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32

2 2 . August

1973

Inhalt
DOKUMENTATION:

Rogers-Pressekonferenz vom 20. August 1973
-Auszüge zu EuropaUSA werden Kambodscha weiterhin unterstützen
-Erklärung des Weißen Hauses-

HINTERGRUNDMATERIAL:
Schlesinger berichtet über neue Raketenentwicklungen in der UdSSR
-Auszüge aus der Pressekonferenz des US-Verteidigungsministers vom
17. August-

WIRTSCHAFT:
US-Zahlungsbilanz wesentlich verbessert

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Neue Höchstgrenzen für Flugzeugabgase in USA
Die Erzhütte am Meeresboden
-Stärkste Anreichung im Zentralgraben des OzeanrückensLASER 73
-US-Firmen auf der ersten internationalen Messe für opto-elektronische Geräte in München-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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32/1973

ROGERS-PRESSEKONFERENZ VOM 20. AUGUST 1973
- Auszüge zu Europa -

WASHINGTON --.(AD)-- Der amerikanische Außenminister William P. Rogers hat
am 20. August eine Pressekonferenz abgehalten, auf der er zu einer Viel*

zahl von außenpolitischen Fragen Stellung nahm. Er gab ferner bekannt, daß
der Iran offiziell die Einladung angenommen habe, an Stelle von Kanada

*

Mitglied der Internationalen Kontroll-und Überwachungskommission in Südvietnam zu werden. Der amerikanische Außenminister befaßte sich ferner mit dem
"Jahr Europas" und betonte in diesem Zusammenhang, daß die Gespräche der
USA mit ihren europäischen Verbündeten über dieses Thema gut vorangekommen
seien.
Die Fragen und Antworten zu diesem Komplex haben folgenden Wortlaut:
"Frage: Herr Außenminister, dies ist das Jahr Europas- Nun ist in allen
möglichen Berichten davon die Rede, daß die Antworten der europäischen Regierungen ziemlich langsam eingingen. Sind Sie darüber besorgt, daß die
Antworten nicht termingerecht erfolgten?
Antwort: Nein, wir haben keine Sorge, daß sie etwa nicht termingerecht
geantwortet hätten. Unserer Meinung nach haben sie es sogar. Im übrigen gab
es überhaupt keine Termine für die Antworten, aber wir sind der Ansicht, daß

-1-

�daß die Gespräche, die wir mit unseren europäischen Freunden und Verbündeten
geführt haben, gut vorangekommen sind.
Lassen Sie mich noch etwas zu dem Jahr Europas sagen.
Erstens haben wir - das heißt Präsident Nixon - ausführliche Gipfelgespräche mit zahlreichen europäischen Staatsmännern geführt, die sich meiner Meinung nach gut ausgewirkt haben.
Zweitens haben wir gerade die erste Phase der Konferenz über Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) hinter uns, die ganz anders verlief,
als viele erwartet hatten. Meines Erachtens war sie erfolgreich, und wenn
die zweite Phase der Verhandlungen dieser Konferenz gut verläuft, dann glaube ich, daß einige Aussichten für ein Nachlassen der Spannungen in Europa
gegeben sind.
Drittens haben wir uns auf ein Datum für die Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen geeinigt. Diese Verhandlungen
werden am 30. Oktober beginnen. Am 24. September wird meines Wissens die
zweite Phase der KSZE anlaufen und im Herbst die zweite Phase der SALT-Gespräche. Die NATO prüft das Problem des Verhältnisses zwischen dem Bündnis
und den Vereinigten Staaten und Kanada. Die Europäische Gemeinschaft befaßte sich ebenfalls mit diesem Problem. Wir haben ferner mit verschiedenen
Regierungen zahlreiche Gespräche über das Thema einer Grundsatzerklärung geführt.
Außerdem werden in diesem Herbst - im September - Handelsverhandlungen
in Japan beginnen. In Nairobi werden Verhandlungen über Währungsfragen aufgenommen werden. Und der Präsident plant noch in diesem Jahr eine Reise
nach Europa.
Alle diese Dinge lassen also eine große Aktivität im Zusammenhang mit
dem sogenannten Jahr Europas erkennen.
Wir

-2-

�Wir sind der Ansicht, daß der Meinungsaustausch mit unseren europäischen Freunden und die Gespräche mit Japan - ich habe ja gerade erst an dem
Ministertreffen in Tokio teilgenommen - über dieses Thema gut vorangekommen
sind.
Wir üben keinerlei Druck auf die europäischen Nationen aus; dies muß
ein koordiniertes und kooperatives Vorhaben sein. Wir sind jedoch der Meinung, daß das Zustandekommen dieser Deklaration wichtig ist und wir glauben
an ihren Erfolg.
Frage: Herr Außenminister, welche generellen Gedanken sollten nach Ansicht der USA in eine Grundsatzerklärung aufgenommen werden? Und glauben
Sie, daß es zu einer großen europäischen Gipfelkonferenz kommen wird, wenn
Präsident Nixon nach Europa reist?
Antwort: Was den letzten Teil Ihrer Frage angeht, so bin ich nicht
sicher. Die generellen Gedanken, die wir vorgebracht haben, sind die, die
man wohl erwarten konnte. Sie befassen sich mit der Wechselwirkung zwischen
Wirtschaftsfragen, Sicherheitsüberlegungen - Währungsfragen, politischen
Fragen, Sie befassen sich mit der Notwendigkeit, amerikanische Truppen in
Europa stationiert zu halten, und der Frage, auf welcher Basis sie dort
bleiben werden. Sie befassen sich mit der Frage der Lastenverteilung - was
das eigentlich heißt und was alles dazu gehören sollte -, mit der Haltung
der Vereinigten Staaten gegenüber der Gemeinschaft und mit der Haltung der
Gemeinschaft gegenüber den Vereinigten Staaten, mit einer Bekräftigung der
Respektierung der Souveränität aller Nationen, die diese Deklaration unterzeichnen, und gleichzeitig mit der Anerkennung der Bedeutung der kollektiven
Sicherheit.
Dies sind einige der Dinge. Selbstverständlich gibt es noch eine ganze
Reihe anderer Dinge, die hierher gehören, aber ich meine doch, daß Sie in
etwa eine Vorstellung davon haben, über welche Themen wir sprechen.
Wir

