<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1505" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1505?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:30:22+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1516">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/258c07172200575da483c5dd75fd82ef.pdf</src>
      <authentication>dd75996197f87a3388e1e3e46695e34c</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="7884">
                  <text>amerika dienst
United
53

Bonn-Bad

T e l :

Nu

States

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Information
und
Dokumentation

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

7. November 1974

23

Inhalt

DOKUMENTATION:
Rede Kissingers vor der Welternährungskonferenz
-WortlautDas amerikanisch-sowjetische Kommunique vom 27. Oktober
-Wortlaut-

HINTERGRUNDMATERIAI:

Die Rolle des Bombers in der amerikanischen Abschreckung
-Von Verteidigungsminister James R. SchlesingerEigenproduktion die beste Welthungerhilfe
-Exklusivinterview mit Dr. Paarlberg vom US-LandwirtschaftsministeriumRauschgiftschmuggel sucht neue Kanäle

INFORMATION:
US-Firmen auf der «ELECTRONICA 74»
Minicomputer und Peripheriegeräte
-Dezember-Ausstellung im US-Handelszentrum-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Dokumentation

Postfach 300

Te I e x : 08-85432

23/1974

REDE KISSINGERS VOR DER WELTERNÄHRUNGSKONFERENZ
- Wortlaut -

ROM --(AD)-- Der amerikanische Außenminister Dr. Henry Kissinger hat vor der
Welternährungskonferenz der Vereinten Nationen am 5. November in Rom eine
vielbeachtete Rede gehalten, die folgenden Wortlaut hat:

Wir kommen hier zusammen, um uns mit dem fundamentalsten Bedürfnis des
Menschen zu befassen. In unserer ganzen Geschichte sind die Menschen und Völker von der Drohung der Hungersnot und dem Hunger selbst verfolgt worden. Unsere Anwesenheit hier entspringt der Erkenntnis, daß dieses ewige Problem
jetzt ein bisher nie dagewesenes Ausmaß und eine nie dagewesene Dringlichkeit
angenommen hat, und daß es nur durch ein konzertiertes weltweites Handeln
bewältigt werden kann.

Unsere Aufgabe geht weit über ein einziges Gebiet der menschlichen Bemühung oder eine einzige internationale Konferenz hinaus. Wir stehen nicht
nur vor dem Problem der Ernährung, sondern vor einer immer größer werdenden

�werdenden gegenseitigen Abhängigkeit oder Interdependenz. Die Welt steht auf
halbem Wege zwischen dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem Beginn des
21. Jahrhunderts. Wir sind festgefahren zwischen alten Vorstellungen des politischen Verhaltens und einer völlig neuartigen Umwelt, zwischen der Unzulänglichkeit des Nationalstaates und dem wachsenden Zwang zur globalen Gemeinschaft. Während der letzten dreißig Jahre hat sich die Welt daran gewöhnt,
von der Voraussetzung auszugehen, daß ein stabiles Wirtschaftssystem und
wachsende Prosperität sich unbegrenzt fortsetzen würden. Neue Nationen machten sich zuversichtlich auf den Weg der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Technische Erfindungen und die Ausweitung der Industrie versprachen
eine stetige Verbesserung des Lebensstandards für alle Völker. Überschüsse an
Brennstoff, Nahrungsmitteln und Rohstoffen wurden eher als eine Last als ein
Segen angesehen. Wenn auch noch in vielen Teilen des Erdballs Armut und Not
herrschten, so herrschte doch auf lange Sicht weltweite Hoffnung . Diese
Zeitspanne wurde treffend als eine "Revolution zunehmender Erwartungen" bezeichnet. Diese Zeit ist vorbei. Heute tauchen fundamentale Fragen auf, oh
wir überhaupt in der Lage sind, auch nur unsere grundlegendsten Bedürfnisse
erfüllen zu können. Im Jahre 1972 ging wegen des schlechten Wetters auf der
ganzen Welt die Weltgetreideernte zum ersten Mal in zwei Jahrzehnten zurück.

Es wurde uns drohend verkündet, daß Hoffnung und Hunger nur um Haaresbreite auseinanderliegen, und daß die Welt von der Überschußproduktion einiger weniger Länder abhängig ist. Im Jahre 1973 haben zunächst ein politisches Embargo und dann abrupt erhöhte Preise für Öl die Produktion in den
Fabriken und auf den Farmen der Welt beeinträchtigt und eine weltweite Inflation angeheizt, deren Kontrolle schon vorher für die Regierungen kaum noch

�noch möglich war. Im Jahre 1974 dauert die wachsende Belastung des internationalen Währungs-und Handelssystems an, das noch nicht in der Lage ist, das gehäufte Gewicht wiederholter Erschütterungen zu absorbieren. Die Institutionen
dieses Systems ringen noch mit dieser Aufgabe. Die gleiche Interdependenz,die
gemeinsamen Fortschritt gebracht hat, bedroht uns jetzt mit gemeinsamem Untergang.

Wir müssen jetzt handeln und wir müssen gemeinsam handeln, wenn wir die
Herrschaft über unser gemeinsames Schicksal wiedergewinnen wollen. Eine nicht
vorhersehbare Katastrophe kann mangelndem Weitblick oder höherer Gewalt angelastet werden. Die gegenwärtige Entwicklung liegt jedoch auf der Hand, und es
liegt in unserer Macht, mit ihr fertig zu werden. Wenn wir nicht mutig handeln, dann wird die Katastrophe einem mangelnden Willen zuzuschreiben sein.
Unser Vorherwissen beinhaltet die Möglichkeit, moralisch schuldig zu werden.
Die politische Aufgabe ist klar: Werden die Völker der Welt zusammenarbeiten, um einer Krise zu begegnen, die auf der Hand liegt und weltweiter Natur ist? Oder wird jede Nation oder Region oder jeder Block seine besonderen
Vorteile als Waffe anstatt als Beitrag betrachten? Werden wir unsere Stärke
und unseren Fortschritt vereinen, oder unsere Stärke aufs Spiel setzen und
gemeinsam untergehen?

Präsident Ford hat mir aufgetragen, im Namen der Vereinigten Staaten folgendes zu erklären:
Wir

�r

A
Wir betrachten unser glückliches Schicksal und unsere Stärke auf dem Gebiet der Ernährung als eine globale Verpflichtung. Wir sind uns über unsere
Verantwortung aufgrund unserer außerordentlichen Produktivität, unserer modernen Technologie und unserer Tradition auf dem Gebiet der Hilfe im klaren.
Darum haben wir diese Konferenz vorgeschlagen. Darum hält ein amerikanischer
Außenminister diese Ansprache. Die Vereinigten Staaten werden eine wesentliche Anstrengung machen, ihre Fähigkeit nach der Größe der Aufgabe auszurichten. Wir sind überzeugt, daß eine kollektive Inang riffnahme der Aufgabe einen
wesentlichen Einfluß auf die Welt haben wird, die unsere Kinder erben werden.

Wenn wir jetzt auf das nächste Jahrhundert zugehen, dann müssen die hier
versammelten Nationen mit der Ausarbeitung einer Globalkonzeption beginnen.
Wir sind nun einmal unlösbar miteinander verbunden - durch interdependente
Volkswirtschaften und menschliche Hoffnungen, durch unmittelbare Kommunika- i
tion und durch die nukleare Gefahr. Was heute auf dem Gebiet der Energie, der
Ernährung und der Inflation auf der Tagesordnung steht, ist zuviel, als daß
es eine Regierung für sich, ja selbst eine kleine Gruppe von Regierungen bewältigen könnte.

Alle Nationen - ob in Ost oder West, Nord oder Süd - sind in einem einzigen Wirtschaftssystem miteinander verbunden. Wer sich mit eng begrenzten
Vorteilen befaßt, ist dem Untergang geweiht. Eine solche Einstellung muß zur
sterilen Konfrontation führen, die die internationale Zusammenarbeit untergräbt, von der die Erreichung nationaler Ziele abhängt. Die ärmsten und
schwächsten Nationen werden am meisten leiden. In allen Ländern werden Unzu-

�Unzufriedenheit und Instabilität gewaltig zunehmen. Dem kürzlichen Erfolg bei
der Verringerung internationaler Spannungen wird neue Gefahr drohen.

Aber unsere Zukunft braucht so nicht auszusehen. In der gegenwärtigen
Krise liegt eine große Chance ebenso wie eine große Gefahr. Die Erkenntnis unseres Zustandes kann uns endlich von überholten Vorstellungen frei machen,von
institutioneller Trägheit und steriler Rivalität. Wenn wir die Wirklichkeit
erfassen und entsprechend handeln, dann können wir ein Zeitalter des beispiellosen Fortschritts mit Folgen einleiten, die weit über die Themen dieser Konferenz hinausreichen. Wir würden dann ein internationales System aufgebaut
haben, das den Fähigkeiten und den Hoffnungen der Menschheit würdig wäre.

Die Aufgabe der Ernährung

Wir müssen hier mit der Aufgabe der Ernährung beginnen. Kein Gesell"
schaftssystem, keine Ideologie und kein Prinzip der Gerechtigkeit kann eine
Welt dulden, in der das geistige und physische Potential von hunderten von
Millionen Menschen durch elementaren Hunger oder Unterernährung nicht zur Entfaltung gelangen kann. Nationalstolz oder regionaler Argwohn verlieren jede
moralische oder praktische Rechtfertigung,wenn sie uns an der Überwindung
dieser Geißel hindern.

Noch vor einer Generation waren viele Landwirte autark. Heute sind Treibstoff, Düngemittel, Kapital und Technologie von entscheidender Bedeutung für
ihr wirtschaftliches Überleben. Noch vor einer Generation waren viele Länder

�r
*
Länder autark. Heute müssen viele Exporteure dafür sorgen, daß die Grenze zwischen Leben und Tod für viele Millionen nicht überschritten wird.
V

Damit sind Lebensmittel zu einem zentralen Element der internationalen
Wirtschaft geworden. Eine Welt der Energieknappheit, der wild um sich greifenden Inflation und eines immer schwächer werdenden Handels-und Währungssystems
wird auch eine Welt der Lebensmittelknappheit sein. Und Lebensmittelknappheit
wiederum sabotiert das Wachstum und beschleunigt die Inflation.

Das Ernährungsproblem liegt auf zwei Ebenen: Einmal geht es darum, die
Ernährung in Notfällen sicherzustellen, und zum zweiten, die langfristige Versorgung und einen ausreichenden Ernährungsstand unserer wachsenden Bevölkerung zu gewährleisten.

Während der fünfziger und sechziger Jahre nahm die Nahrungsmittelerzeugung mit großer Beharrlichkeit zu. Selbst in den Ländern mit einem Nahrungsmitteldefizit stieg die Erzeugung pro Kopf der Bevölkerung. Die Gesamterzeugung der Welt nahm um über die Hälfte zu. Aber genau in dem Augenblick, in
dem eine zunehmende Bevölkerung und steigende Erwartungen eine Fortsetzung
dieses Trends unbedingt notwendig gemacht hätten, trat ein dramatischer Wandel ein. Während der letzten drei Jahre ist die Weltgetreideerzeugung zurückgegangen. Die Reserven sind bis zu dem Punkt erschöpft, an dem eine Mißernte
eine große Katastrophe bedeuten kann.

