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und
Dokumentation

Telex:08-85432

Nummer

8. Mai 1974

Inhalt

WIRTSCHAFT:

Pennsylvania errichtet Handels-Verbindungsbüro in Europa
Die Auslandshilfebotschaft Präsident Nixons
-Wortlaut-

US-Wirtschaft rechnet mit steigendem Kohleverbrauch
-Interview mit unserem Korrespondenten John Uhler-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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9/1974

PENNSYLVANIA ERRICHTET HANDELS-VERBINDUNGSBÜRO IN EUROPA

GENF - (AD) - Der amerikanische Einzelstaat Pennsylvania hat in Genf
ein eigenes Verbindungsbüro eröffnet, um europäische Investitionen im Gebiet
dieses Staates und gleichzeitig seine Exporte zu fördern. Pennsylvania, das
einen eigenen Handelsminister, Walter G. Arader, hat, ist in jüngster Zeit
außerordentlich aktiv gewesen, um das Geschäft zwischen Europa und Amerika
- mit Schwerpunkt auf dem Einzelstaat Pennsylvania - zu beleben. So wurde
kürzlich in Frankfurt ein Büro errichtet, um die Handelsbeziehungen mit dem
Industriegebiet von Pittsburgh zu intensivieren und mehrere Großbanken aus
Philadelphia und Pittsburgh haben in europäischen Hauptstädten Filialen eröffnet. Ein weiteres Regionalbüro für Europa ist noch dieses Jahr in Brüssel
geplant.

Das "Pennsylvania Bureau of International Commerce" (PENBIC) in Genf
(62, Quai Gustave-Ador) will in erster Linie europäische Firmen bei der Errichtung von Zweigniederlassungen in den Vereinigten Staaten beraten. Dazu
stellt es ihnen kostenlos Studien und Unterlagen über Lohnverhältnisse, Steuervorteile, Ubiquitäten und andere für Investitionen relevante Daten zur Verfügung. Darüber hinaus will das Büro Firmen in Pennsylvanien die Herstellung
von Geschäftsbeziehungen mit europäischen Firmen erleichtern.
Wie

- 1 -

�Wie der Direktor des PENBIC, Michel Y.W.Demaurex, betonte, wird die
physische Abwesenheit von Vertretern und Fachleuten des Staates Pennsylvania
in Europa zur Intensivierung der Handels- und Geschäftsbeziehungen über den
Atlantik beitragen. "Die Abwertung des Dollar, die steigenden Arbeitskosten
in Europa und gewisse Restriktionen seitens der Regierungen in den letzten
Jahren", so sagte er, "haben die Wettbewerbsposition vieler aufstrebender
europäischer Firmen verändert. Es ist jetzt an der Zeit, daß diese Firmen
die Vorteile der sich verändernden Weltmärkte wahrnehmen und die in dem ideal
gelegenen Pennsylvania gebotenen geschäftlichen Chancen ergreifen." Er verwies
in diesem Zusammenhang auf die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und die
hervorragende Infrastruktur sowie die Aufgeschlossenheit der Behörden in
Pennsylvania.

- 2-

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9/1974

DIE AUSLANDSHILFEBOTSCHAFT PRÄSIDENT NIXONS
. - Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Nixon hat dem amerikanischen Kongreß am
24. April seine Auslandshilfebotschaft vorgelegt, in der er für das Finanzjahr 1974/75 einen Betrag von 5,18 Milliarden Dollar für die Auslandshilfe
der USA anfordert. Die Botschaft des Präsidenten hat folgenden Wörtlaut: über
25 Jahre lang hat Amerika großzügig anderen Ländern Auslandshilfe gewährt, um
ihnen dabei zu helfen, ihre Volkswirtschaften weiter zu entwickeln, die humanitären Bedürfnisse ihrer Bevölkerung zu befriedigen und für ihre eigene
Verteidigung zu sorgen.

In dieser Zeit ist die Auslandshilfe zu einem unabdingbaren Bestandteil
unserer Außenpolitik geworden. Ohne diese Hilfe würde Amerika das Risiko eingehen, sich von einem verantwortungsbewußten Engagement in der internationalen
Völkergemeinschaft auszuschließen, auf dem sich unsere eigenen wirtschaftlichen,
sozialen und politischen Institutionen begründen. Bei Fortführung eines vernünftigen Auslandshilfeprogramms können die Vereinigten Staaten weiterhin die
Fortschritte der Welt bei der Errichtung eines dauerhaften Gebäudes des Friedens
maßgebend beeinflussen.

Nachdem wir jetzt den längsten Krieg in unserer Geschichte beendet haben
und zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren keine amerikanischen Truppen mehr
in einem Kampfeinsatz stehen, liegt die Versuchung nahe, sich der Innenpolitik

- 1 -

�i
Innenpolitik zuzuwenden, unsere Hilfsprogramme aufzugeben und sich gegenüber
der großen Not zu verschließen, der sich viele unserer Freunde bei diesem
Prozeß gegenübersehen.

