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Dokumentation

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Nummer

15. August 1973

31

Inhalt

HINTERGRUNDMATERIAL:

Eine einflußreiche Stimme im amerikanischen Kongreß
-Interview mit Senator Jacob Javits aus New YorkDas neue amerikanische Landwirtschaftsgesetz
-Gesicherte Ertrags-und EinkommensteigerungVon John J. Harter

INFORMATION:
"Moderne Krankenhausausrüstungen"
-Fachtagung und Ausstellung im US-Handelszentrum Frankfurt-

WIRTSCHAFT:
Rückgang der Ernteerwartungen in USA läßt an Exportkontrollen denken
-Von unserem Sonderkorrespondenten John Holway-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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31/1973

EINE EINFLUSSREICHE STIMME IM AMERIKANISCHEN KONGRESS
- Interview mit Senator Jacob J a v i t s

a u s New York -

Der r e p u b l i k a n i s c h e S e n a t o r J a c o b J a v i t s
a u s New York g e h ö r t z u d e n e i n f l u ß r e i c h s t e n
P e r s ö n l i c h k e i t e n im a m e r i k a n i s c h e n Kongreß
und i s t M i t g l i e d d e s w i c h t i g e n A u ß e n p o l i t i s c h e n Ausschusses des Senats. J a v i t s
s t u d i e r t e J u r a , w a r im z w e i t e n W e l t k r i e g
S o l d a t a u f dem e u r o p ä i s c h e n u n d dem p a z i f i s c h e n K r i e g s s c h a u p l a t z , w a r dann Gen e r a l s t a a t s a n w a l t d e s S t a a t e s New Y o r k ,
den e r a c h t J a h r e l a n g im R e p r ä s e n t a n t e n h a u s u n d dann a b 1956 a l s S e n a t o r v e r t r a t .
E r w i r d zum l i b e r a l e n F l ü g e l s e i n e r P a r t e i
g e r e c h n e t u n d h a t i n dem f o l g e n d e n I n t e r v i e w
m i t u n s e r e m I P S - K o r r e s p o n d e n t e n B a r r y Brown
s e i n e Auffassungen zu wichtigen w e l t p o l i t i s c h e n Fragen d a r g e l e g t .

Die "War Powers B i l l "

Frage: Senator J a v i t s ,

v i e l l e i c h t dürfen w i r u n s e r Gespräch m i t einem

Thema b e g i n n e n , m i t dem S i e , w i e i c h w e i ß , e n g v e r t r a u t s i n d , ü b e r d a s a l l e r d i n g s i n u n s e r e m Lande i n l e t z t e r Z e i t mehr a l s e i n e i n n e n p o l i t i s c h e F r a g e g e sprochen wird,

u n d zwar im Zusammenhang m i t dem K r ä f t e v e r h ä l t n i s

und d e r E x e k u t i v e im a m e r i k a n i s c h e n R e g i e r u n g s s y s t e m .

der Legislative

I c h meine d i e s o g e n a n n t e

"War Powers B i l l " . Wie s o l l t e man d a s n a c h I h r e r A u f f a s s u n g im A u s l a n d v e r -

-

1-

�verstehen? (Dem amerikanischen Kongreß liegen zwei Gesetzesentwürfe vor, die
sich ausdrücklich mit dem verfassungsmäßigen Recht des Präsidenten als "Oberster
Befehlshaber der Streitkräfte", und dem Recht des Kongresses "Armeen aufzustellen" und "Krieg zu erklären", befassen und eine eindeutige juristische
Klärung und Abgrenzung dieser Rechte, der "War Power", versuchen. Eine dieser
Vorlagen, nämlich die im Senat, wurde von Senator Javits - zum ersten Mal am
15. Juni 1970 - zusammen mit 60 anderen Senatoren eingebracht. Keine dieser
beiden Vorlagen ist bisher endgültig verabschiedet worden.)

