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Telex:08-85432

7. März 1973

10

Inhalt

DOKUMENTATION:
Die Schlußakte der Vietnamkonferenz
-Wortlaut-

HI NTERGRUND MATERIAL :
Wie lange werden die Vereinten Nationen noch dem internationalen
Terror zusehen?
Von Richard L. Carl

WIRTSCHAFT:
Volcker: Keine weitere Dollarabwertung
-Wortlaut der Erklärung des StaatssekretärsWashington erwartet mehr ausländische Direktinvestitionen in den USA
Von Sam Burks

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Nierentransplantationen
-Zweitübertragung - Gute Operationsergebnisse bei Kindern Magnetische Stürme und Wettergeschehen
-Auffällige "Koordination" von Polarlichtern und TiefdruckrinnenHaemoglobin aus tiefgekühltem Knochenmark

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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10/1973

DIE SCHLUSSAKTE DER VIETNAMKONFERENZ
-WortlautPARIS - »(AD)»- Mit der feierlichen Unterzeichnung der "Schlußakte" ist
am 2. März die Internationale Vietnamkonferenz zu Ende gegangen. Das Abschlußdokument besteht aus einer Präambel und 9 Artikeln und hat folgenden Wortlaut:
Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika,
die Regierung der Französischen Republik,
die Provisorische Revolutionsregierung der Republik Südvietnam,
die Regierung der Volksrepublik Ungarn,
die Regierung der Republik Indonesien,
die Regierung der Volksrepublik Polen,
die Regierung der Demokratischen Republik Vietnam,
die Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und
Nordirland,
die Regierung der Republik Vietnam,
die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken,
die Regierung von Kanada und
die Regierung der Volksrepublik China
sind in Anwesenheit des Generalsekretärs der Vereinten Nationen hinsichtlich der Anerkennung der unterzeichneten Abkommen über die Garantie der
Einstellung der Kriegshandlungen, der Erhaltung des Friedens in Vietnam,

-1-

�Vietnam, der Respektierung der grundlegenden nationalen Rechte des Vietnamesischen Volkes sowie des Rechtes des sudvietnamesischen Volkes auf Selbstbestimmung und als Beitrag zum sowie zur Garantie des Friedens in Vietnam
über die folgenden Bestimmungen übereingekommen und verpflichten sich, diese
zu respektieren und einzuhalten.

Artikel 1
Die Unterzeichner dieser Akte erkennen feierlich das am 27. Januar 1973
unterzeichnete Pariser Abkommen über die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam und die am gleichen Tage unterzeichneten vier Protokolle zu dem Abkommen (im folgenden jeweils als das Abkommen und die Protokolle bezeichnet) an und sie erklären ausdrücklich, daß
sie diese billigen und unterstutzen.

Artikel 2
Das Abkommen entspricht den Zielen und den grundlegenden nationalen Rechten des vietnamesischen Volkes - das sind Unabhängigkeit, Souveränität,
Einheit und territoriale Integrität Vietnams -, dem Recht des südvietnamesischen Volkes auf Selbstbestimmung sowie dem von allen Völkern der Welt geteilten aufrichtigen Wunsch nach Frieden. Das Abkommen stellt einen wichtigen Beitrag zum Frieden, zur Selbstbestimmung, zur nationalen Unabhängigkeit
und zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ländern dar. Das Abkommen
und die Protokolle sollten strikt eingehalten und peinlich genau durchgeführt
werden.

Artikel 3
Die Unterzeichner dieser Akte erkennen feierlich die Verpflichtungen
der Unterzeichner des Abkommens und der Protokolle an, das Abkommen und die
Protokolle strikt einzuhalten und peinlich genau durchzuführen.

Artikel 4

»2-

�Artikel 4
Die Unterzeichner dieser Akte erkennen die grundlegenden nationalen
Rechte des vietnamesischen Volkes feierlich an, nämlich die Unabhängigkeit,
Souveränität, Einheit und territoriale Integrität Vietnams sowie das Recht
des südvietnamesischen Volkes auf Selbstbestimmung,und respektieren diese
strikt. Die Unterzeichner dieser Akte werden das Abkommen und die Protokolle
strikt einhalten und werden sich jeder im Widerspruch zu ihren Bestimmungen
stehenden Handlung enthalten.

Artikel 5
Um eines dauerhaften Friedens in Vietnam willen appellieren die Unterzeichner dieser Akte an alle Länder, die grundlegenden nationalen Rechte
des südvietnamesischen Volkes strikt zu achten, nämlich die Unabhängigkeit,
Souveränität, Einheit und territoriale Integrität Vietnams sowie das Recht
des südvietnamesischen Volkes auf Selbstbestimmung wie auch das Abkommen
und die Protokolle, indem sie sich

jeder im Widerspruch zu ihren Bestim-

mungen stehenden Handlung enthalten.

