<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1410" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1410?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:30:14+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1421">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/5bce7e6945fdebf65b5f255f96049d33.pdf</src>
      <authentication>55996c8ce10ec5dbc34c5c191327234b</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="7486">
                  <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Nummer

Service

Postfach

300

Information
und
Dokumentation

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

16. August 1972

33

Inhalt

DOKUMENTATION:
Nixon ersucht Senat um Ratifizierung der Konvention über ein Verbot
bakteriologischer Kampfmittel
-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-SenatINFORMATION:
U.Alexis Johnson für Verbesserung der Beziehungen zu Moskau und Peking
-Auszüge aus einer Rede des US-Staatssekretärs-

•

Freie Information unerwünscht?
Sowjetunion gegen US-Pläne für Satellitensendungen mit Heimempfang
WIRTSCHAFT:
Präsident Nixon weist auf wirtschaftliche Erfolge hin
-Vorwort zur Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"Das internationale Währungssystem
-Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"Die amerikanische Zahlungsbilanz 1972
-Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"Initiativen für Handelsverhandlungen
-Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"Volcker würdigt neue Wirtschaftspolitik Präsident Nixons
-WortlautUS-Handelsminister: Wirtschaftsaufschwung und freier Handel
Von unserem Sonderkorrespondenten
Neues Wirtschaftsprogramm Präsident Nixons ein Jahr alt
Von Eugene Brake
WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Eine Krankheit wurde entschärft
Immunreaktionen mit fremder Thymusdrüse

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Information

Bonn- Bad G o d e s b e r g l ,

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Dokumentation

300

08-85432

33/1972

NIXON ERSUCHT SENAT UM RATIFIZIERUNG DER KONVENTION ÜBER
EIN VERBOT BAKTERIOLOGISCHER KAMPFMITTEL

-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Senat-

WASHINGTON --(AD)'»- Präsident Nixon hat dem amerikanischen Senat am 10 August
die "Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung
bakteriologischer (biologischer) und toxischer Waffen und über deren Vernichtung" zur Bestätigung zugeleitet und damit das Ratifizierungsverfahren
in Gang gesetzt.
Die 15 Artikel umfassende Konvention, die 1971 auf der Genfer Abrüstungskonferenz ausgehandelt und von der UN-Vollversammlung mit überwältigender
Mehrheit den Mitgliedsstaaten zur Unterschrift empfohlen worden war, ist von
den Vereinigten Staaten gleichzeitig mit 73 anderen Ländern am lO.April dieses Jahres unterzeichnet worden. Sie tritt in Kraft, sobald sie von 22 Nationen, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Sowjetunion, ratifiziert worden ist.
In seiner Botschaft an den Senat betonte der Präsident, daß diese Konvention das erste internationale Abkommen seit dem zweiten Weltkrieg ist, durch
das eine ganze Gruppe von Kampfmitteln geächtet wird und die vorhandenen Be-

�Bestände an bakteriologischen und toxischen Waffen bekanntgegeben. Alle für
den Menschen gefährlichen Kampfmittel sind auf amerikanischer Seite bereits
vernichtet worden, während die Vernichtung der Entlaubungsmittel bis zum Ende
dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Die Einrichtungen in Pine Bluff sind
in ein nationales Forschungszentrum zur Untersuchung der nachteiligen Auswirkungen chemischer Substanzen auf die menschliche Umwelt umgewandelt worden. Die
ehemalige biologische Forschungsanstalt in Fort Detrick soll nunmehr ein Krebsforschungszentrum werden.
Die Botschaft Präsident Nixons an den US-Senat hat folgenden Wortlaut:
An den Senat der Vereinigten Staaten:
Hiermit lege ich dem Senat die Konvention über das Verbot der Entwicklung,
Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) und toxischer Kampfmittel und über deren Vernichtung zwecks Zustimmung und Bestätigung für die
Ratifizierung vor, das am 10. April 1972 in Washington, London und Moskau zur
Unterzeichnung ausgelegt worden war.
Der Wortlaut dieser Konvention ist das Ergebnis dreijähriger intensiver
Debatten und Verhandlungen auf der Konferenz des Abrüstungsausschusses in
Genf und in den Vereinten Nationen. Sie sieht vor, daß die Vertragspartner die
Entwicklung, die Herstellung, die Lagerung, den Erwerb oder die Bevorratung
biologischer Kampfmittel oder Toxine in Formen und Mengen, die für friedliche
Zwecke in keiner Weise gerechtfertigt sind, wie auch von Waffen, Ausrüstungen
und Trägern, die für den Einsatz solcher Kampfmittel oder Toxine für feindselige Zwecke oder in einem bewaffneten Konflikt bestimmt sind, unterlassen. Die Bestimmungen der Konvention sind im einzelnen in dem begleitenden Bericht des
Außenministers erläutert.
Vor etwa zwei Jahren hat die amerikanische Regierung einseitig und bedingungslos auf die Anwendung aller biologischen und toxischen Waffen verzichtet

-2-

�'

verzichtet und bekräftigt, daß wir unsere vorhandenen Bestände vernichten und
unsere Programme auf genau umrissene, defensive Zwecke beschränken werden. Diese
Initiativen waren Ausdruck einer tiefen nationalen Überzeugung, und haben sehr beträchtlich zu dem schließlichen Erfolg der Verhandlungen beigetragen,die zu dieser Konvention geführt haben.
Damals sahen wir dem Tag entgegen, da die Gemeinschaft der Völker gemeinsam
handeln würde, um biologische Kriegführung und biologische Kampfmittel zu ächten.
Gleichzeitig mit unserem Verzicht auf diese Kampfmittel unterstützen wir die
Prinzipien und Zielsetzungen des diesbezüglichen britischen Konventionsentwurfes
von 1968. Am 16. Dezember 1971 wurde die hiermit vorgelegte Konvention, die ein
bindendes internationales Verbot der Waffen ausspricht,auf die wir verzichtet
haben,von der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit überwältigender Mehrheit
zur Annahme empfohlen.
Diese Konvention stellt das erste internationale Abkommen seit dem zweiten
Weltkrieg dar, das die tatsächliche Vernichtung einer ganzen Gruppe von Kampfmitteln in den Waffenarsenalen der Länder vorsieht. Die sichere Vernichtung der
biologischen und toxischen Bestände (an Kampfmitteln) dürfte in den USA bis zum
Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Alle Bestände in dem Waffenarsenal von
Pine Bluff in Arkansas sind bereits vernichtet worden, und die ehemaligen Einrichtungen für biologische Kriegführung sind in ein neues nationales Forschungszentrum
zur Untersuchung der nachteiligen Auswirkungen chemischer Substanzen auf die
menschliche Umwelt umgewandelt worden.
Die ehemalige militärische Biologische Forschungsanstalt in Fort Detrick,
Maryland, soll nunmehr ein Krebsforschungszentrum werden. Andere Länder sind
eingeladen worden, sich an der humanitären Arbeit dieser Anstalten zu beteiligen.
Meines Erachtens wird diese Konvention die Sicherheit der Vereinigten Staaten und der Völkergemeinschaft der Welt stärken. Sie wird dazu beitragen, sicher-

-3-

�sicherzustellen, daß die wissenschaftlichen Leistungen auf biologischem Gebiet
nicht für die Vernichtung der Menschheit, sondern für den Dienst an der Menschheit bestimmt, sind. Sie stellt einen bedeutsamen Fortschritt auf den Gebieten der
Rüstungskontrolle und der Abrüstung dar, und ich empfehle dem Senat,sie umgehend
und positiv zu verabschieden.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfnch

mTO

rmation

300

T e I e x : 08 - 8 5 4 3 2

33/1972

U.ALEXIS

JOHNSON FÜR VERBESSERUNG DER BEZIEHUNGEN ZU MOSKAU
UND PEKING

-Auszüge aus einer Rede des US-Staatssekretärs-

WASHINGTON --(AD)— Die Vereinigten Staaten sollten nachdrücklich die Aufnahme
neuer Beziehungen zu Moskau und Peking weiterverfplgen. Dabei dürften jedoch
Verteidigung und Bündnisse der USA in keiner Weise beeinträchtigt werden.
Dies unterstrich der Staatssekretär für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, U.Alexis Johnson, am 8. August vor einem außenpolitischen Unterausschuß des US-Repräsentantenhauses im Rahmen der von dem Ausschuß durchgeführten öffentlichen Anhörungen über "die amerikanische Sicherheitspolitik und
die wissenschaftlichen Entwicklungen.
Die wichtigsten Teile der Ausführungen des Staatssekretärs haben folgenden
Wortlaut:
Es ist jetzt Mode geworden, unsere Motive und Leistungen in der Zeit nach
dem zweiten Weltkrieg in Frage zu stellen. Ich finde, daß solche Zweifel völlig
unverständlich sind.
Was

�Was unsere Motive anbetrifft, so möchte ich nur darauf verweisen, daß
Winston Churchill, ein Beobachter mit einiger Erfahrung in solchen Fragen, unsere Bemühungen in den ersten Nachkriegsjähren als das "wohl uneigennützigste
Handeln in der Geschichte" bezeichnet hat.
Meines Erachtens spreche unsere Leistungen für sich selbst:
-- Diejenigen, die vor drei Jahrzehnten unsere bittersten Feinde waren,
zählen heute zu unseren engsten Freunden. Und zweifellos ist es besser,
starke Freunde als starke Feinde zu haben.
— Die entsetzliche Aussicht eines weiteren Weltkrieges, dieses Mal zwischen den kommunistischen und den nicht-kommunistischen Mächten, scheint
heute weiter entfernt zu sein als jemals zu irgendeiner Zeit seit Mitte
der vierziger Jahre.
-- Das amerikanische Volk hatte in dieser Zeit eine Prosperität von noch
nie dagewesenem Ausmaß zu verzeichnen.
--•Im Zuge der bemerkenswerten und größtenteils friedlich sich vollziehenden Liquidierung einer vierhundertjährigen Kolonialgeschichte entstanden
über 60 freie Länder. (Nicht ein einziges dieser Länder hat sich für
das kommunistische System entschieden).
-- Ein neues Gefühl der Interdependenz der Länder ist innerhalb nur weniger
Jahrzehnte erwachsen, das erst eine sehr umstrittene Prämisse war und
jetzt ganz offensichtlich etwas Alltägliches ist.
-- Wir haben das atomare Gespenst unter Verschluß gehalten und bemerkenswerte Fortschritte bei der Festlegung internationaler Begrenzungen gemacht, die die atomare Bedrohung für die Menschheit verringern und die
Möglichkeiten für eine nützliche Verwendung der Atomkraft vergrößern.

-2-

�vergrößern.
-- Wir haben einen einmaligen Beitrag zur wirtschaftlichen Wiedererholung
nach dem zweiten Weltkrieg geleistet und ein Höchstmaß an Prosperität in
weiten Teilen der Welt erlebt.
-- Wir haben zur Schaffung eines internationalen Wirtschaftssystems beigetragen, das zu einer explosionsartigen Entwicklung des zwischenstaatlichen Handels in einem in der Geschichte noch nie dagewesenen Ausmaß
mit riesigen Vorteilen für die Völker der Welt, und im besonderen auch
für unser eigenes, geführt hat.

