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Dokumentation

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3. Juli 1973

25

Inhalt
DOKUMENTATION:
Forschen und Einsparen
-Aufruf Präsident Nixons zur Verbesserung der EnergiesituationAmerikanisch-Sowjetisches Protokoll über erweiterten Luftverkehr
-Wortlaut«

WIRTSCHAFT:
Nixon: Exportkontrollen werden nur kurz sein
-Auszüge aus der Rundfunkrede vom 30. Juni»
US-Sojabohnenexporte werden trotz Kontrollen alle bisherigen Rekorde
brechen
Von John Holway
Volcker fordert internationale Zusammenarbeit in Währungsfragen
-Auszüge aus der Erklärung des Staatssekretärs vor dem Gemeinsamen
Wirtschaftsausschuß des US-KongressesBurns: Rückgang des Dollar-Kurses ungerechtfertigt
-Auszüge-

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Amerikanisch-Sowjetisches Gemeinschaftsprojekt der Tiefseeforschung
Neues Dialysegerät für die Heimbehandlung
Biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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25/1973

FORSCHEN UND EINSPAREN
- Aufruf Präsident Nixons zur Verbesserung der Energiesituation -

--(AD)— In einer am 29. Juni 1973 abgegebenen Erklärung, die im Folgenden
auszugsweise veröffentlicht wird, nahm Präsident Nixon erneut zur Situation
auf dem Energiesektor Stellung:
"Eines der kritischsten Probleme, das Amerika heute in Angriff nehmen
muß, ist die Deckung unseres notwendigen Energiebedarfs. Vor zwei Monaten
kündigte ich ein umfassendes Programm an, das uns in diesem Bestreben
voranbringen sollte. Heute ergreife ich folgende zusätzlichen Maßnahmen:
Erstens ernenne ich John A. Love, Gouverneur von Colorado, zum Leiter eines Energieamtes, das für die Ausarbeitung und Koordinierung der
Energiepolitik auf Präsidialebene verantwortlich sein wird.
Zweitens ersuche ich den Kongreß, ein neues Ministerium mit Kabinettsrang zu errichten, das sich mit Energie und natürlichen Hilfsquellen befaßt,
und einen neuen unabhängigen Apparat für Forschung und Entwicklung auf dem
Energiesektor zu schaffen.
Drittens leite ich ein 10 Milliarden-Dollar-Programm für Forschung
und Entwicklung auf dem Energiesektor in die Wege, das für die kommenden
fünf Jahre gelten soll.
Und

-1-

�Und schließlich starte ich einen Feldzug zur Einsparung von Energie,
um den Eigenverbrauch im ganzen Lande während der kommenden zwölf Monate,
um fünf Prozent zu drosseln. Die Bundesregierung wird in diesen Bemühungen
vorangehen, indem sie sich vornimmt, im gleichen Zeitraum sieben Prozent
einzusparen,
Amerika sieht sich einem ernsten Energieversorgungsproblem gegenüber.
Während unsere Bevölkerungszahl nur sechs Prozent der Weltbevölkerung aus«
macht, verbrauchen wir ein Drittel der Weltenergieproduktion, Die Produktion
aus verfügbaren einheimischen Energiequellen hält mit. unserem ständig wach&lt;=
senden Energiebedarf nicht Schritt. Wenn wir nicht schnell und wirksam handeln, könnten wir uns in absehbarer Zukunft einer echten Energiekrise gegenübersehen.

Am 18. April unterbreitete ich dem Kongreß eine Botschaft, in der die
drängenden Energieprobleme und die notwendigen Schritte zu ihrer Lösung er-=
örtert wurden. Diese Botschaft hob hervor, daß wir mit. unserer Aktivität
zur Drosselung unseres Energiebedarfs auch intensive Anstrengungen unternehmen müssen, unsere Energieproduktion auszuweiten. Ich freue mich, berichten
zu können, daß viele der notwendigen Schritte bereits begonnen wurden und
sich als wirksam erweisen...
Manche der Schritte, die ich im April ankündigte, erfolgten in der
Form von Vorschlägen der Legislative zur künftigen Steigerung der Energieversorgung. Sie forderten den Bau der Ölleitung in Alaska, wettbewerbsfähige Preisgestaltung bei Erdgas, die Freigabe der Bauvorhaben für Tiefwasser»
häfen, die Straffung der Vorschriften für die Standortwahl bei Kraftwerken
und ein vernünftiges Rahmenwerk für Kontrollen für den Tagebau, Nur der
Vorschlag für den Bau der Ölleitung ist endlich in einem Ausschuß behandelt
worden. Ich hoffe, daß der Kongreß über meine anderen Ersuchen schnell und
positiv entscheidet...
Forschung

~2~

�Forschung und Entwicklung
Während wir uns auf konventionelle Formen von Brennstoff stützen müssen,
um unseren unmittelbaren Energiebedarf zu decken, ist es klar, daß die Lösung für unseren Langzeitbedarf in der Erschließung neuer Formen von Energie liegt. Angesichts dieser Notwendigkeit ergreife ich mit sofortiger Wirkung drei Maßnahmen, um unsere Anstrengungen auf Bundesebene in der Energieforschung und Entwicklung auszuweiten.
Erstens leite ich ein Bundesprogramm für Forschung und Entwicklung auf
dem Energiesektor in die Wege, das für die Dauer von fünf Jahren gelten,
mit dem Finanzjahr 1975 beginnen und einen Etat von 10 Milliarden Dollar
haben soll. Um diese Maßnahme in Gang zu setzen, gebe ich Anweisung, im
Finanzjahr 1974 zusätzliche 100 Millionen Dollar für die beschleunigte Durchführung bestimmter, bereits in Angriff genommener Projekte und die Aufnahme
neuer Projekte auf einer Reihe kritischer Gebiete von Forschung und Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Zumindest die Hälfte der Mittel für die
n

eu e n Maßnahmen im kommenden Finanzjahr fließt der Kohleforschung und Ent-

wicklung zu, wobei die Schwerpunkte bei der Gewinnung sauberer flüssiger
Brennstoffe aus Kohle, der Verbesserung der Abbaumethoden zur Erhöhung der
Sicherheit und Produktivität der Gruben, bei der Beschleunigung unseres Programms zur Kohlevergasung und der Entwicklung verbesserter Verbrennungstechniken liegen. Die übrigen Beträge aus dem 100 Millionen-Dollar-Fonds sind für
Forschungs-und Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet neuartiger Systeme zur
Energiewandlung, für Umweltschutz und Umwelthygiene, Dampfgewinnung aus geothemischen Quellen, Einsparung von Energie und gasgekühlte Kernreaktoren
vorgesehen. Obgleich es dringend notwendig ist, die gegenwärtige Etat-Begrenzung für das Haushaltsjahr 1974 einzuhalten, müssen und können diese lebenswichtigen Programme innerhalb dieser Grenzen finanziert werden.

Zweitens

�Zweitens weise ich die Vorsitzende der US-Atomenergiekoramission an, die
Energieforschungs-und Entwicklungsvorhaben des Bundes und der Privatwirtschaft
unter der generellen Leitung des Amtes für Energiepolitik umgehend überprüfen
zu lassen und ein auf nationaler Basis integriertes Energieforschungs-und
Entwicklungsprogramm zu empfehlen. Dieses Programm sollte die Industrie
zu kooperativen Anstrengungen im Sinne einer Erschließung und Demonstration
neuer Technologien, die eine bessere Nutzung unserer Energiequellen ermöglichen, ermutigen und sie aktiv in diese einbeziehen. Ich erteile der Vorsitzenden außerdem Weisung, unter Konsultation des Innenministeriums und
anderer Behörden bis zum 1. September dieses

Jahres spezielle Projekte

zu empfehlen, auf die die zusätzlichen 100 Millionen Dollar im Finanzjahr
1974 aufgeteilt würden. Bis zum 1. Dezember dieses Jahres erwarte ich von
ihr Empfehlungen für Energieforschungs-und Entwicklungsprogramme, die in
meinen Haushaltsvoranschlag für das Finanzjahr 1975 aufgenommen werden sollen.
Drittens errichte ich einen Beirat für Energieforschung und Entwicklung,
der dem Amt für Energiepolitik untersteht und sich aus außerbehördlichen
führenden Vertretern verschiedener Gebiete der Forschung und Entwicklung auf
dem Energiesektor zusammensetzen soll.
Ich bin der Ansicht, daß diese Maßnahmen unsere gegenwärtigen Anstrengungen der Energieforschung und -Entwicklung erheblich verbessern und ausweiten und die Entwicklung von Technologien sichern, die für die Deckung
unseres künftigen Energiebedarfs lebenswichtig sind.

