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DOKU mefltOtiOn

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Nummer

50

Inhalt

Dezember

u

1972

DOKUMENTATION:
Präsident
-Wortlaut

Nixon e r n e u e r t a m e r i k a n i s c h e E u r o p a - G a r a n t i e
d e s S c h r e i b e n s a n d e n NAT0~Rato

INFORMATION:
F r e d e r i c k B. Dent a l s n e u e r a m e r i k a n i s c h e r H a n d e l s m i n i s t e r

vorgesehen

James T . Lynn zum M i n i s t e r f ü r Wohnungsbau u n d S t ä d t e p l a n u n g

nominiert

Claude S. Brinegar s o l l a m e r i k a n i s c h e r Verkehrsminister^ werden
D r . E a r l L . Butz w e i t e r h i n L a n d w i r t s c h a f t s m i n i s t e r
Rogers C.B.Morton w i r d I n n e n m i n i s t e r
Richard Kleindienst

d e r USA

d e r USA b l e i b e n

bleibt amerikanischer

Justizminister

HINTERGRUNDMATERIAL:
USA b e t r ä c h t e n NATO^-Konferenz a l s e r f o l g r e i c h
Von P e t e r K a r e g e a n n e s
WIRTSCHAFT:
P r ä s i d e n t Nixon o r d n e t S o f o r t m a ß n a h m e n
P r e i s a u f t r i e b s an
US-Wirtschaftsbeirat
friedigt

z u r w e i t e r e n Eindämmung d e s

über w i r t s c h a f t l i c h e

E n t w i c k l u n g im November b e -

US-Handelskammer h o f f t a u f w e i t e r e H a n d e l s l i b e r a l i s i e r u n g
-Von u n s e r e m W i r t s c h a f t s k o r r e s p o n d e n t e n WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Nach APOLLO 1 7 : I r d i s c h e P r o b l e m e h a b e n V o r r a n g
Von W a l t e r F r ö h l i c h
Darmgrippe-Erreger
~US..Wissenschaftler
Drüsensekret

gefunden?
isolierten

Kleinstvirus-

a u s dem G e h i r n b e e i n f l u ß t

Depressionen

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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50/1972

PRÄSIDENT NIXON ERNEUERT AMERIKANISCHE EUROPA-GARANTIE
-Wortlaut des Schreibens an den NATO-Rat-

BRÜSSEL —(AD)-- Präsident Nixon hat in einem Schreiben an den Nordatlantikrat erneut versichert, daß die Vereinigten Staaten ihre Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, sofern die andere Seite nicht entsprechende Schritte ergreift. Das von dem
amerikanischen Außenminister William P. Rogers am 7. Dezember vor den NATOMinistern verlesene Schreiben des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"Wenn wir jetzt dem Jahre 1973 entgegengehen, stehen wir am Beginn von
Verhandlungen, die uns einem dauerhaften Frieden näher bringen können, der
das Ziel des nordatlantischen Bündnisses ist:
-- Es haben Sondierungen für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa begonnen.
-- Es werden in Kürze Sondierungen bezüglich beiderseitiger und ausgewogener Truppenreduzierungen beginnen.
-- Bilaterale Gespräche zwischen einzelnen Verbündeten und Mitgliedern
des Warschauer Paktes über Fragen der Sicherheit und des Friedens
dauern an.
Diese

�Diese Aussichten auf Frieden müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren. Diese konkurrierenden Anforderungen stehen im Wettstreit miteinander um die begrenzten Haushaltsmittel, die jedem einzelnen Verbündeten zur Verfügung stehen. Unsere Völker geben immer mehr den berechtigten innenpolitischen Erfordernissen einer
demokratischen und modernen Gesellschaft nach, während gleichzeitig die
Kosten einer modernen und verbesserten Verteidigung steigen.
Das wird die Stärke und Dynamik dieses Bündnisses auf eine Bewährungsprobe stellen, unsere geraeinsame Verteidigung in solchen Zeiten aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Aber diese Aufgabe muß bewältigt werden.
Was uns anbetrifft, so erneuern die Vereinigten Staaten ihr feierliches
Versprechen, daß wir bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten
unsere Streitkräfte in Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht
verringern werden, es sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende
Schritte.
Wir blicken auf Sie - auf Sie alle -, daß Sie die beachtlichen Anstrengungen fortsetzen, die Sie unternommen haben, um einen größeren Teil der
Lasten der gemeinsamen Verteidigung zu übernehmen. Auf seine eigene Weise
muß jeder Verbündete sicherstellen, daß sein Volk die fundamentalen Zusammenhänge versteht, die zwischen einer militärisch starken NATO und erfolgreichen
Verhandlungen bestehen. Ohne dieses Verständnis und ohne die Unterstützung
unserer Völker kann dieses Bündnis nicht überleben. Wenn Sie dies bedenken,
so bin ich zuversichtlich, daß die Staatsmänner und die freien Völker des
nordatlantischen Bündnisses weiterhin unverminderte Verteidigungsanstrengungen jedes einzelnen Mitgliedes unterstützen werden."