Antwort: Ich meine, das sollte als eine Bekräftigung der amerikanischen
Verpflichtung angesehen werden, wenn eine solche Verpflichtung tatsächlich
eingegangen worden ist - es sollte keineswegs als ein Mittel betrachtet werden,
die amerikanische Position zu schwächen. Was wir in der "War Powers Bill" sagen,
ist, daß der Präsident zur Erfüllung einer Verpflichtung der Vereinigten Staaten
nur mit Zustimmung des Kongresses in den Krieg ziehen darf. Das bedeutet nämlich
nichts anderes, - wenn es erst einmal geschehen ist - als daß das ganze Land
engagiert ist. Wenn der Präsident aus seiner eigenen Vollmacht heraus in den
Krieg zieht - wie er dies in Vietnam sehr stark getan hat - dann ist das Ergebnis

Spaltung, eine Tendenz zur Zurückhaltung, die Unfähigkeit zu einer Ge-

samtanstrengung - alles Schwächen, die unsere Führung des Vietnam-Krieges gekennzeichnet haben. Vom Standpunkt anderer Nationen aus gesehen wären diese
also besser daran - viel besser daran - wenn die Vereinigten Staaten unter dem
"War Powers Act" operierten. Sie, die anderen, wüßten, daß wir, wenn wir einmal
in den Krieg ziehen, um eine nationale Verpflichtung einzulösen, ohne Einschränkung bis zum Ende gehen würden, weil die effektive politische Führung des amerikanischen Volkes geschlossen hinter einem solchen Kurs stehen würde.

Frage: Sie würden also die von Ihnen vorgeschlagene Gesetzgebung in keiner
Weise als einen Ausdruck des Neoisolationismus betrachten?

Antwort: Im Gegenteil, sie versucht die Vereinigten Staaten in die Lage
zu versetzen, das Übel anzupacken - unseren Verantwortlichkeiten in der Welt
als Nation total nachzukommen. Man kann eine solche Politik nicht dadurch verfolgen, daß man nur den Präsidenten den Kopf hinhalten läßt.
Entspannung
- 2-

�- Entspannung und Sicherheit -

Frage: Wird die Stabilität der amerikanischen Position, die Ihrer Ansicht
nach durch die von Ihnen befürwortete Gesetzgebung unterstrichen wird, durch
die Entspannungsatmosphäre geschwächt oder gefährdet?

Antwort: Die Entspannung ist meiner Auffassung nach gut, j* überaus
wünschenswert, da man durch sie lernt, mit Völkern zu sprechen, deren Ideoloqie
wir nicht teilen. Natürlich haben wir eine andere Ideologie als die Völker der
Volksrepublik China oder der Sowjetunion, und sie haben eine andere als wir.
Aber alle Völker der Welt haben doch ein gemeinsames Interesse an ihrer gemeinsamen Zukunft, was den Bereich der Wirtschaft, der Umwelt und der Gesellschaft
angeht. Wir müssen diese gemeinsamen Interessen erkennen, damit die Gefahr eines
Konfliktes geringer wird. Insofern befürworte ich nachdrücklich eine Entspannung.
Eine Entspannung bedeutet jedoch nicht, daß wir darüber die Bestrebungen
solcher Nationen oder den Druck vergessen, unter dem sie operieren. Im Falle der
Sowjetunion ist deren Motivation in erster Linie ideologisch bedingt; die Sowjets
sind immer noch der Meinung, daß die Welt kommunistisch sein sollte, daß das Ergebnis dann eine bessere Welt wäre. Wir sind diametral anderer Meinung. Die
Volksrepublik China hat ein gewaltiges Menschenpotential ; sie muß irgendetwas
mit sich selbst anfangen. Derartige Realitäten müssen wir in Rechnung stellen.

vir müssen also weiterhin einige notwendige Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Trotz unserer Hoffnungen gibt es immer noch keine Instrumente für eine Herrschaft des Rechtes statt einer Herrschaft der Gewalt in der Welt - nicht in
den Vereinten Mationen und auch nicht in irgendeinem anderen Forum. Solange
sich kein solcher Wandel vollzogen hat, müssen wir sicherstellen, daß Ach keine
Bedingungen entwickeln, die irgendeinen aggressiven Politiker verführen könnten,
sein Land in eine Aggression zu führen. Daher bin ich der Ansicht, daß das Bemühen um Sicherheit ein notwendiger Faktor der Entspannung bleibt, und dies
bedingt eine angemessene und ausreichende Verteidigungsposition. Die Hauptverteidigungsorganisation, der wir angehören, nämlich die NATO, gewinnt dadurch
besondere 3edeutung.
Die

�- Die amerikanische T r u p p e n s t ä r k e i n Europa F r a g e : Damit kommen w i r zu der Frage der A u f r e c h t e r h a l t u n g der amerikanischen Truppenstärke i n Europa. Man weiß, daß Sie auch i n d i e s e r Kontroverse
e i n e führende Rolle s p i e l e n . Könnten S i e I h r e Ansicht zu diesem Thema d a r legen?

