<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1428" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1428?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:30:13+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1439">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/c0eff86cc98dd2fdf1e931724b5c57fe.pdf</src>
      <authentication>6efffd96e06f5a79badb7fab3e2f72c4</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="7560">
                  <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Nummer

Information

Service

G o de s b e r g 1, P o s t f a c h

8 9 - 3 2 4 0

300

Information
und
Dokumentation

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

20. Dezember 1972

51

Inhalt
DOKUMENTATION:
Erklärung Kissingers zum Stand der Vietnam-Verhandlungen
-Pressekonferenz vom 16. Dezember-

INFORMATION:
John A. Scali soll neuer US-Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen
werden
Sonderprogramm der Fulbright-Kommission für Bildungsexperten im Jahre
1973
WIRTSCHAFT:
Ein Jahr Smithsonian-Abkommen
Von Eugene Brake
1972 brachte nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung für die USA
Von John Holway

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
APOLLO 17: Sonderbonus für die Wissenschaft
-Die automatischen Meßstationen liefern noch jahrelange ForschungsdatenKalziumbestimmung im Blutserum
Laser-Nachrichtensystem
Die vorliegende Ausgabe von INFORMATION UND DOKUMENTATION ist die letzte
in diesem Jahr.
Wir wünschen allen Beziehern ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches
Neues Jahr.

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Dokumentation

300

08-85432

51/1972

ERKLÄRUNG KISSINGERS ZUM STAND DER VIETNAM-VERHANDLUNGEN
•Pressekonferenz vom 16.Dezember-

WASHINGTON — ( A D ) — Der Sonderberater Präsident Nixons für Fragen der Nationalen Sicherheit, Dr. Henry A. Kissinger, hat am 16. Dezember auf einer
Pressekonferenz im Weißen Haus über den Stand der Vietnamverhandlungen berichtet. Er gab hierzu eine längere Erklärung ab, die folgenden Wortlaut
hat:
Meine Damen und Herren,
wie Sie wissen, habe ich dem Präsidenten berichtet und mit dem Außenminister, dem Vizepräsidenten, dem Verteidigungsminister, dem Chef des Gemeinsamen Stabes sowie anderen maßgeblichen Regierungsvertretern konferiert.
Ich treffe heute mit Ihnen hier zusammen, weil es unser Wunsch war, Ihnen
über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen Bericht zu erstatten.
Sie werden sicherlich verstehen, daß ich nicht in Einzelheiten bestimmter Fragen gehen kann, aber ich werde Ihnen eine möglichst faire und ehrliche Darlegung des allgemeinen Trends der Verhandlungen geben.
Lassen

-1-

�Lassen Sie mich dies zunächst in drei Teilen tun: erstens, was führte
uns Ende Oktober zu der Überzeugung, daß der Friede bevorstand; zweitens, was
ist seither geschehen; drittens, wie geht es nun weiter?
Ende Oktober hatten wir soeben drei Verhandlungswochen mit den Nordvietnamesen beendet, Wie Sie alle wissen, unterbreiteten uns die Nordvietnamesen am 8. Oktober einen Vorschlag, der - wie sich dann herausstellte - die
Hauptprinzipien zu reflektieren schien, die der Präsident immer als Bestandteil der amerikanischen Position hervorgehoben hatte. Diese Grundsätze besagten, daß es eine bedingungslcse Freilassung aller amerikanischen Gefangenen
in ganz Indochina geben müsse; daß zweitens in ganz Indochina eine Waffenruhe
Zustandekommen müsse, und zwar durch verschiedene, den Verhältnissen der betroffenen Länder entsprechende Mittel; daß wir drittens bereit seien, unter
diesen Bedingungen unsere Truppen innerhalb eines beiderseitig vereinbarten
Zeitraums abzuziehen; daß wir viertens dem politischen Ergebnis der Zukunft
Vietnams nicht vorgreifen, daß wir keine besondere Lösung aufzwingen, daß wir
nicht auf unserer besonderen Lösung bestehen wollten,
Das Abkommen, das sich im Laufe des Ol tober herauskristallisierte, schien
uns diese Prinzipien genau zu reflektieren. Gegen Ende Oktober dann stießen
wir auf eine Reihe von Schwierigkeiten

Weil wir die Atmosphäre, die zu einer

schnellen Regelung führen konnte, erhalten wollten^

erwähnten wir zum damali»

gen Zeitpunkt zwar diese Schwierigkeiten auf unseren Presseunterrichtungen,
gingen jedoch nicht im einzelnen auf sie ein.
Lassen Sie mich nunmehr zusammenfassen;, welcher Art diese Probleme Ende
Oktober waren:
Es wurde deutlich, daß damals eine massive kommunistische Anstrengung vorbereitet wurde, in ganz Südvietnam einen Angriff zu starten, der einige Tage
vor der Verkündigung einer Waffenruhe eingesetzt und noch einige Wochen nach

2-

�nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe fortgedauert hätte.
Zweitens, es gab ein Interview des nordvietnamesischen Ministerpräsidenten, welches besagte, daß die politische Lösung, auf der wir immer als Bestandteil unserer politischen Prinzipien beharrt hatten, nämlich, daß (Südvietnam)
keine Koalitionsregierung aufgezwungen würde, nicht so klar war, wie dies aus
den Verhandlungsunterlagen hervorging.
Drittens, wie keinem entgehen konnte, stießen wir auf einige spezifische
Einwände von Seiten Saigons.
Aufgrund dieser Umstände schlugen wir Hanoi eine weitere Verhandlungsrunde vor, um diese Schwierigkeiten zu beseitigen. Wir waren der Überzeugung,
daß diese Schwierigkeiten mit gutem Willen auf beiden Seiten relativ leicht
überwunden werden könnten und daß eine Regelung sich schnell herbeiführen
ließe, wenn wir uns auf beiden Seiten an den Geist der Oktoberverhandlungen
halten würden.
Wir waren überzeugt, daß, wenn wir einen zehnjährigen Krieg beenden wollten, wir dies nicht mit einem Waffenstillstand, sondern mit einem Frieden tun
sollten, der Aussicht auf Bestand hätte. Wir schlugen drei Kategorien der
Klärung in dem Abkommen vor: erstens wünschten wir die sogenannten linguistischen Schwierigkeiten aufgeklärt, damit durch sie nicht der Same für endlose
Dispute und einen erneuten Ausbruch des Krieges gelegt werde,, Ich werde darüber noch gleich sprechen.
Zweitens hatte das Abkommen immer vorgesehen, daß unverzüglich nach Verkündigung einer Waffenruhe ein internationaler Apparat eingesetzt werde. Wir
wollten die praktische Bedeutung des Wortes "unverzüglich" dadurch klarstellen, daß wir die Protokolle ausarbeiteten, die erforderlich sind, um diesen
internationalen Apparat gleichzeitig mit dem Abkommen über eine Waffenruhe
zu schaffen. Dies schien uns weitgehend eine technische Angelegenheit zu sein.
Drittens