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FREDERICK B. DENT ALS NEUER AMERIKANISCHER HANDELSMINISTER VORGESEHEN

WASHINGTON —(AD)-- Als neuen Handelsminister der Vereinigten Staaten hat
Präsident Nixon den Industriellen Frederick B. Dent vorgeschlagen. Dent,
dessen Nominierung der Bestätigung durch den amerikanischen Senat bedarf,
soll die Nachfolge von Peter G. Peterson antreten, der das Amt des Handelsministers am 27. Januar 1972 übernommen hatte.
Peterson wird temporär den Posten eines Sonderbeauftragten des Präsidenten übernehmen und nach einer Informationsreise durch Europa und Asien
- und möglicherweise auch Lateinamerika - Vorschläge für eine bessere Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und der wichtigsten Handelspartner der USA ausarbeiten.
Frederick Baily Dent wurde am 17. August 1922 in Cape May im Staate
New Jersey geboren und schloß 1943 seine Studien an der Yale-Universität
ab. Von 1943 bis 1946 diente er in der Reserve der US-Marine.
Anschließend ging er in die Wirtschaft und spielte eine bedeutende
Rolle in der Textilindustrie. Er war Direktor der Firma Joshua L. Baily
&amp; Co. in New York und übernahm 1947 die Textilfirma Mayfair Mills _in

-1«

�in Arcadia im Staate South Carolina als Präsident. Daneben hatte er Direktoren-und Aufsichtsratsposten in mehreren anderen großen Unternehmen, darunter der National Bank von South Carolina, inne.
Dent gehört mehreren bedeutenden Textilindustrieverbänden an und ist
Treuhänder des Instituts für Textiltechnik.
Er ist verheiratet und hat zwei Söhne und drei Töchter.

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JAMES T. LYNN ZUM MINISTER FÜR WOHNUNGSBAU UND STÄDTEPLANUNG
NOMINIERT

V/ASHINGTON — ( A D ) — Der bisherige Staatssekretär im amerikanischen Handelsministerium, James T. Lynn, soll in der zweiten Amtsperiode Präsident
Nixons das Ministerin» für Wohnungsbau und Städteplanung übernehmen. Dies
gab das Weiße Haus am 5. Dezember bekannt. Er wird die Nachfolge von
George Romney antreten, der aus der Regierung ausscheiden will. Die Ernennung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden, wenn dieser im
Januar nächsten Jahres wieder zusammentritt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, wies im Zusammen«
hang mit der Nominierung Lynns auf die jüngsten Erklärungen Präsident Nixons
hin, daß während der nächsten vier Jahre auf innenpolitischem Gebiet große
Fortschritte erzielt werden müßten. Schon während der Amtszeit Romneys seien
wichtige Erfolge erreicht worden, und man erwarte, daß sich diese Entwicklung unter der Amtsführung von Lynn fortsetzen werde.
Lynn, der 45 Jahre alt ist, ist von Hause aus Anwalt. Im Jahre 1969
verließ er eine Anwaltsfirma in Cleveland im Staate Ohio und trat ins amerikanische Handelsministerium ein. Er war zunächst als Rechtsberater dieses
Ministeriums tätig und übernahm im April 1971 den Posten eines Staats-

�Staatssekretärs. Lynn war maßgeblich an den Handelsverhandlungen mit der
Sowjetunion beteiligt und gehörte neben Handelsminister Peterson zu der
amerikanischen Delegation, die die während der Moskauer Gipfelkonferenz
unterzeichnete Erklärung über die amerikanisch-sowjetischen Handelsbeziehungen ausarbeitete. Er war ferner an führender Stelle an den späteren Verhandlungen beteiligt, die zu einem umfassenden Handelsabkommen zwischen beiden
Ländern führten.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von James T.
Lynn zur Verfügung.

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CLAUDE S.BRINEGAR SOLL AMERIKANISCHER VERKEHRSMINISTER WERDEN
WASHINGTON --(AD)— Zum neuen amerikanischen Verkehrsminister während seiner
zweiten Amtsperiode hat Präsident Nixon am 7. Dezember den 46-jährigen
Industriellen Claude S. Brinegar nominiert. Er soll die Nachfolge von John A.
Volpe antreten, der die Vereinigten Staaten künftig als Botschafter in Italien
vertreten wird. Die Nominierung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt
werden.
Brinegar kommt aus der Ölindustrie. Er trat 1952 in die Union Oil Company
ein, in der er verschiedene hohe Posten - zuletzt den eines Vizepräsidenten innehatte. Außerdem gehört er dem Direktorium des American Petroleum Institute
an.
Zuvor hatte Brinegar an der Stanford-Universität (Kalifornien) studiert
und promoviert. Zu Anfang der fünfziger Jahre arbeitete er als Forschungsassistent am Food Research Institute in Stanford und war für verschiedene
Universitäten tätig.
Brinegar wurde am 16. Dezember 1926 in Rockport im Staate Kalifornien geboren. Von 1945 bis 1947 diente er in der US-Armee als Heeresflieger.
Brinegar ist verheiratet und hat drei Kinder.

