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und
Dokumentation

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14. August 1974

17

Inhalt

INFORMATION:

Präsident Ford umreißt Regierungsprogramm
-Wortlaut der Antrittsrede vor dem KongreßRede Präsident Ford's nach seiner Vereidigung
- Wortlaut Ford: Amerikanische Friedenspolitik wird fortgeführt
-Wortlaut der Erklärung in der Nacht zum 9. August-

Präsident Gerald R. Ford über die amerikanische Außenpolitik
-Auszüge aus Reden-

Fraktionsführer bekräftigen Fortsetzung der überparteilichen US-Außenpolitik

Ford ruft zum gemeinsamen Kampf gegen die Inflation auf
-Auszüge-

Nixon gibt seinen Rücktritt bekannt
-Wortlaut-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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17/1974

PRÄSIDENT FORD UMREISST REGIERUNGSPROGRAMM
-Wortlaut der Antrittsrede vor dem Kongreß-

WASHINGTON —(AD)-- Präsident Gerald R. Ford hat am 12. August auf einer
Sondersitzung beider Häuser des amerikanischen Kongresses die Grundzüge seines Regierungsprogramms umrissen. Die Rede des neuen amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

"Mr. Speaker, Mr. President, hochverehrte Gäste und liebe Freunde:
Meine amerikanischen Mitbürger, wir haben eine Menge Arbeit vor uns.
Meine ehemaligen Kollegen, Sie und ich haben eine Menge Arbeit vor uns. Laßt
uns damit beginnen!
Ich danke Ihnen für Ihren so herzlichen Empfang.

Ich bin nicht hier, um eine Inaugurationsrede zu halten. Die Nation
braucht Taten, nicht Worte.
Genausowenig

�Genausowenig wird dies ein offizieller Bericht über die Lage der Nation
sein. So Gott will, habe ich wenigstens noch dreimal Gelegenheit, einen solchen Bericht vorzulegen.

Es ist gut, wieder hier im Repräsentantenhaus zu sein.
•\'.

Aber dies kann nicht eine echte Rückkehr sein. Gemäß der Verfassung ge-

höre ich nunmehr zur Exekutive. Der Oberste Bundesgerichtshof selbst hat befunden, daß ich die Exekutive - Kopf, Herz und Hand - verkörpere.

Aber bei aller gebührenden Hochachtung vor den erfahrenen Richtern und ich habe eine große Achtung vor der Judikatur - werde ich stets mit einem
Teil meines Herzens hier auf dem KapitoL sein. Ich weiß sehr gut, daß der
Kongreß in unserem Verfassungsprozeß eine gleichberechtigte Rolle spielt. Ich ,
liebe das Repräsentantenhaus. Ich achte die Traditionen des Senats trotz
meines nur allzu kurzen Wirkens dort. Als Präsident lautet mein Motto für die
Beziehungen zum Kongreß: Kommunikation, Konzilianz, Kompromiß und Zusammenarbeit.
Dieser Kongreß wird, davon bin ich überzeugt, mein Arbeitspartner wie
auch mein konstruktivster Kritiker sein. Ich will nicht Konformität. Ich bin
ein Anhänger des Zweiparteien-Systems, und Sie wissen, welches meine Partei
ist.
Ich möchte keine Flitterwochen mit Ihnen. Ich möchte eine gute Ehe.
Ich will Fortschritt, und ich möchte die Probleme lösen, was alle meine
Anstrengungen wie auch die Ihren erfordern wird.

Ich brauche nicht zu lernen,wie der Kongreß für das Volk spricht. Als
Präsident werde ich zuhören.
Aber

�Aber ich habe auch die Absicht, dem Volke selbst zuzuhören - allen Bürgern -, so wie ich es ihm am letzten Freitag versprochen habe. Ich möchte
sichergehen, daß wir alle der wirklichen Stimme Amerikas zuhören.

Meine Regierung beginnt mit der Suche nach Einheit in der Vielfalt. Die
Tür zu meinem Büro ist in der Vergangenheit stets offen gewesen, und so wird
es auch im Weißen Haus sein. Ja, Abgeordnete werden dort willkommen sein
- wenn sie es nicht übertreiben. Die ersten Worte der Verfassung - und dies
sind die wichtigsten - lauten: »Wir, das Volk der Vereinigten Staaten* wir, das Volk, haben die Verfassung gesetzt und begründet und uns selbst alle
Gewalten vorbehalten, die nicht der Bundesregierung und den Regierungen der
einzelnen Bundesstaaten übertragen worden sind. Ich respektiere jene grundsätzliche Herrschaft der Freiheit und werde mir dessen stets bewußt bleiben.

Erst vor acht Monaten, als ich das letzte Mal hier stand, habe ich Ihnen
zugerufen, »ich bin ein Ford, und nicht ein Lincoln». Heute abend betone ich
erneut, »ich bin immer noch ein Ford, aber ich bin kein Modell T».

Ich habe gewisse altmodische Vorstellungen; ich glaube daran, daß Amerika im Grunde anständig und fair ist. Ich glaube an die Integrität und den
Patriotismus des Kongresses. Und wenn ich auch die Regel des Repräsentantenhauses kenne, daß man niemals zu den Galerien spricht, so glaube ich doch an
den ersten Zusatzartikel zur Verfassung und an die absolute Notwendigkeit
einer freien Presse.

Aber ich glaube auch, daß sich unsere Nation seit dem Zusammentreten des
ersten Kontinental-Kongresses vor über zwei Jahrhunderten stets nach vorne

-3-

�J

vorne hinbewegt hat. Und ich bekenne hier, daß ich in meiner ersten Kampagne
für ein Präsidentenamt - in meiner Abschlußklasse an der South High School
in Grand Rapids - an der Spitze der Wahllise der Progressiven Partei stand.
Jetzt rufe ich Sie auf, gemeinsam mit mir unser Land wieder in Schwung und
voran zu bringen. Ich habe das bestimmte Gefühl, daß die Lage der Nation ausgezeichnet ist, aber die Lage unserer Wirtschaft ist nicht so gut.

Überall wo ich als Vizepräsident war - ich bin rund 118 000 Meilen in
40 Bundesstaaten gereist und habe 55 Pressekonferenzen abgehalten - galt die
einmütige Sorge der Amerikaner der Inflation. Darin stimmen alle Meinungsbefragungen überein. Sie besagen ferner, daß die Bevölkerung in weit stärkerem
Maße die Regierung für die hohen Preise verantwortlich machtenals die Arbeitgeber oder die Gewerkschaften.

Sie, die Sie aus 50 Bundesstaaten, drei Territorien und dem District of
Columbia kommen, wissen dies besser als ich. Dies ist der Grund, warum Sie
seit meinem Weggang hier Ihren neuen Ausschuß für eine Reform des Haushalts
eingesetzt haben. Ich begrüße diesen Ausschuß und werde mit seinen Mitgliedern zusammenarbeiten, um bis zum Finanzjahr 1975/76 den Bundeshaushalt auszugleichen.

Tatsache ist, daß der Bundeshaushalt in den letzten 25 Jahren, in denen
ich hier tätig war, nur sechsmal ausgeglichen war.

Mr. Speaker, ich komme etwas spät damit, aber eine Beichte ist gut für
das Gewissen, Ich habe wohl manchmal dafür gestimmt, mehr Gelder des Steuerzahlers für lohnende Bundesprojekte in Grand Rapids auszugeben, während ich

-4-

�t

ich nachdrücklich die Vergeudung von nutzlosen Bundesvorhaben in Oklahoma
ablehnte.
Aber sei es wie es wolle, Mr. Speaker, Sie und ich stemmten sich stets
gemeinsam gegen ungerechtfertigte Kürzungen bei der nationalen Verteidigung.
Dies ist nicht der Zeitpunkt, eine solche überparteiliche Politik zu ändern.
So wie die eskalierenden Bundesausgaben jahrelang eine Hauptursache für
Preissteigerungen waren, so dürfte es auch einige Zeit dauern, bis die Inflation gestoppt werden kann.

Aber wir müssen jetzt damit beginnen.
Als erstes, noch vor der Labor Day-Pause, sollte der Kongreß durch Verabschiedung eines eindeutigen Gesetzes den Lebenshaltungskostenrat reaktivieren, ohne damit irgendwelche Kontrollen wieder einzuführen, der für uns Preise und Löhne überwachen und Mißbräuche aufdecken wird.

Der amerikanische Lohnempfänger und die amerikanische Hausfrau können
weit besser wirtschaften als es die meisten Volkswirtschaftler zugeben möchten. Sie wissen, daß eine Regierung, die genügend Macht hat, um ihnen alles
zu geben, was sie wollen, auch eine Regierung ist, die genügend Macht, um
ihnen alles zu nehmen, was sie haben. Wenn wir das Vertrauen in

uns als han-

delnde Politiker wiederherstellen wollen, so müssen wir alle als erstes einmal
lernen, 'Nein* zu sagen.

Der erste spezifische Appell der Ford-Administration richtet sich nicht
an den Kongreß, sondern an die Wähler bei den bevorstehenden November-Wahlen.

-5-

�1

Wahlen. Er lautet: »Unterstützt Eure Kandidaten, Abgeordnete und Senatoren,
Demokraten oder Republikaner, Konservative oder Liberale, die stets für
harte Entscheidungen stimmen, um die Regierungskosten zu senken, die Bundesausgaben einzuschränken und die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

Ich begrüße die vom Kongreß bereits ergriffenen Initiativen. Der einzige Fehler, den ich im Hinblick auf die Inflationsstudie des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses finde, die in der letzten Woche in Auftrag gegeben wurde,
ist, daß wir die Erkenntnisse der Experten bereits in sechs Wochen und nicht
erst in sechs Monaten brauchen.

