<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1461" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1461?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:08:03+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1472">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/4835bd5adaaa7c4abd5fce9a4f73c512.pdf</src>
      <authentication>82cdb91f5d4c32eb80e585cbe19eba86</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="7705">
                  <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Nummer

Information

G o d e s b e r g t ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Information
und
Dokumentation

T e I e x : 08 - 8 54 32

18 . Juli 1973

27

Inhalt

DOKUMENTATION:

Rogers gibt weltpolitischen Überblick
-Auszüge aus der Rede in Tokio vom 16. JuliRush: USA eindeutig gegen einseitige Truppenreduzierungen in Europa
-Auszüge aus der Erklärung des Stellvertretenden US-Außenministers&lt;
S

Schlesinger fordert glaubwürdige Abschreckung
-Auszüge-

WIRTSCHAFT:
Finanzminister erörtern noch offene Währungsfragen
Von Eugene Brake
USA rechnen für 1973 mit wesentlich höheren Ernteerträgen
Von John Uhler

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Materialpolitik - Schlüsselelement einer neuen "Umweltethik"
-Arbeitsgruppe des US-Forschungsrates veröffentlicht Bericht "Mansch,
Materialien und Umwelt"
SKYLAB-Radar mißt Sturmwellen
-Synchronbeobachtungen von Bord eines ForschungsflugzeugesEinfacher Bluttest auf Bleivergiftung

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Dokumentation

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

27/1973

ROGERS GIBT WELTPOLITISCHEN ÜBERBLICK
-Auszüge aus der Rede in Tokio vom 16.Juli-

TOKIO—(AD)— Der amerikanische Außenminister William Rogers hat auf dem
neunten Treffen des Gemeinsamen Amerikanisch-Japanischen Kabinettsausschusses in Tokio am 16. Juli eine Rede gehalten, in der er neben amerikanisch-japanischen Angelegenheiten auch eine Reihe von weltpolitischen
Fragen behandelte. Die wesentlichen Teile der Ausführungen Rogers haben
folgenden Wortlaut:
.

•

'

.

.

•

Europa
Zu Anfang dieses Monats nahm ich zusammen mit 34 weiteren Außenministern aus Europa und Nordamerika an einer Ministersitzung der Konferenz
über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa teil. Dieses Treffen fand in
einer Atmosphäre der Zurückhaltung und der Konzilianz statt, was dazu beitragen sollte, daß die sich jetzt anschließende Konferenzphase in Genf
einen echten Beitrag zur Entspannung in Europa leistet. Dennoch wurde klar,
daß es wesentliche Meinungsunterschiede zwischen Ost und West hinsichtlich
der Gestaltung der Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten sowie dem
freieren Fluß von Menschen, Informationen und Gedanken innerhalb Europas
gibt. Eine bis ins einzelne gehende Einigung über diese Fragen ist notwendig, wenn diese Konferenz ein sichereres und kooperativeres Europa näher
bringen soll..,
Bei

-1-

�Bei den Gesprächen in Helsinki und bei den bevorstehenden Gesprächen in
Genf war und ist es das Ziel der Vereinigten Staaten und ihrer europäischen
Verbündeten, die Spannungen auf dem europäischen Kontinent zu vermindern,
ohne daß dadurch in irgendeiner Weise die europäische Sicherheit geschwächt
wird. Zusammen mit unseren europäischen Verbündeten sind wir überzeugt, daß
die Stärke des NATO-Bündnisses ein wesentliches Element des Fortschritts in
Richtung auf eine Entspannung darstellt.
Wichtig ist ferner, daß einige Länder der NATO und des Warschauer Paktes sich am 30. Oktober offiziell in Wien treffen, um nach Wegen für eine
Reduzierung der in Mitteleuropa stationierten Streitkräfte

zu suchen.

Wahrscheinlich werden sich solche ersten Truppenreduzierungen auf die in
diesem Gebiet stationierten amerikanischen und sowjetischen Streitkräfte
konzentrieren.

Die Beziehungen der USA zu Moskau und Peking
Im vergangenen Monat haben Präsident Nixon und Generalsekretär Breschnew
Maßnahmen ergriffen, die zu einer stabileren und sichereren internationalen
Lage führen sollen. Wir hoffen, daß solche Treffen zu einem regulären Bestandteil der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen werden, auf denen beide
Lände sich darum bemühen, die Möglichkeiten einer Konfrontation zwischen
ihnen zu vermindern und dafür ein Netz kooperativer Beziehungen zu schaffen, von denen ein stabiler Friede abhängt. Das vom Präsidenten und vom Generalsekretär unterzeichnete Abkommen über die Verhinderung eines Nuklearkrieges war von besonderer Bedeutung für die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. Dieses Abkommen sollte ebenfalls wesentlich dazu beitragen, daß
die Gefahr eines nuklearen Krieges überall auf der Welt vermindert wird,
ohne daß dadurch unsere anderen Verpflichtungen und Zusagen beeinträchtigt
werden....
Die

-2-

�J

Die Beziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik China nehmen
weiterhin einen ordentlichen Verlauf. In der Tat hat sich der Handel schneller als erwartet entwickelt, und der Handel in beiden Richtungen dürfte
dieses Jahr die 700-Millionen-Dollar-Grenze erreichen, was mehr als das
Zweifache früherer Schätzungen ist. Wir rechnen mit einem weiteren Anwachsen, sobald die damit verbundenen Fragen der privaten amerikanischen Ansprüche gegen die Chinesen und der in den USA eingefrorenen chinesischen
Guthaben gelöst sind. Die Verhandlungen über diese Fragen dauern an, wir
hoffen jedoch, daß eine endgültige Einigung zu einem baldigen Zeitpunkt
erreicht werden kann.
Als von besonderer Bedeutung sehen wir die beiderseitigen Verpflichtungen an, die von China gegenüber Japan und den Vereinigten Staaten eingegangen worden sind, auf Hegemonieambitionen in Asien zu verzichten und
sich allen Versuchen anderer, eine solche Hegemonie aufzuzwingen, zu wideri

setzen. Das neue Verhältnis zwischen uns und Peking hat uns nicht veran»

laßt, unsere Freundschaft zur Republik China oder unsere Entschlossenheit
zur Erfüllung unserer Verpflichtungen gegenüber diesem Land zu vermindern. . ..

«
Die Veränderungen,die sich in den Beziehungen zwischen den Vereinigten
Staaten und China sowie zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion vollzogen haben, haben wesentlich zu einer sichereren und kooperativeren Welt beigetragen. Wir sind uns darüber im klaren, daß die Fragen,
von denen Frieden und Zusammenarbeit abhängen, nicht zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Gegnern alleine geregelt werden können. Die Beiträge und die Zusammenarbeit unserer Verbündeten sind von entscheidender Bedeutung. Und im Zuge der Verbesserung unserer Beziehungen zu Moskau und Peking haben wir nichts unternommen und werden wir auch nichts unternehmen,
wa

s die Interessen unserer Verbündeten beeinträchtigen oder unsere Bünd-

nisse schwächen könnte.
Der

-3-

�Der Nahe Osten
Auf dem Gipfeltreffen wurde auch die Situation im Nahen Osten erörtert...
Die Sowjets und wir stimmten darin überein, daß eine Regelung in Übereinstimmung mit den Interessen aller Staaten dieses Gebietes

sowie in Über-

einstimmung mit deren Unabhängigkeit und Souveränität stehen und die legitimen Interessen des palästinensischen Volkes berücksichtigen sollte.
Die Vereinigten Staaten sind überzeugt, daß ein gerechter und dauerhafter Friede im Nahen Osten nur durch einen aktiven Verhandlungsprozeß erreicht werden kann, der direkt oder indirekt zwischen den direkt betroffenen
Parteien durchgeführt werden sollte. Obwohl Fortschritte in dieser Richtung
enttäuschend langsam waren, herrscht weiterhin eine Waffenruhe, und wir hoffen, daß alle Parteien sich auch künftig Zurückhaltung auferlegen werden. Wir
sind uns über die in der derzeitigen Situation bestehenden Risiken im klaren
und verfolgen sie mit aktiver Aufmerksamkeit.

Ostasien und der Pazifik
Mit Interesse haben wir den Vorschlag von Ministerpräsident Tanaka zur
Kenntnis genommen, eine allgemeine Konferenz der asiatischen und pazifischen
Nationen einzuberufen. Wenn wir in die Zukunft blicken, so könnte eine Konferenz überaus nützlich sein, die auf die Entwicklung der Prinzipien und der
Mechanismen abzielt, durch die die interessierten Länder den Frieden, die Zusammenarbeit und den Abbau von Spannungen in diesem Gebiet fördern könnten....
Der Friede in Indochina ist weiterhin ein bedeutsames Anliegen für uns.
Wenn auch noch eine Reihe von Problemen gelöst werden müssen, so sind doch
die Kampfhandlungen und der Verlust an Menschenleben glücklicherweise sehr
viel geringer geworden. Das Verhandlungsklima hat sich sehr verbessert.