Artikel 6
a) Die vier Parteien des Abkommens oder die beiden südvietnamesischen
Parteien können entweder einzeln oder durch eine gemeinsame Handlung die
anderen Unterzeichner dieser Akte über die Durchführung des Abkommens und
der Protokolle unterrichten. Da die von der Internationalen Kontroll-und
Uberwachungskommission unterbreiteten Berichte und ihre Ansichten über die
Kontrolle und Überwachung der Durchführung derjenigen Bestimmungen des Abkommens und der Protokolle, die in den Aufgabenbereich der Kommission fallen,
entweder an die vier Signatarstaaten des Abkommens oder an die beiden südvietnamesischen Parteien gesandt werden, sollen diese Parteien dafür ver-

�verantwortlich sein, sie entweder einzeln oder durch eine gemeinsame Handlung umgehend an die übrigen Unterzeichner dieser Akte weiterzuleiten.
b) Die vier Parteien des Abkommens oder die beiden südvietnamesischen
Parteien werden ferner, entweder einzeln oder durch eine gemeinsame Handlung, diese Information und diese Berichte und Ansichten an die übrigen
Teilnehmer der Internatinalen Vietnamkonferenz zu deren Information weiterleiten.

Artikel 7
a) Im Falle einer Verletzung des Abkommens oder der Protokolle, die
eine Bedrohung des Friedens, der Unabhängigkeit, der Souveränität, der Einheit oder der territorialen Integrität Vietnams oder des Rechtes des südvietnamesischen Volkes auf Selbstbestimmung darstellt, werden die Signatarstaaten
des Abkommens und der Protokolle entweder einzeln oder gemeinsam mit den übrigen Unterzeichnern dieser Akte Konsultationen mit dem Ziele führen, die erforderlichen Maßnahmen für eine Abstellung zu beschließen.
b} Die Internationale Vietnamkonferenz kann auf gemeinsamen Antrag der
Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und der Regierung der Demokratischen Republik Vietnam namens der Signatarstaaten des Abkommens oder auch
auf Antrag von sechs oder mehr Unterzeichnern dieser Akte wieder einberufen
werden.

Artikel 8
Als Beitrag zum Frieden in Indochina und zu seiner Gewährleistung erkennen die Unterzeichner dieser Akte die Verpflichtung der Parteien des Abkommens an, die Unabhängigkeit, Souveränität, Einheit, territoriale Integrität und Neutralität

von Kambodscha und Laos, wie es in dem Abkommen festge-

legt ist, zu achten; sie selbst vereinbaren ferner, diese zu respektieren

-4.

�respektieren und sich jeder im Widerspruch hierzu stehenden Handlung zu enthalten, und sie fordern die übrigen Länder auf, das gleiche zu tun.

Artikel 9
Diese Akte soll mit Unterzeichnung durch die bevollmächtigten Vertreter aller 12 Parteien in Kraft treten und von allen Parteien strikt durchgeführt werden. Die Unterzeichnung dieser Akte stellt in keiner Weise eine
Anerkennung irgendeiner Partei dar, die nicht zuvor ausgesprochen worden
war.

Ausgefertigt in 12 Kopien in Paris an diesem zweiten Tage des Monats März
des Jahres Eintausendneunhundertunddreiundsiebzig in englischer, französischer, russischer, vietnamesischer und chinesischer Sprache. Alle Texte sind
in gleicher Weise authentisch.

Für die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika:
Der Außenminister William P. Rogers
Für die Regierung der französischen Republik:
Der Außenminister Maurice Schumann
Für die Provisorische Revolutionsregierung der Republik Südvietnam:
Der Außenminister Nguyen Thi Binh
Für die Regierung der Volksrepublik Ungarn:
Der Außenminister Janos Peter
Für die Regierung der Republik Indonesiens:
Der Außenminister Adam Malik
Für

�Für die Regierung der Volksrepublik Polen:
Der Außenminister Stefan Olszowski
Für die Regierung der Demokratischen Republik Vietnam:
Der Außenminister Nguyen Duy Trinh
Für die Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland:
Der Minister für Auswärtiges und Commonwealth-Angelegenheiten Alec DouglasHome
Für die Regierung der Republik Vietnam:
Der Außenminister Tran van Lam
Für die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken:
Der Außenminister Andrei A. Gromyko
Für die Regierung von Kanada:
Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten Mitchell Sharp
Für die Regierung der Volksrepublik China:
Der Außenminister Chi Peng-fei.

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10/1973

WIE LANGE WERDEN DIE VEREINTEN NATIONEN NOCH DEM INTERNATIONALEN
TERROR ZUSEHEN?

Von Richard L. Carl

VEREINTE NATIONEN, New York-(AD)--Der brutale Mord an drei Diplomaten
in Khartum hat die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten erneut mit
einem Problem konfrontiert, dem sie in den letzten Jahren immer wieder ausgewichen sind. Erneut stellt sich die Frage, was die Mitglieder der Weltorganisation gemeinsam zu tun gedenken, um dem internationalen Terror endlich wirksam Einhalt zu gebieten.
Weder in den Vereinten Nationen selbst noch in der ihnen angeschlossenen Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) noch in irgendeinem
anderen internationalen Gremium hat sich die Gemeinschaft der Völker, die
doch ein so großes Interesse an friedlichen, gewaltlosen Beziehungen haben
muß, über harte, wirksame und vor allem durchsetzbare Maßnahmen einigen
können, die potentielle Terroristen abschrecken und ihnen klar machen könnten, daß sie den Folgen ihres verbrecherischen Tuns nicht entgehen können.