Einsparung von Energie
In meiner Energiebotschaft vom 18. April kündigte ich einleitende
Schritte zur Einsparung der in Amerika verfügbaren Brennstoffe an. Ich erklärte damals, daß Einsparung an Energie zwar eine nationale Notwendigkeit sei,
Anstrengungen zur Einsparung jedoch auf freiwilliger Basis unternommen werden
könnten. Dieser Meinung bin ich auch heute noch.
Appelle

-4-

�i
Appelle in der Öffentlichkeit sind aber angesichts der Aufgabe, der
wir uns gegenübersehen, nicht genug. Die Bundesregierung ist der größte
Energiekonsument im Lande und hat insofern ihre eigene besondere Rolle dabei
zu spielen, den Energieverbrauch einzuschränken und so ein Beispiel für alle
Verbraucher zu geben.
Mit Wirkung vom heutigen Tage verfüge ich deshalb für die Bundesbehörden eine siebenprozentige Reduzierung ihres für

die nächsten 12 Monate

vorausberechneten Energieverbrauchs... Während die Einsparungsmaßnahmen im
einzelnen dem Kabinett und der Leitung der Behörden überlassen bleiben, ordne
ich an, daß die Einsparungsbemühungen folgende Maßnahmen einschließen müssen:
-- Weniger umfangreiche Raumklimatisierung in allen Gebäuden von Bundesbehörden während des ganzen Sommers.
-- Verringerung der Anzahl von Dienstreisen von Bundesangestellten.
-- Kauf oder Anmieten von Autos und anderer Fahrzeuge, die eine günsti«
gere Kilometerleistung mit dem getankten Benzin ergeben.
Von jedem Ministerium und jeder Behörde wird erwartet, daß sie alle
Aktivitäten unter dem Gesichtspunkt überprüfen, wie der eigene Energiebedarf reduziert werden könnte. Das Verteidigungsministerium, der größte
Einzelkonsument von Energie in der Exekutive, hat seine Aktivitäten bereits
überprüft

und im vergangenen Jahr Schritte unternommen, um seinen Energie-

bedarf um zehn Prozent zu kürzen - Schritte, die aber in keiner Weise unsere militärische Einsatzbereitschaft gefährden.
Ich weise auch alle Ministerien und Behörden an, eng mit Minister Morton
und dem Amt für Energiewirtschaft bei der Entwicklung lanfristiger Pläne
und Empfehlungen sowohl für den privaten als auch den öffentlichen Sektor
zusammenzuarbeiten.
Auf mein Ersuchen werden der Innenminister, der Handelsminister und
Gouverneur Love gemeinsam mit Vertretern der amerikanischen Industrie Mittel

-5-

�Mittel und Wege erörtern, um unnötigen Energieverbrauch abzubauen; die
Industrie wird dringend ersucht, sich aktiv an den Einsparungsbemühungen zu
beteiligen.
Des weiteren habe ich den Verkehrsminister angewiesen, gemeinsam mit
den amerikanischen Fluggesellschaften, der Behörde für die Zivilluftfahrt
und dem Bundesluftfahrtamt Wege zur Reduzierung der Fluggeschwindigkeiten
und, wo dies möglich ist, der

Frequenz der kommerziellen Flüge zu fin-

den. Diese Bemühungen laufen bereits. Schon mit einer geringen Herabsetzung
von Geschwindigkeiten und Anzahl der Flüge ist es möglich, den Energieverbrauch beachtlich zu senken.
Da diese Maßnahmen ein breites Aktivitätsspektrum auf dem öffentlichen
und privaten Sektor betreffen, müssen das Problem und die vorgeschlagenen
Einsparungsmaßnahmen in der richtigen Perspektive gesehen werden...
Das Innenministerium schätzt, daß unter Beibehaltung des gegenwärtigen Verbrauchs das Benzinangebot in diesem Sommer um ein bis zwei Prozent
hinter dem Bedarf zurückbleiben wird, unter ungünstigen umständen vielleicht
bis zu fünf Prozent. Um dieser drohenden Verknappung zu begegnen, könnte
meines Erachtens die Reduzierung des vorausgeschätzten Energiebedarfs jedes
Verbrauchers um fünf Prozent als ein vernünftiges und erreichbares nationales Ziel gelten...
Wenn man beispielsweise die Thermostat-Temperatur einer Klimaanlage
nur um 4 Grad höher einstellt, so spart man dadurch schätzungsweise 15 bis
20 Prozent Strom ein. Und so wie die Regierungsstellen Autos mit geringerem
Benzinverbrauch benutzen können, ist dies auch den Bürgern möglich. Fast drei
Viertel des in Amerika konsumierten Benzins wird von den Autos verbraucht.
Die Kraftfahrer können außerdem einen Beitrag leisten, indem sie langsamer
fahren. Wenn ein Wagen mit 80 km/st fährt, verbraucht er 20 bis 25 Prozent
weniger Kraftstoff als bei 110 Stundenkilometern. Eine bessere Ausnutzung der
Sitzplätze und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel würden ein Übriges
tun, um Brennstoff zu sparen.
Um

�Um zur Verminderung der Fahrgeschwindigkeit beizutragen, werde ich
heute außerdem ein Schreiben an die Gouverneure aller Bundesstaaten richten und sie ersuchen, in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Parlament die
Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge auf den Fernstraßen in einer
Weise herabzusetzen, wie dies sowohl mit der Sicherheit und dem Nutzeffekt
als auch mit dem Energiebedarf vereinbar ist.
Ich ersuche außerdem den Kongreß wieder dringend, die Gesetze über den
Massenverkehr zu verabschieden, welche Bundesstaaten und kommunalen Behörden mehr Flexibilität geben, zwischen Investitionen für den Straßenbau oder
für Massenverkehrsmittel zu wählen. Die teilweise Umstellung vom Individualauf den Massenverkehr wird eine merkliche Einsparung an Energie und günstige
Auswirkungen auf die Umwelt zur Folge haben und es gleichzeitig ermöglichen,
die Straßen so wirksam zu nutzen, wie dies ursprünglich gedacht war...".

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25/1973

AMERIKANISCH-SOWJETISCHES PROTOKOLL ÜBER ERWEITERTEN LUFTVERKEHR
- Wortlaut -

WASHINGTON —(AD)-- Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben am
23. Juni 1973 im Rahmen des Besuches von Parteichef Breschnew in den USA
ein Protokoll über die Ausweitung des Luftverkehrs zwischen beiden Sca.
ten unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte durch den amerikanischen
Verkehrsminister Claude Brinegar und den sowjetischen Minister für Zivilluftfahrt Boris Bugajew. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut:
"Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Regierung
der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken sind
in Übereinstimmung mit Punkt 7 der9Grundsätze für die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen
Sojwetrepubliken*, die am 29. Mai 1972 in Moskau unterzeichnet wurden,
aus dem Wunsche heraus, erweiterte Kommunikationen zwischen den beiden
Ländern auf gegenseitiger Basis zu fördern,
aus der Erkenntnis der Rolle heraus, die der Luftverkehr in diesem Zusammenhang spielen kann, und
gemäß Artikel 16 des Zivilluftfahrtabkommens zwischen den beiden Regie
rungen vom 4. November 1966
wie folgt übereingekommen:
Artikel I

�Artikel I
Die im Rahmen des Zivilluftfahrtabkommens bestehenden vereinbarten
Dienste zwischen New York und Moskau sollen dahingehend erweitert werden^
daß sie Dienste der designierten Fluggesellschaft der Vereinigten Staaten
von New York nach Leningrad einschließen und für die designierte Fluggesellschaft der UdSSR von Moskau nach Washington.