Die Aussichten auf lange Frist sind sogar noch düsterer: Selbst heute
schon haben hunderte von Millionen von Menschen nicht genug zu essen, um ein

-6-

�ein menschenwürdiges und produktives Leben zu leben. Da der Zuwachs der Produktion nicht gleichmäßig verteilt wird, ist die absolute Zahl unterernährter
Menschen heute wahrscheinlich größer als jemals zuvor, außer in Zeiten der
Hungersnot. In vielen Teilen der Welt sterben 30 bis 50 Prozent der Kinder,
bevor sie das Alter von fünf Jahren erreicht haben - Millionen von ihnen an
Unterernährung. Viele überleben nur mit einem ständigen Schaden ihrer geistigen und physischen Fähigkeiten..

Man rechnet damit, daß sich die Weltbevölkerung bis zum Ende dieses Jahrhunderts verdoppeln wird. Es liegt auf der Hand, daß wir den Ernährungsbedarf
decken müssen, der damit verbunden ist. Aber es liegt ebenso auf der Hand,
daß die Bevölkerung nicht bis in alle Ewigkeit sich in jeder Generation verdoppeln kann. An einem bestimmten Punkt werden wir unausweichlich die Kapazität der Erde überschreiten, menschliches Leben unterhalten zu können.

Die kurzfristigen wie auch die langfristigen Ernährungsaufgaben bestehen
aus drei Komponenten:
- Da besteht zunächst das Problem, angesichts des Bevölkerungswachstums
so viel zu produzieren, um selbst den gegenwärtigen unzureichenden Stand der
Ernährung und der Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten,was bedeutet,daß
wir zu Ende dieses Jahrhunderts das Doppelte an Nahrungsmitteln erzeugen müssen. Eine ausreichende Ernährung würde 150 Prozent mehr Nahrungsmittel oder
eine jährliche Gesamtproduktion von drei Milliarden Tonnen Getreide bedeuten.

- Dann

-7-

�- Dann besteht das Problem der Verteilung. Generalsekretär Marei
schätzt, daß bei der gegenwärtigen Wachstumsrate von 2,5 Prozent pro Jahr die
Lücke zwischen dem, was die Entwicklungsländer selbst erzeugen, und dem, was
sie brauchen, bis 1985 von über 25 Millionen auf 85 Millionen Tonnen pro Jahr
steigen wird. In absehbarer Zukunft werden Nahrungsmittel in wesentlichem Um=
fang aus Überschußgebieten in Gebiete der Knappheit gebracht werden müssen.

- Und dann gibt es das Problem der Reserven. Der Schutz vor Unbilden des
Wetters und Naturkatastrophen erfordert dringend eine Nahrungsmittelreserve.
Nach unseren Schätzungen dürften bis zu 60 Millionen Tonnen über den gegenwärtigen Übertrag hinaus benötigt werden.

Kurz gesagt, wir sind überzeugt, daß die Welt vor einer Aufgabe steht,
die in ihrer Schwere, ihrem Umfang und in ihrer globalen Dimension ganz neuartig ist. Unser Minimalziel für das nächste Viertel Jahrhundert muß darin be-,,
stehen, die Weltnahrungsproduktion mehr als zu verdoppeln und ihre Qualität
zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, schlagen die Vereinigten Staaten
dieser Konferenz ein umfassendes Programm dringender kooperativer weltweiter
Maßnahmen vor:

- Erhöhung der Produktion der Nahrungsmittelexporteure;
- Steigerung der Produktion in den Entwicklungsländern;
- Verbesserung der Mittel und Wege zur Verteilung und Finanzierung von
Nahrungsmitteln;
- Verbesserung der Qualität der Nahrungsmittel;
- Sicherung gegen Hungersnöte.
Ich

�Ich möchte mich jetzt jedem dieser Gebiete zuwenden.

Erhöhung der Produktion der Nahrungsmittelexporteure

Eine Handvoll Länder können durch glückliches Geschick und Technologie
mehr erzeugen als sie brauchen, und daher exportieren. Der Rückgriff auf diese Produktion wird während des nächsten Jahrzehnts und vielleicht noch darüber
hinaus sicherlich zunehmen. Wenn wir die Welt nicht zum chronischen Hunger
verdammen wollen, dann müssen die Hauptexportländer ihr Potential rasch erweitern und ein langfristiges Wachstum ihrer Lieferungen garantieren, auf das man
sich verlassen kann.

Sie müssen daher damit anfangen, daß sie ihre Landwirtschaftspolitik an
eine neue wirtschaftliche Realität anpassen. Jahrelang ging diese Politik von
den Prämissen aus, daß eine Produktion mit voller Kapazität unerwünschte Überschüsse und gedrückte Märkte schuf, wodurch dem Landwirt jeder Anreiz, zu investieren und zu produzieren, genommen wurde. Es dürfte heute jedem klar geworden sein, daß das nicht das Problem ist,vor dem wir stehen. Solange es
ungedeckten Bedarf gibt,gibt es keine Überschüsse. So gesehen hat niemals ein
Überschuß bestanden. Das Problem ist immer gewesen, daß wir kollektiv versagt
haben, wenn es darum ging, augenscheinliche Überschüsse in Gebiete der Knappheit zu verbringen. Unter den gegenwärtigen und absehbaren Verhältnissen kann
dies geschafft werden, ohne den Anreiz zur Produktion sowohl in dem einen wie
in dem anderen Gebiet zu dämpfen.
Die

-9-

�i

Die Vereinigten Staaten haben umfassende Maßnahmen ergriffen, um ihre
Produktion auf ein Maximum zu steigern. Sie haben bereits 167 Millionen Acres
(fast 67 Millionen Hektar) Land für den Getreideanbau unter dem Pflug, was
eine Steigerung um 23 Millionen Acres gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren
bedeutet. In einer Ansprache vor dem Kongreß im vorigen Monat hat Präsident
Ford eine noch größere Anstrengung gefordert. Er hat an alle amerikanischen
Farmer appelliert, in voller Kapazität zu produzieren. Er hat die Abschaffung
aller restriktiven Praktiken angeordnet, die zu einer Erhöhung der Lebensmittelpreise führen. Er hat den Farmern zugesichert, daß er seine gegenwärtigen Vollmachten nutzen und weitere Vollmachten anstreben wird, um ihnen den
benötigten Treibstoff und die benötigten Düngemittel zukommen zu lassen. Und
er hat die Beseitigung noch bestehender Anbaubeschränkungen gefordert.
Diese

Anstrengungen sollten alle exportierenden Länder durch entsprechen-

de Maßnahmen ergänzen. Eine Maximalproduktion wird eine wesentliche Steigerung der Investitionen erforderlich machen. Das beste Land, das am leichtesten
zugängliche Wasser und die augenfälligsten Verbesserungen werden bereits genutzt. Im vorigen Jahr erhöhten die Vereinigten Staaten ihre Investitionen in
der Landwirtschaft um 2,5 Milliarden Dollar. Die amerikanische Regierung führt
eine systematische Untersuchung des weiteren Investitionsbedarf durch und
prüft Mittel und Wege, wie dieser Bedarf gedeckt werden kann.

Es ist von entscheidender Bedeutung, daß andere Länder eine ähnliche
Anstrengung unternehmen. Die Vereinigten Staaten sind der Auffassung, daß es
eines kooperativen Handelns der Exportländer bedarf, um eine vernünftige Planung und die notwendigen Produktionssteigerungen herbeizuführen. Wir sind

-10-

�sind bereit, uns mit anderen wichtigen Exporteuren in einer gemeinsamen Verpflichtung zusammenzutun, um die Produktion zu steigern, die notwendigen Investitionen zu 'tätigen und mit dem Wiederaufbau der Reserven für die Sicherung der Ernährung zu beginnen.

Die Vereinigten Staaten schlagen vor, daß unmittelbar nach Beendigung
dieser Konferenz eine Gruppe großer Exportländer zusammentritt - eine Exportplanungsgruppe -,um ein konkretes und koordiniertes Programm zur Erreichung
dieser Ziele auszuarbeiten.

Produktionssteigerung in den Entwicklungsländern
Die Lebensmittel exportierenden Länder allein werden einfach nicht in
der Lage sein, den grundlegenden Bedarf der Welt zu decken. Ironischer- aber
glücklicherweise sind es die Länder mit den am raschesten wachsenden Lebensmitteldefiziten,die auch über die größte Fähigkeit zur Steigerung der Produktion verfügen. Sie besitzen die größten ungenutzten Reserven an Land und Wasser. Obwohl sie gegenwärtig 35 Prozent mehr Land im Getreideanbau haben als
die Industrienationen, erzeugen sie auf diesem Land 20 Prozent weniger. Kurz
gesagt, das stärkste Wachstum der Weltlebensmittelproduktion kann - und muß in den Ländern mit chronischen Defiziten stattfinden.

Und doch vergrößert sich in diesen Ländern die Lücke zwischen Angebot und
Nachfrage, statt sich zu verkleinern. Nach Schätzungen wird sich das Defizit
in der Getreideversorgung bei der gegenwärtigen Wachstumsrate mehr als verdreifachen und bis 1985 etwa 88 Millionen Tonnen erreichen. Allein um diese

-11-

�1
diese Lücke nur halb zu schließen, wäre es erforderlich, daß diese Länder
ihre Wachstumsrate von dem bisherigen hohen Durchschnitt von 2,5 Prozent im
Jahr auf 3,5 Prozent steigern - was einer Steigerung der Wachstumsrate um
4o Prozent entsprechen würde.
Die Erreichung selbst dieses Minimalzieles bedarf eines starken Nachdrucks auf zwei Schlüsselgebieten: neue Forschung und neue Investitionen.

Internationale und nationale Forschungsprogramme müssen sich auf die
besonderen Erfordernisse dieser Länder mit einem chronischen Lebensmitteldefizit konzentrieren und müssen intensiviert werden. Es müssen neue Technologien entwickelt werden, um die Ernteerträge zu steigern und die Kosten zu verringern und um die besonderen Eigenschaften ihrer arbeitsintensiven und kapitalknappen Volkswirtschaften zu nutzen.
r

A,uf internationaler Ebene müssen wir das Forschungsnetz stärken und ausdehnen, das die weniger entwickelten Länder mit den Forschungseinrichtungen
der Industrieländer und- mit den bestehenden acht internationalen landwirtschaftlichen Forschungszentren verbindet. Wir schlagen vor, daß die Mittel
für diese Zentren bis 1980 mehr als verdoppelt werden. Die Vereinigten Staaten
werden ihrerseits im gleichen Zeitraum ihren eigenen Beitrag zu den internationalen Zentren,zu den landwirtschaftlichen Forschungsanstrengungen in den
weniger entwickelten Ländern und zur Erforschung landwirtschaftlicher Probleme
der Entwicklungsländer an amerikanischen Universitäten verdreifachen. Die bestehende Beratergruppe für intsrnationale Agrarforschung kann in diesem Bemühen eine wichtige, koordinierende Rolle spielen.
Die
-12-

�Die Vereinigten Staaten sind über den Fortschritt bei zwei Initiativen
befriedigt, die wir auf der 6. Sondersitzung der Vollversammlung der Vereinten
Nationen im April angeregt haben: das internationale Zentrum für Düngemittelentwicklung und die Studie über die Auswirkung klimatischer Veränderungen auf
die Lebensmittelversorgung. Das Düngemittelzentrum wurde im vorigen Monat in
den Vereinigten Staaten mit Mitteln eröffnet, die Kanada und die USA bereitgestellt haben. Wir laden zu einer größeren Beteiligung ein und verpflichten
uns, die Mittel dieses Zentrums für die Erfordernisse der Entwicklungsländer
einzusetzen. Und die wichtige Studie über Klima und Lebensmittelversorgung
ist vom Weltwetterdienst der Vereinten Nationen in Angriff genommen worden.

