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Dokumentation

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14. Februar 1973

Nummer

Inhalt

WIRTSCHAFT:
Erklärung von US-Finanzminister Shultz vom 12. Februar 1973 zur
Abwertung des Dollar
-Wortlaut-

INFORMATION:
i

Das neue amerikanische Kabinett

HINTERGRUNDMATERIAL:
Das neue Bevölkerungsportrait der Vereinigten Staaten
-Bericht des Statistischen Bundesamtes-

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
ERTS -Augen sehen mehr
Ermutigender Auftakt für Erderkundung mit Satelliten
Von G.Weiss
u^

Nationale Maßnahmen sind nicht genug
v&gt;j-JUS-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen DrogenmißbrauchKrebstierschalen als chemischer Rohstoff
-Modellanlage koppelt Chemikaliengewinnung mit Produktion von Protein- Konzentrat-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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7/1973

ERKLÄRUNG VON US-FINANZMINISTER SHULTZ VOM 12. FEBRUAR 1973
ZUR ABWERTUNG DES DOLLAR
-Wortlaut -

WASHINGTON --(AD)— Der amerikanische Finanzminister George P. Shultz
hat am Abend des 12. Februar (Washingtoner Zeit) eine längere Erklärung
abgegeben, in der er bekanntgab, daß Präsident Nixon den Kongreß um eine
Abwertung des US-Dollar um 10 Prozent von einer Parität von 0,92106 SDR
(Sonderziehungsrechte) auf 0,82895 SDR ersucht hat.
Die Erklärung des amerikanischen Finanzministers hat folgenden Wortlaut:
"Die Vereinigten Staaten erkennen, wie andere Länder, die Notwendigkeit einer Reform und Stärkung des Rahmens für den internationalen Handel
und für internationale Investitionen an. Dieser Rahmen muß unser Grundziel,
nämlich die Steigerung des Lebensstandards aller Nationen, stützen. Er muß
den friedlichen Wettbewerb ermutigen, der dem wirtschaftlichen Fortschritt
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zugrundeliegt. Er muß für jede
Nation Raum lassen, bei einer Beteiligung an den gegenseitigen Vorteilen
des Handels ihre eigenen Institutionen und ihre eigenen besonderen Ansprüche zu respektieren. Er muß die fundamentale Wahrheit in sich enthalten,
daß die Prosperität eines Landes nicht auf Kosten eines anderen angestrebt
werden darf.
Diese

�Diese große Reformaufgabe ist nicht nur einem Lande allein gestellt,
noch kann sie mit einem einzigen Schritt gelöst werden. Wir können mit Befriedigung auf das zurückblicken, was auf kooperativer Basis erreicht worden ist, seit die am 15. August 1971 verkündeten Maßnahmen eindeutig unsere
Erkenntnis der Notwendigkeit einer entscheidenden Änderung signalisiert
haben.
-- Intensive Verhandlungen schufen im Dezember 1971 eine wichtige
Tatsache: Über Veränderungen in dem System der Wechselkurse der
Welt, einschließlich der Parität des US-Dollar, kann beiderseitiges Übereinkommen erreicht werden, um das anerkannte Ziel eines
besseren Ausgleichs in der internationalen Handels-und Zahlungsbilanz zu fördern.
-- Im "Zwanziger-Ausschuß1 sind Währungsverhandlungen unter der Prämisse eingeleitet worden, daß bessere Mittel und Wege gefunden
werden müssen, um große Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte zu verhindern, die die Volkswirtschaften verzerren, die Geldmärkte beunruhigen und den freien Fluß des Handels bedrohen. Die Vereinigten Staaten haben praktische und spezifische Vorschläge für eine internationale Währungsreform vorgelegt.
-- Für umfassende Handelsverhandlungen werden die Grundlagen gelegt.
Diese Verhandlungen sollten über Industriezölle hinausgehen und
auch andere Hindernisse für den freien Warenfluß einschließen.
Sie sollten für die Erzeugnisse aller Länder eine faire Behandlung
im Wettbewerb sicherstellen. Sie sollten auch vereinbarte Mittel
und Wege suchen, um abrupte Dislokationen von Arbeitern und Unternehmen zu vermeiden.
Im September 1972 erklärte der Präsident den führenden Vertretern der
Finanzwelt: »Es ist nunmehr die Zeit des Handelns an der gesamten Front der
internationalen Wirtschaftsprobleme gekommen. Immer wiederkehrende Währungs-

-2-

�'

Währungskrisen, wie wir sie alle während des letzten Jahrzehnts nur zu oft
erlebt haben; unfaire Wechselkursfestsetzungen und Handelsvereinbarungen,
die die Arbeiter eines Landes gegenüber denen eines anderen Landes benachteiligen; große Unterschiede im Grad der wirtschaftlichen Entwicklung, die
die Ursache von Verstimmungen sind; ein Währungssystem, das keine Bestimmungen für die Realitäten der Gegenwart und die künftigen Erfordernisse enthält ••- dies alles schädigt nicht nur unsere Volkswirtschaften, sondern
schafft politische Spannungen, die die Sache des Friedens untergraben.*
Auf derselben Tagung habe ich die Prinzipien eines Währungssystems umrissen, das alle Nationen, einschließlich der Vereinigten Staaten, in die
Lage versetzen würde, ein Gesamtgleichgewicht in ihren internationalen Zahlungsbilanzen zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Diese Prinzipien würden
eine prompte Anpassung fördern und würden eine gerechte Behandlung aller
Nationen - groß und klein, reich und arm - bieten.
In den letzten Monaten haben wir jedoch beunruhigende Anzeichen erlebt.
Unser eigener Handel blieb weiterhin in einem ernsten Defizit, was unsere
Finanzposition nach außen schwächte. Andere Länder waren bei der Beseitigung
ihrer exzessiven Überschüsse langsam und trugen damit zur Unsicherheit und
Instabilität bei. In den letzten Tagen haben Währungsstörungen die Devisenmärkte der Welt erschüttert. Unter dem Druck der Ereignisse haben einige
Länder mit zusätzlichen Restriktionen reagiert und haben sich damit gefährlich von den von uns angestrebten Grundzielen entfernt.
Die Fortschritte bei der Arbeit des Zwanziger-Ausschusses waren zu
langsam und sollten mit einem größeren Sinn für Dringlichkeit betrieben werden. Die Zeit ist jetzt gekommen, da unsere Bemühungen um eine stärkere internationale Wirtschaftsordnung einen erneuten Anstoß erfahren sollten.
Zu diesem Zweck ergreifen wir in Konsultationen mit unseren Handelspartnern und unter Wahrung der grundlegenden Prinzipien unserer Vorschläge für
eine Währungsreform eine Reihe von Maßnahmen, mit deren Hilfe drei miteinander zusammenhängende Zielsetzungen erreicht werden sollen:
a)