In

�In Vietnam ist das Erbe aus Jahrzehnten der Feindschaft nur sehr schwer
zu bewältigen, aber die beiden Parteien sprechen doch direkt miteinander. In
ähnlicher Weise haben in Laos die militärischen Operationen fast aufgehört,
und die Aussichten auf eine baldige politische Regelung sind vielversprechend. In Kambodscha ist die Situation besonders kompliziert. Wie Präsident
Nixon jedoch im vergangenen Monat versichert hat, werden wir alles in unseren Kräften stehende tun, um am Zustandekommen eines Friedens dort mitzuwirken. Die verminderten Feindseligkeiten in diesem Raum ermöglichen es uns,
unsere Aufmerksamkeit der wichtigen Aufgabe des Wiederaufbaues und der Entwicklung zuzuwenden...
Nicht weniger als die Regierung hat auch der Kongreß klargestellt, daß
er dem kooperativen Beitrag anderer Länder zum Nachkriegs-Wiederaufbau und
zur Entwicklung große Bedeutung beimißt... Wir unsererseits hoffen, daß wir
mit den Wiederaufbau-und Entwicklungsprogrammen vorangehen können, die ein
entscheidender Faktor für den Frieden in diesem Gebiet sein können. Lassen
Sie mich schließlich noch auf unsere starke Unterstützung der konstruktiven
Vorschläge hinweisen, die Präsident Park zum weiteren Abbau der Spannungen
auf der koreanischen Halbinsel unterbreitet hat... Unsere Sicherheitsverpflichtungen in Korea haben zu einer Situation beigetragen, in der die Koreaner bereit sind, auf normalere Beziehungen hinzuarbeiten. Wir werden
auch weiterhin fest zu unseren Verpflichtungen stehen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Wenn wir uns diesen multilateralen Fragen zuwenden, dann tun wir dies
unter stärkerer Beachtung der veränderten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den großen Handelsnationen... Die Wirtschaftsordnung nach dem Kriege
baute sich auf der dominierenden wirtschaftlichen Position der Vereinigten
Staaten auf. Heute hat kein Land eine derartig überragende dominierende
Position. Alle Länder werden in zunehmendem Maße interdependent.
Im

-5-

�Im Hinblick auf wirtschaftliche Fragen müssen die entwickelten Demokratien, insbesondere Japan, die Vereinigten Staaten und die Europäische Gemeinschaft, eine konstruktive Führungsrolle übernehmen. Die industrialisierten Demokratien haben mit Handels-und Währungsverhandlungen begonnen oder
werden es bald tun.
Wenn wir und unsere Partner nun in diese Verhandlungen eintreten, so
ist es von größter Bedeutung, daß wir im Interesse des Wachstums und der
Stärke von uns allen auch für uns alle denken und handeln. Sollten wir unsere gemeinsamen Interessen - unsere Interdependenz - aus dem Auge verlieren,
dann werden wir alle Schaden davontragen.

Die Entwicklungswelt
Die Schaffung einer stärker prosperierenden, sichereren und kooperativeren Welt, die uns vorschwebt, dürfte nicht gelingen, wenn die Entwicklungswelt kein stetiges wirtschaftliches Wachstum erreicht. Während die ärmeren
Länder die Hauptverantwortung für eine gesunde Entwicklungspolitik tragen
müssen, können sowohl Japan als auch die Vereinigten Staaten einen nützlichen Beitrag zu deren Bemühungen um ein besseres Leben für ihre Bürger
leisten.
Wir stimmen darin überein, daß unsere Leistungen auf dem Gebiete der
Entwicklungshilfe verbessert werden können und sollten. Dies ist das Ziel,
das wir uns gesetzt haben....
Ausländische Privatinvestitionen können einen überaus wichtigen Beitrag
zum beschleunigten wirtschaftlichen Wachstum der ärmeren Länder leisten.
Sollen

solche Investitionen prosperieren, dann müssen wir gemeinsam darauf

hinwirken, daß unsere Privatfirmen gewiß sein können, im Falle einer Enteignung eine gerechte und effektive Entschädigung zu erhalten. Um das Vertrauen

-6-

�I

Vertrauen zu fördern und unsere Investoren zu schützen, sind die Vereinig•
ten Staaten weiterhin an der Entwicklung multilateraler Methoden interessiert, die bei Investitionsstreitigkeiten zum Tragen kommen...

-7-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Dokumentation

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

27/1973

RUSH: USA EINDEUTIG GEGEN EINSEITIGE TRUPPENREDUZIERUNGEN IN EUROPA
-Auszüge aus der Erklärung des Stellvertretenden US-Außenministers-

WASHINGTON — ( A D ) — Der Stellvertretende Außenminister der Vereinigten
Staaten, Kenneth Rush, hat am 10. Juli vor dem Außenpolitischen Ausschuß
des Repräsentantenhauses mit allem Nachdruck erklärt, daß die Nixon-Administration sich "eindeutig jeder einseitigen Verringerung der amerikanischen Streitkräfte in Westeuropa widersetzt." Rush machte im wesentlichen folgende Ausführungen:
"Um jeden etwa bestehenden Zweifel zu beseitigen, möchte ich versichern, daß wir uns eindeutig jeder einseitigen Verringerung der amerikanischen Streitkräfte in Westeuropa widersetzen und daher auch jenen Vorschlägen, die Ihrem Ausschuß vorliegen und die den Kongreß zu einer solchen Maß«
nähme verpflichten oder die Administration an eine solche Maßnahme binden
würden.
Darf ich damit beginnen, daß wir uns durchaus der veränderten Umstände bewußt sind, die die NATO, unsere Verteidigung und unser Verhältnis zu
Europa berühren.
- Erstens, wir stehen in einer Periode aktiver Verhandlungen - SALT,
KSZE und MBFR - von denen jede in einem direkten Zusammenhang mit der Sicherheit unserer Verbündeten und unserer eigenen steht. Zusammen mit den

-1-

�den Gipfeltreffen bilden sie einen Teil unserer allgemeinen Anstrengung, ein
normaleres Verhältnis zwischen Ost und West zu schaffen. Obwohl wir glauben, daß ein Fortschritt erzielt worden ist, so hat dieser Prozeß doch
erst begonnen, und in der nächsten Phase werden wir uns mit den schwierigeren Fragen der Verringerung militärischer Spannungen befassen müssen.
- Zweitens, dieser Prozeß findet in einer Zeit statt, da in jedem der
verbündeten Länder, nicht nur in den Vereinigten Staaten, ein wachsender
Druck zu spüren ist, Mittel für innenpolitische Aufgaben abzuzweigen.
- Drittens, unsere Verbündeten sind heute wirtschaftlich stärker als
je zuvor und machen bedeutsame Schritte zu größerer politischer und wirtschaftlicher Einheit. Gleichzeitig kennzeichnet ein beachtliches Bündel
gemeinsamer Handels-und Währungsprobleme unsere wirtschaftlichen Beziehungen.
Letztens, wir stehen vor einer strategischen Nuklearsituation, in der
an die Stelle der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten gegenüber der
UdSSR mehr oder weniger ein Gleichgewicht getreten ist, das einer konventionellen Abschreckung erhöhte Bedeutung verleiht.
Ich halte es für wesentlich, daß sich der Kongreß völlig im klaren
darüber ist, was getan wird, um die NATO und unsere Präsenz in Europa diesen Realitäten anzupassen.
Wir packen diese Aufgabe auf dreifache Weise an:
1. Wir streben in diesem Jahr Europas danach, unser

Verhältnis zu un-

seren Verbündeten neu zu bestärken und einen Rahmen zu schaffen, innerhalb
dessen wir die Fragen des Handels, der Finanz und der Sicherheit produktiv
behandeln können.
2. Als Ergebnis der jüngsten Tagungen der Außen-und Verteidigungsminister der NATO arbeiten wir Programme aus, die darauf abzielen:
- die Verteidigungsposition der NATO zu verbessern;
- einen multilateralen Mechanismus für eine gerechtere Verteilung der
Lasten und eine Erleichterung unserer militärischen Zahlungsbilanz-2-

�Zahlungsbilanzp'robleme zu entwickeln; und
- einige der grundlegenden Verteidigungskonzeptionen hinsichtlich
der Spezialisierung und der wirksameren Nutzung knapper Verteidigungsmittel zu revidieren.

3. Wir haben ein Übereinkommen erzielt, daß in etwas mehr als 90 Tagen,
am 30. Oktober, eigentliche Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen beginnen werden. Wir arbeiten gegenwärtig einen
Bündnisstandpunkt aus, der zu amerikanischen und sowjetischen Verringerungen führen könnte.
Alles in allem sind wir mit unseren Verbündeten dabei, das Nachkriegs-,
Handels-und Währungssystem zu verbessern; wir sind in der NATO dabei,
eine gerechtere und effektivere Sicherheitsposition aufzubauen, und wir
sind mit der Sowjetunion dabei, Mittel und Wege zu suchen, um die Verteidigungslasten unserer Völker ohne Verlust unserer fundamentalen Sicherheit zu erleichtern.
Dies ist ein Unterfangen von beispielloser Größe und Bedeutung für das
künftige Wohlergehen Amerikas. Es dürfte auf der Hand liegen, daß wir in
all diesen Anstrengungen einen Fehlschlag riskieren, wenn wir:
- Erstens, unseren Verbündeten erklären, daß wir ohne Rücksicht auf
ihre Wünsche, sich unseren gegenseitigen Erfordernissen anzupassen, unseren
Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung einseitig kürzen werden, und
- zweitens, unseren Gegnern erklären, daß wir unsere Streitkräfte einseitig reduzieren werden, obwohl wir beiderseitige Reduzierungen wollen.
Praktisch würden wir unseren Verbündeten erkl ären, daß wir wollen,
daß sie in Handel, Finanz und Sicherheit mehr für Amerika tun, und wir dafür weniger tun werden. Und wir würden den östlichen Ländern erklären, daß
sie etwas umsonst erwarten können.
Darüber

-3-

�Darüber hinaus gibt es drei spezifische Gründe, die nach meiner Überzeugung von fundamentaler und entscheidender Bedeutung sind. Nämlich:
Die Unabhängigkeit und Sicherheit Westeuropas ist für jeden Amerikaner lebenswichtig wegen ihres entscheidenden Einflusses auf seine Sicherheit, sein wirtschaftliches Wohlergehen und den Fortbestand seiner demokratischen Lebensweise.
Die Unabhängigkeit Westeuropas hängt von der Aufrechterhaltung einer
glaubwürdigen Abschreckung und Verteidigung gegen einen Angriff ab, und
in einer solchen Verteidigungsposition spielen amerikanische Streitkräfte
eine lebenswichtige Rolle.
Der Prozeß der Aufrechterhaltung einer verläßlichen Verteidigungsposition würde in einer Zeit der Verhandlungen über eine geordnete und ausgewogene Verringerung der sich in Europa gegenüberstehenden Streitkräfte
durch eine einseitige Verringerung unserer Streitkräfte in katastrophaler
Weise unterlaufen.

