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Dokumentation

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4 5

9 &gt;N o v e m b e r

INFORMATION:

1972

Inhalt

P r ä s i d e n t Nixon m i t ü b e r w ä l t i g e n d e r M e h r h e i t
- 6 1 P r o z e n t d e r Stimmen f ü r N i x o n -

wiedergewählt

Demokraten b e h a l t e n K o n t r o l l e ü b e r den Kongreß
Gewinne d e r D e m o k r a t e n b e i d e n G o u v e r n e u r s w a h l e n
P r ä s i d e n t Nixon: T e r r o r i s m u s kann n i c h t g e d u l d e t
- K o n v e n t i o n von Montreal r a t i f i z i e r t Von A l e x a n d e r M. S u l l i v a n
Europäischer

werden

Mikrofilm-Kongreß

DOKUMENTATION:
L a i r d : V e r s t ä r k t e r Nachdruck a u f k o n v e n t i o n e l l e Waffen
- A u s z u g a u s d e r P r e s s e k o n f e r e n z vom 3 1 . O k t o b e r HINTERGRUNDMATERIAL:
Die E r s c h l i e ß u n g d e r W e l t m e e r e a l s i n t e r n a t i o n a l e
- H o f f n u n g e n und G e f a h r e n Von B a r r e t t McGurn

Aufgabe

WIRTSCHAFT:
F r i e d e n i n Vietnam d ü r f t e
führen
Von John Holway

zu w e i t e r e m W i r t s c h a f t s a u f s c h w u n g

s_

i n d e n USA

USA schlagen Beseitigung aller Zölle für Industrieerzeugnisse vor
WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Wohngemeinschaft im Korallenriff
"Stoff" wird allmählich knapp
-Großer internationaler Rauschgift-Händlerring zerschlagenNavigation mit Satelliten soll einfacher werden

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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45/1972

PRÄSIDENT NIXON MIT ÜBERWÄLTIGENDER MEHRHEIT WIEDERGEWÄHLT
-61 Prozent der Stimmen für NixonWASHINGTON -~(AD)-- Mit überwältigender Mehrheit hat das amerikanische Volk am
7. November Richard M. Nixon zum Präsidenten der Vereinigten Staaten wiedergewählt. In einem "Erdrutschsieg" konnte Nixon 49 der 50 amerikanischen Bundesstaaten für sich gewinnen.Dies ist einer der größten Wahlerfolge in der Geschichte
der USA. Sein Gegner, der demokratische Senator George McGovern, konnte sich
lediglich im Staate Massachusetts sowie im District of Columbia, dem Gebiet
der amerikanischen Hauptstadt Washington, gegen Nixon behaupten. Nach dem
Stand der Auszählung vom 9. November früh - 96 Prozent der Wahlbezirke - vereinigte Nixon 45 520 507 Stimmen auf sich - das sind 61 Prozent -, während auf
McGovern 28 281 207 Stimmen - das sind 38 Prozent - entfielen. Nach den Stimmen
der Wahlmänner der einzelnen Bundesstaaten, die in den USA letztlich den Präsidenten wählen, bedeutet dies 521 Wahlmänner für Nixon, 17 Wahlmänner für Senator
McGovern.
In einer Fernsehansprache nach seinem Wahlsieg forderte Nixon alle Amerikaner auf, ihn bei dem Bemühen zu unterstützen, "eine Generation des Friedens" mit
der Sowjetunion, der Volksrepublik China und allen Ländern der Welt zu erreichen.
Sein Gegner, McGovern, hatte ihm in einem Telegramm bereits seine volle

-i-

�f

4
volle Unterstützung bei diesem Vorhaben zugesichert. Wörtlich erklärte Nixon
in seiner Fernsehansprache:
"Nachdem die Wahl nunmehr vorüber ist, ist es an der Zeit, mit den großen
Aufgaben, die vor uns liegen, zu beginnen. Ich habe mich während dieses Wahlfeldzuges eines Verhaltens befleißigt, das unser Land nicht spalten sollte...., weil
ich der festen Überzeugung bin, daß das, was Amerika heute vereint, unendlich
viel wichtiger ist, als jene Dinge, die uns trennen. Wir sind alle Amerikaner
- im Norden, Osten, Westen und Süden - wir alle sind uns einig in dem Wunsch
nach Frieden - nach einem Frieden in Ehren, nach einem Frieden, der von Dauer
ist; und wir bemühen uns, dieses große Ziel schnell zu erreichen, nicht nur in
Vietnam, sondern auch im Hinblick auf eine neue Ära des Friedens, in der die
alten Beziehungen zwischen den beiden Supermächten - der Sowjetunion und den
Vereinigten Staaten - und zwischen der Volksrepublik China, dem volkreichsten
Land, und den Vereinigten Staaten

geändert werden, so daß wir uns nunmehr am

Vorabend einer Ära befinden, die zur größten Generation des Friedens für die
gesamte Welt werden könnte, die die Menschheit je gekannt hat.
Dies ist ein großes

Ziel, wichtiger als die Tatsache, ob wir Demokraten

oder Republikaner sind, und es ist ein Ziel, zu dessen Erreichung Sie sicherlich
mit mir zusammenarbeiten werden."
Präsident Nixon will bereits in den nächsten Tagen darangehen, Pläne für
eine Umstrukturierung und Reorganisation des Stabes des Weißen Hauses sowie anderer Teile der Exekutive zu prüfen. Der Pressesekretär des Weißen Hauses,
Ronald Ziegler, teilte am 8. November vor Journalisten mit, die zweite Amtszeit
Präsident Nixons werde nicht nur eine Fortsetzung bisheriger, sondern auch den
Beginn neuer Programme bringen. Man könne mit einer bedeutsamen Reorganisation

-2-

�Reorganisation von Regierungsstellen rechnen. Ziegler wies in diesem Zusammenhang
darauf hin, daß alle Kabinettsmitglieder sowie andere vom Präsidenten ernannte
hohe Persönlichkeiten traditionsgemäß ihren Rücktritt einreichen würden. Das
setze den Präsidenten in den Stand, für seine zweite Amtszeit Umstrukturierungen
vorzunehmen. Nixon hat bereits die Abteilungsleiter im Weißen Haus aufgefordert,
entsprechende Pläne vorzulegen.

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45/1972

DEMOKRATEN BEHALTEN KONTROLLE ÜBER DEN KONGRESS

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon wird trotz seines überwältigenden Sieges
in den Präsidentschaftswahlen während der kommenden vier Jahre weiterhin mit
einem demokratisch kontrollierten Kongreß regieren müssen.
Wie die meisten politischen Beobachter bereits vorausgesagt hatten, ist
es den Republikanern nicht gelungen, im Senat, wo 33 der 100 Senatoren für
eine neue sechsjährige Amtszeit gewählt werden mußten, und im Repräsentantenhaus, dessen 435 Mitglieder alle zwei Jahre neu gewählt werden, die Mehrheit
zu gewinnen. Im Repräsentantenhaus, dem in den vergangenen zwei Jahren 179
Republikaner und 256 Demokraten angehörten, konnten die Republikaner ihre Position um 12 Sitze verbessern, so daß im neuen Repräsentantenhaus nunmehr
191 Republikaner und 244 Demokraten vertreten sein werden. Dagegen konnten
die Demokraten im Senat ihre Position um 2 Sitze verbessern, so daß dem Senat
nunmehr 57 Demokraten und 43 Republikaner - im letzten Senat 55 Demokraten
und 45 Republikaner - angehören werden.
Im Repräsentantenhaus wurden die führenden Abgeordneten beider Parteien
wiedergewählt, unter ihnen der demokratische Fraktionsführer Haie Boggs aus
Louisiana, der zusammen mit dem wiedergewählten Abgeordneten Nick Begich aus
Alaska seit dem 16. Oktober vermißt wird, als sie mit dem Flugzeug eine Wahl-

-l-

�Wahlreise durch Alaska durchführten. Wenn es nicht bald gelingt, die beiden Abgeordneten aufzufinden, werden Neuwahlen zur Besetzung der beiden Repräsentantenhaussitze durchgeführt werden müssen, und die Demokraten werden einen neuen
Fraktionsführer wählen müssen.
Im Senat gewannen die Republikaner 17 der zur Wahl anstehenden 33 Sitze,
die Demokraten 16. Ihnen gelang es, vier bisher von Demokraten besetzte Sitze
hinzuzugewinnen; dagegen konnten die Demokraten sechs republikanische Sitze für
sich gewinnen. So unterlagen die republikanischen Senatoren Gordon Allott
(Colorado), Margaret Chase Smith (Maine), Jack Miller (Iowa) und Caleb Boggs
in
(Delaware) ihren demokratischen Gegnern, In Kentucky und/South Dakota, wo die
republikanischen Senatoren sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatten, konnten
die Demokraten diese Sitze hinzugewinnen. Auf der anderen Seite entsandten in
Virginia die Wähler den konservativen republikanischen Abgeordneten William Scott
an Stelle des demokratischen Senators William Spong in den Senat. Desgleichen
konnten die Republikaner die bisher von Demokraten besetzten Senatssitze in
Oklahoma, New Mexico und North Carolina für sich gewinnen.
Dem neuen Repräsentantenhaus werden unter anderem 16 schwarze Abgeordnete
- bisher 13 - angehören, während im Senat der einzige Schwarze, der republikanische Senator Edward W. Brooke (Massachusetts), wiedergewählt wurde. Erstmalig
erhöhte sich die Zahl der aus Südstaaten entsandten Farbigen; in Houston (Texas)
wurde die Negerin Barbara C. Jordan in das Repräsentantenhaus gewählt und in
Atlanta (Georgia) schlug der Demokrat Andrew Young den republikanischen Sitzinhaber.
Die Ergebnisse der Senatswahlen nach Staaten:
(WW)=Wiederwahl; (D)=Demokrat; (R)=Republikaner
Alabama

Sparkman (D) (WW)

Alaska

Stevens (R) (WW)
Arkansas

�Arkansas

McClellan (D) (WW)

Colorado

Haskell (D)

Delaware

Biden (D)

Georgia

Nunn (D)

Idaho

McClure (R)

Illinois

Percy (R) (WW)

Iowa

Clark (D)

Kansas

Pearson (R) (WW)

Kentucky

Huddieston (D)

Louisiana

Johnston (D)

Maine

Hathaway (D)

Massachusetts

Brooke (R) (WW)

Michigan

Griffin (R) (WW)

Minnesota

Mondale (D) (WW)

Mississippi

Eastland (D) (WW)

Montana

Metcalf (D) (WW)

Nebraska

Curtis (R) (WW)

New Hampshire

Mclntyre (D) (WW)

New Jersey

Case (R)(WW)

New Mexico

Domenici (R)

North Carolina

Helms (R)

Oklahoma

Bartlett (R)

Oregon

Hatfield (R) (WW)

Rhode Island

Pell (D) (WW)

South Carolina
South Dakota
Tennessee

Thurmond (R) (WW)
Abourezk (D)
Baker (R) (WW)
Texas

-3-

�Texas

Tower (R) (WW)

Virginia

Scott (R)

West Virginia

Randolph (D) (WW)

Wyoming

Hansen (R) (WW)

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45/1972

GEWINNE DER DEMOKRATEN BEI DEN GOUVERNEURSWAHLEN
WASHINGTON --(AD)-- Während Präsident Nixon die Wahlmänner von 49 der 50 Staaten der Union für sich gewinnen konnte, haben die Demokraten bei den Gouverneurswahlen Gewinne erzielen können. Der amerikanische Wähler hat verstärkt
von seinem Recht

abrauch gemacht, auf dem Stimmzettel jeweils nach der Person

des einzelnen Bewerbers und nicht einheitlich nach der Parteizugehörigkeit abzust immen.
Von den 18 Gouverneursposten, die zur Wahl standen, konnten die Demokraten
elf für sich erringen, sodaß jetzt in 31 der 50 Einzelstaaten Demokraten als
Gouverneure regieren.
Von neun Bewerbern, die sich zur Wiederwahl stellten, waren sieben - vier
Demokraten und drei Re; ublikaner - erfolgreich. Offensichtlich spielten persönliche Qualifikation und örtliche Gegebenheiten eine größere Rolle bei den Gouverneurswahlen als die Parteizugehörigkeit. In Illinois wurde der bisherige republikanische Gouverneur Richard E. Ogilvie von dem Demokraten Daniel Walker
abgelöst - vielleicht nicht zuletzt, weil Ogilvie zum ersten Mal in Illinois
eine einzelstaatliche Einkommensteuer eingeführt hatte. In Delaware verlor der
bisherige republikanische Gouverneur Russell W. Peterson gegen den konserva-

�konservativen Demokraten Sherman W, Tribbitt, und auch in Vermont gewann der demokratische Kandidat Thomas Salmon gegen den republikanischen Kandidaten, In North
Carolina hingegen konnte sich der Republikaner James Holshause'" gegen seinen demokratischen Gegenspieler durchsetzen, wobei zu bemerken ist, daß dieser Staat seit
1896 keinen republikanischen Gouverneur mehr hatte. Einen Rückschlag für die Demokraten gab es auch in West Virginia, wo der Multimillionär John D

Rockefeller IV.

gegen den Republikaner Arch A. Moore verlor.
Die Ergebnisse der Gouverneurswahlen nach Staaten:
(WW)=Wiederwahl; CD)=Demokrat; (R)=Republikaner
Arkansas

Dale Bumpers (D) (WW)

Delaware

Sherman W. Tribbit (D)

Illinois

Daniel Walker (D)

Indiana

Otis R, Bowen

Iowa

Robert D. Ray (R) (WW)

Kansas

Robert B. Docking &lt;D) (WW)

Missouri

Christopher S. Bond (R)

Montana

Thomas L. Judge (D)

New Hampshire

Meldrim Thomson, Jr

North Carolina

James Holshauser, Jr.(R)

North Dakota

Arthur A. Link (D)

Rhode Island

Philip Noel (D)

South Dakota

Richard F. Kneip (D) (WW)

Texas

Dolph Briscoe (D)

Utah

Calvin L. Rampton (D) 'WW)

Vermont

Thomas Salmon (D)

Washington

Daniel J. Evans (R) (WW)

West Virginia

Arch A. Moore, Jr. (R) (WW)
-HH-H-r

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(R)

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45/1972

PRÄSIDENT NIXON: TERRORISMUS KANN NICHT GEDULDET WERDEN

-Konvention von Montreal ratifiziert-

Von Alexander M. Sullivan

WASHINGTON --(AD)-- Mit der Feststellung, daß die zivilisierte Gesellschaft
den Terrorismus nicht dulden könne, hat Präsident Nixon am 1. November für
die Vereinigten Staaten die Ratifikationsurkunde der Konvention von Montreal
unterzeichnet. Jede Maßnahme, so sagte der amerikanische Präsident,die einen
Diplomaten, einen Regierungsvertreter oder einen unschuldigen Zivilisten zu
einem Faustpfand in einem politisch motivierten Streitfall werden lasse,
unterminiere die Sicherheit eines jeden Bürgers. Für eine friedliche und
stabile Welt sei es erforderlich, daß alle Nationen mit Nachdruck Terrorakte verdammen und unter Strafverfolgung stellen, um eine Wiederholung auszuschließen.
Die Konvention, die am 23. September 1971 in Montreal unterzeichnet wurde, sieht die Auslieferung oder Strafverfolgung solcher Personen vor, die
sich krimineller Akte wie Flugzeugsabotage oder der Bombendrohung gegen die

-1-

�die Zivilluftfahrt schuldig gemacht haben. Es ist die dritte internationale Konvention, die auf eine Abschreckung vor der Luftpiraterie abzielt. Im Jahre 1963
wurde die Konvention von Tokio unterzeichnet, die die Rückführung von Passagieren und Mannschaft einer entführten Maschine verlangt; ihr folgte im Jahre 1970
die Haager Konvention, die die Auslieferung oder die Strafverfolgung von Flugzeugentführern vorsieht.
Der amerikanische Senat hatte am 3. Oktober dieses Jahres seine Zustimmung
zur Ratifizierung der Konvention von Montreal gegeben. Sie tritt 30 Tage nach
der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden durch zehn der Teilnehmerstaaten
an der Konferenz von Montreal in Kraft. Unterzeichnet haben die Konvention bisher 54 Länder,, 13 Länder haben sie ratifiziert, und acht Staaten haben bisher
die Ratifikationsurkunden hinterlegt. Großbritannien, die Vereinigten Staaten
und die Sowjetunion sind die Depositarmächte.
Mit Nachdruck wies Nixon darauf hin, daß noch weitere Maßnahmen erforderlich seien, um die "Geißel des Terrorismus" zu beseitigen. So sollten die Vereinten Nationen und die Zivile Luftfahrtorganisation (ICAO) unverzüglich die
Konventionen verabschieden, die eine Auslieferung oder Strafverfolgung solcher
Personen verlangen, die des Angriffes oder der Entführung von ausländischen
Zivilisten beschuldigt werden; ferner sollte Vorsorge dafür getroffen werden,
daß die Zivilluftfahrt nach solchen Ländern ausgesetzt wird, die sich weigern,
Flugzeugentführer oder Saboteure auszuliefern oder zu bestrafen. Ebenso sollte
die Strafverfolgung oder Auslieferung solcher Personen verlangt werden, die in
einem fremden Land Zivilisten verletzen, töten oder entführen mit dem Ziel, ein
Land oder eine internationale Organisation zu erpressen. Die Konvention von
Montreal ist nach den Worten von Präsident Nixon ein "wichtiger Schritt" im
Kampf gegen den Terrorismus. Die anderen Maßnahmen seien jedoch erforderlich,
"wenn wir eine Welt schaffen wollen, in der Menschen und Völker miteinander
leben können, ohne Furcht vor irrationalen und verabscheuungswürdigen Terror-

-2-

�Terrorakten haben zu müssen."
In diesem Zusammenhang wies der amerikanische Präsident auch auf das vor
kurzem in den USA in Kraft getretene Gesetz hin, durch das die Entführung oder
die Ermordung eines fremden Regierungsvertreters zu einem Verbrechen wird, das
auf Bundesebene und nicht mehr lediglich auf der Ebene der Bundesstaaten verfolgt wird.
Amerikanische Beobachter unterstreichen, daß die Unterzeichnung der Ratifikationsurkunde durch Präsident Nixon die von den USA seit langem vertretene
Auffassung widerspiegele, wonach die Luftpiraterie ein internationales Problem
darstellt, das nur durch internationale Maßnahmen und Zusammenarbeit beseitigt
werden kann. In diesem Zusammenhang muß auch der von den Vereinigten Staaten
im September bei den Vereinten Nationen eingebrachte Resolutionsentwurf für
eine Konvention gegen den Terrorismus gesehen werden. Die Resolution sieht
kollektive Maßnahmen seitens der Mitgliedsstaaten der Weltorganisation vor,
um die Luftpiraterie, Angriffe auf Diplomaten sowie andere Verbrechen dieser
Art zu bekämpfen. Bisher ist allerdings in dieser Angelegenheit in der Vollversammlung der Vereinten Nationen wenig geschehen - was den amerikanischen
Chefdelegierten, George Bush, kürzlich zu der Erklärung veranlaßte, die USA
seien mit dem mangelnden Fortschritt in dieser Frage unzufrieden.

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EUROPÄISCHER MIKROFILM-KONGRESS

--(AD)-- In Verbindung mit dem Europäischen Mikrofilm-Kongreß, der vom 14.
bis 16. November 1972 in der Rheingoldhalle in Mainz abgehalten wird, findet
eine von zahlreichen in-und ausländischen Firmen beschickte Fachausstellung
statt. Etwa 25 Unternehmen der einscnfegigen amerikanischen Industrie sind
mit einer Gemeinschaftsschau auf dieser Ausstellung vertreten. Der Schwerpunkt liegt auf Datenspeicher-und Wiederauffindungssystemen.
Die US-Firmen der Mikrofilm-Branche zeigen u.a. folgende Geräte:
Mikrofilm-Kameras, komplette COM-Systeme mit Teletype-Anschluß, Lesegeräte für Mikrofilm, Microfiche und Rollfilm, Lesegeräte mit Hardcopy-Ausgabe,
Kopiergeräte, magnetische Wiederauffindungssysteme, Datendrucker, Mikrofilmablagen sowie Peripheriegeräte und zahlreiches Zubehör. Darüberhinaus werden
Software-Programme für D kumentation und Klassifikation und die Archivierung
von Nachrichte ., historischen Dokumenten etc. auf Mikrofilm vorgestellt.
Programme für die US-Gemeinschaftsschau sowie weitere Auskünfte sind . :
v/rj.1 US-Handelszentrum, 6000 Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 2-4
(Telefon 72 08 01, Telex 41 65 35).rhältlich.

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LAIRD: VERSTÄRKTER NACHDRUCK AUF KONVENTIONELLE WAFFEN
-Auszug aus der Pressekonferenz vom 31. Oktober

WASHINGTON --(AD)-- Der amerikanische Verteidigungsminister Melvin R. Laird
hat am 31. Oktober an Bord der USS Mount Whitney in Norfolk, Virginia, eine
Pressekonferenz abgehalten, auf der er unter anderem über die Sitzung der
Nuklearen Planungsgruppe der NATO in London berichtete. Der Minister gab
eine Erklärung ab, die folgenden Wortlaut hat:
"Meiner Ansicht nach war der herausragende Aspekt der Herbstsitzung
der Nuklearen Planungsgruppe die Tatsache, daß in dem Maße, in dem wir uns
auf dem Gebiete der nuklearen Waffen auf eine Gleichwertigkeit hinbewegt
haben, die Bedeutung der konventionellen Waffen sehr viel größer wird und
innerhalb der Planung des NATO-Bündnisses zunehmendes Gewicht erhält. Wenn
wir uns im Zuge der SALT II-Verhandlungen, die am 21. November beginnen,
auf die Gleichwertigkeit zubewegen, dann werden wir uns einer Position nähern,
in der es, was die strategischen Waffen anbelangt, eine Parität gibt. Und
wenn wir an die Gespräche über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenverringerung herangehen, die im nächsten Jahr beginnen werden, dann ist es ab-

-l-

�absolut notwendig, daß unsere NATO-Verbündeten zusammen mit den Vereinigten
Staaten sich nachdrücklich darum bemühen, die Situation auf dem Gebiet der konventionellen Waffen zu verbessern - was auch geschieht.
Wenn wir die Gesamtstärke-Konzeption auf das NATO-Bündnis anwenden, diese
Konzeption mit dem Geist einer starken Partnerschaft und einer angemessenen militärischen Stärke verbinden und Verhandlungsbereitschaft zeigen - was der
Grundpfeiler der Nixon-Doktrin ist - dann gelangen wir mit dem Eintritt in die
MBFR-Gespräche zu einer Position, wo auf die Haushalte für die konventionellen
Streitkräfte, die die NATO-Verbündeten ihren Parlamenten für das nächste Haushaltsjahr vorlegen werden, weitaus größerer Wert gelegt werden muß als dies zu
irgendeinem anderen Zeitpunkt der Fall gewesen war. Ich habe meinen Amtskollegen in diesem Bündnis nahezubringen versucht, welch großen Nachdruck wir darauf
legen, daß sie im Rahmen der NATO einen größeren Teil der Lasten für die Verteidigung und die nationale Sicherheit übernehmen.
Ich glaube, daß wir auf der Tagung der EURO-Gruppe, die den Sitzungen des
Ausschusses für Verteidigungsplanung (DPC) in der ersten Dezemberwoche vorausgehen wird, mit einer Steigerung in verschiedenen wichtigen Haushalten des NATOBündnisses rechnen können. Ich bin der Auffassung, daß sich die Partner des Bündnisses darüber im klaren sind, wie wichtig es ist, während dieser bedeutsamen
Zeitspanne vor Beginn der MBFR-Gespräche in dieser Richtung voranzukommen.
Ich habe den Bündnispartnern versichert, daß Präsident Nixon - was unsere
Streitkräfte in Europa angeht - keine einseitigen Reduzierungen vornehmen werde,
obwohl es Leute gibt, die Kürzungen bis zu 170 000 Mann sowie eine wesentliche
Verringerung unserer Flugzeugträger-Streitmacht befürworten. Diese Kreise finden
jedoch nicht die Unterstützung einer Mehrheit der Demokraten im Repräsentanten-

-2-

�Repräsentantenhaus und im Senat; sie finden auch nicht die Unterstützung einer
Mehrheit der republikanischen Mitglieder des Hauses und des Senats. Ich glaube,
ich konnte jede echte Besorgnis seitens der NATO-Verbündeten ausräumen, daß
die USA ihre nachdrückliche Unterstützung der partnerschaftlichen Beziehungen
nicht fortsetzen würden, die wir bisher unterhalten haben und aufgrund deren
es möglich war, den Frieden in Europa seit dem zweiten Weltkrieg zu wahren."

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DIE ERSCHLIESSUNG DER WELTMEERE ALS INTERNATIONALE AUFGABE
-Hoffnungen und GefahrenVon Barrett McGurn

WASHINGTON --(AD)-- Die Vereinten Nationen werden in dieser Sitzungsperiode
über Zeitpunkt und Ort einer großen internationalen Meereskonferenz entscheiden. Voraussichtlich im November kommenden Jahres werden sich die Länder dieser Erde mit den großen Chancen, aber auch den großen Gefahren befassen, die
die Ozeane bergen.
Was das Meer zu bieten hat, ist bekannt - wenn auch noch längst nicht
voll erschlossen: Eiweiß in gewaltigen Mengen, um die hungrigen Menschen der
Welt zu speisen. Hier kann der Ertrag des Fischfangs von gegenwärtig 55 Millionen Tonnen pro Jahr ohne Gefahr fJr den Fischbestand auf 100 Millionen Tonnen
gesteigert werden, wobei die Fischzucht eine nicht geringe Rolle spielt.

Die

-1-

�Die Festlandsockel enthalten riesige Mengen von Erdöl und Erdgas, deren Erschließung einer drohenden Energiekrise steuern werden. Allein vor den Küsten de
Vereinigten Staaten werden Öllager in einer Größenordnung von 700 Milliarden
Barrel vermutet, wozu noch Erdgasvorkommen von rund zwei Billiarden Kubikfuß
hinzukommen.
Aus dem Sand des Meeresbodens und dessen Untergrund können seltene Metalle
wie Mangan, Nickel, Kobalt, Zink und Blei in großen Mengen gewonnen werden
- neue Absaug-und Schürfmethoden werden den Abbau wesentlich erleichtern. Aber
auch Stickstoff, Kohlendioxyd, Helium, Schwefel und andere Mineralien harren darauf, geborgen zu werden.
Die riesigen Ozeane mit einer Oberfläche von 260 Millionen Quadratkilometern bergen also ein ungeheures Reservoir für den Menschen - aber auch große
Gefahren der Verschmutzung und der nationalen Besitzergreifung durch ungezügelte Ausdehnung der Hoheitsgewässer. Die fortschreitende Verschmutzung der Meere
droht heute bereits, die so dringend benötigten Reserven zu vernichten. Der berühmte französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau, der durch seine Unterwasserexpeditionen bekannt geworden ist, hat nicht umsonst davon gesprochen, daß
er seit 30 Jahren ein "langsames Sterben" in den Weltmeeren beobachten mußte.
Wenn diese Entwicklung weitergeht, gibt Cousteau der Menschheit noch 50 Jahre au
diesem Planeten zu leben.
Die Verschmutzung der Ozeane geschieht übrigens keineswegs nur auf direktem
Wege durch den Menschen, sondern auch über die Atmosphäre. So kommen von jährlich 2,2 Milliarden Tonnen gewonnenem Öl rund 10 Millionen Tonnen wieder in
irgendeiner Form ins Meer zurück, zum großen Teil über Rauch und Ruß.
Und

�Und was die nationalen Ansprüche auf die Meere angeht,so hat der Botschafter von Malta, Arvid Pardo, dieses in der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit den kolonialen Eroberungen des vorigen Jahrhunderts verglichen.
Ansprüche auf eine 200-Meilen-Zone vor Küsten können den heutigen Menschheitsinteressen nicht mehr entsprechen. Wenn alle Küstenländer dem Beispiel
Ecuadors in dieser Richtung folgen wollten, dann würden 36 Prozent der Meeresoberfläche für die Handels-und Kriegsmarinen der Welt versperrt bleiben. Selbst
eine 12-Meilen-Zone, die heute weitgehend befürwortet wird, würde über 100 strategisch wichtige Meerengen und Durchfahrten praktisch sperren, darunter auch
Gibraltar, wo die Meerenge nur acht Meilen breit ist, und die Malakka-Straße,
die den Pazifik mit dem Indischen Ozean verbindet. Für die meisten Staaten,
darunter die USA, würde eine solche Einschränkung die Gefährdung ihrer Sicherheit
bedeuten, und keine seefahrende Nation kann eine Beeinträchtigung ihrer Schiffahrt akzeptieren.
Wenn die große Meereskonferenz im nächsten Jahr zustandekommt, dann wird
eine Fülle von Anträgen vorliegen. Die Vereinigten Staaten, die jahrhundertelang
an der Drei-Meilen-Zone festgehalten haben, werden sich der Forderung nach einer
Zone von 12 Meilen nicht verschließen - unter der Voraussetzung, daß die freie
Durchfahrt für Schiffe aller Nationen durch internationale Meerengen gewährleistet
wird.
Was die Erschließung und Ausbeutung der Schätze des Meeres angeht, so haben
die USA eine neue internationale Behörde vorgeschlagen, die die Lizenzen vergeben soll. Diese Behörde wäre praktisch die erste internationale Organisation,
die sich aus den Einnahmen selbst finanzieren und darüberhinaus erhebliche Mittel für die internationale Gemeinschaft - in erster Linie für Entwicklungsaufgaben - zur Verfügung stellen könnte. Um auch die Interessen der Küstenländer in

-3-

�in fairer Weise zu berücksichtigen, sieht der amerikanische Vorschlag vor, daß
diese im Rahmen einer internationalen Vereinbarung größere wirtschaftliche Rechte über den Bereich der Territorialgewässer hinaus erhalten sollen. In dieser
Pufferzone zwischen den Hoheitsgewässern und dem tiefen Ozean würden die Küstenstaaten zu einem Drittel an den Lizenzeinnahmen und Gewinnen beteiligt und
müßten zwei Drittel an die internationale Behörde abführen. Dadurch soll jeder
Raubbau vermieden und gegen Verschmutzung vorgesorgt werden.
Auch auf dem Gebiet der Fischerei wendet sich der amerikanische Vorschlag
gegen jeden Raubbau und strebt eine vernünftige Nutzung und Verteilung der Eiweißreserven der Meere an.
All diese Probleme sind in ihrem Schwierigkeitsgrad durchaus mit der Abrüstung zu vergleichen; hier wie dort geht es letztlich um die Zukunft der
Menschheit, und man kann nur hoffen, daß die Vernunft die Oberhand behalten
wird.

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45/1972

FRIEDEN IN VIETNAM DÜRFTE ZU WEITEREM WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG
IN DEN USA FÜHREN

Von John

Holway

WASHINGTON--(AD)— Was bedeutet Frieden in Vietnam für die amerikanische
Wirtschaft? Die meisten Experten glauben, daß die kurzfristigen Auswirkungen
nur sehr gering sein werden,da die bereits expandierende Wirtschaft einen
Frieden in Vietnam weitgehend einkalkuliert hat. Aber auf lange Sicht, so
meinen die Experten, könnten die psychologischen Auswirkungen eines Friedens
der US-Wirtschaft- der Binnen-wie der Außenwirtschaft- starken Auftrieb
geben.
Nach Ansicht der Experten befindet sich die amerikanische Wirtschaft
schon in einer nachhaltigen Aufschwungsphase, die auch das kommende Jahr hindurch anhalten dürfte. Bei den letzten vier Kriegen, in die die Vereinigten
Staaten verwickelt waren, hat der Friede anschließend stets zu einem Wirtschaftsboom geführt. Nach einer kurzen Zeit nicht vorhersehbarer Reaktionen,
folgte immer ein geradezu phantastischer Aufschwung - der wohl stärkste nach
Beendigung des Korea-Krieges.
Die

-1-

�Die Bevölkerung, so wird erklärt, sei bereits wieder kauffreudiger, nachdem
die Wirtschaft schon lange in ihre gegenwärtige Aufschwungphase eingetreten
ist. Allerdings bestehe nicht die gleiche angestaute Nachfrage nach Verbrauchsgütern wie nach früheren Kriegen. Und dies bedeute, daß die Wirtschaft heute
nicht, wie nach früheren Kriegen, einen erneuten Preisauftrieb befürchten muß.
In Fachkreisen ist man sich allerdings darüber einig, daß ein Friede in
Vietnam zu einem Ansteigen der Verbraucherausgaben führen wird. Die Zeitschrift
"Business Week" meint: "Geschäftswelt und Verbraucher dürften wieder kauffreudiger eingestellt sein." So hat sich denn auch die Wirtschaft auf ein überdurchschnittliches Weihnachtsgeschäft eingestellt. Allerdings wird darauf hingewiesen, daß in verschiedenen Bereichen die Verbraucherausgaben bereits recht
hoch sind und für weitere Steigerungen nur wenig Raum ist. So übertreffen beispielsweise die Autoverkäufe alle bisherigen Rekorde. Eine Ausnahme dürfte der
Wohnunbsbau sein. Hier sind ebenfalls alle Rekorde übertroffen worden, doch die
Nachfrage ist weiterhin stark. Und wenn die Bauwirtschaft floriert, dann bedeutet dies auch für zahlreiche andere Industrien eine anhaltend günstige Geschäftsentwicklung.
Hand in Hand mit der Ausweitung der Produktion wird nach Ansicht der Experten ein Rückgang der Arbeitslosigkeit erfolgen, die die Wirtschaftstätigkeit
seit zwei Jahren oder noch länger beeinträchtigt hatte. Aber auch die Produktivität dürfte steigen, wenn die Kapazitätsauslastung in der Industrie wieder zunimmt. Dies wiederum wird zu einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Erzeugnisse auf den Weltmärkten, einer Milderung des Druckes auf den
Dollar und einer Verbesserung der amerikanischen Zahlungsbilanzposition führen.
So meint die bekannte Maklerfirma"Merrill, Lunch, Pierce, Fenner and Smith",
ein Ende des Krieges in Vietnam könne das Vertrauen in die USA und ihr Potential, mit anderen Handel zu treiben, stärken. Darüberhinaus dürfte aber ein

-2-

�ein Ende der Kämpfe in Indochina auch vermehrten Handel mit der Sowjetunion,
China und anderen kommunistischen Ländern und damit eine weitere Verbesserung
der amerikanischen Handelsbilanz bringen.
Allerdings,so betonen die Experten, gibt es noch keinerlei Anzeichen dafür, daß ein Friede in Vietnam auch ein Ende der Lohn-und Preiskontrollen der
Regierung bedeuten würde. Meinungsumfragen zeigen, daß diese von den Verbrauchern,
zum Teil sogar auch von der Geschäftswelt befürwortet werden. Im kommenden Jahr
stehen einige wichtige Lohn-und Gehaltstarife zur Erneuerung an, und daher dürfte die Neigung zum Abbau solcher Beschränkungen, der vielleicht die Lohn-Preisspirale erneut in Gang setzen könnte, nur gering sein.
Auch wenn die Waffen in Vietnam vielleicht bald schweigen werden, dürften
die Auswirkungen auf den amerikanischen Verteidigungshaushalt nach Ansicht dieser Experten nur gering sein. Sie weisen darauf hin, daß diese Ausgaben für Vietnam bereits von einem Höchststand von 30 Milliarden Dollar im Jahre 1969 auf
nur 7 Milliarden Dollar heute zurückgegangen sind. Eine gewisse Militärhilfe
sowie Gelder für den Wiederaufbau werden auch weiterhin nach Südostasien fliessen. Auftragskürzungen in der Verteidigungsindustrie, wie vor zwei Jahren,
deren Auswirkungen für einzelne Betriebe so schmerzlich waren, dürften sich dieses Jahr nicht wiederholen. Und diese "Friedensdividenden" sind bereits durch
höhere Kosten der Waffenentwicklung sowie höhere Personalkosten der geplanten
Freiwilligenarmee aufgezehrt worden. Geringfügige Einsparungen sind allerdings
möglich. Sie werden zur Einengung des Haushaltsdefizits wie auch zur Eindämmung
des Preisauftriebs beitragen und einem Ansteigen der Zinsen entgegenwirken.
Die größte Enttäuschung brachte die Börse. Die Kurse zogen an, als der
Berater des Präsidenten für Sicherheitsfragen, Dr. Henry Kissinger, letzte Woche
erklärte, der Friede sei in Reichweite. Doch dieser Kursanstieg setzte sich
nicht fort.Einige Beobachter sind der Auffassung, daß die Börse die Auswirkungen

-3-

�Auswirkungen eines Kriegeendes bereits vorweggenommen und damit auf die Gerüchte der letzten Monate reagiert hat. Andere sind der Ansicht, daß die von der
Regierung ausgeübte Kontrolle für Preise und Gewinne auf die Kurse drückt. Und
wieder andere meinen sogar, daß die Kurse im nächsten Jahr nachgeben werden.
Ein namhafter New Yorker Bankier erklärte jedoch gegenüber der New York
Times, die Kurse würden jäh anziehen, sobald es zu einem echten Frieden kommt.
Und wenn erst einmal die Aktienkurse steigen und sich auf dem erhöhten Niveau
behaupten,so betonte er, dann worden dies die ausländischen Investoren als
Signal zum Einsteigen betrachten, Er rechne mit einem erheblichen Kursanstieg,
der seinen Höhepunkt vielleicht im kommenden Frühjahr erreichen werde, wobei
Standardaktien die größten Gewinne zu verzeichnen haben dürften.

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45/1972

USA SCHLAGEN BESEITIGUNG ALLER ZOLLE FÜR INDUSTRIERZEUGNISSE VOR

GENF --(AD)-- Die Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß bei den im kommenden Jahr anstehenden neuen Handelsverhandlungen bei industriellen Erzeugnissen das angestrebte Ziel eines zollfreien Handels zwischen den Industriestaaten erreicht werden kann.
Entsprechende Vorschläge hat der stellvertretende US-Sonderbeauftragte
für Handelsverhandlungen, Botschafter William R. Pearce, jetzt den übrigen Mitgliedstaaten des Allgemeinen Zoll-und Handelsabkommens (GATT) unterbreitet. Wie
ein Sprecher des GATT betonte, habe Botschafter Pearce darauf hingewiesen, daß
der Industrieausschuß des GATT bei verschiedenen nicht-tarifären Handelsschranken Lösungen ausgearbeitet habe, die den Regierungen zur Billigung vorgelegt
werden könnten, und erklärt, daß bis Ende des Jahres Übereinstimmung über Standardnormen erzielt werden könne. Wörtlich, so fuhr der Sprecher fort, habe Pearce
erklärt: "Der Vorschlag,die künftige Arbeit mit einer Erörterung des zollfreien
Handels mit Industrierzeugnissen zwischen den Industriestaaten zu beginnen, hat
unseres Erachtens wesentliche Vorteile. Bedenkt man, daß kein Mitgliedstaat bisher bereit ist, eine feste Verpflichtung einzugehen, so dürfte ein solches Vorgehen den weitestmöglichen Rahmen für eine Erörterung bieten, bei der auch

-1-

�auch andere Verfahren geprüft und dem jeweiligen Ziel, über das im Laufe des
Verhandlungsprozesses Übereinstimmung erzielt werden kann, angepaßt werden
können."
Auf die engen Wechselbeziehungen zwischen Zöllen, nicht-tarifären Verzerrungen und Schutz eingehend hatte Botschafter Pearce erklärt, daß Art und Umfang
eines Abkommens bei einem dieser Punkte jeweils von den Fortschritten bei den
übrigen Punkten abhingen.
Bei der Landwirtschaft, so führte der Botschafter weiter aus, würden nicht
nur der Schutz an den Grenzen, sondern auch die Erzeugung und Verbrauch beeinflussende Politik Probleme für den Handel aufwerfen. Wörtlich sagte Pearce: "Wir
müssen gewillt sein, die Bedeutung der Subventionspolitik auf den Binnenmärkten
für den Handel zu erkennen und diese notfalls zu modifizieren, um eine Ausweitung des Handels mit Agrarerzeugnissen zu ermöglichen, damit Fortschritte auf
diesem Gebiet gemacht werden können." Dies gelte, so fügte der Botschafter hinzu, nicht nur für die Politik der USA, sondern auch für die Politik der übrigen
Länder.
Die bei der neuen Verhandlungsrunde vereinbarten Verfahren müssen nach Ansicht von Pearce einen Abbau des Schutzes für Importe, eine Beseitigung der Exportsubventionen sowie eine prinzipielle Übereinstimmung einschließen, daß Zahlungen zur Erhaltung der Erzeugereinkommen Erzeugung und Handel so wenig wie möglich beeinflussen dürften.
Über die Rolle der Entwicklungsländer im GATT sagte Pearce, nach Ansicht
der USA sei der langsame Fortschritt beim Studium dieser Frage in den GATT-Arbeitsgruppen nicht nur auf das Fehlen jeglichen politischen Willens, sondern
auch eines Verhandlungsklimas zurückzuführen, das eine Verwirklichung guter Absichten erleichtern würde.
Nach

4.

�Nach Ansicht von Botschafter Pearce braucht ein Abkommen über Richtlinien
für die neue Verhandlungsrunde Zeit. Hierfür sei ein Gremium erforderlich, das
alle Probleme des Agrar-und des Industriehandels zusammen erörtern könne. Es
sei Sache der Mitgliedsstaaten, diese Frage noch während der gegenwärtigen
Sitzungsperiode zu regeln. Diese Sitzungsperiode biete die Möglichkeit, der
Vorbereitungsarbeit für die nächstes Jahr beginnenden wichtigen Handelsverhandlungen neuen Auftrieb zu geben.

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45/1972

WOHNGEMEINSCHAFT IM KORALLENRIFF

--(AD)-- Eine neue Serie von meeresbiologischen und chemischen Untersuchungen
von einer in 17 m Tiefe verankerten Tauchstation aus begann Anfang Oktober
1972 in der Nähe der Großen Bahama-Insel. Die Studie, an der Wissenschaftlergruppen von fünf amerikanischen Universitäten und zwei Forschungsinstituten
teilnehmen, wird von Bundesbehörden, insbesondere der US-Behörde für Meeresund Atmosphärenforschung (NOAA) finanziert. Das Projekt, für das von der
Perry Foundation, Inc., und der Bahamas Undersea Research Foundation die Unterwasserstation Hydro-Lab bereitgestellt wurde, ist auf neun Monate befristet.
In Gruppen zu je vier Mann werden
grund

die Forscher jeweils sieben Tage am Meeres-

verbringen, um dort vor allem das Leben im Korallenriff zu beobachten

und a^e Einflüsse von Abfallstoffen auf das biologische Gleichgewicht im Meer
zu untersuchen.
Hydro-Lab steht etwa 260 m vor einem Steilhang zur Tiefsee. In einem
solchen "Grenzgebiet" zwischen der verhältnismäßig nahen Küste und dem offenen
Meer ergeben sich für die Wissenschaftler besonders interessante Aspekte.

-1-

�Aspekte. Physikalische Faktoren, chemische Prozesse aller Art und die Herausbildung typischer ökologischer Systeme sind hier auf relativ engem Raum zu
studieren.
Die Bewohner des Korallenriffs, insbesondere die Fische, wird Dr. C.
Lavett Smith vom American Museum of Natural History unter die Lupe nehmen. Ihn
interessiert vor allem die Frage des erforderlichen Lebensraumes für die Tiere,
der Einfluß des tatsächlich vorhandenen Lebensraumes auf die Größe der Kolonien und die Zusammensetzung der überall beobachteten Wohngemeinschaften von
Meereslebewesen, auf Fortpflanzungszyklen, auf Brutpflege und ähnliche Faktoren.
Dr. Thomas J. Bright von der Texas A &amp; M-Universität wird sich mit der
"Sprache" der Riffbewohner befassen. Taucher wissen, daß Korallenriffe und ihre
nähere Umgebung besonders "laute"Plätze unter Wasser sind. Aber von den Verursachern der Geräusche weiß man noch recht wenig.

Man kennt z.B. Klick-und

Knarrgeräusche von Garnelen, die im Stakkato ausgestoßenen Laute vom Sägefisch
oder die typischen Geräusche, die Stachelhummer oder Nassau-Barsch erzeugen,
wenn sie aufgeschreckt werden. Alles in allem ist jedoch über all dies noch
wenig bekannt - etwa über die Technik zur Lauterzeugung, über die Tonhöhen, die
Bedeutung der Geräusche und die Reaktionen der Mitbewohner der Riffe auf sie.
Dr. Bright setzt jetzt Untersuchungen fort, die er beim Unternehmen TEKTITE 11
vor Florida und bei früheren Hydro-Lab-Experimenten bereits begonnen hat.
Dr. William Schroeder (Texas A &amp; M University in College Station, Texas)
wird mit seiner Gruppe die Rolle tierischer Mikroorganismen (Zooplankton) in
der Korallenriff-Ökologie untersuchen. Plankton bildet den Anfang der Nahrungskette im Meer. Noch weiß man

viel zu wenig darüber, ob und inwieweit die

Milliarden und Abermilliarden dieser winzigen Lebewesen durch die Eingriffe des

-2-

�des Menschen in die natürlichen Gegebenheiten beeinträchtigt werden.
In diesem Zusammenhang sind auch die Studien von besonderer Bedeutung,

die

Dr. John Bunt und Richard Curry (beide Universität Miami) sowie Dr. William
P. Muellenhoff (Staatsuniversität Oregon) und Alan A. Allen (Marine Consultants,
Inc., Long Beach, Kalifornien) z. B. zur Konzentration bestimmter chemischer Elemente im Riffgebiet und zu der dort beobachteten biologischen Aktivität - einschließlich des Produktionstempos der Korallentiere für Kalziumkarbonat - und
zur "Verarbeitung" bezw. zum Abbau von ölhaltigem Schlamm, Kohlenwasserstoffen
und Abfällen aus Wohn-und Industriegebieten im Wasser und am Meeresgrund vornehmen. Die meisten Studien, die es bisher zu dieser Frage gab, beziehen sich
in erster Linie auf Auswirkungen der Schmutz-und Schadstoffe an der Küste, an
der Wasseroberfläche und im oberflächennahen Bereich.

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"STOFF" WIRD ALLMÄHLICH KNAPP
Großer internationaler Rauschgift-Händlerring zerschlagen

--(AD)-- Etwa 20 Jahre lang dürfte ein internationaler Rauschgifthändlerring mit Verbindungsstellen in Europa, Lateinamerika und in den Vereinigten
Staaten aktiv gewesen sein, bis es jetzt endlich gelang, ihn zu zerschlagen.
Der Erfolg ist der engen Zusammenarbeit der Fahndungsbehörden in den betroffenen Ländern zu verdanken. Ein Sprecher der amerikanischen Bundesbehörde für
Narkotika und gefährliche Drogen (BNDD) bezeichnete den Ring als "einen französisch-lateinamerikanischen Kanal" und äußerte die Vermutung, daß die Verbrechergruppe mindestens 25 Prozent des Heroins geliefert hatte, das in den Straßen
der Städte in den USA gehandelt wurde.
Nach den Angaben von John E. Ingersoll, des Direktors der US-Zentrale für
die Bekämpfung des Drogenmißbrauchs, gingen allein der französischen Polizei
von Januar bis August 1972 nicht weniger als 67 "größere Fische" von internationalen Banden ins Netz; im gleichen Zeitraum wurden in Frankreich 1429 Händler
festgenommen. Eine Folge dieser Maßnahmen ist eine erhebliche Verteuerung und

-l-

�und gleichzeitig Qualitätsminderung des in Frankreich noch angebotenen Heroins.
Das gleiche ist schon seit einiger Zeit in den Vereinigten Staaten zu beobachten.
Die französischen Gerichte gehen streng gegen Rauschgifthändler vor

Diese haben,

wenn sie zum ersten Mal straffällig werden, 10 bis 20 Jahre Gefängnis zu erwarten, im Wiederholungsfalle 40 Jahre.
Wie John E. Ingersoll auf einer Pressekonferenz in Washington erklärte,
konnten 14 Schlüsselfiguren der internationalen Bande dank des Zusammengehens
der amerikanischen mit den ausländischen Behörden ausgeschaltet, 40 weitere Verbrecher im Zusammenhang damit hinter Gitter gebracht werden. Die 14 wurden entweder verhaftet oder bei Schießereien mit der Polizei verwundet oder getötet.
Zu ihnen gehören, so Ingersoll, u.a. Lucien Sarti. Er wurde in Mexiko City erschossen, als er auf mexikanische Polizisten aus seinem Haus das Feuer eröffnete. Der in Mexiko verhaftete Jean Paul Angelletti wurde an Frankreich ausgeliefert, wo er wegen Mordversuchs gesucht wurde; Francois Chiappe, der "Organisator"
des Ringes in Argentinien, der wegen zweier 1964 in Paris begangener Morde zum
Tode verurteilt ist, sitzt hinter Schloß und Riegel. Der Name des ebenfalls verhafteten Anführers der Bande, "Mr.Big", wurde nicht bekanntgegeben. Der Ring
hatte seine Netze über eine Reihe europäischer Länder, von Italien bis Belgien,
ausgeworfen. Die Hauptkanäle nach Übersee gingen über Argentinien, Brasilien,
Venezuela und Mexiko in die Vereinigten Staaten, dort insbesondere nach Miami
und New York.

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45/1972

NAVIGATION MIT SATELLITEN SOLL EINFACHER WERDEN

--(AD)— Für Navigationssatelliten erprobt die US-Marine z.Zt.ein neuartiges
Steuerungssystem. Es soll dazu beitragen, die Umlaufbahn des "künstlichen
Leitsterns" für Schiffe so zu stabilisieren,.daß sehr viel exaktere Karten
als bisher mit vorausberechneten Umlaufbahnen für mehrere Tage angefertigt
werden können. Die Schiffe» denen die Daten per Funk übermittelt werden,
wären dann auch mit einfachen Instrumenten in der Lage, ihre Positionsbestimmungen auf Grund der Durchgänge von Navigationssatelliten zu machen, ohne
dabei jedesmal deren Bahnveränderungen berücksichtigen zu müssen.
Die Vorläufer des im September 1972 in einen polnahen Orbit eingeschossenen Versuchssatelliten TRIAD5 der eine Betriebsdauer von höchstens sechs Monaten haben soll, verändern unter der Einwirkung des sogenannten Lichtdrucks
der Sonne und des Bremseffekts von Luftteilchen ständig etwas ihre Bahn. Deshalb müssen die Speicher der Computer, mit deren Hilfe die nächsten Umläufe
vorausberechnet werden, alle 12 Stunden mit neuen Daten gefüttert werden.
Das neue Steuerungssystem DISCOS dagegen soll alle derartigen Störeffekte
erfassen und sie durch die Aktivierung kleiner Düsen am Satelliten sofort mit

-l-

�mit Kurskorrekturen ausgleichen. DISCOS ist die Abkürzung für "disturbance
compensation System" und bedeutet "System zur Kompensation von Störungen". Es
nutzt das Trägheitsprinzip bei einer Flugstabilisierung unter dem Einfluß von
Gravitation. Das Verfahren wurde von Professoren und Assistenten der StanfordUniversität (Kalifornien) in zweijähriger Arbeit entwickelt.
Der 94 kg schwere und insgesamt 7,3 m lange Satellit besteht aus drei
Hauptkörpern, die durch zwei Scherenarme miteinander verbunden sind. Am einen
Ende befindet sich der Radionuklid-Generator, der den Betriebsstrom liefert,
am anderen Ende die gesamte elektronische Ausrüstung, in der Mitte die DISCOSKomponente. Sie ist von den beiden anderen Segmenten des Satelliten, der auf
Grund seiner Länge und Massenverteilung zum Erdmittelpunkt orientiert ist,
weit genug entfernt, um einen Störeffekt durch deren Massen auszuschalten.
DISCOS selbst besteht aus einer 113 Gramm schweren tischtennisgroßen Edelmetallkugel in einem kleinen, goldplattierten Vakuumbehälter, in dessen Innenwandung empfindliche Sensoren eingebaut sind. Sobald die frei schwebende Kugel
infolge einer Störung der Gravitationsorientierung des Satelliten, die unter
der Einwirkung der Korpuskelströme von der Sonne oder des Bremseffektes von
Luftteilchen hervorgerufen werden kann, ihren normalen Platz im Mittelpunkt
des Behälters verläßt und auf die Wandung zutreibt; registrieren dies die Sensoren. Über ein rafi Lniertes elektronisches System werden daraufhin bestimmte
Düsen aus einem ganzen Satz von winzigen Freongas-Düsen aktiviert, um die -wenn
auch nur geringfügige- Abweichung des Satelliten von seiner ursprünglichen Bahn
sofort zu korrigieren

Denn ein Navigationssatellit erfüllt nur dann seinen

Zweck, wenn er auf die Sekunde pünktlich an den erwarteten Bahnpositionen erscheint, damit die Ortsbestimmung, die ein Schiff durch Funkmessung mit seiner
Hilfe vornimmt, nicht zu falschen Ergebnissen führt.

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15. November 1972

Inhalt
INFORMATION:

Vier Maßnahmen zur Eindämmung des internationalen Terrorismus
Von George Bush
Ständiger US-Vertreter bei den Vereinten Nationen

DOKUMENTATION:
Eine politische Absichtserklärung Präsident Nixons
WIRTSCHAFT:

1

Eberle erläutert amerikanische Handelspolitik vor dem GATT
-AuszügeUSA lehnen Gegenpräferenzen nachdrücklich ab
Von unserem Wirtschaftskorrespondenten
WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
APOLLO 17: Biologische Experimente
Von G.Weiss
"Künstliches Wetter" ist meldepflichtig
Sonderstipendien für Ausbildung von Krebsspezialisten

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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46/1972

VIER MASSNAHMEN ZUR EINDÄMMUNG DES INTERNATIONALEN TERRORISMUS
Von George Bush
Ständiger US-Vertreter bei den Vereinten Nationen

WASHINGTON —(AD)-- Die Völkergemeinschaft sieht sich in jüngster Zeit einem
neuartigen bedrohlichen Phänomen - der Internationalisierung des Terrors gegenüber, wobei die Terrorakte in Länder getragen werden, die dem eigentlichen Konfliktsherd weit entfernt sind. Kein Land ist gegen diese Gefahr
immun.
Wir erleben Flugzeugentführungen, Bedrohungen der Handels-und Transporteinrichtungen sowie Entführung und Ermordung von Diplomaten. Ihren dramatischen Höhepunkt hat diese neue Form des Terrors in den entsetzlichen Geschehnissen wie dem Massaker auf dem Flugplatz von Lod und dem Blutbad von München
gefunden.
Präsident Nixon ist energisch entschlossen, diesen Akten eines internationalen Terrors ein Ende zu setzen. Als Mitglied des auf Kabinettsebene gebildeten Präsidialausschusses zur Bekämpfung des Terrors bin ich mit den Ge ~
danken und Sorgen des Präsidenten auf diesem Gebiet bestens vertraut.
Die

�Die Schaffung des Präsidialausschusses stellt lediglich einen von mehreren
Schritten dar, der in den Vereinigten Staaten gegen den Terror unternommen wird.
Der amerikanische Kongreß hat jüngst eine Gesetzesvorlage verabschiedet, wodurch Verbrechen gegen ausländische Diplomaten und offizielle ausländische
Gäste, die den Beziehungen der USA zu anderen Ländern schaden könnten, unter
die Jurisdiktion des Bundes fallen. Gleichzeitig werden alle in die USA Einreisenden einer eingehenderen Kontrolle unterzogen, um Terroranschläge in den
Vereinigten Staaten zu verhindern.
Auf internationaler Ebene gibt es vier konkrete Maßnahmen, die unter den
Auspizien der Vereinten Nationen unternommen werden könnten und unternommen
werden sollten;

1.

Eine Konferenz mit entsprechenden Vollmachten sollte einberufen werden,

um eine Konvention zum Schutz der Diplomaten zu beschließen, die auf der Grundlage des sehr brauchbaren Konventionsentwurfes ausgearbeitet werden könnte, den
die Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen erstellt hat. Der Entwurf
sieht die Auslieferung oder Strafverfolgung an Ort und Stelle solcher Personen
vor, die Akte von Gewaltanwendung gegen Diplomaten außerhalb der Rechtsprechung
oder räumlich weit entfernt von dem Land begehen, dessen politische Verhältnisse durch diese Gewaltakte verändert werden sollen. Das Ziel ist es, den Terroristen jede Möglichkeit einer sicheren Zuflucht zu nehmen und damit vor jeder
Art Terror abzuschrecken.
Die Vereinigten Staaten hoffen, daß der Rechtsausschuß der UN-VollVersammlung selbst als derart bevollmächtigte Konferenz im Herbst 1973 in Aktion treten und eine solche Konvention beschließen wird.

