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Information
und
Dokumentation

T e I e x : 08 - 8 5 4 3 2

18. Juni 1975

12
Inhalt

DOKUMENTATION:
Senator Muskie sieht neue weltpolitische Rolle für die USA
- Rede vor dem Chicago Council on Foreign Relations -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:

Kraft-und Wasserwerk im Hause
-Kompakt-Versorgungssystem in Neubaugebieten - Beitrag zur Energieeinsparung-

Kohlenstaub als Einsatzmaterial für MHD-Generator
-Forschungsprojekt der Stanford-Universität - Auch schwefelhaltige Kohle
geeignet-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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Dokumentation

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12/1975

SENATOR MUSKIE SIEHT NEUE WELTPOLITISCHE ROLLE FÜR DIE USA
Rede vor dem Chicago Council on Foreign Relations

Der einflußreiche demokratische Senator
Edmund S. Muskie aus dem Staate Maine, hat
am 2. Juni in einer Rede vor dem Rat für
Auswärtige Beziehungen in Chicago seine
Auffassungen über die künftige weltpolitische
Rolle der Vereinigten Staaten vorgetragen.
Der Chicago Council on Foreign Relations
ist erst kürzlich durch die von ihm in Auftrag gegebene Harris-Umfrage bekannt geworden.
Wir geben hier die Rede Senator Muskies in
wesentlichen Auszügen wieder.

Sowohl hier in den Vereinigten Staaten als auch im Ausland ist man sich
weitgehend darüber einig, daß die amerikanische Außenpolitik an einem Scheidewege steht. Werden die Vereinigten Staaten weiterhin eine aktive Führungsrolle
in der Weltpolitik spielen? Werden der Kongreß und das Volk den Willen haben,
fundamentale amerikanische Verpflichtungen in Übersee zu tragen? Tritt Amerika
in den Hintergrund?
Es kann kein Zweifel bestehen, daß die Vereinigten Staaten eine schwierige
Periode in der Weltpolitik durchgemacht haben.
schwere Rückschläge erlitten.

Unsere Außenpolitik hat einige

Es ist zwischen der Exekutive und der Legislative
- 1 -

�Legislative zu Unstimmigkeiten über einige Grundfragen gekommen.
nationalen politischen Skandal beispiellosen Ausmaßes gegeben.

Es hat einen
Wir erleben un-

sere größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten seit den dreißiger Jahren.
All das war Anlaß zu einer Menge apokalyptischer Schilderungen eines absteigenden Amerika und eines Verlustes der nationalen Kraft.

Ich meine, es

ist an der Zeit, damit aufzuhören, und stattdessen eine vernünftige, leidenschaftslose Debatte über die Welt zu beginnen, in der wir leben, und über unsere Zielsetzungen in dieser Welt.
Eine solche Debatte würde meiner Meinung nach zwei konstruktiven Zwecken
dienen:

Erstens, sie würde ein tieferes Gefühl der Einigkeit über fundamentale

Fragen der Außenpolitik erkennen lassen, als viele Leute glauben ... Der zweite
konstruktive Zweck würde darin liegen, daß sie uns zeigen würde, daß wir heute
in einer ganz anderen Welt leben als die, auf die unsere Außenpolitik nach dem
zweiten Weltkrieg eingerichtet war ...

"

Das internationale System, das sich 1945 herausbildete und das bis in die

*-

sechziger Jahre andauerte, wurde im wesentlichen durch ein bipolares Kräfteverhältnis zwischen zwei großen Vereinigungen von Staaten charakterisiert - gefangen
in einem feindseligen gegnerischen Verhältnis, das man so gerne als

"Kalten Krieg"

bezeichnete.
Die Stabilität dieses Systems beruhte weitgehend auf der Existenz von zwei
Supermächten, deren überragende Bedeutung in ihren jeweiligen Sphären von ihren
eigenen Verbündeten niemals ernsthaft in Frage gestellt wurde.

