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28. November 1973

Inhalt

DOKUMENTATION:

Nixon erläutert Energiepolitik der USA
-Wortlaut der Fernsehansprache des Präsidenten am 25. November-

W1RTSCHAFT:

US-Wirtschaftswissenschaftler fordern Widerstand gegen arabische
Erpressung

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:

Öl aus Alaska
Hochkonjunktur für Prospektoren
«Strikte Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung in den USA-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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45/1973

NIXON ERLÄUTERT ENERGIEPOLITIK DER USA
-Wortlaut der Fernsehansprache des Präsidenten am 25.November-

WASHINGTON — ( A D ) — Präsident Nixon hat am 25. November in einer Fernseh-und
Rundfunkansprache an das amerikanische Volk die künftige amerikanische Energiepolitik erläutert und weitere energiesparende Maßnahmen bekanntgegeben.
Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"Vor drei Wochen habe ich z u Ihnen über die nationale Energiekrise und
unsere Politik zu ihrer Bewältigung gesprochen. Heute abend möchte ich erneut zu Ihnen sprechen, um Ihnen über unseren Fortschritt zu berichten,und
um weitere Maßnahmen bekanntzugeben,die wir zur Fortführung unserer Energiepolitik ergreifen müssen.
Als ich damals zu Ihnen sprach, deutete ich an, daß die plötzliche Unterbindung des Ölflusses aus dem Nahen Osten die von uns für diesen Winter
erwarteten ernsten Energieverknappungen zu einer größeren Energiekrise ausgeweitet haben. Diese Krise macht sich jetzt überall auf der Welt bemerkbar,
nachdem die übrigen Industriestaaten ebenfalls Ölkürzungen aus dem Nahen
Osten hinnehmen mußten.
Die Verknappungen in Europa beispielsweise sind weit schwerwiegender
als die in den Vereinigten Staaten. Sieben europäische Länder haben bereits

�bereits ein Sonntagsfahrverbot verfügt. Glücklicherweise sind die Vereinigten Staaten nicht so stark abhängig vom Nahost-Öl, wie dies bei zahlreichen
anderen Ländern der Fall ist. Wir werden kein Sonntagsfahrverbot anordnen,
aber wie Sie später hören werden, werden wir das Fahren an Sonntagen einzuschränken versuchen. Trotzdem rechnen wir damit, daß unser Defizit bis
zu 17 Prozent betragen könnte. Das bedeutet, daß wir sofort nachhaltige
und wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen müssen.
Um Störungen in unserer Wirtschaft auf ein Minimum zu begrenzen, habe
ich am 7. November alle Amerikaner aufgerufen, bestimmte energiesparende
Maßnahmen zu ergreifen, um mitzuhelfen, die durch die verminderte Energieversorgung gestellten Aufgaben zu bewältigen. Diese Schritte umfassen ein
Herabsetzen der Temperaturen für die Wohnraumbeheizung, geringere Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge sowie Beseitigung des unnötigen Lichtverbrauchs. Das amerikanische Volk, wir alle, haben auf diese Aufforderung
mit dem Geist der Opferbereitschaft geantwortet, der dieses Land zu einer
so großen Nation hat werden lassen.
Der Kongreß hat ebenfalls Maßnahmen auf dem Energiesektor ergriffen.
Das Gesetz über die Alaska-Pipeline ist verabschiedet worden. Ich habe es
vor neun Tagen hier an diesem Schreibtisch unterzeichnet und damit in Kraft
gesetzt. Der Kongreß hat ein Gesetz über BrennstoffZuteilung verabschiedet,
das ich am Dienstag unterzeichnen werde. Ein weiteres Energie-Notstandsgesetz, das besondere Vollmachten zur Bewältigung dieses Problems gibt, ist
jetzt vom Senat verabschiedet worden. Ich rechne damit, daß das Repräsentantenhaus, sobald es nach seiner Sitzungspause wieder zusammentritt, umgehend handeln wird, so daß dieses entscheidend wichtige Gesetz etwa Mitte
Dezember unterzeichnet werden kann.
Wir haben also einige ermutigende Fortschritte erzielt, doch bleibt
noch weit mehr zu tun, und darüber möchte ich heute abend zu Ihnen sprechen.