Wir dürfen dieser Versuchung nicht erliegen. Wenn wir die Last jetzt abwerfen, dann werden wir eine friedliche Entwicklung zahlreicher Länder unmöglich machen und sie zum Spielball mächtiger Kräfte werden lassen - sowohl wirtschaftlicher als auch politischer. Ferner werden wir uns dann des besten Hilfsmittels begeben, das wir besitzen, um zur Anbahnung friedlicher Beziehungen
in den eigentlichen Krisengebieten der Welt beizutragen.

Zahlreiche

Länder, deren Fortbestehen einst von unserer direkten Hilfe

abhing, können heute ihren Bedarf auf den Gebieten der Wirtschaft und der Verteidigung selbst ohne unsere Hilfe decken. Diejenigen Länder, die noch weiterhin
unsere Hilfe brauchen, werden diese nicht auf unbegrenzte Zeit hinaus benötigen. ^
Wir erwarten von diesen Ländern, denen wir helfen, daß sie sich selbst helfen
werden. Wir haben klar gestellt, daß wir nicht die Absicht haben, den WeltPolizisten zu spielen, daß unsere Hilfe kein Ersatz für ihr Vertrauen auf die
eigene Kraft ist und daß wir nicht die Absicht haben, das für andere zu tun,
was man von ihnen selbst erwarten kann.

So lange es jedoch Regierungen gibt, die die Grenzen und die Institutionen
anderer Länder gewaltsam zu ändern suchen, wird auch die Möglichkeit eines internationalen Konflikts weiter gegeben sein. Und so lange es für Millionen Menschen
nicht genügend Lebensmittel, Wohnungen und Arbeitsplätze gibt, werden Unterernährung sowie soziale und wirtschaftliche Unruhen unsere gemeinsame Zukunft
bedrohen.

Unser langfristiges Ziel ist die Schaffung einer internationalen Atmosphäre,
in der Toleranz und Verhandlungen an die Stelle von Aggression und Subversion
als bevorzugte Verfahren zur Beilegung internationaler Streitigkeiten treten
können. Obwohl dieses Ziel nicht mehr so weit wie früher entfernt ist, gestatten
die derzeitigen Gegebenheiten keinen Abbau der Auslandshilfe. Wir müssen nicht
nur unsere Anstrengungen fortsetzen, sondern vielmehr in zwei kritischen Ge- 2-

�Gebieten der Welt - im Nahen Osten und in Indochina r besondere Anstrengungen
unternehmen.
Im Nahen Osten haben wir eine Möglichkeit, einen bedeutsamen Durchbruch
für den Weltfrieden zu erzielen. Vermehrte Auslandshilfe wird eine entscheidend
wichtige Ergänzung unserer Diplomatie sein, um der Anbahnung einer Verhandlungslösung weitere Impulse zu geben, die den Interessen Israels wie auch der arabischen Staaten dient.

In Indochina ist unsere Hilfe nicht weniger wichtig. Südvietnam, Kambodscha
und Laos bemühen sich, den schwierigen Übergang vom Krieg zum Frieden zu vollziehen. Damit sie ihren Verteidigungsbedarf selbst decken und gleichzeitig die
Grundlagen für einen sich selbst tragenden sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt legen können, bedarf es weiterer und wesentlicher amerikanischer Hilfe.

Damit diesen noch bestehenden und besonderen Erfordernissen entsprochen
werden kann, schlage ich dem Kongreß ein Auslandshilfebudget von insgesamt
5,18 Milliarden Dollar für das Finanzjahr 1974/75 vor. Meiner Ansicht nach
stellt dieser Betrag ein Minimum dessen dar, was die Vereinigten Staaten vernünftigerweise investieren müssen, wenn das derzeitige internationale Gleichgewicht erhalten bleiben soll und wenn unsere Bemühungen um die Schaffung eines
dauerhaften Friedens in Wohlstand gefördert werden sollen.

Auf dem Wege zu einem Frieden im Nahen Osten

Die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung des arabisch-israelischen Konflikts ist heute größer als jemals zuvor im letzten ViertelJahrhundert. Die
diplomatischen Initiativen der USA haben mit zur Schaffung der Bedingungen beigetragen, die für eine Beendigung des Konflikts und der Gewalttätigkeiten
notwendig sind. Unsere diplomatischen Bemühungen müssen und werden fortgesetzt
werden, doch gibt es bereits eine Menge Dinge, die getan werden können, um
das zu ergänzen und zu konsolidieren, was bisher erreicht worden ist. Ich beantrage daher ein besonderes Hilfsprogramm für den Nahen Osten und habe den
Kongreß um Bereitstellung der folgenden Mittel ersucht:
- Für
- 3-

�- Für Israel: 50 Millionen Dollar an Hilfe zur Stärkung der Sicherheit
und 300 Millionen Dollar für militärische Beschaffungskäufe auf Kredit. Da
Israel weiterhin in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen, verringert sich
die Aussicht auf einen neuen Konflikt im Nahen Osten, und wir müssen Israel
weiter helfen, sich dieses Potential zu erhalten.

