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18

3. Mai 1972

Inhalt
INFORMATION:
Verifizierungsproblem weiterhin im Mittelpunkt der Genfer Abrüstungskonferenz
•Vertagung bis zum 2o. Juni«

Presseausweise für TRANSPO 72
-Mitteilung für Korrespondenten-

DOKUMENTATION:
Präsident Nixon kündigt weiteren Truppenabzug aus Vietnam an
-Wortlaut der Fernseh-und Rundfunkansprache vom 26. April«

WIRTSCHAFT:
Konsultationsgespräche zwischen den USA und der EWG waren überaus
nützlich
-Samuels zieht Bilanz-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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18/1972

VERIFIZIERUNGSPROBLEM WEITERHIN IM MITTELPUNKT DER
GENFER ABRÜSTUNGSKONFERENZ

-Vertagung bis zum 20. JuniGENF --(AD)-- Die Genfer Abrüstungskonferenz hat in den neun Verhandlungswochen während ihrer Frühjahrstagung einige der Hauptschwierigkeiten, die
überwunden werden müssen, ehe ein internationales Verbot der chemischen
Waffen erzielt werden kann, schärfer ins Licht gerückt.
Außerdem wurden bei den Debatten die noch weiterhin bestehenden Differenzen in Bezug auf das andere vordringliche Projekt deutlich, das die Konferenz sich in diesem Jahr vorgenommen hat - den Abschluß eines Vertrages
über das Verbot unterirdischer Kernwaffenversuche.
Die Konferenz,die am 29. Februar ihre Sitzung eröffnet hatte, vertagte
sich am 27. April auf den 20. Juni.
Der amerikanische Delegationsleiter, Botschafter Joseph Martin, betonte
in seiner Rede auf der Abschlußsitzung, er rechne zuversichtlich damit, daß
während der Sommersitzungen eine fruchtbare und zusätzliche Arbeit in Bezug
auf das Problem der chemischen Waffen geleistet werden könne. Die Vorbedingungen dafür seien geschaffen. Auch die Bemühungen um einen Vertrag, der unterirdische Atomwaffenversuche verbietet, seien fortgesetzt worden, ohne daß sich
hier allerdings Fortschritte schon deutlich abzeichneten.
Botschafter

�Botschafter Martin wies in diesem Zusammenhang noch einmal auf das Arbeitsprogramm hin, das die Vereinigten Staaten am 21. März vorgelegt hatten, und gab
seiner Überzeugung Ausdruck, daß dieses Programm die Untersuchung des Problems
der C-Waffen aktiviert und einen Dialog innerhalb der Konferenzdelegation in
Gang gebracht habe, der für alle fruchtbar sein werde.
In dem von den USA vorgelegten Arbeitsprogramm werden die technischen und
wissenschaftlichen Probleme präzisiert, die gelöst werden müssen, ehe man zu
einem Abkommen über ein Verbot der chemischen Waffen gelangen kann. Gleichzeitig wird eine Reihe von Methoden und Möglichkeiten zur Lösung dieser Probleme
vorgeschlagen.
Die Vereinigten Staaten hatten an dem von der Sowjetunion eingebrachten
Entwurf einer Konvention über das Verbot chemischer Waffen Kritik geübt, da er
nach amerikanischer Auffassung Mängel enthält. Der Entwurf war am 28. März von
der Sowjetunion und sechs ihrer Verbündeten vorgelegt worden. Die kritischen
Einwände der USA gegen diesen Entwurf waren aber bei weitem nicht so scharf
wie die verschiedener anderer Mitglieder der Konferenz.
Der sowjetische Entwurf enthält nur eine einzige Klausel, die sicherstellen soll, daß die vorgeschlagene Konvention auch eingehalten wird - nämlich die
Anrufung des Weltsicherheitsrates im Falle des bestehenden Verdachts eines Verstosses gegen die Bestimmungen der Konvention. Dies wäre identisch mit der Bestimmung, die in die am 10. April in Washington, London und Moskau unterzeichnete Konvention über Toxine und biologische Waffen aufgenommen wurde.
Viele Länder vertraten die Auffassung, daß ein solches Verfahren für biologische Waffen wohl ausreichend sei, da diese als wenig geeignetes Instrument
für die Verteidigung gegenüber einem Angriff angesehen werden, daß es aber
nicht genüge, um die Einhaltung der Bestimmungen eines Verbots chemischer Waffen
zu sichern. Die chemischen Waffen seien als Kampfmittel erprobt, so wurde argumentiert, und ihr Besitz gebe einem Staat ein starkes Abschreckungsmittel gegen
einen anderen in die Hand, der einen Angriff mit chemischen Waffen führe.
Botschafter

