<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<itemContainer xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/browse?output=omeka-xml&amp;page=66&amp;sort_field=Dublin+Core%2CTitle" accessDate="2026-11-04T08:11:53+00:00">
  <miscellaneousContainer>
    <pagination>
      <pageNumber>66</pageNumber>
      <perPage>10</perPage>
      <totalResults>2223</totalResults>
    </pagination>
  </miscellaneousContainer>
  <item itemId="2470" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="2481">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/9f2b63ad0459b6f6b04e180d344a4290.pdf</src>
        <authentication>ac56e53804c114bac3c0c1f57e52a0fe</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="12856">
                    <text>Amerikadienst&#13;
&#13;
Herausgeben U.S. Information Service&#13;
Embassy of the United States of America&#13;
&#13;
Z12462 C&#13;
&#13;
22&#13;
&#13;
13. November 1997&#13;
&#13;
USA-EUROPA&#13;
&#13;
AMERIKA UND EUROPA - EINE&#13;
UNENTBEHRLICHE PARTNERSCHAFT&#13;
von Botschafter John C. Kornblum&#13;
&#13;
DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DIE&#13;
SICHERHEITSARCHITEKTUR FÜR DAS&#13;
"EUROPÄISCHE HAUS"&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
USA-DEUTSCHLAND&#13;
&#13;
REDE VON GEORGE BUSH AM TAG DER&#13;
DEUTSCHEN EINHEIT&#13;
Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&#13;
&#13;
WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
NEUE WIRTSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN UND CHANCEN&#13;
Rede von Senator Roth&#13;
&#13;
Informationen über die Politik der US-Regierung und&#13;
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können&#13;
auf der Home Page von USIS-Deutschland&#13;
im World Wide Web des Internet unter&#13;
http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
abgerufen werden.&#13;
&#13;
Um Übersendung von&#13;
Belegexemplaren&#13;
wird gebeten&#13;
&#13;
Deichmanns Aue 29&#13;
D 53170 Bonn&#13;
Tel.: 0228-339 2372&#13;
&#13;
Fax: 0228-333 138&#13;
e-mail: bbsbonn@usia.gov&#13;
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Amerika und Europa - eine&#13;
unentbehrliche Partnerschaft&#13;
von Botschafter John C. Kornblum&#13;
&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der&#13;
Bundesrepublik Deutschland, John C. Kornblum, am 12. November 1997 in der Friedrich-Ebert-Stiftung hielt.&#13;
&#13;
Ich freue mich über die Gelegenheit, heute zu Ihnen&#13;
sprechen zu dürfen. Wie Sie wissen, bin ich erst vor&#13;
einigen Monaten nach Deutschland gekommen. Ich&#13;
genieße es, wieder hier zu sein, alte Freunde und&#13;
Kollegen wiederzusehen und die faszinierende Palette&#13;
von Themen zu erörtern, mit denen Deutsche, Amerikaner - alle Bürger der transatlantischen Gemeinschaft&#13;
- konfrontiert sind.&#13;
Hier bei der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sein, weckt bei&#13;
mir viele Erinnerungen. Wir haben zahlreiche Fragen&#13;
zusammen erörtert und sogar debattiert. Ungeachtet&#13;
dessen, wie weitreichend unsere Diskussionen&#13;
gewesen sein mögen - wer von uns hätte sich die&#13;
enormen Veränderungen vorstellen können, die&#13;
Europa in den letzten zehn Jahren erlebt hat?&#13;
In Deutschland wird heute viel über die Geschwindigkeit des Wandels diskutiert. Wandel kann beängstigend sein. Aber Besorgnis über die heutigen&#13;
Fragen sollte nicht die nahezu revolutionären Veränderungen ignorieren, zu denen unsere beiden&#13;
Länder seit 1990 beigetragen haben. Wir sind wahrhaft Partner im Wandel - positivem Wandel, der für&#13;
unsere beiden Nationen von Vorteil ist.&#13;
Zahl und Ausmaß unserer Erfolge sind überwältigend:&#13;
Die Wiedervereinigung Deutschlands, die Demokratisierung Zentral- und Osteuropas, der Zusammenbruch&#13;
der Sowjetunion, die Wiederherstellung der Souveränität der baltischen Staaten und der Ukraine, die Aufnahme neuer Mitglieder in die NATO, gemeinsame&#13;
Friedenssicherungsoperationen der NATO und&#13;
Rußlands in Bosnien, deutsche Streitkräfte vor Ort in&#13;
Bosnien, ein neuer Rahmen für die Zusammenarbeit&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
der Vereinigten Staaten mit der Europäischen Union.&#13;
Muß ich noch mehr hinzufügen?&#13;
Mit anderen Worten: Die Herausforderung der Anpassung unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen ist in Wirklichkeit nur möglich, weil&#13;
zahlreiche Veränderungen bereits stattgefunden&#13;
haben. Mein Land hat mehr als ein Jahrzehnt mit den&#13;
Herausforderungen des neuen Zeitalters gekämpft.&#13;
Amerika steht heute so gut da, weil wir hart gearbeitet&#13;
und offen debattiert haben. Und wir haben bewiesen,&#13;
daß Wandel möglich ist!&#13;
Vor kurzem stieß ich auf den Begriff "Weltinnenpolitik",&#13;
der die uns konfrontierenden Herausforderungen&#13;
treffend beschreibt. Durch das Ende des Kalten&#13;
Krieges verloren wir den soliden Stabilitätsrahmen,&#13;
innerhalb dessen unser Wohlstand geschaffen wurde.&#13;
Unsere Gesellschaften wurden mit weltweitem Einfluß&#13;
von außen konfrontiert. Die schnelle Globalisierung&#13;
von Industrie und Handel zerstörte für immer die&#13;
Illusion, irgendein Land, einschließlich der Vereinigten&#13;
Staaten, könnte sich von weltweiten Entwicklungen&#13;
isolieren.&#13;
Unsere bestehenden Konzepte von nationalen oder&#13;
sogar regionalen Grenzen der "Weltinnenpolitik"&#13;
wurden somit belanglos. Die Art unserer Zusammenarbeit muß revidiert werden, um dieser neuen Situation&#13;
gerecht zu werden. Die Herausforderungen des&#13;
Wandels stellen sich uns - egal was wir tun.&#13;
Unsere Erfolge haben eine klare Regel für Erfolg im&#13;
neuen Zeitalter aufgestellt: Die atlantische Partnerschaft ist nicht überholt, sie ist nicht in Gefahr - sie ist&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�unentbehrlich. Die zentrale Logik des Zeitalters nach&#13;
dem Kalten Krieg lautet: Das Verschwinden traditioneller Grenzen verlangt eine Vertiefung und Erweiterung&#13;
der praktischen werteorientierten Zusammenarbeit&#13;
zwischen demokratischen Gesellschaften. Ohne eine&#13;
zentrale Bedrohung wird unsere Welt zunehmend&#13;
chaotisch erscheinen - es sei denn, die demokratischen Nationen Europas und Nordamerikas erweitern&#13;
ihren Horizont und definieren eine gemeinsame&#13;
Agenda für den Wandel im transatlantischen Raum&#13;
und auf der ganzen Welt. Unser Atlantisches Bündnis&#13;
bietet den effektivsten Rahmen für diese Bestrebungen.&#13;
Diese gemeinsame Agenda hat viele Kapitel. Heute&#13;
möchte ich über ein wesentliches Element sprechen,&#13;
das auch weiterhin die Grundlage unserer Bestrebungen bleibt - der Erhalt von Frieden und Stabilität in&#13;
Europa.&#13;
Obwohl die sowjetische Bedrohung nicht mehr existiert, müssen wir uns weiterhin auf die Stabilität&#13;
Europas konzentrieren. Dreimal in diesem Jahrhundert standen sich gewaltige Armeen im Zentrum&#13;
Europas gegenüber. Zweimal brach Krieg aus. Beim&#13;
dritten Mal grenzte ein Bündnis westlicher Demokratien die Konfrontation auf den sogenannten Kalten&#13;
Krieg ein.&#13;
Dieser Krieg mag "kalt" gewesen sein, aber es war ein&#13;
Krieg - ein Krieg um Geist und Seele der Menschen,&#13;
und ein Krieg, der den zukünftigen Kurs der westlichen&#13;
Gesellschaft bestimmen sollte. Diese Konfrontation&#13;
ist glücklicherweise vorüber, und erstmals in der&#13;
Geschichte kann unsere atlantische Welt einen&#13;
demokratischen Frieden für ganz Europa aufbauen&#13;
und ausweiten.&#13;
Die wichtigste Lektion des Kalten Krieges lautet somit,&#13;
daß unsere Partnerschaft in der Tat unentbehrlich ist.&#13;
Das Atlantische Bündnis ist keine zeitweilige Struktur&#13;
zur Ankurbelung der Erholung Europas. Es war nie&#13;
ausschließlich zur Eindämmung der Sowjetunion&#13;
konzipiert. Es war von Anfang an eine Definition einer&#13;
zentralen Realität unseres Zeitalters.&#13;
Die schnelle Ausweitung von Technologie und Industrie im 20. Jahrhundert - einschließlich der Technologie des Krieges - hat die Demokratien Europas und&#13;
Nordamerikas zu einer großen Sicherheits- und&#13;
Partnerschaftszone geeint. Amerika ist eine wahrhaft&#13;
europäische Macht. Aber Europa ist auch ein integraler Bestandteil der amerikanischen Realität. Es&#13;
gibt keine separate Zukunft. Es gibt keinen dritten&#13;
Weg.&#13;
Vor dem Hintergrund dieser Gegebenheiten begannen&#13;
die Vereinigten Staaten und Europa den Aufbau einer&#13;
neuen demokratischen Friedensstruktur. Seit 1990&#13;
haben wir auf der Basis unserer beiden großartigen&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Institutionen - NATO und EU - Demokratie und Stabilität in ganz Europa auf der Grundlage einer dauerhaften euroatlantischen Gemeinschaft ausweiten können.&#13;
Präsident Clinton definierte seine Vision im Januar&#13;
1994, als er die Integration ganz Europas in unsere&#13;
demokratische Partnerschaft forderte - eine Partnerschaft, die Westeuropa und Nordamerika so viel&#13;
Freiheit und Wohlstand gebracht hat. In diesem Jahr,&#13;
in dem wir den 50. Jahrestag des Marshallplans feiern,&#13;
können wir stolz auf die bereits erzielten Fortschritte&#13;
sein.&#13;
Aber auch wenn wir auf unsere Leistungen zurückblicken, müssen wir uns bewußt sein, daß keine&#13;
Strategie stagnieren darf. Die NATO ist die Grundlage&#13;
für eine sich schnell entwickelnde europäische Sicherheitsstruktur. Unser amerikanisches Ziel ist die&#13;
Ausweitung des gemeinsamen Sicherheitsraums auf&#13;
all jene, die daran teilhaben möchten und einen Beitrag&#13;
zu unserer demokratischen Staatengemeinschaft&#13;
leisten können.&#13;
Dieser gemeinsame Sicherheitsraum setzt sich aus&#13;
verschiedenen Elementen zusammen:&#13;
Die NATO entwickelt sich schnell zu einer&#13;
gesamteuropäischen Sicherheitsorganisation.&#13;
Die Bündnismitgliedschaft allein sollte und&#13;
kann jedoch nicht zum Maßstab für Frieden&#13;
und Stabilität in Europa werden. Die aus der&#13;
integrierten Militärsstruktur des Bündnisses&#13;
resultierende Stärke strahlt Sicherheit für alle&#13;
Partnerstaaten aus, egal ob sie volle Mitglieder werden oder nicht. Das Projekt der&#13;
Alliierten Streitkräftekommandos (Combined&#13;
Joint Task Force - CJTF) erlaubt dem Bündnis&#13;
die Durchführung gemeinsamer Operationen&#13;
mit Nichtmitgliedstaaten der NATO. Beispielsweise sind 17 Nationen, einschließlich Rußlands, mit uns in Bosnien. Programme wie die&#13;
Partnerschaft für den Frieden, der Ständige&#13;
Gemeinsame NATO-Rußland-Rat und natürlich die Unterstützung für Friedenssicherungsaktionen wie die in Bosnien haben das Bündnis zur echten Grundlage für den Frieden in&#13;
der euroatlantischen Welt gemacht.&#13;
Es war eine der großen Errungenschaften der&#13;
NATO, die tiefgreifende und ständige Integration der Europäischen Union zu ermöglichen. Im Zuge der Erweiterung und&#13;
Vertiefung der EU erwartet man von ihr auch&#13;
die Übernahme von mehr Verantwortung für&#13;
den Aufbau eines gemeinsamen euroatlantischen Sicherheitsraums. Die Ausweitung der&#13;
schon existierenden sozialen und politischen&#13;
Stabilität ist ein wesentlicher Bestandteil&#13;
dieser Aufgabe. Selbst während der komplexe Erweiterungsprozeß beginnt, können die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�Mitgliedstaaten der EU einen direkten Beitrag&#13;
zum Aufbau von Demokratie in Zentral- und&#13;
Osteuropa leisten.&#13;
Die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der europäischen Verbündeten ist ein weiteres wichtiges Ziel.&#13;
Über das wann und wie wurden während der vergangenen 20 Jahre äußerst komplexe Debatten geführt.&#13;
Ein übergeordnetes Ziel muß die Gewährleistung sein,&#13;
daß das Atlantische Bündnis durch eine verstärkte&#13;
europäische Verteidigungssäule gestützt wird.&#13;
Im Juni 1995 wurden die Fundamente für die Erreichung dieses Ziels geschaffen. Das Berlin-Kommunique der NATO sah vor, daß die NATO und die WEU&#13;
gemeinsam Missionen planen sollten, die von europäschen Verbündeten konzipiert und geleitet werden,&#13;
und bei denen die größten Truppenbeiträge von&#13;
europäischen Nationen kommen sollten.&#13;
Noch&#13;
wichtiger ist, daß die Vereinigten Staaten sich zur&#13;
Unterstützung solcher Missionen auf Gebieten wie&#13;
Logistik, Kommunikation und Nachrichtendienste&#13;
verpflichtet haben.&#13;
Das war ein revolutionärer Schritt. Er kombinierte die&#13;
europäische und die atlantische Vision auf eine Weise,&#13;
die die beiden tragenden Säulen unserer Partnerschaft&#13;
stützt. Um Erfolg zu haben, muß sich jeder beteiligen,&#13;
und sowohl die NATO als auch die WEU müssen ihre&#13;
Tätigkeit fortsetzen. Beispielsweise muß die WEU&#13;
eine Entscheidungsbefugnis bewahren, die von den&#13;
nicht sicherheitsrelevanten Aspekten der EU unabhängig ist.&#13;
Ein weiteres wesentliches Element unserer&#13;
neuen Sicherheitsstruktur ist die Integration&#13;
Rußlands in eine engere Partnerschaft mit der&#13;
übrigen europäischen Welt. Die EU hat&#13;
beschlossen, daß Rußland kein offizielles&#13;
Mitglied ihrer Gemeinschaft werden sollte.&#13;
Was im Hinblick auf die NATO geschieht, ist&#13;
noch offen: In den kommenden Jahren muß&#13;
sich Rußland jedoch allmählich für die Zusammenarbeit mit dem Westen öffnen.&#13;
Die am 29. Mai 1997 unterzeichnete Grundakte zwischen der NATO und Rußland führt&#13;
Rußland in eine echte Partnerschaft mit dem&#13;
Bündnis. Zusätzlich zu der bereits umfassenden Zusammenarbeit im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden und der gemeinsamen&#13;
Mission in Bosnien werden Rußland und die&#13;
NATO auf Gebieten von gemeinsamem&#13;
Interesse Konsultationen führen und gemeinsame Projekte entwickeln.&#13;
Die gestärkten Beziehungen der NATO zur&#13;
Ukraine sind ein weiterer wichtiger Meilenstein. Die Vereinigten Staaten haben ein&#13;
vitales Interesse an der Entwicklung der&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Ukraine, Rußlands und der neuen unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu&#13;
modernen, stabilen, in die internationale&#13;
Staatengemeinschaft integrierten Demokratien. Besondere Beziehungen zur Ukraine&#13;
werden diesem wichtigen Land helfen, seine&#13;
Geschicke zu lenken.&#13;
Neue sicherheitspolitische Herausforderungen&#13;
verlangen flexible und innovative Methoden.&#13;
Ein besonders flexibler Rahmen wird durch&#13;
ein anderes Schlüsselelement der neuen&#13;
Friedensstruktur geboten: die Organisation für&#13;
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die&#13;
oft als Helsinki-Prozeß bezeichnet wird. Die&#13;
OSZE hat viele Vorteile:&#13;
Sie ist umfassend und einbeziehend.&#13;
56 Nationen haben die Verpflichtungen der Schlußakte von Helsinki als&#13;
Grundlage für ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit angenommen.&#13;
Die OSZE bietet eine universelle&#13;
Grundlage. Die fortgesetzte Überwachung der Respektierung der Menschenrechte bleibt eine wichtige Aufgabe des Helsinki-Prozesses. Eine&#13;
Kontrolle der Einhaltung stellt uns ein&#13;
politisches "Zeugnis" für unsere Bestrebungen aus.&#13;
Die OSZE ist flexibel. Durch ihre&#13;
umfassende politische Verpflichtung&#13;
zu Zusammenarbeit kann sie sich&#13;
situationsgerecht entwickeln. Rechtlich bindende Verträge können die der&#13;
OSZE zugewiesenen zahlreichen&#13;
Aufgaben nicht erfüllen.&#13;
Die OSZE ist pragmatisch. Die OSZE&#13;
hat ausgezeichnete neue Methoden&#13;
für Frühwarnung, Konfliktverhütung&#13;
und Krisenmanagement entwickelt.&#13;
Sie hat in Bosnien Wahlen veranstaltet, den Frieden an Orten wie Moldawien und Makedonien überwacht und&#13;
einen Rahmen für die bedeutenden&#13;
KSE-Verhandlungen geboten.&#13;
Die OSZE hat eine glanzvolle Zukunft&#13;
vor sich, aber sie kann nicht sein, was&#13;
sie nicht ist. Sie ist ein flexibles Instrument für die Konsensbildung.&#13;
Aber sie kann nicht die einzige Struktur in Europa sein. Sie kann nicht die&#13;
NATO ersetzen. Sie kann nicht den&#13;
Frieden erzwingen oder von jedem&#13;
eine Einhaltung ihrer Grundsätze&#13;
verlangen.&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Mehr als rechtlich bindende Übereinkünfte oder eine neue Sicherheitscharta benötigt die OSZE dreierlei:&#13;
Politischen Willen: Es wurden neue&#13;
Instrumente entwickelt, die jedoch&#13;
nicht immer eingesetzt oder akzeptiert&#13;
werden. Beispielsweise wurde der&#13;
Mechanismus zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten noch nie genutzt. Einige Länder lehnen immer&#13;
noch Frühwarnmissionen oder Konfliktverhütungsmissionen ab. Manche&#13;
Teilnehmerstaaten verlangen eine&#13;
strenge Bestrafung in den Fällen, in&#13;
denen Vermittlung der bessere Ansatz wäre. Wir bemühen uns, Koalitionen von Friedensstiftern aufzubauen. Die OSZE hat noch viel ungenutztes Potential.&#13;
Verantwortung: Die OSZE kommt&#13;
nicht oft genug zum Einsatz. Sie&#13;
sollte der Rahmen für gemeinsame&#13;
Aktionen einer Vielzahl ihrer Mitglieder sein.&#13;
Bedauerlicherweise&#13;
herrscht zwischen den einzelnen&#13;
Organisationen noch Konkurrenz, es&#13;
gibt noch bilaterale Rivalitäten und&#13;
Länder, die sich nicht beteiligen wollen. Beispielsweise hatten die OSZE&#13;
und die EU einen unziemlichen Streit&#13;
darüber, wer für Albanien Verantwortung trägt - sogar als das Land in&#13;
Anarchie versank. Mehrere Länder&#13;
mit gravierenden internen Problemen&#13;
bitten die OSZE nicht um Hilfe.&#13;
Mittel: Während die OSZE immer&#13;
mehr Aufgaben übernimmt, werden&#13;
ihre Mittel immer knapper. Ich bin oft&#13;
erstaunt über Länder die behaupten,&#13;
die Vereinigten Staaten nähmen die&#13;
OSZE nicht ernst, weil wir großartige&#13;
neue Sicherheitserklärungen ablehnen. Wir sind im Hinblick auf Personal und Finanzmittel bei weitem der&#13;
größte Beitragszahler. Darüber hinaus stammen viele der Innovationen,&#13;
die von der OSZE ausgehen, aus den&#13;
Vereinigten Staaten. Im Gegensatz&#13;
dazu hat eine der lautesten Stimmen,&#13;
die weitere Erklärungen der OSZE&#13;
fordern, keinen Pfennig zur OSZEMission in Bosnien beigesteuert. Es&#13;
ist an der Zeit, der OSZE die für ihre&#13;
Arbeit erforderlichen Mittel zu geben!&#13;
Mit anderen Worten: Ein neuer Umgang mit sicherheitspolitischen Herausforderungen innerhalb des&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
OSZE-Raums bedeutet nicht, großartige neue Organisationskonzepte zu finden. Es bedeutet, die bereits&#13;
geschaffene Grundlage zu nutzen und darauf aufzubauen. Die OSZE kann uns dabei helfen, einen&#13;
konzeptionellen Durchbruch zu erzielen, der ein neues&#13;
Verständnis für den Einsatz unterschiedlicher&#13;
Sicherheits- und anderer kooperativer Mechanismen&#13;
fördert, um den Wandel in eine positive Richtung zu&#13;
lenken.&#13;
Die Prinzipien und Verpflichtungen von Helsinki sind&#13;
ein dramatisches "Empowerment" von Völkern und&#13;
Nationen. "Empowerment" bedeutet "Hilfe zur Selbsthilfe", was an Aktivitäten an der Basis denken läßt und&#13;
daran, wie Bürger entdecken, daß sie auch auf den&#13;
Gebieten ein Mitspracherecht haben, die vorher der&#13;
politischen Elite vorbehalten schienen. "Empowerment" beinhaltet auch, daß die Sicherheit nicht mehr&#13;
ausschließlich von den einflußreichen Staaten bestimmt wird. Jeder Bürger und jeder Staat hat ein&#13;
Interesse und ein Mitspracherecht an unserer gemeinsamen Zukunft.&#13;
Damit dies nicht zu theoretisch klingt, sollten wir ein&#13;
Beispiel aus der Vergangenheit erörtern: Das Thema&#13;
Menschenrechte. In den siebziger und achtziger&#13;
Jahren führten wir endlose Diskussionen darüber, ob&#13;
Menschenrechte tatsächlich ein mit unseren internationalen Partnern zu verfolgendes legitimes Thema&#13;
sind. Es hat über 10 Jahre gedauert, den Konsens zu&#13;
erzielen, daß Menschenrechte ein legitimer Bestandteil&#13;
der internationalen Beziehungen sind. Als sich dieser&#13;
Konsens abzeichnete, stellte er einen konzeptionellen&#13;
Durchbruch dar - ein echtes neues Verständnis, wie&#13;
Sicherheit funktioniert.&#13;
Das Gleiche geschieht jetzt im Hinblick auf unser&#13;
Verständnis von den Ursachen des Konflikts und den&#13;
uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Schaffung&#13;
eines dauerhaften Gefühls der Sicherheit unter allen&#13;
Völkern der atlantischen Welt. Es wurden viele&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch mehr zu tun.&#13;
Die Themen wurden definiert, und die Mechanismen&#13;
beginnen zu greifen. Aber ein endgültiger Konsens&#13;
wurde noch nicht erreicht.&#13;
Die OSZE kann ein neues Sicherheitsmodell schaffen,&#13;
das uns auf eine neue Ebene des gegenseitigen&#13;
Verständnisses führt - eine Ebene, auf der die Organisationen die Möglichkeit haben, wirklich miteinander zu&#13;
kooperieren, um Ergebnisse zu erzielen. Vor allem&#13;
müssen wir zu einem neuen Verständnis unter den&#13;
Mitgliedstaaten kommen, daß die Anwendung der&#13;
gegenseitigen Sicherheitsmechanismen keine Bedrohung darstellt.&#13;
Die Vereinigten Staaten vertreten die Auffassung, daß&#13;
der Schlüssel zu einem Durchbruch in der breiteren&#13;
Annahme des Konzepts von "Empowerment" liegt.&#13;
Präsident Clinton hat überzeugende Argumente für die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�Notwendigkeit der Herstellung eines Gleichgewichts&#13;
von Bestrebungen vorgebracht, diejenigen gleichermaßen zurückzuhalten und ihnen "Empowerment" zu&#13;
geben, die sich in den von uns geschaffenen Rahmen&#13;
einfügen.&#13;
Wenn wir die gegenseitige Sicherheit über das traditionelle Konzept der Kontrolle erheben wollen, benötigen&#13;
wir eine positive Definition von Sicherheitszusammenarbeit und müssen "Empowerment" als positives&#13;
Gegenstück zu äußerem Zwang sehen. Ein Sicherheitssystem ist traditionell ein Mittel zur Kontrolle&#13;
von Macht und ihrer Kanalisierung zu einem positiven&#13;
Zweck. Diese Aufgabe ist immer noch von Bedeutung.&#13;
Aber neben den verteidigungspolitischen Aspekten der&#13;
Kontrolle von Macht sollte Sicherheitszusammenarbeit&#13;
in Zukunft auch die Mittel finden, Macht zu gegenseitigen Zielen und Zusammenarbeit zu lenken. Insbesondere sollten kleinere Staaten von der kollektiven&#13;
Stärke ihrer Zusammenarbeit profitieren können, um&#13;
eine aktive Rolle bei ihrer eigenen Sicherheit zu&#13;
spielen.&#13;
Die Herstellung eines Gefühls von "Empowerment"&#13;
versucht die NATO beispielsweise mit dem neuen&#13;
Euroatlantischen Partnerschaftsrat. Die OSZE, die&#13;
eine breitere Grundlage und konzeptionelle Basis als&#13;
der EAPR hat, kann eine wesentliche Rolle bei der&#13;
Definition dieses neuen Konzepts übernehmen,&#13;
ebenso wie sie es vor 20 Jahren bei den Menschenrechten getan hat.&#13;
Wenn ich nun meine heutigen Ausführungen abschließe, möchte ich sowohl die Neuartigkeit als auch&#13;
die Kontinuität unserer Arbeit an einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur betonen. Unsere Arbeit&#13;
ist neuartig, weil wir neue Strukturen schaffen und vor&#13;
allem neue Denkweisen bewirken. Aber es gibt auch&#13;
eine grundsätzliche Kontinuität. Als die Vereinigten&#13;
Staaten vor 50 Jahren den Marshallplan in die Wege&#13;
leiteten, hatten sie Frieden, Stabilität, Demokratie und&#13;
Integration in Europa im Sinn. Das sind dieselben&#13;
Ziele, auf die wir heute hinarbeiten. Altbundespräsident Richard von Weizsäcker erklärte neulich, daß&#13;
wir nicht von der "NATO-Erweiterung" oder von der&#13;
"Osterweiterung" der Europäischen Union sprechen&#13;
sollten, sondern von der Vervollständigung Europas.&#13;
Mit dieser Sichtweise stimme ich voll und ganz überein.&#13;
Die Vervollständigung Europas, die Konsolidierung&#13;
unserer Sicherheit, das gute Funktionieren unserer&#13;
Institutionen und deren weitere Anpassung - das alles&#13;
sind unentbehrliche Bestandteile der transatlantischen&#13;
Partnerschaft. Ein Ereignis in einem Land hat das&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Potential, Auswirkungen auf die gesamte Region,&#13;
wenn nicht sogar die ganze Welt zu haben. Dafür gibt&#13;
es kein besseres Beispiel als den Krieg in Bosnien und&#13;
die Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland.&#13;
Wir alle kämpfen mit der Globalisierung und den&#13;
daraus resultierenden mannigfaltigen Veränderungen.&#13;
Unsere Länder werden oft mit denselben Fragen und&#13;
Herausforderungen konfrontiert. Wenn sich Amerikaner die Liste der wichtigsten innenpolitischen Herausforderungen der Deutschen ansehen, sind ihnen diese&#13;
sehr vertraut: Steuerreform, Gesundheitsreform,&#13;
Rentenreform, Kriminalität, Schaffung von Arbeitsplätzen, die Aufgaben lebenslangen Lernens, Umschulung, Globalisierung, Einwanderung etc. Wir&#13;
sehen auch, wie mehr und andere Elemente aus&#13;
unseren Ländern in unseren Dialog einfließen. Der&#13;
Privatsektor wird zunehmend einbezogen, um bei der&#13;
Lösung von Problemen zu helfen, die früher ausschließlich in den Aufgabenbereich der Regierung&#13;
fielen.&#13;
Was wir hier sehen, ist die effektive Gewährung von&#13;
mehr Rechten für neue Segmente unserer Gesellschaft, die im eigenen Land und in der transatlantischen Gemeinschaft ein Mitspracherecht erhalten. Die&#13;
Art, in der die transatlantische Gemeinschaft den&#13;
Wandel meistert, kann exemplarisch für andere&#13;
Regionen auf der Welt sein. Der Bereich Sicherheitspolitik kann auch wegweisend für andere demokratische Prozesse sein. Das bedeutet, wenn wir es richtig&#13;
machen, sind wir nicht die einzigen, die profitieren. Es&#13;
bedeutet aber auch, wenn wir zögern oder scheitern,&#13;
halten wir Fortschritte auf der ganzen Welt auf.&#13;
Während all dieser Veränderungen sind das Atlantische Bündnis und die deutsch-amerikanische Partnerschaft die Grundlage des Wandels und seine treibende&#13;
Kraft. Ohne unsere enge Zusammenarbeit hätte es&#13;
keine Wiedervereinigung Deutschlands, keine Freiheit&#13;
in Osteuropa, keinen KSE-Vertrag und kein Friedensabkommen für Bosnien gegeben.&#13;
Ohne unsere zukünftige enge Zusammenarbeit wird es&#13;
keine neue Sicherheitsstruktur in Europa geben.&#13;
Während der vergangenen sieben Jahre haben wir&#13;
gemeinsam an wahrhaft revolutionären Veränderungen gearbeitet.&#13;
Unsere Partnerschaft ist wirklich unentbehrlich. Ich bin&#13;
fest davon überzeugt, daß das Beste noch vor uns&#13;
liegt.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Die Vereinigten Staaten und die&#13;
Sicherheitsarchitektur für das "europäische Haus"&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
WESSELING - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede, die der Gesandte der&#13;
Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland, Michael C. Polt, am 6.&#13;
November 1997 beim Eichholzer Forum der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Schloß Eichholz in Wesseling hielt.&#13;
&#13;
Ich freue mich über die Gelegenheit, heute zu Ihnen&#13;
sprechen zu dürfen. Wie Sie wissen, sind Botschafter&#13;
Kornblum und ich erst vor einigen Monaten nach&#13;
Deutschland gekommen. Wir genießen es beide,&#13;
wieder hier zu sein, alte Freunde und Kollegen wiederzusehen und die faszinierende Palette von Themen zu&#13;
erörtern, mit denen Deutsche und Amerikaner - und&#13;
alle Bürger der transatlantischen Gemeinschaft konfrontiert sind.&#13;
Mir gefällt der Ausdruck, den Sie als Untertitel für&#13;
meine heutigen Ausführungen gewählt haben "Weltinnenpolitik". Dieses Konzept beinhaltet ein&#13;
Element, das der Kern unseres Brainstorming, unserer&#13;
Debatten und Diskussionen darüber ist, wie wir besser&#13;
zusammenarbeiten können, um die europäische&#13;
Stabilität zu konsolidieren und über die im Kalten Krieg&#13;
künstlich gezogene Linie hinaus auszudehnen.&#13;
Die Stabilität Europas ist für die Sicherheit der Vereinigten Staaten von elementarer Bedeutung. Sie&#13;
hören von Amerikanern oft die Äußerung, die Vereinigten Staaten seien eine europäische Macht. Das&#13;
ist keine vom Außenministerium geäußerte Platitüde;&#13;
hinter diesem Aphorismus verbirgt sich ein Universum&#13;
gemeinsamer Interessen. Ob man sich unsere&#13;
kulturellen Bande, den enormen Handel in beide&#13;
Richtungen oder die Amerikanern und Europäern&#13;
gemeinsamen Werte anschaut - man sieht einen&#13;
überzeugenden Beweis unseres gemeinsamen&#13;
Interesses an Zusammenarbeit.&#13;
Das Ziel der Vereinigten Staaten - das wir mit Europa&#13;
teilen - besteht in der Vervollständigung des Aufbaus&#13;
eines wahrhaft integrierten, demokratischen und&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
sicheren Europas. Dieses Ziel ist die Grundlage&#13;
unserer täglichen Arbeit. Im Rückblick auf die letzten&#13;
50 Jahre dürfen wir nicht die Tatsache aus den Augen&#13;
verlieren, daß dieses übergeordnete Ziel zum ersten&#13;
Mal in Reichweite liegt.&#13;
Ich möchte einige der Bereiche beleuchten, auf die wir&#13;
in den Vereinigten Staaten großen Wert legen, während wir gemeinsam mit unseren europäischen&#13;
Partnern den Plan für eine europäische Sicherheitsarchitektur für das nächste Jahrhundert ausarbeiten.&#13;
Die NATO steht im Mittelpunkt unserer Bestrebungen.&#13;
Sie bleibt der Anker des amerikanischen Engagements&#13;
in Europa und der Dreh- und Angelpunkt der transatlantischen Sicherheit. Als Garant für die Demokratie&#13;
in Europa und Kraft für die europäische Stabilität muß&#13;
die NATO eine führende Rolle bei der Förderung eines&#13;
integrierteren, sichereren Europas übernehmen, das&#13;
zur Bewältigung neuer Herausforderungen bereit ist.&#13;
Die Vereinigten Staaten werden weiterhin ungefähr&#13;
100.000 Soldaten in Europa stationieren, um ihren&#13;
Einfluß und ihre Führungsrolle in der NATO zu bewahren, die lebenswichtigen transatlantischen Beziehungen zu pflegen, eine sichtbare Abschreckung zu&#13;
bieten, auf Krisen zu reagieren und zu regionaler&#13;
Stabilität beizutragen. Die NATO ist die Verkörperung&#13;
des amerikanischen Engagements für die europäische&#13;
Sicherheit.&#13;
Die NATO ist und bleibt vor allem eine Militärorganisation, das heißt ein der kollektiven Verteidigung verpflichtetes Bündnis. Die alte Bedrohung, die 1949 zur&#13;
Gründung der NATO führte, existiert nicht mehr, aber&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�bedauerlicherweise sind neue, potentielle Gefahren&#13;
entstanden. In den letzten fünf Jahren sind infolge von&#13;
Kriegen wie dem im ehemaligen Jugoslawien und im&#13;
Kaukasus mehr Europäer eines gewaltsamen Todes&#13;
gestorben als während der 45 Jahre davor. Hier in&#13;
Europa sind Ihre Bürger noch stärker als die Amerikaner von diesen Tragödien betroffen, weil Sie - insbesondere Deutschland - Hunderttausende von&#13;
Flüchtlingen und Asylsuchenden aufgenommen haben.&#13;
Aber selbst in Europa mögen neue Bedrohungen - aus&#13;
dem Süden oder aus dem Osten - als in weiter Ferne&#13;
liegend erscheinen. Wie wir alle sehr wohl wissen,&#13;
sind sie jedoch nicht unvorstellbar. Dies gilt insbesondere in einem Zeitalter, in dem sich Raketentechnologie und Massenvernichtungswaffen ausbreiten.&#13;
Selbst während die NATO ihre Kräfte zur Bewältigung&#13;
dieser neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen bündelt, bleibt sie eine politische Organisation von&#13;
großer Bedeutung. Sie wurde als Katalysator für die&#13;
Stärkung der Werte und Institutionen bezeichnet, die&#13;
ihren Mitgliedern gemein sind: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Respektierung der Menschen- und&#13;
Bürgerrechte, Toleranz gegenüber ethnischen und&#13;
religiösen Unterschieden sowie eine zivile Kontrolle&#13;
des Militärs. Es mag Sie überraschen zu hören, daß&#13;
die gerade von mir vorgetragene Beschreibung vor&#13;
einigen Wochen von Vaclav Havel in Washington&#13;
vorgenommen wurde.&#13;
Präsident Havel und seine Amtskollegen in Polen und&#13;
Ungarn verleihen dem Wunsch ihrer Landsleute nach&#13;
einer NATO-Mitgliedschaft Ausdruck - nicht nur wegen&#13;
der Sicherheitsgarantien des Bündnisses, sondern&#13;
auch wegen seiner politischen Ziele. Diese Länder&#13;
zählen zu den leidenschaftlichsten Befürwortern des&#13;
Bündnisses. Soldaten aus Polen und der Tschechischen Republik - zwei der drei vorgeschlagenen&#13;
Beitrittskandidaten - taten im Golfkrieg Seite an Seite&#13;
mit Amerikanern Dienst. Ferner unterstützten diese&#13;
beiden Länder gemeinsam mit dem dritten Beitrittskandidaten - Ungarn - NATO-Truppen und Soldaten&#13;
aus anderen aufstrebenden Demokratien bei friedenssichernden Missionen im ehemaligen Jugoslawien.&#13;
Tatsächlich hätten wir unsere Truppen ohne die&#13;
entscheidende Hilfe Ungarns und ohne unser Bereitstellungsgelände in Taszar nicht so schnell und&#13;
reibungslos nach Bosnien entsenden können. Dies ist&#13;
nur eines von zahlreichen Beispielen für die Unterstützung dieser Nationen für die Prinzipien der Pflichtenteilung.&#13;
Eine NATO, der die neuen europäischen Demokratien&#13;
angehören, wird eher in der Lage sein, ihre Missionen&#13;
zu erfüllen, das Territorium ihrer Mitglieder zu verteidigen und Konflikte zu bewältigen, die eine Gefahr für&#13;
den gemeinsamen Frieden darstellen. Die Erweiterung des Bündnisses wird sicherstellen, daß kein Teil&#13;
Europas wieder zu einer Zone des Wettbewerbs der&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Großmächte oder zur Einflußsphäre wird. Sie wird&#13;
Vertrauen bilden und den neuen Demokratien einen&#13;
großen Anreiz zur Konsolidierung ihrer Reformen&#13;
geben. Die NATO-Erweiterung zielt nicht darauf ab,&#13;
eine Teilung Europas durch eine neue zu ersetzen.&#13;
Vielmehr soll sie die Sicherheit aller Staaten Europas&#13;
erhöhen.&#13;
Ähnliche Ziele sind die Grundlage unserer Arbeit mit&#13;
den Partnerstaaten der NATO. Die zunehmenden&#13;
Verbindungen zwischen der NATO und ihren Partnerstaaten geben letzteren die Möglichkeit, einen Beitrag&#13;
zu Missionen der NATO zu leisten, beispielsweise der&#13;
im ehemaligen Jugoslawien. Derzeit haben 14 dieser&#13;
Partner Soldaten in die SFOR entsandt und tragen&#13;
damit - ebenso wie jedes andere NATO-Mitglied - ihren&#13;
Teil zum Erhalt des Friedens bei.&#13;
Der neue Euroatlantische Partnerschaftsrat (EAPR)&#13;
versetzt seine 43 Mitglieder in die Lage, den Kurs des&#13;
Programms Partnerschaft für den Frieden zu bestimmen und dem Bündnis dessen Sicherheitsbelange&#13;
nahezubringen. Der EAPR wird die Konsultationen&#13;
zwischen der NATO und ihren Partnerstaaten vertiefen&#13;
und stärker in den Mittelpunkt rücken, Umfang und&#13;
Inhalt unserer praktischen Kooperation verbessern und&#13;
Transparenz und Vertrauen aller Partnerstaaten&#13;
erhöhen. Diesen Monat trifft sich der EAPR, um die&#13;
Stabilität in Südosteuropa zu erörtern, was für uns eine&#13;
gute Gelegenheit darstellt, gemeinsam darüber&#13;
nachzudenken, wie wir dieses wesentliche Forum&#13;
umfassend nutzen können.&#13;
Die Grundakte zwischen der NATO und der Russischen Föderation sowie der Ständige Gemeinsame&#13;
Rat markieren den Beginn der neuen und historischen&#13;
Partnerschaft der NATO mit Rußland. Dieser Schritt&#13;
zeigt, daß wir allmählich ein neues gegenseitiges&#13;
Verständnis entwickeln.&#13;
Die gestärkten Beziehungen der NATO zur Ukraine&#13;
sind ein weiterer wichtiger Meilenstein. Die Vereinigten Staaten haben großes Interesse an der&#13;
Entwicklung der Ukraine, Rußlands und der anderen&#13;
Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu&#13;
modernen, stabilen Demokratien, die in eine Völkergemeinschaft integriert sind, in der parlamentarische&#13;
Regierungen, Rechtsstaatlichkeit, freier und fairer&#13;
Handel sowie kooperative Sicherheit die Norm sind.&#13;
Ein wichtiges Element dieser Entwicklung ist das&#13;
Verhältnis dieser Staaten zur NATO.&#13;
Bei der inneren Anpassung der NATO haben wir&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt immer noch viel zu&#13;
tun. Und im Vorfeld des für Dezember anberaumten&#13;
Ministertreffens prüfen wir Wege zur Lösung ausstehender Fragen.&#13;
Die NATO hat auf den Wunsch unserer europäischen&#13;
Verbündeten reagiert, im Rahmen einer neuen euro-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�päischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität mehr&#13;
Verantwortung für die Verteidigung und einen größeren Teil der Lasten zu übernehmen. In Zukunft wird&#13;
die Westeuropäische Union in der Lage sein, unter&#13;
Nutzung von Aktivposten der NATO auf eigene Faust&#13;
Militäroperationen durchzuführen und dabei die&#13;
Beziehungen über den Atlantik hinweg zu stärken,&#13;
anstatt damit zu konkurrieren.&#13;
Lassen Sie mich noch kurz die Kosten der NATOErweiterung ansprechen.&#13;
Der US-Senat hat, wie Sie wissen, bereits seine&#13;
Beratungen über die NATO-Erweiterung begonnen,&#13;
und viele der von den Senatoren aufgeworfenen&#13;
Fragen konzentrieren sich auf die Kosten der Erweiterung. Wir alle in der NATO müssen die von uns&#13;
in Madrid eingegangenen Verpflichtungen erfüllen: Der&#13;
NATO werden infolge der Erweiterung Kosten entstehen, diese Kosten sind tragbar und werden gedeckt.&#13;
Zu einer Zeit, in der viele unserer europäischen&#13;
Verbündeten mit wirtschaftlichen Herausforderungen&#13;
großen Ausmaßes konfrontiert sind - darunter Arbeitslosigkeit und Stagnation der Wirtschaft - besteht die&#13;
Gefahr, daß die Unterstützung der Öffentlichkeit für die&#13;
Finanzierung einer nach außen orientierten Außenpolitik und größerer Integration allmählich untergraben&#13;
wird. Ich freue mich besonders, daß Konferenzen wie&#13;
diese stattfinden, weil sie das öffentliche Bewußtsein&#13;
schärfen und dadurch die Unterstützung der Öffentlichkeit verbessern können. Verteidigungsminister Cohen&#13;
hat im vergangenen Monat vor dem Bewilligungsausschuß des Senats erklärt: "Bündnisse sparen Geld.&#13;
Die kollektive Verteidigung ist kostengünstiger als die&#13;
nationale Verteidigung." Die Kosten der Erweiterung&#13;
müssen gegen die Kosten der Nichterweiterung&#13;
abgewogen werden. Diese Botschaft hat nicht nur&#13;
Anziehungskraft für unsere Moral, sondern auch für&#13;
unsere Brieftasche.&#13;
Das Umfeld der Zeit nach dem Kalten Krieg bietet uns&#13;
mehr Chancen, die Struktur unserer Organisationen&#13;
und Institutionen maßgerecht an unsere Erfordernisse&#13;
anzupassen. Die Organisation für Sicherheit und&#13;
Zusammenarbeit in Europa ist ein ausgezeichnetes&#13;
Beispiel dafür, wie Form der Funktion folgt. Die&#13;
Flexibilität der OSZE und das Fehlen einer starren&#13;
Rechtsstruktur gestatten uns die schnelle und pragmatische Reaktion auf aktuelle politische Ereignisse. Wir&#13;
sollten alle darauf hinarbeiten sicherzustellen, daß die&#13;
OSZE weiterhin eine anpassungsfähige, kreative und&#13;
innovative Organisation bleibt.&#13;
Die Vereinigten Staaten messen der Arbeit der OSZE&#13;
große Bedeutung bei. Ich kann Ihnen das sagen, weil&#13;
mein Büro direkt neben dem von jemandem liegt, der&#13;
sozusagen "bei wichtigen Ereignissen in der Geschichte der OSZE dabei war". Wie viele von Ihnen&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
wissen, war Botschafter Kornblum der Leiter der&#13;
Delegation der Vereinigten Staaten beim Gipfel von&#13;
Helsinki 1992 und danach der Botschafter der Vereinigten Staaten bei der KSZE in Wien. Ich stimme voll&#13;
und ganz mit Botschafter Kornblums Feststellung&#13;
überein, daß die OSZE neue Wege zu gemeinsamen&#13;
Aktionen finden muß, wenn OSZE-Prinzipien und&#13;
-Verpflichtungen verletzt werden. Die OSZE muß&#13;
unverzüglich und effektiv handeln können. Die OSZE&#13;
sollte ein Sicherheitsmodell für das nächste Jahrhundert ausarbeiten, muß jedoch auch bereit sein,&#13;
ihren Worten und Deklarationen praktische Aktionen&#13;
folgen zu lassen.&#13;
In Lissabon haben wir vereinbart, daß ein Sicherheitsmodell die Grundlage für eine neue Definition der&#13;
gemeinsamen Sicherheit werden und diese zu Recht&#13;
in einer Charta verankert werden könnte. Es ist jedoch&#13;
unerläßlich, daß wir die vor uns liegende Arbeit&#13;
bewältigen, statt darüber zu debattieren, wie wir sie auf&#13;
dem Papier in den Griff bekommen. Um ein wirklich&#13;
nützliches Dokument zu erarbeiten, werden wir in der&#13;
Tat wahrscheinlich einen konzeptionellen Sprung&#13;
machen und neue Methoden der Sicherheitszusammenarbeit entdecken müssen, insbesondere ein&#13;
besseres Verständnis, wie wir die in Europa stattfindenden dramatischen Veränderungen in eine&#13;
positive und kooperative Richtung lenken können.&#13;
Dieser konzeptionelle Sprung wird uns weit über alte&#13;
Vorschläge über den rechtlichen Status und OSZEVerträge hinausbringen.&#13;
Ein zu sondierender Bereich ist die Umsetzung. Viele&#13;
Länder sehen ein Dilemma in der Entwicklung der&#13;
OSZE. Wir haben solide Strukturen aufgebaut. Wir&#13;
haben zahlreiche Instrumente im Zusammenhang mit&#13;
Konfliktverhütung entwickelt. Was wir nicht entwickelt&#13;
haben, ist ein Mittel der Gewährleistung, daß diese&#13;
Instrumente auf die bestehenden Probleme angewendet werden. Die Antwort liegt wiederum nicht in&#13;
rechtlichen Antworten auf politische Probleme, sondern&#13;
im Aufbringen des erforderlichen politischen Willens.&#13;
Der beste Weg hierzu ist konzertierte Aktion - eines&#13;
der einzigartigen Attribute der OSZE.&#13;
Innerhalb des OSZE-Raums ist ein neuer Ansatz zu&#13;
Sicherheitsherausforderungen erforderlich.&#13;
Die&#13;
Vereinigten Staaten hoffen in Wien einen konzeptionellen Durchbruch zu erreichen, der ein neues Verständnis für den Einsatz unterschiedlicher Sicherheitsund anderer kooperativer Mechanismen fördert, um&#13;
den Wandel in eine positive Richtung zu lenken.&#13;
Damit dies nicht zu theoretisch klingt, sollten wir ein&#13;
potentielles Beispiel der Vergangenheit erörtern: Das&#13;
Thema Menschenrechte. In den siebziger und achtziger Jahren führten wir endlose Diskussionen darüber, ob Menschenrechte tatsächlich ein mit unseren&#13;
internationalen Partnern zu verfolgendes legitimes&#13;
Thema sind. Es hat über 10 Jahre gedauert, um den&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Konsens zu erzielen, daß Menschenrechte ein legitimer Anlaß zu Besorgnis in internationalen Beziehungen sind. Als sich dieser Konsens abzeichnete, stellte&#13;
er einen konzeptionellen Durchbruch dar - ein echtes&#13;
neues Verständnis, wie Sicherheit funktioniert.&#13;
Das Gleiche geschieht jetzt im Hinblick auf präventive&#13;
Diplomatie und Konfliktverhinderung. Es wurden viele&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch sehr viel&#13;
mehr zu tun. Die Themen wurden definiert, und die&#13;
Mechanismen beginnen zu greifen. Aber der endgültige Konsens wurde noch nicht erzielt.&#13;
Die derzeitigen Wiener Verhandlungen befassen sich&#13;
weiterhin mit den Themen, die in dem 1994 in Budapest vereinbarten Verhaltenskodex so sorgfältig&#13;
niedergelegt wurden. Aber viele der in Wien unterbreiteten Vorschläge kommen uns wie eine Wiederverwertung alter Ideen oder Fragen vor, zu denen wir&#13;
bereits einen Konsens erlangt haben.&#13;
Wir hoffen, daß das neue Sicherheitsmodell uns zu&#13;
einer neuen Ebene des gegenseitigen Verständnisses&#13;
bringen wird - ein gegenseitiges Verständnis unter&#13;
Organisationen, so daß sie wirklich miteinander&#13;
kooperieren können, um Ergebnisse zu erzielen. Vor&#13;
allem müssen wir zu einem neuen Verständnis unter&#13;
den Mitgliedstaaten kommen, daß die Anwendung der&#13;
OSZE-Mechanismen keine Bedrohung ist.&#13;
Die Vereinigten Staaten vertreten die Auffassung, daß&#13;
der Schlüssel in der breiteren Annahme des Konzepts&#13;
von "Empowerment" liegt. "Empowerment" bedeutet,&#13;
daß nicht mehr länger nur die einflußreichen Staaten&#13;
oder die politische Elite sicherheitspolitische Entscheidungen treffen. Präsident Clinton selbst hat die&#13;
Arbeit an der Herstellung eines Kräftegleichgewichts&#13;
betont, das diejenigen gleichermaßen zurückhält und&#13;
ihnen mehr "Empowerment" verleiht, die in den&#13;
Rahmen gelangen, den wir aufbauen.&#13;
Wenn wir die gegenseitige Sicherheit über das traditionelle Konzept der Kontrolle hinausbringen wollen,&#13;
benötigen wir eine positive Definition der Sicherheitszusammenarbeit. Mit anderen Worten: Mehr "Empowerment" ist ein positives Gegenstück zur Durchsetzung. Ein Sicherheitssystem ist traditionell ein Mittel&#13;
zur Kontrolle von Macht und ihrer Kanalisierung zu&#13;
einem positiven Zweck. Diese Aufgabe ist immer noch&#13;
von Bedeutung. Aber abgesehen von den verteidigungspolitischen Aspekten der Kontrolle von Macht&#13;
sollte Sicherheitszusammenarbeit in der Zukunft auch&#13;
die Mittel finden, auf der Stärke gemeinsamer Ziele&#13;
und Zusammenarbeit aufzubauen, um einen positiven&#13;
Zweck zu erzielen. Insbesondere sollten die kleinen&#13;
Staaten von der kollektiven Stärke ihrer Zusammenarbeit profitieren können, um eine aktive Rolle bei der&#13;
Handhabung ihrer eigenen Sicherheit zu spielen.&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Die Schaffung eines Gefühls von mehr "Empowerment" ist beispielsweise das, was die NATO mit dem&#13;
neuen Euroatlantischen Partnerschaftsrat zu tun&#13;
versucht. Die OSZE, die eine breitere Grundlage und&#13;
konzeptionelle Basis als der EAPR hat, muß auch&#13;
damit beginnen, ihren Teilnehmerstaaten mehr&#13;
"Empowerment" zu verleihen. Das kann durch die&#13;
breitere Beteiligung der Bürger und Nichtregierungsorganisationen an der Arbeit der OSZE geschehen.&#13;
Diese Erörterung der OSZE und der NATO zeigt&#13;
hoffentlich das Ausmaß, in dem wir Innovationen&#13;
durchführen und unsere Instrumente und Methoden&#13;
neu definieren. Wir sind bei unserem Ansatz sehr viel&#13;
mehr nach außen orientiert und beziehen mehr ein.&#13;
Und das hat das praktische Ergebnis, unsere Bestrebungen auf den Export von Sicherheit zu konzentrieren&#13;
sowie dem europäischen Sicherheitsfundament&#13;
kontinuierlich besseres Verständnis und zunehmende&#13;
Interaktion hinzuzufügen.&#13;
Während wir am Aufbau einer umfassenden europäischen Sicherheitsarchitektur arbeiten, müssen wir uns&#13;
auch auf regionale Sicherheitsherausforderungen&#13;
konzentrieren. Wir sind weiterhin den Zielen des&#13;
Abkommens von Dayton verpflichtet, und in Bosnien&#13;
sind wir weiterhin der Erlangung eines sich selbst&#13;
tragenden Friedens verpflichtet.&#13;
Wenn ich nun meine heutigen Ausführungen abschließe, möchte ich sowohl die Neuartigkeit als auch&#13;
die Kontinuität unserer Arbeit an einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur betonen. Unsere Arbeit&#13;
ist neuartig, weil wir neue Strukturen schaffen und&#13;
sogar neue Denkweisen bewirken. Aber es gibt auch&#13;
eine grundsätzliche Kontinuität. Als die Vereinigten&#13;
Staaten vor 50 Jahren den Marshallplan in die Wege&#13;
leiteten, hatten sie Frieden, Stabilität, Demokratie und&#13;
Integration in Europa im Sinn. Das sind dieselben&#13;
Ziele, auf die wir heute hinarbeiten. Deutschlands&#13;
ehemaliger Bundespräsident, Richard von Weizsäcker,&#13;
erklärte neulich, daß wir nicht von der "NATO-Erweiterung" oder von der "Osterweiterung" der Europäischen Union sprechen sollten, sondern von der&#13;
Vervollständigung Europas. Mit dieser Sichtweise&#13;
stimme ich voll und ganz überein.&#13;
Die Vervollständigung Europas, die Konsolidierung&#13;
unserer Sicherheit, das gute Funktionieren unserer&#13;
Institutionen und deren weitere Anpassung - das alles&#13;
sind unerläßliche Bestandteile des Konzepts der&#13;
"Weltinnenpolitik". Ein Ereignis in einem Land hat das&#13;
Potential, Auswirkungen auf die gesamte Region,&#13;
wenn nicht sogar die ganze Welt zu haben. Dafür gibt&#13;
es kein besseres Beispiel als den Krieg in Bosnien und&#13;
die Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland.&#13;
Die Globalisierung findet nicht nur in der Finanz- und&#13;
Geschäftswelt, sondern auch in politisch-militärischen&#13;
Angelegenheiten statt. In allen diesen Bereichen wird&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�die Art, in der die transatlantische Gemeinschaft den&#13;
Wandel meistert, exemplarisch für andere Regionen&#13;
auf der Welt sein. Das bedeutet, wenn wir es richtig&#13;
machen, sind wir nicht die einzigen, die profitieren. Es&#13;
bedeutet aber auch, wenn wir zögern oder scheitern,&#13;
halten wir Fortschritte auf der ganzen Welt auf.&#13;
Wir befinden uns wahrhaftig in einem neuen Zeitalter&#13;
der internationalen Beziehungen, und dieses neue&#13;
Zeitalter fordert uns heraus, die Welt durch eine neue&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Brille zu betrachten. Ich glaube, wir können uns zu&#13;
unserer Aufgeschlossenheit und den weitblickenden&#13;
Entscheidungen gratulieren, die wir seit dem Ende des&#13;
Kalten Krieges getroffen haben - von denen viele vor&#13;
nur wenigen Monaten in Paris oder Madrid ihren&#13;
Höhepunkt fanden. Aber unsere Arbeit ist noch nicht&#13;
getan. Wir wollen sie im Geiste des Muts und der&#13;
Kreativität fortsetzen, mit denen wir begonnen haben.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�USA-DEUTSCHLAND&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Rede von George Bush am Tag der Deutschen Einheit&#13;
Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&#13;
&#13;
BERLIN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der frühere Präsident der Vereinigten Staaten von&#13;
Amerika, George P. Bush, am 3. Oktober 1997 bei einer Veranstaltung der Organisationen "Wir für Deutschland"&#13;
und "Aktion Gemeinsinn" in Berlin hielt.&#13;
&#13;
Ich danke Ihnen. Herr Bundeskanzler, herzlichen&#13;
Dank für Ihre bewegenden Worte. Ich freue mich&#13;
außerordentlich, hier zu sein, und zwar aus mehreren&#13;
Gründen. Ich kenne keine Stadt in den Vereinigten&#13;
Staaten, in der 12 Cellisten gleichzeitig ein und&#13;
dieselbe Melodie spielen. Das war wunderbare Musik,&#13;
und ich danke den Musikern dafür. Ich wünschte, sie&#13;
wären nicht so schnell wieder weg gewesen, aber sie&#13;
hatten sicherlich noch einen weiteren Auftritt am Tag&#13;
der Deutschen Einheit. Gestatten Sie mir, mich&#13;
Bundeskanzler Kohl anzuschließen und Herrn Dr.&#13;
Odewalk, Herrn Dr. Zumwinkel, Professor Schwitzer&#13;
und andere zu begrüßen, denen ich für meine Einladung am heutigen Tag danken möchte. Es ist sehr&#13;
schön, daß Herr DeMaziere heute gekommen ist, und&#13;
ich war stolz, daß Bundeskanzler Kohl ihn herausgehoben und extra begrüßt hat.&#13;
Zunächst möchte ich sagen, daß ich es sehr bedauere,&#13;
daß meine Frau Barbara nicht hier sein kann. Sie war&#13;
heute morgen bei diesem wunderbaren Ereignis in&#13;
Stuttgart dabei. Ich wünschte, alle Berliner hätten das&#13;
sehen können. Ich kann ihnen sagen, daß es womöglich ebenso gefühlsbewegend war wie die wundervolle Parade, die hier von den Deutschen aus Anlaß&#13;
des Tags der Einheit abgehalten wurde. Zumindest für&#13;
mich war es ein wunderbarer Tag. Andererseits bin&#13;
ich vielleicht froh, daß meine Frau nicht hier ist. Denn&#13;
ich bin wohl mit einer der populärsten Frauen in den&#13;
Vereinigten Staaten verheiratet, und wohin ich auch&#13;
gehe, fragen mich die Menschen: "Wo ist Barbara?&#13;
Warum ist sie nicht gekommen?" Sie ist also nicht&#13;
hier, und ich freue mich, hier allein vor Ihnen zu stehen&#13;
und die liebenswürdigen Worte meines Freundes,&#13;
Ihres Bundeskanzlers, hören zu dürfen.&#13;
&#13;
Nach einem außergewöhnlichen Tag wie dem heutigen ist es schwierig, einen Anfang für meine Ausführungen zu finden, abgesehen von meinem Dank an&#13;
Sie, der von Herzen kommt. Es ist schwierig, nicht von&#13;
den Emotionen eines Tages wie diesem überwältigt zu&#13;
werden. Und daß ich heute im historischen, geeinten&#13;
Berlin bin, macht dies für mich zu einem ganz besonderen Tag. Natürlich schulde ich - ebenso wie Sie&#13;
- meinem geschätzten Freund und Kollegen, Bundeskanzler Kohl, besonderen Dank. Ich habe grenzenlose Achtung vor ihm, und heute an diesem&#13;
besonderen Tag bei ihm in Deutschland zu sein und&#13;
dem Geist des deutschen Volkes Tribut zu zollen dem Geschenk, als das er die deutsche Einheit&#13;
bezeichnete - ist etwas, an das ich mich lange erinnern&#13;
werde.&#13;
Es ist angebracht, den Abschluß dieses Tags der&#13;
Einheit hier in Berlin mit zwei Organisationen zu feiern,&#13;
die den Geist des modernen Deutschland verkörpern:&#13;
"Wir für Deutschland" und "Aktion Gemeinsinn".&#13;
Schließlich waren es die Menschen, deren Hunger&#13;
nach Freiheit und einem besseren Leben vor einem&#13;
Jahrzehnt die Ereignisse ins Rollen brachte, die letzten&#13;
Endes den Lauf der Geschichte veränderten und den&#13;
Weg zur Vereinigung Deutschlands ebneten. Es war&#13;
nicht schwer für mich, Bundeskanzler Kohl und dem&#13;
deutschen Volk in der Frage der Vereinigung zur Seite&#13;
zu stehen - vielleicht weil ich alt genug bin, um den&#13;
Zweiten Weltkrieg erlebt zu haben, wo ich zu hassen&#13;
lernte.&#13;
Dann aber sah ich ein demokratisches&#13;
Deutschland und verstand die Veränderungen. Und es&#13;
ist viel einfacher, in einem freien, geeinten Deutschland durch dieses Tor zu fahren als früher.&#13;
Ebenso wie Ihr Geist im Kalten Krieg den Sieg davontrug, ist es heute Ihr Geist, der Deutschland vor-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�antreibt. Dieser Geist manifestiert sich, wie wir vor&#13;
kurzem sahen, auf vielerlei Weise und in vielen&#13;
verschiedenen Menschen.&#13;
Der Bundeskanzler&#13;
erinnerte an das Hochwasser an der Oder, das&#13;
Zehntausende Deutsche betraf. Es war eine schwierige Zeit für Deutschland, als der Schaden eskalierte.&#13;
Die Menschen verloren ihre Häuser, ihr Eigentum&#13;
wurde beschädigt, Unternehmen wurden ruiniert,&#13;
Existenzen zerstört. Aber inmitten dieses Leidens sah&#13;
ich von der anderen Seite des Atlantiks, was Sie hier&#13;
sahen. Wir sahen alle, daß etwas Dramatisches&#13;
geschah. Wir sahen wie Deutsche - nicht nur im&#13;
Osten, sondern aus dem ganzen Land und in Polen gemeinsam Hilfe leisteten. Und wir sahen, wie sie&#13;
dem Schlimmsten der Natur mit dem Besten des&#13;
menschlichen Geistes begegneten.&#13;
Herr Bundeskanzler, damals sprachen Sie vom Geist&#13;
der Solidarität und der Nachbarschaftshilfe, und sie&#13;
wiesen heute erneut darauf hin. Sie sprachen von den&#13;
Mitarbeitern der Hilfswerke und den Freiwilligen, die&#13;
die Ärmel hochkrempelten und die Deiche entlang des&#13;
Flusses sicherten. Während meiner Zeit als Präsident,&#13;
und sogar heute, als ich mit Ihrem Minister Neuter&#13;
darüber sprach, nannte ich das eine engagierte&#13;
Staatsbürgerschaft, eines von Tausend Glanzlichtern.&#13;
Die vom deutschen Volk Anfang August unter Beweis&#13;
gestellte Solidarität erklärt durch ihr Beispiel möglicherweise besser als meine Worte, was es bedeutet, sich&#13;
zu engagieren. Bei der Bewältigung der vor uns&#13;
liegenden Herausforderungen gibt es Dinge, die eine&#13;
Regierung nicht sehr gut leisten kann. Manchmal kann&#13;
die Regierung einfach nicht dieses besondere Einfühlungsvermögen zeigen wie ein engagierter Bürger,&#13;
der in seiner Gemeinde tätig ist und einem Freund in&#13;
Not hilft - sei dieser das Opfer einer Flutkatastrophe&#13;
oder jemand, der nicht lesen kann. Ich sage immer&#13;
gerne, es gibt in Amerika kein Problem, das nicht von&#13;
engagierten Bürgern irgendwo bereits gelöst wird.&#13;
Ebenso wie die beiden Organisationen - die Gastgeber&#13;
des heutigen Abends - es in Deutschland tun. Stein&#13;
um Stein, Dorf um Dorf bewirken Sie einen Unterschied. Sie werden Ihrer Verantwortung als freies Volk&#13;
in einer freien Gesellschaft gerecht und tragen als&#13;
einzelne Bürger dazu bei, dieses großartige Land in&#13;
Freiheit voranzubringen.&#13;
Während wir diesen Tag der Einheit feiern, beglückwünsche ich Sie zu Ihren selbstlosen Taten und Ihrem&#13;
engagierten Beitrag zur Gestaltung einer noch besseren Zukunft für Deutschland. Tatsächlich sind Organisationen wie Ihre ein weiterer Grund, warum ich&#13;
optimistisch hinsichtlich der Zukunft dieses großartigen&#13;
Landes bin, und warum andere das auch sind. Der 3.&#13;
Oktober 1990 war nach Ansicht vieler Menschen das&#13;
erste von zahlreichen Kapiteln der deutschen Erfolgsgeschichte der kommenden Jahre, Jahrzehnte und&#13;
Jahrhunderte. Wenn ich das hinzufügen darf, ich&#13;
hoffe, daß die äußerst wichtigen deutsch-amerikanischen Beziehungen sich weiterhin erfolgreich&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
entwickeln, denn meines Erachtens sind sie entscheidend für das zukünftige Wohlergehen nicht nur&#13;
unserer großartigen Länder, sondern auch von Europa&#13;
und darüber hinaus. Besonders möchte ich die&#13;
Bedeutung der jungen Menschen und ihrer wichtigen&#13;
Rolle hervorheben, die sie in dieser Hinsicht in Zukunft&#13;
übernehmen werden. Ich weiß, daß manche sich&#13;
Sorgen über die Zukunft machen, aber schauen Sie&#13;
auf den Weg, den wir bereits zurückgelegt haben und&#13;
sehen Sie, wie weit wir gekommen sind. Ich meine&#13;
damit die freien Nationen der Welt. Und schauen Sie&#13;
auf Deutschland. Betrachten Sie den zurückgelegten&#13;
Weg und wie weit Sie gekommen sind.&#13;
Wo ich gerade über junge Menschen spreche. Ich&#13;
arbeite mit Freunden in Deutschland und den Vereinigten Staaten an der Förderung von mehr deutschamerikanischen Austauschprogrammen zwischen&#13;
Akademikern. Meines Erachtens wird das Projekt&#13;
"Endowment for the 21 st Century" - das von einem&#13;
Mann namens Heinz Prechter, einem auf seine&#13;
deutsche Herkunft stolzen Amerikaner, ins Leben&#13;
gerufen wurde - zu einem besseren Verständnis&#13;
zwischen unseren Völkern führen. Das sind Glanzlichter. Es ist nicht die Regierung, es sind die Menschen,&#13;
die mit ihren Möglichkeiten versuchen, etwas zu&#13;
bewirken.&#13;
Heute stehen wir an der Schwelle zu einem neuen&#13;
Jahrhundert, einem neuen Jahrtausend, und während&#13;
wir uns auf das Unbekannte vorbereiten, wissen wir&#13;
eines: Die Welt von heute ist sicherer, freier und&#13;
wohlhabender als je zuvor. Ein neues und hoffnungsvolles Zeitalter ist angebrochen. Aber es liegt noch viel&#13;
Arbeit vor uns. Der Kalte Krieg mag vorüber sein, aber&#13;
neue Herausforderungen sind entstanden, und daher&#13;
ist es angebracht, daß wir diesen besonderen Tag mit&#13;
einer Botschaft des Dienstes begehen. Die Art von&#13;
Dienst, für den nicht nur diese beiden Organisationen&#13;
am heutigen Abend beispielhaft sind, sondern die Art&#13;
von Dienst, die zahllose Deutsche einer hehren und&#13;
selbstlosen Sache täglich erweisen. In diesem Sinne&#13;
geben Sie ein leuchtendes Beispiel dafür, daß jeder&#13;
von uns jeden Tag etwas bewirken kann. Ich beglückwünsche Sie zu dem, was Sie geleistet haben. Ich&#13;
beglückwünsche Sie zu dem, was Sie tun und wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei&#13;
Ihrer wichtigen Arbeit.&#13;
Man hat mir zehn Minuten für meine Ausführungen&#13;
gegeben, und ich werde sie mit einem Witz beenden,&#13;
den mein Freund, der große Prediger Billy Graham,&#13;
erzählt hat. "Er stand da, wo ich jetzt meine Rede&#13;
halte. Und er redete 10 Minuten, er redete 20 Minuten,&#13;
er sprach eine Stunde. Daraufhin zog der Vorsitzende&#13;
seinen Schuh aus und warf ihn nach dem Redner. Er&#13;
traf nicht ihn, sondern eine Dame, die in der ersten&#13;
Reihe saß. Worauf diese sagte: Noch einmal. Ich&#13;
kann ihn immer noch hören." Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Neue wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen&#13;
Rede von Senator Roth&#13;
&#13;
BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die Senator William Roth, der Vorsitzende des&#13;
Finanzausschuß des Senats und Präsident der Nordatlantischen Versammlung, am 16. Oktober 1997 vor dem&#13;
DIHT in Bonn hielt.&#13;
&#13;
Vielen Dank. Es ist mir eine Freude, hier zu sein und&#13;
mit dieser Gruppe herausragender Wirtschaftsvertreter&#13;
zusammenzutreffen. Es sind Ihre Energie, Ihre Ideen,&#13;
Ihre Führungsrolle, Ihr Management und Ihre Risikobereitschaft, die Nationen vorantreiben, und das&#13;
sollten Regierungsmitglieder immer bedenken.&#13;
Unternehmen brauchen Regierungen und Gesetze,&#13;
um gemeinsame Regeln zur Gewährleistung von&#13;
Fairneß, Gerechtigkeit und gleichberechtigten Beziehungen zu fördern, aber die Regierung darf sich selbst&#13;
nie als Wohltäter der Wirtschaft betrachten oder als&#13;
von ihr abhängig sehen. Eine solche Art von Beziehung schafft ein Ungleichgewicht, das eine Gefahr für&#13;
den Unternehmergeist darstellt und den Markt behindert.&#13;
&#13;
fallen Besteuerung, internationale Handelsbeziehungen und Sozialpolitik. Er ist zuständig für mehr als 75&#13;
Prozent aller staatlichen Ausgaben und für 100&#13;
Prozent der staatlichen Einnahmen. Und er hält mich&#13;
in Atem!&#13;
&#13;
Vor diesem Hintergrund möchte ich mich bei meinen&#13;
heutigen Ausführungen auf einige der Herausforderungen und Chancen konzentrieren, denen Sie als&#13;
Unternehmer gegenüberstehen.&#13;
&#13;
Diese beiden Chancen eröffnen mir eine meines&#13;
Erachtens einzigartige Perspektive, die es mir gestattet, Wirtschafts- und Außenpolitik zu einem prägnanten&#13;
und funktionierenden Paradigma zusammenzufügen&#13;
und diese beiden Bereiche nicht nur getrennt voneinander zu verstehen, sondern auch zu sehen, welche&#13;
Symbiose und Synergieeffekte sie in Kombination&#13;
bilden.&#13;
&#13;
Ich möchte darlegen, was die Regierung meines&#13;
Erachtens tun sollte, um Ihnen bei der Bewältigung der&#13;
Herausforderungen und Ergreifung der Chancen zu&#13;
helfen. Anschließend möchte ich Ihnen eine Aufgabe&#13;
geben, die sich meiner Meinung nach für Sie, Ihre&#13;
Unternehmen und die Zukunft als Segen erweisen&#13;
könnte.&#13;
Dabei werde ich zwei einzigartige Chancen nutzen, die&#13;
mein Verständnis beeinflußt und zu meiner Meinungsbildung beigetragen haben. Die erste betrifft die&#13;
Möglichkeiten, die ich als Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats habe. Dieser Ausschuß ist&#13;
großenteils verantwortlich für die amerikanische&#13;
Wirtschaftspolitik. In seinen Zuständigkeitsbereich&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Die zweite Chance habe ich in meiner Eigenschaft als&#13;
Präsident der Nordatlantischen Versammlung, dem&#13;
parlamentarischen Arm der NATO. In dieser Funktion&#13;
arbeite ich eng mit mehr als 200 Abgeordneten aus&#13;
ungefähr 40 Parteien innerhalb des Bündnisses&#13;
zusammen. Wir beteiligen uns aktiv am Prozeß der&#13;
NATO-Erweiterung, der Entwicklung der Europäischen&#13;
Union und zahlreichen anderen transatlantischen&#13;
Fragen von entscheidender Bedeutung.&#13;
&#13;
Mit Blick auf die Wirtschafts- und Außenpolitik zusammengenommen können wir nur sagen, daß wir in&#13;
einem der dynamischsten Zeitalter der Geschichte&#13;
leben.&#13;
Der Kalte Krieg ist beendet. Wir werden täglich&#13;
Zeugen einer Revolution in der Medizin- und Kommunikationstechnologie. Der Frieden verspricht steigenden Wohlstand. Die NATO wird um neue demokratische Nationen Zentraleuropas - Nationen mit pulsierenden, lebensprühenden Volkswirtschaften - er-&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�weitert, und die Europäische Union folgt schnell ihrem&#13;
Beispiel. Mit der Einführung der Europäischen Währungsunion und dem Euro sowie der Aufnahme des&#13;
Transatlantischen Wirtschaftsdialogs (Transatlantic&#13;
Business Dialogue - TBD) verstärken wir unsere&#13;
gemeinsamen Anstrengungen zur Liberalisierung von&#13;
Handel und Investitionen.&#13;
Was für eine verheißungsvolle Zeit - eine Zeit des&#13;
Optimismus. Fortschritte bei jeder dieser Entwicklungen beeinflussen Fortschritte auf anderen Gebieten&#13;
- alle tragen meines Erachtens zu erhöhter Sicherheit&#13;
und größerer Stabilität auf dem europäischen Kontinent und in der transatlantischen Gemeinschaft bei&#13;
und schaffen mehr Chancen für Beschäftigung und&#13;
Wirtschaftswachstum.&#13;
Gestatten Sie mir, noch folgendes hinzuzufügen: Ich&#13;
weiß, daß Ihre großartige Nation die Herausforderungen annimmt. Diese Herausforderungen stehen in&#13;
Verbindung mit der - wirtschaftlichen, politischen und&#13;
psychologischen - Wiedervereinigung. Sie kämpfen&#13;
noch mit einer hohen Arbeitslosigkeit (11,5 Prozent),&#13;
einem Haushaltsdefizit, einem Übermaß an Vorschriften und einer Industrie, die sich über ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und die höchsten&#13;
Lohnkosten der Welt Sorgen macht.&#13;
Mit Ausnahme der Wiedervereinigung sahen sich die&#13;
Vereinigten Staaten vor nicht allzu langer Zeit ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Ich erinnere&#13;
mich lebhaft daran, wie Vertreter der Presse und&#13;
Kommentatoren vor nur wenigen Jahren behaupteten,&#13;
Amerika hätte seine besten Tage bereits hinter sich.&#13;
Die Ansicht war weit verbreitet, wir hätten als Nation&#13;
unseren Wettbewerbsvorteil verloren und zukünftige&#13;
Generationen würden nicht mehr dieselbe Lebensqualität genießen können wir ihre Eltern. Arbeitslosigkeit und Zinssätze waren hoch. Das Haushaltsdefizit&#13;
wuchs. Stahlwerke und andere traditionelle Fabrikationsbetriebe schlössen ihre Pforten.&#13;
Viele stellten die Vermutung an, die Zukunft gehöre&#13;
den Anrainerstaaten des Pazifik. Unter den Amerikanern machte sich Besorgnis und ein wachsendes&#13;
Gefühl der Unsicherheit breit.&#13;
Während dieser schwierigen Zeit habe ich gepredigt,&#13;
was allgemein als das Evangelium von der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik bezeichnet wurde Steuersenkungen, Beschränkung der staatlichen&#13;
Ausgaben, Deregulierung, offene Märkte. Glücklicherweise war 1994 die Mehrheit des Kongresses derselben Meinung wie ich. Innerhalb der ersten Sitzungsperiode des Kongresses veränderten wir die Arbeitsweise der Regierung. Wir verabschiedeten die&#13;
Sozialhilfereform. Wir beschlossen die erste Steuersenkung seit 16 Jahren (obwohl sie nicht so hoch&#13;
ausfiel, wie ich gerne gesehen hätte!). Wir senkten die&#13;
staatlichen Ausgaben und verabschiedeten einen&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
ausgeglichenen Haushalt.&#13;
Wir verringerten das&#13;
Haushaltsdefizit um 75 Prozent, und heute tendiert es&#13;
erstmals seit 1969 gegen Null. Im Zuge dieser Maßnahmen verdoppelten sich die Börsenkurse, die&#13;
Zinssätze fielen, die Beschäftigung stieg explosionsartig an, der Handel nahm zu, die Stundenlöhne der&#13;
amerikanischen Arbeitnehmer stiegen real an, die&#13;
Unternehmen erlebten einen Boom, und die Wirtschaft&#13;
wuchs.&#13;
Ich sage Ihnen das nicht, um zu prahlen oder zu&#13;
belehren. Wie ich bereits erklärte, bin ich mir durchaus&#13;
bewußt, daß die deutsche Wirtschaft mit Herausforderungen konfrontiert ist, die über die hinausgehen,&#13;
denen wir uns in Amerika gegenübersahen. Aber ich&#13;
erzähle von diesen Erfolgen, um zu zeigen, daß sich&#13;
das Blatt wenden kann - und daß es sich sehr schnell&#13;
wenden kann.&#13;
Steuersenkungen kurbeln das Wirtschaftswachstum&#13;
an und ermutigen Spar- und Investitionstätigkeit. Eine&#13;
Kontrolle der staatlichen Ausgabenpolitik setzt Kapital&#13;
frei, regt die Märkte an und fördert neue Unternehmen.&#13;
Ein Übermaß an Vorschriften beeinträchtigt Investitionen und erfordert höhere Gewinne zur Deckung der&#13;
Kosten. Deregulierung bewirkt das Gegenteil, und&#13;
diese Maßnahme hat großen Einfluß auf Ihre Wirtschaft - ebenso wie das bei uns der Fall war.&#13;
Deutschland hat eine Industrie von Weltklasse - sehr&#13;
gut ausgebildete und äußerst effiziente Arbeitnehmer.&#13;
Sie haben in kapitalintensive Produkte investiert, die&#13;
hohe geistige Fähigkeiten verlangen. Jetzt müssen&#13;
Sie - ebenso wie wir in den Vereinigten Staaten das&#13;
versuchen - die deutsche Industrie von den Fesseln&#13;
befreien, damit sie ihre Stärken nutzen kann. Aufgrund&#13;
der hohen Steuern und dem Übermaß an Vorschriften&#13;
sind die Investitionen in Deutschland größtenteils auf&#13;
die Fertigung und Vermarktung von Produkten beschränkt, die auf dem deutschen Markt verkauft&#13;
werden. Das ist langfristigem Wachstum nicht förderlich.&#13;
Ebenso wie die Vereinigten Staaten muß&#13;
Deutschland sich selbst als Exportplattform sehen und&#13;
auf den Weltmarkt schauen, wo ausreichend niedrige&#13;
Kosten gestatten, die übrige Welt mit Produkten zu&#13;
versorgen.&#13;
Deutschland und die Vereinigten Staaten sehen sich&#13;
beide einer Welle wirtschaftlichen Wandels gegenüber&#13;
- einer dynamischen Globalisierung. Die Frage für&#13;
unsere beiden Nationen ist einfach: Werden wir auf&#13;
dieser Welle reiten, oder wird sie über uns hinwegrollen?&#13;
Meines Erachtens müssen wir in dieser Hinsicht&#13;
ebenso mutig sein wie auf geopolitischem Gebiet.&#13;
Schauen Sie sich an, wie wir andere einbeziehen und&#13;
die Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas integrieren. Betrachten Sie unsere Bestrebungen zur Erweiterung der NATO und zur Schaffung einer Zone&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�größerer Stabilität im Osten und überlegen Sie sich,&#13;
wie das unseren wirtschaftlichen Zielen dient und&#13;
diese fördert. Neben diesen mutigen Initiativen gibt es&#13;
andere, beispielsweise das Engagement Deutschlands&#13;
bei der Entsendung von Soldaten zu internationalen&#13;
Friedensmissionen, ganz zu schweigen von den&#13;
Bemühungen zur Errichtung der europäischen Währungsunion.&#13;
Die Einführung einer gemeinsamen Währung könnte&#13;
sich - wenn sie richtig durchgeführt wird - zu einem&#13;
enormen Vorteil für in Europa tätige Unternehmen&#13;
entwickeln. Eine richtige Einführung muß auf drei&#13;
grundlegenden Kriterien basieren: Erstens einer&#13;
Währungs- und Finanzpolitik, die Inflation bekämpft&#13;
und reale Erträge aus Investitionen fördert; zweitens&#13;
muß sie auf eine Art und Weise erfolgen, die bestehende Verträge nicht antastet; und drittens müssen die&#13;
übrigen Länder Europas das Maß an währungspolitischer Verantwortung gewinnen, das Deutschland&#13;
während der letzten 50 Jahre erworben hat.&#13;
Jedes dieser Kriterien stellt eine mutige und interessante Entwicklung dar.&#13;
Diese Art von Vision&#13;
müssen wir auch im Hinblick auf unsere zukünftigen&#13;
Ziele an den Tag legen. Die Vereinigten Staaten und&#13;
Deutschland waren bei der Ausweitung des Handels&#13;
auf der ganzen Welt immer führend. Gemeinsam&#13;
haben wir uns im Rahmen des GATT und der WTO für&#13;
den Abbau von Handelshemmnissen eingesetzt. Jetzt&#13;
ist es für uns an der Zeit, diese Bestrebungen auf die&#13;
nächsthöhere Ebene zu bringen. Wir müssen überlegen, welche Ziele wir bei der nächsten Runde von&#13;
Handelsgesprächen anstreben.&#13;
Damit Amerika und Deutschland international wirksam&#13;
konkurrieren können, müssen wir uns gemeinsam für&#13;
den allgemeinen Abbau von Handelshemmnissen&#13;
einsetzen, anstatt alles immer nur mit gleicher Münze&#13;
heimzuzahlen, wie das bei früheren Verhandlungen&#13;
geschehen ist. Wir müssen eine Reihe von Regeln für&#13;
alle fördern - allgemeine, umfassende Regeln, die&#13;
einen freien Handel ermöglichen. Wir brauchen&#13;
Regeln, die einige Handelshemmnisse - wie Zölle und&#13;
Quoten - beseitigen und andere - wie den Schutz&#13;
geistigen Eigentums - harmonisieren.&#13;
Das ist viel verlangt. Aber meiner Meinung nach&#13;
müssen wir sicherstellen, daß unser Umgang mit&#13;
wirtschaftlicher Entwicklung so dynamisch und mutig&#13;
ist wie unser Ansatz bei internationalen Sicherheitsfragen. Tatsächlich sind beide eng miteinander&#13;
verbunden. Während sich unsere wirtschaftliche&#13;
Partnerschaft durch die von mir dargelegten Maßnahmen entwickelt, werden wir innerhalb der trans-&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
atlantischen Gemeinschaft noch mehr Fähigkeiten zur&#13;
Bewältigung globaler Herausforderungen erwerben.&#13;
Solche Beziehungen werden meines Erachtens auf&#13;
den zahlreichen Ähnlichkeiten zwischen unseren&#13;
Nationen gründen.&#13;
Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, mit&#13;
Richard von Weizsäcker zusammenzutreffen, als er&#13;
vor beiden Häusern des Kongresses eine Rede hielt.&#13;
Ich werde nie vergessen, was er bei dieser Gelegenheit sagte: "Sie haben uns geholfen, so daß sich unser&#13;
Land erholen und wir eine solide Demokratie aufbauen&#13;
konnten. Gemeinsam sind wir in eine verläßliche&#13;
Partnerschaft hineingewachsen und in ein starkes&#13;
Bündnis, das schließlich entscheidend dazu beitrug,&#13;
der Spaltung Europas ein Ende zu bereiten."&#13;
Heute wird das Ende eines geteilten Europas zu einer&#13;
einzigartigen Chance - einer Chance, die wir ergreifen&#13;
müssen. Und daher schließe ich meine Ausführungen&#13;
mit einer Aufgabe. Ich habe oft gehört, das achte&#13;
Weltwunder sei das Orakel der Kommunikation und&#13;
Werbung in der Wirtschaft. Von Volkswagen bis&#13;
McDonalds haben die Botschaften der Wirtschaft einen&#13;
charakteristischen Einfluß auf unsere Kulturen. Wenn&#13;
diese furchteinflößende Macht tatsächlich das achte&#13;
Weltwunder ist, würde ich vorschlagen, daß das&#13;
neunte Weltwunder die Tatsache ist, daß davon so&#13;
wenig Gebrauch gemacht wird, um jene Ideen und&#13;
Maßnahmen zu fördern, die den Zielen der freien&#13;
Marktwirtschaft dienen.&#13;
Die Wirtschaft muß ihre kreativen Fähigkeiten und ihre&#13;
Kommunikationsressourcen nutzen, um die Öffentlichkeit zu erziehen. Wir kennen die Macht von Steuererleichterungen, die Notwendigkeit einer Deregulierung, die Vorteile von Zollsenkungen, die durch die&#13;
NATO-Erweiterung herbeigeführte Stärkung von&#13;
Frieden und Stabilität.&#13;
Wir wissen, welche Vorteile Deutschland durch die&#13;
Europäische Union und die Aussicht auf eine Währungsunion genießt. Jetzt müssen Sie als führende&#13;
Vertreter der Industrie dieses Wissen anderen zukommen lassen. Und gemeinsam müssen wir uns für&#13;
die Förderung von Maßnahmen einsetzen, die den&#13;
Handel stärken, die Sicherheit erhöhen, unsere&#13;
Familien schützen und Chancen für die Menschen in&#13;
ganz Deutschland und den Vereinigten Staaten&#13;
schaffen.&#13;
Heute habe ich meines Erachtens grob skizziert, was&#13;
aus meiner Perspektive getan werden muß. Jetzt bitte&#13;
ich Sie, diese Botschaft gemeinsam mit mir zu verbreiten. Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12850">
                <text>13.11.1997</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12851">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12852">
                <text>U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12853">
                <text>Amerikadienst 13.11.1997</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12854">
                <text>&lt;strong&gt;1. USA-Europa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerika und Europa - eine unentbehrliche Partnerschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter John C. Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vereinigten Staaten und die Sicherheitsarchitektur für das "Europäische Haus"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Gesandten Michael C. Polt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede von George Bush am Tag der Deutschen Einheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neue wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Senator Roth&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="44">
            <name>Language</name>
            <description>A language of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="12855">
                <text>Deutsch</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="1427" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="1438">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/bcdec667743d7fc51d6db0135eed71ae.pdf</src>
        <authentication>9290105f8e9303f71e9ed34c6386f2c9</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="7556">
                    <text>amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