- Für Ägypten: 250 Millionen Dollar an Hilfe für Wiederaufbauaufgaben.
Diese Mittel würden für Aufgaben eingesetzt werden, die sich mit dem Frieden
stellen: Räumung des Suez-Kanals, Beseitigung der Schäden in den angrenzenden
Gebieten und Wiederaufbau des ägqptischen Handels.

- Für Jordanien: 100 Millionen Dollar an nicht rückzahlbarer Militärhilfe. 77,5 Millionen Dollar an Hilfe zur Stärkung der Sicherheit und 30 Millionen für militärische Beschaffungskäufe auf Kredit. Jordanien übte einen
mässigenden Einfluß auf die arabische Welt aus, und diese Gelder werden es in
die Lage versetzen, sich eine Position der Vermittlung und Unabhängigkeit 'zu
erhalten, die für eine dauerhafte Lösung in diesem Gebiet von entscheidender
Wichtigkeit sein wird.

- Für einen Sonderausgabenfonds: 100 Millionen Dollar. Diese Mittel sollen
für etwa sich ergebende neue Aufgaben benutzt werden, wenn sich jetzt die
Konturen einer friedlichen Lösung abzuzeichnen beginnen, unter anderem auch
für den Einsatz einer Friedenstruppe, für Flüchtlingshilfe oder ihre Wiederansiedlung sowie für Entwicklungsprojekte.
Alle diese Hilfe wird dazu beitragen, das Vertrauen zu schaffen, das diese
Länder in die Vereinigten Staaten und in ihre eigene Sicherheit setzen müssen,
damit sie eine Basis für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden haben.
Sie werden die Kräfte der Mäßigung in einem Gebiet stärken, in dem nur Mäßigung die Basis für eine Regelung schaffen kann, die für alle akzeptabel ist.

Für

�Für den Wiederaufbau Indochinas

Ein weiteres Gebiet, dem die akute und anhaltende Sorge dieser Regierung
gilt, ist Südostasien. Unsere Hilfe für Indochina ist nicht weniger wichtig
als unsere Hilfe für den Nahen Osten,um ein friedliches Ergebnis zu erreichen,
das unsere Interessen schützt und unserem Engagement in diesen beiden Gebieten
in der Vergangenheit entspricht. Ich ersuche den Kongreß um die Bewilligung von
939,8 Millionen Dollar, um Südvietnam, Kambodscha und Laos in ihren Bemühungen
zu unterstützen, ihre Volkswirtschaften von Krieg auf Frieden umzustellen und
den Wiederaufbau ihrer Staatswesen zu beschleunigen.

Wir haben bereits hohe Investitionen in diesen Ländern vorgenommen. Der
Fortschritt war bedeutend und wir nähern uns dem Erfolg unserer Hilfsbemühungen,
sie autark zu machen. Obwohl unsere Gesamtanforderung höher als im letzten Jahr
liegt, ist das von mir vorgeschlagene Budget in Wirklichkeit sehr sparsam. Wir
müssen uns darüber klar sein, daß eine bescheidene Erhöhung der Wirtschaftshilfe zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung lebensfähiger, autarker Volkswirtschaften mit einem geringeren Bedarf an Hilfe in einigen Jahren ermöglichen wird.

Die Südvietnamesen stehen vor der ungewöhnlich schwierigen Aufgabe, ihre
Wirtschaft wiederaufzubauen und für die vom Krieg schwer heimgesuchte Bevölkerung
zu sorgen, während die Bemühungen um eine Beendigung der Feindseligkeiten noch
andauern. Der Fortschritt beim Wiederaufbau, bei der wirtschaftlichen Entwicklung und bei den humanitären Programmen, die den Menschen dort Hoffnung auf ein
besseres Leben bieten, sollte deutlich zeigen, daß eine friedliche Beilegung
des politischen Streits im Interesse aller liegt.

In diesem und im nächsten Jahr sehen sich die Vietnamesen verschiedenen
miteinander zusammenhängenden Aufgaben gegenüber, die eine verstärkte amerikanische Wirtschaftshilfe notwendig machen:

- Sie müssen über eine Million Flüchtlinge und Vertriebene wieder ansiedeln.
- Sie

�- Sie müssen die Investitionen durchführen, die zur Schaffung produktiver
Arbeitsplätze für mehrere Hunderttausend Menschen notwendig sind, die ihre Arbeitsplätze mit dem Abzug der amerikanischen Truppen verloren haben.

- Sie müssen die höheren Kosten der notwendigen Importe bestreiten können,
wie Düngemittel und andere wichtige Hilfsmittel, die auf Grund der weltweiten
Inflation gestiegen sind.

- Sie müssen für die Waisen, die Körperbehinderten und die Witwen sorgen,
die das, was sie im Krieg verloren haben, nicht mehr wiedererhalten können.