�Wir sind der Auffassung, daß dieses Verhältnis zu Kuropa wichtig ist
und daß es in irgendeinem Stadium - zumindest wahrscheinlich, wenn auch nicht
notwendigerweise gleichzeitig mit Japan - später dann im Lichte der gegebenen
Realitäten geklärt und neu bekräftigt werden muß.
Frage: Herr Außenminister, Sie haben von der Wechselwirkung zwischen
wirtschaftlichen Fragen und Sicherheitsüberlegungen gesprochen. Wollen Sie da
mit ausdrücken, daß Sie sich in dieser Grundsatzerklärung darum bemühen werden, daß Europa die Verbindung zwischen diesen beiden Komplexen anerkennt und
daß beide Seiten die Probleme des jeweils anderen hierbei anerkennen müssen,
sowie die Tatsache, daß der eine von dem anderen abhängt?
Antwort: Nein, so nicht. Ich meine, daß hier langsam strittige Begriffe
ins Spiel kommen, die die Leute nicht mehr ganz verstehen. Worüber wir sprechen, ist unser Gesamtverhältnis, wie es sich im Lichte der gegenwärtigen
Realitäten darstellt, ohne irgendein Junktim und ohne irgendeinen Versuch,
das eine gegen das andere auszuspielen..."

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32/1973

USA WERDEN KAMBODSCHA WEITERHIN UNTERSTÜTZEN
-Erklärung des Weißen Hauses-

WASHINGTON — ( A D ) — Die Vereinigten Staaten werden die kambodschanische
Regierung auch weiterhin nachdrücklich gegen aufrührerische Kräfte unterstützen und Kambodscha mit einem Höchstmaß an vom Kongreß bewilligter Wirtschafts-und Militärhilfe versorgen. Dies geht aus einer am 15. August, dem
Tage der Einstellung der amerikanischen Luftunterstützung für kambodschanische Truppen, veröffentlichten Erklärung des Weißen Hauses hervor, in
der es weiter heißt, daß die USA auch in Zukunft auf einen ausgehandelten
Waffenstillstand in Kambodscha drängen werden. Präsident Nixon werde mit
dem Kongreß zusammenarbeiten, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen,
sollte Nordvietnam versuchen, die Stabilität von Indochina zu gefährden.
Die Erklärung des Weißen Hauses, die von Pressesprecher Jerry Warren
verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut:
"Wie bekannt, ist die Kampftätigkeit amerikanischer Flugzeuge in Kambodscha eingestellt worden. Um unseren Standpunkt hinsichtlich dieser
Aktion unmißverständlich zum Ausdruck zu bringen und alle Mißverständnisse
seitens anderer zu vermeiden, möchte ich die folgenden Punkte unterstreichen:
-- Wie

-1-

�--Wie der Präsident in seinem Schreiben an die führenden Politiker des
Kongresses vom 2. August mitgeteilt hat, beendet die amerikanische Regierung
die Kampftätigkeit in Kambodscha gemäß einer spezifischen, direkten und verbindlichen Anweisung des Kongresses. Der Präsident hat weiterhin ernste Vorbehalte hinsichtlich der Klugheit dieser Maßnahme der Legislative. Er ist
besorgt darüber, daß der Kongreß durch seine Maßnahme einen wichtigen Anreiz
für eine Regelung auf dem Verhandlungswege beseitigt,

die Sicherheit der

Nachbarn Kambodschas in Südostasien geschwächt und das Gebäude des Friedens
in Indochina,wie in den Abkommen vom 27. Januar dargelegt, unterminiert hat.
Vor allem aber unterminiert diese Maßnahme des Kongresses die Aussichten auf
einen Weltfrieden, indem nämlich bei Freunden und Gegnern gleichermaßen Zweifel hinsichtlich der Entschlossenheit und der Fähigkeit der Vereinigten Staaten wach werden, zu internationalen Abkommen zu stehen, wenn diese durch
andere Parteien verletzt werden.
-- Unter Hinweis auf die durch diese legislative Maßnahme hervorgerufenen Gefahren hat der Präsident nur überaus zögernd den 15. August als Datum
für die Einstellung der Angriffe al.s einen notwendigen Kompromiß akzeptiert,
um eine größere Störung der Tätigkeit der amerikanischen Regierung zu verhindern und der Khmer-Republik mehr Zeit zur Anpassung an die neue Situation
zu geben. Man wird sich erinnern, daß der Präsident zum Zeitpunkt der Verabschiedung dieses Gesetzes vor der Alternative stand, entweder den 30. Juni
als Datum der Einstellung zu akzeptieren, oder durch ein Veto gegen das Bewilligungsgesetz, dem diese Gesetzesvorlage beigefügt war, jegliche Regierungstätigkeit lahm zu legen. Eine sofortige Einstellung aller Kampfunterstützung für die Khmer-Republik angesichts eines massiven Angriffs des Gegners wäre eine unverantwortliche Aktion gewesen, die die kambodschanische
Regierung der notwendigen Zeit beraubt hätte, Vorbereitungen für die Zukunft
zu treffen. Angesichts dieser extremen Alternativen war der einzig gangbare
Weg,das Datum des 15. August widerstrebend zu akzeptieren.
--Während