-3-

�a) eine beschleunigte Verbesserung unserer Handels-und Zahlungsposition
und zwar in einer Weise, die unsere Bemühungen um eine konstruktive
Reform des Währungssystems unterstützt;
b) die Schaffung der legislativen Grundlage für umfassende und nach
außen orientierte Handelsverhandlungen, die parallel zu unseren Bemühungen um eine Stärkung des Währungssyst ans laufen, und
c) die Garantie, daß die amerikanischen Arbeiter und Geschäftsleute
in unseren Handelsbeziehungen gerecht behandelt werden.
Deshalb ersucht der Präsident den Kongreß, eine weitere Anpassung
der Wechselkurse zu billigen. Dieses Ziel wird durch eine formelle Abwertung
des Dollar um 10 Prozent von einer Parität von 0,92106 SDR auf 0,82895 SDR
angestrebt.
Obwohl diese Maßnahme gemäß den bestehenden Artikeln des Abkommens über
den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer Änderung der offiziellen
Relation des Dollar zum Gold führen wird,möchte ich betonen, daß diese technische Änderung keine praktische Bedeutung hat. Der Marktpreis des Goldes
wich in den letzten Jahren schon stark von dem offiziellen Goldpreis ab,
und unter diesen Bedingungen wurde Gold in keinem nennenswerten Ausmaß mehr
zwischen internationalen Währungsstellen transferiert. Wir sind weiterhin mit
allem Nachdruck der Ansicht, daß ordnungsgemäße Abmachungen ausgehandelt werden müssen, um einen kontinuierlichen Abbau der Rolle des Goldes in internationalen Währungsangelegenheiten zu fördern.
Konsultationen mit unseren führenden Handelspartnern in Europa geben mir
Gewißheit,daß die vorgeschlagene Änderung in der Parität des Dollar für sie
akzeptabel ist und daher für die Wechselkurse des Dollar auf den internationalen Märkten sofort wirksam werden wird. Der Dollar wird gegenüber jenen
Währungen, für die es eine effektive Parität gibt, wie beispielsweise die
Deutsche Mark und der französische Franc, im Wert um etwa 10 Prozent sinken.
Zuständige

�Zuständige japanische Behörden haben angedeutet, daß dem Yen erlaubt
wird, zu floaten. Wir hegen die feste Erwartung, daß der Yen in ein Verhältnis gegenüber anderen Währungen floaten wird, das mit dem Ziel vereinbar
ist, ein Zahlungsbilanzgleichgewicht zu erreichen, das nicht von wesentlichen Regierungsinterventionen abhängig ist.
Diese Veränderungen sollen die im Smithsonian-Abkommen vom Dezember
1971 erreichten Veränderungen ergänzen und in der gleichen Richtung wirken.
Sie stellen jüngste Entwicklungen in Rechnung und sollen die Verbesserung
unserer Handels-und Zahlungsposition beschleunigen. Sie sind vor allem darauf abgestellt, zusammen mit einer angemessenen Liberalisierung des Handels
das große ZahlungsbilanziUngleichgewicht zwischen Japan und den Vereinigten
Staaten zu korrigieren, das im vorigen Jahr angehalten hat.
Andere Länder mögen ebenfalls Veränderungen ihrer Paritäten oder
Mittelkurse gegenüber dem Internationalen Währungsfonds vorschlagen. Wir
werden alle Änderungen unterstützen, die auf der Basis der gegenwärtigen und
voraussichtlichen Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte angebracht erscheinen;
wir werden jedoch gegen alle Veränderungen stimmen, die unangemessen sind.
Wir haben gelernt, daß es Zeit braucht, bevor neue Wechselkursrelationen eingefahrene Wege des Handels-und Kapitalflusses ändern. Es kann jedoch
kein Zweifel bestehen, daß wir eine große Verbesserung der Wettbewerbsposition des amerikanischen Arbeiters und der amerikanischen Unternehmen erreicht haben.
Die zu diesem Zeitpunkt festgelegten neuen Wechselkurse stellen eine
vernünftige Abschätzung der Beziehungen dar, die - zusammen mit geeigneten
Maßnahmen zur Beseitigung bestehender Handels-und Investitionsbeschränkungen mit der Zeit die internationalen Wirtschaftsbeziehungen in ein dauerhaftes
Gleichgewicht führen werden. Wir haben jedoch für die amerikanische Regierung keine Verpflichtungen übernommen, auf ausländischen Devisenmärkten
zu intervenieren.
Zweitens,

