<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1431" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1431?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:17:23+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1442">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/7f19f9e5b86610a44fecbbef0c56ec48.pdf</src>
      <authentication>4931acbe37557103b68c5af224f83a1f</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="7572">
                  <text>amerika dienst
United

States

53 B o n n - B a d
Tel:

Information

Godesbergl,

89-3240

Nummer

Service

Postfach 300

Telex:

Information
und
Dokumentation

08-85432

3

17. Januar 1973

Inhalt
INFORMATION:
USA wollen Vietnam-Konflikt zu Ende bringen
-Einseitige Einstellung der Bombardierung
USA werden in Helsinki die Frage der Freizügigkeit nicht aufgeben
Von Peter Karegeannes

HINTERGRUNDMATERIAL:
Drogenverbrecher in der Defensive
Von Ron Moxness

WIRTSCHAFT:
Präsident Nixon ordnet Aufhebung der meisten Lohn-und Preiskontrollen an
-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-KongreßNixon fordert Reform des internationalen Handelssystems
-Wortlaut des Schreibens an den US^Kongreß«

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:

Kooperation - ein Schlüssel zur Umweltverbesserung
-Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"Zellkulturen in Gewebedichte gezüchtet
Strahlströme und Erdkrustenbewegur.g

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

3/1973

USA WOLLEN VIETNAM-KONFLIKT ZU ENDE BRINGEN
-Einseitige Einstellung der Bombardierung-

WASHINGTON --(AD)— Der Sprecher des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, betonte
am 16. Januar erneut, das Hauptziel der Vereinigten Staaten bestehe darin,
den Vietnam-Konflikt zu Ende zu bringen. Unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen mit der anderen Seite lehnte Ziegler es ab, zu Einzelheiten Stellung zu nehmen oder sich zeitlich festzulegen.
Der Sprecher bestätigte, daß der amerikanische Verhandlungsführer,
Dr. Henry Kissinger, nach Washington zurückgekehrt sei und bis Ende der Woche
in der amerikanischen Hauptstadt bleiben werde. Präsident Nixon habe nicht
die Absicht, sich vor seiner Amtsantrittsrede am Sonnabend zum VietnamProblem zu äußern.
Am 15. Januar hatte Fräsident Nixon die Einstellung aller Angriffe aus
der Luft oder von See her auf Nordvietnam angeordnet. Diese einseitige
Friedensgeste der Vereinigten Staaten trat am 15. Januar um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft und gilt für den gesamten Bereich Nordvietnams
nördlich des 17. Breitengrades. Wie aus der Bekanntgabe des Weißen Hauses
hervorging, schließt der Befehl des Präsidenten auch eine weitere Verminung

-1-

�Verminung nordvietnamesischer Häfen aus. Die bereits gelegten Minen sollen
jedoch erst nach Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens geräumt
werden.
Der Sprecher des Weißen Hauses hatte am 15, Januar die folgende wichtige
Ankündigung gemacht:
"Aufgrund des Fortschrittes bei den Verhandlungen zwischen Dr. Kissinger
und Sonderberater Le Duc Tho hat Präsident. Nixon angeordnet, daß die Bombardierung, Beschießung und weitere Verminung (der Küsten) von Nordvietnam eingestellt wird. Diese Anordnung trat heute am 15. Januar um lOrOO Uhr Washingtoner Zeit in Kraft.
Die von mir angeführte Anordnung des Präsidenten gilt für Kampfhandlungen
nördlich des 17. Breitengrades, also für ganz Nordvietnam."

-2-

�, amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

3/1973

USA WERDEN IN HELSINKI DIE FRAGE DER FREIZÜGIGKEIT NICHT AUFGEBEN
Von Peter Karegeannes

HELSINKI --(AD)-- Wenn die Vertreter von 34 Ländern jetzt in Helsinki zur
zweiten Runde der vorbereitenden Gespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) zusammengekommen sind, dann werden
sie an der Erörterung der Frage der Freizügigkeit von Personen und Ideen
nicht vorbeikommen. Die westlichen Länder und vor allem die Vereinigten Staaten haben die Frage der Freizügigkeit als eines der wichtigen Themen für
eine Konferenz herausgestellt. In der ersten Phase der Vorbereitungsgespräche fanden sie bei den Sowjets und den Delegierten der anderen Staaten des
Warschauer Paktes nur wenig Gegenliebe.
Zwar hat die parteiamtliche "Prawda" die Forderungen des Westens als
"unverschämt" und eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer
Staaten bezeichnet, aber doch auf eine vorherige Äußerung von Parteichef
Breschnew hingewiesen, in der dieser die Freizügigkeit keineswegs abgelehnt
hatte. Wie die sowjetische Nachrichtenagentur TASS berichtete, hat Breschnew
am 21. Dezember vorigen Jahres erklärt: "Auch wir sind dafür - natürlich nur,
wenn eine solche Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Souveränität, der
Gesetze und der Gepflogenheiten eines jeden Landes stattfindet und wenn sie