�Botschafter Martin sprach in diesem Zusammenhang die Hoffnung aus, daß
sich keine der Delegationen der Abrüstungskonferenz im derzeitigen Verhandlungsstadium auf die Haltung versteifen werde, daß ein bloßes Beschwerdeverfahren,
wie es die Konvention über die biologischen Waffen vorsieht, die beste und
alleinige Gewähr sei, die man für eine Konvention über chemische Waffen erlangen
könne.
Andere Konferenzmitglieder haben weitaus nachdrücklicher und schärfer auf
diese im sowjetischen Vertragsentwurf bestehende Lücke hingewiesen. Noch ehe der
Entwurf der Konferenz unterbreitet worden war, hatte die schwedische Delegierte Alva Myrdal am 14. März vor der Konferenz erklärt, daß Schweden die in der
biologischen Konvention enthaltene Kontrollklausel nicht als geeignetes Modell
ansehe. Aufgabe der Konferenz sei es, eine befriedigendere Formel zu finden.
Botschafter Martin betonte in seiner Rede während der Abschlußsitzung, daß
die Vereinigten Staaten noch keine Entscheidung über eine ihnen am besten erscheinende Lösung für das Problem der Kontrolle der chemischen Waffen getroffen
hätten. Es sei jedoch logisch und sinnvoll, so sagte der Botschafter weiter, daß
die Konferenz die Grundelemente einer möglichen Begrenzung eingehend prüfe.
Diese Prüfung werde es den Vereinigten Staaten erleichtern, zu Schlußfolgerungen
über praktisch durchführbare Lösungen zu gelangen.
Die Frage der Verifizierung ist es auch, die letztlich den Differenzen in
Bezug auf das Problem der Einstellung unterirdischer Kernwaffenversuche zugrunde
liegt.
Seit Jahren hat die Sowjetunion behauptet, daß hochempfindliche, weite
Räume erfassende Meßinstrumente imstande seien, die Einhaltung eines solchen
Verbotes zu sichern - daß man mit ihnen heimlich durchgeführte Tests aufspüren,
zwischen solchen und natürlichen Erdbeben unterscheiden und den, der gegen die
Vertragsbestimmungen verstößt, überführen könne.
Die Vereinigten Staaten bezweifeln, daß dies möglich ist. Botschafter
Martin hatte in einer Rede am 21. April auf der Abrüstungskonferenz den Stand-

�«

Standpunkt der Vereinigten Staaten noch einmal unterstrichen, daß "trotz
jüngster Verbesserungen in den seismischen Methoden zur Entdeckung und Identifizierung unterirdischer Explosionen eine wirksame Verifizierung eines Verbots
unterirdischer Versuche die Inspektion an Ort und Stelle einschließen m u ß ,
w e n n das notwendige M a ß v o n Sicherheit gegeben sein soll, das für jedes Verbot
einer entscheidend w i c h t i g e n W a f f e w e s e n t l i c h i s t . "
Verschiedene Staaten haben m ö g l i c h e W e g e und M e t h o d e n zur Überbrückung dieser zwischen den Positionen der Supermächte bestehenden Kluft vorgeschlagen. Dazu gehören der Vorschlag eines Moratoriums für unterirdische K e r n w a f f e n v e r s u c h e ,
bis m a n zu einer Einigung über die Verifizierung bindender Vertragsbestimmungen
gelangt ist, sowie die Idee eines "Schwellen"-Grenzwertes, durch den die Stärke
der Versuche beschränkt w e r d e n soll, die in einer Interimsperiode gestattet sein
w ü r d e n , während m a n sich um ein Übereinkommen in der Frage der Verifizierung bemüht.
Hinter dem Schwellenplan steckt die Überlegung, dais weitreichende Meßinstrumente, über deren Verlässlichkeit m a n im Falle kleiner Kernwaffenexplosion e n unterschiedlicher Meinung sein k a n n , allgemein doch für ausreichend sicher
zur Entdeckung und Identifizierung größerer D e t o n a t i o n e n angesehen w e r d e n .

