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                    <text>"AMERIKA-DIENST
U . S . F e a t u r e Service

'INHÄiaSVEitaEIOENIS ÜBER MC^IOIlTEIfclATSRlAL UND ARTIKEL DES
''AMERIKA DIENST"
vom 1 . A p r i l 1949 - 5 0 . J ^ i 1949

Acht ung Reda k t io nen!
~ *~ — ————————————^.———_

Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und
Artikeln aus früheren Kümmern des "AMERIKA DIENST."
zu erleichtern, bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials, das Ihnen im zweiten Quartal 1949
zugegangen ist. Durch eine Aufgliederung nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen oder
anderen nicht allzu zeitgebundenen Artikels ermöglicht
werden.

Redaktion
"AMERIKA DIENST"
(U.S. F e a t u r e S e r v i c e ) .

R e d a k t i o n : Bad Nauheim, G o e t h e s t r a s s e 4 (Tel. 2027/2209)

�"AMERIKA-DIENST"
U. S. Feature Service

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACmiOHTENMATERXAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA BLEN3T"
vom 1 . A p r i l 1949 - 3 ° . J u n i 1949
1'
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Amerikanische p r e s s e s t immen
Leben i n den U.o.A.
Wissenschaft
Portrait der Woche
Kunst
Musik
Theater
Las neue Buch
Europäisches Wiederaufbauprogramm
Vereinte Nationen
Wirtschaft
Arbeit
Sozialwesen
Pinanawesen
Pariser Aussenministerkonferenz
Politik
Architektur
Literatur
Emigration
Erziehung
Medizinische Forschung
Forstwirtschaft
Luftbrücke
Flugwesen
Journalistik
Handel und Industrie
Religion
Geschichte (Spezial)
Amerikanische Feiertage
Meilensteine auf unserem Wege
Zu Ihrer Information
Internationaler Handel
Fernsehen

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Artikel für die Frau

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il

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II

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II

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Kurznachrichten für die Frau
Erziehungswesen .

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38)

Medizinische Nachrichten
Landwirtschaftliche. Nachrichten

39)

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+

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1

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R e d a k t i o n : Bad Nauheim, G o e t h e s t r a s s e 4 (Tel. 2027/2209)

�1 ) AMERIKANISCHE PRESSESTI?.3,;EN

6/4/49
8/4/49
11/4/49
14/4/49

18/4/49
20/4/49

22/4/49

27/4/49
29/4/49

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1) U.S. Presse zur Unterzeichnung des Atlantikpaktes.
2) "Washington Post" zur Churchill-Rede.
1) Eur Budget-Botrchaft Sir Staffqrd Cripp's.
25 Zur tage in Griechenland.
Zum Deutschlandabkommen.
1) Zum Deutschlandabkommen.
2) "New York Herald Tribüne": - Deutsche Verfassung
schnellstens erforderlich.
3) "New York Times": Weder geistige noch politische
Neuorientierung in Deutschland.
Zur amerikanischen Chinahilfe.
Zum Dreimächteabkommen über Deutschland.
"New York Times": Luftbrücke - Kampf für Demokratie
in Friedenszeiten.
U.S. Presse fordert Ratifizierung des Atlantikpaktes.
Zur freien Nachrichtenübermittlung.
1 Zur Ernennung von Kirk und Bruce»
2 Zur Einigtng in der westdeutschen Frage.
1 Zu Ost-%est-Verhandiungen.
2 Zur Veröffentlichung des D.S. Arbeitsministeriums.
3 Grundlage für Demokratie fehlt in China.
+ •+ + + + + + + + + +

1 Berlin und die v«estmächte»
2 Zur Acheson-Rede.
3 Kommunismus und Religion. - Ein Leitartikel aus

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11/5/49
13/5/49

"Commercial Appeal", Memphis, Tennessee.
Zu bevorstehenden Viermächtebesprechungen.
"New York Times" zur Störung der "Stimme Amerikas".
"New York Times" fordert Einwanderung von
4C0 000 DP's.
;
New York Times" - Sieg in Berlin.
"Washington Post" - Neue Phase des DeutschlandProblems .
"New York Herald Tribüne" - Bedeutungsvoller als
Potsdam.
"New York Times" - Europas Industrie braucht Kapital.
"New York Times" - Bessere Verteidigungsposition
des Westens.
"Business Äeek" - Neue Formel für europäische
Wirtschaft.
"New York Times''1 zur Koreafrage.
Zum Bonner Grundgesetz.
Zu kommenden Deutschlandbesprechungen*
"New York Times" zur Aufhebung der Berliner Blockade,
"New York Staatszeitung und Herold" - Staat von
Bonn strahlt werbende Kraft in den Osten.
"Christian Science Monitor" - Europarat und
Atlantikpakt.
"New York Herald Tribüne" - Noch eine Chance für
China.
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S

/MERIKJTECHE PRESSESTIMMEN
16/5/49

18/5/49

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23/5/49

25/5/49

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Zum Fall Eisler.
Zur Ratifizierung des Atlantikpaktes durch
Grossbritannien.
Zum Truraan-Gesundheitsprogramm.
"New York Times" - Deutschlands Schicksal ist
das Schicksal Europas.
"Washington Post" - Gegen UN-Nachrichtenkonvention,
"New York Herald Tribüne" - Zu den Volkskongresswahle.n.
Judenverfolgung in der Sowjetunion.
"New York Times" - Nordatlantikpakt - Schlüssel
zur Pariser Konferenz,
Zur Spanienresolution.
;i
New York Times" - Oesterreichfrage - eine Aufgabe der "ussenministerkonferenz.
"New York Times-' - .esten einig und stark gegenüber Sowjets auf der Aussenministerkonferenz.
"Washington Post" zur Ernennung McCloys.
U.S. Presse zur UN-Nachrichtenkonvention.
U.S. Presse: McCloy vor schweren Aufgaben.
''New York Times" - Ost und West können nicht
ohne einander auskommen.
3) "New York World Telegram" - Vuflodern des Antisemitismus in d er UdSSR.
4) "St»Louis Post Dispatch" zur Rolle der Kommunisten
In den U.S.-Gewerkschaften.
"Washington Post" - Bonner Verfassung richtunggebend für den Westen.
'New York Times" - Europa kann nur durch europäische Zusammenarbeit gerettet werden.
"Baltimore Sun" - Wyschinski-Vorschlag darf
nicht zu ernst genommen werden.
"New York Times" - Soll Deutschland Kolonie
werden ?
"Washington Post" zur Pariser Konferenz.
"New York
Staatszeitung und Herold" zu den
Wahlen in der Ostzone.
4) U.S.-Presse billigt Haltung des Westens in Paris.
+

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8/6/49
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13/6/49

15/6/49

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U.S. Presse zu den Sowjetvorschi igen.
U.S.. Presse zum Fall Eisler.
1) Zum Marshallplan-Jahrestag.
2) "New York Times" zum Bremer Pressegesetz.
1) "New York Times"' warnt vor Handelsvertrag.
2) "St. Louis Post Dispatch" - Viele deutsche
Politiker noch ohne rechten Begriff von freier
Presse.
1) "Washington Sunday Star" unterstützt Hoffmann.
2) "Washington Star" - Letztes ./ort in Paris noch
nicht gesprochen.
1) "New York Times" - Kominform befahl neue sogenannte Friedensoffensive,
2) Zum sowjetischen Friedensvertrag für Deutschland.
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�1) AMERIKANISCHE PRESSESTIIS
6/4/49
8/4/49
11/4/49
14/4/49

18/4/40
20/4/49

22/4/49

27/4/49
29/4/49

1) U.S. Presse zur Unterzeichnung des Atlantikpaktes.
2) "Washington Post" zur Churchill-Rede.
1) Zur Budget-Botschaft Sir Staffqrd Cripp's.
Zur Lage in Griechenland.
2) Zi
Zum Deutschlandabkommen.
Zum Deutschlandabkommen.
"New York Herald Tribüne": - Deutsche Verfassung
schnellstens erforderlich.
3) "New York Times": Weder geistige noch politische
Neuorientierung in Deutschland.
Zur amerikanischen Chinahilfe.
Zum Dreimächtcabkommen über Deutschland.
"New York Times": Luftbrücke - Kampf für Demokratie
in Friedenszeiten.
U.S. Presse fordert Ratifizierung des Atlantikpaktes.
Zur freien Nachrichtenübermittlung.
1 Zur Ernennung von Kirk und Bruce»
2 Zur Einig-i ng in der westdeutsehen Frage.
1 Zu Ost-toest-Verhandlungen.
2 Zur Veröffentlichung des U.S. Arbeitsministeriums.
3 C-rundlare für Demokratie fehlt in China.
+ + + + +

2/5/49

4/5/49

6/5/49

9/5/49

11/5/49
13/5/49

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1 Berlin und die v.estmächte.
2 Zur Acheson-Rede.
3 Kommunismus und Religion. - Ein Leitartikel aus
"Comraercial Appeal", Memphis, Tennessee.
1 Zu bevorstehenden Viermächtebesprechungen.
2 "New York Times" zur Störung der "Stimme Amerikas".
3 "New York Times" fordert Einwanderung von
4C0 000 DP's.
1 ;New York Times" 1 1- oieg in Berlin.
2 " \ . a s h i n g t o n Post - Neue Phase des D e u t s c h l a n d Problems.
"New York Herald Tribüne" - Bedeutungsvoller als
Potsdam.
"New York Times" - Europas Industrie braucht Kapital.
•:Kew York Times" - Bessere Verteidigungsposition
des Westens.
"Business week" - Neue Formel für europäische
Wirtschaft.
"New York Times''1 zur Koreafrage.
Zum Bonner Grundgesetz.
Zu kommenden Eeutschlandbesprechungen.
"New York Times" zur Aufhebung der Berliner Blockade,
"New York Staatszeitung und Herold" - Staat von
Bonn strahlt werbende Kraft in den Osten.
"Christian Science Monitor" - Europarat und
Atlantikpakt.
''New York Herald Tribüne" - Noch eine Chance für
China.
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�AMERIKANISCHE PRESSESTIMMEN
17/6/49

20/6/49
22/6/49

24/6/49

27/6/49

29/6/49

l) "New York Times" - Wahr Qder unwahr im Ost en
und ftesten.
2 Zur Trumanrede.
3 Zu den Triester Wahlen.
1 "New Ycrk Times" zur Dewey-Rede.
2 "Washington Post" - Prag nur Vorspiel.
1 t:New York Times" - Wert des Pariser Abkommens
hängt vom guten .Villen ab.
2 "Washington Star;! - UN trotz Fehlschlägen ein
FriedensInstrument für die Zukunft.
3 Zum Ergebnis äes Aussenministerrates.
1 "Washington Post" - zur Lausannekonferenz.
2 "New York Post" - Lachen, ein Luxus der Kommissare.
3 "New York Times" - Sowjetischer Werkschutz in
Oesterreich dauernde Gefahrenquelle.
4 "Eidiinond Times Dispatch" - Umworbene Nazis.
1 "Wallstreet Journal" - Monopole ohne Regierungsunterstützung nicht lebensfähig.
2 "New York ..orld Tclegram» - Amerika darf in
seinen "Bemühungen nicht nachlassen.
"Washington Post" - Europa muss kontinental denken.
•3
4 "New York Times" zum Berliner Streik.
5 " »ashington Post" zum "Punkt Vier:' Programm.
1 "Baltimoro Sun"
zum Jahrestag der Ausschliessung
Titos aus dem Kominform.
2 "Washington Post" -toestmäehtemüssen in China
gemeinsam handeln.
3 "New Orleans Times Picayune" - Alle Nationen
glauben, Pressefreiheit zu besitzen.
+ + + + + + 4- + + + 4 +

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'J

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�2) LEBEN IN DEN U.S.A.

V4/49

Freiwillige Hilfeleistung der christlichen
Kirchen Amerikas.
Sozialversicherung in Amerika.

4/4/49

"Ostern in Amerika" von Mary Willard.
"Der Kunde hat immer Recht."

6/4/49
8/4/49
11/4/49

Kunsteinkauf beim Mittagessen.
1) Das Krankenhaus in der eigenen Wohnung.
2) Verschärfte Maßnahmen gegen illegale Einwandere r na eh. den U.S. A.
1 Stenotypistin des New Yorker Waldorf Astoria
Hotels.
Margaret Mitchell kommt nicht zum Schreiben.

14/4/49

Autoverkehrsprobleme in der Universität.
Der Pyramidentaumel ergreift Amerika.
literarische Diskussionsgruppen in Amerika.
Das amerikanische Patentamt.

18/4/49
20/4/49

"Onkel züchtete Kanarienvögel."
Das akademisch gebildete Maultier.
Radiohören, Unterhaltungsmittel Nr.1 in Amerika.
Vom Sträfling zum Staatsbürger.
Amerika ißt tiefgekühlt,,

22/4/49
27/4/49

1) *• Urgroßvater geht ins Kolleg."
2, Jugend regiert sich selbst.

29/4/49

Weltrekord im Kausanstreichen.
+ + + + + + + + + + +

2/5/49

1) Ellis Island, die Einwandererinsel im New Yorker
Hafen.
2) Bücher und Musik für die Kleinen.

4/5/49

1) Nachbarschaftshilfe amerikanischer Landgemeinden.
2) In einem Jahr vom Habenichts zum Fabrikbesitzer.

6/5/49

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9/5/49

"Unterricht per Radio"
Graf Luckner in Amerika.
Erwachsene gehen zur Schule.
"Die Augen der Jugend". Philadelphia sorgt für
seine sehbehinderten Schulkinder.

11/5/49

1) Eine künstliche Insel im Hafen von New York.
2) "Cocktail gefällig?" - Barmixer gehen zur
S chule.

13/5/49

1)
2)
1)
2)
1)

16/5/49
18/5/49

Das größte Warenhaus der Welt.
Europäische Kleinwagen, der Alpdruck Detroits.
Die Staatswälder der Vereinigten Staaten.
Blinde Studenten am Mikroskop.
Rollschuhlaufen, ein Volkssport für Jung und
Alt.
2) Das Symphonieorchester von H 0 rdkarolina trägt
gute Musik in die kleinsten Ortschaften.
- 4 -

�LEBEN IN DEN U.S.A,

20/3/49
23/5/49

1) Körperliche und seelische Behandlung gehen
Hand in Hand,
2) Gruppentanz, eine neue Leidenschaft in Amerika.
1) Geschenk der Freiheit, m Wie der amerikani-. t,
sehe Arbeiter lebt.
2) In der Aussichtskuppel durch die Rocky Moun.-r

tätna.
V.7ie wild war der Wilde Westen?
Hochwassergefahr am Mississippi.

25/5/49
27/5/49

30/5/49

1) Das amerikanische Freimaurertum.
2) Louisville, Kentucky, eine Stadt von Musikent hos lasten.
1) "Arizona, das Eldorado des Kleinflugzeugs"
2) "CARE - Wohltat von Mensch zu Mensch."
+ + + + + + + + + + +

1/6/49
3/6/49
8/6/49

1)
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10/6/49

1}
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13/6/49

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20/6/49

"Don't Fence Me In". - Nach Margareta Weyl.
Die größte Brücke der Welt wird gebaut.
Schüler als Verkehrspolizisten.
Parkplatz nur für Käufer.
Von der Versuchsküche zum Großbetrieb.
Sie werden doch gelesen! - Amerikanische Zeitung
hilft herausgeworfenem Leser.
Mr. Nikolaus - Eine wahre Begebenheit.
Goethe als Naturwissenschaftler. - Eine New
Yorker Ausstellung.
Die Gemäldegalerie im Klassenzimmer.
Jeder Nebraska-Farmer weiß über die UN Bescheid.
"Wenn Ihr ins Ausland fahrt..."
Die akustische Warnungstafel.
Ein Radioprogramm: Was der Mann auf der Straße
über Iruman denkt.
Ex-Minister Byrnes stiftet Stipendien für Waisenkinder.

1) Das Krankenhauswesen in den U.S.A. und das

Bingham-System.

1

2) Klavierspiel mit zwei Armprothosen.

22/6/49

1) Fahrendes Volk - Glanz und Elend des Vorstädters.
2) Dr. Albert Schweitzer hält Goethe-Festreden in
Aspen, Gol.

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1)
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1)
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27/6/49
29/6/49

Die amerikanische Jugend lernt fliegen.
Die "Aluminiumraupe", ein neuartiger 3ug.
Kampf den psychischen Erkrankungen.
Warum sie Unrecht hatten. - Elrao Roper analysiert die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen.
1) Ein amerikanischer Staat modernisiert seine
Gesetzgebung,
2) Brownie, der heldenmütige Sergeant.
+ + + + + + + + + + +
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WISSENSCHAFT

1/4/49
6/4/4.9
14/4/49
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29/4/49

Das Fernsehen und seine Tücken.
Überschallgeschwindigkeit im Windkanal.
Das Flugzeug lernt von der Eisenbahn.
1) Atombombenschmiede stellt sich um auf Friedensproduktion.
2) Flugzeuge in Industrie, Handel und Landwirtschaft.
3) Das längste Förderband der Welt.
1) Das Transportflugzeug der Zukunft.
2) DFDT, der deutsche Vetter des amerikanischen DDT.
+ + + + + + + + + + -•- +

9/5/49

23/5/49
30/5/49

1) Tod und Panik - Die Schrecken des Atomkrieges.
Von John L. Tullis
2) Die Atombombe - Alpdruck der Menschheit. Von
David Bradley.
Eine Million Dollar für die Wissenschaft.
Luftreinigender Schall
+ + + 1- + + + + + + + +

1/6/49
8/6/49
15/6/49

22/6/49
27/6/49
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4)

Das drahtlose Telefon in der Hosentasche.
Flügzeugkonstrukteure erfinden neue Methoden.
- 1) Das Flugzeug von heute. Zero-Skala ersetzt Armaturenbrett.
2) Hundenase schlägt Gasspürgerät.
Auch die Atomenergie wird dem Menschen dienen,
"Cortisone" — Die neue Hoffnung für Rheumatiker.
Medizinische Wunder am laufenden Band.Die Lederle-l.erkc.
+ »- + + + + + + + + + +

PORTRATS DER WOCHE

1/4/49

8/4/49
18/4/49
22/4/49
27/4/49

1) V/alt .vhitman. Dichter und Seher der Demokratie.
2) David Dübinsky, ein amerikanischer Gewerkschaftsführer.
1) Thomas Jefferson, der. dritte Präsident der U..S.A.
2) Mischa Elman, amerikanischer Violinvirtuose.
G. Mennen Williams, Gouverneur von Michigan.
Mrs* Bess Wallace Truman.
Admiral Alan Goodrich Kirk.
+ + + + + -!--!- + + + + +

13/5/49
20/5/49

David K. Estes Bruce, U.S.-Botschafter in Frankreich.
John Jay MoCloy, der neue Hohe Kommissar für Deutschland ,

27/5/49

Sam Rayburn, 3p recher des Repräsentantenhauses.
+ ++ + + + + + + + + +

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�PORTRAIT DER ."CHE
3/6/49

ifcäl ter Hendl, der 31-jährige Dirigent des
DäL las Symphonie-Orchesters.
Amadeo Peter Giannini, Besitzer der "Bank of America"
George F« Kennan, Leiter des Aussenpolitischen Planung saus Schusses im U.S.-Aussenministerium.
Clark M. Clifford, Sonderberater Präsident Trumans.

10/6/49
17/6/49
24/6/49

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5)

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K U N 5• T

1/4/49
6/4/49
8/4/49

11/4/49
22/4/49

Schriftstellerkonferenz in Amerika.
Oskar Kokoschka in Amerika.
1) "The Snake Pit w , ein psychologischer Film aus
Hollywood.
• 2) "Draussen vor der Tür1 in New York.
3) Goethefestwochen in Amerika.
"Magie der Probe". - Toscanini mit dem
NBC Orchest er. . ...
1) New York zeigt wertvolle europäische Porzellane.
2) In Hollywood geht es wieder aufwärts. 3) Mode im Museum. + + +

+ +

4- +

1) Alte Meister erobern die "Neue Welt".Dr. Birkmeyer begleitet 100 deutsche Gemälde
durch die Vereinigten Staaten.
2) "Die Luftbrücke im Bild". -

13/5/49

+ + + + + + + + + + + +

1/6/49

20/6/49
24/6/49
29/6/49

Saisonschluss am Broadway.a) Rückblick auf die New Yorker Theaterspielzeit.
b) "Comeback" des Vaudeville.
c) "'Radiowahlen" in Amerika.
Zehn Jahre PlaywrightNs Company.
Schulung des Geschmacks. - Amerikanisches .tair.eum
beschreitet neue ,.ege der Kunsterziehung.
Die Könige der amerikanischen Operette:
Richard Rodgers - Oscar Hammerstein.
+ + + +

6)

+

M U S I K

18/4/49

Das S t . Lruis-Symphonie-Orchester hat Sorgen.
4-4-4-4-4-4-4-4-

2/5/49
2o/5/49

4- 4-4-4-

Amerika begeht seine 26. jährliche Musikwoche,
Koussewitzky nimmt Abschied.
4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-

Y)

4-4-

+

+

T H E A T E R

27/5/49

Goethes "Iphigenie" in New York. + + + + + + + + + + + +

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�8)

BAS NEUE BUCH

1/4/4-9
8/4/49
18/4/49
22/4/49
29/4/49

"Geteiltes Amerika*, von Rose.
"Zwischen Zorn und Mitleid", von Magidoff.
"Kunst und Tat" - der zehnte Jahresband der Lese
reihe "Twice a Tear".
Joe,! Sayre: "The House without a Roof".
Hundert Millionen Bücher in 23 Jahren.
+ + + + + + + + + + +

6/5/49
13/5/49
20/5/49
27/5/49

3/6/49
10/6/49
17/6/49
24/6/49

"Morgan der Große" - Von Allen.
Die Anthropologie und das moderne Leben:
"Mirror for Man" von Clyde Kuckhohn.
Israels Weg aus der Wüste. - "Trial and Error"
von Chaim Y/eizmann.
Amerikanischer Mönch schreibt "Best-Seller" •
(Thomas Merton).
+ + + + + + + + + + +
Franz Kafka, Tagebücher.
"Satansgemüse".
Nathaniel Hawthorne - Amerikas E.I.A.Hoffmann.
Mit William Beebe im Ur-Dschungel Venezuelas.
+ + + + + + + + + + +

9)

EUROPÄISCHES WIEBER-UFBAUPROGRA

4/4/49
20/4/49

"Mehr Maschinen für die Bauern Europas. "
Ein Jahr Europäischer Wiederaufbaurat (OEEC).
+ + + + -)- + + + + + +

3/6/49

Zweitor J'hrcstag von Marshallo Rede vor der
Harvard-Universität.
+ + + +.+ + + + + + +

10) VEREINTE NATIONEN
4/4/49
6/4/49
14/4/49

Bas New Yorker Auskunftsbüro der UN.
Bie UNESCO fördert die Naturwissenschaften.
Von der Hilfstätigkeit der Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + +

18/5/49

27/6/49

Pur eine freie Weltpresse - UN-Nachricht enkonvention gegen erbitterte sowjetische Opposition angenommen»
+ + + + + + + + + + +
Bie Weltgesundheitsorganisation - Helfer für
2 Milliarden Menschen.
+ + + + + + + + + + +
- R -

�11)

WIRTSCHAFT

4-/4/49
11/4/49
20/4/49
29/4/49

"Ami"-Zigaretten in aller Welt.
Ölfieber in den Rocky Mountains.
Entlassene Soldaten gründen eigenen Wetterdienst,
Die "Deutsche Industrieschau" in Lew York.
*
-;- + + + + + + + + + +

2/5/49
4/5/49

Berliner Export via Luftbracke.
Vertrauen in die Stabilität der amerikanischen
Wirtschaft.
1) "Berlin arbeitet".
2) Die deutschen Wirtschaftsvertreter in Paris.
"Wer schätzt den amerikanischen Verbraucher?"
Traditionsreiche amerikanische Glasindustrie.
Welthandclswoche in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + +
Mehr Kohle für West europa(ERP).
1943, Jahr des Aufsciuvungs für die amerikanische
Zivilluftfahrt.

6/5/49
11/5/49
25/5/49
30/5/49
8/6/49
20/6/49

+ + + + + + + + + + +
12) ARBEIT

22/4/49

2/5/49
30/5/49

17/6/49
22/6/49
29/6/49
13)

Die amerikanischen Gewerkschaften stehen h i n t e r
dem .Atlantikpakt.
+ + + + + + + + + + +
U.S.-Gewerkschaften unterstützen Trumans
"Fair Deal"-Programm.
Jeder hat die gleichen Chancen in der' amerikanischen Autoindustrie.
+ + + + + + + + + + +
Norwegische Arbeiter über ihre amerikanischen
Kollegen.
Die amerikanischen Gewerkschaften und der
"Pair Deal".
CIO sorgt für seine Hitglieder.
+ + + + + + + + + + +

SOZIALWESEN

27/4/49 1)Blindenversicherung in U.S.A.
2)Blinde lesen um die Wette.
+ + + + + + + + + + +
15/6/49
Jetzt auch CARE-Bücher für Europa und Asien.
+ + + + + + + + + + +
14) PINANSWESEN
18/5/49

Ein Gang durch die New Yorker Pederal Reserve

Bank«
+ + + + + + + + + + +

- 9-

�15)

PARISER AUS SENMIKIS TEBKOBFEBMZ

20/5/49
27/5/49

30/5/49

1/6/49
10/6/49

Der Marmorrosenpalast rüstet sich. - Vorschau zur
Pariser Außenministerkonferenz.
1) Am Rande der Außenministerkonferenz.- Von Jolas.
2) Achesons Erklärung vor der Außenministerkonferenz.
1) Um den Kern der Sache. Von Jolas.
2) Am Rando der Außenministerkonferen^ - Prack oder
Smoking ? - Interview in der Badewanne.
+ + + + + + + + + + +
1) Die sowjetischen Ablehnungsmotive. Von Jolas
2) Um die Österreichfrage.
Am Rande der Außenministerkonferenz. Von Jolas.
+ + + + + + + + + + +

16) POLITIK
27/4/49

Der Lobbyist - Politiker oder Intrigant ?
+ + + + + + + + + + +

S/5/49
11/5/49
13/6/49
15/6/49
20/6/49
24/6/49

U.S.A. haben keinerlei Annexionsgelüste, sagt
Verteidigungsminister Johnson,
Die "Stimme Amerikas" geht Stalin auf die Nerven.
+ + + + + + + + + + +
John McCloy, der amerikanische Hohe Kommissar,
Hawaii - romantisch und .'modern.
Hawaii will 49. Staat werden.
Die politische Opposition in den Vereinigten
Staaten,
+ + + + + + + + + + +

17)

ARCHITEKTUR

4/5/49
23/5/49

10/6/49

Vom Beuhaus nach Amerika.
15 Jattre Empire State Building ohne Korrosionse rsche i nung en.
+ + + + + + + + + + +
Amerikanischer Theaterbau auf neuen Wegen.
+ + + + + + + + + + +

1-6) LITERATUR
27/5/49 'Walt Whitman, der mystische Revolutionär.
+ + + + +'+ + + + + +
- 10 -

�19)

Ei.lIGRATIOiT

11/4/49

0/6/49
2

Die d e u t s c h e Einwanderung nach den V e r e i n i g t e n
Ltaatcn.
+ + + + + + + + + + +
IRO unterhält größte Passagierflotte der Welt.
+ + + + + + + + + + +

°) ERZIEHUNG

07/5/49

Filme in Schale und Heim.
+ + + -;- + + + + + + +

10/6/49
1?/6/49

Auch in dieeeia Soomer Salzburger Seminar für
Amerikakuiide.
Volkszählung der Vereinigten Staaten im Jahre 195©
wird durch .Probeerhebung in Chicago vorbereitet.
+ + + + + + + + + + +

21) MEDIZINISCHE FORSCHUNG
25/5/49

Der Kampf gegen die Syphilis.
+ + + + + + + + + + +

2 2) FORS TtfIRTS CHÄFT
25/5/49

"Amerika forstet auf".
+ + + + + + + -!-+ + +

23) LUFTBRÜCKE
1 H/5/49

Berlin und die Luftbrücke.
+ .+ + + + + + + •+ + +
17/6/49' Unwahrscheinliche Luftbrücke.
+ + + + + + -:- + + + +
24) FLUGWESEN
16/5/49

Rekordhungrige Flugzeugindustrie.
+ + +•+ + + + + + + +

25) JOURNALISTIK
11/5/49

"Prossekonferenz über den Äther."
+ + + + + + + + + + +
- 11 -

(

�26}

HANDEL UiTD INDUSTRIE

16/5/4S

Hochbetrieb in der amerikanischen Stahlindustrie.
+ + + + + + + + + + +

1/6/49
13/6/49
29/6/49

Neue Galvano-Technik steigert Produktion billiger
Kunststoffe.
Generatoren am1 Columbia-River-. r Das größte Kraftwerk der V/elt.
Steigende amerikanische Kohlenförde rang über Tage.
+ + + + + + + + + + +

27) RELIGION
3/6/49

Absolute Religionsfreiheit in den U.S.A.
+ + + + + + + + + + +

28) GESCHICKTE (SPEZI.41)
4/5/49

"Die goldenen Füllfedern Amerikas".
+ + + + + + + + + + +

29) AHERIKAEISCHE FEIERTAGE
25/5/49

30. Kai - Gedenktag für die Gefallenen.
+ + + + + + + -1- + + +

30)' MEILElTSTEIinS AUE UNSEREM "EG
22/6/49

31) ZU
2/5/49

13/5/49
20/5/49

•3/6/49
29/6/49 ,

Independence Day, der größte Nationalfeiertag der
Vereinigten Staat an.
+ + + + + + + + + + +
IHRER IKEÜRKATIOIT
1) 'Teltregierung, eine Illusion. Von Pr. Niebuhr,
?.) Voller Te::t der Rede vor. Außenminister Acheson
ver dem amerikanischen Zeitungsve^leger-Verband
in Few ^&gt;rork.
"Peutsches Seifenkistenderby 1949 "
1) Voller Text der Rede General Clays vor dem ainerikani E. chen S c n. t.
2) Voller Text cor Rede General Clays vor dem amerikanischen Repräsentant enhaus.
+ + + + + + + + + + +
"Punkt V i e r " - Amerikas "kühnes n e u e s " ¥ c l t p r o g r a m m .
Trumans PanJit-4-Programm v o r dem Kongreß..
+ + + + + + + + + + +
-

12

-

�32) INTERNATI0KA1EH HANDEL
16/5/49

Größere und schnellere Schiffe unter dem Sternenbanner.
+ + + + + + + + * + +

3?) FERNSEHEST
29/4/49

New York, die Fernschmetropole der TJfS.A,
+ + + + + + + + + + +

34) ARTIKEL FJR DIE FRAU
4/4/49

11/4/49

18/4/49

27/4/49

2/5/49

0/5/49

1) "Deutsche Frauen ins öffentliche Leben!"
2) Haushalt VS. Beruf.
3) Katharine Cornell - die "First Lady".des amerikanischen Theatex's.
4) Lange Spielhosen für Kleinkinder.
1) UN-Kommission für Frauenrecht tagte in Beirut.
2) Existenzminimum 40 Dollar wöchentlich.
3) Großreinemachen auf Hawaii.
4) Die ideale Selcretärin.
5) Pikante Ostereier.
1) Cläre Boothe - Luce. Eine der bekanntesten Frauen
der U.S.A.
2) "Natürliche Geburten" - Ziel moderner Geburtshilfe.
3) Ein Opernstar plaudert über gute Haltung.
Von Ida Jean Kain.
4) Kleingarten und Küchenzettel.
5) Erziehung von Kindern zum richtigen Gebrauch
ihrer Redefreiheit.
1) Ein junges Mädchen wird im Kongreß geehrt.
2) Dick und doch unterernährt.
3) Kindererziehung und Freizeitgestaltung.
4) Rhabarber schützt die Zähne, Zitrone greift
sie an
a) Und wieder Tupfen.
b) Frauenvereinigungen in Amerika.
c) Eine Broschüre über Kindererziehung.
5) Berufsberatung in den U.S.A. von Richard Engel.
+ + + + + + + + + + +
1) Auf den Spuren der Demokratie.
2) Muttertag in Amerika.
3) Die Ernährung des Kindes.
4) Um das Geheimnis des Charmes.
1) Präsident Truman zeichnet sechs führende Amerikanerinnen aus.
2) Sekretärin des Citizens1 Council des Staates
New York besucht Deutschland.
3) Geranien - eine dankbare Topfpflanze.
4) "Die Männer mit dem feinsten Geschmack."
5) Kl«inß V/«lt - große Welt.

�ARTIKEL PUR DIE FRAU
16/5/49

23/5/49

1

) "Mrs. Roosevelt zum Atlantikpakt".
Deutsche Frauen in Amerika.
Wie bewahrt man Vitamine vor der Zerstörung?
4) "Im Narzissenland". Frühling in den Blumenzucht ereicn Virginias.
1) Vom Schuhputzer zur Bankpräsidentin.
2) Da3 "schiechte" Mädchen.
3) Angewandtes Christentum: Y.W. C A .
4) Tiefgekühlte Eier. Neues Verfahren zur Konservierung von Eiern in der Schale.
5) Windeln, Sturzhelme und Kuchen - alles aus Baumwolle.
+ + + + + + + + + + +

1/6/49

1)
2)
3)
4)
5)

8/6/49

1)

13/6/49

20/6/49
4
c

6
27/6/49

1
2
3
4
5

Deutsche Frauen besuchen die Vereinigten Staaten.
Die Entwicklung des Kindes.
Der wetterfeste Strohhut.
Was tragen Männer am liebsten?
Mary McLeod Bethune, Vorsitzende des "Amerikanischen. Negerfrauen-Verbandes".
Bekannte amerikanische Filotin besichtigt die
Luftbrücke.
"Die vergessenen Jahre".
Ein Reißverschluß, der sich nicht festfahren kann.
Vom Kaiserschnitt.
Kaloriengehalt allein bestimmt nicht den Nährwert der Lebensmittel.
Arbeitsbedingungen der amerikanischen Frau.
Society-Sensations- und bürgerliche Hochzeit in
den Vereinigten Staaten.
Elektrische Wärmetische und verwandte Geräte.
Anleitung zur Nylonpflege.
Wie wäre es mit einer süßen Suppe?
Die "Parerts ar.d Teachers Association".
Das Forum.
Wie verpacke ich einen Herrenanzug?
Frische Schlagsahne aus der Buchse.
Ramie - eine Wunder-Faser.
Eine Siebzigjährige erobert Hollywood.
Eine Frau wird Schatzmeister der U.S.A.
Erziehung zur Toleranz.
Eine neuartige Baby-Trage.
Internationaler Klub der Kriegsbräute»
Was tut Amerika für seine Geisteskranken?
+ + + + + + + + + + +

35)

KURZNACHRICHTEN FjR DIE FRAU

11/4/49

18/4/49

a) Mrs, Roosevelt für persönliche Freiheit.
b) Mutter befürworten sexuelle Aufklärung jhrer
Kinder.
c) Frau Gouverneur als 7eitungsjunge.
a) Für den amerikanischen Stil,
b) New Yorker Teppichfrühling.
+ + +

+ + + +

- 14 -

+ +

�KURZNJ» CHRICHEEN FÜR DIE FRAU
2/5/49
9/5/49
16/5/49
23/5/49

60-jährige Frau aus Texas wird "Mutter des J a h r e s " .
a) Frauen im A u f s i c h t s r a t .
b)
a^
b;
c)
a)
b)
c)

Die elektrische Kaffeemaschine.
"Schnittmusteranprobe".
Weltproduktion in Kunstseide.
Vorsicht bei der Anwendung von Rouge.
Um das Geheimnis des Charmes. - Schöne Arme.
Zeitsparende Haushaltmethoden.
Wie näht man haltbare Knopflöcher?
+ + + + + + + + + + +

1/6/49

8/6/49

13/6/49

20/6/49

27/6/49

a) Informationsbriefe erleichtern amerikanischen
Frauen die Berufswahl*
b) Hefe als Nahrungsmittel.
c) 50$ aller Amerikanerinnen schneidern Kleider selbst.
a) New Yorker Modeneuheit.
b) Schmale Taille, nicht nur für die Frau.
c/ Richtiges Sitten - schönes Sitten.
d) Kinderparadies. (Amerikanische Spielzeugleihstellen.)
a) Vatertag in Amerika.
b) Um die Überwachung des UN-Abkommens über die
Mens chenro chte.
c) Flugbegeisterte Frauen tagten in St.Louis.
d) Sommerkleider: heuer durchsichtig.
a) Salz und Vitamin C.
b) Neue Steckkontakte.
c) Bunte amerikanische Herrenmode.
a) Aureomycin - ein neues Heilmittel für Keuchhusten.
b) Jeder Frau ihre passende Schneiderbüste.
c) Immer mehr Frauen bei den medizinischen Abschlußexamen,
d) Mechanisches Spielzeug begeistert New Yorker
Kinder.
+ + + + + + + + + ++

36)

ERZIEHUNGSWESEN

20/4/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)

Die Schule in Rußland und in Amerika.
Erziehung zum Weltbürgertum.
Schulen retten aas Augenlicht.
Howard, die führende Negeruniversität.
Das Wesen pädagogischer Führung.
Die Praxis pädagogischer Führung.
Mittelschulunterricht mit Universitätsniveau.
Amerikas Lehrer helfen ihren Kollegen in aller
Welt.
+ + + + + + + + + + +
- 15 -

�ER3IEHUT GSWESEN
3/5/49

17/5/49

1) Berahmte amerikanische Pädagogen:
Charles W. Eliot.
2) Problem der Disziplin,
3) Herr Professor auf der Walze.
4) Die Bedeutung der audio-visuellen Lehrmittel.
5) Die höhere Erziehung der Farmer Jugend.
6)E Fazit der amerikanischen Promotion im akadernis chen Jahr 1 94 8/4 9.
7) Neue Wege zum Auslandsstudium.
8) Amerika braucht Altphilologen.

1) Die Überbewertung des Bildungsmäßigen b e i
Inte11igenz prüfungen,
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)

Die Schule der Navaioindianer.
Eine Weltbibliothek.
Prisco übernimmt das Erbe Athens.
ÜNESCO-Studcntenaustausch,
CARE-Büoher für 14 Länder,
Hilfe für ausländische Studenten in New York.
UNESCO hilft kriegsgeschädigten Universitäten.
+ + -i- + + + + + + + +

2/6/49

23/6/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
1)
2)
3)
4)
5)

Wie ein Sprachlexikon entsteht.
Was wird aus den "Wunderkindern"?
Die Portbildung praktischer Arzte.
Mehr Theologiestudenten.
Ein moderner Ilatechismus.
Greise studieren die Probleme des Alters.
Die Religion in den öffentlichen Schulen Amerikas
Das Institut für höhere wissenschaftliche Arbeit.
Die neue Bibliothek von Princeton.
Lebendige Religion.
Staatliche Förderung des praktischen Studiums
in den U.S.*'.,
6) Wachsende Bedeutung des Werkstudententums in den
U. S. A.
7) Mütterschule für werdende Väter.
+"+ + + + + + + + + +

37) MEDIZINISCHE NACHRICHTEN
22/4/49
5/5/49
19/5/49

Die Bauchchirurgie.
+ + + + + + + + + + +
Die Bauchchirurgie (2. Teil und Schluß)
1) Karzinomzellen im Prostatasekret,
2) Kongenitale Aplasie der Ovarien, verbunden mit
sexuellem Infantilismus, hohen Harngonadotropinwerten, kurzem Wuchs und anderen angeborenen
Abnormitäten.
3) Radioaktivität und Steine des Harntraktes.
4) Die Behandlung der primären, atypischen, nichtbakteriellen Pneumonie mit Aureomycin.
5) Die Pathogenese der humanen Bruzellosen im Hinblick auf ihre Vorbeugung und Behandlung.
6) Craniosynostosis.: Eine Analyse von 50 Fällen und
Beschreibung der Methode der chirurgischen Behandlung .

�MEDIZINISCHE N-'.CHRICHISN
19/5/49

7) Genesung eines Patienten der Blutgruppe 0, der
2 000 ccni Blut der Gruppe A erhalten hatte.
+ •+ + * + + + + + + +

16/6/49

1) Streptomycin in der Behandlung der Tuberkulose.
?) Die Streptomycin-resistente Tuberkulose.
3) Kombinierte Streptomycin- und Kaliumjodidbehandlung der Tuberkulose.
1) D-Tucocurarine in Wachs und Öl ^ur Unterdrückung
der Muskelspagmen bei Tetanus.
2) Das Medizinische Programm der AtomenergieKommission.
3) Die Wirksamkeit von Suppösltorien und Gelee ohne
Okklusionspessar als konzeotionsverhindernde Mittel.
4) Die klinische Verwendung von einer dreifachen
Sulf onami dmi s drang.
5) Reines Serum-Albumin verglichen mif'Zitratplasma
in der Behandlung der chronischen Hypoalbuminämie.
6) Die Behandlung der Raynaudschen Erkrankung mit
Nitroglycerin.

28/6/49

+ + + + + + + + + ++
38)

LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.

26/4/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)

10/5/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)

Die Behandlung der Zuchtsau und ihrer Ferkel.
Wie entferne ich Baumstümpfe?
Kann die Welt sich selbst ernähren?
Ratschläge zur Rasenpflege.
Die Saat im Gehäuse.
Vorsicht mit der Melkmaschine.
Was tue ich gegen die Ringelflechte?
Kurznachrichten*
a) Der fliegende Sämann,
b^ Wie E i e r g e l a g e r t werden,
c) Des beste Mastfutter für Rinder:
Rubenschnitz01.
+ + + + + + +++ + ++
Der Landwirtschaftssachverständige.
Helfer des amerikanischen Farmers,
Wir legen einen Komposthaufen an.
Der Maisanbau.
Die Wissenschaft entdeckt eine "Geschichte
des Mais"„
Unkrautvertilgung auf Flachsfeldern.
Elektrische Wärmekästen für die Kükenaufzucht.
Kurznachrichten:
a) Anpassung an die M a r k t v e r h ä l t n i s s e ,
b^ Landwirtschaftsexperte der U.S.A.
c) Versuche mit radioaktivem Kunstdünger.
d) 262,5 Millionen Dollar für die
Bekämpfung der Erosion.
+ + + + + + + + + + + +
• - 17 -

�LANWIRTSC-HAP-TLIOHE NACHRICHTEN

24/5/49

1)
2)
j5)
4)
5)
6)

Die L a n d a r b e i t i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n . ( l )
T/ie die Carmen b e w i r t s c h a f t e t werden,
P r e i s e f ü r Farmland~sinken i n den U.S.A.
P r ä s i d e n t Trumans "Punkt Vier"-Programm.
Wolt-Kartoffelerzeugung g e s t e i g e r t ,
Überlebende Ulmen w i d e r s t e h e n Baumkrankheiten,
Kurznachrichten:
a) R e k o r d w e i z e n e r n t e 1949 i n den U . S . A . e r w a r t e t .
b) Die a n o r g a n i s c h e Ernährung d e r P f l a n z e n .
c ) "Ureaform" — e i n n e u e r K u n s t d ü n g e r .
d) Eine neue Konservenbüchse f ü r I r o c k e n n a h r u n g s mittel,
e) Die N a c h t e i l e i n t e n s i v e r W e i d e w i r t s c h a f t .
+ + ++

14/6/49

1)
2)
3J
4)
5)
6}
7)

+ + + + + + + + + +

Die Landarbeit in den Vereinigten Staaten.(II)
Die Wohnverhältnisse auf dem lande.
Das »Farm-Camp».
Geflügelzüchter lassen ihre Bruteier "vorbrüten».
Welternährungskonferenz trat zusammen.
Durchschnittsfarm wird zum Husterbetrieb.
Bauernhöfe im Schatten der Wolkenkratzer.
Kurznachrichten.
+ + + + ++ + + + ++

30/6/49

1)
2)
5)
4J
5)

+ + +

Die L a n d a r b e i t i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n . ( I I I )
Das S c h u l - und Bildungswesen i n den l a n d g e b i e t e n .
Kompostdünger am l a u f e n d e n Band.
E i n n e u e s L i t t e 1 gegen d i e h a u s f l i e g e .
U . S . - R e g i e r u n g baut G e t r e i d e s p e i c h e r .
P f l a n z e n s c h u t z b e g i n n t beim Samenkorn.
+ + + + + + + + + + + + + +

39)

S OHBLRNULMERN.

20/5/49

W e s t d e u t s c h l a n d im zweiton. M a r s h a l l p l a n j a h r .
+ + +

9/6/49

+ + + + +

+ + + + + +

Lie L'ndzielo d e s U a r s h a l l p l a n s f ü r Y/e s t d e u t s c h Land+ ++

+ + + + + + + + + + +

- ia -

�«AMERIKA DIENST"
U. S. Feature Service

S/19 - 71049
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACKRICHTENMATERIAL UND .ARTIKEL DES
"AMERIKA DJENST"
vom 1, Juli 1949 - 30. September 1949

--*2k!;ungJ*edaktionen|
Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und Artikeln
aus früheren Nummern, des "AMERIKA DIENST" zu erleichtern,
bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials,
das Ihnen im dritten Quartal 1949 zugegangen ist. Durch
eine Aufgliederung nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen oder anderen nicht allzu zeitgebundenen Artikels ermöglicht werden.

. Redaktion
»AMERIKA DIENST"
(U.S. Feature Service).

R e d a k t i o n : B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4 ( T e l . 2041, A p p . 186/507)

�AMERIKA DIENST"
U. S. Feature Service

S/L9 - 7104-9
INHaLigySEaEIOHHIS ÜLER li'.CHRIQHIE MATERIAL H B ARTIKEL DES
"AMERIKA LIEHST"
vom 1» Juli 1949 _ 30. September 1949
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Amerikanische Pressestimmen
Leben i n den TJ.S.A.
Wissenschaft
P c r t r n i t s d e r Woche
K u n s t , Musik, T h e a t e r , F i l m , L i t e r a t u r
Las neue Buch
3 u r o p ä i s c h e s Y.'i 4 der auf baupr 0 g r a n o
V e r e i n t e ITationan
Wirtschaft
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Sozialwesen
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T7ohn ungsv/e sen
Eßigrrtion
I.Ien sc iienro c h t e
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Erziehung
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M e i l e n s t e i n e auf unserem Y'eg
Gedenktage
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Gffent 1 ioh e s Forum
So a r b e i t e t d i e a m e r i k a n i s c h e Regierung
Sonderbericht
2/U I h r e r I n f o r m a t i o n

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A r t i k e l für d i e Frau
KarzriaehricUten f ü r d i e i ' r a u
Land\v i r t s c ha i 1 l i c he Sc c h r i 0 hto n
K u r z n a c h r i c h t e n für den L r n d w i r t
Die a m e r i k a n i s c h e v / i r t s c h a f t
E r s i e h ungs v» 0 s en
Medizinische Ilachrichten
Sondernummern

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R e d a k t i o n : Bad Nauheim, G o e t h e s t r a s s e 4 (Tel. 2041, App.186/507)

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1.2 AFRIKANISCHE HffiSSBSTBMBH
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1*) Zu den R e l i g i o n s v e r f o l g u n g e n i n d e r
T sc he c ho s lowo ke i ,
2 . ) "New l o r k T i n o s " zum e n g l i s c h e n
Wir t sehr, ftsdilemma«
3*) Zum Trumansc hon U n t e r s t ü t z u n g s p r o g r a m m
für r ü c k s t ä n d i g e G e b i e t e .
Zur S e n a t s d e b a t t e ü b e r den N o r d a t l a n t i k p a k t ,
1.) Zur C r i p p s - E r k l ä r u n g .
2 . ) "Well S t r e e t Journal'» - E n g l a n d s W i r t schaftspolitik totalitär.
3 . ) "New York ' ^ i a e s " - B e s a t z u n g s p o l i t i k
im neuen G e i s t .
1.) "New York Firnes" - N o r d a t l a n t i k p a k t - das
s t ä r k s t e Bündnis d e r ' W e l t g e s c h i c h t e .
2 . ) "Washington p o s t " - Deutsche p r e s s e i n Gefahr,
1.) "New York Times" - Trumans W i r t s c h a f t s b e r i c h t
r e a l i s t i s c h und g e m ä ß i g t .
2 . ) "New York Firnes" - L e t z t e Sympathien f ü r
c h i n e s i s c h e Kommuniston geschwunden.
3 . ) "New York Sun" - Zur S i t u a t i o n d e r
englischen Presse,
1.} Zur e u r o p ä i s c h e n W i r t s c h a f t s k r i s e ,
2 . ) "New York Firnes" - Pr-.riscr Abkommen i n Gefahr.
3 . ) "New York Sun" - "Mein Papa kann mehr a l s P e i n e r "
1*) Zur Ezkonmuniaierung d e r K o n n u n i s t o n .
2 . ) "Los Angeles T i n o s " b e g r ü ß t neue K r i e g s r c g e l n .
"New York l'imes" - D e u t s c h e r N a t i o n a l i s m u s b e i
kommenden Wahlen u n v e r m e i d l i c h .
1.) Zur A t l c n t i k p a k t r a t i f i z i e r u n g .
2 . ) "New York I i m e s " - Zur Trumr.nrede,
Zur e u r o p ä i s c h e n W a f f e n h i l f o .
Zur T r u n a n - B o t s c h a f t .
Zur K o n g r o ß o p p o s i t i o n gegen Waffenhilfsprogramm.
+ + + + + + + ++ + + + +
1.) "New York Times" - R e p u b l i k a n i s c h e s
" E r s a t z p r o gramm" sc hwach.
2 . ) " S t . Louis Post D i s p a t c h " - Deutsche Wahlen von
g r ö ß t e r Bedeutung f ü r d i e W e s t n ä c h t e .
3 . ) "Washington P o s t " - A t o m e n e r g i e - K r i s e abgewendet.
4 . ) "New York T i n o s " - A t l a n t i k p a k t e r m ö g l i c h t
deutsch-französische Verständigung.
Zur K o n g r e ß d e b a t t e ü b e r Wcffonhilfsprogramm.
Zur W e l t r e g i e r u n g .
Zu den d e u t s c h e n Bundeswahlen,
1.) "New York Herald T r i b ü n e " - Zur Wahlkampagne,
2 . ) "Washington S t a r " - Sowjets v o r h i n d e r n
Ost-Wo s t h a n d e 1 .
3 . ) "New York T i m e s " - Kein f r e i e s Europa ohne e i n
f r e i e s Deutschland.
4 . ) " S t . L o u i s Porjt-Dispo.tch" - " T o t a l i t a r i s m u s und
Zwangsarbeit gehen Hand i n Hand."
Zum E u r o p a r a t .

�AMERIKANISCHE PRESSESTIMMEN
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1.)

"New York Herald T r i b ü n e " b e f ü r w o r t e t F r a n k reich, a l s e r s t e e u r o p ä i s c h e V e r t e i d i g u n g s l i n i e ,
2 . ) "ITew York Times'! zum E u r o p a r o t .
3.5 ^Washington Star'f für ' w e i t e r e U n t e r s t ü t z u n g
Griechenlands 1
1.) Zur deutschen. Wahl.
2.5 2 ur.i E uro paf a t .
Zu den Auswirkungen d e r d e u t s c h e n Wahlen.
U . S . - P r e s s e zur Kürzung des W a f f e n h i l f s p r o g r a m m s .
1.) Zur Den Haager K o n f e r e n z .
2 . ) "Washington S t a r " - Europa muß D e u t s c h l a n d
wieder e i n g l i e d e r n .
3 . ) "Uew York Times" zum 1 0 , J a h r e s t a g des P a k t e s
zwischen H i t l e r und den S o w j e t s .
Zum s o w j e t i s c h - j u g o s l a w i s c h e n N o t e n w e c h s e l .
£ um Euro p a r a t .
Zu den b r i t i s c h - a m e r i k a n i s c h e n P i n a n z b e s p r e c h u n g e n .
+ + + + + + + + + + ++ +
1.) Zu P r ä s i d e n t Trumans Rede ü b e r d i e W i r t s c h a f t s h i l f e der V e r e i n i g t e n S t r a t e n .
2 . ) Zur e u r o p ä i s c h e n W i r t s c h a f t s e i n h e i t .
Zur Den Hr.ager K o n f e r e n z .
Zun, Beginn d e r a n g l o - a m e r i k a n i s c h e n
P i n a n z b e s p r e c h u n g e n i n Washington.
1.) Zu den D r e i e r b e s p r e c h u n g e n ,
2 . ) Zur E r ö f f n u n g s s i t z u n g des w e s t d e u t s c h e n
Bundestages.
1.) Zur Wahl Theodor H e u s s « .
2.5 Zum Abschluß d e r Washingtoner P i n a n z b e s p r e c h u n g e n .
1.) Zur d e u t s c h e n S i t u a t i o n .
2 . ) Zur a m e r i k a n i s c h e n U n t e r s t ü t z u n g J u g o s l a w i e n s .
1 . ) Z ur Abw o r t ung des Pfunde s .
2.5 Zum V o r s c h l a g e i n e s O b e r s t e n E u r o p ä i s c h e n
Gerichtshofes.
Zur F e s t i g u n g d e r a m e r i k a n i s c h e n W i r t s c h a f t s l a g e .
1.) Zur Pfundabwertung.
2.5 Zum 3 u d a p e s t e r P r o z e s s .
3 . ) "Washington Star 1 ' zur UN-GenoralverSammlung,
Zur s o w j e t i s c h e n Atomexplosion.
1.) Z um R.: 31:-Urte i l .
2.) U.S.-Wirtschaft erwartet scharfe Auslandskonkurrenz.
1.) U . S . - P r e s s e f o r d e r t i n t e r n a t i o n a l e s Abkommen
zur Atomenergiekontrolle.
2 . ) B r i t i s c h e Gewinnsteuer lähmt U n t e r n c h m e r g c i s t .
3 . ) Säuberung d e r t s c h e c h i s c h e n KP und
K i r c h e n k n e b e l u n g gehen Hand i n Hand.
+ + + + + + + + + + + -!- +
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�2 . ) LEBEII IN D31: U.S.A.

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25/7/49

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29/7/49

1.
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J . Edgar Hoovor. und sein FBI.
Das r,r'-.rcrü:rus per 2 c s t .
SQma©33 i n Uewi York.
itleinbet r i e b e gefährden die V/eitrevolution,
Amerikanische S t r a s scn'rahd-^Kapitalist en' 1 .
Die Amerikaner worden immer e i n s i l b i g e r .
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und dos gibt es nur i n Amerika.
Flucht vor den Rundstagen. - August i s t
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Amerika entdeckt des Puppenspiel.
Landstrasson e l e k t r i s c h g e h e i z t .
+ + + + ++ + ++ + + + +

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1.

Schlager-Parade mit Überraschungen.
Amerikas Jugend i s t "Ccwbcy - c r a z y " .
Pur und wider das "parking-lleter".
Der zweit längste Tunnel der V/elt.
Die Hationalparks,
77 Millionen Kirchenmitglieder i n den U.S.A.
Schülerclubs zum ITat Urkunde s t udium.
Brooklyner, die c.morikani sehen Sachsen.
Das .•-.merikrnische Oapitcl wird m o d e r n i s i e r t .
Mit 80 durch die halbe V/elt.
Die LJational-Archive in Washington-,
"Oclumns" und "Oolumnist". - T r a d i t i o n e l l e
Einrichtung der amerikanischen Zeitungen,
U.S.-Repräsentauteniiaus h i l f t i t a l i e n i s c h e m
Waisenkind,
Arne r i k a s i n t e r n a t i o n a l e Pre undschaftsgärten,
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'3linde l a u s c h e n " s p r e c h e n d e n Büchern".
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ITew Yorker S c h ü l e r l e r n e n A u t o f a h r e n .
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amerikanischer Schulkinder.
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Jugend-Fernsehprogramme ohne B l u t - R o n a n t i k .
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Fortuna ohne Rundfunklizenz.
Mehr 2heSchliessungen in den U.S.A.
Bas TTeisse Haus wird renoviert,
Volksbildung in amerikanischen Industriebetrieben,
Kinobesuch - in Autol
100 Millionen für die Forschung.
Iausunde vorreisen zur Ferienzeit in
"Eigenhein auf Rädern".
Bie Namen der 48 Starten und ihre Bedeutung.
Amerikas neuester Flughafen.
Städter spielen Cowbeys,
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Ber chinesische Stadtteil New Yorks.
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�3 . ) WISSENSCHAFT

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2 . ) »Hotel f ü r I n t e l l e k t u e l l e " .
+ + + + +H- + + + + + + +

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7/9/49
9/9/49
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P e n i c i l l i n - b e s s e r und b i l l i g e r .
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Moderne Navigationsmittel erleichtern
die Binnenschiffahrt.
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�4) PORTRÄTS DER WOCHE
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Tcnnossoe TTilliama; "Der Eugene O ' H e i l l u n s e r e r T a g e " .
S e n a t o r R o b e r t F . Wagner.
Henry F o r d .
Benny Goodman - E i n Leben für den J a z z .
+ + +•+ + + + + + + + + +
Zu Herbert Hcovcrs 75. Geburtstag.
Francis jatrick Matthews, U.S. Staatssekretär für die Marine.
1.) Philip D. Reed, der neue Präsident der
Internationalen Handelskammer•
2.) Robert Fulton, Erfinder des Dampfschiffes.
Admiral Alan Gr. Kirk, Washingtons 7. Botschafter
in Moskau.
Generalmajor Maxwell D. Taylor, der neue
amerikanische Kommandant von Berlin.
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7/9/49
9/9/49
14/9/49
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Max R e i n h a r d t .
Upton S i n c l a i r - Für S o z i a l i s m u s und F r e i h e i t .
Gordon Gray b e s u c h t D e u t s c h l a n d .
Joseph Cotton.
Bernard J . S h e i l - der " A r b e i t e r b i s c h o f " von Ghikn.o-o.
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5) K . U H S I ,
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MUSIK, THEATER, FILM, LITERATUR.

Sommerkonzerte d e r IJew Yorker P h i l h a r m o n i k e r .
Die B ü h n e n d i c h t c r g c n o s s e n s c h a f t .
Erne s t Herningwa y.
Sommertheater i n Amerika.
Herman M o l v i l l e - e i n G o t t s u c h e r auf dem Meer.
+ ++ + + + + + + ++ + +
Louis und das große L a l u l ä .
Chopin - m e i s t g e s p i e l t e r Komponist i n New York.
I n t e r v i e w mit C h a r l e s Laughton.
1.) E r i c h von b t r o h e i m " f ü h r t w i e d e r R e g i e " .
2 . ) U . S . - K u l t u r f i l m e i n Venedig.
1.) Die W e i s h e i t des o r g a n i s c h e n B r u e n s . E i n P r i v a t i s simum mit Amerikas größtem A r c h i t e k t e n .
2 . ) Brookgrcen - e i n Museum im F r e i e n . - Z e i t g e n ö s s i s c h e a m e r i k a n i s c h e B i l d h a u e r k u n s t i n einem
n a t ü r l i c h e n Rahmen.
Die a m e r i k a n i s c h e Jugend und d i e Musik.
Aus dem a m e r i k a n i s c h e n B u c h h a n d e l . - S t ä n d i g e r A n s t i e g
der Büchcrcinfuhr s e i t Kriegsende.
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�KUNS

T, MUSIK, THEATER, FILM, LITERATUR

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R o b e r t Lawson Shaw, d e r g e n i a l e C h o r c e i s t e r
Vereinigten Staaten.

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Metro-Gcldwyn-IJr.yer f e i e r n

31/8/49
2/9/49

Amerikanischer Bariton in Deutschland.(Mack
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Das T h e a t e r w i r b t f ü r V ö l k e r v e r s t ä n d i g u n g

7/9/49

1.)

12/9/49

25.

Geburtstag.

Hollywood d r e h t i n E u r o p a .
Die G e s c h i c h t e d e r a x i e r i k a n i e c h e n

26/9/49

Die A r b e i t d e r B u n d e s s t a a t s d r u c k e r e i

"Pccketbccks".
i n Washington.

30/9/49

1-6 000 K u n s t w e r k e i n d e r n a t i o n a l G c l l e r y o f
+ + + ++•+ + + + + + + +
6) DAS NEUE BUCH
1/7/49

P o r t r a i t eines amerikanischen
R a l p h T7aldo E m e r s o n .

8/7/49

Ein Skeptiker r e i s t

Olynpiers.

B i b e l c o n t r a F r e u d . - Msgr. P u l t o n
P c a c e of S o u l .

29/7/49

Novalis, Klassiker des
+ + ++

26/8/49

Art.

-

zweimal n a c h Damaskus.

22/7/49

19/8/49

Harreil).

R o b e r t E . Sherwood und Samuel E l i o t M o r i s c n
erhalten Bancroft-Literaturpreis.
2 . ) Das B a r t e r - T l i e a t e r s p i e l t e i n den L u r a y Höhlen i n V i r g i n i a .
3.) Negerstudenten spielen in Oslo.
1 . ) E r h o l u n g s h e i n f ü r j u n g e und a l t e K ü n s t l e r i n Miami«
2 . ) Die P l a y w r i g h t s Company f ö r d e r t N a c h w a c h s t a l e n t e .

19/9/49
21/9/49

5/8/49
12/8/49

der

J.

Sheen:

Surrealismus.

+ + + + + + + + +

Der Osten und der Westen. (Pearl S. Bück)
Pranz Schönberner. - "Der innere *:."eg eines
Aussensciters".
Hendrik '„Tillen van loon, "Amerika - Roman eines
Landes."
Arthur Kcostler, - "Sonnenfinsternis".
+ + + + + + + + + + + + +

2/9/49

F e u i l l c t c n i s m u s und T o l e r a n z . (Elwyn B . V.'hite,
"Der H e u s c h n u p f e n , Amerika und i c h " . )

9/9/49

H.A. O v e r s t r e e t ,

The M a t u r e

Mind.

16/9/49

E i n e Geschichte d e r n o r d a m e r i k a n i s c h e n

23/9/49

Alice Herdanj

30/9/49

H e n r y L . Mencken und s e i n n e u e s t e s

"Das t ä g l i c h e

Indianer.

Leben".
7,'erk.

+ + + + + + + + + + + + +
7) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAU PROGRAMM
1/7/49
6/7/49
8/7/49

Der M a r s h a l l p l a n v e r s o r g t E u r o p a m i t
A r z n e i e n und m e d i z i n i s c h e r A u s r ü s t u n g .
VVohnungsschau und M a r s h a l l p l a n .
ERP - Der a m e r i k a n i s c h e P r i e d e n s p l a n .
- 7

-

�EUROPÄISCHES WIEDERAUPBAUPROGRAMIvI
27/7/49

Die Gewerkschaften
+ + +

1/8/49
15/8/49
22/8/49
26/8/49
29/8/49

s t e h e n h i n t e r den M a r s h a l l p l a u .

+ + + + + + + + + +

Europa erholt sich.
1.) Paul G. Hoffnan in Frankfurt erwartet.
2.) Marshällplan hilft der deutschen Textilindustrie,
Neues Leben in europäischen Häfen.
OEEC spannt Wissenschaft und Technik für den
gemeinsamen Wiederaufbau ein.
EGA fördert die Ausbildung des europäischen
Arbe itnehne rnachwuch.se s.
+ + + + + + + + + + + + +

12/9/49
19/9/49
23/9/49

Der homo t o c h n i c u s e r o b e r t den "dunklen E r d t e i l " , Die u n e r s c h l e s s e n e n Reichtümer A f r i k a s werden
sondiert.
I n d u s t r i e p r o d u k t i o n d e r ERP-Länder 17 P r o z e n t ü b e r
Vorkriegsstand.
B e r l i n e r S c h ü l e r gewinnt A m e r i k a r e i s e ,
+ + + + + + + + + + + + +

8) VEREINTE NATIONEN
6/7/49
20/7/49
17/8/49
22/8/49

Was leisten die Vereinten Nationen?
Die Weltbank - Geldzentrale von 48 Nationen.
+ + + + + + + + + + + + +
Ausnutzung a l l e r R o h s t o f f - und E n e r g i e q u e l l e n d e r
Erde zur Erhöhung des L e b e n s s t a n d a r d s d e r M e n s c h h e i t .
Was wird aus den H i l f s p r o g r a n n f ü r r ü c k s t ä n d i g e
Gebiete?
+ '+ + + + + +

9/9/49

+ + -1- + + +

TVA a l s V o r b i l i f ü r UNSCCUR F l u S r e g u l i o r u n g s p r o b l o n e .
+ + + + + + + + ++

+ + +

9) WIRTSCHAFT
6/7/49
II/7/49
15/7/49
22/7/49

APD und CIO zun Stand d e r a m e r i k a n i s c h e n W i r t s c h a f t .
Amerika geht von der N a c h k r i e g s - z u r F r i e d e n s w i r t schaft über,
Der Wechsel von V e r k ä u f e r - zun Käufermarkt i n
S p i e g e l von Trumans W i r t s c h a f t s b e r i c h t .
Tatsachen über die amerikanische W i r t s c h a f t ,
+ + + + + + + + + + + + +

1/8/49
8/8/49
10/8/49
17/8/49

Amerika baut n e h r Baumwolle a n .
1.) T r a k t o r e n s t a t t P f e r d e .
2 . ) W a s s e r k r ä f t e im D i e n s t e d e r M e n s c h h e i t .
Die I n d u s t r i a l i s i e r u n g des Südens.
S t e i g e n d e ERP-Lieferungen.
- 8 -

�WIRTSCHAFT
19/8/4-9

1 . ) Fuhrende P e r s ö n l i c h k e i t e n z u r
W i r t s c h a f t s i e g e i n Amerika.
2 . ) Sechsmal mehr S t e u e r n a l s vor neun J a h r e n .
3 . ) I n v e s t i e r u n g e n der U . S . - W i r t s c h a f t im
allgemeinen unverändert.
2 9 / 8 / 4 9 Zwei G e n e r a t i o n e n "North S t a r " im D i e n s t e d e r
Eingeborenen Alaskas.
+ ++ + + + + + + + + + +
1 2 / 9 / 4 9 Weniger A r b e i t s l o s e in U.S.A.
141^/9/49 A m e r i k a n i s c h e r W i r t s c h a f t s w i s s e n s c h a f t l e r f o r d e r t
Synthese zwischen P l a n w i r t s c h a f t und f r e i e m Unt e r n e hmc r t um.
2 1 / 9 / 4 9 Aufgaben und A r b e i t s m e t h o d e n d e r U.S.-Handelskammer,
+ + + + + + + + + + + + +
10) INDUSTRIE
20/7/49

U . S . - L u f t w a f f e g i b t n e u e s Mehrzweckflugzeug
in Auftrag.
2 2 / 7 / 4 9 F a b r i k g e l ä n d e mit S c h l i t t s c h u h b a h n . - Der neue
amerikanische Fabffikstil.
+ + + + + + +++ + + + +
2 4 / 8 / 4 9 An 2 8 . August 1859 wurde die e r s t e Ö l q u e l l e
d e r Welt e r s c h l o s s e n .
2 9 / 8 / 4 9 1.) T e n n e s s e e t a l - K r a f t w e r k v e r s o r g t 1 M i l l i o n
V e r b r a u c h e r mit Strom.
2 . ) Die Lage d e r A u t o r e i f e n - , A u t e m o b i l - und
W e r k z e u g i n d u s t r i e i n U.S.A.
+ + +++ + + + + + + + +
7/9/49 Aussterbende Riesonautcs.
1 2 / 9 / 4 9 F e i n f r o s t e r z e u g n i s s e e r o b e r n den a m e r i k a n i s c h e n
Nah rungs m i t t e l m a r k t .
1 4 / 9 / 4 9 Häuser ohne Mauerwerk, - Aluminium und S t a h l
e r s e t z e n den Z i e g e l s t e i n .
1 6 / 9 / 4 9 E r d g a s aus Texas f ü r ^ew Yorker H a u s h a l t e .
2 1 / 9 / 4 9 1.) Von schwarz-weiß zu b u n t . - F e r n s e h e n f ü r
a l l e i s t n i c h t mehr f e r n ,
2 . ) E u r o p ä i s c h e I n d u s t r i e schau i n U.S.A.
2 6 / 9 / 4 9 Amerikanische A u t o v o r s c h a u 195 0.
+ + + + + + + + ++ + + +
11) A R B E I T
11/7/49
18/7/49
12/8/49
19/8/49

AFL f o r d e r t Mäßigung b e i L o h n s t r e i t i g k e i t e n .
Es geht auch ohne S t r e i k .
+ +++ + + ++ + + + + +
Deutsche G e w e r k s c h a f t l e r besuchen die U.S.A.
Mehr A r b e i t s p l ä t z e für k ö r p e r b e h i n d e r t e i n U.S.A.
_ 9 _

�A R B E I T
22/8/49

Der W o h l f a h r t e f o n d s d e r a m e r i k a n i s c h e n
Borgarbeiter i n Geldnöten.
2 6 / 3 / r 9 1,} 5 , S.f;pteraberi F e i e r t a g d e r A r b e i t i n Amerika.
2 . ) Truaan&lt;-Arklärung zun L--bcr Day, dqn F e i e r t a g
des , 0 ~ r i k a n i s c j a e n A r b e i t e r s ,
5.) Labor Day und der LIcrene l l p l a n ,
3 1 / 8 / 4 9 Amerikanische Rcgicrungsboomte zun Labor Day.
+ + + + ++ + + + + + + +
2 / 9 / 4 9 Gewerkschaften und T e n n e s s e e t a l - V c r w a l t u n g
e r b e i t o n Hand i n Hand.
9 / 9 / 4 9 40-£tunde:iwoche f ü r die a m e r i k a n i s c h e n E i s e n b a h n e r ,
1 6 / 9 / 4 9 Die a m e r i k a n i s c h e n Gewerkschaften und der l i o n g r e s s ,
1 9 / 9 / 4 9 1.) L \ S . - A r b e i t »markt i n Z a h l e n .
2 . ) S t r e i k s .-der neue K e l l - k t i v v e r h a n d l u n g o n ? Zur Lage i n d e r a m e r i k a n i s c h e n S t a h l i n d u s t r i e ,
2 1 / 9 / 4 : "Unsere Firma 1948». - J a h r e s b e r i c h t f ü r A r b e i t e r
und Ang o s t c 1 l t u,
2 0 / 9 / 4 9 John L, Lewis, P r ä s i d e n t d e r V e r e i n i g t e n
Bergarboitergeworkschaft,
+ ++ + + + + + + + + + +
12) S02.IAI/.~C3IA:

25/7/49

Krcnte3n"vorsioherunß in den

U.Ü.A.

+ + + +++ + +++ + + +
7 / 9 / 4 9 Jugendproblonö an rundun T i s c h .
+ ++ + + + + + + + + + +
13) POLITIK
13/7/49
29/7/49

"Vogc zum F r i e d e n " - a u s e i n e r S c h r i f t des
S t a t e Ac ; . , a r t n - n t .
Der fcoitfaktcr i n der D e b a t t e um das R a f f e n -

hilf opre grena,

+ + + + + + + + + + H- + +
14) AEGRTTDXIira
22/7/A9

"So wchnt An, r i k a » - F r a n k f u r t e r A u s s t e l l u n g
über amerikanische Vchnkultur.
+ + + + + + + + + + ++ +
15) ffOHNUNGSVESÖN
29/7/49

V o r g e f e r t i g t e Häuser .' uf d e r F r a n k f u r t e r A u s s t e l l u n g ,
+ + + + + + + + + + + -!- +
1/8/4 'J "Sc wohnt Amerika" - Aus » t o l l u n g der a m e r i k a n i s c h e n
M i l i t ä r r e g i e r u n g in Frankfurt«
5 / 8 / r 9 1.) Amerikas 'Johnhaus Hr. 1 ,
2 , ) Zunehmende B a u t ä t i g k e i t i n 0.011 U.3.A.
+ + + ++++ + + + + + +
- 10 -

�16) mimi-ion
1Q/9/49

P r i v a t e G e s e l l s c h a f t e n h e l f e n den E i n w a n d e r e r
i n U«S»A«
+ + + + + + + + + + + + +

17) HElSGEElulSCHi'E
9/9/49

Jessup f c r d o r t vollu Unterstützung der
E o k l a r a t i o n der Menschenrechte.
+ + ++ + + + + + + + + +
18) FEBMDEinrEBKBBB
10/8/49

400 000 a m e r i k a n i s c h e T o u r i s t e n c r w n r t o t .
+ + +++ + + + + + + + +
19) EH2IEHUEG
31/8/49

6. September 1 Eer e r s t e S c h u l t a g .
+ ++ + + + + + + + + + +
2 3 / 9 / 4 9 1.) Ei-j B i b l i o t h e k f ü r Auslands kund 0 i n C h i k a g c .
2 . ) Eos I n t e r n a t i o n a l e flaus i n IXAV x r r k .
+ + ++ + ++ + ++ + + +
20) JIWSSND
27/7/49

28/9/49

D e u t s c h e r S i e g e r r.ls (Jüflt beim »Soop Box Ecrby" i n

Akren,

+ + + ++ + + + + + + + +
Amerikanische Clubs für Internationale Verständigung.
+ + + + + + + + + + + + +

21) ilEEIÜIE
22/8/49

1.)

G e l i n g t e s , d a s Seepenst d e r »Staublunge»
au bsnnen?
2 . ) : | j u : . r t i L ; o r Eö'ntgenapoarat e r m ö g l i c h t

frühzeitigere Krobadiagnoae,

+ •(- + + + + + + + + + + +

22) SP0R2
6/7/49
15///49

Mit dod Motorrad b i s noch Alaska und A r g e n t i n i e n .
Zwanzig M i l l i o n e n K e g l e r .
+ ++ + + + + + ++ + + +
26/Q/49 Golf gewinnt s t ä n d i g neue Anhänger i n Amerika.
+ ++ + ++ + + ++ + + +
23) SJBIIE2JS3IEIHB AUE ÜESEBEM V/EG
10/0/49
14/9/49

Eer Panama-Kanal f e i e r t 3 5 . G e b u r t s t a g .
+ + + + + + + ++ + + + +
Zun J o h r e s t a g der a m e r i k a n i s c h e n V e r f a s s u n g .
+ • + + + + + + +. + • • + , •
- 11 -

�24) GEDEIHITAGE
14/3/49

Baron F r i e d r i c h Wilhelm ven S t e u b e n , - Zm
G e b u r t s t a g an 17. September,
+ + + + + + -(. + t + + f +
25) tfAHESJ*

£19.

1/8/49
17/8/49

V.*ahl d e s d e u t s c h e n B u n d e s t a g e s ,
Das a m e r i k a n i s c h e ©täte Department zu den
Bundeswahlen.
• +,+ + + 4- + + + + ' + -r +
26) AHERIMISCHE STÄDTE
13/7/49

San P e d r o , K a l i f o r n i e n , d e r g r ö ß t e
Fischereihafen der \7elt,
+ + + + + + + + + + -!- + +
27) ÖFIEKIL2&amp;H3S FORUII

15/7/49

TTeltreise d e r "Tcwn l i c e t i n g s "
+ + + + + + + + + +"+ + +
28) SO ARBEITET DIE AMEÄIKANISOHE EEGÜjJfiUlTG
2/9/49
28/9/49

R e g i e r u n g und O p p o s i t i o n .
Amerikas l l o c h v a r r a t s p r c z e ß e ohne T o d e s u r t e i l e
+ +++ + + + + + + + + +
29) S0HDER3ERI0HT
9/9/49

Die " S t i u a e Amerikas" und i h r e 2 - i e l e .
+ + + + + + + + +++ + +
30) AU IHRES. IMPCKMATION
11/7/49
20/7/49

12/8/49
22/8/49

P r ä s i d e n t Trunane H a l b j a h r e s w i r t s c h a f t s b e r i c h t
an den a m e r i k a n i s c h e n Kongreß.
Grundsätze und "4escn d e r a u o r i k a n i s c h e n A u s s e n p o l i t i k . - Iruman-Rede vor der Großloge von
Nordamerika.
+ +++ + + + + + + + + +
Der v o l l e Text d e r D e u t s c h l a n d r e d e , d i e
John Jay LlcCloy aa 9 . August g e h a l t e n h a t ,
P r ä s i d e n t Iruman v o r den Amerikanischen
Vet e r a n e n v e r b a n d .
+ + + + ++ + + + + + + +

- 12 -

�31) ARTIKEL PÜE DIE FRAtf

SJM.il

1) Fs-augn in der Politik
?-) Deutsche Jugendgruppenleiter kommentieren die
Arbglt der .Jugendorganisationen in den U.S.A»
Frauen verlangen sofortige Achtung des Völkermords.
4) :.:n musa sich nicht gleich scheiden lassen.
5) Anschauliche Nahrungsmittelkunde für New Yorker
Schulkinder«
6) Eine Frau auf Alligatorenfang.

11/7/49

1) P f l e g e k u l t u r e l l e r B e z i e h u n g e n mit a n d e r e n L ä n d e r n .
2) »Arm rikan e rinn e n . "
3) i f e r s u c h t b e i K i n d e r n .
4) tc.vardessen d e r L u f t .

18/7/49

1 ) P a r k w a y V i l l a g e , die U . K . W o h n s i e d l u n g .
über die Arbeit des amerikanischen Hauswirt*)
sehaltswerke«
5) Sonnengebräunt - aber ohne Sonnenbrand.
4) Lebt die Frau von heute "auf grösserem Puss?"
5) Ein neues Kiweissprodukt aus Sojabohnen,
1) Pearl 3. Bück. - Ein Leben zwischen Ost und V/est
2) ;.as bringt die amerikanische Herbstmode?
3) Piraten der Pifth Avenue
Spielzeugmessen in den Vereinigten Staaten.
Kein ^.1 auf gewachstes Holz.

25/7/49

t\

1/8/49

l)
2)
3)
4
5
6)

8/8/49

Frauen bei den Vereinton Nationen.
Psychologische Gesetzmässigkeiten der
Kinderspräche•
.unt Nancy" feierte ihren 111. Geburtstag.
3)
4) Unsere parfümierte . Welt«
5) Auch ein Küchenherd will gut behandelt rerden.
1) Persönlicher Kontakt als Verständigungsbrücke
waschen Auropa und Amerika.
2) Ein Leben im Schatten ihres grossen Mannes«
Line. Helonc Schwelt zer•
3) Kundendienst i .Der den Äther
4) Amerikanische Schulkinder werben mit Jahrbüchern
um die Freundschaft der V/eltj'ugend.
5) Pektin unentbehrlich für die Gslcebereitung.

15/8/49

22/8/49

29/8/49

Maryland-Universität schult Farmerfraucn.
"Frauen sind doch bessere Diplomaten".
Orchideenzucht im eigenen Heim.
Worüber sie sich Sorgen machen
•'-.n g enehmere Hund s t a g e.
Der Knigge für Autofahrer.

1) Amerika trauert um Margaret Mitchell,
') Die Frau als Diplomat,
3) Der Kinderstar mit dem ausdrucksvollen Gesicht.
4) Die National Cathedral Schule in Washington«!
5 Moderne Möbel für bescheidene Einkommen«
6) 80-jährige Diplomatenwitwe als Zeitungsverkäuferin.
1) Halbtagsarbeitsmöglichkeiten für die Frau,
2) Mrs. Giannini Hoffman, der erste weibliche Direktor
der grössten Bank der Welt«
3) Kinder bedürfen der elterlichen Führung.
4 ) Frauen bauen aus eigener Initiative e i n e Icunsthandwerkliche Heimindustrie auf.
- 13

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
29/3/49

5) Nachwuchs für das Modegewerbe.

7/9/49

12/9/49

19/9/49

4
5
6
1
2
3
4
5

26/9/49

32). KUR ZK

6/I/4_9_

11/7/49

18/7/49

25/7/49

1
2
3
4
5
6

Die Stellung der Frau in der deutschen Wirtschaft
Eine Frau auf dem Mount McKinley.
Der erste Schulgang.
Neuartiger Rechenunterricht an den New Yorker
Grundschulen.
Heirat und Scheidung in den Vereinigten Staaten.
Melonen - erfrischend und nahrhaft.
Neue Gasherdmodelle.
Amerikanische Ehepaare adoptieren Flüchtlingskinder aus Europa.
Ethel Barrymoore - die "first lady': des
amerikanischen Theaters.
Das Museum - eine Quelle der Anregung für den
Rodeschöpfer.
Allgemein Verständliches über seelische Hygiene.
Kochen mit Ultrakurzwellen.
Gepflegt aussehen - auch an heissen Tagen.
New Yorker Schule der Rechtswissenschaften
feiert 60jähriges Eestehen.
Der Weg zurück.
Die neue Mode nimmt sich der Backfische an.
Kinder brauchen mehr Thiamin und Riboflavin.
Alice Eastwood - die bedeutendste Botanikerin
der U.S.A.
130 Jahre amerikanische Frauenverbände.
In Sachen der Eltern«,
Schönes Haar durch richtige Behandlung.
Edith Quimby, Amerikas erste Biophysikerin.
StoffImitation ...„,. aue Pelz!
Auch das Annähen von Kröpfen will gekonnt sein.
XRICHTSN FÜR DIE FRAU

Frau Mode diktiert" Baumwollstoffe.
Drei Frauen segeln um die • elt.
Grüne Erbsen - gartenfrisch, trotz tagelanger
Transporte.
Ein Märchen wird wahr.
Kurse für Frauen über 40.
Kleine Linke - Grosse Hilfe.
50 &gt; aller Stadtfarailien in U.S.A. werden teilweise oeer ganz durch den Arbeitsverdienst von
Frauen vs: z exh al t en Die erste Internationale Erfindcrausstcllung in
New York,
a Erfrischung im Nub Tomaten roh oder gokocht cinweeken?
c Eine har.'dvcll küliier Vorschläge für heisse
S ommorab en de,
Seid tolerant.
Die Baumwollpflanze liefert neue Textilfasorn.
Kurzes Haar,die grosse Mode.
Obstkörbchen aus Kunststoffgeflecht.
Neue iilfsmittel für die Hausfrau.
Stricknadeln altmodisch?
c) Schutzhandschuhe mit Baumwollfutter.
- 14 -

�KURZNAQKRIGÜTER Ft'R DIE FRAU
l,/8/49

8/8/49

15/8/49

22/8/49

29/8/49

7/9/49

12/9/49

19/9/49

26/9/49

a)
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c;
a)
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c)
d)
a)
b)
c)
d)
a)
b)
c)
d)
a)
b)
c)
d)

Rinder "bebauen ihre Schulgärten,
Braten und Backen - ohne Fett.
Gedanken über das Denken.
Alter schützt vor Eitelkeit nicht.
Teppiche aus Kunststoff.
Wettbewerb im Kostümschneidern.
Ehebetten im Ferienauto,
Die Lohnverhältnisse in der U.3.-Bekleidungsindustrie .
Auftrennen leicht gemacht.
Ohrringe aus Federn.
Auch Strümpfe sind der Mode unterworfen.
Aminosäure in Co st und Gemüse.
Synthetische Waschmittel kontra Seife.
Nylongewebe - für jede Tageszeit.
Es:travagante Kücb.entips.
Gemeinschaftsweckküchen in den Vereinigten Staaten,
Eine Prise Salz.
Abstauben macht staubig.
Für den Herbst kleine Hüte mit Federn und
Schleier.

a) Grössere Rachfrage nach Obstsaften als nach
frischem Cbst.
b) Die Bekleidungsindustrie im Staate New York.
c) Diu Ausstattung der neuen Häuser wird immer
besser.
d) - "Alles kehrt wieder" -.
a) Strümpfe und Wäsche aus Nylon - diesmal aber
für ihn.
b) Schwesturnheltferinnen im amerikanischen Gesundheitswesen.
c) .eiche Völker trinken gerne Kaffee?
d) Kleine Winke - grosse Hilfe.
a) Amerikanische Universität ehrt europäische Frauen f
b) Uorüber die amerikanische Frau spricht.
c) Die George Junior Republik. - Ein moderner
amerikanischer Jugendstaat.
d) Krawatten - "Dcrnier Cri" der Damenmode.
e) Amerikanische Höflichkeit«

a) Backstube und Geographie.
b) Tiefgekühlter Orangensaft.
c) Seifenschaum allein tuts nicht.d) Überwinterung der Sommergarderobe.
+ + + + + + + + +

+ + +

332 LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN
12/7/49

1)
2)
3)
4)
5)

Grössere Ernten durch Zusammenarbeit.
LüA-Hilfe für die afrikanische Landwirtschaft
ölemulsionen gegen die St. Jose-Schildlaus.
Leichtbeton für landwirtschaftliche Bauten.
Desinfektion auf dem Bauernhof.