2.

-2-

�2.

Es sollte eine "allgemeine Konvention" vorbereitet werden, die die Aus-

lieferung oder Strafverfolgung all jener vorsieht, die Terrorakte ausführen,
bei denen unschuldige Privatpersonen zu Schaden kommen können. Die Vereinigten
Staaten haben im September in der UN-Vollversammlung einen vollständigen Entwurf
für einen solchen Vertrag, der diesen Grundsatz umfaßt, zirkulieren lassen. Dieser Entwurf wird im Verlauf der Sitzungen der Vollversammlungen noch diskutiert
werden.

3.

Alle Staaten sollten aufgefordert werden, die Konventionen von Tokio,

Den Haag und Montreal zu unterzeichnen und sich an sie zu halten, die im Rahmen
der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO. der Vereinten Nationen
abgeschlossen wurden und die Auslieferung oder Strafverfolgung von Personen vorsehen, die Flugzeuge entführen oder in anderer Weise die internationale zivile
Luftfahrt stören.

4.

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe der ICAO, den Luftverkehr nach all

jenen Ländern einzustellen, die eine Auslieferung oder Strafverfolgung solcher
Personen verweigern, sollten Unterstützung finden.
Die Vereinigten Staaten treten dafür ein, den Bestimmungen der Verträge
gegen Luftpiraterie die notwendige Schärfe zu geben. Sie stoßen in ihren Bemühungen aber bedauerlicherweise auf eine gewaltige Opposition.
Das Traurige an der Sache ist, daß eine solche Opposition nicht nur in
bezug auf die erforderliche Schärfe dieser Vertragsbestimmungen besteht, sondern
auch massiv zu Tage trat, als UN-Generalsekretär Waldheim die Vereinten Nationen
zur offenen Erörterung des gesamten Fragenkomplexes des Terrorismus aufforderte.
Viele arabische Länder vereinten sich in dieser Opposition, weil sie wohl
glauben, daß jede Erörterung des Terrors zwangsläufig zu einem Vorstoß gegen
gewisse palästinensische Organisationen führen würde.
Auch

-3-

�Auch eine ganze Reihe afrikanischer Länder wehrte ;ich dagegen, die Erörterung des Terrors auf die Tagesordnung der Vollversammlung zu setzen, wobei
sie unbeirrt daran festhielten, daß ein solcher Tagesordnungspunkt die Guerillatätigkeiten der "Befreiungs"-Kräfte in Afrika beeinträchtigen würde.
Unsere Aufgabe war und ist es, all diese Länder davon zu überzeugen, daß wir
bei unserem unbedingten Eintreten für den Vorschlag des Generalsekretärs nicht
auf eine bestimmte Gruppe abzielen.
Wir müssen klarstellen, daß wir uns einzig und allein darum bemühen, zu
einem Abkommen zu gelangen, wonach bestimmte Gewaltakte als Terror gekennzeichnet
werden und verurteilt und geächtet werden sollten - Akte wie Luftpiraterie, Versendung von Briefbomben, Entführung von Diplomaten und andere Gewaltmaßnahmen,
wie wir sie in den vergangenen Monaten und Jahren erleben mußten.
Angesichts der weitverzweigten und starken politischen Opposition,die dieses Bemühen bei den Vereinten Nationen findet, bin ich, offen gesagt, nicht gerade optimistisch, daß es uns gelingen wird, zu den konkreten Ergebnissen zu
kommen, die die Vereinigten Staaten so dringend wünschen und die alle zivilisierten Menschen auf der Erde fordern.
Ich kann Ihnen jedoch

versichern, daß wir uns auch weiterhin nachdrücklich

um solche positiven Ergebnisse bemühen werden.

•I-H-H

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46/1972

EINE POLITISCHE ABSICHTSERKLÄRUNG PRÄSIDENT NIXONS
Präsident Nixon hat in einem Interview mit
Garnett D. Horner von der amerikanischen Zei-»
tung "Washington Star-News" seine Vorstellungen und Absichten für seine zweite vierjährige Amtsperiode als Präsident der Vereinigten
Staaten dargelegt. Das Interview wurde am 5.
November aufgenommen und am 9 November veröffentlicht. Wir geben hier die Passagen wieder, die die Außenpolitik betreffen sowie die
zusammenfassende Darstellung
Copyright (c) The Washington,D.C.Star-News 1972
Außenpolitik

Das erste Jahr wird sehr bewegt werden. Wir werden zu SALT II kommen. Und
wir werden natürlich zu der Europäischen Sicherheitskonferenz kommen • und auf
einem parallelen Kanal werden wir zu MBFR - der beiderseitigen, ausgewogenen
Truppenverringerung - kommen Wir werden den Dialog mit der Volksrepublik China
fortsetzen, obwohl das ein Prozeß auf lange Sicht ist. Es wird keine plötzlichen
Ereignisse geben. Es wird keine Änderung, keinerlei Änderung, in unserer Politik
gegenüber Kuba geben - es sei denn, Castro ändert seine Politik gegenüber

•

!

•

�gegenüber Lateinamerika und den Vereinigten Staaten - womit ich nicht rechne.
Dem Nahen Osten wird eine sehr hohe Priorität eingeräumt werden, weil der Nahe
Osten während der letzten Jahre sich zwar in einer Periode einer unsicheren Waffenruhe oder eines unsicheren Waffenstillstandes - wie immer man das bezeichnen
will -. befunden hat, er jedoch jederzeit explodieren kann.
Was nun andere Teile der Welt angeht, so möchte ich nicht den Eindruck erwecken, daß Lateinamerika und Afrika keine Aufmerksamkeit erhalten werden; sie
werden es, denn kein Teil unserer gegenwärtigen Politik wird als heilige Kuh
behandelt werden. Ich werde unsere Lateinamerika-Politik und unsere Afrika-Politik überprüfen, um festzustellen, wie unsere Programme in diesen Gebieten verbessert werden können.
Auf internationalem Gebiet müssen wir uns daran machen, ein stabileres Währungssystem zu bekommen, und wir müssen auf dem Gebiet des Handels etwas tun,
damit die Vereinigten Staaten auch weiterhin in ihren Handelsbeziehungen zu anderen Ländern eine angemessene Chance erhalten können.
Ich möchte daher sagen, daß die nächsten vier Jahre vielleicht nicht so
spektakulär sein werden wie das Jahr 1972 - als wir die Öffnung nach Peking
hatten, das erste Gipfeltreffen mit den Russen und die internationalen Währungsschritte vom 15. August (1971) - daß die nächsten vier Jahre jedoch auf dem aufbauen und sogar mehr erreichen werden, da es sich damals im wesentlichen um die
ersten Schritte handelte, die den Weg für sehr viel größere Schritte in der Zukunft öffneten.
So wird beispielsweise SALT II wichtiger sein als SALT I. Es wird mehr erreichen. Es wird mehr von einer Begrenzung bringen. Das gilt für die Europäische
Sicherheitskonferenz, für den Nahen Osten, für all diese Gebiete. Zu Vietnam
möchte ich folgendes sagen: Wenn ich erk Ire, daß ich absolut zuversichtlich

.2-

�zuversichtlich bin, daß wir eine Regelung erreichen werden, dann dürfen Sie
sich darauf verlassen.
Von der Annahme ausgehend, daß es eine Regelung in Vietnam geben wird, wurde
der Präsident nach der Zukunft Südostasiens in den nächsten vier Jahren gefragt:
Es wird sich um eine Zukunft handeln, in der wir unseren Freunden in diesem Gebiet weiterhin Wirtschaftshilfe gewähren werden - und auch einige Militärhilfe, da die kommunistischen Länder dieselbe Art von Hilfe an Nordvietnam
gewähren werden. Wir werden, wie wir erklärt haben, auch Nordvi,etnam einige
Hilfe auf wirtschaftlicher Basis gewähren.
Unser Interesse besteht nicht nur darin, ein Abkommen herbeizuführen, das
den Krieg jetzt beendet, sondern wir wollen auch einen Einfluß auf die Ereignisse in der Zukunft haben, und es ist sehr viel bessei , zu den Nordvietnamesen eine Beziehung zu haben als keine.

Zusammenfassung
Der Präsident hat in seinen Äußerungen oft zu verstehen gegeben, daß er
vor der Geschichte einmal als ein Präsident dastehen möchte, der eine neue Ära
des Friedens eröffnet hat, und er wurde in diesem Zusammenhang gefragt, ob er
auf innenpolitischem Gebiet dies auch wolle.
Lassen Sie mich in Bezug auf den weltpolitischen Aspekt sagen, daß ich
dies ein wenig abwandeln möchte. Ob die Vereinigten Staaten, als die einzige
Nation, die in der freien Welt mächtig genug ist, um diese Rolle zu übernehmen,
sich dieser Aufgabe gewachsen zeigt und auf dem Weg zu dieser neuen Periode
des Friedens vorangeht - das ist die eigentliche Fraget ob wir uns ihr gewachsen
erweisen oder zum Isolationismus zurückkehren.
Das

-3-

�Das ist auch der Grund, warum ich dies als eine der entscheidend wichtigen
Fragen dieses Wahlfeldzuges betrachtete. Ein schwächeres, sich nach innen wendendes Amerika wäre meiner Ansicht nach für die Menschen in unserem Lande nicht
gut gewesen. Darüber aber ließe sich immerhin noch streiten. Für die Welt jedoch wäre dies eine Katastrophe gewesen, weil die kleineren Nationen ohne Mitwirkung Amerikas auf der weltpolitischen Szene in Furcht und Schrecken leben
müßten, weil dadurch ein Vakuum der Macht entstünde. Dieses Vakuum ist gefüllt.
Die Vereinigten Staaten unterhalten jetzt Beziehungen zur Sowjetunion und
zu den Chinesen, von denen die eine eine Supermacht ist und die anderen das Potential für die Zukunft haben. Es ist dies eine gesunde Beziehung, aber auch eine
Beziehung, in der unsere Stärke stets beibehalten werden muß, bis wir zu einem
gemeinsamen Abkommen über ihre Reduzierung gelangen.
Was nun die Szenerie der Innenpolitik anbetrifft: Ich glaube, die Tragödie
der sechziger Jahre besteht darin, daß so viele Amerikaner - und vor allem so
viele junge Amerikaner - den Glauben an ihr Land, an das amerikanische System
und die Außenpolitik ihres Landes verloren haben. Viele wurden dazu gebracht, zu
glauben, daß sie sich über das schämen müßten, was wir in der Außenpolitik getan haben und in der Welt weiterhin tun, daß wir uns zu schämen hätten über das,
was Amerika alles getan hat.
Viele Amerikaner gewannen den Eindruck, daß dies ein häßliches Land ist,
rassistisch, ohne Mitgefühl für den anderen - und der Grund dafür lag zum Teil
in dem Bestreben

einiger, jeden kleinen Fleck bei uns herauszustellen und ihm

das Aussehen eines Krebsgeschwürs zu geben.
Nun, wir sehen ein: dies isp kein vollkommenes Land. Es gibt vieles, was
falsch ist und der Korrektur bedarf. Aber was ich nun sage, sage ich keineswegs
in chauvinistischem Sinne - ich habe die Welt gesehen und ich kenne keinen jungen

-4-

�jungen Menschen im Ausland, der - wenn er die Möglichkeit hätte - nicht lieber
hier als an irgendeinem anderen Olt leben würde.
Es geht nun meiner Ansicht nach nicht einfach darum, in den Amerikanern wieder einen neuen Stolz in ihr Land zu erwecken - die Mehrzahl der Amerikaner ist
stolz auf ihr Land

Sie sehen ja, wie sie reagieren.

Aber sie müssen dies nicht in dem blinden Glauben tun: "Dies ist mein Land,
ob Recht oder Unrecht, es ist mein Land." Wir wollen, daß sie wissen, warum
dieses Land Recht hat. Um das Gebiet der Außenpolitik zu nehmen: wir wollen das
amerikanische Volk dazu bringen, daß es stolz au,f die Rolle ist, die sein Land
auf außempolitischen Gebiet spielt

Ich glaube, daß die Reisen nach Peking und

Moskau in dieser Hinsicht geholfen haben. Ich glaube, das Volk sah, daß die Vereinigten Staaten führend waren in der Welt im Bemühen um Frieden, und daß wir
die einzigen waren, die dies tun konnten. Sie waren stolz auf ihr Land.
Wir werden auch weiterhin eine Führungsrolle dieser Art übernehmen.
Im eigenen Land werden wir - so glaube ich - etwas von dem in den sechziger
Jahren verlorengegangenen Glauben wiedergewinnen, wenn wir uns auf die Chancengleichheit für alle hinbewegen

die freilich nicht über Nacht kommen wird -

aber wenn wir, wie gesagt, auf sie hinarbeiten, wenn wir uns daran machen, die
Probleme der Umwelt in den Griff zu bekommen, handele es sich nun um reine Luft,
um ein besseres Gesundheitssystem oder um Verbesserungen des Erziehungswesens
- wenn wir auf all diesen Gebieten zu Fortschritten gelangen.
Ich glaube, wir sind von ihrer eigentlichen Frage etwas abgeschweift, aber
worüber wir hier meiner Ansicht nach reden, ist, daß wir in diesem Land Ende der
sechziger Jahre eine sehr große geistige Krise durchgemacht haben; viele haben
den Vietnamkrieg dafür einzig und allein verantwortlich machen wollen. Er aber
bildete nur einen Teil des Problems und in vielen Fällen war er auch eigentlich

-5-

�eigentlich mehr eine Entschuldigung als eine Begründung, Wir erlebten aber jedenfalls einen Zusammenbruch in der, wie ich ganz offen sagen möchte, Führungsschicht dieses Landes.
Ich sage dies nicht tadeln, weil viele ihren Glauben in zahlreiche unserer
Institutionen verloren haben. Da ist beispielsweise dieser gewaltige Trend zur
Nachgiebigkeit, der dann zu der Eskalation der Kriminalität und der Eskalation
des Drogenmißbrauchs in diesem Lande führte - all dies war ein Resultat der
Haltung jener unter uns, die im Grunde die Verantwortung und die Aufgabe der
Führung tragen und nicht erkannten, daß man vor allem eins nicht darf: den Charakter eines Volkes schwächen.
Lassen Sie mich versuchen, es andersherum zu sagen. Eine Frage, die Sie
nicht berührt haben, ist der große Komplex der Rechtsprechung . Ich habe mehrfach gesagt, daß ich auch weiterhin konservative Richter an die Gerichtshöfe berufen werde. Ich werde es. Die Gerichte brauchen sie; sie brauchen Männer wie
Rehnquist und Burger und Blackmun und Powell an den Gerichten - nicht reaktionäre
Richter, sondern konservative Männer, die auf dem Boden der Verfassung stehen,
weil der Trend zu weit in die andere Richtung gegangen ist. Ich will damit nicht
sagen, daß es nicht Richter waren, die das beste wollten, aber ich glaube nicht,
daß das der richtige Trend für dieses Land war, und ich bin der Ansicht, daß wir
diesen Trend auf dem gesamten Gebiet des Re;htsvollzugs umkehren müssen.
Was die Drogen und all das anbetrifft - so werden wir auch hier weiterhin
^in sehr energisches Programm fortsetzen, weil diese ganze Ära der Duldsamkeit
und Nachgiebigkeit hier ihren Einfluß gehabt hatNun meine ich mit dem, was ich gesagt habe, nicht, dai&gt; wir uns zur Reaktion
hinwenden. Ich meine nicht, da.j wir nun in eine Haltung verfallen sollten, die

-6-

�die kein Mitgefühl mit denen hat, die keine Schuld für manche ihrer Probleme
tragen. Aber ich bin zutiefst überzeugt, daß dieses Land ein neues Gefühl der
Selbstdisziplin will - daß diese Wahl zeigen wird, daß das amerikanische Volk
ein solches neues Gefühl der Selbstdisziplin und Verantwortung will, damit
stark sein wird und nicht zu den Vorstellungen der sechziger Jahre zurückkehren
möchte, nämlich, daß es Aufgabe einer Regierung sein sollte, jedes auftretende
Problem zu lösen und die Bevölkerung mehr und mehr von ihr abhängig zu machen,
so daß diese alL ihren Launen nachgibt.
Das Durcheinander bei der Wohlfahrt ist ein Beispiel. Diese zahlenmäßige
Eskalation bei der Wohlfahrt ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß
etwas geschwunden ist, was ich als Arbeitsethos bezeichne. Ich weiß, daß man es
als reaktionär betrachtet, wenn gesagt wird, die Leute sollten lieber arbeiten
als Wohlfahrtsempfänger werden. Ich weiß auch sehr wohl, daß es Leute gibt, die
nicht arbeiten können und von der Wohlfahrt leben müssen. Aber auf der anderen

Seite geht es bei dieser Wahl mit darum, ob wir noch mehr Geld an die Leute verteilen und die Menschen mehr und mehr von der Regierung abhängig machen sollen,
ihr
i der ob wir sagen sollen, es liegt an Euch selbst. Die Menschen werden/ Teil an
der Last tragen müssen.
Der Durchschnittsamerikaner ist wie das Kind in der Familie. Man überträgt
ihm eine Aufgabe, und es wird etwas aus ihm. Es wird etwas leisten, Macht man es
auf der anderen Seite völlig abhängig, verwöhnt es und gewährt ihm zu viel, dann
wird es weich und verwöhnt und schließlich zu einem sehr schwachen Menschen
Ich möchte das einfach mit folgenden Worten zusammenfassen: Wenn Sie auf die
kommenden vier Jahre blicken - an der innenpolitischen Front und an der internationalen Front - dann wird das eine erregende Zeit sein: International gesehen, weil wir uns nicht, wie unsere Gegner das befürwortet haben, von der Welt
zurückziehen, sondern auf vielen Gebieten weiterhin eine große Rolle in der Welt
spielen werden, da das der einzige Weg ist, den Frieden zu bekommen, von dem wir
sprechen.
Was

-7-

�Was die innenpolitische Front anbetrifft, so wird die Zeit erregend sein,
weil wir die Dinge anders anpacken werden. In der Vergangenheit ist man immer
davon ausgegangen, die meisten Stimmen bringt, wer am meisten verspricht

Mit

anderen Worten, es ging darum, wieviel man versprach, wieviel Geld man für dies
oder jenes Programm zusagte. Dies war der erste Wahlkampf in der Geschichte,
wie man erleben wird, ja vielleicht der ;rste Wahlkampf eines Kandidaten überhaupt, der nicht mit ein i: ^ack voll Versprechungen herumzog.
ich habe mich an mein Programm gehalten und ich habe nicht einen Haufen
neuer Versprechungen gemacht. Das ist ein Fall, wo das amerikanische Volk
zwischen einem Kandidaten zu wählen hatte, der versprach, Milliarden mehr von
seinem (des amerikanischen Volkes) Geld auszugeben, um letztlich, wie es hieß,
ihm (dem Volk) zu helfen, und einem anderen Kandidaten, der erklärte, nein,
wir versprechen nicht, das zu tun; wir versprechen,Euch

die Chance zu geben,

Euch selbst zu helfen.
Das amerikanische Volk wird sich zu diesem Punkt äußern. Unsere Aufgabe
ist es, einen Weg zur Reform unserer Regierungseinrichtungen zu finden, damit dieser neue Geist der Unabhängigkeit, des Selbstvertrauens, des Stolzes,
den ich im amerikanischen Volke spüre, gestärkt wird. Ich glaube, daß dieser
Geist vorhanden ist.
Ich bin mir durchaus darüber im kl ren, daß das, was ich hier gesagt habe,
in vielen Gegenden Washingtons, beim Cocktail Set in Georgetown, einiges Kopfschütteln hervorrufen wird. Diese Leute glauben ernsthaft, daß die Lösung der
Probleme immer in neuen massiven Regierungsprogrammen zu finden sei. Ich bin
völlig anderer Meinung, kri ichmal bedarf es eines neuen Programms. Was wir jedoch heute brauchen, ist nicht mehr Regierung, sondern bessere Regierung. Ich
bin mir darüber im klaren, daß das ein Klischee ist, aber statt mehr soll
besser stehen, und oft ist das bessere nicht das Umfassendere, sondern das
Magerere .
Wir

-8-

�Wir werden einen anderen Weg gehen. Statt daß die Regierung mehr für

das

Volk tut und das Volk immer abhängiger von ihr macht, stehe ich dafür ein,
daß die Regierung Mittel und Wege findet, es dem Volk durch Regierungsprogramme
zu ermöglichei , mehr für sich selbst zu tun; es ermutigt, mehr für sich selbst
zu tun; es nicht nur ermutigt, sondern ihm auch den Anreiz gibt, selbst mehr
für sich zu tun; ohne Hilfe der Regierung.

+-H +

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46/1972

EBERLE ERLÄUTERT AMERIKANISCHE HANDELSPOLITIK VOR DEM GATT
-Auszüge-

GENF --(AD)-- Der Sonderbeauftragte Präsident Nixons für Handelsverhandlungen,
Botschafter William D. Eberle, hat vor dem GATT die Ziele der amerikanischen
Handelspolitik dargelegt. Die wichtigsten Teile der Rede Eberles haben
folgenden Wortlaut:
Beseitigung der Zölle
Was den Handel selbst anbetrifft, so bereitet sich meine Regierung gegenwärtig intensiv auf multilaterale Handelsverhandlungen vor.
Wir erwarten von solchen Verhandlungen, daß sie alle Aspekte der Handelsbeziehungen umfassen.
Das GATT hat auf dem Gebiet der Zölle einen äußerst wichtigen Beitrag zur
Handelsliberalisierung geleistet. Die Bedeutung der Zölle hat sich ganz eindeutig während des letzten Viertel Jahrhunderts -gemessen an der bei anderen
Handelshindernissen und Handelsverzerrungen verfolgten Politik - wesentlich verringert. Aber wir dürfen auch die Bedeutung der Zölle nicht unterschätzen, vor
allem in bezug auf das effektive Maß an Schutz, das sie gewähren. Angesichts
des bereits erzielten bedeutenden Fortschritts beim Abbau der Zölle, dürfte die

-1-

�die Zeit bald gekommen sein, da wir ernsthaft mögliche Programme für ihre phasenweise Beseitigung erwägen werden.

Nicht-tarifäre Handelsschranken
Was die Politik auf dem Gebiet der nicht-tarifären Handelsschranken und bei
anderen Handelsverzerrungen anbetrifft, so sollten unseres Erachtens alle Anstrengungen unternommen werden, diese Quellen der Verzerrung und der Reibungen
in den Handelsbeziehungen zu beseitigen. Wo die Ursache des Problems darin zu
suchen ist, daß die nationale Politik und die nationalen Praktiken voneinander
abweichen oder im Widerspruch zueinander stehen, eine Beseitigung der Kontrollen
jedoch nicht im Einklang mit den sozialen Zielen liegt, sollten unseres Erachtens gemeinsame Verpflichtungen auf gemeinsame Regeln und Verfahren angestrebt
werden. Dies würde die Möglichkeit zumindest verringern oder ganz beseitigen,
daß nicht-tarifäre Maßnahmen zur Begünstigung einer Gruppe gegenüber einer anderen oder eines Landes gegenüber einem anderen angewandt werden. Damit würden wir
alle harmonisierten Konzeptionen von dem, was recht und was falsch ist, unterworfen sein.
Landwirtschaft
Unseres Erachtens ist es unbedingt erforderlich, für eine beträchtliche Ausweitung des Welthandels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu sorgen und die
verschiedenen nationalen Werkzeuge der Agrarpolitik, die zu größeren Verzerrungen
und Störungen führen, unter eine internationale Ordnung zu bringen. Die Notwendigkeit einer Reform auf diesem Gebiet ist groß. In den Verhandlungen im Laufe
der Jahre ist es nicht gelungen, eine wesentliche Liberalisierung herbeizuführen. Die GATT-Bestimmungen sind unzulänglich, und wo solche bestehen, haben die

-2-

�die Regierungen sie oft ignoriert oder Wege zu ihrer Umgehung gefunden.
Wenn ich die Landwirtschaft besonders heraushebe, so liegt das daran, weil
diese unseres Erachtens eines der deutlichsten Beispiele dafür ist, welche Gefahren Handelspraktiken bilden, die nicht durch gemeinsam vereinbarte Regeln
kontrolliert werden. Industriestaaten und Entwicklungsländer haben in gleicher
Weise ein grundlegendes Interesse daran, die Stärke ihres Agrarsektors aufzubauen und zu erhalten. Dies sollte jedoch nicht in einer Weise geschehen, die
den Bauern anderer Länder Lasten auferlegt, noch auf eine Weise, die auf lange
Sicht das Streben nach größerer Effizienz der Gütererzeugung der Welt zunichte
macht .

Schutz
Wir werden ferner Wege finden müssen, um eine gewisse Harmonisierung der
verschiedenen nationalen Schutzmaßnahmen zu erreichen, die zu einer Verminderung des internationalen Handelsflusses für begrenzte Zeiträume ergriffen worden sind. Unseres Erachtens sollte ein neues internationales Schutzsystem entwickelt werden, das gemeinsame Verfahren für alle Länder vorsieht, sofern sie
besondere Maßnahmen zur Mäßigung des Tempos der binnenwirtschaftlichen Anpassungen ergreifen, die durch plötzliche Veränderungen der Handelsbedingungen
ausgelöst worden sind. Dies würde es einerseits den Ländern gestatten, spezielle Schutzmaßnahmen in besonderen Fällen durchzuführen, in denen ein Druck von
außen zu beträchtlichen binnenwirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten führt.
Und auf der anderen Seite würde dies sicherstellen, daß durch solche Maßnahmen
benachteiligte Länder gerecht behandelt werden und daß die speziellen Maßnahmen
sich an die vereinbarten Bestimmungen und Zeitpläne halten. Dies würde Möglichkeit und Anreiz geben, um sicherzustellen, daß solche Maßnahmen auf eine
langfristige Anpassung an die sich ändernden Gegebenheiten auf den Weltmärkten
abzielen. Ein multilaterales Schutzsystem, das richtig aufgebaut ist, sollte

�sollte den Prozeß der weltweiten Handelsliberalisierung erleichtern, während
gleichzeitig die Unsicherheit der Zugangsbedingungen zu den Märkten verringert
wird, der sich die Exporteure in bestimmten Erzeugergebieten gegenübersehen
könnten.

Diskriminierung
Schließlich sind wir der Ansicht, daß solche Länder, die im Innern Diskriminierungen gegen ausländische Erzeugnisse sowie überholte Formen des Schutzes,
wie sie unter den Bedingungen einer anderen Zeit noch angebracht waren, aufrechterhalten, jetzt bereit sein sollten, ihre Politik wesentlich zu ändern und sich
mit uns zu gemeinsamen Verpflichtungen zusammenzuschließen.
Wir sind der Ansicht, daß das GATT, wenn wir jetzt Liberalisierung und
Entwicklung neuer Bestimmungen und Verfahren anstreben, als Institution wie
auch als Abkommen über Bestimmungen und Verfahren weiterhin von Wert ist. Trotzdem ist es nunmehr an der Zeit, die Stärke des GATT zu festigen und seine Schwächen zu beseitigen. Es muß anerkannt werden, daß sich seit der Zeit, da die Entwürfe für das GATT erstmals ausgearbeitet wurden, große Änderungen vollzogen haben. Auch innerhalb des GATT haben sich aufgrund täglicher Entscheidungen, oder
gerade weil keine Entscheidungen getroffen wurden, Änderungen vollzogen. Die
Praxis wird zur Regel, wenn sie sich oft genug wiederholt und wenn die Mitgliedstaaten nicht bereit sind, zu den betreffenden Fragen Stellung zu beziehen.
Unseres Erachtens kann es sich das internationale Handelssystem nicht länger leisten, daß wichtige Bestimmungen des Abkommens weitgehend übertreten werden. Es ist daher vordringlich und notwendig, die tägliche Arbeit des GATT zu
beleben und die Verfahren mit dem Blick auf konkrete Entscheidungen anzuwenden.
Wo es für die Vereinigten Staaten zum Beispiel seit langem Importbeschränkungen
gab, die mit dem GATT nicht zu vereinbaren waren

und sich gegen ihren Handel

�Handel richteten, werden wir jetzt jede einzelne zur Diskussion stellen mit dem
Ziel, eine baldige Übereinkunft über einen Zeitplan für eine Liberalisierung
oder.Kompensierung zu erreichen. Unseres Erachtens sollten wirksame Maßnahmen
in diesen Routinefragen im Rahmen der normalen Arbeit des GATT - ohne Zögern
und politische Reibungen - ergriffen werden.
Es besteht, wie Sie alle wohl wissen, in meinem Lande eine wachsende Besorgnis hinsichtlich einer etwaigen Aushöhlung der Anwendbarkeit des Prinzips
der allgemeinen Meistbegünstigung. Die Praxis, besondere Vereinbarungen auf
einer diskriminierenden Basis auszuhandeln, die auf die spezifischen bilateralen Probleme zwischen zwei Ländern oder Gruppen von Ländern zugeschnitten sind,
läuft unseres Erachtens dem Geist des GATT zuwider und steht auch im Gegensatz
zu den Bestimmungen von Artikel XXIV. Praktisch betrachten wir dies als eine
eindeutige Bedrohung der Vorstellungen von einem gerechten Wirtschaftssystem,
für das es nur eine Welt gibt und das von denen so stark hervorgehoben worden
ist, die direkt von einer monetären Reform betroffen werden. Wir teilen die
wachsende Besorgnis, daß die Ereignisse uns in eine Aufspaltung der Welt in
Blöcke oder fest abgeschlossene Einflußsphären hineinzwingen werden.
Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung des GATT hat es
das GATT vermieden, darüber zu beschließen. Die Praxis, Sondervereinbarungen
auszuhandeln, ist jetzt in den Beziehungen mit der

Europäischen Gemeinschaft

weitverbreitet. Was bedeutet allgemeine Meistbegünstigung jedoch? Gilt sie
nur wahlweise für bestimmte Länder?
Ich könnte das noch fortsetzen. Die Liste würde dann Probleme der Unzulänglichkeit und der Nichteinhaltung von Bestimmungen in der Landwirtschaft,
die Anwendung von Handelsmaßnahmen aus Zahlungsbilanzzwecken, Subventionen und
restriktive Schutzmaßnahmen einschließen. Ich könnte Bereiche nennen, wo der
Handel durch nationale Politik beeinflußt wird, aber die Bestimmungen für die

-5-

�die Bewältigung der aufgeworfenen Probleme nicht ausreichen. Hierunter fallen
die Beschaffungspolitik, administrative Maßnahmen, Innen-und regionale Politik.
Diese Probleme betreffen in der einen oder anderen Weise alle Mitgliedstaaten.
Bei der Vorbereitung von Handelsverhandlungen in den kommenden Monaten werden wir in Konsultationen den Rat unserer Handelspartner suchen, sowohl der
Industriestaaten wie auch der Entwicklungsländer. Wir hoffen, sie werden das
gleiche tun, so daß man die Verhandlungen wirklich als eine gemeinsame Initiative zum gemeinsamen Wohl betrachten kann. Wir werden in diesem Zusammenhang sorgfältig die Ansichten der Regierungen der Entwicklungsländer über die Rolle studieren, die ihnen vorschwebt. Multilaterale Handelsverhandlungen sind für ihre
Interessen von entscheidender Bedeutung. Auf den Handel entfallen 75 bis 80 Prozent ihrer Devisenquellen. Wege zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei
ihren Verhandlungen und Verfahren zur Hinzuziehung von Ländern, die gegenwärtig
nicht dem GATT angehören, sollten in den kommenden Monaten sehr sorgfältig ausgearbeitet werden.
Ja, wir rechnen damit, daß die Probleme der Entwicklungsländer einen wichtigen Punkt der Vorbereitungsgespräche bilden werden, die unseres Erachtens geführt werden müssen.
Bei der Vorbereitung der Verhandlungen sollten Unterschiede zwischen den
Volkswirtschaften der Industriestaaten und der Entwicklungsländer gebührend berücksichtigt werden. Der Gesamtrahmen für die Verhandlungen sollte sicherstellen, daß die tatsächlichen Ergebnisse - was den Handel anbetrifft - die Möglichkeiten für den Zugang der Exporte der Entwicklungsländer zu den Märkten der Industriestaaten verbessern.
Meine

-6-

�Meine Regierung kennt das große Interesse der Entwicklungsländer und auch
das allgemeine Präferenzsystem. Wir werden eine legislative Ermächtigung zur
Ausweitung solcher Präferenzen anstreben. Die Tatsache sollte nicht übersehen
werden, daß auch ohne Präferenzen in der Zeit von 1%2 bis 1969 die Hälfte der
Fertigwarenimporte der Entwicklungsländer aus den Industriestaaten auf die Vereinigten Staaten entfiel.
Wir haben diesen Punkt offen gelassen in der Hoffnung, daß die Europäische
Gemeinschaft und die ihr beitretenden Länder uns eine umfassendere Darlegung
ihrer Ansichten geben werden, damit wir festlegen können, wie die Prüfung am
besten beschleunigt werden kann. Wir begrüßen die Erklärung des Sprechers der
erweiterten Gemeinschaft, daß die Verhandlungen über Artikel XXIV Absatz 6 bald
aufgenommen werden können. Die Arbeitsgruppe für die Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft sollte die Ergebnisse der Verhandlungen genau verfolgen, ihren
Fortschritt von Zeit zu Zeit überprüfen und den Teilnehmerstaaten bei der Ausräumung etwa sich ergebender Schwierigkeiten helfen. Es wäre wünschenswert gewesen,
wenn diese Verhandlungen vor dem 1. Februar 1973 hätten abgeschlossen werden
können, wenn die beitretenden Länder die Bestimmungen des Beitrittsabkommens
anzuwenden beginnen. Ohne uns irgendwelcher Rechte auf Konzessionen zu begeben,
die gebrochen werden könnten, sind wir uns darüber im klaren, daß Neuverhandlungen
nicht vor dem 1. Februar abgeschlossen werden können. Unseres Erachtens sollten
die Verhandlungen im Februar beginnen und bis zu den Ferien im August abgeschlossen sein. Daher muß jetzt ein fester Termin für einen Beginn im Februar festgelegt werden, der für alle Mitgliedsstaaten fair ist, die Vorkehrungen treffen
müssen, damit das für die Verhandlungen benötigte Personal rechtzeitig in Genf
ist. Es müssen konkrete Ergebnisse erreicht werden.

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�; amerika dienst
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45/1972

USA LEHNEN GEGENPRÄFERENZEN NACHDRÜCKLICH AB
- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten -

WASHINGTON --(AD)-- Der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft hat am 6. und
7. November in Brüssel die beabsichtigte Handelspolitik der Gemeinschaft gegenüber den Mittelmeerländern erörtert. Noch vor dieser Tagung hatten die Vereinigten Staaten den Mitgliedern der E,WG gegenüber ihre Besorgnis zu einem
Aspekt der beabsichtigten Handelspolitik - den Gegenpräferenzen - zum Ausdruck
gebracht.
Die Vereinigten Staaten halten Gegenpräferenzen aus zwei Gründen für untragbar. Derartige Vereinbarungen ermöglichen die Einfuhr von Fertigerzeugnissen
aus der EWG in bestimmte Entwicklungsländer zu niedrigeren Zollsätzen, als sie

für Drittländer gelten. Gegenpräferenzen sind somit nach Auffassung der USA diskriminierend für die Exporteure anderer Länder.
Amerikanische Regierungskreise pflichten dem zwar bei, daß die Entwicklungsländer ein legitimes Recht auf Handel haben und auch für ihre Fertigerzeugnisse
besonderen Zugang zu den Märkten der Industriestaaten erhalten sollten. Eine
gesunde Volkswirtschaft in diesen Ländern ist zu einem erheblichen Teil vom
Außenhandel und den Absatzmärkten abhängig. Gegenpräferenzen begünstigen je-

-1-

�jedoch nicht die Entwicklungsländer, sondern die Industriestaaten Europas und
richten sich gegen die Exportinteressen dritter Länder - Industriestaaten wie
auch Entwicklungsländer. Zum Beispiel stehen die Vereinigten Staaten und andere
Industriestaaten, wie auch bestimmte Entwicklungsländer, bei zahlreichen Fertigerzeugnissen, Werkzeugmaschinen, Chemikalien und elektronischen Erzeugnissen
und bei Halbzeugen in einem scharfen Wettbewerb mit der EWG. Einzeln ausgehandelte Gegenpräferenzen mit Industriestaaten dienen nur dazu, den europäischen Erzeugnissen einen unfairen Vorteil zu verschaffen und die Märkte gegenüber der
Konkurrenz abzuschirmen. Und die Besorgnisse der Drittländer sind umso verständlicher, wenn man bedenkt, daß die Märkte für solche Erzeugnisse in den Entwicklungsländern sich noch mehr ausweiten werden, so daß die Diskriminierungen in
den kommenden Jahren eher größer als kleiner werden. Aber auch die zahlreichen
Entwicklungsländer, die nicht der Europäischen Gemeinschaft angehören oder mit
ihr assoziiert sind, werden ihren Export an Fertigerzeugnissen laufend ausweiten. Und diese Länder werden sich dann ebenfalls diskriminierenden Zollsätzen
gegenübersehen.
Zweitens sind die Vereinigten Staaten der Ansicht, daß Gegenpräferenzen ein
Hindernis für eine gesunde Entwicklungspolitik in den Entwicklungsländern selbst
darstellen. Wenn ein solches Land von Gegenpräferenzen abgeht, dann kann es
freier unter den Fertigerzeugnissen aller Länder wählen. Der freie Wettbewerb,
und auf lange Sicht niedrigere Preise und ein breiteres Warenangebot auf den
Binnenmärkten, werden damit gewährleistet. Nach Ansicht amerikanischer Regierungskreise sind zahlreiche Entwicklungsländer längst nicht so glücklich über
die Gegenpräferenzen,wie dies die Europäer vielleicht glauben mögen. Mehrere
Länder haben darauf hingewiesen, daß sie die Vereinbarungen über Gegenpräferenzen zwar nicht gut heißen, jedoch glauben, daß sie sie annehmen mußten, um die
Finanzhilfe und die Vorzugszölle zu erhalten, die sie auf den europäischen Märkten brauchen.
Aber

-2-

�Aber auch unter den Entwicklungsländern ergeben sich Probleme. Einige stellen fest, daß sie Gegenpräferenzen akzeptiert haben, während ihre Nachbarn dies
nicht getan haben. Die Folge ist, daß die ersteren beim Import von industriellen
Erzeugnissen an die Länder der EWG gebunden sind, während ihre Nachbarn zwar bevorzugten Zugang zu dem EWG-Markt erhalten haben, ohne daß sie aber den Preis
von Gegenpräferenzen zahlen mußten.
Die Vereinigten Staaten sind besonders besorgt über die ständige Ausweitung
der Zahl solcher Präferenzabkommen, die die Grundlagen des Allgemeinen Zoll-und
Handelsabkommens (GATT) untergraben. So besagt Artikel I des GATT, der grundlegend für das Prinzip der allgemeinen Meistbegünstigung ist, "...alle Vorteile,
Vergünstigungen, Vorrechte oder Befreiungen, die eine Vertragspartei für eine
Ware gewährt, welche aus einem anderen Land stammt oder für dieses bestimmt ist,
werden unverzüglich und bedingungslos für alle gleichartigen Waren gewährt, die
aus Gebieten der anderen Vertragsparteien stammen oder für diese bestimmt sind."
Das grundlegende Ziel der allgemeinen Meistbegünstigung ist es, diskriminierende
Handelsschranken gegen Erzeugnisse anderer Vertragsparteien zu beseitigen. Und
gerade dieses Prinzip wird nach Ansicht der Vereinigten Staaten durch die Präferenzabkommen gefährdet. Demgegenüber ist die Europäische Gemeinschaft der Auffassung, daß Präferenzabkommen und Gegenpräferenzen mit dem GATT zu vereinbaren
sind und zwar nach Artikel XXIV, der Freihandelszonen als Ausnahme zuläßt. Die
wachsende Zahl solcher Abkommen über Präferenzen und Gegenpräferenzen bedeutet
jedoch, daß die Ausnahme zur Regel wird, widerspricht also dem Prinzip der allgemeinen Meistbegünstigung und benachteiligt Drittländer. Das Vorgehen der EWG
muß also der amerikanischen Öffentlichkeit als Versuch erscheinen, für die europäischen Erzeugnisse einen großen Präferenzmarkt zu schaffen. Nach Ende der
Übergangsperiode werden die Erzeugnisse der EWG-Länder zollfrei oder zu Vorzugszöllen Zugang zu den Märkten zahlreicher Entwicklungsländer haben. Bei Importen
aus Drittländern werden dagegen die in diesen Ländern geltenden höheren Zölle
angewandt.
Zwischen

3-

�Zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft besteht grundlegende Übereinstimmung darüber, daß den Entwicklungsländern Handelsvorteile und Wirtschaftshilfe gewährt werden sollten. Die Amerikaner können
zwar die historischen und geographischen Bande akzeptieren, die zwischen den
europäischen Ländern und zahlreichen Entwicklungsländern besondere Beziehungen
geschaffen haben. Es wäre jedoch unmöglich, die amerikanische Öffentlichkeit
und den amerikanischen Kongreß davon zu überzeugen, daß Gegenpräferenzen für
eine gesunde Entwicklungspolitik notwendig und für Drittländer nicht diskriminierend sind. In den Vereinigten Staaten hinterlassen die Gegenpräferenzen
den Eindruck, daß die Europäische Gemeinschaft einen Präferenzhandelsblock für
europäische Waren errichtet. Amerikanische Regierungskreise sind der Auffassung,
daß die europäischen Länder die nachteilige

psychologische und politische Wir-

kung von Gegenpräferenzen auf die amerikanische Öffentlichkeit nicht genügend
berücksichtigen, die das Klima der Zusammenarbeit nachteilig beeinflussen könnten, das für einen Erfolg der bevorstehenden Verhandlungen über Währungs-und
Handelsreformen erforderlich ist.

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APOLLO 17:

46/1972

BIOLOGISCHE EXPERIMENTE
Von G.Weiss

--(AD)i-- Die drei Astronauten Eugene Cernan, Ronald Evans und Dr. Harrison
Schmitt sind nicht die einzigen Passagiere an Bord des APOLLO 17-Raumschiffes. Sie fliegen in Gesellschaft von einem halben Dutzend winziger
Mäuse und rund einer Milliarde von Mikroorganismen sowie Keimwurzeln und
Samen verschiedener Pflanzen. Allerdings wird davon, nichts zur Mondoberfläche transportiert. Sie verbleiben während der ganzen Dauer des Fluges an
Bord der AMERICA, wie kürzlich das APOLLO 17-Team das Mutterschiff taufte.
Bei den sechs Mäusen handelt es sich um eine Spielart der Taschenspringmaus, Gattungsname: Perognathus Lingotnembris. Die Mäuseart wurde deshalb ausgewählt, weil diese Tierchen sehr widerstandsfähig, genügsam und besonders leicht sind. Keines wiegt mehr als neun Gramm. Sie trinken kein Wasser.
Vielmehr beziehen sie die Flüssigkeit, die sie benötigen, aus Samenkörnern
- und davon werden sie auf dem 13-Tage-Flug genug zur Verfügung haben. Jede
Maus .

. lebt in einer eigenen Kapsel, in der sie sich wohl fühlen kann. Die

Kapseln sind in einen Kanister mit eigenem Sauerstoffversorgungssystem eingeschlossen, so daß sich die Astronauten nicht um die Mäusegesellschaft zu kümmern
brauchen. Den Tieren ist am Kopf ein winziger Detektor implantiert, der

-i-

�der kosmische Strahlenpartikel registriert. Nach der Rückkehr zur Erde werden die
Wissenschaftler zunächst die in Schichten konstruierten Detektoren

auf Kernspu-

ren prüfen, die energiereiche Strahlenpartikel beim Durchschlagen der Schichten
erzeugt haben. Einige der Mäuse werden über gewisse Zeit auf mögliche Sehschädigungen oder Reaktions-und Verhaltensveränderungen gründlich beobachtet, während
man bei den anderen sofort die Gehirnzellen auf Schädigungen untersucht, die
vielleicht unter der Einwirkung des Bombardements schwerer Kerne entstanden.
Noch weiß man viel zu wenig über das Phänomen der Zellschädigung, insbesondere der Schädigung von Nervenzellen, um Flüge von längerer Dauer - etwa über
mehrere Monate oder gar Jahre •• planen zu können. Das für 1973 vorgesehene Projekt SKYLAB dürfte hierzu erste ausführliche Informationen bringen; während die
Aufenthaltsdauer der jeweils drei Mann Besatzung im Weltraum von zunächst 28 Tagen beim zweiten und dritten Flug auf 56 Tage ausgedehnt werden soll, wird eine
Anzahl biologischer Präparate monatelang der Korpuskelstrahlung • jsgesetzt sein.
Für die Berichte von Astronauten, bei Flügen im Weltraum selbst bei abgedunkelter Kabine oder bei geschlossenen Augen Lichtblitze wahrgenommen zu haben,
fand die Wissenschaft inzwischen eine Erklärung. Man konnte durch Experimente
nachweisen, daß es sich bei diesen "Blitzen" um physiologische Reaktionen handelt^
die beim Durchgang energiereicher kosmischer Strahlenpartikel durch die Netzhaut
des Auges ausgelöst werden.
Die Raumfahrtbehörde NASA versucht gegenwärtig durch Experimente aller Art,
diesem Phänomen und der Art wie dem Ausmaß der biologischen Auswirkungen energiereicher Strahlung aus dem Kosmos nachzugehen. Deshalb kommt den beim Flug
APOLLO 17 mitreisenden Mikroorganismen und biologischen Materialien besondere Bedeutung zu. Die Versuchsanordnung, die in einem kleinen Kanister hermetisch abgeschlossen ist,trägt die Bezeichnung BIOSTACK II. Sie wurde unter der Leitung
von Dr. Horst Bücker von der Universität Frankfurt entwickelt und soll helfen,

-2-

�helfen, die Untersuchungen fortzuführen, die Dr. Bücker mit BIOSTACK I, einer
"Beiladung" für APOLLO 16, so erfolgreich begann.
Bei der Auswertung von BIOSTACK I hat sich u.a. herausgestellt, daß die
Entwicklungs-und Fortpflanzungsfähigkeit eines Teiles der Organismen und biologischen Materialien, zu denen z.B. Kressesamen, Krebseier, Bakterien und
Bakteriensporen gehörten, durch die Strahleneinwirkung beeinträchtigt worden
war. Inwieweit die Weltraumstrahlung, gegen die das Leben auf der Erde durch
die Lufthülle weitgehend geschützt ist, Mutationen hervorzurufen vermag, ist
eine Frage, zu deren Beantwortung BIOSTACK II manches beitragen kann.

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46/1972

"KÜNSTLICHES

WETTER" IST MELDEPFLICHTIG

—(AD)-- Am 1 November 1972 trat in den USA eine Verordnung in Kraft, derzufolge alle Versuche zur Wetterbeeinflussung innerhalb der Vereinigten Staaten und in «merikanischen Territorien dem US-Handelsministerium gemeldet werden müssen. Durch Regierungsverordnung sollen künftig auch die Behörden, die
sich mit solchen Unternehmungen befassen, in diese Meldepflicht einbezogen werden .
Wie Donald F, Moore von der für die Meldungen zuständigen Bundesbehörde
für Meeres-und Atmosphärenforschung (NOAA) erklärte, soll damit in keiner
Weise ein Eingriff in Projekte zur Wetterbeeinflussung oder deren technische
Bewertung verbunden sein. Vielmehr gehe es z.B. darum, an zentraler Stelle
Daten über Art und Zweck solcher Vorhaben zu sammeln, welche dann wiederum
den Spezialisten, die sich mit derartigen Projekten befassen, zur Verfügung
stünden. Das Verfahren trage dazu bei, Doppelarbeit und, was unter Umständen
sehr wichtig sein kan• , regionale Überschneidungen in der Auswirkung einzelner
Projekte zu vermeiden. Die NOAA wird in Jahresberichten Zusammenfassungen der
entsprechenden Unterlagen veröffentlichen. Über die einruinon Projekte zur

-l-

�zur Wetterbeeinflussung sollen vor, während und nach dem Versuch Mitteilungen an
die NOAA mit Zwischenberichten und ausführlichen Berichten über die Resultate
gegeben werden.
Unter Wetterbeeinflussung werden alle Aktionen verstanden, mit denen künstliche Veränderungen von Vorgängen in der Atmosphäre, deren

Zusammensetzung und

Dynamik erreicht werden sollen - beispielsweise Impfen von Wolken und Nebelmassen, Nebelauflösung oder Beeinflussung von Luftströmungen unter Feuer-oder Hitzeeinwirkung, Freisetzen von Gasen, Staubpartikeln, Flüssigkeiten oder Aerosolen,
um die Strahlungsbilanz zu verändern, und Besprühen und Bestäuben von Land oder
Wasseroberflächen(auch mit Farben oder anderen Materialien), Freisetzen elektri. ch
geladener oder radioaktiver Partikel oder Ionen in der Atmosphäre, Anwendung von
Druck-und Schallwellen, Erzeugung von Luftbewegung durch Propeller oder Strahltriebwerke, Verwendung von Laserlicht oder anderen Quellen elektromagnetischer
Strahlung.

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46/1972

SONDERSTIPENDIEN FÜR AUSBILDUNG VON KREBSSPEZIALISTEN

--(AD)-- Mit einem neu aufgenommenen Stipendienprogramm will das "Nationale
Krebsforschungsinstitut", eine Abteilung der Medzinischen Bundesforschungsan •
stalten der USA in Bethesda (Maryland), Assistenzärzten, jungen praktischen
Ärzten und Zahnärzten Gelegenheit geben, sich zusätzlich auf eines der Gebiete der Krebskrankheiten zu spezialisieren. Man hofft, auf diese Weise mehr
Ärzte als bisher außerhalb der Klinik-und Forschungszentren mit dem Rüstzeug
von Spezialisten zu versehen und sie dafür zu gewinnen, an der Früherkennung,
Behandlung und Verhütung von Krebserkrankungen mitzuwirken.
Die Sonderausbildung, die bis zu drei Jahre dauern kann, wird in Kliniken
absolviert, die einen besonderen Ruf als Diagnose-und Behandlungszentren für
Krebskranke haben. Die Stipendiaten brauchen sich dabei nicht auf amerikanische
Institutionen zu beschränken, sondern können sich auch um einen Studienplatz
im Ausland bewerben.

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                <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vier Maßnahmen zur Eindämmung des internationalen Terrorismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von George Bush&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ständiger US-Vertreter bei den Vereinten Nationen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Eine politische Absichterklärung Präsident Nixons&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Eberle erläutert amerikanische Handelspolitik vor dem GATT&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA lehnen Gegenpräferenzen nachdrücklich ab&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von unserem Wirtschaftskorrespondeten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Biologische Experimente&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von G. Weiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Künstliches Wetter" ist meldepflichtig&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sonderstipendien für Ausbildung von Krebsspezialisten</text>
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2 1 . November 1972

Inhalt
WIRTSCHAFT:
Umfassende US-Vorbereitungen auf neue GATT-Verhandlungsrunde
Von Eugene Brake
Amt für Ost-West-Handel im US-Handelsministerium
Die Frage der amerikanischen Lohn-und Preiskontrollen
Von unserem Wirtschaftskorrespondenten
Sowjetisches Erdgas für amerikanische Wohnungen?
Von John Holway
INFORMATION:
Ausstellung "Pumpen, Kompressoren und Ventile"
I
HINTERGRUNDMATERIAL:
Überangebot an Akademikern in den USA
Von Thomas H. Elliston

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
APOLLO 17: Farbfernsehsendungen aus dem Raumschiff
APOLLO 17: Seismische Untersuchungen auf dem Mond
Affen nehmen Röntgenstrahlen wahr

B E I L A G E
Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
-Der Standpunkt der USA-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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47/1972

UMFASSENDE US-VORBEREITUNGEN AUF NEUE GATT-VERHANDLUNGSRUNDE
Von Eugene Brake
NEW YORK --(AD)-- Die Vereinigten Staaten werden sich auf die für Ende
1973 vorgesehene neue GATT-Runde von Handelsverhandlungen eingehend vor«

bereiten und hierzu die vielleicht umfassendsten Erhebungen durchführen, die jemals vorgenommen worden sind.
Dies kündigte der amerikanische Handelsminister Peter G. Peterson
dieser Tage auf dem amerikanischen Außenhandelskonvent in New York an.
Über die einzelnen legislativen Maßnahmen hierzu, so sagte Peterson,sei
noch nicht entschieden. Die Regierung habe jedoch die Pflicht, alles
für die Vorbereitung auf diese Verhandlungsrunde Erforderliche zu tun
und auch den Kongreß, wo nötig, einzuschalten.
Die Mitgliedstaaten des Allgemeinen Zoll-und Handelsabkommen (GATT)
haben auf ihrer am 14. November beendeten zweiwöchigen Tagung beschlossen, Ende 1973 eine neue Runde von Handelsverhandlungen aufzunehmen.
Ferner soll ein Vorbereitungsausschuß eingesetzt werden, der allen Mit-

-1-

�Mitgliedsstaaten wie auch allen interessierten Entwicklungsländern, die nicht
GATT-Mitglied sind, offen steht. Im September kommenden Jahres wird eine weitere GATT-Ministertagung stattfinden, die den Bericht des Vorbereitungsausschusses prüfen, einen Verhandlungsausschuß einsetzen und Verhandlungsrichtlinien verabschieden soll.
Der Sonderbeauftragte Präsident Nixons für Handelsverhandlungen, Botschafter William D. Eberle, hat die Ergebnisse der GATT-Tagung bereits in einer
ersten Stellungnahme begrüiit und als einen weiteren Schritt in Richtung auf
die von Präsident Nixon angekündigte Ära der Verhandlungen bezeichnet. Er rechne damit, so sagte der Botschafter, daß die neue GATT-Verhandlungsrunde innerhalb von 60 Tagen nach Abschluß der Ministerkonferenz im September 1973 beginnen werde. Und es sei durchaus realistisch, wenn man als Ziel für das Ende
dieser Verhandlungen das Jahr 1975 annehme.
. Peterson wies in seinen Ausführungen vor dem Außenhandelskonvent darauf
hin, daß die Vereinigten Staaten zu lange mit einem System von Prioritäten gelebt hätten, in dem politischen und Sicherheitsfragen Vorrang gegeben wurde,
während der Handel nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Die gegenwärtige, weltweite Abkehr von einem Sichverlassen auf militärische Macht sei zu einem
großen Teil auf Präsident Nixons Friedensinitiativen zurückzuführen, durch die
erst wirtschaftliche Fragen mehr in den Vordergrund rücken konnten.
Man werde in immer stärkerem Maße jetzt feststellen, so führte Peterson
aus, daß Wirtschaftspolitik mit anderen Zielsetzungen Hand in Hand gehe. Handelspolitik sei sowohl Außen-wie auch Sicherheits-, Innen- und Energiepolitik,
und nur durch Integration ließen sich die Ziele erreichen, die im nationalen
Interesse der USA liegen.
Aufgabe

-2-

�Aufgabe der Industriestaaten, so forderte Peterson, müsse es

sein, sicher-

zustellen, daß das internationale Wirtschaftssystem auch für die Entwicklungsländer Prosperität gewährleistet. Die Vereinigten Staaten würden weiterhin zu
ihrer Zusage stehen, im Rahmen ihrer Handelsgesetze auf ein System allgemeiner
Präferenzen für die Entwicklungsländer hinzuarbeiten. Allerdings müßten solche
Präferenzen mit einem offenen Weltsystem, nicht einem Blocksystem, zu vereinbaren sein.
Peterson wie auch der Staatssekretär im US-Finanzministerium, Paul A.
Volcker, sprachen sich in diesem Zusammenhang äußerst kritisch über die Präferenzabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und einigen Entwicklungsländern aus. Insbesondere wandten sie sich gegen die Bestimmungen der Abkommen,
wonach die Entwicklungsländer Importen aus der Europäischen Gemeinschaft bevorzugten Zugang gewähren müssen. Dies stelle eine Diskriminierung der Exporte aus
den USA sowie anderen, nicht der EWG angehörenden Ländern dar.
Volcker, der sich in seiner Ansprache vorwiegend mit Währungsfragen befaßte,
betonte!; daß die Verhandlungen über eine Reform des internationalen Währungssystems auch in die bevorstehenden Handelsverhandlungen greifen würden und umgekehrt. Nach Auffassung der USA sollte in die Bestimmungen über Anpassungsverfahren bei Zahlungsungleichgewichten auch ein Anreiz zu einer weitergehenden
Handelsliberalisierung aufgenommen werden. So könnten es Überschußländer oftmals für angebrachter halten, Zölle oder sonstige Beschränkungen abzubauen,
statt die gesamte Anpassung über die Wechselkurse vorzunehmen. Auch vom Standpunkt der anderen Länder könne dies oftmals sehr erwünscht sein.