Ich habe kein Verständnis für das Argument, daß wir als Beitrag zum nationalen Streben nach Frieden unsere militärische Stärke verringern sollten. Nach
meinen Erfahrungen ist militärische Stärke keine Alternative zu einem nationalen Streben nach Frieden. Sie ist vielmehr ein unerläßliches Element dieses
Strebens.
In der Welt, so wie sie heute ist-und sie dürfte so auf unbegrenzte Zeit
hinaus bleiben- sind militärische Stärke und Diplomatie Teile eines Ganzen.Eine
nationale Verpflichtung, nach Frieden zu streben, hinter der keine militärische
Stärke steht, wäre überhaupt keine Politik. Sie wäre eine fromme Hoffnung, ohne
jede Glaubwürdigkeit oder Wirksamkeit.

Herr Vorsitzender, so wie sich die Lage in den USA geändert hat, so hat
sich auch die internationale Situation geändert. Es gibt wohl nur wenige, die
heute die Tatsache bestreiten würden, daß eine monolithische kommunistische
Welt nicht mehr besteht. Wir sollten uns daran erinnern, daß sich der einzige

�einzige militärische Einsatz sowjetischer Truppen nach dem zweiten Weltkrieg gegen die eigenen Verbündeten richtete - Ostdeutschland, Ungarn, die Tschechoslowakei und die Volksrepublik China.
Aber die Tatsache, daß es innerhalb der kommunistischen Welt interne Konflikte gibt, bedeutet nicht, daß sie uns wohlgesonnen ist oder daß "eine Ära
der Verhandlungen" automatisch Erfolg haben muß. Wir haben immer noch echte und
schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten mit der Sowjetunion, China und anderen
kommunistischen Ländern, und einige von ihnen könnten durchaus zu einem Konflikt
führen. Natürlich müssen jetzt die früheren Konzeptionen von einer Konfrontation
der Blöcke und von einem monolithischen Kommunismus der Erkenntnis weichen, daß
eine komplexe Vielzahl neuer und sich wandelnder Beziehungen besteht. Der springende Punkt jedoch ist, daß fast nichts in bezug auf diese neuen Beziehungen
sicher ist.
Es mag sein, daß sich jetzt Aussichten für uns eröffnen, wie wir sie sehr
lange nicht gehabt haben. Es gibt konkrete Gründe für die Annahme, daß die
Spannungen zwischen den Großmächten im Laufe der nächsten Jahre vielleicht auf
ein Maß abgebaut werden könnten, wie wir es seit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg
nicht mehr erlebt haben. Es beginnen sich Formen der Anpassung zu entwickeln, so
daß die Großmächte, selbst wenn Konflikte zwischen ihnen bestehen, Zurückhaltung
bei der Behauptung und Verfolgung ihrer eigenen Interessen üben und die jeweiligen legitimen Interessen des anderen respektieren. Eine solche Zurückhaltung
öffnet Aussicht auf eine breite Zusammenarbeit in Bereichen, bei denen die Interessen sich ergänzen.
Dies ist jedoch eine unsichere Aussicht - zerbrechlich und vorläufig. Es
wäre töricht, aus dieser Möglichkeit die Attribute einer Gewißheit - oder auch
nur einer Wahrscheinlichkeit - herauszulesen. Denn hier handelt es sich um einen
delikaten Prozeß, den wir eingeleitet haben, ungeschützt gegen zahllose Schwierigkeiten, von denen jede sich als unheilvoll für die sich entwickelnde Struktur
der Zusammenarbeit erweisen könnte. Ja, nur das Bewußtsein der riesigen Vorteile,

-4-

�Vorteile, die allen aus der Zusammenarbeit erwachsen würden, gibt mir die
echte Hoffnung, daß die Schwierigkeiten ausgeräumt werden können.

Was ich herausstellen möchte, ist folgendes: Wir sollten - und wir werden dies natürlich tun - nachdrücklich auf die Eröffnung neuer Beziehungen zur
Sowjetunion und zu China hinarbeiten. Aber es wäre wirklich unklug, wenn wir,
während wir dieses Ziel verfolgen, unsere eigene Verteidigung abbauen oder es
zulassen, daß unsere Bündnisse brüchig werden oder in Verruf geraten.
Wenn wir versuchen, uns auf Kosten unserer Stärke und auf Kosten unserer
Freunde bessere Beziehungen zu den Kommunisten zu erkaufen, dann werden wir
ohne Zweifel letztlich alle drei verlieren.

Herr Vorsitzender, wenn

wir die sich auf internationaler Ebene vollzie-

henden Änderungen untersuchen, müssen wir uns voll und ganz darüber im klaren
sein, daß es bestimmte Dinge gibt, die sich nicht geändert haben. Die Sicherheitsgleichung ist weiterhin bipolar. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion sind vielleicht nicht die einzigen, die zählen, aber sie sind ganz eindeutig diejenigen, die am meisten z&amp;hlen.
Der

heute bestehende Zustand einer gegenseitigen nuklearen Abschreckung

hat wenig mit der Tatsache zu tun, daß es fünf Atommächte gibt, jedoch viel mit
der Tatsache, daß es zwei sehr große Atommächte gibt. Das ist der Grund, warum
SALT ein bilaterales Vorhaben ist und warum frühere Rüstungskontrollinitiativen
wie das begrenzte Atomversuchsverbot Anfang der sechziger Jahre tatsächlich
bilateral waren.

Ich

�Ich rechne nicht damit, daß die verschiedenen diplomatischen Initiativen,
die zwischen uns - sowie unseren Verbündeten - und den kommunistischen Ländern
im Gange sind, zu einer sofortigen Entspannung oder einem garantierten Frieden
führen werden. Dies ist zwar ein vielverheißender Beginn. Aber nur, wenn wir
ein stabiles Sicherheitsklima bewahren, können wir potentiellen Gegnern das
Ausnutzen von Gelegenheiten verwehren. Und nur unter solchen Gegebenheiten sehe
ich eine realistische Möglichkeit, im Laufe der Zeit zu der Anpassung zwischen
den nationalen Interessen der kommunistischen und der nicht-kommunistischen Welt
zu kommen.

-6-

�' amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Information

300

0 8 - 8 54 32

33/1972

FREIE INFORMATION UNERWÜNSCHT?
Sowjetunion gegen US-Pläne für Satellitensendungen
mit Heimempfang

--(AD)-- Der sowjetische Vorschlag an die Vereinten Nationen, Fernsehsendungen über Satelliten gewissen Beschränkungen zu unterwerfen, kommt zu einem
Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten die Satelliten-Fernmeldetechnik
zum Mittel des freien Meinungsaustausches zwischen den Völkern der Erde entwickeln. Der von der Nachrichtenagentur TASS veröffentlichte Vorschlag wurde
von Außenminister Andrei A. Gromyko dem UN-Generalsekretär,Kurt Waldheim,unterbreitet. In dem Schreiben fordert die UdSSR, daß sich die 27. UN-Vollversammlung mit den sowjetischen Vorstellungen befaßt.
Die Sowjetunion wünscht eine internationale Konvention, die es den Nationen verbietet, Fernsehsendungen über Satelliten für den Direktempfang durch
Bewohner anderer Länder zuzulassen, wenn die Regierung des Empfängerlandes
die Genehmigung hierzu nicht erteilt hat. Die vorgeschlagene Konvention würde
unautorisierte Fernsehsendungen als "Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates" betrachten. Im Entwurf zu dieser Konvention wird festgestellt, daß das Verbot "zum Schutz der Souveränität der Staaten gegen jegliche

-1-

�I

jegliche Einmischung von außen und zur Verhinderung der Verwendung direkter Fernsehsendungen als Quelle internationaler Konflikte und Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Staaten notwendig ist".
Der direkte Heimempfang von Satelliten-Fernsehsendungen war bisher nicht
möglich,weil die heute gebräuchlichen Fernsehsatelliten nicht leistungsstark
genug sind. Die relativ schwachen Signale müssen von sehr großen und kostspieligen Antennen aufgenommen und um ein Vielfaches verstärkt werden. Ahnlich ist
es mit Telefongesprächen oder anderen Nachrichtensendungen via Satellit. Da
jedoch jede neue Satellitengeneration erheblich leistungsfähiger als die vorangegangene ist, kann es nur eine Frage der Zeit sein, wann Satelliten zur Verfügung stehen, die sich auch für den Heimempfang mit kleinen Antennen eignen.
In den Vereinigten Staaten wird gegenwärtig ein solcher Satellit entwickelt.
Er ist für Indien bestimmt, das damit sein Erziehungswesen ausbauen will. Das
Gerät soll von den USA über Indien oder dem Indischen Ozean stationiert werden,
damit die indische Regierung auch die entlegensten Dörfer mit Fernsehprogrammen,
die über diesen Satelliten gesendet werden, erreichen kann. Vor allen Dingen
sollen Informationen über landwirtschaftliche Programme und verbesserte Anbaumethoden, über Säuglingspflege, Familienplanung und Hygiene, über Ernährungsfragen - einschließlich der Konservierung und Zubereitung von Nahrungsmitteln ausgestrahlt werden. Auch sind Vorbereitungen im Gange, um derartige Satelliten
als Ubermittler von Fernlehrgängen zu benutzen, mit denen den Einwohnern abgelegener Landstriche Lesen und Schreiben beigebracht wird.
Um den "Indien-Satelliten" betreiben zu können, sind Veränderungen an Fernsehempfängern und deren Empfangsantennen erforderlich - aber diese kosten relativ wenig. Weitere Verbesserungen in der Satelliten-Ausrüstung und in den Übertragungstechniken werden eines Tages allgemein Direktsendungen ins Heim möglieh
machen, Nationen, die den Empfang nicht gewünschter Programme durch ihre Bürger

-2-

�Bürger verhindern wollen, hätten dann die Möglichkeit, das Satelliten-Programm
zu stören. Die Sowjetunion hat dies bei Rundfunksendungen viele Jahre hindurch
getan. Dennoch erreichten viele Programme ihr Publikum auch in diesem Land, da
mit technischen Veränderungen am Empfangsgerät die Störversuche neutralisiert
werden konnten.
Vor allem aus den Vereinigten Staaten kommen schon seit geraumer Zeit Vorschläge, Fernmeldesatelliten für einen weitgespannten Kulturaustausch einzusetzen. Das Verfahren sei, so heißt es, auch geeignet, die internationale Verständigung zu fördern und ethnische Schranken zu überbrücken. Außerdem könnten
Satelliten als Übermittler von Material für die großen Bibliothekn in der ganzen
Welt dienen, das bei Bedarf in kürzester Zeit praktisch an jedem Punkt der Erde
verfügbar ist. Schon heute erfassen

die meisten großen Bibliothekn das bei ihnen

sich ansammelnde Material in Computern. Durch Anwählen bestimmter Nummern über
Telefon könnte sich künftig ein Interessent von einem beliebigen Standort aus
mit Spezialbibliotheken in aller Welt via Satellit in Verbindung setzen.

t-H-H

�amerika dienst
»United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g t ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

33/1972

PRÄSIDENT NIXON WEIST AUF WIRTSCHAFTLICHE ERFOLGE HIN
Vorwort zur Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 197 2"

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon hat darauf hingewiesen,

daß die neue Wirt-

schaftspolitik der USA, die am 15. August 1971 eingeleitet wurde, zu einer
Reihe bemerkenswerter wirtschaftlicher Erfolge geführt hat. Nixon stellt dies
in dem Vorwort zu einer Broschüre fest, die der Wirtschaftsbeirat des Präsidenten herausgegeben hat und die den Titel "Die Wirtschaft Mitte 1972" trägt.
Das Vorwort Präsident Nixons hat folgenden Wortlaut:
I
"Es ist jetzt fast genau ein Jahr her, seit die neue Wirtschaftspolitik am
15. August 1971 eingeleitet wurde. Seit diesem Zeitpunkt sind Isolide wirtschaftliche Erfolge erzielt worden, die dem Geist der Bevölkerung zu danken sind und
greifbare Fortschritte hinsichtlich des Realeinkommens der Bevölkerung darstellen.

