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Dokumentation

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3

13. Februar 1974

Inhalt

WIRTSCHAFT:
Rede Kissingers auf der Washingtoner Energiekonferenz
-WortlautPräsident Nixon legt Außenwirtschaftsbericht vor
-Auszüge-

DOKUMENTATION:
Kissinger zu Fragen der Energie und Entspannung
-Ausführungen des US-Außenministers vor dem Harvard/Yale/PrincetonClub in Washington-

H1NTERGRUNDMATERIAL

Die Zukunft des Bündnisses
-Von NATO-Generalsekretär Dr. Joseph M.A.H.Luns-

INFORMATION:
Fulbright-Stipendien für deutsche Bildungsexperten 1974

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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3/1974

REDE KISSINGERS AUF DER WASHINGTONER ENERGIEKONFERENZ
- Wortlaut -

WASHINGTON --(AD)-- Der amerikanische Außenminister Dr. Henry A. Kissinger
hat am 11. Februar eine ernste Warnung an alle Länder gerichtet, daß
"isolierte Lösungen" der Energiesituation "nicht möglich sind ". In einer
Rede zur Eröffnung der Energiekonferenz der 13 wichtigsten Erdölverbraucherländer schlug der Außenminister ferner ein umfassendes Programm zur Koordinierung und Zusammenfassung der nationalen Projekte auf dem Gebiet der
Energieforschung und -entwicklung vor und betonte, daß die Vereinigten
Staaten bereit seien, ihre technologischen Kenntnisse auf dem Gebiet der
Urananreicherung mit den übrigen Ländern zu teilen. Die Rede Kissingers hat
folgenden Wortlaut:

Namens des Präsidenten der Vereinigten Staaten begrüße ich Sie auf
dieser Konferenz.
Mein großer Vorgänger, Dean Acheson, hat einst erklärt, daß "die Menschen manchmal nichts tun können, um ein Unheil abzuwenden, daß sie jedoch
viel häufiger einfacher deshalb versagen, weil sie großen,.kühnen und for-

-1-

�fordernden Problemen halbherzig, furchtsam und engstirnig entgegentreten'.'.
Die in diesem Raum vertretenen Länder werden mit einer noch nie dagewesenen
Herausforderung konfrontiert, die sich gegen unseren Wohlstand und das gesamte System der internationalen Zusammenarbeit richtet, das zu Lebzeiten der
letzten Generation mit so viel Mühe errichtet worden ist. Die Auswirkungen
der Energiekrise erstrecken sich auf alle Teile der Welt. Sie werfen grundlegende Fragen hinsichtlich der Zukunft der Entwicklungsländer, der Aussichten für das wirtschaftliche Wachstum aller Länder und der Hoffnungen auf eine
weltweite Stabilität auf.

Das Ausmaß der Probleme war schon mindestens vor einem Jahr erkennbar
- wir haben sie schon im Rahmen unseres ursprünglichen Vorschlages für neue
Beziehungen zu Europa und Japan angesprochen. Mit dieser Herausforderung
werden wir uns zumindest für den Rest dieses Jahrzehnts und vielleicht sogar
noch darüber hinaus befassen müssen. Der Ernst des Problems, seine Eindringlichkeit und die Unmöglichkeit nationaler Lösungen, das alles zwingt uns zu
internationaler Zusammenarbeit - zwischen den großen Verbraucherländern,
zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern sowie zwischen den
Erzeuger-und den Verbraucherländern.

Die Vereinigten Staaten haben mit einem zentralen Ziel zu dieser Konferenz eingeladen, nämlich nachdrücklich auf eine Lösung des Energieproblems
auf der Basis der Zusammenarbeit aller Länder hinzuarbeiten. Gelingt uns dies
nicht, dann würde die Welt von einem gefährlichen Zyklus - Wettbewerb,
Autarkie, Rivalität und Depression - bedroht werden, wie er in den dreißiger

-2-

�dreißiger Jahren zum Zusammenbruch der Weltordnung geführt hat. Glücklicherweise läßt sich das Problem noch multilateral lösen: Die nationale Politik
ist noch in der Entwicklung, praktische Lösungen des Energieproblems sind
technisch möglich und die Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern steht uns
politisch noch offen.

Lassen Sie mich die Ansichten der Vereinigten Staaten zu den großen
Fragen, vor denen wir stehen, zusammenfassen:
Erstens, die Energiesituation wirft für alle Nationen ernste wirtschaftliche und politische Probleme auf. Isolierte Lösungen sind nicht möglich. Selbst Länder wie Kanada und die Vereinigten Staaten, die das Energieproblem weitgehend mit nationalen Maßnahmen lösen können, würden unter den
Auswirkungen einer Weltwirtschaftskrise zu leiden haben. Verbraucher oder
Erzeuger, im Überfluß Lebende oder Arme, Mächtige oder Schwache, für sie alle
steht mit der Prosperität und der Stabilität des internationalen Wirtschaftssystems etwas auf dem Spiel.
Zweitens, dieser Herausforderung kann nur durch eine konzertierte internationale Aktion erfolgreich begegnet werden. Ihre Auswirkungen sind kontrollierbar, wenn wir zusammenarbeiten; sie sind nicht kontrollierbar, wenn
wir dies nicht tun.

Drittens, die Entwicklungsländer müssen rasch in die Konsultationen und
die Zusammenarbeit einbezogen werden. Ihre Zukunft wird von allen Ländern am
stärksten betroffen. Da sie die gegenwärtigen Preise für Erdöl und Dünge-

-3-

�Düngemittel nicht bezahlen können, haben sie die Gefahr des Verhungerns und
die Tragödie verlorener Hoffnungen auf eine weitere wirtschaftliche Entwicklung vor Augen.
Viertens, unsere Beziehungen zu den Erzeugern müssen von Zusammenarbeit
und nicht von Konfrontation gekennzeichnet werden. Jeder von uns hat legitime
Interessen. Jeder von uns steht vor lauernden Gefahren. Wir brauchen einander.
Wenn wir rasch und gemeinsam zu kollektiven Maßnahmen kommen, werden wir alle
Nutzen daraus ziehen.

Fünftens, die Vereinigten Staaten sind sich ihrer eigenen Verpflichtung
bewußt, wesentlich zu einer kollektiven Lösung beizutragen. Obwohl wir weniger unmittelbar betroffen sind als andere, betrachten wir es als eine Angelegenheit des wohlerwogenen Selbstinteresses - und der moralischen Verpflichtung - für das Fortbestehen und die Wiederherstellung des WeltwirtschaftsSystems mit anderen zusammenzuarbeiten. Das Projekt Unabhängigkeit, das die
amerikanische Nachfrage nach Rohstoffen der Welt verringern soll, kann eine
Station auf dem Wege zu einem neuen Projekt Interdependenz sein. Wir sind bereit, das moderne technologische Wissen der USA auf dem Energiesektor mit anderen zu teilen, gemeinsam neue Versorgungsquellen zu entwickeln und ein Verteilungssystem für Krisenzeiten zu schaffen. Wir sind bereit, für die im Anschluß an die Konferenz aufzunehmende Arbeit spezifische Vorschläge zu unterbreiten.

Das

�Das Energieproblem
Die Energiekrise hat drei Dimensionen - erstens das Erdölembargo, zweitens die Verknappung der Lieferungen und schließlich das Ausmaß der Preiserhöhungen.

Das Embargo richtet sich jetzt weitgehend gegen die Vereinigten Staaten.
Wir werden mit diesem Problem fertig werden und nicht um Hilfe bitten. Die
unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des Embargos dürften zwar selektiv sein, seine politischen Dimensionen dürften jedoch allgemein mehr Sorge
bereiten. Hier treten für die Weltgemeinschaft viel weitgehendere Auswirkungen auf: durch die Manipulation der Rohstoffversorgung soll die Außenpolitik
der Importländer beeinflußt werden.
Das grundlegende wirtschaftliche Problem liegt jedoch tiefer. Die Nachfrageexplosion war weit stärker als die Anreize für die Erzeuger, ihre Produktion auszuweiten. Der inflationistische Druck in den Verbraucherländern
gab eher einen Anreiz, die Produktion zurückzuhalten. Dies trifft im besonderen bei einem Verkäufermarkt zu, auf dem die Erzeugerländer ihre Einkünfte
durch Preiserhöhungen und nicht durch Produktionsausweitung steigern können.

Aber es gibt auch hoffnungsvollere Anzeichen. Die Weltnachfrage ist
in den letzten Wochen - nicht zuletzt wegen der steigenden Preise - zurückgegangen und dürfte sich deutlich unter dem Stand von September vorigen Jahres
halten. Wir mögen daher am Anfang eines augenfälligen Wandels in den langfristigen Aussichten für den Welterdölmarkt stehen. Entschlossene Sparmaßnahmen in den Verbraucherländern und die nachhaltige Suche nach alternativen

�alternativen Energiequellen können die Wachstumsrate der Nachfrage nach Öl
weiter verringern.

Das unmittelbarste und kritischste Problem betrifft die Preise. Das gegenwärtige Preisniveau ist auf die Dauer einfach nicht zu halten. Auf diesem
Niveau werden allein die Industriestaaten im Jahre 1974 ein Defizit der laufenden Konten von 30 bis 40 Milliarden Dollar auszuweisen haben. Eine so
gewaltige Zunahme der Kosten wird in den Importländern die Arbeitslosigkeit
und die Inflation stark aufblähen, während sie sich auf die einheimische
Produktion deflationär auswirken wird. Die Forderung nach Einfuhrquoten wird
unwiderstehlich und die unausweichliche Folge wird ein allgemeiner Rückgang
im Welthandel sein.

Die Bedrohung der ärmeren Länder der Welt ist noch sehr viel größer.
Bei dem gegenwärtigen Stand der Preise werden die Entwicklungsländer im
Jahre 1974 ein Defizit der laufenden Konten von 25 bis 30 Milliarden auszuweisen haben, wovon allein 10 Milliarden Dollar auf die Erhöhung der Ölpreise entfallen. Dieses Defizit ist dreimal so hoch wie die Summe der gesamten
Hilfe der ganzen Welt in den letzten Jahren. Weder die Entwicklungsländer noch
die traditionellen Geberländer könnten eine solche Summe abdecken. Schon
allein der Versuch würde die Früchte von zwei Jahrzehnten hart erarbeiteten
Fortschritts zunichte machen und ein Erbe politischer Spannungen, sozialer
Unruhe und menschlicher Verzweiflung hinterlassen.
Darüber

-6-

�Darüber hinaus ist als direkte Folge der Olpreissteigerungen die Versorgung der ärmeren Länder mit den so entscheidend wichtigen Düngemitteln
stark eingeschränkt worden. Die Düngemittelpreise haben sich zumindest verdoppelt und damit wird das Gespenst der Hungersnot an die Wand gemalt. Wir
dürfen nicht zulassen, daß das eintritt.
Die Erzeugerländer selbst werden von diesen Konsequenzen nicht verschont
bleiben. Ihre beispiellose Chance für einen dramatischen und raschen wirtschaftlichen Fortschritt kann den Folgen nicht entkommen, die sich aus glo baier Deflation, wachsenden Restriktionen im Welthandels-und -Währungssystem
und den politischen Spannungen zügelloser Konkurrenz ergeben. Eine Hauptaufgabe dieser Konferenz besteht darin, mit der Schaffung eines Rahmens für die
Zusammenarbeit zu beginnen, der die Hoffnungen der Erzeuger ebenso erfüllen
wird wie den Bedarf der Verbraucherländer.

Diese globalen Dilemmas können nicht durch bilaterale Abmachungen allein
überwunden werden. Wir bestreiten nicht das Recht souveräner Staaten, individuelle Abmachungen zu treffen. Wir sind jedoch der Überzeugung, daß es von
entscheidender Bedeutung ist, daß diese Abmachungen sich an vereinbarte Verhaltensregeln halten. Wenn solche Regeln fehlen, dann wird ein schrankenloser Bilateralismus ganz sicher zu katastrophalen politischen und wirtschaftlichen Folgen führen.

Kein vorstellbares Wachstum des bilateralen Handels mit den Erzeugerländern kann die massiven Zahlungsdefizite ausgleichen, mit denen jedes Land

-7-

�Land rechnen muß. Das einzige Ergebnis eines nicht in Bahnen gelenkten Bilateralismus kann nur darin bestehen, daß man die Preise gegenseitig hochbietet - vielleicht noch über den gegenwärtigen Stand - und sie auf einem
Niveau stabilisiert, das noch vor allen anderen die Länder ruinieren wird,
die die bilateralen Abmachungen treffen.

Die Herausforderung ist also letztlich an das zerbrechliche Gefüge internationaler Grundsätze und Institutionen gestellt. Wenn es uns nicht gelingt, eine kooperative Lösung zu finden, dann wird jeder von uns versucht
sein, das Problem auf andere abzuschieben. Das war die Einstellung, mit
der die industrielle Welt in den dreißiger Jahren mit ihrer "Bettelmann'V
Politik an die Dinge heranging. Wir alle wissen, wie das ausgegangen ist.

Ein Weg zur Zusammenarbeit - Ein Sieben-Punkte-Programm

Das große Ziel der amerikanischen Politik im letzten Viertel Jahrhundert
bestand darin, eine Welt der Kooperation herbeizuführen und das engstirnige Konkurrenzdenken - das traditionsgemäß zum wirtschaftlichen oder militärischen Konflikt - oder beidem - führte - endgültig hinter uns zu lassen.
Wir halten an unserem Glauben an dieses Ziel fest. Im Sinne des gemeinsamen
Interesses sind die Vereinigten Staaten bereit, einen wesentlichen Beitrag
an Mühe, Wissenschaft, Technologie und Mitteln zu einer gemeinsamen Lösung
des Energieproblems zu leisten.