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47/1972

AMT FÜR OST-WEST-HANDEL IM US-HANDELSMINISTERIUM

NEW YORK --(AD)-- Das amerikanische Handelsministerium wird ein gesondertes
Amt für Ost-West-Handel einrichten, das auch die gegenwärtige Abteilung für
Exportkontrollen umfassen wird.
Dies hat der stellvertretende Unterstaatssekretär im US-Handelsministerium, Steven Lazarus, auf der Tagung des amerikanischen Außenhandelskonvents in New York mitgeteilt.
Neben der Abteilung für Exportkontrollen wird das neue Amt eine Abteilung für Handelsanalysen haben, die Informationen über das Handelspotential
der osteuropäischen Länder sammeln, Diagnosen und Voraussagen geben und
alle einschlägigen Statistiken und Informationen für den Ost-West-Handel
zusammentragen soll.
Weiter ist ein Handelssekretariat vorgesehen, das die Durchführung von
Handelsabkommen, wie die jetzt mit der Sowjetunion und mit Polen geschlossenen Vereinbarungen, überwachen soll.
Und

-1-

�I

Und drittens ist eine Abteilung zur Entwicklung des Ost-West-Handels geplant, die im besonderen die Förderung des Exports amerikanischer Güter betreiben soll. Sie wird zwei Unterabteilungen umfassen: eine für Handelsmessen
und Ausstellungen, die auch Handelsmissionen nach den osteuropäischen Ländern
entsenden wird, und eine zweite, die amerikanischen Geschäftsleuten bei der
Abwicklung von Geschäften mit den osteuropäischen Ländern helfend zur Seite
stehen soll.

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DIE FRAGE DER AMERIKANISCHEN LOHN-UND PREISKONTROLLEN
-Einstellung oder Modifizierung ?Von unserem Wirtschaftskorrespondenten

WASHINGTON --(AD)-- Nach einjährigen Erfahrungen mit dem für Friedenszeiten
ungewöhnlichen Schritt, Lohn-und Preiskontrollen zu verfügen, steht die amerikanische Regierung jetzt vor der vielleicht schwierigsten Entscheidung, der
sich die Vereinigten Staaten in den nächsten vier Jahren gegenübersehen werden. Was soll geschehen, wenn das Gesetz über die derzeitigen Kontrollen ausläuft. Sollen die Lohn-und Preiskontrollen weiter bestehen bleiben, sollen sie
aufgehoben oder sollen sie in modifizierter Form fortgesetzt werden? Von seiten
der US-Regierung war bisher lediglich zu vernehmen, daß dieser ganze Fragenkomplex gegenwärtig Gegenstand einer eingehenden Überprüfung ist.
Die Öffentlichkeit hat ganz allgemein den Kontrollen ihre Unterstützung
gegeben, die offiziell am 14. November 1971, nachdem man die Preise schon vorher 90 Tage lang eingefroren hatte, eingeführt worden waren. Obwohl die Lebensmittelpreise,die nicht unter die Kontrollen fielen, schneller als erwünscht
gestiegen sind, stimmen die meisten Amerikaner mit dem Vorsitzenden der Preis-

-1-

�Preiskommission, Jackson Grayson, darin überin, daß die Kontrollen das Tempo
des Preisauftriebs wirklich verlangsamt haben. Grayson hatte am 15. November vor
einem Kongreßausschuß betont, daß die Preisauftriebsrate aufgrund der Lohn-und
Preiskontrollen in den letzten 12 Monaten um rund zwei Prozent gesenkt werden
konnte. Die Verbraucherpreise, die seit November vergangenen Jahres um 3,2 Prozent angezogen haben, wären also ohne die Kontrollen um 5,2 Prozent gestiegen.
Die Folge ist, daß zahlreiche andere Länder die Vereinigten Staaten um ihre gegenwärtige Preisauftriebsrate beneiden.
Der Erfolg der amerikanischen Bemühungen um eine Eindämmung des Preisauftriebs wird nach Ansicht maßgebender amerikanischer Wirtschaftsexperten auch Auswirkungen auf andere Länder haben. Sie werden zu einer Stärkung des amerikanischen Dollar und zu einer vermehrten Stabilität des internationalen Währungssystems führen. Und es mag vielleicht wie Ironie klingen, daß gerade die Regierungj die seinerzeit nur sehr zögernd die Kontrollen eingeführt hatte, für ihr
Programm jetzt völlig unerwartet Unterstützung nicht nur von demokratischen
Wirtschaftlern, sondern auch aus Kreisen der Wirtschaftsmanager erhalten hat.
So erklärte der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates des verstorbenen Präsidenten
Kennedy, Walter Heller, die Kontrollen hätten wesentlich dazu beigetragen, den
Auftrieb bei Löhnen und Preisen niedrig zu halten; sie sollten daher beibehalten
werden, bis die Arbeitslosenrate auf 4 Prozent heruntergedrückt sei. Die Regierung sehe sich allerdings einer schweren Aufgabe gegenüber, die Vollbeschäftigung ohne Preisauftrieb zurückzugewinnen. Würden die Kontrollen aufgehoben, so
meinte Heller, dann werde die Haushalts-und Währungspolitik diese Aufgabe ganz
allein bewältigen müssen.
Und der Sprecher der amerikanischen Handelskammer, Carl H. Madden, sprach
sich vor dem gleichen Ausschuß ebenfalls für eine Fortsetzung der Lohn- und
Preiskontrollen aus. Gerade angesichts der 1973 bevorstehenden Lohnverhandlungen
in wichtigen Industriesektoren, die leicht zu einem erneuten Aufleben des Lohn-

-2-

�Lohn-und Preisauftriebs führen könnten, komme einer Fortführung der Kontrollen
besondere Bedeutung zu.
Die Gewerkschaften allerdings haben das Kontrollprogramm in der Vergangenheit verschiedentlich scharf kritisiert, weil es die Löhne, aber nicht Preise und
Gewinne einfriere, und George Meany hatte zusammen mit anderen Gewerkschaftsführern den Lohnausschuß verlassen. Trotzdem haben die Gewerkschaften das Kontrollprogramm stillschweigend geduldet, und tatsächlich sind seit Einführung des Programmes Löhne und Wochenarbeitszeit schneller als die Preise gestiegen, so daß
das Realeinkommen der Arbeitnehmer einen Nettozuwachs zu verzeichnen hatte. Und
auch nicht alle Wirtschaftskreise haben die Kontrollen uneingeschränkt unterstützt. Die Wirtschaftszeitschrift Dun*s berichtet über eine Befragung von 300
Wirtschaftsführern, daß die meisten ein Ende der Kontrollen wünschten oder zumindest eine Modifizierung. .Als Begründung wird angeführt, daß Leistung und gutes
Management bestraft und die Wiedererholung der Wirtschaft durch Beschneiden der
Gewinne beeinträchtigt würden.
So haben die Kontrollen ihre Anhänger und ihre Gegner, aber bei weitem am
größten ist die Zahl derer, die ein Beibehalten modifizierter Kontrollen befürworten. Der demokratische Senator William Proxmire möchte die kleineren Betriebe
mit einem Jahresumsatz von weniger als 100 Millionen Dollar ausgenommen wissen.
Stattdessen soll den Großbetrieben schärfer auf die Finger gesehen werden. Auch
der Gewerkschaftsverband AFL/CIO würde eine Verschärfung der Kontrollen für die
Industrie, besonders der Zinsen, Dividenden und Gewinne, gerne sehen. Professor
Heller und andere sprechen sich für eine Aufhebung der Kontrollen bei Renten und
Einzelhandelsumsätzen aus, während der republikanische Senator Jacob Javits für
die Beibehaltung der Kontrollen in diesen Bereichen und die Einbeziehung der
Lebensmittelpreise in das Kontrollsystem eintritt. Dem widerspricht jedoch Preiskommissar Grayson, der gegen eine Kontrolle der Lebensmittelpreise ist, da dies
höchstens zu schwarzen Märkten führen würde. Dann, so sagte er, sei es aber nicht
mehr weit bis zur Rationierung. Grayson möchte das Problem lieber dadurch anpacken, daß das Warenangebot vergrößert wird.
Das

-3-

�Das gegenwärtige Kontrollprogramm will gerade den durch steigende Kosten
ausgelösten Preisauftrieb bekämpfen. In Wirtschaftskreisen bezweifelt man es
daher, ob die derzeitigen Kontrollen auch bei einem von der Nachfrage getragenen
Preisauftrieb wirken würden. So hat Präsident Nixon denn auch zugesagt, bei den
Regierungsausgaben kurzzutreten, damit eine zu hohe Nachfrage nicht, wie Ende
der sechziger Jahre, wieder zur Ursache des Preisauftriebs wird.
Wann aber sollten nun die Preiskontrollen aufhören? Die Regierung hat es
bisher abgelehnt, einen genauen Zeitpunkt hierfür zu nennen. Der Vorsitzende des
Wirtschaftsbeirates Präsident Nixons, Herbert Stein, hat betont, daß die Kontrollen zwar erfolgreich gewesen seien, aber nicht auf unbegrenzte Zeit fortgesetzt werden könnten. Im Laufe der Zeit, so meint er, würden sie immer mehr an
Wirkung verlieren. Auf der anderen Seite könne die Regierung sie nicht auf einen
Schlag einstellen und wieder zu freiwilligen Leitzahlen zurückkehren. Dies würde
nur zu einem Wiederaufleben des starken inflationistischen Druckes führen, wie
er in den Jahren 1965 bis 1968 bestand.

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47/1972

SOWJETISCHES ERDGAS FÜR AMERIKANISCHE WOHNUNGEN ?
Von John Holway

WASHINGTON --(AD)-- Das Erdgas, mit dem die amerikanischen Wohnungen beheizt werden, wird eines Tages vielleicht aus der Sowjetunion kommen. Dies
dürfte die Folge des wohl größten Erdgasgeschäftes sein, über das gegenwärtig sechs amerikanische und mehrere japanische Gesellschaften mit der
Sowjetunion Verhandlungen zwecks Erschließung und Nutzung der sowjetischen
Erdgasvorkommen in Sibirien führen. Das unter der sibirischen Tundra liegende Erdgas soll in Pipeline über Tausende von Kilometern an die Küste
gepumpt, dort verflüssigt und dann in Tankern nach Japan und den Vereinigten Staaten gebracht werden.
Amerikanische Verhandlungskreise warnen jedoch vor zu optimistischen
Erwartungen, daß diese Pläne sich bereits bald realisieren lassen würden.
Es seien, so wird betont, noch zahlreiche Hürden zu nehmen. Dies gelte
vor allem für die Finanzierung des Vorhabens, so daß es noch Jahre dauern
dürfte, bis sich diese Pläne verwirklichen ließen.
Die

-l-

�Die Pläne sind sowohl für die Sowjetunion als auch für die Vereinigten
Staaten sehr attraktiv. Für die USA ließe sich so die ständig bedrohlicher werdende Energiekrise leichter meistern. Darüberhinaus könnten durch das Erdgasgeschäft tausende neuer Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten geschaffen
werden. Aber auch für die Sowjetunion brächten die Pläne zahlreiche Vorteile.
Moskau braucht dringend ausländische Devisen, die das Erdgasgeschäft, wenn
erst einmal die Investitionskosten nach rund 10 Jahren bezahlt sind, erbringen
würde. Daher ist die Sowjetunion an einem schnellen Abschluß interessiert, zumal nach Ansicht zahlreicher Experten im Jahre 2 000 der Atomstrom Erdgas als
Energiequelle verdrängen dürfte. So wollen die Sowjets ihre riesigen Erdgasvorkommen möglichst bald nutzen.
Doch bis zur Verwirklichung dieses Projekts gilt es noch beträchtliche
Schwierigkeiten zu überwinden. In den Vereinigten Staaten fragt man sich, ob
es richtig ist, auf dem Energiesektor in eine zu starke Abhängigkeit von sowjetischen Lieferungen zu geraten. Wenn die sibirischen Erdgaslieferungen erst
einmal laufen, werden sie etwa 6 Prozent des gesamten Energiebedarfs der USA
decken. Auf der anderen Seite glaubt man in Washington nicht, daß die Sowjets
etwa die Lieferungen stoppen würden, da die dafür erlösten Devisen für Moskau
lebenswichtig sind.
GroQe Schwierigkeiten wirft auch das Finanzierungsproblem auf. In Sibirien
müßten bis nach Murmansk, rund 2 400 Kilometer weit, Pipelines verlegt werden.
Dort müßten dann Verflüssigungsanlagen errichtet, und schließlich müßten rund
20 Tanker für den Transport des verflüssigten Erdgases nach den USA gebaut werden, von denen jeder rund 10 Millionen Dollar kosten dürfte. Die Gesamtkosten
würden sich also auf rund 6 Milliarden Dollar stellen.

Bei

-2-

�Bei Beteiligung Japans an dem Projekt würden sich die Gesamtkosten sogar
auf etwa 10 Milliarden Dollar belaufen. Es müßte eine Pipeline über eine Entfernung von 3 200 Kilometern nach Wladiwostok gebaut und dort müßten Verflüssigungsanlagen geschaffen werden. Japan würde etwa ein Drittel des Erdgases erhalten, so daß eine Tankerflotte von 11 bis 16 Schiffen benötigt würde.
Wie das benötigte Kapital aufgebracht werden kann, ist noch nicht geklärt.
Berichten zufolge will sich die Sowjetunion an die amerikanische Export-Importbank wenden und um eine Finanzierung von 5 Milliarden Dollar der Gesamtkosten
nachsuchen. In amerikanischen Wirtschaftskreisen hält man dies jedoch für unrealistisch, denn die größte ausstehende Anleihe der Bank - an Japan - beläuft
sich auf nur 1,3 Milliarden Dollar. Es sei daher äußerst unwahrscheinlich, so
wird erklärt, daß die Bank so kurzfristig 5 Milliarden Dollar der Sowjetunion
zur Verfügung stellen werde, zumal keine amerikanischen Firmen kapitalmäßig beteiligt werden sollen, sondern das von ihnen investierte Geld in Form von Erdgaslieferungen zurückgezahlt werden soll.
Moskau hat bereits angekündigt, daß im kommenden Jahr eine sowjetische
Delegation nach den USA fliegen wird, um dort die Finanzierungsmöglichkeiten zu
sondieren sowie andere Möglichkeiten für eine Ausweitung des amerikanischsowjetischen Handels zu erörtern. So bestände beispielsweise die Möglichkeit,
daß die Sowjetunion die amerikanischen und japanischen Investoren mit Gold auszahlt. Doch zögert Moskau, dies zu tun, da es das Gold für Getreidekäufe benötigt. Eine andere Möglichkeit wäre die Gründung einer amerikanisch-sowjetischen
Börse
Gesellschaft, deren Aktien an der New Yorker/zugelassen würden. Und schließlich
könnte auch eine Anleihe zur Deckung der Kosten des Projekts auf dem amerikanischen Markt aufgelegt werden.

Nach

-3-

�Nach amerikanischer Ansicht muß die Finanzierung auf jeden Fall multinational erfolgen, wobei etwa aufzulegende Papiere eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren haben könnten. Außerdem, so wird erklärt, müsse sich die Sowjetunion selbst
wesentlich stärker an der Finanzierung beteiligen, als sie dies gegenwärtig
scheinbar will.
Trotz aller dieser Schwierigkeiten gibt man sich auf amerikanischer Seite
optimistisch. Drei amerikanische Gesellschaften hoffen sogar, bereits im
Februar kommenden Jahres zumindest eine prinzipielle Einigung bekanntgeben zu
können. Dagegen hält der amerikanische Handelsminister Peterson Berichte über
eine endgültige Einigung entschieden für verfrüht. Die amerikanischen Gesellschaften, so meint er, müßten erst einmal genaue Kalkulationsgrundlagen erstellen, wie teuer das sibirische Erdgas wirklich kommen

wird. Sie müßten ferner

feststellen, ob die Verwirklichung der Projekte technisch auch durchführbar
ist.

Die amerikanische Regierung hat inzwischen eine sogenannte Erdgasgruppe
eingesetzt, die den gesamten Fragenkomplex prüfen soll.

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AUSSTELLUNG "PUMPEN,KOMPRESSOREN UND VENTILE"
— ( A D ) — Rund 35 amerikanische Hersteller zeigen vom 4.-7.Dezember 1972
im US-Handelszentrum in Frankfurt am Main ein breit gestreutes Ausstellungsprogramm über den Einsatz von Pumpen, Kompressoren und Ventilen
in den verschiedensten Industriezweigen.
Zwei Drittel der ausstellenden Firmen zeigen ihre Produkte zum ersten
Mal in Deutschland oder in Europa; sie sind besonders an Verbindungen zu
Lizenznehmern bezw. Vertriebsgesellschaften interessiert.
Parallel zur Ausstellung wird am 5. und 6. Dezember eine Vortragsreihe veranstaltet, auf der deutsche und amerikanische Fachleute zu aktuellen Fragen auf dem Pumpen-und Ventilsektor Stellung nehmen.
Informationen und AusStellungsprogramm können über das US-Handelszentrum, 6000 Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 2-4, angefordert
werden.

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47/1972

ÜBERANGEBOT AN AKADEMIKERN IN DEN USA
Von Thomas H.Elliston

WASHINGTON —(AD)-- Die Vereinigten Staaten sehen sich auf ihrem Arbeitsmarkt vor ein Problem gestellt, das es bisher in der amerikanischen Geschichte noch nie gegeben hat: Es gibt mehr akademisch vorgebildete Arbeitskräfte als Arbeitsplätze für sie.
Eine der wichtigen Fragen für die Zukunft wird es sein, wie dieses
Problem gelöst und wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. Es werden Mittel und Wege gefunden werden müssen, wie die jungen Menschen, die alljährlich die Universitäten und Colleges verlassen, ihre Ausbildung und erworbenen Fähigkeiten auf ihren Fachgebieten zu ihrem und zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen können.
Dieses Überangebot macht sich vor allem auf den Gebieten der Bildung
und Erziehung, der Technik und der Wissenschaften bemerkbar. Und dieses
Problem ist erst in den letzten Jahren aufgetreten, denn früher war gerade
auf den genannten Gebieten die Zahl der offenen Stellen sehr viel höher als

�als die Zahl der qualifizierten Bewerber.
In Regierungskreisen hegt man die Hoffnung, daß sich die Situation wieder
einpendeln wird - wobei die Experten sich nicht ganz einig sind. Manche sind
überzeugt, daß der Ausgleich noch in diesem Jahrzehnt kommen wird, während
andere glauben, daß es noch etwa zwanzig Jahre dauern wird, bis sich die Verhältnisse wieder normalisiert haben. Wer recht hat, wird die Zukunft zeigen.
Fest steht, daß dem Problem große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erst
kürzlich sind in Publikationen des amerikanischen Arbeitsministeriums zwei bedeutsame Artikel zu diesem Thema erschienen;

der eine, "Akademisch gebildete

Arbeitskräfte und die Wende auf dem Arbeitsmarkt" in der von der Abteilung für
Arbeitsstatistik herausgegebenen Monatsschrift "Monthly Labor Review", und
der andere "Akademisch gebildete Arbeitskräfte und nationale Ziele" in dem
Magazin "Manpower".
Die Wurzeln des Problems sind in zwei verschiedenem Dekaden zu finden.
Zunächst wurden in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg sehr viel mehr Kinder
geboren als in den Kriegsjähren. Und dann kam Ende der fünfziger Jahre der
gewaltige Aufschwung der Weltraumtechnologie.
Diese Entwicklung führte dazu, daß die große Zahl der Neueinschulungen
Anfang der fünfziger Jahre eine starke Nachfrage nach Lehrkräften auslöste und
damit den Lehrerberuf für viele junge Amerikaner s'ehr attraktiv werden ließ.
Als dann Mitte der sechziger Jahre diese zahlenmäßig starken Schuljahrgänge das Collegealter erreicht hatten, bestand auf technischem und wissenschaftlichem Gebiet eine große Zahl offener Stellen und damit ein Anreiz, diese Studieneinrichtungen einzuschlagen.
Infolgedessen

-2-

�Infolgedessen stieg die Zahl der Studenten an den Colleges und Universitä
ten gewaltig an. Bezeichnend dafür ist, daß die Gesamtzahl der an den amerikanischen Hochschulen im Jahre 1970 erteilten akademischen Abschlußdiplome im Jahre
1970 mit 1 0f)5 • 91 Graduierten mehr als doppelt so groß war wie die im Jahre
1960, in dem die Hochschulen 476 704 Diplome erteilten.
Anfang 1970 erreichte die Zahl der technischen und akademischen Berufe in
den Vereinigten Staaten eine Rekordhöhe von etwas über 11 Millionen und begann
dann im Jahre 1971 wieder zu sinken.
Eine Reihe von Faktoren war für dieses Absinken maßgeblich

Einmal ging

die Zahl der Neueinschulungen zurück und verringerte damit den Bedarf an Grundund Mittelschullehrern. Zum anderen führten Einsparungen bei den Forschungsprojekten der Regierung - vor allem auf dem Gebiet des Verteidigungswesens und der
Raumfahrttechnik zu einer geringeren Nachfrage nach wissenschaftlich und technisch hoch qualifizierten Arbeitskräften.
Wie aus den Publikationen der Abteilung für Arbeitsstatistik hervorgeht,
ergibt sich für den akademischen Nachwuchs bis tu den achtziger Jahren jedoch
wieder ein optimistischeres Bild. Schätzungen zufolge werden die Hochschulen
in der Zeit bis 1980 rund 13,o Millionen Qiplome verleihen, aber nur 9,2 Millionen der Graduierten werden in das Berufsleben eintreten. Die Nachfrage nach aka
demisch vorgebildeten Kräften wird in ^ s e r Zeit jedoch wieder steigen, einmal
weil ganz allgemein für viele Berufe, die man bislang auch ohne Hochschulabschluß einschlagen könne -, in Zukunft ein akademischer Grad erforderlich sein
wird, und zum andern weil mit einem weiteren Anwachsen der Zahl offener Stellen für den akademischen Nachwuchs gerechnet werden kann.

Diese

3-

�Diese Faktoren werden statistischen Untersuchungen zufolge bis 1980 9,6
Millionen Stellen schaffen, für die ein Hochschulabschluß erforderlich ist. Daraus ergibt sich, daß das ungefähre Gleichgewicht zwischen der Zahl der Stellen
und der vorhandenen Bewerber wieder hergestellt sein wird.
In jedem Falle - so geht aus den Untersuchungen hervor - wird in Zukunft
die Forderung nach einer hochqualifizierten Ausbildung eher zunehmen als geringer werden,und es wird keine Gefahr bestehen, daß eine Art akademisches Proletariat entsteht, für das es keine seiner Ausbildung entsprechenden Stellen gibt.

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APOLLO 17:

FARBFERNSEHSENDUNGEN AUS DEM RAUMSCHIFF

--(AD)— Die NASA veröffentlichte einen vorläufigen Zeitplan für die Farbfernsehsendungen, die während des Fluges aus dem Raumschiff APOLLO 17 und
während des dreitägigen Aufenthaltes der Astronauten Cernan und Schmitt auf
dem Mond aus dem Landegebiet vorgesehen sind. Die unten angegebenen Sendezeiten hängen jedoch von der Einhaltung des vorgesehenen Starttermines
(7. Dezember 1972, 3.53 Uhr MEZ) und vom Flugverlauf ab. Sollte der Start
in der Nacht zum 7. Dezember nicht möglich sein, gäbe es noch Startmöglichkeiten am 8. Dezember 1972 und am 5. Januar 1973.
Folgende Sendungen sind geplant:

Tag

-1-

�Iä£

Dauer

7. Dezember

20 Min.

Beginn(MEZ)

Programm

7.59 Uhr

Wenden und Ankoppeln nach Einschuß in
Flugbahn zum Mond. Aufnahmen aus dem
Fenster der Kommandokapsel, während
die Astronauten das Raumschiff um
18o Grad drehen und dann mit der
Spitze der AMERICA an der Mondfähre
CHALLENGER festmachen. Anschließend
wird die gesamte Kombination von
der Oberstufe S-IV B der SATURN VTrägerrakete abgesetzt, um eine
Kollision zu vermeiden. Die S-IV B
stürzt drei Tage später auf den
Mond. Die

Seismometer an vier frühe-

ren APOLLO-Landeplätzen können die
Bodenerschütterungen registrieren.
12.Dezember

5 Std.
30 Min.

1 43 Uhr

Sendung aus dem Taurus-Littrow-Landegebiet, 70 Minuten nach Beginn der
ersten Exkursion von Cernan und Schmitt
Installation der automatischen Meßstation ca.100 m westlich der Landefähre und,ca.300 m davon entfernt,
der Radio-Bodensonde SEP; Auslegen
kleiner Sprengkapseln für spätere
seismische Experimente auf der Fahrt
zu einer Kratergruppe im Südosten,
Einsammeln von Bodenproben.
12.

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�»

Tag

Dauer

Beginn(MEZ)

12.Dezember

6 Std.
30 Min.

23.23 Uhr

Programm
2. Exkursion in südwestlicher Richtung zu Kratern am Fuße eines Zweitausenders und zu einer langgestreckten Felswand.

13.Dezember

6 Std.
30 Min.

22.53 Uhr

3.Exkursion in weitgezogenem Bogen
nach Norden und Osten in ein Gelände
mit vier größeren und zahlreichen
kleinen Kratern.

14.Dezember

25 Min.

23.41 Uhr

Rückstart vom Mond, aufgenommen von
der am Rover Fahrzeug montierten Fernsehkamera. Sie wird von Houston aus
gesteuert.

15.Dezember

6 Min.

1.08 Uhr

Rendezvous mit dem APOLLO-Mutterschiff. Aufnahmen aus der Kommandokapsel.

15.Dezember

5 Min.

1.31 Uhr

Ankoppeln am Mutterschiff. Aufnahmen
aus der Kommandokapsel.

17.Dezember

30 Min.

0.46 Uhr

Aufnahmen vom Mond nach Einschießen
des APOLLO-Raumschiffes in die Rückkehrbahn zur Erde.

17.

�17.Dezember

1 Std.

21.19 Uhr

Ausstieg von Ron Evans. Der Pilot der
Kommandokapsel begibt sich zum rückwärtigen Teil des APOLLO-Raumschiffes,
um Kassetten mit Fotos und Aufzeichnungen zu bergen.
i

18.Dezember

30 Min,

24.00 Uhr

Pressekonferenz der APOLLO 17-Besatzung
mit Journalisten in Houstonwährend des
Rückfluges zur Erde.

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APOLLO 17:
SEISMISCHE UNTERSUCHUNGEN AUF DEM MOND
--(AD)-- Ein wichtiges Verfahren zur Sondierung des Mondkörpers ist das
Studium des Verhaltens von Druckwellen beim Durchgang durch den Untergrund.
Den vier Seismometern, die im Landegebiet von APOLLO 12,14,15 und 16 installiert wurden und noch immer zuverlässig arbeiten, verdankt die Wissenschaft bereits sehr aufschlußreiche Meßdaten. Die Instrumente erfassen
Dauer und Stärke von Bodenvibrationen, die durch Druckwellen von Mondbeben
oder von natürlichen und "künstlichen" Meteoriten beim Einschlag auf dem
Mond und deren Reflexion an Grenzschichten unter der Oberfläche ausgelöst
werden. Außerdem ist es jetzt mit Hilfe der ALSEP-Stationen auf der Nordund Südhalbkugel des Mondes in den meisten Fällen durch Triangulation möglich, den Bebenherd zu lokalisieren.
Wie schon bei den früheren APOLLO-Flügen werden auch bei der letzten
Expedition im Rahmen dieses Programmes die Oberstufe der Trägerrakete
SATURN V und die Oberstufe der Landefähre als künstliche Meteorite benutzt.
Noch vor der Landung von Cernan und Schmitt zerschellt die S-IV B-Oberstufe
auf der Vorderseite. Nach der Rückkehr des Landeteams zum Mutterschiff läßt
man auch die Fähre auf den Mond stürzen. Ferngelenkt aus Houston wird die

-l-

�die 2 200 kg schwere

Aufstiegsstufe etwa acht Stunden, nachdem die Astronauten

den Mond verlassen haben, nur ca. neun Kilometer vom APOLLO 17-Landeplatz entfernt niedergehen. Die Wucht des Aufsturzes an einem Berghang entspricht der
Sprengkraft von ca. 720 kg TNT.
Die auf dem zurückgelassenen Rover-Fahrzeug montierte Fernsehkamera wird
zuvor - ebenfalls von Houston aus - in Richtung des Aufschlagpunktes gedreht.
Man will versuchen, den Ablauf des Ereignisses nicht nur auf Grund von Bodenerschütterungen, die das neu installierte Seismometer erfaßt, sondern auch opti
zu beobachten. Wenn es gelingt, wäre dies das erste Mal. Die Besatzungen von
APOLLO-Raumschiffen in der Mondumlaufbahn bemühten sich bisher vergeblich, den
Aufsturzort auszumachen. Die Entfernung von mehr als 100 km zur Mondoberfläche
ist dafür einfach zu groß.
An die Auswirkungen des Einschlags natürlicher Meteorite kommt aber weder
das Experiment mit der Mondfähre noch mit der fast neunmal schwereren S-IV/BRaketenstufe heran. So erwies sich der Aufsturz eines Meteoriten im Mai 1972
auf der Mondvorderseite als ein Ereignis besonderer Art. Die Einschlagenergie
entsprach der Sprengkraft von 200 Tonnen TNT, die Druckwellen wurden noch aus
mehr als 1 000 km Tiefe reflektiert. Ein zweiter Meteoritentreffer im Juli 1972
auf der Rückseite des Erdtrabanten alarmierte jedoch die gesamte wissenschaftliche Welt - die Druckwellen mußten, da sie von den Stationen auf der Vordersei
registriert wurden, den ganzen Mondkörper durchlaufen haben. Die Auswertungsergebnisse dürften somit auch Hinweise auf den - vielleicht flüssigen - Mondkern
geben.
Von dem bei APOLLO 17 erstmalig angewandten Sprengkapsel-Experiment sind
allerdings nur Aufschlüsse über oberflächennahe Schichten zu erwarten. Auf den
Rover-Fahrten wird Astronaut Schmitt insgesamt acht Sprengkapseln verschiedener
Größe auslegen. Sie werden in 500 bis 3 500 m Abstand von vier Geophonen plaziert, die ihrerseits an den Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks von

-2-

�von 90 m Seitenlänge und in der Dreiecksmitte zu installieren sind. Erst nach
der Rückkehr zur Erde sollen durch Funkkommandos aus Houston die Sprengkapseln
gezündet werden.
Die Betriebsenergie für die Instrumente der Meß-und Experimentierstation
liefert wiederum eine Radionuklidbatterie, die die Zerfallswärme eines künstlichen Radioisotops in elektrischen Strom umwandelt. Die Lebensdauer einer solchen "Atombatterie" überrascht selbst die Fachleute. Ein Jahr hatte man der
Stromquelle der ALSEP-Stationen gegeben - aber der Radionuklidgenerator an der
APOLLO 12-Station ist nun schon drei Jahre in Betrieb, und nichts läßt darauf
schließen, daß er in absehbarer Zeit ausfallen könnte.

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AFFEN NEHMEN RÖNTGENSTRAHLEN WAHR
--(AD)-- Daß manche Tiere für Schallwellen sehr hoher Frequenz, für die
der Mensch taub ist, sehr empfindliche Aufnahmeorgane haben, ist unter
anderem durch Forschungen mit Fledermäusen und, seit etwa eineinhalb Jahrzehnten, mit Meeressäugetieren hinreichend bekannt geworden. Ähnlich krasse
Unterschiede bestehen vielfach zwischen menschlichem und tierischem Sehund Riechvermögen. Bei Experimenten mit Affen wies nun Dr. Thomas Chaddock
von der Staatsuniversität Florida nach, daß diese Röntgenstrahlungen wahrnehmen können, und zwar sowohl mit den Augen als auch mit der Nase.
Als erstes wurde der Geruchssinn von Affen für Röntgenlicht getestet,
wobei sich die Tiere in einer hell erleuchteten, echofreien Kammer befanden.
Sie reagierten sofort auf jeden Blitz von Röntgenlicht, bis durch einen operativen Eingriff der Geruchssinn ausgeschaltet worden war. Dann führte Chaddock
die Experimente in einer total abgedunkelten Kammer weiter, wobei innerhalb
eines bestimmten

Versuchsabschnitts das Sehvermögen durch vorübergehende

Fixierung der Augenlider beeinträchtigt wurde. Die Tiere reagierten nur, wenn
sie die Lider öffnen konnten. Schließlich stellte Chaddock durch weitere Experimente, bei denen er das Farbensehen testete, fest, daß "Blau" die Farbe
ist, in der den Affen das Röntgenlicht erscheint.

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                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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                <text>Amerikadienst 21.11.1972</text>
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                <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Umfassende US-Vorbereitungen auf neue GATT-Verhandlungsrunde&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amt für Ost-West-Handel im US-Handelsministerium&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage der amerikanischen Lohn- und Preiskontrollen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von unserem Wirtschaftskorrespondenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowjetisches Erdgas für amerikanische Wohnungen?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Holway&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ausstellung "Pumpen, Kompressoren und Ventile"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Überangebot an Akademikern in den USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Thomas H. Elliston&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Farbfernsehsendungen aus dem Raumschiff&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Seismische Untersuchungen auf dem Mond&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Affen nehmen Röntgenstrahlen wahr</text>
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29. November 1972

48

Inhalt
INFORMATION:
Elliot L. Richardson zum neuen amerikanischen Verteidigungsminister
vorgesehen
Caspar W. Weinberger soll Ministerium für Gesundheit, Erziehung und
Sozialfragen übernehmen
Roy L. Ash soll neuer Direktor des Amtes für Planung und Haushalt
werden
Washington unterstreicht Bedeutung der Konsultationen mit den NATOVerbündeten
Von Marie H.König

L
DOKUMENTATION:
Schreiben Nixons zur Eröffnung von SALT II
-Wortlaut-

WIRTSCHAFT:
USA werden nachdrücklich auf Lösung der anstehenden Handelsprobleme
hinarbeiten
-Intensive Vorbereitungen WashingtonsVon Eugene Brake
WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Pakt zum Schutz der Ozeane
-91 Länder einigten sich auf internationale KonventionLaborsynthese von Lanosterin gelungen

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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Ab/1972

ELLIOT L.RICHARDSON ZUM NEUEN AMERIKANISCHEN VERTEIDIGUNGSMINISTER VORGESEHEN

WASHINGTON --(AD)«- Zum neuen Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten
hat Präsident Nixon am 28. November den jetzigen Gesundheits-, Erziehungsund Sozialminister Elliot L. Richardson vorgesehen. Richardson soll die
Nachfolge von Melvin R. Laird antreten, der das Amt des Verteidigungsmi~
nisters seit dem 20.Januar 1969 innehat.
Richardson war am 24. Juni 1970 von Präsident Nixon an die Spitze des
Ministeriums für Gesundheit, Erziehung und Sozialfragen berufen worden, nachdem er seit Januar 1969 Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium
gewesen war.
Am 20. Juli 1920 in Boston, Massachusetts, geboren, hat Richardson an
der Harvard-Universität studiert und dort 1941 den Grad eines Bachelor of
Arts und 1947 den eines Bachelor of Laws erworben. Im Kriege diente er als
Oberleutnant bei der US-Armee und nahm u.a. an der Landung der alliierten
Truppen in der Normandie teil. Nach einer dreijährigen Assistententätigkeit
an einem Bundesberufungsgericht bei Richter Learned Hand und am Obersten

-l-

�Obersten Bundesgericht bei Oberrichter Felix Frankfurter praktizierte er,
seit 1949 Mitarbeiter einer angesehenen Anwaltskanzlei in Boston

und seit

1950 zu den Gerichten von Massachusetts zugelassen, bis 1956 als Anwalt, Zwischendurch war Richardson 1952 an der Harvard-Universität als Lektor und
Chefredakteur der juristischen Fachzeitschrift "Havard Law Review" und 1953
bis 1954 als Referent des republikanischen Senators Leverett Saltonstall tätigIm Jahre 1957 berief ihn Präsident Eisenhower als Unterstaatssekretär
für Gesetzgebungsfragen in das Gesundheits-, Erziehungs-und

Sozialministerium.

Zwei Jahre später übernahm Richardson das Amt des Anklagevertreters der Bundesgerichtsbarkeit in seinem Heimatstaat. 1961 fungierte er kurze Zeit als Sonderreferent im Justizministerium und wurde noch im gleichen Jahr Teilhaber seiner
alten Bostoner Anwaltskanzlei. Von 1965 bis 1969 war er erst stellvertretender
Gouverneur und später Justizminister von Massachusetts, bis ihn Präsident Nixon
kurz nach seinem Amtsantritt als Staatssekretär und Ministerstellvertreter
ins Außenministerium berief. Elliot Lee Richardson ist verheiratet und hat
zwei Söhne und eine Tochter.

i I I H-

Auf Anforderung stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Elliot Lee
Richardson zur Verfügung.

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48/1972

CASPAR W.WEINBERGER SOLL MINISTER FÜR GESUNDHEIT, ERZIEHUNG
UND SOZIALFRAGEN WERDEN

WASHINGTON --(AD)-- Caspar W. Weinberger, der bisherige Direktor des wichtigen Amtes für Planung und Haushalt, ist von Präsident Nixon am 28. November ausersehen worden, das Amt des Gesundheits-, Erziehungs-und Sozialministers zu übernehmen. Er wird damit die Nachfolge Elliot L.Richardsons
antreten, der im neuen Kabinett Nixon als Verteidigungsminister vorgesehen
ist.
Weinberger hatte am 16. Mai 1972 das Amt für Planung und Haushalt übernommen, nachdem er seit

1. Juli 1970 stellvertretender Direktor dieses zu

diesem Zeitpunkt neugeschaffenen zusammengefaßten Amtes gewesen war.
Am 18. August 1917 in San Francisco geboren studierte Weinberger in
Harvard, wo er 1938 den akademischen Grad eines Bachelor of Arts erwarb, um
dann 1941 an derselben Universität sein juristisches Examen abzulegen. Er
diente vier Jahre in der US-Armee und wurde 1945 als Hauptmann entlassen. Anschließend trat er in den Justizdienst ein, um dann ab 1947 als Rechtsanwalt
zu praktizieren.
Im

-1-

�Im November 1952 w u r d e er in das Parlament des Staates K a l i f o r n i e n g e w ä h l t und hatte eine führende R o l l e in der republikanischen P a r t e i in diesem
Staat inne. Im S t a a t s p a r l a m e n t befaßte er sich vor allem m i t F r a g e n der R e g i e r u n g s o r g a n i s a t i o n und w u r d e 1955 v o n den P a r l a m e n t s J o u r n a l i s t e n zum fähigsten A b g e o r d n e t e n g e w ä h l t .
Nach einer e r f o l g r e i c h e n T ä t i g k e i t als A n w a l t und P u b l i z i s t v o n 1959
b i s 1968 ernannte ihn G o u v e r n e u r R e a g a n A n f a n g 1968 zum Direktor der Finanzen des S t a a t e s K a l i f o r n i e n . E n d e 1969 w u r d e W e i n b e r g e r in die Bundeshandelskommission berufen.
W e i n b e r g e r ist v e r h e i r a t e t und hat einen S o h n u n d eine T o c h t e r .

I1 H I

A u f A n f o r d e r u n g stellen w i r Ihnen gerne eine P o r t r ä t a u f n a h m e v o n C a s p a r W.
W e i n b e r g e r zur V e r f ü g u n g .

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48/1972

ROY L.ASH SOLL NEUER DIREKTOR DES AMTES FÜR PLANUNG UND HAUSHALT
WERDEN

WASHINGTON — ( A D ) - - Der kalifornische Industrielle Roy L. Ash ist von Präsident Nixon zum Direktor des Amtes für Planung und Haushalt in der neuen USRegierung ausersehen worden, die im Januar in ihr Amt eingeführt werden soll.
Ash ist seit 1961 Präsident der Litton Industries Inc. Er gehört zu den
Mitbegründern dieser Gesellschaft und war seit 1953 Mitglied des Direktoriums.
Von April 1969 bis Mai 1971 war Ash Vorsitzender des Beirates des Präsidenten
für die Reorganisation der Regierung. In dieser Zeit hat der Beirat Präsident
Nixor. zahlreiche Empfehlungen für eine Straffung der Regierungsarbeit, darunter auch für die Umbildung des früheren Budgetamtes in das heutige Amt für
Planung und Haushalt, vorgelegt.
Ash wurde am 20. Oktober 1918 in Los Angeles geboren und studierte an
der Harvard Universität Wirtschaftswissenschaften. Von 1936 bis 1942 und von
1947 bis 1949 was Ash für die Bank of America tätig, und von 1949 bis 1953
war er Leiter der Finanzabteilung der Hughes Aircraft Company. Während des
zweiten Weltkrieges diente er bei der amerikanischen Luftwaffe und schied 1945
als Hauptmann aus.
Ash

�Ash ist ferner Direktor der Bank America Corporation, der Bank of America,
der Global Marine Inc. und der Pacific Mutual Life Insurance Company sowie
Ko-Vorsitzender der japanisch-kalifornischen Gesellschaft. Ferner gehört er
dem Kuratorium des California Institute of Technology, des Komitees für wirtschaftliche Entwicklung und des Urban Institute sowie dem Exekutivausschuß
des amerikanisch-japanischen Beirats an.
Ash ist verheiratet und hat fünf Kinder.

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48/1972

WASHINGTON UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DER KONSULTATIONEN MIT
DEN NATO-VERBÜNDETEN

Von Marie H.König

WASHINGTON --(AD)-- Weil in Kreisen der Nordatlantischen Versammlung die Ansicht vertreten wird, daß eine Ausweitung der "streng bilateralen Diplomatie" zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion potentielle Gefahren
für die westliche Solidarität mit sich bringen könnte, ist es wichtig, sich da
in die Erinnerung zurückzurufen, was der amerikanische Außenminister William
P.Rogers im Mai in Bonn auf der Ministerratstagung der NATO gesagt hat.
Außenminister Rogers war damals direkt von den Gipfelgesprächen, die
Präsident Nixon in Moskau geführt hatte, nach Bonn gekommen und hatte auf den
geheimen Sitzungen der Minister immer wieder unterstrichen, "daß der Erfolg
unseres Besuches in Moskau nicht im geringsten auf Kosten unserer Verbündeten
gegangen ist". Und ein wichtiger Punkt, den Rogers herausstellte, war, daß die
sowjetischen Gesprächspartner höflich aber fest zurückgewiesen worden seien,
wenn immer die Sowjets Präsident Nixon oder ihm eine Möglichkeit anboten,
einseitig für die NATO zu sprechen. Von amerikanischer Seite sei dabei betont

�betont worden, daß Moskau und Washington nicht über das Schicksal Europas entscheiden könnten. Moskau, so erklärte Rogers damals, sei davon unterrichtet worden, daß die USA mit ihren Verbündeten umfassende und ständige Konsultationen
über alle Fragen führen würden, die die Sicherheit Europas berühren.
Außenminister Rogers bereitet sich gegenwärtig auf eine neue NATO-Ministerratstagung vor, die im Dezember in Brüssel stattfinden wird. Wie der Sprecher
des amerikanischen Außenministeriums, Charles Bray, dieser Tage vor Korrespondenten betonte, wird Rogers auf der Konferenz eingehende Konsultationen mit den
übrigen Außenministern führen und zwar gerade zu dem Zweck, die Politik der NATO
im Hinblick auf die beiden wichtigen, für 1973 vorgesehenen Ost-Westkonferenzen
aufeinander abzustimmen.
Der amerikanische Außenminister wird zu einem entscheidend wichtigen Zeitpunkt in Brüssel sein, denn die vorbereitenden Gespräche für eine Konferenz über
Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) haben soeben zwischen
Vertretern von 34 Ländern in Helsinki begonnen, und am 31. Januar 1973 sollen
ebenfalls vorbereitende Gespräche für eine Konferenz mit den kommunistischen
Ländern Europas über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung(MBFR)
aufgenommen werden.
Auf eine am 23. November von der Nordatlantischen Versammlung in Bonn angenommene Resolution angesprochen, in der auf potentielle Gefahren für die westliche Solidarität angesichts der amerikanisch-sowjetischen Geheimdiplomatie verwiesen worden war, erwiderte Bray, daß die Vereinigten Staaten gerade dieser Frage,
nämlich Politik und Konsultationen zwischen den USA und den übrigen Mitgliedern
des Bündnisses zu harmonisieren, große Bedeutung beimessen. Bereits während der
ersten Runde der Verhandlungen über eine Reduzierung der Strategischen Rüstungen
(SALT I) hätten die Vereinigten Staaten strikt diesen Weg verfolgt.
Von

-2-

�Von Seiten des amerikanischen Außenministeriums wurde in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, daß die Nordatlantische Versammlung, die sich aus Paria»
mentarier der NATO-Mitgliedsstaaten zusammensetzt und beratende Funktionen ausübt, offensichtlich nicht auf dem laufenden darüber sei, welche eingehende
Konsultationen Washington ständig mit den europäischen Hauptstädten führe. Zum
Beispiel schließt der stellvertretende amerikanische Außenminister John Irwin
in diesen Tagen in Washington mit den Botschaftern der NATO-Länder eine Gesprächsrunde über die bevorstehenden Verhandlungen für eine Truppenreduzierung
ab. Und im Oktober hatte Irwin in Paris Konsultationen über Amerika und Europa
betreffende Fragen geführt. Während der Moskauer Gipfelkonferenz hat Außenminister Rogers ständig die Botschafter der verbündeten Länder über das Konferenzgeschehen auf dem laufenden gehalten. Präsident Nixon selbst hat in seiner
Rede vor dem amerikanischen Kongreß nach seiner Rückkehr aus Moskau unter anderem erklärt: "...Wir müssen fest zu unseren NATO-Partnern stehen, wenn Verhandlungen mit dem Ziel einer neuen Entspannung und einer beiderseitigen Verringerung
der Streitkräfte in Europa positive Ergebnisse bringen sollen. Die Erhaltung
der Stärke, der Integrität und Festigkeit unserer Bündnisse in der freien Welt
ist die Grundlage, auf der alle unsere anderen Initiativen für Frieden und
Sicherheit in der Welt basieren müssen."

-3-

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48/1972

SCHREIBEN NIXONS ZUR ERÖFFNUNG VON SALT II
-Wortlaut«
GENF--(AD)-- Präsident Nixon hat in einen» Schreiben an den amerikanischen

Chefdelegierten bei den amerikanisch-sowjetischen Gesprächen über eine Begrenzung der Strategischen Rüstungen (SALT), Botschafter Gerard Smith,
seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, daß SALT II zu einem "erneuten
Erfolg" führen werde. Das zu Beginn der neuen Verhandlungsrunde in Genf am
21. November veröffentlichte Schreiben hat folgenden Wortlaut:
"Sehr geehrter Herr Botschafter!
Vor drei Jahren sind Sie und Ihre Kollegen in die wohl kritischsten
Verhandlungen in unserer Geschichte eingetreten. Damals bestand nur eine geringe Garantie, daß wir einen gemeinsamen

Boden für Gespräche finden würden,

geschweige denn ein Übereinkommen über Fragen, deren letzter Konsequenz man
sich in der Nachkriegszeit nicht gestellt hatte und die die lebenswichtigen
Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion berührten.

Der

-1,

�Der erfolgreiche Abschluß der am 26

Mai unterzeichneten Abkommen war

ein Meilenstein nicht nur in den amerikanisch sowjetischen Beziehungen, sondern
auch in der umfassenderen Anstrengung, eine friedlichere Welt zu schaffen.
Diese abkommen, so wichtig sie auch sind, dürfen nicht Anlaß zur Selbstgefälligkeit sein. Wir haben einen ersten Schritt getan und die Grundlage für
neue Abkommen gelegt. Jetzt stehen Sie vor einer Aufgabe, die in vieler Hinsicht noch komplizierter und schwieriger ist, da beide Seiten jetzt gezwungen
sein werden, in einem endgültigen Abkommen langfristige Verpflichtungen für
ein

stabiles strategisches Verhältnis "ür dieses Jahrzehnt und darüber hinaus

einzugehen.
In meinem Schreiben an Sie vor drei Jahren habe ich darauf hingewiesen,
daß niemand den Ausgang der Verhandlungen voraussehen könne, aber zugleich habe
ich meiner Überzeugung Ausdruck verliehen, daß eine Kontrolle der Rüstungen
im beiderseitigen Interesse unseres Landes und der Sowjetunion läge. Wir haben
in den letzten drei Jahren erfahren, daß solche beiderseitigen Interessen in
der Tat bestehen.
Was durch die SALT-Abkommen und auch durch die Grunds.-^ze er eicht wurde,
die heute unsere Beziehungen zur UdSSR .^stimmen, bringt mich zu der Überzeugung, daß Ihre gegenwärtigen Bemühungen zu e • .iem erneuten Erfolg führen werden.
Wenn Sie und Ihre sowjetischen Kollegen jetzt in eine neue Gesprächsrunde
eintreten, dann begleiten Sie die Hoffnungen des ganzen amerikanischen Volkes
- ja die Hoffnungen der ganzen Menschheit.

uochachtun,gsvoll
gez. Richard Nixon "

H H-l-

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USA WERDEN NACHDRÜCKLICH AUF LÖSUNG DER ANSTEHENDEN HANDELSPROBLEME
HINARBEITEN
-Intensive Vorbereitungen WashingtonsVon Eugene Brake

WASHINGTON --(AD)—Amerikanische Regierungskreise stellen bei jeder Gelegenheit heraus, daß die Nixon-Administration in den kommenden Monaten und Jahren
nachdrücklich auf eine Lösung der anstehenden Handelsprobleme hinarbeiten
wird.
Die wichtigsten Handelsverhandlungen sind die, die im kommenden Jahr auf
weltweiter Ebene aufgenommen werden und zu einem weiteren Abbau aller Handelsschranken - der zoll-und der nicht-zollursächlichen - führen sollen.

Die ame-

rikanische Regierung hat hierfür umfassende Vorbereitungen in Angriff genommen, und in Kreisen des amerikanischen Handels setzt man große Erwartungen und
Hoffnungen auf diese Gespräche, die das in der Kennedy-Runde der sechziger
Jahre erreichte Maß an Handelsliberalisierung noch wesentlich erweitern sollen.
Dieser weltweiten Verhandlungsrunde werden jedoch andere Handelsgespräche
noch vorangehen. Diese Zollausgleichsverhandlungen sollen im Rahmen des

-1-

�des Allgemeinen Zoll-und Handelsabkommens (GATT) geführt werden und betreffen
die sich aus der Erweiterung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)
ergebenden Fragen sowie die Auswirkungen der besonderen Handelsvereinbarungen
zwischen der EWG und den ihr nicht als Vollmitglied angehörenden Ländern auf
den Handel mit Drittländern.
Wenn ein Land, das einer Zollunion beitritt, deswegen Zölle oder andere
Handelsschranken erhöhen muß, so fordern die GATT-Bestimmungen, daß die NichtMitgliedsstaaten für die Schädigung ihrer Handelsinteressen kompensiert werden
müssen. Da die Vereinigten Staaten gewillt sind, ihre Rechte und die anderer
Nicht-Mitgliedsstaaten zu wahren, dürften harte Verhandlungen bevorstehen. Die
wünschenswerte Lösung der Kompensationsfrage - vom Standpunkt der Vereinigten
Staaten wie auch der anderen Länder, die mit der EWG hierüber in Verhandlungen
eintreten wollen - wären wahrscheinlich Maßnahmen, um die besondere Situation
zu korrigieren, die diese Probleme geschaffen hat, und das in früheren Verhandlungen geschaffene Gleichgewicht von Rechten und Pflichten wiederherzustellen.
Wo zum Beispiel die Agrarpolitik der EWG die Ausweitung der amerikanischen
Getreideexporte beeinträchtigt hat, könnte eine modifizierte Politik eingeschlagen werden, die das Einkommen der Bauern in der EWG wirksam schützen würde,
ohne daß die Landwirte anderer Länder einen Teil ihrer potentiellen Absatzmärkte verlieren.
Und wo die besonderen Handelsvereinbarungen der EWG mit Nicht-Mitgliedsstaaten zu einer Diskriminierung amerikanischer Waren führen, ließe sich das
Ausmaß solcher Diskriminierung auf verschiedene Weise verringern. Beispielsweise könnten die Gegenpräferenzen in den Abkommen zwischen der EWG und einigen
Entwicklungsländern aufgehoben werden, nach denen diese Länder Industrieerzeugnissen der EWG einen niedrigeren Zollsatz einräumen müssen als gleichen Importen aus den USA, Japan oder anderen Nicht-Mitgliedsländern.
Sollten

-2-

�Sollten die europäischen Länder nicht bereit sein, spezifische, korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, so könnten sie auf andere Weise Kompensationen
gewähren. So könnten sie die Zölle für andere Erzeugnisse senken, die für die
USA von besonderem Interesse sind, und dadurch die durch Gegenpräferenzen sich
für den US-Handel ergebenden Verluste kompensieren.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß beide Seiten gewillt sind, ernsthaft
zu verhandeln. Europäische Sprecher scheinen zu akzeptieren, daß sie anderen
Ländern Kompensationen schuldig sind. Allerdings dürfte es darüber, wo und wie
solche Kompensationen erfolgen sollen,harte Verhandlungen geben.
Die Aussicht auf ein konstruktives Ergebnis wird durch die Bereitschaft
aller großen Handelsnationen, im kommenden Jahr eine umfassende, weltweite
Runde von Handelsgesprächen aufzunehmen, nur vergrößert. Ein Abbau oder eine
Beseitigung zahlreicher Handelsschranken auf weltweiter Ebene würde an sich
schon ausreichen, um zahlreiche Klagen über eine Handelsdiskriminierung auszuräumen. Würde bei einzelnen Erzeugnissen überhaupt kein Zoll mehr erhoben
werden, so könnte es bei diesen Erzeugnissen auch keine Diskriminierung durch
Zölle mehr geben.
Die Ergebnisse dieser beiden bevorstehenden Verhandlungsrunden könnten
also die Exportmöglichkeiten aller Länder verbessern, während der Welthandel
sich aufgrund der weltweiten Handelsliberalisierung weiter ausweitet. Und
ein solches konstruktives Ergebnis - nicht eine sterile Konfrontation - streben
die Vereinigten Staaten mit ihrer neuen dynamischen Handelspolitik an.