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DR. EARL L. BUTZ WEITERHIN LANDWIRTSCHAFTSMINISTER DER USA

WASHINGTON --(AD)-- Der bisherige Landwirtschaftsminister der Vereinigten
Staaten, Dr. Earl L. Butz, ist von Präsident Nixon in seinem Amt bestätigt
worden. Butz war im November 1971 anstelle von Clifford M. Hardin an die
Spitze des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums berufen worden.
Während seiner bisherigen Tätigkeit hat sich Butz für die Erhaltung
einer gesunden Struktur der amerikanischen Farmen eingesetzt und sich gegen
die Landflucht ausgesprochen.
Am 3. Juli 1909 auf einer Farm in Albion im Staate Indiana geboren,
studierte Earl L. Butz an der Purdue-Universität in Lafayette, Indiana, wo
er 1937 zum Dr. phil.(Ph.D.) promovierte. Er nahm dann eine Lehrtätigkeit
an dieser Universität an; von 1946 bis 1954 leitete er das Agrarwissenschaftliche Institut. Anschließend wurde er von Präsident Eisenhower als Staatssekretär in das Landwirtschaftsministerium nach Washington berufen. Im Jahre
1957 kehrte er an die Purdue-Universität als Dekan der Landwirtschaftlichen
Fakultät zurück.
Im Jahre 1968 wurde er Leiter der Abteilung für weiterführende Bildung
und Vizepräsident der Purdue-Forschungsstiftung. Dr. Butz leitete auch die

�die amerikanische Delegation auf den Konferenzen der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen in Rom in den Jahren
1955 und 1957.
Als Landwirtschaftsexperte hat sich Dr. Butz einen internationalen Ruf
erworben und 30 Länder in fünf Kontinenten besucht. Er ist Autor zahlreicher
Publikationen auf seinem Fachgebiet.
Dr. Butz ist verheiratet und hat zwei Söhne.

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Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Dr. Earl L.
Butz zur Verfügung.

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ROGERS C.B. MORTON WIRD INNENMINISTER DER USA BLEIBEN

WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat im Zuge der Reorganisation seines
Kabinetts für die zweite Amtsperiode den bisherigen Innenminister der Vereinigten Staaten, Rogers CfB. Morton, in seinem Amt bestätigt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, gab am 5. Dezember bekannt, daß Innenminister Morton nach Auffassung des Präsidenten die
"starken und nachdrücklichen Führungsqualitäten" bewiesen habe, wie sie für
ein Amt von so weitreichendem sachlichen Umfang notwendig seien. Zum Zuständigkeitsbereich des amerikanischen Innenministers gehören vor allem
die Erschließung und Erhaltung der Bodenschätze und natürlichen Hilfsquellen der USA, während Polizei und innere Sicherheit der Aufsicht des Justizministeriums unterliegen.
Rogers C.B. Morton wurde am 19. September 1914 in Louisville im Staate
Kentucky geboren. Nach dem Studium an der Yale-Universität, das er 1937
mit dem Grad eines Bachelor of Arts abschloß, und dem Einsatz auf dem europäischen Kriegsschauplatz als Hauptmann, trat er 1946 als Vizepräsident in
ein familieneigenes Mühlen-und Nahrungsmittelunternehmen in Louisville
ein. Zwei Jahre später zum Präsidenten der Firma bestellt, vollzog er 1956
deren Fusion mit einem Großkonzern. Nach einer einjährigen Tätigkeit als

-1-

�a l s V i z e p r ä s i d e n t der D a c h g e s e l l s c h a f t w u r d e er 1952 in d e r e n A u f s i c h t s rat b e r u f e n . Er erwarb noch im g l e i c h e n Jahr eine Farm in der N ä h e von E a t o n ,
M a r y l a n d , w o er sich v o r allem der V i e h z u c h t w i d m e t e .
Im Jahre 1962 bewarb sich M o r t o n , Bruder des b e k a n n t e n E x - S e n a t o r s
Th,ruston B, M o r t o n , als r e p u b l i k a n i s c h e r K a n d i d a t erfolgreich um einen Sitz
im R e p r ä s e n t a n t e n h a u s , dem er nach v i e r m a l i g e r W i e d e r w a h l bis zur E r n e n n u n g
zum M i n i s t e r im Februar 1971 a n g e h ö r t e . A l s A b g e o r d n e t e r setzte sich M o r t o n
w i e d e r h o l t für eine V e r b e s s e r u n g d e s U m w e l t s c h u t z e s und eine E r w e i t e r u n g des
S y s t e m s der Nationalparks e i n ; er w a r M i t g l i e d m e h r e r e r A u s s c h ü s s e , zuletzt
des H a u s h a l t s a u s s c h u s s e s . Im Jahre 1969 ü b e r n a h m er auf W u n s c h P r ä s i d e n t
Nixons den V o r s i t z im B u n d e s k o m i t e e der R e p u b l i k a n i s c h e n P a r t e i .
Er ist v e r h e i r a t e t und hat eine T o c h t e r und einen S o h n .

1-1 III

A u f A n f o r d e r u n g stellen w i r Ihnen gerne eine P o r t r ä t a u f n a h m e v o n R o g e r s C.B.
M o r t o n zur V e r f ü g u n g .