Die

�Die Vereinigten Staaten haben seit dem entsetzlichen Massaker in München und schon vorher immer wieder an die Vereinten Nationen appelliert,
endlich weltweite Schritte gegen Gruppen zu beschließen, die wie der sogenannte "Schwarze September" in München und jetzt in Khartum Mord und Terror
als politisches Mittel benutzen.
Nach dem furchtbaren Zwischenfall in der sudanesischen Hauptstadt erklärte der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Scali,
dieser Angriff "stellt eine erneute Forderung an die Gemeinschaft der Vereinten Nationen, bedeutsame und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um internationalen Terroristen Einhalt zu gebieten." Er ließ keinen Zweifel daran,
daß die Vereinigten Staaten ihre Initiative in dieser Richtung, die sie im
Herbst vorigen Jahres in der Vollversammlung ergriffen haben, nicht aufgeben werden.
Bereits im September vorigen Jahres hatte der amerikanische Außenminister,
William P. Rogers, einen Dreipunkte-Plan vorgelegt:
-&lt;» Rascher Abschluß eines Vertrages über die Bestrafung von Personen,
die Diplomaten oder ausländische Regierungsvertreter angreifen oder
entführen, wie er von der UN-Menschenrechtskommission bereits entworfen wurde;
-« Übereinkunft über einen internationalen Vertrag über die Einstellung
des Flugdienstes nach Ländern, die sich weigern, Luftpiraten oder
Saboteure zu bestrafen;
-- Abschluß eines weiteren Vertrages über die Bestrafung von Personen,
die internationale Terrorakte begehen, um andere Regierungen zu erpressen.
Alle drei dieser geforderten und angesichts der steigenden Flut des
Terrors ohne Frage notwendigen Abkommen zielen auf eine klare Verpflichtung

-2-

�Verpflichtung aller Signatarstaaten ab, internationale Terroristen angemessen zu bestrafen oder auszuliefern. Wenn erst alle Länder eine solche Verpflichtung eingegangen wären, dann gäbe es keinen Schlupfwinkel mehr für
Terroristen.
Die 132 Mitglieder der Vollversammlung konnten sich jedoch im Herbst
vorigen Jahres nicht zu einem solchen festen und einmütigen Stand gegen den
Terrorismus durchringen, und was der "Ausdruck der tiefen Besorgnis", wie
er von der Vollversammlung formuliert wurde, nutzt, das hat nicht zuletzt
die Bluttat von Khartum gezeigt.
Auch von der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf
ist der neueste Terror-Fall verurteilt worden. Der amerikanische Vertreter,
Philip E. Hoffman, hat mit seiner Forderung nach der schärfsten internationalen Verurteilung jedoch ebenfalls erneut auf ein gemeinsames Handeln der
Völkergemeinschaft gedrungen. "Wir sind der Überzeugung", so betonte er,
"daß diese Handlung erneut die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit lenkt,
daß Regierungen sofort handeln, damit diejenigen, die diesen besonderen Akt
begangen haben, einer wirksamen Bestrafung zugeführt werden, und daß klar
gemacht wird, daß in Zukunft keine Regierung für ähnliche Täter Zuflucht
gewähren wird."
Außenminister Rogers, der vor der Presse berichtete, daß Präsident
Nixon über den jüngsten Zwischenfall zutiefst besorgt und empört sei, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit internationaler Maßnahmen. "Wir
müssen uns als internationale Gemeinschaft diesem Problem stellen", so
erklärte er, "und dafür sorgen, daß solche Fälle sich nicht wiederholen."
Es kann nicht angehen, daß, wie Botschafter Scali betonte, "die Gemeinschaft der Völker sich noch länger ihrer Verantwortung entzieht, sich
diesem kritischen Problem zu stellen."

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10/1973
V0LCKER: KEINE WEITERE DOLLARABWERTUNG
-Wortlaut der Erklärung des Staatssekretärs-