-1-

�sie zur gegenseitigen geistigen Bereicherung der Völker, zu einem wachsenden
Vertrauen unter ihnen und zur Förderung der Ideen des Friedens und guter
Nachbarschaft beiträgt."
Diese Äußerungen können als ein Anzeichen einer größeren Flexibilität
angesehen werden. Inwieweit sich das nun in der Praxis der Vorbereitungsgespräche in Helsinki niederschlagen wird, bleibt abzuwarten. Es wird eine der
Hauptaufgaben der Delegierten sein, dieser Frage auf den Grund zu gehen.
Die Vereinigten Staaten haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß sie
einen echten Fortschritt in der Frage der Freizügigkeit von Personen, Ideen
und Informationen als ein konkretes Zeichen dafür betrachten, daß eine KSZE
stattfinden kann. Die USA sind weiter der Auffassung, daß dem Fortschritt
in den Ost-West-Beziehungen durch eine KSZE gedient sei, die sich konkret mit
den Fragen des menschlichen Kontaktes und den dazu notwendigen Maßnahmen beschäftigt.
Die Grundprinzipien der Freizügigkeit liegen längst fest. Damit brauchte
sich eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nicht mehr
zu befassen. Es geht jetzt vielmehr um ganz konkrete Schritte zur Verwirklichung einer größeren Freizügigkeit, die schon in Artikel 19 der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen - und auch in anderen weltweit akzep-r
tierten Konventionen und Vereinbarungen - garantiert wird.
Natürlich enthalten all diese Dokumente sogenannte Vorbehaltsklauseln,
die aber für den echten Ausnahmefall und nicht - wie in den Ländern des Warschauer Paktes - dazu gedacht sind, Buchstaben und Absicht der Erklärung zu
negieren.
Starre Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Menschen tragen zu
Spannung und Mißtrauen bei und stehen einer echten Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Wege. Ein stetiger Abbau dieser Beschränkungen würde

-2-

�•t

würde wesentlich zur Entspannung beitragen und würde den Hoffnungen und Wünschen der europäischen Völker entgegenkommen. Eine KSZE wird sich nach westlicher Auffassung mit der Frage der Liberalisierung nicht nur der kulturellen
Zusammenarbeit befassen müssen, wobei der Westen sicherlich einsehen muß, daß
diese Liberalisierung nur schrittweise kommen kann.

�. amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l .

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Hintergrundmaterial

300

0 8 - 8 54 3 2

3/1973

DROGENVERBRECHER IN DER DEFENSIVE
Von Ron Moxness

--(AD)-» Die nahezu 100 amerikanischen Sonderfahnder im Ausland und die
fast 15 000 Angehörigen des amerikanischen Zolls, die sich unter anderem
auf das Aufspüren von Rauschgiftschmugglern konzentriert haben, treffen
den internationalen Rauschgifthandel empfindlich. Von Mitte 1971 bis
Mitte 1972 zum Beispiel wurden aufgrund der Recherchen von Beamten der
amerikanischen Bundeszentrale für Narkotika und gefährliche Drogen
(BNDD) 7 671 Händler festgenommen - 62 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Eine wesentliche Rolle spielte dabei die enge Zusammenarbeit von Behörden innerhalb der USA und die Einschaltung ausländischer Stellen in die
Überwachung und Fahndung.
Eine ständig steigende Zahl von ausländischen Händlern und Schmugglern wird an den Grenzen der USA gefaßt. Der amerikanische Zoll verhaftete
- ebenfalls von Mitte 1971 bis Mitte 1972 - 7 820 Personen wegen Verstößen gegen das Rauschgiftgesetz von 1970 und erreichte die Verurteilung
wegen einschlägiger Delikte in 2 200 weiteren Fällen. Gleichzeitig beschlagnahmte er 284 kg Heroin, 23 kg Opium, 171 kg Kokain, nahezu 145 t
Marihuana und fast 5 t Haschisch. Die größte Menge Heroin, nämlich 110 kg,

�110 kg, wurden aus dem Chassis eines nach Puerto Rico gebrachten französischen
Kraftwagens geholt, in das das Rauschgift eingeschweißt worden war. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurden zwei Franzosen festgenommen. Aufgrund eines Tips amerikanischer Rauschgiftfahnder wurde ein zweites Auto aus
Frankreich in Valencia (Spanien) beschlagnahmt. Es enthielt 112 kg Heroin,
Die Schmuggler sind recht einfallsreich und finden immer wieder neue Verstecke. Zwar kam der doppelte Kofferboden noch nicht aus der Mode, aber neuerdings sind auch Schuhe, Wäsche und Toilletenartikel, Kunstgegenstände, Geschenkartikel in Weihnachtspaketen und selbst Elektrogeräte (z.B. Lautsprecher
für Stereoanlagen aus Hongkong) recht beliebt.
Wie amerikanische Beamte von Rauschgiftdezernaten erklärten, ist es vor
allem dem Einsatz von besonders geschultem Personal, von Hunden, die Rauschgift selbst dann noch wahrnehmen, wenn es mit Zwiebelgeruch und anderen "Düften"
getarnt ist, und der intensiven Benutzung von Computer-Karteien zu verdanken,
daß die Risiken der Rauschgifthändler immer größer werden. Auch Diplomatenpässe
sind kein Schutz mehr, wie der Fall eines Bürgers der Philippinen zeigt, der im
vergangenen Jahr wegen Heroin-Schmuggels zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt
wurde.
Aufgrund des amerikanischen Rauchgiftgesetzes von 1970 können auch Personen wegen Rauschgiftschmuggels in den USA vor Gericht gestellt werden, wenn sie
nie zuvor amerikanischen Boden betreten haben. Dies gilt z.B. in Fällen, wo
"zwei oder mehrere Personen Rauschgift oder andere, unter Kontrolle stehenden
Substanzen herstellen oder verteilen mit dem Zweck, sie in amerikanisches Territorium zu verbringen oder verbringen zu lassen." Nach Aussage eines BNDD-Sprechers "verletzt jeder, auch wenn er nie in den USA gelebt hat, das amerikanische
Gesetz gegen Verschwörungen zur Einfuhr und Verteilung von Heroin, der irgendwo
im Ausland - von Marseille bis Hongkong - ein Heroin-Laboratorium betreibt und
das Rauschgift an einen Zwischenträger verkauft, von dem er weiß oder annehmen

