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17_ O k t o b e r

Inhalt

INFORMATION:

Präsident Nixon verdeutlicht Nahost-Politik der USA

DOKUMENTATION:

US-Außenminister Kissinger appelliert an die Sowjetunion
-Auszüge aus der Pressekonferenz vom 12. Oktober-

HINTERGRUNDMATERIAL:

Gerald R. Ford
Der designierte Vizepräsident der Vereinigten Staaten

WIRTSCHAFT:
Erklärung Präsident Nixons zur Energiewirtschaft der USA

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

1973

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40/1973

PRÄSIDENT NIXON VERDEUTLICHT NAHOST-POLITIK DER USA

WASHINGTON —(AD)-» Präsident Nixon hat am 15. Oktober die amerikanische
Politik angesichts der Situation im Nahen Osten verdeutlicht und unterstrichen, daß die USA eine Beendigung der Feindseligkeiten in diesem Raum
anstreben und zwar auf einer Basis, auf der ein dauerhafter Friede geschaffen werden kann. Der Präsident traf seine Feststellungen im Rahmen einer
Feier, in der neun Vietnam-Veteranen mit der "Medal of Honor" ausgezeichnet wurden.
Präsident Nixon erklärte zum Krieg im Nahen Osten wörtlich:
"Wenn ich von Ehre spreche, dann mag dies - was eine große Nation an»
geht-vielleicht etwas chauvinistisch klingen. Aber ich möchte jedem hier in
diesem Raum vor Augen führen, insbesondere zu einem Zeitpunkt, da im Nahen
Osten ein neuer Krieg geführt wird, daß ein starkes Amerika, ein Amerika,
das respektiert wird, von wesentlicher Bedeutung ist, wenn wir die Chance
für einen dauerhaften Frieden in der Welt haben wollen. Bei all unserer Stärke und bei allen Opfern, die Amerikaner in vier Kriegen in diesem Jahrhundert
gebracht haben, verfolgen die Vereinigten Staaten keine Politik der Aggression; unsere Politik ist nicht darauf gerichtet, irgendein anderes Land zu

-1-

�zu beherrschen, es ist vielmehr eine Politik, die den Frieden für uns und für
andere Nationen anstrebt. Und darüber hinaus will diese Politik eine Welt
schaffen, in der alle Länder das Recht haben, unabhängig und frei von fremder
Herrschaft zu leben.
Ich möchte jetzt noch ein Wort zum gegenwärtigen Krieg im

Nahen Osten

sagen. Wenn ich unsere Politik darlegen sollte, dann würde ich sagen, daß sie
die Politik ist, die wir im Jahre 1958 verfolgten, als der Libanon betroffen
war, und daß sie die Politik ist, die wir im Jahre 1970 verfolgten, als Jordanien betroffen war. Die Politik der Vereinigten Staaten im Nahen Osten ist
- in sehr einfachen Worten - folgende:
Wir treten für das Recht einer jeden Nation im Nahen Osten ein, ihre Unabhängigkeit und Sicherheit zu wahren. Wir wollen eine Beendigung der Kämpfej
wir wollen, daß die Kampfhandlungen auf einer Basis beendet werden, auf der
wir einen dauerhaften Frieden aufbauen können.
Die Politik der Vereinigten Staaten ist die eines Friedensstifters in
diesem Raum, und ich möchte abschließend sagen, daß die heute hier geehrten
Männer sowie die nach Tausenden zählenden anderen Amerikaner, die ihrem Lande
in Vietnam gedient haben und ebenfalls geehrt werden sollten, es möglich
machen, daß die Vereinigten Staaten die ehrenhafte Rolle eines Friedensstifters
in der Welt spielen können."

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40/1973

US-AUSSENMINISTER KISSINGER APPELLIERT AN DIE SOWJETUNION
-Auszüge aus der Pressekonferenz vom 12.Oktober -

WASHINGTON ~(AD)--

Der amerikanische Außenminister Dr. Henry Kissinger

hat am 12. Oktober mit Nachdruck an die Sowjetunion appelliert, in der Nahost-Krise Zurückhaltung zu üben. Auf einer einstündigen Pressekonferenz erklärte er, Washington hoffe, daß alle Länder, die die Ereignisse im Nahen
Osten beeinflussen könnten, diesen Einfluß in Richtung auf Zurückhaltung
ausüben.
Andere Themen der Pressekonferenz waren der Dialog mit Europa sowie
die geplante China-Reise des amerikanischen Außenministers. Die einleitende
Erklärung Kissingers zur Nahost-Krise sowie die Fragen und Antworten zu den
anderen genannten Themen haben folgenden Wortlaut:

"Meiner Meinung nach könnte es unserer Diskussion förderlich sein,
wenn ich mit einem kurzen Überblick über die Situation im Nahen Osten, so
wie wir sie sehen, beginne.Sie werden verstehen, daß wir uns in diesem Augenblick in einer delikaten Phase befinden, in der es unser Hauptziel sein
muß, eine Beendigung der Feindseligkeiten herbeizuführen und die Grundlage
für einen dauerhafteren Frieden im Nahen Osten zu legen. Deshalb werde ich

-1-

�ich in einigen meiner Feststellungen sowie in der Beantwortung mancher ihrer
Fragen eine gewisse Vorsicht üben müssen. Ich rechne jedoch damit, daß ich
nach Abschluß dieser Phase eine weitere Pressekonferenz abhalten kann, auf
der ich einen umfassenderen Bericht geben kann, als dies heute möglich
ist.
Lassen Sie mich zur Situation im Nahen Osten folgende Feststellung
machen:
Zunächst möchte ich mich der Situation zuwenden, wie sie vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten bestand. Zweitens will ich etwas zu den amerikanischen Bemühungen sagen, die wir nach Ausbruch der Feindseligkeiten unternommen haben, um diese zu einem Ende zu bringen. Drittens werde ich eine sehr
kurze Feststellung hinsichtlich der militärischen Situation, so wie wir sie
heute sehen, treffen, und schließlich ausführen, welchen Kurs wir einzuschlagen hoffen.
Erstens, was unser Wissen vor Ausbruch der Feindseligkeiten anbetrifft:
In der Woche vor dem Ausbruch der Kampfhandlungen waren sich die Vereinigten Staaten darüber im klaren, daß es eine weitere Konzentration der syrischen Streitkräfte gab, und wir wußten ferner, daß die ägyptischen Truppen
- wie sowohl unser als auch der israelische Geheimdienst es interpretierten •
sich in ihrem regulären Herbstmanöver befanden. Bei drei verschiedenen Gelegenheiten während der Woche vor dem Ausbruch der Kampfhandlungen ersuchten
wir unseren eigenen wie auch den israelischen Geheimdienst um ihre Beurteilung der möglichen Geschehnisse. Es bestand die einheitliche Meinung, daß
Feindseligkeiten unwahrscheinlich wären.... Auch wurde die Möglichkeit von
Kampfhandlungen in keiner der Diskussionen, die mit den beiden Parteien im
Rahmen der Vereinten Nationen in der letzten Woche geführt wurden, aufgeworfen.
Unter

�Unter diesen Umständen hatten die Vereinigten Staaten keinerlei Gelegenheit, irgendein Land vor Präventivmaßnahmen zu warnen. Die Vereinigten Staaten gaben daher in der Woche vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten keinerlei
Ratschlag hinsichtlich eines Eventualfalles, der - wie man uns übereinstimmend
versichert hatte - nicht eintreten dürfte, ja ganz sicher nicht eintreten
würde.
Die amerikanische Regierung wurde zum ersten Mal darüber, daß Feindseligkeiten unmittelbar bevorstünden, am Samstag um 0600 Uhr morgens informiert.
Nach dieser Information unterrichtete ich sofort den Präsidenten. Von da an
bis zu dem Zeitpunkt, als man uns von dem tatsächlichen Beginn der Kampfhandlungen unterrichtete - das war etwa gegen 0900 Uhr am Samstagvormittag unternahmen wir intensive Anstrengungen sowohl gegenüber den betroffenen Parteien als auch gegenüber der Sowjetunion und dem UN-Generalsekretär, um den
Ausbruch der Kampfhandlungen zu verhindern. Ganz offensichtlich führten diese
Anstrengungen angesichts des Ausmasses der Vorbereitungen, die vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten notwendigerweise stattgefunden haben müssen, zu
keinem Erfolg.
Nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen setzten sich die Vereinigten Staaten zwei Hauptziele: Einmal die schnellstmögliche Beendigung der Feindseligkeiten, zum anderen die Beendigung der Feindseligkeiten in einer Weise, die
im höchstmöglichen Maße zur Förderung einer dauerhafteren, permanenteren Lösung im Nahen Osten beitragen würde.
Was nun die Zukunft angeht, so werden die Vereinigten Staaten auch weiterhin Anstrengungen unternehmen, um ein Ende der Kampfhandlungen herbeizuführen - und zwar so, daß dies zu einem langfristigen Frieden in diesem Gebiet
und, wie ich hinzufügen möchte, zu einem langfristigen Frieden in der ganzen
Welt beiträgt. Dies ist der Rahmen für unsere Gespräche. Würden Sie nun bitte
die erste Frage stellen?
Frage:

-3-

�I
Frage: Meine Frage bezieht sich auf die Schaffung eines Rahmens der

t,

Stabilität. Sie erklärten am Montag,daß die Entspannung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten an einer Unverantwortlichkeit in welchem
Gebiet auch immer, einschließlich des Nahen Ostens, scheitern würde. Ich
möchte gerne wissen, ob Sie in diesem Zusammenhang der Ansicht sind, daß
die russische Erklärung, in der andere arabische Staaten aufgefordert werden,
sich Ägypten und Syrien im Kampf gegen Israel anzuschließen, eine solche UnVerantwortlichkeit, die die Entspannung gefährdet, darstellt, und - sollte
dies der Fall sein - ob Sie dann die Absicht haben, amerikanischerseits entsprechende Kriegsmaterialien zur Verfügung zu stellen, wie sie angeblich
von sowjetischer Seite den anderen verfügbar gemacht werden.
Antwort: Das sind zumindest zwei Fragen. Die Vereinigten Staaten haben
sich in der letzten Zeit - einmal im Rahmen der Vereinten Nationen und zweitens durch eine Reihe bilateraler Kontakte - darum bemüht, einen Rahmen zu
schaffen, in dem diese beiden Ziele verwirklicht werden können. Wir haben die
Möglichkeiten sondiert, innerhalb der Vereinten Nationen einen Konsensus herzustellen. Darüberhinaus haben wir mit den betroffenen Parteien sowie mit den
ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates in Kontakt gestanden, um herauszufinden, welche Ergebnisse bilaterale Anstrengungen haben könnten. Wir haben in öffentlichen Foren nicht mutwillig nach Konffontationsmöglichkeiten
gesucht, die die Spaltung vertiefen und Fortschritte in Richtung auf eine Lösung erschweren könnten.
Wenn die gegenwärtige Phase vorüber ist, werden wir einen Bericht über
die von uns unternommenen Anstrengungen geben, und dann kann über sie geurteilt
werden. Im Augenblick ist es unser Ziel, eine Beendigung der Feindseligkeiten
und zwar auf die Weise zustandezubringen, daß wir mit allen betroffenen Parteien sowie mit den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates in Kontakt
stehen, weil wir der Ansicht sind, daß wir auf diese Art und Weise einen maximalen Beitrag zu einem gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten
leisten können
Was

-4-

�Was nun ihre erste Frage, nämlich das Verhalten der Sowjetunion in der
Nahost-Krise sowie die Auswirkung der Nahost-Krise auf die amerikanischsowjetischen Beziehungen anbetrifft: Jede Beurteilung muß in Rechnung stellen, daß sich sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion
- und zwar jede aus ihrem eigenen Blickwinkel • in der gegenwärtigen Krise
einer sehr komplexen Situation gegenübersehen. Ja, der Grund, warum nach
unserer Ansicht eine langfristige Regelung im Nahen Osten so wichtig ist,
besteht in der Gefahr, daß der Nahe Osten einmal das werden könnte, was der
Balkan vor 1914 in Europa war, d.h. ein Gebiet, wo örtliche Streitigkeiten,
die ihr eigenes Beharrungsvermögen haben, die großen Atommächte in eine Konfrontation hineinziehen könnten, die sie nicht notwendigerweise suchten und
auch nicht beginnen wollten.
Ohne Frage haben die Vereinigten Staaten eine traditionelle Freundschaft zu Israel, die sie auch in dieser Krise aufrechterhalten werden. Ferner ist klar, daß die Sowjetunion mit einigen arabischen Staaten Beziehungen
unterhalten, die Jahre zurückgehen und die sie ebenfalls während dieser Krise
nicht unterbrechen wollen. Die Schwierigkeit, vor der wir beide stehen, ist,
ob unter Wahrung unserer Prinzipien wir dennoch die Beziehungen in einer Weise ausüben, durch die den größeren Interessen des Friedens gedient wird.
Unseres Erachtens war die sowjetische Erklärung gegenüber dem algerischen

