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Dokumentation

Tele x: 08-85432

40

4. Oktober 1972

Inhalt
INFORMATION
Amerikanisch-sowjetische Abkommen über Rüstungsbegrenzung in Kraft
- Wortlaut der Ansprachen Nixons und Gromykos Hanois "Deichpropaganda" bricht zusammen
Von unserem Sonderkorrespondenten

DOKUMENTATION
Nixon ruft zu gemeinsamen Maßnahmen gegen den Terror auf
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die Verteidigung ist auch mit Freiwilligen gesichert
- Das Ende der Wehrpflicht in den USA in Sicht Von Hubert G. Collins

WIRTSCHAFT
IWF-Tagung bekräftigte Wunsch nach Anpassung unterschiedlicher Standpunkte
Von Eugene Brake

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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40/1972

AMERIKANISCH-SOWJETISCHE ABKOMMEN ÜBER RÜSTUNGSBEGRENZUNG IN KRAFT
- Wortlaut der Ansprachen Nixons und Gromykos -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Nixon und der sowjetische Außenminister
Gromyko haben am 3. Oktober in Washington in einer Feierstunde im Weißen Haus
die Ratifikationsurkunden zu dem amerikanisch-sowjetischen Vertrag über die Begrenzung der ABM-Systeme sowie zu dem amerikanisch-sowjetischen Interimsabkommen über die Begrenzung von Offensivwaffen ausgetauscht. Beide Verträge
treten damit in Kraft. Die von den beiden Staatsmännern aus diesem Anlaß gehaltenen Ansprachen haben folgenden Wortlaut:

Ansprache von Außenminister Gromyko:

"Herr Präsident, Herr Außenminister, meine Damen und Herren:

Der Vertrag und das Interimsabkommen über Fragen der Begrenzung der strategischen Rüstungen, die von Ihnen, Herr Präsident, und von dem Generalsekretär des
Zentralkomitees der kommuni;:_ - &lt;chen Partei der Sowjetunion, Leonid Breschnew,
unterzeichnet worden sind und die heute in Kraft treten, werden in die Geschichte
als ein bedeutsamer Erfolg bei der Einschränkung des Wettrüstens eingehen.

Die öffentliche Meinung der Welt wird die Bedeutung dieses Ereignisses so
bewerten. Die Sowjetunion mißt diesen Verträgen große Bedeutung bei, die eine
Fortsetzung des Prozesses bedeuten, der durch den Abschluß des Atomsperrvertrages
in Moskau, den Vertrag über die Nicht-Weitergabe von Kernwaffen und andere wichtige

�wichtige Abkommen zur Begrenzung des Wettrüstens auf der Welt eingeleitet worden
ist.

Das sowjetische Volk hat den festen Willen, mit der Durchführung des Friedensprogramms fortzufahren, das vom 24. Kongreß der kommunistischen Partei der Sowjetunion gebilligt worden ist. Wir sind überzeugt, daß die Frage der Nicht-Anwendung
von Gewalt in internationalen Beziehungen und das ständige Verbot eines Einsatzes
von Kernwaffen, die wir der gegenwärtigen Sitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterbreitet haben, ebenso von entscheidender Bedeutung für die
Sache des Friedens sind.

Der Vertrag und das Interimsabkommen, die heute in Kraft treten, basieren
auf der Anerkennung des Prinzips der gleichen Sicherheit der Partner,und sie
bieten keinem einen einseitigen militärischen Vorteil. Gleichzeitig dienen diese
Verträge nicht nur den Interessen unserer beiden Länder, sondern auch den Interessen der internationalen Sicherheit als Ganzem und den Interessen aller Länder,
weil Sicherheit und Friede ihr gemeinsames Ziel sind.

Praktische Schritte zur Begrenzung der Rüstungen bei Nuklearraketen
nehmen mit Recht einen wichtigen Platz unter den sehr realen politischen Veränderungen ein, die sich in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern vollziehen, und dies bedeutet einen Erfolg für die Politik der friedlichen Koexistenz
und übt eine positive Wirkung auf die gesamte internationale Situation aus.

Zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg treten Abkommen in Kraft, die auf
eine Verlangsamung des Wettrüstens bei den destruktivsten Waffenarten abzielen.
Aber jeder Vertrag und jedes Abkommen können nur dann eine echte historische Bedeutung haben, wenn die in ihnen verkündeten Prinzipien und Absichten Inhalt des
praktischen Wirkens der Staaten werden und zu weiteren wichtigen Schritten in
dieser Richtung führen.

Die Sowjetunion für ihren Teil ist fest entschlossen, alles Erforderliche
hierzu zu tun.
Heute

�Heute, wenn diese wichtigen Dokumente in Kraft treten, sollte festgestellt
werden, daß entsprechend dem zwischen unseren beiden Ländern erzielten Einvernehmen, die Verhandlungen fortgesetzt werden mit dem Ziele einer Vertiefung und
Ausweitung der Abkommen über eine Begrenzung der strategischen Rüstungen.

Wie der Vertrag und des Interimsabkommen zeigen, die heute in Kraft treten,
zeitigen nachdrückliche Anstrengungen zur Beseitigung der Kriegsgefahr und auf
dem Abrüstungssektor konkrete positive Ergebnisse.
Wir sind überzeugt, daß die Interessen des sowjetischen und des amerikanischen
Volkes und die Interessen der Völker aller Länder der Welt es erfordern, daß die
Anstrengungen zur Begrenzung des Wettrüstens uneingeschränkt fortgesetzt werden
sollten.

Die Ansprache Präsident Nixons hat folgenden Wortlaut:
Herr Vizepräsident, Herr Außenminister, Mitglieder des Kabinetts und Mitglieder des Kongresses sowie alle verehrten Gäste:

Wie bereits gesagt worden ist, tritt mit den von uns unterzeichneten Dokumenten die erste Begrenzung offensiver und defensiver Nuklearwaffen in Kraft, die
jemals vorgenommen worden ist; insbesondere ist es bedeutsam, daß diese Begrenzung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgt.

Bei dieser besonderen Gelegenheit möchte ich den Mitgliedern des Repräsentantenhauses und des Senats, die in überparteilicher Weise diese historischen
Dokumente billigten und unterstützten, meine persönliche Hochachtung bezeugen und
ihnen den Dank der Nation aussprechen.

Genauso möchte ich den vielen Vertretern beider Regierungen, die hier zwar
nicht mit am Tis .1 sitzen, aber mit den hier Anwesenden bei der Festlegung der
- 3-

�der Einzelheiten dieser Abkommen und ihres Inhaltes fast drei Jahre lang zusammenarbeiteten, meine persönliche Anerkennung aussprechen.
Es wäre nicht angebracht, hier alle oder nur einige Namen zu nennen, aber
ich bin sicher, daß jeder zu würdigen weiß, wenn ich sage, daß ein Name einem
heute besonders vor Augen steht, nämlich der eines ehemaligen Botschafters der
Vereinigten Staaten in der Sowjetunion, der auch zusammen mit Botschafter Smith
der SALT-Delegation der Vereinigten Staaten angehörte: Botschafter Llewellyn
Thompson. Von ihm kann wirklich - wie auch von vielen anderen, die auf diesem Gebiet gewirkt haben - gesagt werden, daß er sein Leben der Sache des Friedens verschrieb.

Bei diesem Anlaß sind wir uns darüber im klaren, daß diese Abkommen den
ersten Schritt bei der Begrenzung der nuklearen Rüstungslasten bedeuten, soweit
dies unsere beiden Länder angeht. Ferner stellen diese Abkommen einen ersten
Schritt beim Abbau der Kriegsgefahr in der Welt und bei der Stärkung der Friedenschancen dar.