-Amerikas lebenswichtiges Interesse an Westeuropa•

r

Unser Lebensinteresse an Westeuropa ist keineswegs nur eine Sache der
Geschichte oder der Gewohnheit. Ohne Westeuropa gäbe es für uns keine
Prosperität. Es ist in der Tat ein immer mächtigeres Zentrum der Weltwirtschaft geworden. Es ist unser wichtigster Markt und unser wichtigster Versorger. Amerikanische Firmen haben in Westeuropa über 28 Milliarden Dollar
investiert, die amerikanischen Investoren fast drei Milliarden Dollar im
Jahr einbringen. Wollen wir uns keinen Täuschungen hingeben. Unsere Prosperität und die Prosperität der ganzen Welt werden von Westeuropa zutiefst beeinflußt. Das bedeutet Arbeitsplätze für Amerikaner, Dividenden für Amerikaner und Lebensstandard für Amerikaner.
Gerade

�Gerade weil wir und unsere westeuropäischen Verbündeten uns unserer
Interdependenz so voll und ganz bewußt sind, unternehmen wir gegenwärtig gemeinsame Anstrengungen, um unsere gemeinsame Wirtschaft durch globale Handelsverhandlungen und durch eine Reform des Weltwährungssystems zu stärken.
Weder ein erweiterter Welthandel noch eine Währungsreform können ohne ein
volles Maß an westeuropäischer Mitarbeit Zustandekommen.
Die Verteidigung Westeuropas hängt von drei Bedingungen ab:
Erstens, sie hängt von dem Willen der Europäer ab, unabhängig zu sein
und sich selbst zu verteidigen..Zweitens, sie hängt von der Verpflichtung
der Vereinigten Staaten gegenüber ihren europäischen Verbündeten ab, daß
sie angesichts der eindrucksvollen militärischen Mittel ihrer Nachbarn im
Osten zu ihnen stehen werden, um vor einer Aggression abzuschrecken und unsere gemeinsamen Interessen zu verteidigen, sollte die Abschreckung nicht wirken. Drittens, sie hängt von der Existenz eines Verteidigungssystems ab,
dessen Kapazität nicht nur für die osteuropäischen Staaten überzeugend ist,
sondern auch für unsere NATO-Verbündeten und auch für uns selbst.
Die Erfüllung dieser drei Bedingungen erfordert eine unablässige Anstrengung seitens der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten...
Geschichtlich gesehen war es die Hauptfunktion der NATO - und ist
auch heute noch ihre wichtigste Funktion -,ihre Mitglieder vor einem Angriff
oder einem Druck von Außen zu beschützen. Ich weiß, daß sich die Beziehungen
der Sowjets zu ihren Nachbarn in Europa und auch zu uns in den vergangenen
Jahren wesentlich verbessert haben. Wir begrüßen diese Verbesserung . Ich
weiß aber auch, daß die Sowjetunion immer noch weitaus mächtiger als irgendein anderer Staat oder eine Staatengruppe in Europa ist. Ich weiß, daß es
keine Gewißheit dafür gibt - und eine solche auch nie wird geben können -,
daß die sowjetische Macht niemals dazu benutzt werden wird, die Interessen
der NATO-Mitgliedstaaten zu bedrohen. Eine derartige Macht könnte zu einem
konstanten politischen Druck auf die westeuropäischen Staaten werden, sich

-5-

�sich der sowjetischen Politik anzupassen, sofern ihr in der NATO nicht weiterhin ein Gegengewicht gesetzt wird.
Die Staaten des Warschauer Paktes sehen keinen Widerspruch zwischen
Verhandlungen zur Verringerung der Spannungen in Europa und der Beibehaltung, ja Verstärkung ihrer militärischen Macht. Es besteht auch notwendigerweise kein Widerspruch. Die sowjetischen Verhandlungen von einer Position
der Stärke aus haben unsere Bemühungen um bessere Beziehungen zum Osten
nicht behindert. Ja, diese Position hat wahrscheinlich sogar die eigentliche Basis für die Entwicklung der sowjetischen Politik in ihrer jetzigen
Form ergeben. Die Länder des Ostens werden zweifellos auch weiterhin von
dieser Basis aus verhandeln. Wichtig ist dabei, daß sie niemals Grund zu
der Annahme bekommen, daß wir es anders tun würden.
An dieser Stelle möchte ich mich mit einem nach unserer Auffassung
trügerischen Argument befassen, das vorgebracht wird, um einen einseitigen
amerikanischen Truppenabzug zu rechtfertigen. Es besagt:
- Die NATO verfügt nur über eine Art Stolperdrahtverteidigung, so daß
wir im Falle eines Angriffs innerhalb weniger Tage, wenn nicht Stunden,
unsere Zuflucht zu nuklearen Waffen nehmen müßten. Daher - so argumentiert
man - sei es nicht notwendig, daß die Vereinigten Staaten 300 000 Mann an
Truppen in Europa stationiert hielten, um als eine Art Stolperdraht zu
dienen.
Die Prämisse von der Stolperdrahtverteidigung ist falsch, und so ist
auch der aus ihr gezogene Schluß. Jedoch könnte eine größere Reduzierung
der amerikanischen Truppen und ihre Auswirkung auf die Moral und Bereitschaft unserer Verbündeten sehr leicht eine Stolperdrahtsituation herbeiführen, bei der die Anwendung von Gewalt in Europa automatisch die Gefahr
eines Nuklearkrieges für jeden Amerikaner heraufbeschwören könnte.
Die

�Die Doktrin von der •massiven Vergeltung» wurde sinnlos, als die
Sowjetunion sich zu einer wirklichen nuklearen Macht entwickelt hatte, die
in der Lage war, entsprechende Vergeltungsschläge auszuteilen. Aus diesem
Grunde ist es erstaunlich, Vorschläge zu vernehmen, daß man Westeuropa verteidigen könne, indem man sich einzig auf die Kernwaffen verläßt. Diese
sozusagen durch die Hintertür erneut zur Geltung kommende Doktrin von der
massiven Vergeltung fällt zeitlich zusammen mit dem Entstehen einer Art Parität in den strategischen Waffensystemen zwischen den Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion. Aber eine nukleare Parität läßt eine massive Vergeltung als
Mittel zur Abschreckung aller Formen von Aggression in Kuropa noch weniger
glaubhaft erscheinen. Der Vorschlag einer Rückkehr zu diesem Konzept, ob
man es nun »massive Vergeltung» oder 'Stolperdraht* nennt, an Stelle der
von der NATO vereinbarten Kapazität einer flexiblen Antwort, läßt nur zwei
Rückschlüsse: Entweder es handelt sich um ein Mißverständnis über die mit
der strategischen Parität verbundenen Implikationen oder aber um ein elegantes Sichdrücken um die Möglichkeit, daß es zu weniger als einem totalen Krieg
in Europa kommen könne.
Eine absolute Sicherheit kann es niemals geben. Aber ich bin über ein
so simples Urteil doch bestürzt: Daß der Krieg in Europa wahrscheinlich auch
weiterhin auf allen Ebenen abgewehrt werden könne durch dieselben Mittel,
mit denen man seit über einem Jahrzehnt vor ihm abgeschreckt habe. Die NATO
plante in den sechziger Jahren voraus, um eine eventuelle strategische Parität zwischen Ost und West hierbei einzubeziehen. Man traf die Entscheidung,
die konventionellen Waffen aufzustellen, die notwendig sein würden, um den
konventionellen Möglichkeiten des Warschauer Paktes entgegentreten zu können, militärische Mittel in vielfältiger Form einzusetzen, ohne direkt zu
einem strategischen Krieg überzugehen. Jetzt in den siebziger Jahren sehen
wir uns genau den Verhältnissen gegenüber, für die diese Pläne gemacht wurden. Es erscheint absurd, wollte man die so erfolgreich getroffenen Vorbereitungen zur Begegnung der vorausgesagten Gefahr, die nunmehr existiert,
aufgeben.