�-- Während der jetzt verstrichenen sechs Wochen hat unsere Kampfunterstützung aus der Luft zusammen mit den kambodschanischen Bemühungen um eine
Verbesserung und Verstärkung der kambodschanischen Streitkräfte die KhmerRepubjik in einen besseren Verteidigungszustand versetzt. Wir hoffen, daß die
Regierung in der Lage sein wird, sich selbst zu verteidigen und gegen die
aufrührerischen Kräfte und deren nordvietnamesische Protektoren zu bestehen.
-- Inzwischen werden die Vereinigten Staaten angesichts der gegenwärtigen Herausforderung fest zur Khmer-Republik stehen und ein Höchstmaß an
Wirtschafts-und Militärhilfe gewähren, so wie dies durch die gegenwärtigen
rechtlichen Beschränkungen möglich ist.
-- Wir werden weiterhin mit Nachdruck einen Waffenstillstand durch Verhandlungen zwischen den Khmer-Parteien unterstützen. Unsere Hauptziele in
diesem Gebiet sind eine Beendigung der Kampfhandlungen sowie die Respektierung der Souveränität und Neutralität Kambodschas. Trotz der Bemühungen
zahlreicher interessierter Parteien und des guten Willens der Khmer-Republik
lehnt die kommunistische Seite weiterhin unnachgiebig jeden Kompromiß ab.
-- Ich möchte ferner an die in seinem Schreiben vom 2. August enthaltene Warnung des Präsidenten erinnern, daß die nordvietnamesischen Führer einen
sehr gefährlichen Fehler begehen würden, sollten sie die Einstellung der amerikanischen Kampftätigkeit in Kambodscha als eine Einladung verstehen, in
Südostasien eine Politik der Aggression zu verfolgen. Hanoi sollte sich ganz
klar darüber sein, daß der Präsident mit dem Kongreß zusammenwirken wird, um
die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, sollte Nordvietnam eine Offensive
starten, die die Stabilität in Indochina gefährdet und die Regelungen außer
Kraft zu setzen droht, die nach so vielen Opfern seitens so vieler Menschen
nach so langer Zeit erreicht worden sind."

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32/1973

SCHLESINGER BERICHTET ÜBER NEUE RAKETENENTWICKLUNGEN IN DER UDSSR
-Auszüge a u s d e r P r e s s e k o n f e r e n z

des US-Verteidigungsministers

vom 17.August-

WASHINGTON --(AD)-» Der amerikanische Verteidigungsminister James B.
Schlesinger hat bestätigt, daß die Sowjetunion in den letzten Wochen erfolgreich Raketen mit Mehrfach-Gefechtsköpfen (MIRV) erprobt hat. Die Chance,
bei den amerikanisch-sowjetischen Gesprächen über eine Begrenzung der Strategischen Rüstungen (SALT) eine Kontrolle dieser Waffensysteme zu erreichen,
bezeichnete Schlesinger als gering.
Zu Beginn seiner Pressekonferenz sagte Schlesinger unter anderem:
"Wir rechnen verstärkt mit einer Periode,in der sich das Hauptgewicht
der Tätigkeit des Verteidigungsministeriums von den Feindseligkeiten in Südostasien ur.d dieser Region auf die Aufgaben des Verteidigungsministeriums
in dem viel größeren Umfang verlagern wird, wie er in anderen Teilen der
Welt, vor allem durch die NATO, gegeben ist. Ich setze meine Gespräche mit
den Verteidigungsministern der verschiedenen europäischen Länder fort,und
diese Gespräche sind bisher recht gut verlaufen."
Der

-1-

�Der amerikanische Verteidigungsminister teilte dann mit, daß gegenwärtig Verhandlungen mit der thailändischen Regierung über eine Reduzierung der
amerikanischen Truppen in Thailand stattfinden und daß sein Voranschlag für
den Verteidigungshaushalt 1975 voraussichtlich unter sechs Prozent des Bruttosozialproduktes liegen werde„
Zu den strategischen Entwicklungen in der UdSSR sagte er wörtlich:
"Ich weiß, daß einige von Ihnen an der Frage der Entwicklung der strategischen Kapazitäten der Sowjetunion interessiert sind. In den letzten Wochen haben die Sowjets erfolgreich Flugversuche mit Mehrfach-GefechtskopfKapazität (MIRV-Kapazität) demonstriert. Zumindest zwei ihrer Raketen haben
eine MIRV-Kapazität gezeigt. Wie Sie wahrscheinlich wissen, haben die Sowjets
seit einigen Jahren ein aggressives Entwicklungsprogramm verfolgt.
In der Entwicklung befand sich nicht nur die SSNX-8 Rakete für die
Unterseeboote der Delta-Klasse, sondern auch vier Interkontinentalraketen
(ICBM). Zwei davon haben bereits eine MIRV-Kapazität demonstriert. Wir rechnen damit, daß auch die beiden anderen (Typen) mit MIRV-Kapazität ausgestattet werden."

Die Fragen und Antworten zu diesem Thema haben folgenden Wortlaut:
l'Frage: Herr Minister, wann könnte die sowjetische MIRV-Kapazität realisiert werden? Sie sagen, sie wurde erprobt. Wann können wir damit rechnen,
daß sie (die Sowjets) sie in ihren Arsenalen haben werden?
Antwort: Ich glaube,man hat einen guten Maßstab,wenn man mit zwei Jahren
von den ersten Versuchsstadien bis zu dem Punkt der eigentlichen Dislozierung rechnet. Es kann etwas länger dauern, aber unsere frühere Schätzung
scheint durchaus angebracht, daß sie (die Sowjets) etwa im Jahre 1975 einsatzbereite,.mit MIRV ausgestattete Streitkräfte disloziert haben dürften.