Ich habe hier ganz bewußt von einem "ersten Schritt" gesprochen; zwar haben
diese Abkommen eine enorme Bedeutung hinsichtlich des Verbotes defensiver Nuklearwaffen über die in dem Abkommen und dem Vertrag behandelten Punkte hinaus, und sie
haben auch eine enorme Bedeutung in bezug auf die Begrenzung bestimmter Kategorien
von Offensivwaffen, aber dennoch verbleibt eine bedeutsame Anzahl von Kategorien
auf nuklearem Gebiet, die nicht erfaßt worden sind. Deshalb teile ich die Ansicht
von Außenminister Gromyko, daß wir nunmehr von diesem ersten Schritt zu dem
lebenswichtigen zweiten Schritt gelangen müssen, bei dem wir den gesamten Bereich der offensiven Nuklearwaffen erörtern und versuchen müssen, eine Übereinkunft zwischen unseren beiden Ländern auf diesem Gebiet zu finden. Und wenn dann
dieser Schritt erfolgt ist, können wir die Möglichkeit der Reduzierung der Last
der Kernwaffen und schließlich die Möglichkeit von Begrenzungen und Beschränkungen
eines Einsatzes solcher Waffen ins Auge fassen.

Was

- 4 -

�Was wir also heute praktisch miterleben, ist nach unserer Überzeugung der
Beginn eines großen historischen Prozesses, bei dem wir durch die Ausarbeitung
dieser Abkommen, die dem Vertrag über die Nicht-Weitergabe von Kernwaffen und
dem Atomsperrvertrag folgen, gelernt haben, daß wir den Weg zu Fortschritten
auf anderen Gebieten gefunden haben, die schließlich zu dem von uns allen angestrebten Ziel führen können: zu einer Welt, die viel sicherer ist, und insbesondere zu einer Welt, die möglicherweise frei von der großen Gefahr einer nuklearen
Katastrophe ist.

Ich glaube, wir alle sind uns völlig über die Tatsache im klaren, daß die
heutige Unterzeichnung dieser Dokumente sowie die damalige Unterzeichnung der
Dokumente im Kreml die Hoffnungen aller Menschen auf der Welt auf einen Traum
stärken werden, den die Menschheit von Anbeginn der Zivilisation geträumt hat:
auf eine Welt des Friedens, auf eine Welt, in der die Völker mit unterschiedlichen
Regierungen und unterschiedlichen Auffassungen in Frieden miteinander leben
können.

Wir glauben, daß wir einen Beitrag zu dieser Sache und zu der Verwirklichung
dieses Traumes geleistet haben. Und wenn wir nun diesen ersten Schritt tun,
dann blicken wir erwartungsvoll auf die Zusammenarbeit bei den nächsten Schritten;
und wir sind insbesondere darauf bedacht, uns der Hoffnungen der Menschen in aller
Welt würdig zu erweisen. Wir können uns dieser Hoffnungen würdig erweisen, wenn
unsere beiden großen Nationen darangehen können, nicht nur unsere eigenen Rüstungslasten zu begrenzen, sondern auch der Menschheit die Last der Kriegs furcht zu
nehmen.

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40/19 72

HANOIS "DEICHPROPAGANDA" BRICHT ZUSAMMEN
Von unserem Sonderkorrespondenten

WASHINTTON - (AD) - Die amerikanische Regierung hat am 28. September einem
Unterausschuß des Senats umfassende Fakten und Zahlen unterbreitet, die eindeutig
zeigen, daß die Beschuldigungen Hanois, die Vereinigten Staaten hätten vorsätzlich und systematisch Bombenangriffe gegen die nordvietnamesische Deiche und
Flußregulierungssysteme geflogen, von Anfang an falsch und verlogen waren.

Der unter dem Vorsitz des demokratischen Senators Edward Kennedy stehende
Unterausschuß hatte den stellvertretenden Unterstaatssekretär für Ostasien und
den Pazifik im amerikanischen Außenministerium, William Sullivan, sowie zahlreiche andere Vertreter der Regierung zu dieser Frage vorgeladen, die alle übereinstimmend die massive nordvietnamesische Propagandakampagne über die angeblichen
amerikanischen Bombenangriffe auf die Deichsysteme Lügen straften und durch die
wirklichen Tatsachen entkräfteten.

In seiner großangelegten intensiven Hetzkampagne hatte Hanoi immer wieder behauptet, die Vereinigten Staaten hätten vorsätzliche Bombenangriffe auf die Deichsysteme geflogen, mit dem Ziele, durch deren Zerstörung eine Überschwemmung weiter
Gebiete auszulösen, was das Leben von vielen Tausenden von Zivilisten gekostet
haben würde. Um den Ernst dieser Situation noch zu unterstreichen, hatte Hanoi
diese falschen Behauptungen immer wieder in die Welt hinausposaunt und ständig
in allen Einzelheiten über solche angeblichen Bombenangriffe und die dabei ver-

�verursachten schweren Schäden berichtet. Westliche Diplomaten, Journalisten und
Kriegsgegner waren immer wieder an solche Stellen geführt worden, wo angeblich
durch amerikanische Bombenangriffe schwere Schäden entstanden sein sollten.