Tel:

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Information

Service

Postfach

UPIQ

300

DOKU mefltOtiOn

T e I e x : 08 - 8 54 32

Nummer

50

Inhalt

Dezember

u

1972

DOKUMENTATION:
Präsident
-Wortlaut

Nixon e r n e u e r t a m e r i k a n i s c h e E u r o p a - G a r a n t i e
d e s S c h r e i b e n s a n d e n NAT0~Rato

INFORMATION:
F r e d e r i c k B. Dent a l s n e u e r a m e r i k a n i s c h e r H a n d e l s m i n i s t e r

vorgesehen

James T . Lynn zum M i n i s t e r f ü r Wohnungsbau u n d S t ä d t e p l a n u n g

nominiert

Claude S. Brinegar s o l l a m e r i k a n i s c h e r Verkehrsminister^ werden
D r . E a r l L . Butz w e i t e r h i n L a n d w i r t s c h a f t s m i n i s t e r
Rogers C.B.Morton w i r d I n n e n m i n i s t e r
Richard Kleindienst

d e r USA

d e r USA b l e i b e n

bleibt amerikanischer

Justizminister

HINTERGRUNDMATERIAL:
USA b e t r ä c h t e n NATO^-Konferenz a l s e r f o l g r e i c h
Von P e t e r K a r e g e a n n e s
WIRTSCHAFT:
P r ä s i d e n t Nixon o r d n e t S o f o r t m a ß n a h m e n
P r e i s a u f t r i e b s an
US-Wirtschaftsbeirat
friedigt

z u r w e i t e r e n Eindämmung d e s

über w i r t s c h a f t l i c h e

E n t w i c k l u n g im November b e -

US-Handelskammer h o f f t a u f w e i t e r e H a n d e l s l i b e r a l i s i e r u n g
-Von u n s e r e m W i r t s c h a f t s k o r r e s p o n d e n t e n WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
Nach APOLLO 1 7 : I r d i s c h e P r o b l e m e h a b e n V o r r a n g
Von W a l t e r F r ö h l i c h
Darmgrippe-Erreger
~US..Wissenschaftler
Drüsensekret

gefunden?
isolierten

Kleinstvirus-

a u s dem G e h i r n b e e i n f l u ß t

Depressionen

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United

States I n f o r m a t i o n

53 B o n n - B a d
Tel:

Godesbergl,

89-3240

Service

Dokumentation

Postfach 3 0 0

T e I e x : 08 - 8 54 32

50/1972

PRÄSIDENT NIXON ERNEUERT AMERIKANISCHE EUROPA-GARANTIE
-Wortlaut des Schreibens an den NATO-Rat-

BRÜSSEL —(AD)-- Präsident Nixon hat in einem Schreiben an den Nordatlantikrat erneut versichert, daß die Vereinigten Staaten ihre Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, sofern die andere Seite nicht entsprechende Schritte ergreift. Das von dem
amerikanischen Außenminister William P. Rogers am 7. Dezember vor den NATOMinistern verlesene Schreiben des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"Wenn wir jetzt dem Jahre 1973 entgegengehen, stehen wir am Beginn von
Verhandlungen, die uns einem dauerhaften Frieden näher bringen können, der
das Ziel des nordatlantischen Bündnisses ist:
-- Es haben Sondierungen für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa begonnen.
-- Es werden in Kürze Sondierungen bezüglich beiderseitiger und ausgewogener Truppenreduzierungen beginnen.
-- Bilaterale Gespräche zwischen einzelnen Verbündeten und Mitgliedern
des Warschauer Paktes über Fragen der Sicherheit und des Friedens
dauern an.
Diese

�Diese Aussichten auf Frieden müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren. Diese konkurrierenden Anforderungen stehen im Wettstreit miteinander um die begrenzten Haushaltsmittel, die jedem einzelnen Verbündeten zur Verfügung stehen. Unsere Völker geben immer mehr den berechtigten innenpolitischen Erfordernissen einer
demokratischen und modernen Gesellschaft nach, während gleichzeitig die
Kosten einer modernen und verbesserten Verteidigung steigen.
Das wird die Stärke und Dynamik dieses Bündnisses auf eine Bewährungsprobe stellen, unsere geraeinsame Verteidigung in solchen Zeiten aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Aber diese Aufgabe muß bewältigt werden.
Was uns anbetrifft, so erneuern die Vereinigten Staaten ihr feierliches
Versprechen, daß wir bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten
unsere Streitkräfte in Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht
verringern werden, es sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende
Schritte.
Wir blicken auf Sie - auf Sie alle -, daß Sie die beachtlichen Anstrengungen fortsetzen, die Sie unternommen haben, um einen größeren Teil der
Lasten der gemeinsamen Verteidigung zu übernehmen. Auf seine eigene Weise
muß jeder Verbündete sicherstellen, daß sein Volk die fundamentalen Zusammenhänge versteht, die zwischen einer militärisch starken NATO und erfolgreichen
Verhandlungen bestehen. Ohne dieses Verständnis und ohne die Unterstützung
unserer Völker kann dieses Bündnis nicht überleben. Wenn Sie dies bedenken,
so bin ich zuversichtlich, daß die Staatsmänner und die freien Völker des
nordatlantischen Bündnisses weiterhin unverminderte Verteidigungsanstrengungen jedes einzelnen Mitgliedes unterstützen werden."

+-H-

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

Information

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Telex:

Information

300

08-85432

50/1972

FREDERICK B. DENT ALS NEUER AMERIKANISCHER HANDELSMINISTER VORGESEHEN

WASHINGTON —(AD)-- Als neuen Handelsminister der Vereinigten Staaten hat
Präsident Nixon den Industriellen Frederick B. Dent vorgeschlagen. Dent,
dessen Nominierung der Bestätigung durch den amerikanischen Senat bedarf,
soll die Nachfolge von Peter G. Peterson antreten, der das Amt des Handelsministers am 27. Januar 1972 übernommen hatte.
Peterson wird temporär den Posten eines Sonderbeauftragten des Präsidenten übernehmen und nach einer Informationsreise durch Europa und Asien
- und möglicherweise auch Lateinamerika - Vorschläge für eine bessere Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und der wichtigsten Handelspartner der USA ausarbeiten.
Frederick Baily Dent wurde am 17. August 1922 in Cape May im Staate
New Jersey geboren und schloß 1943 seine Studien an der Yale-Universität
ab. Von 1943 bis 1946 diente er in der Reserve der US-Marine.
Anschließend ging er in die Wirtschaft und spielte eine bedeutende
Rolle in der Textilindustrie. Er war Direktor der Firma Joshua L. Baily
&amp; Co. in New York und übernahm 1947 die Textilfirma Mayfair Mills _in

-1«

�in Arcadia im Staate South Carolina als Präsident. Daneben hatte er Direktoren-und Aufsichtsratsposten in mehreren anderen großen Unternehmen, darunter der National Bank von South Carolina, inne.
Dent gehört mehreren bedeutenden Textilindustrieverbänden an und ist
Treuhänder des Instituts für Textiltechnik.
Er ist verheiratet und hat zwei Söhne und drei Töchter.

+++++

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

8 9 - 3 2 4 0

Information

G o d e s b e r g l ,

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

50/1972

JAMES T. LYNN ZUM MINISTER FÜR WOHNUNGSBAU UND STÄDTEPLANUNG
NOMINIERT

V/ASHINGTON — ( A D ) — Der bisherige Staatssekretär im amerikanischen Handelsministerium, James T. Lynn, soll in der zweiten Amtsperiode Präsident
Nixons das Ministerin» für Wohnungsbau und Städteplanung übernehmen. Dies
gab das Weiße Haus am 5. Dezember bekannt. Er wird die Nachfolge von
George Romney antreten, der aus der Regierung ausscheiden will. Die Ernennung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden, wenn dieser im
Januar nächsten Jahres wieder zusammentritt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, wies im Zusammen«
hang mit der Nominierung Lynns auf die jüngsten Erklärungen Präsident Nixons
hin, daß während der nächsten vier Jahre auf innenpolitischem Gebiet große
Fortschritte erzielt werden müßten. Schon während der Amtszeit Romneys seien
wichtige Erfolge erreicht worden, und man erwarte, daß sich diese Entwicklung unter der Amtsführung von Lynn fortsetzen werde.
Lynn, der 45 Jahre alt ist, ist von Hause aus Anwalt. Im Jahre 1969
verließ er eine Anwaltsfirma in Cleveland im Staate Ohio und trat ins amerikanische Handelsministerium ein. Er war zunächst als Rechtsberater dieses
Ministeriums tätig und übernahm im April 1971 den Posten eines Staats-

�Staatssekretärs. Lynn war maßgeblich an den Handelsverhandlungen mit der
Sowjetunion beteiligt und gehörte neben Handelsminister Peterson zu der
amerikanischen Delegation, die die während der Moskauer Gipfelkonferenz
unterzeichnete Erklärung über die amerikanisch-sowjetischen Handelsbeziehungen ausarbeitete. Er war ferner an führender Stelle an den späteren Verhandlungen beteiligt, die zu einem umfassenden Handelsabkommen zwischen beiden
Ländern führten.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von James T.
Lynn zur Verfügung.

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Te Ie x:

Information

300

08-85432

50/1972

CLAUDE S.BRINEGAR SOLL AMERIKANISCHER VERKEHRSMINISTER WERDEN
WASHINGTON --(AD)— Zum neuen amerikanischen Verkehrsminister während seiner
zweiten Amtsperiode hat Präsident Nixon am 7. Dezember den 46-jährigen
Industriellen Claude S. Brinegar nominiert. Er soll die Nachfolge von John A.
Volpe antreten, der die Vereinigten Staaten künftig als Botschafter in Italien
vertreten wird. Die Nominierung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt
werden.
Brinegar kommt aus der Ölindustrie. Er trat 1952 in die Union Oil Company
ein, in der er verschiedene hohe Posten - zuletzt den eines Vizepräsidenten innehatte. Außerdem gehört er dem Direktorium des American Petroleum Institute
an.
Zuvor hatte Brinegar an der Stanford-Universität (Kalifornien) studiert
und promoviert. Zu Anfang der fünfziger Jahre arbeitete er als Forschungsassistent am Food Research Institute in Stanford und war für verschiedene
Universitäten tätig.
Brinegar wurde am 16. Dezember 1926 in Rockport im Staate Kalifornien geboren. Von 1945 bis 1947 diente er in der US-Armee als Heeresflieger.
Brinegar ist verheiratet und hat drei Kinder.

�« amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

50/1972

DR. EARL L. BUTZ WEITERHIN LANDWIRTSCHAFTSMINISTER DER USA

WASHINGTON --(AD)-- Der bisherige Landwirtschaftsminister der Vereinigten
Staaten, Dr. Earl L. Butz, ist von Präsident Nixon in seinem Amt bestätigt
worden. Butz war im November 1971 anstelle von Clifford M. Hardin an die
Spitze des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums berufen worden.
Während seiner bisherigen Tätigkeit hat sich Butz für die Erhaltung
einer gesunden Struktur der amerikanischen Farmen eingesetzt und sich gegen
die Landflucht ausgesprochen.
Am 3. Juli 1909 auf einer Farm in Albion im Staate Indiana geboren,
studierte Earl L. Butz an der Purdue-Universität in Lafayette, Indiana, wo
er 1937 zum Dr. phil.(Ph.D.) promovierte. Er nahm dann eine Lehrtätigkeit
an dieser Universität an; von 1946 bis 1954 leitete er das Agrarwissenschaftliche Institut. Anschließend wurde er von Präsident Eisenhower als Staatssekretär in das Landwirtschaftsministerium nach Washington berufen. Im Jahre
1957 kehrte er an die Purdue-Universität als Dekan der Landwirtschaftlichen
Fakultät zurück.
Im Jahre 1968 wurde er Leiter der Abteilung für weiterführende Bildung
und Vizepräsident der Purdue-Forschungsstiftung. Dr. Butz leitete auch die

�die amerikanische Delegation auf den Konferenzen der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen in Rom in den Jahren
1955 und 1957.
Als Landwirtschaftsexperte hat sich Dr. Butz einen internationalen Ruf
erworben und 30 Länder in fünf Kontinenten besucht. Er ist Autor zahlreicher
Publikationen auf seinem Fachgebiet.
Dr. Butz ist verheiratet und hat zwei Söhne.

4-H-f

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Dr. Earl L.
Butz zur Verfügung.

-2T

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

50/1972

ROGERS C.B. MORTON WIRD INNENMINISTER DER USA BLEIBEN

WASHINGTON --(AD)— Präsident Nixon hat im Zuge der Reorganisation seines
Kabinetts für die zweite Amtsperiode den bisherigen Innenminister der Vereinigten Staaten, Rogers CfB. Morton, in seinem Amt bestätigt.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, gab am 5. Dezember bekannt, daß Innenminister Morton nach Auffassung des Präsidenten die
"starken und nachdrücklichen Führungsqualitäten" bewiesen habe, wie sie für
ein Amt von so weitreichendem sachlichen Umfang notwendig seien. Zum Zuständigkeitsbereich des amerikanischen Innenministers gehören vor allem
die Erschließung und Erhaltung der Bodenschätze und natürlichen Hilfsquellen der USA, während Polizei und innere Sicherheit der Aufsicht des Justizministeriums unterliegen.
Rogers C.B. Morton wurde am 19. September 1914 in Louisville im Staate
Kentucky geboren. Nach dem Studium an der Yale-Universität, das er 1937
mit dem Grad eines Bachelor of Arts abschloß, und dem Einsatz auf dem europäischen Kriegsschauplatz als Hauptmann, trat er 1946 als Vizepräsident in
ein familieneigenes Mühlen-und Nahrungsmittelunternehmen in Louisville
ein. Zwei Jahre später zum Präsidenten der Firma bestellt, vollzog er 1956
deren Fusion mit einem Großkonzern. Nach einer einjährigen Tätigkeit als

-1-

�a l s V i z e p r ä s i d e n t der D a c h g e s e l l s c h a f t w u r d e er 1952 in d e r e n A u f s i c h t s rat b e r u f e n . Er erwarb noch im g l e i c h e n Jahr eine Farm in der N ä h e von E a t o n ,
M a r y l a n d , w o er sich v o r allem der V i e h z u c h t w i d m e t e .
Im Jahre 1962 bewarb sich M o r t o n , Bruder des b e k a n n t e n E x - S e n a t o r s
Th,ruston B, M o r t o n , als r e p u b l i k a n i s c h e r K a n d i d a t erfolgreich um einen Sitz
im R e p r ä s e n t a n t e n h a u s , dem er nach v i e r m a l i g e r W i e d e r w a h l bis zur E r n e n n u n g
zum M i n i s t e r im Februar 1971 a n g e h ö r t e . A l s A b g e o r d n e t e r setzte sich M o r t o n
w i e d e r h o l t für eine V e r b e s s e r u n g d e s U m w e l t s c h u t z e s und eine E r w e i t e r u n g des
S y s t e m s der Nationalparks e i n ; er w a r M i t g l i e d m e h r e r e r A u s s c h ü s s e , zuletzt
des H a u s h a l t s a u s s c h u s s e s . Im Jahre 1969 ü b e r n a h m er auf W u n s c h P r ä s i d e n t
Nixons den V o r s i t z im B u n d e s k o m i t e e der R e p u b l i k a n i s c h e n P a r t e i .
Er ist v e r h e i r a t e t und hat eine T o c h t e r und einen S o h n .

1-1 III

A u f A n f o r d e r u n g stellen w i r Ihnen gerne eine P o r t r ä t a u f n a h m e v o n R o g e r s C.B.
M o r t o n zur V e r f ü g u n g .

2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Information

300

T e I e x : 08 - 8 54 3 2

50/1972

RICHARD KLEINDIENST BLEIBT AMERIKANISCHER JUSTIZMINISTER

--WASHINGTON -.(AD)— Der bisherige amerikanische Justizminister Richard
Kleindienst wird auch in der zweiten Amtsperiode Präsident Nixons das USJustizministerium leiten. Kleindienst wurde am 8. Dezember von Nixon in
seinem Amt bestätigt. Gleichzeitig gab das Weiße Haus bekannt, daß Professor Robert Bork von der Yale-Universität neuer amerikanischer Generalanwalt
werden soll, wenn der bisherige Inhaber dieses Amtes, Erwin Griswold, im
Frühjahr 1973 in den Ruhestand tritt.
Aus dem amerikanischen Justizministerium scheiden fünf höhere Vertreter,
darunter der stellvertretende Justizminister, Ralph Erickson, sowie der Leiter der Abteilung für Bürgerrechtsfragen, David Norman, aus. Beide sollen
mit neuen Aufgaben betraut werden.
Zum stellvertretenden Generalanwalt hat Präsident Nixon die Chicagoer
Anwältin Mrs. Jewel Lafontant vorgesehen. Mrs. Lafontant, eine Schwarze, gehört der amerikanischen Delegation bei den Vereinten Nationen an. Sie wird
ihr neues Amt zusammen mit Professor Bork antreten.
Kleindienst gehört dem amerikanischen Justizministerium seit dem 31. Januar 1969 an. Damals wurde er zum stellvertretenden Justizministerium ernannt. Als der damalige Justizminister John Mitchell im März 1972 sein Amt

-1-

�Amt niederlegte, um die Vorbereitungen des Wahlkampfes für Präsident Nixon
zu leiten, wurde Kleindienst vom Präsidenten mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Justizministers beauftragt.
Der in Arizona gebürtige 48jährige Kleindienst war bereits lange vor
seinem E.'ntritt in das Justizministerium im politischen Leben seines Heimatstaates aktiv tätig gewesen. Er wurde in Winsley, Arizona, als Sohn eines
Eisenbahners geboren und besuchte dort auch die Volksschule. Von 1942 bis
1954 diente Kleindienst in der amerikanischen Luftwaffe, aus der er nach
Kriegsende mit dem Range eines Oberleutnants entlassen wurde. Anschließend
studierte er an der Harvard-Universität Jura, legte 1947 sein Examen mit magna
cum laude ab und promovierte 1950.
Unmittelbar nach Beendigung seines Studiums trat Kleindienst in eine Anwaltsfirma in Arizona ein,und bald darauf wurde er Partner der Anwaltsfirma
Shimmel, Hill, Kleindienst and Bishop. Von 1953 bis 1954 gehörte er dem Abgeordnetenhaus von Arizona an. Im Jahre 1964 unterstützte er aktiv die Präsidentschaftskandidatur von Senator Barry Goldwater, während er sich gleichzeitig,
allerdings erfolglos, um das Amt des Gouverneurs seines Heimatstaates bevarb.
Kleindienst ist verheiratet und hat vier Kinder.

+-H-1-

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Porträtaufnahme von Richard Kleindienst zur Verfügung.

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Hintergrundmaterial

300

T e I e x : 08 - 8 5 4 3 2

50/1972

USA BETRACHTEN NATO-KONFERENZ ALS ERFOLGREICH

Von Peter Karegeannes

WASHINGTON — ( A D ) — Die jüngste MinistertagLing der NATO in Brüssel - übrigens
die 50. Sitzung des Nordatlantikrates - wird von amerikanischer Seite als
erfolgreich bezeichnet. Für die Vereinigten Staaten ist und bleibt es wichtig, daß die Bündnispartner an der atlantischen Allianz festhalten, die
über zwanzig Jahre lang den Frieden in Europa gewährleistet hat.
Die Einstellung der USA kommt klar und deutlich in dem Schreiben zum
Ausdruck, das Präsident Nixon an die im Nordatlantikrat tagenden Minister
gerichtet hat. Er spricht von den Vorbereitungen für eine Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und den Sondierungen für beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen (MBFR) und sonstigen Entspannungsbemühungen. "Diese Aussichten auf Frieden", so heißt es in dem Schreiben
des Präsidenten, "müssen jedoch auf einer Grundlage fortdauernder militärischer Bereitschaft basieren."
Außenminister Rogers hat vor seiner Rückreise nach Washington darauf
hingewiesen, daß bei den Verbündeten eine weitgehende Einigkeit der Zielsetzungen bezüglich KSZE und MBFR herrsche. Auch Rogers unterstrich mit Nachdruck, daß gerade bei einer Verbesserung der Ost-West-Beziehungen das atlan-

-1-

�atlantische Bündnis seine Stärke aufrechterhalten müsse. Die Vereinigten
Staaten, so sagte er in anderem Zusammenhang,würden auf jede einseitige Verringerung der Verteidigungskraft des Westens besorgt reagieren, umgekehrt
hat Präsident Nixon das "feierliche Versprechen" der USA erneuert, daß sie
"bei einer entsprechenden Haltung unserer Verbündeten unsere Streitkräfte in
Europa aufrechterhalten und verbessern und sie nicht verringern werden, es
sei denn, unsere Gegner ergreifen entsprechende Schritte."
Der amerikanische Außenminister ließ in Brüssel keinen Zweifel daran,
daß sich die Außenpolitik der USA im Jahre 1973 verstärkt auf Europa richten werde - und er hat am Rande der NATO-Konferenz natürlich auch mit den
führenden Vertretern der Europäischen Gemeinschaft gesprochen und darauf hingewiesen, daß für die bestehenden Probleme zwischen Amerika und der Gemeinschaft im kommenden

Jahr eine Lösung angestrebt werden müsse.

Die Vereinigten Staaten - wie auch Großbritannien und Frankreich - haben
ganz offensichtlich auch mit der Bundesrepublik Deutschland über die künftigen Beziehungen zur DDR Einigung erzielt.
Was die militärische Seite des Bündnisses angeht, so hat; der amerikanische Verteidigungsminister Melvin Laird - der aus seinem Amt ausscheidet und
zum letzten Mal als Minister an einer NATO-Konferenz teilnahm - die Einstellung der Bündnismitglieder und den in den letzten Jahren erzielten Fortschritt
einfach als "realistisch" bezeichnet. Das Streitkräfteverbesserungsprogramm
der europäischen Partner (EDIP) lasse einmal erkennen, daß Westeuropa bereit
sei, einen größeren Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung zu leisten, und sich
zum anderen klar darüber sei, daß Entspannung nicht ohne Verteidigungsbereitschaft zu haben ist.
Auch Laird warnte vor einseitigen Kürzungsmaßnahmen der westlichen Verbündeten, da durch diese.der Erfolg der MBFR-Verhandlungen gefährdet und die

-2-

�I

die Aussichten von SALT II geschmälert werden würden. Der amerikanische Verteidigungsminister unterstrich die Zusage seines Präsidenten, daß die Vereinig,
ten Staaten ihre Truppen in Europa aufrechterhalten und verbessern wollen
- vorausgesetzt, daß auch die europäischen Partner eine solch entschlossene
Haltung zeigen.

-H-++-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Postfach

Telex:

Wirtschaft

Service
300

0 8 - 8 54 3 2

50/1972

PRÄSIDENT NIXON ORDNET SOFORTMASSNAHMEN ZUR WEITEREN EINDÄMMUNG
DES PREISAUFTRIEBS AN

WASHINGTON ..(AD)-» Präsident Nixon wird den neuen amerikanischen Kongreß
nach dessen Zusammentreten im Januar im Rahmen der ständigen Bemühungen
der Administration um eine Eindämmung des Preisauftriebs um eine Ermächtigung ersuchen, die Lohn-und Preiskontrollen weiter zu verlängern.
Diese Entscheidung hat der amerikanische Finanzminister George Shultz
jetzt zusammen mit einer Reihe anderer Maßnahmen zur Einschränkung der Regierungsausgaben vor der Presse bekanntgegeben. Nach den Angaben von Shultz
will Präsident Nixon die Bundesausgaben für das laufende, am 30. Juni 1973
endende Haushaltsjahr auf etwa 250 Milliarden Dollar beschränken. Diesbezügliche Gesetzesmaßnahmen waren vom letzten Kongreß jedoch abgelehnt worden.
Als Sofortmaßnahme zur Einschränkung der Bundesausgaben hat der Präsident jetzt einen Einstellungs-und Beförderungsstopp für alle Bundesbediensteten und Angehörigen der US-Streitkräfte angeordnet. Diese am 11. Dezember
erlassene Verfügung soll zumindest bis zur Einbringung des neuen Haushaltes
für das am 1. Juli beginnende Finanzjahr 1973/74 in Kraft bleiben. Sie
schließt auch ein Verbot von Gehaltserhöhungen für Führungskräfte sowie wesentliche Personalkürzungen in dem persönlichen Mitarbeiterstab des Präsidenten

-1-

�Präsidenten ein. Die für Januar vorgesehene lineare Gehaltserhöhung soll davon allerdings nicht betroffen sein. Präsident Nixon hatte es in seinem Erlaß als das Ziel bezeichnet, "eine unnötige und verschwenderische Ausweitung
des Bundeshaushaltes zu verhindern". Gleichzeitig sollen alle Regierungsprogramme auf eine mögliche Straffung hin überprüft werden.
ShultZj der erst kürzlich von Präsident Nixon mit der Gesamtplanung der
amerikanischen Wirtschaftspolitik betraut worden war, teilte weiter mit, daß
gegenwärtig auf Kabinettsebene Konsultationen geführt würden, um die genaue
Form der Kontrollen festzulegen, die am besten die für 1973 erwartete Fortsetzung des Wirtschaftswachstums gewährleisten. Eine Entscheidung darüber, ob
die bisherigen Kontrollen einfach über den 30. April hinaus verlängert oder ob
sie teilweise modifiziert werden sollten, sei noch nicht getroffen worden.
Genauso sei noch nicht entschieden, wie lange die nächste Phase der Lohnund Preisrichtlinien dauern sollte. Es werde jedoch, so betonte Shultz, ein
System von Kontrollen geben, das ein gesetzlich bindendes Element ähnlich
den derzeitigen Bestimmungen - vielleicht auch etwas modifiziert - enthält.
Eine Rückkehr zu freiwilligen Leitzahlen sei damit ausgeschlossen.
Das gegenwärtige wirtschaftliche Stabilisierungsprogramm enthält gesetzlich bindende Kontrollen für Löhne und Preise« Die Lohnkontrollen werden von
einem Lohnausschuß und die Preiskontrollen von einem Preiskomitee überwacht.

+-H-

-2-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

50/1972

US-WIRTSCHAFTSBEIRAT ÜBER WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IM NOVEMBER
BEFRIEDIGT

WASHINGTON «-(AD)— Der Wirtschaftsbeirat Präsident Nixons ist über den
Rückgang der Arbeitslosenquote im November auf 5,2 Prozent befriedigt und
sieht auch in dem relativ stärkeren Anstieg der Preise im Berichtsmonat
keine Beeinträchtigung der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung in
den USA.
Dies geht aus zwei Erklärungen hervor, die der Wirtschaftsbeirat dieser Tage zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie dem Anziehen der Großhandelspreise im November veröffentlichte. Die von dem Vorsitzenden des
Wirtschaftsbeirates, Herbert Stein, abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Der Rückgang der Arbeitslosenquote im November von 5,5 auf 5,2 Prozent
ist als Zeichen der Verbesserung der Beschäftigungslage zu werten, die sich
seit eineinhalb Jahren stetig vollzieht. Dieser Veränderung der Statistiken
innerhalb eines Monats, die auf Stichproben beruht und noch der Ausschaltung
saisonaler Faktoren bedarf, ist an sich keine zu große Bedeutung beizumessen.
Gegenüber einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent im November 1971 bedeutet
dieser Rückgang jedoch eine sehr wesentliche Verbesserung, die in Einklang

-1-

�Einklang mit dem stehts was Produktion und Beschäftigtenstand erwarten ließen.
Die Zunahme der zivilen Beschäftigung seit Beginn der neuen Wirtschaftspolitik ist genauso eindrucksvoll und ermutigend«
Die Arbeitslosenquote war im November 1972 niedriger als in allen Monaten seit August 1970, und bei den Haushaltsvorständen war sie mit 2,9 Prozent die niedrigste seit Juni 1969.
Wir haben allen Grund zu der Annahme, daß die gegenwärtig sich vollziehende starke wirtschaftliche Expansion auch in den kommenden Monaten anhalten
und ein weiteres Ansteigen der Beschäftigtenzahl sowie einen Rückgang der
Arbeitslosigkeit mit sich bringen wird. Natürlich wird es in den monatlichen
Statistiken Schwankungen nach oben und unten geben, aber wir sind zuversichtlich, daß die grundlegende Entwicklung weiterhin positiv verlaufen wird."
Die von dem Wirtschaftsbeirat zur Entwicklung der Großhandelspreise im
November herausgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
"Dem starken Anziehen der industriellen Großhandelspreise im November
waren im September und Oktober sehr geringe Preissteigerungen vorausgegangen.
Wir betrachten den Preisanstieg im November nicht als eine Verschlimmerung der
inflationistischen Entwicklung.
Wir sind besonders ermutigt darüber, daß die Preise der industriellen Erzeugnisse in den letzten sechs Monaten - auf Jahresbasis - nur um 3,2 Prozent
angestiegen sind und in den letzten drei Monaten - auf Jahresbasis - nur um
2,2 Prozent, Die Preise für Agrarerzeugnisse haben aufgrund der gestiegenen
Nachfrage - im Inland und im Ausland - weiterhin schnell angezogen.
Die Preisentwicklung der letzten Monate zeigt, daß zwar Fortschritte erzielt worden sind, daß die Regierung jedoch weiterhin den Preisauftrieb auf
jede nur wirksame Weise bekämpfen muß. Die Regierung ist verpflichtet, dies
zu tun, und betrachtet ihre Bemühungen um eine Kontrolle des Haushalts im gegegenwärtigen Zeitpunkt als einen entscheidenden Faktor in diesem Kampf."
Der

-2-

�Der Index der Großhandelspreise in den USA war im November nach Angaben
des amerikanischen Arbeitsministeriums um 0,6 Prozent gestiegen, was einer
Jahresrate von 7,2 Prozent entsprechen würde. Der größte Teil dieses Preisanstiegs entfiel jedoch auf Agrarerzeugnisse und Lebensmittel, bei denen die
Preisentwicklung oft sprunghaft und unberechenbar ist, während die industriellen Großhandelspreise, die als ein zuverlässigeres Zeichen für die allgemeine
Preisentwicklung anzusehen sind, saisonbereinigt lediglich um 0,4 Prozent
anzogen.

3-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wirtschaft

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

50/1972

US-HANDELSKAMMER HOFFT AUF WEITERE HANDELSLIBERALISIERUNG

•Von unserem Wirtschaftskorrespondenten-

WASHINGTON -™(AD)-- Die Welt kann in den siebziger Jahren so große Fortschritte in Richtung auf eine weitere Liberalisierung des Handels machen,
daß die in den sechziger Jahren erzielten Erfolge demgegenüber völlig verblassen.
Diese Ansicht vertrat der Vizepräsident der amerikanischen Handelskammer, Arch N, Booth, auf einer Pressekonferenz nach seiner Rückkehr von einer
Reise durch sieben europäische Länder. Er hege nicht den geringsten Zweifel,
so betonte Booth, daß die europäischen und die amerikanischen Geschäftsleute
echte Gespräche über eine Ausweitung des Handels und der Investitionsmöglichkeiten für alle wollten. Seines Erachtens sollten die USA und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Vorverhandlungen bestehende Schwierigkeiten beseitigen und den Weg für die 1973 anberaumte multinationale Runde
von Handelsverhandlungen ebnen. Die erweiterte EWG bedeute für die Vereinig»
ten Staaten einen verstärkten Wettbewerb auf den Weltmärkten, biete aber
auch neue Handelsmöglichkeiten,wenn es gelinge, zu multilateralen Handelsvereinbarungen zu kommen«, Die amerikanische Handelskammer unterstütze einen

-1-

�einen freieren Handel auf der Basis der Gegenseitigkeit.
Allerdings, so fügte Booth hinzu, gelte es noch verschiedene Probleme
zu überwinden. Es müsse ein neues flexibleres Währungssystem mit einer flexibleren Rolle für den US-Dollar geschaffen werden. Die Situation auf den Weltmärkten habe sich geändert, und der amerikanische Geschäftsmann sehe sich
heute, was Handel und Investitionen anbetreffe, einem scharfen Wettbewerb gegenüber.
Auf den Agrarhandel eingehend betonte Booth, daß gerade die landwirtschaftlichen Exporte für die amerikanische Zahlungsbilanz von großer Bedeutung
seien.Die gemeinsame Agrarpolitik der EWG mache es den amerikanischen Getreideexporteuren schwer, im freien Wettbewerb zu bestehen. Er möchte jedoch annehmen, daß einige europäische Länder immer mehr zu Viehzucht übergehen würden und so die Nachfrage nach amerikanischem Futtergetreide in Europa steigen
werde. Die Vereinigten Staaten wie auch die EWG, so erklärte Booth, müßten
beide Anpassungen in ihrer Agrarpolitik vornehmen, und beide Seiten sollten
einige Änderungen akzeptieren, die sich vielleicht nicht sofort, aber doch
auf lange Sicht auswirken würden.
Die Europäer, so führte Booth weiter aus, seien einmal über das Fortbestehen des amerikanischen ASP-Systems (Verzollung nach dem Verkaufspreis) und
zum anderen über die Möglichkeit einer etwaigen Verabschiedung des umstrittenen Burke-Hartke-Gesetzes besorgt. Bei Verabschiedung dieses Gesetzes würden
einmal Importquoten für Einfuhren in die USA verhängt und zum anderen die Besteuerung amerikanischer multinationaler Gesellschaften erhöht, was zusammen
zu einem Rückgang der US^Einfuhren um bis zu 10 Milliarden Dollar führen könnte. In diesem Zusammenhang wies Booth darauf hin, daß die USA keineswegs das
einzige Land mit multinationalen Gesellschaften seien und daß die amerikanische
Wirtschaft ausländische Investitionen in den USA nur begrüßen würde. Allerdings, so räumte Booth ein, stellten die riesigen Kapitalbewegungen der

-2-

�der multinationalen Gesellschaften ein echtes Problem dar., und eine Lösung
hier sei noch nicht in Sicht. Es sollte eine internationale Konferenz zur Erörterung dieser Fragen einberufen werde)., doch sollte man sich hütens auf
einer solchen Konferenz den multinationalen Gesellschaften ein festes System
oder Bestimmungen aufzuzwingen.
Booth hatte mit seiner Delegation auf

3iner fast vierwöchigen Rundreise

durch Westeuropa Großbritannien, Frankreich, die Bundesrepublik, Belgien, die
Schweiz, Italien und Spanien besucht,. Die Delegation plant, ihre Feststellungen
in einem Bericht zusammenzufassen und diesen Präsident Nixon zusammen mit
Empfehlungen für die künftige Handelspolitik der USA vorzulegen.

~ H I I' I

-3-

�\ amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und
Technik

Service

Postfach

300

Telex:08-85432

50/1972

NACH APOLLO 17: IRDISCHE PROBLEME HABEN VORRANG
Von Walter Fröhlich

--(AD)-- Der spektakuläre Nachtstart des Raumschiffs APOLLO 17 von der
Atlantikküste Floridas signalisierte das Ende einer Phase im amerikanischen
Raumfahrtprogramm. Präsident Nixon ging in seiner Botschaft an die Astro»
nauten des letzten APOLLO-Unternehmens darauf ein, als er hervorhob, daß
künftige Projekte auf dieser Phase von mehr als zehn Jahren Dauer aufbauen
und "jene, die danach kommen, auf den Schultern der Männer von APOLLO"
stehen werden.
Vielleicht wird der APOLLO 17-Flug zum Mond für das Raumfahrtzentrum
von Houston die letzte Aufgabe dieser Art in unserem Jahrhundert sein. Man
wendet sich dort bereits anderen Projekten zu, bei denen die Erde im Mittelpunkt steht. Seit Monaten ist in einem Kontrollraum, der sich in nichts
von dem unterscheidet, von dem aus das APOLLO 17-Unternehmen dirigiert wird,
das Training für bemannte Flüge im erdnahen Raum bis zum Jahre 1975 in Gang.
Sie haben zum Ziel, die in der ersten Phase gesammelten Erfahrungen für

-l-

�für Gebiete zu nutzen, die der ganzen Menschheit zugute kommen.
In einem dem Kontrollzentrum benachbarten Gebäude proben Austronauten-,
Ingenieur-und Wissenschaftlerteams an einem naturgetreu nachgebildeten Modell von SKYLAB die für das Jahr 1973 vorgesehenen drei Flüge in der ersten
experimentellen Raumstation der Vereinigten Staaten. Die Station soll am
30. April 1973 in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Nach den gegenwärtigen Plänen werden die drei amerikanischen Astronautengruppen mehr Zeit darin verbringen, als alle Astronauten von MERCURY bis APOLLO im Weltraum
und auf dem Mond verbracht haben. Von den SKYLAB-Experimenten, den intensivsten Untersuchungen, die bisher für Weltraumaufgaben erdacht wurden, erhoffen die Forscher neue Einsichten und Methoden für die verschiedensten Gebiete, insbesondere für Medizin und Biologie, Umweltschutz, Erschließung und
Bewirtschaftung natürlicher Hilfsquellen, industrielle Fertigungsverfahren,
Energieproduktion, Vorhersage und Beeinflussung des Wetters,
Zwischen dem Raumfahrtzentrum Houston und den zuständigen Stellen in
der Sowjetunion ist seit einigen Monaten ein lebhafter Besucheraustausch im
Gang. Die Delegationen besprechen die technischen Details des für 1975 vorgesehenen Koppelmanövers eines APOLLO-Raumschiffs mit einem SOJUS-Raumschiff
in einer Erdumlaufbahn. In anderen Abteilungen des Raumfahrtzentrums arbeiten Ingenieure und Astronauten bereits an Einzelprojekten für den wiederverwendbaren Raumtransporter. Die ersten Flüge einer solchen "Fähre" von der
Erde zu Raumstationen und zurück werden Ende dieses Jahrzehnts erwartet.
Schon Anfang der 80er Jahre könnten Passagiere mitgenommen werden, die keine
Astronauten sind. Der Raumtransporter ermöglicht es u. a.,unbemannte Satelliten
anzufliegen, um sie in der Umlaufbahn zu reparieren od,er zu überprüfen und so
den Betrieb unbemannter Geräte zu verbilligen.
Das

�Das Zentrum Houston wird für lange Zeit die wissenschaftliche Zentrale
der Mondforschung bleiben. Hier werden alle Meßdaten gesammelt, die von den
unbemannten automatischen Stationen an den verschiedenen Landeplätzen der
APOLLO-Expeditionen auf dem Mond zur Erde gefunkt werden. Hier laufen auch
alle Informationen zusammen, die Wissenschaftler in aller Welt als Ergebnisse
ihrer Untersuchungen von Boden-und Gesteinsproben vom Mond bekanntgeben. Und
die Forschung wird noch lange damit zu tun haben, dies alles auszuwerten und
zu interpretieren.

3-

�• a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und

Technik

T e I e x : 0 8 - 8 54 32

5P/1972

DARMGRIPPE-ERREGER GEFUNDEN ?
- US-Wissenschaftler isolierten Kleinstvirus -

-O»(AD)«~-

"Darmgrippe" ist eine unangenehme, wohl allseits bekannte Er-

krankung. Eine Gruppe von Medizinern in Bethesda (Maryland) glaubt nunmehr, mit Hilfe des Elektronenmikroskops den Erreger dieser auch als
"Reisekrankheit" und "akute infektiöse Gastroenteritis" bezeichneten Erkrankung gefunden zu haben. Es handelt sich offenbar um ein Virus, das
zu den kleinsten überhaupt gehört, die man bisher zu isolieren vermochte.
Wissenschaftler des Instituts für Infektionskrankheiten an den Medizinischen Bundesforschungsanstalten (NIH) der USA konnten es optisch darstellen, indem sie es zunächst auf das 45tausendfache seiner natürlichen Größe
und, durch weitere fotografische Techniken auf das 250-tausendfache vergrösserten. Es sieht aus wie ein vieleckiger WürfeL.
Die Forscher hoffen, nach diesem Anfangserfolg den Erreger, bei dem
es sich ihres Erachtens kaum um etwas anderes als ein Virus handeln kann,
im Laboratorium in Kulturen zu züphten. Das wäre der erste Schritt, um
eines Tages auch Impfstoffe gegen die Erkrankung zu entwickeln. Allerdings
sind zuvor noch manche Fragen zu klären - u.a. auch die, ob es sich dabei
um das einzige Virus handelt, das die in den meisten Fällen schon nach

„l-

�nach einem oder zwei Tage abgeklungenen Krankheitserscheinungen verursacht,
oder ob mehr Viren beteiligt sind. Wenn letzteres der Fall ist - wie wir es
von den sogenannten Erkältungskrankheiten kennen -, dürften Schutzimpfungen
noch lange Zeit auf sich warten lassen.

+•+++

-2-

�. amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Te I e x :

300

Wissenschaft
und

Technik

08-85432

50/1972

DRÜSENSEKRET AUS DEM GEHIRN BEEINFLUSST DEPRESSIONEN

--(AD)-- Die Biochemie der Depressionen ist noch weitgehend ungeklärt. Aber
die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, daß geistige Störungen
weitgehend auf abnormen neurochemischen Vorgängen im Gehirn beruhen. Manche
Forscher glauben auch, daß u.a. ein Mangel an bestimmten Hormonen oder die
Blockierung der Ausschüttung solcher Hormone - beispielsweise von Noradrena%

lin, das im Nebennierenmark und im gesamten sympathischen Nervensystem gebildet wird - Depressionen verursachen. Die Milderung der Symptome von Depression durch gewisse Pharmaka führen sie darauf zurück, daß unter der Wirkung der Medikamente den Nervenzellen vermutlich mehr Noradrenalin zugeführt
wird.
Zwei Gruppen amerikanischer Wissenschaftler - u.a.Dr. A. Prange und
Dr. I. Wilson von der Universität Nordkarolina, Dr. Kastin (Tulano University) und Dr. R. Ehrensing (Staatsuniversität Louisiana) - kamen jetzt unabhängig voneinander zu der Auffassung, daß mit einem Hormon des Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) und zwar mit TRH (Thyrotropin Releasing Hormone),
Depressionszustände offenbar recht wirksam zu bekämpfen sind. Bei dem
Pepstid TRH handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) dazu anregt, Thyreotropin (TSH) zu produzieren, das seinerseits

-l-

�seinerseits die Schilddrüse veranlaßt, Thyroxin (Schilddrüsenhormon) zu produzieren.
Schon seit geraumer Zeit spielen Hormone, z.B. Hormone der Schilddrüse
und Östrogene, bei der Behandlung von

Depressionen eine Rolle. Bei den Unter-

suchungen und Experimenten der beiden Forschergruppen, deren Ergebnisse mit
sorgfältig durchgeführten Placebo-Versuchen bestätigt werden konnten, hat man
nun zum ersten Mal ein Zwischenhirn-Hormon angewandt. Dr. Prange, Dr. Kastin
und Dr. Ehrensing heben jedoch ausdrücklich hervor, daß ihre Studien noch
nicht abgeschlossen seien und die Effektivität des TRH-Wirkstoffs durch weitere Versuche exakt bestimmt werden müsse. Umfassende künftige Untersuchungen
werden durch den Umstand außerordentlich erleichtert, daß TRH bereits synthetisiert worden ist und in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.

r i"['

-2-

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7553">
                <text>13.12.1972</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7554">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7555">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14474">
                <text>Amerikadienst 13.12.1972</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14475">
                <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon erneuert amerikanische Europa-Garantie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Schreibens an den NATO-Rat -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Frederick B. Dent als neuer amerikanischer Handelsminister vorgesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;James T. Lynn zum Minister für Wohnungsbau und Städteplanung nominiert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Claude S. Brinegar soll amerikanischer Verkehrsminister werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dr. Earl L. Butz weiterhin Landwirtschaftsminister der USA&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rogers C.B. Morton wird Innenminister der USA bleiben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richard Kleindienst bleibt amerikanischer Justizminister&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA betrachten NATO-Konferenz als erfolgreich&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Peter Karegeannes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Nixon ordnet Sofortmaßnahmen zur weiteren Eindämmung des Preisauftriebs an&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Wirtschaftsbeirat über wirtschaftliche Entwicklung im November befriedigt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Handelskammr hofft auf weitere Handelsliberalisierung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nach APOLLO 17: Irdische Probleme haben Vorrang&lt;br /&gt;Von Walter Fröhlich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darmgrippe-Erreger gefunden?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Wissenschaftler isolierten Kleinstvirus -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drüsensekret aus dem Gehirn beeinflusst Depressionen&lt;/p&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="1614" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="1625">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/be711c2d859999b7391e31a2e7fd1ece.pdf</src>
        <authentication>53f2048381bc0b0ec214deed015e0c7e</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="8354">
                    <text>I

3

Information
und

1

TP] {i/iiTTiiM
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13. Dezember 1978

29

INHALT

DOKUMENTATION
Ansprache Präsident Carters zum Jahrestag der Menschenrechtserklärung
- Wortlaut Außenminister Vance umreißt Grundzüge der amerikanischen Europapolitik
- Ansprache vor dem Londoner Royal Institute for International Affairs

WIRTSCHAFT
Gute Aussichten für den US-Dollar und den US-Handel
- Interview mit dem Chefberater des US-Handelsministeriums

HINTERGRUNDMATERIAL
SALT 11 d i e n t de r n a t i o na 1 e n Sic h e r h e i t
- Von Senator Gary Hart -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Weltweite Untersuchungen zur Wetterforschung
- Zusammenarbeit von 149 Staaten Neue Forschungsergebnisse über "Legionärskrankheit'

Um Übei/endung von
ßckgcHcmplorcn wird
gebecen

Postfach 20 03 00 Tel: 02221-89 32 40
D5300 Bonn 2
Telex:08-85432

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America
13. Dezember 1978

29

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS ZUM JAHRESTAG DER MENSCHENRECHTSERKLÄRUNG
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat in einer Ansprache am
6. Dezember 1978 anläßlich des 30. Jahrestages der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 das Engagement seiner Regierung für
die weltweite Einhaltung der Menschenrechte unterstrichen. Die Ansprache
des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Was ich heute zu sagen habe, ist im Grunde sehr einfach.

