe, die wir erreicht haben,
nicht al. gegeben

Einnehmen. Wir sollten aufhören,so zu handeln, als ob

wir von einem Fortschritt in Richtung auf den Frieden etwas zu befürchten
hätten. Mögen diejenigen

die uns mit scharfer Rhetorik kommen, genau sagen,

was sie zu tun vorschlagen. Was ist ihre Alternative? Welche Grenzen wollen
sie ändern und mit welchen Mitteln? Welchen Stand von erhöhten Verteidicungsausgaben sind sie zu tragen bereit, über welchen Zeitraum hinweg und zu welchem Zweck? Fordern sie nicht eine Politik der bewußten Konfrontation? Können
wir Unterstützung von irgendeinem unserer Hauptverbündeten für eine so radikale
Alternative erhalten?
Vor
- 11 -

�Vor allem aber sollten wir uns der Tatsache bewußt werden, daß viele unserer Schwierigkeiten im Ausland von uns selbst herrühren. Wenn wir gegenüber der
kommunistischen Einkreisung auf der Hut sein wollen, so müssen wir mit der Demontage und der Demoralisierung unserer Geheimdienste aufhören. Wenn wir ein
Gleichgewicht der Stärke auf der Welt aufrecht erhalten wollen, so können wir
nicht gegen unser Verteidigungsbudget anstürmen oder Waffenembargos poqen wichtige Verbündete verhängen. Wenn wir unsere Interessen du&lt;xh unsere Diplomatie
fördern wollen, so dürfen wir nicht durch restriktive Blankogesetze uns jede
Flexibilität in unseren wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern verbauen. Kurz gesagt, Amerika

kann nicht im Ausland stark sein, wenn es nicht

auch im Inland stark ist.

Hjp neue Dimension der wirtschaftlichen Herausforderung
Zum Teil aufgrund unseres
c&gt;ichgewichts in der Welt und
tums anderer Länder ist in den
wirtschaftlicher Fragen in den
andere Rohstoffe und Handel.

Erfolges bei der Aufrechterhaltung des Machtbei der Förderung des wirtschaftlichen Wachsinternationalen Beziehungen eine neue Dimension
Vordergrund getreten: Energie, Nahrungsmittel,

In diesem Bereich unserer Diplomatie ist die Stärke der amerikanischen
Wirtschaft einer unserer wichtigsten Trümpfe. Alle Ziele Amerikas - unsere
f"1it^rische Sicherheit, unser wirtschaftlicher Wohlstand, unsere Beziehungen
2i verbündeten und Gegnern, zu Industriestaaten und Entwicklungsländern - sind
vor -»er Dynamik der amerikanischen Wirtschaft abhängig. So sagte Präsident
Ford kürzlich, "eine Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft würde mehr
zur Wiederherstellung des Vertrauens der Welt in unsere eigene Zukunft beitra, n ^1s irgend etwas anderes, was wir tun können".
Die Welt braucht dieses Vertrauen. Die Industriestaaten haben die wohl
schwerste Wirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren durchgemacht. Wie damals
"leben sie, daß wirtschaftliche Stagnation die Brutstätte politischer Insta-

- 12 -

�Instabilität ist, daß sie die Unterstützung durch die Öffentlichkeit untergräbt, die erst Regierungen zu nachdrücklichem Handeln befähigt und die demokratische Gesellschaftsformen aufblühen läßt. Und wie damals lernen wir, wie
sehr die Lösung vor allem von einem unerschütterlichen Vertrauen und Glauben
an eine bessere Zukunft abhängt.

Die demokratischen Industriestaaten werden jetzt vor eine Bewährungsprobe
gestellt. Sie müssen soziale und wirtschaftliche Belastungen überwinden und
ihre freien Institutionen neu stärken. Präsident Fords Gespräche in Helsinki
mit den führenden Staatsmännern der Verbündeten und seine Zusammenkunft mit dem
japanischen Ministerpräsidenten hier in Washington stellten besonders heraus,
welch entscheidende Bedeutung

einer blühenden amerikanischen

Wirtschaft für

die Wiederbelebung der Weltwirtschaft zukommt; sie zeitigten eine Entschlossenheit, die globale wirtschaftliche Herausforderung gemeinsam zu meistern.
Die Vereinigten Staate sind bereit, ihre Konsultationen zu verstärken und
ein koordiniertes Vorgehen anzustreben. Wir sind uns unserer weltweiten Verantwortung bewußt und werden ihr in den kommenden Monaten entsprechen.