Nationale wie auch internationale Forschungsanstrengungen müssen zum
Tragen gebracht werden. Die Vereinigten Staaten erbieten sich, die Ergebnisse
ihrer modernen Forschung mit den Entwicklungsländern zu teilen. Wir haben bereits ein beträchtliches Maß an vielversprechenden Projekten in Angriff genommen: um den Proteingehalt des üblichen Getreides zu erhöhen, um die Grundnahrung mit billigen Nährstoffen anzureichern, um die Stickstoffbindung in Pflanzen zu verbessern und damit den Bedarf an Säuredüngemitteln zu verringern und
um neue billige Kleingeräte und Maschinen für die Millionen kleiner Landwirte
in der Welt zu entwickeln.

Wir planen auch eine Reihe neuer Projekte. Im kommenden Jahr werden unsere Weltraumbehörde, unsere Landwirtschaftsbehörden und unser Wetterdienst moderne Satellitentechniken für die Überwachung und die Voraussage wichtiger Lebensmittelernten erproben. Wir werden in Nordamerika beginnen und dann das Projekt auf andere Teile der Welt ausdehnen. Um die Studien des Weltwetter-13-

�1

I
Weltwetterdienstes über klimatische Veränderungen zu unterstützen, haben wir
begonnen, eigene Analysen der Beziehung zwischen klimatischen Verhältnissen
und Ernteerträgen über eine statistisch bedeutsame Zeitspanne aufzustellen.
Dies ist ein vielversprechender und potentiell lebenswichtiger Beitrag zur
vernünftigen Planung der Welterzeugung.

Die Vereinigten Staaten werden die Ergebnisse dieser Projekte auch anderen Nationen zugänglich machen.

Und schließlich hat Präsident Ford die Nationale Akademie der Wissenschaften ersucht, in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und anderen Regierungsbehörden ein weitreichendes Lebensmittel-und Ernährungs-Forschungsprogramm in Angriff zu nehmen, um die Talente Amerikas zu mobilisieren.
Es ist das Ziel des Präsidenten, die Mittel Amerikas und das wissenschaftliche Talent des Landes dafür einzusetzen, neue Lösungen zu finden, die sowohl
dem gewaltigen Umfang des menschlichen Bedarfs als auch der Fülle unserer wissenschaftlichen Fähigkeiten entsprechen.

Wenn wir auch auf technologische Durchbrüche hoffen dürfen, so können wir
doch nicht auf sie zählen. Es gibt keinen Ersatz für zusätzliche Investitionen
in den Ländern mit einem chronischen Lebensmitteldefizit. Neue Bewässerungssysteme, Lager und Verteidigungssysteme, Produktionseinrichtungen für Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Saatgut sowie landwirtschaftliche Krediteinrichtungen sind alles Dinge,die dringend gebraucht werden. Vieles davon kann
auf örtlicher Ebene in die Wege geleitet und finanziert werden. Aber noch auf
einige Zeit werden wesentliche Mittel von außen gebraucht werden.
Die

-14-

�Die Vereinigten Staaten sind der Überzeugung, daß die Investitionen auf
entscheidend wichtigen Gebieten konzentriert werden sollten, wobei vorhandene
und in einigen Fällen ganz einfache Technologien auf die kritischen Variablen
im Prozeß der Lebensmittelerzeugung angewandt werden müssen. Dazu gehören Düngemittel, bessere Lagereinrichtungen und Pflanzenschutzmittel.

Moderne Düngemittel sind wahrscheinlich das entscheidend wichtigste Einsatzmittel zur Erhöhung der Ernteerträge. Sie sind auch das zuverlässigste Gebiet neuer Investitionen. Nach unserer Auffassung ist die Düngemittelproduktion
ein ideales Gebiet für die Zusammenarbeit zwischen reicheren und ärmeren Ländern, vor allem,wenn man die Technologie der Industrieländer, das Kapital und
die Rohstoffe der ölproduzierenden Länder und den wachsenden Bedarf der am
wenigsten entwickelten Länder zusammenfaßt. Die bestehende Produktionskapazität ist weltweit unzureichend. Vor allem in den Entwicklungsländern sollten
neue Düngemittelindustrieen aufgebaut werden, um den langfristigen lokalen und
regionalen Bedarf zu decken. Dies könnte am wirksamsten auf der Basis der regionalen Zusammenarbeit erreicht werden.

Die Vereinigten Staaten werden solche regionalen Anstrengungen nachdrücklich unterstützen. Wir werden in unseren Investitions-und Hilfsprogrammen dem
Aufbau von Düngemittelindustrien den Vorrang geben und unsere moderne Technologie anderen zugänglich machen.

Ein weiteres wichtiges vorrangiges Ziel muß die Verringerung der Verluste
durch unsachgemäße Lagerung, unsachgemäßen Transport und unzureichende Kontrolle von Pflanzenkrankheiten sein. Tragischerweise gehen oft bis zu 15 Prozent

-15-

�1

l

Prozent der Lebensmittelproduktion eines Landes durch Schäden verloren, die
durch unzureichende Lagereinrichtungen bei Getreide auftreten. Wir müssen
bessere Methoden der sicheren Lagerung lehren und soweit wie möglich verbreiten. Vorhandene Pestizide müssen allgemeiner verfügbar gemacht werden. Viele
dieser Techniken sind einfach und billig. Investitionen auf diesen Gebieten
könnten eine rasche und wesentliche Auswirkung auf die Lebensmittelversorgung
der Welt haben.

Um eine zusammenhängende Investitionsstrategie zu planen, schlagen die
Vereinigten Staaten die sofortige Bildung einer Koordinierungsgruppe für Lebensmittelerzeugung und Investitionen vor. Wir empfehlen, daß sich die Weltbank mit der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zusammentut, um eine solche Gruppe noch in
diesem Jahr einzuberufen. Diese Gruppe sollte Vertreter der traditionellen
Geberländer und der neuen Finanzmächte, von multilateralen Behörden und aus
den Entwicklungsländern mit dem folgenden Auftrag zusammenführen:

- Bilaterale und internationale Hilfsprogramme zu ermutigen, die von
außen erforderlichen Mittel zur Verfügung

zu stellen;

- die wirksamste Verwendung neuer Investitionen in den Ländern mit einem
chronischen Defizit zu fördern;
- Regierungen dabei zu unterstützen, größere Eigenmittel für die Landwirtschaft bereitzustellen.

Die

-16-

�Die Vereinigten Staaten haben seit langem einen wesentlichen Beitrag
zur landwirtschaftlichen Entwicklung geleistet. Wir haben die Absicht, diesen
Beitrag zu vergrößern. Wir haben die Prioritäten unserer Entwicklungshilfe
neu geordnet, um den Hauptnachdruck auf Lebensmittel-und Ernährungsprogramme
zu legen. Wir haben in unserem laufenden Haushalt eine Erhöhung um fast 350
Millionen Dollar für diese Programme beantragt. Dieser neue Nachdruck wird
so lange anhalten,wie ein Bedarf besteht.

Wenn alle diese internationalen Maßnahmen wirksam sein sollen, dann müssen die Regierungen ihre Landwirtschaftspolitik und ihre Praktiken allgemein
überprüfen. Länder können von außerhalb mit Technologie und der Gewährung von
Mitteln helfen. Die Prioritäten richtig zu setzen, bleibt die Aufgabe der
nationalen Behörden. In vielzu vielen Ländern besteht für die Landwirte kein
Anreiz,die für die Erhöhung der Produktion notwendigen Investitionen vorzunehmen, da die Preise auf einem nichtlohnenden Stand fixiert sind, weil keine
Kredite verfügbar sind

oder weil die Transport-und Verteilereinrichtungen

unzureichend sind. So wie sich die exportierenden Länder in ihrer Politik an
die neuen Realitäten anpassen müssen, so müssen die Entwicklungsländer in
ihren Entwicklungsbudgets und in ihrer Steuerkredit-und Investitionspolitik
der Lebensmittelerzeugung eine höhere Priorität einräumen. •

Verbesserung der Mittel und Wege zur Verteilung und Finanzierung von Nahrung

Obwohl die Steigerung der Lebensmittelerzeugung vordringlich ist, kommt
auch dem Problem der Verteilung weiterhin eine entscheidende Bedeutung zu.

-17-

�•

!

zu. Selbst bei einer maximalen künftigen Ausweitung der Agrarerzeugung in den
Entwicklungsländern wird sich ihr Importbedarf am Lebensmitteln Mitte der
achtziger Jahre auf rund 4o Millionen Tonnen pro Jahr oder fast das Doppelte
des gegenwärtigen Standes belaufen.
Wie können die Kosten dieser Importe gedeckt werden?

Die Hauptquelle hierfür bleiben natürlich die Einkünfte der Entwicklungsländer selbst. Die Industriestaaten können durch die Erleichterung des Zugangs zu ihren Märkten einen wesentlichen Beitrag leisten. Mit der unmittelbar
bevorstehenden Verabschiedung des Handelsgesetzes bekräftigen die Vereinigten
Staaten erneut ihre Zusage,ein System allgemeiner Zollpräferenzen für die
Entwicklungsländer einzuführen und ihren Bedürfnissen bei den bevorstehenden
multilateralen Handelsverhandlungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Trotzdem wird ein verstärkter Fluß von Lebensmittelhilfe ganz eindeutig
notwendig werden. Im laufenden Finanzjahr werden die Vereinigten Staaten trotz
der ungünstigen Witterung,die sich auch auf unsere Ernte ausgewirkt hat, ihren Beitrag zur Lebensmittelhilfe erhöhen. Das amerikanische Volk empfindet
es als eine ernste und ständige Pflicht, mitzuhelfen, daß die an Unterernährung Leidenden und die Hungernden Lebensmittel erhalten. Wir werden alles menschenmögliche tun, um sicherzustellen, daß unser künftiger Beitrag dem wachsenden Bedarf entspricht.

Die Verantwortung für die Finanzierung der Lebensmittelimporte kann jedoch nicht allein bei den Lebensmittelexporteuren liegen. Vor allem in den
nächsten Jahren wird der Finanzierungsbedarf der Entwicklungsländer mit Le-

-18-

�Lebensmitteldefiziten einfach zu groß sein - sowohl für ihre eigenen begrenzten Mittel wie auch für die der traditionellen Geberländer von Lebensmittel. hilfe.
Den Erdöl exportierenden Ländern fällt in dieser Hinsicht eine besondere Verpflichtung zu. Viele von ihnen verfügen über Einkünfte, die weit über
dem liegen, was zum Ausgleich ihrer Zahlungsbilanzen oder zur Finanzierung
ihrer wirtschaftlichen Entwicklung notwendig ist. Der anhaltende massive
Transfer von Reichtum und der hieraus resultierende Auftrieb für die weltweite Inflation haben den Entwicklungsländern die Möglichkeit genommen, Lebensmittel, Dünger und andere Güter zu kaufen. Und die Wirtschaftskrise hat zu
einem scharfen Rückgang der Importe der Industriestaaten aus den Entwicklungsländern geführt.

Die Vereinigten Staaten empfehlen, daß die traditionellen Geberländer
und die neuen, der Koordinierungsgruppe für die Lebensmittelerzeugung und Investitionen angehörenden Finanzmächte umfassende Anstrengungen unternehmen,
um die benötigten Lebensmittel und Gelder bereitzustellen. Sie könnten einen
Unterausschuß für Lebensmittelerzeugung bilden, der als eine erste Aufgabe in
Verhandlungen weltweit eine Mindestmenge an Lebensmitteln festlegen würde,
für deren Transfer in die Entwicklungsländer mit Lebensmitteldefiziten während der nächsten drei Jahre sie bereit sind, die erforderlichen Gelder aufzubringen.