Vor einem Monat hat der hochverehrte Fraktionsführer der Demokraten im
Senat das Weiße Haus ersucht, Mitglieder des Kongresses, die Wirtschaftsberater des Präsidenten und einige der besten Wirtschaftler aus den Reihen der
Gewerkschaften, der Industrie und der Landwirtschaft zu einer Wirtschaftskonferenz einzuberufen.

Später wurde beschlossen, eine innenpolitische Gipfelkonferenz einzuberufen, die einen von beiden politischen Parteien getragenen Aktionsplan für
Stabilität und Wachstum der amerikanischen Wirtschaft ausarbeiten sollte. Weder ich noch meine Mitarbeiter haben im Augenblick Zeit, Briefe zu schreiben;
so möchte ich persönlich hierzu Stellung nehmen: ich akzeptiere Ihren Vorschlag und werde persönlich den Vorsitz übernehmen.

Weiter schlage ich vor, daß diese konzertierte Aktion bald und im Blickpunkt der amerikanischen Öffentlichkeit stattfindet. Die Öffentlichkeit ist
genau so wie wir darauf aus, die richtige Antwort zu finden.
Es

-6-

�Es wird meine vordringliche Aufgabe sein, mit Ihnen zusammenzuarbeiten,
uro die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Die Inflation ist iro Inland
unser öffentlicher Feind Nummer eins. Um das Vertrauen in die Wirtschaft
wiederherzustellen, muß die Regierung in Washington die Führung übernehmen.
Es nützt keinem, der Öffentlichkeit Geldverschwendung vorzuwerfen, wenn die
Regierung selbst zuviel ausgibt.
Ich habe damit begonnen, das eigene Haus meiner Administration wirtschaftlich in Ordnung zu bringen, und zwar am letzten Freitag. Ich habe meine
Kabinettsmitglieder, meine Berater und meine Mitarbeiter im Weißen Haus angewiesen, fiskalische Zurückhaltung zum Leitsatz ihrer Arbeit zu machen und
jeden Dollar unserer Steuerzahler einzusparen, soweit Sicherheit und das echte Wohl des Landes dies gestatten. Auf einige wirtschaftliche Aktivitäten
wird sich eine monetäre und fiskalische Zurückhaltung stärker auswirken als
auf andere. Eine gute Regierungsführung setzt ganz klar voraus, daß wir an
die Wirtschaftsprobleme, denen sich unser Land gegenübersieht, in einem Geist
herangehen, der alle Bürger gleich behandelt.

Heute abend ist nicht die Zeit, Ihnen mit Vetos zu drohen. Aber ich verfüge über dieses letzte Hilfsmittel, und ich habe selbst zahlreiche Vetokämpfe in diesem Hause mit ausgetragen. Aber können wir durch einen vernünftigen Kompromiß nicht mehr erreichen?

Unmittelbar, nachdem ich den Eid als Präsident geleistet hatte, haben
mir die führenden Mitglieder des Kongresses im Weißen Haus erklärt, sie würden
mir mehr als auf halbem Wege entgegenkommen. Dies wurde durch Ihre einstimmige, gleichlautende Resolution über eine Zusammenarbeit bestätigt, für die ich
-7-

�ich Ihnen zutiefst dankbar bin. Wenn ich meinerseits dem Kongreß mehr als
auf halbem Wege entgegenkomme, so werden wir vielleicht einen weit größeren
Bereich der Übereinstimmung in nationalen Fragen finden.

Ich habe heute abend keine Einkaufsliste mit Gesetzen bei mir. Ich
werde mich mit Einzelheiten in künftigen Botschaften und in Gesprächen mit
Ihnen befassen, doch hier sind einige Beispiele dafür, wie ernst ich es meine:
In der letzten Woche hat der Kongreß das Gesetz für die Grund-und Oberschulen verabschiedet, und ich fand es auf meinem Schreibtisch vor. Alle
Vorbehalte, die ich in bezug auf einige seiner Bestimmungen haben könnte
- und ich habe welche - treten angesichts der dringenden Notwendigkeit zurück, daß Amerika eine qualitativ hochstehende Schulausbildung braucht. Ich
werde das Gesetz in einigen Tagen unterzeichnen. Ich muß offen sein. Bei
der Durchführung seiner Bestimmungen werde ich zu hohe Mittelzuwendungen
während der gegenwärtigen inflationistischen Krise ablehnen.

Als Vizepräsident habe ich verschiedene Vorschläge für die Finanzierung
einer besseren Gesundheitsfürsorge geprüft. Ich sah, wie sie sich einander
annäherten, und habe meine Freunde im Kongreß und in der Regierung aufgefordert, sich zusammenzusetzen und einen gesunden Kompromiß auszuarbeiten.
Der umfassende Krankenversicherungsplan trägt weitgehend dazu bei, daß
schnelle Hilfe gewährt werden kann.

Warum sollen wir nicht noch vor der Vertagung dieses Kongresses ein
gutes Gesundheitsgesetz in seine Annalen schreiben?
Die
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�f

Die Wirtschaft unseres Landes ist in entscheidendem Maße abhängig davon, wie wir mit den Volkswirtschaften der anderen Länder zusammenarbeiten.
Es kann uns nur wenig trösten, daß unsere Inflation lediglich Teil eines weltweiten Problems ist oder daß die amerikanischen Familien einen geringeren
Teil der Lohntüte für Lebensmittel ausgeben müssen als die meisten unserer
ausländischen Freunde.

Wir haben - und das ist einer der Bausteine für den Frieden - die Führung bei den Arbeiten für ein offeneres und gerechteres internationales Wirtschaftssystem übernommen. Im September letzten Jahres hat in Tokio zwischen
105 Ländern eine neue Runde von internationalen Handelsverhandlungen begonnen. Die anderen Länder warten darauf, daß der amerikanische Kongreß die erforderlichen Vollmachten erteilt, damit diese Verhandlungen vorangehen können.
Mit gewissen Abänderungen würde das vom Repräsentantenhaus im letzten
Jahr verabschiedete Gesetz für eine Reform des Handels diese Vollmachten
bringen. Wie ich höre, sind im Senatsausschuß gute Fortschritte gemacht worden. Ich bin wie immer optimistisch, daß der Senat bald als entscheidenden
Teil unseres Feldzuges für gemeinsamen Wohlstand ein akzeptables Gesetz verabschieden wird.

Ich bin entschlossen, andere internationale wirtschaftliche Pläne zu beschleunigen. Wir werden gemeinsam mit anderen Ländern darauf hinarbeiten,
bessere Wege zur Verhinderung von Verknappungen bei Lebensmitteln und Brennstoffen zu finden. Wir dürfen es nicht zulassen, daß eine Energiekrise wie
im letzten Winter sich wiederholt. Ich werde das Projekt Independence

-9-

�• Independence (Unabhängigkeit) zu' unserem eigenen Wohl und zum Wohle anderer
vorantreiben. Hierzu benötige ich ebenfalls Ihre Hilf«;
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Eine erfolgreiche Außenpolitik fördert die Hoffnungen des gesamten amerikanischen Volkes auf eine Welt des Friedens und der echten Freiheit. Daher möchte ich einige Worte an unsere hochverehrten Gäste, Angehörige der Regierungen anderer Länder, richten und ihnen sagen, daß ich, wie im eigenen
•Lande, entschlossen bin, Verbündeten und Gegnern gegenüber offen zu sein.

Während der letzten fünfeinhalb Jahren habe ich im Kongreß und als Vizepräsident die hervorragende Außenpolitik Präsident Nixons voll unterstützt.
Ich werde dies auch weiter tun.
fj •••••.- Während meiner ganzen Zeit im öffentlichen Dienst - angefangen im Kriege, als ich in der Marine unter dem Oberbefehl von Präsident Franklin D.
Roosevelt diente - habe ich stets alle unsere Präsidenten unterstützt, wenn
sie für mein Land zur Welt sprachen. Ich glaube, die Verfassung fordert das.
Ich weiß, daß ich auf diesem entscheidend wichtigen Gebiet der Außenpolitik
'I auf Ihre feste Unterstützung rechnen kann. •
Möge es nirgendwo Zweifel oder Mißverständnisse geben. Es bieten sich
keine Möglichkeiten, etwas auszunutzen, falls irgendjemand dies wünschen soll;

te. Es wird keinen Kurswechsel und kein Nachlassen der Wachsamkeit geben,
kein Loslassen des Ruders unseres Staatsschiffes beim Wachwechsel. Wir stehen zu unseren Verpflichtungen, und wir werden unseren Verantwortlichkeiten
gerecht werden in unseren offiaiellen Bündnissen, gegenüber unseren Freunden
und bezüglich unserer: sich verbessernden Beziehungen zu irgendwelchen

-10-

�irgendwelchen potentiellen Gegnern.

Darin werden die Amerikaner einig und stark sein. Während meiner Amtszeit, so

hoffe ich, werden sie noch einiger werden. Ich bin sicher, daß wir

stark bleiben werden.

Eine starke Verteidigung ist der sicherste Weg zum Frieden. Stärke
macht eine Entspannung erreichbar, Schwäche lädt zum Krieg ein, wie dies
meine Generation aus vier bitteren Erfahrungen weiß.

So wie Amerikas Wille zum Frieden unübertroffen ist, so wird auch Amerikas Stärke unübertroffen sein.
Wir können uns bei dem Schutz unseres Landes nicht auf die Enthaltung
anderer verlassen. Die Stärke und Vielseitigkeit unserer Streitkräfte, die
Entschlossenheit unserer Mitbürger, die Flexibilität beim Navigieren in weiterhin unruhigen internationalen Gewässern - dies alles ist für unsere Sicherheit unerläßlich.

Ich werde weiterhin auf einer zivilen Kontrolle unserer obersten militärischen Einrichtungen bestehen. Die Verfassung besagt eindeutig, daß der
Präsident der Oberste Befehlshaber ist, und ich werde das sein.