Kurz
-7-

�Kurz gesagt, die Notwendigkeit eines überzeugenden konventionellen
Potentials zur Verteidigung Westeuropas und zur Abschreckung vor einem
Krieg ist größer als je zuvor. Und heute haben unsere Verbündeten wie auch
wir Programme und Maßnahmen, die unseres Erachtens auch weiterhin ein
solches Potential für die Zukunft gewährleisten.
Der...Grund, warum einseitige Truppenreduzierungen unklug wären, ist,
daß ein solcher Schritt unsere behutsamen Bemühungen, beiderseitige Trupreduzierungen auszuhandeln, stark beeinträchtigen würde.
Wir stehen jetzt im Begriff, eine Serie von Verhandlungen aufzunehmen,
die sich als die bedeutungsvollsten der Nachkriegszeit erweisen könnten.
Es wäre unvorstellbar, daß wir solche Verhandlungen durch einseitige
Maßnahmen gefährden. Ein solcher Schritt würde das Führen von auf Gegenseitigkeit beruhenden Verhandlungen nahezu unmöglich machen. Allein schon
die Möglichkeit eines solchen Schrittes würde den Staaten des Warschauer
Paktes den Anreiz nehmen, überhaupt zu verhandeln.
Außerdem würde eine einseitige Reduzierung der amerikanischen Truppen
die NATO-Allianz ernstlich spalten. Da die USA ihre Truppen ohne Rücksicht
auf die militärischen Konsequenzen reduziert hätten, würden unsere Verbündeten unter dem politischen Druck ihrer Parlamente stehen, entsprechende einseitige Truppenkürzuingen vorzunehmen. Das gesamte System unserer gemeinsamen Beschlußfassung könnte zerfallen. Und während die Regierung wahrscheinlich jede weitere Truppenreduzierung - ob auf Gegenseitigkeit beruhend
oder nicht - ablehnen würde, wäre der Prozeß einer Auflösung der Verteidigung des Westens in Friedenszeiten doch im Gange und würde von den Vereinigten Staaten selbst begonnen worden sein.
Wir wissen jetzt noch nicht genau, wohin die Bemühungen um beiderseitige Truppenreduzierungen schließlich führen werden. Gleich SALT verspricht
dies ein Prozeß zu werden, der nicht nur beträchtliche militärische Ergebnisse zeitigen, sondern auch zu einem ständigen politischen Gespräch führen

-8-

�führen wird, das für uns durchaus wertvoll sein könnte. Bei SALT haben unsere offenen Gespräche mit der Sowjetunion viel dazu beigetragen, falsche Auffassungen auf beiden Seiten zu zerstreuen. Die gleichen Möglichkeiten ergeben
sich für uns bei MBFR. Ich ersuche Sie alle dringend, den Beitrag nicht zu
unterschätzen, den MBFR zu unserer Sicherheit und zu einer Verringerung der
internationalen Spannungen leisten könnte.
Die vielversprechenden Aussichten dieser umfassenden Verhandlungen würden jedoch durch einen einseitigen Beschluß der Vereinigten Staaten, ihre
NATO-Streitkräfte zu reduzieren, zunichtegemacht. Ein solcher Abzug würde
die NATO sprengen, das bestehende Ost-West-Gleichgewicht untergraben und den
Prozeß einer beiderseitigen Truppenreduzierung abrupt zu einem Stillstand
bringen.

Einseitige Truppenreduzierungen unnötig -

Unsere Haushaltsansätze für die Stationierung unserer 300 000 Soldaten
in Europa, und dies schließt auch den Mittelmeerraum ein, belaufen sich für
das Finanzjahr 1973/74 auf 4 Milliarden Dollar. Dies sind die Kosten, die
durch Gehälter und Unterbringung dieser Soldaten und ihrer Familienangehörigen in Europa entstehen.
Wenn wir jedoch die Kosten der Nachschubeinrichtungen für diese Truppen
in den Vereinigten Staaten und die Kosten für Waffen und Ausrüstung einbeziehen, so erhöhen sich die Gesamtkosten für das Finanzjahr 1973/74 auf 7,7
Milliarden Dollar. Hierin ist auch die oben genannte Zahl von 4 Milliarden
Dollar eingeschlossen. In diesen Zahlen sind die Mehrkosten für die Stationierung unserer Truppen in Europa - im Vergleich zu den Kosten entsprechender Truppen in den Vereinigten Staaten - enthalten. Sie belaufen sich auf
rund 400 Millionen Dollar pro Jahr und setzen sich weitgehend aus solchen
Ausgaben wie Transport usw. zusammen.
Dies

-9-

�Dies sind also die haushaltsmäßigen Kosten für die Stationierung der
300 000 Soldaten und ihrer Familienangehörigen in Europa. Wenn Sie diese
Soldaten nach den USA zurückbringen und unsere NATO-Verpflichtungen einhalten wollen, dann müssen Sie sie unter Waffen halten, es ergeben sich zusätzliche Transportkosten, und es muß eine Zweitausrüstung an schweren Waffen in Europa belassen werden, damit die Truppen schnell bei einem Einsatz
dorthin zurückgebracht werden können. In diesem Falle würden die jährlichen
Haushaltskosten über den gegenwärtigen liegen.
Der entscheidende Punkt ist, daß die Stationierung unserer Truppen in
Europa zwar bescheidene Mehrkosten bringt, diese Mehrkosten aber nicht dadurch eingespart werden können, daß wir diese Truppen nach Hause zurückbringen, wenn es uns gleichzeitig damit ernst ist, das Nötige zu tun, um
weiterhin unseren Verpflichtungen nachzukommen.
Ein zweiter Punkt hier sind die Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz.
Das Ergebnis der Stationierung von 300 000 Soldaten und ihren Familienangehörigen in Europa war im Finanzjahr 1971/72 ein Defizit in unserer militärischen Zahlungsbilanz von 1,5 Milliarden Dollar. Aber dieses Defizit in
unseren militärischen Konten von 1,5 Milliarden Dollar macht nur einen relativ kleinen Teil unseres Zahlungsbilanzdefizits aus. Im Jahre 1972 belief
sich unser Defizit in der Grundbilanz auf 9,2 Milliarden Dollar. Und hiervon entfiel nur ein Sechstel (das sind 1,5 Milliarden Dollar) auf unsere
militärischen Ausgaben in Europa, bei denen unsere Truppenstationierung
mit einem wesentlichen Teil zu Buche schlägt.
Es ist ganz klar, daß die Vereinigten Staaten nicht auf unbegrenzte Zeit
ein Defizit von 9 Milliarden Dollar in ihrer Grundbilanz verkraften können.
Wir können jedoch dieses Defizit nicht einfach dadurch beseitigen, daß wir
die einzelnen Punkte wie die militärischen Konten anpacken. Die Ursachen
des Defizits sind grundlegender Natur, und es bedarf grundlegender Änderungen, um sie zu beseitigen. Aus diesem Grunde sind wir so energisch vor-

-10«

�vorgegangen, um dieses Problem durch eine Abwertung des Dollar sowie durch
das Bestehen auf einer konstruktiven Reform des internationalen Währungssystems zu korrigieren.
Die Ergebnisse unserer monetären Maßnahmen beginnen sich auszuwirken.
Unsere Zahlungsbilanz begann sich zu bessern, nachdem die Wende sich als konstant erwies. Die Statistiken des Handelsministeriums für das erste Quartal
dieses Kalenderjahres zeigen einen Rückgang des Defizits in unserer Grundbilanz von 3,8 Milliarden Dollar im ersten Quartal 1972 auf 1,2 Milliarden in
diesem Jahr. Das ist eine sehr eindrucksvolle Verbesserung. Unsere Wirtschaftler sind der Ansicht, daß der Trend zurück zu einem Ausgleich trotz
einiger anfänglicher Schwächen weiter anhalten und daß sich dabei das Tempo
beschleunigen wird. Wir müssen unsere Verbündeten weiter drängen, einen größeren und gerechteren Teil der Kosten der Verteidigung Europas zu tragen.
Wenn ich unsere Verbündeten auffordere, einen größeren Teil der Verteidigungslasten zu übernehmen, so möchte ich damit nicht bei Ihnen hier den
Eindruck erwecken, sie würden nicht bereits erheblich zur Verringerung unseres militärischen Zahlungsbilanzdefizits beitragen....
Die Bundesregierung hat nicht nur beträchtliche Waffenkäufe in den Vereinigten Staaten vorgenommen, sondern auch für 621 Millionen Dollar mittelfristige Schuldverschreibungen der amerikanischen Regierung übernommen, für
die sie Zinsen zahlt, und sie hat 186 Millionen Dollar für die Renovierung
amerikanischer Unterkünfte in Deutschland aufgewandt, wovon sowohl unsere
Zahlungsbilanz wie auch unser Haushalt profitieren. Der Gesamtwert dieses
Offset-Abkommens für den Zweijahres-Zeitraum beläuft sich für die USA auf
2 065 Milliarden Dollar. Wir verhandeln jetzt über ein neues Offset-Abkommen
mit der Bundesrepublik.
Darüber hinaus - und das ist langfristig von Bedeutung - haben die
NATO-Verteidigungsminister im vergangenen Monat eine Prüfung des Problems
vereinbart, wie weitere multilaterale Wege gefunden werden können, um die
von den Vereinigten Staaten als Folge ihrer Truppenstationierung in Europa

-11-

�Europa getragenen nachteiligen wirtschaftlichen Auswirkungen zu verringern.
Wir betrachten dies als einen wichtigen Schritt, der die zusätzlichen haushaltsmäßigen Belastungen und die Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz verringern kann, die sich dadurch ergeben, daß Streitkräfte im Ausland statt
im Inland stationiert werden."

