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23

7. Juni 1972

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" °

Erklärung von Außenminister Rogers zur Eröffnung der Stockholmer Umweltkonferenz
- Wortlaut Bauelemente für Elektrotechnik und Elektronik
Fachausstellung und Tagung im US-Handelszentrum in Frankfurt
DOKUMENTATION
Präsident Nixon berichtet lern US-Kongreß über sei-te Moskau-Reise
- Wortlaut der Ansprache vom 1. Juni Das gemeinsame amerikanisch-polnische Kommunique
zum Abschluß des Nixon-Besuches
- Wortlaut Das gemeinsame amerikanisch-:; ranische Kommunique
zum Abschluß des Nixon-Besuches
- Wortlaut Ansprache des amerikanischen Außenministers Rogers anläßlich der Unterzeichnung des Schlußprotokolls des Berlin-Abkommens am 3. Juni
- Wortlaut Ansprache des amerikanischen Außenministers Rogers im Schloß Charlottenburg am 3. Juni
- Wortlaut WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Technik allein kein Mittel gegen Verkehrsmisere
Umweltwacht vom Satelliten
Fernaugen inspizieren Meere, Land und Atmosphäre
Meßbojenprogramm wird ausgebaut

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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ERKLÄRUNG VON AUSSENMINISTER ROGERS ZUR ERÖFFNUNG
DER STOCKHOLMER UMWELTKONFERENZ
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister William P. Rogers
hat am 5. Juni in Washington anläßlich der Eröffnung der von den Vereinten
Nationen in Stockholm abgehaltenen Konferenz über die menschliche Umwelt
folgende Erklärung abgegeben:

Die Konferenz der Vereinten Nationen über die menschliche Umwelt,die
heute in Stockholm eröffnet wird, läßt in vollem Ausmaße ein internationales
Anliegen sichtbar werden, das die Völker und Regierungen der Welt in den
kommenden Jahren immer stärker beschäftigen wird. Die Vereinigten Staaten
werden hinter niemandem zurückstehen, wenn es darum geht, ihre Kraft dafür
einzusetzen, die globale Umwelt zu erhalten und zu verbessern.
Wir
Lr erwarten in Stockholm auf drei Gebieten wesentliche Fortschritte:
Erstens soll die Konferenz die Bemühungen beleben, um vermehrte Kenntnisse
von dem zu erlangen, was in der Umwelt auf diesem Planeten geschieht. Dies
erfordert ein umfassendes Überwachungssystem, das zum Beispiel auch ein weltweites System von Stationen einschließt, um den Grad der Luftverschmutzung
zu messen.

Zweitens soll die Konferenz zu internationalen Konventionen,Abkommen
und sonstigen Vereinbarungen über solche Probleme ermutigen, wo ein Handeln

- 1 -

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23/1972

ERKLÄRUNG VON AUSSENMINISTER ROGERS ZUR ERÖFFNUNG
DER STOCKHOLMER UMWELTKONFERENZ
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister William P. Rogers
hat am 5. Juni in Washington anläßlich der Eröffnung der von den Vereinten
Nationen in Stockholm abgehaltenen Konferenz über die menschliche Umwelt
folgende Erklärung abgegeben:

Die Konferenz der Vereinten Nationen über die menschliche Umwelt,die
heute in Stockholm eröffnet wird, läßt in vollem Ausmaße ein internationales
Anliegen sichtbar werden, das die Völker und Regierungen der Welt in den
kommenden Jahren immer stärker beschäftigen wird. Die Vereinigten Staaten
werden hinter niemandem zurückstehen, wenn es darum geht, ihre Kraft dafür
einzusetzen, die globale Umwelt zu erhalten und zu verbessern.
Wir erwarten in Stockholm auf drei Gebieten wesentliche Fortschritte:
Erstens soll die Konferenz die Bemühungen beleben, um vermehrte Kenntnisse
von dem zu erlangen, was in der Umwelt auf diesem Planeten geschieht. Dies
erfordert ein umfassendes Überwachungssystem, das zum Beispiel auch ein weit
weites System von Stationen einschließt, um den Grad der Luftverschmutzung
zu messen.

Zweitens soll die Konferenz zu internationalen Konventionen,Abkommen
und sonstigen Vereinbarungen über solche Probleme ermutigen, wo ein Handeln

- 1 -

�Handeln und keine Forschung notwendig ist. Wir denken dabei besonders an
Konventionen, um das Ablassen von Schmutzstoffen in die Weltmeere zu kontrollieren und um das überkommene Erbe auf solchen Bereichen zu erhalten, die,
was die Natur, die Kultur oder die Geschichte anbetrifft, eine besondere Bedeutung haben.
Da die meisten Umweltprobleme auf regionaler, nationaler oder individueller Ebene gelöst werden müssen, soll die Konferenz drittens die regionalen
und örtlichen Anstrengungen fördern und unterstützen.
Um zur Verwirklichung dieser und anderer wichtiger Ziele beizutragen
hat der Präsident die Schaffung eines Umweltfonds der Vereinten Nationen
vorgeschlagen, der aus freiwilligen Zuwendungen der Regierungen finanziert
werden soll. Unseres Erachtens sollte für den Fonds als erstes Ziel innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren ein Betrag von 100 Millionen Dollar
angestrebt werden. Die Vereinigten Staaten sind bereit, bis zu 40 Millionen
Dollar beizutragen, wenn die restlichen 60 Millionen Dollar, von denen wir
hoffen, daß die übrigen Länder sie beisteuern werden, aufgebracht sind.

Eine feste und zentrale Kontrolle und eine vereinbarte Prioritätenliste sind unerläßlich, damit die Tätigkeit der Vereinten Nationen auf dem
Gebiet der Umwelt wirksam geleitet werden kann. Daher werden wir in Stockholm
die Ernennung eines UN-Administrators vorschlagen. Er soll die Vollmacht
haben, um - entsprechend den politischen Richtlinien eines überstaatlichen
Gremiums im Rahmen des ECOSOC - den Fonds zu verwalten und alle Umweltprogramme der Vereinten Nationen zu koordinieren.

Nach Ansicht der amerikanischen Regierung sind die siebziger Jahre ein
Jahrzehnt, in dem die Vereinten Nationen bewußt der Nutzbarmachung des wissenschaftlichen Fortschritts für das Wohl aller Völker Vorrang einräumen
sollten. Nachdem das Hauptanliegen in den fünfziger Jahren die Wahrung
des Friedens war und in den sechziger Jahren als zweites Anliegen die
wirtschaftliche Entwicklung hinzukam, sollten die Vereinten Nationen unserer

- 2-

�unserer Ansicht nach für dieses Jahrzehnt ein drittes Hauptziel setzen die Nutzbarmachung von Wissenschaft und Technologie für die Verbesserung
des Lebens der Menschen durch im Wettstreit zueinander stehende internationale Maßnahmen zu fördern. Es gibt kein Gebiet, auf dem diese Aufgabe
vordringlicher ist, als das Gebiet der menschlichen Umwelt.
Es wird manchmal behauptet, daß Umwelt eine Angelegenheit reicher Leute
sei und daß die Entwicklungsländer wenig von internationalen Maßnahmen auf
diesem Gebiet zu erwarten hätten. Diese Behauptung wird durch die Anwesenheit von Vertretern der großen Mehrheit der Völker der unterentwickelten
Welt widerlegt.

Es ist nur natürlich, wenn es den Entwicklungsländern ein besonderes
Anliegen ist, daß Schritte zur Erhaltung der Umwelt den Entwicklungsprozeß
fördern müssen und nicht behindern dürfen. Wir in den Vereinigten Staaten

teilen diese Besorgnis, und in unserer eigenen Umweltpolitik tragen wir dem
voll Rechnung;

- Wir versichern feierlich, daß Umweltfragen nicht als Vorwand für Handelsdiskriminierungen gegen Erzeugnisse der Entwicklungsländer oder anderer
Länder oder zur Einschränkung ihres Zugangs zum amerikanischen

Markt benutzt

werden. Es darf keinen wirtschaftlichen Protektionismus im Namen des Umweltschutzes geben.
- Wir versichern feierlich, daß eine Verpflichtung zur Verbesserung der
Umwelt nicht zu Lasten unserer bezüglich

der wirtschaftlichen Entwick-

lung eingegangenen Verpflichtungen gehen wird.

Maßnahmen zum Schutz der Umwelt stehen keineswegs im Gegensatz zur
wirtschaftlichen Entwicklung, sondern sind vielmehr ein integraler Bestandteil von ihr. Dies besagt nun nicht, daß solche Maßnahmen den Industriestaaten als Bedingung für eine Beteiligung an Entwicklungsprojekten starr
aufgezwungen werden. Die solchen Sicherheitsmaßnahmen gegebene relative
Priorität muß zwischen den Geber- und den Empfängerländern vereinbart werden.

�werden. In unserer eigenen Entwicklungshilfepolitik übertragen wir die
Hauptverantwortung für die Festlegung der Entwicklungsprioritäten den
Empfängern der Hilfe.

Wir bedauern es, daß die Sowjetunion und eine Reihe ihrer Verbündeten offensichtlich aus politischen Gründen - beschlossen haben, sich den Ländern,
die hier in Stockholm zusammengekommen sind, nicht anzuschließen. Wir hoffen
jedoch, daß sich die Sowjetunion und die übrigen Länder voll an den internationalen Initiativen und Bemühungen beteiligen werden, die im Anschluß
an diese Konferenz notwendig werden.Das am 23. Mai von uns in Moskau unterzeichnete Abkommen - das umfassendste Umweltabkommen, das bisher zwischen
zwei großen Ländern erreicht worden ist - ist ein ermutigendes Zeichen dafür, daß die Sowjetunion unsere Auffassung von der Bedeutung dieser Frage
teilt.