Unsere Aufgabe wird nicht leicht sein. Wenn ich Kontinuität verspreche,
so kann ich jedoch nicht Einfachheit versprechen. Die Probleme und Herausforderungen auf der Welt bleiben komplex und schwierig. Aber wir haben uns
auf einen Weg der Vernunft und der Fairness begeben, und wir werden auf ihm
fortfahren.
Als
-11-

�1

Als Leitlinien für diesen Weg kann ich die folgenden geben:

-- Unseren Verbündeten seit einer Generation, in der Atlantischen Gemeinschaft wie auch Japan, verspreche ich feierlich die Fortsetzung der loyalen Zusammenarbeit bei unseren zahlreichen gemeinsamen Anstrengungen.

-- Unseren Freunden und Verbündeten in der westlichen Hemisphäre verspreche ich feierlich eine fortgesetzte Vertiefung des Dialogs über neue Beziehungen auf der Basis von Gleichheit und Gerechtigkeit.

-- Unseren Verbündeten und Freunden in Asien verspreche ich feierlich
eine fortgesetzte Unterstützung ihrer Sicherheit, Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung. Was Indochina anbetrifft, so sind wir entschlossen, für eine Einhaltung des Pariser Vietnamabkommens und der ausgehandelten
Laos-Regelung einzutreten. Wir hoffen auf eine baldige Kompromißregelung in
Kambodscha.

-- Der Sowjetunion verspreche ich feierlich, daß wir an unserem

Kurs

der letzten drei Jahre festhalten werden. Unseren beiden Völkern und der gesamten Menschheit sind wir es schuldig, daß die Anstrengungen fortgesetzt
werden,in Frieden zusammenzuleben und,wo immer möglich, zusammenzuarbeiten.
Denn im thermonuklearen Zeitalter kann es keine Alternative zu positiven und
friedlichen Beziehungen zwischen unsern Völkern geben.

-- Der Volksrepublik China, deren legendäre Gastfreundschaft ich genossen habe »verspreche ich feierlich, daß wir auch weiterhin den Prinzipien
des Schanghai-Kommuniquls verpflichtet bleiben. Die auf diesen Prinzipien

-12-

�Prinzipien errichteten neuen Beziehungen haben bewiesen, daß sie schwerwiegenden, objektiven

beiderseitigen Interessen dienen und zu einem festen Be-

standteil unseres Weltbildes geworden sind.

--

Den Ländern des Nahen Ostens verspreche ich feierlich, daß wir unsere

nachhaltigen Bemühungen zur Förderung des Prozesses fortsetzen werden, der
diesem Gebiet nach fünfundzwanzig Jahren, in denen es eine Brutstätte des
Krieges war, Hoffnungen auf Frieden gebracht hat. Wir werden unser Versprechen ausführen, die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen allen

Parteien

über eine umfassende, gerechte und dauerhafte Regelung zu fördern.

-- Allen Nationen verspreche ich feierlich, daß wir in dem Streben nach
einem gemeinsamen weltweiten Ziel fortfahren werden: eine stabile internationale Handels-und Finanzstruktur, die die Interdependenz aller Völker widerspiegelt.

-- Der gesamten internationalen Völkergemeinschaft - den Vereinten Nationen, den blockfreien Staaten der Welt und allen anderen verspreche ich
feierlich, daß wir auch künftig den humanen Zielen verschrieben bleiben, die
in unserer ganzen Geschichte einen so bedeutenden Teil unseres Beitrages zur
Menschheit bildeten.

So lange die Völker der Welt Vertrauen in unsere Ziele haben und unserem Wort glauben, wird die jahrhundertealte Vision vom Frieden auf Erden
immer klarer werden.
Ich

-13-

�Ich bekenne mich rückhaltlos zu diesem Ziel. Ich sage Ihnen in Worten, die nicht deutlicher sein können: Laßt uns niemals aus Furcht verhandeln. Doch laßt uns niemals Furcht haben, zu verhandeln.

Als Vizepräsident habe ich mich mit den individuellen Rechten der Amerikaner bezüglich ihrer Privatsphäre beschäftigt. Es wird keine illegalen Tonbandaufnahmen, kein Telefonanzapfen, kein Mithören durch Mikrophone und keine
Einbrüche unter meiner Regierung geben. Scharfe Gesetze werden strikt angewandt werden, um illegale Eingriffe in die Privatsphäre innerhalb wie außerhalb der Regierung zu verhindern.

Was die höhere Ebene der öffentlichen Moral anbetrifft, so brauche ich
heute abend darüber nicht zu sprechen. Es gibt Tausende, die das weit besser
können,und eine Vielzahl frommer Schriften, die uns den Weg weisen können,wie
man persönlich ein rechtschaffenes Leben führt und sich in seinem öffentlichen Wirken beispielhaft verhält. Wenn wir in der heutigen komplexen Gesellschaft von den moralischen und ethischen Lehren der Jahrhunderte wirksam
und rechtzeitig Gebrauch machen, so werden wir mehr Verbrechen und Korruption
verhindern, als dies die ganze Polizei und alle Staatsanwälte können. Dies
ist eine Aufgabe, die zu Hause und nicht in Washington einsetzen muß..

Ich habe einst gesagt, daß ich kein Heiliger bin, und ich hoffe, nie
den Tag zu erleben, an dem ich nicht zugeben kann, einen Fehler gemacht zu
haben. So möchte ich mit einem weiteren Eingeständnis schließen.

Häufig habe ich in den letzten Monaten auf dem steinigen Weg von diesem
Haus bis in das Haus des Präsidenten beteuert, daß ich mein eigener Herr sei.

-14-

�sei. Jetzt sehe ich ein, daß ich irrte. Ich bin Ihr Mann. Denn es war Ihre
sorgfältig abgewogene Bestätigung, die meine Tätigkeit geändert hat.

Ich bin der Mann des Volkes, denn Sie haben in seinem Namen gehandelt,
und ich habe meine neue und ernste Aufgabe angenommen mit dem Versprechen,
dem gesamten Volk zu dienen und für Amerika das Beste, was ich kann, zu tun.
Und wenn ich ausdrücklich sage: das gesamte Volk, so meine ich genau das.
Ich werde bis an die Grenze meiner Kräfte und Fähigkeiten der Präsident der
schwarzen, der braunen, der roten und der weißen Amerikaner sein, der alten
und der jungen, der Frauenrechtlerinnen und der männlichen Chauvinisten und
all der übrigen Amerikaner dazwischen, der Armen und der Reichen, der hier
Geborenen und der neu hierher gekommenen Flüchtlinge, derer, die an Drehbänken arbeiten, an Schreibtischen, in Bergwerken oder auf den Feldern, sowie
der Christen, der Juden, der Moslems, der Buddhisten und der Atheisten, falls
es wirklich noch nach all dem, was wir durchgemacht haben, Atheisten gibt.

Meine amerikanischen Mitbürger, ein letztes Wort:
Ich möchte ein guter Präsident sein.
Ich brauche Ihre Hilfe.
Wir alle brauchen Gottes sichere Führung.
Mit ihr kann nichts mehr die Vereinigten Staaten von Amerika aufhalten."

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17/1974

REDE PRÄSIDENT FORD »S NACH SEINER VEREIDIGUNG
- Wortlaut -

WASHINGTON --(AD)— Die Rede von Präsident Gerald R. Ford nach seiner Vereidigung durch den Obersten Bundesrichter der Vereinigten Staaten, Warren
Burger, am 9. August hat folgenden Wortlaut:

"Herr Oberster Bundesrichter, meine lieben Freunde, meine amerikanischen Mitbürger:
Der Eid, den ich abgelegt habe, ist der gleiche Eid, wie er von George
Washington und jedem anderen Präsidenten auf die Verfassung geleistet worden
ist. Aber ich trete das Präsidentenamt unter außergewöhnlichen Umständen an,
wie sie die Amerikaner noch nie zuvor erlebt haben. Dies ist eine Stunde in
der Geschichte, die uns verwirrt und die uns schmerzt.

Ich halte es daher für meine erste Aufgabe, mit meinen Landsleuten einen
Pakt zu schließen, wie er ohne Beispiel ist. Ich will nicht eine Antrittsansprache halten, auch nicht ein Gespräch am Kamin oder eine Wahlrede, sondern
zu Ihnen einige offene Worte unter Freunden sprechen. Und ich möchte diesen
-1-

�diesen noch viele solche Worte folgen lassen.

Ich bin mir dessen sehr wohl bewußt, daß Sie mich nicht in geheimer
Wahl zu Ihrem Präsidenten gewählt haben. So bitte ich Sie, mich in Ihren Gebeten als Ihren Präsidenten zu bestätigen. Und ich hoffe, daß diesen Gebeten
ebenfalls viele weitere folgen werden.

So, wie Sie mich nicht in geheimer Wahl gewählt haben, so habe ich meinerseits dieses Amt auch nicht durch irgendwelche geheimen Versprechen erlangt. Ich habe mich weder um das Amt des Präsidenten noch um das Amt des
Vizepräsidenten beworben. Ich habe mich keinem Parteiprogramm verschrieben.
Wenn ich diese äußerst schwierige Aufgabe jetzt antrete, schulde ich keinem
Mann etwas —

nur einer Frau, meiner lieben Ehefrau.

Ich habe diese ungeheure Verantwortung nicht gesucht, aber ich werde
nicht vor ihr zurückschrecken. Diejenigen, die mich zum Vizepräsidenten nominiert und als solchen bestätigt haben, waren meine Freunde und sind meine
Freunde. Sie gehörten beiden politischen Parteien an, waren von der gesamten
Bevölkerung gewählt worden und handelten in deren Namen gemäß der Verfassung.
Es ist daher nur angemessen, wenn ich diesen gegenüber und gegenüber Ihnen
feierlich gelobe, daß ich der Präsident des ganzen Volkes sein will.