- Sie müssen die Streitkräfte unterhalten, die für einen weiteren Fortschritt in Richtung auf den Frieden notwendig sind, solange feindliche Truppen
weiter in Südvietnam stehen und vom Ausland her unterstützt werden.

Die Südvietnamesen haben lobenswerte Anstrengungen zur Lösung ihrer eigenen
Probleme gemacht. Sie haben ihre Steuern erhöht - 1973 eine Erhöhung um real
40 Prozent. Sie haben ihren Export ausgeweitet, der durch den Krieg praktisch
auf Null zurückgegangen war - die Exporte haben sich 1972 verdoppelt und dann
1973 noch einmal. Sie haben den Verbrauch von Importgütern stark reduziert und
auch den Erdölverbrauch beachtlich eingeschränkt. Aber nach mehr als 10 Jahren
Krieg können sie ihre Volkswirtschaft und ihr Staatswesen nicht allein wieder
aufbauen. Vermehrte amerikanische Hilfe ist jetzt nötig, um die wachsenden Anstrengungen der Vietnamesen zu unterstützen, Frieden und Autarkie sobald wie
möglich zu erreichen.

In Laos ist eine friedliche politische Beilegung des Konflikts im Gange,
und die Bevölkerung dort kann endlich sicheren und stabilen Verhältnissen entgegensehen. Die Probleme bei der Wiederansiedlung der Flüchtlinge und beim Aufbau einer lebensfähigen Wirtschaft werden jedoch die Fähigkeit der laotischen
Regierung auf die Probe stellen, die Interessen aller wahrzunehmen. Wir werden
unsere Hilfe fortsetzen müssen, um diesem unterentwickelten, von anderen Ländern
eingeschlossenen Land den Wiederaufbau seiner Wirtschaft nach so vielen Jahren
des Krieges zu ermöglichen.
Weitere
- 6 -

�Weitere amerikanische Hilfe ist ferner notwendig, um das harte Los der
kambodschanischen Bevölkerung zu mildern - viele sind Flüchtlinge, die wenig
Möglichkeit haben, für den eigenen Unterhalt aufzukommen, solange nicht die
Feindseligkeiten nachlassen.

Die Investitionen, die ich jetzt vornehmen möchte, - Investitionen, um
den Frieden zu stärken, menschliches Leid im Gefolge des Krieges zu lindern
und der Bevölkerung Indochinas die Möglichkeit zu geben, auf eigenen Füßen zu
stehen - sind gering im Vergleich zu dem, was wir im Laufe der Jahre in Indochina investiert haben. Die potentiellen Erträge dieser Investitionen sind jedoch groß, denn sie stärken die Aussichten auf Frieden in Indochina und überall
auf der Welt.

Entwi cklungshi1fe

Die amerikanischen Hilfsprogramme - die bilateralen wie auch die multilateralen - haben einen sehr wesentlichen Beitrag zu dem wirtschaftlichen
Wachstum der Entwicklungsländer in den letzten 10 Jahren geleistet.

Trotz des ermutigenden Erfolges leben schätzungsweise 40 Prozent der Gesamtbevölkerung aller Entwicklungsländer unter so armseligen Bedingungen, wie
es sie in einer Marktwirtschaft nicht gibt. Diese Menschen erreichen, was Ernährung, Bildung und Gesundheit anbetrifft, immer noch nicht das Existenzminimum.

Es ist klar, daß Friede und Armut in der modernen Welt nicht nebeneinander
bestehen können. Auf lange Sicht

müssen wir Frieden ohne Armut erreichen, oder

wir werden überhaupt keinen dauerhaften Frieden haben. Alles, wofür wir gearbeitet, gekämpft und Opfer gebracht haben, wird gefährdet sein, solange Hunger,
Analphabetentum, Krankheit und Armut für 40 Prozent der Bevölkerung der Entwicklungsländer der Welt ein Dauerzustand sind. Aber der Fortschritt, den herbeizuführen wir bisher mit beigetragen haben, beweist, daß dies kein Dauerzustand zu sein braucht. Unsere Entwicklungshilfe wird weiter erforderlich sein,

- 7-

�sein, um diesen Fortschritt beizubehalten und auszudehnen.

Zwecks Gewährung der benötigten Hilfe ersuche ich den Kongreß um die Bewilligung von 255,3 Millionen Dollar im Finanzjahr 1974/75 für funktionelle
Entwicklungshilfeprogramme zusätzlich zu den im Auslandshilfegesetz des letzten
Jahres bereits bewilligten 618 Millionen Dollar.