Artikel II
Angesichts des wachsenden Verkehrs zwischen beiden Ländern sollen die
bestehenden Vereinbarungen im Rahmen des Zivilluftfahrtabkommens bezüglich
der Flugfrequenz dahingend abgeändert werden, daß sie eine Erhöhung der
Frequenz des Dienstes zulassen.
Artikel III
Die vorgenannten und andere damit zusammenhängende Änderungen des Zivilluftfahrtabkommens sind in dem beigefügten Anhang niedergelegt, der an
die Stelle des bestehenden Anhangs zu diesem Abkommen tritt.
Dieses Protokoll soll mit seiner Unterzeichnung in Kraft treten.

Gegeben in Washington am 23» Juni 1973 in zweifacher Ausfertigung in
englischer und russischer Sprache, wobei beide Texte gleichermaßen authentisch sind.

Anhang

�Anhang

1.

Die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken über-

trägt dem Ministerium für Zivilluftfahrt der UdSSR die Verantwortung für
den Betrieb der vereinbarten Dienste auf den Routen, wie sie in Tabelle I
dieses Anhangs spezifiziert werden, das zu diesem Zweck wiederum die Allgemeine Abteilung für Internationalen Luftverkehr (die sowjetische Fluglinie
Aeroflot) beauftragt.
2.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika designiert Pan

American World Airways, Inc., die vereinbarten Dienste auf den in Tabelle
II dieses Anhangs spezifizierten Routen zu betreiben.
3.

Jede der designierten Fluggesellschaften wird beim Betrieb der

vereinbarten

Dienste auf den jeweiligen in Tabelle I und II dieses Anhangs

spezifizierten Routen folgende Rechte haben:
1) Das Recht, zu technischen und kommerziellen Zwecken am Endpunkt
der vereinbarten Route im Territorium der anderen Vertragsparteien zu landen, sowie auch Ausweichflugplätze und Flugeinrichtungen in diesem Territorium für solche Zwecke zu benutzen;
2) das Recht, Passagiere, Gepäck, Fracht und Post im Territorium der
anderen Vertragspartei zu landen - ohne jedoch das Recht, Passagiere, Gepäck, Fracht oder Post zu landen, die von einem Zwischenlandungspunkt in
einem dritten Land auf der gegebenen Route kommen, mit Ausnahme von Passagieren und ihrem Begleitgepäck, die von der designierten Fluggesellschaft
an diesem Zwischenlandungsplatz gelandet worden sind und während der Gültigkeitsdauer ihres Flugscheins (auf keinen Fall jedoch später als ein
Jahr nach dem Datum ihrer Unterbrechung) wieder zugestiegen sind und die
mit einem Passagierflugschein und einem Gepäckschein reisen, die die Beförderung mit planmäßigen Flügen auf jedem Abschnitt der Route zwischen

�zwischen den beiden Vertragsparteien vorsehen; und
3) das Recht, Passagiere, Gepäck, Fracht und Post im'Territorium der
anderen Vertragspartei aufzunehmen - ohne jedoch das Recht, Passagiere,
Gepäck, Fracht und Post aufzunehmen, die für irgendeinen Zwischenlandungspunkt auf der gegebenen Route in einem dritten Land bestimmt sind, mit Ausnahme von Passagieren und ihrem Begleitgepäck, die auf diesem Zwischenlandungspunkt gelandet und später von der designierten Fluggesellschaft während der Gültigkeitsdauer ihres Flugscheins (auf keinen Fall jedoch später
als ein Jahr nach dem Datum ihrer Unterbrechung) wieder aufgenommen werden
und die mit einem Passagierflugschein und einem Gepäckschein reisen, die
die Beförderung mit planmäßigen Flügen auf jedem Abschnitt der Route
zwischen den beiden Vertragsparteien vorsehen.

4.

Über die im obigen Paragraph 3 spezifizierten Rechte hinaus wird jede

designierte Fluggesellschaft das Recht haben, vorbehaltlich Paragraph 5
unten im Territorium der anderen Vertragspartei Passagiere, Gepäck, Fracht
und Post aufzunehmen und zu landen,die an irgendeinem Zwischenlandungspunkt
auf der gegebenen Route in einem dritten Land gelandet werden sollen oder
aufgenommen worden sind.
5.

Jede designierte Fluggesellschaft darf bis zum 31. März 1974 bis zu

zwei Hin-und Rückflüge pro Woche durchführen, während der Sommerreisesaison
1974 (vom 1. April 1974 bis 31. Oktober 1974) bis zu drei Hin-und Rückflügen pro Woche, in der Wintersaison 1974/75 (vom 1.November 1974 bis 31.
März 1975) bis zu zwei Hin-und Rückflüge pro Woche und danach so viele Flüge, wie von den Vertragspartein

vereinbart werden. Die designierte Flug-

gesellschaft der Vereinigten Staaten darf das oben in Paragraph 4 spezifizierte Recht auf all ihren Flügen ausüben. Die designierte Fluggesellschaft der Sowjetunion darf das oben in Paragraph 4 spezifizierte Recht
auf einem ihrer Flüge ausüben.

�6.

Zwischenlandungspunkte, von denen in Tabelle I dieses Anhangs ge-

sprochen wird, werden jeweils zwei der folgenden Städte sein: Amsterdam,
Kopenhagen, Paris, London, Frankfurt und Brüssel; und Zwischenlandungspunkte, von denen in Tabelle II gesprochen wird, werden jeweils zwei der folgenden Städte sein: London, Amsterdam, Frankfurt, Kopenhagen, Brüssel und Paris.
Zu Beginn jeder Sommer-und Winterreisesaison kann jede designierte Fluggesellschaft von einer Kombination zweier Zwischenlandungspunkte auf eine andere Kombination zweier Zwischenlandungspunkte für diese Saison wechseln.
Auf jedem Flug darf nicht mehr als ein Zwischenlandungspunkt bedient werden.
Der Zwischenlandungspunkt oder die Zwischenlandungspunkte dürfen nach Wahl
jeder der designierten Fluggesellschaften bei jedem beliebigen oder bei
allen Flügen ausgelassen werden.
7.

Jede designierte Fluggesellschaft darf an jedem der in Paragraph 6

oben aufgeführten Zwischenlandungspunkte in Europa Maschinenwechsel vornehmen, vorausgesetzt daß:
1) der Transport über den Punkt des Maschinenwechsels hinaus von einem
einzigen Flugzeug gleicher oder geringerer Kapazität (im Falle von Diensten,
die vom Heimatland wegführen) oder gleicher oder größerer Kapazität (im
Falle von Diensten, die zum Heimatland hinführen) wie der des ankommenden
Flugzeuges durchgeführt wird;und
2) das Flugzeug für solchen Weitertransport nur in Übereinstimmung mit
dem Flugplan des ankommenden Flugzeuges weitergeführt wird (unter der gleichen Flugnummer), um einen genauen und wirklich kontinuierlichen Dienst zu
gewährleisten.

Vereinbarte

-5-

�Vereinbarte Dienste
Tabelle I
Für die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken:
Moskau nach New York oder Washington (Dulles) und zurück, über die in
Paragraph 6 oben in diesem Anhang aufgeführten Zwischenlandungspunkte.
New York und Washington werden mit getrennten Flügen bedient. Technische Landungen werden auf jene begrenzt, die in Artikel II des Zusatzabkommens in
der abgeänderten Form aufgeführt sind.

Tabelle II
Für die Vereinigten Staaten von Amerika:
New York nach Leningrad oder Moskau und zurück, über die in Paragraph
6 dieses Anhangs aufgeführten Zwischenlandungspunkte. Leningrad und Moskau
werden mit getrennten Flügen bedient. Technische Landungen werden auf jene
begrenzt, die in Artikel II des Zusatzabkommens in der abgeänderten Form
aufgeführt sind."