-B-f-f

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48/1972

PAKT ZUM SCHUTZ DER OZEANE,

91 Länder einigten sich auf internationale Konvention

--(AD)-- Vor zwei Jahren forderte der US-Präsidialbeirat für Umwelthygiene
die amerikanische Regierung auf, sich auf internationaler Ebene dafür einzusetzen, daß der Verseuchung der Ozeane Einhalt geboten werde. In den Vereinigten Staaten wurden daraufhin Gesetze vorbereitet, die eine weitere Verseuchung
durch das Versenken von Abfällen aus amerikanischen Quellen unterbinden sollten. Die Maßnahmen dienten auf der Stockholmer "UN-Konferenz über die menschliche Umwelt" (Juni 1972) als Modell für ein ähnliches internationales Programmi das bis Ende 1972 Rechtskraft erlangen soll.
Mitte November wurde darüber in London Einigung erzielt. 91 Länder, unter ihnen alle seefahrenden Nationen, stimmten einer globalen Konvention zu,
die Russell E. Train, der Leiter der US-Delegation, als einen "historischen
Schritt zur Kontrolle weltweiter Meeresverschmutzung" bezeichnete. Aufgrund
dieser Konvention sind die Regierungen dafür verantwortlich, welche Art von
Abfällen in welchen Mengen und an welcher Stelle ins Meer geleitet werden.
Bei

i

�Bei manchen Substanzen besteht ein absolutes Verbot zur Abfallbeseitigung in
den Ozeanen. Zu ihnen gehören z,B

bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel, schwer

abbaufähige Öle und Koststoffmassen, stark radioaktive Abfälle sowie Kadmium und
Quocksilberund deren Verbindungen. Abfälle, die giftige Stoffe wie Blei, Chrom,
Arsen, Zyanide und Fluoride enthalten, dürfen nur mit Sondergenehmigung ins Meer
gebracht werden, alle übrigen Substanzen fallen unter ein allgemeines Genehmigungsverfahren.
Die Vereinbarungen von London berücksichtigen im wesentlichen die Ziele,
die die Vereinigten Staaten zum Schutz der Meere anstreben. So verbietet das
von Präsident Nixon am 28. Oktober 1972 unterzeichnete Gesetz das Versenken oder
Ablassen jeglicher Stoffe für radiologische, chemische oder biologische Waffen
oder stark radioaktiver Abfälle amerikanischer Herkunft im Meere. In den neuen
amerikanischen Bestimmungen ist auch die verschmutzende Wirkung anderer Abfallprodukte berücksichtigt - z.B, von Industrieabfällen, Klärschlamm, festen
Materialien und von Baggergut. Die Ablagerung solcher Produkte wird nach der
Untersuchung ihrer Auswirkungen von der US-Bundesbehörde für Umweltschutz geregelt.
Der "Pakt von London" tritt in Kraft, sobald er von mindestens 15 Signatarmächten ratifiziert worden ist

Diese verpflichten sich, "alle praktikablen

Schritte zu tun, um die Verschmutzung der Meere durch Abfallprodukte und andere
Stoffe zu verhindern, welche zwangsläufig Gefahren für die menschliche Gesundheit schaffen, die Nahrungskette und Lebewesen im Meer schädigen, Naturschönheiten zerstören oder anderweitig die rechtmäßige Nutzung der Meere beeinträchtigen." Wo in Sonderfällen eine Beseitigung gefährlicher Substanzen im Meer
unumgänglich ist, muß dies der Behörde oder Organisation, die beauftragt wird,
Informationen über die Meeresverschmutzung zu veröffentlichen, sofort gemeldet
werden. Die Durchsetzung der einzelnen Punkte der Konvention ist Sache der
Regierungen.
Die

T2-

�Die Konvention allein könnte allerdings die Probleme der Meeresverschmutzung
nicht lösen. Sie muß deshalb zusammen mit den übrigen Abmachungen wirksam werden, die durch internationale Gremien wie IMCO (Intergovernmental Consultative
Organization - Zwischenstaatliche Konsultativorganisation) insbesondere zur
Bekämpfung der Ölpest bereits durchgesetzt worden sind. Die USA stehen derzeit
inmitten der Vorbereitungen für die nächste IMCO-Konferenz im Herbst 1973.
Auf dieser soll eine neue Konvention angenommen werden, die sehr strenge Maßstäbe in bezug auf das Ablassen von Öl und Versenken gefährlicher Substanzen
im Meer sowie für die Konstruktion von Schiffen anlegt, mit denen solche Stoffe
transportiert werden.

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48/1972

LABORSYNTHESE VON LANOSTERIN GELUNGEN

--(AD)-- Chemikern der Stanford Universität ist es zum ersten Mal gelungen,
eine der kompliziertesten biochemischen Reaktionen unter Laboratoriumsbedingungen zu simulieren. Prof. Eugene van Tamelen und Richard Anderson, einer
seiner Doktoranden, beschreiben in der Zeitschrift der "American Chemical
Society" (Ausgabe vom 15. November 1972) Reaktionsabläufe, die über Lanosterin zur Bildung der pflanzlichen und tierischen Steroide führen.
Bisher glaubte man, die Synthese von Lanosterin sei nur in Anwesenheit
von Enzymen möglich, die im Organismus als Katalysatoren fungieren. Die Natur
setzt ein ganzes System von Enzymen ein, um aus einem verhältnismäßig einfachen Molekül, nämlich Squalenoxid, Lanosterin zu produzieren. Dieses ist
die Muttersubstanz für zahlreiche wichtige Verbindungen - insbesondere für
Cholesterin und eine Gruppe von Körpern, zu der z.B, Vitamin D-Varianten,
Sexualhormone und Nebennierenrinden-Hormone wie Cortison gehören. Normalerweise gewinnt man alle synthetischen Hormone, auch die Bestandteile der Kontrazeptiva, aus natürlichen Steroiden. Nach den Angaben der Stanford-Wissenschaftler ist es bisher bei Abwesenheit von Enzymen nicht gelungen, aus Squalenoxid
Lanosterin aufzubauen. Die beiden Chemiker fanden jedoch ein nahezu identisches
Molekül, ein "Pseudo-Squalenoxid", Dieses Molekül führt in Verbindung mit
Enzymen oder - im Labor - mit einer Reihe von sauren Katalysatoren zum
Lanosterin-System.
Nach

-l-

�Nach Ansicht van Tamelens bedeutet dies einen wichtigen Schritt für die
organische Chemie. "Es gibt wenig Fälle, in denen man in einer einzigen Reaktion
mit so wenig Aufwand so viel erreichen kann", meint er. Die Aufdeckung der Rolle
des Squalenoxids bei der Biosynthese der Steroide ist ebenfalls Arbeiten von
Wissenschaftlern der Stanford-Universität zu verdanken.
Ob den neuen Experimenten und deren Ergebnissen kommerzielle Bedeutung zukommt, vermag van Tamelen noch nicht zu beurteilen. Aber sie lassen nunmehr bemerkenswerte Schlußfolgerungen auf Evolutionsprozesse zu. Höhere Lebensformen
könnten ohne Lanosterin überhaupt nicht existieren. Aus spektrographischen
Untersuchungen ist bekannt, daß es schon vor 2,5 Milliarden Jahren auf der Erde
Steroide gab. Nach Meinung van Tamelens ist anzunehmen, daß sich diese Substanzen
spontan bildeten - und das bedeutet, daß vorher chemische Prozesse ohne Enzyme
am Werk waren. "Nachdem wir jetzt wissen, was ohne ein Enzym zustandegebracht
werden kann, sind wir auch eher in der Lage, seine reale Bedeutung zu erfassen
und abzugrenzen."
Die neuesten Ergebnisse stellen den Höhepunkt zehnjähriger Forschungsarbeit
dar. Dem Bericht van Tamelens zufolg e wurde das gleiche Verfahren nicht nur bei
Squalenoxid, sondern bei verschiedenen Ausgangsmaterialien angewandt, um mit
einfachen Mitteln noch kompliziertere Verbindungen zu gewinnen als Lanosterin
es ist. Dazu gehörten z.B. Beta-und Deltaamyrin (zwei sehr komplizierte Pflanzenprodukte) und Tetrahymanol, das normalerweise in Protozooen enthalten ist.

-2-

�</text>
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                <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Elliot L. Richardson zum neuen amerikanischen Verteidigungsminister vorgesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Caspar W. Weinberger soll Ministerium für Gesundheit, Erziehung und Sozialfragen übernehmen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roy L. Ash soll neuer Direktor des Amtes für Planung und Haushalt werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Washington unterstreicht Bedeutung der Konsultationen mit den NATO-Verbündeten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Marie H. König&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schreiben Nixons zur Eröffnung von SALT II&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA werden nachdrücklich auf Lösung der anstehenden Handelsprobleme hinarbeiten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Intensive Vorbereitungen Washingtons -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Pakt zum Schutz der Ozeane&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 91 Länder einigten sich auf internationale Konvention -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laborsynthese von Lanosterin gelungen</text>
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49

6. Dezember 1972

INFORMATION:

Inhalt
William P. Rogers bleibt Außenminister der USA
-Kenneth Rush soll sein Stellvertreter werdenEnger Vertrauter Nixons als NATO-Botschafter vorgesehen
-Donald Rumsfeld soll nach Brüssel gehenGeorge F. Shultz, Finanzminister mit erweitertem Aufgabenbereich
Herbert Stein bleibt Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten
Peter M.Flanigan bleibt Vorsitzender des Rates für Internationale Wirtschaftspolitik
Peter J. Brennan soll neuer Arbeitsminister werden

DOKUMENTATION:
Erklärung von Botschafter Peterson auf der KSZE-Vorbereitungskonferenz
in Helsinki
-WortlautWIRTSCHAFT:
Koordinierung der Wirtschaftspolitik soll Stellung der USA in den kommenden Verhandlungen stärken
-Von unserem WirtschaftskorrespondentenStellvertreterausschuß nahm Währungsgespräche in Washington auf
-Von Eugene BrakeWISSENSCHAFT UND TECHNIK:
APOLLO 17: Rätselhafte Gravitation
-Von G.WeissNoch mehr Schutz vor ionisierenden Strahlen
Strahlungsausbruch eines Röntgensterns

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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49/1972

WILLIAM P. ROGERS BLEIBT AUSSENMINISTER DER USA
-Kenneth Rush soll sein Stellvertreter werden-

WASHINGTON — ( A D ) — William P. Rogers, einer der engsten Mitarbeiter Präsident Nixons, soll auch in der zweiten Amtszeit des amerikanischen Präsidenten Außenminister der USA bleiben.
Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, am 30. November
mitteilte, soll Außenminister Rogers für die nächsten vier Jahre ein "starkes neues Team" zur Seite stehen, damit die sich aus den außenpolitischen
Initiativen der letzten Jahre ergebenden Ziele verwirklicht werden könnten.
Präsident Nixon hat in diesem Zusammenhang noch einmal die hervorragenden Verhandlungsqualitäten von Außenminister Rogers unterstrichen und seine
Befriedigung darüber zum Ausdruck gebracht, daß Rogers auch in der neuen
amerikanischen Regierung eine "zentrale Rolle" spielen werde. Nixon verwies
auf eine Reihe von Initiativen, bei denen sich Außenminister Rogers besonders
engagiert habe, und nannte hier den Nahen Osten, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sowie die Verhandlungen für eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung.
Zweiter

-1-

�Zweiter Mann im State Department und damit Stellvertreter von Rogers soll
der bisherige Stellvertretende Verteidigungsminister Kenneth Rush werden, der
vom Juli 1969 bis zum Februar 1972 Botschafter der USA in Bonn war. Er wird
die Nachfolge von John N. Irwin antreten, der einen hohen Botschafterposten
übernehmen soll.
Rush wurde am 17. Januar 1910 geboren, studierte an der Universität von
Tennessee und in Yale, war lange Jahre als Rechtsanwalt tätig und trat 1936
in den Dienst der Union Carbide Corporation, deren Präsident er von 1966 bis
zu seiner Berufung zum Botschafter in Bonn war.
Für das neugeschaffene Amt des Staatssekretärs für Wirtschaftliche Angelegenheiten im State Department ist der bisherige Leiter des Effekten-und
Börsenaufsichtsamtes, William J. Casey, vorgesehen. Damit soll nach den Worten von Präsident Nixon dem künftigen "intensiven internationalen Wirtschaftswettbewerb" Rechnung getragen werden. Casey habe auf seinem Posten im Effektenund Börsenaufsichtsamt jene Initiative bewiesen, die für das neue Amt benötigt werde. Der 59jährige Casey, von Haus aus Jurist, hatte maßgeblichen Anteil an der Durchführung des Marshall-Planes in Europa,
Staatssekretär für Politische Angelegenheiten im State Department soll der
bisherige Botschafter der USA und persönliche Vertreter Nixons bei den Pariser
Vietnamverhandlungen, William J. Porter, werden. Er wird an die Stelle von
U. Alexis Johnson treten, der mit einer neuen wichtigen Aufgabe betraut werden
soll. Porter leitet die amerikanische Delegation in Paris seit dem 31. Juli
1971. Vorher war er Botschafter der USA in Korea und Algerien sowie Stellvertretender Missionschef in Vietnam. Er gehört dem Auswärtigen Dienst der Vereinigten Staaten seit 1937 an.
Das

-2-

�Das Amt des Staatssekretärs für die Koordinierung der Sicherheitshilfeprogramme der USA soll weiterhin von seinem bisherigen Leiter Curtis W. Tarr
geführt werden. Dieses Amt war 1971 durch Gesetz geschaffen worden und ist
seit Anfang 1972 besetzt. Zuvor war Tarr, der 1924 geboren wurde und an der
Harvard-Universität studiert hatte, Direktor der Bundeszentrale für Wehrdiensterfassung .
Alle Neuernennungen müssen vom Senat der USA bestätigt werden.

Rogers: USA werden ihre bisherigen außenpolitischen Ziele weiter
verfolgen

Nach den Worten von Außenminister Rogers werden die Vereinigten Staaten
in den nächsten vier Jahren ihre bisherigen außenpolitischen Ziele weiter verfolgen und das bisher auf außenpolitischem Gebiet Erreichte weiter ausbauen.
Vor Pressevertretern sagte Rogers am 30. November, hierzu gehörten insbesondere die Phase II der Gespräche über eine Begrenzung der Strategischen
Rüstungen (SALT), die vorgeschlagene Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sowie die Gespräche über beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen in Mitteleuropa. Der Außenminister versicherte, daß er auch in
Zukunft seine ganze Kraft für die Interessen der Vereinigten Staaten einsetzen
werde. Dies habe er bisher getan, und dies werde auch in Zukunft der Fall
sein.
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49/1972
ENGER VERTRAUTER NIXONS ALS NATO-BOTSCHAFTER VORGESEHEN
- Donald Rumsfeld soll nach Brüssel gehen -

WASHINGTON —(AD)-- Präsident Nixon hat einen seiner engsten Mitarbeiter
und Vertrauten im Weißen Haus, den ehemaligen Kongreßabgeordneten Donald
Rumsfeld, als Ständigen Vertreter der Vereinigten Staaten im Nordatlantikrat vorgesehen. Wenn der Senat nach der Einberufung des neuen amerikanischen Kongresses im Januar nächsten Jahres die Ernennung Rumfelds bestätigt, wird er in Brüssel die Nachfolge von Botschafter David Kennedy antreten, der als früherer Finanzminister und Sonderbotschafter ebenfalls
zu den engen Vertrauten Nixons zählt. Kennedy wird in den Ruhestand treten.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, der die Ernennung am 4. Dezember bekanntgab, betonte, daß der Präsident der"Stärkung und Neubelebung des Bündnisses"höchste Priorität einräume. Dies komme
schon dadurch zum Ausdruck, daß er einen seiner engsten Mitarbeiter im
Weißen Haus für den Botschafterposten bei der NATO in Brüssel ausersehen
habe. Rumsfeld sei wegen seiner vielfältigen Erfahrungen, vor allem auch
auf wirtschaftlichem Gebiet und seines Verhandlungsgeschicks für den Posten
in Brüssel hervorragend geeignet.
Donald

�Donald Rumsfeld gehört seit Mai 1969 dem Kabinett Nixon an; zunächst
war er Leiter des Amtes zur Sicherung des Wirtschaftlichen Fortkommens
(OECf. und Referent im Weißen Haus, um dann Sonderberater des Präsidenten
zu werden.
Als Direktor des Lebenshaltungskostenrates ist Rumsfeld für die
Durchführung der Phase II des wirtschaftlichen Stabilitätsprogrammes des
Präsidenten verantwortlich. Gleichzeitig gehört er wichtigen wirtschaftlichen Beratungsgremien an.
Am 9. Juli 1932 in Chicago im Staate Illinois geboren studierte
Rumsfeld an der Princeton-Universität und diente von 1954 bis 1957 als
Fluglehrer bei der amerikanischen Marine. Anschließend war er als
Assistent für verschiedene Kongreßabgeordnete tätig und wurde dann 1962
selbst zum ersten Mal als Vertreter des Wahlkreises 13 in seinem Heimatstaat Illinois in den Kongreß gewählt. Bis zu seiner Wahl war er für das
Bankhaus A.G.Becker &amp; Co. in Chicago tätig gewesen.
Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

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49/1972

GEORGE P. SHULTZ, FINANZMINISTER MIT ERWEITERTEM AUFGABENBEREICH

WASHINGTON — ( A D ) — Der amerikanische Finanzminister George P. Shultz
wird dem neuen Kabinett Nixon mit einem erweiterten Aufgabenbereich angehören.
Präsident Nixon hat Shultz nicht nur in seinem bisherigen Amt bestätigt, sondern ihn gleichzeitig zum Sonderberater des Präsidenten und zum Vorsitzenden
des neugeschaffenen Kabinettsausschusses für Wirtschaftspolitik ernannt.
Damit ist Shultz praktisch zum Gesamtkoordinator der amerikanischen Wirtschafts«
politik geworden.
Shultz, der bereits 1969 von Präsident Nixon zu seinem Arbeitsminister
ernannt worden war und der dann 1970 das neugeschaffene zusammengefaßte Amt
für Planung und Haushalt übernahm, wird dem Präsidenten auch je nach Bedarf
für Sonderaufgaben zur Verfügung stehen. Neben seinem Amt als Finanzminister,
das er am 12.Juni 1972 übernommen hat, wird Shultz als Sonderberater des Präsidenten im Weißen Haus ein eigenes Büro haben, und als Vorsitzender des
neuen Kabinettsausschusses für Wirtschaftspolitik wird er dem Präsidenten gegenüber die Gesamtverantwortung für die Finanz-und Wirtschaftspolitik der
Vereinigten Staaten nach innen und außen tragen.
Der

-1-

�Der Präsident selbst hat der Wirtschaftspolitik nach der nationalen
Sicherheit und Verteidigung die zweithöchste Priorität eingeräumt und damit
dürfte Shultz eine besondere Stellung im Kabinett einnehmen.
Geboren am 13. Dezember 1920 in New York wirkte Shultz nach dem Jurastudium an der Princeton-Universität (Bachelor of Laws 1942) und dem Wirtschaftsstudium am Massachusetts Institute of Technology (Doktor 1949) an dessen
wirtschaftswissenschaftlicher Fakultät als Lektor und, ab 1955, a.o.Professor.
Seit 1957 o.Professor am Wirtschaftswissenschaftlichen Institut der Universität von Chicago und seit 1962 dessen Dekan hat sich Shultz einen internationalen Ruf in Finanz-und Wirtschaftsfragen erworben.

++++

Auf Anforderung stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von George P.
Shultz zur Verfügung .

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HERBERT STEIN BLEIBT VORSITZENDER DES WIRTSCHAFTSBEIRATES
DES PRÄSIDENTEN

WASHINGTON — ( A D ) — Präsident Nixon hat den bisherigen Vorsitzenden seines Wirtschaftsbeirates, Herbert Stein, am 1. Dezember in seinem Amt bestätigt. Stein, der dem wichtigen Beirat seit dem 4. Februar 1969 angehörte,
hat am 1. Januar 1972 dessen Vorsitz von Paul W. McCracken übernommen.
Am 27. August 1919 in Detroit im Staate Michigan geboren studierte
Stein am Williams-College und war von 1938 bis 1945 als Wirtschaftler für
die amerikanische Regierung tätig - bis 1940 bei der Bundesdepositenversicherungsgesellschaft, 1940-41 bei der Nationalen Kommission für Verteidigungsberatung, von 1941-44 beim Kriegsproduktionsausschuß und 1945 beim Amt
für Kriegsmobilisierung.
Von 1945 bis 1969 gehörte Stein dem Ausschuß für Wirtschaftliche Entwicklung an und war zuletzt Chefwirtschaftsberater.
Im Jahre 1958 promovierte er an der Universität von Chicago in Wirtschaftswissenschaften.
Stein

-1-

�Stein hat sich auch als Wirtschaftspublizist einen Namen gemacht und
verschiedene Bücher und Fachartikel veröffentlicht, darunter ein Buch über
die Preispolitik der Regierung.
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Auf Anforderung stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von
Herbert Stein zur Verfügung.

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PETER M. FLANIGAN BLEIBT VORSITZENDER DES RATES FÜR INTERNATIONALE
WIRTSC HAFTS POLITIK

WASHINGTON -~(AD)-- Präsident Nixon hat den bisherigen Vorsitzenden des
Rates für Internationale Wirtschaftspolitik, Peter M. Flanigan, am
1. Dezember in seinem Amt bestätigt. Flanigan, der seit dem 16. April
1969 dem Beraterstab des Weißen Hauses angehört, behält auch seinen Status
als Berater des Präsidenten.
Flanigan hatte bereits vor 1969 als ehrenamtlicher Berater der Regierung in Wirtschaftsfragen gewirkt und sich nach seiner Aufnahme in den Arbeitsstab des Präsidenten vorwiegend mit Fragen der Wirtschaft, des Handels und der Finanzen befaßt. Unter anderem hatte er Textilverhandlungen
mit Japan geführt.
Am 21. Juni 1923 in New York geborer

studierte Flanigan an der Prince-

ton-Universität und war im zweiten Weltkrieg Pilot auf einem Flugzeugträger der US-Marine im Pazifik.
Von 1947 bis zu seiner Berufung ins Weiße Haus im Jahre 1969 war
Flanigan bei der New Yorker Investitionsbank Dillon, Read &amp; Co. Inc. tätig. In den Jahren 1949 und 1950 erstellte er Wirtschaftsanalysen für die

-1-

�die Mission des Amtes für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (EAC) in Großbritannien. Ehrenamtlich arbeitete er auch für verschiedene Stiftungen
Bereits seit 1959 hatte er sich in Wahlkämpfen für Richard Nixon eingesetzt und war 1968 bei den Präsidentschaftswahlen Stellvertretender Wahlkampfmanager für Nixon.
Flanigan ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Auf Anforderung stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Peter
Flanigan zur Verfügung.

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PETER J.BRENNAN SOLL NEUER ARBEITSMINISTER WERDEN

WASHINGTON — ( A D ) - - Präsident Nixon hat den Gewerkschaftler Peter J. Brennan
zum Arbeitsminister in seinem Kabinett für die zweiten vier Jahre seiner
Amtszeit ausersehen. Die Nominierung Brennans bedarf noch der Bestätigung
durch den Senat.
Brennan wird damit der erste Gewerkschaftler seit 1953 sein, der dieses Amt übernimmt. Damals hatte Präsident Eisenhower Martin Durkin in das
Arbeitsministerium berufen. Brennan wird die Nachfolge von James Hodgson antreten, der von Präsident Nixon für einen anderen Regierungsposten auf internationaler Ebene vorgesehen ist. Wie der Pressesekretär des Weißen Hauses,
Ronald Ziegler, in diesem Zusammenhang mitteilte, habe Hodgson eine Entscheidung bezüglich seiner Zukunft noch nicht getroffen.
Brennan wurde am 24. Mai 1918 in New York geboren. Nach Besuch der Handelsschule trat er der Gewerkschaft der Maler und Tüncher bei. Schon während
der Vorbereitung auf die Meisterprüfung und auch während des anschließenden
College-Besuches war er aktiv für die Gewerkschaft tätig. Während des zweiten
Weltkrieges wurde Brennan zur Marine eingezogen und im Pazifik eingesetzt.

Seit

�Seit Kriegsende gehörte Brennan der Bauarbeitergewerkschaft an, zu deren
Präsident er 1957 in

der Stadt New York und 1958 für den Staat New York ge-

wählt wurde. Gleichzeitig ist Brennan Vizepräsident des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL/C10 für den Staat New York.
Neben der aktiven Gewerkschaftsarbeit hat sich Brennan in zahlreichen
kommunalen und karitativen Organisationen betätigt. Von Gouverneur Rockefeller
wurde er ferner in den Beirat für Arbeitsbeschaffung sowie in den Beirat des
Arbeitsministeriums des Staates New York für Sicherheitsbestimmungen berufen.
Und im September 1971 hatte Präsident Nixon ihn zum Mitglied des Nationalen
Beirates für die Förderung geistig und körperlich behinderter Kinder ernannt.
Brennan hat auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene zahlreiche
Auszeichnungen erhalten und sich in seiner Gewerkschaft besonders für die berufliche Förderung von Angehörigen der Minderheiten eingesetzt.
Brennan ist verheiratet und hat drei Kinder und fünf Enkel.

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ERKLÄRUNG VON BOTSCHAFTER PETERSON AUF DER KSZE-VORBEREITUNGSKONFERENZ IN HELSINKI
-Wortlaut-

HELSINKI--(AD)-- Der amerikanische Chefdelegierte, Botschafter Val Peterson,
hat am 4. Dezember auf der Vorbereitungskonferenz für die Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) folgende Erklärung abgegeben:
"Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren:
Ich möchte zuerst der Regierung Finnlands und der Stadt Helsinki meinen
tiefen Dank für die Vorbereitung dieser Konferenz aussprechen. Die großzügige finnische Gastlichkeit sollte

zusammen mit den uns zur Verfügung stehen-

den ausgezeichneten technischen Einrichtungen und ihrer hervorragenden Leitung unsere Arbeit wesentlich fördern. Wir sind wirklich dankbar, hier sein
zu dürfen.
In einer kürzlichen Erklärung an das amerikanische Volk hat Präsident
Nixon betont, und ich zitiere, "daß unser Land mit besonderer Dankbarkeit auf
die Ereignisse eines Jahres zurückblicken kann, das mehr Fortschritt in Richtung auf einen dauerhaften Frieden gebracht hat als irgend ein anderes Jahr

-1-

�Jahr während der letzten Generation" und daß ,lwir.... den Chancen entgegensehen können, die der Friede bringen wird".
Es bietet sich uns eine neue und einzigartige Möglichkeit, um zu dieser
sich entwickelnden Struktur des Friedens beizutragen. Im Mittelpunkt einer
friedlichen Welt steht ein friedliches Europa. Das ist die Lehre, die wir
alle aus zwei Weltkriegen gezogen haben. Und aus dieser Erfahrung haben die
Amerikaner noch eine weitere Lehre gezogen: Europas Sicherheit ist untrennbar mit der unsrigen verbunden.
Daher sehen wir dem Tag entgegen, da Europa nicht länger mehr gespalten
ist. Die Vereinigten Staaten sind der Auffassung, daß Verständigung unter den
Völkern hierfür von grundlegender Bedeutung ist. Wir streben eine offenere
Welt an - offen für eine engere Zusammenarbeit und vermehrte Kontakte zwischen
den Völkern wie auch für einen freien Austausch von Gedanken und Informationen.
Herr Vorsitzender, wir treten in diese vorbereitenden Gespräche konstruktiv und aufrichtig ein. Wir glauben, daß eine Konferenz über Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa, wenn sie sorgfältig vorbereitet ist, bedeutsame
praktische Schritte ergreifen kann, um die Zusammenarbeit zu verstärken und
die Sicherheit, Unabhängigkeit und Gleichberechtigung jedes einzelnen unserer
Staaten, frei von ausländischer Einmischung zu fördern

- und daß sie damit

einen echten Beitrag zu dem gegenwärtig sich vollziehenden Prozeß einer europäischen Aussöhnung leisten kann.
Es liegt reichlich Arbeit vor uns. Jeder der hier vertretenen Staaten hat
eine wichtige Rolle zu spielen. Wir wollen eine allseits befriedigende Basis
für eine Konferenz auf Ministerebene schaffen, die über einen möglichst weitgesteckten Rahmen verhandeln kann:
Zuerst

-2-

�Zuerst einmal sollten unseres Erachtens allgemein akzeptierte Prinzipien
für das internationale Verhalten ohne jede Einschränkung auf die Beziehungen
zwischen uns allen angewandt werden - und wir befürworten Maßnahmen, die Vertrauen aufbauen könnten, daß militärische Truppenbewegungen und Manöver nicht
Instabilität und Mißverständnis schaffen.
Ferner können wir unseres Erachtens mit gutem Willen ainige der wirklichen Hindernisse für freie Kontakte zwischen unseren Völkern und für einen vermehrten Austausch von Informationen und Gedanken beseitigen.
Schließlich streben wir Maßnahmen an, die eine engere Zusammenarbeit auf
den Gebieten der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Umwelt fördern.
Angesichts der Vielzahl der vor uns liegenden Themen erscheint es nur angebracht und logisch, daß wir jetzt prüfen, wie wir unsere Arbeit am besten
fortsetzen können.

In dieser Hinsicht, Herr Vorsitzender, wäre es unseres Erachtens ein Fehler, einfach den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und uns darauf zu
beschränken, nur eine Übereinkunft über Vereinbarungen für eine schließliche
Konferenz anzustreben. Täten wir dies, so würden wir die sich uns bietende Gelegenheit auslassen, eine Konferenz vorzubereiten, die bedeutsame Ergebnisse
zeitigen kann.
Unseres Erachtens wäre für uns der wünschenswerteste Weg, erst eine Übereinkunft über die Punkte einer Tagesordnung für eine Konferenz über Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa anzustreben.
Dies muß unserer Meinung nach zu einer sorgfältigen Prüfung der Bezugspunkte für eine weitere Vorbereitung jedes einzelnen Tagesordnungspunktes führen. Sobald wir einen Punkt erreicht haben, an dem es den Anschein hat, daß ausreichende Übereinstimmung in wesentlichen Fragen erreicht worden ist, so daß
ein weiteres Vorgehen gerechtfertigt wäre, ist es nur natürlich, daß wir unsere

-3-

�unsere Aufmerksamkeit den Verfahrensfragen für spätere Phasen, unter anderem
auch Ebene und Zuständigkeitsbereich der Konferenz selbst, zuwenden.
Herr Vorsitzender, ich sagte zu Beginn, daß sich uns eine neue und einzigartige Gelegenheit bietet. Wir stehen vor einer bedeutenden Aufgabe. Wir
sind damit betraut, sicherzustellen, daß eine Konferenz über Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa meßbaren Fortschritt in Richtung auf Frieden und
Aussöhnung in Europa bringen wird. Angesichts der vor uns liegenden schwierigen Fragen wird es ein echter Prüfstein für die Diplomatie sein, ob es uns
gelingen wird, diese außergewöhnliche Aufgabe zu bewältigen. Wir sind zuversichtlich, daß konstruktive, verantwortungsbewußte und ernste Bemühungen jedes
Einzelnen an diesem Tisch es möglich machen werden, daß eine Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zur Schaffung einer Ära der Verhandlungen beitragen wird.

-4-

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49/1972

KOORDINIERUNG DER WIRTSCHAFTSPOLITIK SOLL STELLUNG DER USA
IN DEN KOMMENDEN VERHANDLUNGEN STARKEN
-Von

WASHINGTON —

unserem Wirtschaftskorrespondenten-

Die Ernennung von Finanzminister George P. Shultz zum Vor-

sitzenden des neu geschaffenen Kabinettsausschusses für Wirtschaftspolitik
wird nachhaltige Auswirkungen auf die künftige Binnen-und Außenwirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten haben. Damit soll vor allem dem seit langem
bestehenden Erfordernis Rechnung getragen werden, die von den einzelnen
Ministerien und unabhängigen Regierungsämtern in Wirtschaftsfragen verfolgte Politik besser aufeinander abzustimmen. In der Vergangenheit vertraten
zum Beispiel Landwirtschaftsministerium, Arbeitsministerium und andere
Regierungsdienststellen häufig etwas andere Ansichten als die für den Außenhandel, die Auslandshilfe und die Währungspolitik der USA unmittelbar Verantwortlichen. Es gab keine zentrale Stelle, die ein einheitliches, auf
einander abgestimmtes Programm in Wirtschaftsfragen für die gesamte amerikanische Regierung abstecken konnte.
Dies

-1-

�Dies soll mit dem neuen Kabinettsausschuß für Wirtschaftspolitik unter
dem Vorsitz von Finanzminister Shultz anders werden. Der Ausschuß wird alle
binnen-und außenwirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung aufeinander abstimmen. Ihm werden die Chefs des Arbeitsministeriums, des Handelsministeriums,
des Landwirtschaftsministeriums, des Verkehrsministeriums, des Außenministeriums und des Finanzministeriums sowie der Direktor des Amtes für Planung
und Haushalt und die Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten,
des Lebenshaltungskostenrates und des Rates für Internationale Wirtschaftspolitik angehören. Shultz hatte, bevor er Mitte dieses Jahres das amerikanische Finanzministerium übernahm, selbst zwei dieser Ämter inne gehabt - er
war Arbeitsminister und Direktor des Amtes für Planung und Haushalt gewesen.
Auf internationaler Ebene bestätigen die Errichtung des neuen Kabinettsausschusses für Wirtschaftspolitik sowie andere von Washington in letzter Zeit
getroffene Maßnahmen eine Entwicklung, die in den letzten Wochen immer deutlicher zutagegetreten ist, nämlich die feste Absicht der Nixon-Administration,
der Außenwirtschaftspolitik einen höheren Rang in der Prioritätenliste einzuräumen und Entscheidungen in Fragen des Handels, der Reform des internationalen Währungssystems oder der Auslandsinvestitionen künftig auf einer höheren
Ebene zu treffen.
Noch vor den Novemberwahlen war bereits in Washingtoner Regierungskreisen
betont worden, daß im Falle einer zweiten vierjährigen Amtszeit Präsident
Nixons den wirtschaftlichen Fragen, und im besonderen den internationalen Wirtschaftsbeziehungen, ein bedeutend größeres Gewicht zukommen werde. Berichten
zufolge soll Präsident Nixon sogar beabsichtigen, künftig häufiger persönlich
einzugreifen, um einen etwaigen toten Punkt in internationalen Wirtschaftsverhandlungen überwinden zu helfen, so wie der Präsident dies bereits beim
Zustandekommen des Smithsonian-Abkommens vom Dezember vorigen Jahres getan
hatte.
Finanzminister

-2-

�Finanzminister Shultz hatte bereits auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds(IWF) im September die Notwendigkeit unterstrichen, internationale Wirtschaftsfragen künftig auf einer hohen Regierungsebene zu behandeln, da es sich hier um Dinge handele, die für die nationalen Interessen
bestimmter Länder von großer Wichtigkeit seien. Internationale Entscheidungen
über solche Fragen könnten nur dann glaubwürdig und wirksam sein, wenn sie von
Politikern getroffen würden, die innerhalb ihrer eigenen Regierung maßgebenden
Einfluß haben. Das Finanzminister Shultz nunmehr übertragene neue Amt verleiht seinen Worten künftig ein solches Gewicht.
Amerikanische Regierungskreise weisen in diesem Zusammenhang darauf hin,
daß verbesserte Wirtschaftsbeziehungen einen gewichtigen Faktor bei der Verbesserung der Gesamtbeziehungen zwischen den Ländern bilden. Und Außenminister
Rogers hat mit Recht darauf hingewiesen, daß Präsident Nixon die Tatsache,
daß wir in einer "interdependenten Welt" leben, in der für alle so viel auf
dem Spiele steht, daß niemand den Frieden zu stören wagen kann, allen ins Bewußtsein zu rufen sucht. Handelsminister Peterson verwies auf dem Außenhandelskonvent in New York darauf, daß Handelspolitik zugleich Außen-, Sicherheits-.
Innen-wie auch Energiepolitik ist und daher im nationalen Interesse auf höchster
Ebene abgestimmt werden müsse. In diesem Sinne ist auch die Schaffung des Postens
eines weiteren Staatssekretärs für Wirtschaftliche Fragen im amerikanischen
Außenministerium zu sehen, für den Präsident Nixon den bisherigen Direktor des
Amtes für Planung und Haushalt, William J. Casey, nominiert hat.

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49/1972

STELLVERTRETEKAUSSCHUSS NAHM WÄHRUNGSGESPRÄCHE IN WASHINGTON AUF
Von Eugene Brake
WASHINGTON --(AD)-- Das für die detaillierten Verhandlungen über ein neues
internationales Währungssystem zuständige internationale Gremium - die Stellvertretergruppe des Zwanziger-Ausschusses - hat letzte Woche in Washington
seine erste Sitzungsrunde abgeschlossen.
Im Mittelpunkt der Debatten auf dieser ersten Zusammenkunft der internationalen Währungsexperten stand eines der heikelsten Themen, mit denen sich
die Stellvertretergruppe zu befassen hat, nämlich wie im Rahmen des neuen
Systems ständige Zahlungsbilanzungleichgewichte abgebaut werden können, die
das alte, unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg in Bretton Woods geschaffene
WährungsSystem in so große Schwierigkeiten brachten. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Form des Anpassungsprozesses und die Frage, welche Rolle
Wechselkursanpassungen bei der Überwindung von Zahlungsbilanzschwierigkeiten
spielen können.
Sehr eingehend wurde dabei der amerikanische Vorschlag diskutiert, daß
sich das neue internationale Währungssystem objektiver Indikatoren für die
Entscheidung bedienen müsse, wann eine Regierung Maßnahmen zur Korrektur eines

-1-

�eines internationalen Zahlungsungleichgewichtes ergreifen soll. Nach Auffassung
der USA hat eine Regierung die Pflicht zu handeln, sobald es sich bei einem
Ungleichgewicht um einen Zahlungsbilanzüberschuß oder ein Zahlungsbilanzdefizit
handelt.
Der amerikanische Finanminister George Shultz hatte bereits auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im September betont, der beste
und objektivste Indikator hierfür sei, wenn sich der Stand der internationalen
Währungsreserven eines Landes -IWF-Sonderziehungsrechte, Gold und harte Devisenverändere. Gerade dieser Punkt wurde jetzt von den Währungsexperten eingehend
erörtert; die Vereinigten Staaten erläuterten ihre Auffassung näher, und die
anderen Staaten legten ihre Ansichten dazu dar. Wie der Vorsitzende der Gruppe,
Jeremy Morse, vor Korrespondenten betonte, bestand allgemeine Übereinstimmung
darüber, daß die angewandten objektiven Indikatoren lediglich die Notwendigkeit

von Anpassungsmaßnahmen seitens der betreffenden Regierung anzeigen sollten,
nicht jedoch von spezifischen Wechselkursänderungen, sobald der Gefahrenpunkt
überschritten ist. Die USA hatten bereits zu einem früheren Zeitpunkt darauf hingewiesen, daß den einzelnen Ländern nach ihrer Ansicht ein, Höchstmaß an Freiheit
hinsichtlich der Wahl der Anpassungsmaßnahmen - beispielsweise Handelsliberalisierung statt Wechselkursänderung, sofern damit das angestrebte Ziel auch erreicht werden kann - eingeräumt werden sollte. Es soll also, wie Morse ausführte, bei Erreichen eines bestimmten Punktes nicht"automatisch"eine bestimmte Maßnahme ausgelöst werden.
Verschiedene Länder waren offensichtlich der Ansicht gewesen, daß den Vereinigten Staaten ein "automatisches System" vorschwebte, als Finanzminister
Shultz die amerikanischen Pläne auf der IWF-Jahrestagung darlegte. Diese Auffassung ist von dem Staatssekretär im US-Finanzministerium, Paul Volcker, korrigiert worden, der in seiner Rede auf dem amerikanischen Außenhandelskonvent in
New York am 13. November erklärte, daß solche vereinbarten objektiven Kriterien

-2-

�Kriterien nicht unfehlbar auf entsprechende Maßnahmen hinweisen könnten. Sie
könnten lediglich Zeiten schwerwiegender Zahlungsbilanzungleichgewichte anzeigen und zu der Auffassung führen, daß wirksame Anpassungsmaßnahmen vorgenommen
werden sollten. Die betreffenden Länder, so hatte Volcker weiter ausgeführt,
sollten und könnten selbst weitgehend über die Form ihrer Anpassungspolitik
entscheiden. In internationalen Konsultationen werde festgestellt werden, ob
das Kriterium auf eine bestimmte Situation anzuwenden oder der seltene Fall
eingetreten sei, daß das Kriterium ein "falsches Signal" gesetzt habe.
Aber auch ein anderer Punkt wurde auf dieser ersten Sitzungsrunde erörtert,
nämlich inwieweit Druck oder Sanktionen angewandt werden dürfen, falls die internationalen Konsultationen nicht ausreichten, um ein Land zur Durchführung
der erforderlichen Anpassungen zu bewegen. Morse betonte jedoch, daß die Gesprächsteilnehmer zu diesen oder zu anderen Aspekten des Reformpaketes noch
nicht endgültig Stellung beziehen würden, bevor die Stellvertreter alle Fragen
geprüft hätten.
Die Stellvertretergruppe hofft, bereits auf ihrer nächsten Sitzungsrunde
vom 23. bis 25. Januar in Paris die Erörterungen des Anpassungsprozesses abschließen und sich einem weiteren wichtigen Gebiet zuwenden zu können, nämlich
der Rolle, die IWF-Sonderziehungsrechte, Gold, Dollar und andere Reservewährungen in dem neuen System einnehmen werden. Auf der März-Sitzung sollen dann die
besonderen Interessen der Entwicklungsländer zur Sprache kommen. Die Stellvertretergruppe will weiterhin alle zwei Monate zusammentreten, so daß der gesamte
Fragenkomplex einer Reform des internationalen Währungssystems bis zur nächsten
Jahrestagung des IWF im September 1973 in Nairobi behandelt werden kann.

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49/1972

APOLLO 17:
RÄTSELHAFTE GRAVITATION
Von G.Weiss

.--(AD)-- Als Wirkungskraft ist die Gravitation, die Anziehungskraft zwischen zwei oder mehreren Massen, wohlbekannt, obgleich ihr Wesen noch
nicht restlos aufgeklärt ist. Die Entfernung der Körper voneinander und
ihre relative Größe spielen jedenfalls eine wichtige Rolle. Der englische
Naturforscher Isaac Newton berechnete die Gravitation und wies auf Grund
seiner Beobachtungen von Planetenbahnen um die Sonne schon vor 290 Jahren
nach, daß es sich bei dieser Kraft um eine universale Größe, eine Naturkonstante handelt.
Gravitation ist zwischen allen Massen vorhanden, gleichgültig, wo sie
sich gerade befinden. Sie erklärt, weshalb ein Apfel zu Boden fällt, ein
locker gespanntes Seil durchhängt oder weshalb die Planeten scheinbar unverändert in ihrer Bahn um die Sonne verbleiben. Ihre Eigenbewegung ist das
Resultat eines Gleichgewichtszustandes zwischen Kräften innerhalb eines bestimmten Bezugssystems und im Einflußbereich eines Gravitationsfeldes.
Auch

-l-

�Auch die Erde und ihr Satellit, der Mond, bilden eines der unzähligen
Systeme im Kosmos, dessen einzelne "Glieder" ein gemeinsames Gravitationszentrum haben. Aber die Masse des Mondes greift an den Milliarden und Abermilliarden Materieteilchen, aus denen die Erde besteht, mit unterschiedlicher Stärke
an, weil diese Teilchen verschieden weit von der Masse des Mondes entfernt und
verschieden stark beweglich sind. Daraus erklären sich z.B. Ebbe und Flut oder
auch die Deformation von festem Gestein an oder nahe der Erdoberfläche unter
dem Einfluß der Massenanziehung des Mondes.
Während dabei die Erdkruste stellenweise um Zentimeter oder ein paar Dezimeter verformt wird und, gemessen an der flächenmäßigen Ausdehnung, in
einem normalerweise kaum wahrnehmbaren Ausmaß "pulsiert", können die Höhenunterschiede zwischen Ebbe und Flut an den Meeresküsten sogar mehr als 20 m
betragen. Das ist örtlich ganz verschieden und von sehr vielen zusätzlichen
Faktoren, u.a. vom Wind und vom Stand der Sonne (und damit von deren Massenanziehung als weiterer Komponente) abhängig.
Entsprechende Messungen wurden bisher nur auf der Erde durchgeführt. Beim
Unternehmen APOLLO 17 sollen nun zum ersten Mal Gravimeter auf einem anderen
Himmelskörper eingesetzt werden. Das eine dieser Instrumente, das die Astronauten bei ihren Erkundungsfahrten mitführen, wird absolute Messungen des örtlichen Schwerefeldes im Bereich des Landeplatzes ermöglichen. Das andere dagegen soll über einen längeren Zeitraum relative Werte der Gravitation unter
dem Einfluß der Massenanziehungskraft anderer kosmischer Objekte übermitteln.
Die für dieses Experiment zuständigen Wissenschaftler hoffen,, dabei auch
"Gravitationswellen" aus der Tiefe des Universums registrieren zu können.
Gravitationswellen spielen seit Einführung der allgemeinen Relativitätstheorie durch Albert Einstein im Jahre 1915 in der theoretischen Physik eine
Rolle. Demnach müßten beschleunigte Massen, sofern sie sich nicht gleichförmig

-2-

�gleichförmig parallel, sondern relativ zueinander und deshalb mit veränderlicher Massenanziehung bewegen, Gravitationswellen abstrahlen, die sich mit
Lichtgeschwindigkeit fortpflanzen. Diese Wellen führen Energie und Kraftmomente mit sich und sind somit in gewisser Weise elektromagnetischen Wellen vergleichbar. Während diese jedoch nur mit elektrischen Ladungen und Strömen in
Wechselwirkung treten, reagieren Gravitationswellen mit allen Formen von Materie
und Energie.
Der amerikanische Physiker Dr. Joseph Weber von der Universität Maryland
versucht seit fast eineinhalb Jahrzehnten, mit empfindlichen Detektoren Gravitationswellen zu erfassen. Durch ständige Verbesserung seiner Apparaturen
und seiner Meßtechnik glaubt Dr. Weber, daß ihm dies in den letzten drei Jahren
auch tatsächlich schon mehrfach gelungen sei und das Milchstuaßenzentrum als
"Strahlungsquelle" ausgemacht werden könne. Viele seiner Kollegen zweifeln
die Ergebnisse und ihre Interpretation an. Dennoch sind ähnliche Experimente
inzwischen an zahlreichen Instituten in aller Welt in Angriff genommen worden;
auch das Max Planck-Institut in Garching bei München befaßt sich damit.
Das größte Hindernis bei derartigen Experimenten ist eben die Tatsache,
daß die Energie möglicher Gravitationswellen für die meisten Objekte auf der
Erde viel zu klein ist, um hier überhaupt gemessen werden zu können. Deshalb
ist Weber schon seit langem dazu übergegangen, Detektoren mehr als 1 000 km
voneinander entfernt aufzustellen und sie durch Telefonverbindung miteinander
zu koppeln. Denn da es sich bei den von ihnen registrierten Vibrationen
- vielleicht - um die Wirkung einer kosmischen Kraft handelt, müßten diese
Vibrationen auf der Erde an vielen Orten gleichzeitig verzeichnet werden
können. Besser wäre es jedoch, sowohl von der Erde als auch einem anderen
Himmelskörper Meßdaten dafür zu bekommen, beide Objekte gewissermaßen als
"Antennen" für Gravitationswellen aus dem Kosmos zu benutzen.
Genau

-3-

�Genau das soll beim Unternehmen APOLLO 17 geschehen. Dr. Weber
schickt ein Oberflächengravimeter mit auf die Reise, dessen Meßdaten
möglicherweise auch über Gravitationswellen, die den Mond durchlaufen,
Auskunft geben. Allerdings wäre der Effekt nur dann als solcher zu erkennen, wenn zur gleichen Zeit Detektoren auf der Erde, wo allerdings
Ebbe und Flut, Druckveränderungen in der Atmosphäre und seismische Aktivität erhebliche Störeffekte ausüben, ihn ebenfalls registrierten.
In erster Linie aber gibt das Webersche Gravimeter, das nach dem
Prinzip einer empfindlichen Federwaage - mit einem Präzisionsgewicht aus
Wolfram und einer Spiralfeder - funktioniert und Schwingungen als Folge
der Aufnahme von Vibrationen in elektrische Meßwerte umsetzt, Auskunft
über den Massenanziehungseffekt der Erde, der Sonne und der übrigen Planeten des Sonnensystems auf dem Mond. Die Kräfte verändern sich ja ständig mit der jeweiligen Position der Himmelskörper zueinander. Jedenfalls
stellt der Mond für diese Art Untersuchungen ein geradezu ideales Experimentierfeld dar. Man erwartet, daß das Oberflächengravimeter etwa
zwei Jahre lang Daten übermittelt.

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NOCH MEHR SCHUTZ VOR IONISIERENDEN STRAHLEN

--(AD)-- Eine Gruppe prominenter amerikanischer Wissenschaftler hat vorgeschlagen, die für die allgemeine Bevölkerung zulässige Dosis an ionisierender Strahlung noch mehr zu reduzieren. In einem 470 Seiten umfassenden
Bericht begründet eine Kommission der Nationalen Akademie der Wissenschaften, welche sich speziell mit den biologischen Auswirkungen ionisierender
Strahlen befaßt, ihre vor allem für viele Gebiete der Medizin einschneidende Schlußfolgerung. Die Bedenken der Expertengruppe beruhen auf der Befürchtung, daß bei weiterer Anwendung von Röntgenstrahlen und anderen Quellen
ionisierender Strahlung im bisherigen Umfang die Häufigkeit der Krebserkrankungen und der Erbschädigungen in den kommenden Jahrzehnten zunehmen werde.
Die Untersuchungen, die dem Bericht vorausgingen, wurden auf Ersuchen
der US-Bundesbehörde für Umweltschutz und des amerikanischen Bundesministeriums für das Gesundheitswesen durchgeführt. Auf Grund der bisher gültigen
Bestimmungen ist pro Jahr eine Bestrahlungsdosis bis zu 170 Millirem (170
Tausendstel "röntgen cquivalent man" = biologisches Äquivalent von Röntgenstrahlung) zulässig. Diese Maximaldosis, die beispielsweise

durch vier

Röntgenaufnahmen vom Brustkorb Zustandekommen würde, möchte die Kommission
reduziert sehen. Sie befürchtet, daß andernfalls mit der Zeit die Todesfälle
als Folge von Krebs um 2 Prozent jährlich ansteigen würden. Denn die

-i-

�die Strahlenwirkung im Organismus summiert sich im Laufe der Jahre.
Auch in der Natur ist ionisierende Strahlung vorhanden. Sie entsteht
durch kosmische Strahlen oder den Zerfall radioaktiver Bestandteile von
Gestein, beispielsweise im Granit. In manchen Gegenden beträgt diese Dosis
sogar ein Mehrfaches der oben erwähnten Maximaldosis aus künstlichen Quellen.
Angesichts cieser Strahlenbelastung, gegen die sich niemand schützen kann,
sollte nach Meinung der Kommission die Belastung durch künstliche Strahlungsquellen so klein wie nur irgend möglich gehalten werden. In dieser Beziehung
seien noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. In dem Bericht werden
u.a. elektronische Geräte und Leuchtzifferuhren als mögliche Strahlungsquellen
erwähnt, bei denen noch mehr als bisher auf eine Verminderung ihrer Strahlen emmission hingearbeitet werden sollte.Die Bemühungen sollten sich jedoch
.rster Linie auf die weitere Verbesserung der Röntgentechnik und auf die
stärkere Beachtung und Entwicklung von Methoden richten, um die Einwirkung
von Röntgenstrahlen auf ein Mindestmaß zu beschränken. So wird u.a. in Frage
gestellt, ob Schirmbild-Massenuntersuchungen, beispielsweise auf Lungenkrebs
und Tuberkulose, tatsächlich im bisherigen Umfang erforderlich und ergiebig
genug seien. Zumindest sollte der Kreis der auf diese Weise zu untersuchenden
Personen durch mögliche anderweitige Tests wesentlich eingeschränkt werden.
Ähnliches gelte für diagnostische Untersuchungen beim Mann und bei Frauen
(z.B. zur Vornahme einer Mammographie), bei denen bereits eine Schwangerschaft
festgestellt wurde oder zu vermuten ist.

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STRAHLUNGSAUSBRUCH EINES RÖNTGENSTERNS

--(AD)— Um mehr als das 200fache ihrer normalen Intensität verstärkten
sich Anfang September 1972 die Radiosignale von Cygnus X-3, einer Röntgenstrahlungsquelle im Sternbild des Schwans. Dr. Mark A. Stull und Larry R.
D'Addario beobachteten die "Eruption" von Radiostrahlung über mehrere Tage
mit einem der modernsten Radioobservatorien der Welt - nämlich mit dem
aus fünf Parabolantennen bestehenden Interferometer des radiowissenschaftlichen Instituts der Stanford-Universität. Jede der Schüsselantennen des
Observatoriums hat 18 m Durchmesser.Die Antennen,die auf einer 205 m langen,
von Ost nach West verlaufenden Strecke montiert sind, können auf jede Radioquelle am Firmament gerichtet werden und diese beobachten, solange sie über
dem Horizont steht. Die Oberfläche der fünf Antennen zusammen entspricht
dem Auflösungsvermögen einer Einzelantenne von mehr als 200 m Durchmesser.
Die Meßdaten jeder Station werden separat aufgezeichnet und von einem
Computer wieder zusammengefügt, der auf Befehl den Durchschnittswert für
die Einzelmessungen ausdruckt.
Nie zuvor war ein derartiges Phänomen, das sich einige Wochen später
noch einmal wiederholte und auch von einigen anderen Radioobservatorien
erfaßt wurde, beobachtet worden. Der Ost-West-Durchmesser der unsichtbaren

�unsichtbaren Strahlungszunge betrug den Meßdaten zufolge auf dem 2,8 craBand (10 690 Megahertz) nicht mehr als fünf Bogensekunden. Mit dem optischen Fernrohr ist die Strahlungsquelle, einer der hellsten "Röntgensterne",
der bisher geortet wurde, nicht auszumachen. Niemand weiß genau, wie weit
sie von der Erde entfernt ist oder um was für ein Objekt es sich tatsächlich
handelt. Man glaubt jedoch, daß s_ch Cygnus X-3 in der Nähe eines optisch
gut sichtbaren Sternhaufens befindet, dessen Entfernung auf ca. 6 500 Lichtjahre geschätzt wird.
Cygnus X-3, vor ein paar Jahren mit Hilfe einer Forschungsrakete entdeckt, eröffnete der Astronomie eine neue Dimension. Inzwischen wurden
-vor allem durch entsprechend ausgerüstete Forschungssatelliten- mehr als
hundert Röntgenstrahler im Kosmos ausfindig gemacht. Eine ganze Anzahl von
ihnen gibt in diesem sehr kurzwelligen Bereich des elektromagnetischen Spektrums viel mehr Energie ab als im Bereich des sichtbaren Lichts oder der
Radiowellen.