IM I I I i

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18/1972

PRESSEAUSWEISE FÜR TRANSPO 72

-Mitteilung für Korrespondenten-

WASHINGTON --AD-- Für die TRANSPO 72 - United States International Transportation Exposition (Internationale Verkehrsausstellung in den USA) die vom 27. Mai bis 4. Juni auf dem üulles International Airport bei
Washington, D.C. stattfindet, können Korrespondenten aller Medien jetzt
Presseausweise beantragen. Anträge sind zu richten an:

John F. Judge, IE-30
TRANSPO 72
800 Independence Avenue, S.W.
WASHINGTON, P.C. 20591
USA
Telegrammanschrift: TRANSPO
Telefon:

202/426-8955

Schriftliche oder telegrafische Anträge müssen enthalten:
Namen und/oder Auftraggeber, Zahl der beantragten Presseausweise und
volle Anschrift. Für jeden Presseausweis muß ein Antragsformular eingereicht
werden. Die Zulassungen werden bis zum 18- Mai 1972 mit der Post versandt:
-1-

�nach diesem Datum ausgestellte Presseausweise können am Presseschalter der
TRANSPO 72 neben dem Haupteingang der Ausstellung abgeholt werden.
Für die akkreditierten Korrespondenten wird eine große Pressezentrale
als Arbeitsraum zur Verfügung stehen.

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18/1972

PRÄSIDENT NIXON KÜNDIGT WEITEREN TRUPPENABZUG AUS VIETNAM AN
-Wortlaut der Fernseh-und Rundfunkansprache vom 26.April»

WASHINGTON--(AD)~« Präsident Nixon hat in seiner Fernseh-und Rundfunkansprache am 26. April bekanntgegeben, daß während der nächsten beiden Monate
weitere 20 000 amerikanische Soldaten aus Vietnam nach den USA zurückkehren
werden. Damit werde sich die amerikanische Truppenstärke in Vietnam bis zum
1. Juli auf 49 000 Mann verringern.
Die Ansprache hat folgenden Wortlaut:
"Während der letzten drei Wochen haben Sie gelesen und gehört, daß eine
massive Invasion Südvietnams durch die kommunistischen Armeen Nordvietnams
im Gange ist.
Heute abend möchte ich Ihnen aus erster Hand einen Bericht über die
militärische Situation in Vietnam, über die von mir hinsichtlich der Rolle
der amerikanischen Truppen in diesem Konflikt getroffenen Entscheidungen
sowie über die Bemühungen geben, die wir übernehmen, um am Verhandlungstisch
den Frieden zu erreichen.
Lassen Sie mich damit beginnen, daß ich einen kurzen Überblick über die
Situation bei meinem Amtsantritt gebe, sowie über die Maßnahmen, die wir
seither ergriffen haben, um das amerikanische Engagement im Krieg zu beenden,
und dem seit so vielen Jahren leidenden Volk Südostasiens Frieden zu bringen.
Am