-5-

�Zweitens, der Präsident hat beschlossen, dem Kongreß in Kürze Vorschläge für eine umfassende Handelsgesetzgebung vorzulegen. Vor der Unterbreitung
dieser Gesetzesvorlagen werden intensive Konsultationen mit Vertretern des
Kongresses, der Gewerkschaften, der Landwirtschaft und der Unternehmer abgehalten werden, um sicherzustellen, daß die Gesetzgebung unseren Erfordernissen soweit wie möglich entspricht.
Diese Gesetzgebung sollte uns unter anderem die Werkzeuge an die Hand
geben, die wir brauchen, um
I. tarifäre und nicht-tarifäre Handelsschranken abzubauen, wobei wir
von der Annahme ausgehen, daß unsere Handelspartner bereit sind, mit
uns zusammen voll an diesem Prozeß mitzuwirken;
II. Zölle zu erhöhen, wenn solche Maßnahmen zu Vorkehrungen beitragen,
die sicherstellen, daß amerikanische Exporte einen fairen Zugang zu
ausländischen Märkten haben;
III. Sicherheitsmaßnahmen gegen die Störung bestimmter Märkte und Produktionen durch rasche Veränderungen im Außenhandel vorzunehmen; und
IV. unsere Außenposition gegen große und anhaltende Defizite zu schützen.
Bei der Vorbereitung dieser Vorlage ist es ein besonderes Anliegen des
Präsidenten, daß - so tüchtig unsere Arbeiter und Geschäftsleute auch sein
und wie immer Wechselkurse auch geändert werden mögen - die amerikanischen
Produzenten fair behandelt werden und einen fairen Zugang zu ausländischen
Märkten haben. Zu oft sind wir durch ein Netz administrativer Schranken und
Kontrollen ausgeschlossen worden. Darüberhinaus sind die für Handelsbeziehungen geltenden Regeln in vielen Fällen veraltet und bewürfen wie unsere internationalen Währungsregeln einer umfassenden Reform.
Man kann uns nicht vor unüberwindliche Schranken für unsere Exporte stellen und gleichzeitig von uns erwarten, unser Defizit abzubauen.
Gleichzeitig

-6-

�Gleichzeitig müssen wir jedoch einsehen, daß auch die Vereinigten Staaten auf manchen Gebieten der Handelsschranken bezichtigt werden können. Der
beste Weg, um mit diesen Hindernissen auf beiden Seiten fertig zu werden,
ist der, sie zu beseitigen. Wir werden hart verhandeln, um dieses Ziel zu
erreichen. Ich bin überzeugt, daß die amerikanischen Arbeiter und die amerikanischen Verbraucher die Nutznießer sein werden.
Wenn der Präsident jetzt dieses Gesetz vorschlägt, so tut er dies in
der Erkenntnis, daß die Entscheidung, vor der wir stehen, nicht lautet, mehr
Freiheit oder Status Quo. Es geht darum, unsere Außenhandelsposition zu verbessern. Wenn wir dieses Ziel nicht im Rahmen eines freieren und faireren
Handels erreichen können, so wird sich ein starker Druck in Richtung auf eine
Wendung nach innen herausbilden.
Wir müssen dieses Risiko vermeiden, weil dieser Weg zu gegenseitigen
internationalen Beschuldigungen, zu Isolierung und zu Autarkie führen würde.
Drittens werden wir nach Koordinierung mit dem Handelsminister die Zinsausgleichsteuer und die Kontrollen des Amtes für Direktinvestitionen im
Ausland auslaufen lassen. Beide Kontrollmaßnahmen werden spätestens bis zum
31. Dezember 1974 aufgehoben werden.
Wie mir mitgeteilt wurde, wird auch der Federal Reserve Board entsprechende Maßnahmen bei seinem freiwilligen Programm zur Beschränkung von Auslandskrediten in Erwägung ziehen.
Der schrittweise Abbau dieser Beschränkungen ist angebracht angesichts
der Verbesserungen unserer grundlegenden Zahlungsbilanzposition, die durch
die kumulative Wirkung der Veränderungen der Wechselkurse, den anhaltenden
Erfolg bei der Eindämmung der inflationistischen Tendenzen und die Anziehungskraft der amerikanischen Wirtschaft auf ausländische Investoren erreicht
werden wird. Die Beendigung der Beschränkungen für die Kapital ströme ist angesichts unseres großen Zieles angebracht, die staatlichen Kontrollen privater Transaktionen abzubauen.
Die

-7-

�Die Maßnahmen, die ich heute verkündet habe - die Neufestsetzung der
Wechselkurse, das vorgeschlagene neue Außenhandelsgesetz und die Einstellung
der amerikanischen Kontrollen für den Kapitalverkehr - werden mit dazu beitragen, unsere Volkswirtschaft und die Weltwirtschaft dem Zustand eines internationalen Gleichgewichtes bei gleichzeitiger wettbewerbsorientierter
Freiheit näherzubringen. Sie werden das Tempo einer erfolgreichen internationalen Währungs-und Handelsreform beschleunigen.
Sie wollen und können aber kein Ersatz für ein wirksames Management
unserer Binnenwirtschaft sein. Was die Einschränkungen im Staatshaushalt und
auf monetärem Gebiet sowie die wirksamen Maßnahmen zur Lohn-und Preisstabilisierung angeht, so muß und wird die Disziplin mit allem Nachdruck aufrechterhalten werden. Wir haben einen Staatshaushalt vorgeschlagen, der ein Wiederaufleben des inflationistischen Drucks in den Vereinigten Staaten verhindern wird. Wir fordern den Kongreß erneut auf, angesichts unserer internationalen Finanzerfordernisse wie auch um der wirtschaftlichen Stabilität im
Inland willen seinen Teil dazu beizutragen, die Bundesausgaben im Rahmen der
vom Haushalt des Präsidenten gesteckten Grenzen zu halten. Das wirksame
System zur Kontrolle von Preisen und Löhnen bleibt weiter bestehen, Die
jüngsten internationalen wirtschaftlichen Entwicklungen unterstreichen die
Notwendigkeit, diese Kontrollen so zu handhaben, daß die Inflationsrate
weiter gesenkt wird. Wir sind entschlossen, dies zu tun.
Die Mitarbeit unserer wichtigsten Handels-und Finanzpartner bei der Entwicklung einer gemeinsamen Lösung für die akuten Schwierigkeiten der letzten
Tage war ermutigend. Wir fordern sie nunmehr auf, sich uns in dem Bemühen anzuschließen, möglichst rasch ein wirksameres internationales Währungssystem
und ein gerechteres und freieres Welthandelssystem zu schaffen, damit wir
künftig Anpassungen ohne Krisen vornehmen können und damit alle Menschen
aus Handel und Wandel den größten Nutzen ziehen.
+-H-