�Drittens wünschten wir irgendeinen Hinweis in dem Abkommen, und sei er
noch so vage, verblümt, illusorisch oder indirekt -

einen Hinweis, der klar-

stellen würde, daß die beiden Teile Vietnams in Frieden miteinander leben
würden und daß keine Seite ihre Lösung der anderen mit Gewalt aufzwingen würde.
Dies schienen uns ganz bescheidene Anforderungen, die relativ leicht zu erreichen sein würden.
Lassen Sie mich Ihnen nun die Folge der Ereignisse seit jenem Zeitpunkt
aufzeigen. Wir alle wissen von den Meinungsverschiedenheiten, die zwischen Saigon und Washington bestanden haben. Diese Meinungsverschiedenheiten sind bis
zu einem gewissen Grad verständlich. Es ist unvermeidlich, daß ein Volk, auf
dessen Territorium der Krieg ausgetragen wurde und das 25 Jahre lang der Zerstörung, dem Leid und dem Terror ausgesetzt war, auf die Aussichten einer Regelung in detaillierterer Weise sieht, mit einem besorgteren Blick,als wir,
die wir 10 000 Meilen vom Schauplatz entfernt sind. Viele Bestimmungen des Abkommens wurden unvermeidlicherweise in Vietnam in einem anderen Zusammenhang gesehen als in Washington.
Ich glaube, man kann mit einiger Berechtigung sagen, daß wir uns diesem
Problem im Hinblick auf beide vietnamesische Seiten gegenübersehen. Das vietnamesische Volk, im Norden wie im Süden, hat nun schon so lange gekämpft, daß
ihm die Risiken und Gefahren des Krieges, so schwer sie auch sein mögen, manchmal erträglicher zu sein scheinen als die Ungewißheiten und die Risiken und
Gefahren des Friedens.
Nun ist es auch kein Geheimnis, daß die Vereinigten Staaten nicht allen
Einwänden zustimmten, die von Saigon erhoben wurden. Insbesondere war die
Haltung der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Waffenruhe im Oktober 1970
klargestellt worden. Sie wurde im Vorschlag des Präsidenten vom 25. Januar 1972
erneut klargemacht und dann im Angebot des Präsidenten vom 8. Mai 1972 wiederholt. In keinem dieser Vorschläge war ein Abzug der nordvietnamesischen Streit-

&gt;4*

�Streitkräfte gefordert worden. Daher konnten wir unseren Verbündeten in
Südvietnam nicht zustimmen, als sie den festgelegten Positionen Bedingungen
hinzufügten, nachdem ein Abkommen erreicht worden war, das diese festgelegten
Positionen widerspiegelte. Wie wir in der Pressekonferenz vom 26. Oktober hier
klargelegt haben und wie der Präsident es in seinen Reden immer wiederholt hat ,
werden die Vereinigten Staaten den Krieg nicht einen Tag länger führen, als
dies nach ihrer Ansicht notwendig ist, um ein Abkommen zu erreichen, das wir
als gerecht und fair erachten.
Wir möchten also keinen Zweifel an der Tatsache lassen, daß, wenn ein
Abkommen erreicht worden ist, das den erklärten Bedingungen des Präsidenten
entspricht, falls ein Abkommen erreicht worden ist, das wir für gerecht ansehen, keine andere Seite ein Veto gegen unsere Maßnahmen haben wird.
Ich bin jedoch auch verpflichtet, Ihnen zu sagen, daß diese Frage heute
hypothetisch ist, weil wir bisher noch kein Abkommen erreicht haben, das der
Präsident für gerecht und fair ansieht. Daher möchte ich Ihnen den Gang der
Verhandlungen darlegen, seit sie am 20. November wieder aufgenommen wurden,
und Ihnen erläutern, wo wir heute stehen.
Die drei Ziele, die wir in diesen Verhandlungen anstreben, wurden in der
Pressekonferenz vom 26. Oktober, in vielen Reden des Präsidenten nach diesem
Zeitpunkt und in jeder Kommunikation mit Hanoi selbst dargelegt. Sie dürften
keine Überraschung dargestellt haben.
Lassen Sie mich nun zuerst ein Wort zu dem Komplex sagen, den wir
"linguistische Schwierigkeiten" nannten und die so bezeichnet werden, um die
Situation nicht anzuheizen. Wie entstanden sie? Sie entstanden, weil die Nordvietnamesen uns ein Dokument auf englisch unterbreiteten, das wir dann mit
ihnen erörterten. An zahlreichen Stellen dieses Dokumentes wurde der ursprüngliche Text im Zuge der fortschreitenden Verhandlungen geändert, und die Formulierungen wurden im Vergleich zu den ursprünglichen häufig abgeschwächt.

-5-

�abgeschwächt. Erst als wir den vietnamesischen Text erhielten, und zwar nach
Abschluß dieser Verhandlungen, stellten wir fest, daß zwar der englische Text,
jedoch nicht der vietnamesische geändert worden war.
So befanden wir uns plötzlich in zwei Verhandlungen ~ in einer über den
englischen Tex. und in einer anderen über den vietnamesischen Text. Obwohl
ich zahlreiche Verhandlungen geführt habe, muß ich doch sagen, daß dies eine
neuartige Prozedur war. Dies führte zu der Ansicht, daß es hierbei vielleicht
doch nicht lediglich um linguistische Schwierigkeiten, sondern um substantielle Schwierigkeiten ging. Nun muß ich sagen, daß alle diese Schwierigkeiten mit
einer Ausnahme beseitigt worden sind. Die zweite Kategorie der Probleme betraf
die Schaffung des internationalen Apparates, damit dieser gleichzeitig mit der
Waffenruhe c

10 Arbeit aufnehmen und eine Situation vermieden werden konnte,

in der die Waffenruhe, statt Frieden zu bringen, eine erneute unsinnige Kette
von Feindseligkeiten auslösen würde.
Zu diesem Zweck unterbreiteten wir also am 20. November, dem ersten Tag
der wiederaufgenommenen Verhandlungen, eine Liste dessen, was wir Protokolle
nannten - technische Instrumente, durch die dieser Apparat ins Leben gerufen
werden sollte. Diese Protokolle - und ich möchte mich nicht auf Einzelheiten
hierüber einlassen » sind normalerweise technische Dokumente, und unsere verfolgten ohne Zweifel das Ziel, den normalen Praktiken zu entsprechen, trotz
der Tatsache, daß dies vier Wochen nach dem Zeitpunkt geschah, an dem wir
klar gemacht hatten, daß dies unser Ziel war, und drei Wochen, nachdem Hanoi
uns gedrängt hatte, ein Abkommen über eine Waffenruhe zu unterzeichnen. Die
nordvietnamesische Seite weigerte sich, unsere Protokolle zu erörtern, und
weigerte sich auch, uns ihre Protokolle zu unterbreiten, so daß wir uns der
Frage der Schaffung des internationalen Apparates nicht zuwenden konnten. Wir
sahen die nordvietnamesischen Protokolle erstmalig am Abend des 12. Dezember
- am Abend, bevor ich Paris verlassen sollte, und sechs Wochen, nachdem wir