-1-

�Am 20. Januar 1969 betrug die amerikanische Truppenstärke in Vietnam
549 000 Mann. Unsere Verluste beliefen sich bis zu 300 Mann wöchentlich. In jedem
Monat wurden 30 000 junge Amerikaner eingezogen.
Heute, 39 Monate später, wird die Zahl der in Vietnam stationierten Amerikaner aufgrund unseres Vietnamisierungsprogramms, das den Südvietnamesen bei der
Entwicklung ihrer Selbstverteidigung hilft, bis zum 1. Mai auf 69 000 Mann reduziert sein. Unsere Verluste, selbst während der gegenwärtigen umfassenden gegnerischen Offensive sind um 95 Prozent reduziert worden. Gegenwärtig erhalten
weniger als 5 000 Mann im Monat Gestellungsbefehle und wir hoffen, diese Zahl im
nächsten Jahr auf Null senken zu können.
Wie ich in meiner Fernsehansprache an die Nation am 25. Januar mitteilte,
haben wir sowohl in öffentlichen als auch in vertraulichen Verhandlungssitzungen
die großzügigsten Friedensbedingungen angeboten. Unser jüngster Vorschlag enthielt eine sofortige Feuereinstellung, den Austausch aller Kriegsgefangenen, den
Abzug aller unserer Streitkräfte innerhalb von sechs Monaten sowie international
überwachte neue Wahlen in Vietnam, bei denen alle politischen Elemente einschließlich der Kommunisten beteiligt sein und mitwirken sollten. Einen Monat vor Abhaltung dieser Wahlen würden Präsident Thieu und Vizepräsident Huong zurücktreten.
Hanois verächtliche Antwort auf dieses Angebot war einmal die Weigerung, unsere Vorschläge auch nur zu erörtern, und gleichzeitig eine massive Eskalation ihrer
militärischen Tätigkeit auf dem Schlachtfeld. Im Oktober letzten Jahres, im gleichen Monat, da wir dieses Friedensangebot an Hanoi unterbreiteten, ging aus unseren Geheimdienstberichten hervor, daß der Gegner einen größeren Angriff vorbereitete. Wir hielten uns jedoch bewußt von einer militärischen Antwort zurück. Statt
dessen setzten wir geduldig die Pariser Gespräche fort, weil wir dem Gegner jede
Chance geben wollten, am Verhandlungstisch eine ausgehandelte Lösung zu erreichen,
statt einen militärischen Sieg auf dem Schlachtfeld zu suchen - einen Sieg, den
wir nicht zulassen können.
Und schließlich, vor drei Wochen, am Osterwochenende begannen sie mit ihrer
Invasion Südvietnams. Drei nordvietnamesische Divisionen drangen über die ent-

-2-

�entmilitarisierte Zone nach Südvietnam vor, und zwar unter Verletzung der von
ihnen im Jahre 1954 unterzeichneten Verträge sowie unter Verletzung der grundlegenden Verständigung, die sie mit Präsident Johnson im Jahre 1968 erreicht hatten,
als dieser die Bombardierung Nordvietnams als Gegenleistung für ein Arrangement
einstellte, das die nordvietnamesische Verpflichtung einschloß, die entmilitarisierte Zone nicht zu verletzen. Kurz nach der über die entmilitarisierte Zone
hinweggetragenen Invasion drangen drei weitere nordvietnamesische Divisionen weiter im Süden in Südvietnam ein. Im Zuge der zunehmenden Offensive nahm der Gegner
unter flagranter Verletzung der Absprache über einen Stopp der Bombardierungen
von 1968 wahllos zivile Bevölkerungszentren unter Beschuß.
Die Fakten sind klar. Gegenwärtig kämpfen mehr als 120 000 nordvietnamesische Soldaten im Süden. Zwölf der dreizehn regulären nordvietnamesischen Kampfdivisionen haben ihr eigenes Land verlassen, um einen Aggressionskrieg auf das Gebiet ihrer Nachbarn zu tragen. Welchen Vorwand sie auch immer benutzten, um von
einem Bürgerkrieg in Südvietnam zu sprechen, davon kann nun keine Rede mehr sein.
Was wir hier miterleben - was dem vietnamesischen Volk brutal auferlegt wird ist ein klarer Fall nackter und unprovozierter Aggression über eine internationale
Grenze hinweg. Das einzige Wort dafür heißt: Invasion,
Diesem massiven Angriff widerstanden zu Lande ausschließlich südvietnamesische Streitkräfte und in einem Gebiet südkoreanische Streitkräfte. Amerikanische Bodentruppen waren nicht beteiligt, und es werden auch keine beteiligt sein.
Zur Unterstützung dieser Verteidigungsanstrengung der Südvietnamesen habe ich Angriffe auf militärische Ziele des Gegners sowohl in Süd-als auch in Nordvietnam
durch amerikanische Luft-und Seestreitkräfte angeordnet.
Ich habe einen Bericht vor mir liegen, den ich heute morgen von General
Abrams erhalten habe. Er beurteilt die Lage wie folgt:
1. Die Südvietnamesen kämpfen in ihrer Selbstverteidigung tapfer und gut
und fügen der eindringenden Streitmacht, die nicht den leichten Sieg errang, den
manche vor drei Wochen vorausgesagt hatten, sehr schwere Verluste zu.
2^
-3-