Ich

�Ich habe einen Energiekrisenstab eingesetzt, der unter meinem Chef-Energieberater, Gouverneur John Love, steht, um unsere Situation auf einer kontinuierlichen Basis zu analysieren und mich über alle Maßnahmen zu beraten,
die im Hinblick auf die Situation erforderlich werden.
Aufgrund der Schritte und Empfehlungen dieses Krisenstabes gebe ich
heute abend zur Überwindung der Energiekrise die folgenden Maßnahmen bekannt:
Zur Erhöhung des in diesem Winter verfügbaren Heizölangebotes müssen
wir erstens eine Anpassung der Produktionspläne vornehmen und Erdöl, das normalerweise für die Benzingewinnung verwandt werden würde, für die Erzeugung
von mehr Heizöl abzweigen.
Um dies zu erreichen werden die Benzinmengen, die die Raffinerien an die
Groß-und die Einzelhändler verteilen, im gesamten Land um 15 Prozent gekürzt
werden. Wenn wir die Benzinversorgung herabsetzen, müssen wir auch Maßnahmen
ergreifen, um eine vernünftige Verwendung der restlichen Benzinmengen und
weitestmögliche Einsparungen sicherzustellen.
Daher fordere ich als zweite Maßnahme heute abend, daß alle Tankstellen,
beginnend mit dem Wochenende am 1. Dezember, von Samstag 2100 Uhr bis Sonntag 2400 Uhr geschlossen bleiben. Wir ersuchen darum, daß dieser Schritt jetzt
auf freiwilliger Basis erfolgt.
Nach Verabschiedung des Energienotstandsgesetzes durch den Kongreß werden die Tankstellen verpflichtet sein, während dieser Stunden geschlossen zu
bleiben. Dieser Schritt dürfte für keine amerikanische Familie zu schwerwiegenden Härten führen. Er wird jedoch an den Wochenenden von Fernfahrten abhalten. Das bedeutet vielleicht, daß man etwas mehr Zeit zu Hause verbringt.
Diese Einsparungen allein erbringen aber nur einen kleinen Teil dessen,
was wir einsparen müssen, um die Benzinverknappung insgesamt zu überwinden.
Wir können wesentliche weitere Einsparungen dadurch erzielen, daß wir unser
Fahrverhalten ändern. Obwohl die freiwillige Reaktion auf mein Ersuchen um

-3-

�um eine Herabsetzung der Geschwindigkeit beim Autofahren hervorragend war,so
ist es jetzt unerläßlich, daß diese wichtige Maßnahme im ganzen Lande verbindlich und uneingeschränkt eingehalten wird.
Dementsprechend wird der dritte Schritt die Festsetzung einer Höchstge- schwindigkeitsgrenze für Personenkraftwagen im gesamten Land von 50 Meilen pro
Stunde (80 km) sein, sobald unser Energienotstandsgesetz den Kongreß passiert
hat. Wir rechnen damit, daß diese Maßnahme Einsparungen von 200 000 Barrel
Benzin pro Tag bringen wird. Autobussen im Intercity-Verkehr und schweren
Lastwagen, die bei höheren Geschwindigkeiten rationeller fahren und daher
nicht mehr Treibstoff verbrauchen,wird eine Geschwindigkeitsgrenze von 55 Meilen pro Stunde eingeräumt werden.
Der vierte Schritt, den wir ergreifen werden, betrifft unsere Düsenflugzeuge. Es wird eine phasenweise Reduzierung des Verbrauchs von Düsenbrennstoff
für Passagierflugzeuge um weitere 15 Prozent vorgenommen werden, so daß die
gesamte Herabsetzung etwa 25 Prozent betragen wird.
Diese Einsparungen werden durch eine vorsichtige Verringerung der Flugpläne sowie eine höhere Auslastung der Flugzeuge im Passagierverkehr erreicht
werden. Wir werden den Flugverkehr nicht einstellen müssen, aber wir werden
ihn

sorgfältiger planen müssen.
Der fünfte Schritt betrifft die Reduzierung unserer Außenbeleuchtungen.

Sobald das Energienotstandsgesetz den Kongreß passiert, werde ich Einschränkungen der Außenbeleuchtung an Wohngebäuden sowie die Einstellung der gesamten
kommerziellen Lichtwerbung, Firmenbezeichnungen ausgenommen, anordnen.
Bis dahin beabsichtigen wir hier im Weißen Haus, die übliche Weihnachtsbeleuchtung einzuschränken, und ich appelliere an Sie alle, daß Sie auf freiwilliger Basis handeln und unnötige Außenbeleuchtungen verringern oder abschalten.
Ich

