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                  <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

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Nummer

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G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

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300

Information
und
Dokumentation

T e l e x : 0 8 - 8 5 4 32

3 . Mai 1973

18

Inhalt

INFORMATION
Fulbright-Stipendien

zum S t u d i u m i n d e n USA im S t u d i e n j a h r

1974/75

HINTERGRUNDMATERIAL
Rogers: Grundprinzipien d e r amerikanischen P o l i t i k b l e i b e n
- Rede d e s U S - A u ß e n m i n i s t e r s vom 2 3 . A p r i l

-

WIRTSCHAFT
Chancen u n d P r o b l e m e d e s O s t - W e s t - H a n d e l s
- Grundzüge d e r U S - P o l i t i k -

US-Handelsdefizit

auf niedrigstem Stand s e i t

18 Monaten

- Handelsminister warnt vor v o r e i l i g e n Schlüssen -

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

unverändert

�amerika dienst
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53

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Telex:

miO

rmation

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18/1973

FULBRIGHT-STIPENDIEN ZUM STUDIUM IN DEN USA IN STUDIENJAHR 1 9 7 4 / 7 5

-

(AD) - Auch f ü r d a s S t u d i e n j a h r

1974/75 kann d i e d e u t s c h e

Kommission w i e d e r k o m b i n i e r t e R e i s e - und A u f e n t h a l t s s t i p e n d i e n
an a m e r i k a n i s c h e n J o c h s c h u l e n an d e u t s c h e S t u d e n t e n v e r g e b e n .
müssen b i s zum 1 5 . J u n i

Fulbright-

zum S t u d i u m
Bewerbungen

1973 e i n g e r e i c h t w e r d e n , u n d zwar von i m m a t r i k u l i e r t e n

S t u d e n t e n b e i den Akademischen A u s l a n d s ä m t e r n d e r H o c h s c h u l e n .

In Abänderung d e r R i c h t l i n i e n werden Jungakademiker m i t abgeschlossenem
H o c h s c h u l s t u d i u m nunmehr an d e n D e u t s c h e n A k a d e m i s c h e n A u s t a u s c h d i e n s t e n

ver-

wiesen.

W e i t e r e Auskünfte e r t e i l e n d i e Akademischen A u s l a n d s ä m t e r d e r d e u t s c h e n
Hochschulen sowie d i e Fulbright-Kommission.

53 Bonn-Bad G o d e s b e r g 1
T h e a t e r p l a t z 1A
P o s t f a c h 208

+ + + ++

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Hintergrundmaterial

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18/1973

ROGERS: GRUNDPRINZIPIEN DER AMERIKANISCHEN POLITIK BLEIBEN UNVERÄNDERT
- Rede des US-Außenministers vom 2 3. April -

NEW YORK - (AD) - Der amerikanische Außenminister William P. Rogers
hat am 23. April in einer Rede vor dem Overseas Press Club in New York erklärt, daß angesichts der veränderten Verhältnisse in der Welt eine Neuorientierung der Politik der Vereinigten Staaten unerläßlich sei,. !aß dies
aber keine fundamentale Änderung der erfolgreichen Grundprinzipien dieser
Politik bedeute. Rogers, der vor allem auf das Verhältnis der USA zu Europa
und zur NATO einging, betonte, daß die Vereinigten Staaten die feste Absicht
hätten, ihre Stärke in Europa aufrechtzuerhalten und nicht von ihren vertraglichen Sicherheitsverpflichtungen gegenüber anderen abzurücken.

Die richtungweisende Rede des amerikanischen Außenministers hat folgenden
Wortlaut:

Ich glaube, daß in unserem Lande völlige Übereinstimmung darüber besteht, daß eine wesentlich veränderte internationale Lage eine Neuorientierung
unserer Politik und unserer Programme erfordert. Die Administration und der
Kongreß stehen mitten in diesem Prozeß. Das bedeutet jedoch nicht, daß wir
die Politik fundamental ändern sollten, die wir in den letzten Jahren mit so
viel Erfolg verfolgt haben.

Sie alle kennen die großen Umrisse dieser Politik.
Wir

�I

Wir werden weiterhin unsere Beziehungen zur Volksrepublik China auf einer
stetigen und sich ausweitenden Basis verbessern. In dem Maße, in dem die Kontakte zunehmen, werden Freundschaft und Verständnis zwischen dem chinesischen
Volk und dem amerikanischen Volk wachsen. Unsere Hoffnung - und wie ich überzeugt bin, auch die ihrige (der Chinesen) - besteht darin, daß die sich entwickelnden politischen, sozialen und kommerziellen Beziehungen zur Volksrepublik China zur künftigen Stabilität im pazifischen Raum beitragen werden.

Wir werden uns bemühen, unsere Beziehungen zur Sowjetunion auf den Gebieten der Politik, des Handels, der Wissenschaft und der Technologie zu verbessern. Wir stehen jetzt in Phase II der SALT-Gespräche. In diesem Sommer
werden wir an der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa teilnehmen, und zwar mit der Absicht und der Entschlossenheit, unsere Bündnisse
mit der Europäischen Gemeinschaft, mit Japan oder mit anderen Nationen der
freien Welt, die sich auf Grund von vertraglichen Bindungen auf uns verlassen,
nicht zu schwächen.

In Indochina werden wir jeden möglichen diplomatischen Weg einschlagen jede diplomatische Möglichkeit nutzen -, um die volle Verwirklichung des Pariser
Abkommens herbeizuführen. Es ist nicht überraschend, daß viele ernste Probleme
verbleiben. Die Annäherung der Interessen und Einflüsse, die zu dem Abkommen
geführt hat, bleibt jedoch im Spiel. Daher bin ich überzeugt, daß bei erneuten
Anstrengungen seitens aller Beteiligten das Pariser Abkommen noch immer die
beste Aussicht - und nach meiner Überzeugung eine realistische Hoffnung - auf
Frieden und Stabilität in Indochina bietet.