-6-

�wir unsere Ziele dargelegt hatten, fünf Wochen, nachdem die Unterzeichnung der
Waffenruhe vorgeschlagen worden war - eine Waffenruhe, die bedingte, daß dieser
Apparat umgehend eingerichtet werden mußte.
Bei diesen Protokollen handelt es sich nicht um technische Instrumente ,
sondern es wird eine ganze Liste von Fragen erneut aufgeworfen, die bereits geregelt worden waren oder von denen wir glaubten, daß sie in dem Abkommen geregelt worden seien. Sie enthielten Bestimmungen,die in dem ursprünglichen Abkommen nicht enthalten waren, und es waren Bestimmungen ausgelassen worden, die in
dem ursprünglichen Abkommen standen. Diese Protokolle werden gegenwärtig von den
technischen Experten in Paris erörtert; aber es wird einiger Anstrengungen bedürfen, die politischen Bestimmungen aus ihnen wieder herauszunehmen und ihnen
wieder einen technischen Status zu geben.
Zweitens kann ich mit Bestimmtheit sagen, daß die nordvietnamesische Vorstellung von einem internationalen Apparat und unsere Vorstellung von einem internationalen Apparat in einem krassen Widerspruch zueinander stehen, und das,
meine Damen und Herren, ist eher noch zu gelinde ausgedrückt.
Wir waren der Auffassung, daß ein wirksamer Apparat praktisch eine gewisse
Bewegungsfreiheit bedingt

und nach unseren Schätzungen wären mehrere tausend

Personen erforderlich gewesen, um die zahlreichen Bestimmungen des Abkommens zu
überwachen. Nach der nordvietnamesischen Vorstellung soll sich die Gesamtstärke
auf nicht mehr als 250 Personen belaufen, von denen die Hälfte in den Hauptquartieren stationiert sein sollte ; damit würden sie, was Nachrichtenverbindungen,
Nachschub und auch die physischen Erfordernisse anbetrifft, völlig von der Partei abhängig sein, in deren Gebiet das Hauptquartier seinen Sitz hat.
So würden sie keine eigenen Jeeps, Telefone und Funkgeräte haben;

die Leute

könnten sich nicht ohne Begleitung von Verbindungsoffizieren der Partei bewegen,
die überprüft werden soll, falls diese Partei überhaupt die Jeeps bereitstellen

�bereitstellen würde, um an den Ort des Verstosses zu gelangen, und falls diese
Partei dann die Übermittlung der Feststellungen zulassen würde.
Wir haben den Eindruck, daß die Mitglieder dieser Kommission sich nicht
überarbeiten würden, falls dieses Verfahren akzeptiert werden würde.
Drittens ist da noch der Inhalt des Abkommens. Die Verhandlungen seit dem
20. November haben praktisch in zwei Phasen stattgefunden. Die erste, drei
Tage dauernde Phase fand in dem Geist und der Haltung der Treffen vom Oktober
statt. Wir legten unsere Vorschläge vor. Einige wurden akzeptiert, andere abgelehnt. Aber am Ende des dritten Tages hatten wir sehr beträchtlichen Fortschritt gemacht, und alle von uns glaubten, daß wir innerhalb von einem oder
zwei Tagen die Vereinbarungen abgeschlossen haben würden. Wir kennen die damals
in Hanoi getroffenen Entscheidungen nicht, doch von diesem Augenblick an hatten
die Verhandlungen den Charakter, daß eine Regelung stets nahezu in Reichweite
war, und daß sie uns immer wieder entzogen wurde, wenn wir danach zu greifen
suchten.
Ich halte es nicht für angebracht, auf die Einzelheiten der spezifischen
Fragen einzugehen, aber ich glaube, ich sollte Ihnen einen Eindruck von der allgemeinen Atmosphäre und den befolgten Verfahren geben.
Als wir am 4. Dezember zurückkehrten, glaubten wir in der amerikanischen Delegation, daß die Treffen nicht länger als zwei oder drei Tage dauern würden,
da nur noch zwei oder drei Fragen zu lösen waren. Sie alle wissen, daß die Treffen neun Tage dauerten. Sie begannen damit, daß Hanoi jede Annäherung zurückzog, die in den vorangegangenen zwei Monaten vereinbart worden war.
So verbrachten wir den Rest der Woche damit, dahin zurückzukehren, wo wir
bereits zwei Wochen zuvor gewesen waren. Am Samstag glaubten wir, daß die Fragen so weit angenähert worden waren, daß, wenn die andere Seite einen bereits
zwei Wochen zuvor vereinbarten Absatz akzeptiert hätte, das Abkommen hätte

�hätte abgeschlossen werden können.
An diesem Punkt beorderte der Präsident General Ha ig nach Washington zurück, so daß er für die dann folgende Mission, das Abkommen unseren Verbündeten
vorzulegen, verfügbar sein würde. An dieser Stelle glaubten wir uns einem Abkommen nahe genug, so daß die Experten zusammenkommen und die Texte aufeinander abstimmten könnten, damit wir nicht erneut auf die sprachlichen Schwierigkeiten stoßen würden, wie wir sie zuvor erlebt hatten, und damit wir sicherstellen konnten, daß die im Englischen ausgehandelten Änderungen auch im
Vietnamesischen enthalten sein würden. Als die Experten zusammentraten, wurden sie mit 17 neuen Änderungen in linguistischer Hinsicht konfrontiert. Als
ich wieder mit dem Sonderberater zusammentraf, waren aus dem einen Problem,
das unserer Ansicht nach für Samstag übrig geblieben war, zwei geworden, und
eine neue Forderung wurde präsentiert. Als wir diese akzeptierten, wurde sie
am nächsten Tag zurückgezogen und noch schärfer gefaßt. So verbrachten wir unsere Zeit damit, die 17 linguistischen Änderungen durchzugehen und sie erneut
auf zwei zu reduzieren.
Dann, am letzten Tag der Zusammenkunft, beauftragten wir unsere Experten,
zusammenzutreten und zu vergleichen, ob die 15 geregelten Änderungen von den
17 ursprünglich vorgeschlagenen jetzt in den beiden Texten gleichlautend waren.
An dieser Stelle wurden wir mit 16 neuen Änderungen konfrontiert, darunter vier
wesentlichen, von denen einige jetzt immer noch ungelöst sind.
Nun, ich möchte nicht auf die Einzelheiten oder Vorzüge dieser Änderungen
eingehen. Die Hauptschwierigkeit, der wir uns jetzt gegenübersehen, ist, daß
die in dem Abkommen bereits geregelten Bestimmungen in den Protokollen erneut
in einer anderen Form erscheinen; daß Fragen der technischen Durchführung,die
in dem Abkommen von Anfang an impliziert waren,rieht angesprochen worden waren
und uns erst am letzten Tage einer Reihe von Sitzungen vorgelegt wurden, die
gerade dazu bestimmt waren, diese Fragen zu diskutieren; und daß, sobald eine

-9-

�V

eine Frage geregelt worden war, eine neue Frage aufgeworfen wurde.
Es war für uns sehr verlockend, den Prozeß fortzusetzen, der allen so
sehr am Herzen lag, wie dies aus den zahlreichen Treffen hervorgeht, und auf
große Fortschritte zu verweisen, aber der Präsident entschied, daß wir dem
amerikanischen Volk nicht ständig Rätsel aufgeben könnten.
Wir befinden uns jetzt in der folgenden merkwürdigen Situation: Großer
Fortschritt war gemacht worden, selbst in den Gesprächen. Was lediglich noch
fehlt, ist eine Entscheidung in Hanoi, die verbleibenden Fragen in einer Form
zu regeln, die bereits zwei Wochen zuvor vereinbart worden war. Wir sprechen
also nicht über eine Prinzipienfrage, die völlig unannehmbar ist.
Das Zweite ist, die erforderliche Arbeit zum Abschluß zu bringen für den
Aufbau des internationalen Apparates in einem solchen Geiste, daß beide Seiten
interessiert sind, den Krieg nicht in einer solchen Weise zu beenden, daß dies
lediglich der Anfang einer neuen Konfliktsrunde ist. Wir befinden uns also in
einer Situation, wo der Friede nahe sein kann, wo der Friede jedoch eine Entscheidung erfordert. Dies ist der Grund, warum wir erneut unsere grundlegende
Haltung darlegen wollen.
Was Saigon anbetrifft, so haben wir Sympathie und Mitgefühl mit der Not
seiner Bevölkerung und den Sorgen seiner Regierung. Wenn wir jedoch ein Abkommen erreichen können, das der Präsident als gerecht erachtet, so werden wir damit voranschreiten.
Was Hanoi anbetrifft, so ist unser grundlegendes Ziel in der Pressekonferenz vom 26. Oktober dargelegt worden. Wir wollen ein Ende des Krieges, das
mehr als ein Waffenstillstand ist. Wir wollen von Feindschaft zu Normalisierung
und von Normalisierung zu Zusammenarbeit gelangen. Aber wir werden keine Regelung eingehen, die nur eine verschleierte Form eines fortdauernden Krieges ist