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RICHARD KLEINDIENST BLEIBT AMERIKANISCHER JUSTIZMINISTER

--WASHINGTON -.(AD)— Der bisherige amerikanische Justizminister Richard
Kleindienst wird auch in der zweiten Amtsperiode Präsident Nixons das USJustizministerium leiten. Kleindienst wurde am 8. Dezember von Nixon in
seinem Amt bestätigt. Gleichzeitig gab das Weiße Haus bekannt, daß Professor Robert Bork von der Yale-Universität neuer amerikanischer Generalanwalt
werden soll, wenn der bisherige Inhaber dieses Amtes, Erwin Griswold, im
Frühjahr 1973 in den Ruhestand tritt.
Aus dem amerikanischen Justizministerium scheiden fünf höhere Vertreter,
darunter der stellvertretende Justizminister, Ralph Erickson, sowie der Leiter der Abteilung für Bürgerrechtsfragen, David Norman, aus. Beide sollen
mit neuen Aufgaben betraut werden.
Zum stellvertretenden Generalanwalt hat Präsident Nixon die Chicagoer
Anwältin Mrs. Jewel Lafontant vorgesehen. Mrs. Lafontant, eine Schwarze, gehört der amerikanischen Delegation bei den Vereinten Nationen an. Sie wird
ihr neues Amt zusammen mit Professor Bork antreten.
Kleindienst gehört dem amerikanischen Justizministerium seit dem 31. Januar 1969 an. Damals wurde er zum stellvertretenden Justizministerium ernannt. Als der damalige Justizminister John Mitchell im März 1972 sein Amt

-1-

�Amt niederlegte, um die Vorbereitungen des Wahlkampfes für Präsident Nixon
zu leiten, wurde Kleindienst vom Präsidenten mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Justizministers beauftragt.
Der in Arizona gebürtige 48jährige Kleindienst war bereits lange vor
seinem E.'ntritt in das Justizministerium im politischen Leben seines Heimatstaates aktiv tätig gewesen. Er wurde in Winsley, Arizona, als Sohn eines
Eisenbahners geboren und besuchte dort auch die Volksschule. Von 1942 bis
1954 diente Kleindienst in der amerikanischen Luftwaffe, aus der er nach
Kriegsende mit dem Range eines Oberleutnants entlassen wurde. Anschließend
studierte er an der Harvard-Universität Jura, legte 1947 sein Examen mit magna
cum laude ab und promovierte 1950.
Unmittelbar nach Beendigung seines Studiums trat Kleindienst in eine Anwaltsfirma in Arizona ein,und bald darauf wurde er Partner der Anwaltsfirma
Shimmel, Hill, Kleindienst and Bishop. Von 1953 bis 1954 gehörte er dem Abgeordnetenhaus von Arizona an. Im Jahre 1964 unterstützte er aktiv die Präsidentschaftskandidatur von Senator Barry Goldwater, während er sich gleichzeitig,
allerdings erfolglos, um das Amt des Gouverneurs seines Heimatstaates bevarb.
Kleindienst ist verheiratet und hat vier Kinder.

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Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Richard Kleindienst zur Verfügung.

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USA BETRACHTEN NATO-KONFERENZ ALS ERFOLGREICH

Von Peter Karegeannes

WASHINGTON — ( A D ) — Die jüngste MinistertagLing der NATO in Brüssel - übrigens
die 50. Sitzung des Nordatlantikrates - wird von amerikanischer Seite als
erfolgreich bezeichnet. Für die Vereinigten Staaten ist und bleibt es wichtig, daß die Bündnispartner an der atlantischen Allianz festhalten, die
über zwanzig Jahre lang den Frieden in Europa gewährleistet hat.
Die Einstellung der USA kommt klar und deutlich in dem Schreiben zum
Ausdruck, das Präsident Nixon an die im Nordatlantikrat tagenden Minister
gerichtet hat. Er spricht von den Vorbereitungen für eine Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und den Sondierungen für beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen (MBFR) und sonstigen Entspannungsbemühungen. "Diese Aussichten auf Frieden", so heißt es in dem Schreiben
des Präsidenten, "müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren."
Außenminister Rogers hat vor seiner Rückreise nach Washington darauf
hingewiesen, daß bei den Verbündeten eine weitgehende Einigkeit der Zielsetzungen bezüglich KSZE und MBFR herrsche. Auch Rogers unterstrich mit Nachdruck, daß gerade bei einer Verbesserung der Ost-West-Beziehungen das atlan-

-1-

�atlantische Bündnis seine Stärke aufrechterhalten müsse. Die Vereinigten
Staaten, so sagte er in anderem Zusammenhang,würden auf jede einseitige Verringerung der Verteidigungskraft des Westens besorgt reagieren, umgekehrt
hat Präsident Nixon das "feierliche Versprechen" der USA erneuert, daß sie
"bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten unsere Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, es
sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende Schritte."
Der amerikanische Außenminister ließ in Brüssel keinen Zweifel daran,
daß sich die Außenpolitik der USA im Jahre 1973 verstärkt auf Europa richten werde - und er hat am Rande der NATO-Konferenz natürlich auch mit den
führenden Vertretern der Europäischen Gemeinschaft gesprochen und darauf hingewiesen, daß für die bestehenden Probleme zwischen Amerika und der Gemeinschaft im kommenden

Jahr eine Lösung angestrebt werden müsse.

Die Vereinigten Staaten - wie auch Großbritannien und Frankreich - haben
ganz offensichtlich auch mit der Bundesrepublik Deutschland über die künftigen Beziehungen zur DDR Einigung erzielt.
Was die militärische Seite des Bündnisses angeht, so hat; der amerikanische Verteidigungsminister Melvin Laird - der aus seinem Amt ausscheidet und
zum letzten Mal als Minister an einer NATO-Konferenz teilnahm - die Einstellung der Bündnismitglieder und den in den letzten Jahren erzielten Fortschritt
einfach als "realistisch" bezeichnet. Das Streitkräfteverbesserungsprogramm
der europäischen Partner (EDIP) lasse einmal erkennen, daß Westeuropa bereit
sei, einen größeren Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung zu leisten, und sich
zum anderen klar darüber sei, daß Entspannung nicht ohne Verteidigungsbereitschaft zu haben ist.
Auch Laird warnte vor einseitigen Kürzungsmaßnahmen der westlichen Verbündeten, da durch diese.der Erfolg der MBFR-Verhandlungen gefährdet und die

-2-

�I

die Aussichten von SALT II geschmälert werden würden. Der amerikanische Verteidigungsminister unterstrich die Zusage seines Präsidenten, daß die Vereinig,
ten Staaten ihre Truppen in Europa aufrechterhalten und verbessern wollen
- vorausgesetzt, daß auch die europäischen Partner eine solch entschlossene
Haltung zeigen.