Diese Stabilität

gründete sich im Laufe der Zeit in zunehmendem Maße auch auf das nukleare Gleichgewicht des Schreckens, das von jeder Seite erforderte, daß sie im Umgang mit
der anderen Vorsicht und Zurückhaltung walten ließ, wenn nicht die Ereignisse
außer Kontrolle geraten und zu einer nuklearen Feuersbrunst führen sollten.

Das

war kein sehr angenehmes System - ja es war sogar recht gefährlich - aber es
schuf durch die gegenseitige Lähmung in den Hauptkonfliktgebieten ein dürftiges
Gleichgewicht.

Wie jemand einmal schrieb, die beiden Supermächte glichen zwei

Skorpionen in einer Flasche, die sich gegenseitig in Schach hielten und die ein-

�'

einander nicht aus dem Auge lassen durften.
Wie wir alle wissen, ist dieser Kalte Krieg einer anderen Art von internationalem System gewichen ... China sagte sich offen von der Sowjetunion los
und trat in ein gegnerisches Verhältnis ein. Frankreich unter de Gaulle wurde
zum lautstarken Widersacher einer amerikanischen Hegemonie in Europa.
Die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Blöcken
wurden intensiver und das Gefühl der Belagerung begann auf beiden Seiten zu
schwinden. Obwohl das militärische Kräfteverhältnis im wesentlichen bipolar
blieb, verwandelte sich in anderer Hinsicht die bipolare Welt des kalten Krieges
in eine multipolare Welt mit mehreren bedeutsamen Machtzentren ...
Diese natürliche Entwicklung weg vom System des Kalten Krieges wurde ferner
durch die konzertierte Anstrengung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
r

beschleunigt, von einer Konfrontation zu Verhandlungen über Grundfragen zu gelangen, die uns getrennt haben.

^

grenzt gewesen.

Die Zielsetzung der Entspannung ist immer be-

Es handelt sich dabei nicht um ein Bemühen, ein Verhältnis

großer Wärme und gegenseitiger Freundschaft zu entwickeln, sondern einfach um
eine Anstrengung, die gefährlichsten Gebiete des Konflikts zu dämpfen und so
eng wie möglich bei der Erreichung des einen gemeinsamen und über allem stehenden
Zieles zusammenzuarbeiten:

der Vermeidung eines Nuklearkrieges.

Ich bin überzeugt, daß die Entspannung eine kluge und weise Reaktion auf
die Konfrontationspolitik des Kalten Krieges war.

Sie geht von der Erkenntnis

aus, daß sich die beiden Skorpione zwar bisher nicht gegenseitig umgebracht,
daß sie jedoch bisher ihr Glück strapaziert haben. Wie es Stanley Hoffmann von
der Harvard-Universität ausdrückte, hat Außenminister Kissinger

"in sehr kluger

Weise und zurecht versucht, unsere Politik (gegenüber der Sowjetunion) aus
einer Beziehung der Gegnerschaft in eine Beziehung der halben Gegnerschaft und
der halben Zusammenarbeit zu verwandeln." ...
Aber, wie Hoffmann weiter sagte,

"hat Kissinger die Entspannung mit der

Vorstellung in Angriff genommen, daß alles andere sich regeln werde, wenn er
- 3 -

�II

er nur diese Schlüsselbeziehung in der Hand habe.

Das Problem dabei ist je-

doch, daß die beiden Supermächte immer weniger von der Weltpolitik kontrollieren.
Was wir heute erleben, ist die Rache aller anderen Beteiligten, die jetzt ihre
eigenen Interessen verfolgen.

In der ganzen Welt erleben wir eine Selbstbehaup-

tung der kleineren Nationen."
Die Welt, in der wir heute leben, hat sich bereits über das multipolare
Stadium hinaus entwickelt.
werden.

Sie steht im Begriff, völlig dezentralisiert zu

Die Historiker werden sich vielleicht später auf die gegenwärtige Ära

als die Ära der Balkanisierung der Weltpolitik beziehen.

In einer solchen Welt

werden Frieden und Fortschritt der Geduld, der flexiblen Diplomatie und einer
wahrhaft brillanten Staatskunst bedürfen.
in einer solchen Welt tun?