-2-

�annehmen kann, daß es dieser in die USA weiterbefördern wird."
Der Handel mit "unter Kontrolle stehenden Substanzen" wie Heroin, Kokain
oder Methadon kann 15 Jahre Haft in einem amerikanischen Gefängnis und Geldstrafen bis zu 25 000 Dollar einbringen. Haschisch-und Marihuanaschmuggel
-Straftaten, in die eine immer größere Anzahl von Personen verwickelt istwerden mit Gefängnis bis zu fünf Jahren bestraft. Ein ähnliches Strafmaß ist
bei Handel mit Amphetaminen, Barbituraten und Halluziogenen, z.B. LSD, zu erwarten.
Diese gesetzlichen Bestimmungen trugen in letzter Zeit viel dazu bei,
daß einige der berüchtigsten amerikanischen und ausländischen Händler gefaßt
und die großen internationalen Schmuggelringe teilweise zerschlagen werden konnten. Ende November fällte z.B. ein Bundesgericht in New York das Urteil über
20 von BNDD-Beamten überführte Rauschgifthändler - nach ihrer Staatsangehörigkeit Bürger der USA, Belgiens, Frankreichs, Italiens, Argentiniens und der
Schweiz. Sie hatten Heroin im Verkaufswert von 130 Millionen Dollar in die USA
eingeschmuggelt und abgesetzt. Der Drahtzieher des Unternehmens, Christian
David, bekannte sich am 1. Dezember 1972 für schuldig, 30 kg Heroin empfangen,
versteckt und transportiert zu haben. Er wurde zu 20 Jahren Haft in einem amerikanischen Zuchthaus (ohne Bewährung) und 20 000 Dollar Geldstrafe verurteilt.
Die brasilianische Polizei hatte ihn festgenommen; wegen des Mordes an einem
französischen Polizeikommissar war er schon von französischen Behörden gesucht
worden.
Mit einer Haftstrafe bis zu 20 Jahren hat der Korse Paul Auguste Ricord
(62) zu rechnen, wenn am 29. Januar 1973 wegen seiner Beteiligung am Einschmuggeln von Rauschgift in die Vereinigten Staaten das Urteil über ihn gesprochen
wird. Er gilt als der Kopf einer Rauschgifthändlerbande, auf die ca. 50 Prozent
des während der letzten fünf Jahre in die Oststaaten der USA eingeschmuggelten
Heroins entfallen. Ricord war im März 1971 in Paraguay festgenommen und von

-3-

�von den Behörden dieses südamerikanischen Staates an die Vereinigten Staaten
ausgeliefert worden. Umgekehrt geht auch das Ausland scharf gegen amerikanische Staatsbürger vor, die wegen Rauschgiftdelikten mit den Landesgesetzen
in Konflikt kommen. Das US-Außenministerium gab kürzlich bekannt, daß 934
von insgesamt 1 460 US-Bürgern, die in 60 Staaten in Gefängnissen sitzen,
wegen Verletzung der Gesetze gegen Narkotika-und Rauschgiftmißbrauch verurteilt wurden.

-4-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

3/1973

PRÄSIDENT NIXON ORDNET AUFHEBUNG DER MEISTEN LOHN-UND PREISKONTROLLEN AN
-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Kongreß»
WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat am 11. Januar die Aufhebung der
meisten Lohn-und Preiskontrollen angeordnet. Die Botschaft des Präsidenten
über den Beginn der Phase III seines wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms
an den amerikanischen Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Im Jahre 1969 betrug die Jahresrate des Preisauftriebs in den Vereinigten Staaten rund 6 Prozent. Während meiner ersten Amtszeit ist diese Rate
fast auf die Hälfte gesenkt worden, und heute haben die Vereinigten Staaten
die niedrigste Inflationsrate aller Industriestaaten der freien Welt,
In den letzten eineinhalb Jahren wurde dieser Rückgang der Inflationsrate von einer schnellen wirtschaftlichen Expansion begleitet. Die zivile
Beschäftigung stieg im letzten Jahr schneller an als jemals zuvor in unserer
Geschichte, und die Arbeitslosigkeit ging erheblich zurück. Wir haben heute
eine der höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten aller Industriestaaten.

Kurz

-1-

�Kurz gesagt, 1972 war ein sehr gutes Jahr für die amerikanische Wirtschaft. Ich rechne damit, daß 1973 und 1974 sogar noch besser sein werden.
Sie können in der Tat die besten Jahre werden, die unsere Wirtschaft jemals
gehabt hat, vorausgesetzt, daß wir den Willen haben und klug genug sind,
auf dem öffentlichen wie auf dem privaten Sektor eine entsprechende Wirtschaftspolitik zu verfolgen.
In den letzten Wochen haben Mitglieder meiner Regierung unsere Wirtschaftspolitik überprüft,um sie auf den neuesten Stand zu bringen. Ich weiß
die fruchtbaren Ratschläge und die ausgezeichneten Anregungen sehr zu
schätzen, die wir in unseren Konsultationen mit dem Kongreß erhalten haben.
Wir sind ferner dankbar für die starke Unterstützung, die uns von hunderten
von namhaften Persönlichkeiten gewährt wurde, die die Gruppen der Wirtschaft,
der Gewerkschaften, der Landwirtschaft und der Verbraucher wie auch die allgemeine Öffentlichkeit vertraten. Diese Gespräche waren für uns äußerst
nützlich, um verschiedene grundlegende Schlußfolgerungen über die Zukunft
unserer Wirtschaft zu ziehen.
Ein wichtiger Punkt, der sich herauskristallisiert, wenn wir auf das in
der Vergangenheit Erreichte und die Aussichten für die Zukunft blicken, ist
die zentrale Rolle, die die Währungs-und Haushaltspolitik der Regierung
spielte. Wir können nicht die Inflation unter Kontrolle halten, wenn wir
nicht die Regierungsausgaben unter Kontrolle halten. Aus diesem Grunde habe
ich darauf bestanden, daß unsere Ausgaben im Finanzjahr 1972/73 nicht über
250 Milliarden Dollar hinausgehen und daß unser Haushaltsvoranschlag für das
Finanzjahr 1973/74 nicht die Einnahmen übersteigt, die das derzeitige Steuersystem bei Vollbeschäftigung erbringen würde. Ich hoffe und erwarte, daß der
Kongreß diesen Haushalt mit einer gleichen Auffassung von Haushaltsdisziplin
aufnehmen wird. Die Stabilität unserer Preise hängt von der Zurückhaltung
seitens des Kongresses ab.
Wenn