WASHINGTON --(AD)— Die Vereinigten Staaten haben nicht die Absicht, eine
weitere Dollar-Abwertung vorzunehmen. Dies hat der Staatssekretär im USFinanzministerium, Paul A. Volcker, am 6. März vor dem Unterausschuß des Repräsentantenhauses für internationale Finanzfragen unterstrichen. Die Erklärung des Staatssekretärs hat folgenden Wortlaut:
Herr Vorsitzender, Mitglieder des Unterausschusses:
Vor einer Woche bin ich vor dem Bankenausschuß des Senats für dieses
Ihnen jetzt vorliegende Gesetz (H.R. 4546) eingetreten, das die Ermächtigung
für eine Herabsetzung der Dollar-Parität um 10 Prozent erteilt. Ich füge der
Vollständigkeit halber den vollen Text meiner damaligen Erklärung bei, die
alle Hintergrundinformationen für den Antrag der Regierung gibt, dieses Gesetz
zu verabschieden. Heute morgen möchte ich einige zusätzliche Bemerkungen
machen, um Sie über den neuesten Stand der Dinge zu unterrichten.
Wie Sie wissen, ist es an bestimmten europäischen Devisenbörsen in den
letzten beiden Wochen zu einem starken spekulativen Druck gekommen. Angesichts
dieses Druckes haben die Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft mit einem
festen Wechselkurs ihre Devisenbörsen geschlossen, d.h. sie haben zumindest
aufgehört, das Wechselkurssystem offiziell zu stützen. Die Japaner, die ihren
Wechselkurs bereits freigegeben hatten, haben ihre Devisenbörse vorübergehend
völlig geschlossen. Mehrere wichtige europäische Währungen - das Pfund

-1-

�•

Pfund Sterling, der schweizer Franken und die italienische Lire - floateten
bereits vor der letzten Krise. Am vergangenen Wochenende haben die EWG-Finanzminister Besprechungen über die jüngsten Entwicklungen geführt und die
Frage erörtert, wie diesen gemeinsam begegnet werden kann. Wir standen in
dieser Zeit in Verbindung mit einer Reihe maßgebender Länder. (Weitere Konferenzen auf internationaler Ebene sind anberaumt worden, darunter auch eine
Konferenz der EWG-Länder und am Freitag der Zehner-Gruppe).
Im Hinblick auf die Ereignisse der letzten Tage möchte ich einige Punkte
erneut unterstreichen:
-- Erstens sind wir weiterhin der Überzeugung, daß die grundlegende
Neufestsetzung der Wechselkurse, wie sie im Februar erreicht wurde, angemessen
ist. Diese Neufestsetzung bildet - soweit dies Wechselkursänderungen überhaupt können - eine realistische Basis für die Wiederherstellung eines dauerhaften Zahlungsbilanzgleichgewichtes. Die Situation, vor der wir heute stehen,
ist die Folge spekulativer Auswüchse. Wir haben nicht die Absicht, eine weitere Dollar-Abwertung vorzunehmen.
-- Zweitens sind wir bereit, mit der Europäischen Gemeinschaft und mit
unseren anderen Handelspartnern schnell darauf hinzuarbeiten, eine baldige
und befriedigende Lösung dieses Problems zu erreichen. Wir haben in enger
Verbindung mit ihnen gestanden und wir werden uns später in dieser Woche in
Paris treffen.
—

Drittens unterstreichen die jüngsten Entwicklungen erneut - sofern

dies überhaupt noch erforderlich ist - die Notwendigkeit, das Tempo unserer
Bemühungen um eine grundlegende Reform des internationalen Währungssystems
zu beschleunigen. Was dies anbetrifft, so glaube ich, daß wir mit Vernunft
und gutem Willen auf allen Seiten die Ereignisse der letzten Wochen zu einem
konstruktiven Abschluß bringen können. Wir sahen uns zwei getrennten, aber
doch miteinander zusammenhängenden Problemen gegenüber. Wir müssen die

-2-

�die zugrundeliegenden Ungleichgewichte in den internationalen Zahlungsbilanzen
- der Zahlungsbilanzen der USA und anderer Länder-korrigieren, die die Ursache dieser monetären Unruhe und Verwirrung sind. Die Wechselkursänderungen
entsprechen diesem Erfordernis. Wir brauchen ferner dauerhafte Vereinbarungen, um sicherzustellen, daß sich diese Ungleichgewichte nicht wiederholen,
daß notwendige internationale Anpassungen künftig wirksamer sind, reibungsloser vor sich gehen und sicherer sind,und laß unsere monetären Abmachungen
zu einem offenen Handel und einem offenen Zahlungsverkehr zwischen den einzelnen Ländern beitragen. Dies letztere Erfordernis ist Aufgabe der Reform des
Währungssystems. Wir müssen beide Ziele erreichen, um sicherzustellen, daß
das internationale Währungssystem - statt uns immer wieder in einer Krisenatmosphäre zu belasten - zu einer im Hintergrund wirkenden Kraft für eine
expandierende und prosperierende Weltwirtschaft wird.
-- Viertens und letztens - was aber keineswegs am wenigsten zählt möchte ich nachdrücklich wiederholen, daß die Stärke des Dollar im Ausland
letztlich von der Stärke des Dollar und der Stärke der Wirtschaft im Inland
abhängt. Die Regierung ist sich dieser einfachen Wahrheit voll bewußt. Ich
glaube, unser Verhalten entspricht dieser Sorge. Ja, relativ gesehen, stehen
wir unter den großen Industriestaaten, was die Wiederherstellung der Preisstabilität anbetrifft, wirklich gut da und wir werden noch besseres leisten.
Die Haushalts-, Währungs-, Lohn- und Preispolitik ist auf dieses Ziel ausgerichtet.
Abschließend möchte ich den Ausschuß dringend ersuchen, den vorliegenden
Gesetzesentwurf bald und positiv zu verabschieden. Damit wird ein wichtiger
Teil des Prozesses, die Unsicherheit zu beenden, das Gleichgewicht wiederherzustellen und gemeinsam mit unseren Handelspartnern auf ein stärkeres Währungssystem hinzuarbeiten, abgeschlossen sein. Die Neufestsetzung der Wechselkurse war vor drei Wochen notwendig und ist auch heute noch notwendig. Sie
erforderte schwierige Entscheidungen und Maßnahmen seitens zahlreicher anderer