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NIXON: EXPORTKONTROLLEN WERDEN NUR KURZ SEIN
- Auszüge aus der Rundfunkrede vom 30. Juni -

WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat in einer Rundfunkrede am 30. Juni
betont, daß die verfügten Exportkontrollen zwar notwendig sind, aber nur
von kurzer Dauer sein werden. Langfristig gebe es, so erklärte der Präsident,
nur ein wirksames Mittel gegen Preiserhöhungen, nämlich ein zur Deckung der
Nachfrage ausreichendes Warenangebot. Die wichtigsten Teile der Rede des
Präsidenten haben folgenden Wortlaut:
"Vor 18 Tagen habe ich ein Einfrieren der Preise angeordnet und angekündigt, daß auf diesen Preisstopp ein neues und schärferes Kontrollprogramm
zur Eindämmung der Inflation folgen wird...
Seit mehreren Jahren hat es in der gesamten westlichen Welt eine hohe
Inflationsrate gegeben. In dem im April abgelaufenen Jahr sind die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten wesentlich langsamer gestiegen,
als dies in Großbritannien, Frankreich, Westdeutschland, Kanada oder Japan
der Fall war. Mit der Ausweitung des Welthandels trägt dieser inflationistische Druck im Ausland auch zu einem inflationistischen Druck in den Vereinigten Staaten bei: Wenn irgendwo die Preise steigen, bietet die Jagd nach
knappen Gütern im Ausland einen gewinnträchtigeren Markt, als dies in den
Vereinigten Staaten selbst der Fall wäre.
•!, .
.

»1-

Im

�\

Im letzten Jahr sind unsere Agrarexporte allein um 50 Prozent von
noch nicht acht Milliarden Dollar auf fast 12 Milliarden Dollar gestiegen.
Gleichzeitig hatte die amerikanische Landwirtschaft 1972 unter den ungünstigsten Wetterverhältnissen zu leiden, die wir jemals hatten - sowohl für
Ackerbau wie auch für Viehzucht. Die Agrarerzeugung steigt jetzt wieder an;
die Aussichten für dieses Jahr sind im allgemeinen gut.
Beispielsweise wird die Weizenernte dieses Jahr die größte sein, die
wir jemals hatten. Die zahlreichen von uns ergriffenen Maßnahmen zur Steigerung der Agrarerzeugung - darunter auch die Freigabe von weiteren 40 Millionen Acres Land für die Bestellung - wird letztlich zu einem größeren Angebot
von Agrarerzeugnissen auf dem Markt und so zu einer Entspannung bei den
hohen Lebensmittelpreisen führen. Bis dahin müssen wir jedoch höhere Lebensmittelpreise zahlen, weil ein begrenztes Angebot und eine stärkere weltweite
Nachfrage zusammenfallen....
Die sich aus den Verknappungen ergebenden Probleme, die diese Exportkontrollen notwendig machen, sind nur vorübergehender Natur. Daher bin ich
zuversichtlich, daß die Notwendigkeit von Exportkontrollen für Agrarerzeugnisse auch nur vorübergehend sein wird. Sobald im Herbst die diesjährige
Ernte eingebracht ist, rechnen wir damit, daß wir dann den anderen Ländern
wieder Zugang zu diesen Erzeugnissen gestatten können. Während dieser kurzen Zeit, in der Kontrollen notwendig sind, werden wir alles in unseren Kräften stehende tun, um sicherzustellen, daß unsere traditionellen Abnehmer so
wenig wie möglich Schaden erleiden, und wir werden stets unser ständiges Ziel
im Auge behalten, Fortschritte in Richtung auf mehr - und nicht auf weniger Welthandel zu machen.
Einen Punkt möchte ich heute nachmittag noch ganz besonders herausstellen: Kontrollen können nur kurzfristig Abhilfe schaffen; langfristig würde
eine Abhängigkeit von Kontrollen der Volkswirtschaft abträglich sein und
unserem Wohlstand schaden.
Langfristig

-2-

�Langfristig gibt es nur eine Möglichkeit - nur die eine Möglichkeit -,
um die Preise niedrig zu halten, nämlich ein zur Deckung der Nachfrage ausreichendes Angebot, während gleichzeitig eine verantwortungsbewußte Haushalts-und Währungspolitik verfolgt wird. Kontrollen schaffen uns nicht ein
solches Angebot; genau so wenig sind sie ein Ersatz für fiskalische und
monetäre Disziplin.
Aus diesem Grunde habe ich durchschlagende Maßnahmen ergriffen, um eine
Ausweitung des Angebots bei den wichtigsten Erzeugnissen zu fördern. Wir haben versucht, in unserer Landwirtschaftspolitik eine Kehrtwendung zu vollziehen; wir haben uns von der alten Politik, die Einkommen in der Landwirtschaft durch Begrenzung des Angebots und Anheben der Preise hoch zu halten,
«
abgewandt und sind zu einer neuen Politik übergegangen, die Einkommen durch
Steigerung des Angebots und Ausweitung der Absatzmärkte hoch zu halten. Wir
haben versucht, nicht mehr benötigte Vorräte an industriellen Rohstoffen
schneller abzustoßen. Wir haben eine Handelspolitik aufgenommen, die es uns
ermöglichen wird, vermehrt solche Erzeugnisse einzuführen, die andere Länder
rationeller herstellen, und vermehrt solche Erzeugnisse zu exportieren, die
wir rationeller herstellen. Wir ergreifen

Maßnahmen zur Steigerung der Pro-

duktivität .
Was immer wir auch zur Steigerung des Angebotes unternehmen, es kann
unzulänglich sein, wenn wir nicht auch die Ausweitung der Nachfrage in vernünftigen Grenzen halten. Aus diesem Grunde müssen wir nicht nur unnützen
Regierungsausgaben fest entgegentreten, sondern auch solchen Regierungsausgaben, die zwar angebracht wären, die wir uns aber nicht leisten können.
Der Kampf gegen höhere Preise beginnt mit dem Kampf um den Bundeshaushalt.
Ich werde daher weiterhin jede Maßnahme unterstützen, die einer verantwortungsbewußten Haushaltspolitik dient, und jedem Versuch widerstehen, eine solche
Politik aufzugeben.
Die

-3

�Die von der Federal Reserve Bank verfolgte Politik des knappen Geldes
ist zur Eindämmung der Inflation notwendig. Kurzfristig kann diese Politik
zu einem Ansteigen der Zinsen führen. Aber es ist besser, eine Zeitlang mit
hohen Zinsen zu leben als mit einer noch höheren Inflationsrate - und als
Folge davon mit noch höheren Zinssätzen auf lange Zeit...".

-4-

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25/1973

US-SOJABOHNENEXPORTE WERDEN TROTZ KONTROLLEN ALLE BISHERIGEN REKORDE
BRECHEN
Von John Holway

WASHINGTON --(AD)— Die amerikanischen Sojabohnenexporte werden dieses Jahr,
trotz der Kürzungen in den nächsten drei Monaten bei noch nicht ausgelieferten Kontrakten, alle bisherigen Rekorde brechen. Insgesamt dürften rund
17 Millionen metrische Tonnen Sojabohnen und Sojabohnenschrot - fast drei
Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr und fast zwei Millionen Tonnen mehr
als im bisher besten Exportjahr - bis zum Jahresende ausgeführt werden. Von
diesen 17 Millionen Tonnen werden rund 12,3 Millionen Tonnen auf Sojabohnen und 4,7 Millionen Tonnen auf Sojabohnenschrot entfallen.
Für den inneramerikanischen Verbrauch werden mit rund 15,7 Millionen
Tonnen Sojabohnen etwa die gleichen Mengen wie im letzten Jahr benötigt werden. Somit können von der neuen Ernte, die alle Rekorde zu übertreffen verspricht, 52 Prozent exportiert werden. Dies würde prozentual wie auch mengenmäßig alle früheren Exportergebnisse brechen.
Das amerikanische Handelsministerium hat am Wochenende eine Bestandsaufnahme vorgenommen und dabei festgestellt, daß nach Abzug der zur Deckung
des inneramerikanischen Bedarfs benötigten Mengen zur Zeit nur noch etwa
800 000 Tonnen Sojabohnen für den Export verfügbar sind. Dies würde aus-