Thomas Jefferson hat gesagt, daß das Volk die einzige sichere Gewähr für
die Erhaltung unserer Freiheit ist. Und später hat Abraham Lincoln diesen
amerikanischen Glaubensartikel erneuert, als er sagte, 'gibt es in dieser
Welt irgendeinen besseren Weg oder eine gleichwertige Hoffnung?*
Ich
-2-

�Ich werde am kommenden Montag den Sprecher des Repräsentantenhauses
den Präsidenten pro tempore des Senats um die Ehre ersuchen, vor dem Kongreß
zu erscheinen, um meinen ehemaligen Kollegen und Ihnen, dem amerikanischer
Volke, meine Auffassungen über die vordringlichsten Probleme der Nation darzulegen und um die Meinung des Kongresses sowie die Ihrige einzuholen. Und
dem Sprecher (des Repräsentantenhauses) sowie den anderen möchte ich sagen,
ich würde es begrüßen, wenn ich unmittelbar nach diesen Worten mit ihnen zusammentreffen könnte.

Auch wenn dieses Wahljahr bereits weit fortgeschritten ist, gibt es keine
andere Möglichkeit, als gemeinsam vorzugehen, und gewinnen kann nur der, der
den dringendsten Erfordernissen des Volkes entspricht. Wir dürfen nicht pti1
stehen oder rückwärts gehen. Wir müssen jetzt gemeinsam voranschreiten.

Den Völkern und Regierungen aller befreundeten Nationen - und ich h. tfte, dies könnte die ganze Welt einschließen - versichere ich feierlich, daß
ich die Bemühungen um Frieden weiter unermüdlich und ehrlich fortsetzen werde. Amerika wird weiterhin stark und geeint bleiben, aber seine Stärke wird
künftig der Sicherheit und Gesundheit der gesamten Menschheit wie auch unserer
eigenen kostbaren Freiheit gewidmet sein.

Ich glaube daran, daß es die Wahrheit ist,die eine Regierung zusammenbindet, und das gilt nicht nur für unsere Regierung, sondern für die gesamte
Zivilisation. Dieses Band ist, obwohl stark beansprucht, bei uns wie auch im
Ausland nicht zerrissen.
Was

-3-

�Was immer ich in meinem Amt als Ihr Präsident wie auch privat, tue,
wird von Offenheit und Redlichkeit geprägt sein in der festen Überzeugung,
daß Ehrlichkeit letzten Endes stets die beste Politik ist.

Meine amerikanischen Mitbürger, unser langer nationaler Alptraum ist
überstanden.

Unsere Verfassung bewährt sich: in unserer großen Republik regiert das
Gesetz und nicht einzelne Menschen. Hier herrscht das Volk. Doch es gibt
noch eine höhere Macht, unter welchem Namen wir sie auch immer verehren, die
nicht nur Gesetzestreue, sondern auch Liebe, nicht nur Gerechtigkeit, sondern
auch Gnade fordert. Wenn wir jetzt in unserem Lande die Wunden von Watergate
zu heilen suchen, die schmerzhafter und schlimmer sind alt die, die wir in
Kriegen davontrugen, so laßt uns auch den goldenen Regeln für unser politisches Handeln erneut Geltung verschaffen und unsere Herzen durch brüderliche
Liebe von Argwohn und Haß reinigen.

Eingangs bat ich Sie, für mich zu beten. Bevor ich schließe, möchte ich
Sie noch einmal um Ihr Gebet für Richard Nixon und seine Familie bitten.
Möge unser ehemaliger Präsident, der Millionen den Frieden gebracht hat, auch
für sich selbst Frieden finden. Möge Gott seine großartige Frau und seine
Töchter segnen und trösten, deren Liebe und Treue für immer ein leuchtendes
Vorbild all denen sein wird, die die einsame Last des Weißen Hauses tragen.

Ich kann diese Last nur ahnen, obwohl ich in unmittelbarer Nähe die
Tragödien dreier Präsidenten und die Prüfungen anderer erlebt habe.

Mit

�1

Mit all der Vernunft und der Stärke, die ich aus meinem Leben gewonnen
habe, gestützt auf das Vertrauen, das meine Familie, meine Freunde und meine
mir ergebenen Mitarbeiter in mich setzen, und bauend auf den guten Willen der
ungezählten Amerikaner, denen ich auf meinen kürzlichen Besuchen in 40 Bundesstaaten begegnet bin, bekräftige ich jetzt erneut feierlich mein Versprechen, das ich Ihnen am 6. Dezember letzten Jahres gegeben habe: die Verfassung zu achten, das Rechte zu tun, so wie Gott es mich als richtig erkennen
laßt, und das Beste für Amerika zu leisten.

Mit Gottes Hilfe werde ich Sie nicht enttäuschen."

-5-

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17/1974

FORD: AMERIKANISCHE FRIEDENSPOLITIK WIRD FORTGEFÜHRT
- Wortlaut der Erklärung in der Nacht zum 9.August -

WASHINGTON --(AD)— Vizepräsident Gerald Ford hat in der Nacht zum 9. August
unmittelbar nach der Rundfunk-und Fernsehrede Präsident Nixons, in der dieser
seinen Rücktritt bekanntgab, in seinem Haus in Alexandria, Virginia, folgende
Erklärung abgegeben:
"Ich glaube, dies ist eine der schwierigsten und düstersten Zeiten und
eines der traurigsten Ereignisse, das ich je erlebt habe. Ich möchte sagen,
daß der Präsident der Vereinigten Staaten eines der größten persönlichen
Opfer für das Land gebracht und eine der wohl besten persönlichen Entscheidungen für uns alle als Amerikaner getroffen hat, als er beschloß, als Präsident
der Vereinigten Staaten zurückzutreten. Ich hatte Gelegenheit, fast 25 Jahre
lang eine Außenpolitik zu beobachten, die in den letzten fünf Jahren äußerst
erfolgreich war, für uns alle hier und hoffentlich auch für die übrige Welt
Frieden zu schaffen. Es war eine Politik,

die meines Erachtens in den kommen-

den Monaten und Jahren den Frieden erhalten kann. Lassen Sie mich ohne Zögern

-1-

�Zögern und Vorbehalte sagen, daß - was mich als Präsidenten der Vereinigten
Staaten anbetrifft - die Politik, die den Frieden erreicht und die Grundsteine für den künftigen Frieden geschaffen hat, fortgeführt werden wird.
Wir waren in der glücklichen Lage, in den letzten fünf Jahren in Henry
Kissinger eine sehr bedeutende Persönlichkeit gehabt zu haben, der unter Präsident Nixon dazu beigetragen hat, die Grundsteine für den Frieden zu errichten. Ich glaube, diese Politik sollte fortgesetzt werden und diese Politik
des Friedens wird fortgesetzt werden.

Ich habe Henry Kissinger gebeten,

Außenminister zu bleiben und der Außenminister meiner Regierung zu sein. Ich
kenne Henry Kissinger seit vielen Jahren. Ich kannte ihn bereits, bevor er
in die Nixon-Administration eintrat. Ich möchte ihn als meinen Außenminister
haben und ich freue mich, bekanntgeben zu können, daß er der Außenminister
sein wird. Dies bedeutet, daß er und ich bei den Bemühungen um den Frieden
künftig, so wie wir dies in der Vergangenheit getan haben, zusammenarbeiten
werden. Wir haben zahlreiche andere Probleme. Wir haben Probleme im Inland,
die gelöst werden müssen. Und sie können gelöst werden und werden gelöst werden, in Zusammenarbeit zwischen dem Kongreß und dem Präsidenten sowie dessen
Mitarbeitern. Während meiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst hatte ich das
große Glück, eine ganze Menge Gegner auf der politischen Bühne und im Kongreß zu haben, aber ich habe, so glaube ich, keinen einzigen Feind im Kongreß.
Und das Nettoergebnis ist, daß ich, wie ich glaube, morgen damit beginnen
kann, mit den Demokraten und mit den Republikanern im Repräsentantenhaus wie
auch im Senat an den Problemen - ernsten Problemen - zu arbeiten, die wir im
eigenen Lande haben.
Und

-2-

�Und der Geist der Zusammenarbeit, der sich, wie ich glaube, beim Kongreß
und dem neuen Präsidenten gegenüber den Problemen im Ausland und im Inland
zeigen wird, wird sich nicht nur für die 211 Millionen Amerikaner, sondern
auch für die Welt als ganzes als segensreich erweisen. Und ich versichere
Ihnen heute Abend feierlich, so wie ich dies morgen und auch künftig tun werde, daß ich mein Bestes an Zusammenarbeit, Führerschaft und Einsatz geben
werde für das, was gut für Amerika ist und was gut für die Welt ist.
Ich danke Ihnen vielmals.'1

-3-

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17/1974

PRÄSIDENT GERALD R. FORD ÜBER DIE AMERIKANISCHE AUSSENPOLITIK
- Auszüge aus Reden -

WASHINGTON --(AD)— Gerald R. Ford hat als Vizepräsident eingehend in Reden
und Interviews zu den verschiedenen Fragen der amerikanischen Außenpolitik
Stellung genommen. Die folgenden Zitate aus den letzten Monaten zeigen, welche Haltung der neue amerikanische Präsident auf außenpolitischem Gebiet einnimmt:
Entspannung:

Ich glaube fest daran, daß sich die Entspannung als sehr, sehr segensreich erweisen wird. Die Beendigung des kalten Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion hat uns zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung nicht nur dieser Beziehungen, sondern auch zur Lösung der Weltprobleme
gegeben. Meines Erachtens hat die Entspannung es möglich gemacht, daß wir mit
den Russen - und die Russen mit uns - wertvolle Informationen auf den Gebieten des Gesundheitswesens, des Umweltschutzes und des Weltraums teilen können,
Darüber hinaus, so glaube ich, haben die Beziehungen zwischen der Sowjetunion
und uns dazu beigetragen, Konfrontationen wie zum Beispiel im Nahen Osten zu

�zu vermeiden und andere beizulegen.