Der Erfolg dieser Bemühungen wird von entscheidender Bedeutung für die
übrige Welt sein. Auf die Industriestaaten entfallen 65 Prozent der Gütererzeugung der Welt und 70 Prozent des Welthandels. Der wirtschaftliche Wohlstand der Entwicklungsländer hängt ebenfalls von einer breiten Zusammenarbeit
mit der industrialisierten Welt ab. Leider versuchen zu viele Länder, durch
ideologische Konfrontation das zu erzwingen, was nur durch einen vernünftigen
kooperativen Dialog erreicht werden kann. Die Vereinigten Staaten sind zu
einem aufrichtigen und konstruktiven kooperativen Dialog bereit. Wir sind bereit, gleiche wirtschaftliche Beziehungen zu allen Ländern zu entwickeln. Aber
wir werden niemals den Druck eines Blockes oder Erpressung akzeptieren.

Anfang kommenden Monats wird in New York eine Sondersitzung der UN-Vrllversammlung zusammentreten und sich mit den Fragen der wirtschaftlichen Interdependenz befassen. Dies wird eine schicksalsschwere Stunde sein, denn sie

- 13 -

�sie kann über die Art der Beziehungen zwischen den Industriestaaten und den
Entwicklungsländern entscheiden. Im Namen des Präsidenten werde ich eine Reihe
amerikanischer Vorschläge unterbreiten, die zu einem neuen Beginn in den Beziehungen zwischen den Industriestaaten und den Ländern führen sollen, die ihre
Hilfe brauchen. Wir tun dies aus der Oberzeugung, daß eine expandierende und
als fair zu bezeichnende Weltwirtschaft auch unsere eigene Wirtschaft gesund
erhält. Und unsere eigene Sicherheit wird gestärkt werden, wenn wir in einer
Welt leben, in der Zusammenarbeit und Verständnis für unsere Interdependenz an
die Stelle von Enttäuschung und Verzweiflung treten.
Wir treten in diesen Dialog mit Zuversicht und gutem Willen ein. Unsere
technologischen Innovationen, die Produktivität unserer Farmen und Industrien,
unsere gut ausgebildete und fleißige Bevölkerung sowie die Natur-und Bodenschätze, mit denen wir aesegnet sind,haben uns die Stärke und dar Verantwortungsbewußtsein für eine führende Rolle gegeben.
Auf keinem Gebiet tritt dies stärker in Erscheinung als auf dem Ernährungssektor. Die Produktivität unserer Landwirtschaft wird überall auf der Welt
bewundert und begehrt. Die amerikanischen Farmer und die, die unsere Nahrungsmittel verarbeiten und verkaufen, können stolz sein auf ihren Beitrag zur
Stärke Amerikas auf einer immer wichtiger werdenden Dimension unserer Außenpolitik und unserer führenden Rolle in der Welt.
Amerika hat großzügig Lebensmittelhilfe an unzählige andere Länder gewährt. Aber die Kluft zwischen Erzeugung und Verbrauch wächst ständig. Wenn
wir auch zu einer Fortsetzung der Lebensmittel hilfe bereit sind, so kann dies
nicht eine langfristige Lösung zur Ernährung der Hungernden auf der Welt sein.
Aus diesem Grunde war im November letzten Jahres auf eine Initiative der Vereinigten Staaten eine Welternährungskonferenz nach Rom einberufen worden. Diese
Konferenz hat zu zahlreichen amerikanischen Vorschlägen Beschlüsse gefaßt und
ein umfassendes internationales Programm zur Steigerung der Nahrungsmittelerzeugung in den Entwicklungsländern sowie zur Steuerung der Hilfsquellen - darunter auch des neu erworbenen Reichtums der öl Produzenten - in Gang gesetzt,