Auf dem Höhepunkt dieser nordvietnamesischen Propagandakampagne hatte im
Juli sogar der Generalsekretär der Vereinten Nationen solche Berichte erwähnt und
seiner ernsten Besorgnis darüber Ausdruck verliehen. Und Senator Kennedy hatte
in einer Rede am 4. August erklärt, wenn diese Deiche nicht halten, kann es zu
einer der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts kommen.

Aber die Regenzeit ist jetzt fast vorbei. Amerikanische Regierungsvertreter
haben dem Kennedy-Ausschuß berichten können, daß die Fluten im Delta des Roten
Flusses um den 1. September ihren Höchststand erreicht hatten

und daß das Hoch-

wasser, falls es nicht noch zu Wirbelstürmen kommen sollte, bereits wieder im
Zurückgehen begriffen sei. Es sei kein großer Deich gebrochen, und es habe in
ganz Nordvietnam dieses Jahr keine größeren Überschwemmungen gegeben. Dagegen
brachten der August und September 1971 riesige Übersc lwemmungen, obwohl es damals
praktisch so gut wie keine Bombenangriffe gegeben hatte. Und an den wenigen
Stellen, an denen es dieses Jahr zu geringfügigen Überschwemmungen kam, ließen
sich diese beim besten Willen nicht mit rein zufällig in der weiteren Umgebung
befindlichen Bombentrichtern in Verbindung bringen.

Aber die Propagandasprecher Hanois haben bei diesen untergeordneten Fällen
noch nicht einmal den Amerikanern die Schuld in die Schuhe geschoben, noch haben
sie den Amerikanern die Verluste von Menschenleben angelastet. Die Deichpropaganda
Hanois hat vielmehr in den letzten Tagen eine völlige Kehrtwendung vollzogen. In
einem Ende August zur Lage in den Deichgebieten veröffentlichten Kommunique wird
nicht mehr von irgend welchen Gefahren in diesem Jahr gesprochen, sondern lediglich erklärt, daß langfristige Schäden aufgetreten seien, die sich erst in späteren
Jahren richtig bemerkbar machen würden.

Die amerikanische Regierung hat immer wieder erklärt, daß sie nicht die
geringste Absicht habe, die Deiche zu zerstören und daß bei den wenigen gelegentlichen Treffern eindeutig militärische Ziele in der Nähe der Deiche oder gar

�gar auf diesen gelegen hätten, wie zum Beispiel wichtige Straßen, Raketen- und
Flak-Stellungen. Auch Präsident Nixon hatte am 28. Juli unterstrichen, daß er
strikte Anweisung gegeben habe, keine Deichanlagen zu bombardieren. Wenn es die
Politik der USA wäre, so fügte der Präsident damals hinzu, die Deiche zu zerstören, so hätte dies praktisch innerhalb einer Woche geschehen können.

Nachdem die Hochwasserzeit fast verstrichen ist, läßt sich nur der Schluß
ziehen, daß es niemals Ziel der amerikanischen Politik gewesen sein kann, die
Deichsysteme zu vernichten. Die Behauptung, daß die amerikanischen Bombenangriffe Verluste unter der Zivilbevölkerung schaffen und Überschwemmungen auslösen
sollten, gehört praktisch in die gleiche Kategorie von

Verleumdungen wie die

Behauptung der Kommunisten, daß die USA im Koreakriege biologische Kampfmittel
angewandt hätten.

Neben Sullivan hatte auch der Stellvertretende Unterstaatssekretär für Ostasien und den Pazifik im Verteidigungsministerium, Dennis Doolin, vor dem Unterausschuß zu den kommunistischen Anschuldigungen Stellung genommen. Doolin unterstrich nachdrücklich, daß das Verteidigungsministerium niemals Anweisungen gegeben habe, die nordvietnamesischen Deiche zu bombardieren.