- 15 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN
26/7/4-9

1) Marktberichterstattung für den Landwirt.
2) Jüdische Farmer in den Vereinigten Staaten.
3) Trocken-Kühl-Kost, eine neue Lebensmittelkon-,
servierungsmethode«
Der Nutzwert des Regenwurms«
Amerikanische F&amp;imer bereisen EuropaRationelle Schweinezucht durch Markierung der
Tiere.
+ ++

4/8/49

19/8/49

+ + + + +• + + + f- +

l) Entwicklung-der deutschen Landwirtschaft seit
Kriegsende und die Hilfe Amerikas.
2) Mechanisierung des Gemüseanbaues.
3$ KünstlichesWetter - Künstliche Blitze«
4) Zeitungspapier aus Stroh«
5) Lehrfilme für den Landwirt.
6) Pflanzenschutz aus Kunststoff.
1) Erfolgreiche Methoden der modernen Landwirtschaft.
2) Flugzeuge als Sämaschinen und Vogelscheuchen.
3) Wabashsojabohne erzielt grössere Ernten.
4) Richtiges Auslassen von Schweinefett,
5) Wie beseitigt man Klopfgeräusche in der
Wasserleitung?
+ + + + + + + + + + + + +

6/9/49

20/9/49

1)
2)
33
4)
5)
6)
1)
2)
3)
4)
5)
6)

"Provinz" ohne "Hinterwäldler".
Immergrüne Pflanzen - der dankbarste Gartenschmuck.
Vor- und Nachteile künstlicher Düngung.
Der kalifornische Weinbau.
Neue Heilmittel gegen Huf-Erkrankungen.
"Meisterpflüger" - Wettbewerbe.
Wann legt man einen Rasen an?
Geheizte Obstgärten.
Dr. Bartlebs Baumwunderland«
Rinder unter dem Messer des Tierarztes.
Notizen aus dem Hühnerstall.
Sorgen um die amerikanische Reisernte 1949«
+ + + + + + + + + + + + +

34) KURZNACHRICHTEN FÜR DEN LANDWIRT
a) Heuschreckenplage in den U.S.A..
b) Naphtalin vernichtet Wasserpflanzen.
cj Mit dem Mäusetest gegen die Stallfliegen.
d) Futtersäcke werden Sommerkleider.
e) Sublimat tötet tierische Schädlinge.
• 2 6 / 7 / 4 9 a) Weizenanbaugebiet für 1950 in den U.S.A, reduziert,
b) Zuchtbullen, keine Gefahr mehr auf den Farmen,
c) Friachmilch in Papierflaschen,
i d J Kein DDT in den Lilchviehstall.
e)._Kühle Rast an Biberteichen.
fS v.eher kommt das Wort Picknick?*"
'i/§/49 a) Vier Farmbewohner - 1 Wohnhaus.
bV Automatische Geflügelfütterung.
c) Gefährliche blinde Passagiere,
d)' Sonnenatälle für Schweine«
12/7/49

- 16 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DETT LANDWIRT
19/8/49

6/9/49
"
20/9/49

"Vor gebrütete51 Bruteier.
Hühnereier mit farbiger Schale.
Biologische Farm zur Gewinnung von Heilseren.
Neuartige elektrische Tierwaage.
"Enthornung" von Kalb c m i
Steigender ^nbau gekreuzter Weizensorten in U.S.A.
a "Stacomizer;i •* eine neuartige Walzmaschine.
b Höhere Ernteerträge durch neuesMessgerät-,
c Bedeutung des Tabaks in der U.S.-Landwirtschaft.
Küken fliegen per Flugzeug.
übervölkerte Ställe gefälirden Kälber.
Neue Mittel gegen Darmvergiftung bei Lämmern.
+ + + + + + + + + + + + +

35) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT
Die amerikanische Wirtschaft ist krisenfest.
Wie arbeitet die grösste amerikanische Auskunftei?
Marktbereinigung in U.S.A.
Analyse des amerikanischen Volkseinkommens.
Steigt die Kaufkraft des Dollars?
U.S.-Aussenhandel spürt internationale
Doliarknapph ci t.
U.S.A. planen internationale Messe für 1950.
Die amerikanische Wirtschaft auf dem woge zu
normalen Verhältnissen.
9) Gegen die Lohnpreisspirale.-Vor neuen KollektivVerhandlungen in U.S.A.
Umschlag des New Yorker Hafens lebhafter als 1939.
welthandelstonnage wächst weiter.
Kurznachrichten aus der amerikanischen Wirtschaft.
Pressekommentare zur bevorstehenden Wirtschaftskon
1/9/49
Ist Fernsehen ein Verlustgeschäft?
ferer.
Das Dilemma der amerikanischen Tuchindustrie.
U.S.-Energiewirtschaft ohne Rezessionssorgen.
Steigende Ratenkäufe in U.S.A.
Ausgedroschene Maiskolben - ein neuer Rohstoff.
Amerikanisches Privatkapital für Deutschland in
Sicht.
Lockerung der Diskontschraube.- Krediterweiterung
in U.S.A.
(: !
UL '-Schild bürgt für Betriebssicherheit.
Festigung der amerikanischen Wirtschaftslage.
Verschärfte Konkurrenz auf dem internationalen
Textilmarkt.
Kur zna ehri c ht en.
15/9/49 i; Ohne Marktanalyse keine erfolgreiche Ausfuhr.
Milliardenumsätze durch Warenautomaten.
U.S.-Spielzeugindustrie im Spiegel der Zahlen.
Was kauft der amerikanische Mittelstand?
Werbung wird auch in U.S.A. wieder grossgeschrieber
Amerikanischer Aussenhandel weiter rückläufig.
Soziale Betreuung und Nachwuchsförderung im
amerikanischen Einzelhandel.
Mit dem "fliegenden Musterkoffer" durch 60 Länder,
Stabilere Preise und grössere Umsätze in U.S.A.
Direktoren auf der Schulbank.
Kur znachrichten.
18/8/49

+ + + + + + + + + + + + +

- 17 -

�.36 ERZIEHUNGSY.ESEN
7/7/49

19/7/49

2/§/49

16/8/49

Brandeis, Amerikas erste .jüdische Universität,
Foundation, ein Begriff für die inii Rockefeiler
ternationale Wissenschaft.
3) Lehrertagungen in den Vereinigten Staaten,
4) Fsychoiogie als Rtligicn - Bemerkungen zu CG.Jung;
an der Yale University gehaltenen Vorlesungen
"Psychology and Religion".
Amerikanische Univcrsitätsverlage.
Jeder zweite Amerikaner erwartet die f.cltuniversiti.
Über
Erziehung
um Verständis aussenpoliti3) scherdie
Fragen.
4) Goethe als Wissenschaf vier.

i|

1) Zeitungswissenschaft an amerikanischen Schulen.
2) Die älteste amerikanische Negeruniversität.
3) Vier Fünftel aller amerikanischen Stipendien
für Neger verfügbar.
4) "wie die amerikanische- Universitäten die
Freiheit Afrikas fördern.
5) UNESCO stellt die geistigen Beziehungen zwischen
der westlichen Kultur und dem Islam v/ieder her.
6) Ausländische Studiengaste am Kernforschungsinstitut Oak Ridge,
Feldzug
zur Popularisierung der UN in den
7)
Vereinigten Staaten.
8) Kcnri Louis Mcncken, The American Language,
1) S(
Idward Lee Thorndike gest^roen.
Ein
2) E: Biwak - die Keimzelle der amerikanischen
Volksho chs chule.

3) Amerikas Privatunivers:.täten bangen um ihre
politische Freiheit«
*)GEISTIGER \USTAUSCH:

30/8/49

a) "Study Purcad", Handbuch des Auslandsstudiums.
b) Deutsche Beamte lernen Demokratie an amerikanischer Un i v o r s i t ä t,
• c) Amerika sammelt für die erste christliche
Universität Japans.
5) Sowjetische Sterndeuterei.
1) GEISTIGER AUSMJSCH:
a) Ermutigende Fortschritte in Deutschland.

b) Bekämpfung des Analphabetentums.
c) Lehrbücher für die Welt«
2) Lehrplanreiorm der höheren Schulen.
•3) Das grösste Projekt sur Ausbildung Erwachsener.
4) Gefilmte Dissertation«

5) Tönende Bücher für blinde Studenten.
6) Der Muster- und Versuchslehrplan von ...idwood.

12/9/49

1) Die ka- cno.. Lsche Schule in den Vereinigten Staaten,
2) Stipendienstift-- ~ zu Ehren General Clays.

3) Filmverleih durch Volksbibliotheken.
4) Koussevitzky geht zur Brandeis-Universität.
5) V»eltoffene Schule.

6) Der italienische Erziehungraiinister besucht die
amerikanischen Schulen.
7) Sowjetischer Kulturaustausch.

- 18 -

�ERZIEHUNGSAESEN
27/9/49

1
1) Peter John . Ryan, ein Vor ämpfer sozialer
Vernunft.
2) Der künftige Geschichtsunterricht gilt weniger
den blossen Fakten als dem Studium der Kräfte
und Strukturen.
3) Nachricht von einem unzeitgemäss glücklichen
Menschen. - Plauderei mit dem Philosophen Santayan*
4) Yale reproduziert neu entdeckte vorchristliche
Bib elhands ch rif teil.
5) Hausunterricht und Schulfunk für körperbehinderte
Kinder.

+ + + + + + + + + + + + +

372 MEDIZINISCHE NACHRICHTEN
14/7/49

28/7/49

11/8/49

8/9/49

l) Mumpsvakzine. Von H.H. Muntz, M.L. Powell und
C G . Culbertson.
2) Glutaminsäure und Intelligenz.
3) Die Streptomycinbehandlung tuberkulöser
Fisteln. Von E.L. Brock,
4) Die Influenzadiagnose.
5) Schützende Antikörper im Serum syphilitischer
Patienten.
6) Die Auswirkung dor Moskitokontrolle
durch DDT auf die Tierwelt.
1) '.ntiepileptika. Von James E.P. Toman und
Louis S. Goodman.
2) Zur Frage des Wasserhaushaltes. Von J.R. Robinson.
1) Antiepileptika. Von James E.P. Toman und
Louis S. Goodman.(Fortsetzung und Schluss.)
2) Die Eintrittspforte des Poliomyolitiserregers.
Anti-Histamin Medikamente in der Kinderheilkunde,
Menschliche Hauttransplantate auf
Hühnerembryonen.
3) A\istauschtransfusion als Behandlang der
Erythroblastosis foetalis.
4) Eine kulturelle Methode zur Diagnose der
Tr ichomonadeninfestation.
5) Die Behandlung von Psychosen durch
bilaterale Exstirpation der Stirnhirnrinde.

1]

+ + +

+ + + + -t- + + + +

38) SONDERNUM: ERN
13/7/49
21/7/49
29/7/49
11/8/49
17/8/49
30/8/49
12/9/49
22/9/49

Gedenktage Juli - August»
Modernes Bauen - Modernes Wohnen,
Aussenminiater Acheson zum .•'.affenhilfsprogramm.
Das "Punkt-Vier" Programm.
Gedenktage September.
Trumanrede zur U.S.-Wirtschaftshilfe für Europa,
Die U.S. . und die Sowjetunion.
Geschenk der Freiheit.
+ + + + + ++

+ + + + + +

- 19 -

�A M E R I K A

D I E N S T

S/2 - 17150
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER N .CHRiaiTENME.TERI.EL UND ERTIKSL DES
"EMIERIK.' DIENST"
vom 1. Oktober 1949 - 31. Dezember 1949

ACHTDNG^RSa^KTIOKDNj,
Um Ihnen das .'.uffinden von Nachrichten und Ertikeln aus
früheren Nummern des "/.LIEEIIC DIENST" zu erleichtern, bringen
wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials, das Urnen im
vierten .uartal 1949 zugegangen ist. Durch eine .'.ufgliederung
nach Sachgebieten soll Ihnen die spatere Verwendung des einen
oder anderen nicht allzu zeitgebundenen ..rtikels ermöglicht
werden.

Redaktion
"EiäERIK . DIENST"
(U.S. Feature Service).

�3/2 - 17150
INH.XTSVERZSICHNIS ÜBER N/XERICHTH^TERIAL UND ARTIKEL DES
«/jERiK.' DIELST"
vom 1 . Oktober 1949 - 3 1 . Dezember 194,9

Seite
1.) amerikanische Pre'ssestimmen.
2») Leben in den U.S.. .
3.)tfissen schaft
4.) Arbeit
5.) Industrie
6.) Portrait
7.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
8.) Erziehung
9.) Architektur
10.) Meilensteine auf unserem eg.
11.) Das neue Buch.
12.) Europäisches niederaufbauprogramm«
13.) Wirt s chaf t.
14.) Wohnungswesen
15.) Politik
16.) Landwirtschaft
17.) Sport
18.) Medizin
19.) Amerikanische Feiertage
20.) Zu Ihrer Information
Sonderbericht.
21.)
22.)
23.)
24.)
25.)
26.)
27.)
28.)

.rtikel für die Frau
Kurznachrichten für die Frau
Landwirtschaftliche Sachrichten
Kurznachrichten für den Landwirt
Die amerikanische irtschaft
Kurzberichte aus der amerikanischen .irtschaft
Geistiges Leben
SondemumcErn

+

4- -f +

J •- I- +

+

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-I- 4- 4-

1
5
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8
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9
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13
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16
17
.118
19
20
21
22

�Jjil-AMERIKArasCilE

PRISSESTBffiffi^

3/10/4-9

1.)

S e n a t o r S c o t t Lucas; A u s s i c h t e n f ü r e i n e n W e l t f r i e d e n nicl.it v e r s c n l e c h t e r t .
2 . ) "New York Times" zu den i t a l i e n i s c h e n K o l o n i e n .

5/10/49

1.)

7/10/49

1.)

"New Teile Times" zur g e p l a n t e n o s t d e u t s c h e n
S e p a i"1a t r e g i e ru np .
2 . ) " L i f e ü b ^ r neue Aspekte d e s A t o m z e i t a l t e r s .

"New York l i m e s " zum R ü c k t r i t t d e s ^ u e u i l l e - K a b i n e t t s..
k . ) t/bei die E r r i c h t u n g e i n e s o s t d e u t s c h e n S e p a r a t bunocsseaates.
3 , ) -'New York Times": T i t o - Dorn i n o t a l i n s F l e i s c h .

10/10/49

"New York I f m e s " : Sine w e i t e r e v'olksregierun"- ohne
Volk.

12/10/49

1«) Zur Bildung d e r O s t z o n e n r e g i e r u n g 2 . ) T"Washington Star"*' ü b e r d i e F o r t s c h r i t t e auf dem
7ego zur e u r o p ä i s c h e n V ' i r t s c h a f t s e i n h . i t .
3 . ) "New York
' ss" zu AnneCy«

14/10/49

rTew YorK Times : ! zu den Ostzonenrugierunf- s e r klärun:~en.
2 . ) " D e l l a s News" zur d e u t s c h e n . S i t u a t i o n .
3 . ) "Washington P o s t " zur R e g i e r u n g s b i l d u n g i n
Frankreich.

17/10/49

1.) "New York Times 1 ' i Hoch v o r schweren Aufgaben.
2 . } 'New York Times' zum n a t i o n a l g r i e c h i s c h e n S i e g .
3 . ; "Washington tost"-: k e i n e f a l s c h e n a l l i i e r t e n Konz• •:.• ei o oe n f ü r Deut s c h i a n i .
4«) " O i n c i n n a t i (Ohio) Times S t a r " :
Hamburg i s t d a s P a r i s D e u t s c h l a n d s .

19/10/49

1.)

U . S . - -rosse zur S c h u l d i g s p r e c h u n g 11 f ü h r e n d e r
I k a n i s c h e r Kommuniste i.
2 . ) !J,S.-Dresse zur S t a l i n - B o t s c h a f t .
3 . ) "Washington S t a r " : B e r l i n d o r n e n v o l l s t e s Problem.

21/10/49

1.) U . S . - P r e s s e zum wachsenden T e r r o r i n den o s t e u r o p ä i s c h e n Landern.
2 . ) [ T . S . - f r e s s e zur j u g o s l a w i s c h e n K a n d i d a t u r im
N-Sicherheitsrat•
3 . ) "Washington Star-' zur d e u t s c h e n O s t r e g i e r u n g .

26/10/49

1.) " C h r i s t i a n S c i e n c e M o n i t o r " b e g r ü ß t f e s t e H a l tui
'loys,
2 . ) "N&lt; .
.. r i m s s " zur g e p l a n t e n Berlin-Hilf&lt; .
3 . ) "Washington S t a r " ! B e r l i n muß g e h o l f e n werden«
4.)
ähington Dost-': E u r o p ä i s i e r u n g d e r Fuhr könnte
Demontage b e i n f l u s s e n .
5 . ) "New York Times": Die Westmächte und Bonn.

»8/10/49

1.)

1.)

.)
3.)
51/10/49

1.)
.)
3.)

,;

"New York. /Times": S t a h l a r b e i t e r s t r e i k v e r h i n d e r t
kordjahr.
"Washington Dost" zum Atomenergieproblem.
U.S.-P]
• zum t s c h e c h o s l o w a k i s c h e n Unabhängigkeitstag.
"New York Herald T r i b ü, : n e " zur G r o t e w o h l - E r k l ä r u n g .
"Houston (Texas) F o s t v e r l a n g t F r e i z ü g i g k e i t a u s l ä n d i s c h e r J o u r n a l i s t e n i n d e r UdSSR.
"New York Times" zum Balkanproblem.
- 1 -

�AM2B£KAffIoCEiS PASSEST BffilEN
2/11/49

1.)
^.

4/11/49

1

7A1/4-9

l.ö

3.)
9/11/49

10AV49

14/11/49
17/HA 9

18/11/49
21/11/49

23/11/49

29 A I A 3

2B/L1/49

"Washington P 0 3 V 1 "Deutschland - B i d a u l t a
g r ö ß t o s Problem".
" C h r i s t i a n Science i i c n i t c r " z u r o s t d e u t s c h e n
Marionettenregierung.
"Washington P o s t " ? E r e i g n i s s e i n d e r CSS
beweisen P o l i z e i s t a a t m e t h o d e n *
"Uev/ York Times" z u r a l l m ä h l i c h e n Wiederh e r s t e l l u n g dor d e u t s c h e n S o u v e r ä n i t ä t ,
"Washington Post"- Z\w d e u t s c h e n DemontageP: -oblem.
U . S . - P r e s s e b e g r ü ß t e r f o l g r e i c h e n Abschluß
c o r h o l l ä n d i s c h - i n d o n e s i s c h e n Konferenz i n
Pen Haag,
":,'•".. York Times" - z u r b e v e r s t e h e n d e n Aupsonmihisterkonferenz der d r e i festmachte i n P a r i s .
Zum F e h l s c h l a g e n der Ul-T-ßemüh\xni;en um i n t e r n a t i o n a l e Atomenergiefcontrolle.
"h.a. York Times" z u r Grrotewohl-Erklärung
Über d i e O d e r - : r o i s o e - L i - i i e .

Zur k ü n f t i g e n S t e l l u n g W e s t d e u t s c h l a n d s
in Europa.
2 . ) U . S . - p r e s s e zum Ausschluß d e r kommunistischen
w e r k s c h a f t e n aus dem GIG.
3.) Zur I a r i s e r Aus s e n m i n i e t crkonfe r e n z .
n
1.) " P h i l a d e l p h i a ( P e n n s y l v a n i a ) I n q u i r e r
z ur ";.:. 1 o nk ow-Rede,
2.) Zur Konferenz d e r i V e s t a u sf ,s e n m i n i s t e r ,
5.) " P h i l a d e l p h i a I n q u i r e r " j A u s s e n m i n i s t e r
sollten sich beschranken."
1.) Zur "Entlehnung" M a r s c h a l l Rokossowskys»
Zu den e u r o p ä i s c h e n C i r t s c h a f t s e i n h e i t s b e 2.)
s t rebungen,
"... . D e u t s c h l a n d i s t Verhand1») "ITov? York Times":
lungß »artner e r : o r d e n . . . "
"'.Washington S t a r " : Zur d e u t s c h e n S i t u a t i o n .
1
ir UN-Debatte ü b e r F r i e d e n s v o r s c h l ä g e ,
3.
U.S , - p r e s s e zu Achesons Deut sc//.Landbesuch.
1.) hiev York T i m e s " : Sc.armen und Adenauer s i n d
iur Versöhnung b e r e i +
n
\
I igton P o s t " zu den Gerüchten ü b e r die
b l i c h e ','iedoraufrü.stung D e u t s c h l a n d s ,
ngton S t a r " z u r w i r t s c h a f t l i c h e n Au
3.)
-.;" .- bsej t v / i c k l u n g W e s t d e u t s c h l a n d s .
U.S, -Prosse zur- J)e.'?tschlandfrage,
/ i m e s " z&gt;r Eruman-Rede vor PAO.
1.) " •; a t
U
.
S
.
P
r
e
s
s
e
zur deutsch-französischen Situation.
2.
" P r o v i d e n c e J o u r n a l " gegen d i e t / i e d e r a u f S t e l l u n g
3.) deuti e h e r T r u p p e n e i n h e i t e n .
"New York Times" z u r Ausweisung U . S . - h o n s u l Vards
4 . ) aus R o t - C h i n a .
"Wi s h i n g t o n P o s t " ; " . . . D e u t s c h e Präge muß auf
1.) e u r o p ä i s c h e r feundlage g e l ö s t w e r d e n . "
"ß .-v/York Times": "Zur m i l i t ä r i s c h e n S t a r k e
".(Osteuropas."
3.) U . S . - T r e s s e zu den l e t z t e n UN-Entschließungen,
das Balkan-Problem und die i t a l i e n i s c h e n IZolen i e n be t r e f f e n d .
1.)

�AMERIKA:/iL CHE PRESSESTIZMEH.
30/11/49

1.) "New York Timea.fi ". . . Die Sozialdemokraten
Deutsolllands müssen noch lernen, wie eine parlamentarische Demokratie arbeiten muß."
2.) "New York Times" über die sowjetische Deutschlandpolitik.
3.) "Baltimore (Maryland) Sun" zur Billigung der Deutsch
landpolitik der französischen Regierung durch die
französische Nationalversammlung.
2/12/49 1.) "New York Ti^s'' zum Regime Marschall Titos.
2.) Zum Kominform-Kommunique.
5/12/49 1.) "New York Times" zur Ablehnung der tschechoslowakischen Kirchenkontrollgesetze durch die römischkatholischen Bischöfe in der Tschechoslowakei.
2.) "New York Times" zur Deutschlandpolitik der Westmachto.
3.) "ilew York Time:." zur 'Friedcnsresolution der Uli.
4») "Washington Star": "Frankreich nimmt Kenntnis von
Bonn. "
7/12/49 1.) "Houston Post" (Texas): "Kommunisten und emigrierte
Nazis einig gegen den Westen?"
2.) "Washington Post" zur Londoner Konferenz freier
Gewerkschaften.
3.) "New York Times" nennt die kommunistischen Lobeshymnen anläßlich "Stalins 70tem Geburtstag "eine
; .
Rückkehr..zu dem zaristischen Begriff des 'kleinen
^•rl Yäierchens'.•.;!!
... _..__. .. ... _
.
4.) "New York Herald Tribüne" zur Isolicrungspolitik
• •
'•- der'Sowjets.
- ••••.; "
9/12/49 1.) f#ew York .Times" zur Londoner Gewerkschaftskönferenz.
-\ •
'•..-•
2.*) "Lew York Times" zur möglichen Beendigung des
&lt; ' Kriegszustandes mit Deutschland. . •;.j_ • , ••• -• Deutsi "
3.') "Washington Post" :/*'Sowjets wollen wegen Tito
nicht au s öst c rr ci ch ab zi ehen."
14/12/49 il) "New York Ti^-s" "um Kost off -Pr.oz,©ß.s ••_ .;.-••.-;-,
2.) "San Pranciseo Chronicle" zu Adenauers Pressepolitik.
••
3s) "New York Times" : "Der Weihnachtsmann ist nicht linientreu."'
'••"'
-16/12/49 1.) "Philadelphia Incuirer" zum Kost off-urteil. /
2.) "Washington Post" gegen deutsche Beteiligung an
• j' -europäischer Ariregj
•.
:- .
r
3.) U',.3. -± resae zum.Sowj et-Veto in der' ireonpsienf rage.
19/12/49 1.) "Washington Post" zur Trygve Lie-Erklärung, 1951
".'••,-.
nicht mehr zu- kandidieren.
•;
2^) aj-"New York Herald Tribüne" zur Hinrichtung Kost off
b), "Washington §tar"'i "..„Moskau bemüht-sich;verzweifelt, . der Seuche des 'Titoismus' in'seihen
Satellitenstaaten; Herr zu werden.;
•
_
...
23/12/49 1.) U.S. Presse warnt' vor Unterschätzung des Mas-Be• •. suches, •' \' •
"'• •'
-"
"2.}' "New York Heräld-Tribiine1' zur Auseinandersetzung -., • . zwischen Kirehe. und' Staa^. in dcr"GSR.
3;) "Washington'Post" zürn'Waffenstillstand im Atom-_
rennen.
. . .

�ALERIKAITISCHE PRESSESTILLEff,
2:./12/49

30/12/49

1.) :"Providenco (Rhode Island) Journal" kommentiert
das holländi . ch~ändonesische Abkommen.
2.) "New York TimesMj "Der Kommunismus und das Heilige
Jahr."
3.) "Washington 2ost" zu George F. Eennans Reise nach
Afrika und Südamerika.
4.) "Philadelphia Incruirer" zur neuen deutschen Dcmokratio.
1«) "New York Horald Tribüne" zur Ankündigung der
Veröffentlichung einer neuen Einstein-Theorie.
2.) "New York Tinos" für eine einheitliche AuSonpoli*tik der beiden großen amerikanischen Parteien«
3.) "'"-:;.: "leiseverbot nach Ungarn".
4.) "New York Times* zu den ungarischen Verstaatlichungen.
5.) "um Tode Hervey Aliens, des Verfassers von
"Antonio Advcrc ".
+ + + + + + + + + + + +

_ 4_

�2.)

LEBEN

I N DEN U.5.A.

3/10/49

1.) Elendsviertel welchen gesunden und modernen
..•ohnun gen
2.) Fernsehfilme*

5/10/49

¥.]

7/10/49

Die Schnapsidee.- Alkohol und Föderalismusr
Die "Donnerstagskonferenz für die P r e s s e " . Präsident Truman im Kreuzverhör,

1.) Einbürgerung v o n 'Ausländern im N e w Yorker B u n desgericht.
2.) M r . Jordan gewinnt - und zahlt.- Iviö gültig
ist die amerikanische Verfassung?

10/10/49
12/10/49

1.) Die Stadt,in der niemand w o h n t .
2.) Die Popcorniade.
1.) V o m ernsten Allerheiligenabend zum fröhlichen
Kinderfest.

14/10/4-9

2.) Leistungsschauen amerikanischer Zuchttiere,
1.) Reiten - v o n Kindesbeinen a n . 2.) Cowboy-Olypiade in P e n d i e t o n . -

M)

"ain Portrait A m e r i k a s " . - 1 5 0 Millionen werden
gezählt.
2 . ) Ein Blick ins Cleveländer F u n d b ü r o ,
19/10/49 1.) Vollmotorisiorte Erntetrupps helfen beim E i n bringen der amerikanischen ..eizenernte.
2 . ) Das moderne amerikanische Lebensmittelgeschäft.
21/10/49" 1.) Der amerikanische Landbriefträger,
"Maloritis".
-.,••.....•
:. ,
Geschichten aus A m e r i k a .
24/10/49
26/10/49 i;) Oregon I r a i l ; - E i n greiser Siedler hielt die
Erinnerung, an Amerikas • berührt est e-, •Landstraße
w a c h ; .,
17/10/49

:

•

/

:

.

/

:

•

•

New Yorker Po.lizis.ten lernen: neue Methoden im
rublikumsverkehr..
...
. . . . . .
\

28/10/49

.

0:

v

. • ".-

Ein offener B r i e f .
2 , ) Brieffreundschaften..führen zur.Volkerverständigun£
31/10/49 1.) Zeitungsjunge in:.';merika.'
, / / . . r2 , ) Das " Supers chwsin"; kommt!
2/11/49 l:) Proctor i n Vermont besteht nicht n u r a u s , es
lebt auch vorn; M a r m o r ,
• ,- ; •••
gl 1 ;
Washington.regt sich über Verkehrsmittel mit
Laut sp recher ..-auf ..=•••.
• ; .. •
,
Der Schulfunk i n den Vereinigten Staaten.
'4/11/49

Mennpniten, von Kansas-, rufen
IH Die
Hilfsorganisation i n s Leben...

weltumfassende

2;) ..achs.endV'Pdi3senstädtet *
5.) N e w York-Zweit-rösster Käufer der U.3.A«

:
l
l
2;)

Sieges zug. des Fernsehens in .'unerika,
Lake Placid, eine, der bestbekannten W i n t e r frischen^ der W e l t . _•; •
,
- 9/11/49- 1 ^ Quaker, die "Gesellschaft; der F r e u n d e " .
2.) Blondie - Liebling' v o n Millionen.*7/11/49

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�LESEN IE BEI 0. .....
IC/11/49

14/11/49

17/11/49

18/11/49
21/11/49
23/11/
25/11/49
2 8/ H A - 9
2/12/4Q
12/49

1.) Die £ockefcller«-Stiftung kämpft gegen Krankholt
und Seuchen.
2.) •Jcstport, Connecticut, reformiert seine Schulen.Ein Musterbeispiel der Zusammenarbeit,
1. Camp Gordon, Georgia, sammelt für deutsche Kinder.
l:t Benzin, nicht Alkohol. - '... ?,on inangelnder
2.
Messgcnauigkoit Ihiederaufnahm
s Gerichtsverfahrens.
1. 50 amorikanl s ^ic Organisat i onen korresp ondieren
mit dein ddusland.
Junge - merikaner, die schweigen und beten. - Das
nc-&gt;ster der Trappisten in Utah,
:
1. Seltene Briefmarke "ls Fernsehstar.- Die '1-Gcnt
Ltisch Guayana" verläßt ihr '/ersteck.
3o--.'.o; loia.rs, die amerikanischen Larincpfadfindea
1. Cine Stadt nimmt ihr Schicksal in die Hand,Lake Charles wird Großstadt,
r•
24. 1 o
Tr-aii.xsgiving uay in ..mer:i v-.
^ i r denken für Si&lt;
- Die J u b i l ä u m s i n d u s t r i e
in .merika.
2. Schulfep&gt; '
in Eew York.
1. Indianertreffon in Neu-Mexico.
2. .'jnerikas .Vutomobilistcn-Or/ a Lsation.
1. M r . Trumans Tageslauf,
deutsche Jugcndführor"s
cren die Methoden
2.
va\ Zi -le d
amerikanischen Ju ?ei äprogramms.
Lehens Standard in flen Vereint
btaaten.
1.

7/12/49

1.
2,

9/12/4$

1.

12/12/49 1.
2.
3.
*

4.
C
r

o.

Tiere reisen im Flugzeuge
Unfallverhütung in: Haushalt,
:
v rbroltung des Rundfunks in den /.../&gt;.
rung des »jnerikani schon Lebensstandards macht
l::ion des Preislnde;&gt; notwe
!£ilü mit 'eile -- Langsames Fähren beschleunigt
n Strassenverkehr,
Grenzen fallen 1../ ' aterton Park,
Weihnachten bei der "Ersten Familie" der Vereinigten Str:-"ton.
Vas schenken'die Amerikaner zum ..eihnachtsfest.
Ganz Amerika hilft, d^ß auch die .ärmsten eihnachten feiern können.
oihnachts.brauche in den Ü.S.d,
t.e.ihnr.chteh in h r heimatlichen Hütte nies
*roo;
armes.
. ?. s s
w: r den '• indem.

...in 3 ac] mitt* mit err^ naiiv . . ses'
Footb; 11 - r uh aber herzlich,
Freundsch' £t:srktion zwischen Bundesstaat ur.d N o gerviertel,
Fängniszollc- «as
• - X ö •- -. i K^lx
&gt; 1.
\nVi
1.
n' i b t e i l und
•r einen ..eiblichen
passiert^ dem Schaffner ä
F kr ,• st kkk:.&gt;t'?
Der Sprung über das große a s s e r .
1. kos Leben i n einer k l e i n e n Stadt im amerikanischen luittelwesten. Von Borothy Tb
&gt;n,
2. Chika^ &lt; b e s i t z t dos modernste technische Eüuseum«
1, Rüokblick auf i;&lt;9
...itto dös J a h r h u n d e r t s . - - Rückschau und .usblic?
itende ..knorikanor des Jahres 1949.
Die
wichtigsten
E r e i g n i s s e des Jahres 1949.
4.
'ückblick auf die Vollversammlung der e r e i n t e n
ITationcn im Jahre 1949.
VI.
jnc rikanischo Bucheries Jahres 194'
- 6 7.

14/12/
16/12/49

19/12/49
21/12/49

1.
o

LJ

�LEBEN IN DEN U. •-•.;..
21/12/49
23/12/4-9

28/12/49

6.)
7.)
8.)
1»)

Amerikanische I i w . . . J o l ; . o des J a h r e s 1949.
Die Stadt Washington begeht i h r e n 150, Geburtstag*
Vorschau auf das Jahr 1950.
Dan O V r i c a , der "König der Vagabunden*.— Eine
der p o p u l ä r s t e n P e r s ö n l i c h k e i t e n der b e r e i n i g t e n
3t: ' t e n .
2,) Sin junger Deutscher s c h i l d e r t d-" s Leben an e i n e r
amorikanisehen U n i v e r s i t ä t .
1.) '/ohnraumbcschafftfng i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n .
2.) Die Kathedrale von Washington — - e i n e Gotik
im. 20. Jahrhundert *
+ + + + -:- + + + + + + + +

3.) '.. I 8 a
5/10/49
10/10/49

- T.

'.«eitere .*nwa#&amp;ung»inöglichlceitQn von Dramaiain,
1.) Die freiwilligen Äettorbaobachter der IV .... an
der Arbeit.
2.) •.issensehaftliche Erforschung ües -ltcrs in
H
! 00seh°von" .
12/10/49 1.)
sh und HaseMrie. - Die trcblcmatik des 20.
•J ihrhurderts. - Von Dnvid Lilj
-1.
2.) Können Sexualhormone Arthritis heilen?
14/10/49 Arzte erforschen Lebensbedingungen bei 40 Jrad unter
Null.
17/10/49 1.) Rcisdiät gegen hohen Blutdruck..
2«,) Holzöl r + ten aus Sägemehl.19/10/49 Das ärahtloee Telephon.
24/10/49 1.) Müssen täder r u V -"in?
2.) Neuartige Vthode zur Feststellung von Herzr
fehlern bei neugeborenen.
26/3.O/49 1.) Rettung aus der Luft
2.) 15 Milliarden Menschen könnte die Chemie ernähren.
31/10/49 Vera afrikanischen Lügenzaüber zum modernen Heilmittel.
2/11/49 3P&amp;8
(.mnis der Hirnhaut.
7/11/49 3.) ühzeitig erkannter Lungenkrebs ist heilbar!
2.) Parathion - eine n^cue äffe im £amp£ gegen die
Insektenplage.
9/11/49 1.) VF-Vi t--imi.no ersetzen Sonntags! :
2.) Eine Kartei seltener Chemikalien.V ) Heues Verfahr eh Ermöglicht Ifönservierung frischer
Vieh.
14/11/49 1.) . . Lssenschaft entwickelt neuartige Prothesen
für Kriegsversehrte.
2,) ' . . . .*+, für jesundheitsweseh errichtet neues
Forschungsinstitut.
17/11/49 1.) Die Kamera in der Fernsprechregistratur.
2.)
:• n; Nasser- und Mineralquelle der Zukunft.
18/11/49 jaerikanische
änschaftler er.
kein neues Meßgerät fi
' • ste Lu'r\ hichl n.
21/11/49 Das meeresbiologische Institut von ..eoic.
22/11/49 1.) Landvermessung durch Radar'.
2.) Taschenradio für Schwerhörige.
Verschollene Kaiser.stadt in Afghanistan entdeckt.
50/11/49 1.) -oltatlas in neuer ?ortt&gt;
2'-.; as sind Alterserschoinung&lt;-V
2/12/49 Mrs. Antoinetto Gordon in
korrespondiert
mit dem D 3 ai 1 ;na.

�GISSEN5CRAET.
2/72/4-9 Mrs. AntQinette Gordon in New York korrespondiert
mit dem Dalai Lama.
5/1. -19 Was ist mit unsere« ..etter los? - Fernsehen und
Atombombe trifft keine Schuld.
16/12/ i-9 "Glücklichsein77 unter der Lupe der' Y.issenschaft.
19/12/1-9 ..'achstumsf örderung durch'radiaktive Strahlungen'
"bisher nicht "bestätigt.
28/12/49 Amerikanische Forscher*berichten über iViikromcteoriten.
f + + + + + +,+ -H + + + +
4.) A R B E I T.
"5/10/49 Aktivierung der kleinen Sparguthaben für die Belebung
der amerikanischen irtschaft,
5/10/49 Sozialversicherung und Lebensalter.
19/10/49 Gewerkschaftsbund der freien Nationen.
17/11/49 Zur Auseinandersetzung über die Entfernung der Kommunisten aus dem CIO.
25/11/49 MitGliederzahl der amerikanischen Gewerkschaften
weiter im Ansteigen,
28/11/49 Neuer Mindeststunder?obn in den U.S.A.
30/11/49 Gesundlioitszentrale . ,Jr ifbciter.
5/12/49 Emerikanischo Gewerkschaften fördern das ERP.
7/12/49 Gefolgschaftsmitglioder machen innerbetriebliche Verbesserungsvorschlä0"' ..
16/12/49 ärstc Schule für Gewerkschaftsfunktionäre in U.S.A.
19/12/49 Deutsche Gewerkschaftler erleben Amerika.
23/12/49 Lehrlingsausbildung in den Vereinigten Staaten,
28/12/49 Schlichter sichern'den Arbeitsfrieden „jacrikas.
+ + + + + + + + +• + + + +

5.) I N B U S T R I E.
3/10/49 "Windmühlen wieder modern.
19/10/49 1.) Autoreifen mit 120 000 km Lebensdauer.
2.) Zeitungen werden - photographiert.- Setzen ist
überholt. 7/11/49 Internationale Handelsmessen in Chikago, Detroit
. und Atlantic City geplant,
14/11/49 1.) Schutzbestimmungen gegen Verunreinigung der Luft
in ainerlkanischen IndustriGstä dt en.
2.) Gilt erwägen - rnsch und einfach zu entladen,+ + +•++.+. + * +

«••+'+'+

�6.) P O R I ' B A I T
3/10/49 Die letzten Stunden Edgar Allan P'Ocs.
7/10/4-9 Oswald Garrison Vil3' ,-d, Kreuzfahrer der Iresse.
10/10/49 James C. Bruce, Direktor des US-Waffenhilfsprogrammcs.
I4/1O/49 Louis .Armstrong, cor König des "Hot Jazz", in Europa.
21/10/49 John Dcwcy half als Erzieher und Philosoph das heutige
Amerika formen.
28/10/49 Clark Gable.
4/11/45
10/11/49
18/11/49
25/11/49
9/12/49
23/12/49

Edward R. Stettinius, Amerikanischer Außenminister
1944/45.
William O'Dwyer, der neugewählte Oberbargermeister
von New York.
Myrna Loy - nicht nur schön, sondern auch klug.
Mark Twain — Humorist wider Willen.
Die Lunte — Amerikas berühmtes Schauspielcrohepaar
begeht sein 25tos Bühnenjubiläum*
Ottmar Mergcnthhler —

Per Erfinder der Linotype.

+ + + + + -;- . + + + + + +

7 0 KDES?, JJIJSIE^ IHHAI2R,_Pä _,_LITERATUR.
3/10/49

Madonnen und Stilleben. - "Originaldrucke" für die
amerikanische Wohnung.

IO/IO/49

Deutscher "Rosonkavalicr" auf dem Spielplan der
Hcw York City Opera.

12/10/49

Das PhiladelphiaSymphonieOrchester feiert sein goldenes Jubiläum.

14/10/49

Größte van Gogh-AueStellung Amerikas.

17/10/49

1 •) Maurice Evans an ITew Yorker' Zentraltheater.
2.) übersieht über die amerikanische Buchproduktion 194'
Ein Gang durch die Stadt-Bibliothek von New York.

21/10/49
26/10/49
28/10/49

2/11/4-9

Ein großes amerikanisches Kirchenmosaik setzt die alte
Tradition würdig fort.
1.) Malerei der Goethezeit. - Eine Ausstellung der
Harvard-Universität.
2.) Max Beckmanns "Pischercifrauen" erhielten den
Preis des Carnegie-Instituts.
1») "King Salonon's Mines" wird in Afrika gedreht.
2.) Sigmund Bomberg .um amerikanischen Konzertleben.

14/11/49

Barockmusik in der Stadt der "Blues".

18/11/49

Broadway-Theater e: ...iickeln neues amerikanisches Musikd raina.
Hollywooder Passionsspiel wird verfilmt.

21/11/49

- 9 -

�28/11/49

Bariton Mr.ck Hr.rrell berichtet über seine Eindrücke
vom Musikleben in ^Ostdeutschland und Berlin.

2/12/49

u'iUerikr. trauert um Bill Robinson, den genialsten aller
Steptänzer.
7/12/4-9 Festlicher I'Rosonkavaliertt in New York - Erne Borger
r.ä der Metropolitan'Opera.
K/12/49

Strindberg-Auffdhniri" ir New York.

19/12/49

Miche-al und andere Bühnennamen. — Rechtschreibung
von Schauspielcrnamen - ein ständiges Problem des
Hollywood Reportere.
+ + + + + + + + + + + + +

§•15 ^ 5 I E
5/10/49
7/10/49

KUNG._

Der Film im Dienst des Christentums.1.) Amerikas Zahnärzte nehmen fernmündlichen Unterricht,
2.) Amerika hilft seinen körperbehinderten.
Der Mann, der die Philosophie aus den kolken holte.
D-as Smith-College für Frauen pflegt ausgedehnten Student enaus t aus ch.
Studenten : Studentinnen = 2 : 1.
Studium auf Probezeit erleichtert die Berufswahl.
Die Funktion der Farben und ihre Bedeutung für die
Raumgestaltung in den Schulen.
1.) Das neue Care -'Buchprogramm»
2.) Betriebsbibliotheken geben Informationen über alle
Fachliteratur.
Auslandsstudium für ehemalige amerikanische Soldaten,

17/10/49
26/10/49
31/10/49
17/11/49
18/11/49
23/11/49
23/12/49

+ -i + + +- + + + + +-: + 4-

2•l £ 5

5/10/49
12/10/49

c

H I T E K T U R. _

Ein ö s t e r r e i c h i s c h e r Architekt s i e h t Amerika«
Bauen und Wärme sp-1." n» - .'amerikanische Architekten
b e s c h r e i t e n neue W 0 ii»
+ + +••'+•+ + +.+•+ i- + + +

10.) MEILENSTEINE AUF UNSEREM ..EG.
7/10/49 Amerika feiert seinen Entdecker.
7/11/49 .Kunstmäzen und König der Kupferminen. Zum Tode Solom»n
5/12/49 Pearl Harbor, Wendepunkt der Geschichte./.Guggenheims...
14/12/49 Vor 46 Jahren — der erste Motorflug der Brüder
v.'ilbur- und Orvllle \:right.
+ + + + + + + + + + + + + +

- 10 -

�11,) D A S

NEUE

B U C H.

Technik und \ cltpolitik.
"Mannet und Krisen". Ö5c Revolutionen von 1848.
Von Arnold -.hitridge
21/10/49 ..rthur Schlesinger jr.: "Die Lebendige Iiitte;;.
23/10/49 ..us der .'rbeit der UNESCO.
4/11/49 .. .C. Ficlds und .i1"1 Itogera - zwei große Komiker,
10/11/49 Der Niedergang des deutschen Romsna. - H. Boeschenstoin: ;,Thc German novel 1939-44"«
18/11/49 'Mooseveit und die Russen.'1 ".merika "begrüßt das
Stcttinlus-Buch üb^r die Jalta-Kohferenz«
25/11/49 "Neue Waffen und die freie Menschheit", von Dr.
Vanncvar Bush.
30/11/49 "Vir bauen auf" -- tesen und Ziel des Europäischen
ivicdoraufbau-Prograians«
2/12/49 "Meine drei Jahre in Moskau", von Bedell Smith,
ehemaliger U»S•-Botschafter in Moskau
9/12/49 "Die Heise nach ..merika". — Von Josef Ebcrle.
7/10/49
14/10/4-9

+ + + + + + + + + + + + +

12.) EÖR0PÄISCH33
5/10/49
21/10/49
10/11/49
7/12/49

IEDER'.UPB.iUPRqGR/JEl.

Studienreisen sollen Verständnis für die Probleme
der alten uclt Wecken,
Der Marshallplan - ein -egbercitor der europäischen
wirtschaftseinheit•
"HP kommt nach Elba.
Der Marshallplan erreicht sein erstes Ziel. Von
Norman K. Collison.
+ + + + + + ++ + + + + +

13.) W I R T 3 .C H /» F T.
10/10/49
14/10/49

Bohrtürme im Golf von Mexiko
Rohstoffland Amerika. - Trotz einiger Engpässe
weiterhin ungefährdet.
31/10/49 1949/50: das zweitbeste •mtejahr in der Geschichte der Vereinigten Staaten*
4/11/49 Sicherung des eltfriedens nur durch Steigerung der
Nahrungsmittelproduktion möglich.
23/11/49 Ein neuer amerikanischer Ozeanriese.
9/12/49 Obst-, ,;cin- und Gemüsebau sind der Reichtum
Kaii fo rni ens•
14/12/49 Ein ifund Rindfleisch für ..ine halbe Stunde Arbeit —
Untersuchung des Amerikanisehen Amtes für Arbeitsstatistik.
16/12/49 Krankcnvorsich-'rungaweaen in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + +

- 11 -

�14-.) il O H H U H S ^ ' E

3 E N.

17/10/49 Statistik des Eausbesitzes in den U.3.A.
30/11/49 Bundcsstaatlicho &gt;rhnb°uprorramme für Farmer in den
+ + + + 4- + + + + + + + +

15.) P O L I T I K .
26/10/49

Amerikanische Geschäftswelt billigt Trumans
"Punkt-Vicr-Progr~ ,.".
31/10/49 AFL-Bcricht zur internationalen Lage.
21/11/49 - Per Rundfunk - ständiger kittler zwischen amerikanischen -..ählern und ihren Vertretern.
25/11/49 Japan und Philippinen« Vorschlage zur Demokratisierung
des Fernen Ostens.
2/12/49 1.) Kommunismus in U.S.A, bricht zusammen.
2.) Interview mit General Clay: Byrnes' Stuttgarter
Rede 1,. gte den Kurs endgültig fest.
+ + + +.'+ + + + + + +•+.+

16.) L A N D 1. 1 R T S C H . ' . H .
2/11/49 1.) Lebonsmittelspenden aus U.S....
2.) .Jenderkredite für die Landwirtschaft.
9/11/49 1.) Landwirtschaftliche ..usbildung beginnt in der
jchule.

2.) "Aktion Trashcr"-ErtragsSteigerung durch moderne
B 0 donk ons c rvi e rung.
+ + + + + + +.+ '++ r 4 +
17.)_S_P_0_V_I.
10/11/49

Pferderennen in 'joerikn.
4- + -fr + + + + + + + + + +

18.) 1.1 E D I Z I K ,
28/11/49

1.) Out gefüttert - -her schlecht ernährt.
2.) Schnellentwicklungsverfahren erlaubt
frühzeitige Krebsöiagnose.
3.) Bernard L, Baruch hinterläßt sein gesamtes
Vermögen der medizinischen 'Forschung.
7/12/49 Die Aufgaben des amerikanischen ^rzteverbandes.
14/12/49 Zuckerdiät statt Insulin -- U.S. Arzte heilen
Diabetiker durch neuartige Behandlungsverfahren.
23/12/49 Deutsches Tuberkulosoheilmittel in '.merika.
+ + + + + + + + + -L- + + +

- 12 -

«

�19.)

AMERIKANISCHE FEIERTAGS.

7/11/49

Zum i - a f f e n s t i l l s t a n d s t a g
+ + + ++

20.)

°m 1 1 . November

+ + + 4- + .+ + +

ZU IHRER INFORMATION.

17/10/49
19/10/49
24/10/49
/11/49

4/11/49

7/11/49
14/11/49
30/11/49
2/12/4 9
5/12/49
7/12/49
9/12/49

14/12/49
16/12/49
19/12/49

23/12/49
28/12/49
30/12/49

Vier Jahre Vereinte Nationen.
U. .-Note an die UdSSR veröffentlicht.
Trumans Ansprache &gt;I&amp;sslich der Grundsteinlegung des ÜN-Sokretariats.
Grundlagen der amerikanischen Deutschlandpolitik.
Voller Text der F: . von. Henry \, Byroade, Direktor
für deutsche und usterreichischö Angelegenheiten im
U. S. .us s enminist erjum.
Rede des Direktors der bteilung für öffentliche Angelegenheiten beim .int des amerikanischen Hohen
Kommissars für Deutschland, Mr. Ralph M. Nicholson,
•anläßlich der Eröffnung des Marburger Amerika-Hauses,
Interview mit dem amerikanischen Hohen Kommissar für
Deut s cbland, Ar. J ohn J. Mc Cloy.
Text der Rede des Unterstaatssekretärs im U.S.Aussenministerium John D. Hickcrson.
Voller ortlaut der Rede Präsident Trumans vor der
Ernährungs- und LandwirtSchaftsOrganisation der UNO
"Sowjet stürm im deutschon Wasserglas" von Anne
O'Hare Mc Cormick.
«IM OSTEN NICHTS NEUES" -Die Ergebnisse der KominformTagung. Von John L. Morton.-amerikanische Stellungnahme zum Welt-Gewerkschaftskongreß in London. Von John L. Morton.
1.) "Der Fuchs und die sauren Trauben". Reaktion
der .amerikanischen Öffentlichkeit auf die Diskussion über eine deutsche Armee. Von John L.
Morton.
2.) Voller .ortlaut eines "TIME"-Artikels über die
Deutsche Bundesrepublik und ihren Kanzler Konrad
Adenauer.
Das "Neue State Department" von Harold N. Gravc s jr,
Dean .'. cheson b lut den uswärtigon DienstAmerikas
nach modernen Grur' :-ätzen auf«
"KCSTO. T MAUS" — Bulgarien hat ein n.uos .ort, aber
die alten Leiden gehen weiter« Von John L. Morton.
1.) Bericht von Mr. Harry Gr^onstoin, Berater für
jüdische Angelegenheiten bei den amerikanischen Besät zungsbehörden in Deutschland und Österreich.
2.) EIN NEUEM STUHL STEHT BEREIT -- Amerika erwartet
mit Spannung den ersten Vertreter ..Ostdeutschlands
Von John L. Morton.
"Sic sind nicht allein". Noch immer deutsche Kriegsgefangene in Rußland. 'Von John L^uorton.
LAGE IN EUROPA — Weshalb der Kommunismus in ..Osteuropa an Boden verliert. Von Roscoe Drummond in
-Christian Science Monitor".
"VIEL GESCHREI . . .".— Die Tatsachen im Fall
Kennan, von John L. Morton.
-i- + + + + + + + + + + + +

19/10/49

SONDERBERICHTj Meine Eindrücke vom deutschen Polizei•wesen. - Von Howard Hoyt, PoliRoirthef
von Kalamazoo, Michigan,
+ + + +' + + + + +'+ + + +
- 13 -

�DIE FRAU.

21.) ART!
5/10/49

10/10/49

1.) Ars. Elcanor Rooscvclt.
2.) Für die Kinder .micrikas. - Konferenz im ucißen
Haus für 1950 geplant.
"..-.ndorndo
Hausholts-Expertcn in den U.S....
3.
4, Vom Beckfisch zur Hausfr 'u.- Amerikanische
Schülerinnen tr~
! auf ihre "..eise zur internationalen Verständigung bei«
5. Mclanzano - .hzborginon - Eggplants - Eierpflanzen.
Schönheit, Linir und Frühstück.
6.
Truman begrüß4" die politische Tätigkeit der ame1. rikanj . sehen Frauen«
•Hilf mit am Aufbau Deiner Gemeinde - sie wird
2. es Dir tausendfach vergelten."
::
Extrawürste". Richtiges Essen fördert die Gesundheit, spart Geld und Mühe.
4. New Yorker höhere Schulen entdecken und
fördern die Begabung ihrer Schüler.
5. Magisches Gebäck. - Im Zeichen der Brctzel
gab es Kämpfe und Streitigkeiten aller Art.
6. New Look der Haarmode, - Zu jedem S^isonstil
die passende Frisur.

19/10/49

1.
2,
3«
4.
5.
6.

24/10/49

1,
2,
3,

5.
31/10/49

1.
2.
3.
4.
5.
6,
7.

Flcissig, sparsam und häuslich.- Die berufstätige
junge Amerikanerin kennt den Ernst des Lebens.
Geburtenzahl und Säuglingssterblichkeit in den
Vereinigton Staaten«
Frauen erobern dun «i/ald. - Als Holzarbeiterin,
beim Landvermessen, auf F uerwache und in den
Baumschulen.
"Die Krrte und die Kanne machen manchen zum armen
Manne;A - Was amerikanische Frauen beschäftigt.
Die Kinder sind nicht immer schuld. - Kluge Voraussicht der Lütt . - v .rhütet Unheil.
Hollywood sucht Starnachwuchs.
Stetig wachsender Einfluß der Frau auf die Regierungspolitik
Vereinigten Staaten.
New York und Paris haben sich entschieden.
- vorüber sie sich wundern -. Preisfrage einer
amerikanischen Zeitschrift bringt aufschlussreiche
Ergebnis.
Ein ernstes .ort an "Ihn". Chronische Müdigkeit die Alltagskrankheit der Frau von heute.
Von June Robbins,
Apple-Eio, dei amerikanische Apfelkuchen.
Die Frauen und die UN. - wissen kann Gefahren
bekämpfen.
Amerikaftischer Korrespondent berichtet über
Professor Heuss und seine Gemahlin.
/-garet Clapp - Präsidentin des ..ellesley College
Wie groß wird ein Kind? - Reue Methoden für genaUe
Voraussagen in "jnerika entwickelt.
"Gnädige Frau - Ihr Paket!"
Kinderschuhe müssen passen.
Auf die richtigen Zutaten kommt es an. - Hausschr
dorci kann sehr aparte Modelle schaffen.
, .Ml

14

�•IKEL ?.T:i DIE
7/11/49

1.
2.
J •

4.
5.
14/11/49

1.

A
5

21/11/49

l,
9.

5»
6.
7.
•''11/49

2.

5/12/49

1

4,
«5.
12/12/43

Frauen in Schlüsselstellungen der U«,S.A.
Die Bedeutung der Nursery-Schools in den U.S.A.
..ic Mary Martin nicht entdeckt wurde.
Eine weisse Frau lebt unter Indianern,
Schlanker werden, schlanker bleiben. - Neue und
alte Tips für die Diät.
Eine Frau zur '.ussenpolitik der Vereinigten
Staaten» - Mrs. Eugcnie Kndcrson spricht im Presseklub der weiblichen Journalisten der U.S...
tilerinnenliga wirbt für aktive Teilnahme der
Frau am politischen Leben»
Trösterin Musika. - Eine Junge Amerikanerin
brin, t Kriegsversehrten Freude.
Die Zeitschriften der ..merikaneri] .
Ratschläge einer amerikanischen Kinderpsychologin
zur richtiger Ernährung der Kinder.
Kolke billig,.ergiebig und nahrhaft.
Immer mehr Frauen rücken in politisch wichtige
Stellungen der U.S. '*. ein.
Präsident der ^^Vollversammlung ehrt 5 verdiente Frauen«
.Are merika 1952 eine Frau zum Vizepräsidenten
machen ?
Die mörderische Lawine. - Eine kleine psychologisch—soziologische Studie über den Klatsch.
...ilch verlängert•das leben.
Sine amerikanische Polizeiboamtin berichtet über
ihre Arbeit in der Jugendpflege.
..eder Hofknicks noch Etikette. - Lrs. Harris,
vormals Prinzessin von Prousscn, heiratete nach
D. 5.;..
Mrs. Roosevelt befürwortet Fortsetzung der
Internationalen Kinderhilfe»
/Das E.ith College in Northhampton. - Eine der
ältesten amerikanischen Frauenhochschulen feiert ihr 75-jähriges Bestehen«
Uouc Kunstfnscrgewobe beweisen ihre Brauchbarkeit•Ln Meer, ein Still, eine Grossmuttor.- Was
schenke ich Kindern?
Sorgfäll I
flege des Teppichs - erspart Zeit
und Geld.
Stipendien fördern den akademischen Frauennachwuchs.
i.ill", Cather. - Die Klassikerin der zeitgenössischen amerikanisehen Erosa.
.ausreichende Nahrung ist keine Garantie für ausreichende Ernährung.
Die Einraum-./ohnung, ein modernes Problem.
Adventszeit - Honigkuchenzeit.

Deutsche Frauen berichten Über ihre Erlebnisse
in ..merika.
2. '] Lissen Kinder ihren Eltern nachschlagen!
Bessere Eussichten für di^ berufstätige Frau in
Amerika,
"Comeback" als Grossmutter. - Gloria Swanson, immer
noch Vorbild für Hollywood-Nachwuchs.
5.) Trügerische Aussichten.- Unvergänglicher Ausblick
auf die Kathedrale von Notr^ Dame für wenige Doll-r
1.

- 15 -

�TT1' : 'T fiTM RT

19/12/49

'P ' TT

1.) S i n "Ministerium" für das K i n d . - 50 M i l l i o n e n
K i n d e r w e r d e n betreut«
2.) /«morikas weibliche P o l i z e i ,
3.) P o t p o u r r i der M o d e , - D i e a m e r i k a n i s c h e F r a u
b e v o r z u g t für S p ä t n a c h m i t t a g u n d den A b e n d das
l a n g e Kleid«
4.) Fruit O.ko m i d E g g B o g g e h ö r e n zäun amerikanischen
. c i hn'-. c h t s f e s t.
5.) D i e m o d e r n e R a u m h e i z u n g hat auf Ivollteppiche
keine schädliche W i r k u n g u n d ist sehr wirtschaftlich.

22) KURZN^CIIRIOKTEE FÖR DIE FRKU.
3/10/49

a) jcelenproblome statistisch sondiert.

b) ..ollsachcn vor Sonne schützen.
c) Nicht blind dr^uflosnähoni - Einiges über Nadelöhr')
uhfadoh und 3toffdicke.
d) jacrikanisoheGeflügelzuchter geben den Hausfrauen
folgende Ratschläge:
10/10/49

a) Die n0amp Piro Girls"„
b) Limo. Schir.p-r.jlli liefert Konfektion n~ch den U.S./,
c) M a t r a t z e n ".us Schaumgummi« •

19/10/49

d) Die Schwiegermutter und d~s Steueramt»
a) General Lucius 1. Clay Vorsitzender des Bundes
zur Rettung der Kinder.
b) Die :/ohlfahrtsarboit der Heilsarmee in ''Westdeutschland,
c) .... ."Jinelt) bekannter amerikanischer Lodefachmann, gestorben,
a) Rund um den R e i s .

31/10/49

a) N u n auch Juristinnen an der Harvard Universität.

b) Der amerikanische "Tag d^s Kindes" ruft zur Förderung der Kinderhilfe auf.
c) E i n Drittel aller amerikanischen Frauen ist b e rufstätig,
d) Konzentrierter Zwietoelsaft.
7/11/49 .a) _,uch die jnorikanerin strickt.

b) Das Leinen-Taschentuch. Einkauf, ..äscho und Pflege,
c) Kinder werden zum Sparen angeregt,,
d) Licht lange warten - frühzeitig impfen.
3 4/11/49

a) Taufrische Rosen aus dem Backofen. Neuartige M e thode der Blumenkonservierung

b) Große Kädehen - große Sorgen. Kit 1,90 m Körpergröße hat man es wirklich nicht leicht.
c) Margaret Truman auf Konzerttournee.
d) .jaerikas Farmerfrauen zeigen internationale
Fest, t r. g s b r Suche •
21/11/49

a) Die Griechinnen benützten Bleiwelss als P u d e r ,
b ) .'.bgetragene Filzhüte finden vielseitige Verwendung,

�KÜÄ2H *CHRIGUTEN FÜ3 DIE IT. AU.
28/11/4-9

5^/12/49

19/12/49

aj Kuh- oder Muttermilch für das Kind?
b) .'.inerikanischc Frauen im uswärtigen Dienst.
c) '...äs Jeder Mann von "seiner Mode" wissen muss.
Ä ) eltmilcherzeugung soll bis i960 verdoppelt
werden*
b) Komitee entwirft Übereinkorrjacn zur Abschaffung
der Prostitution.
c) üuttcrstolz.
P.) Vorweihnachtliche Spundenkampagne für europäische
Kinder in den Vereinigten St~at.cn,
b) Carlos Äomulo: Die Jugend muß die geistigen
Schranken niederreißen.
c) Europäische Diplocntcnkinder senden noihnachts—
botschriften aus .-shington.
d) F.o. Bot schalt erin Anderson ist nach Kopenhagen
abgereist*
+ + + + + + -• + + + + + +

23) L/J^-.IÜTSCE^FTIICHE 1:/^HKJCHTSN.
2rlll9l^

1)
2)
3J
4)
5)

25/1C/49

l) K..uo Versichorungsform in D.S..'.. schützt Farmer
vor A m t e schaden.
2) Gosundea Vieh braucht Bodenmincrale,
3) NeUos für den Hühnerzüchter.
4) Ooiostralmileh statt Frischmilch.
5) ..uch Orchideen leiden unter Vitaminmangel.
S) r auiistürapfe liefern wertvolle Rohstoffe.

3/1J/A9

22/1-1/49

Überwinterung von Fleischvieh.
Pflansensatzen im Herbst.
Frostschutzmassnahmen im Gerten»
Der Dunghaufen wird immer wieder vernachlässigt.
Die Stellung der amerikanischen Landwirtschaft
zun EßP.
6) Moderne Bodenkonservierung in Amerika«
7) Der cg der Grdnuss

1)
2)
3J
4)
5)
6)
7)

.'jaexikas Anleihe von der ...lt.
Helfer des Bauern - einmal -nders.
Arntforgc;bni3So sind Staatsgeheimnisse.
"Gansefüsso" ersetzen den i-'flug.
Frische Luft für Kühe.
Gartenpflege im hinter.
Verkauf von Bullen spart Futter.

1) Bessere Lebensbedingungen für Landarbeit^r,
2) Als Landarbeiter in Rußland und '-merika.
3) Holländische Bauern besuchten die U..J. ,.
4) Süsskartoffein, ne-xics Kraftfutter für üinder.
5) Neuartige Traktoren für Baumschulen.
6) Atomkraft im Dienste friedlicher Wissenschaft.

- 17 -

�IuJ^flRTSCHgJTLICHE KXHtUCHTEN.
6/12/49

20/12/49

1)
2)
3)
4)

Lrndv7irtschafts~usstcllungon in Smerika.
Steigende Fleischerzeugung in U.S.,'..
Erosionsböden wurden zu 'Weideland.
Eine amerikanische Aodungsmaschino zur './aldbrandverhütung.
5) Das i'reibhaus mit Wind und Rogen.
6) Wissenschaftliche jabaumethoden steigern Ernteertrag.
1) Die Wasserleitung auf dorn Bauernhof.
2) '.umpür^turschwanl ungen verursachen Cretroidefäulnis.
3) Kampf den ..urmkrankheiten.- Neues chemisches
2 ittol schützt Sch~:f zuchter vor Schäden.
4) Chomurgio - l in neuer Begriff in der amorikanisehen Landwirtschuft•
5)
Melasse
aus Holssabfallen.
r
~) Jedem Farmer sein "Flugzeug.
7) . intcrvorböreituagcri des Blumenfreundes.
+ + + + ++ f + + ++ + -f

24) KDRZK/.CHaiCIIlTEK FÜR FFF L .SSVIRS«
13/10/49

a) ifchr als drei Viertel aller amorikanischon
Formen haben elektrischen Strom«
b) Arthritis bei Hühnern.
c) Smerikanischo Schweinezucht hat Friedensstand erreicht.

25/1-/49

a) Der Herbst - eine gefährliche Jahreszeit,
b) Natriumsalz als Rattengift»

8/11/49

22/11/49

£/l2/49

20/12/49

a) Einen Apfel täglich.
b) Sund 8C4 aller Farmen in U.S.A. besitzen elektrisches Licht.
c) Gesamtwert des landwirtschaftlichen Maschinenparks in ü.S.A. seit 1940 um 258 Preaent gestiegen.
a) Indien erhielt Anleihe der -.oltbank»
b) U.w« -F".mar l csuchen Fürop n .
c) Maiskolben für Schcucvscifen»
a) Steigerung des Maisanbaues»
b) Westdeutschland hat Rekordanteil an U . S . - G e t r e i de o:er&gt; ort ,
c) G a r m i t t e l i n d u s t r i e vor neuen Aufgaben.
a) .'anerikanischc -. ei zen aus fuhren verdoppelt.
b) U.S.-Farmer helfen hilfsbedürftigen Europäern.
Sind Kühe gefährlicher als Stiere?
+ + + 4, ;. 4. 4 4

+

4

- 18 -

+

+

f

�25)

DIE /JIEaiK/JSrrSCHE V.1RTS0a'J!f*

1/10/49

14/10/49

f

1/11/49

15/11/49

1/12/49

15/12/49

l ) ..'"ic denkt die amerikanische- . ' i r t s c h a f t über
d i e Devalvationen?
2) Lodcrnisierung der ü . 3 . - H a n d e l s f l o t t e .
3) iüuropaischü D e l i k a t e s s e n für amerikanische F e i n schmecker.
40 n Caslen M -Matratzen sind "besser.
5) Gewerkschaften helfen Umsatz steigern.- miorikanische Arbeitnehmer werben für ihr Kaufhaus.
6) Keniger U.S.-Exporte für Marshallplanländer.- Kur
Deutschland und Triest erhöhten ihre amerikanis eh en I np o r t e.
1) NPA tind wirtschaftlicher Bcratungsaussehuss des
Präsidenten erur amerikanischen Wirtschaftslage»
2) Amerikanische Fernsehindustrio im Zeichen sinkender Preise,
';') ...in Kapitel amerikanischer Gewerkschaftsgeschichte.
4) .eitere Steigerung der amerikanischen Autoproduktion ist ein Verkebrsproblom.
5) Verschärfte Konkurrent auf dem Textilmarkt.
ö) Guasai hat Zukunft.
1) &gt; •'..;.-Wirtschaft im zweiten Kalbjahr 1949. '
2) Konzern im Kreuzfeuer. L .3.-degierung gegen Familie
Du Pont.
3) Konjunktur im Baugewerbe»- 14 Milliarden Dollar
für . ohnr und Zweckbauten.
4) Die endlose Schweißelektrode.
5) Soziale Betreuung der rbeitslosen.
1) /jncrikanisöhor Ausfuhrüberschuß a beträgt noch
immer 6 KilHirden Dollar jährlich.
2) Ü50 Jahre Forschungsarbeit in den JorningGlasworkon.
'}) Der Schutz deutscher «aronzeichen irr, usland.
•T) Keurer Champagner.- Devalvationen sind kein
Allheilmittel5) 50 OOC Touristen kamen nach Deutschland.
6) Der mechanische Streckenarbeiter.
\
1) Industrielle Expansionswelle in tJ.S.A«
2) Europäische Firmen werben um den amerikanischen
Harkt*
3) .jacrikani scher Kleinhandel gibt E:CK seine Einfu 1 i rwün sehe b ek i?.nat •
4) lAOlchhaltigea ..eihnaehtsprogramm der amerikanischen Spiclzeugindusirie.
5) Eine neue Brandwarnanla;0 -r.erikanischer Betriebe.
6) Der'amorikanisehe Aussenhandcl im September
( mit Tabelle ) .
1) Dauorgütor bevorzugt» - Vor einer Neuorientierung
der Kundenwünschc in U.S. »?
2) Schaumgummi polstert das Dasein*-- Alte und neue
Verwendungsmöglichkeiten für ;Latox;',
3) Blauer Dunst für "Langr-uch-r".- Zigaretten in
Großformat werden in U.S. .. immer beliebter.
4) U.E. Regierung investiert 1,4 Milliarden Dollar
in Kraftwerke», Industriezentren und Meliorationsprojekten.
5) Der amerikanische Aussenhandcl im Oktober.
6) ..bsage an den Wcltkommunisasus.- u*.5« Gewerkschaft
bekennt sich zur CIO.
+ ++ + + + + + + + + + +

- 19 -

�26) KÜ?LZBE.aOH?E .US DER ALSI'JK-'JTIoCHEU H R T S O H A F T .
1/10/49

1 '"r/1 0/4 9

1/11/49

X, Binnenwasserstraße v o n Mexiko bin Kanada«
2
Lcordumschlag Im N e w Yorker Hafen«
Fünf Freihäfen in U.ö.A«
TJmsatzsehrumpfung dor Pclzindustrio«
Steigende Reallöhne«
Baukostenindex rückläufig«
7) 18 Iiüllir.rden Dollar Investitionen für 1949
.'.grarausfufar rückläufig.
9. 4,4 Llilliaräen Anleihen durch Export—Importbank
seit 1 9 3 4 .
Verringerte
Einfuhr organischer Rohstoffe^
10
U.w. joizenllcferungen für ft'cltweizenabkommen
n sollen beschleunigt worden.
12 "JeXtrobölcrzougung in Februar 1949.
/oltzuckorerzeugung für 1948/49.
1 Radar für amerikanische Handelsschiffe«,
ustumsata amerik^.nischer Fort.igungsbc-1riehe.
3 20C 000 Dollar Fix gute Ideen«
4 1 295 neue Lokomotive» bis Scotomber 1°49 in
Dienst gestellt.
5 U , ..... urhohen Importkontingent für Rohteutschuk.
6 Roadcrs Digest und Time schliessen Garantieverträge
mit 3 CA«
7 Kohlenexporte bis Endo .eugust 1 9 4 9 .
3 Export—Importbank kann raaerikanlschc ..uslandsinveStitionen g raatieren«
9 Die .Volt kaut Kaugummi«
1 der BohÖrdenangosteilten in U»S«'.«
10
l
2
3
4
7
3

15/11/49

1
2
3
A
L

.

5
7
9
10
11
12
13

Betriebsunfälle der Stahlindustrio«
Nitroglyzerinverbraueh in Bergwerken.
;:
olkstümlichsto" Industriezweige d e r U.J.. .
. .-ErnteVorschau für 1949.
Lehr Telephone ihr Landbc-zirkc.
Flug- u n d 3chiff3passagiero xüf den Atlantikrouten.
:e_: ihr Expartbcatrebungen amerikanischer Kleinbetriebe.
Clearing Haus &amp;~T FAO stabilisiert internationale
Agrarproduktion,
Kugeln werden immer runder.
U , . . -Automobilerzeugung«
Siegeszug der E-Lok.
U.3.-ilaiskreuzungen für Europa«
Lebensversicherung ist volkstümlichste Sparmothodff.
19 i.-illi.-.rden Dollar Spareinl". en.
Bi-Conc erhielt 1948/49 Hauptanteil der
-Lebensmittel,
ILO-Boricht über eltarbeitslosigkeit.
ILO für Gleichstellung der Frau in Lohnfragen«
U.;3. ~..ohnbaukollektion wird in Europa gezeigt.
Dritte GATT-Konforenz für September 1930 geplant.
Devalvationen b«. cinflussen ».oltbaunwollh ndel«
.. clt milche rzougung erreicht 90/« des /orkriegsstandes.

20 -

�KURZBERICHT." AUS D3H AMERIKANISCHEN rflKTtCHAFT.
1/12/49

15/12/49

1) Mehr europäische Alkoholika in die U.S.A.
2) Ksffoepreis In U.S.A. weiter gestiegen.
3) U. .:. -hoklameindustrie wirbt kostenlos für
gcmeinnüt zigo Zwcche.
4 ) .-&lt;ohnungsbau nach soziologischen Gesichtspunkten*
5) Lctokomotiven vom Fließband«
1) Atomgetriebene Automobile v o r l a u f i g noch Utopie.
2) Rekordstand im amerik«mischen Baugewerbe.
3) U.S.-Farmproise auf Paritätsstand gefallen«
4) "JarcnuGaschlag der U.S.-Freihandelszonen.
5) Beratender Ausschu3s für l a n d w i r t s c h a f t l i c h e
Ausscnbandelsfragcn i n U.S..',. g e b i l d e t .
6) 1 577 neue Lokomotiven von U.S.-Bahnen i n
Dienst g e s t e l l t ,
+ - + -!- ' + + J- + + + + +

27) c

E

i s z i

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•:

L

E u.

B

18/10/49

1) Frank Lloyd rigbt und Karl Friedrich Schinkel.
2) Religion und Psychoanalyse.
3) Starkos Anwachsen des katholisch«» Christentums
in den Vereinigten Staaten«
4) McnschcnblldUÄg oder BerufsSchulung.
5) Amateure sind keine Dilettanten.

27/10/49

1) 'v.elcho Spraeiwus werden In den Vereinigten Staaten
gesprochen?
2) "..qher kommt die Kultur der'Indianer.?
3J Konferenz der Bibelgesellschaften in New York.
4) Immer noch doppelt soviel Techniker wie vor dem
Kriege«

5) Fast die Hälfte der amerikanischen Kriegsteilnehmer studiert auf Staatskosten.
6) Atomlabor für Kotre Dame-Universitat.
7) Generäle lernen lesen.
10/11/49

1) Akademisch© Grade und Uürden in den U.S.A.
2; A.A. Lov/d ermilk: Radioprogrraameund Schallaufnahmen als Unterrichtsmittel.
;;) Die Kongreß-Bibliothek.
4) Auf dem .izge zu einem wirklichkeitsnaheren Studium.

5) Um die Lchrplanreform der amerikanischen Grundschulen.

24/H/4.9

6) Untersuchung d^r Ursache des vorzeitigen Schulanatritts.
7) Lcchte und Pflichten des amerikanischen Bür0urs.
1) Präsident Truman zur Amerikanischen Sraiehungswochs
2) Die Ehrlichkeit des Duxchschnittsamerikancrs.
?) Amerikanischer issenschaftlor warnt vor akademir

s eh er Üb erf ra ch t \mg.
4) Bekämpfung der Kriminalität.- Besserung statt
St rafVollzug.
5) Harvard Stipendien für bewährte Volkssehullehrer«
2/12/49

6) Llonsieur Vincent in New York.
1) Schöpferische Kräfte in der amerikanischen husik. '

2)
3)
4)
5)

Thocas H. Benton, der haier amerikanischen Lebens.
Amerika und die Antike.
Die Sozialwiesensohaften im amerikanischen StudicnBor Dokumentarfilm gewinnt an Boden auf Kosten p n *
der Traumfabrik«
+

+

+

+

••:• +

+

+

- -21 -

+

+

•!• +

+

�2P) SONDERE

i— U i m

4/10/49

George Junior Republic - ein amerikanischer Jugendstaat«
17/10/49 ÜIT-Bollwerk des Friedens. Vier Jahre Vereinte Nationen.
24/10/49 U.S.-Senatsausschuß zum tlalmedy-Prozeß. (Kursfassung)*
27/10/49 U.S.-Senatsausschuß zum Malmedy-Prozeß. (Voller '..ortlaut) *
2/11/49 Grundlagen der amerikanischen Deutschlandpolitik.
Von Henri ... Byroade.
9/11/49 Das Verlagswesen nach dem. Kriege. Von Lawrence P.
Dal eher.
11/11/49 Hede des ERP-..dmihistrators» Paul G. Hoffman. vor
den: europäischen »iederaufbaurat. ("1.10.49)
9/12/49 /.denauer • ein guter Europäer.
19/12/49 Bericht von Mr. Harry Greenstein, Berater für jüdische
.'jigelegenheiten bei den _amerikanischen BesätZungsbehö'rden in Deutschland und Österreich.
+ +

+ + -i + + + + -|.

«

4-

�</text>
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                <text>Inhaltsverzeichnis Amerikadienst 01.04.1949 - 30.06.1949</text>
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                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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                <text>Inhaltsverzeichnisse des zweiten Quartals von 1949 </text>
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                    <text>"AMERIKA-DIENST
U . S . F e a t u r e Service

INKAJi3LSVr.R2,EI0ENIS ÜBER NAGHRIGJlTEIfoLVIERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1 . A p r i l 1949 - &gt;0. J u n i 1949

Um Ihnen d a s ' A u f f i n d e n von N a c h r i c h t e n und
A r t i k e l n aus f r ü h e r e n Nummern des »AMERIKA DIENST."
zu e r l e i c h t e r n , b r i n g e n wir Ihnen e i n

Inhaltsverzeich-

n i s des M a t e r i a l s , das Ihnen im z w e i t e n Q u a r t a l 1949
zugegangen i s t . Durch e i n e A u f g l i e d e r a n g nach S a c h g e b i e t e n s o l l Ihnen d i e s p ä t e r e Verwendung des e i n e n oder
anderen nicht a l l z u zeitgebundenen A r t i k e l s

ermöglicht

werden.

Redaktion
»AMERIKA DIENST"
(U.S. F e a t u r e S e r v i c e ) .

R e d a k t i o n : B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4 ( T e l . 2027/2209)

I

�"AMERIKA-DIENST
U.S. Feature Service

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACEP.IOHTEMMTE-RXAL UNL ARTIKEL DES

"AMERIKA LIEHST"
vom 1 . A p r i l 1949 - 3 ° . Juni 1949
1)
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Seite

Amerikanische p r e s s e s t i m m e n
Leben i n den U . o . A .
Wissenschaft
P o r t r a i t d e r Woche
Kunst
Musik
Theater
Das neue Buch
E u r o p ä i s c h e s Wiederaufbauprogramm
Vereinte Nationen
Wirtschaft
Arbeit
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Politik
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Handel und I n d u s t r i e
Religion
Geschichte (Spezial)
Amerikanische F e i e r t a g e
M e i l e n s t e i n e auf unserem Wege
Zu I h r e r I n f o r m a t i o n
I n t e r n a t i o n a l e r Handel
Fernsehen

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35 )

A r t i k e l f ü r die F r a u
Kurznachrichten für die Frau

36 )

Erziehungswesen

37 )

Medizinische

38 )

L a n d w i r t s c hat" b l i c h e N a c h r i c h t e n

39 )

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Nachrichten

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R e d a k t i o n : Bad Nauheim, G o e t h e s t r a s s e 4 (Tel. 2027/2209)

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W

�1) AMERIKANISCHE PRESSESTIWiEN
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1) U.S. Presse zur Unterzeichnung des Atlantikpaktes.
2) "Washington Post" zur Churchill-Rede.
1) Zur Budget-Botschaft Sir Stafford Cripp's.
2) Zur Lage in Griechenland.
Zun Deutschlandabkommen.
1) Zum Deutschlandabkommen.
2) "New York Herald Tribüne": - Deutsche Verfassung
schnellstens erforderlich.
3) "New York Times": Weder geistige noch politische
Neuorientierung in Deutschland.
Zur amerikanischen Chinahilfe.
1) Zum Dreimächteabkommen über Deutschland.
2) "New York Times": Luftbrücke - Kampf für Demokratie
in Friedenszeiten,
U.S. Presse fordert Ratifizierung des Atlantikpaktes.
Zur freien Nachrichtenübermittlung.
Zur Ernennung von Kirk und Bruce.
Zur Einiging in der westdeutschen Frage.
Zu Ost- \'. e s t -Ve rhandl ungon.
Zur Veröffentlichung des U.S. Arbeitsministeriums.
Grundlage für Demokratie fehlt in China.
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4/5/49

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9/5/49

11/5/49
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Berlin und die 'i.estmächte.
Zur Acheson-Rede.
Kommunismus und Religion. - Ein Leitartikel aus
"Commercial Appeal", Memphis, Tennessee.
Zu bevorstehenden Viermächtebesprechungen.
"New York Times" zur Störung der "Stimme Amerikas".
"New York Times" fordert Einwanderung von
4C0 000 DP's.
;
New York Times" - Sieg in Berlin.
"Washington Post" - Neue Phase des Deutschlandproblems.
"New York Herald Tribüne" - Bedeutungsvoller als
Potsdam.
"New York Times" - Europas Industrie braucht Kapital.
,:
New York Times" - Bessere Verteidigungsposition
des Westens.
"Business freek" - Neue Formel für europäische
Wirtschaft.
"New York Times''1 zur Koreafrage.
Zum Bonner Grundgesetz.
Zu kommenden Deutschlandbesprechungen.
"New York Times" zur Aufhebung der Berliner Blockade,
"New York Staatszeitung und Herold" - Staat von
Bonn strahlt werbende Kraft in den Osten.
"Christian Science Monitor1' - Europarat und
Atlantikpakt.
''New York Herald Tribüne" - Noch eine Chance für
China.
- 1 -

�/MERIOTECHE PRESSSSTIMMEN
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Zum Fall Eisler«
Zur Ratifizierung des Atlantikpaktes durch
Grossbritannien.
Zum Tmman-Gesundheitsprogramm,
"New York Times" - Deutschlands Schicksal ist
das Schicksal Europas.
"Washington Post" - Gegen UN-Nachrichtenkonvention.
"New York Herald Tribüne" - Zu den Volkskongresswahlen.
Judenverfolgung Inder Sowjetunion.
"New York Times" - Nordatlantikpakt - Schlüssel
zur Pariser Konferenz.
Zur Spanienresolution.
'New York Times" - Oesterreicbfrage - eine Aufgabe der 'ussenministerkonferenz.
"New York Times,: - . esten einig und stark gegenüber Sowjets auf der Aussenministerkonferenz.
"Washington Post" zur Ernennung McCloys.
U.S. Presse zur UN-Nachrichtenkonvention.
U.S. Presse: McCloy vor schweren Aufgaben.
!
New York Times" - Ost und West können nicht
ohne einander auskommen.
"New York World TSiegram" - auflodern des Antisemitismus in d er UdSSR.
"St.Louis Post Dispatch" zur Rolle der Kommunisten
in den U.S.-Gewerkschaften.
"Washington Post" - Bonner Verfassung richtunggebend für den Westen.
;,
New York Times" - Europa kann nur durch europäische Zusammenarbeit gerettet werden.
"Baltimore Sun" - Wyschinski-Vorschlag darf
nicht zu ernst genommen werden.
"New York Times" - Soll Deutschland Kolonie
werden ?
"Washington Post" zur Pariser Konferenz.
"New York
Staatszeitung und Herold" zu den
wählen in der Ostzone.
4) U.S.-Presse billigt Haltung des Westens in Paris.
4- + +

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U.S. Presse zu den Sowjetvorschl'Agen.
U.S.. Presse zum Fall Eisler.
1) Zum Marshallplan-Jahrestag.
2) "New York Times" zum Bremer Pressegesetz.
1) "New York Times" warnt vor Handelsvertrag.
2) "St. Louis Post Dispatch" - Viele deutsche
Politiker noch ohne rechten Begriff von freier
Presse.
1) "Washington Sunday Star" unterstützt Hoffmann.
2) "Washington Star" - Letztes Hort in Paris noch
nicht gesprochen.
1) "New York Times" - Kominform befahl neue sogenannte Friedensoffensive,
2) Zum sowjetischen Friedensvertrag für Deutschland.
- 2 -

�.„AMEMmiSCHE^P^SSESTI^EN,
17/6/49

20/6/49
22/6/49

24/6/49

27/6/49

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l) "New York Times" - Wahr oder unwahr im Ost en
und fitesten«
Zur Trumanredc,
Zu den Triester wählen.
1) "New York '.Times" zur Dewey-Rede.
"V.ashington Post" - Prag nur Vorspiel.
1) "New York Times" - Wert des Pariser Abkommens
hängt vom guten willen ab.
"Washington Star" - UN trotz Fehlschlägen ein
Friedensinstrument für die Zukunft.
Zum Ergebnis des Aussenministerrates.
"Washington Post" - zur Lausannekonferenz.
"New York Post" - lachen, ein Luxus der Kommissare,
"New York Times" - Sowjetischer Werkschutz in
Oesterreich dauernde Gefahrenquelle.
"Ridimond Times Dispatch" - Umworbene Nazis.
1) "uallstreet Journal" - Monopole ohne Regierungsunterstützung nicht lebensfähig.
"New York ..orld Telegram»» - Amerika darf in
seinen Bemühungen nicht nachlassen.
"Washington Post" - Auropa mnss kontinental denken,
"New York Times" zum Berliner Streik.
"Washington Post" zum "Punkt Vier:' Programm.
"Baltimore Sun"
zum Jahrestag der AusSchliessung
Titos aus dorn ILominform.
"Washington Post" - 'westmächte müssen in China
gemeinsam handeln.
"New Orleans Times Picayune" - Alle Nationen
glauben, Pressefreiheit zu besitzen.
+ + +

+ +

�2) LEBEN IN DEN U.S.A.

V4/4?
4/4/49,
6/4/49
8/4/49
11/4/49
14/4/49
18/4/49
20/4/49
22/4/49
27/4/49
29/4/49

1) Freiwillige Hilfeleistung der christlichen
Kirchen Amerikas.
2) Sozialversicherung in Amerika.
1^ "Ostern in Amerika1' von Mary Wil^arc]..
2) "Der Kunde hat immer Recht."
Kunsteinkauf beim Mittagessen.
1) Das Krankenhaus in der eigenen Wohnung.
2) Verschärfte Maßnahmen gegen illegale Einwanderer nach den U.S.A.
1) Stenotypistin des New Yorker Waldorf Astoria
Hotels.
2) Margaret Mitchell kommt nicht zum Schreiben.
1) Autoverkehrsprobleme in der Universität.
2) Der Pyramidcntaumcl ergreift Amerika.
1) Literarische Diskussionsgruppen in Amerika.
2) Das amerikanische Patentamt.
1) "Onkel züchtete Kanarienvögel."
2) Das akademisch gebildete Maultier.
Radiohörcn, Unterhaltungsmittel Nr.1 in Amerika.
Vom Sträfling zum Staatsbürger.
Amerika ißt tiefgekühlt,,
1) "Urgroßvater geht ins Kolleg."
2) Jugend regiert sich selbst.
Weltrekord im Hausanstreichen.

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Ellis Island, die Einwandererinsel im New Yorker
Hafen.
Bücher und Musik für die Kleinen.
Nachbarschaftshilfe amerikanischer Landgemeinden.
In einem Jahr vom Habenichts zum Fabrikbesitzer.
"Unterricht per Radio"
Graf Luckner in Amerika.
Erwachsene gehen zur Schule.
"Die Augen c.er Jugend". Philadelphia sorgt für
seine sehbehinderten Schulkinder.

11/5/49

1) Eine künstliche Insel im Hafen von New York.
2) "Cocktail gefällig?" - Barmixer gehen zur
S chule.

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18/5/49

Das größte Warenhaus der Welt.
Europäische Kleinwagen, der Alpdruck Detroits.
Die Staatswälder der Vereinigten Staaten.
Blinde Studenten am Mikroskop.
Rollschuhlaufen, ein Volkssport für Jung und
Alt.
2) Das Symphonieorchester von N 0 rdkarolina trägt
gute Musik in die kleinsten Ortschaften.
- 4 -

�LEBEN IN DEN U,S.A.
20/5/49

23/5/49

1) Körperliche und seelische Behandlung gehen
Kand in Hand.
2) Gruppentanz,'eine neue Leidenschaft in .Amerika,
1) Geschenk der Freiheit. - Wie der amerikan.i*-.r ..
sehe Arbeiter lebt.
2) In der Aussichtskuppel durch die Rocky Mountains.

25/5/49

Wie wild war der Wilde Westen?
Hochwassergefahr am Mississippi.

27/5/49

Das amerikanische Freimaurertu;.:.
Louisville, Kentucky, eine Stadt von Musikenthusiasten.

30/5/49

1) "Arizona, das Eldorado des Kleinflugzeugs"
2) "CARE - W o h l t a t von Mensch zu Mensch."
+ + + + + + + + + + +

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2)
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2)

"Don't Fence Me In". - Nach Margareta Weyl.
Die größte Brücke der Welt wird gebaut.
Schüler als Verkehrspolizisten;
Parkplatz nur für Käufer.
Von der Versuchsküche zum Großbetrieb.
Sie werden doch gelesen! - Amerikanische Zeitung
hilft herausgeworfenem Leser.
1^ Mr, Nikolaus - Eine wahre Begebenheit.
2) Goethe als Naturwissenschaftler, - Eine New
Yorker Ausstellung.
1)
2)
1)
2)
1)

Die Gemäldegalerie im Klassenzimmer.
Jeder Nebraska-Farmer weiß über die UN Bescheid.
"Wenn Ihr ins Ausland fahrt..."
Die akustische Warnungstafel.
Ein Radioprogramm: Was der Mann auf der Straße
über Truman denkt.
2) Ex-Minister Byrnes stiftet Stipendien für Waisenkinder.
1) Das Krankenhauswesen in den U.S.A. und das
Bingham-System. :
2) Klavierspiel mit zwei Armprothesen.
1) Fahrendes Volk - Glanz und Elend des Vorstädters,
2) Dr. Albert Schweitzer hält Goethe-Festreden in
Aspen, Col.
1) Die amerikanische Jugend lernt fliegen.
2) Die "Aluminiumraupen, ein neuartiger Zug.
1) Kampf den psychischen Erkrankungen.
2) Warum sie Unrecht hatten. - Elmo Roper analysiert die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen.
1) Ein amerikanischer Staat modernisiert seine
Gesetzgebung.
2) Brownie, der heldenmütige Sergeant.
+ + + + + + + + + + +
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�3)

WISSENSCHAFT

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6/4/49
14/4/49
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Das Fernsehen und seine Tücken.
Überschallgeschwindigkeit im Windkanal.
Das Flugzeug lernt von der Eisenbahn.
1) Atombombanschmiede stellt sich um auf Friedensproduktion.
2) Flugzeuge in Industrie, Handel und Landwirtschaft
3) Das längste Förderhand der Welt.
1) Das Transportflugzeug der Zukunft.
2) DFDT, der deutsche Vetter des amerikanischen DDT.
+ + + + + + + + + + -»- +

9/5/49

23/5/49
30/5/49

1) Tod und Panik - Die Schrecken des Atomkrieges.
Von John L. Tullis
2) Die Atombombe - Alpdruck der Menschheit. Von
David Bradley.
Eine Million Dollar für die Wissenschaft.
Luftreinigender Schall
+ + + t- + + + + + + + +

1/6/49
8/6/49
15/6/49

22/6/49
27/6/49
29/6/49

Das drahtlose Telefon in der Hosentasche.
Flugzeugkonstrukteure erfinden neue Methoden.
1) Das Flugzeug von heute. Sero-Skala ersetzt Armaturenbrett.
2) Hundenase schlägt Gasspürgerät«
Auch die Atomenergie wird dem Menschen dienen.
"Cortisone" — Die neue Hoffnung für Rheumatiker.
Medizinische Wunder am laufenden Band.Die Lederle-werko,
+

4)

I" + + + + + + + + + +

PORTRÄTS DER WOCHE

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8/4/49
18/4/49
22/4/49
27/4/49
13/5/49
20/5/49
27/5/49

1) Walt tfhitman. Dichter und Seher der Demokratie.
2) David Dubinskyt ein amerikanischer Gewerkschaftsführer.
1) Thomas Jofferson, der. dritte Präsident der U..S.A,
2) Mische Elman, amerikanischer Violinvirtuose.
G. Hennen Williams, Gouverneur von Michigan.
Mrs. Eess Wallace Truman.
Admiral Alan Goodrich Kirk.
+ + + + + + ++ + + + +
David K. Estes Bruce, U.3.-Botschafter in Frankreich,
John Jay McCloy, der neue Hohe Kommissar für Deutschland .
Sam Rayburn, Sprecher des Repräsentantenhauses.
+ + + + + + + + + + + +

- 6-

�PORTRAIT DER .."CHE
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v.äL t e r H e n d l , d e r 3 1 - ; p h r i g e D i r i g e n t des
DaL l a s S y m p h o n i e - O r c h e s t e r s .
Amadeo P e t e r G i a n n i n i , B e s i t z e r d e r : 'Bank of America"
George Fi Kennan, L e i t e r des A u s s e n p o l i t i s c h e n P l a n u n g s a u s s c h u s s e s im U . S . - A u s s e n m i n i s t e r i u m .
Clark M. C l i f f o r d , S o n d e r b e r a t e r P r ä s i d e n t Trumans.