Diese zusätzlichen Gelder werden es dem Amt für internationale Entwicklung
(AID) ermöglichen, den Entwicklungsländern bei der Steigerung der Lebensmittelerzeugung zu helfen. Die weitverbreiteten Härten, die durch die Verknappung
der Lebensmittelvorräte der Welt in letzter Zeit hervorgerufen worden waren,
fordern verstärkte Anstrengungen aller zur Steigerung der Produktivität der
Landwirtschaft. Das Bevölkerungswachstum und die kürzlichen Mißernten in vielen
Teilen der Welt haben dazu geführt, daß die Getreidevorräte den niedrigsten
Stand seit vielen Jahren erreicht haben und die Preise gestiegen sind. In
einigen Fällen wird die gesamte Bevölkerung von einer Hungersnot bedroht, und
die Lebensmittelverknappung auf der Welt macht es schwierig, die zur Abwendung
einer solchen Tragödie erforderliche Hilfe zu gewähren. Doch Lebensmittelhilfe
allein ist keine Lösung. Die Entwicklungsländer müssen die Produktivität ihrer
eigenen Landwirtschaft steigern, und fast 60 Prozent aller AID-Entwicklungshilfeprogramme werden auf dieses Ziel abgestellt sein.

Wir werden mit der Neuausrichtung unserer Entwicklungshilfeprogramme fortfahren, wie dies gemeinsam von Kongreß und Administration gefordert worden ist,
um direkter die akuten menschlichen Probleme

der ärmeren Länder anzugehen.

Das AID wird sich daher auf Familienplanung und grundlegende ärztliche Dienstleistungen, auf die Verbesserung der Ausbildung und Programme zur Erschließung
der menschlichen Hilfskräfte, auf die Steigerung der Lebensmittelerzeugung sowie auf die Verbesserung der Ernährung konzentrieren.

Ein starkes bilaterales Auslandshilfeprogramm der USA kann jedoch nur
dann voll wirksam sein, wenn es durch anhaltende aktive multilaterale Hilfeanstrengungen ergänzt wird. Dem Kongreß liegt eine Gesetzesvorläge über Beiträge der Vereinigten Staaten an die Internationale Entwicklungsgesellschaft

�Entwicklungsgesellschaft (IDA) in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar vor. Die
kassenmäßige Auszahlung dieser Beiträge wird sich, 1976 beginnend, über
mehrere Jahre erstrecken.

Die Internationale Entwicklungsgesellschaft blickt auf eine 14jährige
erfolgreiche Tätigkeit in der Bereitstellung von Entwicklungsanleihen an die
ärmsten Länder zurück. Wir haben eine Herabsetzung des amerikanischen Anteils
zu den Gesamtbeiträgen für die Hilfe von 40 auf 33 Prozent ausgehandelt und
damit den anderen Ländern eine vermehrte Verantwortung für internationale Anleihen übertragen. Es ist undenkbar, daß die Vereinigten Staaten ein so erfolgreiches internationales Programm aufgeben, und ich ersuche das Repräsentantenhaus, seinen kürzlichen Abstimmungsbeschluß, in dem die IDA-Ermächtigung
abgelehnt wird, nochmals zu überprüfen. Ein solcher Schritt wäre falsche Sparsamkeit und würde gerade die Prinzipien verletzen, die wir mit der Gewährung
von Entwicklungshilfe an andere Länder zu fördern hoffen.

Ebenfalls noch nicht verabschiedet ist die Gesetzesvorlage über einen
Beitrag von 362 Millionen Dollar zum Stammkapital und von 50 Millionen Dollar
zu dem Sonderfonds der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB). Die Leistungen der
jüngeren Asiatischen Entwicklungsbank entsprechen heute denen der IDA. Der
Afrikanische Entwicklungsfonds und die Afrikanische Entwicklungsbank haben ausgezeichnete Aussichten, eine immer wichtigere Rolle in einem Kontinent zu
spielen, dessen Kapitalbedarf gerade in jüngster Zeit erst durch die große
Dürre aufgezeigt worden ist.

Es ist unbedingt erforderlich, daß diese Rahmenermächtigungen wie auch
die für unsere bilateralen Programme verabschiedet werden. Und es ist genauso
wichtig, daß die Bewilligung mit dem vollen Betrag gebilligt werden, der zur
Erfüllung unserer Verpflichtungen gegenüber diesen Institutionen wie auch gegenüber der Interamerikanischen Entwicklungsbank notwendig ist, für die das
entsprechende Gesetz bereits verabschiedet wurde.

Die Vereinigten Staaten führen gegenwärtig Verhandlungen über eine internationale Währungs- und Händelsreform. Es sollte klar sein, daß den unterent- 9 -

�unterentwickelten Ländern, was den Erfolg dieser wichtigen Initiativen anbetrifft, eine bedeutende Rolle zufällt. Diese Länder werden auf die Vereinigten
Staaten blicken, ob diese auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe wie auch bei
der Handels- und Währungsreform weiterhin eine führende Rolle spielen werden.