Ich glaube, daß die Entspannung von Nutzen war und dazu beigetragen hat,
die Israelis und einige der arabischen

Länder dazu zu bringen, den Krieg im

Nahen Osten zu beenden und einen Weg in Richtung auf eine friedliche Beilegung
dieses seit langem zwischen den Israelis auf der einen Seite und den Arabern
auf der anderen Seite bestehenden Konflikts zu beschreiten. Und ich meine, daß
die durch die Entspannung erreichten Beziehungen sich auch dahingehend ausgewirkt haben, daß die Beendigung des Krieges in Vietnam beschleunigt wurde.

SALT:

Meines Erachtens hat SALT I eine gute Grundlage geschaffen, aber ich glaube, wir müssen sie überprüfen. Was wir in SALT II tun, wird größere Bedeutung
haben als SALT I. Und hier wird es um die entscheidenden Dinge gehen. Werden
wir eine Kontrolle für Raketen mit Mehrfachsprengköpfen errichten können, die
wir besitzen und die die Russen jetzt bauen?

Das Gesetz über eine Reform des Handels:
Ich bin zuversichtlich, daß der Senat ein Handelsgesetz verabschieden
wird. Und ich hoffe, daß der Finanzausschuß des Senats und das Plenum des Senats einen etwas großzügigeren Standpunkt hinsichtlich der von Präsident Nixon
empfohlenen Meistbegünstigung einnehmen werden. Meines Erachtens muß der Präsident die Möglichkeit haben, ein Meistbegünstigungsabkommen mit zahlreichen

-2-

�zahlreichen Ländern, mit allen Ländern auszuhandeln, sofern dies im Interesse der Vereinigten Staaten und der Welt als ganzes liegt.

Es steht zu hoffen ..., daß es zu einem vernünftigen Kompromiß kommt,
der der Exekutive die Möglichkeit gibt, über Zoll Senkungen, den Abbau nichttarifärer Handelsschranken und die Ausweitung des Handels unter Ausnutzung
der Meistbegünstigung zu verhandeln.

Verteidigung:

Meines Erachtens kann man am besten über einen Frieden verhandeln und
einen Frieden wahren, wenn man militärisch stark ist. Die Vereinigten Staaten
haben seit Ende des zweiten Weltkrieges stets ein starkes militärisches Potential aufrechterhalten - nicht um einen Krieg zu führen, sondern um vor
einem Krieg abzuschrecken... Wir müssen stark genug sein, um potentielle Gegner zu

überzeugen, daß es töricht wäre, militärische Operationen durchzu-

führen, die uns zu militärischen Maßnahmen veranlassen würden.

Ich möchte einigen der Kritiker des ... Militärhaushaltes entgegenhalten,
daß dieser unter sechs Prozent unseres Bruttosozialproduktes liegt -&gt; dies
ist der niedrigste Prozentsatz unseres Bruttosozialproduktes seit 20 oder
25 Jahren.
NATO:

�I
t

J

NATO:

Ich habe von Anfang an das NATO-Bündnis stets unterstützt. Ich war immer
der Ansicht, daß gemeinsame Anstrengungen zusammen mit Westeuropa von großer
Wichtigkeit sind. Gleichzeitig bin ich mir klar darüber, daß wir nicht erwarten dürfen, daß die vielen in dem Bündnis zusammengeschlossenen Nationen Jahr
für Jahr in genau der gleichen Tonart sprechen. Die einzelnen Regierungen kommen und gehen, die einzelnen Länder haben Probleme, die in einem Jahr so
sind und in einem anderen Jahr, was die Wirtschaftspolitik anbetrifft, eine
andere Richtung erfordern. Obwohl ich etwas enttäuscht bin, weil einige Länder plötzlich vom Kurs abwichen, so würde ich nach wie vor den Fortbestand
der NATO und des Bündnisses nachdrücklich unterstützen.

... Wenn man es mit unabhängigen Nationen zu tun hat, die aus verständlichen Gründen eigene Probleme haben, die sie manchmal über die gemeinsamen
Beziehungen stellen, so muß man dafür ein gewisses Verständnis aufbringen.
Aber die NATO war seit 1951 insgesamt so erfolgreich, daß wir in den Vereinigten Staaten, und genauso unsere Verbündeten in Europa, das Bündnis nicht herabsetzen und es nicht beenden sollten, nur weil wir einige individuelle Meinungsverschiedenheiten haben... Manchmal neigen wir in der Hitze des Streits
über eine einzelne Frage dazu, mehr an diese Frage als an die Gesamtsituation
zu denken. Ich bin zuversichtlich, daß mit weiteren Fortschritten das Bekenntnis zur NATO sich festigen wird.
US-

-4 -

�US-Truppenstärke in Europa:
... Meines Erachtens wären die Vereinigten Staaten schlecht beraten,
wenn wir einseitig unsere Truppen, oder einen Teil, aus unserem NATO-Engagement in Westeuropa herauslösen würden. Auf der anderen Seite bin ich der
festen Überzeugung, daß wir mit der Sowjetunion und deren Verbündeten im Warschauer Pakt über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung verhandeln müssen. Ich sollte jedoch ganz offen sein: in den Vereinigten Staaten
wird die Stimmung für einen gewissen einseitigen Abzug unserer Truppen wachsen, es sei denn, unsere NATO-Verbündeten arbeiten mit uns voll zusammen und
wir erreichen eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung. Ich
pflichte dem nicht bei. Aber ich glaube, unsere NATO-Verbündeten sollten sich
dieses Problems bewußt sein und sie sollten uns in den Bemühungen unterstützen,
bei den Verhandlungen mit den Ländern des Warschauer Paktes eine faire und
gerechte Vereinbarung zu erreichen... Es gibt immer noch eine ganze Reihe von
Stimmen in den Vereinigten Staaten, die meinen, daß die USA seit 1951 einen
unverhältnismäßig großen Beitrag - sowohl an Truppen als auch in Dollar zur NATO geleistet haben und daß es daher an der Zeit ist, daß einige NATOVerbündete mehr tun, und daß wir uns einseitig zurückziehen sollten, falls
sie nicht mehr tun.

Ich halte das nicht für eine gute Politik, aber diese Stimmen nehmen zu.
Daher müssen wir zwei Dinge tun: Wir müssen unsere Freunde in der NATO überzeugen, daß sie etwas mehr tun müssen - sowohl was die Unterstützung mit
Truppen als auch mit Dollar anbetrifft - und daß sie so lange mit uns bei den

-5-

�•

J

den Bemühungen zusammenarbeiten sollten, eine ausgewogene Truppenreduzierung
zwischen Ost und West in Europa zu erreichen.

Der Nahe Osten:

Ich bin überzeugt, daß Vorurteile und Haß zwischen den Arabern und den
Israelis überwunden werden können, so wie wir in unseren eigenen Beziehungen
zur Volksrepublik China Fortschritte gemacht haben. Daher rechnen wir mit
anhaltender Fortentwicklung bei einer arabisch-israelischen Regelung... Dies
ist ein Test für die direkt betroffenen Parteien wie auch für alle Mächte mit
Interessen in diesem Raum,und darüber hinaus für die Vereinten Nationen...

Dies ist nicht allein nur der amerikanischen Diplomatie zu verdanken.
Zu einem großen Teil ist dies auch dem Mut, dem guten Willen und dem Weitblick der führenden Politiker Ägyptens und Israels zuzuschreiben... Außenminister Kissingers entscheidender Beitrag bestand darin, die Kluft zwischen
den beiden Parteien zu verringern, ohne von außen her eine Formel aufzuzwingen.. .

Ein Prozeß des Erwachens hat in dem Gebiet begonnen,

in dem Furcht und

Tod ein ViertelJahrhundert lang die Grenzen verschloß. Die Vereinigten Staaten
werden in ihrer Arbeit fortfahren, auf jede nur erdenkliche Weise eine dauerhafte Regelung zu ermutigen, die für beide Seiten akzeptabel ist.

Volksrepublik

-6-

�Volksrepublik China:
Der frühere Abgeordnete und Fraktionsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Haie Boggs, und ich reisten im Sommer 1972 zusammen mit unseren
Frauen und unseren Mitarbeitern nach China. Wir folgten damit den Spuren der
historischen Reise des Präsidenten . Wir kamen zurück mit dem sehr nachhaltigen
Eindruck, daß China, das chinesische Volk, mit

den Amerikanern befreundet

sein möchte. Das chinesische Volk, so stellten wir fest, war das arbeitsamste,
eifrigste und hingebungsvollste, das wir bisher kennengelernt haben... Die
Chinesen waren uns gegenüber sehr freundlich und wir gewannen den Eindruck,daß
die maßgeblichen Männer in China, von Tschou En Lai angefangen, sehr darauf bedacht waren, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten auszuweiten und auf
eine breitere Basis zu stellen.

Immerhin waren wir 25 Jahre lang nahezu von ihnen isoliert gewesen, und
daß die Türen nun offen waren... gab mir ein Gefühl, daß eine neue Zeit angebrochen war, die nicht nur für China und für die Vereinigten Staaten, sondern
auch für die Welt insgesamt Gewinn bringen würde.

Formosa:

Die Regierung Formosas und die Chinesische Volksrepublik stimmen beide
darin überein, daß Formosa ein Teil Chinas ist. Unterschiedliche Meinungen bestehen nur darüber, ob die Chinesische Volksrepublik oder die Chinesische Nationalregierung China repräsentieren. Im Augenblick drängt die Chinesische

-7-

�1

t
Chinesische Volksrepublik uns nicht, die chinesische Nationalregierung preiszugeben, und gleichzeitig übt auch die chinesische Nationalregierung keinerlei Druck auf uns aus. Ich glaube, dies ist.eine Frage, die im Laufe der internationalen Entwicklung gelöst werden muß, und für unser Land ist es von
Vorteil, gute Beziehungen zu beiden zu haben.