+ ++++

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BAUELEMENTE FÜR ELEKTROTECHNIK UND ELEKTRONIK
Fachausstellung und Tagung im US-Handelszentrum in Frankfurt

--(AD)--Vom 12.bis 16.Juni 1972 ist das US-Handelszentrum in Frankfurt (Main)
Schauplatz einer Spezialausstellung zum Thema "Steckverbindungen und passive
Bauelemente für die Elektrotechnik und Elektronik". Achtundzwanzig Aussteller, die zusammen mehr als 65 US-Firmen repräsentieren, wollen mit dieser Veranstaltung dem Fachmann Gelegenheit geben, das umfangreiche amerikanische
Angebot auf diesem Markt an Ort und Stelle zu prüfen.
Im einzelnen werden ausgestellt: Stecker-und Steckverbindungen, Miniaturverteiler, Potentiometer, Widerstände, Kondensatoren, Ferritkerne, Solenoi.de,
Relais, Spulen, Halbleiter-Steckelemente, Sicherungsautomaten, Miniaturtransformatoren, Schalter, passive Schaltungselemente, Testanschlüsse und Prüfstecker, Vakuumbauteile, Transducer, Verdrahtungssystem?., Litzen und Kabel
sowie Abisoliereinrichtungen, Innerhalb der Produktgruppen werden die verschiedensten Typen und Ausführungen nach allen gängigen Spezifikationen
einschließlich MIL und NAS angeboten.
Auf der am 13. und 14. Juni stattfindenden Fachtagung werden

Fachleute

zu aktuellen Fragen und Neuentwicklungen dieses Industriezweiges Stellung
nehmen.
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23/1972

PRÄSIDENT NIXON BERICHTET DEM US-KONGRESS ÜBER SEINE

MOSKAU-REISE
-Wortlaut der Ansprache vom l.Juni-

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon hat dem amerikanischen Kongreß am Abend
des 1. Juni auf einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser über seine soeben
beendete Moskau-Reise berichtet. Die Rede des amerikanischen Präsidenten,
der erst kurz zuvor nach Washington zurückgekehrt war, hat folgenden Wortlaut:
Ihre Begrüßung in diesem hohen Hause heute abend hat für Mrs.Nixon und
mich eine ganz besondere Bedeutung. Wir schätzen uns sehr glücklich, daß wir
so oft ins Ausland reisen und dort die Vereinigten Staaten von

Amerika ver-

treten konnten. Nach jeder Reise sind wir beide uns jedoch darin einig, daii
der beste Teil der Reise jeweils die Rückkehr nach Amerika ist.
In den letzten 13 Tagen haben wir mehr als 16 000 Meilen im Flugzeug
zurückgelegt und vier Länder besucht. Und überall, wohin wir kamen - Österreich, die Sowjetunion, Persien und Polen » konnten wir das sich beschleunigende Tempo des Wandels in den alten traditionellen Beziehungen und den aufrichtigen Wunsch der Völker nach Freundschaft mit dem amerikanischen Volk
empfinden. Überall keimen jetzt neue Hoffnungen auf eine Welt, die nicht meh
von Furcht, Not und Krieg überschattet wird. Und als Amerikaner können wir
stolz darauf sein, daß wir jetzt eine historische Möglichkeit haben, eine
bedeutende Rolle dabei zu spielen, mit zur Verwirklichung des ältesten
Traumes der Menschheit beizutragen - eine Welt, in der alle Nationen sich
der Segnungen des Friedens erfreuen können.
Auf

�Auf dieser Reise haben wir zahlreiche bedeutende Sehenswürdigkeiten gesehen;
aber ein Bild wird stets unauslöschlich in unserer Erinnerung bleiben - die
Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika, wie sie im Frühlingswind hoch über
den alten Mauern des Kreml wehte.
Für Millionen Amerikaner war der Kreml während des letzten Vierteljahrhunderts das Zeichen einer unnachgiebigen Feindschaft gegenüber allem,was wir
verehren. Und für Millionen von Russen galt die amerikanische Flagge seit langem
als ein Symbol des Bösen. Niemand würde geglaubt haben, selbst noch vor ganz
kurzer Zeit, daß diese beiden, offensichtlich nicht miteinander zu vereinbarenden
Symbole zusammen gesehen würden, so wie wir sie in diesen wenigen Tagen gesehen
haben.
Dies bedeutet nun nicht, daß wir von Moskau die Verheißung eines sofortigen
Friedens mit zurückbringen, aber wir bringen doch den Beginn eines Prozesses zurück, der zu einem dauerhaften Frieden führen kann. Und deshalb habe ich diese
außergewöhnliche Maßnahme ergriffen und um diese Sondersitzung des Kongresses
nachgesucht - weil wir eben vor uns eine außergewöhnliche Chance haben.
Ich bin heute abend nicht hierhergekommen, um neue Ankündigungen in einem
dramatischen Rahmen zu machen. Dieses Gipfeltreffen hat bereits seine Schlagzeilen gemacht. Es hat jedoch noch kaum begonnen, der Welt seine Zeichen aufzusetzen. Und ich möchte Sie ersuchen,heute abend -während die Ereignisse noch
frisch sind und das Eisen noch heiß ist- gemeinsam mit mir mit der Überlegung
zu beginnen, wie wir mitwirken können, daß diese Zeichen so sein werden, wie
wir es gerne möchten.
Die Grundlage ist gelegt für ein neues Verhältnis zwischen den beiden mächtigsten

Nationen der Welt. Und es ist nun an uns - an uns allen hier in diesem

hohen Hause, an uns allen in ganz Amerika, zusammen mit anderen Nationen auf
dieser Grundlage ein neues Gebäude zu errichten - ein Gebäude, in dem sich die
Hoffnungen der Menschheit vereinigen können, und das Schutz gewährt vor den
Stürmen der Konflikte.
Als

�Als einen ersten Schritt, um Ihre Zustimmung zu einigen der von uns erreichten Abkommen und für die Genehmigung der Mittel zur Durchführung anderer
zu erlangen, und auch als Ausdruck der Einheit, mit der diese Regierung und
dieses Land von hier aus weiter gehen müssen, gebe ich dem Kongreß diesen sofortigen Bericht über die Ergebnisse des Moskauer Gipfeltreffens.
Allen hier in diesem hohen Haus ist bekannt, wie sich die amerikanischsowjetische Gipfeldiplomatie während der Zeit des kalten Krieges gestaltete.
Jedes Gipfeltreffen führte zu einer kurzen euphorischen Stimmung - zum Geist
von Genf, zum Geist von Camp David, zum Geist von Wien und zum Geist von Glasboro -.
bedeutsame Fortschritte in den wirklich schwierigen Fragen wurden jedoch nicht
erzielt.
Und schon damals habe ich in dieser Administration erklärt, daß die Aussichten auf konkrete Ergebnisse, nicht nur auf eine Verbesserung der Atmosphäre, unser

Kriterium für ein Treffen auf höchster Ebene sein würden. Und ich

habe ferner unsere Absicht angekündigt, auf einem weiten Gebiet miteinander
zusammenhängender Fragen Verhandlungen mit der Sowjetunion zu führen, mit dem
Ziele, durch Erfolge einen Auftrieb zu geben, bei dem Fortschritte auf einem
Gebiet zum Fortschritt auf anderen Gebieten beitragen könnten.
Das ist die Basis,auf der wir die Gespräche der letzten Woche vorbereitet
und geführt haben. Das war ein Arbeitsgipfeltreffen. Wir haben nicht versucht,
einen oberflächlichen »Geist von Moskau* zu schaffen, sondern solide Fortschritte bei der Lösung der schwierigen Fragen angestrebt, die unsere beiden
Länder und auch die Welt so lange gespalten haben. Wenn wir einen Blick auf
die Zahl und das Ausmaß der erzielten Abkommen werfen, so haben wir, wie ich
meine, dieses Ziel erreicht.
Aus der Erkenntnis der Verantwortung der hochentwickelten Industriestaaten,
ein Beispiel im Kampf gegen den gemeinsamen Feind der Menschheit zu geben, haben
die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion vereinbart, bei den Bemühungen um
eine Verringerung der Verschmutzung von Luft und Wasser und eine Verbesserung
der Umweltbedingungen zusammenzuarbeiten. Wir haben vereinbart, auf den Gebieten der medizinischen Wissenschaft und des öffentlichen Gesundheitswesens, vor
-3-

�vor allem bei der Bekämpfung von Krebs und Herzkrankheiten,zusammenzuarbeiten.
Aus der Erkenntnis, daß das Forschen.nach nützlichem Wissen die Unterschiede der Ideologien und der Gesellschaftssysteme überwindet, haben wir
vereinbart,

die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der

Sowjetunion auf zahlreichen Gebieten der Wissenschaft und der Technologie
auszuweiten.
Wir haben uns zu Plänen für ein erregendes neues Unternehmen zusammengetan - ein neues Unternehmen zur gemeinsamen Erforschung des Weltraums, das
- vorausgesetzt, daß der Kongreß die Mittel bewilligt - mit einem gemeinsamen
Raumflug eines Apollo-Raumschiffes und eines sowjetischen Raumschiffes 1975
beginnen soll.
Bei der Entwicklung der Formen der Zusammenarbeit und der Stärkung der
institutionellen Bindungen auf Gebieten friedlicher Unternehmungen werden diese
von mir erwähnten vier Abkommen auf beiden Seiten ein wachsendes und wohl fundiertes Interesse an der Erhaltung guter Beziehungen zwischen unseren beiden
Ländern schaffen.
Eine Ausweitung des amerikanisch-sowjetischen Handels wird ebenfalls Vorteile für unsere beiden Länder bringen. Wenn die beiden größten.Volkswirtschaf ten der Welt damit beginnen, in einem weit größeren Ausmaß miteinander Handel
zu treiben, dann wird der Lebensstandard in unseren beiden Ländern steigen und
das Interesse beider am Frieden wird wachsen.
Der Fortschritt auf diesem Gebiet vollzieht sich planmäßig. Auf dem Gipfeltreffen haben wir eine gemeinsame Handelskommission eingesetzt, die die Verhandlungen für ein umfassendes Handelsabkommen zwischen den