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7/1973

DAS NEUE AMERIKANISCHE KABINETT

WASHINGTON --(AD)-- Nachdem der amerikanische Senat den Ministerernennungen
Präsident Nixons zugestimmt hat, hat das neue Kabinett der USA jetzt
folgende Zusammensetzung:
Vizepräsident:

Spiro T. Agnew

Außenminister:

William P. Rogers

Stellvertretender Außenminister:

Kenneth Rush

Staatssekretär für Politische Angelegenheiten:

William J. Porter

Staatssekretär für Wirtschaftliche Angelegenheiten:

William J. Casey

Staatssekretär für die Koordinierung der
S icherheitshilfeprogramme:

Curtis W. Tarr

Verteidigungsminister:

Elliot Richardson

Stellvertretender Verteidigungsminister:

William P. Clements jr,

Finanz-

�Finanzminister:

George P. Shultz

Stellvertretender Finanzminister:

William E. Simon

Staatssekretär für Monetäre Angelegenheiten:

Paul A. Volcker

Handelsminister:

Frederick Dent

Innenminister:

Rogers C. B. Morton

Justizminister:

Richard Kleindienst

Stellvertretender Justizminister:

Joseph P. Sneed

Generalanwalt:

Robert H. Bork

Landwirtschaftsminister:

Earl Butz

Gesundheits-, Erziehungs-und Sozialminister:

Caspar W. Weinberger

Arbeitsminister:

Peter J. Brennan

Minister für Wohnungsbau-und Städteplanung:

James F. Lynn

Verkehrsminister:

Claude S. Brinegar.

Die Leiter der wichtigsten Bundesbehörden und Beiräte sind:
Generalpostmeister:

Eimer T. Klassen

Atomenergiekommission:

Dr. Dixy Lee Ray
Zentral-

-2-

�Zentralamt für Nachrichten und Abwehr (CIA):

James R. Schlesinger

Wirtschaftsbeirat des Präsidenten:

Herbert Stein

Beirat für Wirtschaftspolitik:

Finanzminister
George P. Shultz

Lebenshaitungskostenrat:

Donald S. Perkins

Bundesamt für Umweltschutz:

William D. Ruckeishaus

Bundeshandelskommission:

Lewis A. Engman

Bundesamt für die Seeschiffahrt:

Helen Bentley

Bundesluftfahrtsamt:

Alexander P.Butterfield

Bundesamt für Planung und Haushalt:

Roy L. Ash

US-Informationsamt:

James Keogh

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Hintergrundmaterial

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7/1973

DAS NEUE BEVÖLKERUNGSPORTRAIT DER VEREINIGTEN STAATEN
-Bericht des Statistischen Bundesamtes-

Das Statistische Bundesamt der USA hat zu
Ende vorigen Jahres unter dem Titel "General
Social and Economic Characteristics: U.S.
Summary" in einem umfangreichen Band die
Ergebnisse der großen Volkszählung aus dem
Jahre 1970 veröffentlicht und Vergleiche mit
vorherigen Volkszählungen seit 1900 angestellt. Das amerikanische Handelsministerium
hat in seiner Publikation "Commerce Today"
vom 13. November 1972 eine Zusammenfassung
des Berichtes hinsichtlich der heutigen
Bevölkerungsstruktur vorgenommen, die wir
hier im wesentlichen wiedergeben.
Der vorgenannte Bericht des Statistischen
Bundesamtes der USA ist zum Preise von
2,25 Dollar erhältlich beim:
Superintendent of Documents, Government Printing Office, Washington, D.C. 20402

Wo der Amerikaner und die Amerikanerin heute leben und arbeiten, wie
es um ihre Familie und ihren Lebensstil bestellt ist und vor allem, welche
Veränderungen und Verlagerungen seit den vorangegangenen Jahrzehnten aufgetreten sind, das alles geht aus dem reich und bunt illustrierten umfassenden
Bericht des Statistischen Bundesamtes über die Volkszählung 1970 hervor.

�hervor. Besonders hervorstechende Merkmale sind, daß heute fast ebenso viele
Personen ihren Arbeitsplatz in den Vororten haben wie in den Stadtkernen und
daß gegenüber 1940 mit 20 Prozent heute fast 50 Prozent der amerikanischen
Frauen zwischen 45 und 64 Jahren berufstätig sind. Aber auch der Status der
Schwarzen und der anderen Minderheiten und die Rolle der jungen und der alten
Menschen wird eingehend untersucht.
Im einzelnen zeigt der Bericht auf:
-- Im Jahre 1970 waren 40 Prozent der amerikanischen Frauen über 14
Jahre berufstätig - gegenüber 25 Prozent im Jahre 1940.
-- Die Zahl der Männer in akademischen und technischen Berufen nimmt
rascher zu als die Zahl der Frauen, und die Zahl der farbigen Frauen nimmt
rascher zu als die Zahl der weißen Frauen.
-- Im Jahre 1970 wurden insgesamt 28,1 Millionen Kriegsteilnehmer gezählt, davon fast die Hälfte aus dem Zweiten Weltkrieg.
-- Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die mit beiden Elternteilen leben, ging von 1960 bis 1970 von 86,8 Prozent von insgesamt 64,3 Millionen um
4,1 Prozent auf 82,7 Prozent von insgesamt 69,9 Millionen zurück.
-•&gt; Insgesamt 2 685 144 beschäftigte Amerikaner hatten 1970 ihren Arbeitsplatz im Hause, die meisten davon Farmer.
-- Von den Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren verlassen 15,2 Prozent
die Schule vorzeitig, davon mehr auf dem Lande als in der Stadt.
-- Die Zahl der amerikanischen Regierungsbediensteten auf Bundes-,
einzelstaatlicher und kommunaler Ebene hat sich von 1960 bis 1970 um fabt
4,5 Millionen auf 12 320 637 oder 14 Prozent der männlichen und 19,5 Prozent
der weiblichen Arbeitnehmer insgesamt erhöht.
-- Im Jahre 1969 hatten siebenmal mehr Frauen und viermal mehr Männer
ein Einkommen über 10 000 Dollar jährlich als 1959.
--Über