Der Nahe Osten, wo Emotionen und Haß einen sinnvollen Dialog gelegentlich völlig unmöglich erscheinen lassen, bleibt weiterhin Anlaß zu großer
Besorgnis. Es ist jedoch jetzt immerhin schon fast drei Jahre her, daß die
Initiative der Vereinigten Staaten zu einer Waffenruhe zwischen Ägypten und
Israel geführt hat. Unser wichtigstes Nahziel wird darin bestehen, diese zerbrechliche Waffenruhe möglichst aufrechtzuerhalten, während wir gleichzeitig
versuchen, Verhandlungen unter den beteiligten Nationen zustandezubringen. Wenn

- 2 -

�t

Wenn es nun noch gelänge, einen Waffenstillstand in den aufhetzenden Reden,
einen Waffenstillstand in den kriegerischen Erklärungen unverrückbarer und
starrer Standpunkte und schließlich einen Waffenstillstand jeglicher Gewalttätigkeit von jedweder Seite zu erreichen, dann könnte nach meiner Überzeugung
ein Fortschritt im Sinne einer dauerhaften Lösung erzielt werden. Die Hauptbeteiligten haben erklärt, daß sie die Türen der Diplomatie offen halten
möchten. Wir möchten sie selbstverständlich gerne beim Wort nehmen.

Ich bin - sicherlich ebenso wie Sie - über den Fortschritt ermutigt, der
in den letzten Jahren in vielen Gebieten der Welt in den internationalen Angelegenheiten erzielt worden ist. Und ich bin zuversichtlich, daß bei einem
Anhalten der gegenwärtigen Trends ein Krieg unter großen Nationen vermieden
werden kann.

Das wird jedoch nicht leicht sein. In dem angenehmen Klima der Entspannung
gedeihen leicht Nachlässigkeit und Isolation.

So werden wir nicht nur die Politik des Präsidenten, die sich als so erfolgreich erwiesen hat, weiter verfolgen, sondern darüber hinaus auch gegen
eine Haltung angehen müssen, die eine Folge des Erfolgs ist.

Zum Beispiel können wir die kürzlichen Vorschläge nicht akzeptieren:

- die im Ausland stationierten amerikanischen Truppen in den kommenden
18 Monaten wesentlich zu reduzieren,
- die Rolle der Vereinigten Staaten bei der Bereitstellung von Material
und Dienstleistungen zur Verteidigung für andere Staaten so weit wie möglich
abzubauen und bis zum Jahre 1975 alle auf Schenkungsbasis gewährte Militärhilfe einzustellen, und
- die Richtung unserer Außenpolitik in den letzten 25 Jahren zu redivieren,
indem wir uns nach innen orientieren, unsere aktive Rolle in internationalen
Fragen radikal abbauen und Handelsschranken errichten.
So

- 3-

�&lt;

So verlockend solche Wege, oberflächlich betrachtet, auch sein mögen sie zu verfolgen, wäre töricht.

Erstens müssen die Vereinigten Staaten, wenn sie sich ihren Wohlstand
erhalten wollen, weiterhin in der übrigen Welt wirtschaftlich engagiert bleiben.
Ein immer größerer Teil unserer Wirtschaft ist, was das Wachstum anbetrifft, vom
Export abhängig - 31 Prozent unserer gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung
und 14 Prozent unserer Fertigwaren werden gegenwärtig exportiert. Hinsichtlich
der Deckung unseres Erdölbedarfs sind wir zu 30 Prozent von Importen abhängig,
und dieser Prozentsatz nimmt ständig zu.

Das vorgeschlagene Handelsgesetz, das Präsident Nixon in diesem Monat
dem Kongreß unterbreitet hat, zielt darauf ab, daß die Vereinigten Staaten
auch weiterhin engagiert bleiben. Wir werden bei den Handels- und Währungsverhandlungen im kommenden Herbst darauf bestehen, daß die amerikanischen Exporte künftig fairer behandelt werden und der amerikanische Dollar nicht mehr
eine so drückende Last zu tragen hat. Es ist jedoch nicht das Hauptziel unserer
Wirtschaftspolitik in diesem Jahr, die amerikanische Wirtschaft auf ihrem derzeitigen Produktivitätsstand zu schützen, sondern ihr einen Ansporn zu weiterer
Expansion im Rahmen einer expandierenden Weltwirtschaft zu geben.

Zweitens müssen die Vereinigten Staaten, um die von uns allen herbeigewünschte stabile und friedliche Welt zu schaffen, ihre politischen und ihre
Verteidigungsverpflichtungen weiter einhalten.

In den letzten Jahren ist es uns gelungen, die Lasten der führenden Rolle
und der Sicherheit gerechter mit unseren Verbündeten aufzuteilen. Doch gibt
es auch weiterhin eine zentrale Rolle, die nur die Vereinigten Staaten spielen
können. Während wir uns darum bemühen werden, unsere Gegner in ein immer umfassenderes Netz von Verhandlungen hineinzuziehen, bleiben grundlegende Meinungsverschiedenheiten weiter bestehen. Der in den letzten Jahren erzielte dramatische Fortschritt ist nicht etwas Unwiderrufliches.
Angesichts

- 4-

�(

Angesichts dieser Tatsache ist die Regierung fest entschlossen, das sich
entwickelnde Gleichgewicht nicht durch einen einseitigen Abbau ihrer Stärke
aus dem Lot zu bringen.

In den letzten Jahren hat die Sowjetunion ihre Truppenstärke um 30 Prozent erhöht, ihren öffentlich bekanntgegebenen Militärhaushalt verdoppelt und
ihre Nuklearstreitkräfte ganz wesentlich verstärkt.

Die Volksrepublik China unterhielt während der letzten zehn Jahre das
größte Heer auf der Welt, verstärkte ihre Luft- und Seestreitkräfte und hat
ein Trägersystem für Nuklearraketen entwickelt.
Wir haben auf der anderen Seite unser Verteidigungspotential um rund
ein Drittel abgebaut. In Asien haben wir die Stärke unserer Truppen in den
letzten vier Jahren bereits um 70 Prozent verringert. Neben dem Abzug von
über einer halben Million Soldaten aus Vietnam haben wir unsere militärische
Präsenz in Korea, Japan, den Philippinen und anderen Gebieten um rund 70 000
Mann vermindert.