~2~

�Wenn wir jetzt in ein neues Jahr und in eine neue Amtszeit dieser Regierung eintreten, dann beginnen wir gleichzeitig auch eine neue Phase unseres wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms. Meines Erachtens hat das System
von Kontrollen, die seit 1971 bestanden, ganz wesentlich zur Stärkung unserer
Wirtschaft beigetragen. Heute unterbreite ich dem Kongreß ein Gesetz, durch
das das grundlegende Gesetzeswerk, auf dem dieses System basiert - das Gesetz
zur Stabilisierung der Wirtschaft -, um ein weiteres Jahr bis zum 30. April
1974 verlängert wird.
Auch wenn wir uns der Notwendigkeit einer weiteren Zurückhaltung bei
Preisen und Löhnen auf Seiten der Regierung bewußt sind, so sehen wir doch
den Tag kommen, da wir die Vorteile stabiler Preise ohne die Nachteile einer
solchen Zurückhaltung haben können. Ich glaube, wir können uns auf diesen
Tag vorbereiten und sein Kommen beschleunigen, indem wir das derzeitige
System (von Preis-und Lohnkontrollen) so modifizieren, daß es in einem
stärkeren Maße auf der freiwilligen Mitarbeit des privaten Sektors durch vernünftige Preis-und Lohnentscheidungen basiert.
In der Phase III wird die vorherige Billigung von Änderungen bei Löhnen
und Preisen durch die Bundesregierung nicht mehr erforderlich sein, besonders
problematische Gebiete ausgenommen. Die Bundesregierung wird, nach Beratung
mit Unternehmern und Gewerkschaften, Richtlinien für das private Verhalten
ausarbeiten, die sich selbst tragen. Dies besagt, daß Unternehmen und Arbeiter
künftig selbst entscheiden können, ob ihr Verhalten diesen Normen entspricht.
Zunächst und ganz generell werden wir uns auf die freiwillige Mitarbeit des
privaten Sektors in bezug auf eine vernünftige Beachtung der Normen verlassen.
Die Regierung wird jedoch weiterhin die Vollmacht - und die Pflicht - haben,
einzugreifen und Maßnahmen zu stoppen, die mit unseren antiinflationistischen
Zielsetzungen nicht zu vereinbaren wären. Ich habe als grundlegendes Ziel dieses Programms eine weitere Senkung der Inflationsrate bis Ende 1973 auf 2 1/2
Prozent oder noch weniger gesetzt.
Aufgrund

3-

�Aufgrund dieses Programms kann ein großer Teil des Apparates der Bundesregierung, der sich in den Phasen I und II so sehr bewährt hat, abgebaut werden, darunter die Preiskommission, der Lohnausschuß, der Ausschuß für das
Gesundheitswesen, der Ausschuß für Zusammenarbeit mit den Einzelstaaten und
den Kommunalverwaltungen und der Beirat für Renten. Denen, die als Angehörige dieser Gremien und deren Stäbe so hervorragende Dienste geleistet haben
- vor allem dem Vorsitzenden des Lohnausschusses, Richter George H. Boldt,
und dem Vorsitzenden der Preiskommission, C. Jackson Grayson Jr. - gilt mein
tiefer Dank wie auch der ihrer Landsleute für ihre hingebungsvolle und wirksame Arbeit.
Dieses neue Programm wird von dem Lebenshaltungskostenrat verwaltet werden. Der neue Direktor des Rates wird John T. Dunlop sein. Dr. Dunlop tritt
die Nachfolge von Donald Rumsfeld an, dem, wenn er nun aus diesem Amt ausscheidet, der tiefe Dank des Landes für seine hervorragende Arbeit gilt.
Im Rahmen unseres neuen Programms werden besondere Anstrengungen unternommen werden, um die Inflation auf Gebieten zu bekämpfen, wo der Preisauftrieb besonders störend war, vor allem, um gegen die steigenden Lebensmittelpreise anzugehen. Unser Anti-Inflationsprogramm wird nicht hundertprozentig
erfolgreich sein, solange seine Auswirkungen nicht auch bis auf die örtlichen
Supermärkte und die kleinen Kolonialwarenläden durchschlagen.
Ich ordne daher an, daß unser gegenwärtiges bindendes System zur Kontrolle
von Löhnen und Preisen mit besonderem Nachdruck bei solchen Firmen fortgesetzt
wird, die mit der Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln zu tun haben.
Ich setze ferner einen neuen Ausschuß für die Überprüfung der Politik der Regierung ein, soweit diese die Lebensmittelpreise berührt, und einen Beirat von
nicht der Regierung angehörenden Persönlichkeiten, der andere Wege zur Erreichung von Preisstabilität in den Lebensmittelgeschäften prüfen soll. Ich werde
diesen Beirat ersuchen, seine besondere Aufmerksamkeit neuen Wegen zur Senkung