Was können die Vereinigten Staaten

Welche Rolle können sie spielen?

Das Wichtigste, was wir erkennen müssen, wenn wir die heutige Welt betrachten, ist einfach das: Wir sind nicht mehr die Hüter der Welt. Aus dem zweiten*
Weltkrieg sind wir als die vorherrschende Macht hervorgegangen. Unsere Vorherrschaft wurde nach dem Kriege durch kommunistische Erfolge und die Entwick- 9
lung einer Nuklearkapazität in der Sowjetunion untergraben. Und sie ist weiter
dahingeschwunden in dem Maße, in dem unsere eigenen Verbündeten eine unabhängigere Politik einzuschlagen begannen. Und in jüngster Zeit hat unsere Vorstellung von uns selbst als Supermacht einen neuen Tiefschlag erlitten durch
die offensichtliche Fähigkeit kleinerer Staaten - einzeln oder kollektiv, wie
in den Vereinten Nationen - ungestraft auf unseren Interessen herumzutrampeln ...
Es ist jedoch nützlich, sich daran zu erinnern, daß die Erosion unseres
Einflusses in der Welt weitgehend aus dem Entstehen stärkerer und lebensfähigerer
Nationalstaaten unter unseren Verbündeten und in der Dritten Welt herrührt.

Und

gerade eine solche Entwicklung ist ein Grundziel unserer amerikanischen Außenpolitik seit dem zweiten Weltkrieg gewesen.
Harlan Cleveland hat kürzlich darauf hingewiesen, daß unsere gegenwärtigen
Verhältnisse aus unseren eigenen Anstrengungen resultieren, und er hat uns
daran erinnert, daß wir schon vor langer Zeit beschlossen haben, daß wir nicht
- 4 -

�nicht mehr der Hüter der Welt sein wollen.

Und wir wollten auch nicht, daß es

jemand anders sein sollte. Wir haben mit dem Baruch-Plan den Vereinten Nationen
unser Atommonopol angeboten. Wir haben Westeuropa geholfen, Gesundheit und
Selbstvertrauen wiederzugewinnen.

Wir haben den Grundsatz der Entwicklungshilfe

für die unterentwickelten Länder aufgestellt. Wir haben Tausenden junger Menschen in der ganzen Welt eine Ausbildung gegeben.

Wir haben nachgeholfen, daß

viele Kolonien selbständig wurden und haben damit eine neue Mehrheit in den Vereinten Nationen geschaffen.

Unsere Ziele waren richtig und unsere

Erfolge ein-

drucksvoll ...
Die Entstehung dieser neuen Welt schafft jedoch für die amerikanische Außenpolitik echte Probleme. Obwohl wir nicht mehr der Hüter der Welt sind, bleiben
wir doch die stärkste Macht. Wir haben weltweite Interessen und es liegt uns
wirklich etwas daran - ja, es ist vielleicht unsere Hauptverantwortung - den
Frieden zu wahren.

Wir müssen weiterhin Ziele verfolgen, die wir in der Ver-

gangenheit verfolgt haben, aber mit weniger Hebelkraft.

Die Spielregeln haben

sich geändert.
Die traditionellen Werkzeuge der Diplomatie sind in vielen Situationen
nutzlos geworden.

So ist beispielsweise die Aufrechterhaltung eines mili-

tärischen Kräftegleichgewichts noch immer eine notwendige Vorbedingung für unsere Sicherheit - aber sie reicht bei weitem nicht aus ...,

denn die Bedro-

hungen des amerikanischen Einflusses in der Welt konzentrieren sich heute nicht
mehr auf die kommunistische Welt, noch sind sie militärischer Natur.

Die

neuen Bedrohungen sind jene, über die wir wenig Kontrolle haben, die durch die
innere Entwicklung in vielen Ländern beeinflußt werden und die von Persönlichkeiten und Regimen ausgehen, die an die Macht kamen und uns feindlich gesinnt
sind ...
Kurz gesagt, die Vereinigten Staaten können nicht mehr damit rechnen, die
Weltpolitik mit Hilfe der traditionellen Techniken der Macht, der Auslandshilfe,
der geheimen Verschwörung oder der großen Bündnisse zu

"managen". Wir werden

stattdessen eine geschicktere und flexiblere Diplomatie brauchen.