Ich habe es

schon viele Male gesagt. Aber es kann nicht oft genug, nicht nachdrücklich genug,nicht anhaltend genug gesagt werden.
Solange ich Präsident bin, wird die Regierung der Vereinigten Staaten weiterhin in der ganzen Welt für die Menschenrechte eintreten.
Keine
Macht der Welt kann uns von dieser Verpflichtung abhalten.
In dieser Woche begehen wir den 30. Jahrestag der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Wir verschreiben uns erneut - nach

den Worten von Eleanor Roosevelt, die den Vorsitz im Menschenrechtsausschuß (der Vereinten Nationen) führte - der Allgemeinen Erklärung als

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�als "einer gemeinsamen Norm des Erfolgs für alle Völker aller Länder".
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - und die Konventionen,
die aus ihr hervorgegangen sind - geben keine Beschreibung der Welt wie
sie ist.

Sie sind ein Leuchtfeuer - ein Richtstrahl in eine Zukunft der

persönlichen Sicherheit, der politischen Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit.
Für Millionen von Menschen auf dem ganzen Erdball ist dieses Leuchtfeuer noch sehr fern - mehr ein Lichtfunke an einem dunklen Horizont der
Entbehrung und Unterdrückung.

Die Berichte von Amnesty International, der

Internationalen Kommission der Juristen, der Internationalen Liga für Menschenrechte und vieler anderer privater Menschenrechtsorganisationen dokumentieren sattsam die Praktiken und Umstände, die Leben und Geist zahlloser Menschen vernichten.
Politischer Mord, Folter, willkürlicher und ausgedehnter Freiheitsentzug ohne Anklage oder Prozess - das sind die grausamsten und übelsten
Verletzungen der Menschenrechte.
Von allen Menschenrechten ist das wichtigste und grundlegendste, von
willkürlicher Gewalt frei zu sein - ob diese Gewalt von Regierungen, von
Terroristen, von Verbrechern oder von selbsternannten Heilsbringern ausgeübt wird, die unter dem Deckmantel der Politik oder der Religion handeln.
Aber weil die Regierungen über eine so viel größere Macht verfügen
als jeder einzelne, haben sie eine besondere Verantwortung. Die erste
Pflicht einer Regierung besteht darin, ihre Bürger zu schützen. Wenn Regierungen selbst willkürliche Gewalt gegen ihre Bürger ausüben, dann untergraben sie ihre eigene Legitimität.
Es gibt noch andere Verletzungen des Körpers und des Geistes, die
gleichermaßen zerstörerisch für das menschliche Leben sind.

- 2 -

Hunger,

�Hunger, Krankheit und Armut sind ebenso Feinde der menschlichen Existenz
wie eine Regierung, die ihre Bürger unterdrückt.

Das amerikanische Volk will, daß seine Regierung sowohl das menschliche Leiden lindert als auch die menschliche Freiheit stärkt.

Das ist der Grund warum ich - mit der Hilfe und der Ermutigung vieler
der hier Anwesenden - versucht habe, das Leuchtfeuer der Menschenrechte in
der amerikanischen Außenpolitik neu zu entzünden.

In den letzten zwei

Jahren haben wir versucht, diesen menschlichen Anliegen in unserer diplomatischen Tätigkeit und in der Erfüllung unserer internationalen Verpflichtungen als Nation Ausdruck zu verleihen.

Wir werden nicht schweigen, wenn in anderen Ländern die Rechte des einzelnen verletzt werden.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bedeu-

tet, daß kein Land den Mantel der Souveränität über Folter, das Verschwindenlassen von Menschen, amtlich sanktionierte Bigotterie oder die Zerstörung der Freiheit innerhalb ihrer Grenzen breiten kann.

Die Botschaft, die all unsere Vertreter im Ausland verkünden - ob sie
vom Außenministerium, vom Handelsministerium, vom Landwirtschaftsministerium
oder vom Verteidigungsministerium kommen - ist die, daß die Menschenrechte
für den Charakter unserer Beziehungen zu anderen Ländern eine Rolle spielen.

Bei der Verteilung der knappen Mittel unserer Auslandshilfeprogramme
werden wir demonstrieren, daß unsere tiefsten Bindungen zu Ländern bestehen, die sich einem demokratischen Weg der Entwicklung verschrieben haben.

Wir werden nicht zögern, gegenüber Regimen, die an umfassenden Verletzungen der Menschenrechte festhalten, unseren Abscheu zum Ausdruck zu
bringen - noch werden wir vorgeben, daß das unsere Beziehungen nicht berühre.

Ich
- 3 -

�Ich hoffe, daß der Kongreß im kommenden Jahr einen Schritt tun wird,
der seit einer Generation überfällig ist, nämlich die Ratifizierung der
Konvention über die Verhütung und Bestrafung von Völkermord,,

Auch die Konvention gegen den Völkermord wurde vor 30 Jahren von der
Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet - einen Tag vor der
Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Es war die

Bekräftigung der Welt, daß sie die Lehren der Katastrophe niemals vergessen wolle.

Leider ist der Völkermord keiner bestimmten geschichtlichen

Zeitspanne vorbehalten.

Die Völkermord-Konvention wurde von 83 Ländern ratifiziert.

Die Ver-

einigten Staaten haben dies - obwohl sich jeder Präsident seit 1948 dafür
eingesetzt hat - nicht getan.

Auf internationalen Konferenzen im Rahmen

der Vereinten Nationen und anderswo werden wir immer wieder gefragt, warum
nicht.

Wir haben darauf keine befriedigende Antwort.

Ich appelliere an den Senat der Vereinigten Staaten, diesen Jahrestag
auf die einzig angebrachte Art und Weise zu begehen:

nämlich durch die Ra-

tifizierung der Völkermord-Konvention zum frühest möglichen Datum.

Diese Maßnahme muß der erste Schritt auf dem Wege zur Ratifizierung
anderer Menschenrechtsverträge sein, einschließlich dessen, den ich vor
einem Jahr unterzeichnet habe.

Viele der hier vertretenen religiösen

Gruppen und Menschenrechtsgruppen haben einen Feldzug unternommen, um die
Öffentlichkeit über diese Konventionen aufzuklären.

Ich begrüße diese An-

strengungen.

Die Flüchtlinge sind die lebenden, heimatlosen Opfer der Unfähigkeit
unserer Welt, nach den Grundsätzen des Friedens und der Menschenrechte zu
leben.

Diesen Flüchtlingen zu helfen, ist einfach Menschenpflicht.

Als

Amerikaner - als ein Volk, das weitgehend aus Nachkommen von Flüchtlingen
besteht -,sind wir uns dieser Pflicht besonders deutlich bewußt.
Unser

�Unser Land wird alles in seiner Macht stehende tun, um das Elend
der gestrandeten Flüchtlinge aus Indochina und aus dem Libanon und der entlassenen Gefangenen aus Kuba und von anderswo zu lindern.

Ich hoffe, daß

wir immer bereit sein werden, mehr als nur unseren fairen Anteil an Flüchtlingen aufzunehmen, die vor rassischer, religiöser oder politischer Unterdrückung aus ihrer Heimat fliehen,,

Die Wirksamkeit unserer Menschenrechtspolitik ist heute eine unbestreitbare Tatsache.

Sie hat zu einer Atmosphäre des Wandels beigetragen, die

manchmal beunruhigend ist, die aber den Fortschritt auf vielerlei Weise und
an vielen Orten gefördert hat.
gene freigelassen worden.
nachgelassen.

In einigen Ländern sind politische Gefan-

In anderen hat die Brutalität der Unterdrückung

In wieder anderen ist eine vorher nicht feststellbare Entwick-

lung in Richtung demokratischer Institutionen oder der Herrschaft des Rechts
eingetreten.

Jenen, die unsere Verpflichtung anzweifeln, sage ich:

Fragt die Opfer,

fragt die Flüchtlinge, fragt die Regierungen, die Repression ausüben.

Ob

in Kambodscha oder Chile, ob in Uganda oder Südafrika, in Nicaragua, in
Äthiopien oder in der Sowjetunion - alle Regierungen wissen, daß wir um die
Menschenrechte bemüht sind - und nicht ein einziger von denen, die praktisch Risiken oder Leiden wegen der Menschenrechte auf sich nehmen, hat uns
gebeten, unsere Bemühungen zu unterlassen.

Aus den Gefängnissen, den Ar-

beitslagern und von den Verbannten hören wir nur eine einzige Botschaft:
Schweigt nicht, haltet an euren Bemühungen fest und verschafft der Stimme
der Freiheit Gehör.

Ich bin stolz, daß unsere Nation für mehr einsteht als für militärische
Macht und wirtschaftliche Kraft.

Sie steht ein für die Ideale, die ihren

Niederschlag finden in den Hoffnungen der Bauern in Lateinamerika, der Arbeiter in Osteuropa, der Studenten in Afrika und der Landbevölkerung in
Asien.
Wir
- 5 -

�Wir leben in einer schwierigen komplizierten Welt - in einer Welt,
in der der Friede praktisch das überleben bedeutet.

Unsere Außenpolitik

muß dieses Faktum in Rechnung stellen. Häufig entfernt uns eine Entscheidung, die uns einem unserer Ziele näher bringt, weiter von einem anderen
Ziel.

Selten lassen es die Gegebenheiten zu, Maßnahmen zu ergreifen, die

für alle zufriedenstellend sind.
Aber ich möchte noch einmal zum Ausdruck bringen, daß die Menschenrechte nicht am Rande der Außenpolitik der Vereinigten Staaten stehen.
Unsere Menschenrechtspolitik ist nicht nur reines Dekor. Mit ihr wollen
wir weder unser Image aufpolieren, noch wollen wir damit der diskreditierten Politik der Vergangenheit einen frischen moralischen Anstrich geben.
Wenn wir uns für die Menschenrechte einsetzen, dann aus dem breit angelegten Bemühen heraus, unsere große Macht und unseren Einfluß für die
Schaffung einer besseren Welt einzusetzen - einer Welt, in der die Menschen
in Frieden und in Freiheit leben können und in der ihren grundlegenden Erfordernissen in angemessener Weise entsprochen wird.
Die Menschenrechte sind das Kernstück unserer Außenpolitik, weil sie
das Kernstück dessen sind, was wir unter einer nationalen Gemeinschaft
verstehen.
Zum größten Teil werden andere Nationen durch eine gemeinsame rassische
oder ethnische Abstammung zusammengehalten, durch einen gemeinsamen Glauben
oder Religion oder durch Bindungen an das eigene Land, die viele Jahrhunderte zurückreichen. Einige Nationen werden zusammengehalten durch die Gewalt
einer tyrannischen Regierung.
Wir sind anders, und ich glaube, daß wir glücklicher dran sind.
Als Volk kommen wir aus jedem Land und aus jedem Winkel dieser Welt.
Wir hängen zahlreichen Religionen und Glaubensbekenntnissen an. Wir ent-

- 6 -

�entstammen jeder Rasse, jeder Hautfarbe und haben jeden ethnischen und kulturellen Hintergrund.

Wir sind zurecht stolz auf diese Dinge sowie auf den

Reichtum, die sie dem Gewebe unseres nationalen Lebens gewähren.

Aber dies

sind nicht die Dinge, die uns als Volk vereinigen.

Was uns vereinigt, was uns zu Amerikanern macht, ist der gemeinsame
Glaube an den Frieden, an eine freie Gesellschaft sowie das gemeinsame Eintreten für die Freiheiten, die unsere Verfassung enthält.

Dieser Glaube,

dieses Eintreten sind die Quellen für das Verständnis unserer nationalen
Gemeinschaft.

In einzigartiger Weise ist unsere Nation gegründet auf der

Idee der Menschenrechte.

Aus unserer eigenen Geschichte wissen wir, wie

machtvoll diese Idee sein kann.

In der nächsten Woche begehen wir ein weiteres wichtiges Datum der
Menschenrechte - den Tag der Bill of Rights.
Worten Lincolns "in Freiheit konzipiert".

Unsere Nation wurde nach den

Aber es dauerte fast zwei Jahr-

hunderte, bis diese Freiheit zur Reife gelangte.

Fast während der ganzen ersten Hälfte unserer Geschichte wurden den
schwarzen Amerikanern selbst die grundlegendsten Menschenrechte verwehrt.
Fast während der ersten zwei Drittel unserer Geschichte
aus dem politischen Prozeß ausgeschaltet.

wurden die Frauen

Ihre Rechte und die der gebür-

tigen Amerikaner sind immer noch nicht verfassungsmäßig garantiert und durchsetzbar.

Selbst die Freiheit der Rede ist von Zeit zu Zeit im Verlaufe

unserer Geschichte bedroht gewesen.

Erst in den letzten zehn oder zwölf

Jahren haben wir das erreicht, was Pfarrer Theodore Hesburgh die "legale
Preisgabe von mehr als drei Jahrhunderten der Apartheit" genannt hat,und
der Kampf um die vollen Menschenrechte für alle Amerikaner - schwarz, braun
und weiß, männlich und weiblich, reich und arm - ist alles andere als vorüber.

Für mich wie auch für die meisten von Ihnen sind dies keine abstrakten
Dinge.

In dem ländlichen Georgia, wo ich aufwuchs, wurden der Mehrheit

- 7 -

�Mehrheit meiner Mitbürger zahlreiche Grundrechte verweigert - das Recht zu
wählen, das Recht frei und ohne Furcht zu sprechen, das Recht der gleichen
Behandlung unter dem Gesetz.

Ich habe aus erster Hand die Auswirkungen

eines Systems der Beschneidung der Rechte erlebt.

Ich habe den Mut jener

Menschen miterlebt, die sich diesem System entgegenstellten.

Und schließlich

erlebte ich die auf eine Beseitigung dieser Mißstände abgestellten Energien,
die freigesetzt wurden, als meine Heimat aus der Dunkelheit herausschritt
und in die Zeit eintrat, die Hubert Humphrey im Jahr der Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte den "hellen Sonnenschein der Menschenrechte" nannte.
Die amerikanische Bill of Rights ist 187 Jahre alt.

Und in jedem die-

ser 187 Jahre war man darum bemüht, sie zu einer Realität werden zu lassen.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist nur 30 Jahre alt.

In

der geschichtlichen Perspektive ist die Idee der Menschenrechte gerade erst
angesprochen worden.
Ich ziehe diesen Vergleich nicht heran, um zur Geduld zu mahnen. Ich
ziehe ihn heran, weil ich auf Standhaftigkeit und auf verpflichtenden Einsatz drängen möchte.
Vor 187 Jahren war die Bill of Rights, was die meisten Amerikaner anbetraf, ein Dokument der Verheißungen. Es gab keine Garantie dafür, daß diese
Verheißungen auch verwirklicht werden würden. Wir haben sie nicht dadurch
verwirklicht, daß wir darauf warteten, daß die Geschichte ihren unvermeidbaren
Lauf nahm. Wir haben sie verwirklicht, weil viele Opfer brachten. Wir haben
sie verwirklicht, weil wir Standhaftigkeit und Ausdauer bewiesen.
Für Millionen Menschen in aller Welt ist die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte immer noch eine Erklärung der Hoffnungen.
Wie
- 8 -

�Wie alle von Ihnen wünsche ich, daß sich diese Hoffnungen erfüllen.
Der Kampf um ihre Erfüllung wird länger anhalten, als jeder von uns leben
wird; ja,so lange wie die der Menschheit selbst.
Aber wir müssen durchhalten und standhaft bleiben.
Und wir müssen damit anfangen, sicherzustellen, daß unser Land, das wir
so sehr lieben immer in der vordersten Front derjenigen steht, die für die
große Hoffnung, den großen Traum der Menschenrechte kämpfen.

+ + + + +

- 9 -

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

29

13. Dezember 1978

AUSSENMINISTER VANCE UMREISST GRUNDZÜGE DER AMERIKANISCHEN
EUROPAPOLITIK
Ansprache vor dem Londoner Royal Institute for International Affairs

LONDON - (AD) - Außenminister Cyrus R. Vance hat am 9. Dezember 1978
in einer viel beachteten Ansprache in London die Grundzüge der amerikanischen
Europapolitik aufgezeigt und die enge Partnerschaft zwischen den USA und
Europa unterstrichen. Der amerikanische Außenminister hatte auf seiner
jüngsten Reise nach dem Nahen Osten in London Zwischenstation gemacht
und sprach vor dem Royal Institute for International Affairs des renommierten
Chatham House.
Die Ansprache hat folgenden Wortlaut:
Mr. Watt, Mitglieder des Instituts:
Fast sechzig Jahre lang war das Chatham House ein Anreiz und richtungsweisend für die Kreativität der westlichen Gesellschaften. Ich begrüße
die Gelegenheit, heute mit Ihnen einige Gedanken darüber austauschen zu

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�zu können, wie die Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten
Staaten - der Grundpfeiler unseres wastlichen Erbes - kreativ und effektiv
auf die Herausforderungen der Zeit, in der wir leben, reagieren kann.

EINLEITUNG
Vor mehr als drei Jahrzehnten gingen die Vereinigten Staaten und
die Nationen Westeuropas gemeinsam daran, einen zerstörten Kontinent
wieder aufzubauen und ein militärisches Bündnis zum Schutze der Freiheit
zu errichten.
Auf beiden Seiten des Atlantik hatten diejenigen, die den Marshallplan gestalteten und an der Schaffung der NATO arbeiteten, die Vision
eines starken Amerikas und eines starken Europas, die durch gemeinsame
Interessen aneinander gebunden waren.

Aus dieser Vision heraus schufen

sie eine sich selbst erneuernde Partnerschaft, die aus der kontinuierlichen
Vitalität der Werte und Hoffnungen erwuchs, die wir teilen.
Während der siebziger Jahre haben wir eine außerordentlich schwierige
Zeit durchmachen müssen.
glücklich passiert.

Aber wir haben diese turbulenten Gewässer

Obwohl der vor uns liegende Kurs immer noch große

Forderungen an uns stellt, sollte uns der von uns erzielte Fortschritt
großes Vertrauen in unsere Zukunft geben.
-

Zum ersten Male in der Geschichte des Bündnisses sind alle NATOMitglieder Demokratien.

-

Die NATO ist stark und wird stärker.

-

Wir haben nicht nur dem schlimmsten protektlonistisehen Druck 1n

- 2 -

�in einer Generation Widerstand geleistet, sondern wir arbeiten
darüber hinaus zusammen, um ein gesünderes und offeneres Welthandelssystem zu schaffen.
-

Wir haben einen Rahmen engerer Konsultationen über wirtschaftliche
und sicherheitspolitische Fragen geschaffen als je in der jüngsten
Geschichte.

-

Die europäische Integration macht Fortschritte und bestätigt unsere
Überzeugung, daß ein starkes Europa gut für ein starkes Amerika ist.

-

Und wir bewegen uns auf normalere Beziehungen zu den Ländern
Osteuropas zu. Die Fortschritte auf dem Wege zu diesem Ziel
spiegeln sich wider in unserer Unterstützung der vollen Verwirklichung der Schlußakte von Helsinki und in der Anerkennung
der Souveränität und der Unabhängigkeit der Nationen dieses
Raumes.

Heute möchte ich mit Ihnen darüber sprechen, wie wir - aufbauend
auf dieser Grundlage - weiterhin unsere gemeinsame Sicherheit gewährleisten und einen gesunden Wiederaufschwung unserer Volkswirtschaften fördern
können.

Dies sind die dringlichsten Punkte auf unserer derzeitigen ge-

meinsamen Tagesordnung.
Aber wenn wir uns auf diese lebenswichtigen Anliegen konzentrieren,
die sich wie ein nicht abreißender Faden durch unsere Partnerschaft ziehen,
so zwingen uns unsere gemeinsamen Interessen doch auch, daß wir uns gemeinsam einer erweiterten internationalen Tagesordnung zuwenden. Denn
es gibt längerfristige Herausforderungen für unsere Sicherheit und unser
Wohlergehen, die ebenfalls unserer ernsthaften und anhaltenden Aufmerksamkeit bedürfen:
Wie werden

�-

Wie werden sich das internationale Wirtschaftssystem wie auch
unsere eigenen Volkswirtschaften den sich ändernden GefLigen des
Welthandels anpassen?

-

Wie können wir den zunehmenden Energieerfordernissen gerecht
werden, ohne das Risiko einer nuklearen Proliferation zu erhöhen?

-

Wie können wir zur Erfüllung der legitimen Sicherheitserfordernisse
der einzelnen Nationen beitragen, während wir doch gleichzeitig
vereinbarte Begrenzungen hinsichtlich des Anwachsens der konventionellen Waffenverkäufe anstreben?

-

Und wie können wir zu dem politischen Willen gelangen, jetzt in
bezug auf Fragen zu handeln, die eine tiefgehende Auswirkung auf
die Welt ausüben werden, die wir unseren Kindern hinterlassen Fragen wie das Bevölkerungswachstum und der Schutz der Umwelt.

An diesen Fragen wird unser Einfallsreichtum, unsere Ausdauer und
Beharrlichkeit in vollem Umfange gemessen werden.

Denn wir gehen an

alle diese Probleme innerhalb eines sich verändernden und pluralistischen
Systems heran - mit über 150 unabhängigen Ländern und neuer sich bildender
Machtzentren.

Kein

einzelnes Land oder Gruppe von Ländern kann für sich allein

Lösungen für diese komplizierten Probleme finden.

Sie sind in ihrem Ursprung

so wie in dem notwendig werdenden Umfang ihrer Lösungen wahrhaft international.
In zunehmendem Maße muß daher unsere führende Rolle darauf hinauslaufen,
andere Länder zur Zusammenarbeit mit uns hinsichtlich der Ziele, die wir
teilen, und die am besten gemeinsam gelöst werden können, zu inspirieren.
Und bei jeder dieser Fragen blicken wir auf unsere europäischen Verbündeten
als einen Kernpunkt, um den herum wir diese kooperativen Anstrengungen
aufbauen müssen.
Unsere Fähigkeit

�Unsere Fähigkeit, sich dieser weitgefaßten Tagesordnung zuzuwenden,
wird von der entscheidend wichtigen Kraft unserer Partnerschaft - und
insbesondere von unserer wirtschaftlichen und militärischen Stärke abhängen.

WIRTSCHAFTLICHE SICHERHEIT FÜR UNSERE VÖLKER
Für die meisten unserer Länder ist heute die dringendste Forderung,
unsere Volkswirtschaften neu zu beleben und das Vertrauen in unser wirtschaftliches System wieder herzustellen.
Wenn die Wirtschaftsgeschichte der letzten fünf Jahre geschrieben
wird, dann ragen zwei wichtige Dinge heraus.
Die Vereinigten Staaten und Europa, ja, die demokratischen Industrieländer als Gesamtheit haben während der letzten 25 Jahre die schwersten
wirtschaftlichen Probleme erlebt.

Dazu gehören die drastischen Erhöhungen

der Weltölpreise und die Inflation, gefolgt von einer schweren Rezession
und großer Arbeitslosigkeit.
Und trotz dieser ernsthaften Probleme haben wir doch bei der Stärkung
unserer wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit Erfolge erzielt.
Anstatt in die psychologische Haltung des sich Bereicherns auf Kosten anderer
zurückzufallen, die in den dreißiger Jahren die Weltwirtschaft zerstörte,
haben wir neue und effektivere Mechanismen für ernsthafte, konzertierte
Aktionen geschaffen. Die Einrichtung periodischer Gipfelkonferenzen über
Wirtschaftsfragen, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Währungsbehörden,
die Schaffung der Internationalen Energieagentur und eine aktivere OECD all diese Anstrengungen reflektieren das Vertrauen in unsere Fähigkeiten
und keine Verzweiflung angesichts von Schwierigkeiten.
Wir
- 5 -

�Wir verstärken unsere wirtschaftliche Koordinierung miteinander aus
einem einfachen Grunde:

Weil wir uns nämlich jetzt alle darüber im klaren

sind, daß die wirtschaftliche Gesundheit eines jeden von uns wichtig ist
für die

wirtschaftliche Gesundheit von uns allen.

auf Zeiten der wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu.

Dies trifft insbesondere
Der Druck zum Schutz

der einheimischen Märkte vergrößert sich, die Konkurrenz nimmt zu, und
wir alle sind versucht, unsere individuellen Probleme auf Kosten unserer
Nachbarn zu lösen.

Aber gerade dann brauchen wir ein ganz besonderes

Gespür für die Auswirkung, die unsere Entscheidungen im eigenen Lande
auf andere im Ausland haben werden.

Wenn wir solche Entscheidungen ohne

genügende Berücksichtigung der Probleme anderer treffen, dann löst dies
nur Vergeltungsmaßnahmen sowie eine Spirale kompensierender Aktionen aus.
Alle von uns würden an Boden verlieren;

alle von uns wären schlechter

daran.

Als Ergebnis dieser Tatsachen sind wir uns alle ganz klar darüber,
daß wir nur durch die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie, zu der
alle Länder ihren Beitrag leisten, das Wohlergehen eines jeden einzelnen
Landes fördern können.
Eine solche Zusammenarbeit kann schwierig und frustrierend sein.
Die politische Unterstützung für harte wirtschaftliche Entscheidungen
im Inland vollzieht sich in Demokratien häufig nur langsam. In einigen
Fällen entsprechen die Ergebnisse nicht unseren Erwartungen, und wir
müssen unsere Anstrengungen verdoppeln. Aber die Maßnahmen eines jeden
von uns, im Verein mit einer größeren transatlantischen Kooperation,
haben die Vereinigten Staaten und andere Industrienationen auf den Weg
zu einem anhaltenden,nichtinflationären Wachstum gebracht. Der Erfolg
wird unsere Fähigkeit vergrößern, die Chancen für den einzelnen sowie
die soziale Gerechtigkeit zu erweitern, die die größte Stärke unserer
Demokratien darstellen.

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT
Die Vereinigten Staaten sind sich der Bedeutung einer starken und
lebensfähigen

amerikanischen Wirtschaft für die Schaffung größerer

wirtschaftlicher Sicherheit in Europa, Japan und in anderen Ländern der
Erde voll bewußt.

Was wir in Washington unternehmen, kann das Leben der

Bürger in London oder Rom nachhaltig beeinflussen, ebenso wie die
Entscheidungen anderer Regierungen die Wohlfahrt von Amerikanern berühren können.
Demgemäß wird die Binnenwirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten
im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen der Atlantischen Gemeinschaft
als einem Ganzen gestaltet.

Grundlage dieser Bemühungen sind die Zusagen,

die Präsident Carter auf dem Bonner Weltwirtschaftsgipfel vom vergangenen
Juli gegeben hat.

Er versicherte, daß die Vereinigten Staaten erhebliche

Anstrengungen unternehmen werden, die Inflation einzudämmen und eine
Energiepolitik zu betreiben, die die Abhängigkeit Amerikas von öl einfuhren
beträchtlich vermindern werde.

Wir treffen gegenwärtig spezifische Maß-

nahmen, um diese Zusicherungen zu erfüllen:
-

Am 24. Oktober verkündete Präsident Carter ein weitgefächertes
Programm zum Kampf gegen die Inflation.

Es schließt ein maßvolles

Vorgehen auf dem monetären Bereich, eine starke Verminderung der
Regierungsausgaben und vor allem auch Richtwerte für Lohn- und
Preissteigerungen ein.

Der neue Staatshaushalt des Präsidenten

wird ein sehr knapp bemessenes Plafond für öffentliche Ausgaben
festsetzen und das Haushaltsdefizit des Bundes auf weniger als
die Hälfte dessen von 1976 reduzieren.
Der Präsident hat entschieden darauf hingewiesen, daß die Eindämmung
der Inflation das wichtigste innenpolitische Ziel überhaupt ist.

Wir werden

in unseren diesbezüglichen Bemühungen solange fortfahren, bis wir dieses

�dieses Ziel erreicht haben.
-

Am 1. November haben wir ferner weitreichende Maßnahmen eingeleitet, um unsere Anstrengungen im Kampf gegen die Inflation zu
verstärken und den Dollar zu festigen.
starken Beschränkungen unterworfen.

Wir haben die Devisenmärkte

Die Vereinigten Staaten haben

sich ferner mit den drei wichtigsten Überschußländern - Deutschland,
Japan und die Schweiz - abgesprochen, ihre jeweiligen Direktinterventionen auf den Devisenmärkten aufeinander abzustimmen, um dem
übermäßigen Rückgang des Dollarwertes entgegenzuwirken.

Wir werden

tatkräftig und auf koordinierte Art und Weise mit anderen Ländern
zusammenarbeiten, um die Stabilität der Devisenmärkte zu gewährleisten.

Um ihren Anteil hieran zu finanzieren, werden die

Vereinigten Staaten den in der Geschichte einmaligen Betrag

von

30 Milliarden Dollar aufbieten, die gemeinsam mit den finanziellen Ressourcen

anderer Länder zu massiven Interventionen verwendet werden

sollen, falls dies zur Erreichung unseres Ziels notwendig sein
sollte.

Die Vereinigten Staaten haben darüber hinaus ihr Programm

zum Verkauf ihrer Goldvoräte intensiviert.
Wir rechnen damit, daß die grundlegenden Maßnahmen zur Verbesserung
der Wirtschaftsposition der Vereinigten Staaten, die inzwischen angelaufen
sind, einen anhaltenden positiven Einfluß auf den Dollar ausüben werden.
-

Am 9. November unterzeichnete der Präsident ein Gesetz, das die
Grundlage für eine gesunde amerikanische Energiepolitik abgeben
dürfte. Dieses Gesetz soll eine Einsparung bei den öl einfuhren
von rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag bis 1985 in die Wege leiten.
Unsere Energiesituation ist ohnehin im Begriff, sich zu bessern.
Die amerikanischen Energiepreise nähern sich mehr und mehr dem
Weltniveau, und die Zunahme des Energieverbrauchs ist gegenwärtig
erheblich geringer als das Wachstum unseres Bruttosozialproduktes.
Wir sind

�-

wir sind gleichzeitig dabei, unser Zahlungsbilanzdefizit durch
ein umfassendes Exportförderungsprogramm zu vermindern.

Präsident Carter ist entschlossen, sich mit seinem ganzen politischen
Gewicht für Maßnahmen einzusetzen, die zur Lösung der Wirtschaftsprobleme
geeignet scheinen.

Sie finden gegenwärtig wachsende politische Unerstutzung.

Weder der Präsident noch der Kongreß oder das amerikanische Volk werden
sich zufrieden geben, wenn es uns nicht gelingt, erhebliche Fortschritte
im Kampf gegen die Inflation, in den Bemühungen um die Stärkung des Dollar
und in der Schaffung einer gesunden Energiewirtschaft zu machen.

DIE AMERIKANISCH-EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Wenngleich es vordringlichste Aufgabe eines jeden von uns ist, für
eine geordnete heimische Wirtschaft zu sorgen, müssen wir uns gleichzeitig gemeinsam um die Aufrechterhaltung unseres wirtschaftlichen Wachstums
bemühen.

AUSSENHANDEL
Es gibt keinen wichtigeren und entscheidenderen Test für unsere
Fähigkeit, uns um der Erreichung wirtschaftlicher Ziele willen zusammenzuschließen, als den erfolgreichen Abschluß der Multilateralen Handelsverhandlungen - noch in diesem Monat.
Während der letzten drei Jahrzehnte haben wir gemeinsam darauf
hingearbeitet, ein offeneres und besser funktionierendes Welthandelssystem zu errichten.

Nunmehr haben wir die Chance, den inzwischen erzielten

�erzielten Fortschritt zu konsolidieren und das Gefüge unserer Handelsbezeihungen weiter zu verbessern.

Im Zuge dieser Bemühungen können wir ein

Außenhandelsklima für die Zukunft schaffen, das von größerer Sicherheit
und Zuversicht gekennzeichnet ist - ein Klima, das eine fortgesetzte
Expansion des Welthandels möglich macht. Wenn wir dabei Erfolg haben, wird
dies allen wirtschaftliche Vorteile bringen. Wenn wir dabei scheitern,
wird dies den wirtschaftlichen Fortschritt, den wir bisher erzielt haben,
in Gefahr bringen.

Ein Scheitern würde die Inflation anheizen, das

wirtschaftliche Wachstum verlangsamen und es den Entwicklungsländern
schwerer machen, angemessen am Welthandel zu partizipieren.

Wenn wir da-

bei scheitern, gefährden wir des weiteren die politische Zusammenarbeit,
die wir unter großen Mühen zustandegebracht haben.
Eines der Hauptziele der Multilateralen Handelsverhandlungen besteht
darin, ein gemeinsam vereinbartes Rahmenwerk hinsichtlich der Gewährung
von Exportsubventionen und der Erhebung von Ausgleichszöllen zu schaffen.
Wenn unser Kongreß im kommenden Monat zusammentrifft, wird der Präsident
gesetzgeberische Maßnahmen zur Verlängerung seiner Befugnis zum Verzicht
auf Ausgleichszölle für den Zeitraum fordern, der für die Verwirklichung
der Vereinbarungen der Tokio-Runde erforderlich sein wird.

Wir werden

Maßnahmen ergreifen, um die zerstörerischen Nebenwirkungen zu vermeiden,
die sich aus dem Auslaufen der genannten Befugnisse am 3. Januar 1979
ergeben könnten.
Unsere Unterhändler in Genf werden darauf bedacht sein, die Erörterungen
noch im Verlaufe dieses Monats zu beenden.

Doch selbst wenn wir Fort-

schritte in Richtung auf ein offeneres und besser funktionierendes Welthandelssystem machen, müssen wir einen Rückfall in den Protektionismus
vermeiden, der alle diesbezüglichen Fortschritte unterminieren könnte.
In jedem Land werden unterschiedliche Gruppen auch weiterhin ihre Regierung auffordern, aus wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gründen
in das bestehende Handelssystem einzugreifen.

- 10 -

Unsere Länder sind sich

�sich der Bedeutung der Ablehnung von Forderungen bewußt, die eine wirksame
wirtschaftliche Anpassung an den Wandel behindern.

Unsere Erwiderung

auf derartige Forderungen muß innerhalb des wirtschaftlichen Rahmens
bleiben, den wir gemeinsam geschaffen haben.

Unsere Politik muß eine

positive Anpassung unserer Volkswirtschaften auf veränderliche Bedingungen
erleichtern;

sie darf sie nicht behindern oder die hieraus erwachsenden

Belastungen anderen aufbürden.

DIE EUROPÄISCHE INTEGRATION
über die unmittelbaren Erfordernisse zur Stärkung des Welthandelssystems hinausgehend haben wir alle ein grundlegendes Interesse an der
zunehmenden Rolle der Europäischen Gemeinschaft auf dem Gebiet der Weltwirtschaft. Wir in den Vereinigten Staaten bewundern den Weitblick
jener Männer und Frauen, die an der Aufgabe arbeiten, die Zusammenarbeit
unter den europäischen Ländern zu erweitern und zu vertiefen. Wir begrüßen
diese Entwicklung und fördern sie, weil eine starke Europäische Gemeinschaft
im Interesse Amerikas wie aller europäischen Länder liegt; sie stellt
eine neue dynamische Kraft auf dem Gebiet der internationalen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen dar.
Die neuen europäischen Währungsabsprachen zu einer engeren diesbezüglichen Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, die am
5. Dezember bekanntgegeben wurden, stellen einen wichtigen Schritt in
Richtung auf eine wirtschaftliche Integration Europas dar, die wir seit
langem schon unterstützen.

Wir sind der Auffassung, daß die neuen Ver-

einbarungen zu einem vertretbaren Wachstum der Weltwirtschaft und einem
stabilen internationalen Währungssystem beitragen werden.

Die Vereinigten

Staaten freuen sich auf fortgesetzte und enge Konsultationen mit ihren
europäischen Handelspartnern, wenn diese Vereinbarungen in die Praxis
umgesetzt werden.
Generell
- 11 -

�Generell werden die nächsten Jahre für Europa kritische Jahre sein,
da die Gemeinschaft auf eine engere wirtschaftliche Integration hinarbeitet,
ihre Mitgliederzahl vergrößert, erste Direktwahlen für ein europäisches
Parlament abhält und zunehmende Verantwortung für das politische und wirtschaftliche Wohlergehen ganz Europas übernimmt.
Sämtliche Demokratien des Westens unterstützen die Demokratien in
Südeuropa und sorgen sich ihretwegen. Wir in den Vereinigten Staaten achten
das politische Engagement der führenden Politiker der Gemeinschaft, jenen
Ländern den Beitritt freizustellen und die wirtschaftlichen Probleme auf
sich zu nehmen, die die Aufnahme dieser Länder mit sich bringen dürfte.
Als prosperierende westliche Demokratien sollten wir uns der besonderen
Verantwortlichkeit gegenüber den Demokratien in Gebieten bewußt sein, die
von einem Zusammenbruch ihrer Wirtschaft bedroht sind - in jenen Gebieten,
in denen die kurzfristigen Aussichten gering sind, deren Volkswirtschaften
aber bei einiger Unterstützung von außen auf eine gesunde Basis gestellt
und deren langfristige Aussichten verbessert werden können. Es gibt wohl
etablierte Mechanismen zur Gewährung der notwendigen Hilfe: den Weltwährungsfond und die Weltbank. In gewissen Situationen können auch informelle oder ad hoc-Vorkehrungen erforderlich werden. Das Konsortium
zur Unterstützung Portugals liefert ein Beispiel. Länder, die in der Lage
sind, Hilfe zu leisten, sollten ihre Energien und ihre Ressourcen gemeinsam
zur Anwendung bringen. Hilfsmaßnahmen - ehe es zu spät ist - sind eine
Investition in die Zukunft der Freiheit.

DIE AMERIKANISCH-EUROPÄISCHEN BEZIEHUNGEN UND DIE ENTWICKLUNGSLANDER
Wenn wir uns Maßnahmen überlegen, die wirtschaftlichen Bindungen
unter den Entwicklungsländern zu stärken, dürfen wir die Tatsache nicht
übersehen, daß unsere Interessen - und unsere Verantwortung - dort nicht
- 12 -

�nicht enden.

Wenn wir dem Wunsch unserer Bürger nach wirtschaftlicher

Sicherheit und einem steigenden Lebensstandard Rechnung tragen wollen,
erfordert dies, daß wir nachdrücklicher als bisher auf die Hoffnungen
und Wünsche der Völker der Entwicklungsländer eingehen.

Ihr wirtschaftliches

Wohlergehen ist im steigenden Maße Voraussetzung für unser eigenes Wohlergehen.
Zusammengenommen entfällt etwa ein Drittel des gesamten Außenhandels
der OECD-Mitglieder auf Entwicklungsländer. Diese sind heute die am
raschesten expandierenden Märkte für Exporte der Industriestaaten - Märkte,
von denen Millionen von Arbeitsplätzen in unseren Ländern abhängen.
Die Entwicklungsländer liefern uns wichtige Rohstoffe, und wir bedürfen
ihrer Mitarbeit, um so weltweite kritische Probleme wie das der Energieund Nahrungsmittelvorsorgung zu lösen.
Kurz gesagt, können wir ein starkes internationales Wirtschaftssystem
nicht ohne anhaltende wirtschaftliche Fortschritte in den Entwicklungsländern aufbauen.
Wir müssen deshalb gemeinsam ideologische Debatten beiseite lassen,
die vielfach die Beziehungen zwischen den Entwicklungsländern und Industriestaaten charakterisieren.
ergreifen, um

Wir müssen praktische und konkrete Maßnahmen

den grundlegenden Ansprüchen von rund 800 Millionen Menschen

gerecht zu werden, die in absoluter Armut leben.
Es gibt keine wichtigere Aufgabe in bezug auf das langfristige Wohlergehen der Welt, unsere politische Sicherheit und unsere Wertvorstellungen
als freie Völker als mit den Entwicklungsländern zusammenzuarbeiten, um
deren wirtschaftlichen Fortschritt zu fördern.
Probleme der Sicherheit

- 13 -

�PROBLEME DER SICHERHEIT
Grundlage unserer Prosperität ist die Zuversicht in bezug auf unsere
eigene Sicherheit.

Diese Sicherheit wiederum hängt im wesentlichen ab von

der Aufrechterhaltung starker Streitkräfte;
der Beziehungen des Westens zur Sowjetunion;

von der wirksamen Gestaltung
von den Bestrebungen zur

Begrenzung und Verminderung der Rüstungen sowohl im Osten als auch im Westen;
und von der Stärkung der atlantischen Partnerschaft.
Wir können in der anhaltenden Steigerung der sowjetischen Militärprogramme und Dislozierungen von Waffen Anlaß zur Sorge erblicken.

Wir

können aber auch in den Schritten, die wir innerhalb des Bündnisses unternehmen, um das militärische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, Anlaß zur
Zuversicht sehen.
Seit einigen Jahren schon ist die zentrale Tatsache der Weltsicherheit
die strategische nukleare Parität zwischen den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion. Wir und unsere Partner sind mit dieser Lage fertig geworden,
ohne uns die Abschreckung oder den Willen dazu von irgendwelcher Seite
diktieren zu lassen.
Die Tatsache der strategischen Parität besteht weiter fort. So wie
wir sowjetischen Verstärkungen gleiches entgegensetzen, so müssen wir
annehmen, daß die Sowjets entschlossen sind, mit uns gleichzuziehen. Deshalb würde das Streben nach Überlegenheit der einen wie der anderen Seite
in Frustration, Verschwendung und einer Erhöhung der Spannungen und
letzten Endes in einer Verminderung der Sicherheit aller enden.
Unsere gemeinsame Sicherheit beruht auf drei grundlegenden Prinzipien:
Erstens, so wie wir im Hinblick auf Maßnahmen der Sowjetunion wachsam
bleiben müssen, so müssen wir auch bereit sein, Bereiche gemeinsamer

- 14 -

�gemeinsamer Interessen zu erkunden und auszuweiten.

Wollten wir unseren

Befürchtungen gestatten, die Notwendigkeit zu überschatten, nach gemeinsamen Boden zu suchen, hieße das, uns selbst dazu verurteilen, in fortgesetzter Spannung zu leben. Wir dürfen aber auch unserem Wunsch nach
besseren Beziehungen nicht gestatten, uns zu Vereinbarungen zu veranlassen,
die unsere nationalen Interessen nicht angemessen schützen.
Zweitens müssen wir bereit sein, alles zu tun, was notwendig ist,
um unsere Sicherheit zu gewährleisten - auch wenn wir der Aufrechterhai tung eines Gleichgewichts auf niedrigerem Niveau den Vorzug gegenüber einer weiteren Aufrüstung geben. Sowohl der Weg zu militärischer
Stärke als auch der zur Beschränkung der Rüstungen spielen in der Geschichte
des Sicherheitsstrebens der NATO eine zentrale Rolle.
Die Beschränkung der Rüstungen ist ein schwieriges und frustrierendes
Unterfangen. Unsere Zielsetzungen und unsere Bemühungen werden zwangsläufig Kritik auslösen - bei einigen, deren Auffassung nach wir ein zu
geringes Maß an Abrüstung erreicht haben, und bei anderen, die da meinen,
die Sowjets zögen Vorteile aus Rüstungskontrollabkommen. Wir sollten
uns realistisch klarmachen, was wir zu erreichen suchen. Rüstungskontrolle
kann den militärischen Wettstreit nicht beenden. Wir können - und wir tun
dies auch - Rüstungsbeschränkungen aber dazu benutzen, der Rüstungsausweitung eine Obergrenze zu setzen. Zu diesem Zweck können wir den schwierigen
Prozess des Rüstungsabbaus und qualitativer Beschränkungen in Angriff
nehmen und den hierzu erforderlichen Dialog in Gang halten.
Die Rüstungskontrolle, richtig verstanden und klug angewendet, ist
eine weitere Möglichkeit - eine ergänzende Möglichkeit -, um nach Sicherheit zu streben. Unsere Unfähigkeit, alles sofort zu Erreichen, sollte
uns nicht davon abhalten, jene bedeutsamen Schritte zu unternehmen, die
wir verwirklichen können.
Drittens, wenn die Vereinigten Staaten auch hinsichtlich der mi 1i- 15 -

�tärisehen Stärke unübertroffen bleiben werden, so müssen wir uns doch alle
immer darüber im klaren sein, daß unsere Sicherheit kollektive gemeinsame
Anstrengungen erfordert und daß unsere Verteidigung unteilbar ist.

Als

Bündnis teilen wir uns in die Lasten und Risiken einer gemeinsamen Verteidigung.

Die westliche Stärke - in rein militärischem wie auch in einem

weiteren Sinn - hängt von der

Qualität unserer Partnerschaft und von unserem

Selbstvertrauen in bezug auf die Zukunft ab.
Diese fundamentalen Grundsätze bestimmen unsere Sicherheitsentscheidungen.
Ein Blick auf die aktuelle militärische Situation und auf die Tendenzen
sowie darauf, wie die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten mit dem
Sachverhalt der strategischen Parität zurechtkommen, zeigt, daß wir vor
großen Herausforderungen stehen - und wir begegnen ihnen durch kooperative
Maßnahmen.
Die strategischen Modernisierungspläne der USA umfassen die Land-,
See- und Luftkomponenten unserer Streitkräfte. Wir entwickeln eine neue
ballistische Interkontinentalrakete (ICBM), und Optionen für eine neue
ICBM-Stationierung werden gegenwärtig intensiv geprüft, damit wir die
beste unter verschiedenen Alternativen auswählen können. Wir werden
im nächsten Jahr eine neue Unterseebootgestützte Rakete dislozieren, und
wir bauen ein neues strategisches Unterseeboot. Bei uns läuft ein
intensives Programm für Marschflugkörper, das nicht nur die luftgestützte
Version, sondern auch see- und landgestützte Versionen umfaßt. Diese
Programme werden sicherstellen, daß die Stärke des Bündnisses auch weiterhin
ausreichend sein wird, um vor Angriffen abzuschrecken und um unsere gemeinsamen Interessen zu schützen.
SALTistein weiteres Instrument zur Stärkung der Sicherheit.
-

Mit SALT I und dem Vertrag über Abwehrraketen (ABM) begann der
wichtige Prozeß der Begrenzung der strategischen Rüstung. Ohne

- 16 -

�Ohne diese Abkommen wären wir zusätzlich zu einem unbegrenzten
Wettrüsten auf dem Gebiete der Offensivwaffen auch noch in ein
Wettrüsten auf dem Gebiet der Defensivwaffen geraten.
-

SALT II wird eine wesentliche Dämpfung des Tempos des Wettrüstens
auf dem Gebiet der strategischen Waffen bedeuten.

Angesichts

einer geregelteren und vorhersehbareren Zukunft werden wir mehr Aufmerksamkeit, Talente und Ressourcen der Verbesserung der konventionellen sowie der Gefechtsfeld-Nuklearstreitkräfte der NATO widmen
können.
-

SALT II wird den Grundsatz der zahlenmäßigen Parität der strategischen
Trägerraketen festlegen.

-

Und es wird die Zahl der Interkontinentalraketen mit Mehrfachgefechtsköpfen begrenzen, die der Stabilität potentiell den
größten Schaden zufügen können.

Gleichzeitig wird SALT II in keiner Weise die Streitkräfteprogramme
ausschließen,die gegenwärtig laufen, um den Gefahren zu begegnen, die
selbst bei einem Abkommen bestehen bleiben.

Wir haben uns alle unsere

wesentlichen strategischen Streitkräfteoptionen vorbehalten.

Andere

Programme, die die Abschreckung der NATO stärken, können weitergeführt
werden.

Die Interessen der Verbündeten sind geschützt worden, weil die

alliierten Interessen auch unsere Interessen sind.
Lassen Sie mich nachdrücklich unterstreichen, daß sowohl bei unseren
Verteidigungsbemühungen als auch bei unseren Rüstungskontrollverhandlungen
es unser grundlegendes Ziel ist, die Sicherheit der Vereinigten Staaten
und die unserer Verbündeten zu stärken. Dies war und wird immer der Grundpfeiler unserer Politik bleiben.
Deswegen

- 17 -

�Deswegen befassen wir uns mit SALT - weil ein gesundes Abkommen die
westliche und auch die globale Sicherheit verbessern wird.

Ohne ein

Abkommen würde unsere technologische und wirtschaftliche Stärke uns in
den Stand setzen, jedem sowjetischen strategischen Aufbau zu begegnen.
Aber ein gutes Abkommen kann mehr Sicherheit bei weniger Risiko und weniger
Kosten gewähren. Und wir sind uns darüber im klaren, daß ohne SALT der
strategische Wettstreit das gesamte politische Ost-West-Verhältnis
infizieren könnte, wobei die Bemühung zur Schaffung einer weniger gefährlichen Welt Schaden nehmen würde, die ein Kernstück der westlichen
Außenpolitik ist.
Da sich abzeichnende SALT II-Abkommen wird nicht alle unsere Probleme
lösen.

Es wird beispielsweise nicht den Trend zu einer verstärkten

Verwundbarkeit der festen landgestützten Raketen umkehren - ein Problem,
das sich auf lange Sicht für beide Seiten stellt. Die notwendige
strategische Streitkräftemodernisierung muß und wird vorangehen, genauso
wie der SALT-Prozeß vorangehen muß und wird.

In SALT III werden wir

dann um weitere Reduzierungen und qualitative Begrenzungen bemüht sein.
Wir können nicht den Umgang mit der strategischen Parität erörtern,
ohne die Frage in den Griff zu bekommen, wie die NATO auf Verbesserungen
der sowjetischen Nuklearstreitkräfte reagieren soll, die gegen Europa
gerichtet sind. Obwohl die Bindung an die amerikanischen strategischen
Streitkräfte die letztliche Abschreckung der NATO bleibt, müssen die
Sowjets begreifen, daß wir es nicht zulassen werden, daß an irgendeinem
Punkt in der Substanz unserer Abschreckung, einschließlich der nuklearen
Gefechtsfeldstreitkräfte»eine Schwächung eintritt. Bei uns laufen verschiedene nukleare Gefechtsfeld-Modernisierungsprogramme. Wir prüfen
die Frage, ob Rüstungskontroilanstrengungen von Nutzen sein könnten.
Obwohl keine Entscheidungen hinsichtlich der Streitkräfteerfordernisse
oder der Rüstungskontrolle gefällt worden sind, konsultieren wir uns
innerhalb des Bündnisses intensiv, um einen gemeinsamen Plan auszuarbeiten,
Im Bereich
- 18 -

�Im Bereich der konventionellen Waffen schreitet die Verstärkung
der sowjetischen Streitkräfte weiter voran. Auch hier ergreift der
Westen wirksame Gegenmaßnahmen.

Auf dem Gipfeltreffen in Washington

vom Mai 1978 kam eine Einigung auf ein Langfristiges Verteidigungsprogramm
zustande, das die Fähigkeit der NATO verbessern soll, als Verteidigungsbündnis zu handeln.

Die NATO erkennt der Verstärkung der konventionellen

Streitkräfte höchste Priorität zu.

In den letzten Jahren haben die

Vereinigten Staaten ihre Streitkräfte in Europa um rund 10 000 Mann
verstärkt.

Die NATO unernimmt umfassende und enschlossene Bemühungen,

um die Kampfkraft und die Fähigkeit zu einer anhaltenden Verteidigung
zu steigern.

In kluger Weise legen wir den Schwerpunkt auf Verbesserungen,

die sich aus unserer kollektiven technologischen Stärke ergeben und die zu
einer größeren Kampfkraft der Streitkräfte statt lediglich zu deren
Vergrößerung führen.

Viele dieser Schritte sind nicht sehr augenfällig;

sie machen keine Schlagzeilen.
Maßnahmen eines

Es handelt sich aber um ernst zu nehmende

ernst zu nehmenden Bündnisses, das entschlossen ist, alle

ihm zu Gebote stehenden Ressourcen und seine ganze Willenskraft auf den
Aufbau einer verbesserten gemeinsamen Verteidigung zu verwenden.
Auch hier sind wir darauf bedacht, Beschränkungen auf paritätischer
Basis auszuhandeln. Das Jahr 1978 hat im Zuge der inzwischen fünf Jahre
dauernden Verhandlungen auf beiden Seiten über eine beiderseitige und
ausgewogene Truppenreduzierung (MBFR) einige Bewegung erbracht. Die
Sowjets zu einer Vereinbarung über die Verminderung der Streitkräfte
auf gleiche kollektive Stärken zu bewegen, ist weitere anhaltende Anstrengungen wert. Wir wollen hoffen, daß die Erreichung eines Abkommens
über die Beschränkung der strategischen Waffen auch den MBFR-Verhandlungen
neue Impulse geben wird.
Selbstverständlich greifen die Sicherheitsüberlegungen und - interessen des Westens über die NATO hinaus. Wir müssen uns auch fragen,
ob wir in einem Zeitalter der strategischen Parität im Wettstreit mit

- 19 -

�mit der Sowjetunion in der Dritten Welt nicht inzwischen ins Hintertreffen
geraten sind.

Die Antwort lautet nein.

Auch wenn die Fähigkeit der

Sowjets zur Anwendung militärischer Macht inzwischen zugenommen hat, so
verfügen die Vereinigten Staaten nicht nur über überlegene Seestreitkräfte
und andere militärische Machtmittel, sondern erfreuen sich auch wirtschaftlicher und politischer Vorteile.
Wir begrüßen auch den Geist zunehmender nationaler Unabhängigkeit in
den Entwicklungsländern.

Sie haben aus mehrfachem Anlaß ihre Entschlossenheit

und Fähigkeit bewiesen, der Beherrschung durch Drittmächte zu entgehen.
Seit 1960 entstanden im Zuge der Entkolonialisierung, die sich
nunmehr ihrem Abschluß nähert, 65 neue Länder mit sehr unterschiedlichen
politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen. In diesen Jahren
war der Einfluß von außerhalb in den einzelnen Ländern und zu verschiedenen
Zeiten verschieden stark ausgeprägt. Zu der ständigen Ausweitung des
kommunistischen Einflusses, die viele Kreise einstmals befürchtet hatten,
ist es aber nicht gekommen.
Die Vielfalt und der unaufhörliche Wunsch nach nationaler Freiheit
in den Ländern der Dritten Welt sind die sichersten Schranken gegen
ausländische Beherrschung. Wir können unsere eigenen Interessen in diesen
Gebieten der Welt am ehesten dadurch fördern, daß wir diese Vielfalt
begrüßen und diesen Geist achten.
Die Bindungen zwischen dem Westen und der Dritten Welt auf den
Gebieten der Wirtschaft, der Politik, der Kultur und der Sicherheit sind
geeignet, den Geist der Unabhängigkeit wach zu halten.

Wir müssen die

Bindungen zu ihnen stärken - indem wir auch weiterhin die wirtschaftliche
Entwicklung und notfalls auch die militärische Sicherheit dieser Länder
durch unsere Hilfe fördern;

indem wir die Sowjets und ihre Verbündeten

drängen, in Krisengebieten Zurückhaltung zu üben;

- 20 -

und indem wir darauf

�darauf hinarbeiten, Streitfälle, die Gelegenheit für das Eingreifen
ausländischer Mächte liefern, auf diplomatischem Wege zu lösen.

Langfristig ist es die Fähigkeit des Westens, den Nationalismus,
den Wunsch nach Selbstbestimmung und das wirtschaftliche Wachstum der
Länder der Dritten Welt praktisch zu unterstützen, die uns Anlaß zur
Zuversicht hinsichtlich unserer künftigen Beziehungen zu diesen gibt.

ZUSAMMENFASSUNG

Auf jedem von mir heute angesprochenen Gebiet - auf wirtschaftlichem,
politischem und militärischem Gebiet mithin - sehen wir uns vor außergewöhnliche Herausforderungen gestellt.

Gemeinsam aber stehen Amerika und

Europa auch die außerordentlichen Ressourcen zur Verfügung, derer wir
bedürfen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Die physischen, industriellen und technologischen Hilfsquellen
unseres Bündnisses sind ohnegleichen.

Wenn wir den Willen zeigen, unsere

Volkswirtschaften mit dem Mut zum Risiko weiterzuentwickeln,und unsere
Verteidigung mit Entschlossenheit aufrechterhalten, können wir eine
Welt größerer Sicherheit und Stabilität schaffen.

Und diesen Willen

haben wir durchaus.
Letztlich wird unser Bündnis nicht lediglich durch das zusammengehalten, was wir ablehnen, sondern durch das, wofür wir eintreten.

Unsere

größte Stärke sind eben jene Bande, die uns so eng miteinander verknüpfen.

Diese Bande beruhen auf unseren gemeinsamen Vorstellungen von den
Rechten und der Würde des einzelnen Menschen, von politischer Gerechtigkeit
und von der Freiheit für alle Menschen.
Die Verhandlungen

- 21 -

�Die Verhandlungen, die wir gegenwärtig führen, und die Politik, die
wir verfolgen, würden jeglichen Sinnes entbehren, wenn wir unsere Außenpolitik nicht in Übereinstimmung mit diesen grundlegenden Wertvorstellungen
unserer Völker betreiben wollten.
Winston Churchill sprach einst von der Notwendigkeit, zusammenzustehen und "die größeren Hoffnungen der Menschheit entschlossen zu verwirklichen."
Das zu tun, ist heute wie einst unsere größte Aufgabe.

+ + + + +

- 22 -

�1

1

I
29

Wirt/choft

rrl

3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13. Dezember 1978

GUTE AUSSICHTEN FÜR DEN US-DOLLAR UND DEN US-HANDEL
Interview mit dem Chefberater des US-Handelsministeriums

Der leitende Wirtschaftsberater des
amerikanischen Handelsministeriums,
Courtenay Slater, hat in einem
Exklusiv-Interview mit dem Wirtschaftskorrespondenten des US-Amtes für
Internationale Kommunikation (USICA),
John J. Harter, die Aussichten für
den US-Dollar und den amerikanischen
Handel im kommenden Jahr als günstig
beurteilt. Nachfolgend der Wortlaut
des Interviews:
Frage: Können Sie uns etwas darüber sagen, in welchem Umfang sich
die amerikanische Handelsbilanz Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr verbessern wird?
Antwort: Unsere Experten rechnen damit, daß die Bilanz der laufenden
Konten - d.h. die Bilanz in Dienstleistungen und Gütern - sich im kommenden
Jahr um mindestens ein Drittel verbessern wird. Manche halten sogar eine
noch weitgehende Verbesserung für möglich. Es sind bereits wesentliche

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�wesentliche Verbesserungen eingetreten, wie die Handelsstatistiken der
letzten sechs Monate im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres (1978)
zeigen.
Frage:

Können Sie einige der wesentlichen Faktoren nennen, die zu

einer Verbesserung der amerikanischen Handelsbilanz im nächsten Jahr oder
in den nächsten zwei Jahren beitragen?
Antwort:

Wenn ich sie in eine Rangfolge stellen müßte, dann kämen

an erster Stelle die verbesserten Wachstumsaussichten in Europa und bei
unseren anderen wichtigen Handelspartnern.

Der Gesamtumfang der ameri-

kanischen Exporte hängt sehr stark von der Fähigkeit dieser Länder ab,
unsere Waren zu kaufen, und diese Aussichten scheinen sich zu verbessern.
Die Vorbestellungen für unsere Exporte haben in den letzten Monaten sehr
stark zugenommen.
Ferner werden unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation, die wir
gerade eingeführt haben - und an deren Wirksamkeit wir glauben -, den
Preisanstieg in unserem eigenen Lande in Grenzen halten, was zur Korrektur
unserer Handelsbilanz und dazu beitragen wird, daß unsere Exporte wettbewerbsfähig bleiben. Die jüngsten Veränderungen des Wertes des Dollar
im Verhältnis zu starken ausländischen Währungen werden unsere: Exporte
wettbewerbsfähiger und unsere Importe teurer machen. Auch das wird ein
wichtiger Faktor sein, der zur Korrektur unserer Handelsbilanz beitragen
wird.
Und schließlich haben wir eine Vielfalt wirtschaftspolitischer
Maßnahmen eingeführt, um die Exporteure zu ermutigen.

So gibt es ein

besonderns aktives Programm mit Japan zur besseren Erforschung des Marktes
dieses Landes, und wir rechnen mit einer Bereitschaft Japans, mehr Güter
aufzunehmen als in der Vergangenheit.
Frage:

Wenn man einige der längerfristigen Faktoren betrachtet,

- 2 -

�betrachtet, die sich auf die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Güter
auf internationalen Märkten auswirken, glauben Sie dann, daß amerikanische
Firmen unzureichend in modernen Fertigungsanlagen investiert haben?
Antwort:

In gewissem Sinne muß ich diese Frage bejahen.

Die Investitions-

tätigkeit war schleppend wegen der Rezession, die 1974-75 sehr stark war die schlimmste seit 40 Jahren.

Es J$t nicht überraschend, daß sie dem Ver-

trauen der Wirtschaft einen Stoß versetzt hat. Die Vereinigten Staaten
sind hier nicht das einzige Land, in dem das geschah.

Auch andere Länder

haben diese Erfahrung gemacht, und auch in Westeuropa und in anderen
Industrieländern war die Investitionstätigkeit schleppend.
Aber wir treten jetzt in ein wirtschaftliches Klima ein, in dem die
Raten der Kapazitätsausnutzung steigen und die bestehende Produktionskapazität, wenn auch noch nicht auf dem höchsten Stande, aber doch soweit
ausgenutzt wird, daß Neuinvestitionen für die Unternehmen wieder verlockend
erscheinen. Ich bin überzeugt, daß die Investitionstätigkeit anziehen
wird, wie sich schon aus den jüngsten Statistiken ablesen läßt. Ein
wachsender Anteil der Investitionen geht in Neubauten und neue Fabrikationsanlagen, während in der früheren Phase des Wiederaufschwungs die meisten
Investitionen in die Erneuerung von Gerät bestehender Anlagen, Lagerbeständen und Motorfahrzeugen gingen. Ich glaube, die schwache Investitionstätigkeit war in erster Linie ein zyklisches Phänomen, das aus der Rezession
herrührte, und kein langfristiger Anti-Investitionstrend.
Frage:

Wie sehen Sie die langfristigen Aussichten für die Investitionen?

Antwort:
schwung.

Ich rechne für die achtziger Jahre mit einem weiteren Auf-

Die Gesamtzahl der verfügbaren Arbeitskräfte wird dann lang-

samer zunehmen, weil wir nicht die starken Jahrgänge haben werden wie in
den siebziger Jahren.

Wenn nicht mehr so viele junge, relativ niedrig

bezahlte ungelernte Arbeitskräfte auf den Markt drängen, dann wird sich der
Schwerpunkt auf Rationalisierungsinvestitionen verlagern.

- 3 -

Der Kongreß

�Kongreß hat gerade eine neue Steuergesetzgebung verabschiedet - und zwar
mit breiter InterStützung, die ein günstigeres Klima für Investitionen
schafft.

Diese und andere Aspekte lassen für die achtziger Jahre ein

günstiges Investitionsklima erwarten.
Frage:

Die Vereinigten Staaten haben in weiten Bereichen der

Technologie immer einen Vorsprung gehabt.

Haben wir diesen Vorsprung

noch?
Antwort:

Wir haben immer noch auf einigen Gebieten der Technologie

einen Wettbewerbsvorsprung, aber wir leben in einer Welt, in der
Information frei und rasch von einem Land zum andern fließt.

Wir können

eine solche Welt ohne weiteres begrüßen und fördern, denn unser Lebensstandard - und der Lebensstandard sonstwo in der Welt - hängt von der
Innovation und der Entwicklung neuer Technologien ab.

In einer solchen

Welt werden wir nicht mehr den Vorsprung haben, daß wir etwas erfinden und
dann glauben, wir könnten das auf Jahre hinaus für uns allein behalten.
Wir leben in einer Welt der Konkurrenz.

Und das ist auch gut so, denn

diese verstärkte weltweite Konkurrenz hält unsere Wirtschaft auf Trab,
und das kommt wieder dem amerikanischen Verbraucher zugute.
Aber nicht alle Leistungsfähigkeit und Innovation in der Produktion
kommt von der Technologie, der technologischen Innovation oder der Erfindung neuer Maschinen.. Einige der wichtigsten Fortschritte entstehen
aus einem besseren und leistungsfähigeren Management, besser ausgebildeten
Arbeitskräften und rationellerer Nutzung der Arbeitskraft - und ich glaube,
auf diesen Gebieten des Wettbewerbs brauchen sich die Vereinigten Staaten
nicht zu fürchten.
Frage:

Glauben Sie, daß die Regierung alles tut, was sie kann und

tun sollte, um der amerikanischen Industrie zu helfen, auf dem Weltmarkt
wettbewerbsfähig zu bleiben?
Antwort:
- 4 -

�Antwort:
wirtschaft.

Ich bin ein nachdrücklicher Verfechter der freien MarktIch meine, es gibt strikte Grenzen für das, was die Regierung

tun kann und soll, um die Wirtschaft zu unterstützen.

