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DOKU mentdtiOn

08-85432

Nummer

39

Inhalt

28&lt;

September

1972

DOKUMENTATION
Nixon fordert grundlegende Reform des internationalen Währungssystems
Wortlaut der Rede des Präsidenten auf der Jahrestagung des IWF und
der Weltbank
Shultz erläutert US-Vorstellungen zur internationalen Währungsreform
Wortlaut der Rede des amerikanischen Finanzministers auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank
Rede von Außenminister Rogers vor der UN-Vollversammlung
- Wortlaut HINTERGRUNDMATERIAL
Vereinte Nationen werden sich mit Terrorismus befassen
- Amerikaner unterstützen UN-Generalsekretär INFORMATIONEN
USA und Sowjetunion unterzeichnen Memorandum über Durchführung des
Umweltabkommens
Chromatographie und Spektroskopie
Ausstellung und Fachtagung im US-Handelszentrum
Kulturbrief aus den USA
Literatur - Musik - Film - Museen
WIRTSCHAFT
Die amerikanischen Vorstellungen zur internationalen Währungsreform
- Das Zahlungsbilanzproblem steht im Mittelpunkt Von Eugene Brake
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
APOLLO 16-Proben für deutsche Wissenschaftler
Biochemische Präzisionsmessungen
Strengere Maßstäbe für Standardtests

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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39/1972

NIXON FORDERT GRUNDLEGENDE REFORM DES INTERNATIONALEN WÄHRUNGSSYSTEMS
Wortlaut der Rede des Präsidenten
auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank

WASHINGTON - (AD) - Präsident Nixon hat in einer Rede auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank am 25. September
eine grundlegende Reform des internationalen Währungssystems gefordert. Eine
solche Reform müsse auch, so betonte Nixon,Handel und Investitionsmöglichkeiten
einschließen. Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"Es ist schon zu einem Brauch geworden, in einer Ansprache vor einem so
bedeutenden internationalen Gremium zu erklären, daß wir gegenwärtig einen
großen Augenblick der Geschichte erleben. Große Augenblicke der Geschichte
lassen sich leicht erkennen - Schlagzeilen erscheinen, und die Welt heftet ihre
Blicke auf die Fernsehschirme, wenn die führenden Staatsmänner der Welt zusammenkommen .
Aber wirklich große Veränderungen in der Geschichte sind weitaus schwerer
zu erkennen, wenn wir mitten drin stehen. Die Ereignisse vollziehen sich viel
langsamer, weniger dramatisch und sind unendlich viel komplexer, so wie die
sich rändelnden Gegebenheiten und die neuen Bedürfnisse der Menschen das Verhalten der Völker verändern.
Ich bin aufgrund der Ereignisse des letzten Jahres überzeugt, daß wir nicht
nur einen großen Augenblick der Geschichte erleben, sondern daß wir Zeuge sind,
wie sich eine tiefgreifende Veränderung in der Geschichte vollzieht, und daß

- 1 -

�daß wir dazu beitragen, sie in Gang zu setzen.
Diese Veränderung führt weg von der Lösung potentieller Konflikte durch
Krieg und weist in Richtung auf ihre Lösung mit friedlichen Mitteln.
Die in diesem Räume versammelten Experten sind nicht so naiv, etwa zu erwarten, daß damit alle Meinungsverschiedenheiten beigelegt wären. Wir müssen
mit der Möglichkeiten von Konflikten rechnen, solange Menschen und Völker unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Lebensformen und unterschiedliche
Ideale haben.
Wir müssen daher das Außergewöhnliche schaffen, was der Frieden von uns
verlangt. So wie die Gefahr eines bewaffneten Konflikts zwischen den Großmächten abgenommen hat, ist die Möglichkeit wirtschaftlicher Konflikte gestiegen.
So wie die Möglichkeit eines Friedens immer mehr zunimmt, werden einige
der ursprünglichen Bande, die unsere Bündnisse in der Nachkriegszeit zusammenhielten, immer schwächer.
So wie die Länder überall auf der Welt neue wirtschaftliche Stärke erlangen, vermehren sich sowohl die Berührungspunkte für kommerzielle Kontakte
als auch die Möglichkeiten für Meinungsverschiedenheiten um ein Vielfaches.
Aber auch einer anderen Ironie sollten wir uns alle bewußt sein. Mit einer
Ausnahme können die hier versammelten Länder, deren Binnenwirtschaften heute so
gewaltig expandieren, einen Großteil ihres Wachstums nach dem Kriege auf die
Ausweitung des Welthandels zurückführen.
Die eine Ausnahme sind natürlich die Vereinigten Staaten - die Industrienation, deren Welthandel den mit Abstand kleinsten Prozentsatz des Bruttosozialprodukts ausmacht.
Warum aber stehen die Vereinigten Staaten - für die scheinbar am wenigsten
auf dem Spiele steht - in vorderster Front der Länder, die auf eine umgehende
'and durchgreifende Reform des internationalen Währungssystems hinarbeiten - mit
all dem, was dies für die Ausweitung des Handels jetzt und in der Zukunft bedeutet?
Ein

- 2-

�Ein Grund ist natürlich unser nationales Selbstinteresse. Wir wollen,
daß unsere arbeitenden Männer und Frauen, unsere Geschäftsleute eine faire
Chance im Wettbewerb um ihren Anteil an einem expandierenden Handel zwischen
den Ländern haben. Vor einer Generation machten wir uns zielstrebig an die Aufgabe, unseren ehemaligen Gegnern und unseren geschwächten Verbündeten zu helfen,
so daß sie die wirtschaftliche Stärke erlangen konnten, die sie in die Lage
versetzen würde, mit uns den Wettbewerb auf den Weltmärkten anzutreten. Nunmehr
erwarten wir von unseren Handelspartnern, daß sie zur Herbeiführung gleicher
Wettbewerbsbedingungen mit beitragen.
Es gibt noch einen weiteren, viel tiefer gehenden und fundamentaleren
Grund, der die Vereinigten Staaten veranlaßt, auf eine wirtschaftliche und
monetäre Reform zu drängen.
In gemeinsamer Arbeit müssen wir eine Wirtschaftsstruktur schaffen, die
das historische Fortschreiten der Welt in Richtung auf den Frieden fördert und
nicht behindert.
Wir müssen sicherstellen, daß der internationale Handel zu einer Quelle
der Stabilität und Eintracht und nicht zum Anlaß für Spaltung und Animosität
wird.
Ein potentieller Konflikt muß in einen gemeinsamen Wettbewerb übergeleitet
werden.
Das ist der Grund, warum die Struktur des internationalen Währungssystems
und des künftigen Welthandelssystems für uns heute ein so zentrales Anliegen
ist.
Es ist nunmehr die Zeit des Handelns an der gesamten Front der internationalen Wirtschaftsprobleme gekommen. Immer wiederkehrende Währungskrisen, wie
wir sie alle während des letzten Jahrzehnts nur zu oft erlebt haben; unfaire
Wechselkursfestsetzungen und Handelsvereinbarungen, die die Arbeiter eines
Landes gegenüber denen eines anderen Landes benachteiligen; große Unterschiede
im Grad der wirtschaftlichen Entwicklung, die die Ursache von Verstimmungen
sind; ein Währungssystem, das keine Bestimmungen für die Realitäten der Gegen-

- 3-

�Gegenwart und die künftigen Erfordernisse enthält - dies alles schädigt nicht
nur unsere Volkswirtschaften, sondern schafft politische Spannungen, die die
Sache des Friedens untergraben.
Es muß eine durchgreifende Reform des internationalen WährungsSystems
erfolgen, um den Weg für einen künftigen, gesunden Wettbewerb zu öffnen. Wir
müssen monetäre Reformen als einen entscheidend wichtigen Bestandteil einer
Gesamtreform der internationalen Wirtschaftsprobleme betrachten, die Handel
wie auch Investitionsmöglichkeiten einschließt.
Wir müssen realistische wirtschaftliche Verhaltensnormen schaffen, die als
Richtschnur für unsere gegenseitigen Beziehungen dienen - ein Kodex, der den
Regierungen die Freiheit einräumt, legitime binnenwirtschaftliche Ziele zu verfolgen, der sie aber auch veranlaßt, sich den vereinbarten internationalen Verhaltensnormen zu beugen. Jedes einzelne Land sollte versuchen, beispielhaft zu
sein, was realistisches und ordentliches Verhalten in binnenwirtschaftlichen
Fragen anbetrifft, so daß es seine Erzeugnisse und nicht seine Probleme exportiert.
Wir können alle darin übereinstimmen, daß eine gesunde Weltwirtschaft
und die Stabilität des internationalen Wirtschaftssystems weitgehend auf einem
erfolgreichen Management der Binnenwirtschaft beruhen.
Die Vereinigten Staaten sind sich der Wichtigkeit einer starken, nicht
inflationären Binnenwirtschaft bewußt, die sowohl den Bedarf der eigenen Bevölkerung deckt und gleichzeitig zu einer starken Weltwirtschaft beiträgt. Wir
haben uns kompromißlos verpflichtet, unsere Ziele - ein starkes Wirtschaftswachstum, Vollbeschäftigung und Preisstabilität - zu erreichen.
Wir sind ermutigt ob der derzeitigen Leistungen unserer Wirtschaft. Wir
haben gegenwärtig eine der niedrigsten Inflationsraten und eine der höchsten
realen wirtschaftlichen Wachstumsraten von allen Industriestaaten.
Die jüngste Zunahme der Produktivität und der Realeinkommen der amerikanischen
Arbeiter waren ermutigend. Wir beabsichtigen die Politik, die solche Erfolge ge-

- 4-

�gebracht hat, fortzusetzen.
Wir sind uns ferner darüber im klaren, daß auf lange Sicht die Binnenwirtschaftspolitik allein nicht alle internationalen Probleme lösen kann. Selbst
wenn alle Länder beim Management ihrer eigenen Volkswirtschaften so erfolgreich
sein sollten, könnten sich Belastungen und Spannungen an Kontaktpunkten zu
anderen Volkswirtschaften ergeben.
Wir können uns kein System leisten, das fast jedes Jahr erneut eine Währungskrise herausfordert. Das ist der Grund, warum wir jetzt vor der Notwendigkeit
stehen, Verfahren für umgehende und ordnungsgemäße Anpassungen zu entwickeln.
Das spricht sich so leicht aus: 'umgehende und ordnungsgemäße Anpassungen'.
.Aber diese wenigen Worte fassen die wahren Probleme der arbeitenden Männer und
Frauen, die Ängste und Hoffnungen der Investoren und Manager großer und kleiner
Betriebe und daher auch die Besorgnisse der maßgebenden Politiker aller Länder
zusammen. Keinem Lande sollte die Möglichkeit einer Anpassung verwehrt werden,
noch sollte es von der Verpflichtung, eine Anpassung vorzunehmen, entbunden sein.
Bei den bevorstehenden Verhandlungen wird es Unterschiede in den Ansichten
und bezüglich der Wege geben. Die unmittelbaren Interessen mögen vielleicht im
Widerspruch zueinander stehen. Es wird Zeiten geben, da sich tote Punkte ergeben,
die zu überwinden, unmöglich erscheinen mag.
Aber die Welt hat in letzter Zeit einige Erfahrungen mit langen und harten
Verhandlungen gesammelt - Beispiele dafür sind die Abkommen über eine Begrenzung
der strategischen Rüstungen, die von der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten
unterzeichnet worden sind.
Das waren bilaterale Verhandlungen zwischen zwei Ländern und nicht zwischen
124 Ländern. Aber sie schienen nahezu unendlich komplex zu sein; die Widerstände
hatten sich 25 Jahre lang verhärtet; die Frage der nationalen Sicherheit war ein
so heikles Problem, wie es nur zwischen zwei Weltmächten bestehen kann.
Wir gelangten dieses Jahr mit Moskau zu einem Abkommen, weil die uns einende
Frage - nämlich ein Ende des verschwenderischen und gefährlichen Wettrüstens zu

- 5-

�zu suchen - überwog gegenüber den Fragen, die una trennten.
Wir erreichten ein Abkommen, weil wir erkannt hatten, daß es unmöglich
war, daß eina der beiden Seiten in den Verhandlungen einen Vorteil gegenüber
der anderen erreichen konnte. Nur ein Abkommen, bei dem jeder Seite daran gelegen sein mußte, es auch einzuhalten, war es wert, abgeschlossen zu werden.
Diese beiden Prinzipien können uns als Anhalt beim Aufbau des Währungssystems der Zukunft dienen.
Wir wissen, daß es zahlreiche und schwerwiegende Fragen gibt, die uns
trennen. Aber der Ansporn, der diese Verhandlungen zum Erfolg führen wird, ist
die Kraft,die uns eint: die Notwendigkeit für uns alle, eine gesunde und dauerhafte Grundlage für den Handel zu schaffen, die zu besseren Lebensbedingungen
für alle Menschen in der Welt führt.
Diese gemeinsame Notwendigkeit - nennen wir sie das Interesse der Welt erfordert eine neue Freiheit des Welthandels und eine neue Fairness des internationalen wirtschaftlichen Verhaltens.
Es ist ein Zeichen unserer Reife, daß wir erkennen, daß ein heute in einem
Abkommen erzielter unfairer Vorteil dieses Abkommen morgen untergräbt. Nur ein
System bewährt sich, bei dem jedes Land ein aktives Interesse daran hat, daß es
sich bewährt.
Die Notwendigkeit liegt auf der Hand. Der Wille zur Reform des Währungssystems ist hier in diesem Raum vorhanden. Und es gibt ein Sprichwort - übrigens
fast in jeder Sprache - wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Wir sind hier zusammengekommen, um ein den Erfordernissen entsprechendes
Währungssystem zu schaffen - den Erfordernissen von Stabilität und Offenheit
entsprechend, und den Erfordernissen jedes Landes entsprechend, seinen besonderen
Eigenarten Rechnung zu tragen.
Auf diese Weise bringen wir eine der großen Lehren des Föderalismus zur
Geltung: daß der beste Weg zur Durchsetzung einer vereinbarten Ordnung darin besteht, es jedem einzelnen Mitglied zu überlassen, auf seine Weise solche Maß- 6-