-3-

�anderer Länder wie auch seitens der USA. Das Gesetz ist notwendig, damit
wir den gesetzlichen und finanziellen Folgen der Wechselkursänderung gerecht werden können. Allgemeiner gesagt, ich hoffe, Sie werden dem beipflich
ten, daß die Neufestsetzung der Wechselkurse den Interessen der amerikanischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber am besten gerecht wird. Die Verabschiedung dieses Gesetzes wird dazu beitragen, die Grundlagen für eine weitere
Zusammenarbeit mit anderen Ländern mit dem Ziele einer Wiederherstellung des
Gleichgewichtes unserer Zahlungsbilanz und einer Verwirklichung der notwendigen Reform des Währungssystems zu legen.

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10/1973

WASHINGTON ERWARTET MEHR AUSLÄNDISCHE DIREKTINVESTITIONEN
IN DEN USA
Von Sam Burks

WASHINGTON --(AD)— Eine wichtige Begleiterscheinung der auf eine Reform
des Welthandels und des Weltwährungssysteins abzielenden Wirtschaftspolitik Präsident Nixons ist die von der US-Regierung erwartete Ausweitung
der ausländischen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten.
Dies haben gerade in den letzten Tagen maßgebende Persönlichkeiten
der amerikanischen Regierung vor dem US-Senat betont. Der Staatssekretär im US-Finanzministerium, Paul Volcker, erklärte letzte Woche vor
dem Bankenausschuß des Senats, die Neufestsetzung der internationalen
Wechselkurse sollte zu einer Belebung des Flusses von Investitionskapital
nach den Vereinigten Staaten führen. Gerade die Ölländer im Nahen Osten
würden, wenn jetzt ihre Kapitalüberschüsse immer mehr anwachsen und auch
das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft zurückkehrt, feststellen,
daß die USA "ein attraktives Land" für Investitionen seien.
Der Sonderberater Präsident Nixons und Direktor des Rates für Internationale Wirtschaftspolitik, Peter Flanigan, bekräftigte gleichzeitig
vor einem anderen Senatsausschuß, daß die USA bestimmt nicht die Absicht
hätten, Schranken gegen eine Ausweitung der gegenwärtig rund 13,7 Milliarden

-1-

�Milliarden Dollar betragenden ausländischen Direktinvestitionen in der USWirtschaft zu errichten. Wörtlich fuhr Flanigan fort, "wir begrüßen sie,
wir hoffen, daß sie zunehmen werden." Er sei sicher, daß jeder Amerikaner
die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch ausländische multinationale Gesellschaften wie Shell, Lever Brothers oder Nestle begrüße.
Und Handelsminister Frederick B. Dent gab vor dem gleichen Ausschuß
der Erwartung Ausdruck, daß sowohl die ausländischen Direktinvestitionen in
den USA wie auch die langfristigen Geldanlagen des Auslandes in amerikanischen
Wertpapieren weiter zunehmen werden. Allein in seinem Heimatdistrikt SouthCarolina gebe es jetzt 22 in ausländischem Besitz befindliche Unternehmen
mit etwa 2 200 Arbeitsplätzen, in die von ausländischer Seite rund 230 Millionen Dollar investiert worden seien.
Auch eine Studie, über die die Februarausgabe der vom US-Handelsministerium herausgegebene Zeitschrift "Survey of Current Business" berichtet, unterstreicht diesen Trend zu steigenden ausländischen Investitionen in der
amerikanischen Wirtschaft. So ist, wie in der Studie berichtet wird, der Wert
der ausländischen Direktinvestitionen in den USA von 7,4 Milliarden Dollar
im Jahre 1962 auf 13,7 Milliarden Dollar Ende 1971 angestiegen. Von Ende 1961
bis Ende 1966 betrug die jährliche Zuwachsrate der ausländischen Investitionen im Jahresmittel 330 Millionen Dollar oder 4,1 Prozent, in den darauffolgenden Jahren jedoch im Durchschnitt 930 Millionen Dollar pro Jahr oder 8,6
Prozent. Zu der Beschleunigung des Tempos der ausländischen Investitionen
haben der Studie zufolge die Ausweitung des Eurodollar-Marktes, die Modifizierung der Bestimmungen für die Berichterstattung der in ausländischem Besitz befindlichen Unternehmen über ihren finanziellen Status durch die amerikanische Wertpapier-und Bcrsenkommission, die Fusionsbestrebungen westeuropäischer Firmen, die zu höheren Investitionen in der chemischen und der
metallverarbeitenden Industrie sowie der Stahlindustrie führten, sowie die
schnelle Ausweitung des amerikanischen Marktes selbst beigetragen.
Auf