-4-

�•

Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität an allen Punkten der
Kette, von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Verteilung der Lebensmittel, zu schenken. Ferner ist vom Landwirtschaftsministerium und vom Lebenshaltungskostenrat gestern und heute eine Reihe von wichtigen Schritten verkündet worden, um die Lebensmittelpreise so weit wie möglich - durch Steigerung
des Lebensmittelangebotes - niedrig zu halten. Meines Erachtens werden alle
diese Anstrengungen uns in die Lage versetzen, dem Ansteigen der Lebensmittelkosten auf wirksame Weise Einhalt zu gebieten, ohne den wachsenden Wohlstand
der amerikanischen Farmer zu beeinträchtigen. Weitere besondere Maßnahmen, die
zur Bekämpfung der Inflation ergriffen werden, sind die Beibehaltung der gegenwärtigen bindenden Kontrollen auf dem Gesundheits-und dem Bausektor und die
Beibehaltung des gegenwärtigen erfolgreichen Programms für Zinsen und Dividenden.
Die von mir heute verkündete neue Politik kann noch größere Preisstabilität mit weniger restriktiver Bürkratie bringen. Ihr Erfolg wird jedoch jetzt
von einem festen Willen zur Selbstbeschränkung sowohl innerhalb der Bundesregierung wie auch in der allgemeinen Öffentlichkeit abhängen.
Wenn der Kongreß unseren neuen Haushalt mit einem hohen fiskalischen Verantwortungsbewußtsein aufnimmt und wenn die Öffentlichkeit weiterhin den gleichen Geist der freiwilligen Mitarbeit zeigt, der während der Phasen I und II
so wichtig war, dann können wir die Inflationsrate unter 2 1/2 Prozent drücken
und eine noch nie zuvor dagewesene Ära eines umfassenden und stabilen Wohlstandes einleiten . (Ende Botschaft)

-Künftiges Programm basiert auf Freiwilligkeitin einer gleichzeitig herausgegebenen Erklärung betont das Weiße Haus, daß
der Phase III des wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms des Präsidenten,
die auf Freiwilligkeit im Kampf gegen die Inflation basiert, umfassende Kon-

-5-

�Konsultationen mit über 400 Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens vorangingen.
Nach dem modifizierten System wird die Regierung Richtlinien für das private Verhalten aufstellen, die dem nationalen Anti-Inflationsziel entsprechen.
Die Leitzahlen für Löhne werden nach Anhören von Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgearbeitet werden. Die Sozialpartner werden künftig selbst entscheiden, ob ihr Verhalten diesen Richtlinien entspricht, und ihre Entscheidungen
bedürfen nicht mehr der vorherigen Billigung. Doch wird erwartet, daß sie sich
an die Richtlinien und Ziele halten. Der Regierung wird eine Nachprüfung ermöglicht werden, ob ihr Verhalten den Richtlinien entspricht. Sie
wird ferner ermächtigt sein, dort bindende Leitzahlen für das künftige Verhalten festzulegen, wo das freiwillige Verhalten den Zielen des Programms nicht
entspricht. Zu diesem Zweck hat der Präsident um die Verlängerung des Gesetzes
zur Stabilisierung der Wirtschaft um ein Jahr nachgesucht. Besondere Programme
werden auf dem Lebensmittel-, dem Gesundheits- und dem Bausektor sowie für
Zinsen und Dividenden beibehalten. Nach Auflösung des Lohnausschusses und der
Preiskommission wird der Lebenshaltungskostenrat allein die Phase III des Programms überwachen.
Als allgemeine Richtlinie für die Preise gilt, daß künftige Preiserhöhungen nicht über die Kostensteigerungen hinausgehen sollen. Aber auch wenn die
Kosten höher liegen, dürfen die Preise nicht erhöht werden, wenn die Gewinne
des Unternehmens die Grundspanne übersteigen. Unabhängig hiervon kann ein Unternehmen bei Kostensteigerungen seine Preise jedoch heraufsetzen, wenn solche
Preiserhöhungen 1,5 Prozent pro Jahr nicht übersteigen. Als Anhalt sollen auch
weiterhin die von der Preiskommission in der Vergangenheit ausgearbeiteten Bestimmungen gelten.
Bei den Löhnen können die derzeitigen Richtlinien des Lohnausschusses als
Anhalt für das Maximum an angemessenen Lohnerhöhungen dienen, solange sie

-6-

�sie nicht modifiziert werden. Ein Beirat der Sozialpartner soll den Lebenshaltungskostenrat dahingehend beraten, ob und inwieweit Modifzierungen vorgenommen werden sollen.
Alle neuen Bestimmungen und Erfordernisse sollen mit sofortiger Wirkung
in Kraft treten.

-7-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

3/1973

NIXON FORDERT REFORM DES INTERNATIONALEN HANDELSSYSTEMS
-Wortlaut des Schreibens an den US-Kongreß-

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon hat erneut eine Reform des internationalen Handelssystems gefordert, die zu einem weiteren Abbau der tarifären wie auch der nicht-tarifären Handelsschranken führen sollte. In einem
Begleitschreiben zu dem 16. Jahresbericht über das Programm für Handelsabkommen an den amerikanischen Kongreß gab der Präsident ferner seiner Zuversicht Ausdruck, daß in einem solchen internationalen System der Welthandel
auf einer gerechten Basis für alle Beteiligten ausgeweitet werden kann.
Das Schreiben des Präsidenten an den US-Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Gemäß Paragraph 402 (A) des Gesetzes über die Ausweitung des Handels
von 1962 unterbreite ich hiermit den 16. Jahresbericht des Präsidenten zu
dem Programm über Handelsabkommen. Dieser Bericht erfaßt die Entwicklungen
in den 12 Monaten bis zum 31. Dezember 1971.
Dieses Jahr bildete einen historischen Wendepunkt in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Die sich immer mehr verschärfenden Krisen
im Frühjahr und im Sommer 1971 zeigten auf dramatische Weise,daß die von