+H-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Dokumentation

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

27/1973

SCHLESINGER FORDERT GLAUBWÜRDIGE ABSCHRECKUNG
-Auszüge-

WASHINGTON — ( A D ) — D e r amerikanische Verteidigungsminister James R.
Schlesinger hat am 11. Juli vor dem Außenpolitischen Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses die Notwendigkeit einer glaubwürdigen NAT0=
Abschreckung unterstrichen, um der Sowjetunion nicht die Möglichkeit eines
Wagnisses zu minimalen Kosten zu bieten und um die Möglichkeit eines Nuklearkrieges auszuschalten. Die wesentlichen Teile der Erklärung Schlesingers haben folgenden Wortlaut:
"... Wir haben früher schon das Argument gehört, daß die NATO kein
direktes Gegengewicht gegen die überlegenen konventionellen Streitkräfte
des Warschauer Paktes brauche, weil sie ja eine Überlegenheit hinsichtlich
der taktischen und strategischen Kernwaffen besitze. Das mag in den fünfziger Jahren noch richtig gewesen sein, heute aber befinden wir uns in
einer Periode einer ungefähren nuklearen Parität. Das heißt ganz sicher
nicht, daß es von nun an keinen nuklearen Krieg mehr geben kann. Auch besagt es nicht, daß die amerikanische nukleare Verpflichtung gegenüber unserer eigenen Sicherheit und der unserer Verbündeten von der Entwicklung überholt worden ist. Unsere Verpflichtung ist fest und unerschütterlich. Es bedeutet jedoch, daß unseren nuklearen Streitkräften nicht länger das gleiche

-1-

�gleiche entscheidende Gewicht in der Balance der Abschreckung zukommt, wie
sie es zu einer früheren Zeit besassen, und dies weist den konventionellen
militärischen Kapazitäten der NATO einen höheren Wert zu.
Sollte es in einem früheren Zeitabschnitt nicht so wichtig gewesen
sein, so ist es heute doch für die Staaten der NATO ganz sicher von entscheidender Bedeutung, sicherzustellen, daß wir über eine glaubwürdige Abschreckung - nuklearer und nicht-nuklearer Art - über das ganze Spektrum
der Risiken hinweg verfügen, um für die Sowjetunion nicht die Möglichkeit
eines Wagnisses zu minimalen Kosten zu bieten und die Möglichkeit eines
Nuklearkrieges auszuschalten. Niemand will einen Krieg. Und wenn wir die
geeigneten Schritte tun, dann ist ein Krieg auch nicht zu erwarten. Aber
jedenfalls ist ein Krieg weniger wahrscheinlich, wenn wir sowohl über eine
nukleare wie eine nicht-nukleare Abschreckung verfügen. Und in einer Zeit,
in der die Folgen

eines Krieges weltzerstörerisch sein könnten, scheint

mir die durch angemessene Abschreckungsstreitkräfte gewährte Sicherheit
doch wohl ihre Kosten wert zu sein.
Wir haben auch die Behauptung gehört, daß die NATO kein Gegengewicht
an konventionellen Streitkräften gegen den Warschauer Pakt zu in Friedenszeiten irgendwie auch nur annehmbaren Kosten erstellen könne. Zwar sind
im mittleren Raum Europas die Streitkräfte des Warschauer Paktes denen der
NATO zahlenmäßig etwas überlegen, doch ist dies weder hoffnungslos noch besonders beruhigend..Tatsache jedenfalls ist, daß die NATO bereits über einen
großen Teil der Kapazitäten verfügt, die für eine starke konventionelle Verteidigung notwendig sind. Während bedeutsame Verbesserungen in der Tat notwendig sind, kann die NATO doch die bei ihr vorhandenen Mängel mit begrenzten zusätzlichen Anstrengungen überwinden, wenn die NATO-Staaten, einschließlich der Vereinigten Staaten, darauf achten, daß unsere Verteidigungsanstrengungen sich ergänzen, wenn wir gewährleisten, daß unsere Hilfsquellen
dort eingesetzt werden, wo sie am meisten benötigt werden, und wenn wir

-2-

�wir klug und entschlossen sind, eine ständige Verteidigungsanstrengung zu
unternehmen.
Es gibt keinen eigentlichen Grund, warum die NATO gegenüber dem Warschauer Pakt eine Unterlegenheit hinsichtlich der konventionellen Streitkräfte akzeptieren müßte. In den grundsätzlichen Positionen ist die NATO
dem Warschauer Pakt ganz erheblich überlegen. Die Bevölkerungszahl des
Bündnisses liegt um 54 Prozent höher. Unsere vereinten Bruttosozialprodukte sind um über das Dreifache größer. Was wir jetzt tun müssen, ist, die
Hilfsquellen der NATO, die für die konventionellen Streitkräfte in Europa
eingesetzt werden, genauer auf den Charakter der von den Staaten des Warschauer Paktes ausgehenden Bedrohung abzustellen,, Und - auf einer grundsätzlicheren Ebene - wir müssen der Tatsache entgegensehen, daß die Alternative für ein angemessenes konventionelles Potential der NATO in Europa
ein schnellerer Rückgriff auf Kernwaffen wäre, mit all den Risiken, die
eine solche Politik in unserer Ära der nuklearen Parität mit sich bringt.
Es ist ferner gesagt worden, daß unsere Verbündeten sich keine Gedanken über ihre eigene Verteidigung machten oder daß sie nicht gewillt seien,
einen fairen Teil der Lasten zu tragen. Diese Behauptung wird den in den
letzten Jahren gemachten beträchtlichen Anstrengungen nicht zur Genüge gerecht. Der frühere Verteidigungsminister Richardson hat im März 1973 in
seinem Jahresbericht an den Kongreß auf die in den letzten drei Jahren vorgenommenen Erhöhungen der Verteidigungsausgaben der Verbündeten verwiesen
- die Verteidigungshaushalte der Verbündeten liegen um 30 Prozent höher als
1970, wobei weitere beträchtliche Erhöhungen in dem britischen und dem
deutschen Verteidigungshaushalt für dieses Jahr geplant sind. Der stellvertretende Außenminister Rush, der vorher selbst stellvertretender Verteidigungsminister war, hat Ihnen gestern über einige der europäischen Modernisierungsprogramme berichtet. Ich kann Ihnen versichern, daß diese erhöhten Ausgaben und die neuen Programme sowie die bereits für die Zukunft geplanten Programme einen beträchtlichen Beitrag zu dem Potential der NATOStreitkräfte darstellen.
Ferner

3-

�(
\

Ferner trägt die Bundesrepublik Deutschland, wie Sie wissen, dazu bei,
durch beachtliche Maßnahmen einen Ausgleich für die Kosten unserer Truppen
in Deutschland zu schaffen. Das derzeitige Abkommen zwischen unseren beiden
Ländern beläuft sich für die Jahre 1972 und 1973 auf über zwei Milliarden
Dollar. Ein neues Abkommen für den nächsten Zeitraum wird jetzt ausgehandelt. ..
Dies soll nicht besagen, daß die gegenwärtige Stärke der amerikanischen
Truppen in Europa nicht verändert werden kann. Dies soll nur besagen, daß
wir - bei den konventionellen wie auch bei den strategischen Streitkräften die Stärke unserer Truppen in einer Relation zu den gegnerischen Truppen
festlegen sollten und zwar unter voller Berücksichtigung der Kapazitäten
unserer Verbündeten...
Alles in allem stehen unsere Truppen nach über 20 Jahren immer noch in
Europa - nicht aufgrund einer schlechten Politik; nicht aufgrund von Untätigkeit; nicht, um unseren europäischen Verbündeten die Mühen und Kosten
ihrer eigenen Verteidigung zu ersparen; nicht, um lediglich eine amerikanische 'Präsenz8 aufrechtzuerhalten, und nicht, um lediglich als •Stolperdraht* zu dienen. Unsere Truppen stehen vielmehr in Europa, weil die Stärke
der von der Sowjetunion und deren Verbündeten dislozierten Truppen nicht
verringert worden, ja in Wirklichkeit ständig erhöht worden ist; weil eine
vorgeschobene Verteidigung gemeinsam mit unseren Verbündeten für die Vereinigten Staaten die bestmögliche Verteidigungsposition bedeutet; weil unsere
Truppen wesentlich zu dem konventionellen

militärischen Gleichgewicht zwi-

schen der NATO und dem Warschauer Pakt beitragen - ein Gleichgewicht, das
in einer Zeit der nuklearen Parität von größerer und nicht von geringerer Bedeutung ist- und weil die kollektive militärische Stärke des Bündnisses zur
Gewährleistung der politischen Stabilität sowie zur Stärkung der Aussichten
auf eine Entspannung zwischen Ost und West ohne nichtakzeptierbare Risiken
beiträgt.
Ich

-4-

�Ich bin mir voll im Klaren darüber, daß viele im Kongreß eine umgehende Reduzierung der amerikanischen Truppenstärke in Europa wünschen. Aber ich
kann Ihnen nicht guten Gewissens eine einseitige Reduzierung zu diesem entscheidenden Zeitpunkt empfehlen. Zum ersten Male seit dem zweiten Weltkrieg
hat die Sowjetunion ein ernsthaftes Interesse an einer Verhinderung der
Spannungen in Europa sowie an Verhandlungen über beiderseitige Truppenreduzierungen gezeigt. Es wäre in der Tat unbesonnen, wenn wir diesem Prozeß,
der so gut begonnen hat, nicht eine Chance geben würden. Ferner sollten Sie
sich darüber im klaren sein, daß, falls der Kongreß einseitige Reduzierungen der konventionellen Truppen beschließen sollte, die einzig mögliche Alternative zu einer anfänglichen konventionellen Verteidigung ein frühzeitiges Zurückgreifen auf den Einsatz von Nuklearwaffen wäre - eine Alternative,
die, wie Sie wissen, andere Administrationen abgelehnt haben. Meines Erachtens steht für uns politisch zu viel auf dem Spiele und sind die potentiellen Folgen für unsere Sicherheit viel zu groß, als daß wir die sich aus einseitigen Truppenreduzierungen ergebenden unvermeidbaren Risiken akzeptieren könnten.
Was ich empfehle, sind engere Konsultationen zwischen Kongreß und Exekutive mit dem Ziel, eine konventionelle Truppenstärke in Europa zu unterhalten, die unserem Interesse an Europa Rechnung trägt, die dem Fortschritt
der Verhandlungen mit dem Warschauer Pakt entspricht und die die Möglichkeit
einer größeren Aufteilung der Lasten innerhalb des Bündnisses berücksichtigt.
Dies ist der Weg, der meines Erachtens für die Vereinigten Staaten größte
Sicherheit und maximalen Vorteil bringen würde. Aus diesem Grunde ersuche ich
Sie nachdrücklich, Vorschläge für einseitige
sitiv zu entscheiden."