-2-

�Auf europäische Firmen entfielen der Studie zufolge 1971 mit circa
10 Milliarden Dollar rund 73 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen
in den USA gegenüber einem Anteil von 69 Prozent im Jahre 1962. Demgegenüber entfielen von den amerikanischen Direktinvestitionen im Ausland in
Höhe von rund 86 Milliarden Dollar 30 Prozent auf Europa, weitere 30 Prozent auf Kanada, 20 Prozent auf Lateinamerika und weitere 20 Prozent auf
die übrige Welt. Bei den ausländischen Direktinvestitionen in den USA lag
1971 Großbritannien mit 4,4 Milliarden Dollar an erster Stelle, gefolgt von
Kanada mit 3,3 Milliarden Dollar, Holland mit 2,2 Milliarden Dollar und der
Schweiz mit 1,5 Milliarden Dollar. Die Erträge der in ausländischem Besitz
befindlichen amerikanischen Gesellschaften erhöhten sich von 359 Millionen
Dollar im Jahre 1962 auf 1 110 Millionen Dollar 1971, und diese Gesellschaften hatten 1971 eine Gewinnzunahme (Zinsen und Lizenzen ausgenommen) von
20 Prozent zu verzeichnen gegenüber 14 Prozent bei den amerikanischen Unternehmen. Die an die ausländischen Stammhäuser abgeführten Erträge erhöhten
sich von 185 Millionen Dollar im Jahre 1962 auf 623 Millionen Dollar 1971.
Die Studie weist darauf hin, daß die in ausländischem Besitz befindlichen US-Firmen für amerikanische Verhältnisse klein seien und in keinem Industriezweig einen dominierenden Einfluß ausübten. Von dem Zuwachs der ausländischen Direktinvestitionen in diesem ZehnJahreszeitraum von 6,3 Milliarden Dollar entfielen der Studie zufolge 2,6 Milliarden Dollar auf Nettokapitalzuflüsse und der Rest auf reinvestierte Gewinne.
Von der Studie, die im Auftrage des US-Handelsministeriums erstellt
worden war, wurden ein repräsentativer Querschnitt von 400 größeren in ausländischem Besitz befindlichen US-Gesellschaften sowie alle amerikanischen
Gesellschaften erfaßt, bei denen 25 Prozent oder mehr des stimmberechtigten
Kapitals in ausländischem Besitz sind.

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NIERENTRANSPLANTATIONEN
-Zweitübertragung - Gute Operationsergebnisse bei Kindern-

—(AD)-- Mehr als 10 000 Nierenübertragungen wurden bisher in aller Welt
durchgeführt -

an den Kliniken der Universität Kalifornien mit Zen-

tren in San Francisco und Los Angeles allein über 500 seit der ersten
Transplantation einer Niere im Jahre 1954. In Kalifornien wurde auch einzigartige Pionierarbeit geleistet, um die Ergebnisse solcher Operationen
durch exakte Gewebsbestimmungen und Verträglichkeitsprüfungen, bestmögliche Vor-und Nachbehandlung und Überwachung des Patienten und nicht zuletzt
durch die Weiterentwicklung der Methoden zur Organkonservierung ständig
zu verbessern.
Nach den Erfahrungen von Prof. Samuel Kountz (Transplantationszentrum
San Francisco) liefern die Kompatibilitätsprüfungen von Spender-und Empfängergewebe einen der wichtigsten Schlüssel für einen Erfolg, d.h. das Überleben des fremden Organs. Mit Hilfe von Computeranalysen wird in enger Zusammenarbeit mit in - und ausländischen Transplantationszentren versucht,
die jeweils günstigste Kombination für die bei Spender-und Empfängergewebe
ermittelten genetischen Faktoren zu finden.
Solche

