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Dokumentation

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11

4. Juni 1975

Inhalt

DOKUMENTATION
Präsident Ford bekräftigt Btindnistreue der USA
Rede vor dem Nordatlantikrat

,

WIRTSCHAFT
Erklärung Kissingers vor der IEA in Paris am 27. Mai
Rede Kissingers vor dem Ministerrat der OECD am 28. Mai

INFORMATION
Sport, Freizeit und Erholung
US-Ausstellung in Frankfurt

Um Übersendung v o n Belegexemplaren w i r d gebeten.

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Dokumentation

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11/1975

PRÄSIDENT FORD BEKRÄFTIGT BÜNDNISTREUE DER USA
Rede vor dem Nordatlantikrat

Präsident Gerald Ford hat auf der Frühjahrstagung des Nordatlantikrates in Brüssel, an
der zahlreiche Regierungschefs teilnahmen,
am 29. Mai 1975 die Bündnistreue der Vereinigten Staaten bekräftigt und gleichzeitig
die europäischen Partner aufgerufen, verstärkte Anstrengungen im Rahmen der NATO
zu unternehmen.
Die Rede des amerikanischen Präsidenten hat
folgenden Wortlaut:

Präsident Truman übermittelte dem Kongreß der Vereinigten Staaten im
Jahre 1949 den Text des Nordatlantikvertrages mit seiner Beurteilung der Wichtigkeit desselben:

"Die Ereignisse dieses Jahrhunderts haben uns gelehrt, daß

wir den Frieden nicht ohne die anderen erreichen können.
zu klein geworden.

Dafür ist die Welt

Die Sicherheit und das Wohlergehen jedes einzelnen Mit-

glieds dieser Gemeinschaft hängen von der Sicherheit und dem Wohlergehen aller
ab.

Keiner von uns kann für sich allein zu wirtschaftlicher Prosperität und

militärischer Sicherheit gelangen.

Keiner von uns kann für sich allein den

Fortbestand der Freiheit gewährleisten."

Soweit Präsident Truman.

Seine Worte,

die die Interdependenz der nordatlantischen Nationen beschreiben, sind heute
so zutreffend wie sie es vor einem Viertel Jahrhundert waren.
Am
- 1-

�Am 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Nordatlantikvertrags kamen die

V

führenden Staatsmänner der NATO-Mitgliedstaaten hier in Brüssel zusammen, um
die Erklärung über die Atlantischen Beziehungen zu billigen - die grundlegenden Zielsetzungen eines Bündnisses, das die Verheißung erfüllt hat, die Sicherheit seiner Mitglieder zu gewährleisten, ihren Wohlstand zu mehren und ihre
Freiheit zu wahren.
Wir sind heute hier zusammengekommen, um unsere Verpflichtung gegenüber
dem Bündnis zu bekräftigen.

Wir sind hierhergekommen, um unsere Bürger in

den 15 Mitgliedstaaten durch unsere Anwesenheit an die Stärke und Stabilität
der transatlantischen Bande zu erinnern, die uns einen, und um unser Bekenntnis zur kollektiven Selbstverteidigung zu erneuern.

Wir sind hier versammelt,

um uns den ersten Problemen zu widmen, mit denen wir konfrontiert sind, und
die Schritte zu prüfen, die wir zu ihrer Lösung unternehmen müssen.
Die erneute Bekräftigung unserer Verpflichtung gegenüber dem Bündnis ist •
dabei das Wichtigste.
Die Vereinigten Staaten stehen bedingungslos und unwiderruflich treu zu
den Verpflichtungen, die sie mit der Unterzeichnung des Nordatlantikvertrages
eingegangen sind - einschließlich der Verpflichtung gemäß Artikel 5, jedem
NATO-Staat, der einem bewaffneten Angriff ausgesetzt ist, zur Hilfe zu kommen.
Da Verträge oberstes Gesetz meines Landes sind, sind diese Verpflichtungen für
die Vereinigten Staaten bindend.

Sie bleiben, wie die letzten 26 Jahre hin-

durch,die feste Grundlage, auf der unsere Beziehungen beruhen.

Dieses Fundament

hat den Zwecken gut gedient, für die es geschaffen worden war.

Es wird diesen

Zwecken auch angesichts neuer Schwierigkeiten dienen, solange wir an unserer
gemeinsamen Entschlossenheit festhalten.
In dem Vertrag, den wir vor 26 Jahren unterzeichneten und aus dem wir
Vertrauen und Mut gezogen haben, verpflichten wir uns:
- Mit allen Völkern und Staaten in Frieden zu leben;
- die
- 2 -

�- die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation unserer Völker
zu gewährleisten, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der
Person und der Herrschaft des Rechts beruhen;
- die innere Festigkeit und das Wohlergehen in nordatlantischen Gebiet
zu fördern:,
- jeden internationalen Streitfall, an den unsere Länder beteiligt sind,
auf friedlichem Wege zu regeln;
- Gegensätze in ihrer internationalen Wirtschaftspolitik zu beseitigen
und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern;,
- einzeln und gemeinsam, durch ständige und wirksame Selbsthilfe und
gegenseitige Unterstützung die eigene und die gemeinsame Widerstandskraft
gegen bewaffnete Angriffe zu erhalten und fortzuentwickeln;.
- einander zu konsultieren, wenn einer der Partner bedroht ist; und
- einen bewaffneten Angriff gegen einer, der Partner als einen bewaffneten
Angriff gegen alle anzusehen.
Es besteht keine Notwendigkeit, diese Grundsätze und Zielsetzungen heute
zu modifizieren. Sie sind heute noch so klar, so eindeutig und so gültig wie
zu der Zeit, als sie das erste Mal verabschiedet wurden. Dennoch ist es gut,
sich dieser Zusicherungen zu erinnern, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und Kraft
den Problemen zuwenden, denen wir uns außerhalb und innerhalb des Bündnisses
cegenlibersehen - Problemen, die sich sehr von aenen unterscheiden, mit denen
wir vor 26 Jahren konfrontiert waren. Als NATO-Staatschefs wie als Freunde
haben wir die Pflicht, in unserem Umgang miteinander offen und realistisch
zu sein. Deshalb muß ich die folgenden Punkte hier anführen, die die Vereinigten Staaten mit Sorge erfüllen und von Bedeutung für das Bündnis sind:
- In
- 3-

�- In Indochina haben die Ereignisse der letzten Monate beträchtliches
menschliches Leid über die Bevölkerung von Kambodscha und Vietnam gebracht
- Leid, das die Herzen aller Menschen anrührt.

Im Hinblick auf das lang-

jährige Engagement der Vereinigten Staaten in Indochina haben die dortigen Ereignisse manche Kreise veranlaßt, unsere Stärke und unsere Zuverlässigkeit in
Zweifel zu ziehen.
Nach meinem Dafürhalten spricht unsere Stärke für sich selbst:

Unsere

militärische Macht bleibt jetzt und in Zukunft bestehen und sie wird von
keiner anderen übertroffen werden - daran sollte niemand zweifeln; unsere
Wirtschaft ist gesund in ihren Grundlagen und bleibt produktiv, und unser
politisches System ist dank der Art, wie es einer ernsten Bewährungsprobe im Inneren standhielt, aus den Erschütterungen des vergangenen Jahres
nur umso stärker hervorgegangen.

Unsere Handlungsweise wird die Dauerhaftig-

keit unserer Verpflichtungen auch weiterhin bestätigen.
- Im vergangenen Jahr hat es innerhalb des Bündnisses Belastungen und
Schwierigkeiten gegeben. Ernste Differenzen haben die Beziehungen zwischen
einigen Mitgliedstaaten gestört. Die Einigkeit des Bündnisses und unsere gemeinsame Entschlossenheit wurden in Frage gestellt.
- Es haben sich einige Probleme auch im direkten Zusammenhang mit unserer
Verteidigungsfähigkeit ergeben.

Ich meine den wachsenden Druck, das Maß der

militärischen Verpflichtungen gegenüber der NATO trotz der Tatsache abzubauen,
daß die Streitkräfte unserer potentiellen Gegner immer stärker werden.

Wir

sehen uns somit auch grundlegenden Problemen der militärischen Effektivität
gegenüber.
-

Ein Menschenalter nach seiner Schaffung verschwendet das Bündnis auf
Kosten seiner militärischen Schlagkraft jährlich große Summen.
fach nicht genug getan, unsere Waffen zu standardisieren.
für Abhilfe sorgen.

Wir haben ein-

Wir müssen hier

Wir müssen uns ferner auf eine vernünftige Arbeitsteilung

in den Waffenentwicklungsprogrammen und in den Produktionsverantwortlichkeiten
einigen.

Und wir müssen schließlich mehr tun, um unsere gemeinsame Fähigkeit

�Fähigkeit zu erweitern, uns im Kampf und rein versorgungsgemäß gegenseitig
besser helfen zu können.

Die Pressionen innerhalb des Bündnisses, die auf

eine Kürzung unserer Verteidigungshaushalte hinwirken, dürften inzwischen jeden
unter uns davon überzeugt haben, daß wir unsere kollektive Verteidigung einfach
rationalisieren müssen.
- Auf dem Energiesektor sind wir noch immer nicht immun gegen politische
Pressionen, die aus der großen Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen
herrühren; wir werden vielmehr von Monat zu Monat immer anfälliger gegen sie.
Wir haben gemeinsame Fortschritte in bezug auf die Kompensierung der Auswirkungen der im vergangenen Jahr von den Erdölförderländern ergriffenen Maßnahmen
erzielt.

Weit mehr bleibt noch zu tun übrig.

- Im Nahen Osten ist die Möglichkeit eines neuen Krieges weiter gegeben,
der nicht nur die Länder in jener Region erfassen, sondern - über den Nahen
Osten hinausgreifend - Zwietracht, vielleicht sogar innerhalb unseres Bündnisses
säen könnte.
Das ist ein schrecklicher Berg von Problemen.

Wir sind aber auch schon

in der Vergangenheit vor schrecklichen Problemen gestanden.

Wir wollen ver-

suchen, diese neuen Herausforderungen mit dem ganzen Mut, der Überzeugung und
dem Zusammenhalt dieses großen Bündnisses zu meistern.
gehen.

Laßt uns an die Arbeit

Die Zeit für konzertierte Aktionen ist gekommen.

In dieser wichtigen Phase der Geschichte des Bündnisses müssen wir uns
sechs vordringlichen Aufgaben widmen:
- Erstens, wir müssen eine starke und glaubwürdige Verteidigung aufrechterhalten.

Das muß der oberste Zweck unseres Bündnisses bleiben. Wenn wir an

dieser Aufgabe scheitern, werden alle anderen Aufgaben irrelevant.

Eine Ge-

sellschaft, die nicht die Kraft und Hingabebereitschaft aufbringt, sich selbst
zu verteidigen, kann nicht überleben - und ein Bündnis genau so wenig.

Was

uns angeht, so bleibt unsere Verpflichtung,keine einseitigen Verminderungen der
der NATO zugesagten US-Streitkräfte vorzunehmen, weiterhin gültig.
- 5 -

Das allein

�allein aber reicht nicht aus. Wir müssen vielmehr wirksameren Gebrauch von
unseren Verteidigungsmitteln machen.

Wir müssen das langfristige Ziel gemein-

samen Vorgehens und gemeinsamer Ausrüstungen erreichen.

Unsere Forschungs-

und Entwicklungsanstrengungen müssen mehr sein als nur die Summe aus den Teilanstrengungen.

Wir sollten uns bemühen, hinsichtlich der Aufteilung der Ver-

teidigungsaufgaben, des Nachschubs und der Produktion eine echte Einheit zu
bilden.
- Zweitens, wir müssen die Qualität und Integrität dieses Bündnisses auf
der Basis der uneingeschränkten Mitwirkung und nicht auf der einer Teilmitgliedschaft oder auf Grund irgendwelcher Sonderarrangements wahren.