�Maßnahmen zu ihrer Einhaltung zu treffen, die am besten seinen lokalen Eigenheiten, dem Stadium seiner wirtschaftlichen Entwicklung und seiner wirtschaftlichen Struktur entsprechen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika ihrerseits werden weiterhin zu ihren
internationalen Verpflichtungen stehen und gemeinsam mit anderen Ländern eine
moderne Weltwirtschaftsordnung schaffen und in ihr mitarbeiten.
Wir fühlen uns in unserer Unabhängigkeit so sicher, daß wir freiwillig unsere
Abhängigkeit von anderen - unsere Interdependenz - einräumen können. Und dies
sind die Prinzipien,von denen ich zutiefst glaube, daß sie die Vereinigten Staaten
in ihrem internationalen Verhalten leiten sollten und werden:
Wir werden darauf drängen, daß die Welt des Handels gerechter und offener
wird.
Wir werden uns dem Wettbewerb stellen und ihm nicht ausweichen.
Wir werden ein anspornender Handelspartner und ein ehrlicher Unterhändler
sein.
Wir werden uns nicht nach innen wenden und zu Isolationisten werden. Auf
der anderen Seite werden wir von unseren Freunden erwarten, daß sie ähnliche
Zeichen einer Ablehnung des Isolationismus in wirtschaftlichen und politischen
Fragen zeigen.
Wollen wir uns doch entschließen, mit neuen Augen in das Hauptbuch des
internationalen Handels zu blicken - und dafür zu sorgen, daß ein temporärer
Überschuß nicht als Heldentat oder ein temporäres Defizit nicht als Untat betrachtet wird, sondern die Erkenntnis sich durchsetzt, daß ein Fortschritt nur
im Rahmen des Gleichgewichts möglich ist. Hier ist ein kühnes Handeln im Sinne
einer gerechteren und offeneren Welthandelsordnung notwendig.
Wie jeder führende Staatsmann der hier vertretenen Länder,möchte ich dafür
sorgen, daß überall auf der Welt neue Arbeitsplätze geschaffen werden, aber ich
werde den durch eine in das Welthandelssystem eingebaute Unfairness verursachten
Export von Arbeitsplätzen aus den Vereinigten Staaten nicht gutheißen.
Alle
- 7-

�Alle Länder, die sich in einem fortgeschritteneren Stadium der industriellen
Entwicklung befinden, sollten gemeinsam die Verantwortung dafür tragen, den
Ländern zu helfen, deren wirtschaftliche Entwicklung zurückgeblieben ist - und
der Versuchung widerstehen, diese Hilfe als Instrument für Diskriminierung und
Rivalitäten zu benutzen.
Es geht hier um weit mehr als nur um die Mechanik von Handel und Finanzen.
Es geht um die Chance, dem Leben der Menschen aller Länder zusätzliche echte
Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, um die Chance, weitere Stabilität und Sicherheit für die Ersparnisse und Einkommen von hunderten von Millionen Menschen
zu schaffen, und um die Chance, die Stützen des Friedens wirtschaftlich weiter
zu untermauern.
Ich habe heute morgen ganz allgemein darüber gesprochen, wie wir unsere
wirtschaftliche Interdependenz ausbauen können. Im Laufe der Woche wird Finanzminister Shultz eine Reihe von Vorschlägen erläutern, die die besten Gedanken
meiner maßgeblichen Wirtschaftsberater zusammenfassen. Ich empfehle Ihnen, sie
sorgfältig zu prüfen.
Führt man das Wort 'Ökonomie' auf seinen griechischen Ursprung zurück, so
bedeutet es 'die Hausordnung'.
Das Haus, in dem wir leben, - die Gemeinschaft der Völker - braucht weit
bessere Gesetze, die unser künftiges wirtschaftliches Verhalten regeln. Jedes
Land kann blühen und gedeihen, wenn es im Rahmen einer modernen wirtschaftlichen
Weltordnung arbeitet, an deren Erhaltung es ein Interesse hat.
Von dem, was in diesen Verhandlungen geleistet wird, wird in der breiten
Öffentlichkeit nur sehr wenig verstanden oder gewürdigt werden.
Aber die Geschichte wird in ihren Annalen festhalten, wie entscheidend
wichtig die vor uns liegenden Aufgabe war. Ich bin zuversichtlich, daß die hier
versammelten Experten und Nationen die Gelegenheit ergreifen werden, um ein
'Jährüngs- und Handelssystem zu schaffen, daß sich in der kommenden Generation
bewähren wird - und das dazu beitragen wird, die kommenden Jahre zu einer Generation des Friedens zu machen."
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39/1972

SHULTZ ERLÄUTERT US-VORSTELLUNGEN ZUR INTERNATIONALEN WÄHRUNGSREFORM
Wortlaut der Rede des amerikanischen Finanzministers
auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Finanzminister George P. Shultz hat
am 26. September in einer Rede auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank die amerikanischen Vorstellungen bezüglich einer
Reform des internationalen Währungssystems erläutert. Die Rede des Ministers
hat folgenden Wortlaut:

"Die hier versammelten

Länder haben es in ihrer Macht, eine neue Bilanz

in den internationalen Wirtschaftsangelegenheiten zu ziehen.

Das neue Gleichgewicht, von dem ich hier spreche, beschränkt sich nicht auf
die Konzeptionen einer Handels- und einer Zahlungsbilanz.

Die Welt braucht ein neues Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Stabilität
für ihre grundlegende Haltung in geschäftlichen Dingen.

Die Welt braucht ein neues Gleichgewicht zwischen Einheit der Zielsetzung
und Vielfalt der Ausführung, die es den Ländern gestattet, eng miteinander zusammenzuarbeiten, ohne ihre Individualität und Souveränität zu verlieren.

Uns fehlt dieses Gleichgewicht heute. Der Erfolg der Verhandlungen, in denen
wir gegenwärtig stehen, wird daran gemessen werden, inwieweit wir in der Lage

- 1 -

�Lage sind, dieses Gleichgewicht in der Zukunft zu erreichen.

Ich hoffe dabei auf eine enge und intensive Zusammenarbeit mit Ihnen, wenn
es darum geht, unsere besten Ideen zu formulieren und neu zu formulieren, wobei
wir von der Erkenntnis ausgehen müssen, daß die legitimen Ansprüche jedes einzelnen Landes zu einem harmonischen Ganzen zusammengeschmolzen werden müssen.

In diesem Geiste hat mich Präsident Nixon beauftragt, Ihnen bestimmte Vorstellungen vorzutragen.

Wenn ich das jetzt tue, so muß ich meine heutigen Ausführungen zwangsläufig
auf monetäre Fragen konzentrieren. Ich bin mir zutiefst bewußt, daß wir, wenn
wir jetzt an diese große Aufgabe einer Währungsreform herangehen, die Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung nicht vernachlässigen dürfen. Und ich bin
mir ebenso bewußt, daß der Erfolg unserer Entwicklungsanstrengungen letztlich
und in hohem Maße davon abhängt, daß wir in der Lage sind, ein Währungs- und
Handelsklima zu schaffen und zu erhalten, in dem alle Länder gedeihen und von dem
Fluß von Gütern, Dienstleistungen und Investitionen profitieren können.

Die Bildung des Zwanziger-Ausschusses, in dem die gesamte Mitgliedschaft
des Fonds repräsentiert ist, ist Spiegelbild und Symbol zugleich für die Tatsache, daß wir es hier mit Fragen zu tun haben, die für alle Mitglieder von
großem Interesse sind, und daß vor allem die Anliegen der Entwicklungsländer bei
der Erörterung der Reform des internationalen Währungssystems voll berücksichtigt
werden müssen.

Wenn wir im Rahmen dieser Gruppe die Verhandlungen beginnen, dann haben wir
den nützlichen Bericht des Direktoriums vorliegen, der einige der grundlegenden
Fragen, die zu lösen sind, umreißt und abklärt.
Wir hoffen ferner auf die Mitarbeit anderer internationaler Organisationen,
die jeweils dort mitwirken können, wo sie am besten zu helfen in der Lage sind.
Die vor uns liegende Aufgabe erfordert eine wesentliche Modifizierung der Institutionen und Praktiken auf dem gesamten Bereich der internationalen wirtschaft-

- 2-

�wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Eine Vielzahl von Stellen, öffentlicher wie privater, hat bereits anregende
Beiträge zu unseren Überlegungen geleistet. Ich habe die in den letzten Monaten
von einzelnen anderen Gouverneuren abgegebenen Erklärungen sowie die acht Punkte
mit besonderer Sorgfalt geprüft, die in den Beratungen der Finanzminister der
Europäischen Gemeinschaft erarbeitet worden sind.

Auf diesem Gedankenaustausch und auf dem Smithsonian-Abkommen aufbauend
können wir jetzt nach einer festen Übereinstimmung über neue Währungsvereinbarungen suchen, die uns in den kommenden Jahrzehnten dienen werden. Ja,ich
glaube, daß bestimmte, einer Währungsreform zugrundeliegende Prinzipien bereits
eine weitgehende Unterstützung finden.

An oberster Stelle steht unser gemeinsames Interesse, einen freieren Handel
mit Gütern und Dienstleistungen sowie den Kapitalfluß dorthin, wo er am meisten
zum Wirtschaftswachstum beitragen kann, zu ermutigen. Wir müssen verhindern,
daß die Welt in antagonistische Blöcke aufgespalten wird. Wir dürfen nicht hinter
den Mauern des Protektionismus Zuflucht vor unseren Problemen suchen.

Das Streben nach gemeinsamem Wohl durch mehr freien Handel wird durch einen
alten und immer wiederkehrenden Trugschluß gefährdet. Zahlungsbilanzüberschüsse
werden allzu oft als Zeichen des Erfolges und des guten Managements angesehen statt als Maßstab für die Güter und Dienstleistungen, die ein Land für andere
aufbringt, ohne eine laufende Gegenleistung zu erhalten.

Wir müssen uns natürlich darüber im klaren sein, daß ein freierer Handel
mit der Forderung jedes Landes in Einklang stehen muß, abrupte Änderungen, die
zu ernsthaften Störungen von Produktion und Beschäftigtenstand führen könnten,
zu vermeiden. Wir müssen auf eine Ausweitung der produktiven Beschäftigung in
allen Ländern hinarbeiten - aber diese darf nicht auf Kosten anderer erfolgen.

Ein zweites grundlegendes Erfordernis ist die Notwendigkeit, einen gemeinsamen Verhaltenskodex zu schaffen, um das Gebäude einer freien und offenen inter- 3-

�internationalen Wirtschaftsordnung zu schützen und zu stärken.

Solche Grundregeln wie 'keine wettbewerbsverzerrende Abwertung' und die
'Meistbegünstigungsklausel' haben uns gute Dienste geleistet, aber diese und
andere Grundsätze müssen erneut bekräftigt, ergänzt und auf die heutigen Gegebenheiten zugeschnitten werden. Ohne derartige Regeln für uns wäre eine enge
und fruchtbare tagtägliche Zusammenarbeit nicht möglich.

Drittens müssen wir uns bei der Ausarbeitung dieser Regeln der Notwendigkeit klarer Verbindlichkeiten und Verhaltensnormen für den internationalen Anpassungsprozeß bewußt sein - dies war eine entscheidende Lücke in dem System von
Bretton Woods. In der Debatte über die Ursachen, die zu den Ungleichgewichten
der Vergangenheit geführt haben, sowie über die Verpflichtung zu Initiativen zu
ihrer Korrektur ist die Tatsache zu oft aus dem Auge verloren worden, daß Anpassung an sich ein zweiseitiger Prozeß ist - daß in der Welt insgesamt jedem
Überschuß ein Defizit gegenübersteht.

Die Weigerung der Überschußländer, ihre Überschüsse abzubauen, vereitelt
das Ziel einer Währungsordnung genauso wie das Versäumnis der Defizitländer, die
Ursache ihrer Defizite zu bekämpfen. Jeder Versuch, ein ausgewogenes und gerechtes
Währungssystem zu schaffen, muß dieser einfachen Tatsache Rechnung tragen: Für
jedes dauerhafte System sind wirksame und symmetrische Anreize für Anpassungen
unerläßlich.

Viertens sollten wir, während wir zwar auf der Notwendigkeit von Anpassungen
bestehen, den einzelnen Regierungen eine beträchtliche Flexibilität bei der Wahl
ihrer Mittel für eine Anpassung einräumen. In einer so vielfältigen Welt müssen
gleiche Verantwortung und gleiche Möglichkeiten nicht unbedingt eine starre Einförmigkeit bestimmter Praktiken bedeuten. Sie bedeuten jedoch eine gemeinsame
Verpflichtung auf vereinbarte internationale Ziele. Es ist eine weitverbreitete
Auffassung - und wir teilen diese Auffassung - daß das Wechselkurssystem flexibler
sein muß. So wichtig die Wechselkurse auch sind, so sind sie doch nicht das einzige einer Anpassungspolitik zur Verfügung stehende Instrument, noch werden sie
in bestimmten Fällen unbedingt das wünschenswerteste Instrument sein.
Fünftens
- 4-

�Fünftens stellen unsere Währungs- und Handelssysteme einen in sich zusammenhängenden Komplex dar. Wenn wir eine Reform der Währungsbestimmungen anstreben, müssen wir gleichzeitig auch Anreize für eine Liberalisierung des
Handels schaffen. Wenn wir in die Zukunft blicken, müssen ohne Frage Mittel und
Wege für eine bessere Integration der Arbeit des GATT und des IWF gefunden werden.
Gleichzeitig sollten wir sicherstellen, daß ein Druck hinter eine ausreichende
Entwicklungshilfe und gegen Kontrollen gesetzt wird, die den freien Fluß von
Investitionen ersticken.