Wir werden

uns mehr auf unsere Köpfe als auf unsere militärischen oder wirtschaftlichen

�wirtschaftlichen Muskeln verlassen müssen.

Und wir müssen einfach lernen,

mit Ereignissen zu leben, die unkontrollierbar sind, so geschickt unsere Diplomatie auch sein mag ...
-

Nehmen wir beispielsweise die Sowjetunion.

Es gelang ihr nicht, nach dem

zweiten Weltkrieg ihre politischen Ziele in Europa zu erreichen, trotz der Tatsache, daß Europa gelähmt zu ihren Füßen lag.

Die Sowjets schmiedeten ein auf-

sehenerregendes Bündnis mit China, nur um es in Stücke fallen zu sehen.

Sie

gewannen einen Zugang zu Kuba, nur um von Präsident Kennedy in der Raketenkrise gedemütigt zu werden.

Sie lieferten den arabischen Staaten Waffen, nur

um zu erleben, daß ihre Militärberater aus Ägypten ausgewiesen wurden.
wo spricht jemand davon, daß die Sowjetunion

Aber

"dahinschwinde"? ...

Wollen wir doch die Dinge weiterhin in der richtigen Perspektive sehen.
Wir stehen nicht am Ende des amerikanischen Einflusses.

Wollen wir uns also

vernünftig darüber unterhalten, wie dieser Einfluß am besten genutzt werden
kann.

Jetzt, da der Krieg in Indochina hinter uns liegt, existiert meiner

Meinung nach eine feste Grundlage für nationale Einigkeit über die Hauptaufgaben, vor denen wir stehen.

Ich möchte diese Aufgaben mit den Worten Harlan

Clevelands zusammenfassen als die Notwendigkeit, in einer führerlosen Welt Institutionen der kollektiven Führung aufzubauen und

"unsere amerikanische Er-

findungskraft auf die humane Bewältigung der Interdependenz anzusetzen."
Außenminister Kissinger hat kürzlich die Hauptaufgaben unserer Außenpolitik aufgezählt, und im Geiste der Überparteilichkeit möchte ich meine eigene
nachdrückliche Unterstützung zum Ausdruck bringen. Zu diesen Aufgaben gehört
die Notwendigkeit, die großen demokratischen Bündnisse aufrechtzuerhalten und
zu stärken, die einen "Anker gemeinsamer Werte und Zielsetzungen" darstellen,
wenn wir darum ringen, mit der Welt von heute fertig zu werden. Wir müssen
auch ein fundamental reformiertes internationales Wirtschaftssystem anstreben,
das den legitimen Ansprüchen der Entwicklungsländer Rechnung trägt ...
Wir können unsere Ziele in der Welt nicht durch militärische Macht allein
erreichen, und selbst mit unserer gewaltigen wirtschaftlichen Macht können
- 6 -

�können wir sie nicht erreichen.

Wir müssen stattdessen unsere Ziele mit

Hilfe einer Kombination von diplomatischem Geschick und internationaler politischer Führung verfolgen - einer Führungsposition, die nicht in erster Linie
durch die Glaubwürdigkeit unserer militärischen Verpflichtungen, sondern durch
die Glaubwürdigkeit der politischen Werte getragen wird, für die wir einstehen.

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KRAFT- UND WASSERWERK IM HAUSE
Kompakt-Versorgungssysteme in Neubaugebieten - Beitrag zur
Energieeinsparung