Sicherheitshilfe

Die Sicherheit unserer Verbündeten und der mit uns befreundeten Länder
ist ein wichtiges Anliegen der Außen- und der nationalen Sicherheitspolitik
der Vereinigten Staaten. Nicht alle sind in der Lage, für ihre Sicherheit zu
sorgen, und unsere Hilfe ermöglicht es diesen Ländern, die Hauptverantwortung
für ihre eigene Verteidigung zu tragen. Sie gibt ihnen das Vertrauen, um mit
ihren potentiellen Gegnern von einer Position der Stärke zu verhandeln und der
Subversion und Einschüchterung zu widerstehen. Die Wirksamkeit und Klugheit
dieser Politik erweist sich heute im Nahen Osten und in Südostasien.

Es kann keinen wirklichen Frieden auf der Welt geben, solange einige Regierungen glauben, daß sie durch Gewalt oder Gewaltandrohung das erreichen
können, was sie durch friedlichen Wettbewerb oder durch Verhandlungen nicht
erreichen können. Unsere Sicherheitshilfeprogramme verringern die Wahrscheinlichkeit, daß derartige Kalkulationen gemacht werden, und erhöhen den Anreiz, internationale Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln beizulegen.

Genauso wie die Sicherheitshilfe die Auswirkungen großer und unerwarteter
Verteidigungslasten auf die Volkswirtschaften befreundeter Staaten mildern kann,
so kann sie auch deren Volkswirtschaften stärken und ihnen so vermehrte militärische Beschaffungskäufe auf Kreditbasis statt auf Schenkungsbasis ermöglichen. Wir brauchen ein flexibles Programm für militärische Beschaffungskäufe
auf Kredit, um die Selbständigkeit befreundeter Staaten zu fördern und zu erleichtern und so mit dazu beizutragen, daß die durch die Gewährung von Sicherheitshilfe für die Vereinigten Staaten entstehenden Kosten sich verringern.

Ich

- 10 -

�Ich ersuche den Kongreß um die Billigung von Bewilligungen in Höhe von
985 Millionen Dollar im Finanzjahr 1974/75 für Militärhilfe auf Schenkungsbasis und von 555 Millionen Dollar für militärische Beschaffungskäufe anderer
Länder auf Kredit zur Finanzierung eines 872,5 Millionen-Dollar-Programms sowie von 385,5 Millionen Dollar für Hilfe zur Stärkung der Sicherheit.

Zusammenfassung
Die Vereinigten Staaten haben erst vor kurzem ein über 10 Jahre dauerndes
Engagement in einem langen, harten und kostspieligen Krieg beendet. Es ist
nichts Ungewöhnliches, wenn im Land eine starke Tendenz festzustellen ist, die
mit einer führenden Rolle in der Welt verbundenen schweren Pflichten aufzugeben. Aber eine vorübergehende Strömung darf nicht die langfristigen Interessen unseres Landes trüben.

Der Prozentsatz des amerikanischen Bruttosozialprodukts, der auf die Auslandshilfe entfällt, ist klein. Er ist in der Tat niedriger als der manches
anderen Landes, doch ist dies eine kluge Investition, die mit der Unterstützung
beider großen politischen Parteien im Interesse unseres eigenen Landes vorgenommen wird - im Interesse unserer historischen Rolle als großzügiger und
mutiger Verteidiger der Freiheit und der Menschenrechte und im Interesse des
Weltfriedens.

Mit unserer Hilfe haben andere Länder einen Punkt erreicht, an dem sie einen
Teil dieser Last übernehmen können. Aber wir haben bis jetzt noch nicht den
Punkt erreicht, an dem wir sie ruhig ablegen dürfen.

Die von mir für das Finanzjahr 1974/75 beantragten Gelder stellen das
Minimum dessen dar, was notwendig ist, um die verantwortungsbewußte und konstruktive Rolle der Vereinigten Staaten zu unterstützen, die sie als international
führende Macht und bei der Zusammenarbeit spielen - eine Rolle, die in unserem
eigenen nationalen Interesse fortgeführt und gestärkt werden sollte.
+ + + + +
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9/1974

US-WIRTSCHAFT RECHNET MIT STEIGENDEM KOHLEVERBRAUCH
- Interview mit unserem Korrespondenten John Uhler -

WASHINGTON --(AD)-- Mit einem starken Ansteigen des Kohleverbrauchs der
Welt ist nach Ansicht des Präsidenten des amerikanischen Kohlenbergbauverbandes Carl Bagge als Folge der Energiekrise zu rechnen. Bagge, der von
1965 bis 1971 an maßgebender Stelle für das Bundesamt für Energiewirtschaft
tätig war, weist unter anderem auf die großen Möglichkeiten hin, die die Verfahren zur Kohleverflüssigung und Vergasung bieten, an deren Verbesserung
amerikanische und europäische Wissenschaftler gemeinsam arbeiten. Das dem
Korrespondenten des US-Informationsamtes John Uhler gegebene Interview hat
folgenden Wortlaut:

Frage: Warum ist die Kohle plötzlich so wichtig geworden?