-2-

�•• Über 25 Prozent der im Nordosten der USA und 20 Prozent der im Westen
der USA lebenden Personen sind ausländischer Herkunft oder stammen von im
Ausland geborenen Eltern.
-- Die Amerikaner sind etwas seßhafter geworden. Am 1. April 1970
wohnten 53 Prozent der Bevölkerung im Alter über fünf Jahre am selben Wohnort wie vor fünf Jahren - die Vergleichszahl 1960 war 50 Prozent, wobei kaum
ein Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen zu verzeichnen war.
-- Rund 20 Prozent der Familien in den USA hatten 1970 ein Einkommen
von 5 000 Dollar jährlich oder darunter, 20 Prozent hatten ein Einkommen
von 15 000 Dollar und darüber, und nur 5 Prozent oder 2,4 Millionen Familien hatten ein Einkommen von 25 000 Dollar jährlich und darüber. Rund 10
Prozent aller Familien hatten eine Frau als Haushalt.svorstand.

Die Vororte
Am 1. April 1970 hatten 52 Prozent der in den städtischen Ballungsgebieten beschäftigten Amerikaner - 11 224 000 - ihren Arbeitsplatz im
Stadtkern und 48 Prozent - 10 158 000 - in den Vororten. Im Gebiet von
Groß-New York liegen noch immer zwei Drittel der Arbeitsplätze im Stadtkern.
Die Volkszählung ergab ferner, daß 4, 2 Millionen Beschäftigte mit
Bus oder Straßenbahn, 1,8 Millionen mit U-Bahn oder Hochbahn, 500 000 mit
der Eisenbahn und 300 000 mit dem Taxi zur Arbeit kommen. Immerhin 5,7
Millionen gehen zu Fuß, aber 59,7 Millionen kommen als Fahrer oder Mitfahrer mit dem Automobil zur Arbeit.

Die Frau

�Die Frau
Auf 95 Amerikaner männlichen Geschlechtes kommen 100 weiblichen Geschlechtes. Die zunehmende Beteiligung der Frauen am Arbeitsleben wird in
allen Altersgruppen deutlich: in der Altersgruppe zwischen 45 und 64 stieg
der Anteil von 20,2 Prozent im Jahre 1940 auf 47,8 Prozent im Jahre 1970;
zwischen 35 und 44 von 27,2 Prozent auf 50,3 Prozent;

zwischen 25 und 34

von 33,3 Prozent auf 44,9 Prozent; während beispielsweise in der Altersgruppe von 20 bis 24 der Prozentsatz von 45,6 auf 56,1 und bei den 18 und ^jährigen von 40,1 auf 47,4 nur geringer anstieg.
Der Prozentsatz der arbeitenden weißen Frauen lag in den jüngeren Altersgruppen höher als bei Schwarzen und anderen Minderheiten, während in den
Altersgruppen über 25 das Verhältnis umgekehrt ist. So waren beispielsweise
junge weiße Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren zu 48,9 Prozent berufstätig, jedoch nur 38,1 Prozent der farbigen Frauen. In der Altersgruppe von
25 bis 34 Jahren ist das Verhältnis umgekehrt 42,9 Prozent zu 57,6 Prozent.
Im Jahre 1969 gab es 1,6 Millionen berufstätiger Frauen, die 10 000
Dollar oder mehr im Jahr verdienten - verglichen mit.216 000 im Jahre 1955 und fast 3,4 Millionen Frauen hatten ein Einkommen zwischen 7 000 Dollar
und 9 999 Dollar jährlich - verglichen mit 429 000 Dollar im Jahre 1959.
Das Einkommen farbiger Frauen stieg im Verhältnis wesentlich stärker als
das der weißen.
Rund 50 Millionen Frauen hatten 1969 ein Einkommen, das im Gesamtdurchschnitt 2 330 Dollar jährlich betrug - verglichen mit 1 415 Dollar
jährlich zehn Jahre zuvor. Aus der Statistik geht weiter hervor, daß Kleinkinder und Schulkinder gegenüber früher kein wesentlicher Hinderungsgrund
mehr für die Mütter sind, einen Beruf auszuüben. Interessant ist auch, daß
bei älteren Frauen die Arbeitstätigkeit, d.h.die Zahl der gearbeiteten
Wochen pro Jahr größer ist als bei den jüngeren.

+++

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7/1973

ERTS-AUGEN SEHEN MEHR
Ermutigender Auftakt für Erderkundung mit Satelliten
Von G.Weiss

--(AD)--"Kleine Orte sind auf den Landkarten oft an falscher Stelle eingezeichnet. Die Ausdehnung von Lagunen ist unrichtig angegeben, manche
sind um ein Mehrfaches größer. Einige Nebenflüsse des Amazonas verlaufen
ganz anders als in den Karten verzeichnet - mit Richtungsunterschieden
bis zu 90 Grad. Wir haben Inseln ausfindig gemacht, die auf den Karten
nicht existieren."
Dieser Auszug aus einem Bericht von Dr. Fernando de Mendonca, des
Generaldirektors der brasilianischen Raumfahrtbehörde, an die NASA in
Washington ist typisch für Beobachtungen, die jetzt in zahlreichen Ländern
mit Hilfe des ersten Erderkundungssatelliten gemacht werden. Sie helfen,
Programme zu entwickeln, wie und für welche Zwecke unbemannte Geräte wie
der von den USA im Juli 1972 gestartete ERTS A-Satellit am besten eingesetzt werden sollen und wie die Daten zu interpretieren sind, die sie
zur Erde übermitteln.
-Fotogrammetrie--