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40/1972

NIXON RUFT ZU GEMEINSAMEN MASSNAHMEN GEGEN DEN TERROR AUF
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -

NEW YORK - (AD) - Präsident Nixon hat an alle Länder einen nachdrücklichen
Appell gerichtet, gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen, um dem unmenschlichen
Terror Einhalt zu gebieten, der nicht nur unschuldige Menschenleben überall auf
der Welt bedrohe, sondern auch die Prinzipien, auf denen die Vereinten Nationen
begründet wurden, in Frage stelle. Die am 27. September in New York veröffentlichte Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

"Am Montag (den 25. September) hat Außenminister Rogers hier in New York
umgehend dreierlei Maßnahmen der Vereinten Nationen gefordert, um der unmenschlichen Terrorwelle entgegenzutreten, die über die Welt hereingebrochen ist. Ich
bin oefriedigt darüber, daß die Vereinten Nationen beschlossen haben, sich vordringlich mit der Frage des Terrors zu befassen, und ich unterstütze nachdrücklichst den Appell des Außenministers im Namen der Vereinigten Staaten und der
Menschenwürde.

Ebenfalls am Montag habe ich in Washington Anweisung gegeben, einen Kabinettsausschuß zur Bekämpfung des Terrors zu bilden, in dem Außenminister Rogers den
Vorsitz übernehmen wird und der die allen zuständigen Regierungsdienststellen
zur Verfügung stehenden Mittel voll für die Aufgabe einsetzen soll, den Terror,
wo immer er auftritt, wirksam zu bekämpfen. Ich habe den Ausschuß angewiesen,
nachdrückliche und sofortige Maßnahmen hierzu zu ergreifen.
Die

�Die Anwendung von Terror ist nicht zu entschuldigen. Der Terror beseitigt
mit einem Schlag in der zivilisierten Welt jede Sicherheit, die die Menschheit
so mühsam in Jahrhunderten geschaffen hat.
Aber der Terror bedroht nicht nur das Leben Unschuldiger. Er bedroht gerade die Prinzipien, auf denen die Vereinten Nationen gegründet wurden. Jedes
Mitgliedsland der Vereinten Nationen, gleichgültig welche Ideologie es vertritt,
wer immer seine Gegner und wer immer seine Sympathisanten sein mögen, ist sich
mit allen anderen Ländern über die Gefahr einig, die der Terror für die Souveränität aller bedeutet. Wenn die Welt sich nicht in ihrer Ablehnung des Terrors
einig sein kann, wenn wir nicht ganz einfache Grundregeln schaffen können, um
der Gesetzwidrigkeit Einhalt zu gebieten, wenn wir kurz gesagt nicht handeln
können, um in unserem eigenen Interesse die Grundprinzipien der nationalen
Souveränität zu verteidigen, auf welcher Grundlage können wir dann ein gutes
internationales Einvernehmen schaffen?

Da sind jene, die uns erklären, daß Terror

die letzte Zuflucht der Schwachen

und Unterdrückten, ein Produkt der Verzweiflung in einem Zeitalter der Indifferenz
sei, und daß er lediglich politische Gerechtigkeit erreichen wolle. Das ist Unsinn. Der Weg, um Gerechtigkeit zu erlangen, sind Verhandlungen. Wir haben uns
in unseren eigenen Beziehungen zu anderen darum bemüht, an die Stelle von Konfrontation Verhandlungen zu setzen. Wir halten dies für den einzigen Weg, wie
Mißständen in einer Weise abgeholfen werden kann, die zu Frieden und Stabilität
beiträgt.

In den letzten Monaten haben wir erlebt, wie Länder Anpassungen erreichten
und wie sie Meinungsverschiedenheiten beilegten, und wir haben es erlebt, wie
Terroristen mit ihren Aktionen diese Bemühungen vereitelten. Es ist nunmehr an
der Zeit, daß die zivilisierten Nationen gemeinsam handeln, um die Welt von der
Drohung des Terrors zu befreien.

