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3 . O k t o b e r 1973

Inhalt
INFORMATION
US-Außenminister begrüßt Bericht des Neuner-Ausschusses der NATOParlamentarier
- Wortlaut der Erklärung -

DOKUMENTATION
Pressekonferenz von Außenminister Kissinger am 26. September
- Auszüge Shultz: Währungsgespräche machen gute Fortschritte
- Auszüge aus der Rede des US-Finanzministers in Nairobi Rede von Botschafter Greenwald vor dem Institut für Politik und Wirtschaft in Hamburg
- Wortlaut -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Widerstand gegen die Lärmfolter
U S - U m w e l t s c h u t z b e h ö r d e w i r d a k t i v - Mehr F o r s c h u n g z u r E r k l ä r u n g

von Gesundheitsschäden erforderlich
Von G. Weiss
Hilfe zur Selbsthilfe
Eigene Verantwortung - ein wichtiger Faktor bei der Rehabilitation
von Drogensüchtigen
Schnellverfahren zur Identifizierung von Giften

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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38/1973

US-AUSSENMINISTER BEGRÜSST BERICHT DES NEUNER-AUSSCHUSSES
DER NATO-PARLAMENTARIER

- Wortlaut der Erklärung -

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Außenministerium hat in einer
Erklärung den Bericht begrüßt, den der "Ausschuß der Neun" der Nordatlantischen
Versammlung am 2. Oktober gleichzeitig in Brüssel, Washington und Ottawa
veröffentlicht hat. Die Nordatlantische Versammlung, ein Zusammenschluß von
Parlamentariern aus den Ländern des Atlantischen Bündnisses, wird auf ihrer
Jahrestagung Ende des Monats in Ankara den Bericht erörtern, der in vier
Punkten eine Neuordnung des westlichen Verteidigungsbündnisses, darunter eine
Verschmelzung auch der Nuklearverteidigung empfiehlt.

Senator Javits erklärte anläßlich der Veröffentlichung des Berichtes in
Washington vor der Presse, dieser Bericht könne "der erste Entwurf einer atlantischen Deklaration" sein.

Die Erklärung des amerikanischen Außenministeriums dazu hat folgenden Wortlaut:

"Der Außenminister begrüßt den Beitrag zu den Gedanken über die atlantischen
Beziehungen, den die hervorragenden Parlamentarier des Ausschusses der Neun
der Nordatlantischen Versammlung geleistet haben.

Der Außenminister teilt die Auffassung des Ausschusses, daß die atlantische

�atlantische Partnerschaft in dieser Periode des Übergangs in der Weltpolitik
von lebenswichtiger Bedeutlang bleibt.

Er teilt ferner die feste Überzeugung des Ausschusses, daß die Beziehung
durch eine gerechtere Verteilung der Verteidigungslasten und ein gesünderes
Verständnis der Wechselwirkung zwischen unserer Sicherheit, unseren politischen
und unseren wirtschaftlichen Beziehungen gestärkt werden muß.

Der Außenminister beglückwünscht den Ausschuß zu seiner gründlichen und
konstruktiven Einschätzung. Er sieht der Diskussion unter den Mitgliedern
der Versammlung und ihren Auffassungen zu den Empfehlungen des Ausschusses der
Neun auf der Plenarsitzung der Versammlung Ende dieses Monats in Ankara mit
Interesse entgegen."

+ + + + +

- 2-

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PRESSEKONFERENZ VON AUSSENMINISTER KISSINGER AM 26. SEPTEMBER
- Auszüge -

NEW YORK - (AD) - Der amerikanische Außenminister, Dr. Henrv Kissinger,
hat auf einer Pressekonferenz in New York am 26. September zu einer qanzen
Reihe von Fragen Stellung genommen. Wir bringen nachfolgend die für Europa
direkt relevanten Auszüge aus der einleitenden Erklärung Dr. Kissingers und
die entsprechenden Fragen und Antworten:

"... Lassen Sie mich ein '^ort über meine Gespräche mit unseren europäischen
Freunden und auch über die Beziehung Japans zu diesem Prozeß sagen.

Es hat im Zusammenhang mit einer möglichen Reise des Präsidenten nach
Europa viele Spekulationen aegeben. Wir planen diese Reise natürlich weiterhin,
aber der genaue Zeitpunkt wird durch das Tempo unserer Vorbereitungen bestimmt
werden müssen. Es ist viel im Sinne eines widersächlichen Verhältnisses zwischen
uns und den Europäern und großer Schwierigkeiten, zu einem Abkommen zu gelangen,
spekuliert worden.

Ich möchte diesen Eindruck richtig stellen.

Wovor wir in diesem Dialog stehen, ist die Verschmelzung mehrerer Prozesse.
Da ist einmal der Prozeß der euronnischen Integration. Da ist der Prozeß der
Debatte über Sicherheit in der NATO. Und da ist die Neudefinierung der atlantischen Beziehung, die all diese Gebiete einschließt.
Wie
- 1-

�Wie Sie wissen, habe xch im Namen des Präsidenten in einer Rede im

-4k

April eine neue Atlantische Grundsatzdeklaration vorgeschlagen.

Es hat in Europa einige Unsicherheit gegeben, wie und in welcher Form
man antworten sollte; es sind einige Monate der internen Diskussion in Europa
verstrichen - ob die NATO das geeignete Forum wäre, oder ob eine Reihe bilateraler Verhandlungen mit den Europäern, oder eine Serie von Gesprächen
zwischen den Vereinigten Staaten und dem Gemeinsamen Markt stattfinden sollte.

Das Ergebnis war, daß nachdem sechs Monate lang alle diese Wege beschritten
worden waren, sich die europäische Meinung herauskristallisierte. Es wurde beschlossen, daß diese wirtschaftlichen Fragen - und enge

politische Erwägungen,

die für wirtschaftliche Fragen relevant sind - und jene politischen Erwägungen,
die für Europa insgesamt relevant sind, von den Neun als Einheit mit den Vereinigten Staaten erörtert werden sollten. Es wurde ferner beschlossen, daß
Sicherheitsfragen - und jene politischen Fragen, die für die Sicherheit relevant sind - im NATO-Rat erörtert werden sollten.

,

Und dann sind natürlich während dieses ganzen Prozesses auch bilaterale
i

Kanäle offen geblieben.
Bezüglich der Deklaration, die die europäischen Neun ausgearbeitet haben,
und die mir gestern vom dänischen Außenminister Andersen im Namen der Neun
übergeben wurde, möchte ich sagen, die Vereinigten Staaten erkennen an, daß
dieser erste Versuch Europas, in einer politischen Angelegenheit in transatlantischen Beziehungen mit einer Stimme zu sprechen, ein Ereignis von größter
Bedeutung ist.
Die Vereinigten Staaten haben in der Nachkriegszeit beharrlich das Entstehen einer europäischen Identität unterstützt, und wir begrüßen daher die
Tatsache, daß sich Europa heute so gut organisiert hat, daß es mit einer Stimme
mit uns sprechen kann. Es mag sich im historischen Rückblick erweisen, daß
diese Konferenz der europäischen Neun als eines der entscheidenden Ereignisse
der Nachkriegsperiode betrachtet werden wird.
Auf
- 2 -

�Auf der anderen Seite behalten sich die Vereinigten Staaten selbstverständlich das Recht vor, ihre eigene Meinung bezüglich des Ergebnisses dieser
Überlegungen zu haben. Sie wurden den Vereinigten Staaten nicht auf der Basis
des 'alles oder nichts' unterbreitet.

Sie wurden uns in einem Geiste der Partnerschaft als Eröffnung eines
Dialogs vorgelegt. Daher werden die politischen Direktoren der Neun und Unterstaatssekretär Stoessel an diesem Sonnabend zu einem Gespräch zusammenkommen,
in dessen Verlauf wir versuchen werden, unsere Gedanken mit denen Europas zu
einer Mischung zu vereinen - oder versuchen werden, eine Mischung zu erreichen
- was diese Deklaration wirtschaftlicher und politischer Grundsätze angeht.

Zweitens finden, wie Sie wissen, gegenwärtig in der NATO Gespräche statt,
die sich mit der Definition künftiger Beziehungen im Bündnis befassen. Sie erstrecken sich auf Sicherheitsaspekte und politische Aspekte der Sicherheit.

Es herrscht allgemeines Einvernehmen darüber, daß diese Gespräche im
Rahmen des NATO-Rates energisch vorangetrieben werden sollten. Wir gehen davon
aus, daß wir dazu einen bedeutsamen Beitrag leisten werden.

Was ich hier unterstreichen möchte, ist die Tatsache, daß wir uns nicht
in einem widersächlichen Prozeß befinden. Wir befinden uns vielmehr in einem
Prozeß, in dem eine traditionelle Freundschaft neues Leben erhalten soll.
Die Reise des Präsidenten ist kein Selbstzweck. Die Reise des Präsidenten
wird sicherlich in naher Zukunft stattfinden. Aber unser Anliegen besteht darin,
Dokumente zu schaffen, die von historischer Bedeutung sein werden. Wir sind
der Überzeugung, daß wir jetzt ein gutes Stück Weg gegangen sind, um das zu
erreichen, was wir uns Anfang dieses Jahres vorgenommen haben. Die Gespräche
waren nützlich, und sie werden in konstruktivem Geist weitergehen.