10/6/49
17/6/49
24/6/49

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5)

K U N S T

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6/4/49
8/4/49

11/4/49
22/4/49

Schriftstellerkonferenz in Amerika.
Oskar Kokoschka in \merika.
1) "The Sn?ke rit", ein psychologischer Film aus
Hollywood.
2) "Draussen vor der Tür' in New York.
3) Goethefestwochen in Amerika.
"Magie der Probe". - Toscanini mit dem
NBC Orchest er. . . .
1) New York zeigt wertvolle europäische Porzellane.
2) In Hollywood geht es wieder aufwärts. 3) Liode im Museum. + + + + + + + + +

+ +

D

Alte Meister erobern die "Neue welt".Dr, Birkmeyer begleitet 100 deutsche Gemälde
durch die Vereinigten Staaten.
2) "Die Luftbrücke im Bild". -

13/5/49

+ + + +.+ + + + + + + +

1/6/49

20/6/49
24/6/49
29/6/49

Saisonschluss am Broadway.a) Rückblick auf die New Yorker Theaterspielzeit.
"Comeback" des Vaudeville.
'•Radiowahlen'1 in Amerika.
Zehn Jahre Playwright's Company.
Schulung des Geschmacks. - Amerikanisches .Museum
beschreitet neue /.ege der Kunsterziehung.
Die Könige der amerikanischen Operette:
Richard Rodgers - Oscar Hammerstein.
+ + + + + + + + + + + +

6)

M U S I K

18/4/49

Das St. Ltuis-Symphonie-Orchester hat Sorgen.
+ + + + + + + + + + + +

2/5/49
2o/5/49

Amerika begeht seine 26. Jährliche Musikwoche,
Koussewitzky nimmt Abschied.
+ + + + + + + + + + + +

7)

T H E A T E R

27/5/49

Goethes • ' I p h i g e n i e - i n New York. + + + + + + +

- 7 -

+ + + +

�8)

DAS NEUE BUCH

1/4/49
8/4/49
18/4/49
22/4/49
29/4/49
6/5/49
13/5/49
20/5/49
27/5/49

3/6/49
10/6/49
17/6/49
24/6/49

"Geteiltes Amerika", von Rose.
"Zwischen Zorn und Mitleid", von Magidoff.
"Kunst und Tat" - der zehnte Jahresband der Lese'
reihe "Twice B Year".
JoeJL Sayre: "The Houso without a Roof".
hundert Llillionen Bücher in 23 Jahren.
+ + + + + + + + + + +
"Morgan der Große" - Von Allen.
Die Anthropologie und das moderne Leben:
"Mirror for Man" von Clyde Kuckhohn.
Israels Weg aus der Wüste. - "Trial and Error"
von Chain; Weisnann,
Amerikanischer Mönch schreibt "Best-Seller"
(Thomas Morton).
+ + + + + + + + + + +
Franz Kafka, Tagebücher.
"Satansgemüse".
Nathaniel Hawthorne - Amerikas E.T.A»Hoffmann.
Mit William Beebe im Ur-Dschungel Venezuelas.
+ + + + + + + + + + +

9)

EUROPÄISCHES WIEDERJ.UFBAUPROGRAMM

4/4/49
20/4/49

"Mehr Maschinen für die Bauern Europas. "
Ein Jahr Europäischer Wiederaufbaurat (OEEC).
+ + + + + + + + + + +

3/6/49

Zweiter J r h r e s t a g von Llurshallc Rede vor der
Harvard-Universitzt,
+ + • • •

+ + + ••• + +

10) VEREINTE NATIONEN
4/4/49
6/4/49
14/4/49

18/5/49

27/6/49

Das New Yorker Auskunftsbüro der UN.
Die UNESCO fördert die Naturwissenschaften.
Von der Hilfstätigkeit der Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + +
Für eine freie 7/eltpresse - UN-ITachrichtenkonvention gegen erbitterte sowjetische Opposition angenommen»
+ + + + + + + + + + +
Die Weltgesundheitsorganisation - Helfer für
2 Milliarden Menschen,
+ + + + + + + + + + +
- 8 -

�11)

WIETSCHAPtC

4/4/49

",Ami"-Zigaretten in alier Welt.

11/4/49

Clfieber in den Rocky Mountains.

20/4/49

Entlassene Soldaten gründen eigenen Wetterdienst.

29/4/49

Die "Deutsche Industrieschau" in Lew York.
«
+ + + + + + + + + + +

2/5/49
4/5/49
6/5/49
11/5/49
25/5/49
30/5/49
8/6/49
20/6/49

Berliner Export via Luftbracke.
Vertrauen in die Stabilität der amerikanischen
Wirtschaft.

1) »IBerlin arbeitet".
Die deutschen
2) Di
"Wer schätzt den
Traditionereiehe
Welthandelswoche
+ + + +
Mehr Kohle f ü r

Wirtschaftsvertreter in Paris.
amerikanischen Verbraucher?"
amerikanische Glasindustrie.
in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + +

Westeuropa(ERP).

1943, J a h r des .Aufschwungs f ü r d i e
Zivilluftfahrt.

amerikanische

+ + + + + + + + + + +
12)

ARBEIT

22/4/49

Die a m e r i k a n i s c h e n Gewerkschaften s t e h e n
dem A t l a n t i k p a k t .

hinter

+ + + + + + +•+ + + +
2/5/49
30/5/49

U.S.-Gewerkschaften unterstützen Trumans
"Fair Deal"-Programm.
Jeder hat die gleichen Chancen in der amerikani s c hen Aut0 indus t rie.
+ + + + + + + + + + +

17/6/49

Norwegische Arbeiter ü.ber ihre amerikanischen
Kollegen.

22/6/49

Die amerüccnischon Gewerkschaften und der
»Fair Deal".

29/6/49

CIO sorgt für seine Hitglieder.
+ + + + + + + + + + +

13)

SOZIALWESEN

27/4/49 1)Blindenversicherung in U.S.A.
2)Blinde lesen um die Wette.
+ + + + + + + + + + +
15/6/49

J e t z t auch CABE-Siicher f ü r Europa und A s i e n .
+ + + + + + + + + + +

14)

FINANZWESEN

18/5/49

Ein Gang durch die New Yorker Federal Reserve
Bank.
+ + + + + + + +'+ + +

- 9-

�15)

PARISER AUSSENMIKISTERKONEERENZ

20/5/49
27/5/49

30/5/49

V'6/49
10/6/49

Der Marmorrosenpalast rüstet sich. - Vorschau zur
Pariser Außenministerkonferenz.
1) An Rande der Außenministerkonferenz.- Von Jolas.
2) Achesons Brklarung vor der Außenministerkonferenz.
1) Um den Kern der Sache. Von Jolas.
2) Am Rande der Außenmini sterkonf eren? - P.rack oder
Smoking ? - Interview in der Badewanne.
+ + + + + + + + + + +
1) Die sowjetischen Ablehnungsmotive. Von Jolas
2) Um die Qsterr;.-ichfrage.
-Am Rcnde der Außenministerkonferenz. Von Jolas.
+ + + + + + + + + + +

16) POLITIK
27/4/49

Der Lobbyist - Politiker oder Intrigant ?
+ + + + + + + + + + +

9/5/49
11/5/49
13/6/49
15/6/49
20/6/49
24/6/49

U.S.A. haben keinerlei Annexionsgelüste, sagt
Verteidigungsminister Johnson,
Die "Stimme Amerikas" geht Stolin auf die Nerven,
+ + + + + + H- + + + +
John McCloy, der amerikanische Hohe Kommissar.
Hawaii - romantisch und modern.
Hawaii will 49. Staat werden.
Die politische Opposition in den Vereinigten
Staaten.
+ + + + + + + + + + +

17) ARCHITEKTUR
4/5/49
23/5/49

10/6/49

Vom Bauhaus nach Amerika.
15 Jahre Smpire State Building ohne Korrosions
erscheinungen.
+ + + + + + + + + + +
Amerikanischer Theaterbau auf neuen Wegen.
+ + + + + + + + + + +

TO) LITERATUR
27/5/49

Walt Whitman, der mystische Revolutionär.
+ + + + + + + + + + +
- 10 -

�19)

EiHCrRATIOIT

11/4/49

Die d e u t s c h e Einwanderung nach den V e r e i n i g t e n
Staaten.'
+ + + + + + + + + Hr +
-t-

Q/6/49
2

°)

r

IRO unterhalt größte Passagierflotte der YJelt.
+ + + + + + + + + + +

ERZIEHUNG

27/5/49

Filme in Schale und .Heim.
+ + + -:- + + + + + + +

10/6/49

Auch in dieseja Sommer Salzburger Seminar für
.Amerikakunde.

1?/6/49

Volkszählung der Vereinigten Staaten im Jahre 1950
wird durch Probeorhebung in Chicago vorbereitet.
+ + + + + + + + + + +

21)

ESDI OTITIS CHE FORSCHUNG

25/5/49

Der Kampf gegen die•Syphilis.
+ + + + + + + + + + +

22)

FORSTWIRTSCHAFT

25/5/49

"Amerika forstet auf".
+ + + + + + + -!•+ + +

23)

LUFTDRÜCKE

18/5/49
17/6/49

Eerlin und die Luftbrücke.
+ + + + + + + + + + +
Unwahrscheinliche Luftbrücke.
+ + + + + + -:• + + + +

24)

FLUGY.ESEN

16/5/49

Re k 0 rdhung r i g e Flug zengindus t ri e.
+ + + -;- + + + + + -!• +

25)

JOURNALISTIK

11/5/49

"Pressekonferenz über den Äther."
+ + + + + + + + + + +
- 11 -

�26) HANDEL UHD INDUSTRIE
16/5/45
1/6/49
13/6/49
29/6/49

Hochbetrieb in der amerikanischen Stahlindustrie.
+ + + + + + + + + + +
Heue Galvano-Technik steigert Produktion billiger
Kunststoffe.
Generatoren am-Columbia-River. - Das größte Kraftwerk der Welt.
Steigende amerikanische Kohlenförderung über Tage.
+ + + + + + + + + + +

27) RELIGION
3/6/49

Absolute Religionsfreiheit in den U.S.A.
+ + + + + + + + + + +

28) GESCHICHTE (SPEZIAL)
4/5/49

"Die goldenen Füllfedern Amerikas".
+ + + + + + + + + + +

29) ALERIKALISCHE IEIHRIAGE
25/5/49

30. Lai - Gedenktag für die Gefallenen.
+ + + + + + + + + + +

30)' MEILENSTEINE AÜT UNSEREM WEG
22/6/49

Independence Day, der grüßte Nationalfeiertag der
Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + +

31) ZU IHRER I N E O R Ü H T I O N
2/5/49

1) Weltregierung, eine Illusion. Von Dr. I.'iebuhr.
2) Voller Text der Rede vor. Außenminister Acheson
vor dem amerikanischen Zeitungsve.leger-Verband
in New y ork.
13/5/49 "Deutsches Seifenkistenderby 1949 "
20/5/49 1) Voller Text der Rede General Clays vor dem amerikanischen 3c;:,. t.
2) Voller Text der Rede General Clays vor dem amerikanischen Repräsentantennaus.
+ + + + + + + + + + +
'3/6/49
"Punkt Vier" - Amerikas "kühnes neues" Weltprogramm.
29/6/49 ., Trumans Puukt-4-Prograimn vor dem Kongreß..
+ + + -)- + + + + + + +
- 12 -

�32)

IUTEEHAflOHAl^R HANDEL

16/5/49

Größere und s c h n e l l e r e S c h i f f e u n t e r dem S t e r n e n banner.
• •

+ + + + + + + + + ± +
P

V

»1

33) PERUSEHEN
—

—

—

—

29/4/49

—

—

—

—

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—

—

—

—

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—

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—

•—

—

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--

—

—

~

—

~ ~ ~ ~

New York, die Fernsehmetropole der U.S.A.
+ + + + + + + + + + +

34) ARTIKEL FÜR DIE FRAU
4/4/49

11/4/49

18/4/49

27/4/49

2/5/49

0/5/49

1) "Deutsche Prauen ins öffentliche Leben!"
2) Haushalt VS. Beruf.
3) Katharine Cornell - die "First Lady".des amerikanischen Theaters.
4) Lange Spielhosen für Kleinkinder.
1) UN-Kommission für Prauenrecht tagte in Beirut.
2) Existenzminimum 40 Dollar wöchentlich.
3) Großreinemachen auf Hawaii.
4) Die ideale Sekretärin.
5 Pikante Ostereier.
1) Cläre Boothe - Luce. Eine der bekanntesten Prauen
der Ü.S.A.
2) "natürliche Geburten" - Ziel moderner Geburtshilfe.
3) Ein Opernstar plaudert über gute Haltung.
Von Ida Jean Kain.
4) Kleingarten und Küchenzettel.
5) Erziehung von Kindern zum richtigen Gebrauch
ihrer Redefreiheit.
1) Ein Junges Mädchen wird im Kongreß geehrt.
2) Dick und doch unterernährt.
Kindererziehung und Freizeitgestaltung.
Rhabarber schützt die Zähne, Zitrone greift
sie an
a) Und wieder Tupfen.
b) Frauenvereinigungen in Amerika.
c) Eine Broschüre über Kindererziehung.
5) Berufsberatung in den U.S.A. von, Richard Engel.
+ + + + + + -;• + + + +
1) Auf den Spuren der Demokratie.
2) Muttertag in Amerika.
3) Die Ernährung des Kindes.
4) Um das Geheimnis des Charmes.
1) Präsident Truiaan zeichnet sechs führende Amerikanerinnen aus.
2) Sekretärin des Citizens1 Council des Staates
New York besucht Deutschland.
3) Geranien - eine dankbare Topfpflanze.
4) "Die Männer mit dem feinstem Geschmack."
5) Kleine Welt - £;raß(}_ Welt.
- 13 - ' '

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
16/5/49

23/5/49

1) "Mrs. Roosevelt zum Atlantikpakt".
2) Deutsche Frauen in Amerika.
3) nWie bewahrt man Vitamine vor der Zerstörung?
4) Im Narzissenland". Frühling in den Blumenzüchtereien Virginias.
1) Vom Schuhputzer zur Bankpräsidentin.
21 Das "schlechte" Mädchen."
3; Angewandtes Christentum: Y.W. C A .
4) Tiefgekühlte Eier. Neues Verfahren zur Konservierung von Eiern in der Schale.
5) Windeln, Sturzhelme und Kuchen - alles aus Baumwolle.
+ + + + + + + + + ++

1/6/49

8/6/49

13/6/49

1) Deutsche Frauen besuchen die Vereinigten Staaten.
2) Die Entwicklung des Kindes.
Der wetterfeste Strohhut.
Was tragen Männer am liebsten?
Mary McLood Bethune, Vorsitzende des "Amerikanischen Negerfrauen-Verbandes".
1) Bekannte amerikanische Pilotin besichtigt die
Luftbrücke.
2) "Die vergessenen Jähre".
3) Ein Reißverschlul?, der sich nicht festfahren kann.
4) Vom Kaiserschnitt.
5) Kaloriengehalt allein bestimmt nicht den Nährwert der Lebensmittel.
1) Arbeitsbedingungen der amerikanischen Frau.
2) Society-Sensations- und bürgerliche Hochzeit in
den Vereinigten Staaten.
Elektrische Wärmetische und verwandte Geräte.
Aaleitung zur Nylonpf1ege.
5) Wie wäre es mit einer süßen Suppe?
1) Die "Parents and Teachers Association".
2) Das Forum.
3) Wie verpacke ich einen Herrenanzug?
4) Frische Schlagsahne aus der Buchse.
5) Ramie - eine Wunder-Faser.
6) Eine Siebzigjährige erobert Hollywood.
1) Eine Frau wird Schatzmeister der U.S.A.
2) Erziehung zur Toleranz.
3) Eine neuartige Baby-Trage.
4) Internationaler Klub der Kriegsbräute.
5) Was tut Amerika für seine Geisteskranken?

l)
20/6/49

27/6/49

+ + + + + + + + + + +
35)

KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU

11/4/49

18/4/49

a^ Mrs. Roosevelt für persönliche Freiheit.
b) Mütter befürworten sexuelle Aufklärung ihrer
Kinder.
c) Frau Gouverneur als 7eitungsjunge.
a) Für den amerikanischen Still
b) New Yorker Teppichfrühling.
+ + + + + + + + + ++
- 14 -

�•

KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU
2/5/49

60-jährige Frau aus Texas wird "Mutter des Jahres".

9/5/49

a^ Frauen im Aufsichtsrat.
b) Die elektrische Kaffeemaschine.
"Sc hni t tarnet e raup ro b e".
Weltproduktion in Kunstseide.
Vorsicht bei der Anwendung von Rouge.
a) Um das Geheimnis des Charmes. - Schöne Arme.
b) Zeitsparende Haushaltmethoden,
c) Wie näht man haltbare Knopflöcher?

16/5/49

23/5/49

+ -!- + + + + + + + + +
1/6/49

a) Informationsbriefe erleichtern amerikanischen
Frauen die Berufswahl.,
b) Hefe als Nahrungsmittel •
c) 50$ aller Amerikanerinnen schneidern Kleider selbst,

8/6/49

a)
b)
c)
d)

13/6/49

a)
b)

20/6/49

c)
d)
a)
t&gt;)
c)

27/6/49

New Yorker Modeneuheit.
Schmale Taille, nicht nur für die Frau.
Richtiges Sitten - schönes Sitten.
Kinderparadies, (.amerikanische Spielzeugleihstellen.)
Vatertag in Amerika.
Um die Überwachung des UN-Abkommens aber die
Mens chenro eilte.
Flugbegeisterte Frauen tagten in St.Louis.
Sommerkleider! heuer durchsichtig.
Salz und Vitamin C.
Neue Steckkontakte.
Bunte amerikanische Herrenmode.

Aureomycin - ein neues Heilmittel für Keuchhusten.
Jeder Frau ihre passende Schneiderbäste.
Irmaer mehr Frauen bei den medizinischen Abschlußexamen.
d) Mechanisches Spielzeug begeistert New Torker
Kinder.
+ + + + + + + + + + +

36)

BR2IEH0NGSWESBN

20/4/49

1
o
c.

3)
4)
5)
6)
7)
8)

Die Schule in Rußland und in Amerika.
Erziehung sum Weltbürgertum.
Schulen retten das Augenlicht.
Howard, cic führende Negeruniversität.
Das Wesen pädagogischer Fuhrung.
Die Praxis pädagogischer Führung.
Mittelschulunterricht mit Universitätsniveau.
Amerikas Lehrer helfen ihren Kollegen in aller
Welt.
+ + + + + + + + + + +
- 15 -

�ER7IEHU1' GSWESEN
3/5/49

17/5/49

1) Berühmte amerikanische Pädagogen:
Charles 17. Eliot.
2) Problem der Disziplin.
3) Herr Professor auf der Walze.
4) Die Bedeutung der audio-visuellen Lehrmittel.
5) !Qie höhere Erziehung der Earraorjugend.
6\ Fazit der amerikanischen Promotion im akademischen Jahr 1943/49.
7) Neue Wege zum Auslandsstudium.
8) Amerika braucht Altphilologen.
1) Die Überbewertung des Bildungsmäßigen bei
Intelligenzprüfungen.
2) Die Schule der llavajoindianer.
3) Eine Wcltbibliothek.
4) Frisco Übernimmt das Erbe Athens.
5) ÜNESGü-Studontenaustaus eh.
6) CARE-Biioher für 14 Länder.
7) Hilfe für ausländische Studenten in New York.
8) UNESCO hilft kriegsgeschädigten Universitäten.
+ + -;- + + + + + + + +

2/6/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)

23/6/49

1)
2)
3)
4)
5)

Wie ein Sprachle:-:ikon entsteht.
Was wird aus den "Wunderkindern"?
Die Fortbildung praktischer Ai'zte.
Mehr TheologieStudenten.
Ein moderner Katechismus.
Greise studieren die Probleme des Alters.

Die "Religion in den öffentlichen Schulen Amerikas
Das Institut für höhere wissenschaftliche Arbeit.
Die neue Bibliothek von Princeton.
Lebendige Religion.
Staatliche Förderung des praktischen Studiums
in den U.S.*'..
6) Wachsende Bedeutung des Werks tudententums in den
U. S. A.
7) Mutterschule für werdende Väter.
+ + + + + + + + + + +

37) MEDIZINISCHE NACHRICHTEN
22/4/49
5/5/49
19/5/49

Die Beuehchirurgie.
+ + + + + + + + + + +
Die Bauchchirurgie (2. Teil und Schluß)
1) Karzinomzellen im Prostatasekret.
2) Kongenitale Aplasie der Ovarien, verbunden mit
sexuellem Infantilismus, hohen Harngonadotropinwerten, kurzem Wuchs und anderen angeborenen
Abnormitäten.
3) Radioaktivität und Steine des Harntraktes.
4) Die Behandlung der primären, atypischen, nichtbakteriellen Pneumonie mit Aureomycin.
5) Die Pathogenese der humanen Brucellosen im Hinblick auf ihre Vorbeugung und Behandlung.
6) Craniosynostoais.: Eine Analyse von 50 Fällen und
Beschreibung der Methode der chirurgischen Behandlung .
- 16- -

�*

MEDIZINISCHE NACHRICHTEN
19/5/49

7) Genesung eines Patienten der Blutgruppe 0, der
2 000 ccm Blut der Gruppe A erhalten hatte.
+ + + ^ j + + + + + +

16/6/49

28/6/49

1) Stroptomycin in der Behandlung der Tuberkulose.
2) Die Streptomycin-resiatente Tuberkulose.
3) Kombinierte Streptonycin- und Kaliumjodidbehandlung der Tuberkulose.
1) D-Tucocurarine in Wachs und Cl ^ur Unterdrückung
der Muskelspasaen bei Tetanus.
2) Das Medizinische Programm der AtomenergieKommission.
5) Die Wirksamkeit von Suppositorien und Gelee ohne
Okklusionspessar als konseotionsverhindernde Mittel.
4) Die klinische Verwendung von einer dreifachen
Sulfonamidmis ciiung.
5) Reines Serum-Albumin verglichen mit"Zitratplasma
in der Behandlung der chronischen Hypoalbuminämie
6) Die Behandlung cor Raynaudschen Erkrankung mit
Nitroglycerin.
4- + + -1- + + + + + + +

38)

LANDV/IHTSCHAPTLIGHE

26/4/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
S)

HAOHRIOHEEH.

Die Behandlung der Zuchtsau und ihrer Ferkel.
Wie entferne ich Baumstümpfe?
Kann die Welt sich selbst ernähren?
Ratschläge zur Rascnpflege.
Die Saat im Gehäuse.
Vorsicht mit der Melkmaschine.
Was tue ich gegen die Ringelflechte?
Kur zna ehrichten 4
a) Der fliegende Sämann.
b) Wie E i e r gelagert werden.
c) Das beste Mastfutter für Rinder:
Rübenschnitzol.
+ + + + + + + + + +

10/5/49

+ +

1) Der Landwirtschaftssachverständige.
Helfer des amerikanischen Farmers.
Wir legen einen Komposthaufen an.
Der Maisanbau.
4) Die Wissenschaft entdeckt eine "GcschiGhte
des Mais"„
5) Unkrautvertilgung auf F l a c h s f e l d e r n .
E l e k t r i s c h e Wärmekästen für die Kükenaufzucht.
Kurznachrichten:
ja) Anpassung an die M a r k t v e r h ä l t n i s s e .
Landwirtschaftsexporte der U.S,A.
Versuche mit radioaktivem Kunstdünger.
262,5 Millionen Dollar für die
Bekämpfung der Erosion.

?!

+ 4- + + + + + + + + + +

- 17 -

�IAMWIRTS^IiAPlLIQ HE RÖHRICHTE IT
24/5/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)

Die L a n d a r b e i t i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n . ( I )
Wie die Carmen b e w i r t s c h a f t e t W e r d e n .
P r e i s e f ü r Farmland s i n k e n i n den TJ.S.A.
P r ä s i d e n t Trumans "Punkt Vier"-Programm.
Welt-Kartoffelerzeugung g e s t e i g e r t .
Überlebende Ulmen w i d e r s t e h e n Baumkrankheiten.
Kursnachrichten:
a) Rekordv/eizenernte 1949 i n den U . S . A . e r w a r t e t .
b) Die a n o r g a n i s c h e Ernährung d e r P f l a n z e n .
c ) "Ureaform" — e i n n e u e r K u n s t d ü n g e r .
d) Eine neue Konservenbüchse f ü r T r o c k e n n a h r u n g s mittel.
e ) Die N a c h t e i l e i n t e n s i v e r W e i d e w i r t s c h a f t .
+ + + + + + + + + + + + + +

14/6/49

1)
2)
3)
4)
5^
6^
7)

Die Landarbeit in den Vereinigten Staaten.(II)
Die Wohnverhältnisse auf dem Lande.
Das "Parm-Camp".
Geflügelzüchter lassen ihre Bruteier "vorbrüten".
Welternuhrungskonfcrenz trat zusammen.
Durchschnittsfarm wird, zum llusterbo trieb.
Bauernhöfe im Schatten der Wolkenkratzer.
Kurznachrichten.
+ + + + ++ + + + + + + + +

30/6/49

1)
2)
3)
4)

Die L a n d a r b e i t i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n . ( I I I )
Das S c h u l - und Bildungswesen i n den L a n d g e b i e t e n .
Kompontdünger am l a u f e n d e n Band.
E
i n n e u e s L i t t e 1 gegen d i e H a u s f l i e g e .
T
J . S . - R e g i e r u n g baut G - e t r e i d e s p e i c h e r .

5)

P f l a n z e n s c h u t z b e g i n n t beim Samenkorn.
+ + + + + + + + + + + + + +

39)

SOHDLRNIßMERN.

20/5/49

"Westdeutschland im z w e i t e n
+ ++

9/6/49

+ + ++

Marshallplanjahr.

+ + + + + + +

Die E n d z i e l e d e s I J a r s h a l l p l a n s f ü r
+ + + +

+ + + + + + + + + +

-

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-

Westdeutschland,.

�AMERIKA DIENST"
U. S. F e a t u r e S e r v i c e

S/19 -

71049

INHALTSVERZEICHNIS P * Ä HA ^HtxICHTENMATEHIAL UND ARTIKEL DES
"AKARIKA DIENST"

vom 1 , J u l i 1949 - 30. September 1949
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Um Ihnen das ,.uf finden von Nachrichten und Artikeln
aus früheren Nummeri. des "AMSHIK*. DIENST" zu erleichtern,
bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials,
das Ihnen im dritten Quartal 1949 zugegangen ist. Durch
eine AufGliederung nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen oder anderen nicht allzu zeitgebundenen ..rtikels ermöglicht werden.

Redaktion
"AMERIKA DIENST"
(U.S. Feature Service).

R e d a k t i o n : B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4 ( T e l . 2041, A p p . 186/507)

-

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�«AMERIKA DIENST"
U.S. Feature Service

S A 9 - 71049
IlTHALTSViÄ£@ICHlTIS ÜBSÄ K08BXGHZSHIItiBRItt UJß) ARTISBI. D3S
"AI^xtlKA LIEKSI»
vom 1» J u l i 1949 - 3 0 . September 1949
Seite
Amerikanische Preß Bestimmen
Leben i n don ü . ö . A .
Wissenschaft
P o r t m i t s d e r Woche
K u n s t , Musik, T h e a t e r , F i l m , L i t e r a t u r
Das neue Buch
E u r o p ä i s c h e s Widderaufbcuprograinm
Vereinte Rationen
Wirtschaft
Industrie
Arbo i t
Sozialwesen
Politik

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7
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8
8
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9
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Architektur

10

Wo Im un gs we s e n

10

Jmigrr.tion

11

tlcn sehe uro ch t e
Fremdenverkehr

11
11

Erziehung
Jugend
Uodizin

Sport
H ö l l e n s t e i n e auf unserem Weg
Gedenktage
Willen
Amerikanische S t ä d t e
Ö f f e n t l i c h e s Forum
So a r b e i t e t d i e a m e r i k a n i s c h e Hegiorung
Sonderbericht
Zu I h r e r I n f o r m a t i o n
A r t i k e l f ü r d i e Frau
Kurznachrichten f ü r dio i'rau
L a n d w i r t s c h a f t l i c h e ITachriohton
K u r z n a c h r i c h t e n für don L r n d w i r t
Dio a m e r i k a n i s c h e W i r t s c h a f t
Erziehungswosen
M e d i z i n i s c h e ITachrißhten
Sondernummern

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R e d a k t i o n : B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4 ( T e l . 2 0 4 1 , A p p . 186/507)

�1 . ) AMERIKANISCHE PRESSESTIL2JEN
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27/7/49
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3/8/49
5/8/49
8/8/49
10/8/49

12/8/49

1») Zu den R e l i g i o n s v e r f c l g u n g e n i n d e r
T s c he c ho s 1 o w o ke i ,
2 . ) "New York T i n e s " zum e n g l i s c h e n
Wirt s e h e f t s d i l e m m a ,
3») Zun Trumanschen U n t e r s t ü t z u n g s p r o g r a n n
für rückständige Gebiete.
Zur S e n a t s d e b a t t e ü b e r den N o r d a t l a n t i k p a k t .
1«) Zur C r i p p s - E r k l ä r u n g .
2 . ) "Well S t r e e t J o u r n a l " - E n g l a n d s W i r t schaftspolitik totalitär.
3 . ) "New York i'iiaes" - B o s a t z u n g s p o l i t i k
i n neuen G-eist.
1.) "New York Times" - N o r d a t l a n t i k p a k t - das
s t ä r k s t e Bündnis d e r " W e l t g e s c h i c h t e .
2 . ) "Washington p e s t " - Deutsche p r e s s e i n Gefahr,
1.) "New *ork T i n e s " - Trunans W i r t s c h a f t s b e r i c h t
r e a l i s t i s c h und g e n ä ß i g t .
2 . ) "New York T i n o s " - L e t z t e S y n p a t h i e n f ü r
c h i n e s i s c h e Konnunisten geschwunden.
? . ) "New York Sun" - Zur S i t u a t i o n d e r
englischen Presse,
1.) Zur e u r o p ä i s c h e n . W i r t s c h a f t s k r i s e .
2 . ) "New York i ' i n e s " - P a r i s e r Abkomncn i n Gefahr,
3 . ) "New York Sun" - "Hein Papa kann mehr a l s D e i n e r " .
1,} Zur E x k o n n u n i z i e r u n g d e r K o n n u n i e t o n .
2 . ) "Los Angeles T i n o s " b e g r ü ß t neue I C r i e g s r c g c l n .
"New York Times" - D e u t s c h e r I T a t i o n a l i s n u s b e i
konnenden Wahlen u n v e r m e i d l i c h ,
1.) Zur A t l a n t i k p a k t r a t i f i z i e r u n g .
2 . ) "New York Tilios" - Zur T r u n a n r o d e ,
Zur e u r o p ä i s c h e n W a f f e n h i l f e .
Zur T r u n a n - B o t s c h a f t .
Zur K o n g r e ß o p p o s i t i o n gegen W a f f e n h i l f s p r o g r a n n .
+ + + + + + + ++ + + + +
1.) "New York T i n o s " - R e p u b l i k a n i s c h e s
" E r s a t zpro g r a n n " sc hwac h .
2 . ) " S t . Louis Post D i s p a t c h " - Deutsche Wahlen von
g r ö ß t e r Bedeutung f ü r d i e W e s t n ä c h t e .
3.} "Wrshington P o s t " + A t o n c n e r g i o - K r i s e abgewendet.
4 . ) "New York T i n o s " - A t l a n t i k p a k t e r n ö g l i c h t
deutsch-französische Verständigung.
Zur K o n g r e ß d e b a t t e ü b e r W a f f e n h i l f s p r o g r a n n .
Zur W o l t r e g i e r u n g .
Zu den d e u t s c h e n Bundeswahlen.
1.) "New York H e r a l d T r i b ü n e " - Zur Wahlkampagne,
. s h i n g t o n S t a r " - Sowjets v e r h i n d e r n
2 . ) "Was)
Ost-We s t h a n d o 1 .
3 . ) "New York Times"- Kein f r e i e s Europa ohne e i n
f r e i e s Deutschland.
4 . ) " S t . L o u i s P o s t - D i s p a t c h " - " T o t a l i t a r i s n u s und
Zwangsarbeit gehen Hand i n E a n d . "
Zun E u r o p a r a t ,
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�AlffiRIICANISCrlE PRESSEST BOJEN
15/3/49

17/8/49
19/3/49
22/8/49
24/8/49

26/8/49
29/8/49
31/8/49

1.)

"New York Herald T r i b ü n e " b e f ü r w o r t e t F r a n k r e i c h RJJB e r s t e e u r o p ä i s c h e V e r t e i d i g u n g s l i n i e .
2 . ) "New York Times" zum E u r o p a r a t .
3 . ) "Washington Star,'! für w e i t e r e U n t e r s t ü t z u n g
Griechenlands.
1.} Zur d e u t s c h e n Wahl.
2 . ) Zun E u r o p a r a t .
Zu den Aaswirkungen d e r d e u t s c h e n Wahlen.
U . S . - P r e s s e zur Kürzung des Waffenhilfsprogramms.
1,) nZur Den Haager K o n f e r e n z .
2 . ) 70Bhington S t a r " - Europa muß D e u t s c h l a n d
wieder e i n g l i e d e r n .
3 . ) "New York Times" zun 1 0 . J a h r e s t a g des P a k t e s
zwischen H i t l e r und den S o w j e t s .
Zun s o w j e t i s c h - j u g o s l a w i s c h e n N o t e n w e c h s e l .
Zum E u r o p a r a t .
Zu den b r i t i s c h - a m e r i k a n i s c h e n E i n a n z b e s p r e c h u n g e n .
+ + + + +

2/9/49
7/9/49
9/9/49
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26/9/49
28/9/49
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+

1.) Zu Präsidont Trumans Rede über die Wirtschaftshilfe der Vereinigten Staaten.
2.) Zur europäischen Wirtschaftseinheit.
Zur Den Haager Konferenz.
Zun Beginn der anglo-anerikanischen
Finanzbesprechungon in Washington.
1.) Zu den Dreierbosprechungen.
2.) Zur Eröffnungssitzung des westdeutschen
Bundestages«
1.} Zur Wahl Theodor Heuss'.
2.) Zun Abschluß der Washingtoner Finanzbesprechungen.
1.) Zur deutschen Situation.
2.) Zur amerikanischen Unterstützung Jugoslawiens,
Zur Abwertung des Pfundus.
Zun T o r s c h l a g e i n e s O b e r s t e n E u r o p ä i s c h e n
Gerichtshofes,
Zur F e s t i g u n g d e r a n c r i k a n i s c h e n W i r t s c h a f t s l a g e .
1.) Zur Pfundabwertung.
2 . ) Zum B u d a p e s t c r P r o z o c s .
3 . ) "Washington S t a r " z u r UN-GeneralvorSammlung.
Zur s o w j e t i s c h e n A t o n o x p l o s i o n .
1.) Zum R a j ! : - U r t e i l .
2.) U.S.-Wirtschaft erwartet scharfe Auslandskonkurrenz.
1.) U . S . - P r e s s e f o r d e r t i n t e r n a t i o n a l e s Abkommen
zur Atononorgiekontrollo,
2 . ) B r i t i s c h e Gewinnsteuer lähmt U n t e r n c h n e r g c i s t .
3 . ) Säuberung der t s c h e c h i s c h e n KP und
K i r c h e n k n e b e l u n g gehen Hand i n Hand.

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+ ++ + + + + + + + + + +
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2

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�2 . ) luUBBIT IN DEI7 U.S.A.
1/7/49

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13/7/49
15/7/49

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18/7/49

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22/7/49

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25/7A9

1.

20/7/49

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27/7/49

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29/7/49

1.
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1/8/49

1.

3/8/49

1.
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5/8/49
8/8/49
10/8/49
12/8/49
15/8/49

1.
2.
1.
2.
1.)
2.)

J , Edgar Hcovcr und s e i n FBI.
D-l.s Warenhaus p e r P e s t .
Sommer i n ITew York.
Xloinbetriebe gefährden die W e l t r e v o l u t i o n .
Amerikanische S t r a s c o n r a h d - ' , ' K a p i t a l i s t e n " .
Die Amerikaner './erden immer e i n s i l b i g e r .
So a r b e i t e t das a m e r i k a n i s c h e Bundesvers ich erongsamt.
ICLaviorspiel a l s S c h u l f a c h .
AMERIGAHÄ« - Das g i b t es i n Amerika n i c h t ,
und d a s g i b t e s n u r i n Amerika«
F l u c h t v o r den Huhdstagen« - August i s t
Heisemonat i n Amerika.
V e r k e h r s e r z i e h u n g i n U.S.A.
Die Wohnungsfrage i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n ,
Die B e r u f s s c h u l e von Uilwaukee»
Eine S r u b e n s t a d t h i l f t s i c h s e l b s t .
Scrr.nton s t e l l t s i c h auf I n d u s t r i e um.
U a l l S t r e e t - d i e Börse A m e r i k a s .
R e d e f r e i h e i t auf d e r S e i f e n k i s t e .
Das " D r i v e - I n - R e s t a u r a n t ' .
"Derth V a l l e y " .
Schule d e r D i p l o m a t e n .
R i n g l i n g B r o t h e r s , B'".rnum und
Bailey - der Riesenzirkus.
Das E m p i r e - S t a t e - B u i l d i n g - das h ö c h s t e
Gebäude d e r Welt«
Fünfmal V e i t U n t e r g a n g . - Das Ende d e r
Welt im P l a n e t a r i u m .
F?rm-Ferienprogramm für den p f l a s t e r m ü d e n
amerikanischen S t ä d t e r .
C l u b s e s s e l mit e i n g e b a u t e m F e r n s e h e m p f ä n g e r .
Amerika e n t d e c k t das P u p p e n s p i e l .
Landstrassen e l e k t r i s c h geheizt,
+ + + + + + + + ++ + + +
S c h l a g e r - P a r a d e mit Ü b e r r a s c h u n g e n .
Amerikas Jugend i s t "Cowboy - c r a z y " .
Für und w i d e r das " P a r k i n g - L I e t e r " .
Der z w e i t l ä n g s t e Tunnel d e r W e l t .
Die H a t i o n a l p a r k s .
77 I l i l l i o n e n K i r c h e n m i t g l i e d e r i n den U.S.A.
S c h ü l e r c l u b s zum IIa t Urkunde Studium.
B r o o k l y n e r , die a m e r i k a n i s c h e n S a c h s e n .
Das a m e r i k a n i s c h e C a p i t o l wird m o d e r n i s i e r t .
Llit 80 durch die h a l b e W e l t ,
Die 1-Iational-Archive i n Washington-,
"Cclumns" und " C c l u m n i s t " . - T r a d i t i o n e l l e
Einrichtung der amerikanischen Zeitungen,
U.S.-Repräsentantenhaus h i l f t italienischem

Waisenkind«

Amerikas i n t e r n a t i o n a l e
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3 -

Preundschaftsgärten,

�LEBEN IN DEN U.S.A.
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22/8/49
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fei
1,)
2.)
1.)
2.)

29/8/49
3.)

31/8/49

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1.)
2.)
1.
2.
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Die amerikanische Bevölkerung wächst w e i t e r .
Blinde lauschen "sprechenden Büchern".
Volksbibliotheken i n den Vereinigten S t a a t e n .
Amerika | r i | m g k § i t modernen" Schulhaustyp.
New Yorker Schüler l e r n e n Autofahren.
Sin neues Spielzeug "für große und kleine Kinder.
B^denkenservierung auf dem Stundenplan
bmerikantecher Schulkinder.
Betriebs-Sportvcrbändc machen Schule i n U.S.A.
Hubschrauber und Kleinflugzeug i n einen.
Bio K l e i n s t a d t z e i t u n g i n Amerika«
Amerikanische Bevölkerung l e b t l ä n g e r .
Z e n t r a l a u t o b u s s t a t i o n New York..
L e t z t e r Schreij Filmvorführungen i n Flugzeug.
Landwirt sc haftenesse i s t Volksfest in U.S.A.
Jugend-Fernsehprogramme ohne Blut-Romantik.

2.

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Fortuna ohne Rundfunklizenz.
Mehr EheSchliessungen in den U.S.A.
Bas Geisse Haus wird renoviert,
Volksbildung in amerikanischen Industriebetrieben.
Kinobesuch - im Auto!
100 Millionen für die Forschung.
Tausende verreisen zur Ferienzeit im
"Eigenhein auf Rädern".
Bio Namen der 48 Staaten und ihre Bedeutung«
Amerikas neuester Flughafen.
Städter spielen Cowboys,
Bor chinesische Stadtteil New Yorks.
Baseball - Klimax in Amerika.
Hundert Jahre Kalifornien.
Amerikanische Leitung mit eigenem Helikopter.
Amerikanische Fluglinien führen verbilligten
"Familientarif" ein.
Amerika reist per Bus.
Woclworth bietet: 3-roße Auswahl zu
niedrigsten Preisen.
Bie Bankfiliale auf dem Bahnhof«
New York baut 140 000 V,Tohnungen.
Amerikanische Mode- und. Reklamemodello
spiegeln die Welt von Morgen.
Öffentliche Kühlhäuser helfen dem
amerikanischen Farmer.
Vi., wir uns unterhalten,
Tiergeschichten.
Schöne Mädchen noch immer die
beste Reklame.
+ + + + + + + + + + + + +

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�3.)

w'ISSEKSCIlAFT

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29/8/49
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Hsnashaltgcräto"auf der F o l t e r b a n k " .
Gchirnwollen a l s Lebensretter,.
Sichcrhoitsschlau.cn contra Reifenpanne.
1.) Die " Y / c t t o r f a b r i k " h i l f t b e i d e r P f l a n z e n z u c h t
2 . ) P a r a t h i o n - d a s neue^Insektonb'e kämpf u n g s m i t t e l
Nylons trumpfe aus Kentucky.
1,) L a n g f r i s t i g e ' ' o t t e r v o r h e r s a g e n h e l f e n
L a n d w i r t s c h a f t und I n d u s t r i e ,
2 . ) A n a r i k a nie Ide t z-.vo i no ue Kunstf a s e r n .
La3 a u t o m a t i s c h e A r c h i v im K l a v i e r f o r m a t .
+ + + + ++ + + + + +
+
Die Atlantikküsto verlief früher 360 km östlich
w i i
«~,1_
von TT.-,,-,
ITov; V*ork.

Metalle von Morgen«
S i c h e r e r F l u g v e r k e h r b e i jedem Wetter«
1.} Junge E l t e r n - l a n g e s Loben.
2.) Ilimnulsatlas in v i e r Jahren.
Neue Togo im a m e r i k a n i s c h e n L o k c n o t i v b a u .
1,) F a r b p h o t o s für jodermann.
2 . ) Das James S n i t h s c n I n s t i t u t für Kunst
und Y.'icsenschaft f e i e r t s e i n e n 1 0 3 . G e b u r t s t a g ,
V i e l s e i t i g e Nylonfasor.
Orion - T o x t i l r o h s t o f f d e r Zukunft?
Amerika-Coltlieforant r a d i o a k t i v i e r t e r Elemente.
. ) IToue Daten üülb e r d i e Atmosphäre d e r E r d o ,
. ) " H o t e l f ü r Irn t e l l e k t u e l l c " .
+ + + + + + + + + + ++ +
R a s t l o s e r E r f i n d e r g e i s t i n Amerika. Vom BINAC-AochonmciGtor z u r C h r y s l c r b r o m s o .
P e n i c i l l i n - b e s s e r und b i l l i g e r .
Die E r f i n d o r r a s t e n n i c h t .
Das S t r a h l o n t o l o s k o p . - E i n neues T/erkzoug
d e r Kinrae l e f o r sohong.
1.) t f i s s o n s o h a f t l i c h o s Neuland ium minus 270 Grad.
2 . ) Von Dagucrre b i s Kodak. - Aikuch d i e
Photographen e r h a l t e n i h r Museum.
Telegrammbote , B l u t k ö r p c r c h e n z ä h l e r , T / o l k o n a n a l y s a t o r .
Atomenergie ohne S e n s a t i o n e n .
1.) E r f i n d u n g e n a u s den U.S.A.
2 . ) Neue s y n t h e t i s c h e I n s o k t c n m i t t e l i n U.S.A.
O r i o n , e i n n e u e s Du 2 o n t - E r z e u g n i s .
Schmalfilme l a s s e n s i c h v o r t o n e n .
Moderne N a v i g a t i o n s m i t t e l e r l e i c h t e r n
die Binnenschiffahrt.
+ ++ + + + +H + + + + +

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�4) PORTRÄTS DER WOCHE
1/7/49
8/7/49
22/7/49
29/7/49
3/8/49
5/8/49
12/8/49
24/8/49
26/8/49

7/9/49
9/9/49
14/9/49
23/9/49
30/9/49

Tennessoo W i l l i a m s ! H Dcr Eugene O ' N e i l l u n s e r e r T a g e " .
S e n a t o r fiebert F . Wagner.
Henry F o r d .
Benny Goodman - E i n Loben für den J a z z .
+ + + + + + + + + + + + +
Zu H e r b e r t Hoovers 75» G e b u r t s t a g ,
P r a n c i s P a t r i c k Matthews, u . S . S t a a t s s e k r e t ä r für d i e M a r i n e .
1.) P h i l i p D. Reed, d e r neue P r ä s i d e n t d e r
I n t e r n a t i o n a l e n Handelskammer.
2 . ) R o b e r t P u l t o n , E r f i n d e r des D a m p f s c h i f f e s .
Admiral Alan G. K i r k , Washingtons 7 . B o t s c h a f t e r
i n Moskau.
Generalmajor Maxwell D. T a y l o r , d e r neue
a m e r i k a n i s c h e Kommandant von B e r l i n .
+ + + + + + + + + ++ + + '
Max R e i n h a r d t .
Upton S i n c l a i r - Pur S o z i a l i s m u s und F r e i h e i t .
Gordon Gray b e s u c h t D e u t s c h l a n d .
Joseph Ootten.
Bernard J . S h e i l - der " A r b e i t e r b i s c h o f " von Chlkogo«
+ + + + + + + + + + + + +

5) K U N S T ,

MUSIK, THEATER, PILM, LITER.;TUR.

8/7/49
15/7/49
18/7/49
25/7/49'
27/7/49

Sommerkonzerto d e r llew l o r k e r P h i l h a r m o n i k e r .
Die B ü h n e n d i c h t e r g e n o s s e n s c h a f t ,
E r n e s t Hemingway.
Sommertheater i n Amerika.
Herman M c l v i l l e - e i n G o t t s u c h e r auf dem Meer,
+ + + + ++ + + + ++ + +
3 / 8 / 4 9 - Louis und das große L a l u l ä .
8 / 8 / 4 9 Chopin - m o i s t g e s p i e l t e r Komponist i n New York.
1 5 / 8 / 4 9 I n t e r v i e w mit C h a r l e s Laughton.
1 7 / 8 A 9 1«) E r i c h von b t r o h e i m " f ü h r t w i e d e r R e g i o " .
2 . ) U . S . - K u l t u r f i l m e i n Venedig.
1 9 / 8 / 4 9 1.) Die W e i s h e i t des o r g a n i s c h e n 3 a u e n s . E i n P r i v a t i s simua mit Amerikas größtem A r c h i t e k t e n .
2 . ) Brookgrcen - e i n Museum im P r e i e n . - Z e i t g e n ö s s i s c h e a m e r i k a n i s c h e B i l d h a u e r k u n s t i n einem
n a t ü r l i c h e n Rahmen.
2 2 / 8 / 4 9 Die a m e r i k a n i s c h e Jugend und d i e Musik.
2 4 / 8 / 4 9 Aus dem a m e r i k a n i s c h e n B u c h h a n d e l . - S t ä n d i g e r A n s t i e g
der Büchcrcinfuhr s e i t Kriegsende,
_ 5 -

�K U N S T, MUSIK, THEATER, FILM, LITERATUR
Robert Lawson Shaw, d e r g e n i a l e C h o r c e i s t e r d e r
V&amp;fe i n i g t e n S ta a t e n .
Metro-Gcldwyn-Mayer f e i e r n 2 5 . G e b u r t s t a g ,
29/8/49
Amerikanischer Bariton i n Deutschland.(Mack H a r r e l l ) ,
31/8/49
+ + + ++ + ++ + + + + +
Das T h e a t e r w i r b t f ü r V ö l k e r v e r s t ä n d i g u n g
2/9/49
1.) Robert E . Shorwood und Samuel E l i c t U o r i s c h
7/9/49
erhalten Bancroft-Literaturpreia.
2 . ) Das B a r t e r - T h e a t a r s p i e l t e i n den L u r a y Höhlen i n V i r g i n i a .
3.) Negerstudenten spielen in Oslo,
1.) E r h o l u n g s h e i n für junge und a l t e K ü n s t l e r i n Miami,
12/9/49
2 . ) Die P i a y w r i g h t s Company f ö r d e r t N a c h w a c h s t a l e n t e .
Hollywood d r e h t i n E u r o p a .
19/9/49
21/9/49
Die G e s c h i c h t e d e r a m e r i k a n i s c h e n " P o c k e t b c o k s " .
Die A r b e i t d e r B u n d e s s t a a t s d r u c k e r e i i n Washington,
26/9/49
16 000 Kunstwerke i n der n a t i o n a l G r l l e r y of A r t .
30/9/49
+ + + + + + + + + + + + +
6) DAS NEUE BUCH
26/8/49

1/7/49
8/7/49
22/7/49
29/7/49
5/8/49
12/8/49
19/8/49

P o r t r a i t e i n e s amerikanischen Olympiers. Ralph Waldo Emerson.
E i n S k e p t i k e r r e i s t zweimal n a c h Damaskus.
B i b e l c o n t r a F r e u d . - l l s g r . P u l t o n J. Sheen:
Pcace of S o u l .
N o v a l i s , K l a s s i k e r des S u r r e a l i s m u s .
+ + ++ + + + + + + + + +
Der Osten und d e r Westen. ( P e a r l S. Bück)
Pranz S c h ö n b e r n e r . - "Der i n n e r e Weg e i n e s
Aussenseiters".
Hendrik Willem van Loon, "Amerika - Roman e i n e s
Landes."

26/8/49

Arthur K c c s t l e r , - " S o n n e n f i n s t e r n i s " .
+ + + + + + + + + + + + +
P e u i l l e t c n i s m u s und T o l e r a n z , (Elwyn B. W h i t e ,
2/9/49
"Der Heuschnupfen, Amerika und i c h " . )
9/9/49
H.A. O v o r s t r e e t , The Mature Mind.
16/9/49
Eine Geschichte d e r n e r d a m e r i k a n i s c h e n I n d i a n e r ,
23/9/49
A l i c e Herdanj "Das t ä g l i c h e Leben".
30/9/49
Henry L, Mencken ujad s e i n n e u e s t e s Werk.
+ + + + + ++ + + + ++ +
7) EUROPAISCHES 1IEDERAUFBAUPRO G-RAUI
1/7/49
6/7/49
8/7/49

Der M a r s h a l l p l a n v e r s o r g t Europa m i t
A r z n e i e n und m e d i z i n i s c h e r A u s r ü s t u n g .
Wohnun^sschau und X J ^ r s h a l l p l a n .
ERP - Der a m e r i k a n i s c h e P r i e d c n s p l a n .
_ 7 _

�EUROPÄISCHES WIEDSRAUFBAUPROGRAMLi
27/7/49

Die Gewerkschaften

stehen h i n t e r den M a r s h a l l p l a n .

+ + + + + + + + + + + + +
1/8/49
15/8/49
22/8/49
26/8/49
29/8/49

Europa erholt sich«
1.) Paul G. Hoffman in Prankfurt erwartet.
2.) Marshällplan hilft der deutsohen Textilindustrie,
Neues Leben in europäischen Häfen.
OEEC spannt Wissenschaft und Technik für den
geneinsamen Wiederaufbau ein,
ECA fördert die .Ausbildung des europäischen
Arbe itne hne rnachwuchse s.
+ + + + + + + + + + + ++

12/9/49

Der homo t e c h n i c u s e r o b e r t den "dunklen E r d t e i l " ,
Die u n e r s c h l c s s e n e n Reichtümer Afrikas werden
sondiert.

19/9/49

I n d u s t r i e p r o d u k t i o n der ERP-Länder 17 Prozent über
Vorkriegsstand.

23/9/49

B e r l i n e r Schüler gewinnt A m e r i k a r e i s e .
+ + + + + + +++ + + + +

-

8) VEREINTE NATIONEN
6/7/49
20/7/49

Was l e i s t e n d i e V e r e i n t e n N a t i o n e n ?
Die V e i t b a n k _ G e l d z o n t r a l e v o n 48 N a t i o n e n .
+ + + + + + + ++ + + + +

17/8/49

A u s n u t z u n g a l l e r R o h s t o f f - und E n e r g i e q u e l l e n d e r
Erde z u r Erhöhung des L e b e n s s t a n d a r d s d e r Menschheit*
Was w i r d a u s d e n H i l f s p r o g r a n n f ü r r ü c k s t ä n d i g e
Gebiete?

22/8/49

+ + + + + + + + + + + + +
9/9/49
TVA a l s V o r b i l i f ü r UNSGOUR F l u 3 r e g u l i o r u h g s p r o b l e m e .
+ + + + + + + + ++ + + +
9 ) WIRTSCHAFT
6/7/49
II/7/49
15/7/49
22/7/49

AFL und CIO z u n S t a n d d e r a m e r i k a n i s c h e n

-irtschaft.

Amerika g e h t von d e r N a c h k r i o g s - z u r F r i e d e n s w i r t schaft über.
Der W e c h s e l vcm V e r k ä u f e r - z u n K ä u f e r m a r k t im
S p i e g e l von Trumans W i r t S c h a f t s b e r i c h t .
Tatsachen über d i e amerikanische

Wirtschaft.

+ + ++ + + + + + + + + +
•1/8/49

A m e r i k a b a u t mehr Baumwcllc a n .

8/8/49

1.) T r a k t o r e n s t a t t
2.) Wasserkräfte

Pferde.

im D i e n s t e d e r M e n s c h h e i t .

10/8/49

Die I n d u s t r i a l i s i e r u n g

17/8/49

Steigende

dos Südens.

ERP-Lieferungen,
- 8 -

�WIRTSCHAFT
19/8/49

1.)

Führende P e r s ö n l i c h k e i t e n z u r
Wirtschaftslage in Anerika.
2 . ) Sechsmal mehr S t e u e r n a l s v o r neun J a h r e n .
3 . ) I n v e s t i e r u n g e n der U . 3 » - W i r t s c h a f t i n
allgemeinen unverändert.
2 9 / 8 / 4 9 2rwei G e n e r a t i o n e n "North S t a r " i n D i e n s t e d e r
Eingeborenen Alaskas.
+ ++ + + + + + + + + + +
1 2 / 9 / 4 9 Weniger A r b e i t s l o s e i n U.S.A.
I $ / 9 / 4 9 Arnerikanischer W i r t s c h a f t s w i s s e n s c h a f t l e r f o r d e r t
Synthese zwischen P l a n w i r t s c h a f t und f r e i e n Unt e r n ehne r t u n .
2 1 / 9 / 4 9 Aufgaben und A r b e i t s n e t ho den d e r U*S.-Handelskanne r .
+ + + + + + + + + + + + +
10) INDUSTRIE
20/7/49

U . S . - L u f t w a f f e g i b t n e u e s Mehrzweckflugzeug
in Auftrag.
2 2 / 7 / 4 9 F a b r i k g e l ä n d e n i t S c h l i t t s c h u h b a h n . - Der neue
anerikanische Fabfrikstil.
+ + + + + + + + + + + + +
2 4 / 8 / 4 9 An 2 8 . August 1859 wurde die e r s t e Ö l q u e l l e
d e r Welt e r s c h l o s s e n .
2 9 / 8 / 4 9 1.) T e n n e s s e e t a l - K r a f t w e r k v e r s o r g t 1 M i l l i o n
Verbraucher n i t Stron.
2 . ) Die Lage d e r A u t o r e i f e n - , A u t o m o b i l - und
W e r k z e u g i n d u s t r i e i n U.S.A.
+ + +++ + + + + + + + +
7 / 9 / 4 9 Aussterbend© R i e s e n a u t c s .
1 2 / 9 / 4 9 F e i n f r o s t e r z e u g n i s s e e r o b e r n den a m e r i k a n i s c h e n
Nahrungsmittelmarkt.
1 4 / 9 / 4 9 Häuser ohne Mauerwerk. - Aluminium und S t a h l
e r s e t z e n den Z i e g e l s t e i n .
1 6 / 9 / 4 9 E r d g a s aus Texrs für #ew Yorker H a u s h a l t e .
2 1 / 9 / 4 9 1.) Von schwarz-weiß zu b u n t . - F e r n s e h e n f ü r
a l l e i s t n i c h t mehr f e r n .
2 . ) E u r o p ä i s c h e I n d u s t r i e schau i n U.S-,A.
2 6 / 9 / 4 9 Amerikanische A u t o v o r s c h a u 195 0.
+ + + + + + + + + + + + +
11) A R B E I T
11/7/49
18/7/49
12/8/49
19/8/49

AFL f o r d e r t Mäßigung b e i L o h n s t r e i t i g k e i t e n .
Es geht auch ohne S t r e i k .
+ + + + + + + + + + + + +
Deutsche G e w e r k s c h a f t l e r besuchen die U.S.A.
Mehr A r b e i t s p l ä t z e für K ö r p e r b e h i n d e r t e i n U.S.A.
- 9 -

�A R B E I T
22/ § / 4 9
26/V49

31/8/49

Der Y.'ohlfnhrtcfends d e r a m e r i k a n i s c h e n
B e r g a r b e i t e r i n Geldnöten,
1») 5* September i F e i e r t a g d e r .Arbeit i n Amerika.
2.) Tru:.ian*2rklärung zun Labor Day, den F e i e r t a g
dos i. je r i k e n i f Olren A r b e i t e r s ,
5.) Labor Day und d e r U c r s h c l l p l e n .
Amerikanische Regie r ä n g e bo a n t e ' cua Labor Day.
•

+ + + + + + + +

+ + + + +

2/9/49

Gewerkschaften und T e n n e s s o e t a l - y e r . v a l t u n g
a r b e i t e n Hemd i n Hand.
9/9/1-9 40-Stunuenv;oche f ü r die a m e r i k a n i s c h e n E i s e n b a h n e r ,
1 6 / 9 / 4 9 Li»-' a m e r i k a n i s c h e n Gewerkschaften und der iCongress,
1 9 / 9 / ; ? 1.) U . S . - A r b e i t » m a r k t i n S o h l e « ,
2 . ) S t a e i k s .\iur neue K e l l . . k t i w e r h a n d l u n g e n ? Zur Lage i n d e r a m e r i k a n i s c h e n S t a h l i n d u s t r i e .
21/9/49
"Unsere P i r n a 1 9 4 8 " . - J a h r e s b e r i c h t f ü r A r b e i t e r
und Angc ort c 1 l t e ,
28/9A-9 Jahn L. L e w i s , P r ä s i d e n t d e r V e r e i n i g t e n
Ber g a r t e i t e r g e w e r k s c h a f t .
+ ++ + + + + + ++ + + +
12) S02.IAL..ES1A."
25/7/49

l e n k e n versiehe
+ + +
7 / 9 / 4 9 Jagend pro blono
+ + +
13) POLITIK
13/7/49
29AA9

r a n g i n den U.o.A,
+++ + +++ + + +
an runden T i s c h ,
+ + + + + + + + + +

"".'ege zun F r i e d c h " - a u s e i n e r S c h r i f t

gta t e 2c pc rtno nt«

dos

Ik-r 2 - o i t f o k t e r i n dör D e b a t t e an des Raffen«

hiif epregrann«

+ + + + +++

+ + + H- + +

14) ASCHITSKTÜB
22/7/49

"So wohnt A n . , r i k a " - F r u n k f u r t e r A u s s t e l l u n g
übe r ane r l ler:i i sc he *. c h n k u l t u r .
+ + + -h + + + + + + + + +
15) U0HSÜNGS17ESBK
29/7/49

V o r g e f e r t i g t e Häuser ruf d e r F r a n k f u r t e r
+ + + + +

I/3/49
5/8/49

Ausstellung»

+ + + + + + + +

"So » r h n t Amerika" - A u s s t e l l u n g d e r a m e r i k a n i s c h e n
Militärregierung in Frankfurt,
1.) Amerikas Vehnhauo Nr. 1 ,

2 , ; Auflehnende Bautätigkeit in den U.S.A.
+ '+ + 4 + + + + + + + + +
- 10 -

�16) EMIGRATION
"

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•

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-

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•

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-

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*

*

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"

"

"

*

10/8/49

p r i v a t e G e s e l l s c h a f t e n h e l f e n den E i n w a n d e r e r
i n U.S,A,
+ ++ + + + ++ + + + + +
17) HEiöGKElJRSCH2E
9/9/4-9

J e s s u p f o r d e r t volle: U n t e r S t ü t z u n g d e r
Deklaration der Menschenrechte.
+ + ++ + + + + + + + + +
18) FREMDENVERKEHR
10/8/49

400 000 a m e r i k a n i s c h e T o u r i s t e n e r w a r t e t .
+ + + + + + + ++ + + + +
19) ERZIEHUNG
3l/S/49

6. September» Der e r s t e S c h u l t a g .
+ + + + + + + + + + + + +
2 5 / 9 / 4 9 1.) Diu B i b l i o t h e k f ü r Auslandskunde i n O h i k a g e .
2 . ) Das I n t e r n a t i o n a l e Haus i n llov York.
+ + ++ + + + + + + + + +
20) JtKSHD
27/7/49

D e u t s c h e r S i e g e r a l s Gast beim "Soap Box Derby" i n

Akren«

+ * + ++ + + + + + + + +
28/9/49 Amerikanische Clubs für Internationale Verständigung,
+ + + + + + + + + + + + +
21) MSDIÄIH
22/8/49

1.) Gelingt es, das Gespenst der "Staublunge"
zu bannen?
2.) 1,'VJUartiger Röntgenapparat ermöglicht
frühzeitigere Krebsdiagnese,
+ + + + + + + + + + + + +

22) SPORT
6/7/49
15/7/4-9

Mit de;., Motorrad b i s noch Alaska und A r g e n t i n i e n .
Zwanzig M i l l i o n e n K e g l e r .
+ ++ + + + + + ++ + + +
2 6 / 9 / 4 9 Golf gewinnt s t ä n d i g neue Anhänger i n A n e r i k a .
+ ++ + + + + + ++ + + +
23) HBHEITffH3B£B AU» UNSEREM OBO
10/8/49
14/9/49

Der Panama-Kanal f e i e r t 3 5 . G e b u r t s t a g .
+ + + + ++ + ++ + + + +
äun J a h r e s t a g der a m e r i k a n i s c h e n V e r f a s s u n g .
+ + ++ + + + + + + + + +
- 11 -

,

�24)

G0BBB1IEEAGE

14/9/49

Baron F r i e d r i c h r i l h e l n vcn. S t e u b e n . - Zun 219»
G e b u r t s t a g r:± yj,
September,
+ + + + + + f * t

+ + + *

25) ^AHBEIJ
1/8/4-9
17/8/49

V/ahl d e s d e u t s c h e n B u n d e s t a g e s .
Das a m e r i k a n i s c h e S t a t e Bjpart.-.iM.ut zu den
Bundeswahlen,
+ + + + +

+ + + -i--f-f-i- +

26) AUEEIK^ISGHE STiÜTE
13/7/49

San l?elyc y iLalitfcrnien, d e r g r ö ß t e
ffischerüjjbßfen
t&gt;er
tfalt,
I -:- -,- -i- + ••:- + + + + • + + +

27) ÖPSEH2L3CiHSa POfiUa
15/7/49

W e l t r e i s e d e r "iVwn M e e t i n g s "
+ + -,'- -r- + + + + + + " +

+ +

28) SO Ü I E K T BIS AMSÄIKAWISOHE REGI_RUITG
2/9/'r9
28/9/49

R e g i e r u n g und Opposition*
A n e r i k a e E c c h v e r r a t e p r c z e ß e chnc
+ + + +

Todesurteil,

+ + + + + + + + +

29) SOHDERBBRIOED
9/9/49

Bio «srtiano Ano r i k a s" und i h r e Ä i e l e ;
+ + + + + + + + ++ + + +
30) ZU IHRER IflFGEl&amp;IION
.,
11/7/49
20/7/49

P r ä s i d e n t Trunans Ha l b j a h r e s v v i r t s c h a f t s b e r i e h t
an den a n o r i k a n i s c h o n Kongroß,
Grundsätze und *l-'escn d e r a m e r i k a n i s c h e n Aussenp o l i t i k » - Trunan-Hode v o r der Grcßlogo vm
Nordadorika,
+ ++

12/8/49
22/8/49

+ + + + + -(- + + + +

Bor v o l l e Text d e r B e u t s c h i a n d r e d e , d i e
John Jay HcGlcv r.a 9 . August g e h a l t e n h a t .
P r ä s i d e n t Trunan v o r den A n e r i k a n i s e h e n
7ot e ranenve r b a n d .
+ + + + + + + + ++ + + +

- 12 -

�21\ ARTIKEL FtJR DIE FRAU

tä/Jil

Frauen in der Politik
Deutsche Jugendgruppenloiter kommentieren die
Arbeit der Jugendorganisationen in den U,S,A,
Frauen verlangen sofortige Ächtung des Völkermords.
Man muss sich nicht gleich scheiden lassen.
Anschauliche Nahrungsmittelkunde für New Yorker
Schulkinder.

Sine Frau auf Alligatorenfang«
11/7/49

18/7/49

25/7/49

Pflege kultureller Beziehungen mit anderen Ländern.
'Amerikanerinnen."
Elfersucht bei Kindern.
Stewardessen der Luft.
Parkway Village, die U.K. V/ohnsiedlung.
Über die Arbeit des amerikanischen Hauswirtschaitswerks.
Sonnengebräunt - aber ohne Sonnenbrand.
Lebt die Frau von heute "auf grösserem Fuss?"
Ein neues kiweissprodukt aus Sojabohnen.
Pearl 5. 3uck. - Ein Leben zwischen Ost und West«
..as bringt die amerikanische Herbstmode?
Piraten der Fifth Avenue
Spielzeugmessen in den Vereinigten Staaten.

Kein Öl auf gewachstes Holz.

VßJJS.

8/8/49

15/8/49

22/8/49

29/8/49

Maryland-Universität schult Farmerfraucn.
"Frauen sind doch bessere Diplomaten''.
Orchideenzucht im eigenen Heim.
Worüber sie sich Sorgen machen
An gonehmore Hund s t ag e.
Der Knigge für Autofahrer.
Frauen bei den Vereinton Kationen.
Psychologische Gesetzmässigkeiten der
Kindersprache.
"Aunt Nanny" feierte ihren 111. Geburtstag.
Unsere parfümierte . Welt«
Auch ein Küchenherd will gut behandelt vrerden.
Persönlicher Kontakt als Vurständigungsb.rücke
zwischen Europa und Amerika«
Ein Leben im Schatten ihres grossen Hannes«
Line« Helene Schweitzer,.
Kundendienst über den Äther
Amerikanische Schulkinder werben mit Jahrbüchern
um die Freundschaft der Welt Jugend.
Pektin unentbehrlich für die Gsleebereitung.
Amerika trauert um Margaret Mitchell.
Die Jirau als Diplomat,
Der Kinderstar mit dem ausdrucksvollen Gesicht.
Die National Cathedral Schule in Washington.
Moderne Möbel für bescheidene Einkommen.
80-jährige Diplomatenwitwe als Zeitungsverkäuferin.
Halbtagsarbeitsmcglichkeiten für die xprau.
Urs. Giannini Hoffman, der erste weibliche Direktor
der grössten Bank der Welt«
Kinder bedürfen der elterlichen Führung.
Frauen baue:: aus eigener Initiative eine kunsthandwerkliche Heimindustrie auf.

- 13 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
29/8/49
7/9/49

12/9/49

19/9/49

26/9/49

5) Nachwuchs für das Modegewerbe.
l)
2)
3)
4)

Die Stellung der Frau in der deutschen Wirtschaft,
Eine Frau auf dem Mount McKinley.
Der erste Schulgang.
Neuartiger Rechenunterricht an den New Yorker
Grundschulen.
5) Heirat und Scheidung in den Vereinigten Staaten.
6) Melonen - erfrischend und nahrhaft.
7) Neue Gasherdmodelle.

1) Amerikanische Ehepaare adoptieren Flüchtlingskinder aus Europa.
2) Ethei Barrymoore - die "first lady" des
amerikanischen Theaters.
3) Das Museum - eine Quelle der Anregung für den
Modeschöpfer.
4) Allgemein Verständliches über seelische Hygiene.
5) Kochen mit Ultrakurzwellen.
6) Gepflegt aussehen - auch an heissen Tagen.
1) New Yorker Schule der Rechtswissenschaften
feiert 60jähriges Bestehen.
• 2) Der Weg zurück.
3) Die neue Mode nimmt sich der Backfische an.
4) Kinder brauchen mehr Thiamin und Riboflavin.
5) Alice Eastwood - die bedeutendste Botanikerin
der U.S.A.
1) 130 Jahre amerikanische Frauenverbände.
2) In Sachen der Eltern.
3) Schönes Haar durch richtige Behandlung.
Edith Quimby, Amerikas -;rste Biophysikerin.
Stoffimitation ...... aus Pelz!
Auch
das Annähen von Knöpfen will gekonnt sein.
6)

Sl

32}. KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FBATJ_

6/1Z42

11/7/49

18/7/49

25/7/49

a) Frau Mode diktiert: Bav.aiwollstoffe.
b Drei Frauen segeln um Ü e Welt«
c) Grüne Erbsen - gartenfrisch, trotz tagelanger
Transporte.
d) Ein Märchen wird wahr.
a) Kurse für Frauen über 40.
b) Kleine Winke - Grosse Hilfe.
c) 50 i» aller Stadtfamilien in U.S.A. v/erden teilweise oder ganz durch den Arbeitsverdienst von
Frauen unterhalten«
d) Die erste Internationale Erfinderausstellung in
New York.
a) Erfrisahung im Nu.
b) Tomaten roh oder gekocht einwecken?
c) Eine handvoll kv.iV.Ler Vorschläge für heisse
S ommc r ab en de,
d) Seid tolerantv
Die Baumwollpflanze liefert neue Textilfasern.
Kurzes Haar,die grosse Mode.
Obstkörbchen aus Kunststoffgeflecht.
Neue Hilfsmittel für die Hausfrau.
Stricknadeln altmodisch?
c) Schutzhandschuhe mit Baumwollfutter.

a)
b)
c)
d)

- 14 -

�-NACHRICHTEN FÜR DIE FRAU
1/8/49
8/8/4-9

15/8/49

22/8/49

29/8/49

7/9/49

12/9/49

19/9/49

26/9/49

a} Kinder bebauen ihre Schulgärten.
bl Traten und Backen 5 ohne "Fett1;
ß) dedanken über'das Denken.
s.) Alter schützt vor Eitelkeit nicht.
b) Teppiche aus Kunststoff.
c) Wettbewerb im Kostümschheidern.
d) Ehebetten im Ferienauto.
a) Die Lohnverhältnisse in der U.3.-Bekleidungsindustrie .
b) Auftrennen leicht gemacht.
c) Ohrringe aus Federn.
d) Auch Strümpfe sind der Mode unterworfen.
a) Aminosäure in Cbst und Gemüse.
b) Synthetische Waschmittel kontra Seife.
c) Nylongewebe - für jede Tageszeit.
d) Extravagante Küchentips.
a) Gcmeinschaftsweckküchen in den Vereinigten Staaten,
b) Eine Prise Salz.
c) Abstauben macht staubig.
d) Für den Herbst kleine Hüte mit Federn und
Schleier.
a) Grössere Nachfrage nach Cbstsäften als nach
frischem Obst.
b) Die Bekleidungsindustrie im Staate New York.
c) Die Ausstattung der neuen Häuser wird immer
besser.
d) - "Alles kehrt wieder" -.
a) Strümpfe und Wäsche aus Nylon - diesmal aber
für ihn.
b) 3chweste_nhe__crinnen im amerikanischen Gesundheitswesen.
c) Welche Völker trinken gerne Kaffee?
d) Kleine Winke - grosse Hilfe.
a) Amerikanische Universität ehrt europäische Frauen.
b) Worüber die amerikanische Frau spricht.
c) Die George Junior Republik. - Ein moderner
amerikanischer Jugendstaat.
d) Krawatten - "Dernier Cri" der Damenmode.
e) Amerikanische Höflichkeit«
a) Backstube und Geographie.
b) Tiefgekühlter Orangensaft.
c) Seifenschaum allein tuts nicht.d) Überwinterung der Sommergarderobe.
+ + + + + + + + + + + ++

33} LANDWIRTSCHAFTLICHS NACHRICHTEN _ _ _ _ _
12/7/49

______

l) Grössere Ernten durch Zusammenarbeit.
2) ECA-Hilfe für die afrikanische Landwirtschaft,
3) ülüirralsionen gegen die St. Jose-Schildlaus.
4) Leichtbeton für landwirtschaftliche Bauten.
5) Desinfektion auf dem Bauernhof.

- 15 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN
26/7/49

1) Marktberichterstattung für den Landwirt.
2) Jüdische Farmer in den Vereinigten Staaten.
3) Trocken-Kühl-Kost, eine neue Lebensmittelkonservierungsmethode .
Der Nutzwert des Regenwurms.
Amerikanische Farmer "bereisen Europa«
Rationelle Schweinezucht durch Markierung der
Tiere.
+ ++

4/8/49

+ + + + + + + + -•- +

1) Entwicklung der deutschen Landwirtschaft seit
Kriegsende und die Hilfe Amerikas.
2) Mechanisierung des Gemüseanbaues.
3$ KünstlichesWetter - Künstliche Blitze.
4) Zeitungspapier aus Stroh.
5) Lehrfilme für den Landwirt.
6) Pflanzenschutz aus Kunststoff.

19/8/49

1)
2)
3)
4)
5)

Erfolgreiche Methoden der modernen Landwirtschaft.
Flugzeuge als Sämaschinen und Vogelscheuchen.
Wabashsojabohne erzielt grössere Ernten.
Richtiges Auslassen von Schweinefett.
Wie beseitigt man Klopfgeräusche in der
Wasserleitung?
+ + + + + + + + + + + + +

6/9/49

20/9/49

1) "Provinz" ohne "Hinterwäldler''i
Immergrüne Pflanzen •» der dankbarste Garten schmück»
Vor« und Nachteile künstlicher Düngung.
Der kalifornische Weinbau.
Neue Heilmittel gegen Huf-Erkrankungen.
"Meisterpflüger" - Wettbewerbe«
1) Wann legt man einen Rasen an?
Geheizte Obstgärten.
Dr. Bartlebs Baumwunderland.
Rinder unter dem Messer des Tierarztes.
Notizen aus dem Hühnerstall.
Sorgen um die amerikanische Reisernte 1949.
+ + + + + + + + + + + + +

34) KURZNACHRICHTEN FÜR DEN LANDWIRT
a) Heuschreckenplage in den U.S.A.
b) Naphtalin vernichtet v- asserpf lanzen.
c} Mit dem Mäusetest gegen die Stallfliegen.
d) Futtersäcke werden Sommerkleider.
e) Sublimat tötet tierische Schädlinge.
•26/7/49 a) Weizenanbaugebiet für 1950 in den U.S.A. reduziert»
b} Zuchtbullen, keine Gefahr mehr auf den Farmen.
c) Frischmilch in Papierflaschen.
d) Kein DDT in den Lilchviehstall.
e)...Kühle Rast an Biberteichen.
f) Woher-kommt das .Wort Picknick?
4/Q/49 a^ Vier Farmbewohner - 1 Wohnhafte«
bV Automatische Geflügelfütterung.
,
c) Gefährliche blinde P a s s a g i e r e .
d) Sonnenställe für Schweine.
12/7/49

- 16 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR
19/8/49

6/9/49

20/9/49

a)
b)
c)
d)
e)
f)

DE?T

LANDWIRT

"Vorgebrütete" Bruteier.
Hühnereier mit farbiger Schale.
Biologische Farm zur Gewinnung von Heilseren.
Neuartige elektrische Tierwaage.
"Enthornung" von Kälbern.
Steigender Anbau gekreuzter Weizensorten in U.S.A.

a) "Stacomizer" - eine neuartige Walzmaschine.
b) Höhere Ernteerträge durch neuesMessgerät-.
c) Bedeutung des Tabaks in der U.S.-Landwirtschaft.
a) Küken fliegen per Flugzeug.
b) übervölkerte Ställe gefährden Kälber.
c) Neue Mittel gegen Darmvergiftung bei Lämmern.
+ + + + + + + + + + + + +

351 2 1 ? AMpiKANISCHg WIRTSCHAFT
18/8/49 1) Die amerikanische Virtschaft ist krisenfest.
"wie arbeitet die grösste amerikanische Auskunftei?
Llarktbereinigung in U.S.A.
Analyse des anerikanisehen Volkseinkommens.
Steigt die Kaufkraft des Dollars?
6) U.S.-Aussenhandel spürt internationale
Dollarknapphcit.
7) U.S.A. planen internationale Messe für 1950.
8) Die amerikanische Wirtschaft auf dem Wege zu
normalen Verhältnissen.
9) Gcgren die Lohnpreisspirale .-Vor neuen KollektivVerhandlungen in U.S.A.
10) Umschlag des New Yorker Hafens lebhafter als 1939.
11) •..elthandolstonnage wächst weiter.
12) Kurznachrichten aus der amerikanischen Wirtschaft.
1/9/49 1) Pressekommentare zur bevorstehenden Wirtschaftskon
2) Ist Fernsehen ein Verlustgeschäft?
feren
3)' Das Dilemma der amerikanischen Tuchindustrie.
4) U.S.-Energiewirtschaft ohne Rezessionssorgen.
5) Steigende Ratenkäufe in U.S.A.
6) Ausgedroschene Maiskolben - ein neuer Rohstoff.
7) Amerikanisches Privatkapital für Deutschland in
Sicht.
8) Lockerung der Diskontschraube.- Krediterweiterung
in U.S.:..
9)' "UL"-Schild bürgt für Betriebssicherheit.
10) Festigung der eiaerikanisehen Wirtschaftslage,
il) Verschärfte Konkurrenz auf dem internationalen
Textilmarkt.
12) Kurznachrichten«
15/9/49

1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
9)
10)
11)

Ohne Marktanalyse keine erfolgreiche Ausfuhr.
Milliardenumsätze durch Waren a\rtomaten.
U.S.-Spielzeugindustrie im Spiegel der Zahlen.
was kauft der amerikanische Mittelstand?
Werbung wird auch in Ü.S.A. wieder grossgeschriebe:
Amerikanischer Aussenhandel weiter rückläufig.
Soziale Betreuung und Nachwuchsförderung im
amerikanischen Einzelhandel.
Mit dem "fliegenden Musterkoffer" durch 60 Länder.
Stabilere Preise und grössere Umsätze in U.S,• x-.
Direktoren auf der Schulbank.
Kurznachrichten.
+ + + + ++ + + + + + + +

- 17 -

�.36 ERZIEHUNGSY.ESEN
7/7/49
\)

3)
4)
19/7/49

1
2
3)
4)

2/8/49

16/8/49

30/8/49

15/9/49

Brandeis, Amerika j erste jüdische Universität.
Rockefeiler Foundation, ein Begriff für die internationale Wissenschaft.
Lchrertagungen in den Vereinigten Staaten.
Psychologie als Raligion - Bemerkungen zu C.G.Jungs
an der Yale University gehaltenen Vorlesungen
"Psychology and Religion".
Amerikanische Universitätsverlage«
Jeder zweite Amerikaner erwartet die ueltuniversit'
Über die Erziehung
um Verständis aussenpolitischer Fragen.
Goethe als Wissenschaftler«

Zeitungswissenschaft an amerikanischen Schulen.
Die älteste amerikanische Negeruniversität.
Vier Fünftel aller amerikanischen Stipendien
3) für Neger verfügbar.
Wie die amerikanischen Universitäten die
4) Freiheit Afrikas fördern*
UNESCO stellt die geistigen Beziehungen zwischen
5) der westlichen Kultur und dem Islam wieder her.
Ausländische Studiengäste am Kernforschungsin»6) stitut Oak Ridgc.
Feldzug zur Popularisierung der UN in den
Vereinigten
Staaten.
7)
Henri Louis Mcncken, The American Language.
8) Edward Lee Thorndike g e s t o r b e n *
1)
2) E i n Biwak - die 1 „ i m z e l l e d e r a m e r i k a n i s c h e n
Volkshochschule.
3) Amerikas P r i v a t u n i v e r s i t ä t e n bangen um i h r e
politische Freiheit«
4)GEISTIGER YUSTAU3CH:
a) "Study Abroad", Handbuch des A u s l a n d s s t u d i u m s .
b) Deutsche Beamte l e r n e n Demokratie an a m e r i k a nischer Universität.
c) Amerika sammelt f ü r d i e e r s t e c h r i s t l i c h e
Uni\&gt; e r s i t a t J ap a n s .
5) Sowj e t i sehe S t e r n ö c u t e i c i .
1) GEISTIGER lUSMJSCHi
a) Ermuti ö .nde F o r t s c h r i t t e i n D e u t s c h l a n d ,
b) Bekämpfung des Analphabetentums«
c) Lehrbücher für die Welt«
2) Lehrplanreform der höheren Schulen.
3) Das grösste Projekt m r Ausbildung Erwachsener.
4 Gefilmte Dissertation.
5 Tönende Bücher für blinde Studenten.
6) Der Muster- und Versuchslehrplan von Aidwood.

1)

1
2
3)
4)
5)
6)

Die katholische Schule in den Vereinigten Staaten.
Stipendienstiftung zu Ehren General Clays.
Filmverleih durch VoA sbibliotheken.
Koussevitzky geht zur Brandeis-Universität.
\veltoffene Schule.
Der italienische Erziehungsminister besucht die
amerikanischen Schulen.
7) Sowjetischer Kulturaustausch.
- 18 -

�ERZIEHUNGSY.'ESEN
27/9/49

1) Peter John A. Ryan, ein Vorkämpfer sozialer
Vernunft.
2) Der künftige Geschichtsunterricht gilt weniger
den blossen Fakten als dem Studium der Kräfte
und Strukturen,
3) Naöhricht von einem unzcitgemäss glücklichen
Menschen. - Plauderei mit dem Philosophen Santayana
4) Yale reproduziert neu entdeckte vorchristliche
Bibolhandscl.riften,
5) Aausunterricht und Schulfunk für körperbehinderte
Kinder.
4- + + + + + + + + + + + +

31l MEDIZINISCHE NACHRICHTEN
14/7/49

28/7/49

11/8/49

1) Mumpsvakzine. Von H.H. Muntz, M.H. Powell und
C G . Culbertson.
2) Glutaminsäure und Intelligenz.
3) Die Streptomycinbehandlung tuberkulöser
Fisteln. Von B.L. Brock.
4) Die Influenzadiagnose.
5) Schützende Antikörper im Serum syphilitischer
Patienten.
6) Die Auswirkung der Moskitokontrolle
durch DDT auf die Tierwelt.
1) Antiepileptika. Von James E.P. Toman und
Louis S. Goodman.
2) Zur Frage des Wasserhaushaltes. Von J.R. Robinson,

1) Antiepileptika. Von James E.P. Toman und
Louis o. Goodman.(Fortsetzung und Schluss.)

2) Die Eintrittspforte des Poliomyolitiserregers.

§/2£l2

11

Anti-Histamin Medikamente in der Kinderheilkunde.
Menschliche Hauttransplantate auf
Hühnerembryonen.
3) Austauschtransfusion als Behandlang der
Erythroblastosis foetalis.
4) Eine kulturelle Methode zur Diagnose der
Tr ichomonadeninfestation.
5) Die Behandlung von Psychosen durch
bilaterale Exstirpation der Stirnhirnrinde.
+ + + + + + + + H- + + + +

38) SONDERNUMMERN
13/7/49
21/7/49
29/7/49
11/8/49
17/8/49
30/8/49
12/9/49
22/9/49

Gedenktage Juli - August.
Modernes Bauen - Modernes vVohnen.
Aussenminiater Acheson zum ..affenhilfsprogramm.
Das "Punkt-Vier" Programm.
Gedenktage September.
Trumanrede zur U.S.-Wirtschaftshilfe für Europa,
Die U.S. , und die Sowjetunion.
Geschenk der Freiheit.
+ + + + + ++ + + + + + +

- 19 -

�S/2 - 17Z50
1SWL TSVERZEICHHIS ÜBER R.CHFJÖHTENMATERI;.! UND .'JSLTJXSL DES
'»AMERIK; DIENST"
vom 1. Oktober 1949 - 31. Dezember 1949

Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und Artikeln aus
früheren Nummern des "AMERIKA DIENST" zu erleichtern, bringen
wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials, das Ihnen im
vierten „uartal 1949 angegangen ist. Durch eine Aufgliederung
nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen
oder anderen nicht allzu zeitgebundenen ..rtikels ermöglicht
werden.

^

•

Redaktion
•\XERIK . DIE17ST"
(U.S. Feature Service).