�von uns am Ende des zweiten Weltkrieges entwickelten Regeln und Mechanismen überholt und ungerecht waren. Vor diesem Hintergrund hatte die
Regierung im August eine Reihe von Maßnahmen verkündet, die zu einem Teil
darauf abzielten, eine weitere Schädigung der wirtschaftlichen Position
der Vereinigten Staaten zu verhindern. Noch wichtiger war jedoch, daß Maßnahmen ergriffen wurden, um den Weg für eine Reform des Handels-und des
Währungssystems der Welt durch multilaterale Zusammenarbeit zu öffnen.
Gleichlaufend mit den monetären Konsultationen, die zu dem SmithsonianAbkommen vom Dezember 1971 führten, haben die Vereinigten Staaten bilaterale
Gespräche mit ihren wichtigsten Handelspartnern aufgenommen. Diese Gespräche führten 1972 zu einem Abbau verschiedener ausländischer Handelsschranken für unsere Exporte, der für uns von großem Wert war. Noch bedeutsamer
war jedoch, daß die Vereinigten Staaten, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und Japan zu dem Schluß gelangten, daß dauerhafte Lösungen nur auf
dem Wege über umfassende Verhandlungen gefunden werden können. Das Ergebnis dieser Gespräche war eine Vereinbarung, aktiv auf den Beginn einer
neuen Runde umfassender Verhandlungen im Jahre 1973 hinzuarbeiten, die alle
Elemente der Handelspolitik einschließen.
Die Länder der Welt haben jetzt Gelegenheit, eine neue Ära der internationalen Beziehungen einzuleiten, für die Verhandlungen über alle außenpolitischen Fragen statt Konfrontationen charakteristisch sind.
Unsere Hauptziele bei der Reform des internationalen Handelssystems
sind der Abbau der bestehenden tarifären und nicht-tarifären Handelsschranken für unsere Agrar-wie auch unsere Industrierzeugnisse, die Ausarbeitung
neuer Bestimmungen für eine fairere Abwicklung des Welthandels und die
Erschließung neuer Möglichkeiten für die ärmeren Länder, damit sie sich
die für ihre wirtschaftliche Entwicklung benötigten Devisen verdienen
können. So weitgesteckte Ziele lassen sich nur in einem Rahmen erreichen,

-2-

�erreichen, der eine gerechte Aufteilung der Vorteile und der Pflichten
bietet und der ein Schutzsystem einschließt, das den durch den ausländischen
Wettbewerb geschädigten Industrien Zeit gibt, sich den veränderten Handelsformen anzupassen.
Vorschläge, die den Vereinigten Staaten die Teilnahme an wirksamen
Verhandlungen ermöglichen, werden gegenwärtig innerhalb der Regierung eingehend geprüft. In den kommenden Monaten wird die Regierung eng mit den
Mitgliedern des Kongresses zusammenarbeiten, um zu entscheiden, wie wir am
besten den Aufgaben und der Große der vor uns liegenden Möglichkeiten entsprechen können.
Ich bin zuversichtlich, daß wir einen Rahmen für die Weltwirtschaft
schaffen können, in dem der Handel auf einer für alle Beteiligten gerechten Basis expandieren kann - und so zu Frieden und Wohlstand für alle
Länder der Welt beiträgt.

-H-K

-3-

�amerika dienst
*

U n i t e d
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Te I e x :

300

Wissenschaft
und
Technik

08-85432

3/1973

KOOPERATION - EIN SCHLÜSSEL ZUR UMWELTVERBESSERUNG
- Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"-

--(AD)— Autoausstellungen sind in Detroit nichts besonderes. Aber die Fahrzeuge, die Mitte Januar 1973 beim Jahreskongreß der amerikanischen Kraftfahrzeugingenieure in der "Cobo Hall" gezeigt wurden, hatten eine ungewöhnliche Anziehungskraft für Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Zu besichtigen waren die in drei verschiedenen Größenklassen konzipierten Modelle für
das "experimentelle Sicherheitsauto", kurz ESV ("Experimental Safety Vehicle")
genannt - Modelle der in den USA von General Motors und Ford entwickelten
ESV-Fahrzeuge (große Limousinen) und der in Europa von Daimler-Benz, VW und
Fiat gebauten Fahrzeuge der Mittel-und Kleinwagenklasse. Bei dem in Silbergrau und Weiß gehaltenen Mercedes-Modell schien die Verbindung von eleganter
Linienführung und attraktiver Ausstattung mit den rigorosen technischen Anforderungen besonders gut gelungen zu sein. Das Sicherheitsauto soll zum Beispiel einen Frontalzusammenstoß bei 80 km/st ohne Schaden für die Insassen
überstehen und in bezug auf Brems-und Steuerungsverhalten, Betrieb und Bedienung, Beleuchtung und Sicht besondere Sicherheitsmerkmale aufweisen.