Die Verpflichtung

zur kollektiven Verteidigung muß vollständig sein, um glaubwürdig zu sein;
und sie muß uneingeschränkt sein, um verläßlich zu sein.
- Drittens, wir sollten den Prozeß der politischen Konsultation verbessern.
Wir haben diesbezüglich in den letzten Monaten beträchtliche Fortschritte erzielt; es ist aber, wie jeder von uns weiß, seitens aller Beteiligten noch
Raum für Verbesserung, wollen wir unsere Solidarität bewahren. Das ist von be- •
sonderer Wichtigkeit, wenn wir gemeinsam in unseren Bemühungen voranschreiten
wollen, die Spannungen abzubauen, die über ein Viertel Jahrhundert lang im Verhältnis zu den Staaten des Warschauer Paktes bestanden haben. Wir sollten ferner
die Gepflogenheit weiterentwickeln, unsere Haltung in Angelegenheiten, die die
Interessen aller berühren, aufeinander abzustimmen, um eine gemeinsame Politik
zur Behandlung gemeinsamer Probleme zu entwickeln.
- Viertens, wir sollten bei der Entwicklung einer produktiven und realistischen Tagesordnung für die Entspannung zusammenarbeiten - einer Themenstellung,
die unseren und nicht den Interessen anderer dient, die nicht dieselben Wertvorstellungen haben wir wir. Mir schwebt eine Agenda vor, die die Ausnutzung
jeder erkenntlichen Schwäche durch die Gegenseite einkalkuliert und verhindert.
Ein Punkt dieser Agenda müßte es sein, die Gewähr zu schaffen, daß die auf der
Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) gegebenen Zusagen
in Taten umgesetzt werden, die die Freiheit und Menschenwürde aller Europäer
zu mehren geeignet sind. Nur durch solche realistischen Schritte versetzen wir

�wir uns in die Lage, diese Konferenz in der richtigen Perspektive zu sehen,
einen wie euphorischen oder inflatorischen Akzent die Sowjetunion oder andere
Teilnehmerstaaten ihr auch immer zu geben trachten.
Ein weiterer Punkt auf dieser Agenda müßten die Verhandlungen über einen
beiderseitigen und ausgewogenen Truppenabbau in Europa sein. Die NATO-Mitgliedstaaten sollten bereit sein, in diesen Verhandlungen angemessene Initiativen
zu ergreifen, die zur Erreichung unserer Ziele beizutragen vermögen. Die Sowjetunion und ihre Verbündeten ihrerseits sollten jedoch bereit sein, in gutem
Glauben auf die gemeinsamen Zielsetzungen einzugehen, auf die beide Seiten hinarbeiten sollten: unverminderte Sicherheit für alle bei verminderten Truppenstärken.
- Fünftens, wir sollten uns um die Zukunft des Westens kümmern. Wir müssen
unsere eigenen demokratischen Institutionen stärken und die Einführung demokratischer Prozesse überall auf der Welt fördern. Wir müssen ferner über unser
Bündnis, wie es sich heute darbietet, hinausblicken. Spanien leistet seit langem
schon als Ergebnis seiner zweiseitigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten
einen wichtigen Beitrag zur militärischen Sicherheit des Westens - und wird ihn
auch weiterhin leisten.
Sechstens, wir sollten uns erneut zu unserem Bündnis als einem großen gemeinsamen Unterfangen bekennen - als einer Verpflichtung, eine gemeinsame Haltung bezüglich gemeinsamer Aspirationen einzunehmen.

Wir müssen auf dem Beitrag

aufbauen, den das Bündnis heute schon über den Umweltausschuß (Ausschuß für
Aufgaben der Modernen Gesellschaft - CCMS) zu den Bemühungen leistet, mit
den Umweltproblemen von IndustriegesellSchäften fertig zu werden.

Wir müssen

uns den Problemen der Bevölkerung, der Ernährung und der Rohstoffversorgung
zuwenden.

Wir müssen Mittel und Wege finden, das Welthandels- und Währungs-

system zu stärken und den gebieterischen Forderungen nachzukommen, neue Energiequellen zu entwickeln und Energie zu sparen.
Mit unserem Reichtum und technischen Wissen - beides Produkte unseres
freien Systems - können wir Fortschritte in Richtung auf einen besseren Lebens- 7 -

�»

Lebensstandard in allen unseren Ländern machen, sofern wir zusammenarbeiten.
Diese sechs Hauptaufgaben des Bündnisses illustrieren die Breite und
Tiefe unserer Verantwortlichkeiten und Chancen.

Sie spiegeln wider, wie

mannigfaltig die Welt geworden ist, und wieviel schwieriger es heute als vor
einer Generation ist, das Bündnis zu lenken.

Damals waren unsere Probleme

noch relativ einfach zu definieren, und es war auch leichter, sich auf gemeinsame Lösungen zu einigen.
zierter.

Heute ist schon das Problem der Definition kompli-

In vielen unserer Länder kam es zu einem Auseinanderfallen der öffent-

lichen Meinung wie der Haltung des Parlaments, was es für die Regierungen um
vieles schwieriger macht, Unterstützung für politische Maßnahmen zu finden,
die für das Bündnis von Bedeutung sind.
Es gibtaber auch Konstanten, und sie sind letztlich wichtiger als jene
Mannigfaltigkeiten.

Gemeinsam stellen wir nach wie vor das größte Reservoir

an wirtschaftlicher, militärischer und moralischer Stärke in der Welt dar. Wir .'"
müssen diese Stärke nutzen, um unsere Freiheit zu bewahren und die ernsten
Probleme zu lösen, vor die wir uns gestellt sehen.
Ich bin stolz auf Amerikas Rolle in der NATO und ich bin zuversichtlich
bezüglich der Zukunft unseres Bündnisses.
Als Präsident der Vereinigten Staaten - aber auch als ein Mensch, der seit
fast 30 Jahren selbst Mitwirkender und guter Kenner der politischen Szene in
Amerika ist - versichere ich Ihnen, daß mein Land auch weiterhin ein starker
Partner sein wird.

Amerika mag gelegentlich in der öffentlichen Debatte seiner

freien Gesellschaft den Eindruck erwecken, es wäre irgendwie vom Kurs abgekommen.

Tatsache ist aber, daß wir über die Willenskraft, die technischen

Fähigkeiten, den geistigen Schwung und die Standhaftigkeit in den Zielsetzungen
verfügen, die nötig sein werden. Wir in den Vereinigten Staaten betrachten
heute unsere NATO-Verpflichtungen unter einem neuen Gesichtswinkel, mit neuer
Kraft, mit neuem Mut und mit neuer Hingabe.
rur

�Für Amerika liegt der Nachdruck auf der Zusammenarbeit - der Zusammenarbeit innerhalb der NATO und überall auf der Welt.
falt eine neue Einheit schmieden.

Wir können aus der Viel-

Laßt uns gemeinsam weiterbauen, damit wir

den Herausforderungen der Zukunft begegnen können.

- 9 -

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11/1975

ERKLÄRUNG KISSINGERS VOR DER IEA IN PARIS AM 27. MAI

Der amerikanische Außenminister Dr. Henry
A. Kissinger hat in einer Erklärung vor
der ersten Ministertagung der Internationalen Energieagentur (IEA) am 27. Mai 1975
in Paris auf die Notwendigkeit eines konstruktiven Verhältnisses zwischen ölerzeugenden, ölverbrauchenden und Entwicklungsländern hingewiesen und die Grundlinien der Politik der USA dargelegt. Die
Ausführungen Kissingers haben folgenden
Wortlaut:

Wir treten heute in eine Woche der Erörterung zentraler Probleme der demokratischen Industriestaaten ein:

Energie, wirtschaftliche Prosperität, Ge-

staltung eines konstruktiven Verhältnisses zu den Entwicklungsländern und Gewährleistung der Sicherheit unserer Länder.

Von diesen Problemen ist keines

von grundlegenderer Bedeutung für:die Zukunft!alsidie Herausforderung der Energie.
Die von der Energie getragenen fundamentalen Errungenschaften unserer Volkwirtschaften und die moderne Zivilisation sind auf der ausreichenden Verfügbarkeit
von Energie zu vernünftigen Preisen aufgebaut.
Die Energiekrise des Jahres 1973 ließ uns zum ersten Mal die vollen Auswirkungen der neuen Realität einer weltweiten Interdependenz erkennen. Als

�*

Als erstes und fundamentalstes dieser neuen Probleme ragt das Energieproblem
heraus, allein schon seine gewaltige Größe zwingt uns zur Zusammenarbeit.
diese Zusammenarbeit riskieren wir, in nationalistische

Ohne

Rivalität und wirt-

schaftlichen Niedergang zurückzufallen, vergleichbar mit den bitteren Erfahrungen
der dreißiger Jahre. Alle Nationen - reich und arm, industrialisiert oder in
der Entwicklung - müssen jetzt entscheiden, ob die wachsende gegenseitige Abhängigkeit - Interdependenz - zu gemeinsamem Fortschritt oder zur gemeinsamen
Katastrophe führen wird.
Unser Ziel muß es sein, ein Weltenergiesystem aufzubauen, das in der Lage
ist, zu für alle fairen Bedingungen die Brennstoffe zu liefern, die wir zur
Fortführung und Ausweitung des Fortschritts unserer Wirtschaft und Gesellschaft
brauchen.

Der Weg, den die Mitglieder dieser Agentur gewählt haben, beginnt

mit der Solidarität der Verbraucher.

Aber ein dauerhaftes internationales

System muß schließlich sowohl die Verbraucher als auch die Erzeuger der Energie
der Welt einschließen und von ihnen beiden aufgebaut werden.
Unsere Agentur hat seit der Energiekonferenz in Washington vor fünfzehn
Monaten bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Wir wurden uns in Washington
darüber klar, daß die Energiekrise die schwerste Herausforderung der industriellen
Zivilisation seit dem zweiten Weltkrieg war.

Eine Generation lang ließen Nord-

amerika, Europa und Japan zu, daß die ülimporte in immer stärkerem Maße an die
Stelle der eigenen Energieerzeugung traten.

In den fünfziger Jahren importierte

die industrialisierte Welt fünf Prozent ihres Bedarfs. Bis 1960 waren es bereits 17 Prozent, und 1972 waren 39 Prozent erreicht.
Das Embargo und der Preisanstieg des Jahres 1973 zeigten uns, wie anfällig
wir geworden waren.

Wir sahen, daß weder das Angebot noch der Preis eines

zentralen Faktors unserer Wirtschaft länger unserer Kontrolle unterstanden.
Unser Wohlergehen und unser Fortschritt waren zum Faustpfand von Entscheidungen
. geworden, an denen wir nicht teilhaben konnten. Auf der Energiekonferenz in
Washington kamen wir zu der Einsicht, daß nur kollektives Handeln unsere exzessive Abhängigkeit von importiertem öl verringern und unseren Regierungen
die Herrschaft über unsere eigenen Volkswirtschaften und Außenpolitiken wiederv. .

- 2 -

�wiedergeben konnte.

Jeder auf sich allein gestellt, konnten wir niemals Be-

dingen für niedrige ülpreise schaffen.

Ebensowenig könnte sich irgend einer

von uns - es sei denn zu exorbitanten Kosten - gegen ein neues Embargo verteidigen.

Unsere Sicherheit, unser wirtschaftliches Wachstum und unsere Rolle

in der Welt standen auf dem Spiel.

Nichts demonstrierte die kooperative Lebenskraft der industriellen Demokratien eindringlicher als das Tempo und der Einfallsreichtum mit dem diese
Agentur auf diese Schlußfolgerungen hin handelte.

Sie artikulierte eine re-

alistische Strategie, um die Probleme des Preises und des Angebots anzupacken
und leitete eine Reihe wichtiger Schritte ein, die zusammengenommen die Elemente eines umfassenderen Programms ausmachen:

- Um uns gegen einen künftigen Notstand in der Energieversorgung zu schützen,
verpflichteten wir uns, ülvorräte anzulegen und im Falle eines Embargos unseren
Verbrauch im gleichen Prozentsatz zu senken und das verfügbare öl zu teilen.

- Um uns vor den finanziellen Verzerrungen durch öldefizite oder durch
willkürliche Geldbewegungen der Erzeuger zu schützen, kamen die Länder der OECD
überein, zur finanziellen Solidarität einen Fonds von 25 Milliarden Dollar einzurichten.