- (AD) - Eine Entlastung der Großkraftwerke und anderer großer Versorgungsbetriebe bei einer gleichzeitigen Minderung der Schwierigkeiten von Kommunen,
ihre Stadtentwicklungsphase fristgemäß zu verwirklichen, könnte durch die Verwendung von "Modular Integrated Utiliy Systems" (MIUS) erreicht werden. Mit
Hilfe von MlU-Systemen, die als "Kompakt-Versorgungssysteme in variabler Kombination"

gebaut werden sollen, wären auch

Energieeinsparungen zwischen 14 und

42 Prozent gegenüber dem Energieverbrauch bei Inanspruchnahme herkömmlicher Versorgungsanlagen denkbar.
Vor allem das US-Wohnungsbauministerium ist an der Entwicklung und Erprobung kombinierter Kompakt-Versorgungssysteme interessiert, die für Einzelaufgaben wie Müllverbrennung, Stromerzeugung, Raum- und Wasserheizung, vielleicht
auch Abwasserbehandlung und Wasseraufbereitung im "Kleinverbund"
werden könnten.

eingesetzt

Sie dürften sich, sofern bestimmte Kriterien (z.B. Schwierig-

keiten bei der Ausweitung der öffentlichen Versorgungsnetze in dicht besiedelten
Gebieten) gegeben sind, für Wohnviertel- und Bürohaus-Neubauprojekte besonders
gut eignen.
Ein
- 1-

�Ein Expertenausschuß der

"National Academy of Engineering"

(NAE) hat

bereits einen Bericht verfaßt, der das Für und Wider von Kompakt-Versorgungssystemen behandelt.
Service"

Er soll in Kürze über den

"National Technical Information

(dem US-Handelsministerium angeschlossen) veröffentlicht werden.

Nach Ansicht dieses Gremiums
Direktor in der

(Vorsitz: G.O. Wessenauer, früher Technischer

"Tennessee Valley Authority") ist das MlU-System allerdings

nur sinnvoll, wenn die Untersysteme in befriedigender Weise zu integrieren sind.
Deshalb wird empfohlen, Forschungs- und Entwicklungsprojekte für Aggregate und
Anlagen, die als Untersysteme - etwa für Raum- und Wasserheizung, Kühlung, Stromerzeugung etc. - in Frage kämen, aufmerksam zu verfolgen und sich nicht mit
der Verwendung dessen zufriedenzugeben, was bereits auf dem Markt ist. Neuentwicklungen könnten durchaus leistungsfähiger sein und wirtschaftlicher arbeiten als die herkömmlichen Aggregate.
Um der totalen Energienutzung mit kombinierter Versorgung und Entsorgung
näher zu kommen, seien Konzeptionen interessant, die die Nutzbarmachung der

,

Abwärme berücksichtigen - z.B. für die Abwasserbehandlung bis zur Neuaufbereitung des Wassers, für

die Abtrennung und Rückgewinnung brauchbaren Altmaterials f

aus festen Abfällen und die Brennstoffgewinnung aus Müll.

Bei sorgfältiger

Abwägung der lokalen und regionalen Umstände und entsprechender Wahl der Untersysteme seien MIUS durchaus geeignet, zur Einsparung von Rohstoffen, Verringerung
des Energieverbrauchs und der Umweltbelastung (einschließlich der "thermischen
Verschmutzung") beizutragen.

Außerdem könnten sie, da die Installierung mit

neuen Projekten der Stadtentwicklung zeitlich abzustimmen sei, die Bemühungen
der Regierung unterstützen, minderbemittelten Familien schneller zu einer Wohnung zu verhelfen.

Die Nutzung und Erschließung von Land würde verbessert, die

Gesamtkosten für die Einrichtung und Unterhaltung von Versorgungssystemen würden
aller Voraussicht nach verringert.
Erstrebenswert sei, wie Fachleute des US-Wohnungsbauministeriums betonen,
die Entwicklung von MIUS, die mit Kohle anstatt mit öl, Gas oder Strom aus Atomkraftwerken betrieben werden können.

Wo bereits konventionelle Versorgungs-

systeme vorhanden seien, werde die Entscheidung für oder gegen MIUS davon bestimmt, welcher Art das konventionelle System ist und inwieweit die Kompakt-

�Kompakt-Systeme zur Einsparung von Energie beitragen können.

Höchste Priorität ist nach Ansicht des Expertengremiums der national Akademie der Entwicklung von kombinierten Demonstrationssystemen einzuräumen,
die Wasserbehandlung bis zur Trinkwassergewinnung, die Verarbeitung von flüssigen
und festen Abfällen und die Nutzbarmachung aller Quellen von Energie innerhalb
des Systems berücksichtigen.