�Ich möchte nur ein Beispiel anführen, wie stark sich eine solche Initiative auswirken kann. Allein die in unserem Lande wieder zu Schmuck-und Stiramungszwecken installierte Gasbeleuchtung entspricht einem Energieverbrauch von
etwa 35 000 Barrel Öl pro Tag, und diese Brennstoffmenge würde ausreichen, um
175 000 Wohnungen zu beheizen.
Und schließlich möchte ich Ihnen heute abend berichten, daß wir jetzt
endgültige Pläne für die Zuteilung der reduzierten Heizölmengen in diesem Winter ausgearbeitet haben, und Sie alle wissen, wie wichtig Heizöl gerade im
Winter ist.
Diese Pläne, die am Dienstag veröffentlicht werden, sehen eine durchschnittliche Reduzierung des Heizölverbrauchs für industrielle Zwecke um 10
Prozent, für den privaten Bedarf um 15 Prozent und für den kommerziellen Bedarf um 25 Prozent vor.
Die Reduzierungen für den privaten Bedarf allein werden zu Einsparungen
von rund 315 000 Barrel Heizöl pro Tag führen, was ausreicht, um über eineinhalb Millionen Wohnungen täglich zu beheizen. Für die durchschnittliche amerikanische Familie bringt diese Heizölkürzung, die ich bereits vor drei Wochen
angedeutet habe, keine schwerwiegenden Unannehmlichkeiten. Aber sie bedeutet,
daß jeder seinen Thermostaten herunterschalten soll - so wie das jetzt in diesem Büro hier der Fall ist und im ganzen Weißen Haus und überall in allen Bundesgebäuden. Sie sollten den Thermostaten um 6 Grad (Fahrenheit) unter den üblichen Stand einstellen, so daß wir am Tage im ganzen Lande eine durchschnittliche Temperatur von 68 Grad Fahrenheit (20 Grad Celsius) erreichen können.
Diejenigen, die nicht zurückschalten, riskieren es, daß sie noch vor Ende des Winters ohne Heizöl sein werden. Obwohl noch weitere Maßnahmen notwendig sein werden, um die zu erwartende Verknappung von 17 Prozent auszugleichen,
werden die von mir heute abend aufgezeigten Maßnahmen eine Erleichterung dieser Verknappung um 10 Prozent bringen.

Sie

-5-

�Sie werden einen sehr wesentlichen Beitrag zur Erreichung unseres Nah-

'

Zieles darstellen, nämlich zu gewährleisten, daß wir genug Brennstoff haben,
um unsere Wohnungen in diesem Winter ausreichend beheizen zu können, um zur
Arbeit gehen zu können und um keine ernsthaften Störungen unseres normalen
Lebensablaufs erfahren zu müssen.
Vor allem wird alles getan werden, um zu gewährleisten, daß etwaige
Störungen unserer Wirtschaft, die Arbeitsplätze kosten könnten, so kurz wie
nur möglich sein werden, und daß sie keinen ernsten Schaden verursachen.
Nichts, was wir tun, kann jedoch Erfolg haben, ohne die volle Mitarbeit
des Kongresses bei der Schaffung der notwendigen Gesetzgebung, ohne die volle
Mitarbeit der einzelstaatlichen und kommunalen Behörden in der Gewährung der
notwendigen Führung und ohne die volle Mitarbeit eines jeden von Ihnen, des
gesamten amerikanischen Volkes, durch ein kleines Opfer, damit niemand echte
Not zu leiden braucht.
Was mich angeht, so verpflichte ich mich, alles in meiner Macht stehende,
zu tun, um sicherzustellen, daß die von mir verkündeten Entscheidungen rasch,
wirksam und fair durchgeführt werden, und auch weitere zusätzliche Maßnahmen,
die sich als notwendig erweisen sollten, um unser Ziel zu erreichen.
Ich habe die Absicht, mich persönlich und regelmäßig - wie ich dies seit
meiner Ansprache an Sie vor drei Wochen getan habe - an der Arbeit meiner Energie-Berater zu beteiligen. Ich habe die Absicht, die führenden Vertreter des
Kongresses regelmäßig über Probleme und Fortschritte zu unterrichten. Und ich
habe die Absicht, dafür zu sorgen, daß die Personen und Organisationen,die
auf diesem Gebiet verantwortlich und zuständig sind, voll und regelmäßig informiert werden.
Wenn wir diese Aufgabe meistern wollen, brauchen wir neue Regeln. Aber
vor allem brauchen wir unablässiges und ernsthaftes Handeln und die Zusammenarbeit von Millionen von Männern und Frauen, wenn wir unser Ziel erreichen wollen, und das bedeutet, von Millionen von Amerikanern im ganzen Land, die mir
heute abend zuhören.
Lassen

�Lassen Sie mich damit schließen, daß ich erneut unser oberstes Ziel definiere: Es kann mit einem Wort ausgedrückt werden, das unsere Nation und
ihr eigentliches Wesen am besten charakterisiert, und dieses Wort heißt
•Unabhängigkeit». Seit seinen Anfängen vor 200 Jahren und in seiner ganzen
Geschichte hat Amerika große Opfer an Blut und auch an Geld gebracht, um seine Unabhängigkeit zu erreichen und zu erhalten. Im letzten Drittel dieses
Jahrhunderts wird unsere Unabhängigkeit von der Aufrechterhaltung und Erreichung der Autarkie auf dem Energiesektor abhängen.
Was ich als Projekt »Unabhängigkeit 1980* bezeichnet habe, besteht aus
einer Reihe von Plänen und Zielsetzungen, die gewährleisten sollen, daß bis
zum Ende dieses Jahrzehnts Amerikaner sich auf keine andere Energiequelle zu
verlassen brauchen als unsere eigenen.
Was Energie angeht, so bedeutet das, daß wir unser Schicksal und unsere
Zukunft allein in unseren eigenen Händen tragen werden. Wenn wir in die Zukunft blicken, dann tun wir das mit der Zuversicht, daß die Energiekrise
nicht nur für unsere Zeit, sondern für immer gelöst sein wird. Wir werden wieder über die überreiche Energieversorgung verfügen, die dazu beigetragen hat,
die größte Industrienation aufzubauen und mit den höchsten Lebensstandard in
der Welt zu schaffen.
Die Fähigkeit zur Autarkie in der Energieversorgung ist ein großes Ziel.
Sie ist auch ein entscheidend wichtiges Ziel, und wir werden es erreichen.
Heute abend möchte ich Sie alle bitten, sich zusammenzuschließen und
dieses Ziel in dem Geiste der Disziplin, der Selbsteinschränkung und der Einigkeit anzugehen, der der Eckstein unseres großen und guten Landes ist."