-l-

�-FotogrammetrieAngesichts der Schwierigkeiten detaillierter Analysen unter den Gesichtspunkten der vielen verschiedenen Interessengebiete - u.a.Geologie, Mineralogie, Kartographie, Wasserwirtschaft, Land-und Forstwirtschaft, Schiffahrt
und Hochseefischerei, Raumplanung, Überwachung von Luft-und Wasserverschmutzung - steht in der Praxis zunächst einmal die Meßbildtechnik im Vordergrund. Vor allem in weniger genau vermessenen Regionen wie Südamerika,
Afrika oder im Mittleren Osten sind Wissenschaftler dabei, durch Vergleiche
mit den Geländeaufnahmen aus dem Weltraum Kartenwerke zu vervollständigen
oder zu korrigieren.
Im Iran entdeckte ein Wissenschaftler z.B. an Hand der ERTS-Aufnahmen
mehrere Seen sowie vulkanische Formationen, die in den Landschaftskarten
nicht aufgeführt sind. Auch entsprechen die Konturen der Bandar-Schah-Halbinsel auf der Karte nicht mehr den Konturen, die auf den ERTS-Bildern erscheinen. Die Veränderungen sind wahrscheinlich auf das Absinken des Wasserspiegels des Kaspischen Meeres zurückzuführen.
Die Republik Mali will aufgrund der ERTS-Aufnahmen genaue Karten vom
Gebiet dieses westafrikanischen Staates anfertigen lassen, was nach brasilianischer Erfahrung erheblich billiger kommt als unter Verwendung von Luftaufnahmen. Außerdem wird jetzt mit Hilfe der Weltraumbilder gezielt nach Wasser
gesucht und die günstigste Linienführung für Fernstraßen ermittelt. Ghana berichtet von einem Experiment, bei dem man der Heuschreckenplage dadurch Herr
zu werden hofft, daß die Insekten an ihren Brutstätten bekämpft werden. Sie
bevorzugen für die Eiablage Vegetationsränder von Wüstenland. Gewisse Farbveränderungen auf ERTS-Bildern in diesen Regionen &lt;;ind ein Alarmsignal und
ermöglichen wirksame Gegenmaßnahmen für weniger Geld.

-Die Kunst,

-2-

�-Die Kunst,Weltraumfotos zu interpretierenUra die Entwicklung brauchbarer Methoden zur Interpretation von Erdaufnahmen aus dem Weltraum bemühen sich amerikanische Wissenschaftler schon
seit Jahren. Dabei leisteten Fotoexperimente, die von Flugzeugen und APOLL0Raumschiffen aus gemacht wurden, wertvolle Hilfe- Das überflogene Gelände
wurde sowohl in den natürlichen Farben als auch in ausgesuchten Wellenlängenbereichen wie Grün, Rot oder Infrarot aufgenommen. Und da zeigte sich
beim Vergleich der "Falschfarben-Bilder", daß auf diesen gewisse Merkmale
-z.B.trockener oder sumpfiger Boden, gesunder oder kranker Baumbestand- in
Erscheinung treten, die auf dem "Normalfoto" überhaupt nicht auffallen.
Die gleiche Technik wird beim ERTS-Satelliten angewandt. Er übermittelt
aus ca.900 km Höhe Aufnahmen zur Erde, die in drei bezw. vier verschiedenen
Spektralbereichen erfaßt worden sind und erst im Labor wieder zum Normalbild zusammengesetzt werden. Sie stammen von einer Drei-Farben-Fernsehkamera und einem sogenannten Scanner, der die Erdoberfläche in vier verschiedenen Spektralbereichen nach Strahlungen abtastet. Während die -wegen mangelhafter Stromversorgung nur über den USA eingeschaltete- Fernsehkamera Fotos
vom jeweiligen Flächenausschnitt in Grün, Rot und Dunkelrot liefert, macht
der Scanner die Aufnahme vom gleichen Objekt in Grün, Rot, Dunkel-und Infrarot. Er arbeitet nach Aussage der Fachleute so gut, daß der Ausfall der Fernsehkamera gar keine Rolle mehr spielt. Die auf Magnetband gespeicherten
Erdbilder werden von drei amerikanischen und einer kanadischen Station abgerufen - pro Woche sind es ca. 750 Aufnahmen.
Nach dem Aufbereiten gehen diese zur Auswertung an 330 Wissenschaftler
in den USA und in mehr als 30 anderen Ländern, auch in der Bundesrepublik.
Die deutschen "Principal Investigators"sind an den Universitäten München,
Heidelberg, Frankfurt, der FU Berlin und an der Bundesanstalt für Bodenforschung in Hannover tätig und vertreten die Fachgebiete Geologie,Mineralogie,

3-

�Mineralogie, Hydrologie und Geodäsie. Einige von ihnen befassen sich nicht
nur mit der Analyse der ERTS-Aufnahmen von Mitteleuropa, sondern - im Auftrag der zuständigen Regierungen - auch mit der Auswertung der Fotos von
bestimmten Regionen in Südamerika und Afrika.
Wissenschaftler der Universität Kalifornien in Berkeley berichteten
kürzlich, daß sie bei 83 Prozent der ERTS-Aufnahmen von landwirtschaftlichen
Nutzflächen den Feldfruchttyp identifizieren konnten, sofern die Anbaufläche eine Ausdehnung von mindestens 8 Hektar hatte. Für kanadische Experten der Forstwirtschaft war die Feststellung äußerst eindrucksvoll, daß sie
Flächen mit Fichtenwaldungen, Pappelbestand, Weidenstrauchwerk und Schachtelhalm sowie nicht kultivierter Tundra gut voneinander unterscheiden konnten. Obstbaumkulturen, Felder, Weideland und Wald, Teiche und kleine Seen
waren zu identifizieren. Die Lichtabstrahlung von der Erde in den verschiedenen Spektralbändern, in denen der Scanner die Erdoberfläche abtastet, erlaubt bei wolkenfreiem Himmel auch Aussagen darüber, ob Gewässer klar oder
trübe sind.
Auf einer Anzahl von Aufnahmen der amerikanischen Atlantikküste, insbesondere von Gebieten der Bundesstaaten Massachusetts, New York, New Jersey
und Maryland mit der Bundeshauptstadt Washington , konnten bei den Städten
u.a. Industrie-, Geschäfts-und Wohnviertel ausgemacht werden. Gelegentlich
war sogar zu erkennen, ob es sich um Bezirke mit Ein-oder Mehrfamilienhäusern oder mit gemischter Bebauung handelte.