Die

-8-

�Die Vereinigten Staaten sind bereit, gemeinsam mit den hier vertretenen
Ländern

und später zusammen mit den Erzeugern sowie mit anderen Verbrauchern

einen wirklich umfassenden Vorstoß in Richtung auf dieses große Ziel zu unternehmen: die Gewährleistung einer ausreichenden Energieversorgung zu vernünftigen Preisen, um dadurch den Bedarf der ganzen Welt für das Wirtschaftswachstum und den Verbrauch der Bevölkerung decken zu können.
Zu diesem Zweck schlagen wir vor, daß sich diese Konferenz mit gemeinsamen Anstrengungen auf sieben Gebieten befaßt: Rationalisierung,alternative
Energiequellen, Forschung und Entwicklung, Energieverbund, internationale
finanzielle Zusammenarbeit, Entwicklungsländer, Verbraucher-Erzeuger-Beziehungen.

1. Rationalisierung: Von entscheidender Bedeutung ist die Entwicklung
einer neuen Energie-Ethik, die der Erhaltung und rationellsten Nutzung der
vorhandenen Energiequellen dient. Wir müssen uns grundsätzlich verpflichten,
Opfer und Kosten der Rationalisierung gemeinsam zu tragen,und so die Belastung
der Weltvorräte verringern. Die Vereinigten Staaten sind sich darüber im klaren, daß sie der verschwenderischste Energieverbraucher der Welt sind. Unser
eigenes nationales Programm hat jedoch in den letzten vier Monaten den Energieverbrauch der Regierung um 20 Prozent, den Verbrauch der Industrie um
über 10 Prozent, den Benzinverbrauch um 9 Prozent und den Erdgas-und Elektrizitätsverbrauch in Wohn-und in Bürogebäuden um 6 respektive 10 Prozent
gesenkt. Wir werden dieses Programm noch erweitern. Wir sind ebenfalls bereit, gemeinsam mit anderen Verbrauchern eine feste Zusicherung für weitere

�I

weitere Einsparungsbemühungen zu geben. Die Vereinigten Staaten sind bereit, bei der Revision der nationalen Programme der Verbraucherländer, bei
der Bewertung ihrer Wirksamkeit und bei Empfehlungen an die Regierung für
zusätzliche Maßnahmen mitzuarbeiten.

2. Alternative Energiequellen: Die Nachfrage in diesem Jahrzehnt kann
nicht gedeckt werden, wenn wir nicht die verfügbaren Vorräte durch nachdrückliche Entwicklung alternativer Energiequellen vergrößern.

Um rasche Ergebnisse erzielen zu können, müssen wir uns auf bekannte
Brennstoffvorkommen konzentrieren. Kohle ist in reichlichen Mengen vorhanden, aber wir müssen die Technologien weiter entwickeln, die in der Zeit des
billigen Erdöls vernachlässigt worden sind. Der Kontinentalschelf und die
ungewöhnlichen Lager - Kohle, Ölschiefer und ähnliche Vorkommen - müssen
rasch erschlossen werden.

Die Vereinigten Staaten sind bereit, die folgenden Möglichkeiten für
eine Zusammenarbeit der Verbraucher zu prüfen:
— Eine gemeinsame Verpflichtung zur Erschließung der fossilen Brennstoff vorkommen, die sich innerhalb unserer jeweiligen Landesgrenzen befinden;
-- eine koordinierte Politik, um den Einsatz privaten Kapitals in die
neuen, höhere Kosten verursachenden Energiezweige zu ermutigen, wie etwa die
Gewinnung von Öl und Gas aus Kohle und Ölschiefer;
-- Vereinbarungen auf Regierungsebene, um die weltweite Suche nach neuen
Energiequellen wie zum Beispiel Ölvorkommen vor den Küsten zu beschleunigen;
-- internationale
-10-

�-- internationale Programme, um die Verwundbarkeit der großen Industriestaaten durch Unterbrechung der Versorgung oder durch Manipulationen zu
verringern - zum Beispiel durch eine methodische Umstellung der Schlüsselindustrien auf andere Brennstoffe als Erdöl;

3. Forschung und Entwicklung:Nicht nur neue Forschungsvorhaben, sondern
auch neue Technologien können uns zusätzliche Energiequellen verschaffen.
Viele unserer Länder nehmen große neue Programme in Angriff. Unser eigenes
nationales Programm sieht die Ausgabe von über 11 Milliarden Dollar aus
Regierungsmitteln in den nächsten fünf Jahren vor, sowie im gleichen Zeitraum voraussichtliche Investitionen von 12,5 Milliarden Dollar an privaten
Mitteln. Aber wir haben kein Monopol für modernste und vielversprechendste
Methoden. Es gereicht uns allen zum Vorteil, wenn wir unsere Anstrengungen
koordinieren und zusammenfassen. Daher sind die Vereinigten Staaten bereit,
einen wesentlichen Beitrag in Form ihrer sehr weit fortgeschrittenen Energieforschung und -entwicklung zu einem umfassenden internationalen Programm
auf dem Gebiet der Energie zu leisten.

Ohne Zweifel wird ein beträchtlicher Teil der neuen Energie von Kernreaktoren geliefert werden, für die größere Mengen an angereichertem Uran
benötigt werden. Die Vereinigten Staaten sind bereit, im Rahmen einer umfassenden Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energie die Weitergabe technologischen Wissens auf dem Gebiet der Anreicherung - Diffusion und Zentrifuge ins Auge zu fassen. Derartige multilaterale Anstrengungen auf dem Gebiet der
Anreicherung könnten im Rahmen einer gesicherten Versorgung, einer geographischen Streuung und einer Kontrolle unberechtigter Weitergabe erfolgen-.
-11-

�•
&gt;

erfolgen. Wir werden richtungweisende Grundsätze für eine solche gemeinsame
Inangriffnahme der von uns vorgeschlagenen Arbeiten unterbreiten.

4. Energieverbund: Die Aufteilung verfügbarer Vorräte in Krisenzeiten
und in Zeiten längerer Verknappungen ist unerläßlich. Keiner von uns weiß
mit Bestimmtheit, wie sich auf der Welt das Verhältnis zwischen Angebot und
Nachfrage bei Erdöl entwickeln wird oder welche politischen Notfälle eintreten könnten. Wir können jedoch unsere Sicherheit oder unsere nationale Volkswirtschaften nicht Kräften überlassen, die außerhalb unserer Kontrolle stehen.

Die Vereinigten Staaten erklären sich bereit, die verfügbare Energie
in Krisenzeiten oder in Zeiten längerer Verknappungen mit anderen zu teilen.
Wir wären bereit, einen vereinbarten Teil unserer gesamten Erdölvorräte zur
Verfügung zu stellen - unter der Voraussetzung, daß andere Verbraucherländer
mit eigener Erzeugung das gleiche tun. In dem Maße, in dem wir der Autarkie
näher kommen, würde sich natürlich auch unser Potential für eine Weitergabe
an andere erhöhen.
Aufbauend auf der früher in der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geleisteten Arbeit sollten den Regierungen
endgültige Empfehlungen unterbreitet werden, die unter anderem enthalten;

-- einen Verteilungsschlüssel;
—

Kriterien, um festzustellen, wann Lieferverknappungen auftreten; und

-12-

�und
-- ergänzende Programme wie Bevorratung, Schubladenpläne für eine Rationierung.

5. Internationale finanzielle Zusammenarbeit: Die Struktur und die
Stärke des internationalen Handels-und Währungssystems muß wiederhergestellt
und verstärkt werden. Wenn es für die Industrienationen keine Möglichkeit
gibt, in kollektiver Weise die Handelsdefizite zu beseitigen, die durch die
höheren Ausgaben für Ölimporte entstehen, dann bleibt nur der Versuch, dies
auf individueller Basis zu versuchen, und zwar dadurch, daß man damit die
Probleme eines anderen vergrößert. Außerdem wachsen die finanziellen Forderungen der Erzeugerländer gegenüber den Verbraucherländern in einem Maße an,
wie es in der Geschichte bisher beispiellos ist.

In der Vergangenheit wurden die aus den Öleinnahmen erwachsenen Mittel
über die verschiedenen nationalen und internationalen Geldmärkte wieder in
die Wirtschaftssysteme der Verbraucherländer zurückgeleitet. Diese Märkte
können, zumindest was die Industrieländer anbetrifft, diese Funktion auch
weiterhin in weitgehendem Maße beibehalten. Der Fortfall unserer Kapitalkontrollen und die Erleichterung der Kontrollen in anderen Ländern dürften dabei mithelfen. Aber die Größenordnung der neuen Kapitalflüsse könnte die Funktion dieser Märkte schwerwiegenden Belastungen aussetzen. Das in bestimmte
Verbraucherländer einströmende Kapital kann unter Umständen nicht deren Bedürfnissenzur Finanzierung ihrer Zahlungsbilanz entsprechen; eine bedrohliche Instabilität könnte entstehen, wenn diese Geldmengen über Währungsgrenzen
hinweg verlagert werden, ohne daß eine entsprechende finanzielle Zusammen-13-

�Zusammenarbeit unter den Industriestaaten besteht. Hier besteht wiederum
eine entscheidend wichtige Kongruenz der Interessen zwischen den Erzeugern
und den Verbrauchern und eine dringende Notwendigkeit, zu kooperativen Lösungen zu gelangen.

Die Schritte, um mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der hohen Ölpreise fertig zu werden, müssen auf breiter Front unternommen werden. Dazu
sollten folgende Empfehlungen gehören:

- Neue Mechanismen, um die Verteilung des internationalen Kapitalflusses
aus den überschüssigen Öleinnahmen zu erleichtern;

- Maßnahmen von Seiten der Erzeuger und Verbraucher, um beim Aufbau des
für jede Investitionspolitik und die Integrität der Investitionen notwendigen Vertrauens zusammenzuarbeiten;

- Schritte, die es den Erzeugerländern erleichtern,sich voll an den bestehenden internationalen Instituten zu beteiligen und einen Beitrag zur
Befriedigung des dringlichsten Bedarfs der Entwicklungsländer zu leisten.
6. Entwicklungsländer: Der Bedarf der Entwicklungsländer stellt einen
besonders dringlichen Aspekt der Energiekrise dar. Massive Preissteigerungen
für Ölimporte treten zu einer Zeit auf, in der sich die Exportaussichten vieler Entwicklungsländer infolge der Verlangsamung der Weltwirtschaftstätigkeit rapide verringern. Selbst bei niedrigeren Olpreisen hätten die Zahlungsbilanzprobleme der Entwicklungsländer ständige Aufmerksamkeit erfordert.

Wir

-14-

�Wir sollten an diese uns in menschlicher und wirtschaftlicher Hinsicht
gestellte Aufgabe auf der Grundlage folgender Prinzipien herangehen:

— Die Entwicklungsländer als Verbraucher sollten eingeladen werden,
an der nächsten Stufe unserer Beratungen teilzunehmen.

-- Die Industrieländer sollten ihre Hilfsprogramme für diese Länder
möglichst nicht wegen Zahlungsbilanzproblemen verringern. Die Regierung der
Vereinigten Staaten wird zu diesem Zweck den Kongreß ersuchen, unseren Beitrag für die Internationale Entwicklungsgesellschaft (IDA) wieder voll zu
bewilligen.

-- Der Reichtum der Erzeugerländer eröffnet eine potentielle neue Quelle für eine großangelegte Kapitalhilfe für die Entwicklungsaufgaben. Die Erzeugerländer sollten ein besonderes Verständnis für die Probleme aufbringen,
denen sich die ärmeren Nationen gegenübersehen. Wir sollten ihre Beteiligung
•an internationalen und regionalen Institutionen ermutigen und erleichtern.

-- Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um für das kommende
Jahr eine ausreichende Düngemittelversorgung sicherzustellen. Das unmittelbare Problem ist, Erdöl zu einem Preis zur Verfügung zu stellen, daß die vorhandenen Kapazitäten für die Düngemittelproduktion voll genutzt werden können. Das langfristige Problem besteht darin, ausreichende Kapazitäten zu
schaffen, damit der rasch steigende Bedarf der Welt gedeckt werden kann.
Die Vereinigten Staaten wären bereit, ihre technologischen Kenntnisse für
ein solches gemeinsames Projekt zur Verfügung zu stellen.
7^

-15-

�7. Verbraucher-Erzeuger-Beziehungen: Unser letztliches Ziel muß die
Schaffung eines kooperativen Rahmens sein, in dem Erzeuger und Verbraucher
ihre Meinungsverschiedenheiten beilegen und ihren Bedarf und ihre Erwartungen
in Einklang bringen können. Nur auf diese Weise können wir die Weiterentwicklung und das Wachstum der Weltwirtschaft sowie die Stabilität der internationalen Beziehungen gewährleisten. Wir müssen darauf hinarbeiten, daß die Ausübung jeglichen Zwanges, sei es seitens der Starken auf die Schwachen oder sei
es seitens der Schwachen auf die Starken verhindert wird. Den Erzeugerländern
muß ein gesicherter Anteil an einer expandierenden Weltwirtschaft und den
Verbraucherländern eine gesicherte Versorgungsquelle zugestanden werden.

Es erscheint klar, daß das wohlerwogene Selbstinteresse der Verbraucher
und das der Erzeuger nicht in Widerspruch zueinander stehen dürfen und sollten. Künftige Generationen werden vielleicht nicht mehr über eine laufende
Erdölversorgung verfügen. Die übermäßig hohen Preise haben bereits zu umfangreichen Investitionen in alternative Energiequellen geführt, die für die Zukunft Aussicht auf niedrigere Preise und für die Erzeuger schrumpfende Exportmärkte verheißen. Aber stabile Erdöleinkommen aus gerechten Preisen,
vernünftig investiert und durch Zins und Zinseszins vermehrt, werden eine
langfristige Einkommensquelle bilden.