�3/2 - 17150
INH.LTSVERZEICIFIS OBER N:..CHr{-lCHTEN:i.mE?.i;jL UND ARTIK3L DES
".'JU3ÄI&amp;.' DIEN^x1"'
vom 1. Oktober 1949 - 31. Dezember 1949

Seite
1.) ^merikanisch-3 Pressestimten.
2.) Leben in den U.S....
3.) Wissenschaft
4.) .'a-beit
5.) Industrie
6.) Portrait
7.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
8.) Erziehung
9.) .'i-rchitehtur
10.) Meilensteine auf unserem '••eg.
11.) Das neue Buch.
12.) Europäisches •iederaufbauprogramm.
13.) Wirtschaft.
14.) Yfohnungswes en
15.) Politik
16.) Landwirtschaft
17.) Sport
18.) Medizin
19.) amerikanische Feiertage
20.) Zu Ihrer Information
Sonderbericht.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.

-rtikel für die Frau
Kurznachrichten für die "^rau
Landwirtschaftliche Na- .-ichton
Kurznachrichten für den Landwirt
Die amerikanische irtschaft
Kurzberichte aus der amerikanischen '.irtschaft
Geistiges Leben
Sondemunme rn

+ + + -4- f +

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1
5
7
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17
.118
19
20
21
22

�3/10/49

1.) Senator Scott Lucas: Aussichten für einen
Weltfrieden n i c h t v e r s c h l e c h t e r t .
2.) "Kew York Times" zu den i t a l i e n i s c h e n Kolonien.

5A0/49

1.)

7/10/49

1.)

"3Jew York Times" zur geplanten ostdeutschen
Separatregierung.
2. ) "Life" über neue Aspekte des A t c m z e i t a l t o r o .
"Kew Ycrk ElmeB" zun R ü c k t r i t t des
Que uil1e-Kab ine 11 s,
2.) Über die Lrrichtung eines ostdeutschen
Separatbundesstaates.
3.) "Key.' Ycrk Times": Tito - D e n in S t a l i n s F l e i s c h ,

10/10/49

"l!ew York Times": Eine weitere Vclksregierung
ohne Voll:.

12 A 0/49

1.) Zur Bildung der Ostzonenregierung2.) "Washington Star" über die F o r t o c h r i t t e auf
dem Wege zur europäischen W i r t s c h a f t s e i n h e i t .
3.) "New York Times" zu JUinecy*
I . ) "THer/ York Tir-es" zu den Ostzonenregieruiigserklarungen,
"Dallas Wews" zur deutschen S i t u a t i o n .
"Washington Post" zur Hegierungsbildung
::,
i n Prankreich.
1. "Ue:- York Times": Hoch vor schweren Aufgaben.
2. "Ucv; York Tines" zum national C ) riechischen Sieg.
'•' " s in ton p o s t " : Keine falschen a l l i i e r t e n
3. Konzessionen für Deutschland.
"Oincinnati (Ohio) Times Star" r
4.
Hamburg i s t das P a r i s Deutschlands,
U.S.-Presse zur Schuldigsprechung 11 führender
amerikanischer Kommunisten.
U.S.-Presse zur S t a l i n - B o t s c h a f t .
3. "Washington o t a r " : B e r l i n d o r n e n v o l l s t e s Problem.
1. U.S.-Presse zun wachsenden Terror in den

WAO/49

17/1C/49

19/10/49

21/10/49

2.
V
S t

26/L0/49

1.
2.

3.
4.

28/L0/49

3.
1.)
2.)
3«5

31/10/49

1.;
c.)

3.)

o s t e uro p*'. i s c he n Land e m .
J. S.-Presse zur ju .oal-X'i sehen Kandidatur
i m Uli- S i c h e :?hz -'. t s r a t.
"Washington btar" zur deutschen Cstregierung.

"begrüßt f e s t e
Haltung LlcOlcys.
"ilew York Times" zur geplanten B e r l i n - H i l f e .
"Washington S t a r " : B e r l i n muß geholfen werden.
"Washington P o s t " : Suropäisierung der Huhr
könnte Demontage b e e i n f l u s s e n .
"..•••'/ York Times"» Die Westmäohte und Bonn.
"New York Times": s t a h l a r b e i t e r s t r e i k v e r h i n d e r t Rekordjähr,
"Washington Post" 2 a n Atomenergieproblem.
U.S.-Presse zum tschechcslowakischen
Uhabhängigkeit sta g.
"ITev/ York Herald Tribüne" -ur Grotewohl-2rklürung.
"Houstori(T e xas)P-st" v e r e n g t F r e si z ü g i g k e i t a u s l ä n d i s c h e r J o u r n a l i s t e n i n der, ?d SH,
lTer; Xork Times" 2uß- Balkanpro olem.
- 1 _
"Christian Science Koni'•-,-

- , n

�ÄiV.
KDRIKANIÖGHE

PRESSEST TJffiDill?

••Washington P o s t " : " D e u t s c h l a n d - E i d a u l t s
g r ö ß t e s Problem".
" C h r i s t i a n Science l i o n i t c r " z u r o s t d e u t s c h e n
2.)
Marionettenregierung.
"Washington P o s t " : E r e i g n i s s e i n d e r OSP.
3.)
beweisen P o l i z e i s t a a t m e t h o d e n .
"ITew York T i n o s " z u r a l l m ä h l i c h e n Wieder4 / 1 1 / 4 9 1.)
h e r s t e l l u n g der deutschen S o u v e r ä n i t ä t ,
"Washington Pest". Sum d e u t s c h e n Demontage2.)
pro b l e n .
5 . ) U . S . - P r e s s e b e g r ü ß t e r f o l g r e i c h e n Abschluß
d e r h o l l ä n d i s c h - i n d o n e s i s c h e n Konferenz i n
Der, HSäg,
7AV49 1.) "New York Times" - z u r b e v o r s t e h e n d e n Aussonm i n i e t e r k o n f e r e n z d e r d r e i Westmäobte i n P a r i s ,
2 0 c um Pohl s c h l a g e n der ÖN-Bemühungen um i n t e r n a t i o n a l e Atomenergie kont r o l l e .
"Heyv York Times" z u r Grotov/o h l - E r k l ä r u n g
3.)
über die Oder-Neisse-Linie,
Zur k ü n f t i g e n S t e l l u n g W e s t d e u t s c h l a n d s
9 / 1 1 / 4 9 1.)
i n Europa,
2 . ) U . S . - P r o s s e zum Ausschluß d e r kommunistischen
Gewerkschaften aus dem 0 1 0 .
Zur
Pariser Aussenminist-rkonferenz.
3.)
"Philadelphia(Pennsylvania)Inquirer"
1 0 / 1 1 / 4 9 1.)
z u r llalenkow-Rode,
Zur Konferenz d e r W e s t a u s s e n m i n i s t e r ,
ii •
3.)
»philadelp
Aussenminister
Inquirer
s o l l t e n sich beschränken."
Zur "Entlehnung" M a r s c h a l l Rokossewskys,
1 4 / 1 1 / 4 9 1.)
Zu den e u r o p ä i s c h e n W i r t s c h a f t s e i n n e i t s b e 2.)
strebungon.
"Uow York Times": " . . . D e u t s c h l a n d i s t Verhand1 7 / 1 1 / 4 9 1.)
lungspartner geworden,.."
c•
"Washington S t a r " : Zur d e u t s c h e n S i t u a t i o n .
Zur UN-Debatte ü b e r F r i e d e n s v o r s c h l a g e .
3.
1 8 / 1 1 / 4 9 U.S - p r e s s e zu Achesons D e u t s c h l a n d b e s u c h .
"New York [Times": Sehumsn und Adenauer s i n d
2 1 / 1 1 / 4 9 1.)
zur Versöhnung b e r e i t ,
••Washington P o s t " zu den Gerüchten ü b e r die
angebliche " iederaufrüstung Deutschlands.
"Washington S t a r " z u r w i r t s c h a f t l i c h e n Auf3.)
wärtsentwicklung Westdeutschlands,
D
, - P r o s s e z ur De ut s c h l a n d f r a g e .
2 3 / 1 1 / 4 9 TTü . o.
25A1/49 1.) ".New Y^rk Times" z u r Truman-Rede vor PAO.
U*S»-Presto t,ui d e u t s c h - f r a n z ö s i s c h e n S i t u a t i o n ,
2.
"Providencfi J o u r n a l " gegen d i e W i e d a r a u f S t e l l u n g
3.
deutscher Truppeneinheiten.
4 . ) "New York Times" z u r Ausweisung tJ.Ö.-Konsul Wards
aus Rot-China,,
2o/ll/49 1 \ "Washington p o s t " j " . . . D e u t s c h e Präge muß auf
e u r o p ä i s c h e r Grundlage
g e l ö s t werden.'!
M
"New
York
Tir-"»-F
:
"Zur
m
i l i t ä r i s c h e n Stärke
2.)
Westeuropas."
5 . ) U . S . - P r e s s e zu den l e t z t e n UN-EntSchließungen,
das Balkan-Problem und d i e i t a l i e n i s c h e n K o l o nien betreffend.
- 2 2/11/49

1.)

�AMERIKA!!!.LOKS PRESSESSII&amp;iEN.
"New York Times": ". . . Die Sozialdemokraten
Deutseiilands müssen noch lernen, wie eine parlamentarische Demokratie arbeiten muß. "
? ) "New York Times" über die sowjetische Deutschlandpolitik.
.) "Baltimore (Llaryland) Sun" zur Billigung der Deutsch
landpolitik der französischen Regierung durch die
französische Nationalversammlung.
2/12/49 1. "New York Times" zum Regime Marschall Titos.
Zum Kommf orm-Kommuniaiie.
5/12/4:' 1. "llew York Times" zur Ablehnung der tschechoslowakischen Kirchcnkontrollgesetze durch die römischbholischen Bischöfe in der TschechoslowaKci.
"New York Times1, zur Deutschlandpolitik der Weltmächte.
"Lew T ork Times" zur 'Friedensresolution clor Uli.
"Washington Star" : ''Frankreich nimmt Kenntnis von
Bonn,"
7/12/49 1. "Houston Post" (Texas): "Kommunisten und emigrierte.
Nazis einig gegen den Westen?"
2. "Washington Post" zur Londoner Konferenz freier
Gewerkschaften.
" ew York Times" nennt die Kommunistischen Lobeshymnen anläßlich 'Stalins 70tem Geburtstag "eine
Rückkehr zu dem zaristischen Begriff des 'kleinen
Väterchens'... "
4. "New York Herald Tribüne" zur Isolionmgspolitik
der Sowjets.
9/12/49 Vi "Lew York Times" zur Londoner' Gewerkschaftskonferenz .
2. "Lew York Times" zur möglichen Beendigung des
ivrieL;szustandes mit Deutschland.
"Washington Post": "Sowjets wollen wegen Tito
nicht aus Österreich abziehen."
14/12/4! 1. "New York Times" zum Kostoff-Prozeß.
2. "San Francisco Chroniclc" zu Adenauers Presseoolitik.
3. "Lew York Times": "Der Y/eihnachtsmann ist nicht
linientreu."
-16/12/49 1. "Philadelphia I;va.,ircr" zum Kostoff -Urteil.
"Washington Post" gegen deutsche Beteiligung an
eur0p äi 3 che r A rme e.
U.S.-j-resse zum Sowjet-Veto in der Ird011csienfrage.
bhington Post" sur Trygvc Lie-Erklärung, 1951
19/12/49 1.
nicht mehr zu kandidieren.
2. a) "New York Herald n Tribüne" zur Hinrichtung Kostoff
b) "Washington Star i "...Moskau b-emäht sich verzweifelt, der Seil che des 'Titoismus ' in seinen
Satellitenstaaten Herr zu v/erden.
U.S. Presse warnt vor Unterschätzung des kaa-Ba23/12/49 1
suches.
"Lew York Herald Tribüne" zur Auseinandersetzung
zwischen Kirche und Staat in der C3R.
"Washington Post" zum Waffenstillstand im Atom- t
rennen.
30/11/49

1.)

- 3 -

�A133RIKAITISCHE
20/12/49

30/12/49

PRESSESTIIZM.

1.) "Providoncc (Rhode Island) Journal" kommentiert
das holländischHLndonesische Abkommen.
2.) "IIcvV York lircs"! "Der l'ommunisnus und das Ücilige
Jahr."
3.) "Washington Sost" zu George P. Kennans Reise nach
Afrika und Südamerika.
4.) "Philadelphia Inquirer" zur neuen deutschen Demokratie.
1.) "New York licrald Tribüne" zur Ankündigung der
Veröffentlichung einer neuen Einstein-Theorie.
2.) "ITow York Times" für eine einheitliche Außenpolitik der beiden großen amerikunisehen Parteien.
';;.) "Zum Reiseverbot nach Ungarn".
4.) "New York Tir.es" zu den ungarischen Verstaatlichungen.
5.) Zum Tode Horvey Aliens, des Verfassers von
"Antonio Advcrso".
1

+ + + + + + + + + + ++

- 4 -

�2.) LEBEN IK DEE U.S.A,
3/10/49

5/10/49
7/10/49

10/10/49
12/10/49

14/10/49
17/10/49
19/10/49

21/10/49
24/10/49
26/10/49

28/10/49
31/10/49
2/11/49

4/11/49

7/11/49
9/11/49

1.) Elendsviertel weichen gesunden und modernen
johnungen
2 0 Fernsehfilme.
Die Schnapsidee.- Alkohol und Föderalismus.
Die "Donncrstagskcnferenz für die Fresse", Präsident Truman im Kreuzverhör.
1.) Einbürgerung von Ausländern im New Yorker Bundesgericht •
2.) Mr. Jordan gewinnt - und zahlt.- '..ie gültig
ist die amerikanische Verfassung?
1 0 Die Stadt,in der niemand wohnt.
20; Die iropcorniade.
10 Vor. ernsten Allerheiligenabend zurr, fröhlichen
Kinderfest«
20 L sictungsschauen amerikanischer Zuchttiere.
10 Reiten - von Kindesbeinen an. 20 Cowboy-Olypiade in Pendieton. 10 " in Portrait Amerikas"• - 150 Millionen werden
gc zählt.
20 Ein Blick ins Clcveländer Fundbüro.
10 Vollmotorisierte Erntetrupps helfen beim Ein*
bringen der nwn rikanisehen i/eiaexiernie«
20' Das niodcrnc amerikanische Lebc.isnittelgeschäft.
10 Der amerikanische Landbriefträger,
20 "Aaleritis".
Geschichten rus Amerika.
10 Oregon Trail. - Ein greiser Siedler hielt die
Erinnerung an Amerikas berühmteste Landstraße
wach.
Yorker Polizisten lernen neue Methoden im
2.)
l üb likums verkehr" *
10 in offener Brief«
20 Irieffreundsöhaften führen zur Völkerverständigung
10 Zeitungsjunge in .'jnerika.
20 Das "Sup er schwein"' kommt!
10; Proctor in Vermont besteht nicht nur aus, es
lebt auch vom Marmor,
üiington regt sich über Verkehrsmittel mit
20
L jeher auf.
30 Der Schulfunk 5n den Vereinigten Staaten.
10 Dia Mennoniten von Kansas rufen weltumfassende
Hilfsorganisation ins Leben.
20 ..achsende Riesenstädte.
30 New York-Zv.eit'rösster Käufer der U.J.A.
Siegeszug des Fernsehens in Amerika«
20 Lake Placid, eine der bestbekannten Winterfrischen der '.?rj_t.
10 uäker, die"Gesellschaft der Freunde".
:«) Elondie - Liebling von Millionen. -

hl

- 5 -

�. EN IM DE1? 0
10/11/49

14/11/49

17/11/49

18/11,
21/11/4 9
23/11/49
25/11/49
28/11/49
2/12/49

5/12/49
7/12/49
9/12/49
12/12/49

14/12/49
1-/12/49

19/12/49
21/12/49

.

1.

Die fiockefollor-Stiftung kämpft gegen Krankheit
und Seucl en.
2. './ostport, Connecticut, reformiert seine Schulen.Ein Lusterbeispiel der Zusanmonarbelt»
1. Camp Gordon, Georgia, Bammelt für deutsche Kinder
2. Tankt Benzin, nicht ..lkohol. - Wegen mangelnder
Llessgcnauigköit Niederaufnähme eines Gerichtsverfahrens.
1. 50 amerikanische Organisationen korrespondieren
mit dem .'*U8land.
Jun^e . raorikanur, die schweigen und b^ten. - Daä
£. .
neue Kloster der Trappisten in U t a h ,
als Fernaehstar.- Die ;'1-Ccnt
1. Seltene Briefmarke
1
Britiach Guayana' verlaßt ihr forateck.
5
Sc--., r l o r t r s , die amerikanischon föarincpfadfinde:
1. 2inc Stadt nimmt ihr Schicksal in die Hand,L -.:: e Ch n r 1 e s wird Gr o ßfet1 d t,
2 4 . rovambox - Thankagivin« Drv i n .jaerifca.
1.
:ur s&gt;ie' - Die. uo: 1' Lums indus t r i c

i n ..meriha.
2. Schulspeiaung i n New York.
1. I n d i a n e r t r o f f e n i n Neu-Moxico.
2. .'onerikas ^utomobiliaten-Orgai-i 3
on.
1. E r . Iromana T r g e s l a u f .
2. 20 deutsche Jugendführer st ' von die hothodon

troft Ziele des amerikanischen Jugendprogratnms.
Lebensstandard ia &lt;^cn Vereinigten Staaten«
Tiere
reisen im iing-zeug«
1.
2. Unfall!Verhütung im Haushalt«
1. Die Verbreitung des Rundfunks in den U..-."..
2. Änderung des amerikanischen Lctonsst-nd-.rds machJ:
Revision dos Preisindex: hotwendig«
1. Äilc mit ..Kilo — Langsames Fähren beschleunigt
den Strassenverkehr,
Grenzen fallen im watorton Park,
bei der "Ersten Familie* der Verei1. i.eihn^chton
nigten St r -ton.
2. ..as schenken die .'jaefikanef z
ihn°chtsfest.
nz Kmoriha hilft, daß auch
I
. sten oih3.
nachton feiern können«
4. . eihnachtsbräuchc in den U.o.K.
- ihnachten in der heimf,tiichen EJüt'te eines
grossen Kahnes.
6. :.as schenken wir den Kindern.
7. ..in Nachmittag mit "Grandma Moses"•
brll - rauh rVber herzlich,
I.
q
02a.•.•:'• schaftflf?»v"firfr' zwischen undcastaat und N c C. •
: ;ervj ert I .
1. Zwischen .. ,i ;onbahnabtei3 und . s.....ngniszollc- t a s
passiert-dem Schaffner", der c Ln :r. eiblichen
K \hrgast kUsst?
Der Sprung Ü1?er das gröBe uasser.
1. Das Loten in einer kleinen Stadt im amerikanisch
Lttelwesten. Von Doröthy Thompson.
Gnj
besitzt d~s modernste technische Museum,
2.
ikb'iick auf 1949
1.
..ittc des Jahrhunderts. — Rückschau und '.usblic'
deutende .'jndrikanef des Jahres 1 9 4 9 .
wichtigsten Ereignisse des Jahres 1 9 4 9 .
4.
5.) uckblick auf die Vollversammlung der ereinten
Kationen im Jahre 1 9 4 9 . y T

- 6 -

ja; r ik a n i s c he Bucher •
folge des J^-hros^l 0 /

�LEBEN IN D M Ü.S.A..
21/12/49
23/12/49

C.)
7.)
8.)
1.)

/ancriieanische Bucherfolge des Jahres 1949.
Die Stadt .ashington "begeht ihren 150, Geburtstag
Vorschau auf das Jahr 1950.
Dan O'Brien, der "König der Vagabunden".— Eine
der populärsten Persönlichkeiten der Vereinigten

Staaten*
28/12/49

2.) Sin junger Deutscher schildert d" s Leben an einer
amerikanis chen Eni versitat.
1.) KohnraümbcSchaffung in den Vereinigten Staaten.
2.) Die Kathedrale von ».ashington — Reine Gotik
in 20« Jahrhundert.
+ + + + ~ + + + + + + + +

3/10/49 Keltere „Eeuendungsmöglichkeiton von Dramamlh.
10/10/49 1.) Die freiwilligen . .. * toroeobachtor der U.3..*. an
der Arbeit.
?.) »issenschaftliehe Erforschung des .iters in
" ooseh^ven".
12/10/49 1.) lionseh und Maschine. - Die Problematik des 20.
•Jahrhunderts. - Von David Lilienthal.
2.) '.Können Sexualhormone rorthritis heilen?
14/10/49 Arzte erforschen Lebensbedingungen bei 40 Grad unter
Null.
17/10/49 1.) Reisdiät regen hohen Blutdruck«
2o) Holzöl «t-ien aus Sägemehl.19/10/4 9 Das drahtlose Telephon.
24/10/49 1.) Müssen ..Kider rund sein?
2.) Neuartige Kethode zur Feststellung von herzfehlern bei Neugeborenen.
26/10/49 1.) Rettung aus der Luft
2.) 15 Milliarden Menschen könnte die Chcnie ernähre
31/10/49 Vom afrikanischen Lügenzauber zum modernen Hoilmitte
2/11/49 Das Geheimnis der Hirnhaut.
7/11/49 1.) Frühzeitig erkannter Lungenkrebs ist heilbar!
2.) i. arathion --eine neue- äffe in .
gegen die
Insektenplage.
9/11/49 1.) APF-Vitamine ersetzen Sonhtagsbraten.
2.) Eine Kartei seltener Chemikalien.3.) Neues Verfahren ermöglicht Konservierung frischer
±..11 eh.

14/11/49

I7/II/49
18/11/49
21/11/49
2;/ll/49
28/11/49
30/11/49

1.)

.... ..issenschaft entwick_.lt neuartige Krothesen
für Krie. sversehrte.
2.) U.3. ..._t für Gesundheitswesen errichtet neues
Forschungsinstitut«
1.) Die Kamera in der Fornsprechregistratur.
2.) Der Ozean: Wasser- und Mineralquelle der Zukunft.
"jaerikanische Wissenschaftler entwickeln neues MCs^gerät für höchste Luftschielten.
Das ne, resbiologische Institut von ..oods Hole.
1.) Landvcrraessung durch Radar.
2.) Tasohcnradio für Schwerhörige.
Verschollene Kaiserstadt in Kfghanist&amp;n entdeckt.
1.) • El tatlas in neuer Norm.
2.) Gas sind Klt^rscrschoinungerK:
2/12/49 Mrs. .'.ntolnette Gordon in
New York korrespondiert
mit dem De.lai EMea.

�WISSENSCHAFT*
2/Z2./4-9 Mrs. /jitoinctte Gor* n in New Yorlc korrespondiert
mit dem Dalai Lama.
5/1. -19 "Was ist mit unserem .etter los? - Fernsehen und
Atombombe trifft keine ochuld.
16/12/ i-9 'Glücklichsoin" unter der Lupe der Wissenschaft.
19/12/ 19 -achstumsförderung durch radioaktive Strahlungen
bisher nicht bestätigt.
28/12/49 Amerikanische Forscher'berichten über Ivlikromoteoriten,
+ + + + + + + +

4.) A R B E I T.
3/10/49 Aktivierung der kleinen Sparguthaben für die Belebung
der amerikanischen irtschaft.
5/10/49 Sozialversicherung und Lebensalter.
19/10/49 Gewerkschaftsbund der freien Nationen.
17/11/49 Zur ALIS einander Setzung über die Entfernung der Kommunist c-n aus dem CIO.
25/11/49 Mitgliederzahl der amerikanischen Gewerkschaften
weiter im Ansteigen,
28/11/49 Neuer MindestStundenlohn in den ü.S.A.
30/11/49 Gesundheitszentrale für Arbeiter.
5/12/49 ._merik".nischc Gewerkpch^ftun-fördern das ERP.

7/12/49 Gefolgschaft smitglic' _r machen innerbetriebliche Vorb c s s 0 rem.; • s v 0 r s c h l ä g e .

16/12/49
19/12/49
23/12/49
28/12/49

ärste Schule für Gewerkschaftsfunktionäre in U.G.A.
Deutsche Gewerkschaftler erleben Amerika.
Lehrlingsausbildung xn den Vereinigten,Staaten.
Schlichter sichern den Arbeitsfrieden .jr.erikas.
+ + + + + + + -;- + + + + +

5.)

I N D U S T R I E .

3/10/49 Windmühlen wieder modern.
19/10/49 1.) Autoreifen mit 120 I )0 km Lebensdauer.
2.) Seitungen werden - photographiert.- Setzen ist
überholt. 7/11/49 Internationale Handelsmessen in Chikago, Detroit
und Atlantic City geplant.
14/11/49 1.) Schutzbestimmungen gegen Verunreinigung der Luft
in amerikanischen Industriestädten.
2.) Güterwagen - r^.sch und einfach zu entladen.+ +'+•+ + + + * +

- 8 -

*-++,+

�6.) 2 0 R T R A I T
5/10/49
7/10/49
10/10/49
H/1O/49
21/10/49
28/10/49
4/11/49
10/11/49
18/11/49
25/11/49
9/12/49
23/12/49

Die letzton Stunden Edgar Allan P'Oos.
Oswald Garrison Villard, Kreuzfahrer der Ircsse.
James C. Bruce, Direktor des US-Waffenhilfsprogrammes.
Louis Armstrong, der Köiiie des, "Hot Jazz", in Europa.
John Dcwcy half als Erzieher und Philosoph das heutige
Amerika formen.
Clark Gable.
Edward R. Stettinius. Amerikanischer Außenminister
1944/45. ,
William O'Dwyer, der nougowähltc Oberbürgermeister
von New York.
tüyma Loy - nicht mir rchön, sondern auch klug.
Mark Twain — Humorist wider Willen.
Die Lunte — Amcri1:- - borüimtcs Schauspiclcrchepaar
begeht sein 25tes Lüiincnjubiläum.
Ottmar llergcnthhler —

Der Erfinder der Linotype.

+ + + + + + + + + + + + +

7.1 KUIIßT, _1.IUSIKL TREAT3R, _?ILM, _LI 1ERATUR.
3/10/49

Madonnen und Stilleben. - "Originaldruckc" für die
ame rikanis c he Wohnung.

10/10/49

Deutscher "Rosenkavalicr" auf dem Spielplan der
New York City Opera.

12/10/49

Das Philadelphia-Symphonieorchcstcr feiert sein goldenes Jubiläum,

14/10/49

Größte v a n Gogh-Aucvtcllung Amerikas.

17/10/49

1«) I'-uuricc Evans am ITcw Yorker' Zentraltheatcr.
2.) 'Übersicht über die amerikanische Buchproduktion 194'.
E i n Gang durch die E W l t - B i b l i o t h e k van Lew York.

21/10/49
26/10/49

E i n großes amerikanisches Kirchenmosaik setzt die alte
Tradition würdig fort.

28/10/49

1.) Meierei der Gc i.ezeit* - Eine Ausstellung der
Ha rvr. r d-Univ e r c i t ä t.
2.) Max Beckmanns "Eisehereifreuen* erhielten den
Preis des Carnegie-Instituts.

2/11/49

1.) "King Salonon's Eines" wird in Afrika gedreht.
2.) Sigmund Romberg zum amerikanischen.Konzertleben.

14/11/49

Barockmusik in der Strdt der "Blues".

18/11/49

Broadway-Theater entwickeln neues amerikanisches Musikdrama.
Hollywooder Passionsspiel wird verfilmt.

21/11/49

- 9 -

�KIJ1TST L _I_IUS IKL ^THEATER2 _ FILU, _ H?5£S2?.:.
28/11/4-9 Br.riton Mr.ck Harre11 "belichtet Über seine Sindrücke
vom Musikleben in Y.'OL .Deutschland und Berlin.
2/12/49

Amerika trauert um Bill Robinson, den genialsten aller
Steptänzer.
7/12/49 Pestlicher J'Roscnkavalier" in Hew York - Erna Berger
an der Metropolitan'Opera.
14/12/49 Strindberg-Aufführung in Hew York.
19/12/49

Miche-al und andere Bühnciraamen. — Rechtschreibung
von Bchnuspiolcrname» - ein ständiges Problem des
Hollywood Reporters.
+ + + + + + + + + + + + +

§•1 5 2 ? I
5/10/49
7/10/49
17/10/49
26/10/49
31/10/49
17/11/49
18/11/49
23/11/49
23/12/49

1

J

§ U H G._

Der Film im Dienst des Christentums.1.) Amerikas Zahnärzte nehmen fernmündlichen Unterricht.
2.) Amerika hilft seinen Körperbehinderten.
Der Mann, der die Philosophie aus den wölken holte.
Das Smith-College für Frauen pflegt ausgedehnten Student enaus t aus eh.
Studenten : Studentinnen = 2 : 1 .
Studium auf Probezeit erleichtert die Berufswahl.
Die Funktion der Farben und ihre Bedeutung für die
Raumgestaltung in der r\ihulen.
1.) Das neue Care -'j^uchprogramm,
2.) Betriebsbibliotheken geben Informationen über alle
Fachliteratur.
.Auslandsstudium für nemalige amerikanische Soldaten.
+ + + + + + + "*• + + + + +

9.}. A R C H I T E K T U R.
5/10/49
12/10/49

Ein ö s t e r r e i c h i s c h e r .Architekt s i e h t Amerika.
Bauen und Aärme sparen. - .Amerikanische .Architekten
b e s c h r e i t e n neue woge»
+ + + + 4+

+ + + H + +. +

10.) MEILENSTEINE AUF UNSEREM «EG.
7/10/49
7/11/49
5/12/49
14/12/49

Amerika feiert seinen Entdecker.
Kunstmäzen und König der Kupferminen. Zum Tode Solom»n
Pearl Karbor, -.-end^punkt der Geschichte./„Guggenheims._
Vor 46 Jahren — der &gt;^rstc Motorflug der Brüder
.ilbur' und Orville Aright.
+ + + + + -i- + + + + + + -t- +

10 -

1

�11.) D k S

N E U E

B U C H.

7/10/49
14/10/49

Technik und »,'eltpolitik,
"Männer und Krisen". Die Revolutionen von 1848.
Von Arnold .hitridge.
21/10/49 ..rthur Schlesinger jr.l "Die Lebendige lütte".
23/10/49 ..us der Arbeit der UNESCO.
4/11/49 . .C. Ficlds und ill Rogers - zwei große Komiker«
10/11/49 Der Niedergang des deutsehen Romans. - H. Boeschenstein: "The Gcrman novel 1939-44".
18/11/49 "Roosevelt und die Russen." '.merika begrüßt das
Stcttinius-Buch über die Jalta-Konfcrenz.
25/11/49 "Neue ..äffen und die freie Menschheit", von Dr.
Vannovar Bush.
30/11/49 ".ir bauen auf" — lesen und Ziel des Europäischen
Wiederaufbau-Programms«
2/12/49 "Meine drei Jahre in Moskau", von Bodell Smith,
ehemaliger U.S.-Botschafter in Moskau
9/12/49 "Die Reise nach Amerika*. — Von Josef Eborle.
+ + + + + + + f + + + + +

12.) EUROPÄISCHES ..IEDERRJEIAJJPROGR^MM.
5/10/49
21/10/49
10/11/49
7/12/49

Studienreisen sollen Verständnis für die Probleme
der alten rfclt wecken,
Der Marshallplan - ^in v,?,bereitcr der europäischen
..irtschaf tseinheit.
ERP kommt nach Elba.
Der Marshallplan erreicht sein erstes Ziol. Von
Norman K. Collison.
+ + + + + + + + + + + + +

13.) W I R T S C H A F T.
10/10/49
14/10/49
31/10/49
4/11/49
23/11/49
9/12/49
14/12/49
16/12/49

Bohrtürme im Golf von Mexiko
Rohstoffland Amerika. - Trotz einiger Engpässe
weiterhin ungefährdet.
1949/50: das zweitbeste Erntejahr in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Sicherung des eltfriedens nur durch Steigerung der
Nahrungsmittclproduktion möglich.
Ein neuer amerikanischer Ozeanriesc.
Obst-, ;ein- und Gemüsebau sind der Reichtum
Kaliforniens.
Ein Pfund Rindfleisch für „ine halbe Stunde Arbeit —
Untersuchung des .Pmerikanischon Amtes für Arbeitsstatistik.
Krankenversich.»run,~üen in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + +

- 11 -

�14.) YJ 0 H F U H G S V E 3 S N .
17/10/49
30/11/49

Statistik des Hausbesitzes in den U.o.A.
BundesStaatliehe . chnb^upro- ramme für Farmer in den
U.S.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) P O L I T I K .
26/10/49

Amerikanische Geschäftswelt billigt Trumans
"Punkt-Vior-Programm".
31/10/49 AFL-Boricht zur internationalen Lage.
21/11/49 - Der -.'Rundfunk - st~r&gt;ewiger kittler zwischen amerikanischen Aählern und i-A;on Vertretern.
25/11/49 Japan und Philippinen: Vorschläge zur Demokratisierung
des Fernen Ostens.
2/12/49 1.) Lormr/unismus i-&gt; ... .A. bricht zusammen.
2.) Interview mit jener~l Clay: Byrnes' Stuttgarter
Rede legte den Kurs endgültig fest.
+ + + + +• + + + + + + 4- +

16.) L A K P ' J i a T S C H A F T .
2/11/49
9/11/49

1.) Lcb^nsmittelspendcn aus U.S....
2.) Jenderkredite für diu Landwirtschaft.
1.) Landwirtschaftliche .usbildung beginnt in der
jchule.

2.) "Aktion Trasher"-Ertragssteigcrung durch moderne
Bedenkonservierung.
+ + + + + + + + + +f + +

10/11/49

Pferderennen i n 'jnerilca.
+

+

+

+

+

'•-(-+

+

+

+-'•

+

18.) K E D I Z I E.
26/11/49

7/12/49
14/12/49
23/12/49

1.) Gut gefüttert - -her schlecht ernährt.
2.) Schnellentwicklungsverfahren erlaubt
frühzeitige Krebsdiagnose.
3.) Bornard I... Baruch hinterläßt sein gesamtes
Vermögen der medizinischen Forschung.
Die Aufgaben des amerikanischen -^rzteverbandes.
Zuckerdiät statt Insulin — D.S. Ärzte heilen
Diabetiker durch neuartige Behandlungsverfahren.
Deutsches Tuberkulcs.-heilmittel in Imerika.
+ + + + + + + -t- + •!- + + +

- 12 -

�19.) AMERIKANISCHE FEIERTAGE.
7/11/49

Zum ^affcnstillst^ndstag im 11. November
'

o'.Xi

+ + + ++

20.)

'

- &gt;

+ + +-I- + + + +

ZU IHRER INFORMATION.

17/10/49
19/10/49
24/10/49
2/11/49

4/11/49

7/11/49
14/11/49
30/11/49
2/12/49
5/12/49
7/12/49
9/12/49

14/12/49
16/12/49
19/12/49

23/12/49
28/12/49
30/12/49

Vier Jahre Vereinte Nationen.
U. -.-Tote ah die UdSSR veröffentlicht.
Trumans Ansprache anlässlich der Grundsteinlegung des UN-Sekretariats«
Grundlagen der amerikanischen Deutschlandpolitik.
Voller Text der Rede von Henry " . Byroade, Direktor
für deutsche und ort' ireichische Angelegenheiten im
U.S. '..ussenministei\ um.
Rede des Direktors der bteilung für öffentliche Angelegenheiten "beim tat des amerikanischen Hohen
Kommissars für Det'tjchland, Mr. Ralph M. Nicholson,
anläßlich der Eröffnung des Marburger Amerika-Hauses.
Interview mit dem amerikanischen Hohen Kommissar für
Deutschland, Mr. John J. McCloy.
Text der Rede des Unterstaatssekretärs im U.S.Aus sonmini st erium John D. Hickcrscn.
Voller '.ortlaut der Rede Präsident Trumans vor der
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO
"Sowjetsturm im deutschen Wasserglas" von .'jine
O'Hare Mc Corniick.
"IM.OSTEN NICHTS NEUES" -Die Ergebnisse der KominformTagung. Von John L. Morton.Amerikanische Stellungnahme zum Welt-Gewerkschaftskongreß in London. Von John L. Morton.
1.) "Der Fuchs und die sauren Trauben". Reaktion
der amerikanischen Öffentlichkeit auf die Diskussion über eine deutsche Armee« Von John L.
Morton.
2.) Voller ..-ortlaut eines "TIME"-Artikels über die
Deutsche Bundesrepublik und ihren Kanzler Konrac
Adenauer.
Das "Neue State Department" von Harold N. Gravcs jr.
Dean .'.cheson baut den uswärtigen Dienst Amerikas
nach modernen Grundsätzen auf.
"KOSTO". I JMUS" — F .1: irien hat ein n.uos .ort, aber
die alten Leiden t - ) ^ weiter« Von John L. Morton.
1.) Bericht von Mr. Harry Greenstein, Berater für
jüdische Angelegenveiten bei den amerikanischen Besät zungsbehörden *i Deutschland und Österreich.
2.) EIN K Ä U E R STUHL STEHT BEREIT -- Amerika erwartet
mit Spannung den ersten VertKter ..estdcutschlands
Von John L. Morton.
"Sic sind nicht allein". Noch immer deutsche Kricgsgefangene in Rußland. Von John L.Morton.
LAGE IN EUROPA — Weshalb der Kommunismus in &gt;.Osteuropa an Boden verliert. Von Roscoe Drummond in
"Christian Science Monitor".
"VIEL GESCHREI . . ." — Die Tatsachen im Fall
Kennan, von John L. Morton.
• + + + + + + + + + + + + +

19/10/49

SONDEilBERICHT: Meine Eindrücke vom deutschen Polizeiwesen. - Von Howard Hoyt, Poli.fcodnhGf
von Ealamazoo, Michigan,
+ + + + + + + + + + + + +

- 13 -

�21.) ARTIKEL

DIL FRAU.

LIrs. Elcanor Roosevolt.
Für die Kinder Amerikas. - Konferenz im i.cißen
Haus für 1950 geplant.
3. uandornde Haushaits-rExperten in den U.S..'..
4. Vom Backfisph zur Hausfrau.- Amerikanische
Schülerinnen trägen' auf ihre "..eise zur internationalen Verständigung bei.
5. Mclanzarib - auberginen -fcggplanis- Eierpflanzen,
6. Schönheit, Linie und Frühstück.

3/10/49

1.
2.

10/10/49

1.
2.
3.
4.
5.
6.

Truman begrüßt die politische Tätigkeit der amerikanischen Frauen»
•Hilf mit am Aufbau Deiner Gemeinde - sie wird
es Dir tausendfach vergelten."
"Extrawürste". Richtiges Essen fördert die Gesundheit, spart
Id und Mühe.
New Yorker höhere Schulen entdecken und
fördern die Begabung ihrer Schüler.
Magisches Gebäck. - Im Zeichen der Bretzel
gab es Kämpfe
;, Streitigkeiten aller Art.
New Look der Ka?.rmöde. - Zu jedem Saisonstil
die passende Frisur.

Flcissig, sparsam und häuslich.- Die berufstätige
junge ..mern.: \norin kennt den Ernst des Lebens.
2. Geburtenzahl und Säv.glingsSterblichkeit in den
Vereinigten Staaten.
3. Frauen erobern den ,. •Id. - -Vis Holzarbeiterin,
beim Landvermessen, • :uf F uerwache und in den
Baumschulen.
4. "Die Krrte und diu- Kanne machen manchen zum armen
Manne". - Eas amerikanische Frauen beschäftigt.
5. Die Kinder sind nicht immer schuld. - Kluge Voraus
sieht der Mütter verhütet Unheil.
6. Hollywood sucht Starnächwuchs.

19/10/49

1.

24/10/49

1.

31/10/49

1.) Die Frauen une .ie US. - Wissen kann Gefahren
bekämpfen.
2.) Amerikanischer Korrespondent berichtet über
Professor Heuss und seine Gemahlin.
3.) Margaret Clapp - Präsidentin des Sellesley College
4.) '..ie groß wird ein Kind? - Neue Methoden für genaue
Voraussagen in jnerika entwickelt«
5.) "Gnädige Frau - Ihr Paket!"
6.) Kinderschuhe müssen passen.
7.) Auf die richtigen Zutaten kommt es an. - Hausschnc
derci kann sehr aparte Modelle schaffen.

Stetig wachsender Einfluß der Frau auf die Regierungspolitik der Vereinigten Staaten.
2. New York und Paris haben sich entschieden.
3. - vorüber sie sich wundern -. Preisfrage einer
amerikanischen Zeitschrift bringt aufschlussreiche
Ergebnis.
4.) Ein ernstes ..ort an "Ihn". Chronische Müdigkeit die Alltagskra
it der Frau von heute.
Von June E ob b i na.
5.) Apple-Pie, dei amerikanische Apfelkuchen«

- 14 -

�ARTIKEL FtfR DIE FRAU.
7/11/49

1.)
2.)
3.)
4.)
5.)

Frauen in Schlüsselstellungen der tJeS.A.
Die Eed^utung der Nursery-Schools in den U.3.A.
.-ic Mary L-.rtin nicht entdeckt wurde.
Eine weisse Frau lebt unter Indianern«
Schlanker werden, schlanker bleiben. - Neue und
alte Tips für die Diät.

14/11/49

1.) -ine Frau zur Aussenpolitik der Vereinigten
Staaten* - Mrs. Eugcnie ..nderson spricht im Presseklub der weiblichen Journalisten der U.S. ..
2.) "Aüilcrinnenliga wirbt für aktive Teilnahme der
Frau am politischen Leben.
3.) Trösterin Musika. - Ein^ junge Amerikanerin
brin, t Kriegsversehrten Freude.
4.) Die Zweitschriften der .. merikanorin«
5.) Ratschläge einer amerikanischen Kinderpsychologin
zur richtigen Ernährung der Kinder.
S.) Eolke billig,•ergiebig und nahrhaft.

21/11/49

1.) Immer mehr Frauen rücken in politisch wichtige
Stellungen 4er U.S. i. ein.
2.) Präsident der Uli-Vollversammlung ehrt 5 verdiente Frauen»
3.) ..ird merika 1952 eine Frau zum Vizepräsidenten
machen ?
4.) Die mörderische Lawine. - Eine kleine psychologisch-soziologische Studie über den Klatsch«
5.) Milch verlängert-das Leben«
6.) Sine amerikanische Polizeiboamtin berichtet über
ihre Arbeit in der Jugendpflege
7«) - c u r Hofknicks noch Etikette. - Ars. Harris,
vormals Prinzessin von Preusscn, heiratete nach
U.S..'.,
1.) Urs, Roosovolt befürwortet Fortsetzung der
internationalen Kinderhilfe«
2«),Das Smith College in Northhampton. - Eine der
ältesten amerikanischen Frauenhochschulon feiert ihr 75-jähriges Bestehen«
"•••) Bouc Kunstfasergewebe beweisen ihre Brauchbarkeit•4.) Ein Meer, ein'Stall, eine Grossmutter.- was
schenke ich Kindern?
5.) Sorgfältige Pflege des Teppichs - erspart Zeit
und Geld.

/11/49

5.J12/49

12/12/49

1.) Stipendien fördern den akademischen Erauennachwuchs.
2.) -..illa Cather. - Die Klassikerin der zeitgenössischen amerikanischen Prosa.
3.) Ausreichende Nahrung ist keine Garantie für aus-.
r v, ichendc Ernährung.
4.) Die _iinraum-..ohnung, ein modernes Problem.
5.) Adventszeit - Honigkuchenzeit.
1.) Deutsche Frauen berichten Über ihre Erlebnisse
in Jaorika.
2«)'Müssen Kinder ihren Eltern nachschlagen!
?.) Bessere .'.ussichten für die berufstätige Frau in
Amerika.
4.) "Comeback" als Grossmutter. - Gloria Swanson, imme"
noch Vorbild für Hollywood-Nachwuchs.
5.) Trügerische Aussichten.- Unvergänglicher Ausblick
auf die Kathedrale von Notre Dame für wenige D O I I T
- 15 -

�ARTIKEL FÜR PI-, FRAU.
19/12/49

1.) Sin "Ministerium" für das Kind. - 50 Millionen
Kinder werden betreut.
2.) ..morikas weibliche Polizei.
3.) Potpourri der Iviode. - Die amerikanische Frau
bevorzugt für Spätnachmittag und den ^Pbend des
lange Kleid«
4.) Fruit Cako und Pggnog gehören zum amerikanischen.
..cihn^.chtsfest.
5.) Die moderne liaumheizung hat auf '..ollteppichc
keine schädliche ..irkung und ist sehr wirtschaftlich.

22) KuTIZNAGHR'lCHTSK FÜR DIE FR/.U.
3/10/49

10/10/49

a) ooelcnprobleme statistisch sondiert.
b ..olls".chen vor Sonne schützen.
c Nicht blind dr~uflosnäheni - Einiges über Padelöhr,
Nähfadon und 3t off dicke.
d) jnerikanisene Geflügelzüchter geben den Hausfrauen
folg undc Ra t sohläge:
Die :,0~.mp Fire Girls".
Urne. Sohiaparolli liefert Konfektion n~ch den U.S...,
Mat rat zen ~.us Seh aumgummi •
Die Schwiegermutter und das Stcucramt.

19/10/49

a) General Lucius 1. Clay Versitzender des Bundes
zur Rettung der Kinder.
b) Die ./ohl fahrt s arbeit der Heilsarmee in Westdeutschland.
c) ' .j. . Phr.clt, bekannter amerikanischer Lodefacnr.i.'.nn, gestorben.
d) riund um den Reis«

31/10/49

a) Nun auch Juristinnen -.n der Harvard Universität.
b) Der -.nerik-iiischo "Tag des Kindes" ruft zur Förderung der Kinderhilfe auf.
c) Pin Drittel aller amerikanischen Frauen ist berufstätige
d) Konzentrierter Zwiebelsaft«

7/II/49

a) _,uch die ...merikanerin strickt.
Das Leinen-rr,.sehentuch. Pinkauf, ..äsche und iflege.
Kinder werden zum Sparen -ng^regt.
d) Picht lange warten - frühzeitig iir.pfen.

14/11/49

a) Taufrische _.osun au« dem Backofen. Neuartige Methode der Blumenkonservierung
b) Große Püdchen - große Sorgen. Lit 1,90 m Körpergröße hat man 08 wirklich nicht leicht.
c) Uargarot Truman ~.uf Konzerttournee,
d) Amerikas Farmcrfr-.uen zeigen internationale
Festtngsbrauche.

21/11/49

a) Die Griechinnen benützten Bloiwoiss als Puder.
b) Abgetragene Filzhüte finden vielseitige Verwendung.

- 16 -

�KUKZK .CHHI3KT3N FCS EIS FRÄÜ.
28/11/49

a) Kuh- oder Muttermilch für das Kind?
b) .'jnorikanisehc Freuen im uswärtigen Dienst.
..as jeder kann von "seiner Mode" wissen muss.
-ltm.ileherzeugung soll bis i960 verdoppelt
werden.
Komitee entwirft Übereinkonjscn zur ,'.b Schaffung
der Prostitution.
-utterstolz.

5/12/49

Vorweihnachtliche Spendenkampagne für europäische
Kinder in den Vereinigten Staaten.
Carlos Romulo: Die Jugend muß die geistigen
Schranken niederreißen.
Europäische Diplonmtcnkinder senden .. oihnachtsbotschaften n,us Washington.
ü.S. Botsohafterin Anderson ist n-ch Kopenhagen
ahgcreist.

19/12/49

+ + + + + + + + + + + + +

23) L/JTOI/IRXSCH/jrTLICHE KACHRICRÜEH.
1^/10/49

1)
2)
3)
4)
5J

Überwinterung von F l e i s c h v i e h .
Pflanzensetzen im Herbst.
FrostSchutzmassnahmen im Gerten.
Der Dunghaufen wird in: .er wieder v e r n a c h l ä s s i g t ,
Die S t e l l u n g der amerikanischen Landwirtschaft
zum ERP.

6) Moderne Bodenkonsorvicrung in Amerika.
7) Der .Gg der ^rdnuss

25/10/49

.8/11/43

22/11/49

1) N .uo Vers:chcrungsform in U.S.... schützt Farmer
vor Ernteschäden.
2) Gesundes Vieh braucht Eodenminer-.le.
3) Neues für den Hühner «lichter.
4) Colostralmilch statt Frischmilch.
5) .uch Orchideen leiden unter Vitaminmangel.
6) Baumstümpfe liefern wertvolle Rohstoffe.
1) /jsorikas .Anleihe von der ^elt.
2) Helfer des Bauern - einmal -udors.
3; Ernteergebnisse sind Staatsgeheimnisse.
4) "Gänsefüsso" ersetzen den Pflug.
5) Frische Luft für Kühe.
6) Gartenpflege im .inter.
7) Verkauf von Bullen spart Futter.
1) Bessere Lebensbedingungen für Landarbeiter«
2) :"*le Landarbeiter in Rußland und Amerika.
Holländische Bauern besuchten die 0.S..V.
Süsskartoffoln« neues Kraftfutter für Rinder.
Neuartige Traktoren für Baumschulen.
6) .»tomkraft im Dien3te- friedlicher Wissenschaft«

- 17 -

�Iu'JSÖV IEUSCH/JTTLICHS NACHRICHTEN«
6/12/49

20/12/49

1)
2)
3)
4)

Landwirtsehaftsousstellungon i n Amerika.
Steigende Flcischerzcugung in U.S.A.
Erosionsböden worden zu V.eidoland.
Sine amerikanische Kodungsmaschino zur V/aldbrandvorhütung.
5) Das Treibhaus mit Wind und Regen.
6) Wissenschaftliche .nbaumethodon steigern Ernteertrag*
l) Die Wasserleitung auf dem Bauernhof •
2} Temperatur Schwankungen verursachen Gctreidefäulnis»
3) Kampf den ..urmkrankheiten.- Neues chemisches
Mittel schützt Schafzüchtcr vor .Schäden.
4) Chemurgia • .'-.in neuer Begriff in der amorikani schon Landwirtschaf t •
5) I'Llasse aus Holzabfällen.
6J Jedem Ferner sein Flugzeug.
7) . intorvorboreitüngen des Blumenfroundes•
+ + + + ++ + + + ++ + -f

24) KURZNACHRICHTEN FÜR DES I HDVIRS,
13/10/49

a) Uohx als dr_i Viertel aller amerikanischen
Farmen baten elektrischen Strom.
b) Arthritis bei Hühnern.
c) .'jnorikanischc Schweinezucht hat Friedensstand erreicht.

25/1C/49

a) Der Herbst - eine gefährliche Jahreszeit«
b) Natriumsalz als Rattengift«

8/11^49

a) Einen Apfel täglich.
b) Rund 80$ aller Farmen in ü.G.A. besitzen elektrisches Li clit.
c) Gesamtwert des landwirtschaftlichen Maschinenparks in U.S..".» seit 1940 um 256 Prozent gestiegen.

22/11/49

c.)' Indien erhielt Anleihe d^r oltbank«
b) U. _ . -Farmer bCsuchen „-uropa.
c) Üaiakolbcn für 3chcue»Selfen.
a) Steigerung des BäaiSanbaucra»
b) t.cstdeut sohl and hat Rekordanteil an ü. 3,-Getroidccxpbrt.
c) GürmittÖlindustrie vor neuen Aufgaben.

&amp;/12/49

20/12/49

a) Amerikanische .&lt; ei zen aus fuhren verdoppelt.
b) U.S.-Farmer helfen hilfsbedürftigen Europäern.
c) Sind Kühe gefährlicher als Stiere?
+

+

+

.L J.

+

4. 4. 4. f. 4. 4. 4.

-• 13 -

�25)

DIE AMERIKANISCHE KIRTSDEEFT.
..ic denkt die amerikanische Jirtschaft über
die DevüLv^.tiojacn?
2 Lodernisierung der ü.S.-Handelsflotte.
3 Europäische Delikatessen für amerikanische Feinschmecker.
"Caslen"-L'atr"tzen sind besser.
*t
5 Gewerkschaften hülfen Er^sat? steigern.- 'jnorikanische .Arbeitnehmer werben für ihr Kaufhaus«
6 " eiliger TJ,S.-Exporte für Martfcnllplanländcr.- Nur
Deutschland und Triest erhöhten Ihre amerikanischen Importe.
A

U/lC/49

.'..'. und wirtschaftlicher Bcratungsaussehuss des
Präsidenten zur ".morik^nisehen ..irtsch^.ftslage.
Amerikanische Eernsehindustrie in Zeichen sinkender Preise.
Ein Kapitel amerikanischer Gewerksehaftsgeschichtc.
..eitere Steigerung der amerikanischen Kutoproduktion ist ein Yorkchrsproblein.
Vorschärfte Konkurrenz auf dem Text?lmarkt.
GUJ Eli hat Zukunf t.

1/11/49

ü. 3. -Wl rt s ohftf t im swe i t en Ha lb j ahr 1949.
Konzern im Kreuzfeuer. U.S.-Regierung gegen Familie
Du Pont«
Konjunktur im Baugewerbe.- 14 Milliarden Dollar
für . ohn- und Zweckbauten«
Diu endlose Schweißolektrodu«
Soziale Betreuung der rbeitslosen.

15/11/49

1/12/49

15/12/49

Amerikanischer ..usfuhrüberschuss beträgt noch
immer 6 Milliarden Dollar Jährlich«
50 Jahre Forschungsarbeit in den OorningGlasworkon«
Der Schutz deutscher »»arönzeichön im . usland«
Teurer ChampagnGr«- Devalvationen sind kein
-.llheilmittel
50 000 Touristen kamen nach Deutschland.
Der mechanische Streckenarbeiter.
Industrielle Expansionswelle in U.S...,
Europäische ?innen werben um den amerikanischen
Markt«
Amerikanischer Kleinhandel gibt E-.'CA seine Einfuhrwünschc bekannt«
ilcichh' Itiges ..eihnachtsprogramm der amerikanischen Spielzeugindustrie«
Eine neue Brandwarnnnlage amerikanischer Betriebe.
Der amerikanische .'.usscnhandel in September
( mit Tabcllo )«
Daucrgttter bevorzugt. - Vor einer Neuorientierung
der Kundenwuhschc in Ü«S, .?
Schaumgummi polstert dn.s Dasein»- .*lto und neue
Verwendungsm'j'glichke 11 en f "r ,:L-.t ex;:.
Blauor Dunst für "iangr^ucher".- Zigaretten in
Großformat v/erden in U«S,E, immer beliobter,
U.S. Regierung investiert 1,4 Milliarden Dollar
in Kraftwerken! Industriezentren und Meliorationsprojekten.
Der amerikanische Aussenhandcl im Oktober«
sage an de» neltkommunismus«- U.S. Gewerkschaft
bekennt sich zur CIO.
+ + + + + + + + + + + + +

- 19 -

�26) EDIIZBE^CHSE .U S DER AITSTttKAFl^CHEB WIRTSCHAFT.
1/10/49

1, B i n n e n w a s s e r s t r a ß e von Mexiko b i n Kanada«
2. R o k o r d u a s c h l a g im New Yorker Hafan«
3 Fünf F r e i k ä f e n i n U . J . h .
üasatzschrUBpfung d e r h e l z i n d u s t r i o .
St e i s e n d e R e a l l ö h n e «
Ir/akestenindox r ü c k l ä u f i g .
18 fclilliaräen D o l l a r I n v e s t i t i o n e n f ü r 1949
.•.grerausfuhr r ü c k l ä u f i g .
4 , 4 i J i l l i a r ä e a .'jiloihcn durch l ü c p o r t - I a p o r t b a n k
s e i t 1934.
V e r r i n g e r t e Einfuhr organischer Rohstoffe.
QYS» J e i z e n l i e f e r u n g e n f ü r n d t w G i z e n a b k o a a e n
s o l l e n b e s c h l e u n i g t werden*
. / e l t r o h ö l c r z o u g u n g i n F e b r u a r 1949.
,/oltzuckorcr^eugung für 1943/49.

14/10/49

i ; Radar f ü r sacrIkania&amp;Ä'C) H a n d e l s s c h i f f e .
u s t u a s a t z --.ncriIranischer F e r t i g u n g s b c t r i e b e .
20C 000 D o l l a r fr
gut* Ideen.
1 295 neue Lokomotiven b i s S o p t o a b e r 1949 i n
Dienst g e s t e l l t «
5) ü« . . . . . erhöhen I i r p o r t k o n t i n g c n t f ü r R o h k a u t s c h u h .
6) R e a d e r s D i g e s t und Time s c h l i e s s e n G a r a n t i e v e r t r ä g e
a l t SGL'.,
7) K o h l e n c x p c r t c b i s Jnde ittgust 1949.
3) J x p o r t - I r . p o r t b ~ n h kann "nc-ri k o n i s c h e _..v.sl"ndsinvostitienen g rantieren«
93 Die .. e l t k a u t K a u g u a a i .
io) Zahl d e r B e h ö r d e n a n g e s t e l l t e n i n U . S . ' .

1/11/49

i ) B e t r i e b s u n f ä l l e der S t a h l i n d u s t r i o «
2) InT i t r o g l y z o r i n v c r bw r a u c f l i n Bergwerken«
olkstüalichsto
I n d u s t r i e z w e i g e d e r U. 3«. .
3
ü
.
&lt;«-Srnteyorschau
f ü r 1949.
4)
h
e
h
r
Telephone
für
Landbozirkc.
5)
F
l
u
g
und
S
c
h
i
f
f
s
p
a
s
s a g i e r e luf den / . t l a n t i k r o u t e n .
5
-0-:.
für
l
i
x
p
a
r
t
b
o
s
t
r
e
b
ungen aaerlkanischer Klein7)
betriebe .
8) C l e a r i n g Haus &amp;QX FAQ s t a b i l i s i e r t i n t e r n a t i o n a l e
.^rarproduktion.

15/11/49

I

werden Limcr r u n d e r .
1) Kugeln
;:
2) . . -Aut omooi 1 erzeugus, »
Siemeszag d e r E-Lok,
&gt;
3) D
«,S*:-i*aiskrcusungen f ü r E u r o p a .
4) Leb n s v e r S i c h e r u n g i s t v o l k s t ü m l i c h s t e J p a r a o t h o d ö .
5 19 t ü l l i a r d c n D o l l a r S p a r e i n i " e n .
- \
i-Zonc e r h i e l t 1948/49 H a u p t a a t o i l ä^r
7)
-Lebensmittel*
elt-arbcitalosigkeit.
8) IliO-Jöericht üb^r
9 ILO f ü r S i e i c h s t o l l u n g d e r Frau i n L o h n f r a g e n .
10 U . S « - . . o h n b a u k o l l e k t i o n w i r d i n Europa g e z e i g t «
11 D r i t t e .- - onfv.renz f ü r S o p t e a b c r 1950 g e p l a n t .
12) D e v a l v a t i o n e n b e e i n f l u s s e n . . e l t h a u a w o l l h ndel«
c i l t n i l e h c r z e u g u n g e r r e i c h t 90/* dos ^ ö r k r i e g s S t a n d e s «
13

- 20 -

�KURZBERICHTE AUS DER ABffiRIKANISCHEl «TnT&amp;CEiVFT.
1/12/49

15/12/49

1) Mehr europäische Alkoholika i n die U.S.A.
2) Kaffoepreis i n U.S.A. weiter g e s t i e g e n .
3J U.S.'^ieklameindustrie wirbt k o s t e n l o s für
gemeinnützige Zwecke,
4) -ohnungsbau nach soziologischen Gesichtspunkten«
3) Lokomotiven vom Fließbind.
1)
2)
3J
4)
5)

Atomgetriebene Automobile v o r l ä u f i g noch Utopie.
Rekordstand im amerikanischen Baugewerbe.
U.S. -Farmpreise auf P a r i t ä t s s t a n d gefallen«
./arenumschlag der U«S. -Freihandelszonen.
Beratender Ausschuss für l a n d w i r t s c h a f t l i c h e
Aussonhrndolsfr^gen i n U.S.A« g e b i l d e t .
6) 1 577 neue Lokomotiven von U.S. -Bahnen i n
Dienst g e s t e l l t .
+•+

27) G S I S,"ü I G 3.S

+ + +• ••&gt; + + + + + + +

I, ÜB E II,

18/10^49

1) Frank Lloyd ri
und Karl Friedrich Schinkel.
2) Religion und Psychoanalyse.
'••) Starkes Anv/aohsoa des katholischen Christentunis
in den Vereinigten Staaten.
4) LJenschenbildung oder Berufsschulung.
5) Amateure sind keine Dilettanten.

27/10/49

l) V.clche Spra6he» werden in den Vereinigten Staaten
gesprochen?
2) Eohcr kommt die Kultur der Indianer.?
3) Eonferenz der Bibelgesellschaften in New York.
4) Immer noch doppelt soviel Techniker wie vor dem
Kriege.
5) Fast die Hälfte der amerikanischen Kriegsteilnehmer studiert auf Staatskosten«
6) Atomlabor für Ndtre Dame-Universität«
7) Generäle lernen losen.

10/11^49

1) Akaderaisclie Grade un.d Würden in den U.S.A.
2) A.R. lov/der: nilk: Radioprogrammeund Schallaufnahmeh
als Unterrichtsmittel,
;
;
: ) Eie &lt; ongrcio-Bibliothoh.
4) Auf der. ,*ege zu einen wirklichkeitsnaheren Studium.
5) Um die Lehrplanreform der amerikanischen Grundschu1 en.
6) Untersuchung der Ursache des vorseitigen Schulaustritts,

24/11/E9

V12/49

7) fechte und Pflichten des amerikanischen Bürgers«
1) Präsident Truman zur Amerikanischen Ersiehungswoche .

2) Die Ehrlichkeit des Durchschnittsamerikaners.
3) Amerikanischer issenschaftler warnt vor akadomiseher Überfrachtung.
4) Bekämpfung der Kriminalität.- Besserung statt
Strafvollzug.
5) Harvard Stipendien für bewährte Volksschullobrer.
6) Llonsieur Vincent in Hew York.
1) Schöpferische Kräfte in der amerikanischen Lusik.
2) Thomas H. Benton, der Äialer amerikanischen Lebens.
5) Amerika und die Antike.
4) Diu Sozialwi«$senschaften im 'unerikanisehen Studicn5) Der Dokumentarfilm gewinnt an Boden auf Kosten*5 n *
de r T raumf ab rik.
+ + + -i- -;- + ++• + + + 4- +

�2P) SOHDEHHUIORN.
4/10/49

George Junior Republic - ein amerikanischer Jugendstaat.
17/10/49 Uli -Bollwerk des Friedens. Vier Jahre Vereinte Nationen,
24/10/49 U.^.-Senatsausschuß zum Halmedy-Prozeß. (Kurzfassung)*
27/10/49 U.S.-Senatsausschuß zum Lalmedy-Prozeß. (Voller '..ortlaut) .
2/U/49 Grün dl a.; en der amerikanischen Deutschlandpolitik.
Von Henri ... Byroade.
9/11/49 Das Verlagswesen nach dem Kriege. Von Lawrence ?.
Dal eher.
11/11/49 Rede des 'T.P-_,dministrators, Paiil G. Hoffman. vor
den: europäischen ..iedernuf baurat. (ol.10.49J
9/12/49 Adenauer *• ein guter Europäer.
19/12/49 Bericht von Mr. Harry Greenstein, Berater für jüdische
-'-ligelegenheiten bei den__amerikanischen Besatzungsbeherden in Deutschland und Österreich.
+ + -*- + + + + + + + + + +

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S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKSL
DES "AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1950 - 31. März 1950

ACHTUNG REDAKTIONEN!
Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und Artikeln
aus früheren Nummjrn des "AMERIKA DIENST" zu erleichtern,
bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials,
das Ihnen im ersten Quartal 1950 zugegangen ist. Durch
eine Aufgliederung nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen oder anderen nicht allzu zeitgebundenen Artikels ermöglicht werden.

Redaktion
"AMERIKA DIENST"
(U.S. Feature Service).

�S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NAC?IRICKTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST«
vom 1. Januar 1950 - 31. März 1950
Seite
1.) Leben in den U.S.A.
2.) Wissenschaft
3.) Portrait der Woche
4.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
5.) Das neue Buch
6.) Europäisches Wiederaufbauprogramm
7.) Wirtschaft
8.) Arbeit
9.) Politik
10.) Architektur
11.) Erziehung
12,) Medizin
13.) Meilensteine auf unserem Wege
14.) Amerikanische Städte
15.) Unser modernes Zeitalter
16.) Rundfunk
17.) Religion
18.) Sport
19.) Zu Ihrer Information
20.) Artikel für die Frau
21.) Kurznachrichten für die Frau
22.) Landwirtschaftliche Nachrichten
23.) Kurznachrichten für den Landwirt
24.) Die amerikanische Wirtschaft
25.) Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
26.) Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
Staaten
27.) Geistiges Leben
28.) Jugend
29.) Sondernummern
+ + + + + + + + + + + + + +

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18
20
21

�•

1.2 LEBEN I N . D M ^ S . A ,
4/1/50

+) 1) "Warenhaus der Gedanken" ... die amerikanische
Tageszeitung.
2) Gefängniszellen nach persönlichem Geschmack.
6/1/50 +) Die amerikanische Kleinstadt.
Das Atom der Demokratie — Eine Stadt psyohoana-r
9/1/50
lysiert sich selbst.
Fernsehen verdrängt Wochenschau.
11/1/50
Cahokia, Illinoiss ist die älteste Siedlung am
13/1/50
Mississippi.
16/1/50 +) 1) Louisiana» der*europäische' Staat.
2) Wohnwagen mit Klimaanlagen und Brausebad.
18/1/50 + ) Das kulturhistorische Museum im Albuquerque.
20/1/50
Filmstar für zwei Minuten.
+)
Amerikas Wintersport No. 1 - Basketball*
23/1/50 + ) "Der weiße Traum" - Kunsteisbahnen in den
Vereinigten Staaten.
25/1/50
1) Aus der Geschichte des Bronx-Zoo.
2) Kampf dem GroßStadtlärm.
27/1/50 •) 1 Altes und neues Kalifornien.
2 Sträflinge können durch nützliche Arbeit
ihre Haft verkürzen.
31/1/50
Landbriefträger in den Rocky Mountains.
•0 \ ) Freiheitsstatue in neuer Umgebung —
Bedloe's Island im New lorker Hafen wird
renoviert.
+ + + + + + + + + + + + +
2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
14/2/50
16/2/50
18/2/50
21/2/50
23/2/50
25/2/50
28/2/50

+)

+)

+)
+)

Skiwettkämpfe in Lake Plaoid, New York, und Aspen,
Colorado.
Kalifornien - der Weinberg Amerikas.
1) Ölbohren ist Glückssache.
2) Vermont: Ein Laboratorium des Fortschritts.
Hotel Waldorf Astoria - "die Bühne der Welt".Seattle - das Tor nach Alaska.
Amerikanische Organisation zur Behebung rassiaohfr
und politischer Vorurteile.
Die Maulesel-Hochschule am Grand Canyon.
Zwanzig Millionen Kegler.
Death-Valley - Das Tal des Todes.
Kleine Kulturgeschichte aus dem Speisezettel*
Höfliche Telefonvermittlung ist die zugkräftigitt
Reklame.
+ + + + + + + + + + + + +

- 1 -

�LEBEN IN DEN UoSoA*
2/3/50
4/3/50
7/3/50

+)

9/3/50
11/3/50

+)

14/3/50

+)

16/3/50
18/3/50
21/3/50
23/3/50

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+)

25/3/50

+)

28/3/50
30/3/50

Eingefrorener Fisch begründet eine Industrie.
Der letzte Postreiter des Wilden Westens.
Millionen Menschen besuchten das Empire State
Building,
Klimawechsel auf der ganzen Welt wirkt sioh auch
in den UoS»A."aus&amp;
"Drüben im Westen" — Cowboys leben im Volkstum,
in Liedern und Tänzen weiter.
Amerikanische Großstädte beschleunigen Fernverkehrsstraßenbau.
Die Stadt im Park — ein Musterbeispiel moderner
Stadteplanungo
DP's passen sich leicht an«
Das Bürohaus der Zukunft.
Landwirtschaft: mit Idealismus. - Leistungen und
Ziele des 4-H-Clubs.
Eine deutsche Studentin berichtet von ihren Eindrücken auf einer amerikanischen Universität.
Ein Dorf, das sich weigert, eine Stadt zu werden Carmel.
Im Kapitol von Washington gibt es keine Hofetikette,
aber 75 "Pagen".
+ + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT
4/1/50
6/1/50
9/1/50
11/1/50
13/1/50
16/1/50
18/1/50
23/1/50
25/1/50
31/1/50

+)
+)
+)
+)

Anwendungsmögliohkeiten der Atomwiasenschaft in der
Textilindustrie.
Fata Morgana -&lt;- Trugbild am Himmel.
Sprachunterricht an Elektronengeräten.
Neues Kleinflugzeug mit vorzüglichen Flugeigenschaften.
Das amerikanische Telefonsystem.
Bomben gegen Waldbrände.
Die Antarktis ~ ein zweites Alaska?
Das Riesenauge auf dem Mount Palomar.
Laminator rettet Dokumente.
Expedition in eine zweitausendjährige Vergangenheit.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�WISSENSCHAFT
2/2/50
4/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50
16/2/50
21/2/50
28/2/50

Weltraumstrahlung im Salzbergwerk.
Zukunft lichter denn je — Hoffnungsvolle Prognose
eines Harvard Professors.
Psychiater prüfen die Wiedergabetreue in der Hypnose.
Dreimal wöchentlich zum Nordpol.
Die wichtigsten Entdeckungen des Jahres 1949.
Zu viel und zu wenig — Haben Sie das richtige Verhältnis zu sich selbst?
Land aus der Tiefe - Schöpfungsgeschichte - von einem Physiker verfaßt.
+) Heliumgefüllter KunstStoffballon erreicht 31 000
Meter Höhe.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
14/3/50
18/3/50

21/3/50
28/3/50

Erdbeben — das Sicherheitsventil der Erde.
Atomkraftwerk Sonne - Nach einem Bericht der HarvardSternwarte.
+) Vielseitiger Kunststoff - Teller, Reagenzgläser,
Flaschen und Stoffgewebe aus Polyaethylen.
Auch ein "Atomgeheimnis" - Amerikanische Wissenschaftler entdeckten das neutrale Meson*
Mach gute Miene zum bösen Spiel! - Gefühle und ihre
sichtbaren Äußerungen stehen in mannigfacher Wechselwirkung.
Ein praktischer Professor. - Maschinen im Dienste
der Shakespeareforschung»
+) Kostbarer Schnee - Reiche Schneefälle im Gebirge
bedeuten gute Ernten für Tausende von Farmern.
+ + + + + + + + + + + + +

3.) PORTRAIT DER WOCHE.
6/1/50
9/1/50
13/1/50
20/1/50
27/1/50

+) Aus Walt Disneys Zauberkabinett.
Zum 74. Geburtstag Jack Londons am 12. Januar 1950.
+) Benjamin Franklin — Wissenschaftler und Staatsmann.
Zum lOOsten Geburtstag Samuel Gompers, des Begründers
und Präsidenten der AFI.
Zum 75» Geburtstag Fritz Kreislers am 1. Februar 1950.
Von Louis Po Lochner.
+ + + + + + + + + + + + +

- 3-

�PORTRAIT DER W0CH2
16/2/5©

+) John Dos Pasaos —

Revolutionär und Inidividualist.

+ + + + + + + + + + + + +
11/3/50
16/3/50

+ ) Dr. William A. Hinton — bekannter Syphilisforscher.
+) Auf den Spuren Carusos — Mario Lanza, ein junger
amerikanischer Tenor«
+ + + + + + + + + + + + +

4.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
4/1/50
Einem Steckenpferd Picassos verdankt Baltimore sein
Museum moderner Kunst.
13/1/50
Das Land der Symphonie-Orchester.
23/1/50
Das Negerproblem im amerikanischen Film.
25/1/50
Harmonisches Familienleben auf dem Konzertpodium.
31/1/50 +) Robert Flahertys Filmwerk: "Louisiana Story".
+ + + + + + + + + + + + +
2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50

25/2/50

Auftakt der New Yorker Musiksaison.
Ausstellungen von Rembrandt und Picasso in New York.
+) Das Museum für moderne Kunst in New York feiert sein
zwanzigjähriges Bestehen.
+) Lawrence Tibbett••— erster Bariton der MetropolitanOper.
In einer halben Stunde Star der Metropolitan Opera Interview mit dem Sängerehepaar Ferdiand Franz und
Helena Braun.
Hollywoods ungekrönter König schuf neuen Monumentalfilm — De Milles "Samson" eröffnet einen Kreuzzug
für Erziehung und Kultur.
New York ist ein schwieriger Filmstar.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
9/3/50
9/3/50
18/3/50
23/3/50
28/3/50

+) Tanglewood — Eine Volkshochschule der Musik.
Das Wandertheater im Mittelwesten der Vereinigten
Staaten«
+ ) Ein Amerikaner erschließt die deutsche Kunst.
+) Die Navajo-Indianer in Nordamerika haben sich ihre
Stammeseigentümlichkeiten erhalten.
Hollywoods Ton-Ingenieure«
Was sagt New York zum "Dritten Mann"?
+ + + + + + + + + + + + +

- 4 -

�5) DAS NEUE BUCH
11/1/50
18/1/50

Alice Herdan: Die Farm in den Grünen Bergen.
Conway Zirkle: "Der Tod einer Wissenschaft in
Russland".
+ + + + + + + + + + + + +

18/2/50
4/3/50
7/3/50

14/3/50

Ideen und Atombomben - Das Glaubensbekenntnis von
David E. Lilienthal, Vorsitzender der amerikanischen
Atomenergiekommission.
+) Will Rogers - Das 'Enfant terrible1 Amerikas.
"Der Gott der keiner war" - verfaßt von Arthur
Koestler, Ignazio Silone, Richard Wright, Andre" Gide,
Louis Fischer und Stephen Spender.
"Warum ich entfloh", von Peter Pirogow.
+ + + + + + + + + + + + +

6) EUROPÄISCHES WIEDERAUPBAUPROGRAMM
23/2/50

Einzelheiten zum ECA-Programm für Technische Hilfe,
+ + + + + + + + + + + + +

11/3/50

ERP-Plakatausschreiben — Ein internationaler Wettbewerb zur Hebung des Lebensstandards.
+ + + + + + + + + + + + +

7) WIRTSCHAFT
9/1/50
16/1/50
20/1/50
25/1/50

Große Projekte für die Entwicklung Afrikas im Rahmen
des Marshall-Planes.
Die meisten Amerikaner haben Ersparnisse.
Amerika und seine Minderbemittelten.
Wiedererrichtung der Sttfa Poikilä von Athen mit Hilfe
des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

4/2/50

Hindernisse der Liberalisierung des Handels in Europa.
+ + + + + + + + + + + + +

23/3/50

Eine Rückschau der AFL auf das vergangene Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +

- 5 -

�8) ARBEIT
31/1/50

40-Stunden-Woche für die amerikanischen Eisenbahner.
+ + + + + + + + + + + + +

25/2/50

Wird die 40-Stundenwoche den Errungenschaften der
modernen Technik gerecht?
Regelung von Arbeitsstreitigkeiten einmal anders.

28/2/50

+ + + + + + + + + + + + +

4/3/50

Die Statistik der Ü.S.A. paßt sich den veränderten
Kaufgewohnheiten an.
Amerikaner nehmen zum Pensionsproblem Stellung.
Ein Weltplan zur Verhütung der Arbeitslosigkeit.
Im Dienste der Gesundheitsfürsorge. - Ein Großambulatorium für Werktätige.

9/3/50
14/3/50
21/3/50

+ + + + + + + + + + + + +

9)

POLITIK

13/1/50
23/1/50

Parlamentarische Spielregeln in U.S.A.
Die Hauptereignisse des Jahrhunderts.
+ + + + + + + + + + + + +

7/2/50
11/2/50
21/2/50

Politiker der kommunistisch beherrschten Welt suchen
Asyl in den Vereinigten Staaten.
+) Das Wagnis der Freiheit. Von Felix Frankfurter, Richter am Obersten Bundesgericht.
Die Sowjetunion gibt ihren Untertanen ideologische
Halbbildung.
+ + + + + + + + + + + + +

11/3/50
16/3/50
28/3/50

"Der Zug nach Westen" findet im Parlament seine Bestätigung.
Eindrücke von einer Deutschlandreise. — Von Ernst
Hoffmeister, politischer Kommentator der "Stimme
Amerikas".
Wie setzt sich der amerikanische Kongreß zusammen?
+ + + + + + + + + + + + +

- 6 -

�10) ARCHITEKTUR
18/2/50

Das Sekretariategebäude der UN.
+ + + + + + ++ + + + + +

11) ERZIEHUNG
Amerikanisches Außenministerium erweitert Austauschdienst*
Aus der Arbeit des Internationalen Studentenhilfsfonds.

6/1/50
11/1/50

+ + + + + + + + + + + + +
16/3/50

über die Erziehung zum Verständnis außenpolitischer
Fragen.

30/3/50

Neue akustische Methode erleichtert das Sprachstudium.
+ + + + + + + + + + + ++

12) MEDIZIN
4/1/50
6/1/50
16/1/50
18/1/50
20/1/50

Operation unter Novokain und Mozart.
Gesunde Hornhaut von der "Augenbank".
Hormone und Geschleohtscharakter.
Die Arbeit der Gesellschaft zur Betreuung Schwerhöriger in San Francisco«
+) Krebsheilung mit Elektronensohleuder.
+ + + + + + + + + + + ++

2/2/50
9/2/50
14/2/50
25/2/50

Ein erfolgreiches Schnupfenheilmittel.
Aufklärungsfilme als Waffe im Kampf gegen Brustkrebs.
Wie der Gesundheitsdienst gefährliche Epidemien verhütet .
+) Amerikanische Kriegsblinde arbeiten wie ihre sehenden
Kameraden.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
11/3/50
23/3/50
25/3/50

30/3/50

Neue Gesichtspunkte in der Hirnforschung —
Dr. Wendeil J.S. Krieg, ein Nervenanatom der
Universität Chicago, berichtet über seine Arbeit.
Alkoholismus als Krankheit.
Krebserreger entdeckt?
Organisation zur Bekämpfung von Herzkrankheiten klärt
amerikanische Bevölkerung über neueste Heilmethoden
auf.
Europas Gesundheitszustand besser als je zuvor. —
Aus dem Jahresbericht des U.S.-Sozialversicherungsamtes.
+ + + + + + + + + + + + +
- 7 -

�13) MEILENSTEINE AUP UNSEREM WEGE
7/2/50
16/2/50

+) Lincolns Amerika — Die Zeit des großen Präsidenten
formte die Grundlage der heutigen Vereinigten Staaten«
+) George Washington - der 1, Präsident der Ü.S.A.
+ + + + + + + + +.• + + •

2/3/50

Thomas G. Masaryk - zum 100. Geburtstag des ersten
Präsidenten der Tschechoslowakei
+ + + + + + + + + + + + +

14) AMERIKANISCHE STÄDTE
23/2/50

+) Milwaukee.
+ + + + + + + + ++ + + +

18/3/50

Cincinnati, die ehemalige Königin des Westens
+ + + + + + + • + + •• +

15) UNSER MODERNES ZEITALTER
18/2/50

BENELUX wird SKANDANGLIOES - Eine Meditation über
Schlangenwörter.
+ + + + + + + + + + + + +

21/3/50

Ein akustischer Querschnitt durch die Jahre 1945
bis 1948.
+ + + + + + + + + + + + +

16) RUNDPUNK
21/2/50

"Morgen wird der Nordpol entdeckt" - Eine RadioSendereihe vermittelt Geschichte in lebendigster
Form.
+ + + + + + + + + + + + +

7/3/50
25/3/50
30/3/50

Die "Stimme Amerikas" und ihre Hörerbriefe.
Ärztliche Ratschläge für erkrankte Seeleute auf dem
Punkweg.
+) Fernsehsendungen für Kinder.
+ + + + + + + + + + + + +

17) RELIGION
25/2/50

Der moderne Katechismus - Er gibt den amerikanischen
Katholiken die Antwort der Kirche auf Fragen ihres
Verhaltens als Staatsbürger, Arbeitnehmer und Ehepartner.
+ + + + + + + + + + + + +
- 8 -

�18) SPORT
25/3/50

+) Die Basketballartisten der Harlem Globetrotters0
+ + + + + + + + + + + + +

19) ZU IHRER INFORMATION
4/1/50
6/1/50
9/1/50
11/1/50
13/1/50

16/1/50

18/1/50
20/1/50
23/1/50

25/1/50
27/1/50

31/1/50

Wortlaut der "State of the Union" Ansprache von
Präsident Truman.
Ziele der amerikanischen Innenpolitik.
Von John L. Morton.
Pormosa — Die Debatte über die Verteidigung der
Insel beschäftigt die öffentliche Meinung Amerikas«
Von John L. Morton.
Wortlaut jenes Teils der Budget-Botsohaft Präsident
Trumans, der sioh mit internationalen Angelegenheiten
und Finanzfragen befaßt.
Weitere Opfer, heftige Debatten — Zur zweiten Sitzungsperiode des amerikanischen Kongresses.
Von John L. Morton.
1) Oberstleutnant Walter R. dePorest, Chef der Unterabteilung für medizinische Angelegenheiten für
öffentliche Gesundheit und Wohlfahrt, HICOG, berichtet über das öffentliche Gesundheitswesen in
Deutschland von 1945 - 49P
2) Wieder einmal die alten Gerüchte.
Von John L. Morton.
Altersversicherung in Amerika.
Es geht um Europa, nioht um Einzelheiten»
Von John L. Morton.
1) Die spanisohe Präge - Diplomatische Beziehungen
sind kein Bruderkuß. Von John L. Morton»
+ ) 2) Zum Gedenken Franklin D. Roosevelts, dessen Geburtstag am 30. Januar in den Vereinigten Staaten
festlich begangen wird.
Bericht über den Fortschritt in Deutschland. Voller
Wortlaut der Rundfunkansprache Mr. John J. McCloys,
gehalten am 23* Januar in Washington.
Wortlaut der Ansprache Mr. John J. McCloys vor dem
"United Council for International Affairs" in Boston
am 26. Januar.
Völkermord -- Rückhaltlose Offenheit allein kann zu
einer besseren Welt führen. Von John L. Morton.
+ + + + + + + + + + + + +

_ 9-

�IHRER INFORMATION
2/2/50

4/2/50

7/2/50
9/2/50
11/2/50

14/2/50
16/2/50
18/2/50

21/2/50
23/2/50

25/2/50
28/2/50

Wortlaut des am 25* Januar yom amerikanischen Außenministerium veröffentlichten Dokumentenmaterials
Über die sowjetische Infiltration der vier nordchinesischen Provinzen«
1) Wortlaut der Truman- Erklärung zur Unterzeichnung
der Verteidigungshilfsabkommen.
2) Die Antwort: Kollektive Sicherheit.
Von John L, Morton.
Die SPD und der Europarat. Von John I. Morton«
HalbJahresbericht des U.S.-Atomausschusses.
1) Surrealistische Politik. Von John L. Morton.
2) Wortlaut der Erklärung des amerikanischen Außenministers Aoheson vom 8. Februar in Washington.
Ernste Mahnung. Von John L. Morton.
Eine Lanze für MeCloys Deutschland-Bericht.
Von Erio M. Warburg, New York.
1) Die Neue "Tatsache" - Der Kreml und die Wasserstoffbombe. Teil John L. Horton.
2) Voller Wortlaut eines von Arthur Krocks in der
"New York Times" veröffentlichten Truman-Interviews.
Weltfriede oder Weltuntergang. Von John L. Morton.
Amerikabesuch hat viele Anregungen gegeben.
Von Franz Blücher, Vizekanzler und Bundesminister
für Marshallplan-Angelegenheiten.
Diplomatie im Satellitenland. Von John L. Morton.
1) Truman und das Taft-Hartley-Gesetz.
Von John L. Morton.
2) Voller Wortlaut der Rede Präsident Trumans vom
22.2. anläßlich der Enthüllung eines George
Washington-Denkmals in Alexandria (Virginia).
3) Voller Wortlaut der Erklärung, die der Leiter
der ECA-Sonderkommission Robert M. Hanes am 24.2.
in Washington abgab.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
9/3/50
11/3/50

Die Erfordernisse des Friedens. Von Warren R. Austin.
Die amerikanische Öffentlichkeit und die Wahlen in
Großbritannien» Von John L. Morton.
Einheit - nur in Freiheit. Von John L. Morton,
Amerikas Einheit beruht auf Mannigfaltigkeit.
Von James Bryant Conant, Präsident der HarvardUniversität *
Hinter dem Rücken der deutschen Kinder.
Von John L. Morton.
- 10 -

�ZU IHRER INFORMATION
14/3/50
16/3/50

•
18/3/50
21/3/50

•)

+)
+)
•)

25/3/50
28/3/50
30/3/50

"Ein neuer Ausgangspunkt". Die Forderung der freien
Wahlen in Ostdeutschland darf nicht vergessen werden.
Von John L. Morton.
Darlegung der Prinzipien und Ziele der Republikanischen Partei.
Angenommen von den republikanischen Mitgliedern des
Repräsentantenhauses und des Senats in Übereinstimmung mit den Mitgliedern des republikanischen Nationalkomitees, vom 6. Februar 1950.
"Die Russen sprengen den Kontrollrat".
Von John L. Morton.
1) Fünf Kurzbiographien maßgebender HICOG-Beamter:
a) Major General George P. Hays, stellvertretender amerikanischer Hochkommissar für Deutschland.
b) Benjamin J. Buttenwieser, Assistent des Hochkommissars für Deutschland.
0) James E. King, Exekutivsekretär im Amt des
amerikanischen Hochkommissars für Deutschland.
d) Oberstleutnant H.A. Gerhardt» Sonderbeauftragter des Hochkommissars für Deutschland.
e) Major General James P. Hodges, amerikanischer
Vertreter im Alliierten Militärischen Sicherheit samt für Deutschland.
2) "Totale Diplomatie" - Acheson appelliert an das
amerikanische Volk. Von John L. Morton.
"Massenvertreibungen - ein beliebtes Kampfmittel der
Sowjets." - Von John L. Morton.
Ein neuer Impuls - Zu den Bonner Vorschlägen für gesamtdeutsche Wahlen. Von John L. Morton.
Wortlaut eines Schreibens des amerikanischen Senators
Arthur H. Vandenberg an den Leiter der ECA, Mr. Paul
G. Hoffman.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial zur
Verfügung stellen.

- 11 -

�20) ARTIKEL PUR DIE FRAU.
9/1/30

1.)
2.)
3.)
4.)
5.)

Eine Reporterin macht Karriere.
Mehr Familiensinn.
Amerikas Spielzeugindustrie im Jahre 1949*
Die ideale Kücheneinrichtung.
Griechische Hodenschau in Frankreich und Amerika.

16/1/30. 1.) Ständig wachsender Einfluß der Frau in Politik und
Verwaltungswegen der Vereinigten Staaten.
2.) Gleicher Lohn bei gleicher Beschäftigung. - Die
Forderung der amerikanischen Frauen.
+)
3*) Kein Kind ist völlig untalentiert. - Zeichnen, Musik, Theaterspiel und schöpferische Betätigung anderer Art fördern die Entwicklung.
4*) Knabenmode auf neuen Wegen. - Jeder Junge will ein
Miniatur-Cowboy sein.
5.) Müdigkeit kann gefährlich sein. - Kleine Winke für
Schlaflose
6.) Fußböden wie neu. - Vorzüge und Nachteile von Lack,
Schellack und Tränklöaungen.
23/1/50 +)1.) Das begabte Kind« - Schule und Elternhaus müssen
gemeinsam die bei der Erziehung hochbegabter Kinder auftauchenden Probleme zu lösen suchen.
Kinderehen in den Vereinigten Staaten.
Selbst Millionäre und brave Hausfrauen werden
mitunter zu Ladendieben.
Keine Angst vor Frühgeburten.
Freiwillige Mitarbeit der amerikanischen Frauen
in der CIO.
+) 6.) Tiefkühlanlage schlägt Weckapparat.