-1-

�ausreichen, um die abgeschlossenen Kontrakte etwa zu 50 Prozent zu erfüllen. Eine ähnliche Situation ergab sich bei Sojabohnenschrot, wo festgestellt
wurde, daß nach Abzug der zur Deckung des inneramerikanischen Bedarfs benötigten Mengen noch etwa 75 000 Tonnen für den Export verfügbar sind. Dagegen ergaben die angestellten Erhebungen, daß die vorhandenen Bestände bei
Baumwollsaatkuchen zur Deckung des inneramerikanischen Bedarfs sowie zur
Erfüllung der anstehenden Kontrakte ausreichten.
Daher hat das US-Handelsministerium an Stelle des Exportembargos für
die nachstehenden Agrarerzeugnisse nunmehr ein Lizenzierungssystem bekanntgegeben, das eine Erfüllung der anstehenden Exportkontrakte - Stichtag 13.
Juni - wie folgt gestattet:
-- Sojabohnen: 50 Prozent
-- Sojabohnenkuchen und Schrot: 40 Prozent
—

Baumwollsaaten: 100 Prozent

—

Baumwollsaatkuchen und Expeller: 100 Prozent

Die Exportbeschränkungen für Sojabohnen wie auch bei anderen Agrarerzeugnissen dürften aufgehoben werden, sobald die Ernte.im September eingebracht ist. Die Entscheidung darüber wird letztlich aber davon abhängen, wie
hoch die eingebrachte Ernte tatsächlich ist, wie hoch die Exportnachfrage
sein wird und wie sich die Preise dann in den Vereinigten Staaten einpendeln
werden.
Die jetzt vom Handelsministerium auf der Basis der einzelnen Kontrakte
ausgestellten Lizenzen für die Ausfuhr von Sojabohnen verlieren ihre Gültigkeit am 15. September; bei den beiden Nachfolgeprodukten ist der Stichtag
der 15. Oktober. Die erteilten Lizenzen für die Ausfuhr von Baumwollsaaten
erlöschen mit dem 15. August, bei den Nachfolgeprodukten am 15. Oktober. Unabhängig hiervon bleibt das Meldesystem für Exporte für diese wie auch alle
anderen Agrarerzeugnisse gemäß dem Export Controll Bulletin des OEC (Amt für

-2-

�für Exportkontrollen) Nr„ 84 (a) vom 13. Juni und Nr. 87 vom 28, Juni voll
in Kraft. Unter dieses Meldesystem fallen unter anderem; Weizen, Reis, Gerste,
Mais, Roggen, Hafer, Hirse, Sojabohnen und -Produkte sowie Baumwollsaaten
und -Produkte
Die Ermächtigung für die US-Regierung zur Einführung von Exportlizenzen aufgrund einer Verknappung im Inland, eines schwerwiegenden Preisaul
triebs und einer anomalen Auslandsnachfrage ist mit dem Export Administration Act von 1969 gegeben. Zwar sind die Befugnisse des Präsidenten aufgrund
dieses Gesetzes eng begrenzt, doch ist die gegenwärtige Situation so, daß die
Bestimmungen des Gesetzes erfüllt sind.
Von maßgebenden amerikanischen Stellen wird in diesem Zusammenhang unterstrichen, daß aufgrund der neuen Lizenzierungsbestimmungen kein Abnehmer
gegenüber einem anderen bevorzugt werden soll. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, daß die amerikanischen Sojabohnenexporte in den ersten acht Monaten
dieses Jahres mit 10,3 Millionen metrischen Tonnen bereits höher sein werden als im gesamten Kalenderjahr 1972, in dem sie 10,2 Millionen metrische
Tonnen betrugen. So wird zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland

in den

ersten acht Monaten dieses Jahres 1,3 Millionen metrische Tonnen erhalten
gegenüber 1,29 Millionen metrische Tonnen im Kalenderjahr 1972.

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25/1973
VOLCKER FORDERT INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT IN WÄHRUNGSFRAGEN
-Auszüge aus der Erklärung des Staatssekretärs vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß des US-Kongresses-

WASHINGTON --(AD)-- Der Staatssekretär im amerikanischen Finanzministerium,
Paul Volcker, hat am 26. Juni erneut die Bedeutung einer internationalen
Zusammenarbeit in Währungsfragen unterstrichen und dabei zu der gegenwärtigen Situation auf den Devisenmärkten Stellung genommen. Die wesentlichen Teile der Erklärung des Staatssekretärs vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß des US-Kongresses haben folgenden Wortlaut:
"Die Frage, mit der sich der Unterausschuß beschäftigt - »wie bewähren sich die schwankenden Wechselkurse1 - ist im Augenblick von besonderem Interesse, sowohl im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen
auf den Devisenmärkten wie auch aufgrund der Auswirkungen auf die Verhandlungen über eine Reform des internationalen Währungssystems. Gleichzeitig
müssen wir uns aber auch darüber klar sein, daß abschließende Antworten
noch nicht möglich sind, denn wir befinden uns weitgehend auf einem neuen
und noch nicht voll ausgeloteten Gebiet...

Ich möchte annehmen, daß auf-

grund der jüngsten Erfahrungen drei große Schlußfolgerungen gezogen werden können, wobei wir uns klar sein müssen, daß wir auf jedem dieser Gebiete noch viel zu lernen haben.
1.)

�1.) Die derzeitigen Vereinbarungen für die Devisenmärkte sind angesichts
der gegenwärtigen Übergangsperiode zu einem befriedigerenden Zahlungsbilanzgleichgewicht und zu einem reformierten Währungssystem angebracht. Diese Auffassung wird meines Erachtens von den Regierungen praktisch aller
großen Länder geteilt.
Dies besagt aber nicht, daß damit Ausmaß oder Richtung der jüngsten
Wechselkursveränderungen für richtig befunden werden. Tatsächlich entsprechen, wie ich betont habe, die im Februar festgelegten Wechselkursparitäten meiner Ansicht nach wie auch nach Ansicht der meisten Regierungen
weit stärker den langfristigen Aussichten, und die täglichen Schwankungen
der Wechselkurse waren häufig weit größer, als mir lieb war. Unter den derzeitigen Gegebenheiten sind jedoch die praktisch möglichen Alternativen
zu den gegenwärtigen Vereinbarungen unbefriedigend. Ein Versuch, jetzt ein
starres System von Wechselkursen festzulegen, würde das Risiko einer Rückkehr zu massiven Kapitalflüssen, verstärkter Restriktionen und dazwischenliegender Schließung der Märkte heraufbeschwören - genau die Bedingungen,
die wir vermeiden wollen und vermieden haben.
.... Ich habe bereits gesagt, daß nach meiner Auffassung die im Februar
und März festgelegten Wechselkurse im großen ganzen den Anpassungserfordernissen entsprechen. In diesem Lichte gesehen scheint die weitere Aufwertung
der meisten europäischen Währungen in den letzten Wochen - die zwar vorübergehend die wettbewerbliche Anpassung verstärkt - viel zu weit gegangen zu
sein, und sie dürfte in ihr Gegenteil umschlagen. Der springende Punkt ist
jedoch, daß die Geschäftsleute, Händler und Finanziers nach einer Zeit der
Veränderungen und der Unsicherheit nunmehr fest davon überzeugt werden
müssen, daß das System der Wechselkurse den gegenwärtigen und den künftigen
wirtschaftlichen Gegebenheiten voll entspricht und nicht künstlich zustandegebracht worden ist. Meines Erachtens müssen wir das Verhalten des Marktes
selbst beoachten, das uns helfen wird, zu einer solchen Auffassung zu kommen, und sie auch bekräftigen dürfte.
Wir

-2-

�Wir haben während dieser Zeit eine staatliche Intervention nicht ausgeschlossen... In unseren Ausführungen vor dem Unterausschuß im September
letzten Jahres haben der Vorsitzende (des Federal Reserve Board) Burns und
ich die von der Regierung in Bezug auf eine staatliche Intervention ganz
allgemein verfolgte Politik dargelegt und zwar zu einer Zeit, bevor noch in
stärkerem Maße von einer Freigabe der Wechselkurse