�Solche Arbeiten auf "molekularer Ebene" erhöhen die Chance, daß der
Empfängerorganismus das Fremdorgan annimmt und es nicht durch Abwehrreaktionen des eigenen Immunsystems wieder abstößt. Unter günstigsten Bedingungen
kann sogar auf Medikamente, die Abwehrreaktionen unterdrücken sollen, verzichtet werden. Zahlreiche Fachkräfte im Laboratorium für Gewebstypenbestimmung, das die Universität Kalifornien in Los Angeles eingerichtet hat und
das heute das größte dieser Art in der Welt ist, beschäftigen sich ausschließlich mit derartigen Fragen.
Zu den bisherigen positiven wie negativen Erfahrungen und den auf dieser Basis erarbeiteten Regeln ergeben sich aber doch immer wieder neue Gesichtspunkte. So stellten Dr. Gerhard Opelz, Dr. Paul J. Terasaki und
Dr. Max R. Mickey (Los Angeles) durch die Datenauswertung von 1 497 Erstund 257 Zweittransplantationen zu ihrer Überraschung fest, daß die prozentuale Überlebensrate des zweiten Organs der Überlebensrate bei den Erstübertragungen äl .ilich war. Entgegen diesem Befund hatten sie erwartet, daß
die Abwehrreaktionen nach der Wiederholung der Transplantationen, die außerdem mit Leichennieren vorgenommen wurden, sogar heftiger als beim ersten Mal
in Erscheinung treten würden.
Durch eine weitere Untersuchung von Zweittransplantationen konnten die
Wissenschaftler die Beobachtung zur Frage der Überlebenschance einer zweiten Fremdniere erhärten und differenzieren. Aufgrund der Unterlagen zu 264
Zweittransplantationen mit Leichennieren, die von Januar 1967 bis Dezember
1971 an 58 Kliniken in den USA und in Kanada durchgeführt wurden, ergab sich
bei einer bestimmten Patientengruppe sogar eine deutlich verbesserte Überlebensrate. Und dieser Effekt scheint durch die Reaktionen induziert worden
zu sein, die sich im Zusammenhang mit der Abstoßung des ersten Organs entwickelten. Insbesondere bei Patienten mit "langsamer Abwehr", d. h. der Abstoßung der ersten Fremdniere nach mehr als drei Monaten, wäre es denkbar,

-2-

�denkbar, daß das sogenannte Enhancement-Phänomen mit erhöhter Toleranz gegenüber dem zweiten Fremdorgan durch die Bildung spezifischer Antikörper in
Erscheinung tritt; dies wäre eine Folge der Immunreaktionen auf das erste
Transplantat. Diese Frage ist jedoch noch keineswegs endgültig beantwortet
und bedarf weiterer gründlicher Untersuchungen.

- Fremdniere bei jugendlichen Patienten Eine Gruppe von fünf Ärzten vom Transplantationszentrum San Francisco
führte seit 1964 insgesamt 63 Nierenübertragungen bei 54 Patienten unter 18
Jahren durch.

Der von Beizer, Schweitzer, Holliday, Fotter und Kountz ver-

öffentlichten Übersicht zufolge waren bei 32 Kindern die Organspender Blutsverwandte; in fünf Fällen war eine Retransplantation erforderlich. Die Überlebensrate dieser Gruppe lag nach dem ersten Jahr bei 90 Prozent, bei den
21 Kindern mit Leichennieren bei 67 Prozent. Manche der Kinder leben bereits
sieben Jahre mit dem fremden Organ, das bei fast allen so gut funktioniert,
daß ein ganz normales Leben möglich ist.
Trotz dieser guten Ergebnisse ist die Todesrate mit 20 Prozent noch "zu
hoch", wie Dr. Beizer erklärte - auch angesichts der Tatsache, daß die Erkrankungen ohne die Operation in allen Fällen zum Tod geführt hätten. Die zweite
Therapiemöglichkeit, nämlich die Hämodialyse mit regelmäßiger Blutwäsche,
ist nach den Erfahrungen von Beizer und Mitarbeitern als Dauerbehandlung für
Kinder nicht akzeptabel.

Bei chronischer Urämie sei eine Nierenübertragung

möglicherweise bereits in Erwägung zu ziehen, noch ehe die Dialyse erforderlich werde.

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MAGNETISCHE STÜRME UND WETTERGESCHEHEN
-Auffällige "Koordination" von Polarlichtern und Tiefdruckrinnen-

--(AD)— Für die seit langem gehegte Vermutung, daß ein direkter Zusammenhang zwischen erdmagnetischen Stürmen und damit Vorgängen auf der Sonne
und dem Wettergeschehen auf der Erde bestehen könne,

gibt es jetzt zum

ersten Mal statistische Beweise. Aufgrund ihrer langjährigen Untersuchungen
(1964-1971) berichteten kürzlich Dr. Walter Orr Roberts, der Präsident
der "Universitätscorporation für Atmosphärische Forschung" in Boulder
(Colorado), und Dr. Roger H. Olson, Meteorologe beim US-Amt für Meeres- und
Atmosphärenforschung (NOAA), über entsprechende Beobachtungen im Raum über
dem Golf von Alaska im nordöstlichen Pazifik. Offensichtlich werden Tiefdruckrinnen - langgestreckte Zonen relativ niedrigen atmosphärischen
Drucks, wie sie in der Höhe mit 300 Millibar (ca. 10 000 m) zu finden
sind - in Reaktion auf Stürme im erdmagnetischen Feld verstärkt. In den
in die Beobachtung einbezogenen geographischen Breiten rufen solche Stürme
meist das farbenprächtige Schauspiel der Nordlichter hervor.
Die Entwicklung von Tiefdruckrinnen über dem Golf von Alaska beeinflußt
erheblich das Wetter über Nordamerika. Etwa ein Drittel der Tiefdruckgebiete dringt bis in den amerikanischen Mittelwesten vor. Gehen den Tief-