�2. Unsere Luftangriffe sind von entscheidender Bedeutung für den Schutz
unserer eigenen verbleibenden Streitkräfte und für die Unterstützung der Südvietnamesen in ihren Anstrengungen, ihre Heime und ihr Land vor einer kommunistischen Eroberung zu schützen.
3. General Abrams sagt voraus, daß noch mehrere Wochen sehr harter Kämpfe
folgen werden, bei denen die Südvietnamesen einige Schlachten verlieren und
einige gewinnen werden. Er ist jedoch überzeugt, daß es bei einer Fortsetzung
unserer Unterstützung in der Luft und zur See dem Gegner nicht gelingen wird,
sein verzweifeltes Spiel zu gewinnen, Südvietnam ein kommunistisches Regime
aufzuzwingen, und daß die Südvietnamesen dann ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt haben werden, sich zu Lande selbst gegen künftige gegnerische Angriffe
zu verteidigen.
Gestützt auf diese realistische Beurteilung von General Abrams und nach
Konsultation mit Präsident Thieu, Botschafter Bunker, Botschafter Porter und
meinen Hauptberatern in Washington habe ich heute abend drei Entscheidungen mitzuteilen:
1. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß sich die Vietnamisierung als ausreichend erwiesen hat, so daß wir unser Programm des Abzugs amerikanischer
Truppen fortsetzen können, ohne daß dadurch unser Gesamtziel der Sicherung des
Fortbestandes Südvietnams als unabhängiges Land Schaden nimmt. Daher kündige
ich heute abend an, daß im Verlaufe der nächsten beiden Monate weitere 20 000
Amerikaner von Vietnam nach den USA zurückgebracht werden. Diese Entscheidung
findet die volle Zustimmung Präsident Thieus und General Abrams*. Dadurch wird
unsere Truppenstärke am 1. Juli auf 49 000 Mann gesenkt sein - eine Reduzierung
um eine halbe Million Mann, seit diese Administration ihr Amt übernahm.
2

Ich habe Botschafter Porter angewiesen, morgen an den Verhandlungstisch

in Paris zurückzukehren, allerdings mit einem sehr spezifischen Ziel vor Augen.
Wir nehmen die Pariser Gespräche nicht einfach wieder auf, um weitere leere Propaganda und bombastische Sprüche von den Delegierten Nordvietnams und des Vietcong

-4-

�Vietcong zu hören, sondern um mit dem konstruktiven Vorhaben, Frieden zu machen,
voranzukommen. Wir nehmen die Pariser Gespräche mit der festen Erwartung wieder
auf, daii über alle verfügbaren Kanäle produktive Gespräche folgen werden, die
einen raschen Fortschritt nach sich ziehen. Was uns angeht, so wird es unser vorrangiges Thema sein, den Gegner zu einer Einstellung seiner Invasion Südvietnams
und zur Rückkehr aller amerikanischen Kriegsgefangenen zu veranlassen.
Und schließlich habe ich angeordnet, daß unsere Luft-und Seeangriffe auf militärische Einrichtungen auf Nordvietnam so lange fortgesetzt werden, bis die
Nordvietnamesen ihre Offensive in Südvietnam beenden.
Ich habe den Vorschlag glatt zurückgewiesen, daß wir als Bedingung für die
Rückkehr an den Verhandlungstisch die Bombardierung Nordvietnams einstellen. Man
hat den Vereinigten Staaten dieses Paket schon einmal, nämlich im Jahre 1968,
verkauft, und wir werden es im Jahre 1972 nicht noch einmal kaufen.
Schauen Sie auf die Tatsachen: Bis zum 1. Juli werden wir über 90 Prozent
unserer Streitkräfte, die im Jahre 1969 in Vietnam stationiert waren, zurückgezogen haben. Bevor die Invasion des Gegners begann, hatten wir unsere Lufteinsätze
um die Hälfte verringert. Wir haben überaus großzügige Friedensbedingungen angeboten. Das einzige, was wir abgelehnt haben, ist,der Forderung des Gegners zuzustimmen, die gesetzmäßig konstituierte Regierung Südvietnams zu stürzen und an ihrer
Stelle dem Volk eine kommunistische Diktatur aufzuzwingen.
Wie Sie sich erinnern werden, habe ich bei zahlreichen Gelegenheiten, während
der letzten drei Jahre warnend darauf hingewiesen, daß - sollte der Gegner auf
unsere Friedensbemühungen mit einer Intensivierung des Krieges antworten - ich
aus drei Gründen handeln würde, um diesem Angriff zu begegnen:
um die dort verbleibenden amerikanischen Soldaten zu schützen; um die Fortsetzung unseres Abzugsprogramms zu ermöglichen und um zu verhindern, daß dem südvietnamesischen Volk gegen seinen Willen ein kommunistisches Regime aufgezwungen
wird mit dem unvermeidlichen Blutbad, das dann für Hunderttausende folgen würde,
die sich einer kommunistischen Aggression entgegenzustellen wagten.
Die
-5-