Präsidenten nicht hilfreich. Wir sind auch nicht der Ansicht, daß

die Luftbrücke für militärische Ausrüstung hilfreich ist. Wir sind aber auch
nicht der Ansicht, daß die bisherigen sowjetischen Maßnahmen die Unverantwortlichkeit darstellen, von der ich am Montagabend als von einer Gefährdung
der Entspannung sprach. Sollte dieser Punkt erreicht werden, dann werden
wir in dieser Krise - wie schon in anderen - nicht zögern, eine feste Haltung einzunehmen. Aber im Augenblick sind wir immer noch darum bemüht, den
Konflikt zu dämpfen. Zum gegenwärtigen Augenblick müssen wir immer noch die
Maßnahmen, die wir nicht billigen, und zwar mit allem Nachdruck nicht

�a 1 , -.. .
nicht billigen, gegen die relative Zurückhaltung abwägen, die in den öffentlichen Medien der Sowjetunion sowie in dem Verhalten der sowjetischen Vertreter im Sicherheitsrat zum Ausdruck kommt. Im gegenwärtigen Augenblick ist unser Ziel, wie ich bereits dargelegt habe, die Beendigung der Feindseligkeiten,
und zwar zu Bedingungen, die allen Beteiligten gerecht werden und nicht zu
einer Verschlechterung der Beziehungen bis zu einem unerträglichen Grad führen. Ich möchte noch einmal wiederholen: Wenn wir zu der Ansicht gelangen,
daß gewisse Maßnahmen den Punkt der Unverantwortlichkeit erreicht haben, dann
werden wir sehr energisch sein, um dies klarzustellen.
Frage: Herr Außenminister, können Sie uns sagen, wie Sie insgesamt die
von den Supermächten hinsichtlich der Gefahr einer Ausbreitung der Feindseligkeiten eingenommene Haltung beurteilen,und mit den drei Supermächten meine ich
die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und China?
Antwort:

Ich glaube, jeder ist sich dessen bewußt, daß ein Krieg

dieser Art die Möglichkeit einer Eskalation in sich trägt. Ich meine, daß bisher beide Seiten - nämlich die beiden Länder, die in erster Linie eine Konfrontation herbeiführen können, nämlich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion - versucht haben, sich in Grenzen zu halten, die eine Eskalation verhindern würden. Wenn man ihr Verhalten in dieser Krise mit dem Verhalten von
1967 vergleicht, dann muß man sagen, daß das sowjetische Verhalten weniger
provdkativ, weniger brandstifterisch und weniger auf militärische Drohungen
gerichtet ist als in der vorangegangenen

Krise.

Die Situation ist natürlich außerordentlich unbeständig und trägt die
Möglichkeit in sich, daß sie außer Kontrolle gerät. Ich kann nur noch einmal
unterstreichen, wie überaus wichtig es ist, daß alle Länder, die eine Eskalation und Ausweitung der Feindseligkeiten zustandebringen könnten, Zurückhaltung üben. Und ich kann nur noch einmal mit allem Nachdruck die Erwartung der
Vereinigten Staaten bekräftigen, daß alle Länder, die die Ereignisse beeinflussen können, sie dahingehend beeinflussen, daß Zurückhaltung und Mäßigung
geübt wird, so wie wir dies zu tun versuchen.

�- Dialog mit Europa -

Frage: Herr Außenminister, wenn wir das Thema einmal ändern könnten:
Wurde der Dialog mit Europa durch die Absage Ihrer Reise verlangsamt? Und
können Sie uns einen Hinweis geben, wann die Grundsatzdeklarationen zur Unterschrift bereit sein werden?
Antwort: Der Dialog mit Europa wurde nicht wesentlich verlangsamt, obwohl meine Eitelkeit es mir nicht gestattet, zuzugeben, daß die Tatsache, daß
ich jetzt keine Gespräche führen kann, keine Auswirkung auf die laufende
Diplomatie hat (Gelächter).
Die Gespräche, die gegenwärtig zwischen uns und den Europäern geführt
werden, betreffen im wesentlichen zwei Deklarationen sowie die allgemeine
Struktur unseres Verhältnisses.