�Tiefdrucksystemen jedoch Nordlichter voraus, verlagern sich die Schlechtwetterzonen bis 350 km weiter nach Süden und bringen dort merkliche Abkühlung.
Obgleich sich nicht alle großen Tiefdruckrinnen erst nach Nordlichtern
ausbilden, und umgekehrt einem Nordlicht nicht immer die Entwicklung einer
Tiefdruckrinne folgt, ist die Wahrscheinlichkeit der Verstärkung dieses meteorologischen Phänomens zwei bis vier Tage nach einem erdmagnetischen Sturm
doppelt so groß wie in magnetisch ruhigen Perioden.
Eine beweisbare physikalische Erklärung vermochten die Wissenschaftler
für einen derartigen Zusammenhang zwischen Sonnen-und Erdwetter noch nicht
zu geben. Über die Mechanismen, die dabei im Spiele sind, gibt es bisher nur
Vermutungen.So könnte sich beispielsweise die sonnenaktive und geomagnetische
Steuerung auf dem Wege über eine gewisse Blockierung der Abstrahlung von
Wärmeenergie a«s dem Raum über dem verhältnismäßig warmen Nordpazifik durch
Zirruswolken ergeben. Deren Bildung wiederum beruht unter anderem auf Phänomenen, die mit erdmagnetischen Störungen zusammenhängen. Aber auch Veränderungen der Ozon-Konzentration und möglicherweise verstärkte Gewittertätigkeit
könnten als Einflußfaktoren in Frage kommen.
Um die Fragen, die aufgrund der siebenjährigen Beobachtungen aufgeworfen wurden, vielleicht doch klären und so zur Verbesserung der Wettervorhersage beitragen zu können, wollen die beiden Wissenschaftler nunmehr die meteorologischen Daten aus dem betreffenden Gebiet über einen Zeitraum von 20 Jahren (1950-1970) einer nochmaligen Analyse unterziehen.(Olson und Roberts berichteten im Januarheft 1973 der Zeitschrift "Journal of the Atmospheric
Science" über ihre bisherigen Forschungen.)

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10/1973

HAEMOGLOBIN AUS TIEFGEKÜHLTEM KNOCHENMARK

--(AD)-- Menschliche Knochenmarkzellen können bis zu neun Monate im gefrorerenen Zustand konserviert werden, ohne dadurch ihre Fähigkeit zu verlieren, den roten Blutfarbstoff und Sauerstoffträger Haemoglobin zu produzieren. Diese Feststellung machten Dr. John W. Adamson und Dr. Rainer
Storb von der Universität Washington (Seattle) bei Laboruntersuchungen an
Knochenmarkzellen von sechs Patienten. Die Lebensfähigkeit des tiefgekühlt
konservierten Knochemarks testeten die Wissenschaftler aufgrund seiner
Fähigkeit, nach Behandlung/Erythropoetin (ESF-dem Blutplasmafaktor, der
normalerweise die Produktion roter Blutkörperchen anregt), Haemoglobin
zu synthetisieren.
Haemoglobin wird nur im Stadium der Zellteilung und in den noch nicht
ausgereiften Erythrozyten gebildet. Deshalb berechtigte die Beobachtung
einer verstärkten Haemoglobinsynthese in den ESF-behandelten Zellkulturen
zu der Schlußfolgerung, daß sich die konservierten Zellen nach monatelangem
Einfrieren tatsächlich weitervermehren. Allerdings machen die beiden Forscher darauf aufmerksam, daß dies mit Sicherheit erst von einem der fünf
Typen von "Vorläufern" der Erythrozyten im Knochenmark gesagt werden könne.
Die Vermehrungsfähigkeit der anderen Elemente im konservierten menschlichen
Knochenmark müsse erst noch genau untersucht werden. Die bisherigen Ergeb-

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�Ergebnisse lassen jedoch hoffen, in bestimmten Fällen die Bildung roter
Blutkörperchem mit eigenem, konservierten Knochenmark des Patienten anregen zu können. Drei Institute der Medizinischen Bundesforschungsanstalten der Vereinigten Staaten unterstützen finanziell die Untersuchungen in
Seattle.

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Schlußakte der Vietnamkonferenz &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut - &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wie lange werden die Vereinten Nationen noch dem internationalen Terror zusehen? &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Richard L. Carl &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Volcker: Keine weitere Dollarabwertung - Wortlaut der Erklärung des Staatssekretärs - Washington erwartet mehr ausländische Direktinvestitionen in den USA &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Sam Burks &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nierentransplantationen &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Zweitübertragung - Gute Operationsergebnisse bei Kindern -&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Magnetische Stürme und Wettergeschehen &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auffällige "Koordination" von Polarlichtern und Tiefdruckrinnen -&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haemoglobin aus tiefgekühltem Knochenmark</text>
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