Schließlich, und das ist vielleicht das wichtigste, muß jedes stabile und
gutfunktionierende internationale Währungssystem auf einer gesunden Politik zur
Förderung des binnenwirtschaftlichen Wachstums und der Preisstabilität in den
großen Ländern basieren. Dies sind zwingende nationale Ziele für meine Regierung
- und auch für Ihre Regierungen. Gleichgültig, wie gut das von uns entworfene
internationale System sein wird, seine Aussichten auf Bestand werden ohne wirksame Lösung dieser Aufgaben zweifelhaft sein.

Heute ist nicht der richtige Augenblick, um einen detaillierten Entwurf
für eine Währungsreform vorzulegen. Ich möchte jedoch diese allgemeinen Prinzipien
durch bestimmte spezifische und miteinander zusammenhängende Gedanken darüber
ergänzen, wie diese Prinzipien in einem praktisch durchführbaren internationalen
Abkommen niedergelegt werden könnten.

Diese Anregungen zielen auf Stabilität ohne Starrheit ab. Sie gehen davon
aus, daß die meisten Länder im Rahmen festgelegter Wechselkurse arbeiten wollen.
Sie möchten diese Wechselkurse in festgelegten Bandbreiten halten, solange dies
ohne Verzerrung des Handels- und Zahlungsgefüges oder der Entwicklung der Binnenwirtschaft möglich ist. Wir wollen den freieren Fluß von Handel und Kapital
fördern und gleichzeitig die Verzerrungen auf ein Minimum beschränken, die sich
aus dem destabilisierenden Fluß mobilen Kapitals ergeben. Wir möchten die Stimme
der internationalen Völkergemeinschaft, die im IWF zusammenarbeitet, stärken.

Ich möchte diese Gedankengänge unter folgenden sechs Überschriften zusammenfassen, wobei ich mir bewußt bin, daß noch viel Arbeit zu tun bleibt, um für

- 5-

�für jeden Bereich die besten Verfahren zu finden:
Das Wechselkurssystem
Der Reservemechanismus
Der Zahlungsbilanz-Anpassungsprozeß
Kapitalkontrollen und sonstige Zahlungsbilanzkontrollen
Hiermit zusammenhängende Verhandlungen
Institutionelle Auswirkungen

1. Das Wechselkurssystem
Wir sind uns darüber im klaren, daß die meisten Länder einen festen Bezugspunkt für ihre Währungen aufrechterhalten wollen - also einen Mittel- oder Parikurs. Dazu gehört eine Bereitschaft, diese Kurse durch Gewährleistung der Konvertierbarkeit der eigenen Währungen in andere internationale Reserveguthaben aufrechtzuerhalten und zu stützen.

Die Bandbreiten, innerhalb derer die Wechselkurse auf dem Markt um solche
Mittelkurse schwanken können, müssen groß genug sein, um den Anreiz zu kurzfristigen Kapitalbewegungen zu dämpfen und, falls Änderungen des Mittelkurses
wünschenswert erscheinen, den Übergang zu erleichtern. Das Smithsonian-Abkommen
bildete einen wichtigen Schritt in dieser Richtung. Ausgehend von dieser Initiative
könnten im Rahmen eines symmetrischen Systems die zulässigen Ober- und Untergrenzen dieser Bandbreiten bei allen Währungen - einschließlich des Dollars - in
der gleichen Größenordnung festgelegt werden, wie sie heute für den Handel von
Nicht-Dollarwährungen untereinander erlaubt ist.

Wir könnten uns zum Beispiel auch vorstellen, daß Länder, die gerade im Begriff stehen, eine Währungsunion - mit der weitergehenden politischen und wirtschaftlichen Integration, die dies bedingt - zu bilden, untereinander engere
Bandbreiten aufrechterhalten möchten, und dies sollte ihnen gestattet sein.
Darüber hinaus könnten einzelne Länder, vor allem Entwicklungsländer, sich um
die Zustimmung eines wichtigen Handelspartners bemühen, für die gegenseitigen
Wechselkurse engere Bandbreiten zu unterhalten.
Es
- 6 -

�•

Es müssen ferner Bestimmungen für solche Länder getroffen werden, die
eine Freigabe des Wechselkurses (ein Floaten) ihrer Währungen beschließen.
Ein Land, das von der Festsetzung eines Mittelkurses Abstand nimmt, vor allem
wenn dieser Zustand über eine kurze Übergangsperiode hinausgeht, sollte jedoch
gehalten sein, in anderer Hinsicht strengere Verhaltensnormen zu beachten,
damit gewährleistet bleibt, daß sein Vorgehen im Einklang mit den grundlegenden
Erfordernissen der kooperativen Ordnung steht.

2. Reservemechanismus

Wir glauben, daß die Sonderziehungsrechte (SDR) an Bedeutung zunehmen und
zu einem offiziellen Numeraire des Systems werden. Zur Erleichterung seiner Aufgaben sollte dieses Instrument von solchen Hindernissen befreit werden, wie
etwa Rekonstitutionspflicht, Designierungsverfahren und Begrenzung der Bestände Dinge, die in einem reformierten System unnötig wären. Eine Änderung der Menge
der in dem System insgesamt vorhandenen Sonderziehungsrechte wird in bestimmten
Zeitabständen notwendig sein, um den Gesamtbedarf an Reserven zu decken.
Ein 'System von Mittelwerten1 impliziert ge-.visse Fluktuationen der offiziellen Währungsreserven einzelner Länder, um temporären Störungen ihrer Zahlungsbilanzpositionen zu begegnen. Darüber hinaus sollte es jedem Land normalerweise
freistehen, bilateral oder multilateral über den IWF oder auf anderem Wege Mittel
aufzunehmen oder auszuleihen.

Gleichzeitig besteht keine Notwendigkeit, amtliche Devisenbestände allgemein
zu verbieten oder zu fördern. Manche Länder mögen Devisenbestände dahingehend betrachten, daß sie einen nützlichen Flexibilitätsspielraum für die Reservepolitik
bieten, und Fluktuationen dieser Bestände

können dem System als ganzem eine

gewisse Elastizität verleihen, um plötzlichen Bewegungen schädlicher Gelder zu
begegnen. Die Vorschläge für einen Umtausch eines Teiles der derzeitigen Bestände
an Reservewährungen in eine Sonderausgabe von Sonderziehungsrechten auf Option
des Inhabers sollten sorgfältig geprüft werden.
Die

- 7-

�Die vorgeschlagenen Bestimmungen über Mittelwerte und Konvertierbarkeit
implizieren nicht, daß das auf Goldbasis beruhende System wiederhergestellt
wird. Die Starrheit eines solchen Systems, das Imponderabilien wie Goldgewinnung,
Spekulation und Nachfrage der industriellen Verbraucher unterliegt, kann den
heutigen Erfordernissen nicht mehr genügen.
Ich erwarte nicht, daß die Goldbestände der Regierungen über Nacht verschwinden werden. Meines Erachtens stehen ordnungsgemäße Verfahren zur Verfügung,
um den Übergang zu einem internationalen Währungssystem zu erleichtern,in dem
Gold eine geringere Rolle spielt.

3. Der Zahlungsbilanz-Anpassungsprozeß

In einem System der Konvertierbarkeit (der Währungen) und der Mittelkurse
ist ein wirksamer Zahlungsbilanz-Anpassungsprozeß untrennbar mit entsprechenden
Kriterien für Änderungen der Mittelkurse sowie für die angemessene Höhe, Tendenz
und Zusammensetzung der Reserven verbunden. Eine Übereinstimmung in diesen
Fragen wie auch in anderen Elementen eines wirksamen und zeitgerechten Anpassungsprozesses ist unbedingt erforderlich, um ein System praktisch durchführbar und
dauerhaft zu machen.
Gewöhnlich besteht natürlich eine sehr enge Beziehung zwischen Zahlungsbilanzungleichgewichten und Fluktuationen

der Reservepositionen. Länder mit

einer sehr starken Verschlechterung ihrer Reservepositionen mußten im allgemeinen
ihre Währungen abwerten oder andere Maßnahmen zur Stärkung ihrer Zahlungsbilanz
ergreifen. Überschußländer mit einem unverhältnismäßig hohen Zuwachs an Reserven
standen jedoch unter einem weit geringeren Druck, ihre Währungen aufzuwerten
oder andere politische Maßnahmen mit entsprechenden Auswirkungen auf ihre Zahlungsbilanz durchzuführen. Wenn der Anpassungsprozeß in einem reformierten System wirksamer sein soll, so muß diese Asymmetrie korrigiert werden.

Meines Erachtens wäre das am meisten Erfolg versprechende Vorgehen, sicherzustellen, daß ein Übermaß an Reserven einen Druck anzeigt und auslöst, An-

- 8-

�Anpassungen auf der Überschußseite vorzunehmen, so wie ein Verlust von Reserven
dies bereits auf der Defizitseite tut. Hier könnten ergänzende Richtlinien und
verschiedene technische Verfahren geeignet sein und sollten geprüft werden. Es
werden bedeutende Übergangsschwierigkeiten zu überwinden sein. Meines Erachtens
wäre jedoch ein unangemessener Zuwachs oder Verlust an Reserven letztlich der
wohl gerechteste und wirksamste Indikator, den wir als Richtschnur für den Anpassungsprozeß haben.

Wie bereits angedeutet, kann man eine ganze Reihe von politischen Gegenmaßnahmen zur Beeinflussung der Zahlungsbilanz in Erwägung ziehen. Von einem
Land, dessen Reserven unverhältnismäßig stark zurückgehen, würde man erwarten,
daß es korrigierende Maßnahmen ergreift. So würde man einem solchen Land beispielsweise geringfügige Abwertungen ohne weiteres zugestehen. Bei angemessener
internationaler Überwachung hätte ein solches Land an einem bestimmten Punkt
eine glaubhaft erscheinende Begründung für eine stärkere Abwertung.

Während wir uns offen der Tatsache stellen müssen, daß es unter bestimmten
Umständen Grenzen für die Anwendung nationaler währungs- und steuerpolitischer
oder sonstiger innerer Maßnahmen als Mittel zurFörderung internationaler Anpassungen gibt, sollten wir auch einsehen, daß das Defizitland es durchaus vorziehen könnte - und in der Lage wäre - striktere innere finanzielle Disziplin
zu üben statt seine Währung abzuwerten. Direkte Restriktionen sollten einem
Land nur in Ausnahmefällen und auf begrenzte Zeit zugestanden werden, und diese
müssen zudem allgemein und nichtdiskriminierend sein. Die beharrliche Weigerung,
grundlegende Anpassungsmaßnahmen zu treffen, könnte den Widerruf des Kreditanspruchs und des Rechtes auf die Zuteilung von Sonderziehungsrechten sowie anderer
Privilegien zur Folge haben.

Umgekehrt könnte ein Land, das es duldet, daß seine Reserven in unangemessener Weise zunehmen, den Anspruch auf Konvertierung derselben verlieren,
wenn es nicht zumindest eine begrenzte Aufwertung vornimmt oder andere akzeptable
Anpassungsmaßnahmen ergreift. Wenn die Reserven dennoch weiterhin zunehmen und
auf diesem höheren Stand über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten
werden, dann wären nachdrückliche Anpassungsmaßnahmen angezeigt.
Eine
- 9 -

�Eine Änderung des Wechselkurses braucht weder für ein Überschuß- noch für
ein Defizitland die einzige überlegenswerte Form der Abhilfen zu sein. Die verstärkte Bereitstellung von nichtgebundener Entwicklungshilfe, die Senkung von
Zöllen und der Abbau von anderen Handelsschranken sowie die Beseitigung von
Hindernissen für Investitionen im Ausland - unter gewissen Umständen auf Option
des betreffenden Landes - stellen Ergänzungs- oder Alternativmaßnahmen dar.
Solange jedoch eine echt wirksame Kombination von korrigierenden Maßnahmen aussteht, sollte es anderen Ländern letztlich freistehen, ihre Interessen durch Erhebung einer Importabgabe auf Waren aus chronischen Überschußländern zu schützen.

Was Länder angeht, die sich auf dem Wege zu einer Währungsunion befinden,
könnte man die Richtlinien auf kollektiver Basis anwenden, sofern diese Länder
bereit sind, mit einer Stimme zu sprechen und es selbst wünschen, daß sie hinsichtlich der Anwendung der Grundregeln des internationalen Währungs- und Handelssystem-^ als Einheit behandelt werden.

4. Kapitalkontrollen und andere Zahlungsbilanzkontrollen

Das Gesagte impliziert, daß der Anpassungsprozeß meines Erachtens auf die
Förderung eines freieren Handels und offener Kapitalmärkte gerichtet sein sollte.
Wenn in Extremfällen Handelskontrollen aus Zahlungsbilanzgründen vorübergehend
gestattet werden, dann sollten sie in Gestalt von Importabgaben oder einer
linearen Besteuerung verwirklicht werden. Eine Kontrolle der Kapitalflüsse darf
nicht zum Mittel für die Absicherung einer chronisch unterbewerteten Währung
werden. Kein Land darf dazu gezwungen werden, Kontrollen anstatt anderer und
tiefer greifender Anpassungsmaßnahmen anzuwenden.