Über die beiden Deklarationen wird zwischen

den Vereinigten Staaten und dem Gemeinsamen Markt über die wirtschaftlichen
Beziehungen und die auf sie einwirkenden politischen Beziehungen gesprochen
und zwischen den Vereinigten Staaten und all ihren NATO-Partnern in einem
multilateralem Forum über die künftige Richtung der NATO-Politik gesprochen.
Und das dritte Bemühen konzentriert sich darauf, über diese Deklarationen
hinauszugehen, sie als einen Beginn zu benutzen, um einen Blick in die Zukunft
zu
/werfen und zu erwägen, wie die westlichen Länder die Welt sehen, in der sie
während der kommenden 25 Jahre leben möchten oder leben müssen.
Was nun den

Dialog mit dem Gemeinsamen Markt angeht, so hat er eben-

falls zwei Aspekte: Erstens den inneren Zusammenhalt Europas, der meiner Meinung nach durch unsere Initiative gefördert - und zwar wesentlich gefördert wurde, und zweitens das Verhältnis dieses vereinten Europas zu den Vereinigten Staaten.
Am 18. Oktober treffen die politischen Direktoren der neun europäischen
Länder mit Unterstaatssekretär Stoessel in Kopenhagen zusammen, um die Gespräche fortzusetzen, die zwischen mir und den Außenministern geführt und dann
von ihnen in New York fortgesetzt wurden. Dieser Prozeß geht also weiter.

-7-

Und

�Und Sie alle wissen, daß ich gestern mit dem französischen Außenminister
Jobert zusammenkam und Gelegenheit hatte, die beiden Bemühungen mit ihm zu erörtern.
Frankreich hat in der letzten Woche einen Vorschlag für eine NATO-Deklaration unterbreitet. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um zu unterstreichen, daß diese vom französischen Vertreter im NA.TO-R.at unterbreitete Deklaration von den Vereinigten Staaten als überaus konstruktiv bewertet wird. Und
wenn wir auch einige Zusätze haben, die wir erörtern möchten, so sind wir
doch der Ansicht, daß sie einen sehr wesentlichen Fortschritt in den NATO-Erörterungen darstellt.
Ich glaube, es ist wichtig, darauf hinzuweisen, daß es nicht ohne Bedeutung ist, daß es Frankreich ist, das diesen wichtigen Beitrag zum NATO-Dialog geleistet hat.
Wir sind daher der Meinung, daß unsere Gespräche mit Europa auf dem richtigen Wege sind und daß sie innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne zu einem
erfolgreichen Abschluß führen werden. Und noch einmal möchte ich folgendes unterstreichen: Wir sind nicht am Zeitpunkt, sondern an der Substanz interessiert.
Und wir sind nicht an einer Schlagzeile interessiert, sondern daran, daß unsere Beziehungen in einer Weise festgelegt werden, die die Bewährungsprobe besteht.

- China-Reise Frage: Herr Außenminister: Sie planen eine China-Reise zu Ende dieses
Monats. Ist diese Reise in irgendeiner Form durch die Entwicklungen (im Nahen
Osten) gefährdet,und rechnen Sie im Hinblick auf die Zurückhaltung, für die
Sie so sehr eintreten, mit einer Zusammenarbeit Chinas?

Antwort:

�I

Antwort: Unser Appell zur Zurückhaltung ist an alle Länder gerichtet,
die die Ereignisse beeinflussen können. Natürlich ist die Fähigkeit Chinas,
diese Ereignisse zu beeinflussen, aufgrund der geographischen Entfernung
nicht so groß wie die anderer Länder, und das muß berücksichtigt werden.
Aber unser Appell zur Zurückhaltung ist an alle Länder gerichtet.
Ich rechne nicht damit, daß meine China-Reise durch die augenblickliche
Situation gefährdet wird. Selbstverständlich hängt dies jedoch davon ab,
wie lange sie andauern wird."

