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3 1 . Oktober 1973

Inhalt
DOKUMENTATION:

Pressekonferenz Präsident Nixons am 26. Oktober 1973
-Wortlaut der einleitenden Erklärung des PräsidentenErklärung von Botschafter Martin zu Fragen der Rüstungskontrolle
-Auszüge-

INFORMATION:
Deutsche Lehrer als Gäste amerikanischer Familien
-Die American Host Foundation und ihr Programm für das Jahr 1974-

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Dritte SKYLAB-Mannschaft vor dem Start
-Bis zu 85 Tage Aufenthalt im Weltraum vorgesehenVon G. Weiss
Mit Transportmitteln leben
-Mehr Sicherheit auf den Straßen - Abgasbekämpfung und Massenverkehrsmittel im CCMS-Programm der NATO-

BERICHTIGUNG zu Nr. 41/1973:"Die Energielücke in der Mikroweit"

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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42/1973

PRESSEKONFERENZ PRÄSIDENT NIXONS AM 26. OKTOBER 1973
-Wortlaut der einleitenden Erklärung des Präsidenten-

WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat am 26. Oktober auf einer Pressekon™
ferenz die Haltung der Vereinigten Staaten zur Nahostkrise umrissen sowie
zur Watergate-Affaire Stellung genommen. Diese beiden Hauptthemen

der Pres-

sekonferenz wurden von dem Präsidenten bereits in seiner einleitenden Erklärung behandelt, die folgenden Wortlaut hat:
"Meine Damen und Herren, bevor ich auf Ihre Fragen eingehe, habe ich
eine Erklärung zum Nahen Osten abzugeben, die meines Erachtens einen Teil
Ihrer Fragen bereits vorwegnehmen dürfte. Denn diese Erklärung wird die
Informationen auf den neuesten Stand bringen, die sich, wie Sie wissen, gerade in den beiden letzten Tagen fast überschlagen haben.
Die Waffenruhe hält. Es hat einige Verletzungen gegeben, aber ganz allgemein kann gesagt werden, daß sie im Augenblick hält. Wie Sie wissen, wird
aufgrund einer gestern mit 14 zu 0 Stimmen angenommenen UN«=ReSolution eine
Friedensstreitmacht in den

Nahen Osten entsandt werden. Diese Friedensstreit-

macht wird jedoch keine Truppen der Großmächte - und dazu gehören natürlich
die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion - einschließen.
Es

�Es hat sich jedoch die Frage ergeben, ob Beobachter der Großmächte
in den Nahen Osten entsandt werden könnten. Ich kann hierzu nach dem neuesten
Stand - und ich habe gerade 5 Minuten vor dieser Pressekonferenz mit
Dr. Kissinger gesprochen - folgendes berichten: Wir werden Beobachter nach
dem Nahen Osten entsenden, wenn wir von dem Generalsekretär der Vereinten
Nationen darum ersucht werden sollten, und wir haben Grund zu der Annahme,
daß ein solches Ersuchen gestellt werden wird.
Was nun die Friedensstreitmacht anbetrifft, so ist es meines Erachtens
für alle von Ihnen, meine Damen und Herren, und besonders für die von Ihnen,
die sich mit Hilfe von Rundfunk und Fernsehen informierten, wichtig zu
wissen, warum die Vereinigten Staaten darauf bestanden haben, daß die Großmächte sich nicht an der Friedensstreitmacht beteiligen und daß die Großmächte nicht militärische Verbände in den Nahen Osten entsenden. Am Mittwoch
dieser Woche hatte sich eine sehr schwere und potentiell explosive Krise
entwickelt. Wir erhielten Informationen, die uns zu der Annahme veranlaßten,
daß die Sowjetunion die Entsendung einer sehr beträchtlichen Streitmacht,
eines militärischen Verbandes, in den Nahen Osten plante.
Als ich diese Nachricht erhielt, habe ich am Dienstagmorgen, kurz nach
Mitternacht, angeordnet, daß alle amerikanischen Streitkräfte überall auf der
Welt in Alarmbereitschaft versetzt werden. Diese Alarmbereitschaft war eine
Vorsichtsmaßnahme. Ihr Zweck war, der Sowjetunion ein Zeichen zu setzen, daß
wir eine einseitige Maßnahme ihrerseits, Truppen in den Nahen Osten zu entsenden, nicht akzeptieren konnten. Gleichzeitig habe ich in den frühen Morgenstunden auch auf diplomatischer Ebene gehandelt. In einer Botschaft an
Herrn Breschnew, einer dringenden Botschaft, habe ich ihm unsere Auffassung
dargelegt und ihn ersucht, nicht auf diesem Wege weiter fortzuschreiten, sondern gemeinsam mit uns in den Vereinten Nationen eine Resolution zu unterstützen, die die Großmächte von einer Beteiligung an einer Friedensstreitmacht ausschließen würde.
Aufgrund

-2-

�Aufgrund dieser Kommunikation und der Antwort von Herrn Breschnew
- wir hatten, so möchte ich sagen, einen mehrmaligen Briefwechsel » gelangten
wir zu dem Schluß, daß wir gemeinsam die in den Vereinten Nationen angenommene Resolution unterstützen würden.
Wir kommen jetzt, was die Zukunft des Nahen Ostens anbetrifft, an einen
kritischen Zeitpunkt. Und hier sind die Aussichten weit hoffnungsvoller, als
dies während der letzten Woche der Fall war. Ich glaube mit Sicherheit sagen
zu können, daß die Aussichten nicht nur für eine Waffenruhe, wie wir sie gegenwärtig haben und wie wir sie bereits seit geraumer Zeit im Nahen Osten
hatten,sondern auch die Aussichten für einen dauerhaften Frieden jetzt weit
besser als seit 20 Jahren sind.
Der Grund dafür ist, daß die beiden Großmächte, die Sowjetunion und die
Vereinigten Staaten, vereinbart haben - und dies war eines der Ergebnisse
der Moskaureise Dr. Kissingers - daß wir uns an den Bemühungen um eine Beschleunigung der Gespräche zwischen den betroffenen Parteien beteiligen würden. Dies besagt jedoch nicht, daß die beiden Großmächte versuchen werden,
eine Regelung aufzuzwingen. Es bedeutet jedoch, daß wir gegenüber den Ländern
dieses Gebietes unseren Einfluß geltend machen werden, um eine Regelung zu
beschleunigen.
Der Grund, warum wir dies für wichtig halten, ist, daß einmal, was die
Länder des Nahen Ostens anbetrifft, keines von ihnen - Israel, Ägypten,
Syrien - die Schrecken eines weiteren Krieges durchmachen darf oder sollte.
Die Verluste in diesem Kriege waren auf beiden Seiten sehr, sehr schwer. Und
diese Tragödie darf sich nicht noch einmal ereignen. Es hat, wie Sie, meine
Damen und Herren wissen, in den letzten 20 Jahren vier solche Kriege gegeben. Aber darüber hinaus ist es für den Frieden in der Welt entscheidend
wichtig, daß dieser potentielle Unruheherd, der tatsächlich eines der potentiell explosivsten Gebiete der Welt darstellt, nicht zu einem Gebiet wird,
in dem die Großmächte sich in einer Konfrontation gegenüberstehen.
Die