Vereinigten Staaten

und der UdSSR zum Abschluß bringen wird.
Wir rechnen damit, daß die endgültigen Bestimmungen dieses Abkommens im
weiteren Verlauf dieses Jahres festgelegt werden. Zwei weitere Verträge,die

-4-

�die wir in der letzten Woche erreichten, haben eine weitaus stärkere Auswir kung auf die Suche nach Frieden und Sicherheit in der Welt.
Der eine ist das zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Marine
geschlossene Abkommen, das die Möglichkeiten gefährlicher Zwischenfälle zwischen unseren Schiffen und Flugzeugen auf See wesentlich einschränkt.
Und zweitens, und das ist von größter Bedeutung, gibt es den Vertrag und
die damit verbundene Übereinkunft der Regierungen, durch die zum ersten Mal
sowohl offensive als auch defensive strategische Nuklearwaffen in den Arsenalen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion begrenzt werden.
Drei Fünftel aller Menschen,die heute auf dieser Erde leben, haben ihr
ganzes Leben im Schatten eines Nuklearkrieges verbracht, der durch das Wettrüsten zwischen den Großmächten hätte ausgelöst werden können. Am vorigen Freitag waren wir in Moskau Zeuge des Beginns für das Ende dieser Ära, die 1945
ihren Anfang nahm. Wir vollzogen den ersten Schritt in Richtung auf eine

neue

Ära von beiderseitig vereinbarter Zurückhaltung und Rüstungsbegrenzung zwischen den beiden wichtigsten Nuklearmächten.
Mit diesem Schritt dienten wir der Sicherheit beider Nationen. Wir haben
damit begonnen, die verschwenderische und gefährliche Schraube nuklearer Waffen, die die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern eine Generation lang
bestimmte, anzuhalten. Wir haben damit begonnen, den

Grad der Angst durch den

Abbau der Ursachen der Angst zu verringern - zum Nutzen unserer beiden Völker
und aller Völker der Welt.
Der ABM-Vertrag wird umgehend dem Senat zur Beratung und Zustimmung zur
Ratifizierung zugeleitet, und das Interimsabkommen über die Begrenzung bestimmter Offensivwaffen wird beiden Häusern zur Zustimmung unterbreitet,da wir Vereinbarungen von dieser Bedeutung nur auf einer Basis voller Partnerschaft zwischen der Exekutive und Legislative innerhalb unserer Regierung treffen
können.
Ich
-5-

�Ich ersuche diesen Kongreß und ich ersuche die Nation, diese Abkommen genau zu prüfen. Ich bin davon überzeugt, daß eine solche Prüfung die Wahrheit
dessen, was ich dem sowjetischen Volk vor einigen Tagen über das Fernsehen gesagt habe, nur unterstreichen wird: daß dies ein Abkommen ist, das im Interesse
beider Länder liegt. Wenn wir uns vor Augen führen,wie das strategische Gleichgewicht später in den siebziger Jahren ausgesehen haben würde, hätte es keine
Rüstungsbegrenzung gegeben, dann ist es vom Standpunkt der Vereinigten Staaten
aus klar, daß die Abkommen einer weiteren Schraube des Wettrüstens Einheit gebieten - einer Entwicklung, die sich zu unserem Nachteil ausgewirkt haben würde,
da wir gegenwärtig keine

Bauprogramme für jene Waffenkategorien haben, die ein-

gefroren worden sind, und da keine neuen Bauprogramme zu irgendwelchen neuen
Waffen in diesen Kategorien während der Zeit des Einfrierens geführt haben könnten.
Meine Kollegen hier im Kongreß! Ich habe zusammen mit meinen Hauptberatern
über drei Jahre lang das strategische Gleichgewicht bis ins kleinste Detail geprüft, und ich kann Ihnen heute abend versichern, Ihnen, den Mitgliedern des
Kongresses, und dem amerikanischen Volk, daß die gegenwärtigen und die geplanten
strategischen Streitkräfte der Vereinigten Staaten ohne Frage ausreichen, um unsere Sicherheit und den Schutz unserer lebenswichtigen Interessen zu gewährleisten.
Keine Macht auf Erden ist stärker, als es die Vereinigten Staaten von Amerika
heute sind. Und keine wird stärker sein, als es die Vereinigten Staaten von Amerika in Zukunft sind.
Das ist die einzige nationale Verteidigungsposition, die jemals für die Vereinigten Staaten akzeptabel sein kann. Und ich ersuche den Senat und den Kongreß, diese Position durch die Billigung der Abkommen für eine Begrenzung der
Rüstungen zu schützen, auf die ich mich hier heute abend bezogen haben. Und mit
der verantwortungsbewußten Zusammenarbeit des Kongresses werde ich alle erforderlichen Schritte tun, um diese Position in unseren künftigen Verteidigungsprogrammen zu wahren.
Neben

�Neben den

Gesprächen, die zu den von mir genannten spezifischen Abkommen

geführt haben, hatte ich mit Generalsekretär Breschnew und seinen Kollegen auch
umfassende, sehr offene und ausgedehnte Gespräche über verschiedene Teile der
Welt,wo amerikanische und sowjetische Interessen miteinander in Konflikt gekommen sind.
Im Hinblick auf den Abbau der Spannungen in Europa bekundeten wir unsere
Absicht, später in diesem Jahr multilaterale Konsultationen bezüglich einer
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in ganz Europa zu pflegen. Wir
haben ferner vereinbart, mit Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene
Truppenreduzierungen in Mitteleuropa voranzuschreiten.
Das Problem der Beendigung des Vietnamkrieges, auf das die Hoffnungen
aller Amerikaner gerichtet sind, war eines der am ausführlichsten erörterten
Themen auf unserer Tagesordnung. Es würde nur die Suche nach Frieden gefährden,
würde ich hier jetzt alles wiedergeben, was über dieses Thema gesagt worden
ist. Ich will nur das eine sagen: jede Seite hat offensichtlich ihren eigenen
Standpunkt und ihre eigene Einstellung zu dieser sehr schwierigen Frage. Gleichzeitig jedoch haben beide, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, den
beherrschenden Wunsch,einen stabileren Frieden in der Welt zu erreichen.
Ich unterstreiche hier vor Ihnen noch einmal, daß diese Regierung kein
höheres Ziel hat, als den Vietnamkrieg zu einem baldigen und ehrenhaften Ende
zu bringen - ein Ziel, dem Sie, wie ich weiß, alle zustimmen. Wir sind dabei,
den Krieg in Vietnam zu beenden, aber wir werden ihn in einer Weise beenden,
die unsere Freunde nicht verraten, das Leben der mutigen, noch in Vietnam stationierten Amerikaner nicht gefährden, das Vertrauen der vom Gegner festgehaltenen Gefangenen nicht zerstören und die Ehre der Vereinigten Staaten von Amerika
nicht beflecken wird.
Ein
-7-

�Ein weiteres Gebiet, über das wir sehr ausführliche, offene und ausgedehnte Gespräche führten, war der Nahe Osten. Ich habe die Verpflichtung des
amerikanischen Volkes für den Fortbestand des Staates Israel und für eine Regelung, die gegenüber allen Ländern in diesem Gebiet gerecht ist, wiederholt. Beide
Seiten haben in dem Kommunique ihre Absicht erklärt, die Jarring-Friedensmission
sowie andere geeignete Anstrengungen zur Erreichung dieses Zieles zu unterstützen. Das abschließende Ergebnis der Moskauer Konferenz war die Unterzeichnung einer richtungweisenden Erklärung mit dem Titel "Grundsätze für die
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der
Sozialistischen Sowjetrepubliken". Wenn diese zwölf Grundsätze in die Wirklichkeit umgesetzt werden, dann können sie einen festen Rahmen für die zukünftige
Entwicklung besserer amerikanisch-sowjetischer Beziehungen bilden.
Sie beginnen mit der Erkenntnis, daß die beiden Nuklearmächte, von denen
jede die Macht hat, die Menschheit zu vernichten, keine andere Alternative
haben, als in einer friedlichen Koexistenz miteinander zu leben, weil es bei
einem Nuklearkrieg keine Gewinner, sondern nur Verlierer geben würde.
Die Grundsätze verpflichten beide Seiten, eine direkte militärische Konfrontation zu vermeiden, sowie eine konstruktive Führungsrolle und Zurückhaltung an
den Tag zu legen, wo es um kleinere Konflikte in anderen Teilen der Welt geht,
die die Großmächte in einen Krieg hineinziehen könnten.
Sie schwören jeder Absicht ab, Einflußzonen zu schaffen oder gegen die
Interessen irgendeines anderen Landes zu konspirieren - ein Punkt, den ich heute
abend noch einmal unterstreichen möchte, indem ich erkläre, daß Amerika seine
Bindungen mit allen Nationen hochhält, von unseren ältesten Verbündeten in
Europa und Asien angefangen, wie ich bei meinem Besuch in Persien betont habe,
bis zu unseren guten Freunden in der dritten Welt und unserem neuen Verhältnis zur Volksrepublik China.
Die