Es war natürlich in unseren Gesprächen mit Japan unausweichlich, daß die
Beziehungen Japans zu diesen verschiedenen Anstrengungen zur Sprache kommen
mußten.
Da
- 3-

�-'.
Da der japanische Außenminister und der japanische Ministerpräsident
in diesen Wochen Europa besuchen, wäre es für mich unangebracht, mich dazu
zu äußern. Ich möchte nur sagen, daß wir in meiner Rede vom 23. April den
Standpunkt der Vereinigten Staaten dargelegt haben. Wir sind der Überzeugung,
daß es in irgend einem Stadium dieses Prozesses wichtig ist, daß Japan in
irgend einer Form daran teilnimmt.

Welcher Art eine solche Deklaration sein soll oder wie sie aussehen
soll, muß noch erörtert werden, und ich glaube, das wird weiterhin zwischen
den Japanern und uns besprochen werden, wie auch zwischen den Japanern und
den Europäern, wenn führende japanische Vertreter jetzt Europa bereisen."

"Frage: Herr Minister - Dr. Kissinger, sie sagten, die Rede des Präsidenten
würde in sehr naher Zukunft stattfinden -

Unterbrechung: Des Präsidenten was?

Frage: Entschuldigung, die Reise des Präsidenten würde in sehr naher
Zukunft stattfinden - und man hoffe, daß sie Dokumente von großer Bedeutung
zeitigen werde. Sollten wir diese beiden Dingen verknüpft und gleichzeitig
sehen?

Antwort: Natürlich nicht, sehr viel hängt davon ab, was Sie unter 'sehr
naher Zukunft1 verstehen. Was ich sage, ist, daß wir jetzt in einem Prozeß
stehen, und wir sehen die Umrisse der Ideen, die das Ergebnis dieses Prozesses
sein könnten.

Sie dürfen in ihrer Vorstellung eindeutig davon ausgehen, daß die Reise
des Präsidenten das Ergebnis eines Fortschrittes in diesen Gesprächen sein muß.
Und ich möchte hier noch einemal deutlich unterstreichen: Wir sind nicht auf
ein Publicity-Manöver aus; wir sind nicht an irgend einem Dokument interessiert,
das jeder unterschreiben kann - denn das ist relativ leicht zu haben und uns
schon nahe genug.
Wir
- 4-

�Wir haben einen sehr ernsthaften Vorschlag unterbreitet. Er beruht auf
unserer Überzeugung, daß sich die atlantischen Beziehunaen in den letzten 25
Jahren grundlegend verändert haben, zum Teil als Ergebnis der früher verfolgten
Politik. Wir sind der Meinung, daß wir, um dieser Politik einen neuen Anstoß
zu geben - um in einer Periode der Entspannung die Bedeutung von Freunden zu
bekräftigen - eine neue Vision von der Zukunft entwickeln müssen.

Dies wird nicht im amerikanischen Interesse getan; es wird im gemeinsamen
Interesse getan. Das ist das, was wir unter einem 'Dokument von historischer
Bedeutung' verstehen.

Wir sind davon überzeugt, daß dies erreichbar ist; wir sind der Auffassung,
daß bereits Fortschritte erzielt worden sind, daß der Prozeß jetzt weitergehen
wird. Wie (der Pressesprecher des Außenministeriums) McCloskey bereits mitgeteilt hat, plane ich am 15. Oktober vor den Pilgrims in England eine Rede zu
halten. Bei diesem Zusammenhang hoffe ich, auch mit mehreren meiner europäischen
Kollegen zusammenzukommen. Und wir sind überzeugt, daß wir jetzt gut in Gang
gekommen sind, aber wir setzen uns keine künstliche Frist. Das Ergebnis der
Überlegungen wird den Zeitpunkt der Reise des Präsidenten bestimmen.

Frage: Dr. Kissinger, wenn es eine Verzögerung hinsichtlich einer Übereinstimmung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa über gemeinsame Ziele
gäbe,wären Sie dann besorgt, daß dies Rückwirkungen im Sinne einer Verlangsamung
der Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion haben
könnte - da doch die Themen der Entspannung im wesentlichen die Frage der
europäischen Sicherheit und der beiderseitigen und ausgewogenen Truppenreduzierungen sind und dies wiederum die Fragen sind, die zwischen den Vereinigten
Staaten und Europa erörtert werden?

Antwort: Wir sind der Auffassung, daß mit fortschreitender Entspannung
die Neudefinierung der Beziehungen zu unseren Freunden in Europa und Asien
sehr wichtig wird, denn ein großer Teil der ursprünglichen Beziehungen basierte
auf der Angst vor einer militärischen Aggression, die mit fortschreitender
Entspannung nachlassen dürfte.
Ob
- 5-

�Ob man das nun umdrehen kann, also sagen könnte, wenn diese Verhandlungen
ins Stocken geraten, dann würde die Entspannung auch ins Stocken geraten - das
ist, wie ich meine, viel problematischer. Ich möchte es daher lieber positiv
ausdrücken: daß es in dieser Zeit Aufgabe des Staatsmannes ist, dafür zu sorgen,
daß die Beziehungen zu Freunden mit denen zu ehemaligen Gegnern Schritt halten.
Und es wäre wohl wenig sinnvoll, wenn wir bei unseren Freunden langsamere
Fortschritte machten als bei unseren Gegnern. Einen solchen Gedanken lehnen
wir ab, und es besteht auch kein Grund zur Annahme für Sie, daß so etwas geschehen könnte ...

Frage: Herr Minister, der Senat hat heute beschlossen, die amerikanischen
Streitkräfte im Ausland im Laufe der nächsten zwei Jahre um 40 Prozent zu verringern. Ist das eine gute Idee, und wie wird es die amerikanische Position
und Handlungsfähigkeit in den Gesprächen über beiderseitige und ausgewogene
Truppenreduzierungen und in den Gesprächen über die Begrenzimg strategischer
Waffen beeinflussen.

Antwort: Wie Sie wissen, ist die Administration unbedingt gegen einen
solchen Beschluß. Es ist unmöglich ein Abkommen über die Verringerung der
Streitkräfte auszuhandeln, wenn die Vereinigten Staaten einseitig das tun,
was das Ergebnis der Verhandlungen hätte sein sollen.

Es wird sehr schwierig - wenn nicht unmöglich - sein, unsere Verbündeten
von der Standhaftigkeit der amerikanischen Politik zu überzeugen, wenn die Vereinigten Staaten erneut einseitig, bevor unsere Gespräche wirklich vorangekommen
sind, ihre Truppen in Europa verringern.

Und ich möchte in diesem Zusammenhang noch sagen, daß es widersinnig ist,
wenn man auf der einen Seite aufgefordert wird, eine Außenpolitik zu betreiben,
die eine Veränderung des sowjetischen Systems herbeiführt, und auf der anderen
Seite die eigenen Verteidigungsstreitkräfte verringern soll.

Frage: Herr Kissinger, Sie haben im Zusammenhang mit unseren wachsenden
Beziehungen zu Europa auch ihre Sorgen bezüglich Japans und der Länder Asiens

- 6 -

�Asiens zum Ausdruck gebracht. Kanada ist einer der größten - wenn nicht
überhaupt der größte - Handelspartner der Vereinigten Staaten. Wie gliedern
Sie dieses Land in unsere Pläne für Europa ein?

Antwort: Nun, wie Sie wissen, bin ich kürzlich mit Ihrem Außenminister
zusammengetroffen, und dies war ein Gesprächsthema.

Verfahrenstechnisch wird es - so wie wir die Dinge heute sehen - mindestens
zwei Deklarationen geben - eine zwischen den Vereinigten Staaten und dem Gemeinsamen Markt und eine zwischen den Vereinigten Staaten und der NATO.

Kanada gehört der NATO an, und wird natürlich an den Gesprächen im Zusammenhang mit der NATO voll beteiligt sein.

Was die Vereinigten Staaten und den Gemeinsamen Markt betrifft, so ist
Kanada rein technisch nicht beteiligt. Wir werden bei dieser Frage in enger
Konsultation mit Kanada vorgehen, und wir stehen einer etwa gewünschten Beteiligung Kanadas an einer solchen Deklaration aufgeschlossen gegenüber."

- 7-

�- amerika dienst
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38/1973

SHULTZ: WÄHRUNGSGESPRÄCHE MACHEN GUTE FORTSCHRITTE
- Auszüge aus der Rede des US-Finanzministers in Nairobi -

NAIROBI - (AD) - Die Gespräche über eine Reform des internationalen
Währungssystems machen gute Fortschritte und bei gutem Willen auf allen
Seiten und intensiver technischer Vorarbeit kann damit gerechnet werden, daß
bereits bis zum kommenden Frühjahr die Voraussetzungen für ein umfassendes
Abkommen geschaffen sind. Dies stellte der amerikanische Finanzminister
•

George P. Shultz am 25. September in seiner Rede auf der Jahrestagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) fest, in der er einen Überblick über die
gegenwärtigen wirtschafts•'- und währungspolitischen Probleme gab. Die wesentlichsten Teile der Rede des Ministers haben folgenden Wortlaut:

"Unsere Währungsgespräche sind bereits weit vorangekommen ... Wir sind
befriedigt darüber, in welchem Ausmaß eine grundlegende Übereinstimmung der
Auffassungen über den allgemeinen Rahmen eines neuen Systems erreicht worden
ist ...