5. Hiermit zusammenhängende Verhandlungen

Wir begrüßen die Zusagen wichtiger Länder, im kommenden Jahr im Rahmen des
GATT detaillierte HandelsVerhandlungen zu führen. Diese Verhandlungen, die sich
auf spezifische Erzeugnisse und spezifische Restriktionen erstrecken sollen,
brauchen nicht bis zu einer internationalen Währungsreform aufgeschoben zu
werden, und diese wiederum braucht nicht zu warten, bis die Ergebnisse spezi-

- 10 -

�spezifischer Handelsverhandlungen vorliegen.

Diese Verhandlungen und die Ausarbeitung von Regeln des Wohlverhaltens
im engeren Währungsbereich bedürfen der Ergänzung durch Verhandlungen mit dem
Ziel, hinsichtlich der Anwendung von Subventionen und fiskalischer oder administrativer Druckmittel bei Handels- und Investitionstransaktionen zu größerer
Gerechtigkeit und Einheitlichkeit zu gelangen. Ungehörige Praktiken in diesem
Bereich verzerren die Handels- und Investitionsbeziehungen sicherlich ebenso wie
Handelsschranken und Währungsungleichgewichte. In manchen Fällen - wie etwa
bei Zollzuschlägen oder Kapitalkontrollen aus Zahlungsbilanzgründen - ist der
Zusammenhang so eng, daß der Zwanziger-Ausschuß mit dieser Angelegenheit sich
direkt wird befassen müssen. In Ergänzung ihrer eigenen Tätigkeit kann diese
Gruppe auch dazu beitragen, daß andere Gremien ebenfalls ernsthafte Bemühungen
unternehmen, eine Harmonisierung der Praktiken der Länder bezüglich der Besteuerung des internationalen Handels und der internationalen Investitionen,
der Gewährung von Exportkrediten und der Subvention des internationalen Investitionsflusses herbeizuführen.

6. Institutionelle Auswirkungen

Wenn ich in die Zukunft blicke, so scheint es mir mehrere klar umrissene
institutionelle Erfordernisse für eine vernünftige Reform des Währungs- und
Handelssystems zu geben.

Verschiedentlich habe ich heute die Notwendigkeit für einen umfassenden
Rahmen von neuen Währungsregeln unterstrichen. Diese Regeln müssen der Aufsicht des IWF unterstellt werden, der bereit sein muß, eine noch entscheidendere
Rolle innerhalb der Weltwirtschaft zu übernehmen.

Angesichts der Wechselbeziehungen von Handel und Zahlungsverkehr kann diese
Rolle nicht wirksam ausgeübt werden, wenn nicht die Statuten des IWF und des
GATT harmonisiert werden und eine enge Zusammenarbeit zwischen ihnen erreicht
wird.
Schließlich

�Schließlich müssen wir uns dessen bewußt sein, daß wir uns hier zwangsläufig mit Fragen befassen, an denen bestimmte Länder ein wesentliches und
waches nationales Interesse haben. Internationale Entscheidungen werden nicht
glaubwürdig oder wirksam sein, wenn sie nicht von Repräsentanten getroffen
werden, die eindeutig einen hohen Status und großen Einfluß in den Gremien ihrer
eigenen Regierungen haben. Unsere internationalen Institutionen werden dieser
Realität Rechnung tragen müssen, damit die Regierungen der einzelnen Staaten in
den kommenden Jahren an den Beratungen und Prozessen dieser Institutionen eingehend und ständig beteiligt sein werden. Ohne eine Verpflichtung seitens der
Regierungen der einzelnen Länder, ein neues System auf diese Weise arbeitsfähig zu machen, könnten all unsere übrigen Bemühungen zunichte werden.

Ich bin mir völlig darüber im klaren, daß die Vereinigten Staaten wie auch
andere Länder nicht von heute auf morgen ohne Übergangszeit in neue Währungsund Handelsvereinbarungen eintreten können. Ich kann jedoch versichern, daß die
Vereinigten Staaten nach einer solchen Übergangszeit bereit wären, eine Verpf 1i Jhtung zu übernehmen, im Rahmen eines zufriedenstellenden Systems, wie ich
es vorgeschlagen habe - eines Systems, das eine wirksame und gerechte Durchführung des Anpassungsprozesses gewährleistet - Dollarreserven ausländischer
Regierungen in andere Reserveguthaben umzutauschen. Dieser Beschluß muß natürlich davon ausgehen, daß wir uns während der Übergangsperiode eindeutig in
die Lage versetzt sehen, diese Verpflichtung in bezug auf unsere Reserve- und
Zahlungsbilanzposition erfüllen zu können.

Wir sind uns völlig darüber im klaren, daß wir noch nicht die Stärke erlangt haben, die die Konten unserer Außenbilanz haben müssen. Letztlich kann es
keinen Ersatz für eine solche Stärke geben, wenn es gilt, die Grundlage für einen
stabilen Dollar und ein stabiles Währungssystem zu schaffen.

Ein akzeptables Währungssystem setzt

die Bereitschaft von uns allen vor-

aus, zu dem gemeinsamen Ziel eines uneingeschränkten internationalen Gleichgewichts beizutragen. Ohne ein solches Gleichgewicht wird kein System funktionieren. Das Gleichgewicht kann nicht durch den Alleingang eines Landes erreicht
werden.
Wir
- 12 -

�Wir haben die Erörterung der Handels- und Finanzfragen in dem vollen Bewußtsein der Notwendigkeit aufgenommen, unsere eigenen Anstrengungen zur
Wiederherstellung unseres Zahlungsbilanzgleichgewichts auf breiter Front fortzusetzen. Ich muß hier in aller Offenheit hinzufügen, daß unsere Anstrengungen
zur Verbesserung unserer Zahlungsbilanzposition in mehr als einem Fall durch
das Zögern anderer zunichte gemacht worden sind, eine ungerechtfertigte bevorzugte und stark abgeschirmte Marktposition aufzugeben. Wir können jedoch ohne
einen Erfolg bei unseren Bemühungen unseren erwünschten Anteil an der Bereitstellung von Hilfe nicht aufrechterhalten und unsere offizielle Verschuldung
gegenüber ausländischen Währungsbehörden abbauen.

Wir sind recht stolz auf unsere Fortschritte, die wir im letzten Jahr in
Richtung auf Preisstabilität, Produktivitätsanstieg und rascheres Wirtschaftswachstum erzielt haben. Setzen sich diese Fortschritte auch künftig fort, wie
es sein soll, so wird diese Entwicklung die beste Medizin nicht nur für unseren
Wohlstand im eigenen Land, sondern auch für ein wirksames Funktionieren des
internationalen Finanzsystems sein.

Meine Ausführungen heute spiegeln die lange Tagesordnung wieder, die vor
uns liegt. Ich habe schwierige, komplizierte und kontroverse Fragen angeschnitten.
Ich bin nicht davor zurückgeschreckt aus dem einfachen Grunde: Ich weiß, daß Sie,
wie auch wir, Fortschritte in Richtung auf die vor uns liegenden großen Aufgaben
wünschen.

Wollten wir abwarten, ob wir nicht in Nairobi im nächsten Jahr sagen können,
daß ein neues Gleichgewicht in Sicht und daß Übereinstimmung über die wichtigsten
Grundzüge eines neuen Systems erzielt worden ist. Wir sind uns auch einander
diese Anstrengung schuldig."

+ + + + +

- 13 -

�amerika dienst
United
53

States

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T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Dokumentation

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

39/1972

REDE VON AUSSENMINISTER ROGERS VOR DER UN-VOLLVERSAMMLUNG

- Wortlaut -

VEREINTE NATIONEN, NEW YORK - (AD) - Der amerikanische Außenminister William
P. Rogers hat am 25. September vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen
folgende Rede gehalten:
"Herr Präsident, Herr Generalsekretär:
Während der letzten Jahre hat die Welt bemerkenswerte Fortschritte in
Richtung auf das Ziel der Charta gemacht 'Toleranz zu praktizieren und miteinander als gute Nachbarn in Frieden zusammenzuleben1.
Allein im Jahre 19 72 haben:
die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion zugesagt, ihr 'Äußerstes' zu tun,
um militärische Konfrontationen zu vermeiden, die souveräne Gleichberechtigung
aller Länder zu respektieren und Bedingungen zu fördern, unter denen kein Land
Gegenstand 'einer ausländischen Einmischung in seine inneren Angelegenheiten
sein würde';
die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten genau festgelegte Beschränkungen für unsere Verteidigung und zumindest für die nächsten fünf Jahre auch
für unsere offensiven strategischen Raketensysteme vereinbart;
die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China damit begonnen, die
Verständigung zwischen ihren Völkern auszuweiten, die Beziehungen zwischen uns

- 1 -

�uns zu verbessern - in der Überzeugung, daß dies 'im Interesse aller Länder1
sein würde, und alle Versuche in Richtung auf eine Hegemonie in Asien und eine
Aufteilung der Welt 'in Interessensphären' abzulehnen;
Großbritannien, Frankreich, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten
spezifische Bestimmungen vereinbart, um den unbehinderten Verkehr von und nach
Berlin auf dem Straßen-, Schienen- und Wasserwege zu gewährleisten;
die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik
Verhandlungen über einen Vertrag zur Normalisierung ihrer Beziehungen aufgenommen;
Nord- und Südkorea ihre Gespräche intensiviert, um das Los der getrennten
Familien zu erleichtern, sowie vereinbart, einen gemeinsamen Ausschuß zur Prüfung der Probleme eines Zusammenschlusses einzusetzen.
Es gab 1972 zahlreiche weitere Erfolge in Richtung auf die Z iele der Charta.
Ich erwähne diese Beispiele lediglich, um zu zeigen, wie alte Feindschaften beseitigt werden. Wenn dieser Prozeß weitergeht, wird dies schließlich auch seinen
Niederschlag in den Vereinten Nationen finden.
Wir sind ebenso ermutigt von den Forderungen in östlichen wie auch westlichen Hauptstädten nach einem sichereren und offeneren Europa.
Ein Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles wäre die Schaffung eines
stabileren militärischen Gleichgewichts in Mitteleuropa durch Verhandlungen über
beiderseitige und ausgewogene Truppenverringerungen (MBFR). Wir führen gegenwärtig zu diesem Zweck Konsultationen mit unseren Verbündeten und sind der Auffassung, daß vorbereitende Gespräche hierüber in einigen Monaten beginnen könnten.
Wir bauen darauf, daß diese produktiv sein werden.
Genauso wichtig ist es, daß Fortschritte in Richtung auf normalere Beziehungen in Europa gemacht werden - Beziehungen, die seit Ende des zweiten
Weltkrieges nicht mehr bestanden haben.
Hierbei

�Hierbei könnte eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(KSZE), sofern sie sorgfältig und konstruktiv vorbereitet ist, eine entscheidende
Rolle spielen.
Eine Konferenz, deren Hauptzweck nur darin bestünde, den Stempel der Zustimmung unter die starre Spaltung Europas zu setzen, würde lediglich die gegenwärtigen Probleme auf eine weitere Generation ausdehnen. Eine Konferenz, die
normalere Bez iehungen zwischen allen europäischen Ländern und Völkern fördert,
würde die Bemühungen um bessere Beziehungen auf anderen Ebenen verstärken.
Aus diesem Grunde sind wir der Auffassung, daß die Konferenz praktische
Schritte zur Förderung einer größeren Freizügigkeit für Menschen, Ideen und
Güter auf dem gesamten Kontinent ergreifen muß.
Wir prüfen gegenwärtig auch Alternativen für die bevorstehenden SALT-Verhandlungen. Die Vereinigten Staaten werden dabei die folgenden allgemeinen
Ziele verfolgen:
1) Wir werden uns um Verhandlungen über Offensivwaffen bemühen. Dabei werden
wir den Kreis der strategischen Offensivwaffen, die in die Begrenzungen einbezogen werden, zu erweitern und ein Gleichgewicht bei den wichtigsten Trägersystemen zu erreichen suchen.
2) Wir werden die qualitativen Begrenzungen sorgfältig zu. prüfen wünschen,
die sich fördernd auf die Stabilität auswirken könnten.
3) Wir werden bei den strategischen Waffen auf eine Reduzierung des Rüstungsstandes hinarbeiten. Wie Präsident Nixon 1969 in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung erklärte, besteht unser Ziel darin, 'nicht nur eine Begrenzung des
weiteren Ausbaus der strategischen Rüstung, sondern sogar ihren Abbau zu erreichen. '
Natürlich messen wir auch der Arbeit der Abrüstungskonferenz große Bedeutung
bei, die nunmehr ihr Augenmerk darauf gerichtet hat, das Anlegen von Beständen
an chemischen Waffen für eine Verwendung im Kriege zu verhindern. Die Konferenz
hat lange gebraucht, um einige der wichtigen und komplexen Fragen im Zusammen- 3 -

�Zusammenhang mit möglichen bedeutsamen Beschränkungen auf diesen Gebieten zu
lösen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Prüfung aller Vorschläge beschleunigt/
und wir rechnen damit, bald auf sie antworten zu können.
Aus dem, was ich gesagt habe, wird klar, daß die Vereinigten Staaten der
Auffassung sind, daß ein Vorgehen Schritt um Schritt in der Praxis der beste
Weg ist, um einen echten Fortschritt in Richtung auf eine Abrüstung zu erreichen.
Lassen Sie mich noch auf andere Gebiete der Welt eingehen, wo die Fortschritte beschleunigt werden müssen.
In Afrika muß diese Vollversammlung fortfahren, das Streben aller Völker
aller Rassen nach Menschenwürde, Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit zu
verteidigen. Die Vereinigten Staaten werden weiterhin allen diesbezüglichen,
praktisch

durchführbaren Bemühungen ihre volle Unterstützung gewähren.