;
'
I

Die Maßnahmen, die am 15.August des vorigen Jahres ergriffen wurden, sollten
frühere Schritte intensivieren, die die Inflationsrate verringert und den wirtschaftlichen Wiederaufschwung eingeleitet hatten. Sie umfaßten einen Lohn-und
Preisstopp, um die Inflation weiter einzudämmen, Steuervergünstigungen, um die
Expansion zu beschleunigen und die Arbeitslosenquote zu senken, sowie Maßnahmen

-1-

�Maßnahmen im internationalen Finanzwesen und im Handel, um die Grundlage für eine
größere Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten in der Weltwirtschaft zu
legen.
Die seit dem 15. August verfolgte Politik bestand aus Schritten, die die Regierung zu treffen hatte. Aber, wie ich schon damals in meiner Rede sagte, würde
der Schlüssel zum Erfolg in den Händen des amerikanischen Volkes liegen.
Ich ersuchte um die Mitarbeit der Öffentlichkeit aus patriotischen Gründen
-nämlich um der wirtschaftlichen Gesundheit Amerikas willen. Aber ich ersuchte
auch um die Mittarbeit aus Gründen des vernünftigen Selbstinteresses. Nur durch
gemeinsame Aktionen konnten wir aus der inflationistischen Tretmühle herauskommen,
durch die uns allen jahrelang der Genuß der wachsenden Prosperität vorenthalten
wurde,die die amerikanische Wirtschaft zu schaffen in der Lage war.
Der Bericht des Wirtschaftsbeirates zeigt, was seit Aufnahme der neuen
Wirtschaftspolitik geschehen ist. Die Leistungen waren eindrucksvoll:
-- Die Zuwachsrate bei den Lebenshaltungskosten, die vor dem Stopp um ein
Drittel gesenkt worden war, ist nunmehr um die Hälfte gesenkt worden.
-- Heute gibt es 2,5 Millionen ziviler Arbeitsplätze mehr als vor einem
Jahr.
-- Die Arbeitslosenquote hat sich von rund 6 Prozent auf 5,5 Prozent verringert.
-- Unser Wirtschaftswachstum beträgt fast 9 Prozent, die höchste Rate
seit 1965.
-- Der Realnettolohn der Arbeiter pro Woche ist im letzten Jahr um 4 Prozent gestiegen, ein Dreifaches der Durchschnittsrate der Jahre 1960 bis 1968.
-- Wir haben die Welt auf den Weg zu einer internationalen Finanz-und Handelsreform geführt, die wesentlich zu einer Verbesserung unserer internationalen

-2-

�internationalen Wettbewerbsposition und auch zur Stärkung der Volkswirtschaften
anderer Länder beitragen wird.
Ich möchte hier unterstreichen, daß der Erfolg der neuen Wirtschaftspolitik
der Mitarbeit des amerikanischen Volkes zu danken ist.
Diese Mitarbeit ist in vielfacher Form erfolgt:
-- Es war bemerkenswert, wie die Arbeitnehmerschaft, die Wirtschaft,die
Vermieter, die Verbraucher und die Mieter sich freiwillig an den Preis-Lohn-Stopp
sowie dann an die zweite Phase (des neuen Programms) gehalten haben.
— Während des Zeitraums, in dem die zweite Phase des Programms entwickelt
wurde, haben sich die führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Landwirtschaft sowie der einzelstaatlichen und kommunalen Behörden
in überaus nützlicher Weise mit den zuständigen Bundesstellen konsultiert. In
den folgenden Monaten beteiligten sich zahlreiche prominente Bürger an der Durchführung des Programms.
--

Die Produktivität - Leistung pro Arbeitsstunde - ist im vergangenen Jahr

um 4,3 Prozent gestiegen. Dies ist der größte Anstieg pro Jahr seit Anfang 1966.
Ein solcher Produktivitätsanstieg ist ohne positive und beiderseitige Beiträge
der Sozialpartner unmöglich-.
— Der Bruchteil der aufgrund von Streiks verlorengegangenen Arbeitszeit
war außerordentlich gering.
Die amerikanische Bevölkerung kann sich zu ihren Leistungen im letzten Jahr
beglückwünschen; sie erfreut sich in zunehmendem Maße der greifbaren Vorteile
dessen, was sie und ihre Regierung gemeinsam erreicht haben.
Wir haben jedoch weiterhin wirtschaftliche Probleme zu lösen, und wiederum
liegt der Schlüssel zum Erfolg in den Händen der Bevölkerung. Wir müssen mit
allem Nachdruck für eine niedrigere Inflationsrate sorgen - sowohl in der Praxis
als auch hinsichtlich der Erwartungen der Öffentlichkeit, die ja an der Gestaltung der wirtschaftlichen Zukunft mitwirkt. Wenn wir auch die Inflationsrate um

-3-

�um die Hälfte gesenkt haben, so bleiben doch die Lebensmittelpreise weiterhin
ein Hauptanliegen. Wir müssen die Arbeitslosenquote noch weiter senken. Wir müssen
weiterhin auf eine Verbesserung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit bedacht
sein, um unsere internationale Wirtschaftsposition zu stärken.
Die Verwirklichung all dieser Dinge erfordert kontinuierliche Anstrengungen
eines jeden, einschließlich der Regierung, damit dem Buchstaben und dem Geist
des Preis-Lohn-Kontrollsystems entsprochen und die Produktivität noch mehr gesteigert wird.
Der entscheidende Punkt, bei dem die Hilfe und das Verständnis des amerikanischen Volkes jetzt erforderlich sind, ist der Bundeshaushalt. Wenn wir es zulassen, daß die Bundesausgaben wieder rapide ansteigen - und zwar über einen Punkt
hinaus, wo die Einnahmen selbst unter Bedingungen der Vollbeschäftigung weit überstiegen werden, wie dies zwischen 1965 und 1968 der Fall war - dann riskieren wir,
daß die bisherigen hart errungenen Erfolge zunichtegemacht werden. Die Folge wäre
ein starkes Ansteigen der Lebenshaltungskosten oder neue hohe Steuern oder beides nacheinander.
Diese Administration ist entschlossen, ihr bestes zu tun, um einem solchen
Kurs entgegenzuwirken, indem der Haushalt unter Kontrolle gehalten wird, und ich
habe mit allem Nachdruck an den Kongreß um Unterstützung appelliert.
Aber das Ergebnis wird vor allem von den Wünschen des amerikanischen Volkes
abhängen: Wenn das Volk auf Ausgaben über die von mir geforderte 250-MilliardenGrenze hinaus besteht, dann werden diese Ausgaben erfolgen. Wenn das Volk jedoch
gemeinsam mit mir darauf besteht, daß die Bundesausgaben niedrig gehalten werden, um ein Wiederaufleben der Inflation jetzt und höhere Steuern bald darauf zu
verhindern, dann wird die Regierung in verantwortungsvoller Weise handeln.

Diese

-4-

�Diese kritische Situation stellt unsere Reife und Entschlossenheit, unsere
wirtschaftlichen Angelegenheiten auf gesunde Weise zu besorgen, auf eine entscheidende Probe. Ich bin überzeugt, daß wir diese Probe bestehen werden und
daß sich unsere Volkswirtschaft,die ja uns alle einschließt, weiterhin zu neuen
Höhen der Prosperität steigern wird."

-5-

�amerika dienst
'United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

33/1972

DAS INTERNATIONALE WÄHRUNGSSYSTEM
-Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"-

WASHINGTON --(AD)-- Nachfolgend geben wir einen Auszug aus der am 13. August
vom Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons veröffentlichten Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" wieder, der sich mit dem internationalen WährungsSystem
befaßt.
"Im Juni dieses Jahres haben die britischen Behörden aufgrund des immer
stärker werdenden Marktdruckes die Freigabe des Wechselkurses des Pfundes
Sterling zugelassen, und sein Wert fiel rasch unter den Interventionspunkt der
Europäischen Gemeinschaft und des Smithsonian-Abkommens. Dieser Bruch in dem
Gefüge der Wechselkurse, das im Smithsonian-Institut geschaffen worden war,
wirkte sich in einem Druck auf den Dollar wie auch auf eine Reihe anderer europäischer Währungen aus und führte bei verschiedenen Währungen zu einem vorübergehenden Bruch sowohl der Bandbreiten der Europäischen Gemeinschaft wie auch der
des Smithsonian-Abkommens.
Eine weitere Entwicklung ist die weitverbreitete Anwendung von Devisenkontrollen in einer Reihe der großen Überschußländer in dem Bemühen, den Zustrom kurzfristiger Gelder einzudämmen. Die Ausbreitung der Devisenkontroll-

-1-

�Devisenkontrollmaßnahmen bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Einmal könnte
sie möglicherweise den langfristigen Trend der Nachkriegszeit in Richtung auf
eine Liberalisierung des internationalen Handels und des Zahlungsverkehrs untergraben. Zweitens tendiert sie, durch künstliche Verzerrung der Bewegungen auf den
Kapitalkonten

das Ausmaß der Anpassung der laufenden Konten zu verschleiern,das

für eine Wiederherstellung des zugrundeliegenden Ausgleichs der amerikanischen
Zahlungsbilanz erforderlich ist.
Man muß sich gleichzeitig im klaren

darüber sein, daß große Transaktionen

von kurzfristigen flüssigen Mitteln von einem Land ins andere - vor allem in
Zeiten der Unruhe auf den Devisenmärkten - in einigen Ländern schwierige Probleme
für die Beherrschung der eigenen Währungspolitik mit sich bringen. Es steht zu
hoffen, daß mit der Schaffung eines neuen internationalen Währungssystems Mittel
und Wege gefunden werden, um

mit dem Problem der starken Fluktuationen in kurz-

fristigen Kapitalbewegungen ohne die Anwendung von Kapitalkontrollen fertig zu
werden.
Der durch diese Ereignisse ausgelöste Druck unterstreicht die Notwendigkeit,
mit der langfristigen Reform des internationalen Währungssystems voranzukommen.
Die Vereinigten Staaten haben eine führende Rolle bei der Planung eines Verhandlungsrahmens für solche Reformen gespielt.
Die kommenden Währungsverhandlungen sollten eine Grundlage für einen erneuten Aufschwung im Sinne einer liberalen Weltordnung bieten, in deren Rahmen jede
Nation eine faire Chance erhält, ohne Behinderung durch ein wachsendes Netz künstlicher Schranken am internationalen Handel und der internationalen Investition
teilzunehmen. Dieses Ziel setzt ein internationales Währungssystem voraus , das
den prompten Ausgleich von Zahlungsbilanzungleichgewichten erleichtert, ohne daß
dadurch die jeweilige nationale Wirtschaftspolitik oder der auf den offenen Markt
gerichtete Fluß von Gütern und Kapital unter allen Nationen auf nicht-diskriminierender Basis gestört wird. Der Anpassungsprozeß sollte die wirksame Verteilung
von Mitteln fördern und darauf abzielen, den Umfang des marktgerichteten Handels