Antwort: Es g e h t n i c h t darum, ob e i n S o l d a t oder g a r 10 000 S o l d a t e n aus
dem amerikanischen NATO-Kontingent abgezogen werden oder n i c h t , sondern es
geht vielmehr darum, daß d i e Größenordnung d e r amerikanischen S t r e i t k r ä f t e

in

Europa - rund 300 000 S o l d a t e n - 4 1/2 Divisionen - n i c h t r e d u z i e r t w i r d .
Meiner Meinung nach i s t d i e s zum gegenwärtigen Z e i t p u n k t aus zwei Gründen von
e n t s c h e i d e n d e r Bedeutung.

E r s t e n s , und das habe i c h b e r e i t s erwähnt, darf gerade i n e i n e r Z e i t der
Entspannung niemand zu dem Gedanken v e r l e i t e t werden, daß durch p o l i t i s c h e n
o d e r m i l i t ä r i s c h e n Druck mehr e r r e i c h t werden könnte a l s durch e i n e F o r t s e t z u n g
des Entspannungsprozesses. Der zweite Grund - und d i e s e r e r g i b t s i c h aus dem
e r s t e n - i s t , daß gerade d i e Russen am meisten wünschen, daß w i r w e i t e r h i n
Truppen i n Deutschland s t a t i o n i e r t haben, u n g e a c h t e t der Art und Weise, wie
s i e dagegen w e t t e r n . Wenn w i r nämlich d i e s e Truppen d o r t n i c h t

unterhielten,

dann wissen s i e , daß d i e s nur e i n e s t ä r k e r e deutsche Rüstung bedeuten würde,
und davor haben s i e mehr Angst a l s vor i r g e n d etwas anderem. Wir s i n d immerhin
e i n e Supermacht, mit d e r d i e Sowjetunion auf g l e i c h e r Ebene u n t e r g l e i c h e n Bedingungen v e r h a n d e l t . Unsere Präsenz macht es für s i e weniger notwendig,

sich

mit i h r e n f e s t g e f a h r e n e n V o r s t e l l u n g e n h i n s i c h t l i c h e i n e s deutschen Revanchismus
auseinanderzusetzen.
Würden wir unsere Truppen heute aus Europa a b z i e h e n , dann würde d i e s

ferner

b e d e u t e n , daß d i e Russen an einem Abkommen über e i n e b e i d e r s e i t i g e und ausgewogene Truppenreduzierung d e s i n t e r e s s i e r t würden. Darüber h i n a u s würde d i e s d i e
meisten w e s t e u r o p ä i s c h e n Länder dazu ermutigen, e i n e e r n s t h a f t e k o l l e k t i v e Vert e i d i g u n g s p o s i t i o n aufzugeben. Das i s t t r a u r i g , aber wahr und ich b i n f e s t davon ü b e r z e u g t .
Nun

�Nun können wir uns allerdings die zusätzliche Devisenlast nicht leisten,
und wir sollten sie auch nicht tragen - etwa eineinhalb Milliarden Dollar im
Jahr für die Stationierung unserer Truppen in Europa - zu einem Zeitpunkt, da
wir hinsichtlich unserer internationalen Zahlungsbilanz in Schwierigkeiten
sind. Die Lösung sollte also darin bestehen, daß Europa die Devisenkosten für
unsere Präsenz in Europa und für unser Verbleiben dort bezahlt, und zwar in
einer Stärke, die der heutigen allgemeinen Größenordnung entspricht.

- Entspannung und Ideologie -

Frage: Sie haben von den Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene
Truppenreduzierungen gesprochen. Ferner wird im Rahmen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa verhandelt. Können Sie uns Ihren Standpunkt hinsichtlich der amerikanischen Position bei diesen parallel laufenden
Gesprächen darlegen?

Antwort: Hier ist es wichtig, daß wir darauf bestehen, daß jedes sich aus
diesen Verhandlungen ergebende Abkommen spezifische Bestimmungen beinhalten muß,
die den freien Austausch von Menschen und Ideen zwischen Ost und West fördern;
wir dürfen es nicht zulassen, daß die Sowjetunion die Konferenz einfach dazu
benutzt, die Spaltung Europas zu bestätigen. Die einzige Gewähr, die wir dafür
haben können, daß die Russen ihre Macht nicht konsolidieren und eine aggressive
Präsenz in Mitteleuropa fortsetzen - daß sie beispielsweise nicht massive
Streitkräfte wieder direkt an die Grenzen Westdeutschlands zurückverlegen -,
besteht darin, daß wir die Möglichkeit haben, uns darüber zu informieren. Es
muß einfach einen Fluß an Wissen und Informationen sowie einen Austausch von
Ideen geben statt einer absoluten geschlossenen Gesellschaft.