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45/1973

US-WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLER FORDERN WIDERSTAND GEGEN ARABISCHE
ERPRESSUNG

CAMBRIDGE, Massachusetts --(AD)— Acht bekannte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler, unter ihnen vier Nobelpreisträger, haben die Vereinigten
Staaten aufgefordert, bei der Formulierung ihrer Nahostpolitik der arabischen Erpressung nicht nachzugeben. In einer gemeinsamen Erklaerung, die
am 20. November von den Nobelpreisträgern Professor Kenneth Arrow, Professor Simon Kuznets, Professor Wassily Leontief und Professor Paul Samuelson
sowie den Wirtschaftswissenschaftlern Professor John Kenneth Galbraith
(Harvard-Universität), Professor Franklin Fisher und Professor Robert Solow
(Massachusetts Institute of Technology) und Professor Merton Peck (YaleUniversität) unterzeichnet wurde, betonen die Professoren, wer erst einmal
der Erpressung nachgegeben habe, werde immer wieder aufs Neue erpresst wer«
denDie Erklärung bringt die persönliche Auffassung der Unterzeichner zum
Ausdruck und nicht die Regierungspolitik der USA.
Der amerikanische Außenminister Henry A. Kissinger hat sich auf seiner
Pressekonferenz am 21. November nachdrücklich für Verhandlungen und Aussöhnung ausgesprochen, hat aber allerdings auch unmißverständlich darauf hingewiesen, daß die Vereinigten Staaten, falls das arabische Erdölembargo unbegrenzt fortgesetzt werden sollte, prüfen müßten, welche Gegenmaßnahmen er-

-1-

�I
ergriffen werden könnten. Dies werde jedoch nur im äußersten Fall und sehr
zögernd geschehen. Gleichzeitig wies Kissinger darauf hin, daß der amerikanische Energiebedarf zu 85 Prozent im Inland gedeckt werden könne, "so daß
wir dem ausländischen Druck nicht völlig preisgegeben sind."
Der Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium, William Porter,
hatte am 19. November darauf verwiesen, "daß wirtschaftliche Erpressung
ein zweischneidiges Schwert ist", denn keine Gruppe von Ländern verfüge über
alle benötigten Rohstoffe. Gleichzeitig betonte Porter,, daß ein großer Teil
der Weltexporte an Lebensmitteln und Industrieerzeugnissen aus den Vereinigten Staaten komme.
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen die vorgenannten Wirtschaftswissenschaftler unter anderem:
"Man kann der Auffassung sein, daß die amerikanische Hilfe an Israel und
die Unterstützung der israelischen Position in gewisser Weise verantwortlich \
für die Schwierigkeiten auf dem Energiesektor sind (das Wort «Krise1 ist viel
zu stark).

Es besteht jedoch nur ein begrenzter und sehr flüchtiger Zusammen^

hang, und unsere Außenpolitik sollte sich auf keinen Fall der Illusion hingeben, daß wir durch ein Nachgeben gegenüber der Ölerpressung tatsächlich irgend
etwas gewinnen könnten.
Die internationale Rohölsituation hat zwei Aspekte, Da ist einmal das
Kartell der Erdölländer; die Mitglieder der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), bei denen es sich um arabische und nicht-arabische
Länder handelt. Dieses Kartell konnte in der Vergangenheit wiederholt die
Preise heraufsetzen, indem es einfach die Abgaben auf die Erdölexporte erhöhte.... Die Obergrenze für dieses Monopol sind die Kosten alternativer Brennstoffquellen..„. Es dürfte sicher sein, daß die OPEC-Länder fortfahren werden, sich an diese Grenze heranzutasten. Sie haben diesen Prozeß mit den
Teheran-•Abkommen* von 1971 begonnen, die wenige Monate später gebrochen wurden. Anfang Oktober dieses Jahres haben sie diese Verhandlungs-Scharade
beendet und die Preise einseitig heraufgesetzt. Zweifellos werden sie das
immer wieder tun.
-2-