�Die Luft-und Seeangriffe der letzten Wochen sind durchgeführt worden, um
diese Ziele zu erreichen. Sie waren nur gegen militärische Ziele gerichtet, die
die Invasion des Süden unterstützen. Die Bombardierung wird erst aufhören, wenn
diese Invasion aufhört.
Den Kommunisten ist es nicht gelungen, das südvietnamesische Volk politisch
zu gewinnen. General Abrams ist der Überzeugung, daß es ihnen auch nicht gelingen wird, Südvietnam militärisch zu erobern. Die einzige Hoffnung, die ihnen
bleibt, ist, im Kongreß der Vereinigten Staaten und beim Volk der Vereinigten
Staaten den Sieg zu erringen, den sie unter der südvietnamesischen Bevölkerung
oder auf dem Schlachtfeld in Südvietnam nicht gewinnen können.
Die große Frage ist damit, wie wir, das amerikanische Volk auf diese letzte
Herausforderung reagieren werden.
Wollen wir uns vor Augen halten, worum es geht - nicht nur für Südvietnam,
sondern auch für die Vereinigten Staaten und für die Sache des Friedens in der
Welt. Wenn ein Land, von Großmächten mit den modernsten Waffen ausgerüstet, in
ein anderes Land einfallen und dieses erobern kann, dann werden andere Länder
dadurch ermutigt, genau das gleiche zu tun - im Nahen Osten, in Europa und an
anderen internationalen Gefahrenpunkten. Wenn die Kommunisten in Vietnam einen
militärischen Sieg erringen, dann würde sich das Kriegsrisiko in anderen Teilen
d-er Welt gewaltig vergrößern. Wenn jedoch andererseits die kommunistische Aggression in Vietnam fehlschlägt, dann wird sie auch anderswo in der Welt entmutigt,
und die Chancen für den Frieden steigen.
Wir machen nicht den Versuch, Nordvietnam oder irgendein anderes Land zu
erobern. Wir streben nach keinem Territorium und nach keinem Stützpunkt. Wir
haben die großzügigsten Friedensbedingungen angeboten - einen Frieden, der für
beide Seiten ehrenhaft,ist- wobei Südvietnam und Nordvietnam die Unabhängigkeit
des anderen respektieren.
Aber wir werden uns nicht besiegen lassen; und wir werden niemals unsere
Freunde einer kommunistischen Aggression preisgeben.
Wir

-6-

�Wir sind in diesem Konflikt sehr viel weitergekommen. Die Südvietnamesen
haben große Fortschritte erzielt und tragen gegenwärtig die Hauptlast des
Kampfes, Wir können jetzt den Tag sehen, an dem überhaupt keine Amerikaner
mehr dort beteiligt sein werden.
Wenn wir uns aber jetzt dem Ende dieser langen und schweren Auseinandersetzung nähern, dann müssen wir standfest sein. Wir dürfen nicht wanken,. Denn
alles, was wir im Laufe der Jahre gewagt und erreicht haben, steht in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Spiel. Wenn wir unsere Freunde jetzt im Stich
lassen, werden wir ohne Frage auch uns selbst und unsere Zukunft im Stich lassen.
Wenn wir jetzt standhaft bleiben, werden zukünftige Generationen Amerika für
seinen Mut und seinen Weitblick in dieser Bewährungsprobe dankbar sein.
Das ist der Grund, warum ich sage: Laßt uns unsere Soldaten aus Vietnam
nach Hause zurückbringen; laßt uns den Krieg in Vietnam beenden, aber laßt uns
ihn in einer Weise beenden, daß die Brüder und Söhne der tapferen Männer, die
in Vietnam gekämpft haben, nicht eines Tages in einem anderen Vietnam kämpfen
müssen.
Jeder, der dieses Amt hier trägt, fühlt die schwere Last der Verpflichtung
gegenüber künftigen Generationen. Niemand, der dieses Amt hier trägt, hat das
Recht, irgendeine Maßnahme zu ergreifen, durch die die große Verpflichtung der
Führerschaft Amerikas in der Welt aufgegeben oder die Achtung vor dem Amt des
Präsidenten der Vereinigten Staaten geschwächt würde.
Zu Anfang dieses Jahres habe ich eine historische Reise nach Peking unternommen; im nächsten Monat werde ich nach Moskau reisen, wobei ich hoffe, daß
auch dies eine Reise für den Frieden sein wird. In den 18 Ländern, die ich als
Präsident besucht habe, habe ich große Achtung vor dem Amt des Präsidenten der
Vereinigten Staaten gefunden. Gestützt auf den Bericht Dr. Kissingers habe ich
Grund zu der Annahme, daß ich die gleiche Achtung vor der Präsidentschaft finden werde, wenn ich Moskau besuche.
Ich
-7-