Antwort: Seit dem Erdölembargo des Nahen Ostens hat sich immer mehr die
Erkenntnis durchgesetzt, welche Bedeutung unsere riesigen Kohlevorkommen
als Energiequelle für die Vereinigten Staaten haben.
Die

�«

Die Erkenntnis, daß die Kohle die größte einheimische Energiequelle
ist, und die Folgerungen, die sich aus der Tatsache ergeben, daß wir rund
60 Prozent der Kohlevorkommen der freien Welt besitzen, sprechen für sich.
Die Kohle ist nicht nur der Brennstoff für Kraftwerke und große industrielle Heizanlagen, sondern auch der Ausgangsbrennstoff für eine in der Entwicklung begriffene Industrie für synthetische Brennstoffe, für Gas und für eine
ganze Reihe flüssiger Petroleumprodukte.

Frage: Importieren die Vereinigten Staaten große Mengen Kohle?

Antwort: Die Vereinigten Staaten sind ein Nettoexporteur von Kohle.
Wir haben den großen Vorteil, über eine für metallurgische Zwecke bestens geeignete Kohle zu verfügen, die für die Stahlerzeugung überall auf der Welt
gebraucht wird. Wir haben in der Vergangenheit laufend Kohle für die Stahlindustrie der freien Welt exportiert. Und es ist angesichts der einzigartigen Qualität dieser Kohle unbedingt notwendig, daß wir diese Exporte fortsetzen. Die beste russische und polnische Kohle kann den Anforderungen der
japanischen und der westeuropäischen Stahlindustrie nicht genügen.

Es gibt eine Menge interessante Projekte, die wir gemeinsam unternehmen.
Wir arbeiten gemeinsam an Verfahren zur Filterung der Kohleabgase der Fabrikschornsteine, an Verfahren zur Kohlevergasung und Verflüssigung sowie an
Kohleabbauverfahren. Wir arbeiten mit der Bundesrepublik Deutschland an Verfahren des Kohleabbaus und mit Großbritannien an anderen Projekten. Mit den
Russen arbeiten wir an einem neuen magneto-hydrodynamischen Energieprojekt

�Energieprojekt mit Kohle. Wir sind an zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten beteiligt, deren Umfang ständig erweitert wird. Auf diese Weise sind
die Kohleindustrien der Welt immer enger zusammengerückt.

Frage: Was sollten die Vereinigten Staaten in den nächsten Jahren für
den Export von Kohle tun?
Antwort: Die amerikanische Politik sollte auf eine Fortsetzung der Exporte hinauslaufen - im Interesse unserer Freunde in der freien Welt und im
Hinblick auf die Schlüsselstellung der Stahlerzeugung. Ich rechne mit einem
Ansteigen der Kohlenexporte. Das läßt sich durchaus mit dem Bedarf unserer
eigenen Stahlindustrie vereinbaren, die metallurgische Kohle in ausreichender
Menge erhalten wird.
Frage: Gibt es irgendwelche amerikanischen Export-oder Importkontrollen
für Kohle, sollte es welche geben?

Antwort: Wir haben nichts gegen ein Lizensierungsprogramm für Kohlenexporte einzuwenden. Bei unseren Kohlenexporten handelt es sich zu 95 Prozent
um metallurgische Kohle und nicht um Kraftwerkskohle. Kanada ist eine Ausnahme; dorthin liefern wir Kraftwerkskohle im Austausch gegen Kraftstrom.

Langfristige Kontrakte - im allgemeinen über mehr als fünf Jahre - haben
wir mit den Stahlindustrien der Länder der freien Welt. Ein Bruch dieser Kontrakte würde sich sehr nachteilig auf unsere Beziehungen zu den Ländern der
freien Welt auswirken. Dies liegt nicht im Interesse der Vereinigten Staaten.
Frage:

-3-

�9
t

i

Frage: Wie hoch belaufen sich die Investitionen anderer Länder im amerikanischen Kohlenbergbau?

Antwort: Gerade die Japaner haben zahlreichen amerikanischen Bergwerks eignem Geld für den Abbau von metallurgischer Kohle zur Verfügung gestellt.
Auf diesem Gebiet wird eine ganze Menge getan und es wird noch mehr geschehen,
wenn unsere Kohleindustrie weiter expandiert.

Frage: Was wird in der Kohleindustrie in den nächsten Jahren geschehen?

Antwort: Das hängt zu einem großen Teil davon ab, welche Entwicklung die
Politik der amerikanischen Regierung nimmt. Einige Amerikaner sind der Ansicht,
daß der Tagebau eingestellt werden oder auslaufen sollte. Da das Land wieder
erschlossen werden kann, sollten dem Tagebau strikte Auflagen für die Rekultivierung gemacht werden. Wo dies nicht möglich ist darf nicht abgebaut werden. Die Vereinigten Staaten sollten jedoch nicht einfach große Vorkommen stilllegen, weil im Augenblick eine Rekultivierung noch nicht möglich ist. In
Dürregebieten mit weniger als 25 cm Niederschlagsmenge gibt es natürlich
Probleme, die jedoch von der Forschung gelöst werden können. Das braucht nur
etwas Zeit. Wenn wir jetzt aus politischen Gründen einzelne Gebiete blockieren,
dann werden diese künftigen Generationen beim Übergang zu einer synthetischen
Kohleindustrie fehlen, das ist das Problem. Es gibt Umweltschützer, die bestimmte Gebiete am liebsten für immer für den Kohlenabbau sperren möchten.