+-H-

-5-

Truppenreduzierungen nicht po-

�? a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

^v'irtSCnart

300

08-85432

27/1973

FINANZMINISTER ERÖRTERN NOCH OFFENE WAHRUNGSFRAGEN
Von Eugene Brake
WASHINGTON «.-(AD)-« Nachdem die technischen Experten alle im Rahmen ihrer
Vollmachten liegenden Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um einen gemeinsamen
Weg zur Errichtung eines neuen internationalen Währungssystems zu finden,
werden sich nunmehr die Finanzminister, die letztlich ohnehin die politisch
delikaten Entscheidungen zu treffen haben, mit den noch verbliebenen Problemen befassen.
Das Ergebnis der dreitägigen Beratungen des Stellvertreterausschusses
in Washington hat sein Vorsitzender Jeremy Morse zusammengefaßt, als er am
13. Juli betonte, die soeben beendete Konferenz sei insofern von besonderem
Interesse gewesen, als in den Sitzungen wie auch außerhalb des Verhandlungsraumes eine Reihe von Vorschlägen gemacht worden seien, um die noch verbliebenen Probleme durch Kompromisse, durch eine Kombination bereits vorliegender Vorschläge oder auch durch neue Vorschläge zu lösen. Zwar sei nur eine
geringe weitere Annäherung der Standpunkte erzielt worden, aber die schon
früher für den 30. und 31. Juli nach Washington einberufene Ministersitzung des Zwanziger-Ausschusses sei genau zu dem richtigen Zeitpunkt anberaumt worden.
Morse

�Morse zeigte sich hinsichtlich der Fortschritte bei den Reformgesprächen keineswegs pessimistisch und wies darauf hin, daß jetzt ein entscheidendes Stadium erreicht worden sei, in dem Entscheidungen getroffen werden
und die Stellvertreter hierzu Anweisungen von den Minister erhalten müßten.
In dem Ministerausschuß wie auch im Stellvertreterausschuß der ZwanzigerGruppe sind praktisch alle Mitglieder des Internationalen Währungsfonds
(IWF) -entweder direkt oder indirekt- vertreten.
Verschiedene, in einem engen Zusammenhang miteinander stehende entscheidend wichtige Fragen harren immer noch einer Lösung. Wie strikt sollen
zum Beispiel die Bestimmungen für eine Anpassung von Zahlungsbilanzen gehandhabt werden? Und wie einschneidend dürfen die Bestimmungen über Konvertierbarkeit und das Ausgleichssystem sein?
Alle Stellvertreter stimmen offensichtlich darin überein, daß in dem
künftigen internationalen Währungssystem Länder mit großen und ständigen
Zahlungsbilanzüberschüssen und Defizitländer gemeinsam dafür verantwortlich •
sind, daß ein Ausgleich der internationalen Geldtransaktionen gewährleistet
ist - entweder durch Anhebungen der Wechselkurse der betreffenden Währungen
oder durch andere wirksame Maßnahmen. Die Frage ist lediglich, wieviel Druck
seitens der internationalen Völkergemeinschaft auf ein Überschußland ausgeübt werden und wieviel Handlungsfreiheit einer Regierung eines solchen Landes bleiben sollte.
Der amerikanische Vorschlag enthält objektive Indikatoren, die aussagen, wann ein Überschußland handeln muß. Es war unter anderem angeregt worden, daß die Höhe der Reserven eines Landes den besten Indikator abgeben
würde. Nach den Worten von Morse hat sich eine beträchtliche Annäherung der
Ansichten auf diesem Gebiet vollzogen, seit die Vereinigten Staaten im vergangenen September erstmalig diesen Gedanken vorgetragen haben.
Die

-2-

�Die USA haben von Anfang an klarzustellen versucht, daß die Art der
Maßnahme - Wechselkursanpassung, Handelsliberalisierung, Erhöhung der Auslandshilfe usw. - der betreffenden Regierung überlassen bleiben sollte. Es
besteht jetzt weitgehende Übereinstimmung darüber, daß andere Indikatoren
als eine Art Gegenprobe ebenfalls beobachtet werden sollten - vor allem
die Grundbilanz eines Landes, die den Zu-und Abfluß von Geldern aufgrund
der meisten nicht unter den Kapitalverkehr fallenden sonstigen internationalen Transaktionen ausweist. Ferner wurde allgemein akzeptiert - selbst von
denen, die zunächst skeptisch waren -, daß Indikatoren in dem neuen System
eine gewisse Rolle zu übernehmen haben.
Die entscheidende Frage ist jetzt: Die Vereinigten Staaten bestehen darauf, daß - sobald ein Indikator einen bestimmten Punkt erreicht hat und eine
internationale Lagebeurteilung nicht zu dem Schluß führt, daß der Indikator
ein falsches Signal gesetzt hat - davon ausgegangen werden muß, daß das betreffende Land zu handeln hat, sofern nicht ein internationales Gremium eine
gegenteilige Entscheidung trifft. Andere Verhandlungsteilnehmer würden es
jedoch lieber sehen, wenn die Indikatoren nur generell auf die Notwendigkeit
hinweisen, daß ein Land handeln sollte.
Was die neuen Bestimmungen über Konvertierbarkeit und das Ausgleichssystem anbetrifft, so wird es das wichtigste Ziel sein, sicherzustellen, daß
keine nationale Währung in einem Ausmaß als Reservewährung benutzt wird, die
es dem betreffenden Lande ermöglichen würde, auf unbegrenzte Zeit hinaus Zahlungsbilanzdefizite auszuweisen. In der Vergangenheit sah sich zum Beispiel
der amerikanische Dollar in einer solchen Position.
Es besteht auch allgemein Übereinstimmung darüber, daß die Sonderstellung des Dollar beendet werden sollte und keine andere nationale Währung an
seine Stelle treten dürfe. Aber offensichtlich gehen die Meinungen immer
noch weit darüber auseinander, wie streng die Bestimmungen über eine weitere
Anhäufung nationaler Währungen für Reservezwecke gehandhabt werden sollen.
Ein

3

�Ein anderer noch offener Punkt ist die künftige Rolle der IWF-Sonderziehungsrechte. Alle Konferenzteilnehmer waren sich darüber einig, daß das Gold
wie auch der Dollar in dem künftigen internationalen Währungssystem eine geringere Rolle spielen sollten. Doch hinsichtlich der Rolle der Sonderziehungsrechte, die an deren Stelle treten würden, blieben zahlreiche Fragen
offen.
Auch hinsichtlich der gegenwärtig im Ausland vagabundierenden US-Dollar
wußte die Konferenz noch keine endgültige Antwort zu geben. Diese Frage kann
praktisch erst im Zusammenhang mit einer Entscheidung über Sonderziehungsrechte gelöst werden. Und bei der Frage, in welchem Zusammenhang die Zuteilung von Sonderziehungsrechten und die Hilfe an die Entwicklungsländer zu
sehen sei, die auf der Tagung erörtert worden war, gehen die Ansichten noch
weit auseinander. Zahlreiche Entwicklungsländer wünschen direkte Sonderzuteilungen von Sonderziehungsrechten als Entwicklungshilfe. Andere Länder möchten
den internationalen Finanzierungsgremien Sonderziehungsrechte zugeteilt wissen. Und wieder andere Länder sind gegen jede derartige Bindung, weil sie be?fürchten, daß dadurch die Rolle der Sonderziehungsrechte als internationale
Reservewährung beeinträchtigt wird.
I

Die Stellvertreter werden die offenen Fragen nunmehr am 30. und 31. Juli
ihren Ministem vortragen, die sie erörtern, aber über die sie noch nicht
entscheiden werden. Auch ist im Anschluß an die Ministertagung nicht mit einem
Kommunique zu rechnen. Doch werden die Finanzminister unmittelbar vor der Jahrestagung des IWF in Nairobi, wahrscheinlich am 22. und 23. September, erneut
zusammenkommen, und auf dieser Sitzung hoffen sie dann, die meisten der anstehenden Fragen lösen zu können. Doch auch dann, wenn auf dieser Septemberkonferenz der Finanzminister eine allgemeine Übereinstimmung erzielt wird,
dürfte es noch eines weiteren Jahres technischer Vorbereitungen bedürfen, bis
die Verträge abschlußreif sind. Doch können zahlreiche wichtige Punkte bereits
lange vor der offiziellen Bestätigung in Kraft gesetzt werden. Morse konnte
also am 13. Juli mit Recht sagen, daß die Verhandlungen nunmehr in ein wichtiges Stadium eintreten.