Die Welt sehnt sich nach Frieden. Der Weg dorthin mag vielleicht schwer und
unsicher sein, aber alle vernünftigen und anständigen Menschen sind heute mehr

�t

mehr denn je zuvor entschlossen, diesen Versuch zu unternehmen. Wir wollen
uns nicht durch jene stören oder davon abbringen lassen, die Anarchie über
die Welt bringen wollen; wir wollen uns nicht mit der Barbarei einlassen,
sondern vielmehr etwas tun, um sie zu beseitigen."

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40/1972

DIE VERTEIDIGUNG IST AUCH MIT FREIWILLIGEN GESICHERT
- Das Ende der Wehrpflicht in den USA in Sicht Von Hubert G. Collins

WASHINGTON - (AD) - Wenn Präsident Nixon in einer Erklärung am 28. August
die Aufhebung der Wehrpflicht in den Vereinigten Staaten bis Juli 1973 angekündigt hat, dann muß man auch seine Erklärung vom 24. August daneben sehen,
daß er es niemals zulassen werde, daß "Amerika die zweitstärkste Nation der Welt"
werden würde.

Bereits am 17. Oktober 1968 hatte der Präsident erklärt, daß in Friedenszeiten die Wehrpflicht in den USA abgeschafft werden sollte, wenn sichergestellt
sei, daß das Land auf anderem Wege eine ausreichende Verteidigung erreichen könne.
Seither hat das amerikanische Verteidigungsministerium in zahlreichen Studien
die Möglichkeit geprüft, die Streitkräfte aus Freiwilligen zu rekrutieren. Der
jetzt vorliegende Bericht des amerikanischen Verteidigungsministers Melvin Laird
vom August 1972 zeigt, daß eine Gesamtstreitmacht von 2,3 Millionen aktiven
Soldaten und einer Million Reservisten aufrechterhalten werden kann, wenn die
notwendigen gesetzlichen Grundlagen für Anwerbung, Besoldung, Unterbringung usw.
gegeben sind.
Jede

- 1 -

�I

Jede moderne, hochtechnisierte Streitmacht steht heute vor dem Problem,
daß Wehrpflichtige bei immer kürzer werdender Dienstzeit kaum die notwendige
Ausbildung erhalten können. Einzelne Teilstreitkräfte, wie Marine und Luftwaffe
und auch technische Einheiten des Heeres»kommen ohne längerdienende Freiwillige
heute schon nicht mehr aus.

Die Grunderkenntnis in den Vereinigten Staaten war also zunächst, daß der
Beruf des Soldaten so attraktiv gemacht werden muß, daß er mit anderen Berufszweigen echt konkurrieren kann. Eine Streitmacht aus Freiwilligen, die sich im
freien Wettbewerb durchgesetzt hat, wird ohne Frage in jeder Hinsicht leistungsfähiger sein als eine Armee von Wehrpflichtigen.

Die Besorgnis, daß in einer Freiwilligenarmee in den USA Söldner, Schwarze
und 'nterprivi legierte ein Übergewicht haben würden, hat sich nach dem Bericht
von Laird als unbegründet erwiesen. Nach den bisherigen Untersuchungen stellen
die Freiwilligen ein fast genaues prozentuales Spiegelbild der amerikanischen
Gesellschaft dar. So liegen beispielsweise die Freiwilligen zu über 50 Prozent
im Bereich der mittleren Begabung, zu über 30 Prozent sind :ie überdurchschnittlich begabt, und nur knapp 20 Prozent liegen unter dem Durchschnitt.

Eine ganz entscheidende Frage ist natürlich die Bezahlung. So ist der Sold
eines unverheirateten Soldaten von durchschnittlich 149 Dollar im Monat im vorigen
Jahr bereits mit 321 Dollar mehr als verdoppelt worden. Auch moderne Wege der
Unterbringung - bis zum Einzelzimmer - dürften den Soldatenberuf attraktiver
machen. Ein weiterer Anreiz sind Stipendien für Offiziersanwärter an Colleges
und Universitäten.

Ein weiterer Punkt ist die effektivere Ausbildung und Verwendung der Soldaten,
wobei unter Wegfall rein formalistischer Gesichtspunkte die Verbreiterung des
Fachwissens den Vorzug hat.