Bei gutem Willen und intensiver technischer Vorarbeit können bereits bis
zum kommenden Frühjahr die Voraussetzungen für ein umfassendes Abkommen geschaffen sein. Dieses Abkommen braucht dann nur noch in eine eingehende und
detaillierte Neufassung der IWF-Statuten übertragen zu werden. Ist es also
falsch, wenn wir unsere nächste Jahrestagung als Termin für die Billigung

- 1 -

�Billigung dieser neuen Statuten setzen, damit sie dann unseren gesetzgebenden
Gremien zugeleitet werden können? ...

Es beginnen sich nunmehr auch begrüßenswerte Anzeichen dafür zu zeigen,
daß sowohl amerikanische als auch ausländische Firmen ihre Investitionsprogramme überprüfen, wobei das Schwergewicht vermehrt auf eine Produktion in
den USA gelegt wird ...

Überschüsse sowohl in unserer Handels- als auch in unserer Grundbilanz
sind jetzt für nächstes Jahr in Sicht. Solche Überschüsse über einen längeren
Zeitraum hinaus erscheinen mir unerläßlich ... wenn eine dauerhafte Reform des
Internationalen Währungssystems verwirklicht werden soll ...

Es wäre jedoch ein grundlegender Fehler, die derzeitigen Vorarbeiten als
Reform des internationalen WährungsSystems anzusehen ... Was fehlt - und was
meines Erachtens das Wesentliche eines jeden dauerhaften Währungssystems ist das ist ein echtes Gefühl der Verpflichtung gegenüber einem vereinbarten internationalen Verhaltenskodex, der uns als Richtschnur dienen soll, wenn die Maßnahmen eines Landes mit denen eines anderen Landes in Konflikt geraten.

'

Im Zuge unserer Bemühungen um eine angemessene Ausgewogenheit ... eines
neuen Systems haben wir die Rolle besonders betont, die quantitativen Indikatoren - und hier im besonderen Reserveindikatoren - zukommen könnte, um dazu
beizutragen, daß der Anpassungsprozeß sich diszipliniert in einer unparteiischen,
wirksamen und politisch akzeptablen Form vollzieht.

Gleichzeitig, so glaube ich, sind wir alle gemeinsam der Ansicht, daß für
die Arbeitsfähigkeit des neuen Systems wirksame Verfahren für internationale
Konsultationen und den EntScheidungsprozeß unbedingt wichtig sind. Ich war ermutigt, wie weit doch die Notwendigkeit anerkannt worden ist, den Internationalen
Währungsfonds so auszustatten, daß er seiner Rolle als Mittelpunkt des Systems
voll entsprechen kann ...

Dies

�Dies könnte dadurch noch gefördert werden, daß ein gestraffter Zwanzigerausschuß bestehen bleibt, der in regelmäßigen Zeitabständen oder in Krisenfällen wichtige Fragen überprüft, die besondere Auswirkungen auf die Währungssituation insgesamt haben ...

Die Zeiten sind längst vorbei - und zu Recht -, da Gespräche über Handelsund Währungsfragen in erster Linie in einem relativ kleinen Kreis von Industriestaaten geführt werden konnten. Wir müssen sehr sorgfältig prüfen, welche besonderen Vorkehrungen in den Handels- und Währungssystemen angebracht sein
könnten, um dazu beizutragen, daß den Entwicklungserfordernissen besser entsprochen wird.

Als wir unserem Kongreß das umfassende Handelsgesetz vorlegten, haben wir
dabei auch die Konzeption berücksichtigt, die wirtschaftliche Entwicklung mittels
allgemeiner Präferenzen zu unterstützen, die nicht auf einer Basis der Gegenseitigkeit gewährt werden sollten ...
Wir unterstützen den Gedanken, den Kapitalfluß in die Entwicklungsländer
zu liberalisieren und diese Länder, wo immer möglich, von solchen Kontrollen
auszunehmen, die aus Zahlungsbilanzgründen angeordnet worden sind.

Kurzfristig gesehen ist der Wohlstand der Entwicklungsländer eng mit dem
Wohlstand der industriealisierten Länder verbunden ...

Wir begrüßen es, daß eine Übereinstimmung erreicht worden ist, den traditionellen Beitrag der Vereinigten Staaten zur Finanzierung der IDA (Internationale Entwicklungsgesellschaft) von 40 auf 33 Prozent zu senken und die
Beiträge Japans, Deutschlands und anderer zu erhöhen, um so den gegenwärtigen
wirtschaftlichen Kräfteverhältnissen besser Rechnung zu tragen.

Auf dieser Basis wird die amerikanische Regierung den Kongreß konsultieren und ihm nachdrücklich eine Beteiligung der USA an der vierten Auffüllung
des IDA-Stammkapitals von 4,5 Milliarden Dollar empfehlen ...
Bevor
- 3-

�I
Bevor ich zum Schluß komme, muß ich noch die Gefahr unterstreichen,
die all unserer konstruktiven Arbeit durch den Ansturm der weltweiten Inflation droht. Leider ist die Inflation keine neue Erscheinung. Neu ist nur, daß
sie jetzt mehr Länder in einem weit stärkerem Ausmaß infiziert, als wir uns
jemals entsinnen können ...
Mir sind die Analysen bekannt, die die weltweite Inflation auf Unzulänglichkeiten des internationalen Währungssystems zurückführen...

Ich möchte sagen, daß sie die Verantwortung für die Inflation und ihre
Korrektur der falschen Seite zuschieben. Wir dürfen nicht die Ursachen und die
Abhilfen unterschätzen, die mehr im Bereich unserer nationalen Maßnahmen und
Möglichkeiten liegen ...

In den Vereinigten Staaten hatten wir uns lange Zeit an relativ niedrige
Preise für die Hauptagrarprodukte gewöhnt ... Und jetzt, da unsere Märkte vor
dem weltweiten Nachfragesog völlig ungeschützt sind; wir nach der Verknappung
in anderen Ländern als einer der übrigbleibenden Lieferanten gelten, und wir ohne
den Preisschutz sind der jenen'zuteil wurde, die ihre Wechselkurse heraufgesetzt'
haben, sind wir dem vollen Ansturm des Anstiegs der Weltagrarpreise ausgesetzt.

Gleichzeitig steigt unser Bedarf an Energieimporten rasch. Es ist ganz
klar, daß der Strom dieser Güter in beiden Richtungen sich der drängenden
Nachfrage angepaßt hat. Die Auswirkung der Preise sind jedoch aus der Tatsache
ersichtlich, daß die Preise für Lebensmittel und für Energie zusammen 82 Prozent des Anstiegs unseres Indexes der Großhandelspreise und 66 Prozent des Anstiegs des Indexes unserer Verbraucherpreise im letzten Jahr ausgemacht haben ...

Wir können den natürlichen Zyklus von Säen und Ernten und das Wachstum
von Tieren nicht beschleunigen. Wir werden uns auf den Agrarmärkten auf beträchtliche Zeit hinaus einer angespannten Situation gegenübersehen. Aber wir
haben die feste Absicht, unsere Märkte offen zu halten, denn wir sind ein zu-

�zuverlässiger Lieferant und wollen dies bleiben.
Letztlich wird diese Erfahrung zu unserem Vorteil ausschlagen, wenn wir
die Lösung des Problems vordringlich in Angriff nehmen, wirksamere Produktionsund Handelsformen zu finden, die in Form von mehr Lebensmitteln zu niedrigeren
Preisen in unserer aller Interesse liegen.

Lassen Sie uns im gleichen Geiste auf die Lösung des Problems der Erschließung und Verteilung der Energiequellen hinarbeiten.

Was uns anbetrifft, so haben wir jetzt umfassende Anstrengungen unternommen, um die reichen Energievorkommen in unserem eigenen Lande zu wirtschaftlichen Kosten zu erschließen. Wir erwarten von den anderen Ländern, daß sie
zur Aufrechterhaltung des Energieflusses beitragen, so lange ihr eigener berechtigter Bedarf und ihre Bemühungen angemessen berücksichtigt werden.

Ein festes Anpacken der besonderen Lebensmittel- und Energieprobleme
ist kein Allheilmittel gegen die Inflation ... Wir sind weiterhin davon überzeugt, daß unser Erfolg in erster Linie von der entschlossenen und beständigen
Anwendung der traditionellen Mittel der fiskalischen und monetären Beschränkung
abhängen wird ... Wir haben nicht die Absicht, hier nachzulassen. Wir hoffen
und erwarten, daß unsere Anstrengungen und die der anderen Länder sich gegenseitig ergänzen werden."

+ + + + +

�' amerika dienst
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REDE VON BOTSCHAFTER GREENWALD VOR DEM INSTITUT FÜR POLITIK UND
WIRTSCHAFT IN HAMBURG
- Wortlaut -

HAMBURG - (AD) - Der Vertreter der Vereinigten Staaten bei den Europäischen
Gemeinschaften, Botschafter Joseph Greenwald, hat am 26. September vor dem Institut für Politik und Wirtschaft (Haus Rissen) den "politischen Rahmen der
europäisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen" umrissen. Die Ausführungen
des amerikanischen Botschafters haben folgenden Wortlaut:

"Ich freue mich, bei Ihnen in Hamburg weilen zu dürfen, das durch seine
Ausrichtung auf den Welthandel bei seinen Bürgern eine besonders aufgeschlossene,
weltoffene und weitblickende Haltung geweckt hat. Und genau dieser Geist ist es,
den die neue internationale Wirtschaftsordnung ausstrahlen soll, die als Folge
der gegenwärtigen Handels- und Währungsverhandlungen geschaffen wird.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den
neun Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft werden von diesen Verhandlungen
wesentlich berührt. Ich möchte daher heute einige der derzeitigen Probleme im
Rahmen unserer gemeinsamen Ziele betrachten.