�Es bestand und besteht kein Zusammenhang zwischen Frieden im Nahen
Osten und dem Erdölmonopol der arabischen und nicht-arabischen Länder. Selbst
wenn morgen eine perfekte politische Nahostregelung erreicht würde, so würden die OPEC-Länder nicht einen Deut von dem Erreichten aufgeben und sie würden nicht aufhören, zu überlegen, wann und um wie viel sie die Preise erhöhen
können...
Das neue Element der Situation sind die Kürzungen, die unabhängig von
der allgemeinen Verknappung Mitte Oktober von den arabischen Ländern bekannt
gegeben wurden und die, wie sie erklärten, solange beibehalten würden, bis
die Grenzen Israels wieder dort sind, wo sie vor dem Sechstage-Krieg von
1967 waren, und bis dem palästinensischen Volke seine 'Rechte1 eingeräumt
worden sind - eine Konzeption, die nicht näher erläutert wurde...
Die Kürzung der Gesamtförderung der arabischen Länder fügt den Verbraucherstaaten echten Schaden zu, auch wenn die Vereinigten Staaten am wenigsten von ihnen betroffen werden. Presseberichten zufolge scheint die Kürzung
25 Prozent des arabischen Erdöls oder etwa 15 Prozent des gesamten international gehandelten Erdöls auszumachen
In den Vereinigten Staaten ist die Verknappung von Benzin und Heizöl
für den privaten Bedarf in erster Linie auf eine zu niedrige Raffineriekapazität der USA zurückzuführen, die nicht vor 1977 behoben sein dürfte....
Die Importe an arabischem Erdöl beliefen sich auf täglich eine Million
Barrel,während die Einfuhren

von Raffinerieerzeugnissen aus arabischem Brdöl

schwer zu schätzen sind, sich aber noch einmal auf die gleiche Menge stellen
dürften,,, Diese maximal 2 Millionen Barrel - bei einem täglichen Verbrauch
von 17 Millionen Barrel - werden zum Teil durch erhöhte Importe aus nicht-arabischen Quellen ausgeglichen, die nach den Vereinigten Staaten umdirigiert
wurden (eine Entscheidung, die zu einem beträchtlichen Teil von amerikanischen Ölgesellschaften abhängig ist), so daß der Gesamtausfall sich für die
USA auf höchsten 12 Prozent beläuft,... Die Verbraucherländer sind nicht völ»
lig waffenlos, wenn sie erst erkennen, daß sie sich in einem - wie es der
Erdölmininister Saudi-Arabiens, Scheich Jamani, zu Recht genannt hat -

-3-

�hat - 'Krieg' befinden.... Wenn sie einig sind, dann können sie die Lieferung von Lebensmitteln und Fertigerzeugnissen an solche Länder verweigern,
die sich an dem feindseligen Schritt eines Embargo beteiligen. Der Sowjetunion dürfte es schwerfallen, das Defizit auszugleichen, und es könnte durchaus sein, daß die Araber nicht bereit sind, die hieraus resultierende Abhängigkeit zu akzeptieren. Es wäre nutzbringender, wenn die Verbraucherländer
über solche Gegenmaßnahmen beraten würden, statt sich an Unterwürfigkeit zu
überbieten, die ihnen nichts einbringt....
Die Drohung, die sich gegen die amerikanischen Verbrauchsgewohnheiten
richtet, könnte sogar nützliche Auswirkungen haben. Die Erhaltung der Energie
ist zu einer wichtigen Notwendigkeit geworden, um sowohl die kurzfristigen
Schwierigkeiten als auch die wachsende langfristige Verknappung zu überwinden. Und mit einem Rückgang des Energieverbrauchs werden auch unsere ernsten
Luftverschmutzungsprobleme abnehmen.
Wir äußern keine Meinung, wie ein Frieden im Nahen Osten aussehen sollte, oder was die Vereinigten Staaten tun könnten oder sollten, um ihn herbeizuführen. Wir warnen jedoch, daß es so zwecklos wie auch unehrenhaft wäre,
unsere Politik durch die Androhung von Nachteilen bestimmen oder auch nur beeinflussen zu lassen. Bei Erdöl handelt es sich nicht um ein Dauergut. Wenn
wir uns um der Aufrechterhaltung des Erdölflusses in diesem Jahr willen auf
einen politischen Kurs einlassen, den wir sonst nicht wünschen würden, dann
würde dem - so sicher wie die Nacht dem Tage - eine Erpressung nach der anderen folgen. Die japanische Regierung gehörte viele Jahre lang zu denen, die
den Arabern am wohlwollendsten gegenüberstanden, und doch ist sie wegen ihrer
•widerlichen Neutralität' geschmäht worden... und es wurde noch mehr gefordert: Der Abbruch der Beziehungen zu Israel, wirtschaftliche Sanktionen und
militärische Hilfe für die Araber.... Je mehr gegeben wird, umso mehr wird
gefordert....
Der

-4-

�Der größte Dienst, den die Vereinigten Staaten den befreundeten Ländern in Europa und Asien erweisen können, ist, sich nicht von dieser Erpressung in die Knie zwingen zu lassen. Denn wenn die Vereinigten Staaten
nicht gepackt oder beeinflußt werden können, dann sind die Nadelstiche gegen Europa und Asien ohne jeden Zweck, dann haben die Araber kein Motiv
mehr für die Fortsetzung der Kürzungen und dann werden die üblichen finanziellen Anreize zur Wiederaufnahme der normalen Förderung zum Tragen kommen."