Gebrauch gemacht worden

war. Ich habe dargelegt, daß wir nicht beabsichtigen, entgegen dem allgemeinen Trend in der Entwicklung der Zahlungsbilanz den Dollar künstlich zu
stützen. Wir waren uns darüber im klaren, daß die Stärke des Dollar letztlich
auf einer anderen, grundlegenden Politik zur Verbesserung unserer Zahlungsbilanz basieren muß.
Jede aktive Intervention von unserer Seite würde von uns selbst kontrolliert sein; sie würde zu einem Zeitpunkt und in einer Größenordnung - groß
oder klein - erfolgen, wie sie uns angesichts der Marktsituation angebracht
erscheint, und sie würde zu dem Zweck erfolgen, mit zur Bekämpfung der spekulativen Kräfte beizutragen, die zugegebenermaßen zu unnötiger Unruhe und
Belastung auf den Devisenmärkten führen können.
Meines Erachtens sollte diese grundlegende Politik unser Verhalten angesichts der neuen Situationen eines weitverbreiteten Floatens weiter bestimmen... Für den Augenblick wollen wir uns ein flexibles Instrument erhalten,
das wir im Interesse geordneter Marktverhältnisse und unter Berücksichtigung
der jeweiligen besonderen Gegebenheiten einsetzen können.
2.) Die verfügbaren Informationen sind zwar langfristig nicht überzeugend, lassen jedoch darauf schließen, daß die gegenwärtigen Übergangsvereinbarungen das Volumen des Handels und der langfristigen Investitionen weder in der einen noch in der anderen Richtung ernstlich beeinflußt haben.
Die massiven Flüsse kurzfristigen Kapitals, die Teil der Schwäche früherer
Vereinbarungen waren, sind eingedämmt worden, zum Teil durch Kontrollen,
aber auch durch Wechselkursvereinbarungen
3.)

�3.) Die derzeitigen Vereinbarungen sind kein Ersatz für eine vereinbarte langfristige Reform.
Die Fragen, um die es bei einer langfristigen Reform des internationalen
Währungssystems geht, sind weit umfassender als die Frage der Wechselkurspraktiken.
Die internationale Zusammenarbeit - die durch die Gepflogenheiten der
Vergangenheit, die Anerkennung der gemeinsamen Interessen sowie die gegenwärtigen engen Konsultationen gefördert wurde

- hat meines Erachtens die derzei-

tige Herausforderung bestanden. Langfristig wird diese Zusammenarbeit aber
nicht in einem Rahmen von ad hoc-Entscheidungen gedeihen können, sondern nur
in einem Rahmen vereinbarter Regeln, die klar abgefaßt sind und im gemeinsamen Interesse liegen. Derartige Bestimmungen haben wir zur Zeit nicht. Das
ist die grundlegende Aufgabe unserer Reformbemühungen.
Bei diesen Bemühungen ist bis jetzt noch keine Übereinstimmung hinsichtlich spezifischer Wechselkursbestimmungen erreicht worden. Meines Erachtens
ist es jedoch fair, zu sagen, die jüngsten Erfahrungen scheinen die Auffassung
zu unterstützen, daß eine wesentlich größere Flexibilität in der Handhabung
der Wechselkurse, als dies unter dem System von Bretton Woods der Fall war,
notwendig und wünschenswert sein wird. Gleichzeitig wird in weiten Kreisen die
Auffassung vertreten, daß die internationale Zusammenarbeit und die Überwachung
der Wechselkurspraktiken erleichtert wird, wenn die Konzeption fester Wechselkurse - von Paritäten oder Mittelwerten - beibehalten wird. Die Frage sollte nicht lauten:»Stabilität» oder 'Instabilität», sondern vielmehr: welches
ist das beste Mittel, um im Einklang mit den anderen Zielen und der internationalen Zusammenarbeit ein Höchstmaß an Stabilität auf dem Markt zu erreichen.
Meines Erachtens können wir und die anderen viel von den jüngsten Erfahrungen lernen. Ich bin nicht allzu glücklich über die meines Erachtens unnötige Abwertung des Dollar in den letzten Wochen oder über das Ausmaß einiger der tagtäglichen Schwankungen der Wechselkurse. Aber ich bin zufrieden,

-4.

�zufrieden, daß der Druck auf dem Devisenmarkt in einer Zeit großer Unsicherheit auf den Finanzmärkten neutralisiert und in einer Form abgelassen worden ist, die im Einklang mit unseren grundlegenden Zielen und Erfordernissen
wie auch denen der anderen Länder steht. Vor allem die Wirtschaftspolitik
im In-und Ausland hat durch die Notwendigkeit, daß wir uns mit massiven
Flüssen spekulativen Kapitals in einer krisenhaften Atmosphäre befassen
mußten, keinerlei Störungen erfahren. Die internationalen Geschäfte sind
nicht beeinträchtigt worden. Der grundlegende Prozeß einer internationalen
Anpassung ist im Gange.
Die jüngsten Erfahrungen weisen uns aber auch auf bestimmte grundlegende Faktoren hin. Keine internationale Währungsvereinbarung kann hohe Stabilität schaffen, wenn unsere nationalen Volkswirtschaften instabil und inflationsträchtig sind. Das internationale Vertrauen muß aus einer stetigen
Entwicklung im Inland erwachsen. Unsere monetären Techniken werden nur dann
wirksam und von Bestand sein, wenn sie das Ergebnis einer umfassenderen
internationalen Übereinstimmung und Zusammenarbeit sind.
Alles in allem sind die derzeitigen Vereinbarungen kein Zaubermittel
zur Lösung unserer Probleme oder das Ende des Weges zu einer Reform des internationalen WährungsSystems. Aber sie scheinen sich im Augenblick zu bewähren, und sie sind uns eine Lehre und geben uns Erfahrungen, die bei unseren Planungen für die Zukunft nicht übersehen werden dürfen.'1

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25/1973
BURNS: RÜCKGGANG DES DOLLAR-KURSES UNGERECHTFERTIGT
-AuszügeWASHINGTON — ( A D ) — Der Vorsitzende des Federal Reserve Board, Arthur Burns,
hat am 27. Juni vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß des US-Kongresses
zu den jüngsten Entwicklungen auf den Devisenmärkten Stellung genommen.
Die wesentlichen Teile der Erklärung von Burns haben folgenden Wortlaut:
"Einige Wirtschaftler werden vielleicht den jüngsten Rückgang des
internationalen Kurswertes des Dollar mit Genugtuung betrachten. Ich gehöre
nicht zu ihnen. Wenn der Wert einer Währung absinkt, so werden die Bemühungen eines Landes zur Eindämmung der Inflation immer schwieriger. Denn in
einem solchen Fall steigen die Preise für Importgüter, und dieser Preisanstieg überträgt sich sowohl auf einheimische Ersatzerzeugnisse als auch
auf solche Endprodukte, die auf importierten Rohstoffen basieren.
Inzwischen belebt sich der Export; und wenn gleichzeitig die Binnenmarktpreise direkten Kontrollen unterworfen werden, wie dies jetzt bei uns
der Fall ist, so können sich bei einheimischen Erzeugnissen störende Engpässe auf dem Markt entwickeln.
Im Gegensatz zu früheren Abwertungen, die zur Wiederherstellung des
Gleichgewichtes bei unseren internationalen Transaktionen erforderlich waren,
war der Rückgang des Dollarkurses im Mai und Juni bedauerlich. Er läßt
sich bestimmt nicht rechtfertigen, wenn man das internationale Preisniveau