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40/1973

GERALD R. FORD

Der designierte Vizepräsident der Vereinigten Staaten

--(AD)-- Der von Präsident Nixon nominierte Nachfolger für Spiro T. Agnew
im Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Gerald R. Ford , hat
als Fraktionsführer der republikanischen Minderheit im amerikanischen Repräsentantenhaus die Politik der Administration, vor allem die Außenpolitik
schon seit den Tagen von Präsident Johnson nachdrücklich unterstützt. Ford
hat betont, daß er in den Präsidentschaftswahlen des Jahres 1976 weder als
Präsidentschafts-noch als Vizepräsidentschaftskandidat auftreten will und
besitzt das Vertrauen weiter Kreise des amerikanischen Kongresses. Trotzdem sind sehr eingehende Anhörungen im Kongreß angekündigt worden, der seine
Ernennung bestätigen muß.
Ford, der nichts mit der Auto-Dynastie Ford zu tun hat, hat sich vor
allem in Verteidigungsfragen immer hinter den Präsidenten gestellt und
ist für die Aufrechterhaltung der militärischen Stärke der USA als Ordnungsmacht für den Weltfrieden eingetreten. Er hat zahlreiche Auslandsreisen,
darunter auch in die Volksrepublik China, unternommen und sich auch im Kontakt mit dem Weißen Haus und den wichtigen Ministerien ein zusammenhängendes
Bild von der amerikanischen Außenpolitik gemacht. Ford kennt Präsident Nixon

-1-

�Nixon schon seit langem und wurde zwei Jahre nach diesem - 1948 - ebenfalls
als republikanischer Abgeordneter in den Kongreß gewählt.
Im Rahmen der Republikanischen Partei gilt Ford als "Gemäßigter", jedoch
ebenso als zielbewußt und überzeugend in der Argumentation. Ihm wird die Fähig
keit zugeschrieben, die Partei zusammenzuhalten und mit Nachdruck zu vertreten.
Gerald R. Ford wurde am 14. Juli 1913 in Omaha im Staate Nebraska als
Leslie King geboren. Seine Eltern wurden geschieden,und er wurde von seinem
Stiefvater, Gerald R. Ford, Senior, adoptiert, der eine Farben- und Lackfabrik in Grand Rapids im Staate Michigan besaß und dort auch führend in der
Republikanischen Partei tätig war.
In seiner Jugend war Ford sehr sportlich - er schwimmt heute noch täglich und hält sich körperlich in Form - und gehörte zu den Stars der Foot»
ball-Mannschaft der Universität von Michigan in Ann Arbor, wo er Jura studierte. In den Jahren der Depression verdiente er sich sein Studium mit allen
möglichen Tätigkeiten, unter anderem als Tellerwäscher. Als er sein Jurastudium an der Yale-Universität fortsetzte, war er gleichzeitig als Hilfstrainer
der Football-Mannschaft und als Boxtrainer tätig und mußte bis zum Abschluß
seiner Studienzeit im Jahre 1941 praktisch täglich mit fünf bis sechs Stunden
Schlaf auskommen.
Nach seiner Rückkehr nach Michigan trat er einer politischen Reformgruppe bei und war als Anwalt tätig. Im zweiten Weltkrieg trat er in die amerikanische Marine ein und diente auf einem Flugzeugträger im Einsatz im Pazifik.
Aus dem Militärdienst entlassen, kehrte Ford nach Grand Rapids in
Michigan zurück und nahm seine Anwaltspraxis wieder auf. Gleichzeitig wurde
er auch wieder in der Reformgruppe der Republikanischen Partei aktiv und

-2-

�und wurde 1948 ins Repräsentantenhaus gewählt, wo er seit 1949 für seine
Partei tätig ist.
Gerald R. Ford ist mit Elizabeth Bloomer verheiratet und hat vier Kinder: Michael, 23, der Theologie studiert; John, 21, Student an der Universi«
tat von Utah; Steven, 17, Oberschüler; und Susan, 16, die eine Mädchenoberschule in Bethesda, Maryland, besucht.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Gerald R. Ford
zur Verfügung.

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40/1973

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT NIXONS ZUR ENERGIEWIRTSCHAFT DER USA