+++

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ÖL AUS ALASKA

- (AD) - Der US-Kongreß folgte den dringenden Appellen Präsident Nixons
und verabschiedete jetzt das Gesetz, das den Bau der Alaska-Pipeline ermöglicht. Vier Jahre

währende Auseinandersetzungen zwischen dem US-Innenministerium

und einem Firmenkonsortium der Mineralölwirtschaft auf den einen und Umweltschützern auf der anderen Seite wurden damit beendet. Die neue Ölleitung, die
fast 1300 km lang werden soll, wird die Felder im Norden Alaskas - die Vorkommen wurden erst 1968 entdeckt - mit dem eisfreien Hafen Valdez am Golf von
Alaska verbinden. Allerdings dürfte es fast fünf Jahre dauern, bis das 4,5
Milliarden-Dollar-Projekt fertiggestellt sein wird.

Die Transalaska-Pipeline ist das aufwendigste Vorhaben,das die amerikanische Privatwirtschaft bis heute in Angriff nahm. Durch eine Rohrleitung von
1,20 m Durchmesser sollen spätestens ab 1980 täglich fast 300 OOO Tonnen Rohöl
nach Valdez fließen, um dort von Tankern übernommen und zu Häfen der amerikanischen Westküste transportiert zu werden. Die Menge entspräche knapp zehn Prozent des vorausberechneten Tagesbedarfs in den USA. Sie soll in einem Gebiet gefördert werden, dessen bisher bekannt gewordene
auf gut

Vorräte an Erdöl die Geologen

1,5 Milliarden Tonnen schätzen. Das macht etwa ein Drittel der be-

kannten kontinentalen Vorkommen in den Vereinigten Staaten aus.
Mit dem Alaska-Öl könnte Amerika in einigen Jahren die Versorgung mit Energierohstoffen aus dem Ausland weitgehend entlasten. Der gegenwärtige Tagesbedarf
der USA an Energie entspricht, auf Erdöl umgerechnet, rund 5 Millionen Tonnen; da-

�davon entfallen 46 Prozent (d.h. ca. 2,3 Millionen Tonnen) auf den tatsächlichen Tagesverbrauch an Erdöl. Wie Herbert Stein, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats Präsident Nixons, kürzlich in Bonn ausführte, hat am Gesamtenergie verbrauch die Industrie mit 43 Prozent den größten Anteil. Auf die übrige
Wirtschaft kommen 14 Prozent, auf das Transportwesen 24 und auf die Haushalte
19 Prozent,

Der Alaska-Pipeline, so wie sie jetzt vorgesehen ist - mit dem Bau kann
angesichts der klimatischen Verhältnisse erst nach Winterende im Jahr 1974 begonnen werden - wurde vor einer Leitung durch Kanada der Vorzug gegeben. Dieses
Projekt hatten jene Amerikaner unterstützt, die die Benutzung von Tankern und
das umladen in Häfen in Anbetracht der möglichen Umweltgefährdung durch auslaufendes Öl grundsätzlich vermeiden wollten. Dazu hätte eine 4800 km lange,
in weiten Strecken über kanadisches Territorium zu führende Leitung gebaut
werden müssen. Angesichts der technischen Schwierigkeiten wäre jedoch dieses
Projekt bis zur Fertigstellung äußerst langwierig und sehr viel kostspieliger
in der Ausführung. Es hätte weit über sechs Milliarden Dollar verschlungen.

.

Das Firmenkonsortium und das US-Innenministerium holten, nicht zuletzt
unter dem Druck der Umweltschützer, immer wieder neue Gutachten ein, um optimale
Lösungen für den Bau einer Pipeline unter dem Polarkreis zu finden. Einwände
wurden vor allem deshalb gemacht, weil die Leitung nicht nur durch unberührte
Natur mit Gebirge, Tundra-Landschaft und Dauerfrostzonen führt, sondern weil
das Gebiet auch durch Erdbeben gefährdet ist. Immer mehr Vorsichtsmaßnahmen
wurden eingebaut, um eine ölverseuchung der überquerten Landstriche, aber auch
der Gewässer um Valdez zu verhindern. So werden automatische Ventile in den
einzelnen Leitungsabschnitten den ölfluß sofort stoppen, wenn auch nur ein geringfügiges Leck auftritt. Täglich sollen Patrouillen von Flugzeugen aus die
Leitung inspizieren; dazu kommen häufige Kontrollen durch Spezialisten entlang
der Trasse. Den Tankern wird es untersagt, im Golf von Alaska öliges Ballastwasser abzulassen. Die USA erwarten von der Inangriffnahme des neuen Projekts
auf weitere Sicht nicht nur eine Entlastung der angespannten Versorgungsläge
auf dem ölsektor, sondern schon in absehbarer Zeit günstige Auswirkungen auf die
Beschäftigungslage in Alaska sowie auf die Auftragseingänge in der Schiffbauindustrie.
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54/1973