Ich habe die verschiedenen Massnahmen zur Steigerung der Erzeugung,zur
Verbesserung der Einkommensmöglichkeiten für die Entwicklungsländer und zur
....

.
-19-

�I
zur Erschließung neuer Quellen an ausländischer Hilfe aufgezeigt. Aber es
steht nicht fest, ob selbst diese Maßnahmen ausreichen werden, um die langfristige Aufgabe lösen zu können, vor allem, wenn sich unsere gegenwärtigen
Schätzungen über das Ausmaß des Defizits im Jahre 1985 und darüber hinaus als
• * • •

'

zu konservativ erweisen sollten.
Daher müssen Wege gefunden werden, um einen größeren Teil der Überschüsse aus Erdöleinkünften für langfristige Kredite oder nicht rückzahlbare Zuwendungen an die ärmeren Länder verfügbar zu machen. Die Vereinigten Staaten
schlagen vor, daß der auf der letzten Sitzung der Gouverneure

der Weltbank

und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gebildete Entwicklungsausschuß
mit der raschen Durchführung einer Studie darüber beauftragt wird, ob die
vorhandenen Finanzierungsquellen ausreichen, um den erwarteten Importbedarf
der Entwicklungsländer decken zu können. Sollten diese Quellen nicht ausreichen, so müssen zusätzliche Mittel gefunden werden. Dies muß zu einem der vorrangigen Ziele der Länder und Institutionen werden, die den größten Einfluß
auf das internationale Währungssystem ausüben.

Verbesserung der Qualität der Nahrungsmittel
Vorräte alleine stellen den Nahrungsbedarf der Menschheit nicht sicher.
Selbst in Industriestaaten mit ausreichenden Vorräten werden durch falsche
Ernährung schwerwiegende Gesundheitsprobleme hervorgerufen. In den Entwicklungsländern ist das Problem um ein Vielfaches größer. Nicht nur eine unzulängliche Verteilung, sondern auch die steigenden Nahrungsmittelpreise zwingen
die ärmsten und somit anfälligsten Bevölkerungsgruppen - die Kinder und
Mütter - mit qualitativ schlechteren sowie unzulänglichen Mengen an Nahrungs-

-20-

�Nahrungsmitteln auskommen zu müssen. Selbst bei einer starken Ausweitung der
Nahrungsmittelerzeugung würde über der Welt das Gespenst der Unterernährung
schweben.

Erstens müssen wir das Problem besser erkennen.Wir wissen eine Menge
über den Stand der weltweiten Erzeugung. Aber unser Wissen über den weltweiten Ernährungsstand ist unzulänglich. Daher schlagen die Vereinigten Staaten
vor, daß von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der UN-Ernährungs-und
Landwirtschaftsorganisation (FAO) und dem UN-Kinderhilfsfonds (UNICEF) ein
weltweites System für die Überwachung des Ernährungsstandes geschaffen wird.
Besondere Aufmerksamkeit sollte vor allem den Bedürfnissen der Mütter und
der Kleinkinder geschenkt werden, und es sollte bei örtlichen Notständen, die
sich gerade auf diese anfälligstenBevölkerungsgruppen auswirken, rasch gehandelt werden. Die Überwachung des Ernährungsstandes ist ein Gebiet, auf dem gerade die Vereinigten Staaten über beträchtliche Erfahrungen verfügen. Wir sind
bereit, unsere Kenntnisse und Verfahren anderen zugänglich zu machen.

Zweitens brauchen wir neue Verfahren zur Bekämpfung der Unterernährung.
Die Vereinigten Staaten laden WHO, FAO und UNICEF ein, ein international koordiniertes Programm für angewandte Ernährungsforschung einzurichten. Ein solches Programm sollte Prioritäten setzen, die am besten geeigneten Zentren für
die Forschung festlegen, und die erforderlichen Mittel beschaffen. Die Vereinigten Staaten sind bereit, mit fünf Millionen Dollar dazu beizutragen, dieses
Programm in Gang zu bringen.
Drittens

-21-

�t

I

Drittens müssen wir Probleme in Angriff nehmen, die bereits erkannt sind.
Die Vereinigten Staaten schlagen vor, einen sofortigen Kampf gegen zwei der
häufigsten und schrecklichsten Folgen der Unterernährung aufzunehmen: Erblindung durch Mangel an Vitamin A und Anämie durch Eisenmangel. Auf ersteren Mangel sind über eine halbe Million Fälle von Erblindung in den Entwicklungsländern zurückzuführen. Die gegenwärtige Lebensmittelknappheit wird voraussichtlich diese Zahl noch erhöhen. Anämie infolge Eisenmangels hat in zahlreichen
Gebieten der Welt zu einer niedrigen Produktivität geführt.
So wie die Welt Pocken, gelbes Fieber und Kinderlähmung nahezu ausgemerzt
hat, so kann sie auch diese Krankheiten besiegen. Es stehen neue und verhältnismäßig billige Verfahren zur Verfügung, die eine beträchtliche Wirkung haben. Die Vereinigten Staaten sind bereit, zusammen mit den Industriestaaten
und den internationalen Spendern die erforderlichen Programme durchzuführen.
Wir sind bereit, zehn Millionen Dollar zu einem internationalen Programm beizutragen.

Schließlich müssen wir uns um die Qualität der Nahrungsmittel in den bestehenden Programmen kümmern. Diese Konferenz sollte den Lebensmittelhilfeprogrammen besondere Aufmerksamkeit widmen, die ausschließlich dazu bestimmt sind,
die Unterernährung unter den am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu
bekämpfen. Die Vereinigten Staaten werden die Mittel für dieses Programm in
diesem Jahr um wenigstens 50 Millionen Dollar erhöhen.
Sicherung

-22-

�Sicherung gegen Hungersnöte

Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, welch ernste Folgen Lebensmittelverknappungen für die Menschheit haben können, die durch Mißernten,
Überschwemmungen, Kriege und andere Katastrophen verursacht werden. Die Welt
ist heute von wenigen Exportländern, und hier besonders von den Vereinigten
Staaten»dahingehend abhängig, daß diese die erforderlichen Reserven unterhalten. Aber es gibt keine Reserven mehr, trotz der Tatsache, daß die Vereinigten Staaten praktisch alle ihre Anbaubeschränkungen aufgehoben und unsere Farmer umfassende Anstrengungen unternommen haben, ihre Erzeugung auf ein Maximum zu steigern. Eine über die derzeitigen Überhangbestände hinausgehende
weltweite Reserve von 60 Millionen Tonnen Lebensmitteln wird erforderlich
sein, um auf dem Ernährungssektor ausreichende Sicherheit zu geben.

Es ist weder klug noch praktisch durchführbar, wenn ein Landoder einige
wenige Länder allein die Reserven der Welt unterhalten. Länder, die in der
Vergangenheit krasse Schwankungen bei ihrem Importbedarf aufzuweisen hatten,
haben die Pflicht»sowohl gegenüber ihrem eigenen Volk als auch gegenüber der
Völkergemeinschaft der Welt, sich an einem System zu beteiligen, das die Verantwortung auf einen weiteren Kreis verteilt. Und die Exportländer können es
sich nicht länger leisten, plötzlich überrascht zu werden. Sie müssen im
Voraus Informationen haben, um Produktion und Export planen zu können. Wir
begrüßen die von FAO-Generaldirektor Boerama auf dem Gebiet der Reserven ergriffene Initiative. Die Vereinigten Staaten teilen seine Auffassung, daß ein
kooperatives multilaterales System notwendig ist, um größere Gerechtigkeit
und Wirksamkeit zu erzielen. Daher schlagen wir vor, daß diese Konferenz eine

-2 3-

�eine Gruppe zur Koordinierung der Reserven einsetzt, die zum frühestmöglichen
Zeitpunkt Verhandlungen über ein detailliertes Abkommen über ein internationales System von in nationaler Hand befindlichen Getreidereserven führt. Dieses Abkommen sollte alle wichtigen Exportländer sowie solche Länder einschliessen, deren Importbedarf voraussichtlich am größten sein wird. Die Arbeit dieser Gruppe sollte in enger Zusammenarbeit mit anderen internationalen Bemühungen um eine Verbesserung des Welthandelssystems durchgeführt werden.

Ein internationales Reservesystem sollte die folgenden Elemente enthalten:

- Austausch von Informationen über die Höhe der Reserven und greifbaren
Bestände, über Ernteaussichten und über beabsichtigte Importe oder Exporte;
- ein Abkommen über die Höhe der weltweiten Reserven, die erforderlich
sind, um uns vor Hunger und Preisschwankungen zu schützen;

- die Aufteilung der Verantwortung für die Unterhaltung von Reserven;
- Richtlinien über die Verwaltung der nationalen Reserven, in denen die Bedingungen für eine Aufstockung von Reserven und für Freigaben aus ihnen festgelegt sind;
- die Bevorzugung kooperierender Länder bei der Verteilung von Reservebeständen;
Verfahren zur Anpassung von Zielplanung und für die Beilegung von Streitigkeiten sowie Maßnahmen bei Nichteinhaltung.
Zeitplan

-24-

�Zeitplan für die Zukunft

Die Aufgabe,vor der diese Konferenz steht,ist,den Bedarf in Programme
und Programme in Ergebnisse umzusetzen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Ich habe ein Fünf-Punkte-Programm für gemeinsames Handeln vorgelegt:
- um die Anstrengungen der großen Überschußländer zusammenzufassen, mit
dazu beizutragen, den weltweiten Bedarf zu decken;
um das Potential der Entwicklungsländer mit chronischen Nahrungsmitteldefiziten für Wachstum und stärkere Selbstversorgung auszuweiten;
- um zwecks Deckung der noch verbleibenden Lücke Hilfsquellen und Nahrungsmittel weiterzuleiten;
- um zwecks Sicherstellung einer ausreichenden Ernährung die Qualität
der Lebensmittel zu verbessern;
- und um Menschen und Völker vor plötzlichen Katastrophen und Launen
des Wetters zu schützen.
Ich habe den Beitrag erläutert, den die Vereinigten Staaten zu nationalen und multinationalen Programmen zu leisten bereit sind, um jedes dieser
Ziele zu erreichen. Und ich habe drei neue internationale Gremien vorgeschlagen, um die nationalen Anstrengungen zu stärken, sie zu koordinieren und
ihnen einen globalen Mittelpunkt zu geben:

- die Planungsgruppe der Exporteure;
- die Koordinierungsgruppe für Lebensmittelproduktion und Investitionen;
- die Gruppe zur Koordinierung der Reserven.
Es

-25-

�i
Es sind eine Reihe von Vorschlägen für ein zentrales Gremium gemacht worden, das unsere Anstrengungen zusammenfassen und die Führung übernehmen soll.
Die Vereinigten Staaten stehen einer solchen Institution aufgeschlossen gegenüber. Wir sind jedoch der festen Ansicht, daß unabhängig von der Art der
Organisation ein einheitliches, gemeinsames und umfassendes Vorgehen eine absolute Notwendigkeit ist. Die von unserem geschätzten Landwirtschaftsminister
Earl Butz geleitete amerikanische Delegation steht bereit, mit Vorrang Gespräche über die Verwirklichung unserer Vorschläge aufzunehmen. Wir begrüssen die hier vorgetragenen Anstrengungen anderer Länder. Wir werden hart und
kooperativ arbeiten.