WASHINGTON -«(AD)— Präsident Nixon hat am 11. Oktober eine Erklärung zur
Energiewirtschaft der Vereinigten Staaten abgegeben, in der er die Bereitstellung von weiteren 115 Millionen Dollar für die Forschung und Entwicklung auf diesem Sektor bekanntgab. Die Erklärung des Präsidenten hat fol»
genden Wortlaut:
"Die nationale Energiepolitik Amerikas erfordert die weitestgehende
Nutzung der Wissenschaft und der Technologie, um sicherzustellen, daß alle
unsere Energiequellen rasch und in ausgewogener und überlegter Weise verfügbar werden. Wie ich bereits in meiner Presseerklärung vom 8. September festgestellt habe, muß unser Ziel die Autarkie sein - die Fähigkeit, unseren
Energiebedarf aus eigenen Quellen zu decken. Ich bin entschlossen, jeden
Schritt zu tun, der zur Erreichung dieses Zieles notwendig ist. Ein großes
Land darf bezüglich der Mittel, die für seinen eigenen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt von entscheidender Bedeutung sind, nicht von anderen Ländern abhängig sein.
In Vorbereitung des Fünfjahresplanes für ein Energieforschungs-und
-entwicklungsprogramm in Höhe von 10 Milliarden Dollar, das ich angekündigt
habe, und in Übereinstimmung mit meiner Absicht, noch in diesem Haushaltsjahr

-1-

�&lt;4

i
Haushaltsjahr weitere Mittel für vordringliche Energieforschungsprogramme
bereitzustellen, gebe ich heute die Einzelheiten eines neuen Haushaltszusatzes in Höhe von 115 Millionen Dollar zum Budget des laufenden Haushaltsjahres für Energieforschung und -entwicklung bekannt. Dieser Zusatz wird
die Gesamtmittel für die Finanzierung von Energieforschungs-und-entwick«
lungsvorhaben im Haushaltsjahr 1973/74 auf rund eine Milliarde Dollar erhöhen, was eine Steigerung um 37 Prozent gegenüber dem Haushaltsjahr 1972/73
bedeutet.
Der größte Teil dieser Mittel für diese Erhöhung um 115 Millionen Dollar wird durch bereits genehmigte Bewilligungen des Kongresses gedeckt. Ich
werde dem Kongreß in Kürze einen Antrag auf zusätzliche Bewilligungen für die
Restsumme zuleiten.
Unsere Hoffnungen, die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet voranzutreiben, liegen ferner bei der Verabschiedung meiner Gesetzesvorlagen über
t

die Schaffung eines Ministeriums für Energiefragen und natürliche Hilfsquellen sowie eines unabhängigen Amtes für Energieforschung und -entwicklung.
Diese Gesetzgebung ist zusammen mit sechs anderen Vorlagen, die dem Kongreß
zugeleitet worden sind, von entscheidender Bedeutung, wenn wir unseren Energiebedarf in vollem Umfang decken wollen. Der Kongreß hat Anhörungen über
meinen Reorganisationsvorschlag eingeleitet, und ich ersuche erneut um rasche
Erledigung.
Am 29. Juni habe ich die Einrichtung eines Beirates für Energieforschungs-und -entwicklungsfragen zur Unterstützung von Gouverneur Love angeordnet. Ich freue mich, heute bekanntgeben zu können, daß sich fünfzehn unserer hervorragendsten Wissenschaftler und Techniker - unter Leitung von
Dr. H. Guyford Stever, der mir als Wissenschaftlicher Berater und als Direktor der Nationalen Stiftung für die Wissenschaften zur Seite steht - bereit
gefunden haben, in diesem Beirat zu arbeiten. Diese Gruppe hält heute

�vormittag ihre erste Sitzung im Weißen Haus ab. Aut dieser Tagung und in
den kommenden Monaten wird dieser Beirat l:urz-und langfristige Forschungsund Entwicklungsprogramme erörtern und sich bemühen, die Talente unserer
wissenschaftlichen und technologischen Gemeinde - in Industrie, Universität
und Regierungslaboratorien - für dieses Unterfangen zu gewinnen.
Ich bin sicher, daß wir mit all diesen in Gang befindlichen Initiativen
ein gutes Stück in unseren Anstrengungen weitergekommen sind, den Erfordernissen auf dem Energiesektor unter angemessener Rücksicht auf die Erhaltung unserer natürlichen Umwelt gerecht zu werden und bald die Autarkie in
der Energieversorgung zu erreichen. Falls weitere Anstrengungen erforderlich
werden sollten, werde ich bereit sein, die notwendigen Schritte einzuleiten."

+++

-3-

�</text>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 17.10.1973</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon verdeutlicht Nahost-Politik der USA&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Außenminister Kissinger appelliert an die Sowjetunion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Pressekonferenz vom 12. Oktober -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gerald R. Ford&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der designierte Vizepräsident der Vereinigten Staaten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Wirtschaft&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Nixons zur Energiewirtschaft der USA</text>
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