-2-

�</text>
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                <text>&lt;p&gt;1. Information&lt;br /&gt;William P. Rogers bleibt Außenminister der USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kenneth Rush soll sein Stellvertreter werden -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Enger Vertrauter Nixons als NATO-Botschafter vorgesehen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Donald Rumsfeld soll nach Brüssel gehen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;George P. Shultz, Finanzminister mit erweirtem Aufgabenbereich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herbert Stein bleibt Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter M. Flanigan bleibt Vorsitzender des Rates für Internationale Wirtschaftspolitik&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter J. Brennan soll neuer Arbeitsminister werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung von Botschafter Peterson auf der KSZE-Vorbereitungskonferenz in Helsinki&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Koordinierung der Wirtschaftspolitik soll Stellung der USA in den kommenden Verhandlungen stärken&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellvertreterausschuss nahm Währungsgespräche in Washington auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Eugene Brake -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Rätselhafte Gravitation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von G. Weiss -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch mehr Schutz vor ionisierenden Strahlen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strahlungsausbruch eines Röntgensterns&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</text>
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Nummer

50

Inhalt

Dezember

u

1972

DOKUMENTATION:
Präsident
-Wortlaut

Nixon e r n e u e r t a m e r i k a n i s c h e E u r o p a - G a r a n t i e
d e s S c h r e i b e n s a n d e n NAT0~Rato

INFORMATION:
F r e d e r i c k B. Dent a l s n e u e r a m e r i k a n i s c h e r H a n d e l s m i n i s t e r

vorgesehen

James T . Lynn zum M i n i s t e r f ü r Wohnungsbau u n d S t ä d t e p l a n u n g

nominiert

Claude S. Brinegar s o l l a m e r i k a n i s c h e r Verkehrsminister^ werden
D r . E a r l L . Butz w e i t e r h i n L a n d w i r t s c h a f t s m i n i s t e r
Rogers C.B.Morton w i r d I n n e n m i n i s t e r
Richard Kleindienst

d e r USA

d e r USA b l e i b e n

bleibt amerikanischer

Justizminister

HINTERGRUNDMATERIAL:
USA b e t r ä c h t e n NATO^-Konferenz a l s e r f o l g r e i c h
Von P e t e r K a r e g e a n n e s
WIRTSCHAFT:
P r ä s i d e n t Nixon o r d n e t S o f o r t m a ß n a h m e n
P r e i s a u f t r i e b s an
US-Wirtschaftsbeirat
friedigt

z u r w e i t e r e n Eindämmung d e s

über w i r t s c h a f t l i c h e

E n t w i c k l u n g im November b e -

US-Handelskammer h o f f t a u f w e i t e r e H a n d e l s l i b e r a l i s i e r u n g
-Von u n s e r e m W i r t s c h a f t s k o r r e s p o n d e n t e n WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Nach APOLLO 1 7 : I r d i s c h e P r o b l e m e h a b e n V o r r a n g
Von W a l t e r F r ö h l i c h
Darmgrippe-Erreger
~US..Wissenschaftler
Drüsensekret

gefunden?
isolierten

Kleinstvirus-

a u s dem G e h i r n b e e i n f l u ß t

Depressionen

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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50/1972

PRÄSIDENT NIXON ERNEUERT AMERIKANISCHE EUROPA-GARANTIE
-Wortlaut des Schreibens an den NATO-Rat-

BRÜSSEL —(AD)-- Präsident Nixon hat in einem Schreiben an den Nordatlantikrat erneut versichert, daß die Vereinigten Staaten ihre Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, sofern die andere Seite nicht entsprechende Schritte ergreift. Das von dem
amerikanischen Außenminister William P. Rogers am 7. Dezember vor den NATOMinistern verlesene Schreiben des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"Wenn wir jetzt dem Jahre 1973 entgegengehen, stehen wir am Beginn von
Verhandlungen, die uns einem dauerhaften Frieden näher bringen können, der
das Ziel des nordatlantischen Bündnisses ist:
-- Es haben Sondierungen für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa begonnen.
-- Es werden in Kürze Sondierungen bezüglich beiderseitiger und ausgewogener Truppenreduzierungen beginnen.
-- Bilaterale Gespräche zwischen einzelnen Verbündeten und Mitgliedern
des Warschauer Paktes über Fragen der Sicherheit und des Friedens
dauern an.
Diese

�Diese Aussichten auf Frieden müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren. Diese konkurrierenden Anforderungen stehen im Wettstreit miteinander um die begrenzten Haushaltsmittel, die jedem einzelnen Verbündeten zur Verfügung stehen. Unsere Völker geben immer mehr den berechtigten innenpolitischen Erfordernissen einer
demokratischen und modernen Gesellschaft nach, während gleichzeitig die
Kosten einer modernen und verbesserten Verteidigung steigen.
Das wird die Stärke und Dynamik dieses Bündnisses auf eine Bewährungsprobe stellen, unsere geraeinsame Verteidigung in solchen Zeiten aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Aber diese Aufgabe muß bewältigt werden.
Was uns anbetrifft, so erneuern die Vereinigten Staaten ihr feierliches
Versprechen, daß wir bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten
unsere Streitkräfte in Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht
verringern werden, es sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende
Schritte.
Wir blicken auf Sie - auf Sie alle -, daß Sie die beachtlichen Anstrengungen fortsetzen, die Sie unternommen haben, um einen größeren Teil der
Lasten der gemeinsamen Verteidigung zu übernehmen. Auf seine eigene Weise
muß jeder Verbündete sicherstellen, daß sein Volk die fundamentalen Zusammenhänge versteht, die zwischen einer militärisch starken NATO und erfolgreichen
Verhandlungen bestehen. Ohne dieses Verständnis und ohne die Unterstützung
unserer Völker kann dieses Bündnis nicht überleben. Wenn Sie dies bedenken,
so bin ich zuversichtlich, daß die Staatsmänner und die freien Völker des
nordatlantischen Bündnisses weiterhin unverminderte Verteidigungsanstrengungen jedes einzelnen Mitgliedes unterstützen werden."

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FREDERICK B. DENT ALS NEUER AMERIKANISCHER HANDELSMINISTER VORGESEHEN

WASHINGTON —(AD)-- Als neuen Handelsminister der Vereinigten Staaten hat
Präsident Nixon den Industriellen Frederick B. Dent vorgeschlagen. Dent,
dessen Nominierung der Bestätigung durch den amerikanischen Senat bedarf,
soll die Nachfolge von Peter G. Peterson antreten, der das Amt des Handelsministers am 27. Januar 1972 übernommen hatte.
Peterson wird temporär den Posten eines Sonderbeauftragten des Präsidenten übernehmen und nach einer Informationsreise durch Europa und Asien
- und möglicherweise auch Lateinamerika - Vorschläge für eine bessere Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und der wichtigsten Handelspartner der USA ausarbeiten.
Frederick Baily Dent wurde am 17. August 1922 in Cape May im Staate
New Jersey geboren und schloß 1943 seine Studien an der Yale-Universität
ab. Von 1943 bis 1946 diente er in der Reserve der US-Marine.
Anschließend ging er in die Wirtschaft und spielte eine bedeutende
Rolle in der Textilindustrie. Er war Direktor der Firma Joshua L. Baily
&amp; Co. in New York und übernahm 1947 die Textilfirma Mayfair Mills _in

-1«

�in Arcadia im Staate South Carolina als Präsident. Daneben hatte er Direktoren-und Aufsichtsratsposten in mehreren anderen großen Unternehmen, darunter der National Bank von South Carolina, inne.
Dent gehört mehreren bedeutenden Textilindustrieverbänden an und ist
Treuhänder des Instituts für Textiltechnik.
Er ist verheiratet und hat zwei Söhne und drei Töchter.

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JAMES T. LYNN ZUM MINISTER FÜR WOHNUNGSBAU UND STÄDTEPLANUNG
NOMINIERT

V/ASHINGTON — ( A D ) — Der bisherige Staatssekretär im amerikanischen Handelsministerium, James T. Lynn, soll in der zweiten Amtsperiode Präsident
Nixons das Ministerin» für Wohnungsbau und Städteplanung übernehmen. Dies
gab das Weiße Haus am 5. Dezember bekannt. Er wird die Nachfolge von
George Romney antreten, der aus der Regierung ausscheiden will. Die Ernennung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden, wenn dieser im
Januar nächsten Jahres wieder zusammentritt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, wies im Zusammen«
hang mit der Nominierung Lynns auf die jüngsten Erklärungen Präsident Nixons
hin, daß während der nächsten vier Jahre auf innenpolitischem Gebiet große
Fortschritte erzielt werden müßten. Schon während der Amtszeit Romneys seien
wichtige Erfolge erreicht worden, und man erwarte, daß sich diese Entwicklung unter der Amtsführung von Lynn fortsetzen werde.
Lynn, der 45 Jahre alt ist, ist von Hause aus Anwalt. Im Jahre 1969
verließ er eine Anwaltsfirma in Cleveland im Staate Ohio und trat ins amerikanische Handelsministerium ein. Er war zunächst als Rechtsberater dieses
Ministeriums tätig und übernahm im April 1971 den Posten eines Staats-

�Staatssekretärs. Lynn war maßgeblich an den Handelsverhandlungen mit der
Sowjetunion beteiligt und gehörte neben Handelsminister Peterson zu der
amerikanischen Delegation, die die während der Moskauer Gipfelkonferenz
unterzeichnete Erklärung über die amerikanisch-sowjetischen Handelsbeziehungen ausarbeitete. Er war ferner an führender Stelle an den späteren Verhandlungen beteiligt, die zu einem umfassenden Handelsabkommen zwischen beiden
Ländern führten.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von James T.
Lynn zur Verfügung.

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CLAUDE S.BRINEGAR SOLL AMERIKANISCHER VERKEHRSMINISTER WERDEN
WASHINGTON --(AD)— Zum neuen amerikanischen Verkehrsminister während seiner
zweiten Amtsperiode hat Präsident Nixon am 7. Dezember den 46-jährigen
Industriellen Claude S. Brinegar nominiert. Er soll die Nachfolge von John A.
Volpe antreten, der die Vereinigten Staaten künftig als Botschafter in Italien
vertreten wird. Die Nominierung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt
werden.
Brinegar kommt aus der Ölindustrie. Er trat 1952 in die Union Oil Company
ein, in der er verschiedene hohe Posten - zuletzt den eines Vizepräsidenten innehatte. Außerdem gehört er dem Direktorium des American Petroleum Institute
an.
Zuvor hatte Brinegar an der Stanford-Universität (Kalifornien) studiert
und promoviert. Zu Anfang der fünfziger Jahre arbeitete er als Forschungsassistent am Food Research Institute in Stanford und war für verschiedene
Universitäten tätig.
Brinegar wurde am 16. Dezember 1926 in Rockport im Staate Kalifornien geboren. Von 1945 bis 1947 diente er in der US-Armee als Heeresflieger.
Brinegar ist verheiratet und hat drei Kinder.

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DR. EARL L. BUTZ WEITERHIN LANDWIRTSCHAFTSMINISTER DER USA

WASHINGTON --(AD)-- Der bisherige Landwirtschaftsminister der Vereinigten
Staaten, Dr. Earl L. Butz, ist von Präsident Nixon in seinem Amt bestätigt
worden. Butz war im November 1971 anstelle von Clifford M. Hardin an die
Spitze des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums berufen worden.
Während seiner bisherigen Tätigkeit hat sich Butz für die Erhaltung
einer gesunden Struktur der amerikanischen Farmen eingesetzt und sich gegen
die Landflucht ausgesprochen.
Am 3. Juli 1909 auf einer Farm in Albion im Staate Indiana geboren,
studierte Earl L. Butz an der Purdue-Universität in Lafayette, Indiana, wo
er 1937 zum Dr. phil.(Ph.D.) promovierte. Er nahm dann eine Lehrtätigkeit
an dieser Universität an; von 1946 bis 1954 leitete er das Agrarwissenschaftliche Institut. Anschließend wurde er von Präsident Eisenhower als Staatssekretär in das Landwirtschaftsministerium nach Washington berufen. Im Jahre
1957 kehrte er an die Purdue-Universität als Dekan der Landwirtschaftlichen
Fakultät zurück.
Im Jahre 1968 wurde er Leiter der Abteilung für weiterführende Bildung
und Vizepräsident der Purdue-Forschungsstiftung. Dr. Butz leitete auch die

�die amerikanische Delegation auf den Konferenzen der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen in Rom in den Jahren
1955 und 1957.
Als Landwirtschaftsexperte hat sich Dr. Butz einen internationalen Ruf
erworben und 30 Länder in fünf Kontinenten besucht. Er ist Autor zahlreicher
Publikationen auf seinem Fachgebiet.
Dr. Butz ist verheiratet und hat zwei Söhne.

4-H-f

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Dr. Earl L.
Butz zur Verfügung.

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ROGERS C.B. MORTON WIRD INNENMINISTER DER USA BLEIBEN

WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat im Zuge der Reorganisation seines
Kabinetts für die zweite Amtsperiode den bisherigen Innenminister der Vereinigten Staaten, Rogers CfB. Morton, in seinem Amt bestätigt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, gab am 5. Dezember bekannt, daß Innenminister Morton nach Auffassung des Präsidenten die
"starken und nachdrücklichen Führungsqualitäten" bewiesen habe, wie sie für
ein Amt von so weitreichendem sachlichen Umfang notwendig seien. Zum Zuständigkeitsbereich des amerikanischen Innenministers gehören vor allem
die Erschließung und Erhaltung der Bodenschätze und natürlichen Hilfsquellen der USA, während Polizei und innere Sicherheit der Aufsicht des Justizministeriums unterliegen.
Rogers C.B. Morton wurde am 19. September 1914 in Louisville im Staate
Kentucky geboren. Nach dem Studium an der Yale-Universität, das er 1937
mit dem Grad eines Bachelor of Arts abschloß, und dem Einsatz auf dem europäischen Kriegsschauplatz als Hauptmann, trat er 1946 als Vizepräsident in
ein familieneigenes Mühlen-und Nahrungsmittelunternehmen in Louisville
ein. Zwei Jahre später zum Präsidenten der Firma bestellt, vollzog er 1956
deren Fusion mit einem Großkonzern. Nach einer einjährigen Tätigkeit als

-1-

�a l s V i z e p r ä s i d e n t der D a c h g e s e l l s c h a f t w u r d e er 1952 in d e r e n A u f s i c h t s rat b e r u f e n . Er erwarb noch im g l e i c h e n Jahr eine Farm in der N ä h e von E a t o n ,
M a r y l a n d , w o er sich v o r allem der V i e h z u c h t w i d m e t e .
Im Jahre 1962 bewarb sich M o r t o n , Bruder des b e k a n n t e n E x - S e n a t o r s
Th,ruston B, M o r t o n , als r e p u b l i k a n i s c h e r K a n d i d a t erfolgreich um einen Sitz
im R e p r ä s e n t a n t e n h a u s , dem er nach v i e r m a l i g e r W i e d e r w a h l bis zur E r n e n n u n g
zum M i n i s t e r im Februar 1971 a n g e h ö r t e . A l s A b g e o r d n e t e r setzte sich M o r t o n
w i e d e r h o l t für eine V e r b e s s e r u n g d e s U m w e l t s c h u t z e s und eine E r w e i t e r u n g des
S y s t e m s der Nationalparks e i n ; er w a r M i t g l i e d m e h r e r e r A u s s c h ü s s e , zuletzt
des H a u s h a l t s a u s s c h u s s e s . Im Jahre 1969 ü b e r n a h m er auf W u n s c h P r ä s i d e n t
Nixons den V o r s i t z im B u n d e s k o m i t e e der R e p u b l i k a n i s c h e n P a r t e i .
Er ist v e r h e i r a t e t und hat eine T o c h t e r und einen S o h n .

1-1 III

A u f A n f o r d e r u n g stellen w i r Ihnen gerne eine P o r t r ä t a u f n a h m e v o n R o g e r s C.B.
M o r t o n zur V e r f ü g u n g .

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RICHARD KLEINDIENST BLEIBT AMERIKANISCHER JUSTIZMINISTER

--WASHINGTON -.(AD)— Der bisherige amerikanische Justizminister Richard
Kleindienst wird auch in der zweiten Amtsperiode Präsident Nixons das USJustizministerium leiten. Kleindienst wurde am 8. Dezember von Nixon in
seinem Amt bestätigt. Gleichzeitig gab das Weiße Haus bekannt, daß Professor Robert Bork von der Yale-Universität neuer amerikanischer Generalanwalt
werden soll, wenn der bisherige Inhaber dieses Amtes, Erwin Griswold, im
Frühjahr 1973 in den Ruhestand tritt.
Aus dem amerikanischen Justizministerium scheiden fünf höhere Vertreter,
darunter der stellvertretende Justizminister, Ralph Erickson, sowie der Leiter der Abteilung für Bürgerrechtsfragen, David Norman, aus. Beide sollen
mit neuen Aufgaben betraut werden.
Zum stellvertretenden Generalanwalt hat Präsident Nixon die Chicagoer
Anwältin Mrs. Jewel Lafontant vorgesehen. Mrs. Lafontant, eine Schwarze, gehört der amerikanischen Delegation bei den Vereinten Nationen an. Sie wird
ihr neues Amt zusammen mit Professor Bork antreten.
Kleindienst gehört dem amerikanischen Justizministerium seit dem 31. Januar 1969 an. Damals wurde er zum stellvertretenden Justizministerium ernannt. Als der damalige Justizminister John Mitchell im März 1972 sein Amt

-1-

�Amt niederlegte, um die Vorbereitungen des Wahlkampfes für Präsident Nixon
zu leiten, wurde Kleindienst vom Präsidenten mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Justizministers beauftragt.
Der in Arizona gebürtige 48jährige Kleindienst war bereits lange vor
seinem E.'ntritt in das Justizministerium im politischen Leben seines Heimatstaates aktiv tätig gewesen. Er wurde in Winsley, Arizona, als Sohn eines
Eisenbahners geboren und besuchte dort auch die Volksschule. Von 1942 bis
1954 diente Kleindienst in der amerikanischen Luftwaffe, aus der er nach
Kriegsende mit dem Range eines Oberleutnants entlassen wurde. Anschließend
studierte er an der Harvard-Universität Jura, legte 1947 sein Examen mit magna
cum laude ab und promovierte 1950.
Unmittelbar nach Beendigung seines Studiums trat Kleindienst in eine Anwaltsfirma in Arizona ein,und bald darauf wurde er Partner der Anwaltsfirma
Shimmel, Hill, Kleindienst and Bishop. Von 1953 bis 1954 gehörte er dem Abgeordnetenhaus von Arizona an. Im Jahre 1964 unterstützte er aktiv die Präsidentschaftskandidatur von Senator Barry Goldwater, während er sich gleichzeitig,
allerdings erfolglos, um das Amt des Gouverneurs seines Heimatstaates bevarb.
Kleindienst ist verheiratet und hat vier Kinder.

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Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Richard Kleindienst zur Verfügung.

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USA BETRACHTEN NATO-KONFERENZ ALS ERFOLGREICH

Von Peter Karegeannes

WASHINGTON — ( A D ) — Die jüngste MinistertagLing der NATO in Brüssel - übrigens
die 50. Sitzung des Nordatlantikrates - wird von amerikanischer Seite als
erfolgreich bezeichnet. Für die Vereinigten Staaten ist und bleibt es wichtig, daß die Bündnispartner an der atlantischen Allianz festhalten, die
über zwanzig Jahre lang den Frieden in Europa gewährleistet hat.
Die Einstellung der USA kommt klar und deutlich in dem Schreiben zum
Ausdruck, das Präsident Nixon an die im Nordatlantikrat tagenden Minister
gerichtet hat. Er spricht von den Vorbereitungen für eine Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und den Sondierungen für beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen (MBFR) und sonstigen Entspannungsbemühungen. "Diese Aussichten auf Frieden", so heißt es in dem Schreiben
des Präsidenten, "müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren."
Außenminister Rogers hat vor seiner Rückreise nach Washington darauf
hingewiesen, daß bei den Verbündeten eine weitgehende Einigkeit der Zielsetzungen bezüglich KSZE und MBFR herrsche. Auch Rogers unterstrich mit Nachdruck, daß gerade bei einer Verbesserung der Ost-West-Beziehungen das atlan-

-1-

�atlantische Bündnis seine Stärke aufrechterhalten müsse. Die Vereinigten
Staaten, so sagte er in anderem Zusammenhang,würden auf jede einseitige Verringerung der Verteidigungskraft des Westens besorgt reagieren, umgekehrt
hat Präsident Nixon das "feierliche Versprechen" der USA erneuert, daß sie
"bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten unsere Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, es
sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende Schritte."
Der amerikanische Außenminister ließ in Brüssel keinen Zweifel daran,
daß sich die Außenpolitik der USA im Jahre 1973 verstärkt auf Europa richten werde - und er hat am Rande der NATO-Konferenz natürlich auch mit den
führenden Vertretern der Europäischen Gemeinschaft gesprochen und darauf hingewiesen, daß für die bestehenden Probleme zwischen Amerika und der Gemeinschaft im kommenden

Jahr eine Lösung angestrebt werden müsse.

Die Vereinigten Staaten - wie auch Großbritannien und Frankreich - haben
ganz offensichtlich auch mit der Bundesrepublik Deutschland über die künftigen Beziehungen zur DDR Einigung erzielt.
Was die militärische Seite des Bündnisses angeht, so hat; der amerikanische Verteidigungsminister Melvin Laird - der aus seinem Amt ausscheidet und
zum letzten Mal als Minister an einer NATO-Konferenz teilnahm - die Einstellung der Bündnismitglieder und den in den letzten Jahren erzielten Fortschritt
einfach als "realistisch" bezeichnet. Das Streitkräfteverbesserungsprogramm
der europäischen Partner (EDIP) lasse einmal erkennen, daß Westeuropa bereit
sei, einen größeren Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung zu leisten, und sich
zum anderen klar darüber sei, daß Entspannung nicht ohne Verteidigungsbereitschaft zu haben ist.
Auch Laird warnte vor einseitigen Kürzungsmaßnahmen der westlichen Verbündeten, da durch diese.der Erfolg der MBFR-Verhandlungen gefährdet und die

-2-

�I

die Aussichten von SALT II geschmälert werden würden. Der amerikanische Verteidigungsminister unterstrich die Zusage seines Präsidenten, daß die Vereinig,
ten Staaten ihre Truppen in Europa aufrechterhalten und verbessern wollen
- vorausgesetzt, daß auch die europäischen Partner eine solch entschlossene
Haltung zeigen.

-H-++-

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PRÄSIDENT NIXON ORDNET SOFORTMASSNAHMEN ZUR WEITEREN EINDÄMMUNG
DES PREISAUFTRIEBS AN

WASHINGTON ..(AD)-» Präsident Nixon wird den neuen amerikanischen Kongreß
nach dessen Zusammentreten im Januar im Rahmen der ständigen Bemühungen
der Administration um eine Eindämmung des Preisauftriebs um eine Ermächtigung ersuchen, die Lohn-und Preiskontrollen weiter zu verlängern.
Diese Entscheidung hat der amerikanische Finanzminister George Shultz
jetzt zusammen mit einer Reihe anderer Maßnahmen zur Einschränkung der Regierungsausgaben vor der Presse bekanntgegeben. Nach den Angaben von Shultz
will Präsident Nixon die Bundesausgaben für das laufende, am 30. Juni 1973
endende Haushaltsjahr auf etwa 250 Milliarden Dollar beschränken. Diesbezügliche Gesetzesmaßnahmen waren vom letzten Kongreß jedoch abgelehnt worden.
Als Sofortmaßnahme zur Einschränkung der Bundesausgaben hat der Präsident jetzt einen Einstellungs-und Beförderungsstopp für alle Bundesbediensteten und Angehörigen der US-Streitkräfte angeordnet. Diese am 11. Dezember
erlassene Verfügung soll zumindest bis zur Einbringung des neuen Haushaltes
für das am 1. Juli beginnende Finanzjahr 1973/74 in Kraft bleiben. Sie
schließt auch ein Verbot von Gehaltserhöhungen für Führungskräfte sowie wesentliche Personalkürzungen in dem persönlichen Mitarbeiterstab des Präsidenten

-1-

�Präsidenten ein. Die für Januar vorgesehene lineare Gehaltserhöhung soll davon allerdings nicht betroffen sein. Präsident Nixon hatte es in seinem Erlaß als das Ziel bezeichnet, "eine unnötige und verschwenderische Ausweitung
des Bundeshaushaltes zu verhindern". Gleichzeitig sollen alle Regierungsprogramme auf eine mögliche Straffung hin überprüft werden.
ShultZj der erst kürzlich von Präsident Nixon mit der Gesamtplanung der
amerikanischen Wirtschaftspolitik betraut worden war, teilte weiter mit, daß
gegenwärtig auf Kabinettsebene Konsultationen geführt würden, um die genaue
Form der Kontrollen festzulegen, die am besten die für 1973 erwartete Fortsetzung des Wirtschaftswachstums gewährleisten. Eine Entscheidung darüber, ob
die bisherigen Kontrollen einfach über den 30. April hinaus verlängert oder ob
sie teilweise modifiziert werden sollten, sei noch nicht getroffen worden.
Genauso sei noch nicht entschieden, wie lange die nächste Phase der Lohnund Preisrichtlinien dauern sollte. Es werde jedoch, so betonte Shultz, ein
System von Kontrollen geben, das ein gesetzlich bindendes Element ähnlich
den derzeitigen Bestimmungen - vielleicht auch etwas modifiziert - enthält.
Eine Rückkehr zu freiwilligen Leitzahlen sei damit ausgeschlossen.
Das gegenwärtige wirtschaftliche Stabilisierungsprogramm enthält gesetzlich bindende Kontrollen für Löhne und Preise« Die Lohnkontrollen werden von
einem Lohnausschuß und die Preiskontrollen von einem Preiskomitee überwacht.

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50/1972

US-WIRTSCHAFTSBEIRAT ÜBER WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IM NOVEMBER
BEFRIEDIGT

WASHINGTON «-(AD)— Der Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons ist über den
Rückgang der Arbeitslosenquote im November auf 5,2 Prozent befriedigt und
sieht auch in dem relativ stärkeren Anstieg der Preise im Berichtsmonat
keine Beeinträchtigung der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung in
den USA.
Dies geht aus zwei Erklärungen hervor, die der Wirtschaftsbeirat dieser Tage zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie dem Anziehen der Großhandelspreise im November veröffentlichte. Die von dem Vorsitzenden des
Wirtschaftsbeirates, Herbert Stein, abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Der Rückgang der Arbeitslosenquote im November von 5,5 auf 5,2 Prozent
ist als Zeichen der Verbesserung der Beschäftigungslage zu werten, die sich
seit eineinhalb Jahren stetig vollzieht. Dieser Veränderung der Statistiken
innerhalb eines Monats, die auf Stichproben beruht und noch der Ausschaltung
saisonaler Faktoren bedarf, ist an sich keine zu große Bedeutung beizumessen.
Gegenüber einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent im November 1971 bedeutet
dieser Rückgang jedoch eine sehr wesentliche Verbesserung, die in Einklang

-1-

�Einklang mit dem stehts was Produktion und Beschäftigtenstand erwarten ließen.
Die Zunahme der zivilen Beschäftigung seit Beginn der neuen Wirtschaftspolitik ist genauso eindrucksvoll und ermutigend«
Die Arbeitslosenquote war im November 1972 niedriger als in allen Monaten seit August 1970, und bei den Haushaltsvorständen war sie mit 2,9 Prozent die niedrigste seit Juni 1969.
Wir haben allen Grund zu der Annahme, daß die gegenwärtig sich vollziehende starke wirtschaftliche Expansion auch in den kommenden Monaten anhalten
und ein weiteres Ansteigen der Beschäftigtenzahl sowie einen Rückgang der
Arbeitslosigkeit mit sich bringen wird. Natürlich wird es in den monatlichen
Statistiken Schwankungen nach oben und unten geben, aber wir sind zuversichtlich, daß die grundlegende Entwicklung weiterhin positiv verlaufen wird."
Die von dem Wirtschaftsbeirat zur Entwicklung der Großhandelspreise im
November herausgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Dem starken Anziehen der industriellen Großhandelspreise im November
waren im September und Oktober sehr geringe Preissteigerungen vorausgegangen.
Wir betrachten den Preisanstieg im November nicht als eine Verschlimmerung der
inflationistischen Entwicklung.
Wir sind besonders ermutigt darüber, daß die Preise der industriellen Erzeugnisse in den letzten sechs Monaten - auf Jahresbasis - nur um 3,2 Prozent
angestiegen sind und in den letzten drei Monaten - auf Jahresbasis - nur um
2,2 Prozent, Die Preise für Agrarerzeugnisse haben aufgrund der gestiegenen
Nachfrage - im Inland und im Ausland - weiterhin schnell angezogen.
Die Preisentwicklung der letzten Monate zeigt, daß zwar Fortschritte erzielt worden sind, daß die Regierung jedoch weiterhin den Preisauftrieb auf
jede nur wirksame Weise bekämpfen muß. Die Regierung ist verpflichtet, dies
zu tun, und betrachtet ihre Bemühungen um eine Kontrolle des Haushalts im gegegenwärtigen Zeitpunkt als einen entscheidenden Faktor in diesem Kampf."
Der

-2-

�Der Index der Großhandelspreise in den USA war im November nach Angaben
des amerikanischen Arbeitsministeriums um 0,6 Prozent gestiegen, was einer
Jahresrate von 7,2 Prozent entsprechen würde. Der größte Teil dieses Preisanstiegs entfiel jedoch auf Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, bei denen die
Preisentwicklung oft sprunghaft und unberechenbar ist, während die industriellen Großhandelspreise, die als ein zuverlässigeres Zeichen für die allgemeine
Preisentwicklung anzusehen sind, saisonbereinigt lediglich um 0,4 Prozent
anzogen.

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50/1972

US-HANDELSKAMMER HOFFT AUF WEITERE HANDELSLIBERALISIERUNG

•Von unserem Wirtschaftskorrespondenten-

WASHINGTON -™(AD)-- Die Welt kann in den siebziger Jahren so große Fortschritte in Richtung auf eine weitere Liberalisierung des Handels machen,
daß die in den sechziger Jahren erzielten Erfolge demgegenüber völlig verblassen.
Diese Ansicht vertrat der Vizepräsident der amerikanischen Handelskammer, Arch N, Booth, auf einer Pressekonferenz nach seiner Rückkehr von einer
Reise durch sieben europäische Länder. Er hege nicht den geringsten Zweifel,
so betonte Booth, daß die europäischen und die amerikanischen Geschäftsleute
echte Gespräche über eine Ausweitung des Handels und der Investitionsmöglichkeiten für alle wollten. Seines Erachtens sollten die USA und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Vorverhandlungen bestehende Schwierigkeiten beseitigen und den Weg für die 1973 anberaumte multinationale Runde
von Handelsverhandlungen ebnen. Die erweiterte EWG bedeute für die Vereinig»
ten Staaten einen verstärkten Wettbewerb auf den Weltmärkten, biete aber
auch neue Handelsmöglichkeiten,wenn es gelinge, zu multilateralen Handelsvereinbarungen zu kommen«, Die amerikanische Handelskammer unterstütze einen

-1-

�einen freieren Handel auf der Basis der Gegenseitigkeit.
Allerdings, so fügte Booth hinzu, gelte es noch verschiedene Probleme
zu überwinden. Es müsse ein neues flexibleres Währungssystem mit einer flexibleren Rolle für den US-Dollar geschaffen werden. Die Situation auf den Weltmärkten habe sich geändert, und der amerikanische Geschäftsmann sehe sich
heute, was Handel und Investitionen anbetreffe, einem scharfen Wettbewerb gegenüber.
Auf den Agrarhandel eingehend betonte Booth, daß gerade die landwirtschaftlichen Exporte für die amerikanische Zahlungsbilanz von großer Bedeutung
seien.Die gemeinsame Agrarpolitik der EWG mache es den amerikanischen Getreideexporteuren schwer, im freien Wettbewerb zu bestehen. Er möchte jedoch annehmen, daß einige europäische Länder immer mehr zu Viehzucht übergehen würden und so die Nachfrage nach amerikanischem Futtergetreide in Europa steigen
werde. Die Vereinigten Staaten wie auch die EWG, so erklärte Booth, müßten
beide Anpassungen in ihrer Agrarpolitik vornehmen, und beide Seiten sollten
einige Änderungen akzeptieren, die sich vielleicht nicht sofort, aber doch
auf lange Sicht auswirken würden.
Die Europäer, so führte Booth weiter aus, seien einmal über das Fortbestehen des amerikanischen ASP-Systems (Verzollung nach dem Verkaufspreis) und
zum anderen über die Möglichkeit einer etwaigen Verabschiedung des umstrittenen Burke-Hartke-Gesetzes besorgt. Bei Verabschiedung dieses Gesetzes würden
einmal Importquoten für Einfuhren in die USA verhängt und zum anderen die Besteuerung amerikanischer multinationaler Gesellschaften erhöht, was zusammen
zu einem Rückgang der US^Einfuhren um bis zu 10 Milliarden Dollar führen könnte. In diesem Zusammenhang wies Booth darauf hin, daß die USA keineswegs das
einzige Land mit multinationalen Gesellschaften seien und daß die amerikanische
Wirtschaft ausländische Investitionen in den USA nur begrüßen würde. Allerdings, so räumte Booth ein, stellten die riesigen Kapitalbewegungen der

-2-

�der multinationalen Gesellschaften ein echtes Problem dar., und eine Lösung
hier sei noch nicht in Sicht. Es sollte eine internationale Konferenz zur Erörterung dieser Fragen einberufen werde)., doch sollte man sich hütens auf
einer solchen Konferenz den multinationalen Gesellschaften ein festes System
oder Bestimmungen aufzuzwingen.
Booth hatte mit seiner Delegation auf

3iner fast vierwöchigen Rundreise

durch Westeuropa Großbritannien, Frankreich, die Bundesrepublik, Belgien, die
Schweiz, Italien und Spanien besucht,. Die Delegation plant, ihre Feststellungen
in einem Bericht zusammenzufassen und diesen Präsident Nixon zusammen mit
Empfehlungen für die künftige Handelspolitik der USA vorzulegen.

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50/1972

NACH APOLLO 17: IRDISCHE PROBLEME HABEN VORRANG
Von Walter Fröhlich

--(AD)-- Der spektakuläre Nachtstart des Raumschiffs APOLLO 17 von der
Atlantikküste Floridas signalisierte das Ende einer Phase im amerikanischen
Raumfahrtprogramm. Präsident Nixon ging in seiner Botschaft an die Astro»
nauten des letzten APOLLO-Unternehmens darauf ein, als er hervorhob, daß
künftige Projekte auf dieser Phase von mehr als zehn Jahren Dauer aufbauen
und "jene, die danach kommen, auf den Schultern der Männer von APOLLO"
stehen werden.
Vielleicht wird der APOLLO 17-Flug zum Mond für das Raumfahrtzentrum
von Houston die letzte Aufgabe dieser Art in unserem Jahrhundert sein. Man
wendet sich dort bereits anderen Projekten zu, bei denen die Erde im Mittelpunkt steht. Seit Monaten ist in einem Kontrollraum, der sich in nichts
von dem unterscheidet, von dem aus das APOLLO 17-Unternehmen dirigiert wird,
das Training für bemannte Flüge im erdnahen Raum bis zum Jahre 1975 in Gang.
Sie haben zum Ziel, die in der ersten Phase gesammelten Erfahrungen für

-l-

�für Gebiete zu nutzen, die der ganzen Menschheit zugute kommen.
In einem dem Kontrollzentrum benachbarten Gebäude proben Austronauten-,
Ingenieur-und Wissenschaftlerteams an einem naturgetreu nachgebildeten Modell von SKYLAB die für das Jahr 1973 vorgesehenen drei Flüge in der ersten
experimentellen Raumstation der Vereinigten Staaten. Die Station soll am
30. April 1973 in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Nach den gegenwärtigen Plänen werden die drei amerikanischen Astronautengruppen mehr Zeit darin verbringen, als alle Astronauten von MERCURY bis APOLLO im Weltraum
und auf dem Mond verbracht haben. Von den SKYLAB-Experimenten, den intensivsten Untersuchungen, die bisher für Weltraumaufgaben erdacht wurden, erhoffen die Forscher neue Einsichten und Methoden für die verschiedensten Gebiete, insbesondere für Medizin und Biologie, Umweltschutz, Erschließung und
Bewirtschaftung natürlicher Hilfsquellen, industrielle Fertigungsverfahren,
Energieproduktion, Vorhersage und Beeinflussung des Wetters,
Zwischen dem Raumfahrtzentrum Houston und den zuständigen Stellen in
der Sowjetunion ist seit einigen Monaten ein lebhafter Besucheraustausch im
Gang. Die Delegationen besprechen die technischen Details des für 1975 vorgesehenen Koppelmanövers eines APOLLO-Raumschiffs mit einem SOJUS-Raumschiff
in einer Erdumlaufbahn. In anderen Abteilungen des Raumfahrtzentrums arbeiten Ingenieure und Astronauten bereits an Einzelprojekten für den wiederverwendbaren Raumtransporter. Die ersten Flüge einer solchen "Fähre" von der
Erde zu Raumstationen und zurück werden Ende dieses Jahrzehnts erwartet.
Schon Anfang der 80er Jahre könnten Passagiere mitgenommen werden, die keine
Astronauten sind. Der Raumtransporter ermöglicht es u. a.,unbemannte Satelliten
anzufliegen, um sie in der Umlaufbahn zu reparieren od,er zu überprüfen und so
den Betrieb unbemannter Geräte zu verbilligen.
Das

�Das Zentrum Houston wird für lange Zeit die wissenschaftliche Zentrale
der Mondforschung bleiben. Hier werden alle Meßdaten gesammelt, die von den
unbemannten automatischen Stationen an den verschiedenen Landeplätzen der
APOLLO-Expeditionen auf dem Mond zur Erde gefunkt werden. Hier laufen auch
alle Informationen zusammen, die Wissenschaftler in aller Welt als Ergebnisse
ihrer Untersuchungen von Boden-und Gesteinsproben vom Mond bekanntgeben. Und
die Forschung wird noch lange damit zu tun haben, dies alles auszuwerten und
zu interpretieren.

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5P/1972

DARMGRIPPE-ERREGER GEFUNDEN ?
- US-Wissenschaftler isolierten Kleinstvirus -

-O»(AD)«~-

"Darmgrippe" ist eine unangenehme, wohl allseits bekannte Er-

krankung. Eine Gruppe von Medizinern in Bethesda (Maryland) glaubt nunmehr, mit Hilfe des Elektronenmikroskops den Erreger dieser auch als
"Reisekrankheit" und "akute infektiöse Gastroenteritis" bezeichneten Erkrankung gefunden zu haben. Es handelt sich offenbar um ein Virus, das
zu den kleinsten überhaupt gehört, die man bisher zu isolieren vermochte.
Wissenschaftler des Instituts für Infektionskrankheiten an den Medizinischen Bundesforschungsanstalten (NIH) der USA konnten es optisch darstellen, indem sie es zunächst auf das 45tausendfache seiner natürlichen Größe
und, durch weitere fotografische Techniken auf das 250-tausendfache vergrösserten. Es sieht aus wie ein vieleckiger WürfeL.
Die Forscher hoffen, nach diesem Anfangserfolg den Erreger, bei dem
es sich ihres Erachtens kaum um etwas anderes als ein Virus handeln kann,
im Laboratorium in Kulturen zu züphten. Das wäre der erste Schritt, um
eines Tages auch Impfstoffe gegen die Erkrankung zu entwickeln. Allerdings
sind zuvor noch manche Fragen zu klären - u.a. auch die, ob es sich dabei
um das einzige Virus handelt, das die in den meisten Fällen schon nach

„l-

�nach einem oder zwei Tage abgeklungenen Krankheitserscheinungen verursacht,
oder ob mehr Viren beteiligt sind. Wenn letzteres der Fall ist - wie wir es
von den sogenannten Erkältungskrankheiten kennen -, dürften Schutzimpfungen
noch lange Zeit auf sich warten lassen.

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DRÜSENSEKRET AUS DEM GEHIRN BEEINFLUSST DEPRESSIONEN

--(AD)-- Die Biochemie der Depressionen ist noch weitgehend ungeklärt. Aber
die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, daß geistige Störungen
weitgehend auf abnormen neurochemischen Vorgängen im Gehirn beruhen. Manche
Forscher glauben auch, daß u.a. ein Mangel an bestimmten Hormonen oder die
Blockierung der Ausschüttung solcher Hormone - beispielsweise von Noradrena%

lin, das im Nebennierenmark und im gesamten sympathischen Nervensystem gebildet wird - Depressionen verursachen. Die Milderung der Symptome von Depression durch gewisse Pharmaka führen sie darauf zurück, daß unter der Wirkung der Medikamente den Nervenzellen vermutlich mehr Noradrenalin zugeführt
wird.
Zwei Gruppen amerikanischer Wissenschaftler - u.a.Dr. A. Prange und
Dr. I. Wilson von der Universität Nordkarolina, Dr. Kastin (Tulano University) und Dr. R. Ehrensing (Staatsuniversität Louisiana) - kamen jetzt unabhängig voneinander zu der Auffassung, daß mit einem Hormon des Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) und zwar mit TRH (Thyrotropin Releasing Hormone),
Depressionszustände offenbar recht wirksam zu bekämpfen sind. Bei dem
Pepstid TRH handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) dazu anregt, Thyreotropin (TSH) zu produzieren, das seinerseits

-l-

�seinerseits die Schilddrüse veranlaßt, Thyroxin (Schilddrüsenhormon) zu produzieren.
Schon seit geraumer Zeit spielen Hormone, z.B. Hormone der Schilddrüse
und Östrogene, bei der Behandlung von

Depressionen eine Rolle. Bei den Unter-

suchungen und Experimenten der beiden Forschergruppen, deren Ergebnisse mit
sorgfältig durchgeführten Placebo-Versuchen bestätigt werden konnten, hat man
nun zum ersten Mal ein Zwischenhirn-Hormon angewandt. Dr. Prange, Dr. Kastin
und Dr. Ehrensing heben jedoch ausdrücklich hervor, daß ihre Studien noch
nicht abgeschlossen seien und die Effektivität des TRH-Wirkstoffs durch weitere Versuche exakt bestimmt werden müsse. Umfassende künftige Untersuchungen
werden durch den Umstand außerordentlich erleichtert, daß TRH bereits synthetisiert worden ist und in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.

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                <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon erneuert amerikanische Europa-Garantie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Schreibens an den NATO-Rat -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Frederick B. Dent als neuer amerikanischer Handelsminister vorgesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;James T. Lynn zum Minister für Wohnungsbau und Städteplanung nominiert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Claude S. Brinegar soll amerikanischer Verkehrsminister werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dr. Earl L. Butz weiterhin Landwirtschaftsminister der USA&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rogers C.B. Morton wird Innenminister der USA bleiben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richard Kleindienst bleibt amerikanischer Justizminister&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA betrachten NATO-Konferenz als erfolgreich&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Peter Karegeannes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon ordnet Sofortmaßnahmen zur weiteren Eindämmung des Preisauftriebs an&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Wirtschaftsbeirat über wirtschaftliche Entwicklung im November befriedigt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Handelskammr hofft auf weitere Handelsliberalisierung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nach APOLLO 17: Irdische Probleme haben Vorrang&lt;br /&gt;Von Walter Fröhlich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darmgrippe-Erreger gefunden?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Wissenschaftler isolierten Kleinstvirus -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drüsensekret aus dem Gehirn beeinflusst Depressionen&lt;/p&gt;</text>
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20. Dezember 1972

51

Inhalt
DOKUMENTATION:
Erklärung Kissingers zum Stand der Vietnam-Verhandlungen
-Pressekonferenz vom 16. Dezember-

INFORMATION:
John A. Scali soll neuer US-Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen
werden
Sonderprogramm der Fulbright-Kommission für Bildungsexperten im Jahre
1973
WIRTSCHAFT:
Ein Jahr Smithsonian-Abkommen
Von Eugene Brake
1972 brachte nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung für die USA
Von John Holway

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
APOLLO 17: Sonderbonus für die Wissenschaft
-Die automatischen Meßstationen liefern noch jahrelange ForschungsdatenKalziumbestimmung im Blutserum
Laser-Nachrichtensystem
Die vorliegende Ausgabe von INFORMATION UND DOKUMENTATION ist die letzte
in diesem Jahr.
Wir wünschen allen Beziehern ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches
Neues Jahr.

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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51/1972

ERKLÄRUNG KISSINGERS ZUM STAND DER VIETNAM-VERHANDLUNGEN
•Pressekonferenz vom 16.Dezember-

WASHINGTON — ( A D ) — Der Sonderberater Präsident Nixons für Fragen der Nationalen Sicherheit, Dr. Henry A. Kissinger, hat am 16. Dezember auf einer
Pressekonferenz im Weißen Haus über den Stand der Vietnamverhandlungen berichtet. Er gab hierzu eine längere Erklärung ab, die folgenden Wortlaut
hat:
Meine Damen und Herren,
wie Sie wissen, habe ich dem Präsidenten berichtet und mit dem Außenminister, dem Vizepräsidenten, dem Verteidigungsminister, dem Chef des Gemeinsamen Stabes sowie anderen maßgeblichen Regierungsvertretern konferiert.
Ich treffe heute mit Ihnen hier zusammen, weil es unser Wunsch war, Ihnen
über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen Bericht zu erstatten.
Sie werden sicherlich verstehen, daß ich nicht in Einzelheiten bestimmter Fragen gehen kann, aber ich werde Ihnen eine möglichst faire und ehrliche Darlegung des allgemeinen Trends der Verhandlungen geben.
Lassen

-1-

�Lassen Sie mich dies zunächst in drei Teilen tun: erstens, was führte
uns Ende Oktober zu der Überzeugung, daß der Friede bevorstand; zweitens, was
ist seither geschehen; drittens, wie geht es nun weiter?
Ende Oktober hatten wir soeben drei Verhandlungswochen mit den Nordvietnamesen beendet, Wie Sie alle wissen, unterbreiteten uns die Nordvietnamesen am 8. Oktober einen Vorschlag, der - wie sich dann herausstellte - die
Hauptprinzipien zu reflektieren schien, die der Präsident immer als Bestandteil der amerikanischen Position hervorgehoben hatte. Diese Grundsätze besagten, daß es eine bedingungslcse Freilassung aller amerikanischen Gefangenen
in ganz Indochina geben müsse; daß zweitens in ganz Indochina eine Waffenruhe
Zustandekommen müsse, und zwar durch verschiedene, den Verhältnissen der betroffenen Länder entsprechende Mittel; daß wir drittens bereit seien, unter
diesen Bedingungen unsere Truppen innerhalb eines beiderseitig vereinbarten
Zeitraums abzuziehen; daß wir viertens dem politischen Ergebnis der Zukunft
Vietnams nicht vorgreifen, daß wir keine besondere Lösung aufzwingen, daß wir
nicht auf unserer besonderen Lösung bestehen wollten,
Das Abkommen, das sich im Laufe des Ol tober herauskristallisierte, schien
uns diese Prinzipien genau zu reflektieren. Gegen Ende Oktober dann stießen
wir auf eine Reihe von Schwierigkeiten

Weil wir die Atmosphäre, die zu einer

schnellen Regelung führen konnte, erhalten wollten^

erwähnten wir zum damali»

gen Zeitpunkt zwar diese Schwierigkeiten auf unseren Presseunterrichtungen,
gingen jedoch nicht im einzelnen auf sie ein.
Lassen Sie mich nunmehr zusammenfassen;, welcher Art diese Probleme Ende
Oktober waren:
Es wurde deutlich, daß damals eine massive kommunistische Anstrengung vorbereitet wurde, in ganz Südvietnam einen Angriff zu starten, der einige Tage
vor der Verkündigung einer Waffenruhe eingesetzt und noch einige Wochen nach

2-

�nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe fortgedauert hätte.
Zweitens, es gab ein Interview des nordvietnamesischen Ministerpräsidenten, welches besagte, daß die politische Lösung, auf der wir immer als Bestandteil unserer politischen Prinzipien beharrt hatten, nämlich, daß (Südvietnam)
keine Koalitionsregierung aufgezwungen würde, nicht so klar war, wie dies aus
den Verhandlungsunterlagen hervorging.
Drittens, wie keinem entgehen konnte, stießen wir auf einige spezifische
Einwände von Seiten Saigons.
Aufgrund dieser Umstände schlugen wir Hanoi eine weitere Verhandlungsrunde vor, um diese Schwierigkeiten zu beseitigen. Wir waren der Überzeugung,
daß diese Schwierigkeiten mit gutem Willen auf beiden Seiten relativ leicht
überwunden werden könnten und daß eine Regelung sich schnell herbeiführen
ließe, wenn wir uns auf beiden Seiten an den Geist der Oktoberverhandlungen
halten würden.
Wir waren überzeugt, daß, wenn wir einen zehnjährigen Krieg beenden wollten, wir dies nicht mit einem Waffenstillstand, sondern mit einem Frieden tun
sollten, der Aussicht auf Bestand hätte. Wir schlugen drei Kategorien der
Klärung in dem Abkommen vor: erstens wünschten wir die sogenannten linguistischen Schwierigkeiten aufgeklärt, damit durch sie nicht der Same für endlose
Dispute und einen erneuten Ausbruch des Krieges gelegt werde,, Ich werde darüber noch gleich sprechen.
Zweitens hatte das Abkommen immer vorgesehen, daß unverzüglich nach Verkündigung einer Waffenruhe ein internationaler Apparat eingesetzt werde. Wir
wollten die praktische Bedeutung des Wortes "unverzüglich" dadurch klarstellen, daß wir die Protokolle ausarbeiteten, die erforderlich sind, um diesen
internationalen Apparat gleichzeitig mit dem Abkommen über eine Waffenruhe
zu schaffen. Dies schien uns weitgehend eine technische Angelegenheit zu sein.
Drittens

�Drittens wünschten wir irgendeinen Hinweis in dem Abkommen, und sei er
noch so vage, verblümt, illusorisch oder indirekt -

einen Hinweis, der klar-

stellen würde, daß die beiden Teile Vietnams in Frieden miteinander leben
würden und daß keine Seite ihre Lösung der anderen mit Gewalt aufzwingen würde.
Dies schienen uns ganz bescheidene Anforderungen, die relativ leicht zu erreichen sein würden.
Lassen Sie mich Ihnen nun die Folge der Ereignisse seit jenem Zeitpunkt
aufzeigen. Wir alle wissen von den Meinungsverschiedenheiten, die zwischen Saigon und Washington bestanden haben. Diese Meinungsverschiedenheiten sind bis
zu einem gewissen Grad verständlich. Es ist unvermeidlich, daß ein Volk, auf
dessen Territorium der Krieg ausgetragen wurde und das 25 Jahre lang der Zerstörung, dem Leid und dem Terror ausgesetzt war, auf die Aussichten einer Regelung in detaillierterer Weise sieht, mit einem besorgteren Blick,als wir,
die wir 10 000 Meilen vom Schauplatz entfernt sind. Viele Bestimmungen des Abkommens wurden unvermeidlicherweise in Vietnam in einem anderen Zusammenhang gesehen als in Washington.
Ich glaube, man kann mit einiger Berechtigung sagen, daß wir uns diesem
Problem im Hinblick auf beide vietnamesische Seiten gegenübersehen. Das vietnamesische Volk, im Norden wie im Süden, hat nun schon so lange gekämpft, daß
ihm die Risiken und Gefahren des Krieges, so schwer sie auch sein mögen, manchmal erträglicher zu sein scheinen als die Ungewißheiten und die Risiken und
Gefahren des Friedens.
Nun ist es auch kein Geheimnis, daß die Vereinigten Staaten nicht allen
Einwänden zustimmten, die von Saigon erhoben wurden. Insbesondere war die
Haltung der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Waffenruhe im Oktober 1970
klargestellt worden. Sie wurde im Vorschlag des Präsidenten vom 25. Januar 1972
erneut klargemacht und dann im Angebot des Präsidenten vom 8. Mai 1972 wiederholt. In keinem dieser Vorschläge war ein Abzug der nordvietnamesischen Streit-

&gt;4*

�Streitkräfte gefordert worden. Daher konnten wir unseren Verbündeten in
Südvietnam nicht zustimmen, als sie den festgelegten Positionen Bedingungen
hinzufügten, nachdem ein Abkommen erreicht worden war, das diese festgelegten
Positionen widerspiegelte. Wie wir in der Pressekonferenz vom 26. Oktober hier
klargelegt haben und wie der Präsident es in seinen Reden immer wiederholt hat ,
werden die Vereinigten Staaten den Krieg nicht einen Tag länger führen, als
dies nach ihrer Ansicht notwendig ist, um ein Abkommen zu erreichen, das wir
als gerecht und fair erachten.
Wir möchten also keinen Zweifel an der Tatsache lassen, daß, wenn ein
Abkommen erreicht worden ist, das den erklärten Bedingungen des Präsidenten
entspricht, falls ein Abkommen erreicht worden ist, das wir für gerecht ansehen, keine andere Seite ein Veto gegen unsere Maßnahmen haben wird.
Ich bin jedoch auch verpflichtet, Ihnen zu sagen, daß diese Frage heute
hypothetisch ist, weil wir bisher noch kein Abkommen erreicht haben, das der
Präsident für gerecht und fair ansieht. Daher möchte ich Ihnen den Gang der
Verhandlungen darlegen, seit sie am 20. November wieder aufgenommen wurden,
und Ihnen erläutern, wo wir heute stehen.
Die drei Ziele, die wir in diesen Verhandlungen anstreben, wurden in der
Pressekonferenz vom 26. Oktober, in vielen Reden des Präsidenten nach diesem
Zeitpunkt und in jeder Kommunikation mit Hanoi selbst dargelegt. Sie dürften
keine Überraschung dargestellt haben.
Lassen Sie mich nun zuerst ein Wort zu dem Komplex sagen, den wir
"linguistische Schwierigkeiten" nannten und die so bezeichnet werden, um die
Situation nicht anzuheizen. Wie entstanden sie? Sie entstanden, weil die Nordvietnamesen uns ein Dokument auf englisch unterbreiteten, das wir dann mit
ihnen erörterten. An zahlreichen Stellen dieses Dokumentes wurde der ursprüngliche Text im Zuge der fortschreitenden Verhandlungen geändert, und die Formulierungen wurden im Vergleich zu den ursprünglichen häufig abgeschwächt.