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PRÄSIDENT NIXON ORDNET SOFORTMASSNAHMEN ZUR WEITEREN EINDÄMMUNG
DES PREISAUFTRIEBS AN

WASHINGTON ..(AD)-» Präsident Nixon wird den neuen amerikanischen Kongreß
nach dessen Zusammentreten im Januar im Rahmen der ständigen Bemühungen
der Administration um eine Eindämmung des Preisauftriebs um eine Ermächtigung ersuchen, die Lohn-und Preiskontrollen weiter zu verlängern.
Diese Entscheidung hat der amerikanische Finanzminister George Shultz
jetzt zusammen mit einer Reihe anderer Maßnahmen zur Einschränkung der Regierungsausgaben vor der Presse bekanntgegeben. Nach den Angaben von Shultz
will Präsident Nixon die Bundesausgaben für das laufende, am 30. Juni 1973
endende Haushaltsjahr auf etwa 250 Milliarden Dollar beschränken. Diesbezügliche Gesetzesmaßnahmen waren vom letzten Kongreß jedoch abgelehnt worden.
Als Sofortmaßnahme zur Einschränkung der Bundesausgaben hat der Präsident jetzt einen Einstellungs-und Beförderungsstopp für alle Bundesbediensteten und Angehörigen der US-Streitkräfte angeordnet. Diese am 11. Dezember
erlassene Verfügung soll zumindest bis zur Einbringung des neuen Haushaltes
für das am 1. Juli beginnende Finanzjahr 1973/74 in Kraft bleiben. Sie
schließt auch ein Verbot von Gehaltserhöhungen für Führungskräfte sowie wesentliche Personalkürzungen in dem persönlichen Mitarbeiterstab des Präsidenten

-1-

�Präsidenten ein. Die für Januar vorgesehene lineare Gehaltserhöhung soll davon allerdings nicht betroffen sein. Präsident Nixon hatte es in seinem Erlaß als das Ziel bezeichnet, "eine unnötige und verschwenderische Ausweitung
des Bundeshaushaltes zu verhindern". Gleichzeitig sollen alle Regierungsprogramme auf eine mögliche Straffung hin überprüft werden.
ShultZj der erst kürzlich von Präsident Nixon mit der Gesamtplanung der
amerikanischen Wirtschaftspolitik betraut worden war, teilte weiter mit, daß
gegenwärtig auf Kabinettsebene Konsultationen geführt würden, um die genaue
Form der Kontrollen festzulegen, die am besten die für 1973 erwartete Fortsetzung des Wirtschaftswachstums gewährleisten. Eine Entscheidung darüber, ob
die bisherigen Kontrollen einfach über den 30. April hinaus verlängert oder ob
sie teilweise modifiziert werden sollten, sei noch nicht getroffen worden.
Genauso sei noch nicht entschieden, wie lange die nächste Phase der Lohnund Preisrichtlinien dauern sollte. Es werde jedoch, so betonte Shultz, ein
System von Kontrollen geben, das ein gesetzlich bindendes Element ähnlich
den derzeitigen Bestimmungen - vielleicht auch etwas modifiziert - enthält.
Eine Rückkehr zu freiwilligen Leitzahlen sei damit ausgeschlossen.
Das gegenwärtige wirtschaftliche Stabilisierungsprogramm enthält gesetzlich bindende Kontrollen für Löhne und Preise« Die Lohnkontrollen werden von
einem Lohnausschuß und die Preiskontrollen von einem Preiskomitee überwacht.

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US-WIRTSCHAFTSBEIRAT ÜBER WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IM NOVEMBER
BEFRIEDIGT

WASHINGTON «-(AD)— Der Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons ist über den
Rückgang der Arbeitslosenquote im November auf 5,2 Prozent befriedigt und
sieht auch in dem relativ stärkeren Anstieg der Preise im Berichtsmonat
keine Beeinträchtigung der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung in
den USA.
Dies geht aus zwei Erklärungen hervor, die der Wirtschaftsbeirat dieser Tage zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie dem Anziehen der Großhandelspreise im November veröffentlichte. Die von dem Vorsitzenden des
Wirtschaftsbeirates, Herbert Stein, abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Der Rückgang der Arbeitslosenquote im November von 5,5 auf 5,2 Prozent
ist als Zeichen der Verbesserung der Beschäftigungslage zu werten, die sich
seit eineinhalb Jahren stetig vollzieht. Dieser Veränderung der Statistiken
innerhalb eines Monats, die auf Stichproben beruht und noch der Ausschaltung
saisonaler Faktoren bedarf, ist an sich keine zu große Bedeutung beizumessen.
Gegenüber einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent im November 1971 bedeutet
dieser Rückgang jedoch eine sehr wesentliche Verbesserung, die in Einklang