- 14 -

�gesetzt, um die Finanzierung, Erzeugung, Einlagerung und Verteilung von Lebensmitteln zu verbessern.
Wir beabsichtigen ganz generell, unsere Lebensmittel politik zu einem Modell
für '"^oerative Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern lebenswichtiger
uncknapper

.aterialien sowie zwischen Industriestaaten und Entwicklungslän-

dern CJ machen. Auf diese Weise dienen wir unserem eigenen wie auch einem allgemeinen Interesse. Die amerikanischen Farmer werden von einer stetigen weltweiten Nachfrage nach ihren Erzeugnissen profitieren; in dem Maße, wie die
weltweite Erzeugung zunimmt,wird auch die Last der Bevorratung und der höheren
Preise von unseren Verbrauchern genommen; unsere politischen Beziehungen zu
zahlreichen Entwicklungsländern werden gestärkt und die Bedingungen für eine
weltweite Ordnung verbessert werden.
Vor 30 Jahren waren die Vereinigten Staaten die einzige Großmacht auf
der Welt. Seitdem hat die Stärke unserer Verbündeten und unserer Gegner natürlich zugenommen, so wie sie sich von den Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges erholten. Die Welt des kalten Krieges mit zwei starren Machtblöcken gehört
heute der Geschichte an: die kommunistische Welt ist zerfallen; unsere Verbündeten und Freunde sowie die jungen Nationen haben ihre eigene Identität gewjnnen. Die Unterschiedlichkeit selbst zwischen den Entwicklungsländern - zwischen Erzeugern und Verbrauchern lebenswichtiger Materialien wie öl - wird
immer ausgeprägter. Wir leben in einer Welt von rund 150 unabhängigen Länr

;&gt;, einer Welt der aufgeteilten Macht, die von keiner einzigen Nation be-

herrscht wird.
Eine solche Welt ist eine erregende Herausforderung für Amerika. Denn
eine Umwelt dieser Art ist es, die sich am besten mit unseren Werten vereinbar e l'Rt. Nicht wir haben Angst vor einem Abbau der Spannungen oder einer
Ausbreitung der Initiativen und Möglichkeiten. Wir können von Mannigfaltigkeit, Wandel, wirtschaftlichem Wettbewerb, freiem Ideenfluß und Aufteilung der
Verantwortung nur profitieren. Wir verfügen über die Kapazität, diese Komolexität in neue Formen der Ordnung und neue Hoffnungen auf menschlichen

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�menschlichen Fortschritt zu bringen.
Aber was die Vereinigten Staaten in der Welt tun können, hängt davon ab,
wie wir uns in unserem eigenen Lande verhalten. Denn unsere Stärke als Nation
hängt in jeder Hinsicht davon ab, wie einig wir als Volk sind.
Es gibt grundlegende Unterschiede zwischen den Erfordernissen einer Aussenpolitik und denen einer Innenpolitik. In unserer Gesellschaft gibt es nur
einige Fragen, die eigentliches Anliegen der Regierung sind; wir können diese
Fragen selektiv angehen, die verschiedenen betroffenen Gruppen einander • äher
bringen und durch Gesetz eine Lösung schaffen, die hoffentlich das Problem ausräumt.
Außenpolitik auf der anderen Seite ist die Gesamtheit unserer Tätigkeiten
im Ausland. Unser Engagement in der Welt um uns ist kontinuierlich. Unser
Handeln kann nicht in eine Reihe individueller Kompromisse zerfallen, os sei
denn auf Kosten ernster Risiken. Jede Entscheidung setzt eine Folge von Ereignissen in Gang und wird wiederum von den anderen Ländern als symbolisch für
unsere Absichten und Fähigkeiten betrachtet. Obwohl wir in Washington ein
System von getrennten Machtbefugnissen haben, sind wir für die Welt eine Regierung und ein Volk.
Unser demokratisches System - und die breite Mitarbeit unserer gesamten
Bevölkerung und der privaten und öffentlichen Institutionen - bedeutet eine
ständige Herausforderung, aus der Vielfalt zur Einigkeit zu gelangen. Wir haben dies in der Vergangenheit in Augenblicken der Krise getan; wir müssen
dies heute tun in einem Augenblick einer historischen Chance.
Und hier geben die kürzlichen Kontroversen zwischen den zwei Zweigen unserer Regierung Anlaß zur Besorgnis. Die Administration wird verantwortlich gemacht für praktisch jede Schwierigkeit überall auf der Welt - gleichgültig,
ob sie nun eine Folge ihrer Politik ist oder nicht - und dann noch in ihrer