-5-

�abgeschwächt. Erst als wir den vietnamesischen Text erhielten, und zwar nach
Abschluß dieser Verhandlungen, stellten wir fest, daß zwar der englische Text,
jedoch nicht der vietnamesische geändert worden war.
So befanden wir uns plötzlich in zwei Verhandlungen ~ in einer über den
englischen Tex. und in einer anderen über den vietnamesischen Text. Obwohl
ich zahlreiche Verhandlungen geführt habe, muß ich doch sagen, daß dies eine
neuartige Prozedur war. Dies führte zu der Ansicht, daß es hierbei vielleicht
doch nicht lediglich um linguistische Schwierigkeiten, sondern um substantielle Schwierigkeiten ging. Nun muß ich sagen, daß alle diese Schwierigkeiten mit
einer Ausnahme beseitigt worden sind. Die zweite Kategorie der Probleme betraf
die Schaffung des internationalen Apparates, damit dieser gleichzeitig mit der
Waffenruhe c

10 Arbeit aufnehmen und eine Situation vermieden werden konnte,

in der die Waffenruhe, statt Frieden zu bringen, eine erneute unsinnige Kette
von Feindseligkeiten auslösen würde.
Zu diesem Zweck unterbreiteten wir also am 20. November, dem ersten Tag
der wiederaufgenommenen Verhandlungen, eine Liste dessen, was wir Protokolle
nannten - technische Instrumente, durch die dieser Apparat ins Leben gerufen
werden sollte. Diese Protokolle - und ich möchte mich nicht auf Einzelheiten
hierüber einlassen » sind normalerweise technische Dokumente, und unsere verfolgten ohne Zweifel das Ziel, den normalen Praktiken zu entsprechen, trotz
der Tatsache, daß dies vier Wochen nach dem Zeitpunkt geschah, an dem wir
klar gemacht hatten, daß dies unser Ziel war, und drei Wochen, nachdem Hanoi
uns gedrängt hatte, ein Abkommen über eine Waffenruhe zu unterzeichnen. Die
nordvietnamesische Seite weigerte sich, unsere Protokolle zu erörtern, und
weigerte sich auch, uns ihre Protokolle zu unterbreiten, so daß wir uns der
Frage der Schaffung des internationalen Apparates nicht zuwenden konnten. Wir
sahen die nordvietnamesischen Protokolle erstmalig am Abend des 12. Dezember
- am Abend, bevor ich Paris verlassen sollte, und sechs Wochen, nachdem wir

-6-

�wir unsere Ziele dargelegt hatten, fünf Wochen, nachdem die Unterzeichnung der
Waffenruhe vorgeschlagen worden war - eine Waffenruhe, die bedingte, daß dieser
Apparat umgehend eingerichtet werden mußte.
Bei diesen Protokollen handelt es sich nicht um technische Instrumente ,
sondern es wird eine ganze Liste von Fragen erneut aufgeworfen, die bereits geregelt worden waren oder von denen wir glaubten, daß sie in dem Abkommen geregelt worden seien. Sie enthielten Bestimmungen,die in dem ursprünglichen Abkommen nicht enthalten waren, und es waren Bestimmungen ausgelassen worden, die in
dem ursprünglichen Abkommen standen. Diese Protokolle werden gegenwärtig von den
technischen Experten in Paris erörtert; aber es wird einiger Anstrengungen bedürfen, die politischen Bestimmungen aus ihnen wieder herauszunehmen und ihnen
wieder einen technischen Status zu geben.
Zweitens kann ich mit Bestimmtheit sagen, daß die nordvietnamesische Vorstellung von einem internationalen Apparat und unsere Vorstellung von einem internationalen Apparat in einem krassen Widerspruch zueinander stehen, und das,
meine Damen und Herren, ist eher noch zu gelinde ausgedrückt.
Wir waren der Auffassung, daß ein wirksamer Apparat praktisch eine gewisse
Bewegungsfreiheit bedingt

und nach unseren Schätzungen wären mehrere tausend

Personen erforderlich gewesen, um die zahlreichen Bestimmungen des Abkommens zu
überwachen. Nach der nordvietnamesischen Vorstellung soll sich die Gesamtstärke
auf nicht mehr als 250 Personen belaufen, von denen die Hälfte in den Hauptquartieren stationiert sein sollte ; damit würden sie, was Nachrichtenverbindungen,
Nachschub und auch die physischen Erfordernisse anbetrifft, völlig von der Partei abhängig sein, in deren Gebiet das Hauptquartier seinen Sitz hat.
So würden sie keine eigenen Jeeps, Telefone und Funkgeräte haben;

die Leute

könnten sich nicht ohne Begleitung von Verbindungsoffizieren der Partei bewegen,
die überprüft werden soll, falls diese Partei überhaupt die Jeeps bereitstellen

�bereitstellen würde, um an den Ort des Verstosses zu gelangen, und falls diese
Partei dann die Übermittlung der Feststellungen zulassen würde.
Wir haben den Eindruck, daß die Mitglieder dieser Kommission sich nicht
überarbeiten würden, falls dieses Verfahren akzeptiert werden würde.
Drittens ist da noch der Inhalt des Abkommens. Die Verhandlungen seit dem
20. November haben praktisch in zwei Phasen stattgefunden. Die erste, drei
Tage dauernde Phase fand in dem Geist und der Haltung der Treffen vom Oktober
statt. Wir legten unsere Vorschläge vor. Einige wurden akzeptiert, andere abgelehnt. Aber am Ende des dritten Tages hatten wir sehr beträchtlichen Fortschritt gemacht, und alle von uns glaubten, daß wir innerhalb von einem oder
zwei Tagen die Vereinbarungen abgeschlossen haben würden. Wir kennen die damals
in Hanoi getroffenen Entscheidungen nicht, doch von diesem Augenblick an hatten
die Verhandlungen den Charakter, daß eine Regelung stets nahezu in Reichweite
war, und daß sie uns immer wieder entzogen wurde, wenn wir danach zu greifen
suchten.
Ich halte es nicht für angebracht, auf die Einzelheiten der spezifischen
Fragen einzugehen, aber ich glaube, ich sollte Ihnen einen Eindruck von der allgemeinen Atmosphäre und den befolgten Verfahren geben.
Als wir am 4. Dezember zurückkehrten, glaubten wir in der amerikanischen Delegation, daß die Treffen nicht länger als zwei oder drei Tage dauern würden,
da nur noch zwei oder drei Fragen zu lösen waren. Sie alle wissen, daß die Treffen neun Tage dauerten. Sie begannen damit, daß Hanoi jede Annäherung zurückzog, die in den vorangegangenen zwei Monaten vereinbart worden war.
So verbrachten wir den Rest der Woche damit, dahin zurückzukehren, wo wir
bereits zwei Wochen zuvor gewesen waren. Am Samstag glaubten wir, daß die Fragen so weit angenähert worden waren, daß, wenn die andere Seite einen bereits
zwei Wochen zuvor vereinbarten Absatz akzeptiert hätte, das Abkommen hätte

�hätte abgeschlossen werden können.
An diesem Punkt beorderte der Präsident General Ha ig nach Washington zurück, so daß er für die dann folgende Mission, das Abkommen unseren Verbündeten
vorzulegen, verfügbar sein würde. An dieser Stelle glaubten wir uns einem Abkommen nahe genug, so daß die Experten zusammenkommen und die Texte aufeinander abstimmten könnten, damit wir nicht erneut auf die sprachlichen Schwierigkeiten stoßen würden, wie wir sie zuvor erlebt hatten, und damit wir sicherstellen konnten, daß die im Englischen ausgehandelten Änderungen auch im
Vietnamesischen enthalten sein würden. Als die Experten zusammentraten, wurden sie mit 17 neuen Änderungen in linguistischer Hinsicht konfrontiert. Als
ich wieder mit dem Sonderberater zusammentraf, waren aus dem einen Problem,
das unserer Ansicht nach für Samstag übrig geblieben war, zwei geworden, und
eine neue Forderung wurde präsentiert. Als wir diese akzeptierten, wurde sie
am nächsten Tag zurückgezogen und noch schärfer gefaßt. So verbrachten wir unsere Zeit damit, die 17 linguistischen Änderungen durchzugehen und sie erneut
auf zwei zu reduzieren.
Dann, am letzten Tag der Zusammenkunft, beauftragten wir unsere Experten,
zusammenzutreten und zu vergleichen, ob die 15 geregelten Änderungen von den
17 ursprünglich vorgeschlagenen jetzt in den beiden Texten gleichlautend waren.
An dieser Stelle wurden wir mit 16 neuen Änderungen konfrontiert, darunter vier
wesentlichen, von denen einige jetzt immer noch ungelöst sind.
Nun, ich möchte nicht auf die Einzelheiten oder Vorzüge dieser Änderungen
eingehen. Die Hauptschwierigkeit, der wir uns jetzt gegenübersehen, ist, daß
die in dem Abkommen bereits geregelten Bestimmungen in den Protokollen erneut
in einer anderen Form erscheinen; daß Fragen der technischen Durchführung,die
in dem Abkommen von Anfang an impliziert waren,rieht angesprochen worden waren
und uns erst am letzten Tage einer Reihe von Sitzungen vorgelegt wurden, die
gerade dazu bestimmt waren, diese Fragen zu diskutieren; und daß, sobald eine

-9-

�V

eine Frage geregelt worden war, eine neue Frage aufgeworfen wurde.
Es war für uns sehr verlockend, den Prozeß fortzusetzen, der allen so
sehr am Herzen lag, wie dies aus den zahlreichen Treffen hervorgeht, und auf
große Fortschritte zu verweisen, aber der Präsident entschied, daß wir dem
amerikanischen Volk nicht ständig Rätsel aufgeben könnten.
Wir befinden uns jetzt in der folgenden merkwürdigen Situation: Großer
Fortschritt war gemacht worden, selbst in den Gesprächen. Was lediglich noch
fehlt, ist eine Entscheidung in Hanoi, die verbleibenden Fragen in einer Form
zu regeln, die bereits zwei Wochen zuvor vereinbart worden war. Wir sprechen
also nicht über eine Prinzipienfrage, die völlig unannehmbar ist.
Das Zweite ist, die erforderliche Arbeit zum Abschluß zu bringen für den
Aufbau des internationalen Apparates in einem solchen Geiste, daß beide Seiten
interessiert sind, den Krieg nicht in einer solchen Weise zu beenden, daß dies
lediglich der Anfang einer neuen Konfliktsrunde ist. Wir befinden uns also in
einer Situation, wo der Friede nahe sein kann, wo der Friede jedoch eine Entscheidung erfordert. Dies ist der Grund, warum wir erneut unsere grundlegende
Haltung darlegen wollen.
Was Saigon anbetrifft, so haben wir Sympathie und Mitgefühl mit der Not
seiner Bevölkerung und den Sorgen seiner Regierung. Wenn wir jedoch ein Abkommen erreichen können, das der Präsident als gerecht erachtet, so werden wir damit voranschreiten.
Was Hanoi anbetrifft, so ist unser grundlegendes Ziel in der Pressekonferenz vom 26. Oktober dargelegt worden. Wir wollen ein Ende des Krieges, das
mehr als ein Waffenstillstand ist. Wir wollen von Feindschaft zu Normalisierung
und von Normalisierung zu Zusammenarbeit gelangen. Aber wir werden keine Regelung eingehen, die nur eine verschleierte Form eines fortdauernden Krieges ist

-10-

�ist und die auf Umwegen das herbeiführt, was wir stets als nicht tolerierbar
erklärt haben-.
Wir haben stets erklärt, daß eine faire Lösung unmöglich jeder Seite das
geben kann, was sie sich wünscht. Wir setzen den Krieg nicht fort, um unseren Verbündeten einen totalen Sieg zu erringen. Wir wollen ihnen eine vernünftige Möglichkeit geben, an einer politischen Struktur teilzuhaben, aber
wir werden nicht eine Regelung eingehen, die einen versteckten Sieg für die
andere Seite bedeutet.
Daher befinden wir uns jetzt an einem Punkt, wo wir vielleicht einem Abkommen wieder näher sind, als wir es Ende Oktober waren, sofern die andere
Seite bereit ist, mit uns in gutem Glauben und gutem Willen zu verhandeln.
Aber es geht nicht an, daß an jedem Tag, an dem eine Frage gelöst wird, eine
weitere aufgeworfen wird, daß eine einmal in einem Abkommen geregelte Frage
erneut in einer Absprache aufgeworfen wird, und wenn sie als solche dann geregelt ist, als Protokoll vorgebracht wird. Wir werden uns nicht zu einem Abkommen erpressen lassen. Wir werden uns nicht aus Panik in ein Abkommen treiben
lassen, und wenn ich es einmal so sagen darf, wir werden uns nicht in ein Abkommen hineinschmeicheln lassen, dessen Bedingungen nicht gerecht sind.
Dem Präsidenten und uns allen, die wir mit diesen Verhandlungen befaßt
waren, hat nichts anderes so viel bedeutet, wie der Versuch, den Krieg in
Vietnam zu beenden. Nichts, was ich getan habe, seit ich mich in dieser Position befinde, hat mich so sehr fühlen lassen, der Treuhänder so vieler Hoffnungen zu sein, wie gerade die Verhandlungen, an denen ich in letzter Zeit
teilgenommen habe. Es war oftmals schmerzlich, an die Hoffnungen der Millionen
zu denken und praktisch an die Hoffnungen von vielen von Ihnen, meine Damen
und Herren, die vor den verschiedenen Tagungsorten warteten und mit bedeutsamen Ereignissen rechneten, während innerhalb dieser Tagungsstätten in den
letzten drei Tagen eine geringfügige Frage nach der anderen aufgeworfen wurde.
So

-11-

�So sagen wir Hanoi jetzt, wir sind bereit, mit den Verhandlungen in dem
Geiste fortzufahren, in dem sie im Oktober aufgenommen wurden. Wir sind bereit, ein Abkommen einzuhalten, das die bedingungslose Freilassung aller amerikanischen und verbündeten Gefangenen vorsieht, das keiner Seite irgendeine
politische Lösung aufzwingt, das eine international überwachte Waffenruhe und
den Abzug aller amerikanischen Truppen innerhalb von 60 Tagen bringt. Eine
solche Regelung ist für beide Seiten gerecht, und dies erfordert lediglich die
Entscheidung, bereits akzeptierte Bestimmungen einzuhalten und Prozeduren zu
beenden, die lediglich die Hoffnungen der Menschheit verhöhnen können.
Auf einer solchen Basis können wir einen Frieden haben, der den Hoffnungen der Menschheit wie auch dem Gerechtigkeitsgefühl aller Beteiligten entspricht.

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-12-

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51/1972

JOHN A. SCALI SOLL NEUER US-CHEFDELEGIERTER BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
WERDEN
WASHINGTON -»(AD)«- Präsident Nixon hat seinen bisherigen Sonderberater
John A. Scali zum neuen Chefdelegierten der USA bei den Vereinten Nationen

nominiert. Er soll die Nachfolge von George Bush antreten, der Vorsitzender
des Nationalen Komitees der Republikanischen Partei wird. Die Ernennung muß
noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden.
Scali bringt für seinen neuen Posten eine fast dreißigjährige Auslandserfahrung mit, die er sich als Journalist von Ruf erworben hat. Bevor er 1971
als Sonderberater in den Stab des Weißen Hauses eintrat, war er zehn Jahre
lang diplomatischer Chefkorrespondent der American Broadcasting Company (ABC)
und davor 17 Jahre lang diplomatischer Berichterstatter der amerikanischen
Nachrichtenagentur Associated Press. Auch als Sonderberater Nixons begleitete er diesen auf vielen Auslandsreisen. So gehörte Scali der Vorausabteilung
an, die den Besuch Nixons in der Volksrepublik China vorbereitete, wobei es
seine Aufgabe war, die Fernsehberichterstattung über diese Reise zu organisieren. Er war auch Mitglied der amerikanischen Delegation beim Gipfeltreffen in Moskau.
Als Reporter hatte Scali sich auf die Berichterstattung über internationale Entwicklungen konzentriert. In dieser Zeit besuchte er fast 80 Länder

-1-

�Länder und war bei allen Auslandsreisen der Präsidenten Eisenhower, Kennedy
und Johnson dabei. Diese Erfahrung veranlasste Außenminister Rogers zu der
Feststellung, daß die Nominierung Scalis das große Interesse Präsident Nixons
an der Weltorganisation manifestiere.
Scali wurde am 27. April 1918 in Canto im Staate Ohio geboren; seine
Eltern sind italienischer Abstammung. Er studierte an der Universität von
Südkalifornien und an der Boston Universität, wo er den Grad eines Bachelor
of Journalism erwarb. Während seiner Tätigkeit als Journalist, die ihn weltweit bekannt machte, wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so beispielsweise für seine Rolle als inoffizieller Übermittler von Botschaften
zwischen sowjetischen Diplomaten und der amerikanischen Regierung während
der Kuba-Krise des Jahres 1962, die er aufgrund seiner engen internationalen
Kontakte ausüben konnte. Dafür zollte ihm der damalige amerikanische Außenminister Dean Rusk ausdrücklich seinen Dank.
Als amerikanischer Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen hat Scali
den Rang eines Botschafters.

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51/1972

SONDERPROGRAMM DER FULBRIGHT-KOMMISSION FÜR BILDUNGSEXPERTEN
IM JAHRE 19 73

--(AD)«.» Die deutsch-amerikanische Fulbright-Kommission, die seit 1962
als zwischenstaatliche Einrichtung von beiden Regierungen getragen wird,
hat Stipendien für ein Sonderprogramm in den Bereichen der Bildungsplanung,
der Bildungsreform sowie der Hochschulverwaltung als "Pilot Project" ausgeschrieben. Die Stipendien finanzieren einen zweimonatigen Aufenthalt in
den USA, der Bewerbern mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung in den
genannten Bereichen die Begegnung mit der Vielfalt amerikanischer Modelle
und Verfahren vermitteln und die kritische Auswertung von Erfahrungen erleichtern soll. Für 1973 wird das Schwergewicht des Sonderprogramms auf
die folgenden Themenkreise fallen: Struktur, Organisation und Verwaltung im
tertiären Bereich ("Higher Education") der USA; Bildungsplanung in den USA;
der Übergang von der Sekundarstufe zur Hochschule. Bewerbungsschluß ist am
15. Februar 1973. Antragsformulare und weitere Auskünfte sind erhältlich
beim Executive Director, Fulbright-Kommission, Bonn-Bad Godesberg, Postfach 208. Ein ähnliches Programm für amerikanische Bildungsexperten zum
Aufenthalt in der Bundesrepublik ist in Vorbereitung.

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51/1972

EIN JAHR SMITHSONIAN-ABKOMMEN
Von Eugene Brake

WASHINGTON — ( A D ) — Ein Jahr ist seit dem Abschluß des historischen
Smithsonian-Abkommens am 18. Dezember 1971 verstrichen, das der Welt ein
Chaos im internationalen Handel und Finanzwesen ersparen sollte.
Zum ersten Male war hier auf internationaler Ebene in Verhandlungen
eine allgemeine Neufestsetzung der Wechselkurse vereinbart worden. Und, was
langfristig vielleicht noch wichtiger ist, die zehn hier vertretenen Länder vereinbarten, daß umgehend Gespräche über eine Reform des internationalen Währungssystems aufgenommen werden sollten. Aber auch Vorgespräche
über eine Tagesordnung für Verhandlungen über grundlegende Handelsfragen
wurden vorgesehen.
Ein Jahr ist inzwischen verstrichen. Die Welt hat zwar bisher noch kein
neues Währungssystem erhalten, und es ist auch kein neues Handelssystem ausgearbeitet worden.

Doch haben sich die Finanz-und Handelsminister mit die-

sen Fragen befaßt, und blickt man auf das verflossene Jahr zurück, so ist
ganz offensichtlich, daß Fortschritte erzielt wurden.
Einmal wurde ein neues Gremium für die Ausarbeitung neuer Richtlinien
für die Wechselkurspolitik und andere Aspekte der internationalen Währungsbe-

-1-

�Währungsbeziehungen eingesetzt, in dem neben den wichtigen Industriestaaten
auch die Entwicklungsländer und die kleineren Staaten zu Wort kommen können.
Seine detaillierten Aufträge erhielt dieses Gremium auf der Jahrestagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) im September 1972, und auf der kommenden
IWF-Jahrestagung in Nairobi soll es seine Empfehlungen vorlegen.
Die in diesem Zusammenhang von dem amerikanischen Finanzminister George
Shultz unterbreiteten Vorschläge wie auch die Reaktionen der anderen Länder
hierauf lassen auf ein günstiges Klima bei den Verhandlungen der Stellvertreter des Zwanziger-Ausschusses rechnen, der im Januar zu seiner zweiten Sitzungsrunde in Paris zusammentreten wird.
Aber auch auf anderen Gebieten des internationalen Währungssystems scheint
weitgehende Übereinstimmung zu bestehen. So wird künftig kein Land mehr damit
rechnen können, auf unbegrenzte Zeit hinaus Zahlungsbilanzdefizite oder Überschüsse ausweisen zu können. Defizit-wie auch Überschußländer sollen künftig
auf einen Ausgleich der internationalen Transaktionen hinarbeiten, was ein
deutliches Abweichen von dem System von Bretton Woods bedeutet, das bis zum
15. August 1971 praktisch uneingeschränkt in Kraft war.
Das Smithsonian-Abkommen selbst bedeutet bereits eine Anerkennung dieses
Prinzips. Nunmehr bemühen sich die Länder darum, Richtlinien auszuarbeiten,
die prompte Maßnahmen zur Anpassung von Ungleichgewichten sicherstellen, bevor solche Ungleichgewichte ernstlich die Stabilität der Weltwirtschaft beeinträchtigen können.
Weiterhin besteht allgemeine Übereinstimmung darüber, daß häufigere Anpassungen der Wechselkurse in erster Linie, aber keinesfalls ausschließlich,
ein besseres Gleichgewicht der Geldströme sichern sollen. Daneben, so wird
betont, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um eine weitgehende Stabilität
der Wechselkurse zu gewährleisten. So meinte ein Teilnehmer der letzten Gesprächsrunde der Stellvertreter des Zwanziger-Ausschusses, "es besteht eine

-2-

�eine starke Spannung zwischen dem Wunsch nach Stabilität und dem Wunsch nach
Flexibilität, die es zu überwinden gilt."
Auch andere wichtige Fragen sind noch ungelöst. Welche Kriterien sollten
angewandt werden, um festzustellen, wann ein Land handeln muß? Wie weit können
Druck oder Sanktionen angewandt werden, falls sich ein Land weigert, sich den
vereinbarten Regeln zu beugen? Sollten Länder, falls sie dies wünschen, einen
Teil ihrer Reserven in Dollar halten dürfen? Wie würde das neue Währungssystem
den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer Rechnung tragen? Selbst
die optimistischsten Währungsexperten glauben, daß vor Jahresfrist eine Antwort auf alle diese Fragen gefunden werden kann.
Auf dem Gebiet des Handels war die Vereinbarung der GATT-Partner, im kommenden Jahr eine neue Runde von umfassenden und weltweiten Handelsverhandlungen aufzunehmen mit dem Ziele, alle Arten von Hemmnissen für den Welthandel
-zollursächliche wie auch nicht-zollursächliche- abzubauen, eine wichtige positive Entwicklung. Diese Verhandlungsrunde soll sowohl alle Industrie-wie auch
alle Agrarerzeugnisse aus tropischen wie auch aus nicht-tropischen Gebieten einschließen. Auch hier soll wieder den besonderen Erfordernissen der Entwicklungsländer Rechnung getragen werden. Eine Ministertagung im September 1973 soll den
Bericht des Vorbereitungsausschusses prüfen und dann die Verhandlungen in Gang
setzen.
Die Vereinigten Staaten haben die Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft
von 6 auf 9 Mitglieder unterstützt. Ihre Kritik richtet sich jedoch gegen die
besonderen Handelsvereinbarungen, die die Gemeinschaft mit zahlreichen Nicht-Mitgliedern in Europa, Afrika und dem Mittelmeerraum ausgehandelt hat. In den
meisten Fällen handelt es sich hier um Präferenzabkommen, und die Vereinigten
Staaten wenden sich im besonderen gegen die Gegenpräferenzen,die die Entwicklungsländer dafür einräumen sollen.
Für

-3-

�Für manche Amerikaner hat es den Anschein, als ob die Europäische Gemeinschaft im Begriffe steht, einen riesigen diskriminierenden Handelsblock

zu

errichten, der für die europäischen Industrieexporte auf Kosten der wenigen
außenstehenden Industriestaaten - etwa die USA, Kanada, Japan und Australien einen abgeschirmten Absatzmarkt schaffen würde. Von europäischer Seite sind
solche amerikanischen Einwendungen als unwesentlich zurückgewiesen worden, wobei die Ausweitung ihres Netzes von besonderen Handelsvereinbarungen für die
Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft als notwendig oder aus politischen
Gründen als wünschenswert bezeichnet wurde. In jüngster Zeit mehren sich aller
dings die Anzeichen, daß die EWG bereit sein könnte, den Auswirkungen ihrer
Maßnahmen auf Drittländer mehr Beachtung zu schenken.
In einer Stellungnahme zu dem Treffen der führenden Staatsmänner der neun
länder der erweiterten Europäischen Gemeinschaft hat Präsident Nixon ausdrücklich "die erklärte Absicht der Gemeinschaft begrüßt, mit uns in einem progressiven, aufgeschlossenen Dialog zu bleiben, sowie ihre Verpflichtung zu einer
progressiven Liberalisierung der tarifären und nicht-tarifären Handelsschranken auf einer umfassenden Basis während der wichtigen multilateralen Verhandlungen, die im nächsten Jahr beginnen sollen". Und der Präsident fügte hinzu,
daß die Vereinigten Staaten bereit seien, "zusammen mit unseren europäischen
Partnern kühne Maßnahmen für eine gerechtere und offenere Weltwirtschaft zu
ergreifen."

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51/1972

1972 BRACHTE NACHHALTIGEN WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG FÜR DIE USA
Von John Holway

WASHINGTON _-(AD)-~ Das Jahr 1972 hat für die amerikanische Wirtschaft einen
nacbba] r.i.gan Aufschwung gebracht. Wenn auch nicht alle gesteckten Ziele voll
erreicht sind, so müssen selbst die Kritiker der Regierung das zugestehen,
während die maßgeblichen Wirtschaftsindikatoren dies eindeutig zeigen.
Die industrielle Produktion hatte eine starke Zunahme zu verzeichnen, und
die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten war - nach den letzten verfügbaren
Zahlen - mit 80 Prozent recht hoch. Die Zahl der Beschäftigten erreichte einen
Rekordstand, obwohl die Arbeitslosenquote mit 5,2 Prozent noch immer relativ
hoch ist. Die Wochenlöhne der Arbeitnehmer sind weiter gestiegen, und die Regierung hat die Preise in den Griff bekommen. Allerdings liegt die Preisauftriebsrate mit 3,4 Prozent im Oktober immer noch etwas über dem von der Regierung für 1972 angestrebten Ziel von 3 Prozent.
Finanzminister GeorgeShultz faßte die wirtschaftliche Entwicklung des auslaufenden Jahres mit den Worten zusammen: "Wir sind außerordentlich zufrieden.
Die Anzeichen sprechen eindeutig dafür, daß wir uns in einer soliden, starken
Expansion befinden."

Und diese Entwicklung, so fügte Shultz hinzu, dürfte

-1-

�i

dürfte auch 1973 anhalten.
Allerdings ist man sich in Regierungskrisen der noch nicht voll gelösten
Aufgaben voll bewußt. Wenn auch die Arbeitslosenquote von 6 Prozent auf 5,2
Prozent im November gefallen ist - die Regierung wollte sie bis zum Jahresende
auf 5 Prozent herabgedrückt haben -, so ist dieses Ergebnis noch lange nicht
befriedigend. Zwar wurden 1972 rund 2,7 Millionen neue Arbeitsplätze in der
Wirtschaft geschaffen - eine Million mehr als in einem normalen Jahr - aber dafür wurden in der Verteidigungsindustrie Arbeitskräfte freigesetzt, und das verfügbare Arbeitskräftepotential nahm doppelt so stark wie üblich zu. In Regierungskreisen rechnet man allerdings damit, daß das Arbeitskräftepotential 1973
nicht mehr so stark ansteigen wird und die Arbeitslosenquote damit auf etwa
4,5 Prozent zurückgehen dürfte.
Ein weiteres Problem ergibt sich auf dem Außenhandelssektor. Nach der
Dollarabwertung im Januar erwartete man in Regierungskreisen kurzfristig eine
Zunahme des Handelsdefizit. Aber erst im Oktober 1972 begann dieses Handelsdefizit wieder zu schrumpfen; die Exporte lagen in diesem Monat sogar doppelt so
hoch wie die Importe. Für das Gesamtjahr ergibt sich jedoch immer noch ein beträchtliches Handelsdefizit. Die Verbesserung der Handelsbilanz im Oktober ist
nach Ansicht der Regierung auf drei Faktoren zurückzuführen. Einmal beginnt die
Neufestsetzung der Wechselkurse aufgrund des Smithsonian-Abkommens jetzt durchzuschlagen. Zum anderen hat die wirtschaftliche Erholung in den anderen Ländern
die Nachfrage nach amerikanischen Erzeugnissen belebt

Und drittens hat die

Sowjetunion große Mengen amerikanischen Weizens angekauft.
Die amerikanische Zahlungsbilanz wies allerdings nicht die gleiche Verbesserung wie die Handelsbilanz auf. Ein Grund dafür waren die Spekulationen gegen das britische Pfund„ Aber seit Juli hat sich der US-Dollar an den internationalen Geldmärkten wesentlich gefestigt. Und die Zahlungsbilanzzahlen für das

-2-

�das dritte Quartal 1972 lassen erkennen, daß das Defizit in der Bilanz der Güter und Dienstleistungen gegenüber dem vorangegangenen Quartal - von 1,6 Milliarden Dollar auf weniger als 900 Millionen Dollar - beträchtlich zurückgegangen
ist. Aufgrund der sonstigen Kapitalflüsse steckt die amerikanische Zahlungsbilanz jedoch weiterhin noch tief in den roten Zahlen.
Ein weiteres Problem bildete der Preisauftrieb. Bis zum Jahresende war die
Regierung dem angestrebten Ziel - einen Preisauftrieb von rund 3 Prozent - beträchtlich nahe gekommen. Die Statistiken für Oktober zeigen eine Zuwachsrate
von 3,4 Prozent - verglichen mit einem Preisauftrieb von fast 6 Prozent Anfang
1970 ist dies ein beträchtlicher Fortschritt. Damit haben die USA die niedrigste Preisauftriebsrate in der nichtkommunistischen Welt zu verzeichnen - ja,
sie liegt nur etwa halb so hoch wie in den europäischen Ländern. Ganz offensichtlich haben die von Präsident Nixon angeordneten Lohn-und Preiskontrollen
sich bewährt, ohne die nach Ansicht führender Experten der Preisauftrieb in den
Vereinigten Staaten 1972 wenigstens fünf Prozent betragen haben würde. Einige
dieser Kontrollen sollen auch über den 30. April 1973 - wenn das gegenwärtige
Gesetz ausläuft - beibehalten werden.
Aber auch die Reallöhne der Arbeitnehmer sind gestiegen, was zu einer Zunahme der Verbraucherausgaben um fast zehn Prozent geführt hat. Die Kreditkäufe
erreichten sogar neue Rekorde, und die Geschäftsinhaber sind mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden. Die Autoindustrie nähert sich einem Rekordumsatzjähr,
und immer mehr Familien haben drei Wagen laufen. Dabei fällt auf, daß wieder
mehr Käufer von ausländischen Modellen zu amerikanischen Wagen übergehen. Nach
Ansicht der Automobilindustrie wird das Jahr 1973 sogar noch besser werden.
Auch die Gewinne der großen Unternehmen zeigten eine deutliche Tendenz nach
oben - zum Teil betrug der Anstieg bis zu 15 Prozent. Allerdings wirkten sich
hier die Lohn-und Preiskontrollen dämpfend aus. Ganz wesentlich hat sich auch
die Produktivität erhöht, was zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

-3-

�1
V

Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Erzeugnisse auf den Weltmärkten führte. So
wird auch das Bruttosozialprodukt das von der Regierung angestrebte Ziel von
6 Prozent deutlich übersteigen - die Zuwachsrate im zweiten Quartal war mit 9,5
Prozent die höchste für diesen Zeitraum seit 13 Jahren. Nach übereinstimmender
Ansicht der Experten dürfte für 1972 mit einem Zuwachs des Bruttosozialproduktes
um real 7 Prozent zu rechnen sein, was die höchste Zuwachsrate seit 1966 wäre.
Eine weitere Sorge der Bundesregierung gilt dem Haushalt, dessen Ausgaben
250 Milliarden Dollar nicht übersteigen sollen. Damit, so glaubt man, erhält
die Wirtschaft weiterhin genügend Auftrieb ohne das Risiko einer erneuten Inflation. Der Kongreß hatte für das laufende Finanzjahr gegen das Veto des Präsidenten sogar 6 Milliarden Dollar mehr als angefordert bewilligt. Der Präsident will
jedoch dieses Geld nicht ausgeben, sondern bei seinen eigenen Ansätzen bleiben.
So kann Finanzminister Shultz mit Recht zum Jahresende sagen, daß die Wirtschaft weiterhin über starke Auftriebskräfte verfügt und die derzeitige Expansion
uneingeschränkt anhalten wird.

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51/1972
APOLLO 17:
SONDER-BONUS FÜR DIE WISSENSCHAFT
-Die automatischen Meßstationen liefern noch jahrelang Forschungsdaten-

--(AD)o- Den jungen Menschen der Welt widmeten die APOLLO 17-Astronauten einen
•&gt;

von Dr. Harrison Schmitt gefundenen Stein aus dem Taurus Littrow-Gebiet als
ein Symbol für die Vielfalt in der Einheit. In dem Wunsch, daß die Menschheit
ihre Zukunft in diesem Sinne gestalten möge, stehen Eugene A. Cernan, Harrison
H. Schmitt und Ronald E. Evans, die den letzten APOLLO-Flug zum Mond unternahmen, gewiß nicht allein.
Kommandant Eugene Cernan beschrieb den mehr als faustgroßen Stein als
typisch für das aus verschiedensten Bestandteilen zusammengesetzte Material,
das sie im Landegebiet fanden. Der Stein wird nach der glücklichen Rückkehr
zur Erde aufgeteilt und Museen in den 79 Ländern zum Geschenk gemacht, die
junge Menschen für 14 Tage nach den Vereinigten Staaten entsandt hatten, damit
sie Zeuge des letzten Mondfluges würden.
Die sechste und letzte APOLLO-Gruppe, die eine Mondlandung unternahm,hält
in bezug auf wissenschaftliche Informationen, Bodenproben und Fotos vom Mond
den Ausbeuterekord. Die Astronauten benutzten und installierten eine ganze

-l-

�ganze Anzahl neuer und noch besserer Meß-und Beobachtungsinstrumente als ihre
Vorgänger. Zwar sind Boden-und Gesteinsproben vom Erdtrabanten heute nichts
Seltenes mehr auf der Erde. Zu den 269 kg, die die Expeditionen APOLLO 11,
12,14,15 und 16 erbrachten, kamen jetzt weitere 113 kg hinzu. Um alles mitnehmen zu können, hatten Cernan und Schmitt ihre Fähre CHALLENGER für den
Rückstart zum Mutterschiff sogar um mehr als 10 kg überladen.
Die zweieinhalb Zentner Material aus dem Taurus-Littrow-Gebiet enthalten höchstwahrscheinlich Dokumente sowohl aus der ältesten als auch aus der
jüngsten Mondgeschichte. Vielleicht liefern sie außerdem Beweise für vulkanische Aktivität und für die Existenz von Wasser auf dem Mond - in welcher
Form auch immer es vorhanden gewesen sein mag oder sogar noch vorhanden ist.
Die Sensation des Fluges von APOLLO 17 dürfte orangefarbener Sand und
Gestein mit orange und braun gefärbten Adern sein, die Eugene Cernan und
Jack Schmitt bei der zweiten Exkursion fanden. Dabei könnte es sich um Mineralien handeln, die durch Oxydationsprozesse unter Beteiligung von Wasserdampf bei vulkanischen Vorgängen entstanden. Es wäre denkbar, daß die beiden
auf Überreste dessen stießen, was man auf der Erde als "Fumarolen" bezeichnet. Sie entstehen in der Endphase von Vulkanausbrüchen und stellen eine Art
Ventil dar, aus dem Gase und Dämpfe entweichen. Allerdings werden erst die
Untersuchungen in den Laboratorien zeigen, ob die Vermutung richtig war.
Verständlicherweise galt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit nach
der Landung von CHALLENGER den beiden schwer arbeitenden Astronauten im TaurusLittrow-Gebiet. Ronald E. Evans, der mehr als 75 Stunden allein im AP0LL0Mutterschiff den Mond umkreiste, war fast vergessen. Dennoch dürften die Fotos
und die Beobachtungen, die er auf der Vorder-und Rückseite des Mondes machte,
die Meßdaten der Radarsonde und der Infrarot-und Ultraviolett-Sensoren am
Mutterschiff für die wissenschaftliche Analyse mindestens ebenso wichtig wie
die Beobachtungen und die Mitbringsel des Landeteams sein.
Der

�Der Fund im Landegebiet hatte die Astronauten alarmiert, ihren Blick
für Farben vielleicht noch mehr geschärft. Auch Evans entdeckte aus der Umlaufbahn vor allem auf der Mondrückseite orangerote und braune "Flecke"
- Beobachtungen, die der Geologe Schmitt nach der Rückkehr zur AMERICA bestätigte. Außerdem machte der Pilot der Kommandokapsel auf der Rückseite des
Mondes eine Anzahl von Gebilden aus, bei denen es sich wahrscheinlich um Vulkankegel handelt. Die sensationellen Fernsehbilder von einem Teil der Rückseite und vom Südpolgebiet des Mondes, die die Astronauten bei Beginn ihres
Rückfluges zur Erde funkten, vertieften und ergänzten auf eindrucksvolle
Weise das Bild vom Mond, das man sich nun auf der Erde dank des APOLLO-Unternehmens machen kann.
Zu den jetzt vorhandenen Informationen kommen aber noch ständig neue hinzu - nämlich die Meßdaten von den fünf Stationen mit ihren automatisch arbeitenden Instrumenten, die auf der Vorderseite bei den APOLLO»Landungen installiert wurden. Mit Ausnahme eines Magnetometers am Landeplatz von APOLLO 12
arbeiten alle 25 Instrumente einwandfrei. Selbst am Landeplatz von APOLLO 11
ist noch ein Gerät benutzbar. Es ist ein Quarzprismen-Reflektor für LaserStrahlen, die von der Erde aus auf diesen Spiegel gerichtet werden. Diese Experimente dienen einmal der genauen Entfernungsmessung von Erde und Mond. Zum
anderen aber machen sie es möglich, Abstände auf der Erdoberfläche auf Dezimeter, ja Zentimeter genau zu bestimmen.
Von den Signalen der Instrumente an den Mond-Meßstationen im Meer der
Stürme, im Fra Mauro-Gebiet, am Fuß des Apennin-Gebirges, im Descartes-Hochland und im Taurus-Littrow-Gebiet erwarten die Wissenschaftler Informationen
zur Klärung einer Vielzahl von Fragen. Sie betreffen z.B. Magnetfeld, Temperaturen und Wärmefluß im Untergrund, Mondbeben und Reflexion von Bebenwellen
an inneren Schichten des Mondkörpers, Atmosphäre des Mondes, kosmische Strahlung und Mikrometeoriten, Gezeitenbewegungen des Mondkörpers und Gravitationswellen im Kosmos.
Drei

-3-

�Drei Erdstationen - in Kalifornien, Australien und Spanien - fangen die
Signale auf. Keines geht verloren, gleichgültig, welche Seite die Erde dem
Mond gerade zuwendet. Alle Funksignale werden hier auf Magnetband aufgenommen
und per Luftpost sofort zum Raun.fahrtzentrum Houston (Texas) weitergeleitet.
Computer verarbeiten die Daten, Wissenschaftler analysieren sie. Gelegentlich ist es auch erforderlich oder wünschenswert, Meßdaten direkt vom Mond
in den wissenschaftlichen Beobachtungsraum von Houston zu übertragen. Auch
das ist möglich und wird recht häufig getan. Kopien der Meß~und Auswertungsstreifen gehen kostenlos an die Wissenschaftler in vielen Ländern, die sich
bei der NASA als offizielle Mitarbeiter um die Überlassung von Material beworben haben.
Pro Tag kommen durchschnittlich vier neue Rollen je 750 m langer Magnetbänder zu der schon bestehenden Sammlung hinzu - ca. 15 00 Rollen pro Jahr.
Jeder Zentimeter Band enthält 320 "Bits", d.h. Einzel Informationen für den
Computer. Bei der Analyse wurde bisher noch wenig unternommen, um die Auswertung in bezug auf die verschiedensten Gebiete zu koordinieren und Einzelbeobachtungen in Zusammenhang zu bringen. Eine solche "Synthese" erfordert wahrscheinlich viel Zeit. Aber sie wäre nach Meinung der Forscher geeignet, zu
neuen wichtigen Entdeckungen zu führen.

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KALZIUMBESTIMMUNG IM BLUTSERUM

--(AD)-- Eine Methode mit hoher Meßgenauigkeit zur raschen Ermittlung des
Kalziumspiegels im Blutserum entwickelten in den Vereinigten Staaten Wissenschaftler von acht klinischen Laboratorien in Zusammenarbeit mit dem US-Bundesamt für Technische Normen (NBS-National Bureau of Standards). Sie basiert
auf der spektrometrischen Absorptionsmethode von J. Pybus, F.J.Feldman und
G.N.Bowers, jr. Wie jetzt das National Bureau of Standards bekanntgab, konnte das Verfahren zu einer Referenz-Methode ausgebaut werden, mit der die
Konzentration bestimmter Stoffe bezw. die Eigenschaften einer Substanz bis
zu einem exakt definierten Genauigkeitsgrad ermittelt werden.
Bei der Anwendung dieses Verfahrens ist es möglich, den Kalziumgehalt
einer Lösung oder des Blutserums auf plus minus zwei Prozent genau in Konzentrationen von 3-6mVal/l (6-12 mg % Ca) zu messen; das gilt auch dann, wenn
das Präparat physiologische Mengen von Natrium und Kalium enthält. Die beim
Menschen als normal angesehene Konzentration liegt innerhalb dieses Bereiches
Abweichungen davon, insbesondere erhöhte Kalziumwerte, können ein Alarmzeichen für das Vorhandensein schwerer Erkrankungen, z.B. einer Überfunktion
der Nebenschilddrüsen,sein, die eine sofortige Operation erforderlich
machen.
Mit

�r

Mit Hilfe der neuen Referenz-Methode ist es möglich, die Genauigkeit und
Brauchbarkeit von Messungen zu überprüfen, die in der ärztlichen Praxis mit
Routineverfahren erzielt werden. Aufgrund derartiger Vergleiche sind Fehlraessungen oder Ungenau'igkeiten zu eliminieren oder zumindest ausfindig zu machen.
Hauptzweck der Referenz-Messung ist unter anderem:
- den absoluten Kalziumwert in Kontrollseren oder Mischseren zu ermitteln;
• die Kalziumwerte zu kontrollieren, die in den klinischen Fertigpackungen
angegeben sind;
- die Qualität von Kalzium-Normallösungen nachzuprüfen und die Genauigkeit
der zahlreichen Methoden zur Messung des Kalziumspiegels sicherzustellen.

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LASER- NAC HR IC HTENS YS TEME

--(AD)-- Die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (National Science Foundation-NSF) vorgab an 20 Ingenieure und Wissenschaftler, die an 14 der bekanntesten amerikanischen Universitäten und Instituten tätig sind, Forschungsaufträge zur "Entwicklung optischer Kommunikationssysteme". Im Mittelpunkt der Projekte wird die Laser-Technik stehen.
Es ist möglich, den Laser-Strahl zu modulieren und zur Übermittlung von
Daten und anderen Informationen zu benutzen. Und da solche Systeme sehr große
Bandbreiten haben, besteht Aussicht, mit Laser-Strahlen ein Vieltausendfaches
an Informationen im Vergleich zu der Trägerkapazität der heute üblichen elektromagnetischen Wellen zu übermitteln, wie sie für Funk und Fernsehen verwendet werden.
Im Hintergrund des neuen NSF-Projekts steht der wachsende Bedarf an
Nachrichtenkanälen und Frequenzen. Zwar bieten die äußerst leistungsfähigen
Bänder im Mikrowellen-und Millimeterbereich vorläufig einen Ausweg aus einer
immer kritischer werdenden Situation. Jedoch ist die Zukunft der Nachrichtentechnik ohne Systeme nicht denkbar, bei denen mit Photonen gearbeitet wird-

�</text>
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                <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Kissingers zum Stand der Vietnam-Verhandlungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz vom 16. Dezember -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;John A. Scali soll neuer US-Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sonderprogramm der Fulbright-Kommission für Bildungsexperten im Jahre 1973&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ein Jahr Smithsonian-Abkommen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Eugene Brake&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1972 brachte nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung für die USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Holway&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;APOLLO 17: Sonderbonus für die Wissenschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Die automatischen Messstationen liefern noch jahrelange Forschungsdaten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kalziumbestimmung im Blutserum&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laser-Nachrichtensystem&lt;/p&gt;</text>
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Dokumentation

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Nummer

3. Januar 1973

Inhalt
DOKUMENTATION:
Erste SALT Il-Verhandlungsrunde abgeschlossen
-Wortlaut des Kommuniques und des Memorandums-

HINTERGRUNDMATERIAL:
US-Energiebedarf wird sich bis zum Jahre 2000 verdoppeln
-Ein Bericht des US-Innenministeriums-

WIRTSCHAFT:

1972 erfüllte wirtschaftliche Erwartungen der Regierung
-US-Wirtschaftsbeirat gibt Jahresrückblick.-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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1/1973

ERSTE SALT II-VERHANDLUNGSRUNDE ABGESCHLOSSEN
-Wortlaut des Kommuniques und des Memorandums-

GENF --(AD)— Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben während
der am 21. Dezember zu Ende gegangenen ersten Verhandlungsrunde von SALT II
über den allgemeinen Rahmen der die Offensivwaffen betreffenden Fragen
Übereinstimmung erzielt, die nach Wiederaufnahme der Gespräche am 27, Februar erörtert werden sollen.
Das am 21. Dezember von den beiden Verhandlungsführern unterzeichnete
Kommunique hat folgenden Wortlaut:
"Die amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen über eine Begrenzung der
strategischen Rüstungen wurden vom 21.November 1972 bis zum 21. Dezember
1972 fortgesetzt.
Die amerikanische Delegation wurde von dem Leiter der US-Abrüstungsbehörde, Gerard Smith, angeführt. Mitglieder der Delegation, die an den Verhandlungen teilnahmen, waren Philip J.Farley, Paul Nitze, Harold Brown und
Royal Allison.
Die

i

�Die sowjetische Delegation wurde von dem stellvertretenden Außenminister
der UdSSR, V.S.Semenow, angeführt.Mitglieder der Delegation, die an den Verhandlungen teilnahmen, waren K..S. Trusow, P.S. Pleschakow, A..N.Schukin und
0. A. Grinewsky.
Den Delegationen waren Berater und Experten beigegeben.
Gemäß dem im Mai 1972 erzielten Abkommen, die aktiven amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen über die Begrenzung der strategischen Offensivwaffen
fortzusetzen, haben die Delegationen sich mit der weiteren Erörterung von Fragen befaßt, die sich auf die Erzielung eines Abkommens über umfassendere Maßnahmen zur Begrenzung der strategischen Offensivwaffen beziehen.
Im Verlaufe dieser ersten Erörterungen wurde ein weiter Bereich von Fragen, die hiermit im Zusammenhang stehen, geprüft. Die Gespräche waren zur Vorbereitung weiterer Verhandlungen im kommenden Jahr für beide Seiten nützlich.
Es wurde eine Übereinstimmung über den allgemeinen Rahmen von Fragen erreicht,
die Gegenstand weiterer amerikanisch-sowjetischer Gespräche sein werden.
Im Verlaufe der Verhandlungen wurde ein Memorandum über die erzielte Übereinstimmung ausgearbeitet und unterzeichnet, das die Einsetzung einer ständigen
beratenden Kommission gemäß Artikel 13 des Vertrages zwischen den USA und der
Sowjetunion über die Begrenzung der ABM-Systeme vorsieht.
Beide Seiten dankten der schweizerischen Regierung für die Schaffung so
günstiger Bedingungen für die Abhaltung der Verhandlungen sowie für die ihnen
gewährte Gastfreundschaft.
Es wurde vereinbart, daß die Verhandlungen zwischen der amerikanischen und
der sowjetischen Delegation am 27. Februar 1973 in Genf wieder aufgenommen werden sollen."
Wortlaut

�Wortlaut des Memorandums:
"Erstens: Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken setzen hiermit eine
ständige beratende Kommission ein.
Zweitens: Die ständige beratende Kommission soll die Zielsetzungen und
die Durchführung der Bestimmungen des Vertrages zwischen den USA und der
UdSSR über die Begrenzung der ABM-Systeme vom 26. Mai 1972, des amerikanischsowjetischen Interi»sabkommensüber die Begrenzung bestimmter strategischer
Offensivwaffen vom 26. Mai 1972 und des Abkommens über Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr des Ausbruches eines Atomkrieges zwischen den USA und der
UdSSR vom 30. September 1971 fördern und ihre Befugnisse im Einklang mit den
Bestimmungen des Artikels 13 des besagten Vertrages, des Artikels 6 des besagten Interimsabkommens

un

d des Artikels 7 des besagten Abkommens ausüben.

Drittens: Jede Regierung soll in der ständigen beratenden Kommission durch
einen Beauftragten und einen stellvertretenden Beauftragten vertreten sein,
denen der erforderliche Arbeitsstab beigegeben ist.
Viertens: Die ständige beratende Kommission wird periodische Sitzungen
zu beiderseits über die Beauftragten vereinbarten Zeitpunkten, doch wenigstens
zweimal im Jahr, abhalten. Auf Antrag eines der beiden Beauftragten sollen
Sitzungen ebenfalls sobald wie möglich und nach entsprechender Benachrichtigung
anberaumt werden.
Fünftens: Die ständige beratende Kommission wird in Genf zusammentreten.
Sie kann auch an anderen vereinbarten Orten zusammenkommen.
Ausgefertigt in Genf am 21. Dezember 1972 in zwei Kopien, jeweils in englischer und in russicher Sprache, von denen beide Texte in gleicher Weise authentisch sein sollen."
Das

�Das Memorandum wurde

für die Vereinigten Staaten von Botschafter

Gerard Smith und für die Sowjetunion von dem stellvertretenden Außenminister
Wladimir S. Semenow unterzeichnet.

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Hintergrundmaterial

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1/1973

US-ENERGIEBEDARF WIRD SICH BIS ZUM JAHRE 2000 VERDOPPELN

-Ein Bericht des US-Innenministeriums-

WASHINGT0N --(AD)-- Der Energiebedarf der Vereinigten Staaten wird sich
bis zum Jahre 2000 mehr als verdoppeln. Dies geht aus einem Bericht des amerikanischen Innenministeriums hervor, der zum Jahresende veröffentlicht wurde. Der amerikanische Innenminister Rogers Morton hat im Zusammenhang mit dem
Bericht darauf hingewiesen, daß die USA mit Versorgungsschwierigkeiten rechnen müssen, wenn sie nicht alle nur möglichen Anstrengungen zur Sicherung
ihres Energiebedarfs machen.
Nach Angaben des Berichtes ist mit einer Zunahme des Energiebedarfs
in den Vereinigten Staaten um 3,6 Prozent jährlich zu rechnen. Man geht dabei
von einer Zunahme des amerikanischen Bruttosozialproduktes von 739,5 Milliarden Dollar im Jahre 1971 auf 2 438 Milliarden Dollar im Jahre 2000 aus. Die
industrielle Produktion in den USA dürfte sich in diesem Zeitraum vervierfachen - mit dem entsprechenden Bedarf an Brennstoff und Energie.
Ein entscheidender Faktor wird die Umstellung auf Atomstrom sein. Hier
werden vor allem die sogenannten "Brutreaktoren" eine wichtige Rolle spielen, die mehr Nuklearbrennstoff produzieren als sie verbrauchen. Gegenwärtig

-1-

�Gegenwärtig macht der Atomstrom 2,4 Prozent der gesamten amerikanischen Stromerzeugung aus, jedoch dürfte um die Jahrhundertwende der Anteil auf 51 Prozent
gestiegen sein.
Zu dem etwas schwierigeren Problem der Erdölversorgung heißt es in dem
Bericht, daß gegenwärtig rund 74 Prozent des Bedarfs aus eigener Förderung gedeckt werden können, daß jedoch bis zum Jahre 2000 die Eigenversorgung nur noch
etwa 30 Prozent ausmachen werde. Dabei ist eingerechnet, daß die neuen Vorkommen
in Alaska rund 10 Prozent des Bedarfs decken werden, Innenminister Morton räumt
jedoch die Möglichkeit ein, daß das Öl aus Alaska sogar 15 Prozent des Gesamtbedarfs erbringen wird.
Nach Ansicht der Experten wird es bis 1980 möglich sein, das Defizit in der
Ölversorgung durch Importe zu decken. Über diesen Zeitpunkt hinaus wird jedoch
die Gewinnung von Rohöl aus Ölschiefer und durch die Verflüssigung von Kohle
- aus eigenen Vorkommen - an Bedeutung gewinnen.
Wie es in dem Bericht heißt, wird auch die Erschließung neuer Ölquellen im
Festlandsockel an der Atlantikküste verstärkt vorangetrieben werden. Der Anteil
des Öls an der Gesamtenergieversorgung wird voraussichtlich von 44 Prozent im
Jahre 1971 auf 37 Prozent im Jahre 2000 zurückgehen.
Was die Versorgung mit Gas angeht, so werden bisher 96 Prozent durch Erdgas und künstliches Gas gedeckt. Hier wird bis zum Jahre 2000 ein Rückgang auf
72 Prozent erwartet, wobei etwa 20 Prozent Erdgas über Rohrleitungen aus Kanada
eingeführt werden, und die restlichen acht Prozent durch die Einfuhr von Gas in
flüssigem Zustand gedeckt werden sollen.
Die Kohleversorgung der USA aus eigener Förderung ist nach dem Bericht mehr
als ausreichend gedeckt. Man rechnet damit, daß bis 1980 das Problem des Schwefeloxyds bei der Kohleverbrennung gelöst sein und die Kohle als umweltfreundlicher Brennstoff akzeptiert wird. Obwohl sich der Kohlebedarf bis zum Jahre
2000 verdreifachen wird, werden die amerikanischen Bergleute diesen Bedarf decken
können. Dabei dürften sich die Kohleexporte der USA von 58 Millionen Tonnen im

-2-

�im Jahre 1971 auf 108 Millionen Tonnen im Jahre 2000 fast vcr ' A.peln.
Nach den Erwartungen der Experten wird sich die Bevölkerung der Vereinigten Staaten von gegenwärtig 210 Millionen bis zum Jahre 2000 auf nahezu 280
Millionen erhöhen; dabei dürften jedoch wirtschaftlichere Methoden der Nutzung
der Energiequellen . vor allem durch öffentliche Verkehrsmittel statt Privatwagen - den Energiebedarf relativ verringern. Flugzeuge werden verstärkt für den
Frachtdienst eingesetzt werden, während Eisenbahnen und Lastkähne in ihrer Bedeutung zurückgehen werden.
Wie Innenminister Morton betonte, wird in Zukunft ein Unterstaatssekretär
in seinem Ministerium verstärkt mit Energiefragen betraut werden, und Präsident
Nixon wird Anfang 1973 eine "Energiebotschaft" an den Kongreß richten.

-3-

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53

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1/1973

1972 ERFÜLLTE WIRTSCHAFTLICHE ERWARTUNGEN DER REGIERUNG
-US-Wirtschaftsbeirat gibt Jahresrückblick-

WASHINGTON — ( A D ) » Der Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons hat in einer
Erklärung zum Jahresschluß die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten während der letzten 12 Monate analysiert, die die Erwartungen
der Regierung erfüllt hätten. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
1972 war ein Jahr einer starken wirtschaftlichen Expansion; es brachte einen starken Anstieg der Beschäftigtenzahl, eine wesentliche Reduzierung der Arbeitslosigkeit und eine geringere Preisauftriebsrate. Die im Dezember veröffentlichten statistischen Zahlen für Gütererzeugung, Beschäftigtenstand, Umsätze und Preise, die sich vorwiegend auf den November beziehen,
bestätigen diese Lageeinschätzung. Obwohl die endgültigen Zahlen noch nicht
vorliegen, deuten die jüngsten Berichte darauf hin, daß dieses Jahr das von
der Regierung gesetzte Ziel, eine Steigerung des Bruttosozialproduktes um
100 Milliarden Dollar - bei sechsprozentiger Zunahme der realen Güterererzeugung und 3 1/4 Prozent Preissteigerungen (wie dies der Deflator des
Bruttosozialproduktes

zeigt) - erfüllt hat.
Die

-1-

�Die Arbeitslosenrate im November von 5,2 Prozent lag im Bereich der
Voraussagen der Regierung, daß nämlich die Arbeitslosenrate gegen Ende des Jahres 1972 bei etwa 5 Prozent liegen werde
In den neun Monaten von Ende Februar bis Anfang November 1972, nachdem
der kurze Preisanstieg nach Ablauf des totalen Lohnend Preisstopps überwunden
war, ist der index der Verbraucherpreise mit einer Jahresrate von 3,1 Prozent
gestiegen. Dies liegt noch geringfügig
Ziel, den

über dem von der Regierung gesetzten

Preisauftrieb auf 2 bis 3 Prozent herabzudrücken; allerdings ist

die Preisauftriebsrate nur noch etwa halb so groß wie 1969, Andere wichtige
I idikatoren für die Preisentwicklung sind, wie dies der Deflator des Bruttosozialprodukts und des privaten Verbrauchs zeigt, in den letzten Quartalen
weniger als 3 Prozent angestiegen.
Es gibt zahlreiche Hinweise,die für ein Anhalten des wirtschaftlichen Aufschwungs 1973 sprechen. Die Höhe der Verbrauchsgüterumsätze, die anhaltend
hohen Raten des Baubeginns von Wohnungen und der Auftragseingänge in der Fertigungsindustrie, die Berichte über die Investitionspläne der Wirtschaft, der
stimulierende Einfluß des Bundeshaushaltes und die stetige Zunahme der Geldversorgung - sie alle weisen darauf hin, daß die Auftriebskräfte auf der Nachfrageseite der Wirtschaft ungebrochen sind. Dies sollte zu einer Steigerung von
Gütererzeugung und Beschäftigung führen und die Arbeitslosigkeit weiter abbauen.
Was den Preisauftrieb anbetrifft, so werden die Preis-und Lohnentscheidungen in
einem Klima getroffen werden, das von mehr Vertrauen in das Preisniveau und
einer geringeren Notwendigkeit für größere Lol lerhöhungen, um frühere, jahrelang bestandene Rückstände auszugleichen, gekennzeichnet ist. Somit sind die
Aussichten auf ein weiteres Jahr, das eine schnelle Expansion mit einer rückläufigen Preisauftriebsrate verbindet, gut.
Wenn auch diese Aussichten gut sind, so sind sie jedoch noch keineswegs
gesichert, und das endgültige Ergebnis wird wesentlich davon beeinflußt werden,

-2-

�werden, wie wir als Nation einige schwierige Aufgaben lösen. Zurückhaltung in
der Haushaltspolitik des Bundes wird notwendig sein, um zu verhindern, daß die
gegenwärtige gesunde Expansion sich wieder zu einem inflationistischen Boom
auswächst. Die Entschlossenheit der Regierung in dieser Beziehung ist wohl bekannt; es wird der Zusammenarbeit mit dem Kongreß und der Öffentlichkeit bedürfen, um das Ziel zu erreichen. Das System zur Kontrolle von Preisen und Löhnen
wird modifiziert werden müssen, um eine optimale Wirksamkeit zu erlangen, ohne
daß Effizienz und Dynamik der Wirtschaft im Laufe des Jahres 1973 beeinträchtigt werden. Die Regierung hat eingehende Konsultationen mit allen Sektoren der
Wirtschaft über die erforderlichen Änderungen geführt. Die Empfehlungen der Regierung hierzu werden gegenwärtig noch ausgearbeitet; es ist klar, daß in diesem
Bereich ebenfalls eine Zusammenarbeit mit dem Kongreß und der Öffentlichkeit
notwendig sein wird. Zweifellos werden sich auch noch andere, im Augenblick
noch nicht vorauszusehende Probleme ergeben. Aber die durch die gemeinsamen Anstrengungen allr.r Amerikaner innerhalb und außerhalb der Regierung im Jahre 1972
erzielten ausgezeichneten Ergebnisse geben Grund zu der Zuversicht

daß die

Probleme des Jahres 1973 ebenfalls gelöst werden.
Wirtsc.haftsi ndikatoren für November
Gütererzeugung und Umsätze
Alle wichtigen Wirtschaftsstatistiken für November zeigen, daß die auf einer
breiten Basis aufbauende Wirtschaftsexpansion weitergeht. Der Index der industriellen Produktion stieg im November um 1,1 Prozent und hat damit in den
letzten drei Monaten eine Jahreszuwachsrate von 12,7 Prozer.t erreicht. Der private Wohnungsbau hatte ebenfalls einen weiteren guten Monat zu verzeichnen mit
Bau! eginnen - auf Jahresbasis - von 2,45 Millionen Wohneinheiten, etwa genauso
viel wie im Oktober. In den ersten 11 Monaten des Jahres 1972

lag die Zahl der

neu begonnenen Wohneinheiten im Durchschnitt um 19 Prozent höher als im gleichen

-3-

�gleichen Zeitraum des Jahres 1971. Die Auftragseingänge in der Dauergüterindustrie zeigten im November mit 2,9 Prozent eine ungewöhnlich starke Zunahme
und lagen damit um 21 Prozent höher als vor einem Jahr. Der Absatz von Dauergütern war um 2 Prozent höher,und die Auftragsbestände nahmen im November im
vierzehnten aufeinanderfolgenden Monat zu. Ein

geringfügiger Rückgang der

Einzelhandelsumsätze im November folgte auf einen ungewöhnlich großen Zuwachs
um 3,6 Prozent im Oktober« Die beiden Monate zusammen zeigen, daß die Verbraucherausgaben auch im vierten Quartal dieses Jahres hoch sein dürften,

Beschäftigtenstand
Der Wirtschaftsaufschwung war von einem starken Anwachsen der Zahl der
Arbeitsplätze begleitet. Die Zahl der in der Wirtschaft Beschäftigten lag im
November um 2,2 Millionen höher als vor einem Jahr. Für die ersten 11 Monate
dieses Jahres ergibt sich eine Zunahme der Beschäftigtenzahl gegenüber dem
gleichen Zeitraum des Jahres 1971 um 2,3 Millionen.
Die Arbeitslosenrate verzeichnete im November einen scharfen Rückgang
auf 5,2 Prozent gegenüber der seit Juni verzeichneten Rate von 5,5 Prozent.
Zwar sollte man den Statistiken für einen einzelnen Monat nicht zu große Bedeutung beimessen, aber die beträchtliche Zunahme von Beschäftigtenzahl und
Gütererzeugung, die dieses Jahr festzustellen war, hatte bereits einen Rückgang von der 5,5 Prozentmarke angekündigt.