Frage:

-2-

�Frage: Können Sie uns sage, daß sie (die Sowjets) tatsächlich MehrfachGefechtsköpfe erprobt haben?
Antwort: Ja.
Frage: Herr Minister, um was für Raketen handelt es sich?
Antwort: Die erste Demonstration der MIRV-Kapazität fand mit der SSX-17
statt; in jüngerer Zeit wurde sie mit der SSX-18 demonstriert, die, wie Sie
wissen, die große Rakete ist, die voraussichtlich an die Stelle der SS-9
treten soll.
Frage: Wieviele(Gefechtsköpfe) auf dieser SS»18, Herr Minister?
Antwort: Mindestens sechs.
Frage: Herr Minister, welche Bedeutung kommt dieser Zahl von Gefechtsköpfen auf der SS-18 zu?
Antwort: Mit einer bestimmten

Nutzlast - einer feststehenden Netto-

Nutzlast - sind die Sowjets gezwungen gewesen, die Zahl der Gefechtsköpfe gegen die Stärke der einzelnen Gefechtsköpfe abzuwägen. Das heißt praktisch
- das möchte ich unterstreichen - daß die Sowjets - eines Tages in der Zukunft - über ein Aufgebot an Gefechtsköpfen mit einer Stärke in der Größenordnung von einer Megatonne verfügen werden. Und wenn dann, wie anzunehmeit,
die Treffsicherheit steigen wird, dann kann sich das zu einer wesentlichen
bedrohlichen Gegenmacht zu den in den USA stationierten strategischen Vergeltungsstreitkräften entwickeln.
Frage: Herr Minister, um auf die sowjetische Raketenentwicklung zurück zukommen, wenn Sie von einer möglichen künftigen Bedrohung unserer landgestützten Raketenstreitmacht sprechen, dann klingt das ganz ähnlich wie das,
was Herr Laird (der frühere amerikanische Verteidigungsminister) vor einigen
Jahren gesagt hat, als er erklärte, die Sowjetunion strebe eine ErstschlagKapazität an. Wüerden Sie das, was sie (die Sowjets) jetzt getan haben, nach
solchen Begriffen interpretieren?
Antwort:

�i
Antwort: Ich meine, die Sowjets streben einen strategischen Vorteil an;
sie haben ein aggressives Programm.

Ob sia jemals einen strategischen

Vorteil erreichen werden, wird davon abhängen, ob die Vereinigten Staaten
auf Veränderungen in der sowjetischen Militärposition reagieren oder ob sie
es unterlassen, darauf zu reagieren.
Was nun die Erreichung einer Erstschlag-Kapazität angeht, so kann eine
solche Kapazität, wenn man sie im eigentlichen Sinne als die andere Seite
entwaffnend betrachtet, von keiner Seite erreicht werden, weder von den
Sowjets noch von uns.
Frage: Herr Verteidigungsminister, bedeutet dies, daß Sie sich jetzt
innerhalb Ihres Ministeriums mit Nachdruck für die 'Trident8 sowie für neue
Unterseeboote und neue Raketen einsetzen werden?
Antwort: ... Ich bin ganz allgemein der Ansicht, daß - wenn die Fakten
hinsichtlich der sowjetischen Entwicklungen oder der Entwicklungen irgendwo
sonst vollständig vor dem amerikanischen Volk und dem amerikanischen Kongreß
liegen - diese in angemessener Weise darauf reagieren werden und daß keine
Notwendigkeit für irgendeinen übermäßigen Nachdruck besteht.
Frage: Herr Verteidigungsminister, welche Chancen gibt es Ihrer Meinung
nach für irgendeine Art von MIRV-Kontrollen im Rahmen der gegenwärtigen SALTRunde?
Antwort: Sie haben sich wesentlich verschlechtert.
Frage: Wie meinen Sie das, was ist geschehen?
Antwort: Wenn die Sowjets erst einmal die Flugtestphase hinter sich gebracht haben, ist die Möglichkeit der Verifizierung von Kontrollen wesentlich unterminiert, und in den SALT-Verhandlungen haben wir immer wieder darauf bestanden, daß die Möglichkeit gegeben sein muß, alle Abkommen zu verifizieren, die die amerikanische Regierung eingeht. Wenn wir von der Tatsache
des Beginns der MIRV-Flugteste ausgehen, dann wird also unsere Fähigkeit der

-4-

/

�der Beobachtung schnell, sehr schnell unterhöhlt* Wie Sie wissen ist dieses
Thema bereits früher aufgebracht worden, und ich meine, es ist nur fair, zu
sagen, daß die Sowjets nicht besonders an MIRV-Begrenzungen, an umfassenden,
generellen MIRV.» Begrenzungen interessiert waren. ..
Frage: Herr Verteidigungsminister, wann ist nach den Feststellungen
Ihrer Computer der Punkt erreicht, an dem die Sowjets uns an Gefechtsköpfen
überholt haben werden?
Antwort: Das hängt natürlich von dem Tempo der Dislozierung seitens der
Sowjets ab, nachdem sie - wir wir einmal annehmen wollen - ihre Testperiode
beendet, haben. Wir würden sagen, daß 1975 ein annäherndes Datum für den Beginn, ihrer Dislozierung ist, aber hier würde es sich um InterkontinentalRaketen (ICBM) handeln« Vielleicht würden sie bis 1979 über eine gleiche Zahl
von Gefechtsköpfen für ihre Interkontlnental-Raketen verfügen., Zum gegenwär.»
tigen Zeltpunkt kann ich nicht voraussagen wie schnell sie ihre unterseebootgestützten ballistischen Raketen (SLBM) mit MIRV ausrüsten werden, und
daher kann man die Gesamtzahl ihrer Gefechtsköpfe nicht vorhersagen. Wenn die
Sowjets jedoch ihr gegenwärtiges Programm fortsetzen, dann werden sie Anfang
der achtziger oder Mitte der achtziger Jahre über eine ungeheure Kräfte»
struktur verfügen,..
Frage: Vielleicht könnten Sie uns noch etwas über SALT sagen, und awar
hinsichtlich der von den Sowjets jetzt entwickelten MIRV-Kapazität?
Antwort: Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion gingen aus SALT I
jeder mit gewissen Vorteilen und gewissen Nachteilen hervor. Aber man war der
Ansicht, daß Vorteile und Nachteile sich auf beiden Seiten etwa die Waage hielten. Die Vereinigten Staaten besaßen eine klare und demonstrierbare Überlegenheit hinsichtlich bestimmter technologischer Aspekte - der Qualität der Gefechtsköpfe,, der Qualität der Leitsysteme und überhaupt der MIRV-Technologie im allgemeinen. Die Sowjets besaßen eine Überlegenheit, hinsichtlich der
Netto-Nutzlastkapazität und der Anzahl der ICBM=Abschußvorrichtungen„ Die
amerikanischen Vorteile - und darüber sollten wir uns meiner Meinung nach