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�ihrer Handlungsfähigkeit gelähmt, flexibel und zielstrebig vorzugehen. Auf dem
Energiesektor beeinträchtigt das Fehlen entschlossener Einsparungsmaßnahmen und
alternativer Energiequellen ernsthaft unsere Bemühungen, gemeinsam mit den anderen öl Verbraucherländern unsere Verwundbarkeit zu verringern und unsere Verhandlungsposition gegenüber den Erzeugern zu verbessern. In Lateinamerika werden Versuche, einen neuen Dialog in Gang zu bringen, durch Handelsrestriktionen
und automatische gesetzliche Sanktionen beeinträchtigt, die unsere Verhandlungsflexibilität einengen. In den Ost-Westbeziehungen ist die zum Schutze unserer
nationalen Interessen erforderliche Vollmacht durch umfassende gesetzliche Restriktionen eingeengt worden, die dann ihrerseits die humanitären Ziele auch
nicht erreichten, die sie fördern sollten. Im östlichen Mittelmeer droht der
tote Punkt in unseren militärischen Beziehungen zur Türkei die östliche Flanke
der NATO aus den Angeln zu heben. Der Präsident hat einen Kompromiß vorgeschlajen, um diesen toten Punkt im Kongreß zu überwinden; der Senat, fast die Hälfte
der Repräsentantenhausmitglieder und die führenden Senatoren und Abgeordneten
beider politischer Parteien in beiden Häusern haben ihn unterstützt. Als der
Kongreß im September erneut zusammentrat, hofften wir auf eine schnelle kooperative Lösung, bevor unsere nationale Sicherheit einen nicht wieder gutzumachenden
Schaden erlitten hat.
Unser Land kann es sich leisten, daß einer der beiden Regierungszweige den
anderen beherrscht. Es geht hier nicht um einen Verfassungs-oder Gesetzesstreit. Es geht darum, wie eine einheitliche zielstrebige Außenpolitik in unserem demokratischen System verfolgt werden kann. Unsere Verfassung überträgt
dem Kongreß weitgehende Vollmachten auf wichtigen Gebieten unserer Außen-und
Verteidigungspolitik. Aber der Präsident vertritt die Nation gegenüber dem Ausland; er muß die Möglichkeit haben, eine einheitliche Politik zu entwickeln
und zu verfolgen. Der Ausgleich besonderer oder engstirniger Interessen durch
eine Reihe von Kompromissen führt nicht zwangsläufig zu einer Einheitlichkeit;
Streit zwischen der Exekutive und dem Kongreß beinhaltet ein Risiko, sich in
zu vielen ernsten Fragen nur zwischen beide Stühle zu setzen.
Die

�Die beiden Zweige unserer Regierung haben in den letzten Jahren gezeigt,
daß sie zusammenarbeiten können. Bei zahlreichen strittigen Fragen wurden ehrliche Meinungsverschiedenheiten beigelegt und eine gemeinsame Position erreicht - bei dem rumänischen Handelsabkommen, bei der Grundrichtung unserer
Nahostpolitik, bei den Vorbereitungen für die Sondersitzung de»