In Lateinamerika, wo die Wachstumsraten in den letzten Jahren die von der
Allianz für den Fortschritt gesetzten Ziele zwar weit übertroffen haben, ist
die wirtschaftliche Entwicklung immer noch ein Hauptanliegen und oberstes Erfordernis. Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin zu einem wesentlichen
Wirtschaftshilfeprogramm stehen und wir werden in anbetracht der großen Bedeutung,
die der Handel für die wirtschaftliche Entwicklung hat, die Teilnahme der lateinamerikanischen und anderer Entwicklungsländer an den bevorstehenden Verhandlungen
über ein neues internationales Handelssystem aktiv unterstützen.
In Vietnam haben die Vereinigten Staaten die Stärke ihrer Streitkräfte von
rund 550 000 auf 35 000 Mann verringert. Präsident Nixon hat eine Waffenruhe
für ganz Indochina unter internationaler Überwachung, einen Austausch der Kriegsgefangenen und einen völligen Abzug aller amerikanischen Truppen vorgeschlagen.
Nach diesem Vorschlag könnte über die politische Zukunft Vietnams von den
Vietnamesen

selbst verhandelt werden. Präsident Nixon hat ferner wesentliche An-

strengungen zugesagt, um beiden vietnamesischen Staaten beim Wiederaufbau nach
dem Kriege zu helfen. Unter diesen Umständen fällt es schwer zu verstehen, warum
die andere Seite hartnäckig bei der Auffassung bleibt, daß der Krieg fortgesetzt
werden sollte.
Und
- 4-

�Und im Nahen Osten muß die Schwungkraft in Richtung auf eine friedliche Regelung zurückgewonnen werden.
Wir sollten von zwei positiven Elementen Kenntnis nehmen. Die Waffenruhe
besteht nunmehr seit 26 Monaten. Das Klima für eine Regelung schien sich im Laufe
des Jahres 1972 immer weiter zu verbessern.
Wir müssen uns jedoch darüber klar sein, daß die Morde in München eine bedauerliche Folge von Aktionen und Gegenaktionen ausgelöst und die Aussichten auf
einen baldigen Fortschritt verdunkelt haben. Trotzdem hat keine der beiden Seiten
die Tür für künftige diplomatische Bemühungen für immer zugeschlagen. Wir glauben,
daß die eine friedliche Regelung begünstigenden Kräfte immer noch die Oberhand
haben. Unsere Aufgabe ist es, alles in unseren Kräften stehende zu tun, um dafür zu sorgen, daß sie unterstützt werden.
Die gegenwärtig im Nahen Osten bestehende Situation des Nicht-Friede/NichtKrieg kann und wird niemandes Interessen in diesem Raum dienen. Natürlich ist
ein stabiles, gerechtes und dauerhaftes Friedensabkommen auf der Basis der Resolution 242 des Weltsicherheitsrates auch weiterhin das Ziel der Vereinigten
Staaten.
Aber dies kann nicht erreicht werden, ohne daß echte Verhandlungen zwischen
den betroffenen Parteien aufgenommen werden. Keine von außerhalb aufgezwungene
Regelung könnte lange von Bestand sein. Verhandlungen bedeuten nicht Kapitulation.
Es finden gegenwärtig überall auf der Welt Verhandlungen zwischen solchen statt,
die seit langem Gegner sind. Warum sollte der Nahe Osten eine Ausnahme sein. Wenn
Nordkorea mit Südkorea spricht, wenn die Ostdeutschen mit den Westdeutschen
sprechen, wenn die Inder und die Pakistanis sofort nach dem Kriege und noch vor
einem Abzug der Truppen zusammenkommen können, dann sollte der Nahe Osten bestimmt keine Ausnahme von der allgemeinen Regel sein, daß Meinungsverschiedenheiten durch einen aktiven Dialog zwischen den betroffenen Parteien beigelegt
werden können.
Wir glauben nicht, daß dieser Prozeß unbedingt mit direkten Verhandlungen
beginnen muß. Es bestehen auch andere diplomatische Kanäle. Botschafter Jarring

- 5-

�Jarring steht weiterhin zur Verfügung, um den Parteien bei den Verhandlungen
über die Bedingungen einer Friedensregelung, die im Einklang mit der Resolution
242 des Weltsicherheitsrates steht, zu helfen.
Ein anderer - unseres Erachtens sehr verheißungsvoller erster Schritt - wären
Annäherungsgespräche, die zu einem Interimsabkommen über den Suezkanal führen.
Damit würden die kämpfenden Parteien getrennt und die ägyptische

Verwaltung

des Suezkanals wieder hergestellt werden, dies würde einen gewissen Rückzug der
Israelis bedingen, die Waffenruhe erhalten und weiteren Bemühungen um eine Gesamtlösung neuen Auftrieb verleihen.
Es ist ermutigend, daß beide Seiten übereinstimmen, daß ein solches Interimsabkommen in sich nicht das Ende, sondern nur der erste Schritt in Richtung
auf eine Gesamtfriedensregelung sein würde. Ein solcher praktischer Test für
den Frieden zu Lande läge im Interesse beider Seiten, und die Vereinigten Staaten
stehen weiterhin bereit, dabei mitzuhelfen. Ferner muß eine Gesamtregelung im
Einklang mit der Resolution 242 den legitimen Bestrebungen und Anliegen der Regierungen beider Seiten wie auch des palästinensischen Volkes Rechnung tragen.
Wenn man die großen politischen Entwicklungen der letzten Jahre betrachtet,
dann muß man feststellen, daß die Vereinten Nationen nicht direkt daran beteiligt waren. Diese Tatsache wird in Angriffen gegen die Weltorganisation oft
angeführt.
Wir sind uns natürlich darüber im klaren, daß die Charta nicht darauf abzielt, die Vereinten Nationen zum Mittelpunkt aller Diplomatie zu machen. Immer
noch ist,.jwie;es .der Generalsekretär in seinem Jahresbericht milde formuliert
hat,'der Platz der Organisation in der politischen Sphäre ... ungewiss1. Mit
dieser Feststellung dürften die meisten von uns übereinstimmen.
Wenn wir in die Zukunft blicken, dann sollten wir nicht aus dem Auge verlieren, daß die Lösungen des Problems nicht so sehr in institutionellen Reformen,
sondern im nationalen Willen gefunden werden müssen. So weit jedoch bessere Arbeitsmethoden und realistischere institutionelle Vereinbarungen dazu beitragen
werden, müssen wir auch versuchen, diese herbeizuführen. Dafür einige Beispiele:
Wir
- 6 -

�Wir sind der Überzeugung, daß der Sicherheitsrat, wenn er seinen Einfluß
und seine Autorität behalten will, Wege finden muß, um die Vertretung von Staaten
über die gegenwärtigen ständigen Mitglieder hinaus zu gewährleisten - Staaten,
deren Mittel und Einfluß von wesentlicher Bedeutung für die Weltpolitik sind.
So fällt beispielsweise auf, daß Japan in einer Körperschaft nicht vertreten ist,
die dazu dienen soll, die Verantwortung der wichtigen Mächte der Welt zum Tragen
zu bringen.
Wir sind der Überzeugung, daß größere Mittel für Untersuchungskommissionen,
Vermittlerdienste und für die stille präventive Diplomatie eingesetzt werden
müssen.
Wir sind der Überzeugung, daß die zunehmende Abstimmung nach Blöcken - oft
ohne ein unabhängiges Ansehen der Sache an sich - in zunehmendem Maße zu unrealistischen Ergebnissen führt.
Die Erörterung der Schwächen der Vereinten Nationen bei der Behandlung
politischer Probleme hat ihren Höhepunkt genau zu dem Zeitpunkt erreicht, da
ihr Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen und
technologischen Zusammenarbeit große Fortschritte macht.
Lange bevor die wirtschaftliche Entwicklung zu einem großen internationalen
Anliegen wurde, haben die Vereinten Nationen Bemühungen eingeleitet, um die wirtschaftliche Kluft zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländer zu verkleinern.
Die Vereinigten Staaten haben diese Bemühungen von Anfang an unterstützt. Es
ist eine ermutigende Tatsache, daß während der ganzen letzten drei Jahre das
Produktionswachstum pro Kopf in den Entwicklungsländern eine höhere Rate erreicht hat als in den Industrieländern. Die kürzliche Studie der Weltbank zeigt
jedoch, daß noch immer ein ernstes Problem im Hinblick auf Einkommensverteilung,
hohe Raten der Kindersterblichkeit, hohe Raten des Analphabetentums, der schweren
Unterernährung und des weit verbreiteten schlechten Gesundheitsstandes besteht.
Die Vereinigten Staaten wollen weiterhin der Lösung solcher Probleme ernsthafte
Anstrengungen widmen - durch das verbesserte Entwicklungsprogramm der Vereinten
Nationen und durch andere Mittel und Wege der Wirtschaftshilfe.
Auch

- 7-

�Auch die Tätigkeiten der Vereinten Nationen auf dem Gebiet der Wissenschaft
und Technologie haben ihre Wirkung Die Konferenz der Vereinten Nationen über die menschliche Umwelt, die als
Meilenstein gelten kann, hat eine weltweite Beobachtung des Verschmutzungsstandes
von 'Wasser, Luft, Erde und Lebewesen' vorgeschlagen* die Messung des Standes
bestimmter Chemikalien wie Kohlenwasserstoff, der die Luft über den Städten der
Welt verpestet. Um diese und andere wichtigen Programme ohne Verzug in Gang zu
bringen, appelieren wir an die Versammlung, das Sekretariat und den geforderten
Fonds von 100 Millionen Dollar für den Umweltschutz einzurichten.
Die Vereinten Nationen können ferner einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Rauschgifthandels, vor allem des Heroinhandels leisten. Eine revidierte zusammengefaßte Konvention über Rauschgifte wird dem Ausschuß für Narkotika die Vollmacht geben, den Mohnanbau und die Opiumproduktion in Ländern zu
verringern, die die Quelle für diesen Handel zu sein scheinen. Der Fonds der Vereinten Nationen zur Bekämpfung

des Drogenmißbrauchs hilft den einzelnen Staaten

die Drogenüberwachung zu verbessern, Polizei-und Zollbeamte auszubilden, andere
Einkommensquellen für Opiumanbauer zu erschließen und die Drogensucht zu verhindern und zu behandeln. Präsident Nixon hat vorige Woche erklärt, daß jede Regierung, die gegen den Drogenmißbrauch vorgehen will, auf die volle Unterstützung
der Vereinigten Staaten dabei rechnen kann.
Erst letzte Woche hat der Generalsekretär bekanntgegeben, daß 1974 das Jahr
der Weltbevölkerung und der Zeitpunkt einer großen Bevölkerungskonferenz der
Vereinten Nationen sein wird. Wir hegen die Hoffnung, daß die Konferenz zur Aufstellung konkreter Ziele hinsichtlich eines verringerten Wachstums der Weltbevölkerung führen wird.
Diese Vollversammlung wird ferner den Fortschritt ihres Meeresbett-Ausschusses bei der Vorbereitung einer Konferenz über das Seerecht prüfen. Es ist
wichtig für uns, diese Gelegenheit dazu zu benutzen, um die Ozeane zu einem
Beispiel der internationalen Zusammenarbeit zu machen und sie nicht zu einem
Gebiet des künftigen Konflikts werden zu lassen.
Tätigkeiten

- 8-

�Tätigkeiten auf solchen Gebieten wie dem Umweltschutz, den Rauschgiften,
dem Meeresbett und der Bevölkerungskontrolle - wo vielfach neue Anwendungsmöglichkeiten der Wissenschaft und der Technologie bestehen - werden in Zukunft
an Bedeutung gewinnen. Wir sind der Auffassung, daß fast alle diese Tätigkeiten
eine stärkere Aufmerksamkeit und höhere Priorität in den Vereinten Nationen erfordern werden.
Ich habe heute von einigen der Schwächen wie auch einigen der Stärken der
Vereinten Nationen gesprochen, weil ich der Überzeugung bin, daß wir diese Organisation realistisch betrachten müssen, wenn wir zu ihrer künftigen Entwicklung
beitragen wollen. In diesem Geiste werden die Vereinigten Staaten die Vereinten
Nationen auch weiterhin unterstützen. Wir bleiben dem Ziel verpflichtet, sie stärker
und wirksamer zu gestalten.
Während dieser Sitzungsperiode werden die Vereinten Nationen die Gelegenheit
und auch die Verpflichtung haben, Maßnahmen von lebenswichtiger Bedeutung für die
internationale Gemeinschaft zu ergreifen. Die Vereinten Nationen müssen sich wirksam und energisch mit kriminellen Akten des internationalen Terrorismus auseinanderzusetzen, die überall in so tragischer Weise in das Leben von Menschen eingreifen - ohne Warnung, ohne Unterschied und ohne Rücksicht auf die Heiligkeit
des menschlichen Lebens.
Vor 20 Jahren bekräftigten die Vereinten Nationen in ihrer Erklärung der
Menschenrechte, daß jeder Mensch ein Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
der Person hat. Aber wie steht es in der heutigen Welt mit dieser Sicherheit?
In Schweden werden 90 Menschen, die einen internationalen Flug antreten
zu Geiseln gemacht und von kroatischen Terroristen gegen Lösegeld festgehalten.
In London wird ein israelischer Diplomat durch eine Bombe getötet, die ihm
mit der Post zugeschickt wurde. Hier in New York entgehen Kollegen bei den Vereinten Nationen nur knapp einem ähnlichen Schicksal.
Auf Zypern entkommen 95 Personen vieler Nationalität in einem venezolanischen
Flugzeug nur knapp dem Tode, da eine Bombe gerade noch rechtzeitig entdeckt wird.
In
- 9-