-3-

�Die Entwicklungen der letzten Woche sollten allen von uns zeigen, daß die
Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, die zugegebenermaßen sehr verschiedene Ziele im Nahen Osten hatten, jetzt darin übereingestimmt haben, daß eine
Konfrontation dort nicht in ihrem Interesse ist - eine Konfrontation, die zu
einer nuklearen Konfrontation werden

könnte, und keine der beiden Großmächte

wünscht dies.
Wir haben ferner darin übereingestimmt, daß wir, wenn wir das vermeiden
wollen, unseren Einfluß stärker als in der Vergangenheit geltend machen müssen, um die Verhandlungsfront wieder in Bewegung zu bringen, aber dieses Mal
bis zu einem Abschluß - nicht nur bis zu einer temporären Waffenruhe, sondern bis zu einem dauerhaften Frieden.
Ich möchte damit nicht sagen, daß dies schnell eintreten wird, denn die
betroffenen Parteien stehen immer noch weit voneinander entfernt. Ich möchte
jedoch sagen, daß es jetzt einen stärkeren Anreiz dafür gibt, in diesem Gebiet
eine friedliche Lösung zu finden - und es gibt, was die Vereinigten Staaten,
die Sowjetunion und die übrigen Großmächte anbetrifft, einen sehr starken Anreiz, eine solche Lösung zu finden.
Ich wende mich jetzt unseren Versuchen zu, eine Waffenruhe an der Heimatfront zu erreichen, was etwas schwieriger ist.
Heute hat der Rechtsbeirat des Weißen Hauses Kontakt mit Richter Sirica
aufgenommen. Wir hatten das schon gestern versucht, aber da war er, wie Sie
wissen, in Boston, und es waren Vorkehrungen für eine Zusammenkunft mit Richter Sirica am Dienstag getroffen worden, um die Übergabe der Tonbänder an
Richter Sirica zu regeln.
Ferner haben wir bei den heute im Weißen Haus geführten Konsultationen
entschieden, daß der amtierende Justizminister Bork kommende Woche einen neuen
Sonderstaatsanwalt für die sogenannte Watergateaffaire ernennen wird. Der

-4-

�Der Sonderstaatsanwalt wird unabhängig sein. Er wird von allen Teilen der
Regierung volle Unterstützung erhalten, und es wird seine Hauptaufgabe sein,
diese Angelegenheit, die dem amerikanischen Volk schon so lange Sorge bereitet hat, zu einem schnellen Abschluß zu bringen, denn wir müssen bedenken,
daß nach unserer Verfassung verzögertes Recht verwehrtes Recht ist. Es ist
an der Zeit, daß die Schuldigen belangt und die Unschuldigen freigesprochen
werden. Ich kann Ihnen, meine Damen und Herren, sowie allen Zuhörern heute
abend versichern, daß ich kein größeres Interesse habe, als dafür zu sorgen,
daß der neue Sonderstaatsanwalt die Unterstützung der Exekutive und die Unabhängigkeit hat, die er braucht, um diesen Fall zu einem Abschluß zu bringen.

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42/1973

ERKLÄRUNG VON BOTSCHAFTER MARTIN ZU FRAGEN DER RÜSTUNGSKONTROLLE
- Auszüge -

Der Delegierte der Vereinigten Staaten
bei den Abrüstungsgesprächen in Genf,
Botschafter Joseph Martin, hat am 23.
Oktober zur Eröffnung einer Abrüstungsdebatte im Politischen Ausschuß der
Vollversammlung der Vereinten Nationen
in New York eine Erklärung abgegeben,
in der er die Grundzüge der amerikanischen Politik auf dem Gebiete der Rüstungskontrolle und Abrüstung darlegte.
Im folgenden geben wir diese Erklärung
in wichtigen Auszügen wieder.

In einem Aufsatz über die Atombombe vom Jahre 1945 schrieb Albert Einstein, daß er - wenn auch mit allem Vorbehalt - eine gewisse Chance in dem
durch sie heraufbeschworenen Gespenst von Gefahren sehe. "Vielleicht wird
das Menschengeschlecht dadurch veranlaßt", so schrieb er, Ordnung in seine
internationalen Angelegenheiten zu bringen, was es ohne diesen Druck der
Furcht nicht tun würde."
Gewiß

�I
Gewiß wird niemand daran zweifeln, daß die Kernwaffen und andere Formen
modernster Technologie die einschneidendsten Wirkungen auf die menschliche
Gesellschaft gehabt haben. Hat diese Technologie aber auch einen Einfluß
auf die weltpolitischen Angelegenheiten ausgeübt, wie Einstein dies erwartete? Ganz zweifellos lautet die Antwort auf diese Frage: Ja! - aber wohl
doch nicht in dem Ausmaß, wie er es vermutet hat. Der eine Grund liegt darin, daß die Menschheit sich teilweise nahezu an alles gewöhnt, auch an die
Gefahr. Ein anderer Grund liegt darin, daß die Menschen ihre Denkgewohnheiten
nur sehr langsam ändern: viele Menschen denken heute noch in den Vorstellungen einer vergangenen Epoche konventioneller Waffentechnik.
Umsomehr Anerkennung gebührt daher denjenigen, die die Auswirkungen der
Technologie richtig erkannt haben und die gegen erhebliche Schwierigkeiten
ankämpften, um sie unter Kontrolle zu bringen. All jene, die auf dem Gebiet
der Rüstungskontrolle arbeiten, sollten - wie ich meine - auch noch aus einer
anderen Überlegung Mut gewinnen: So schwierig und enttäuschend diese Anstrengungen über die Länge der Zeit auch sein mögen, sie werden mit Sicherheit
einen Einfluß auf das Denken und die Verhaltensweisen der Regierungen haben,
und zwar schon bevor spezifische Ergebnisse erzielt werden.
Noch vor einem Jahrzehnt schienen Rüstungskontrolle und Abrüstung oft
nur eines von vielen Problemen zu sein, das trotz seiner Bedeutung in den kalten Krieg verstrickt wurde. Oft wurden Vorschläge unterbreitet, ohne daß man
sich Gedanken darüber machte, ob sie je angenommen werden könnten. Redner
schienen darauf aus zu sein, Propagandasiege zu erzielen, statt einen Fortschritt in Richtung wirklich bedeutsamer Rüstungskontrollmaßnahmen zu erreichen.
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In diesem Herbst können wir auf mehr als nur eine ganze Reihe bereits
geschlossener Abkommen hinweisen. Wir können auf vielversprechende Verhandlungen über die Begrenzung strategischer Rüstungen, über beiderseitige und
ausgewogene Truppenverringerungen in Mitteleuropa und über europäische Sicher-