Eine weitere wesentliche Reduzierung der Truppenstärken jetzt könnte zu
Fehlschlüssen führen und sogar die neuen und noch delikaten Beziehungen stören,
die so behutsam angebahnt worden sind.

Beispielsweise ist unseres Erachtens die Aufrechterhaltung unserer Verteidigungskapazität besonders wichtig, damit Japan weiß, daß unsere Sicherheitsabkommen weiter gültig sind. Ein amerikanischer Rückzug aus Asien könnte
Japan leicht dazu veranlassen, neue Sicherheitsabmachungen, eine umfassende
Wiederaufrüstung und sogar eine Atomrüstung zu erwägen - ein Kurs, den es
sicherlich nicht gerne einschlagen möchte.

Der neue und bedeutsame Schwerpunkt unserer Politik, in Asien ein neues
Gebäude des Friedens zu errichten, liegt darin, den asiatischen Ländern, den
kleinen wie den großen, mehr Verantwortung für ihre eigene Verteidigung zu
übertragen. Alle unsere Verbündeten haben diesen Weg als richtig akzeptiert.
- 5-

�(

akzeptiert. Unser Programm für Sicherheitshilfe soll dies erreichen. Daher
lehnen wir eine wesentliche Kürzung der amerikanischen Sicherheitshilfe ab.
Sie würde unsere Bemühungen, unseren Verbündeten einen größeren Teil der Verantwortung zu übertragen, untergraben und könnte sie zu kostspieligen

und

Überreaktionen veranlassen, um nach neuen Garantien für ihre Sicherheit

zu

suchen, sie würden nicht nur feststellen, daß ihr Spielraum in den Verhandlungen eingeengt ist, sondern auch ihre wirtschaftliche Entwicklung würde
durch die Notwendigkeit beeinträchtigt werden, mehr für die Verteidigung ausgeben zu müssen.

Es ist für die Vereinigten Staaten ebenfalls wichtig, ihre Stärke in
Europa aufrechtzuerhalten, und wir haben voll und ganz die Absicht, dies zu
tun. Zu Beginn dieses Jahrhunderts war Europa ein Gebiet, für das fehlende
Stabilität typisch war und das somit innerhalb einer Generation

zur Brut-

stätte zweier überaus verheerender Kriege wurde. Die Vereinigten Staaten
mußten zu ihrem großen Kummer lernen, daß sie, so sehr sie sich dies auch
gewünscht hätten, sich aus diesen Kriegen praktisch nicht heraushalten
konnten. Als Folge davon haben wir nach dem zweiten Weltkrieg die Führung
beim Aufbau eines Gebäudes des Friedens übernommen, in dem unsere Stimme und
unsere Interessen für immer vertreten sein würden.

Gemäß dieser Übereinstimmung haben die Vereinigten Staaten und ihre
Verbündeten

eine beachtliche Verteidigungsstruktur geschaffen. Aber vielleicht

noch wichtiger ist, daß unser Engagement in europäischen Sicherheitsfragen keine
Provokation für unsere Gegner bedeutet, sondern für unsere Verbündeten einfach
notwendig ist. Diese großartige Leistung unserer Diplomatie aufs Spiel zu
setzen - was wir bestimmt tun würden, wenn wir mit einer einseitigen Reduzierung unserer Truppen in Europa beginnen würden - ist sowohl unnötig als
auch gefährlich.

Wenn es jemals einen Zeitpunkt gegeben hat, an dem wir unsere Truppen
nicht einseitig aus Europa abziehen dürfen, dann ist dies bestimmt jetzt der
Fall - nämlich zu einer Zeit, da wir Verhandlungen mit den Ländern des
- 6 -

�des Warschauer Paktes über einen beiderseitigen Abbau der Truppenstärken
aufnehmen. Wenn wir einseitig unsere eigene Truppenstärke auf die Hälfte
verringern oder irgendeine andere wesentliche Reduzierung vornehmen, so würde
dies alle Aussichten auf erfolgreiche Verhandlungen über eine beiderseitige
Reduzierung zunichtemachen. Ein solcher Schritt würde ferner die westliche
Position auf der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in
diesem Sommer ernstlich beeinträchtigen.

Trotz dieser Tatsachen könnte es vielleicht ernsthafte Bemühungen im
Kongreß um eine wesentliche Kürzung der amerikanischen Truppenstärke in Europa
geben.

Folgende vernünftige militärische Gründe sprechen dafür, unsere Truppen
in Europa zu belassen. Die Streitkräfte, die eine potentielle Bedrohung für
die NATO darstellen, sind nicht verringert worden. So abweqig wir auch die
Möglichkeit einer direkten militärischen Aggression der Sowjets in Europa betrachten, Tatsache ist, daß die sowjetischen Streitkräfte heute stärker sind
als jemals zuvor. Sie sind gut ausgerüstet, gut ausgebildet und gut disloziert.
Über 600 OOO sowjetische Soldaten stehen in Osteuropa. Diese Streitkräfte
stützen sich auf über 9000 Panzer und 3000 taktische Flugzeuge.

Unter diesen Umständen müssen die amerikanischen und die NATO-Streitkräfte
als ernsthafte militärische Anstrengung gewertet werden und nicht lediglich
als "Stolperdraht." Die NATO ist heute in Wirklichkeit eine gewaltige Verteidigungsmacht. In Mitteleuropa zum Beispiel verfügt die NATO ungefähr über
die gleiche Zahl an Truppen wie der Warschauer Pakt.