Die bisherige Entwicklung in den USA hat ergeben, daß mit der V rringerung
der Einberufungen - von fast 300 OOO im Jahre 1968 auf rund 50 OOO im Jahre 1972 die Zahl der Freiwilligen nicht ebenfalls abgenommen, sondern vielmehr zuge- 2-

�(

zugenommen hat. Das Verteidigungsministerium plant, von Januar 1973 bis Juli
1973 - wenn das Wehrpflichtgesetz ausläuft - wenn irgend möglich keine Einberufungen mehr vorzunehmen.

Eine gewisse Rolle spielt auch das Handgeld, das bei besonders knappen
Berufssparten - wie auch Militärärzten - dem Freiwilligen einen zusätzlichen
Anreiz bieten soll. Auch das Problem der späteren Versorgung wird neu durchdacht.

Um darüber hinaus die Verteidigungskapazität sicherzustellen, hat das Verteidigungsministerium die Nationalgarde und die Reserve verstärkt. Die Haushalt: mittel für diese Zwecke wurden von 2,1 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr
1968/69 auf 4,1 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 1972/73 erhöht.
Um die genannten und andere Probleme zu lösen, wird der amerikanische
Kongreß die gesetzlichen Grundlagen für ein modernes Management der Streitkräfte
schaffen müssen.

Nicht zuletzt wird auch der psychologische Aspekt eine Rolle spielen,
wenn junge Menschen den Beruf des Soldaten wählen sollen. Aber auch hier verzeichnet der Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums eine positive
Entwicklung, denn immerhin ist der Anteil der Freiwilligen bei den amerikanischen
Streitkräften von 59 Prozent im vorigen Jahr auf 75 Prozent in diesem Jahr angestiegen.

Von ganz wesentlicher Bedeutung für die Verbündeten der Vereinigten Staaten
ist die Tatsache, daß keine Pläne bestehen, Verpflichtungen abzubauen und Truppenstärken zu verringern. Präsident Nixon hat versichert, daß er Amerika "stark genug"
erhalten werde, "um eine vernünftige, verantwortungsbewußte Außenpolitik" auch
"glaubwürdig" zu machen.

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IWF-TAGUNG BEKRÄFTIGTE WUNSCH NACH ANPASSUNG UNTERSCHIEDLICHER STANDPUNKTE

Von Eugene Brake

WASHINGTON - (AD) - Die diesjährige Jahrestagung des Internationalen
Währungsfonds (IWF) und der Weltbank, zu der sich die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der Mitgliedstaaten in Washington versammelt hatten, endete
am vergangenen Freitag in einer deutlich optimistischeren Haltung, als sie noch
fünf Tage zuvor bei Beginn der Beratungen bestanden hatte.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Beratungen standen die Aussichten für ein
umfassendes Abkommen über ein neues internationales Währungssystem, das künftig
an Stelle der Abkommen von Bretton Woods als Basis für Welthandel, Auslandsinvestitionen und sonstige zwischenstaatliche Transaktionen dienen soll. Zu Beginn der Tagung, am 25. September, bestand eine so weite Kluft zwischen den verschiedenen nationalen Standpunkten, daß vielfach bezweifelt wurde, ob überhaupt
in absehbarer Zeit Fortschritte möglich sein würden. Als sich die Konferenz am
29. September vertagte, herrschte weitverbreitete Übereinstimmung, daß die Länder
die anstehenden Fragen wirklich in den Griff bekommen und allseits akzeptable
Lösungen finden würden. Es lag so etwas wie eine Atmosphäre der Anpassung in
der Luft.

Der Generaldirektor des IWF, Pierre-Paul Schweitzer, betonte auf einer
Pressekonferenz nach Abschluß der Tagung, er sei nunmehr überzeugt, daß alle
Länder wirklich gewillt seien, sich an ernsthaften Gesprächen und Verhandlungen
über eine Reform des internationalen Währungssystems zu beteiligen.
Einer