Vollversamm-

lung sowie bei zahlreichen Fragen der Rüstungskontrolle und Politik . Lassen
Sie uns hierauf aufbauen. Der Präsident ist ein Mann des Kongresses; er betrachtet die Kongreßmitglieder als seine Kollegen und er hat feierlich zugesagt, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Administration wird alles tun, um den
Kongreß bei der Entwicklung der Außenpolitik zu konsultieren, ihn zu informieren und mit ihm zusammenzuarbeiten.
Wenn wir gespalten sind, wenn die Parteizugehörigkeit zu scharfen Debatten führt, dann können wir damit Schaden anrichten, der weit länger als unsere
gegenwärtigen Emotionen anhält. Aber wenn wir geeint zusammenstehen, dann
gibt es keine Macht, die stärker ist als die freier Menschen, die geschlossen
handeln.
Meine Damen und Herren, unser Land hat ein Jahrzehnt des Suchens hinter
sich. Meuchelmord, Krieg und innere Unruhen haben alle ihre Zeichen bei uns
hinterlassen. Wir traten in die sechziger Jahre ein, sicher in unserem Glauben an das Gute unserer Zielsetzungen, voll Vertrauen in unsere Stärke, unsere Zukunft zu gestalten,und stolz auf unsere jugendliche Kraft. Jetzt, nach
15 Jahren, durch ungewöhnliche Ereignisse auf die Probe gestellt, gelangten
viele zu der Auffassung, daß wir ohne Kraft sind, um die Welt beeinflussen zu
können, und daß unser Mut der Müdigkeit und der Furchtsamkeit des Alters gewichen ist.
Wir können jedoch bereits erkennen, daß die Pessimisten, wie so oft, zu
früh geschrieen haben. Trotz einer konstitutionellen Krise, wie wir sie seit
den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr erlebt haben, bleibt
unsere Regierung stark und unsere Freiheit ungeschmälert bestehen. Die Völker
der Welt sind durch unser Mißgeschick daran erinnert worden, daß ihre einzige

- 18 -

�einzige wahre Hoffnung auf ein besseres Leben darin besteht, daß

Amerika

weiterhin einer freien und friedlichen Welt verschrieben bleibt. Die Administration hat mit ihrer Antwort klargestellt, daß wir uns nicht von unseren
Verpflichtungen im Ausland zurückziehen und daß wir uns nicht durch unterschiedliche Zielsetzungen im Inland erschüttern lassen werden.
Wieder einmal braucht die von Unruher geplagte Welt ein starkes und zuversichtliches Amerika. Es bietet sich uns keine einfache Wahl, sondern nur das,
was Amerikaner schon immer begrüßt haben: eine Herausforderung an unseren Mut,
eine Gelegenheit zu neuen Taten - ein Aufruf zur Größe.

XXX

- 19 -

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17/1975

USA WARNEN VOR GEFAHREN EINES UMWELTKRIEGES
-" beugende Maßnahmen im Rahmen der Abrüstungsverhandlungen angestrebt-

— ( P )-- Noch sind Verfahren, mit denen zur Erreichung militärischer Ziele
beim Gegner das Wetter, Klima oder andere Umweltbedingungen beeinflußt oder
verändert werden könnten, mehr oder weniger Hypothese. Da sie aber von den
Experten als eine mögliche Gefahr der Zukunft betrachtet werden, schlugen die
USA eine, wenn auch zunächst informelle, Erörterung des Problemkomplexes vor,
damit dieser rechtzeitig in die Abrüstungsgespräche einbezogen wird.
Der amerikanische Chefdelegierte Joseph Martin,Jr., erklärte zu den Ergebnissen einer Serie solcher informellen Konferenzen in Genf am 12. August
1975: "Es liegt auf der Hand, daß die meisten der in der letzten Woche von den
Experten beschriebenen oder hypothetisch angenommenen Methoden zur Veränderung
der Umweltbedingungen erst in Zukunft anwendbar sind. Dennoch wissen wir bereits
genug über die möglichen verheerenden Folgen der militärischen Anwendung von
Techniken zur Umweltveränderung, um sagen zu können, daP es

etzt an der

Zeit ist, der Bedeutung dieser Gefahr im Zusammenhang mvu aen Abrüstungsfragen
volle Beachtung zu schenken".
In