-2-

�Handels und der marktgerichteten Investition auf ein Maximum zu bringen. Wie der
neue Wechselkursmechanismus auch im einzelnen aussehen mag, er wird in seiner
Praxis auf jeden Fall flexibler sein müssen als der bisherige und sowohl Uberschuß-wie Defizitländern nicht nur die Möglichkeit, sondern auch einen Anreiz
bieten müssen, sich rasch und glatt an Veränderungen der Wirtschaftslage anzupassen.
Das bedeutet, daß wir von dem Gedanken loskommen müssen, daß die 'Zahlungsbilanzdisziplin* ausschließlich für Defizitländer gelte. Es bedeutetauch, daß
die Vereinigten Staaten einen größeren Spielraum haben sollten, ihre Zahlungsposition nach außen ins Gleichgewicht zu bringen, ohne unerwünschte Restriktionen
für internationale Transaktionen einführen zu müssen. Eine solche größere
Symmetrie in der Fähigkeit, Korrektivmaßnahmen einleiten und durchführen zu können, würde den Vereinigten Staaten wirksame Mittel in die Hand geben, um eine Verschlechterung ihrer Zahlungsbilanzposition zu verhindern, die eintreten könnte,
wenn bei anderen Ländern eine Tendenz bestünde, angesichts von fundamentalen
Zahlungsbilanzungleichgewichten eher abzuwerten als aufzuwerten.
Das neue internationale WährungsSystem muß auch über wirksame Mittel verfügen, die Ziele der verschiedenen Länder bezüglich der Zahlungsbilanz und der Reserven miteinander zu vereinbaren. Vor allem sollte festgestellt werden, daß der
Nettoüberschuß an Gütern und Dienstleistungen der Industrienationen nicht größer
sein darf als der Nettobetrag an Wirtschaftshilfe und privatem Kapital, die an die
Entwicklungsländer transferiert werden. Ferner würde, wenn eine multilaterale
Kontrolle des Gesamtvolumens der Weltreserveschöpfung wünschenswert werden sollte,
dies Auswirkungen auf das Ausmaß haben, in dem einzelne Länder frei wären, ihre
eigenen Reserveziele zu setzen".

TTTT

-3-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Postfach

Telex:

Wirtschaft

Service
300

08-85432

33/1972

DIE AMERIKANISCHE ZAHLUNGSBILANZ 1972
-Auszug aus der Brotschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972-

WASHINGTON --(AD)-- Nachfolgend geben wir einen Auszug aus der am 13. August
vom Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons veröffentlichten Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" wieder, der sich mit der Entwicklung der amerikanischen
Zahlungsbilanz im Jahre 1972

befaßt.

"Unterschiedliche zyklische Trends in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern im ersten Halbjahr 1972 trugen zu einer Verschlechterung unserer
Handelsbilanz bei. Das Einkommen in den Vereinigten Staaten nahm weiter zu,
da die Regierung eine Politik verfolgte, die auf eine Anregung des realen
Wachstums und der Beschäftigung ausgerichtet war. Die Steigerung der Ausgaben
für den persönlichen Verbrauch mit einer Jahresrate von 8,4 Prozent vom dritten
Quartal 1971 zum zweiten Quartal 1972 schuf eine verstärkte Nachfrage für importierte Verbrauchsgüter, während gleichzeitig der beschleunigte Wiederaufschwung (der Wirtschaft) die Nachfrage nach importierten Rohstoffen und Maschinen für die einheimische Produktion anregte. Auf der anderen Seite ging
die Nachfrage nach amerikanischen Exporten im Ausland zurück, da die Bemühungen

-1-

�Bemühungen zur Eindämmung des inflationistischen Drucks in einer Reihe anderer
Industrieländer zu einer wirtschaftlichen Flaute geführt haben. Diese zyklischen
Einflüsse auf die amerikanische Zahlungsbilanz sind einem - wie es scheint einmaligen - Anwachsen des Wunsches der Amerikaner aufgesetzt worden, importierte
Waren zu verbrauchen.
Aufgrund des verschiedenartigen Drucks verschlechterte sich die Warenhandels~
bilanz weiterhin von einem vierteljährlichen Defizit von 1,5 Milliarden Dollar
im letzten Quartal 1971 auf ein Defizit von 1,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal 1972 - alles saisonbereinigt. Im zweiten Quartal (1972) erhöhte sich das Defizit im Warenhandel noch weiter auf 2 Milliarden Dollar. Während sich die nominelle Handelsbilanz derart weiter verschlechterte, hat es jedoch eine Reihe von
Hinweisen gegeben, daß diese Verschlechterung zum Teil darauf zurückzuführen sein
mag, daß sich die Änderung des Dollar-Kurses nachteilig auf die Handelsbedingungen
auswirkte. Dieser Effekt läßt sich an dem beschleunigten Anwachsen der Dollarkosten für importierte Güter erkennen.
Von Dezember 1971 bis Mai 1972 stiegen die Importpreise um 5,7 Prozent, die
Exportpreise um 0,9 Prozent. Diese Zahlen deuten auf die Möglichkeit hin, daß
sich die Handelsbilanz real - im Gegensatz zum Geldwert - nicht länger verschlechtert
Es gibt eine Reihe von Gründen für die Annahme, daß sich die Handelsbilanz
nicht nur real, sondern auch nominal bessern wird. Die Veränderungen in der
Preisrelation zwischen ausländischen und einheimischen Gütern, die durch die Neufestsetzung (der Wechselkurse) im Smithsonian-Abkommen herbeigeführt wurden, werden durch divergierende Preistendenzen verstärkt. Großhandels-und/oder Verbraucher
preise tendierten in Europa und Japan zu einem rascheren Anstieg als in den
Vereinigten Staaten. Da Erzeuger und Verbraucher voll auf diese Preissteigerungen
für ausländische Waren - im Verhältnis zu amerikanischen Waren - reagieren, dürfte
sich das rasche Anwachsen der Importe verlangsamen, während sich das Wachstum der

-2-

�der Exporte beschleunigen wird. Schließlich gibt es Hinweise für ein Wiederaufleben der Nachfrage in einer Reihe unserer Partnerländer, vor allem in Deutschland und in Japan, das zu einer weiteren Steigerung der amerikanischen Exporte
führen dürfte
Die Nettoabflüsse kurzfristigen Kapitals gingen im ersten Quartal 1972 wesentlich zurück. Irrtümer vorbehalten, betrugen die Nettoabflüsse kurzfristigen
Kapitals lediglich 2 Milliarden Dollar gegenüber Abflüssen von 4,3 Milliarden
Dollar im vorangegangenen Quartal und einem durchschnittlichen Abfluß pro Quartal von 5,3 Milliarden Dollar im Jahre 1971 als Ganzera- Obwohl der geringe Nettoabfluß kurzfristiger Gelder eine beträchtliche Verbesserung gegenüber den
großen Abflüssen in den vorangegangenen Quartalen darstellt, war er für diejenigen eine Enttäuschung, die einen wesentlichen Rückfluß spekulativer Gelder un-.
mittelbar nach dem Smithsonian-Realignment der Wechselkurse erwartet hatten
Das Floating des britischen Pfundes (seit Juni 1972) hat Unsicherheit hinsichtlich der gesamten Struktur der im Smithsonian Institut vereinbarten Wechselkurse geschaffen, vor allem bezüglich der Wechselkurse zwischen dem Dollar und
einer Reihe anderer Währungen. Diese Unsicherheiten führten zu einer starken
Verlagerung kurzfristiger Gelder aus den Vereinigten Staaten nach Europa und
Japan, und während der folgendenrfochenkauften europäische Zentralbanken große
Dollarbeträge an, um eine weitere Wertsteigerung ihrer Währungen zu verhindern.
Als die Entschlossenheit der Regierungen zur Verteidigung der im Smithsonian Institut vereinbarten Wechselkurse offensichtlich wurde, hörte die Spekulation allmählich auf. Das Vertrauen in das Smithsonian-Ahkommen wurde weiter gestärkt, als
die Vereinigten Staaten kürzlich auch auf den Devisenmärkten intervenierten und
begrenzte Dollar-Beträge gegen ausländische Währungen ankauften. Diese Aktion
spiegelt den Willen der Vereinigten Staaten wider, auf den Devisenmärkten zu intervenieren, wenn solche Aktionen wünschenswert erscheinen, um dem spekulativen
Druck zu begegnen."

-3-

�amerika dienst
. United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Te Ie x :

Wirtschaft

300

08-85432

33/1972

INITIATIVEN FÜR HANDELSVERHANDLUNGEN
-Auszüge aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972"-

WASHINGTON --(AD)-- Nachfolgend geben wir einen Auszug aus der am 13. August
vom Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons veröffentlichten Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" wieder, der sich mit den Initiativen für Handelsverhandlungen befaßt.
"Die Länder der freien Welt haben in der Nachkriegszeit als Folge des
schrittweisen Abbaus der Schranken für den vom Markt gelenkten Güteraustausch
einen Aufschwung erlebt. In letzter Zeit jedoch gab es zunehmende Anzeichen dafür, daß der Abbau der Handelsbeschränkungen einen Stillstand erreicht hat.
Die Regierungen zahlreicher Länder greifen in wachsendem Maße durch Maßnahmen
in die Märkte ein, die den Handelsfluß beeinträchtigen oder verzerren. Ohne
starke neue Verpflichtungen auf multilateraler Basis besteht letztlich die Gefahr, daß durch eine Häufung individueller Maßnahmen die Erfolge allmählich
zunichtegemacht werden, die seit dem zweiten Weltkrieg erzielt worden waren.
Die Aufgabe, vor die die umfassenden Handelsverhandlungen gestellt werden,
ist beträchtlich. In den meisten Fällen sind die Handelsbeschränkungen, die
nach den früheren Runden von Handelsliberalisierungen verblieben sind, derge-