-1-

�Einklang mit dem stehts was Produktion und Beschäftigtenstand erwarten ließen.
Die Zunahme der zivilen Beschäftigung seit Beginn der neuen Wirtschaftspolitik ist genauso eindrucksvoll und ermutigend«
Die Arbeitslosenquote war im November 1972 niedriger als in allen Monaten seit August 1970, und bei den Haushaltsvorständen war sie mit 2,9 Prozent die niedrigste seit Juni 1969.
Wir haben allen Grund zu der Annahme, daß die gegenwärtig sich vollziehende starke wirtschaftliche Expansion auch in den kommenden Monaten anhalten
und ein weiteres Ansteigen der Beschäftigtenzahl sowie einen Rückgang der
Arbeitslosigkeit mit sich bringen wird. Natürlich wird es in den monatlichen
Statistiken Schwankungen nach oben und unten geben, aber wir sind zuversichtlich, daß die grundlegende Entwicklung weiterhin positiv verlaufen wird."
Die von dem Wirtschaftsbeirat zur Entwicklung der Großhandelspreise im
November herausgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Dem starken Anziehen der industriellen Großhandelspreise im November
waren im September und Oktober sehr geringe Preissteigerungen vorausgegangen.
Wir betrachten den Preisanstieg im November nicht als eine Verschlimmerung der
inflationistischen Entwicklung.
Wir sind besonders ermutigt darüber, daß die Preise der industriellen Erzeugnisse in den letzten sechs Monaten - auf Jahresbasis - nur um 3,2 Prozent
angestiegen sind und in den letzten drei Monaten - auf Jahresbasis - nur um
2,2 Prozent, Die Preise für Agrarerzeugnisse haben aufgrund der gestiegenen
Nachfrage - im Inland und im Ausland - weiterhin schnell angezogen.
Die Preisentwicklung der letzten Monate zeigt, daß zwar Fortschritte erzielt worden sind, daß die Regierung jedoch weiterhin den Preisauftrieb auf
jede nur wirksame Weise bekämpfen muß. Die Regierung ist verpflichtet, dies
zu tun, und betrachtet ihre Bemühungen um eine Kontrolle des Haushalts im gegegenwärtigen Zeitpunkt als einen entscheidenden Faktor in diesem Kampf."
Der

-2-

�Der Index der Großhandelspreise in den USA war im November nach Angaben
des amerikanischen Arbeitsministeriums um 0,6 Prozent gestiegen, was einer
Jahresrate von 7,2 Prozent entsprechen würde. Der größte Teil dieses Preisanstiegs entfiel jedoch auf Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, bei denen die
Preisentwicklung oft sprunghaft und unberechenbar ist, während die industriellen Großhandelspreise, die als ein zuverlässigeres Zeichen für die allgemeine
Preisentwicklung anzusehen sind, saisonbereinigt lediglich um 0,4 Prozent
anzogen.

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50/1972

US-HANDELSKAMMER HOFFT AUF WEITERE HANDELSLIBERALISIERUNG

•Von unserem Wirtschaftskorrespondenten-

WASHINGTON -™(AD)-- Die Welt kann in den siebziger Jahren so große Fortschritte in Richtung auf eine weitere Liberalisierung des Handels machen,
daß die in den sechziger Jahren erzielten Erfolge demgegenüber völlig verblassen.
Diese Ansicht vertrat der Vizepräsident der amerikanischen Handelskammer, Arch N, Booth, auf einer Pressekonferenz nach seiner Rückkehr von einer
Reise durch sieben europäische Länder. Er hege nicht den geringsten Zweifel,
so betonte Booth, daß die europäischen und die amerikanischen Geschäftsleute
echte Gespräche über eine Ausweitung des Handels und der Investitionsmöglichkeiten für alle wollten. Seines Erachtens sollten die USA und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Vorverhandlungen bestehende Schwierigkeiten beseitigen und den Weg für die 1973 anberaumte multinationale Runde
von Handelsverhandlungen ebnen. Die erweiterte EWG bedeute für die Vereinig»
ten Staaten einen verstärkten Wettbewerb auf den Weltmärkten, biete aber
auch neue Handelsmöglichkeiten,wenn es gelinge, zu multilateralen Handelsvereinbarungen zu kommen«, Die amerikanische Handelskammer unterstütze einen