1:1

30/1/50
+)
•&gt;

7/2/50

1.) Die Gesetzgebung für Frauenarbeit in den U.S.A.
2.) Am schönsten ist es doch zu Hause. - Gemeinsames
Erleben von Freud und Leid schafft ein engeres
Familienleben.
Elizabeth
Blackwell - Ein Pionier der Wissenschaft.
3.
Wird
ihr
Kind
Freundschaften schließen?
4.
Das
Geheimnis
des Charmes.
5.
Kunststoffe
ersetzen
Porzellan und Steingut.
6.
+ + + + + + + + + + + + +
1.) Gleichberechtigung der Frau soll in IT.S.A.
konstitutionell verankert werden.
Die Frau in der amerikanischen Journalistik.
Zu alt für ein Kind?
Längeres Leben durch bessere Ernährung.
Amerikanische Frauen werben für gleiche Entlohnung der Frauen in der deutschen Industrie
Mrs. McCloy: Die deutschen Frauen müssen politisch aktiver sein.
Die Schule Terpsichores. - Die Akademie für volkstümliche Tanzkunst in New York geht neue Wege
zum Verständnis exotischer Tänze.
Mein Kind mag keinen Orangensaft.
Wie wird man Filmstar?
6. Kariert - Kariert. - Ausblick auf die New Torker
Frühjahrsmode.
Besseres
Wachstum durch neues Vitamin. - Kinder7.)
heilstätte in U.S.A. führt Versuche mit Vitamin
B-12 durch.
- 12 -

�ARTIKEL PUR DIE FRAU,

Frauenorganisatioaen in den U.S.A.
21/2/50 +) 1
2 : \ Zahl der weiblichen Arbeitskräfte in U.S.A.
ansteigend«
3.) Prau Detektivin. - Aus der Arbeit eines weiblichen
Mitglieds des New Yorker Polizeibüros.
Laßt eure Kinder nicht zu früh lesen!
+)
Sind sie nicht selbst Schuld an ihrer Blauen-Montags-Stimmung?
6.) Große Wäsche - wenig Arbeit.
1.) "Pamily Court" rettet Ehen.
Von Peking bis zur Heiligen Pforte. - Neue Rich2.) V&lt;
tungen in der Hutmode.
In der guten alten Z#it.
Angstgefühle und wie sie überwunden werden.
Versuchen sie es einmal mit Käse. - Das Pinale
einer Mahlzeit muß nicht immer süß sein.
+ + + + + + + + + + + + +
1, Frauen im Kongreß der Vereinigten Staaten.
2, Kinder sind gar nicht ungezogen.
3, Von der Kittelschürze zum Hauskleid.
4, Die Wechseljahre, der Schrecken vieler Frauen.
5. ) Farbenfroh und widerstandsfähig« - Neuer Kunststoffbodenbelag für Wohnungen und gewerbliche
Räumec
6.) Schwedische Ehrung für Mrs„ Eleanor Roosevelt.

28/2/50

7/3/50

lo)
2.)
3.;
4.)
5.)

14/3/50

Amerikas Frauenorganisationen und der Kongreß.
Ein moderner Vater wie ersein soll.
Von der Krinoline bis zur tiefen Taille.
Wie steht es mit ihrem Schlaf.
Alles zur Entlastung der Hausfrau. - Amerikanische Fabrikanten zeigen die neuesten technischen
Erfindungen .für das Heim.

21/3/50 +) 1.) Amerika hilft
50 Millionen Kinder warten auf
Hilfe.
2.) "Die Stunde des gemeinsamen Opfers".
3«) Kinder spielen überall.
4.) Frühgeburten und Erblindung.
+) 5.) Das Gesetz für Lebensmittel und Heilmittel schützt
die Gesundheit des amerikanischen Bürgers.
6.) Hilfe für zerrüttete Ehen. - Geschiedene Frauen
wollen andere vor der Scheidung bewahren.
7.) Sonne und frische Luft für Wollsachen.
28/3/50 +)

Berufstätige Frauen in den U.S.A.
Ehrung für fünf hervorragen*Ärztinnen in den U.S.A.
Das Soroptimisten-Haus in Los Angeles. - Das Heim
für minderbemittelte Studentinnen»
+) 4.) Eine alte Volkskunst erwacht zu neuem Leben. MrSc Mary Meigs Atwater, die Mutter der amerikanischen Handwebereio
+) 5.) Jede Frau kann schön sein, wenn sie es nur will. 1. Folge einer Artikelserie von Terry Hunt.
+ + + + + + + + + + + + +
- 13 -

�21) KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
9/1/50

16/1/50

23/1/50

30/1/50

7/2/50

a) Mrs. Eleanor Roosevelt: Der deutsche VolksCharakter
kann nicht von heute auf morgen geändert werden.
b) Spielzeugsammlung der "American Legion".
c) Wildreis-Brnte in den U.S.A.
a)
','•
b)
c)

Die Frauenorganisationen der Vereinigten Staaten.
setzen internationale Zusammenarbeit fort.
Die Mähmaschine in der Handtasche.
Amerikanische Firma bringt nunmehr auch Kaffeebeutelchen auf den Markt.
d) Aus Konservendosen wurden technische ZIeinanlagen.
Anteil der amerikanischen Frau am Wirtschaftsleben.
Schottisch - die große Kindermode.
Kleine Winke für die Küche.
"Perma" statt Stärke.
Der Heiße-Würetel-Automat.
Für den eleganten Herrn.
Einkaufen mit dem Schubkarren.
• + + + + + + + + + + +
"Zigarettenaichere" Tischplatte.
Hauswirtschaftssachverständige gehen in die Vereinigten Staaten.
c) Das festliche Nachmittagskleid.
d) "Flair" - ein s ensationelles 50-Cent-Magajsin.

14/2/50

a) Die erste Schiffsladung Spielzeug für Europa hat
Amerika verlassen.
Wußten Sie eigentlich, daß...
Neues für Kinderzimmer.
Frauen leben länger als Männer.

21/2/50

a) Amerikanische Studentinnenvereinigung finanziert
das Studium von 155 ausländischen Frauen.
Das lauwarme Bad.
Ratschläge für Leckermäuler.
Ahornzucker.

28/2/50

a) Wunschhaus, Modell 1950
b) Zionistische Frauenbewegung in den U.S.A. ehrt
Norwegen.
c) Claudette Colbert als Regisseurin,
d) Lieber Orangen als Äpfel.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Salat- und Speiseöl aus Reissohalen und Spelzen.
Dosenfisch hat keinen Abfall.
Essig aus ganzen Äpfeln.
Kinderkopfwäsche ein Vergnügen.
e) Kinderstuhl mit Tischplatte ringsherum.

7/3/50

14/3/50

a) Das Budget eines amerikanischen Durchsohnittshaushalts.
b) Kunststoffaser für Decken.
c) Filme für Kindergarten und Hochschule.
d) Die 6 populärsten Frauen in den Vereinigten Staaten.
e) Über 3,5 Millionen Kinder wurden im Jahre 1949
in den Vereinigten Staaten geboren.
- 14 -

�KDBZHAOHBICHIBH PUB SIE TRAU»
21/3/50

a) 2 400 Frauen befinden sich unter den bekanntesten
sur Zeit lebenden Amerikanern»
Girl Soouts spenden Schulmappen für deutsche Kinder.
Mrs. Eleanor Boosevelt übernimmt den Vorsitz für
die Feierlichkeiten am Tag der Vereinten Kationen.

.}
28/3/50

a) Amerikanische "Modestudenten" kommen nach Europa.
Amerikanische Kriegswaisen besuchen Europa.
Kleine Winke - Großo Hilfet
lo Bügeln leicht gemachte
2. Wie reinige loh meine Möbel?
• • • + • • • • • • • • •

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22) LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
12/1/50

1.) Die Landwirtschaft der Marshallplanländer *Ein besonderer Schützling der U.S&lt;,A0
2. "Round up" - Die große Zeit des Cowboys.
3. Hygienische Schweinehaltung.
4. Elektrische Beheizung von Mistbeeten.
5. Radioisotope entschleiern das Geheimnis der Aufnahme und Verteilung von Nährstoffen in Bäumen.
Kunstdünger aus Maisstroh.
Ureaform verhindert Feuchtwerden von Kunstdünger.

Grand National Rodeo - Die größte Schau der Veit.
Die Biene - Helferin des Farmers.
Hybridenzucht bei Haustieren.
Passen sich Gräser dem Klima an?
Unkrautbekämpfung.mit dem Flammenkultivator.
Die "kalte" Pasteixrisation.
+••+ + + + + + +'+ + + + + +
21/2/50
1.) Modernisierung der Landwirtschaft - Europäische
Fachleute informieren sich in U.S.A.
Kann
man die Legetätigkeit der Huhner erhöhen?
2,
Ahornzuckerernte
in den Vereinigten Staaten.
3.
Der
Weg
der
Milch
- Vom Erzeuger zum Verbraucher.
: ) 4«
Amaryllis
als
Zimmerpflanze.
5.
+ + + + + + + + + + + + +
24/3/50
1.) Landwirtschaftliche Informierung der europäischen Bauern durch den Marshallplan.
Heues Preisstützungsgesetz für Farmprodukte.
Vollwertige Frischmilch - Monate nach dem Melken. •
Neues amerikanisches Milchkonservierungsverfahren.
•) 4.) Rindertuberkulose - In Amerika heute kein Problem mehr.
Künstliche Brut bei Hühnern.
Die "innere Bräune". - Eine ernste Tomatenkrankheit.
• + + + + + • + + • + • •

26/1/50

1,
+) 2,
3.
4,
56,

1:1
2:1

- 15

�23) KURZNACHRICHTEN PUR DEN LANDWIRT.
12/1/50

a) Farmer trägt zur Vertiefung internationaler
Freundschaft bei.
b) Gesamtergebnis der letzten amerikanischen Ernte
günstig.
c) Wuchsstoffe als Konservierungsmittel.

26/1/50

a) Amerikanische Fachleute studieren Lage der europäischen Landwirtschaft.
b) Intensive Weidewirtschaft führt zur Bodenver-»
härtung.
c) Unkrautbekämpfung durch Flugzeuge.
+ + + + + + + + + + + + +
Kartoffelschälen - wissenschaftlich gesehen.
Zwei Lammwürfe im Jahr?
Garantiert reine Wolle von 7-9 cm im Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Wissenswertes für den Bauern. - Neuer Impfstoff
gegen Bang1sehe Krankheit
Lieblingsspeise für Schafe.
Überwintern im offenen Stall,

21/2/50

24/3/50

+ + + + + + + + + + + + +
24) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
5/1/50

LWirtschaftsbericht zum Jahresende. - Von Ü.S.-Handelsminist er Charles Sawyer.
2.) Europa im 2. Marshallplanjahr. - Westdeutschland
auf den 3. Platz der ECA-Bewilligungsliste gerückt .
Europa erforscht den Dollarmarkt.
Die Lücke im amerikanischen Staatshaushalt. Bundesdefizit übersteigt Präsident Trumans
Schätzungen,
5.) Sozialabgaben in U.S.A. steigen. - Alters- und .
Hinterbliebenenrenten sollen den Lebenshaltungskosten angeglichen werden.
6.) Der magnetische Manschettenknopf.--},

I)

19/1/50

1.) Weltfriede durch Welthandel. - Ist Amerika autark?
von Thomas J. Watson, Sr., Präsident der IBM
Corporation.
2.) Der Fiskus wacht auch in U.S.A. - Ein Dollar
Gewinn gleich 38 Cent Steuern.
Kammerjäger mit Hubschrauber.
Direkte Auslandsinvestitionen bevorzugt. Strukturwandel des amerikanischen Privatkapitals
im Ausland.
Vergrößerung
der amerikanischen Passagierflotte. 5.)
1950 wird ein 60 000 t Luxusdampfer auf Kiel
gelegt.
6.) Zu ihrer Information: ECA-Liste deutscher Ausfuhrwaren.
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�24) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
7/2/50

1.)
1. 1949 - Das beste Jahr des amerikanischen Verbrauchers, ~ U.S.-HändeIsminister Sawyer über
die Entwicklung des Konsumentenmarktes in U.S.A.
ERP-Fortschritt
unter der Lupe. - Der neueste
2.
ECA-Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung der Marshallplan-Länder.
Koteletts
aus dem Laboratorium. - Speiseeis aus
+ ) 3.
Schweineschwarten und andere Merkwürdigkelten.
4. Der amerikanische Staatshaushalt für 1950/51. Soziallasten steigen - Defizit soll verringert
werden.
5. Die Arbeitsanalyse. - Eine Studie über die Bewertung der Arbeitsleistung in U.S.A. Teil I.
6. Zu ihrer Information: Voller Text der Messeordnung für die erste internationale Handelsmesse der Vereinigten Staaten in Chicago.
+ + + + + + + + + + + + + +
Die
Steuervorschläge Präsident Trumans. - Ein1/3/50
1.
kommensteuer unverändert - Erleichterungen für
Mittelbetriebe.
2. Die Bevorratung kriegswichtiger Rohstoffe in
den U.S.A. - Mitte 1950 werden über 50# des
Solls erreicht.
3. Neuer amerikanischer Ozeanriese verspricht
Rekordleistungen. - Mit 31 Knoten ein Anwärter
auf das Blaue Band.
4. Sparen - Die große Losung Hollywoods. - Produktionskosten seit 1946 um 20% gesenkt.
5. Die Margarineschlacht ist gewonnen. - In den
U.S.A. wird die Margarinesteuer abgeschafft.
6. Die Arbeitsanalyse. - Teil II.
+ ++ + + + + + + + + + +
Gesicherter Arbeitsfriede im amerikanischen
15/3/50
Bergbau.Betriebe werben bei ihren Angestellten.
2
Wissenschaftliche
und praktische Kraftstoff3
Forschung in U.S.A.
Die Arbeitsanalyse. - Teil III - Der Bewertungsausschuß.
Zu ihrer Information: Voller Text des ECA-Vorschlags zur Bildung einer Europäischen Zahluhgsunion.
+ + + + + + + + + + + + + +
25) KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
5/1/50

a) Werbung durch Fernsehen.
b) Rekordzahl neu zugelassener Kraftwagen in U.S.A.
c) Rücklagen der amerikanischen LebensversicherungsgeSeilschaften.
. d) Export technischer Daten aus U.S.A. teilweise
kontrolliert.
e) Westdeutschland erhält technische Schriften durch
ERP.
f) Amerikanischer.Architektenverband will Wiederaufbau Europas unterstützen.
- 17 -

�25) KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
a) Die amerikanische Streikbilanz des Jahres 1949.
b) Leichtbau-Eisenbahnwagen setzten sich durch.
c) Neue Verbrennungsturbine für Luftschraubenbetrieb.
d) Messeleitung in Chicago beginnt mit Zuweisung
der Stände.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Einwohnerzahl der U.S.A. 17?« höher als 1940,
b) Gesamtauflage aller amerikanischen Zeitungen
seit Kriegsende um 6$ gestiegen.
c) Europa-Saison für U.S.-Touristen beginnt früher
als erv&lt; artet.

19/1/50

1/3/50

a)
b)
c)
d)

15/1/50

U.S.A. beseitigen Elendsviertel.
Steuererleichterungen für U.S.-Auslandsinvestitionen,
U.S.-Außenhandel im Januar.
Vorläufig keine neuen Panama-Kanalgebühren.

+ + + + + + + + + + + + +
26) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
1/3/50

CIO unterstützt U.S.-Außenpolitik.
Schutzbestimmungen für Kinderarbeit in U.S.A.
Was leistet der Sozialfonds der amerikanischen
Stahlarbeiter?
CIO-Erklärung zur Arbeit der UN.
Weitere Verbesserung der amerikanischen Sozialgesetzgebung gefordert.
ECA-Missionschefs berichten über ERP-Portschritte.

15/3/50

Fortschrittliche Betriebeführung - Belegschaft
eines chemischen Betriebes in U.S.A. erhält
Kitbestimmungsrecht.
Lehrgänge für Unfallverhütung.
GewerkQchaftsfragen in der amerikanischen Presse.
Kostensenkung und Produktionssteigerung.
Arbeitslosenunterstützung bei außerberuflicher
Krankheit.
+ + + + + + + + + + + + + +

2,
3.
4,
5.

27) GEISTIGES LEBEN.
10/1/50

+) 1.) John Deweys Bedeutung für die Pädagogik.
2.) Charles Munch, der neue Dirigent des Bostoner
Symphonieorchesters'.
Gottes Wort auf telefonischen Anruf.
3
Der kürzeste Weg zur Kunst.
4
Fünf
Autoren geben Beispiel für die Integration
5
des Theaters.

:]

24/1/50 +)

Robert H. Hutchins, der "Heilige Thomas von Chicago."
Vier Millionen Papiere aus Roosevelts Nachlaß
für die Geschichtsforschung.
Filmprüfer werden geprüft.
Vierhändiges Klavierspiel, ein versunkener Sohatz.
Moderne Kunst kritisch betrachtet.
- 18 -

�27) GEISTIGES LEBEN,

8/2/50

•) 1,

2.
3»
4»
+) 5.
24/2/50 •) lo
•) 2.

t) 3.
4.
*)

5.

1.

8/3/50

2.
3.
4.
+)

22/3/50

1,
2,

Franz Lieber, der Brockhaus AmerikasQ
Zehn Filme„ die die Welt begeisterten - «in
halbes Jahrhundert amerikanischen Films.
Keine Religion ohne Kunst und Symbol.
Ein nicht-zerstreuter Professor macht Schule.
Völkerverständigung im 3/4 Takt.
Musik ist kein Baldrian - Ein fort für die modern«
Musik von Aaron Copland.
Ein amerikanischer Trappist erzänlt die Geschieht«
seines Ordens.
Marsden Hartley - Er malte die tausend Gesiohter
der Erde.
Schule und Leben - zwei neue pädagogische Versuche .
Adalbert Stifter und Henry Thoreau. Von
Johannes Ursidil, New York.
+ + + + + + + + + + + • +
Akademische Verbindungen mit Ansprüchen. Studenten ohne Kiesewetter und Bierkomment. Von
Dr. Frederick Lehner, Professor am West Virginia
State College.
Es führen viele Wege nach Damaskus.
Eliel Saarinen - Architektur ein seelisches
Problem.
a) Haydn-Renaissance in Amerika.
b) 100 000 Dollar Koussevitzky-Stiftung für
zeitgenössische Musik.
Moderne Kunst durchdringt den Alltag«
Die Sonntagsschule in Amerika.
Die Verantwortung des katholischen Romanschriftstellers.
Charles Ives - ein musikalischer Außenseiter.
Die Wahrung bürgerlicher Rechte und Freiheiten.
Die Entwicklung des Bühnentanzes in Amerika.

+ + • + + + + + + + + + •
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27) KURZNACHRICHTEN.
24/1/50

8/2/50

a) Internationale Zentrale des Baugewerbes.
. b) Manuskripte und Kunst des Altertums auf Mikrofilmen.
c) Klassikerübersetzungen der UNESCO vor dem Forum
der Fachleute.
d) KunstUnterricht in den Schulen der Welt«
+ + + + + +. + + + + «• + +
aj Picasso und der letzte Weltkrieg.
b) Die Sprachen des New Yorker Rundfunks.
c) Politische Filme nicht gefragt,
dj Film Über Helen Keller geplant.
e) Flaherty bearbeitete den deutschen MichelangeloFilm.

- 19 -

�27) KURZNACHRICHTEN.
24/2/50

8/3/50

a) Rotaryklub stiftet Stipendien.
Afrikanischer Literaturpreis.
Haiti feiert die Menschenrechte.
Indien wird das Dezimalsystem einführen.
+ + + + + + + + + + + + +
a) General Eisenhower als Maler.
Revision des Bibeltextes in Vorbereitung.
Amerikanische Archäologen durchforschen
Südwestarabien.

22/3/50

a) Columbia wird der freien Universität Berlin
helfen.
b) Kampf im Warschauer Ghetto wird verfilmt.
c) David E. Lilienthal gegen Atompsychose.
+ + + + + + + + + + + + +
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28) JUGEND.
10/2/50

1.) Die Reise der kleinen Hütte: Eine Pfadfindergeschichte.
+) 2.) Generaldirektoren mit 16 Jahren: Jugendliche
in Amerika lernen das Geschäftsleben aus eigener
Erfahrung kennen.
+) 3«) Amerikas "Camp-Fire-Girls": Arbeit und Ziele eines amerikanischen Jugendverbandes für Mädchen.
4, Kindermuseum in Amerika:
5. Jungen lernen kochen:
6, Text einer Ansprache, die Mrs. John J. McCloy,
die Gattin des U.S.-Hochkommsissars in Deutschland, vor dem Deutsch-Amerikanischen Jugendklub
in Nürnberg hielt.
7.) L.S. Wilson zum Fortschritt der Jugendarbeit
in Deutschland.
8.) Versuch's mal: Kleines Experiment mit einer Kerzenflamme .
+ + + + + + + + + + + + +
1, Pluto besucht den Präsidenten.
10/3/50
2, Was ist Demokratie?
3- Boys' Ranch - ein Bubenparadies.
4, Howe Caverns - Ein Nationalwunder Amerikas.
5. Die Erv/achsenen sollen ihren Hader begraben.
6, Dringendstes Erfordernis der deutschen Jugend:
Wiederherstellung des Kontaktes mit der Außenwelt .
Reiseführer für Kinder.
Versuch's mal. Die unsichtbare Schrift.
+ + + + + + + + + + + + +
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S:)

- 2o -

�29) SONDERNUMMERN.
Januar 1950 Die Verwendung der ERP-Gegenwertgelder.
(Das von der ECA-Mission in Deutschland im Anschluß an das ERP-Abkommen genehmigte Investierungsprogramm der Deutschen Bundesrepublik.)
+ ++ + + + + + + + + + +
7/2/50
Ansprache des Amerikanischen Hochkommissars für
Deutschland, Mr. John J. McCloy, anläßlich der
Eröffnung des Amerika-Hauses in Stuttgart.
18/2/50

16/3/50

Text eines von Arthur Krocks am 15.2,50 in der
"New York Times" veröffentlichten Berichts über
sein Interview mit Präsident Truman.
+ + + + + + + + + + + + +
Rede des U.S.-Außenministers Dean Acheson anläßlioh
der Konferenz für internationale Zusammenarbeit
zur Entwicklung der Weltwirtschaft.
(Gehalten am 16. März 1950 an der Universität von
Kalifornien).
+ + + + + + + + + + + + +

- 21 -

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IN

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]

S/8 - Juli 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1950 - 30. Juni 1950

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.

Seite
Leben in den U.S.A.
1
Wissenschaft
2
Portrait der Woche
3
Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur, Tanz
3
Das neue Buch
4
Europäisches Wiederaufbauprogramm
4
Wirtschaft
5
Arbeit
5
Architektur
6
Erziehungswesen
6
Medizin
••
6
Meilensteine auf unserem Wege
7
Sport
7
Psychologie
7
Industrie und Technik
7
Verkehrswesen, Flugwesen
8
Amerikanische Rechtspflege
8
Internationale Verständigung
8
Presse
8
Vereinte Nationen
8
Kommentare von John L. Morton
9
Zu Ihrer Information
10
Artikel für die Frau
12
Kurznachrichten für die Frau
15
Landwirtschaftliche Nachrichten
18
Die amerikanische Wirtschaft
19
Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
21
Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten Staaten
22
Geistiges Leben
23
Jugend
25
+ + + + + + + + + + + + +

�1.) LEBEN IN DEN U.S.A.
1/4/50
4/4/50
6/4/50
8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
22/4/50

+)

25/4/50
27/4/50

+)
+)

+)
+)
+)

29/4/50

Mit dem Auto ins "Drive-In-Theater".
Enttäuschen Wunderkinder?
Von der Tätigkeit des amerikanischen Landmessers.
Lachszucht in Kalifornien.
Der "geräuschvollste" Mann der Welt.
West Point, die amerikanische Militärakademie.
Deutsohe Mystiker als Schwerindustrielle«
Millionen Menschen besuohen jährlich das
Washington Denkmal.
Die "Hofkirohe" des Weißen Hauses.
Das Blutspenderprogramm des Amerikanischen
Roten Kreuzes.
Materialprüfung und Zerreißproben zu Forschungszwecken,
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
6/5/50
9/5/50
11/5/50
13/5/50
16/5/50
18/5/50

•)
+)
+)
+)
+)

-0

20/5/50
23/5/50

••)

25/5/50
27/5/50

+)

Frauen leben länger und hören besser.
Treffpunkt im Drugstore.
Volksbücherei auf Rädern.
Das Community Center - die Volkshochschule Amerikas.
Wahiawa, die Ananashauptstadt der Welt.
Die Grasfernleitung, Kaliforniens Lebenslinie.
Die malerische Nordküste von Massachusetts.
1.) Die Stadt New York als Angeklagte.
2.) 12-jähriges lettisches Mädchen als Ehrengast bei
den Feierlichkeiten zum amerikanischen Staatsbürgertag am 22. Mai in Washington.
Auf den Spuren der Ureinwohner Amerikas.
Überall in den U.S.A. blühen um diese Zeit die ^tate
Flowers", die Wappenblumen der 48 Einzelstaaten.
Das Auskunftsbüro des New Yorker Automobilolubs.
Das gemeinnützige Reisebüro der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +

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- 1 -

�LEBEN IN DEN U.S.A.
1/6/50
3/6/50
8/6/50
10/6/50
22/6/50
27/6/50

+)

+)
+)

Die FertighausSiedlung vor den Toren New Yorks.
Fünfjahresplan in Detroit — Die Bedeutung des neuen
General Motors-Kollektivvertrages.
Emigrantensöhne im U.S.A.-Kongreß.
Paradies der Edelsteinjäger.
Eine Idee wird zur Weltstadt - 150 Jahre Washington.
Moderne Romantik am Mississippi.
+ + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT
4/4/50
8/4/50

25/4/50

Die Riesenlibelle, das Flugzeug der Zukunft.
Mr. Kearney ist Spezialist für die Wiederentdeckung
gestohlenen Radiums.
Erforschung des Milchstraßensystems.
Das Smithsonian Institut.
DDT. das weltbekannte Schädlingsbekämpfungsmittel,
wirkungslos bei bestimmten Moskitoarten.
Amerikanische Expedition begann Ausgrabungen in Arabien.

27/4/50

Druckerschwärze mit Fichtennadelduft.

15/4/50
18/4/50
22/4/50

+)

+ + + + + + + + + + + + +

6/5/50
9/5/50
16/5/50
18/5/50

Deutsche Psychiater besuchen die Vereinigten Staaten.
Das 97. Element (Berkelium) in den Vereinigten
Staaten entdeckt.
+ ) Künstlicher Regen für New York.
Wird die Erde wärmer? - Ein amerikanischer Chemiker
begründet eine neue Theorie.

23/5/50

Die Chemie der kleinsten Organismen«
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
13/6/50
15/6/50
20/6/50

+)

Die "Amerikanische Stiftung für Naturwissenschaften".
Verbilligung des synthetischen Benzins durch verbessertes Herstellungsverfahren.
Akustische Versuche im Kleinen.
Ein hessischer Hauptmann beschrieb den Unabhängigkeitskrieg.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�3.2 PORTRAIT_DER_WOCHE_
1/4/50
22/4/50
29/4/50

+)
+)
+)

Percy L 0 Julian, Chemiker und Forscher.
Der amerikanische Karikaturist Herbert Block,
Der fliegende Botschafter - W. Averell Harriman.
+ + + + + + + + + + + + +

6/5/50
11/5/50

+)

Hamburgs Bürgermeister Max Brauer.
Roger Duvoisin, einer der führenden amerikanischen
Buchillustratoren.

18/5/50

+)

Prof. Dr. Shuster, Bayerns neuer Landeskommissar.

23/5/50

+)

Japans MacArthur.
Nathaniel Currier und Merritt Ives - die ersten
Bildreporter Amerikas.

27/5/50

+ + + + + + + + + + + + +
10/6/50
17/6/50
20/6/50

+)

Hüter der Maoht des gedruckten Worts: Kent Cooper Generaldirektor von Associated Press.
+ ) Der "wilde Mann" in der amerikanischen Literatur William Paulkner erhielt hohe Auszeichnung.
+)

Capus M. Waynick, Direktor des Punkt-Vier-Programms,
+ + + + + ++• + + + + + +

4.) KUNST,_MUSIK, THEATER,_FILM,_LITERATURX TANZ_
4/4/50
6/4/50
15/4/50
18/4/50

Ein Kino, das nichts einbringen soll.
Ruth St. Denis, Ted Shawn und ihre Tanzgruppe, die
"Denisshawn Dancers".
+)

Die bildende Kunst hat eine große Zukunft in Amerika.
Hollywood wählte die besten Filmkünstler der letzten
50 Jahre.

20/4/50

Ein Regenschirm für 9 500. - Die regensiohere Freilichtbühne von Pittsburgh.

25/4/50

New Yorker Ausstellungen geben Einblick in das Schaffen
moderner Bildhauer.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50

+)

Ivan Mestrovic, der große kroatische Bildhauer, wirkt
heute in den Vereinigten Staaten.

4/5/50

+)

Ferdinand Schäfer, der Gründer des Indianapolis
Symphonie-Orchesters.

13/5/50

+)

Bürokratie nach Noten. - Gian-Carl» Menotti, die
große Hoffnung der modernen Oper.

16/5/50

"Tonys" statt "Oskars" —
kanischen Bühnen.

- 3-

Preisverteilung an ameri-

�KUNST, MUSIK, THEATER,_FILM,_LITERATUR_, TANZ
20/5/50
25/5/50

Die Pulitzerpreise von 1950.
+)

Das Negerspiritual, echtester Ausdruck der Seele
des schwarzen Menschen.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
3/6/50

Die Theater-Arbeitsgemeinschaft in New York.
+

Der Luftbrückenfilm•Vom Rechte, das mit uns geboren . . . Professor
R.M. Maciver: Great Expressions of Human Rights,

10/6/50
15/6/50
17/6/50
27/6/50

• ) Singendes Amerika.
Hollywood in Deutschland.
+ ) Louis Armstrong, der König der Trompete.

29/6/50

+ ) Die Ruhmeshalle des Films in New York.City.
+ + + + + + + + + + + + +

5.) DAS NEUE BUCH
"Der Sprung in die Freiheit" — Oksana Kosenkina erzählt ihr Leben»
Das Ende eines Ghettos — Zu John Herseys Roman
"Die Mauer".

8/4/50
27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
9/5/50

In fünfzehn Jahren Abflug zum Mond — Besprechung des
Buches von Willy Ley "Conquest of Space" (Eroberung
des Weltenraumes.)
+ + + + + + + + + + + + +

24/6/50

+)

John Foster Dulles: Krieg oder Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

6.) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
13/4/50

+)
+)

Rote Kreuze im Kalender - Chronik des Marshallplans.
Marshallplan auf vollen Touren. Von Robert M.Hanes,
Chef der ECA-Sondermission in Westdeutschland.
Der Weg nach Europa — Zwei Jahre ERP für
Deutschland. Von John L. Morton.
ERP-Mittel für den deutschen Wohnungsbau —
Von Wilhelm Weisser.
Überblick über die Marshallplanhilfe und den
Wiederaufbau der deutschen Industrie.
Westdeutschlands erstes internationales Abkommen —
Mit dem ERP-Vertrag begann eine neue Phase des
deutschen Wiederaufbaus.

. 4.

�EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
13/4/50

+)

7.) Qualitätsschuhe am laufenden Band — ERP-Lederlieferungen helfen der deutachen Schuhinduatrie.
8.) Europahilfe — eine moralische Aufgabe —
Marshall-Rede zum 2. Jahrestag der Gründung der
OEEC.
9.) Auszüge aus Marshalls großer Rede in Harvard
am 5. Juni 1947.
+ + + + + + + + + + + + +

11/5/50
27/5/50

"Die Anderen und Du" - Ein Lehrheft für Schüler über
Aufbau, Ziel und Zweck des Marshallplanes.
+)

Europareisen im Zeichen des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

6/6/50

Technische Unterstützung fördert den Wiederaufbau.
+ + + + + + + + + + + + +

7.) WIRTSCHAFT
15/4/50

+)

22/4/50
25/4/50
29/4/50

Ein Land macht Inventur — 17. Volkszählung in den
Vereinigten Staaten.
Die erste Weltbevölkerungs-Zählung hat begonnen.
Jährlich 23 Milliarden Kilowatt aua den Niagara-Fällen.
Prozeß der U.S»-Regierung gegen den A &amp;P-Konzem.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
20/5/50
25/5/50

Was ECA in Europa leistet,
Seifenfreie Seifen.
+ ) Eine Erziehungskampagne der UNESCO über die ErnährungSiprobleme der Welt.
+ + + + + + + + + + + + +

20/6/5 0

Zahlungsunion gegen Dollarknappheit.
+ + + + + + + + + + + + +

8.) ARBEIT
6/4/50
8/4/50
20/4/50

Lehrgänge über Gewerkschaftsfragen an amerikanischen
Hochschulen.
Neue Verteilung der Werkpausen in amerikanischen
Betrieben.
Vollbeschäftigung und wirtschaftliches Wachstum.
+ + + + + + + + + + + + +
- 5 -

�ARBEIT
4/5/50
13/5/50

Kollektivvertragliche Regelung von Werkküchenpreisen.
+) Gewerkschaften bauen Arbeiterwohnungen.
+ + + + + + + + + + + + +

22/6/50

Amerikas Arbeiter und "Euopa - Von William Green,
Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL.
+ + + + + + + + + + + + +

9.2 ARCHITEKTUR
29/4/50

+)

"Helix", das Rundhaus der Zukunft.
+ + + + + + + + + + + + +

10.) ERZIEHUNGSWESEN
1/4/50

Aufgaben und Leistungen der amerikanischen öffentlichen
Bibliotheken,
Gewerkschaften sollen am Aufbau des neuen Schulsystems
in Deutschland mitarbeiten.

4/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
13/5/50

Die Whittler-School, Versuchsgrundschule der Universität in Berkeley, California.
+ + + + + + + + + + + ++

24/6/50

+)

Schulunterricht für körperbehinderte Kinder.

11.) MEDIZIN
1/4/50
18/4/50
27/4/50

+) Medizinmann hilft dem Arzt. Ein modernes Krankenhaus
für Indianer.
Die neuerrichtete Veteranenheilanstalt in Chelsea,
Massachusetts.
Kampf der Müdigkeit.
+ + + ++ + + + + + ++ +

4/5/50
27/5/50

Neue Präparate gegen Lepra.
Neue Waffen gegen Tuberkulose.
+ + + + + + + + + + + + +

13/6/50

+ ) Keine Angst vor'm Zahnarzt.
+ + + + + + + + + + + + +

- 6-

�12.) MEILENSTEINE AUF UNSEREM WEGE
6/4/50

+)

Wallfahrt nach Hyde Park — Zum 5» Todestag des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt am
12. April,
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50

+)

Der Präsident der Vereinigten Staaten und sein Werk»
+ + + + + + + + + + + + +

8/6/50

+)

20/6/50

+)

27/6/50

+)

14. Juni - Plaggentag in Amerika. - Von der Entstehung der amerikanischen Nationalflagge.
Amerikanische Verfassung und "Bill of Rights" zum 162. Jahrestag der Ratifizierung der Verfassung
der U.S.A.
Geburtstag einer Nation - Der Unabhängigkeitstag in
Amerika.
+ + + + + + + + + + + + +

13O_SP0RT_
20/4/50

Wie schnell ist ein Skispringer? + + + + + + + + + + + + +

6/6/50
24/6/50

Fünfzig Jahre Entwicklung im amerikanischen Boxsport.
Sportreporter anno dazumal.
+ + + + + + + + + + + + +

1 4 0 .PSYCHOLOGIE
6/5/50
20/5/50

Wie groß ist Ihr "Reizbarkeitsfaktor"?
Maurice Reddy vom Amerikanischen Roten Kreuz beobachtet das Verhalten des Publikums bei Katastrophen.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) INDUSTRIE UND TECHNIK
9/5/50

+)

11/5/50
16/5/50

+)

18/5/50

+)

10 t - Lastkraftwagen mit Turbinenantrieb verläßt
den Prüfstand.
Die synthetischen Fasern Orion, Vinyon und Saran.
Unterirdische Kleinbahnen versehen den städtischen
Güterverkehr Chicagos.
Der Grand Coulee-Damm, die größte Energiequelle der
Vereinigten Staaten
+ + + + + + + + + + + + +
- 7 -

�INDUSTRIE UND TECHNIK
25/5/50

+)

Die Bedeutung des Films als Lehrmittel in der Industrie
der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +

6/6/50
22/6/50
29/6/50

+)

Orgelspielen leicht gemacht,
Ein neues Straßenpflaster.
Wunderstoff Glas.
+ + + + + + + + + + + + +

l6i)_YERKEHRSWESENJL FLUGWESEN
18/5/50
25/5/50

+)

Unfallverhütung in den Vereinigten Staaten.
Verkehrsluftfahrt nach 1955.
+ + + + + + + + + + + + +

3/6/50

+)

17/6/50

Windkanal und Überschallgeschwindigkeit — Aus der
Luftfahrt-Forschung der U.S.A.
*Weltflughafen der Freundschaft" - Riesenflughafen
in Neu England.
+ + + + + + + + + + + + +

17^)_AMERIEANISCHE_RECHTSPFLEGE
13/6/50

+)

Das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + + +

^^INTERNATIONALE VERSTÄNDIGUNG
15/6/50

Amerika im Bild - für Europa. Fernsehnetz als Schwesterunternehmen der "Stimme Amerikas."
+ + + + + + + + + + + + +

19.) PRESSE
17/6/50
24/6/50

Heiße Würstchen im Kalten Krieg. Die amerikanische
Zeitschrift "Newsweek" über das Pfingsttreffen der FDJ,
+ ) Hugh Baillie, Chef der United Press - Nachrichtenfreiheit und gewappneter Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

20J_VEREINTE NATI0NEN_
29/6/50
UNESCO p l a n t e i n h e i t l i c h e s U r h e b e r r e c h t .
+ + + + + + + + + + + + +
- 8 -

�21.) KOMMENTARE VON JOHN L„ MORTON
1/4/50
4/4/50
8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
25/4/50
29/4/50

Der europäische Gedankeo
Wo bleibt das Verfassungsgericht? — Ein System der
Kontrolle und Ausgleiche Bedingung
für das Vertrauen
zu Bonn»
Wirtschaftsstrategie nach dem Marshall-Plan,
Freie Bahn für ein neues Experiment.
"Wenn das Geschrei verhallt, wird West-Berlin nach
immer frei sein."
Die Suche in der Ostsee.
"Das amerikanische Volk hat nicht vergessen . . . "
Wer sabotiert die Vereinten Nationen?
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
9/5/50
11/5/50
16/5/50
20/5/50
23/5/50
27/5/50

Außenminister Aoheson erklärt sein Programm.
Diener - nicht Herren des Volkes.
+ ) Zur Londoner Konferenz der Außenminister.
Sowjetische Raohe nach fünf Jahren.
Europa — Theorie und Wirklichkeit.
Zur Londoner Außenministerkonferenz. Ein freies
Deutschland in einem freien Europa«
Im Osten: Unmenschliche Härte*
"Ich habe die Ehre . . . " Weltfrieden und Volkspolizei.
+ + + + + i- + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
6/6/50
10/6/50
15/6/50
17/6/50
20/6/50
22/6/50
27/6/50
29/6/50

"Hottentotten-Gerede"o Herr Ulbricht zum Frieden und de
Einheit Deutschlands«
Heute
Kartoffelkäfer! Morgen - vielleicht das Ungeheuer von Loch Ness?
Flaschen mit zu engem Hals0
DIVIDE ET IMPERA - Das Warschauer Abkommen - ein
schwarzer Tag für Deutschland.
Was die Kommunisten am meisten fürchten.
Deutschland sagt Ja.
Berlin und kulturelle Freiheit.
Zahlen, die für sich selbst sprechen - Der sowjetische
Haushaltsplan.
Immer wieder das alte Lied - die Ostzonenpresse und
der Kongreß für kulturelle Freiheit.
Die Vorgeschichte de» Korea-Konflikts in Tatsachen.
+ + + + + + + + + + + + +

�22.) ZU IHRER INFORMATION
6/4/50

Wortlaut der Ansprache Mr. McCloys heim Essen der
Pilgrim's Sooiety in London.
1.) Wortlaut der U.S.-Note an Moskau.
2.) Wortlaut einer mündlichen Erklärung des Sprechers
im amerikanischen Außenministerium, Michael MoDermött.
Wortlaut der Rede Präsident Trumans vor dem Verband
der amerikanischen Redakteure.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem Verband amerikanischer Redakteure
am 22. April in Washington.

22/4/50

25/4/50
27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
2/5/50
6/5/50
13/5/50

16/5/50
18/5/50
20/5/50

25/5/50
27/5/50

+)

Auszug aus einer Ansprache John Poster Dulles' über
Probleme der U.S.-Außenpolitik.
Deutsche Bundestagsmitglieder in Washington.
Auszug aus dem Congressional Record vom 25. April 1950.
Voller Wortlaut der Rede "Bericht aus Deutschland"
des Direktors des Amtes für öffentliche Angelegenheiten, Mr. Ralph Nicholson, vom 12..Mai 1950, auf
der 19. Jahrestagung des Institutes für auswärtige
Angelegenheiten an der Earlham-rUniversität in
Richmond, Indiana.
Der amerikanische Kongreß schafft ein Gesetz. Von
Francis J. Myers, U.S.-Senator für den Staat Pennsylvanien.
Wortlaut der Londoner Kommuniques.
1.) Entschlüsse von historischer Tragweite in London.
2.) Wortlaut der Rede des stellvertretenden amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, Benjamin
J. Buttenwieser, am 18. Mai-1950 in White Sulphur
Springs (West Virginia.)
Wortlaut der Ansprache des amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, John J. McCloy, zur Eröffnung des Amerika-Hauses in Hannover.
Wortlaut der amerikanischen Protestnote an die
Sowjetunion.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
8/6/50

Die Hochkommissare der Westmächte übermitteln Tschulkow
einen Plan zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem U.S.-Kongreß .
Voller Wortlaut der Rede des amerikanischen Außenministers Dean Acheson in einer gemeinsamen Sitzung der
Senatsausschüsse für außenpolitische Angelegenheiten
und für die bewaffneten Streitkräfte*.

- 10 -

�ZU IHRER INFORMATION
10/6/50
13/6/50

15/6/50

22/6/50
27/6/50

Wortlaut der Rede Präsident Trumans vom 9» Juni 1950
über Friedensbemühungen der U.S.A.
1.) Amerikanische Erklärungen zur Oder-i-Neiße-Linie.
2.) Voller Wortlaut der Ansprache Präsident Trumans
über die Außenpolitik der U.S.A, (10.6.1950 in
St. Louis, Missouri.)
Zusammenschluß der freien Welt. Von Neal Stanford.
Wortlaut der großen außenpolitischen Rede des U.S.Außenministers Dean Acheson in Dallas am 14.6.1950.
Ein weiterer Schritt zur Linderung der Flüchtlingsnot.
Das Punkt-Vier-Programm.
+ + + + + + + + + + + + +

» 11 -

�23

ARTIKEL FÜR DIE FRAU&lt;
1.)

"Wir, die Völker der Erde ..."-Eine Erklärung von Mrs.Eleanor Roosevelt zu
dem internationalen Gesetzesvorsohlag, der die
Grundrechte des Individuums für alle Menschen
der Erde garantieren soll«

2.

Die Frau auf dem Wege zur politischen Gleichberechtigung 0.

3.

Pearl Eileene Primus, die amerikanische Tanzwissenschaftlerin, zwisohen afrikanischem Busch
und Universität.

4.

Kinder lesen mit den Händen»

5.

Eierspeisen einmal anders.

6.

Sei immer du selbst.
Von Terry Hunt. (2.Folge)

1.

Die Stellung der Frau im politischen leben
der U.SoA»

2.

Hunter College, die älteste und zugleich modernste Mädchenschule der Ü.S.A.

3.

Über die Höflichkeit der Kinder.

4.

Haben sie eine anständige Zahnbürste?

5.

Kostüm, Kleid und Mantel in diesem Frühjahr
betont jugendlich und weioh.

6.

Kummer und Sorgen - Feinde der Schönheit.
Von Terry Hunt. (3.Folge)

1.

Rektor eines Frauen-College beriohtet aus
seinen Erfahrungen.

2.

Wir adoptieren ein Baby

3.

Eine Frau auf Eisbärjagd.

+)

4.

Die amerikanische Küche Das moderne Labor des Haushalts.

+)

5.

Schöne Figur durch richtiges Essen.
Von Terry Hunt. (4.Folge)

4/4/50

+)

+)

13/4/50
•)

+)

18/4/50

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 12 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
25/4/50

+)

1.

Amerikanerin verschafft 240 europäischen
DP-Familien Unterkunft und Brot,

2.

Der weihliche Einfluß im politischen Leben
Kaliforniens.

3.

Dezente Kundenwerbung in den U.S.A.

4.

Wenn Kinder streiten.

5.

Amerikanische Innenarchitekten lösen das
Raummangelproblem der Einsimmerwohnung.

6.

Gute Kleidung die beste Kapitalsanlage auf
dem Konto der Schönheit.
Von Terry Hunt. (5.Folge)

7.

Leiterin der Frauenabteilung beim U.S.— Hochkommissar für Deutschland spricht über ihre
Arbeit.
+ + + + + +'+ + + + + + +

2/5/50 +)

9/5/50

+)

1.

Der erste Mai in den Vereinigten Staaten.

2.

Mrs. Elizabeth Packt, eine bekannte Pädagogin
der U.S»4«, berät deutsche Gruppen in Frauenangelegenheiten.

3.

Die Füsse deines Kindes.

4*

Probleme der SexualerZiehung der Jugendlichen.

5.

Florenoe Wiokham, die einzige Opernkomponistin
der U.S.A.» zur Situation der Opernkomponisten
in den Vereinigten Staaten*

6.

Kleines Schönheitabievier.
Von Terry Hunt. (6.Folge) •

7.

Kleine Winke - große Hilfe.

8»

Kleine Vitamintabelle für das Frühjahr.

1.

Flüchtlinge und Arbeitslose — Die Sorgenkinder
von Mrs. Scheyer» Expertin für Wiederansiedlungsfragen beim Pariser Büro der EGA.»

2.

Wachsender Einfluß der Frauen in U.S.-Gewerkschaften.

3.

Glanz und Elend eines Photomodells.

4.

Warum sind wir lufthungrig?

- 13 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
9/5/50

16/5/50

5.

Sechs Prozent berühmte Frauen Im amerikanischen
Nachschlagewerk "Who is Who n *

6.

Wie entfernt man Flecke?

1.

Frauen und Demokratie.

+ ) 2.

Flugstewardesa, ein begehrter Beruf in Amerika.

3.

Illusion und Wirklichkeit.

4.

Der amerikanische Kühlschrank von heute.

5.

Zitronenspeise - Götterspeise.

23/5/50 +)

1.

Bauklötzohen als Lernmittel.

+)

2.

Mrs. Eleanor Roosevelt — Eine vielgeehrte Frau,

3.

Sensationelle Schuhmode.

+)

Amerika propagiert den "nude look".
4.
Schönheitsmittel wie vor 5 000 Jahren.
5.
Der Tod in der Streichholzschachtel.
6.
Blau bevorzugt.
Das Ergebnis einer Chicagoer Rundfrage.
+ + + + + + + + + + + + +
1.

Der Gleichberechtigung der Frau entgegen.

+)

2.

Bundestagsmitglied Frau Irma Keilhack über ihre
Eindrücke in U.S.A.

+)

3.

Entwicklung und ästhetische Ausdrucksform.

4.

Gelenkrheumatismus und Schwangerschaft.

5.

Ferien vom loh.
Minna entpuppt sich als bekannte Schriftstellerin
und - Lebenskünstlerin.

1.

Die Liga der amerikanischen Wählerinnen.

2.

Rose Markward Knox, die Präsidentin der
"Knox-Gelatine-GeSeilschaft"•

1/6/50

13/6/50
+)

+). 3.

Am Badestrand» Spitzen und Leinen.

4.

Ratschläge für die Stilltechnik.

5.

Auch "Er" kocht und putzt und wäscht.

�FÜR DIE FRAU.
20/6/50

+) 1.
2.

Säuglingspflege und Kindererziehung

3.

Wissenswertes über den Sonnenbrand.

4.

Frauen-Nebenberufe in den U.S.A«.

+ ) 5o

27/6/50

Amerikanische Farmersfrauen begehen die
"Woche des Haushalts".

1«
+ ) 2o

Zum 70ten Geburtstag Helen Zellers.
Mrs. Roosevelt und der Tag der UN.
Die Frühgeburten-Station des Miohael-ReeseKrankenhauses in Chicago.

3.

Geschichte eines modernen Aschenbrödels.

4.

Ein kleines "Haushaltsarohiv" erspart viel
Ärger.

5.

Zweimal Kunstseide.
+ + + + + + + + + + + + +

KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
4/4/50

1.)

Modisches aus den U.S.A.

2.)

Mütter gehen mit ihren Kindern zur Schule,

.)

13/4/50

Fast 1,5 Millionen amerikanische Frauen sind
freiberuflich tätig.

4.)

Margaret
Trumans Stimme erstmals auf Schall«
platten aufgenommen.

1".)

Gleichberechtigung der amerikanischen Frau
auch im Bankgewerbe gefordert»

2.)

Pandora Tsaldaris spricht über Ihre Eindrücke
in den Vereinigten Staaten.»
Ungewöhnliche Auszeichnung für Schwester
Elizabeth Kenny.

3.)

- 15 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
18/4/50

+)

25/4/50

1.

Vereinte Nationen erhalten U.S.-Vorschläge
zur Frage der Staatsangehörigkeit der Frau
bei Heirat und Scheidung.

2.

Mrs. Roosevelt, die einflußreichste Frau
Amerikas.

3.

Vertreter der Amerikanischen Legion beschenken
Patienten der Kinderklinik in Mammolshain.

1.

"Philadelphia (Pennsylvania) Inquirer" über
die Frauenemanzipation in der Ostzone.

2.

Amerikanische Negerin wird ausgezeichnet.

3.

Metallimprägnierte Textilien»

4.

Eine Frau erhält hohe wissenschaftliche
Auszeichnung.
+ + + + + + + + + + + + +

9/5/50

16/5/50

23/5/50

1.

Präsident Truman ehrt verdiente Amerikanerinnen.

2.

HalbIndianerin die "Mutter des Jahres*.

3.

Ahorn-Sirup.

4.

Kleiner Modebrief.

1.

Die Axt im Hause ....

2.

Sonnenbrille mit schwenkbarer Linse.

3.

Weibliches Sexualhormon aus Süßholz.

1.

Dies ist wahrhaft Dienst am Kunden.
Abendhütohen bis Zulupuppe, das Telefonbuch
weiß es.

2.

Kleine Kniffe - große Hilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE PRAU.
1/6/50

13/6/50

20/6/50

27/6/50

1.

Deutsche Vertreterinnen auf der Jahresversammlung des Verbandes amerikanischer Frauenklubs.

2.

Ernährung und Fruchtbarkeit.

3.

Neue psychologische Demonstrationsmethode:
Kasperlefiguren.

4.

Kleinkühl schränke für Kraftwagen.

5.

Gloria Swanson, der Vamp des frühen Tonfilms,
wieder hoch in Kurs.

+) 1.

Katharine F.Lenroot, Leiterin deB U.S.-Bundesamtes für Kinderfürsorge, ausgezeichnet.

2.

Tiefgekühltes Gulasch - Vollständige Mahlzeiten
samt Teller in amerikanischen Lebensmittelgeschäften zu kaufen.

3.

Tips für Hausfrauen und Junggesellen.- Über den
Umgang mit Nagelfeilen, Kleiderbügeln und
Alkoholfleoken auf Möbeln.

4.

Neue Reinigungsmittel für automatische Geschirrwäsoher.

1.

Deutschlandbesuch der Vizepräsidentin des YWCA.

2.

Qualitätskleider billig von der Stange.

3.

Ist Orion ein Konkurrent für Nylon?

4.

Schuhe mit auswechselbarem Oberteil.

1.

Das Textil-Archiv in New York City.

2.

Regenschirm mit auswechselbaren Bezügen.

3.

Der Wert der Spieltherapie.

+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST1*
kostenlos Bildmaterial liefern.

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN»
April 1950 +)

•0

1.)

Rasche Ernte erhält Nährwerte.

2.)

3.)

Mehr Fleisch durch verbesserte Schweinefütterung.
"ölperle", die künstliche Butter,

4.)

Junge Hühnchen auf alter Streu.

5.)

Häufige Verwendung der richtigen Spritzmittel sichert eine gute Obsternte.

6.)

Pflanzen wachsen ohne Erde.

7.)

Bestand an Milchkühen in den U.S»A. nimmt zu.

8.)

Eßt Gras . . .

9.)

Statistische Erfassung der amerikanischen
Landwirtschaft.
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950

1.)

Die landwirtschaftliche Revolution in
den UoS.A.

2.)

Entdeckung vitaminproduzierender Bakterien
in einer Abfallgrube.

3»)

Erfolgreiche Rattenbekämpfung.

4.)

Radiometer zur Verhütung von Frostschäden.

5.)

Die Sojabohne erobert die Welt.

6.)

Die Kultur von Himbeeren und Brombeeren.

7.)

Zuohtversuche mit Tomaten.

8.)

Landbevölkerung der U.S.A. 19# der Gesamteinwohnerzahl.

9.)

Neue Grassamenbeize.

10.)

Kühleier ebenso haltbar wie gewöhnliche.
+ + + + + + + + 4+ + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 18 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN»
Juni 1950

1.

Für und wider die Preisstützung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

2.

Neuartiger Silobau in den U.S.A.

3.

Mehr Schweinefleisch in Aussicht.

4o

Senkung der Gewichtsverluste und Steigerung
des Wollertrages bei Schafen.

5.

Neue Kartoffelsorten aus den UoS.A.

6.

Fischfabrik auf See.

7.

Der Blütenwecker»

8.

DDT steigert den Kartoffelertrag.

9.

"Heu-Kanonen" helfen dem Farmer»
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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26) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/1

1.)

Die amerikanische Wirtschaftslage Anfang 1950.

2»)

Das Jahrhundert der Konservendose»

3.)

Deutsche Steuern echrecken U.S.-Privatkapital
ab.

4.)

Europa wirbt in U.S.A»
Deutsches Markenporzellan wird in Denver gezeigt»

5.)

Amerikanisches Kapital für Europa.
Investitioneprogramme für 1950 wesentlich erweitert»

6.)

Die ECA-Freigaben im Februar»

- 19 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/11

+)

1.)

Am Wendepunkt des Marshallplanes.

2.)

8,6 Milliarden Dollar für Europa.

3.]

Deutsche Kohle für den Marshallplan.
Der westdeutsche Bergbau - ein wichtiger
Paktor im ERP.

4.)

Leistungssteigerung durch Erfahrungsaustausch.
Marshallplangelder für europäische
Investitionsprogramme.

5.;
6.; 1

Gegenwertmittel gegen Kapitalnot und
Inflation.

7.: i

ECA beschafft strategische Rohstoffe.

I- + + + + + + + + + + + +
Mai 1950/1

+)

Mai 1950/11

i.]i

Zollsenkung und Liberalisierung.

2.: i

Elektrische Leitfähigkeit, Lichtempfindlichkeit und Strahlendurchlässigkeit
als bestimmende Merkmale neuer Gläser.

3. )

Die Kapazität der amerikanischen Stahlindustrie»

4. )

Die Lebensmittel der Zukunft, tiefgekühlt»

5. I

Amerikanisches Versuchslaboratorium
trägt zur Reduzierung der Produktionskosten bei.

1. )

U.S.A. untersuchen Export-Möglichkeiten
des Auslandes.

2. )

Marshallplanmittel für Westeuropas
Kolonien.

3. )

Amerikanische Werbefirmen im Dienst der
Allgemeinheit*

4. )

Turbinen verdrängen Kolbenmotor»

5. )

Senkung der Verbrauchersteuern in U.S.A.

.

- 20. -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/11

•0

1.)

Am Wendepunkt des Marshallplanes.

2.)

8,6 Milliarden Dollar für Europa.

3.)

Deutsche Kohle für den Marshallplan.
Der westdeutsche Bergbau - ein wichtiger
Paktor im ERP.

4.;

Leistungssteigerung duroh Erfahrungsaustausch.

5.:1

Marshallplangelder für europäische
Investitionsprogramme.

6.; i

Gegenwertmittel gegen Kapitalnot und
Inflation.

7.: i

ECA beschafft strategische Rohstoffe.

I- + + + + + + + + + + + +
Mai 1950/1

+)

Mai 1950/11

i.; I

Zollsenkung und Liberalisierung.

2.; i

Elektrische Leitfähigkeit, Lichtempfindlichkeit und Strahlendurchlässigkeit
als bestimmende Merkmale neuer Gläser.

3. )

Die Kapazität der amerikanischen Stahlindustrie»

4. )

Die Lebensmittel der Zukunft, tiefgekühlt»

5. )

Amerikanisches Versuchslaboratorium
trägt zur Reduzierung der Produktionskosten bei.

1. )

U.S.A» untersuchen Export-Möglichkeiten
des Auslandes.

2. )

Marshallplanmittel für Westeuropas
Kolonien.

3. )

Amerikanische Werbefirmen im Dienst der
Allgemeinheit»

4. )

Turbinen verdrängen Kolbenmotor.

5. )

Senkung der Verbrauchersteuern in Ü.S.A.

- 20. -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
Juni 195o/l

Juni 1950/11

1,

U.S.-Sozialversicherung vor der Neuordnung.

2.

13 Milliarden für Neuinvestitionen in U.S.A.

+)

3.

Das Fertighaus erobert den amerikanischen
Markt zurück.

+)

4.

Schiffsverkehr zwischen U.S.A. und Deutschland nimmt zu.

5.

Wirtschaftskalender - Mai 1950»

1.

"Brookings Institution" fordert Neugestaltung der amerikanischen Bundessteuern*

2.

Neue Gesichtspunkte bei der Auswahl von
Baugrund8tüoken in U.S.A»
Das größte amerikanische Versandhaus hat
147 Millionen Kunden in aller Welt.

4.

Ein geschäftstüchtiger Geflügelhändler.
+ + + + + + + + + + + + +

27)

KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.

April 1950/1

1.

U.S.-Amt für Arbeitsstatistik zur Arbeit sloeenfrage.

2.

U.S«-Samengroßhandlung gründet Zweigniederlassung in Italien.

3.

Neue Gleichstrom-E-Lok in U.S.A.

4.

Kundenfertige Fleisohportionen bevorzugt.

5.

Gold aus Meerwasser*

6.
Mal 1950/1

1.
2.
3.
4.

Spanien und Portugal Hauptabnehmer für
überschüssige U.S.-Kartoffeln.
+ + + + + + + + + + + + +
2,5 Millionen U.So-Patente.
UoS.-Öffentlichkeit billigt Privatgewinne.
Rückgang des Barsparens in U.S.A.
U.S.-Handelskammer weniger "isolationistisch"»

- 21 -

�KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT«
Mai 1950/11

10)

Der unfehlbare "Denkroboter"•

2.)

Fernsehen und Bierverbrauch.

3.)

Was hält der Aktionär vom Jahresbericht?

+ + + + + + + + + + + + +
Juni 1950/11

Juni 1950/11

1.)

Boston erhält Warenhaus mit modernsten
technischen Einrichtungen.

2.)

Der Einwanderer spart - Eine Gewohnheit»
die er in die neue Welt mitbringt.

3.)

Wäschewaschen ohne Seife.

4.)

"Amprobe", der neue Kleinststrommesser.

1.)

Erdölbohrungen in Nordafrika.

2.)

Eisgekühltes ohne Eis.
+ + + + + + + + + + + + +

28) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.

April 1950/1

1.)

CIO fordert Unterstützung des Auslandshilfegesetzes durch U.S.-Repräsentantenhaus.

2.)

Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer in den
U.S.A.

3o)

Schwedische Gewerkschaftler besuchen U.S.A.

4.)

Facharbeiter von morgen.

5.)

Generaldirektor der ILO gibt Rechenschaftsbericht.

6.)

Sparmarken für Aktienerwerb und Urlaubs—
finanzierung.

7»)

U.S.-Seeleutegewerkschaften fordern Maßnahmen
gegen kommunistische Störversuche.
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/1

1.)

AFL und CIO gratulieren Berlin.

2.)

Die öffentlichen Gewerkschaftsorgane in den
U.S.A.

3.)

AFL-Gewerkschaftsausstellung in Philadelphia.
- 22 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN»

Mai 1950/1

4,

API-Gewerkschaft erörtert antikommunistischen Aktionsplano
APL lobt "freien Gewerkschaftsbund im Exil".

Mai 1950/11

Juni 1950/1

6.

Amerikanische Arbeiter sind zahlungskräftige
Touristen»

1.

UAWvKollektivvertrag mit General.-Motors lebhaft
begrüsst»

2.

AFL-Erklärung zum Deutsohlandproblem.

3.

AFL-Erklärung zur internationalen Lage.
+ + + + + + + + + + + +

1.

Die amerikanischen Gewerkschaften und das
Punkt -4 "Pr ogr amm &lt;»

2.

Goldenes GewerkschaftsJubiläum in U.S.A.

3.

APL schlägt Studium der Alterefürsorge vor.

4.

Unfallziffer im U.S.-Bergbau rückläufig.

5.

U.S.-Elektroarbeiter stimmen gegen Kommunismus.

Juni 1950/11 1.
+)

2.

U.S.-Arbeiter werden Kampf gegen den Kommunismus fortsetzen»
U.S.-Konferenz für Invalidenfürsorge fordert
"totale Neueinschulung" der Arbeitsinvaliden.

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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29) EISTIGES LEBEN.
April 1950/1 1.)

Grau ist alle Theorie»

+)

2.)

Mystik •»- durchaus unmysteriös.

+)

3.)

Volkskunst in Amerika und anderswo.

4.)

Die Krise der Kunst ist keine Krankheit
zum Tode.

5.)

Die Grundzüge des Liberalismus»

- 23 -

�GEISTIGES LEBEN.
Der schöpferische Neger.

April 1950/11 +)l.
2.

Langston Hughes.
Der Neger spricht von den großen Strömen

3.

Amerikanische Notenbibliothek für deutsche
Musiker.

4.

Seminar für Amerikakunde in Salzburg.

5.

Das Land ohne Mittelstand.

6.

In zwei Jahren 150 neue amerikanische
Hochschulen.

7.

Täuschungen als Quelle der Erkenntnis«
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/1

1.
2.
+) 3 .
4.

Mai 1950/11

Rot und Schwarz oder Der tödliche Bruderkuß.
Strawinsky für die Kleinen.
Ein Schallplattenolub für Kinder.
Von der babylonischen Hieroglyphe bis zum
Schundroman.
Amerikanische Pädagogen in Deutschland
eingetroffen.

+) 5 .

Malerei aus dem Geiste der Musik.
Das Lebenswerk Lyonel Peiningers in New York.

+) 6.

Helen Keller in Paris.

+) 1 .

Die Oper ist tot: Es lebe die Oper.
Von Gian Carlo Menotti.

2.
+) 3 .

Das kirchliche Leben in Amerika.
Hochkommissar McCloy vor der Evangelisehen
Akademie in Hermannsburg»

4.

Die Summe des menschlichen Denkens Ein Philosoph sichtet das Gedankengut
unserer Welt.

+) 5.

Paul Klee, der Palmström der Palette.

6.

Mikrofilmexpedition ins 5«. JahrhundertAuf dem Sinai werden anderthalb Jahrtausend
alte Manuskripte photographiert..

7.)

Dr. Read fordert pädagogische Zusammenarbeit
im Sinne hundertjährigen deutsch-amerikanischen Gedankenaustausches.

24 -

�GEISTIGES LE3EN.
Juni 1950/1

1.)
+)

2.)

Lebendige Ordnung — Zum Kongreß für kulturelle Freiheit« Berlin 26.-30. Juni 1950
Das am meisten umstrittene Bild des Jahre»*.
Salvador Dalis Madonna für Port Lligat.

3.)

Der Weg des großen Musikhistorikers
Alfred Einstein.

4.)

Das amerikanische Buch im Nachkriegsdeutschland.

5.)

Wer hat den "Pythagoras" zuerst bewiesen?

6.)

Die hochsinnige Rothaut»

7.)

Freierer Geist in den deutschen Schulen»

8.)

UNESCO erweitert ihre Arbeit in Deutschland.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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30) JUGEND.
April 1950

+)

1.)

Maxi, der glücklichste Hund der Welt.

2.)

Die deutsche Jugend und das
Problem.

3.)

Fachausbildung für die amerikanische Jugend.

4.)

Erziehung zum praktischen Leben.

5.)

Die schönsten Jahre unseres Lebens.

6.)

Amerikanische Marine-Pfadfinder erhalten
Unterricht in Navigationslehre»«

7.)

"Campfire-Girls" begehen ihr 40-jähriges
Bestehen.

8.)

Versuch's mal.
Luft?

Wie groß ist der Druck der

+ + + + + + + + + + +•+ +

- 25 -

Arbeitslosen-

�JUGEND.
Mai 1950

1.

Der Holzfäller und die Hexe.

2.

Eint Schule kommt zu den Schülern.
Die Calvert-Schule unterriohtet Kinder in
aller Welt»

3.

Amerikanische Organisation zur Förderung der
Wissenschaften unterstützt junge Talente.

4.

Bleistifte ohne Blei.

•0 5.

Ringling Bros, und Barnim &amp; Bailey in New York.

+)

6.

Sommerlager in den Vereinigten Staaten.

7.

"So leicht" ... — nein, "so schwer wie Luft",
müßte es heißen!
+ + + + + + + + + + + + +

Juni 1950

1.

Der kleine Ralph und der Mammutbaum.

2,

Erziehung und internationale Verständigung.

+)

3.

Sommerlager des amerikanischen Quäkerhilfskomitees.

+)

4.

Ein Kindertheater auf Rädern.

5.

Im Kindertiergarten von New York.
Eintritt nur in Begleitung von Kindern.

6.)

Versuch's mal. Die tanzende Haarnadel.
+ + + + + + + + + + + + +

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- 26 -

�A M i: R I

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A

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E IN S I

Oktober 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATSRIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1 Juli 1950 - 30. September 1950

Leben i n den USA.
V/v sse^j s c h a f t ,
Politik*,
Literatur Kunst und Theater»
W -tschaft.
P rtrait der Woche,
Arb eit c
Medizin.
Presse. Rundfunk, Fernsehen,
Industrie &amp; Technik,
Amerikanische Staaten, Amerikanische Städte,
Gesundheitswesen.
Erziehungswesen.
Psy &gt;fc g!9,
Wohnungsbau0
Das neue Buoh
Juge::d In Amerika^
Kriminalistik
Sport,
Die öffentliche Meinung«
Vereinte Nationen.*,
Europäisches Wiederaufbauprogramm,,
Kommentare von John L. Morton,,
Zu Ihrer Information
24 )
25.)
26 )
27 )
28.)
29)
30 )

Ar4 ikel für die Frau,
Kurznaohriohten für die Frau,
Geistiges Leben,
Landwirtschaftliche Nachrichten,,
Jugend.
Die amerikanische WirtschaftGewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
Staaten,,
+ + + + + + +

+ + + •-;-

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15
16
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19

�1.)

LEBTEN I N DEN USA.

4/7/50

6/7/50
8/7/50
11/7/50
13/7/50
15/7/50

*
*

18/7/50
20/7/50
22/7/5C
25/7/50
27/7/50
29/7/50

*

T/as sagt der Rundfunkhörer? — Neuartige Meinungsforschung in den USA.
Auf den Spuren des Wilden Westens.
Was ist ein Yankee?
Die fremdsprachige Zeitung in den USA.
Das amerikanische Rote Kreuz.
Kalifornien, der goldene Staat des amerikanischen
Westens•
Amerika sucht Lösung des Altersproblems.
Die Entwicklung der Negerfrage im Süden der Vereinigten Staaten.
Die Handelskammer - das Planungszentrum der amerikanischen Stadt.
Der modernste Unterwassertunnel der Welt.
Die Himmelspolizei von New York.
Austauschprogramm führt deutsche Polizisten nach
Michigan.
+ + + + '+ + + + + + + + +

1/8/50
3/8/50
5/8/50
16/8/50
19/8/50

*
*
*

23/8/50
26/8/50
30/8/50

*

2/9/50
6/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50

*

Der Yosemite-Naturschutzpark.
Die Indianerschule in Chicale.
Höhlenbewohner in Alaska.
Das Handelsmuseum in Philadelphia weiß alles.
Die ersten vorläufigen Ergebnisse der amerikanischen
Volkszählung»
Mannsleut und Y/cibsmensch, Buwe und Maed. — "Pennsylfawnische Deitch" als Muttersprache.
Indianertreffen in New Mexico.
Ein Hund mit Bankkonto — "Cappy" - ein Stück New
Yorker Leben.
+ + + + + + + + + + + + +
1.) Der Tag der Arbeit in den Vereinigten Staaten.
2.) Präsident Truman an die Arbeiter der USA.
Sängerfest jenseits des Ozeans.
Aus der amerikanischen Mythologie — Riesen formten
das Antlitz Amerikas.
"Sprechende Bücher" für Blinde.
Zwei-Mann-Ingenieurbüro mit Rekordkontrakten.

L
Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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- 1 -

�LEBEN IN DEN USA.
23/9/50
27/9/50
30/9/50

*

Rotary International - "Nur wer wahrhaft dient, kann
Lohn erwarten".
"Phi Beta Kappa", die älteste und berühmteste amerikanische Vereinigung von Studenten und Akademikern.
Madison Square Garden.
+ + + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT.
1/7/50
4/7/5C

*

11/7/50
2C/7/50
25/7/50
27/7/50
1/8/50
9/8/50

Probleme der Raumschiffahrt vom Standpunkt des Arztes.
Wandlungen der Weltwirtschaft durch die chemische
Industrie.
Fluorverbindungen - neue Zaubermittel der Chemie.
Medizinische Möglichkeiten der Atomenergie.
Uransuche aus der Luft — Das Geigerzählrohr im
Flugzeug.
Malariabekämpfung in Sardinien.
+ + + + + + + + + + + + + +
Psychologische Tests mit Tauben.
Tausendjährige Wolkenkratzer*
+ + + + + +++ + + + + + +

6/9/50
13/9/50
27/9/50 *

Der Mars und seine Geheimnisse.
Was sagt die Wissenschaft über die Hypnose?
Aus dem Leben des Biologen, Forschungsreisenden und
Schriftstellers William Beebe.
+ + + + + + + + + + + + + +

3.) POLITIK.
1/7/50
11/7/50

Mr. McCloys erstes Jahr.
Errichtung eines v/issenschaftlichen Stabes im amerikanischen Außenministerium vorgeschlagen.
Die weiß-blaue Flagge der Vereinten Nationen.

22/7/50

+ ++ + + + + + + + + + + +

9/8/50
12/8/50

*

Durchschaute "Friedenspetition".
Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der
Hawaiischen Inselgruppe.
+ ++ + + + + + + + + + + +

30/9/50

*

Friedensnobelpreisträger Ralph Bunche.
+ + + + + + + + + + + + + +

�4.)

Literatur, Kunst, Musik und Theater.

1/7/50 *
6/7/50 *
15/7/50
18/7/50 *
25/7/50

*

Robert Prost - der 75jährige Dichter Neu-Englands.
Kulturleben ohne Sommerpause.
Amerikanische Studenten führen 'Parsifal' auf.
Bergmannslieder gehören zur Volksliedsammlung der
amerikanischen Kongreßbibliothek.
Amerikanische Maler stellen in Venedig aus.
+ + + + + + + + ++ + ++ +

3/8/50 *
9/8/50 *
23/8/50

2/9/50
20/9/50
23/9/50
30/9/50

*
*

Landgemeinde wird Kulturzentrum,
Amerikanisches Gespräch mit Gerhard Marcks.
Die Arena des Altertums - letzte Errungenschaft am
Broadway.
+ + ++ + + + + + + + + +
Robert Russell Bennett, eine der eigenwilligsten Gestalten des amerikanischen Musiklebens.
Brooklyn Library in New York verleiht Reproduktionen
der schönsten Bilder der Welt.
Die "Met" - Amerikas repräsentativstes Opernhaus.
Edward Hopper — Realistischer Romantiker.
+ ++ + + +++

+ + + + + +

5.) WIRTSCHAFT.
3/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50

*

Kohle, die zweimal arbeitet.
Ab 1. September v/ieder deutsches Generalkonsulat in
New York.
Freies Unternehmertum und soziale Sicherheit.
Berlin führt mit amerikanischen Hilfsgeldern sein
Notprogramm durch.
Nahrungsreserven aus dem Meer.
+ + + + + ++ + + ++ + + +

2/9/50
20/9/50

Der internationale Boden von New York. Schiffe bringen zollfreien Y/üstensand und Bombenschutt.
"Planktonsandwich" - die Nahrung der Zukunft?
+ + + + + + + + + + + + + +

- 3 -

�6.) PORTRAIT DER WOCHE.
8/7/50 +
15/7/50 +
20/7/50 +
22/7/50 +
16/8/50 +

6/9/50 +
16/9/50 +

Milton Katz, der neuernannte ECA-Sonderbotschafter
für Europa•
James Thomas Farrell, Schriftsteller und Essayist.
Charles M., Spoffcrd, der neuernannte Vertreter der
USA im Exekutivausschuß des Nordatlantikrates
Mit Schreibmaschine und Zeichenstift - Der unnachahmliche Ludwig Bemelmans.
+ + + + + ++ + + + + + +
Mro Shepard Stone, der neue Direktor des Amtes für
öffentliche Angelegenheiten bei der US-Hochkommission
für Deutschland*
+ ++ + + + + ++'+++ +
General Walton Harris Walker, Oberkommandierender der
UN-Landstreitkräfte in Korea»
Percy Aldrich Grainger, der markanteste Kopf auf
Amerikas Konzertpodium.
+ ++ + + + ++ + + + + +

7-) ARBEIT
13/7/50
22/7/50
27/7/50

Frauen im Staatsdienst der USA.
Zinsfreie Darlehen für amerikanische Elektroarbeiter.
Das US-Arbeitsministerium»
+ + + + + + + + + + + +•

5/8/50
19/8/50 +
16/3/50
27/9/50

Hohe Produktion sichert hohe Einkommen und gesteigerten
Lebensstandard der amerikanischen Arbeiterschaft.
Das Bankett für den Boss.
+ + + + + + ++'+ + + + + .
Sommer-Seminare für amerikanische Gewerkschaftler»
Streike, die beim Abendessen beigelegt werden.»
+ + ++ + ++ + + + + + +

8.) MEDIZIN.
8/7/50
15/7/50 +
18/7/50

Überragende Heilwirkungen bei Blinddarmentzündung durch
Aureomycin-,
Neue Wege bei der Behandlung der Kinderlähmung.
Alkoholische Trugschlüsse - Die Medizin widerlegt
die Ausreden der Gewohnheitstrinker»
+ + + + + + + + +_+ + + +

9 ) PRESSE, RUNDFUNK, FERNSEHEN.
4/7/50
6/7/50

Die. "Leichenhalle" - letzte Zuflucht des Redakteurs
Im Sendewagen durch Amerika. - Neue Sendefolge der
"Stimme Amerikas"»
+ + + + + + + + + + + + +
_ 4 „

�PRESSE, RUNDFUNK, FERNSEHEN.
1/8/50
16/9/50
23/9/50

Spezialsender für schwere Musiko
+ + + + + ++ + + + + + +
Tcscaninischüler über klassische Muaik und die
Televisiono
"TIME" über den Berliner Oberbürgermeister,, Professor
Drt, Ernst Reuter.
+ + + + + + + + + + + + +

10.) INDUSTRIE &amp; TECHNIK.
13/7/50
16/8/50
9/9/50

Elektrische Anlagen im neuen Sekretariatsgebäude der UN.
+ + + + + + + + + + + + +
Der Radioapparat am Handgelenk«
+ + +++ + + + + + + + +
Amerikanische Wissenschaftler untersuchen die Unfallgefährdung in modernen Personenkraftwageno
+ + + +' 4 4 + + + + + + +

11») AMERIKANISCHE STAATEN, AMERIKANISCHE STÄDTE.
20/7/50 +
12/8/50

Mains • der Staat der Kiefern»
+ + + +'++ + + + + + + +
Brooklyn - der Irrgarten auf Long Island
+ + ++ + + + + + + + + +

12.) GESUNDHEITSWESEN«
9/B/50
26/8/50 +

Der Gesundheitsstand der Negerbevölkerung in den
Vereinigten Staaten»
Keine Panik bei Kinderlähmung - Amerikanische Spezialisten geben praktische Ratschläge»
+ + + + + + + + + + + + +

13.) ERZIEHUNGSWESEN
13/7/50
22/7/50
6/9/5 Ö 4
9/9/50 +
13/9/50 +

Eine Universität für Taubstumme.
Die internationale Arbeitstagung für Sozialkunde in
HeidelbergJ
+ + + + + + + + + + + + +
Das internationale Studentenheim in Boston»
Psychologie der Farbe,
Columbia-Universität plant für die Zukunft *
'+ + + + + + + +«* + + + +

- 5 „

�14.) PSYCHOLOGIE,

30/8/50

9/9/50

Amerikanischer Psychologe mißt den menschlichen
Charakter.
+ + + + + + + + + + + + +
Der Geburtsschein trügt.
+ ++ + + + + + + + + + +

15.) WOHNUNGSBAU,
29/7/50 +

Aufschwung der amerikanischen Pertighauaindustrle.
+ + + + + + + + + + + + +

16.) DAS NEUE BUCH.
29/7/50

12/8/50

Heitere Betrachtung über
Your Age". Von Dr. Corey
.+ + + + + + + +
Ethos und Wissenschaft —
nischen Physikers Robert
H. Compton.
+ + + + + ++ +

das Altern. Aus "How to Gueaa
Pord.
+ + + + +
Ein Lebensbild des amerikaA. Millikan. - Von Dr. Arthur
+ + + + +

17.) JUGEND IN AMERIKA.
5/8/50 +

Jugendherbergen in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + .+ + +

18.) KRIMINALISTIK.
8/7/5 &gt; +

AI Valania - der Detektiv, der Verbrecher mit dem
Bleistift fängt.
+ ++ + + + + + + + + + +

18.) S.P0RT.
30/9/50 +

Ein Weltmeister iat abgetreten — Joe Louia eohfffte
es nicht.
+ + + +'+ + + + + + + + +

19.) DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG.
30/9/50

Überwiegende Mehrheit der Deutschen auf der Seite
des Westen».
+ + + + + + •++ + + + + +

20.) VEREINTE NATIONEN.
23/9/50

Der Rundfunknachrioh tendienst der Vereinten Nationen
sendet in 27 Sprachen.
+ + + + + + + + + + + + +

- 6-

�21.) EUROPÄISCHES WIEDERAUIBAJJJROORAÄ.
23/9/50 +

Schleswig-Holstein baut zehntausend Flüchtlingswohnungen mit Hilfe von ERP-Mitteln.
+ + + + + + + + ++ + + +

22.) KOMMENTARE VON JOHN I. MORTON.
1/7/50
6/7/50
13/7/50
15/7/50
18/7/50
22/7/50
25/7/50
29/7/50
1/8/50
5/8/50
9/8/50
12/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/5G
30/8/50

6/9/50
9/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50
23/9/50
27/9/50

Aktive Scliritte zur Friedenssicherung — USA handeln
im Rahmen der UN.
Frischer Wind in Washington.
Amerikanische Politik der Gegenwart - Die Vereinten
Nationen beweisen große Entschlossenheit.
"Sie lispeln 'Frieden', wenn sie lügen..."
Feldzug der Wahrheit wider die lüge.
Die Antwort auf falsche Friedensfühler.
Wir sind alle im gleichen Boot.
Die amerikanische Wirtschaft stellt sich um.
+ + + + + + + + + + + + +
Überflüssige Spekulationen.
Fünfte Kolonne unter der lupe.
Auf dem Wege zu einem geeinten Europa — Straßburg:
Symbol für eine künftige bessere Welt.
Aus Schwarz mach Weiß — Aber die Tatsachen über Korea
lassen sich nicht verdrehen.
Erinnerung an eine kurze Freundschaft.
Westdeutschland muß sich entscheiden.
Volkswahlen ohne Volk.
'Demokratie' an den Ufern der Donau.
Sie sind nicht vergessen — Die Kriegsgefangenenfrage
vor den Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + + + +
Eine Warnung an den Kreml — Gegen die Wahrheit ist
kein Kraut gewachsen.
Nicht Divisionen allein
Die einzige Sprache, die der Kreml versteht.
Sie irren, Herr General.
Politische Pathologie im Osten.
Es geht voran.
Neuer Ku: 3?
+ + + ++ + + + + + + + +

- 7 -

�23.) ZU IHRER INFORMATION.
1/7/50

11/7/50

22/7/50

1.) Voller Wortlaut der Erklärung Präsident Trumans
vom 27.6.I95Ö und der Resolution vom gleichen
Tage, die die USA dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen vorlegten.
2.) Voller Wortlaut der Rede des US-Außenministers
Dean Acheson, gehalten am 29.6.1950 vor der
"American Newspaper (Juild" in Washington.
1.) Voller Wortlaut der offiziellen Note der Regierung
der Vereinigten Staaten an die Sowjetunion über
den angeblichen Kartoffelkäferabwurf über Ostdeutschland (überreicht am 7.7.1950).
2.) Voller Wortlaut einer Erklärung des US-Außenministeriums zum Kartoffelkäferabwurf über Deutschland,
die der Presse am 6. Juli 1950 übermittelt wurde.
Wortlaut der Einführung zum Weißbuch der USA über
Korea (veröffentlicht am 20. Juli 1950).
+ + + + + + + + + + + + +

3/8/50
16/8/50
19/0/50

23/8/50

30/8/50

Wortlaut einer Rundfunkansprache des republikanischen
Beraters des US-Außenministers, John Foster Dulles,
gehalten am 31= Juli 1950 in San Francisco, California.
Die zehn großen Lügen Maliks. (Aus "New York Times"
vom 10. August 1950).
1») Das Problem der japanischen Kriegsgefangenen.
2.) Präsident Truman übermittelt dem US-Kongreß den
achten Quartalsbericht der ECA. (17. August 1950).
3») Liste der Gedenktage für September IS 3.
Zwei Jahre Republik Korea«
Die kommunistische Presse in Westdeutschland. Von F«
Grardner Cox, jr«
Io United Natior.j sollen das Kriegsgefangenen-Problem
erörtern«
ZI. Bundesrepublik Macht Fortschritte — Der zweite
Viertel Jahresbericht McClojs»
III. Präsident Truman über die Ziele der amerikanischen
Chim politik«
+ + + + +4-+ + + + + + T

2/9/50
6/9/50
9/9/50

13/9/50

Die Wahrheit über Moskaus Friedensfeidzug•
Präsident Truman: Keine Weltkriegsgefahr. (Wortlaut
der Rundfunkanspräche Präsident Trumans vom 1. September 1950).
Die öffentliche Meinung in Deutschland. VierJahresbericht der Abteilung für Erforschung der öffentlichen
Meinung bei der amerikanischen Hochkommission in
Deutschland.
Präsident Truman: Für die Verteidigung Opfer bringen...
(Voller Wortlaut der Eundfunkansrrache Präsident Trumans
vom 9« September 1950)

- 8 -

�ZU IHRER INFORMATION.
16/9/50

20/9/50

23/9/50

a) Wortlaut des Zwischenkommunique'a vom 14. September
1950 der drei Außenminister der Vereinigten Staaten,
Großbritanniens und Prankreichs.
b) Wortlaut eines offenen Briefes an die "New York
Times", in dem Irvin Shaw sein Priedensstück
"Begrabt die Toten" vom Spielplan zurückzieht.
Bevölkerung der US-Zone befürwortet deutsche Trappen
für westeuropäische Verteidigung. - Resultate einer
von der Abteilung für Meinungsforschung im Amt für
öffentliche Angelegenheiten, HICOG, durchgeführten
Befragung der Bevölkerung der US-Zone.
Kämpfer gegen die Unmenschlichkeit.
Die internationale Frauentagung in Bad Reichenhall
vom 25. - 30. September 1950. . .
+ + + + + + + + + + + + +

�24.) ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
4/7/50 + 1.)
+

Ellen McOloy. Die Gattin des amerikanischen Hochkommissars für Deutschland,,

2. Psychisches Trauma der Kindheit.

+ 3

Richtige Ernährung.

4. Der waschbare Wintermantel aus - Orion.
5. Deutsche Studentinnen schreiben aus den Vereinigten
11/7/50 4

1.

+

2.
3,
5c

18/7/50

lo

2.

5.
25/7/50 + 1.
2.
3.
4.
5,
1/8/50

lc

2.
3,
4,
5o

8/8/50 t

Staaten»
Die amerikanische Dichterin Emily Dickinson. Von
Co Hansen•
Das "einzige" Kind.
Küchen werden größer und wohnlicher.
"Vicara" - ein neuer Konkurrent für Schafwolle.
Kühlende Mischgetränke»
Frauen im Berufsleben.
Gloria Swansons "come-back".
"Mein Gott, wie du gewachsen bist".
Von der Dekoration zur Form.
Viele Ursachen können zu Kopfschmerzen führen.
Kinder von UN-Angestellten spielen miteinander und
kennen kein Veto.
Hauswirtschaftierinnen in Maryland sind am Weltgeschehen interessiert»
Ausblick auf die kommende Herbstmode in den USA.
Getreidekömer als Schuhmaß - Absonderliche Größeneinheiten.
Um die Gleichberechtigung des Mannes im Kinderzimmer«,
Ein amerikanischer Sommerkurs für Eltern und Kinder.
Der internationale Kampf gegen die spinale Kinderlähmung. Von Eleanor Roosevelt.
Betty Hutton - Von der Straßensängerin zum Star.
Amerika entwickelt den "echten" Fahrstuhl.
Waschmittel wollen richtig benutzt sein.

1. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
Der Angsttraum.
Amerikanische Studentin wird Star-Mannequin bei
Christian Dior»
4o) Warum Frühstück? Eine zu Unrecht vernachlässigte
Mahlzeit.
2o

- 10 -

�ARTIKEL F?R DIE FRAU,
5o) New Yorker Psychologe schlägt Ehetauglichkeitsgesetz vor»

8/8/50
16/8/50

•

23/8/50

•

1.) Die Aufgaben der Frau im Wechselspiel des modernen
Lebens.
2„) Hormone und Charakter. Amerikanische Psychologen
entwickeln den Mann-Frau-Test.
3. Die Frau im amerikanischen G-ewerkschaf tsleben.
Ein unmuseales Museum - Neue V/ege zur Kunsterziehung.
4,
5. Dunkelblau — vornehm, schick und praktisch.
1

:

2.
3.
4.
5,
30/8/50

1
• 2,
3
4
••

5

6,

Gwendolyn Brooks - Eine junge amerikanische Dichterin.
•Vorschriften und Privilegien für Jugendliche.
Das Traumhaus von Mr„ und Mrs„ Mathias in Jackson.
Hundert Jahre Panama-Hute„
Ein Wort für die ledige Frau.
Die USA nehmen sich heimat- und elternloser europäischer Kinder an,,
Ein amerikanischer Filmstar und seine Familie.
Von Joel McCrea»
Neuzeitliche Babywiege mit Klimaanlage und Sendest ation.
Antike Möbel mit modernem Zubehör.
Backfisch- und Schulmoden in den USA.
über den Umgang mit Schnittblumen.
r-r

r-r + + + + +

+ + + +
*

6/9/50 +

1
3.
4.
5.
6U
7.