�In New York werden Schüsse in die Wohnung eines Mitglieds der sowjetischen
Mission abgegeben, in der Kinder spielen.
In München werden elf olympische Sportler an einem Tag des Schreckens, den
die ganze Welt erlebte, entführt und ermordet.
In der Tschechoslowakei wird ein tschechoslowakischer Pilot getötet und
sein Flugzeug nach Westdeutschland entführt.
In Israel werden 26 Touristen - davon 16 amerikanische Staatsbürger - in
einem wahnsinnigen Angriff auf einen internationalen Flughafen hingemetzelt.
Allein in diesem Jahr sind 25 Flugzeuge aus 13 Ländern erfolgreich entführt
worden und 26 andere solcher Versuche konnten abgewendet werden. Allein in diesem
Jahr wurden 140 Luftpassagiere und Besatzungsmitglieder durch Terrorakte getötet
und 97 verwundet. In fünf Jahren sind 27 Diplomaten aus 11 Ländern entführt und
drei ermordet worden. In New York sind arabische und andere Vertretungen bedroht
worden.
Gibt es einen von Ihnen hier, der nicht anläßlich einer Flugreise von irgendwoher über seine eigene persönliche Sicherheit besorgt gewesen wäre? Gibt es
einen von Ihnen hier, der sich nicht gefragt hätte, welcher Terrorist als nächster
und an welcher Stelle zuschlagen könnte?
Hier geht es nicht um Krieg - Krieg zwischen Staaten, Bürgerkrieg oder
revolutionären Krieg - hier geht es nicht darum, daß Völker danach streben,
Selbstbestimmung und Unabhängigkeit zu erreichen.
Hier geht es vielmehr darum, ob Millionen von Luftreisenden weiterhin
jedes Jahr in Sicherheit fliegen können. Hier geht es darum, ob eine Person
die einen Brief erhält, ihn ohne Angst öffnen kann, in die Luft gesprengt zu
werden. Hier geht es darum, ob Diplomaten ihren Aufgaben in Sicherheit nachkommen können. Hier geht es darum, ob internationale Zusammenkünfte - wie die
olympischen Spiele, wie diese Versammlung - ohne die ständige Bedrohung durch
Gewalt vonstatten gehen können.
Kurz

- 10 -

�Kurz gesagt, hier geht es darum, ob die leicht angreifbaren internationalen
Verbindungslinien, die Luftwege und die Postverbindungen, die diplomatische
Tätigkeit und internationale Tagungen - ohne Störung fortgeführt werden können,
um Nationen und Völker zusammenzuführen. Alle die das angeht, geht es auch an,
entscheidende Maßnahmen zur Unterdrückung dieser wahnsinnigen Akte des Terrorismus zu treffen.
Wir wissen alle, daß viele kriminelle Akte des Terrorismus abgesehen von
den psychopathischen und den rein bösartigen Ursachen auch politischen Ursprungs
sind. Wir sind uns alle darüber im klaren, daß Fragen wie die Selbstbestimmung
auch weiterhin von der internationalen Gemeinschaft ernsthaft behandelt werden
müssen. Aber politische Leidenschaft, so tief sie auch sein mag, kann keine
Rechtfertigung für kriminelle Gewalt gegen unschuldige Menschen sein.
Die Terrorakte, die ich gerade angeführt habe, sind ohne Frage absolut
unannehmbare Angriffe gegen das eigentliche Gefüge der internationalen Ordnung.
Sie müssen weltweit verurteilt werden, ob wir nun die Gründe, die die Terroristen
anführen, für nobel oder schändlich, für legitim oder illegitim ansehen.
Wir müssen wirksame Schritte ergreifen, um die Entführung von internationalen
Zivilflugzeuge zu verhindern.
Wir müssen wirksame Schritte ergreifen, um Mordanschläge und Entführungsversuche; gegen Diplomaten zu.verhindern.
Wir müssen wirksame Schritte ergreifen, um Terroristen daran zu hindern,
Bomben mit der Post zu versenden oder unschuldige Zivilisten zu ermorden.
Die Vereinigten Staaten begrüßen die Initiative des Generalsekretärs,
die Frage auf die Tagesordnung zu bringen.
Vor zwei Jahren, noch bevor das Problem seine gegenwärtige Dimension erreichte, unternahm die Vollversammlung den ersten Schritt - den Schritt der
uns jetzt leiten muß. In der Erklärung über freundschaftliche Beziehungen unter
Staaten, die das Recht auf Selbstbestimmung so nachdrücklich unterstrich, hat
die Vollversammlung auch einstimmig erklärt, daß jede Nation die Pflicht hat,

- 11 -

�hat, sich der Unterstützung terroristischer Akte in einem anderen Staat zu enthalten oder sich sonstwie daran zu beteiligen oder innerhalb ihres Territoriums
organisierte Tätigkeiten zu dulden, die auf die Ausübung solcher Akte gerichtet
sind.
Es ist jetzt an der Zeit, dieser Verpflichtung, die diese Vollversammlung
so feierlich ausgesprochen hat, wirklich Sinn und Bedeutung zu geben.
In den letzten zwei Jahren hat die internationale Gemeinschaft bestimmte
Schritte auf dem Gebiet der Flugzeugentführung unternommen. Es sind Konventionen
abgeschlossen worden, die schwere Strafen für die Entführung und die Sabotage
von Flugzeugen vorsehen, und von den Staaten verlangen, Entführer und Saboteure
auszuliefern oder strafrechtlich zu verfolgen. Wir appellieren an alle Staaten,
die diese Konventionen noch nicht ratifiziert haben, dies zu tun.
Wir stehen jetzt vor der dringenden Notwendigkeit, internationale

Gewalt-

verbrechen nicht nur in der Luft, sondern überall in unserer Gesellschaft zu
verhüten und zu bestrafen. Die Vereinigten Staaten fordern dringend, daß diese
Versammlung handelt - und zwar sofort handelt - um dieser Herausforderung zu
begegnen.
Erstens»sollte noch in dieser Sitzungsperiode dieser Versammlung der Entwurf für einen Vertrag über die Strafverfolgung oder Auslieferung von Personen,
die Diplomaten oder Vertreter ausländischer Regierungen oder internationaler
Organisationen angreifen oder entführen, abgeschlossen

und zur Unterzeichnung

aufgelegt werden. Der Vertragsentwurf liegt dieser Versammlung in Dokument
A/8710 vor.
Zweitens, ein Vertrag, der die Aussetzung des gesamten Luftverkehrs nach
Ländern vorsieht, die Entführer oder Saboteure von Zivilflugzeugffi nicht bestrafen
oder ausliefern, sollte sofort abgeschlossen und zur Unterzeichnung aufgelegt
werden. Eine Nation, die Entführern Unterschlupf

gewährt, sollte von der inter-

nationalen Gemeinschaft geächtet werden. Der Entwurf für einen Vertrag in diesem
Sinne ist bereits von einem Unterausschuß der Zivilen Luftfahrtorganisation erörtert worden. Um baldige Maßnahmen zu erreichen, sollte der Prozeß der Be-

- 12 -

�I

Behandlung beschleunigt und ohne Verzug eine diplomatische Konferenz zur Fertigstellung des Vertrages einberufen werden.
Drittens, ein neuer Vertrag gegen den 'Export von internationalem Terrorismus'
sollte so bald wie möglich abgeschlossen und zur Unterzeichnung aufgelegt werden.
Der Vertrag sollte eine weltweite Verurteilung von Personen enthalten, und ihre
Strafverfolgung oder Auslieferung fordern, die unschuldige Zivilisten in einem
anderen Staat zu dem Zwecke töten, ernsthaft verwunden oder entführen, um einem
Staat oder einer internationalen Organisation Schaden zuzufügen oder von ihnen
Zugeständnisse zu erzwingen.

Zum Abschluß eines solchen Vertrages

sollte so

bald wie möglich eine diplomatische Konferenz einberufen werden. Die amerikanische
Regierung bringt heute einen ersten Entwurf für einen solchen Vertrag in Umlauf.
Wir fordern alle Regierungen auf, diesem Entwurf ernste Beachtung zu schenken.
Wir haben diese verschiedenen Vorschläge ferner in einem Resolutionsentwurf niedergelegt, den wir heute morgen dem Sekretariat zur Verteilung übermittelt haben.
Diese Maßnahmen würden einen wesentlichen Fortschritt in dem Kampf gegen
den internationalen Terrorismus bedeuten. Es liegt sicherlich im kollektiven
Interesse jeder hier in dieser Halle vertretenen Nation, dem wachsenden Angriff
auf die internationale Ordnung Einhalt zu gebieten, vor dem wir heute alle
stehen.
Möge diese Vollversammlung die treibende Kraft für die spezifischen und
die nachdrücklichen Schritte sein, die erforderlich sind. Möge sie beweisen,
daß die Vereinten Nationen diese Probe bestehen können. Möge sie den Menschen
überall in der Welt zeigen, daß diese Organisation hier und jetzt in der Lage
ist, die konkreten Maßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um uns einer Welt
näherzubringen die frei von Gewalt ist - einer Welt, wie sie das große Ziel
der Charta der Vereinten Nationen ist.

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39/1972

VEREINTE NATIONEN WERDEN SICH MIT TERRORISMUS BEFASSEN
- Amerikaner unterstützen UN-Generalsekretär -

VEREINTE NATIONEN, NEW YORK - (AD) - Die Tatsache, daß sich die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit dem weltweiten Terrorismus befassen und
zumindest Vorschläge zu dessen Bekämpfung hören wird, hat die Vereinigten
Staaten mit Befriedigung erfüllt. Amerika hat von Anfang an die Bemühungen
von Generalsekretär Waldheim unterstützt, den Punkt "Terror" auf die Tagesordnung zu bringen.
Vor dem Lenkungsausschuß, der mit 15 gegen sieben Stimmen, bei zwei Stimmenthalt ;ngen, der Vollversammlung die Erörterung von "Maßnahmen zur Verhütung
von Terrorismus und anderen Formen der Gewalt, die unschuldige Menschenleben
gefährden oder kosten oder Grundfreiheiten in Frage stellen" empfohlen hatte,
legte der amerikanische Chefdelegierte, Botschafter George Bush, den Standpunkt
seiner Regierung dar. "Die Vereinigten Staaten", so erklärte er, "unterstützen
nachdrücklich die Aufnahme dieses wichtigen Punktes, dieses dringenden Punktes,
auf die Tagesordnung. Die tragischen Ereignisse in weit auseinander liegenden
Gegenden der Erde lassen keinerlei Zweifel daran, daß die Gefahren nicht nur
für die internationalen Beziehungen, sondern auch für unschuldige Zivilisten
überall unmittelbar und ernst sind. Das kann niemand bestreiten ..."
Obwohl jede Nation die Verpflichtung hat, alles in ihrer Macht stehende
zu tun, um das Auftreten von Terrorakten zu verhindern, und obwohl bilaterale
Maßnahmen zu diesem Zweck unerläßlich sind, erfordert die weltweite Natur des

- 1 -

�des Problems Maßnahmen der ganzen Völkergemeinschaft, wenn nicht unschuldige
Zivilisten in zunehmendem Maße Opfer der Gewalt werden sollen".
Die Weltöffentlichkeit sei über den wachsenden Terror alarmiert, so betonte Bush, und dieses Problem in den Vereinten Nationen nicht zu behandeln,
hieße an dem eigentlichen Zwecke der Weltorganisation vorbeigehen.
Auch der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Charles Bray,
hatte wiederholt unterstrichen, daß die Vereinten Nationen über Maßnahmen zur
Bekämpfung und Unterbindung des Terrors aktiv werden müßten. Die Vereinigten
Staaten hielten dieses Thema für außerordentlich wichtig. Der Sprecher wies
darauf hin, daß das Problem bei bilateralen Gesprächen von Außenminister Rogers
immer wieder angeschnitten worden sei, so unter anderem mit dem französischen
Außenminister Maurice Schumann und dem israelischen Außenminister Abba Eban.
Rogers habe seinem französischen Kollegen gegenüber auch darauf hingewiesen,
daß die Vereinigten Staaten auf harte Sanktionen gegenüber Ländern drängten,
die Luftpiraten und Saboteuren Unterschlupf gewähren.
Der bekannte amerikanische Kommentator James Reston vertrat in einem Leitartikel in der New York Times die Auffassung, daß vor allem die fünf Großmächte
- die fünf Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen eine besondere Verantwortung trügen, das "internationale Banditentum" zu bekämpfen. Die Vereinigten Staaten müßten alles in ihren Kräften stehende tun,
dieses Problem vor die Vereinten Nationen zu bringen - selbst auf die Gefahr
hin, daß dies mit einer Debatte über Vietnam verquickt würde.
In amtlichen Kreisen in Washington hält man die Vollversammlung der Vereinten Nationen für das durchaus geeignete Forum, um praktische Schritte gegen
den Terror zu beschließen. So könnte die Vollversammlung ihre Mitglieder auffordern, sich an die bereits bestehenden Konventionen von Tokio, Den Haag und
Montreal gegen die Luftpiraterie zu halten. Auch könnten die Vereinten Nationen
nach amerikanischer Auffassung eine Konvention über den Schutz von Diplomaten
ausarbeiten.
Die

- 2-

�Die Vereinigten Staaten selbst haben weitere Schritte zum Schutz vor
Terrorakten ergriffen. So hat der Außenpolitische Ausschuß des Senats die
Ratifizierung der Konvention von Montreal empfohlen, und das Plenum des Senats
hat eine Gesetzesvorlage gebilligt, die die Aufstellung einer neuen Flughafensicherungspolizei ermöglichen soll.