Viele der im letzten ViertelJahrhundert aufgetretenen Probleme kennen wir
von früher: Inflation, das Erfordernis der wirtschaftlichen Entwicklung der
ärmeren Länder, Beschränkungen des Handels- und Kapitalflusses. Andere Probleme
sind ihrer Natur und ihrer Dimension nach verhältnismäßig neu: Wie können wir
- 1 -

�&lt;

A
wir Wirtschaftswachstum und Qualität des menschlichen Lebens miteinander in

"

Einklang bringen? Wie können wir das Währungssystem so reformieren, daß es gerecht ist und eine ständige Ausweitung des Volumens der internationalen Transaktionen fördern? Wie können wir am besten dem Wunsch von Regierungen mit
zentral gelenkten Systemen nach einer Zusammenarbeit bei der Erschließung ihrer
wirtschaftlichen Hilfsquellen entsprechen? Wie können wir angesichts ungewisser
politischer Faktoren in der unmittelbar vor uns liegenden Zeit einen Energieengpaß
überwinden? Langfristig werden die Aussichten für eine Lösung vielleicht besser
sein. Wie können wir die Schwankungen von Angebot und Nachfrage bei Agrarprodukten und bestimmten industriellen Rohstoffen besser voraussehen und sie wirksamer ausgleichen? Und wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Entwicklungsländer aus?
Eine Lösung für alle diese Probleme wird zweifellos Findigkeit, Entschlossenheit, Anstrengungen und Geld erfordern. Vor allem werden Konsultationen und eine
enge Zusammenarbeit zwischen Westeuropa, den Vereinigten Staaten und Japan notwendig sein - die gemeinsam die Hauptverantwortung für den Aufbau einer lebens- .
fähigen internationalen Wirtschaftsordnung tragen.

Der politische Rahmen

Wir befinden uns erst am Anfang der Tokio-Runde von GATT-Handelsverhandlungen und wir haben noch ein Stück Weges bis zur Schaffung eines neuen internationalen WährungsSystems im Rahmen des IWF zurückzulegen, doch ist bereits
Fortschritt hinsichtlich einer Übereinstimmung über unsere gemeinsamen Zielsetzungen erzielt worden. In den Anfang 1972 unterzeichneten Deklarationen und
in der Deklaration von Tokio vor zwei Wochen haben meine Regierung, die Europäische Gemeinschaft und die japanische Regierung feierlich zugesagt, den
Handel auszuweiten und zu liberalisieren, den internationalen Kapitalfluß zu
erleichtern und die wirtschaftliche Entwicklung der ärmeren Länder zu unterstützen. Es fällt nicht schwer, den gemeinsamen Vorteil zu sehen, den diese
Handels- und Finanzverhandlungen bringen, denn jedes einzelne Land wird daraus
Nutzen ziehen, wenn der Fluß von Gütern, Dienstleistungen und Kapital freier
- 2-

�freier vor sich geht und das Währungssystem diesen Austausch wirksam fördert.

Die von den Vereinigten Staaten, Europa und Japan gegebenen Versprechen,
international zusammenzuarbeiten, sind von hohem Wert, denn in ihnen kommt
der politische Wille mächtiger Staaten zum Ausdruck. Aber bisher haben sie sich
nur auf die in Gang befindlichen spezifischen Verhandlungen erstreckt. Sie
sollten auch im Zusammenhang mit einem übergeordneten Abkommen über die gemeinsamen Prinzipien gesehen werden, die als Richtschnur für unser Handeln dienen.
Wie der neue amerikanische Außenminister in seiner Rede vom 23. April betont
hat, wird eine Lösung der zwischen den Vereinigten Staaten und Westeuropa sowie
mit Japan auftretenden Probleme einfacher sein, wenn wir die seit dem zweiten
Weltkrieg in den Positionen der Vereinigten Staaten und ihrer Hauptverbündeten
eingetretenen sehr wichtigen Veränderungen erkennen und uns über die Auswirkungen
dieser Änderungen auf unsere Beziehungen einig sind.

Die von Dr. Kissinger im Namen von Präsident Nixon ausgesprochene Einladung, eine neue Grundsatzdeklaration auszuarbeiten, ist nicht sofort von jedem
in Europa aufgegriffen worden. Von meinem Posten in Brüssel aus habe ich beobachtet, wie die neun Länder der Europäischen Gemeinschaft die Bedingungen für
die Integration ihrer Wirtschaftspolitik und ihrer Wirtschaftspraktiken festlegten. Dieser Prozeß ist kompliziert. Er bedingt, daß Staatsmänner und private
Bürger Wege finden, um besondere, divergierende und oftmals im Widerspruch zueinander stehende Interessen einander anzupassen. Dieser Prozeß braucht mehr
Zeit, als einige der dynamischen idealistischen Architekten Europas in den
ersten Nachkriegsjähren gehofft hatten. Ich bin mir klar darüber, daß diese *
Arbeit aufreibend, schwierig und manchmal auch enttäuschend ist.

Es war daher nicht überraschend, daß einige Europäer auf die Gedanken Dr.
Kissingers vorsichtig reagierten. Trotz des nachhaltigen Bekenntnisses zu
einem Zusammenschluß, das die neun Staaten der Europäischen Gemeinschaft in
ihrer Gipfeldeklaration vor elf Monaten abgelegt haben, bestanden Zweifel, ob
die Gemeinschaft geschlossen in eine Prüfung der veränderten Beziehungen zwischen
Europa und den Vereinigten Staaten und der sich aus diesen Veränderungen ergebenden Folgerungen mit Washington eintreten könnte.
Auf
- 3-

�Auf ihrer Konferenz in Kopenhagen zu Beginn dieses Monats einigten sich
die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft, den transatlantischen Dialog
aufzunehmen. Diese Woche werden zwischen den anläßlich der Tagung der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York weilenden amerikanischen und europäischen Politikern Gespräche geführt. Nächste Woche werden Bundeskanzler Brandt
und der Präsident der Europäischen Kommission, Ortoli, einen Gedankenaustausch
mit Präsident Nixon führen. Ihre Gespräche, dessen bin ich sicher, werden
einen äußerst wichtigen Beitrag zu unseren gemeinsamen Bemühungen bilden.

Als der amerikanische Vertreter bei den Europäischen Gemeinschaften bin
ich erfreut darüber, daß die neun Länder erkannt haben, daß die Zeit reif ist
für eine allgemeine Überprüfung der atlantischen Beziehungen, während sie
gleichzeitig Fortschritte auf dem Weg zu einer europäischen Einheit machen.
Nach meiner Auffassung hat hier nie ein Konflikt bestanden.

Die Vereinigten

Staaten waren eine der Hauptquellen der Inspiration und Unterstützung für die
großen Staatsmänner, die nach dem zweiten Weltkrieg die Grundlagen für ein vereintes Europa legten. Sie unterstützen auch heute noch die Stärkung Europas
durch Einigung.

Wenn jetzt die Europäer ihre europäische Politik formulieren, so glaube
ich, werden sie erkennen, daß sie, um europäisch zu sein, sich nicht um
jeden Preis von der Politik der Vereinigten Staaten abgrenzen oder ihr gar entgegenwirken müssen. Meiner Ansicht nach wird eine Überprüfung der uns vorliegenden wirtschaftlichen Fragen diesen Schluß nur untermauern.

Inflation
Auf beiden Seiten des Atlantik stimmen die Wirtschaftsexperten darin überein, daß das Hauptproblem, dem wir uns gegenübersehen, weiterhin die Inflation
ist. Der von der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel in der letzten Woche
veröffentlichte Bericht zeigt, daß die Verbraucherpreise in den neun Mitgliedstaaten von Juli 1972 bis Juli 1973 in Größenordnungen zwischen 5,7 Prozent
- Luxemburg - und 11,2 Prozent - Italien - gestiegen sind. Die Zahl für die

- 4-

�die Bundesrepublik beträgt 7,2 Prozent. In den Vereinigten Staaten hat sich
die Inflationsrate beschleunigt. Viele Jahre lang betrug sie nur etwa die
Hälfte der Inflationsrate zahlreicher Industriestaaten. Für den Zeitraum von
April 1972 bis April 1973 stellte sie sich auf 5,1 Prozent, gegenwärtig beläuft sie sich auf 8 bis 9 Prozent. Japan hat ebenfalls unter der Inflation
zu leiden.

In Deutschland ist es natürlich nicht nötig, erst noch die Verwerflichkeit der Inflation besonders herauszustellen; noch braucht man darauf hinzuweisen, daß die Inflation in der heutigen, so eng miteinander verflochtenen
Welt ansteckend wirkt. Keine einzelne Regierung kann die Wirtschaft ihres Landes
vor dem Preisanstieg abschirmen. Was tun wir dann gegen die Inflation und was
kann noch getan werden?