Das wichtigste,

was wir tun müssen, ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die
Wirtschaft selbst helfen kann, und der wichtigste Weg, um das zu erreichen,
ist der, den Anteil der Regierung an der Wirtschaft zu begrenzen.
tun wir.

Das

Die Regierungsausgaben gehen gemessen am Prozentsatz des Brutto-

sozialprodukts zurück.

Der Anteil ist bei uns beträchtlich geringer als

in den meisten anderen Ländern, einschließlich der demokratischen Länder
Westeuropas mit einer "gemischten" Wirtschaft. Wir tun das auch auf dem
Gebiet der staatlichen Verordnungen, wo wir, wie ich meine, dem Unternehmer klarmachen müssen, welches die Spielregeln sind und daß sich die
Spielregeln nicht ständig ändern. Wir arbeiten an diesem Problem, und
werden dieses Problem hoffentlich lösen können.

Wenn wir eine solche

Atmosphäre schaffen, dann hat der Unternehmer ein ausreichendes Maß an
Gewißheit und Sicherheit und einen ausreichenden Spielraum.

Das ist

eine sehr viel konstruktivere Methode der Förderung des Wettbewerbs in
der Wirtschaft als direkte Subventionen und direkte Programme.
Natürlich verfügen wir über wichtige Informationsprogramme für die
Wirtschaft. Das Handelsministerium stellt Informationen über Exportmöglichkeiten zur Verfügung, hilft bei Exportvereinbarungen und leistet
Unterstützung durch unsere Handelsattaches im Ausland und unsere Handelsbüros in den Vereinigten Staaten selbst. Diese Art der Unterstützung
ist durchaus angebracht und für die Wirtschaft sehr wertvoll. Aber nach
meiner Überzeugung sollten direkte Subventionen oder finanzelle Unterstützungen für die Wirtschaft in sehr engen Grenzen gehalten werden.
Frage: Welche wirtschaftliche Bedeutung haben die zunehmenden
Importe von Fertigwaren aus Entwicklungsländern nach den USA?
Antwort:
klima.

Das ist sicherlich ein wichtiger Faktor im Wettbewerbs-

Dabei geht es, allgemein gesprochen, meist um einfachere Fertig-

- 5 -

�Fertigwaren - wie Textilien, Tennisschuhe und andere relativ einfache
und billige Erzeugnisse - also Waren, die in Konkurrenz zu Erzeugnissen
unserer einheimischen Industrien stehen, die kurzfristig gesehen am wenigsten
in der Lage sind, mit einer solchen wachsenden Konkurrenz fertig zu werden.
Das wirft natürlich für uns sehr schwierige wirtschaftliche und politische
Fragen im eigenen Lande auf.
Wir begrüßen diese Einfuhren trotzdem aus verschiedenen Erwägungen»
Sie versorgen unsere Verbraucher mit Waren, die sie zu dem niedrigst
möglichen Preis kaufen wollen.

Und die Entwicklungsländer brauchen ganz

offensichtlich die Arbeitsplätze und die Einnahmen, die sich aus diesen
Waren ergeben.
Auf der anderen Seite verursacht das eine Reihe sehr schwieriger
Anpassungsprobleme für einige unserer Industriezweige. Wir versuchen,
dieses Problem zu bewältigen, und das wird noch einige Jahre dauern,
bis wir neue Arbeitsplätze und unternehmerische Chancen für die durch aiese
Importe aus dem Geschäft gedrängten Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen
haben.
Ich darf hinzufügen, daß all diese Anpassungen bei einer Hochkonjunktur
leichter zu bewältigen sind, wenn allgemein ein hoher Beschäftigungsstand herrscht und es sehr viel leichter ist, neue Arbeit zu finden.
Frage: Die amerikanischen Exporte nach Entwicklungsländern haben
in den letzten Jahren ebenfalls in augenfälliger Weise zugenommen,, Hängt
das mit den steigenden Einfuhren aus diesen Ländern zusammen?
Antwort:

Sicherlich!

Es ist keine Frage, daß die besten Interessen

der amerikanischen Wirtschaft in einer Ausweitung des Handels, vor allem
mit den Entwicklungsländern, liegen. Dort liegt das größte Potential für
eine Ausweitung.

Die Entwicklungsländer werden unsere großen Märkte

der Zukunft sein.
Frage:

�Frage:

Hätte ein weiteres Wachstum und eine weitere Industrialisierung

in jenen Ländern eine positive oder negative Gesamtauswirkung auf die
amerikanische Handelsbilanz?
Antwort: Ich kann nicht sagen, was für eine Auswirkung das auf
unsere Handelsbilanz generell hätte, aber das ist ein etwas engstirniger
Aspekt der Frage. Die laufenden Konten brauchten keineswegs unmittelbar
berührt zu sein, denn selbst wenn unser Handel an Gütern und Waren nicht
ausgeglichen wäre, dann würden andere Formen des wirtschaftlichen Austausches
einen Ausgleich schaffen. Was wir nicht durch den Verkauf von Waren
verdienen, werden wir durch den Verkauf von Dienstleistungen oder aus
Investitionserträgen verdienen. Der Ablauf der Weltwirtschaft verlangt
das einfach. Wenn es nicht zu derzeitigen Wechselkursen geschieht, dann
werden sich die Kurse so lange ändern, bis es eintritt. Die relevantere
Frage ist daher, ob wir ein reicheres Land mit einer größeren Auswahl
an Gütern werden, weil wir mit einer Vielfalt anderer starker Länder
Handel treiben. Das ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten. Es geht nicht
immer alles glatt und schön. Auf dem Wege gibt es Anpassungsprobleme, und
manche davon werden sehr ernst sein. Eine solche Art des Fortschritt und
der Entwicklung zu neuen wirtschaftlichen Verhältnissen kommt stufenweise,
und auf jeder Stufe gibt es Probleme. Aber wir sollten in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, denn es liegt in unserem langfristigen
Interesse wie auch im Interesse der Weltwirtschaft.

Frage:
Antwort:

Wie sind die gegenwärtigen Aussichten für den Dollar?
Der Wert des Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen

ist in den letzten Wochen beträchtlich gestiegen, seit die amerikanische
Regierung und die amerikanische Bundesbank politische Maßnahmen zur
Stärkung des Dollar ergriffen haben.

Ich gehe davon aus, daß der Anstieg

des Wertes des Dollar anhalten wird.
Nach unserer Auffassung war der Dollar zu weit gefallen, als es den

- 7 -

�den zugrundeliegenden wirtschaftlichen Faktoren entsprochen hätte. Der
jüngste Anstieg des Dollar auf den Devisenmärkten scheint die entsprechende
Korrektur zu sein.
Zu den fundamentalen Faktoren, die zur Abschwächung des Dollar
geführt hatten, gehörte unter anderem das unterschiedliche Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu anderen Ländern
in den Jahren 1975, 1976,und 1977 - sowie die Tatsache, daß die Vereinigten
Staaten wie andere Industriestaaten heute viel mehr für die öl Importe
ausgeben als früher.

In neuerer Zeit haben unterschiedliche Inflationsraten

das Problem weiter kompliziert»

Wenn man einen etwas längeren Zeitraum

betrachtet - wenn man beispielsweise die ganzen siebziger Jahre nimmt dann stellt man fest, daß die Vereinigten Staaten kein ernsteres Inflationsproblem hatten als di'e meisten anderen Länder,

Wenn man jedoch nur 1977

herausgreift, dann stellt man fest, daß die Preissteigerungsraten höher
waren, vor allem im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland.

Dieser Unter-

schied in der Inflationsrate mußte durch Veränderungen der Wechselkurse
ausgeglichen werden.
Aber selbst wenn man das alles zusammenrechnet, dann erklärt es
trotzdem nicht ein so tiefes Absinken des Dollarkurses, wie es tatsächlich
eingetreten ist»

Hier spielten auch einige kurzfristige Faktoren eine

Rolle - vielleicht kann man von Spekulation sprechen.

Wir sind jedoch der

Meinung, daß sich die Handelsbilanz verbessern und der Wert des Dollar
sich weiter stabilisieren und vielleicht sogar steigen wird.

+ + + + +

-8-

�29

13. Dezember 1978

SALT II DIENT DER NATIONALEN SICHERHEIT
- von Senator Gary Hart -

Senator Gary Hart gehört der Demokratischen Partei an und vertritt
den Staat Colorado (sein Sitz stand
am 7. November 1978 nicht zur Wahl).
Er wird im neuen Kongreß, der im
Januar 1979 zusammentritt, sicherlich
einer der Befürworter eines SALTVertrages sein.

Seit Jahren unterliegt die öffentliche Diskussion über Nutzen und
Nachteil der Verhandlungen über die Begrenzung strategischer Rüstungen
(SALT) in den meisten Fällen einem Trugschluß.

Kritiker wie Anhänger

von SALT gehen im allgemeinen davon aus, daß,um für SALT eintreten zu
können, man eine vertrauensvollere Haltung gegenüber der Sowjetunion,
eine optimistischere Interpretation ihrer Motive sowie die Bereitschaft
zeigen müsse, die eigenen strategischen Streitkräfte, sei es durch Vertrag
oder sei es durch einseitige Entscheidung, zu begrenzen.

Bei Kritikern

wie Anhängern von SALT gilt in gleicher Weise, daß, falls man den

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�den sowjetischen Motiven und Aktionen gegenüber skeptisch sei und eine
starke amerikanische Sicherheitspolitik befürworte, man notwendigerweise
gegen ein SALT-Abkommen sein müsse.
Ich behaupte nun, daß es im Sinne einer starken nationalen Sicherheitspolitik für unsere Nation - wenn man sie richtig versteht - notwendig
ist, die SALT-Verhandlungen ganz allgemein und dieses Paket der SALT-IIAbmachungen im besonderen zu unterstützen.

Diese Behauptung möchte ich in

verschiedener Hinsicht begründen:
Erstens, je pessimistischer man hinsichtlich des anhaltenden sowjetischen
strategischen Aufbaus ist, um so wichtiger ist es, daß dieser Aufbau
durch SALT II

nach oben hin begrenzt wird.

Da durch den Vertrag die

sowjetische strategische Streitmacht auf die gleiche Größe wie die
unsrige begrenzt wird und zwar nicht nur insgesamt,sondern auch in bezug
auf verschiedene wichtige Unterkategorien, so werden die Sowjets dadurch
gezwungen sein, zwei- bis dreihundert Nuklearwaffen, die jetzt auf unser
Land gerichtet sind, abzurüsten.

Auch wenn es sich bei diesen Waffen sehr

wahrscheinlich um die älteren Typen handeln wird, so bedeutet dies dennoch
eine Reduzierung ihrer Streitkräfte um zehn Prozent.
Hinzu kommt,daß die Sowjets ohne die durch SALT festgesetzten Höchstgrenzen nach den Schätzungen unserer Nachrichtendienste mehrere hundert
weitere Waffen bauen und bis 1985 in ihre Streitkräfte eingliedern würden.
Je mehr man also wegen des sowjetischen Rüstungsaufbaus besorgt ist,
umso nützlicher und sinnvoller erweisen sich die durch SALT festgesetzten
Begrenzungen vom Standpunkt der nationalen Sicherheit.
Zweitens, SALT II wird wahrscheinlich auch gewisse spezifische sowjetische Waffen begrenzen und bis zu einem gewissen Grade den Kurs ändern,
den die Sowjets beim Aufbau ihrer strategischen Streitkräfte einschlagen.
Ein Beispiel:
- 2 -

�Ein Beispiel: Der Vertrag wird verhindern, daß die mobilen Interkontinentalraketen - bei den Sowjets ihre SS-16 - produziert, disloziert
und getestet werden.
Ein weiteres Beispiel:

Der Vertrag begrenzt die Zahl der Interkonti-

nentalraketen mit Mehrfachgefechtsköpfen und verlangt von den Sowjets,
sich weniger auf die Streitkräfte zu Lande denn auf die Seestreitkräfte
zu konzentrieren, als dies sonst wohl bis 1985 der Fall sein dürfte.
Das Ergebnis ist eine ausgewogenere und stabilere sowjetische Streitmacht mehr der Streitmacht ähnlich, auf die sich die Vereinigten Staaten seit
Jahren stützen.
Ein weiteres Beispiel: Obwohl die endgültigen Details der Beschränkungen
für "neue Typen" von Interkontinantalraketen (ICBM) noch nicht definiert
worden sind, rechne ich mit Begrenzungen in den Abkommen, die die Schwungkraft des massiven sowjetischen ICBM-Programms auf einigen wichtigen
Gebieten abschwächen würde - eines Programms, das nach den Worten von
Verteidigungsminister Brown vier neue Typen produzieren könnte.
Und noch ein Beispiel:

Falls die Verhandlungen zu Begrenzungen der

Nutzlast der Interkontinentalraketen und - was noch wichtiger ist - zu
einer "Fraktionalisierung" (d.h. Begrenzung der Zahl der Sprengköpfe
für eine einzelne Rakete) führen, dann wird die Unsicherheit hinsichtlich
einer künftigen Ausnutzung der großen Zahl der sowjetischen ICBM-Raketen
reduziert.
Drittens, SALT II wird von den Vereinigten Staaten keinerlei Reduzierung oder Veränderung ihrer Streitkräfte verlangen.

Die Größenordnung

sowie die ausgewogenen Eigenschaften unserer Triade werden erhalten
bleiben.
Viertens, die anhaltende Fähigkeit der Vereinigten Staaten, mit
der Sowjetunion qualitativ zu konkurrieren und den amerikanischen Vorsprung

- 3 -

�Vorsprung in der militärischen Technologie zu nutzen, ist auch weiterhin
garantiert.

SALT II dürfte in keiner Weise irgendein Forschungs- und

Entwicklungsprogramm oder eine Dislozierungsoption der USA unmöglich
machen, die gegenwärtig erwogen werden.
Die Beschränkungen für landgestützte oder seegestützte Raketen mit
einer Reichweite von mehr als 600 Kilometern, die in dem Protokoll
niedergelegt werden, werden in etwa drei Jahren auslaufen.

Offen gesagt:

Wir könnten diese Systeme vorher sowieso nicht dislozieren.

Diese im

Protokoll festgehaltenen Beschränkungen werden trotz der Befürchtung
einiger Kreise in diesem Lande nicht automatisch fortgesetzt.

Vor etwa

einem Jahr habe ich einen diesbezüglich klarstellenden Text entworfen,
den ich - sollte dies notwendig werden - während der Ratifizierungsdebatte
vorlegen werde, um sicherzustellen, daß nach Ablauf des Protokollzeitraums alle Verhandlungen, die sich auf diese Bestimmungen beziehen, neu
verhandelt werden müssen - und zwar ohne jede Präjudizierung.
Fünftens, die Tatsache, daß jene Systeme, die offensichtlich die
Sowjets am meisten beunruhigen (ich denke jetzt besonders an die Marschflugkörper - Cruise Missiles), im Protokoll erfaßt sind, dürfte uns
während der nächsten Gesprächsrunde

beträchtlichen Verhandlungsspielraum

geben.
Die Aufnahme dieser Bestimmungen in das Protokoll hat nicht nur die
Lösung der Streitfragen nach Wladiwostok erleichtert, sondern sie stellt
auch eine der klügsten Verhandlungszüge der amerikanischen Diplomatie
der letzten achtzehn Monate dar.
Sechstens, alle Bestimmungen des SALT-Paketes, von denen unsere
nationale Sicherheit abhängt, können mit einem hohen Grad an Verläßlichkeit
verifiziert werden.

Die Bestimmungen sind so sorgfältig ausgearbeitet

worden, daß wir jederzeit zwischen Erfüllung und Nichterfüllung unterscheiden

- 4 -

�unterscheiden können.
Deswegen braucht man "den Russen nicht vertrauen zu müssen", um SALT
zu unterstützen.

Wir können uns auf unsere außerordentlich gute Auf-

klörungstechnologie verlassen, mit der ich mich als Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats sehr eingehend befaßt habe.
Der Vertrag wird ausdrücklich jede Einmischung in die Vertragsüberwachung mit Hilfe von "nationalen technischen Mitteln" ausschließen,,
Deshalb wird der Vertrag jeglichen Einsatz von sowjetischen Anti-Satelliten
gegen unsere Weltraumaufklärung verbieten. Auch dies ist verifizierbar,
weil wir jederzeit feststellen könnten, ob unsere Systeme durch einen
gegnerischen Angriff zerstört worden sind.
Wenn also die Sowjets den Vertrag durch Worte oder feindliche Aktionen
verletzen würden, dann wären wir uns doch aufgrund unserer eigenen
Verifizierungskapazität jederzeit über wichtige Daten hinsichtlich der
Größenordnung, des Umfangs und der Modernisierung der strategischen
Streitmacht Moskaus im klaren» Wenn ich auch damit rechne, daß die
Sowjets in den kommenden Jahren die Modernisierung ihrer Streitkräfte
fortsetzen werden, so können doch die militärischen und technischen
Planer der USA unsere eigenen militärischen Forschungs- und Entwicklungsprogramme effektiver gestalten - gerade wegen der Informationen, die uns
ein SALT-Abkommen garantiert.
Zusammengefaßt möchte ich sagen, daß meine Analyse des SALT-Abkommens
darauf hinausläuft, daß es für unsere nationale Sicherheit im traditionellen
Sinne wichtig ist. Man kann über die Sowjets hinsichtlich ihrer Motive
oder ihrer Glaubwürdigkeit denken, wie man will. Aber eines ist für mich
klar: Je mehr man ihnen mißtraut,desto mehr muß man einen anhaltenden
Wettstreit auf dem Gebiete der Waffen in Rechnung stellen; je mehr man
mit einer anhaltenden strategischen Aufrüstung Moskaus rechnet, desto mehr

�desto mehrsollte man ein SALT-Abkommen unterstützen.
Aber all dies setzt traditionelle Vorstellungen der nationalenSicherheit
voraus.

Im Atomzeitalter gewinnt die nationale Sicherheit eine andere

Bedeutung. Was ein SALT-Abkommen letztlich am wichtigsten macht im Hinblick
auf unsere nationale Sicherheit,ist die Tatsache, daß es den Einsatz
nuklearer Waffen weniger wahrscheinlich werden läßt.
Diese Schlußfolgerung kann man nicht beweisen.

Sie ist nicht das

Ergebnis mathematischer Berechnungen oder einer verfeinerten und modernen
Kriegsspiel-Analyse.

Und doch wissen wir alle, daß die einfache und

zentrale Prämisse der SALT-Verhandlungen die Erkenntnis beider Seiten
ist, daß beide Länder, ja, die gesamte Menschheit das allergrößte Interesse
daran haben, einen Atomkrieg zu vermeiden.

Es könnte keinen direkteren

und zerstörerischen Angriff auf unsere nationale Sicherheit geben als
einen nuklearen Schlagabtausch.

+ + + ++

- 6-

�I 3
29

UUi//cn/choft
w\d Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13. Dezember 1978

WELTWEITE UNTERSUCHUNGEN ZUR WETTERFORSCHUNG
Zusammenarbeit von 149 Staaten

- (AD) - Die Meteorologische Weltorganisation (WMO, eine Organisation
der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf) eröffnete jetzt für ihr erstes
"Globales Wetterexperiment" offiziell die operationelle Phase.

Es soll

auf weltweiter Basis atmosphärische Vorgänge und Gesetzmäßigkeiten besser,
als es mit den bisher durchgeführten Untersuchungen möglich war, aufklären helfen, um die Wettervorhersage auf größere Zeiträume ausdehnen
zu können.

Die Vereinigten Staaten leisten umfangreiche Beiträge zu

dem internationalen Unternehmen.
David Arthur Davis, der Generalsekretär der WMO, bezeichnet es als
"das größte Experiment, das je für friedliche Zwecke unternommen wurde".
Es wird die 149 WMO-Mitgliedstaaten in die Lage versetzen, die Erdatmosphäre
kontinuierlich und mit einem weitaus dichteren Meßnetz als bisher unter
Beobachtung zu halten. Für die Durchführung des Projekts werden atmosphärische
Daten aus allen nur erdenklichen Quellen rund um den Globus gesammelt
und analysiert - z.B. von sogenannten geostationären Satelliten j_n

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�in 36 000 km Höhe, von Satelliten auf polaren Umlaufbahnen, von Höhenballonen für die Wetterbeobachtung, von Schiffen auf ganz bestimmten
Positionen, Meßbojen im Meer, von Instrumentensonden, die aus Flugzeugen
abgeworfen werden und an Fallschirmen niedergehen, und schließlich von
Beobachtungsstationen der Weltwetterwacht in allen Erdteilen.

Alle

Messungen des seit Jahren vorbereiteten Unternehmens werden von der
Projektzentrale der WMO in Genf koordiniert.

Der operationellen Phase,

die 12 Monate dauert, folgt die der Forschung und Analyse, die mehrere
Jahre in Anspruch nehmen wird.
Schon Mitte der achtziger Jahre könnte es aufgrund der jetzt in
Angriff genommenen zusätzlichen Untersuchungen möglich sein, exakte Wettervorhersagen zu erstellen, die statt der heute üblichen zwei bis drei Tage
10 Tage oder noch längere Zeiträume umfassen.

Für die verschiedensten

Wirtschaftszweige - von der Landwirtschaft über das gesamte Verkehrswesen
bis zur Bauwirtschaft - wäre dies von sehr großer Bedeutung.
Wie Generalsekretär Davis in einer Pressekonferenz Anfang des Monats
u.a. berichtete, sei es schwierig, die Kosten für das Weltwetterexperiment
abzuschätzen. Es stelle eine enorme Ausweitung der gegenwärtigen Vorhandenen meteorologischen Beobachtungssysteme dar. Vermutlich werden
3 000 bis 5 000 Personen in aller Welt regelmäßig mitarbeiten. Es sei
mit einem zusätzlichen Kostenaufwand von "etlichen Hundert Millionen
Dollar" zu rechnen, um den Apparat in seiner neuen Form in Gang zu bringen
und funktionsfähig zu machen.

+ + + + +

- 2 -

�UUi//cn/choft

I 3

und Technik

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13. Dezember 1978

29

NEUE FORSCHUNGSERGEBNISSE ÜBER 'LEGIONÄRSKRANKHEIT'

- (AD) - über die sogenannte Legionärskrankheit, benannt nach der
zunächst völlig rätselhaften und so bedrohlichen Epidemie unter den Teilnehmern einer Tagung der "American Legion" im Jahr 1976 in Philadelphia,
wurde im November 1978 in Atlanta (Georgia) ein internationales Symposium
abgehalten. Wie sich in der Zwischenzeit herausstellte, tritt die durch
ein Bakterium verursachte Krankheit, die Symptome ähnlich jenen der
Lungenentzündung hervorruft, häufiger auf, als zunächst angenommen wurde.
Der amerikanischen Zentralstelle für Seuchenüberwachung in Atlanta wurden
seit der Epidemie vor zwei Jahren fast 1100 weitere Fälle allein in den
USA gemeldet. Dies hatte die Behörde veranlaßt, das Symposium einzuberufen.
Dr. William Foege, der Leiter der Zentralstelle für Seuchenüberwachung,
berichtete, daß man seit der Massenerkrankung;;;in, Philadelphia, von der weit
über hundert Teilnehmer betroffen waren und die 29 von ihnen das Leben
kostete, eine Entdeckung nach der anderen im Zusammenhang mit der
"Legionärskrankheit" habe machen können.

Dessen ungeachtet habe aber

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�aber die Medizin noch sehr viel zu lernen. Auf viele Fragen wurde noch
keine Antwort gefunden.
Der bakterielle Erreger, der die Bezeichnung "Legionella Pneumophilia"
erhielt, greift nicht nur die Lunge an, die meist bleibende Schäden davonträgt.

Wie sich inzwischen herausstellte, werden auch andere lebens-

wichtige Organe betroffen.

Wenn nicht sofort nach Ausbruch der Krankheit

Antibiotika gegeben werden, können neben der Lunge auch Leber, Nieren,
Magen und das zentrale Nervensystem befallen werden.
Ärzte, die an dem Symposium teilnahmen, hatten Fälle gesehen, wo die
Patienten in Halluzinationen verfielen, lange Zeit verwirrt waren und
nicht mehr wußten, was sie sagten und taten.
dächtnis.

Andere verloren ihr Ge-

Ein Arzt aus Tennessee berichtete, daß ein Patient, den er im

Krankenhaus behandelte, Tobsuchtsanfälle bekam und festgebunden werden
mußte.
Im November veröffentlichte die amerikanische Seuchenkontrollstelle
ihre neuesten Statistiken zur Legionärskrankheit:

Bis zum 7. November

1978 waren in 43 Bundesstaaten und dem "District of Columbia" mit der
Bundeshauptstadt Washington 496 Einzelfälle regristriert worden.

Dazu

kamen 558 Fälle im Zusammenhang mit 10 epidemieartigen Erkrankungswellen,
die mit dem Vorfall in Philadelphia begannen.

Der Höhepunkt von Einzel-

erkrankungen wurde im September 1977 beobachtet.
schnitt 20 Fälle pro Monat gemeldet.

Seitdem werden im Durch-

Von der Gruppe der 496 Personen

waren, wie nachträglich ermittelt werden konnte, 309 männlichen und 120
weiblichen Geschlechts.

86 (19 Prozent) starben an der Krankheit, ihr

Durchschnittsalter lag bei 56 Jahren.

Bei 244 Fällen lagen Angaben

über die Rassenzugehörigkeit vor - es waren 210 Weiße und 34 Schwarze
betroffen.

Sofern in den Statistiken die Erkrankten auch nach dem Ge-

schlecht erfaßt waren, ergab sich, daß die Sterberate bei Männern
19 Prozent, bei Frauen 15 Prozent betrug.
Klimaanlagen
- 2 -

�Klimaanlagen scheinen in erster Linie für die Übertragung des
Erregers der Legionärskrankheit verantwortlich zu sein.

Wie aus der

Zentralstelle für Seuchenüberwachung verlautet, wurde aufgrund der
Untersuchung von epidemieähnlichen Erkrankungen in Bloomington (Indiana), Mephis (Tennessee) und Atlanta (Georgia) das Bakterium aus dem
Wasser von zwei Kühl türmen, zwei Luftbefeuchtern von Klimaanlagen und
außerdem in Wasserproben von einem Bach isoliert.

+ + + + +

- 3 -

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="8351">
                <text>13.12.1978</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="8352">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="8353">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14150">
                <text>Amerikadienst 13.12.1978</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14151">
                <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters zum Jahrestag der Menschenrechtserklärung&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außenminister Vance umreißt Grundzüge der amerikanischen Europapolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ansprache vor dem Londoner Royal Institute for International Affairs -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gute Aussichten für den US-Dollar und den US-Handel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Interview mit dem Chefberater des US-Handelsministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;SALT II dient der nationalen Sicherheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Senator Gary Hart -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;br /&gt;Weltweite Untersuchungen zur Wetterforschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Zusammenarbeit von 149 Staaten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neue Forschungsergebnisse über "Legionärskrankheit"</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="2124" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="2135">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/4b07ac2c255987a43dd3086bb57ee7c8.pdf</src>
        <authentication>a28adccc1e789e97f52f59b2773908e6</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="10723">
                    <text>13. Dezember 1989

45

INHALT

DOKUMENTATION
Ein neues Europa, ein neuer Atlantlzlsmus; Architektur für ein neues
Zeitalter
- Rede von Außenminister James A. Baker vor dem Berliner Presseclub HINTERGRUND
Nationale Sicherheitsstrategie der USA für die neunziger Jahre
- Von Paul D. Wolfowitz -

Menschenrechte im Jahr 1989
- Von Richard Schifter -

Bessere Einhaltung der Schlußakte von Helsinki in Osteuropa
- Auszüge aus dem 27. HalbJahresbericht der KSZE -

Neueste Entwicklungen im Kampf gegen Drogen
- Bericht des US-Außenministeriums -

* * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�«fc°s&gt;&lt;

'VON

AMERIKA DIENST

4

Dokumentation

13. Dezember 1989

45

EIN NEUES EUROPA, EIN NEUER ATLANTIZISMUS:
ARCHITEKTUR FÜR EIN NEUES ZEITALTER
- Rede von Außenminister Baker vor dem Berliner Presseclub BERLIN - (AD) In einer Rede vor dem Berliner Presseclub hat der amerikanische
Außenminister, James A. Baker, am 12. Dezember 1989 "eine neue Architektur"
für ein neues Zeitalter erläutert. Diese neue Architektur müsse "einen Rahmen
schaffen ... in dem die Teilung Europas überwunden und der Atlantik überbrückt
werden kann.
Baker unterstrich erneut die Unterstützung der Vereinigten Staaten und der
NATO für die deutsche Einheit. Dabei müßten jedoch Vorkehrungen getroffen
werden, "die den Bestrebungen des deutschen Volkes und den legitimen Sorgen
der Nachbarländer Deutschlands Rechnung tragen".
Bakers Rede vor dem Berliner Presseclub hat folgenden Wortlaut (es gilt das
gesprochene Wort):

Es ist eine große Ehre für einen Amerikaner, zum jetzigen Zeitpunkt in
dieser Stadt eine Rede zu halten.
Für mich und Millionen meiner Mitbürger steht Berlin seit einem halben
Jahrhundert im Brennpunkt der Geschichte.
Hier hat sich klar manifestiert,
was sich andernorts im Dunkeln
verbarg.
Hier hat Vieldeutiges seinen wahren Charakter enthüllt.
Hier haben wir Entscheidungen getroffen und die Positionen bezogen, mit denen die Welt von heute
gestaltet wurde.
Im Jahr 1945 wurde uns durch Bilder

United States Information Service
Embassy of the United States of America

des zerbombten Berlins der furchtbare
Preis des Krieges verdeutlicht.
Im Jahr 1948 verließen die Sowjets
den Alliierten Kontrollrat und verhängten die Blockade über Berlin die eindeutige Erklärung des kalten
Kriegs.
Im Jahr 1953 ging von Berlinern die
erste Volkserhebung gegen die sowjetische Tyrannei in Osteuropa aus.
Im Jahr 1961 wurde mit dem Bau der
Berliner Mauer das letzte Schlupfloch
aus dem Gefangenenlager der Nationen
verschlossen, zu dem der Ostblock
verkommen war.
Im Jahr 1971 kristallisierte sich im
Viermächteabkommen über Berlin das

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�}

schreckliche Dilemma der Entspannungspolitik - die Behauptung, daß
Zusammenarbeit zwischen Ost und West
auf der ständigen Teilung dieses Kontinents beruhe.
Dann geschah im Jahr 1989 ebenfalls
hier in Berlin das bedeutendste - und
gewiß dramatischste - Ereignis der
Nachkriegszeit.
Am 9. November wurde die Mauer zu einem Tor. Die Berliner feierten das
größte und glücklichste Wiedersehensfest der Geschichte. Und alle, die
wir diese Szenen mitverfolgten, fühlten erneut: Wir sind alle Berliner.
Erneut gingen Bilder von Berlin um
die Welt, Bilder, die von einer neuen
Realität kündeten. Die Wurzeln dieser neuen Realität lassen sich bis zu
jenen früheren Szenen zurückverfolgen
- den Szenen des dramatischen Wiederaufbaus West-Berlins nach dem Krieg,
den Szenen der alliierten Luftbrücke
in die blockierte Stadt, den Szenen
von amerikanischen und sowjetischen
Panzern, die einander am Checkpoint
Charlie gegenüberstanden.
Durch ihr Zusammenstehen in Berlin
und andernorts haben die westlichen
Staaten die grundlegenden Voraussetzungen für die Überwindung der Teilung Berlins, dieser Nation und dieses Kontinents geschaffen.
Im Zuge der jüngsten Entwicklungen
hat die Sowjetunion ein bemerkenswertes Maß an Realismus gezeigt. Präsident Gorbatschow gebürt das Verdienst
dafür,
als
erster
sowjetischer
Staatschef den Mut und die Weitsicht
besessen zu haben, die Unterdrückung
in Osteuropa zu beenden.
Der wahre Impuls für den Wandel kommt
jedoch aus einer völlig anderen Quelle: den Völkern Polens, Ungarns, der
Tschechoslowakei, Bulgariens und der
DDR.
Sie haben sich selbst befreit.
Von der Ostsee bis zur Adria hat eine

unwiderstehliche Bewegung an Kraft
gewonnen - eine Bewegung vom, durch
und für das Volk. In ihrer friedlichen, überwältigenden Mehrheit haben
die Völker Osteuropas dem Westen einen Spiegel entgegengehalten, in dem
sich die bleibende Macht unserer erhabensten Werte wiederspiegelt.
Um
Thomas Jefferson, den ersten Außenminister der Vereinigten Staaten zu zitieren: "Nichts ist im Buch der Geschichte eindeutiger festgeschrieben,
als daß diese Menschen frei sein sollen."
Diese Veränderungen bedeuten nichts
weniger als eine friedliche Revolution.
Wie Präsident Bush in der vergangenen
Woche erklärt hat, "besteht die vor
uns liegende Aufgabe darin, die
Früchte dieser friedlichen Revolution
zu konsolidieren und die Architektur
für einen kontinuierlichen, friedlichen Wandel bereitzustellen".
Als erster Schritt müssen freie Männer und Frauen freie Regierungen einsetzen. Der Weg dorthin mag schwierig oder sogar verwirrend erscheinen,
aber wir müssen ihn mit Verständnis
beschreiten.
Denn wahre Stabilität
erfordert Regierungen mit Legitimation, Regierungen, die auf die Zustimmung der Regierten gegründet sind.
Die Völker Osteuropas versuchen, solche Regierungen aufzubauen.
Unsere
Ansicht - wie sie Präsident Gorbatschow von Präsident Bush übermittelt
wurde - ist, daß die politischen und
wirtschaftlichen Reformen im Ostblock
sowohl die langfristige Stabilität in
Europa als auch die Aussichten der
Perestrojka verbessern können. Eine
legitime und stabile europäische Ordnung wird die legitimen sowjetischen
Interessen fördern und nicht bedrohen. Eine unrechtmäßige Ordnung wird
überhaupt keine Ordnung schaffen können.
Freie Menschen und freie Regierungen
sind die Bausteine eines ungeteilten,
freien Europas. In die Hoffnung auf

�ein ungeteiltes, freies Europa mischt
sich jedoch die Besorgnis einiger,
daß ein ungeteiltes Europa nicht
zwangsläufig
ein
friedliches
und
wohlhabendes
Europa
sein könnte.
Viele der Orientierungshilfen, die
uns sicher durch vierzig bisweilen
spannungsgeladene
und
bedrohliche
Jahre geleitet haben, sind nun überholt. Einige der entzweienden Fragen, die einst in Europa zu Konflikten führten, tauchen wieder auf.
Die Instrumente der westlichen Zusammenarbeit müssen sich dem Wandel in
Europa anpassen.
Gemeinsam müssen
wir eine neue Architektur für ein
neues
Zeitalter
entwerfen
und
schrittweise verwirklichen.
Diese neue Architektur muß den alten
Fundamenten und Strukturen Platz bieten, die - wie die NATO - ihre Gültigkeit behalten.
Gleichzeitig muß
sie der Tatsache Rechnung tragen, daß
diese auch neuen, gemeinsamen Zielen
dienen können. Die neue Architektur
muß den Bau von Institutionen weiterführen, die - wie die EG - dazu beitragen können, den Westen noch enger
zu verflechten und gleichzeitig als
offene Tür zum Osten zu dienen. Und
die neue Architektur muß einen Rahmen
schaffen - wie den KSZE-Prozeß -, in
dem die Teilung Europas überwunden
und der Atlantik überbrückt werden
kann.
Diese neue Struktur muß ferner zwei
spezielle Zwecke erfüllen.
Erstens
muß es als Teil der Überwindung der
Teilung Europas eine Chance geben,
die Teilung Berlins und Deutschlands
durch Frieden und Freiheit zu überwinden. Seit vierzig Jahren stehen
die Vereinigten Staaten und die NATO
für die deutsche Einheit, und wir
werden von diesem Ziel nicht abrücken.
Zweitens sollte diese Architektur
der Tatsache Rechnung tragen, daß die
Sicherheit der Vereinigten Staaten politisch, militärisch
und
wirtschaftlich - an die Sicherheit Europas gekoppelt bleibt. Die Vereinigten Staaten und Kanada teilen die

Nachbarschaft Europas.
Präsident Bush erklärte im vergangenen Mai:
"Die Vereinigten Staaten
sind und bleiben eine europäische
Macht." Dem fügte er letzte Woche
hinzu: "Die Vereinigten Staaten werden erhebliche Streitkräfte in Europa
unterhalten, solange unsere Verbündeten unsere Präsenz als Teil gemeinsamer
Sicherheitsanstrengungen
wünschen." Dies ist unsere Verpflichtung für eine gemeinsame Zukunft, eine Anerkennung der Notwendigkeit einer aktiven Rolle der Vereinigten
Staaten in Europa, einer Notwendigkeit, die sogar von Präsident Gorbatschow zugestanden wird.
Unser aller Aufgabe besteht also darin, gemeinsam auf ein neues Europa
und den neuen Atlantizismus hinzuarbeiten.
Neue Aufgaben für die NATO
Im Mai dieses Jahres schlug Präsident
Bush seinen NATO-Partnern vor, es sei
an der Zeit, sich über neue Aufgaben
für die NATO Gedanken zu machen.
Seit über vierzig Jahren hat das
Nordatlantische Bündnis den Frieden
in Europa sowohl durch Abschreckung
als auch durch den Dialog mit dem
Osten bewahrt. Heute bemüht sich die
NATO in Wien, eine neue Sicherheitsstruktur für Europa aufzubauen, in
der die militärische Komponente verringert und die politische aufgewertet ist. Dies ist die erste neue
Aufgabe der NATO.
Ein Abkommen über die konventionellen
Streitkräfte ist der Eckpfeiler dieser neuen Sicherheitsstruktur.
Im
Mai stimmte die NATO dem Plan Präsident Bushs zu, ein solches Abkommen
in einem zügigeren Zeitrahmen anzustreben.
Präsident Gorbatschow reagierte positiv auf diese Chance.
Wir sind einem Abkommen über die Begrenzung der konventionellen Streitkräfte vom Atlantik bis zum Ural inzwischen erheblich nähergekommen. In

- 3 -

�Malta schlug Präsident Bush ein Gipfeltreffen zur Unterzeichnung eines
solchen Abkommens im Jahr 1990 vor.
Heute möchte ich dem hinzufügen, daß
die Außenminister der 23 Staaten von
NATO und Warschauer Pakt ihr für Februar in Ottawa geplantes Treffen,
auf dem die Offene-Himmel-Verhandlungen eröffnet werden sollen, nutzen,
um den Stand der KSE-Verhandlungen in
Wien zu überprüfen und ihnen neue Impulse zu verleihen.
Im Zuge des Aufbaus einer neuen Sicherheitsstruktur zur Aufrechterhaltung der gemeinsamen Verteidigung
wird die Bedeutung der nichtmilitärischen Komponente der europäischen Sicherheit zunehmen. Rüstungskontrollabkommen, vertrauensbildende Maßnahmen und andere politische Konsultatiwereinbarungen werden an Bedeutung
gewinnen. In einer solchen Welt wird
sich die Rolle der NATO weiter fortentwickeln. Die NATO wird zu einem
Forum werden, in dem die westlichen
Staaten zusammenarbeiten, um Abkommen
zwischen Ost und West auszuhandeln,
durchzuführen, zu verifizieren und
auszubauen.

spektionen koordiniert.
Sie könnte
eine zentrale Anlaufstelle für von
den nationalen Regierungen bereitgestellte Informationen bilden, möglicherweise in Verbindung mit gemeinsamen europäischen Bemühungen im Rahmen
der Westeuropäischen Union.
Mit der Abschwächung der Ost-WestKonfrontation und Fortschritten bei
der
Ost-West-Zusammenarbeit
werden
weitere Herausforderungen für die europäische und atlantische Sicherheit
zutage treten. Diese weisen auf die
zweite neue Aufgabe der NATO hin.
Regionale Konflikte sind - zusammen
mit der Verbreitung von Raketen und
nuklearen, chemischen und biologischen Waffen - eine wachsende Gefahr.
Verstärkte Konsultationen der NATO zu
diesen Fragen können eine wichtige
Rolle bei der Formulierung gemeinsamer Haltungen des Westens gegenüber
diesen unterschiedlichen Bedrohungen
spielen.

In diesem Zusammenhang werden Durchführung und Verifizierung eines Abkommens
über
die
konventionellen
Streitkräfte eine große Herausforderung für das Fortbestehen der Sicherheit bedeuten. Die NATO muß hier einen wichtigen Beitrag leisten.

Drittens sollte die NATO damit beginnen, weitere Initiativen zu erörtern, die der Westen - etwa im Rahmen
des KSZE-Prozesses - einleiten könnte, um wirtschaftliche und politische
Verbindungen zum Osten aufzubauen,
die Wahrung der Menschenrechte zu
fördern, zum Aufbau demokratischer
Institutionen beizutragen und im Einklang mit den westlichen Sicherheitsinteressen ein offeneres Umfeld für
Ost-West-Handel und Investitionen zu
gestalten.

Ich lade deshalb die Regierungen der
NATO-Partner dazu ein, die Schaffung
eines NATO-Stabs zur Verifizierung
von Rüstungskontrollabkommen in Erwägung zu ziehen.
Die Verifizierung
wird in nationaler Verantwortung verbleiben. Ein solcher neuer Stab wäre
jedoch in der Lage, den Regierungen
der Mitgliedstaaten bei der Überwachung der Einhaltung von RUstungskontrollabkommen und vertrauensbildenden
Maßnahmen in Europa zur Seite zu stehen.
Eine NATO-Organisation dieser
Art könnte wertvolle Dienste leisten,
indem sie die NATO-Partner unterstützt und die Durchführung von In-

Schließlich könnte die NATO ihren
größten und dauerhaftesten Einfluß
auf die Struktur des Wandels dadurch
zum Tragen bringen, daß sie den Staaten des Ostens einen fundamental anderen Ansatz in der Sicherheitspolitik vor Augen führt. Die NATO hat in
den vierzig Jahren ihres Bestehens
eine Vision der Zusammenarbeit, nicht
des Zwangs, offener Grenzen, nicht
eiserner Vorhänge aufgezeigt.
Die
Aussöhnung ehemaliger
Feinde, die
sich unter dem Schirm der kollektiven
Sicherheit der NATO vollzogen hat,
bietet den Staaten Osteuropas ein attraktives Modell internationaler Be-

�r

Ziehungen.

auf ein geeintes Europa.

Wie immer die von den Regierungen
Osteuropas gewählten Sicherheitsbeziehungen auch beschaffen sein werden, die NATO wird den westlichen Regierungen weiterhin ein optimales Instrument an die Hand geben, um ihre
Bemühungen für Verteidigung und Rüstungskontrolle zu koordinieren und
eine dauerhafte europäische Friedensordnung aufzubauen. Die Aufrechterhaltung eines vitalen Nordatlantischen Bündnisses wird den Interessen
Osteuropas und ganz besonders auch
den Interessen der Sowjetunion dienlich sein.

Dies war das Ziel von Monet und Schumann. Dies war das von den Vereinigten Staaten Marshalls und Achesons
unterstützte Ziel. Dies war das in
den Römischen Verträgen und in neuerer Zeit in der Einheitlichen Europäischen Akte niedergelegte Ziel. Die
Vereinigten Staaten unterstützen heute dieses Ziel ebenso energisch wie
vor vierzig Jahren.

Die Rolle
schaft

der

Europäischen

Gemein-

Die künftige Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft wird eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des neuen
Europas spielen.
Das Beispiel der westlichen Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft hat bereits drastische
Auswirkungen auf die Haltung des
Ostens zu wirtschaftlicher Freiheit
gehabt. Der Erfolg dieses großartigen europäischen Experiments hat
vielleicht mehr als jeder andere Faktor - die Osteuropäer zu der Erkenntnis veranlaßt, daß Menschen ebenso
wie Staaten effektiver miteinander
kooperieren, wenn sie die Freiheit
der Wahl haben. Die Wahlurne und der
freie Markt sind die grundlegenden
Instrumente der Wahlfreiheit.
Das europäische Experiment ist jedoch
nicht nur deshalb gelungen, weil es
dem aufgeklärten Eigeninteresse der
europäischen Erzeuger und Verbraucher
entgegenkam.
Dieses Experiment gelang, weil die Visionen seiner Begründer das rein materielle Element
einschlössen und
zugleich darüber
hinausgingen. Dieses Experiment war
erfolgreich, weil es auch die Aussicht auf das höhere Ziel einer Überwindung der politischen und wirtschaftlichen Grenzen in sich barg -

Selbstverständlich streben die Vereinigten Staaten eine Europäische Gemeinschaft an, die für die Zusammenarbeit mit anderen offen ist. Wir
gehen davon aus, daß die Amerikaner
vom Zugang zu einem europäischen Binnenmarkt ebenso profitieren werden,
wie die Europäer seit langem vom Zugang zu einem einzigen amerikanischen
Markt profitiert haben. Es ist für
uns alle lebensnotwendig, daß beide
Märkte offen bleiben - und daß beide
sich sogar weiter öffnen.
Während Europa seinem Ziel eines gemeinsamen Binnenmarkts näherkommt und
sich seine Institutionen für die Zusammenarbeit in Politik und Verteidigung herausbilden, werden die Bindungen zwischen den Vereinigten Staaten
und der Europäischen Gemeinschaft
noch an Bedeutung gewinnen.
Wir
möchten, daß unsere transatlantische
Zusammenarbeit mit der europäischen
Integration und den institutionellen
Reformen Schritt hält.
Von diesem Ziel soll die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten
und der Europäischen Gemeinschaft geleitet sein, um - entweder vertraglich oder in anderer Form geregelte entschieden verbesserte institutionelle und konsultative Verbindungen
zu schaffen. Ausgehend von gemeinsamen Idealen und Werten sehen wir uns
mit einer Reihe beide Seiten betreffende Herausforderungen konfrontiert
- in den Bereichen Wirtschaft, Außenpolitik, Umweltschutz, Wissenschaft
sowie auf zahlreichen anderen Gebieten. Es wäre daher sinnvoll, für die
gemeinsame Sache unsere Antworten ge-

- 5 -

�meinsam zu erarbeiten.
Wir schlagen vor, diese Idee im Einklang mit den europäischen Bestrebungen zu Schaffung eines europäischen
Binnenmarktes bis 1992 zu erörtern,
so daß die geplante Interaktion zwischen den Vereinigten Staaten und der
Europäischen
Gemeinschaft
entsprechend den Veränderungen innerhalb der
Gemeinschaft erfolgt.
Darüber hinaus ermutigen die Vereinigten Staaten die Europäische Gemeinschaft, die Zusammenarbeit mit
den Ländern Osteuropas fortzusetzen
und zu erweitern. Die Förderung politischer und wirtschaftlicher Reformen im Ostblock ist eine gegebene Berufung für die Europäische Gemeinschaft. Aus diesem Grund waren wir
über die beim Weltwirtschaftsgipfel
von Paris getroffene Vereinbarung
außerordentlich erfreut, daß die Europäische Kommission eine besondere
Rolle innerhalb der Gruppe der 24
übernehmen sollte, um Reformen in Polen und Ungarn zu unterstützen.
Die Vereinigten Staaten haben bei der
Gewährung wirtschaftlicher und finanzieller Unterstützung für Ungarn und
Polen eng mit der Europäischen Gemeinschaft zusammengearbeitet.
Die
Vereinigten Staaten haben nahezu 1
Milliarde Dollar an Hilfsleistungen
für diese beiden Länder aufgebracht.
In dieser Woche erwarten wir von dem
Treffen der Gruppe der 24, dem Stabilisierungsfonds in Höhe von 1 Milliarde Dollar so nahe wie möglich zu
kommen, den Polen als Hilfe bei der
Einführung einer konvertierbaren Währung und makroökomischen Reformen erbeten hat.
Dies sollte nur der Anfang unserer
gemeinsamen Arbeit sein. Polen und
Ungarn müssen vierzig Jahre wirtschaftlicher Stagnation überwinden und das wird Zeit und unsere kontinuierliche
Unterstützung
erfordern.
Während die Tschechoslowakei, Bulgarien und die Deutsche Demokratische
Republik politische und wirtschaftliche Reformen durchführen, die den be-

reits in Polen und Ungarn stattfindenden vergleichbar sind, sollten die
Maßnahmen der sich um die EG konzentrierenden Gruppe der 24 unserer Ansicht nach
erweitert werden, um
friedlichen Wandel auch in diesen
Ländern zu fördern.
Wenn die Nationen Osteuropas offenere
politische und wirtschaftliche Systeme erhalten, werden sie voraussichtlich neue Beziehungen mit der Europäischen Gemeinschaft, dem Europarat
und anderen Institutionen anstreben,
die sowohl Europa als auch der internationalen Staatengemeinschaft insgesamt dienen. Solche Bindungen sollten in der Tat das Fundament unserer
Strategie zum Wiederaufbau der Volkswirtschaften in Osteuropa durch Privatkapital und Eigeninitiative bilden: Private Investoren in Osteuropa
wollen sicherlich die Gewißheit, daß
sie ihre Produkte auf westlichen
Märkten verkaufen können.
Ich bin zuversichtlich, daß kreative
neue Vereinbarungen getroffen werden
können, um den Prozeß politischer und
wirtschaftlicher Reformen in den Ländern des Ostblocks zu ermutigen und
voranzutreiben, während gleichzeitig
die Integrität und Lebensfähigkeit
bestehender
Institutionen
erhalten
wird. Wir müssen den Ländern Osteuropas Hoffnung und Chancen bieten,
die sie auf ihrem Weg zu Demokratie
und wirtschaftlicher Freiheit ergreifen können. Die jüngste Arbeit an
einem Abkommen zwischen der EG und
den sechs Nationen der Europäischen
Freihandelsassoziation hat Vorbildcharakter für verbesserte Bindungen
mit anderen Ländern.
Zwischen dem Prozeß der europäischen
Integration und erweiterter Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Nachbarländern
in Ost und West sehen wir keinen Interessenskonflikt. Unseres Erachtens
hängt die Attraktivität der Europäischen Gemeinschaft für die Länder des
Ostblocks vor allem von ihrer kontinuierlichen Lebensfähigkeit ab. Und
die Lebensfähigkeit der Europäischen

- 6 -

�Gemeinschaft hängt wiederum von ihrem
anhaltenden Engagement für das Ziel
eines geeinten Europas ab, wie es
seine Gründerväter vorgesehen hatten
- frei, demokratisch und seinen nordamerikanischen Partnern eng verbunden.

Neue Aufgaben für die KSZE
Die Institution, die alle Nationen
des Westens und Ostens in Europa unter einem Dach vereinigt - die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa - ist im Grunde ein
anhaltender Prozeß, der vor über 14
Jahren in Helsinki ins Leben gerufen
wurde. Es gab unterschiedliche Auffassungen über die Aufgaben dieses
KSZE-Prozesses. Einige sahen in der
Schlußakte von Helsinki aus dem Jahr
1975 die Ratifizierung des Status
quo, das Äquivalent eines Friedensvertrages, der den Zweiten Weltkrieg
beendete und damit die Legimitation
der ständigen Teilung Europas darstellte. Andere sahen diesen Prozeß
jedoch als Mittel zur Überwindung
dieser Teilung.
Die Dynamik des KSZE-Prozesses hält
nach wie vor an. Im Jahr 1975 haben
die Regierungen Osteuropas - im Gegensatz zu ihren Bürgern - ihre Verpflichtung zur Wahrung der ganzen
Bandbreite
grundlegender
Menschenrechte vielleicht noch nicht ernst
genommen. Die in der Schlußakte von
Helsinki
festgeschriebenen
Verhaltensnormen werden aufgrund von internationalem Druck und Unruhen im Inland zunehmend eingehalten. Im vergangenen Monat konnten wir hier in
Berlin Zeuge einer der stolzesten Errungenschaften
des
KSZE-Prozesses
werden, als die DDR ihre Verpflichtung erfüllte, ihrem Volk freie Ausreise zu gewähren.
Jetzt ist es an der Zeit für weitere
Fortschritte des KSZE-Prozesses. Jeder der drei Körbe kann mit neuer
Substanz gefüllt werden.
Erstens kann der Korb Sicherheit
durch die zur Zeit in Wien stattfin-

denden Verhandlungen der 35 Nationen
über vertrauensbildende Maßnahmen an
Bedeutung gewinnen.
Die erörterten
Abkommen sollen dazu beitragen, Gewalt oder die Androhung von Gewalt
als Mittel zur Einschüchterung einer
europäischen Nation zu verhindern.
Abgesehen davon, daß sie das Risiko
eines Krieges weiter abbauen, können
vertrauensbildende Maßnahmen ein berechenbares Schema militärischer Interaktion institutionell verankern ein Schema, das praktisch nicht umkehrbar ist und eine neue Grundlage
für Vertrauen bildet.
Zweitens kann der relativ unterentwickelte Korb Wirtschaft mit neuen
Inhalten gefüllt werden.
In Malta
hat Präsident Bush Gorbatschow den
Vorschlag unterbreitet, daß wir dieses KSZE-Forum neu beleben könnten,
indem wir uns auf die konzeptionellen
und praktischen Fragen im Zusammenhang mit dem Übergang von einer stagnierenden Planwirtschaft zu freien,
konkurrierenden Märkten konzentrieren. Werm wir uns im nächsten Mai in
Bonn zur Erörterung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit treffen, schlage
ich vor, dieses Thema in den Mittelpunkt zu stellen.
Drittens hat der KSZE-Prozeß im Bereich der Menschrechte die größten
Fortschritte erzielt. Ein Grundrecht
ist jedoch noch nicht vollständig institutionell festgeschrieben - das
Recht der Menschen, durch regelmäßige, freie und geheime Wahlen mit mehreren Parteien diejenigen zu wählen,
die sie regieren sollen.
Dies ist das vornehmste Menschenrecht
- das Recht, das alle anderen sicherstellt. Ohne freie Wahlen kann kein
Recht langfristig garantiert werden.
Mit freien Wahlen kann kein Recht
lange verweigert werden.
Am 31. Mai 1989 hat Präsident Bush in
Mainz eine neue Initiative im Rahmen
des KSZE-Prozesses angekündigt, die
zur Überwindung der Teilung Europas
beitragen soll.
Er forderte freie
Wahlen und politischen Pluralismus in

- 7 -

�allen Ländern Europas.
jetzt Wirklichkeit.

Dies

wird

Im Juni haben die Vereinigten Staaten
und Großbritannien bei der KSZE-Konferenz über Menschenrechte gemeinsam
die Initiaive für freie Wahlen unterstützt. Mit diesem Vorschlag wurden
alle 35 KSZE-Teilnehmerstaaten aufgefordert, regelmäßige und richtige
Wahlen mit mehreren Kandidaten auf
der Grundlage des universellen und
gleichberechtigten Wahlrechts in geheimer Abstimmung und unter der Aufsicht internationaler Beobachter zu
gestatten.
Jeder Bürger soll das
Recht haben, eine Partei zu gründen
oder ihr anzugehören, um ein wirklich
demokratisches
Verfahren
sicherzustellen.
Freien Wahlen sollte jetzt im KSZEProzeß höchste Priorität zukommen.
Im Jahr 1945 versprach Josef Stalin
freie Wahlen und Selbstbestimmung für
die Völker Osteuropas. Die Tatsache,
daß diese Wahlen nicht frei waren und
diesen Völkern nicht gestattet wurde,
ihr Schicksal selbst zu bestimmen,
war eine der Hauptursachen für den
kalten Krieg.
Jetzt wird dieses stalinistische Vermächtnis durch Menschen abgebaut, die
entschlossen sind, ihr Geburtsrecht
auf Freiheit
zurückzufordern.
Es
soll und wird ihnen nicht verwehrt
werden.
Nun da sich praktisch alle KSZE-Mitgliedstaaten auf dem Weg zu wirklich
funktionsfähigen repräsentativen Regierungen befinden, schlage ich die
Erwägung eines weiteren Schrittes
vor: Wir könnten die Parlamentarier
enger in den KSZE-Prozeß einbeziehen,
so daß sie nicht nur wie bisher als
Beobachter fungieren, sondern vielleicht eigene Treffen abhalten. Um
die Hinwendung zur Demokratie zu fördern, müssen wir die Institutionen
der Demokratie stärken.

Deutschland
neuen Europa

und

Berlin

in

einem

Ein neues - ungeteiltes und freies Europa muß Vorkehrungen treffen, die
den Bestrebungen des deutschen Volkes
und den legitimen Sorgen der Nachbarländer Deutschlands Rechnung tragen.
Am 28. November 1989 hat Bundeskanzler Kohl vor dem Bundestag einen Ansatz entwickelt, der die Verwirklichung der deutschen Bestrebungen in
Frieden und Freiheit zum Ziel hat.
Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der NATO in der vergangenen Woche hat Präsident Bush die seit
jeher bestehende Unterstützung der
Vereinigten Staaten für das Ziel der
deutschen Einheit erneut bekräftigt.
Er formulierte vier Prinzipien, von
denen unsere Politik geleitet ist und
ich konnte erfreut feststellen, daß
diese Gedanken in einer von den
Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft letzte Woche in
Straßburg veröffentlichen Erklärung
ihren Niederschlag gefunden haben.
Erstens muß die Selbstbestimmung ungeachtet des Ergebnisses
erfolgen.
Zu diesem Zeitpunkt
sollten wir eine bestimmte Vorstellung von Einheit weder befürworten noch ausschließen.
Zweitens
stellung

sollte die
der Einheit

Wiederherim Rahmen

der anhaltenden Verpflichtung der

Bundesrepublik Deutschland gegenüber der NATO und einer zunehmend
integrierten Europäischen Gemeinschaft und unter Berücksichtung
der Rechte und Pflichten der alliierten Mächte erfolgen.
Drittens muß die Wiederherstellung der Einheit im Interesse der
allgemeinen europäischen Stabilität friedlich und schrittweise
erfolgen.
Viertens
sollten wir in der
Frage der Grenzen unsere Unterstützung für die in der Schlußakte von Helsinki niedergelegten
Grundsätze bekräftigen.
Abschließend bemerkte Präsident Bush,
"die Überwindung der unnatürlichen

�Teilung Europas und Deutschlands muß
im Einklang mit und auf der Grundlage
von Werten erfolgen, die zu universellen Idealen werden, wenn alle Länder Europas Teil eines Commonwealth
freier Nationen werden".
Als Amerikaner bin ich stolz auf die
Rolle, die mein Land als Ihr Beistand
gespielt hat und weiterhin spielen
wird. Dieser so positive Weg wird
jedoch nicht leicht sein. Wir dürfen
nicht drängen. Er muß friedlich und
demokratisch gegangen werden.
Und
die legitimen Sorgen aller Mitgliedstaaten in dem neuen Europa müssen
berücksichtigt werden.
So wie Berlin im Herzen eines geteilten Europas stand, soll es im Herzen
eines ungeteilten und freien Europas
stehen - nicht länger als umkämpfte
Bastion der Freiheit, sondern als
Symbol der Hoffnung auf ein besseres
Leben.

Ein neues Europa, ein neuer Atlantizismus
Der sich heute in Osteuropa vollziehende Wandel berechtigt zu großen
Hoffnungen.
Ein
neues
Zeitalter
bringt jedoch unterschiedliche Sorgen
für uns alle mit sich. Einige dieser
Sorgen sind so alt wie Europa selbst,
andere wiederum ein neues Produkt des
Wandels.
Wenn der Westen das Gefüge der Zusammenarbeit aufgeben würde, das wir in
vierzig Jahren aufgebaut haben, würden diese Sorgen zu Problemen. Aber
die von uns geschaffenen Institutionen - die NATO, die Europäische Gemeinschaft und der KSZE-Prozeß - sind
lebensfähig. Auf demokratische Werte
gestützt, werden sie der Macht des
Volkes gerecht, die den neuen Kurs
der Geschichte bestimmt.
Noch wichtiger ist, daß diese Institutionen auch flexibel sind und sich
rasch verändernden Gegebenheiten anpassen können. Wenn wir uns anpassen
und unsere Zusammenarbeit untereinan-

der und mit den Nationen des Ostblocks erneuern und erweitern, werden
wir ein neues Europa auf der Grundlage eines neuen Atlantizismus schaffen.
Die NATO wird weiterhin das wichtigste Bindeglied zwischen Nordamerika
und Europa sein. Während RUstungskontrollabkommen und politische Vereinbarungen die immer noch lebenswichtige militärische Komponente der
europäischen Sicherheit zunehmend ergänzen, wird die NATO neue Aufgaben
übernehmen.
Die Europäische Gemeinschaft ist bereits
jetzt
der
wirtschaftliche
Stützpfeiler
im
transatlantischen
Verhältnis. Darüber hinaus wird sie
- vielleicht gemeinsam mit anderen
europäischen Institutionen - politische Aufgaben von zunehmender Bedeutung übernehmen. Sie hat es sogar
bereits getan, wie die Koordinierung
der westlichen Bestrebungen zur Unterstützung der Reformen in Osteuropa
durch die Gemeinschaft belegt.
Im
Verlauf dieses Prozesses sollten die
Bindungen zwischen den Vereinigten
Staaten und der Europäischen Gemeinschaft stärker werden, die von uns
erörterten Themen vielfältiger und
unsere gemeinsamen Bestrebungen grössere Bedeutung erlangen.
Gleichzeitig werden die Überschneidungen zwischen der NATO und den europäischen
Institutionen
zunehmen.
Diese Überschneidungen müssen zu einer Synergie, nicht zu Spannungen
führen.
Bessere Kommunikation zwischen europäischen und transatlantischen Institutionen wird vordringlich.
Der KSZE-Prozeß sollte zum wichtigsten Forum der Zusammenarbeit zwischen Ost und West werden. Sein Mandat wird mit zunehmender Festigung
dieser Zusammenarbeit an Bedeutung
gewinnen.
So wie sich die Veränderungen vollziehen und die Teilung Europas überwinden, so wird auch die Teilung
Deutschlands und Berlins in Frieden
und Freiheit überwunden werden.

- 9 -

�In diesem Herbst haben wir bei den
großen Demonstrationen in Leipzig,
Dresden und Berlin einen lauten Ruf
vernommen.
"Wir sind das Volk!",
rief die Menschenmenge der Partei zu,
die in ihrem Namen regierte. Auf der
anderen Seite der Erdkugel sprach
Lech Walesa vor dem amerikanischen
Kongreß und dankte den Vereinigten
Staaten für die Unterstützung der
Freiheit in Polen.
Er begann mit
Worten, die vor zweihundert Jahren
geschrieben wurden - Worten, die über
der amerikanischen Verfassung stehen:
"Wir, das Volk.
"Wir, das Volk..." und "Wir sind das
Volk" zieht sich wie ein roter Faden
durch die Geschichte von 1789 zu
1989. Was die Gründerväter Amerikas
wußten, wissen heute auch die Menschen in der DDR und Osteuropa - daß
Freiheit eine Segnung, aber kein Geschenk ist.
Daß das Tagewerk der
Freiheit niemals beendet ist und niemals
alleine
verrichtet
wird.
Zwischen dem Amerika des "Wir, das
Volk..." und dem Europa des "Wir sind
das Volk" kann es keine Teilung geben. Auf dieser Grundlage wir ein
neuer Atlantizimus gedeihen und ein
neues Europa entstehen.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

"V,oN^

13. Dezember 1989

45

NATIONALE SICHERHEITSSTRATEGIE DER USA FÜR DIE NEUNZIGER JAHRE
Von Paul D. Wolfowitz

(Der Autor ist Unterstaatssekretär für politische Angelegenheiten im US-Verteidigungsministerium. Der nachfolgende Artikel stützt sich im wesentlichen
auf eine kürzlich in der National Defense University gehaltenen Red*.)