-Fischschwärme werden aufgespürtEine seltsame "Schlierenbildung" auf ERTS-Aufnahmen vom Golf von Mexiko
ließ vermuten, daß man zum ersten Mal einem großen Fischschwarm auf der
Spur war. Ein Forschungsschiff des US-Amtes für Meeres-und Atmosphärenforschung (NOAA), das sich zufällig in dem Seegebiet aufhielt, machte die

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�t

die Probe aufs Exempel: Innerhalb von zwei Stunden waren die Netze übervoll.
Allerdings sind es nicht die Fische selbst, die durch die Fotos aus dem Weltraum entdeckt werden. Vielmehr registrieren die Sensoren des Scanners an
Bord des ERTS-Satelliten den hauchdünnen Ölfilm an der Wasseroberfläche, der
sich von den Überresten jener kleineren Tiere bildet, von denen die größeren
leben. Und da diese dünne Schicht eine für die Substanz typische Reflexionsstrahlung abgibt und man andererseits bei den Mearesbewohnern recht gut weiß,
wer auf wessen Kosten lebt, ist es somit auf indirektem Wege sogar möglich,
Aussagen darüber zu machen, um welche Fischart es sich bei dem Schwärm handelt.
Angesichts solcher ersten Erfolge darf man allerdings nicht vergessen,
daß sich die Fernüberwachung des menschlichen Lebensraumes und die Bestandsaufnahme von unveränderlichen und veränderlichen Gegebenheiten auf der Erdoberfläche

ebenso wie die Nutzung der Daten, noch im Anfangsstadium befin-

den. Durch das ERTS-Programm werden zunächst einmal Modelle und Normen geschaffen, um künftig die Flut von Daten aus dem Weltraum von besonders ausgebildeten Fachkräften routinemäßig auswerten zu lassen. Diese neue Technik
könnte aber in absehbarer Zeit dazu beitragen, die Lebensbedingungen allgemein zu verbessern und die Hilfsquellen und Rohstoffe, die der Menschheit zur
Verfügung stehen, ökonomischer zu nutzen.

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7/1973

NATIONALE MASSNAHMEN SIND NICHT GENUG
UN

-Uf&gt;-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen Drogenmißbrauch--(AD)-- Ohne die aktive Unterstützung "aller Menschen dieser Erde" wird
dem immer weiter anwachsenden Drogenproblem nicht beizukommen sein. Nach
Ansicht von John E. Ingersoll, Direktor der amerikanischen Zentralstelle
für Narkotika und gefährliche Drogen (BNND) und seit kurzem Vorsitzender
der UN-Rauschgiftkommissioit, vermögen weder Regierungs-und Justizbehörden noch
nationale oder internationale Kommissionen und ebensowenig die Vereinten
Nationen als Organisation dieses schwerwiegende Problem zu lösen, solange
es Menschen gibt, die den Drogenmißbrauch tolerieren oder gar unterstützen.
Am letzten Tag der diesjährigen Konferenz der UN-Rauschgiftkommission,
die vom 22. Januar bis 9. Februar 1973 in Genf ihre 25. Tagung abgehalten
hatte, erläuterte John Ingersoll vor Pressevertretern die gegenwärtige
Situation. Zwar seien vereinzelt ermutigende Entwicklungen in Richtung auf
eine wirksame Bekämpfung zu verzeichnen. Insgesamt gesehen habe sich jedoch
der Drogenmißbrauch ausgeweitet und viele verschiedene Formen angenommen.

In

-l-

�In einigen Ländern ist, wie Ingersoll erklärte, Cannabis in allen seinen
Varianten der gängige Stoff. In höchstem Maße alarmierend sei dort der ständig steigende Gebrauch des Cannabis-Extrakts Tetrahydrocannabinol(THC), der
besonders massiv wirke. In anderen Ländern ist der Gebrauch von Opiumderivaten besorgniserregend - in Nordamerika und Westeuropa von Heroin, in Skandinavien von Morphin, in Asien und vor allem Südostasien von Opium und Rohmorphin. Außerdem sind jetzt in einigen westeuropäischen Ländern sowie in
verschiedenen Entwicklungsländern synthetische und psychotrope Substanzen erschreckend weit verbreitet - eine Entwicklung, die sich auch in Skandinavien
und in Nord-und Südamerika abzeichnet. Immer mehr Drogenabhängige konzentrieren sich nicht mehr auf ein Mittel, sondern nehmen verschiedenartige Suchtstoffe. Das erschwert sowohl die Bekämpfung des Rauschgiftproblems als auch
die Behandlung der Süchtigen außerordentlich.
Um den illegalen Versorgungsquellen besser auf die Spur zu kommen, will
die UN-Rauschgiftkommission künftig regional stärker aktiv werden. So soll
eine Unterkommission für den Nahen und Mittleren Osten aus Vertretern
Afghanistans, Irans, Pakistans, der Türkei und Schwedens gebildet werden, die
zur Unterbindung des illegalen Handels in diesem Raum mit den zuständigen
Regierungen zusammenarbeitet. Ein ad-hoc-Komitee der Kommission wird in
16 asiatische Staaten reisen, um mit den Behörden die Situation zu erörtern
und künftige Maßnahmen vorzubereiten. In Südamerika sind Konsultationen
über ähnliche Aktionen bereits im Gang.
Ingersoll hofft, daß über den UN-Wirtschafts-und Sozialrat (ECOSOC)
und die Vollversammlung der Vereinten Nationen weltweit Interesse an gemeinsamen und wirksamen Aktionen gegen Rauschgifthandel und Drogenmißbrauch geweckt wird. Nationale oder bilaterale Aktionen, wie sie z.B. von den USA