Wir machen uns alle Sorgen über die Kosten unserer Verteidigung. Aber es
gibt noch ein anderes und weit größeres Anliegen, daß nämlich unsere Verteidigungsprogramme die grundlegenden Interessen unseres Landes fördern. Die Frage
ist, ob wir eine größere Verteidigung aufrechterhalten, als zum Schutz dieser
Interessen notwendig ist. Ich glaube nicht, daß dies der Fall ist.
Was

- 7 -

�Was sind die Tatsachen? Im Jahr 1968 machte das Verteidigungsbudget
neun Prozent des Bruttosozialprodukts aus. Im nächsten Jahr werden es sechs
Prozent sein. Dies ist keine untragbare Last für ein Land mit einem Bruttosozialprodukt von über einer Billion Dollar. Auf den Bundeshaushalt bezogen
wird die Verteidigung noch nicht ein Drittel der Gesamtausgaben des Bundes
ausmachen, während die Hälfte des Bundeshaushalts für soziale Programme
und menschliche Ressourcen bestimmt ist. Damit sind die Proportionen von vor
vier Jahren genau in ihr Gegenteil verkehrt worden.

Das Verteidigungsbudget für das kommende Jahr wird - an der Kaufkraft
gemessen - niedriger sein als jedes Verteidigungsbudget in den letzten zehn
Jahren. Dieses Verteidigungsbudget wird auf seinen Lohn- und Gehaltslisten
weniger Personen ausweisen, aus seinen Mitteln wird weniger Material beschafft
werden, es werden weniger Industrien beteiligt sein und es werden weniger
Stützpunkte unterhalten werden, als dies bei irgendeinem Verteidigungsbudget
seit 1950 der Fall war.

Seit 1968 hat die Nixon-Administration die Stärke unserer Streitkräfte
von 3,5 auf 2,3 Millionen verringert. Es sind also 1,2 Millionen Männer und
Frauen entlassen worden. In Divisionen, Schiffseinheiten und Flugzeugen gemessen haben unsere Streitkräfte ihren niedrigsten Stand seit 1951 erreicht.

Glücklicherweise scheint es heute nur wenig Kontroversen hinsichtlich
der Notwendigkeit zu geben, unsere nukleare Stärke aufrechtzuerhalten, wo wir
nunmehr in die zweite Runde von Gesprächen über strategische Nuklearwaffen
eintreten. Vielmehr konzentrieren sich die jüngsten Vorschläge für eine grundlegende Änderung der Verteidigungspolitik in erster Linie auf eine wesentliche
Verringerung der konventionellen Streitkräfte.

Diejenigen, die einen wesentlichen Abbau unserer allgemeinen Streitkräfte
befürworten, scheinen zu glauben, daß wir die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten ausreichend dadurch schützen können, daß wir uns stärker auf
unsere strategische Nuklearstreitmacht verlassen. Dies ist ein äußerst gefährlicher Gedanke in der Welt von heute.
Die
- 8-

�Die Zeit ist längst vorüber, da wir uns in erster Linie auf die Drohung
einer nuklearen Vergeltung verlassen konnten oder sollten, um vor einer Aggression gegen irgendein anderes Land abzuschrecken. Wir müssen über verschiedene
Optionen verfügen, die auf die verschiedenen Bedrohungen abgestellt sind, venn
potentielle Aggressoren Amerikas Verpflichtungen gegenüber unseren Freunden
und Verbündeten respektieren sollen.

Obwohl wir in den letzten vier Jahren beträchtliche Fortschritte beim
Abbau der internationalen Spannungen und bei der Übertragung der Verantwortung
für die örtliche Verteidigung an unsere

Verbündeten gemacht haben, bleibt

der Wettbewerbsgeist der Völker auch weiterhin das wichtigste Faktum im internationalen Leben. Wir haben immer noch viele Meinungsverschiedenheiten mit
anderen Ländern, die uns künftig in eine ernste Konfrontation führen können.
Sollten sich die Vereinigten Staaten vor eine solche Konfrontation gestellt
sehen, so muß der Präsident über verschiedene Erwiderungen, darunter auch
konventionelle, die glaubwürdig sind, verfügen können. Dies würde gewährleisten,
daß unsere Erwiderung ihrem Umfang nach so begrenzt wie möglich und doch wirksam sein könnte.

Wir konnten beträchtliche Reduzierungen im Umfang unseres militärischen
Apparates vornehmen, nicht weil wir uns einem Wunschdenken in bezug auf unsere
Gegner hingaben oder weil wir Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten
aufgaben. Im Gegenteil wir haben dies dadurch erreicht, daß wir konkrete Fortschritte in Richtung auf eine stabilere Welt erzielten - durch Aufbau der
Stärke unserer Verbündeten und durch Abbau der Spannungen zwischen den Großmächten

und durch Verringerung unserer militärischen Stärke in einer Weise,

die diesen geringeren Spannungen entspricht.

Zum ersten Mal zu unseren Lebzeiten bestehen realistische Aussichten auf
eine Welt, in der die Völker einen höheren Standard eines akzeptablen internationalen Verhaltens erreichen. Es bestehen realistische Aussichten auf eine
Welt, in der eine Lösung internationaler Streitfragen auf dem Verhandlungswege
deutlich die Oberhand über einseitige Drohungen oder die Zuflucht zur Gewaltanwendung gewinnt.
- 9-

�&lt;

Bei jeder wichtigen, die nationale Verteidigung betreffenden Frage
während der letzten 25 Jahre hat der Kongreß den Präsidenten unterstützt.
Wenn der Kongreß die Folgen einer größeren Kürzung unserer Verteidigung
oder einer einseitigen Verringerung unserer Truppenstärke in Europa eingehend und sorgfältig prüft, dann bin ich gewiß, daß er auch dieses Mal wieder
verantwortungsbewußt handeln wird.

+ + + + +

10

�amerika dienst
United

States

53 B o n n - B a d
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Wirtschaft

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18/1973

CHANCEN UND PROBLEME DES OST-WEST-HANDELS

Der S t a a t s s e k r e t ä r f ü r W i r t s c h a f t l i c h e
A n g e l e g e n h e i t e n im a m e r i k a n i s c h e n Außenm i n i s t e r i u m , William Casey, h a t i n e i n e r
Rede an d e r S t a a t s u n i v e r s i t ä t von G e o r g i a
i n Athens d i e Grundsätze d e r Ost-WestHandelspolitik der Vereinigten Staaten
a u f g e z e i g t . Der n a c h f o l g e n d e A r t i k e l g i b t
w e s e n t l i c h e Auszüge d e r Rede C a s e y s w i e d e r .