Der einzige Grund für uns, den Russen einen gewissen Zugang zu unserer
eigenen Wirtschaft zu gewähren, und zwar im Rahmen der Weizenverkaufe und der
vorgeschlagenen industriell en Vorhaben, besteht darin, ihnen die Vorstellung zu
vermitteln, daß sie in dieser Welt leben können, daß die Außenwelt der Sowjetunion nicht verhärtet gegenübersteht. Die einzige Möglichkeit, ihnen dies ver-

�verständlich zu machen, besteht darin, daß wir irgendwie mit ihnen in Kontakt
kommen und daß wir sie in Kontakt mit uns bringen. Wir brauchen einen offenen
Austausch von Menschen und Ideen und Gütern, wobei das eine so wichtig ist
wie das andere.

Sollten die Russen meinen, der einzige Grund dafür, daß wir an einem
Handel mit ihnen interessiert sind, seien die Dollar, um die es geht, dann
irren sie sich sehr. Wir sind jahrelang hervorragend ohne irgend einen Handel
mit der Sowjetunion ausgekommen, und das könnte jederzeit wieder der Fall sein.
Der einzige Grund, warum wir Handel treiben, ist, daß dies Teil des dreifachen
Prozesses ist, Geist und Chancen der Völker zu erschließen und ihnen Zugang
zu unseren Waren zu vermitteln.

Frage: Besteht hier nicht eine gewisse Ungereimtheit zwischen der Vorstellung, daß eine offenere sowjetische Gesellschaft erreicht werden kann,
und dem Festhalten der Sowjetunion an der Tatsache - aus der Sicht der Sowjets daß es keine Koexistenz im ideologischen Bereich geben kann?

Antwort: Das ist sicherlich der Fall. Das ist eine völlige Widersinnigkeit, ein völliges Paradox, eine völlige Gabelung, aber dies bedeutet nicht,
daß wir nicht versuchen müßten, diese Barriere niederzureißen, daß wir darangehen müssen, jeden sichtbar werdenden Fortschritt zu nutzen. Wenn wir aufgeben und zu der Ansicht gelangen würden, die einzige Möglichkeit zur Beendigung
des ideologischen Antagonismus sei eine nukleare Vernichtung, dann könnten wir
genau so gut gleich Selbstmord begehen. Niemand ist dieser Ansicht, weder wir
noch die Russen. Die einzige pragmatische Methode, zu tatsächlichen Abkommen
zu gelangen und zu sehen, wie sie funktionieren - wobei man sich immer vor
Augen halten muß, daß man nicht einfach die Hände in den Schoß legen und das
beste hoffen kann - ist daher die Methode, die wir anwenden, und meiner Meinung
nach ist das eine gesunde Methode.

China

�- China und Japan i n der Atmsophäre der Entspannung Frage: Lassen Sie uns einen Augenblick auf die andere S e i t e der Welt
gehen. S i e haben auf die Tatsache hingewiesen, daß d i e Volksrepublik China
s i c h e b e n f a l l s an der Schaffung e i n e r Atmsophäre der Entspannung b e t e i l i g t .
Sie haben schon vor l a n g e r Z e i t e i n e Änderung d e r amerikanischen P o l i t i k
gegenüber China b e f ü r w o r t e t ,

n i c h t wahr?