- Um ein Anwachsen unserer Anfälligkeit während der nächsten Jahre zu verhüten, setzten wir Ziele für den sparsamen Umgang mit Energie und vereinbarten
Verfahren, um die Verwirklichung dieser Ziele zu verifizieren.

- Um unsere Anfälligkeit auf lange Sicht zu verringern, vereinbarten wir
eine kühne Politik zur Entwicklung neuer Energiequellen durch Zusammenarbeit
bei einzelnen Entwicklungsprojekten bei einer Garantie eines Mechanismus für
einen Mindestpreis.

- Und schließlich kamen wir zur Einsicht der Realität der neuen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen unter denen wir arbeiten.

Auf lange

Sicht muß eine stabile Weltenergiewirtschaft die Unterstützung sowohl der

- 3 -

�der Verbraucher als auch der Erzeuger finden und beider Interessen dienen.
Wir haben uns daher in dieser Agentur verpflichtet, eine langfristige kooperative wirtschaftliche Beziehung zu den energieerzeugenden Ländern anzustreben.
Diese Agentur ist das Hauptforum für die Vorbereitung unseres Dialogs mit den
Erzeugern.
Kurzfristig gesehen ist unser Ziel in dieser Internationalen Energieagentur die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem internationalen Energiemarkt.

Durch rigorose Einsparung, durch die Entwicklung alternativer Energie-

quellen haben wir versucht, einen solchen Überschuß an Kapazität zu schaffen,
daß der Spielraum für die Preisentscheidung der Erzeuger eingeengt werden wird.
In dem Maße, in dem unsere Politik der Sparsamkeit an Auftrieb gewinnt, kann
unsere Abhängigkeit von importiertem öl zumindest konstant gehalten werden,
während unsere Volkswirtschaften sich von der derzeitigen Rezession erholen.

{
In dem Maße, in dem wir unseren Energiebedarf stärker aus eigener Produk-

v

tion decken können, wird der Erzeugermarkt zu schrumpfen beginnen, zunächst
relativ und dann absolut. Die Erzeuger werden immer größere Produktionseinschränkungen unter sich aufteilen müssen, um die hohen Preise aufrechterhalten»
und noch größere Einschränkungen, um einen Preisanstieg durchhalten zu können.
Einzelne Enerzeuger - vor allem jene mit ehrgeizigen Entwicklungs-, Verteidigungs- und anderen Ausgabenprogrammen - werden gezwungen sein, die Verkäufe
zu steigern oder zumindest weitere Produktionseinschränkungen abzulehnen. Wenn
dieser Prozeß gelingt, wird das Kartell also an einem bestimmten Punkt die ausschließliche und willkürliche Kontrolle über die Preise verloren haben.
Wir waren uns von Anfang an darüber einig, daß der Energiebedarf und das
Potential unserer Länder stark variieren. Einige von uns verfügen über große
und noch unerschlossene öl-, Erdgas- und Kohlereserven. Andere müssen sich fast
völlig auf Kernenergie und neue Technologien verlassen, um ihre nationale Abhängigkeit von importiertem öl zu verringern.
Gerade diese Unterschiedlichkeit gibt uns einen starken Anreiz zur Zusammenarbeit.

Wegen unserer Interdependenz haben wir alle ein Interesse am Erfolg des
- 4 -

�des anderen.

Die Maßnahmen, die jedes Land ergreift, um seine Anfälligkeit zu

verringern, verringern die Anfälligkeit aller.

Und die Entscheidung, koopera-

tiv vorzugehen, sichert eine gerechte Aufteilung von Kosten und Vorteilen.
Den Opfern eines Landes wird nicht einfach das Versagen anderer Länder entgegen stehen.
Alle Elemente unserer Strategie sind miteinander verbunden. Pläne zur
Überwindung eines Notstandes werden sich als nichtig erweisen, wenn wir zulassen, daß unsere Abhängiekti von importiertem öl von Jahr zu Jahr steigt.
Anstrengungen zur Entwicklung eines neuen Verhältnisses zu den Erzeugern werden
umsonst sein, wenn es uns nicht gelingt, die objektiven Bedingungen für ein
neues Gleichgewicht durch Sparprogramme und die Entwicklung alternativer Quellen
zu schaffen. Viele der Grundbausteine unserer Strategie sind bereits an der
richtigen Stelle, aber es bleibt noch viel zu tun. Diese erste Ministertagung
der IEA steht vor folgenden dringenden Aufgaben:
- Entschlossene Sparprogramme einzuführen, bevor unsere Volkswirtschaften
wieder zu expandieren beginnen;
- starke neue Anreize für die Entwicklung alternativer Energiequellen zum
Tragen zu bringen;
- die Forschung auf dem Gebiet der langfristigen Entwicklung nichtkonventioneller Energiequellen zu beschleunigen und;
- uns sorgfältig auf einen Dialog mit den Erzeugern vorzubereiten.
Lassen Sie mich auf jedes dieser Themen für sich eingehen.

Sparmaßnahmen
Das kardinale Ziel eines jeden Energieprogramms muß darin bestehen, den
Anstieg des Verbrauchs zu begrenzen.

Wie sehr wir auch unsere eigene Energie-

- 5 -

�Energieerzeugung steigern, so wird man dadurch mittelfristig doch nicht mit
dem übermäßigen alljährlichen Anstieg des Energieverbrauchs wie während der
sechziger Jahre Schritt halten können.
Vor allem in den kommenden Jahren werden Einsparungsmaßnahmen außerordentlich wichtig sein.

Bis das öl aus der Nordsee und Alaska sowie zusätzliche

Kohle- und Kernkraftenergie in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werden,
sind solche Einsparungen das einzige Mittel, das wir besitzen, um unsere Anfälligkeit zu verringern.
Wir einigten uns im Februar darüber, daß die Mitgliedstaaten der IEA bis
zum Ende dieses Jahres täglich 2 Millionen Barrel Rohöl einsparen sollten.
Die Rezession hat dazu gefährt, daß wir dieses gesetzte Ziel sogar übertroffen
haben.

Aber die durch die Rezession bewirkte Einschränkung des Verbrauchs hat

auch zu einer gewissen Selbstzufriedenheit in bezug auf die Notwendigkeit einer
energischen Einsparungspolitik geführt.

Das hat - in Amerika und auch andern-

orts - den Erlaß von Sparmaßnahmen hinausgezögert, die uns die Gewähr für Ein-,
sparungen in der Zukunft bieten sollen.
Wir müssen uns darüber im klaren sein, daß der größte Teil unserer derzeitigen Einsparungen nicht das Resultat politischer Maßnahmen ist, sondern
sich aus der Verringerung der gesamtwirtschaftlichen Tätigkeit ergeben hat,
die durch die Rezession bewirkt wurde. Die öl Produzenten haben den Rückgang
in der Nachfrage nach öl während dieses Frühjahrs durch die notwendigen Produktionsdrosselungen aufgefangen, um das Angebot auf der gleichen Hohe mit der
Nachfrage zu halten und damit die preisliche Grundstruktur intakt zu halten.
Preiserhöhungen haben sich als schwierig erwiesen. Aber mit dem Wiederbeginn
des Wachstums in den Volkswirtschaften der Industriestaaten und mit einem
normalen oder gar kalten Winter wird unser Bedarf an öl zwangsläufig steigen.
Wenn es uns nicht gelingt, anstatt der durch die Rezession bedingten Einsparungen zu Energieeinsparungen zu gelangen, die durch politische Maßnahmen
erzielt werden, dann werden die Produzenten aus einem stärker werdenden Markt
ihren Profit ziehen.

Wir werden in stärkerem Maße gegenüber Preisanstiegen und

�und den politischen Manipulationen der Energielieferungen anfällig werden. Man
hat uns ja auch in der Tat schon vor neuen Preiserhöhungen gewarnt.

Diese aber

wären wirtschaftlich ungerechtfertigt, denn es besteht eine erhebliche Überschußproduktionskapazität, die Inflation verlangsamt sich und die Preise für
Rohöl haben bereits eine in der Geschichte einmalige Höhe erreicht.

Der Markt

jedoch verbleibt weiter fest unter der Kontrolle der Erzeuger und dies wird umso mehr der Fall sein, sofern wir uns nicht einem rigorosen Energieprogramm
unterwerfen und unseren Einsparungsmaßnahmen unmittelbar Nachdruck verleihen.
Im Januar hat Präsident Ford für die Vereinigten Staaten als Ziel gesetzt,
bis Ende des Jahres 1977 zwei Millionen Barrel Rohöl täglich einzusparen. Der
Präsident wird im Verlauf des heutigen Tages noch zusätzliche Maßnahmen bekanntgeben, um den Verbrauch von Importöl zu beschränken. Zusammen mit den bereits
getroffenen Maßnahmen werden sich die Gesamteinsparungen in den USA damit auf
1,2 Millionen Barrel bis Ende 1977 belaufen. Der Präsident hofft, daß der
Kongreß sich ihm zu gemeinsamem Handeln anschließen wird, um die übrigen Einsparungen zu ermöglichen, die erforderlich sind, damit wir unser Ziel von zwei
Millionen Barrel erreichen. Sollte sich dies jedoch als unmöglich erweisen,
so ist er gewillt, die ihm zur Verfügung stehende Macht zu benutzen, um zu gewährleisten, daß die Vereinigten Staaten ihren Teil zu den gemeinsamen Einsparungsbemühungen beitragen.
Es ist nach unserer Auffassung von wesentlicher Bedeutung, daß die Internationale Energieagentur (IEA) Zielvorstellungen für Einsparungsmaßnahmen entwickelt, die es verhindern, daß unsere Anfälligkeit während der Jahre 1976
und 1977 größer wird.

Da auf die Vereinigten Staaten die Hälfte des gesamten

Ölverbrauchs der IEA-Mitglieder entfällt, verpflichten sie sich auch, die Hälfte
der Einsparungen zu tragen.

Wenn es uns gelingt, zusammen vier Millionen Barrel

pro Tag bis Ende 1977 einzusparen, dann können wir verhindern, daß unsere ölimporte zusammen über die derzeitige Höhe ansteigen, selbst nach einer Periode
wirtschaftlichen Wachstums.

Damit wird die Fähigkeit der Organisation ölex-

portierender Länder (OPEC), die Preise willkürlich heraufzusetzen, verringert
worden sein.

Und wir werden unser ölzahlungsbilanzdefizit um viele Milliarden

Dollar reduziert haben.

Sollte uns dies aber nicht gelingen, dann werden wir
- 7 -

�n
wir nicht nur höhere Kosten zu tragen haben, sondern auch in wirtschaftlicher
und politischer Hinsicht anfälliger werden.

Alternative Energiequellen
Auf lange Sicht wird unsere Abhängigkeit von Importöl irreversibel werden,
sofern es uns nicht gelingt, rasch neue Energiequellen zu erschließen - öl,
Gas, Kohle, Kernenergie.
Dies alles ist umso dringlicher, als sich die wirtschaftlichen Kosten des
derzeitigen hohen Preisniveaus im Verlauf der Zeit vervielfachen.

Zur Zeit

wird noch ein großer Teil der überschußeinnahmen der Produzenten über Investitionen in die Industrieländer zurückgeschleust.

Das ist als eine kurzfristige

Erleichterung hinsichtlich der Zahlungsbilanzbelastungen sehr willkommen.

Wenn

sich aber die derzeitigen Preise auf ihrem Niveau halten, dann werden die Importe
der Erzeugerländer früher oder später in dramatischer Weise ansteigen.

Es wird

zu einem immer stärkeren Abfluß von Gütern und Dienstleistungen aus unseren
Volkswirtschaften kommen.
Wenn wir unsere Anfälligkeit und Verwundbarkeit verringern wollen, dann
muß die Energiegewinnung aus anderen Quellen, im Minimum die derzeitigen Importe
der IEA-Mitglieder von 25 Millionen Barrel pro Tag ganz wesentlich reduzieren.
Drei Maßnahmen sind dazu erforderlich:
- Wir müssen viele von Regierungsseite erlassene einschränkende Bestimmungen
in bezug auf die Energieerzeugung aufheben oder modifizieren.