-10-

�ist und die auf Umwegen das herbeiführt, was wir stets als nicht tolerierbar
erklärt haben-.
Wir haben stets erklärt, daß eine faire Lösung unmöglich jeder Seite das
geben kann, was sie sich wünscht. Wir setzen den Krieg nicht fort, um unseren Verbündeten einen totalen Sieg zu erringen. Wir wollen ihnen eine vernünftige Möglichkeit geben, an einer politischen Struktur teilzuhaben, aber
wir werden nicht eine Regelung eingehen, die einen versteckten Sieg für die
andere Seite bedeutet.
Daher befinden wir uns jetzt an einem Punkt, wo wir vielleicht einem Abkommen wieder näher sind, als wir es Ende Oktober waren, sofern die andere
Seite bereit ist, mit uns in gutem Glauben und gutem Willen zu verhandeln.
Aber es geht nicht an, daß an jedem Tag, an dem eine Frage gelöst wird, eine
weitere aufgeworfen wird, daß eine einmal in einem Abkommen geregelte Frage
erneut in einer Absprache aufgeworfen wird, und wenn sie als solche dann geregelt ist, als Protokoll vorgebracht wird. Wir werden uns nicht zu einem Abkommen erpressen lassen. Wir werden uns nicht aus Panik in ein Abkommen treiben
lassen, und wenn ich es einmal so sagen darf, wir werden uns nicht in ein Abkommen hineinschmeicheln lassen, dessen Bedingungen nicht gerecht sind.
Dem Präsidenten und uns allen, die wir mit diesen Verhandlungen befaßt
waren, hat nichts anderes so viel bedeutet, wie der Versuch, den Krieg in
Vietnam zu beenden. Nichts, was ich getan habe, seit ich mich in dieser Position befinde, hat mich so sehr fühlen lassen, der Treuhänder so vieler Hoffnungen zu sein, wie gerade die Verhandlungen, an denen ich in letzter Zeit
teilgenommen habe. Es war oftmals schmerzlich, an die Hoffnungen der Millionen
zu denken und praktisch an die Hoffnungen von vielen von Ihnen, meine Damen
und Herren, die vor den verschiedenen Tagungsorten warteten und mit bedeutsamen Ereignissen rechneten, während innerhalb dieser Tagungsstätten in den
letzten drei Tagen eine geringfügige Frage nach der anderen aufgeworfen wurde.
So

-11-

�So sagen wir Hanoi jetzt, wir sind bereit, mit den Verhandlungen in dem
Geiste fortzufahren, in dem sie im Oktober aufgenommen wurden. Wir sind bereit, ein Abkommen einzuhalten, das die bedingungslose Freilassung aller amerikanischen und verbündeten Gefangenen vorsieht, das keiner Seite irgendeine
politische Lösung aufzwingt, das eine international überwachte Waffenruhe und
den Abzug aller amerikanischen Truppen innerhalb von 60 Tagen bringt. Eine
solche Regelung ist für beide Seiten gerecht, und dies erfordert lediglich die
Entscheidung, bereits akzeptierte Bestimmungen einzuhalten und Prozeduren zu
beenden, die lediglich die Hoffnungen der Menschheit verhöhnen können.
Auf einer solchen Basis können wir einen Frieden haben, der den Hoffnungen der Menschheit wie auch dem Gerechtigkeitsgefühl aller Beteiligten entspricht.

f++4

-12-

�&lt; a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 32

51/1972

JOHN A. SCALI SOLL NEUER US-CHEFDELEGIERTER BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
WERDEN
WASHINGTON -»(AD)«- Präsident Nixon hat seinen bisherigen Sonderberater
John A. Scali zum neuen Chefdelegierten der USA bei den Vereinten Nationen

nominiert. Er soll die Nachfolge von George Bush antreten, der Vorsitzender
des Nationalen Komitees der Republikanischen Partei wird. Die Ernennung muß
noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden.
Scali bringt für seinen neuen Posten eine fast dreißigjährige Auslandserfahrung mit, die er sich als Journalist von Ruf erworben hat. Bevor er 1971
als Sonderberater in den Stab des Weißen Hauses eintrat, war er zehn Jahre
lang diplomatischer Chefkorrespondent der American Broadcasting Company (ABC)
und davor 17 Jahre lang diplomatischer Berichterstatter der amerikanischen
Nachrichtenagentur Associated Press. Auch als Sonderberater Nixons begleitete er diesen auf vielen Auslandsreisen. So gehörte Scali der Vorausabteilung
an, die den Besuch Nixons in der Volksrepublik China vorbereitete, wobei es
seine Aufgabe war, die Fernsehberichterstattung über diese Reise zu organisieren. Er war auch Mitglied der amerikanischen Delegation beim Gipfeltreffen in Moskau.
Als Reporter hatte Scali sich auf die Berichterstattung über internationale Entwicklungen konzentriert. In dieser Zeit besuchte er fast 80 Länder

-1-

�Länder und war bei allen Auslandsreisen der Präsidenten Eisenhower, Kennedy
und Johnson dabei. Diese Erfahrung veranlasste Außenminister Rogers zu der
Feststellung, daß die Nominierung Scalis das große Interesse Präsident Nixons
an der Weltorganisation manifestiere.
Scali wurde am 27. April 1918 in Canto im Staate Ohio geboren; seine
Eltern sind italienischer Abstammung. Er studierte an der Universität von
Südkalifornien und an der Boston Universität, wo er den Grad eines Bachelor
of Journalism erwarb. Während seiner Tätigkeit als Journalist, die ihn weltweit bekannt machte, wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so beispielsweise für seine Rolle als inoffizieller Übermittler von Botschaften
zwischen sowjetischen Diplomaten und der amerikanischen Regierung während
der Kuba-Krise des Jahres 1962, die er aufgrund seiner engen internationalen
Kontakte ausüben konnte. Dafür zollte ihm der damalige amerikanische Außenminister Dean Rusk ausdrücklich seinen Dank.
Als amerikanischer Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen hat Scali
den Rang eines Botschafters.

f+++

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

Information

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Telex:

Information

300

08-85432

51/1972

SONDERPROGRAMM DER FULBRIGHT-KOMMISSION FÜR BILDUNGSEXPERTEN
IM JAHRE 19 73

--(AD)«.» Die deutsch-amerikanische Fulbright-Kommission, die seit 1962
als zwischenstaatliche Einrichtung von beiden Regierungen getragen wird,
hat Stipendien für ein Sonderprogramm in den Bereichen der Bildungsplanung,
der Bildungsreform sowie der Hochschulverwaltung als "Pilot Project" ausgeschrieben. Die Stipendien finanzieren einen zweimonatigen Aufenthalt in
den USA, der Bewerbern mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung in den
genannten Bereichen die Begegnung mit der Vielfalt amerikanischer Modelle
und Verfahren vermitteln und die kritische Auswertung von Erfahrungen erleichtern soll. Für 1973 wird das Schwergewicht des Sonderprogramms auf
die folgenden Themenkreise fallen: Struktur, Organisation und Verwaltung im
tertiären Bereich ("Higher Education") der USA; Bildungsplanung in den USA;
der Übergang von der Sekundarstufe zur Hochschule. Bewerbungsschluß ist am
15. Februar 1973. Antragsformulare und weitere Auskünfte sind erhältlich
beim Executive Director, Fulbright-Kommission, Bonn-Bad Godesberg, Postfach 208. Ein ähnliches Programm für amerikanische Bildungsexperten zum
Aufenthalt in der Bundesrepublik ist in Vorbereitung.

-H-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

51/1972

EIN JAHR SMITHSONIAN-ABKOMMEN
Von Eugene Brake

WASHINGTON — ( A D ) — Ein Jahr ist seit dem Abschluß des historischen
Smithsonian-Abkommens am 18. Dezember 1971 verstrichen, das der Welt ein
Chaos im internationalen Handel und Finanzwesen ersparen sollte.
Zum ersten Male war hier auf internationaler Ebene in Verhandlungen
eine allgemeine Neufestsetzung der Wechselkurse vereinbart worden. Und, was
langfristig vielleicht noch wichtiger ist, die zehn hier vertretenen Länder vereinbarten, daß umgehend Gespräche über eine Reform des internationalen Währungssystems aufgenommen werden sollten. Aber auch Vorgespräche
über eine Tagesordnung für Verhandlungen über grundlegende Handelsfragen
wurden vorgesehen.
Ein Jahr ist inzwischen verstrichen. Die Welt hat zwar bisher noch kein
neues Währungssystem erhalten, und es ist auch kein neues Handelssystem ausgearbeitet worden.

Doch haben sich die Finanz-und Handelsminister mit die-

sen Fragen befaßt, und blickt man auf das verflossene Jahr zurück, so ist
ganz offensichtlich, daß Fortschritte erzielt wurden.
Einmal wurde ein neues Gremium für die Ausarbeitung neuer Richtlinien
für die Wechselkurspolitik und andere Aspekte der internationalen Währungsbe-

-1-

�Währungsbeziehungen eingesetzt, in dem neben den wichtigen Industriestaaten
auch die Entwicklungsländer und die kleineren Staaten zu Wort kommen können.
Seine detaillierten Aufträge erhielt dieses Gremium auf der Jahrestagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) im September 1972, und auf der kommenden
IWF-Jahrestagung in Nairobi soll es seine Empfehlungen vorlegen.
Die in diesem Zusammenhang von dem amerikanischen Finanzminister George
Shultz unterbreiteten Vorschläge wie auch die Reaktionen der anderen Länder
hierauf lassen auf ein günstiges Klima bei den Verhandlungen der Stellvertreter des Zwanziger-Ausschusses rechnen, der im Januar zu seiner zweiten Sitzungsrunde in Paris zusammentreten wird.
Aber auch auf anderen Gebieten des internationalen Währungssystems scheint
weitgehende Übereinstimmung zu bestehen. So wird künftig kein Land mehr damit
rechnen können, auf unbegrenzte Zeit hinaus Zahlungsbilanzdefizite oder Überschüsse ausweisen zu können. Defizit-wie auch Überschußländer sollen künftig
auf einen Ausgleich der internationalen Transaktionen hinarbeiten, was ein
deutliches Abweichen von dem System von Bretton Woods bedeutet, das bis zum
15. August 1971 praktisch uneingeschränkt in Kraft war.
Das Smithsonian-Abkommen selbst bedeutet bereits eine Anerkennung dieses
Prinzips. Nunmehr bemühen sich die Länder darum, Richtlinien auszuarbeiten,
die prompte Maßnahmen zur Anpassung von Ungleichgewichten sicherstellen, bevor solche Ungleichgewichte ernstlich die Stabilität der Weltwirtschaft beeinträchtigen können.
Weiterhin besteht allgemeine Übereinstimmung darüber, daß häufigere Anpassungen der Wechselkurse in erster Linie, aber keinesfalls ausschließlich,
ein besseres Gleichgewicht der Geldströme sichern sollen. Daneben, so wird
betont, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um eine weitgehende Stabilität
der Wechselkurse zu gewährleisten. So meinte ein Teilnehmer der letzten Gesprächsrunde der Stellvertreter des Zwanziger-Ausschusses, "es besteht eine

-2-

�eine starke Spannung zwischen dem Wunsch nach Stabilität und dem Wunsch nach
Flexibilität, die es zu überwinden gilt."
Auch andere wichtige Fragen sind noch ungelöst. Welche Kriterien sollten
angewandt werden, um festzustellen, wann ein Land handeln muß? Wie weit können
Druck oder Sanktionen angewandt werden, falls sich ein Land weigert, sich den
vereinbarten Regeln zu beugen? Sollten Länder, falls sie dies wünschen, einen
Teil ihrer Reserven in Dollar halten dürfen? Wie würde das neue Währungssystem
den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer Rechnung tragen? Selbst
die optimistischsten Währungsexperten glauben, daß vor Jahresfrist eine Antwort auf alle diese Fragen gefunden werden kann.
Auf dem Gebiet des Handels war die Vereinbarung der GATT-Partner, im kommenden Jahr eine neue Runde von umfassenden und weltweiten Handelsverhandlungen aufzunehmen mit dem Ziele, alle Arten von Hemmnissen für den Welthandel
-zollursächliche wie auch nicht-zollursächliche- abzubauen, eine wichtige positive Entwicklung. Diese Verhandlungsrunde soll sowohl alle Industrie-wie auch
alle Agrarerzeugnisse aus tropischen wie auch aus nicht-tropischen Gebieten einschließen. Auch hier soll wieder den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer Rechnung getragen werden. Eine Ministertagung im September 1973 soll den
Bericht des Vorbereitungsausschusses prüfen und dann die Verhandlungen in Gang
setzen.
Die Vereinigten Staaten haben die Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft
von 6 auf 9 Mitglieder unterstützt. Ihre Kritik richtet sich jedoch gegen die
besonderen Handelsvereinbarungen, die die Gemeinschaft mit zahlreichen Nicht-Mitgliedern in Europa, Afrika und dem Mittelmeerraum ausgehandelt hat. In den
meisten Fällen handelt es sich hier um Präferenzabkommen, und die Vereinigten
Staaten wenden sich im besonderen gegen die Gegenpräferenzen,die die Entwicklungsländer dafür einräumen sollen.
Für