Löhne und Einkommen
Eine weitere ungewöhnlich starke Zunahme des Personaleinkommens wurde
für November gemeldet, die zum Teil auf die Beschleunigung von Zahlungen an
die Kriegsteilnehmer zurückzuführen ist. Die wichtigste Komponente des Personaleinkommens - die Löhne und Gehälter - erhöhte sich um 4,6 Milliarden Dollar,
was etwa dem durchschnittlichen monatlichen Zuwachs der letzten sechs Monate

-4-

�Monate entspricht. Verglichen mit dem Vorjahr war das Personaleinkommen um
10,6 Prozent und die Komponente Löhne und Gehälter um 11 Prozent höher.
Die Stundenlohnsätze waren im November unverändert, und die Bruttowochenlöhne der Industriearbeiter gingen aufgrund einer etwas geringeren Arbeitszeit leicht zurück. Die Stunden-und die Bruttowochenlöhne im November lagen beide um jeweils 6,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Angesichts eines
weit langsameren Anstiegs des Verbraucherpreisindexes nahmen die Stunden-und
die Bruttowochenlöhne -nach Ausschaltung des Preisauftriebs-in den 12 Monaten bis Ende November um 2,9 respektive um 3,2 Prozent zu.

Preise
Die Preisentwicklung war im November, wie auch zuvor im Oktober, unterschiedlich. Die Großhandelspreise zogen nach einem relativ geringen Anstieg
in den beiden vorangegangenen Monaten um 0,6 Prozent an. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel standen im November - wie in den
vorangegangenen 12 Monaten - an der Spitze des Preisanstiegs. Der Verbraucherpreisindex zog im November um 0,3 Punkte an. Dieser mäßige Anstieg ist zu
einem großen Teil auf ein starkes Anziehen der Lebensmittelpreise (1,1 Prozent) zurückzuführen; bei den übrigen Erzeugnissen betrug der Preisanstieg
lediglich 0,1 Prozent und bei Dienstleistungen 0,2 Prozent.

Entwicklung auf Jahresbasis

Für den größten Teil des Jahres 1972 liegen nunmehr Statistiken über die
wirtschaftliche Entwicklung vor. Es ist daher nur angebracht, die verfügbaren
Informationen einer Prüfung zu unterziehen, wenn wir uns jetzt dem Ende des
Jahres 1972 nähern. Die Tabellen 1 und 2 geben die bis jetzt verfügbaren Jah-

-5-

�Jahresstatistiken auf zwei verschiedene Weisen wieder.
Tabelle 1 zeigt die jährlichen Veränderungen für den größten Teil des
Berichtszeitraumes, wobei entweder das dritte Quartal mit dem dritten Quartal 1971 oder der November 1972 mit dem gleichen Vorjahresmonat verglichen
werden. Tabelle 1 zeigt weiter diese jährlichen Veränderungen zurückgehend b
1968, so daß die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre mit 1972 verglichen werden kann.
Die in Tabelle 2 aufgezeigten Veränderungen umfassen die ersten drei
vollen Quartale (oder die ersten 11 Monate) 1972 verglichen mit den gleichen
Vorjahreszeitraum. . Sobald die Statistiken für das vierte Quartal und für
den Dezember eingearbeitet werden können, wird ein Vergleich zwischen der
wirtschaftlichen Entwicklung im Jahre 1972 insgesamt mit 1971 möglich sein.
Tabelle 2 zeigt ferner die jährlichen Veränderungen zurückgehend bis 1968
sowie die Durchschnittsrate der Veränderungen zwischen den Jahren 1960 und
1970.

Wirtschaftsindikatoren

�WIRTSCHAFTSINDIKATOREN
(auf der Basis saisonbereinigter Zahlen)
Tabelle 1: Jährliche prozentuale Veränderungen ausgewählter Wirtschaftsindikatoren, 1968 bis 1972

Vierteljahreszahlen(Änderungen jeweils auf der
Basis des dritten Quartals jedes einzelnen Jahres) 1972

1971

1970

1969

1968

Bruttosozialprodukt

0,1

7,2

4,7

7,6

9,3

Bruttosozialprodukt - real

7,2

2,2

-0,3

2,4

4,9

Bruttosozialprodukt

2,7

4,9

5,1

5,1

4,1

6,1

6,6

7,8

6,7

7,4

2,9

2,2

1,9

1,1

2,9

5,4

2,4

2,0

-0,4

2,5

Beschäftigtenzahl in der Wirtschaft

2,8

1,9

0

2,8

1,8

Verbraucherpreis index

3,5

3,5

5,6

5,7

4,7

Verbraucherpreisindex t hne Lebensmittel

2,9

3,4

6,3

5,6

4,8

Index der Großhandelspreise

5,4

3,2

2,6

4,6

3,2

Index der Großhandelspreise - Industrieerzeugnisse
4)
Freier Wochenlohn - real
Beschäftigtenzahl in der Wirtschaft (Zunahme in
Millionen)

3,7
3,7

3,2

3,6

3,9

2,6

4,0

3,9

-1,3

-0,5

-0,2

2,21

1,47

0,01

2,13

1,37

5,2

6,0

5,8

3,5

3,4

Deflator
Lohn pro Arbeitsstunde 2)
2)
Reallohn pro Arbeitsstunde
3)
Produktivität

'

Monatszahlen (Änderungen jeweils auf der
Basis des Novembers jedes einzelnen Jahres)

Arbeitslosenrate (tatsächlicher Stand)

Tabelle 2:

�Tabelle 2: Prozentuale Veränderungen des Jahresdurchschnitts ausgewählter Wirtschaftsindikatoren 1968 bis 1972 und die Durchschnittsrate der Veränderungen zwischen den Jahren i960 und 1970
Viertel Jahreszahlen

1972

1971

1970

1969

1968

1960/70

Bruttosozialprodukt

9,3

7,6

5,0

7,6

8,9

6,8

BruttoSozialprodukt-real

6,1

2,7

-0,5

2,7

4,7

4,0

Bruttosozialprodukt-Deflator
2)
Lohn pro Arbeitsstunde
2)
Reallohn pro Arbeitsstunde
3)
Produktivität '

3,0

4,7

5,5

4,8

4,0

2,7

6,2

7,1

7,2

6,7

7,5

5,2

2,9

2,7

1,2

1,3

3,2

2,3

4,5

3,6

0,6

-0,1

2,9

2,6

Monatszahlen
Beschäftigtenzahl in der Wirtschaft

2,9

0,6

0,9

2,6

2,1

1,8

Verbraucherpreisindex

3,3

4,3

5,9

5,4

4,2

2,7

Verbraucherpreisindex ohne
Lebensmittel

3,0

4,6

6,0

5,5

4,4

2,8

Index der Großhandelspreise

4,3

3,2

3,7

3,9

2,5

1,5

Index der Großhandelspreise Industrierzeugnisse

3,4

3,6

3,8

3,4

2,5

1,4

4,2

2,8

-1,2 -0,4

0,6

0,9

Beschäftigtenzahl in der Wirtschaft (Zunahme in Millionen?

2,28

0,49

0 , 7 3 1,98

1,55

1,29

Arbeitslosenrate (tatsächlicher Stand)

5,6

5,9

4,9

3,6

4,7

Freier Wochenlohn -real 4)

3,5

5

&gt;

Fußnoten:

�Fußnoten:

1) Die ersten 3 Quartale (oder 11 Monate) 1972 verglichen mit dem
gleichen Zeitraum 1971
2) Alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft - ohne Landwirtschaft
3) Gesamtwirtschaft - ohne Landwirtschaft
4) Arbeiter in der Wirtschaft - ohne Landwirtschaft - mit drei
Familienangehörigen
5) Durchschnitt der zehn Jahresraten

�</text>
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                <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erste SALT II-Verhandlungsrunde abgeschlossen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Kommuniqués und des Memorandums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Energiebedarf wird sich bis zum Jahre 2000 verdoppeln&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ein Bericht des US-Innenministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;1972 erfüllte wirtschaftliche Erwartungen der Regierung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Wirtschaftsbeirat gibt Jahresrückblick -&lt;/em&gt;</text>
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Dokumentation

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2

10. Januar

1973

Inhalt
INFORMATION:
93. US-Kongreß vor arbeitsreicher Sitzungsperiode
-Vielzahl außen-und innenpolitischer ProblemeVon Edgar H. de Lesseps
U. Alexis Johnson wird amerikanische SALT-Delegation leiten

DOKUMENTATION:
Verteidigungsminister Laird legt Abschlußbericht vor
-Auszüge aus dem Europa-und NATO-Teil-

WIRTSCHAFT:
EWG-Erweiterung wirft Kompensationsprobleme für US-Farmer auf
Von John Holway
US-Personaleinkommen nähert sich der Billionen-Dollargrenze

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
,i

]

Internationale Datenbank für die Krebsforschung
-USA errichten Informationszentrale und intensivieren Zusammenarbeit
von SpezialistenAllergie gegen bestimmte Nahrungsmittel
Schwermetalle als Umweltgift
Fischbestände im Nordostpazifik

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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2/1973

93. US-KONGRESS VOR ARBEITSREICHER SITZUNGSPERIODE
-Vielzahl außen-und innenpolitischer Probleme-

Von Edgar H. de Lesseps

WASHINGTON --(AD)-- Der jetzt wieder zusammengetretene amerikanische Kongreß - der 93. seit Gründung der USA - steht vor arbeitsreichen Wochen
und hitzigen Debatten über eine Vielzahl außen-und innenpolitischer Fragen;
dabei dürften der Krieg in Vietnam sowie die Regierungsausgaben eine zentrale Rolle spielen. Ferner stehen für eine baldige Erörterung die Frage der
Steuerreform, die Verlängerung der Lohn-und Preiskontrollen, das Problem
der Handelspolitik und der Energieversorgung sowie das Auslandshilfeprogramm an.
Präsident Nixon wird seine spezifischen Vorschläge und Empfehlungen
in der jährlichen Haushaltsbotschaft unterbreiten, die dem Kongreß Ende Januar zugeleitet wird; einige Punkte dürften auch schon in seiner Ansprache
anläßlich der zweiten Amtseinführung am 20. Januar angesprochen werden.
Wie während der ersten Amtszeit Nixons wird der Kongreß auch jetzt
wieder von den Demokraten kontrolliert. Der Fraktionsvorsitzende der demokratischen Partei im Senat, Mike Mansfield aus dem Staate Montana, hat als

-1-

�r

als "größtes nationales Anliegen" die Beendigung des Krieges in Vietnam
genannt. Es sei Aufgabe des amerikanischen Kongresses, so erklärte er, sich
dafür einzusetzen,daß ein völliges Desengagement der USA zustandekomme. Er
unterbreitete zwar keine spezifischen Vorschläge zu diesem Ziel, aber die
Vertreter der Demokraten im Senat und im Repräsentantenhaus haben sich dafür
ausgesprochen, notfalls die Mittel zur Führung des Krieges zu sperren. Demgegenüber hat das Weiße Haus den Kongreß dringend vor Maßnahmen gewarnt, die
die vertraulichen Vietnamverhandlungen in Paris beeinträchtigen könnten.
Ein weiteres Problem, das aber auch in diesen Fragenkreis hineinreicht,
ist die Machtverteilung zwischen Regierung und Kongreß. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Carl Albert aus dem Staate Oklahomo, hat zu Beginn der
neuen Sitzungsperiode versichert, daß er stärker denn je dafür eintreten werde, daß - wie er sagte - die Respektierung des K0ngresses als gleichberechtigter Partner in der Regierung wiederhergestellt werde.
Seit vierzig Jahren beklagen sich die Mitglieder des amerikanischen Kon-n
gresses über den ihrer Ansiebt nach eingetretenen Verlust an Machtbefugnissen
gegenüber der Exekutive. Eine Reihe von diplomatischen Beobachtern in der amerikanischen Hauptstadt rechnet daher damit, daß dieses Problem während der
jetzigen Sitzungsperiode immer wieder angesprochen werden wird, insbesondere im
Zuge der Vietnamdebatte sowie der Beratungen über die Ausgabenpolitik der
Regierung.
Diese letztere Frage wird zweifellos zutage treten, wenn der Kongreß über
eine neue Gesetzesvorlage für Gesundheit, Erziehung und Soziales für das am
30. Juni ablaufende Finanzjahr 1973 berät, gegen die Präsident Nixon zweimal
sein Veto einlegte, weil er sie für zu weitgehend hält. Die Administration hat
die feste Absicht, sich an die selbstauferlegte Ausgabengrenze von 2.50 Milliarden Dollar für das laufende Finanzjahr zu halten. Der Kongreß hatte 1972 diesen Vorschlag abgelehnt, der den Präsidenten ermächtigt hätte, Kürzungen nach
seinem Ermessen vorzunehmen. Der Kongreß ging dabei von dem Gedanken aus, daß

-2-

�r

daß dadurch sein verfassungsmäßiges Recht der Ausgabenkontrolle beschnitten
würde. Die Führung der Demokraten im Kongreß erwägt nun, ein eigenes Gesetzgebungsprogramm auf die Beine zu stellen, um dadurch dem Programm Nixons entgegenwirken zu können.
Weiter kann mit einiger Sicherheit erwartet werden, daß der beständige
Kampf um die Auslandshilfeprogramme der USA wieder auflebt. Während der vergangenen Sitzungsperiode mußte sich der Kongreß immer wieder mit kontroversen
außenpolitischen Gesetzeszusätzen befassen, über die der Senat und das Repräsentantenhaus keine Einigung erzielen konnten. Bereits 1969 hatte Präsident
Nixon eine Reform des gesamten Auslandshilfeprogrammes gefordert, worauf der
Kongreß jedoch bisher noch nicht reagiert hat. Im vergangenen Jahr konnte sie
der Kongreß nicht über die Bewilligung von Mitteln für das Finanzjahr 1973
einigen. Stattdessen wurde eine Interimsmaßnahme verabschiedet, durch die die
militärische und die wirtschaftliche Auslandshilfe der USA auf dem bisherigen
Stand finanziert wurden. Diese Mittel laufen am 28. Februar aus.
Für das Militärhilfeprogramm ist eine jährliche Bewilligung erforderlich, während sich dieser Zeitraum bei der Wirtschaftshilfe auf zwei Jahre er
streckt, der am 30. Juni abläuft. Der gegenwärtige Kongreß muß also Mittel
für die Militär-und die Wirtschaftshilfe in diesem Finanzjahr sowie für das
kommende Finanzjahr bewilligen. In Beobachterkreisen wird es für möglich gehalten, daß der Kongreß das Auslandshilfegesetz mit einem Zusatz für die Beendigung des Krieges in Vietnam koppelt.
Auch auf wirtschafts-und steuerpolitischem Gebiet stehen einige Probleme
an. Die Ermächtigung Nixons für Lohn-und Preiskontrollen, mit denen der In™
flation Einhalt geboten werden soll, läuft am 30. April aus. Die Forderung
der Regierung nach Verlängerung dieser Ermächtigung wird den Rahmen für eine
weitere frühzeitige Debatte in dieser Sitzungsperiode des Kongresses bilden.
Allgemein

-3-

�Allgemein wird mit einer Modifizierung der amerikanischen Steuergesetzgebung gerechnet. Die Regierung Nixon hat zwar keine spezifischen Empfehlungen unterbreitet, doch hat der Vorsitzende des einflußreichen Bewilligungsausschusses des Repräsentantenhauses, Wilbur D. Mills aus Arkansas, eine Gesetzgebung angekündigt, die Ungerechtigkeiten korrigieren soll, allerdings
ohne eine wesentliche Zunahme der Regierungseinkünfte oder eine umfassende
Steuersenkung.
Auf dem Gebiet der Handelspolitik erwägt die Regierung eine Gesetzgebung,
die den Präsidenten im Zuge von Handelsabkommen mit anderen Ländern zu Zollsenkungen ermächtigen würde. Dieser Vorschlag würde eine Modifizierung der bestehenden Anpassungsprogramme für importgeschädigte Industrien und Arbeitnehmer bedingen.
Auf dem Umweltsektor werden die Hauptanstrengungen der Regierung auf die
Energiequellen des Landes gerichtet sein. Man rechnet damit, daß die Administration die Schaffung einer neuen Bundesbehörde empfiehlt, die die energiepolitische Arbeit der gegenwärtigen 44 damit befaßten Bundesstellen koordinieren soll, sowie mit einer Beseitigung oder doch einem Abbau der Regierungskontrolle für die Naturgaspreise und einer Förderung der Erdöl-und Erdgasgewinnung vor den Küsten der USA.
Auch auf dem Erziehungs-und Gesundheitssektor kommt große Arbeit auf den
neuen Kongreß zu. Die meisten der vom Bund unterstützten Erziehungsgesetze
laufen 1973 aus, und nach den Worten des Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im Senat, Hugh Scott, beabsichtigt Präsident N-pcon die Vorlage eines
umfassenden Krankenversicherungsgesetzes in diesem Frühjahr.

Die

-4-

�Die Zusammensetzung des 93. Kongresses als Ergebnis der Wahlen im November ist die gleiche wie beim Amtsantritt Nixons: 57 Demokraten und 43 Republikaner im Senat; 243 Demokraten und 192 Republikaner im Repräsentantenhaus. Durch den Tod des Abgeordneten George W. Collins aus Illinois, der
am 8. Dezember gestorben ist, sowie durch den mutmaßlichen Tod der Abgeordneten Haie Boggs aus Louisiana und Nich Bagich aus Alaska, die seit dem 16.
Oktober während eines Fluges über Alaska verschollen sind, vermindert sich
die Zahl der Demokraten im Repräsentantenhaus, zumindestens vorübergehend,
auf 240 Abgeordnete.

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2/1973

U.ALEXIS JOHNSON WIRD AMERIKANISCHE SALT-DELEGATION LEITEN

WASHINGTON--(AD)-- Der bisherige Staatssekretär für Politische Angelegenheiten im amerikanischen Außenministerium, U. Alexis Johnson, ist von Präsident
Nixon als neuer Leiter der Delegation der Vereinigten Staaten bei den amerikanisch-sowjetischen Gesprächen über eine Begrenzung der Strategischen
Rüstungen (SALT) vorgesehen worden. Er wird die Nachfolge von Botschafter
Gerard C. Smith antreten, der gleichzeitig auch von seinem Posten als
Direktor des Bundesamtes für Rüstungskontrolle und Abrüstung zurückgetreten
ist, um ins Privatleben zurückzukehren.
Johnson, der den Status eines Sonderbotschafters erhalten wird, soll
nur die Leitung der amerikanischen SALT-Delegation übernehmen, da die zweite Phase der amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen als so wichtig und
verantwortungsvoll angesehen wird, daß der Delegationschef der USA auch wegen seiner notwendigen längeren Auslandsaufenthalte kein zweites Amt daneben bekleiden soll. Ein neuer Direktor für die Abrüstungsbehörde soll in
Kürze nominiert werden.
U.Alexis Johnson ist als einziger Berufsbotschafter der ranghöchste
Beamte im Auswärtigen Dienst der Vereinigten Staaten.
Am

-1-

�Am 17. Oktober 1908 in Falun im Staate Kansas geboren, studierte
Johnson am Occidental College mit dem Abschluß eines Bachelor of Arts und
dann ein Jahr an der Georgetown-Universität. Im Jahre 1935 trat er in den
auswärtigen Dienst der USA und bekleidete bis 1940 diplomatische Posten in
Tokio, Seoul und Tientsin in China. Beim Eintritt der Vereinigten Staaten
in den zweiten Weltkrieg wurde er 1941 in Mukden

in China interniert und

dann 1942 ausgetauscht. Seine weitere Verwendung fand er bei den amerikanischen Missionen in Rio de Janeiro und auf den Philippinen. Danach war er in
Japan bei der Militärregierung und als Generalkonsul und ab 1950 im Nordostasien-Referat im Außenministerium tätig. Er avancierte 1951 zum stellvertretenden Unterstaatssekretär in der Fernostabteilung und fungierte bei den
Friedensverhandlungen mit Japan in San Francisco als Berater der US-Delegation. 1953 zum Botschafter in Prag ernannt, nahm er 1954 an der Indochinakonferenz in Genf teil und führte dort 1955 Botschaftergespräche mit Rotchina. Johnson wurde 1958 zum Botschafter in Thailand und 1961 zum stellvertretenden Staatssekretär für politische Angelegenheiten berufen. Er ging
1964 als stellvertretender Botschafter nach Südvietnam und kehrte 1965 auf
seinen vorigen Posten zurück. Zuletzt war er von 1966 bis 1968 Botschafter
in Japan.
Johnson ist verheiratet und hat vier Kinder.

(Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von U.Alexis
Johnson zur Verfügung).

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2/1973

VERTEIDIGUNGSMINISTER LAIRD LEGT ABSCHLUSSBERICHT VOR
-Auszüge aus dem Europa- und NATO-Teil-

WASHINGTON --(AD)-- Der aus seinem Amt scheidende amerikanische Verteidigungsminister Melvin R. Lair,d hat dem Militärausschuß des US-Repräsentantenhauses am 8. Januar einen abschließenden Bericht über seine vierjährige Tätigkeit im Pentagon vorgelegt.
Im einzelnen stellt Laird - dessen designierter Nachfolger Elliott
Richardson ist - fest, daß die Vereinigten Staaten heute über eine realistische Abschreckungskraft auf allen Ebenen eines potentiellen Konfliktes verfügen. Trotzdem habe die zahlenmäßige Stärke der US-Streitkräfte
seit 1969 um rund 1,2 Millionen Mann abgebaut und hätten in dieser Zeit
fast eine halbe Million amerikanischer Soldaten aus Vietnam abgezogen werden können. Die Vereinigten Staaten brauchten nicht länger die Rolle eines
Polizisten zu übernehmen, sondern die befreundeten und verbündeten Länder
könnten solche Aufgaben in wachsendem Maße selber lösen. Südvietnam verfüge
heute über das Potential, sich selbst verteidigen zu können.Und die europäischen Länder könnten und sollten selbst mehr tun, um vor einer sowjetischen Bedrohung ihrer Sicherheit abzuschrecken, zumal sie über die Hilfsquellen, Erfahrungen und das technische Wissen hierfür verfügten.
Laird

-1-

�Laird hebt weiter hervor, daß die Vereinigten Staaten in den vergangenen
vier Jahren ihre technologische Überlegenheit gegenüber der Sowjetunion weiter gehalten hätten. Im Rahmen des vor zwei Jahren angelaufenen realistischen
Abschreckungsprogramms seien veraltete Waffen durch modernere und wirksamere
Ausrüstung ersetzt worden. Auch die Kommando struktur sei verbessert worden.
Das ungerechte Einberufungssystem solle beseitigt werden, und bei dem Übergang zu einer Freiwilligenarmee werde auch der Status der Nationalgarde und
der Reserveverbände verbessert.
In seinem Bericht befaßt sich Laird ferner eingehend mit der Situation
in Vietnam, wobei er es jedoch vermeidet, auf Punkte der Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Hanoi oder die künftige amerikanische Strategie
in Indochina einzugehen, da hierdurch die geheimen Verhandlungen in Paris gestört werden könnten. Gleichzeitig unterstreicht er die Erfolge des Vietnamisierungsprogramms Präsident Nixons. Dieses Programm sei der erste entscheidende
Schritt im Rahmen der Nixon-Doktrin gewesen, die zu einer völlig neuen Formulierung der amerikanischen Politik geführt habe. Diese Politik sei darauf abgestellt, den Freunden und Verbündeten der USA den Weg zur Selbsthilfe zu weisen, die grundlegenden amerikanischen Verpflichtungen einzuhalten und bei allen internationalen Streitfragen eine Verhandlungslösung an Stelle von Konfrontation anzustreben.
Die wichtigsten, Europa und die NATO betreffenden Teile des Berichtes
haben folgenden Wortlaut:
In Europa ist der Rahmen,in dem wir die Nixon-Doktrin zu verwirklichen
suchen, wesentlich anders (als in anderen Teilen der Welt;. Unsere europäischen Verbündeten können und müssen mehr tun, um vor einer sowjetischen Bedrohung ihrer Sicherheit abzuschrecken. Ihnen fehlen nicht die Hilfsquellen
dazu. Ihnen mangelt es nicht an Erfahrung und technischem Wissen. Sie müssen
lediglich die strategischen und politischen Realitäten erkennen, denen wir

-2-

�wir alle uns gegenübersehen, und den Willen haben, dementsprechend zu handeln.
Eine ausreichende nukleare Abschreckung wird auch weiterhin den Eckpfeiler der Struktur für die Sicherheit der Verbündeten bilden. Gleichzeitig
verleiht jedoch das Herannahen eines strategischen nuklearen Gleichgewichtes
zwischen den USA und der UdSSR der Notwendigkeit eines ausreichenden konventionellen Potentials vermehrtes Gewicht, um konventionellen Bedrohungen auf
den Ebenen begegnen zu können, auf denen sie auftreten könnten
Den Vereinigten Staaten wird weiterhin die Hauptverantwortung für die
Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckung seitens der Verbündeten zufallen.
Und die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin einen beträchtlichen Beitrag zu der konventionellen Abschreckung durch die Verbündeten leisten, Aber
von den USA kann nicht erwartet werden, daß sie die volle Last der nuklearen
Verteidigung und gleichzeitig einen unangemessen hohen Teil der Lasten der
konventionellen Verteidigung tragen. Dies ist weder gerecht noch politisch
richtig. Und es ist nicht mit der Konzeption der Nixon-Doktrin von einer
neuen Partnerschaft zu vereinbaren.
In den vergangenen vier Jahren haben zahlreiche Mitglieder des Kongresses
die derzeitige Aufteilung der Verantwortung für die Verteidigung Europas zwischen den USA und den Verbündeten in Zweifel gezogen. Der Punkt,um den es dabei ging, war meines Erachtens nicht: "warum tun die USA so viel", sondern
vielmehr: "warum tun die Europäer nicht mehr für das, was in erster Linie ihre
eigene Verteidigung ist?".
Auf meinen Zusammenkünften mit meinen NATO^Kollegen zweimal im Jahre
habe ich immer wieder hierauf verwiesen, Sie haben mit Programmen zur Verbesserung der Streitkräfte im Rahmen der Euro»Gruppe geantwortet, die tatsächlich einen wesentlichen Schritt voran bedeuten. Aber mehr - viel mehr - muß
getan werden, wenn wir das volle Potential der von uns auf dem Gebiet der kon-

-3-

�konventionellen Verteidigung bereits unternommenen Investitionen zum Tragen
bringen wollen.
Es besteht natürlich bei einigen Kreisen - und zwar auf beiden Seiten
des Atlantiks - die Tendenz, in der neuen Ära der Verhandlungen einen

Grund

oder einen Vorwand zu sehen, die Verteidigungsanstrengungen zu verringern.
Es muß jedoch allen klar sein, daß die militärische Stärke des Westens dazu
beigetragen hat, diese neue Ära herbeizuführen und zwar dadurch, daß alle
Wege außer dem der Verhandlungen verschlossen wurden. Und es muß genauso klar
sein, daß die Positionen und Interessen des Westens in Verhandlungen nicht
ausreichend geschützt und gefördert werden können, sofern der Westen nicht den
Willen und die Fähigkeit zeigt, seine militärische Stärke aufrechtzuerhalten.
Als ich 1969 Verteidigungsminister wurde, war es klar, daß wir unsere
kollektive NATO-Strategie überprüfen müßten, um festzustellen, ob sie angesichts der neuen Gegebenheiten und Realitäten noch gültig war. Wir wußten,
daß es Schwächen und Ungleichgewichte in dem konventionellen Potential der
NATO, verglichen mit dem des Warschauer Paktes gab. Der Status der amerikanischen Streitkräfte in Europa war vor 1969 aufgrund unseres erweiterten
Truppenengagements in Südostasien geringer veranschlagt worden. Es war ferner
wichtig, einige der Mißverständnisse zwischen den USA und ihren Verbündeten
zu beseitigen, die sich im Laufe der Jahre ergeben hatten, und gemeinsam
auf die Wiederherstellung des Zusammenhalts des großen Bündnisses hinzuarbeiten.
Gemeinsam mit unseren Verbündeten haben wir innerhalb der NATO eine umfassende Studie der Verteidigungsprobleme des Bündnisses in den siebziger Jahren durchgeführt, in der wir die Gültigkeit unserer derzeitigen militärischen
Strategie bekräftigten und Übereinstimmung über die Art und Weise erzielten,
wie die NATO-Streitkräfte, ihre Bewaffnung, ihr Nachschub, die sie stützende
Infrastruktur wie auch die Möglichkeiten verbessert werden sollten, Konsultationen über ihren möglichen Einsatz in einer Krise zu führen.
Präsident

-4-

�Präsident Nixon hat nachdrücklich die amerikanischen Verpflichtungen
gegenüber der NATO bekräftigt. Er erklärte, daß die USA bei entsprechendem
Verhalten unserer Verbündeten ihre im europäischen Raum stationierten Streit«
kräfte weiter dort belassen und qualitativ verbessern würden. Wir haben dieses Versprechen gehalten.
Was die europäische Seite anbetrifft, so können wir alle mit Recht stolz
auf das Europäische Verstärkungsprogramm (EDIP) sein, das eine Verpflichtung
zu Modernisierungsprogrammen für die nationalen Streitkräfte, Zahlungen
für Flugzeugbunker für die taktischen Luftstreitkräfte der NATO in Europa
und ein Programm für gegenseitige Hilfe vorsieht.
Die Fortschritte bei der Bewaffnung der NATO waren langsam, wenn es
auch besonders bei Panzern, Panzerabwehr und Modernisierung der Marine voranging. Aber der Gesamtprozeß war, offen gesagt, aufgrund der nationalen Bestrebungen, eine Vielzahl ähnlicher Verteidigungsindustrien am Leben zu erhalten, unzulänglich und von Überschneidungen gekennzeichnet. Das Ergebnis ist
nicht nur wirtschaftliche Verschwendung, sondern es ist auch militärisch unerwünscht, denn es verhindert Normung und gegenseitige Einsetzbarkeit. Wir
haben versucht, dieser Entwicklung dadurch zu begegnen, daß wir eine stärkere
Zusammenarbeit und Rationalisierung zwischen den europäischen Ländern der
freien Welt förderten. Wir bieten anderen NATO-Ländern unsere neuesten Entwicklungen an und prüfen ihre Entwicklungen auf eine mögliche Aufnahme in
unsere Streitkräfte hin. Natürlich wird jedes dem Bündnis angehörende Land
im gemeinsamen Interesse etwas nachgeben müssen, wenn wir die beträchtlichen
Ersparnisse erzielen wollen, die eine echte Zusammenarbeit uns bringen kann.
Die Zusammenarbeit der Verbündeten auf dem Gebiet der Logistik läßt
ebenfalls manches zu wünschen übrig; wir hoffen jedoch, daß die Reihe von
Konferenzen internationaler Logistikexperten, die kürzlich begonnen hat,

-5-

�hat, neue Voraussetzungen auf diesem Gebiet schaffen wird. Auch dies ist
ein Gebiet, auf dem beträchtliche Einsparungen erwartet werden können, sobald
die Haltung der einzelnen Länder dies zuläßt.
Die Infrastruktur, das NATO-Programm für den Bau der notwendigen ortsgebundenen Einrichtungen für die NATO-Streitkräfte, bleibt weiterhin ein Gebiet, auf dem die gemeinsame Arbeit der NATO überragende Erfolge erzielt hat,
obwohl sie unter einer unzureichen Mittelzuteilung zu leiden hatte. Während
gegenwärtig das Infrastrukturprograrnm für den Bau von Bunkern für taktische
Flugzeuge der NATO von der Euro-Gruppe (INIT) gefördert wird, sieht sich
die NATO-Infrastruktur bei der Wiederherstellung und dem Umbau früherer
Anlagen wie auch beim Bau neuer Anlagen beträchtlichen Problemen gegenüber,
die durch die Erfordernisse der heutigen Verteidigung entstanden sind. Die
Minister haben vereinbart, das Infrastrukturprogramm für weitere fünf Jahre
fortzusetzen; die Vereinigten Staaten werden in Kürze innerhalb des Bündnisses Verhandlungen über den Umfang des Programms sowie den angemessenen
amerikanischen Beitrag zu diesem letzten Punkt führen. In den vergangenen
Jahren war die Unterstützung, die wir für unsere Streitkräfte aus dem NATOInfrastrukturprograrnm erhalten haben, gut.
Das Fernmeldenetz der NATO für politische Konsultationen sowie für
Befehlsübermittlung und Kontrolle ist im allgemeinen unzulänglich, sieht man
es im Hinblick auf mögliche Erfordernisse einer modernen Kriegsführung. In
den letzten eineinhalb Jahren hat die NATO einen Plan für ein verbessertes
NATO-Nachrichtenverbindungssystem (NICS) ausgearbeitet und vereinbart; sie
hat Mittel für die erste Phase des Programms verfügbar gemacht und den erforderlichen Apparat aufgebaut,um die Entwicklung des Systems zu leiten,Einige
Verbesserungen im Fernmeldenetz der NATO sind bereits offensichtlich, und
wenn das NICS-Programm weiter fortgeführt wird, rechnen wir mit ganz wesentlichen Verbesserungen.
Was

-6-

�Was das Krisenmanagement anbetrifft, so hat die NATO die Kapazität ihrer wichtigsten Einrichtungen im Brüsseler Hauptquartier beträchtlich verbessert, und sie entwickelt und erprobt gegenwärtig Verfahren für mögliche Krisen, damit die NATO-Länder im Falle eines Notstandes sofort umfassende Konsultationen führen und entsprechende Schritte unternehmen können. In den vergangenen vier Jahren haben unsere NATO-Verbündeten Einsatzbereitschaft und Ausbildungsstand ihrer Streitkräfte durch Teilnahme an und Zusammenarbeit bei alliierten Manövern erhöht. Von besonderer Bedeutung in jüngster Zeit waren das im
September 1972 durchgeführte große Manöver "Strong Express", an dem 64 000
Mann, 300 Schiffseinheiten und 700 Flugzeuge beteiligt waren, sowie die Teilnahme der Ständigen Seestreitmacht Atlantik (STANAVFORLANT) an einem alliierten Manöver im Mittelmeer im Mai 1972.
Was die Manöver anbetrifft, so sind jedoch größere Fortschritte vor allem
im maritimen Bereich möglich. Unsere Verbündeten verfügen über beträchtliche
Schiffsreserven, deren Kapazitäten noch nicht voll ausgenutzt werden, weil die
Schiffe einen großen Teil ihrer Zeit im Hafen liegen. Würden bestimmte Verbündete solche Schiffseinheiten vermehrt einsetzen, würden Ausbildungsstand, Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, mit den übrigen verbündeten Seestreitkräften zusammenzuarbeiten, wesentlich gestärkt werden. Dies könnte dann auch zur
Schaffung einer Ständigen Seestreitmacht Mittelmeer führen, die eine Ergänzung zu den in der Vergangenheit so erfolgreichen atlantischen Seestreitkräften bilden würde.
Was die Planung anbetrifft, so sind wir mit dem, was die Nukleare Planungsgruppe der NATO - ein Forum für eine offene Erörterung delikater nuklearer Probleme der NATO - erreicht hat, zufrieden. Ich bin weiterhin überzeugt,
daß die Förderung des Verständnisses unter den Verbündeten und die Planung
für die nukleare Verteidigung der NATO von großer Wichtigkeit sind.
Wenn

-7-

�Wenn wir in die Zukunft blicken, so werden wir die uns verfügbaren Hilfsquellen noch weit wirksamer nutzen müssen - gleichgültig, ob es sich dabei um
Menschenpotential, Technologie, politische Grundsätze oder Dislozierung handelt. Gerade das aber versuchen wir im Rahmen unserer Konzeption der Gesamtstreitkräfteplanung zu erreichen. Die NATO muß ebenfalls alle potentiellen
Aktiva für die Verteidigung in Rechnung stellen, darunter auch die zivilen
Hilfsquellen, und gewährleisten, daß ihr Einsatz voll koordiniert ist.
Wir brauchen zusätzliche gemeinsame Maßnahmen der Verbündeten auf Gebieten wie:
-- Organisation, Kommando und Kontrolle der NATO-Luftstreitkräfte im
Bereich Mitte;
-- bessere Nutzung des Mannschaftspotentials, der Aktiven wie der Reservisten;
-- Forschung und Entwicklung, um eine wirklich effektive Zusammenarbeit
auf dem Gebiet der Bewaffnung zu erreichen.
Wir haben in den letzten vier Jahren die Zusage des Präsidenten eingehalten, die amerikanischen Streitkräfte in Europa zu belassen und qualitativ
zu verbessern. In den unmittelbar vor uns liegenden Jahren wird es jedoch
nahezu unmöglich sein, eine unverminderte amerikanische Truppenpräsenz in
Europa zu unterstützen, wenn einige unserer Partner die Schlagkraft ihrer eigenen Streitkräfte schwächen - sei es durch Budgetkürzungen, Verringerung ihrer Truppenstärken oder kürzere Dienstzeiten.
Auf der jüngsten Konferenz der NATO-Verteidigungsminister im Dezember
1972 in Brüssel gründete ich meine Hauptargumente auf die Lastenverteilung
sowie auf die Notwendigkeit, diese noch zu erweitern. Über meine Mahnungen
hinaus, daß die Verteidigungsausgaben real wachsen und daß die Mittel wirksamer zur Förderung unserer gemeinsamen Verteidigung eingesetzt werden müßten,
forderte ich die kontinuierliche Weiterführung des Europäischen Verstärkungs-

-8-

�Verstärkungsprogramms (EDIP), eine neue Form der Infrastruktur zur Unterstützung von Truppen, die außerhalb ihres eigenen Territoriums stationiert
sind, sowie einen verminderten Anteil der USA an den Kosten für das Infrastrukturprogramm der NATO. Ich bin mir im klaren darüber, daß es schwierig
sein wird, diese Empfehlungen zu verwirklichen; ich bin jedoch der Überzeugung, daß die Zeit hierfür reif ist, und daß unsere Verbündeten voll und ganz
die Notwendigkeit einsehen, uns einige der Lasten abzunehmen.
Mit den bereits geschlossenen Abkommen, wie SALT und Berlin, mit den
laufenden Vorbesprechungen für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und mit den in Kürze beginnenden ersten Gesprächen
über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung (MBFR) befinden
wir uns schon mitten in der Ära der Verhandlungen. Angesichts dieses Komplexes der Ost-West-Gespräche hört man nun schon viel über eine profunde und
dauerhafte Änderung der Grundhaltung und -einstellung der Sowjets gegenüber
dem Westen. Dies ist verfrüht. Entspannung ohne angemessene Verteidigung ist
eine Selbsttäuschung.
Ich bin mir vielmehr darüber im klaren, daß tiefgehende Differenzen und
Meinungsverschiedenheiten zwischen uns bestehen bleiben. Diese Differenzen
können nicht einfach dem historischen Zufall oder Mißverständnissen zugeschrieben werden. Sie wurzeln vielmehr in verschiedenartigen Konzeptionen der
Rechte und Pflichten von Menschen und Regierungen sowie in verschiedenartigen
Methoden des Verhaltens zu anderen Nationen.
Wir können auch nicht andere Fakten ignorieren, die sich auf unsere
Hoffnungen auf erfolgreiche Verhandlungen mit dem Osten auswirken:
-- Wir können nicht die großen, gut ausgebildeten und sich ständig verbessernden Streitkräfte des Warschauer Paktes in Europa außer acht lassen;
-- wir können nicht die Augen verschließen vor der raschen und kontinuierlichen Ausweitung der sowjetischen Rüstung und ihrer qualitativen Verbesserung

-9-

�Verbesserung in den letzten Jahren}
-- wir können nicht die weltweite Expansion der sowjetischen Seestreitkräfte und ihrer Aktivität ignorieren;
-- wir können nicht; die wachsende militärische Präsenz der Sowjets sowie ihr Engagement in Gebieten übersehen, die an den NATO-Bereich angrenzen,
wie im Nahen Osten und im Indischen Ozean.
Es ist; einfach eine Tatsache, daß der militärische Aufbau der Sowjets,
auf konventionellem wie auf nuklearem Gebiet, weiter energisch vorangetrieben
wird.
Wenn wir uns nicht über diese strategische und politische Realität im
klaren sind und diese Erkenntnis zum Ausgangspunkt für unsere Verhandlungsbemühungen machen, gefährden wir die Chancen für die Erreichung eines Friedens,
während wir gleichzeitig unsere lebenswichtigen Interessen aufs Spiel setzen.
Dies soll nicht besagen, daß wir nicht darauf vorbereitet sein sollten,
das Eingehen vernünftiger Risiken für den Frieden zu erwägen. Im Gegenteil
sollten wir uns gemeinsam mit unseren Verbündeten darum bemühen, neue Beziehungen zur Sowjetunion und den Ländern Osteuropas anzubahnen - Beziehungen, die
auf beiderseitiger Zurückhaltung und beiderseitiger Anpassung der Interessen
basieren. Solche Beziehungen lassen sich aber nur auf der Grundlage eines
starken und geeinten Westens schaffen.
Es mag zutreffen, daß eine Ära der Verhandlungen in gewisser Weise größere
Anforderungen an uns stellt als eine Ära der Konfrontation; aber ich bin zuversichtlich, daß wir dieser Aufgabe genauso gewachsen sein werden.
Eine solche Aufgabe, vor der das Bündnis gegenwärtig steht, siimd die Verhandlungen über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung (MBFR).
Bei MBFR handelt es sich um eine Initiative der NATO, die auf das Jahr 1968
zurückgeht und die ein stabileres militärisches Gleichgewicht auf einem

-10-

�einem niedrigeren Truppenstand erreichen und dadurch das Risiko eines Konflikts in Europa verringern soll. Nach mehreren Jahren von Vorbereitungen und
Versuchen seitens der Verbündeten, die Sowjetunion und andere osteuropäische
Länder in einen MBFR-Dialog hineinzuziehen, haben bestimmte osteuropäische
Länder, unter ihnen die Sowjetunion, jetzt ihre Bereitschaft zu erkennen gegeben, in vorbereitende MBFR-Gespräche einzutreten, die bald aufgenommen werden sollen. Es besteht Hoffnung, daß diese vorbereitenden Gespräche die Aufnahme von Verhandlungen im Herbst 1973 ermöglichen werden.
Die Aussichten auf Fortschritte bei den MBFR-Verhandlungen bedeuten für
das Bündnis Verschiedenes:
—

Unsere umfassende Untersuchung in bezug auf MBFR hat gezeigt, daß

es keinen schnellen und leichten Weg zum Erfolg gibt; daher müssen wir bei
der Verfolgung unserer Zielsetzungen an die MBFR-Verhandlungen mit Klugheit,
Zielstrebigkeit und Entschlossenheit herangehen.
-- Da jede Schwächung der kollektiven Verteidigungsanstrengungen unsere
Position am Verhandlungstisch beeinträchtigen würde, müssen wir vor allen
Bestrebungen auf der Hut sein, die Aussicht auf MBFR als Vorwand entweder für
einseitige Truppenreduzierungen der Verbündeten oder für ein Nachlassen bei
der Verbesserung der Streitkräfte zu benutzen.
-- Wir dürfen nicht etwaige MBFR-Ergebnisse als Anlaß für eine Kürzung
der Verteidigungsausgaben auf längere Sicht betrachten. MBFR wird nicht die
Notwendigkeit beseitigen, unser konventionelles Potential aufrechtzuerhalten
und zu verbessern; im Gegenteil, MBFR wird die Notwendigkeit erhöhen, unsere
Verteidigungshilfsquellen auf wirksamste Weise zu nutzen.
Insgesamt gesehen kann MBFR, sofern die Mitglieder des Bündnisses richtig an die Verhandlungen herangehen, die militärische Ergänzung zu den politischen Bemühungen des Bündnisses bilden, das Ausmaß der Konfrontation zwischen Ost und West abzubauen.
Einige

-11-

�t

Einige haben die Besorgnis geäußert, ob wir MBFR und andere Verhandlungen führen und gleichzeitig im Zuge dieser Verhandlungen den Zusammenhalt
des Bündnisses gewährleisten können. Aber wie groß auch die Aufgabe, vor die
MBFR uns stellt, sein mag, in vieler Hinsicht wird MBFR eine noch weit schwerere Bewährungsprobe für den Osten sein.
Welcher Ar; unsere Probleme hier im Westen auch sein mögen, das gegenseitige Vertrauen, das schon so lange unter uns besteht, wird für uns in den
kommenden Monaten bei den Verhandlungen mit unseren Gegnern ein großer Pluspunkt sein. Dieses Vertrauen ist tief verwurzelt in gemeinsamen Idealen und
Bestrebungen und in einer Tradition vertrauensvoller Beziehungen zueinander.
Dies ist ein Gut, das alle von uns sorgfältig hüten müssen.
Das Bündnis war in der Vergangenheit eine mächtige Kraft für den Frieden und wird dies auch künftig sein. Ich scheide aus meinem Amt mit der Zuversicht, daß die NATO weiterhin diesem hohen Ziele dienen wird.

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2/1973

EWG-ERWEITERUNG WIRFT KOMPENSATIONSPROBLEME FÜR US-FARMER AUF

Von John Holway

WASHINGTON — ( A D ) — Der jetzt vollzogene Beitritt Großbritanniens, Irlands
und Dänemarks zum Gemeinsamen Markt bedeutet für die amerikanischen Farmer
keineswegs eine gute Nachricht, denn der Absatz ihrer Erzeugnisse in diesen
Ländern wird durch die sogenannten "variabler} Abschöpfungsbeträge" der EWG,
die nahezu prohibitiven Charakter haben, künftig erschwert werden.
Aufgrund einer früheren bindenden Vereinbarung mit Großbritannien war
den amerikanischen Farmern zugesichert worden, daß ihr Weizen zollfrei dorthin eingeführt werden darf. Nachdem diese Vereinbarung nunmehr hinfällig
geworden ist, ergibt sich die Frage, wie der Gemeinsame Markt die amerikanischen Farmer für die ihnen entstehenden Exportverluste kompensieren will.
Diese Frage wird im Mittelpunkt der intensiven Verhandlungen stehen,die
im März in Genf aufgenommen werden sollen und die sich voraussichtlich bis
in den Sommer hinziehen werden. Und ihr Verlauf wird zweifellos beträchtlichen Einfluß auf den Gang der für September anberaumten weltweiten Handelsverhandlungen haben.
Die

-1-

�Die Vereinigten Staaten wie auch andere Weizenexportländer - zum Beispiel Kanada und Australien - werden im Rahmen der GATT-Bestimmungen Kompensationen fordern. Nach diesen Bestimmungen kann eine Zollunion, wie sie der
Gemeinsame Markt letztlich darstellt, errichtet werden; der neue konsolidierte Zolltarif darf jedoch das allgemeine Zollniveau der früheren Einzelstaaten nicht übersteigen. Und selbst wenn dieses allgemeine Erfordernis erfüllt
ist, haben Exporteure aus Drittländern Anspruch auf Kompensationen, sobald
Zölle im Gegensatz zu bestehenden Abkommen oder Vereinbarungen heraufgesetzt
werden.
Anstelle von Zöllen erhebt der Gemeinsame Markt bei landwirtschaftlichen
Erzeugnissen sogenannte variable Abschöpfungsbeträge. Die Höhe dieser Abschöpfungsbeträge ändert sich von Tag zu Tag, um Fluktuationen der Weltmarktpreise bei den einzelnen Agrarerzeugnissen auszugleichen, Wenn auch der Weltmarktpreis für Getreide im Augenblick recht hoch und die variable Abschöpfung
somit relativ niedrig ist, so kann der Abschöpfungsbetrag jedoch jederzeit
heraufgesetzt werden, sobald die Getreidepreise auf den Weltmärkten nachgeben.
Im Gegensatz zu Zöllen,die sich nicht ändern, können die Abschöpfungsbeträge
jederzeit erhöht werden, um Importe fernzuhalten. Und in der Vergangenheit
hatten die EWG-Abschöpfungsbeträge für Getreide zeitweise eine Höhe von bis
zu 70 Prozent des Warenwertes erreichtIn den meisten Fällen werden die Exportverluste nicht so groß wie gerade
bei Getreide sein. Ja, vielfach werden die britischen Industriezölle im Zuge
der Anpassung an den gemeinsamen Außenzoll der EWG gesenkt werden. Doch trotzdem bleibt die Frage im Raum, wie die Vereinigten Staaten und andere Länder
für die höheren Abschöpfungsbeträge bei Getreide kompensiert werden können.
Eine Möglichkeit wäre, daß der Gemeinsame Markt seine Abschöpfungsbetrage für Getreide senkt. Beispielsweise könnte sich die jetzt auf neun
Mitglieder erweiterte EWG bereit erklären, anstelle der bisherigen variablen

-2-

�variablen Abschöpfungsbeträge der früheren sechs EWG-Länder und des von
Großbritannien zugesagten Null-Tarifs die Abschöpfung auf 30 Prozent zu begrenzen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Exportverluste bei Getreide durch niedrigere Zölle bei anderen Agrarerzeugnissen zu kompensieren.
Sprecher des Gemeinsamen Marktes haben zu verstehen gegeben, daß die EWG
einen dritten Weg bevorzugen würde, nämlich die Verluste bei Agrarexporten
durch Zollvorteile auf dem Industriesektor auszugleichen. Von amerikanischer
Seite wurde jedoch bereits angedeutet, daß die USA einen solchen Vorschlag ablehnen würden, da damit den amerikanischen Farmern nicht geholfen sei. Alles
spricht also dafür, daß es in Genf zu harten Verhandlungen kommen wird.
Was geschieht aber nun, wenn diese Verhandlungen auf einem toten Punkt
stecken bleiben? Die Vereinigten Staaten und jede andere geschädigte Partei
könnten den Fall vor das GATT bringen und Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, indem sie entsprechende Konzessionen gegenüber dem Gemeinsamen Markt aufheben.
Das war zum Beispiel 1962 der Fall, als die Abschöpfungsbeträge bei Geflügel
zu einer starken Einschränkung der US-Exporte nach Deutschland führten. Mit
Zustimmung des GATT erhöhten die Vereinigten Staaten damals die Zölle für
Lastwagen und Kognak.
Das wäre jedoch nur ein letzter Ausweg, der letztlich den amerikanischen
Verbraucher träfe, ohne den geschädigten Exporteuren zu helfen. Nach amerikanischer Auffassung wäre es weit besser, wenn eine faire Kompensation der geschädigten Exporteure durch entsprechende Zollsenkungen seitens des Gemeinsamen
Marktes erreicht werden kann.

II III

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2/1973

US-PERSONALEINKOMMEN NÄHERT SICH DER BILLIONEN-DOLLARGRENZE
WASHINGTON--(AD)-- Das amerikanische Personaleinkommen dürfte in Kürze
die Billionen-Dollargrenze überschreiten. Dies stellt der Unterstaatssekretär im US-Handelsministerium, Dr. Harold C. Passer, in der diese Woche
erschienenen neuesten Ausgabe der vom Ministerium herausgegebenen Zeitschrift "Commerce Today" fest.
Wie Dr. Passer betont, hat das Personaleinkommen in den USA in den
vergangenen 12 Monaten eine durchschnittliche monatliche Zuwachsrate von
über 7,5 Milliarden Dollar zu verzeichnen gehabt. Bei Zugrundelegung
dieser Zuwachsrate werde das Personaleinkommen im kommenden März oder
April die Billionen-Dollargrenze überschreiten.
Dr. Passer verweist in der alle zwei Wochen herausgegebenen Zeitschrift
darauf, daß das amerikanische Bruttosozialprodukt bereits vor Jahren die
Billionen-Dollargrenze überschritten und im dritten Quartal 1972
-saisonbereinigt- eine Jahresrate von 1 164 Milliarden Dollar zu verzeichnen hatte. Aber nicht nur das Personaleinkommen, so betont der
Unterstaatssekretär, habe seit Ende des zweiten Weltkrieges einen enormen
Zuwachs aufzuweisen gehabt, sondern auch das verfügbare Einkommen - ver-

• 1 -

�- verbleibende Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben - habe
sich in der Nachkriegszeit - gemessen in Dollar von 1958 - mehr als verdoppelt.
Die Zeitschrift befaßt sich in ihrer neuesten Ausgabe ferner mit der
Errichtung der neuen Abteilung für Ost-Westhandel im US-Handelsministerium,
dessen Leitung Steven Lazarus übernommen hat, sowie den Aussichten für eine
Ausweitung des Handels zwischen den Vereinigten Staaten und der kommunistischen Welt. Nach Auffassung von Lazarus, so betont das Blatt, dürfe man
von der Schaffung der neuen Abteilung nicht eine plötzliche Ausweitung des
amerikanischen Osthandels um viele Milliarden Dollar erwarten. Fortschritte
in dieser Richtung würden sich vielmehr nur ganz allmählich und in dem
Maße vollziehen, wie von amerikanischen Firmen auf individueller Basis neue
Handelsbeziehungen angebahnt würden.
In einem weiteren Beitrag befaßt sich die Zeitschrift mit einem von dem

amtierenden Direktor des Statistischen Bundesamtes der USA, Dr. Lawrence M.
Kushner, ausgearbeiteten Arbeitspapier über die Auswirkungen eines eventuellen Übergangs zum metrischen System. Damit allein,so stellt Dr. Kushner in
seiner Expertise klar, würden die Handelsprobleme der USA nicht gelöst. Nach
Ansicht von Dr. Kushner wäre ein vernünftiger Weg, einen geplanten Übergang
mit einer verstärkten Mitarbeit der USA bei der internationalen Typennormierung zu verbinden.