Die Entwicklung

von Energiequellen wird überall durch Ausführungsbestimmungen sowie durch Beschränkungen aus rechtlichen oder Gründen des Umweltschutzes erschwert.

Viele

dieser Bestimmungen geben gültigen und triftigen sozialen Zielen Ausdruck, andere aber könnten zweckmäßigerweise überprüft oder modifiziert und andersartige
Sicherheitsvorkehrungen könnten getroffen werden.

Wir sollten diese Organisa-

tion als eine Art Prüfzentrale für Ideen nutzen, um unnötige Hindernisse
Weg zur Erschließung alternativer Energiequellen zu beseitigen.
- Wir

dem

�- Wir müssen uns vergewissern, daß ausreichende Finanzierungsmittel zur
Verfügung stehen, um die Energieentwicklung zu sichern.

Gewaltige Kapital-

mengen - vielleicht eine Billion (tausend Milliarden) Dollar in den nächsten
zehn Jahren - werden dazu notwendig sein.

Jedes Land sollte entscheiden, wel-

ches Arrangement ihm am besten geeignet scheint, diesen Erfordernissen zu entsprechen, aber wir sollten jetzt uns daranmachen, innerhalb der IEA einen Rahmen
für eine Zusammenarbeit von Projekt zu Projekt zu setzen, einschließlich gemeinsamer Garantien oder anderer finanzieller Hilfen für große gemeinschaftliche Projekte.
- Wir müssen sicherstellen, daß unsere Energieinvestitionen gegen zerstörerische Konkurrenz geschützt sind.
Für einen großen Teil des Persischen Golfes betragen die Produktionskosten
für ein Barrel Rohöl nur 25 Cent.

Bei der Mehrzahl der größeren kontinentalen

Energiequellen - den neuen Ölvorkommen im Norden Alaskas, dem äußeren Kontinentalschelf der USA, dem Nordseeöl, und bei der Kernenergie ganz allgemein - werden
die Produktionskosten um ein Vielfaches höher liegen.

Wenn das ölkartell sich

entschließt, die Entwicklung alternativer Energiequellen durch temporäre DumpingPreissenkungen zu unterlaufen, dann könnte dies eine Investierung in alternative Energiequellen aufhalten oder gar verhindern.
Die Preispolitik der ölproduzenten könnte uns auf diese Weise in einem
ständigen Zustand der Abhängigkeit halten und wir würden kaum die Gewähr haben,
daß der Preis nicht erneut erhöht würde, sobald sich diese unsere Abhängigkeit
einmal verfestigt hätte.
Aus diesem Grunde sind wir in der IEA grundsätzlich über den Mechanismus
zur Preissicherung übereingekommen.

Nur wenn die Verbraucher massiv neue

Energiequellen entwickeln, werden die ölerzeuger ihre Fähigkeit verlieren,
die Preise auf einem hohen künstlichen Stand festzusetzen.

Diese neuen Quellen

werden jedoch nicht entwickelt, wenn die Erzeuger die Fähigkeit behalten, unsere Energieprogramme durch temporäre räuberische Preissenkungen zu verhindern.
Ein garantierter Mindestpreis - ein gutes Stück unter dem jetzigen Weltpreis- 9 -

�Weltpreisniveau liegend - kann dazu beitragen, daß diese alternativen Energiequellen entwickelt werden.

Es liegt auf der Hand, daß wir einen solchen ga-

rantierten Preis nicht der OPEC vorschlagen.

Im Gegenteil, wenn unsere Politik

Erfolg hat, und wenn große Mengen neuer Energie verfügbar

werden, dann könnten

der Verkaufspreis der OPEC unter das gesicherte Preisniveau fallen.

Der ga-

rantierte Mindestpreis kann auf verschiedene Weise aufrechterhalten werden durch Zölle, Quoten oder variable Abgaben.
Die Differenz zwischen dem Weltpreis und dem höheren Binnenpreis würde
dadurch unseren Regierungen in Form von Einfuhrzöllen und Abgaben zugutekommen.
Diese Mittel könnten für Sozialprogramme oder Preisnachlässe oder andere nationale Programme eigener Wahl verwandt werden.

Kurz gesagt, der garantierte

Mindestpreis ist kein Mittel um künstlich hohe Weltölpreise aufrechtzuerhalten.
Er ist im Gegenteil ein Mittel, um sicherzustellen, daß die Preise heruntergehen,
Und er kann so eingesetzt werden, daß der Nutzen aus einer Preissenkung den
Industrieländern zugute kommt.

Die vereinbarte Frist für die Ausarbeitung des-

Gesamtprogramms der IEA für alternative Energiequellen ist der 1. Juli.
müssen diese Frist einhalten.

Wir

Präsident Ford hat mich gebeten, die Dringlich-'

keit dieser Aufgabe zu unterstreichen.

Ohne deutliche Anreize für große Neu-

investitionen auf dem Gebiet der Energie, die rasch getätigt werden, können
die Länder der IEA niemals hoffen, ihre gegenwärtige übermäßige Anfälligkeit
zu verringern,

Kernenergie
Bei dem Streben nach größerer Selbstversorgung auf dem Energiesektor wird
die Kernenergie von entscheidender Bedeutung sein. Die Europäische Gemeinschaft
hofft, daß bis 1985 etwa ein Viertel ihrer Elektrizität mit Kernenergie erzeugt wird, Japan hofft auf ein Drittel und die USA ebenfalls. Mit der ordnungsgemäßen sicheren und vorsichtigen Einführung dieser wichtigen neuen Technologie sind jedoch große Probleme verbunden.

In
10

�In all unseren Ländern verursacht die Zunahme der Kernenergie sowohl
Hoffnung als auch Angst.

Auf der einen Seite sind wir uns darüber im klaren,

daß diese Energiequelle der einzige potentielle Energieersatz in großem Umfang
für die unausweichliche Erschöpfung unserer öl- und Erdgasquellen ist, die bis
Ende dieses Jahrhunderts eintreten dürfte.

Auf der anderen Seite regen sich

zunehmend Zweifel, daß genügend Kernbrennstoff zur Verfügung stehen wird.

Es

wird gewaltiger Kapital betrage bedürfen, um Reaktoren zu bauen, was die bestehenden Kapitalmärkte schwer belasten wird und wir kennen alle die Fragen, die
die Öffentlichkeit und manche Gesetzgeber hinsichtlich eines sich ausbreitenden
Baus von Nukleareinrichtungen in bezug auf die Umwelt bewegen.
Wir müssen daher innerhalb der IEA mit Dringlichkeit und Entschlossenheit
folgende Programme in Angriff nehmen:
- Wir müssen sicherstellen, daß die benötigten Urananreicherungseinrichtungen planmäßig gebaut werden.

In dieser Hinsicht sind sich die Vereinigten

Staaten ihrer Verantwortung bewußt, weiterhin Kernbrennstoff im Rahmen langfristiger Kontrakte zu liefern.

Unsere Politik läuft darauf hinaus - vorzugs-

weise durch die Privatindustrie, aber wenn notwendig auch durch die Bundesregierung - zusätzliche Anreicherungskapazität zu schaffen, die eine ausreichende
Versorgung für die Zukunft garantieren wird.

Gegenwärtig sind bereits Verhand-

lungen mit potentiellen privaten Quellen im Gange.

Diese Erörterungen werden

rasch voranschreiten und der Präsident wird bis zum 30. Juni entscheiden,welchen Weg des Handelns, privat oder amtlich, im besten Interesse unseres eigenen
Landes und jener im Ausland, die von uns abhängig sind, liegen wird.

Wir werden

dann in der Lage sein, langfristige Aufträge zu akzeptieren.
- Wir müssen unsere gemeinsamen Anstrengungen zur Bestimmung und zur
Analyse der künftigen Nachfrage von Brennstoff, einschließlich der Beurteilung
der Verfügbarkeit von Uranvorkommen, intensivieren.
- Wir sollten gemeinsam die Kapitalerfordernisse auf dem Nuklearsektor
für die nächsten zehn Jahre planen und uns überlegen, wie unsere Regierungen,
einzeln und gemeinsam diesen Erfordernissen gerecht werden können.
- Wir
- 11 -

�- Wir sollten uns über die wirtschaftliche Notwendigkeit, die betrieblichen Erfordernisse und die Sicherheitsprobleme der Wiederaufbereitung, Wiederverwendung und Lagerung von Plutonium klar werden.
- Wir müssen intensive Anstrengungen unternehmen, um die Sicherheit und
die Sicherung von Kernmaterialien, Gerät und Betrieb zu verbessern.
- Und schließlich sollten wir ausgewogene Informationsprogramme entwickeln, um die Vorstellungen von den Risiken und den Vorzügen der Nuklearenergie mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen.
Einige der damit zusammenhängenden technischen Probleme werden bereits
von der Kernenergiebehörde der OECD behandelt.

Diese Arbeit sollte selbstver-

ständlich weitergehen.
*
&gt;

Forschung und Entwicklung
*

über das nächste Jahrzehnt hinaus wird ein zentrales Problem darin bestehen, wie man neue nichtkonventionelle Energiequellen entwickeln kann. Gerade bei der Entwicklung dieser neuen Quellen dürfte das Programm der Zusammenarbeit der IEA den bedeutsamsten und dauerhaftesten Beitrag leisten.
Die Energieversorgung der Zukunft auf lange Sicht hängt nicht vom persischen Golf, der Nordsee oder Alaska ab. Sie hängt aber von dem ab, was wir
in unseren Laboratorien tun werden, um neuere konventionelle Quellen besser zu
nutzen und bisher fremdartige Quellen zu entwickeln.

Die hochentwickelten Na-

tionen verfügen über gewaltige wissenschaftliche und technische Kapazitäten.
Während der letzten anderthalb Jahre haben Mitgliedsländer der IEA ihre nationale Forschungs- und Entwicklungsprogramme auf dem Gebiet der Energie ausgeweitet.

In den Vereinigten Staaten wird unsere neue Verwaltung für Energie-

forschung und Entwicklung in dem im kommenden Monat beginnenden Haushaltsjahr
über drei Milliarden Dollar aufwenden.
weit mehr investieren.

Die amerikanische Industrie wird noch

Das amerikanische Programm legt den Nachdruck auf d_ie_

�die Verbesserung der Leistung bei der Energieerzeugung, Weiterleitung und
Verwendung, auf die Verbesserung der Wiedergewinnung von öl und neuen Verwendungsmöglichkeiten der Kohle sowie die Umwandlung von Kohle in synthetisches
öl und Gas. Diese Projekte sollen dazu dienen, große Fortschritte in der Energieerzeugung und Nutzung noch in diesem Jahrhundert herbeizuführen.

Was den

Zeitraum über das Jahr 2000 hinaus angeht, so haben nur drei bekannte mögliche
Energiequellen praktisch ein unbegrenztes Potential für die Ausweitung: der
Brutreaktor, die Kernverschmelzung und Sonnenenergie.

All diese drei Gebiete

haben eine hohe Priorität im Programm der Vereinigten Staaten.
Das IEA-Programm auf diesen Gebieten spiegelt die Überzeugung wider, daß
der technische Fortschritt durch kooperative Anstrengungen beschleunigt werden
wird und es erleichtert den Austausch von Informationen und Kenntnissen.
Wir haben beschlossen, unsere nationalen Programme durch koordinierte
Planung, intensivierten Informationsaustausch und durch gemeinsame Projekte,
in denen unser Kapital, unsere industriellen Fähigkeiten und unsere Technologie
gemeinsam genutzt werden, miteinander zu verbinden.
Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Wir haben bei neun gemeinsamen Projekten, die von Energieeinsparung bis zur Kernenergie reichen,
rasche Fortschritte gemacht. Wichtige Programme auf dem Gebiet der Kohleverarbeitung, die beträchtliche gemeinsame Investitionen von Geld und Arbeit erfordern, laufen an.
Aber ein anhaltendes Programm der Zusammenarbeit erfordert weit mehr.
Wir haben die bestehenden und potentiellen Technologien genannt, die eine entscheidende Auswirkung für die Zukunft haben werden.