Die w i r t s c h a f t l i c h e n

Beziehungen d e r V e r e i n i g t e n S t a a t e n z u r Sowjetunion,

z u d e n L ä n d e r n O s t e u r o p a s u n d zum F e s t l a n d c h i n a s t e h e n an d e r S c h w e l l e
tiefgreifenden

eines

und r a s c h e n Wandels. Die V e r e i n i g t e n S t a a t e n wünschen e i n e Nor-

malisierung der Wirtschaftsbeziehungen

zu den kommunistischen

Ländern.

Wir s t r e b e n d e n Aufbau u n d d e n A u s b a u d e s O s t - W e s t - H a n d e l s a l s A n g e l p u n k t
f ü r d e n Aufbau d e s F r i e d e n s a n . Wir b e t r a c h t e n w i r t s c h a f t l i c h e
a l s e i n e s t a r k e K r a f t d e s F r i e d e n s . Wir s t r e b e n e i n e v e r s t ä r k t e

Interdependenz
wirtschaftliche

Z u s a m m e n a r b e i t a n , um d i e m i l i t ä r i s c h e K o n k u r r e n z a b z u b a u e n . Nach u n s e r e r Auff a s s u n g w i r d d i e Hebung d e s L e b e n s s t a n d a r d s e i n e w i r t s c h a f t l i c h e
Spiel bringen,

Gleichung i n s

d i e m i t d e r n o t w e n d i g w e r d e n d e n Hinwendung z u H a n d e l u n d E n t w i c k -

l u n g z w a n g s l ä u f i g d i e Hinwendung z u Waffen a b b a u e n w i r d . W i r b e t r a c h t e n d e n
Handel und a l l d i e anderen Fäden w i r t s c h a f t l i c h e r

Beziehungen a l s Fäden, m i t

d e n e n e i n Gewebe d e s F r i e d e n s gewoben w e r d e n k a n n .
Was

-

1 -

�Was die Erfahrung im Handel mit den staatlich kontrollierten Volkswirtschaften Osteuropas und der Sowjetunion angeht, so ist uns Westeuropa weit
voraus. Die Europäische Gemeinschaft treibt etwa fünfmal so viel Handel mit
den staatlich kontrollierten Wirtschaften wie wir.

Eines der Hauptziele unserer Handelspolitik ist es, uns im Handel mit
den staatlich kontrollierten Wirtschaften eine gleiche Wettbewerbsposition
zu verschaffen, wie sie Westeuropa und Japan haben. Eines der Hauptziele
unserer Wirtschaftspolitik besteht darin, unter angemessener Berücksichtigung
unserer Sicherheitsinteressen so weit wie möglich zu gehen, um den Nachteil
zu beseitigen, den amerikanische Geschäftsleute haben, wenn sie nach der
Sowjetunion, nach Westeuropa oder nach Festlandchina verkaufen wollen.

Was die Chinesen anbetrifft, so vertreten sie die Auffassung, daß es
niemandem erlaubt werden soll, ihre Hilfsquellen zu entwickeln oder auszubeuten. Sie sind jedoch bereit, ihre Rohstoffe zu verkaufen. Sie sind heute
noch nicht bereit, Schulden einzugehen. Dies legt ihrer Kapazität, unsere
Waren zu kaufen, enge Grenzen auf, und es begrenzt ihre Fähigkeit, Entwicklungsprojekte in Angriff zu nehmen, wie sie die Sowjets durchzuführen bereit
zu sein scheinen, wenn man ihre Gespräche mit japanischen und amerikanischen
Interessenten an Erdgas und dem Düngemittelgeschäft verfolgt.

Die Sowjets sind hier großzügiger. Parteichef Breschnew hat kürzlich
erklärt, daß es für die wirtschaftliche Zusammenarbeit praktisch unbegrenzte
Möglichkeiten gebe. Diese Möglichkeiten werden jedoch offensichtlich außerhalb der überkommenen Formen des Handels liegen. Amerikanische Firmen mit notweniger Technologie, Ausrüstung und Märkten haben die Gelegenheit, an riesigen
Erz-, Öl- und Erdgasvorkommen und in riesigen Forsten zu arbeiten. Die Sowjets
suchen diese Art der wirtschaftlichen und kommerziellen Zusammenarbeit offensichtlich unter langfristigen Vereinbarungen über 10 bis 30 Jahre. Wenn amerikanische Firmen in dieser Klasse spielen wollen, dann werden sie sich zu großen
Entwicklungsprojekten zusammentun oder lernen müssen, ihre Waren gegen
sowjetische Waren einzutauschen, und Mittel und Wege finden müssen, um diese
Waren auf den Weltmärkten zu Geld zu machen.
Die
- 2-

�Die amerikanische Regierung s u c h t nach großen p o l i t i s c h e n

Richtlinien,

d i e Entwicklung des Ost-West-Geschäftes zu fördern und zu e r l e i c h t e r n .