Antwort: J a , schon s e h r früh. Ich g l a u b e , daß d i e s e i n e gesunde P o l i t i k
i s t . Man kann n i c h t einfach an 800 Millionen Menschen i n der Welt - etwa 20
b i s 25 Prozent d e r Weltbevölkerung - vorbeigehen, und es g i b t auch keinen Grund,
d i e s zu t u n . Die Chinesen s i n d e i n s e h r p r o d u k t i v e s Volk, e i n a l t e s Volk mit
e i n e r großen T r a d i t i o n . Wir können mit ihnen leben und w i r wünschen mit ihnen
zu l e b e n , und am b e s t e n können wir d a s , wenn w i r p r a k t i z i e r e n , was w i r p r e d i g e n .
Wir sagen, daß die M ö g l i c h k e i t , d i e Menschen zu einem Leben i n Frieden und z u r
g e g e n s e i t i g e n H i l f e i n der Entwicklung zu v e r a n l a s s e n , d a r i n b e s t e h t , s i e durch
den Austausch von Ideen und Gütern aufgeschlossen zu machen. Nun, wenn w i r das
sagen, dann s o l l t e n w i r das auch p r a k t i z i e r e n , wenn s i e uns d i e Möglichkeit dazu
geben. Und genau darüber verhandeln wir im Augenblick. Deshalb b i n i c h s t o l z
darauf, daß i c h b e r e i t s i n den J a h r e n 1969 und 1970 dafür e i n t r a t , daß d i e Vere i n i g t e n S t a a t e n s i c h dem Gedanken a u f s c h l i e ß e n s o l l t e n , b e s s e r e Beziehungen zu
der Volksrepublik China h e r z u s t e l l e n .
Frage: Ich nehme an, daß Sie g l e i c h z e i t i g anerkennen, daß das Bündnis mit
Japan genau so w i c h t i g i s t wie das NATO-Bündnis?
Antwort: Ohne jede Frage und aus dem g l e i c h e n P r i n z i p h e r a u s . Japan i s t
d i e p r o d u k t i v s t e Nation im O s t e n , was die T e c h n o l o g i e , d i e P r o d u k t i v i t ä t

seiner

W i r t s c h a f t und die A k t i v i t ä t s e i n e r Bevölkerung angeht. Die J a p a n e r haben ebenf a l l s e i n e t o t a l i t ä r e T r a d i t i o n , aber s e l b s t die T a t s a c h e , daß w i r im zweiten
Weltkrieg Feinde waren, was niemand vergessen kann, darf n i c h t v e r h i n d e r n ,

daß

Amerikaner und J a p a n e r gemeinsam für e i n e b e s s e r e Welt e i n t r e t e n . Wir können
mit einem so großen und e f f e k t i v e n Volk n i c h t i n einem k o n s t a n t e n Zustand der
F e i n d s e l i g k e i t leben. Die J a p a n e r können e i n e überaus w i c h t i g e Rolle b e i der Be-

7 -

�1
Befreiung Asiens von jahrhundertealten Übeln, Krankheiten und Armut s p i e l e n ,
und Japan kann auch wesentlich dazu beitragen, China zu helfen, weil es ihm
w i r t s c h a f t l i c h weit voraus i s t .
Ich erachte daher den gemeinsamen Sicherheitsvertrag mit Japan immer noch
als sehr wichtig - und in unterschiedlichem Ausmaß i s t dies auch der F a l l mit
unseren anderen Sicherheitsvereinbarungen, die wir mit den Philippinen, mit
Australien und Neuseeland, mit Thailand usw. haben. Selbst was unser Verhältnis
zu Formosa a n b e t r i f f t , so schwierig dieses auch sein mag, so müssen wir doch
die Tatsache respektieren, daß dort 12 Millionen Menschen leben, die s e l b s t
bestimmen s o l l t e n , wie sie r e g i e r t werden wollen, und deren Zukunft nicht
durch Gewalt bestimmt werden darf.
Das a l l e s sind schwierige Probleme, aber ich bin der Meinung, daß wir
dabei sind, s i e weitaus i n t e l l i g e n t e r zu lösen, als dies jemals in unserer
Nachkriegsgeschichte der Fall gewesen wäre.

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31/1973

DAS NEUE AMERIKANISCHE LANDWIRTSCHAFTSGESETZ
-Gesicherte Ertrags- und EinkommensteigerungVon John J.Harter

WASHINGTON -«.(AD)— Das neue amerikanische Landwirtschaftsgesetz, stellt in
Form und Inhalt eine bedeutsame Wende dar. Angesichts der weltweiten Verknappung an landwirtschaftlichen Erzeugnissen - vor allem an Futtergetreide und Naturfasern - wird der amerikanische Farmer ermutigt, die Produktion zu steigern, ohne dabei fürchten zu müssen, daß sein Einkommen wesentlich zurückgeht.
Das von Präsident Nixon am 10. August unterzeichnete neue Gesetz
- der "Agriculture and Consumer Protection Act of 1973"- ist von vorneherein
auf eine vierjährige Geltungsdauer abgestellt und wird für die Ernte 1974
ebenso verbindlich sein wie für die Ernte 1977.
Zunächst soll das Gesetz den Anbau von Weizen, Futtergetreide und
Baumwolle fördern. Der Anbauanreiz soll vor allem von den Marktpreisen ausgehen, jedoch sind bestimmte Sicherheitsklauseln eingebaut,die den Farmer
vor einem Preisverfall auf den Weltmärkten schützen sollen. Dabei wird die
maximale Ausgleichszahlung pro Farmer und Erntejahr jedoch auf 20 000 Dollar