Als neuartige Einzelentwicklungen seien u.a. Ver-

brennungsanlagen mit sinnvoller Wärmenutzung, Speicherung von Wärmeenergie,
Brennstoffzellen, verbesserte Abfallbehandlung, Kühlen und Heizen mit Sonnenenergie empfehlenswert.

In weiteren Studien seien die Wirtschaftlichkeit ver-

schiedener MlU-Systeme nach Größe und Kombination, Kosten-Nutzen-Vergleiche,
wirtschaftliche Risiken, Finanzierung- und Fabrikationsfragen zu untersuchen.

Ungeachtet des großen Interesses der Öffentlichkeit für Sonnenenergie und
mancher spektakulären Versuchsprojekte, bei denen ein Großteil oder angeblich
sogar 100 Prozent des Energiebedarfs durch das Einfangen und die Umwandlung von
Sonnenenergie gedeckt wird, stößt dies in der Praxis auf große Schwierigkeiten.
Dr. Erich Farber, Direktor des Instituts für Sonnenenergie und Energieumwandlung der Universität Florida in Gainesville (Florida), befaßt sich seit mehr
als 20 Jahren mit diesem Problem.

Angesichts der überaus hohen Investitions-

kosten - bei allerdings geringen Betriebskosten - sei vorläufig nicht damit
zu rechnen, daß Sonnenenergie über den Status einer
für Heiz- und Kühlzwecke hinausgelange.
Farber

"Hilfsenergiequelle"

z.B.

"Für die Stromerzeugung", so Prof.

"ist Sonnenenergie einfach zu teuer.

Von den Kosten bei den herkömm-

lichen kommerziellen Systemen sind wir noch um zwei oder gar drei Größenordnungen entfernt.

Das würde sich natürlich sofort ändern, wenn jemandem etwas

einfiele, wie man Sonnenzellen, die sich ja in der Raumfahrt so gut bewährt haben,
für ein Tausendstel der heutigen Kosten produzieren könnte."

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12/1975

KOHLENSTAUB ALS EINSATZMATERIAL FÜR MHD-GENERATOR
Forschungsprojekt der Stanford-Universität - Auch schwefelhaltige
Kohle geeignet

- (AD) - Eine wesentliche Verbesserung des Wirkungsgrades bei der Stromerzeugung aus Kohle ist das Ziel einer zunächst auf drei Jahre befristeten
Studie, die mit einem MHD-Generator im Institut für Hochtemperatur-Gasdynamik
der Stanford-Universität (Kalifornien) durchgeführt wird.

Unter der Leitung

von Prof. Robert H. Eustis (Department für Maschinenbau, Stanford) werden im
Rahmen eines 770 O00-Dollar-Vertrags mit dem "Institut für Elektroenergie-Forschung"

(Electric Power Research Institute - EPRI) in Palo Alto spezielle Ver-

suche zur direkten Umwandlung von Wärme in elektrische Energie durch Verbrennen
von Kohlen-Feinstaub unternommen.

Mit den heißen Abgasen des MHD-Generators

will man zusätzlich konventionelle Dampfturbinen betreiben.

EPRI, eine Grün-

dung der amerikanischen Privatwirtschaft aus dem Jahre 1973, wird zu mehr als
80 Prozent von Kraftwerksunternehmen finanziert.
Die meisten MHD-Generatoren arbeiten mit "sauberen"

Brennstoffen, z.ß.

mit heißem Erdgas oder mit bestimmten Anteilen der Verbrennungsgase von Kohle
und Erdöl.

Die Stanford-Studie soll demonstrieren, daß auch fein pulverisierte

und sogar stark schwefelhaltige Kohle direkt eingesetzt werden kann. Dem
magneto-hiydrodynamisehen (MHD) Generator liegt das Prinzip zugrunde, den Energie*
träger - Gase oder auch Metalldampf - stark zu erhitzen und zu beschleunigen, wo-

�i
wobei viele der Moleküle und Atome ionisiert werden.