-3-

�Für manche Amerikaner hat es den Anschein, als ob die Europäische Gemeinschaft im Begriffe steht, einen riesigen diskriminierenden Handelsblock

zu

errichten, der für die europäischen Industrieexporte auf Kosten der wenigen
außenstehenden Industriestaaten - etwa die USA, Kanada, Japan und Australien einen abgeschirmten Absatzmarkt schaffen würde. Von europäischer Seite sind
solche amerikanischen Einwendungen als unwesentlich zurückgewiesen worden, wobei die Ausweitung ihres Netzes von besonderen Handelsvereinbarungen für die
Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft als notwendig oder aus politischen
Gründen als wünschenswert bezeichnet wurde. In jüngster Zeit mehren sich aller
dings die Anzeichen, daß die EWG bereit sein könnte, den Auswirkungen ihrer
Maßnahmen auf Drittländer mehr Beachtung zu schenken.
In einer Stellungnahme zu dem Treffen der führenden Staatsmänner der neun
länder der erweiterten Europäischen Gemeinschaft hat Präsident Nixon ausdrücklich "die erklärte Absicht der Gemeinschaft begrüßt, mit uns in einem progressiven, aufgeschlossenen Dialog zu bleiben, sowie ihre Verpflichtung zu einer
progressiven Liberalisierung der tarifären und nicht-tarifären Handelsschranken auf einer umfassenden Basis während der wichtigen multilateralen Verhandlungen, die im nächsten Jahr beginnen sollen". Und der Präsident fügte hinzu,
daß die Vereinigten Staaten bereit seien, "zusammen mit unseren europäischen
Partnern kühne Maßnahmen für eine gerechtere und offenere Weltwirtschaft zu
ergreifen."

H—I—r

-4-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wirtschaft

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

51/1972

1972 BRACHTE NACHHALTIGEN WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG FÜR DIE USA
Von John Holway

WASHINGTON _-(AD)-~ Das Jahr 1972 hat für die amerikanische Wirtschaft einen
nacbba] r.i.gan Aufschwung gebracht. Wenn auch nicht alle gesteckten Ziele voll
erreicht sind, so müssen selbst die Kritiker der Regierung das zugestehen,
während die maßgeblichen Wirtschaftsindikatoren dies eindeutig zeigen.
Die industrielle Produktion hatte eine starke Zunahme zu verzeichnen, und
die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten war - nach den letzten verfügbaren
Zahlen - mit 80 Prozent recht hoch. Die Zahl der Beschäftigten erreichte einen
Rekordstand, obwohl die Arbeitslosenquote mit 5,2 Prozent noch immer relativ
hoch ist. Die Wochenlöhne der Arbeitnehmer sind weiter gestiegen, und die Regierung hat die Preise in den Griff bekommen. Allerdings liegt die Preisauftriebsrate mit 3,4 Prozent im Oktober immer noch etwas über dem von der Regierung für 1972 angestrebten Ziel von 3 Prozent.
Finanzminister GeorgeShultz faßte die wirtschaftliche Entwicklung des auslaufenden Jahres mit den Worten zusammen: "Wir sind außerordentlich zufrieden.
Die Anzeichen sprechen eindeutig dafür, daß wir uns in einer soliden, starken
Expansion befinden."

Und diese Entwicklung, so fügte Shultz hinzu, dürfte

-1-

�i

dürfte auch 1973 anhalten.
Allerdings ist man sich in Regierungskrisen der noch nicht voll gelösten
Aufgaben voll bewußt. Wenn auch die Arbeitslosenquote von 6 Prozent auf 5,2
Prozent im November gefallen ist - die Regierung wollte sie bis zum Jahresende
auf 5 Prozent herabgedrückt haben -, so ist dieses Ergebnis noch lange nicht
befriedigend. Zwar wurden 1972 rund 2,7 Millionen neue Arbeitsplätze in der
Wirtschaft geschaffen - eine Million mehr als in einem normalen Jahr - aber dafür wurden in der Verteidigungsindustrie Arbeitskräfte freigesetzt, und das verfügbare Arbeitskräftepotential nahm doppelt so stark wie üblich zu. In Regierungskreisen rechnet man allerdings damit, daß das Arbeitskräftepotential 1973
nicht mehr so stark ansteigen wird und die Arbeitslosenquote damit auf etwa
4,5 Prozent zurückgehen dürfte.
Ein weiteres Problem ergibt sich auf dem Außenhandelssektor. Nach der
Dollarabwertung im Januar erwartete man in Regierungskreisen kurzfristig eine
Zunahme des Handelsdefizit. Aber erst im Oktober 1972 begann dieses Handelsdefizit wieder zu schrumpfen; die Exporte lagen in diesem Monat sogar doppelt so
hoch wie die Importe. Für das Gesamtjahr ergibt sich jedoch immer noch ein beträchtliches Handelsdefizit. Die Verbesserung der Handelsbilanz im Oktober ist
nach Ansicht der Regierung auf drei Faktoren zurückzuführen. Einmal beginnt die
Neufestsetzung der Wechselkurse aufgrund des Smithsonian-Abkommens jetzt durchzuschlagen. Zum anderen hat die wirtschaftliche Erholung in den anderen Ländern
die Nachfrage nach amerikanischen Erzeugnissen belebt

Und drittens hat die

Sowjetunion große Mengen amerikanischen Weizens angekauft.
Die amerikanische Zahlungsbilanz wies allerdings nicht die gleiche Verbesserung wie die Handelsbilanz auf. Ein Grund dafür waren die Spekulationen gegen das britische Pfund„ Aber seit Juli hat sich der US-Dollar an den internationalen Geldmärkten wesentlich gefestigt. Und die Zahlungsbilanzzahlen für das

-2-

�das dritte Quartal 1972 lassen erkennen, daß das Defizit in der Bilanz der Güter und Dienstleistungen gegenüber dem vorangegangenen Quartal - von 1,6 Milliarden Dollar auf weniger als 900 Millionen Dollar - beträchtlich zurückgegangen
ist. Aufgrund der sonstigen Kapitalflüsse steckt die amerikanische Zahlungsbilanz jedoch weiterhin noch tief in den roten Zahlen.
Ein weiteres Problem bildete der Preisauftrieb. Bis zum Jahresende war die
Regierung dem angestrebten Ziel - einen Preisauftrieb von rund 3 Prozent - beträchtlich nahe gekommen. Die Statistiken für Oktober zeigen eine Zuwachsrate
von 3,4 Prozent - verglichen mit einem Preisauftrieb von fast 6 Prozent Anfang
1970 ist dies ein beträchtlicher Fortschritt. Damit haben die USA die niedrigste Preisauftriebsrate in der nichtkommunistischen Welt zu verzeichnen - ja,
sie liegt nur etwa halb so hoch wie in den europäischen Ländern. Ganz offensichtlich haben die von Präsident Nixon angeordneten Lohn-und Preiskontrollen
sich bewährt, ohne die nach Ansicht führender Experten der Preisauftrieb in den
Vereinigten Staaten 1972 wenigstens fünf Prozent betragen haben würde. Einige
dieser Kontrollen sollen auch über den 30. April 1973 - wenn das gegenwärtige
Gesetz ausläuft - beibehalten werden.
Aber auch die Reallöhne der Arbeitnehmer sind gestiegen, was zu einer Zunahme der Verbraucherausgaben um fast zehn Prozent geführt hat. Die Kreditkäufe
erreichten sogar neue Rekorde, und die Geschäftsinhaber sind mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden. Die Autoindustrie nähert sich einem Rekordumsatzjähr,
und immer mehr Familien haben drei Wagen laufen. Dabei fällt auf, daß wieder
mehr Käufer von ausländischen Modellen zu amerikanischen Wagen übergehen. Nach
Ansicht der Automobilindustrie wird das Jahr 1973 sogar noch besser werden.
Auch die Gewinne der großen Unternehmen zeigten eine deutliche Tendenz nach
oben - zum Teil betrug der Anstieg bis zu 15 Prozent. Allerdings wirkten sich
hier die Lohn-und Preiskontrollen dämpfend aus. Ganz wesentlich hat sich auch
die Produktivität erhöht, was zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