Bevor wir ernsthaft über eine zukünftige Strategie nachdenken, müssen wir
das Umfeld verstehen, in dem das Verteidigungsministerium in den nachten
fünf Jahren operieren wird.
Ich
möchte es aus meiner Sicht kurz umreißen und mit der Lage im Inland beginnen.
Es besteht kein Zweifel daran, daß
der Verteidigungshaushalt in diesem
Jahr gekürzt wird und ich vermute, es
handelt sich hierbei nicht um die
letzten Kürzungen, obwohl der Anteil
der Verteidigungsausgaben am Bruttoso zialprodukt seit mehreren Jahren
rückläufig war.
Der ausschließlich
aus haushaltspolitischen Erwägungen
ausgeübte Druck auf den Verteidigungsetat wird jedoch anhalten - aufgrund des kontinuierlichen Defizits
und der wachsenden Belastung durch

United States Information Service
Embassy of the United States of America

andere Anforderungen, mit denen wir
uns konfrontiert sehen (der Kampf gegen Drogen oder die Erweiterung der
Gesundheitsfürsorge, um nur einige
Beispiele zu nennen). Die daraus resultierenden Kürzungen des Verteidigungshaushalts
können
beträchtlich
sein.
Das Verteidigungsministerium sieht in
diesen Einschnitten nicht schlicht
und einfach ein Übung, den Schmerz zu
verlagern oder eine Reihe kurzfristiger Notbehelfe, um vorübergehende
Zeiten der Not zu überbrücken. Wenn
in der Vergangenheit eine solche
Sicht der Dinge vorherrschte, unterminierten die infolgedessen vorgenommenen Kürzungen die Bereitschaft und
Qualität unserer Streitkräfte.
Die
unzulängliche Besoldung, die haus-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�haltspolitisch praktischen, aber operativ ruinösen Kürzungen der Mittel
für Wartung, Übungen usw. überließen
uns, um einen Stabsschef zu zitieren,
"eine ausgehöhlte Armee" - und das
galt nicht nur für die Armee. Wir
werden unsere Truppenstruktur erneuern und nicht nur an ihr herumschustern.
Dabei müssen wir natürlich den haushaltspolitischen Realitäten Rechnung
tragen, aber vor allem eine Anpassung
an neue strategische Gegebenheiten
vornehmen.
Hierbei
spielen
vier
grundlegende Aspekte des äußeren Umfelds eine Rolle.
Erstens sind wir alle außerordentlich
beeindruckt von der Liberalisierung
der Regime in Osteuropa und der unleugbar zunehmenden Offenheit in der
Sowjetunion. Die wichtigsten bisherigen Veränderungen waren vowiegend
politischer - spektakulärer - Natur,
aber wir haben guten Grund zu der Annahme, daß sich auch das Sicherheitsumfeld entscheidend verbessert. Der
Prozeß ist noch in vollem Gange. Wir
wünschen dem Reformpro zeß in der Sowjetunion Erfolg; aber wir müssen uns
auch für ein Scheitern wappnen.
Selbst wenn die Reformen in der Sowjetunion - wie wir hoffen - von Dauer sind, stehen wir dennoch auf lange
Sicht in Konkurrenz zur Sowjetunion,
wenn auch in unterschiedlicher Weise
und
anderem
Ausmaß
als
bisher.
Selbst wenn die Sowjets einschneidende Kürzungen ihrer militärischen Aufwendungen vornehmen, die für einen
Abbau der erdrückenden Last auf ihre
Volkswirtschaft unerläßlich sind, beabsichtigen
sie
zweifellos, eine
Weltmacht mit globalen Interessen zu
bleiben.
Und trotz Anzeichen, daß
die sowjetischen Militärausgaben ihren Höhepunkt überschritten haben,
müssen wir uns vor Augen führen, daß
unwiderlegbare Informationen über einen Abbau der sowjetischen Streitkräfte und ein Zurückschrauben der
militärischen Bestrebungen noch immer
nur vereinzelt und nicht schlüssig
sind und die Reduzierungen von einem

außerordentlich hohen Niveau aus vorgenommen werden.
Eine zweite elementare Tatsache ist,
daß wir uns mit einer Welt konfrontiert sehen, in der immer mehr Staaten militärische Macht haben, die alle das Recht für sich beanspruchen,
sie einzusetzen, wie es ihnen angebracht erscheint.
Ihnen allen ist
unsere Besorgnis über die Verbreitung
ballistischer
Raketen,
chemischer
Waffen und der Technologie zur Herstellung von Atomwaffen bekannt. Von
ebensolcher Bedeutung ist, daß zahlreiche Staaten der sogenannten Dritten Welt über modernste konventionelle Waffen wie Marschflugkörper verfügen, und zwar in großer Zahl. Die
Panzerflotte der irakischen Armee ist
beispielsweise in ihrer Größe derjenigen der Bundeswehr vergleichbar.
Potentielle Gegner in der Dritten
Welt sind kein triviales militärisches Problem mehr - wenn sie das je
waren: Grenada ist nicht die Art von
Krisenherd, wie wir ihn voraussichtlich allzu häufig erleben werden,
noch ist es die Herausfordrung, an
der wir unsere Erfordernisse messen
sollten.
Drittens ist die erste Realität zeitgenössischer Weltpolitik der Wandel in vielen Bereichen und unterschiedlichsten Dimensionen.
Selbst wenn
die sowjetische Bedrohung auf Dauer
verschwinden würde - und das Ist bei
weitem noch nicht der Fall - wird
amerikanische Macht dem Wunsch zahlreicher Länder entsprechend als Stabilisator erforderlich sein.
Trotz
all unserer Fehler sind wir als mächtiges aber saturiertes Land bekannt,
offen und toleranter als die meisten
anderen. Ein Abbau unserer Präsenz
in Übersee würde weltpolitisch gesehen logischerweise dazu führen, daß
die lokalen Mächte mehr Ressourcen
und Anstrengungen darauf verwenden,
selbst Sicherheit und Stabilität zu
erlangen. In einigen Teilen der Welt
hätte dies keine negativen Auswirkungen. In anderen würde es nicht nur
zu Verschwendung führen, sondern zu
wachsenden Spannungen, verschärften

- 2 -

�Rivalitäten
Krieg.

und

vielleicht sogar zu

Viertens stehen wir an der Schwelle
zu einer Phase revolutionären Wandels
in der Wehrtechnik. Die Sowjets, die
gewiefte Kenner dieser Materie sind,
bezeichnen sie sogar als "Revolution
militärischer Angelegenheiten".
Ihrer Ansicht nach ist sie den Veränderungen vergleichbar, die durch die
Erfindung der Atomwaffe oder - zu einem früheren Zeitpunkt der Geschichte
- durch die Verbindung von Flug zeug
und Panzer zur Strategie des Blitzkriegs, herbeigeführt wurden.
Die
heute in unseren Arsenalen gelagerten
Waffen und vor allem diejenigen, die
sich im nächsten Jahrzehnt dort befinden werden, verfügen über größere
Reichweite und Zielgenauigkeit und
sind in einem in der Geschichte der
Kriegführung ungekannten Maße todbringend.
Die Erfindung von "unsichtbaren" Plattformen wird die Art
des Luftkampfes verändern und der
allgegenwärtige Computerchip hat das
Führungswesen in einem Maße revolutioniert, das wir erst allmählich
verstehen lernen. Der Weltraum ist
zu einem zunehmend wichtigen Schauplatz militärischen Wettbewerbs geworden.
In der zweiten Hälfte der
neunziger Jahre kündigen sich noch
tiefgreifendere
Veränderungen
an,
wenn Waffen auftauchen werden, die
auf von den Sowjets gerne so be zeichneten "neuen physikalischen Prinzipien" basieren - Laser, leistungsstarke
Mikrowellen, elektromagnetische Kanonen usw.
Als ersten Schritt der anhaltenden
Bemühungen zur Verbesserung der Planung im Verteidigungsministerium haben wir ein neues, langfristiges Planungsdokument - die Richtlinie zur
Verceidigungsplanung
entwickelt,
die Teil der Bestrebungen zur Bewältigung dieser Situation ist und die
beste Anwendung knapperer Verteidigungsressourcen auf lange Sicht gewährleisten soll. Im einzelnen enthält sie Kernstücke der Innenpolitik
und Militärstrategie und formuliert
ein Junktim
zwischen Politik und

Strategie einerseits und die zu ihrer
Unterstützung erforderlichen Fähigkeiten andererseits. Verglichen mit
dem bisherigen stellt das neue Planungssystem einen Fortschritt dar.
Es ist unerläßlich, sich vor Augen zu
führen, was unsere neue Strategie auf
lange Sicht beinhaltet. Gelegentlich
machen wir den Fehler, unter einer
Strategie eine Art Blaupause eines
Gesamtplans zu verstehen. Historisch
gesehen war dies niemals der Fall,
wie gute Kenner der Geschichte des
Zweiten Weltkriegs oder der frühen
fünfziger Jahre wissen. Die Strategiefindung ist vielmehr ein stetiger
Prozeß, der jedoch aus einem umfassenderen Denkgebäude gespeist werden
muß.
Ich möchte hier einige der
wichtigsten Elemente dieser weitreichenden Vision nennen.
Geht man davon aus, daß die Sowjets
ihre Versprechungen erfüllen und ihre
Streitkräfte in Europa und andernorts
abbauen und vorausgesetzt, die Liberalisierung in der UdSSR hält an und
wird in Osteuropa mehr und mehr verankert, könnten wir die heute für die
Verteidigung
Europas
gebundenen
Streitkräfte reduzieren. Wir werden
jedoch für die absehbare Zukunft eine
bedeutende - und in der Tat lebenswichtige - Rolle in Europa beibehalten, darunter beträchtliche aktive
Streitkräfte und die Fähigkeit, sie
zu verstärken.
Insgesamt sind in
diesem Bereich erhebliche Verringerungen möglich.
Gleichzeitig müssen wir unsere Mobilisierungsfähigkeit verbessern. Nach
einer Reduzierung unserer aktiven
Streitkräfte werden wir die Fähigkeit
benötigen, unsere Militärmacht je
nach Bedarf aufzufüllen. Das bedeutet, daß wir der rüstungsbezogenen
industriellen Basis sowie der für eine Mobilisierung erforderlichen organisatorischen Infrastruktur mehr Aufmerksamkeit widmen müssen als bisher.
Es bedeutet ferner, daß wir uns zwingen, den Gedanken aufzugeben, nur mit
dem zu kämpfen, was wir haben - eine
kurzfristige Perspektive, die nicht

- 3 -

�mehr angemessen sein wird. Wir benötigen langfristig eine Skala von Mobilisierungsoptionen
als Versicherungspolice in diesem Zeitalter des
rapiden und in manchen Fällen revolutionären Wandels.
Darüber hinaus müssen wir uns auf das
konzentrieren, was man als "Stabilitätsmission" bezeichnen könnte. Zusät zlich zu der weiterbestehenden sowjetischen Herausforderung, die auch
in Zukunft beträchtlich sein wird,
und verschiedenen Bedrohungen in der
Dritten Welt, werden wir eindeutig
eine Weltmacht mit globalen Interessen bleiben. Wir werden in vielen
Teilen der Welt nach wie vor oberster
Garant der Ordnung sein. Wir werden
diesen Pflichten jedoch auf verschiedene Art und Weise gerecht werden,
möglicherweise mit weniger im Ausland
stationierten Streitkräften.
Wir sollten die zur Erforschung neuer, vielversprechender militärischer
Technologien erforderlichen Investitionen tätigen, darunter auch die mit
der Strategischen Verteidigungsinitiative verbundenen, aber nicht diese
allein. Der militärische Pessimismus
der Sowjets im Hinblick auf ihre Fähigkeit, mit uns bei der Entwicklung
militärischer Technologien gleichzuziehen, war ein wichtiger Faktor, der
zu ihrer Unterstützung der Perestrojka beigetragen hat. Mit zunehmendem
Umfang der Herausforderungen in der
Dritten Welt möchten wir ferner sicherstellen, daß wir potentiellen
Gegnern gegenüber im Vorteil sind.
Insbesondere werden wir in denjenigen
Bereichen auf Fortschritte drängen,
die es uns gestatten werden, Gewalt
anzuwenden, ohne mehr amerikanische
Soldaten zu gefährden als unbedingt
notwendig.
Ich habe nur einen Teil unseres neuen
strategischen Denkens angesprochen:
Wie ich bereits sagte, ist es ein dynamischer Prozeß, der sich einem sich
verändernden Umfeld im In- und Ausland anpassen wird.

* * * * *

�AMERIKA DIEN
VON

Hintergrundmaterial

&amp;

13. De zember 1989

45

MENSCHENRECHTE IM JAHR 1989
Von Richard Schifter

(Der Autor ist Abteilungsleiter für Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im amerikanischen Außenministerium. Der nachstehende Beitrag wurde einer Rede entnommen, die im Rahmen einer Konferenz des US-Außenministeriums zum
Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 1989 gehalten wurde.)

John Reed gab seinem Bericht über die
russische Oktoberrevolution den Titel
"Zehn Tage, die die Welt erschütterten". Vielen erschien dieser Titel
zu gewagt. Sie nahmen an, die dort
beschriebenen Ereignisse hätten nicht
die Bedeutung, die ihnen von John
Reed beigemessen wurde. Von der Warte des Jahres 1989 aus können wir jedoch sagen, daß Reed Recht hatte.
Die Ereignisse des Herbstes 1917 in
Petrograd waren dazu bestimmt, im
Lauf der Zeit die Entwicklung der
Welt für den Großteil des zwanzigsten
Jahrhunderts grundlegend
zu beeinflussen.

sche Störung andauerte. Meines Erachtens waren es rund 1 000 Tage, begannen diese wahrhaft welterschütternden Ereignisse kaum wahrnehmbar
vor etwa drei Jahren - im Dezember
1986 -, als in Gorki an eine Wohnungstür geklopft wurde. Als die Bewohner öffneten, erblickten sie vor
sich einige Arbeiter, die erklärten,
sie hätten Anweisung erhalten, ein
Telefon zu installieren. Wenige Tage
danach erfolgte der berühmte Telefonanruf von Michail Gorbatschow, der
Andrej Sacharow einlud, nach Moskau
zurückzukehren.

Und heute, am Tag der Menschenrechte
1989 können wir zweifellos feststellen, daß die Welt erneut erschüttert
wurde, und wir können dann darüber
diskutieren, wie lange diese seismi-

Kurz darauf kehrten abgemagerte, aber
dennoch hochgestimmte politische Gefangene aus dem GULAG zurück, und es
begann eine schrittweise, anfänglich
nahezu unmerkliche Lockerung der Un-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�terdrückungsmechanismen in der Sowjetunion. Mit der Zeit wurden wir
Zeugen, wie die Dynamik der Kräfte
des Wandels sich so sehr beschleunigte, daß uns in den letzten Monaten
schier der Atem wegblieb.
Da nur
noch Rumänien und Albanien als Diktaturen alten Stils in Osteuropa übrig
sind, können wir mit Fug und Recht
behaupten, daß der europäische Kontinent niemals zuvor in der Geschichte
der Nationalstaaten der Verwirklichung echter Freiheit so nahe war.
Es wurde die Frage gestellt, wie wir
auf das Drama reagieren sollten, das
sich heute vor unseren Augen abspielt. Ich meine, zunächst mit Respekt und Bescheidenheit.
Uns hat
entweder der Zufall der Geburt oder
das Glück, einwandern zu dürfen, dazu
verholfen, in diesem gesegneten Land
zu leben, in einem Land, das jedem
von uns die Chance gegeben hat, unser
Schicksal selbst in die Hand zu nehmen anstatt Spielball der Geschichte
zu sein. Den Gründern dieses Landes,
den Vätern unserer Verfassung gebührt
unser Dank für die Schaffung eines
Regierungssystems und einer Gesellschaftsordnung, die uns so gut gedient hat.
Anstatt uns also zu ideologischen
Siegern zu erklären, sollten wir denjenigen in Osteuropa die Hand reichen, die die Gültigkeit der Grundsätze erkannt haben, auf denen dieses
Land gegründet wurde und die wir in
die Wiege gelegt bekamen. Wir sollten erkennen, daß wir heute die einmalige Gelegenheit haben, die Sache
der Demokratie und der Menschenrechte
auf internationaler Ebene zu forden
und damit am Ende dieses gepeinigten
Jahrhunderts der Welt eine Chance zu
Frieden und Ruhe zu bieten.
Dafür gibt es jedoch nur eine Chance,
keine Gewißheit. In der letzten Zeit
haben so viele gänzlich unerwartete
Ereignisse stattgefunden, die wirklich Anlaß zu Euphorie geben und uns
in die Gefahr bringen können, die Zukunft zu optimistisch einzuschätzen.
Es wäre gleichzeitig jedoch ein ern-

ster Fehler, wenn wir nicht erkennen
würden, daß wir heute Chancen zur
Förderung der Menschenrechte haben,
die vor drei Jahren einfach nicht
existierten.
Wir alle waren dieses Jahr von den
Ereignissen in Budapest und Warschau,
in Berlin, in Sofia und schließlich,
nach 21 Jahren der Finsternis, durch
die Rückkehr des Prager Frühlings
tief bewegt. Wir müssen uns jedoch
verdeutlichen, daß die von der Bevölkerung in diesen fünf Hauptstädten
zum Ausdruck gebrachte Stimmung schon
immer bestanden hat. Der Grund, warum diese Empfindungen heute den Charakter von Regierung und Staat prägen
könnten, liegt in den Veränderungen,
die in Moskau stattgefunden haben.
Die Entwicklungen in Moskau werden
weiterhin die entscheidende Rolle in
der unmittelbaren Zukunft spielen.
Der Leiter der RUstungskontroll- und
Abrüstungsbehörde, Botschafter Lehmann, hat bei mehreren Gelegenheiten
darauf verwiesen, daß Fortschritte im
Bereich der Menschenrechte in der Sowjetunion sehr viel mehr als jede Rüstungskontroll- und
Inspektionsmaßnahme zur Gewährleistung unserer Sicherheit beitragen werden. Es gibt
guten Grund, dieser Beobachtung zuzustimmen. Unser seit 1945 bestehender
Konflikt mit der Sowjetunion wurde
nicht von solch herkömmlichen Gründen
für internationale Auseinanderset Zungen wie Konkurrenzkampf um Märkte und
Einflußbereiche geschürt. Er war von
einer Ideologie geleitet, die vorgab,
alle Antworten auf die so zlalen und
wirtschaftlichen Probleme der Menschheit zu haben und deren Anhänger alle
zur Verfügung stehenden Mittel einschließlich Gewalt und Subversion
nutzten, um denen das Paradies auf
Erden zu bringen, die davon noch
nicht überzeugt waren. Das war die
Ideologie der Macht, der wir widerstanden haben.
Die Begründung für den Einsat z von
Gewalt auf internationaler Ebene war
gleich2eitig der Grund für Gewaltanwendung im Inland. Diejenigen, die

- 2 -

�glaubten, sie hätten den Weg zu einer
besseren Welt gefunden, stürzten sich
in einen Kampf gegen alle, die im Wege standen - sei es im In- oder Ausland. Im Inland fand dieser Kampf in
der brutalen Unterdrückung von Menschenrechten
seinen Ausdruck.
Im
Ausland in massiver Aufrüstung und
Pressionen, Expansionismus und Subversion.
In der Tat ist das Thema Menschenrechte der Lackmustest
für alle
Aspekte der politischen und sozialen
Entwicklungen eines Landes und seinem
Verhalten auf der internationalen
Bühne. Eine Bewertung der Menschenrechtstendenzen in der Sowjetunion
hat daher große Bedeutung für unsere
Beurteilung der internationalen Szene.
Seit über 2 5 Jahren wissen wir um die
Existenz einer Menschenrechtsbewegung
in der Sowjetunion. Wir kennen die
Namen der mutigen Männer und Frauen,
die ihre Karriere, Stellung in der
Gesellschaft und häufig ihre Freiheit
geopfert haben, um ihren Glauben an
ein demokratisches Leben zu verteidigen. Was wir nicht wußten und für
viele von uns eine Überraschung war,
ist, daß die Überzeugung dieser Dissidenten von vielen sowjetischen Bürgern geteilt wurde, die nicht wagten,
den Mund aufzumachen. Noch erstaunlicher war, daß unter den Verfechtern
eines demokratischeren Systems Menschen waren, die Führungspositionen
innehatten und Verantwortung im System selbst trugen.
Als Präsident
Gorbatschow begann, die Unterdrückung
zu lockern, die so lange auf der sowjetischen Bevölkerung gelastet hatte, kamen auch diese heimlichen Demokraten im Establishment zum Vorschein.
Anstelle des politischen Monolithen
der vergangenen Jahre sehen wir in
der Sowjetunion heute ein breites
Meinungsspektrum, das von den radikalsten Befürwortern
von Reformen
über Verfechter schrittweiser Reformen an seinem äußersten Ende bis zu
denjenigen reicht, die eine Rückkehr
zur Autokratie herbeisehnen. Letztere Gruppe ist ein befremdliches Kon-

glomerat von Stalinisten und anderen,
die im Geiste noch Monarchisten sind.
Ferner gibt es die große Gruppe von
Sowjetbürgern, die sich verständlicherweise eher mit dem Alltag und ihrem persönlichen Lebensstandard beschäftigen als mit der politischen
Struktur des Landes.
Heute ist es offensichtlich, daß der
Erfolg der Reformer nicht nur im Interesse der Menschen in der Sowjetunion, nicht nur im Interesse der
osteuropäischen Nationen, sondern im
Interesse der ganzen Welt liegt.
Letztlich wird ihr Erfolg von ihren
eigenen Aktionen und den Reaktionen
ihrer Völker und sonst niemand abhängen. In dem Maße, in dem die Zusammenarbeit mit ihnen ihre Aussicht auf
Erfolg verbessert, müssen wir es zumindest versuchen. Es steht so viel
auf dem Spiel.
Das ist die Botschaft, die unser Präsident immer
wieder hervorgehoben hat.
Osteuropa ist nicht der einzige Ort,
an dem im vergangenen Jahr Fortschritte bei den Menschenrechten verzeichnet wurden. Ein weiteres Land,
das zielstrebig den Weg zur Demokratie verfolgt, ist Chile. In Namibia
sind freie Wahlen abgehalten worden.
Es besteht sogar Grund zu Hoffnung
auf Fortschritte bei der Wahrung der
Menschenrechte in Südafrika.
Eine allzu optimistische Schilderung
der Ereignisse des vergangenen Jahres
wird jedoch bedauerlicherweise den
Tatsachen nicht ganz gerecht. Osteuropa hat zwar dem Leninismus entsagt,
dieser hat jedoch in Lateinamerika
und Asien neue Opfer gefunden. Die
Tyrannen mit der längsten Amtszeit,
Kim II Sung und Fidel Castro, haben
ihre Länder immer noch im festen
Griff der Diktatur. Darüber hinaus
werden auch täglich aus allen Teilen
der Welt Menschenrechtsverlet zungen
gemeldet,
die
keiner
totalitären
Ideologie folgen - die Zeit ist also
eindeutig noch nicht reif, als daß
sich die Verfechter der Menschenrechte anderen Problemen zuwenden könnten.

- 3 -

�In China konnten wir nicht nur die
tragischen Ereignisse des 4. Juni und
die darauffolgende Unterdrückung beobachten. Auch in Fachzeitschriften
und anderen Publikationen wurde in
Angriffen auf unser Land erneut die
Behauptung vorgebracht, wir in den
Vereinigten Staaten wollten China unsere Maßstäbe bei den Menschenrechten
aufoktroyieren und würden uns damit
in die inneren Angelegenheiten des
Landes einmischen.
Die sogenannten
amerikanischen Maßstäbe werden dann
in klassischer kommunistischer Terminologie als bürgerliche Vorstellungen
abqualifiziert - die dem gegenwärtigen Entwicklungsstand der chinesischen Gesellschaft nicht gerecht würden.
Ich möchte diese Gelegenheit ergreifen, um nochmals auf Fakten hinzuweisen. Die gegenwärtig an China und
andere Länder angelegten Maßstäbe
sind keine amerikanischen Vorgaben.
Es sind allgemeingültige Maßstäbe,
die weltweit Anerkennung finden. Und
Kommentare über die mangelnde Einhaltung dieser Maßstäbe seitens einer
Regierung wird in der internationalen
Staatengemeinschaft nicht mehr als
Einmischung gewertet. Sie gelten als
angemessene Reaktion auf Fälle, bei
denen eine Regierung die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
festgelegten
Maßstäbe
ignoriert.
Chinas Stimmabgaben bei den Resolutionen der Vereinten Nationen zu Südafrika lassen keinen Zweifel an der
Meinung der Regierung der Volksrepublik China, Kommentare zu Menschenrechtsverlet zungen in anderen Ländern
seien angemessen und keineswegs eine
unrechtmäßige Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Landes.

te des einzelnen zu gewährleisten und
daß diese Regierungen ihre Macht nur
aus der Zustimmung der Regierten ableiten können. Diese Worte dokumentieren meines Erachtens nicht nur die
Auffassung der Vereinigten Staaten,
sondern aller demokratischen Volksvertretungen im KSZE-Prozeß. Sie dokumentieren sicherlich auch die Meinung einer großen Zahl und vielleicht
einer Mehrheit der Bürger in Ländern,
deren Regierungen diesen Grundsät zen
nicht gerecht werden.
Insbesondere
diesen Menschen - den KSZE-Beobachtern, den Mitgliedern der Charta 77,
der Solidarität und all denen, die
sich für die Sache der Freiheit einsetzen - müssen wir die Botschaft
übermitteln, daß sie nicht verzweifeln dürfen und sie an die letzte
Strophe des Liedes von den Moorsoldaten aus den dreißiger Jahren erinnern:
"Doch für uns gibt es kein
Klagen, ewig wird's nicht Winter
sein. Einmal werden froh wir sagen:
'Heimat, Du bist wieder mein.'"
Wenige von uns hätten je gedacht, daß
das Ende des Winters in Osteuropa so
unmittelbar bevorstand.
Wir hegen
die Hoffnung, daß diejenigen in Osteuropa, die der Demokratie und den
Menschenrechten verpflichtet sind, in
den kommenden Monaten ihre Gewinne
konsolidieren.
Wenn ihnen das gelingt, haben wir Grund zu der Annahme, daß die in den vergangenen Jahren
beobachtete Tendenz sich weltweit
fortset zen und die Allgmeine Erklärung der Menschenrechte wirklich allgemein anerkannt wird.
Für dieses
Ziel müssen wir alles in unserer
Macht Stehende tun.

Um auf die von mir eingangs erwähnten
positiven Entwicklungen zurückzukommen, möchte ich aus der Schlußbemerkung einer von mir am 28. Januar 1987
in Wien gehaltenen Rede zitieren.
Ich habe damals erklärt, wir in den
Vereinigten Staaten vertrauten auf
das Prinzip, daß Regierungen von Menschen eingesetzt wurden, um die Rech-

- 4-

* * * * *

.

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial
13. Dezember 1989

45

BESSERE EINHALTUNG DER SCHLUSSAKTE VON HELSINKI IN OSTEUROPA
- Auszüge aus dem 27. HalbJahresbericht der KSZE WASHINGTON - (AD) - Dem 27. Halb Jahresbericht der KSZE über die "Durchführung
der Schlußakte von Helsinki und die Schlußdokumente von Madrid und Wien" zufolge konnte eine erhebliche Verbesserung bei der Einhaltung der KSZE-Ziele
beobachtet werden, auch wenn einige Ostblockstaaten noch immer ihre Verpflichtungen brechen. Der Bericht deckt den Zeitraum vom 1. April - 30. September
1989 ab und wurde dem Kongreßausschuß über Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa von Außenminister Baker im Namen von Präsident Bush vorgelegt. Die
zahlreichen Ereignisse von ungeheurer Tragweite, die seit dem 30. September
1989 stattgefunden haben, wie die Öffnung der Berliner Mauer und die neue Führung in Bulgarien, der Tschechoslowakei und der DDR, werden im nächsten Halbjahresbericht der KSZE behandelt.
Nachfolgend veröffentlichen wir Kapitel 1 des Berichts in wesentlichen Auszügen.
UdSSR
Im Berichtszeitraum konnte ein im
großen und ganzen positiver Kurs der
Sowjetunion bei der Durchführung der
Schlußakte
von Helsinki und der
Schlußdokumente von Madrid und Wien
beobachtet werden.
Darüber hinaus
waren einige beachtliche, wenn auch
nicht unumkehrbare Fortschritte zu
verzeichnen.
Zu den Fortschritten zählen die anhaltende Zahl der Auswanderer und die
Reformierung des Obersten Sowjets.
Das sowjetische Vorgehen während der
Unruhen in Tiflis Anfang April, bei
denen am 9. April mindestens 19 Demonstranten von sowjetischen Sicherheitskräften getötet wurden, belegt
in drastischer Weise, daß die Fort-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

schritte nicht unumkehrbar sind und
institutionell verankert werden müssen.
Bemerkenswerterweise wurden auch die
in den vergangenen zwei Jahren erzielten entscheidenden Verbesserungen
bei der Wahrung der Menschenrechte
nicht beeinträchtigt, trotz größerer
Herausforderungen an das sowjetische
System während des Berichtszeitraums
wie der Bergarbeiterstreik und Massendemonstrationen ethnischer Minderheiten.
Das Streben der sowjetischen Führung
nach Glasnost und "Demokratisierung"
führte zu einer weiteren Öffnung der
sowjetischen Gesellschaft. Hier wurden die größten Fortschritte verzeichnet.
Der neue Kongreß der

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Volksdeputierten und der Oberste Sowjet nahmen eine gewisse Einschränkung des Machtmonopols der Kommunistischen Partei. Mit der Gründung
einer regionenübergreifenden parlamentarischen Gruppe wurde ein hochrangiges Forum für alternative Ansichten geschaffen.
Nach wie vor ist die Durchführung der
Schlußakte von Helsinki durch die Sowjets letztlich jedoch aufgrund von
bürokratischem Widerstand und fehlenden Institutionen unzulänglich, dank
derer der Bürger diese Widerstände
überwinden
könnte.
Menschenrechte
sind in der UdSSR weiterhin eher ein
politisches
Instrument
und
keine
rechtlich verankerte Gegebenheit.
Auf internationaler Ebene hat die Sowjetunion
ihre Verpflichtungen im
Rahmen der umfassenden vertrauensund sicherheitbildenden Maßnahmen des
Stockholmer Dokuments verwirklicht.
Die UdSSR wird mehr und mehr ein
lautstarker Verfechter multilateraler
Zusammenarbeit
zur Bekämpfung von
Terrorismus und zeigt darüber hinaus
auch wachsendes Interesse an bilateralen Ansätzen. Dagegen war die Sowjetunion praktisch nicht bereit,
wirksame, konkrete Schritte gegen
Staaten zu unternehmen, die Terrorismus fördern und auf die Moskau Einfluß hat.
Im Bereich menschlicher Kontakte kann
in der Sowjetunion eine beachtliche
Lockerung bei Reisen und Kontakten
mit dem Ausland beobachtet werden.
Im Verlauf des 27. HalbJahresberichts
der KSZE wurden die amerikanisch-sowjetischen
kulturellen
Beziehungen
und Austauschprogramme sehr stark erweitert. Die Zusammenarbeit mit der
Sowjetunion in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie
sowie beim Umweltschutz hat sich im
großen und ganzen verbessert.
Die Veröffentlichung und Verbreitung
von Informationen über Rundfunk und

Fernsehen in der Sowjetunion obliegt
nach wie vor ausschließlich der Regierung, der Kommunistischen Partei
und zur Unterstützung dieser Institutionen geschaffenen Organisationen.

Rumänien
Im Berichtszeitraum wies Rumänien eine amerikanische Demarche als unbefugte Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zurück, in
der die Vereinigten Staaten gegen die
Verletzung des im Wiener Schlußdokuments
besonders
hervorgehobenen
Rechts auf freie Religionsausübung
protestierten.
Darüber hinaus verwahrte sich Rumänien gegen mehrere
Versuche der Vereinigten Staaten und
anderer Regierungen, das in Wien vereinbarte Instrumentarium der menschlichen Dimension zu aktivieren, mit
dem einzelne Regierungen auf von
KSZE-Mitgliedstaaten vorgebrachte Anfragen zu Menschenrechtsverletzungen
reagieren sollen.
Im Berichtszeitraum hat die rumänische Regierung die Vertrauens- und
sicherheitsbildenden Aspekte der KSZE
aktiv unterstützt und die ersten
sechs Grundsätze von Helsinki zu
Kernstücken ihrer Innen- und Außenpolitik erhoben. In den meisten anderen Bereichen ließ das Verhalten gegenüber den KSZE-Verpflichtungen zu
wüuschen übrig.
Obwohl die freie Religionsausübung in
der Verfassung verankert ist, wird
dieses Recht nach wie vor durch die
Regierung eingeschränkt und kontrolliert.
In einigen Regionen bestand auch weiterhin Besorgnis über die von der Regierung angekündigte Maßnahme, ländliche Gebiete zu "systematisieren"
oder zu modernisieren. Im Berichtszeitraum brachten die ungarischen
Minderheiten in Rumänien ihre anhaltende Besorgnis darüber zum Ausdruck,
daß die Maßnahmen der Regierung zur

- 2 -

�ländlichen Systematisierung die Bewahrung der ethnischen Identität dieser Minderheit untergraben.
In scharfem Gegensatz zu den Reformbestrebungen seiner sozialistischen
Nachbarn ist Rumänien auch heute noch
ein Paradebeispiel für eine bis ins
Letzte durchgeführte Planwirtschaft.
Bei rumänischen Exporten in und Importen aus den Vereinigten Staaten
war in den ersten sechs Monaten des
Jahres 1989 verglichen mit demselben
Zeitraum 1988 und 1987 ein drastischer
Rückgang
zu
verzeichnen. ..
Amerikanische Geschäftsleute konnten
keine Erleichterung der Geschäftstätigkeit wie leichteren Zugang zu Betrieben und Fabriken oder eine Verminderung der hohen Kosten für Eröffnung und Unterhaltung eines Büros in
Rumänien feststellen.
Obwohl beachtliche und in der Tat ermutigende Fortschritte bei der Zahl
von zum Zwecke der Familienzusammenführung in Rumänien ausgegebenen Pässe verzeichnet werden konnten, bleibt
noch sehr viel zu tun, bis die Einhaltung der Schlußakte von Helsinki
durch Rumänien als zufriedenstellend
bezeichnet werden könnte.

sche Partei Einschränkungen
Machtmonopols hingenommen.

ihres

Diese beeindruckenden Entwicklungen
sind die Folge der am runden Tisch
getroffen Vereinbarungen.
Das im
April nach langwierigen und mühsamen
Verhandlungen erzielte Abkommen führte zu einem beachtlichen Maß an Pluralismus und Demokratie in Polens politischem und wirtschaftlichem System.
Mit der Abkehr von 40 Jahren Einparteienherrschaft scheint Polen jetzt
auf dem Weg zu einer verbesserten
KSZE-Bilanz...
Bedauerlicherweise
stellen eine Vielzahl einzelner Faktoren - vor allem der Zustand der
krisengeschüttelten polnischen Wirtschaft - ein Potential dar, das ein
Hemmschuh für die vollständige Verwirklichung von Demokratisierung und
Pluralismus in Polen sein oder sie
sogar zum Scheitern bringen könnte.
Durch seine gewählten Vertreter hat
das polnische Volk jedoch größere
Kortrolle über seine Zukunft sowie
die Möglichkeit erhalten, eine aktive
und wirksame Rolle bei der Formulierung praktisch aller Maßnahmen der
Regierung
bis hin zur politischen
und wirtschaftlichen Verwaltung des
Landes zu spielen.

Polen
Ungarn
Seit der Machtübernahme durch die
Kommunisten Im Jahr 1948 hat Polen
die weitreichendsten und tiefgreifendsten Veränderungen seiner politischen Strukturen vorgenommen.
Zum
ersten Mal im Leben praktisch aller
Polen hatten sie Gelegenheit, an
wirklich demokratischen Wahlen teilzunehmen und ihre Wahl frei unter
Kandidaten höchst unterschiedlicher
Couleur zu treffen.
Erstmals seit
dem Ersten Weltkrieg hat das polnische Volk eine vorwiegend nichtkommunistische Regierung eingeführt - eine
einzigartige Errungenschaft im Warschauer Pakt. Und zum ersten Mal in
der Geschichte hat eine kommunisti-

In den vergangenen sechs Monaten haben die politisch Verantwortlichen
Ungarns entschiedene Schritte unternommen, um die vollständige Einhaltung der in der Schlußakte von Helsinki und den Schlußdokumenten von
Madrid und Wien formulierten Grundsätze institutionell zu verankern.
Einige der in den vergangenen zwei
Jahren erzielten Fortschritte könnten
umkehrbar sein, aber sie werden zunehmend institutionell festgeschrieben. Die im Berichtszeitraum von der
Regierung
unternommenen,
politisch
schwierigen Schritte wie die Öffnung
der Grenzen für DDR-Bürger auf ihrer

- 3 -

�Flucht in die Bundesrepublik Deutschland, belegen das entschiedene Engagement für dauerhafte Veränderungen.
Die
Regimekritiker
beschleunigten
gleichzeitig den Übergang zu einem
pluralistischen
Mehrparteiensystem
und lenkten das Land auf den Kurs zu
einer
Demokratie
westlichen
Stils...
Im Berichtszeitraum führte
das Regime offizielle Verhandlungen
und unterzeichnete ein historisches,
wenn auch einseitiges Abkommen mit
der Opposition, mit dem der Weg zu
freien Wahlen mit mehreren Parteien
geebnet wurde.
Ungarn ist das erste osteuropäische
Land, das offiziell der Genfer Konvention von 1951 und dem New Yorker
Flüchtlingsprotokoll beigetreten ist
und sich der internationalen Menschenrechtskonvention der Vereinten
Nationen verschrieben hat.
Die ungarische Regierung hat die Beilegung der Differenzen mit dem Nachbarland Rumänien durch die Aktivierung des KSZE-Instrumentariums angestrebt, offiziell ihr Mißfallen über
die chinesischen Militäraktionen gegen die Studenten auf den TiananmenPlatz zum Ausdruck gebracht und bekräftigt, daß Menschenrechte nicht
die innenpolitische Angelegenheit eines einzelnen Landes sind.
Negativ schlägt zu Buche, daß einige
der im Berichtszeitraum beobachteten
Errungenschaften zwar zunehmend institutionell festgeschrieben wurden,
aber dennoch möglicherweise umkehrbar
sein könnten, obwohl dies im In- und
Ausland einen beträchtlichen politischen Preis fordern würde.

Deutsche Demokratische Republik
Bis zu den dramatischen Ereignissen
nach den Feiern zum vierzigjährigen
Bestehen der DDR Anfang Oktober - die
im nächsten Bericht behandelt werden
- weigerte sich die DDR-Führung beharrlich, solche Reformen in Betracht
zu ziehen, die - wie in der Sowjet-

union und einigen anderen osteuropäischen Ländern - bedeutende Fortschritte
bei
der Einhaltung der
KSZE-Bestimmungen zur Folge hätten
haben können. Wo im Berichtszeitraum
positive Veränderungen zutage traten,
stellten sie zumeist den Versuch dar,
den im Wiener Schlußdokument enthaltenen Verpflichtungen nachzukommen.
Insgesamt blieb die Lage jedoch unbefriedigend, insbesondere im Hinblick
auf Menschenrechte und Grundfreiheiten (Prinzip VII) und humanitäre Zusammenarbeit (Korb III). Sie verschlechterte sich teilweise sogar im
Zuge von Bemühungen des Staates, gegenüber einer zunehmend freimütigen
Bevölkerung das Heft in der Hand zu
behalten.
Bis zu den jüngsten Ereignissen waren
Auswanderung und Reisen in den Westen
eher ein Privileg als ein Anrecht.
In diesem Sommer stellte sich die vom
Honecker-Regime
betriebene
Politik
der kontrollierten Zunahme von Reise- und
Auswanderungsmöglichkeiten
als Fehlschlag heraus, da sich zahlreiche, zumeist junge, DDR-Bürger bemühten, die DDR "illegal" zu verlassen.
An der schwer bewachten DDR-Grenze
wurde im Berichtszeitraum kein Nachlassen der Wachsamkeit festgestellt.

Tschechoslowakei
Die Einhaltung der KSZE-Bestimmungen
durch die Tschechoslowakei blieb in
der vergangenen sechs Monaten erheblich eingeschränkt, da beträchtliche
Defizite bei der Anwendung von Prinzip VII zu den grundlegenden Menschenrechten bestehen blieben.
Obwohl auch einige positive Entwicklungen stattfanden, wurde im Berichtszeitraum eine merkliche Zunahme von
Fällen beobachtet, in denen die Behörden Gewalt und verschiedene juristische und nichtjuristische Maßnahmen anwendeten, ... um unabhängige
politische Aktivitäten zu ersticken.
Die

tschechoslowakische

Bilanz

bei

�der Familienzusammenführung verbesserte sich im Berichtszeitraum erheblich, was teilweise auf den KSZE-Prozeß zurückzuführen ist. Aufgrund der
durchgeführten Reformen war die amerikanische Botschaft in Prag in der
Lage, alle anhängigen Fälle von Familienzusammenführung zu lösen.
Auch in anderen Bereichen der Freizügigkeit nahm die Tschechoslowakei eine positivere Haltung ein. Durch Reformen wurden die Möglichkeiten von
Auslandsreisen für CSSR-Bürger verbessert.
Trotzdem erhielten immer
noch nicht alle Bürger die Möglichkeit, ihre in der KSZE-Schlußakte
verbrieften Rechte auszuüben.
Das
Land hielt an seinen strengen Grenzkontrollen fest.
Bei
der Verbreitung
von Druck-,
Film- und
Tonerzeugnissen
ergaben
sich in der CSSR nahezu keine sichtbaren Verbesserungen. Generell wurde
in den bilateralen Beziehungen mit
den Vereinigten Staaten in den Bereichen Kultur und Bildung im Berichtszeitraum ein relativ hohes Niveau an
Aktivitäten aufrechterhalten.
Dies

und gestattete die Auswanderung von
über 300 000 anderen. Die Behörden
behaupteten, damit ihre KSZE-Verpflichtung zur Freizügigkeit zu erfüllen. In Wirklichkeit wurden viele
der Auswanderer gezwungen, binnen weniger Stunden das Land ohne Familienangehörige und ohne Hab und Gut oder
irgendeine echte Entschädigung für
den erzwungenen Verlust von zurückgelassenem Besitz zu verlassen.
Die Regierung beschränkte auch weiterhin den Informationsfluß, verweigerte der beträchtlichen türkischen
Minderheit ihre Rechte, behinderte
die Versammlungsfreiheit und setzte
Mitglieder verschiedener unabhängiger
Menschenrechtsgruppen
unter
Druck.
Im Berichtszeitraum gingen diese Maßnahmen zum ersten Mal über kurzfristige Festnahmen, Verbannung und die
faktische Ausweisung hinaus.
Glasnost blieb in Bulgarien zum größten
Teil ein nicht verwirklichtes Ziel.
Die allgemein kooperative Haltung des
Landes
zur
Familienzusammenführung
setzte sJch jedoch fort.
W'rtschaftsreformen

fanden,

wenn

ist teilweise auf ein im April 1986

überhaupt,

abgeschlossenes und 1988 verlängertes
bilaterales
Austauschabkommen
für
Kultur, Bildung und Wissenschaft zurückzuführen.

vom Parteiapparat kontrollierte zentrale Planung blieb Hauptmerkmal der
bulgarischen Volkswirtschaft.

Bulgarien
Die bulgarische Haltung zu Geist und
Buchstaben
zahlreicher
KSZE-Verpflichtungen, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte und Grundfreiheiten, wies weiterhin erhebliche
Defizite auf. Dies schlug sich im
Berichtszeitraum besonders augenfällig im Massenexodus von Hunderttausenden
türkischstämmigen
Bulgaren
nieder.
Infolge
verbreiteter
Hungerstreiks
und friedlicher Demonstrationen türkischstämmiger Bulgaren im Mai, die
eine Wiederherstellung
ihrer Menschenrechte verlangten, verwies die
Regierung einige von ihnen des Landes

nur

zögernd

statt.

Die

Ein möglicherweise positiver Schritt
war die Verabschiedung des seit langem erwarteten Paßgesetzes im Mai,
das am 1. September in Kraft trat.
Das Regime benutzte jedoch weiterhin
bürokratische Hindernisse und administrative
Maßnahmen,
um
Menschenrechtsaktivisten Pässe zu verweigern.

Das Londoner Informationsforum
Das bei der Wiener KSZE Folgekonferenz vereinbarte Londoner Informationsforum fand vom 18. April bis zum
12. Mai 1989 statt. Diese Konferenz
sollte den KSZE-Staaten eine Gelegenheit verschaffen, "über die Verbesserung der Verbreitung, des Zugangs zu
und des Austauschs von Informationen,
die Zusammenarbeit im Informationswe-

- 5 -

�sen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Journalisten zu sprechen".
Die Vereinigten Staaten erwarteten
von diesem Treffen eine offene Überprüfung der Einhaltung von Verpflichtungen im Informationsbereich durch
alle KSZE-Staaten, eine Gelegenheit
für Berater aus dem Privatsektor,
vollständig an der Arbeit des Forums
teilzunehmen und sie betreffende Fragen offen und ohne Einschränkung zur
Sprache zu bringen sowie größtmöglichen Zugang von Öffentlichkeit und
Medien zu diesem Forum. Die Vereinigten Staaten erhofften sich ferner,
daß die Konferenz einen weiteren Impuls für kooperative Bemühungen zur
Verbesserung des freien Informationsflusses und der Arbeit von Medienvertretern im Ausland geben würde. All
diese Ziele wurden erfüllt.
Das Londoner Informationsforum hat
keinen der eingebrachten 69 Vorschläge oder ein Schlußdokument verabschiedet. In Einklang mit den Bestimmungen des Wiener Schlußdokuments
müssen Vorschläge durch das Gastgeberland, also Großbritannien, zu der
für 1992 geplanten KSZE-Folgekonferenz in Helsinki vorgelegt werden.

bestimmten Fällen und Fragen im Bereich Menschenrechte zu antworten.
Vorschläge waren den französischen
Gastgebern zur weiteren Berücksichtigung beim nächsten für 1990 in Kopenhagen vorgesehenen Treffen der Konferenz über die menschliche Dimension
und letztlich der KSZE-Folgekonferenz
im Jahr 1992 vorzulegen. Das Pariser
Treffen endete ohne Schlußdokument.

Verhandlungen
über
Vertrauens- und
sicherheitsMldende Maßnahmen
Zu den 10 im Wiener Schlußdokument
festgelegten Aktivitäten zwischen den
Konferenzen gehörten auch Verhandlungen über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen.
Im Mandat für
diese Gespräche wurde deren Zweck
folgendermaßen erläutert:
"Auf den
bei der Stockholmer Konferenz bereits
erzielten Ergebnissen aufzubauen und
diese zu erweitern mit dem Ziel, eine
Reihe neuer, sich gegenseitig ergänzender Vertrauens- und sicherheitsbildender Maßnahmen auszuarbeiten und
zu verabschieden, die der Reduzierung
des Risikos einer militärischen Konfrontation in Europa dienen."
Die Verhandlungen wurden am 7. März
1989 eröffnet.

Pariser Treffen zur Konferenz über
die menschliche Dimension der KSZE
Das Treffen fand wie vereinbart vom
30. Mai bis zum 23. Juni 1989 statt.
Die Vereinigten Staaten verfolgten
bei dieser Veranstaltung zwei Ziele,
die beide im Verlauf des Treffens erfüllt wurden. Es wurde eine gründliche Überprüfung der Bilanz aller
Teilnehmerstaaten bei der Einhaltung
der
KSZE-Verpflichtungen
vorgenommen. Das Treffen bot ferner eine Gelegenheit zu untersuchen, wie das Instrumentarium für die menschliche Dimension bis zu diesem Treffen angewendet wurde. Dieser bei der Wiener
KSZE-Folgekonferenz vereinbarte Mechanismus verpflichtet die KSZE-Staaten, auf Bitten um Information und
Vorstellungen anderer KSZE-Staaten zu

Der Westen brachte zu Beginn der Gespräche ein umfassendes Vorschlagspaket ein. Schwerpunkt der westlichen
Vorschläge war größere Offenheit und
Berechenbarkeit im Hinblick auf die
Streitkräfte und ihre Aktivitäten in
Europa. überdies erfüllte das Paket
die Bedingung des Mandats, auf den
Errungenschaften der Stockholmer KVAE
aufzubauen.
Die westlichen Vorschläge gruppierten
sich um drei Themenbereiche: Transparenz der militärischen Organisation, Transparenz militärischer Aktivitäten sowie Kommunikation und Kontakt«0. Ferner ... schlug der Westen
vor, eine Diskussion über Militärdoktrinen in Form eines Seminars abzuhalten.

�Auch der Osten erläuterte seine Vorstellungen zu Beginn der Verhandlungen. Diese waren jedoch ihrem Charakter nach wesentlich allgemeiner
gehalten als das westliche Verhandlungspaket. Gegen Ende des überprüfungszeitraums hatte der Osten im Gegensatz zum Westen noch immer keine
detaillierte Sprachregelung vorgelegt.
Ende September war die dritte Runde
voll im Gange. Beide Seiten hatten
sich einer Vereinbarung über einen
neutralen Text für das Seminar über
Militärdoktrinen angenähert, und es
schien wahrscheinlich, daß dieses Seminar im Januar 1990 stattfinden würde.

* * * * *

- 7 -

�WJH:

/Vif

iH4

Hintergrundmaterial

13. Dezember 1989

45

NEUESTE ENTWICKLUNGEN IM KAMPF GEGEN DROG'N
- Bericht des US-Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Den nachfolgend veröffentlichten Bericht über neueste
Entwicklungen im internationalen Kampf gegen Drogen veröffentlichte das amerikanische Außenministerium im November 1989.
Drogenkonsum und Handel mit gesetzlich verbotenen Drogen stellen ebenso
sehr eine Bedrohung für die nationale
Sicherheit der Vereinigten Staaten
wie für die Gesundheit und das Wohl
des Drogenabhängigen dar. Mit der
Drogenabhängigkeit der Beschäftigten
sinkt die Produktivität der Industrie, die militärische Einsatzbereitschaft ist bedroht, wenn Angehörige der US-Streitkräfte Drogen nehmen, das Image der Vereinigten Staaten wird durch Berichte über Drogenkonsum in Amerika geschädigt und das
vom Bürger für Drogen ausgegebene
Geld füllt die Taschen der Drogenbarone, deren Taktik der Gewalt die Sicherheit einiger unserer wichtigsten
Freunde und Verbündeten unterminieren.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Herstellung und Konsum
Gesetzlich verbotene Drogen werden
vorwiegend in den Entwicklungsländern
produziert und vor allem von Konsumenten in den reichen Industrieländern erworben. In zunehmendem Maße
sehen sich jedoch die Länder, in denen diese Drogen hergestellt und gehandelt werden, selbst mit Problemen
des Drogenkonsums konfrontiert.
In
der Vergangenheit haben die Regierungen sich gegenseitig die Schuld zugeschoben - die Konsumenten verurteilten die Hersteller, während die Herstellerländer behaupteten, die Drogenkonsumenten
«1or
Industrieländer
seien das Problem.

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Das
Drogenproblem
hat
inzwischen
weltweite Dimensionen angenommen, denen sich kein Land mehr entziehen
kann. Spitzenpolitiker der Länder zu
beiden Seiten des Äquators und aller
ideologischen
Schattierungen
haben
Drogen den totalen Krieg erklärt.
Große Worte und Schuldzuweisungen
werden durch gemeinsame Bestrebungen
ersetzt, mit denen der Teufelskreis
von Drogenherstellung
und -konsum
durchbrochen werden soll.

Das US-Außenministerium ist die für
Amerikas Bestrebungen zur internationalen
Drogenbekämpfung
zuständige
Bundesbehörde und führt als solche
die wichtigsten Bestandteile der nationalen
Drogenbekämpfungsstrategie
von 1989 durch, im Rahmen derer die
Bush-Administration eine Liste internationaler
Prioritäten
aufgestellt
hat, die folgende Punkte umfaßt:

Die Sowjetunion, die lange Zeit die
Existenz von Drogenproblemen in ihrem
Land abgestritten hatte, beteiligt
sich nunmehr an wichtigen staatlichen
und privaten Programmen zur Eindämmung des Drogenkonsums. Die Regierung Kolumbiens - wo der größte Teil
des Kokains auf der Welt verarbeitet
wird - hat den Drogenhändlern den
Krieg erklärt. Bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen hat der
kolumbianische
Präsident
Virgilio
Barco die kolumbianischen Drogenbarone als "staatenlos" bezeichnet. "Sie
haben keine Heimat", erklärte Präsident Barco. "Kolumbien ist nicht ihr
Heimatland."

Eindämmung der Kokainlieferungen
durch Unterstützung der Polizei,
des Militärs und der Wirtschaft
in Peru, Bolivien und Kolumbien,
um die wichtigsten kokaverarbeitenden Regionen zu isolieren, die
Lieferung der zur Kokain-Herstellung
eingesetzten
chemischen
Stoffe zu blockieren, Kokain-Labors zur zerstören und die Ringe
der Drogenhändler zu zerschlagen. Diese Bestrebungen betreffen auch die Drogentransportwege
in dei Karibik.

Präsident Bush hat Maßnahmen angekündigt, die für Drogenabhängige, Hersteller und Händler gleichermaßen
gelten sollen. Bei einer Zusammenkunft von Vertretern des amerikanischen Drogenbekämpfungsamts erklärte
er im April 1989: "Wir sollten der
Tatsache ins Auge sehen: Die Amerikaner können den Andenstaaten nicht
die Schuld für unseren unersättlichen
Appetit auf Drogen geben."
Statt
Schuldzuweisungen an andere Länder
vorzunehmen, wollen die Vereinigten
Staaten mit. ihnen zusammenarbeiten,
um sowohl Angebot als auch Nachfrage
nach Drogen weltweit abzuschaffen,
denn - um den kolumbianischen Präsidenten Barco zu zitieren -: "das einzige Gesetz, gegen das Drogenhändler
nicht verstoßen, ist das Gesetz von
Angebot und Nachfrage".

-

Zerschlagung der Drogenkartelle,

Eindämmung der Heroinlieferungen
durch Einwirken auf andere Länder, um ihren Einfluß bei Opiumbauern geltend zu machen und damit die Herstellung und den Vertrieb von Heroin zu unterbinden.
-

Reduzierung der Marihuana-Lieferungen durch
strengere strafrechtliche Verfolgung im Ausland,
Vernichtung des Marihuanas und
Anstrengungen, mit denen verhindert werden soll, daß aus kleinen
Herstellern Großproduzenten werden.

-

Die Vereinigten Staaten wollen
die Europäische Gemeinschaft und
andere multilaterale
Foren zu
Maßnahmen ermutigen, um die Herstellung im Ursprungsland, Vertrieb in den Transitstaaten und
den Drogenkonsum in Europa zu bekämpfen.
Wir rechnen fest mit

- 2 -

�der europäischen Unterstützung im
Kampf gegen internationale und
regionale Drogenkartelle.
Andere internationale Zielsetzungen:
Bestrebungen zur Drogenbekämpfung
sollen in den bilateralen Beziehungen der Vereinigten Staaten
mit fast allen Ländern hohe Priorität haben.
Die Vereinigten Staaten wollen
die Konvention der Vereinten Nationen über den unerlaubten Handel mit Drogen und psychotropen
Stoffen ratifizieren und auch andere Länder zur Ratifizierung
auffordern.
Rechtskräftige amerikanische Gesetze, denen
zufolge Entwicklungshilfe davon abhängig ist,
daß die Empfänger Drogenbekämpfungsstratgien unterstützen, sollen streng eingehalten werden.
Auf nationaler und internationaler Ebene sollen die Maßnahmen
gegen "Geldwäsche" der Gewinne
aus dem Drogenhandel verstärkt
werden.

Durchführung internationaler Drogenbekämpfungsmaßnahmen der Vereinigten
Staaten
Die wirkungsvolle Durchführung internationaler Drogenbekämpfungsprogramme
umfaßt Verbot, strafrechtliche Verfolgung von Drogenhändlern und Drogenvernichtung. Während das amerikanische Gesundheits- und Bildungsministerium den Drogenkonsum auf nationaler Ebene einzudämmen sucht, besteht
eine der wichtigsten Aufgaben des Außenministeriums darin, durch Kooperation mit anderen Ländern Druck auf
Drogenschmuggler und -händler auszuüben.
Im August 1988 schlössen sich 30 Länder im Rahmen der Internationalen
Drogenbekämpfungskonferenz zu einem
einmonatigen Kokainbekämpfungspro jekt

zusammen.
Die dreißig Länder (aus
Europa, Nord- , Mittel- und Südamerika) vereinbarten
eine gemeinsame,
konzertierte und multilaterale Drogenbekämpfungsstrategie, mit der die
Fähigkeit zur Beschlagnahmung von Kokain und Bargeld und die Verfolgung
Flüchtiger verbessert und scharf gegen Geldwäsche oder Verschleierung
der Herkunft von Drogengeldern vorgegangen werden soll. Die Vereinigten
Staaten haben vier Ländern Einheiten
der Nationalgarde zur Verfügung gestellt, die zusammen mit der amerikanischen Zollbehörde Frachtgut untersuchen sollen.
Gegenwärtig führen das US-Außenministerium und das Amt zur Drogenbekämpfung gemeinsam die Operation Snowcap durch, die verbotene Labors,
Drogenküchen und geheime Flugplätze
aufspürt, um sie zu zerstören. Die
meisten
Snowcap-Aktivitäten
werden
in Bolivien und Peru durchgeführt.
Seit Beginn der Operation im Jahr
1987 sind
zahlreiche Kokainlabors
zerstört und Tausende von Kilo Kokain
beschlagnahmt wor^n.

Internationale Zusammenarbeit
Die Vereinigten Staaten können weder
die gesamte Verantwortung für die
Drogenbekämpfung
tragen
noch
den
Kampf ohne Unterstützung anderer Länder gewinnen.
Ein wichtiger Punkt
der amerikanischen Politik besteht
darin, ?ndere Länder zur Bekämpfung
des Drogenhandels zu ermutigen und
sich gleichzeitig für die Lösung großer Probleme des Drogenkonsums im eigenen Land einzusetzen.
Präsident
George Bush wird Anfang 1990 zusammen
mit den Staats- und Regierungschefs
aus Bolivien, Kolumbien und Peru an
einem Gipfeltreffen zur Drogenbekämpfung teilnehmen.
Da der größte Teil des Kokains über
das Karibische Becken, Mittelamerika
und Mexiko in die Vereinigten Staaten
gelangt, fördert die US-Regierung
insbesondere in den Transitstaaten
Drogenbekämpfungsprogramme.
In der

- 3-

�Karibik sind zentrale Fahndungszentren geschaffen worden, die Informationen sammeln und verbreiten, um
mehr Verhaftungen zu ermöglichen. 26
Länder des Karibischen Beckens haben
durch INTERPOL ihre Fähigkeit zur
Kommunikation untereinander und mit
den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden ausgebaut. In Lateinamerika
unterstützt
die
US-Regierung
die
Strafverfolgung, in dem sie Ausbildungsprogramme fördert und technische
Hilfestellung leistet. Neun der elf
Länder, mit denen die Vereinigten
Staaten gemeinsame Drogenbekämpfungsprogramme durchführen, befinden sich
im Karibischen Becken und in Lateinamerika.
(Die Vereinigten Staaten
führen wichtige Drogenbekämpfungsprogramme mit den Bahamas, Bolivien,
Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Jamaica, Mexiko, Pakistan, Peru, Thailand
und Venezuela durch.)
Vertreter der US-Regierung streben
bei der Drogenbekämpfung nach einem
internationalen Konsens. Beim Weltwirtschaftsgipfel der Industrieländer
im Juli 1989 forderte Außenminister
Baker die Bundesrepublik Deutschland,
Großbritannien, Frankreich, Italien,
Japan und Kanada auf, schärfer gegen
die Geldwäsche aus dem Drogengeschäft
vorzugehen. Die sieben Gipfelländer
riefen dazu eine Sonderkommission
über Wirtschaftskriminalität ins Leben, die im Herbst 1989 zusammentrat
und bis April 1990 Empfehlungen erarbeiten soll.
Ein neues amerikanisches Zentrum für Wirtschaftskriminalität wird den Vollstreckungsbehörden
Informationen zur Verfügung stellen,
mit denen die Geldwäsche bekämpft
werden kann.

wie etwa der pakistanischen Premierministerin Benasir Bhutto, hat Außenminister Baker bei der Eindämmung der
Herstellung und des Handels mit Drogen amerikanische Unterstützung zugesichert.
Ein wichtiger Meilenstein wurde am
19. Dezember 1988 bei einer internationalen Konferenz in Wien mit der
Verabschiedung
der Konvention der
Vereinten Nationen über den illegalen
Handel mit Drogen und psychotropen
Stoffen erzielt.
Die Unterzeichner
verpflichten sich untereinander zur
Hilfe bei strafrechtlicher Verfolgung. Die Intern«tlonale Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung wird
obligatorisch und 67 Länder, einschließlich der Vereinigten Staatn,
haben die Konvention unterzeichnet.
Amerikanische Regierungsvertreter arbeiten darüber hinaus im Hinblick auf
Drogenprobleme mit Behörden der Vereinten Nationen und anderen internationalen
Organisationen
zusammen.
Der In Wien ansässige Fonds der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des
Drogenmißbrauchs ist die wichtigste
multilaterale Organisation im weltweiten
Kampf gegen Drogen.
Die
Vollversammlung der Vereinten Nationen plant für 1990 die Durchführung
einer Sondersitzung, bei der die Verbesserung Internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogen im Vordergrund stehen soll.

Beim seinem Treffen mit dem sowjetischen Außenminister Schewardnadse im
September 1989 in Wyoming hat Außenminister Baker die Durchführung eines
amerikanisch-sowjetischen
Abkommens
erörtert,
das
seit
Januar
1989
rechtskräftig
ist.
Das
Abkommen
sieht amerikanisch-sowjetische Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung
vor. Bei seinen Zusammenkünften mit
anderen Spitzenpolitikern der Welt,

- 4-

* * * * *

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10718">
                <text>13.12.1989</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10719">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10720">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10721">
                <text>Amerikadienst 13.12.1989</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10722">
                <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ein neues Europa, ein neuer Atlantizismus: Architektur für ein neues Zeitalter&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister James A. Baker vor dem Berliner Presseclub &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nationale Sicherheitsstrategie der USA für die neunziger Jahre&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Paul D. Wolfowitz &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschenrechte im Jahr 1989&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Richard Schifter &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bessere Einhaltung der Schlußakte von Helsinki in Osteuropa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus dem 27. Halbjahresbericht der KSZE &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neueste Entwicklungen im Kampf gegen Drogen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bericht des US-Außenministeriums &lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="4152" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="3610">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/2b0b3904eec2c92539c7aac393d8ba01.pdf</src>
        <authentication>ecfdacc8ae7bae262de4a8adf2186a64</authentication>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="19912">
                <text>Amerikadienst 14.01.1981</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="49">
            <name>Subject</name>
            <description>The topic of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="19913">
                <text>Allgemeines</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="19914">
                <text>Herausgeben U.S. Information&#13;
Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="19915">
                <text>14.01.1981</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="19916">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="20254">
                <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;James A. Baker III: Stabchef des Weißen Hauses&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Terrel H. Bell: Erziehungsminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gemeinsame Erklärung von Ronald Reagan und Lopez Portillo&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wunsch nach weiterer amerikanisch-mexikanischer Zusammenarbeit bekräftigt -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haig: US-Außenpolitik braucht Konsequenz, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung vor dem Außenpolitischen Ausschuss des Senats -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Weltölproduktion zurückgegangen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;"Naturstoff" soll Krebstherapie unterstützen</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="1972" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="1983">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/f6a6d79235628bb82cc71ca88a715905.pdf</src>
        <authentication>840155d9a1d8232cf17a0e2e27a6dc54</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="9843">
                    <text>AMERIKA DIENST
VON

*
14. Januar L987

INHALT
DOKUMENTATION
Martin Luther King's mutiger Kampf b l e i b t a l s Vermächtnis lebendig
- P r ä s i d e n t Reagans Proklamation zum Martin Luther King j r . - G e d e n k t a g

WIRTSCHAFT
Präsident Reagan legt Haushalt fUr 1987/88 vor
- Weitere einschneidende Ausgabenkürzungen sind vorgesehen

HINTERGRUNDMATERIAL
Das Gerede vom Zusammenbruch des Kommunismus ist Unsinn
- Von Norman Podhoretz (c) 1986, News America Syndicate

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Schwerpunkte;

Raumtransporter und Forschung

- NASA-Budgetvorschlag für Haushaltjahr 1988

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
"VON

Dokumentation

4

14. Januar 1987

MARTIN LUTHER KING'S MUTIGER KAMPF BLEIBT ALS VERMÄCHTNIS LEBENDIG
- Präsident Reagans Proklamation zum Martin Luther King Jr.-Gedenktag -

WASHINGTON - (AD) - In seiner am 9. Januar 1987 verkündeten Botschaft zum
Martin Luther King Jr. - Gedenktag am 19. Januar erklärte Präsident Reagan,
daß der ermordete Führer der Bürgerrechtsbewegung und sein "mutiger Kampf für
Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit für uns ewiges Andenken und lebendiges Vermächtnis bleibt".
Die Proklamation hat folgenden Wortlaut

Indem wir den Geburtstag des Baptistenpfarrers Dr. Martin Luther King
feiern, ehren wir einen Amerikaner,
der die große Ungerechtigkeit der
Rassentrennung
und
Diskriminierung
erkannte und es zu seinem Lebensinhalt und -Ziel erklärte, dieses Unrecht in Recht umzuwandeln, in Gerechtigkeit,
Freiheit,
Gleichheit,
Fairness und Versöhnung.
Weil Dr. King der Gewalt abschwor
und sich statt dessen auf seine Eloquenz und auf die moralische Kraft
seiner Überzeugung verließ, hat die

United States Information Service
Embassy of the United States of America

von ihm angeführte Sache nicht nur
das Gesetz, sondern auch das Herz und
den Verstand vieler Menschen verändert. Dr. King hat Verhaftungen, Gewalt und Bedrohung getrotzt, weil er
der Auffassung war:
"Die Geschichte
hat immer wieder bewiesen, daß unverdientes Leid gesühnt wird".
Martin
Luther King Jr. ist der von ihm so
leidenschaftlich
bekämpften
Gewalt
anheimgefallen - aber sein Streben
nach Gewaltlosigkeit
hatte bereits
unser
Land unwiderruflich
und zum
Besseren verändert.