-5-

�nach völlig im klaren sein - sind dahinschwindende Vorteile in dem relativen
Sinne nämlichs daß sich die Sowjetunion allmählich die Technologien aneignets
die bisher von den Vereinigten Staaten demonstriert wurden; folglich müßte
die Ausgangsbasis für das SALT I-Abkommen zu einem späteren Punkt überprüft
werden.
Wenn die Sowjets nun die technologische Lücke schließen und über eine
MIRV-Kapazitätä verbesserte Gefechtsköpfe und verbesserte Leitsysteme verfügen, sehen sich die Vereinigten Staaten nicht in der Lages die zahlenmäßigen
oder quantitativen Vorteile zu tolerieren*, die die Sowjetunion gegenwärtig
besitzt,
Ich glaube, das ist der Kernpunkt des Jaickson~Gesetzeszusatzes3 den der
Kongreß im letzten Jahr verabschiedet hat9 daß es nämlich ein in etwa ausgewogenes Gleichgewicht geben müsse.Wenn die amerikanischen Vorteile geringer
werden, dann müssen auch die sowjetischen Vorteile in gleicher Weise geringe!
werdav, so daß die quantitativen Diskrepanzen verringert werden müssens
wenn die Sowjets die qualitative Lücke schließen»

Worüber wir ohne Frage am

meisten besorgt. sindsist die Tatsache, daß die Sowjets ein unverhältnismäßig
hohes Maß an Netto-Nutzlast haben - ihre Netto-Nutzlast steht im Verhältnis
von vier zu eins. Sie verfügen über etwa fünfzig Prozent mehr Interkontinental-Raketena Wenn sie die Technologien, die sie sich jetzt erwerben, mit dem
Nutzlastgewicht verbinden, das sie aufgrund des Interimsabkommens - und ich
betone Interimsabkommen - besitzen, dann könnten sie ein klares Übergewicht
an Gegenschlagkapazität gegenüber den Vereinigten Staaten entwickeln.
Wir wollen es nicht zulassen, daß sich ein solches Ungleichgewicht hinsichtlich der strategischen Kräfte entwickelt; daher wird es Ziel und Zweck
der SALT II-Verhandlungen sein, ein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und die
Verbindung dieser neu erworbenen Technologien mit den bestehenden zahlenmässigen Vorteilen der Sowjets auszuschließen...
Frage:

-6=

�Frage: Herr Minister, in der Vergangenheit haben die Russen beispielsweise 15 Prototypen von Kampfflugzeugen entwickelt und dann nur zwei oder
drei davon in die Massenproduktion übernommen. Glauben Sie, daß sie alle
vier dieser neuen ICBM produzieren werden?
Antwort: Nein.
Frage: Gibt es irgendwelche Beweise, daß die Produktion von ein oder
zwei dieser Typen bereits aufgenommen worden ist?
Antwort: Es gibt keine Beweise für eine Produktion. Nach unserer Beurteilung sind zwei dieser Raketen (die SSX-17 und die SSX-19) als Nachfolger
für die SS-11 vorgesehen. Wenn diese Annahme stimmt, dann werden sie wahrscheinlich nicht beide dislozieren, sondern zwischen diesen beiden wählen.
Die SSX-18 ist offensichtlich der Nachfolger der SS-9. Der Zweck der
SSX-16 ist uns nicht klar. Die SSX-16 könnte die B asis für eine Dislozierung
mobilpr Raketen sein, aber wir kennen den Verwendungszweck nicht genau. Es
liegt also auf der Hand, daß die Pläne die Dislozierung mindestens zweier
der in der Entwicklung befindlichen Typen erfordern würden.
Frage: Herr Minister, Sie sprachen vorhin, wenn ich Sie richtig verstanden habe, von der Tatsache, daß keine Seite eine Erstschlag-Kapazität erreichen könne. Warum sind die Russen dann Ihrer Auffassung nach an einer Gegenschlag-Kapazität interessiert? Welches sind Ihre Beweggründe oder Absichten für den Besitz einer Gegenschlag-Kapazität mit ihren MIRV?
Antwort:Weil die Entscheidung, einen Schlag gegen Städte zu führen
- einen massiven Schlag gegen Städte - eine Entscheidung ist, die keine der
beiden Seiten ohne weiteres treffen wird. Daher könnte jede Seite in eine
Situation geraten, die genau die Umkehr jener Situation ist, die Verteidigungsminister McNamara in seiner Rede in Athen im Jahre 1962 beschrieben hat, die
dann später die Grundlage für seine Rede in Ann Arbor bildete.
Sie

�Sie werden sich erinnern, was er damals sagte. Er zeigte eine Reihe von
Umständen auf, bei denen die Vereinigten Staaten im wesentlichen mit einer
unverwundbaren Zweitschlag-Kapazität ausgestattet waren und gleichzeitig die
Möglichkeit besaßen, im einzelnen bestimmte sowjetische militärische Ziele
durch den Einsatz der amerikanischen strategischen Streitkräfte zu zerstören.
Die Höglichkeit, die den Sowjets erstrebenswert sein mag, ist die, diese Umstände umkehren zu können, und damit könnten die Sowjets in die Position
kommen, erstens eine unverwundbare Abschreckung zu besitzen, und zweitens
amerikanische oder verbündete militärische Konzentrationen eine nach der anderen zu zerstören. Dies würde insgesamt gesehen zu einem Ungleichgewicht
führen, und wir planen nicht, in eine Position zu geraten, in der wir vor
einem Gesamtungleichgewicht stehen."