�Einer der Höhepunkte der Tagung, von dem wohl der stärkste Impuls in Richtung auf ernsthafte Verhandlungen ausging, war die Ansprache des amerikanischen
Finanzministers Shultz am 26- September, in der dieser mehrere Alternativen für
eine Reform des internationalen WährungsSystems aufzeigte, die für die Vereinigten
Staaten akzeptabel sein würden. Shultz war sorgfältig bedacht, die amerikanischen
Vorschläge lediglich als Vorstellungen, die gemeinsam mit anderen erörtert werden
könnten, und nicht als einen detaillierten Plan hinzustellen, den die USA anderen
Nationen etwa aufzudrängen suchten. Die anderen Teilnehmerstaaten verstanden und
begrüßten dies.
Die optimistische Stimmung wurde noch durch die Haltung des französischen
Finanzministers Valery Giscard D'Estaing bestärkt. Gerade Frankreich und die
Vereinigten Staaten waren in der Vergangenheit in Währungsfragen häufig entschieden anderer Meinung gewesen. In seiner Ansprache am 27. September vermied
der französische Finanzminister jede direkte Konfrontation mit den Vereinigten
Staaten und suchte stattdessen die Gebiete einer Übereinstimmung herauszustellen.

Auch andere Reden, sowohl von Vertretern der Industriestaaten wie der Entwicklungsländer, verfolgten das gleiche Ziel. So konnte IWF-Generaldirektor
Schweitzer mit Recht sagen, daß die auf der Jahrestagung gehaltenen Reden "alle
konstruktiv" waren.

Gerade die Vertreter der Entwicklungsländer beteiligten sich aktiv an der
Aussprache über eine Reform des internationalen Währungssystems. Und in dem neu
gebildeten Zwanziger-Ausschuß sind sie ebenso wie die Industriestaaten vertreten.
Darüber hinaus haben die Entwicklungsländer einen eigenen Vierundzwanziger-Ausschuß gebildet, der Fragen einer internationalen Währungsreform prüfen soll.

Von besonderem Interesse für die Entwicklungsländer ist die Frage, inwieweit
das internationale Währungssystem Gewähr dafür bieten kann, daß die reicheren
Länder ihnen künftig mehr Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen werden. Dies
könnte zum Beispiel auf dem Wege über die Zuteilung von Sonderziehungsrechten
geschehen, bei der Entwicklungsländer künftig mit höheren Zuteilungen bedacht
werden könnten, als ihnen aufgrund ihrer nationalen Quote beim IWF zustehen

�zustehen würden. Von Vertretern der Industriestaaten wurden hierzu unterschiedliche Ansichten geäußert, wobei die Frage aufgeworfen wurde, ob eine solche direkte Verbindung zwischen Sonderziehungsrechten und Entwicklungshilfe wünschenswert sei. Weltbankpräsident Robert McNamara betonte dann auch in seiner Schlußrede, er sei,nachdem er auf der Tagung eine wachsende Unterstützung für eine
derartige Verbindung zwischen Sonderziehungsrechten und finanzieller Hilfe festgestellt habe, zuversichtlich, daß diese Frage in den bevorstehenden Beratungen
über eine Reform des internationalen Währungssystems aktiv und wohlwollend erörtert werden würde.

IWF-Generaldirektor Schweitzer äußerte auf die Frage eines Korrespondenten,
ob er dieser Auffassung McNamaras zustimme, man solle bei der Definierung der
Konzeption "Verbindung" vorsichtig sein, doch glaube er, daß Industriestaaten
wie auch Entwicklungsländer darin übereinstimmten, daß etwas zu Gunsten der Entwicklungsländer getan werden müsse, was über den gegenwärtigen Zustand hinausgehe. Hierzu gebe es allerdings verschiedene Wege. Gerade diese Fragen würden
vom Direktorium des IWF in den kommenden Monaten eingehend geprüft werden und
hätten auf ihrer Tagesordnung wie auch im Zwanziger-Ausschuß Vorrang.

- 3-

�</text>
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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch-sowjetische Abkommen über Rüstungsbegrenzung in Kraft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Ansprachen Nixons und Gromykos -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hanois "Deichprogaganda" bricht zusammen&lt;br /&gt;Von unserem Sonderkorrespondenten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nixon ruft zu gemeinsamen Maßnahmen gegen den Terror auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Erklärungen des Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Verteidigung ist auch mit Freiwilligen geischert&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Das Ende der Wehrpflicht in den USA in Sicht -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Hubert G. Collins&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;IWF-Tagung bekräftigte Wunsch nach Anpassung unterschiedlicher Standpunkte&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;</text>
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