-8-

�Die Verbesserung der Beziehungen hängt natürlich nicht nur von Worten, sondern weitaus mehr von Taten ab. Die Grundsätze, auf die wir uns in Moskau einigten, sind einer Straßenkarte ähnlich. Nachdem jetzt die Karte vorgezeichnet
wurde, ist es Sache jedes Landes, sich an sie zu halten. Die Vereinigten Staaten
beabsichtigen, diesen Grundsätzen zu folgen. Die Führer der Sowjetunion haben
eine ähnliche Absicht zu erkennen gegeben.
Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß die sowjetische Ideologie noch
immer eine Kampfansage an einige der elementaren Werte Amerikas beinhaltet. Die
sowjetischen Führer bleiben dieser Ideologie verschrieben. Wie die Nation, die
sie führen, sind sie in völliger Hingabe an ihre Sache Konkurrenten der Vereinigten Staaten und werden dies auch künftig sein.
Deshalb müssen wir bei der Gestaltung unserer Politik für die kommende
Zeit unsere Verteidigung auf einem angemessenen Stand halten, bis es zu einer
beiderseitigen Übereinkunft über die Begrenzung der Streitkräfte gekommen ist.
Die bewährte Politik der Wachsamkeit und Festigkeit, die uns zu dem Gipfelgespräch führte, ist die einzige Politik, die uns sicher zu weiteren Fortschritten in der Erreichung von Vereinbarungen zur Verringerung der Kriegsgefahr
bringen kann.
Unsere Erfolge in den Gesprächen über die Begrenzung der Strategischen
Rüstungen (SALT) und in den Berlin-Verhandlungen, die den Weg nach Moskau öffneten, kamen zustande, weil wir uns in den letzten drei Jahren beharrlich Vorschlägen zur einseitigen Aufgabe des ABM-Projektes, zum einseitigen Abzug unserer Truppen aus Europa und zu drastischen Kürzungen des Verteidigungsetats
widersetzten. Und dem Kongreß gebührt die Anerkennung des amerikanischen Volkes dafür, daß er den Mut hatte, gegen solche Vorschläge zu stimmen und
Amerika die Stärke zu erhalten, die es für den Schutz seiner Interessen
braucht.
Während
-9-

�Während wir die Gespräche über die strategischen Waffen fortsetzen und dabei einen dauerhaften Vertrag über Offensivwaffen, zu erreichen suchen, müssen
wir die Lehren aus den bisherigen Gesprächen gut im Gedächtnis behalten.
Desgleichen müssen wir fest zu unseren NATO-Partnern stehen, wenn Verhandlungen mit dem Ziel einer neuen Entspannung und einer beiderseitigen Verringerung der Streitkräfte in Europa positive Ergebnisse bringen sollen. Die Erhaltung
der Stärke, der Integrität und Festigkeit unserer Bündnisse in der freien Welt
ist die Grundlage, auf der alle unsere anderen Initiativen für Frieden und
Sicherheit in der Welt basieren müssen. Während wir bessere Beziehungen zu jenen
suchen, die unsere Gegner waren, werden wir unsere Freunde und Verbündeten in
der Welt nicht aufgeben.
Und in dieser Zeit müssen wir unsere Wirtschaft aktiv und wettbewerbsfähig
erhalten, wenn die Erweiterung des Ost-West-Handels überhaupt von Bedeutung werden soll, und wir nicht wollen, auf den Weltmärkten von dem wachsenden Wirtschaftspotential Japans, Westeuropas, der Sowjetunion und der Volksrepublik China
verdrängt zu werden. Damit Amerika auch künftig seine Rolle behält, an einer friedlichen Welt mitzubauen, müssen wir der amerikanischen Wirtschaft ihre Führungsrolle in der Welt erhalten.
Und wir müssen unseren eigenen Schwung der inneren Erneuerung des Wachstums
und der Reform in unserem Land erhalten, wenn sich die Verheissung der Möglichkeiten für gemeinsames Handeln mit den Sowjets erfüllen soll. Während wir draußen
nach Vereinbarungen für den Aufbau des Friedens suchen, müssen wir den Fortschritt
Amerikas im Innern sichern.
Wenn das von uns angestrebte neue Zeitalter jemals Wirklichkeit werden
soll, dann ist es von größter Bedeutung, daß wir Amerika im Geiste stark erhalten
- als eine Nation, die stolz ist auf ihre Größe als eine freie Gesellschaft, die

-10-

�die von ihrer Aufgabe in der Welt überzeugt ist. Wollen wir uns unserer Lebensform
ebenso mit ganzem Herzen verschreiben, wie die kommunistischen Führer, mit denen
wir zu einer neuen Beziehung zu gelangen suchen, ihrem System verschrieben sind.
Wollen wir immer in unseren Worten und in unseren Taten mit Stolz das zeigen, was
unsere innere Überzeugung ist - unseren Glauben an Amerika.
Das sind nur einige der Herausforderungen des Friedens. In gewisser Weise
sind sie noch schwieriger als die Herausforderungen des Krieges. Aber wir sind
ihnen gewachsen. Und während wir ihnen gerecht werden, können wir auch voranschreiten und die weitreichenden Möglichkeiten des Friedens sondieren, die sich
nun mit dieser Serie von Gipfelgesprächen für die Welt eröffnet haben.
Seit Jahrzehnten war Amerika in feindseliger Konfrontation mit den zwei
großen kommunistischen Mächten, der Sowjetunion und der Volksrepublik China, gefangen. Mit der einen standen wirin vielen Punkten in Berührung, und gegenüber
der anderen waren wir fast völlig isoliert; aber unsere Beziehungen zu beiden
waren in einer tödlichen Sackgasse angelangt.
Alle drei Länder waren Opfer jener Art der Knechtschaft, vor der George
Washington vor langer Zeit mit den Worten warnte: "Die Nation, die gegen eine andere in einen gewohnheitsmäßigen Haß verfällt, ist ein Sklave ihrer eigenen Feindseligkeit."
Jetzt aber haben in dem kurzen Zeitraum von vier Monaten diese Reisen nach
Peking und Moskau uns von ständiger Konfrontation zu befreien begonnen. Wir sind
zu besserem Verstehen, zu gegenseitiger Achtung, zur Beilegung von Differenzen
Punkt um Punkt mit den beiden wichtigsten kommunistischen Mächten gelangt.
Diese eine Serie von Zusammenkünften hat eine unvollkommene Welt nicht plötzlich vollkommen gemacht. Es gibt immer noch tiefe Unterschiede im Denken. Noch
immer herrscht in manchen Teilen der Welt ein uralter Haß. Die Gefahr von Krieg
ist nicht beseitigt worden - aber sie hat sich verringert. Wir machen Fortschritte
in Richtung auf eine Welt, in

der die Führer der Staaten ihre Meinungsverschieden-

heiten durch Verhandlungen und nicht durch Gewalt beilegen, und in der sie lernen,
-11-

�lernen, mit ihren Meinungsverschiedenheiten zu leben, so daß ihre Söhne nicht
für diese Meinungsverschiedenheiten sterben müssen.
Es passte in diesen Rahmen ganz besonders, daß diese Reise,die auf die Errichtung einer solchen Welt abzielte, ihren Abschluß in Polen fand. Kein Land
hat unter dem Krieg mehr zu leiden gehabt als Polen - und kein Land hat mehr
vom Frieden zu gewinnen. Aus den Gesichtern der Menschen,die uns gestern in
Warschau einen so herzerfrischenden Empfang bereiteten - und dann heute morgen
und heute nachmittag wieder - sprachen nur zu deutlich die Leiden des letzten
Krieges und die Hoffnung auf einen künftigen Frieden. Man

konnte dies in ihren

Gesichtern lesen. Dies machte mich entschlossener denn je, daß Amerika alles in
seinen Kräften stehende tun muß, um dazu beizutragen, daß diese Hoffnung auf
Frieden für alle Völker der Welt Wirklichkeit wird.
Wenn wir jetzt diese Bemühungen fortsetzen, wird unserer Einigkeit der
Zielsetzungen und des Handelns überragende Bedeutung zukommen.
Denn die Gipfeltreffen des Jahres 1972 sind nicht das Verdienst nur einer
Person oder einer Partei oder eines Zweiges unserer Regierung. Sie sind vielmehr
Teil eines großen nationalen Strebens nach Frieden. Jeder Amerikaner kann für
sich einen Teil des Verdienstes an dem bisherigen Erfolg dieses Strebens beanspruchen, und jeder Amerikaner hat ein wichtiges Interesse an seinem Erfolg in
Zukunft.
In die Hände Amerikas ist eine einmalige Chance gelegt worden. Noch niemals
hat es einen Zeitpunkt gegeben, da Hoffnung gerechtfertigter oder Selbstgefälligkeit gefährlicher gewesen wäre. Wir haben einen guten Anfang gemacht, und weil
wir diesen Anfang gemacht haben, erlegt uns die Geschichte nunmehr die besondere
Verpflichtung auf, dies auch durchzustehen. Wir können diese Gelegenheit packen
oder wir können sie verpassen; wir können diese Chance, ein neues Gebäude des
Friedens in der Welt zu errichten, nützen, oder wir können sie entgleiten lassen. Wir wollen also gemeinsam diese Gelegenheit packen, damit unsere Kinder
und die Kinder in aller Welt frei von Furcht und frei von dem Haß leben können,
-12-

�können, die durch die Jahrhunderte hindurch das Schicksal der Menschheit gewesen
sind.
Und dann werden einmal die Historiker eines zukünftigen Zeitalters von
diesem Jahr 1972 schreiben können: nicht daß dies das Jahr war, in dem Amerika
auf die Höhe des Gipfels ging, um dann wieder in die Tiefen des Tales zurückzufallen, sondern daß dies das Jahr war, in dem Amerika dazu beitrug, die Welt
aus den Niederungen ständigen Krieges zu den Höhen eines dauerhaften Friedens
zu führen.