Wir müssen jetzt sicher-

stellen, daß diese Technologien verwirklicht werden können, wir müssen feststellen, welches Produktionspotential sie haben und welches die geeignetsten
gemeinsamen Projekte im großen Rahmen sind.
In dem Maße, in dem sich unsere Zusammenarbeit ausweitet, werden die Projekte immer näher an die Grenzbereiche des technologischen Fortschritts heran- 13 -

�k

herankommen.

Wir werden alle zu der Erkenntnis kommen müssen, daß wir die

vielversprechendsten Projekte nicht nur für unsere eigenen nationalen Zwecke
zurückhalten können.

Wir müssen Richtlinien schaffen, die bei aller begreif-

licher Besorgnis über die Weitergabe von Informationen und den möglichen Verlust von Handelsvorteilen der multilateralen Zusammenarbeit Auftrieb geben.
Ich schlage daher vor, daß unsere amtlichen Vertreter auf dem Gebiet der
Forschung und Entwicklung Anfang Herbst auf der Sondersitzung des Präsidiums
zusammenkommen.

Ihr Ziel wäre es, den Plan für ein gemeinsames Energiefor-

schungs- und Entwicklungsprogramm zu vollenden, das in unserer gesamten nationalen Planung hohe Priorität erhalten wird.

Beziehungen zu den Erzeugern
Das letzte Element unserer Energiestrategie ist die Entwicklung einer
kooperativen Beziehung zu den Erzeugern.

Wir müssen der Tatsache ins Auge

sehen, daß die Erzeuger heute und auch noch auf einige Zeit die Fähigkeit
haben, über die Versorgung und den Preis unseres Öls zu bestimmen.

Die Ent-

scheidung jedoch, die wir heute über Einsparung und alternative Energiequellen
treffen, werden bestimmend dafür sein, ob in Zukunft die Preise durch politische Entscheidung oder wirtschaftliche Konkurrenz festgelegt werden.
Es besteht jedoch keine Institution und kein vereinbarter Rahmen, in denen
die Ausübung der unbestrittenen Macht beider.Gruppen der Diskussion und der gegenseitigen Anpassung unterworfen werden könnte.
Seit ihrem Beginn hat sich die IEA der Suche nach einem neuen Verhältnis
zu den Erzeugern verschrieben, das die Bedürfnisse und die Hoffnungen beider
Seiten in Rechnung stellen würde.

Die Solidarität, die wir in der IEA er-

reicht haben, ist eine notwendige Vorbedingung für den Aufbau dieser umfassenderen Struktur.
Vor
- 14 -

�Vor der jüngsten vorbereitenden Konferenz zwischen Erzeugern und Verbrauchern einigte sich die IEA auf mehrere mögliche Gebiete des gemeinsamen
Handelns von Erzeugern und Verbrauchern.

Diese sind weiterhin nützliche

Themen für den Dialog.

Erstens, wir sollten über das Management des finanziellen Recycling
sprechen.

Sowohl Erzeuger als Verbraucher haben ein Interesse an der effek-

tiven Neuinvestierung überschüssiger Mittel.
Zweitens, wir sollten gemeinsam die Politik der Industrieländer bezüglich
hereinkommender Investitionen prüfen.

Die öl Produzenten brauchen attraktive

Anlagemöglichkeiten für ihre Einkünfte.

Die Industrieländer begrüßen zwar

neue Investitionen, sie möchten jedoch die Kontrolle jener Sektoren ihrer
Volkswirtschaften in der Hand behalten, die sie als besonders wichtig ansehen.

Drittens, wir können kooperative Anstrengungen zur Beschleunigung der
Entwicklungsprogramme in Erzeugerländer untersuchen.

Es können neue Industrien

geschaffen werden, die die Technologie der industrialisierten Welt mit der
Energie und dem Kapital der Erzeuger kombinieren.

Ein vielversprechendes

Beispiel ist die Düngemittelindustrie.

Viertens, die ölerzeugenden Länder und die industrialisierten Verbraucherländer haben eine gemeinsame Verantwortung zur Linderung der Not der ärmsten
Länder.

Die internationalen Entwicklungsanstrengungen sind durch die gegen-

wärtige Wirtschaftskrise unterminiert worden und hohe Preise für Energie haben
die Hoffnungen von Entwicklungsländern auf Industrialisierung zerschlagen.
Hohe petrochemische Kosten haben die benötigten Düngemittel unerschwinglich
verteuert und die Schwierigkeiten zur Erzeugung ausreichender Lebensmittel
zur Ernährung der Hungrigen noch verschärft.

Es müssen besondere Anstren-

gungen unternommen werden, um jenen zu helfen, die am schwersten betroffen
sind.

Die neureichen Erzeugerländer haben eine Verpflichtung, sich uns in

diesen Anstrengungen anzuschließen.

Und

- 15 -

�»

Und schließlich besteht eine offenkundige Notwendigkeit für ein Forum
in dem Erzeuger und Verbraucher die schwierigen Fragen der öl preise und der
garantierten Versorgung erörtern können.

Dieser Dialog ist selbstverständ-

lich kein Ersatz für unsere eigenen Anstrengungen zur Einsparung und zur Entwicklung neuer Versorgungsquellen.

Aber obwohl wir diese Lebensinteressen

nicht nur durch Gespräche mit den Erzeugern schützen können, so können doch
Verbraucher und Erzeuger von einem ernsthaften Dialog bezüglich ihrer jeweiligen Interessen und Ziele profitieren.
Es ist als Ergebnis der vorbereitenden Tagung im April klargeworden,
daß der Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern nicht fortschreiten kann,
wenn er nicht dahingehend ausgeweitet wird, daß er das allgemeine Problem

der Beziehung zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Ländern einschließt.
Wir in der IEA haben keinen Grund vor einer Erörterung all der Fragen, die für
die Entwicklungsländer von Bedeutung sind, zurückzuschrecken.

Ich habe kürz-

lich die Gedanken meines Landes zu Problemen der Rohstoffe und Waren darge- '..
legt.

Ich habe vorgeschlagen, daß diese Fragen jetzt im Rahmen der multila-

teralen Handelsverhandluncen, im Rahmen einzelner Warengruppen und in der
Weltbank behandelt werden.
unterbreiten.

\

Ich werde vor der OECD morgen weitere Vorschläge

Ich hoffe, daß diese Gedanken wie auch die von anderen unterbrei-

teten Vorschläge dazu' beitragen werden, den toten Punkt im Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern zu überwinden.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, einer Wiedereinberufung der vorbereitenden Konferenz in Paris im gleichen Format wie bisher zuzustimmen.

Um

die Arbeit voranzutreiben, sollten Kommissionen eingesetzt werden, die sich
mit den technischen Gebieten wie Energie, Probleme der am schwersten betroffenen Nationen und Rohstoffe befassen.
von

Jede Kommission würde den Bereich

Fragen behandeln, die unter ihren jeweiligen Titel fallen: Finanz,

Investition, Handel, Produktion.

Die Kommissionen könnten nacheinander oder

gleichzeitig tagen, jedoch ohne eine willkürliche Frist für den Abschluß
ihrer Arbeit.

Die Kommission für Rohstoffe und die Probleme der am schwersten

betroffenen Länder würden nicht die bereits anderswo geleistete wesentliche
Arbeit ersetzen.

Sie würden vielmehr diese Arbeit aufzeichnen, ergänzen und
- 16 -

�und ausrichten und ihr den nötigen Aufschwung geben.
Wenn diese Kommissionen effektiv arbeiten sollen, dann muß die Zahl
ihrer Mitglieder begrenzt werden.
terien entschieden werden soll.

Wir schlagen vor, daß dies nach SachkriDer Energiekommission beispielsweise sollten

Länder angehören, die mehr als eine bestimmte Menge von Energie auf dem Weltmarkt exportieren oder importieren.

In der Kommission für die am schwersten

betroffenen Länder sollten zusammen mit den traditionellen und den neuen
Geberländern jene mit den niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen mitarbeiten.

Der

Warenkommission könnten die Hauptexporteure und Importeure von Nahrungsmitteln und Rohstoffen außer öl angehören. ..
Wir schlagen vor, daß die IEA diese Konzeption erörtert und unsere Kontakte mit den Ländern koordiniert, die an der Tagung im April teilgenommen
haben, und vor allem mit Frankreich als das einberufende Land, um festzustellen, wann und wie die vorbereitende Konferenz wieder einberufen werden
könnte.

Zusammenfassung
Diese Agentur hat bereits gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Nationen den Weitblick haben, ihre Interessen abzustecken und den Willen entsprechend zu handeln. Wir haben uns wichtige Ziele gesetzt, einschließlich
der Ausweitung des Rahmens der Zusammenarbeit, wie er hier geschaffen wurde.
Wir sind aufgerufen, konkrete Fortschritte zu machen und dies wird die Bereitschaft erfordern, über unsere eigenen Anliegen als Industrieländer hinweg
auf die allgemeineren Bedürfnisse der ganzen Menschheit zu blicken.
Der Fortschritt, den wir in kurzen 15 Monaten erzielt haben, sollte uns
große Hoffnung für die Zukunft geben.

Goethe hat einmal gesagt, daß Netz

dieser Welt ist aus Notwendigkeit und Veränderung gewoben.
einem Punkt, wo diese Fäden zusammenlaufen.

Wir stehen an

Wir dürfen Notwendigkeit nicht

als Laune betrachten, noch die Veränderungen dem Zufall überlassen. Not- 17 -

�Notwendigkeit zwingt uns, da zu sein, wo wir sind.
zu wählen, wohin wir gehen wollen.

Unsere Interdependenz wird uns entweder zu-

sammen untergehen oder zusammen gedeihen lassen.
oder wir können einen Entschluß fassen.
sagen.

Aber sie ruft uns auch auf,
Wir können uns treiben lassen

Wir haben keine Ausrede für ein Ver-

Es liegt in unserer Macht, eine bessere Zukunft aufzubauen.

+ + + + +

18

�»amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

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G o d e s b e r g l ,

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Wirtschaft

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11/1975

REDE KISSINGERS VOR DEM MINISTERRAT DER OECD AM 28. MAI

Der amerikanische Außenminister Dr. Henry
A. Kissinger hat am 28. Mai 1975 in einer
Rede vor dem Ministerrat der Organisation
für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Oecd) in Paris gemeinsame weltweite Anstrengungen zur Lösung der großen
Wirtschaftsprobleme gefordert und auf die
Verantwortung hingewiesen, die mit wirtschaftlicher Macht verbunden ist. Die
programmatischen Darlegungen des amerikanischen Außenministers haben folgenden
Wortlaut:

Das Gebot des Wachstums und der Zusammenarbeit
Wenn freie Nationen ihre Kräfte zum gemeinsamen Wohl vereinen, dann können
sie Großes vollbringen.
Diese Organisation verkörpert das Erbe und die Hoffnung des Marshall-Plans,
eine der schöpferischsten Leistungen der internationalen Zusammenarbeit. Die hier
vertretenen Länder haben allen Grund, auf die Fortschritte stolz zu sein, die
sie für ihre Völker während der letzten 30 Jahre erreichen konnten.
schritt hat den weltweiten Fortschritt beflügelt.

Unser Fort-

Unser Erfolg hat gezeigt, daß

Hoffnung, Prosperität und Menschenwürde keine utopischen Träume sind, sondern

�sondern praktische Möglichkeit für alle Nationen werden können.
Das Wirtschaftssystem, an dessen Errichtung wir so hart gearbeitet haben,
steht jedoch heute unter Druck.
Die Energiekrise des Jahres 1973 ließ zum ersten Mal dramatisch die Kräfte
des Wandels erkennen, die unsere Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln zu überflügeln
drohen.

Eine Ernährungskrise, eine weltweite Rezession und eine in der Nach-

kriegsperiode bisher nie dagewesene Inflationsrate haben das Gefüge der internationalen Zusammenarbeit noch weiter belastet.