Zusammenfassung

Nichts beschäftigt den menschlichen Geist mehr oder stellt unsere Werte
und unsere Träume mehr in Frage als der verzweifelte Kampf ums Überleben.
Keine Tragödie trifft uns mehr als der verzweifelte Blick eines verhungernden Kindes.
Früher einmal wurde die Hungersnot als Bestandteil des normalen Lebens»
Zyklus des Menschen, als eine örtliche oder schlimmstenfalls nationale Tragödie betrachtet. Heute erstreckt sich unser Gewissen auf die ganze Welt.
Unsere Leistungen, unsere Erwartungen und unsere moralischen Überzeugungen
haben diese Frage zu einem universalen politischen Anliegen gemacht.

Die große Versprechung unseres Zeitalters besteht darin, daß wir zum
ersten Mal über die technische Fähigkeit verfügen dürften, die Menschheit von

-26-

�von der Geißel des Hungers zu befreien. Deshalb müssen wir heute ein kühnes
Ziel verkünden - daß innerhalb eines Jahrzehnts kein Kind mehr hungrig zu Bett
gehen wird, daß keine Familie um das Brot für den nächsten Tag zu bangen
braucht, und daß die Zukunft und die Fähigkeiten keines menschlichen Wesens
mehr durch Unterernährung beeinträchtigt sein werden.

Unsere Verantwortung liegt auf der Hand.
Mögen die hier versammelten Nationen sich entschließen, sich der Aufgabe
zu stellen, statt sich gegeneinander zu stellen.
Mögen wir Übereinstimmung finden, daß das Ausmaß und der Ernst der Aufgabe eine gemeinsame Anstrengung erfordern, wie sie beispiellos in der Geschichte ist.

Und mögen wir die globale Zusammenarbeit in der Ernährung zu einem Modell
für unsere Reaktion auf andere Aufgaben einer interdependenten Welt machen
- Energie, Inflation, Bevölkerungswachstum und Umweltschutz.

William Faulkner hat die Überzeugung zum Ausdruck gebracht, daß "der
Mensch nicht nur überdauern, sondern die Oberhand behalten wird", Wir leben
heute in einer so komplexen Welt, daß der Mensch, wenn er auch nur überdauern
will, die Oberhand behalten muß. Weltgemeinschaft ist nicht länger ein sentimentales Ideal, sondern eine praktische Notwendigkeit. Nationale Zielsetzungen, internationale Realitäten und menschliche Bedürfnisse fordern den Menschen zu einer neuen Bewährungsprobe seiner Fähigkeit und seiner Moral heraus.
Wir können dieser Aufgabe nicht den Rücken kehren. Menschliche Vernunft,so
hat Thomas Mann geschrieben, braucht nur ein stärkeres Wollen als das Schicksal und sie ist Schicksal.
-27-

�t amerika dienst
t

United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Dokumentation

Postfach 300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

23/1974

DAS AMERIKANISCH-SOWJETISCHE KOMMUNIQUE VOM 27. OKTOBER
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Das zum Abschluß des Besuches des amerikanischen
Außenministers Dr. Henry A. Kissinger in Moskau am 27. Oktober herausgegebene
gemeinsame Kommunique hat folgenden Wortlaut:
Wie vorher vereinbart hat Henry A. Kissinger, Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika

und Berater des Präsidenten für Fragen der

Nationalen Sicherheit, vom 23. bis 27. Oktober Moskau besucht.

Er führte Besprechungen mit Leonid Breschnew, Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, und mit Andreij Gromyko,
Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der
Sowjetunion und Außenminister der UdSSR.
den Gesprächen teil:
A.F. Dobrynin;

Von sowjetischer Seite nahmen an

Der Botschafter der UdSSR in den Vereinigten Staaten,

der Berater des Generalsekretärs des Zentralkomitees der Kom-

munistischen Partei

der Sowjetunion, A.M. Alexandrow und das Mitglied des

Kollegiums des Außenministeriums der UdSSR, G.M. Kornijenko.
Seite nahmen teil:
Walter J. Stoessel;

Auf amerikanischer

der Botschafter der Vereinigten Staaten in der UdSSR,
die Angehörigen des Außenministeriums Helmut Sonnenfeldt,

Arthur A. Hartman, Alfred A. Atherton, William G. Hyland und Winston Lord
sowie Jan M. Lodal und A. Denis Clift vom Stab des Nationalen Sicherheitsrates.
Im
- 1 -

�t
Im Verlauf der Gespräche fand ein gründlicher Meinungsaustausch über
einen weiten Bereich von Fragen bezüglich der amerikanisch-sowjetischen
Beziehungen sowie über eine Reihe aktueller internationaler Probleme statt.

Beide Seiten stellten mit Befriedigung fest, daß sich die Beziehungen
zwischen den USA und der UdSSR in Übereinstimmung mit dem früher festgelegten
Kurs weiterhin stetig verbessern.

In diesem Zusammenhang haben sie erneut die fundamentale Bedeutung der
Entscheidungen betont, die als Ergebnis des amerikanisch-sowjetischen Gipfeltreffens getroffen wurden, und haben sie ihre beiderseitige Entschlossenheit
unterstrichen, weiterhin energische Anstrengungen zu unternehmen, um einen
ununterbrochenen Fortschritt in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
sicherzustellen.

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Problem der weiteren Begrenzung
strategischer Rüstungen geschenkt.

Bei ihrer Erörterung dieses Problems

wurden beide Seiten von dem fundamentalen Einvernehmen hinsichtlich der Entwicklung eines neuen langfristigen Abkommens geleitet, das an die Stelle
des Interimsabkommens vom 26. Mai 1972 treten soll.

Es fand ein nützlicher

Meinungsaustausch über die Einzelheiten eines solchen Abkommens statt. Die
Erörterung dieser Fragen wird fortgesetzt werden.

Beide Seiten stellten fest, daß sich im ganzen gesehen die Beziehungen
zwischen den USA und der UdSSR auf den verschiedenen Gebieten erfolgreich
entwickeln.

Sie stimmten überein, daß die volle Verwirklichung der bereits

geschlossenen Abkommen günstige Aussichten auf eine weitere Ausdehnung der
beiderseits vorteilhaften Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern eröffnen
we rden.

Beide Seiten sind weiterhin besorgt über die Lage im Nahen Osten.

Sie

bekräftigten ihre Entschlossenheit, Anstrengungen zu unternehmen, um Lösungen
für die Kernfragen einer gerechten und dauerhaften Lösung in diesem Gebiet
zu finden. Beide Seiten stimmten überein, daß die baldige Wiedereinberufung
- 2 -

�Wiedereinberufung der Genfer Konferenz eine nützliche Rolle spielen dürfte,
um eine solche Lösung zu finden.

Unter Feststellung des auf der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa erreichten Fortschritt kamen beide Seiten überein, weiterhin
aktiv auf einen erfolgreichen Abschluß dieser Konferenz zu einem baldigen
Zeitpunkt hinzuarbeiten.

Sie sind ferner der Überzeugung, daß es möglich

ist, bei den Gesprächen über eine beiderseitige Reduzierung der Streitkräfte
und Rüstungen in Mitteleuropa einen Fortschritt zu erzielen.

Der Meinungsaustausch war von einem sachlichen und konstruktiven Geist
gekennzeichnet.

Beide Seiten betrachten ihn als höchst nützlich.

In diesem

Zusammenhang bekräftigten sie den positiven Wert der vereinbarten Praxis
regelmäßiger Konsultationen zwischen beiden Ländern.

Beide Seiten unter-

strichen die besondere Bedeutung der Gipfeltreffen für eine konstruktive
Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR.

Wir bekanntge-

geben wurde, werden der Präsident der Vereinigten Staaten, Gerald Ford, und
der Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSR, L.I. Breschnew, Ende November 1974 in der Nähe von Wladiwostok ein Arbeitstreffen abhalten.

+ + + + +

- 3-

�a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Hintergrundmaterial

300

T e I e x : 08 - 8 54 32

23/1974

DIE ROLLE DES BOMBERS IN DER AMERIKANISCHEN ABSCHRECKUNG
-Von Verteidigungsminister James R. Schlesinger-

Ich möchte hier das Verhältnis zwischen der Bomberstreitmacht der Vereinigten Staaten und unserer Gesamtabschreckung untersuchen, da von diesen
Überlegungen die Entscheidung abhängen wird, ob wir mit der Produktion des
neuen Bombertyps B-l beginnen werden.
Die strategischen Nuklearstreitkräfte der Vereinigten Staaten existieren
für einen einzigen, alles überragenden Zweck: vor einem großen Angriff auf
die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten abzuschrecken. Die Aufstellung
dieser Streitkräfte erfolgt nicht nach Gesichtspunkten ihres spezifischen
kostenwirksamen Beitrages zur Zerstörung von Zielen im engeren Sinn, sondern
nach ihrem weitergefaßten Beitrag zu dem Gesamtpotential der Macht, das die
Abschreckung bewirkt. In ihrer internationalen Rolle stellen die strategischen Streitkräfte einen Rahmen und ein Paket von Zwängen dar, das im Falle
eines Konfliktes diesen auf eine niedrigere Stufe der Gewaltanwendung zwingen
würde, als dies sonst der Fall wäre.
Wenn

�Wenn die Abschreckung funktioniert - und wir dürfen darauf zählen,

daß

sie funktioniert - dann werden strategische Nuklearwaffen niemals eingesetzt
zu werden brauchen. Es klingt paradox, aber der Wert der Investitionen in diese strategischen Streitkräfte ist so hoch, daß er kaum zu berechnen ist, da
sie eben die Erreichung des Zieles erleichtern, daß sie nicht eingesetzt zu
werden brauchen. Sie sind also keineswegs nutzlos, sondern im Gegenteil höchst
nützlich,und zwar eben in dem Maße, daß sie unbenutzt bleiben.
Die Vereinigten Staaten unterhalten seit langem eine auf drei Säulen gestützte strategische Streitmacht, die sogenannte Triade von Bombern, Interkontinentalraketen (ICBM) und unterseebootgestützten Raketen (SLBM). Wir halten
heute diese Triade nicht aufrecht, weil jede ihrer Säulen unabhängig für sich
die Fähigkeit garantieren müßte, nach einem Erstangriff zurückschlagen und
einem Gegner unannehmbare Zerstörung zufügen zu können. Insgesamt müssen diese Streitkräfte natürlich diese Fähigkeit aufrechterhalten - wobei jede Komponente zur Erreichung des größeren Zweckes der Abschreckung beiträgt und
die anderen unterstützt.
•

Die Vereinigten Staaten sind selbstverständlich bereit, über einen Abbau
der Streitkräfte zu verhandeln, aber wir dürfen niemals die Notwendigkeit vergessen, ein ungefähres Gleichgewicht gegenüber jenen Kapazitäten von aussen
zu erhalten,die eine potentielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen.
Welchen Einfluß hat all das - in einer Umgebung der Verhandlungen über
Rüstungskontrollen und eine Begrenzung der strategischen Rüstungen - auf die

�die Entscheidungen hinsichtlich der Bomberflotte?