-13-

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23/1972

DAS GEMEINSAME AMERIKANISCH-POLNISCHE KOMMUNIQUE
Zum Abschluß des Nixon-Besuches
- Wortlaut -

WARSCHAU - (AD) - Das zum Abschluß des Besuches von Präsident Nixon in
Polen am 31. Mai und 1. Juni herausgegebene gemeinsame Kommunique1 hat folgenden Wortlaut;

I
Auf Einladung des Präsidenten des Staatsrates der Volksrepublik Polen,
Henryk Jablonski, und des Vorsitzenden des Minis terrates, Pjotr Jaroszewicz,
statteten der Präsident der Vereinigten Staaten, Richard Nixon und Mrs. Nixon,
Polen am 31. Mai und 1. Juni einen offiziellen Besuch ab.

Am ersten Besuchstag führte der Erste Sekretär des Zentralkomitees der
Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, Edward Gierek, Gespräche mit Präsident Nixon.

Am 1. Juni stattete Präsident Nixon dem Präsidenten des Staatsrates,
Henryk Jablonski, einen Besuch ab und führte mit ihm Gespräche.

Am zweiten Besuchstag wurden zwischen dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, Edward Gierek, dem Vor-

- 1 -

�Vorsitzenden des Ministerrates, Pjotr Jaroszewicz, und Präsident Nixon Besprechungen geführt.

An diesen Gesprächen nahmen folgende Personen teil:
auf amerikanischer Seite:
der amerikanische Außenminister, William P. Rogers; der Botschafter der
Vereinigten Staaten, Walter J. Stoessel; der Berater des amerikanischen Präsidenten für Fragen der Nationalen Sicherheit, Dr. Henry Kissinger, der Unterstaatssekretär für Europäische Angelegenheiten, Martin J. Hillenbrand

auf polnischer Seite:
der Stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Planungskommission, Mieczyslaw Jagielski; der polnische Außenminister Stefan Olszowski;
der Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei,
Franciszek Slachcic; der Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei Jan Szydlak; der polnische Botschafter Witold
Trampczynski; der Minister für Wissenschaft, Hochschulen und Technologie,
Jan Kaczmarek; der Minister für Außenhandel, Tadeusz Olechowski; der stellvertretende Vorsitzende der Planungskommission Henryk Kisiel; der stellvertretende Außenminister Romuald Spasowski; der Regierungssprecher, Unterstaatssekretär, Wlodzimierz Janiurek.

Besprechungen wurden außerdem geführt zwischen dem amerikatschen Außenminister, William P. Rogers, und dem polnischen Außenminister, Stefan Olszowski.

Während der Gespräche hatten beide Seiten Gelegenheit zu einem nützlichen
Gedankenaustausch über internationale Fragen,die für sie von besonderem Interesse waren. Sie erörterten ferner die wichtigsten Themen auf dem Gebiet bilateraler Beziehungen. Die Gespräche waren offen, sachlich und konstruktiv. Sie
wurden in einer Atmsophäre geführt, die vom Wunsche gekennzeichnet war, die
Position des anderen besser zu verstehen und die gegenseitigen Beziehungen
zu erweitern und zu vertiefen.
Präsident

- 2-

�Präsident Nixon und Mrs. Nixon gaben ihrem herzlichen Dank für die in
Polen genossene Gastfreundschaft Ausdruck. Der Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika lud den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen
Vereinigten Arbeiterpartei, Edward Gierek; den Präsidenten des Staatsrates,
Henryk Jablonski und den Ministerpräsidenten, Pjotr Jaroszewicz, zu einem
Besuch der Vereinigten Staaten zu einem für beide Seiten genehmen Zeitpunkt
ein. Die Einladung wurde mit Freuden angenommen.

II.
1. Beide Seiten stimmten überein, daß die Entwicklung einer friedlichen
Zusammenarbeit zwischen den Staaten auf den Grundsätzen der territorialen
Integrität und der Unverletzbarkeit der Grenzen, der Nichteinmischung in die
inneren Angelegenheiten, der souveränen Gleichberechtigung und der Zurückweisung der Anwendung oder Androhung von Gewalt beruhen müsse.

2. Beide Seiten legten ihre Ansichten bezüglich der Situation in Europa
dar. Sie bekräftigten,daß die Ausweitung der Beziehungen zwischen allen
Staaten, die an der Sicherheit in Europa interessiert sind, von hervorragender Bedeutung für den Weltfrieden ist. Beide Seiten begrüßten die Ausdehnung
der Zusammenarbeit in Europa auf allen Gebieten und brachten ihre Überzeugung
zum Ausdruck, daß echte Sicherheit unteilbar ist und nur erlangt werden kann,
wenn Europa als ein Ganzes betrachtet wird. Die auf Souveränität, Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung beruhenden Beziehungen zwischen den
Vereinigten Staaten und Polen tragen zu Frieden und Stabilität in Europa und
zu einer günstigen Entwicklung der internationalen Gesamtlage bei.

3. Beide Seiten begrüßten den am 7. Dezember 1970 unterzeichneten Vertrag zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich seiner
Grenz-Bestimmungen. Sie erwähnten besonders die Bedeutung der Bestimmungen
dieses Vertrages wie auch anderer kürzlicher Vereinbarungen als Beitrag zum
Vertrauen und der Zusammenarbeit unter europäischen Staaten.
4. Beide

�4. Beide Seiten stimmten darin überein, daß eine Verringerung der Streitkräfte und Rüstungen auf der Basis der Gegenseitigkeit vor allem in Mitteleuropa zu dem Ziel beitragen würde, Sicherheit uid Stabilität in Europa zu
garantieren. Jedes etwa erreichte derartige Abkommen darf nicht die Sicherheit der einen oder der anderen Seite verringern. Beide Seiten stimmten überein, daß die interessierten Staaten so bald wie praktikabel ein geeignetes
Übereinkommen über Verfahren für Verhandlungen in dieser Frage in einem besonderen Forum erzielen sollten. Die Verringerung der Streitkräfte und
Rüstungen in Mitteleuropa wäre ein wichtiger Schritt in Richtung auf das Ziel
einer allgemeinen und vollständigen Abrüstung.

5. Beide Seiten brachten die Überzeugung zum Ausdruck, daß eine Europäische Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa einen wichtigen Schritt nach vorn in dem großangelegten und langfristigen Prozeß der
Normalisierung der Beziehungen und der Entspannung in Europa darstellen
könnte. Sie stimmten darin überein, daß die Konferenz sorgfältig vorbereitet
sein müsse,und daß in diesem Zusammenhang ohne unangebrachte Verzögerung
multilaterale Konsultationen beginnen sollten. Beide Seiten brachten ihre
Bereitschaft zum Ausdruck, zusammenzuarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.

6. Beide Seiten legten ihre bekannten Standpunkte zum Krieg in Vietnam
und zur Lage in Indochina dar. Wesentliche Auffassungen beider Seiten in
dieser Frage blieben gegensätzlich.

III.
1. Beide Seiten stellten mit Befriedigung die wachsenden kommerziellen
und anderen wirtschaftlichen Bindungen zwischen beiden Ländern fest und
kamen zu dem Schluß, daß es beträchtliche Möglichkeiten für ein künftiges
weiteres Wachstum gebe. Davon ausgehend erörterten beide Seiten Fragen bezüglich des Handelsaustausches sowie Finanz- und Kreditangelegenheiten.
Die
- 4-

�Die polnische Seite ließ ein Interesse an verstärkten Käufen von Kapitalgütern, Lizenzen und Technologie in den Vereinigten Staaten erkennen.

Die amerikanische Seite sagte zu, weitere Schritte zu einem verstärkten
bilateralen Handel und verstärkter bilateraler wirtschaftlicher Zusammenarbeit in konstruktiver Weise zu erwägen.

2. Beide Seiten werden zu verstärkten Handelsbeziehungen führende Informationen austauschen. Im Interesse einer Ausweitung und Erleichterung
der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern und zwecks Ausarbeitung
konkreter Schritte zur Verwirklichung dieses Zieles haben die beiden Seiten
beschlossen, eine gemeinsame polnisch-amerikanische Kommission einzusetzen.

3. Beide Seiten werden Kontakte und Zusammenarbeit zwischen wirtschaftlichen Organisationen und Unternehmen beider Länder ermutigen und unterstützen.

4. Beide Seiten gaben ihrer Befriedigung über das wachsende Programm der
wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit Ausdruck und beurteilten
die beiderseits vorteilhaften Ergebnisse positiv. Der Besucheraustausch auf
Kabinettsebene vom vorigen Jahr, der die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung
der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit lenkte, bekräftigte,
daß die weitere Zusammenarbeit auf diesem Gebiet wünschenswert ist.

Beide Seiten bekundeten ihr Interesse am Abschluß einer zwischenstaatlichen Vereinbarung über eine umfassende Zusammenarbeit auf den Gebieten der
Wissenschaft, Technologie und Kultur. Geeignete institutionelle Vorkehrungen
werden getroffen werden, um die Arbeit auf diesen Gebieten zu fördern.

5. Beide Seiten stimmten überein, daß die Zunahme gegenseitiger wirtschaftlicher und persönlicher Kontakte, einschließlich des Tourismus, die
weitere Entwicklung von Verkehrsverbindungen zwischen Polen und den Vereinigten Staaten auf dem Seewege wie auch auf dem Luftwege rechtfertige.
Beide Seiten rechnen in naher Zukunft mit der Unterzeichnung eines Luftver-

- 5-

�Luftverkehrsabkommens und der Herstellung gegenseitiger und regulärer Luftverbindungen.