-2-

�Sicherheit und Zusammenarbeit verweisen, die bereits im Gange sind oder vor
ihrem Beginn stehen. Die Konferenz des Abrüstungsausschusses (dei Vereinten
Nationen) setzt ihre Anstrengungen fort, wichtige Themen realistisch in den
Griff zu bekommen: ein umfassendes Kernwaffenversuchsverbot und Begrenzungen
für chemische Waffen.
hat
Das zurückliegende Jahr/ermutigende Anzeichen einer weiteren Bewegung
zur Stabilität gebracht. Die Abkommen über Vietnam und Laos haben den Umfang
des Konfliktes bereits verringert, der Südostasien so lange heimgesucht hat.
Obwohl im Nahen Osten erneut Kämpfe ausbrachen, ist es möglich gewesen, eine
Waffenruhe herbeizuführen. Mein Land wird selbstverständlich seine Bemühungen
fortsetzen, um zu einer friedlichen Lösung des Nahost-Konfliktes beizutragen.
Auch anderswo in der Welt ist ein Fortschritt beim Abbau der Spannungen erreicht worden

Es ist unsere eindeutige Pflicht, mit unserer Arbeit an

der Rüstungskontrolle fortzufahren, welche Schwierigkeiten sich uns auch
entgegenstellen mögen. Es liegt an uns, auf der Grundlage der bereits erzielten Abkommen aufzubauen, um jene nächsten Schritte zu tun, die jetzt durchführbar sein mögen.
SALT
In unseren Bemühungen hat die Kontrolle der Nuklearwaffen selbstverständlich Vorrang....
Im Jahre 1969 versicherte Präsident Nixon den Vereinten Nationen, daß
sich die Vereinigten Staaten einer «nachhaltigen Anstrengung1 verschrieben
haben, den »Aufbau strategischer Streitkräfte nicht nur zu begrenzen, sondern
ihn sogar umzukehren*. Im Jahre 1972 schlössen wir mit der Sowjetunion Abkommen, die jede Seite auf zwei ABM-Basen begrenzen und den Stand der ICBMund SLBM-Abschußeinrichtungen für fünf Jahre einfrieren. In dem am 21. Juni
1973 geschlossenen amerikanisch-sowjetischen Abkommen erklärten Präsident
Nixon und Parteichef Breschnew ihre Absicht, zu einem ständigen Abkommen

-3-

�Abkommen über vollständigere Maßnahmen zur Begrenzung der Rüstungen und auch
ihrer Verringerung in der Folgezeit zu gelangen.
Sie gaben ferner bekannt, daß beide Seiten ernsthafte Anstrengungen
unternehmen würden, die Bestimmungen eines ständigen Abkommens auszuarbeiten
- mit dem Ziel, es 1974 zu unterzeichnen. Amerikanische und sowjetische Verhandlungsführer kommen gegenwärtig in Genf zusammen, um dieses Ziel su erreichen zu suchen.
Die SALT-Gespräche stellen eine fundamentale Veränderung der internationalen Beziehungen dar. Jede Seite hat sich das Ziel gesetzt, die Schwungkraft des strategischen Wettrüstens zu brechen und seinen Prozeß zu mäßigen.

MBFR

Am 30. Oktober beginnen in Wien historische Gespräche, die auf eine
Verringerung des Standes der Streitkräfte abzielen, die gegenwärtig in Mitteleuropa stationiert sind. Wie wichtig diese Verhandlungen sind, geht schon
aus dem Gebiet hervor, das sie betreffen. Mitteleuropa ist seit dem Zweiten
Weltkrieg eine Region der Hauptkonfrontation zwischen Ost und West gewesen.
Es ist lange Zeit ein Schlachtfeld vieler Völker und Nationen gewesen. Die
Erhaltung der unverminderten Sicherheit in dieser Region auf einem niedrigeren Stand der Streitkräfte würde einen wesentlichen Durchbruch zu einer
vernünftigeren Weltordnung darstellen. Wir und unsere Verbündeten wollen
in Wien mit Hingabe verhandeln und daran denken, daß unser Erfolg nicht nur
den Interessen der direkt Beteiligten dienen, sondern den Weltfrieden und
die internationale Sicherheit allgemein stärken wird.

Atomsperrvertrag

-4-

�Atomsperrvertrag

Der Atomsperrvertrag spiegelt den Wunsch seiner über 100 Signatarstaaten wider, der Ausbreitung von Nuklearwaffen Einhalt zu gebieten, ehe
eine wachsende Zahl von Ländern sich gezwungen fühlt, wesentliche Mittel
in den Aufbau ihrer eigenen Abschreckungskräfte zu investieren. Die Vorteile des Vertrages sind den Staaten mit Nuklearwaffen ebenso zugute gekommen wie solchen Staaten ohne Nuklearwaffen. Die Welt als Ganzes hat
von der Tatsache profitiert, daß seit 1964 kein Land mehr dem "NuklearKlub" beigetreten ist.
.... Während des vergangenen Jahres hat der Vertrag durch den Beitritt
von sechs weiteren Staaten sogar noch wachsende Unterstützung gewonnen.
Eine weitere wichtige Entwicklung war die Unterzeichnung des Verfizierungsabkommens zwischen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der
Europäischen Gemeinschaft im April dieses Jahres, durch das ein Hindernis
für einen weiteren Beitritt zum Vertrag beseitigt wurde. Wir hoffen ernsthaft, daß weitere Länder, vor allem solche mit einer fortgeschrittenen
Nukleartechnologie, dem Vertrag beitreten werden.