Erstens ist es wichtig, sich daran zu erinnern, daß nach dem Moskauer Abkommen vom Mai 1972 das Ergebnis auf der Basis gerechtfertigt wurde, daß die
Vereinigten Staaten und die Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt in etwa auf einem
Gleichstand hinsichtlich der Megatonnage waren-beide Länder verfügten über
etwas mehr als 4 000 Megatonnen. Ebenso wichtig ist die Feststellung, daß für
gut über die Hälfte der Megatonnage darUSA die Bomber als Träger vorgesehen
sind. Wenn also das Kriterium vergleichbarer Megatonnage weiterhin konsequent
angewandt werden soll, dann kommt man direkt zu der Notwendigkeit, die Bomber
durch neue zu ersetzen.

Zweitens erlegt das SALT-Abkommen vom Mai 1972 recht strenge zahlenmässige Grenzen auf - und dies dürfte auch bei jedem künftigen SALT-Abkommen der
Fall sein. Das bedeutet natürlich, daß die amerikanische Bomberflotte weit
kleiner sein wird als in früheren Zeiten - um das Jahr 1960 herum betrug die
Zahl der strategischen Bomber der USA etwa 1700.

Darüber hinaus hat das SALT-Abkommen der amerikanischen Raketenstreitmacht
niedrigere zahlenmäßige Grenzen gesetzt als der sowjetischen - was eben durch
die größere Zahl der Bomber ausgeglichen sein sollte. Auch das führt zu der
Notwendigkeit, eine neue Generation von Bombern zu entwickeln.

Aber es führt auch zu der Überlegung, daß unter den gegebenen Umständen
und gemäß den Bestimmungen eines jeden zu erwartenden Abkommens, also bei der
strikten Begrenzung der Zahl der Bomber, das Verhältnis von Kosten und Quanti-

-3-

�•

I
Quantität weit weniger relevant ist, als es bei einer unbegrenzteren Beschaffungsmöglichkeit automatisch eine Rolle spielen würde. Wenn also die Zahl begrenzt ist, dann besteht ein starker Anreiz, eine möglichst hohe Leistungsfähigkeit pro Einheit zu erreichen.
Wenn wir uns über diese Gesichtspunkte im klaren sind, dann stellt sich
die Frage, welchen Stellenwert wir der besonderen Rolle beimessen, die Bomber
in der Gesamtabschreckung spielen.

Ich habe eingangs darauf hingewiesen, daß Abschreckung weit mehr ist,als
nur die "wirtschaftliche" Zerstörung eines Zieles oder die Zerstörung eines
Industriegebietes. Abschreckung, so sagt man, liegt im Auge des Betrachters.
Sie funktioniert, indem sie sich auf die Psychologie und die Haltung eines po-tentiellen Angreifers

und darauf auswirkt, daß er sich seine Schwierigkeiten

vorstellen kann. In dieser Hinsicht spielt der Bomber eine einmalige Rolle.
Es gibt keinen befriedigenden Ersatz für seinen Beitrag zum Gesamtpaket der
Streitkräfte, die die Abschreckung bewirken.

Ein besonderer und wesentlicher Beitrag des Bombers sind die massiven
Komplikationen, die er in jeden Angriffsplan gegen die strategischen Streitkräfte der Vereinigten Staaten bringt. Bomber erschweren die Koordination von
Abschuß einer Waffe und Zielwirkung bis zur Unmöglichkeit - zur Unmöglichkeit,
die Vergeltungsstreitkräfte der USA in ausreichendem Maße zu vernichten. Die
Schwierigkeiten der zeitlichen Koordination erzwingen Verschiebungen im Planungsprozeß, die für jede Streitmacht einen ausreichend koordinierten Überraschungsangriff unmöglich machen.
Diesen

-4-

�Diesen ungeheuer wichtigen, ja vielleicht unerläßlichen Beitrag leistet
das überlebensfähige Flugzeug. Aber darüber hinaus erschwert der Bomber auch
einem potentiellen Gegner die Entscheidungen und die Führung seiner Streitkräfte. Die weitere Existenz von Bombern, die eindringen können, schafft für die
Sowjetunion ein besonderes Dilemma bei der Verteilung der Mittel für die Verteidigung. Die Sowjetunion wird ständig vor der Wahl stehen, den Bombern freien Einflug zu lassen - wie dies nach dem Abkommen von 1972 auch für Raketen
beinahe der Fall ist. Oder sie muß weiterhin ganz wesentliche Mittel für die
Luftverteidigung aufwenden - die bisher immer einen großen Anteil der sowjetischen Verteidigungsausgaben erhalten hat. Und Luftverteidigung ist ein Aspekt
der militärischen Position der Sowjetunion, die uns in Amerika am- wenigsten
Sorgen bereitet und die wir am wenigsten bedrohlich empfinden.

Auf diese Weise trägt ein "Mix" - also eine Mischung - der Streitkräfte,
die Bomber einschließt, auf das gleiche Ziel hin zusammenwirkend zur Erreichung unseres letztlichen Zieles bei: zur Abschreckung.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit, eine aus mehreren verschiedenen
Komponenten zusammengesetzte Streitmacht, also einen "Mix" in der Art unserer
Triade, aufrechtzuerhalten, weil jede Komponente einen besonderen und einzigartigen Beitrag

zur

Gesamtabschreckungsmacht der Vereinigten Staaten leistet.

Indem wir mannigfaltige und flexible Streitkräfte aufrechterhalten, vermeiden
wir das Risiko, von einer einzigen Fähigkeit oder Kapazität abhängig zu werden, die plötzlich durch die Entwicklung von Gegenmitteln ihren Wert verlieren
könnte. Gleichzeitig machen wir die Aufgabe, die strategischen Streitkräfte
der Vereinigten Staaten anzugreifen, so ungeheuer komplex, daß sie weiterhin
jede Attraktivität verlieren dürfte.
• i • I • (•

-5-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Hintergrundmaterial

Postfach 300

Telex:

08-85432

23/1974

EIGENPRODUKTION DIE BESTE WELTHUNGERHILFE
-Exklusivinterview mit Dr. Paarlberg vom US-Landwirtschaftsministerium-

Das ständig wachsende Lebensmitteldefizit in den Entwicklungsländern läßt sich
auf die Dauer nur durch eine Steigerung
der Eigenerzeugung und nicht durch massive
Hilfslieferungen schließen. Diese Auffassung hat der Abteilungsleiter im US-Landwirtschaftsministerium, Dr. Don Paarlberg,
am Vorabend der Welternährungskonferenz
in einem Interview mit dem Korrespondenten
des US-Informationsamtes (USIA), John
Halway, vertreten.
In seinem Interview hat Dr. Paarlberg die
politischen Vorstellungen der Vereinigten
Staaten wie folgt umrissen:
Frage: Den Vereinigten Staaten ist von Kritikern vorgeworfen worden, daß
sie ohne feste politische Vorstellungen oder mit mangelndem Interesse nach
Rom gehen. Stimmt das? Haben die Vereinigten Staaten eine eigene Politik?
Werden wir in Rom einen Vorschlag unterbreiten?

Antwort: Wir werden eine ganze Anzahl von Vorschlägen unterbreiten. Wir haben
eine eigene Politik ausgearbeitet und diese ist konstruktiv. Wir gehen nach
Rom mit der Zusage, die Außenminister Kissinger bereits im Frühjahr gegeben

-1-

�gegeben hat, unsere technische Hilfe an die Entwicklungsländer zu verstärken. Wir gehen nach Rom mit der Zusage, die der Präsident vor einem oder
zwei Monaten gegeben hat, unsere direkte Lebensmittelhilfe zu steigern. Wir
gehen nach Rom mit einem Vorschlag, wieder überall auf der Welt Lebensmittelreserven anzulegen. Das sind die Hauptpunkte, die wir dort vortragen werden.
Die Behauptung, daß wir keinen eigenen Standpunkt hätten, ist völlig ungerechtfertigt.
Frage: Die Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
(FAO) stellt in ihrem letzten Bericht fest, daß zwischen dem Lebensmittelbedarf der Entwicklungsländer und ihrer Eigenerzeugung ein Defizit von rund
85 Millionen Tonnen pro Jahr besteht - oder in 10 Jahren bestehen wird
und daß der Fehlbedarf vielleicht noch größer sein wird, wenn die Witterung
ungünstig ist. Können wir diese Lücke überbrücken? Bestätigen die amerikanischen Vorausschätzungen diese Auffassung?

Antwort: Unsere eigenen Vorausschätzungen liegen unter dieser Zahl von
85 Millionen Tonnen, aber auch wir kommen auf eine noch ganz beträchtliche
Zahl. Der Weg zum Abbau dieses Defizits führt über eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktionsrate der Entwicklungsländer über den gegenwärtigen
Trend hinaus, und das erfordert eine langfristige Verpflichtung. Das erfordert technische Hilfe, vermehrte Forschung, bessere Ausbildung der Landwirte,
bessere Kreditversorgung und erhöhte Bereitstellung von Mitteln für die Entwicklung der Landwirtschaft. Ich hoffe, daß diese Konferenz zu größeren Zusagen dieser Art führen wird. Wenn das der Fall ist, dann wird sich die Pro-

�Produktion nach oben entwickeln und das Defizit, so groß es auch sein mag,
wird kleiner werden.

Frage: Was können die Entwicklungsländer zur Steigerung ihrer eigenen Lebensmittelerzeugung tun?

Antwort: Sie können vermehrten Nachdruck auf die Entwicklung der Landwirtschaft
legen. Wenn sie die Wahl zwischen Investitionen auf dem Industrie-oder auf dem
Agrarsektor haben, können sie die Landwirtschaft vorziehen. Sie können ihre
landwirtschaftliche Forschungs-und Informationstätigkeit verstärken. Sie können ihre landwirtschaftlichen Krediteinrichtungen verbessern. Sie können zum
Beispiel Bewässerungsprojekte durchführen. Die bereits bestehenden Forschungseinrichtungen der Ford-und der Rockefellerstiftung und die Programme der Weltbank ermöglichen es ihnen, ihre Arbeit auf diesem Gebiet zu verstärken.

Frage: Wenn nun dieses Defizit von 85 Millionen Tonnen Lebensmitteln nicht
durch eine Steigerung der Eigenerzeugung der Entwicklungsländer abgedeckt wird,
dann würde doch sicherlich ein Druck auf die Industriestaaten ausgeübt werden,
dieses Defizit auszugleichen. Können diese Länder das schaffen?
Antwort: Meines Erachtens muß die Frage lauten: Können und sollten wir das
tun? Nehmen wir den zweiten Teil der Frage vorweg: Es ist viel besser, wenn die
Vereinigten Staaten ihre Zusagen erhöhen, diesen Ländern bei der Steigerung ihrer Eigenerzeugung zu helfen, als ihnen Lebensmittel auf der Basis von Zugeständnissen zu liefern, nur weil sie ihre Eigenerzeugung nicht erhöhen können.
Ich hpffe und wünsche, daß wir größere Zusagen für die Entwicklung ihrer Landwirtschaft machen, damit es gar nicht erst zu diesem Defizit von 85 Millionen

-3-

�»

I
Millionen kommt.

Sollte es aber zu einem solchen Defizit kommen, dann ergibt sich die grosse Frage, ob hier überhaupt der Wille besteht, so viele Lebensmittel - und
einen großen Teil davon auf der Basis von Zugeständnissen - zu liefern. Da
ergibt sich das Problem der Verschiffung, der Häfen, des Weitertransports in
den betreffenden Ländern und der Verteilung, damit diese großen Lebensmittelmengen wirklich in die Hände der Empfänger gelangen. Was ich sagen möchte,
ist, daß alles getan werden sollte, um zu vermeiden, daß so große Lebensmittelmengen verschifft werden müssen.