-1-

�Preisniveau oder die grundlegenden wirtschaftlichen Entwicklungen realistisch
betrachtet.
Doch dies ist nicht alles. Sofern die übermäßig große Abwertung des
Dollar andauert, würde dies mit der Zeit zu einem unerwünscht großen Handelsüberschuß führen. Anders gesagt, wir würden dann alle transferierbaren
Hilfsquellen der übrigen Welt zu preislich günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen, statt sie hier im Inland zu nutzen. Eine solche Entwicklung
wäre von unserem Standpunkt aus nicht nur sinnlos, sondern würde auch zu
Schwierigkeiten für die anderen Länder führen, von denen die meisten weit
mehr als die Vereinigten Staaten vom Außenhandel abhängig sind. Eine weitere
Überlegung, die wir berücksichtigen müssen, ist, daß die ständige Entwertung
unserer Währung mit der Zeit das Vertrauen in die Rolle des Dollar als Handelswährung untergraben würde. Damit würde aber die internationale Rolle
unseres hoch entwickelten Finanzsystems geschwächt werden.
Obwohl der Rückgang des internationalen Wertes des Dollar seit Mitte
Mai, was die Situation unserer Wirtschaft oder unserer Zahlungsbilanz anbetrifft, ungerechtfertigt ist, hat es bisher keinerlei Interventionen seitens
unserer Regierung auf den Devisenmärkten gegeben.
Diejenigen, die alle Dollar abstoßen - sei es, weil sie sichergehen
oder weil sie schnell Gewinne realisieren wollen - werden wahrscheinlich
durch die Entwicklungen auf dem Markt selbst bestraft werden. Die Zentralbanken der großen Länder werden auf jeden Fall nicht auf unbegrenzte Zeit
hinaus abseits stehen. Die Situation wird genau beobachtet.
Wie auf der Konferenz am 16. März in Paris vereinbart, stehen wir und
die Währungsbehörden der anderen Länder bereit, zu intervenieren, um die
Aufrechterhaltung geordneter Bedingungen auf den Devisenmärkten zu erleichtern. Unter den gegenwärtigen Umständen, da zahlreiche zwischen den Ländern
der Welt stehende Finanz-,Handels- und politische Fragen noch ungelöst sind,
müssen die gegenwärtigen Wechselkursvereinbarungen - die, wie ich hoffe,
nur geringe Interventionen der Zentralbanken erfordern werden - beibehalten

-2-

�beibehalten werden. Diese Vereinbarungen haben ihre Vorteile. Die Auswirkungen spekulativer Käufe und Verkäufe auf den Devisenmarkt spiegeln sich
in den Wechselkursschwankungen wider und setzen sich schließlich selbst eine
Grenze.

In den letzten Wochen waren wir in der Tat in der Lage, eine Krisen«,

atmosphäre zu vermeiden,

die sich entwickelt hätte, wenn die Währungsbehör-

den immer noch verpflichtet gewesen wären , bestimmte Wechselkurse durch unbegrenzte staatliche Interventionen zu stützen. Es ergab sich keine Notwendigkeit, den Markt zu schließen, um massive internationale Geldtransaktionen
zu verhindern. Ferner haben verschiedene Länder festgestellt, daß die gegenwärtigen Floating-Vereinbarungen es ihnen ermöglichen werden, die Ausweitung
des Geldumlaufes sowie die innere Verschuldung besser in den Griff zu bekommen. . .
,-,.

Ich möchte auf die Aussichten für die amerikanische Zahlungsbilanz

nur kurz eingehen, denn ich bin der Meinung, daß die Aussichten für unsere
Zahlungsbilanz sich aufgrund der Neufestsetzung der Wechselkurse 1970/71
und Anfang 1973 wesentlich verbessert haben.
Alles in allem ist der Dollar bis April dieses Jahres gegenüber den
anderen Ländern seit Mitte 1970 praktisch um rund 16 Prozent und gegenüber
einigen unserer stärksten Konkurrenten wie Japan und Deutschland um wesentlich mehr abgewertet worden. Dies ist eine große Anpassung, und sie hat die
internationale Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Erzeugnisse wesentlich
verbessert.
Die Wechselkursänderungen der letzten Jahre beginnen bereits, sowohl
bei unseren Exporten als auch bei unseren Importen greifbare Ergebnisse zu
zeitigen. Bisher hat dieses Jahr eine merkliche Verbesserung der Handelsbilanz gebracht. Das Handelsdefizit in den Monaten März bis Mai - die letzten
drei Monate, für die Zahlen vorliegen - stellte sich auf eine Jahresrate
von 1,3 Milliarden Dollar gegenüber einer Jahresrate von 6,8 Milliarden
Dollar im Kalenderjahr 1972. Ein großer Teil dieser Verbesserung ist auf die
hohen Agrarexporte zurückzuführen, die wahrscheinlich nur vorübergehend

3-

�vorübergehend waren, so daß die wirkliche Verbesserung nicht so groß ist,
wie dies die Zahlen vermuten lassen. Wir sollten in den kommenden Monaten
auf einige vorübergehende Rückschläge gefaßt sein. Der Wert der nicht-landwirtschaftlichen Exporte war in den Monaten März bis Mai um 18 Prozent höher
als noch sechs Monate zuvor. Die neuen Auslandsaufträge für Maschinen im
ersten Quartal dieses Jahres lagen um 16 Prozent höher als im dritten Quartal
des letzten Jahres. Inzwischen scheint die Zunahme unserer Gesamtimporte
nachgelassen zu haben, auch wenn im Mai ein starker Importstoß zu verzeichnen
war - wahrscheinlich weitgehend aufgrund der jüngsten Preiserhöhungen für
importierte Lebensmittel und Rohstoffe.
Im Laufe dieses Jahres und 1974 können wir mit weiteren Verbesserungen
in unserer Außenhandelsbilanz rechnen, nicht nur aufgrund der kumulierenden
Wirkung unserer verbesserten Wettbewerbsposition, sondern auch, weil der
Wirtschaftszyklus sich zu unseren Gunsten verändern dürfte.
Die Zunahme der realen Gütererzeugung in den Vereinigten Staaten hat sich
auf eine gemäßigtere und stetigere Rate zurückzubilden begonnen, was die Ausweitung unseres Importes dämpfen dürfte. Auf der anderen Seite nimmt die
Wirtschaftstätigkeit in den anderen Ländern, die unseren Export am stärksten
beeinflußt, ständig weiter stark zu. Die Verbesserung unserer Handelsbilanz
in diesem Jahr dürfte daher wahrscheinlich 1974 und 1975 noch zunehmen, so
daß wir in diesen Jahren erstmalig seit Ende der sechziger Jahre wieder einen
beträchtlichen Handelsüberschuß erzielen werden.
Gleichzeitig mit der Verbesserung der Handelsbilanz kann sich auch eine
Verbesserung bei anderen internationalen Transaktionen ergeben - vor allem
beim Kapitalverkehr. Nachdem der Dollar heute so viel billiger als vor zwei
oder drei Jahren ist, könnten ausländische Investoren mehr daran interessiert
sein, Besitz in den Vereinigten Staaten zu erwerben - Unternehmen, Grundbesitz
oder Wertpapiere. Es gibt bereits zahlreiche Anzeichen für eine solche Zunahme des ausländischen Interesses. Auf der anderen Seite dürfte der höhere
Preis, den Amerikaner heute für Devisen zahlen müssen, den Anreiz verringern,

-4-

�verringern, Unternehmen im Ausland zu errichten oder ausländische Wertpapiere
zu erwerben.
Diese günstigen Aussichten für die amerikanische Handels-und Zahlungsbilanz setzen natürlich voraus, daß der inflationistische Druck im Inland
eingedämmt wird. Ich bin über die hohe Inflationsrate, die wir in den letzten
Monaten hatten, sehr beunruhigt.
Kein Wechselkurssystem oder internationales Währungssystem kann richtig
arbeiten, wenn die großen Industriestaaten, vor allem die Vereinigten Staaten, die Inflation nicht besser unter Kontrolle bringen, als dies bis jetzt
der Fall war."