Die Erzeuger müssen also ein Interesse an einem "gerechten" Preis sowie an stabilen langfristigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen haben. Daher sollten wir auf der Verbraucher-Erzeuger-Konferenz, auf die wir
zusteuern, darüber sprechen, was ein gerechter Preis ist und wie langfristi-

-16-

�langfristige Investitionen sichergestellt werden können. Eine gut vorbereitete Erzeuger-Verbraucher-Konferenz, auf der die Verbraucher weder als Gruppe noch einzeln eigennützige Vorteile anstreben, wird keineswegs zu einer
Konfrontation führen, sondern kann stattdessen die Grundlage für neue kooperative Beziehungen schaffen. Aber das wird nur der Fall sein, wenn sie
gut vorbereitet ist - und wenn die Verbraucher zuerst eine solide Basis für
eine Zusammenarbeit unter ihnen selbst geschaffen haben.

Die nächsten Schritte

Die Vereinigten Staaten sind nicht an der Schaffung neuer Institutionen
um ihrer selbst willen interessiert. Wir sind ausschließlich an praktischen
Ergebnissen interessiert. Einige der von mir aufgezeigten Aufgaben können in
den vorhandenen internationalen Institutionen erledigt werden; andere werden Neuland aufbrechen. Die unerläßliche Voraussetzung ist, dafür zu sorgen,
daß der nächsten Konferenz konkrete Empfehlungen vorgelegt werden.

Um unsere Arbeit fortzuführen, sollte unseres Erachtens eine Koordinierungsgruppe mit den folgenden Aufgaben eingesetzt werden:

-- zwischen den Aufgaben, die bestehenden Gremien übertragen worden
sind, und unserer künftigen Arbeit eine Beziehung herzustellen;
-- die Aufgaben in Angriff zu nehmen, für deren Lösung es gegenwärtig
kein geeignetes Gremium gibt;
—

die nächste Konferenz vorzubereiten.
Eine

-17-

�Eine weitere Verbraucherkonferenz sollte dann auf Außenministerebene
einberufen werden, um die auf allen sieben Gebieten geleistete Arbeit zu
überprüfen. Zu dieser Konferenz könnten auch Vertreter der Entwicklungsländer hinzugezogen werden.

Diese Konferenz würde dann zu einer dritten Konferenz von Verbrauchern
und Erzeugern führen.

Wir stehen Vorschlägen über den Ort dieser nächsten Konferenzen aufgeschlossen gegenüber.

Wir sollten darauf hinarbeiten, den gesamten Prozeß bis zum 1. Mai
zu einem Abschluß zu bringen.
Die hier aufgezeigte Initiative für eine weltweite Zusammenarbeit hat
zu den Einladungen des Präsidenten an Sie geführt, hier heute mit uns zusammenzukommen.
Diese Konzeption ist ehrgeizig, aber die Not ist groß.
Daher sollten wir folgendes beschließen:
-- auf die besonderen Aufgaben und Möglichkeiten, vor denen die Verbraucherländer gegenwärtig stehen, mit einem Programm der Zusammenarbeit zu
antworten;
-- sofortige Konsultationen und eine Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern und uns herbeizuführen;
-- einen positiven und produktiven Dialog mit den Erzeugerländern vorzubereiten.
Wenn

-18-

�Wenn wir auf das Ende dieses Jahrhunderts blicken, dann wissen wir,
daß die Energiekrise die Geburtswehen der weltweiten Interdependenz anzeigt.
Unsere Reaktion könnte entscheidend dafür sein, wie wir den künftigen internationalen Zeitplan bewältigen.

Wir stehen vor einer grundlegenden Entscheidung. Werden wir uns in
nationalistischen Rivalitäten verzehren, die die Realitäten der Interdependenz zum Selbstmord werden lassen? Oder werden wir unsere Interdependenz anerkennen und kooperative Lösungen finden?

Unsere Entscheidung ist klar; unsere Verantwortung ist zwingend. Wir
müssen den künftigen Generationen zeigen, daß unsere Vision der uns gestellten Aufgabe entsprach.

4-H-

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3/1974

PRÄSIDENT NIXON LEGT AUSSENWIRTSCHAFTSBERICHT VOR
- Auszüge -

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon hat dem amerikanischen Kongreß am 7.
Februar seinen Außenwirtschaftsbericht vorgelegt, der ein umfassendes Bild
der Lage der Weltwirtschaft sowie der wirtschaftlichen Beziehungen der USA
zu anderen Ländern aufzeigt. Die wesentlichen, die Haltung der USA zu den anstehenden weltwirtschaftlichen Fragen darlegenden Teile des Berichts haben
folgenden Wortlaut:

Fortschritt bei der Verwirklichung der außenwirtschaftlichen Ziele der USA
Auxbau eines freieren und gerechteren Welthandelssystems

... Die Vereinigten Staaten bekennen sich zu einer kontinuierlichen Expansion des Handels im Rahmen eines offeneren und gerechteren Weltwirtschaftssystems, und zwar aus der Überzeugung heraus, daß nicht nur wir selbst,sondern
auch unsere Handelspartner Nutzen aus den Arbeitsplätzen und Einnahmen ziehen
werden, die aus dem Handel resultieren...
Händelsgesetzgebung
-1-

�Handelsgesetzgebung

Im April 1973 ersuchte der Präsident - nach eingehenden Beratungen innerhalb der Administration und Gesprächen mit Vertretern der Wirtschaft den Kongreß, ein neues und umfassendes Handelsgesetz zu verabschieden. Die
in der Gesetzesvorlage enthaltenen Vollmachten und Grundsätze sind von entscheidender Bedeutung für unsere Bemühungen um eine Reform des Welthandelssystems. Dabei geht es vor allem um die Erhöhung der Zahl der Arbeitsplätze
und der Einkommen, um billigere Waren, um erweiterte Exportkapazitäten für
die amerikanischen Farmer und Geschäftsleute und um ein wirksameres Instrumentarium zur Erreichung unserer anderen wirtschaftspolitischen Ziele.

Das Gesetz über eine Reform des Handels (HR 10710) von 1973, das am
11. Dezember 1973 vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, entspricht
weitgehend den Zielsetzungen, die den ursprünglichen Vorschlägen der Administration zu Grunde lagen. Kurz zusammengefaßt:

--

Es gibt den amerikanischen Verhandlungsführern die Vollmachten, die

notwendig sind, um einen offeneren Zugang zu den Absatz-und Rohstoffmärkten zu erreichen, wobei ein starker und angemessener Nachdruck auf' Fairneß
und Gegenseitigkeit gelegt wird.
-- Es erleichtert die Anwendung von Ausweichklausel-und Anpassungshilfen
für die amerikanischen Industrien, Arbeiter und Einzelfirmen, die durch den
wachsenden Importwettbewerb Schaden leiden oder gefährdet sind.
-» Es erweitert den Bereich von Maßnahmen, die die Vereinigten Staaten als
Reaktion auf unfaire internationale Handelspraktiken anwenden können.
— Es
-2-

�-- Es bringt verschiedene neue Vollmachten, die angewandt werden können,
um die politischen Maßnahmen auf binnen-und weltwirtschaftlichem Gebiet
effektiver zu gestalten.
-- Es gibt den Vereinigten Staaten die Möglichkeit, ihren internationalen
Zusagen zu entsprechen und ein Programm allgemeiner Zollpräferenzen für die
Entwicklungsländer der Welt aufzustellen.
Es verbleiben allerdings einige wenige Bereiche, wo es überaus wichtig
ist, daß in der vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Gesetzesvorlage wesentliche Verbesserungen vorgenommen werden. Der erste Punkt betrifft die Bedingungen, die an die Vollmacht des Präsidenten geknüpft sind, die normalen
Handelsbeziehungen zu Staatswirtschaftsländern - unter anderen auch der
UdSSR - auszuweiten. Es ist wichtig, daß es im Senat - bei dessen Behandlung
der Handelsgesetzvorlage - zu einem sinnvollen und konstruktiven Dialog über
die Mittel und Wege kommt, wie den lebenswichtigen Interessen der USA durch
eine Entspannungspolitik und die bedeutsame Rolle friedlicher wirtschaftlicher Kontakte gedient werden kann.

Die Abschaffung der amerikanischen Bestimmungen, die sich diskriminierend gegen die kommunistischen Länder auswirken, ist nicht nur wirtschaftlich
gesehen sinnvoll und vernünftig, sondern auch wichtig für eine kontinuierliche Entwicklung normaler friedlicher Beziehungen zu diesen Ländern. Die Verweigerung von Krediten und einer nicht diskriminierenden Zollbehandlung
würde - auch wenn sie sich hauptsächlich gegen die Auswanderungspolitik der
UdSSR richtet - doch auch den amerikanischen Handel behindern, der sich mit

-3

�mit verschiedenen anderen kommunistischen Ländern entwickelt hat, und uns
die Arbeitsplätze und Einnahmen nehmen, die durch diesen Handel entstanden
sind. Die Kredite der Export-Import-Bank helfen dem amerikanischen Exporteur,
sich der ausländischen Konkurrenz bei Lieferungen in kommunistische Länder
gewachsen zu zeigen, die sonst anderen Industrieländern zufallen würden, die
eine ähnliche Finanzierung gewähren. Eine nicht diskriminierende Zollbehandlung wird es den kommunistischen Ländern ermöglichen, ihre Dollareinnahmen zu
vergrößern und mehr bei uns zu kaufen.
Wenn wir den kommunistischen Ländern auf dem Gebiet des Handels nicht
die gleiche Behandlung gewähren, die wir praktisch allen anderen Handelsnationen zukommen lassen, dann würde dies in gefährlicher Weise unsere Bemühungen untergraben, diese Länder noch stärker in die Weltgemeinschaft zu
integrieren. Außerdem ist das sowjetische Abkommen zur Begleichung der noch
offenstehenden Verpflichtungen aus dem Pacht-Leih-Abkommen davon abhängig,
daß die Vereinigten Staaten die Diskriminierung der Importe aus der UdSSR
einstellen. Ein verstärkter Austausch und eine erweiterte Zusammenarbeit in
unseren Wirtschaftsbeziehungen bietet die Aussicht auf eine ähnliche Erweiterung der Beziehungen auf anderen wichtigen Gebieten. Derartige Entwicklungen liegen sehr in unserem Interesse, weil die kommunistischen Länder dadurch ein wohlfundiertes Interesse an dem Fortbestand des Friedens und der
Prosperität der Welt gewinnen.

Ein zweiter Bereich, dem unsere Sorge gilt, ist die Verabschiedung einer
sehr restriktiven Vorlage durch das Repräsentantenhaus, die gewisse Bestimmungen über Gegenzölle enthält. Diese Vorlage könnte unseren Interessen

�Interessen zuwiderlaufende Maßnahmen auslösen, noch bevor internationale
Verhandlungen über eine Änderung der Subventionspraktiken anderer Länder aufgenommen werden könnten.

Die Europäische Gemeinschaft und GATT-Artikel XX1V/6

Während des ganzen Jahres 1973 wurden zwischen den Vereinigten Staaten
und der Europäischen Gemeinschaft Gespräche über Kompensationen geführt, die
den Vereinigten Staaten aufgrund der Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft
nach den GATT-Bestimmungen zustehen. Die Vereinigten Staaten haben die Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft aufrichtig begrüßt, die nunmehr auch
Großbritannien, Dänemark und Irland einschließt. Wir haben diesen Standpunkt
eingenommen, obwohl wir uns völlig im klaren darüber waren, daß die Erweiterung der Gemeinschaft für einige unserer Exporte Nachteile bringen würde.
Das GATT erlegt der Gemeinschaft bestimmte Verpflichtungen auf, die sich aus
dieser Erweiterung ergeben. Diese Verpflichtungen schließen keine Kompensationen für die Aufhebung von Zöllen zwischen den Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft ein, und die Vereinigten Staaten fordern dies auch nicht. Die Einbeziehung der drei neuen Mitglieder in den gemeinsamen Außenzoll der Europäischen Gemeinschaft und in die gemeinsame Agrarpolitik hat nachteilige Auswirkungen auf unsere Handelsinteressen, sowohl auf dem industriellen als auch
auf dem landwirtschaftlichen Sektor.

Obwohl die Einführung eines gemeinsamen Außenzolls zu einer Senkung der
Zölle für einige der nach den neuen Mitgliedsstaaten exportierten Waren führen wird, hat die Europäische Gemeinschaft den Vereinigten Staaten bisher noch

-5-

�noch keine ausreichende,kompensierende Zollsenkungen angeboten, um die von
ihr vorgeschlagene Aufhebung von Konzessionen sowie die vorgeschlagenen Zollerhöhungen auszugleichen. Wir setzen die Sondierungen mit der Europäischen
Gemeinschaft über verschiedene mögliche Wege fort, um eine gerechte Lösung
zu erreichen...

Fortschritt auf dem Wege zu einem neuen und wirksameren internationalen
WährungsSystem

... Die Neugestaltung des Währungssystems vollzieht sich auf zwei getrennten, aber in Zusammenhang zueinander stehenden Wegen. Auf dem einen
haben die Regierungen Übergangsvereinbarungen entwickelt, durch die große
Handelsungleichgewichte, verzerrte Wechselkurse und die ungleiche Verteilung
der amtlichen Währungsreserven, wie sie sich Ende der sechziger Jahre entwickelten, abgebaut werden können. Auf dem anderen führt der Ausschuß der
Gouverneure für eine Reform des internationalen Währungssystems und damit
verwandter Fragen - der sogenannte Zwanziger-Ausschuß - regelmäßige Sitzungen durch, um die Bestimmungen, Verfahren und Institutionen des Währungssystems zu reformieren.
Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit hat sich auf die angesetzten Gespräche im Zwanziger-Ausschuß über die vorgesehene Reform sowie auf die periodisch auftretenden Währungskrisen konzentriert, die in den letzten zwei
Jahren ausbrachen. Eine genauere Prüfung sowohl der Verhandlungen über eine
Währungsreform als auch der Maßnahmen, die während der Übergangsperiode er-

-6-

�ergriffen worden sind, zeigt, daß an beiden Fronten Fortschritt erzielt
worden ist.
1. Weg: Die Übergangsvereinbarungen...