Gleichzeitig haben die ärmeren

Nationen ihre Forderungen nach größeren Vorteilen und einer stärkeren Beteiligung an dem internationalen System immer nachdrücklicher zum Ausdruck gebracht.
Die wirtschaftliche Expansion in der industrialisierten Welt und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den weniger entwickelten Ländern gehen Hand in ;Hand.

Nur wirtschaftliches Wachstum kann konkurrierende Forderungen innerhalb

der Länder und unter den Ländern nach höherem Einkommen und größeren Chancen
befriedigen.

«*

Eine expandierende Weltwirtschaft ist Voraussetzung für die wirt-

schaftliche Entwicklung.

Sie regt Handel, Investitionen und Technologie an;

sie trägt notwendige bilaterale und multilaterale Hilfsprogramme; sie garantiert wachsende Absatzmärkte für die Rohstoffe, Fertigwaren und landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Entwicklungsländer;

sie bietet den besten Rahmen für

die Bereinigung der schwierigen, potentiell spaltenden Probleme der Ernährung,
der Energie, der Rohstoffe, der Handelsbeziehungen und der Investitionen.
Diese Probleme gehen in ihrer Tragweite weit über wirtschaftliche Überlegungen
hinaus.
Wirtschaftliche Stagnation brütet politische Instabilität aus. Für die
Nationen der industrialisierten Welt stellt die Wirtschaftskrise weit mehr
dar, als nur eine Bedrohung unseres nationalen Einkommens. Sie bedroht die
Stabilität unserer Institutionen und das Gefüge unserer Zusammenarbeit im Bereich der politischen und der sicherheitspolitischen Probleme.

Regierungen

können nicht mit Selbstvertrauen handeln, wenn ihre Volkswirtschaften stagnieren und sie vor einem wachsenden innenpolitischen und internationalen Druck
- 2 -

�Druck wegen der Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstandes stehen.

Unter

solchen Umständen wird die Fähigkeit, zielbewußt zu handeln, - unsere nationalen
und internationalen Probleme wirklich anzupacken - ins Wanken geraten.

Wenn

die Industrieländer zur Sicherheit und Prosperität der Welt beitragen sollen,
dann müssen sie wirtschaftlich stark und politisch verbunden sein.
Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
erinnert uns an unsere Stärke.

Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Weisheit

unserer Vorgänger, die erkannten, daß wir unsere Leistungsfähigkeit durch unsere
Zusammenarbeit vervielfachen.

Diese Organisation wurde ursprünglich gegründet,

um die Zusammenarbeit unter jenen wenigen Nationen zu fördern, die bereits die
größten Fortschritte gemacht hatten.
Das ist noch immer ein verfolgenswertes Ziel, aber die Realitäten von
heute fordern von uns, daß wir unsere Politik in zunehmendem Maße auf die Erkenntnis stützen, daß das Wachstum der industriellen Welt unauflöslich mit
unserem Verhältnis zur übrigen Welt verbunden ist. Wir stehen daher vor zwei
großen Herausforderungen:
- Erstens, der Aufgabe der Länder der industriellen Welt, wieder ein anhaltendes und stabiles wirtschaftliches Wachstum herzustellen, das für die Erhaltung des Vertrauens in ihre Institutionen so wichtig ist;
- zweitens, einer Herausforderung an alle Nationen, das System der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu verbessern und damit für die weniger entwickelten Länder eine größere Chance zu bieten, sowohl an den Segnungen als auch an den Verpflichtungen einer wachsenden Weltwirtschaft teilzuhaben.

Wachstum der Industrieländer
Die Industrieländer erleben heute die schwerste Wirtschaftskrise seit
der großen Depression der dreißiger Jahre.
- 3 -

Wir sehen das heute an der weit-

�J
m

weitverbreiteten Rezession.

Wir begegnen ihr in einer Inflation, die zum

Ruin unserer Gesellschaft geworden ist. Wir erkennen sie in den zunehmenden
Schwierigkeiten

der Regierungen, mit ihren Volkswirtschaften zu Rande zu

kommen, ja selbst ihre Haushalte in den Griff zu bekommen.
Wir beobachten es in dem nachlassenden Anreiz zu Investitionen, den viele
der industriellen Demokratien zu bieten bereit sind.
Wir sehen heute, wie sehr all unsere sozialen und wirtschaftlichen Ziele
vom allgemeinen Trend der Prosperität abhängen.

Eine demokratische Gesellschaft

lebt von der politischen und sozialen Übereinstimmung.

Die Verteilung des wirt-

schaftlichen Wohlstandes muß weitgehend, als gerecht oder als chancengerecht akzeptiert werden, sonst werden Lohn-Preis-Spirale, nachlassende Arbeitsleistung
und Arbeitsunfrieden die Produktivität untergraben, und die Inflation, die das
Wachstum zerstört und die Hoffnung zunichte macht, wird zum Schiedsrichter der
sozialen Prioritäten. Stagnation vergrößert all unsere Schwierigkeiten, ein stabiles Wachstum dagegen fördert unsere Chancen.
*

Die Finanzminister werden (morgen) spezifische Maßnahmen zur Erreichung
unseres Zieles erörtern.

Finanzminister Simon wird den Trend des wirtschaft-

lichen Wiederaufschwungs in den USA im einzelnen erläutern.

Lassen Sie mich

heute einige allgemeine Darlegungen über unsere Zukunft auf lange Sicht machen.
Unsere erste Aufgabe ist es, durch entschlossenes, koordiniertes und gegenseitig
unterstützendes Handeln zur Förderung einer anhaltenden Expansion das Vertrauen
wiederherzustellen.
Wir müssen vor allem in der kurz- und mittelfristigen Handhabung unserer
Volkswirtschaften erkennen, daß die Wirtschaftspolitik eines Landes eine tiefe
Auswirkung auf andere Länder haben kann.

Und die Vereinigten Staaten haben we-

gen der Größe und Einwirkung ihrer Wirtschaft eine besondere Verpflichtung,
die Größenordnung ihrer Verantwortung zu erkennen.
In der Vergangenheit haben wir einander über kurzfristige politische Maßnahmen informiert.

Präsident Ford hat im vergangenen Winter einen neuen An-

�Anfang gemacht und sich mit Bundeskanzler Schmidt, Premierminister Wilson,
Präsident Giscard d'Estaing und dem früheren japanischen Ministerpräsidenten
Tanaka über unsere Anstrengungen zur Bekämpfung der Rezession konsultiert.

Die

wichtigen Industriestaaten müssen weiterhin ihre Wirtschaftspolitiken auf allen
Ebenen koordinieren.

Wenn sie das tun, dann wird das die Chancen erheblich ver-

bessern, daß wir den Wechsel von Auf- und Abschwung, wie wir ihn während der
letzten drei Jahre erlebt haben, vermeiden können.

Die Vereinigten Staaten

sind bereit, an solchen Bemühungen rückhaltlos mitzuwirken.
Zweitens, wir müssen zusammenarbeiten, um das Wachstum des internationalen
Handels und der internationalen Investitionstätigkeit

aufrechtzuerhalten.

Die

große Anstrengung nach dem Kriege, den Handel zu 1iberalisieren, die Hindernisse für Investitionen abzubauen und einen freien Währungsaustausch aufrechtzuerhalten, haben unsere Prosperität über eine Generation lang genährt.
Der Handel hat sich dementsprechend doppelt so schnell ausgeweitet wie
unsere Binnenwirtschaft.

Wir müssen diese Aufwärtsbewegung in der OECD weiter-

führen, indem wir unsere Verpflichtung erneuern, nicht auf restriktive Handelsmaßnahmen zurückzugreifen, um Defizite abzudecken, die durch die gegenwärtigen
weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten entstanden sind.

Und wir müssen die mul-

tilateralen Handelsverhandlungen über einen Abbau der Zölle und der nichttarifären Handelsschranken nutzen und das Welthandelssystem verbessern.
Drittens, wir müssen,wie ich schon gestern vor der Internationalen Energieagentur (IEA) ausgeführt habe, kollektiv nachhaltige nationale und internationale
Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Entwicklung alternativer Energiequellen
ergreifen.

Das ist unerläßlich, wenn wir die Preise senken und verhindern wol-

len, daß ein knappes Angebot für politische Zwecke ausgeschlachtet wird.

Wir

müssen die Anfälligkeit unserer Volkswirtschaften gegenüber wirtschaftlichen
oder politischen Manipulationen von außen beenden oder wenigstens verringern.
Und schließlich müssen wir längerfristige Wachstumsstrategien entwickeln,
indem wir uns systematisch einigen fundamentalen Fragen

zuwenden:
- Wie

- 5 -

�- Wie können die Industriestaaten die massive Bildung von Kapital bewirken, die im Laufe des nächsten Jahrzehnts für eine ausreichende Wachstumsrate und für eine neue Lebensqualität notwendig sein wird?
- Welche politischen Schritte sind notwendig, um eine nicht-inflationäre
Umwelt zu schaffen, ohne die ein langfristiges Wachstum nicht möglich ist?
-• Wie können wir die Forschung und Entwicklung fördern, die notwendig
ist, um die für unser Wachstum lebenswichtige Technologie voranzutreiben und
v/ie können wir andere daran teilhaben lassen?
Wenn wir Antworten auf solche Fragen finden wollen, dann schlage ich
vor&gt; daß wir eine Sondergruppe von hervorragenden Wirtschaftlern innerhalb
und außerhalb des Regierungsdienstes einsetzen.

Ihre Aufgabe sollte es sein,

Maßnahmen aufzuzeigen, die die OECD-Länder ergreifen können, um ein langfristiges Wachstum zu gewährleisten. Diese Gruppe sollte auf die Projektionen
zurückgreifen, die gegenwärtig im k'irtschaftspolitischen Ausschuß entwickelt
v/erden, und sie in politische Empfehlungen für die nächste Ministertagung
umsetzen.
Die Bedeutung unserer wirtschaftlichen Zusammenarbeit reicht über den unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen hinaus.

Sie fördert auch unser Gemeinschafts

gefü'hl und die Gemeinsamkeit der Interessen.

Wenn wir in Zeiten der politischen

und wirtschaftlichen Krise zusammenarbeiten wollen, dann können wir es uns
nicht leisten, in ruhigeren Zeiten wirtschaftlich schwach oder uneinig oder von
einander zuwiderlaufenden wirtschaftlichen Interessen in Anspruch genommen zu
sein.
•

Der innere Zusammenhang unserer politischen, wirtschaftlichen und
sicherheitspolitischen Interessen, auf den die Vereinigten Staaten schon vor
zwei Jahren hingewiesen haben, ist eine Tatsache, keine Theorie.
Darüber hinaus setzen entspanntere Beziehungen zur kommunistischen Welt
die politische Einigkeit und die wirtschaftliche Lebenskraft der Industrieländer voraus.

Der Anreiz für den Osten, eine verantwortungsbewußte Rolle in

�in der Weltwirtschaft zu spielen und die politischen Beziehungen zu den Industriestaaten zu verbessern, wird in dem Maße größer werden, als sein Interesse an unserem wirtschaftlichen Erfolg zunimmt.

Das war einer der hoffnungs-

volleren Trends in den letzten Jahren, und es liegt an uns, ob dieser Trend
anhalten wird.

Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern
Ich möchte mich jetzt einer anderen entscheidenden Frage zuwenden - dem
Verhältnis zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern.
Die Prosperität der Welt wird in erster Linie von den Industriestaaten
abhängen, denn auf sie entfallen 65 Prozent der Produktion und 70 Prozent des
Handels der Welt.