Versuchsverbot
Ein wichtiges Ziel, das sich mit der Kontrolle der Kernwaffen stellt,
bleibt ein umfassendes Versuchsverbot für Nuklearwaffen.... Der begrenzte
Atomstoppvertrag - als ein erster Durchbruch nach Jahren fruchtloser Rüstungsverhandlungen - verbesserte das internationale Klima und trug so dazu
bei, die späteren Rüstungskontrollabkommen zu ermöglichen.

Trotz

�Trotz seines Wertes und seiner Bedeutung hat man in dem begrenzten
Atomstoppvertrag jedoch lediglich einen Schritt -wenn .schon einen äußerst
bedeutsamen Schritt - in Richtung auf ein Verbot sämtlicher Kernwaffenversuche gesehen. Die Vereinigten Staaten sind stets für ein in angemessener
Weise verifiziertes umfassendes Versuchsverbot als eigentliches Ziel eingetreten. So erklärte Präsident Nixon in seinem außenpolitischen Jahresbericht
an den Kongreß vom 3. Mai 1973:
"Die Vereinigten Staaten sind auch weiterhin für das Ziel eines angemessen verifizierten Abkommens über ein Verbot aller nuklearen Waffenversuche eingetreten.
Einige Länder vertreten die Auffassung, daß nationale Verifizierungsmittel ausreichend sein würden, um ein solches Verbot ausreichend zu überwachen. Wir sind anderer Meinung, denn trotz eines wesentlichen Fortschrittes bei der Erkundung und Identifizierung seismischer Ereignisse einschließlich der unterirdischen Kernwaffenversuche glauben wir, daß die nationalen
Mittel der Verifizierung durch einige Inspektionen an Ort und Stelle ergänzt
werden müssen.
Die Vereinigten Staaten teilen die Auffassung

vieler anderer Staaten,

daß ein angemessen verifiziertes, umfassendes Versuchsverbot einen positiven Beitrag zur Abschwächung des Wettrüstens darstellen würde.... Aus diesem
Grunde geben wir dem Problem der Verifizierung höchsten Vorrang. Wir werden
weiterhin mit anderen Nationen zusammenarbeiten, um auf ein endgültiges Abkommen über diese wichtige Frage hinzuwirken."

Chemische Waffen
Während des vergangenen Jahres hat die Konferenz des Abrüstungsausschusses (der Vereinten Nationen) bedeutsame Arbeit bei der Vertiefung
unseres gemeinsamen Verständnisses der bei der Begrenzung der chemischen

-6-

�chemischen Waffen involvierten Faktoren geleistet. Ihr Wert als Forum trat
noch nie so deutlich zutage wie im Verlauf der detaillierten Erörterungen
über die chemischen Waffen. Diese Erörterungen, an denen sich faktisch jedes Mitglied des Ausschusses beteiligte, erstreckten sich auf den denkbar
weitesten Fragenbereich.
Die Vereinigten Staaten fühlen sich auch weiterhin verpflichtet, nach
einer wirksamen Begrenzung der chemischen Waffen zu suchen. Wir werden unsere Bemühungen um praktikable Mittel zur Eingrenzung dieser Waffen auch im
kommenden Jahr fortsetzen und uns dabei gleichzeitig in unserem eigenen Programm Zurückhaltung auferlegen. Wie ich am 30. August vor dem Ausschuß berichtete, haben wir seit 1968 keine einzige chemische Waffe produziert und
sogar Teile unserer Bestände aus den Arsenalen entfernt.

Foren
Ich möchte mich nunmehr der Frage der Abrüstungsforen zuwenden. Wie
Sie alle wissen, wurde hierzu eine Reihe von Vorschlägen gemacht. Wir möchten dazu auch unsere Auffassungen bekanntmachen.
Der Abrüstungsausschuß bleibt nach unserer Ansicht ein wertvolles Forum, das sich über mehr als ein Jahrzehnt hindurch bewährt hat. Sein begrenzter Kreis und seine Freiheit von jedem äußeren Druck haben es den Mitgliedern
dieses Ausschusses gestattet, in enge Arbeitsbeziehungen zueinander zu treten. Sie haben sich ein detailliertes Verständnis für die technischen Probleme erarbeitet, die mit den Fragen der Rüstungskontrolle verbunden sind,
und haben Verfahren entwickelt, die es dem Ausschuß ermöglichten, in seiner
Arbeit zügig voranzuschreiten. Diese Faktoren erlaubten es dem Ausschuß, zu
wahrhaft konstruktiven Resultaten zu gelangen. Wir sind der Überzeugung, daß
die Vereinten Nationen diesen Ausschuß,der für einen großen Teil des Fortschritts, den wir in der Rüstungskontrolle gemacht haben, verantwortlich ist,

-7-

�ist,auch weiterhin voll unterstützen sollten....
Die Auffassungen der Vereinigten Staaten, die wohlbekannt sind, bleiben
unverändert. Wir stimmen zwar zu, daß eine Weltabrüstungskonferenz in einem
späteren Stadium des Abrüstungsprozesses einem nützlichen Zweck dienen könnte: wir glauben jedoch nicht, daß eine solche Konferenz zum gegenwärtigen
Zeitpunkt nützliche Ergebnisse zeitigen würde. Wenn eine solche Konferenz
nicht die Hoffnungen all jener enttäuschen soll, die einen raschen Fortschritt in der Abrüstung erleben möchten, dann müßte die Konferenz in der
Lage sein, echte Aussichten auf ein Abkommen über bedeutsame Rüstungskontrollmaßnahmen zu bieten. Es ist jedoch nicht der Mangel an einem geeigneten Forum, sondern der Mangel an politischer Übereinstimmung, der uns daran hindert, weitergehende Schritte zu einer friedlicheren Ordnung mit einem
verringerten Stand der Rüstungen zu tun. Eine Weltabrüstungskonferenz wäre
wahrscheinlich weniger in der Lage, diesen Mangel an Übereinstimmung zu
überwinden,' als daß sie ihm eher zum Opfer fiele. Das Endergebnis könnte
durchaus eine Verlangsamung unserer Arbeit sein - verbunden mit einer Vereitelung der Erwartungen, die überall gehegt werden. Daher sind wir gegen
die Einberufung einer Weltabrüstungskonferenz oder die Festlegung eines Datums oder den Beginn von Vorbereitungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