Kuba:
,

•

-

••&lt;

&gt;

Natürlich bin ich der Meinung, daß unsere Politik gegenüber Kuba ständig überprüft werden muß. Die Gegebenheiten in den Beziehungen zwischen den
Vereinigten Staaten und anderen Ländern ändern sich, so wie dies zum Beispiel in unseren Beziehungen zur Volksrepublik China der Fall war. Wenn eine
Politik sich nicht bewährt oder wenn sie verbessert werden kann, dann müssen
die zuständigen Stellen im Außenministerium und im Amt des Präsidenten prüfen,.
wie sie wirksamer gestaltet werden kann.

Nixon-Doktrin:
Ich halte sie für sehr konstruktiv. Meines Erachtens ist dies die Rolle,
die wir in der Welt spielen sollten. Wir in den Vereinigten Staaten können
nicht eine militärische Operation in den verschiedenen Teilen der Welt unterstützen. Wir stehen dem Ziel der Völker anderer Länder und dem Ziel anderer
Regierungen, ihre eigene territoriale und nationale Integrität zu wahren,mit
Wohlwollen gegenüber. Aber von den Vereinigten Staaten kann nicht erwartet

-8-

�erwartet werden, daß wir unsere Truppen für solche Ziele einsetzen.

Wir

können ihnen mit Waffen helfen. Wir können sie mit wirtschaftlicher Hilfe
durch unsere Auslandshilfeprogramme unterstützen. Aber die Nixon-Doktrin unterscheidet sich gegenüber dem, was wir früher getan haben, dadurch, daß
wir nicht mehr amerikanische Truppen einsetzen werden, wie das in Vietnam
der Fall war.

Entwicklungsländer:

Unsere Auslandshilfeprogramme und unsere übrigen verwandten bilateralen
Programme sollten meines Erachtens darauf ausgerichtet sein, diesen Entwicklungsländern wirtschaftlich, bei Schulung und Ausbildung sowie auf anderen Gebieten zu helfen. Wir müssen in dem Maße, wie uns dies in den Vereinigten Staaten möglich ist, Hilfe gewähren, so daß diese Länder zu wirklich lebensfähigen Nationen werden und ihre Bevölkerung mehr Möglichkeiten
für eine Ausbildung und wirtschaftliche Sicherheit hat. Die Vereinigten
Staaten sollten dies aus humanitären Gründen tun, und ich glaube, dies liegt
auch im besten Interesse der ganzen Welt.

US-Auslandshilfe:

Ich kam 1949 in den Kongreß nach einer Wahl, in der ich den Standpunkt
vertreten hatte, daß der Marshall-Plan gut war, nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern ebenso für die Welt. Und ich habe stets ein Auslandshilfeprogramm unterstützt. Der Marshallplan und die Anfänge der fünfziger

-9-

�fünfziger Jahre liegen weit zurück; wir haben jetzt ein Programm, das auf
Hilfe für die unterentwickelten Länder abgestellt ist, und ich unterstütze
auch dieses Programm. Nach meiner Ansicht ist ein Auslandshilfeprogramm, das
richtig verwaltet wird und mit ausreichenden Mitteln ausgestattet ist, ein
wichtiger Faktor für die Verwirklichung der amerikanischen Außenpolitik. Ich
habe nicht immer allen Geldzuwendungen der Präsidenten zugestimmt, aber ich
habe grundsätzlich dieses Programm unterstützt, denn wir leben praktisch allf
in einer Welt, ob nun in den Vereinigten Staaten, in Südostasien oder in
Europa.

+H+

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17/1974

FRAKTIONSFÜHRER BEKRÄFTIGEN FORTSETZUNG DER ÜBERPARTEILICHEN US-AUSSENPOLITIK

WASHINGTON — ( A D ) — Der Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat, Senator Mike Mansfield, und der Fraktionsführer der Republikaner, Hugh Scott,
haben bekräftigt, daß die von den beiden großen politischen Parteien getragene Außenpolitik der Vereinigten Staaten fortgeführt wird.

Vor dem Plenum des Senats erklärte Senator Mansfield am 7. August:

"Gestern hat Außenminister Henry Kissinger bei der Darlegung der amerikanischen Außenpolitik betont, 'ich möchte namens der Kabinettsmitglieder,
die mit außenpolitischen Fragen zu tun haben, herausstellen, daß die Außenpolitik der Vereinigten Staaten im nationalen Interesse stets auf einer von
beiden großen politischen Parteien unterstützten Basis geführt worden ist und
auch weiterhin geführt werden wird...1.

Ich möchte als Fraktionsführer der Demokraten im Senat unterstreichen,
daß wir diese von Außenminister Kissinger zum Ausdruck gebrachte Auffassung
voll unterstützen und daß wir trotz unserer innenpolitischen Schwierigkeiten

-1-

�Schwierigkeiten weiterhin als Demokraten mit unseren republikanischen Kollegen
zusammenarbeiten werden, um sicherzustellen und allen Ländern kundzutun, daß
unsere Außenpolitik weiterhin auf einer von beiden politischen Parteien getragenen Basis fortgeführt werden wird, daß die von der Nixon-Administration zur
Normalisierung der Beziehungen zur Volksrepublik China und zur weiteren Entspannung mit der Sowjetunion getanen Schritte wie auch unsere Anstrengungen zur
Stabilisierung der Situation im Nahen Osten, daß sie alle fortgesetzt werden.
Niemand soll sich zu dem Glauben verleiten lassen, daß unsere innenpolitischen
Schwierigkeiten - und sie sind sehr ernst - uns irgendwie davon abbringen könnten, unsere Außenpolitik in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren auf einer
überparteilichen Basis zu führen. Dieser Punkt steht nicht zur Debatte."
Senator Scott betonte: ,lAls Fraktionsführer der Republikaner stimme ich
der Erklärung des hochverehrten Fraktionsführers der Demokraten voll und ganz
zu.

Der Außenpolitische Ausschuß des Senats, dem beide von uns angehören, hat
einen Bericht herausgegeben, in dem erneut betont wird, daß er dem Außenminister voll vertrautjdaß er, wenn er die später in der Presse veröffentlichte Information bereits zu dem Zeitpunkt gehabt hätte, als er die Bestätigung der
Nominierung des Außenministers empfahl, genau das gleiche wie damals getan und
diese Bestätigung empfohlen haben würde.

Der Bericht des Ausschusses bestätigt uneingeschränkt die Integrität des
Außenministers in dieser Frage.
Die

�Die republikanische Partei im Senat - und ich bin sicher, auch in dem
anderen Haus und im Lande - wird gemeinsam mit ihren Kollegen in der demokratischen Partei die Außenpolitik der Vereinigten Staaten aufrichtig, uneingeschränkt und nachdrücklich unterstützen, so wie sie von den aufeinanderfolgenden Präsidenten beider Parteien entwickelt und durchgeführt worden ist.
Gleichgültig, was innenpolitisch in unserem Lande geschieht, werden wir, wie
der hochverehrte Fraktionsvorsitzende der Demokraten gesagt hat, allen Ländern
kundtun, daß unsere Außenpolitik weiterhin auf einer von beiden politischen Parteien getragenen Basis fortgeführt werden wird.

Das Entspannungsprogramm gegenüber der Sowjetunion und der Fortschritt
dabei wird unvermindert fortgesetzt werden. Die Beziehungen zur Volksrepublik
China, die glücklicherweise auf einen besseren Stand als zuvor gebracht wurden, werden fortbestehen und werden, so hoffe ich - und glaube es auch - weiter verbessert werden. Unsere Nahostpolitik wird zweifellos weiterhin die Unterstützung beider Parteien haben, was auch für unsere Politik gegenüber Europa, Lateinamerika und die übrige Welt gilt.

Der hochverehrte Fraktionsführer der Demokraten und ich nahmen auf Einladung des Außenministers an der Ratstagung der Außenminister in Mexiko City
teil, um dies unseren lateinamerikanischen Nachbarn ganz klar zu sagen.Wir
haben ständig versucht, diese Verpflichtung zur Gemeinsamkeit der Parteien
beizubehalten.
Dies

-3-

�Dies ist für uns und für die Welt von immenser Bedeutung. Gleichgültig,
welche beunruhigenden Einflüsse innenpolitisch auf unser Land einwirken werden, dieses System bewährt sich: es bewährt sich in der Legislative, es bewährt sich vor den Gerichten, es bewährt sich in der Exekutive, und wir werden unsere Meinungsverschiedenheiten beilegen und aus ihnen gestärkt hervorgehen.

Die Erklärung des hochverehrten Fraktionsführers der Demokraten ist in
höchstem Grade patriotisch und verantwortungsbewußt, und ich bin froh, daß er
sie abgegeben hat. Ich werde Kopien dieses Gesprächs aufheben, um sie unseren
Besuchern aus anderen Ländern zu zeigen, die ihre Besorgnis in bezug auf uns
bekundet haben und die nicht recht begreifen können, wie stark unser System
ist und wie tief, fest und weit verzweigt seine Wurzeln sind. Wir sind ein
großes und ein starkes Land, und es gibt weit mehr, was in Ordnung ist als
was nicht in Ordnung ist.
•

&gt;

.

'.

.

.

Es ist gut, wenn wir uns ständig hieran erinnern und wenn wir dies unseren Freunden und den anderen Völkern überall auf der Welt klar machen. Daher
möchte ich dem hochverehrten Fraktionsführer der Demokraten meinen aufrichtigen und tiefempfundenen Dank sagen für sein - wie immer waches - Verantwortungsbewußtsein und dafür, daß er erneut den Tenor auf die Überparteilichkeit
gelegt hat,die die beste Gewähr für die Stärke und das Fortbestehen einer
starken und stolzen Nation ist, die, wie ich hoffe, in nicht allzu langer Zeit
erneut eine glückliche Nation sein wird."