-1-

�Dollar . gegenüber 55 000 Dollar in dem am 31. Dezember dieses Jahres auslaufenden Gesetz - festgelegt.
Für die Ernte 1974 und 1975 sind bereits Preisgarantien vorgesehen, die
jedoch beträchtlich unter den gegenwärtigen Weltmarktpreisen für Weizen,
Mais und Baumwolle liegen. Für die Ernten 1976 und 1977 sind bestimmte Faktoren für eine Erhöhung der garantierten Mindesterlöse eingebaut. So wird
der Garantiepreis 1976 von dem Garantiepreis 1975 plus den in dem Jahr angestiegenen landwirtschaftlichen Betriebskosten ausgehen und dazu entsprechend den jeweiligen Hektarerträgen eingependelt werden. Eine ähnliche Anpassung wird dann für 1976 vorgenommen werden.
Der amerikanische Landwirtschaftsminister Earl L. Butz sprach von einem
"historischen Wendepunkt" der amerikanischen Landwirtschaftspolitik, da
nach vierzig Jahren der Einschränkung und Schrumpfung wieder auf Expansion
umgeschaltet werde, um der steigenden Nachfrage in den Vereinigten Staaten
und in der Welt nachkommen zu können. Butz versicherte in diesem Zusammenhang, daß die Nixon-Administration auch weiterhin an einer liberalen Handelspolitik festhalten wolle. Er, Butz, sei überzeugt, daß die amerikanische Landwirtschaft der erhöhten Nachfrage gerecht werden könne. Er räumte ein, daß
ein wachsender Druck festzustellen sei, jedoch wird von anderen amerikanischen
Regierungsvertretern die Ansicht geäußert, daß das neue Gesetz eine Erhöhung
der landwirtschaftlichen Anbaufläche um zwei bis drei Prozent mit sich bringen werde.
Prinzipiell soll der Einfluß der Regierung auf die Landwirtschaft
- außer durch bestimmte Garantien und Anreize - so klein wie möglich gehalten
werden. Der einzelne Farmer soll ermutigt werden, das anzubauen, was nach
seiner Ansicht entsprechend der Leistungsfähigkeit seines Betriebes und der
Marktlage den höchsten wirtschaftlichen Ertrag bringt. Nur wenn die Preise
unter die gesetzlichen Richtpreise fallen, erhält der Farmer einen Ausgleich;

�Ausgleich; direkte Subventionen für unzureichende Ernteerträge - außer
bei katastrophalen Mißernten - sollen praktisch gestrichen werden. Landwirtschaftsminister Butz rechnet damit, daß die Ausgleichszahlungen der Regierung im Jahre 1974 unter 500 Millionen Dollar liegen werden - verglichen
mit Subventionen in Höhe von rund vier Milliarden Dollar im Jahre 1972.
Präsident Nixon hat in einer Erklärung anläßlich der Unterzeichnung
des Gesetzes dieses als einen "realistischen Kompromiß" zwischen den Auffassungen des Kongresses und denen der Administration bezeichnet. Die Verteilung von Lebensmitteln für Sozialfürsorgeempfänger, die von dem vorigen
Gesetz in verstärktem Maße übernommen worden ist, stößt beim Präsidenten
auf wenig Gegenliebe. Nach seiner Auffassung solle Unterstützung in Barund nicht in Sachleistungen erfolgen,und er wird in Kürze dazu eine neue
Vorlage unterbreiten.
Ebenso ist Landwirtschaftsminister Butz über die fünfprozentige Anhebung der Subventionen für Molkereiprodukte nicht begeistert. Allerdings
sieht das neue Gesetz eine Sonderstudie über den Einfluß erhöhter Einfuhren
von Molkereierzeugnissen auf die amerikanische Milchwirtschaft vor. Die
Subventionen für das laufende und das am 1. April 1974 beginnende Marktjähr
entsprechen dem gegenwärtigen Preisniveau und sollen die ausreichende Versorgung des amerikanischen Verbrauchers mit Molkereierzeugnissen sicherstellen.
Andere wichtige Aspekte des neuen Gesetzes sind eine umfassende Zählung
in der amerikanischen Landwirtschaft im Jahre 1974; ein Anreiz für private
Forstbetriebe zur stärkeren Aufforstung und eine verstärkte Exportförderung
für private Betriebe durch das Landwirtschaftsministerium. In diesem Zusammenhang müssen alle Exporteure von Weizen, Futtergetreide, Ölsaaten,
Baumwolle und bestimmten anderen Erzeugnissen dem Landwirtschaftsministerium
wöchentlich einen detaillierten Bericht über alle Exportverkäufe unterbreiten.
Das