- 1-

�In den informellen Gesprächen vom 4.-6:August 1975

im Rahmen der Genfer

Abrüstungskonferenz wurde zum ersten Mal auf multinationaler Ebene dieser Themenkreis tiefergehend untersucht. Bereits im Juni (16.-20.6.) hatten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion in bilateralen Gesprächen, über die jedoch
keine Einzelheiten veröffentlicht wurden, "in beträchtlichem Umfang Übereinstimmung erzielt".
Wie Botschafter Martin jetzt erklärte, können künstlich herbeigeführte
Umweltveränderungen die Atmosphäre, die Meere, die Bodenverhältnisse

und

die Hochatmosphäre betreffen. Schon heute seien, wie die Versuche zur Nebelauflösung und Erzeugung von Regen durch Impfen von Wolken mit Silberjodid zeigten, Verän

*ungen der atmosphärischen Bedingungen innerhalb enger räumlicher

Grenzen möglich. Jedoch seien Niederschläge alles in allem nur "sehr begrenzt"
steuerbar, und das Problem als Ganzes ist noch lange nicht geklärt. Man arbeite gegenwärtig an der Entwicklung von Maßnahmen, um Sturmwinde abzuschwächen
und Hagel schlag zu verhindern. Jedoch seien die Ergebnisse der bisherigen Ver- *
fahren noch

weitgehend ungewiß".
j

Was die Klimabeeinflussung betrifft so gibt es laut Botschafter Martin
noch keine zuverlässigen Methoden, um die Witterung langfristig verändern zu
können. Eine Veränderung ozeanischer Gegebenheiten, etwa in Verbindung mit der
Umleitung wichtiger Meeresströmungen oder der Erzeugung einer Flut, könnte sich
als katastrophal erweisen und irreversible Folgen haben; gegenwärtig könne man
überhaupt nichts darüber aussagen, was aus solchen Aktionen erwachsen würde.
In der Hochatmosphäre sei eine Veränderung der Ozonschicht und damit deren
Schutzwirkung gegen die Ultraviolettstrahlung von der Sonne denkbar. Aber die
grundlegenden Reaktionsabläufe und natürlichen Rhythmen werden noch unzureichend
verstanden. Folglich seien, so Martin, auch die Auswirkungen eines Eingriffs
in sie kaum vorhersehbar.

Wie

�Wie Botschafter Martin betonte, sollten die informellen Gespräche das
Verständnis dafür entwickeln helfen, was Umweltveränderung und militärische
Anwendung einer entsprechenden Technik tatsächlich bedeuten. Die USA sind der
Ansicht, daß derartige Aktionen zumindest wirksam begrenzt werden müssen, solange die Geißel des Krieges nicht endgültig aus der Welt zu schaffen sei.
Als weiteren wich+iqen Aspekt betrachten die USA die Begrenzung nichtmilitärischer Vorhaben zur Beeinflussung von Umweltbedingungen, sofern diese
nicht unter die Zuständigkeit des internationalen Rechts fallen. Jedoch dürfe
die Forschung auf dem Gebiet von Umweltveränderungen, die in friedlicher Absicht erfolgen, nicht beeinträchtiat werden. In diese'" 7usammenhang hob Botschafter Martin vier in Zukunft anzustrebende Ziele hervor:
- Verhinderung w on Gefahren, die sich mit einer Nutzbarmachung von Umweltveränderungen für militärische Zwecke ergeben;
- Erhaltung und Schutz der natürlichen Umwelt zum Wohle der gesamten
Menschheit;
- Beibehaltung und Förderung internationaler Zusammenarbeit, um die Umwelt als funktionierendes System und die Wechselwirkungen ihrer Komponenten
zu verstehen;und
- schließlich Verbesserung der Möglichkeit, Umweltbedingungen im größeren
Stil für friedliche Zwecke zu verändern, sofern sich ein solches Vorgehen als
durchführbar und sinnvoll erweist.

XXX

- 3 -

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ford fordert mehr Investitionen und mehr Wettbewerb&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rede des Präsidenten am 25. August in Chicago -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Verpflichtung der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ansprache Kissingers an das amerikanische Volk -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA warnen vor Gefahren eines Umweltkrieges&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vorbeugende Maßnahmen im Rahmen der Abrüstungsverhandlungen angestrebt -&lt;/em&gt;</text>
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