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INTERNATIONALE DATENBANK FÜR DIE KREBSFORSCHUNG

-USA errichten Informationszentrale und intensivieren Zusammenarbeit von
Spezialisten
--(AD)-- Das Nationale Krebsforschungsinstitut (NCI), das den medizinischen
Bundesforschungsanstalten der USA in Bethesda (Maryland) angeschlossen
ist, bemüht sich um die Schaffung eines weltweiten Informationsnetzes, das
alle Erfahrungen und Resultate erfaßt, die für die Bekämpfung der Krebskrankheiten Bedeutung haben können. Dr. John H. Schneider, der am NCI für
wissenschaftliche und technische Informationen zuständig ist, erläuterte
den Plan zur Errichtung der "Internationalen Datenbank für Krebsforschung"
(1CRDB-International Cancer Research Data Bank) auf der Jahrestagung der
Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAS) Ende Dezember 1972 in Washington. Das Institut will fortlaufend Informationen aus den
USA und anderen Ländern sammeln und katalogisieren und spezifische Daten
bezw. Ergebnisse an interessierte Mediziner und Krebsforscher in aller
Welt weiterleiten.
Einen

�r

Einen derartigen Informationsdienst, der allgemein weiterhelfen könnte,
gibt es bisher nicht. Der Erfahrungs-und Informationsaustausch zwischen den
Institutionen der medizinischen Forschung und speziell der Krebsforschung
innerhalb und außerhalb der USA ist zwar gut eingespielt, reicht aber nach Ansicht Dr. Schneiders nicht aus, um aus den tatsächlichen Bemühungen um

eine

Lösung der zahlreichen Probleme einer wirksamen Krebsbekämpfung das Bestmögliche herauszuholen.
Der Plan zur Einrichtung einer solchen Datenbank ist nicht neu, sondern
bereits in dem amerikanischen Gesetz von 1971, das die rechtlichen Grundlagen
für eine intensivierte Erforschung und Behandlung von Krebskrankheiten in den
USA schuf, erwähnt. Den vorbereitenden Arbeiten von NCI-Vertretern im abgelaufenen Jahr,die auch bereits eine gewisse Übersicht über den in Frage kommenden Benutzerkreis der Datenbank brachten,soll Anfang 1973 die Auswahl des Unternehmens folgen, das auf vertraglicher Basis das Informationszentrum betreibt. Ausschlaggebend für die Erteilung des Auftrags werden Erfahrungen auf
dem Gebiet der Datenerfassung und Datenverarbeitung sein.
Daneben wird, wie Dr. Stephen Carter vom NCI erklärte, die direkte Zusammenarbeit der für die Krebsbekämpfung zuständigen amerikanischen Stellen mit
Institutionen anderer Länder - insbesondere in Europa und Asien sowie mit der
Sowjetunion -weiter verstärkt. So vergab kürzlich das NCI einen Forschungsauftrag an das Weizmann-Institut in Rehovot (Israel) in Höhe von fast einer
halben Million Dollar. Bei den Untersuchungen wird es vor allem um die Entwicklung besserer Methoden zur Früherkennung von Krebs und um die Erforschung
von Möglichkeiten gehen, Leukämie auf dem Wege über eine Beeinflussung der
Entwicklung von Lymphozyten, die aus dem Knochenmark oder aus dem Thymus
stammen, wirksamer zu bekämpfen.
Mit

-2-

�Mit der Sowjetunion wurde vereinbart, daß Dr. James F. Holland, einer
der führenden amerikanischen Spezialisten in der chemotherapeutischen Krebsbekämpfung

und einer der Direktoren des Roswell Park Memorial Instituts in

Buffalo (New York), ein Jahr lang in Rußland arbeitet. Er hat dort Gelegen-,
heit, sich aus erster Hand über den Stand der Chemotherapie bei Krebs zu informieren und seine eigenen langjährigen Erfahrungen mit sowjetischen Kollegen

und Vertretern der Pharmazie zu erörtern. Gleichzeitig wird Dr. Holland

Seminare über pharmazeutische Forschung abhalten und an der Ausarbeitung von
Behandlungsprogrammen für Magen-Darm-Krebs sowie von Fachartikeln für wissenschaftliche Zeitschriften mitwirken. Er hält sich mit seiner Familie bereits
seit November 1972 in der Sowjetunion auf.

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ALLERGIE GEGEN BESTIMMTE NAHRUNGSMITTEL

--(AD)— Viele Eltern wissen nicht, daß die verschiedensten Symptome wie
Müdigkeit, Unlust, Bauch-oder Gliederschmerzen, auffallende Blässe, Augenringe, chronischer Husten, Niesen und verstopfte Nase bei ihren Kindern
Anzeichen für eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel sein können.
Vor allem Milch, Schokolade, Cola-Getränke, Weizen-und Maisprodukte sind
unter Umständen für solche Erscheinungen verantwortlich, wie Dr. William
Deamer, Professor der Kinderheilkunde an der Universität Kalifornien in
San Francisco, kürzlich berichtete. Natürlich müssen für jedes einzelne
der genannten Symptome auch andere Ursachen in Betracht gezogen werden. Aber
nach Meinung Prof.Deamers machen sich zu wenig Ärzte und Eltern Gedanken
darüber, daß eine Nahrungsmittelallergie dahinter stecken könnte.
So wurden ihm z.B. kleine Patienten vorgestellt, bei denen wegen starker Blässe und Müdigkeit Verdacht auf Anämie, wegen Schmerzen in den Beinen
und auffälliger Müdigkeit Verdacht auf eine "rheumatische Erkrankung" bestand und wegen ständiger Kopfschmerzen sogar vermutet wurde, daß ein
Gehirntumor die Ursache sein könne. In allen solchen Fällen könne, so
Prof. Deamer, die Anamnese gar nicht sorgfältig genug durchgeführt werden.
Ist jedoch der Verdacht auf Nahrungsmittelallergie gegeben, so sollte man

-l-

�man drei Wochen lang das Kind auf eine Diät setzen, die bestimmte Nahrungskomponenten - insbesondere Milch, Schokoladen und Maisprodukte - ausschließt.
Denn Hauttests allein genügten nicht, um diese Frage zu klären. In mehr
als der Hälfte der Fälle führe das Weglassen von Milch, Milchprodukten und
Schokoladen (einschließlich der Cola-Erzeugnisse) schon nach kurzer Zeit
zu einem Verschwinden der Symptome.
Die verbreitete Annahme, daß sich eine Überempfindlichkeit des Säuglings gegen Milch, die beispielsweise mit dem Auftreten von Koliken oder
Durchfall zum Ausdruck kommt, mit der Zeit verliere, wenn man die Babynahrung vorübergehend entsprechend ändere, entspricht nach Dr. Deamers Erfahrung nicht den Tatsachen. Nach Ablauf einer gewissen Zeit seien zwar in
den meisten Fällen nicht mehr die zuerst beobachteten Beschwerden zu registrieren, jedoch äußere sich die gegen bestimmte Nahrungsmittel nach wie
vor bestehende Allergie in anderen und teilweise irreführenden Symptomen,
z.B.chronischem Schnupfen oder Müdigkeit.

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SCHWERMETALLE ALS UMWELTGIFT

--(AD)— Quecksilber, Kadmium, Blei, Zink und Arsen gehören zu den gefürchteten Giftstoffen im Wasser. Für den Menschen wie für Tiere und Pflanzen
können sie selbst in sehr kleinen Mengen toxisch sein. Wie aber kommt es
zu dem Kreislauf von Metallen in der Biosphäre? Wie verbinden sie sich mit
anderen Metallen oder wie gehen sie in Formen über, die für den Menschen besonders schädlich sind? Sind diese Prozesse genau zu ermitteln und unter
Kontrolle zu bringen?
In einem Versuch, diese Art von Problemen besser zu verstehen, nahmen
Laboratorien des US-Handelsministeriums Studien in Angriff, mit denen charakteristische biologische und andere Prozesse geklärt werden sollen, durch
die Schwermetalle in Wasserläufen, Seen, Küstengewässern und in Grundwasser
mobilisiert und transportiert werden. Die bisherigen Erfahrungen vor allem
des "National Bureau of Standards" und das Interesse einer Reihe seiner Mitarbeiter an metallorganischen Verbindungen und an der biologischen Korrosion
von Materialien erleichtert das schwierige Unternehmen.

Es wird z.T. durch

die amerikanische Bundesbehörde für Umweltschutz finanziert.

Man

-l-

�Man will in erster Linie herausfinden, auf welchen Wegen elementares
und anorganisches Quecksilber in metallorganische Verbindungen übergeführt
wird, in welchem Umfang dies geschieht und welche chemischen und biologischen Faktoren diese Prozesse unterstützen oder blockieren. Erst auf der Grundlage solcher Untersuchungen ist es möglich, Kontrollverfahren für metallische
Belastungsstoffe der Gewässer zu entwickeln. So ist beispielsweise die genaue
Ermittlung des Umfangs der Bildung von Methylquecksilber eine Basis dafür, um
Aussagen zu maximal zuverlässigen Konzentrationen und die Zeitspanne zu
machen, in der eine Gefährdung durch sie besteht. Andererseits dürfte die genaue Beobachtung der Bedingungen, die für das Ausmaß der Methylierung maßgebend sind, Hinweise auf praktische Möglichkeiten zur Verminderung der
Dauerkonzentrationen erbringen.
Das Einleiten von Quecksilber und anderer giftiger Metalle in freie Gewässer und Sickerräume kann zwar gestoppt werden und wird auch schon unterbunden. Jedoch werden diese Substanzen noch Jahre danach von Pflanzen aus
verseuchtem Boden und verseuchtem Wasser absorbiert. Häufig sind die Konzentrationen der Giftstoffe im Boden, insbesondere in Sedimenten, um ein Vielfaches größer als im Wasser. Die Metalle können immer wieder in lebenden
Pflanzen und in tierischem Gewebe angereichert werden und so Eingang in die
Nahrungskette und in die menschliche Ernährung finden.
Untersuchungen in verschiedenen Laboratorien haben gezeigt, daß Quecksilber und seine anorganischen Salze in Gewässersedimenten durch Mikroorganismen in Methylquecksilber, eine unbeständige Verbindung, und in andere reaktionsfähige Zwischenprodukte umgewandelt werden. Vieles deutet aber auch darauf hin, daß es daneben andere, nichtbiologische Wege der Bildung spezifischer metallorganischer Verbindungen gibt. In umfangreichen und systematischen Laboratoriums-und Feldversuchen wollen Dr.F.E.Brinckman und Dr.W.Iverson vom "National Bureau of Standards" und Prof.R.Colwell von der Universität

�&lt;

Universität Maryland diese Probleme unter Einsatz der modernsten Analysenmethoden angehen. Bisher gibt es keine Methode, um Schwermetalle in der
oberen 50-60 cm dicken Sedimentschicht, wo sie sich ansammeln, auf chemischem Wege zu neutralisieren.
Ein empfindliches, dabei leicht transportables Instrument zur Messung
von Quecksilberkonzentrationen in anorganischen und organischen Proben sowie
in Luft entwickelten Dr. Peter R. Buseck, Dr. Roland C. Hanson und John J.
McNerney von der Staatsuniversität Arizona in Tempe. Seine Arbeitsweise beruht
auf dem Prinzip, daß sich der elektrische Widerstand eines auf eine Chromlage
aufgedampften Goldfilmes mit der -sehr geringfügigen- Menge von absorbiertem
Quecksilberdampf verändert. Auf diese Weise ist Quecksilber bereits in Konzentrationen von 0,05 Nanogramm (Milliardstel Gramm) nachweisbar. Nach Meinung der drei Wissenschaftler wäre das Instrument nach entsprechender Modifizierung auch zum Nachweis anderer giftiger Gase - Z.B.Schwefelwasserstoff geeignet.

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FISCHBESTÄNDE IM NORDOSTPAZIFIK

--(AD)-- Das Überfischen wichtiger Speisefische im Pazifik soll verhindert werden. Amerikanische und sowjetische Wissenschaftler, die unter
der Leitung von Dr. D.L.Alverson (Direktor der Abteilung Nordwest des
US-Bundesamtes für Hochseefischerei in Seattle, Washington) und Dr. A. S.
Bagdanow (Direktor des sowjetischen Instituts für Fischereiwesen und Meeresforschung in Moskau) Ende 1972 zehn Tage lang in Moskau konferierten,
haben dazu Empfehlungen an ihre Regierungen ausgearbeitet. Betroffen ist
vor allem der Fang von Krabben, Flundern, Kabeljau, Heringen, Barsch und
Seehecht im nordöstlichen Pazifik, insbesondere im Seegebiet vor Oregon,
Washington, Britisch-Kolumbien, Alaska und im Beringmeer. Anfang 1973
sollen Regierungsvertreter beider Länder in Moskau entsprechende Vereinbarungen über Schutzmaßnahmen treffen.

+444

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                <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;93. US-Kongress vor arbeitsreicher Sitzungsperiode&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vielzahl außen- und innenpolitischer Probleme -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Edgar H. de Lesseps&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;U. Alexis Johnson wird amerikanische SALT-Delegation leiten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Verteidigungsminister Laird legt Abschlussbericht vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus dem Europa- und NATO-Teil -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;EWG-Erweiterung wirft Kompensationsprobleme für US-Farmer auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von John Holway&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Personaleinkommen nähert sich der Billionen-Dollargrenze&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Internationale Datenbank für die Krebsforschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- USA errichten Informationszentrale und intensivieren Zusammenarbeit von Spezialisten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwermetalle als Umweltgift&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fischbestände im Nordostpazifik</text>
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17. Januar 1973

Inhalt
INFORMATION:
USA wollen Vietnam-Konflikt zu Ende bringen
-Einseitige Einstellung der Bombardierung
USA werden in Helsinki die Frage der Freizügigkeit nicht aufgeben
Von Peter Karegeannes

HINTERGRUNDMATERIAL:
Drogenverbrecher in der Defensive
Von Ron Moxness

WIRTSCHAFT:
Präsident Nixon ordnet Aufhebung der meisten Lohn-und Preiskontrollen an
-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-KongreßNixon fordert Reform des internationalen Handelssystems
-Wortlaut des Schreibens an den US^Kongreß«

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:

Kooperation - ein Schlüssel zur Umweltverbesserung
-Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"Zellkulturen in Gewebedichte gezüchtet
Strahlströme und Erdkrustenbewegur.g

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

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3/1973

USA WOLLEN VIETNAM-KONFLIKT ZU ENDE BRINGEN
-Einseitige Einstellung der Bombardierung-

WASHINGTON --(AD)— Der Sprecher des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, betonte
am 16. Januar erneut, das Hauptziel der Vereinigten Staaten bestehe darin,
den Vietnam-Konflikt zu Ende zu bringen. Unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen mit der anderen Seite lehnte Ziegler es ab, zu Einzelheiten Stellung zu nehmen oder sich zeitlich festzulegen.
Der Sprecher bestätigte, daß der amerikanische Verhandlungsführer,
Dr. Henry Kissinger, nach Washington zurückgekehrt sei und bis Ende der Woche
in der amerikanischen Hauptstadt bleiben werde. Präsident Nixon habe nicht
die Absicht, sich vor seiner Amtsantrittsrede am Sonnabend zum VietnamProblem zu äußern.
Am 15. Januar hatte Fräsident Nixon die Einstellung aller Angriffe aus
der Luft oder von See her auf Nordvietnam angeordnet. Diese einseitige
Friedensgeste der Vereinigten Staaten trat am 15. Januar um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft und gilt für den gesamten Bereich Nordvietnams
nördlich des 17. Breitengrades. Wie aus der Bekanntgabe des Weißen Hauses
hervorging, schließt der Befehl des Präsidenten auch eine weitere Verminung

-1-

�Verminung nordvietnamesischer Häfen aus. Die bereits gelegten Minen sollen
jedoch erst nach Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens geräumt
werden.
Der Sprecher des Weißen Hauses hatte am 15, Januar die folgende wichtige
Ankündigung gemacht:
"Aufgrund des Fortschrittes bei den Verhandlungen zwischen Dr. Kissinger
und Sonderberater Le Duc Tho hat Präsident. Nixon angeordnet, daß die Bombardierung, Beschießung und weitere Verminung (der Küsten) von Nordvietnam eingestellt wird. Diese Anordnung trat heute am 15. Januar um lOrOO Uhr Washingtoner Zeit in Kraft.
Die von mir angeführte Anordnung des Präsidenten gilt für Kampfhandlungen
nördlich des 17. Breitengrades, also für ganz Nordvietnam."

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3/1973

USA WERDEN IN HELSINKI DIE FRAGE DER FREIZÜGIGKEIT NICHT AUFGEBEN
Von Peter Karegeannes

HELSINKI --(AD)-- Wenn die Vertreter von 34 Ländern jetzt in Helsinki zur
zweiten Runde der vorbereitenden Gespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) zusammengekommen sind, dann werden
sie an der Erörterung der Frage der Freizügigkeit von Personen und Ideen
nicht vorbeikommen. Die westlichen Länder und vor allem die Vereinigten Staaten haben die Frage der Freizügigkeit als eines der wichtigen Themen für
eine Konferenz herausgestellt. In der ersten Phase der Vorbereitungsgespräche fanden sie bei den Sowjets und den Delegierten der anderen Staaten des
Warschauer Paktes nur wenig Gegenliebe.
Zwar hat die parteiamtliche "Prawda" die Forderungen des Westens als
"unverschämt" und eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer
Staaten bezeichnet, aber doch auf eine vorherige Äußerung von Parteichef
Breschnew hingewiesen, in der dieser die Freizügigkeit keineswegs abgelehnt
hatte. Wie die sowjetische Nachrichtenagentur TASS berichtete, hat Breschnew
am 21. Dezember vorigen Jahres erklärt: "Auch wir sind dafür - natürlich nur,
wenn eine solche Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Souveränität, der
Gesetze und der Gepflogenheiten eines jeden Landes stattfindet und wenn sie

-1-

�sie zur gegenseitigen geistigen Bereicherung der Völker, zu einem wachsenden
Vertrauen unter ihnen und zur Förderung der Ideen des Friedens und guter
Nachbarschaft beiträgt."
Diese Äußerungen können als ein Anzeichen einer größeren Flexibilität
angesehen werden. Inwieweit sich das nun in der Praxis der Vorbereitungsgespräche in Helsinki niederschlagen wird, bleibt abzuwarten. Es wird eine der
Hauptaufgaben der Delegierten sein, dieser Frage auf den Grund zu gehen.
Die Vereinigten Staaten haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß sie
einen echten Fortschritt in der Frage der Freizügigkeit von Personen, Ideen
und Informationen als ein konkretes Zeichen dafür betrachten, daß eine KSZE
stattfinden kann. Die USA sind weiter der Auffassung, daß dem Fortschritt
in den Ost-West-Beziehungen durch eine KSZE gedient sei, die sich konkret mit
den Fragen des menschlichen Kontaktes und den dazu notwendigen Maßnahmen beschäftigt.
Die Grundprinzipien der Freizügigkeit liegen längst fest. Damit brauchte
sich eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nicht mehr
zu befassen. Es geht jetzt vielmehr um ganz konkrete Schritte zur Verwirklichung einer größeren Freizügigkeit, die schon in Artikel 19 der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen - und auch in anderen weltweit akzep-r
tierten Konventionen und Vereinbarungen - garantiert wird.
Natürlich enthalten all diese Dokumente sogenannte Vorbehaltsklauseln,
die aber für den echten Ausnahmefall und nicht - wie in den Ländern des Warschauer Paktes - dazu gedacht sind, Buchstaben und Absicht der Erklärung zu
negieren.
Starre Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Menschen tragen zu
Spannung und Mißtrauen bei und stehen einer echten Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Wege. Ein stetiger Abbau dieser Beschränkungen würde

-2-

�•t

würde wesentlich zur Entspannung beitragen und würde den Hoffnungen und Wünschen der europäischen Völker entgegenkommen. Eine KSZE wird sich nach westlicher Auffassung mit der Frage der Liberalisierung nicht nur der kulturellen
Zusammenarbeit befassen müssen, wobei der Westen sicherlich einsehen muß, daß
diese Liberalisierung nur schrittweise kommen kann.

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DROGENVERBRECHER IN DER DEFENSIVE
Von Ron Moxness

--(AD)-» Die nahezu 100 amerikanischen Sonderfahnder im Ausland und die
fast 15 000 Angehörigen des amerikanischen Zolls, die sich unter anderem
auf das Aufspüren von Rauschgiftschmugglern konzentriert haben, treffen
den internationalen Rauschgifthandel empfindlich. Von Mitte 1971 bis
Mitte 1972 zum Beispiel wurden aufgrund der Recherchen von Beamten der
amerikanischen Bundeszentrale für Narkotika und gefährliche Drogen
(BNDD) 7 671 Händler festgenommen - 62 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Eine wesentliche Rolle spielte dabei die enge Zusammenarbeit von Behörden innerhalb der USA und die Einschaltung ausländischer Stellen in die
Überwachung und Fahndung.
Eine ständig steigende Zahl von ausländischen Händlern und Schmugglern wird an den Grenzen der USA gefaßt. Der amerikanische Zoll verhaftete
- ebenfalls von Mitte 1971 bis Mitte 1972 - 7 820 Personen wegen Verstößen gegen das Rauschgiftgesetz von 1970 und erreichte die Verurteilung
wegen einschlägiger Delikte in 2 200 weiteren Fällen. Gleichzeitig beschlagnahmte er 284 kg Heroin, 23 kg Opium, 171 kg Kokain, nahezu 145 t
Marihuana und fast 5 t Haschisch. Die größte Menge Heroin, nämlich 110 kg,

�110 kg, wurden aus dem Chassis eines nach Puerto Rico gebrachten französischen
Kraftwagens geholt, in das das Rauschgift eingeschweißt worden war. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurden zwei Franzosen festgenommen. Aufgrund eines Tips amerikanischer Rauschgiftfahnder wurde ein zweites Auto aus
Frankreich in Valencia (Spanien) beschlagnahmt. Es enthielt 112 kg Heroin,
Die Schmuggler sind recht einfallsreich und finden immer wieder neue Verstecke. Zwar kam der doppelte Kofferboden noch nicht aus der Mode, aber neuerdings sind auch Schuhe, Wäsche und Toilletenartikel, Kunstgegenstände, Geschenkartikel in Weihnachtspaketen und selbst Elektrogeräte (z.B. Lautsprecher
für Stereoanlagen aus Hongkong) recht beliebt.
Wie amerikanische Beamte von Rauschgiftdezernaten erklärten, ist es vor
allem dem Einsatz von besonders geschultem Personal, von Hunden, die Rauschgift selbst dann noch wahrnehmen, wenn es mit Zwiebelgeruch und anderen "Düften"
getarnt ist, und der intensiven Benutzung von Computer-Karteien zu verdanken,
daß die Risiken der Rauschgifthändler immer größer werden. Auch Diplomatenpässe
sind kein Schutz mehr, wie der Fall eines Bürgers der Philippinen zeigt, der im
vergangenen Jahr wegen Heroin-Schmuggels zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt
wurde.
Aufgrund des amerikanischen Rauchgiftgesetzes von 1970 können auch Personen wegen Rauschgiftschmuggels in den USA vor Gericht gestellt werden, wenn sie
nie zuvor amerikanischen Boden betreten haben. Dies gilt z.B. in Fällen, wo
"zwei oder mehrere Personen Rauschgift oder andere, unter Kontrolle stehenden
Substanzen herstellen oder verteilen mit dem Zweck, sie in amerikanisches Territorium zu verbringen oder verbringen zu lassen." Nach Aussage eines BNDD-Sprechers "verletzt jeder, auch wenn er nie in den USA gelebt hat, das amerikanische
Gesetz gegen Verschwörungen zur Einfuhr und Verteilung von Heroin, der irgendwo
im Ausland - von Marseille bis Hongkong - ein Heroin-Laboratorium betreibt und
das Rauschgift an einen Zwischenträger verkauft, von dem er weiß oder annehmen

-2-

�annehmen kann, daß es dieser in die USA weiterbefördern wird."
Der Handel mit "unter Kontrolle stehenden Substanzen" wie Heroin, Kokain
oder Methadon kann 15 Jahre Haft in einem amerikanischen Gefängnis und Geldstrafen bis zu 25 000 Dollar einbringen. Haschisch-und Marihuanaschmuggel
-Straftaten, in die eine immer größere Anzahl von Personen verwickelt istwerden mit Gefängnis bis zu fünf Jahren bestraft. Ein ähnliches Strafmaß ist
bei Handel mit Amphetaminen, Barbituraten und Halluziogenen, z.B. LSD, zu erwarten.
Diese gesetzlichen Bestimmungen trugen in letzter Zeit viel dazu bei,
daß einige der berüchtigsten amerikanischen und ausländischen Händler gefaßt
und die großen internationalen Schmuggelringe teilweise zerschlagen werden konnten. Ende November fällte z.B. ein Bundesgericht in New York das Urteil über
20 von BNDD-Beamten überführte Rauschgifthändler - nach ihrer Staatsangehörigkeit Bürger der USA, Belgiens, Frankreichs, Italiens, Argentiniens und der
Schweiz. Sie hatten Heroin im Verkaufswert von 130 Millionen Dollar in die USA
eingeschmuggelt und abgesetzt. Der Drahtzieher des Unternehmens, Christian
David, bekannte sich am 1. Dezember 1972 für schuldig, 30 kg Heroin empfangen,
versteckt und transportiert zu haben. Er wurde zu 20 Jahren Haft in einem amerikanischen Zuchthaus (ohne Bewährung) und 20 000 Dollar Geldstrafe verurteilt.
Die brasilianische Polizei hatte ihn festgenommen; wegen des Mordes an einem
französischen Polizeikommissar war er schon von französischen Behörden gesucht
worden.
Mit einer Haftstrafe bis zu 20 Jahren hat der Korse Paul Auguste Ricord
(62) zu rechnen, wenn am 29. Januar 1973 wegen seiner Beteiligung am Einschmuggeln von Rauschgift in die Vereinigten Staaten das Urteil über ihn gesprochen
wird. Er gilt als der Kopf einer Rauschgifthändlerbande, auf die ca. 50 Prozent
des während der letzten fünf Jahre in die Oststaaten der USA eingeschmuggelten
Heroins entfallen. Ricord war im März 1971 in Paraguay festgenommen und von

-3-

�von den Behörden dieses südamerikanischen Staates an die Vereinigten Staaten
ausgeliefert worden. Umgekehrt geht auch das Ausland scharf gegen amerikanische Staatsbürger vor, die wegen Rauschgiftdelikten mit den Landesgesetzen
in Konflikt kommen. Das US-Außenministerium gab kürzlich bekannt, daß 934
von insgesamt 1 460 US-Bürgern, die in 60 Staaten in Gefängnissen sitzen,
wegen Verletzung der Gesetze gegen Narkotika-und Rauschgiftmißbrauch verurteilt wurden.

-4-

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3/1973

PRÄSIDENT NIXON ORDNET AUFHEBUNG DER MEISTEN LOHN-UND PREISKONTROLLEN AN
-Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Kongreß»
WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat am 11. Januar die Aufhebung der
meisten Lohn-und Preiskontrollen angeordnet. Die Botschaft des Präsidenten
über den Beginn der Phase III seines wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms
an den amerikanischen Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Im Jahre 1969 betrug die Jahresrate des Preisauftriebs in den Vereinigten Staaten rund 6 Prozent. Während meiner ersten Amtszeit ist diese Rate
fast auf die Hälfte gesenkt worden, und heute haben die Vereinigten Staaten
die niedrigste Inflationsrate aller Industriestaaten der freien Welt,
In den letzten eineinhalb Jahren wurde dieser Rückgang der Inflationsrate von einer schnellen wirtschaftlichen Expansion begleitet. Die zivile
Beschäftigung stieg im letzten Jahr schneller an als jemals zuvor in unserer
Geschichte, und die Arbeitslosigkeit ging erheblich zurück. Wir haben heute
eine der höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten aller Industriestaaten.

Kurz

-1-

�Kurz gesagt, 1972 war ein sehr gutes Jahr für die amerikanische Wirtschaft. Ich rechne damit, daß 1973 und 1974 sogar noch besser sein werden.
Sie können in der Tat die besten Jahre werden, die unsere Wirtschaft jemals
gehabt hat, vorausgesetzt, daß wir den Willen haben und klug genug sind,
auf dem öffentlichen wie auf dem privaten Sektor eine entsprechende Wirtschaftspolitik zu verfolgen.
In den letzten Wochen haben Mitglieder meiner Regierung unsere Wirtschaftspolitik überprüft,um sie auf den neuesten Stand zu bringen. Ich weiß
die fruchtbaren Ratschläge und die ausgezeichneten Anregungen sehr zu
schätzen, die wir in unseren Konsultationen mit dem Kongreß erhalten haben.
Wir sind ferner dankbar für die starke Unterstützung, die uns von hunderten
von namhaften Persönlichkeiten gewährt wurde, die die Gruppen der Wirtschaft,
der Gewerkschaften, der Landwirtschaft und der Verbraucher wie auch die allgemeine Öffentlichkeit vertraten. Diese Gespräche waren für uns äußerst
nützlich, um verschiedene grundlegende Schlußfolgerungen über die Zukunft
unserer Wirtschaft zu ziehen.
Ein wichtiger Punkt, der sich herauskristallisiert, wenn wir auf das in
der Vergangenheit Erreichte und die Aussichten für die Zukunft blicken, ist
die zentrale Rolle, die die Währungs-und Haushaltspolitik der Regierung
spielte. Wir können nicht die Inflation unter Kontrolle halten, wenn wir
nicht die Regierungsausgaben unter Kontrolle halten. Aus diesem Grunde habe
ich darauf bestanden, daß unsere Ausgaben im Finanzjahr 1972/73 nicht über
250 Milliarden Dollar hinausgehen und daß unser Haushaltsvoranschlag für das
Finanzjahr 1973/74 nicht die Einnahmen übersteigt, die das derzeitige Steuersystem bei Vollbeschäftigung erbringen würde. Ich hoffe und erwarte, daß der
Kongreß diesen Haushalt mit einer gleichen Auffassung von Haushaltsdisziplin
aufnehmen wird. Die Stabilität unserer Preise hängt von der Zurückhaltung
seitens des Kongresses ab.
Wenn

~2~

�Wenn wir jetzt in ein neues Jahr und in eine neue Amtszeit dieser Regierung eintreten, dann beginnen wir gleichzeitig auch eine neue Phase unseres wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms. Meines Erachtens hat das System
von Kontrollen, die seit 1971 bestanden, ganz wesentlich zur Stärkung unserer
Wirtschaft beigetragen. Heute unterbreite ich dem Kongreß ein Gesetz, durch
das das grundlegende Gesetzeswerk, auf dem dieses System basiert - das Gesetz
zur Stabilisierung der Wirtschaft -, um ein weiteres Jahr bis zum 30. April
1974 verlängert wird.
Auch wenn wir uns der Notwendigkeit einer weiteren Zurückhaltung bei
Preisen und Löhnen auf Seiten der Regierung bewußt sind, so sehen wir doch
den Tag kommen, da wir die Vorteile stabiler Preise ohne die Nachteile einer
solchen Zurückhaltung haben können. Ich glaube, wir können uns auf diesen
Tag vorbereiten und sein Kommen beschleunigen, indem wir das derzeitige
System (von Preis-und Lohnkontrollen) so modifizieren, daß es in einem
stärkeren Maße auf der freiwilligen Mitarbeit des privaten Sektors durch vernünftige Preis-und Lohnentscheidungen basiert.
In der Phase III wird die vorherige Billigung von Änderungen bei Löhnen
und Preisen durch die Bundesregierung nicht mehr erforderlich sein, besonders
problematische Gebiete ausgenommen. Die Bundesregierung wird, nach Beratung
mit Unternehmern und Gewerkschaften, Richtlinien für das private Verhalten
ausarbeiten, die sich selbst tragen. Dies besagt, daß Unternehmen und Arbeiter
künftig selbst entscheiden können, ob ihr Verhalten diesen Normen entspricht.
Zunächst und ganz generell werden wir uns auf die freiwillige Mitarbeit des
privaten Sektors in bezug auf eine vernünftige Beachtung der Normen verlassen.
Die Regierung wird jedoch weiterhin die Vollmacht - und die Pflicht - haben,
einzugreifen und Maßnahmen zu stoppen, die mit unseren antiinflationistischen
Zielsetzungen nicht zu vereinbaren wären. Ich habe als grundlegendes Ziel dieses Programms eine weitere Senkung der Inflationsrate bis Ende 1973 auf 2 1/2
Prozent oder noch weniger gesetzt.
Aufgrund

3-

�Aufgrund dieses Programms kann ein großer Teil des Apparates der Bundesregierung, der sich in den Phasen I und II so sehr bewährt hat, abgebaut werden, darunter die Preiskommission, der Lohnausschuß, der Ausschuß für das
Gesundheitswesen, der Ausschuß für Zusammenarbeit mit den Einzelstaaten und
den Kommunalverwaltungen und der Beirat für Renten. Denen, die als Angehörige dieser Gremien und deren Stäbe so hervorragende Dienste geleistet haben
- vor allem dem Vorsitzenden des Lohnausschusses, Richter George H. Boldt,
und dem Vorsitzenden der Preiskommission, C. Jackson Grayson Jr. - gilt mein
tiefer Dank wie auch der ihrer Landsleute für ihre hingebungsvolle und wirksame Arbeit.
Dieses neue Programm wird von dem Lebenshaltungskostenrat verwaltet werden. Der neue Direktor des Rates wird John T. Dunlop sein. Dr. Dunlop tritt
die Nachfolge von Donald Rumsfeld an, dem, wenn er nun aus diesem Amt ausscheidet, der tiefe Dank des Landes für seine hervorragende Arbeit gilt.
Im Rahmen unseres neuen Programms werden besondere Anstrengungen unternommen werden, um die Inflation auf Gebieten zu bekämpfen, wo der Preisauftrieb besonders störend war, vor allem, um gegen die steigenden Lebensmittelpreise anzugehen. Unser Anti-Inflationsprogramm wird nicht hundertprozentig
erfolgreich sein, solange seine Auswirkungen nicht auch bis auf die örtlichen
Supermärkte und die kleinen Kolonialwarenläden durchschlagen.
Ich ordne daher an, daß unser gegenwärtiges bindendes System zur Kontrolle
von Löhnen und Preisen mit besonderem Nachdruck bei solchen Firmen fortgesetzt
wird, die mit der Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln zu tun haben.
Ich setze ferner einen neuen Ausschuß für die Überprüfung der Politik der Regierung ein, soweit diese die Lebensmittelpreise berührt, und einen Beirat von
nicht der Regierung angehörenden Persönlichkeiten, der andere Wege zur Erreichung von Preisstabilität in den Lebensmittelgeschäften prüfen soll. Ich werde
diesen Beirat ersuchen, seine besondere Aufmerksamkeit neuen Wegen zur Senkung

-4-

�•

Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität an allen Punkten der
Kette, von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Verteilung der Lebensmittel, zu schenken. Ferner ist vom Landwirtschaftsministerium und vom Lebenshaltungskostenrat gestern und heute eine Reihe von wichtigen Schritten verkündet worden, um die Lebensmittelpreise so weit wie möglich - durch Steigerung
des Lebensmittelangebotes - niedrig zu halten. Meines Erachtens werden alle
diese Anstrengungen uns in die Lage versetzen, dem Ansteigen der Lebensmittelkosten auf wirksame Weise Einhalt zu gebieten, ohne den wachsenden Wohlstand
der amerikanischen Farmer zu beeinträchtigen. Weitere besondere Maßnahmen, die
zur Bekämpfung der Inflation ergriffen werden, sind die Beibehaltung der gegenwärtigen bindenden Kontrollen auf dem Gesundheits-und dem Bausektor und die
Beibehaltung des gegenwärtigen erfolgreichen Programms für Zinsen und Dividenden.
Die von mir heute verkündete neue Politik kann noch größere Preisstabilität mit weniger restriktiver Bürkratie bringen. Ihr Erfolg wird jedoch jetzt
von einem festen Willen zur Selbstbeschränkung sowohl innerhalb der Bundesregierung wie auch in der allgemeinen Öffentlichkeit abhängen.
Wenn der Kongreß unseren neuen Haushalt mit einem hohen fiskalischen Verantwortungsbewußtsein aufnimmt und wenn die Öffentlichkeit weiterhin den gleichen Geist der freiwilligen Mitarbeit zeigt, der während der Phasen I und II
so wichtig war, dann können wir die Inflationsrate unter 2 1/2 Prozent drücken
und eine noch nie zuvor dagewesene Ära eines umfassenden und stabilen Wohlstandes einleiten . (Ende Botschaft)

-Künftiges Programm basiert auf Freiwilligkeitin einer gleichzeitig herausgegebenen Erklärung betont das Weiße Haus, daß
der Phase III des wirtschaftlichen Stabilisierungsprogramms des Präsidenten,
die auf Freiwilligkeit im Kampf gegen die Inflation basiert, umfassende Kon-

-5-

�Konsultationen mit über 400 Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens vorangingen.
Nach dem modifizierten System wird die Regierung Richtlinien für das private Verhalten aufstellen, die dem nationalen Anti-Inflationsziel entsprechen.
Die Leitzahlen für Löhne werden nach Anhören von Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgearbeitet werden. Die Sozialpartner werden künftig selbst entscheiden, ob ihr Verhalten diesen Richtlinien entspricht, und ihre Entscheidungen
bedürfen nicht mehr der vorherigen Billigung. Doch wird erwartet, daß sie sich
an die Richtlinien und Ziele halten. Der Regierung wird eine Nachprüfung ermöglicht werden, ob ihr Verhalten den Richtlinien entspricht. Sie
wird ferner ermächtigt sein, dort bindende Leitzahlen für das künftige Verhalten festzulegen, wo das freiwillige Verhalten den Zielen des Programms nicht
entspricht. Zu diesem Zweck hat der Präsident um die Verlängerung des Gesetzes
zur Stabilisierung der Wirtschaft um ein Jahr nachgesucht. Besondere Programme
werden auf dem Lebensmittel-, dem Gesundheits- und dem Bausektor sowie für
Zinsen und Dividenden beibehalten. Nach Auflösung des Lohnausschusses und der
Preiskommission wird der Lebenshaltungskostenrat allein die Phase III des Programms überwachen.
Als allgemeine Richtlinie für die Preise gilt, daß künftige Preiserhöhungen nicht über die Kostensteigerungen hinausgehen sollen. Aber auch wenn die
Kosten höher liegen, dürfen die Preise nicht erhöht werden, wenn die Gewinne
des Unternehmens die Grundspanne übersteigen. Unabhängig hiervon kann ein Unternehmen bei Kostensteigerungen seine Preise jedoch heraufsetzen, wenn solche
Preiserhöhungen 1,5 Prozent pro Jahr nicht übersteigen. Als Anhalt sollen auch
weiterhin die von der Preiskommission in der Vergangenheit ausgearbeiteten Bestimmungen gelten.
Bei den Löhnen können die derzeitigen Richtlinien des Lohnausschusses als
Anhalt für das Maximum an angemessenen Lohnerhöhungen dienen, solange sie

-6-

�sie nicht modifiziert werden. Ein Beirat der Sozialpartner soll den Lebenshaltungskostenrat dahingehend beraten, ob und inwieweit Modifzierungen vorgenommen werden sollen.
Alle neuen Bestimmungen und Erfordernisse sollen mit sofortiger Wirkung
in Kraft treten.

-7-

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3/1973

NIXON FORDERT REFORM DES INTERNATIONALEN HANDELSSYSTEMS
-Wortlaut des Schreibens an den US-Kongreß-

WASHINGTON --(AD)-- Präsident Nixon hat erneut eine Reform des internationalen Handelssystems gefordert, die zu einem weiteren Abbau der tarifären wie auch der nicht-tarifären Handelsschranken führen sollte. In einem
Begleitschreiben zu dem 16. Jahresbericht über das Programm für Handelsabkommen an den amerikanischen Kongreß gab der Präsident ferner seiner Zuversicht Ausdruck, daß in einem solchen internationalen System der Welthandel
auf einer gerechten Basis für alle Beteiligten ausgeweitet werden kann.
Das Schreiben des Präsidenten an den US-Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Gemäß Paragraph 402 (A) des Gesetzes über die Ausweitung des Handels
von 1962 unterbreite ich hiermit den 16. Jahresbericht des Präsidenten zu
dem Programm über Handelsabkommen. Dieser Bericht erfaßt die Entwicklungen
in den 12 Monaten bis zum 31. Dezember 1971.
Dieses Jahr bildete einen historischen Wendepunkt in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Die sich immer mehr verschärfenden Krisen
im Frühjahr und im Sommer 1971 zeigten auf dramatische Weise,daß die von

�von uns am Ende des zweiten Weltkrieges entwickelten Regeln und Mechanismen überholt und ungerecht waren. Vor diesem Hintergrund hatte die
Regierung im August eine Reihe von Maßnahmen verkündet, die zu einem Teil
darauf abzielten, eine weitere Schädigung der wirtschaftlichen Position
der Vereinigten Staaten zu verhindern. Noch wichtiger war jedoch, daß Maßnahmen ergriffen wurden, um den Weg für eine Reform des Handels-und des
Währungssystems der Welt durch multilaterale Zusammenarbeit zu öffnen.
Gleichlaufend mit den monetären Konsultationen, die zu dem SmithsonianAbkommen vom Dezember 1971 führten, haben die Vereinigten Staaten bilaterale
Gespräche mit ihren wichtigsten Handelspartnern aufgenommen. Diese Gespräche führten 1972 zu einem Abbau verschiedener ausländischer Handelsschranken für unsere Exporte, der für uns von großem Wert war. Noch bedeutsamer
war jedoch, daß die Vereinigten Staaten, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und Japan zu dem Schluß gelangten, daß dauerhafte Lösungen nur auf
dem Wege über umfassende Verhandlungen gefunden werden können. Das Ergebnis dieser Gespräche war eine Vereinbarung, aktiv auf den Beginn einer
neuen Runde umfassender Verhandlungen im Jahre 1973 hinzuarbeiten, die alle
Elemente der Handelspolitik einschließen.
Die Länder der Welt haben jetzt Gelegenheit, eine neue Ära der internationalen Beziehungen einzuleiten, für die Verhandlungen über alle außenpolitischen Fragen statt Konfrontationen charakteristisch sind.
Unsere Hauptziele bei der Reform des internationalen Handelssystems
sind der Abbau der bestehenden tarifären und nicht-tarifären Handelsschranken für unsere Agrar-wie auch unsere Industrierzeugnisse, die Ausarbeitung
neuer Bestimmungen für eine fairere Abwicklung des Welthandels und die
Erschließung neuer Möglichkeiten für die ärmeren Länder, damit sie sich
die für ihre wirtschaftliche Entwicklung benötigten Devisen verdienen
können. So weitgesteckte Ziele lassen sich nur in einem Rahmen erreichen,

-2-

�erreichen, der eine gerechte Aufteilung der Vorteile und der Pflichten
bietet und der ein Schutzsystem einschließt, das den durch den ausländischen
Wettbewerb geschädigten Industrien Zeit gibt, sich den veränderten Handelsformen anzupassen.
Vorschläge, die den Vereinigten Staaten die Teilnahme an wirksamen
Verhandlungen ermöglichen, werden gegenwärtig innerhalb der Regierung eingehend geprüft. In den kommenden Monaten wird die Regierung eng mit den
Mitgliedern des Kongresses zusammenarbeiten, um zu entscheiden, wie wir am
besten den Aufgaben und der Große der vor uns liegenden Möglichkeiten entsprechen können.
Ich bin zuversichtlich, daß wir einen Rahmen für die Weltwirtschaft
schaffen können, in dem der Handel auf einer für alle Beteiligten gerechten Basis expandieren kann - und so zu Frieden und Wohlstand für alle
Länder der Welt beiträgt.

-H-K

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KOOPERATION - EIN SCHLÜSSEL ZUR UMWELTVERBESSERUNG
- Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"-

--(AD)— Autoausstellungen sind in Detroit nichts besonderes. Aber die Fahrzeuge, die Mitte Januar 1973 beim Jahreskongreß der amerikanischen Kraftfahrzeugingenieure in der "Cobo Hall" gezeigt wurden, hatten eine ungewöhnliche Anziehungskraft für Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Zu besichtigen waren die in drei verschiedenen Größenklassen konzipierten Modelle für
das "experimentelle Sicherheitsauto", kurz ESV ("Experimental Safety Vehicle")
genannt - Modelle der in den USA von General Motors und Ford entwickelten
ESV-Fahrzeuge (große Limousinen) und der in Europa von Daimler-Benz, VW und
Fiat gebauten Fahrzeuge der Mittel-und Kleinwagenklasse. Bei dem in Silbergrau und Weiß gehaltenen Mercedes-Modell schien die Verbindung von eleganter
Linienführung und attraktiver Ausstattung mit den rigorosen technischen Anforderungen besonders gut gelungen zu sein. Das Sicherheitsauto soll zum Beispiel einen Frontalzusammenstoß bei 80 km/st ohne Schaden für die Insassen
überstehen und in bezug auf Brems-und Steuerungsverhalten, Betrieb und Bedienung, Beleuchtung und Sicht besondere Sicherheitsmerkmale aufweisen.

In

• 1-

�In Serie werden die in Detroit gezeigten Modelle wohl nie gebaut, dafür
sind sie viel zu kostspielig. Aber die Entwicklungsarbeiten, die auch auf abgasarme Motoren ausgedehnt werden, zeigen Möglichkeiten auf, wie die heute
üblichen Typen unter den besonderen Aspekten von Sicherheit und Umweltschutz
bei tragbaren Kosten verbessert werden könnten.
"Straßensicherheit und Sicherheitsfahrzeug" zählen zu den Projekten, die
vom CCMS-Ausschuß der NATO vorrangig gefördert werden. Denn allein in den
Mitgliedsstaaten der NATO fordern Verkehrsunfälle weit über 100 000 Todesopfer pro Jahr. Elf Mitgliedsstaaten der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft arbeiten mit Japan und Schweden gemeinsam an der Lösung der zahllosen technischen und organisatorischen Aufgaben. Diese erfassen, noch dazu
in Verbindung mit den übrigen CCMS-Modellprojekten wie Wasser-und Luftreinhaltung, Stadtverkehr und Massenverkehrsmittel, Gesundheitswesen, Raumplanung
und Katastrophenhilfe,viel mehr akute Umweltprobleme, als es vielleicht auf
den ersten Blick den Anschein haben mag.
Manchen ist es noch immer unverständlich, daß sich ein NATO-Gremium
überhaupt mit Umweltfragen befaßt. Aber die 1969 geschaffene CCMS-Gruppe
(CCMS = "Committee on the Challenges of Modern Society" - Ausschuß für Aufgaben der modernen Gesellschaft) soll und kann helfen, die mit einem riesigen
wissenschaftlich-technischen und organisatorischen Apparat in der militärischen Zusammenarbeit gesammelten Erfahrungen auch dafür zu nutzen, vordringliche Umwelt-und Gesellschaftsprobleme wirksam anzugehen.
Es ist bezeichnend für die heutige Situation, daß auf dem Programm der
Konferenz von Detroit auch ein Seminar stand, auf dem die "Kosten und Vorteile des Automobils für die Gesellschaft" debattiert wurden. Zum ersten Mal befaßten sich Ingenieure und Vertreter der Autoindustrie, die traditionsgemäß
Fragen wie Antrieb, Leistung, neue Modelle, neue Technologien und Produktionsverfahren am meisten interessieren, mit sozialpolitischen Problemen.
Russell

�Russell E. Train, der Berater Präsident Nixons in Umweltfragen, richtete den dringenden Appell an die Teilnehmer, alles in ihren Kräften stehende
zu tun, um den hohen Preis, den die menschliche Gesellschaft für die Annehmlichkeit der Benutzung von Kraftfahrzeugen zu zahlen habe, zu reduzieren. Die
Toten und Verletzten von Verkehrsunfällen, verschmutzte Luft, das Auswuchern
der Städte, ein völlig veränderter Charakter der Stadtzentren, Verbrauch unvorstellbarer Mengen fossiler Brennstoffe und anderer Naturschätze, und über
all dem der Verlust des Gemeinschaftssinns, des Gefühls, irgendwo wirklich
zuhause zu sein - das alles summiere sich zu einem astronomisch hohen, zu
hohen Preis.
"Technologien müssen auch ein Gefühl für Grenzen, müssen ein gewisses
Verständnis dafür vermitteln, was wir

nicht

haben können...". Dieses

Wort von Daniel P. Moynihan, dem ehemaligen Sonderbeauftragten Präsident
Nixons für Städteplanung, bezeichnete Train als ein unabdingbares Grundprinzip der Technik von heute. Allerdings bedeute es für Öffentlichkeit, Staat
und Industrie in vielen Fällen eine "harte Nuß", sich daran zu orientieren.
Im Zusammenhang mit dem so liebgewordenen Auto erfordere es Konzessionen und
wohl auch die Aufgabe mancher Bequemlichkeiten, wenn soziale Bedürfnisse wie
mehr Sicherheit und weniger Gefahren für die Allgemeinheit und sparsamerer
Umgang mit Energiequellen im Vordergrund stünden, gleichzeitig aber allumfassende Informationen über die günstigsten Verbesserungen oder Alternativen
zum "System Auto und Verkehr" noch fehlen. Die Zeit dränge. Gegenmaßnahmen
könnten nicht so lange aufgeschoben werden, bis alle in Frage stehenden Probleme durchanalysiert seien.
Mr. Train verwies in diesem Zusammenhang auf einen jüngst erschienenen
Bericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der die verschiedensten Maßnahmen zumindest für die Lösung einiger
Probleme vorschlägt - Einrichtung von Fußgängerzonen und Zonen mit stundenweisen Sperrzeiten in den Städten für Personen und Lastkraftwagen; ausgeklügelte

3

�ausgeklügelte Vorschriften, Gebühren und Verbote für das Parken^ besondere
Gebühren für Pendler zwischen Vororten und verstopften Stadtzentren^ Anreize
für Personenmitnahme in Pkwsj gleitende Arbeitszeit; besser durchdachte Regional-, Städte- und Verkehrsplanung. Bemühungen um die Durchsetzung von Verbesserungen sollten die Behörden, so Train, im Interesse der Sache durch enge Zusammenarbeit fördern, anstatt wirksame Fortschritte durch Eigenbrötelei, Kompetenzüberlappungen, ja selbst Gegensätzlichkeit der Verordnungen zu blockieren.

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ZELLKULTUREN IN GEWEBEDICHTE GEZÜCHTET

--(AD)-- Eine Wissenschaftlergruppe der Medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA (National Institutes of Health-NIH' entwickelte ein Verfahren,
das es erlaubt, Zellkulturen mit einer Dichte zu züchten, die nahezu der
von natürlichen Körpergeweben entspricht. Den Schlüssel dafür bildet ein
ausgeklügeltes Netzwerk für die künstliche Zirkulation der Nährlösungen.
Bei Anwendung der heute üblichen Methoden können zwar Kulturen aus vielen Typen menschlicher und tierischer Zellen gewonnen werden. Aber sobald ein
bestimmter Dichtegrad erreicht ist, der allerdings noch weit unter dem des
natürlichen Gewebes liegt, vermehren sich die Zellen nicht mehr und wachsen
nicht weiter. Eine Ursache dafür dürfte in der ungenügenden Zuführung von
Nährstoffen und unzureichender Abführung von Abbauprodukten zu suchen sein,
wofür im normalen Gewebe die Kapillaren sorgen. Auch laufen unter Reagenzglasbedingungen Zellfunktionen anders ab als im natürlichen Gewebe, wo die
Zellen miteinander in Kontakt stehen und ihre Aktivität gegenseitig beeinflussen.
Die natürlichen Bedingungen versucht die Forschergruppe ^Dr. Richard
A. Knazek, Dr. Petro M. Gullino, Dr. Peter 0. Kohler und Dr. Robert L. Dedrick)
dadurch weitgehend nachzuahmen, daß in den Kulturschalen die Nährlösung durch

• 1 -

�I

durch Bündel dünner, poröser Röhrchen gepumpt wird. Die Zellen wachsen an
der Oberfläche und zwischen den Röhrchen, durch die,dem Blut vergleichbar,
ständig die Nährlösung strömt. Die Röhrchen sind porös genug,um Sauerstoff
und Nährstoffe ausdringen zu lassen und Abbauprodukte der Zellen aufzunehmen
und abzutransportieren.
Dr. Knazek und Dr. Gullino, die in der Abteilung Tumorphysiopathologie
des Nationalen Krebsforschungsinstituts arbeiten, hoffen nun, mit Hilfe des
neuen Verfahrens auch auf ihrem speziellen Gebiet weiterzukommen. So könnten
beispielsweise durch eine Veränderung der Hormone und anderer Substanzen in
den Nährlösungen die Bedingungen besser untersucht werden, unter denen das
Wachsen der verschiedensten Typen von Krebsgewebe gefördert oder blockiert
wird.
Die neue Methode erleichtert es außerdem, spezifische Zellprodukte aus
den Kulturen zu extrahieren und so die Auf-und Abbauprozesse bei der Zellentwicklung besser im Detail kennenzulernen, als dies bisher möglich war. Sie
zeigt ferner Möglichkeiten auf, um menschliche Hormone, die derzeit noch
sehr schwer zu gewinnen, für die Behandlung bestimmter Erkrankungen aber
äußerst wichtig sind, in größeren Mengen zu produzieren.

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STRAHLSTRÖME UND ERDKRUSTENBEWEGUNG
«-(AD)— Mit Seismographen des amerikanischen Bundesamtes für Meeres-und
Atmosphärenforschung (NOAA) wurden im Gebiet von Neumexiko wellenähnliche
Bewegungen der Erdkruste von äußerst langer Frequenz aufgezeichnet, die mit
Störungen im atmosphärischen Strahlstrom in ca. 14 000 m Höhe in Zusammenhang gebracht werden. Die Schlußfolgerung, daß Druckwellen, die von Strahlstrom-Störungen ausgehen, direkt oder indirekt zur Erdoberfläche übertragen
werden, untermauerte Alvaro F. Espinosa, Geophysiker an den NOAA-Instituten
von Boulder (Colorado), durch die Meßdaten für den Luftdruck während der betreffenden Zeit und mit theoretischen Modellen für die Beziehungen ErdeAtmosphäre, die ähnliche Effekte voraussagen.
Die seismischen Wellen wurden durch neuartige Seismographen der Erdbebenforschungsstation von Albuquerque registriert, die für schwache Bebenwellen mit sehr langen Perioden besonders empfindlich sind. Die Periodendauer betrug sechs bis zehn Minuten, was noch nie zuvor gemessen worden war.
Angesichts ihrer hohen Empfindlichkeit erfassen diese Seismometer, wie
Espinosa erklärte, Druckbelastungen der Atmosphäre sogar noch genauer als
die für solche Messungen "zuständigen" empfindlichen Barographen.

Auswirkungen

�Auswirkungen in umgekehrter Richtung, nämlich von der Erde zur Hochatmosphäre, beobachtete Dr. Kenneth Davies vom NOAA-Laboratorium zur Erforschung des erdnahen Raumes. Er konnte nachweisen, daij auch zwischen Erdbeben
und Störungen in der Ionosphäre Zusammenhänge bestehen. Espionosa bestätigte,
daß bei Ionosphärenuntersuchungen in verschiedenen Bereichen Störungen ermittelt wurden, die zeitlich mit der Aufzeichnung von Erdbebenwellen zusammenfielen. Er vermutet, daß sich Störungen im Strahlstrom nach oben in die
Ionosphäre und nach unten zur Erdoberfläche fortpflanzen. Auch Wirbelstürme
und atmosphärische Sturmfronten können die Erdoberfläche vorübergehend deformieren, wie bei seismischen Messungen im Sommer 1972 vom Fiat-River-Observatorium in Missouri festgestellt wurde. Aber Strahlströme spielen nach
Meinung Espinosas eine wichtigere Rolle dabei, um über atmosphärische Druckwellen mit Periodenlängen von 6 500 m bis fast 18 000 m periodische Bodenwellen in Gang zu setzen.

-2-

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          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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                <text>1. Information&lt;br /&gt;USA wollen Vietnam-Konflikt zu Ende bringen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Einseitige Einstellung der Bombardierung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA werden in Helsinki die Frage der Freizügigeit nicht aufgeben&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Peter Karegeannes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Drogenverbrecher in der Defensive&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Ron Moxness&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Wirtschaft&lt;br /&gt;Präsident Nixon ordnet Aufhebung der meisten Lohn- und Preiskontrollen an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Botschaft des Präsidenten an den US-Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nixon fordert Reform des internationalen Handelssystems&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Schreibens an den US-Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kooperation - ein Schlüssel zur Umweltverbesserung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Konferenz in Detroit erörtert den "Preis des Autos für die Gesellschaft"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zellkulturen in Gewebedichte gezüchtet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strahlströme und Erdkrustenbewegung</text>
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