-1-

�einen freieren Handel auf der Basis der Gegenseitigkeit.
Allerdings, so fügte Booth hinzu, gelte es noch verschiedene Probleme
zu überwinden. Es müsse ein neues flexibleres Währungssystem mit einer flexibleren Rolle für den US-Dollar geschaffen werden. Die Situation auf den Weltmärkten habe sich geändert, und der amerikanische Geschäftsmann sehe sich
heute, was Handel und Investitionen anbetreffe, einem scharfen Wettbewerb gegenüber.
Auf den Agrarhandel eingehend betonte Booth, daß gerade die landwirtschaftlichen Exporte für die amerikanische Zahlungsbilanz von großer Bedeutung
seien.Die gemeinsame Agrarpolitik der EWG mache es den amerikanischen Getreideexporteuren schwer, im freien Wettbewerb zu bestehen. Er möchte jedoch annehmen, daß einige europäische Länder immer mehr zu Viehzucht übergehen würden und so die Nachfrage nach amerikanischem Futtergetreide in Europa steigen
werde. Die Vereinigten Staaten wie auch die EWG, so erklärte Booth, müßten
beide Anpassungen in ihrer Agrarpolitik vornehmen, und beide Seiten sollten
einige Änderungen akzeptieren, die sich vielleicht nicht sofort, aber doch
auf lange Sicht auswirken würden.
Die Europäer, so führte Booth weiter aus, seien einmal über das Fortbestehen des amerikanischen ASP-Systems (Verzollung nach dem Verkaufspreis) und
zum anderen über die Möglichkeit einer etwaigen Verabschiedung des umstrittenen Burke-Hartke-Gesetzes besorgt. Bei Verabschiedung dieses Gesetzes würden
einmal Importquoten für Einfuhren in die USA verhängt und zum anderen die Besteuerung amerikanischer multinationaler Gesellschaften erhöht, was zusammen
zu einem Rückgang der US^Einfuhren um bis zu 10 Milliarden Dollar führen könnte. In diesem Zusammenhang wies Booth darauf hin, daß die USA keineswegs das
einzige Land mit multinationalen Gesellschaften seien und daß die amerikanische
Wirtschaft ausländische Investitionen in den USA nur begrüßen würde. Allerdings, so räumte Booth ein, stellten die riesigen Kapitalbewegungen der

-2-

�der multinationalen Gesellschaften ein echtes Problem dar., und eine Lösung
hier sei noch nicht in Sicht. Es sollte eine internationale Konferenz zur Erörterung dieser Fragen einberufen werde)., doch sollte man sich hütens auf
einer solchen Konferenz den multinationalen Gesellschaften ein festes System
oder Bestimmungen aufzuzwingen.
Booth hatte mit seiner Delegation auf

3iner fast vierwöchigen Rundreise

durch Westeuropa Großbritannien, Frankreich, die Bundesrepublik, Belgien, die
Schweiz, Italien und Spanien besucht,. Die Delegation plant, ihre Feststellungen
in einem Bericht zusammenzufassen und diesen Präsident Nixon zusammen mit
Empfehlungen für die künftige Handelspolitik der USA vorzulegen.

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50/1972

NACH APOLLO 17: IRDISCHE PROBLEME HABEN VORRANG
Von Walter Fröhlich

--(AD)-- Der spektakuläre Nachtstart des Raumschiffs APOLLO 17 von der
Atlantikküste Floridas signalisierte das Ende einer Phase im amerikanischen
Raumfahrtprogramm. Präsident Nixon ging in seiner Botschaft an die Astro»
nauten des letzten APOLLO-Unternehmens darauf ein, als er hervorhob, daß
künftige Projekte auf dieser Phase von mehr als zehn Jahren Dauer aufbauen
und "jene, die danach kommen, auf den Schultern der Männer von APOLLO"
stehen werden.
Vielleicht wird der APOLLO 17-Flug zum Mond für das Raumfahrtzentrum
von Houston die letzte Aufgabe dieser Art in unserem Jahrhundert sein. Man
wendet sich dort bereits anderen Projekten zu, bei denen die Erde im Mittelpunkt steht. Seit Monaten ist in einem Kontrollraum, der sich in nichts
von dem unterscheidet, von dem aus das APOLLO 17-Unternehmen dirigiert wird,
das Training für bemannte Flüge im erdnahen Raum bis zum Jahre 1975 in Gang.
Sie haben zum Ziel, die in der ersten Phase gesammelten Erfahrungen für

-l-

�für Gebiete zu nutzen, die der ganzen Menschheit zugute kommen.
In einem dem Kontrollzentrum benachbarten Gebäude proben Austronauten-,
Ingenieur-und Wissenschaftlerteams an einem naturgetreu nachgebildeten Modell von SKYLAB die für das Jahr 1973 vorgesehenen drei Flüge in der ersten
experimentellen Raumstation der Vereinigten Staaten. Die Station soll am
30. April 1973 in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Nach den gegenwärtigen Plänen werden die drei amerikanischen Astronautengruppen mehr Zeit darin verbringen, als alle Astronauten von MERCURY bis APOLLO im Weltraum
und auf dem Mond verbracht haben. Von den SKYLAB-Experimenten, den intensivsten Untersuchungen, die bisher für Weltraumaufgaben erdacht wurden, erhoffen die Forscher neue Einsichten und Methoden für die verschiedensten Gebiete, insbesondere für Medizin und Biologie, Umweltschutz, Erschließung und
Bewirtschaftung natürlicher Hilfsquellen, industrielle Fertigungsverfahren,
Energieproduktion, Vorhersage und Beeinflussung des Wetters,
Zwischen dem Raumfahrtzentrum Houston und den zuständigen Stellen in
der Sowjetunion ist seit einigen Monaten ein lebhafter Besucheraustausch im
Gang. Die Delegationen besprechen die technischen Details des für 1975 vorgesehenen Koppelmanövers eines APOLLO-Raumschiffs mit einem SOJUS-Raumschiff
in einer Erdumlaufbahn. In anderen Abteilungen des Raumfahrtzentrums arbeiten Ingenieure und Astronauten bereits an Einzelprojekten für den wiederverwendbaren Raumtransporter. Die ersten Flüge einer solchen "Fähre" von der
Erde zu Raumstationen und zurück werden Ende dieses Jahrzehnts erwartet.
Schon Anfang der 80er Jahre könnten Passagiere mitgenommen werden, die keine
Astronauten sind. Der Raumtransporter ermöglicht es u. a.,unbemannte Satelliten
anzufliegen, um sie in der Umlaufbahn zu reparieren od,er zu überprüfen und so
den Betrieb unbemannter Geräte zu verbilligen.
Das