-1-

�dergestalt, daß sie aus innenpolitischen, sozialen oder nationalen Sicherheitsgründen sehr sensitiv sind. Weiter wird sich jede neue Runde im Gegensatz zu
früheren Runden von Handelsliberalisierungen nicht mehr ausschließlich auf den
Abbau der Zölle konzentrieren können, sondern auch ein weites Feld nicht-tarifärer Handelsschranken einschließen. Nicht-tarifäre Handelsschranken sind Maßnahmen, die den Handel verzerren wie zum Beispiel: a) Quoten zum Schutze bestimmter
Sektoren der Wirtschaft, die aus binnenwirtschaftlichen Gründen als besonders anfällig gelten; b)Muster oder Verhaltensnormen, die sich oftmals diskriminierend
gegen ausländische Güter auswirken; c) Restriktive Bestimmungen für Beschaffungskäufe der Regierungen; und d) Exportsubventionen. Verhandlungen, die ein so weites Gebiet von Fragen umfassen, werden aus verschiedenen Gründen schwierig sein:
Die Grenze zwischen einer protektionistischen Handelsschranke und einer legitimen
eigenen

Sozialpolitik ist nicht immer klar; es gibt keine einfache Basis, um

die Reziprozität von Handelsausfällen zwischen einer Form nicht-tarifärer Handelsschranken und einer anderen abzuwägen.
In den Vereinigten Staaten haben zahlreiche Industrieorganisationen, Gewerkschaften und Kongreßausschüsse eine umfassende Prüfung künftiger Möglichkeiten
für eine Handelspolitik und für Handelsverhandlungen aufgenommen. Der Präsident hat
ferner den Bericht seiner Kommission für internationale Handels-und Investitionspolitik erhalten, der weitgehende Empfehlungen für Handelsverhandlungen in den
siebziger Jahren niederlegt. Diesen Empfehlungen ist von der Regierung eingehende
Beachtung geschenkt worden. Frühere Erfahrungen haben den Wert bestimmter allgemeiner, miteinander in Zusammenhang stehender Prinzipien gezeigt.
Erstens sollte ein Handelsabkommen umfassend in dem Sinne sein, daß es alle
Wirtschaftssektoren und alle Formen von Handelsschranken einschließt. Nur ein
umfassendes Abkommen kann eine ausreichende politische Basis, innen-und außenpolitisch, für eine wesentliche Handelsliberalisierung schaffen. Vom Standpunkt der
Vereinigten Staaten ist es besonders wichtig, daß solche Verhandlungen den Agrarwie auch den Industriehandel einschließen. Reiche natürliche Hilfsquellen und

-2-

�und hochentwickelte Technik und Management in der Landwirtschaft geben den Vereinigten Staaten einen erheblichen Vorteil, der unsere Agrarerzeugnisse auf den
Weltmärkten sehr wettbewerbsfähig macht. Trotz der Unterbrechungen aufgrund der
Hafenarbeiterstreiks haben unsere Agrarexporte schätzungsweise im letzten Finanzjahr einen bisherigen Höchststand von wertmäßig 8 Milliarden Dollar erreicht.
Rationalisierung und die Liberalisierung der Agrarpolitik und der damit zusammenhängenden restriktiven Importpolitik., die von den meisten Industriestaaten verfolgt
wird, würden es uns ermöglichen, unser Potential für den Handel auf diesem wichtigen Sektor voll zur Geltung zu bringen.
Die Handelsverhandlungen sollten ferner zu einem System führen, das sich
maximal auf einen vom Markt gelenkten Handel verläßt. Immer wieder hat es sich
gezeigt, daß auf der Marktlage basierende Vereinbarungen am erfolgreichsten waren,
weil sie allgemein zu maximalen Erfolgen für den Handel führten und weil sie am
meisten den Formen der Wirtschaftstätigkeit in den marktorientierten Volkswirtschaften entsprechen. In dieser Beziehung verstößt eine Handelspolitik, die wichtige Wirtschaftssektoren ständig von den Marktkräften und dem internationalen Anpassungsprozeß abschirmt, nicht nur gegen die Prinzipien der internationalen
Leistungsfähigkeit, sondern untergräbt auch den Prozeß einer ordentlichen und
zeitgemäßten Anpassung an das internationale Wirtschaftssystem als Ganzes.
Das Handelsabkommen sollte die realen Kosten der inneren Sozialprogramme
dem Lande auferlegen, das sie durchzuführen beschließt. Nur ein solches Prinzip
kann eine Basis schaffen, um die legitimen Aspekte der eigenen Sozialpolitik von
den Praktiken zu trennen, die sich auf Gebieten wie Umwelt, Sicherheit und Gesundheitsstandard nachteilig für den Handel auswirken» Es muß jedoch anerkannt werden, daß in einigen Gebieten eine stärkere Harmonisierung der Sozialpolitik wünschenswert sein könnte, um den Handel verzerrende Auswirkungen zu vermeiden.
Das erreichte Handelsabkommen sollte ferner ein Sicherheitssystem einschliessen, das in wirtschaftlicher Hinsicht anfälligen Industrien der beteiligten Länder ausreichend Zeit

gibt, sich den schnellen Veränderungen der Produktions-oder

-3-

�oder Verbrauchsformen, den Handel eingeschlossen, anzupassen. Sicherheiten sind
erforderlich in Situationen, in denen die notwendige Anpassung zu umfassend ist,
als daß sie innerhalb einer kurzen Zeitspanne ohne zu hohe soziale, persönliche
oder politische Lasten durchgeführt werden kann. Ein solches multilateral ausgehandeltes Sicherheitssystem sollte vereinbarte Normen enthalten, um einen vorübergehenden Schutz, ein Verfahren für eine internationale Überprüfung und Bestimmungen zur Verhinderung eines Mißbrauchs des Systems durchzusetzen.
Schließlich sollte das Handelsabkommen eine Vereinbarung enthalten, daß
binnenwirtschaftliche Anpassungsprogramme das Sicherheitssystem ergänzen müssen.
In dieser Beziehung prüfen wir jetzt neue Methoden für eine Anpassungshilfe auf
solchen Gebieten und besonders für solche Gruppenvon Arbeitern, die aufgrund des
Importwettbewerbs außergewöhnlich raschen Anpassungsproblemen ausgesetzt sind.
Wir sind uns ferner bewußt, daß es ein enges und wachsendes gegenseitiges
Interesse zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern gibt. Die
Abhängigkeit der letzteren vom Handel ist groß, und ihre Exporte in die Industriestaaten erbringen vier Fünftel ihrer Exporterlöse. Wir sind von ihnen in bezug
auf Rohstoffe abhängig, und wir verkaufen ihnen in immer stärkerem Maße Waren
auf kommerzieller Basis. Somit gibt es gesunde wirtschaftliche Gründe, die sowohl
für die Industriestaaten wie auch für die Entwicklungsländer zwingend sind, daß
sie in Richtung auf ein Welthandelssystem zusammenarbeiten, das allen Ländern angemessene Möglichkeiten bietet. Im Hinblick auf dieses Ziel wollen wir eine Handelspolitik fördern, die den Entwicklungsländern vermehrte Möglichkeiten gibt,
den Wettbewerb auf den Weltmärkten aufzunehmen,
gen Verhandlungen versuchen, dieses

und wir werden bei den künfti-

ihre Exportaussichten am stärksten beein-

flussende Problem wirksam anzupacken.
Die Vereinigten Staaten haben ferner kürzlich eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die bestehenden Schranken für den Handel mit den Ländern des kommunistischen Blocks abzubauen.
Während

-4-

�Während des Moskauer Gipfeltreffens im Mai haben Präsident Nixon und Generalsekretär Breschnew vereinbart, eine amerikanisch-sowjetische Handelskommission
einzusetzen, die den Apparat für das Zustandekommen einer Übereinkunft über verschiedene grundlegende Fragen der Handelspolitik bilden soll.
Der Handelsminister hat die Vereinigten Staaten auf der ersten Sitzung der
Kommission am 20.Juli vertreten. Die Fragen, die die Kommission lösen muß, damit
der amerikanisch-sowjetische Handel wesentlich expandieren kann, sind unter anderem: Regelung der sowjetischen Pacht-und Leihschulden; die Meistbegünstigungsklausel für sowjetische Erzeugnisse; Kreditvereinbarungen; Einrichtungen für Geschäftsleute in jedem der beiden Länder sowie weitere technische Handelsfragen
wie Schlichtung von Handelsstreitigkeiten, Steuer-, Patent- und Lizenzfragen. Es
wird damit gerechnet, daß endgültige Abkommen bei verschiedenen Fragen noch dieses Jahr bekanntgegeben werden.
Vor seiner kürzlichen Reise nach Peking hat der Präsident die Kontrollen für
amerikanische Exporte nach der Volksrepublik China liberalisiert. Mit diesem
Schritt wurde eine Politik fortgesetzt, die bereits früher aufgenommen worden war,
um die Tür für Wirtschaftsbeziehungen zur Volksrepublik China aufzustoßen. Diese neuen Handelsinitiativen gegenüber der UdSSR und China sowie weiteren kommunistischen Ländern in Osteuropa waren durch die Entwicklungen in den größeren politischen Beziehungen möglich geworden.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, eine führende Rolle beim Aufbau eines
internationalen Wirtschaftssystems zu spielen, das den Aufgaben der siebziger Jahre
gerecht werden kann. Das Ziel ist eine Welt, in der alle Länder aus dem internationalen Handel und den internationalen Investitionen ein größtmögliches Maß an
Gewinn ziehen können."

-H-rt-

-5-

�amerika dienst
&lt; United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

33/1972

VOLCKER WÜRDIGT NEUE WIRTSCHAFTSPOLITIK PRÄSIDENT NIXONS

-Wortlaut-

WASHINGTON --(AD)-- Der Staatssekretär für Währungsfragen im amerikanischen
Finanzministerium, Paul A. Volcker hat anläßlich des ersten Jahrestages des
neuen Wirtschaftsprogramms Präsident Nixons die Erfolge dieser Politik gewürdigt
und betont, daß die USA heute im Hinblick auf eine Verbesserung des Handels und
der Zahlungsbilanz zuversichtlich sein könnten.
Die Erklärung, die Volcker am 13. August auf einem Wirtschaftsseminar in
Washington abgab, hat folgenden Wortlaut:
"Wenn wir unsere internationale Politik behandeln, möchte ich gleich zu Anfang einen grundsätzlichen Punkt unterstreichen. Das Paket der Maßnahmen, die Präsident Nixon am 15. August (vorigen Jahres) bekanntgab, stellte eine geschlossene Reihe von innenpolitischen und internationalen Maßnahmen dar. Er war sich
über die fundamentale Tatsache im klaren, daß ein Erfolg bezüglich unserer internationalen Ziele eng mit einem Erfolg auf innenpolitischem Gebiet zusammenhängt. Ohne ein starkes Wachstum und eine größere Preisstabilität in den Vereinigten Staaten selbst können wir nicht mit einem starken Dollar im Ausland oder
einer dauerhaften internationalen Währungsstabilität rechnen.
Die