�Das Gesetz ist - wie gesagt - ein Kompromiß, aber per Saldo sieht es,
wie Präsident Nixon erklärte, vor, "daß der Farmer den größten Teil seines
Einkommens auf dem Markt verdient.... Da die Auslands-und Binnenmärkte für
landwirtschaftliche Erzeugnisse expandieren, wird der amerikanische Steuerzahler der direkte Nutznießer dieser neuen Programme sein. Dieses neue Gesetz ist gut für den Verbraucher, gut für unsere wachsende Binnenwirtschaft
und nützlich für unseren Außenhandel."

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"MODERNE KRANKENHAUSAUSRÜSTUNGEN"
-Fachtagung und Ausstellung im US-Handelszentrum Frankfurt-

--(AD)— Rund 25 amerikanische Hersteller zeigen vom 17.-21. September
1973 im US-Handelszentrum in Frankfurt am Main ihre neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet modernisierter und automatisierter Krankenhausausrüstungen.
Unter anderem werden Spezialeinrichtungen für folgende Sachgebiete zu
sehen sein:
Integrierte EDV-Systeme mit Peripherieeinrichtungen, darunter medizinische Datenbanken, Einrichtungen für die strahlentherapeutische Behandlung, rechnerunterstützte Dosimetrie, Datenverarbeitung bei der Herzkathe".irisierung

sowie Einrichtungen für die chirurgische Patientenüberwachung.

Ferner wird ein automatisiertes Testsystem für phyisi©logische Profile und
Anamnese einschließlich Datenspeicherung, -Verarbeitung und -ausdrucker
vorgestellt.
Moderne Behandlungseinrichtungen umfassen u.a. Spezialkrankenbetten
mit elektrischer Verstellmöglichkeit, tragbare Wiederbelebungsgeräte, elektrische Sedativsysteme zum drogenfreien Schlaf sowie diverse Rehabilitationseinrichtungen.

»
Aus

-1-

�Aus dem medizinischen und chirurgischen Bereich werden neben vielen anderen Produkten batteriegespeiste Leuchten und Instrumente für den Einmalgebrauch, Faseroptikleuchten und pneumatische Instrumente für die Mikrochirurgie zu sehen sein. Fernerhin sind Tucherzeugnisse aus nicht-gewebten, vernetzten, natürlichen oder künstlichen Fasern,einlagig oder laminiert,zu
erwähnen.
80 7o der Firmen sind zum ersten Mal auf dem deutschen oder europäischen
Markt und daher besonders interessiert an Verbindungen zu Lizenznehmern bezw.
Vertriebsgesellschaften.
Wegen des zu erwartenden Interesses wird das gleichzeitig mit der Ausstellung stattfindende Symposium von zwei auf drei Tage (18.,19.,20. September) erweitert.

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RÜCKGANG DER ERNTEERWARTUNGEN IN USA LÄSST AN EXPORTKONTROLLEN DENKEN
-Von unserem Sonderkorrespondenten John Holway-