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25/1973

AMERIKANISCH-SOWJETISCHES GEMEINSCHAFTSPROJEKT DER TIEFSEEFORSCHUNG

--(AD)-- Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abkommens zur Zusammenarbeit in der Meeresforschung, das Präsident Nixon und der Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew, für die USA und die Sowjetunion im
Juni 1973 schlössen, hat die praktische Arbeit begonnen. Am 2. Juli 1973
lief das sowjetische Forschungsschiff AKADEMIK KURCHATOW in New York ein,

um Wissenschaftler der Columbia-Universität an Bord zu nehmen, die gemeinsam mit sowjetischen Kollegen Untersuchungen im Gebiet des MittelatlantikRückens und vor Island durchführen werden. Von Bord des sowjetischen
Schiffes aus wird Dr. Marcus G. Langseth, der vor allem durch neuartige
Meßmethoden für die Mondforschung im Rahmen des APOLLO-Programms bekannt
geworden ist, geothermische Messungen vornehmen, während Dr. John Ewing
seismische Experimente durchführt.
Die KURCHATOW-Expedition gilt in erster Linie der Vorbereitung künftiger gemeinsamer Sondierungen des Meeresuntergrundes mit Tiefbohrschiffen wie der GLOMAR CHALLENGER. Dieses amerikanische Forschungsschiff
hat seit 1968 bereits mehr als 30 Expeditionen durch die Weltmeere unternommen. Ähnlich wie das Columbia-Forschungsschiff VEMA lieferte es unschätzbar wertvolles wissenschaftliches Material zu Fragen der Veränderung
der Erdoberfläche, Z.B« der Kontinentalverschiebung, infolge dynamischer
Vorgänge in der Erdkruste,sowie zu Gesetzmäßigkeiten bezw. Lagebestimmungen für Rohstoffvorkommen.
Die

-i"

�Die Forschungsfahrten wurden unter der Leitung der US-Nationalstiftung für die Wissenschaft (National Science Foundation - NSF) bisher von
fünf amerikanischen Meeresforschungsinstituten und Universitäten geplant und
vorbereitet. Auch Wissenschaftler aus einer Reihe anderer Länder, u.a. der
Bundesrepublik, nahmen daran teil. Seit kurzem gehört auch das Sowjetische
Institut für Ozeanologie, in dessen Auftrag die KURCHATOW fährt, zu diesem
Gremium. Anläßlich des Empfangs der sowjetischen Wissenschaftler in New York
äußerte Dr. Mani Talwani, der Direktor des Geologischen Lamont-Doherty-Observatoriums der Columbia-Universität, die Hoffnung, daß sich künftig auch
einige europäische Institute beteiligen. Dann bestünde die Möglichkeit, das
Projekt "Tiefseebohrungen" über 1975 hinaus zu verlängern.
Man hofft, im Laufe der Zeit ca. 4 000 m tief in den Meeresuntergrund
vordringen zu können. (Die GLOMAR CHALLENGER vermag mit ihren gegenwärtigen
Ausrüstungen bis etwa 1 000 m Tiefe zu bohren, und zwar bei Wassertiefen
bis 6 000 m . ) . Damit ließen sich u.a. die Grenzen der Kontinentalsockel un'd
damit auch Ort und Ausdehnung der Sedimentbecken in den Meeren genauer ermittein, in denen Erdgas und Öl zu finden sind.
Mehr als bisher sollen bei den künftigen Studien mit Forschungsschiffen
auch Erdsatelliten in Anspruch genommen werden, die es ermöglichen, geographische Positionen auch auf offener See
zu bestimmen.

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auf wenige hundert Meter genau

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25/1973

NEUES DIALYSEGERÄT FÜR DIE HEIMBEHANDLUNG
- Blutdruck ersetzt mechanische Pumpe -

--(AD)-- Ein kleines kompaktes Dialyse-Gerät, das eine Blutwäsche in
nur 70 Prozent der Zeit ermöglicht, die mit den herkömmlichen "künstlichen
Nieren" gebraucht wird, wurde an der Universität Chicago entwickelt. Auf
eine mechanische Pumpe für das Blut, das an halbdurchlässigen Membranen
zum Abfiltern der giftigen Stoffwechselprodukte vorbeigeführt wird, kann
dabei ganz verzichtet werden. Der Blutdruck des Patienten genügt, um den
Weitertransport durch die Maschine in Gang zu halten.
Dr. Edmund J. Lewis, der Direktor des Haemodialyse-Zentrums der Universität Chicago, leitete bereits mehr als 70 erfolgreiche klinische
Tests mit dem neuen Gerät, das Finlay Markley, ein Physiker vom Argonne
National Laboratory,entwickelt hat. Wie bei allen Dialyse-Geräten wird
auch hier Zellophan als Membran-Material benutzt, mit dessen Hilfe Abbauprodukte im Blut, Harnstoff und Kreatinin entfernt und in einer Spezialflüssigkeit auf der Rückseite der Membran, dem sogenannten Dialysat, gesammelt werden. Bei den Tests zeigte sich, daß mit dem neuen Gerät pro
Minute 146 ccm Blut von Harnstoff gereinigt werden, während die Leistung

-l-

�Leistung der menschlichen Niere bei 75 ccm liegt. Für Kreatinin beträgt der
Wert 117 ccm pro Minute; das sind drei Kubikzentimeter weniger als bei der
gesunden menschlichen Niere.
Obgleich die Gesamtoberfläche der Membran mit 1,2 qm um ca. 20 Prozent größer ist als die anderer "künstlichen Nieren", betragen die Ausmaße
des Geräts nur 5 x 5 x 30 cm. Die kompakte Bauweise wurde dadurch möglich,
daß Markley ein neues, wasserbeständiges Klebemittel für das Zellophan entwickelte. Die Membran ist dadurch in der Form von 60 harmonikaähnlich gefalteten Platten, die von einem Netz aus Polypropylen gehalten werden, zu
benutzen, während für das bisher übliche Röhren-Arrangement viel mehr Raum
benötigt wird. Das Gerät verbraucht nur 30 ccm statt der üblichen 100
bis 250 ccm Blut für den Betrieb. Die Membraneinheit wird nur einmal benutzt und dürfte bei Serienproduktion nur wenige Dollars kosten.

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25/1973
BIOLOGISCHES SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSMITTEL

--(AD)-- Die US-Behörde für Umweltschutz (EPA) hat Maßnahmen in die
Wege geleitet, die zum ersten Mal die kommerzielle Herstellung und die
Anwendung eines biologischen Schädlingsbekämpfungsmittels auf Virusbasis
ermöglichen. In fast fünfjährigen Labor-und Felduntersuchungen sowie
durch Prüfungen von Wissenschaftlern an staatlichen Instituten wurde
nachgewiesen, daß eventuelle Rückstände des Polyhedrose-Virus, das gegen
Samen-und Kapselschädlinge von Baumwollpflanzen eingesetzt werden soll,
für Mensch, Tier und nützliche Insekten unschädlich sind. Angesichts
dieser Ergebnisse wurde der Antrag der Firma International Minerals und
Chemical Corporation (IMC) in Libertyville (Illinois) befürwortet, das
von ihr hergestellte Viron/H von den Bestimmungen auszunehmen, die eine
Rückstands-Toleranzgrenze für Baumwollsamen fordern. Das Unternehmen muß
nunmehr das Präparat bei der EPA registrieren lassen, damit es zum Verkauf
an Baumwollfarmer zugelassen werden kann.
Viron/H ist der Handelsname für ein Virus, das der natürliche Feind
ausgerechnet der Insekten ist, die an Baumwoll-und Tabakpflanzungen
großen Schaden anrichten. Für die Anwendung als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel wird es in der Weise gewonnen, daß man in Verbindung mit
Insekten, die im Laboratorium gezüchtet wurden, Kulturen anlegt.
Bisher

�Bisher benutzte man chemische Präparate zur Bekämpfung der Baumwollkapselschädlinge, insbesondere DDT und Methylparathion. Seit dem 1. Januar
1973 ist jedoch die Anwendung von DDT weitgehend untersagt, auch für den
Schutz von Baumwollplantagen, weil die Rückstände nur sehr langsam abgebaut
werden und in alle nur erdenklichen anderen Produkte und Organismen Eingang
finden. Nach Ansicht von EPA-Wissenschaftlern könnte eine Anwendung des
neuen biologischen Präparates Viron/H auch zur Bekämpfung bestimmter Maisschädlinge in Erwägung gezogen werden. Jedoch sind dazu noch umfangreiche
Untersuchungen erforderlich.

-2-

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Forschen und Einsparen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Aufruf Präsident Nixons zur Verbesserung der Energiesituation -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch-Sowjetisches Protokoll über erweiterten Luftverkehr&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nixon: Exportkontrollen werden nur kurz sein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Rundfunkrede vom 30. Juni -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Sojabohnenexporte werden trotz Kontrollen alle bisherigen Rekorde brechen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Holway&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Volcker fordert internationale Zusammenarbeit in Währungsfragen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus der Erklärung des Staatssekretärs vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Burns: Rückgang des Dollar-Kurses ungerechtfertigt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch-Sowjetisches Gemeinschaftsprojekt der Tiefseeforschung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neues Dialysegerät für die Heimbehandlung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel</text>
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