UNDC
Einige Redner auf der gegenwärtigen Sitzung der Vollversammlung haben
bereits von der Möglichkeit der Wiedereinberufung der Abrüstungskommission
der Vereinten Nationen (UNDC) gesprochen. Sie werden sich erinnern, daß
die Kommission zum letzten Mal im Jahre 1965 tagte, als keine Sitzung der
Vollversammlung stattfand und daher auch keine Abrüstungsdebatte. Wir können uns nur schwer vorstellen, wie die UNDC erfolgreich mit den Problemen
fertig werden könnte, vor denen wir heute stehen. Wir bezweifeln ernsthaft,

-8-

�ernsthaft, daß eine so große Konferenz trotz der besten Absichten damit fertig werden könnte, konkrete vertragliche Abmachungen auszuarbeiten. Wenn die
Konferenz auf der anderen Seite nur dazu dienen sollte, den Meinungsaustausch
fortzusetzen, den wir hier führen, dann ist nur schwer einzusehen, wie sie zur
Debatte hier in diesem Ausschuß etwas hinzufügen könnte. Darüber hinaus könnte eine hinausgezogene Debatte Anlaß zu erhitzten Wortwechseln geben, die für
die Lösung der Probleme der Rüstungskontrolle und Abrüstung nicht relevant
sind. Solche Wortwechsel würden der Sache der Abrüstung nur schaden.

Zusammenfassung
Ich habe versucht, zusammenfassend darzustellen, wo wir in unserer Arbeit stehen. Offensichtlich sind wir nicht an allen Fronten so rasch vorangekommen, wie wir es uns gewünscht hätten..In dieser Hinsicht müssen wir uns
offen eingestehen, daß es Elemente der Trennung und des Mißtrauens gibt, die
seit langem in der Welt bestanden haben. Es wird eines Prozesses der Kompromisse, der Überwindung alter politischer Differenzen bedürfen, und wir müssen
ideologische Unterschiede auf ihren rechten Platz verweisen, wenn wir ein
rascheres Tempo des Fortschritts auf allen Sektoren der Rüstungskontrolle und
Abrüstung erreichen wollen.
Aber wir müssen ebenso erkennen, daß keineswegs Anlaß zur Verzweiflung
besteht - sondern eher das Gegenteil. Auf dem Gebiet der strategischen Rüstungskontrolle ist sogar ein sehr wesentlicher Fortschritt eingetreten, und
es bestehen gute Aussichten für einen weiteren Fortschritt in nicht zu ferner
Zukunft. Auf dem Gebiet der konventionellen Streitkräfte werden wir mit dem
Beginn der tatsächlichen Verhandlungen über die beiderseitige Verringerung
der Streitkräfte und Rüstungen in Mitteleuropa bald Zeuge eines Unterfangens
von überragender Bedeutung sein.
Von

-9-

�Von all den Gebieten der gefährlichen Konfrontation hat im Laufe der
Zeit wohl keine unser Denken stärker oder nachhaltiger beherrscht als gerade
dieses, denn eine Feuersbrunst in diesem Gebiet würde wohl kaum irgendeinen
Teil der Welt unberührt lassen.
Letztlich und vor allem können wir aus dem weltweiten Wachstum einer
Idee Mut fassen - einer Idee, die das Kardinalprinzip all unserer Arbeit auf
dem Gebiet der Rüstungskontrolle und Abrüstung ist: daß Begrenzungen die
Sicherheit und Stabilität besser gewährleisten können als selbst der höchste
Stand der Rüstungen.

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DEUTSCHE LEHRER ALS GÄSTE AMERIKANISCHER FAMILIEN
Die American Host Foundation und ihr Programm
für das Jahr 1974

Die American Host Foundation, eine seit 1962 bestehende
private, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in New York City,
lädt für das kommende Jahr 250 Lehrer aus der Bundesrepublik
Deutschland zur Teilnahme an einem Studienprogramm ein, das
Pädagogen aus europäischen Ländern einen vierwöchigen Aufenthalt in den USA als Gäste amerikanischer Familien ermöglicht.
Das gesamte Programm wird mit Zuwendungen und Spenden
amerikanischer Firmen und Privatpersonen finanziert, die es für
wichtig erachten, daß europäische Lehrer das Leben in den USA
kennenlernen. Teilnahmeberechtigt sind Lehrkräfte und in der
Schulverwaltung tätige Personen sowie deren Ehegatten. Einzige
Vorbedingung ist, daß die Bewerber sich in der englischen Sprache
ausdrücken und verständigen können und gegenwärtig im aktiven
Schuldienst stehen.
Die Anreise erfolgt per Flugzeug in Gruppen und zu verschiedenen Terminen. Die Gäste werden sich vor ihrer Weiterreise zu den Gastfamilien zwei Tage in New York aufhalten,
deren Gestaltung jedem einzelnen Teilnehmer überlassen bleibt.
Danach ist ein zweiwöchiger Aufenthalt bei einer ersten Gastfamilie vorgesehen, woran sich weitere zwei Wochen bei einer
zweiten Familie in einer anderen Stadt, meist auch in einem
anderen Staat der USA, anschließen. Am Ende der Reise treffen
alle Programmteilnehmer nochmals in New York zusammen, von wo
aus sie am nächsten Tag den Rückflug nach Europa antreten.
Die amerikanischen Familien erhalten für die Aufnahme europäischer Gäste keine Vergütung. Sie tun es, weil sie ein persönliches Interesse an der Aufnahme und Pflege von Kontakten
mit Angehörigen anderer Völker haben. In den vergangenen elf Jahren haben mehr als 5000 europäische Lehrer
- 1 -

�• I

Freundschaft mit annähernd 12 OOO amerikanischen Familien
schließen können, deren Gäste sie waren.
Die amerikanischen Familien verpflichten sich:
(1) ihrem Gast ein eigenes Zimmer zur Verfügung zu stellen;
(2) ihn in der Familie zu beköstigen;
(3) ihm die Sehenswürdigkeiten am Platz zu zeigen;
(4) ihn mit Freunden und Nachbarn bekanntzumachen und
(5) ihn in jeder Hinsicht wie einen Gast des Hauses zu behandeln.
Alles dies weist darauf hin, daß das American Host Program
nicht als Gelegenheit für eine Rundreise durch die USA verstanden
sein will, sondern als eine einzigartige Gelegenheit, Amerika
und die Amerikaner im ganz privaten Kreis, nämlich in der Familie, kennenzulernen.
Das American Host Program bietet im Sommer 1974 folgende
Gruppenreisen an:
GRUPPE I:

Abflug von einem europäischen Flughafen
(voraussichtliche Route: Paris-Amsterdam-New York
City) am 3. Juli 1974
Rückflug von New York City am 5. August 1974

GRUPPE II:

Abflug (voraussichtliche Flugroute: Paris-AmsterdamNew York City) am 17. Juli 1974
Rückflug von New York City
am 19. August 1974

GRUPPE III

Abflug (voraussichtlich Direktflüg Frankfurt-New York
City via London) am 31. Juli 1974
Rückflug von New York City via London nach Frankfurt/Main am 2. September 1974

Die Teilnahme am American Host Program ist für den Gast nicht
kostenlos. Sein Beitrag beläuft sich bei einem Aufenthalt im östlichen Teil der USA auf 390 Dollar; bei einem Aufenthalt im Mittelwesten oder im Süden der USA auf 490 Dollar; bei einem Aufenthalt an der Westküste Amerikas erhöht er sich auf 650 Dollar,
Eingeschlossen in diesen Preis sind sämtliche Reisekosten, einschließlich Hin- und Rückflug zum europäischen Ausgangspunkt,
nicht jedoch das persönliche Taschengeld, die Mahlzeiten während
des Aufenthalts in New York und die Kosten für Hin- und Rückfahrt

- 2 -

�vom Heimatort zum Flugplatz und zurück.
Wie Tom Murphy, der Begründer und Leiter des American Host
Program ausdrücklich betont, ist dieses Programm nicht für Personen gedacht, die nach Möglichkeiten für eine billige Reise
durch die USA suchen. "Wir", so Murphy, "sind nur an Teilnehmern
interessiert, denen ernsthaft daran gelegen ist, unser Land kennen und verstehen zu lernen."
Interessierte Lehrkräfte und in der SchulVerwaltung tätige
Personen bitten wir Antragsformulare direkt bei nachstehender
Adresse anzufordern:
American Host Program,
Commodore Hotel,
Park Avenue at 42nd Street,
New York, N.Y. 10017
U.S.A.
Alle Antragsteller werden in der Zeit vom 1. Dezember 1973
bis zum 1. März 1974 Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch
mit einem Repräsentanten des American Host Program in Europa
haben. Die für eine Reise ausgewählten Personen erhalten spätestens
bis zum 15. März 1974 eine entsprechende Mitteilung.
Trotz des rein privaten Charakters des American Host Program
wird es wegen seines bedeutenden Beitrags zur internationalen
Verständigung vom US-Außenministerium beratend unterstützt und
gefördert.

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42/1973

DRITTE SKYLAB-MANNSCHAFT VOR DEM START
Bis zu 85 Tage Aufenthalt im Weltraum vorgesehen
Von G. Weiss

- (AD) - Bis auf 85 Tage könnte, wenn alles gut geht, der Aufenthalt der
dritten SKYLAB-Mannschaft mit Gerald P. Carr (Kommandant, 41), Dr. Edward G.
Gibson (Wissenschaftler, 37) und William R. Pogue (Pilot, 43) an Bord der
experimentellen Raumstation ausgedehnt werden. Der Start vom Kap Canaveral
in einer APOLLO-Kapsel auf der Spitze einer SATURN IB-Rakete ist für den
Nachmittag des 10. November 1973 (17.41 Uhr MEZ) angesetzt.

Die Flugleitung wird nach planmäßigem Ablauf der ersten zwei Monate
von Fall zu Fall entscheiden, ob der Flug fortgesetzt wird. Die Genehmigung
dazu hängt, ganz abgesehen vom Gesundheitszustand der Astronauten und den
dann noch vorhandenen Vorräten, von einer Vielzahl von Faktoren ab. So werden
die Leistungen der Besatzung und ihre Möglichkeiten zur Einhaltung des Arbeitsprogramms ebenso eine Rolle spielen, wie die Gemütsverfassung nach der
langen Zeit der Isolierung. Gerade die SKYLAB-Mission hat eindringlich gezeigt, wie schwer die Reaktionen von Raumfahrern auf die Lebensbedingungen in
der Schwerelosigkeit und in der nahezu totalen Abgeschiedenheit vorauszusagen sind.

Der "Lernprozeß", der sich aus den Berichten zurückgekehrter Astronautenmannschaften bisher ergab, dürfte, wie schon die zweite Mannschaft erfahren
- 1 -

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erfahren konnte, auch bei den drei Weltraumneulingen viel dazu beitragen,
etwa auftretende Schwierigkeiten zu überwinden und Probleme richtig anzugehen. Im Verlauf der zweiten Mission mit den Astronauten Bean, Dr. Garriott
und Lousma führte dies sogar dazu, daß die Drei schließlich weitaus mehr zustande brachten, als von ihnen auf Grund des Arbeitsprogramms erwartet wurde.
Wie sie nach der Rückkehr erklärten, hatten sie, nachdem die Schwierigkeiten
der Anpassung an die Schwerelosigkeit erst einmal überwunden waren, sogar
den Eindruck, "für dauernd dort draußen bleiben zu können". Auch die Wiederanpassung des Organismus an die Erdenschwere nach der Rückkehr vollzog sich
überraschend schnell.

Mit SKYLAB III wird eines der bemerkenswertesten Kapitel in der Geschichte der bemannten Raumfahrt abgeschlossen. Die drei Astronauten werden
die meisten der von ihren Vorgängern begonnenen Arbeiten fortsetzen, jedoch
in erster Linie sich mit Aufgaben der Erderkundung befassen. Dabei spielt
die Untersuchung des Sahel-Gürtels mit den seit Jahren von einer verheerenden
Dürre heimgesuchten Gebieten in Afrika eine besondere Rolle. Im Verein mit
den Beobachtungen des unbemannten Satelliten ERTS I werden die Astronauten
versuchen, durch regelmäßige photographische Aufnahmen den Wissenschaftlern
auf der Erde Material an die Hand zu geben, das Hinweise auf möglicherweise
nutzbare Wasservorkommen enthält. Solche Hinweise liefern nach Morris Deutsch
vom Geologischen Bundesamt der USA bestimmte geologische Strukturen, Vegetation, die Ausdehnung von Mündungsdeltas ins Landinnere, Bodenfeuchtigkeit
und die Verteilung bewässerter Gebiete.