Das Ende der Ära von Bretton Woods und die bisherigen Entwicklungen
der Übergangsperiode haben zu einigen grundlegenden Veränderungen der von
den Regierungen verfolgten Politik geführt und, was vielleicht noch wichtiger ist, zu einigen grundlegend neuen Erkenntnissen darüber, wie das Währungssystem arbeitet. Eine Reihe herkömmlicher Anschauungen sind verworfen,
modifiziert oder zumindest in Frage gestellt worden.

Die Auffassung, daß der Dollar aufgrund seiner Zentralstellung in dem
System nicht abgewertet werden könne, ist entkräftet worden. Viele Leute
glaubten früher, daß die Spekulation zum Zusammenbruch des Systems der
floatenden Wechselkurse führen würde, aber dies ist nicht eingetreten.
Manche glaubten ferner, daß die floatenden Wechselkurse zu schwerwiegenden
Verwerfungen des Handels führen würden, aber seit der Freigabe der Wechselkurse im Februar 1973 hat sich die Expansion des Handels weiter in einem
raschen Tempo fortgesetzt.

Insgesamt gesehen hat sich das System der floatenden Wechselkurse besser bewährt, als die meisten Experten erwartet hatten. Die Devisenmärkte
haben sich rasch den neuen Bedingungen angepaßt. Tatsächlich hat sich das
System so gut bewährt, daß es den Ausbruch größerer Krisen aufgrund von
einschneidenden Ereignissen, wie Krieg im Nahen Osten, Erdölembargo und
kürzliche Erhöhung der Erdölpreise, verhindert hat....
2. Weg:
-7-

�2. Weg: Die Reform des internationalen WährungsSystems

Im vorigen Jahr ist ferner Fortschritt auf dem Wege zu einem internationalen Abkommen über Fragen der Reform des WährungsSystems erzielt worden. ..

Die Fragen, die dem Zwanziger-Ausschuß vorliegen, sind komplex und
werden eine Vielzahl technischer Gespräche und politischer Verhandlungen
erfordern. Ferner haben sich seit der nur vier Monate zurückliegenden Konferenz in Nairobi wesentliche Veränderungen in den Zahlungsbilanzpositionen
der Vereinigten Staaten und anderer großer Industriestaaten vollzogen und
ist es aufgrund der massiven Erhöhungen der Weltmarktpreise für Erdöl zu
Störungen auf den Finanzmärkten gekommen.

Der Zwanziger-Ausschuß hat Mitte Januar auf einer Konferenz in Rom
erste Gespräche über die Auswirkungen der Olpreiserhöhungen auf die Weltwirtschaft und auf die Verhandlungen über eine Reform des Währungssystems
geführt. Eine der getroffenen Entscheidungen war, daß der Ausschuß seine
Arbeit über die Hauptaspekte eines reformierten Systems in den kommenden Monaten abschließen und vor allem sich auf eine Beendigung seiner Arbeit bis
etwa Juni einstellen sollte. Es wurde ferner vereinbart, daß dann an die
Stelle des Zwanziger-Ausschusses ein zwanzig Mitglieder zählender Gouverneursrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) treten sollte - mit dem
Auftrag, das Währungssystem zu leiten und anzupassen, die kontinuierliche
Durchführung des Anpassungsprozesses zu überwachen und sich mit plötzlich
auftretenden Störungen zu befassen, die das System bedrohen könnten.

-8-

�könnten. Gleichzeitig wurde anerkannt, daß eine Einigung über bestimmte andere Aspekte der Reform erzielt werden könnte, wobei

davon ausgegangen werden

sollte, daß die Durchführungsbestimmungen zu einem späteren Zeitpunkt ausgearbeitet und verwirklicht werden würden.

Anpassung und Konvertierbarkeit waren seit Beginn der Gespräche über die
Reform des Währungssystems eine entscheidend wichtige Frage. Die Japaner und
die europäischen Länder mit Zahlungsbilanzüberschüssen haben die Notwendigkeit
einer gesicherteren und prompteren Konvertierbarkeit ihrer Devisenbestände in
primäre Reserveguthaben unterstrichen. Diese Länder sind der Auffassung, daß
ein modifiziertes Währungssystem das, wie sie es nennen, Privileg der Vereinigten Staaten und anderer Reservewährungsländer beseitigen sollte, Defizite über eine Erhöhung ihrer Verbindlichkeiten zu finanzieren. Wir haben den
Nachdruck auf ein symmetrisches und wirksames Anpassungssystem gelegt, das
gewährleistet, daß beide - Defizit- und Überschußländer - umgehend ihre Ungleichgewichte abbauen, noch be vor diese größere Ausmaße annehmen.

Es bestehen bei diesen beiden Fragen ferner einige technische Differenzen, die unter anderem die verschiedenen Auffassungen darüber widerspiegeln,
bei wem die Verantwortung für eine Anpassung liegen sollte. Die Europäer und
die Japaner treten dafür ein, erst dann einen Druck auf Länder mit chronischen Zahlungsbilanzungleichgewichten auszuüben, wenn eine kollektive Beurteilung im Rahmen des Internationalen Währungsfonds (IWF) stattgefunden hat. Wir
sind der Auffassung, daß durch ein solches Verfahren eine Entscheidung hinausgeschoben wird, bis die Situation ein kritisches Stadium erreicht hat, und

-9-

�und dadurch die Struktur des Systems geschwächt wird. Außerdem könnte bei
einem auf Konvertierbarkeit basierenden System ein ungebührlich langes
Hinausschieben einer Maßnahme zu unfairen wirtschaftlichen Auswirkungen auf
die Defizitländer führen. Unseres Erachtens bedarf es objektiver Indikatoren,
zum Beispiel Veränderungen des Bestandes an internationalen Reserven, um
sicherzustellen, daß rechtzeitig Konsultationen über eine Anpassung eingeleitet werden. Solche Indikatoren sollten in gleicher Weise auf Überschuß-wie
auf Defizitländer angewandt werden; es sollten jedoch besondere Bestimmungen
in bezug auf die Anhäufung von Guthaben in den erdölerzeugenden Ländern getroffen werden.

Das Indikatorsystem würde nicht in dem Sinne wirken, daß eine Anpassung
unbedingt auf ein Zeichen des Indikators hin automatisch erfolgen muß - die
internationale Völkergemeinschaft wäre berechtigt, einen Indikator zu überstimmen, falls dieser für falsch erachtet würde. Ein von einem Indikator gegebenes Zeichen würde jedoch als gewichtiger Hinweis dafür gewertet werden,
daß wirksame Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden sollten. Sollte ein Land
es unterlassen, eine wirksame und angemessene Anpassungspolitik einzuschlagen, so würde das Indikatorsystem ferner als Richtschnur für die Anwendung
wirksamer internationaler Strafen und eines entsprechenden Druckes dienen,
Ein solcher Druck könnte zum Beispiel auch den Verlust von Zuteilungen an
Sonderziehungsrechten, die Zahlung von Strafen und schließlich auch die Anwendung von Handelssanktionen einschließen.
Die

-lo-

�Die von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Indikator-Vereinbarungen
würden eine ausreichende Gewähr dafür bieten, daß die erforderlichen Zahlungsbilanzanpassungen vorgenommen werden. Das ist notwendig, um Kontinuität und
Stabilität des Systems zu gewährleisten und um die von den meisten anderen
Ländern gewünschte ausgewogene Kontinuität der Konvertierbarkeitsrechte zu
schaffen.

Die Europäer und die Japaner wollen sich primär auf den Anpassungsdruck
verlassen, der einer unbegrenzten und verbindlichen Konvertierbarkeit der Währungen innewohnt. Wie bereits betont, könnte ein solcher Druck die Defizitländer unfair treffen und er würde kein wirksamer Anreiz für die Überschußländer sein, Anpassungen vorzunehmen. Langfristig wäre vielleicht noch wichtiger, daß eine uneingeschränkte Konvertierbarkeit ohne symmetrische Anpassungen zu einer Situation führen könnte, in der die Masse der Primärreserven nur
auf einige wenige Länder entfallen würde. Dies würde zu einer übermäßigen Belastung für den Wechselkursmechanismus führen. Die Vereinigten Staaten haben
vorgeschlagen, daß die Menge der Primärguthaben, die ein Land besitzen darf,
begrenzt sein soll. Ein Vorschlag wäre, als Strafe einen "Negativzins" für
solche Primärguthaben zu erheben, die einen vorher festgelegten Betrag übersteigen. Eine solche Strafe könnte sich langfristig zwar als wirksames Abschreckungsmittel gegen die Anhäufung zu hoher Reserven erweisen, Defizitländer würden jedoch weiterhin in der Zwischenzeit ihre Reserven angreifen,
d.h., sie müßten weiterhin über jedes vertretbare Maß hinaus einwechseln.

Es

-11-

�Es besteht allgemeine Übereinstimmung darüber, daß die Wechselkursrelationen zwischen den Währungen so stabil wie möglich sein sollten, daß jedoch größere Abweichungen der Wechselkurse von ihren Paritäten zugelassen
werden müßten, als dies nach dem System von Bretton Woods gestattet war. Darüber hinaus sollten die Mittelkurse rascher angepaßt werden, falls sich
dies als notwendig erweisen sollte. Die noch offene Frage ist das Ausmaß der
zulässigen Flexibilität. Die Vereinigten Staaten haben zum Beispiel empfohlen, daß eine Freigabe der Wechselkurse zulässig sein soll, falls die gegebene Situation das erfordern sollte und wenn die Freigabe den internationalen Bestimmungen entspricht und international überprüft wird. Andere Länder
sind der Auffassung, daß floatende Wechselkurse zu starke Veränderungen der
Währungsparitäten zur Folge haben könnten oder daß einige Länder absichtlich ihre Währungen abwerten könnten, um auf Kosten anderer ihren Export zu
steigern und so den Beschäftigtenstand im Inland auszuweiten.

Die Meinungsverschiedenheiten in diesen Fragen sind aufgrund der jüngsten Ereignisse wesentlich geringer geworden. Die seit März 1973 frei floatenden Wechselkurse der großen Währungen haben in einer Zeit rascher und
weitgehend unvorhergesehener Veränderungen Währungskrisen auf wirksame Weise verhindert. Es wird nunmehr allgemein anerkannt, daß es in der gegenwärtigen Zeit der Unsicherheit unklug wäre, zu festen Paritäten zurückzukehren...

Obwohl fast alle Länder darin übereinstimmen, daß die Sonderziehungsrechte das wichtigste Reserveaktivum und die wichtigste Recheneinheit eines
reformierten Systems sind, ist über das Verfahren zur Festsetzung ihres
Wertes noch nicht entschieden worden. Manche Länder sind der Ansicht, daß

-12-

�daß die Sonderziehungsrechte nach einem repräsentantiven Währungsquerschn;Ltt
bewertet werden sollten. Andere wiederum meinen, daß nur die harten Währungen in diesen Querschnitt einbezogen werden sollten, so daß die Sonderziehungsrechte im Laufe der Zeit an Wert gewinnen würden. Die Vereinigten Staaten haben den Standpunkt vertreten, daß sich der Wert der Sonderziehungsrechte im Verhältnis zu den einzelnen Währungen nur dann ändern sollte, wenn die
betreffende Regierung eine Paritätsänderung vornimmt. Auf der Januar-Sitzung
des Zwanziger Ausschusses ist beschlossen worden, daß die Wertfestsetzung
der Sonderziehungsrechte vorläufig auf der Basis eines repräsentativen Währungsquerschnitts erfolgen soll.

Die Rolle, die das Gold in dem reformierten internationalen Währungssystem übernehmen soll, ist ebenfalls noch nicht festgelegt. Die Ansichten
zu dieser Furage umfassen einen weiten Bereich von Möglichkeiten, obwohl
praktisch Übereinstimmung darüber besteht, daß das Gold nicht mehr die zentrale Rolle in diesem System übernehmen kann...

Auf dem Wege zu einer neuen internationalen Investitionspolitik

Zweifellos wird sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Auswirkungen der Entwicklungen auf dem internationalen Erdölmarkt sowie auf die
Handels-und Währungsverhandlungen konzentrieren. Aber auch die Arbeit auf
einer Reihe anderer Gebiete, die die internationale Investitionstätigkeit
betreffen, wird, wenn auch weniger spektakulär, weitergehen. Diese Bemühungen
haben wichtige langfristige Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Das
-13-

�Das Ergebnis der laufenden internationalen Handels-und Währungsverhandlungen wird neue Bedingungen und Beziehungen schaffen, die sich zwangsläufig
auch auf den internationalen Investitionsfluß auswirken werden. Die Erfolge,
die für die Welt in diesen Verhandlungen erreicht werden, könnten weit geringer ausfallen, wenn die internationalen Investitionsfragen vernachlässigt
werden. Sollten die einzelnen Länder fortfahren, künstliche Handelsschranken
zu errichten oder besondere Subventionen zu gewähren, so würden wir beträchtliche Veränderungen in der Verteilung der Hilfsquellen der Welt erleben
- Veränderungen, die uns von unserem Ziel eines auf den freien Marktkräften
basierenden Systems wegführen.

Als wichtigen Beitrag zur Verwirklichung dieses Zieles haben die Vereinigten Staaten am 12. Februar 1973 ihre Absicht bekanntgegeben, die Kontrolle der Kapitalabflüsse auslaufen zu lassen. Am 29. Januar 1974 sind diese Programme praktisch aufgehoben worden...