-1-

�Die Maßnahmen,die wir auf internationalem Gebiet ergriffen, spiegelten bestimmte ganz akute Probleme wieder. Aber sie reflektieren gleichzeitig einige
grundlegende langfristige Probleme,die man anpacken muß, wenn die kurzfristigen
Probleme nicht erneut auftreten sollen.
Wenn wir auf die Situation vor einem Jahr zurückblicken, dann muß festgestellt werden, daß wir damals vor der Tatsache eines ständig wachsenden Zahlungsbilanzdefizits standen. Wir mußten damit rechnen, daß dieses Defizit ohne entsprechende Maßnahmen noch größer werden würde.
Unser einstmals großer Handelsüberschuß - rund sieben Milliarden Dollar auf
dem Höhepunkt im Jahre 1964 - hatte sich im Sommer 1971 in ein Defizit mit einer
Jahresrate von vier bis fünf Milliarden Dollar verwandelt. Nicht nur wurde unsere
Zahlungsbilanz immer schwächer, sondern der wirtschaftliche Druck verstärkte auch
protektionistische Gefühle. Die Spekulation auf den internationalen Finanzmärkten
grassierte.
Diesen an der Oberfläche sichtbar werdenden Symptomen lagen wesentliche Veränderungen in den wirtschaftlichen Beziehungen zugrunde - Veränderungen, die nicht
durch gleichwertige Veränderungen im Währungs-und Handelssystem der Nachkriegszeit
ausgeglichen wurden.
Die amerikanische Wirtschaft war die einzige größere Volkswirtschaft, die
aus den Trümmern des zweiten Weltkrieges intakt hervorgegangen war. Es war daher
nur richtig, daß wir die Verantwortung für den Wiederaufbau einer vom Krieg verwüsteten Welt übernahmen.
Milliarden von Dollar flössen ins Ausland, um den Wiederaufbau einer Volkswirtschaft nach der anderen zu finanzieren. Wir übernahmen eine unverhältnismäßig
große Verantwortung für die gemeinsame Verteidigung. Gleichzeitig strömten amerikanische Güter - zunächst bei nur geringer Konkurrenz - ins Ausland, wo andere
Länder bestrebt waren, das zu kaufen, was sie selbst nicht produzieren konnten.
Im

-2-

�Im Laufe der Jahre entstand jedoch ein grundlegend neues wirtschaftliches
Kräfteverhältnis in der Welt. In nur einer Generation entwickelte sich beispielsweise Japan aus der Zerstörung heraus zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht in der
freien Welt. Ein ähnlicher und früherer Übergang vollzog sich auch in Europa.
Die Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beschleunigte diesen Prozeß,
und es entstand eine mächtige neue Wirtschaftseinheit.
Im Zuge dieser Entwicklung wurden einstmals schwache Währungen stark. Die
amerikanischen Exporte sahen sich auf den Weltmärkten einer starken ausländischen
Konkurrenz gegenüber. Zahlreiche Länder bemühten sich mit Nachdruck um eine starke
Handels-und Zahlungsbilanzposition und erhielten sie aufrecht. Aufgrund dieser
Entwicklung wurden die Defizite in der amerikanischen Zahlungsbilanz chronisch,
woraus sich unhaltbare Belastungen und Spannungen ergaben.
Der 15. August machte allen klar, daß es so nicht weitergehen konnte. Die
Vereinigten Staaten waren finanziell wie wirtschaftlich überstrapaziert. Ein neues
wirtschaftliches Kräfteverhältnis mußte hergestellt werden - ein Verhältnis, das
die neuen wirtschaftlichen Realitäten der Welt reflektierte und das mit einem liberalen, nach außen orientierten Klima für Handel und Investitionen in Übereinstimmung stand.
Zwei wichtige internationale Maßnahmen wurden im Programm des Präsidenten
vom 15. August angekündigt: die Einführung einer befristeten zehnprozentigen Importabgabe sowie das sogenannte

Schließen des Goldfensters * oder die Aussetzung

der Konvertierbarkeit'.
Das waren harte Maßnahmen, und es waren -aus der Natur der Sache heraus einseitige Maßnahmen. Es waren Maßnahmen einer starken Führung. Sie kündigten die
Notwendigkeit von Änderungen und Reform an. Sie trugen dazu bei, die notwendigen
Sofortmaßnahmen zu fördern.
Auf

�Auf der anderen Seite stellen sie nur einen Anfang dar. Sie bereiteten zwar
den Boden für Änderung und Reform, aber es mußten ihnen weitere Maßnahmen und
Verhandlungen folgen, um den Wandel auf konstruktiven Wegen zu halten.
Dieser Prozeß ist längst vorüber, aber er hat zu wichtigen Verbesserungen
geführt:
- Die Verbesserung unserer Binnenwirtschaftstätigkeit leistet einen wichtigen
Beitrag zur internationalen Währungsstabilität. Kein anderes wichtiges Industrieland kann sich im letzten Jahr mit uns messen, was die Kombination von Wachstum
und Preisstabilität angeht. Was beispielsweise die Verbraucherpreise anbelangt,
so können sich die Vereinigten Staaten mit einer Inflationsrate von 2,9 Prozent
neben Kanada, Italien, Japan, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und
Großbritannien sehen lassen, wo die Raten von 4,3 Prozent bis 6,3 Prozent reichen. Im Vergleich dazu ist unsere Wirtschaftstätigkeit das Grundrezept für einen
starken Dollar und eine starke Zahlungsbilanz.
- Wir haben mit dem Smithsonian-Abkommen vom Dezember vorigen Jahres eine
große Neuordnung der Weltwechselkurse erreicht. Durch eine Kombination von Dollarabwertung und Aufwertung ausländischer Währungen haben sich die Währungsverhältnisse mit unseren wichtigen Handelspartnern in Europa und mit Japan im Durchschnitt um etwa 11 bis 12 Prozent versdioben. Dies wird mit der Zeit unseren Exporteuren und unserer Zahlungsbilanz einen starken Auftrieb geben. Im Rahmen des
Prozesses waren wir in der Lage, auf die befristete Importabgabe zu verzichten.
- In bestimmten Fällen ist es gelungen, einen Fortschritt beim Abbau der
Handelsschranken für unsere Exporte zu erzielen.
- Und was für die Zukunft noch wichtiger ist, es sind Einvernehmen darüber
erzielt worden, allgemeine Verhandlungen über eine Währungs-und Handelsreform
mit dem Ziel zu führen, eine offene und liberal-orientierte Weltwirtschaft zu
stützen.
Am

-4-

�Am 15. August (1971) herrschte kein allgemeines Einverständnis über die
Notwendigkeit einer Reform - geschweige denn der Wille, damit anzufangen. Es gab
kein internationales Forum,in dem die schwierigen Verhandlungen hätten geführt
werden können. Die wichtigen Länder gaben keineswegs zu, daß ein enger innerer
Zusammenhang zwischen Währungsregeln und Handelsregeln, Investitionspolitik im
Ausland, Steuerpolitik und ähnlichen Dingen besteht.
Heute, so meine ich, sind Einvernehmen, Willen und Forum in weit größerem
Maße vorhanden.
Es wäre töricht,die vor uns liegenden Probleme zu unterschätzen. Wir befinden uns immer noch in einer schwierigen Periode des Übergangs. Die Ereignisse
haben gezeigt, daß die Wiederherstellung unserer Zahlungsbilanz und unserer internationalen Finanzposition einige Zeit braucht. Die Reform des Währungssystems
wird sorgfältiger Verhandlungen über einen längeren Zeitraum hinweg bedürfen.
Hier und im Ausland zeigt sich bereits Ungeduld.
Von Zeit zu Zeit haben die Devisenmärkte jene Unsicherheit gezeigt,die mit
dem Wandel unausweichlich einhergeht.
Wir haben uns daran gemacht,mit diesen zwischenzeitlichen Problemen fertig
zu werden,indem wir sowohl Sofortmaßnahmen getroffen haben als auch auf umfassende Verhandlungen drängen.
Anders als vor einem Jahr sind wir heute der Überzeugung, daß wir vertrauensvoll auf die Verbesserung unseres Handels und unserer Zahlungsbilanz hoffen können. Nach meiner Ansicht haben wir überzeugende Antworten auf die Argumente jener
gefunden, die unsere externen Probleme dadurch lösen wollen, daß sie sich in eine
schützende Muschel verkriechen. Ich glaube, daß jetzt konstruktive Verhandlungen
für eine Reform auf lange Sicht begonnen haben.

Genau

-5-

�Genau gesehen ist die Aufgabe, die uns der Präsident am 15. August vorigen Jahres gestellt hat, erst halb erfüllt. Aber wir können mit dieser ersten
Hälfte zufrieden sein, ohne daß wir die kommende Aufgabe verkleinern wollen.
Niemand sollte sich Illusionen machen, daß es einen leichten Abkürzungsweg
zu Stabilität, Wachstum und Stärke nach außen gäbe. Aber ich kann Ihnen versichern, daß wir es mit der Bewältigung der Aufgabe ernst meinen."

-6-

�amerika dienst
' U n i t e d
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Wirtschaft

300

08-85432

33/1972

US-HANDELSMINISTER:WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG UND FREIER HANDEL
Von unserem Sonderkorrespondenten

WASHINGTON --(AD)— Eine deutliche Wende in der Wirtschaft der Vereinigten
Staaten ist nach Feststellung des amerikanischen Handelsministers Peter
Peterson eingetreten. Wie Peterson nach einem Jahr des neuen Wirtschaftsprogramms Präsident Nixons erklärte, steigt die Produktion in Industrie und Landwirtschaft stetig an, während gleichzeitig die Preise unter Kontrolle gehalten
werden. Bei einem fairen Wechselkurssystem müßte damit nach Auffassung
Petersons die amerikanische Handelsbilanz wieder günstiger werden.
Der Handelsminister verwies auf die völlig unterschiedliche Situation der
amerikanischen Wirtschaft Ende der sechziger Jahre und heute. In den Jahren von
1965 bis 1970 lagen die Vereinigten Staaten im Wirtschaftswachstum praktisch
hinter allen ihren großen Handelspartnern zurück, während sie im Preisauftrieb
die Spitze hielten. Heute, so betonte Peterson, weist das reale Wirtschaftswachstum der USA eine Jahresrate von 7,4 Prozent auf - und liegt damit höher
als das Japans - während die Preise nur mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent
steigen - was etwa nur die Hälfte des Anstiegs in anderen großen Industrieländern bedeutet.
Folgende

-1-

�Folgende Tabelle gibt einen Vergleich des wirtschaftlichen Wachsturas gemessen an der Veränderung des realen Bruttosozialprodukts (Jahresrate in Prozent):
Land:

1965/70

1960/65

Derzeit

5,3

3,4

7,4

10,0

12,1

6,0

Bundesrepublik Deutschland

5,0

4,6

3,3

Frankreich

5,8

5,8

5,0

Italien

5,3

6,1

3,3

Großbritannien

3,4

2,3

0,3

Kanada

5,5

4,5

5,3

USA
Japan

+)

+) Derzeit heißt für die USA die drei letzten Quartale vor dem 30.Juni 1972,für
die übrigen Länder erstes Halbjahr 1972 gegenüber dem ersten Halbjahr 1971
(•Schätzungen).