•H-H-

-4-

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17/1974

FORD RUFT ZUM GEMEINSAMEN KAMPF GEGEN DIE INFLATION AUF
- Auszüge -

WASHINGTON --(AD)-- Zum gemeinsamen Kampf aller gegen die Inflation hat
Präsident Gerald R. Ford am 6. August in einer Rede auf der "National Conference for Agricultural Stabilisation and Conservation Service" aufgerufen.
Regierung und Bevölkerung müßten gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um
den "öffentlichen Feind Nummer 1 - die Inflation" durch Senkung der Ausgaben
und Steigerung der Produktion zu besiegen. Wörtlich sagte Ford unter anderem:
"Es ist klar, wir müssen ein neues Vertrauen schaffen, daß wir innenpolitisch
über das Potential verfügen, mit der Inflation fertig zu werden.

Alle Opfer der Inflation - Unternehmen und Arbeitnehmer, Landwirtschaft
und Industrie, Beschäftigte und Arbeitslose, Demokraten und Republikaner müssen sich als Amerikaner zusammenschließen und gegen jede weitere Aushöhlung
der Kaufkraft des amerikanischen Dollar vorgehen. Der Regierung kommt natür-

-1-

�natürlich dabei eine besondere Verantwortung zu, denn sie muß durch ihr Beispiel die Führung übernehmen. Die Wiederherstellung des Vertrauens in die Wirtschaft setzt die Bereitschaft voraus..., für das gemeinsame Wohl zusammenzuarbeiten. ..
Offensichtlich gibt es viele Ansichten darüber und viele Wege, wie die
Inflation bekämpft werden kann. Wir müssen ein weites Spektrum von Ideen prüfen. Ich möchte, daß diese Überprüfung offen und objektiv geschieht und dabei
allen Ansichten Beachtung geschenkt wird. Hierzu ist die Mitarbeit des Kongresses notwendig. Genau so bedarf es der festen Entschlossenheit der Exekutive.

Washington muß die Ausgaben einschränken, wenn die anderen folgen sollen.
Washington muß den Weg zu einer Steigerung der Produktion weisen.

Eine echte Partnerschaft zwischen Bevölkerung und Regierung muß aufgebaut
werden, um den Dollar zu schützen.

Washington kann nicht von den anderen fordern, Zurückhaltung zu üben, wenn
nicht die Regierung zeigt, daß sie ihrer eigenen Pflicht nachkommt. Daher
müssen wir gegen Gesetze, die zu einer Aufblähung des Haushalts führen, ein
Veto einlegen. Wir brauchen politisches Gespür, um Programme hinauszuschieben,
die zwar marginal wünschenswert, aber nicht wirklich notwendig sind. Wir können uns nicht unbegrenzten Luxus leisten, während wir gleichzeitig die Inflation zu besiegen suchen.
Der Haushaltsvoranschlag der Bundesregierung für das Finanzjahr 1974/75
sieht Ausgaben in Höhe von 305 Milliarden Dollar vor. Es liegen bereits Hinwei-

-2-

�Hinweise dafür vor, daß diese Gesamtsumme sich durch tatsächliche oder potentielle Gesetzesvorschläge des Kongresses auf bis zu 312 Milliarden Dollar
erhöht. Wir können eine solche Ausweitung nicht dulden. Sie würde das bereits
lodernde Feuer der Inflation noch mehr schüren.

Wir müssen dafür sorgen, daß derartige Haushaltsüberschreitungen nicht
stattfinden. Ja, wir müssen uns sogar dazu entschließen, die Ausgaben unter
den ursprünglich vorgeschlagenen Ansatz von 305 Milliarden Dollar zu senken.
Aber wir können dies nicht ohne die aktive Unterstützung durch die Öffentlichkeit, die Wirtschaft, die Gewerkschaften und den Kongreß tun.

Die Wichtigkeit einer Senkung der Ausgaben kann nicht hoch genug veranschlagt werden. Geringere Ausgaben bedeuten eine geringere Kreditaufnahme
seitens der Regierung, niedrigere Zinsen,und unterstützen die Federal Reserve
Bank in ihren Bemühungen, die inflationistische Geld-und Kreditausweitung
zu verlangsamen.

Dies ist das, was getan werden muß. Ohne Fortschritte bei diesen wichtigen Punkten kann ein Sieg im Kampf gegen die Inflation von uns nicht erreicht
werden.

Selbst wenn wir an diesem Kurs hartnäckig festhalten, müssen wir noch
andere Maßnahmen finden, um die Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Bestimmte Bevölkerungsgruppen - ältere Amerikaner, Personen mit Einkünften,die nicht
steigen, Arbeitslose - könnten im Rahmen der vom Haushalt gesetzten Grenzen
besondere Hilfe benötigen. Ihr Los muß erleichtert werden. Bestimmte Industrien,

3-

�Industrien,wie die öffentlichen Versorgungsbetriebe, der Wohnungsbau, Finanzierungsinstitute und andere, wurden besonders hart betroffen.

Es sind Lösungen vorgeschlagen worden, an denen etwas dran ist

und die

eine umgehende Prüfung verdienen. Es ist an der Zeit, daß gehandelt wird,
statt düstere Prophezeiungen zu machen und die Hände zu ringen."

-4-

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17/1974
NIXON GIBT SEINEN RÜCKTRITT BEKANNT
- Wortlaut -

WASHINGTON --(AD)-- Der aus seinem Amt scheidende amerikanische Präsident
Richard M. Nixon hat in der Nacht zum 9. August in einer Rundfunk-und Fernsehansprache aus seinem Büro im Weißen Haus seinen Rücktritt bekanntgegeben.
Die Rede Nixons hat folgenden Wortlaut:

"Guten Abend.
Dies ist das 37. Mal, daß ich zu Ihnen aus diesem Büro gesprochen habe,
in dem so viele Entscheidungen getroffen wurden, die die Geschichte unserer
Nation geformt haben. Jedes Mal, wenn ich zu Ihnen sprach, geschah dies, um
mit Ihnen einige Fragen zu erörtern, die meines Erachtens das nationale Interesse berühren.

Bei allen von mir während meiner Tätigkeit im öffentlichen Leben getroffenen Entscheidungen habe ich stets versucht, das Beste für die Nation
zu tun. Während der langen und schwierigen Zeit der Watergate-Affaire hielt
ich es für meine Pflicht, durchzuhalten und alle nur denkbaren Anstrengungen
zu unternehmen, um meine Amtszeit, für die Sie mich gewählt haben, zu Ende
zu führen.
-1-

�In den letzten Tagen jedoch wurde mir klar, daß ich nicht länger mehr
über einen genügend starken politischen Rückhalt im Kongreß verfüge, daß eine
Fortsetzung gerechtfertigt wäre. Solange ein solcher Rückhalt bestand, glaubte ich,fest, daß ich unbedingt die verfassungsmäßigen Verfahren bis zu ihrem
Abschluß durchstehen müßte, daß eine andere Handhi ngsweise den Geist dieses
absichtlich schwierigen Verfahrens verletzen und einen gefährlichen, der Stabilität abträglichen Präzedenzfall für die Zukunft schaffen würde.

Nachdem dieser Rückhalt jedoch nicht mehr gegeben war, glaube ich nunmehr,
daß der Absicht der Verfassung Genüge getan ist, und keine Notwendigkeit mehr
besteht, dieses Verfahren zu verlängern.

Ich hätte es vorgezogen, dieses Verfahren durch alle persönlichen Agonien',
die damit verbunden gewesen wären, bis zum Ende durchzustehen, und meine Familie hat mich einstimmig hierzu gedrängt. Aber das Interesse der Nation muß
stets über allen persönlichen

Erwägungen stehen.

Aus den Gesprächen, die ich mit führenden Mitgliedern des Kongresses und
anderen Politikern hatte, gelangte ich zu dem Schluß, daß ich aufgrund der
Watergate-Affaire nicht mehr den Rückhalt im Kongreß besitze, den ich als notwendig erachte für die Unterstützung der sehr schwierigen Entscheidungen und
bei der Erfüllung der Pflichten dieses Amtes in einer Weise, wie es das Interesse der Nation erfordern würde.

'

Ich gehörte nie zu denen, die leicht aufgeben. Es sträubt sich alles in
mir, meinen Posten vor Beendigung meiner Amtszeit zu verlassen. Aber als Präsident muß ich zuerst auf das Interesse Amerikas Rücksicht nehmen. Amerika

�Amerika braucht einen Präsidenten und einen Kongreß, die voll einsatzbereit
sind, gerade in dieser Zeit und angesichts der Probleme, denen wir uns im
In-und Ausland gegenübersehen.

Die Fortsetzung dieses Kampfes in den kommenden Monaten zu meiner persönlichen Rechtfertigung würde fast die gesamte Zeit und Aufmerksamkeit sowohl des Präsidenten als auch des Kongresses in einer Zeit in Anspruch nehmen,
in der wir uns ausschließlich auf die großen Aufgaben des Friedens im Ausland
und der Prosperität ohne Inflation im Inland konzentrieren sollten.

Daher werde ich mit Wirkung von morgen mittag das Amt des Präsidenten
niederlegen.