�Ich weiß nicht, wer in den kommenden Jahren dieses Amt hier tragen wird.
Aber ich weiß wohl, daß auch zukünftige Präsidenten so wie ich Auslandsreisen
für den Frieden unternehmen werden. Wenn die Vereinigten Staaten in Vietnam die
Millionen Menschen, die sich auf uns verlassen haben, verraten, dann wird der
Präsident der Vereinigten Staaten, wer immer er auch sein mag, weder die Achtung

verdienen noch erfahren, die notwendig ist, wenn die Vereinigten Staaten auch weiterhin die große Rolle spielen sollen, die uns bei der Mitarbeit an der Schaffung
eines neuen Gebäudes des Friedens in der Welt bestimmt ist. Dies würde auf einen
Verzicht auf unsere Moral, auf eine Aufgabe unserer Führungsrolle unter den
Nationen sowie auf eine Einladung an die Mächtigen dieser Welt hinauslaufen,
über die Schwachen herzufallen. Damit würde dem Frieden die Chance genommen,die
der Frieden verdient. Das werden wir niemals tun.
Wollen wir uns also als Nation in einer entschlossenen und klugen Politik
des Friedens zusammenschließen - nicht eines Friedens der Kapitulation, sondern
eines Friedens in Ehren, nicht eines Friedens für unsere Zeit, sondern eines
Friedens für die zukünftigen Generationen.
Ich danke Ihnen und gute Nacht".

I I HIHI I M

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KONSULTATIONSGESPRACHE ZWISCHEN DEN USA. UND DER EWG
WAREN ÜBERAUS NÜTZLICH
-Samuels zieht Bilanz-

BRÜSSEL --(AD)-- Nach Ansicht des Stellvertretenden Staatssekretärs für
Wirtschaftliche Angelegenheiten im State Department, Nathaniel Samuels, waren
die Konsultativgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen
Gemeinschaft, die am 27. und 28. April in Brüssel stattfanden, "konstruktiv
und überaus nützlich". Samuels leitete die amerikanische Delegation, der ferner
der Staatssekretär im State Department, John Irwin, der Sonderbeauftragte Präsident Nixons für Zoll-und Handelsfragen, William Eberle, sowie der amerikanische Botschafter bei den Europäischen Gemeinschaften, J. Robert Schätzel, angehörten.
Wie Samuels nach Abschluß der Konferenz vor Journalisten mitteilte, konzentrierten sich die Gespräche in erster Linie auf die allgemeine Politik im
Hinblick auf die Zukunft der Beziehungen zwischen den USA und der Europäischen
Gemeinschaft. Dies gelte für die Art und Weise, in der der Konsultationsprozeß
fortgesetzt und vertieft werden solle sowie auch für spezifische Fragen, die
jetzt in Brüssel behandelt wurden.
Auch nach Ansicht des Mitgliedes der Europäischen Kommission, Ralf
Dahrendorf, der für die auswärtigen Beziehungen der Kommission zuständig ist
und die EWG-Delegation leitete, waren die Gespräche "überaus konstruktiv".
Samuels unterstrich, daß auf beiden Seiten der Wunsch vorhanden gewesen
sei, so weitgehend wie möglich in Handelsfragen zusammenzuarbeiten. Die USA und
-1-