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Dr. King hat die Verwirklichung
des amerikanischen
Traums oft als
seine Vision beschrieben. Er hat sie
1961 den Absolventen der Lincoln University mit einem Zitat aus der Unabhängigkeitserklärung
verdeutlicht:
"Folgende Wahrheiten betrachten wir
als
selbstverständlich:
daß
alle
Menschen gleich geschaffen sind, daß
sie von ihrem Schöpfer mit gewissen,
unveräußerlichen Rechten ausgestattet
sind; daß dazu Leben, Freiheit und
das Streben nach Glück gehören...".
Er sagte dazu ganz einfach:
"Dies
ist der Traum.11
Dr. King betonte,
daß dieser Traum niemanden von seinem
Versprechen und seinem Schutz ausschließt und daß er betont, daß die
Rechte jedes Einzelnen von Gott gegeben sind und "vom Staat weder verliehen noch genommen werden können".
Martin Luther King Jr. legte auch
seine Vision des ewigwährenden, in
der Heiligen Schrift niedergelegten,
Rufs nach Gerechtigkeit, Vergebung,
Brüderlichkeit
und
der
Liebe
zum
Nächsten dar. Er betete oft mit den
Worten des Propheten Arnos: "Laß die
Gerechtigkeit wie Bäche fließen und
die Rechtschaffenheit wie einen mächtigen Strom".
Dr. King hat klar und überzeugend
mit bewegenden Geschichten an die
Menschen
appelliert, wie etwa mit
seiner
Beschreibung
eines
kleinen
Mädchens, das mit seiner Mutter demonstrierte und auf die Frage eines
Polizisten:
"Was willst Du?" antwortete:
"Freiheit".
"Sie konnte das
Wort kaum aussprechen aber kein Engel
Gabriels hätte es überzeugender vorbringen können".
Jeder Amerikaner kennt die Geschichte von Dr. King's letzter Predigt am 3. April 1968, am Abend vor
seinem Tod. Er bekannte, daß er kein
langes Leben wolle, sondern Gottes
- 2

Willen tun. Er sagte, er sei auf dem
Gipfel des Berges gewesen und habe
das Gelobte Land gesehen.
Amerika
werde in dieses Land gelangen, aber
"ich werde vielleicht nicht mit Euch
gehen... Ich bin heute abend glücklich.
Ich habe keine Angst.
Ich
fürchte niemanden. Meine Augen haben
das Licht der Ankunft des Herrn geschaut".
Fünf Jahre zuvor hielt Dr. King
seine Eloge auf die bei einem Bombenangriff auf ihre Sonntagsschule ums
Leben gekommenen Kinder und sprach
Worte des Trostes, der Versöhnung und
des Versprechens.
Er
sagte, wir
sollten nicht verzweifeln, nicht bitter werden oder den Glauben in unseren Nächsten verlieren. Der Tod beende nicht den Satz des Lebens, sondern "verhilft ihm zu einer erhabenen
Bedeutung". Den Eltern der getöteten
Kinder sagte er, daß ihre Töchter
nicht lange, aber gut gelebt hätten:
"Der Ort ihres Todes und das, was sie
im Angesicht des Todes getan haben,
setzt jedem von Ihnen ein wunderbares
Zeichen und ist ihr ewiges Andenken".
Sicher wird Dr. Kings mutiger Kampf
für
Gerechtigkeit,
Gleichheit
und
Brüderlichkeit uns als sein ewiges
Andenken und lebendiges Vermächtnis
bleiben.
Am 4. April 1967, genau ein Jahr
vor seiner Ermorderung hat Dr. King
in einer Predigt die berühmten Zeilen
aus dem Gedicht "The Present Crisis"
von James Russell Lowell zitiert:
"Once to every man and nation comes
the moment to decide; In the strife
of Truth with Falsehood, for the good
or evil side;..." Dr. King hat sich
für die gute Seite entschieden und
die Entscheidung der Nation, dasselbe
zu tun, ist ein Maßstab für seine
Größe.
Kraft des Gesetzes 98-144 ist der

�dritte Montag im Januar jeden Jahres
zum Feiertag erklärt worden, zu Ehren
des Geburtstags
von Martin Luther
King, Jr.
Deshalb
erkläre
ich,
Ronald
Reagan,
Präsident
der
Vereinigten
Staaten von Amerika, kraft der mir
von der Verfassung und den Gesetzen
der Vereinigten Staaten von Amerika
eingeräumten Autorität, Montag, den
19. Januar 1987 zum Martin Luther
King Jr.-Gedenktag.
Zum Zeugnis dessen unterschreibe
ich an diesem neunten Tag im Januar,
im Jahre des Herren neunzehnhundertsiebenundachtzig, und im zweihundertelften Jahr der Unabhängigkeit der
Vereinigten Staaten von Amerika.
(gezeichnet)
Ronald Reagan

- 3 -

�AMERIKA DIENST
Wirtschaft
'«rioN

14. Januar 1987

PRÄSIDENT REAGAN LEGT HAUSHALT FÜR 1987/88 VOR
- Weitere einschneidende Ausgabenkürzungen sind vorgesehen WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 5. Januar 1987 dem amerikanischen Kongreß seinen Voranschlag für den Bundeshaushalt 1988 vorgelegt (das
Haushaltsjahr dauert vom 1. Oktober 1987 bis zum 30. September 1988). In diesem Zeitraum sollen die Regierungsausgaben weiter reduziert werden, um, so
Reagan, "eine erhebliche Bedrohung unseres künftigen Wohlstandes" abzuwenden.
"Wenn dieses Defizit nicht durch eine Beschränkung der Regierungsausgaben unter Kontrolle gebracht wird, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben.
Das durch fortlaufend hohe Ausgaben herbeigeführte Defizit stellt für
die mit der Steuerreform eingeführten niedrigeren Steuersätze eine Bedrohung
dar und behindert Fortschritte in unserer Handelsbilanz".
Die Begleitbotschaft
folgenden Wortlaut:

des Präsidenten

Der gegenwärtige Wirtschaftsaufschwung, der seit etwa 50 Monaten anhält, ist bereits jetzt einer der
längsten der Nachkriegszeit und verspricht, eine Rekorddauer zu erreichen.
Dies läßt sich nicht einfach
auf Zufälle zurückführen, sondern ist
das Ergebnis einer in den vergangenen
sechs Jahren erfolgreich angewandten
Politik.
Das verfügbare Privateinkommen ist auf dem höchsten je erreichten Niveau und steigt weiter,
ebenso wie die Gesamtproduktion und
der Lebensstandard; der Zuwachs bei
der Beschäftigtenrate ist ausgezeichnet.
Die 1980 noch zweistellige In-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

zu seinem

Haushaltsvoranschlag

hat

flationsrate
wurde erheblich abgebaut.
Die im Laufe der siebziger
Jahre
gefährlich
geschwächte
Leistungsfähigkeit
im Verteidigungsbereich ist zum größten Teil wiederhergestellt und gibt uns ein angemesseneres Maß an nationaler Sicherheit
zurück. Der unannehmbare Anstieg der
Steuerbelastungen
und
Bundesbestimmungen ist zum Stillstand gebracht
worden, ein unsäglich komplexes und
ungerechtes
EinkommensSteuerSystem
wurde
radikal reformiert, und das
größte jemals durchgeführte Programm
zur Verbesserung der Verwaltung kommt

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Firmen und Privatpersonen erheblich
gesenkt.
Sechs
Millionen
Steuerzahler mit niedrigem Einkommen fallen aus der Kartei der
Steuerzahler heraus. Der hemmende Effekt unserer Steuergesetze
auf die Initiative des Einzelnen
ist dramatisch abgebaut worden.
Das
reale Privateinkommen
nach
Steuern ist in den vergangenen
vier Jahren um 15 Prozent gestiegen und hat unseren gesamten Lebensstandard erhöht.

jetzt in allen größeren Bundesbehörden zum Einsatz. Es waren also sechs
gute Jahre.
Der nun im fünften Jahr anhaltende Aufschwung hat bereits fünf der
sieben
bisherigen
Aufschwungphasen
der Nachkriegszeit an Dauer übertroffen, und maßgebende Wirtschaftsindikatoren weisen auch für die Zukunft
auf Wachstum hin. Unsere Politik hat
sich ausgezahlt. Lassen Sie mich Ihnen einige Höhepunkte des heutigen
Wirtschaftsaufschwungs darlegen:

Unsere Verteidigungsfähigkeit ist
durch
moderne Ausrüstung
sowie
durch
erfolgreiche
Einstellung
und
Weiterbeschäftigung
besser
qualifizierten Personals verbessert worden; die Bereitschaft,
Ausbildung und die Moral unserer
Soldaten wurden verbessert.

- In den vergangenen vier Jahren
sind 12,4 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden, und die
Gesamtzahl der Arbeitslosen ist
um
3,7
Prozentpunkte
gesunken.
Verglichen damit ist die zahl der
Arbeitsplätze
in anderen Industrieländern nicht bedeutsam angestiegen, und die Arbeitslosenzahlen sind weiterhin hoch geblieben.

Nach Jahren des schnellen Wachstums, das nicht aufrecht zu erhalten war, sind die Bundesausgaben für nationale Programme, außer für feste Haushaltsverpflichtungen, in den vergangenen vier
Jahren
im wesentlichen
niedrig
geblieben.

- Die vor meinem Amtsantritt
im
Jahresdurchschnitt etwa 10,3 Prozent betragende Inflation hat in
den
vergangenen
vier
Jahren
durchscnittlich weniger als ein
Drittel davon ausgemacht - 3,0
Prozent.
Die Inflation war 1986
mit etwa 1 Prozent auf ihrem
niedrigsten Stand seit mehr als
20 Jahren.
- Der Leitzins und andere wichtige
Zinssätze
betragen
die
Hälfte
dessen, was sie 1981 ausmachten.

Seit 1981 ist die von den Antragstellern
mit dem Ausfüllen
von Formularen der Bundesregierung verbrachte Zeit um über 600
Millionen Stunden gesunken, und
die Anzahl der jährlich im Bundesgesetzblatt
veröffentlichten
Seiten ist um 45 Prozent abgebaut
worden.

Owischen
1981
und
1986
haben
zahlreiche
Änderungen
in
der
Steuergesetzgebung,
einschließlich der im vergangenen Jahr erfolgten vollständigen Überarbeitung, die Steuererklärung vereinfacht, das Steuergesetz gerechter
gemacht und die Steuersätze für

Unser
anhaltender
Kampf
gegen
Verschwendung, Betrug
und Mißbrauch
von
Regierungsprogrammen
hat sich bezahlt gemacht, da der
Rat für Integrität und Effizienz
des
Präsidenten
84
Milliarden
Dollar an Mitteln eingespart hat,
die wirkungsvolleren Zwecken zu2 -

�hung dar und behindert Fortschritte
in unserer Handelsbilanz.

geführt worden sind.
- Schließlich haben die Bundesbehörden das bisher größte Programm
zur Verbesserung der Verwaltung
eingeführt, um die Regierung verstärkt mit der
in der
freien
Wirtschaft üblichen Arbeitsweise
vertraut zu machen.
Die dramatische Verbesserung bei
den Leistungen unserer Regierung ist
auf das standhafte Festhalten an den
vier grundsätzlichen Prinzipien des
Wirtschaftsprogramms
zurückzuführen,
das ich im Februar 1981 vorgestellt
habe:
- Begrenzung des Anstiegs der Bundesausgaben ,
- Abbbau der Steuerlast,
- Entlastung
der
Wirtschaft
von
übertriebenen Bestimmungen und
Schreibarbeit, und
- Unterstützung einer gesunden
stabilen Geldpolitik.

und

(Zusammenfassung der Haushaltsausgaben siehe Ende des Artikels)

Die Notwendigkeit des Defizitabbaus
Der Grundstein für ein dauerhaftes Zeitalter nationalen Wohlstandes
ist gelegt. Aber eine erhebliche Bedrohung unseres zukünftigen Wohlstandes bleibt bestehen: Das Defizit bei
den Bundesausgaben. Wenn dieses Defizit nicht durch eine Beschränkung
der Regierungsausgaben unter Kontrolle gebracht wird, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben.
Das durch andauernd hohe Ausgaben
herbeigeführte Defizit stellt für die
mit
der
Steuerreform
eingeführten
niedrigeren Steuersätze eine Bedro-

Wir können nicht zulassen, daß
dies geschieht. Deshalb ist es eine
unserer Hauptzielsetzungen in diesem
Haushaltsplan, einen kontinuierlichen
Abbau des Defizits sicherzustellen,
bis ein ausgeglichener Haushalt erzielt ist.
Mit diesem Haushalt wird das Ziel
eines Defizits von 108 Milliarden
Dollar erreicht, wie es im Gesetz
über einen ausgewogenen Haushalt und
Defizitkontrolle,
das
nach
seinen
Förderern
auch
als
Gramm-RudmanHollings bezeichnet wird, niedergelegt ist. Gramm-Rudman-Hollings hat
sowohl dem Präsidenten als auch dem
Kongreß einen festen Zeitplan für den
Fortschritt zu einem Abbau des Defizits auferlegt.
Ich löse mein Versprechen ein, indem ich diesen Haushaltsentwurf rechtzeitig vorlege und
ich fordere den Kongreß auf, dasselbe
zu tun. Wenn die Zielsetzungen zum
Abbau des Defizits außer acht gelassen würden, sähen wir uns einer beispielslosen Zunahme der Ausgaben gegenüber, die sich dieses Land nicht
leisten kann.
Dieser
Haushaltsentwurf
zeigt,
daß mit der Zeit die Ausmerzung de3
Defizits möglich ist, ohne die Steuern anzuheben, ohne unsere Verteidigungsbereitschaft zu opfern und ohne
Abstriche bei berechtigten Programmen
für ältere und arme Mitbürger machen
zu müssen.
Gleichzeitig werden dadurch zusätzlich benötigte Mittel für
andere Programme von höchster Priorität bereitgestellt.

Der Abbau des Defizits im Jahr 1988
Obwohl
jedem der

- 3 -

das Haushaltsdefizit
in
letzten vier Jahre genau

�oder etwas mehr als 5 Prozent vom
Bruttosozialprodukt (BSP) betrug, habe ich in jedem Jahr einen Weg vorgeschlagen, um das Defizit abzubauen und dies hauptsächlich durch die Beschränkung unnötiger Ausgaben im Inland.
Der Kongreß hat jedoch die
meisten dieser Vorschläge zurückgewiesen; deshalb ist der von uns erzielte Fortschritt viel bescheidener
ausgefallen als möglich gewesen wäre.
In diesem Jahr wird es voraussichtlich eine erhebliche Wende zum
Besseren geben. Das Defizit wird im
Jahr
1987 voraussichtlich etwa 48
Milliarden
Dollar
weniger
betragen
als im Jahr 1986 und sollte auf weniger als 4 Prozent des BSP zurückgehen.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung
werden die
Bundeseinnahmen
schneller zunehmen als die vom Kongreß für dieses Jahr bewilligten Ausgaben steigen werden.
Trotzdem gibt es keine eindeutige
Garantie dafür, daß der Fortschritt
hin zu einem anhaltend geringeren Defizit und letztendlich einem ausgewogenen Haushalt fortdauern wird. Auf
der
Basis gegenwärtiger
Leistungen
wird das Defizit in den nächsten fünf
Jahren weiterhin abnehmen, aber dieser Rückgang geschieht schrittweise
und ist anfällig gegenüber möglichen,
finanziell unverantwortlichen Maßnahmen des Kongresses bei einer Reihe
von Ausgabeprogrammen. Er ist ebenso
von einer möglicherweise schlechter
als
erwartet
ausfallenden
Wirtschaftslage bedroht, da alle Planungen auf der Annahme aufgebaut sind ,
daß die notwendigen Ausgabenkürzungen
vorgenommen werden.
Dieser Haushalt für das Jahr 1988
kann dem Defizit einen entscheidenden
Sclag versetzen. Wenn die in dieser
Haushaltsvorlage unterbreiteten Vorschläge angenommen werden, und wenn

sich die Wirtschaft weiterhin gemäß
den Zuwachsraten und Inflation betreffenden Annahmen des Haushaltsentwurfs verhält, sollte das Defizit in
diesem zweiten Jahr erheblich, d.h.
um 65 Milliarden Dollar, abnehmen und
somit auf weniger als 2,5 Prozent des
BSP absinken.
Ein derartiger Abbau
würde das Defizit wieder auf den Rahmen beschränken, wie wir ihn früher
in Friedenszeiten des Friedens erlebt
haben und uns unserem ziel eines ausgewogenen Haushalts viel näher bringen.
Darüber hinaus wird der Kongreß,
wenn er die in diesem Haushaltsentwurf enthaltenen Vorschläge akzeptiert, in den kommenden Jahren einen
weiteren Abbau des Defizits sicherstellen, weil sich die Einsparungen
bei bestimmten Programmen, und seien
sie 1988 noch so gering, in vielen
Fällen später zu einem größeren Aufkommen ansammeln würden.
Angesichts
des guten Anfangs im Jahr 1987 erhält
der Kongreß in diesem Jahr - durch
die Annahme der Haushaltsvorlage
die Möglichkeit, die schlimmsten Defizitprobleme von uns abzuwenden.
Die Annahme der Ausgabenkürzungen
und anderer in diesem Haushalt vorgeschlagenen Reformen würde das bei den
Bundesausgaben bestehende Defizit in
den nächsten drei Jahren um durchschnittlich 54 Milliarden Dollar pro
Jahr vermindern; das heißt, auf jährlich 220 Dollar für jeden einzelnen
Amerikaner und auf 600 Dollar pro
Haushalt. Meiner Ansicht nach ist es
die richtige Art und Weise, mit dem
Defizit fertigzuwerden, wenn man die
übermäßigen
Bundesausgaben
abbaut
statt mit höheren Steuern auf die
Privateinkommen zurückzugreifen, unsere nationale Sicherheit zu schwächen, das Vertrauen der armen und älteren Mitbürger zu verlieren und über
die
Erfordernisse
für
zusätzliche

�Mittel für andere Programme von höchster Priorität hinwegzusehen.

Ein wettbewerbfähigeres
tiveres Amerika

und

produk-

Der Defizitabbau ist eine gewaltige Aufgabe - aber er kann und muß
erreicht werden, wenn man die Aufmerksamkeit ernsthaft auf seine Auswirkungen
auf Amerikas Wirtschaft,
Unternehmen, Bundes- und Staatsregierungen,
soziale
Einrichtungen
und
einzelne Bürger lenkt. Der Abbau des
Defizits wird die den privaten Kreditmärkten
von der
Bundesregierung
auferlegte Last verringern.
Die in
diesem Haushalt vorgeschlagenen besonderen Maßnahmen zum Abbau des Defizits würden die Wettbewerbsfähigkeit - und die Produktivität - unserer
Regierung
unterstützen
helfen.
Diese Ziele sind bei der Erarbeitung
des Haushaltsplans besonders in Betracht gezogen worden.

Programme von höchster Priorität
sollten angemessen finanziert werden
Trotz der allgemein sehr angespannten
finanziellen
Lage, stellt
dieser
Haushalt
angemessene
Mittel
zur Erhaltung und in einigen Fällen
auch zur Erweiterung von solchen Programmen von höchster Priorität bereit, die im nationalen Interesse eine
Schlüsselposition
einnnehmen.
Einige Beispiele:
- unerläßliche Dienstleistungen und
Einkommenszuschüsse für die älteren
und
bedürftigen
Mitbürger
werden erweitert;
- die unter meiner Initiative zum
Drogenmißbrauch
1987
begonnenen
Bemühungen zu dessen Verhütung,
Behandlung und der Forschung auf
- 5 -

diesem Gebiet werden fortgesetzt,
zumal sich die für die Durchführung der Drogengesetzgebung bereitgestellten Mittel seit meinem
Amtsantritt verdreifacht haben.
- der Haushalt sieht 85 Millionen
Dollar für die intensivere Gesundheitsfürsorge derjenigen Bevölkerungsgruppen mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate vor;
- über eine halbe Milliarde Dollar
werden für die Forschung und die
Aufklärungskampagnen
über
AIDS
bereitgestellt, eine 28prozentige
Zunahme gegenüber dem Niveau von
1987 und mehr als das Doppelte
unserer Bemühungen im Jahr 1986
(zusätzlich werden von der Veteranenbehörde
und vom Verteidigungsministerium
100
Millionen
Dollar
für die Behandlung von
AIDS und Blutuntersuchungen bereitgestellt) .
- Angesichts
der
Vormachtstellung
unseres Landes auf dem Gebiet der
biomedizinischen
Grundlagenforschung will der Haushalt die von
den nationalen Gesundheitsbehörden
bewilligten
Ausgaben
für
mehrjährige biomedizinische Forschungstipendien übernehmen.
- Gegenüber 1987 werden 200 Millionen Dollar mehr für die zusätzliche Ausbildung von bildungsmäßig benachteiligten Kindern vorgeschlagen .
- Augenblicklich
unwirksame
Programme
zur Unterstützung
umgesetzter Arbeitskräfte werden von
einem
erweiterten
Programm
in
Milliarden-Dollar-Höhe
ersetzt,
das sorgfältig darauf ausgerichtet ist, Arbeitnehmern, die aus
ihre
Arbeitsstellen
verdrängt
wurden, zu neuen Stellen zu ver-

�helfen.
Eine um 68 Prozent erhöhte Finanzierung wird bereitgestellt, um
die Bundesluftfahrtbehörde in die
Lage zu versetzen, das Flug Leitsystem des Landes zu modernisieren; dazu zählt auch die Bereitstellung von Dopplerradars, die
in der Lage sind, Abwinde auszumachen, die Starts und Landungen
auf den Flughäfen behindern, wo
diese ein Risiko darstellen;
- 1988 werden 400 Millionen Dollar
bereitgestellt, um die neu erlassene
Einwanderungsgesetzgebung
durchzuführen;
- Erhebliche
Mehrausgaben
werden
bereitgestellt für die Finanzierung von Versuchen bei Technologien für eine saubere Kohleverbrennung, die Forschung zur Entstehung sauren Regens und dessen
Auswirkungen auf die Umwelt, um
das Problem des sauren Regens anzugehen, und
- dieser Haushalt sieht ferner eine
Initiative für neue Technologien
der zivilen Raumfahrt vor, zusammen mit bereits geplanten zusätzlichen Mitteln für den Bau einer
Raumstation, der Entwicklung eines
nationalen
Plans
für
die
Luft- und Raumfahrt und der Unterstützung der kommerziellen Erschließung des Weltraums.
In den vergangenen sechs Jahren
gehörte die Wiederherstellung der nationalen Sicherheit wegen der durch
die Unterfinanzierung in der Mitte
und gegen Ende der siebziger Jahre
entstandenen ernstlichen Schwächen zu
meinen höchsten Prioritäten.
Trotzdem sind internationale und Verteidigungsprogramme nicht den Auswirkungen
der staatlichen Einsparungen entgan-

gen. Der Verteidigungshashalt ist in
jedem der vergangenen zwei Jahre real
zurückgegangen. Wir können nicht zulassen, daß sich dieser Trend fortsetzt.
In diesem Haushalt schlage
ich gegenüber dem im vergangenen Jahr
bewilligten Niveau einen realen Zuwachs von 3 Prozent vor. Die Forderung bedeutet mit etwa 8 Milliarden
Dollar weniger
als im vergangenen
Jahr das minimale Niveau, auf dem eine angemessene Verteidigung unseres
Landes aufrechterhalten werden kann.
Ebenso unerläßlich für unsere Bemühungen
zur Aufrechterhaltung
der
nationalen Sicherheit ist meine Forderung für unsere Programme der internationalen
Angelegenheiten.
Ich
fordere den Kongreß auf, die schädigenden Kürzungen des vergangenen Jahres nicht zu wiederholen, sondern
diese Programme voll und ganz zu finanzieren.
Bei
anderen
Bundesprogrammen
sollte das System der Schaffung von
Anreizen verändert werden, um mehr
Leistungs- und
Wettbewerbsfähigkeit
zu fördern.
Eines der Probleme vieler Bundesprogramme besteht darin, daß diese
Zahlungen leisten, ohne Leistung und
Effizienz zu fördern. Sie werden als
"kostenlos" angesehen und deshalb besteht
potentiell
eine
unbegrenzte
Nachfrage danach.
Das muß geändert
werden - und dieser Haushalt schlägt
in den hier wichtigen Bereichen die
Schaffung von Anreizen vor.
Unsere mit dem Food Security Act
von 1985 eingeleiteten Programme zur
Stützung der Preise in der Landwirtschaft erweisen sich als viel zu
kostspielig - als eineinhalb mal so
teuer
wie
die
Schätzungen
veranschlagten, als das Geetz in Kraft
trat. Die 1987 an Subventionen aus-

�gegebenen 25 Milliarden Dollar bilden
14 Prozent unseres gesamtes Bundesdefizits und bedeuten, daß von den
Steuern einer jeden, nicht in der
Landwirtschaft
tätigen Familie 415
Dollar abgezogen werden, um die Einkommen der Landwirte zu stützen
über den Betrag hinaus, den sie durch
die gestützten Preise schon beim Lebensmittelhändler
bezahlen.
Einige
Bestimmungen des Gesetzes ermutigen
die Landwirte zu einer Überproduktion, nur damit sie Bundeszuschüsse
in Anspruch nehmen können.
Andere
Bestimmungen teilen unseren größten
und leistungsfähigsten Erzeugern die
größten Zuschüsse zu statt den wirklich hilfsbedürftigen Familienbetrieben.
Meine Administration wird Zusatzklauseln zu diesem Gesetz vorschlagen, damit es in erster Linie
den
Familienbetrieben,
die
ausschließlich
von der
Landwirtschaft
leben, zugute kommt, indem es die den
großen Erzeugern zu zahlenden Beträge
wirkungsvoll begrenzt und den Landwirten die Anreize zur Überproduktion
wegen der Bundeszuschüsse nimmt.
Es wird ferner eine Reform im
Medicare-Zahlungssystem
für
Srzte
vorgeschlagen.
Den Vorschlägen zufolge würde Medicare Leistungen für
Radiologie, Anästhesie und Pathologie
(radiology,
anestesiology
and
pathology - RAP) gemäß den durchschnittlich in dem betreffenden Bezirk anfallenden Kosten zahlen, statt
einzelne der Inflation unterworfene
Rechnungsbeträge
zurückzuerstatten.
Die momentane Erstattung des Rechnungsbetrages
zerstört Anreize und
leistet der Haltung Vorschub, unangemessene Rechnungsbeträge für unnötige
Dienstleistungen zu fordern.
Diese
Initiative würde die durch das augenblickliche Rückerstattungssystem von
Medicare hervorgerufenen Verzerrungen
beseitigen und somit eine wichtige
Schranke abbauen, die bisher die Wie-

derherstellung der bereits bestehenden Vereinbarungen zwischen RAP-Srzten und Krankenhauspersonal verhindert h3t.
Die Haushaltsvorlage schlägt eine
fortlaufende Erhöhung der mit Bundesmitteln unterstützten Grundlagenforschung vor, die zu längerfristigen
Verbesserungen
der
Leistungsbereitschaft unseres Landes und der weltweiten
Wettbewerbsfähigkeit
führen
wird.
Zum Beispiel sieht der Haushalt innerhalb von fünf Jahren eine
Verdopplung der vom Nationalen Wissenschaftsfonds für die akademische
Forschung
geleisteten
Unterstützung
vor. Ich schlage ferner vor, die Unterstützung zur Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler und Ingenieure zu
erhöhen und einen stärkeren Technologie-Transfer von der Regierung zur
Industrie zu pflegen.
Ein anderer Weg, um den von der
Regierung gelieferten Dienstleistungen einen "Wert" - und den Anreiz,
sie nur bei Bedarf in Anspruch zu
nehmen - zu geben, wäre es, in angemessenem
Rahmen dafür Gebühren zu
verlangen. Diejenigen, die besondere
Bundesdienstleistungen
in
Anspruch
nehmen - und nicht der Steuerzahler
schlechthin
- sollten den größten
Teil der Kosten für diese Dienstleistungen
tragen.
Demgemäß
erhebt
dieser Haushaltsplan Gebühren für alle Bundesdarlehen, für die Fleischund Geflügelbeschau, die nationalen
Wald- und
Parkanlagen, die Küstenwache, Zollkontrollen und einige andere Dienstleistungen.

Die Regierung
sollte aufhören,
mit dem Privatsektor zu konkurrieren
Die
Bundesregierung
stört
Produktivität des Privatsektors

- 7 -

die
auf

�vielerlei
Art
und
Weise.
Einmal
durch Darlehen von Kreditgebern zur
Finanzierung von nicht mehr benötigten Programmen - wie dies im Fall des
Versicherungsfonds für Häuser auf dem
Land geschehen ist, ebenso bei der
direkten finanziellen Hilfen für Studenten, den nach Ermessen vergebenen
Zuschüssen für den öffentlichen Personennahverkehr,
freiwilligen
Ausbildungsbeihilfen, dem Fonds des Bundesverbandes der Ernte-Versicherer,
Bauzuschüssen für Kläranlagen, Beihilfen für Rechtsbeistand, die Gesellschaft
für
juristische Dienstleistungen und Zuschüsse zur Elektrifizierung
ländlicher
Gebiete.
Ich
schlage in diesem Haushalt die Abschaffung dieser Programme vor und
verlasse mich statt dessen darauf,
daß sich der Privatsektor, der Staat
oder die Stadtverwaltung dieser Bereiche annehmen wird.
Die Haushaltsvorlage schlägt auch
eine Reihe von Programmen vor, die
entweder durch öffentliche Angebote
oder Verkäufe an den Privatsektor zurückverwiesen werden sollten.
Nach
unseren erfolgreichen Bemühungen um
die Zulassung zum Verkauf von Conrail
schlage ich jetzt den Verkauf von
Kraftstoffreserven
der Marine, von
AMTRAK, der Energiebehörde Alaskas,
des Helium-Programms und von überschüssigen Immobilien vor.
Darüber
hinaus schlage ich der Legislative
vor, zu untersuchen, ob es nicht möglich wäre, die Energiebehörde des
Südostens abzustoßen. Diesen "Privatisierungsbemühungen" kommt auch weiterhin in meiner Administration die
höchste Priorität zu, und meiner Ansicht nach werden sie größere Produktivität und niedrigere Gesamtkosten
für diese Dienstleistungen mit sich
bringen. Die Bundesregierung muß unerläßliche
Dienstleistungen
bereitstellen, die ihrem Charakter nach öffentlich und ihrem Umfang nach natio-

nal sind.
Es geht nicht an, daß
Dienstleistungen für einzelne Bürger
bereitgestellt werden, die ebensogut
oder sogar noch besser vom Privatsektor, den Staats- oder Stadtverwaltungen angeboten werden können.
Die Bundesregierung sollte sich
mehr auf den Privatsektor verlassen,
wenn es darum geht, Dienstleistungen
zur Hilfe und Unterstützung von Aktivitäten anzubieten, die in den Händen
des Bundes verbleiben.
Der Haushaltsplan schlägt vor, daß die jetzt
von
über
40 000
Bundesangestellten
verrichtete Arbeit an den Privatsektor vergeben wird, um die Produktivität zu erhöhen, Kosten zu senken, und
die Dienstleistungen zu verbessern.

Kreditprogramme des Bundes sollten über den privaten Markt abgewickelt werden und ihre realen
Kosten offenbaren
Die Bundesregierung stellt Kredite für das Bauwesen, die Landwirtschaft, kleinere Gewerbebetriebe, das
Bildungswesen und für viele andere
Zwecke zur Verfügung.
Im Augenblick
stehen mehr als eine Billion Dollar
an Bundesdarlehen oder an vom Staat
bezuschußten Darlehen aus.
Zusammen
mit der Kreditvergabe von staatlich
geförderten Unternehmen belief sich
das Kreditvolumen des Staates auf 14
Prozent aller 1985 auf den amerikanischen Kreditmärkten vergebenen Kredite.
Den augenblicklichen Modalitäten
zufolge
scheinen
Anleihegarantien
"kostenlos" zu sein, sie beeinträchtigen den Haushalt nicht, solange die
Schuldner ihre Verbindlichkeiten einhalten.
Direkte Kredite werden bei
ihrer Erteilung
als Ausgaben verbucht, bei ihrer Rückzahlung jedoch
als "negative Ausgaben", daher schei-

�nen Direktkredite ebenso "kostenlos"
zu sein, weil mit ihrer Rückzahlung
gerechnet wird.
Aber weder Direktkredite
noch Anleihegarantien
sind
kostenlos. Abgesehen von den besseren Bedingungen, die ein Schuldner
von der Regierung erhält, gibt es
noch das Problem der nicht erfolgten
Rückzahlung.
Wenn ein Kreditnehmer
seinen
Direktkredit
nicht
zurückzahlt, werden keine negativen Ausgaben verbucht, und das ist eine bereits in der ursprünglichen Kreditvergabe implizierte Subvention. Wenn
ein
Kreditnehmer
seine
garantierte
Anleihe nicht einlöst, muß die Regierung für die Rückzahlung aufkommen ebenfalls eine Subvention des Programms.
Da diese Auswirkungen nur schwer
verständlich
sind
und bei unseren
Kreditprogrammen zu deren erheblich
verminderter Leistungsfähigkeit führen, werden wir den Kongreß bitten,
ein Gesetz zu erlassen, durch das die
realen Kosten zur Führung der Bundeskreditprogramme im Haushalt in Erscheinung treten.
Indem wir einen
erheblichen Teil neu gewährter Kredite an den Privatsektor verkaufen und
neu
erteilte
Garantien
rückversichern, wird der bei der momentanen
Verfahrensweise
implizierte
Zuschuß
sichtbar werden.
Diese Reform wird
die Art und Weise revolutionieren, in
der die Kreditaktivitäten des Bundes
durchgeführt werden.
Der Privatsektor wird sich ferner
zunehmend mit dem Management unseres
gewaltigen Bestands ausstehender Kredite und Anleihegarantien beschäftigen. Säumige Bundeskreditnehmer werden an private Auskunfteien verwiesen
und private Inkassobüros werden uns
bei der Rückforderung helfen.
Die
Finanzbehörden (Internal Revenue Service - IRS) wird seinen "Ausgleich"
von
Rückerstattungen
erweitern, um

ausstehende Schulden beim Staat zu
tilgen, und Bundesangestellten, die
Bundeskredite nicht zurückgezahlt haben, wird das Gehalt gepfändet.

Die erweiterte Rolle der Regierungen von Bundesstaaten und
Städten
Ich habe in den vergangenen 3echs
Jahren versucht, verschiedene Dienstleistungen des Bundes an die Regierungen der Bundessstaaten und Städte
zurückzuverweisen. Diese können viel
besser auf die Bedürfnisse der Empfänger dieser Dienstleistungen eingehen.
Für mich ist dies eine Frage
der Reorganisation von Pflichten in
unserem System auf eine Art und Weise, die zu einer effizienteren Bereitstellung dieser Dienstleistungen
führen wird, deren Notwendigkeit wir
alle zustimmen.
Deshalb läßt diese
Haushaltsvorlage
das
unangemessene
Engagement der Bundesregierung auslaufen, und zwar im örtlichen Polizeiwesen, der Behandlung von Abwässern, bei Privatschulen und bei der
Erschließung von Landkreisen und Gebieten. Verkehrsprogramme werden zusammengelegt oder den Staaten wird
für die Verwendung von Bundesmitteln
für Autobahnen, öffentlichen Personennahverkehr und Flughäfen ein größerer Spielraum zugestanden.

Bundesvorschriften müssen zur
Förderung der Produktivität weiter abgebaut werden
Meine
Administration
wird
die
1981
begonnenen
Bemühungen,
Vorschriften auszusetzen und Bestimmungen abzubauen, fortsetzen.
Die dem
Vizepräsidenten
unterstehende
Arbeitsgruppe zur Entlastung von Bestimmungen ist wiedereingesetzt worden.
In der Vergangenheit haben zu

- 9 -

�viele Bundesvorschriften und die damit verbundene Schreibarbeit die amerikanische
Produktivität
und
die
Freiheit des Einzelnen erdrückt. Wir
müssen unsere Bemühungen zur Vereinfachung der Verfahrensweisen fortsetzen und das richtige Maß zwischen
notwendigen Vorschriften und der damit verbundenen Schreibarbeit auf der
einen und den Kosten für diese Erfordernisse auf der anderen Seite finden.

Die Aktivitäten der Bundesregierung sollten besser gelenkt werden
Das amerikanische Volk verdient
eine bestmöglich geleitete Bundesregierung.
Im vergangenen Jahr habe
ich das Produktivitätsprogramm
der
Bundesregierung
ins Leben gerufen,
mit dem Ziel, die Produktivität in
bestimmten Bereichen bis 1992 um 20
Prozent zu steigern. In diesem Programm
ist auch ein beträchtlicher
Teil der Arbeitsplätze des Bundes
erfaß, die dem Landwirtschaftsministerium
unterstehende
Fleisch- und
Geflügelbeschau, die Wartung und Reparatur von Marineflugzeugen, die Bearbeitung von Sozialversicherungsansprüchen, die Unterhaltung von Nationalparks, die Leitung von Bundesgefängnissen und die Bearbeitung von
Steuerrückerstattungen durch die IRS.
Die Reform des Kreditwesens, Privatisierung, Verbesserung
der
Produktivität und andere Vorschläge werden in dem in diesem Monat herausgegebenen Verwaltungsbericht näher beschrieben. Darin werden ferner weitere Maßnahmen zum Abbau von Verschwendung, Betrug und Mißbrauch vorgeschlagen, ferner die Verbesserung
des Umgangs mit 1,7 Billionen Dollar
Regierungsgeldern,
die
Einrichtung
kompatibler
Abwicklungsmodalitäten
für alle Bundesbehörden und andere
Initiativen zur Verbesserung der Lei-

tung von Regierungsbehörden.
Dieses
ehrgeizige Unternehmen zur Reform der
Verwaltung, das den Namen "Reform 88"
trägt, stellt die größte jemals unternommene
Bemühung
einer
Verwaltungsreform dar .
Die
Haushaltsvorlage
schlägt
ebenfalls eine neue Methode der Entlohnung von Bundesangestellten vor,
die ihre Leistungsfähigkeit steigern.
Ich bitte den Kongreß um die Bewilligung eines neuen Plans zur Umwandlung
des augenblicklichen Systems der automatischen
Anhebung
innerhalb der
Gehaltsstufe, für das jedes Jahr etwa
40 Prozent der Angestellten infrage
kommen und das eine verborgene Gehaltsanhebung von 3 Prozent bedeutet,
in ein System, das "leistungsorientiert" ist. Damit werden Bundesangestellten
stärkere Anreize
geboten,
die Bereitstellung von Dienstleistungen zu verbessern.
Ich schließe in diese Haushaltsvorlage meine Empfehlungen zur Anhebung der Gehälter von geschäftsführenden Beamten der Exekutive, Legislative und Jurisdiktion der Bundesregierung ein. Der mir am 15. Dezember
1986 vorgelegte Bericht der alle vier
Jahre
zusammenkommenden
Kommission
(Quadrennial Commission) legt sowohl
das wahre Niveau der Aushöhlung von
Gehältern der geschäftsführenden Beamten dieser Bundesbehörden dar, die
seit 1969 besteht. Hieraus resultieren Probleme für Einstellung und Weiterbeschäftigung der Beamten, insbesondere im Gerichtswesen.
Der Kommission gebührt Lob für ihre sorgfältigen und gewissenhaften Bemühungen
bei der Behandlung der komplizierten
und komplexen Probleme des Lohnsystems innerhalb der Bundesregierung.
Jede einzelne der alle vier Jahre
zusammentretenden Kommissionen ist in
den vergangenen
18 Jahren zu dem

�Schluß gekommen, daß eine Gehaltserhöhung für Bundesbeamte in Schlüsselpositionen notwendig ist. Jede Kommission vertrat die Ansicht, daß das
Gehalt von höheren Regierungsbeamten
hinter das ihrer Kollegen im Privatsektor
zurückfällt.
Sie vertraten
ferner die Ansicht, daß wir uns keine
Regierung leisten können, die sich
nur aus solchen Mitgliedern zusammensetzt, die wohlhabend genug sind, um
sich in diesen Dienst zu begeben.
Leider fand die letzte Gehaltsangleichung
durch
die
Kommission
1977
statt, also vor bereits zehn Jahren.
Ich weiß jedoch, daß wir uns den
Bemühungen unterworfen haben, das Defizit der Bundesregierung abzubauen
und die Kosten für die Regierung auf
das absolute Minimum zu beschränken.
Vor diesem Hintergrund
glaube ich
nicht, daß es angemessen wäre, die
Empfehlung der Kommission in vollem
Umfang zu verwirklichen.
Ich habe mich deshalb entschlossen, eine Gehaltsanhebung vorzuschlagen, die jedoch erheblich unter den
von den Kommissionsmitgliedern in ihrem Bericht des letzten Monats abgegebenen Empfehlungen liegt.
Darüber
hinaus habe ich mich entschlossen,
eine Kommission für das Entlohnungssystem der höheren Angestellten einzurichten, die bis zum August nächsten Jahres angemessene Gehaltsklassen für die Führungspositionen der
Regierungsangestellten erarbeitet und
mir diese dann vorlegt. Die meinerseits
dem Kongress
vorgeschlagenen
Gehaltsanhebungen dieser neuen Kommission sollten die von der Regierung
gezahlten Gehälter auf eine gerechtere und besser vergleichbare Grundlage
stellen.

Frieden durch Stärke

Ich bin
zunehmend davon überzeugt, daß der einzige Weg, unsere
Gegner bei einem Rüstungsabbau an den
Verhandlungstisch zu bringen, darin
besteht, ihnen einen Grund zu Verhandlunen zu liefern - während wir
gleichzeitig
unserer
Verpflichtung
gegenüber unseren Bürgern und Verbündeten nachkommen, eine vor einer Aggression sichere Umgebung zu schaffen.
Wir haben unsere Verteidigungsfähigkeit wieder auf ein Niveau gebracht, das den heutigen Sicherheitsanforderungen eher entspricht.
Ein
bescheidener und anhaltender Anstieg
der Finanzierung im Verteidigungsbereich wird erforderlich sein, um die
von uns erzielten Zuwachsraten wirklich abzusichern.
Wir gehen wegen
der ernsten finanziellen Einschränkungen langsamer vor als ursprünglich
von mir geplant, und der von mir vorgeschlagene Haushalt stellt das notwendige Minimum zur Sicherung einer
angemessenen Verteidigung bereit.
Ich lege ebenfalls erstmals für
den Verteidigungshaushalt einen Zweijahresplan vor. Damit wird eine größere Stabilität bei der Bereitstellung der Mittel für unsere Verteidigungsbemühungen geschaffen, und das
sollte
zu einer
wirtschaftlicheren
Nutzung dieser Mittel führen.

Reform der Verfahrensweisen beim
Haushalt
Die augenblicklich beim Haushalt
angewandten
Verfahrensweisen
haben
keine funktionierenden und zuverlässigen Mechanismen für die Handhabung
des Haushalts der Bundesregierung bereitgestellt.
Die
Ausführung
von
Haushaltsvorlagen ist mühselig, komplex und schwierig. Sie erlaubt und
unterstützt einen
Prozeß, der ein
Aussetzen unserer Pflicht gegenüber

- 11 -

�dem
amerikanischen
Volk
mit
sich
bringt, dessen Haushalt auf verantwortliche Art und Weise zu verwalten.
Im vergangenen Jahr hat der Kongreß
den Haushalt erst nach acht Monaten
und zwei Wochen verabschiedet - zwei
Wochen nach dem vereinbarten Termin.
Außer dem ersten Bericht des Haushaltskomitees
vom
Senat
hat
der
Kongreß jeden der nur neun Monate
vorher von ihm selbst festgelegten
Termine
überschritten.
Schließlich
hat der Kongreß ein einjähriges, 389
Seiten umfassendes Haushaltsbewilligungsgesetz voller überflüssiger und
verschwenderischer
Ausgaben
verabschiedet.
Da der Kongreß das jährliche Haushaltsgesetz noch nicht verabschiedet hatte, wurde ich gesetzlich gezwungen, ein Aussetzen aller
Tätigkeiten der Bundesregierung einzuleiten. Eine solche Außerkraftsetzung eines verantwortungsvollen Haushaltsprozesses macht nicht nur eine
sorgfältige und wohlüberlegte Gesetzgebung zunichte, sie ermutigt auch
überflüssige Ausgaben und Verschwendung.
Da ich als Präsident darüber hinaus kein selektives Veto einlegen
kann, mußte ich die vielen Punkte des
Haushaltsgesetzes, denen man etwas
hätte entgegenhalten
können, außer
acht lassen und es unterzeichnen, um
eine Finanzierungskrise der Bundesregierung zu vermeiden.
Ich bin sicher, daß viele Mitglieder des Kongresses mit dieser Methode der Haushaltsführung für die Bundesregierung
nicht einverstanden sind.
Die Finanzierungskrise des vergangenen Herbstes und ihre überstürzte Lösung liefern nur einige der offensichtlichen Beweise für die Nachteile des Systems. Der Kongreß entschließt sich für einen in verschiedene Bereiche gegliederten Haushalt
(ohne Einmischung des Präsidenten);

er berücksichtigt dreizehn einzelne,
aber
untereinander
in Zusammenhang
stehende
Bewilligungsgesetze,
die
nach Behörden, nicht nach Bereichen
aufgeschlüsselt sind; er erarbeitet
eine Vereinbarung, er verabschiedet manchmal jährlich - die Gesetzgebung
zur Autorisierung des Haushalts und
er beschränkt das öffentliche Schuldenaufkommen. Diese Begriffe sind an
sich
verschwommen
und
verwirrend,
aber der dahinter stehende Prozeß ist
chaotisch.
Die Vorgehensweisen müssen vereinfacht werden und leichter
nachvollziehbar sein.
In Kürze werde ich detaillierte
Reformen vorstellen, die den Prozeß
leistungsfähiger
und
nachweisbarer
machen, so daß wir dem amerikansichen
Volk das geben können, was es von uns
verdient: einen finanziell verantwortungsbewußten und termingerecht vorgelegten Haushalt.

Zusammen fassung
Bei der Rückschau auf die letzten
sechs Jahre können wir mit Stolz und
Befriedigung über unsere Leistungen
erfüllt sein. Die Inflation ist unter Kontrolle gebracht worden. Wachstum und Investitionen haben zugenommen, während die Zinssätze, die steuern und die Zahl der Arbeitslosen erheblich
zurückgegangen
sind.
Eine
Grundlage für einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ist nun geschaffen.
Unsere nationale Sicherheit ist auf ein annehmbareres Maß
wiederhergestellt worden. Die weitere Anwendung unnötiger und belastender Bundesvorschriften ist zu einem
Stillstand gekommen.
Bei der Einschränkung der überflüssigen Zunahme
der Ausgaben im Inland ist ein wichtiger Anfang
gemacht worden.
Die
Leitung der Regierung ist unter besonderer Betonung auf Leistungsfähig-

�keit verbessert worden.
Es stehen jedoch immer noch wichtige Aufgaben vor uns. Das große und
weiterhin anhaltende Haushaltsdefizit
ist weiterhin eine Quelle der Unzufriedenheit.
Es
bedroht
unseren
Wohlstand und unsere Hoffnung für das
anhaltende Wirtschaftswachstum.
Im vergangenen Jahr haben die Legislative und die Exekutive unserer
Regierung auf diese Bedrohung reagiert, indem sie in den nächsten vier
Jahren den schrittweisen, ordnungsgemäßen Fortschritt für einen ausgeglichenen Haushalt fördern. Die hier
dargelegten Vorschläge werden ihr für
1988 gestecktes Ziel erreichen, obwohl sie berechtigte Programme für
ältere und bedürftige Mitbürger erhalten, eine
angemessene
nationale
Verteidigung sichern, mehr Mittel für
andere Aktivitäten von höchster Priorität zur Verfügung stellen und dies
alles vollbringen, ohne die Steuern
zu erhöhen.
Dieser Haushaltsplan präsentiert
eindeutige Alternativen, denen wir
uns mit Entschiedenheit stellen müssen. Der Kongreß darf die von GrammRudman-Hollings
aufgestellten
Defizitziele nicht außer acht lassen.
Die Beachtung der Bestimmungen und
Versprechen dieser Gesetzgebung bietet uns die beste Gelegenheit, dem
chronischen Defizit zu entgehen, mit
dem wir uns im vergangenen halben
Jahrhundert plagen mußten. Wir müssen uns darüber klar werden, daß das
Problem des Defizits neue Möglichkeiten bietet - die Möglichkeit, eine
neue, klarere, besser ausgerichtete
und besser gelenkte Struktur der Bundesregierung aufzubauen und so ein
leistungsfähigeres und wettbewerbsfähigeres Amerika zu unterstützen.

- 13 -

�Zusammenfassung der Haushaltsausgaben
(in Milliarden Dollar)
1986

769 ,1
989 ,8

Einnahmen
Ausgaben

Uber3chuß/Defizit (-)
Nach Gramm-RudmanHollings angestrebtes
Defizit

Differenz

Einnahmen
Ausgaben

Überschuß oder Defizit
Nach Gramm-RudmanHollings angestrebtes
Defizit

Differenz

(-)

1987

1988

1989

842 ,4

916 ,6

1015 ,6

1024 ,3

976 ,2
1069 ,0

-220 ,1

-173 ,2

-107 ,8

- 92 r8

-171 r9

-144 ,0

-108 ,0

- 72 ,0

48,8

29,2

-0,2

20,8

1990

1991

1992

1048 ,3
1107 -8

1123 ,2
1144 ,4

1191 ,2
1178 ,9

-59,5

-21,3

12,3

•36,0

0,0

0,0

23,5

-21,3

12,3

(N.B. Die Zahlen schließen die Sozialversicherung ein, die im
Haushalt nicht berücksichtigt wird)

* * * * * *

- 14 -

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial
Der folgende Artikel erschien zuerst am 6. Januar 1987 in de - International
Herald Tribüne. Er repräsentiert nicht die offizielle Meinung der amerikanischen Regierung.

14. Januar 1987

DAS GEREDE VOM ZUSAMMENBRUCH DES KOMMUNISMUS IST UNSINN
- Von Norman Podhoretz (c) 1986, News America Syndicate

NEW YORK - Die Idee, daß der Kommunismus keine Zugk-aft mehr habe,
begann sich vor wenigen Jahren auszubreiten.
Zunächst wollte man damit
ausdrücken, daß Amerika sich nicht
länger vor dem sowjetischen Expansionismus fürchten müsse und deshalb ruhig seine Rüstungsausgaben verringern
könne. Heute wird dieselbe Idee auch
von einer
Reihe von Kommentatoren
(von denen es einige besser wissen
sollten, und es früher auch wußten)
als Argument dafür benutzt, die nicaraguanischen Contras und die meisten
derjenigen
Menschen, die, mit den

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Worten Präsident Reagans, "auf allen
Kontinenten ihr Leben riskieren ...
um sich sowjetisch geförderten Aggressionen zu widersetzen" im Stich
zu lassen.
Dieses
beruhigende
Hirngespinst
vom Zusammenbruch des Kommunismus basiert auf drei Behauptungen.
Die
erste besteht darin, daß die Herrscher der Sowjetunion, ebenso wie ihre Quislinge und Stellvctreter in
den Ländern, über die sie imperiale
Kontrolle ausüben, aufgehört haben,
an den Marxismus zu glauben, jeden-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�falls zumindest in dem Ausmaß, wie
sie dies in der Vergangenheit getan
haben. Die zweite besagt, daß heute
in den kommunistischen Ländern kaum
jemand überhaupt noch an den Marxismus glaubt.
Die dritte Behauptung
lautet, daß der Marxismus für westliche intellektuelle weniger attraktiv geworden ist, als er dies in früheren Zeiten einmal war.
Jede dieser Behauptungen enthält
ein Körnchen Wahrheit: gerade genug,
um irreführend zu sein.
Zunächst einmal: ob die sowjetischen Herrscher noch an den Marxismus glauben oder nicht, ihre Militärmacht und deren globale Reichweite
haben in den letzten 25 Jahren enorm
zugenommen. Jedenfalls, was sie nun
insgeheim
denken
mögen
oder
auch
nicht, haben die Herrscher in kommunistischen Ländern - von der Spitze
bis hinunter zu Managern und lokalen
Parteigrößen - keine andere Wahl, als
weiterhin die Prinzipien des Marxismus-Leninismus zu predigen. Es sind
diese Prinzipien, und allein diese
Prinzipien, die ihnen das Recht auf
Herrschaft geben.
Tatsächlich hat die Bedeutung des
Marxismus in der kommunistischen Welt
dem tschechischen Dissidenten Vaclav
Havel zufolge nicht ab-, sondern zugenommen, während eine seiner Verheißungen nach der anderen durch den
"real existierenden Sozialismus" ad
absurdum geführt wurde.
Die Herrschenden
benötigen
den
Marxismus
nicht nur, um ihre Position in den
Augen ihrer Bürger zu rechtfertigen,
sie benötigen ihn, um sich selbst gegenüber ihre Macht zu rechtfertigen
und um sich über ihre üblen Taten
hinwegzutäuschen.
Was ist mit den Leuten, die von
diesen Taten betroffen sind? Sicher-

lich haben viele.von ihnen den Kommunismus
als
Ideologie
und Gesellschaftssystem hassen gelernt.
Doch
wenn sie versuchen, ihren Haß in Taten umzusetzen, finden sie heraus,
daß der Kommunismus, was sie selbst
anbetrifft, sehr wohl Zugkraft hat daß er im Gegenteil mehr als genug
Macht besitzt, um sie zu töten, ins
Gefängnis zu werfen oder sie auf andere Weise zu bestrafen. Mit Ausnahme weniger Helden ordnen sie sich unter.
Ein anderer tschechischer Dissident, Miroslav Kusy, beschreibt die
Lage von Herschern und Beherrschten
wie folgt: "Diejenigen, die ihn predigen, benehmen sich, als ob das ideologische Königreich des realen Sozialismus in dem 'was wir hier heute
haben' bestünde; die Nation benimmt
sich, als ob sie glaube, als ob sie
überzeugt wäre, daß sie im Einklang
mit diesem ideologischen realen Sozialismus lebte".
Soviel
zur
zweiten
Behauptung,
auf der das Hirngespinst vom kommunistischen Zusammenbruch aufbaut.
Was die dritte Behauptung angeht,
so ist das auffallendste Faktum in
bezug
auf westliche
Intellektuelle
nicht der Rückgang an überzeugten
Marxisten unter ihnen.
Es ist das
hartnäckige Weiterbestehen einer unverbesserlichen Tendenz, sich diesem
Rückgang zum Trotz im Zweifelsfalle
für kommunistische Regime und kommunistische Revolten auszusprechen.
Auf die Sowjets angewendet, tritt
diese Tendenz heute normalerweise so
auf, daß für ihr aggressives Verhalten immer amerikanische Provokationen
verantwortlich
gemacht werden oder
daß man die Existenz von expansionistischen Absichten bei ihnen grundsätzlich
verneint.
Angewendet
auf

�die Dritte Welt nimmt sie eine etwas
kompliziertere Gestalt an, deren Konturen in einer berühmten Rede der
Schriftstellerin Susan Sontag aus dem
Jahre 1982 eindringlich verdeutlicht
werden.
Obwohl
niemals Kommunistin
und
immer eine Gegnerin des Stalinismus
in Europa, war Frau Sontag eine enthusiastische Bewunder in anderer kommunistischer Regime, insbesondere Cubas und Nord-Vietnams.
Nun, so gab
sie zu, könne sie den Fehler des Versuchs
sehen,
eine
Unterscheidung
"zwischen Kommunismen" zu versuchen.
Schließlich erkannte sie "die äußerste Niederträchtigkeit des kommunistischen Systems" überall.
Hat sie nun daraus den Schluß gezogen, daß ihre Sympathien richtig
den Contras in Nicaragua und der Regierung in El Salvador gehören müßten, die sich beide zu eben diesem
Zeitpunkt im Krieg gegen diese "äußerste Niederträchtigkeit" befanden?
Nicht im geringsten.
Zu den Contras
sagt sie nichts.
Den kommunistisch
gesteuerten Rebellen in El Salvador
bot sie später ihre "leidenschaftliche Unterstützung" in ihrem "Kampf
gegen die von der amerikanischen Regierung unterstützte Tyrannei" an.

schlecht, oder
die Antikommunisten
seien viel schlimmer, oder die Ausbreitung des Kommunismus sei für uns
keine Bedrohung.
Und nachdem sie dann alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um
irgendein
Land
dem Kommunismus zu
übergeben, während noch eine kämpferische Chance zu seiner Rettung bestand, werden dieselben Intellektuellen bittere Tränen um die Menschen
vergießen, die dazu verurteilt wurden, unter einem Regime zu leben, auf
das sie einst in New York, London und
Paris solch hohe Hoffnungen gesetzt
hatten.
Sie werden ihre Solidarität
mit der Gewerkschaft Solidarität und
allen
anderen
Dissidentenbewegungen
in kommunistischen Regimen bekunden außer, wenn solche Bewegungen aussehen, als ob sie mit ein wenig Hilfe
die Oberhand gewinnen könnten.
Falls diese Intellektuellen und
Politiker
ihre Haltung
durchsetzen
können, werden sie in wenigen Jahren
Tränen
über
Nicaragua
vergießen.
Aber dann wird es zu spät sein. So
wie es heute zu spät ist für die Cubaner, die Vietnamesen, die Polen und
all die anderen Völker in der ganzen
Welt, die noch nicht die Intelligenz
hatten zu sehen, daß der Kommunismus
keine Zugkraft mehr hat.

Dieser
bizarre Widerspruch
ist
typisch für die Denkweise unter Intellektuellen in der gesamten westlichen Welt. In jedem Kampf zwischen
Kommunisten und Antikommunisten werden sie entweder für die Kommunisten
Stellung beziehen oder den Antikommunisten entgegentreten oder irgendeine
nichtexistente
Alternative
bevorzugen, insbesondere dann, wenn die Kommunisten siegen werden.
Diejenigen, die eine dieser Haltungen wählen, werden argumentieren,
die
Kommunisten
seien
nicht
so
- 3 -

�«fc°s&gt;«

r

AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

% r ^

14. Januar 1987

SCHWERPUNKTE:

RAUMTRANSPORTER UND FORSCHUNG

- NASA-Budgetvorschlag für Haushaltjahr 1988 -

WASHINGTON - (AD) - Dem von Präsident
Reagan
vorgschlagenen
neuen
NASA-Budget zufolge werden die Wiederaufnahme der Raumtransporterflüge
(der erste ist für Februar 1988 geplant) sowie die Schaffung einer bemannten Raumstation bis Anfang der
neunziger Jahre die vorrangigen Projekte der US-Behörde für Luft- und
Raumfahrt
(NASA)
im
Haushaltsjahr
1988 sein.
Insgesamt belaufen sich
die geforderten Mittel - der Etatvorschlag wurde dem US-Kongreß am 5. Januar 1987
zugeleitet - auf 9,481
Milliarden
Dollar
(inf lationsberei-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

nigt). Der für 1987 genehmigte NASAHaushalt
umfaßte
10,508 Milliarden
Dollar, einschließlich einer einmaligen gewährten Summe von 2,1 Milliarden Dollar für den Bau eines Ersatzgeräts für die am 28. Januar 1986
zerstörte Raumfähre CHALLENGER.
NASA-Administrator
Dr.
James
Fletcher beurteilt den vorgeschlagenen Finanzierungsmodus sehr positiv.
"Er ermöglicht ein gesundes Raumfahrtprogramm und wird gleichzeitig
den Bemühungen gerecht, das Defizit
des Bundeshaushalts zu reduzieren",

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�sagte e c .
Im NASA-Budget für
1988
sind 3,7 M i l l i a r d e n Dollar für
das
Raumtransporterprogramm
vorgesehen.
In d i e s e Summe e i n g e s c h l o s s e n
sind
Aufwendungen für d i e B e s e i t i g u n g der
technischen
Defekte
bei
den
Fests t o f f t r ä g e r r a k e t e n , d i e den CHALLENGER-Unfall v e r u r s a c h t e n , sowie für d i e
Beschaffung
von
Oberstufen-Raketen
für den S t a r t unbemannter Sonden zu
den P l a n e t e n J u p i t e r
und Venus und
zur Sonne.
Diese P r o j e k t e wurden i n folge des CHALLENGER-Unglücks v e r z ö g e r t und s o l l e n nun so rasch wie mögl i c h a u s g e f ü h r t werden.
Wie d i e NASA k ü r z l i c h bekanntgab,
werden d i e GALILEO-Sonde zur
Erforschung des J u p i t e r ,
einigen
seiner
Monde und s e i n e r dünnen Ringe sowie
die
Venus-Kartierungssonde
MAGELLAN
1988 bzw. 1990 von Bord e i n e s Raumtransporters
mit
einer
neuen
Ant r i e b s o b e r s t u f e auf den Weg g e b r a c h t .
A n s t e l l e der u r s p r ü n g l i c h v o r g e s e h e nen CENTAUR-Oberstufe, d i e mit F l ü s s i g w a s s e r s t o f f a r b e i t e t , wird aus S i cherheitsgründen
ein
Feststofftriebwerk verwendet.
Für d i e Sonnensonde
ULYSSES b e a b s i c h t i g t man d i e TITAN-4
a l s T r ä g e r r a k e t e zu b e n u t z e n .
Dies
ist
eine
Neuentwicklung,
die
nach
1989 verfügbar sein soll.
Der Start des Hubble-Weltraumteleskops,
laut
Fletcher
"eine der
wichtigsten
wissenschaftlichen
Missionen im Zeitalter der Raumfahrt",
ist im neuen NASA-Etat für 1988 berücksichtigt. Der für die Astronomie
und
Astrophysik
so wichtige
Forschungssatellit
soll
beim
dritten
Raumtransporterflug im kommenden Jahr
von Bord des Shuttle gestartet werden.
Ein neues
gemeinsames
Forschungsprojekt von NASA, ESA (Europäische Weltraumagentur) und Japan zur
Untersuchung des Energieflusses von
der Sonne zur Erde wird 1988 mit zunächst 25 Millionen Dollar ausgestat- 2

tet.
Die aktive Phase beginnt 1992
mit dem Start einer Anzahl von Sonden
und dauert ca. acht Jahre.
Für
das
Entwicklungsprogramm
"Raumstation" werden für das nächste
Haushaltjahr 767 Millionen Dollar angefordert. Allerdings könne das Programm, so Fletcher, erst in ein paar
Wochen nach Abschluß der Überprüfung
und der Abstimmung des Fortgangs der
Entwicklung mit den Finanzierungsplä- *
nen wieder weitergeführt werden.
Der Wissenschaftsberater Präsi- *
dent Reagans, Dr. William Graham, gab
am 5. Januar 1987 vor Journalisten
den Etat der Bundesregierung für Forschung und Entwicklung mit 62,4 Milliarden Dollar an. Das bedeute gegenüber den im laufenden Haushaltjahr
verfügbaren Mitteln eine Steigerung
um acht Prozent.
Vo
Gesamtbudget
seien 20,4 Milliarden Dollar für Forschungen außerhalb der Aufgaben des
Verteidigungsministeriums
sowie
9,7
Milliarden Dollar für Grundlagenforschung vorgesehen. Der letztgenannte
Posten läßt erkennen, welch große Bedeutung die amerikanische Regierung
der Grundlagenforschung beimißt, was
sich
auch
im Etat der
"National
Science Foundation"
(Nationale Wissenschaftsstiftung - NSF) widerspiegelt.
NSF-Direktor Erich Bloch berichtete, daß für das Budget seines
Hauses im Jahr 1988 eine Steigerung
um 17 Prozent vorgeschlagen wurde.
In den nächsten Jahren sei eine jährliche Anhebung um 14 Prozent vorgesehen, so daß im Finanzjahr 1992 mehr ,
als 3,2 Milliarden Dollar zur Verfügung stünden.
Die Schwerpunkte liegen bei der Grundlagenforschung sowie *
bei der Ausbildung für Berufe in Wissenschaft und Technik.

+ + + + ++

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="9840">
                <text>14.01.1987</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="9841">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="9842">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="13491">
                <text>Amerikadienst 14.01.1987</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="13492">
                <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Martin Luther King's mutiger Kampf bleibt als Vermächtnis lebendig&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Präsident Reagans Proklamation zum Martin Luther King Jr. -Gedenktag -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagan legt Haushalt für 1987/88 vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Weitere einschneidende Ausgabenkürzungen sind vorgesehen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Gerede vom Zusammenbruch des Kommunismus ist Unsinn&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Norman Podhoretz -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(c) 1986, News America Syndicate&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schwerpunkte: Raumtransporter und Forschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- NASA-Budgetvorschlag für Haushaltjahr 1988 -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="1441" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="1452">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/edcd9d0b3e9ba0a54205a518af96c4f1.pdf</src>
        <authentication>de478afcd2acba254edf1961aa1c9795</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="7620">
                    <text>a m e r i k a dienst
United

States

53 B o n n - B a d
Tel:

Information

Godesbergl,

89-3240

Service

Postfach

Telex:

300

Information
und
Dokumentation

08-85432

14. Februar 1973

Nummer

Inhalt

WIRTSCHAFT:
Erklärung von US-Finanzminister Shultz vom 12. Februar 1973 zur
Abwertung des Dollar
-Wortlaut-

INFORMATION:
i

Das neue amerikanische Kabinett

HINTERGRUNDMATERIAL:
Das neue Bevölkerungsportrait der Vereinigten Staaten
-Bericht des Statistischen Bundesamtes-

WISSENSCHAFT UND TECHNIK:
ERTS -Augen sehen mehr
Ermutigender Auftakt für Erderkundung mit Satelliten
Von G.Weiss
u^

Nationale Maßnahmen sind nicht genug
v&gt;j-JUS-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen DrogenmißbrauchKrebstierschalen als chemischer Rohstoff
-Modellanlage koppelt Chemikaliengewinnung mit Produktion von Protein- Konzentrat-

Um Übersendung von Belegexemplaren wird gebeten.