6. Beide Seiten brachten ihr Interesse an der Feier des 500. Geburtstages von Nikolaus Kopernikus zum Ausdruck und besprachen Möglichkeiten
solcher Feiern.

7. Beide Seiten begrüßten die Unterzeichnung des Konsularabkommens
durch Außenminister William P. Rogers und Außenminister Stepan Olszowski
und den Abschluß eines Abkommens über die gleichzeitige Errichtung neuer
Konsulate in New York und Krakau am 1. Dezember 1972. Beide Vertragspartner
begrüßen diese Schritte als konkreten Beweis für den Ausbau der Beziehungen
zwischen beiden Staaten.

8. Beide Seiten unterstrichen den positiven Einfluß, der auf ihre gegenseitigen Beziehungen durch die Traditionen der Geschichte, des Gefühls und
der Freundschaft zwischen dem polnischen und dem amerikanischen Volk ausgeübt wird. Eine wichtige Rolle spielen in dieser Hinsicht viele amerikanische
Staatsbürger polnischer Herkunft, die ein Interesse an dem Land ihrer Vorväter behalten. Beide Seiten erkennen an,daß dieses Interesse und der sich
daraus ergebende Kontakt einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung bilateraler
Beziehungen darstellen.

+ ++++

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23/1972

DAS GEMEINSAME AMERIKANISCH-IRANISCHE KOMMUNIQUE
Zum Abschluß des Nixon-Besuches

- Wortlaut -

TEHERAN - (AD) - Das zum Abschluß der Gespräche, die Präsident Nixon
während seines Besuches in Teheran am 30. und 31. Mai geführt hatte, veröffentlichte amerikanisch-iranische Kommunique hat folgenden Wortlaut:

Auf Einladung Seiner Kaiserlichen Hoheit, des Schah-in-Schah Arjamihr
und Ihrer Kaiserlichen Hoheit, der Schabanu von Iran haben der Präsident der
Vereinigten Staaten und Mrs. Nixon dem Iran am 30. und 31. Mai 1972 einen
offiziellen Besuch abgestattet. Der Präsident und Mrs. Nixon wurden von Ihren
Kaiserlichen Hoheiten, der iranischen Regierung und dem iranischen Volke mit
außergewöhnlicher Freundlichkeit und Herzlichkeit empfangen.

Während seines Besuches führte der Präsident mit Seiner Kaiserlichen Hoheit, dem Schah-in-Schah in einer Atmosphäre, die von Herzlichkeit und Aufrichtigkeit gekennzeichnet war, und die zwischen den beiden Ländern bestehenden
engen und freundschaftlichen Beziehungen widerspiegelte, Gespräche.

Der
- 1 -

�Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit erörterten die jüngsten Entwicklungen auf internationaler Ebene. Der Präsident berichtete Seiner Kaiserlichen Hoheit von seinen Besuchen in Moskau und in Peking sowie von seinen Bemühungen um die Verringerung der Ost-West-Spannungen und die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität in Südostasien. Sie vertraten die Auffassung,
daß der Konflikt in Indochina auf dem Verhandlungswege beigelegt werden sollte
und daß die Genfer Abkommen als Basis für die Lösung von Problemen zwischen
den Staaten dieses Raumes wie auch als Garantie ihres Rechts auf Selbstbestimmung ohne ausländische Einmischung dienen könnten.

Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit erörterten ferner die Entwicklung im Nahen Osten. Sie waren erfreut darüber, daß die Waffenruhe weiterhin
eingehalten wird, gaben jedoch ihrer Besorgnis über die im Nahen Osten bestehende ernste Situation Ausdruck und bekräftigten ihre Unterstützung einer
friedlichen Regelung, die im Einklang mit der Sicherheitsratsresolution 242
steht.

Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit stimmten darin überein, daß
Sicherheit

und Stabilität im Gebiet des Persischen Golfes für die anliegenden

Staaten von lebenswichtiger Bedeutung sind. Beide vertraten die Auffassung,
daß die Anliegerstaaten die Hauptverantwortung für die Sicherheit im Gebiet
des Persischen Golfes tragen.

Seine Kaiserliche Hoheit bekräftigte die Entschlossenheit

des Iran, seinen

Beitrag zu dieser Verantwortung zu leisten.

Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit stimmten ferner darin überein, daß die wirtschaftliche Entwicklung und das wirtschaftliche Wohl der An-

- 2 -

�Anliegerstaaten des Persischen Golfes von

Wichtigkeit für die Stabilität

dieses Raumes sind. Der Iran erklärte sich bereit und gewillt, mit seinen
Nachbarn zur Förderung einer Atmosphäre zusammenzuarbeiten, in der Stabilität und Fortschritt gedeihen können.

Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit gaben der Hoffnung Ausdruck,
daß Pakistan und Indien Wege finden werden, um eine gerechte und ehrenvolle
Regelung der bestehenden strittigen Fragen zu finden. Sie wiesen mit Genugtuung auf die von beiden Ländern ergriffene Initiative hin, die durch weitere
Gespräche zu einer friedlichen Regelung in Südasien zu führen verspricht, die
auf dauerhaften Bindungen der Freundschaft und der gegenseitigen Achtung beruht .

Der Präsident brachte seine Bewunderung zum Ausdruck für die eindrucksvollen Leistungen des Iran bei der Entwicklung einer starken Wirtschaft und
der erfolgreichen Verwirklichung der "weißen Revolution" Seiner Kaiserlichen
Hoheit.

Seine Kaiserliche Hoheit erläuterte die Hauptaspekte des neuen Fünfjahresplanes des Iran, wobei er besonderes Gewicht auf die Landwirtschaft und sozioökonomische Projekte legte. Der Präsident wiederholte die Bereitschaft der
Vereinigten Staaten, mit dem Iran

zusammenzuarbeiten, soweit dies bei diesem

umfassenden Programm und wichtigen Vorhaben angebracht ist.

Der Präsident und Seine Kaiserliche Hoheit erörterten ferner das weltweite Rauschgiftproblem. Sie stellten fest, daß der Iran und die Vereinigten
Staaten nachdrückliche Maßnahmen gegen den verbotenen internationalen Rausch-

- 3 -

�Rauschgifthandel ergriffen haben. Beide waren befriedigt über die wirksamen
Maßnahmen des Iran zur Kontrolle der einheimischen Opiumgewinnung. Der Präsident zeigte Verständnis für die erklärte Politik des Iran, den Anbau von Mohnkapseln im Inland einzustellen, sobald die Nachbarn des Iran ebenfalls den Anbau von Mohnkapseln in ihren Ländern einstellen. Sie stimmten darin überein,
daß die beiden Regierungen ihre enge Zusammenarbeit in den internationalen
Foren, die sich mit Rauschgiftfragen befassen, fortsetzen sollten. Der Präsident nahm mit Genugtuung von der aktiven Unterstützung Kenntnis, die der Iran
der letzten Konferenz der Vereinten Nationen gewährt hat, die ein Protokoll
zur Einheitskonvention über Narkotika von 1961 angenommen hatte. Der Präsident bekräftigte die Unterstützung einer regionalen Zusammenarbeit bei der Lösung internationaler Rauschgiftfragen durch die Vereinigten Staaten.

Beide Seiten gaben ihrer tiefen Genugtuung über die ausgezeichneten Beziehungen, die zwischen ihren beiden Ländern bestehen, sowie der Erwartung
Ausdruck, daß dies auch in der Zukunft weiterhin so bleiben werde. Seine
Kaiserliche Hoheit unterstrich erneut die Entschlossenheit des Iran, sein Verteidigungspotential zur Gewährleistung der Sicherheit des Landes zu stärken.
Der Präsident bekräftigte, daß die Vereinigten Staaten auch weiterhin, so wie
in der Vergangenheit, mit dem Iran bei der Stärkung seiner Verteidigung zusammenarbeiten werden. Sie bekräftigten erneut daß sie das souveräne Recht
eines jeden Landes respektieren werden, über sein eigenes Schicksal auf seine
Weise ohne jede ausländische Einmischung zu bestimmen.

Als Ausdruck seiner Dankbarkeit für die ihm und Mrs. Nixon gewährte herzl
che Gastfreundschaft hat der Präsident Ihre Kaiserlichen Hoheiten eingeladen,
zu einem beiderseits genehmen Zeitpunkt die Vereinigten Staaten zu besuchen.
Die Einladung wurde mit tiefer Dankbarkeit angenommen.
+ + + + +
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23/1972

ANSPRACHE DES AMERIKANISCHEN AUSSENMINISTERS ROGERS
ANLÄSSLICH DER UNTERZEICHNUNG DES SCHLUSSPROTOKOLLS
DES BERLIN-ABKOMMENS AM 3. JUNI
- Wortlaut -

Die Unterzeichnung des Schlußprotokolls des Berlin-Abkommens ist ein
Akt von tiefer Bedeutung für die Bevölkerung von Berlin und Deutschland.
Sie ist ein Akt von gleich tiefer Bedeutung für die Menschen in Europa und
die Sache des Friedens in der Welt. Über 25 Jahre lang war Berlin ein
Mittelpunkt von Spannungen zwischen Ost und West. Spannungen die zeitweilig die Stabilität Europas und der Welt bedrohten. Das Abkommen, das
wir gerade unterzeichnet haben, könnte dazu dienen, diese Spannungen zur
Ruhe zu bringen.