Die

p o l i t i s c h e n und w i r t s c h a f t l i c h e n Beziehungen s i n d u n l ö s b a r m i t e i n a n d e r v e r f l o c h t e n . In E r k e n n t n i s d i e s e r Grundtatsache h a t P r ä s i d e n t Nixon schon zu Beginn s e i n e r Amtszeit a l l e s daran g e s e t z t , um i n den p o l i t i s c h e n Angelegenh e i t e n e i n b e t r ä c h t l i c h e s Maß an S t a b i l i t ä t zu g a r a n t i e r e n . Die Richtschnur
für d i e Normalisierung der W i r t s c h a f t s b e z i e h u n g e n zu den kommunistischen
Ländern i s t von Anfang an gewesen, daß w i r t s c h a f t l i c h e N o r m a l i s i e r u n g mit
dem F o r t s c h r i t t i n der Verbesserung der p o l i t i s c h e n Beziehungen

verknüpft

i s t . Das Tempo des F o r t s c h r i t t s im w i r t s c h a f t l i c h e n Bereich i s t daher von
dem Tempo des F o r t s c h r i t t s im p o l i t i s c h e n Bereich r e g u l i e r t worden.
Ich kann d i e Bedeutung d i e s e s Grundsatzes n i c h t genug u n t e r s t r e i c h e n .
Er b e s a g t , daß d i e V e r e i n i g t e n S t a a t e n im I n t e r e s s e des Aufbaus e i n e r dauerh a f t e n Interdependenz der I n t e r e s s e n auf dem ganzen Spektrum u n s e r e r Beziehungen
i n i t i a t i v werden und auf I n i t i a t i v e n r e a g i e r e n werden. Wir werden das Tempo
auf einem G e b i e t , etwa dem der Handelsbeziehungen, n i c h t f o r c i e r e n aus der
bloßen Hoffnung h e r a u s , daß d i e s e n t s p r e c h e n d e F o r t s c h r i t t e auf p o l i t i s c h e m ,
k u l t u r e l l e m oder m i l i t ä r i s c h e m Gebiet b r i n g e n k ö n n t e . Wir geben uns mit dem
weniger d r a m a t i s c h e n , aber s i c h e r e n s c h r i t t w e i s e n Aufbau e i n e r ausgewogenen
S t r u k t u r d e r Beziehungen

zufrieden.

Ein Z i e l u n s e r e r P o l i t i k b e s t e h t d a r i n , d i e kommunistischen Nationen
zu e i n e r Änderung i h r e r Weltanschauung zu bewegen, daß s i c h w i d e r s t r e b e n d e
Kräfte hoffnungslos i n einen Überlebenskampf v e r s t r i c k t s e i e n , zu d e r Auffassung h i n , daß w e t t e i f e r n d e K r ä f t e b e i einem I n t e r e s s e n k o n f l i k t Kompromisse
eingehen und b e i e i n e r I n t e r e s s e n g e m e i n s c h a f t zusammenarbeiten. Die e i n d r u c k s v o l l e Zahl d e r Abkommen auf und s e i t den G i p f e l t r e f f e n

i n Peking und Moskau

und d i e A u s s i c h t auf w e i t e r e Abkommen l a s s e n erkennen, daß d e r Trend zur Verhandlung s t a t t der Konfrontation zu einem f e s t e n Muster werden kann.
Normalisierung der w i r t s c h a f t l i c h e n Beziehungen - e i n e so w i c h t i g e
Konzeption der amerikanischen P o l i t i k auf dem Gebiet des Ost-West-Handels h e i ß t Abbau der Schranken für den w i r t s c h a f t l i c h e n Austausch, d i e i n der Z e i t
-

3 -

�»

Z e i t nach dem zweiten Weltkrieg und während des Korea-Krieges

errichtet

wurden. Nach d i e s e n Normen gemessen haben w i r unsere Beziehungen zu Jugoslawien
und e r s t k ü r z l i c h auch zu Polen im w e s e n t l i c h e n n o r m a l i s i e r t . Wir haben s e i t
e i n i g e n J a h r e n i n d i e s e r H i n s i c h t große F o r t s c h r i t t e mit Rumänien gemacht und i n diesem und im vorigen J a h r auch mit der Sowjetunion. Der F o r t s c h r i t t
zur Normalisierung mit anderen Ländern - Ungarn, Tschechoslowakei, B u l g a r i e n ,
A l b a n i e n , O s t d e u t s c h l a n d und Mongolei - l i e g t , wie wir h o f f e n , i n n i c h t
ferner

allzu-

Zukunft.

Es g i b t e i n Wetlwirtschaftssystem,dem s i c h a l l e Nationen anpassen müssen,
wenn s i e f l o r i e r e n w o l l e n . In dem Maße, i n dem s i c h unsere

Wirtschaftsbe-

ziehungen zu den kommunistischen S t a a t e n n o r m a l i s i e r e n , wird es e i n immer
w i c h t i g e r e s Z i e l der amerikanischen P o l i t i k werden, d i e Entwicklung s t a b i l e r ,
V e r b r a u c h e r - o r i e n t i e r t e r G e s e l l s c h a f t e n zu f ö r d e r n , d i e immer s t ä r k e r i n das
i n t e r n a t i o n a l e Handels- und Zahlungssystem i n t e g r i e r t s i n d .
Das i n t e r n a t i o n a l e System s e l b s t i s t einem grundlegenden Wandel u n t e r zogen. Nur bestimmte kommunistische S t a a t e n haben durch M i t g l i e d s c h a f t

in

den tragenden I n s t i t u t i o n e n des i n t e r n a t i o n a l e n Systems - GATT, IWF und Weltbank - e i n e a k t i v e B e t e i l i g u n g an diesem Prozeß g e s u c h t , und es b e s t e h t auch
k e i n Grund zu der Annahme, daß s i c h d i e s e S i t u a t i o n i n naher Zukunft ändern
wird.
T r o t z der p a s s i v e n R o l l e , d i e d i e kommunistischen Länder beim Aufbau der
neuen W i r t s c h a f t s o r d n u n g s p i e l e n werden, i s t es w i c h t i g , daß wir d i e Auswirkungen im Auge b e h a l t e n , d i e neue i n s t i t u t i o n e l l e V e r h ä l t n i s s e auf den O s t West-Handel haben werden. Die V e r e i n i g t e n S t a a t e n werden v e r s u c h e n , den m u l t i l a t e r a l e n W i r t s c h a f t s d i a l o g mit kommunistischen Ländern i n bestehenden Foren,
wie der ECE, und i n neuen Foren, wie der Europäischen S i c h e r h e i t s k o n f e r e n z ,

aus-

zuweiten.