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US-ZAHLUNGSBILANZ WESENTLICH VERBESSERT

WASHINGTON --(AD)-- Die Zahlungsbilanz der Vereinigten Staaten hat sich
im zweiten Quartal dieses Jahres wesentlich verbessert, wie aus den
vorläufigen Schätzungen hervorgeht, die das amerikanische Handelsministerium am 15. August veröffentlicht hat. Diese Verbesserung wird auf
mehrere Ursachen zurückgeführt, darunter auch Transaktionen, über die
noch keine endgültigen Zahlen vorliegen.
Der Gesamtabfluß von Dollar - sowohl durch den Erwerb von Dollar
durch Privatpersonen im Ausland wie durch die Transaktionen von Zentralbanken - ging von 6,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal scharf auf
1,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal zurück (alles unter Berücksichtigung saisonbedingter Schwankungen)„ Damit ist das kleinste Liquiditätsdefizit seit 1970 erreicht worden.
Der Nettozufluß von kurzfristigen Geldern war im zweiten Quartal
nicht unbeträchtlich und hat Abflüsse ausgeglichen, die Anfang des Jahres
vor der zweiten Abwertung des Dollar und dem Floating der Hauptwährungen
eingetreten waren. Von großer Bedeutung auf lange Sicht ist die Tatsache,
daß sich die amerikanische Handelsbilanz weiter verbessert und fast einen
Ausgleich erreicht hat. Auf dem Sektor Güter und Dienstleistungen ist im

-1-

�im zweiten Quartal sogar mit einem Überschuß von 706 Millionen Dollar zu
rechnen.
Nach einer heute häufig angewandten Bemessungsgrundlage der Zahlungsbilanz - nämlich nach den Veränderungen in den Reserven und Verpflichtungen
gegenüber ausländischen Währungsbehörden - haben die Vereinigten Staaten
im zweiten Quartal sogar einen kleinen Zahlungsbilanzüberschuß zu verzeichnen. Das amerikanische Handelsministerium hat jedoch vor einer Überbewertung
dieser Berechnung nach dem Stand der offiziellen Transaktionen gewarnt, da
sie durch das weitverbreitete Floating der Wechselkurse in Frage gestellt
werde. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die einzige
massive Intervention auf dem Devisenmarkt im zweiten Quartal von Japan
vorgenommen wurde, das Dollar verkaufte, um den Yen zu stützen. Insgesamt
nahm der Gesamtdollarbetrag in Händen ausländischer Währungsbehörden im
zweiten Quartal ab.

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NEUE HÖCHSTGRENZEN FÜR FLUGZEUGABGASE IN USA

- (AD) - Die amerikanische Bundesbehörde für Umweltschutz (EPA) setzte
neue Maximalwerte für Flugzeugabgase fest. Gleichzeitig wurde ein Modifizierungsprogramm für Turbotriebwerke und ein Versuchsprogramm für Bodenkontrollausrüstungen angekündigt. Auf Grund der neuen Normwerte wird die
Emission von Rauch, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickstoffoxiden
reduziert. Mit Ausnahme von Helikoptern sind alle

zivilen Flugzeuge davon be-

troffen - von der kleinsten einmotorigen Maschine bis zum größten Passagierflugzeug.

Die Bestimmungen gelten generell für alle Turbinentriebwerke, die nach
dem 1. Januar 1979 gebaut werden. Bei Flugmotoren, die nach dem 1. Januar 1981
zugelassen werden, sind die Abgasvorschriften noch strenger. Für FlugzeugKolbenmotoren, die nach dem 31. Dezember 1979 gebaut werden, gelten in bezug
auf die von ihnen freigesetzten Gas- und Rauchmengen neue Bestimmungen.

Die neuen Maximalgrenzen bedeuten, daß bei allen Turboproptriebwerken
sowie Turbofan- und Turbojet-Triebwerken mit weniger als 3630 kp Schubleistung
die Kohlenwasserstoffabgase um 80 Prozent, Xohlenmonoxid um 60 Prozent und
Stickstoffoxide um 20 Prozent zu reduzieren sind. Zu den Flugzeugen, die solche
Motoren benutzen, gehören z.?. Geschäftsflugzeuge wie Lear Jet, Grumman Gulfstream, Lockheed Jetstar, Lockheed Electra, Fairchild F27 und Convair 540.
Für

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I

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�Für Triebwerke über 3630 kp Schub wird ab 1979 eine Verringerung der Abgase um 60 Prozent für Kohlenmonoxid, um 70 Prozent für Kohlenwasserstoffe
und um 50 Prozent für Stickstoffoxide verlangt. Davon werden die Flugmotoren
der meisten großem kommerziellen Passagierflugzeuge wie Boeing 707, 727, 737,
747 und DC-8 sowie DC-9 betroffen. Bei Kolbentriebwerken ist nach dem 31. Dezember 1979 eine Drosselung der Abgase um 30 Prozent für Kohlenwasserstoffe
und 50 Prozent für Kohlenmonoxid vorgeschrieben; gleichzeitig wird verfügt,
daß die Mengen von Stickstoffoxiden nicht ansteigen dürfen. Zu dieser Gruppe
gehören die kleineren Geschäfts- und Privatflugzeuge wie Cessna 150, Piper
Cherokee 140 und Beechcraft Queen Air.

Die Hilfsaggregate sind von den Beschränkungen nicht ausgenommen. Bei
ihnen wird eine Reduzierung des Kohlenmonoxids um 30 Prozent und der Stickstoffoxide um 50 Prozent verlangt; die Menge der Kohlenwasserstoffe in den
Abgasen darf die gegenwärtigen Werte nicht übersteigen. Diese Aggregate werden
für den Betrieb von Bordsystemen benutzt, wenn sich die Maschine am Boden befindet und die Triebwerke nicht laufen.