�Das Zentrum Houston wird für lange Zeit die wissenschaftliche Zentrale
der Mondforschung bleiben. Hier werden alle Meßdaten gesammelt, die von den
unbemannten automatischen Stationen an den verschiedenen Landeplätzen der
APOLLO-Expeditionen auf dem Mond zur Erde gefunkt werden. Hier laufen auch
alle Informationen zusammen, die Wissenschaftler in aller Welt als Ergebnisse
ihrer Untersuchungen von Boden-und Gesteinsproben vom Mond bekanntgeben. Und
die Forschung wird noch lange damit zu tun haben, dies alles auszuwerten und
zu interpretieren.

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5P/1972

DARMGRIPPE-ERREGER GEFUNDEN ?
- US-Wissenschaftler isolierten Kleinstvirus -

-O»(AD)«~-

"Darmgrippe" ist eine unangenehme, wohl allseits bekannte Er-

krankung. Eine Gruppe von Medizinern in Bethesda (Maryland) glaubt nunmehr, mit Hilfe des Elektronenmikroskops den Erreger dieser auch als
"Reisekrankheit" und "akute infektiöse Gastroenteritis" bezeichneten Erkrankung gefunden zu haben. Es handelt sich offenbar um ein Virus, das
zu den kleinsten überhaupt gehört, die man bisher zu isolieren vermochte.
Wissenschaftler des Instituts für Infektionskrankheiten an den Medizinischen Bundesforschungsanstalten (NIH) der USA konnten es optisch darstellen, indem sie es zunächst auf das 45tausendfache seiner natürlichen Größe
und, durch weitere fotografische Techniken auf das 250-tausendfache vergrösserten. Es sieht aus wie ein vieleckiger WürfeL.
Die Forscher hoffen, nach diesem Anfangserfolg den Erreger, bei dem
es sich ihres Erachtens kaum um etwas anderes als ein Virus handeln kann,
im Laboratorium in Kulturen zu züphten. Das wäre der erste Schritt, um
eines Tages auch Impfstoffe gegen die Erkrankung zu entwickeln. Allerdings
sind zuvor noch manche Fragen zu klären - u.a. auch die, ob es sich dabei
um das einzige Virus handelt, das die in den meisten Fällen schon nach

„l-

�nach einem oder zwei Tage abgeklungenen Krankheitserscheinungen verursacht,
oder ob mehr Viren beteiligt sind. Wenn letzteres der Fall ist - wie wir es
von den sogenannten Erkältungskrankheiten kennen -, dürften Schutzimpfungen
noch lange Zeit auf sich warten lassen.

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DRÜSENSEKRET AUS DEM GEHIRN BEEINFLUSST DEPRESSIONEN

--(AD)-- Die Biochemie der Depressionen ist noch weitgehend ungeklärt. Aber
die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, daß geistige Störungen
weitgehend auf abnormen neurochemischen Vorgängen im Gehirn beruhen. Manche
Forscher glauben auch, daß u.a. ein Mangel an bestimmten Hormonen oder die
Blockierung der Ausschüttung solcher Hormone - beispielsweise von Noradrena%

lin, das im Nebennierenmark und im gesamten sympathischen Nervensystem gebildet wird - Depressionen verursachen. Die Milderung der Symptome von Depression durch gewisse Pharmaka führen sie darauf zurück, daß unter der Wirkung der Medikamente den Nervenzellen vermutlich mehr Noradrenalin zugeführt
wird.
Zwei Gruppen amerikanischer Wissenschaftler - u.a.Dr. A. Prange und
Dr. I. Wilson von der Universität Nordkarolina, Dr. Kastin (Tulano University) und Dr. R. Ehrensing (Staatsuniversität Louisiana) - kamen jetzt unabhängig voneinander zu der Auffassung, daß mit einem Hormon des Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) und zwar mit TRH (Thyrotropin Releasing Hormone),
Depressionszustände offenbar recht wirksam zu bekämpfen sind. Bei dem
Pepstid TRH handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) dazu anregt, Thyreotropin (TSH) zu produzieren, das seinerseits

-l-

�seinerseits die Schilddrüse veranlaßt, Thyroxin (Schilddrüsenhormon) zu produzieren.
Schon seit geraumer Zeit spielen Hormone, z.B. Hormone der Schilddrüse
und Östrogene, bei der Behandlung von

Depressionen eine Rolle. Bei den Unter-

suchungen und Experimenten der beiden Forschergruppen, deren Ergebnisse mit
sorgfältig durchgeführten Placebo-Versuchen bestätigt werden konnten, hat man
nun zum ersten Mal ein Zwischenhirn-Hormon angewandt. Dr. Prange, Dr. Kastin
und Dr. Ehrensing heben jedoch ausdrücklich hervor, daß ihre Studien noch
nicht abgeschlossen seien und die Effektivität des TRH-Wirkstoffs durch weitere Versuche exakt bestimmt werden müsse. Umfassende künftige Untersuchungen
werden durch den Umstand außerordentlich erleichtert, daß TRH bereits synthetisiert worden ist und in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.

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-2-

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