Seit Jahren haben die Vertreter der Mitgliedstaaten im wirtschaftspolitischen Ausschuß der OECD in Paris gemeinsam die Faktoren untersucht, die in
ihren jeweiligen Ländern zu Preissteigerungen geführt haben. Diese Überprüfungen
haben nicht zu bindenden Empfehlungen geführt, aber allein die Tatsache, daß
sie stattfanden, daß die Regierungen sich ernsthaft auf sie vorbereiten und
ihre Politik gegenüber ihren Partnern rechtfertigen müssen, war von Nutzen.
Dies ist ein erzieherischer Prozeß. Eine der heilsamen Lehren, die er vermittelt, ist, daß sogar von Regierungen ergriffene innenpolitische Maßnahmen
sich über die nationalen Grenzen hinweg auswirken.

Eines der klassischen Mittel zur Eindämmung der Inflation ist, die Ausweitung der Geldversorgung einzuschränken. Dieses Prinzip hat ebenfalls internationale Gültigkeit. Bei den früheren, im Rahmen des IWF geführten Gesprächen
waren sowohl die amerikanischen als auch die Bundesregierung bemüht, eine genaue Kontrolle der Ausgabe von Sonderziehungsrechten sicherzustellen, um eine
unerwünschte Ausweitung der internationalen Liguidität zu vermeiden. Die
Sonderziehungsrechte sollten als Hauptreservemedium in dem reformierten Währungssystem dienen. Es ist notwendig, daß dieses zentrale Medium des Systems
stark ist und respektiert wird.

Sobald
- 5-

�Sobald bei Rohstoffen, die international in großen Mengen gehandelt
werden, sich in der Angebot/Nachfrage-Situation Änderungen ergeben, beginnen
die einzelnen Länder zunehmend Informationen über beabsichtigte Maßnahmen
auszutauschen und sich zu konsultieren. Im Augenblick sind derartige Konsultationen in der OECD bei Erdölerzeugnissen sowie in der OECD, der FAO und
bilateral bei Proteinen und Getreide im Gange. Solche Konsultationen können
den Regierungen helfen, ihre Politik auf der Basis laufender und akkurater
Informationen zu formulieren. Dieser Informationsaustausch fördert ferner
eine zeitgerechte Aufnahme neuer Produktionen und Forschungsvorhaben, das Anlegen von Vorräten und das geordnete Aufstellen von Plänen für eine gerechte
Verteilung knapper Hilfsquellen.

Und schließlich gibt es noch ein traditionelles Mittel zur Bekämpfung
der Inflation: Man läßt den freien Marktkräften einen stärkeren Spielraum.
Dieses Prinzip bildet den Kern der Wirtschaftspolitik der Nixon-Administration, sowohl innenpolitisch als auch bei internationalen Verhandlungen. Die
Handelsverhandlungen im Rahmen des GATT können sich auf die inflationäre Situation, wie wir sie gegenwärtig haben, nicht wesentlich auswirken, aber der
freiere Fluß von Gütern und Kapital kann langfristig wesentlich zur Bekämpfung
der Inflation beitragen. In der Tat hat eine Reihe von Ländern zu Handelsmaßnahmen als Mittel zur Bekämpfung der Inflation gegriffen.

HandelsVerhandlungen
Ein weiteres Gebiet, auf dem die amerikanischen und die europäischen Ziele
nicht im Widerspruch zueinander stehen, ist die Handelsliberalisierung. In
der Tokio-Deklaration vom 14. September fordern die Vereinigten Staaten, die
Europäische Gemeinschaft und Japan sowie die anderen Signatarstaaten einen Abbau der tarifären und der nicht-tarifären Handelsschranken sowohl bei Industrieais auch bei Agrarerzeugnissen. Die im letzten oder in den letzten beiden
Jahren geführten Vorgespräche haben einige der spezifischen Themen aufgezeigt,
auf die sich die GATT-Verhandlungen konzentrieren werden.

Wir
- 6 -

�Wir und die Europäische Gemeinschaft stimmen zwar darin überein, daß
eine weitere Runde von Handelsverhandlungen in unserem gemeinsamen Interesse
liegt, aber es gibt offensichtlich Meinungsverschiedenheiten darüber, wie sich
die Ziele am besten erreichen lassen, und es wird harte Verhandlungen geben.

Zum Beispiel weisen die Europäer oftmals darauf hin, daß der gemeinsame
Außenzoll der Gemeinschaft - der sich aus dem Durchschnitt der Zollsätze der
einzelnen Mitgliedstaaten ergibt -&gt; weitaus homogener ist als die Vielzahl von
hohen und niedrigen Sätzen des amerikanischen Zolltarifs. Die Vertreter des
Gemeinsamen Marktes haben vorgeschlagen, daß die hohen Zollsätze in einem sogenannten 'Harmonisierungs-Prozeß' stärker gesenkt werden sollen als die niedrigeren. Auf den ersten Blick scheint dies eine attraktive und gerechte Formel
zu sein, und sie entspricht natürlich der Situation in Europa.

Die Gemeinschaft betrachtet den

Außenzoll als ein Schlüssel-

element, das die neun Länder aneinander bindet. Was die Gültigkeit dieses
Arguments anbetrifft, so dürfte es an Gewicht verlieren, wenn die Mitglieder
der Gemeinschaft jetzt das Programm ihrer Gipfeldeklaration von 1972 durchführen
und stärkere Mittel und Wege für einen Zusammenschluß entwickeln. Die meisten
Beobachter glauben, daß die Harmonisierung der Industriezölle auf dem NullTarif langfristig für die hochentwickelten Länder die richtige Politik ist.

Bei den letzten Verhandlungen ist das Prinzip der Zollharmonisierung geprüft und auf bestimmten Gebieten angewandt worden. Aber es ist stets im Zusammenhang mit zwei anderen Zielen betrachtet worden: Liberalisierung und Gegenseitigkeit. Jedes Schema zum Abbau der Zölle muß allen drei Zielen gerecht
werden. Auf dieser Basis sind wir bereit, die verschiedenen Zollpläne bei den
GATT-Verhandlungen zu prüfen.

Landwirtschaft

Nachdem die Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen und physische Defizite drohen, ist die Landwirtschaft in den letzten Monater in eine neue Dimen- 7-

�*
Dimension gerückt. Ich glaube

nicht, daß irgend jemand mit Sicherheit vor-

aussagen kann, ob wir jetzt vor einem langfristigen Übergang von Überschüssen
zu Verknappungen stehen. Es liegt jedoch offensichtlich auf der Hand, daß das
gemeinsame Interesse, Lebensmittel für unsere Bevölkerung zu angemessenen
Preisen zu erzeugen und der Bevölkerung der ärmeren Länder zu helfen, neue
, Überlegungen auf beiden Seiten erfordert. Außenminister Kissinger hat diese
Woche den Ernst des Problems in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung unterstrichen und die Einberufung einer Welternährungskonferenz gefordert. Außerdem
wird die Landwirtschaftspolitik schon aus innenpolitischen Gründen einer sorgfältigen Überprüfung unterzogen.

Diese Entwicklungen können bei den GATT-Verhandlungen vielleicht den Rahmen
für einen wesentlichen Fortschritt auf landwirtschaftlichem Gebiet bilden. Sowohl die Gemeinschaft als auch die Vereinigten Staaten müssen die Interessen
der Erzeuger, der Verbraucher und der Weiterverarbeiter von Lebensmitteln aufeinander- abstimmen. In zahlreichen Fällen wird der Markt das beste Regulativ
sein. Bei anderen Erzeugnissen wieder könnten besondere Maßnahmen angebracht
sein. Die jüngsten Entwicklungen haben die Notwendigkeit unterstrichen, eine
Politik der Bevorratung und der Lebensmittelhilfe zu betreiben. Es sind ferner •
Zweifel an der Zuverlässigkeit der Vereinigten Staaten als Lieferant von Getreide
und Proteinen geäußert worden. Ich hoffe, die Aufhebung aller Beschränkungen
in dieser Woche und die erwartete große Steigerung der Ernteerträge wird diese
kurzlebige Furcht bald beseitigen.

Die. beste Möglichkeit, die wir haben, um uns mit dem Agrarhandel zu befassen, werden die GATT-Verhandlungen sein. In ihrer Vorschau auf die Verhandlungen spricht die Europäische Gemeinschaft von internationalen Rohstoffabkommen zur Stabilisierung des Marktes von Agrarerzeugnissen. Ein solches Vorgehen ist in der Vergangenheit mit unterschiedlichem Erfolg angeregt und versucht worden. Viel hängt davon ab, wie weitgehend die Abkommen sind. Ein vereinbartes Programm über die Haltung von Vorräten und die Gewährung von Hilfe
an die Entwicklungsländer erscheint relativ einfach. Schwierigkeiten ergeben
sich, wenn man versucht, die Preise direkt zu fixieren. Viel hängt auch von den
voraussichtlichen Bedingungen auf dem Markt ab, und trotz einiger Skepsis
- 8-

�•

Skepsis auf Grund früherer Erfahrungen sind die Vereinigten Staaten bereit,
spezifische Vorschläge für Rohstoffabkommen in einem Geiste der Zusammenarbeit zu prüfen.