-3-

�1
V

Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Erzeugnisse auf den Weltmärkten führte. So
wird auch das Bruttosozialprodukt das von der Regierung angestrebte Ziel von
6 Prozent deutlich übersteigen - die Zuwachsrate im zweiten Quartal war mit 9,5
Prozent die höchste für diesen Zeitraum seit 13 Jahren. Nach übereinstimmender
Ansicht der Experten dürfte für 1972 mit einem Zuwachs des Bruttosozialproduktes
um real 7 Prozent zu rechnen sein, was die höchste Zuwachsrate seit 1966 wäre.
Eine weitere Sorge der Bundesregierung gilt dem Haushalt, dessen Ausgaben
250 Milliarden Dollar nicht übersteigen sollen. Damit, so glaubt man, erhält
die Wirtschaft weiterhin genügend Auftrieb ohne das Risiko einer erneuten Inflation. Der Kongreß hatte für das laufende Finanzjahr gegen das Veto des Präsidenten sogar 6 Milliarden Dollar mehr als angefordert bewilligt. Der Präsident will
jedoch dieses Geld nicht ausgeben, sondern bei seinen eigenen Ansätzen bleiben.
So kann Finanzminister Shultz mit Recht zum Jahresende sagen, daß die Wirtschaft weiterhin über starke Auftriebskräfte verfügt und die derzeitige Expansion
uneingeschränkt anhalten wird.

I I'''I

-4-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und

Service

Postfach

Technik

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

51/1972
APOLLO 17:
SONDER-BONUS FÜR DIE WISSENSCHAFT
-Die automatischen Meßstationen liefern noch jahrelang Forschungsdaten-

--(AD)o- Den jungen Menschen der Welt widmeten die APOLLO 17-Astronauten einen
•&gt;

von Dr. Harrison Schmitt gefundenen Stein aus dem Taurus Littrow-Gebiet als
ein Symbol für die Vielfalt in der Einheit. In dem Wunsch, daß die Menschheit
ihre Zukunft in diesem Sinne gestalten möge, stehen Eugene A. Cernan, Harrison
H. Schmitt und Ronald E. Evans, die den letzten APOLLO-Flug zum Mond unternahmen, gewiß nicht allein.
Kommandant Eugene Cernan beschrieb den mehr als faustgroßen Stein als
typisch für das aus verschiedensten Bestandteilen zusammengesetzte Material,
das sie im Landegebiet fanden. Der Stein wird nach der glücklichen Rückkehr
zur Erde aufgeteilt und Museen in den 79 Ländern zum Geschenk gemacht, die
junge Menschen für 14 Tage nach den Vereinigten Staaten entsandt hatten, damit
sie Zeuge des letzten Mondfluges würden.
Die sechste und letzte APOLLO-Gruppe, die eine Mondlandung unternahm,hält
in bezug auf wissenschaftliche Informationen, Bodenproben und Fotos vom Mond
den Ausbeuterekord. Die Astronauten benutzten und installierten eine ganze

-l-

�ganze Anzahl neuer und noch besserer Meß-und Beobachtungsinstrumente als ihre
Vorgänger. Zwar sind Boden-und Gesteinsproben vom Erdtrabanten heute nichts
Seltenes mehr auf der Erde. Zu den 269 kg, die die Expeditionen APOLLO 11,
12,14,15 und 16 erbrachten, kamen jetzt weitere 113 kg hinzu. Um alles mitnehmen zu können, hatten Cernan und Schmitt ihre Fähre CHALLENGER für den
Rückstart zum Mutterschiff sogar um mehr als 10 kg überladen.
Die zweieinhalb Zentner Material aus dem Taurus-Littrow-Gebiet enthalten höchstwahrscheinlich Dokumente sowohl aus der ältesten als auch aus der
jüngsten Mondgeschichte. Vielleicht liefern sie außerdem Beweise für vulkanische Aktivität und für die Existenz von Wasser auf dem Mond - in welcher
Form auch immer es vorhanden gewesen sein mag oder sogar noch vorhanden ist.
Die Sensation des Fluges von APOLLO 17 dürfte orangefarbener Sand und
Gestein mit orange und braun gefärbten Adern sein, die Eugene Cernan und
Jack Schmitt bei der zweiten Exkursion fanden. Dabei könnte es sich um Mineralien handeln, die durch Oxydationsprozesse unter Beteiligung von Wasserdampf bei vulkanischen Vorgängen entstanden. Es wäre denkbar, daß die beiden
auf Überreste dessen stießen, was man auf der Erde als "Fumarolen" bezeichnet. Sie entstehen in der Endphase von Vulkanausbrüchen und stellen eine Art
Ventil dar, aus dem Gase und Dämpfe entweichen. Allerdings werden erst die
Untersuchungen in den Laboratorien zeigen, ob die Vermutung richtig war.
Verständlicherweise galt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit nach
der Landung von CHALLENGER den beiden schwer arbeitenden Astronauten im TaurusLittrow-Gebiet. Ronald E. Evans, der mehr als 75 Stunden allein im AP0LL0Mutterschiff den Mond umkreiste, war fast vergessen. Dennoch dürften die Fotos
und die Beobachtungen, die er auf der Vorder-und Rückseite des Mondes machte,
die Meßdaten der Radarsonde und der Infrarot-und Ultraviolett-Sensoren am
Mutterschiff für die wissenschaftliche Analyse mindestens ebenso wichtig wie
die Beobachtungen und die Mitbringsel des Landeteams sein.
Der

�Der Fund im Landegebiet hatte die Astronauten alarmiert, ihren Blick
für Farben vielleicht noch mehr geschärft. Auch Evans entdeckte aus der Umlaufbahn vor allem auf der Mondrückseite orangerote und braune "Flecke"
- Beobachtungen, die der Geologe Schmitt nach der Rückkehr zur AMERICA bestätigte. Außerdem machte der Pilot der Kommandokapsel auf der Rückseite des
Mondes eine Anzahl von Gebilden aus, bei denen es sich wahrscheinlich um Vulkankegel handelt. Die sensationellen Fernsehbilder von einem Teil der Rückseite und vom Südpolgebiet des Mondes, die die Astronauten bei Beginn ihres
Rückfluges zur Erde funkten, vertieften und ergänzten auf eindrucksvolle
Weise das Bild vom Mond, das man sich nun auf der Erde dank des APOLLO-Unternehmens machen kann.
Zu den jetzt vorhandenen Informationen kommen aber noch ständig neue hinzu - nämlich die Meßdaten von den fünf Stationen mit ihren automatisch arbeitenden Instrumenten, die auf der Vorderseite bei den APOLLO»Landungen installiert wurden. Mit Ausnahme eines Magnetometers am Landeplatz von APOLLO 12
arbeiten alle 25 Instrumente einwandfrei. Selbst am Landeplatz von APOLLO 11
ist noch ein Gerät benutzbar. Es ist ein Quarzprismen-Reflektor für LaserStrahlen, die von der Erde aus auf diesen Spiegel gerichtet werden. Diese Experimente dienen einmal der genauen Entfernungsmessung von Erde und Mond. Zum
anderen aber machen sie es möglich, Abstände auf der Erdoberfläche auf Dezimeter, ja Zentimeter genau zu bestimmen.
Von den Signalen der Instrumente an den Mond-Meßstationen im Meer der
Stürme, im Fra Mauro-Gebiet, am Fuß des Apennin-Gebirges, im Descartes-Hochland und im Taurus-Littrow-Gebiet erwarten die Wissenschaftler Informationen
zur Klärung einer Vielzahl von Fragen. Sie betreffen z.B. Magnetfeld, Temperaturen und Wärmefluß im Untergrund, Mondbeben und Reflexion von Bebenwellen
an inneren Schichten des Mondkörpers, Atmosphäre des Mondes, kosmische Strahlung und Mikrometeoriten, Gezeitenbewegungen des Mondkörpers und Gravitationswellen im Kosmos.
Drei