Da SKYLAB während der Zeit der Herbst- und Wintermonate auf der nördlichen Halbkugel besetzt sein wird, haben Carr, Dr. Gibson und Pogue eine einzigartige Möglichkeit, auch die See- und Eisverhältnisse zu beobachten. Durch
Berechnung der Schnee- und Eismassen hoffen sich die Hydrologen z.B. genauere
Vorstellungen vom Ausmaß von Hochwasser infolge der Schneeschmelze im Frühjahr
machen zu können. Die Verlängerung des Fluges über die ursprünglich vorgesehenen 59 Tage hinaus würde den Astronauten Gelegenheit geben, die Erdbeobachtungskameras 10 bis 14 Mal öfter, als zunächst geplant, einzusetzen. Für
diese Aufnahmeserien müssen jeweils ganz bestimmte Bedingungen im bezug auf
- 2-

�auf Sonnenstand, wolkenfreie Sicht und Flugrichtung der SKYLAB-Station
abgewartet werden.

Einen einzigartigen Gewinn für die Astronomie verspricht man sich von
der Beobachtung des Kometen Kohoutek, der im Dezember seine größte Sonnennähe
erreicht und möglicherweise heller als der Halleysche Komet am Himmel erscheint.
Er wurde im März 1973 von Dr. Lubos Kohoutek an der Hamburger Sternwarte entdeckt. Damals zeigte er sich als verwischter, wandernder Lichtpunkt am Himmel
auf Positionen zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. Noch im Dezember
wird Kohoutek nach dem Mond das zweithellste Objekt am Nachthimmel sein. Der
Komet nähert sich der Sonne bis auf 20 Millionen Kilometer; den Scheitelpunkt
wird er- am 28. Dezember erreichen. Carr, Dr. Gibson und Pogue können den
Kometen mit modernsten Hilfsmitteln der Astronomie außerhalb der störenden
Lufthülle der Erde verfolgen.

SKYLAB III ist das 30. bemannte Raumfahrtunternehmen der USA, das 49. in
der Gesch-i ;hte des Raumflugs von Menschen. Wenn es sich in der letzt vorgesehenen Dauer durchführen läßt, werden die amerikanischen Astronauten allein
im Verlauf des Jahres 1973 etwa 10 000 Mann-Stunden angesamm« 1t haben - das
entspräche 415 Tagen Aufenthalt eines Astronauten im Weltraum. Die erste
SKYLAB-Gruppe blieb 28 Tage, die zweite 59 Tage an Bcrd des Himmels 1 aborator i ums.

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42/1973

MIT TRANSPORTMITTELN LEBEN
Mehr Sicherheit auf den Straßen - Abgasbekämpfung
und Massenverkehrsmittel im CCMS-Programm der NATO

--(AD)— Die "Internationale Resolution für Sicherheit auf den Straßen",
die die CCMS-Gruppe der NATO auf ihrer Plenarsitzung in Brüssel am 24.
Oktober 1973 verabschiedete, bildet den Rahmen für die Verwirklichung
der Empfehlungen, die bisher mit dem Projekt "Straßensicherheit" erarbeitet wurden. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine der ersten
Leitstudien, die der "NATO-Ausschuß für Fragen der Modernen Gesellschaft"
(CCMS) unmittelbar nach seiner Konstituierung im Jahre 1969 in Angriff
nahm. Die Studie sollte Pionierarbeit dafür leisten, die Unfallforschung
zu standardisieren, Alkohol am Steuer besser zu bekämpfen, neue Verfahren
der technischen Prüfung von Kraftfahrzeugen zu entwickeln, die medizinische Unfallversorgung zu verbessern, Fußgänger mehr zu schützen, der
Kosten-Nutzen-Analyse größeres Gewicht beizumessen, gefährliche Straßenführungen zu unterbinden und "Sicherheitsautos" zu entwickeln.
An allen obengenannten Projekten wurde in der Zwischenzeit mit erheblichem Aufwand an Zeit, Geld und Spezialisten intensiv gearbeitet. Allein
auf dem Teilgebiet "Sicherheitsauto" (ESV . Experimental Safety Vehicle)

-l-

�Vehicle) haben die Autofirmen von sieben Ländern, deren Regierungen sich offiziell in das Programm einschalteten, mehr als 150 Millionen Dollar in die
einschlägige Forschung und Entwicklung investiert. Zwölf Firmen stellten
16 verschiedene Typen von Sicherheitsfahrzeugen vor. Der damit verbundene
Austausch an technischen Informationen ist sicherlich der umfangreichste
in der ganzen Geschichte der Automobilindustrie. Jetzt kommt es darauf an,
die darauf basierenden Empfehlungen für gemeinsame nationale und internationale Aktionen wirksam in die Praxis umzusetzen, um der Seuche "Verkehrsunfälle" endlich Paroli zu bieten. Deshalb ist die "Internationale Resolution für
Sicherheit auf den Straßen" als Appell an alle Länder zu verstehen, an der
Lösung dieses weltweiten Problems mitzuarbeiten.
Der gegenwärtige Stand der Entwicklung abgasarmer Antriebssysteme, mit
der sich die häufig als "Umweltausschuß" titulierte CCMS-Gruppe der NATO
ebenfalls befaßt, war schon Mitte Oktober auf einem sechstägigen Symposion
in Ann Arbor (Michigan) eingehend erörtert worden. Etwa 70 Fachleute aus
15 NATO-Ländern sowie aus Schweden, dazu 250 Delegierte von europäischen,
japanischen und amerikanischen Autofirmen nahmen an der Tagung teil. Es war
die erste dieser Art seit der Inangriffnahme des CCMS-Projekts im Jahre 1970,
das dazu beitragen soll, die Luftverschmutzung zu verringern.
In den Diskussionen zeigte sich, daß die Probleme in den einzelnen Ländern unterschiedlich bewertet werden, äo bereitet in Frankreich und England
der Lärm erheblich mehr Sorge als die Luftverschmutzung, während man in den
Niederlanden und einigen anderen Ländern sich mit beiden Gebieten gleichermassen intensiv zu befassen hat. Die holländischen Behörden wollen in den nächsten drei bis fünf Jahren z.B. die Luftverpestung und Lärmbelästigung durch
Lastwagen und Omnibusse mit Dieselmotoren stärker als bisher bekämpfen.
Eric 0. Stork von der US-Umweltschutzbehörde verwies darauf, daß nunmehr die Frage der Kilometerleistung und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge
den gleichen Rang einnehme wie die Probleme des Umweltschutzes. Deshalb