+++

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wirtschaft

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

27/1973
USA RECHNEN FÜR 1973 MIT WESENTLICH HÖHEREN ERNTEERTRÄGEN
Von John Uhler

WASHINGTON — ( A D ) — Die diesjährige Ernte in den Vereinigten Staaten
wird bei den meisten Agrarprodukten weitaus höhere Erträge als 1972 erbringen. Nach Ansicht maßgebender Regierungsstellen ist es jedoch noch zu
früh, jetzt bereits sagen zu können, ob die tatsächlich erzielten Ernteerträge ausreichen werden, um den einheimischen Bedarf wie auch die inter»
nationale Nachfrage voll befriedigen zu können. Eine Entscheidung darüber,
inwieweit nach dem Einbringen der Ernte die Exportbeschränkungen noch beibehalten werden müssen oder ob sie voll aufgehoben werden können, ist kaum
vor dem 9. August zu erwarten. Zur Zeit sind die Exporte von Sojabohnen
und Sojabohnenerzeugnissen Beschränkungen unterworfen, und bei 48 weiteren
Agrarerzeugnissen sind die Exporteure gehalten, alle Exportaufträge zu
meiden.
Nach den am 10. Juli vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichten neuesten Ernteschätzungen wird für Mai bei einer um neun Prozent größeren Anbaufläche mit rund 150 Millionen metrischen Tonnen ein
um sechs Prozent höherer Ertrag als 1972 erwartet. Bei Sojabohnen ist die
Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent und gegenüber 1971 sogar
um 31 Prozent erweitert worden, während die Erträge mit rund 43 Millionen

-1-

�43 Millionen metrischen Tonnen um 24 Prozent über der vorjährigen Ernte
liegen dürften. Dagegen ist bei Upland-Baumwolle die Anbaufläche um sechs
Prozent zurückgegangen; sie liegt aber immer noch um sechs Prozent höher
als 1971. Bei Weizen wird eine Ernte von 47 Millionen metrischen Tonnen
erwartet; 13 Prozent mehr als im Vorjahr und 8 Prozent mehr als 1971.
Auch Tabak dürfte bei einer um 5 Prozent erweiterten Anbaufläche mit rund
520 000 Tonnen einen um 13 Prozent höheren Ertrag als im Vorjahr erbringen.
Die nächste Erntevoraussage des US-Landwirtschaftsministeriums wird
für den 9. August erwartet. Die Landwirtschaft selbst hat die diesjährigen
Ernteaussichten, wie eine Umfrage vom 1. Juli ergab, zwischen gut und ausgezeichnet bezeichnet. Und ein führender Vertreter des Landwirtschaftsministeriums meinte dieser Tage, trotz Überschwemmungen, Treibstoff»und Düngemittelverknappungen sowie Transportengpässen hätten die Optimisten wieder
die Führung übernommen. Der Unterstaatssekretär im US-Landwirtschaftsministerium, Carroll Brunthaver, erklärte am 10. Juli sogar, "wenn das Wetter weiter gut bleibt, werden wir eine Rekordernte haben".
Aber auch bei Fleisch und Molkereierzeugnissen wird sich nach Ansicht
des Landwirtschaftsministeriums aufgrund der positiven Ernteschätzungen
eine Entspannung anbahnen. Bei einer sofortigen Aufhebung des Preisstopps
für Lebensmittel, so wird allerdings eingeräumt, dürften die Fleischpreise
gleich ansteigen. Längerfristig werde jedoch der inflationistische Druck
nachlassen, und eine gute Ernte dürfte dann mit Sicherheit auch eine Lockerung des Preisstopps in der Phase IV zulassen.
In diesem Zusammenhang wird von Seiten des Landwirtschaftsministeriums
erneut unterstrichen, daß die Sojabohnenexporte im laufenden Erntejahr
- trotz der gegenwärtigen, vorübergehenden Exportbeschränkungen - im 14.
aufeinanderfolgenden Jahr wieder einen neuen Höchststand erreichen werden,
wobei die Zuwachsrate gegenüber dem Erntejahr 1971/72 rund 19 Prozent betragen werde. Die Sojabohnenexporte würden sich auf 13,3 Millionen metrische Tonnen - 11,3 Millionen metrische Tonnen im vorangegangenen Erntejahr -

-2-

�Erntejähr - und bei Sojabohnenschrot auf 4,3 Millionen metrische Tonnen
- gegenüber 3,5 Millionen metrische Tonnen im letzten Erntejahr - stellen.
Dabei wird darauf hingewiesen, daß zum Beispiel die Nachfrage nach Sojabohnenschrot in den USA um 7 Prozent hinter dem letzten Jahr zurückgeblieben
sei. Aufgrund des gegenwärtigen Nachfragestosses aus dem Ausland, so wird
betont, hätten jedoch zur Sicherstellung des eigenen Bedarfs Exportkontrollen
verfügt werden müssen. Im Augenblick sei nicht ganz klar, ob ein Teil der
Auslandsnachfrage nicht spekulativer Natur sei, da sich der Handel angesichts der steigenden Preise rechtzeitig habe eindecken wollen. So seien
die Preise für Sojabohnenschrot von 100 Dollar pro metrische Tonne im Oktober 1972 auf 365 Dollar im Juni angestiegen und bis zum 10. Juli wieder auf
184 Dollar zurückgegangen. Gerade bei Sojabohnen, Weizen und Mais seien
aber Auslandskontrakte in einer beträchtlichen Größenordnung bisher noch
nicht realisiert worden. Es könne also theoretisch durchaus der

Fall ein-

treten, daß bei weiterer Ausweitung der Anbaufläche in den USA und steigenden Ernteerträgen bereits in einem Jahr wieder bei verschiedenen Agrarprodukten in den Vereinigten Staaten beträchtliche Überschüsse anfielen.

+-H-

-3-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und

Service

Postfach

Telex:

Technik

300

08-85432

27/1973

MATERIALPOLITIK - SCHLÜSSELELEMENT EINER NEUEN "UMWELTETHIK"
-Arbeitsgruppe des US-Forschungsrates veröffentlicht Bericht "Mensch,
Materialien und Umwelt"— ( A D ) — Ein umfassender Bericht mit Empfehlungen zur Material-und industriellen Produktionspolitik, den die Arbeitsgruppe Umweltstudien des Nationalen
Forschungsrates der USA zusammengestellt hat, wurde kürzlich von der "National Commission on Materials Policy" in Washington veröffentlicht. Der Report mit dem Titel "Man, Materials and Environment" (Mensch, Materialien
und Umwelt) versucht unter Berücksichtigung internationaler, wirtschaftlicher, gesundheitlicher und versorgungstechnischer Aspekte der Probleme von
Umweltschutz und Rohstoffversorgung Richtlinien für eine Neuorientierung der
nationalen Politik auf Regierungs-und Wirtschaftsebene zu geben. In dem 227
Seiten starken Bericht wird eine "neue Umweltethik in bezug auf die Innenund Außenpolitik und bei öffentlichen und privaten Entscheidungen" gefordert, da "Energie, Materialien, Land, Wasser, Bevölkerung, Qualitätsminderung und Verschmutzung der Umwelt ein Geflecht ineinander verwobener Elemente darstellen, von denen keines gesondert und schon gar nicht im Zusammenhang mit politischen Grenzen betrachtet werden kann...".
Die Verfasser fordern u.a. eine Regierungspolitik, die der Verschwendung von so wichtigen chemischen Rohstoffen wie Mineralöl und Erdgas als
Ausgangsmaterialien für die Energieproduktion ein Ende bereitet. Als Energie-

-l-

�Energiequelle stehe z.B. Kohle, deren Aufbereitung zu sauberen Brennstoffen vorangetrieben werden müsse, ausreichend zur Verfügung. Die Vereinigten Staaten und die anderen Industrieländer müßten gewisse Vorstellungen
aufgeben oder zumindest ändern, die lange Zeit als richtungweisend galten;
1) Verwendung natürlicher Hilfsquellen entsprechend der Nachfrage
der Öffentlichkeit nach Waren und Dienstleistungen und dem Bestreben der
Produzenten, die Märkte auszuweiten;
2) die Vorstellung, daß steigende Produktionsziffern, Mehrverbrauch
pro Kopf der Bevölkerung von Industrieprodukten sowie höherer Verbrauch an
Materialien und Energie ein Maßstab für die Verbesserung der sozialen Verhältnisse seien;
3) daß technologische Entwicklungen so wie bisher auch künftig zum
pro Kopf-Materialbedarf beitragen und ihn sogar beschleunigen müßten.
Vielmehr sollten sich Regierung und Wirtschaft darauf konzentrieren,
Produkte von größerer Lebensdauer auf den Markt zu bringen anstatt ihr Veralten

schon von vorneherein einzuplanen. Sie sollten ferner durch die Ver-

wendung bestimmter Materialien und Produktionsverfahren den Einsatz von Gebraucht-und Altmaterial erleichtern und die Interessen der Konsumenten auf
Produkte lenken, die zu einer Verringerung der Umweltbelastungen führen können. Die Kosten für den Umweltschutz sollten bei allen Industrieprodukten
von vorneherein einkalkuliert werden. Die mit einer solchen Neuorientierung
einhergehenden Veränderungen der Produktionsmaschinerie, die Abkehr von der
bisherigen Konzentration auf knappe Rohstoffe und von dem rapide steigenden
Energieverbrauch sowie die Anpassung an Normen, die der Umweltschutz einfach
verlange, seien nicht gleichbedeutend mit sinkendem Lebensstandard, Rückgang der Produktion und der Beschäftigtenzahl. Wirtschaftliches Wachstum sei
so betont der Bericht, auch unter diesen neuen Aspekten gesichert, vor allem
auf den Sektoren, wo Umweltschutz gebührend berücksichtigt werde. Allerdings
sei im Laufe der Zeit mit erheblichen Schwerpunktverlagerungen auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und