-3-

�Drei Erdstationen - in Kalifornien, Australien und Spanien - fangen die
Signale auf. Keines geht verloren, gleichgültig, welche Seite die Erde dem
Mond gerade zuwendet. Alle Funksignale werden hier auf Magnetband aufgenommen
und per Luftpost sofort zum Raun.fahrtzentrum Houston (Texas) weitergeleitet.
Computer verarbeiten die Daten, Wissenschaftler analysieren sie. Gelegentlich ist es auch erforderlich oder wünschenswert, Meßdaten direkt vom Mond
in den wissenschaftlichen Beobachtungsraum von Houston zu übertragen. Auch
das ist möglich und wird recht häufig getan. Kopien der Meß~und Auswertungsstreifen gehen kostenlos an die Wissenschaftler in vielen Ländern, die sich
bei der NASA als offizielle Mitarbeiter um die Überlassung von Material beworben haben.
Pro Tag kommen durchschnittlich vier neue Rollen je 750 m langer Magnetbänder zu der schon bestehenden Sammlung hinzu - ca. 15 00 Rollen pro Jahr.
Jeder Zentimeter Band enthält 320 "Bits", d.h. Einzel Informationen für den
Computer. Bei der Analyse wurde bisher noch wenig unternommen, um die Auswertung in bezug auf die verschiedensten Gebiete zu koordinieren und Einzelbeobachtungen in Zusammenhang zu bringen. Eine solche "Synthese" erfordert wahrscheinlich viel Zeit. Aber sie wäre nach Meinung der Forscher geeignet, zu
neuen wichtigen Entdeckungen zu führen.

-4-

�" amerika dienst
' U n i t e d
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und
Technik

T e I e x : 0 8 - 8 54 32

51/1972
KALZIUMBESTIMMUNG IM BLUTSERUM

--(AD)-- Eine Methode mit hoher Meßgenauigkeit zur raschen Ermittlung des
Kalziumspiegels im Blutserum entwickelten in den Vereinigten Staaten Wissenschaftler von acht klinischen Laboratorien in Zusammenarbeit mit dem US-Bundesamt für Technische Normen (NBS-National Bureau of Standards). Sie basiert
auf der spektrometrischen Absorptionsmethode von J. Pybus, F.J.Feldman und
G.N.Bowers, jr. Wie jetzt das National Bureau of Standards bekanntgab, konnte das Verfahren zu einer Referenz-Methode ausgebaut werden, mit der die
Konzentration bestimmter Stoffe bezw. die Eigenschaften einer Substanz bis
zu einem exakt definierten Genauigkeitsgrad ermittelt werden.
Bei der Anwendung dieses Verfahrens ist es möglich, den Kalziumgehalt
einer Lösung oder des Blutserums auf plus minus zwei Prozent genau in Konzentrationen von 3-6mVal/l (6-12 mg % Ca) zu messen; das gilt auch dann, wenn
das Präparat physiologische Mengen von Natrium und Kalium enthält. Die beim
Menschen als normal angesehene Konzentration liegt innerhalb dieses Bereiches
Abweichungen davon, insbesondere erhöhte Kalziumwerte, können ein Alarmzeichen für das Vorhandensein schwerer Erkrankungen, z.B. einer Überfunktion
der Nebenschilddrüsen,sein, die eine sofortige Operation erforderlich
machen.
Mit

�r

Mit Hilfe der neuen Referenz-Methode ist es möglich, die Genauigkeit und
Brauchbarkeit von Messungen zu überprüfen, die in der ärztlichen Praxis mit
Routineverfahren erzielt werden. Aufgrund derartiger Vergleiche sind Fehlraessungen oder Ungenau'igkeiten zu eliminieren oder zumindest ausfindig zu machen.
Hauptzweck der Referenz-Messung ist unter anderem:
- den absoluten Kalziumwert in Kontrollseren oder Mischseren zu ermitteln;
• die Kalziumwerte zu kontrollieren, die in den klinischen Fertigpackungen
angegeben sind;
- die Qualität von Kalzium-Normallösungen nachzuprüfen und die Genauigkeit
der zahlreichen Methoden zur Messung des Kalziumspiegels sicherzustellen.

+i++

.2-

�amerika dienst
U n i t e d
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Te I e x :

300

Wissenschaft
und
Technik

08-85432

51/1972
LASER- NAC HR IC HTENS YS TEME

--(AD)-- Die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (National Science Foundation-NSF) vorgab an 20 Ingenieure und Wissenschaftler, die an 14 der bekanntesten amerikanischen Universitäten und Instituten tätig sind, Forschungsaufträge zur "Entwicklung optischer Kommunikationssysteme". Im Mittelpunkt der Projekte wird die Laser-Technik stehen.
Es ist möglich, den Laser-Strahl zu modulieren und zur Übermittlung von
Daten und anderen Informationen zu benutzen. Und da solche Systeme sehr große
Bandbreiten haben, besteht Aussicht, mit Laser-Strahlen ein Vieltausendfaches
an Informationen im Vergleich zu der Trägerkapazität der heute üblichen elektromagnetischen Wellen zu übermitteln, wie sie für Funk und Fernsehen verwendet werden.
Im Hintergrund des neuen NSF-Projekts steht der wachsende Bedarf an
Nachrichtenkanälen und Frequenzen. Zwar bieten die äußerst leistungsfähigen
Bänder im Mikrowellen-und Millimeterbereich vorläufig einen Ausweg aus einer
immer kritischer werdenden Situation. Jedoch ist die Zukunft der Nachrichtentechnik ohne Systeme nicht denkbar, bei denen mit Photonen gearbeitet wird-

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7557">
              <text>20.12.1972</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7558">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7559">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14472">
              <text>Amerikadienst 20.12.1972</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14473">
              <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Kissingers zum Stand der Vietnam-Verhandlungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz vom 16. Dezember -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;John A. Scali soll neuer US-Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sonderprogramm der Fulbright-Kommission für Bildungsexperten im Jahre 1973&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ein Jahr Smithsonian-Abkommen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1972 brachte nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung für die USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Holway&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Sonderbonus für die Wissenschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Die automatischen Messstationen liefern noch jahrelange Forschungsdaten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kalziumbestimmung im Blutserum&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laser-Nachrichtensystem&lt;/p&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