Aber unser wirtschaftliches Wohlergehen hängt von einer

Struktur der internationalen Zusammenarbeit ab, an der die Entwicklungsländer
Beteiligte sind und sich auch als solche fühlen.
Die neuen Probleme unserer Zeit - Gewährleistung einer ausreichenden Versorgung mit Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen - erfordern eine Weltwirtschaft, die den Interessen der Entwicklungsländern ebenso Raum läßt wie denen
der Industrieländer.
Wir in dieser Organisation stehen alle vor derselben Aufgabe, und wir
müssen sie gemeinsam meistern. Die politische Entwicklung und das wirtschaftliche Wachstum der letzten 30 Jahre haben zu einer neuen Verteilung der Macht
geführt. Keine Nation und kein Block kann länger eine Vorherrschaft ausüben.
Wirtschaftliche Fragen verwandeln sich in zentrale politische Fragen.
Es ist damit eine zentrale Bewährungsprobe der Staatskunst geworden, die
geordnete Aussöhnung einander zuwiderlaufender Interessen zu gewährleisten
und ein Abgleiten in politischen und wirtschaftlichen Krieg zu verhindern.
Ein Mißbrauch wirtschaftlicher Macht kann - wie die letzten zwei Jahre nur zu
deutlich gezeigt haben - den Trend des weltweiten Wachstums umkehren und den
- 7 -

�i
den Fortschritt für jeden aufhalten.

Ein internationales System wird nur so

lange stabil sein, wie seine wirtschaftlichen Vorteile breit gestreut sind
und seine Durchführung als gerecht empfunden wird.
Die Vereinigten Staaten sind ebenso wie alle hier vertretenen Staaten,
dessen bin ich sicher, bereit, mit Einfallsreichtum und Mitgefühl Lösungen
dieser Probleme anzustreben.
Es liegt jedoch auf der Hand, daß andere bereit sein müssen, einen ähnlichen Kurs einzuschlagen. Man kann nicht gleichzeitig Konfrontation und Kooperation haben.

Internationale Konferenzen, auf denen man sich von seinen

eigenen Worten davontragen läßt oder die sich in selbstgerechter Propaganda
erschöpfen, dienen niemandem und keiner Sache. Wir halten es nicht für konstruktiv, an solchen Übungen teilzunehmen. Wir haben ein eindeutiges Interesse, Taktiken des Drucks von Blöcken oder Versuchen zu widerstehen, Lösungen
durch Feindseligkeit aufzuzwingen.

Solche Methoden sind zwecklos und erreichen,

eher das Gegenteil.
k

Wenn die vor uns liegenden schrecklich komplexen Fragen durch Beweise
der Stärke gelöst werden sollen, dann sind es nicht die fortschrttlichen
Industriemächte, die den höchsten Preis zu zahlen haben werden.

Es werden

im Gegenteil die Ärmsten und Benachteiligsten sein - jene in deren Namen und
zu deren Nutzen diese Taktiken angeblich angewandt werden.
Es ist an der Zeit, die theoretische Debatte zu beenden, ob wir eine
neue Ordnung anstreben oder eine bestehende Ordnung verbessern wollen.
Wollen wir uns doch mit der Realität befassen und nicht mit Rhetorik.
Wollen wir uns doch mit Realismus, Reife, gegenseitigem Verständnis und gesundem Menschenverstand den praktischen gemeinsamen Anliegen aller Völker
der Welt zuwenden.
Geiste begrüßen.

Die Vereinigten Staaten werden einen Dialog in diesem

Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, daß er zum

Erfolg führt.
Einfache
- 8 -

�Einfache Etikettierungen bringen die vielen echten Interessengemeinschaften nicht richtig zum Ausdruck, die heute existieren - einige die sich
überschneiden, einige die miteinander konkurrieren, einige die sich gegenseitig ergänzen.

Eines der auffallendsten Merkmale der modernen Weltwirtschaft

ist die Vielfältigkeit ihrer Beteiligten.

Unter den Ländern, die früher als Ent-

wicklungsländern klassifiziert worden sind, haben sich im letzten Jahrzehnt
neue Wirtschaftsmächte mit einer wachsenden Exportkapazität für Fertigwaren
und Rohstoffe entwickelt.

Die erfolgreichsten unter ihnen haben Investition und Wachstum im eigenen
Land gefördert.

Zu diesen aufstrebenden Mächten sind jetzt die durch das öl

reich gewordenen Länder gekommen.

Alle Nationen, die einen moralischen Anspruch

auf Führung in der Welt erheben, müssen - ebenso wie die Neureichen - zur Erleichterung der Not der ärmsten Länder beitragen.

Denn wer könnte bestreiten,

daß jedes wirtschaftliche Problem - Stagnation, Inflation, hohe Energiepreise,
Lebensmittelknappheit - sie am härtesten trifft.

Die Vereinigten Staaten sind sich der Verantwortung bewußt, die mit ihrer
wirtschaftlichen Macht verbunden ist.

Wir sind bereit, dm Geiste der Gleichheit,

der gegenseitigen Achtung und der Zusammenarbeit das unsrige zu tun.

Gestern

habe ich über unsere Vorschläge gesprochen, zu einem erfolgreichen multilateralen
Energiedialog zu gelangen.

Heute möchte ich mich Lebensmitteln, Rohstoffen,

dem Handel und Finanzwesen zuwenden.

Ein Zusammenbruch des Systems auf diesen

Gebieten würde wirtschaftliches Chaos und Instabilität fördern.

Erfolgreiche

Zusammenarbeit hingegen könnte eine neue Ära des wirtschaftlichen und menschlichen Fortschritts herbeiführen.

Lebensmittel

Die weltweiten Problemeder Ernährung, sind eine zentrale, moralische und
politische Herausforderung.

Eine Weltordnung, in der zig Millionen Menschen

Hungers sterben und weitere Millionen unterernährt sind, wird niemals als
gerecht angesehen werden.

Die für dieses Jahr zu erwartenden guten Ernten

- 9 -

�•
1

*

Ernten sollten uns nicht selbstgefällig machen, denn die Gesamtnachfrage der
Welt nach Lebensmitteln steigt weiter dramatisch an.

Die Kluft zwischen dem,

was Entwicklungsländer produzieren können und was sie brauchen, liegt gegenwärtig etwa bei 25 Millionen Tonnen.

Bei den gegenwärtigen Wachstumsraten der

Produktion und der Bevölkerung dürfte sich diese Kluft in zehn Jahren verdoppeln
oder verdreifachen.
Wenn wir jetzt nicht handeln, könnte die Welt im nächsten Viertel Jahrhundert
vor einer Reihe von Ernährungskrisen stehen, die immer weniger zu bewältigen
wäre.
Kurzfristig gesehen wird die Lebensmittelhilfe weiterhin lebenswichtig
sein, um die Opfer von Armut und Naturkatastrophen zu ernähren.

Es handelt

sich hier um eine internationale Verantwortung - die für alle Länder gilt, die
finanziell in der Lage sind, Hilfe zu leisten.

Die Vereinigten Staaten haben

.

sich verpflichtet, daß sie jede nur mögliche Anstrengung unternehmen werden, unr
mindestens vier Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich als Hilfe zur Verfügung -#
stellen.

Aber das alles wird nicht genug sein.

Eine langfristige Lösung des

Ernährungsproblems erfordert daß;
- die Produktionskapazität der Welt für Nahrungsmittel stark erhöht wird,
vor allem in den Entwicklungsländern; und
- ein internationales System von Getreidereserven geschaffen wird.
Ich möchte mich jetzt den amerikanischen Vorschlägen auf diesen Gebieten
zuwenden.
Glücklicherweise haben die weniger entwickelten Länder, die in größter
Not sind, auch das größte Potential zur Steigerung der Produktion.

Sie besitzen

große Flächen bebaubaren Landes und ungenutzte Wasservorkommen und sie bieten
die größte Möglichkeit zu einer Verbesserung der Ernteerträge.
Ihr
- 10 -

�Ihr Erfolg setzt jedoch große Kapitalmengen, neue Methoden der Planung
und Finanzierung und eine effektivere Agrarpolitik und Praxis voraus.
Um hier Abhilfe zu schaffen, unterstützen die Vereinigten Staaten zwei neue
internationale Einrichtungen:
schaftliche Entwicklung.

Erstens den internationalen Fonds für landwirt-

Dieser von den öl produzierenden Ländern vorgeschlagene

Fonds soll alle Nationen vereinen, die bereit sind, über ein vereinbartes Basisjahr hinaus weitere zusätzliche Mittel für die landwirtschaftliche Entwicklung
zur Verfügung zu stellen.

Präsident Ford hat mich gebeten, bekanntzugeben, daß

die Vereinigten Staaten sich an der Schaffung eines solchen Fonds beteiligen
werden.

Nach unserer Auffassung sollte er über Gesamtmittel von wenigstens

1 Milliarde Dollar pro Jahr verfügen.
Die Verbindung zwischen Finanzierung und effektiven Strategien der landwirtschaftlichen Entwicklung soll durch eine zweite Organisation hergestellt
werden, die Konsultativgruppe für Lebensmittelproduktion und Investition, die
bereits als Ergebnis der Welternährungskonferenz ins Leben gerufen wird.
Diese von der Weltbank, dem Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen getragenen
Gruppe plant ihr erstes Treffen im Juli. Sie sollte den zentralen Mechanismus
für die Zusammenarbeit unter traditionellen Geberländern, neuen Geberländern
und den Entwicklungsländern bilden.
Ein entscheidendes Element einer langfristigen Ernährungsstrategie ist
die Anlage von Getreidereserven.

Kurzfristige Fluktuationen in der Lebensmittel-

erzeugung, die auf das Wetter, Natur- oder sonstige

Katastrophen zurückzuführen

sind, verursachen scharfe Schwankungen im Preis und in der Verfügbarkeit wertvollen Getreides und lösen Hungersnöte aus. Ein

System von Getreidereserven

würde es ermöglichen, den Hunger in schlechten Jahren zu lindern und den Druck
auf Angebot und Märkte zu verringern.
Auf der Ernährungskonferenz in Rom kamen wir überein, ein neues internationales System von nationalen Getreidereserven auszuhandeln.
- 11 -

Ich habe kürzlich

�•

kürzlich die denkbaren Grundsätze für ein solches System umrissen, über die die
Vereinigten Staaten sofort zu handeln bereit wären:
- Erstens, die Weltreserven müssen insgesamt groß genug sein, um mögliche
Mängel in der Erzeugung von Nahrungsgetreide auszugleichen.
- Zweitens, Getreideexporteure und -importeure sollten über eine faire
Zuteilung von Reservebeständen übereinkommen - unter Berücksichtigung des Wohlstandes, der Produktionskapazität und des Handelsvolumens.
- Drittens, es müßte vereinbarte internationale Regeln oder Richtlinien
geben, um die Mitglieder in Zeiten guter Ernten zum Aufbau von Reserven zu veranlassen.
- Viertens, jedem Teilnehmerland sollte es freistehen, darüber zu entt,

scheiden, wie seine Reserven aufrechterhalten und welche Anreize für ihre Anläge und Aufrechterhaltung geboten werden.

I
t

- Fünftens, es sollten Regeln oder Richtlinien für den Rückgriff auf Reserven vereinbart werden, wenn die Weltproduktion zu niedrig ist.

Es muß von

vornherein feststehen, daß alle Mitglieder im Notfall Reserven verfügbar machen
und umgekehrt, daß die Reserven nicht vorzeitig oder im übertriebenen Maße angegriffen werden, um dadurch die Marktpreise zu drücken.
- Sechstens, in Zeiten der Knappheit muß das System den beteiligten Ländern
den Zugang zu den Vorräten garantieren.
- Siebtens, es müssen besondere Bedingungen vorgesehen werden, um den Bedarf der ärmeren Länder zu decken.
- Und schließlich muß das System die Erweiterung und Liberalisierung des
Getreidehandels fördern.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, einen bedeutsamen Teil eines verein- 12 -

�vereinbarten Standes der Weltreserven aufrechtzuerhalten.

Wenn andere sich uns

anschließen, dann kann noch vor Ende dieses Jahres ein übereinkommen über die
Grundzüge eines Reservesystems erzielt werden.

Handelsguter
Ein zweitens Gebiet wachsender Besorgnis sind die Handelsgüter.

Die Zeit

ist reif für eine eingehende Untersuchung der Probleme des Warenhandels - für
Lösungen die sowohl Erzeugern als auch Verbrauchern zugute kommen.