Investitionen

Wenn wir Konsultationen über die wirksamsten Mittel zur Bekämpfung unseres
gemeinsamen Inflationsproblems führen, dann sollten wir dabei auch die positiven Auswirkungen eines freieren Kapitalverkehrs über die nationalen Grenzen
hinweg berücksichtigen. Viele Jahre lang sind amerikanische Gelder nach Europa
geflossen, angezogen durch die Investitionsmöglichkeiten und auf Grund der
starken Nachfrage, die mit einheimischem Kapital nicht gedeckt werden konnte.
Jetzt ist auf der anderen Seite der amerikanische Markt für europäische Investoren attraktiv geworden.
Wir begrüßen diesen Rückstrom. Er ist gut für Amerika und gut für Europa.
Meine Regierung hat in Westeuropa besondere Büros eingerichtet, um Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen. Verschiedene amerikanische Bundesstaaten haben
Handelsmissionen nach Europa entsandt, und sie haben ständige Büros in Brüssel
und in anderen europäischen Städten eingerichtet. Ende 1972 stellte sich der
Buchwert der ausländischen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten auf
14,4 Milliarden Dollar. Er ist gegenüber der Zahl für 1971 um fünf Prozent gestiegen. Ein großer Teil der Zunahme war 1972 auf die Ausweitung der Geschäftstätigkeit japanischer Firmen zurückzuführen. Im Jahre 1973 haben europäische
Firmen - britische, deutsche und in letzter Zeit auch Volvo, Schweden - zu
einer weiteren Zunahme der ausländischen Direkt- und Wertpapierinvestitionen
in den Vereinigten Staaten beigetragen.

Obwohl wir einen freien internationalen Kapitalverkehr unterstützen,
sollte dieser jedoch nicht als Reaktion auf besondere, marktverzerrende Anreize hin erfolgen. Aus diesem Grunde haben wir gefordert, daß die OECD die
Auswirkungen besonderer Anreize auf Investitionen untersucht. Diese Studie
würde zur Aufstellung von Richtlinien für steuerliche und sonstige Anreize

- 9-

�Anreize führen, die von den Regierungen beachtet werden müssen, wenn sie
ausländisches Kapital anziehen und Bestimmungen dafür erlassen wollen. Dies
ist die dritte Säule der neuen Wirtschaftsordnung, die zusammen mit der Handelsund der Währungsreform errichtet werden sollte.

Reform des WährungsSystems

Trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten sind
wir uns mit den anderen Ländern einig darüber, daß ein verbessertes internationales Währungssystem notwendig ist. Obwohl noch viel Arbeit zu leisten ist,
wurde bereits beträchtlicher Fortschritt in Richtung auf einen Rahmen für das
neue System erzielt. Auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds
in Nairobi haben die Finanzminister der wichtigsten Länder diese Woche als
festen Termin, bis zu dem ein Abkommen erreicht sein soll, den 31. Juli 1974
gesetzt.

Ein Hauptprinzip der neuen Bestimmungen muß sein, daß Länder, deren Zahlungsbilanzen einen Überschuß aufweisen, und Länder, deren Zahlungsbilanzen
im Defizit stehen, gleich behandelt werden. Es wird immer mehr anerkannt, daß
hohe und ständige Überschüsse zur Quelle eines monetären Ungleichgewichts auf
der Welt werden können. Wir waren daher ermutigt, als der französische Finanzminister vorschlug, Sanktionen als Mittel anzuwenden, um Länder
abzuhalten, zu große Devisenreserven anzulegen.
Eine der gegenwärtig erörterten Fragen ist, wie eine Disziplin in das
neue System hineingebracht werden kann. Wir haben klar gemacht, daß unseres
Erachtens unverhältnismäßig große Veränderungen der Reserven zwar als ein
objektiver Hinweis für Zahlungsbilanzungleichgewichte und ein Indiz angesehen
werden sollten, daß eine Anpassung notwendig ist, daß jedoch die Höhe der
Reserven nicht automatisch Maßnahmen auslösen muß. Nach unserem Vorschlag würde
die internationale Gemeinschaft befugt sein, Signale eines Indikators zu überstimmen, falls diese als falsch erachtet werden. Wir sind jedoch der festen
Auffassung - und wir glauben, daß unsere Haltung in Deutschland auf Verständ- 10 -

�Verständnis stößt - daß das neue Währungssystem, wenn es ein Gleichgewicht
zwischen den Rechten und den Pflichten der Länder erreichen soll, auch eine
gewisse Gewähr bieten muß, daß erforderliche Zahlungsbilanzanpassungen vorgenommen werden.

Die Entwicklungsländer

Bis jetzt habe ich mich in erster Linie mit den gemeinsamen Zielen und
Problemen der Industriestaaten befaßt. Wir haben aber auch ein gemeinsames
Interesse daran und eine gemeinsame Verantwortung dafür, daß den Entwicklungsländern geholfen wird.

Das Gebiet der Handelspolitik gibt uns ein gutes Beispiel dafür, wie
offensichtliche politische Differenzen durch Konsultationen und Verständigung
überwunden werden. Die Vereinigten Staaten treten für ein System allgemeiner,
nicht auf Gegenseitigkeit beruhender Zollpräferenzen zugunsten der Entwicklungsländer ein, und ein Gesetz, um ein solches System zu verwirklichen, ist dem
Kongreß von Präsident Nixon unterbreitet worden. Geschichtlich bedingt hat
die Europäische Gemeinschaft im Rahmen der Yaunde-Konvention ein anderes
System eingeführt. Bei den den Verhandlungen vorausgegangenen Gesprächen,die Ende
Juli in Brüssel mit den assoziierten und den assozierungsfähigen Staaten geführt
worden sind, haben die Sprecher der Gemeinschaft erklärt, sie würden keine Gegenseitigkeit anstreben - sie sind damit von den 'Gegenpräferenzen' abgegangen,
gegen die die Vereinigten Staaten schon lange Einwendungen erhoben haben, und die
die Entwicklungsländer selbst weder für notwendig noch für wünschenswert erachten. Wir tragen ferner eine Verantwortung dafür, die GATT-Verhandlungen für
die Entwicklungsländer so nützlich wie möglich zu gestalten.

Schlußfolgerungen

Ich habe nicht versucht, alle Aspekte der Beziehungen zwischen den USA
und der Europäischen Gemeinschaft zu streifen. Es gibt noch andere Gebiete
- 11 -

�Gebiete wie Energie und Umwelt, auf denen zwischen einer europäischen und
einer atlantischen Auffassung mehr Gemeinsames als Trennendes steht. Neben
den Bindungen, die auf unser gemeinsames Erbe und unsere gemeinsame Herkunft
zurückgehen, sowie den Idealen unserer gemeinsamen Kultur haben wir auch die
Probleme gemein, vor die sich alle Industriestaaten in den kommenden Generationen gestellt sehen werden. Eine erfolgreiche Lösung all dieser Probleme
hängt davon ab, wie wir zusammenarbeiten. Für die Vereinigten Staaten und die
Europäsiche Gemeinschaft sind Konsultationen und Abstimmungen besser als traditionelle Verhandlungen. Wir werden auch Verhandlungen führen - aber im Rahmen
unserer Prinzipien und Zielsetzungen.

Wenn wir jetzt den atlantischen Dialog fortsetzen, werden wir manche
Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Bewertung und des Vorgehens feststellen. Unsere Ansichten müssen nicht immer übereinstimmen. Wichtig ist jedoch, daß Amerikaner und Europäer, wenn jetzt die Europäer mit der Entwicklung ihrer Eigenständigkeit voranschreiten, sich als atlantische Verbündete
noch enger konsultieren. Letztlich gilt es zu bedenken, daß derartige enge
und überzeugende Beziehungen einen ständigen Prozeß darstellen, dem in Zeiten
einer Anpassung an neue Realitäten eine ganz besondere, entscheidend wichtige
Bedeutung zukommt."

- 12 -

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38/1973

WIDERSTAND GEGEN DIE LÄRMFOLTER
US-Umweltschutzbehörde wird aktiv - Mehr Forschung zur Erklärung
von Gesundheitsschäden erforderlich

Von G. Weiss

- (AD) - "Eines Tages wird man den Lärm genauso unerbittlich bekämpfen
müssen

wie Pest und Cholera." Als Robert Koch (1843 - 1910), der Entdecker

des Erregers der Cholera, dies prophezeite, muß es im Vergleich zu heute in
der Welt noch paradiesisch ruhig gewesen sein. Die Technisierung des modernen
Lebens in Stadt und Land aber ist, wie die letzten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts
zeigen,mit einer Geräusch- und Lärmentwicklung verbunden, die an Umfang und
Intensität immer nur zugenommen hat. Der Straßen-, Schienen- und Luftverkehr,
Baustellen, Maschinen in Fabriken, Büros und im Haushalt - dies alles schafft
eine Geräuschkulisse, der kaum jemand entrinnen kann.

Immer mehr Menschen empfinden sie als lästig, ja oft genug als eine
moderne Art der Folter. Aber es ist nicht einfach, sich dagegen zu wehren,
wie manche Ergebnisse von Bürgerinitiativen z.B. gegen den Lärm auf den Straßen
zeigen. Dennoch vermögen trotz oft zermürbender Verhandlungsprozeduren über
Jahre hinweg Geduld und Beharrlichkeit manches zu erreichen. Robert Baron,
Verfasser des Buches "Die Tyrannei des Lärms", demonstrierte dies in den sechziger Jahren in New York. Der unerträgliche Lärm von Presslufthämmern auf
Baustellen in Wohnvierteln der Stadt veranlaßte ihn, die Bürgervereinigung

- I -

�1

c
Bürgervereinigung "Citizens for a Quieter Society" (CQC) zu gründen. Diese
erzwang u.a., daß die Industrie heute "leisere" Presslufthämmer und Luftkompressoren baut.