Die amerikanische Wirtschaftspolitik gegenüber den Entwicklungsländern
Die Beziehungen der USA zu den Entwicklungsländern lassen sich nicht
mehr primär in Form von Hilfsprogrammen umreißen. Wir wollen eine umfassende
und koordinierte Entwicklungspolitik erreichen, die alle Aspekte unserer
wirtschaftlichen Beziehungen zu den Entwicklungsländern einschließt. Diese
Politik muß auch einige neue Realitäten in Rechnung stellen;

1. Die

-14-

�1. Die wachsende wirtschaftliche Interdependenz zwischen den reichen und
den armen Ländern;
2. die wachsende Notwendigkeit, die Entwicklungsländer nach ihrem relativen Entwicklungsstand und ihrem Bedarf an ausländischer Hilfe wie auch nach
ihrer Fähigkeit aufzugliedern, eine solche Hilfe produktiv zu nutzen;
3. das Potential verschiedener reicher Erdölstaaten zur Übernahme eines
größeren Anteils an den kooperativen Entwicklungsanstrengungen.
Die amerikanische Wirtschaftspolitik gegenüber den Entwicklungsländern
spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, daß alle Länder aus einem offeneren
und gerechteren internationalen Wirtschaftssystem Nutzen ziehen werden. Unsere Käufe an Rohstoffen und Fertigerzeugnissen in den Entwicklungsländern tragen zum Wohlstand der amerikanischen Industrie und der amerikanischen Verbraucher bei und geben gleichzeitig den Entwicklungsländern die Devisen in die
Hand, die sie brauchen, um ihren Entwicklungsbedarf decken, ihren Schuldendienst tragen und amerikanische Erzeugnisse kaufen zu können.

Gleichzeitig ist die amerikanische Wirtschaft von einer Ära fast völliger
Autarkie in eine Ära wachsender Abhängigkeit von ausländischen Hilfsquellen
eingetreten, wobei sich gleichzeitig die Notwendigkeit ergab, mehr Devisen zur
Bezahlung dieser Importe verdienen zu müssen...

Die

-15-

�•

Die Position der Vereinigten Staaten in einer sich wandelnden Weltwirtschaft
Zwei neue Probleme: Lebensmittel und Erdöl

Lebensmittel

Als Im Jahre 1973 aufgrund von Mißernten in der Welt ernsthafte Verknappungen auftraten, waren es vor allem die Vereinigten Staaten, die Lebensmittel liefern konnten. Die gewaltige Produktionskapazität der Vereinigten Staaten und die Größe unserer Vorräte

versetzten uns in die Lage, den

Bedarf im eigenen Lande zu befriedigen und dennoch einen wesentlichen Beitrag zur Befriedigung der ungewöhnlich großen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen in der übrigen Welt zu leisten. Der amerikanische Farmer
profitierte von den steil ansteigenden Verkäufen, aber der amerikanische Verbraucher wurde von den immer stärker ansteigenden Preisen für Nahrungsmittel
getroffen. Trotz des wachsenden Drucks im eigenen Lande, die Exporte zu beschränken und. die Preise auf dem Binnenmarkt niedrig zu halten, versorgten
wir auch weiterhin die Welt in einer Zeit der Nahrungsmittelnot...

Wenn andere Regierungen bei einer weniger protektionistischen Agrarpolitik geblieben wären, dann hätte sich der Handel in normalerer Weise entwickelt,
die importierenden Länder hätten wahrscheinlich größere Vorratsmengen gehalten und leistungsstarke Produktionsländer,wie die USA, hätten eine größere
Nutzlandfläche unter Bestellung gehalten. E s war zum Teil Schuld der unfairen
Handelsabkommen, daß wir uns vor längerer Zeit gezwungen sahen, Millionen von
Hektar an produktivem Farmland brach liegen zu lassen. Als dann Mitte 1972

— 16-

�1972 die Nachfrage sprunghaft anstieg, waren die zur Verfügung stehenden
Mengen unzureichend und die Preise kletterten entsprechend in die Höhe.

So wie Importschranken die wirtschaftliche Verwerfung vergrößern(und
dadurch eine spätere Anpassung noch schmerzlicher machen), so wirken sich
auch die Exportkontrollen in gleicher Weise aus...

Wir fordern daher

daß sich uns andere in dem Bemühen anschließen,

Abkommen auszuhandeln, die die Vorteile einer wachsenden landwirtschaftlichen
Produktion den Farmern und Verbrauchern überall auf

der Welt zugutekommen

lassen und die für eine Verteilung der temporär auftretenden Lasten Sorge
tragen...

Erdöl
Durch die derzeitige Ölverknappung veranlaßt, beschleunigen wir unsere
Anstrengungen, wiederum eine Kapazität zu entwickeln, die uns auf dem Energiesektor autark macht. Für die Erreichung dieses Zieles im Rahmen des "Projekts Unabhängigkeit" hat Präsident Nixon das Jahr 1980 als Frist gesetzt.
Viele andere Länder erwägen ähnliche Maßnahmen. Dabei müssen wir jedoch alle
sorgfältig darauf achten, daß die Forderung nach ausreichender Eigenversorgung
auf dem Energiesektor sich nicht zu der Tendenz einer völligen Autarkie auswächst und dadurch den gewaltigen Fortschritt untergräbt, den wir durch die
wirtschaftliche Interdependenz während der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg
gemacht haben.
Die

-17-

�»

I

Die Alternative zu einem wachsenden Isolationismus ist eine größere
Zusammenarbeit unter den Nationen. Wir und die anderen Nationen müssen zusammenarbeiten, indem wir uns den durch unsere wachsende Interdependenz entstandenen Problemen stellen und sie lösen...

Sicherung ausreichender Rohmaterialquellen

... So wie die Industriestaaten in einen immer stärkeren Wettstreit um
Rohstoffquellen getreten sind, so haben die Erzeugerländer entdeckt, daß sie
ihre Hilfsquellen zur Erlangung wirtschaftlicher und manchmal auch politischer
Ziele nutzen können. Einige Produzenten haben höhere Preise für ihre Produkte zu erlangen versucht, andere haben gefordert, daß ihr Land stärker am Besitz der Produktionsanlagen beteiligt werden müsse oder daß diese völlig in
ihren Besitz übergehen und wieder andere haben darauf gedrungen, daß die
Weiterverarbeitung der Rohprodukte im eigenen Lande anstatt im Ausland erfolgen solle...

Langfristig werden sich die von den Erzeugerländern für die Rohstofflieferungen verhängten Beschränkungen - oder starken Preiserhöhungen - für diese
selbst als produktionsschädigend erweisen. Die Verbraucher werden es - sowohl
aus ökonomischen als auch aus nationalen Sicherheitsgründen - in ihrem eigensten Interesse erachten, die eigenen einheimischen Rohstoffvorkommen stärker
abzubauen sowie synthetische oder andere Ersatzstoffe zu entwickeln.

Mit

-18-

�Mit Beginn des Jahres 1974 wurde es immer mehr klar, daß Konfrontationen zwischen den Erzeuger-und den Verbraucherländern aufgrund der Rohstoffversorgung letztlich für alle Volkswirtschaften kostspielig werden können.
Innerhalb der amerikanischen Regierung sowie der internationalen Foren sind
Bemühungen im Gange, wirksamere Wege zur Sicherstellung einer funktionierenden Versorgung mit den benötigten Rohstoffen zu finden. Die laufenden Bemühungen zur Reform des internationalen Handels-und Währungssystems geben
den institutionellen Rahmen, in dem wir uns mit diesen Problemen befassen
können...

Die Wende für den amerikanischen Handel
Die Haupthandelspartner

Kanada

Unsere Handelsbilanz hat sich gegenüber unseren meisten großen Handelspartnern - Kanada ausgenommen - verbessert. Unser Handelsdefizit gegenüber
Kanda erhöhte sich um rund 0,2 Milliarden Dollar auf 2,7 Milliarden Dollar,
und zwar in erster Linie aufgrund der verstärkten Rohstoffkäufe. Zum Teil
konnte das wachsende Defizit durch steigende Lieferungen von Kapitalausrüstungen an Kanada ausgeglichen werden...

Die Europäische Gemeinschaft

Unsere Handelsbilanz gegenüber der Europäischen Gemeinschaft hat sich
um 1,8 Milliarden Dollar verbessert. Aus dem Defizit von 0,6 Milliarden Dollar im Jahre 1972 wurde 1973 ein Überschuß von 1,2 Milliarden Dollar. Unsere

-19-

�Unsere Exporte in die Europäische Gemeinschaft stiegen 1973 - nach zwei Jahren der Stagnation - um 40 Prozent. Mit 75 Prozent hatten Agrarerzeugnisse
die stärkste Zunahme zu verzeichnen, auf die fast ein Drittel der Mehrlieferungen in die Europäische Gemeinschaft entfielen. Trotzdem ging der amerikanische Anteil an dem Agrarmerkt der Europäischen Gemeinschaft aufgrund
des den Bauern von der EG gewährten Schutzes weiter zurück, wie dies nun
schon seit fast einem Jahrzehnt der Fall ist.

Unsere Fertigwarenexporte nahmen um 38 Prozent zu; die beachtlichsten
Erfolge wurden bei Chemikalien, Flugzeugtriebwerken, Computern und elektronischen Röhren erzielt. Die Exporte der Automobilindustrie, obwohl gering,
verdoppelten sich wertmäßig und zeigten damit, daß die Neufestsetzung der
Wechselkurse die amerikanischen Erzeugnisse auf den europäischen Märkten
wettbewerbsfähiger gemacht hat. Insgesamt gesehen war jedoch der Einfluß,
den die Neufestsetzung der Wechselkurse auf die Steigerung der US-Exporte
nach der Europäischen Gemeinschaft ausübte, relativ gering verglichen mit anderen Faktoren wie die Hochkonjunktur in der EG und das daraus resultierende
Unvermögen, genügend Güter zur Deckung des einheimischen Bedarfs produzieren
zu können.
Auf der Importseite brachte die Neufestsetzung der Wechselkurse zunächst
beträchtliche Auswirkungen. Obwohl sich unsere Einfuhren aus der Europäischen
Gemeinschaft um 24 Prozent erhöhten, ist fast der gesamte Zuwachs den aus der
Neufestsetzung der Wechselkurse resultierenden höheren Preisen zuzuschreiben.
Die Fertigwarenimporte erhöhten sich kaum. Eine mengenmäßige Zunahme hatten
in erster Linie unsere Käufe an Lebensmitteln, Getränken und Brennstoffen

-2o-

�Brennstoffen in der Europäischen Gemeinschaft aufzuweisen...

Die Kommunistischen Länder

Unser Handelsüberschuß gegenüber den kommunistischen Ländern erhöhte
sich 1973 deutlich. Unser Export in diese Länder stieg um 180 Prozent von
0,9 Milliarden Dollar auf 2,5 Milliarden Dollar, was vor allem auf größere
Lieferungen von Agrarerzeugnissen zurückzuführen war. Bei anderen Lieferungen handelte es sich in erster Linie um Kapitalgüter, die ebenfalls stark
- um 145 Prozent - zunahmen, jedoch nur 0,3 Milliarden Dollar ausmachten
-gegenüber den Exporten von Agrarerzeugnissen von 1,8 Milliarden Dollar.
Fast 50 Prozent unserer Exporte in die kommunistischen Länder gingen nach
der Sowjetunion, aber auch die Exporte nach den übrigen osteuropäischen Ländern und nach China nahmen rasch zu. Am bemerkenswertesten war die starke
Ausweitung der Ausfuhr nach China, die sich von 64 Millionen Dollar im Jahre
1972 auf 690 Millionen Dollar im Jahre 1973 erhöhte.

Unsere Importe aus den kommunistischen Ländern stiegen um 65 Prozent
an, blieben jedoch immer noch unter 600 Millionen Dollar und bestanden in
erster Linie aus Rohstoffen und Lebensmitteln. Die kleineren Osteuropäischen
Länder waren die Hauptlieferanten, wobei auf Polen fast ein Drittel aller
Lieferungen aus kommunistischen Ländern in die Vereinigten Staaten entfiel.
t

Die rasche Ausweitung unseres Handels mit den kommunistischen Ländern
seit den Besuchen des Präsidenten in die Sowjetunion und in China im Jahre
1972 beginnt sich erst auf nnser

Handelsgefüge auszuwirken. Unsere Liefe-

-21-

�Lieferungen nach kommunistischen Ländern machen jetzt etwa 4 Prozent unseres
Gesamtexports aus, gegenüber noch nicht 1 Prozent vor zwei Jahren. Die Ein*
fuhren sind weiterhin unbedeutend und als Folge hiervon nahm unser Handelsüberschuß 1973 diesen Ländern gegenüber um rund 1,4 Milliarden Dollar zu...

Die amerikanische Handelsbilanz berührende Faktoren

Langfristig
Auf die Wettbewerbsposition wirken sich langfristig zahlreiche Faktoren
aus; dies sind unter anderem: strukturelle Umschichtungen in der Weltwirtschaft, Veränderung der zwischenstaatlichen relativen Exportpreise, Modifizierungen der Handelsschranken. Es muß jedoch bedacht werden, daß diese Faktoren, obwohl sie hier getrennt behandelt werden, in einem so engen

Zusammen-

hang zueinander stehen, daß ihr individueller Beitrag zur Veränderung der
Handelspraktiken nicht genau festgestellt werden kann...

Höhe und Ursprung der ausländischen Investitionen in den USA

Während die amerikanischen Auslandsinvestitionen in den letzten Jahren
einer ständigen Überprüfung unterzogen wurden, ist den laufend steigenden
ausländischen Investitionen in den Vereinigten Staaten wenig Beachtung geschenkt worden. Der Buchwert der ausländischen Direktinvestitionen in den
Vereinigten Staaten hat sich von 1968 bis 1972 um ein Drittel erhöht und
wurde 1972 auf 14,4 Milliarden Dollar geschätzt. Die vergleichbaren amerikanischen Investitionen im Ausland haben immer noch einen vielfach größeren
-22-

�größeren Wert und beliefen sich 1972 auf insgesamt 94 Milliarden Dollar.