Das

Kriterium unserer internationalen Wirtschaftspolitik

i s t das F r e i -

handelsmodell gewesen. Wir werden das g l e i c h e K r i t e r i u m i n zunehmendem Maße
für u n s e r e W i r t s c h a f t s p o l i t i k gegenüber den kommunistischen Ländern anwenden,
-

4 -

�anwenden, wie wir das gegenüber der ü b r i g e n Welt getan haben. Wenn w i r uns
kommunistischen H a n d e l s p a r t n e r n gegenüber nach dem Grundsatz der N i c h t d i s k r i minierung v e r h a l t e n , dann erwarten wir n a t ü r l i c h , daß s i e s i c h uns gegenüber
ebenso v e r h a l t e n .
Im Ost-West-Handel g i b t es s t r u k t u r e l l e Probleme, d i e im Handel u n t e r
M a r k t w i r t s c h a f t e n n i c h t vorhanden s i n d . Bei der Überbrückung d i e s e r Probleme
e r g i b t s i c h e i n e Rolle für d i e amerikanische Regierung. Wenn P r i v a t u n t e r nehmen mit Staatsmonopolunternehmen Handel t r e i b e n , dann ergeben s i c h für d i e
e r s t e r e n o f f e n s i c h t l i c h e Probleme, und d i e amerikanische Regierung wird etwas
t u n , um u n f a i r e V o r t e i l e abzubauen.
So wird d i e amerikanische Regierung b e i s p i e l s w e i s e i n wachsendem Maße
i h r e E i n s i c h t e n i n das K r e d i t g e b a r e n

kommunistischer S t a a t e n an P r i v a t f i r m e n

w e i t e r g e b e n . Bei e i n e r b a l d i g e n Normalisierung der Handelsbedingungen könnten
d i e amerikanischen Exporte nach den i n Frage kommenden Ländern i n fünf J a h r e n
an d i e zwei M i l l i a r d e n Dollar-Grenze herankommen. Dabei d ü r f t e gegenüber
d i e s e n Gebieten auch unser Exportüberschuß

anhalten.

Unsere B o t s c h a f t e r s i n d angewiesen, d i e Förderung des Handels an d i e
S p i t z e i h r e r P r i o r i t ä t e n zu s e t z e n . In Kürze wird s i c h d i e Zahl der B e d i e n s t e t e n des Außenministeriums, d i e auf w i r t s c h a f t l i c h e m Gebiet i n der UdSSR, O s t europa und China t ä t i g s i n d , v e r d o p p e l t haben. Das Handelsministerium i n
Washington h a t den mit der Förderung des Ost-West-Handels b e t r a u t e n Stab im
l e t z t e n J a h r v e r v i e l f a c h t , und das S t a t e Department s e l b s t nimmt i n Washington
e i n e R e o r g a n i s a t i o n v i r , um mit dem wachsenden A r b e i t s a n f a l l in Form von Verhandlungen und Unternehmensberatung f e r t i g zu werden.

Ein w i c h t i g e s Gebiet der H a n d e l s p o l i t i k g i b t es a l l e r d i n g s , über das zu
verhandeln w i r gegenwärtig n i c h t b e r e i t s i n d : unsere P o l i t i k der s t r a t e g i s c h e n
H a n d e l s k o n t r o l l e n . Die V e r e i n i g t e n S t a a t e n h a l t e n s i c h an d i e Embargo-Liste,
d i e von dem I n t e r n a t i o n a l e n Koordinationsausschuß

(COCOM, wie e r gewöhnlich

genannt wird) g e f ü h r t und i n Abständen r e v i d i e r t w i r d . Dem Ausschuß gehören
d i e NATO-Länder und Japan an. Dieses s t r a t e g i s c h e K o n t r o l l s y s t e m i s t e i n wich-

5 -

�w i c h t i g e r B e s t a n d t e i l u n s e r e r P o l i t i k der gemeinsamen V e r t e i d i g u n g .
Der gesunde Menschenverstand g e b i e t e t , daß w i r an d i e s e n Vereinbarungen
festhalten,

daß wir jedoch auch f l e x i b e l genug s i n d , s i e an s i c h verändernde

Bedingungen anzupassen. Wir a r b e i t e n i n j ä h r l i c h e n Überprüfungen mit anderen
Nationen zusammen, und d i e s e Überprüfungen haben k ü r z l i c h zu e i n e r s t a r k e n
Kürzung der COCOM-Liste g e f ü h r t .

Darüber h i n a u s i s t d i e e i n s e i t i g e

amerika-

n i s c h e E x p o r t k o n t r o l l - L i s t e w e s e n t l i c h v e r k l e i n e r t worden, um s i e i n s t ä r k e r e
Übereinstimmung mit der COCOM-Liste zu b r i n g e n .
Ein S c h l ü s s e l zur w e i t e r e n Ausweitung des Ost-West-Handels i s t auf jeden
F a l l d i e F i n a n z p o l i t i k . Die kommunistischen Länder werden im nächsten J a h r zehnt N e t t o - I m p o r t e u r e von F i n a n z m i t t e l n s e i n . Die V e r e i n i g t e n S t a a t e n werden
a l s v o r a u s s i c h t l i c h führender H a n d e l s p a r t n e r und die g r ö ß t e Finanzmacht der
Welt e i n e w i c h t i g e Rolle b e i der F i n a n z i e r u n g des Ost-West-Handels

spielen.

So können d i e Zinsen und Kreditbedingungen der amerikanischen E x p o r t - I m p o r t Bank durchaus mit den Bedingungen der E x p o r t - K r e d i t i n s t i t u t e a n d e r e r w e s t l i c h e r
I n d u s t r i e l ä n d e r k o n k u r r i e r e n . Wir gehen davon a u s , daß E x p o r t - K r e d i t i n s t i t u t i o n e n der amerikanischen Regierung und der P r i v a t w i r t s c h a f t nach normalen
Geschäftsbedingungen a r b e i t e n . Bei K r e d i t e n t s c h e i d u n g e n müssen w i r t s c h a f t l i c h e
K r i t e r i e n an e r s t e r S t e l l e s t e h e n .