Für die Bevölkerung Berlins bietet das Abkommen eine Verbesserung ihres
täglichen Lebens. Einst waren in Berlin nur die nackten Auswirkungen der
Teilung zu sehen. Jetzt ist der Beginn eines Heilungsprozesses in Sicht.
Einst waren so gut wie keine Besuche in Ost-Berlin und der Deutschen
Demokratischen Republik möglich. Jetzt haben über eine Million Berliner
in wenigen Wochen solche Besuche gemacht und viele von ihnen Verwandte
und Freunde wiedergesehen, von denen sie jahrelang getrennt waren. Für die
hier Lebenden ist Berlin keine isolierte Insel mehr.

Für die Völker Europas ist dieses Abkommen ein Schritt zum Abbau von
Schranken - Schranken, die diese Stadt und diesen Kontinent nur allzulange

- 1 -

�allzulange gespalten haben. Der Erfolg dieser Verhandlungen wird ein Ansporn sein, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um ein sich einiges
Europa in Frieden zu schaffen. Berlin, das ein ViertelJahrhundert lang
ein Symbol der Spaltung war, könnte jetzt ein Symbol der Hoffnung für
die Zukunft Europas werden.

Allen, die den Frieden schätzen, zeigt dieses Abkommen, daß selbst die
hartnäckigsten Probleme sich durch realistische und geduldige Verhandlungen
meistern lassen, und daß, sofern der Frieden gefördert wird, es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt.

Die vier Regierungen, die heute dieses Protokoll unterzeichnet haben,
können mit der von ihnen geleisteten Arbeit zufrieden sein. Mit dem Abschluß ihrer unerläßlichen Ergänzungsabkommen haben auch die deutschen Behörden grundlegend zu diesem Ergebnis beigetragen. Sie streben

nun zu-

sätzliche Verhandlungen an - Verhandlungen, die wie wir ernsthaft hoffen,
ihre gegenseitigen Beziehungen weite r verbessern und noch mehr Hindernisse
für größere Freizügigkeit der Menschen aus dem Weg räumen werden.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit nicht versäumen, der entschlossenen
Bevölkerung von Berlin meine Anerkennung auszusprechen. Ihre Haltung, ihr
Mut

und ihre Festigkeit haben es uns ermöglicht, heute hier zu stehen.

Dieses Abkommen ist eigentlicht ihre Leistung. Diejenigen, die es unterzeichnen und diejenigen, die damit beauftragt sind, es durchzuführen,
nehmen den Berlinern gegenüber eine feierliche Verpflichtung auf sich.

Dieses Protokoll hier verpflichtet jede Regierung, dafür zu sorgen,
daß das Abkommen getreulich durchgeführt wird. Dies ist natürlich das
Herz aller Dinge, denn erst die Umsetzung der Worte des Abkommens in die
Tat kann wahren Fortschritt bringen. Die Vereinigten Staaten werden die mit
dem Abkommen übernommenen Aufgaben erfüllen. Und wir werden unsere Verpflichtung, die Sicherheit und Lebensfähigkeit Berlins zu wahren, aufrechterhalten.

Das
- 2-

�t

Das amerikanische Volk, das sich mit der Bevölkerung Berlins tief verbunden fühlt, teilt die Hoffnung, daß dieser Tag in der Geschichte einst
als ein Tag dastehen wird, der ein besseres Leben für Millionen von Berlinern
und Deutschen einleitete. Wir hoffen, daß er als ein Tag gelten wird, an dem
entscheidende Fortschritte zum Ausgleich zwischen den Völkern ganz Europas
gemacht wurden. Wir hoffen, daß er einst als der Tag empfunden werden wird,
an dem dem Gebäude eines dauerhaften Friedens ein wichtiger Baustein hinzugefügt wurde.
Ob der 3. Juni 1972 einst in der Geschichte diesen Platz einnehmen wird,
hängt von den entschlossenen Bemühungen der Regierungen in Ost und West ab.
Im Namen Präsident Nixons gelobe ich, daß die Regierung der Vereinigten
Staaten das ihre dazu tun wird.

- 3-

�•4

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ANSPRACHE DES AMERIKANISCHEN AUSSENMINISTERS ROGERS
IM SCHLOSS CHARLOTTENBURG AM 3. JUNI
- Wortlaut -

Herr Minister Schumann, Herr Minister Home, Herr Bürgermeister, meine
Damen und Herren, Bürger und Bewunderer einer großen Stadt, Berlin:

Die Augen der Welt sind heute auf Berlin gerichtet. Sie sieht den Schlußakt des Berlin-Abkommens als eine Gelegenheit zu weiteren Bemühungen auf dem
,

Wege zum Frieden. Sie sieht an dem Abkommen, daß sich komplizierte Probleme
durch Verhandlungen konstruktiv bewältigen lassen.
Alle,die daran mitgearbeitet haben, dieses Berlin-Abkommen zu schließen,
haben das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Doch vergessen wir dabei nicht,
daß das Berlin-Abkommen ein Abkommen für Berlin ist,daß sein Zweck darin
besteht, die Lebensbedingungen für die Berliner zu verbessern und ihre Sicherheit zu erhöhen.

Ich denke, daß das Abkommen, dessen Schlußprotokoll

wir heute unter-

zeichnet haben, diesen Zweck erfüllen wird. Berlin wird weiter blühen als
ein Wirtschafts- und Kulturzentrum in Europa. Leichterer Zugang und mehr
Sicherheit werden der Stadt neue Möglichkeiten schaffen. Am Kreuzweg zwischen
Ost und West wird sich Berlin als Mittelpunkt beim Austausch von Gütern,
Menschen und Ideen entwickeln.
Es

- 1 -

�Es gibt da zwei kritische Elemente, die Berlins bemerkenswertes Wachstum
ermöglicht haben und zu seinem künftigen Wachstum beitragen werden.

Sie werden im Berlin-Abkommen ausdrücklich bestätigt. Erstens: Ihre engen
Bindungen zur Bundesrepublik sollen aufrechterhalten und weiterentwickelt
werden. Die politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle
Entwicklung Berlins und der Bundesrepublik sind Hand in Hand gegangen. Jetzt
sind sich alle darüber einig, daß dies weitergehen wird.

Zweitens: Die einmütige Verpflichtung der westlichen Alliierten, die
Sicherheit Berlins zu bewahren, ist heute so fest wie eh und je. In der
Vergangenheit wurden solche Verpflichtungen oft in Augenblicken der Krise
wiederholt. Heute bekräftigen wir sie in nicht weniger feierlicher Form
in einer Zeit,der Hoffnung und des realistischen Optimismus.
Die Bundesrepublik, der Senat und die Alliierten haben lange und eng
dabei zusammengearbeitet, dieses Berlin-Abkommen zu erzielen. Es ist, wie
Präsident Nixon erklärte, ein Meilenstein - für Europäer, für Deutsche und
ganz besonders für die Bevölkerung Berlins.

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23/1972

TECHNIK ALLEIN KEIN MITTEL GEGEN VERKEHRSMISERE

- (AD) - Die Probleme des Massenverkehrs in den Großstädten und industriellen Ballungszentren können von den Ingenieuren und Verkehrsplanern nicht
allein gelöst werden. Vielmehr müssen daran mit gleicher Intensität politische
Institutionen, Organisationen der Wirtschaft und nicht zuletzt Wissenschaftler
auf Grund eingehender soziologischer Analysen mitarbeiten. Das war das Fazit
des Internationalen Kongresses für Verkehrs fragen,der größten der 17 Konferenzen, Tagungen und Symposien, die zur internationalen Verkehrsausstellung
"TRANSPO 72" in Washington zusammengekommen waren. Auf den meisten anderen
Konferenzen wurden abgegrenzte Themen behandelt, etwa Flugverkehr und Luftfracht, Fahrzeug- und Straßensicherheit, Verkehr und Umwelt oder experimentelle
Sicherheitsfahrzeuge.

Die fast 5000 Teilnehmer am Kongreß für Verkehrs fragen hörten in zahlreichen Parallelsitzungen Expertenberichte aus vielen Ländern über Versuche
und Ideen, die das alltägliche Dilemma bei der Fahrt zum Arbeitsplatz und nach
Hause mit hoffnungslos verstopften Straßen, unpünktlichen und überfüllten
öffentlichen Verkehrsmitteln beseitigen oder zumindest mildern sollen. Man
war sich einig darüber, daß die verschiedenen Formen der Teilnahme des ein-

- 1 -

�einzelnen am Verkehr - Fahrt im eigenen Wagen, in Omnibussen, mit Taxis, in Uund S-Bahn, Zurücklegen bestimmter Strecken zu Fuß - im Großstadtbereich irgendwie in ein System einbezogen werden müßten, das bei allgemein hohem Nutzeffekt
zeit- und kräftesparend für den Bürger und Berufstätigen ist und auch hinsichtlich der Kosten bewältigt werden kann.

James M. Beggs, Staatssekretär im US-Verkehrsministerium, berichtete,
daß nach Abschluß einer Reihe von Studien zu diesem Thema im Jahr 1974 ein
erstes Demonstrationsprojekt in einer amerikanischen Großstadt in Angriff
genommen werde, das die Möglichkeiten und Grenzen solcher integrierter Verkehrssysteme in der Praxis aufzeigen solle. Die in europäischen Großstädten wie
Hamburg und London geleistete Pionierarbeit werde von Fachleuten des US-Verkehrsministeriums bereits eingehend studiert.