Die neuen Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (ohne reinvestierte Gewinne) erreichten 1973 fast 2 Milliarden Dollar und damit die
bei weitem höchste Zunahme. Trotz dieser Steigerung im Jahre 1973 erscheint
eine Besorgnis ob der Höhe der ausländischen Investitionen in den Vereinigten Staaten ungerechtfertigt, wenn man sie mit den einheimischen Investitionen vergleicht. Die ausländischen Direktinvestitionen in den USA betrugen
zwischen 0,5 und 1,5 Prozent der privaten amerikanischen Bruttoinvestitionen.
Es ist daher unwahrscheinlich, daß die ausländischen Direktinvestitionen sich
wesentlich auf die Gesamtnachfrage, den Beschäftigtenstand oder die Verwirklichung unserer Wirtschaftspolitik auswirken werden. Am stärksten war die Besorgnis über die ausländischen Investitionen in Gebieten wie Hawaii, Kalifornien und Alaska, die besonders hohe Investitionen angezogen hatten.

Bis vor kurzem stammte die Zunahme der ausländischen Direktinvestitionen
in den USA in erster Linie aus wiederangelegten Gewinnen und neue Kapitalzuflüsse spielten nur eine verhältnismäßig geringe Rolle. In den Jahren 1968
bis 1972 jedoch erreichten die Kapitalzuflüsse fast die Höhe der wiederangelegten Gewinne und es liegen Anzeichen dafür vor, daß die erhöhten Kapitalzuflüsse 1973 über zwei Drittel der Investitionen ausmachen werden.

Mit über 70 Prozent ist der Großteil der ausländischen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten im Besitz westeuropäischer Länder. Auf Kanada
entfallen weitere 25 Prozent und der Rest verteilt sich auf eine große Zahl
anderer Länder...
Die
-23-

�Die Auswirkung der ausländischen Investitionen auf die US-Wirtschaft

Über das Für und Wider der ausländischen Investitionen ist in den
letzten Jahren heiß debattiert worden. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich
auf die amerikanischen Kapitalabflüsse und ihre Auswirkungen auf unsere
Wirtschaft und unsere Zahlungsbilanz. Das Interesse wendet sich nunmehr den
Kapitalzuflüssen und deren Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft und
die Zahlungsbilanzposition der USA zu...

Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, genau festzustellen, welche
ausländischen Investitionen an die Stelle amerikanischer Investitionen treten. Die allgemeine Auffassung ist jedoch, daß ausländische Investitionen
oftmals von solchen Firmen vorgenommen werden, die einen besonderen technologischen Vorsprung haben, die überlegenes Wissen oder bessere Absatzverfahren besitzen,, odßr von Firmen, die dadurch Handelsschranken zu umgehen
suchen, die bisher ihren Export beeinträchtigt oder verhindert hatten. Davon ausgehend ist anzunehmen, daß ein wesentlicher Teil der direkten ausländischen Investitionen in den Vereinigten Staaten zusätzlich zu eigenen Investitionen erfolgt und sich daher positiv auf Einkommen, Beschäftigtenstand, Produktion und Wettbewerb in den USA auswirkt. Darüber hinaus wird
dadurch unser technologisches Wissen bereichert.

In ausländischem Besitz befindliche Firmen können ebenfalls beträchtlich zum Wettbewerb in den USA und damit zum Wohl der Verbraucher beitragen. So könnte es vorkommen, daß in einzelnen Industriezweigen einige wenige
große US-Firmen ein solches Übergewicht haben, daß einheimische Investoren

-24-

�Investoren es nicht wagen, sich neu auf diesem Gebiet zu betätigen. Das
könnte sich eine ausländische Firma mit einer fest fundierten Marktposition
im eigenen Lande zu Nutze machen und die marktbeherrschende Stellung der
größeren amerikanischen Firma herausfordern. Das könnte entweder durch neue
Investitionen in Form wettbewerbsfähiger Anlagen oder durch Übernahme bestehender kleinerer und daher nicht wettbewerbsfähiger Unternehmen erfolgen.

Aufgrund ihrer geringen Höhe - verglichen mit anderen Positionen in
unseren internationalen Bilanzen - können wir nicht damit rechnen, daß die
ausländischen Direktinvestitionen zu einem wichtigen Posten in unserer Zahlungsbilanz werden. Unsere Abflüsse an Direktinvestitionen in den sechziger
Jahren machten

im Durchschnitt auch nur 3 Milliarden Dollar pro Jahr aus...

Die Politik gegenüber den ausländischen Direktinvestitionen in den USA

Jede Betrachtung der amerikanischen Politik bezüglich der ausländischen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten muß im Rahmen unserer
Gesamtanstrengungen um eine Reform des internationalen Wirtschaftssystems
gesehen werden. Unsere Bemühungen um ein liberalisiertes internationales Handelssystem und ein realistischeres Währungssystem werden ganz zwangsläufig
durch unsere Maßnahmen auf dem Gebiet der internationalen Investitionen beeinflußt werden. Unsere Politik gegenüber den ausländischen Investitionen
sollte daher mit unseren Bemühungen um eine Liberalisierung des Handels,
der Investitionen und der Währungsvereinbarungen überall auf der Welt stehen.
Eine

-25-

�Eine der Grundlagen der von uns angestrebten offeneren und gerechteren
Weltwirtschaft ist der freie Kapitalfluß über die Grenzen hinweg. Wenn dieser
Kapitalfluß allen Ländern ein Höchstmaß an Vorteilen bringen soll, muß er
weiterhin, soweit wie möglich, frei von künstlichen Hindernissen und Anreizen
bleiben. Nach Überprüfung der Auswirkungen verschiedener politischer Alternativen ist die Administration zu dem Schluß gekommen, daß den amerikanischen
Interessen am besten gedient ist, wenn ausländische Investitionsgelder frei
in die Vereinigten Staaten kommen dürfen, und wenn die ausländischen Investitionen auf einer gleichberechtigten Basis wie die einheimischen Investitionen behandelt werden. Wir bieten den ausländischen Investoren keine besonderen Anreize, um die Vereinigten Staaten für sie anziehend zu machen, und
- abgesehen von wenigen anerkannten Ausnahmen - errichten wir keine besonderen Schranken, um ihr Einfließen zu verhindern. Gleichzeitig beabsichtigen
wir Maßnahmen zu entwickeln, um unsere Informationen über die ausländischen
Investitionen in den Vereinigten Staaten mehr zu vervollständigen.

4-H-

-26-

�j amerika dienst
*

United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Dokumentation

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

3/1974

KISSINGER ZU FRAGEN DER ENERGIE UND ENTSPANNUNG
Ausführungen des US-Außenministers vor dem Harvard/Yale/Princeton-Club
in Washington

WASHINGTON -«(AD)-- Der amerikanische Außenminister Dr. Henry Kissinger hat
am 6. Februar vor dem Harvard/Yale/Princeton-Club in Washington zu der bevorstehenden Energiekonferenz sowie zur Energiesituation ganz allgemein
Stellung genommen. Im Anschluß an seine Rede beantwortete der Außenminister
Fragen, unter anderem auch zur Ost-West-Entspannung. Die Ausführungen
Kissingers haben folgenden Wortlaut:

"Ich glaube, ich sollte kurz über die Energiekonferenz sprechen, die
nächste Woche hier in Washington beginnt. Zu dieser Konferenz kommen die
Außenminister von 13 Ländern sowie mehrere Finanzminister und Leiter der
Energieprogramme dieser Länder.
Was wollen wir erreichen?
Manche Leute sagen, wir sollten ve.öuchen, eine Verbrauchervereinigung
zu organisieren. Andere behaupten, daß wir eine Konfrontation mit den Erzeu-

.1.

�Erzeugern herbeizuführen suchten. Und wieder andere erklären, wir vernachlässigten die Entwicklungsländer. Keine dieser Aussagen ist richtig.

Das Energieproblem wird in einem Gespräch zwischen den Verbrauchern
und den Erzeugern bereinigt werden müssen. Wir rechnen damit, daß sehr bald
nach dieser Konferenz der Verbraucher eine nächste Konferenz der in der kommenden Woche hier zusammentreffenden Länder und der Verbraucher unter den
Entwicklungsländern stattfinden wird, und sehr kurz danach ein Treffen aller
Verbraucher-und Erzeugerländer.

Der Grund, warum wir es für notwendig erachteten, daß die Länder, die
85 Prozent der Energie der Welt verbrauchen und importieren, zunächst zusammenkommen, ist, daß sie ein gemeinsames Problem von sehr großer Tragweite
haben, das sich nur durch gemeinsame Anstrengungen bewältigen läßt. Dieses
Problem wird mit Sicherheit zum Untergang jedes einzelnen führen, wenn der
Versuch unternommen wird, es auf einer einseitigen Basis zu lösen.

Was ist nun das Problem?

Es wurde im Herbst offensichtlich, daß der Anreiz zur Energiegewinnung
nicht mit der weltweiten Energienachfrage Schritt hält. Und es zeigte sich
während des Winters, daß der Anstieg der Preise alle Länder der Welt vor
eine Situation stellt, die zu meistern sie auf einer individuellen Basis
überhaupt nicht in der Lage sind.

Tatsächlich sind die Vereinigten Staaten von allen Ländern der Welt
noch am ehesten in der Lage, das Problem auf einer individuellen Basis zu

-2-

�zu lösen. Die Industriestaaten werden aufgrund ihrer Energieimporte - zu gegenwärtigen Preisen - ein Defizit von 39 Milliarden Dollar aufweisen, die
Entwicklungsländer ein Defizit von 29 Milliarden Dollar.

Der Preis, den die Entwicklungsländer für die Energie zahlen müssen,
beträgt mehr als das Vierfache des gesamten Flusses an Hilfe aus allen Ländern der Welt. Anders ausgedrückt, wenn alle Länder ihre Hilfsprogramme einstellen würden, dann wären die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer weit
weniger schwer als jetzt die Auswirkungen des Preisanstiegs, der von den erdölerzeugenden Ländern an einem einzigen Nachmittag beschlossen wurde.

Bei solchen Defiziten kann kein Land seinen Energiebedarf aus eigenen
Anstrengungen alleine decken. Es gibt keinen Weg angesichts der Forderungen
der Erzeugerländer, wie das Defizit durch Handelsvereinbarungen beseitigt
werden könnte. Daher haben alle Länder der Welt ein gemeinsames Problem, wie
sie ihre Versorgung sicherstellen und die Preise mit der Struktur der Weltwirtschaft in Einklang bringen können.

Dies liegt genauso im Interesse der Erzeugerländer, denn wenn es in der
Weltwirtschaft zu einer Rezession kommt, würden auch die Erzeugerländer darunter leiden.
Die Vereinigten Staaten gehen in diese Konferenz mit der gleichen Einstellung wie schon einmal zuvor am Ende des zweiten Weltkrieges, als es große
Verwerfungen in der Welt gab und die USA erkannt hatten, daß sie ein starkes
Interesse an der Stabilität der Weltwirtschaft haben - ja, daß wir sogar ein
starkes Interesse an kooperativen Beziehungen in der Welt haben.

-3

Alle

�Alle von mir hier aufgezeigten Probleme berühren die Vereinigten Staaten am wenigsten. •

Wie der Präsident betont hat, können wir auf dem Energiesektor bis Ende
des Jahrzehnts autark werden. Und schon während dieses Jahrzehnts können wir
den größten Teil unseres Bedarfs aus einer expandierenden einheimischen Erzeugung sowie aus anderen Quellen decken, und wir sind am ehesten in der Lage, eigene bilaterale Abmachungen zu treffen. Auf der anderen Seite wäre ein
un
Zusammenbruch der Weltwirtschaft/vermeidlich und das gesamte, seit dem Kriege geschaffene, System von kooperativen Beziehungen auf der Welt wäre gefährdet, wenn jedes Land die Politik einschlüge, seine Nachbarn zu übervorteilen.
Wir treten daher an die eingeladenen Länder nicht mit der Forderung
heran, sich gemeinsam mit uns an einer Konfrontation zu beteiligen, und auch
nicht mit dem Vorsitz, irgendwelche einseitigen Vorteile zu erlangen, sondern
wir tun dies vielmehr mit der Bereitschaft, unsere eigenen Hilfsquellen und
unser Wissen für gemeinsame Bemühungen zur Verfügung zu stellen, um die Versorgung aller Länder zu verbessern und Vereinbarungen auszuarbeiten, so daß
die Verbraucher,wenn sie in den nächsten zwei Wochen oder Monaten ihren Bedarf anmelden, ihre gemeinsamen Probleme mit mehr Zuversicht und Nachdruck
vortragen können.

Wir werden unseren Kollegen unsere Beurteilung der Versorgungslage dar legen, die unseres Erachtens nicht so düster sein, muß wie dies oftmals geschildert worden ist.

Wir
-4-

�Wir werden aufzeigen, was wir auf den Gebieten der Verbrauchsbeschränkung, der gemeinsamen Forschung und Entwicklung sowie der Entwicklung alternativer Energiequellen tun wollen. Wir werden ferner bereit sein, mit den betreffenden Ländern über ein Zuteilungssystem in Kriegsfällen zu sprechen, falls
es zu vorübergehenden Versorgungsschwierigkeiten kommen sollte. Wir erwarten,
daß alle anderen Länder dies als weltweites Problem betrachten und sich darüber klar sind, so wie wir uns darüber klar sind, daß es nicht möglich ist,
aus Situationen, die das Wohlergehen aller unserer Völker berühren, irgendeinen einseitigen Vorteil zu ziehen.

Wir werden vor diesen Ländern ferner unsere tiefe Sorge über das harte
Los der Entwicklungsländer zum Ausdruck bringen und die Notwendigkeit darlegen, den Entwicklungsländern bei der Deckung ihres Energiebedarfs zu helfen.