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Postfach

Wirtschaft

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

7/1973

ERKLÄRUNG VON US-FINANZMINISTER SHULTZ VOM 12. FEBRUAR 1973
ZUR ABWERTUNG DES DOLLAR
-Wortlaut -

WASHINGTON --(AD)— Der amerikanische Finanzminister George P. Shultz
hat am Abend des 12. Februar (Washingtoner Zeit) eine längere Erklärung
abgegeben, in der er bekanntgab, daß Präsident Nixon den Kongreß um eine
Abwertung des US-Dollar um 10 Prozent von einer Parität von 0,92106 SDR
(Sonderziehungsrechte) auf 0,82895 SDR ersucht hat.
Die Erklärung des amerikanischen Finanzministers hat folgenden Wortlaut:
"Die Vereinigten Staaten erkennen, wie andere Länder, die Notwendigkeit einer Reform und Stärkung des Rahmens für den internationalen Handel
und für internationale Investitionen an. Dieser Rahmen muß unser Grundziel,
nämlich die Steigerung des Lebensstandards aller Nationen, stützen. Er muß
den friedlichen Wettbewerb ermutigen, der dem wirtschaftlichen Fortschritt
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zugrundeliegt. Er muß für jede
Nation Raum lassen, bei einer Beteiligung an den gegenseitigen Vorteilen
des Handels ihre eigenen Institutionen und ihre eigenen besonderen Ansprüche zu respektieren. Er muß die fundamentale Wahrheit in sich enthalten,
daß die Prosperität eines Landes nicht auf Kosten eines anderen angestrebt
werden darf.
Diese

�Diese große Reformaufgabe ist nicht nur einem Lande allein gestellt,
noch kann sie mit einem einzigen Schritt gelöst werden. Wir können mit Befriedigung auf das zurückblicken, was auf kooperativer Basis erreicht worden ist, seit die am 15. August 1971 verkündeten Maßnahmen eindeutig unsere
Erkenntnis der Notwendigkeit einer entscheidenden Änderung signalisiert
haben.
-- Intensive Verhandlungen schufen im Dezember 1971 eine wichtige
Tatsache: Über Veränderungen in dem System der Wechselkurse der
Welt, einschließlich der Parität des US-Dollar, kann beiderseitiges Übereinkommen erreicht werden, um das anerkannte Ziel eines
besseren Ausgleichs in der internationalen Handels-und Zahlungsbilanz zu fördern.
-- Im "Zwanziger-Ausschuß1 sind Währungsverhandlungen unter der Prämisse eingeleitet worden, daß bessere Mittel und Wege gefunden
werden müssen, um große Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte zu verhindern, die die Volkswirtschaften verzerren, die Geldmärkte beunruhigen und den freien Fluß des Handels bedrohen. Die Vereinigten Staaten haben praktische und spezifische Vorschläge für eine internationale Währungsreform vorgelegt.
-- Für umfassende Handelsverhandlungen werden die Grundlagen gelegt.
Diese Verhandlungen sollten über Industriezölle hinausgehen und
auch andere Hindernisse für den freien Warenfluß einschließen.
Sie sollten für die Erzeugnisse aller Länder eine faire Behandlung
im Wettbewerb sicherstellen. Sie sollten auch vereinbarte Mittel
und Wege suchen, um abrupte Dislokationen von Arbeitern und Unternehmen zu vermeiden.
Im September 1972 erklärte der Präsident den führenden Vertretern der
Finanzwelt: »Es ist nunmehr die Zeit des Handelns an der gesamten Front der
internationalen Wirtschaftsprobleme gekommen. Immer wiederkehrende Währungs-

-2-

�'

Währungskrisen, wie wir sie alle während des letzten Jahrzehnts nur zu oft
erlebt haben; unfaire Wechselkursfestsetzungen und Handelsvereinbarungen,
die die Arbeiter eines Landes gegenüber denen eines anderen Landes benachteiligen; große Unterschiede im Grad der wirtschaftlichen Entwicklung, die
die Ursache von Verstimmungen sind; ein Währungssystem, das keine Bestimmungen für die Realitäten der Gegenwart und die künftigen Erfordernisse enthält ••- dies alles schädigt nicht nur unsere Volkswirtschaften, sondern
schafft politische Spannungen, die die Sache des Friedens untergraben.*
Auf derselben Tagung habe ich die Prinzipien eines Währungssystems umrissen, das alle Nationen, einschließlich der Vereinigten Staaten, in die
Lage versetzen würde, ein Gesamtgleichgewicht in ihren internationalen Zahlungsbilanzen zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Diese Prinzipien würden
eine prompte Anpassung fördern und würden eine gerechte Behandlung aller
Nationen - groß und klein, reich und arm - bieten.
In den letzten Monaten haben wir jedoch beunruhigende Anzeichen erlebt.
Unser eigener Handel blieb weiterhin in einem ernsten Defizit, was unsere
Finanzposition nach außen schwächte. Andere Länder waren bei der Beseitigung
ihrer exzessiven Überschüsse langsam und trugen damit zur Unsicherheit und
Instabilität bei. In den letzten Tagen haben Währungsstörungen die Devisenmärkte der Welt erschüttert. Unter dem Druck der Ereignisse haben einige
Länder mit zusätzlichen Restriktionen reagiert und haben sich damit gefährlich von den von uns angestrebten Grundzielen entfernt.
Die Fortschritte bei der Arbeit des Zwanziger-Ausschusses waren zu
langsam und sollten mit einem größeren Sinn für Dringlichkeit betrieben werden. Die Zeit ist jetzt gekommen, da unsere Bemühungen um eine stärkere internationale Wirtschaftsordnung einen erneuten Anstoß erfahren sollten.
Zu diesem Zweck ergreifen wir in Konsultationen mit unseren Handelspartnern und unter Wahrung der grundlegenden Prinzipien unserer Vorschläge für
eine Währungsreform eine Reihe von Maßnahmen, mit deren Hilfe drei miteinander zusammenhängende Zielsetzungen erreicht werden sollen:
a)

-3-

�a) eine beschleunigte Verbesserung unserer Handels-und Zahlungsposition
und zwar in einer Weise, die unsere Bemühungen um eine konstruktive
Reform des Währungssystems unterstützt;
b) die Schaffung der legislativen Grundlage für umfassende und nach
außen orientierte Handelsverhandlungen, die parallel zu unseren Bemühungen um eine Stärkung des Währungssyst ans laufen, und
c) die Garantie, daß die amerikanischen Arbeiter und Geschäftsleute
in unseren Handelsbeziehungen gerecht behandelt werden.
Deshalb ersucht der Präsident den Kongreß, eine weitere Anpassung
der Wechselkurse zu billigen. Dieses Ziel wird durch eine formelle Abwertung
des Dollar um 10 Prozent von einer Parität von 0,92106 SDR auf 0,82895 SDR
angestrebt.
Obwohl diese Maßnahme gemäß den bestehenden Artikeln des Abkommens über
den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer Änderung der offiziellen
Relation des Dollar zum Gold führen wird,möchte ich betonen, daß diese technische Änderung keine praktische Bedeutung hat. Der Marktpreis des Goldes
wich in den letzten Jahren schon stark von dem offiziellen Goldpreis ab,
und unter diesen Bedingungen wurde Gold in keinem nennenswerten Ausmaß mehr
zwischen internationalen Währungsstellen transferiert. Wir sind weiterhin mit
allem Nachdruck der Ansicht, daß ordnungsgemäße Abmachungen ausgehandelt werden müssen, um einen kontinuierlichen Abbau der Rolle des Goldes in internationalen Währungsangelegenheiten zu fördern.
Konsultationen mit unseren führenden Handelspartnern in Europa geben mir
Gewißheit,daß die vorgeschlagene Änderung in der Parität des Dollar für sie
akzeptabel ist und daher für die Wechselkurse des Dollar auf den internationalen Märkten sofort wirksam werden wird. Der Dollar wird gegenüber jenen
Währungen, für die es eine effektive Parität gibt, wie beispielsweise die
Deutsche Mark und der französische Franc, im Wert um etwa 10 Prozent sinken.
Zuständige

�Zuständige japanische Behörden haben angedeutet, daß dem Yen erlaubt
wird, zu floaten. Wir hegen die feste Erwartung, daß der Yen in ein Verhältnis gegenüber anderen Währungen floaten wird, das mit dem Ziel vereinbar
ist, ein Zahlungsbilanzgleichgewicht zu erreichen, das nicht von wesentlichen Regierungsinterventionen abhängig ist.
Diese Veränderungen sollen die im Smithsonian-Abkommen vom Dezember
1971 erreichten Veränderungen ergänzen und in der gleichen Richtung wirken.
Sie stellen jüngste Entwicklungen in Rechnung und sollen die Verbesserung
unserer Handels-und Zahlungsposition beschleunigen. Sie sind vor allem darauf abgestellt, zusammen mit einer angemessenen Liberalisierung des Handels
das große ZahlungsbilanziUngleichgewicht zwischen Japan und den Vereinigten
Staaten zu korrigieren, das im vorigen Jahr angehalten hat.
Andere Länder mögen ebenfalls Veränderungen ihrer Paritäten oder
Mittelkurse gegenüber dem Internationalen Währungsfonds vorschlagen. Wir
werden alle Änderungen unterstützen, die auf der Basis der gegenwärtigen und
voraussichtlichen Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte angebracht erscheinen;
wir werden jedoch gegen alle Veränderungen stimmen, die unangemessen sind.
Wir haben gelernt, daß es Zeit braucht, bevor neue Wechselkursrelationen eingefahrene Wege des Handels-und Kapitalflusses ändern. Es kann jedoch
kein Zweifel bestehen, daß wir eine große Verbesserung der Wettbewerbsposition des amerikanischen Arbeiters und der amerikanischen Unternehmen erreicht haben.
Die zu diesem Zeitpunkt festgelegten neuen Wechselkurse stellen eine
vernünftige Abschätzung der Beziehungen dar, die - zusammen mit geeigneten
Maßnahmen zur Beseitigung bestehender Handels-und Investitionsbeschränkungen mit der Zeit die internationalen Wirtschaftsbeziehungen in ein dauerhaftes
Gleichgewicht führen werden. Wir haben jedoch für die amerikanische Regierung keine Verpflichtungen übernommen, auf ausländischen Devisenmärkten
zu intervenieren.
Zweitens,

-5-

�Zweitens, der Präsident hat beschlossen, dem Kongreß in Kürze Vorschläge für eine umfassende Handelsgesetzgebung vorzulegen. Vor der Unterbreitung
dieser Gesetzesvorlagen werden intensive Konsultationen mit Vertretern des
Kongresses, der Gewerkschaften, der Landwirtschaft und der Unternehmer abgehalten werden, um sicherzustellen, daß die Gesetzgebung unseren Erfordernissen soweit wie möglich entspricht.
Diese Gesetzgebung sollte uns unter anderem die Werkzeuge an die Hand
geben, die wir brauchen, um
I. tarifäre und nicht-tarifäre Handelsschranken abzubauen, wobei wir
von der Annahme ausgehen, daß unsere Handelspartner bereit sind, mit
uns zusammen voll an diesem Prozeß mitzuwirken;
II. Zölle zu erhöhen, wenn solche Maßnahmen zu Vorkehrungen beitragen,
die sicherstellen, daß amerikanische Exporte einen fairen Zugang zu
ausländischen Märkten haben;
III. Sicherheitsmaßnahmen gegen die Störung bestimmter Märkte und Produktionen durch rasche Veränderungen im Außenhandel vorzunehmen; und
IV. unsere Außenposition gegen große und anhaltende Defizite zu schützen.
Bei der Vorbereitung dieser Vorlage ist es ein besonderes Anliegen des
Präsidenten, daß - so tüchtig unsere Arbeiter und Geschäftsleute auch sein
und wie immer Wechselkurse auch geändert werden mögen - die amerikanischen
Produzenten fair behandelt werden und einen fairen Zugang zu ausländischen
Märkten haben. Zu oft sind wir durch ein Netz administrativer Schranken und
Kontrollen ausgeschlossen worden. Darüberhinaus sind die für Handelsbeziehungen geltenden Regeln in vielen Fällen veraltet und bewürfen wie unsere internationalen Währungsregeln einer umfassenden Reform.
Man kann uns nicht vor unüberwindliche Schranken für unsere Exporte stellen und gleichzeitig von uns erwarten, unser Defizit abzubauen.
Gleichzeitig

-6-

�Gleichzeitig müssen wir jedoch einsehen, daß auch die Vereinigten Staaten auf manchen Gebieten der Handelsschranken bezichtigt werden können. Der
beste Weg, um mit diesen Hindernissen auf beiden Seiten fertig zu werden,
ist der, sie zu beseitigen. Wir werden hart verhandeln, um dieses Ziel zu
erreichen. Ich bin überzeugt, daß die amerikanischen Arbeiter und die amerikanischen Verbraucher die Nutznießer sein werden.
Wenn der Präsident jetzt dieses Gesetz vorschlägt, so tut er dies in
der Erkenntnis, daß die Entscheidung, vor der wir stehen, nicht lautet, mehr
Freiheit oder Status Quo. Es geht darum, unsere Außenhandelsposition zu verbessern. Wenn wir dieses Ziel nicht im Rahmen eines freieren und faireren
Handels erreichen können, so wird sich ein starker Druck in Richtung auf eine
Wendung nach innen herausbilden.
Wir müssen dieses Risiko vermeiden, weil dieser Weg zu gegenseitigen
internationalen Beschuldigungen, zu Isolierung und zu Autarkie führen würde.
Drittens werden wir nach Koordinierung mit dem Handelsminister die Zinsausgleichsteuer und die Kontrollen des Amtes für Direktinvestitionen im
Ausland auslaufen lassen. Beide Kontrollmaßnahmen werden spätestens bis zum
31. Dezember 1974 aufgehoben werden.
Wie mir mitgeteilt wurde, wird auch der Federal Reserve Board entsprechende Maßnahmen bei seinem freiwilligen Programm zur Beschränkung von Auslandskrediten in Erwägung ziehen.
Der schrittweise Abbau dieser Beschränkungen ist angebracht angesichts
der Verbesserungen unserer grundlegenden Zahlungsbilanzposition, die durch
die kumulative Wirkung der Veränderungen der Wechselkurse, den anhaltenden
Erfolg bei der Eindämmung der inflationistischen Tendenzen und die Anziehungskraft der amerikanischen Wirtschaft auf ausländische Investoren erreicht
werden wird. Die Beendigung der Beschränkungen für die Kapital ströme ist angesichts unseres großen Zieles angebracht, die staatlichen Kontrollen privater Transaktionen abzubauen.
Die

-7-

�Die Maßnahmen, die ich heute verkündet habe - die Neufestsetzung der
Wechselkurse, das vorgeschlagene neue Außenhandelsgesetz und die Einstellung
der amerikanischen Kontrollen für den Kapitalverkehr - werden mit dazu beitragen, unsere Volkswirtschaft und die Weltwirtschaft dem Zustand eines internationalen Gleichgewichtes bei gleichzeitiger wettbewerbsorientierter
Freiheit näherzubringen. Sie werden das Tempo einer erfolgreichen internationalen Währungs-und Handelsreform beschleunigen.
Sie wollen und können aber kein Ersatz für ein wirksames Management
unserer Binnenwirtschaft sein. Was die Einschränkungen im Staatshaushalt und
auf monetärem Gebiet sowie die wirksamen Maßnahmen zur Lohn-und Preisstabilisierung angeht, so muß und wird die Disziplin mit allem Nachdruck aufrechterhalten werden. Wir haben einen Staatshaushalt vorgeschlagen, der ein Wiederaufleben des inflationistischen Drucks in den Vereinigten Staaten verhindern wird. Wir fordern den Kongreß erneut auf, angesichts unserer internationalen Finanzerfordernisse wie auch um der wirtschaftlichen Stabilität im
Inland willen seinen Teil dazu beizutragen, die Bundesausgaben im Rahmen der
vom Haushalt des Präsidenten gesteckten Grenzen zu halten. Das wirksame
System zur Kontrolle von Preisen und Löhnen bleibt weiter bestehen, Die
jüngsten internationalen wirtschaftlichen Entwicklungen unterstreichen die
Notwendigkeit, diese Kontrollen so zu handhaben, daß die Inflationsrate
weiter gesenkt wird. Wir sind entschlossen, dies zu tun.
Die Mitarbeit unserer wichtigsten Handels-und Finanzpartner bei der Entwicklung einer gemeinsamen Lösung für die akuten Schwierigkeiten der letzten
Tage war ermutigend. Wir fordern sie nunmehr auf, sich uns in dem Bemühen anzuschließen, möglichst rasch ein wirksameres internationales Währungssystem
und ein gerechteres und freieres Welthandelssystem zu schaffen, damit wir
künftig Anpassungen ohne Krisen vornehmen können und damit alle Menschen
aus Handel und Wandel den größten Nutzen ziehen.
+-H-

-8-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Information

Service

Postfach

300

Telex:08-85432

7/1973

DAS NEUE AMERIKANISCHE KABINETT

WASHINGTON --(AD)-- Nachdem der amerikanische Senat den Ministerernennungen
Präsident Nixons zugestimmt hat, hat das neue Kabinett der USA jetzt
folgende Zusammensetzung:
Vizepräsident:

Spiro T. Agnew

Außenminister:

William P. Rogers

Stellvertretender Außenminister:

Kenneth Rush

Staatssekretär für Politische Angelegenheiten:

William J. Porter

Staatssekretär für Wirtschaftliche Angelegenheiten:

William J. Casey

Staatssekretär für die Koordinierung der
S icherheitshilfeprogramme:

Curtis W. Tarr

Verteidigungsminister:

Elliot Richardson

Stellvertretender Verteidigungsminister:

William P. Clements jr,

Finanz-

�Finanzminister:

George P. Shultz

Stellvertretender Finanzminister:

William E. Simon

Staatssekretär für Monetäre Angelegenheiten:

Paul A. Volcker

Handelsminister:

Frederick Dent

Innenminister:

Rogers C. B. Morton

Justizminister:

Richard Kleindienst

Stellvertretender Justizminister:

Joseph P. Sneed

Generalanwalt:

Robert H. Bork

Landwirtschaftsminister:

Earl Butz

Gesundheits-, Erziehungs-und Sozialminister:

Caspar W. Weinberger

Arbeitsminister:

Peter J. Brennan

Minister für Wohnungsbau-und Städteplanung:

James F. Lynn

Verkehrsminister:

Claude S. Brinegar.

Die Leiter der wichtigsten Bundesbehörden und Beiräte sind:
Generalpostmeister:

Eimer T. Klassen

Atomenergiekommission:

Dr. Dixy Lee Ray
Zentral-

-2-

�Zentralamt für Nachrichten und Abwehr (CIA):

James R. Schlesinger

Wirtschaftsbeirat des Präsidenten:

Herbert Stein

Beirat für Wirtschaftspolitik:

Finanzminister
George P. Shultz

Lebenshaitungskostenrat:

Donald S. Perkins

Bundesamt für Umweltschutz:

William D. Ruckeishaus

Bundeshandelskommission:

Lewis A. Engman

Bundesamt für die Seeschiffahrt:

Helen Bentley

Bundesluftfahrtsamt:

Alexander P.Butterfield

Bundesamt für Planung und Haushalt:

Roy L. Ash

US-Informationsamt:

James Keogh

-3-

�a m e r i k a dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Service

Hintergrundmaterial

Postfach 300
Telex:08-85432

7/1973

DAS NEUE BEVÖLKERUNGSPORTRAIT DER VEREINIGTEN STAATEN
-Bericht des Statistischen Bundesamtes-

Das Statistische Bundesamt der USA hat zu
Ende vorigen Jahres unter dem Titel "General
Social and Economic Characteristics: U.S.
Summary" in einem umfangreichen Band die
Ergebnisse der großen Volkszählung aus dem
Jahre 1970 veröffentlicht und Vergleiche mit
vorherigen Volkszählungen seit 1900 angestellt. Das amerikanische Handelsministerium
hat in seiner Publikation "Commerce Today"
vom 13. November 1972 eine Zusammenfassung
des Berichtes hinsichtlich der heutigen
Bevölkerungsstruktur vorgenommen, die wir
hier im wesentlichen wiedergeben.
Der vorgenannte Bericht des Statistischen
Bundesamtes der USA ist zum Preise von
2,25 Dollar erhältlich beim:
Superintendent of Documents, Government Printing Office, Washington, D.C. 20402

Wo der Amerikaner und die Amerikanerin heute leben und arbeiten, wie
es um ihre Familie und ihren Lebensstil bestellt ist und vor allem, welche
Veränderungen und Verlagerungen seit den vorangegangenen Jahrzehnten aufgetreten sind, das alles geht aus dem reich und bunt illustrierten umfassenden
Bericht des Statistischen Bundesamtes über die Volkszählung 1970 hervor.

�hervor. Besonders hervorstechende Merkmale sind, daß heute fast ebenso viele
Personen ihren Arbeitsplatz in den Vororten haben wie in den Stadtkernen und
daß gegenüber 1940 mit 20 Prozent heute fast 50 Prozent der amerikanischen
Frauen zwischen 45 und 64 Jahren berufstätig sind. Aber auch der Status der
Schwarzen und der anderen Minderheiten und die Rolle der jungen und der alten
Menschen wird eingehend untersucht.
Im einzelnen zeigt der Bericht auf:
-- Im Jahre 1970 waren 40 Prozent der amerikanischen Frauen über 14
Jahre berufstätig - gegenüber 25 Prozent im Jahre 1940.
-- Die Zahl der Männer in akademischen und technischen Berufen nimmt
rascher zu als die Zahl der Frauen, und die Zahl der farbigen Frauen nimmt
rascher zu als die Zahl der weißen Frauen.
-- Im Jahre 1970 wurden insgesamt 28,1 Millionen Kriegsteilnehmer gezählt, davon fast die Hälfte aus dem Zweiten Weltkrieg.
-- Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die mit beiden Elternteilen leben, ging von 1960 bis 1970 von 86,8 Prozent von insgesamt 64,3 Millionen um
4,1 Prozent auf 82,7 Prozent von insgesamt 69,9 Millionen zurück.
-•&gt; Insgesamt 2 685 144 beschäftigte Amerikaner hatten 1970 ihren Arbeitsplatz im Hause, die meisten davon Farmer.
-- Von den Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren verlassen 15,2 Prozent
die Schule vorzeitig, davon mehr auf dem Lande als in der Stadt.
-- Die Zahl der amerikanischen Regierungsbediensteten auf Bundes-,
einzelstaatlicher und kommunaler Ebene hat sich von 1960 bis 1970 um fabt
4,5 Millionen auf 12 320 637 oder 14 Prozent der männlichen und 19,5 Prozent
der weiblichen Arbeitnehmer insgesamt erhöht.
-- Im Jahre 1969 hatten siebenmal mehr Frauen und viermal mehr Männer
ein Einkommen über 10 000 Dollar jährlich als 1959.
--Über

-2-

�•• Über 25 Prozent der im Nordosten der USA und 20 Prozent der im Westen
der USA lebenden Personen sind ausländischer Herkunft oder stammen von im
Ausland geborenen Eltern.
-- Die Amerikaner sind etwas seßhafter geworden. Am 1. April 1970
wohnten 53 Prozent der Bevölkerung im Alter über fünf Jahre am selben Wohnort wie vor fünf Jahren - die Vergleichszahl 1960 war 50 Prozent, wobei kaum
ein Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen zu verzeichnen war.
-- Rund 20 Prozent der Familien in den USA hatten 1970 ein Einkommen
von 5 000 Dollar jährlich oder darunter, 20 Prozent hatten ein Einkommen
von 15 000 Dollar und darüber, und nur 5 Prozent oder 2,4 Millionen Familien hatten ein Einkommen von 25 000 Dollar jährlich und darüber. Rund 10
Prozent aller Familien hatten eine Frau als Haushalt.svorstand.

Die Vororte
Am 1. April 1970 hatten 52 Prozent der in den städtischen Ballungsgebieten beschäftigten Amerikaner - 11 224 000 - ihren Arbeitsplatz im
Stadtkern und 48 Prozent - 10 158 000 - in den Vororten. Im Gebiet von
Groß-New York liegen noch immer zwei Drittel der Arbeitsplätze im Stadtkern.
Die Volkszählung ergab ferner, daß 4, 2 Millionen Beschäftigte mit
Bus oder Straßenbahn, 1,8 Millionen mit U-Bahn oder Hochbahn, 500 000 mit
der Eisenbahn und 300 000 mit dem Taxi zur Arbeit kommen. Immerhin 5,7
Millionen gehen zu Fuß, aber 59,7 Millionen kommen als Fahrer oder Mitfahrer mit dem Automobil zur Arbeit.

Die Frau

�Die Frau
Auf 95 Amerikaner männlichen Geschlechtes kommen 100 weiblichen Geschlechtes. Die zunehmende Beteiligung der Frauen am Arbeitsleben wird in
allen Altersgruppen deutlich: in der Altersgruppe zwischen 45 und 64 stieg
der Anteil von 20,2 Prozent im Jahre 1940 auf 47,8 Prozent im Jahre 1970;
zwischen 35 und 44 von 27,2 Prozent auf 50,3 Prozent;

zwischen 25 und 34

von 33,3 Prozent auf 44,9 Prozent; während beispielsweise in der Altersgruppe von 20 bis 24 der Prozentsatz von 45,6 auf 56,1 und bei den 18 und ^jährigen von 40,1 auf 47,4 nur geringer anstieg.
Der Prozentsatz der arbeitenden weißen Frauen lag in den jüngeren Altersgruppen höher als bei Schwarzen und anderen Minderheiten, während in den
Altersgruppen über 25 das Verhältnis umgekehrt ist. So waren beispielsweise
junge weiße Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren zu 48,9 Prozent berufstätig, jedoch nur 38,1 Prozent der farbigen Frauen. In der Altersgruppe von
25 bis 34 Jahren ist das Verhältnis umgekehrt 42,9 Prozent zu 57,6 Prozent.
Im Jahre 1969 gab es 1,6 Millionen berufstätiger Frauen, die 10 000
Dollar oder mehr im Jahr verdienten - verglichen mit.216 000 im Jahre 1955 und fast 3,4 Millionen Frauen hatten ein Einkommen zwischen 7 000 Dollar
und 9 999 Dollar jährlich - verglichen mit 429 000 Dollar im Jahre 1959.
Das Einkommen farbiger Frauen stieg im Verhältnis wesentlich stärker als
das der weißen.
Rund 50 Millionen Frauen hatten 1969 ein Einkommen, das im Gesamtdurchschnitt 2 330 Dollar jährlich betrug - verglichen mit 1 415 Dollar
jährlich zehn Jahre zuvor. Aus der Statistik geht weiter hervor, daß Kleinkinder und Schulkinder gegenüber früher kein wesentlicher Hinderungsgrund
mehr für die Mütter sind, einen Beruf auszuüben. Interessant ist auch, daß
bei älteren Frauen die Arbeitstätigkeit, d.h.die Zahl der gearbeiteten
Wochen pro Jahr größer ist als bei den jüngeren.

+++

-4-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 9 - 3 2 4 0

Wissenschaft
und
Technik

Service

Postfach

300

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

7/1973

ERTS-AUGEN SEHEN MEHR
Ermutigender Auftakt für Erderkundung mit Satelliten
Von G.Weiss

--(AD)--"Kleine Orte sind auf den Landkarten oft an falscher Stelle eingezeichnet. Die Ausdehnung von Lagunen ist unrichtig angegeben, manche
sind um ein Mehrfaches größer. Einige Nebenflüsse des Amazonas verlaufen
ganz anders als in den Karten verzeichnet - mit Richtungsunterschieden
bis zu 90 Grad. Wir haben Inseln ausfindig gemacht, die auf den Karten
nicht existieren."
Dieser Auszug aus einem Bericht von Dr. Fernando de Mendonca, des
Generaldirektors der brasilianischen Raumfahrtbehörde, an die NASA in
Washington ist typisch für Beobachtungen, die jetzt in zahlreichen Ländern
mit Hilfe des ersten Erderkundungssatelliten gemacht werden. Sie helfen,
Programme zu entwickeln, wie und für welche Zwecke unbemannte Geräte wie
der von den USA im Juli 1972 gestartete ERTS A-Satellit am besten eingesetzt werden sollen und wie die Daten zu interpretieren sind, die sie
zur Erde übermitteln.
-Fotogrammetrie--

-l-

�-FotogrammetrieAngesichts der Schwierigkeiten detaillierter Analysen unter den Gesichtspunkten der vielen verschiedenen Interessengebiete - u.a.Geologie, Mineralogie, Kartographie, Wasserwirtschaft, Land-und Forstwirtschaft, Schiffahrt
und Hochseefischerei, Raumplanung, Überwachung von Luft-und Wasserverschmutzung - steht in der Praxis zunächst einmal die Meßbildtechnik im Vordergrund. Vor allem in weniger genau vermessenen Regionen wie Südamerika,
Afrika oder im Mittleren Osten sind Wissenschaftler dabei, durch Vergleiche
mit den Geländeaufnahmen aus dem Weltraum Kartenwerke zu vervollständigen
oder zu korrigieren.
Im Iran entdeckte ein Wissenschaftler z.B. an Hand der ERTS-Aufnahmen
mehrere Seen sowie vulkanische Formationen, die in den Landschaftskarten
nicht aufgeführt sind. Auch entsprechen die Konturen der Bandar-Schah-Halbinsel auf der Karte nicht mehr den Konturen, die auf den ERTS-Bildern erscheinen. Die Veränderungen sind wahrscheinlich auf das Absinken des Wasserspiegels des Kaspischen Meeres zurückzuführen.
Die Republik Mali will aufgrund der ERTS-Aufnahmen genaue Karten vom
Gebiet dieses westafrikanischen Staates anfertigen lassen, was nach brasilianischer Erfahrung erheblich billiger kommt als unter Verwendung von Luftaufnahmen. Außerdem wird jetzt mit Hilfe der Weltraumbilder gezielt nach Wasser
gesucht und die günstigste Linienführung für Fernstraßen ermittelt. Ghana berichtet von einem Experiment, bei dem man der Heuschreckenplage dadurch Herr
zu werden hofft, daß die Insekten an ihren Brutstätten bekämpft werden. Sie
bevorzugen für die Eiablage Vegetationsränder von Wüstenland. Gewisse Farbveränderungen auf ERTS-Bildern in diesen Regionen &lt;;ind ein Alarmsignal und
ermöglichen wirksame Gegenmaßnahmen für weniger Geld.

-Die Kunst,

-2-

�-Die Kunst,Weltraumfotos zu interpretierenUra die Entwicklung brauchbarer Methoden zur Interpretation von Erdaufnahmen aus dem Weltraum bemühen sich amerikanische Wissenschaftler schon
seit Jahren. Dabei leisteten Fotoexperimente, die von Flugzeugen und APOLL0Raumschiffen aus gemacht wurden, wertvolle Hilfe- Das überflogene Gelände
wurde sowohl in den natürlichen Farben als auch in ausgesuchten Wellenlängenbereichen wie Grün, Rot oder Infrarot aufgenommen. Und da zeigte sich
beim Vergleich der "Falschfarben-Bilder", daß auf diesen gewisse Merkmale
-z.B.trockener oder sumpfiger Boden, gesunder oder kranker Baumbestand- in
Erscheinung treten, die auf dem "Normalfoto" überhaupt nicht auffallen.
Die gleiche Technik wird beim ERTS-Satelliten angewandt. Er übermittelt
aus ca.900 km Höhe Aufnahmen zur Erde, die in drei bezw. vier verschiedenen
Spektralbereichen erfaßt worden sind und erst im Labor wieder zum Normalbild zusammengesetzt werden. Sie stammen von einer Drei-Farben-Fernsehkamera und einem sogenannten Scanner, der die Erdoberfläche in vier verschiedenen Spektralbereichen nach Strahlungen abtastet. Während die -wegen mangelhafter Stromversorgung nur über den USA eingeschaltete- Fernsehkamera Fotos
vom jeweiligen Flächenausschnitt in Grün, Rot und Dunkelrot liefert, macht
der Scanner die Aufnahme vom gleichen Objekt in Grün, Rot, Dunkel-und Infrarot. Er arbeitet nach Aussage der Fachleute so gut, daß der Ausfall der Fernsehkamera gar keine Rolle mehr spielt. Die auf Magnetband gespeicherten
Erdbilder werden von drei amerikanischen und einer kanadischen Station abgerufen - pro Woche sind es ca. 750 Aufnahmen.
Nach dem Aufbereiten gehen diese zur Auswertung an 330 Wissenschaftler
in den USA und in mehr als 30 anderen Ländern, auch in der Bundesrepublik.
Die deutschen "Principal Investigators"sind an den Universitäten München,
Heidelberg, Frankfurt, der FU Berlin und an der Bundesanstalt für Bodenforschung in Hannover tätig und vertreten die Fachgebiete Geologie,Mineralogie,

3-

�Mineralogie, Hydrologie und Geodäsie. Einige von ihnen befassen sich nicht
nur mit der Analyse der ERTS-Aufnahmen von Mitteleuropa, sondern - im Auftrag der zuständigen Regierungen - auch mit der Auswertung der Fotos von
bestimmten Regionen in Südamerika und Afrika.
Wissenschaftler der Universität Kalifornien in Berkeley berichteten
kürzlich, daß sie bei 83 Prozent der ERTS-Aufnahmen von landwirtschaftlichen
Nutzflächen den Feldfruchttyp identifizieren konnten, sofern die Anbaufläche eine Ausdehnung von mindestens 8 Hektar hatte. Für kanadische Experten der Forstwirtschaft war die Feststellung äußerst eindrucksvoll, daß sie
Flächen mit Fichtenwaldungen, Pappelbestand, Weidenstrauchwerk und Schachtelhalm sowie nicht kultivierter Tundra gut voneinander unterscheiden konnten. Obstbaumkulturen, Felder, Weideland und Wald, Teiche und kleine Seen
waren zu identifizieren. Die Lichtabstrahlung von der Erde in den verschiedenen Spektralbändern, in denen der Scanner die Erdoberfläche abtastet, erlaubt bei wolkenfreiem Himmel auch Aussagen darüber, ob Gewässer klar oder
trübe sind.
Auf einer Anzahl von Aufnahmen der amerikanischen Atlantikküste, insbesondere von Gebieten der Bundesstaaten Massachusetts, New York, New Jersey
und Maryland mit der Bundeshauptstadt Washington , konnten bei den Städten
u.a. Industrie-, Geschäfts-und Wohnviertel ausgemacht werden. Gelegentlich
war sogar zu erkennen, ob es sich um Bezirke mit Ein-oder Mehrfamilienhäusern oder mit gemischter Bebauung handelte.

-Fischschwärme werden aufgespürtEine seltsame "Schlierenbildung" auf ERTS-Aufnahmen vom Golf von Mexiko
ließ vermuten, daß man zum ersten Mal einem großen Fischschwarm auf der
Spur war. Ein Forschungsschiff des US-Amtes für Meeres-und Atmosphärenforschung (NOAA), das sich zufällig in dem Seegebiet aufhielt, machte die

-4-

�t

die Probe aufs Exempel: Innerhalb von zwei Stunden waren die Netze übervoll.
Allerdings sind es nicht die Fische selbst, die durch die Fotos aus dem Weltraum entdeckt werden. Vielmehr registrieren die Sensoren des Scanners an
Bord des ERTS-Satelliten den hauchdünnen Ölfilm an der Wasseroberfläche, der
sich von den Überresten jener kleineren Tiere bildet, von denen die größeren
leben. Und da diese dünne Schicht eine für die Substanz typische Reflexionsstrahlung abgibt und man andererseits bei den Mearesbewohnern recht gut weiß,
wer auf wessen Kosten lebt, ist es somit auf indirektem Wege sogar möglich,
Aussagen darüber zu machen, um welche Fischart es sich bei dem Schwärm handelt.
Angesichts solcher ersten Erfolge darf man allerdings nicht vergessen,
daß sich die Fernüberwachung des menschlichen Lebensraumes und die Bestandsaufnahme von unveränderlichen und veränderlichen Gegebenheiten auf der Erdoberfläche

ebenso wie die Nutzung der Daten, noch im Anfangsstadium befin-

den. Durch das ERTS-Programm werden zunächst einmal Modelle und Normen geschaffen, um künftig die Flut von Daten aus dem Weltraum von besonders ausgebildeten Fachkräften routinemäßig auswerten zu lassen. Diese neue Technik
könnte aber in absehbarer Zeit dazu beitragen, die Lebensbedingungen allgemein zu verbessern und die Hilfsquellen und Rohstoffe, die der Menschheit zur
Verfügung stehen, ökonomischer zu nutzen.

+++

-5-

�amerika dienst
United
53

States

Bonn-Bad

T e l :

Information

G o d e s b e r g l ,

8 0 - 3 2 4 0

Service

Postfach

300

Wissenschaft
und
Technik

T e I e x : 0 8 - 8 54 3 2

7/1973

NATIONALE MASSNAHMEN SIND NICHT GENUG
UN

-Uf&gt;-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen Drogenmißbrauch--(AD)-- Ohne die aktive Unterstützung "aller Menschen dieser Erde" wird
dem immer weiter anwachsenden Drogenproblem nicht beizukommen sein. Nach
Ansicht von John E. Ingersoll, Direktor der amerikanischen Zentralstelle
für Narkotika und gefährliche Drogen (BNND) und seit kurzem Vorsitzender
der UN-Rauschgiftkommissioit, vermögen weder Regierungs-und Justizbehörden noch
nationale oder internationale Kommissionen und ebensowenig die Vereinten
Nationen als Organisation dieses schwerwiegende Problem zu lösen, solange
es Menschen gibt, die den Drogenmißbrauch tolerieren oder gar unterstützen.
Am letzten Tag der diesjährigen Konferenz der UN-Rauschgiftkommission,
die vom 22. Januar bis 9. Februar 1973 in Genf ihre 25. Tagung abgehalten
hatte, erläuterte John Ingersoll vor Pressevertretern die gegenwärtige
Situation. Zwar seien vereinzelt ermutigende Entwicklungen in Richtung auf
eine wirksame Bekämpfung zu verzeichnen. Insgesamt gesehen habe sich jedoch
der Drogenmißbrauch ausgeweitet und viele verschiedene Formen angenommen.

In

-l-

�In einigen Ländern ist, wie Ingersoll erklärte, Cannabis in allen seinen
Varianten der gängige Stoff. In höchstem Maße alarmierend sei dort der ständig steigende Gebrauch des Cannabis-Extrakts Tetrahydrocannabinol(THC), der
besonders massiv wirke. In anderen Ländern ist der Gebrauch von Opiumderivaten besorgniserregend - in Nordamerika und Westeuropa von Heroin, in Skandinavien von Morphin, in Asien und vor allem Südostasien von Opium und Rohmorphin. Außerdem sind jetzt in einigen westeuropäischen Ländern sowie in
verschiedenen Entwicklungsländern synthetische und psychotrope Substanzen erschreckend weit verbreitet - eine Entwicklung, die sich auch in Skandinavien
und in Nord-und Südamerika abzeichnet. Immer mehr Drogenabhängige konzentrieren sich nicht mehr auf ein Mittel, sondern nehmen verschiedenartige Suchtstoffe. Das erschwert sowohl die Bekämpfung des Rauschgiftproblems als auch
die Behandlung der Süchtigen außerordentlich.
Um den illegalen Versorgungsquellen besser auf die Spur zu kommen, will
die UN-Rauschgiftkommission künftig regional stärker aktiv werden. So soll
eine Unterkommission für den Nahen und Mittleren Osten aus Vertretern
Afghanistans, Irans, Pakistans, der Türkei und Schwedens gebildet werden, die
zur Unterbindung des illegalen Handels in diesem Raum mit den zuständigen
Regierungen zusammenarbeitet. Ein ad-hoc-Komitee der Kommission wird in
16 asiatische Staaten reisen, um mit den Behörden die Situation zu erörtern
und künftige Maßnahmen vorzubereiten. In Südamerika sind Konsultationen
über ähnliche Aktionen bereits im Gang.
Ingersoll hofft, daß über den UN-Wirtschafts-und Sozialrat (ECOSOC)
und die Vollversammlung der Vereinten Nationen weltweit Interesse an gemeinsamen und wirksamen Aktionen gegen Rauschgifthandel und Drogenmißbrauch geweckt wird. Nationale oder bilaterale Aktionen, wie sie z.B. von den USA

-2-

�USA und einigen westeuropäischen Ländern praktiziert werden, können nur
einen ermutigenden Anfang darstellen, reichen aber für eine Bewältigung
des Problems niemals aus
Wie Ingersoll vor den Vertretern der 30 Mitgliedstaaten der UN-Rauschgif tkommission erklärte, ist die Existenzsicherung für die Landbevölkerung
von Staaten des Mittleren und Fernen Ostens, die bisher aus dem Anbau von
Hanf und Mohn ihren Unterhalt bestritt,

mit Hilfe von Umstellungsprogram-

men für die Landwirtschaft eine vordringliche Aufgabe. In Thailand ist bereits ein großangelegtes Projekt im Gang, mit Burma und Afghanistan wird
darüber noch verhandelt. Derartige Vorhaben, die sich auch auf die soziale
und wirtschaftliche Struktur der betreffenden Länder auswirken, sollen weitgehend aus dem UN-Fonds zur Bekämpfung des Drogenmißbrauchs finanziert werden. Die von 20 Ländern bisher dafür eingezahlten Beiträge belaufen sich
jetzt auf mehr als 4,5 Millionen Dollar - drei Millionen steuerten allein
die USA bei. Die Mittel reichen bei weitem noch nicht aus, um die Verhältnisse vor allem im Orient so zu verändern, daß der illegalen Drogenproduktion und dem Rauschgifthandel nicht mehr Vorschub geleistet wird.
Auch die großen Lücken in bezug auf exakte und neueste Informationen
zur Drogensituation behindern den Kampf an der Rauschgiftfront. Dieses
Problem müsse,wie Ingersoll forderte, auf breitester internationaler Basis
angegangen werden, wobei auch größerer Wert auf die wissenschaftliche Forschung und den Austausch von Ergebnissen zu legen sei.
Wie Präsident Nixon in der kürzlich dem US-Kongreß zugeleiteten Haushaltsbotschaft für 1974 erklärte, werden die Vereinigten Staaten den Kampf
gegen den Drogenmißbrauch weiter intensivieren. Für Maßnahmen zur Unterbindung des Rauschgifthandels und für die Behandlung und Rehabilitation von
Drogenabhängigen sind 719 Millionen Dollar bereitgestellt.

+-H-

-3-

�» amerika dienst
United

States

53 B o n n - B o d

Information

Godesbergl,

T • I : 8 0 -3240

Wissenschaft
und

Service

Postfach

Technik

300

T e l e x : 0 8 - 8 54 32

7/1973

KREBSTIERSCHALEN ALS CHEMISCHER ROHSTOFF
Modellanlage koppelt Chemikalien-Gewinnung mit Produktion von
Protein-Kon?, snt rat
--(AD)-- Die Schalen von Krebsen, großen Garneelen und anderem Meeresgetier, die bisher als Abfall ins Meer gekippt wurden und ein höchst unangenehmes Verschmutzungsproblem heraufzubeschwören drohen, dürften in absehbarer Zeit für eine Vielzahl von Industriezweigen interessant werden. Ein
privates Forschungslabor in Seattle (US-Bundesstaat Washington), das mit
Unterstützung des US-Amtes für Meeres-und Atmosphärenforschung (NOAA) entsprechende Untersuchungen durchführte, entwickelte Verfahren zur Extraktion
von Chitin und zur Gewinnung von Chitosen aus der Schalenmasse. Chitin,
allgemein der Hauptbestandteil des Panzers von GLiederfüßlern, ist ein
stickstoffhaltiges Polysaccharid, das sich für die verschiedensten Verwendungszwecke eignet, z.B.:
-- als Zusatzstoff bei der Herstellung von Zeitungspapier zur Erhöhung der Naßfestigkeit;
— als Zusatzstoff zur Babynahrung;
- - als Koagulierungsmitttel bei der Behandlung von Frischwasser, Abwasser und von Kanalisationsabwässern;
als

-1-

�-- als Zusatzstoff zu Präparaten gegen Magenübersäuerung;
-- in der Wundbehandlung;
—

für langsame, gesteuerte Freisetzung von Herbiziden und Insektiziden;

-- für finish-Verfahren der Textilindustrie;
-- in Wasserfarben-Emulsionen;
-- als neue synthetische Faser;
-- als Verdickungsstoff für bestimmte Nahrungsmittel;
-- in der Filmfabrikation und bei der Herstellung von Spezialklebern.
Die "Food, Chemical and Research Laboratories, Inc." in Seattle
verarbeiteten in erster Linie die Beinschalen von Königskrabben, wobei das
Verfahren mit der Gewinnung von Eiweißkonzentrat aus Meerestieren gekoppelt
wurde. Bei voller Ausnutzung ihrer Kapazität kann die vorerst nur als
Modellbetrieb unterhaltene Anlage pro Monat ca. eine Tonne Chitin produzieren. Die Errichtung einer zweiten, größeren Anlage wird zur Zeit erwogen. In der Praxis zeigte sich, daß mit den neuen Verfahren 75 bis 83 Prozent; der Abfälle der wichtigsten Schalentierarten nutz-und gewinnbringend
zu verwenden sind.

-2-

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7617">
                <text>14.02.1973</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7618">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="7619">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14232">
                <text>Amerikadienst 14.02.1973</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="14233">
                <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung von US-Finanzminister Shultz vom 12. Februar 1973 zur Abwertung des Dollar&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das neue amerikanische Kabinett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das neue Bevölkerungsporträt der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Bericht des Statistischen Bundesamtes -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;ERTS-Augen sehen mehr&lt;br /&gt;Ermutigender Auftakt für Erderkung mit Satelliten&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von G. Weiss&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nationale Maßnahmen sind nicht genug&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Rauschgiftkommission fordert weltweite Aktionen gegen Drogenmissbrauch -&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="2082" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="2093">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/25b4333457c667755270490dfcc16442.pdf</src>
        <authentication>1f80b5e1a049e6478abc1b641f9b3652</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="10467">
                    <text>AMERIKA DIENST
Sonderdienst

VION ^

14. Februar 1989

i
PRESSEKONFERENZ VON US-AUSSENMINISTER JAMES BAKER
IN BONN AM 13. FEBRUAR 1989

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Außenminister Baker: Ich möchte eine offizielle Erklärung über unsere
Zusammenkunft vorlesen. Ich bitte Sie um Entschuldigung, daß ich nicht lange
bleiben kann, aber der Verteidigungsminister erwartet uns schon. Wir haben
unser Treffen um 15 bis 20 Minuten überzogen.
Zunächst möchte ich sagen, daß
unser Treffen in einer sehr freundschaftlichen
Atmosphäre
stattfand,
weil es sich um ein Gespräch zwischen

Ferner über eine Erklärung, die von
der Bundesregierung in Kürze veröffentlicht werden wird und in der alle
diesen Vorfall betreffenden Fakten

alten

aus

Freunden

handelte

-

und

wenn

ich das sage, bediene ich mich hierbei der Formulierung des Bundeskanzlers, und ich mache mir seine Worte
zu eigen. Der Tenor dieses Treffens
bestand meiner Ansicht nach darin,
daß die deutsch-amerikanische Partnerschaft stark ist. Wir sind starke
Partner, und wir vertrauen einander.
Wir haben über die Frage der
Chemiewaffenfabrik in Libyen gesprochen sowie über die von der Bundesrepublik im Hinblick auf Änderungen
ihrer Exportkontrollgesetze und ihrer
Vorschriften zur Bestrafung von Gesetzesbrechern getroffenen Maßnahmen.

ihrer

Sicht

dargelegt

werden.

Ich erklärte hierzu, wir seien über
die von der Bundesregierung getroffenen und uns gegenüber dargelegten
Maßnahmen sehr erfreut.
Wir haben
einige Zeit darüber gesprochen. Wir
haben ziemlich lange über die OstWest-Beziehungen
diskutiert.
Was
dieses Thema angeht, haben wir produktive Gespräche über Ost-West-Sicherheitsfragen, einschließlich der
KurzstreckenSysteme geführt. Wir haben über das Brüsseler NATO-Kommunique von 1988 gesprochen und dieses
bekräftigt. Das gilt auch für die
Bedeutung, die der Aufrechterhaltung
der Strategie der Vorneverteidigung

�und der flexiblen Reaktion beizumessen ist. Wir waren uns über die Notwendigkeit einig, ein Gesamtkonzept
für die Haltung des Bündnisses in
Fragen der Sicherheit und Rüstungskontrolle beim nächsten NATO-Gipfel
zu verabschieden und stimmten überein, die Gespräche zu diesem Thema
fortzuführen. Der Bundeskanzler hat
keinen Zweifel daran gelassen, daß
seine Erklärungen in dem Interview
mit der Financial Times vollkommen im
Einklang mit dem NATO-Kommunique vom
Mai 1988 stehen, und er hat mehrmals
uns gegenüber festgestellt: "Ich habe meine Position nicht geändert."
Er hat uns autorisiert, Ihnen dies
mitzuteilen.
Ich werde jetzt gerne einige Fragen beantworten, bevor ich zu meinem
Treffen mit dem Verteidigungsminister
fahre.
Frage:
Bedeutet das, daß die
Debatte über die Kurzstreckensysteme
jetzt vorüber ist?
Daß sie beim
NATO-Gipfel erörtert werden wird und
daß sie nicht länger...
Antwort:
Es bedeutet, daß ein
Engagement besteht, diese Frage durch
weitere Gespräche und Verhandlungen
zu lösen.
Frage:
Und es wird zwischendurch keine Gespräche geben, die Frage wird dann innerhalb der NATO behandelt werden, ....
Antwort:
Nun, die Frage wird,
wenn man es formell betrachtet, beim
nächsten NATO-Gipfel behandelt werden, aber wir werden natürlich in der
Zwischenzeit weitere Gespräche darüber führen.
Frage:
Glauben
Sie,
den
Kongreß dazu bewegen zu können, die
weitere Modernisierung der LANCE-Rakete finanziell zu unterstützen, wenn
wir nicht bis - sagen wir einmal vor 1991 oder 1992 eine Entscheidung
oder eine Verpflichtung zur Stationierung hervorbringen?

Antwort: Wir wollen die Ereignisse des nächsten NATO-Gipfels, wo
die Entscheidungen getroffen werden,
abwarten.
Ich habe bereits darauf
hingewiesen, daß diese Reise nicht
als Unternehmen der Entscheidungsfindung geplant war. Bei diesen Zusammenkünften sollen die Tagesordnungspunkte festgelegt werden: es handelt
sich um Konsultationen.
Ich bin
hier, um zuzuhören. Wir können diese
Frage also bis zum Zeitpunkt des Gipfels - wann immer dieser auch stattfinden wird - nicht beantworten.
Frage:
Ich möchte auf einige
Bemerkungen eingehen, die Sie gestern
im Flugzeug über den START-Vertrag
gemacht haben - ihre eigene Ansicht
dazu und die Möglichkeit, ihn im
Kongreß
durchzusetzen.
Vielleicht
können Sie diese Bemerkungen im einzelnen erläutern, weil hier noch etwas Verwirrung herrscht.
Antwort:
Wenn
darüber
noch
Verwirrung herrscht, möchte ich diese
gern ausräumen. Alles, was ich sagen
wollte - und ich habe dies bereits
erörtert, vielleicht nicht bei der
Anhörung zu meiner Bestätigung, obwohl ich in dieser Anhörung etwas
Ähnliches gesagt habe - ist:
wir
wollen die Verhandlungspositionen erneut überprüfen. Betrachten Sie das,
was auf dem Verhandlungstisch liegt.
Wir wollen die Angebote überprüfen,
so daß wir unter der Voraussetzung
weiterer Fortschritte einen Vertrag
aushandeln, der auch ratifiziert werden kann. Das war alles, was ich sagen wollte.
Frage:
In den Gesprächen gestern haben Sie auf Mängel im bestehenden Entwurf hingewiesen, die eine
Verabschiedung durch den Kongreß in
der gegenwärtigen Form fraglich machen.
Antwort:
Ich denke, wenn Sie
sich die Formulierungen durchlesen,
was ich nochmals getan habe, geht
daraus eindeutig hervor, daß ich Vorbehalte gegen die potentielle Ratifizierbarkeit des Abkommens geäußert

- 2 -

�habe.

Wir wollen sicherstellen ...

Frage:
gen Form?

...

in

gemeint hat - es klingt, als sei Ihnen das noch nicht gelungen.

der gegenwärti-

Antwort:
Ich habe wiederholt
darauf hingewiesen, daß wir in den
Vereinigten Staaten eine Entscheidung
über die Modernisierung strategischer
Waffen treffen müssen. Und wir müssen uns vor Augen führen, daß wir und ich betrachte dies nicht etwa als
Mangel in unserer Verhandlungsposition - eine Position gegen mobile Raketen eingenommen haben.
Eine der
Fragen, die wir bei der Modernisierung unserer strategischen Waffen zu
überprüfen haben werden, ist das Problem mobiler Raketen.
Aber worauf
ich wirklich hinweisen wollte, ist
der allgemeine Grundsatz, gewährleisten zu wollen, daß alles, was wir
mit nach Hause nehmen, auch ratifiziert werden kann. Wir möchten kein
SALT-Abkommen mit nach Hause bringen
und vergleichbare Probleme mit dem
von uns ausgehandelten START-Abkommen
vermeiden.
Frage:
Zurück zu SNF - die
Deutschen drängen auf Verpflichtungen
im Gesamtkonzept - Verpflichtungen
für Verhandlungen über SNF - sind Sie
bereit, das zu unterstützen?
Antwort:
Ich kann nur wiederum
darauf hinweisen, daß dies keine Zusammenkunft zur Entscheidungsfindung
war. Mit diesem Treffen sollte nur
die Tagesordnung abgestimmt werden.
Ich habe Ihnen erläutert, worüber wir
gesprochen haben und wie weit wir gegangen sind. Dabei möchte ich es belassen.
Weitere Gespräche werden
stattfinden, und ich bin sicher, daß
Fragen dieser Art im Hinblick auf
einen NATO-Gipfel in künftigen Gesprächen erörtert werden.
Frage:
Bundeskanzler Kohl erklärte, er sage er damit nichts Neues. Sie hingegen erklären, es werde
weitere Diskussionen geben - dies
läßt den Schluß zu, daß hier noch
Meinungsverschiedenheiten
bestehen.
Uns würde interessieren, was genau er

Antwort:
Meiner Ansicht nach
ist er nicht von früheren Positionen
abgewichen, was man weithin angenommen hatte. Dies hat er gesagt und
mir gestattet, es Ihnen so weiterzugeben. Mir scheint, daß wir Einigung
erzielt haben.
Frage:
Können Sie uns erläutern, wie Sie ihn verstehen, wenn er
davon spricht, er stehe im Einklang
mit dem Kommunique vom Mai 1988. Was
heißt das für Sie?
Antwort:
Im Hinblick auf Paragraph 5 dieses Kommuniques - um nur
einen Paragraphen zu zitieren - heißt
das für mich konkret (Außenminister
Baker liest das Dokument vor): "Unser Ziel besteht darin, weiterhin
jegliche Art von Krieg oder Einschüchterung zu verhindern.
Durch
die Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen Abschreckung hat das Bündnis
nahezu vierzig Jahre lang Frieden in
Europa gesichert. Die konventionelle
Verteidigung allein kann dies nicht
gewährleisten. In der unmittelbaren
Zukunft gibt es keine Alternative zur
Strategie des Bündnisses zur Verhinderung eines Krieges.
Es handelt
sich hierbei um die Strategie der Abschreckung, die sich auf angemessene
Arsenale ausreichender und wirksamer
nuklearer und konventioneller Streitkräfte gründet, die auf dem gebotenen
Stand gehalten werden, wo immer dies
erforderlich ist.
Frage: Wann wird die Entscheidung zur Modernisierung der LANCE
fallen? In diesem oder im nächsten
Jahr?...
Antwort:
Ebenso
wie
andere
Fragen bedarf auch diese Entscheidung
noch weiterer Erörterung vor dem
nächsten Gipefeltreffen. Aus unserer
Sicht wäre es wünschenswert, wenn die
Entscheidung beim nächsten Gipfel getroffen werden könnte. Und wir werden versuchen, dies unter Berücksichtigung der Interessen all unserer

�NATO-Partner zu verwirklichen.
Frage:
Dieses Treffen kam für
sie zu einem Zeitpunkt noch ungeklärter Fragen bezüglich der Entscheidung
über die Stationierung, die Sie gerade angeschnitten haben. Zwischen den
beiden Regierungen bestehen jedoch
offensichtliche
Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf Verhandlungen
über dieses Thema. Haben Sie das Gefühl, daß hier eine nenneswerte Annäherung hin zu einem Konsens zwischen
Ihnen und Bundeskanzler Kohl und der
Bundesregierung über Verhandlungen zu
den Kurzstreckenraketen stattgefunden
hat?
Antwort:
Meiner Ansicht nach
wird es im Hinblick auf beide anhaltende Erörterungen geben, obwohl ich
nochmals betonen möchte, daß es sich
hierbei nicht um eine Zusammenkunft
gehandelt hat, mit dem Ziel, Entscheidungen zu treffen.
Das war
nicht der eigentliche Grund unserer
Gespräche. Ich hoffe, ich konnte einige der hier in der Öffentlichkeit
bestehenden Ungereimtheiten klären.
Frage:
Nachdem Sie Gespräche
mit Bundeskanzler Kohl und einigen
der anderen Verbündeten geführt haben, und nachdem Sie die politischen
Probleme in der Bundesrepublik erörtert haben, die auch in Großbritannien zur Sprache gebracht wurden verstehen Sie jetzt besser, wie die
NATO vorgehen sollte, um auf Bundeskanzler Kohl nicht den Druck auszuüben, der ihm bei den Wahlen im nächsten Jahr Probleme bereiten könnte?
Antwort:
Nun, ich glaube, ich
kann guten Gewissens sagen, nachdem
ich soviel Zeit in diesem und den anderen Ländern verbracht habe, werde
ich - hoffentlich - zu einem besseren
Verständnis gelangen - denn das ist
ja schließlich der Zweck meiner Reise.

* * * * * *

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10462">
                <text>14.02.1989</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10463">
                <text>Amerikadienst 14.02.1989 - Sonderdienst</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10464">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10465">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10466">
                <text>Pressekonferenz von US-Außenminister James Baker&lt;br /&gt;&lt;em&gt;in Bonn am 13.02.1989&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="2131" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="2142">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/1b13e212959334dbd3453f8d876c1151.pdf</src>
        <authentication>3621fc8b36c931f1fb59bd10ecd178a8</authentication>
        <elementSetContainer>
          <elementSet elementSetId="4">
            <name>PDF Text</name>
            <description/>
            <elementContainer>
              <element elementId="52">
                <name>Text</name>
                <description/>
                <elementTextContainer>
                  <elementText elementTextId="10765">
                    <text>ciiriGrikci
dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

#

k s»
«&lt;= ^

&gt;
&lt;?

*£^

/

*

.•./•

14. Februar 1990

DEUTSCHLANDPOLITIK

Diskussion über Hilfe für beide deutschen
Staaten
Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers
in Ottawa

US - AUSSENPOLITIK

Baker rühmt die Revolutionen der Macht des
Volkes von 1989
Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet

Beachtliche Fortschritte zwischen USA und
UdSSR
Gemeinsame amerikanisch-sowjetische
Erklärung

SICHERHEITSPOLITIK

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Bush: USA müssen starke Verteidigung
beibehalten
Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392366
Telex: 8-85432

�DEUTSCHLANDPOLITIK
14. Februar 1990

DISKUSSION ÜBER HILFE FÜR BEIDE
DEUTSCHEN STAATEN
Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers in Ottawa

OTTAWA - (AD) - Einem amerikanischen Regierungsvertreter zufolge sondieren die Vereinigten Staaten
und mehrere andere Länder zur Zeit einen Mechanismus "zwei plus vier" für die Wiedervereinigung Deutschlands. Dabei würden die beiden deutschen Staaten
Lösungen für innere Probleme erarbeiten, während die
anderen vier Staaten ihnen bei ihren äußeren Problemen Hilfe leisten.
Die beiden deutschen Staaten würden sich inneren
juristischen, politischen und wirtschaftlichen Fragen
widmen. Die Unterstützung durch die vier ehemaligen
Besatzungsmächte - Großbritannien, Frankreich,
Sowjetunion und Vereinigte Staaten - würde sich auf
Fragen wie die deutsche Mitgliedschaft in der NATO
sowie den Verzicht auf Produktion und Besitz nuklearer, chemischer und biologischer Waffen erstrecken.
Ein amerikanischer Regierungsvertreter, der nach
Außenminister Bakers bilateralen Treffen mit Amtskollegen aus der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Polen und der Türkei am 12. Februar 1990 in Ottawa Journalisten über
diese Gespräche unterrichtete, erklärte, das Thema
der deutschen Einheit sei verschiedentlich in diesen
Diskussionen zur Sprache gekommen. Baker befindet
sich in Ottawa zu Gesprächen über Rüstungskontrolle
und sicherheitspolitische Vereinbarungen mit den
Au ßenministern der 23 Nationen, die an der Konferenz
"Offene Himmel" teilnehmen.
Der vorgeschlagene Mechanismus "zwei plus vier" ist
dem US-Regierungsvertreter zufolge "ein Beispiel für
zumindest eine Möglichkeit, um einige dieser legitimen
Sicherheitsinteressen zu behandeln, bei gleichzeitiger
Berücksichtigung der Prämisse, daß über die fundaAMERIKA DIENST 6

mentalen Fragen der deutschen Einheit vom deutschen Volk entschieden werden muß".
Auf Fragen zum Problem der Souveräntität erwiderte
der Regierungsvertreter, es sei zu erwarten, daß die
beiden deutschen Staaten im Zuge der Vereinigung
die volle Souveränität erlangen würden.
Die Frage der Vereinigung Deutschlands wurde aufgrund der für März in der Deutschen Demokratischen
Republik anberaumten Wahlen zum wichtigsten Tagesordnungspunkt, erklärte der US-Vertreter. Darüber hinaus habe dies viele dazu veranlaßt, ihrer Besorgnis über sicherheitspolitische Fragen sowie politische und wirtschaftliche Entwicklungen Ausdruck zu
verleihen sowie darüber, "wie sich diese in den umfassenderen europäischen Rahmen einordnen lassen".
Dem US-Vertreter zufolge ist es wichtig, daß in der
DDR freie und faire Wahlen abgehalten werden. "Ein
Schlüsselelement bei der Wiedervereinigung besteht
in einer legitimen Regierung in der DDR. Es ist unsere
feste Ansicht ..., daß eine legitime Regierung auf
Selbstbestimmung und der Zustimmung der Regierten
beruht", erklärte er.
"Dies ist zur Zeit eindeutig noch nicht der Fall."
Die Sowjets sind dem Regierungsvertreter zufolge
daran (am Prozeß der Erforschung) stark interessiert,
aber noch keine Verpflichtung für diesen Mechanismus eingegangen. Er beschrieb den sowjetischen
Ansatz als "sehr überlegt" und unverbindlich. Ferner
verwies er darauf, welche Bedeutung der Anerkennung der Sicherheitsinteressen der Sowjetunion zukommt. Moskau strebt Zusicherungen an, daß NATO-

Seite 1

�Truppen nach der Wiedervereinigung beider Teile
Deutschlands nicht weiter ostwärts vorrücken werden.
Die Sowjets erkennen dem Regierungsvertreter zufolge die Unvermeidbarkeit der Veränderungen im Hinblick auf Deutschland und sind daran interessiert, eine
"Rolle" bei der Gestaltung der Struktur zu spielen.
Der gesamte Prozeß muß "mit einer deutschen Entscheidung" und - so erklärte er - der Erkenntnis der
Deutschen beginnen, daß sie einen "Platz in einer
erweiterten Europäischen Gemeinschaft einnehmen
werde". Er verwies ferner darauf, Spekulationen darüber seien "verfrüht", welche Form sich aus den
gegenwärtig stattfindenden Diskussionen ergeben wird.
Der Regierungsvertreter vermittelte darüber hinaus
den Eindruck, diese Gespräche würden zu einem
Friedensvertrag führen.
Die vier Mächte haben nicht die Absicht, beide Teile
Deutschlands an der Einigung zu hindern, betonte er.
Er erklärte ferner, das gesamte Konzept des Prozesses bestehe darin, sechs Staaten zusammenzubringen, damit sie "ernsthafte Gespräche über Grundsatzfragen der Sicherheitspolitik führen".
Zur deutschen Mitgliedschaft in der NATO bemerkte
der Regierungsvertreter, das Bündnis sei ein freiwilli-

ger Zusammenschluß. "Natürlich wird das deutsche
Volk entscheiden müssen, wohin es gehören will",
erklärte er.
Der Vertreter erklärte, Bakers Gespräche mit Bundesaußenminister Genscher hätten ebenfalls die gerade
beendeten Besuche in die Sowjetunion behandelt und
die mit dem britischen Außenminister Hurd geführten
Diskussionen hatten unter anderem die Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE)
und die Entwicklungen in Südafrika zum Inhalt.
Die Gespräche zwischen Außenminister Baker und
dem rumänischen Außenminister Celac konzentrierten sich dem Regierungsvertreter zufolge auf Fragen
wie die Bedeutung freier Medien und den Status von
Minderheiten in Rumänien. Er erklärte, bei Bakers
Zusammenkunft mit dem französischen Außenminister Dumas seien außer Deutschland viele Themenkreise erörtert worden, darunter KSE, der Nahe Osten,
Namibia, Südafrika und das Konzept Offene Himmel.
Mit den polnischen Außenminister Skubiszewski diskutierte Baker dem Regierungsvertreter zufolge über
KSE, die wirtschafltiche Lage in Polen und die Schlußakte von Helsinki, und die mit dem türkischen Außenminister Yilmaz erörterten Themen umfaßten Bulgaren, KSE, Offene Himel und eine Lösung für Armenien.