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39/1972

USA UND SOWJETUNION UNTERZEICHNEN MEMORANDUM ÜBER DURCHFÜHRUNG
DES UMWELTABKOMMENS

MOSKAU - (AD) - Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben in der
friedlichen Zusammenarbeit einen "wichtigen Schritt vorwärts" getan und ein
Momorandum über die Durchführung ihres Umweltabkommens unterzeichnet.
Did am 21. September zum Abschluß der viertägigen amerikanisch-sowjetischen
Gespräche erzielte Vereinbarung ist das erste Ergebnis des von Präsident Nixon
und Präsident Podgorny am 23. Mai in Moskau unterzeichneten Abkommens über
Zusammenarbeit im Umweltschutz.
Der amerikanische Delegationschef, Dr. Russell E. Train, bezeichnete
diese Vereinbarung als die bisher umfassendste, die zwischen beiden Ländern auf
diesem Gebiet je getroffen wurden, und als "einen wichtigen Schritt vorwärts".
Dr. Train und der sowjetische Delegationsführer, E.K.Fedorow,kündigten vor der
Presse an, daß sie die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projekte auch anderen
Ländern zugänglich machen würden.
Dr. Train, der Vorsitzender des amerikanischen Beirats für Umwelthygiene
ist, betonte, daß die zu untersuchenden Probleme "weltweiter Natur" leien. Der
amerikanische Delegationschef ging auf einige der über 30 spezifischen Gebiete
einer engen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Politikern beider Seiten
ein. So sollen noch in diesem Jahr gemeinsamen mit sowjetischen Wissenschaftlern
Erdbebenstudien in San Francisco durchgeführt werden, während zu einem späteren

- 1 -

�späteren Zeitpunkt zu dem gleichen Zweck eine amerikanische Expertengruppe
nach Zentralasien reisen wird. Als weitere Punkte der Zusammenarbeit nannte
Train

die Bekämpfung der Verschmutzung von Luft und Wasser, die urbane Umwelt

sowie klimatische und landwirtschaftliche Fragen. Diesbezügliche Studien sollen
unter anderem im Rahmen verschiedener Programme in St. Louis und Leningrad, am
Baikal-See und an den amerikanischen Großen Seen sowie in San Francisco und
Atlanta und in Leningrad und wahrscheinlich Wolgograd durchgeführt werden. Eines
der vorgesehenen multinationalen Projekte fußt auf einer anlaufenden Studie
des amerikanischen Handelsministeriums über die Auswirkungen von Überschallflugzeugen auf die Umwelt, für die auch britische, französische und japanische
Daten herangezogen werden.
In einer zum Abschluß der amerikanisch-sowjetischen Gespräche veröffentlichten
Erklärung heißt es, daß die beiden Delegationen "in einer freundschaftlichen
Atmosphäre Beratungen über eine beiden Seiten zum Nutzen gereichende Zusammenarbeit geführt haben".
Die nächsten Beratungen der beiden Delegationen sollen im kommenden Jahr
in den Vereinigten Staaten geführt werden. In der Zwischenzeit werden, wie es
in der Erklärung heißt, Koordinatoren beider Seiten die Kontakte aufrechterhalten, um Fortschritte des Programms sicherzustellen.

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39/1972

CHROMATOGRAPHIE UND SPEKTROSKOPIE
Ausstellung und Fachtagung im US-Handelszentrum

- (AD) - Unter dem Titel "Chromatographie und Spektroskopie" zeigen
vom 23. - 27. Oktober 1972 über 40 amerikanische Hersteller im US-Handelszentrum in Frankfurt am Main moderne Apparaturen und Systeme für die Analytik.
Das Ausstellungsprogramm umfaßt ein lückenloses Geräte-Angebot, das auch alle
wichtigen elektronischen Hilfsmittel für die beiden bedeutendsten Analysenmethoden in der Chemie, in der physikalischen Chemie, Biochemie und Labormedizin umfaßt. Neben den "großen Namen" werden auf der Ausstellung auch
kleinere und noch weniger bekannte Firmen vertreten sein.
Gezeigt werden u.a.: Gas-Chromatographen, Detektoren, FlüssigkeitsChromatographen, Aminosäure-Analysatoren, Elektrophorese-Geräte, Photometer
zur Auswertung von Chromatogrammen und Elektropherogrammen, Spektrophotometer,
Spektrallichtquellen, Monochromatoren, Röntgenfluoreszenz-Spektrometer, automatische Analysengeräte für chemische und klinische Untersuchungen, Blutgasanalysatoren, Geräte für die chemische Metallanalyse sowie Datenerfassungsgeräte und Rechner für analytische

Instrumente..

Angeschlossen an die Ausstellung ist eine Fachtagung vom 24. - 26. Oktober,
auf der deutsche und amerikanische Fachleute über die neuesten Erkenntnisse
der Analysentechnik berichten und fortschrittliche Geräteentwicklungen
diskutieren.
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39/1972

KULTURBRIEF AUS DEN USA
Literatur - Musik - Film - Museen

NEW YORK

- (AD) - Im September 1972 - Alexander Solschenizyns Romane

und Erzählungen sowie die Fülle von Artikeln, die über ihn in der amerikanischen
Presse erschienen sind, machen den Wunsch amerikanischer Leser verständlich,
mehr über das eigentliche Leben dieses Mannes zu erfahren, der 1970 mit dem
Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde und dessen soeben veröffentlichte
Nobelpreisrede diesem Wunsche wieder neue Nahrung gibt. So werden viele Amerikaner das Erscheinen der Solschenizynbiographie von David Burg und George Feifer
begrüßen. Beide Autoren sind hervorragende Kenner der Sowjetunion. Trotz der
Anfeindungen durch sowjetische Behörden - Feifer ist die Einreise in die Sowjetunion auf Lebenszeit untersagt - und trotz der Tatsache, daß Solschenizyn
selbst sich nachdrücklich dagegen verwahrt hat, daß Biographien zu seinen Lebzeiten veröffentlicht werden, haben die beiden Autoren doch ein erstaunlich
objektives Buch vorgelegt. An Hand von Solschenizyns eigenen Schriften - die
ja vorwiegend Autobiographisches enthalten - sowie aus Bemerkungen seiner Freunde
und Bekannten, zeichneten sie das Lebensbild eines Sowjetbürgers, der Krieg,
politische Verfolgung, Arbeitslager, eine bösartige Krebserkrankung und die
Schikanen eines starren Bürokratismus ertragen und überdauert hat. Das Buch
erscheint in einem günstigen Augenblick, nämlich kurz vor Auslieferung der
amerikanischen Ausgabe von Solschenizyns "August 1914", das vom Book-of-theMonth Club in einer ersten Auflage von 100 000 Exemplaren auf den Markt gebracht wird*
Jede

- 1 -

�Jede andere Neueerscheinung wird es im Hinblick auf das Publikumsinteresse schwer haben, sich gegen "August 1914" zu behaupten. Die Verlagsprogramme
für Herbst 1972 lassen außerdem eine gewisse Zurückhaltung auf dem Gebiet der
Romanliteratur erkennen, zumal es immer schwieriger scheint, aufnahmewillige
Märkte zu finden. Herausgegriffen aus dem Herbstangebot etablierter Schriftsteller seien "Museums and Women and other Stories", ein Kurzgeschichtenband
von John Updike; "Marriage and Infidelities" von Joyce Carol Oates; "Transparent
Things" von Vladimir Nabokov und "Chimera" von John Arth.

Auf dem Gebiet der Musik ist Amerika nach wie vor ungeheuer aktiv. Rechnet
man die stattliche Anzahl der Sommerfestivals und Gastspieltourneen großer
Opernensembles und Sinfonieorchester hinzu, hat die Musik in den USA das ganze
Jahr über Saison. Unermüdlich scheint die New York City Opera, die bereits
Ende August die neue Spielzeit mit Donizettis "Maria Stuart" mit Beverly Sills
in der anspruchsvollen Titelrolle eröffnet hat. Vorgesehen sind ferner je
fünf Aufführungen von Mozarts "Don Giovanni" in englischer und italienischer
Sprache - ein Experiment, das viele Opernfreunde begrüßen werden. Mit zu den
rührigsten Opernhäuser Amerikas zählt auch die Santa Fe Opera in Santa Fe,
New Mexiko. Das Haus besteht seit 16 Jahren und hatte auch in diesem Jahr wieder
einen großstädtischen Spielplan aufzuweisen, so u.a. "Don Giovanni" (Mozart),
"Salome" (Richard Strauss), "Madame Butterfly" (Puccini) und die amerikanische
Erstaufführung der Oper "Melusine" von Aribert Reiman (Berlin, , Das Theater
ist eine Art Freilichtbühne mit hervorragenden akustischen Eigenschaften; insgesamt eine Anlage, die sich harmonisch in die zauberhafte Landschaft Neu
Mexikos einfügt. Die Metropolitan Opera eröffnete das Winterprogramm am
19. September mit einer Inszenierung von Bizets "Carmen" von Göran Gentele,
dem leider inzwischen tödlich verunglückten neuen Intendanten der Met. Am
20. September gedachte das New York Philharmonie Orchestra unter der Leitung
seines Chefdirigenten Pierre Boulez im Rahmen eines festlichen Konzerts des
10. Jahrestags der Eröffnung des Lincoln Center.

- 2-

�Die Tatsache, daß drei neue Theater in der kommenden Saison den New Yorker
Theaterplan zusätzlich bereichern, mag als Beweis gewertet werden,daß der
Broadway keineswegs so moribund ist wie einige Kommentatoren dies mit großer
Hartnäckigkeit immer wieder behaupten. Ein weiteres Anzeichen für seine ungebrochene Vitalität ist das Rekordangebot an neuen Musical-Produktionen. Hinzu
kommt die Übernahme außerordentlicher Off-Broadway-Erfolge, einschließlich des
Lustspiels "That Championship Season" von Jason Miller und des Musicals "Jacques
Brei is Alive - and Well and Living in Paris", das in der Off-Broadwayinszenierung
seit Jahren erfolgreich aufgeführt wird und bisher mehr als 1800 Vorstellungen
erreichte.

Das American Film Institute Theater im Washingtoner Kennedy Center ist
zwar noch nicht offiziell eingeweiht, was indes die Manager nicht hinderte,
eben dieses zum Schauplatz einer Art Musikfilmfestival zu machen. Gezeigt
wurden sechs Verfilmungen von Bernsteinkonzerten mit ausgewählten Werken von
Beethoven, Mahler, Verdi und Brahms, die in Tanglewood, London und Wien aufgenommen wurden. Die Vorführungen fanden im Eisenhower Theater des Kennedy
Center statt, das wegen seiner hervorragenden Akustik sich auch für die Aufführung von Kammermusiken und Schauspielen eignet.

Der Jahresbericht der National Gallery of Art (Washington) von 1971 berichtet von 333 Kunstwerken, die 1971 erworben wurden, einschließlich eines
Porträts von Cezanne

sowie Graphiken von Goya, Dürer und Rembrandt. Hinzu

kommen Arbeiten von Künstlern, deren Namen man vor wenigen Jahren in Publikationen der Nationalgalerie wohl vergeblich gesucht haben würde, Namen wie
Morris Louis, Lowell Nesbitt, Andy Warhol und Tom Weselmann. Sie sollen später
in dem noch im Bau befindlichen neuen Flügel der Nationalgalerie, der eine
repräsentative Sammlung moderner Kunst aufnehmen soll, gezeigt werden.
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39/1972

DIE AMERIKANISCHEN VORSTELLUNGEN ZUR INTERNATIONALEN WÄHRUNGSREFORM
- Das Zahlungsbilanzproblem steht im Mittelpunkt -

Von Eugene Brake

WASHINGTON - (AD) - Der Kern des neuen amerikanischen Planes für eine Reform des internationalen Währungssystems ist der Vorschlag, daß die einzelnen
Länder und -er Internationale Währungsfonds (IWF) Veränderungen der Währungsreserven eines Landes daraufhin beobachten, ob eine Anpassung des Wechselkurses seiner Währung nach oben oder nach unten vorgenommen werden sollte.

Der amerikanische Finanzminister George Shultz, der die amerikanischen
Vorstellungen auf der Jahrestagung des IWF am 26. September erläuterte, erklärte hierzu, "ein unangemessener Zuwachs oder Verlust an Reserven" - Währungsguthaben, die von den einzelnen Regierungen zur Finanzierung von Zahlungsbilanzdefiziten benutzt werden - "wäre letztlich der wohl gerechteste und wirksamste
Indikator, den wir als Richtschnur für den Anpassungsprozeß haben".

Es wird also von jedem einzelnen Land erwartet, daß es den Wechselkurs
seiner Währung ändert oder gleich wirksame, international akzeptable Maßnahmen
ergreift, wenn immer dieser Indikator klar zeigt, daß eine Wechselkursänderung
notwendig ist.

So könnten Sanktionen gegen Defizit- oder Überschußländer verhängt werden,
die sich weigern, Anpassungen ihres Wechselkurses vorzunehmen, nachdem die
- 1 -

�die Gemeinschaft der Völker der Welt - vertreten durch den Internationalen
Währungsfonds - entschieden hat, daß eine solche Anpassung nicht länger mehr
aufgeschoben werden kann.

Defizitländer würden Währungsreserven verlieren und könnten ebenfalls
ihres Zugangs zu IWF-Krediten oder ihrer Zuteilung von Sonderziehungsrechten
- den vom IWF geschaffenen und verwalteten internationalen Reserveguthaben verlustig gehen.