Die EPA schlug außerdem vor, alle vor 1979 gebauten großen Gasturbinentriebwerke in den Herstellerwerken so umzubauen, daß die Abgase die für 1979
festgesetzten Höchstgrenzen nicht überschreiten. Bei der Bestimmung dieser
Grenzwerte wurden die zur Zeit laufenden einschlägigen Forschungsprojekte
innerhalb der US-Luftstreitkräfte und der Raumfahrtbehörde NASA berücksichtigt.
In deren Auftrag befassen sich derzeit Firmen wie General Electric und Pratt &amp;
Whitney damit, mit Hilfe der heute üblichen Triebwerkstypen bestimmte Teile
von Neukonstruktionen zu testen und auf diese Weise die Umrüstung auf
verbesserte Abgassysteme bzw. die Prüfung von deren Funktionsfähigkeit unter
den Gesichtspunkten der neuen Bestimmungen zu erleichtern.

Die EPA verbot jetzt auch das Ablassen von Treibstoff von Gasturbinentriebwerken; außerdem setzte sie für spezielle Triebwerke neue Höchstgrenzen
für Rauchgasmengen fest. So müssen beispielsweise die JT8D-Triebwerke der Maschinen vom Typ Boeing 727 und 737 sowie der DC-9 bis zum 1. Januar 1974 mit
Rauchkontrollen ausgestattet sein. Die entsprechende Umrüstung wurde bereits

�b e r e i t s durch f r ü h e r e Vereinbarungen der F l u g g e s e l l s c h a f t e n mit der Bundesr e g i e r u n g i n Angriff genommen und i s t nahezu a b g e s c h l o s s e n . Am 1. J a n u a r 1976
l ä u f t d i e F r i s t für d i e Triebwerke d e r Boeing 747, DC-10 und L-1011 a b . Da
es s i c h h i e r b e i jedoch um neue Flugzeugtypen h a n d e l t , wurde beim Bau d i e Abg a s r e d u z i e r u n g schon weitgehend b e r ü c k s i c h t i g t . Bei den Flugzeugen vom Typ
Boeing 707 und DC-8 muß d i e Umrüstung b i s zum 1. J a n u a r 1978 beendet
sein.
Die b i s 1990 a n f a l l e n d e n Kosten werden auf 141 Millionen D o l l a r g e s c h ä t z t .
Im Rahmen der m i l i t ä r i s c h e n P r o j e k t e und der Raumfahrtprogramme der Bundesreg i e r u n g d ü r f t e n jedoch Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Zusammenhang
mit diesem P r o j e k t mit 15 M i l l i o n e n D o l l a r Bundesmitteln f i n a n z i e r t werden.
A l l e s i n allem i s t anzunehmen, daß s i c h d i e s e Maßnahmen im F l u g p r e i s nur g e r i n g f ü g i g n i e d e r s c h l a g e n , nämlich mit e i n e r Erhöhung um kaum mehr a l s einem
zehntel Prozent.

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3 -

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32/1973

DIE ERZHÜTTE AM MEERESBODEN
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im M i t t e l a t l a n t i k

(NOAA)

z u r Oberfläche g e h o l t wurden. S i e zeichnen s i c h durch

einen

u n g e w ö h n l i c h h o h e n G e h a l t an r e i n e m Mangan a u s , d a s s i c h h u n d e r t Mal s c h n e l l e r
a n g e s a m m e l t h a b e n muß a l s b e i j e n e n m a n g a n h a l t i g e n E r z k n o l l e n ,
a u s g e d e h n t e n T e p p i c h e n am M e e r e s b o d e n g e f u n d e n

d i e i n zum T e i l

werden.

Nach Meinung von Dr. P e t e r A. Rona (NOAA) b e r u h t i n d i e s e m F a l l d e r Anreicherungsvorgang vermutlich aufhydrothermisehen Prozessen.

Das Mangan-

knollen-Vorkommen i n d e r Z e n t r a l s p a l t e e i n e s T e i l e s d e s m i t t e l a t l a n t i s c h e n
Rückens i s t d a s e r s t e d i e s e s U r s p r u n g s t y p s ,

d a s man b i s h e r i n den g r o ß e n W e l t -

m e e r e n g e f u n d e n h a t . Nach Dr. Rona i s t anzunehmen, daß d u r c h ä h n l i c h e

Prozesse

d o r t auch A n r e i c h e r u n g e n a n d e r e r M e t a l l e z u s t a n d e kommen. H y d r o t h e r m i s e h e
t i v i t ä t n e n n t man e i n e n m i n e r a l b i l d e n d e n P r o z e ß , wenn h e i ß e
d i e M e t a l l e i n Lösung e n t h a l t e n ,

Ak-

Flüssigkeiten,

durch F e l s s p a l t e n strömen oder

zirkulieren

und d a b e i M e t a l l m i n e r a l e a b l a g e r n .

Der Vorgang s t e h t w a h r s c h e i n l i c h m i t dem

sogenannten "sea-floor

d e r Ausdehnung d e s T i e f s e e b o d e n s

spreading",

d e r " N a h t s t e l l e n " von E r d k r u s t e n s c h o l l e n ,
unaufhörlich

entlang

i n Zusammenhang. E r v o l l z i e h t

sich

an den m i t t e l o z e a n i s c h e n Rücken, d i e s i c h u n t e r W a s s e r i n e i n e r

- I -

�einer 76 000 km langen Berg- und Gebirgskette durch die großen Meeresbecken
der Erde ziehen. Der Zentralgraben des Mittelatlantikrückens wird als die
Nord-Südachse des Ausdehnungszentrums angesehen, wo geschmolzenes Gestein
aus dem Erdinnern an die Oberfläche dringt und bei der Erstarrung neuen
Meeresboden bildet.

Die von Dr. Martha Scott und Dr. Robert B. Scott (Texas A&amp;M University)
vorgenommenen Analysen ergaben, daß die Zuwachsrate bei dieser Art von Manganknollen mindestens 180 mm in 1 000 000 Jahren betragen muß; demgegenüber
wachsen im gleichen Zeitraum bisher gefundene Knollen kaum 10 mm. In den
letzten paar Tausend Jahren scheint das Wachstum der Knollen im Zusammenhang
mit regionaler vulkanischer Aktivität noch erheblich beschleunigt worden zu
sein. Es sieht ganz so aus, als wirke sich dieses Phänomen gegenwärtig immer
stärker aus. Die Proben enthalten 40 Prozent ungewöhnlich reines Mangan.