HOCHKONJUNKTUR FÜR PROSPEKTOREN
Strikte Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung in den USA

- (AD) - Keine Benzinabgabe an den Tankstellen von Samstag abend bis
Sonntag um Mitternacht, Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer
auf allen Straßen für das Gros der Fahrzeuge, Kürzung der Benzinproduktion
um 15 Prozent bei den Raffinerien zugunsten des leichten Heizöls, Heizölzuteilung für Haushalte und Industrie - das sind die wichtigsten Punkte der
Maßnahmen, die Präsident Nixon am 25. November 1973 verkündete, um den Auswirkungen der Energiekrise in den Vereinigten Staaten zu begegnen. Die
Schwierigkeiten haben mit dem Boykott der USA durch die arabischen Länder
- im Gegensatz zur Ursache der Schwierigkeiten in Europa - nicht viel zu tun.
Die Rohölimporte aus diesen Gebieten beliefen sich nur auf ca. 140 000 Tonnen
pro Tag. Dagegen fallen die Verbrauchsgewohnheiten und vor allem die zu
niedrigen Raffineriekapazitäten in den Vereinigten Staaten viel mehr ins Gewicht. Die Kapazität wird erst 1977 auf den Umfang ausgeweitet sein, den
Amerika für eine angemessene eigene Versorgung braucht.

Das Emporschnellen der Kosten für Energie entwickelt sich jedoch jenseits wie diesseits des Atlantik gleichermaßen zum Problem. Verständlich,
daß Prospektoren in aller Welt ihre Suche nach zusätzlichen Rohstoffquellen,
insbesondere nach Erdöl und Erdgas, immer mehr intensivieren. Dementsprechend
steigen die Kosten für die Exploration. Die nichtkommunistischen Länder gaben
dafür in der Zeit von 1968 bis 1970 ca. 1,4 Milliarden Dollar pro Jahr aus. Na-

�Nahezu 200 Mal so viel wird jedoch in den kommenden zehn Jahren erforderlich
sein. Übrigens wird nach Ansicht des "American Petroleum Institute" ein erheblicher Anteil davon auf die Suche nach neuen Quellen auf dem Territorium
der Vereinigten Staaten entfallen.

Diese Meinung gründet sich u.a. auf die Tatsache, daß in den Vereinigten
Staaten mehr Bohrungen niedergebracht werden als in allen anderen Ländern
zusammengenommen. Allein im Bereich der untermeerischen Ölfeider, insbesondere
am Golf von Mexiko, sind es mehr als 900 pro Jahr. Die Kosten sind erheblich.
Während für eine Tiefbohrung zu Lande ca. 100 000 Dollar veranschlagt werden,
erfordert eine Bohrung im Schelfgebiet etwa das Sechsfache. In Alaska verschlang eine Explorationsbohrung sogar sechs Millionen Dollar, ohne daß man
fündig wurde. Das war zwar ein Ausnahmefall. Aber im Durchschnitt erschließt
nur jede 60. Bohrung eine rentable Quelle.

Im großen Ganzen sind nach Ansicht namhafter Experten die Schelfgebiete
derzeit die lohnendsten Explorationszonen - gleichgültig, in welcher Region
der Erde sie sich befinden. Gegenwärtig liefern sie 17 Prozent des Erdöls.
Aber schon 1980 dürfte man dort 30 Prozent der Weltproduktion fördern. Die
Nordsee und Indonesien gelten heute bei amerikanischen Fachleuten als die
aussichtsreichsten

Explorationsfeider sowohl für Erdöl als auch für Erdgas

seit der Erschließung der Vorkommen im Mittleren Osten. Mehr als 650 Bohrungen
haben amerikanische und westeuropäische Mineralölgesellschaften in der Nordsee seit 1964, als der erste Versuch unternonmen wurde, bereits niedergebracht.
Geologen haben auf Grund der Nordseefunde eine Steigerung der westeuropäischen
Energierohstoff-Reserven um das Vierfache errechnet.