Service

Postfach

Technik

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 32

27/1973

SKYLAB-RADAR MISST STURMWELLEN
-Synchronbeobachtungen von Bord eines Forschungsflugzeuges--(AD)-- In einer bisher einzigartigen "Versuchsanordnung" wurde der
Hurrikan Ava, der erste Wirbelsturm der diesjährigen Saison, im Ostpazifik, von Bord einer als fliegendes Laboratorium ausgerüsteten
C-130 und aus der SKYLAB-Raumstation gleichzeitig beobachtet. Das Forschungsflugzeug flog ca. 500 km südwestlich von Acapulco (Mexiko) in
das Sturmgebiet ein und führte eine Anzahl von Messungen in Höhen zwischen 150 und 3 000 m durch. Gleichzeitig passierte SKYLAB in 435 km
Höhe mehrmals diese Region.
Den Wissenschaftlern des US-Bundesamtes für Meeres-und Atmosphärenforschung ging es vor allem um die Klärung der Frage, in welchem Umfang
es möglich ist, aus dem Weltraum mit Radar und anderen Spezialinstrumenten den Seegang zuverlässig zu messen und Sturmgebiete auch unter diesem
Gesichtspunkt ausmachen zu können. Deshalb war die C-130 mit ähnlichen
Meßinstrumenten ausgerüstet, wie sie sich auch an Bord der SKYLAB-Raumstation befinden und bei den bevorstehenden Missionen SKYLAB II und III
zur Erdbeobachtung eingesetzt werden sollen. Das Flugzeug gelangte in
150 m Höhe in die Sturmfront, flog dann weiter bis zu einem Bereich, in
dem 65 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen wurden

und stieg anschlies-

send auf 3 000 m, um in das kreisrunde "Auge" des Orkans vorzustoßen.

-l-

�vorzustoßen. Über die kurze Strecke von nur 16 km steigerten sich die
Windgeschwindigkeiten von 60 auf 130 Knoten.
Der Hurrikan Ava, der weder Land berührte noch irgendwelchen Schaden
anrichtete, machte sich am 2. Juni ca. 350 km südlich von Salina Cruz in
Mexiko zum ersten Mal als Wirbelsturm bemerkbar. Er wanderte bis zum 8. Juni
in westlicher Richtung, um anschließend nach West-Nordwest zu drehen, wobei er sich immer weiter abschwächte. Am 6. Juni registrierte ein Wetterflugzeug der US-Luftstreitkräfte im Sturmzentrum (Durchmesser 27 km) den
extrem niedrigen Druck von 915 Millibar. Als maximale Windgeschwindigkeit
wurden 140 Knoten gemessen. Ava zählt demnach zur Kategorie der Superhurrikane.
Bei den Radar-und Laserausrüstungen zur Höhenmessung an Bord des Flugzeuges und von SKYLAB handelt es sich um aktive Sensoren. Als Wellenlänge
werden 1,4 Gigahertz und 13 Gigahertz benutzt ( 1 Gigahertz=l Milliarde
Schwingungen pro Sekunde). Für Funkwellen im 1,4-Gigahertz-Bereich sind mit
Wasser beladene Sturmwolken völlig, für 13 Gigahertz begrenzt "durchsichtig",
so daß durch Abtasten der Wasseroberfläche die Höhe der Wellenberge und
die Rauhigkeit der See ermittelt werden kann. Die Messungen ergaben im offenen Meer maximale Wellenhöhen von 12 m in etwa 160 km Abstand vom "Auge"
des Hurrikans. Auffallend war eine unerwartet starke Schaumbildung an der
Wasseroberfläche, die ein passives Mikrowellen-Meßinstrument ausmachte. Dieses Phänomen ist nach Meinung der Wissenschaftler für die bei einem Wirbelsturm auftretenden Wechselwirkungen zwischen Meer und Atmosphäre besonders
aufschlußreich.

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und
Technik

Service

Postfach 300

T e I e x : 08 - 8 54 32

27/1973
EINFACHER BLUTTEST AUF BLEIVERGIFTUNG
--(AD)-- Wegen der verhältnismäßig großen Menge an venösem Blut, das für
eine Untersuchung auf Bleivergiftung erforderlich ist, bereitet es bei
Kindern, vor allem bei Kleinkindern, oft große Schwierigkeiten, die notwendigen Untersuchungen vorzunehmen. Toxische Industrieabgase oder auch
Bleifarben, wie sie als Anstrich in den Wohnungen von alten Stadtvierteln
noch angetroffen werden, sind die Ursachen für solche Vergiftungen, die
beispielsweise allein im Staate New York 380 000 Kinder im Alter zwischen
1 und 5 Jahren gefährden.
Um Massenuntersuchungen an diesen Kindern durchführen zu können, entwickelten Dr. Douglas G. Mitchell, Dr. Kenneth M. Aldous und Dr. Gordon
B. Patrie vom Gesundheits-Department des Staates New York einen neuen,
gegenüber früheren Verfahren erheblich vereinfachten Bluttest auf Blei.
Und da dafür nur ein paar Blutstropfen aus der Fingerspitze genügen, sind
nicht nur die technischen, sondern auch die psychologisch bedingten Schwierigkeiten wesentlich geringer als bei der Anwendung des bisherigen Verfahrens. Denn die Angst der Kinder vor der Prozedur der Blutentnahme bewog
manche Eltern, die Untersuchung zu meiden.
Mit Hilfe eines Analysenautomaten und der Auswertung der Ergebnisse
durch einen Computer wird bei dem neuen Verfahren der Bleispiegel im Blut
schnell, zuverlässig und mit geringeren Laborkosten als bei allen bisher

-1-

�bisher angewandten Meßverfahren bestimmt. Für die Vorarbeiten leisteten die
Medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA (N1H) erhebliche Zuschüsse.
Da bei Kindern leicht die Gefahr besteht, daß das Analysenergebnis
bei einer Blutabnahme an den Fingerspitzen trotz vorausgegangener Reinigung
durch Schmutz-oder Fremdstoffe auf der Haut verfälscht wird, gingen die
New Yorker Ärzte dazu über, zuvor eine Schicht Kollodium aufzusprühen. Nachdem diese getrocknet ist und einen Film gebildet hat, ist es überaus einfach, mit der Blutlanzette diesen Film und die Haut zu durchstechen und ein
paar Blutstropfen aus der Fingerspitze zu drücken, ohne daß dabei Fremdstoffe in die Blutprobe gelangen. Der Test wurde sowohl an Erwachsenen
als auch an Kindern von ein bis sieben Jahren erprobt, wobei sich die oben
beschriebene Technik als die günstigste erwies.
Ein weiterer Vorteil ist die Schnelligkeit, in der die Analyse im
Laborautomaten durchgeführt wird. Von der Verdampfung der Probe bis zum
ausgedruckten Ergebnis vergehen nur 10 Sekunden. Das Verfahren soll jetzt
im gesamten Staat New York angewendet werden. Wie die bisherigen Ergebnisse von Tests auf Blei zeigen, war bei 10 Prozent aller untersuchten Kinder der Bleispiegel gefährlich hoch.

+++

-2-

�BERICHTIGUNGEN

In der Nummer 26/1973 muß es in dem Beitrag von Eugene Brake
"US-Notenbank verfügt über beträchtliche Mittel zur Dollar-Stützung"
im zweiten Absatz letzter Satz richtig heißen: "Im Rahmen der Swap-Vereinbarungen könnten aber auch die ausländischen Notenbanken, falls
notwendig, Dollar bis zu einem Betrage von 17 980 Millionen Dollar
für etwaige Interventionen aufnehmen."

Lesen Sie bitte außerdem unter"Wissenschaft und Technik" die Überschrift des zweiten Artikels richtig:
US-Wissenschafts-und Technologiepolitik:

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7702">
              <text>18.07.1973</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7703">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7704">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14434">
              <text>Amerikadienst 18.07.1973</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14435">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rogers gibt weltpolitischen Überblick&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rede in Tokio vom 16. Juli -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rush: USA eindeutig gegen einseitige Truppenreduzierungen in Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Erklärung des Stellvertretenden US-Außenministers -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schlesinger fordert glaubwürdige Abschreckung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Finanzminister erörtern noch offene Währungsfragen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA rechnen für 1973 mit wesentlich höheren Ernteerträgen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Uhler&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Materialpolitik - Schlüsselelement einer neuen "Umweltethik"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Arbeitsgruppe des US-Forschungsrates veröffentlicht Bericht "Mensch, Materialien und Umwelt"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SKYLAB-Radar misst Sturmwellen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Synchronbeobachtungen von Bord eines Forschungsflugzeuges -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einfacher Bluttest auf Blutvergiftung</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