Die nächste Tabelle gibt einen Vergleich der Inflationsraten gemessen an dem
Anstieg der Verbraucherpreise (Jahresrate in Prozent):
Land:

1960/65

1965/70

Derzeit

USA

1,3

4,6

2,7

Japan

6,0

5,6

4.8

Bundesrepublik Deutschland

2,8

2,8

5,7

Frankreich

3,8

4,3

5,8

Italien

4,8

2,6

4,8

Großbritannien

3,4

4,6

8,5

Kanada

1,6

3,8

4,4

+)

+) Derzeit heißt für die USA die letzten zehn Monate bis Mai 1972, für die übrigen
Länder die letzten zwei Quartale bis Ende März 1972 gegenüber den letzten zwei
Quartalen bis Ende März 1971.

Die

-2-

�Die Vereinigten Staaten sind, wie Petersen feststellte, noch weit von einer
vollen Kapazitätsauslastung in der Industrie entfernt, so daß genügend Raum für
eine weitere Produkt Jonsausweitung ohne Inflationsgetahr gegeben ist. Leider haben
Rezessionen in anderen Ländern, die traditioneil zu den besten Abnehmern amerikanischer Erzeugnisse gehören, zu einer Verringerung der Exporte der USA geführt.
Während die amerikanischen Exporte langsam wieder ansteigen, gehen die Importe
weiter zurück. Peterson führte hier als Beispiel vor allem die Automobilindustrie
an. Während die Importe ausländischer Kraftwagen nach den USA noch vor einem Jahr
ständig stiegen und schließlich einen Marktanteil von über 20 Prozent erreichten,
ohne daß zunächst ein Ende dieser Entwicklung in Sicht war, sind die KFZ-Importe
jetzt um rund 15 Prozent zurückgegangen. Peterson führte hierfür vier Gründe an:
Die Verkaufssteuer für Autos wurde aufgehoben, die Wirtschaftslage in den USA
besserte sich ganz allgemein, die Arbeitskosten wurden niedrig gehalten und - als
Wichtigstes - der Dollar wurde abgewertet.
Dadurch zogen die Preise ausländischer Wagen der unteren Preisklasse an
- der Datsun um 14 Prozent, der Volkswagen um 8 Prozent. Der amerikanische Pinto
kostete noch vor einem Jahr 185 Dollar mehr als der Datsun, und heute kostet er
15 Dollar weniger. Gerade bei technologisch hochentwickelten Gütern - Autos,Computer n,chemischen Erzeugnissen, Pharmazeutika usw. - hatten die Vereinigten Staaten
immer einen hohen Handelsüberschuß aufzuweisen - manchmal 9 bis 10 Milliarden Dollar im Jahr. Dieser Überschuß wird jedoch gegenwärtig durch das Handelsdefizit
bei Erzeugnissen wie Schuhen, Textilien oder Stahl praktisch aufgezehrt.
Die Situation wurde noch durch die bestehenden unfairen Wechselkurse erschwert, bis der Präsident dann sein dynamisches Programm entwickelte.
Bei Stahl verzeichnete Japan einen außergewöhnlichen Produktivitätsanstieg
gegenüber amerikanischen Stahlwerken. Amerika hat jedoch große Mittel in den Bau
neuer Stahlwerke investiert, und wenn die Produktion in diesen Werken erst richtig
anläuft, dann wird sich die amerikanische Stahlindustrie bei einem fairen Wechselkurs auch wieder behaupten können.
Praktisch

-3-

�Praktisch hat die Neufestsetzung der Wechselkurse nach den Worten Petersons dazu geführt, daß auf dem nicht ausgesprochen technologischen Bereich zahlreiche Erzeugnisse, die bisher nicht wettbewerbsfähig waren, nunmehr den Wettbewerb wieder bestehen können.
Eine dritte Gruppe umfaßt den Rohstoff-und den Energiesektor. Die Vereinigten Staaten benötigen große Mengen an Öl, Kohle usw. und importieren bereits
15 Prozent ihres Bedarfs. Diese Zähl könnte innerhalb von 3o Jahren auf 50 Prozent ansteigen, und das Handelsdefizit könnte damit schnell wieder zunehmen.
Die letzte Gruppe betrifft die Landwirtschaft,wo die Vereinigten Staaten
nach Ansicht des Ministers eine überragende Stellung in der Welterzeugung einnehmen.

Die Produktivität in der amerikanischen Landwirtschaft weist einen so

hohen Stand auf, und die Kosten liegen so niedrig, daß die amerikanischen Agrarerzeugnisse auch bei ungünstigen Wechselkursen oder Handelsschranken - wie bei
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft - immer noch voll wettbewerbsfähig
sind.
Peterson warnte vor einer Tendenz, die Einfuhren praktisch auf Null herunterzudrücken. In was für einer Welt würde der Verbraucher leben, gäbe es keine
Importe,so fragte der Minister. Und er fuhr fort: "Ich habe den Eindruck, daß
die meisten von uns froh sind über die Importe. Sie bringen uns ein vielfältigeres Angebot

zu niedrigeren Preisen und besseren Qualitäten oder aber Spezia-

litäten,die wir in den Vereinigten Staaten nicht haben. Da es das Ziel der Wirtschaftstätigkeit ist, den Lebensstandard zu heben, sollten wir uns nicht in eine
Situation drängen lassen, in der wir zu der Auffassung kommen, es wäre herrlich,
wenn die amerikanische Industrie 100 Prozent aller Erzeugnisse herstellt."
Dagegen, so betonte Peterson, müßten die Vereinigten Staaten nach einem
Ausgleich ihrer Zahlungsbilanz streben, damit sie für ihre Importe mit ihren Exporten bezahlen können. Wenn die Wechselkurse flexibel genug sind, so sagte er,
"dann glaube ich,sollten wir uns auf das Wettbewerbssystem verlassen, und der
Verbraucher sollte selbst darüber entscheiden, ob seinem Interesse am besten

-4-

�besten durch den Kauf amerikanischer oder ausländischer Kraftwagen gedient ist
Einer der großen Vorteile eines freien und offenen Handelssystems ist, daß es
durch den Wettbewerb einen starken Anreiz für die Binnenwirtschaft bringt."

-5-

�I amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Postfach

T e lex:

Wirtschaft

Service
300

08-85432

33/1972

NEUES WIRTSCHAFTSPROGRAMM PRÄSIDENT NIXONS EIN JAHR ALT
Von Eugene Brake
WASHINGTON --(AD)— Das von Präsident Nixon zur Eindämmung der Inflation
und zur Wiederherstellung des außenwirtschaftlichen Gleichgewichtes verkündete
neue Wirtschaftsprogramm kann in diesen Tagen auf sein einjähriges Bestehen
zurückblicken - Grund genug, um Rückschau zu halten auf das, was sich in den
zwölf Monaten geändert hat.
Als Präsident Nixon am 15. August 1971 im Weißen Haus dem amerikanischen
Volk und der übrigen Welt die Einzelheiten seines neuen Wirtschaftsprogrammes
bekanntgab, herrschte zunächst allgemeine Bestürzung vor. Neben Überraschung
und Verwirrung bestand in den ersten Tagen weitverbreitet die Furcht, daß die
Vereinigten Staaten für immer einen protektionistischen Kurs einschlagen könnten, um ihre internationalen Handels-und Zahlungsbilanzprobleme zu Lösen.
Aber dies geschah nicht. Das verflossene Jahr hat vielmehr das Gegenteil
bewiesen, daß nämlich das neue Wirtschaftsprogramm in erster Linie auf eine
Wiederbelebung des freien Warenflusses zwischen den Ländern abzielt.
Die im August vorübergehend eingeführte Importabgabe wurde bereits im Dezember wieder aufgehoben und dürfte wohl kaum nachhaltige Auswirkungen auf den
Warenfluß gehabt haben. Die amerikanischen Bemühungen zielten mehr auf einen

-1-

�einen Abbau der Handelsschranken für amerikanische Exportgüter als auf eine Einschränkung des Imports ab. Den wenigen Fällen, zum Beispiel bei Textilien, in
denen die Vereinigten Staaten andere Länder aufgefordert hatten, ihren USA-Export einzuschränken, lag die Absicht zugrunde, dem innenpolitischen Druck entgegenzuwirken,

der in den letzten Jahren verschiedentlich beinahe zur Verab-

schiedung stark protektionistischer Gesetze durch den Kongreß geführt hätte.
Der Beschluß Präsident Nixons, die Konvertierbarkeit des US-Dollar in Gold
auszusetzen, war als Zeichen für die Entschlossenheit der amerikanischen Regierung zu werten, den seit über 20 Jahren ständig anfallenden Defiziten in der
US-Zahlungsbilanz ein Ende zu machen und eine grundlegende Reform des internationalen Währungssystems sicherzustellen, und stand in direktem Zusammenhang mit
dem Wunsch, weiterhin die Prinzipien eines liberalen Handels zu unterstützen.
Wirtschaftliche Prinzipien und Anpassungsprozesse, die sicherstellen sollen,
daß der zwischenstaatliche Handel beiden Seiten Gewinn bringt, können nicht wirken, wenn die Wechselkurse unrealistisch sind und das internationale Zahlungssystem nicht richtig arbeitet. Als Folge der Unzulänglichkeiten des alten internationalen Währungssystems vor dem 15. August vergangenen Jahres waren weite
Kreise der amerikanischen Arbeiterschaft wie auch der amerikanischen Industrie
zu der Auffassung gelangt, daß sie durch den schnell wachsenden Import geschädigt
oder in ihrer Existenz bedroht würden, während ausgleichende Gewinne beim Export
oder sonstwo in der Wirtschaft nicht zu erkennen seien.
Die Neufestsetzung der Wechselkurse durch das Smithsonian-Abkommen vom vergangenen Dezember dürfte wesentlich dazu beitragen, diese Auffassung zu entkräften, wenn erst die neuen Wechselkurse im Handel voll durchschlagen, was nach
Ansicht der Experten zwei Jahre und länger dauern kann.
Eine einmalige Neufestsetzung der Wechselkurse wird jedoch nur vorübergehend
Erleichterung verschaffen, es sei denn, daß die Länder sich bei ihrer künftigen

-2-

�künftigen Währungs-und Handelspolitik an akzeptierbare Verhaltensnormen halten.
Aus diesem Grunde haben die Vereinigten Staaten auch während des vergangenen
Jahres auf umfassende und sorgfältige Studien gedrängt, die zu einem völlig
neuen internationalen Währungssystem, einer neuen Fairneß in Handelsfragen und
einer neuen Runde globaler Handelsverhandlungen führen sollen, in denen der Weg
zu einer gegenseitigen Senkung aller Formen von Handelsschranken geebnet werden
könnte.
Einer der möglicherweise bedeutsamsten Erfolge des neuen Wirtschaftsprogramms
Präsident Nixons ist die Vereinbarung, innerhalb des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Gruppe von 20 Ländern einzusetzen, die ein neues internationales
Währungssystem konzipieren soll. Da die meisten dieser 20 Staaten Ländergruppen
repräsentieren, werden die Interessen aller IWF-Mitglieder - der Entwicklungsländer wie auch der Industriestaaten, der kleinen Nationen wie auch der wirtschaftlichen Giganten - vertreten sein. Die erste Konferenz soll in der letzten
Septemberwoche stattfinden, wenn der IWF seine reguläre Jahrestagung abhält.
Von ebenfalls potentiell großer Bedeutung ist die Tatsache, daß mehrere andere Nationen sich den Vereinigten Staaten angeschlossen haben,um mit ihnen die vorbereitenden Arbeiten für die vorgeschlagene neue Runde umfassender Handelsverhandlungen zu leisten.
Aber auch die binnenwirtschaftlichen Erfolge des neuen Wirtschaftsprogramms
Präsident Nixons wirken sich auf die außenwirtschaftliche Seite aus. Den Vereinigten Staaten ist in den vergangenen Monaten eine Reduzierung der Inflationsrate
gelungen, und sie stehen auch hier besser als die meisten anderen Industriestaaten da, die ihre natürlichen Konkurrenten auf den Weltmärkten sind.Setzt sich
diese Entwicklung weiter fort, so wird sie zu einer Stärkung der amerikanischen
Handelsposition wie auch der amerikanischen Zahlungsbilanz führen.
Die