-2-

�Deshalb gewinnen kleinere Fahrzeuge, Spezialbereifung und der Verzicht auf
Ausrüstungen, die den Treibstoffverbrauch erhöhen, immer größere Bedeutung.
Den Anstoß zu der Tagung von Ann Arbor gab ein im Jahre 1972 von der
Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und den USA unterzeichnetes Abkommen mit dem Ziel, ihre Forschungen
auf den einschlägigen Gebieten zu koordinieren. Diese Zusammenarbeit soll
jetzt z.B. durch den rechtzeitigen und geregelten Austausch technischer Informationen über Forschung, Entwicklung und Erprobung abgasarmer Antriebssysteme weiter verbessert werden, so daß es keinesfalls zu Parallelentwicklungen kommt.
Dr. Dieter Hartmann vom Bundesinnenministerium berichtete, daß man in
der Bundesrepublik Deutschland vordringlich Verbesserungen am konventionellen Antrieb für Kraftfahrzeuge anstrebe, um die Emission schädlicher Abgase
zu verringern. Diese sollen 1980 nur noch ein Zehntel der 1969 üblichen Mengen betragen. Außerdem soll die Treibstoffökonomie verbessert werden. Auf
längere Sicht werde man sich jedoch auch auf neuartige Antriebssysteme,
unter anderem Gasturbine und Stirling-Motor, stärker konzentrieren, um deren
Möglichkeiten auf breiter Basis auszuloten.
Den Erfahrungen Schwedens zufolge,wo bereits viel Mühe auf die Weiterentwicklung des Dampfantriebs nach dem Stirling-Prinzip verwendet wird, ist dieser Motor jedoch noch sehr kostspielig. Dennoch sei auf weite Sicht viel
von dieser Entwicklung zu erhoffen. Ollie Ljungstroem vom Schwedischen Rat
für Technische Entwicklung trat nachdrücklich für die Reduzierung des Fahrzeuggewichts von Personenkraftwagen auf weniger als eine Tonne ein. Dies helfe,
fossile Treibstoffe zu sparen und die Belastung der Atmosphäre durch Abgasverbindungen zu verringern, die zum sogenannten Gewächshauseffekt, einer unzureichenden Wärmeabstrahlung der Erdatmosphäre in den Weltraum, beitragen.

Ein

3»

�Ein "Durchbruch" in der Entwicklung elektrischer Antriebe, z.B. mit
der Verwendung von Brennstoffzellen als Energiequelle, ist nach Ljungstroem
dringend notwendig. Aber die Konferenzteilnehmer waren sich in der Beurteilung der erheblichen und zahlreichen Schwierigkeiten in bezug auf die Entwicklung brauchbarer Elektroantriebe einig. Dennoch war wiederholt zu hören,
daß der Elektromotor letztlich wohl die beste Lösung des Problems bringen
könne.
In den europäischen Ländern, wo gegenwärtig die Zahl der Kraftfahrzeuge doppelt so schnell ansteigt wie in den Vereinigten Staaten, ist man an
einem umfassenderen Informations-und Erfahrungsaustausch besonders stark
interessiert. Die Verbesserung und Ausweitung der Massenverkehrsmittel in
den Großstädten - bei zunehmender Einschränkung des Individualverkehrs im
Stadtzentrum - wird jedoch diesseits wie jenseits des Atlantik immer wichtiger werden. Dem Zweitwagen wird auf weite Sicht keine große Chance mehr
gegeben. Die in der Zukunft zu erwartenden hohen Kosten für Benzin werden
nach Ansicht Dr. Hartmanns dazu beitragen, daß sich andere Antriebsarten
durchsetzen. Aber selbst in einem solchen Fall dürfte es notwendig werden,
auf private Stadtfahrten mit dem Wagen weitgehend zu verzichten.

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BERICHTIGUNG zu Nr. 41/1973, 25. Oktober 1973, Artikel "Die Energielücke
in der Mikroweit". Den vorletzten Absatz bitten wir wie folgt zu ersetzen:

Dr. Josephson (33) hatte bereits als 20jähriger auf dem Gebiet der
Supraleitfähigkeit zu arbeiten begonnen, um jenen von Onnes entdeckten
Effekt zu studieren, der bei extremer Abkühlung des Leiters Ströme mit so
hoher Energie fließen läßt, daß kein weiterer Strom zugeführt zu werden
braucht. Anfang der sechziger Jahre sagte Josephson im Zusammenhang mit
der Erzeugung von Suprastrom bestimmte physikalische Phänomene voraus, die
dann auch experimentell nachgewiesen wurden. Diese "Josephson-Effekte" beziehen sich auf Stromfluß und Spannung beim Anschließen von zwei nur durch
eine dünne Isolierwand getrennte Schichten superleitfähiger Metalle an
eine äußere Spannungsquelle. Der Strom überwindet - »durchtunnelt1 - die
Isolierschicht, die Spannung erlischt. Dieser Gleichstrom geht jedoch in
einen hochfrequenten Wechselstrom bei Abgabe elektromagnetischer Strahlung
aus der Isolierschicht über, wenn man die angelegte Spannung erhöht. Die
Bemühungen um eine technische Nutzung des "Tunnel-Phänomens", d. h. einen
Einsatz der Isolierschicht zur Steuerung der Passage von Strom in supraleitenden Elementen, könnte z.B. dazu führen, daß man Computer entwickelt,
die bei extrem tiefer Arbeitstemperatur sehr hohe Operationsgeschwindigkeiten erreichen.
Dr. E s a k i . . .

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Pressekonferenz Präsident Nixons am 26. Oktober 1973&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der einleitenden Erklärung des Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung von Botschafter Martin zu Fragen der Rüstungskontrolle&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Deutsche Lehrer als Gäste amerikanischer Familien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Die American Host Foundation und ihr Programm für das Jahr 1974 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Dritte SKYLAB-Mannschaft vor dem Start&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Bis zu 85 Tage Aufenthalt im Weltraum vorgesehen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von G. Weiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Transportmitteln leben&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;em&gt;- Mehr Sicherheit auf den Straßen - Abgasbekämpfung und Massenverkehrsmittel im CCMS-Programm der NATO -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/em&gt;&#13;
&lt;div class="page" title="Page 1"&gt;&#13;
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&lt;div class="column"&gt;&#13;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;&lt;strong&gt;Berichtigung &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;zu Nr. 41/1973:"Die Energielücke in der Mikroweit"&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&#13;
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