Und schließlich werden wir in sehr naher Zukunft mit den Erzeugerländern in diesem gleichen Geiste der Zusammenarbeit und in dem Bewußtsein zusammentreffen, daß sie ebenfalls Teil der Völkergemeinschaft der Welt sind
und daß sie aus einer Verschlechterung der Weltwirtschaftslage wie auch der
internationalen Verhaltensnormen ebensowenig Nutzen ziehen können.

Darum geht es auf der Konferenz in der kommenden Woche, die unseres Erachtens ein wichtiger Punkt bei der Errichtung und der Erhaltung einer kooperativen Weltordnung ist, wie sie das Ziel jeder amerikanischen Administration - auf einer von beiden großen politischen Parteien getragenen Basis seit Ende des zweiten Weltkrieges gewesen ist.

Und jetzt stehe ich zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.
Frage:
-5-

�Frage: Sie haben angedeutet, daß die Araber das Erdölembargo aufheben
wollen. Können Sie uns sagen, wann damit zu rechnen ist?

Antwort: Ich habe angedeutet, daß ich Anlaß zu der Hoffnung habe, daß
Fortschritte bei den israelisch-arabischen Verhandlungen zur Aufhebung des
Erdölembargos führen würden. Ich habe ferner wiederholt darauf hingewiesen,
daß die Vereinigten Staaten Verständnis dafür aufbringen, daß das Embargo in
der Hitze des Gefechts und unter Bedingungen verhängt wurde, unter denen die
arabischen Länder sich noch nicht des Umfangs der von den USA unternommenen
diplomatischen Bemühungen bewußt waren.

Seit Oktober haben die Vereinigten Staaten als erstes die Waffenruhe,
dann das Sechs-Punkte-Abkommen und das Auseinanderrücken der Ägypter und der
Israelis erreicht. Ein Aufrechterhalten des Embargos unter diesen Bedingungen muß als eine Art Erpressung betrachtet werden; es wäre äußerst unangebracht und muß sich praktisch auf die Haltung auswirken, in der wir unsere
Diplomatie weiterführen.

Wir glauben daher, daß die Entscheidung, das Embargo aufzuheben, die
natürlich die Araber treffen müssen, in diesem Geist getroffen wird.
Frage: Herr Außenminister, zu Ihren Ausführungen über bilaterale Vereinbarungen. Im Augenblick sind bilaterale Beziehungen von Land zu Land zwi-r
sehen Japan und einigen der Olländer im Nahen Osten sowie bestimmten anderen
Ländern ausgehandelt worden. Wird Ihr Programm und Ihre Konferenz kommende
Woche sich damit befassen, diese zu widerrufen, oder wird irgendein diesbezüglicher Schritt ergriffen werden?
Antwort:
-6-

�Antwort: Es ist ganz klar, daß bestehende Abmachungen nicht aufgehoben
werden können. Genauso wenig sind wir gegen bilaterale Abmachungen als solche. Was unseres Erachtens notwendig ist, sind einige allgemeine Verhaltensregeln, in deren Rahmen solche bilaterale Abmachungen getroffen werden sollten.
Lassen Sie mich klarstellen: Wir sind nicht deswegen über bilaterale
Abmachungen besorgt, weil sie langfristig amerikanische Versorgungsquellen
berühren. Unsere Sorge ist, daß den meisten Ländern, die bilaterale. Abmachungen eingehen, bei den gegenwärtigen Preisen die Reserven ausgehen werden,
oder daß sie gezwungen sein könnten, dafür mit Waren zu bezahlen, für die es
keinen Festpreis gibt, wie zum Beispiel bei Waffen. Das könnte in der gegenwärtigen Situation die Stabilität nur noch weiter aushöhlen.

Wir sind darüber besorgt, weil bilaterale Abmachungen nur dazu dienen
können, einen Preis zu stützen, der zunächst einmal für das betreffende Land
und dann auch für die Weltwirtschaft ganz allgemein ruinös ist. Was wir gerne haben möchten, sind einige allgemeine Verfahrensregeln, in deren Rahmen
bilaterale Abmachungen getroffen werden, weil natürlich kein Land uns sein
Recht überlassen wird, sich mit seinen eigenen Versorgungsquellen zu befassen.

Frage: Herr Außenminister, wie stehen Sie zu der Entspannung mit der
Sowjetunion, vor allem angesichts der kürzlichen Erklärungen in der sowjetischen Presse ...?
Antwort:

-7-

�Antwort: Ich bin mit der Erklärung in der sowjetischen Presse, auf die
Sie sich beziehen, nicht vertraut. Aber lassen Sie mich unsere grundlegende
Haltung zur Entspannung darlegen. Beim Amtsantritt dieser Administration haben wir erklärt, daß wir für Verhandlungen und nicht für Konfrontation sind.
Wir haben ferner erklärt, daß wir unsere Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion erleichtern werden. Damals wurden wir von vielen kritisiert, weil wir
Fortschritte auf wirtschaftlichem Gebiet von außenpolitischen Bedingungen abhängig machen würden. Erst in letzter Zeit wurde das Argument befürwortet,
daß wir einen Fortschritt auf wirtschaftlichem Gebiet nicht nur von außenpolitischen Fortschritten, sondern auch von innenpolitischen Veränderungen in
dem sowjetischen Gesellschaftssystem abhängig machen sollten.

Worum geht es in den Beziehungen zur Sowjetunion? Hier sind zwei Gesellschaftssysteme, die beide über ein Potential zur Vernichtung verfügen,
wie es dies in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat, und das
für die meisten Menschen unvorstellbar ist. Beide Seiten verfügen über das
Potential, alles, was wir unter zivilisiertem Leben verstehen, zu vernichten.
Diese Waffen steigern sich in ihrer Wirkung immer mehr. Die Konfrontationen
überall auf der Welt nehmen angesichts der Natur der modernen Kommunikation
bei einem Bestehen von Spannungen zu. Es ist Pflicht jedes Führers eines
Landes, gleichgültig, welcher Partei er angehört, die Gefahr einer nuklearen
Konfrontation zu vermindern und der Menschheit die drohende Gefahr einer nuklearen Konfrontation zu ersparen. Und daher muß es die Hauptaufgabe der amerikanischen Außenpolitik sein, mässigend auf die sowjetische Außenpolitik
einzuwirken.
Das
-8-

�Das bedeutet nicht, daß wir das innenpolitische Verhalten der Sowjets
billigen. Das bedeutet nicht, daß wir glauben, die sowjetischen Führer handelten nach der gleichen Norm für innenpolitisches Verhalten, die wir von anderen erwarten. Trotzdem muß jeder Staatsmann angesichts der riesigen Gefahr
einer nuklearen Konfrontation versuchen, den Ausbruch eines Nuklearkrieges
zu verhindern. Daher ist unser Interesse an einer Entspannung darauf ausgerichtet, mässigend auf das außenpolitische Verhalten der Sowjets einzuwirken.
Das ist im großen und ganzen erfolgreich gewesen mit gelegentlichen Ausnahmen,
wie dies unvermeidbar ist, wenn Nationen praktisch nirgendwo Begrenzungen unterliegen. Aus diesem Grunde sind wir an einer Verringerung des Wettrüstens
interessiert. Aus diesem Grunde sind wir daran interessiert, bestimmte Bande
auf den Gebieten des Handels und der Kultur zu knüpfen. Das bedeutet keine
Billigung der innenpolitischen Struktur der Sowjetunion. Wo angebracht, haben
wir unseren Einfluß, und mit Erfolg - wie im Falle der Auswanderung von Juden geltend gemacht, um diese Bedingungen zu verbessern. Aber wir sollten nicht
mit der Gefahr eines Nuklearkrieges spielen, und wir sollten dies nicht zu
einer Frage innenpolitischer Debatten machen. Ob wir nun in diesem oder im
nächsten Jahr Erfolg haben werden, das Problem des Atomkrieges muß gelöst werden, wenn die Menschheit überleben soll.

Ich werde noch eine Frage beantworten.

Frage: Angesichts Ihrer Antwort auf die erste Frage und der Nachrichten,
daß Syrien Saudi Arabien überredet hat, das Erdölembargo nicht aufzuheben,
bevor Israel sich an der syrischen Front nicht auf die Grenzen von 1967 zurückgezogen hat, sind Sie der Ansicht, daß die USA gegenwärtig erpreßt werden, und
-9-

�und wenn dem so ist, von welchem Land oder von welchen Ländern?

Antwort: Wir haben noch keine offiziellen Informationen erhalten, wonach
Syrien von Israel den Rückzug auf die Grenzen von 1967 fordert. Aber ich habe unseren Standpunkt ganz allgemein dargelegt. Die Vereinigten Staaten haben
erklärt, daß sie am Frieden im Nahen Osten interessiert und daß sie überzeugt
sind, daß bei einer Fortdauer des Konfliktes eine Gefahr für die gesamte
Menschheit besteht - aus allen diesen Gründen haben die Vereinigten Staaten
ihre Bereitschaft erklärt, mit zur Verwirklichung der einschlägigen UN-Resolutionen beizutragen. Und die Vereinigten Staaten haben große Anstrengungen
unternommen - und ich möchte sagen, allein solche Anstrengungen unternommen um alle die Verbesserungen des politischen Klimas im Nahen Osten herbeizuführen, die seit Oktober eingetreten sind.

Wenn jetzt die Taktiken der Ausübung von Druck fortgesetzt werden, dann
kann dies nur als Erpressung ausgelegt werden und es kann, gleichgültig von
welchem Land es kommt, nur als Erpressung gedacht sein. Ich möchte jedoch
wiederholen, daß wir bisher in dieser Beziehung noch keine offizielle Nachricht erhalten haben.

-H-+

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3/1974

DIE ZUKUNFT DES BÜNDNISSES
Von NATO-Generalsekretär Dr. Joseph M.A.H.Luns

Die Signatarstaaten des Nordatlantikvertrages werden in Bälde den
25. Jahrestag der Gründung unseres Bündnisses begehen. Sie können es mit
einiger Befriedigung tun. Das Bündnis wurde gegründet, uro einer eindeutigen und unmittelbaren Bedrohung der Sicherheit und Unabhängigkeit der Länder Westeuropas zu begegnen. Es hat fortbestanden, um vor jeder Erneuerung
dieser Drohung abzuschrecken und gleichzeitig verbesserte Beziehungen zwischen Ost und West anzustreben. Seit Gründung des Bündnisses ist es gelungen, einer Ausdehnung der sowjetischen Hegemonie in Europa Einhalt zu gebieten. Allen Versuchen und jedem Druck in dieser Richtung ist mit Festig-r
keit und Entschlossenheit entgegengetreten worden •» eine Haltung, die zur
Aufgabe dieser Versuche führte. Schließlich wurde es möglich, auf eine
schrittweise Verbesserung des Klimas in den Ost-West-Beziehungen zu hoffen,
eine Verbesserung, die schließlich zu einer Situation in Europa führen mag,
in der mit dem Abbau einiger der starren und künstlichen Barrieren begonnen

-1-

�begonnen werden könnte. Nichts davon könnte ohne das Bündnis erreicht werden oder hätte ohne das Bündnis erreicht werden können.

Wie aber sehen die Zukunftsaussichten des Bündnisses aus? Wenn man
von gewissen Kommentaren ausgeht, dann scheinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt
manche Leute diese Aussichten nicht allzu hoch einzuschätzen. Einmal bestehen
ernsthafte Zweifel an der Bereitschaft der Wähler in den westlichen Demokratien, ihre Regierungen bei entscheidend wichtigen Verteidigungsausgaben zu
unterstützen. Zum anderen werden Zweifel am Zusammenhalt des Bündnisses laut.
Und zum dritten steht außer Frage, daß die wachsende Kompliziertheit der den
Industrienationen der Welt gestellten Probleme - wie dies erst jüngst durch
die Energiekrise so augenfällig geworden ist - die Gefahr der Rivalität und
des Konfliktes zwischen Mitgliedern des Bündnisses stark vergrößert hat. Wenn
wir also jetzt diesen 25. Jahrestag feiern, dann wird unsere berechtigte BeT
friedigung etwas gedämpft durch derzeitige Sorgen und Befürchtungen für die
Zukunft.

Es mag recht nützlich sein, die Ursachen für diese Sorgen uni Befürchtungen einmal etwas näher zu untersuchen. Ganz allgemein gesprochen wird
sich jedes militärische Verteidigungsbündnis - und hier ist das Nordatlantische Bündnis keine Ausnahme - ständig mit zweierlei Problemen auseinanderzusetzen haben. Da existieren als erstes die äußeren Probleme, die.sich durch
die Bedrohung ergeben, der zu begegnen das Bündnis ins Leben gerufen wurde
und besteht: die Beurteilung der Bedrohung auf lange Sicht und an bestimm-

~2-

�bestimmten Zeitpunkten;Entscheidungen, wie der Bedrohung am besten begegnet
werden kann und Übereinkommen über die Mittel und Wege zur Ausführung dieser
Entscheidungen. Der zweite Problemkreis umfaßt die inneren Probleme der Beziehungen innerhalb des Bündnisses: Übereinkommen darüber,wo die Interessen
des Bündnisses in einer spezifischen Situation liegen; Übereinkommen darüber,
welches die Aufgabe und Zuständigkeit des Bündnisses ist, und schließlich
das Finden von Mittel und Wegen zur Beilegung von Differenzen zwischen Bündnismitgliedern, wo diese Differenzen die Solidarität des Bündnisses bedrohen. Man kann in diesem Zusammenhang wohl sagen, daß es eine allgemeine Regel gibt, wonach die inneren Probleme der Bündnisbeziehungen am wenigsten
drohend erscheinen, je akuter die äußeren Probleme der Bedrohung sind. Kurz
gesagt: die Solidarität des Bündnisses und die Kunst der Aufrechterhaltung
dieser Solidarität scheinen mit dieser Bedrohung auf und ab zu schwanken.