-3-

�Die derzeitige starke Wirtschaftsexpansion in den USA, die sich zu einer
Zeit vollzieht,in der sich das wirtschaftliche Wachstum in einigen Ländern verlangsamt hat, die wichtige Absatzmärkte für den US-Export bilden , könnte zu
einem gewissen Hinauszögern der erwarteten Verbesserung der amerikanischen Handelsbilanz führen. Er könnte ferner die Wirkung, die von der Neufestsetzung der
Wechselkurse ausgeht, bei einigen Ländern dämpfen, die anderenfalls nachteilig
betroffen werden gönnten. Auf lange Sicht wird eine starke, nicht-inflationistische Expansion der amerikanischen Wirtschaft mit zur Verbesserung der amerikanischen Handelsbilanz beitragen und zwar dadurch, daß im Rahmen einer stetigen
Ausweitung des Welthandels die Exporte zunehmen, und nicht dadurch, daß die Importe aus anderen Ländern eingeschränkt werden.
Auf all diesen Gebieten - der Schaffung eines neuen internationalen Währungssystems, den Verhandlungen über neue Handelsnormen, der Wiederherstellung eines
gesunden Ausgleichs der amerikanischen Zahlungsbilanz, der Abwehr des protektionistischen Drucks, der Öffnung des Weges für ein gesundes Wirtschaftswachstum

-

sind die Fortschritte bisher recht beachtlich gewesen. Allerdings bleibt noch
viel zu tun übrig. Eine endgültige Bewertung der Ergebnisse des neuen Wirtschaftsprogramms Präsident Nixons muß daher einem späteren Jubiläum vorbehalten
bleiben.

i

i i i i, i

I ! II II

-4-

�- amerika dienst
i

U n i t e d
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

Wissenschaft
und
Technik

300

08-85432

33/1972

EINE KRANKHEIT WURDE ENTSCHÄRFT
Intensivtherapie verbessert Prognose bei Lupus erythematodes

--(AD)-- Die Ursache ist noch nicht genau bekannt. Lupus erythematodes, in der
Medizin meist nur mit der Abkürzung SLE bezeichnet, im Volksmund "Zehrrose"
genannt, könnte genetisch bedingt sein. Aber vielleicht spielen bei der Erkrankung auch Viren eine Rolle. Der Organismus des Kranken bildet Antikörper ge
gen Desoxyribonukleinsäuren (Zellkernmoleküle) sowie große Mengen von Gamma
globulin, was auf Abwehrreaktionen schließen läßt. Jedoch scheinen diese Reaktionen auiier Kontrolle zu geraten, weshalb SLE auch zu den Autoaggressionskrankheiten gerechnet wird. Bestimmte Medikamente können ebenfalls zu einem typischen
SLE-Krankheitsbild mit zunächst polyarthritischen Beschwerden, schmetterlings»
förmigen Hautausschlägen - vor allem im Gesicht und an anderen, nicht von Kleidung bedeckten Partien - und, im weiteren Verlauf, zu Organschädigungen führen
Wird diese Allergie im Frühstadium erkannt, ist nach Absetzen der Medikamente
die Ausheilung möglich. Bei der echten SLE-Erkrankung dagegen ist die Prognose
normalerweise ungünstig.
Daß

-l-

�Daß sich der Verlauf dennoch beeinflussen läßt, zeigte ein über mehrere
Jahre durchgeführtes Gruppenexperiment von Dr. Wallace V.Epstein von der Universität Kalifornien in San Francisco. Über das Ergebnis berichtete er auf einer
Tagung der amerikanischen "Arthritis Foundation". In der von Epstein und Mitarbeitern betreuten Gruppe stieg die Uberlebensrate im Fünf-Jahres-Zeitraura von
20-30 Prozent auf 80 Prozent. Die allgemeine Situation der Patienten - in der
überwiegenden

Mehrzahl werden Frauen von der Erkrankung betroffen - verbesser-

te sich in auffallender Weise.
Die 67 Kranken, von denen es bei 31 bereits zu schweren Nierenschädigungen
gekommen war, wurden zu einer sogenannten "Lupus-Gruppe" zusammengefaßt. Mit
häufigen Blut-und Urinuntersuchungen stand jeder einzelne unter äußerst sorgfältiger ärztlicher Kontrolle. Es zeigte sich, daß dann ein neuer Krankheitsschub
bereits in einem Stadium erfaßt und durch entsprechende medikamentöse

Behandlung

zumindest abgeschwächt werden konnte, wenn ihn der Patient noch gar nicht gewahr
geworden war. Vor allem versuchte man bei den Patienten, deren Nieren noch nicht
betroffen waren, die Schädigung dieses Organs zu verhindern - mit beachtlichem
Erfolg. Die wichtigsten Medikamente waren dabei Prednison und Chlorambucil, das
zu den Präparaten zur Unterdrückung von Immunreaktionen gehört.
Die höheren Überlebensraten schreibt Dr. Epstein aber weniger den Medikamenten oder der Dosierung der verordneten Präparate zu, sondern in erster Linie der
fortlaufenden Überwachung der Kranken. Dadurch werden ungünstige Nebenwirkungen
der Medikamente auf ein Mindestmaß reduziert und irreversible Gewebeschädigungen
im größtmöglichen Umfang verhindert. Die "Lupus-Gruppe" kam außerdem zweimal im
Monat zusammen, damit die Patienten untereinander Erfahrungen austauschen konnten und besser lernten, mit der Krankheit zu leben. Anscheinend trug diese Ai*
der Gruppentherapie viel dazu bei, dem einzelnen die Angst vor der Zukunft zu
nehmen. Es gab z.B.keine Selbstmordversuche mehr, die bis dahin relativ häufig
waren. Der Patient wird durch das Gespräch mit Leidensgenossen mit dem klinischen
Verlauf der Krankheit in einer Form vertraut gemacht, die ihn weitaus weniger

-2-

�weniger erschreckt,als wenn er plötzlich Nebenwirkungen oder Reaktionen wie
Haarausfall nur an sich selbst beobachtet. Für ihn ergibt sich dann auch eine
viel bessere Grundlage, um mit den Ärzten im Verlauf der eigenen Behandlung
vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

-3-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Telex:

300

Wissenschaft
und
Technik

08-85432

33/1972

IMMUNREAKTIONEN MIT FREMDER THYMUSDRÜSE

--(AD)-- Einem 10 Wochen alten Kind wurde in einer Klinik der GeorgetownUniversität (Washington) eine fremde Thymusdrüse in die Bauchwand implantiert .
Bereits sechs Stunden nach der Operation konnten bei dem Baby Immunreaktionen
festgestellt werden, die vor der Operation völlig fehlten. In den meisten
Fällen sind genetische Ursachen anzunehmen, wenn sich bei Kindern herausstellt, daß die Thymusdrüse nur ungenügend ausgebildet oder funktionsunfähig
ist. Diese spielt jedoch für den Aufbau und die Entwicklung des lymphatischen
Systems und bei der Abwehr von Infektionen eine wichtige Rolle. Sie zählt,
wie Blinddarm und Mandeln,zu den primären Immunitätsorganen»
Das Implantat war in eine Diffusionskammer eingeschlossen, so daß Zellen,
die dem Empfängerorganismus möglicherweise hätten schaden können, nicht ausdringen konnten. Dagegen konnten Nährstoffe aufgenommen werden, die für den
Stoffwechsel der Thymuszellen notwendig sind. Diese vermochten jene Wirkstoffe
zu produzieren, die nach dem Ausdiffundieren aus der Kammer über den Kreislauf
das Immunsystem des Körpers "einschalten" konnten. Die Kammerwandung hatte
die Funktion einer porösen Membran, die nur bestimmte Stoffe nach jeder Richtung
durchläßt.
Dr.

�Dr. Russell W. Steele, der mit finanzieller Unterstützung des "Nationalinstituts für Pädiatrie und menschliche Entwicklung" (ein Institut der medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA-N1H) an der pädiatrischen Abteilung
der Georgetown-Universität als Forscher tätig ist und die Implantation durchführte, wies nach, daß in dem speziellen Fall das Fehlen der Thymusdrüse beim Neugeborenen familiär bedingt ist. Ein als Säugling verstorbener Halbbruder des
Babies war ohne Thymus und Nebenschilddrüsen geboren worden, bei der Mutter ist
das Immunsystem erheblich beeinträchtigt. Daraus ergebe sich die große Bedeutung
der Untersuchung aller Familienmitglieder, wenn bei einem Neugeborenen ThymusAplasie festgestellt wird.
Acht Tage nach der Operation starb das operierte Kind infolge von Atemnot,
die mechanische Ursachenhatte. Bei der Autopsie konnte an Hand der Gewebekulturen
keine Infektion festgestellt werden. Nach Ansicht Dr. Steeles gab es keinen Zusammenhang zwischen der Operation und dem Tod des Kindes. Er vertritt die Meinung, daß eine Wiederherstellung der Immunreaktionen nicht nur bei Infektionen,
sondern auch bei malignen Prozessen Bedeutung haben könnte.

+++

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7483">
              <text>16.08.1972</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7484">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="7485">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14506">
              <text>Amerikadienst 16.08.1972</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14507">
              <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nixon ersucht Senat um Ratifizierung der Konvention über ein Verbot bakteriologischer Kampfmittel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Senat -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;U.Alexis Johnson für Verbesserung der Beziehungen zu Moskau und Peking&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus einer Rede des US-Staatssekretärs -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freie Information unerwünscht?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Sowjetunion gegen US-Pläne für Satellitensendungen mit Heimempfang&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon weist auf wirtschaftliche Erfolge hin&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vorwort zur Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das internationale Währungssystem&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanische Zahlungsbilanz 1972&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Initiativen für Handelsverhandlungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszug aus der Broschüre "Die Wirtschaft Mitte 1972" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Volcker würdigt neue Wirtschaftspolitik Präsident Nixons&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Handelsminister: Wirtschaftsaufschwung und freier Handel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Eine Krankheit wurde entschärft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immunreaktionen mit fremder Thymusdrüse&lt;/p&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