Länder mit ständigen Zahlungsbilanzüberschüssen, die sich in der Vergangenheit nur einem geringen Druck, zu handeln, ausgesetzt sahen, hätten zwei neue
Arten von möglichen Sanktionen zu gewärtigen:

1. Sie würden das Recht verlieren, die Einlösung fremder Währungen, die
durch Markttransaktionen erworben wurden, von den Ausgabelandern gegen andere
Reserveguthaben zu fordern. Praktisch wären dann von ihnen erworbene Dollar,
Franc, Yen oder andere Währungen nicht mehr konvertierbar.

2. In extremen Fällen würde es anderen Ländern gestattet werden, besondere
Importabgaben bei Gütern zu erheben, die aus solchen Ländern kommen, die sich
weigern, die neuen Bestimmungen einzuhalten.

Obwohl die neuen amerikanischen Vorstellungen nur ganz allgemein gehalten
waren, und absichtlich vermieden wurde, Einzelheiten über die Arbeitsweise des
neuen Systems darzulegen', hat Shultz doch klar zu verstehen gegeben, daß der
amerikanische Plan dem Internationalen Währungsfonds bei der Schlichtung von
Streitfragen, wann und wie die neuen Bestimmungen angewandt werden sollen, eine
wesentlich stärkere Stellung einräumen würde.

Sobald irgend ein System, so führte Shultz weiter aus, das eine Anpassung
von Zahlungsbilanzungleichgewichten gewährleistet, in Kraft tritt, würden die
Vereinigten Staaten wieder Sonderziehungsrechte oder andere Reserveguthaben
zur Einlösung von Dollar anbieten, die von den Zentralbanken anderer Länder erworben worden sind. Sie würden dies allerdings nur nach einer Übergangszeit
tun, in der die Zahlungsbilanzposition der Vereinigten Staaten eine wesentliche
Stärkung erfahren hat.
Noch

�Noch im Laufe der Woche wird sich der neue Zwanziger-Ausschuß des IWF konstituieren, um dann substantielle Verhandlungen über eine Währungsreform aufzunehmen. Wahrscheinlich werden die amerikanischen Pläne dann in diesen Verhandlungen im Detail ausgearbeitet und zusammen mit dem kürzlichen IWF-Bericht über
eine Währungsreform sowie den Vorschlägen anderer Länder erörtert werden. Da die
meisten der 20 Mitglieder des Ausschusses Ländergruppen repräsentieren, werden
praktisch alle Mitgliedsstaaten des IWF direkt oder indirekt bei den Verhandlungen
vertreten sein.

Die Vereinigten Staaten haben zwar neue Bestimmungen vorgeschlagen, die eine
Korrektur grundlegender Ungleichgewichte innerhalb

des internationalen Währungs-

systems sicherstellen sollen, ihr Plan läßt jedoch eine große Vielfalt in der Wahl
der politischen Instrumente zu, die von den einzelnen Regierungen hierbei eingesetzt werden können.

So könnten Länder den Wechselkurs ihrer Währungen innerhalb verhältnismäßig
großer Bandbreiten freigeben. Gleichzeitig würde es aber auch der Europäischen
Gemeinschaft gestattet sein, ihren Plan für eine Verringerung der Bandbreiten
innerhalb der Gemeinschaft durchzuführen. Und ein Entwicklungsland, das sich
großer Wechselkursstabilität rühmen kann, könnte mit seinem wichtigsten Handelspartner vereinbaren, den Wechselkurs seiner Währung eng an den Wechselkurs dieses
Landes zu binden.

Unter bestimmten Umständen würde es Länden erlaubt sein, den Wechselkurs
ihrer Währungen freizugeben. Aber ein solches Floaten würde neuen strengen
Bestimmungen unterliegen - zum Beispiel Bestimmungen, die sicherstellen, daß
wirklich keinerlei offizielle Interventionen zur Beeinflussung des Kurswertes
vorgenommen werden.

Obwohl bei internationalen Zahlur.gsbilanzungleichgewichten allgemein eine
Anpassung der Wechselkurse erwartet wird, können die betreffenden Länder auch
unter einer Vielzahl anderer, international akzeptabler Maßnahmen wählen - bei
Defizitländern zum Beispiel scharfe Beschränkungen auf binnenwirtschaftlichem
Gebiet oder bei Überschußländern ein Abbau der Handelsschranken oder eine Er- 3-

�Erhöhung der zinsgünstigen Finanzhilfe an Entwicklungsländer.

Dadurch, daß der Anpassungsmechanismus verschiedene Alternativen zuläßt,
haben die einzelnen Regierungen eine größere Handlungsfreiheit. Dies dient
aber auch einem anderen wichtigen Zweck. Für die Spekulanten erhöht sich damit
das Risiko, wenn sie auf künftige Auf- oder Abwertungen setzen. Ihnen wird der
Anreiz zu Spekulationen genommen, den, wie einige Experten befürchteten, jedes
auf automatischen und vorhersehbaren Wechselkursänderungen basierende System
geben könnte.

Gleich den meisten anderen Ländern treten die Vereinigten Staaten für eine
Stärkung der Rolle der Sonderziehungsrechte in dem künftigen internationalen
WährungsSystem ein, während dem Gold eine mehr untergeordnetere Rolle zugewiesen
werden soll. Offensichtlich würde auch der Dollar nicht mehr eine so wichtige
Rolle für die internationalen Währungsreserven spielen, doch hat Shultz angedeutet, daß Ländern, die ihre gesamten Reserven - oder einen Teil - in Dollar
halten wollen, dies gestattet sein soll.

Der amerikanische Plan sieht ferner eine enge Zusammenarbeit von Internationalem Währungsfonds und Allgemeinem Zoll- und Handelsabkommen (GATT) vor.
Dadurch soll sichergestellt werden, daß Handelsschranken und Subventionen nicht
das Ziel einer Wiederherstellung des Gleichgewichts der Internationalen
Zahlungsbilanzen zunichte machen. Dagegen sind Maßnahmen zum Abbau von Beschränkungen und Kontrollen im Handel und im Kapitalverkehr in dem amerikanischen Plan
nicht vorgesehen.

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APOLLO 16-PROBEN FÜR DEUTSCHE WISSENSCHAFTLER

BONN - (AD) - Neue Boden- und Gesteinsproben vom Unternehmen APOLLO 16
sind in der Bundesrepublik eingetroffen. Sie stammen aus dem Descartes-Hochland, ca. 300 km südlich des Mond-Äquators, wo die Astronauten Young und Duke
insgesamt 97 kg Material einsammelten. Ein Teil davon wird gegenwärtig vom
US-Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) an einige Hundert "Principal Investigators"
in den Vereinigten Staaten und im Ausland zur Vornahme spezieller Untersuchungen
verteilt.
Meist handelt es sich um Proben von nur einigen Gramm Gewicht, die unter
den verschiedensten chemischen und physikalischen Aspekten analysiert werden.
Die sieben Proben der jetzigen Sendung sind für Prof. Wolf von Engelhardt
(Universität Tübingen), Dr. Heinrich Hintenberger und Dr. Hermann Wanke (beide
Max Planck-Institut für Chemie in Mainz) und Dr. T. Kirsten (Max Planck Institut für Kernphysik in Heidelberg) bestimmt.
Im Vordergrund der Untersuchungen stehen dieses Mal Altersbestimmungen
vom ersten Material aus den lunaren "Kontinenten", d.h. vom Hochland über den
Mare-Becken, sowie chemische Analysen, einschließlich der Ermittlung von Spurenelementen. Die genannten Wissenschaftler beteiligten sich bereits an den Analysen
von Material aus dem Gebiet früherer APOLLO-Landeplätze. So wurden an Gesteinssplittern, Staub und Brekzien von der APOLLO 15-Basis am Apennin und an der
Hadley-Rille u.a. Druckwelleneffekte bestimmt, wie sie nahe der Aufsturzstelle

-

I

-

�Aufsturzstelle eines Meteoriten auftreten können. Ferner befaßte man sich
mit Kristallgitter-Untersuchungen, Kristallverformung unter Druckwelleneinwirkung im Vakuum und bei tiefen Temperaturen, mit dem Gehalt der Proben an
Edelgasen und gewöhnlichen Gasen sowie dem Anteil von deren verschiedenen
Isotopen, mit der Altersbestimmung des Materials sowie möglicherweise eingetretenen KernUmwandlungen unter dem Einfluß der kosmischen Strahlung.

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BIOCHEMISCHE PRÄZISIONSMESSUNGEN

- (AD) - In einem Vortrag vor der Gesellschaft amerikanischer Chemiker
erläuterte Dr. Charles Scott vom Kernforschungszentrum Oak Ridge National
Laboratory (Tennessee) ein neues Verfahren, das die Empfindlichkeit von bestimmten Untersuchung, oiethoden außerordentlich erhöht. Scott nennt es
"Differential-Chromatographie mit sehr hoher Auflösung". Die dabei verwendeten
Instrumente vergleichen Flüssigkeiten und deren Verhalten bei der erzwungenen
Passage fester Stoffe. Diese Feststoffe halten gewisse Elemente zurück und beschleunigen den Transport anderer Elemente. Die quantitativen Unterschiede in
der Zusammensetzung von Flüssigkeiten, die in zwei parallel geschalteten Chromatographen verglichen werden, braucht man dann nur abzulesen.
Das Verfahren eignen sich nach Scott für diagnostische Zwecke in der Medizin,
zur Prüfung der Wirkung von Arzneimitteln und zur Ermittlung von Schmutz- und
Schadstoffen, die wegen ihrer geringen Konzentration schwer zu erfassen sind.
Versuchsweise wurde die Methode auch bei der Krebsdiagnose angewandt. Dabei
zeigte sich u.a., daß Krebs, ranke größere Mengen methylierter Purinverbindungen Elemente des genetischen Materi als der Zelle - ausscheiden, als gesunde Kontrollpersonen. Das Instrument mißt z-B. auch die Wirkung eines Medikaments, indem
die Zusammensetzung des Urins vor und nach der Einnahme bzw. Anwendung des
Präparats qualitativ und quantitativ analysiert wird. Außerdem war es bei Versuchen möglich gewesen, Spuren von Kohlenwasserstoffen in Abwässern vor und nach
deren Behandlung mit Chlor zu bestimmen.

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STRENGERE MASSTÄBE FÜR STANDARDTESTS

- (AD) - Die amerikanische "Food and Drug Administration" (US-Bundesbehörde zur Überwachung von Lebens- und Arzneimitteln sowie kosmetischen Präparaten) hat angekündigt, daß sie für diagnostische Standardtests strengere Vorschriften und neue bundeseinheitlichen Standardwerte festsetzen werde. Das gleiche
gelte für alle biologischen Produkte, die zur Verhütung und Behandlung von Krankheiten verwendet werden.
Die amerikanische Bundesbehörde FDA verfolgt damit das Ziel, alle auf dem
Markt befindlichen Artikel, mit denen beispielsweise jedermann selbst den
Zuckerspiegel im Harn prüfen kann, mit denen Frauen selbst einen Schwangerschaftstest vornehmen oder das technische Personal in medizinischen Laboratorien unter großer Zeiteinsparung BlutUntersuchungen unter den verschiedensten
Gesichtspunkten ausführt, zu überprüfen und einer strengeren Kontrolle zu unterwerfen. Nach Aussage von Henry Simmons, des FDA-Direktors für pharmazeutische
Produkte, hat die Herstellung solcher Do-it-yourself-Diagnosehilfen und vorbereiteten Testpräparate eine solche Ausweitung erfahren, daß manche dieser Artikel
sogar ohne Lizenz auf den Markt kommen. Da allgemeine Richtlinien für die Anwendung und die Interpretation der Meßwerte fehlen, sind viele Hersteller und
kommerzielle Laborbetriebe dazu übergegangen, eigene Vorschriften und Maßstäbe
für die Interpretation zu entwickeln. Dies alles soll bis zum Jahr 1973 bundeseinheitlich geregelt und an den von der FDA ausgearbeiteten Vorschriften orientiert werden.
Die

-

I

-

�Die Durchführung von Bluttests und der Blutfaktoren-Bestimmung wird auch
deshalb überprüft, damit die mögliche Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten wie Hepatitis ausgeschaltet wird. Ferner will man die Impfstoffe
gegen bakterielle Infektionen und andere biologische Präparate unter die Lupe
nehmen, damit gewährleistet wird, daß sie tatsächlich Antikörper-Reaktionen
gegen die von ihnen zu bekämpfenden Krankheitserreger in Gang setzen.
Die Aktion beginnt bei den Präparaten für die häufig angewandten Glukosetests; als nächstes kommen die Verfahren an die Reihe, mit denen auf einfache Weise Hämoglobin im Blut bestimmt wird.

- 2-

�</text>
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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 28.09.1972</text>
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          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nixon fordert grundlegende Reform des internationalen Währungssystems&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Rede des Präsidenten auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shultz erläutert US-Vorstellungen zur internationalen Währungsreform&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Rede des amerikanischen Finanzministers auf der Jahrestagung des IWF und der Weltbank&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rede von Außenminister Rogers vor der UN-Vollversammlung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vereinte Nationen werden sich mit Terrorismus befassen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Amerikaner unterstützen UN-Generalsekretär -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA und Sowjetunion unterzeichnen Memorandum über Durchführung des Umweltabkommens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chromatographie und Spektroskopie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ausstellung und Fachtagung im US-Handelszentrum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kulturbrief aus den USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Literatur - Musik - Film - Museen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanischen Vorstellungen zur internationalen Währungsreform&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Das Zahlungsbilanzproblem steht im Mittelpunkt -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 16-Proben für deutsche Wissenschaftler&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Biochemische Präzisionsmessungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strengere Maßstäbe für Standardtests</text>
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