Das gegen-

wärtige System ist von schwankenden Preisen, Versorgungsstörungen, Investitionsstreit und Feindseligkeit gegenüber der Investition von Privatkapital gekennzeichnet, das unerläßlich ist für die Weitergabe von Mitteln und betrieblichen
Fähigkeiten.
So haben also Verbraucher wie auch Erzeuger ein Interesse an wirksamen
Vereinbarungen.
Preise.

Die Verbraucherländer erstreben zuverlässige Versorgung und

Die Erzeugerländer erstreben zuverlässige und wachsende Exportein-

nahmen, um ihre Entwicklung zu finanzieren

und einen angemessenen Ertrag der

Investitionen zu erzielen.
Alle Nationen haben ein Interesse, die Reibungen zu beenden, die für das
Problem der Rohstoffe so charakteristisch sind.

Die Debatte hat sich immer mehr

polarisiert und bereits andere Bemühungen um internationale Zusammenarbeit geschädigt.

Der Fehl schlag der vorbereitenden Energiekonferenz im vorigen Monat

ist nur ein Symptom des größten Problems, vor dem wir heute stehen.

Je länger

wir die Dinge hinauszögern, umso schwieriger und schmerzlicher wird es sein,
Lösungen zu finden.
Die Vereinigten Staaten bieten folgende Vorschläge an:
Erstens, wir schlagen vor, daß neue Regeln und Verfahren für den Zugang
zu Märkten und Vorräten in den multilateralen Handelsverhandlungen ausgehandelt
werden, die gegenwärtig in Genf stattfinden.
Zweitens,
- 13 -

�Zweitens, wir sind nicht der Überzeugung, daß ausschließlich Erzeugern
vorbehaltene Organisationen der beste Weg zur Lösung des Problems der Handelsgüter sind.

Nach unserer Auffassung sollten Verbraucher und Erzeuger gemeinsam

ihre Probleme und möglichen Maßnahmen zur Behebung von Mißständen erörtern.
Wir sind dazu bereit. Vor allem sind wir bereit, über neue Vereinbarungen
für einzelne Waren auf einer Fall zu Fall Basis zu sprechen. Wir haben bereits
Vorschläge für ein neues internationales Kaffeeabkommen vorgelegt. Wir sind bereit, je nach den Umständen über andere Waren zu sprechen.
Drittens, ich habe kürzlich vorgeschlagen, daß die Weltbank ihre Finanzierung von Ressourceninvestitionen erhöht und neue Mittel und Wege prüft, um
ihre Finanzierung mit privatem Management, privaten Fähigkeiten, privater Technologie und privatem Kapital zu kombinieren.
Und letztlich, für die am wenigsten entwickelten Länder ist die entschei- ,*
dende Frage, daß sie eine zuverlässige langfristige Stabilität und ein zuverlässiges langfristiges Wachstum der Exporterträge brauchen.

Es sind Vorschläge'

unterbreitet worden, um die Mechanismen für die Stabilisierung der Erträge zu
überprüfen, vor allem die Verfahren des Internationalen Währungsfonds (IWF)
zum Schutze der Entwicklungsländer gegen exzessive Fluktuationen ihres Exporteinkommens.

Wir sind bereit, uns anderen" bei diesen Anstrengungen anzuschließen.

Es mag andere hier geben, die ihre eigenen Auffassungen darüber haben, wie
man vorgehen sollte und welche neuen Wege man einschlagen sollte, um sich den
Anliegen der Entwicklungsländer zuzuwenden.
Kooperatives Handeln der Industrieländer wird die Wirksamkeit unserer individuellen Anstrengungen vervielfachen und gewährleisten, daß wir einen klaren
Begriff der gemeinsamen Erfordernisse haben.

Die Vereinigten Staaten unter-

stützen daher nachdrücklich die Empfehlung der OECD für die Einsetzung einer
Gruppe auf hoher Ebene zur Prüfung von Vorschlägen für Handelsgüter.
Handel
- 14 -

�Handel und Finanzwesen
Die traditionellen Gebiete der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Handel und Finanzwesen, bleiben weiterhin die zentralen Elemente der
Wirtschaftsstruktur.

Wir können nicht auf angemessene Weise für neue Gebiete

der Zusammenarbeit sorgen, wenn wir nicht zunächst einmal ein wirksames Funktionieren des Handels- und Währungssystems sicherstellen.

Obwohl das gegen-

wärtige System sich in den letzten Jahren recht gut bewährt hat, zeichnen sich
zwei Probleme ab:
- Erstens, die Entwicklungsländer mit großen und expandierenden Industriezweigen, vor allem in Ostasien und Lateinamerika, brauchen für ihre Fertigerzeugnisse expandierende Absatzmärkte. Die feierliche Zusage der Deklaration
von Tokio, den Entwicklungsländern einen verbesserten Zugang zu den Absatzmärkten
der industriellen Welt zu schaffen, muß für diese Länder vordringlich verwirklicht werden. Und sie sollten Gelegenheit zur Teilnahme an den Verhandlungen
erhalten.
- Zweitens, die ärmsten Länder brauchen dringend zusätzliche Finanzhilfe.
Sie tragen jetzt eine zweifache Last - höhere Preise für importierte Energie,
Düngemittel und Industrieerzeugnisse und geringere Exporterlöse auf Grund der
weltweiten Rezession.
Wir unterstützen daher die Einrichtung eines besonderen Treuhandfonds im
Rahmen des IWF in Höhe von bis zu 2 Milliarden Dollar im Jahre 1976. Wir haben
vorgeschlagen, daß Goldbestände des IWF durch andere Beiträge, vor allem von
Seiten der öl Produzenten, aufgestockt und zur Bereitstellung der Hälfte der Mittel
dieser Gesamtsumme verwandt werden.

Ich hoffe, daß die OECD-Länder diesen Vor-

schlag auf der Sitzung des IWF-Interimsausschusses und des Entwicklungsausschusses
der Weltbank in zwei Wochen zur Beschlußfassung vorlegen können.
Kurz gesagt, wir schlagen vor, daß sich die Beziehungen zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern auf einem Geist der Zusammenarbeit
und des guten Willens begründen sollen.
- 15 -

Wir fordern die Entwicklungsländer auf,

�-

auf, an diese Frage mit der gleichen Einstellung heranzugehen.

Wir müssen uns

alle klar darüber sein, daß die tatsächliche Verschiedenheit der Parteien und
Interessen eine Vielzahl von Antworten bedingt; daß es keine einzelne Lösung
gibt, die ausreichte; und daß eine Zusammenarbeit der am stärksten betroffenen
Parteien das wirksamste Mittel zur Bewältigung der gemeinsamen Probleme darstellt.
Die Vereinigten Staaten begrüßen den Vorschlag des Generalsekretärs für
eine umfassende Überprüfung unserer wirtschaftlichen Beziehungen zu den Entwicklungsländern.

Wir unterstützen ferner den Vorschlag der Regierung Japans

für eine umfassende Studie innerhalb der OECD über die längerfristige Entwicklung der hochindustrialisierten Gesellschaften im Einklang mit der der Entwicklungsländer.
Es geschieht nicht oft in der Geschichte, daß eine fundamentale Aufgabe
so klar erkennbar ist und sich so die Gelegenheit zur Gestaltung unserer Zukunft bietet.

/.

Wir sind aufgerufen, die Möglichkeiten zu ergreifen, die sich

in der neuen Epoche ergeben, in die die ganze Welt jetzt eintritt.

Wir sollten;»

zuversichtlich und nicht ängstlich sein; andere wollen sich an dem beteiligen,
was wir geschaffen haben.

Unsere Aufgabe ist, den Fortschritt und nicht eine

abstrakte ideologische Konfrontation zu ermutigen.

Mit dieser Einstellung

können wir mit Optimismus den vor uns liegenden wichtigen internationalen Beratungen entgegenblicken, wie etwa der Sondersitzung der Vollversammlung der
Vereinten Nationen in diesem Herbst.

Zusammenfassung
Unsere Zeitepoche ist politisch wie auch wirtschaftlich durch die industrielle Revolution und das fortschreitende Wirtschaftswachstum geformt
worden, das diese mit sich gebracht hat. Ihre Auswirkungen kamen rasch, ihre
Ergebnisse waren gewaltig und ihre Erfolge sind beachtlich. Sie hat ein neues
Zeitalter des Wohlstands geschaffen und dazu beigetragen, daß das vor einem
Jahrhundert auf Westeuropa und die Vereinigten Staaten beschränkte rasche Wirt- 16 -

�Wirtschaftswachstum sich auf zahlreiche Gebiete der Welt ausdehnte.
Im Inland bildete dieser wirtschaftliche Fortschritt eine unerläßliche
Stütze unserer Demokratien.

Er ist die Grundlage eines stabilen, progressiven

und gerechten politischen und sozialen Klimas.
Die jetzt nach Industrialisierung strebenden jungen Nationen haben mit
unserer Hilfe eine ähnliche Chance. Wir haben allen Grund, erwarten zu können,
daß die Zusammenarbeit mit ihnen bei den neuen Aufgaben wie Ernährung, Rohstoffe
und Energie ähnlichen Erfolg haben wird.
matisch eintreten.

Aber der Fortschritt wird nicht auto-

So hängt viel von unserer Entschlossenheit und unserem Weitblick ab.

In

den Geschicken der Menschheit gibt es keinen Stillstand.
Was kein Schritt vorwärts ist, bedeutet bestenfalls Stagnation; häufiger
aber ist es eine Pause vor einem Schritt zurück. Niemand braucht Angst vor den
Problemen zu haben, vor denen wir stehen, denn Fortschritt bringt Probleme
mit sich. Die Ereignisse haben den Ländern der Welt bereits eine einzigartige
Vorstellung von ihrer Interdependenz vermittelt. Die Möglichkeit, ein neues,
bleibendes Kapitel in der Geschichte der internationalen Zusammenarbeit zu
schreiben, liegt jetzt bei uns. Wir sind bereit, den zwingenden Notwendigkeiten,
vor denen wir stehen, zu entsprechen. Wir besitzen die Kenntnisse, die Werkzeuge und die Entschlossenheit. So wollen wir jetzt beschließen, die neue Ära
zu schaffen, wie dies unsere Zeit verlangt.

+ + + + +

- 17 -

�a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

8 9 - 3 2 4 0

Information

Godesljergl,

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Postfach

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300

T e I e x : 08 - 8 54 32

11/1975

SPORT, FREIZEIT UND ERHOLUNG

... ist das Thema einer Show im US-Handelszentrum vom 10. - 13. Juni
1975, Etwa 20 amerikanische Hersteller bieten eine breite Palette an Artikeln für Camping und Wandern, Sport und Wassersport, Turn- und Trimmausrüstungen einschließlich Trainingsgeräten, aber auch Sportplatzausrüstungen,
Swimmingpools, Bade- und Saunaeinrichtungen. Auch ein reichhaltiges Sortiment an Sportkleidung für alle einschlägigen Sportarten fehlt nicht im Angebot der Amerikaner. Mit Ausnahme von zwei Firmen suchen alle Aussteller
Kontakte zu deutschen Firmen zwecks Vertretung, Vertrieb, Lizenzvergabe oder
auch Joint-Venture-Verträge,
Unter anderem werden folgende Produkte zu sehen sein: Daunen- und
schaumstoffgefütterte Schlafsäcke, Wohnwagen, Rucksäcke, Gepäcktaschen für
Fahrräder, Golf-, Tennis-, Baseball-, Korbbai Ausrüstungen, Ball-Wurfmaschine zum Baseball-Training, Trampoline und Heimsportgeräte, Taucherausrüstungen, Taucherglocken, Wasserskier, Windsurfing, Anglerausrüstungen.
Darüber hinaus sind Swimming-Pools zu sehen - einbaubar in 3 Tagen - PoolAbdeckungen, Filterpatronen, Heimsauna mit allem Zubehör, auch SpezialLuxuswannen mit Unterwasser-Massagedüsen. Auch wer den Spieltisch liebt,
kommt auf seine Kosten: Video-Spieltische mit elektronischen Steuerungen,
Trophäen mit Symbolen für alle Sportarten und vieles mehr.

+ + + + +

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