Ihre Erschließung braucht jedoch Zeit. Erst 1985 könnten beispielsweise
Gas und Öl aus Nordseequellen vor den Küsten Englands, Norwegens und der
Niederlande ca. 15 Prozent des westeuropäischen Energiebedarfs decken. Allerdings gewinnt Großbritannien schon jetzt 90 Prozent des benötigten Erdgases
aus der Nordsee. Bis 1980 will es 50 Prozent seines Ölbedarfs aus den untermeerischen Vorkommen decken.
Indonesien

�Indonesien - größter Produzent des Fernen Ostens

Etwa die Hälfte des im Fernen Ostens geförderten Erdöls kommt aus Indonesien, das 1941 zum fünftgrößten Produzenten der Erde aufgerückt war. Im
Gegensatz zu dem Rohöl aus manchen Mittelost-Feldern hat das indonesische
öl einen relativ niedrigen Schwefelgehalt und ist deshalb in den Vereinigten
Staaten besonders geschätzt. Bei 1,4 Milliarden Tonnen förderfähiger Reserven dürfte der Ausstoß im Jahr 1973 etwa 47 Millionen Tonnen erreichen.
Bisher haben 24 ausländische Gesellschaften mehr als eine Milliarde Dollar in
Indonesien investiert.

Öl aus Afrika
Von Bohrplattformen aus sondieren Prospektoren gegenwärtig das afrikanische Kontinentalschelf vor Mosambique. Die nigerianische Ölindustrie erfuhr
bereits nach dem Bürgerkrieg in den sechziger Jahren einen ungeahnten Aufschwung. Die Produktion stieg von 8 Millionen Tonnen im Jahr 1968 auf 75 Millionen im Jahr 1971. Gegenwärtig erreicht sie sogar 300 000 Tonnen pro Tag,
so daß Nigeria heute den achten Platz unter den öllieferländern der Welt einnimmt. Im Verlauf von zwei Jahren dürfte die Produktion aus den Vorkommen, die
auf 1,6 Millionen Tonnen geschätzt werden, um weitere 25 Prozent ansteigen.
Kongo (Brazzaville) verzeichnete schon 1972 eine erhebliche Steigerung der
Ölproduktion, die erst ein Jahr zuvor aufgenommen worden war. Auch in Angola,
Kamerun, Gabun und Zaire wurden inzwischen Ölvorkommen entdeckt.

Ostasien
Im Ostchinesischen Meer vermutet man reiche Ölvorkommen. Gegenwärtig
werden in Korea, Thailand, Südvietnam und im Gebiet der Philippinen Probebohrungen vorgenommen. In Australien war die Suche bereits erfolgreich. Die
Felder von Barrow Island und im Gebiet der Bass-Meerenge könnten bis zu 70
Prozent des Eigenbedarfs decken. Vor kurzem wurden auch an der australischen

�i

australischen Nordwestküste Probebohrungen vorgenommen. Am Ostrand der
Tasman-See, im Gebiet um Neuseeland, sind ebenfalls Prospektoren am Werk.

Süd- und Nordamerika

Venezuela liefert heute doppelt so viel öl wie alle übrigen lateinamerikanischen Länder zusammen. Und angesichts der Tatsache, daß dort im
vergangenen Jahr mehr neue Quellen gebohrt wurden als in einem der letzten
zehn Vergleichsjähre,ist zu vermuten, daß die Produktion weiter ausgeweitet
werden kann. Ekuador verzeichnete im vergangenen Jahr (1972) einen erheblichen Anstieg der Produktion. Eine ähnliche Entwicklung ergab sich in Bolivien
und Trinidad, in geringerem Ausmaß in Peru und Argentinien. Weitere reiche
Vorkommen in Kanada sind größtenteils noch gar nicht erschlossen. Nach Ansicht
von William J. Casey, Staatssekretär für Wirtschaftfragen im US-Außenminister!um,
wäre es weltweit möglich, die erforderlichen Mengen an Erdöl zu gewinnen.

,
f

"Diese Aufgabe erfordert jedoch einen enormen Einsatz von Kapital, Anstrengungen
i.

und gutem Willen, wenn sie sicher und ohne Gefährdung der Stabilität erfüllt

i

werden soll."

S t a t i s t i s c h e Angaben über die wichtigsten Erdöl-Förderländer:
Bohrungen im Jahr 19 71

Reserven
Produktion
(in Millionen Tonnen)
Saudi-Arabien
UdSSR
Kuwait
Iran
USA
Irak
Libyen
Vereinigte Arabische
Emirate
Volksrepublik China
Venezuela
Algerien
Nigeria
Indonesien
Kanada

20 945
lo 200
9 459
8 783
6 116
4 840
4 OOO
2
2
1
1
1
1
1

429
394
160
291
552
84
132

716
700
984
590
579
400
368

51
25
185
36
75
47
66

+ + + + +
-

4 -

mindest.
-

63
11 061
16
20
29 325
17
87
44

nicht bekannt

mindest.
mindest.

506
109
55
287
3 097

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nixon erläutert Energiepolitik der USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Fernsehansprache des Präsidenten am 25. November -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Wirtschaftswissenschaftler fordern Widerstand gegen arabische Erpressung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Öl aus Alaska&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hochkonjunktur für Prospektoren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Strikte Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung in den USA -&lt;/em&gt;</text>
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