WASHINGTON — ( A D ) — Nachdem die diesjährigen Ernteerwartungen in den Vereinigten Staaten offensichtlich geringer sind als noch im vorigen Monat angenommen, räumt man in amtlichen Kreisen in Washington ein, daß die Möglichkeit der Einführung von Exportkontrollen für Getreide zumindest "geprüft"
wird, um dem starken Preisauftrieb zu begegnen.
Obwohl der Rückgang der geschätzten landwirtschaftlichen Erträge nicht
allzu groß ist und die Gesamternte bei den meisten Getreidearten sogar über
den Rekorderträgen des Vorjahres liegt, ist doch bereits ein Druck auf die
ohnehin knappe Versorgungslage zu spüren.
Zuständige Stellen in Washington erklären ohne Umschweif, daß entweder
der Verbrauch im eigenen Lande oder die Exporte gedrosselt oder gar die
- ohnehin niedrigen - Reserven weiter verkleinert werden müssen. Diese amtliche Stellungnahme erfolgte genau zu dem Zeitpunkt, da amerikanische Zeitungen mit Schlagzeilen die Erhöhung des Brotpreises - um 2 Cent pro Laib verkündeten. Der Stellvertretende Unterstaatssekretär für Internationale Angelegenheiten im amerikanischen Landwirtschaftsministerium, Richard Bell,
verhehlte nicht, daß die Bevölkerung mit weiteren Erhöhungen der Lebensmittelpreise rechnen müsse. Aber nicht nur der amerikanische Verbraucher wird

�wird mehr bezahlen müssen - auch der ausländische Käufer wird die rasch
steigenden Preise für Weizen, Mais und andere Erzeugnisse bezahlen - oder
darauf verzichten - müssen. Nach Auskunft von Bell haben bereits einige
- von ihm nicht genannte - Länder angekündigt, daß sie sich vom amerikanischen
Markt zurückziehen wolen. Damit dürfte eine Entlastung des Marktes und ein
Nachlassen des Preisdrucks eintreten.
Wie das amerikanische Landwirtschaftsministerium erklärt, wird die Prüfung der neuen Statistiken noch "einige Tage" in Anspruch nehmen, während
der eine erneute Prüfung der Möglichkeit von Exportkontrollen vorgenommen
werde. Dabei werde man sich unter anderem mit der großen Zahl der "ungenannten" Exportkäufer befassen, bei denen es sich im wesentlichen um Spekulanten
handeln dürfte. Ein Großteil der von diesen aufgekauften Getreidemengen dürfte das Land gar nicht verlassen, sondern zu erhöhten Preisen an amerikanische
Kunden verkauft werden. Wie Bell ausführte, würde der tatsächliche Weizenexport nach Abzug dieser rund sechs Millionen Tonnen "ungenannter" Käufe nur
rund 35 Prozent des zu erwartenden Angebots betragen. Normalerweise führen
die Vereinigten Staaten rund 50 Prozent ihres Weizens (Erzeugung plus Reserven) aus. Daher, so sagte Bell, sei er über die jetzt vorliegenden Statistiken nicht "besonders alarmiert" . Es gebe auch keinen bestimmten Punkt, an dem
sein Ministerium "automatisch" Exportkontrollen empfehlen würde.
In diesem Zusammenhang erklärte Bell, daß die amerikanische Regierung
für den Fall, daß es zu Exportkontrollen kommen sollte, das für die Sojabohnen angewandte Modell nicht wieder benutzen würde. Künftige Systeme würden
sicher anders aussehen, und bestehende Kontrakte würden so weit wie nur irgend möglich erfüllt.
Am stärksten sind die Ernteaussichten bei Mais zurückgegangen. Obwohl
die amerikanischen Farmer sieben Prozent mehr Anbaufläche bestellt haben als
im Vorjahr, wird die Ernte nach den revidierten Schätzungen nur um zwei Prozent über dem Vorjahr liegen (nämlich bei 5 661 379 000 Bushel gegenüber
5 553 061 000 Bushel im Vorjahr). Der Hektarertrag ging wegen der großen

�großen Überschwemmungen im Frühjahr zurück, und die Ernteerwartung sank dann
wegen der Trockenheit in den Hauptanbaustaaten Iowa und Illinois in den
letzten Wochen. Wenn der jetzt einsetzende Regen weiter anhält, dürfte jedoch im September wieder eine leichte Verbesserung der Ernteerträge eintreten.
Die Verknappung an Mais bringt naturgemäß einen Preisdruck auf anderes
Futtergetreide mit sich. Dabei sind die Ernteerwartungen bei Hafer vom l.Juli
bis 1.August

von

716 615 000 Bushel auf 707 756 000 Bushel und bei Gerste

von 439 642 000 Bushel auf 430 181 000 Bushel zurückgegangen.
Bell versicherte im übrigen, daß die amerikanische Regierung weiterhin
plane, die Exportkontrollen für Sojabohnen im nächsten Monat wieder aufzuheben, und auch im nächsten Jahr sei nicht an die Wiedereinführung von Exportkontrollen für dieses landwirtschaftliche Erzeugnis gedacht.

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