»

Aber selbst die totale Integration aller Arten der Fortbewegung im Verkehr wird nach Meinung der Experten nicht ausreichen, um für die Verkehrsprobleme dauerhafte Lösungen zu finden. Vielmehr müsse die Verkehrsplanung auch
auf sämtliche anderen Aspekte der Städteplanung, ebenso auf die Lage im Wohnungswesen, in Industrie und Wirtschaft, die Entwicklungspläne von Industrie- und
Wirtschaftsunternehmen, auf Dienstleistungsbetriebe, die Lage und Inanspruchnahme von Erholungszentren etc. abgestimmt werden. Die Gewohnheiten, die Interessen, Aktivitäten und Bedürfnisse des Bürgers stellten außerdem eine Größe dar,
die bisher viel zu wenig beachtet worden sei.

Sicherheitsauto
Das Projekt "Experimentelles Sicherheitsauto" der CCMS-Arbeitsgruppe der

- 2 -

�der NATO (CCMS - NATO-Ausschuß für Aufgaben der modernen Gesellschaft) wurde
nach der Zusammenkunft von Stuttgart im Herbst 1971 in einer dritten viertägigen Konferenz in Washington erneut erörtert. Regierungs- und Firmenvertreter der Bundesrepublik, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans,
Schwedens und der USA berichteten über den gegenwärtigen Stand ihrer Entwicklungsprogramme und tauschten neueste Erfahrungen aus. Fest steht, daß Serienautos der Bauweise, wie sie als Prototypen der Experimentierfahrzeuge vorgestellt wurden, aus Kostengründen niemals gebaut werden. Dennoch hat die Idee,
das Autofahren von der Konstruktion der Fahrzeuge her sicherer zu machen, auch
in den nicht der NATO angehörenden Staaten Japan und Schweden ihre Befürworter gefunden.

In den Vereinigten Staaten sind die Bemühungen derzeit auf die Entwicklung eines 1800 kg schweren Fahrzeuges konzentriert, an der die Firmen AMF,
Ine, Fairchild, General Motors und Ford Motor Company beteiligt sind. Prototypen für Sicherheitsautos in Kompaktbauweise und leichtere Ausführungen werden
von den Firmen Daimler Benz, Volkswagen, Opel, BMW, Renault, British Leyland,
Citroen, Peugeot, Fiat, Saab, Volvo, Toyota, Nissan und Honda entwickelt. Die
USA wollen drei Hauptziele erreichen: Entwicklung neuer Methoden und Maßstäbe
für Sicherheit im Kraftfahrzeug, uneingeschränkte Zusammenarbeit aller Beteiligten beim Austausch neuer Entwicklungen und Erfahrungen auf diesem Gebiet
und Einführung der mit den Prototypen demonstrierten Sicherheitsmerkmale in
die Sicherheitsvorschriften bei der Fahrzeug-Serienproduktion.

Zwei amerikanische Prototypen, nämlich das Versuchs fahrzeug von Fairchild
Industries und AMF, Inc., haben Kollisionstests bei 80 km/st gut überstanden.

- 3 -

�überstanden. Ende Juni soll einem der beiden Hersteller der Auftrag zur Entwicklung zusätzlicher Fahrzeugprototypen erteilt werden, wobei auch die Erfahrungen der Partnerfirmen Verwendung finden.

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UMWELTWACHT VOM SATELLITEN
Fernaugen inspizieren Meere, Land und Atmosphäre

- (AD) - Gründliche Erforschung der Erde statt des Weltraums ist die Aufgabe von ERTS-A, des 811 kg schweren ersten Bodenbeobachtungssatelliten, der
von den Vereinigten Staaten Anfang Juli 1972 gestartet wird. Er ist Vorläufer
einer ganzen Familie von Meßrobotern, die bessere Methoden zur Auffindung und
Nutzbarmachung von Rohstoffen und zur Überwachung von Vegetation oder Gewässern,
von bestimmten Veränderungen zu Lande und in der Luft entwickeln helfen. Die
Aufgaben sind ungemein vielfältig. Sie reichen von Forst-, Land- und Wasserwirtschaft, Fischereiwesen, geologischer Prospektierung und Wetterbeobachtung
bis zu Warnungen vor ausgedehnter Luft- und Wasserverschmutzung, vielleicht auch
bis zur Vorhersage von Überschwemmungen,

Dürre und Vulkanausbrüchen.

ERTS-A soll von der amerikanischen Westküste aus in eine nahezu kreisförmige polare Umlaufbahn in 880 km Höhe gebracht werden. Auf jedem Umlauf,
der 103 Minuten dauert, erfaßt der Satellit einen 185 km breiten Streifen der
Erdoberfläche. Dieser ist beim darauffolgenden Durchgang um 2400 km nach
Westen verschoben, weil sich die Erde in der Zwischenzeit nach Osten weitergedreht hat. 24 Stunden später jedoch beträgt die Westverschiebung zu dem be- 1-

�betreffenden Aufnahmegebiet nur 160 km, so daß sich auf den Fernsehaufnahmen
und bei den spektrometrischen Daten die Randzonen der am Vortage beobachteten
Streifen überlappen. Die Umlaufbahn wird so gelegt, daß die Durchgänge über
jedem Ort immer wieder zu der Tageszeit erfolgen, in der das Sonnenlicht praktisch im gleichen Winkel einfällt. Dies ist für die Interpretation von Veränderungen überaus wichtig.

ERTS-A beobachtet die Erde mit mehreren "Augen". Drei Fernsehkameras
fotografieren unabhängig voneinander den gleichen Flächenausschnitt von 185
mal 185 km im grünen, roten und infraroten (vom menschlichen Auge nicht mehr
wahrnehmbaren) Bereich. Das spektrometrische Abtastgerät erfaßt die gleichen
drei Spektralbereiche sowie einen weiteren Ausschnitt aus dem längerwelligen
Infrarot. In dieser Kombination läßt sich eine Vielzahl von Einzelelementen
und Zuständen (z.B. Vegetationsschäden durch Chemikalien oder Parasitenbefall
von Pflanzen auf größeren Anbauflächen) zu einem Zeitpunkt erfassen, wo sie
im normalen Licht noch gar nicht in Erscheinung treten.

Die Fotos und Meßdaten von ERTS-A gehen an drei Aufnahmestationen in den
Vereinigten Staaten und an eine vierte in Kanada. Der Versuchssatellit übermittelt aber nicht nur eigene Beobachtungen, sondern sammelt auch die Meßdaten
von 100 Geräten an der Erdoberfläche, die automatisch Temperaturen, Strömung
und Wasserhöhe sowie den Verschmutzungsgrad in Flußläufen registrieren und
auf Abruf per Funk melden.

Kopien aller Fotos sowie die übrigen Informationen werden insgesamt 300
in- und ausländischen Spezialisten, von denen 50 an Instituten in 20 europäischen Ländern tätig sind, zur Analyse übersandt. Die Erfahrungen, die diese

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diese bei der Auswertung machen werden, bilden die Grundlage für Verbesserungen
in bezug auf Ausrüstung und Aufgabenbereich künftiger Erdbeobachtungssatelliten,
Die Vereinigten Staaten hoffen, daß schon Mitte der siebziger Jahre ein ganzes
Netz solcher Satelliten, wie es sich bei der Wetterbeobachtung bereits bewährt hat, für Routineaufgaben zur Verfügung steht.

- 3 -

�amerika dienst
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53

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23/1972

MESSBOJENPROGRAMM WIRD AUSGEBAUT
- (AD) - Die US-Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung (NOAA)
vergab weitere Verträge in Höhe von fast 2,1 Millionen Dollar für die Entwicklung automatischer Meßbojen an die Firmen General Electric, Magnavox
Company und Lockheed Missile and Space Company. Die als Driftbojen oder als
verankerte Meßbojen vorgesehenen Versuchsgeräte sollen Anfang nächsten Jahres
im Golf von Mexiko eingesetzt werden. In der Erprobung befinden sich bereits
Prototypen, die mit 100 Tonnen Gewicht allerdings zwei- bis viermal so schwer
sind wie die jetzt in Auftrag gegebenen Meßautomaten. Sie widerstehen Windgeschwindigkeiten von 150 Knoten, Strömungen von 10 Knoten und 18 m hohen Wellen.
Ca. 100 Sensoren ermitteln ozeanographische und atmosphärische Bedingungen.
Das "Nationale Meßbojen-Programm" der USA sieht die Entwicklung automatisch arbeitender Geräte vor, die in Küstengewässern und auf hoher See, in
Buchten, Flußmündungen und großen Binnenseen im Interesse der Fischerei, der
Schiffahrt und des Bäderbetriebs an den Küsten sowie der Landwirtschaft und
anderer wetterabhängiger Wirtschaftszweige laufend die Umweltbedingungen beobachten und ihre Meßdaten auf Abruf - auch an Satelliten - melden. Das Programm
ist u.a. als ein amerikanischer Beitrag zu der im Aufbau begriffenen Weltwetterwacht und einer weltweiten, integrierten Meeresbeobachtung gedacht.
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung von Außenminister Rogers zur Eröffnung der Stockholmer Umweltkonferenz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bauelemente für Elektrotechnik und Elektronik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fachausstellung und Tagung im US-Handelszentrum in Frankfurt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon berichtet dem US-Kongress über seine Moskau-Reise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Ansprache vom 1. Juni -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gemeinsame amerikanisch-polnische Kommuniqué zum Abschluss des Nixon-Besuches&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gemeinsame amerikanisch-iranische Kommuniqué zum Abschluss des Nixon-Besuches&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache des amerikansichen Außenministers Rogers anlässlich der Unterzeichung des Schlussprotokolls des Berlin-Abkommens am 3. JUni&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache des amerikanischen Außenministers Rogers im Schloss Charlottenburg am 3. Juni&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Technik allein kein Mittel gegen Verkehrsmisere&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Umweltwacht vom Satelliten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fernaugen inspizieren Meere, Land und Atmosphäre&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meßbojenprogramm wird ausgebaut</text>
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