Vizepräsident Ford wird zur gleichen Stunde in diesem Büro als Präsident
vereidigt werden.
Wenn ich daran zurückdenke, mit welch hochgespannten Hoffnungen für
Amerika wir diese zweite Amtszeit begannen, so empfinde ich eine große Traurigkeit, daß ich in den kommenden zweieinhalb Jahren nicht mehr hier in diesem Büro sein werde, um für Sie an der Verwirklichung dieser Hoffnungen zu
arbeiten. Aber wenn ich jetzt die Führung der Regierung in die Hände von
Vizepräsident Ford lege, so weiß ich, daß - wie ich dies der Nation vor zehn
Monaten bei seiner Nominierung zum Vizepräsidenten sagte - Amerika in guten
Händen sein wird.
Wenn

-3

�Wenn ich dieses Amt an den Vizepräsidenten übergebe, so tue ich dies in
vollem Wissen um das Gewicht der Verantwortung, das von morgen an auf seinen
Schultern liegen wird, und ich weiß auch, daß er das Verständnis, die Geduld
und die Mitarbeit

aller Amerikaner brauchen wird.

Wenn er diese Verantwortung jetzt übernimmt, wird er die Hilfe und die
Unterstützung von uns allen brauchen. Und wenn wir in die Zukunft blicken, so
ist es das Wichtigste, daß wir damit beginnen, die Wunden dieser Nation zu
heilen und die Bitterkeit und Spaltungen der hinter uns liegenden Zeit zu überwinden, daß wir aber auch diese gemeinsamen Ideale wiederentdecken, die den
Kern unserer Stärke und Einheit als ein großes und freies Volk bilden.

Wenn ich jetzt diesen Schritt tue, so hoffe ich, daß ich damit den Beginn dieses Heilungsprozesses beschleunige, der in Amerika so dringend notwendig ist.

Ich bedauere zutiefst alle Ungerechtigkeiten, die im Verlaufe der Ereignisse geschehen sein mögen, die zu dieser Entscheidung führten. Ich möchte nur
sagen, falls einige meiner Entscheidungen falsch waren - und einige waren
falsch - daß sie, wie ich damals glaubte, im besten Interesse der Nation getroffen wurden.
Denen, die mit mir die vergangenen schwierigen Monate durchgestanden haben, meiner Familie, meinen Freunden und den vielen anderen, die meine Sache
unterstützten, weil sie glaubten, daß sie richtig war, werde ich stets für
ihre Unterstützung dankbar sein.
Und

�Und denjenigen, die sich nicht in der Lage sahen, mir ihre Unterstützung
zu geben,möchte ich sagen, daß ich ohne Bitterkeit gegenüber denen gehe, die
gegen mich waren, weil uns allen letzten Endes das Wohl des Landes am Herzen
lag, auch wenn unsere Meinungen auseinandergehen.
So wollen wir alle jetzt zusammen diese gemeinsame Verpflichtung erneut bekräftigen und unserem neuen Präsidenten dabei helfen, erfolgreich zum
Wohle aller Amerikaner zu wirken.

Ich werde dieses Amt mit Bedauern verlassen, weil ich meine Amtszeit
nicht zu Ende führen konnte, aber mit Dankbarkeit für das Privileg, daß ich
in den letzten fünfeinhalb Jahren als Ihr Präsident dienen durfte. Diese
Jahre waren eine entscheidende Zeit in der Geschichte unserer Nation und der
Welt. Sie waren eine Zeit des Erfolges, auf den wir alle stolz sein können
- Erfolg aufgrund gemeinsamer Anstrengungen der Regierung, des Kongresses
und des Volkes.

Aber die vor uns liegenden Aufgaben sind gleich groß, und sie werden
ebenfalls die Unterstützung und die Kraft des Kongresses und des Volkes in
Zusammenarbeit mit der neuen Regierung erfordern.

Wir haben Amerikas längsten Krieg beendet. Aber bei der Arbeit zur Sicherung eines dauerhaften Friedens auf der Welt sind die vor uns liegenden
Ziele noch weitgesteckter und noch schwieriger. Wir müssen ein Gebäude des
Friedens vollenden, damit einst von dieser unserer amerikanischen Generation,
von den Völkern aller Nationen gesagt werden kann, daß wir nicht nur einen
Krieg beendet, sondern auch künftige Kriege verhindert haben.
Wir
-5-

�Wir haben die Türen aufgestoßen, die zwischen den Vereinigten Staaten
und der Volksrepublik China ein ViertelJahrhundert versperrt waren. Wir müssen
nunmehr sicherstellen, daß dieses eine Viertel der Weltbevölkerung, das in
der Volksrepublik China lebt, nicht unser Gegner, sondern unser Freund sein
und bleiben wird. Im Nahen Osten betrachten hundert Millionen Menschen in
den arabischen Ländern, von denen viele uns fast zwanzig Jahre lang für ihren
Feind hielten, uns nunmehr als ihre Freunde. Wir müssen auf dieser Freundschaft weiter aufbauen, damit der Nahe Osten schließlich auch Frieden erhalten kann und die Wiege der Zivilisation nicht zu ihrem Grab wird.

Gemeinsam mit der Sowjetunion haben wir entscheidende Durchbrüche für
den Beginn einer Begrenzung der Kernwaffen erzielt. Aber wir müssen uns als
Ziel nicht nur die Begrenzung, sondern auch die Verringerung und schließlich
die Vernichtung dieser furchtbaren Waffen setzen,damit sie nicht die Zivilisation vernichten können und damit die Drohung eines Nuklearkrieges nicht länger mehr über der Welt und den Menschen schwebt.

Wir haben neue Beziehungen zur Sowjetunion angebahnt. Wir müssen mit der
Entwicklung und Ausweitung dieser neuen Beziehungen fortfahren, damit die beiden stärksten Nationen der Welt in Zusammenarbeit und nicht in Konfrontation
zusammenleben.
Überall auf der Welt, in Asien, in Afrika, in Lateinamerika, im Nahen
Osten gibt es Millionen Menschen, die in schrecklicher Armut leben, ja sogar
dem Hungertode nahe sind. Es muß weiterhin unser Ziel sein, von der Kriegsproduktion abzukommen und die Produktion für den Frieden auszuweiten, damit

-6-

�damit die Menschen überall auf dieser Erde wenigstens für ihre Kinder - wenn
schon nicht für sich selbst - hoffen können, daß sie einmal

das Nötigste für

ein bescheidenes Leben haben werden. Hier in Amerika befinden wir uns in der
glücklichen Lage, daß der größte Teil unserer Bevölkerung sich nicht nur der
Segnungen der Freiheit erfreuen kann, sondern auch über die Mittel verfügt,
um ein volles und gutes Leben führen zu können, ja, nach dem Weltmaßstab sogar im Überfluß zu leben. Wir müssen jedoch weiterhin darauf drängen, nicht
nur mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch jedem Merikaner
umfassende Möglichkeiten zu bieten, und, worum wir uns gegenwärtig so hart bemühen, Wohlstand ohne Inflation zu erreichen.
Über ein Viertel Jahrhundert lang habe ich im öffentlichen Leben gestanden
und an der turbulenten Geschichte dieser Zeit teilgenommen. Ich habe für das
gekämpft, an das ich glaubte. Ich habe nach besten Kräften versucht, meine
Pflichten zu erfüllen und meinen Verantwortungen nachzukommen, die mir anvertraut worden waren.

Manchmal ist mir dies gelungen und manchmal nicht. Aber ich habe stets
Mut aus den Worten von Theodore Roosevelt geschöpft, der einst das Bild eines
Mannes in der Arena aufzeichnete,*dessen Gesicht von Staub und Schweiß und
Blut gekennzeichnet ist und der tapfer weiter kämpft, der Irrungen erliegt
und immer und immer wieder unterliegt, weil es keine Anstrengungen ohne Irrtümer und Fehlschläge gibt, der sich wahrhaft um Taten bemüht, der um den
großen Enthusiasmus und die Hingabe weiß, der sich selbst ganz für das hohe
Ziel einsetzt, der bestenfalls am Ende den Triumph des großen Erfolges erfährt
und der schlimmstenfalls, wenn er scheitert, letztlich scheiterte, weil er
Großes wagte*.
,

Heute

�Heute nacht verspreche ich Ihnen, daß ich, solange mir ein Atemzug verbleibt, in diesem Geiste fortfahren werde. Ich werde weiterhin für die großen
Ziele arbeiten, denen ich mich in meinen Jahren als Kongreßabgeordneter, als
Senator, als Vizepräsident und als Präsident verschrieben hatte - der Sache
des Friedens, nicht nur für Amerika, sondern für alle Nationen, dem Wohlstand, der Gerechtigkeit und der gleichen Möglichkeiten für alle unsere Menschen.

Es gibt jedoch eine Sache, die über allem steht, der ich mich verschrieben habe und für die, solange ich lebe, immer einstehen werde. Als ich vor
fünfeinhalb Jahren zum ersten Mal den Amtseid als Präsident leistete, bin
ich die heilige Verpflichtung eingegangen, »mein Amt, meine ganze Kraft und
all meine Klugheit für die Sache des Friedens unter den Völkern einzusetzen1.
Seitdem habe ich mein Bestes getan, um dieses Versprechen zu erfüllen. Auf- &gt;
grund dieser Bemühungen habe ich die Zuversicht, daß die Welt heute sicherer
geworden ist, nicht nur für die Menschen in Amerika, sondern auch für die
Völker aller Nationen, und daß unsere Kinder eine größere Chance als je zuvor haben werden, in Frieden leben zu können und nicht in einem Krieg sterben
zu müssen.

Das ist es, was ich mehr als alles andere als Präsident.zu erreichen
hoffte, als ich mich um das Präsidentenamt bewarb. Oas ist es, was ich in
erster Linie Ihnen und unserem Land zu hinterlassen hoffe, wenn ich jetzt das
Amt des Präsidenten niederlege.

'&gt;

Wer

�I

Wer in diesem Amt gedient hat, hat ein ganz persönliches Gefühl der Beziehung zu jedem einzelnen Amerikaner. Wenn ich dieses Amt nunmehr verlasse,
so tue ich es mit dem Gebet: "Möge Gottes Gnade in den kommenden Tagen mit
Ihnen allen sein1.

• 9-

�</text>
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