Ein intensives, quer

zur Strömungsrichtung verlaufendes Magnetfeld trennt die elektrisch positiv
und negativ geladenen Teilchen.

Sie sammeln sich an Anoden und Kathoden und

bauen ein starkes elektrisches Feld auf, das sich für die Stromgewinnung nutzen
läßt.
Der besondere Vorteil von MHD-Generatoren, bei deren Entwicklung noch
verschiedene Linien verfolgt werden, läge darin, daß sie, wenn die noch bestehenden Probleme gelöst sind, den Wirkungsgrad für die Energie-Umsetzung auf
50 - 60 Prozent erhöhen könnten.

Bei den modernen Kohlekraftwerken, die eben-

falls Kohlenstaub verbrennen, werden über die Dampfturbinen'nur etwa 40 Prozent
der Wärmeenergie als elektrische Energie zurückgewonnen.
In der Stanford-Studie können experimentelle Erfahrungen mit MHD-Generatoren
als Vorschaltaggregat für Dampfturbinen bereits berücksichtigt werden.
beitsprinzip für die Versuchsserien wird folgendermaßen beschrieben:
Brennkammer erzeugte heiße Gas wird mit einer Kaliumverbindung

Das ArDas in der

"geimpft",

die durch die Abgase von Elektronen an das Gas die Ionisation fördert.

Das

»

schnell strömende, ionisierte Gas wird zum MHD-Kanal mit positiven Elektroden
(Anoden) auf der einen und negativen Elektroden (Kathoden) auf der anderen
Seite geleitet.

Das dort wirksame starke Magnetfeld lenkt die elektrisch ne-

gativen Elektronen zu den Anoden, die positiv geladenen Gasmoleküle zu den
Kathoden.

Die Elektroden sind so geschaltet, daß elektrischer Strom zu fließen

beginnt.
Die Kalium-Verbindung hat noch eine zweite Funktion - sie reinigt die
"schmutzige" Kohle und bindet den darin enthaltenen Schwefel durch Bildung
von unschädlichem Kaliumsulfat.

Dieses kann gesammelt und abgetrennt, das

Kalium für den Prozeß wiederverwendet werden.

Eine der Fragen, die das For-

schungsprojekt lösen helfen soll, ist die Wirkung der entstehenden Kohleschlacke
auf den Betriebsablauf.

Prof. Eustis ist der Ansicht, daß die Schlacke sogar

die Leistung des MHD-Generators steigern könnte, weil sie die Elektroden isoliert, den MHD-Kanal vor den korrodierenden Gasen schützt und eine Art ReparaturMechanismus für Schäden in Gang setzt, die durch elektrischen Funkenüberschlag
entstehen.

Etwa

�Etwa 10 Prozent des Kohlenstaubs dürfte Schlacke bilden, die sich als
ca. drei bis sechs Millimeter dicke Schicht an der Innenwand des Kanals ansetzt.

Was darüber hinausgeht, wird ständig abgeschmolzen und von der Strö-

mung mitgerissen.

Die Untersuchungen werden sich zunächst auf sorgfältige Mes-

sungen der Schlackepartikel, auf das Verhalten der Schlackenschicht und ihre
Auswirkungen auf die elektrische Leistung konzentrieren.

Auch werden die ver-

schiedensten Kohlearten, fein pulverisiert, als Brennstoff für das Laboraggregat
erprobt.

Die Ergebnisse der Studie liefern wichtige Beiträge zu einer optimalen

Konstruktion von MHD-Großgeneratoren.

+ + + + +

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Senator Muskie sieht neue weltpolitische Rolle für die USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede vor dem Chicago Council on Foreign Relations -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kraft- und Wasserwerk im Hause&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kompakt-Versorgungssystem in Neubaugebieten - Beitrag zur Energieeinsparung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kohlenstaub als Einsatzmaterial für MHD-Generator&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Forschungsprojekt der Stanford-Universität - Auch schwefelhaltige Kohle geeignet -&lt;/em&gt;</text>
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