13/9/50

3.

Lehrfach: Familienglücku
Kinder» Eltern und das Gesetz,,
Probleme gehören nicht ins Bett.
Chance für Drillinge: 1 zu 9 400.
Pfannen. Töpfe, Tiegel - und v/as man darüber wissen
mußu
Amerikanische Farmersfrauen auf der Kopenhagener
Konferenz„
Amerikanischer Frauenverband befürwortet UN-Aktion
in Korea..
Sozialarbeit in den Vereinigten Staaten.
Wie lebt eine Arbeiterin in New York?
Das US-Bundesamt für Frauenfragen.
Die Ursache des Bettnässens.
Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Toleranz» drei
bedeutsame Faktoren im Berufsleben»
- 11 -

�ARTIKEL F"E DIE FRAU.
13/9/50

6.
7.

Oberlin in USA unterstützt Gronenberg in Holstein.
Hollywoods größter Star - Dorothy Ford.

20/9/50

1.

Das 7/erk der Schriftstellerin Edna Ferber.
Ein Loblied auf die 'Separates*.
"Und vor allem, Zonrad, hör...."
Für und wider die sexuelle Aufklärung durch die
Schule.
Die amerikanische Frau im Berufsleben.
Pearl 3. Bucks "Haus des Willkommens" in Pennsylvanien.

+

2.

3.
4.
+

27/9/50

5.
6.

Die Gesellschaft für den Dienst an der Familie»
US-Bundesamt für Frauenfragen beschafft erforderliche Unterlagen für eventuelle kriegswirtschaftliche Maßnahmen.
3. Shirley Graham: Amerikanische Opernkomponistin und
Biographin.
4. Vorschau auf die New Yorker Hutmode der kommenden
Saison.
5. Wie gewöhnt man einem Kind häßliche Ausdrücke ab.

1.
2.

+
+

+ + + + + + + + + + + + +

25 ' KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
4/7/50

1,
2,
3,
4.

Hundert Jahre amerikanische Frauenschule für Medizin
Der Pappteller wird gesellschaftsfähig.
Fortschrittliches Amerika.
Churchills Tochter filmt in Hollywood.

11/7/50

1,
2.
3.
4.

Hauptberufsarten der Frauen in den Vereinigten Staaten.
Lampenschirm: waschbar und unzerbrechlich.
Fürs Badezimmer.
Die Weste stirbt aus.

18/7/50

1.
2.
3.

luftiger Regenschutz.
Einkochen in kürzerer Zeit mit Subtilin.
Ein neues Dämpftuch zum Entglänzen von Anzügen.

25/7/50

1.
2.
3.

Colleen Townsend filmt wieder.
Der Vitamin-C-Gehalt der Kartoffel.
Eine 67-jährige Negerin - Washingtons "Mutter des
Jahres.

- 12 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
1/8/50

1.
2.

Gebackene Bananen.,
Salatschale für heiße Sommertage*

2,
3.

Frau Wolle-Egenlof spricht über die Rechtsstellung
der amerikanischen Frau.
Das Fashion Institute of Technology in New York.
Automatische Orangenpressen.

8/8/50

16/8/50

Im
2U

3.
23/8/50

1.
2&gt;
3.
4.
5.

30/8/50

US-Pfadfinderführerin besucht Deutschland«
Gekocht in New York City - serviert in Dakar, Buenos
Aires und Lissabon.
Das Portrait auf dem Kopftuch•
Das weibliche Hilfskorps der amerikanischen Streitkräfte .
Vorboten der Herbstmode.,
6 140 Frauen aus 125 Ländern besuchten im Laufe des
letzten Jahres die USAElektrisch beheizte Teppiche.
Dr. John Ethel L Nixon, die erste farbige Ärztin
der John Hopkins-Universitätsklinik in Baltimore.

4.
5.

Amerikanische Jugendkonferenz mit starker Ausländsbeteiligung.
Gute Berufsaussichten für Soziaiarbeiterinnen in den
USA.
Amerikanische Farmer wollen auf ihre "Porch" nicht
verzichter. o
June Allyson - Filmstar No. 1.
Jane Wyman wird Stewardeas.

20/9/50

1.
2.
3,
4.

Amerikanische Jugendheime vorbildlich für Deutschland.
New Yorks Frauen gegen kommunistische Lügenpropaganda.
Was heißt "Denier"?
Ernährung und Knochenbau.,

27/9/50

1,
2,
3.
4

Kupferhaltige Nahrung verhindert graue Haare.
Fenicillinhaltiges Zahnpulver gegen Zahnkaries.
Kleiderkäufe - nicht planmäßig.
Wenn der Schuh drückte
+ +''+ + +.+ + + + + + + +

2.
3-

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln

kann der "AMERIKA DIENST«

kostenlos Bildmaterial liefern.

- 13 -

�26.'GEISTIGES LEBEN.
Juli 1950/1

Kongreß für kulturelle Freiheit (Berlin)
1.) Manifest der Freiheit des Geistes.
2.) Die Fragestellung des Kongresses.
3.) Scheidung der Geister.
4.) Wesen und Weg der Freiheit.
+ + + + + + + + + + + + +

Juli 1950/11

1.) Die UNESCO und ihre Ziele.
2.) Die UNESCO und die Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/1

*)

1.) Edtsrard Munch - schwere Kost für Amerika.
2.) Theater auf Schallplatten.
3.) Werkstatt der Toleranz.
4.) Internationale Arbeitsgemeinschaft für
Studentenverwaltung und Studentenselbsthilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/11

*)

1.) Das Glück als Aufgabe der Wissenschaft.

*)

2.) Sonntagsmalerei und Psychoanalyse.
3.) Die verzwickteste aller Fragen:
"Wer sind Sie?"

*)

4.) "Zu wenig Wissensdurst"
Einstein klagt über die jüngeren Kollegen.
5.) Atomphysiker als Archäologen.
+ + + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

Internationale Arbeitstagung für Sozialkunde
in Heidelberg.
1.) Die Forderung der Gegenwart an die
Schule: Soziale Erziehung.
2») Humanismus und soziale Erziehung.
Von Dr. James M. Read.
3.) Über die Gemeinschaft.
Von Dr. Theodor Bäuerle.
- 14 -

�GEISTIGES LEBEN.
4«) über einige Prägen der Schulreform.
Von Jean Barbas.

September 1950/1
September 1950/11

*) 1.) Moderne deutsche Kunst in New York
und Venedig.
2.) Zukunftsmusik - im wahrsten Sinne
des Wortes.
3.) Der Krieg beginnt im Klassenzimmer.
4.) Sprache, die jeder versteht, und Orakel.
5.) Soziologie in den Vereinigten Staaten.
Von Kurt H. Wolff, Professor an der
Staateuniversität Columbus, Ohio.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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J7.) LANDWIRTSCHAPT1ICHE NACHRICHTEN..
Juli 1950

*)

1«) Die Reiserzeugung der Welt steigt.

*)

2.) Bullenauswahl schon bei Jährlingen.
3«) Getreideernte zur richtigen Zeit.
4.) Patente für Mais und Rosen.
5.) Konserven - besser und haltbarer.
6.) Kampf den Fliegen.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950

*)

1.) Ausreichende Ernährung für die ganze
Welt - das Ziel der PAO.

*)

2.) Landwirtschaftswochen in den
Vereinigten Staaten.
3.) Wundersamen für Amerikas Gärten.
4.) Mehr Obst durch Hormone.
5.) Landwirtschaftliche Abfallprodukte
in der Kunststoffindustrie.
6.) Rosenhecken als Erosionsschütz und
Weidezaun.
- 15 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Juli 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Mietenanlage ohne Erdbewegung«
2.) Jedem Landbezirk sein eigenes
Laboratorium für Bodenanalysen.
3.) Mehr Rauhfutter für Schafe,

August 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Spezialflugzeug für die
Landwirtschaft.
2.) Sollen Mastschweine einen
Auslauf haben?
3.)

Geschorene Schafe nehmen nicht
rascher zu.

+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

280 JUGEND._
Juli 1950

1.) Die Geschichte vom ersten Specht.
2.) Forscher kämpfen im Dschungel für Edisonj
erste elektrische Lampe.
3.) Den Beard, der Pfadfinder.
4.) Football - rauh aber herzlich.
5.) Wildwecthelden helfen im Haushalt«
6.) Zv/ei Blechbüchsen und eine lange Schnur.,
und ferti£ ist dar. Haustelephon.
7.) Zehn Cent und fünfzig Dollar.
8.) Deutsche Jucendla^er fördern internationale Verständigung.
+ + + + + +

August 1950/1

+ + + + + + + +

1.) Wxe Kana Sonne, Mond und Sterne wiederbrachte. Eine Hawaiische Volkssage.
2.) Von der Urwaldtroninel zum Telephon.
3.) Wir fahren zurück nach Caleton.....
Eine Stadt lädt Kinder als Feriengäste
ein.
4.) Mit Federschmuck und Tomahawk. "Vaterund-Sohn"-Bewegung in den USA.

�JUGEND.
August 1950/1

*

5. Der Marschallstab im Zeitungsbeutel.
6.

August 1950/11

Zahlreiche Berühmtheiten Amerikas waren
einmal Zeitungsjunge.
Versuch*s mal! Eine Nadel steht auf dem
Kopf.

1.

Vom Zug, der nicht auf den Schienen
bleiben wollte.
2. "Voll beglichen".
3. Eine Schule auf Rädern.
4. Ein paar neue Spiele im Freien.
5. Wir bauen uns ein echtes Indianerzelt.
6. Versuch's mal! Die Chemie des Feuers.
+ + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

«
*

1.
2.
3.
4.
5.

6.
+ + + +

Boots und die Brandeisen.
Alfred Haenle, der deutsche SeifenkistlDerby-Champion, erlebt die USA.
Geliebte Puppe. Die alten Puppen sind
doch immer die liebsten.
Neuzeitliche Methoden zur Rettung aus
Seenot*
Präsident Truman empfängt Mädchen aus
allen Teilen der USA.
Versuch's mal! Assimilierende Pflanzen.
+ + + + + + + + + +

Der historische Prozeß gegen den amerikanischen Journalisten John Peter Zenger.
2, Korea - Land der Morgenstille.
3, Das Haus der sieben Säulen. Von Daniel
L. Marsh, Präsident der Universität Boston.
*
4») Die Geschichte des Madison Square-Jugendclubs.
+ + + + + + + + + + + + + +

September 1950/11 *

Zu den mit •) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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- 17-

�29.) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
Juli

Juli

1950/1

Aufgaben der Gesellschaft zur Förderung des
deutsch-amerikanischen Handels m.b.H.

1.)
+ } 2.)

Die Entwicklung der amerikanischen Wirtsohaft
seit 1850.

•) 3.)

"Florists* Association" versendet Blumen
in die ganze Welt.

1950/11

4.)

Nachwuchsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil I)

1.)

Die wirtschaftspolitisohen Absiohten
Präsident Trumans.

2.)

ECA garantiert Konvertierbarkeit von W-Erlösen amerikanischer Spielfilme.

3.)

Synthetischer Gummi wieder stark gefragt*

4.)

Der radioaktive Golfball.

5.)

Nachwuohsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil II)

6.)

Mehr als sechstausend Grundstücke seit
Januar 1948 in der US-Zone freigegeben.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/1

DER WIRTSCHAFTLICHE HALBJAHRESBERICHT
PRÄSIDENT TRUMANS FÜR DAS ERS-TE HALBJAHR 1950

August 1950/11 1.)

Die Bilanz von Chicago.
Westdeutsche Aussteller erhielten Aufträge
für-4 Millionen Dollar.

.2.)

ERP-Hilfe ermöglicht Wiederherstellung des
Berliner Fernsprechnetzes und Aufbau der
Telephonindustrie.
10 000 amerikanische Kreditvereine.

4.)

Public Relation Ein Sprachrohr der amerikanischen Wirtsohaft»

5»)

Sit Sozialleistungen der USA»

6.)

Entkohlen von Verbrennungsmotoren.
+ + + + + + + + + + + + +

- 18 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
September 1950/1

1.)

ERP - Gegenwertlcredite für die Berliner
Industrie*

2.)

Die Lage auf dem amerikanischen Baumarkt.

•) 5.)

September 1950/11

Aus der Werkstatt der Dollarfabrikanten.

4.)

Neue amerikanische Textilmaschinen.

5.)

ECA verbilligt ölliöferungen aus dem
nahen Osten.

6.)

LohnanreizSysteme in USA.

1.)

Neue Anforderungen an die amerikanische
Wirtschaft.
Produktionssteigerung - Steuererhöhung Inflationsbekämpfung.
Hamburger Ölindustrie baut mit ERP-Krediten.

+ ) 2.)
3.)

Papier aus Hühnerfedern.
USA entwickeln neue Ausgangsstoffe
für die Papierherstellung.

4.)

Lohnanreizsystem in USA.
Teil I
Arten des Lohnanreizes

+ + + + + + + + + + + + +
30.) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
DIE "DRITTE KRAFT« IN DER WELT

Juli 1950/1

Juli 1950/11

1.)

Der stellvertretende US-Arbeitsminister,
John Gibson, zur internationalen Aufgabe
der freien Gewerkschaften.

2.)

AFL und CIO für Steigerung der amerikanischen Importe.

1.)

AFL-Präsident Green zum Korea-Konflikt.

2.)

US-Gewerkschaften fordern garantiertes
Jahreseinkommen.

3.)

ECA-Beamter fordert europäische Gewerkschaften zur Mitarbeit am Marshallplan
auf.

- 19 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAAT1N.
Juli 1950/II

4«)

Gewerkschaftsmarken schützen die Interessen der Arbeiterschaft und der Konsumenten,,

August 1950/II

1.)

Pur Freiheit und Demokratie in Korea«.

+)2.)

Kampf dem Unfall«
Sicherheitsmaßnahmen in amerikanischen
Betriebene

3.)

Statistik erleichtert KollektiYrerhandlungen.

4.)

Eine Gewerkschaft filmt ihre Geschichte.

September 1950/1 1«)

Unbedingte Loyalität des amerikanischen
Arbeiterso

2.)

Die Beilegung ron Lohnstreitigkeiten in
der amerikanischen Atomindustrie«,

3»)

US-Arbeitsminister fordert Erfassung aller
Arbeitskräfteo

40

Zur Lage in Korea 0
Von Victor Go Reuther&lt;&gt;

5.)

Weibliche Arbeitskräfte in USA wieder
gefragte

September 1950/11 1.)

Der neue Reuther-Plan zur Verteidigung der
Demokratiee

2.)

Vorschläge der Gewerkschaften zur Steigerung
der Produktiritäto

3.)

Höchste Unfallrate bei Mittelbetriesen&lt;&gt;

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Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
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- 20 -

"AMERIKA DIENST«

�Januar 1951
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACKRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Oktober 1950 - 30. Dezember 1950

Seite
1.) Allgemeines

1

2.) Kommentare von John L. Morton

4

3.) Jugend

5

4.) Artikel für die Frau

6

5.) Geistiges Leben

8

6.) Wirtschaft und Arbeit

8

*

* * * *

�4/10/50

7/10/50

11/10/50

1*4/10/50

18/10/50

21/10/50
*
*

25/10/50

28/10/50

Die "Neunundneunziger" - Der Klub der
amerikanischen Fliegerinnen.
Die Rockefeller-Stiftung
Versuch eines Weißbuchs zur Kartoffelkäferschuldfrage
Boys Town, Erziehungsstätte für Jungen
Luftbrücke Kalifornien~Japan
Transportflugzeuge versorgen die
UN-Streitkräfte,
i
Die Bibliothekarin der New Yorker Botanischen Gärten-"weiß alles".
Die Mayo-Klinik,
Die magischen Fäden des Pentagon
Deutsche Kunstausstellung in Milwaukee,
Greenwich Village - Das amerikanische
Schwabing.,
Ausblick au,f die bevorstehenden Kongreßwahlen in den Vereinigten Staaten
Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung der
Welt - eines der Hauptziele des Kreml
Der Tag der 'Vereinten Nationen in den USA.
-Das Tor zum Frieden
Berlin wird die Heimat der "Friedensglocke",
Friedensfahne und Siegesbanner Die blauweiße Flagge der UN
Zusammenstellung der wichtigsten Daten der UN
Theo Lingen auf Amerika-Tourneeo •'
Harvard - die älteste Universität Amerikas,
Mit ERP-Mitteln bauen Gablonzer Flüchtlinge
bei Kaufbeuren im Allgäu eine Industriestadt
auf, . .
Neuanlage unterirdischer Parkplätze,
Täglich J60 000 Menschen mehr auf der Welt,
Der Davis-Staudamm in Arizona. - Der vierte
Großdamm am Colorado
Alaska - ein neuer Staat der USA?
Taubheit - keine Arbeitsbehinderung,
Ernie Pyle - das Leben eines Frontberichterstatters* * * # #

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterial,

_ 1 i.

�1/11/50

4/11/50

8/11/50

11/11/50

15/11/50

18/11/50

22/11/50

25/11/50

Idlewild - der größte Plughafen der Welto
"Atomkalender" für die Archäologen» Neue Methode zur Bestimmung frühgeschichtlicher Daten»
Edna St» Vincent Millay. - Zum Tode einer
großen Dichterinu
Zum Tode AI Jolsons, des berühmten amerikanischen Jazzsängerao
Wie der gute Lehrer sein soll*, - Ergebnis
einer Umfrage bei Schulkindern,,
Ist Kritik im Kriege angebracht? Taos, die älteste und größte Indianersiedlung
Amerikaso
Kapitalismus und Sozialismus in USA» - Ein
Interview mit Norman Thomas, dem Führer der
Sozialistischen Partei in den Vereinigten
Staaten»
Die wirtschaftliche Seite des Fernsehproblems.
Germantown - die erste deutsche Siedlung in •
Amerikao
Der fliegende Güterwagen - Ein neues amerikanisches Lastenflugzeugo
Bayern und Schleswig-Holstein bauen mit
ERP-Mitteln Wohnungen für Heimatvertriebene„
Florida - Land der.ewigen Jugend»
Zeit- und Arbeitsersparnis durch neue Registrierautomaten»
Rudolf Bing» - Ein Leben für die Oper»
Die Coloradotal-Verwaltung - Eine Gemeinschaft saktion amerikanischer Farmer und
Behörden.
Die fünf Programmpunkte der Ford-Stiftung»
Nekrolog auf einen revolutionären Traum»
Thanksgiving-Day 1950» - Wortlaut der Erklärung des Präsidenten zum 23- November 1950.
Fernsehen im Dienst der Erziehung»
Fritz Henle, ein bekannter amerikanischer
Photograph»
Das "Färsen-Projekt1' hilft Flüchtlingsbauern»
"Winter" - Betrachtungen über das Leben in der
Natur während der Wintermonate.
"General Omar N» Bradley"» - Werdegang des
bersten Soldaten Amerikas"»
Tragen des Films in USA und Deutschland".
Interview mit Upton Sinclair..

_ 2 -

�Oscar, der berühmte Maltre d'hfttel des
Waldorf-Astoria»
Marcel Breuer und die amerikanische Baukunst«
* # * * #

2/12/50

6/12/50

9/12/50

Weihnachtsnummer 1950

16/12/50

*

Das deutsche Marshallplanministerium0
Die Arbeiterhochschule in Wisconsin«,
Bernard M. Baruch - Urbild der amerikanischen
Vitalitäto
Neue Heimat im Emslandmoor^
Ein Arbeiter der Ölindustrie berichtet
vom Aufbau seines Betriebes•
Problematische Paradiese,
"Paradiesvogel", ein märchenhafter Farbfilm
und ein ernsthafter Versuch, die Geschichte
der Polynesier darzustellen*
Hemingway am Ende?
Zum Tag der Ivlenschenrechte
am 10» Dezember«
Das Kind, das immer Kind bleibtu
Auszug aus dem Buch "The Child that never grew
von Pearl S« Bück«,
Die Brücke zwischen der Alten und der Neuen
Welt o
Die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents von Asien aus durch die Funde in Nordalaska bewiesen»
Stolz und Reichtum unter einsamem Stern«
In Texas sind Kühe mit fünf Beinen häufiger
anzutreffen als Minderwertigkeitskomplexe«
St. Nikolaus und Santa Claus.
Märchenstadt am Weißgesicht-Berg«
Zwei Deutsche führten den Brauch, Weihnachten
mit einem Lichterbaum zu begehen, in Amerika
ein«.
Die Feuerwehr als Helfer des Weihnachtsmanns«
Weihnachten auf einer amerikanischen Farm«
Der amerikanische Weihnachtsmann kommt in
diesem Jahr mit Hoohfrequenztechnik«
Peters1* mexikanische Weihnacht«
Die vergessenen Schwänze«
Weihnachten im hohlen Baum«
Harvard - Erbe des Weimarer Bauhauses.
Das Hotel im Dschungel
Trompeten gegen die Mauern des Kremlt
Gedanken zum Buch "The Choice" von Boris Shub.

�20/12/50

*

23/12/50

30/12/50
*
*

1950 - Rückblick auf ein bewegtes Jahr0Dreihundertfünfundsechzig Tage ERP-Kredite„
Gedanken über 1951°
Wichtige Ereignisse des Jahres 1950
Die bedeutendsten amerikanischen Persönlichkeiten des Jahres 1950o
Alt werden oder altern?
Elektronische Rechenanlagen lösen die kompliziertesten Aufgaben im Handumdrehen*
Der "Unerfreulichsten" einer,
William Paulkner, Nobel-Literaturpreisträger
des Jahres.
Besitzverhältnisse in der amerikanischen
Landwirt schaf10
Die erste Fernseh-Kleinkamera der Welto
Ein Zeuge der Zeit - John Richard Hersey.
•

* * * *

2 „KOMMENT ABE .Y.2L.£225JL-¥25£0.?L
4/10/50
7/10/50
11/10/50
14/10/50
21/10/50
25/10/50
28/10/50

_

Entschlossenheit zum Frieden
Steigerung des Geburtensolls.
Blut, Schweiß und Steuern,,
Die Vereinten Nationen ergreifen die Offensive
Probleme des Siegesd
Stapellauf des Schlachtschiffs "Frieden"u
In Prag nichts Neues*
* * * * *

1/11/50
4/11/50
8/11/50

11/11/50
15/11/50

Die Streitfragen des Wahlkampfes in USA*
Puerto Rico - Insel ohne Ruhe.
Klarheit oaer Verwirrung?
Zur Bundestagsdebatte über den deutschen
VerteidigungsbeitragL
Kurs unveränderte - Zu den Parlamentswahlen
in den USA
Zur Frage der chinesischen Intervention in

Korea«
18/11/50
22/11/50
25/11/50
29/11/50

Der Gray-Bericht• - Ein neuer Baustein
für die freie Welto •
Wirtschaftshilfe für Tito, i
"Landtägswahlen - von außen betrachtet"*
Wieviel ist genug?
* * * * *

- 4

r

�KOMMENTARE

VON JOHN Li MORTON.

2/12/50
6/12/50
9/12/50
16/12/50
23/12/50
30/12/50

Ruhige Entschlossenheit, Die USA und die KoreaKrise«,
Auf Europa kommt es an.
3erliner Wahlen in amerikanischer Schau.
Zur Brüsseler Konferenz»
Kein Preis ist zu hoch.
Es gibt kein Gibraltar,
* * # * *

• ^„JUGEND^
Oktober 1950/1

Der blau-rote Schal.
•^Goldsucher und Abenteurer im "Todestal" in
Kalifornien»
Das Geschenk der Indianer - Geschichte und
Bedeutung der Maispflanze in den USA.
Versuch's mal - Vitamin C, ein wichtiger
Paktor in unserer Ernährung.
Oktober 1950/lI*Der Y/eg in die Y/ildnis. Die Geschichte von
Daniel Boone, dem Urbild des Lederstrumpf.
*Die Vereinten Nationen und die Jugend.
*Das Rjesenauge auf dem Mount Palomar.
Gold aus der Retorte.
# # # • #

November 1950/1 Die mißglückte Champignon-Zucht.
*Hiawatha, der große Sohn der Ojibways.
*Das Museum für Wissenschaft und Technik in
Chikago»
Praxis ist besser als Theorie•
Jungen spielen "Politik".
November 1950/lIEs geschah in Oklahoma.
Wie Paul Bunyan den "pfeifenden Pluß" bestrafte.
"Bitte eine Fahrkarte zum Mond". Möglichkeiten
und Unmöglichkeiten der Y/eltraumschiff ahrt.
Alle arbeiten mit, Keine Kluft zwischen Gemein*schaft und Schule•
* * * * * *

- 5-

�4:._M?I^OklL?I5_l!MH:
H/lO/50

Die Frau in den Vereinten Nationen,
Eicheln, Schnecken und andere Delikatessen.
Wenn Kinder nicht teilen wollen,
Dickwerden - durchaus vermeidbar
18/10/50
65-jährige deutsche Auswanderertochter verwirklicht ihren Traum,
Spätes Gehenlernen bei Kindern kein Zeichen
für geistige Unterentwicklung,
Nachtblauer Persianer und honiggelber Nerz,
Prauenemanzipation - einmal anders gesehen.
25/10/50
Jean Arthur und "Peter Pari".
*
Berufsberatung für Prauen in den USA,.
Wenn ein Kind andere schlägt•
Hygiene des Alltags - Schönheitsmassage mit
dem Frottiertuch;
1/11/50
Acht Prauen regieren eine Stadt,
Edelsteine in der Retorte - Synthetische
Steine,
*
Patricia Neway - eine Sänger-Schauspielerin.
Eleganz in rauschender Seide,
8/11/50.
*
Abkehr vom Klischee - Jane Wyman und Olivia
de Havilland,
*
Olive Goldman - amerikanische Delegierte in
der Kommission für F^auenrecht der UN,
Angst bei KindernP
Bitte schreiben Sie! Besseres Gedächtnis
durch Entlastung,
15/11/50
*
Der deutsche Export und die '«lerikanische
Frau,
*
Patricia Travers - die junge amerikanische
Geigerin,
Von der Mitbürgerschaft der Frau,
Der kindliche 2erstärungstrieb,
22/11/50
*
Anna M. Rosenberg - die Frau im Pentagon,
Der Aufstieg der Frau im amerikanischen
Journalismuso
Der Westen erobert die USA. Jung Amerika
trägt das Cowboykostüm,
Metallimprägnierung - Neue Wege in der
Textilindustrie,
• /
Zu den. mit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterialo

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
29/ll/5o

6/12/50

*
*

*
13/12/50

20/12/50

*
*

Eine Amerikanerin über die europäischen Frauen,
Die amerikanischen Frauenmagazine.
Das Fünkchen Grausamkeit in uns. Sadistische
Tendenzen im Alltagsleben«
Hode und Frisuren in den USA.
Willa Cather zum Gedenken am 7. Dezember.
Lesestoff für die ganze Familie.
Die New Yorker Internationale Frauenausstellung«
Beliebte Rezepte aus den USA.
Clara Barton veranlaßte die USA zum Beitritt
in die Genfer Konvention»
Ein Weihnachtsfest in Minnesota 1890.
Bilder- und Geschiehtenbücher für den Gabentisch der amerikanischen Kinder.
Seelenleben vor der Geburt.
Geschenkpakete für deutsche Kinder»
Martha Graham, eine der bekanntesten und eigenwilligsten amerikanischen Tänzerinnen.
Middletown, der Kernpunkt des- amerikanischen
Lebens..
Werbung für und mit Frauen.
Die Geschichte der Frinzessin Pocahontas
und ihrer Reise nach Europa.
Mädchennamen, sind der Mode stärker unterworfen als männliche Taufnamen.
*

*

*

•

#

*

•

�£

GEISTIGES LEBEN.

Oktober 1950

Ausblick auf die kommende Spielzeit der
der Metropolitan-Oper.
Carmen Jones. Ein Kapital amerikanischer
Theatergeschichte.
Internationaler Studentenaustausch für 1950/51.
Neue Pläne des internationalen Seminars für
Amerikakunde in Salzburg.
Pritz Reiner dirigiert NBC-Symphonie-Orchester.
# * # * *

Kinderstube und Weltpolitik.
Die Schreibmaschine nach Maß.
Hollywood macht Ernst. Wendung von der Flimmerkiste zum Problemfilm.
Das Problem der deutschen Mentalität Gegenstand wesentlicher Neuerscheinungen auf
dem amerikanischen Büchermarkt.
Dezember 1950/11 *Grundzüge des neuen Bauens.
* George Grosz - ein sozialer Seismograph
kam zur Ruhe.
Winterkurse auf Leopoldskron.

Dezember 1950/1

• * * *

•

6. WIRTSCHAFT UND ARBEIT.
7/10/50

14/10/50

21/10/50

Neues Leben auf deutschen Werften.
Y/illiam C. Foster - der neue MarshallplanAdministrator.
Überprüfung der Sehfähigkeit bei amerikanischen Arbeitern.
Lohnanreizsysteme in USA (Teil II).
US-Gewerkschaftsvertreter über deutsche
Arbeitspröbleme.
Neuer US-Zolltarif für Westdeutschland.
Westdeutsche Kühlmittelfabrikanten besuchen
USA.
Lohnanre;'.zsysteme in USA (Teil III).
Einkommensveriägerung in USA.
US-Senator fordert Kaufkraftgarantie für
Staatsanleihen
Westdeutsche Bankfachleute besuchen USA.
Der automatische Schaffner.
Vollautomatische Verkehrskontrolle.

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT.
28/10/50

ERP-Kredite für das westdeutsche
Hotelgewerbe«
Kostensenkung durch vorsorgende Wartung.
Markenartikel in USA stark gefragt.
Die Arraour-Stiftung in Chicago.
* * * * *

4/11/50

Heimatvertriebene als IndustriepioniereMarshallplanhilfe für Existenzaufbau.
Der ältere Arbeiter - ein Gewinn für den
Betrieb»

11/11/50

18/11/50

25/11/50

.•

Amerikanische Sender erfassen ihr Publikum.
US-Außenhandelsrat fordert Beseitigung
der internationalen Handelsschranken.
Probleme der Werkskantinen in USA.
Lichtbogenschweißen leicht gemacht.
Was ist eine Verkaufskanone?
Zunehmender US-Touristenverkehr nach Europa,
Marshallplangelder für die Steigerung der
deutschen Erdölproduktion.
Leistungslohn ist billiger.
Ein amerikanischer Betrieb beglückwünscht
"seine" Gewerkschaft«
Engere Zusammenarbeit zwischen USA und
Westeuropa.' Richtlinien Gordon Grays für
Portsetzung der amerikanischen Auslandshilfe.
US-Industrie für Kapazitätsausweitung durch
erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten.
Farben machen sich'bezahlt«
Keine umfassende lewirtechaftung in USA'
geplant.
* * # • #

2/12/50

9/12/50

Weitere .Kontrollen in USA.
Export nach USA .stark gefragt»
ECA-Zentralbüro vermittelt Lizenzverträge
zwischen USA und Europa.
Steigende Einfuhr - sinkende Ausfuhr US-Außenhandel vor neuen Problemen.
Wirkt die Inflationsbremse? Weitere Restriktionen in USA«
Neue fettlose Seifen in USA«
Sorgenkind Speisewagen«

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/12/50

23/12/50

30/12/50

Deutsche Spielv/aren auf amerikanischen
Gabentischen.
Gadgets sind nicht patentfähig.
Wichtige Entscheidung des Obersten US-Bundesgerichts in Patentsachen.
US-Waggonbau entwickelt neuen Güterwagentyp.
Einfuhr von Warenmustern nach USA erleichtert.
US-V/irtschaft im Zeichen des "nationalen
Notstandes" .
Die Papierlücke schließt sich - Augsburger
Papierfabrik baut mit ERP-Lüttein.
US-Exportkontrollen weiter verschärft.
Schwarze Listen und Sperrung der rotchinesischen Guthaben.
CIO protestiert gegen gewerkschaftsfeindlichen
Auftrag der Sowjetbotschaft in Washington.
Der Prämienplan einer amerikanischen Speditionsfirma.
USA entwickeln neues Einfrierverfahren für
die Hochseefischerei.
Namensschilder, steigern das Selbstbewußtsein.
Der neue GATT-Kodex für Außenhandelsbeziehungen.

- 10 -

�A M E R I K A

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S T

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACKRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1951 - 31. März 1951

Seite
1

1. ALLGEMEINES
2. KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

3. SCNDERBEILAGEN

6

4.

7

JUGEND

5. ARTIKEL PUR DIE FRAU
6.

9

GEISTIGES LEBEN

12

7. WIRTSCHAFT UND ARBEIT

13

* * * * *

�1) ALLGEMEINES
6A/51

*

10/1/51

*
13A/51

Colon, die Stadt der Zauberer
1950 - Jenseits der Politik
"Astronomische Marksteine" des vergangenen Jahres
Das Gewerkschaftsprogramm der HarvardUniversität

*
*
*

Baltimore - Stadt der Gegensätze
Der Chor der Mormonenbrüder in Salt Lake City
In Memoriam Sinclair Lewis

*

Kinderschallplatten - ein ideales Erziehungsmittel
Sechs-Tage-V/undermittel gegen Malaria
Religiöse Filme in den USA

17/1/51

20A/51
*

24/1/51
*

27/1/51

Der Mann, der den Blitz erfand
Ein Breslauer Student wird einer der "bedeutendsten Forscher der Elektrotechnik in den
USA
Journalistenausbildung in.den USA
Amerikanische Radiofreunde lernen die
Orchester Europas kennen.

*

Gold im Schornstein
Die Bodenerosion hat für die Farmer des Mittelwestens ihren Schrecken verloren
Die Arbeit des Kongresses für Kulturelle Freiheit
New York als Wallfahrtsort - für romantische
Brautpaare
Gemüse aus em Laboratorium
Die öffentliche Meinung in Sowjetrußland

Das New Yorker Hunter-College entwickelt neue
Lehrmethoden für geistig überdurchschnittlich
begabte Kinder '
Mißbrauch vor. ERP-GHittm wird duroh ständige
Kontrolle •- i ndert
*
Eric A. Johnstons Wog vom Zeltungsjungen zum
Leiter des US-Amtes für Wirtsohaftsstabilisierung
# „ t * #
Zu den mi t * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
- 1 31/1/51

*

Vor dem Höhepunkt der außenpolitischen
Senatsdebatte
Audubon, Columbus der amerikanischen Vogelwelt
Brigadier-General Lemuel Matheweon zum stellvertretenden US-Kommandanten für Berlin ernannt

�ALLGEMEINES
3/2/51

Las Gebiet hinter dem Eisernen Vorhang ist
kein massiver Block
Arbeiterbewegung in Europa und Amerika
Lammbauten in den USA

7/2/51

Ler Mann,der Amerika einte
Im Februar feiert Amerika die Geburtstage
von George Washington und Abraham Lincoln
Thomas Alva Edison
Nord-Lakota, das Land der Prairien
14. Februar, St. Valentins-Tag in USA
Rias-Berlin - Symbol der Wahrheit

10/2/51

Neues Projekt der OEEG zur internationalen
Auswertung der Windkraft zur Erzeugung elektrischer Energie
Eine Stadt bekämpft den Krebs
Das wohnliche amerikanische Landhaus

14/2/51

Für Freiheit und Unabhängigkeit
$19. Geburtstag George Washingtons
Arbeitnehmer mit Unternehmergeist
Der Mensch, die billigste Ware in der UdSSR
Dieses Fazit zieht William A» Wood aus einer
dreizehnjährigen Erfahrung als Ingenieur in
der JdSSR
Das Marine-Studio in Florida
Eine Luzernefarm
I'ilmarbeit im brennenden Dschungel

17/2/51
*

21/2/51

*

28/2/51

Charles E» Bohlen - der beste amerikanische
Kenner des Kreml
ERP erstellt' neue Werkzeugfabrik in Westdeutschland
Sehneemessungen im Hochgebirge
Rudolph Valentino - der Magier des Stummfilms
Warum unterstützen die amerikanischen Gewerkschaften das freie Unternehmertum?
Von Norman Thomas, aktiver Vertreter der amerikanischen Sozialisten und sechsmaliger Kandidat für die amerikanische Präsidentschaft
Abkehr vom photochemischen Verfahren bei
Bild aufnähme n
Der amerikanische Eisbrecher "Nordwind" hält
die Seewege um Alaska offen
* * * * * *

- 2 -

�ALLGEMEINES
Mit Baskenmütze und Hörapparat durch Amerika
Berlins regierender Bürgermeister in USA
Amerika ändert seine Verfassung
Der 22. Zusatzartikel der amerikanischen
Verfassung erlangte im Februar Gesetzeskraft
Fernseh-Plagen und Fernseh-Pläne

3/3/51

Zephyr mit 150 km
Die landschaftlichen Schönheiten und allen
Komfort Amerikas bietet der "Kalifornische
Zephyr" den Reisenden zwischen New York und
San Francisco
Amerika beklagt in dem kürzlich verstorbenen
deutschen Dirigenten Walter Damrosch einen
seiner verdientesten Erzieher zur großen
Musik
Ist Amerika imperialistisch?
Von dem amerikanischen Sozialistenführer
Norman Thomas, der für ein Wirtschaftssystem
eintritt, das er als demokratischen Kapitalismus bezeichnet
Weltpostverein - ein internationales Vorbild.
Die industriellen Forschungsinstitute in den
USA
"Leben in Freiheit"
Ein Preisausschreiben für westdeutsche
Jugendliche

7/3/51

10/3/51

Der Festtag der 'grünen Insel
Am 17. März feiern die Iren in aller Welt
ihren Sc.hutzpatron, den Heiligen Patrick
Zur Verteidigung der westlichen Kultur
Von US-Senator Paul'H. Douglas
Deutsches Penicillin durch ERP-Hilfe (Farbwerke Höchst)

14/3/51

Die sonderbaren Heiligen im Lehigh Valley
Struthers Burt schreibt über das kürzlich
unter dem Tite.l "The Pennsylvania Dutch"
erschienene Buch von Professor Klees
Die Sonne wird wärmer
Atomkraft im Dienste der Medizin
Osterfest in Bethlehem
Die Brüdergemeine
in Bethlehem feiert
das Osterfest nicht anders als ihre Vorfahren,
die vor zweihundert Jahren in Pennsylvania
landeten
Los Angeles, die Stadt der Engel

17/3/51

*

- 3 -

�ALLGEMEINES
17/3/51

Der Fall des Genossen Tulajew
In einem Roman erzählt Victor Serge, wie von
der Sowjetregierung angeklagte Trotzkisten auf
Grund der unentrinnbaren Denkschemata, denen
sie sich einmal freiwillig unterworfen haben,
notwendigerweise £u einem Bekenntnis der eigenen "Schuld" kommen müssen

21/3/51

Das "Amerika-Buch" für die Jugend
Ein Jugendbuch, das in deutsch-amerikanischer
Gemeinschaftsarbeit entstand und ein Geschenk
der amerikanischen an die deutsche Jugend darstellt
Aureomycin - die stärkste Waffe gegen Infektionskrankheiten
Amerikanischer Rundfunk in der Klemme
Das Fernsehen In Amerika kann nur aus den
Überschüssen des Rundfunks finanziert werden
Elektronen mit Dolmetscherexamen
Die Elektronen-Übersetzungsmaschine der Zukunft wird den Übersetzern einen großen Teil
der mechanischen Übersetzungsarbeit abnehmen
Traktat über die Vergänglichkeit
In unserer schnellebigen - Zeit müssen die
Lexikographen mit der Behendigkeit und den
Methoden der Tagespresse arbeiten
Industrieausstellung auf Rädern
Über 200 deutsche Industriebetriebe stellen
ihre Erzeugnisse im "Marshallplan-Zug" aus
Der Wettergott muß seine Konzession abtreten
Amerikanische "Regentechniker" produzieren
und verkaufen Niederschlagsmengen
Die wichtigsten Aufgaben der US-Hochkommission
in Deutschland
Von Arthur Krock, Chef des Washingtoner Büros
der "New York Times"
Frühlingstanz im Pueblo
Die "Everglades", ein Tierparadies von großer
Schönheit
Die Verteidigung des Westens
Die dauernde Bereitstellung von 20 bis 40
hochqualifizierten Divisionen zur Verteidigung Westeuropas schlägt der bekannte britische Militärschriftsteller Liddell Hart vor

24/3/51

.*

28/3/51

*

31/3/51

Sauerbraten, Bockbier und hohe Kunst
Lüchows Restaurant in New York
Edward Steichen - d e r Meisterfotograf Amerikas
Provokation und Entscheidung
Eine ausgezeichnete Diskussionsbasis ist das
kürzlich in New York erschienene Buch "Challenge and Decision", in dem ein bekannter amerikanischer Journalist die Problematik des Kalten
Krieges und die Möglichkeiten eines Ausweges
darlegt
# * * * #
- 4 -

�2) KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON
6A/51
13A/51
17/1/51
20A/51
24A/51
27A/51
31/1/51

"Altbekannte Tatsachen"?
Washington und d i e s o w j e t i s c h e Note
Trotz allem E i n i g k e i t
Astronomische Zahlen
"IKE"
Stärke gegen Stärke
Josef Plade: "Ich liebe die Freiheit mehr als
mein Leben"
Grenze des Verrats
* * * * *

3/2/51
7/2/51
10/2/51
14/2/51
17/2/51
21/2/51
24/2/51
28/2/51

Gerechtigkeit
Die Vorschläge Eisenhowers
"Die Freiheit-Legion"
Ermutigende Anzeichen
Einig trotz aller Debatten
Stalins "Friedens-Fühler
Viererbesprechungen und Aufrüstung
Deutschland kann nicht ohne den Westen auskommen
* * * * *

3/3/51
7/3/51
10/3/51
14/3/51
17/3/51
21/3/51
24/3/51
28/3/51
31/3/51

Am Ende der Debatte
Pariser Außenministerkonferenz und Besatzungsstatut
Auf dem V/eg zur europäischen Einheit
Der "Krieg der Enttäuschten^
In Paris: Vielleicht - in Berlin: Njet
Entmilitarisierung - ein neuer sowjetischer
Bluff
Neutralität bedeutet Selbstmord
Quo vadis? - Der Weg der "deutschen Titoisten"
Pan-Amerika - ein antikommunistischer Block

�3)_S0NDERBEILAGM_
10/1/51

24/1/51

Die Parole lautet nicht: "Der Krieg ist unvermeidlich"
Von Anne O'Hare McCormick (New York Times)
Voller Wortlaut der Botschaft Präsident Trumans
über die Lage der Nation (vom 8. Januar 1951)
McCloy: Nicht "gegen Windmühlen kämpfen"!
•Voller Wortlaut eines Briefwechsels zwischen dem
amerikanischen Hochkommissar für Deutschland,
John J. McCloy, und Herbert G. Roske, einem
21jährigen Deutschen, der am 29. Dezember 1950
in einem Schreiben die westlichen Alliierten der
Diskriminierung Deutschlands beschuldigte
General Eisenhower: Vergangenes ist vergangen.
Voller Wortlaut einer Erklärung, die der Oberkommandierende der Atlantischen Streitkräfte,
General Dwight D. Eisenhower, am 19. Januar 1951
nach seiner Ankunft auf dem Rhein-Main-Plughafen
vor Pressevertretern abgab
* * * * *

3/2/51
14/2/51
24/2/51
28/2/51

Endgültige Entscheidung über Landsberg
Der 5. Quartalsbericht des US-Hochkommissars
für Deutschland
Das Berufungsverfahren der in Landsberg zum Tode
Verurteilten
Drew Middleton zu den Auswirkungen des LandsbergProtests
* * * * *

3/3/51
7/3/51
10/3/51

14/3/51

17/3/51

31/3/51

General Clay befürwortet Verstärkung des amerikanischen Truppenkontingents in Europa
Vor der Entscheidung
Zu den Debatten um die Entsendung amerikanischer
'Truppen nach Europa
Der Geist Carl Schurz' und das Deutschland von
heute
Ansprache vor. der Carl-Schurz-Gesellschaft»Bremen,
am 5. März 1951, von Benjamin J. Buttenwieser,
Stellvertretender US-Hochkommissar für Deutschland
Artikelreihe des amerikanischen politischen Kommentators Carl C. Hilton, in der er sich mit den
aktuellsten Problemen der Gegenwart auseinandersetzt
Schreiben der Alliierten Hochkommission an Bundeskanzler Adenauer über die Besatzungskosten für
das Finanzjahr 1951/52
Der Schumanplan - Europas Chance
* * * * *

�4) JUGEND
Wickey und der Cowboy
Die Geschichte von Brandgesicht
. . . Und plötzlich stand ein Bär vor
ihnen!
Marionettentheater für die Kinder New Yorks

Januar 1951/1

Januar 1951/1I

*

Wie der Esel zu den Menschen kam
Eine mexikanische Volkssage
Steinerne Geschichtsbücher
Pelsinschriften in Texas, Arizona, Neu Mexiko
und Kalifornien künden von der Geschichte der
Ureinwohner Amerikas
Christoph Columbus
An der "Whiteface"-Kurve erbleicht jeder
Passagier
Mit dem Bobschlitten im 100-km-Tempo über
die eisigen Abhänge des Mount Van Hoevenberg
*

Februar 1951/1

Nara, das "Truthahnmädchen"
Im Zeichen der silbernen Lilie
Jeden Tag ein gutes Werk zu tun ist die
Pflicht jedes Pfadfinders
Sterntalerregen aus dem Himmel Amerika
Schulkinder malen und zeichnen ihre Eindrücke vom Marshallplan
Sie wiss3n,was sie wollen
Die Höheren Schulen in Atlanta geben ihren
Schülern Gelegenheit, sich durch Halbtagsbeschäftigung in -ihren künftigen Beruf einzuarbeiten
*

März 1951/1

* * * *

*

Picaro und das Zebra
Im Lande der Totem-Pfähle
Riesige geschnitzte Totem-Pfähle versinnbildlichen Geschichte und Sage der Indianer
Alaskas
"Hoppe, Hoppe Reiter . . .
Auch Sechsjährige können schon sattelfest
sein und auf Reittournieren Preise erringen
Versuch's mal
Ein einfacher Versuch mit einem Papierstreifen gibt Aufschluß über die Kräfte, die ein
Plugzeug tragen

- 7 -

�JUGEND
März 1951/11

, "Morgenröte besucht den großen Geist
Eine indianische Volkssage
Heuschrecken - Freunde oder Feinde des
Menschen
*
Ein Kinderparadies zwischen Wolkenkratzern
New Yorker Polizei als Helfer und Freund
der gefährdeten Jugend
VERSUCH'S MAL!
Das Ei in der Flasche
Ein einfaches Experiment mit einer Milchflasche und einem Hühnerei liefert einen
eindrucksvollen Nachweis des vorhandenen
Luftdruckes
* # * * *

�5l_ARTIKEL_PÜR_DIE_PRAU_

3A/51

Margaret Chase Smith, der Senator aus Maine
Die amerikanische Journalistin
Der Mensch über Vierzig braucht Ruhe und
Entspannung
Bilderbuch der Köchin
Ein neues amerikanische Kochbuch

lOA/51

Frauen, gestern und heute
Eine kleine Typologie der Frau
Schwiegermütter - geliebt und gefürchtet
Moderne Lampen, zweckmäßig und schön
Fensterschließer und Windelwechsler

17A/51

Susan B. Anthony
Ein Leben für die Rechte der Frau
Die Rolle der Behandlung durch Suggestion
in der modernen Praxis
Einige Winke für die Pflege unserer Zimmerpflanzen
Sprechen Sie deutsch?

24A/51

Vom Küchenmädchen zum Bühnenstar
Ethel Waters ist die Verkörperung aller
"Neger-Mammie-s"
Frauen übernehmen leitende Stellungen in
amerikanischen Konzernen
Mensch - ärgere dich!
Wer sich nicht ärgern kann, ist seelisch ebenso gefährdet, wie der, der bei jeder Gelegenheit in Wut gerät
Kleine Tips für die Pflege des ersten Kindes

31A/51

Frauen im Berufsleben
Die zehntausend Schritte der Hausfrau
Fußbeschwerden - ein Übel der Zivilisation
unter der Lupe amerikanischer Wissenschaftler
Die kunstseidene Mode
Amerikas Textilmarkt zeigt Shantung-Leinen,
Taft, Gabardine, Tweed, Pikee, Jersey,Chiffon
und Pel'ze - aus Rayon
Frauen diesseits und jenseits des Ozeans
Mrs. Ellen McCloy, die Gattin des US-Hochkommissars, sprach am Mittwoch, dem 24. Januar
1951»* in der Aula .der Frankfurter Universität
vor der ersten gemeinsamen Konferenz der Frauenvereinigungen der Bundesrepublik
* # * * *

- 9-

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
7/2/51

Man lebt nicht mehr "auf dem Mond"
Frauen auf den einsamen Farmen des amerikanischen Mrttelwestens
Gernhaben ist nicht genug
Widerstreben des Kindes gegen eine Stiefmutter
Wenn amerikanische Kostümzeichner Rat brauchen
Die neuentdeckte Weiblichkeit
Das neue Make-up in Weiß und Rosa paßt sich
den zartesten Pastelltönen der kommenden Frühjahrsmode an

14/2/51

Der gesunde Menschenverstand
Die modernste Regel der Kindererziehung i^t
die, daß es keine Regeln gibt
Eine Frau kämpft gegen Konventionen
Vor mehr als zwei Generationen ging Clara
Swain als erste Missionsärztin nach Indien
Pasteurisiere zu Hause!

21/2/51

Austauschprogramm für ausländische Studenten Eine*Werkstatt des Friedens
Nylon, der V*u-ischtraum jeder Frau
Und wohin geht Vati?
Die Kenntnis dessen, was der Vater im Berufe
tut, ist für das Kind ein wesentlicher erzieherischer 'Faktor
SchwangerSchaftsgefährdungen
Speisezettel chemisch betrachtet

28/2/51

Es war ein langer Weg
Von Eleanor Roosevelt
Hollywood auf der Suche nach einer neuen Garbo
Die Augen unseres Kindes
Vetternwirtschaft in der sowjetischen Filmindustrie
* * * # *

7/3/51

Textilgeheimnisse aus den USA
Die moderne Kleidung wird immer leichter und
wärmer im Winter und immer leichter und kühler im Sommer
Gestern wurde ich geschieden - Probleme, die
eine Scheidung mit sich bringt
Die Musterfarm in Ambler
Eine berühmte landwirtschaftliche Schule in
den USA
Mumps oder Gehirnentzündung
Ein neuer Mumps-Test ermöglicht eine zuverlässige Diagnose
-10-

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
7/3/51
14/3/51

*

Das internationale Institut zur Bekämpfung von
K ind e rkr ankhe i t e n
Die "Smith-Girls"
Das Smith College in Northampton
Eür gesetzliche Gleichberechtigung
Das doppelte W
Die neue Modesilhouette
Wenn ein Kind operiert werden muß . . .
"LEO", der Schnitzelkönig von New York
Wiener Küche und Wiener Melange begeistern
New Yorks Feinschmecker

21/3/51

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Vom Ursprung und Nutzen des Staubes
Freundschaftsbande über die Grenzen hinweg
*

28/3/51

Kühl aber nicht frostig
New Yorker Innenarchitekten sagen eine Wandlung
des amerikanischen Geschmacks zu einer gewissen
•gemütlichen Sachlichkeit' in der Wohnraumgestaltung voraus
Vielseitige Würstchen.Einfache amerikanische
Rezepte mit Frankfurter Würstchen
Appell an Stalin
Amerikanische Abgeordnete versucht Stalin von
den Friedensbestrebungen der USA zu überzeugen

*

Ein schöpferisches Handwerk
Auf der Suche nach ewiger Jugend
Ausstellung "neues Haushaltgerät in USA" in
Stuttgart

*

Das deutsche Waisenhaus in Washington
# * * * *

- 11 -

�6) GEISTIGES LEBEN
Januar 1951/1

Malerei der Völker
* Deutsche Amerikafahrer im 17. und 18. -Jahrhundert
* Kreisler, mit den Augen des Freundes gesehen
"TOHUWABOHU"
V/ie die Erde wurde

Januar 1951/11

* Kann ein Mythos abdanken?
Robert M. Hutchins, bisheriger Rektor der
Universität Chicago, legte sein Amt nieder,
um eine leitende Stellung in .der "Ford-Stiftung"
zu übernehmen
Dichter und Bauer in Georgia
Byron Herbert Reece aus Georgia baut 70 Morgen
Kartoffeln, Bohnen und Getreide und macht Gedichte
* "Sonnenfinsternis" am Broadway
Bühnenfassung des aufsehenerregenden Romans
"Sonnenfinsternis" von Arthur Koestler uraufgeführt
Nicht Toleranz sondern Brüderlichkeit
"World Brotherhood" und ihre deutsche Sektion,
der"Koordinierungsrat der Christen und Juden
in Deutschland"
*

* * * * »

Februar 1951/1

Albert Einstein: Aus meiner Jugend
Amerika von Schiller bis Bert Brecht
Deutsche Amerikagedichte
Unaufhörliche Gegenwart
Zu Kart Weills zweitem Todestag
Neue Elemente und alte Götter
l'3 Quizfragen für klassisch gebildete Chemiker

Februar 1951/II

Bücher für alle
Die "Hartgesottenen" schockieren nicht mehr
Hemingways und seiner Epigonen Verdienst war
es, den amerikanischen Bürger aus sozialer und
politischer Indifferenz aufgestört zu haben.
Der heutige Leser aber will nicht mehr nur
schockiert, sondern auch über psychologische
Zusammenhänge unterrichtet werden
* Das Gespräch - Bronzeplastik des deutschen
Bildhauers Knud Christian Knudsen
Propaganda bei Lichte betrachtet
Methoden der kommerziellen und politischen
Propaganda
* * * * * *

- 12 -

�GEISTIGES LEBEN
März 1951/1

*

*
*

März 1951/11

Pioniere des modernen Wohnbaus
Die beiden amerikanischen Architekten Greene
und Greene
Aus dem New Yorker Musikleben
Zeitlose Plastik
Der amerikanische Bildhauer Donal Hord
Er war der Lehrer des Mahatma - HenryDavid Thoreau
Eduard Hanslick
Der große Widersacher Wagners in Wien
Neuausgabe der Schriften des großen Wiener
Musikkritikers- Eduard Hanslick in einem New
Yorker Verlag
Befreiung von der Angst
Zu Arthur Koestlers neuem Buch
Horace Greeley, Amerikas größter Zeitungsmann
Seher der kommenden Krise •
Herman Melville und Nathaniel Hawthorne
* * * * *

7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
6/1/51

Um die Kontrolle von Preisen und Löhnen
Schwere Aufgaben für die Stabilisierungsbehörden
in USA
Steigende Neuinvestitionen in USA
US-Industrie hat Betriebskapital seit 1939
verdreifacht
Marktforschung als Mittel zur Kostensenkung
"Standard Oil" reduzieren Vertriebskosten
durch verstärkte Marktbeobachtung

13/1/51

Arbeiterparadies im Scheinwerferlicht
ILO will an Untersuchungen über Zwangsarbeit
in der Sowjetunion teilnehmen
Aus schwarz-weiß wird bunt
Farbphotographie vor dem Wendepunkt
Mit anderen Augen gesehen
US-V/irtschaftsinstitut berichtet üher Aufgaben
und Zweck der "public-relations"
Baumwolle stark gefragt
Weltbaumwollverbrauch erreicht neuen Höchststand
Weitere Erschwerungen bei US-Exporten
US-Handelsministerium gibt neue Exportbestimmungen bekannt
Bisher 76 Prozent der jährlichen US-Baumwollexportquote freigegeben
- 13 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
20/1/51

Milliarden für die Freiheit
Das neue amerikanische Verteidigungsbudget
Verteidigungswirtschaft in USA
Die wirtschaftspolitischen Ziele und Forderungen
Präsident Trumans

27/1/51

Der Maishallplan im Zeichen der europäischen
Wiederbewaffnung
Von Miltjn Katz - ECA-Sonderbotschafter für
Europa
Der Kongreß spitzt den Bleistift
Washington sucht neue Steuerquellen
Technische Hilfe für Europa
ECA-Austausch von Fachleuten und Erfahrungen
soll Industrieproduktion weiter steigern
* * * * *

3/2/51

"Eiskeller" oder "Kühlschrank"?
löhne und Preise in USA sind eingefroren worden
Wenig Interesse am Kapitalexport nach Deutschland
US-Wirtschaft äußert Bedenken gegen Mitbestimmung und Lastenausgleich
Der Wettergott kann nicht mehr launisch sein
Künstlicher Schnee für Amerikas Wintersportler
US-Bruttosozialprodukt seit 1929 um 75$
gestiegen

10/2/51

Keine "Ladenhüter" für ERP-Lieferungen
ECA und ERP-Ministerium überwachen Verwendung
der Marshallplangüter
Steigende Sozialleistungen der US-Industrie
Über 5 Millionen Arbeiter werden von privaten
Pensionsplänen erfaßt
Lebhafte Einzelhandelsumsätze in USA
Keine Verknappungen bei Verbrauchsgütern zu
erwarten
Koordinierung der Verteidigungsproduktion
US-Wirtschaftshilfe für Europa soll gegebenen
Verhältnissen angepaßt werden
UN untersuchen Probleme wirtschaftlich rückständiger Gebiete

17/2/51

Steuerschraube statt Notenpresse
Die 10-Milliarden-Dollar Steuervorlage
Präsident Trumans
Vom Umgang mit Vertretern
In Hartford in USA heißt man jeden persönlich
willkommen
- 14 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/2/51

Umstrittener Lohn- und Preisstop in den USA
Vorläufiger Schutzwall gegen inflationistische
Tendenzen in der amerikanischen Wirtschaft

24/2/51

Ein Warenhaus für Rohstoffe
USA lagern strategisch wichtige Materialien
Zunehmende Kreditgewährung der Weltbank
Anleihevolumen überschreitet 1-MilliardenDollar-Grenze
Wofür gibt der Durchschnittsamerikaner
sein Geld aus?
US-Bundesamt für Arbeitsstatistik will
Verbraucherindex revidieren
Weniger Gesellschaftsneugründungen in den USA
Freies Wochenende wichtiger als 8-Stunden-Tag
* *

3/3/51

* * *

Für die Sicherung des Friedens
Die wirtschaftlichen Aspekte der amerikanischen
Verteidigungsbemühungen
Wallstreet bleibt aktiv
Weiter lebhafte Umsätze an der amerikanischen
Wertpapierbörse
Deutsche Werkzeugmaschinen gehen in die Welt
Mitteldeutsche Exportindustrie wird mit Gegenwertmitteln in Westdeutschland wiederaufgebaut
Berufsförderung für Körperbehinderte

10/3/51

Deutsche Landwirtschaftsmaschinen wieder auf
dem Weltmarkt
Die größte Traktorenfabrik Europas ist mit
ERP-Krediten aufgebaut worden
Lebensversicherungen in USA stark gefragt
Neugeschäft 1950 um 24,5% höher als im
Vorjahre
Rentabilitätssteigerung mit Hilfe der Gewerkschaften
Hochschulstipendien für begabte Arbeiterkinder
in USA •
Lebhaftes Kaufinteresse auf New Yorker Fachausstellungen
Einschränkung des Metallverbrauchs führt zu
Vorbehalten der Verkäufer

17/3/51

Herr Smith und seine Steuererklärung
Auch die Amerikaner haben ein Finanzamt
Schlichtere Warenverpackung in USA
Packmittelindustrie sieht sich nach Austauschstoffen um
- 15 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/3/51

24/3/51 .

Die elektrischen Verkehrspolizisten New Yorks
Neue Verkehrsampelschaltung beschleunigt
Straßenverkehr
Produktivität und Leistungssteigerung in USA
Amerikanische Arbeiter antworten auf eine
Umfrage
*

Ein Rad dreht sich - hundert drehen sich mit
ERP-Hilfe für einzelne Industrieunternehmen
führt zum wirtschaftlichen Aufstieg einer
ganzen Stadt
Cowboyanzüge am meisten gefragt
New Yorker Spielwarenausstellung brachte
lebhafte Umsätze bei leicht erhöhten Preisen
Pensionen und höhere Löhne
Die Erfolge der US-Gewerkschaften im Jahre
1950
US-Stahlindustrie plant umfangreiche Neuinvestitionen
Produktionskapazität soll auf 120 Millionen
Jahrestonnen'erhöht werden

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 16 -

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INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1951 - 30. Juni 1951

Seite
1.)

ALLGEMEINES

1

2.)

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

3.)

SCHAUBILDER

6

4.)

SONDERBEILAGEN

6

5.)

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

7

6.)

JUGEND

9

7.)

GEISTIGES LEBEN

10

8.)

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

* * * * *

,

�JL1 ^ALLGEME INES_
4/4/51

7/4/51

11/4/51

14/4/51

18/4/51

21/4/51

*

Tiefkühlung, ein Millionengeschäft
(Schnellgefrierverfahren)
Wer ist der bessere Fahrer:
Mann oder Frau?
Monsignore Fulton J. Sheen - ein
unwiderstehlicher Christ
Amerikas erfolgreichster katholischer Seelsorger
Das Geheimnis der Sardinen
Plötzlicher starker Rückgang der Sardinenfänge im Pazifik
Salzdome und Salzgärten
Kochsalzförderung in den Vereinigten
Staaten
Die große Tat unseres Jahrhunderts
Verwirklichung der Menschenrechte
"Macht der Furcht ein Ende..."
Rede des Senators Henry Cabot.Lodge jr.
v.'-:r der UN-Vollversammlung
"ZIM"'y das neueste Sowjetrussische
Automodell
Neue Wohnungen in Gminderdorf
An der Schwelle zur nationalen Unabhängigkeit
Die bevorstehende Gewährung der Autonomie
für Puerto Rico
Die Teppiche der Navajos
Ölrausch in Texas
Generalleutnant Matthew Bunker Ridgway
Wasserskilauf^ der jüngste Volkssport
in den USA
Neuer Vorstoß der Medizin im Kampf gegen
die Spinale Kinderlähmung
Kapitalismus - ein für die USA überholter
Begriff
Die neue polnische Armee - ein Werkzeug
des Kreml
Elektronenmikroskop erschließt eine neue
Welt
Merkwürdigkeiten bei der Herstellung von
Stahl

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 1 -

�ALLGEMEINES
25/4/51

Gewerkschaften schaffen internationale Einheit
York, Pennsylvania - eine vorbildliche Stadt
Räder rollen für den . . . Frieden. Gemeinsamer deutsch-französischer Güterwagenpark

28/4/51

Tatarennachrichten über die USA (Buchbesprechung)
Ein Rembrandt für acht Tage. "Die "LeJhbilderei"
von Harbor Beach
Washington im Frühling

2/5/51

Ein Refugium für erlauchte Geister. Das Institute for Advanced Study in Princeton, New
Jersey
Der Somraerschnitt. Kein Verstümmeln von
Sträuchern
Südliche Sonne in Büchsen. Neuartiges Konservierungsverfahren

5/5/51

Arbeite, spiele und werde gesund - mit Musik
Rundfunkstationen in Alaska
Die Tito-Stalin Kontroverse. Hamilton E.
Armstrongs letztes Werk: "Tito and Goliath"

9/5/51

Das Volkskundemuseum von Neu-Mexiko in Santa Fe
Kongreßarbeit ist lebensgefährlich
Leserbriefe auf Bestellung in der UdSSR

12/5/51

Franziskanermissionen an der kalifornischen
Küste
"Quo vadis" - der Film der Superlative
Bilder aus den Tiefen des Meeres

16/5/51

Funksprechverkehr als Arbeitshilfe in der
Industrie
Das Weiße Haus wird "verkauft"
Erfolg macht wachsam. Verbesserung der menschlichen Beziehungen und materiellen Lebensbedingungen

19/5/51

*
*

Die wohltemperierte Narkose
Neue Wohnbaumethoden in den USA
Was mich in Europa verrückt macht. Ein amerikanischer Gelehrter kritisiert das europäische
Akademikertum

- 2 -

�ALIGEMSINES
23/5/51

Auf dem Wege zu einer neuen Eiszeit? Wetterprognose für den Rest des Jahrhunderts
Amerikanisches Institut für Welthandel in
Arizona
Fischerei im Nordatlantik
ein wichtiger
Beitrag zur Welternährung

26/5/51

Akademische Ehrung für US Hochkommissar John
Jo McCloy, Präsident
Heusss, Bundeskanzler
Adenauer und die Rektoren der Berliner Freien
Universität und der Universität Bonn durch
die Universität Maryland
Der Sonderwagen des amerikanischen Präsidenten
Streifzug durch New Yorks "Chinatown"
Die Briefe Präsident Roosevelts

30/5/51

Der moderne Mensch schon 75 000 Jahre alt
Die Wurzeln des Totalitarismus
Ein Leben für den Fortschritt Charles F-,
Kettering, der vitalste und einfallsreichste
Erfinder Amerikas

Charaktertraining in amerikanischen Jugendlagem
Franz Daniel Pastorius. Gründer und Bürgermeister der ersten deutschen Siedlung in den USA
"Die Front ist überall". Die KP in den USA

2/6/51

6/6/51

*
*

9/6/51

In Memoriam Serge Koussevitzky
Brücken in die Vergangenheit. Überdachte Holzbrücken in den USA
Der erste totale Sieg über die Malaria
Die Flötensammlung der Kongreßbibliothek
Neues Serum gegen Tollwut
Automatische Sicherungen gegen menschliche
Unzulänglichkeit bei US Eisenbahnen
Hotelführung als Universitätsfach

13/6/51

Der Grand Canyon - Amerikas größtes Naturwunder
Was verdient der Durchschnittsamerikaner?
Ein praktischer Träumer, Der amerikanische
Sozialistenführer Norman Thomas erörtert die
Schwächen und Möglichkeiten des Sozialismus

16/6/51

Tierparadies hinter Wolkenkratzern- Der
"Bronx-Zoo" in New York

�ALLGEMEINES,
16/6/51

Die Thrombose verliert ihre Schrecken
"Mir bitte Tintenfisch mit Reis und Seetang".
Truppenverpflegung in Korea

20/6/51

Die Lehren von Korea machen kollektive Friedensaktion notwendig. Warren Austin zum ersten Jahrestag der roten Aggression in Korea
Die Flucht ins Grüne und ihre Folgen. Stetig
wachsende Vororte sind für Millionenstädte der
USA gewaltiges Verkehrs- und Verwaltungsproblem
Warum Rußland den Koreanern nur unzureichende
Waffenunterstützung gewährt
Verpflanzung lebender Zähne

23/6/51

"Imperium" Texas
Zwei Musiker fangen den Regenbogen. Verwendbarkeit des Farbfilms verdankt die Welt zwei
amerikanischen Musikern
Führer und Köpfe. Bemerkungen amerikanischer
Wissenschaftler über die Psychologie des Erfolges

27/6/51

Das papierene Gedächtnis Amerikas. Die Kongreßbibliothek in Washington
Mitbestimmungsrecht - auf amerikanische Weise
Die Fesselung der Kunst in der UdSSR. Sine
Buchbesprechung von Brooks Atkinson, "New
York Times"

30/6/51

Das Recht auf Leben, Freiheit und Glück. Aus
dem Text der Unabhängigkeitserklärung vom
4. Juli 1776
An alle, die die Freiheit lieben. Botschaft
des amerikanischen Präsidenten Harry S.Truman
175 Jahre der Freiheit. Von Ralph J. Bunche
Der amerikanische Unabhängigkeitstag und
Europa. Der 4. Juli 1776 und seine Wirkungen
auf unsere Zeit
Warum ich in Amerika lebe. Brief des bekannten Journalisten und Schriftstellers Joseph
Y/echsberg an einen kommunistischen Jugendfreund
* * * * *

- 4 -

�22_KOM^NTARE_VON_JOHN_L_1_MgRTgN_
4/4/51
7/4/51
11/4/51
14/4/51
18/4/51
21/4/51
25/4/51
28/4/51

Im Dienste des Weltfriedens
Vor dem Zusammenbruch der Obstruktionspolitik
Eine große Verantwortung
Eine notwendige Konsequenz
Ein kühner Versuch
Richtige Bewertung der Ereignisse
Gedanken zum 1. Mai
Deutschland am Scheidev/ege
* * * * *

2/5/51
5/5/51
9/5/51
12/5/51
16/5/51
19/5/51
23/5/51
26/5/51
30/5/51

Europa blickt auf Bonn
Der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus
Deutschlands Stunde der Entscheidung
Europa muß wachsam sein
Gleiche Rechte - gleiche Pflichten
Sicherheit im Mittelmeer
Um das "Schwarze Gold" Persiens
Der Freiheit einen Dienst erwiesen
Freiheit ~ ein Gerücht
* * * * *

2/6/51
6/6/51
9/6/51
13/6/51
16/6/51
20/6/51
23/6/51
27/6/51
30/6/51

Ein lohnendes Angebot
Der Groll wächst
Der Wille zur Verteidigung
Ein anschauliches Beispiel
Für die Freiheit Europas
Noch ist es Zeit
Annehmbare Bedingungen
Friedensvorschlag oder Propagandatrick?
Ein Tag des Gedenkens und der Verpflichtung
* * * * *

- 5 -

�•Zl-SCHAUBILDER.
4/4/51
14/4/51
21/4/51
25/4/51

Die ölförderung im Nahen Osten
Der Rote Stern sinkt
Stahlerzeugung
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
* * * * *

2/5/51
12/5/51
16/5/51
23/5/51

Verluste im Koreakonflikt
Deutsche Konsulate in den USA
Wieviele Menschen leben auf unserer Erde?
30 000 Ausländer studieren in den USA
* * * * *

2/6/51
6/6/51
13/6/51
23/6/51

Dollars reisen nach Europa
Die Autoproduktion der Welt im Jahre 1950
Deutschlands Handel mit den USA
Die OEEC und ihre vielseitigen Aufgaben

12_S0NDERBEILAGEN_
4/4/51
11/4/51

14/4/51
18/4/51
21/4/51

28/4/51

Präsident Truman und Außenminister Dean
Acheson zum Erfolg des ERP
Produktionskraft - ein Instrument des Friedens
Rede des ECA-Administrators William C. Poster
vom 3» April 1951 anläßlich des dreijährigen
Bestehens des Marshallplans
Truman: Tür zu Verhandlungen jederzeit offen
(Rede vom 11.4.51)
Truman: Abzug aus Korea würde neuen kommunistischen Angriff auslösen (Rede vom 15.4.51)
Acheson zur Fernostpolitik der Vereinigten
Staaten (Rede vom 18.4.51)
Omar N. Bradley: Ausweitung des Koreakrieges
(Rede vom 17.4.51)
MacArthurs Abschiedsrede (vom 19.4.51)
McCloy: Die Vereinigten Staaten werden jedem
bewaffneten Angriff auf Westdeutschland begegnen (Rede vom 25.4.51)
* * * * * *

2/5/51
9/5/51

Acheson zur gegenwärtigen internationalen Lage
(Rede vom 30.4.51)
Präsident Truman über die Begrenzung des Koreakonfliktes (,Rede vom 7.5-51)
- 6 -

�*

SONDERBEILAGEN
23/5/51
26/5/51

Die Ost-West Spannung. Von Carl C. Hilton
Sechster Vierteljahresbericht des US-Hochkommissars John J. McCloy
Truman fordert 8,5 Milliarden für die Verteidigung der Freiheit (Rede vom 24.5-51)
*

2/6/51
13/6/51
16/6/51

20/6/51

23/6/51

27/6/51

* * * *-

Note der drei Westmächte an die Sowjetunion
über Abhaltung einer Außenministerkonferenz
am 23» Juli in Washington
Im Schatten der Präsidentschaftswahlen,, Von
Carl C. Hilton. I. Folge: "Außenpolitik - das
Zünglein an der Waage
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen. 2. Folge: "Rätselraten im demokratischen
Lager". Von Carl C. Hilton
Truman fordert scharfes Anti-Inflationsprogramm
zur Sicherung des amerikanischen Verteidigungsbeitrages (Rede vom 14.6.51)
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen» Von Carl C. Hilton. 3« Folge: "Umstrittene Figuren auf dem republikanischen Schachbrett"
Io Europas Wirtschaftszentrale baut an der
Zukunft, Von Hans Günther-Patzig.
II.McCloy: Bundesrepublik macht Fortschritte
(Rede vom 19.6.51)
L Truman: USA für echten Frieden in Korea
(Rede vom 25.6.51)
2. Rundfunkansprache US-Hochkommissar&lt;= John J.
McCloy zur Situation in Deutschland
(vom 26.6.1951)
* * * * *

5) ARTIKEL FÜR DIE FRAU
4/4/51

11/4/51

Amerikanerinnen von heute
Pubertätspickel
Exaktes Wirtschaften und strenges Haushalten
Textilausstellung in New York
Frauen im Dienst der Amerikanischen Luftstreitkräfte
Musikalische Reise durch Westafrika
Die amerikanische Mutter: Vor 2 5 Jahren und
heute
- 7 -

�ARTIKEL PUR DIE FRAU
11/4/51

Mannequin mit 76
Die koreanische Bibel - Das Buch der Frauen

18/4/51

"Andante-Grün" und "Viktoria-Efeu". Die amerikanische Autoindustrie appelliert an den Geschmack der Frau
Nimm und gib
Matisse, der Tapetenmaler. Neue "alte" Ideen
amerikanischer Innenarchitekten
Bleierner Frühling. Frühjahrsmüdigkeit Symptom mancher ernsthaften Krankheit
Die Emanzipation der Frau nach russischem
Muster
Amerikanische Frauendelegation besucht Westdeutschland

25/4/51

Erwerb contra Beruf. Amerika bietet den jungen
Mädchen die besten Berufsaussichten.
Für Regen und Sonnenschein. Die neue Regenmode
Über das Trinken
Gibt es eine erbliche Anlage für Krebs?
Eine "Bombensache". Druckkonserven für Hausfrau, Industrie und Wirtschaft
* * * * *

2/5/51

Hausschneidern in USA sehr beliebt
Liebe ist "Mantsch". Kinder wählen und zensieren Filme
Vision einer besseren Welt. Highschool-Schülerinnen gründen eine eigene "Modellnation"
Frauen an der Drehbank
Weiblicher Flughilfsdienst in den USA
Vielseitige Glasfaser

9/5/51

Ethel Barrymore, die "First Lady der amerikanischen Bühne"
Amerika braucht Krankenschwestern
Ist Joghurt gesünder als Milch'
UN-Kommission für die Rechtsstellung der Frau
eröffnet neue Sitzungsperiode
Die Frau und das amerikanische Geistesleben
In Deutschland lebende amerikanische Familien
adoptieren deutsche Y/aisen
Babys, die bei ihrer Geburt weniger als ein
Kilo wiegen, sind durchaus lebensfähig

16/5/51

- 8 -

�FÜR DIE FRAU
23/5/51

Die IM-Kommission für die Rechtsstellung der
Frau
Brot als Proteinquelle
Es gibt so viel zu lernen, ehe man zur Schule
kommt
Brasilianerin als "Frau der Amerikas" geehrt
*

* * * *

6/6/51

Vernachlässigte Kinder - eine lohnende Aufgabe
für jede Frau
Judy Hollyday, die beste amerikanische Filmschauspielerin des Jahres 1950
Psychologische Betrachtung über Farben
Demokratie - eine Lebensform. Hessische Frauen
tagten in Wiesbaden
Wie behandelt man Cordsamt?
Die Rolle(der Frau im heutigen Deutschland.
Rede des Stellvertretenden US-Hochkommissars
in Deutschland, Benjamin J. Buttenwieser,vom
26. Mai 1951

20/6/51

Erziehung zur Reife
Großmütter machen Filmkarriere. Hollywood
wird natürlicher
Neue Größennormung für Damen- und Kinderkleidung
Schönheitstips für die Frau mit wenig Zeit
und kleinem Geldbeutel
Spinale Kinderlähmung durch Tröpfcheninfektion
Pasteurisieren mit Elektronen
Behandlung von Schnittblumen
Eindrücke einer Reise durch das Bundesgebiet
* * * * *

6) JUGEND
April 1951/1

Die Geschichte der ersten Schmetterlinge. Eine
indianische Volkssage
Von der ersten primitiven Dampfmaschine zum modernen Stromlinienzug
Rätsel um die Gallina-Indianer
Baseball, Amerikas Nationalsport

�JUGEND
April 1951/11

Santiagos Schuld. Eine Erzählung aus New Mexico
Großes Land Alaska
Leihanstalt für Ziegen und Mäuse. Tiere helfen
den Lehrern beim Unterricht
Versuch's mal, Wir basteln uns ein indianisches
Gefäß

Mai 1951

Der Adler auf dem Totem-Pfahl. Eine Indianergeschichte aus Alaska
Y/as sind "Teenagers"?
Die Puppen der Pueblo-Indianer
Sternwarten gestern und morgen
* * * * *

Juni 1951

Ich bin ein Cowboy - jippi jeh
Wie Tee Pete, der Mississippi-Boy, seinem Vater
das Leben rettete
Wenn es draußen donnert und blitzt
Giganten des Meeres

7) GEISTIGES LEBEN
April 1951/1

Freiheit als unabdingbare Voraussetzung menschlicher Portentwicklung. Von Warren M. Robbins

April 1951/11

Thomas Mann; Ich stelle fest . . .
Indien liebt die Freiheit
Hugo Muensterberg - ein Mittler deutschen und
amerikanischen Wesens
Lesebücher einmal anders
*

* * * *

§1_™TSCHAFT_UND_ARBEIT_
7/4/51

Verbrauchervereinigung in den USA berät das
Publikum
Amerikanisches Gewinnbeteiligungssystem als
Beitrag zur Betriebspsychologie
Deutsche Lederwarenindustrie vor neuen Aufgaben.
Stuttgarter Firma erzielte mit ERP-Hilfe erhebliche Produktionssteigerung
- 10 -

i

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/4/51
14/4/51

US-Warenhäuser wollen telegraphischen Geschenkdienst einrichten
Die Jahresabschlüsse der amerikanischen Firmen
Drei Jahre europäischer Wiederaufbau
Löhne und Lebensmittelpreise. Australien führt
vor den USA - Westdeutschland an 12- Stelle
Westdeutschlands Bleibergbau erhält neue Bedeutung
USA wollen apfelgroße Erdbeeren züchten

21/4/51

US-Produktionsausweitung im Sinne der Regierung
US_Gewerkschaften beteiligen sich wieder an
Verteidigungsmobilisierung
V/elcher deutsche Warenpreis liegt in den USA
richtig?
Der kleine Mann zahlt in den USA nicht die
höchsten Steuern
Viehherden säen ihre Weide selbst
Männer über 40 als verkaufskanonen

28/4/51

Beseitigen freiwillige Kreditrestriktionen die
Deflationsgefahr?
Ein amerikanischer Kommentar zum 1. Mai
Moskau spricht von Produktionssteigerungen
Standard Oil verdiente täglich eine Million
Dollar
* * * * *

5/5/51

Deutsche Kaufleute müssen in den USA amerikanischer werben
Neue Produktionswege der USA
Weiterhin erhöhte Gesellschaftsgewinne in den
USA
Die amerikanische Gewerkschaftspresse

12/5/51

Europa kritisiert internationale Rohstoffpolitik
Der deutsche Sozialreferent in New York
US-Firma mit 1 Million Aktionären
Amerikaner fuhren 2 Millionen mal zum Mond

19/5/51

Das militärische und zivile Leistungspotential
der USA
Ein neuer amerikanischer Absatzmarkt für den
deutschen Kaufmann
Europa braucht amerikanische Kohle
- 11 -

�• WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/5/51

Mehr Frauen als Funktionäre in US-Gewerkschaften
gefordert
USA produzierten 5 520 zivile Flugzeuge
US-Lastkraftwagen werden älter
Chicago erzeugt 9 000 verschiedene Artikel

26/5/51

Ungenutzte Chancen im Wettlauf um den US-Markt
Nachgiebige Grundstoffpreise in den USA
Geschrumpfter amerikanischer Exportüberschuß
US-Gewerkschaften jetzt mit gleitender Lohnskala einverstanden
Gesellschaftsgewinne als US-Staatsproblem
US-Zivilluftfahrt dient überwiegend Berufszwecken
Wasserdichter Stoff ohne chemische Behandlung
Die amerikanische Frau im Berufsleben
* * * * *

2/6/51

V/all Street ist besorgt
Der Weg zum US-Verkaufsschlager
Pennsylvania als Beispiel für die Wechselwirkung des ERP
Wohin die Amerikaner in Deutschland reisen
US-Rundfunk- und Fernsehgesellschaften verdienten 555 Millionen Dollar
Amerikanische LKW'e fahren mehr als 56 km
Stundendurchschnitt

9/6/51

Umschichtung der Einkommensverhältnisse in den
USA
Bei Macy kaufen täglich 150 000 New Yorker
Um die Verlängerung des Preis-und Lohnstops
Der "New Look" der amerikanischen Südstaaten
Facharbeiter-Nachwuchs in den USA
Amerikanische Gewerkschaftsbanken
Ratschläge für die Ausfuhr nach den USA

16/6/51

US-Jahresimporte mit 12 Milliarden. Dollar veranschlagt
Währungsaufwertungen kein Mittel gegen Inflation
Gesunde Investierungspolitik der US-Regierung
Positive amerikanische Beurteilung des OEECJahresberichts
- 12

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/6/51

Die Streikbilanz in den USA
Amerikaner konzentrieren sich auf die Vorstädte.
Land- und Großstadtflucht in den USA
Rotierende Verkaufsstände in US-Warenhäusern

2 3/6/51

Erfolgsgeheimnis in den USA» Gemeinschaftswerbung
"Eingemottetes" Verteidigungsmaterial beschleunigt Mobilisierung
Kaufleute aus dem Westen gelten in Satellitenstaaten als Spione
Neue Aufgaben der OEEC zur Schaffung einer gesunden europäischen Wirtschaft
Kostensenkung durch mechanisierten Materialtransport
Patent für eine Apfelsinen-Schälmaschine

30/6/51

Ein Jahr europäische Zahlungsunion
Der Vorsprung der US-Textilindustrie
Auch die USA haben Kohlesorgen
7/as gibt die Durchschnittsfamilie in den Südstaaten aus?
Alaska ist keine Goldgrube für Arbeiter
Glänzende Berufsaussichten für Studenten in den
USA
* * * * *

Zu den mit
* bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
- 13 -

�INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Juli 1951 - 30. September 1951

Seite
1.)

ALLGEMEINES

1

2.)

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

4

3.)

SONDERBEILAGEN

5

4.)

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

6

5.)

JUGEND

8

6.)

GEISTIGES LEBEN

8

7.)

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

9

8.)

LANDWIRTSCHAFT

11

* * * * * *

Zu den mit *
bezeichneten Artikeln liefert der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial.

�1)

ALLGSMSINES

4/7/51

*
*
*

1/1/51
*

Das Aufforstungsprojekt der US-Regierung
Medizinische Farbfernsehsendungen in den USA
Die Lebensgeschichte des Geigers Joseph Szigeti
Das Ergebnis einer Reportage über die deutsche
Jugend in "Ladies' Home Journal"
Gymnastik oder Diät?
"Die großartigste Schau der Welt"
Cecil E. DeMille dreht einen großen Zirkusfilm

11/1/51

*

14/7/51

*

3essere Ausrüstung und größere Sicherheit für
amerikanische Plieser
Beef aus Poseidons- Küche
Sauerbräten aus Walfischfleisch
Hat Amerika Musikkultur?