In

• 1-

�In Serie werden die in Detroit gezeigten Modelle wohl nie gebaut, dafür
sind sie viel zu kostspielig. Aber die Entwicklungsarbeiten, die auch auf abgasarme Motoren ausgedehnt werden, zeigen Möglichkeiten auf, wie die heute
üblichen Typen unter den besonderen Aspekten von Sicherheit und Umweltschutz
bei tragbaren Kosten verbessert werden könnten.
"Straßensicherheit und Sicherheitsfahrzeug" zählen zu den Projekten, die
vom CCMS-Ausschuß der NATO vorrangig gefördert werden. Denn allein in den
Mitgliedsstaaten der NATO fordern Verkehrsunfälle weit über 100 000 Todesopfer pro Jahr. Elf Mitgliedsstaaten der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft arbeiten mit Japan und Schweden gemeinsam an der Lösung der zahllosen technischen und organisatorischen Aufgaben. Diese erfassen, noch dazu
in Verbindung mit den übrigen CCMS-Modellprojekten wie Wasser-und Luftreinhaltung, Stadtverkehr und Massenverkehrsmittel, Gesundheitswesen, Raumplanung
und Katastrophenhilfe,viel mehr akute Umweltprobleme, als es vielleicht auf
den ersten Blick den Anschein haben mag.
Manchen ist es noch immer unverständlich, daß sich ein NATO-Gremium
überhaupt mit Umweltfragen befaßt. Aber die 1969 geschaffene CCMS-Gruppe
(CCMS = "Committee on the Challenges of Modern Society" - Ausschuß für Aufgaben der modernen Gesellschaft) soll und kann helfen, die mit einem riesigen
wissenschaftlich-technischen und organisatorischen Apparat in der militärischen Zusammenarbeit gesammelten Erfahrungen auch dafür zu nutzen, vordringliche Umwelt-und Gesellschaftsprobleme wirksam anzugehen.
Es ist bezeichnend für die heutige Situation, daß auf dem Programm der
Konferenz von Detroit auch ein Seminar stand, auf dem die "Kosten und Vorteile des Automobils für die Gesellschaft" debattiert wurden. Zum ersten Mal befaßten sich Ingenieure und Vertreter der Autoindustrie, die traditionsgemäß
Fragen wie Antrieb, Leistung, neue Modelle, neue Technologien und Produktionsverfahren am meisten interessieren, mit sozialpolitischen Problemen.
Russell

�Russell E. Train, der Berater Präsident Nixons in Umweltfragen, richtete den dringenden Appell an die Teilnehmer, alles in ihren Kräften stehende
zu tun, um den hohen Preis, den die menschliche Gesellschaft für die Annehmlichkeit der Benutzung von Kraftfahrzeugen zu zahlen habe, zu reduzieren. Die
Toten und Verletzten von Verkehrsunfällen, verschmutzte Luft, das Auswuchern
der Städte, ein völlig veränderter Charakter der Stadtzentren, Verbrauch unvorstellbarer Mengen fossiler Brennstoffe und anderer Naturschätze, und über
all dem der Verlust des Gemeinschaftssinns, des Gefühls, irgendwo wirklich
zuhause zu sein - das alles summiere sich zu einem astronomisch hohen, zu
hohen Preis.
"Technologien müssen auch ein Gefühl für Grenzen, müssen ein gewisses
Verständnis dafür vermitteln, was wir

nicht

haben können...". Dieses

Wort von Daniel P. Moynihan, dem ehemaligen Sonderbeauftragten Präsident
Nixons für Städteplanung, bezeichnete Train als ein unabdingbares Grundprinzip der Technik von heute. Allerdings bedeute es für Öffentlichkeit, Staat
und Industrie in vielen Fällen eine "harte Nuß", sich daran zu orientieren.
Im Zusammenhang mit dem so liebgewordenen Auto erfordere es Konzessionen und
wohl auch die Aufgabe mancher Bequemlichkeiten, wenn soziale Bedürfnisse wie
mehr Sicherheit und weniger Gefahren für die Allgemeinheit und sparsamerer
Umgang mit Energiequellen im Vordergrund stünden, gleichzeitig aber allumfassende Informationen über die günstigsten Verbesserungen oder Alternativen
zum "System Auto und Verkehr" noch fehlen. Die Zeit dränge. Gegenmaßnahmen
könnten nicht so lange aufgeschoben werden, bis alle in Frage stehenden Probleme durchanalysiert seien.
Mr. Train verwies in diesem Zusammenhang auf einen jüngst erschienenen
Bericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der die verschiedensten Maßnahmen zumindest für die Lösung einiger
Probleme vorschlägt - Einrichtung von Fußgängerzonen und Zonen mit stundenweisen Sperrzeiten in den Städten für Personen und Lastkraftwagen; ausgeklügelte

3

�ausgeklügelte Vorschriften, Gebühren und Verbote für das Parken^ besondere
Gebühren für Pendler zwischen Vororten und verstopften Stadtzentren^ Anreize
für Personenmitnahme in Pkwsj gleitende Arbeitszeit; besser durchdachte Regional-, Städte- und Verkehrsplanung. Bemühungen um die Durchsetzung von Verbesserungen sollten die Behörden, so Train, im Interesse der Sache durch enge Zusammenarbeit fördern, anstatt wirksame Fortschritte durch Eigenbrötelei, Kompetenzüberlappungen, ja selbst Gegensätzlichkeit der Verordnungen zu blockieren.

.4-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Telex:

u n c

Service

Postfach

Wissenschaft

300

'

Technik

08-85432

3/1973

ZELLKULTUREN IN GEWEBEDICHTE GEZÜCHTET

--(AD)-- Eine Wissenschaftlergruppe der Medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA (National Institutes of Health-NIH' entwickelte ein Verfahren,
das es erlaubt, Zellkulturen mit einer Dichte zu züchten, die nahezu der
von natürlichen Körpergeweben entspricht. Den Schlüssel dafür bildet ein
ausgeklügeltes Netzwerk für die künstliche Zirkulation der Nährlösungen.
Bei Anwendung der heute üblichen Methoden können zwar Kulturen aus vielen Typen menschlicher und tierischer Zellen gewonnen werden. Aber sobald ein
bestimmter Dichtegrad erreicht ist, der allerdings noch weit unter dem des
natürlichen Gewebes liegt, vermehren sich die Zellen nicht mehr und wachsen
nicht weiter. Eine Ursache dafür dürfte in der ungenügenden Zuführung von
Nährstoffen und unzureichender Abführung von Abbauprodukten zu suchen sein,
wofür im normalen Gewebe die Kapillaren sorgen. Auch laufen unter Reagenzglasbedingungen Zellfunktionen anders ab als im natürlichen Gewebe, wo die
Zellen miteinander in Kontakt stehen und ihre Aktivität gegenseitig beeinflussen.
Die natürlichen Bedingungen versucht die Forschergruppe ^Dr. Richard
A. Knazek, Dr. Petro M. Gullino, Dr. Peter 0. Kohler und Dr. Robert L. Dedrick)
dadurch weitgehend nachzuahmen, daß in den Kulturschalen die Nährlösung durch