�und die Gemeinschaft, so erklärte er. hätten die ''allgemeine Strategie" im Hinblick darauf erörtert, wie man sich in zukünftigen Verhandlungen mit Handelsfragen befassen wolle. Dazu habe auch gehört, wie in den Vereinigten Staaten und
in der Europäischen Gemeinschaft die notwendige Unterstützung zum Beginn weltweiter Gespräche zu erlangen seien. Der amerikanische Delegierte wies darauf
hin, daß seine Regierung sehr wahrscheinlich nicht in der Lage sein werde, den
amerikanischen Kongreß vor Anfang 1973 um die notwendige Gesetzgebung zur
Durchführung solcher Handelsverhandlungen zu ersuchen.
In Beantwortung einiger Fragen erklärte Samuels wörtlich:
"Meine persönliche Beurteilung der gegenwärtigen Situation in den Vereinigten Staaten im Hinblick auf einen Protektionismus ist folgende: Wir müssen zugeben, daß es gegenwärtig eine sehr beträchtliche protektionistische Strömung
in gewissen Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit und auch im amerikanischen
Kongreß gibt, und zwar aufgrund vielerlei Bedingungen. Wir haben ein sehr großes
Zahlungsbilanzdefizit. Wir haben ein beträchtliches Arbeitslosenproblem., Es gibt
in einigen Bereichen unserer Industrie beträchtliche Verzerrungen und Anpassungsschwierigkeiten, die auf die hohen Importe zurückzuführen sind. Aus einer Vielzahl von Gründen ist daher die Neigung festzustellen gewesen, ein protektionistisches Denken in einigen Bereichen unserer Wirtschaft zu fördern.
Was die Regierung anbetrifft, so werden alle Anstrengungen gemacht, um diese
Strömung unter Kontrolle zu halten, während gleichzeitig Bemühungen unternommen
werden, um mit den grundlegenden Problemen fertig zu werden. Sollte es uns gelingen, unsere Zahlungsbilanz zu verbessern, sollte es uns gelingen, die Arbeitslosenrate wesentlich zu reduzieren - und in dieser Hinsicht hat es in jüngster
Zeit einige Verbesserungen gegeben - und sollte unsere Wirtschaft auch künftig
die Schwungkraft behalten, die sie in den letzten Wochen offensichtlich erlangt
hat, dann glaube ich, daß einige Aussicht darauf besteht, daß wir diese protektionistische Strömung mildern und die Kräfte für einen liberalen Handel mobilisieren können, die immer noch in großer Zahl in den Vereinigten Staaten vorhanden sind. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß sich noch während der augenblicklichen Sitzung des Kongresses in diesem Jahr etwas in Form einer wichtigen
-2-

�wichtigen Gesetzgebung in Handelsfragen ergeben wird.... Ich glaube, daß wir
im nächsten Jahr nach den Wahlen und nach einer Verbesserung der Verhältnisse,
die ich vorher angeführt habe, in den USA ein besseres Klima für Maßnahmen in
Richtung auf eine weitere Handelsliberalisierung haben werden11.
Samuels wies auf die Notwendigkeit hin, das gesamte multilaterale Handelssystem wirksamer zu gestalten. Es gehe nicht nur darum, sich mit den Fragen zu
befassen, die für die Europäische Gemeinschaft und die USA von direktem Interesse seien, sondern man müsse auch überlegen, wie man gemeinsam die anderen
internationalen Gremien, an denen die USA und die Europäische Gemeinschaft beteiligt sind, wirksamer als in der Vergangenheit gestalten könne. Die soeben
in Brüssel beendeten Gespräche hätten sich in dieser Richtung bewegt.

-3-

�</text>
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    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Verifizierungsproblem weiterhin im Mittelpunkt der Genfer Abrüstungskonferenz&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vertagung bis zum 20. Juni -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Presseausweise für TRANSPO 72&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Mitteilung für Korrespondenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon kündigt weiterhin Truppenabzug aus Vietnam an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Fernseh- und Rundfunkansprache vom 26. April -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Konsultationsgespräche zwischen den USA und der EWG waren überaus nützlich&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Samuels zieht Bilanz -&lt;/em&gt;</text>
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