Zusammenfassend möchte i c h s a g e n , daß d i e amerikanische P o l i t i k

einfach

d a r i n b e s t e h t , den Handel mit kommunistischen Ländern i n e i n e r großzügigen und
umfassenden Art und Weise zu e r l e i c h t e r n und zu f ö r d e r n , d i e der F e s t i g u n g
des F r i e d e n s d i e n t .

- 6 -

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

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18/1973

US-HANDELSDEFIZIT AUF NIEDRIGSTEM STAND SEIT 18 MONATEN
- Handelsminister warnt vor voreiligen Schlüssen

WASHINGTON -

(AD) - Das W a r e n h a n d e l s d e f i z i t

-

der Vereinigten Staaten h a t

im März d i e s e s J a h r e s m i t 5 3 M i l l i o n e n D o l l a r s e i n e n n i e d r i g s t e n S t a n d
18 Monaten e r r e i c h t .

seit

So s e h r d i e s e E n t w i c k l u n g i n d e n USA b e g r ü ß t w i r d , s o

s e h r h a t doch d e r a m e r i k a n i s c h e H a n d e l s m i n i s t e r F r e d e r i c k B. Dent i n e i n e r E r k l ä r u n g davor gewarnt, d i e s b e r e i t s a l s e i n e g e n e r e l l e , g a r schon auf d i e Abw e r t u n g d e s D o l l a r z u r ü c k z u f ü h r e n d e T e n d e n z a n z u s e h e n . Nach d e n Ende A p r i l
von s e i n e m M i n i s t e r i u m v e r ö f f e n t l i c h t e n

Zahlen i s t das H a n d e l s d e f i z i t

dramatisch

von 476 M i l l i o n e n D o l l a r im F e b r u a r a u f d i e g e n a n n t e n 5 3 M i l l i o n e n D o l l a r z u rückgegangen,

u n d auch d a s D e f i z i t

für das e r s t e Quartal

M i l l i o n e n D o l l a r n u r etwa d i e H ä l f t e
des

1973 b e t r ä g t m i t 8 3 3

des d u r c h s c h n i t t l i c h e n

Quartalsdefizits

Vorjahres.

Das a m e r i k a n i s c h e H a n d e l s m i n i s t e r i u m f ü h r t

diese günstige

Entwicklung

i n e r s t e r L i n i e a u f d i e h o h e n F l u g z e u g e x p o r t e im März s o w i e a u f d i e v e r s t ä r k t e n
A g r a r e x p o r t e zu h ö h e r e n P r e i s e n z u r ü c k .

Gerade das F l u g z e u g g e s c h ä f t

doch n i c h t a l s I n d i k a t o r f ü r e i n e n T r e n d a n g e s e h e n w e r d e n , d a s o l c h e

kann j e Geschäfts-

a b s c h l ü s s e von Monat z u Monat v ö l l i g v e r s c h i e d e n s e i n k ö n n e n . E i n w e s e n t l i c h e r
T e i l d e r Mehreinnahmen l ä ß t s i c h auch m i t dem s t a r k e n A n s t i e g d e r A g r a r p r e i s e
a u f Grund e r h ö h t e r N a c h f r a g e

und b e g r e n z t e m A n g e b o t

erklären.

Die E x p o r t e d e r USA s i n d im März d i e s e s J a h r e s um 315 M i l l i o n e n D o l l a r g e stiegen,

u n d d i e I m p o r t e s i n d um 109 M i l l i o n e n D o l l a r z u r ü c k g e g a n g e n . D e r

- 1-

�Der amerikanische Handelsminister bezeichnet das als eine "willkommene Entwicklung". "Es bleibt jedoch abzuwarten," so fügt er hinzu, "ob dieser Trend
in den kommenden Monaten anhalten wird." Die Entwicklung im März dürfte nicht
unbedingt dahingehend interpretiert werden, daß bereits eine anhaltende Verbesserung der amerikanischen Handelsposition im Gange sei.
Natürlich läßt man im amerikanischen Handelsministerium auch einen anderen
Faktor nicht ganz aus den Augen: Die zunehmende Wirtschaftstätigkeit in fast
der ganzen Welt, die zu einer verstärkten Nachfrage für amerikanische Industrieausrüstungen geführt hat.

Insgesamt sieht man in amtlichen Kreisen in Washington die Dinge keineswegs pessimistisch. Im ersten Quartal 1973 stiegen die amerikanischen Importe
um neun Prozent (hauptsächlich in Form von Automobilen aus Kanada, während die
Übersee-Importe praktisch unverändert blieben) und die Exporte um 15 Prozent.
Die Erträge der amerikanischen Auslandsinvestitionen - rund 7 Milliarden Dollar
im Jahr - gleichen in etwa die amerikanischen Regierungsausgaben im Ausland
aus. Neue Auslandsinvestitionen, Touristenausgaben usw. müssen also durch einen
Handelsüberschuß ausgeglichen werden. Dieser Handelsüberschuß muß entweder
durch eine Steigerung der Exporte oder durch eine Senkung der Importe erreicht
werden, wobei das letztere - gar noch mit Hilfe von Einfuhrkontrollen - in
Washington auf wenig Gegenliebe stößt.
Der Außenhandelsberater des Präsidenten, Peter Flanigan, hat darauf hingewiesen, daß von 1970 bis 1972 die Importe um 40 Prozent und die Exporte um
15 Prozent gestiegen sind. "Es gibt überhaupt keinen Grund, warum die Entwicklung nicht auch umgekehrt verlaufen kann", so betont Flanigan.

In amtlichen Kreisen in Washington wird man die Zahlen für das zweite
Quartal 1973 und die weitere Entwicklung auf jeden Fall mit großer Spannung
und Aufmerksamkeit erwarten,um zu sehen, ob sich die ermutigende Entwicklung
in der amerikanischen Handelsposition fortsetzen wird.

+ + + + +
- 2-

�</text>
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