Frage: Der Landwirtschaftsausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses hat
in einem Bericht "Malthus und Amerika" ein "sehr düsteres" Bild gemalt und die
Frage aufgeworfen, inwieweit die Amerikaner bereit sein werden,Opfer auf sich
zu nehmen. Glauben Sie, daß viele Politiker in den Vereinigten Staaten gewillt
sind, die Hilfe zu erhöhen? Und wird dies einen starken Einfluß auf die Preise
haben?

Antwort: Meines Erachtens besteht in den Vereinigten Staaten eine beträchtliche Bereitschaft zu einer Steigerung der direkten Lebensmittelhilfe, und ich
glaube nicht,daß sich daran etwas geändert hat. Der Wille ist vorhanden und
würde auf eine starke Führung reagieren. Natürlich würde es auch einigen Widerstand geben. Die Vereinigten Staaten haben sich nach meiner Meinung aufgrund der Enttäuschung über unsere Unternehmungen in Südostasien und in anderen Gebieten etwas nach innen gewandt. Es würde daher einer echten Führung
bedürfen, um die bei vielen Amerikanern vorhandene Bereitschaft zu mobilisie-

-4-

�mobilisieren, den Hungrigen in anderen Ländern zu helfen.

Frage: Welche Reaktionen sehen Sie in anderen Exportländern wie Kanada und
Australien bezüglich einer Steigerung ihrer Hilfe?

Antwort: Diese Länder beteiligen sich über die Welthungerhilfe und andere
Projekte an diesem Vorhaben Sie haben keine so großen Programme wie wir, aber
sie haben welche. Ich möchte meinen, daß auch in diesem Ländern eine gewisse
Bereitschaft zu einer Steigerung der Lebensmittelhilfe besteht, wenn der Bevölkerung die Not nachdrücklich vor Augen geführt wird.

Frage: Die Russen müssen aus den Vereinigten Staaten Getreide importieren.
Sind sie überhaupt in der Lage, ihre eigene Hilfe an die Entwicklungsländer
zu erhöhen?

Antwort: Sie importieren, aber sie exportieren auch. Sie könnten intern Anpassungen vornehmen, wenn sie nachdrücklich genug dazu motiviert werden, und
anderen Lebensmittel verfügbar machen. Sie haben im Rahmen der durch ihre eigene Versorgung gesetzten Grenzen Lebensmittel für einige Länder bereitgestellt.
Frage: Japan und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft haben als Folge des
Ölembargos selbst große Zahlungsbilanzprobleme. Sind sie überhaupt in der Lage, ernsthaft eine Erhöhung dieser Hilfe zu erwägen?

Antwort: Meines Erachtens müssen wir uns darüber im klaren sein, daß Lebensmittelhilfe in verschiedener Form gewährt werden kann.
Die

�Die Gewährung solcher Hilfe fällt nicht ausschließlich in den Verantwortungsbereich der Lebensmittel exportierenden Länder. Die Verantwortung liegt
bei allen Ländern, die über entsprechende Mittel verfügen. Es stimmt allerdings, daß das Ölproblem die verfügbaren Devisen verringert und eine bereits
schwierige Situation noch mehr kompliziert hat.

Frage: Die erdölexportierenden Länder sind für die Gewährung von Hilfe von
großer Bedeutung. Liegen Hinweise dafür vor, daß sie sich beteiligen werden?

Antwort: Das ist schwer zu sagen. Es ist schwierig, diese Länder in einem multilateralen Programm zusammenzubringen. Möglicherweise werden sie von sich aus
auf bilateraler Basis Wesentliches tun. Wichtig ist, daß sie irgendwie, nicht
unbedingt durch multilaterale Organisationen, herausgefordert werden, sich diesem Problem zu stellen. Wenn sie bereit sind, Bedürftigen auf bilateraler Basis zu helfen, dann sollte dies ebenfalls begrüßt werden.

Frage: Sie haben viel über das Problem des Bevölkerungswachstums und die sich
daraus ergebenden langfristigen Folgerungen geschrieben. Trotzdem wurde auf der
kürzlichen Weltbevölkerungskonferenz (in Bukarest) den Forderungen, daß die
Entwicklungsländer ihr Bevölkerungswachstum etwas einschränken, einiger Widerstand entgegengesetzt. Wenn dem Bevölkerungswachstum nicht Einhalt geboten
wird, wie geht es dann weiter? Wie lange

können wir noch den Versuch fort-

setzen, eine ständig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren?

Antwort: Es besteht noch auf einige Jahrzehnte hinaus berechtigte Hoffnung, daß
die Lebensmittelerzeugung dem Bevölkerungswachstum einen halben Schritt voraus
bleiben kann. Betrachtet man jedoch das Bevölkerungswachstum der ferneren Zu-

-6-

�#

Zukunft, im 21. Jahrhundert, so erhält man Zahlen, die sich einfach nicht mehr
bewältigen lassen - ja, die unvorstellbar sind. Es geht dann nicht mehr nur darum, diese Massen von Menschen zu ernähren, sondern auch darum, die von ihnen
benötigten Rohstoffe bereitzustellen. Es gibt dann Übervölkerungsprobleme und
Probleme der Umweltverschmutzung sowie soziale Probleme, die sich aus dem zu
dichten Zusammenwohnen zu vieler Menschen ergeben. So wie ich es sehe

haben

wir jetzt eine gewisse Zeitspanne, die durch die Fortschritte der Landwirtschaft unter hohen Kosten erkauft wurden und die es uns ermöglicht, vorübergehend einen Vorsprung vor der Rate des Bevölkerungswachstums zu halten. Es
ist wichtig, daß diese Zeit genutzt wird, um die Rate des Bevölkerungswachstums unter Kontrolle zu bringen.

Ich sehe die Bukarester Konferenz unter einem etwas optimistischeren
Licht als Sie es offensichtlich tun. Es gab zum Schluß der Konferenz ein Übereinkommen, das ohne Einwände von allen Teilnehmern akzeptiert wurde, daß nämlich den Völkern aller Länder das Recht zustehe, so viele Kinder zu haben wie
sie wollen, und daß es die Pflicht der Regierungen dieser Länder sei, darauf
zu achten, daß die einzelnen Völker die Informationen und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, damit sie die Zahl von Kindern haben können, die sie
sich wünschen. Das ist ein großer Schritt voran gegenüber dem Stand vor einem
Jahrzehnt. Ich sehe also auf dem Bevölkerungssektor Grund zur Hoffnung.

Frage: Gehen wir zu den Reserven über; meines Wissens werden die Vereinigten
Staaten in Rom einen Plan vorlegen, wonach die großen Export-und Importländer
Reserven unterhalten müssen. Wie groß sollten die Reservebestände sein, die wir
anvisieren? Geht es um Reserven, die ausreichen, um uns vor einem schlechten

-7-

�schlechten Jahr zu schützen, wenn ein solches alle fünf oder zehn Jahre auftritt? Wie groß sollen die Reserven sein, damit wir gegen die verschiedenen
Notfälle abgesichert sind?

Antwort: Darüber wird natürlich gesprochen werden. Man kann sich nicht gegen
jeden Notfall absichern - und sollte das auch nicht versuchen. Es gibt einige
Risiken, die meines Erachtens durch verschiedene Anpassungen in der Größe der
Viehbestände und bei der Zusammensetzung der Nahrung sowie auf andere Weise
ausgeglichen werden können. Die Lagerbestände sollten, sagen wir, zwei Drittel oder vier Fünftel der Ausfälle ausgleichen oder uns in etwa dieser Grössenordnung sichern. Ein hundertprozentiger Schutz gegen alle Ausfälle oder
eine völlige Absicherung gegen alle Unbilden, die sich aus zwei aufeinanderfolgenden schlechten Erntejahren ergeben, ist schlecht möglich. Man müßte ungeheure Mengen von Getreide unter sehr hohen Kosten einlagern und unzumutbare Kosten auf sich nehmen, wenn man sich gegen jeden möglichen Notfall absichern wollte.

Frage: Ich habe gehört, Sie hätten gesagt, daß die Einlagerung von Getreide
auf fünf Jahre genau so viel kosten würde wie der ursprüngliche Ankauf des Ge
treides, so daß dies ein sehr kostspieliges Unterfangen ist. Landwirtschaftsminister Earl Butz erklärt, der Steuerzahler wolle solche Kosten nicht länger
tragen. Er meint, daß der private Handel die Reserven halten sollte. Aber
kann und würde der private Handel diese Ausgaben eher tragen als der Steuerzahler?
Antwort:

-8-

�Antwort: Wir werden abwarten müssen. Meines Erachtens können die Farmer einen
Teil der Kosten übernehmen. Möglicherweise könnten den Farmern oder dem Handel
Anreize gegeben werden, diese Reserven nach irgend einem Plan zu halten. Es
dauert eine gewisse Zeit, bis diese Reserven angelegt worden sind.

Wir haben

im Augenblick keine Reservebestände und wir werden am Ende des laufenden
Markt Jahres über keine nennenswerten Bestände verfügen. Frühestens könnte in
zwei Jahren von jetzt an gerechnet ein wesentlicher Überhang vorhanden sein.
Bis dahin wird genügend Zeit sein, eine Basis für eine solche Lagerhaltung
zu finden.

Frage: Minister Butz hat ferner die Befürchtung geäußert, daß politischer
Druck einen zu frühzeitigen Verkauf öffentlicher Reserven erzwingen könnte.
Aber würde der private Handel dem gleichen Druck, zu verkaufen, widerstehen
können? Würden unsere Reserven in einer solchen Situation nicht genauso zerrinnen wie staatliche Reserven?

Antwort: Ich glaube, da ist etwas daran.

Frage: Die Russen haben den amerikanischen Markt vor nicht allzu langer Zeit
in ein Chaos gebracht, als sie plötzlich mit großen Käufen auftraten. Ist ein
weltweites System ohne die Russen funktionsfähig?

Antwort: Es würde meiner Ansicht nach ohne russische Beteiligung nur sehr
schwer funktionieren,

Frage: Meines Wissens haben die Russen praktisch zwei Reserven - eine strategische Reserve, die der höchsten Geheimhaltungsstufe unterliegt, und eine

-9I

�(
eine kommerzielle Reserve, die nicht ganz so geheim ist. Wenn sie ihre kommerziellen Informationen den Lebensmittelexporteuren zugänglich machen, würde
dies genügen, damit die Exporteure besser planen können?

Antwort: Es wäre eine sehr große Hilfe, auch wenn es kein Hinweis wäre, wie
groß ihre gesamten Vorräte wirklich sind. Ihre strategische Reserve, oder wie
auch immer Sie sie nennen,ist vermutlich so festgelegt, daß sie nicht für kommerzielle Zwecke herangezogen werden könnte.

Frage: War es nicht unter dem alten Weizenabkommen möglich, daß manche Teilnehmerländer es durch unterschiedliche Preisangebote auf der Basis der Ozeanfrachten umgehen konnten, wobei sie sich technisch an die Bestimmungen hielten
und uns trotzdem unterboten? Gibt es eine Möglichkeit, wie wir verhindern können, daß sich dies wiederholt?

Antwort: Das ist eine der tatsächlichen Schwierigkeiten solcher internationaler Abkommen.

Frage: Minister Butz hat erklärt, daß seines Erachtens Markt und Preis die
Mittel für eine Einteilung knapper Bestände seien, aber der Präsident der FAO,
A. H. Boerma, erklärte dagegen, daß "jede reine Konzeption von einem freien
internationalen Lebensmittelhandel restlos überholt" sei. Kann der Markt wirklich diese Aufgabe lösen? Oder bedarf es irgendwelcher Manipulationen, um eine
faire Aufteilung knapper Bestände zu gewährleisten?