Die Meßeinheit für die Geräuschstärke ist das Phon bzw. Dezibel (abgekürzt dB). Die errechnete Zahl beruht auf einem logarithmisch und nicht, wie
sonst üblich, arithmetisch ermittelten Verhältnis vom Druckwert des gegebenen
Schalls zum Schalldruck der menschlichen Wahrnehmung bei der Schwingungsfrequenz von 1000 Hertz. Auf der Skala des Lärmbarometers rangieren einige der
häufigsten Lärmquellen in der Reihenfolge
startendes Düsenflugzeug

130 Phon (dB)

Presslufthämmer

120 - 130 Phon

Motorrad beim Beschleunigen

110 Phon

U-Bahn (gemessen in New York)

100 Phon

Straßenverkehr

80 - 100 Phon

Büroräume

7 5 - 8 0 Phon

Blätterrauschen

30 Phon

Natürlich haben die Forschungen auf dem Gebiet der Akustik und die Fortschritte der Bautechnik in der Entwicklung schallschluckender Elemente und
schalldämpfender Bauweisen - auch wenn sie in der Praxis noch nicht optimal
angewandt werden - schon viel dazu beigetragen, die Belästigungen und Belastungen durch Lärm zu vermindern. Fluggesellschaften, u.a.die Lufthansa, bemühen
sich, durch die Benutzung von Maschinen mit leiseren Triebwerken und Einführung
neuer, lärmmindernder Start- und Landeverfahren die Stärke und Dauer des Lärms
in der Umgebung von Flughäfen zu verringern.

Vielleicht gelingt es mit der Zeit, durch solche und ähnliche Maßnahmen
zumindest zu verhindern, daß der Lärmpegel noch weiter steigt. Wissenschaftler
der Universität Kalifornien in Los Angeles errechneten für die letzten drei
Jahrzehnte eine jährliche Steigerungsrate um 1 dB bzw. 1 Phon. Die US-Behörde
für Umweltschutz (EPA) hat jetzt erstmals Kriterien veröffentlicht, die für die
Bekämpfung von Flugzeug- und Lastwagenlärm verbindlich sein sollen.
Demnach
- 2-

�Demnach müssen bis Ende 1973 mehr als 20 Prozent aller Schwerlaster
auf amerikanischen Fernstraßen mit Auspufftöpfen und anderen Ausrüstungen
versehen werden, die den gegenwärtigen Lärmpegel drastisch vermindern.Die
Kosten werden ca. 100 Dollar pro Fahrzeug betragen. Die Auswertung der Untersuchungen zum Fluglärm gipfelt in einer Reihe von Empfehlungen. Denn eine Umrüstung von Flugzeugen auf leisere Triebwerke kann wegen der damit verbundenen
Kosten und der noch nicht voll ausgereiften Technologie nicht einfach verfügt
werden. Auch darf Lärmminderung nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Ein
weiterer Faktor ist der, daß Lärmbekämpfung bei Flugmotoren andere Formen von
Umweltschäden - beispielsweise chemische Schäden - zur Folge haben kann.
So ist vorläufig - abgesehen von den bereits erwähnten Maßnahmen und der Einführung von Sperrstunden für den Flugverkehr - der Aktionsspielraum noch sehr
eng begrenzt, um den 16 Millionen Amerikanern, die in der Nähe der mehr als
500 großen Flughäfen wohnen, das Leben leichter zu machen.

Das EPA-Dokument "Public Health and Weifare Criteria for Noise" basiert
auf dem Gesetz zur Bekämpfung von Lärm, das der US-Kongreß 1972 verabschiedet
hat. Es bestätigt, daß ein hoher Lärmpegel nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch Arbeitsleistung und die allgmeine körperliche wie geistige
Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Lärm als medizinisches Problem

Es gibt noch keine Statistiken, aus denen z.B. zu entnehmen wäre, ob
bei Kranken die Genesung unter Lärmeinwirkung langsamer fortschreitet oder
die Prognose für diese oder jene Krankheit ungünstiger ist. Man weiß aber,
daß Schalldruck von ca. 130 Phon,der aus nächster Nähe einwirkt, z.B. eine
Gefahrengrenze für das Gehör darstellt; 140 Phon können schon das Trommelfell
platzen lassen. Der Lärmpegel von Beatmusik, der bei etwa 110 bis 125 Phon
liegt, reduziert das Hörvermögen der Musiker nach 25 Minuten um 10 bis 30
Dezibel, d.h. die untere Grenze der Geräuschwahrnehmung steigt an. Das Gehör
dieser Personen braucht bis zu 50 Stunden, um sich davon wieder zu erholen.
Wird es der Belastung immer wieder ausgesetzt, ist mit bleibendem Hörverlust
zu rechnen.

Normalerweise

�Normalerweise beginnt das Horvermogen von Personen über 25 Jahren sowieso
nachzulassen. Bei Reihenuntersuchungen in den Vereinigten Staaten überraschte
jedoch die Tatsache, das Männer davon offenbar stärker betroffen werden als
Frauen - vielleicht deshalb, weil viele Männer weitaus mehr als Frauen über
Jahre hinweg an Arbeitsstellen mit hohem Geräuschpegel tätig sind.
Durch Zufall und durch systematische Versuche kam man darauf, daß übermäßiger Lärm den Blutdruck erhöht und zu einer längere Zeit anhaltenden Verengung der Blutgefäße führt. Das läßt vermuten, daß Menschen mit Herz- und
Kreislauferkrankungen von Lärm grundsätzlich mehr betroffen werden als andere.
Bei Stahlarbeitern, die unter starkem Lärm arbeiten, wurde häufiger unregelmäßige
Herztätigkeit festgestellt als bei Vergleichspersonen in ruhigeren Fabrikhallen.
Sowjetische Untersuchungen haben dies bestätigt und verweisen zusätzlich auf
eine Schwächung der Herzkontraktion durch Lärm.

Prof. Chauncey Leake von der Universität Kalifornien (San Francisco)
berichtet, daß Lärm auch neurologische Symptome verschiedener Art auslösen und
auf dem Weg über das zentrale Nervensystem physiologische Störungen verursachen könne. Kurzfristige Lärmeinwirkung hat Schreckreaktionen zur Folge.
Fortgesetzter Lärm mit hoher Phonstärke dagegen führe z.B. zu Veränderungen
des Wasser- und Salzstoffwechsels im Körper - eine überraschende Feststellung,
die in Australien gemacht wurde. Die Schutzfunktionen des Körpers können
durch lärmabhängige Überaktivität von Nebennierenrinde (z.B. Produktion von
Cortison) und Schilddrüse erheblich gestört werden. Bei Tierversuchen zeigten
sich Veränderungen der Hirnströme unter Lärm, was unter Umständen zu Krampfanfällen führt. Ebenfalls in Tierversuchen waren bei fortgesetzter starker Lärmeinwirkung weitaus mehr Mißbildungen an Foeten als unter normalen Bedingungen
zu beobachten. Über den Mechanismus, der dabei im Spiele ist, weiß man noch
nichts.

Bessere

�Bessere Meßtechniken

In den Bemühungen, Belästigungen und Schäden durch Lärm zu verringern,
spielt die Verbesserung der Meßtechnik eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Auf der internationalen Fachmesse "Technik im Umweltschutz" - ENVITEC 73 -,
die vom 3. - 14. Oktober 1973 in Düsseldorf stattfindet, wird auch dieses
Spezialgebiet seiner Bedeutung entsprechend berücksichtigt werden. Einer der
Aussteller aus den USA, die Fa. Mechanalysis, Inc. aus Columbus (Ohio), präsentiert z.B. Geräte für Schwingungsmessungen, Schwingungsanalysen und Schwingung süberwachung. Das von ihm entwickelte System "Mechanalysis" für die laufende
Maschinenkontrolle nutzt die Tatsache, daß Schwingungen und Geräusche den
Schlüssel zur Beurteilung des Maschinenzustandes bilden. Die dazugehörigen tragbaren batteriebetriebenen und in Festkörpertechnik ausgeführten Geräte werden
bei den verschiedensten Industriebranchen in der Fertigung und in der Qualitätskontrolle verwendet.

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38/1973

HILFE ZUR SELBSTHILFE
Eigene Verantwortung - ein wichtiger Faktor bei der Rehabilitation
von Drogensüchtigen

- (AD) - Aus Erfahrung haben Eltern, Lehrer, haupt- und nebenamtlich
tätige Therapeuten bei der Behandlung Drogenabhängiger und suchtkranker junger
Menschen gelernt, daß medizinische und soziale Hilfe allein wenig oder gar
keinen Erfolg verspricht. Viel wichtiger ist es, den Betreffenden zu überzeugen,
daß sich viele seiner Probleme von selbst lösen, wenn er persönlich eine andere
Einstellung zum Leben, zur Umwelt und zu sich selbst entwickelt. Den Schlüssel
dazu in Menschen zu finden, die mit sich nichts anzufangen wissen, die keine
Ziele und keine Aufgaben sehen oder keine Verantwortung tragen und aus solchen
Gründen u.a. zur Droge greifen, das ist die wichtigste und wohl auch schwierigste
Aufgabe, die im Verlauf eines Behandlungs- und Rehabilitationsprogramms gelöst
werden muß.