Der amerikanische Kohlenbergbau hat sich gegenüber der Regierung schriftlich verpflichtet, 60 Millionen Tonnen Kohle zusätzlich zu fördern, damit die

-4-

�die zahlreichen Energieversorgungsbetriebe, vor allem an der Atlantikküste,
die bisher auf Nahostöl angewiesen waren, umgestellt werden können. Die Vereinigten Staaten lassen Gas als Heizstoff für die Elektrizitätsgewinnung
nicht mehr zu. Die Wirtschaftlichkeit solcher technologischen Verfahren zur
Elektrizitätsgewinnung liegt bei nur 35 Prozent, so daß bei der Umwandlung
in Elektrizität rund 65 Prozent der Energie des Brennstoffs verlorengehen.
Praktisch werden also rund 65 Prozent des Gases oder des Erdöls nutzlos abgebrannt.
Frage: Wie hoch sollten die Investitionen in der Kohlenindustrie in den
nächsten fünf Jahren sein? Werden diese Investitionen erfolgen und wohin wird
dieses Geld fliessen?

Antwort: Der Nationale Kohleausschuß hat vor 18 Monaten in einem Bericht
die Investitionen in der amerikanischen Kohleindustrie bis 1985 auf 12 Milliarden Dollar veranschlagt. Das ist einmalig. Der Ausschuß hat weiter angedeutet,
daß die amerikanischen Eisenbahnen weitere 4 bis 6 Milliarden Dollar investieren müssen, um eine solche riesige Expansion möglich zu machen. Solche Investitionen können nur erfolgen, wenn seitens der Regierung eine Politik verfolgt wird, die ein derartiges langfristiges Engagement garantiert.

Entscheidend für die Erschließung der amerikanischen Kohlevorkommen ist
die von den Senatoren Henry Jackson und Jennings Randolph eingebrachte Vorlage, die unter dem Namen "National Coal Conversion Policy Act" läuft. Wir
unterstützen dieses Gesetz.
Dieses

�*

Dieses Gesetz fordert im wesentlichen, daß die Bundesregierung dafür
Sorge tragen müsse, daß alle großen (nicht mit Kernbrennstoff betriebenen)
Kraftwerke in Zukunft mit Kohle und nicht mit Erdöl oder Erdgas heizen. Und
es geht sogar noch weiter und fordert, daß die Industrie künftig für die Erzeugung von Dampf ebenfalls in erster Linie auf Kohle zurückgreifen soll.
Die riesigen Kohlevorkommen werden dann voll genutzt werden.

Frage: Wieso können wir hinsichtlich der Kohlesituation optimistisch
sein?
Antwort: Ich bin hinsichtlich der Zukunft recht optimistisch. Trotz binnenwirtschaftlicher Schwierigkeiten waren die Aussichten für die amerikanische Kohlenindustrie niemals besser.

Innenminister Morton und andere Regierungsvertreter haben davon gesprochen, daß 1985 rund zwei Milliarden Tonnen Kohle jährlich gefördert werden.
Verglichen mit unserer gegenwärtigen Förderung von 600 Millionen Jahrestonnen ist das ein ehrgeiziges Ziel. Selbst in Zeiten, da die Kohle "König" war,
haben wir keine solchen Mengen gefördert. Das Phänomen ist, daß die Förderung überall auf der Welt ansteigt.

Eine vor 18 Monaten von den Vereinten Nationen durchgeführte Studie stellt
fest, daß 93 Prozent aller fossilen Brennstoffe auf der Welt in Form von
Kohle vorkommen. Die Studie kommt dann zu dem Schluß, daß im Jahre 2 000 die
in flüssiger Form vorkommenden fossilen Brennstoffe - Erdöl - zu 87 Prozent
und die als Gas vorkommenden fossilen Brennstoffe zu 80 Prozent erschöpft

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�erschöpft sein werden. Dagegen werden erst zwei Prozent der Kohlevorkommen
der Welt verbraucht sein.

Die Folgerungen, nicht nur für die amerikanische Politik, sondern für
die weltweite Politik auf diesem "Raumschiff Erde", liegen klar auf der Hand.
Wir müssen diese riesigen Kohlevorkommen unter einem völlig anderen Gesichtspunkt als bisher sehen. Selbst wenn mehr Kernenergie für die Elektrizitätsgewinnung zur Verfügung steht, werden die Aussichten für die amerikanische
Kohleindustrie

und die Kohleindustrie überall auf der Welt hervorragend

sein.

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