Antwort: Minister Butz hat durch sein^,HändeIn erkennen lassen, daß er durchaus
zu Modifikationen, seiner Markt-Preis-Konzeption bereit ist. Er leitet das

-10-

�das "Lebensmittel-für-den-Frieden-Programm" (Gesetz Nr. 480), wozu er nach
dem Gesetz verpflichtet ist, und er hat in der Vergangenheit dieses Gesetz
Nr. 480 liberaler ausgelegt, als es der Kongreß niedergeschrieben hat. Praktisch hat er einige recht schwierige Marktsituationen gemeistert und im Rahmen
des Gesetzes Reisprogramme durchgeführt. Und er tut dieses Jahr das gleiche
mit Futtergetreide und mit Weizen. Das beweist mir, daß der Landwirtschaftsminister in dieser Beziehung kein solcher "Ideologe" ist, wie dies in der
Presse gesagt wird.
Frage: Rußland und dem Gemeinsamen Markt ist es gelungen, sich vor den Weltmarktpreisen abzuschirmen - der Gemeinsame Markt durch die gemeinsame Agrarpolitik, was bedeutet, daß der größte Teil der Fluktuationen der Weltmarktpreise auf die Vereinigten Staaten zurückzufallen scheint und die inneramerikanischen Preise praktisch eine Art Stoßdämpfer sind. Können oder sollten die Vereinigten Staaten irgendwie versuchen, diesem Beispiel zu folgen und sich abzuschirmen suchen, oder sollten wir weiter den freien Markt aufrechterhalten?

Antwort: Ich halte es für falsch, zu versuchen, sich abzuschirmen. Meines Erachtens sollten wir versuchen, auf diesen Zugang zu den Märkten sowohl für
die Erzeuger als auch für die Verbraucher hinzuarbeiten. Der Versuch,auf der
Welt eine Reihe von völlig abgeschirmten Räumen zu errichten, wäre ein Schritt
zurück. Wir haben seit Mitte der dreißiger Jahre im großen

und ganzen in der

ganzen Welt eine Bewegung in Richtung auf einen offeneren, liberaleren Handel
erlebt,und dies war meines Erachtens sowohl für die Export-als auch für die
Importländer nützlich.Es wäre ein großer Fehler,so glaube ich,wenn wir
einigen der protektionistischen Initiativen nacheifern würden,wie wir sie überall auf der Welt erleben.

+++
-11-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 ^ 3 2 4 0'

Service

Postfach

Telex:

Hintergrundmaterial

300

08-85432

23/1974

RAUSCHGIFTSCHMUGGEL SUCHT NEUE KANÄLE

--(AD)— Im Gegensatz zu den Erfolgen, die die Rauschgiftfahndung mit der
Zerschlagung internationaler Händlerringe in Europa, im Nahen Osten und
in Südostasien sowie der Schließung geheimer Heroin-Laboratorien in Frankreich verzeichnen kann, hat sich die Lage in bezug auf Mexiko eher verschlechtert. Seit etwa sechs Monaten versuchen illegale Händler, von dort
aus neue Kanäle für das Einschleusen von Heroin in die Vereinigten Staaten
zu öffnen. Dies berichtete Dr. Robert DuPont, der Direktor der Abteilung
Sonderaktionen des US-Präsidialamtes zur Verhinderung von Drogenmißbrauch,
kürzlich in einem Gespräch mit Vertretern der "Voice of America".

Die befürchtete Verlagerung der illegalen Opiumproduktion für den illegalen Handel aus der Türkei nach dem "Goldenen Dreieck" zwischen Burma, Laos
und Thailand sei, so Dr. DuPont, nicht eingetreten - möglicherweise deshalb,
weil ein beträchtlicher Anteil des dort erzeugten Heroins innerhalb dieses
Gebietes konsumiert werde. In der Türkei dagegen gebe es keinen nennenswerten
Absatzmarkt. Das totale Verbot des Mohnanbaus hat die türkische Regierung aus

�aus agrarwirtschaftlichen Gründen wieder aufgehoben. Sie machte jedoch ein
bestimmtes Verfahren beim Abernten der Mohnkapseln zur Auflage, um die aus
den Kapseln gewonnenen Opiummengen besser kontrollieren zu können.

Die Zusammenarbeit amerikanischer Stellen mit den Behörden anderer Länder bei der Drogenüberwachung hatte bewirkt, daß in den USA Heroin immer
knapper und auf diese Weise der Drogenkonsum erheblich eingedämmt wurde.
Jetzt aber scheinen die Händlerbanden über Mexiko Wege gefunden zu haben.
Der Kampf gegen diese neue Gefahr sei jetzt vordringlich - "wir müssen alles
tun, um sie unter Kontrolle zu bringen", erklärte Dr. DuPont. "Zwar werden
wir uns mit dem Problem neuer Nachschubkanäle immer herumzuschlagen haben,
aber ich bin überzeugt, daß wir es den Händlern

sehr, sehr schwer machen

können".

Nach Meinung DuPonts müssen außerdem die Maßnahmen sowohl zur Behandlung
Süchtiger als auch im Rechtsvollzug intensiviert werden. Darauf angesprochen,
ob Heroinsucht als "ein amerikanisches Problem anzusehen ist und wir von unseren Freunden draußen nicht sehr viel verlangen, uns bei der Bewältigung dieses besonderen Problems zu helfen", gab Dr.DuPont zu bedenken, daß die HeroinProbleme überall in der Welt zu finden seien. Allerdings sei der Anteil
Heroinsüchtiger an der Gesamtbevölkerung in den Vereinigten Staaten größer
als in vielen anderen Ländern - ausgenommen Südostasien oder einige Nahostländer, wo ähnliche Quoten wie in den USA anzutreffen seien. Es gebe keine
Anzeichen dafür, daß politische Feinde der USA die eigentlichen Drahtzieher
für das Einschleusen von Heroin nach Amerika seien. Vielmehr handle es sich

�sich um Aktionen der Unterwelt, die den Rauschgiftschmuggel als lohnendes Geschäft betreibt.
Auch der Handel mit anderen Drogen wie Marijuana, Kokain, Amphetaminen
und-Barbituren kam zur Sprache. Weil die beiden letztgenannten Suchtstoffe,
Weckamine und Schlafmittel, von amerikanischen Arzneimittelfirmen hergestellt
werden, macht man mancherorts im Ausland Amerika den Vorwurf, dies sei das
"amerikanische Opium", das die USA in die Welt hinausschickten. Dr.DuPont wies
ihn als ungerechtfertigt zurück. Auch in den USA werde der Mißbrauch solcher
Präparate mit großer Besorgnis beobachtet. Bis jetzt sei es aber den illegalen Händlern ein Leichtes gewesen, von einem Land in ein anderes auszuweichen.
Deshalb sei nur auf der Basis internationaler Zusammenarbeit eine Lösung dieses Problems möglich. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine wirksame Bekämpfung des Drogenmißbrauchs habe allerdings nie ermüdende Wachsamkeit
auf allen Ebenen und über Ländergrenzen hinweg zu gelten.

i r"r

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Information

Postfach 300

T e I e x : 08 - 8 54 32

23/1974

US-FIRMEN AUF DER 'ELECTRONICA 74 '

- (AD) - Wie schon in den vergangenen Jahren ist die amerikanische
Elektronik-Industrie auch auf der diesjährigen 6, 'ELECTRONICA 74'

(21. -

27. November 1974 in München) mit großem Aufgebot vertreten. Allein in
der vom amerikanischen Handelsministerium organisierten Gemeinschaftsschau
repräsentieren 58 Aussteller 78 Firmen aus den USA.

Das Angebot reicht vom

einbaufertigen elektronischen Bauelement bis zur kompletten Fertigungseinrichtung zur Herstellung hochwertiger Fertigfabrikate.

Die neuesten Entwicklungen für Bau- und Funktionsgruppen, Hilfsmittel
und Materialien zur Schaltungserstellung, Halbfertigfabrikate sowie zahlreiche
spezielle Test-, Meß- und Abgleichgeräte werden in München vorgestellt. Von
dem reichhaltigen amerikanischen Angebot sollen nicht nur die Hersteller aus
dem Bereich der elektrotechnischen Industrie und Firmen mit System-Entwicklungen, sondern auch Ausrüster, Vertriebsfirmen und Endverbraucher im weitesten
Sinn angesprochen werden.

Zu diesem Kreis gehören Abnehmer auf dem Sektor

Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, bei der Luftfahrt und bei militärischen
Stellen, in Automation und industrieller Fertigung, im kommerziellen Bereich
und in der Nachrichtenübertragungstechnik.

Jede der 58 amerikanischen Firmen ist mit einem eigenen Stand in Halle 16
vertreten.

Technische und kaufmännische Fachleute stehen als Berater zur

Verfügung.
Insgesamt
- 1 -

�Insgesamt 900 Firmen aus 24 Ländern werden auf der 'ELECTRDNICA 74",
für die 80 000 gm Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen, ihre Produkte
zeigen;

285 Firmen kommen aus dem Ausland.

+ + + + +

- 2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

23/1974

MINICOMPUTER UND PERIPHERIEGERÄTE
Dezember-Ausstellung im US-Handelszentrum

- (AD) - Ungewöhnlich hohe Besucherzahlen erwartet das Frankfurter
US-Handelszentrum bei seiner Ausstellung "Minicomputer und Peripheriegeräte".
Vom 3. bis 6. Dezember 1974 präsentieren hier mehr als 50 amerikanische Hersteller, darunter viele bekannte Namen, aber auch eine Reihe von Firmen, die
neu auf dem europäischen Markt sind, ihre neuesten Entwicklungen. Angeschlossen ist eine Fachtagung, auf der deutsche und amerikanische Experten
zum Ausstellungsthema referieren und diskutieren werden.

Die Palette der ausgestellten Produkte ist außerordentlich umfangreich
und sowohl für Endkunden als auch für den OEM-Bereich gleichermaßen interessant.
Neben leistungsfähigen Minicomputern, Tischrechnern, programmierbaren Tischrechnern für technisch/wissenschaftliche Anwendungen und Taschenrechnern zeigen
die Amerikaner Datenspeicher und Ausgabegeräte aller Art, Digital-Plotter,
Interface, Fehlerraten-Prüfgeräte für Ubertragungswege, Geräte zur Digitalisierung

von Koordinatenwerten,

A/D- und D/A-Wandler, einen Simulator für

Computerausgabe in menschlicher Sprache, Geräte und Systeme für kommerzielle
und wissenschaftliche Anwendungen.
Weitere Informationen und Programme durch US-Handelszentrum,
6000 Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 2-4;
Telefon: (0611) 72 08 Ol, Telex: 416535
+ +++ +
- 1 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7881">
              <text>07.11.1974</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7882">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7883">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14331">
              <text>Amerikahaus 07.11.1974</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14332">
              <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede Kissingers vor der Welternährungskonferenz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Das amerikanisch-sowjetische Kommunique vom 27. Oktober&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Rolle des Bombers in der amerikanischen Abschreckung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Verteidigungsminister James R. Schlesinger -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigenproduktion die beste Welthungerhilfe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Exklusivinterview mit Dr. Paarlberg vom US-Landwirtschaftsministerium -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Firmen auf der "ELECTRONICA 74"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Minicomputer und Peripheriegeräte&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Dezember-Ausstellung im US-Handelszentrum -&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