* *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 6

�US - A U S S E N P O L I T I K
14. Februar 1990

BAKER RÜHMT DIE REVOLUTIONEN DER MACHT DES
VOLKES VON 1989
Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet
WASHINGTON - (AD) - In einer Rede vor dem Ausschuß für internationale Angelegenheiten des Obersten
Sowjets erklärte US-Außenminister James Baker am 10. Februar 1990 in Moskau, er werde nunmehr Zeuge von
Revolutionen im Bewußtsein der Menschen, in den Beziehungen zwischen einzelnen Ländern und Zeuge der

Revolution "von Perestrojka, Glasnost und vor allem Demokratisierung" in der Sowjetunion. Er lobte in diesem
Zusammenhang die "Revolutionen der Macht des Volkes von 1989" und erklärte: "Heute beobachten wir die
Rückkehr der Vernunft."
Nachfolgend veröffentlichen wir Außenminister Bakers Rede im Wortlaut:

Herr Vorsitzender, sehr geehrte Ausschußmitglieder.
Sie erweisen mir und meinem Land eine große Ehre,
indem Sie mir Gelegenheit geben, heute hier sein zu
dürfen. Ich trete hier als Vertreter der Vereinigten
Staaten von Amerika auf. Aber ich bin auch ein Zeuge,
der von historischen Ereignissen kündet. Ich lege vor
Ihnen Zeugnis ab von einer Revolution - einer Revolution in den Beziehungen zwischen Menschen, einer
Revolution in den Beziehungen zwischen einzelnen
Ländern und einer Revolution im Bewußtsein der
Menschen. Präsident Bush und ich haben wiederholt
erklärt: Wir wünschen Ihnen bei Ihrer Revolution von
Perestrojka, Glasnost und vor allem Demokratisierung
Erfolg.
Denn wir werden in diesem Land wie auch in den
Ländern Mittel- und Osteuropas Zeuge einer Umwandlung im Verständnis des Menschen für den
Menschen. Vor Perestrojka und den Revolutionen der
Macht des Volkes von 1989 regierte das Zentrum der
Macht rücksichtslos, unbarmherzig und irrational - in
großer Angst, der Einzelne würde Ansprüche geltend
machen, in großer Angst, daß Vernunft und Wahrheit
über Dogmatismus und Lügen triumphieren würden.
Das Zentrum der Macht behielt sich - von tiefer Unsicherheit geleitet - alle Entscheidungen vor und beraubte damit das Volk seiner Wahlmöglichkeiten. Diese
Machtkonzentration trieb die Länder in die Armut, da

AMERIKA DIENST 6

sich das Zentrum aufblähte und das Volk immer mehr
verarmte.
In dieser auf den Kopf gestellten Welt, in dieser Welt
der Finsternis bei vollem Tageslicht haben Worte ihre
ursprüngliche Bedeutung verloren. Tatsächlich hat
vor vierundfünfzig Jahren die neue sowjetische Verfassung dieser Kammer die oberste Regierungsautorität im Land verliehen. Trotz der Tatsache, daß der
Oberste Sowjet im Sinne der Bedeutung des Wortes
das Volk regierte, wissen wir bedauerlicherweise alle,
daß es tatsächlich von jemand anderem regiert wurde.
Heute beobachten wir jedoch, daß Worte ihre Bedeutung wieder erlangen. Heute beobachten wir die
Rückkehr der Vernunft. Heute trete ich vor die Gründerväter einer neuen Sowjetunion - der neuen Sowjetunion, die Sie aufbauen.
Diese einmalige Gelegenheit, hier vor sie zu treten,
symbolisiert etwas, von dem ich hoffe, es wird ein
neues Zeitalter - nicht nur in der sowjetischen Politik,
sondern in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen - werden. In dem Maße, wie Sie - die gewählten
Vertreter des sowjetischen Volkes - die Macht des
Volkes bestätigen und Entscheidungen treffen, die ihm
zugute kommen, werden universelle, demokratische
Werte Wurzeln schlagen. Und die Verwurzelung dieser Werte in Institutionen wie dieser sichert Ihr Land

Seite 1

�auf eine Art und Weise gegen die Risiken der Vergangenheit, wie das kein einzelner Staatsmann, auch
nicht in bester Absicht - vollbringen kann. Ich habe
bereits am Dienstag in Prag meinen Freund Außenminister Schewardnadse mit den Worten zitiert: "Nur
eine fest verankerte Demokratie kann Garantien gegen Machtmißbrauch bieten und eine Nation vor Unterdrückung schützen."
Die Stärkung der Macht des Obersten Sowjets kann
ein Schritt zu solch einer fest verankerten Demokratie
sein. Das ist ein entscheidender Schritt, weil eine
funktionsfähige Legislative die Grundwerte der Demokratie verkörpert: Unantastbarkeit des einzelnen,
Respektierung abweichender Meinungen, Rechtsstaatlichkeit, weil Vernunft über Willkür der Tagespolitik
triumphiert und das Recht der Menschen, ihr Schicksal
durch frei gewählte Vertreter zu bestimmen. Der freie
Austausch von Ideen in einer öffentlichen und gesetzlich festgelegten Debatte mäßigt politische Leidenschaften und fördert die Lösung gesellschaftlicher
Probleme durch Dialog statt Gewalt. Auf diese Weise
und durch kritische Aufsichtsfunktionen trägt eine
Legislative dazu bei, daß die Regierung dem Volk
gegenüber rechenschaftspflichtig bleibt.
In meinem Land wird genau diese Aufgabe vom Kongreß übernommen: Er fordert von mir Rechenschaft
gegenüber dem amerikanischen Volk. Wiederholt jedenfalls zu oft zum Mitzählen - werde ich gebeten, in
den Ausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus zu erscheinen. Wiederholt werde ich zu allem
befragt, vom Verhalten gegenüber dieser großen Nation
bis zu den Aktivitäten eines Angestellten in einem
kleinen Konsulat auf der anderen Seite der Erde.
Immer wieder begebe ich mich zum Capitol Hill, um
meiner Verpflichtung gegenüber dem Volk der Vereinigten Staaten nachzukommen.
Diese Verpflichtung untermauert meiner Ansicht nach
unsere Politik gegenüber der Sowjetunion. Wie ich
bereits erläuterte, haben Präsident Bush und ich bei
verschiedenen Gelegenheiten erklärt, daß wir Perestrojka den Erfolg wünschen. Zum Teil wünschen wir
dies, weil Perestrojka und das neue Denken eine
sowjetische Außen- und Sicherheitspolitik versprechen,
die grundsätzlich für das amerikanische Volk eine
geringere Bedrohung darstellen als die feindseligen
staiinistischen Ansätze der Vergangenheit. Dies liegt
natürlich im Interesse des amerikanischen Volkes.
Aber Perestrojka und insbesondere Glasnost und die
Demokratisierung tragen auch zu einer sowjetischen
Innenpolitik bei, die dem sowjetischen Volk die Freiheit
verschafft, die es verdient. Innerhalb von nur fünf
Jahren erfahren Ihre Völker Freiheit auf eine Weise zumindest in den Augen ausländischer Beobachter die in der sowjetischen Geschichte ihresgleichen sucht.
Daraus folgt, daß der Kemgedanke amerikanischer
Außenpolitik gegenüber der Sowjetunion eine Suche
nach Bereichen beiderseitigen Vorteils ist, die zu
Seite 2

andauernden Verbesserungen in unseren Beziehungen führen werden. Wir können die amerikanischsowjetischen Beziehungen umgestalten, indem wir
uns von der Konfrontation abwenden und mittels Dialog zu Kooperation gelangen, wie Außenminister
Schewardnadse es formuliert hat. Eins möchte ich
klarstellen: Meinungsverschiedenheiten und Konflikte
werden bestehen bleiben. Aber die Feindseligkeiten
der Vergangenheit können durch Verständnis und
Einfühlungsvermögen ersetzt werden. Und auch wenn
wir keine Übereinstimmung erzielen, muß nicht jeder
Streit in eine Krise münden und nicht jede Krise die
Aussicht auf einen Krieg erhöhen. Im kalten Krieg
wurde jede Krise als gefährliche Bedrohung betrachtet. Im Frieden von morgen sollten wir uns daran
erinnern, daß jede Krise eine Chance beinhaltet - die
Chance, eine bessere Welt hervorzubringen.
Ich möchte jetzt die Bereiche erörtern, von denen wir
annehmen, daß sich dort zwischen den Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion diese Punkte beiderseitigen Vorteils am produktivsten erzielen lassen.
Zunächst möchten wir in Europa mit der Sowjetunion
und anderen Ländern des Kontinents zusammenarbeiten, um die unnatürliche Teilung Europas zu beenden - und ein ungeteiltes und freies Europa hervorzubringen. Bei den Revolutionen von 1989 hat Präsident
Gorbatschows weitsichtige Politik der Nichteinmischung
wichtigen Einfluß auf eine sehr turbulente Situation
genommen. Gorbatschow hat die friedliche Versöhnung der Region gefördert, und seine Aktionen haben
eine entscheidende Rolle bei der Schaffung rechtmäßiger Regierungen gespielt. Diese rechtmäßigen
Regierungen sind der Schlüssel für Stabilität und Frieden. Ich habe bereits in Prag erklärt, daß es sich
hierbei um friedliche und demokratische Revolutionen
handelt. Wir sollten alle zusammenarbeiten, damit es
so bleibt.
Eine Möglichkeit, wie dieser Ausschuß des Obersten
Sowjets unserer Ansicht nach helfen kann, ist die
Aufnahme unseres Vorschlags, in diesem Frühjahr
Delegationen von KSZE-Beobachtern nach Mittel- und
Osteuropa zu entsenden. Beobachtergruppen können gewährleisten, daß freie und faire Wahlen stattfinden und die gewählten Regierungen tatsächlich rechtmäßig sind.
Zweitens streben wir mit unserer Diplomatie bei regionalen Konflikten nach politischen und nicht militärischen Lösungen für die unterschiedlichen Krisen, von
denen die Stabilität weiterhin weltweit bedroht wird.
Bei einigen Krisen, zum Beispiel im Süden Afrikas und
in Südostasien, machen wir Fortschritte. Aber wir sind
nach wie vor beunruhigt über die Waffen, die Ihre
Regierung denjenigen liefert, die militärische Lösungen für Konflikte in für uns entscheidenden Regionen
anstreben. Um es ganz offen zu sagen, das amerikanische Volk und seine Kongreßabgeordneten können
nicht verstehen, wie ihre Regierung es sich leisten

AMERIKA DIENST 6

�kann, Milliarden Rubel an Hilfe in Länder wie Kuba und
Nicaragua fließen zu lassen, damit diese subversive
Aktionen bei unseren demokratischen Nachbarn durchführen. Dies ist umso unverständlicher, da es zu einer
Zeit geschieht, da Ihr Volk die kärglichen Ressourcen
so nötig braucht. Eine der Funktionen, die unser
Kongreß sorgfältig ausübt, ist die Überprüfung des
Entwicklungshilfehaushalts insbesondere für kritische
Regionen. Wenn Sie mir erlauben, möchte ich darauf
hinweisen, daß Sie im Hinblick auf Militärhilfe für
Mittelamerika dasselbe tun sollten.

Wesen einer Demokratie, daß sie immer bestrebt sein
muß, alles besser zu machen. Aber wir verfügen über
große Erfahrung in vielen Bereichen, die wir mit Ihnen
teilen können, etwa bei der Umsetzung des Schutzes
der Rechte des einzelnen in gesetzliche Bestimmungen und der Institutionalisierung pluralistischer politischer Organisationen. Meiner Ansicht nach war die
Ablehnung bestimmter politischer oder rechtlicher Mittel
durch das Zentralkomitee der Partei, mit denen das
Machtmonpopol hätte erhalten werden können, ein
ungeheurer Schritt zur Demokratie in der Sowjetunion.

Drittens können wir bei der Rüstungskontrolle echte
Fortschritte erzielen, um nicht nur nukleare, sondern
auch konventionelle und chemische Waffen zu kontrollieren. Ein großer Teil meiner Zeit in Moskau war
diese Woche Verhandlungen oder dem START-Vertrag gewidmet - ein Vertrag, über dessen grundlegende Bestimmungen hoffentlich eine Einigung erzielt
wird, wenn unsere Präsidenten das nächste Mal zusammentreffen. Darüber hinaus können wir einen
beiderseitigen Vorteil durch ein KSE-Abkommen erlangen, das ein Gleichgewicht der Streitkräfte in Europa sicherstellen und ein stabileres und vorhersehbares
strategisches Verhältnis dort kodifizieren wird.

Fünftens haben wir mit Ihren Fachleuten erörtert, wie
wir technisch zusammenarbeiten können, um Ihr planwirtschaftliches System in ein Gefüge umzuwandeln,
das marktwirtschaftliche Züge trägt. Ein weiterer
Austausch wird hilfreich sein, aber damit die Zusammenarbeit floriert, müssen noch einige gesetzliche
Veränderungen durchgeführt werden.

Bei chemischen Waffen hat Präsident Bush einen
praktischen Vorschlag unterbreitet, der die beste
Möglichkeit für ein weltweites Verbot dieser schrecklichen Waffen bietet. Ich bin dankbar, daß die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion heute eine gemeinsame Verlautbarung über die Schlüsselelemente der
Initiative des Präsidenten veröffentlicht haben. Wir
möchten darüber hinaus beim Problem der Weiterverbreitung von Raketen an Länder der Dritten Welt mit
Ihrer Regierung effektiver zusammenarbeiten.
Langfristig wird Sicherheit verbessert, wenn Militärhaushalte öffentlich sind. In Prag habe ich vorgeschlagen, daß wir Möglichkeiten innerhalb der KSZE erwägen, um die Militärhaushalte aller 35 KSZE-Länder
öffentlich zugänglich zu machen. Ausschüsse der
Legislative wie dieser müssen eine entscheidende
Rolle spielen, um sicherzustellen, daß das Geld aller
vernünftig ausgegeben wird.
Viertens könnten wir Ihnen etwas für Ihren Versuch
anbieten, einen Staat auf der Grundlage von Rechtsstaatlichkeit aufzubauen. Ich behaupte nicht, daß die
amerikanische Demokratie perfekt ist. Es liegt im

* *

AMERIKA DIENST 6

Wir müssen ferner unsere Zusammenarbeit bei der
Bekämpfung von Umweltproblemen intensivieren, die
das Wohlergehen aller bedrohen.
In diesen fünf Bereichen können wir Punkte beiderseitigen Vorteils für das sowjetische wie für das amerikanische Volk finden. Ich kann Ihnen nicht versprechen
- das kann niemand -, daß dieses Streben nach
Zusammenarbeit immer Früchte tragen wird. Aber
eins kann ich sagen. Das amerikanische Volk und das
Volk der Sowjetunion haben großen Respekt vor den
Leistungen des anderen. Jeder von uns ist Erbe
großer historischer und kultureller Traditionen. Dennoch haben wir vierzig Jahre lang einen kalten Krieg
gegeneinander geführt.
Jetzt ist es an der Zeit, das Vermächtnis der Konflikte
aufzugeben. Heute sehen wir uns in einer sich rasch
wandelnden Welt anderen Konflikten gegenüber.
Gemeinsam müssen wir versuchen, uns besser zu
verstehen. Gemeinsam müssen wir versuchen, wenn
möglich Übereinstimmung zu erzielen und auf der
Grundlage dieser Übereinstimmung zusammenzuarbeiten. Und wir müssen gemeinsam nach Möglichkeiten zur Erweiterung der Kooperation suchen.
Jetzt ist es an der Zeit, ein neues Erbe anzutreten.
Jetzt ist es an der Zeit, den kalten Krieg zu überwinden.
Ich danke Ihnen.

* *

*

Seite 3

�US-AUSSENPOLITIK
14. Februar 1990

BEACHTLICHE FORTSCHRITTE ZWISCHEN
USA UND UdSSR
Gemeinsame amerikanisch-sowjetische Erklärung
WASHINGTON - (AD) - In einer am 10. Februar 1990 in Moskau im Anschluß an das zweitägige Treffen zwischen
dem amerikanischen Außenminister James A. Baker und seinem sowjetischen Amtskollegen Eduard A.
Schewardnadse abgegebenen gemeinsamen Erklärung ist von "beachtlichen Fortschritten" die Rede, die im
Verlauf des Treffens im amerikanisch-sowjetischen Verhältnis erzielt wurden.
Der Erklärung zufolge wurden "zu mehreren Punkten der Tagesordnung spezielle Übereinkünfte erarbeitet",
unter anderem in folgenden Bereichen:
Lösung zahlreicher Fragen, um die Unterzeichnung eines Vertrags über die Verringerung strategischer
Rüstungen beim bevorstehenden Juni-Gipfel in Wahington zu ermöglichen,
grundsätzliche Übereinstimmung bezüglich eines Treffens der 35 KSZE-Nationen im Jahr 1990 sowie
Unterstützung von Entwicklungen in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, von denen sowohl die
Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion profitieren können.
Die gemeinsame Erklärung sieht darüber hinaus einen fruchtbaren Gedankenaustausch über regionale Probleme wie Mittelamerika, Afghanistan, Korea, Kambodscha, den Nahen Osten und Afrika vor.
Nachfolgend veröffentlichen wir die gemeinsame amerikanisch-sowjetische Erklärung im Wortlaut.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das für Juni dieses
Jahres in Washington anberaumte Gipfeltreffen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
kamen der amerikanische Außenminister James A.
Baker und sein sowjetischer Amtskollege Eduard A.
Schewardnadse von 7. bis 9. Februar 1990 in Moskau
zu Gesprächen zusammen. Ausgehend von ihrem
gemeinsamen Ziel, ein von Stabilität, konstruktivem
Denken und Kooperation geleitetes Verhältnis aufzubauen, erörterten sie ein breites Spektrum von Themenkomplexen auf der amerikanisch-sowjetischen
Tagesordnung. Der Außenminister wurde darüber
hinaus von Staats- und Parteichef Gorbatschow zu
einem offenen, breitgefächerten Gedankenaustausch
empfangen.
Die beiden Außenminister erörterten die Entwicklungen im amerikanisch-sowjetischen Verhältnis seit dem
Ministertreffen in Wyoming und dem Gipfel vor Malta

AMERIKA DIENST 6

zwischen Präsident Bush und Staats- und Parteichef
Gorbatschow. Sie prüften die Aussichten für das
Gipfeltreffen unter besonderer Berücksichtigung der
Ziele und Prioritäten, wie sie von den beiden Politikern
in Malta formuliert worden waren.
Die beiden Außenminister stellten mit Genugtuung die
Fortschritte fest, die im amerikanisch-sowjetischen
Verhältnis erzielt worden sind. Obwohl zwischen
beiden Seiten noch bestimmte gravierende Meinungsverschiedenheiten bestehen, ist ihr Verhältnis zunehmend von Verständnis, Zusammenarbeit und der Suche
nach beiderseitigen Vorteilen gekennzeichnet. Beide
Außenminister vertreten die Auffassung, ein freimütiger Dialog und anhaltende Bestrebungen zur Erarbeitung praktikabler und konkreter Lösungen werde die
beachtlichen Fortschritte noch vergrößern, die bis
heute zu verzeichnen waren.

Seite 1

�In dieser Hinsicht war das Ministertreffen in Moskau
ein nützlicher und wichtiger Schritt bei der Vorbereitung eines produktiven Gipfeltreffens. Die hochrangigen Gespräche wurden durch Arbeitsgruppen von
Experten für Rüstungskontrolle, regionale Konflikte,
Menschenrechte, grenzüberschreitende und bilaterale Themen sowie einer privaten Beratergruppe für
Wirtschaftsfragen ergänzt. Zu mehreren Punkten der
Tagesordnung wurden spezielle Übereinkünfte erarbeitet.

Die amerikanische Seite unterbreitete neue Vorschläge zur Verifizierung mobiler ICBMs, Vertragsdauer,
zeitlichen Abfolge der Reduzierungen sowie zusätzlichen Gefechtsköpfen für zukünftige Typen ballistischer Raketen. Die sowjetische Seite machte neue
Vorschläge zur Einhaltung. Die beiden Außenminister
wiesen ihre Unterhändler an, diese neuen Vorschläge
zu erörtern und die Bestrebungen zur Beilegung noch
bestehender Meinungsverschiedenheiten beim Vertragstext und den Zusatzprotokolle zu beschleunigen.

I

Beide Seiten erörterten die Wiener Verhandlungen
über Konventionelle Streitkräfte in Europa und bekräftigten ihre Entschlossenheit zum baldmöglichen Abschluß eines Vertrags im Jahr 1990. Die Seiten
diskutierten den von Präsident Bush am 31. Januar
1990 unterbreiteten Vorschlag zur Mannschaftsstärke
und den Vorschlag der NATO zu Flugzeugen vom
gleichen Tag. Als Ergebnis der Moskauer Gespräche
konnte eine Annäherung der Positionen zur Mannschaftsstärke verzeichnet werden. Beide Seiten einigten sich, ihre Gespräche im Rahmen der Wiener
Verhandlungen und bei der Ministerkonferenz "Offene
Himmel" in Ottawa fortzusetzen.

Die beiden Außenminister führten einen eingehenden
Gedankenaustausch über Probleme der Rüstungskontrolle und Abrüstung. Im Hinblick auf den Vertrag
über den Abbau und die Begrenzung strategischer
Offensivwaffen (START) bekräftigten sie ihr gemeinsames Ziel, bis zum Juni-Gipfel alle größeren Probleme zu lösen, um die Unterzeichnung des Vertrags bis
zum Ende des Jahres zu ermöglichen. Um dieses Ziel
voranzutreiben, einigten sich beide Seiten in einer
Reihe von Bereichen, beziehungsweise tauschten neue
Vorschläge aus.
Bei luftgestützten Marschflugkörpern (ALCMs) erzielten beide Seiten beachtliche Fortschritte mit einem
umfassenden Ansatz und einigten sich in allen ausstehenden Fragen, mit Ausnahme der Obergrenzen für
Reichweiten.
Darüber hinaus konnten auch bei seegestützten Marschflugkörpern (SLCMs) gute Fortschritte verzeichnet
werden. Beide Seiten einigten sich darauf, daß solche
Raketen für die Dauer des START-Vertrags durch
parallele, politisch bindende Erklärungen abgedeckt
werden. Die beiden Außenminister vereinbarten die
Erörterung der ausstehenden Fragen bezüglich SLCMs
bei den Genfer Verhandlungen.
Beide Seiten erzielten Einigung bezüglich zahlenmäßiger Obergrenzen für nichtstationierte ballistische
Raketen und die zugehörigen Gefechtsköpfe für alle
ICBMs des Typs, bei dem die Flugerprobung von
mobilen Abschußvorrichtungen aus vorgenommen
wurde. Andere nichtstationierte ballistische Raketen,
nichtstationierte Marschflugkörper und nichtstationierte schwere Bomberwaffen fallen unter keine zahlenmäßige Obergrenze. Ferner einigten sich die Seiten
auf Regeln bezüglich des Standorts und der Verlagerung aller nichtstationierten ballistischen Raketen.
Ferner vereinbarten beide Seiten wesentliche Bestandteile der Regeln für die Gewährleistung der Offenlegung telemetrischer Daten bei der Flugerprobung
für die unter START fallenden ballistischen Raketen.
Die Bestimmungen werden in den START-Vertrag
einbezogen, jedoch bereits zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung durch den Austausch von Schriftstücken verwirklicht.

Seite 2

Die beiden Außenminister führten intensive Gespräche über ihr Vorgehen bei ihrem gemeinsamen Ziel, im
Rahmen der Genfer Verhandlungen ein weltweites
Verbot der Entwicklung, Produktion, Lagerung und
des Einsatzes chemischer Waffen sowie deren Vernichtung durchzusetzen. Sowohl die amerikanische
als auch die sowjetische Delegation in Genf waren
angewiesen, Mittel und Wege praktischer Zusammenarbeit bei der Beseitigung chemischer Waffen zu erarbeiten. Beide Seiten gaben jeweils eine detaillierte
Erklärung zu chemischen Waffen ab.
In Gesprächen zur nuklearen Erprobung konnten auf
beiden Seiten Fortschritte bei der Lösung noch offener
Fragen verzeichnet werden. Ihrer Ansicht nach ist die
Vervollständigung der Verifizierungsprotokolle zu den
Schwellenverträgen von 1974 und 1976 zur Unterzeichnung beim Gipfeltreffen realistisch. Beide Seiten
einigten sich auf das Recht zur gleichzeitigen Anwendung von hydrodynamischen seismischen Messungen der Sprengkraft im jeweils anderen Land. Darüber
hinaus wurden einige traditionelle Probleme bezüglich
der Durchführung der hydrodynamischen Methode zur
Sprengkraftmessung gelöst. Beide Seiten legten die
drei seismischen Stationen im jeweiligen Land fest, in
denen die seismischen Sprengkraftmessungen vor
Ort vorgenommen werden sollen. Beide Seiten bekräftigten die Einhaltung der im September 1987 erzielten Übereinkunft im Hinblick auf die Verhandlungen über nukleare Erprobung.
Beide Außenminister brachten ihre Hoffnung zum
Ausdruck, daß die Konferenz "Offene Himmel" in
Ottawa - an der beide teilnehmen werden - erfolgreich

AMERIKA DIENST 6

�sein und zu einem baldigen Abkommen führen wird.
Ihrer Ansicht nach können Regeln bezüglich des
"Offenen Himmels" einen echten Beitrag zu Offenheit,
Transparenz und Stabilität leisten.
Beide Außenminister verwiesen auf die jüngsten
Konsultationen zwischen ihren Experten für chemische Waffen, Nichtweiterverbreitung, Raketentechnologiekontrolle und die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. Sie einigten sich auf die Vorbereitung eines
Dokuments als Entscheidungshilfe für ihre jeweiligen
Regierungschefs, das sowohl die Grundsätze als auch
konkrete Schritte der Zusammenarbeit in allen Bereichen der Nichtweiterverbreitung chemischer Waffen,
Raketen und Atomwaffen abdeckt.
Beide Seiten führten Gespräche über das Problem der
Nichtweiterverbreitung von Raketen und Raketentechnologie. Sie verwiesen darauf, daß beide Seiten die
Exportrichtlinien der bestehenden Bestimmung für
Raketen einhalten, von der Raketen mit der Fähigkeit
zum Abschuß von mindestens 500 Kilogramm Nutzlast in einer Reichweite von mindestens 300 Kilometern erfaßt werden. Darüber hinaus einigten sie sich
auf die Fortführung der gemeinsamen Gespräche über
dieses Problem in der verbleibenden Zeit bis zum
Ministertreffen.
II
Bezüglich regionaler Probelem führten die beiden
Außenminister einen fruchtbaren und detaillierten
Gedankenaustausch. Sie bekräftigten ihre Unterstützung umfassender politischer, auf uneingeschränkte
nationale Aussöhnung gegründeter Schlichtungsverfahren, mit denen die friedliche Beilegung regionaler
Konflikte weltweit erleichtert werden könnte. Sie räumten noch bestehende Meinungsverschiedenheiten bei
einigen Fragen ein, verpflichteten sich jedoch zur
Fortsetzung der Arbeit in dieser Angelegenheit, um die
Differenzen weiter einzugrenzen. Beide Seiten hoben
die positive Rolle der Vereinten Nationen bei der
Beilegung mehrerer internationaler Konflikte hervor
und verwiesen auf die Notwendigkeit zu weiterer Intensivierung der Arbeit der Vereinten Nationen in diesem
Bereich.
Im Hinblick auf Mittelamerika bekräftigten die Außenminister die Bedeutung der Verwirklichung aller Aspekte des Esquipulas-Vertrags und der nachfolgenden
Abkommen. Beide Seiten kamen überein, daß die
Lösung der Konflikte in der Region gemäß Esquipulas
zum Abbau von Spannungen und zum Vorteil aller
Staaten beitragen würde. Sie wiederholten, daß kein
mittelamerikanisches Land auf seinem Territorium die
Unterstützung von Guerrillas gestatten darf und bekräftigten ihre Unterstützung für den Appell der mittelamerikanischen Präsidenten zur Beendigung der Militärhilfe an die Guerrillas durch Staaten außerhalb der
Region. Beide Seiten verwiesen auf die Bedeutung
unparteiischer und effektiver internationaler Beobach-

AMERIKA DIENST 6

tung des Wahlprozesses in Nicaragua. Sie verpflichteten sich zur Respektierung der Ergebnisse freier und
fairer Wahlen in Nicaragua und dazu, die Wahrung von
demokratischem Pluralismus und Menschenrechten
durch die gewählte Regierung zu unterstützen.
Beide Seiten betonten ihre uneingeschränkte Unterstützung für eine - wie in der Erklärung von San Isidoro
geforderte - ausgehandelte politische Lösung des
Konflikts in El Salvador. Sie verpflichteten sich zur
Unterstützung der Bestrebungen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Gewährleistung eines
dauerhaften Waffenstillstands und neuerlichen Verhandlugnen in El Salvador sowie für wirksameren
Einsatz des UNO-Apparats zur Überwachung der
Einhaltung bestehender und zukünftiger Abkommen in
Mittelamerika.
Beide Seiten führten konstruktive Gespräche über die
Bedingungen für eine politische Lösung in Afghanistan, einschließlich der Notwendigkeit einer Übergangsphase für einen nationalen afghanischen Dialog,
die Selbstbestimmung des afghanischen Volkes und
die Gründung einer auf eine breite Grundlage gestellten Regierung, die den friedlichen, unabhängigen und
blockfreien Status Afghanistans gewährleisten könnte. Sie kamen überein, die Erörterung von Themen im
Zusammenhang mit einer Lösung in Afgahnistan in
absehbarer Zukunft auf Expertenebene fortzusetzen.
Die beiden Außenminister sprachen über den Pazifik
und Nordostasien. Sie kamen überein, in Kürze
amerikanisch-sowjetische Konsultationen zu diesen
Themen abzuhalten. Sie verliehen dem Wunsch
Ausdruck, die Spannungen auf der koreanischen
Halbinsel abzubauen und den Dialog zwischen Nordund Südkorea zu unterstützen. Die sowjetische Seite
stellte fest, daß eine Vereinbarung zwischen der
Demokratische Volksrepublik Korea und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) über nukleare Sicherheit schon bald abgeschlossen werden
kann. Die amerikanische Seite verlieh dem Wunsch
Ausdruck, daß dieses Abkommen in Kürze geschlossen und gewissenhaft befolgt werden möge.
Beide Seiten bekräftigten ihre Bereitschaft, die Herbeiführung einer umfassenden politischen Lösung in
Kambodscha zu erleichtern. Sie gehen davon aus,
daß der Schlüssel für eine Lösung des Problems darin
besteht, die Selbstbestimmung des kambodschanischen Volkes durch freie und faire Wahlen unter
Aufsicht der Vereinten Nationen zu gewährleisten. Die
beiden Außenminister erklärten ihre Unterstützung für
eine erweiterte Rolle der UNO in Kambodscha. Sie
stimmten überein, daß Vertreter der fünf ständigen
Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates weitere Konsultationen über die Rolle der UNO führen sollten. Ferner
unterstrichen sie die Notwendigkeit einer Intensivierung der diplomatischen Bemühungen aller Parteien,
um den Schwerpunkt vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch zu verlagern und die Roten Khmer

Seite 3

�daran zu hindern, erneut die Macht zu ergreifen. Dazu
zählt auch die Unterstützung eines Moratoriums für
ausländische Militärhilfe an alle kambodschanischen
Fraktionen als Teil einer umfassenden Lösung. Die
beiden Außenminister drückten die Hoffnung aus, daß
das bevorstehende informelle Treffen in Jakarta bei
der Suche nach einer Lösung für den KambodschaKonflikt beitragen wird.

schiedener politischer Organisationen. 1990 könnte
ein wichtiges Jahr beim weiteren Abbau der Apartheid
und auf dem Weg zu einer demokratischen, nicht auf
Rassenzugehörigkeit gegründeten Nation werden. Sie
ermutigen alle Parteien zur Aufnahme von Verhandlungen, denn nur durch Verhandlungen wird es in
Südafrika echte und unumkehrbare Veränderungen
geben.

Die Außenminister bekräftigten die Notwendigkeit eines
aktiven Friedensprozesses im Nahen Osten, einschließlich der Bemühungen zur Einleitung eines palästinensisch-israelischen Dialogs, der zu einer umfassenden
politischen Lösung führt, an der alle einschlägigen
Parteien auf der Grundlage der Resolutionen 242 und
338 des UNO-Sicherheitsrats beteiligt sind. Sie verständigten sich darauf, die bilateralen Konsultationen
zu diesen Fragen fortzuführen.

III

Beide Seiten bekräftigten ihre Überzeugung von der
Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung der
Vereinbarungen von Taif. Sie unterstützen die Bemühungen des Dreier-Ausschusses der Arabischen Liga.
Sie bestätigten ihre Unterstützung für die nationale
Einheit und die rechtmäßig gewählte Führung des
Libanon.
Beide Seiten forderten erneut eine politische Lösung
des Konflikts zwischen Iran und Irak auf der Grundlage
der vollständigen Verwirklichung der Resolution 598
des UNO-Sicherheitsrats und verliehen ihrer Entschlossenheit Ausdruck, weiterhin den Generalsekretär der
Vereinten Nationen bei der Erfüllung seiner Friedensmission zu unterstützen.
Die beiden Außenminister nahmen die Entwicklung in
Namibia mit Befriedigung zur Kenntnis, die auf die
Herbeiführung der vollständigen Unabhängigkeit unter
demokratischen Verhältnissen, in Frieden und Stabilität gerichtet ist und erkannten die wichtige Rolle der
Vereinten Nationen bei der Verwirklichung dieses Ziels
an. Sie äußerten sich besorgt darüber, daß sich der
Friedensprozeß in Angola weiter verlangsamt und
forderten die Einstellung der Feindseligkeiten sowie
Verhandlungen zwischen den Parteien mit dem Ziel,
eine dauerhafte politische Lösung zu finden.
Beide Seiten verliehen ihrer Besorgnis über die wachsende Drohung einer Hungersnot in Äthiopien Ausdruck und forderten die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sich erneut zur Bewältigung dieses
tragischen humanitären Problems zusammenzuschließen. In der Erkenntnis, daß die inneren Konflikte in
Äthiopien nicht militärisch beigelegt werden können,
bekräftigten sie gleichzeitig ihre Unterstützung einer
politischen Lösung durch Verhandlungen.
Die beiden Minister begrü ßten die neue Entwicklung in
Südafrika, insbesondere die Erklärung von Präsident
De Klerk über die Freilassung politischer Häftlinge
sowie die Aufhebung des Verbots der Tätigkeit ver-

Seite 4

Die beiden Außenminister führten ein breitgefächertes
Gespräch über die Entwicklungen in Europa. Sie
bekräftigten die Schlüsselrolle des KSZE-Prozesses
bei der Entwicklung eines neuen Europas. Sie verständigten sich prinzipiell über die Abhaltung eines
Gipfeltreffens der 35 KSZE-Staaten im Jahr 1990. Ein
solches Treffen böte einen Anlaß zur Unterzeichnung
eines KSE-Abkommens und wäre eine Vorstufe für
das bereits vereinbarte Gipfeltreffen in Helsinki im Jahr
1992.
IV
Die Außenminister und ihre Experten führten eine
gründliche und sehr positive Diskussion über Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten. Es
gab einen breitgefächerten Meinungsaustausch über
Ein- und Ausreisepolitik und andere rechtliche Praktiken. Die sowjetische Seite bekräftigte ihre Absicht, in
Kürze ein neues Ausreisegesetz zu verabschieden.
Beide Seiten überprüften zustimmend geplante oder
bereits bestehende Programme zur Förderung eines
besseren Verständnisses der Institutionen, Gesetzgebung und Praktiken im Bereich der Menschenrechte
und humanitären Angelegenheiten im jeweils anderen
Land.
Beide Seiten unterstrichen die Notwendigkeit, internationalen Vereinbarungen und Normen im Bereich der
Menschenrechte wahrhaft universellen Charakter zu
verleihen und sicherzustellen, daß nationale Gesetze
und Praktiken mit diesen in Einklang stehen. Sie
stimmten überein, daß die bilaterale Zusammenarbeit
im Bereich Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten nunmehr zu einer Zusammenarbeit in multilateralen Foren erweitert werden kann, um die Sache
der Menschenrechte weltweit voranzutreiben. Mit
Blick auf das bevorstehende KSZE-Treffen über die
menschliche Dimension in Kopenhagen und darüber
hinaus verständigten sich beide Seiten femer, untereinander und mit anderen teilnehmenden Staaten einen
Gedankenaustausch über die vorzunehmenden Schritte zu führen, um die Passagen über die menschliche
Dimension in der Schlußakte von Helsinki und den
später verabschiedeten Schlußdokumenten praktische
Wirksamkeit zu verleihen. Beide Seiten sprachen
darüber hinaus über Maßnahmen, um die Effektivität
des Systems der Vereinten Nationen und anderer
internationaler Gremien im Bereich Menschenrechte
und humanitäre Angelegenheiten zu fördern
AMERIKA DIENST 6

�V

VI

Die Minister nahmen mit Befriedigung den Ausbau des
amerikanisch-sowjetischen Dialogs über transnationale Fragen zur Kenntnis. Beide Seiten unterstrichen
die Bedeutung der für das Jahr 1992 anberaumten
UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, die
eine reale Möglichkeit zur Behandlung eines weltweiten Aktionsprogramms im Bereich Umweltschutz bietet. Beide Seiten waren sich über die Bedeutung einer
internationalen Rahmenkonvention zur Veränderung
des Erdklimas sowie über die Untersuchung konkreter
Vorschläge zur langfristigen Beobachtung von Umwelt
und Umweltverschmutzung einig. Sie diskutierten
über neue Ansätze für die intensivierte und erweiterte
bilaterale Zusammenarbeit im Umweltbereich, einschließlich Konsultationen hochrangiger Experten.
Ferner sprachen sie über eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Erforschung von Arktis und Weltraum.
Sie brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, die
Zusammenarbeit bei der Vorhersage von Naturkatastrophen und deren Milderung zu verstärken und
schlugen baldige technische Konsultationen beim
Katastrophenschutz vor.

Zu den bilateralen Beziehungen wurde eine breite und
sachliche Diskussion über Fragen des Handels und
der wirtschaftlichen Zusammenarbeit geführt. Beide
Seiten bekräftigten ihre Unterstützung für die Entwicklung beiderseitig vorteilhafter Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. In dieser Hinsicht verwiesen sie auf die
Notwendigkeit zur Durchführung der beim Treffen von
Malta vereinbarten Initiativen.

Die Minister waren sich über die Bedeutung konkreter,
praktischer Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus einig. Darüber hinaus kamen sie überein, daß
das nächste Expertentreffen zur Fortführung des Dialogs über Terrorismusbekämpfung im März stattfindet
und dabei unter anderem beiderseitige Maßnahmen
zur Verhinderung und Bekämpfung terroristischer Akte
gegen den Luftverkehr zwischen beiden Ländern
besprochen werden sollen.
Beide Seiten äußerten den Wunsch, die illegale Herstellung und den Handel mit Drogen abzubauen. Sie
verständigten sich darauf, ihre gemeinsame praktische Arbeit zur Umsetzung der Regierungsvereinbarung von 1989 über die Bekämpfung des Drogenhandels zu intensivieren. Überdies untersuchten sie Bereiche für eine Ausweitung der Zusammenarbeit, etwa
bei der Behandlung Drogenabhängiger und der Verhinderung des Drogenmißbrauchs. Beide Seiten waren
sich über die Nützlichkeit konstruktiver Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen bei Drogenangelegenheiten einig und beabsichtigen, den Erfolg der Ende
Februar stattfindenden Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Drogenproblem zu fördern.
Beide Seiten nahmen die Bedeutung von Bemühungen ständiger Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats zur
Kenntnis, ein baldiges Abkommen über gegenseitig
annehmbare Bedingungen bezüglich der Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofs zu erlangen.
Beide Seiten brachten ihre Unterstützung für die regelmäßige Fortführung der amerikanisch-sowjetischen
Gespräche über U NO-Fragen zum Ausdruck, die Wege
zur weiteren Verbesserung der Effektivität dieser universellen internationalen Organisation eröffnen sollen.
AMERIKA DIENST 6

Sie bekräftigten ihr Engagement für den Abschluß
eines Handelsabkommens bis zum Gipfeltreffen im
Juni, wie in Malta vereinbart. Beide Seiten besprachen
Pläne, in naher Zukunft Verhandlungen über einen
bilateralen Investitions- und Steuervertrag aufzunehmen.
Beide Seiten überprüften ferner den Stand der Verhandlungen über ein Seeverkehrsabkommen, ein
erweitertes Zivilluftfahrtabkommen und ein Getreideabkommen. Sie stellten fest, daß - vorbehaltlich weiterer
Fortschritte - einige dieser Abkommen bis zum Gipfel
abschlußreif sein werden. Sie wollen diese Arbeit
unterstützen.
Beide Seiten überprüften den Stand der Projekte technischer Zusammenarbeit, die beim Gipfel vor Malta
vorgeschlagen wurden, und die bisher erzielten Fortschritte.
Beide Seiten diskutierten ferner über einen sowjetischen Beobachterstatus beim GATT. Die amerikanische Seite bekräftigte ihre bereits in Malta geäußerte
Haltung zu dieser Frage. Beide Seiten sprachen über
die Aussichten für eine sowjetische Zusammenarbeit
mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie nahmen ferner die
von der Bonner Wirtschaftskonferenz gebotenen
Chancen zur Kenntnis.
Die Minister nahmen eine detaillierte Bestandsaufnahme der bilateralen amerikanisch-sowjetischen Tagesordnung vor und analysierten die qualitativen Veränderungen, die sich im Bereich der Zusammenarbeit
vollziehen. Sie nahmen einen Bericht ihrer Experten
über die Umsetzung des beim Außenministertreffen in
Wyoming verabredeten Arbeitsprogramms entgegen
sowie über den Stand der anhaltenden Verhandlungen
und Konsultationen über spezielle bilaterale Themen.
Die Experten auf beiden Seiten wurden angewiesen,
den Verhandlungsprozeß zu intensivieren, um neue
Vereinbarungen über bilaterale Zusammenarbeit bis
zum Gipfeltreffen im Juni fertigzustellen.
Die Minister äußerten sich befriedigt über die Fortschritte bei den Gesprächen über die Errichtung von
Kulturzentren in den beiden Hauptstädten. Beide
Seiten bekräftigten ihre Absicht, im Lauf dieses Jahres
die auf höchster Ebene getroffene Entscheidung zur
Einrichtung von Generalkonsulaten in Kiew und New
York zu verwirklichen.
Seite 5

�Beide Seiten vereinbarten, die Gespräche über die
beim Gipfeltreffen vor Malta vorgelegten Initiativen
über einen erweiterten Studentenaustausch fortzuführen.
Die Außenminister bekräftigten die Nützlichkeit eines
regelmäßigen Dialogs auf allen Ebenen - einschließlich der Ministerebene - zur Behandlung und Lösung
von Problemen der amerikanisch-sowjetischen Zusammenarbeit. In Zusammenhang mit den Vorbereitungen für das Gipfeltreffen im Juni kamen sie überein,
ihr nächstes Treffen in Washington zu veranstalten.

* * * *

Seite 6

*

AMERIKA DIENST 6

�SICHERHEITSPOLITIK
14. Februar 1990

BUSH: USA MÜSSEN STARKE VERTEIDIGUNG
BEIBEHALTEN
Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club
SAN FRANCISCO - (AD) - Obwohl "ein Ende des kalten Krieges in greifbare Nähe gerückt ist", sprach sich
Präsident Bush in einer Rede beim Commonwealth Club in San Francisco am 7. Februar 1990 für die
Aufrechterhaltung einer starken Verteidigung der Vereinigten Staaten aus, "um sowohl einen Weltkrieg als auch
begrenzte Konflikte unter neuen Bedingungen abzuschrecken". Er verwies darauf, daß die Sowjetunion immer
noch über 560 000 Truppen in Europa und zwei neue mobile Interkontinentalraketen (ICBMs) stationiert hat
sowie über 10 000 strategische Waffen modernisiert.
"Das Weltgeschehen hat eine solche Dynamik entwickelt, daß man einfach nicht mit absoluter Sicherheit
vorhersagen kann, was als nächstes passieren wird", erklärte Bush. "Unsere Herausforderung besteht darin,
diese Übergangsphase der Welt von heute zur Welt von morgen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit
der Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen." Der Präsident verwies darauf, daß er den beiderseitigen
Abbau der Truppenstärke in Mitteleuropa auf 195 000 Mann vorgeschlagen habe, da "ein solcher Gleichstand
die weniger bedrohliche Zukunft ermutigt, die wir uns vorstellen und die zu berechtigten Hoffnungen Anlaß gibt".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Präsident Bush im Wortlaut.

Ich bin nach Kalifornien gekommen, um Ihnen eine
freimütige und hoffnungsvolle Botschaft über unsere
nationale Sicherheit zu übermitteln. Gestern habe ich
mich in Fort Irwin auch bei unseren Mitbürgern in
Uniform bedankt - nicht nur, weil sie zur Sicherheit und
Freiheit der Vereinigten Staaten beitragen, sondern
auch die positiven Veränderungen ermöglichen, die
derzeit weltweit stattfinden.
Ich wünschte, Sie hätten bei mir sein können, als ich
mit den jungen Soldaten gesprochen habe. Es ist
offensichtlich, warum unsere Gemeinsamen Stabschefs
mir immer wieder versichern, daß unsere Teilstreitkräfte über die besten, engagiertesten jungen Männer
und Frauen verfügen, die je in Uniform gedient haben.
Während sich die Bedrohung der amerikanischen
Sicherheit verlagert, muß eine Anpassung unserer
Verteidigungsstrategie vorgenommen werden. Im Jahr
1986 beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf 6,3
Prozent unseres Bruttosozialprodukts. Wie Sie wissen, habe ich dem Kongreß gerade meinen Haushaltsentwurf für 1991 vorgelegt, in dem im fünften aufeinan-

AMERIKA DIENST 6

derfolgenden Jahr eine Kürzung der Verteidigungsausgaben vorgenommen wurde, die jetzt nur noch 5
Prozent des BSP betragen.
Diese Haushaltsvorlage fällt in eine Zeit, in der sich die
bisher gekannte Nachkriegszeit - die Welt, die im Jahr
1945 begann - vor unseren Augen verändert. Um den
von uns eingeschlagenen Kurs verständlich zu machen, möchte ich zunächst Bilanz ziehen.
Die erste Politikergeneration in der freien Welt der
Nachkriegszeit hatte das warnende Beispiel ihrer
Vorgänger vor Augen. Sie erinnerte sich daran, daß
dem großen Krieg - dem Krieg, der das Ende aller
Kriege bedeuten sollte - Chaos und Konflikte folgten.
Sie erinnerte sich daran, daß weitsichtige Staatsmänner nach dem Ersten Weltkrieg versucht hatten, die
Zahl der Seestreitkräfte zu begrenzen - und sogar den
Krieg selbst ächteten. Aber bald wurden diese großen
Hoffnungen angesichts unkontrollierter Aggression
zunichte gemacht. Und kein Pakt konnte den Zweiten
Weltkrieg verhindern.

Seite 1

�Bis zum Jahr 1945 hatten unsere politisch Verantwortlichen einen aus bitterer Erfahrung gewonnenen Realitätssinn und einen aus der nüchternen Einschätzung
der Welt, wie sie war, geborenen Pragmatismus entwickelt. Und von Harry Truman bis Ronald Reagan
wurde unsere Stärke zum Schutzschild der Welt, unsere
Ideale von Freiheit und Demokratie zur Hoffnung der
Welt. Wir bezahlten teuer für die Verteidigung der
Freiheit - mit unserem nationalen Kapital und mit dem
Leben unserer Jüngsten und Tapfersten.
Aus diesem Grund haben sich unsere politisch Verantwortlichen in den vergangenen vierzig Jahren für den
Krieg gewappnet, auch wenn sie nach Frieden strebten. Es war unter der Truman-Administration in eben
dieser Stadt, wo die Männer und Frauen mit großen
Visionen und hehren Idealen aus der ganzen Welt
zusammenkamen, um einen Völkerbund zu gründen.
Und so wurden vor 45 Jahren in San Francisco die
Vereinten Nationen ins Leben gerufen.
Damals wie heute waren die Vereinigten Staaten um
ein Gleichgewicht zwischen ihrer Rolle als Friedensbewahrer und Friedensstifter bestrebt. Wir trugen dazu
bei, die Vereinten Nationen und die NATO zu gründen,
und selbst während wir dem sowjetischen Expansionismus Einhalt geboten, ermutigten wir Veränderungen in der Sowjetunion.
Die Gestalter dieser neuen Politik bezeichneten sie als
Containment und prognostizierten, daß die Sowjetunion sich eines Tages mit den Widersprüchen ihres
inhumanen, unlogisches Systems auseinandersetzen
müßte, wenn wir den einfachen Weg der Expansion
blockierten. Mit Containment sollten die Sowjets weder
besiegt noch gedemütigt werden. Das Ziel bestand in
der Bewahrung und Erweiterung der Freiheit und war
von der Hoffnung geleitet, eines Tages - wie George
Kennan es im Jahr 1947 formulierte, "den allmählichen
Niedergang der sowjetischen Macht" beobachten zu
können. Es hat nahezu ein halbes Jahrhundert gedauert, diese Strategie zu verfechten, aber jetzt haben wir
das Ergebnis vor Augen: Heute ist ein Ende des kalten
Krieges in greifbare Nähe gerückt.
Das sind gute Nachrichten. Denn niemand mit gesundem Menschenverstand sehnt sich nach dem kalten
Krieg zurück. Wir sind durch diese "Revolution von
1989" inspiriert und auch ermutigt, wenn beispielsweise ein Dichter und Regimekritiker in Prag vom Gefängnis zum Präsidentenpalast überwechselt. Wir sind
durch die Öffnung der Berliner Mauer ermutigt, die eine
Flutwelle auslöste, durch die das Schicksal eines
Tyrannen in Rumänien besiegelt wurde.
Aber wir sind noch für etwas anderes dankbar. Aufgrund unserer Stärke und der unserer Verbündeten
und dank der Demonstrationen für Freiheit und Demokratie in Osteuropa und sogar in der Sowjetunion sind
heute die Aussichten für einen dauerhaften Frieden
größer denn je zuvor. Wir können uns heute eine neue

Seite 2

Zukunft für die Nationen auf dem anderen Kontinent
vorstellen - ein wahrhaft ungeteiltes und freies Europa.
Wir gehen die ersten Schritte über eine Brücke, die von
anderen vor langer Zeit gebaut wurde. Es ist eine
Brücke, die uns von scheinbar endlosem Konflikt zur
Hoffnung auf dauerhaften Frieden führen kann. Aber
unabhängig davon, wie groß die Hoffnung ist, müssen
wir sicher sein, daß die Brücke standhält.
Als Präsident werde ich jeden Morgen vom Nachrichtendienst unterrichtet. Und ich erhalte die besten
Informationen, die dem Präsidenten einer Weltmacht
zur Verfügung stehen. Dennoch sind die Morgennachrichten häufig am Abend desselben Tages überholt.
Das Weltgeschehen hat eine solche Dynamik entwickelt, daß man einfach nicht mit absoluter Sicherheit
vorhersagen kann, was als Nächstes passieren wird.
Unsere Herausforderung besteht darin, diese Übergangsphase der Welt von heute zur Welt von morgen
bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit der
Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen. Wenn
es um die Sicherheit dieses Landes geht, möchte ich
lieber vorsichtig als verwegen genannt werden.
Die Verwirklichung dieser vielversprechenden Zukunft
durch uns muß mit dem Verständnis der heutigen
Realitäten beginnen.
Nehmen Sie beispielsweise unseren jüngsten Vorschlag, der von unseren Verbündeten und Präsident
Gorbatschow positiv aufgenommen wurde. Ich habe
den beiderseitigen Abbau der Truppenstärke in Mittelund Osteuropa auf 195 000 Mann vorgeschlagen. Ein
solcher Gleichstand ermutigt die weniger bedrohliche
Zukunft, die wir uns vorstellen und gibt zu berechtigten
Hoffnungen Anlaß.
Aber im Augenblick haben die Sowjets noch immer
über 560 000 Soldaten in Mitteleuropa stationiert.
Im Bereich der strategischen Waffen haben wir bei den
START-Verhandlungen Fortschritte erzielt. Wir hoffen daher, die Anzahl der strategischen Waffen auf
beiden Seiten drastisch zu kürzen. Aus eben diesem
Grund befindet sich Außenminister Baker heute in
Moskau. Das ist die Zukunft, die wir uns vorstellen,
und auch sie birgt große Hoffnungen.
Aber wir dürfen nicht vergessen, daß die Sowjets im
Augenblick immer noch über 10 000 strategische Waffen
verfügen. Sie modernisieren sie. Sie haben zwei neue
mobile ICBMs stationiert, und ihre Ausgaben für strategische Verteidigung sind ihren Ausgaben für strategische Offensivstreitkräfte vergleichbar.
Der Präsident ist als Oberbefehlshaber der Streitkräfte
kraft der Verfassung zur Verteidigung und zum Schutz
der Vereinigten Staaten von Amerika verpflichtet.
Manche würden es gerne sehen, wenn ich die Verteidigung unseres Volkes auf vielversprechende, aber
noch unerfüllte Hoffnungen für die Zukunft stützte.

AMERIKA DIENST 6

�Das werde ich nicht tun. Ich bin entschlossen, gemeinsam mit den Sowjets die Bedingungen zur Verwirklichung eines neuen Friedens zu schatten. Aut internationaler Ebene bedeuten diese Bedingungen: Entlassung von Soldaten, Verschrottung von Panzern, Zerstörung nuklearer Raketen und ein weltweites Verbot
chemischer Waffen.
Unser maßvoller Ansatz wird vielfach als Bedrohung
für den Prozeß des Wandels angesehen. Meines
Erachtens ist dieser Ansatz unabdingbar für den Wandel,
die Sicherheit unseres Landes und der einzige Weg zu
einem dauerhaften Frieden. Wir haben bewiesen, daß
amerikanische Entschlossenheit sowjetische Reformen vorantreiben kann. Wir haben bewiesen, daß
amerikanische Stärke Katalysator für Rüstungskontrolle ist. Wir haben bewiesen, daß der amerikanische
Traum den Wandel beflügeln kann. Jetzt dürfen wir
nicht zulassen, daß Euphorie entsprungene Ungeduld
die von uns erhofften Ergebnisse gefährdet.
Erstens haben wir als Amerikaner immer die Verhinderung eines weiteren Weltkriegs als vordringlichstes
Ziel betrachtet. Diesem Ziel müssen wir auch weiterhin verpflichtet bleiben. Die - so stark an unsere eigene
Sicherheit geknüpfte - europäische Sicherheit, Stabilität und Freiheit erfordern amerikanische Präsenz. Die
Westeuropäer wollen, daß wir bleiben und verhindern,
daß wir uns in die Isolation zurückziehen. Meiner
Ansicht nach werden die neuen Demokratien Osteuropas dieselbe Meinung vertreten, wenn sich erst die
Wogen geglättet haben.
Wir müssen solange in Europa bleiben, wie wir gebraucht werden und erwünscht sind. Die Aussicht auf
einen weltweiten Frieden hängt damit von einer amerikanischen Präsenz an vorderster Front ab.
Zweitens werden wir natürlich weiterhin die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges reduzieren. Und aus
diesem Grund werde ich die ST ART-Verhandlungen
mit der Sowjetunion energisch vorantreiben. Rüstungskontrolle und strategische Modernisierung sind
jedoch keine konkurrierenden Strategien. Sie können
vielmehr zusammenwirken, damit diese Welt sicherer
wird.
Erst heute morgen habe ich die Lawrence Livermore
Laboratorien besucht und bin dort mit den Menschen
zusammengetroffen, deren Bestreben es ist, einen
Nuklearangriff gegen unser Land - ob von einer nuklearen Supermacht, Verrätern oder einer terroristischen
Vereinigung ausgeführt - noch unwahrscheinlicher
werden zu lassen als heute. Wenn die mir vorgeführte
Technik funktioniert - und dafür bestehen gute Aussichten - kann kein Angreifer sich des erfolgreichen
Angriffs mit ballistischen Raketen sicher sein. Darauf
basiert Abschreckung.
Und um es noch einmal klar und deutlich zu sagen:
Dieses rein defensive Konzept bedroht keinen einzi-

AMERIKA DIENST 6

gen Menschen auf der Welt. Gott bewahre uns - wenn
es jemals eingesetzt werden müßte, dann gegen Raketen
und nicht gegen Menschen.
Wenn Klagen über die Entwicklungskosten dieser
Technik laut werden, sollte man sich zunächst den
Preis vor Augen führen, der zu zahlen ist, wenn wir
nicht alles in unserer Macht Stehende tun, um Konflikte
abzuschrecken und Bürger und Städte Amerikas zu
schützen. Aus diesem Grund trachte ich danach, die
Sowjets bei unseren Gesprächen über die Verteidigung im Weltraum davon zu überzeugen, daß ein
größeres Vertrauen auf strategische Verteidigung zu
einer sichereren Welt beitragen wird.
Im folgenden möchte ich zur Strategie Stellung nehmen, die unserem Verteidigungshaushalt für 1991
zugrundeliegt:
Erstens ergeben sich neue Bedrohungen über die
traditionellen Gegensätze zwischen Ost und West in
den vergangenen 45 Jahren hinaus. Diese Möglichkeiten müssen in unserer Verteidigungsplanung stärker berücksichtigt werden. Denken Sie nur an die
Bedrohung durch libyschen und iranischen Terrorismus. Denken Sie an die Befreiung von Grenada und
Panama. Und denken Sie auch an den Einsatz, den
unsere amerikanischen Soldaten vor zwei Jahren im
Persischen Golf gezeigt haben, als sie die Öltransporte der westlichen Industrieländer sicherten. Dieser
Einsatz wurde auch von kleineren Ländern begrüßt,
die befürchteten, daß der Krieg zwischen Iran und Irak
ihre Freiheit gefährden würde.
Denken Sie auch daran, daß mehr als 15 Länder auf
der Welt bis zum Ende dieses Jahrzehnts ballistische
Raketen entwickelt haben werden - von denen viele
chemische und biologische Fähigkeiten haben. Darüber hinaus verbreiten sich auch nuklearfähige Waffen
zunehmend. Und es wird sich nicht vermeiden lassen,
daß hochentwickelte Waffen in die Hände derer gelangen, deren Haß auf Amerika und Mißachtung der
zivilisierten Gesellschaft allseits bekannt ist. Wir werden
weiterhin hart arbeiten, um diese gefährliche Weiterverbreitung zu verhindern. Und eins ist sicher: Wir
müssen bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Und
dazu werden wir bereit sein.
Und dann gibt es da noch die Drogenbarone - schon
jetzt eine Bedrohung für die Gesundheit und die Einstellung unseres Volkes. Sie nehmen nahezu das
Ausmaß eines geopolitischen Problems an. Und so
müssen sie auch - zu Wasser, zu Lande und in der Luft
- angegangen werden.
In Zukunft werden wir weiterhin die Fähigkeit haben
müssen, Aggression zu vereiteln, Raketen abzuwehren, Seewege zu schützen oder einem Drogenbaron
Einhalt zu gebieten. Wir benötigen Streitkräfte, die
sich an Bedingungen überall auf der Welt anpassen
können. Wir benötigen Beweglichkeit, Bereitschaft

Seite 3

�und Durchhaltefähigkeit. Wir benötigen Schnelligkeit
und "Unsichtbarkeit". Und wir werden Führungsstärke
benötigen.
Kurzum: wir müssen weiterhin sowohl einen Weltkrieg
als auch begrenzte Konflikte unter neuen Bedingungen abschrecken. Und dehalb haben wir umso mehr
Grund, unsere Streitkräfte weiterhin zu modernisieren.
Ich bete darum, daß es nicht noch einmal meine
traurige Pflicht sein wird, amerikanische Soldaten in
den Kampf zu schicken. Und wenn ich das tue, werde
ich mich vorsehen, um das Leben amerikanischer
Soldaten nicht aufs Spiel zu setzen.
Ich habe bereits darauf hingewiesen, daß ich erst
gestern das nationale Ausbildungszentrum Fort Irwin
in der Nähe von Barstow besucht habe, wo sich unsere
Kampftruppen auf ihren Einsatz vorbereiten. Auf
diesem Stützpunkt wurden viele unserer Streitkräfte
ausgebildet, die so hervorragend in Panama gekämpft
haben. Sie haben Mut bewiesen. Vorbereitet zu sein,
ist darüber hinaus der beste Weg, um die Verhinderung von Kriegen zu gewährleisten. Und nachdem ich
unsere Soldaten gesehen und mit ihnen gesprochen
habe, kann ich behaupten, daß sie in der Tat den
Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind.
Damit wende ich mich meinem letzten Anliegen zu wie sich all diese Veränderungen in unserem Verteidigungshaushalt auf nationaler Ebene auswirken. In
diesem Zusammenhang wird vielfach von der Friedensdividende gesprochen. Nur wenige erörtern die
kurzfristig entstehenden Kosten für den Frieden. Und
wenn wir die Brücke in eine bessere Zukunft überqueren, werden Kosten entstehen - für verlegte Industriezweige und umgesetzte Arbeitnehmer, für Kommunen
- schmerzliche, persönliche Anpassungen müssen
vorgenommen werden.
Aber Amerika ist immer bereit gewesen, den Preis für
den Frieden zu zahlen. Ich weiß, daß einige der
Stützpunkte, auf denen Einsparungen vorgeschlagen
wurden, hier in der Nähe liegen. Aber dazu möchte ich
hier und jetzt sagen: Diesen Vorschlägen liegt keine
Politik zugrunde. Es heißt, es ginge um Staaten, die
von Demokraten regiert sind - es trifft aber genauso auf
Staaten mit einem republikanischen Gouverneur zu.
Ich habe den Kongreß gebeten, fair zu sein. Traditionelle Kritiker der Verteidigungsausgaben sollten sich
nicht eines anderen besinnen und die Schließung
eines Stützpunkts in ihrer Heimat blockieren. Es
entbehrt manchmal nicht einer gewissen Ironie, wenn
bestimmte Kongreßabgeordnete die Philosophie zu
vertreten scheinen: "Nehmen Sie ruhig einschneidende Kürzungen vor, aber bitte woanders."

Seite 4

Das kann und werde ich nicht akzeptieren. Der Steu
erzahler und die von unseren Entscheidungen Betroffenen verdienen es besser. Ich möchte Ihnen versichern: Wenn ein Stützpunkt schließt, hören damit
nicht die Sorge und das Engagement der Bundesregierung auf.
Entlassene Zivilisten werden bei der Besetzung anderer Stellen des Verteidigungsministeriums vorrangig
behandelt. Das Förderprogramm für Hausbesitzer
wird militärisches und ziviles Personal vor sinkenden
Immobilienpreisen schützen. Und das Büro für Wirtschaftliche Anpassung wird mit den Kommunen zusammenarbeiten, um neue Wirtschaftsbereiche zu
erschließen und neue Verwendungsmöglichkeiten für
die Stützpunkte zu finden. Die Bibel kündet davon,
daß Schwerter zu Pflugscharen werden sollen. Wir
wandeln militärische Landebahnen in Zivilflughäfen
um, Militärstützpunkte in Gewerbegebiete und Colleges sowie Lagerhallen für Raketen in Fabriken.
Ich weiß, daß das amerikanische Volk diese Maßnahmen für eine anhaltend starke Verteidigung unterstützen wird. Meine Reisen überall im Land sind mir
Beweis dafür. Wir benötigen die Mittel für Verhandlungen über Reduzierungen und die Gewährleistung des
Friedens. Ich werde die Unterstützung, Kooperation
und Empfehlungen des Kongresses benötigen.
Wir können uns jetzt eine Zeit vorstellen, in der die Welt
sicherer als jemals zuvor ist - wenn der Mensch von
heute all sein Konkurrenzdenken auf die Wirtschaft
konzentriert.
Ich werde mit dem Kongreß zusammenarbeiten, um
diese Brücke zu einer sichereren Welt zu bauen. Und
wenn wir zusammenarbeiten, wird der Frieden selbst
die größte Dividende sein.

* * * *

*

AMERIKA DIENST 6

�</text>
                  </elementText>
                </elementTextContainer>
              </element>
            </elementContainer>
          </elementSet>
        </elementSetContainer>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10760">
                <text>14.02.1990</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10761">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10762">
                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10763">
                <text>Amerikadienst 14.02.1990</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="10764">
                <text>&lt;strong&gt;1. Deutschlandpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Diskussion über Hilfe für beide deutsche Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers in Ottawa&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. US-Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker rühmt die Revolutionen der Macht des Volkes von 1989&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beachtliche Fortschritte zwischen USA und UDSSR&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Gemeinsame amerikanische-sowjetische Erklärung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Sicherheitspolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: USA müssen starke Verteidigung beibehalten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club&lt;/em&gt;</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
  <item itemId="2867" public="1" featured="0">
    <fileContainer>
      <file fileId="2732">
        <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/a208ccb0e3713374c3beed5ed188345d.pdf</src>
        <authentication>fa7bc78a45ebc6f365673b0114d2f6fd</authentication>
      </file>
    </fileContainer>
    <collection collectionId="4">
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="6534">
                  <text>Dokumente</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </collection>
    <itemType itemTypeId="19">
      <name>Digitalisat</name>
      <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
    </itemType>
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="15405">
                <text>Amerikadienst 14.03.1958</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="49">
            <name>Subject</name>
            <description>The topic of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="15406">
                <text>Allgemeines</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="39">
            <name>Creator</name>
            <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="15407">
                <text>Herausgeben U.S. Information&#13;
Service Embassy of the United States of America</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="40">
            <name>Date</name>
            <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="15408">
                <text>14.03.1958</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="51">
            <name>Type</name>
            <description>The nature or genre of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="15409">
                <text>Digitalisat</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
          <element elementId="41">
            <name>Description</name>
            <description>An account of the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="20350">
                <text>&lt;strong&gt;1. Zum internationalen geophysikalischen Jahr&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bestandsaufnahme an den Eismassen unserer Erde&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Gletscherforschungen von 27 Ländern im IGJ&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Architektur&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Architektur muss im Leben selbst wurzeln&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eero Saarinen ist heute einer der führenden Architekten der Vereinigten Staaten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Politik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gleichberechtigung der Frauen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;und was die Kommunisten darunter verstehen - Betrachtung zum Internationalen Frauentag der IDFF&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Kurznachrichten&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Mrs. Roosevelt erneut ausgezeichnet</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </item>
</itemContainer>