- 2-

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32/1973

LASER 73
US-Firmen auf d e r e r s t e n i n t e r n a t i o n a l e n Messe
für o p t o - e l e k t r o n i s c h e Geräte i n München

-

(AD) - Im Rahmen der i n t e r n a t i o n a l e n Messe LASER 73, d i e i n Verbindung

mit Fachvorträgen und Seminaren vom 4. b i s 7. September 1973 i n München abgeh a l t e n w i r d , p r ä s e n t i e r t e i n e amerikanische Firmengruppe e i n e Gemeinschaftsschau mit den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der L a s e r t e c h n i k i n den
V e r e i n i g t e n S t a a t e n . Die b e t e i l i g t e n Firmen aus den USA t r a g e n zu e i n e r i n t e r n a t i o n a l e n V e r a n s t a l t u n g i n d e r Bundesrepublik b e i , d i e e r s t m a l i g nur dem Geb i e t der O p t o - E l e k t r o n i k gewidmet i s t .

Die i n den l e t z t e n J a h r e n e n t w i c k e l t e n o p t o - e l e k t r o n i s c h e n

Verfahren

haben b e r e i t s e i n Stadium e r r e i c h t , i n dem s i e a l s m a r k t f ä h i g anzusehen s i n d .
Eine optimale Anwendung i n der Forschung, Technik und I n d u s t r i e e r f o r d e r t

je-

doch e i n g r ü n d l i c h e s Studium d e r denkbaren Möglichkeiten, wofür Begegnung und
Gespräch zwischen Produzenten und I n t e r e s s e n t e n e i n e w e s e n t l i c h e Voraussetzung
bilden.
F e s t k ö r p e r - , Gas- und F l ü s s i g l a s e r ,
Laser s t e h e n

chemische»Ionen- und Metalldampf-

für d i e v e r s c h i e d e n s t e n Anwendungen wie das Schneiden von Mate-

r i a l i e n a l l e r A r t , für m e d i z i n i s c h e Ausrüstungen, für Analysen,

Verfahrens-

k o n t r o l l e , Landvermessung und Höhenmessung, für Nachrichtensysteme,

Datenver-

a r b e i t u n g s s y s t e m e , Warn- und S i c h e r h e i t s s y s t e m e , für m i l i t ä r i s c h e Ausrüstungen,

�Ausrüstungen, holografische und interferometische Systeme, für Schalt- und
Regelkreise mit Licht zur Verfügung. Spezielle Materialien in der Form von
Kristallen, Gläsern, Gasen, Chemikalien und Farben, Ausrüstungen für den
optischen "Pumpvorgang" und Zubehör verschiedenster Art, wie sie auf der Messe
gezeigt werden, stellen die Grundlage der modernen Lasertechnik dar. Sie verdankt ihren außerordentlich hohen Standu. a. Licht- und Strahlen-Detektoren
für den sichtbaren Bereich und die unsichtbaren Teile des Spektrums, Lichtund Strahlenquellen verschiedenster Art, Lichtübertragungssystemen mit optischen Fasern und Speziallinsen, Modulationssystemen, Abbildungssystemen,
elektrooptischen Analysensystemen, Spezialmikroskopen, holografischen Spezialausrüstungen und Kameras, Apparaturen für den Betrieb im Vakuum und in
bestimmten Gasmedien - alles Dinge, die zu den Exponaten der Messe LASER 73
gehören.

In Halle 2 auf dem Münchener Messegelände zeigen die 15 amerikanischen
Aussteller, die 19 US-Firmen vertreten, auch Instrumente, die zum ersten Mal
auf dem europäischen Markt erscheinen. Als Beispiel sei das Modell 3000 der
Firma AVCO EVERETT RESEARCH LABORATORY INC

(Everett, Mass.) erwähnt, bei

dem es sich um einen abstimmbaren Farbstofflaser handelt. Es ist ein kompaktes
Tischgerät mit dem neuesten AVCO-Stickstofflaser als optische Pumpquelle, das
einen außerordentlichen großen Spektralbereich erfaßt, äußerst variabel ist
und dank der Möglichkeiten für eine Einzelimpulsauslösung sehr exaktes Arbeiten
zuläßt.

Die Firma COHERENT RADIATION (Palo Alto, Kalifornien) zeigt u.a. ihr
neues Modell 90, einen einfachen 10 mW Helium-Cadmium-Laser, zu einem erstaunlich niedrigen Preis. Das Instrument arbeitet mit 10 mW Ausgangsleistung auf
der Wellenlänge 4416 8 und erzeugt hohe Lichtenergien für photochemische Experimente und Lichtstreuversuche. Die Wellenlänge 4416 fi (sichtbares Blau) liegt
in dem Bereich, in dem die Photomultiplier ihre größte Empfindlichkeit haben.
In der Datenverarbeitung benutzt man diese Wellenlänge, um Daten auf Film zu
speichern. Auch für die Fluoreszenzspektroskopie sowie holografische Aufzeichnung s verfahren hat dieses Gerät Bedeutung.
+ + + + +
- 2-

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rogers-Pressekonferenz vom 20. August 1973&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA werden Kambodscha weiterhin unterstützen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des Weißen Hauses -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schlesinger berichtet über neue Raketenentwicklung in der UdSSR&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Pressekonferenz des US-Verteidigungsministers vom 17. August -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Zahlungsbilanz wesentlich verbessert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neue Höchstgrenzen für Flugzeugabgase in USA&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erzhütte am Meeresboden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Stärkste Anreichung im Zentralgraben des Ozeanrückens -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;LASER 73&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Firmen auf der ersten internationalen Messe für opto-elektronische Geräte in München -&lt;/em&gt;</text>
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