-2-

�USA und einigen westeuropäischen Ländern praktiziert werden, können nur
einen ermutigenden Anfang darstellen, reichen aber für eine Bewältigung
des Problems niemals aus
Wie Ingersoll vor den Vertretern der 30 Mitgliedstaaten der UN-Rauschgif tkommission erklärte, ist die Existenzsicherung für die Landbevölkerung
von Staaten des Mittleren und Fernen Ostens, die bisher aus dem Anbau von
Hanf und Mohn ihren Unterhalt bestritt,

mit Hilfe von Umstellungsprogram-

men für die Landwirtschaft eine vordringliche Aufgabe. In Thailand ist bereits ein großangelegtes Projekt im Gang, mit Burma und Afghanistan wird
darüber noch verhandelt. Derartige Vorhaben, die sich auch auf die soziale
und wirtschaftliche Struktur der betreffenden Länder auswirken, sollen weitgehend aus dem UN-Fonds zur Bekämpfung des Drogenmißbrauchs finanziert werden. Die von 20 Ländern bisher dafür eingezahlten Beiträge belaufen sich
jetzt auf mehr als 4,5 Millionen Dollar - drei Millionen steuerten allein
die USA bei. Die Mittel reichen bei weitem noch nicht aus, um die Verhältnisse vor allem im Orient so zu verändern, daß der illegalen Drogenproduktion und dem Rauschgifthandel nicht mehr Vorschub geleistet wird.
Auch die großen Lücken in bezug auf exakte und neueste Informationen
zur Drogensituation behindern den Kampf an der Rauschgiftfront. Dieses
Problem müsse,wie Ingersoll forderte, auf breitester internationaler Basis
angegangen werden, wobei auch größerer Wert auf die wissenschaftliche Forschung und den Austausch von Ergebnissen zu legen sei.
Wie Präsident Nixon in der kürzlich dem US-Kongreß zugeleiteten Haushaltsbotschaft für 1974 erklärte, werden die Vereinigten Staaten den Kampf
gegen den Drogenmißbrauch weiter intensivieren. Für Maßnahmen zur Unterbindung des Rauschgifthandels und für die Behandlung und Rehabilitation von
Drogenabhängigen sind 719 Millionen Dollar bereitgestellt.

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7/1973

KREBSTIERSCHALEN ALS CHEMISCHER ROHSTOFF
Modellanlage koppelt Chemikalien-Gewinnung mit Produktion von
Protein-Kon?, snt rat
--(AD)-- Die Schalen von Krebsen, großen Garneelen und anderem Meeresgetier, die bisher als Abfall ins Meer gekippt wurden und ein höchst unangenehmes Verschmutzungsproblem heraufzubeschwören drohen, dürften in absehbarer Zeit für eine Vielzahl von Industriezweigen interessant werden. Ein
privates Forschungslabor in Seattle (US-Bundesstaat Washington), das mit
Unterstützung des US-Amtes für Meeres-und Atmosphärenforschung (NOAA) entsprechende Untersuchungen durchführte, entwickelte Verfahren zur Extraktion
von Chitin und zur Gewinnung von Chitosen aus der Schalenmasse. Chitin,
allgemein der Hauptbestandteil des Panzers von GLiederfüßlern, ist ein
stickstoffhaltiges Polysaccharid, das sich für die verschiedensten Verwendungszwecke eignet, z.B.:
-- als Zusatzstoff bei der Herstellung von Zeitungspapier zur Erhöhung der Naßfestigkeit;
— als Zusatzstoff zur Babynahrung;
- - als Koagulierungsmitttel bei der Behandlung von Frischwasser, Abwasser und von Kanalisationsabwässern;
als

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�-- als Zusatzstoff zu Präparaten gegen Magenübersäuerung;
-- in der Wundbehandlung;
—

für langsame, gesteuerte Freisetzung von Herbiziden und Insektiziden;

-- für finish-Verfahren der Textilindustrie;
-- in Wasserfarben-Emulsionen;
-- als neue synthetische Faser;
-- als Verdickungsstoff für bestimmte Nahrungsmittel;
-- in der Filmfabrikation und bei der Herstellung von Spezialklebern.
Die "Food, Chemical and Research Laboratories, Inc." in Seattle
verarbeiteten in erster Linie die Beinschalen von Königskrabben, wobei das
Verfahren mit der Gewinnung von Eiweißkonzentrat aus Meerestieren gekoppelt
wurde. Bei voller Ausnutzung ihrer Kapazität kann die vorerst nur als
Modellbetrieb unterhaltene Anlage pro Monat ca. eine Tonne Chitin produzieren. Die Errichtung einer zweiten, größeren Anlage wird zur Zeit erwogen. In der Praxis zeigte sich, daß mit den neuen Verfahren 75 bis 83 Prozent; der Abfälle der wichtigsten Schalentierarten nutz-und gewinnbringend
zu verwenden sind.

-2-

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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung von US-Finanzminister Shultz vom 12. Februar 1973 zur Abwertung des Dollar&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das neue amerikanische Kabinett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das neue Bevölkerungsporträt der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Bericht des Statistischen Bundesamtes -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;ERTS-Augen sehen mehr&lt;br /&gt;Ermutigender Auftakt für Erderkung mit Satelliten&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von G. Weiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nationale Maßnahmen sind nicht genug&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen Drogenmissbrauch -&lt;/em&gt;</text>
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