18/7/51

*

Zeitlose indianische Kunst
Die Entwicklung einer kleinen deutschen Siedlung
in Kalifornien
Der verbrannte Dornbusch von Manes Sperber
Emanzipation der Dissonanz
Zum Tode Arnold Schoenbergs

Ein Traum von der hohen Gotik
Washingtons Kathedrale St. Peter und Paul
* Tuberkulosebekämpfung in den Vereinigten Staaten
Karl Pfaffs romantischer Keller

21/7/51
*

25/7/51

*
*

28/7/51

*

*

Freud und Leid eines Fernsehschauspielers
Von baumloser Steppe zum führenden Agrarstaat Nebraska
Zum Wohle der Menschheit - Die Fordstiftung
Zum Tode des amerikanischen Flottenchefs
Admiral Forrcst Percival Sherman
Louisiana-Story
Zehn Jahrtausende "Neue Welt"
Dorothy Thompson über Sinclair Lewis
Der erste Pullman: ein Leichenzug
Wovon die Menschen träumen
Der Forstmeister Vanderbilts
Robert Flaherty zum Gedächtnis
*

*

- 1 -

�ALLGEMEINES
Stahlmetropole und Kulturzentrum
Das Gebiet um Pittsburgh (Pennsylvania)
Filmnotizen aus Hollywood
Außenpolitik am Modell
Chautauqua - die amerikanischste Sache Amerikas
Die amerikanische Baugenossenschaft "Home Builde
Inc."
Welten "entstehen und vergehen" im New Yorker
Hayden-Planetarium
William Morrow Fechteier - der neue Stabschef
der US-Flotte

1/8/51

4/8/51

Unter dem Sternenhimmel der Wüste
Stammestreffen der nordamerikanischen Indianer
Central-Valley-Projekt - eine neue Groöleistung
der Technik
Der Steckbrief des Krebserregers

8/8/51

11/8/51

Zweieinhalb Jahrtausende Atomtheorie
Keine Angst vor dem Alter
Am Kreuzweg zweier Welten
Santa Fe, die Hauptstadt Neu-Mexikos
Weltjugend ohne Brotbeutel-Ideologie

15/8/51

Vergessene Welt in den Schwarzen Bergen
Chicagos berühmtes Bismarck-Hotel
Gutes Theater braucht Subventionen

18/8/51

New York - die Stadt aller Städte
Einhörner und'Wale mit Zahnprothesen
Zum Tode Villiaa R. Kearsts

22/8/51

25/8/51

#
*

US-Hilfe für deutsche Kriegsversehrte
Das goldene Tor zum Frieden - der japanische
Friedensvertrag
Lebensgeschichte des heute 80-jährigen Deutschamerikaners Theodor Hemberger
Ein Besuch bei den Hutterschen Brüdern in SouthDakota
V/enn man Rot von Grün nicht unterscheiden kann
Bestsellers, von denen man nicht spricht
Bibel, Kochbücher und populärwissenschaftliche
Schriften

�ALLGEMEINES
29/8/51

Präsident Truman zum"Labor Day" (3«9.51)
"Tag der Arbeit" in den USA
Kulturgeschichte aus Abfallhaufen
Ausgrabungen in Kalifornien und Arizona
500 Millionen Sterne v/erden photographiert
* *

1/9/51

James Fenimore Cooper und seine deutschen Leser
Indianersommer - der Herbst in den Vereinigten
Staaten
Der standhafteste Soldat der Welt, eine lebensgroße Kupferpuppe, die zu interessanten Experimenten benutzt wird
Die Vereinigten Staaten und die Berliner
Festwochen

5/9/51

Das Tal der steinernen Gespenster
Aus dem Einkaufszettel des US-Verpflegungsamtes
Überraschende Clfunde in Texas
FilmnOtizen aus Hollywood. II. Folge

8/9/51

Geheimnisvolles Leben auf den Meeresgrund
Rettende Engel im Hubschrauber
Arche Noah SOS!
"/alter Mehrings verlorene Bibliothek

*
X

Bunte Stoffe vom Bodensee
Ihr Steckenpferd: Erfinden
Zum hundertsten Geburtstag der "New York Times"

12/9/51

15/9/51

*
N

19/9/51
*
*
22/9/51

*

US-Verteidigungsminister Robert A. Lovett
Die Vorstadtsiedlung
Die "Ivluny" , das erste Freilichttheater . der
Vereinigten Staaten
Firnis, Benzin und Fleischersatz aus Zuckeridarabfall
Berichte und Ratschläge zum Thema: Auswanderung
nach Amerika
Blut-Kurier für Korea
Football - eine "Nationalkrankheit"
Wildes Land Montana
Roger Williams, einer der bemerkenswertesten
amerikanischen politischen Denker des 17. Jahrhunderts
- 3 -

�ALLGEMEINES
22/9/51

Theorie und Praxis am Antioch College

26/9/51

Ein neuer Zweig der Wissenschaft im Dienste der
Verteidigung
Bericht eines Streikes der ägyptischen Bauarbeiter während der Errichtung des Grabmals für
Ramses III.
* Der neue Stil der Broadwy-Shows

29/9/51

* Vom Kartoffelacker zur Groß-Siedlung Levittown
Zeitungen auf hoher See
* Gesunder Menschenverstand und kalkuliertes Risiko
Bildnis eines typischen amerikanischen Generals
* * * * * *

2)

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

4/7/51
7/7/51
11/7/51
U/7/51
18/7/51
21/7/51
25/7/51
28/7/51

Ein -ermutigendes Zeichen
Zweckgebundene Toleranz
Ein bedeutungsvoller Schritt
Ein konstruktiver Priedensvorschlag
Verhängnisvolles Zögern
Kontroverse um Spanien
Die Verteidigung ist unteilbar
Keine Zeit für lange Dispute
* * # * * #

1/8/51
4/8/51
8/8/51
11/8/51
15/8/51
18/8/51
22/8/51
25/8/51
29/8/51

Marshallplan und Verteidigung
Berlin - entscheidender als Persien und Korea?
Der rote Bluff
"Priedensaggression"
Washingtons Kurs liegt fest
Geringe Chancen für Moskau
Notwendige Klarstellungen
Täuschungsmanöver in Kaesong
Offenheit,aber keine Obstruktion
* *

- 4 -

�KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON
1/9/51
5/9/51
8/9/51
12/9/51
15/9/51
19/9/51
22/9/51
26/9/51
29/9/51

Frei und gleichberechtigt
Y/eder Rachegefühle noch Ressentiments
Der Friedensvertrag mit Japan
Verhandlungen um Deutschland
Im Zickzack-Kurs zum alten Ziel
Im entscheidenden Stadium der Entwicklung
Wer sagt "Soldaten zweiter Klasse»?
Was will Grotewohl?
Friedensabkommen mit Deutschland

* *

3)

SONDERBEILAGEN

7/7/51
11/7/51

Rede Präsident Trumans vom 4. Juli 1951 anläßlich der 175« Wiederkehr des Tages der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
Trumans Schreiben an Schwernik und die Freundschaf tsresolutiön des amerikanischen Kongresses
(vom 7.7.51)
E'isenhower fordert politische und wirtschaftliche
Integration Europas (Rede vom 3.7.51)
Präsident Truman ersucht US-Kongreß um Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland
(Schreiben vom 9.7.51)

25/7/51

Rede des* US-Außenministers Dean Acheson anläßlich
der 2 50-Jahrfeier der Stadt Detroit (Michigan)
(vom 24-7.51)

28/7/51

Wortlaut des Begleitschreibens, das Präsident
Truman am 26.7.51 zusammen mit einem Bericht von
US-Außenminister Dean Acheson über die Teilnahme der USA an der Arbeit der UN im Jahre 1950
dem US-Kongreß übergab
Wortlaut der Stellungnahme des ^^Außenministers
Dean Acheson vom 26.7.51 vor dem Außenpolitischen Ausschuß des US-Senats zu dem von der amerikanischen Regierung vorgeschlagenen gegenseitigen Sicherheitsprogramm* * * * * *

- 5 -

�SCNDERBEILAGEN
1/8/51

22/8/51
29/8/51

Rede des amerikanischen Präsidenten vom 28. Juli
1951 anläßlich der 250-Jahrfeier in Detroit,
Michigan
Zusammenfassung des siebenten ViertelJahresberichts des US-Hochkommissars für Deutschland
Revidierter Entv/urf des japanischen Friedensvertrages
•
* * * * * *

1/9/51

12/9/51
22/9/51
29/9/51

Das Gesicht der heutigen deutschen Presse
Abschnitt des siebenten Viertel Jahresberichts
des US-Hochkommissars John J. McCloy
Buttenwieser zur deutschen Kohlenversorgung
(30.8.51)
Sicherheitspakt zwischen USA und Japan
Wortlaut der Deklaration von Ottawa und des
Schlußkommuniques der Tagung des Atlantikrates,
(vom 20. September 1951)
Deutschland und der Westen
Aus:"London Economist"
*

* * * * *

11__ARTIKEL_FÜR_DIE_PRA.U_
4/7/51

18/7/51

1/8/51

Das "Bachelor-Girl"
Die unverheiratete Frau in den USA
Literarische Grenzen bei den männlichen Autoren
Amerikas konstatiert Kritiker Donald Adams
"Mein Vati ist stärker als Deiner . . . "
Kindliche Rivalitäten und kleine Schlägereien
US-Institut für chemische Reinigung und Färben
bringt nützliche Hinweise zur Fleckenentfernung
Eindrücke weiblicher Bundestagsabgeordneter in
den USA
Ein Bericht der UN über Kinder- und Jugendfürsorge
Was man beim Kaufe einer Sonnenbrille beachten
sollte
Mme. Beran lehrt die Damen der Washingtoner Gesellschaft die hohe Kunst der französischen Küche
Demagogentum bekommt der Frau schlecht
Freiheit ist Verantwortung

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
1/8/51

*

Stellenmärkte zur Auswahl
Angeborener Schwachsinn - kein unabwendbares
Schicksal mehr?
Ein schreiendes Häufchen Unheil
Ein verliebter Vater beschreibt seine kleine
Tochter
Wettbewerb für Amateurschneiderinnen im New
Yorker Waldorf Astoria Hotel

15/8/51

*

Die kristallene Welt des Cembalos
Frauen und Diplomatie
Syracuse - das Melesen Amerikas
Zehn Ratschläge für Erfolg im Beruf
Modevorschau auf den ^erbst

29/8/51

31 Jahre V/ahlrecht für die amerikanische Frau
Frau Bürgermeisteripersönlich
Zehn Gebote für Ehefrauen
Fliegengitter-Metropole in Mount Wolf, USA
Man trägt Baretts, gnädige Frau

12/9/51

Das Jugendamt der Stadt N«w York
"V/enn Mutti sich bloß nicht immer einmischen
wollte . . . "
Insekten a la carte
Jahrhundertealter Mottenkampf

*

26/9/51

Die Entwicklung der Frauencolleges in den USA
Kinder als Künstler
Lieber altmodisch, aber gemütlich
Interviews und Rundfragen beeinflussen die Baupläne amerikanischer Architekten
Grau ist durchaus nicht "greulich"
Grau in der diesjährigen amerikanischen Herbstund Wintermode
*

* * * * #

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 7 -

�2l_£JLJL5JL$.
Juli 1951

*

Hunde, die dem Menschen helfen
Der "stampfende Büffel" haßt Boogie-Woogie
Aus dem Alltag der Onondaga-Indianer
Im Zeichen der Maultrommel
Kang V/a, die Seidenraupen und der Kobold in der
Dachrinne
Der Mann, der Amerika seinen Namen gab
Zum 500. Geburtstag von Amerigo Vespucci

Der Tanz ums Lagerfeuer
Wie die Indianer ihre Trommel und ihre Tänze
bekamen
* Wie man in Alaska lebt
Wie mit den Augen einer Katze
Das Geheimnis der infraroten Strahlen
Aus 12 PS wurden 14 000
* Zum Geburtstag Orville Wrights, des Pioniers
des Motorflugs
Lorenz Hagenbeck in Amerika

August 1951 *

Sept. 1951

Die
Die
Der
Der

seltsamen Bewohner der "Carlsbad-Caverns"
sieben goldenen Städte
Leuchtturm der Kinder
Feuervogel
* * * * * *

§2__5?I§TIGES_LEBEN_
Juli 1951

August 1951

Sept. 1951

Käuze auf der Kiste
Seifenkisten als Kanzel und Rednertribüne
Judentum und v/estliche Kultur
Wie man Freunde gewinnt
"Stalag 17" auf der New Yorker Bühne
Die Tragödie der "deutschen" Indianer
Unsere Ahnen waren gar nicht von gestern
Zur Bauhausausstellung im Busch-Reisingermuseum
an der Harvard-Universität
COp statt Psychoanalyse?
Sauerkraut und Weltschmerz
50 000 Worte Amerikanisch
Hervorragende Deutsche in den USAt
Dietrich von Hildebrandt
Das Ende der Rassenschranken
Menschen und Maschinen
* * * * * *

- 8-

�7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/7/51

*

H/7/51

*

21/7/51
*

28/7/51

Die US-Industrie seit Ausbruch des Korea-Konflikts
Petroleum-Chemie dürfte Gesicht unseres Jahrhunderts verändern
Das Empire State Building wechselte den Besitzer
Politbüro wünscht keine Prozentzahlen mehr
Die Lohntendenz in den USA
US-Produktionsmaschine läuft auf vollen Touren
Washington hat volles Verständnis für West-Osthandel in Europa
Neue Methoden beim Eigenheimbau in den USA
Schluchseekraftwerk s chafft neue Energiequelle
in Südbaden
Gleiche Urlaubsbedingungen für Arbeiter und
Angestellte in .den USA
Absatzsorgen beim US-Handel
Stahlboom in den USA
Informationsreise nach Salt Lake City
Marshallplanhilfe und Ost-Westhandel
Elastischere Handhabung der US-Auslandshilfe
Lebensversicherung trotz KaufkraftSchwankung
Exportchancen im amerikanischen Westen
Kleinststückelung ermöglicht jedem Amerikaner
den Erwerb von Aktien
Günstige Ernteaussichten für Baumwolle
* * * * * *

8/8/51

18/8/51

Käufer contra Kaufmann
Tauziehen um die Preise in den USA
Radioaktive Isotopen im Dienste der Industrie
Vom Fußballstar zum Kleiderkönig
Mr. Meyers zieht die Frauen an
Neger in den US-Gewerkschaften
Umsatzsteigerung ohne Gewinnerhöhung
US-Gesellschaften füllen Steuersäckel
Vor einer allgemeinen Lohnanpassung
Auch die USA stehen vor dem Problem der
Lohn-Preisspirale

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
18/8/51

Immer mehr Warenhäuser auf Rädern in den USA
Die Internationale Genossenschaftsbewegung
Vom Notquartier zum Eigenheim - Bergarbeitersiedlungen, Werkswohnungen und Aufbauwohnungen
für Flüchtlinge

25/8/51

Ein Startzeichen für den deutschen Handel
Importgeschäft in den USA zeigt neue Belebung
Die Amerikaner feiern den Labor Day
Blüte in der Wüste - Das Sonnen- und Industrieland Kalifornien
Weiches Wasser - ein lohnendes Geschäft
Die Vertriebenenbank berichtet über Verwendung
der ERP-Gelder

1/9/51

US-Regierung veröffentlicht Sicherungsprogramm
für Industrie
Japan kann keine Reparationen zahlen
USA befürworten einen Versöhnungsfrieden
Die Lage in der amerikanischen Kohlenindustrie
Steigender Bedarf bei steigender Produktion
Lohnstop - ein Konterschlag für US-BaseballSpieler
Wirtschaftsaufschwung am Bodensee

8/9/51

Materialverknappungen in den USA
Entwicklung der US-Flugzeugindustrie
Die 10O 000-Mann-Betriebe in den USA
Fernlaster durchqueren die USA

15/9/51

US-Gesellschaften zahlten 3,6 Milliarden
Dollar Dividenden
Takonit für die Erhöhung der Stahlproduktion
Eine Goldgrube im Mississippi-Sumpf
Schwefel ist das Salz der Industrie
Der beste deutsche Wohnungsbauer wird gesucht
über 17 Millionen Krankenhaus-Zusatzversicherungen in den USA

22/9/51

US-Bruttosozialprodukt auf Rekordstand
Wer bezahlt die Neubauten der Industrie?
Besitzwechsel im "Pfannenstiel" von Texas
Elegante Garderobe - auf dem Acker gezogen

- 10 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
22/9/51
*
29/9/51

Die Schweiz und die Organisation der westeuropäischen Kohlenwirtschaft
Amerikanische Erfahrungen für Deutschlands
Wirtschaft

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Totale Planwirtschaft bedeutet Leistungsrückgang« Chamberlin befürwortet westdeutschen
Wirtschaftskurs
* Pferde helfen Bier verkaufen
Je nach Bedarfs Polizist oder Feuerwehrmann
Arbeitslosenziffer in Deutschland um 14$
gesunken.
Anruf genügt - Anzug gereinigt
Kleiderpflege in der Telefonzelle
*

*

*

*

*

*

§2_J^^IRTSCHAFT_
September 1951 US-Landwirtschaftsminister ist optimistisch
Eindrücke einer zweiwöchigen Studienreise durch
Westdeutschland
* Das Geheimnis der kalifornischen Fruchtbarkeit
Bodenbearbeitung per Flugzeug
Wilder Reis - Delikatesse für Feinschmecker
Sterilitätstest im Laborwagen
USA bauen ihren Flachs selbst
Das Einkommen der amerikanischen Farmer
* * * * * *

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DIENST" kostenlos Bildmaterial

- 11

�A M E R I K A

D I E N S T

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Oktober 1951 - 31. Dezember 1951

Seite

1. ALLGEMEINES
2. KOMMENTARE

5

3. SONDERBEILAGEN

5

4. ARTIKEL FÜB DIE FRAU

7

5. JUGEND

9

6. GEISTIGES LEBEN

10

7. 7/IRTSCHAPT UND ARBEIT

11

8. LANDWIRTSCHAFT

14

* * * * * *

Zu den mit
*
bezeichneten Artikeln liefert der
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._A™5M5INES_

3/10/51

"DH MEDIC0"-Ärztliche Behandlung per Punk auf
hoher See
Stahlplatten vor dem Röntgenschirm
* Die amerikanische Nationalgalerie in Washington
Über die Grenzen des Heims hinaus
Gedanken zur Internationalen Frauenkonferenz in
Hindelang/Allgäu

6/10/5 ]

* Die Geschichte der "Crane-School" in Oregon
Reiselustiges Amerika
Auslandsreisen amerikanischer Touristen im
Jahre 1951
Thomas Eakins, ein amerikanischer Filmpionier

10/10/51

* Eine Kirche für 30 000 Pfund Tabak
Milium - das Textilwunder
* Round-up Time" in den USA
Die Zeit des Viehabtriebs

12/10/51

Unfallverhütung im Autoverkehr
* Frische Fische - eisgekühlt
Die kleinen Geschwister der Erde
Die Erforschung der Planetoiden

17/10/51

Außenpolitik und öffentliche Meinung
Zeitalter der Retorte
75jährige Gründungsfeier der amerikanischen
Gesellschaft für Chemie
* Jugendliche Initiatoren
Kinder schufen sich eine Bibliothek

19/10/51

* Louisville, Kentucky, eine Stadt mit persönliche]
Note
Atom als Fracht und Treibstoff
Der kommende Bomber der US-Air Force
Klingende Künde von drüben
Der erfolgreiche Komponist und Dirigent
Gibson Morrisöey in Darmstadt

�ALLGEMEINES
24/10/51

Miniaturinstrumente erschließen die geheimnisvolle Welt der Mikroorganismen
* Größere Ernten bei geringerer Arbeitsleistung
durch Verbesserung der Methoden
Buchbesprechung: Roland Baintons Lutherbiographie
"Here I stand"

26/10/51

Angst, die ansteckendste aller Seuchen
Schaumgummi
* Mutter Collage und ihre Kinder
Die Kunst, mit der "Schere zu malen"

31/10/51

* Radioaktive Isotope in der Diagnostik I.
Versuche mit Gummibeimischungen zum Straßenasphalt
Ein Kamin erzählt die Menschheitsgeschichte
* * * * * *

2/11/51

Radioaktive Isotope in der Diagnostik II.
* Rieeentransportflugzeuge erweitern internationalen Handel
Deutschland an dritter Stelle der Länder, die
Studenten nach den USA schicken

7/11/51

9/11/51

* Fliegen steht auf dem Schulplan einer amerikanischen Schule
Das erste Interlingua-Wörterbuch für engl. Sprache
Konservierung durch Elektronenbeschießung
Salzfreie Kost kann durch erhöhten Blutdruck
verursachte körperliche Störungen heilen
* Rieeenkamera für strategische Luftaufnahmen
Buchrezensionen aus den Archiven der
"New York Times"

14/11/51

Wetterstationen auf dem Treibeis der Arktis
* Ein privates Experiment überstaatlichen Zusammenlebens
- 2 -

�ALLGEMEINES
14/11/51

* 22. November 1951, Thanksgiving-Day Amerikas

16/11/51

* Organisationen ehemaliger Kriegsteilnehmer in
den USA
Flugkonstrukteure wappnen schnelle Maschinen
gegen Regentropfen
Olney (Illinois) ist augenblicklicher Bevölkerungsmittelpunkt der USA

21/11/51

* Washington, der immergrüne Staat
Zweckgebundenes kindliches Spiel
Betrachtungen über pädagohischen und therapeutischen Wert des Kinderspielzeugs
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (I)
Dr. Max Theiler besiegt das Gelbe Fieber

23/11/51

* Im Schnittpunkt zweier Welten
Überland-Gasleitung von Texas nach San Franzisko
* Cecil B. De Mille, der Mann, der 1912 Hollywood
schuf
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (II)
Glenn Th. Seaborg und Edwin McMillan - Erforscher
neuer chemischer Elemente

28/11/51

* Morelos - ein Damm, den Freundschaft errichtet hat
Amerika

rüstet zur Olympiade 1952

Die Atmosphärenzone der Erde
30/11/51

* Das Übersetzungsbüro der Fordwerke
Die hundert Sensationen des letzten Jahrhunderts
Blindenfürsorge nach deutschem Vorbild
* * * * * *

5/12/51

* Aspen in Colorado - Wintersportplatz unc. Kulturzentrum
"Le Sabre" - das Auto der Zukunft
Hollywood greift nach den Sternen
- 3 -

�ALLGEMEINES.
7/12/51

Probleme des alternden Menschen
* Das Weiße Haus in neuem Glanz
Punkstation empfängt Morsebotschaft via Mond

12/12/51

* Die "Independence" - das Sonderflugzeug des
amerikanischen Präsidenten
Zwangshandlungen, Ticks und Phobien sind weder
Symptom noch Ursache von Geisteskrankheiten
Unser gequältes Zeitalter
Buchbesprechung von Eugene Lyons
* Vereinigung deutsch-amerikanischer Klubs hilft
Tuberkulosekranken in der Bundesrepublik

14/12/51

* Das schönste Geschenk: ein demütiges Herz
* Weihnacht im amerikanischen Bethlehem
Der Weihnachtsmann von Hollywood
Lieber kleiner Bobby: Ein Weihnachtsbrief
Die unvermeidliche amerikanische Office-Party

19/12/51

Ausblick auf die Entwicklung der amerikanischen
Innenpolitik im Jahre 1952
Die deutsche Bundesrepublik im Jahre 1951
Die bedeutendsten Ereignisse des Jahres 1951
Die wichtigsten Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler im Jahre 1951
Im Jahre 1951 starben.

21/12/51

Die amerikanische Negeranwältin und ehemalige
UN-Delegierte Edith Sampson auf Deutschlandreise
* Kansas, Land im Zeichen der Sonnenblume
Künstlicher Regen als Streitobjekt
* * * * * *

- 4 -

�22JCOMMENTARE
17/10/51

Ägypten am Scheidewege

24/10/51

Der amerikanische Verteidigungsbeitrag

26/10/51

Schutzwall der Freiheit

31/10/51

Blick nach Straßburg
* * * * * *

2/11/51

Unberechtigter Pessimismus

7/11/51

Das SS-Gespenst

9/11/51

Der Frieden geht alle an
Betrachtungen zum Vorschlag einer ViermächteKonferenz

16/11/51

Eine bedeutungsvolle Aussprache

21/11/51

Ein warnendes Beispiel

23/11/51

Die Straßburger Gespräche

28/11/51

1) Die Verantwortung der Presse
Von Shepard Stone, Direktor des Amtes
für öffentliche Angelegenheiten, HIOOG
2) Straßburg, Paris und Rom

30/11/51

Ein Frieden ohne Furcht
* * * * * *

5/12/51

Staatsbesuch des deutschen Bundeskanzlers in
London

7/12/51

Gewerkschaften in der Zwangsjacke

12/12/51

Eine brennende Frage

21/12/51

Keine Entscheidung ohne Deutschland
* * * * * *

3)S0NDERBEILAGEN
6/10/51
US-Note weist tschechoslowakische Anschuldigungen
zurück

- 5 -

�17/10/51

Rede Harry S. Trumans vom 15. Oktober 1951 über
die Verständigungsbereitschaft der USA gegenüber
Rußland
Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer
und der Alliierten Hochkommission zum Vorschlag
der Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen

19/10/51

Zum 24 Oktober 1951, dem Tag der Vereinten
Nationen

24/10/51

Acheson zur außenpolitischen Situation der USA
(21.10.51)

26/10/51

Proklamation Trumans zur Aufhebung des Kriegszustandes zwischen den USA und Deutschland (24.10.51)
* * * * * *

7/11/51

Erklärung der Westmächte zur Frage gesamtdeutscher Wahlen

9/11/51

Dreimächteerklärung zur Abrüstungsfrage
Präsident Truman unterbreitet neue Abrüstungsvorachläge
Acheson vor der UN-Vollversammlung in Parle

21/11/51

Abrüstungsvorschlag der 3 Westmächte
Resolution des ersten politischen Ausschusses
der UN-Vollversammlung vom 19.11.51
* * * * * *

5/12/51

UN-Resolution über freie gesamtdeutsche Wahlen

12/12/51

Die Ausführungen der Vertreter der Bundesrepublik
vor dem zweiten politischen Ausschuß der ÜN-Vollversammlung

19/12/51

McCloy fordert Integration Europas
(Rede vom 17.12.51)
* * * * * *

- 6 -

�il-ABXIKEi-EÜB-EIE-EBAU
10/10/51

* Omowale, das Kind, das heimfand
Erlebnis einer amerikanischen Neger-Tänzerin
im afrikanischen Busch
Die gute "neue" Zeit
Amerikanische Ärztin berichtigt weitverbreiteten
medizinischen Aberglauben
Sieben-Punkte-Programm für herzkranke Hausfrauen
* Internationale Frauentagung in Hindelang

24/10/51

Gleichberechtigung von Mann und Prau vor dem
Gesetz
Kundendienst par excellence - ein supermodernes
Einkaufszentrum
Jane Addams - Amerikas nützlichster Bürger
Kindlicbe Unarten bei den Mahlzeiten
Der gefrorene Bacchus - Zu einem neuen französischen Verfahren zur Kristallisierung von Wein
* * * * * *

7/11/51

Aus derArbeit der Referentin für Frauenfragen
beim deutschen Generalkonsulat in Näw York
Herbststürme der Ehe
* Vom Aschenbrödel zum Modefavoriten - Wolljersey
Die Lady auf dem Pernsehschirm - Pay Emerson
Proteingehalt auch in der Konserve voll erhalten
Ständig steigender Verbrauch von synthetischen
Reinigungsmitteln in USA
Abmagerung durch Hypnose

21/11/51

* Helen Träubel, die gefeierte Sopranistin der Met
Broschüre "Über den Umgang mit Säu^ingen"
. . . und der Himmel beschützt sie
Eine heiter-besinnliche Betrachtung
Ist Pleischessen gesund?

�SL-EÜB-EIE-EBAIL
21/11/51

Die arbeitende Frau und die neue Sozialgesetzgebung
Bevorzugte Käsesorte: Cheddar
Deutsche Frauen - entscheidender Faktor der
europäischen Politik
Eleanor Roosevelt: "An den Frieden glauben ist
nicht genug"
Ellen McCloy: "Frauen als Wegbereiterinnen für
Frieden und Völkerverständigung"
* * * * * *

5/12/51

Grenzstationen der Freiheit
* Spielen muß Spaß machen
* Zum 50. Geburtstag der bekannten amerikanischen
Anthropologin Dr. Margaret Mead
Neun Gebote für den Familenfrieden
Vielfältige Wintermode
. . . und zum Weihnachtsfestt echten Plumpudding
* * * * * *

19/12/51

* Für eine bessere Welt der Kinder
Der Internationale Kinderhilfsfonds der Vereinten
Nationen
Jugendliche beraten Jugendliche
Aus der Arbeit der UN-Kommission für Frauenrecht
* Kleine Pelze - große Mode
Tips für Kinderkleidung
Wolle aus Erdnüssen
* * * * * *

�5)._JUGEND
Oktober

1951

Wie der Regenbogen entstand
Eine Indianerlegende
Prunes
Die wahre Geschichte eines kleinen, treuen
Maulesels
Halloween - Die Nacht des Hexenzaubers
Eli und die Katze
Von der "schrecklichen Eidechse" bis zum
hüpfenden Vogel"
Überblick über das Zeitalter der Reptilien
* * * * * *

November 1951

Die Jugendgeschichte von Pecos Bill, einer der
bekanntesten Gestalten der amerikanischen
Volkssage
Ein amerikanischer Geschäftsmann verkauft
"dressierte" Ameisen
Ohne Geld durch Amerika
Das Geschenk der "Salz-Frau"
* Entwicklung und Verwendungsmöglichkeiten des
Hubschraubers
* * * * # *

Dezember 1951

Wie Santa Claus zu seinen Renntieren kam
Eine amerikanische Weihnachtsgeschiohte
Das Geschenk der drei Weisen aus dem Morgenlarüe
Eine Weihnachtsgeschichte aus Puerto Rico
Wie Potawamani den Eisriesen besiegte
Eine Indianerlegende
Anook
Eine Hundegeschichte aus dem hohen Norden
Ein Weihnachtskind für Cherokee
Eine weihnachtliche Episode aus dem "wilden
Westen"
* * * * * *

- 9-

�'6) GEISTIGES IEBEN
Oktober

1951

Technische und medizinische Probleme der
Weltraumschiffahrt
* Moderner Kirchenbau auf uralten Wegen
Kleiner Mann mit weißem Kragen
Hier irrte Marx
Von der Wahrscheinlichkeit des Überlebens
Nicht Darwins"Kampf ums Dasein", sondern die
Liebe ist das oberste Gesetz der Natur
* * * * * *

November 1951

Eine Analyse des sowjetischen Arbeitspotentials
* Ein amerikanischer Komponist diskutiert
Filmmusik
Von Aaron Copland
* Betrachtungen zu Herman Melvilles WalfängerEpos "Moby Dick"
Theater ohne Requisiten
Charles laughton, Cedric Hardwicke, Charles
Boyer und Agnes Moorehead "sprechen" Bernard
Shaw
Berühmte Balletts werden verfilmt
literarischer Reisepaß
Sigmund Romberg gestorben
Frieda Hempel, die Unverwüstliche
* * * * * *

Dezember

1951

Amerika und der europäische Geist
Ein ViertelJahrhundert amerikanisches Theater
Fünfzig Jahre Friedensnobelpreis
Der Stein von Keleschin
Vor der Entzifferung der rätselhaften Felseninschrift in Armenien
Amerikanische Autoren auf dem deutschen Büchermarkt:
"Zuchthaus in San Franzisko" von Clinton Duffy
Dean Jennings
"Gärung in Ferr.ost" von Mary A. Ncurse
- 10 -

�GEISTIGES LEBEN
Dezember

1951

Ausschreibung eines internationalen Kunstwettbewerbs
Max Hachenburg gestorben
Journalistisch - was ist das?
Mehr konfessionelle Mischehen
# * # * * *

I2_II3S§2!;APT_UND_ARBEIT_
5/10/51

Die Preise fallen
Der gewandelte Markt in den USA
Die militärischen Hilfeleistungen der USA
Neuer Höchststand des Weltexports an Kraftfahrzeugen
Deutsche Arbeiter werden wie Amerikaner in den
USA leben
* Elektrizität verwandelt die Landschaft
Bayerischer Landkreis als Beispiel für die
westdeutsche Entwicklung

12/10/51

Die USA suchen Werkzeugmaschinen
"Small Business" und Verteidigungsproduktion
Austauschstoffe bewähren sich
Gewerkschaftlicher Zusammenschluß der
Filmkomparsen
Rationalisierungskuratorium der Deutschen
Wirtschaft als Produktivitätszentrale

19AO/51

US-Markt ist stabil geblieben
Kraftstrom-Sorgen in den USA
Arbeiter für Amerikas Gruben gesucht

- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/10/51

* Wie amerikanische Arbeiter sich erholen
Amerikanische Fachleute als Berater für westdeutsche Ostexporte

26/10/51

Warum die USA internationale Kartelle ablehnen
US-Arbeiter geben Unternehmer Kredit
Mehr Steuern für die Amerikaner
* Das sind Public Relations
American Telephone legt den richtigen Draht
* Der ECA-Dollar verdoppelt sich
Europa wird mit Gegenwertmitteln aufgebaut

2/11/51

Export-Preisindex liegt unter Importindex
Der ungewöhnlichste Laden der Welt
leichter verkaufen - besser kaufen
Gewächshaus als Film-Labor

9/11/51

* Kunststoffe, alltägliche Wunder von heute
und morgen
Deutscher Stahl weiter stark gefragt
Hallo - hier spricht "Höflichkeit und Co."
Angespannter Arbeitsmarkt in den USA

16/11/51

* Die Porzellanmetropole der Welt liegt in
Deutschland
Scharfer Steuerdruck in der USA
Die "Kapitalisten" werden gezählt
Verdoppelung des deutschen USA-Exports

23/11/51

US-Regierung fördert private Auslandsinvestitionen
* Erweiterung der Umschulungsprogramme für erwerbsbehinderte Arbeiter
- 12 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
23/11/51

* Rekordtraubenernte in Kalifornien
Steigende Erdölproduktion in USA
Holztrocknung mit Hochfrequenzstrom

30/11/51

Zunahme der Spartätigkeit
Wer verfügt über das Haushaltsgeld?
Steigende Löhne in der US-Eisen- und
Stahlindustrie
Gewerkschaft "Polizei"
US-Spielwarenhandel rechnet mit gutem
Weihnachtsgeschäft
* * * * * *

7/12/51

287 europäische Wirtschaftler gewinnen Einblick
in die US-Produktionsmethoden
Synthetischer Kautschuk holt auf
Neuartige Wege zur Erzielung echter Leistungslöhne
Entspannung auf dem Metallsektor in Sicht
Neues Schmierpulver für die Industrie
Ferngesteuerter Spielzeugjeep

14/12/51

Möglichkeiten zur

Steigerung des USA-Exportes

"Big Business", amerikanische Weihnachten und
deutsche Spielwaren
Die Bedeutung der US-Gesundheitsprogramme
im Rahmen der Tarifverträge
Die besten Wohnungsbauer Westdeutschlands wurden
gefunden - ECA-Architektenwettbewerb
21/12/51

Die allgemeinen Tendenzen der US-Wirtschaft 1951
Erfolgreiche Steuerpolitik der US-Regierung
Schaubild über die Ausweitung der US-Industrien
1938-1951
- 13 -

�WIRTSCHAFT_UN5_ARBEIT
21/12/51

Produktionsausweitung - der Schlüssel zur
Erfüllung der Verteidigungsaufgaben
Steigende Preise - höhere Löhne
Preis- und Lohnkontrollen in den USA

§2_£MP?I5!I!§CHAFT
Oktober

1951

Eine Rose : 50 000 Dollar
* Psychologie im Kuhstall
Kohlköpfe im Dornröschenschlaf
Die richtige Behandlung des Stallmistes
Flachs und Sojabohnen - wertvolle Rohstofflieferanten für die Industrie
Weltkongreß über landwirtschaftlichen Besitz
Trocknung von landwirtschaftlichen Produkten
durch Radiowellen
Insektenmittel werden elektrisch geladen
*

November 1951

*

* * *

*

* Non ölet
Hochwertiger Dünger aus Kloaken und Rieeelfeldern
Vierhunderttausend Schweine - ein Pfund Acht
Winterkrankheiten des Rindviehs
Farne im Ziergarten
Keine Sitzstangen

mehr im Hühnerhaus

Kälber brauchen kein Körnerfutter
Trocknung landwirtschaftlicher Produkte dur-.b
Radiowellen
Neues Make-up für Halbreife
* * * * * *

- 14 -

�LANDWIRTSCHAFT
Dezember 1951

Bericht über die Terpentinölgewinnung in
Georgia
Dattelernte im Imperial Valley
USA-Farmer nehmen ihrem Rindvieh die Hörner ab
Fünfzehn Regeln für den Landwirt
Kampf den Unfällen auf dem Bauernhof
Kuh bringt fremdes Kalb zur Welt
ECA schickt Obstveredlungsreiser nach Italien
Bodenverbesserung auf kollektiver Basis
*

* * * * *

Zu den mit *
bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA
DIENST" kostenlos Bildmaterial

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INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1952 - 31. März 1952

Seite
1.) ALLGEMEINES

1

2.) KOMMENTARE

5

3.) SONDERBEILAGEN

6

4.) ARTIKEL F^R DIE FRAU

8

5.) JUGEND

10

6.) GEISTIGES LEBEN

11

7.) WIRTSCHAFT UND ARBEIT

12

8.) LANDWIRTSCHAFT

16

* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liei'ert der "AMERIKA
DIENST* kostenlos Bildmaterial

�11- ._AIIGEMEINES_
4/1/52

*

IRO zieht Bilanz
Das Ozeanographische Institut von Woods Hole
sammelt Erfahrungen über die nordatlantischen
Meeresströmungen
Die zehn wichtigsten Ergebnisse der astronomischen
Forschung im Jahre 1951

9/1/52

*

Die Sonne tönt .
Weltenraum

Funksignale aus dem

Das Leben im Jahre 2027
Morgenrot am Filmhimmel
11/1/52

*

Rekruten vor dem Fernsehschirm
Ausbildungsunterricht durch Fernsehübertragungen
bei der Marine
Auf der Spur des Schnupfenvirus
Berlin Anno 1930 auf der New Yorker Bühne.
John van Drutens Bühnenstück "I am a Camera"

16/1/52

*

Internationale Verständigung durch persönlichen
Kontakt
Babylonische Sprachentwirrung
Die voraussichtlichen Vorzüge einer endgültigen
Weltsprache
Die gefährliche "rosa Lady"
(regen den Mißbrauch von Schlaftabletten

18/1/52

*

Sister Ann Joachim, eine der interessantesten
Frauen der USA
"Alcometer" im Kampf gegen betrunkene Autofahrer
Wir werden das Raumschiff erleben

23/1/52

Die Vereinigung "Operation Democracy".
Kultureller Austausch zwischen amerikanischen
und westdeutschen Städten
*

Aus der Arbeit der UN-Vollversammlung in Paris

''Sicherheit beim Absturz"
Neue Gesichtspunkte im Flugzeugbau
2Tu den mit • bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIEN3"
kostenlos Bildmaterial
- 1 -

�ALLGEKEINES
25/1/52

*

David K. Bruce - der zweite Mann im State
Department

*

Das Palais de Chaillot besitzt einen eigenen
Gebetraum für UN-Delegierte

*

Versandhaus für Bakterien
Stephan Wolpe - ein Künstler, der sich treu bleib

30/1/52

*

Zum Geburtstag Abraham Lincolns am 12. Februar
Tiere im Winterschlaf
50 Jahre amerikanisches Genossenschaftswesen
Amerikanische Farmgenossenschaften
* * * * * *

1/2/52

"Zum Seemann geboren" - Admiral L.D. McCormick,
Oberbefehlshaber der NATO-Seestreitkräfte
Eine neue Aera der Landwirtschaft?
"Krilium", das neue Dünge- und Bodenverbesserungsmittel
Über eine neue einheitliche internationale
Fliegersprache

6/2/52

*

Das amerikanische St. Moritz

*

Der Schlittschuh fahrende Scholar - Dick Button

*

Wunderland Colorado
Wiedergutmachung an Winnetous Erben
Senfgas für kranke Kinder
Bedeutende Erfolge in der Eehandlung von Leukämie

8/2/52

*

Kameradschaft der Völker auf See
Länger und glücklicher leben
Probleme für alternde Menschen
Journalismus per Elektron

�ALLGEMEINES
13/2/52

*

Elektroingenieure als Mädchen für alles
Synthetische Photosynthese

15/2/52.

*

Marlenes Tochter
Maria Riva, die Tochter der Dietrich

*

Die Sportfliegerei in den USA

*

Die Pathologie, das gute Gewissen der Ärzte
Das Zeugnis - eine Reliquie aus dem vorigen
Jahrhundert?

20/2/52

*

George Washington: Bauer, General und Staatsmann
(Zu seinem Geburtstag am 22. Februar)

*

Der Sender im Schützenloch
Verbesserungen des Nachrichtensystems der amerikanischen Streitkräfte
Schach in der dritten Dimension

22/2/52

*

"Amerika-Haus Ruhr" öffnet seine Pforten

*

Das Magnetophon erobert Amerika
Wissenschaft mit Bagger und Geigerzähler
Deutsche Jungärzte an amerikanischen Krankenhäusern

27/2/52

*

Das Museum für Wissenschaft und Technik in
Ohikago
Wir sterben nicht aus
Gespräch über die Chancen und Erwartungen der
Menschheit

29/2/52

*

"Handeln ist das große Geheimnis des Erfolgs"
Am 2. März 1829 wurde der deutsche Rebell der
Freiheit und amerikanische Politiker Carl Schurz
geboren

*

"Nach Oregon oder zum Teufel!"
Die Sonne - bei Licht besehen
Neues Sonnenobservatorium registriert durch
Elektronen-Lenkgerät die gesamte Sonne.naktivität
Deutsche Bücher in Amerika
* * * * *

- 3-

*

�ALLGEMSINES
5/3/52

7/3/52

Bundespräsident Heuss spricht zur Eröffnung der
"Woche der Brüderlichkeit"
*

Travelers Aid - Schutzengel der Reisenden

*

Der erste schwimmende Sender der "Stimme Amerikas"

*

Als Krankenschwester in Korea
Synthetische Edelsteine sind keine minderwertigen
"Glasbonbons"
Sind die Vereinigten Staaten imperialistisch?
Zur "Woche der Brüderlichkeit" 1952
Aussprüche großer Männer

12/3/52

Spokane - die "Fröhliche Bergarbeiterstadt"
Amerikanischer Geschäftsmann bestimmt zwei
Drittel des jeweiligen Reingewinns seiner Firma
für karitative Zwecke
Das Geheimnis um Adolph Strasser
Die sonderbare Lebensgeschichte eines großen
Arbeiterführers
Zur "Woche der Brüderlichkeit" 1952
Aussprüche großer Männer

14/3/52

*

Panama-Kanal - heiße Zone Zentralamerikas
West Points stolze Tradition
Vor 150 Jahren wurde die berühmte amerikanische
Militärakademie gegründet
Kulturgeschichte des Zeichenfilms

19/3/52

Ätherfreundschaften
Seit zwei Jahren haben die deutschen Funkamateure
wieder die Möglichkeit, internationale Verbindungen aufzunehmen
Das Schulspeisungsprogramm in den Westsektoren
Berlins
Schubert - Portrait eines Musikers
Das letzte Werk des in Deutschland geborenen
und kürzlich in den USA verstorbenen Musikkri-^
tikerG Dr. Alfred Einstein

- 4 -

�ALLGEMEINES
21/3/52

*

Moderne Isolationstechnik ermöglicht "Heizung"
mit Körperwärme
Kreuzweg der Kalmücken
"Amahl und die nächtlichen Gäste"
Gian-Carlo Menotti schrieb erste Pernsehoper

26/3/52

*

Das Transpazifik-Kabel hat seine Bedeutung
verloren

*

Der Amerikanische Automobilverband AAA
Biber als Fallschirmspringer

28/3/52

*

Atlantic City, der Badeort zwischen New York
und Philadelphia
Staatsexamen im Gefängnis
Todesursache: Angst
* * * * * *

2_2__KOMMENTARE_
4/1/52

Wiedersehen in Washington

9/1/52

Europa vor dem Wendepunkt

11/1/52

Europa und die amerikanischen Wahlen

16/1/52

Zuversichtliche Stimmung in Washington

18/1/52

Eine Mahnung an Europa
* * * * * *

1/2/52

Bonn im Mittelpunkt

6/2/52

London - eine entscheidende Etappe

13/2/52

Diskutable Bedingungen

15/2/52

Appell an die Vernunft

20/2/52

Neutralismus - eine Utopie

- 5-

�KOMMENTARE
22/2/52

Optimismus in Lissabon

27/2/52

Eine erfolgreiche Konferenz

29/2/52

Lissabon und die Präsidentschaftswahlen
*

* * * * *

5/3/52

Die Schuldigen an den Pranger

7/3/52

Tito und die deutsche Wiederbewaffnung

14/3/52

Stimmungsbarometer New Hampshire

21/3/52

Die zweite Runde

26/3/52

Erst Europa - dann die Saar

28/3/52

Der Kreml hat das Wort
* * * * * *

2!__§2N5ERBEILAGEN
11/1/52

Trumans Botschaft über die Lage der Nation
Schlußkommunique der Truman-Churchill-Besprechungen

18/1/52

Trumans Wirtschaftsbotschaft an den US-Kongreß

23/1/52

McCloy: Rede vor Studenten der Universität Freiburg vom 21.1.1952

30/1/52

Acheson
Auszüge
nischen
Action"

zum Punkt-Vier-Programm
einer Rede vom 25»1.1952 vor der amerikaOrganisation "Americans For Democratic
in New York
* * * * * *

6/2/52

Resolutionsentwurf der US-Senatoren über die
Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa"
und Antwortschreiben Präsident Trumans vom 31.
Januar 1952
- 6 -

�SONDERBEILAGEN
15/2/52

Vierter MDAP-HalbJahresbericht Trumans (Auszüge)

22/2/52

Die Londoner Kommuniques
Wortlaut zweier Kommuniques, die nach Abschluß
der Londoner Besprechungen von den Außenministern
der drei Westmächte und dem deutschen Bundeskanzler sowie von den Außenministern der Vereinigten
Staaten, Großbritanniens und Frankreichs herausgegeben wurden.

27/2/52

9. Vierteljahresbericht McGloys
Die grundsätzliche Deklaration der NATO
Das Abschlußkommunique des Nordatlantikrates
* * * * * *

5/3/52

Achesons Rechenschaftsbericht über Lissabon (29.2.52)
Truman eröffnet das erste Programm des schwimmenden Senders der "Stimme Amerikas" (Rede v.4.3-52)

7/3/52

"Report on Germany"
Auszüge aus dem Bericht eines Unterhausausschusses
des US-Repräsentantenhauses über die auf einer
Reise durch Westdeutschland und ^erlin gesammelten Eindrücke von den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen in der Deutschen Bundesrepublik

14/3/52

Wortlaut eines Interviews, das Dr. Adenauer einem Vertreter der amerikanischen Wochenzeitschrift "United States News and World Report" gab

19/3/52

Wortlaut der US-Note zum österreichischen Staatsvertrag
Wortlaut des alliierten Entwurfes eines Staatsvertrages für Österreich

28/3/52

Wortlaut der amerikanischen Antwortnote vom
25.3.1952 auf den sowjetischen Deutschlandvorscblag
Truman-Botschaft vom 24.3.1952 zum Flüchtlingsproblem

31/3/52

•;echenschai tsbericht General iiiaenhowers vom 2.&lt;i
-.7 -

�il__ARTIKEL_FÜR_DIE_PRAU
9/1/52

Zwölf-Ton-Musik im Kinderzimmer
Was wird aus Musterschülern
Ein Kapitel über angereicherte Nahrungsmittel
*

Die fahrbare Kinderklinik
Unfallverhütung durch bedachtsam gewählte Kinderkleidung
Gleichberechtigte Frauen
Neues Verfahren zur Tiefkühlung von Fischen
bereits auf hoher See
Neue Auszeichnung für Marguerite Higgins

23/1/52

Kindheit und Gesellschaft
*

Ausblick auf die Frühjahrsmode 1952
Warum so eilig?
Eine amerikanische Mutter erzählt aus ihrem Alltag
Ratschläge zur Erhaltung gesunder und zur Behandlung kranker Füße
Hausfrau oder Karriere?
Die schwierige erste Dekade
Carepakete für Korea
Eine wundersame Insektenbekämpfungsanlage

6/2/52

Zum Tode Dorothy Dix', der meistgelesenen Journalistin Amerikas
Frauen in Halbtagsstellungen
Empanadas aus Chile und Falafel aus Israel
über ein internationales Kochbuch
Wer verfügt über das Haushaltsgeld?
*

Vollendete Gebrauchskunst
Musterschau für Möbel in Chikago

- 8 -

�ASIIK£L_EÜE_DIE_EEAU
Mr. Groggle muß noch viel lernen
Besprechungen eines kürzlich in New York erschienenen "Leitfadens für intelligente Männer zum
besseren Verständnis der Frau"

20/2/52

"Kein Mitleid bitte . . ."
Eine unverheiratete Amerikanerin verbittet sich
das Mitleid der Umwelt
Darf ein Kind auch "nein" sagen?
Die Orientalin und das Punkt-Vier-Programm
Kleine Kaffeepause groß geschrieben . . •
Wie in Chikago an Hand von Tests festgestellt
wurde, ist die umstrittene Kaffeepause des Angestellten ein Mittel zur Leistungssteigerung
Eine Modenschau besonderer Art
Vom amerikanischen weiblichen Arbeitsmarkt
*

5/3/52

*

* * * * *

"Ich bin mit drei Männern verheiratet"
Aus dem Leben der Mrs. Eisenhower
Prauenstudium - immer noch zu männlich?
Pur und wider eine Lehrplanreform zugunsten
der "höheren Töchter"

*

"Modell 1952" - zart und verspielt
Brigitte Horney findet Amerika himmlisch
Wie können Eltern ihren Kindern helfen, Freunde
zu gewinnen?

19/3/52

*

" . . . Ich hätte sterben mögen für die Schönheit"
Die de Mille-Story
Amerikanische Ärztin und Psychologin gibt Ratschläge für Kindererziehung
Vom Mythus der Wundernahrung
Das Weltmeer um uns
Der amerikanische Bestseller "The Sea Around Us M
von Rachel Carson
Moskauer Mode in New York
Gegen die Trägheit des Herzens
Mrs. Ellen I McCloy zum 125-jährigen Bestehen
des Krefelder Frauenvereins
* * * * * *

�52__JUGEND_
Januar 1952

Die Waljäger vom Kap Cod
Kalulu und der Tausendfüßler
Eine Tiergeschichte
Nonstopflug der Zugvögel
Abraham lincoln auf dem Totempfahl
Der Indianerstamm der Raben in Alaska errichtete
aus Dankbarkeit für die Befreiung von der Sklaverei
einen Totempfahl mit einem Standbild Abraham
Lincolns
Kriegsrat mit Friedenspfeife
Abhaltung von Versammlungen bei den Indianern
Nordamerikas
* * * * * *

Februar 1952

Rotkehlchen und der Güterzug
Eine wahre Geschichte
Iglu, das billigste Haus der Welt
Besuch bei den Eskimos in den arktischen Ländern
Die wunderbare Geschichte von Amerikas bedeutendstem Amateur-Astronomen
Fußball im Dornröschenschlaf
Schauspieler aus Kreppapier und Pappmache
Eine Kindergruppe in Annapolis geht mit einem
selbstgebastelten Marionettentheater auf Tournee
* * * * * *

Huhurit und sein Brüderchen
Eine Indianererzählung

März 1952
*

100 Jahre "Onkel Toms Hütte"
Ein guter Handel
Eine Geschichte aus der amerikanischen Kolonialzeit •
Frau Eskimo bittet zu Tisch
Aus dem Leben der Eskimos (2.Folge)
* * * * * *

- 10 -

�§1__5£ISTIGES_LEBEN_
Januar 1952

Wie denken Sie über die Danirier?
Man haßt am "anderen", womit man in sich selbst
•nicht fertig geworden ist, lehrt die Psychologie
der Gruppenvorurteile
Europa, Amerika und die Musik
Ein Viertel Jahrtausend Yale
Eine Weltrundschau der Literatur
Die einzige umfassende internationale Literaturrevue gibt der deutsche Schriftsteller Ernst E.
Noth in Oklahama heraus
Akademisches Allzuakademisches
Die deutsche Universität leidet unter dem Gewicht ihrer Tradition und unter Mangel an Kontakt mit der Öffentlichkeit

Februar 1952

Es bleibt noch viel zu tun
Ein Aufruf gegen die geistige Müdigkeit unserer
Zeit von Pulitzer-Preisträger Edgar A. Mowrer
Interview mit einem Roboter
Über die Kapazität des ersten Elektronen-Gehirns
in der amerikanischen Industrie
Der Abenteurer Lorenzo da Ponte
Aus dem Leben des Librettisten der Mozart-Opern
"Figaros Hochzeit","Don Giovanni" und "Cosi fan
tutte"
Hitlers Vermächtnis an das deutsche Kunstschaffen
Eindrücke eines amerikanischen Kunsthistorikers
nach einem Besuch in der Bundesrepublik.Von Dr.
Alfred Werner

März 1952

Die große Debatte
Die Niederlage des amerikanischen Isolationismus
Amerika entdeckt neuerdings die Freude am reinen,
gesprochenen Wort
Hinter den Kulissen der koreanischen Waffenstills tandsverhandlungen
Buchauktion auf Weltreise
Internationales Theater als Brücke zwischen den
Völkern
«. * * * * *
- 11 -

�ll__ü[I2TSCHAPT_UND_ARBEIT
4/1/52

*

Europa lernt von Amerika
US-Produktionsmethoden bewähren sich auch
in Europa

*

Neukonstruktionen vorläufig "auf Eis gelegt"
Lieferstop für Werkzeugmaschinen für US-Automob ilindustrie
Gewerkschaftsführer von morgen auf der Schulbank
Gedämpfter Optimismus am Baumwollmarkt
Neues Herstellungsverfahren für Gummi
100 Photokopien in der Minute

H/l/52

Weiter ansteigende Produktion und hoher
Beschäftigungsstand
ECA-Garantien ermöglichen amerikanische Kqpitalinvestierungen in der europäischen Wirtschaft
Amerikas "Volkswagen" wird im Warenhaus verkauft
Miss Hardy arbeitet 6 Tage im Monat nur für die
Steuer
Stahlarbeiterstreik vorläufig ausgesetzt
Setzmaschine mit Lochstreifensender
US-Stahlindustrie in Zahlen
Spareinlagen erreichen Höchststand
Unabhängigkeit der US-Gunmiindustrie von fernöstlichen Gummieinfuhren

18/1/52

*

Europäische Raffinerien für orientalisches öl
Starke Zunahme der Lebensversicherungen
Industrie hat großes Auftragspolster
ölchemie wird zur Großindustrie
Der deutsche Arbeiter besitzt eine größere
soziale Sicherheit
CIO-Gewerkschaft dreht Film aus der praktischen
Arbeit
"Holmanit" macht Lehm zum Heizmittel
"Ausfrieren" - ein neues Trocknungsverfahren
- 12 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
18/1/52

Die OEEC berichtet über ihre Arbeit im Jahre 1951

25/1/52

Amerikas Wirtschaft im Zeichen der westlichen
Verteidigung
*

Europas Schif:f£bau kommt auf Touren
Ein Blick in die Geschäftsberichte der US-Gesellschaften
US-Handelslaboratorien lösen technische Knoten
im "Handumdrehen"
Warum die amerikanischen Arbeiter ein garantiertes
Jahreseinkommen furdern
Die Stellungnahme des Präsidenten der amerikanischen CIO-Gewerkschaft, Philip Murray
Technik und Wissenschaft in der US-Ölindustrie
Turbinengeneratoren mit "Hohlkühlung"
* * * * * *

1/2/52

Die Hintergründe der russischen Handelsoffensive
Großwirtschaftsräume in Zahlen gesehen
Die industrielle Entwicklung in Westeuropa,
Sowjetrußland, den USA und Westdeutschland
(Schaubild)
Produktionsausweitungen schufen angespannte Versorgungslage bei Kraftstrom
Kunststoffe - der "Schrei der Stunde"
Die USA an der Schwelle des Atomzeitalters
Die amerikanischen Gewerkschaften wurden von
Menschen aus 38 verschiedenen Nationen aufgebaut
Der "AFL News Reporter" - eine neue Gevverkschaf tszeitung

8/2/52

Gegensätze zwischen europäischem und amerikanischem Kapitalismus
Kreditschöpfung auf neuen Wegen
Ein Blick hinter die Kulissen der amerikanischen
Plugzeugindustrie

- 13 -

�WIS1SQHAE1_UHD_AEBEI1.
8/2/52

Produktionssteigerung - der Schlüssel zum höheren
Lebensstandard
Die Entwicklung der Löhne im Verhältnis zu den
Produktionsleistungen in den letzten 100 Jahren
"Telefonitis" - eine Zeitkrankheit
Die großen Überraschungen bei den US-52-er Modellen blieben aus
Eine neue Gleitschutzvorrichtung

15/2/52

Die Kohle muß reichen
Wie kann Europa von Kohleneinfuhren unabhängig
gemacht werden?
Amerikas Hausfrauen schwören auf tiefgekühltes
Obst und Gemüse
Invasion neuer Kunstfasern
Höhere Umsätze und Gewinne für 1952 erwartet
Ausgefallene Werbeideen brachten volle Kassen
Arbeitsschutzgesetze für die Frau in den USA
Eine Frau kämpfte für die arbeitenden Frauen

22/2/52

Kanada - die Rohstoffkammer des Westens
Schiffahrts-"Boom" dauert an
Lebensversicherungen stark gefragt
US-Exporte erreichten neuen Höchststand
"Highway-Sklerose", die Verkehrskrankheit der USA
"Suburbanite" ein neuer Autoreifen
"Xm" - der "Scheibenwischer^ für Brillen

29/2/52

Der amerikanische Außenhandel im Spiegel des
letzten Jahres
Gebrauchsgüterindustrie hat Sorgen
Metallzuteilungen um weitere 10% gekürzt
Kapazitätsausweitungen werden beschleunigt
Mehr Zeitungspapier in Sicht
21 Uhr - Ladenschluß
- 14 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
New Yorker ttPreiskrieg" schlägt hohe Wellen

29/2/52

"Kaltziehen" von Stahl - keine Utopie mehr
Radioaktiver Kobaltdraht für Werkstoffprüfung
* * * * * *

7/3/52

*

Alle zwei Minuten ein neuer Volkswagen
Gute Jahresabschlüsse der Banken
Der "Dollar-Kreislauf" (Schaubild)
Die Einnahmen und Ausgaben des US-Staatshaushaltes
1952-53
*

Amerikanische Impcrteure sind wählerischer geworden
*

Hubschrauber - das "Automobil" der Luft?
Blauer "Virginia-Dunst" in den USA
"CAMEL" weiterhin führend - PALL MALL holt auf
Mangel an Arbeitskräften nimmt zu
"Atomreifen" mit größerer Lebensdauer

19/3/52

Die ideale Schulbank
HANOMAG intensiviert RationalisierungsbestrebungenBeträchtliche Zunahme der Emissionen
Schwefel bleibt knapp
Der Wert der Kohle wurde neu "entdeckt"
Erhöhung der Förderleistung von 570 auf 880
Mill. Tonnen geplant
Brathähnchen und Mastgänse vom Fließband
Die "Soziale Revolution" der USA
Tonfilm im eigenen Atelier
Mylar - ein neues Kunstharz

26/3/52

Die europäische Energieverbundwirtschaft kann
verwirklicht werden
US-Finanzexperten im Meinungsstreit über antiinflatorische Maßnahmen
- 15 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
26/3/52

Die chemische Industrie - "Mädchen für alles"
Aluminiumindustrie mit Siebenmeilenstiefeln
Tiefgekühlte Diners a la Carte
US-Speisewagengesellschaften beschreiten neue
Wege zur Kostensenkung
Warum unterstützen die Arbeiter das Wirtschaftssystem der USA?
"Germanium" ersetzt Radioröhre
* * * * * *

§l__iM5WIRTSCHAPT
Januar 1952 *

Hinweise für den Viehzüchter
Plattenspieler im Schweinestall
Gute Erfolge mit synthetischer Schweinemilch
Das häuslichste Haustier - die Kuh
Was bedeutet PH?
Mit Hilfe der PH-Skala wird der Kalkgehalt des
Bodens gemessen
Gegen Maul- und Klauenseuche
* * * * * *

Februar 1952

Rechenschaftsbericht der amerikanischen Landwirtschaft für 1951
*

Soja - die vielseitigste Anbaupflanze der Welt
Sollen Eier gewaschen werden?
Stallbedingungen für die Aufzucht gesunder Kälber
Die Qualität der Kartoffel (Folge I)
Ratschläge zur Verbesserung der Kartoffel
* * * * * *

- 16 -

�LANDWIRTSCHAFT
März 1952

*

Die Zukunft der Landwirtschaft

*

Diverse Gemüse aus den hängenden Gärten der Armee
Hydrokulturen der US-Army in Japan
Boden - die Schatzkammer der Vereinigten Staaten
Von Russell Coleman, Präsident des Verbandes der
amerikanischen Düngemittelindustrie
Hühner am laufenden Band
Die Qualität der Kartoffel (Folge II)
Die Kochqualität
Wieviel trinkt ein Tier?
*

* * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial

- 17 -

�INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL
DES "AMERIKA DIENST"
1952 - "0. Juni 1952

vom 1. April

r

Seite

1

10

ALLGEMEINES

2.)

SONDERBEILAGEN

30

PUR DIE FRAU

7

4.)

JUGEND

9

5.)

GEISTIGES LEBEN

10

6.)

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

7.:

LANDWIRTSCHAFT

»

S

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16

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*

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Artikeln liefert der "AMERIKA
Zu
DIENST" kostenlos Bildmaterial
den mit * bezeichneten

�1) ALLGEMEINES
2/4/52

NATO - Garant des Friedens
Zum 3. Jahrestag der Gründung der NordatlantikpaktOrganisation
*

Helikopter - Nußschalen der Luft
Langfristiges Herzforschungsprogramm der medizinischen Wissenschaft in Pramingham, Mass.,

4/4/52

*

Hat unser Kind Musik im Blut?
Vier Tests überzeugen Eltern, ob es Zweck hat,
ihren Kindern Musikunterricht erteilen zu lassen

*

Ostern in den Vereinigten Staaten
Geheimnisvolle Zusammenhänge zwischen den Jahresringen der Bäume und der zyklischen Wiederkehr von
Sonnenflecken
Ein halbes Jahrhundert Hollywood
Vier Jahre Weltgesundheitsorganisation

9/4/52

*

Brüder, die in Einheit leben
Die Grenze zwischen den USA und Kanada ist seit mehr
als 100 Jahren ohne jegliche Befestigung

*

Basketball - Das Spiel der großen Männer
Mr. "X" geht nach Moskau
George F. Kennan, Rußland-Experte Nr. 1
der USA

11/4/52

*

Holz aus Tacoma
Tacoma gehört neben Seattle zu den wichtigsten
Umschlaghäfen im amerikanischen Nordwesten
Amerikanische Kinderhilfe für Korea
Durch elektrischen Herzschock ins Leben zurückgerufen

16/4/52

*

Am Grabe P. D. Roosevelts
Zum 7. Todestage des amerikanischen Präsidenten
am 12. April

*

Die Renovierung des Weißen Hauses ist beendet
Die fremdsprachige Presse in den USA
Der See in den Schwarzen Bergen
Archäologische Funde geben Aufschluß über das
Leben der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents

18/4/52

*

Die neue Aera in der Met und der New Iork
City Opera Company

2u den mit * bezeichneten Artikeln liefert der «AMERIKA DIENST"'
kostenlos Bildmaterial
1

�ALLGEMEINES
18/4/52

Internationale Regelung des Straßenverkehrs
Am 25. März 1952 trat die Internationale Straßenverkehrskonvention in Kraft
Eine bittere Erfahrung
"Endstation Sehnsucht" - Regisseur Elia Kazan
widerlegt Gerüchte über seine politische Vergangenheit

23/4/52

*

Meisterwerke des XX. Jahrhunderts
Künstlerische Veranstaltung des "Kongresses
für kulturelle Freiheit" in Paris
Der"Eiserne Mann"
Das Wahr- und Warnzeichen des Eisernen Tales
am Roten Berge bei Birmingham

25/4/52

*

Dämme und Fluten
Der "Pick-Sloan-PlanM soll im Missouri-Gebiet
die Gefahr erneuter Hochwasserkatastrophen
bannen

*

James W. Riddleberger Deutschlandkenner im amerikanischen Außenministerium

*

Pierre Monteux - Botschafter der Musik
Amerikanische Bundesbehörden zahlen Prämien
für Vorschläge und Anregungen zur Rationalisierung und Verbilligung der Arbeitsmethoden
Dinosaurier-Eier aus Afrika
Entdeckungen im Jahre 1951

30/4/52

*

Neuer Oberbefehlshaber der NATO
Ridgway Nachfolger General Eisenhowers
Die Bostoner Symphoniker
Erfolgreicher Kampf gegen die Kinderlähmung
Menschen ohne Heimat - das große Problem
des 20. Jahrhunderts
* * * * *

2/5/52

Die Philantropie der Rockefellers(I)
Roboter als Wetterprophet
Der New Yorker Hafen
Die europäische Integration
Vor drei Jahren unterzeichneten zehn europäische
Staaten die Satzung des Europa-Rates

- 2 -

�ALLGEMEINES
7/5/52

*

Zum 124. Geburtstag Henri Dunants, des
Schöpfers des Roten Kreuzes
"Woche der Musik" m den USA
Die Odyssee de.. Hein, xcii Suhliemann
Berlin - Barometer internationaler Politik
Zur Aufhebung der Berliner Blockade vor
drei Jahren
Muttertag in den USA

9/5/52

*

Von Aahwahnachee bis Zylyff
Die New Yorker Stadtbibliothek

*

Die Philanthropie der Rockefellers (II)
Banthin gegen Magengeschwüre

U/5/52

*

Pulitzer-Preise verliehen
"Die genaue' Zeit, bitte"
Die amerikanische Rundfunkstation ,V',VV sendet
Zeitangaben
Amerika bewahrt seine Tradition

16/5/52

*

Atomkraft und Radioisotope zum Wohle
der Menschheit

*

"Ersatzstoffe" erobern den Industriemarkt
Warum kauft Mrs. Jones ein grünes Kleid?
Mathematische Biologie - ein neuer Zweig
der Naturwissenschaft
"Reader's Digest", die meistgelesene
Publikation der Welt

21/5/52

Der amerikanische Bevölkerungsschwerpunkt verlagert sich ständig weiter nach Westen
Der Weise von Goncord
Aus dem Leben des amerikanischen Dichterphilosophen Ralph Waldo Emerson
Tödliche Viren gegen wuchernde Zellen
Der Stand der Krebsforschung in den USA

23/5/52

Amerika gedenkt der Toten
Zum "Memorial Day" am 30. Mai
*

Dammbau-Zentrale Denver/Colorado

*

"Vom unendlichen Leben ich singe
Aus dem Leben Walt Whitmans
- 3 -

..."

�ALLGEMEINES
28/5/52

Idlewild - größter Zivilflughafen der Welt
Flüchtlinge der Revolution
Über Carl F. Wittkes neues Buch
"Refugees of Revolution"
Berufseignungstests in den Schulen,
in der Industrie und bei den Streitkräften

30/5/52

Meteorstudien mit Super-Schmidt-Kameras
Die Millionen des "Herzogs von Florida"
Geschichte eines Mannes, der ein großes
Dschungelgebiet in Florida kultivieren wollte
Fernsehen rund um die Erde

6/6/52

Reklame für die gute Sache
Aus der Arbeit des amerikanischen "Rates für
Reklame", einer Gesellschaft, die große Werbekampagnen im Dienst am Gemeinwohl durchführt
Was ist "American Way of Life"?
Neun bekannte amerikanische Persönlichkeiten
diskutieren die geistigen Grundlagen der
Vereinigten Staaten
Die Stadt der "Heiligen der letzten Tage" Salt Lake City
Zum Tode John Deweys am 1. Juni

11/6/52

Das große Puppenkonzil in den USA
Gefiederte Flugzeuge und Wolfsmilch-Wolle
Grönlands größter Exportartikel: Eisberge

15/6/52

Gorki - der totgeschwiegene Humanist
Mr. Ex-President
Amerikas Präsidenten werden nach Ablauf
ihrer Amtszeit wieder einfache Staatsbürger
ohne Pensionsansprüche
Drei UNESCO-Institute in der Bundesrepublik

18/6/52

*

Die schweigenden Farmer
Aus dem Alltag des Trappistenklosters

New Meileray

Organverpflanzungen in lebenden Körpern
20/6/52

Amerika vor der Olympiade
Freie Bahn den jungen Unternehmern
Über "Junior Achievement Firms", in denen
junge Menschen spielerisch die Grund zü&gt;e des
Kaufmannsstandes erlernen

�ALLGEMSINES
20/6/52

Uralte Indianerkultur am Mississippi
Bakterienkrieg als Propaganda (I)
Deutsche Nobelpreisträger sprechen sich gegen
die kommunistischen Anschuldigungen aus

25/o/52

*

Die Jungfernfahrt der "United States"
Bakterienkrieg als Propaganda (II)
Wissenschaftler und Politiker der westlichen
Welt überführen die Sowjets und ihre Anhänger
der verleumderischen Fälschung
Das Gebot der Stunde ist Humanitas
Von Peter Viereck

27/6/52

Betriebsärztliche Betreuung in den USA
Gemeinsame militärische Ausbildung für
Soldaten der freien »Veit
Die Kunstakademie New Yorks

* * * * x- *

2)

SONDERBEILAGEN

2/4/52

Wortlaut der Rundfunkansprache General Dwight
D. Eisenhowers anläßlich des ersten Jahrestages der Gründung von SHAPE

11/4/52

Ansprache Präsident Trumans vom 8. April über
die Bedeutung des Punkt-Vier-Programms

16/4/52

Unterzeichnung des japanischen Friedensvertrages durch Präsident Truman

23/4/52

Acheson zur Deutschlandfrage
Auszüge einer Ansprache des US-Außenministers
vom 19. April vor dem amerikanischen Journalistenverband in Washington
Wir, die Völker der Vereinten Nationen, sind
entschlossen . . .
Zum 7. Jahrestag der Konferenz von San Franzisko
am 25. April 1952

25/4/52

Amerika wählt (I)
Sheriff, Bürgermeister und Präsident
Das amerikanische Volk wählt 800 000 Vertreter
Botschaften amerikanischer Gewerkschaftsführer
zum 1• Mai

�SONDERBEILAGEN
30/4/52

Truman zum Inkrafttreten des japanischen Friedensvertrags
* * * * * *

9/5/52

Deutschland - heute und morgen
Auszüge aus einer Ansprache Dr. Henry Kellermans
vom 5. Mai 1952 auf dem Empfang der Carl SchurzGesellschaft in Philadelphia
Erklärung Präsident Trumans zum letzten Waffenstillstandsangebot der Vereinten Nationen (7.5.52)
Amerika wählt (II)
Ursprung, Entwicklung und Vorgang der "Primaries"
in den Vereinigten Staaten

21/5/52

Rede Präsident Trumans vom 20. Mai 1952 anläßlich
des 150-jährigen Bestehens der Militär-Akademie
in West Point

28/5/52

Amerika wählt (III)
Geschichte des amerikanischen Zweiparteien-Systems
Zur Unterzeichnung des Generalvertrages

30/5/52
Wortlaut der Dreier-Erklärung zur EVG
Acheson zur Unterzeichnung des EVG-Vertrages
* * * * * *

6/6/52

Wortlaut der Botschaft Präsident Trumans vom 2.6.52
an den US-Senat anläßlich der Übersendung der Verträge von Bonn und Paris
Wortlaut der Rede Dean Achesons vom 2.6.52 anläßlich
der Unterzeichnung des Generalvertrages und des Vertrages über die EVG

13/6/52

Erklärung des US-Außenministers Dean Acheson vom
10. Juni 1952 zu der Drei-Mächte-Konvention und
dem NATO-Protokoll vor dem außenpolitischen Ausschuß des US-Senats
Bruce: Bundesrepublik ein wesentliches Element
der EVG
Amerika wählt (IV)
Feldzüge um Wähler-Stimmen - Methoden und Finanzierung der Wahlkampagnen in den Vereinigten Staaten

1 8/6/52

San Franzisko und Panmunjon
Zwei denkwürdige Jahrestage in der letzten Juniwoche
Rede Präsident Trumans anläßlich der Kiellegung des
ersten mit Atomkraflaigetriebenen Unterseebootes
(14. Juni 1952)

�SONEERBEILAGEN
20/6/52

*

Biographie von Walter J. Donelly
Die Geburtsstunde einer Nation
Der 4. Juli in den Vereinigten Staaten

27/6/52

Text der Unabhängigkeitserklärung
Kongreßsitzung vom 4. Juli 1776
Amerika wählt (V)
Biographien der zehn Anwärter auf eine Kandidatur
um die Präsidentschaft und Vizepräsidentschaft der
Vereinigten Staaten

* * * * * *

3)

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

2/4/52

*

Eine echte "Mammy" Mary McLeod Bethune
Eine junge Deutsche wirkt in New York für
Berlins Studenten
Für jeden etwas im internationalen Kaufladen
der Vereinten Nationen
Mangelberuf Krankenschwester
Grundumsatz und Körpergewicht
Wie wird die Amerikanerin wählen?
Ergebnis einer Umfrage
Ursula Thiess macht Karriere
Erfolge der deutschen Nachwuchsschauspielerin
in Hollywood
Auch große Frauen haben Modesorgen

1 6/4/52

Der Tag der Gesundheit des Kindes
Der 1. Mai in den Vereinigten Staaten
Vorurteile gegen Superwohnungen
Die Entwicklung der Mode in den letzten Jahrzehnten
Claudette Colbert
Die Frau mit den Märchenaugen
Konvention für die politische
Gleichberechtigung der Frau
Migräne eine Allergie?
- 7 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
30/4/52

Die Frau im zwanzigsten Jahrhundert
Einwanderer in den USA bereiten sich
auf ihre Staatsbürgerprüfung vor
Museen für Kinder
Texas zeigt Stoffe und Modelle für heiße Tage
Internationaler Kinderhilfsfonds verstärkt
Arbeit in Asien und Afrika
Milch in Scheiben
* * * * * *

Dr. Martha Eliot, die Leiterin des US-Bundesamtes für Jugendfürsorge

H/5/52

Das Leben der Familie Garland Durchschnitt des amerikanischen Lebensstandards
Wo die Vereinten Nationen zu Mittag essen
Mode - leicht verrückt
Doppelröcke, Pumphosen und andere Neuheiten
auf New Yorker Modeschauen
Die amerikanische Frau im Berufsleben
Aschenbrödel - beliebtestes Märchen
Vitamin C zur Behandlung von Brandwunden
28/5/52

*

*
*

Amerikanische Haus- und Küchengeräte für Europa
Große Frau ganz privat Mrs. Roosevelt
Warum sind sie unzufrieden?
Testergebnisse in Arbeits- und Berufsfragen
Kunsterziehungsprogramm an den Schulen von Chikago
"Sie sagen, was sie denken"
Ein populäres Radioprogramm
Amerikanische Urgroßmutter veröffentlicht
ihre Lebensgeschichte
Kindergärten auf kooperativer Basis
Nicht so viel bücken
53 Projekte in 72 Ländern
Aus der Arbeit des Kinderhilfsfonds der UN
* * * * * * *

- 8-

�ARTIKEL PUR DIE FRAU
11/6/52

*

Mittlerin zwischen Ost und West
Zum 60. Geburtstag von Pearl S. Bück
Aus dem Leben einer amerikanischen Diätköchin
Das menschliche Gesicht der Tiere
Persönliche Initiative fördert Völkerverständigung
Welt-Freundschafts-Fonds der Frauen
Ist Kriminalität schon im Kindesalter absehbar?
Eine Prau fliegt über den Atlantik - Amelia Earhart
Die Herrin von Port Knox - Mrs. Nellie Tayloe Ross,
Schatzmeister der USA

25/6/52

Eine außergewöhnliche Mädchenschule
Das fortschrittliche Bennington College in Vermont
überfüttert die Kinder nicht!
Kopfschmerz der Friedlichen - Neue Erkenntnisse
in der Erforschung der Migräne
Veränderlich wie die Launen einer Frau - Sommerkollektionen
Frischmilch in Konserven
* * * * * *

4)

JUGEND

April 1952

Peter der Dritte - der kein Osterhase sein wollte
Gigi und die Ostereier-Krone
Eine Ostergeschichte aus dem Gnomenreich
Schiffsreise durch sechs Jahrtausende
Überblick über die Entwicklung des Schiffsbaus
Wie Admiral Peary den Nordpol entdeckte
Triumph und Tragik der Arktis-Forscher
Das lebendige Museum
Das Naturkunde-Museum für Kinder in San Franzisko
* * * * * *

Mai 1952

Der Seehund, der Angst vorm Wasser hatte
*

Der größte Zirkus Amerikas spielt für kranke
Kinder in New York
- 9 -

�JUGEND
Mai

1952

*

"Rodeos", die Cowboy-Wettkämpfe des
amerikanischen bestens
Der weiße Vogel mit dem grünen Kreuz
Ein ehemaliges Transportflugzeug als "fliegende Rettangsambulanz"
Erfolgreiche Schüler-Polizei in Chikago
Europareisen amerikanischer Studenten 1952 mehr
als verdoppelt
YWCA hält Nationalkonvent ab
* * * * * *

Juni 1952

Daniel Boone - Der Held der Wildnis
Weißt du, wieviel Monde stehen
Die "Familie" unserer Sonne
Meeresungeheuer - Sage oder Wirklichkeit?
Eine amerikanische Münzenausstellung zeigt
die seltsamsten Zahlungsmittel der Welt
Achtung: Rotes Licht
Verkehrserziehung als Unterrichtsfach
* * * * * *

5) GEISTIGES LEBEN
April 1952

Die Kritik am Buch der Bücher
er Stand der wissenschaftlichen Bibelforschung

D

Die Wirtschaftslage des amerikanischen Buchautors
*

Das Wunder der musikalischen Schöpfung
Auszug aus "A Composers World" von Paul Hindemith
Eine der anregendsten Ausstellungen dieses Jahres: "Vierzehn Augen in den Magazinen eines
Museums"
US-Institut für internationales Erziehungswesen
veröffentlicht Jahresbericht
August Macke-Ausstellung in New York
Hugo-Wolf-Biographie in USA erschienen
"Europäische Geschichte" eines amerikanischen
Historikers in Deutschland erschienen
* * * * * *

- 10 -

�GEISTIGES LEBEN
Mai 1952

*

Getanztes Leben und erlebter Tanz Martha Graham und Doris Humphrey
Die Vernichtung des Judentums durch den Kreml

*

Eugene O'Neill und die moderne Dramatik
Die neue Welt wird porträtiert
Bericht von der Neukartographierung der westlichen Hemisphäre
Ausstellung zweier Mainzer Bibeln in der Kongreßbibliothek in Washington
Columbia-Universität in New York beginnt Ostasien-Seminar
20 Millionen Besucher der National-Galerie in
Washington
Wallfahrt amerikanischer Katholiken nach Barcelona

Juni 1952

Zur bevorstehenden Veröffentlichung einer Autobiographie der Menschheit
*

Beethoven-Handschriften in Amerika
Sammlungen von Notenhandschriften und Briefen
großer europäischer Musiker in den USA
Geknebelte Sowjetwissenschaft - Der wohlüberlegte
Mord an der Vererbungsforschung

*

Auf das Zusammenleben kommt es an - über das
Pulbright-Programm
Religionsgemeinschaften in den USA
Relaisstationen im Weltall
Zehn Jahre Tanglewood

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6) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
2/4/52

Im Delawaretal entsteht Amerikas Ruhrgebiet Neues Stahlzentrum Morrisville
Deutsche Spielwaren eroberten Amerika
Bilanz der II. Internationalen Spielwarenmesse
in New York
- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
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2/4/52

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Kalt- und Ölgummi auf dem Vormarsch
Westdeutschland zweitgrößter Werkzeugmaschinenexporteur
Kreuzzug mit Pinsel und Quast - 65$ aller amerikanischen Familien streichen heute ihre Wohnungen
selber
Der Magier von Bad Nenndorf
Public-relations, wie sie sein sollen
"Verjüngungsbäder" für Nylon
Neuer Kunststoffüberzug
Klemmsicherer Reißverschluß

•t/52

Moskauer "Handelsfrühling" ohne "Schwalben"
Der inflationistische Druck ist gewichen
bbröckelnde Preise - bessere Versorgungslage zurückhaltende Käufer
Erdölsorgen - vorläufig unbegründet
Der amerikanische Reisekompass zeigt nach Europa
Die soziale Sicherung der Arbeitnehmer in Deutschland und den USA
Betriebsdemokratie und Mitbestimmung - international
gesehen.
Wo arbeitet die Amerikanerin?
Die "fliegende Schreibmaschine"

2?

Die richtige Heilmethode
Preiskontrollen oder freier Markt?
Aufträge für Riesentanker
Fast 2 Millionen dwt Schiffsraum auf den amerikanischen Helligen
Die wirtschaftliche Stärke in Ost und West (Schaubild)
VI. internationaler Kongreß für Weidewirtschaft
in den USA
Der automatische Parkplatz
Autosteckbrief
Der g r ö ß t e PKW-Motor: C h r y s l e r K - 31 0

12 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
1 6/4/52

Pur und wider den Indexlohn
Lohngleichheit von Mann und Frau
Reallöhne in den Marshallplanländern 1938 und 1951
Probleme des Düsenmotorbaues
Keramische Werkstoffe statt Metalle

23/4/52

Die Conti-Werke suchen neue Wege zur Leistungssteigerung
Elektrizität in neuer "Ehe" mit Aluminium
Der US-Staatshaushalt in 4 Jahrzehnten
Neues aus der Atomphysik
XPs - Herolde eines neuen Zeitalters
Die Entwicklung der amerikanischen Stahlarbeitergewerkschaft
Der garantierte Jahreslohn in der Praxis
Verbesserte Metallsehneideverfahren

50/4/52

In Labrador wird das größte Eisenerzgebiet der
Welt erschlossen
Amerikanische Wirtschaftslage teils rosig, teils
grau gesehen
Aufrüstung kein gutes Geschäft
Lehrlingsausbildung und Berufsschulung in den USA
Gewerkschaftsunterricht für Lehrer
Büchsenmilch mit Geschmack von Frischmilch
Durchsichtiger Kunststoff aus Zucker
* * * * * *

7/5/52

Schaumgummi erobert Amerika
Vielfältige Verwendungsarten - hervorragende Eigenschaften
Lebenshaltungskosten in den USA 1941 - 1952
Hohe Spareinlagen als Inflationsbremse
über 4 Millionen Firmen in den USA

- 13 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/5/52

Die "Arbeiterhochschulen" der CIO-Gewerkschaft
"Taylorismus" und "Mayoismus"
Die Entwicklung der amerikanischen Betriebsverhaltnisse
Vom Abfall zum wichtigen Rohstoff - Die Rinde
der Douglas-Tanne
Die Badeanstalt in der Aktentasche

14/5/52

*

Aktivierung der innerbetrieblichen Reserven bei
der Dortmund-Hörder Hüttenunion A.G.

*

Wallstreet zwischen 1792 und 1952
Die New Yorker Börse feiert ihren 160. Geburtstag
Wie groß wird das Defizit im amerikanischen Staatshaushalt?
Die Bedeutung des Abzahlungsgeschäftes und der
Kreditbüros im amerikanischen Wirtschaftsleben
Was erwartet den deutschen Einwanderer in den USA?
Arbeitsmarkt und Verdienstmöglichkeiten
X-2 verdoppelt Haltbarkeit von Kunstseide
Veredelte Baumwolle mit Eigenschaften synthetischer Fasern

21/5/52

So arbeitet die "Wall Street"
Ein Interview mit dem deutschen Handelsattache
in New York
Ausbau von Erzbergwerken im In- und Ausland
Steigender Brennstoffverbrauch in der ganzen Welt
Überblick über die Weltenergieversorgung 1929-1950
Arbeitsfrieden ohne Gesetzgeber und Richter
Die freiwilligen Abmachungen der US-Gewerkschaften
zur Eindämmung der StreiKgefahr
Weibliche Halbtags- und Stundenarbeit in den USA
Das Problem der Morphinsynthese
Billiges Kohlehydrierverfahren

28/5, 52

*

"Das Herz des Viertakters schlägt in Detroit"
Die ^'ordwerke - die größte Industrieanlage der Welt
Der "Fall" Giannini
Federal Reserve Board gegen Monopolisierungstendenzen im Bankwesen
- 14 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
28/5/52

Weltfilmproduktion im Spiegel der

etzten 20 Jahre

Neue Farben mit Titanpigmenten - Synthetische
Edelsteine aus Farbpigmenten
Was erwartet den deutschen Einwanderer in den USA?
Der US-Arbeitsmarkt bis 1953
Arbeitsbedingungen in der amerikanischen Landwirtschaft
Atombatterie
Feuerlöscher im Benzintank
* * * * *

11/6/52

Die Rolle der Aktiengesellschaften in der US-Wirtschaft
Die deutsche Wissenschaft stand Pate
Amerikas Chemische Industrie "entdeckte" die Kohlehydrierung
Die Aufga en der Weltbank im Jahre 1952
Serie "Was erwartet den deutschen Einwanderer in
den USA9"
Die Verhältnisse in der amerikanischen Schuhindustrie
Die amerikanische Negerbevölkerung holt auf
10 000 Zeichen/sec mit dem "Charactron"
Hochwertige Treibstoffe durch neues Raffinationsverfahren
Kalt-Polybutadien
Schrumpffeste Kunstseide

18/6/52

*

Technische Planung nach neuartiger Methode
Kaiser-Frazer spart Arbeitsstunden und Personal
Fünf Jahre Taft-Hartley-Gesetz
Westdeutschland im Mittelpunkt der Toronto-Messe
Wieviel kostet ein Kilo Film?
UNESCO im Kampf gegen die künstlichen Kulturschranken
Die Gewerkschaften am Kreuzweg
Wandlung vom Arbeiterscnutzverband zum wirtschaftlichen Kontrollorgan?
Feuersichere Wolle

- 15 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
18/6/52

Alkohol aus Holzabfällen
F'ugzeugtreibstoffe mit hoher Verbrennungstemperatur
Pia tisches Fernsehen

25/6/52

*

Deutschland fragt - Amerika antwortet Der Technologische Informationsdienst des RZW

*

Amerikanische Flugzeugprod ktion rollt
Der amerikanische "Kapitalismus" im Spiegel neuer
Wirtschaftsthe rien
Weltre'sernte auf Vorjahrshöhe
Ameri anischer "union-shop" und deutsches Mitbestimmungsrecht
Der Feuerlöscher in der Handtasche
Der perfekte

alzstreuer

Schallplatte als Sparschwein
"Walkie-Lookle1
* * * * * *

1£

LANDWIRTSCHAFT

April 19.2

Neues Verfahren der "Herstellung"' von Süßwasser
aus Meerwasser
Neue Luzernes rte gibt gute Weid«- - Die Bewährung
der Nomad-L zerne
*

Experimente mi

präparierten Rüben- und Gemüsesam n

Die Nahrungsmittelreserven der Welt liegen im Ozean
Das Notizbuch des Bauern
Aufzeichnung n ersparen Arbeit un

Ärger

Landwirtschaftliches Produktionsprogramm Amerikas
für 1952
53 Millionen Truthühner
Eierproduktion in den USA
* * * * * *

- 16 -

�I

LANDWIRTSCHAFT
Mai 1952

Das internationale Weizenabkommen
Queckentöterin Trespe
*

Das Geld wächst auf der Wiese
Salz für die Milchkuh
Amerikanische Plugzeuge gegen Heuschrecken im
Mittleren Osten
Neue Geräte zur Düngerverteilung
Pasteurisieren von Eiern
Amerikanische Jungfarmer besuchen Europa
* * * * * *

Juni 1952 *

Riesenfußball mitten im Urwald
Ein Wald wird in Stunden gerodet
Pliegenbekämpfung mit chemischen Mitteln

*
*

Erfahrungen mit künstlicher Befruchtung
Kleine Mäuse - Große Geschäfte
Chinchilla-Zucht in Kalifornien
Insektenvertilgungsmittel fördern Pflanzenwachstum
Die Verteilung der Traktoren in den Ländern
der Welt
Amerikanische Parmjugend in Westdeutschland
* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial

- 17 -

�A M E R I K A

D I E

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL
DES »AMERIKA DIENST»
vom !• Juli 19t?2 - 3o.September 1952.