• 1 -

�I

durch Bündel dünner, poröser Röhrchen gepumpt wird. Die Zellen wachsen an
der Oberfläche und zwischen den Röhrchen, durch die,dem Blut vergleichbar,
ständig die Nährlösung strömt. Die Röhrchen sind porös genug,um Sauerstoff
und Nährstoffe ausdringen zu lassen und Abbauprodukte der Zellen aufzunehmen
und abzutransportieren.
Dr. Knazek und Dr. Gullino, die in der Abteilung Tumorphysiopathologie
des Nationalen Krebsforschungsinstituts arbeiten, hoffen nun, mit Hilfe des
neuen Verfahrens auch auf ihrem speziellen Gebiet weiterzukommen. So könnten
beispielsweise durch eine Veränderung der Hormone und anderer Substanzen in
den Nährlösungen die Bedingungen besser untersucht werden, unter denen das
Wachsen der verschiedensten Typen von Krebsgewebe gefördert oder blockiert
wird.
Die neue Methode erleichtert es außerdem, spezifische Zellprodukte aus
den Kulturen zu extrahieren und so die Auf-und Abbauprozesse bei der Zellentwicklung besser im Detail kennenzulernen, als dies bisher möglich war. Sie
zeigt ferner Möglichkeiten auf, um menschliche Hormone, die derzeit noch
sehr schwer zu gewinnen, für die Behandlung bestimmter Erkrankungen aber
äußerst wichtig sind, in größeren Mengen zu produzieren.

+++

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und
Technik

T e I e x : 0 8 - 8 54 32

3/1973

STRAHLSTRÖME UND ERDKRUSTENBEWEGUNG
«-(AD)— Mit Seismographen des amerikanischen Bundesamtes für Meeres-und
Atmosphärenforschung (NOAA) wurden im Gebiet von Neumexiko wellenähnliche
Bewegungen der Erdkruste von äußerst langer Frequenz aufgezeichnet, die mit
Störungen im atmosphärischen Strahlstrom in ca. 14 000 m Höhe in Zusammenhang gebracht werden. Die Schlußfolgerung, daß Druckwellen, die von Strahlstrom-Störungen ausgehen, direkt oder indirekt zur Erdoberfläche übertragen
werden, untermauerte Alvaro F. Espinosa, Geophysiker an den NOAA-Instituten
von Boulder (Colorado), durch die Meßdaten für den Luftdruck während der betreffenden Zeit und mit theoretischen Modellen für die Beziehungen ErdeAtmosphäre, die ähnliche Effekte voraussagen.
Die seismischen Wellen wurden durch neuartige Seismographen der Erdbebenforschungsstation von Albuquerque registriert, die für schwache Bebenwellen mit sehr langen Perioden besonders empfindlich sind. Die Periodendauer betrug sechs bis zehn Minuten, was noch nie zuvor gemessen worden war.
Angesichts ihrer hohen Empfindlichkeit erfassen diese Seismometer, wie
Espinosa erklärte, Druckbelastungen der Atmosphäre sogar noch genauer als
die für solche Messungen "zuständigen" empfindlichen Barographen.

Auswirkungen

�Auswirkungen in umgekehrter Richtung, nämlich von der Erde zur Hochatmosphäre, beobachtete Dr. Kenneth Davies vom NOAA-Laboratorium zur Erforschung des erdnahen Raumes. Er konnte nachweisen, daij auch zwischen Erdbeben
und Störungen in der Ionosphäre Zusammenhänge bestehen. Espionosa bestätigte,
daß bei Ionosphärenuntersuchungen in verschiedenen Bereichen Störungen ermittelt wurden, die zeitlich mit der Aufzeichnung von Erdbebenwellen zusammenfielen. Er vermutet, daß sich Störungen im Strahlstrom nach oben in die
Ionosphäre und nach unten zur Erdoberfläche fortpflanzen. Auch Wirbelstürme
und atmosphärische Sturmfronten können die Erdoberfläche vorübergehend deformieren, wie bei seismischen Messungen im Sommer 1972 vom Fiat-River-Observatorium in Missouri festgestellt wurde. Aber Strahlströme spielen nach
Meinung Espinosas eine wichtigere Rolle dabei, um über atmosphärische Druckwellen mit Periodenlängen von 6 500 m bis fast 18 000 m periodische Bodenwellen in Gang zu setzen.

-2-

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7569">
              <text>17.01.1973</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7570">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7571">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14466">
              <text>Amerikadienst 17.01.1973</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14467">
              <text>1. Information&lt;br /&gt;USA wollen Vietnam-Konflikt zu Ende bringen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Einseitige Einstellung der Bombardierung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA werden in Helsinki die Frage der Freizügigeit nicht aufgeben&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Peter Karegeannes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Drogenverbrecher in der Defensive&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Ron Moxness&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Wirtschaft&lt;br /&gt;Präsident Nixon ordnet Aufhebung der meisten Lohn- und Preiskontrollen an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nixon fordert Reform des internationalen Handelssystems&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Schreibens an den US-Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kooperation - ein Schlüssel zur Umweltverbesserung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zellkulturen in Gewebedichte gezüchtet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strahlströme und Erdkrustenbewegung</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