Macht und Politik der Sowjets

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Stand hinsichtlich der äußeren Bedrohung der Länder des Nordatlantikvertrages nicht eindeutig. Auf der einen
Seite ist die sowjetische Militärmacht unablässig gewachsen, sie wächst weiter. Die UdSSR hat fast eine nukleare strategische Parität mit den Vereinigten Staaten erreicht. Es hat ein massiver Ausbau der sowjetischen Flotte
stattgefunden, der die Kapazität der Sowjetunion, politisch-militärische
Operationen in globalem Ausmaß durchzuführen, augenfällig verändert hat. Die

•3

�Die Verbesserung anderer konventioneller Streitkräfte ist unvermindert weitergegangen. Für die Forschung und Entwicklung zum Nutzen der sowjetischen Mi.?
litärmaschinerie werden gewaltige Summen aufgewandt.

Auf der anderen Seite sind Entwicklungen im politischen Denken der
Sowjets zugunsten einer verringerten Konfrontation zu erkennen, die die NATOLänder in die Lage versetzt haben, zumindest einen gewissen Fortschritt in ihren Bemühungen um normalere und natürlichere Beziehungen zwischen Ost und West
zu erzielen. Man kann sich natürlich fragen, inwieweit dieser Wandel nur die
persönliche Politik eines Mannes, Breschnews, ist und daher auf längere Sicht
ein recht unsicherer Faktor. Man kann auch sagen, daß diese Bemühungen nicht
mehr sind als eine Taktik, beeinflußt durch bestimmte unmittelbare Probleme
der Sowjets - Besorgnisse wegen China, wirtschaftliche Sorgen im Lande und die
Notwendigkeit, sich wegen lebenswichtiger Nahrungsmittelimporte und moderner
Technologie auf den Westen zu stützen.

Trotzdem, so scheint es, hat dieser Wandel einige wichtige praktische Ergebnisse ermöglicht, die - zumindest bis zu den jüngsten Ereignissen im Nahen
Osten - Anlaß zu einem gewissen Optimismus gegeben haben, ja in manchen Bereichen der öffentlichen Meinung im Westen sogar vielleicht zu einem gewissen
Maß an Selbstzufriedenheit. So haben wir den Abschluß der ersten SALT-Abkommen
und einer Reihe weiterer Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion erlebt - in Bereichen, die man allgemein als Rüstungskontrolle bezeichnen könnte. Hier gab es weiter den Besuchsaustausch zwischen Präsident
Nixon und Breschnew und die Abkommen über die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen, die aus diesen Besuchen entstanden. Wir haben die Ausführungen der

-4-

�der Ostpolitik der Regierung der Bundesrepublik Deutschland zur Normalisie«
rung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion und anderen
osteuropäischen Ländern erlebt.

Ganz allgemein fand zwischen fast allen Ländern des Ostens und des Westens eine ständige Zunahme der bilateralen Kontakte in zahlreichen Bereichen
statt - die Besucherzahlen stiegen, der kulturelle und der akademische Austausch nahm zu, die technologische Zusammenarbeit wurde stärker und der
Handel wuchs.

Was die multilateralen Kontakte angeht, so ist die Konferenz über Sicher
heit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) jetzt in Genf in ihre zweite Phase
eingetreten.Gleichzeitig verhandeln die Länder der NATO und des Warschauer
Paktes in Wien über beiderseitige und ausgewogene Truppenverringerungen
(MBFR). Das ist eine eindrucksvolle Aufzählung, und wir dürfen fraglos von
der gegenwärtigen Periode der Ost-West-Beziehungen als einer Periode der Verhandlungen sprechen.

Prekäres Gleichgewicht
Der Gang der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten hat uns jedoch hart daran erinnert, daß dies alles nicht notwendigerweise das Ende jeder Konfrontation bedeutet. Dort hat das zweifelhafte und potentiell bedrohliche Verhalten
der Sowjetunion an einem bestimmten Punkt die Vereinigten Staaten gezwungen,
ihre Streitkräfte in Alarmzustand zu versetzen. Aus dieser Erfahrung lassen
sich zwei Lehren ziehen: Einmal zögert die Sowjetunion auch heute noch nicht,
ihre Macht einzusetzen, um ihre Interessen voranzutreiben und denjenigen des

-5-

�des Westens zu schaden, wann immer und wo immer sie dazu. Gelegenheit sieht,
dies ohne unannehmbare Risiken zu tun. Und man muß hier dazu sagen, daß in
dem Maße, in dem die militärische Kapazität der Sowjetunion weiter wächst,
ihre Kapazität zunimmt, solche Gelegenheiten wahrzunehmen. Die zweite, etwas
ermutigendere Lehre ist die, daß die Sowjetunion davon abgehalten werden
kann, gefährliche Situationen auszunutzen, wenn - aber nur wenn - man ihr
klarmachen kann, daß das Risiko zu groß wäre. Kurz gesagt, der Weltfriede
hängt weiterhin von einem prekären Gleichgewicht der Kräfte ab. Das soll jedoch nicht heißen, daß wir alle Hoffnung auf Fortschritte in der Entspannung
wegen des sowjetischen Verhaltens in der Nahostkrise begraben müßten. Zunächst einmal hätte die Lage noch unvergleichbar ernster werden können, hätte
es nicht die vorherige Verbesserung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
und ein gewisses Maß an persönlicher Verständigung zwischen Präsident Nixon
und Breschnew gegeben. Und zum zweiten hat die Sowjetunion erkennen müssen,
daß es hier keine reifen Früchte gab, die ihr in den Schoß fallen würden.
Daher hat sie zusammengearbeitet und auch weiterhin an dem Zustandekommen
von Friedensgesprächen und an der Suche nach einer Regelung im Nahen Osten
mitgewirkt.

Aber wir tun wahrscheinlich gut daran, von der vorsichtigen Voraussetzung auszugehen, daß für die Sowjetunion die Entspannung nicht so sehr
Selbstzweck bedeutet als vielmehr eine Politik, die dazu geeignet ist, den
sowjetischen Interessen zu dienen, so wie die sowjetischen Führer diese Interessen im Augenblick sehen. Es liegt daher an den Ländern des Nordatlantischen Bündnisses, dafür zu sorgen, daß Entspannung weiterhin in sowjetischen

-6-

�sowjetischen Augen als die geeignete Politik erscheint.

Wenn das Bündnis das tun will, dann ist es wesentlich, daß es seine
Stärke und Solidarität aufrechterhält. Schließlich hängt davon seine Glaubwürdigkeit als Instrument der Abschreckung und Verteidigung ab. Dies führt unmittelbar zu dem zweiten Problemkreis, dem der inneren Beziehungen zwischen
den Mitgliedern des Bündnisses, deren befriedigende Gestaltung von so entscheidender Bedeutung

für den Zusammenhalt des Bündnisses ist. In der jüngsten

Vergangenheit, als es so aussah, als ob sich die Ost-West-Beziehungen verbesserten und die Gefahren der Konfrontation geringer würden, schienen wirtschaftliche, monetäre und andere Schwierigkeiten in zunehmendem Maße die Beziehungen zwischen den Verbündeten zu trüben. Es war vor dem Hintergrund eines
wachsenden Bewußtseins beginnender Rivalitäten, ja sogar des möglichen-Konflikts, daß Präsident Nixon im Frühjahr 1973 praktisch vorgeschlagen hat, das
Bündnis solle sich einer fundamentalen Selbstüberprüfung unterziehen, um seine
Aufgaben mit neuer Zielsetzung und Kraft zu erfüllen und damit den neuen Herausforderungen zu begegnen, vor die es in einer sich immer rascher verändernden Welt gestellt wird.

Probleme im eigenen Bereich

Die Nahostkrise und die damit verbundenen Gefahren einer amerikanischsowjetischen Konfrontation sollten eigentlich dazu gedient haben, die Differenzen im Bündnis in den Hintergrund zu rücken und die erneute Einheit zu fördern. Ich bedauere es zutiefst, daß dies nicht geschehen ist. Daß es nicht

-7-

�nicht geschah, zeigt nur, wie notwendig es für ein Bündnis ist, mit seinen
eigenen Problemen in ausreichendem Maße fertig zu werden, und daß es ständig
danach streben muß, tragfähige Übereinkommen in gewissen Fragen zu erreichen,
wie über das Ausmaß der Verantwortung des Bündnisses in einem bestimmten Augenblick, und darüber, wo die Interessen des Bündnisses liegen. Das ist zum
Teil eine Frage des Apparats, d.h. der Sicherstellung einer wirksamen Konsultation. Es wäre jedoch unrealistisch, anzunehmen, daß Konsultation allein,
so effektiv sie auch sein mag, in jedem Falle alle Differenzen ausräumen könnte. Man muß einsehen, daß es zwischen fünfzehn gleichermaßen souveränen und
unabhängigen Nationen viele Fälle gibt, in denen eine totale Harmonie - ja
nicht einmal eine Annäherung daran - nicht möglich ist.

Daraus folgt jedoch nicht, daß diese Nationen sich nicht weiterhin in
Fragen zusammentun könnten, bei denen Übereinstimmung herrscht - vorausgesetzt natürlich, man läßt nicht zu, daß ihre Differenzen den gemeinsamen Willen für ein solches gemeinsames Handeln schwächen. Die Erfahrung im Nordatin
lantischen Bündnis/der Vergangenheit hat dies deutlich gezeigt. Zur Zeit der
Suez-Krise gab es schwere Differenzen unter den Verbündeten; es hat Differenzen wegen Vietnam gegeben; es gab Differenzen wegen der Kolonialpolitik, ja
sogar wegen innenpolitischer Fragen. Das hat das Bündnis jedoch nicht daran
gehindert, seine wesentlichen Aufgaben zu erfüllen. Darüber hinaus zeigten
die Regierungen aller Mitgliedsländer des Bündnisses eine feste Entschlossenheit, nicht zuzulassen, daß bestehende oder drohende Differenzen ihren Beziehungen Schaden zufügten.
Ausgelöst

-8-

�Ausgelöst durch die Initiative Präsident Nixons im Frühjahr vorigen
Jahres wurde die Arbeit der gemeinsamen Neudeklaration erfolgreich weitergeführt; sie steht jetzt vor ihrem Abschluß. Diese Neudeklaration wird notwendigerweise bestimmte Fragen in Rechnung stellen, die die Gefahr in sich tragen, sich als spaltend zu erweisen. Zu den Veränderungen, die stattgefunden
haben, seit der Nordatlantikvertrag unterzeichnet wurde, und die in jeder
Neudeklaration der Verbündeten berücksichtigt werden müssen, gehört die weitgehend veränderte Position der europäischen Partner: von einem Status der
desorganisierten Armut im Gefolge des Krieges zu einer Situation beträchtlichen Wohlstandes und wachsender Einheit.

Das muß unausweichlich eine veränderte und größere Rolle der Länder
Europas in ihrer eigenen Verteidigung bedeuten. Ebenso muß man die Veränderung des strategischen Gleichgewichtes erkennen, die dadurch verursacht wurde, daß die Sowjetunion die annähernde nukleare Parität mit den Vereinigten
Staaten erreichte, und welche Folgen das für die Strategie des Bündnisses
hat. Und über diese Arbeit an einer Deklaration hinaus haben die NATO-Außenminister auf ihrer Tagung im Dezember vorigen Jahres in Brüssel beschlossen,
Mittel und Wege zu prüfen, um die volle Wirksamkeit der Konsultation im
Bündnis zu gewährleisten. Damit hat die Reaktion des Bündnisses auf die Probleme, mit denen es augenscheinlich in zunehmendem Maße konfrontiert wurde,
darin bestanden, die Bemühungen zu verdoppeln, um diese Differenzen auszuräumen, und wo dies nicht erreicht werden kann, oder zumindest nicht völlig
erreicht werden kann, trotzdem zu gewährleisten, daß dies Bündnis in der

-9-

�\
der Lage ist, die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten mit dem geringstmöglichen Schaden zu überwinden und zu überleben.

Enge Zusammenarbeit

Es wäre daher unangebracht pessimistisch, eine zu düstere Auffassung bezüglich der Zukunftsaussichten des Bündnisses zu hegen, nur weil es im Augenblick etwas stürmische Gewässer passiert. Ebenso wäre es lächerlich optimistisch, wenn man davon ausgehen wollte, daß, selbst wenn all

die Probleme,

mit denen die Mitglieder in ihren gegenseitigen Beziehungen jetzt konfrontiert
sind, gelöst oder mit der Zeit verschwinden würden, nicht neue und ebenso
schwierige Probleme an die Stelle der bisherigen treten werden. Es ist natürlich, daß Verbündete, die aus dem Tritt geraten,Schlagzeilen machen, während
es keine Schlagzeilen macht, wenn sich Verbündete als solche verhalten. Tatsache ist, daß trotz aller Schwierigkeiten, deren Ernsthaftigkeit sicherlich
nicht unterschätzt werden sollte, auf einem sehr weiten Feld die enge und
wirksame Zusammenarbeit der Verbündeten an der Tagesordnung blieb - sowohl
was Fragen der Verteidigung angeht als auch politische Fragen der Beziehungen
zwischen Ost und West. Darüber hinaus ist es die fest erklärte Absicht aller .
verbündeten Regierungen, daß dies so bleiben soll, denn sie alle betrachten
ein starkes,engverbundenesund wirksames Bündnis als ein Lebensinteresse
eines jeden Landes im Bündnis.
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FULBRIGHT-STIPENDIEN FÜR DEUTSCHE BILDUNGSEXPERTEN 1974

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              <text>Amerikadienst 13.02.1974</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede Kissingers auf der Washingtoner Energiekonferenz&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon legt Außenwirtschaftsbericht vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kissinger zu Fragen der Energie und Entspannung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ausführungen des US-Außenministers vor dem Harvard/ Yale/ Princeton-Club in Washington -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Zukunft des Bündnisses&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von NATO-Generalsekretär Dr. Joseph M.A.H. Luns -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Fulbright-Stipendien für deutsche Bildungsexperten 1974</text>
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