Über die langfristige Effektivität der zahlreichen verschiedenen Rehabilitationsprogramme, die in den Vereinigten Staaten von behördlicher und privater
Seite durchgeführt werden, läßt sich,allgemein gesehen, nicht viel sagen. Dies
ist jedenfalls die Meinung eines Mannes, der seit 15 Jahren an der Drogenfront
arbeitet und als Arzt und Soziologe in dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln
konnte. Sie kommen nicht einmal so sehr darin zum Ausdruck, was getan werden
sollte und mußte, sondern noch viel mehr darin, was vielleicht auf den ersten
Blick als brauchbar oder notwendig erscheint, in der Praxis aber auf keinen
- 1 -

�keinen Fall getan werden dürfte.

Zum letzten gehört beispielsweise das Bemühen, den

Patienten nach Möglich-

keit alles abzunehmen, was eigenes Denken und Handeln und schließlich persönliches Engagement erfordert. Dazu gehört auch die vom menschlichen Hang zur
Bequemlichkeit unterstützte Haltung - wie sie im Griff zum Medikament auch bei
banalen Beschwerden zum Ausdruck kommt - gegen alles und jedes ein "Mittel" einsetzen zu wollen. Das Reservoir drogengefährdeter und drogenabhängiger junger
Menschen zur Überwindung ihrer Abhängigkeit aus eigener Kraft ist sehr viel
größer als vermutet - wenn man nur versteht, den richtigen Weg zu gehen, um es zu
erschließen.

Als Vertreter einer der Aktionen zur Rehabilitation Drogenabhängiger,
die von privater Seite getragen werden, sprach Prof. Charles C. Rohrs (New
York) am 1. Oktober 1973 in Bonn. Er ist Direktor der "Odyssey"-Häuser mit
neun Institutionen in New York und sechs Niederlassungen in anderen amerikanischen Bundesstaaten, die völlige Drogenfreiheit erreichen wollen. In der
sogenannten therapeutischen Gemeinschaft mit stationärem Aufenthalt von 12
bis 18 Monaten Dauer sind beachtliche Erfolge zu verzeichnen, wenn es gelingt,
dem Patienten in der sogenannten Motivationsphase während der ersten drei bis
sechs Monate klar zu machen, wie groß seine eigene Leistungsfähigkeit sein kann,
wenn er sie nur in Anspruch nimmt. Das geschieht, generell gesprochen, durch
Übertragen von immer mehr Verantwortung - in der letzten Phase der Rehabilitation bis hin zu wichtigen Geschäfts- und Verwaltungsaufgaben wie dem selbständigen Einkauf für eines der Häuser oder der Führung eines Werkstattbetriebs
mit allen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen. Von nur medikamentöser Behandlung hält Prof. Rohrs nichts. Die immer deutlicher in Erscheinung tretenden
Erfahrungen mit Methadon, auf das in einigen Programmen Heroinsüchtige umgestellt werden, scheinen ihm recht zu geben. Denn dabei wird eine Abhängigkeit
durch die andere abgelöst - von gesundheitlichen Schäden, beispielsweise für
die Kinder methadonabhängiger Mütter, einmal ganz abgesehen.

Die Kapazität der "Odyssey"-Häuser wie anderer Institutionen, die nach
ähnlichen Konzeptionen arbeiten, ist aber noch viel zu klein, um in dem erforder-

�erforderlxchen großen Rahmen die Freiheit von der Droge anzustreben. Seit 1966
wurden mehr als 3500 Drogenabhängige in "Odyssey"-Häusern aufgenommen. Etwa
45 Prozent verlassen aber die Häuser schon in der ersten Woche, weitere fünf
Prozent in den ersten drei Monaten. Von den restlichen 50 Prozent stehen wiederum
75 Prozent das komplette Behandlungsprogramm durch - dann aber sind von diesen
wiederum 95 Prozent als Erfolgfälle

zu betrachten.

Auf einer Anfang September 1973 ins Weiße Haus in Washington einberufenen
Konferenz von Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten, Vollzugsbeamten und
Bewährungshelfern aus allen Teilen der USA wurde versucht, die Effektivität
und den Stand der laufenden Aktionen gegen Drogenmißbrauch und Rauschgiftkriminalität zu analysieren. Demnach werden heute mit 72 000 fünfmal mehr Abhängige
als noch vor zwei Jahren von Behandlungs- und Rehabilitationsprogrammen der
US-Bundesregierung erfaßt, weitere 78 000 durch private oder kommunale Zentren.
In vielen amerikanischen Städten gibt es kaum mehr Wartelisten. Im gleichen
Zeitraum stieg die Zahl der hauptamtlichen und freiwilligen Helfer, der Lehrer
und Vertreter kommunaler Stellen, die sich um vorbeugende Maßnahmen gegen
Drogenmißbrauch bemühen, auf ca. 500 000.

In bezug auf den Drogenmißbrauch seien, so erklärte Präsident Nixon, die
Vereinigten Staaten "über den Berg". Dies sei u.a. der wirksamen Zusammenarbeit
mit anderen Ländern zur Unterbindung des illegalen Handels mit Rauschgiften sowie
den TASC-Programmen zuzuschreiben. TASC ist die Abkürzung für "Treatment Alternatives to Street Crime" (Behandlung statt Kriminalität auf der Straße). Die
von drei Bundesbehörden getragene TASC-Aktion umfaßt 20 verschiedene Programme,
von denen inzwischen sechs realisiert werden konnten. Sie unterstützen kommunale
oder einzelstaatliche Behörden bei der Einrichtung von Therapiezentren für
Drogensüchtige, wo diese drogenfrei werden sollen, um sie aus dem Teufelskreis
von Rauschgift und Kriminalität zu lösen. Wie wichtig das für die öffentliche
Sicherheit ist, geht aus amerikanischen Statistiken hervor, denen zufolge in
25 bis 30 Prozent aller Fälle von Straßenkriminalität Personen verwickelt sind,
die Rauschgift nehmen.
+ + + + +

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38/1973

SCHNELLVERFAHREN ZUR IDENTIFIZIERUNG VON GIFTEN

- (AD) - Ein massenspektrometrisches Analysenverfahren, mit dem innerhalb von zwei Stunden unbekannte Gifte aus Hunderten von in Frage kommenden
Verbindungen zu identifizieren sind, wurde am amerikanischen "Massachusetts
Institute of Technology" (MIT) in Boston entwickelt. Chemieprofessor Dr.
Klaus Biemann hatte die Methode ursprünglich ausgearbeitet, um Mondmaterie
auf mögliche Beimengungen von organischen Verbindungen unbekannter Zusammensetzung zu untersuchen. Eine nach dem gleichen Prinzip funktionierende automatische Apparatur, der ein Computer für die Auswertung angeschlossen ist,
wird der VIKING-Sonde mitgegeben, die 1975 zum Planeten Mars fliegen und
nach der weichen Landung Bodenanalysen machen soll.

Heute wenden sich Ärzte im Räume Boston sofort an das Laboratorium Prof.
Biemanns, wenn es um Patienten geht, bei denen schwere Vergiftungserscheinungen
vermutlich auf eine Überdosis von Tabletten oder andere biologisch wirksame
toxische Stoffe zurückzuführen sind. Blut-, Magensaft- und Urinproben werden
durch Boten ins Labor gebracht. Eine ausgeklügelte Apparatur, in der der chemische Trennungsgang mit Lösen und Eindampfen sowie die Aktivierung der Substanzen
durch Strahlung praktisch vollautomatisch erfolgt, macht es möglich, die darin
enthaltenen unbekannten Verbindungen durch Vergleiche mit den Aktivierungsbildern zahlloser bekannter Verbindungen zu "erkennen". Ohne Computer mit entsprechend umfangreichem Gedächtnis für das Aktivitätsbild von Hunderten von
verschiedenen Verbindungen wäre dies jedoch nicht möglich. Die Gruppe Dr.
Biemanns hat lange Zeit daran gearbeitet, um die Unterlagen für den Computer

-

I

-

�Computer mit dem Vergleichsmaterial zusammenzustellen und so zu ordnen,
daß sie in den einzelnen Sektionen des Computerspeichers rasch zu finden
sind und die unbekannte Substanz gegen nicht in Frage kommende Verbindungen
abgegrenzt werden kann.

Verglichen wird bei der massenspektrometrischen Untersuchung der "Fingerabdruck", der für die jeweilige Verbindung typisch ist und mit Hilfe der Vergleichsproben eine Identifizierung ermöglicht. Früher wurden für ähnliche
Untersuchungen zur Identifizierung giftige Komponenten aus einem Komplex unbekannter Verbindungen mindestens zwei Tage benötigt.

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�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Außenminister begrüßt Bericht des Neuner-Ausschusses der NATO-Parlamentarier&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Erklärung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Pressekonferenz von Außenminister Kissinger am 26. September&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shultz: Währungsgespräche machen gute Fortschritte&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rede des US-Finanzministers in Nairobi -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rede von Botschafter Greenwald vor dem Institut für Politik und Wirtschaft in Hamburg&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Widerstand gegen die Lärmfolter&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Umweltschutzbehörde wird aktiv - Mehr Forschung zur Erklärung von Gesundheitsschäden erforderlich&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von G. Weiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hilfe zur Selbsthilfe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eigene Verantwortung - ein wichtiger Faktor bei der Rehabilitation von Drogensüchtigen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnellverfahren zur Identifizierung von Giften</text>
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