Seite
1

1.) ALLGEMEINES
2.) SONDERBEILAGEN

5

3.) FÜR DIE FRAU

6

4«) FÜR DIE JUGEND

8

5.) GEISTIGES LEBEN

9

6.) WIRTSCHAFT UND ARBEIT

lo

7.) LANDWIRTSCHAFT

15

* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln: liefert der »AMERIKA DIENST»
kostenlos Bildmaterial

�1) ALLGEMEINES
2/7/52

4/7/52

*
*

11/7/52
*

16/7/52

*
*

18/7/52

*

Philadelphia - Schrein der amerikanischen
Freiheit
Wissenschaftler entwickeln neue
Hatten-Vernichtungsmittel
Osteuropa hinter Stacheldraht
Zu dem Buch "Eroberung durch Terror"
Von Leland Stowe
Die gestörte Kurzwelle
Beobachtungen der Sonnenaktivität durch ein weltumspannendes Netz von Observatorien
Nordamerikas älteste Siedlung
Das 800 Jahre alte Old Oraibi in der Reservation
der Hopi-Indianer
Geheimnisvoller Pazifik
Wissenschaftliche Expedition in die liefen des
Pazifischen Ozeans
Zehn Ereignisse machten Geschichte
Die für die Entwicklung der USA wichtigsten
Ereignisse
Großhändler in Fliegenden Bananen
Erfolgreicher•amerikanischer Hubschrauber-Konstrukteur
Das Chamäleon würde blaß vor Heid
Verblüffende Parbänderungen bei Fischen
Indianer, Mexikaner, Amerikaner
Von Oliver La Pargo» dem Verfasser des bekannten
Indianerromans "Der große Sachtgesang"
PVP als Blutplasma-Ersatz
Menschen an der Schwelle des Weltraums
Ich war Volontär bei der UN
Studenten aus aller Welt lernen die UN durch
praktische Arbeit aus eigener Anschauung kennen
Die Negerpreaae in den USA

23/7/52

New York braucht billige Wohnungen
Die Vereinigten Staaten von Europa in amerikanischer
Perspektive
Neue Hoffnung für Geisteskranke
Erfolge mit chemischer Schocktherapie

Zu den mit • bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial

- 1 -

�ALLGEMEINES

n/r/52
6/0/52

Sozialversicherung für Selbständige

*

Zwischen Tiefsee und Dschungel
Zum 75» Geburtstag von William Beebe
Cleveland —

Amerika en miniature

Das billige gute Buch
Heue Viertelj ahrea-Pocket-Book-Serie
•New World Writing*
Rockefellerstiftung verteilte im 2.Quartal
1952 zehn Hillionen Dollar
8/8/52

Die Klima-Anlage im mensehliohen Körper
Würstchenbude bringt Millionenkapital
USA - Die Permanente Revolution
Buchbesprechung einer kürzlich in Deutsch
erschienenen selbstkritischen Analyse der USA
Die Trommeln rufen zum Pow-Wow
Das Treffen der nordamerikanischen Indianer
in Sallup

13/8/52

Was ist Blindheit?
Ul nimmt sich Lösung der Blinden-Problerne an
Die amerikanischen
15/8/52

*

Universitätsverlage

Tosemite Talley - Das Ferien-Paradies
in der Sierra Nevada
Das Ende einer Revolutiont Klassen im
"klassenlosen" Staat der UdSSR
Aufführung von Johann Strauss* »Eine Rächt in
Venedig* im Preilichttheater von Jones Beaoh
in New Xork

2 o/8/5 2

Nationaltheater ohne Subventionen
Rolle der ANTA (American Rational The&amp;tre and
Acaaemy) im amerikanischen Theaterleben
Die Porstwirtschaft in den USA
Sine Stadt ist zu vermieten
Privatunternehmer baut Stadt für 7o ooo Einwohner

22/8/52

Wyoming - der Staat auf dem Berg
Der Tater des amerikanischen realistischen Romana
Leben und Werk Theodore Dreisers

- 2 -

�ALLGEMEINES
22/8/52

27/8/52

"Haben wir Zeit, ein Taxi zu nehmen?*
Bas Yerkehraproblem der amerikanischen Großstädte und Vorschläge zu seiner Lösung
*

Methode zur Konservierung *lebender*Bautstüoke

*

Luftbrücke über den Pazifik
Nach Korea aind zu jeder Stunde loo Transportflugzeug« der UATS unterwegs
Gruß an Trossingen
Amerikanische Stimme zur 5oo-Jahrfeier der
Mundharmcmlka-8te&amp;t
LABOE D U - lag der Besinnung und der Mahnung

29/8/52

Die staatliche Druckerei der USA
Dar Feldzug gegen das Analphabetentum
UHESCQ bildet in aller Welt «Missionare in
Wort und Schrift* aus
Das internationale letz der Höhenforschung
Hochgebirgslaboratorien im Dienste naturwissenschaftlicher Forschung
* * # * *

3/9/52

*

New; Orleans - ein Welthandelsplatz
Tollinvalide mit Beruf und Lebensziel
Aus der Arbeit des Mew Torker Instituts für
Physikalische Medizin
Zur Ökonomie des Lesens
Winke für den, der mit seiner Lektüre
"nicht durchkommt*
Carl Schurz* unbeirrbarer Rebell der Preiheit

5/9/52

*

Das Weiße Baus im Wandel der Jahrhunderte
• • • Und wieder fallen alle Zehne
Kein Sport in den USA hat so viele aktive
Anhänger wie das Kegeln
WHO gegen Krankheit und Seuchen
Europa und das Technische Hilfsprogramm der
Weltgesundheitsorganisation

lo/9/52

Ideen, muß manrhaben
Deutscher_Sehneidermeister wird in USA angesehener business man
Die Mohawks von Brooklyn
4 000 Mohawk-Indianer arbeiten bei Stahlbaufirmen
in Brooklyn

- 3-

�ALLGEMEINES
10/9/52

Für Hilfsbereitschaft und Fairnesa
Aus der Tätigkeit der vier großen amerikanischen Clubs Rotary, Kiwanis, Lions und
Exchange

12/9/52

Der Selfmademan, der Flugwege baut
Die rollende Blutbank
Eisenbahnspezialwagen hilft in der großen
Blut spende akt i on
Sinnesorgane und ihre Fehler
Musikalität und verfeinerter Geschmackssinn
sind von Genen abhängig
Sie unsichtbaren Mörder
über die Erforschung der Pflanzenviren versucht
man die Erreger der menschlichen Tirenerkrankungen der medizinischen Kontrolle zu unterwerfen

17/9/52

Onkel Toms Versicherungsgesellschaft
Charles Spaulding, ein Pionier des zwanzigsten
Jahrhunderts
Knigge ex cathedra
Amerikanische Hochschulen machen auslätadische
Studenten mit den Gewohnheiten des Landes vertraut
Hemingways neues Werk *The old Man and the Sea*
19/9/52

*

Universität unter dem Polarkreis
Alaska» Land mit der großen Zukunft
Lärmbekämpfung erhöht Produktivität
Erfahrungen eines amerikanischen Industriewerkes
Anonyme Größe
Der Bildhauer James Sarle Fräser

24/9/52

*

Kabeljau auf der Börse
Die Fisch-Börse von Boston
Brücken zwischen Kontinenten
Aufgaben der Amerika-Häuser in der Welt
34-0 Millionen Tolt gegen Krebsgeschwüre und
Materialfehler
Hollywood dreht 4'Joe-Louis-Pilm*"

26/9/52

Herzen unter dem Messer
Methoden und Möglichkeiten der Thorax-Chirurgie
In der größten Baumwollspinnerei der USA

- 4 -

�ALLGEMEINES
26/9/52

Der "Supreme Court*, Amerikas höchste richterliche Gewalt
* * * * *

2) SeiDBBBBiLAGEN
2/7/52

Wir werden in Berlin bleiben
Berliner Rad« dea US-Außenministers Dean Aoheson
vom 29-6.1952

4/7/52

AMERIKA WÄHLE (YI)
Wie wird man Kandidat?
Form, Aufgabe und Durchführung der nationalen
Parteikonvente der-USA

li/7/52

Das neue China Mao Tse-xungs - eine totale
Despotie
Leitartikel der "Times of India" vom 2»Juli 1952

18/7/52

"Jaran glaube ich" ?%
Menschliche Bekenntnisse amerikanischer Persönlichkeiten zu Anstand, Würde, Gerechtigkeit
und Preiheit
John Steinbeck antwortet einem Kommunisten
Brief des amerikanischen Schriftstellers an den
kommunistischen italienischen Schriftsteller
Ezio lad de i

23A/52

"Daran glaube ich" (II)
Bekenntnisse amerikanischer Persönlichkeiten
zu Anstand, Würde, Gerechtigkeit und Preiheit
* * * * *

6/8/52

"AMERIKA" - ein Born im Auge der Sowjets
Zur Einstellung des Erscheinens der russischsprachigen amerikanischen Monatszeitschrift
"Amerika" im Bereich der Sowjetunion

27/8/52

Erklärung Präsident Truman* zum amerikanischen
Peiertag der Arbeit (1.9.52)
LABOR DAT 1952
Von Maurice J.Tobin, Arbeitsminister der USA
*

* * * *

�SOHDEBBEIIAGEK
12/9/52

Amerika wählt (VII)
Die große Bewährungsprobe
Wahlkampf um die US-Präsidentsehaft ist in
vollem Gange

17/9/52

Bean Acheson zur weltpolitischen Lage (11.9.52)

19/9/52

Das Erbe Carl Schurz*
Bede des amerikanischen Hochkommissars
Walter J.Bonnelly in der Frankfurter Paulakirche: (17.9.52)
* * * * *

3) ABTIKEL TUR DIE FBAU
9A/52

*

Die Welt erlebt mit nur drei Sinnen (I)
Von Helen Keller
Ernst zu nehmende Backfische
Psychologin weist nach, daß die junge Amerikanerin von heute ausgesprochen verantwortungsbewußter Mensch ist
Sie ganze Welt wartet
Das Tagebuch der 13-Jährigen Anne Trank
Unbeschwerte Schwangerschaftswoehen
Internationales Stipendium für Frauen
33 Ländern

23/7/52

aus

fcleiohes
Reckt für die Trau
Eine Hound-Table-Diskusaion. der Universität
von Chicago über die sich ständig wandelnde
Holle der Frau in den USA.
Die Welt erlebt mit nur drei Sinnen (II)
Ton Helen Keller
Das redselige Geschlecht
Wer ist redseliger, Mann oder Traut
Pflanzen- oder gemischte Kost?
Forschungsergebnisse zu einer alten Streitfrage
Schülerin aus Bayern
dem Akkordeon

erobert1 Amerika mit

Eieraohalen nicht wegwerfen
* * * * *

- 6-

�ABTIKEL FÜR DIE FRAU
Das einsame Land der schwerhörigen Kinder
13/8/52
Variationen über ein Thema in Stoff
Aus der Arbeit amerikanischer Modeschöpfer
Die Frau* Reserve des amerikanischen Arbeitsmarkt ea
Inte rnatlonaler Klnderhilfafomds setzt Arbeit fort
Salalos braucht nicht geschmacklas zu sein
»Die amerikanischen Frauen könnten den Präsidenten wählen ...*
Der politische.Einfluß der amerikanischen Frau

27/8/52

Bas begabte Kind
Aufgaben, die außergewöhnlich begabte Kinder
Eltern und Lehrern stellen
Atome in der Küche
Radioaktive Substanzen kommen Nahrungsmitteln
zugute
Indiskretionen über die kommende Herbstmode
Sinn für Humor gehört zur glücklichen Ehe
Harlan; Anderson filmt
Die verborgene Blume
Ein neuer Roman Pearl S. Bucks
* * * * *

Die wunderbare Wirkung der Spieltharapie
Schwer erziehbare Kinder spielen sioh von ihren
Komplexen frei

10/9/52

Ihre Exzellenz, die Frau Botschafter
Eugenie Anderscn,US-Botschafterln in Dänemark
Tierkinder erziehen Menschenkinder
Kinder entwickeln Verantwortungsgefühl,Fürsorglichkeit beim Spielen mit jungen Tieren
Bebenlinie der Mode» Der Sweater
Sag niemals *immer*
Batschlage für eine gute Ehe
Studium - die beste Kitgift
24/9/52

*

Gespräch mit Marien Anderson
*

Kinderspielplätze - Paradies der New Torker Kinder
Waschtag ohne Schrecken

�AWTIKBIi FÜR Dia FBAtt
24/9/52

Neues Antibiotikum

gegen Akne

Wohlriechende Farben *schmecken,M,l!i«saer
Forschungsergebnisse einer chemischen Versuchsanstalt
Frauenclubs planen Weltreise zur Hebung des
Semeinschaftsgedankens
•

* * »

•

4) JUSEffH
Juli 1952

Lebende Fossilien im Schatten der Wolkenkratzer
Chemiker - ein Beruf mit Zukunft
*

Schwere Musik leicht gemacht
Die New Torker Philharmoniker bereiten wieder
• Konzerte für Kinder und Jugendliche vor
Unter dem Schlamm der Sintflut
Ausgrabungen im Delta des Buphrat und üügris
Yör der Wissenschaft steht der Mensch
Erfahrungen eines Austauschstudenten in den USA
* * * * * *

August 1952 * Bronco Charlie
Der letzte Postreiter aus dem Wilden Westen
"Der Streik schadet den Blumen*
Stuart Jackson, ein neunjähriger Zeitungsverleger
75 Jahre »Konservierter Schall*
Yon.JEdisons. phonographischer Walze zum
Magnettophonband
Geheimnis der fliegenden Monarchen
Wissenschaftler versuchen das (Reheimnis des Wander»
flugs eines Schmetterlings zu enträtseln
Schwarze Kiesel für die UN
Bin einzigartiges; Geschenk der Insel Ihodos
*

*

*

*

*

�jussira

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September 1952

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•

Der leichtsinnige ürachjäger
Eine. Indianererzählung
*Eie pferdestehlende Katze von Oregon*
Im amerikanischen Westen sind auf Pumas
Kopfpreise ausgesetzt
*Jungferninseln* mit buntbewegter Tergangenheit
Seeräuber und Zuckerrohrpflanzer traten
Kolumbus1 Erbe an
Himmels feuerwehr im" Urwald
Todesmutige Bauohspringer ersticken Waldbrände im Keime
* * * • *

5) GEISTIGES LEBEN
Juli

1952

*•

Menottis Einfluß auf die moderne amerikanische Opernbtthne

*

Mary Cassatt - Halerin der Mütter und Kinder

*

Registrierte Gehirnwellen
über Erfahrungen mit Elektroencephalographen

*

Erzieherische Formung der Sesamtpersönlichkeit
Die Landwirtschaftliehe Hochschule von
Michigan
Offener Brief Upton Slnclairs an Joseph Stalin
Beutsehe Chorstuhle im Metropolitan Museum
•

August 1952

# • * •

Kind und Kultur
über das Hauptwerk des Kinderspezialisten
Dr. med« lr.ph.il« Arnold Gesell, das in.
deutscher.Sprache erschien

*

Wort, MusiiC, Geräusche
Erfolgreiches Fest moderner schöpferischer
Kunst an der Brandeis-Uhiversitat

*

Genialität und Maziplin
Ben Stahl fand Synthea« zwischen den künstlerischen und praktischen Werten der Malerei
und Graphik

- 9-

�GEISTIGES IBBüiN
August

1952

Deutsche Bundesrepublik nimmt am
Fulbright-Programm teil
25o deutsche Studenten und Dozenten werden
ab 1955 jährlich im lahmen des Eulbrightr-Austauschprogramms in den T3SA. studieren
*

September 1952

* * * *

*

"Weg von den farblosen Aufsätzen"'
T ©ilbert ©roavenor und sein "National
Geographie Magazine*

*

Sinclair Lewis' letzt© Tage
Ton Alexander Manson, dem Privatsekretär
des amerikanischen Trichters
OoKenry - der*BntdeckerM' Hew Yorks
William Sydney Porter, der unter dem
Pseudonym O.Henry Weltruhm erlangte
Das Traumhaus von Peterhörough
Im Haus der greisen Mäzenin Marian MiacDowell
schrieb Thorton Wilder "Die Brücke von
San Luis ley*
Deutsche lucherfolge in den USA
* ; * # * *

61 WIRTSCHAFT UKD ARBEIT
2/7/52

*

Detroit er Zukunftsmusik

*

Herrscher über Milliarden Kilowatt
Die ÄBomnrille Power Administration1* verfügt über die größten Staudämme der-Welt
Lars hatte eine Idee
Deutsche Ein-Mann-Fiederlassung überwindet
internationale Rohstoffkontrollen
Kunststoffe haben eine große Zukunft
Gewerkschaftliche Selbstkontrolle in den USA
Reform des Arbeiterbildungswerks in einer
TIS-Gew erkschaf t
Zweirädriger Eisenbahnwagen
"Synehro—Taps * - ein neues Magnetophonband

- lo

�WIEgSgHAPT. UND ARBEIT
9/7/52

Erdöl in Kordalaska
Rationelleres Met all formuagav erfahren durch
Metallpulver
Bergbau ohne Bergleute
Heißwasser zur Schwefel- und Salzgewinnung»
Kohl«7erbrennung unter Tage, Leichtmetall aus
dem Ozean
USÄ-Gewerkschaften und politische Wahlen
Die amerikanischen Arbeitnehmerverbände als
politischer Faktor
Präzisionsuhr ohne Steine

16/7/52

Auch Amerikas Zeitungen haben ihre Sorgen
US-Wirtschaft trotz Stahlstreik stabil
Grewinnbeteiligungs- und Pensionapläne in der
US-PrivatIndustrie
Größere soziale Sicherheit durch Initiative der
Unternehmer
Warum arbeitet die Amerikanerin?
Die Universitäten dringen ins Tolk
Mangangewinnung aus Hochofenschlacke
*

6/8/52

* * * *

Der Prosperitätswall gegen den Kommunismus
Das amerikanische Hilfeprogramm für Ostaaien
zeitigt erste Erfolge
Lebt der Amerikaner besser als wir?
Auf je 4 Arbeitnehmer 5 Aktionäre
Die großen Industrieunternehmen der USA in
Zahlen gesehen
Die 8 Gebote des sozialen Friedens
Ursachen der innerbetrieblichen Spannungen
Kaffeemaschine mit Wählscheibe
Magnetpumpe für flüssige Metalle
Metalle freisehwebend geschmolzen

11 -

�WIRTSCHAFT UHD ARBEIT
13/8/52

*

Tradition und Portschritt verbinden sioh bei
Soennecken
Anzüge aus Erdöl - völlig knitterfrei
»Chemische* Textilindustrie auf dem Vormarsch
Wer besitzt die amerikanische Industrie?
Die Kasse der Aktien befindet sich in der
Hand von Kleinaktionären
Ungewöhnliche Metalle in der modernen Industrie
""Union Shop* mit neuem Akzent
»Motor der Zukunft*
225-Mjagahertz—Trans! stören
Hbohspannungs—Trockengleichrichter

20/8/52

leistungsfähiger - schneller - billiger
Bin alter Kraftfahrer zieht Bilanz
Das Fernsehen erobert den amerikanischen
Kontinent
Amerikas Wirtschaft zur Jahresmitte
Trotz Stahlstreik normale Entwicklung
Der ideale Lebenamlttelladen der Zukunft
Die strukturellen Veränderungen in der
amerikanischen Textilindustrie
Kunstharzbeton mit doppelter Festigkeit
Fertigbetonplatten für Industrie und Wohnungsbauten

2.7/8/52

Zur Stärkung, der freien Welt
Das neue USA-Gesetz konzentriert die amerikanische Wirtschaftshilfe
Werkzeugmaschinenfebrikrci.ll.Märkte zurückerobern
Die USA sind eine Billion Dollar wert
Überblick über das amerikanische Yolksvemögen
Zwischen Scylla und Charrbdia
Die Frage der Freispolitik in den USA
Sin Haus aus Stroh
Die gleitende Lohnskala in den
Staaten

- 12 -

Vereinigten

�&lt;

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
27/8/52
Die •'sprechende1* Fahrbahn
Neue Grummifarben mit überragenden Eigenschaften
Neues Hochleistungskabel
Die Gewerkschaften als Hüter des Lebensstandards
* * * * *

3/9/52

Man sagt Merck und meint Medizin
Väterliche Tradition und eigene Initiative
schufen ein bedeutendes Industrieunternehmen
in der Neuen Welt
Die amerikanische Wirtschaft im Jahre 1975
Wie amerikanische Volkswirtschaftler die wirtschaftliche Entwicklung der USA in den nächsten
25 Jahren sehen
Titanerzeugung soll durch staatliche Hilfe
forciert werden
US-Gewerkschaften als potentieller Wahlblock
Neuerungen in der Meßtechnik
Apothekerwaage mit 1/10 Milligramm Genauigkeit
Microgasometer

10/9/52

Compax PH-Messer
Minot Rotary Microtome
Strontium 90 als Dickenmesser
Die Türkei löst ihre Verkehrsprobleme
Amerikanische Autos erhalten ein neues Gewand
Baisse am amerikanischen Wollmarkt
Radar für den Flughafen
Weltpolitik als Thema der Erwachsenenbildung
"Musterbetrieb" der amerikanischen Textilindustrie
Aluminiumüberzüge nach neuem Tauchverfahren

- 13 -

�f

WIBTSQMffT UNIT ABB33IT.
17/9/52

Utas Schmalfilmprogramm der MSA unterstützt die
Bestrebungen, der deutschen Produktivitätsaktion
4oo-Millionen—nollar-^uminiunBNerk in Alaska
Manganerzeugung soll durch staatliche Subventionen erhöht werden
Deutsche Maschinen für amerikanisches Aluminiumwerk
Wie kaufe ich einen gehrauchten Wagen? (I)
Streikfrage un&lt;i Gewerkschaftsmonopol in
den USA
Frauen

im amerikanischen

Plugzeugbau

Hinkommen der Xrzte,Bechtaanwalte und Zahnärzte in den USA
Neue 'Wunderfaser" widersteht 1 4oo Grad Celsius
Penicillinpräparat gegen Gelenkrheuma
BAL gagen Hauterkrankungen
Cortison gegen Haarausfall
24/9/52

Hollywoods Pilmproduzenten in der Zwickmühle
Selbstbedienung bei Woolworth
Steht eine nochmalige Erhöhung der Aluminiumkapazität bevor?
Wie kaufe ich einen gebrauchten Wagen? (II)
Gewerkschaftliche "Tachhochschule* in den USA
M e ILGWU besehreitet neue Wege im Arbeiter-,
bildungswerk
Farbfernsehen jetzt technisch durchführbar
Marisilid gegen TBC

*

* * • *

- 14 -

�7) LtrafllRTaCHAJT
August

1952

Internationale Abwehrmaßnahmen gegen die
Bang1sehe Krankheit
Gc'afl-Schutzhülle für Obst und ©emüse
Tersand von frischem Obst und Gemüse ohne
Kühlung
Klima-Kalender für lauern und Särtner
Amerikanischer Klimaforscher errechnet
Wachstumseinheiten für Nutzpflanzen
Ein Pionier des Weizenbaues
Einkommensverhältnisae in der amerikanischen
Landwirtschaft
Hormone gegen Sterilität
*

September 1952

* * • *

Eodenbeschaffenheit und menschliche Ernährung
Ein ungewöhnliches Geschenk
Die Universität von Missouri erhält *£«
ffiuernaey—Zuohtviehherde mitsamt Liegenschaften als Geschenk
Viehfutter waggonweise aus dem Labor
Schwefel in Landwirtschaft und Industrie
Sin neues Yitamin-A-Präparat
Rekordernten aus Hydrokulturanlagen
Interessantes für den Bauern

*

*

*

*

*

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der »AMERIKA DIENST"
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- 15 -

�A M E R I K A

D I E N

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL
DES "AMERIKA DIENST"
vom 1. Oktober 1952 m 31. D.ezember 1952

Seite
1

1.)

ALLGEMEINES

2.)

SONDERBEILAGEN

5

3.)

PUR DIE FRAU

5

4.)

PUR DIE JUGEND

7

5.)

GEISTIGES LEBEN

8

6.)

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

9

7.)

LANDWIRTSCHAFT

12
* *

# *

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�1) ALLGEMEINES
1/10/52 * Cape Cod, der historische "Landungssteg" Amerikas
Der Mann am Ton-Steuer Die physikalische Technik kommt den Musikfreunden
vor den Lautsprechern zu Hilfe
* Er war ein unzeitgemäß glücklicher Mensch Zum Tode des Dichterphilosophen George Santayana
Aus dem Kraftfahrwesen der USA Ermäßigte Versicherungsprämien für unfallfreies Fahren
Die amerikanische Handelsflotte 3/10/52
Zwei neue Typen von 10 000 BRT-Handelsschiffen
Völker sprechen miteinander Auslandische Studenten an der Universität von Ohio
Hollywoods Talentsucher mit neuer Mission
8/10/52 * An der Pforte des Düsenzeitalters
Die neue Theatersaison am Broadway
Nur für starke Nerven Der neue dreidimensionale Tonfilm "CINERAMA" in
New York angelaufen
Es gibt nicht Freund noch Feind über alle Grenzen hinweg betreiben die Quäker ihr
stilles Werk der Nächstenliebe
10/10/52
USA und Montan-Union
Das neue Thule Amerika baut Flugplätze in der Arktis
Industrieforschungsinstitut untersucht nationalökonomische Verhältnisse
Trygve Lie zum 24. Oktober 1952, dem Tag der
15/10/52
URt-Sonder- Vereinten Nationen
ausgabe
Vermitteln - Verhandeln - Versöhnen Sieben Jahre UN-Charta
Die Bank der UN und ihre Aufgaben Weltbank und Internationaler Währungsfonds
Aus der Tätigkeit des Wirtschafts- und Sozialrates
der Vereinten Nationen
Aus der Arbeit der Vereinten Nationen im Jahre 195
Schiffsmuseum in "Lebensgröße" im historischen Hafe
15/10/52
von Mystic
Augenzeuge einer Apokalypse Arthur Köstlers erster Band seiner Autobiographie
Episoden aus dem Verhandlungszelt von Panmunjom
17/10/52
Limit: sechs Weltsprachen Zwei französische Sprachforscher weisen einen neuen
Weg aus dem Sprachenbabel unserer Welt
Zu" den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DI3NST
kostenlos Bildmaterial

�ALLGEMEINES
17/10/52 * Auf zwei Quadratkilometer ein Mensch Nevada lebt vom Fremdenverkehr und Bergbau
Sprechstunde für Blattläuse Naturwissenschaftler nutzen Mikroben, um
Pflanzenseuchen zu bekämpfen
22/10/52 * Sorgloses Alter in der Blumenkolonie Stiftung des Staates New Jersey schenkt alten
Leuten eigene Siedlungskolonie
* Pracht per Luftexpreß
Kleine Tempel echter Filmkunst
24/10/52
UN-Haushaltplan für 1953
Man ist so alt wie seine Arterien Durchblutung bestimmt die körperliche Verfassung eines Menschen
* Die Kunst, öl zu bohren
Im größten Tierspital der Welt Aus der Arbeit des Angell-Memorial-Hospitals
in Boston
29/10/52
Probleme der UN-Vollversammlung Die 7. Vollversammlung, die neue Bewährungsprobe der großen internationalen Organisation
* Büffelhäute und Känguruhleder Ein Blick auf die amerikanische Lederindustrie
Fremdsprachenunterricht von acht Jahren an Die Yale-Universität untersucht ein vieldiskutiertes Unterrichtsproblem
* Beseelte Drahtgestelle Sandy Calder, einer der eigenwilligsten Bildhauer Amerikas
31/10/52 * Boston - Keimzelle der USA Die historische und kulturelle Bedeutung der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Massachusetts
"Große Bücher der westlichen Welt" Der Verlag der "Encyclopedia Britannica" in
Chikago gibt Jetzt in 54 Bänden die "Großen
Bücher der westlichen Welt" heraus
Moderner amerikanischer Gebrauchs-Stil
Der Dichter und sein Lektor Die Geschichte der Freundschaft zwischen Thomas
Wolfe und seinem Verlagslektor Maxwell Perkins
* Herve J. L'Heureux Der neue rangälteste amerikanische Generalkonsul
in Deutschland
* *# * #
5/11/52
Pflugscharen statt Schwerter Zur einjährigen Arbeit der UN-Abrüstungskommission
Die Kohlenpipeline im Pittsburgher Revier
Erste Hilfe für Geigen und Trompeten Die Vereinigung amerikanischer Musikgesellschaften
unterstützt Musiker in kriegsgeschädigten Ländern
- 2 -

�ALLGEMEINES
7/11/52 * Die Korbmacherinnen von Arizona Nach uralten Vorlagen flechten die Eingeborenenfrauen der Indianerstämme Arizonas ihre formschönen
und bunten Körbe
Die Luxusvilla des Sowjetdelegierten bei den
Vereinten Nationen auf Long Island
Rost nagt an der Zivilisation Forschungsinstitute der USA führen scharfen Kampf
gegen Metallkorrosion.
* Tampa, an der Westküste Floridas gelegen, ist
Industriezentrum, Kurort und Welthafen zugleich
Langsamfahren - keine Garantie gegen Unfälle
"Er war still und immer voller Güte..." Besprechung der Einsteinbiographie aus Bela
Kornitzers neuem Band "Amerikanische Väter und Söhne"
U/11/52
Die Viehzucht in den USA
Der Vulkanausbruch auf San Benedicto
Bibel bricht Verkaufsrekorde
19/11/52 * Charleston ist eine der schönsten und eigenartigsten
Städte des amerikanischen Südens
Walt Disney: Auch ein Kulturfilm muß unterhalten
Das elektronische Gedächtnis
Im Zeichen der Roten Feder Sammelfeldzug füllt die Wohlfahrtskassen der Gemeinden
21/11/52 * Die Spanisch-Moos-Sammler von Louisiana
Spielzeugangebot wie noch nie
* Die Brezellegende
* Amerika und sein Truthahn
26/11/52
Millionengeschäfte mit Ruß
* Wie ich Schachmeister wurde von Larry Evans, dem 19jährigen amerikanischen
Schachmeister
Musik lehren heißt Menschen erziehen
28/11/52 * Hurrikan-Flieger über der karibischen See
Die Räucherkammer der USA Smithfield in Virginia ist durch seinen Schinken
bei den Feinschmeckern der ganzen Welt ein Begriff geworden
Den Erzfeind hegen und pflegen... Analyse der gegenwärtigen russischen Haß-Kampagne
gegen die USA und der Ziele und Formen der Sowjetpropaganda überhaupt
Schwester Kenny Die um die Bekämpfung der Spinalen Kinderlähmung
verdiente Krankenschwester
*

*

*

•

- 3 -

*

�ALLGEMEINES
3/12/52

*
5/12/52

*

10/12/52

*
*
*

12/12/52

*
*

17/12/52

*

19/12/52

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*

*

Menschenrechte - eine Verpflichtung
Am 10. Dezember 1948 wurde in Paris die "Allgemeingültige Erklärung der Menschenrechte" von der UNVollversammlung unterzeichnet
Regen ohne Risiko - Die künstliche Auslösung von Regen
Wisconsin - Milch, Käse und sozialer Portschritt
Weihnachtsbäume - Ein Weihnachtsrundbrief von Robert
Prost
Weihnachtsbräuche in den USA
Geschichten um die Weihnachtskarte
In Amerikas Christbaumwäldern
Frau Weihnachtsmann von Oklahoma
22 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Tuberkulose
bfachte der vorjährige Verkauf der "Xmas-Seals"
Der Erfinder des Streptomycins - Interview des diesjährigen Trägers des Nobelpreises für Medizin, Professor Selman A. Waksman
Häuser auf Rädern - Wohnwagen-Anhänger finden eine
immer größere Gemeinde
"Laßt die Moleküle rasen..." - Ein Laie spaziert durch
das Atomlaboratorium Brookhaven
Die Erdölfarmer von Oklahoma
Produktivität eine Geisteshaltung
Aber Frauen leben länger als Männer ...
Einzelheiten über den Bevölkerungsstand der Erde
gibt die 700 Seiten starke Publikation der V/HO
"Lebensstatistiken und Todesursachen"
Deutsche Richter im Zuschauerraum - Deutsche Juristen
finden bei amerikanischen Jugendgerichten Beispiele
väterlich - rücksichtsvoller Prozeßführung
Vom Waisenknaben zum Finanzminister - Zur 150. Wiederkehr des Geburtstages von Christopher Gustavus Memminger
Kunst und Werbung
Frauen bei der UNESCO
Kapitol: Schauplatz großer Entscheidungen - Seit 150
Jahren werden im Kapitol die wichtigsten politischen
Entscheidungen der Vereinigten Staaten getroffen
Bücher - Filme - Bilder - Foren
Die Programme und Projekte der ^AMERICAN LIBRARY
ASSOCIATION"
Avenue der Botschaften - Diplomaten von 77 Nationen
leben in Washington
Andersens Märchen am Broadway
*

* * # *

- 4 -

�2) SONDERBEILAGEN
VlO/52

2 2/10/52
31/10/52

5/11/52

7/11/52

AMERIKA WÄHLT (VIII)
Macht und Verantwortung
Bedeutung der amerikanischen Präsidentschaft als
oberste Exekutive des Landes
Rede des amerikanischen Außenministers Dean Acheson
vom 16. Oktober 1952 vor der UN-Vollversammlung in
New York
Auszüge aus der Rede des US-Außenministers Dean
Acheson vom 24. Oktober 1952 vor dem I. Politischen
Ausschuß der UN-Vollversammlung
AMERIKA WÄHLT
IX. Folge und Schluß
M
Die Wahlmänner ... stimmen durch Stimmzettel für
einen Präsidenten ...M
Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 1948 und
1952 Aufschlüsselung der 531 Wahlmänner nach einzelnen Bundesstaaten.
* * * * *

Z) ARTIKEL FÜR DIE FRAU
8/10/52

22/10/52

Die Frauen in den gesetzgebenden Körperschaften von
New Hampshire
UN-Organisationen sorgen für die Ausbildung von
Hebammen in asiatischen und latein-amerikanischen
Ländern
Das kleine Porträt (I)
Die Bibliotherapeutin Sadie Peterson Delaney
Geld - psychologisch betrachtet
Ergebnisse einer Reihe von Umfragen über
die Beziehungen des Menschen zum Geld
Selbstvertrauen schon in der Kinderstube
H
Good Housekeeping" - Drinnen und Draußen
Erziehung zum Staats- und Mitbürger, ein Schulfach
am Mills College in Kalifornien
Schmitz, Gnepp und Hutzelbrod
Deutsch-PennsyIvanischer Küchenzettel
Gesellschaftliches Rezeptbuch 1952
Amy Vanderbilt* Ein Buch für gutes Benehmen, wie es
der Neuzeit angepaßt ist
Sie begeisterte Könige und Bürger
Annie Oakley, das scharfäugige Mädchen aus Ohio
Das kleine Porträt (II)
Doriot Antony, erste Flötistin bei den Bostoner
Symphonikern

- 5 -

�ARTIKEL FÜR DIB FRAU
22/10/52

Die Hausfrauen-Polizistinnen von Milwaukee

5/11/52

* New Yorker Ausstellung über die Geschichte
der Suffragettenbewegung in den USA
* Wenn das Kind nicht schlafen will ..•
Amerikanischer Wissenschaftler untersucht,
warum Kinder sich gegen das Zubettgehen sträuben
Das kleine Porträt (III)
Ida Hildibrand - die Freundin der Farmersfrauen
Landschaft auf Lager
Amerikanische Photographin arbeitet als
"Filmszenerie-Detektiv" für Hollywood
In 57 Staaten sind die Frauen gleichberechtigt
Bericht des UN-Generalsekretärs Trygve Lie

19/11/52

Ein Bündel Malstifte
Ein schizophrenes Kind malt sich gesund
In Schönheit verhungern
Amerikanische Ernährungs-Wissenschaftler raten
bei allen "Sehne11-Abmagerungs-Kuren" zur Vorsicht
Wandelbare Mode - Spiegelbild der Zeit
Das Bostoner Kunstmuseum zeigt zur Zeit eine
umfassende Sammlung von Kleidern aus den vergangenen 250 Jahren
Brillen sind "fashionable"
Eis-Shows im New Yorker Madison Square Garden
Über die Freiheit zur Selbstdisziplin
"Mutter-Sohn-Team" erstmals im Kongreß der USA

3/12/52

Die natürliche Überlegenheit der Frau
Von Ashley Montagu, Direktor des anthropologischen Instituts der Rutgers-Universität
in New Brunswick
Das kleine Porträt (IV)
Gewebte Geschichtsbücher - Deutschamerikanerin
restauriert wertvolle Gobelins
Ehe der Jugendrichter eingreift •••
Erwachsenen-Forum soll gefährdete Jugendliche
vor der Bekanntschaft mit dem Gericht bewahren
Frauen in den Vereinten Nationen
Frauen übernehmen diplomatische Funktionen bei
den UN-Delegationen
Warm behütet in den Winter
Große, weiche Winterhüte in der Gunst der
Amerikanerin

- 6 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
17/12/52

* Psychologin auf eigenen Wegen
Die in Deutschland geborene Psychotherapeutin
Karen Horney starb am 4. Dezember in New York
* Eltern sind reizend, aber ...
Amerikanische Teenagers sprechen über "elterliche" Probleme
Vati ist kein Kinderschreck
Disziplin und die Rolle des Vaters in der
Erziehung der Kinder
Das kleine Porträt (V)
Florence Chambers - Olympiamedaille und
Züchterdiplom
Das Kleid der Zukunft
Synthetische Pasern und Fasermischungen sind
eine starke Konkurrenz natürlicher Produkte
Sandwiches für festliche Stunden
* » * # »

4) ARTIKEL FÜR DIE JUGEND
Oktober 1952 Der Teufel und Daniel Webster
"Mensch, ihr seid doch anständige Kerle!"
Kinder erteilen den Erwachsenen von Bloomfield
eine Lektion darin, was es heißt, Mitbürger
zu sein
* Ich breche die Blitze •••
Im Jahve 1752 erfand Benjamin Franklin den
Blitzableiter
"Halloween" - Nacht der Hexen und Geister
Kindermummenschanz am 31. Oktober
Rennwagen aus Schrott
"Hotrod"-Rennen an den Salzseen im Staate Utah
November 1952

*

Das Kaninchen und die Brunnenwächter
Eine Tiergeschichte aus dem amerikanischen
Märchen- und Sagenschatz
Das Tagebuch einer kleinen Stadt
Fünfzehnjährige Jungen und Mädchen einer höheren
Schule sehreiben ein Buch über ihre Heimatstadt
Pack die Angelrute ein •••
In den USA gibt es Millionen begeisterter junger
Angler
Mister Clark, der Büffelzüchter
Trupp 198
New Yorks blinde Pfadfinder

Dezember 1952

Die Geschichte vom kleinen Esel
Eine Weihnachtsgeschichte aus dem amerikanischen
Süden

- 7-

�JUGEND
Dezember 1952

Der Schneeschuhgeist der Sierra Nevada
Ein amerikanischer Landbriefträger vollbrachte 20 Jahre lang Übermenschliches
an Entsagung und Hilfsbereitschaft
Das Wunder der gefüllten Strümpfe
Die Entstehungsgeschichte eines amerikanischen Weihnachtsbrauches
Besuch in der Spielzeugstadt
Eine kleine Weihnachl :krippe gab Anregung
für die Anlage einer selbstgebastelten
Spielzeugstadt
•

# » * *

5) GEISTIGES LEBEN
Oktober 1952

*

Geigerzähler korrigieren Geschichtsbücher
Archäologen bestimmen mit Isotopenkalender
und Atomuhr das genaue Alter historischer
und prähistorischer Funde
Ostasiatische Kunstsammlungen in den USA
Neues Programm zur Veröffentlichung von
Dissertationen
Was Geschäftsleute sammeln
Eine Ausstellung privater Gemäldesammlungen
Engländer gewinnt Carnegie-Preis
Das Carnegie-Institut zeichnet den englischen
Maler Ben Nicholson aus

November 1952# Über den wahren Humanismus
Interview mit Albert Einstein
* Der begabte Zuhörer
Von Aaron Copland
Worpswede in Florida
Sarasota, das Künstlerstädtchen am Golf
von Mexiko
Tennessee Williams in Moll und Dur
US-Außenministerium verteilt Fachbibliographie
Dezember 1952

Deutsche Maler in Amerika
Ein Menschenalter reicht nicht aus
Interview mit dem jungen amerikanischen
Dirigenten Thomas Schippers
* Die Dumbarton Oaks-Sammlung für byzantinische
Kunst
Die Pyramidentexte
Der erste Buddhistentempel der USA eingeweiht
# * # * *

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
1/10/52

Werkzeuge des "Management" für deutsche
Unternehmer
Amerikanische Betriebsführer berichten
deutschen Industriellen über ihre Erfahrungen
Der .Farmer wird umworben
Beide Parteien versprechen das gleiche
USA lehnen Vorschläge zur Bildung eines
neuen Gummikartells ab
Der Sender des US-Normenamtes übermittelt
Zeit-, Frequenz- und Tonsignale
Amerikanische Landarbeiterprobleme
Die nächsten 10 Jahre in der amerikanischen
Gewerkschaftspolitik
Besser und schöner als Papierwolle
Neues amerikanisches Kunstharzmaterial für
den Glaswarenversand

8/10/52

Im Emslandmoor geht der Mammutpflug um
Bankiers, Kredite und Kartelle
NAM-Gutachten umreißt die Möglichkeiten und
Hindernisse für ausländisches Anlagekapital
in Westdeutschland
Heilmittel für alle Welt
Amerikanische pharmazeutische Werke für den
Riesenbedarf an Medikamenten
Die Renaissance der Baumwolle
Lohnwellen und Sozialleistungen in der
amerikanischen Privatindustrie
Der Arbeiter muß das Ziel seiner Arbeit kennen
Größeres wirtschaftliches Verständnis durch
volkswirtschaftliche Fortbildungskurse
Leuohtschirm und Schattenflugzeug als
konstante Wegweiser
Cortisongewinnung vereinfacht

15/10/52

Erdöl verändert Landschaft und Menschen
45 ölgesellschaften in Nord-Dakota
Neue Riesen-Ölleitung wird Texas mit dem
Westen verbinden
Hudson in Konkurrenz mit Ford
Neuer Wagentyp in der billigen Preisklasse
Das Autovermietgeschäft nimmt ständig zu
Mode- und Textilkrise in den USA
Neuheiten auf dem amerikanischen Weihnachtsmarkt
Der iechte Mann am rechten Platz
Deutsche und amerikanische Produktivitätserfahrungen Verden in Berlin gezeigt

22/10/52

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
22/10/52

Mehr Wissenschaftler in die Betriebe
Die Verteidigungsausgaben müssen erhöht werden
Erhöhung der Gesamtausgaben auf rund 250 Milliarden Dollar wahrscheinlich
Der ungekrönte König aller Schreibutensilien
Ein Kapitel sozialer Selbstverwaltung
Die "Agreed Bills" im Staate Illinois als
Vorbild für die Sozialgesetzgebung
Flüssiger Kunststoff
"Abstossende" Farbe
Neues Schweißgerät für Nichteisenmetalle

«29/10/52

Der Venezuela-Handel hat goldenen Boden
Wie man heute in Amerika baut
Gewaltiger Anstieg des Luftfrachtverkehrs
Westdeutschland hat größten Anteil an der
Steigerung des Frachtvolumens
In den USA ist der Automat "Mädchen für alles"
Die russischen "Paradieslöhne" - einmal
nüchtern betrachtet
Die hundertprozentige Kunststoffwohnung

5/11/52

Industrie baut Basteln zu einem Millionengeschäft aus
Amerikanische Wirtschaftslage weiterhin stabil
Die Wandlung der Einkommenstruktur
"Autofahren" im Schulzimmer
Amerikanische Frauenarbeit und Frauenlöhne
Neues Jugend-Arbeitsschutzgesetz
Hochempfindlicher Wärmemesser
Photographiere mit Datum
Regenschirm mit Fenster

J2/11/52

Betrachtung zu den deutsch-amerikanischen
Betriebsführerbesprechungen
Läden ohne Waren und Verkäufer
Ein Experiment zur Senkung der Preise und
Betriebskosten
Konkurrenzkampf auf dem Automarkt verschärft . c
Erdölwunder in der modernen Chemie
Berufswahl und höheres Schulwesen in den USA
Kleinzündanlage mit "Superfunken"
Oszillograph-Kontrollwaage für LKW

*

- 10 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
22/10/52

Mehr Wissenschaftler in die Betriebe
Die Verteidigungsausgaben müssen erhöht werden
Erhöhung der Gesamtausgaben auf rund 250 Milliarden Dollar wahrscheinlich
Der ungekrönte König aller Schreibutensilien
Ein Kapitel sozialer Selbstverwaltung
Die "Agreed Bills" im Staate Illinois als
Vorbild für die Sozialgesetzgebung
Flüssiger Kunststoff
"Abstossende" Farbe
Neues Schweißgerät für Nichteisenmetalle

29/10/52

Der Venezuela-Handel hat goldenen Boden
Wie man heute in Amerika baut
Gewaltiger Anstieg des luftfrachtverkehrs
Westdeutschland hat größten Anteil an der
Steigerung des Frachtvolumens
In den USA ist der Automat "Mädchen für alles"
Die russischen "Paradieslöhne" - einmal
nüchtern betrachtet
Die hundertprozentige Kunststoffwohnung

5/11/52

Industrie baut Basteln zu einem Millionengeschäft aus
Amerikanische Wirtschaftslage weiterhin stabil
Die Wandlung der Einkommenstruktur
"Autofahren" im Schulzimmer
Amerikanische Frauenarbeit und Frauenlöhne
Neues Jugend-Arbeitsschutzgesetz
Hochempfindlicher Wärmemesser
Photographien mit Datum
Regenschirm mit Fenster

J2/11/52

Betrachtung zu den deutsch-amerikanischen
Betriebsführerbesprechungen
Läden ohne Waren und Verkäufer
Ein Experiment zur Senkung der Preise und
Betriebskosten
Konkurrenzkampf auf dem Automarkt verschärft a c
Erdölwunder in der modernen Chemie
Berufswahl und höheres Schulwesen in den USA
Kleinzündanlage mit "Superfunken"
Oszillograph-Kontrollwaage für LKW

*

- 10 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/11/52

*

Amerikanisches Weihnachtsgeschäft läuft an
Neue Tongeräte mit neuen Effekten
Auf die richtige Farbe kommt es an
Amerikanische Geschäfte prüften verschiedene
Farben auf ihre "Verkaufseigenschaften"
Wandlungen im Arbeitsplatzwechsel in den USA
Neues gummiartiges Produkt mit großer Widerstandsfähigkeit
Neue Kunstgummiqualität verringert Reifenerwärmung

26/11/52

Planung und Test - Das A und 0 der
Produktivitätssteigerung
Weiterhin lebhafte Investitionstätigkeit in
der US-Industrie
Volkswagen auf US-Markt durchaus konkurrenzfähig
Technisches Spielzeug beherrscht den diesjährigen
amerikanischen Weihnachtsmarkt
Die Bedeutung der amerikanischen Gewerkschaftspresse
Koffer-Fernsehapparate mit Germanium-Transistoren
"Rechnendes" Transportband
Ungeziefer-sichere Kleidung

3/12/52

Bessere Wohnungen - Niedrigere Baukosten
MSA-Bergarbeitersiedlungen als Modelle für
den künftigen sozialen Wohnungsbau
"Werkprofessoren" - Ein Bindeglied zwischen
Hochschule und Industrie
Autobahnbau mit privaten Mitteln
Amerikas Erfahrungen mit einem internationalen
Problem
Die Kältetechnik in Dienste der modernen Industrie
"Musikkonserven" bedrohen die Existenz des
Berufsmusikere
Spuranzeiger lokalisiert Heizrohrschäden
Wasserski für Düsenflugzeuge
Düsenpropeller-Flugzeug

10/12/52

Das RKW - die Clearingstelle für technische
Erfahrungen aus aller Welt
internationales Wirtschaftstreffen der Freien
Welt 1953 in Wien
Das Zentrum der Aluminium-Industrie liegt
in Kanada und Alaska
"Glas"-Kunststoffe so hart wie Stahl
"Ferngelenkte" Handlungsreisende
"Walkie-Listen" - der verlängerte Arm des Chefa
- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
10/12/52

Pharmazeutika in Kapselform
Neue Papiersorte aus Glas

17/12/52

Amerikanischer Wirtschaftsspiegel 1952
(Schaubild)
Ein Jahr der Konsolidierung
Der Dollarkreislauf (Schaubild)
Produktionsausweitung - der Schlüssel zur
Erfüllung der Verteidigungsaufgaben
Großwirtschaftsräume in Zahlen gesehen
(Schaubild)
Die Außenhandelsstruktur veränderte sich
Der amerikanische Außenhandel im Jahre 1952
(Schaubild)
Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung 1952
Das Wachstum der US-Gewerkschaften (Schaubild)
* * * * *

7) LANDWIRTSCHAFT
Oktober 1952

November 1952

Dezember 1952

*

Die große Zukunft der Hybriden Formen
Große Fische im Genossenschafts-Netz
Amerikanische Fischer organisieren sich
zu Genossenschaften
Kraftfutter aus dem eigenen Betrieb
Künstliche Trocknung ermöglicht rationellere
Futterwirtschaft
Saatgutkontrolle in Texas
Neuer Trächtigkeitstest bei Kühen
US-Landwirtschaftsministerium will
Rosinenexport subventionieren
USA tauschen Weizen gegen Dünger
Der Dichter hinter dem Pflug
Louis Bromfield als Pionier der
Bodenkultivierung
Impfstoffe gegen Hühnerkrankheiten
Jede Stunde ein Ferkel
Arbeitsbericht von einer Drei-Mann-Schweinezucht in Delaware
Es geht auch ohne Melken
Kurioses Experiment amerikanischer Viehzüchter
Maßnahmen zur Hebung der Eier-Produktion
Höherer Zuckergehalt der Zuckerrüben
Zwergwuchs bei Rindern
- 12 -

�LANDWIRTSCHAFT
Dezember 1952

Hexereien mit Hirse
Colchicinpräparat beschleunigt
Zuchtauslese
Mehr Schweinefleisch - weniger Fett
Die Schweinezüchter von Ohio haben ihre
Produktion nahezu ganz auf Fleischschweine
umgestellt
Äcker schwimmen ins Meer
Experimente im Mississippital veranschaulichen, welch ungeheure Mengen von Mutterboden jährlich durch Auswaschung verloren
gehen
Buschrodung mit chemischen Mitteln
Erfahrungen mit Chlorphenoxy-Essigsäuren
Hülsenfruchtanbau seit 6000 Jahren
Ersatzstoffe für Eiweiß
Neomycin gegen Mastitis
# * * • *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial

- 13 -

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                    <text>internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden« Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Nr. 46

B e r l i n , 7 . Januar 1949

'

DIETORLIEGE3KDSCTM-TflRDIE "I^TI^l^TK'X^LLi:
ARBEITa^IITTEILUlTGSN ' ERH V '
SCJIL] B3LIGH
AUSZUEGE VDr DZ."
1S4S er TAGUNG

DES BUTCDES E!DCSnil3LL3R 0RG.J ;ISATIOI EN(C1D)
V DIE .'Ja 22.!IOVmiEER lv4S I PORTLlND.OIÜaON,
EROETINET URDB. "TBGB FJJE3'ÄF33L H»BBB IE
DNS D-i, 17 3ESC
,'
- RESOLÜTIOF D:?3 CIO
E A3
»LITE UND AUSSCHRITTE AUS DER DI3Küssio? ITIJHTJIBES
: KSEN,

D-i,6 aussenpolitIsche Resolution des, CIO.
v

:ie Resolution t» der "I. r- ung des
3er Qrganis?ti'on uebei äie Beziehungen
dern und zu den Problemen dex Arbeiter
und die Diskussion drrueber bilden r1«n
November«

CIO gibt die Auffassungen und Ansichten
der Verein! .ten Staaten au anderen La enin der ganzer a l t "
••
osolutit
3©;.en3tend dos Tä^un .sverlsufs von " \

Die internationale Lage b l e i b t weiter k r i t i s c h und bildet fuei unser
n~
zes Voll: den 3a .enstand ernster
s o r r n i s . Der'CIO t e i l t den ?ufrichti
'"unsch a l l e r Amerikaner nach ;ch\ffun- eines dauerhaften Friedens, Unser
Land hat auf den Isolationismus verzichtet und i s t sich ueber seine Ver*anti orturi;-- in bazu&lt; tüf die Vorgaenge in der " o l t k l a r , Der '10 .V.ubt,
ciasE ein .esundes, f o r t s c h r i t t l i c h e s Amerika in der ~ :&lt; ;e i s t , den Voelkern
der Erde dabei zu helfen, ihren Lebenss'tandard zu verbessern und Ton Horit

\

sont ihrer politischen Freiheiten auszuweiten. Unsere Aussenpolitik rauss
in steigendem Hasse dem bei der letzten T:ahl zum Ausdruck '^brachten Windes Volkes entsprechen. Waehrond sie einerseits naoh Bofriedun strebt
und. diese widerspiegelt, sollte der Sinfluss der E nkiers, Monopolisten
und Militaristen h
lindert und die Bedeutung und der Einfluss der ..rbeitorschaft und der liberalen demokratischen Kraeftc ^ostoigort •-erden.
In dem Hesse, • ie v ir fu &gt;r eine Aussenpolitik eintrete , die hoch " oltfric
den und Wohlstand strebt, fuöhlt sich der CIO dazu berufen, die üoberzeugungen und Ansichten seiner Mitglieder in bozug auf die vichti ,en Aragon
_ 1 „

�4

von Weltbedeutung, denen vir heute gegenüberstehen, darzulegen.
n

X* Dio Vereinten Nationen;- Nach wie vor geben vir den Organisationen
der Vereinten Nationen, zu deren Gruandung wir beigetragen haben,
unsere Unterstuetzung. Wir verurteilen den Missbrauch des Vetorechts
seitens der Sowjetunion, der den Sicherheitsrat daran hinderte,seina
edlen und erhabenen Ziele, zu deren Verwirklichung er eingesetzt
wurde, zu erreichen. TTir bedauern gloichcrmassen, dasr. die Voreinten
Nationen mehr als eine Tribueno fuer eine masslose Propaganda benutz
0

1

wurde statt einer Einrichtung zur friedlichen und unparteiischen
Loesung der Treltprobleme. Alle Anstrengungen muessen gemacht werden,
um das Gefuege der Vereinten Nationen als eine Macht fuer den '7&lt;3ltfrieden, fuer die Freiheit und die Sicherheit zu staerken.
"2. Das Buropasisohe Wiederaufbau-Pro rramtt. Nach wie vor unterstuetzen
wir das Europaeische Wiederaufbau-^Programm als Instrument des Friedens und des "Wohlstandes fuer die Voelker Europas und der "Zelt, Vir
sind der Meinung, dass die grossen schoepfarisehen und produktiven
Faehigkeiten unseres Landes dazu benutzt 'erden sollten, dorn durch
den Ilrieg verwuesteten Europa Kahrung, Kleidung und die Mittel zum
wirtschaftliehen Wiederaufbau zur Verfuegung zu stellen.
"Die freie demokratische Arbeiterschaft und andere Organisationen in
Buropa haben das E^P begruesst und hohen mit ihren eigenen Regierungen und der amerikanischen Arbeiterbewegung zusammen am Werk des 7erwaltungs-usschusses fuer das 3HP mitgearbeitet. 7ir unterstuetzen
und billigen die Taetigkeit der Funktioniere und Mitglieder dos CIO
in bezug auf ihre Zusammenarbeit im Rahmen des BGA. (Vervialtungsausschuss fuer das ERP). Dia Beteiligung der amerikanischen Arb3itorschaft am SGA auf jedem Gebiet der Verwaltung ist die beste Garantie
fuer'die Europaoische Arbeiterschaft, daas die Interessen der Mitglieder and die Uhabhaongigkeit der Europaeisohen Voelker gewahrt
'bleiben, '..'ir dringen darauf, dass dio Arbeiterschaft in steigondom
Masse sowohl an der Politik 'ia auch ..n äor VorKaltungsarboit innerhalb d.as Programms beteiligt wird unter vollster Anorkonnun? der
wichtigen Rollo, die ihr dabei zuf'eilt, den Erfolg des Programms
zu sichern.
"Wir Vorurteilen den organisierten Kampf und Jiuerst nd seitens der
So* jetunion und ihrer Satelliten gegen das SEP und dio Art und. "'/eise
wie das wirtschaftliche Flond Europas fuer politische Zwecke ausgeschlachtet und dazu benutzt wird, um ein Chaos zu schaffen und Verwirrung zu stiften, Einen der Wege zum Frieden bildet die Aufgabe
dieser Icurzsichtigonuod «nvernuenftigen Opposition. "Jir dringen
darauf, dass der Kongress auch weiterhin die notwendiges Mittel bewilligt, um dio Ziele des 2RP zu erreichen.
"3. :?uer' froio Gewerkschaften ^n. Japan und D:yuts chlandj -. T:/ir erhoffen
den baldigen'Abschluss von Jriodonsvertraogon mit Deutschland und
Japan und anderen frueheren Feindstaaten, dio von fr .i gowachlton
demokratischen Regierungen gcfuoisrt 1 ordon und sich von dorn Finfluss
und den Einrichtungen dos Faschismus, dos totalitaorcn Stastsgodan-

�kons, dos Militarismus und dar Konzerne (Kartelle) fTolgemaeht h bon.
Letzteres kann aber nur orrolcht^•wrdca, "enn die freien Qov'orksohafton
hinreichend untorstuotzt worden, un Sie in fllo Loge zu versetzen, die
ihnen eukommondc wichtige Rolle in einer l i b e r a l e n , domoler-tischen Oes l i s c h a f t zu splolon,
"Dio •.Gosundung und der Wiederaufbau Huropas verlangt ^ino Ausfuellung
-.•Vakuums, das durch die Zorstoorung Deutschlands ontst: ndun i s t . Eine
f-.Ische Noutralitaot seitens unserer Mill1porrogicrun{" go .nuobor den
Itooten und Probioman der deutschen Gka;erkechofton s o l l t o rm zugunsten
einer offenen und vollkommenen Hilfe f e i l e » lassen, und flss ISatttazlfizlorun£sprogroma s o l l t e solange fortgesetzt, '-erden, bis dar Golst dos
I" z, Ismus ausgerotto^ i s t . Dies - i r d 3iehc.rho.4t.on bieten itgen ein " i e dor-.uf leh^n des Militarismus, dor ..ggrossion und einer "irtacb-ftlfchen
Bedrohung der JJaohbnrn Deutschlands. Dan Scwarkscb ften muss ihr Sigontum zuruookgogobon werden, ferner rouossoh ihnen die technischen K i t t e l
zur Arbeit zur vorfuogang g e s t e l l t werden, wie Papier, Zeitun-en, Transportraittcl und Buerobod:erf,. Die berechtigten Forderungen der Ckr.iorksshsf
ten auf Botoiligang cm doutsohon ' "lrtsch: f t s l . b e n durch ein Sfstom von
Gemischten Kommissionen! dlo eich ^us Arbeitgebern und Arbeitnehmern
zuE"..;i;-iwnsetz eil, sind ein hoechst erroiti^-nc! es Anzolshen ftt-iir d-;- ' n achsen dos äomokrntischon (fcd^hJöJns in boutsohlnnfl und s o l l t e n dahor ?nge*ernt werden.
:
'Di i Sorstooruns dos K i l l t a r Ismus und dor K a r t e l l e in Japan mttss ^in
Anwachsen der freien Gewerkschaften und "Zoll Hctivvertr' :: 3T os: ,ns im Cofol,.e h b . : , D.s Rocht auf Streik und auf andere gor.orksdhaftlioho TCJOt i g k o i t Im E~.hr.ion dos Gesetzes muss gesebnotzt worden. 2in„ P o l i t i k dor
ressell^n gogenuober den Ge1- er', seh. ften und die VorhiadorunG des
KolloktlTYortr&amp;gsrcescns in Japan hoomun noch diu demokratische ""ant-aicklung« ' i r verlangen dlo Staorkunc d.s z i v i l e n Einflusses unr" insbesondere des Slnflussos der ^Qwqrksohr.ftpn in unserer Bosr t z u n ^ p o l i t l k in
Japan', ' i r verurteilen die Hinrichtung von Ckwarkschaftsfunktionncroa
in Glrioohonlqnd und In anderen Leoneern, dlo lodl^lloh in Raljpon des
Gesetzes gororksohaftllch t-.etia, KPTOJU
"4. Die- ^norkennun\ 3p:-nijmsjNach • io. vor b i l l i g e n r i r dlo P o l i t i k des
CIO, der sich der Anerkennung und Unters tue tzunrj des f v&amp;chlst'isohcn
Fr: neo-Spanien seitens unscror R^ai^run ••i&lt;"_r s e t z t .
«

•

"5. Die 5pw jotblpckado^ Perlins,;- Wir • e r u r t e i l o n ufs soiporfstc dio Auffassung, dass ein neuer Weltkrieg unvermeidlich i s t . " i r b e s t s e t i l e n
nach wie vor die t i e f e Friedensliebe des amerikanischen Volkes und weisen den Vorv.urf 4er Kriogstroibcrci, den die SowjotunlonsUjigeroohtorwofe»
se gogen uns erhebt, eis nbsurd und unbe^ruendet zuruock, "'ir sind siehe
dass der r ' i l l e des Volkes in jedem Lende, wonn er f r e i zura Ausdruck koiml
. . schnellstens jeder Kria^spropecend-: s e i t e n s einer Hind^rhcit ein -2ndo
. setzen wucapöo« Die Berlin von don Sowjet« auferlegte Blockada b i l d e t
cino Ocfrhr.fuer den Bestand des Friedens, "'ir v e r u r t e i l e n die .\nwondung
m i l i t r e r i s c h c r I'acht, um eine ' i r t s c h i f t s p o l i t i k zu erzwingen, wodurch
2\ Millionon Menschen, Ha.enn.ern, Frauen und Kindern Heilmittel, Nahrung,
Kleidung und Brennmaterial entzogen r i r d . , T ir bogruesson und scheetzen
don Mut und die Standhaftif.'koit der l-Iaenner und Frauen, die an der Luftbruecke mitarbeiten, die den Srfolg dieser hartherzigen und rufu^hlloscr

�Aktion zunichte gemacht h a t . Siru. Loosung der augenblicklichen Krise
in Borlin koenhte jofuhdon T orden, rro'nn man auf dio Anrcndung flos pol i t i s c h e n und T irt&amp;'ch •ftlichon Drucks vorrichten euordc, und dio vier
LA echte ihro Vorh nilun.on f r ; i von ^lrtschaftliohpn und r i i i t e o r i s c h c n
Drohungen T :iodor aufnehmen koennon«
"6. Abruestuir-;;- '"ir sppcllioron an d i e Vercinton Nationen, si^ raoegon in
ihren Boitniohungon fortf- hron, um oftio v;irklichc Abrnestune, kerb- izufuohroh, e i n s c h l i e s s l i c h oliwr- internationalen XControlle der Atomenergie
a l t der Vollmacht zur Pruefung. Di.. Vereinigten Staaten koonnon nicht
•Jbruustun, es s.-i denn, a l l e gogehraertigeri mllitaorisohon Einrichtun
woardoh offen bekanntgegeben und 3io Abruostung *lrd auf einer u n p a r t e i ischen, jorocuten und universal oh Grundlage vorgenommen,
*7« Proio Solbstro^lcrurtfit-'Ein Sruerhnftor Friede vorlangt, flass die Voelkor üoborall - e i n s c h l i e s s l i c h - e r w i r t s e h f t l i c h öarnioderBcgondon und
der Kolonial ; biete - f r e i vor. nilitaorischcm, p o l i t i s c h e n un" w i r t schaftlichem Druck in ihren RtChtön auf Selbstbestimmung ün* Solbstrogiorun j gosehuctZt Verden.
"o. Dio P o l i t i k der gut-.;;: A •chb-.rgchai't;- Der CIO haolt urebrondcrlich an
einer P o l i t i k fior guten Nachb^rseb i't ogonuobor den Voolkorn dor gnnzoi
Welt f e s t . ' i r v e r t r e t e : die klaro, unverkennbare Wahrheit., e s s Sriodo
und Wohlstand von oinandor rächt zu trennen sind. Wir uobernehraen die
Ver'int'voruir;, von uns us illos zu tun, un zu j/Jt lebrloiston, dnss.dio
Beteiligung Amerikas an den Fragen von 'ifoltintorosso 3&lt; rauf - b z i c l t ,
den Godankcn cor Demokratie zu verbreiten und uebo.r.11 der menschlichen
'Tuordö und F r e i h e i t . nerkermure zu verschiffen."

Bofuorwortc_Bfl c_ Rod.e zur aussonpolitisqhen Roselution, des_JJIO
Nech Einbringung obiger Resolution bogruossto der Vorsitzende (Waltor
Routher, Rraosldont des Vorbfajaftos der Vereinigten Automobil-Arboitor) don Vorsitzendon dos Ausschusses fuer Aussonpolitik, Vcn ... B i t t a o r . Er prooffnoto
seine Anspreche damit", öass er erkl icrte, es s e i &lt;* :fl 5fcl dös Ausschusses gewesen, der Resolution ein.-n klaren.und cllimfesr.ord.cn Charakter zu geben, Denn
f e s s t c er d i e Hauptpunkt© zusammen. Er r i c s larauf hin, fiaas Jotzt die Zeit
gekommen sei eine offene und. deutliche Sprache zu gobr uehen, '*ic z.B. in bezug
auf den kommunistischen Vorwurf, der CIO macho sich der Ariegstreiboroi schuldig."Die Tage in Amerika sind vorbei, in denen die Sowjets irgend welche Hilfe
bzw, Untcrstuotzung vom CIO erwarten koonnon."
"7ir haben eine Menge ueber Eusslahd un d i e Sowjet»; gohoort. "/ir kennen
auch eine Kongo Russen, diese :bor leben e i l e in den Vereinigten Staaton, .Sie
kemon zu uns herueber, weil sie in Russland kein Auskommen hätten. Ich glaubodes t r i f f t auf die meiston Russen zu, die in unserem tende leben. Ich habe es
neulich schon in unserem Exokutlvausschuss erkloort« a l l e diese Lcuto, die Bekehrte geworden sind und fuer die grossen Dinge, die in Russland vor sich gehen
Propaganda machen, a l l diese, von denen ich gehoe: t habe, kommen e n t s e t z t und
haenderingend zum CIO end Sagen« 'Um Gettos willen, behaltet uns hier in den
Vereinigten Staaten! ' , wenn man zu verstehen .gibt, dass e i n e r von ihnen nach
- h -

�Russland deportiert werden Soll
' ;ie ein Kommunist, der An^st hat nach
Russlcnd zu gehen," *dfen "wisch, heben kann, russische Vcrhaeltniase" bei uns einzuführen, geht ueter meinen Horizont....
"Als Amerikaner bekonaa ich es langsam satt, und es macht mich krank, mit
anhoeron zu muessen, wia diese Kommunisten immer nur die Vereinigten Staaten
von Amerika verurteilen, waehrend sie aber nie ein "'ort da* Verurteilung fuer
Russland finden. T;ir fuerchten uns keineswegs^ in dieser Resolution das zu
verurteilen, was vir als Maengel in der Politi'- unseres Aussenministeriums und
unserer Regierun., in Bezug auf ihre Beziehungen zum Ausland ansahen, "ir schildern ganz offen die Dinge, an die vir glauben...So also, meine• Freunde, spricht
dor Bericht des Resolutionskomiteos fuor sieh seibat.•,."Tir sind Amerikaner.
*7ir glauben an unser... Regieruffg und wir glauben an unser Land. So wie wir aa
Russland und den Sov.-jots g&lt;
i Bhreaft dos Krieges zum Ausdruck gebracht
haben so sagen wir heute;""ir worden es nicht zulassen, dass Russland cinom
Kandidaten fuor die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten eine Niederlage
zufliegt..". Nun, dos haben 'ir am 2. NoVOOböT ga2oigt, und das sollte, weiss
Gott, eine Lektion fuor diese verdammton kommunistischen Dunmkoopfü sein, dio
hier in den '
i t ,•&gt;: Staaten Russland In den Himmel heben..,, T'onn dos keine
Lektion fuor sie ist, i

rden sie os nie b . erelf 3n,.. '•'
*

'•Es handelt sich hier u.: ir amerikanische Resolution, es i s t eine gewerks c h a f t l i c h e Resolution, •:. In . Srounäo, es ls1
Resolution, »io s i e s e i n
s o l l , Hir v e r t r e t e n a l l das,
3 i äiesor Resolution jjosagt i s t , und daher
wollon wir es h i e r noch einmal aussprechen«, es s o l l eine AnkUondigung an dio
Sowjets sein, dass s i e doh GIü nicht dazu benutzen r'oonnöh, um ihre Propaganda
in ti~r Vereinigten Staaten v
•i
;u verbroiton« " i r woUcn s i e oben nicht
habon, und jo fruohor sich Russland daruobor kl ir , ; ird und un so eher sich a l l e
axnor und Frauon hiwf in ititorika dius ve:
es um uns und um die ifolt stehon.

rtl

, um so besser

T

-ird

" /ir ••ollen ilso mit unmissverstaendlichen ""orten erklaoron, dass dor CIO
ein», amerikanisch . Organisation i s t « ,T ir r ollon a l l o n Diktatoren, don S c - j e t s
und allon ihren
igehuebor ojjcla r o n , dass wir h i e r in .«aorika zu
r
unserem Lande und .'.u unserer Regiorung s t e h e n . . . . 1 '

Oppositionelle i

_ion_ dio, aiyisjinjapli t i s c h e Resolution
dos GIC.

Der Vorsitzende der Tagung bögruossto danach Joseph P. Selly, den Praosidenten des Verbandes dor Angestellten des Nachrichten- und Vorkohrswosona, ein«.
d^r dem CIO angeschlossenen Verbaonde, von dost behauptet wird, dass er kommunistisch beeinflusst ist, Selly begann seine Rede, indem er darauf hinwies,
dass "er sich gegen dio Resolution wenden wuordo." Hanoho der anwesondon Dologierten murrten, Selly antwortete»" Und ich -u; rdo denon von Ihnen, die de
murren, dankbar sein, wenn aio ndr dio Hoefliohkoit orwiosen, meine Intogritaet
und Aufriehti^eoit zu respektieren, Bio lob dio i r üajoritaot respektiere."
Dur Voraitzondc der Esgung maohto di Zwischenbemerkung; ,!Der Vorsitz ersucht Sie, waohrond der Diakussiohen nicht zu demonstrieren. Sie werden dazu

'- 5 -

�Gelegenheit habon, sobald dio Abstimmung vor sich g c h t , . , ' ' l r ' e i l e n judem das
Rocht zubilligen, das zu sagon, was er v i l l . . . "
Nachstehend Scllys Rene l t . Bericht «"Im vergangenen Jahr war ich auf der Tagung in Doston a l s Delegierter und
stimmte wio jeder andere Dologiorta fuer die Annahme eine? aussonpolitischcr
Resolution, dio den "Wiederaufbau der YOrwuostoton La,nder Europas und Asiens
forderte, sowie Nahrung fuer die Hungrigen und Kleidung fuer die Nackten,
wie auch Unterkunft fuer die .-u-men. .*ls ich fuer diese Resolution stimmte,
stimmte ich aber nicht fuer den Kurshall-Flan in d^r Form, nie er in dor
Z e i t , die auf die Tagung in Boston folgte, enti' i c k c l t und in die Tat umges e t z t vurdo. Javohl^ und ich entsinne mich, dass die Resolution, diu auf
der Tagung in Boston gefasst -iirdo, nicht ausdruecimlich die Untorstuotzung
eines Harshall-Flans forderte, Sie s t a l l t e eine Reihe von Prinzipien auf,
von denen sich dar CIO in tezug auf du. Unters tue tzung einer Aussenpolitilc
l e i t e n lassen wo 11t o,
"Nun, meiner Meinung nach - und ich habe diesen Punkt im Resolutionskomitoo
n a c h d r ü c k l i c h s t , all.erding" erfolglos v e r t r e t e n , und ich mache ihn auch
hier, hoffentlich mit 3rfolg, r/äciidruecklichct geltend - meiner '"einung
nach eoieht die Resolution ;or Majoritact bedenklich von der gesunden, verpuonftigcn traditioneller- P o l i t i k dos CIü -:b, dio den Zi sck verfolgt, eine
internationale Jusaflunenarboit im Interesse des Friedens zu fo-rdorn. Ich bin
der Meinung, flass der • asontlicho Inhalt der Resolution - wenn es auch nicht
besonders zum Ausdruck kommt - darin besteht, dass man den M i l i t a r i s t e n , der
Generalitaet, den Bankier*, die die " i r t s c h a f t dieses Landes k o n t r o l l i e r e n
und soino Aussonpolitlk l e i t e n , freie Hand l a o s s t .
"Meiner Meinung naoh ignoriert die Resolution der Kajoritaot dio Tataaoho,
dass das ""ottruQSton, das Jetzt zur Untorstuotzung der Taktiken des ""alten
Kripgos" vor sich geht, und des ; ; icht nur a l l das, r a s wir in urser^m Inlandpro ^ramm fordern, gofaohrdot, sondern auch die Verbesserung der Lebcnsbodingungon dos Tri' „s äieses Landes, das ' ohnungsprogramm, dio Beendigung
der I n f l a t i o n und d ,r Preiskontrolle - und meiner Meinung nach koonnen Sic
'nicht das e i n , tue und l . i c h ~ „ i t i eine P o l i t i k des ::".'o.lt. n Kriogos" fuer
oir. " "ettrueston fordern zum '7irtschsftlicho.n Schutz der' gesamten Bovoolkorung
diosos Landes - um
. ri.•/. fuehrt. Sie koonnon das nicht tun
und g l e i c h z e i t i g das Programm zur Erhoohung dos Lebensstandards».,• und eine
Ausweitung; der Demokratie in diesem Lande verwirklichen«
'•Ich habe der Mehrheit des Rosolutionskomltoos, ill.jrdin.gs ohne Srfolg,
dringend eine 2rklaorung ompfohloh, die meines Eraohtens mit der Resolution,
die in Boston angenommen wurde, durchaus vereinbar i s t und ausserdom durch-«
aus vorcinbar i s t mit den I n t c r c s s
-riranischen Volkes und dor amerikanischen 3
,, renn »vir uns v o r s t e l l e n , dass dioso mit. den I n t e r e s :
sen dos amori]
ichen Volkes identisch sind, Gestatten Sic mir, diese Erklacrung zu verlosen, die ich der uajoritaot so dringend empfohlen habe."
'"i... man f o s t s t v l l e n wird, S
Bemerkungen mit -ingeflochten.
.

-

- . Solly beim Verlosen dor Erklaorung
6-

�"Die Aussenpolitik unserer Regierung ist fuer die Arbeiterschaft von primaorer Bedeutung, woll von ihr das Ergebnis der Bestrebungen dos Volkes
nach Frieden abhaengt, v;io auch die Möglichkeit einer gedeihlichen Inlandwirtsohaft, die nicht nur fuor die Vereinigten Staatoa, sondern auch fuor
andere Laondor einen hoehoren Lebensstandard gestattet, Triade und WohlStand sind von einander nicht zu trennen.
"Eine Politik des "Ealton QuifißfiS" bedeutet erhoehte Lasten fuer Ruostungflausgabon, Inflation, die Drohung dos Einfrierens der Lochne, Kontrolle doa
arbeitenden I.lcnschenmatorials, eine drohende arbeiterfeindlich; Gqsotzgobung
so,-ie Massnahmen, die die bücherlichen Freiheiten beschneie1 cn, und schliesslich dio Katastrophe dos Kriegos.
'Der oinzigo I'urs, der -2or Saoho des Friedens dienlich ist un" sie foordort
und die Lago res arbeitenden Volkos verbessert, ist eine Politik, die auf dem
Programm, des Prausidonton Roosovolt, einem Pro ramm der internationalen Zusammenarbeit und dos ehrlichen, aufrichtigen Flompromissos, beruht, und Ablehnung dor Untcrstuotzun,;, reaktionärer Rogiorun cn. Dio Politik Roosovolts bc.hrto sich in unsoron Beziehungen zur Sowjetunion &gt;"cchrend lor kritischen
Zeit des kriegor. und SÜSS jetzt zum "Ohio unsorcr Familien und des einfachen
Volkes in der ganzon ' elt fortgcfuohrt • .»rdonV
Mir sind der Ansicht, dass auf dieser ?k un . die vor kurzem aus oeprochono
nadigung von Ilse Hoch, der Bp.stio von 3uch.onr;aL8, sov'io anderer LUohrondor nazistischer Iriogsvorbroeher verurteilt ' erden sollte, und - ir protostioren dagegen, dass unsere Vertreter in Deutschland dio deutsche L-dustrie
den nazistischen Industriellen und Tkusthorron zuruockgobon,. ur,' C iSf dio
Gel
2E5 dazu benutzt verd.cn, um die deutsche rriogsIndustrie un3 die
7' rtollo i lodoraufZubauon.
"In Übereinstimmung mit unserer traditionellen CIO-Politik b&lt;
I 333 ' ir
jede ;:• ssnahmo unserer Regierung, dem. faschistischer 3raneo—S.-anien ''lifo
und U' tcrstuotzun._ zukommen zu lassen.
'Ich freue mich darueber, feststellen zu koennen, 'ass die P.oSolution der
II- joritaet diesen Funkt enthielt, -ir uurde auf der letzton Sitzung des
Ausschusses mit aufgenommen. I°h bin fuer Blanche Dinge dankb .
sind
noch verschi3dene andere lenkte, uf die ich noch zu sprechen komme,
die von der ;k joritaet angenommen r:urden und ur Spruen lieh in ihrem Bericht nicht enthalten raren.
"ir erheben Einspruch ^egen die Verschiffung amerikanischer Sruppen, schrie
egen die Lieferung von Geldmitteln und l'unition an das reaktionaere und
crupte Chiang—Hai-Chek-Regime in China, das sieh offen ^egen das chinesische Volk stellt.
"""ir verlangen die Freilassung aller Arbeitshaeftlinge in Griechenland, sowie
Einstellung der Hinrichtung von Arbeiterführern und rufen unser
mg
, jede Unterstutetzun.\ der royalistisohen Regierung Griechenlands einzustellen« Die Verei ten Nationen sollen Schritte unternehmen, die ^eei: net
sind, den Buergerkrieg in 'Griechenland friedlich beizulegen.
;

Das die 3rfahrungen eines Jahres gezeigt haben, dass das 3RP, ent;
_ 7 _

in

�vom CIO zum . .usOrutf: ^brachten und Tom amerilc mischen Volke verfolgten ~ielen, &lt;Sen europaelsehen 'Jie'ersttfhau • ehemmt, die Lage der europaeischen Arbeiterschaft verschlechtext hat, und ausserdem eine Sinmischung in Sie Angelegenheiten anderer Nationen mit sich gefu©hr,t hat, schlagen vir vor, öaaa
die Krage der wirtschaftlichen Hilfe jetzt den Vereinten Kationen "ftterbreitet werden soll, damit von diesen ein Plan ausgearbeitet und in öie ' irklichIceit umgesetzt T-ird.
:i

Ich moechte besonders hervorheben, dass wir es ernstlich in Frage stellen, ob eine Hilfeleistung fuer die • hungernden Voelker Europas un* eine
Wiederherstellung ihrer "'irtschaft und ihres zerstoerten Labans nicht
doch besser durch die Vereinten Nationen geschehen koennte.
''Einerseits sind wir gegen die Resolution der Mehrheit, Wir Sind fuor eine
Staerkung der Vereinten Nationen, und ich bin der koinung, dass os ein
' .utes Zeichen fuer unsere Autriehtigkeit in diesem Sinne, ein -Utas
Zeichen fuer unsere Absicht, eine Staorkuna, dor Vereinten Nationen zu
arantieron, •. aere, wenn die Frage dos Wiederaufbaus den Vorcinton Nationen uobortragen wuerdo.
"Uir bekaempfon nach T\ic vor die Dienstpflicht im Frieden und die allgemeine
mllitaorischo Ausbildung.
•Ich wiederhole hier lediglich das, was jahrelang die Politik des CIO
ausmachte, einschliesslich dor letzten Tagung Ich stalle naohdruooklichst fest, dass dies eine Unterlassung von-grosser Bcdcutun; ist, und
dass in dor Resolution der liajöritaot diosc Fragen nicht beruohrt wurdon,
•\..'ir sollton an.alle Nationen den Aufruf orgohon lassen, einen Plan fuer
vollkommene Abrueatung und fuer ein ontsprochehdos Hecht der Untersuchung
seitens der VöruiBton I ationen anzunehmen.
"Und schliesslich glauben wir, das?-, dies den 3run,,Stoin fuer sino rirkliche Politik des Friedens bildet, ot*as, das die Sohnsucht dor breiten
Nasse in dor ganzen Welt ausmacht, r'ir unterstuetzen alle Bomuohungon,
die dazu dienen, ein friedliches Ilompromiss harbeizufuehron - un" ich
meine hiermit ein Kompromiss, in dem beide Seiten die Gobendorisein
muessan - zwischen den Vereinigten Staaten und dor Sowjetunion als "lauptfaktor fuer den Frieden, und -wir beguenstigen direkte Verhandlungen zwischen den Laendorn, T"io es Praesidont Truman in der Vinson-1 Mssion versucht hat, die durch die Intervention der Oonoralitaot und dar Bankiers
fles Aussonministeriums voreitalt norde«
,;

Aus diosom ü?ündo erhobo ich Einspruch gegen dio Resolution der :ajori-

fcaot.

.aagpracho zugunsten 'der au sscnppjli tischen Resolution^ des CIO
Darauf bat JamuS Caroy, car SelCPctaojJ und "chatzmoistcr das CIO, um das
Hort, das ihm erteilt wurde. ISrsprach sich ohne 3{nsehraonkung fuer Sie Resolution aus. Seiner ^oinung nach sei die Resolution nicht, T le der Delogierte Solly
behauptet hatte, oino Verrohrung der Haltung des CIO in bozu£ auf dio ..ussonpolitik, wie fruohor erwaohnt, 2r erinnerte die Versammlung daran, kasr. 3.11a/ im
Jahre 1942 die Haltung des CIO bozuoglich einer internationalen Arbo! .rorgonisation, an d-r alle amerikanischen Gewerkschaften teilhaben wuordon, unterstuetzt
hatto.
- 8 -

�"Er (Soily) b e t e i l i g t e sieh auch an Deklarationen auf anderer. Tagun&lt; an, -o
wir uns s l o i c h f a l l s an die Arbeit rschaft wandton und sie aufford &gt;rton, ihro
Stimme eltond zu machen bei flor Bestimmung der P o l i t i k unserer R&lt; ; irung* die
bzjolto, •Triodonobodlngunsen zu sohaffon, Im Jahre 1944 o r k l 1 &amp;*;&gt; n wir,
6 i enn die . irboitorsöhaft oino Stimme haben s o l l in den geschichtlichen -entsohoidungon, die j o t z t und auch in Zukunft beim Abscnluss von FriodonsschluosaoB
gotroffon wordon, diese Stimme von cinor Einigkeit und Einheit otragen sein
muss durch oino p o s i t i v e aktive Allianz du:- arboitondon Bovoolkorunf; der Erdo.
"Und rix nahmen (im Jahre 1944) folgende Resolution an« 'der 010 untor—
s t u e t z t das Projokt der Schaffung einer neuen einzigen und nacohtigi n i n t o r a tionnlen Arboitor-£oorpors , ohaft l die die Gcworfcschafton der freien Laonder um• s o l l auf der Basis der Gleichberechtigung, vor. 3er niemand nusgesahlosson und in der niemand eine zweitrangige Stallung einnahmen s o l l , flio faehig
i s t , (5i Interessen des kleinen Mannes zu v e r t e i d i g e n ' , . ,
"In London t r a f eine grooflsore Delegation des 010 mit Vertretern der sowJetlsohon Gewerkschaften, der englischen Gewerkschaften und a l l e r an* ren Gcworksohaftabuondo dar ganzen " o l t zusammen, mit Ausnahme der AH*. Vuf dieser
Tagung kamen also die Dologierton e i l e zusammen, und a l l e Cehwtdrigkoiton und
Problem», denen sich die Arbeiter gogonüobersohen, um den Ejplcgsbo3trobungen
ein Endo zu b e r e i t e n , Wirdon e r n s t l i c h o r e o g e n . . . . 3fi i s t dein Zjollögon Sclly
bekannt, das« bei jedem Ausschuss auf dieser Sbnforenz einor der Vertreter des
cic den Vorsitz h e t t p . . . I o h nehme tu, er versteht manche der Vorpfiichtun on,
flio or dufoh solno Vertreter den Arbeitern Europas und a l l e anderen Laond .r
onuobor eingegangen i s t . Dieselben Verpflichtungen uobornahmon aber euch die
Vertreter der sowjetischen Gewerkschaften und a l l e r anderen Arbeiterorganisationen*.«
"Di
itsproohondon Berichte «urdon den verschiedenen Ooworksohaftsbuonden
uobormlttelt und wurden g e b i l l i g t , und dann fcnmqn wir im Oktober 1945 • i drum
zusammon und bokraoftigton diese Srklaorungen. " i r orklaiortont"Unsere ''cltkonforenz, die den wirtschaftlichen und sozialen Problemen,
denen sich vilie Kationen gogcnuoborsehqja, wenn der ICric£ gewonnen i s t , Rechnung
traegt, hat Hasanahmon in Betracht gozogon, die ergriffen vordon mucason, um
eine ' , i r t s c h a f t s k r i s o in der Nachkriegszeit abzUv.'öndon, durch die äoi" ^ o l t f r i e den wiederum gofaehrdot wordon wuordc. Die: Konfcronz hat daher ein konstruktives
Prograara fucr »ine w i r t s c h a f t l i c h - Zusammenarbeit in aor vfolt angenommen, um
die industriell!.. Entwidmung der unontwickolton Lanndor zu sichern, und um die
materlollon Hilfsquellen jeder Nation zusammen eiit ein ,r wirksamen Or T , i a a t i o n
der menschlichen Arbeitskraft voll auszunutzon, rodureh die wirtschaftliche Produktion auf Seochstloistung gebracht und ein., Vollboschaoftigung- und sasteigenr
. Lebensstandards in a l l e n Lacnflorn mooglich gemaoht T ereen
•'Der übltkongross bogruosst die Bomuohungonsoitens d^r demokratischen Rorungon zwecks Wiodoraufbaus der Industrie und der Lendwirtachafti Tic auch
eine ITouplanung der wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen, Dadurch w
n unerlaess,lidhor und wertvoller Beitrag zum SFiodoraufbau des intomationalon
Lotons g e l e i s t e t . . . (der IGongross hat o; s c h l o s s o n ) . . . , die S i l f e l i s t
untorstuotzen, die niesen Laondorn z u t e i l wordon soll auf Grund der tcchni&amp;e
und finanziellen H i l f s m i t t e l der fortgoschrittonen Laonder ir. Form vor, lai -f r i s t i g e n Krediten und mit anderen Mitteln, ohne jedoch zuzulassen, c
'oh
- 9 -

�lotztoro in die internen Angolagonheitoh der notleidenden Laonder olnmißchon
oder ohne dass sie sie den Binfluss der internationaloa Trusts und I!artollo
auslief ern.'
"Als or diese Resolutionen untorstuotzto, sagte clor Goaoralackrctaor des
rfoltgatTorksohaftsbuhdea auf der Parisor Konvoatloni
'"Der Weltgewerkschaftsbund ("TTU) orklaert hierdurch ooffentlieh, dass
es sein oberstos Ziel sei, don 3'ricg zu bokaompfon, wie auch flio ürsachen dos Krieges und fuer einen festen und dauerhaften Frieden zu arbeiten, indem, or eine mooglichst aüsgodohnto internationale Zuau •• rboit
auf sozialen und wirtschaftlichem Gebiet unterstuotzt, so de alle Massnahmen zur Industrie H o n Entwicklung und vollen Ausnutzur;3 der Rosorvon
und Ililfsqucllon der unentwickelten Laonder, sowie auch r"i^ Lr.;;r . ifung

aller andoron Massnahmen, dio geeignet sind, den sozialen und • irt- '
schaftlichen "ohlstand der Arbeiter zu foerdern'",
Carey zitierte dann Erklärungen verschiedener Arbeitordoleglorton auf der
Pariser Convention, diu fuer die obige Stellungnahme sprachen, Unter "onjonigon,
dio sich dafuer aussprachen, befand sich auch Taraspw, der in Namen der sorjjotisohon Gewerkschaften sprach. Dann wandto er sich zu einer Erklaorung Sollys,
der zufolge dio CIO-Tagung in Boston in Jahre 1947 den Marshall-Plan nicht
unterstuotzt haettc, Obwohl, in der aussonpolitlschon Resolution von Jahre 1947
nichts uobor den Llarshall-Plan gosagt war (da der Plan damals noch keine Gc—
setzoskraft erlangt hatto), orkläertc Carey, dass diu Delogierten " ohl an den
Marshall-Plah godaeht haotten, als siu fuer den Godankon einer Hilfsaktion fuor
die fromdon Laonder sttnsaton,
Carey berichtete dann, wie im Jahre 1947 gewisse Gruppen innerhalb des
OTTO es fortig gebracht hatten, zu verhindern, dass der Earshall-Plan in irgendwelchen Versammlungen dos "ITTU diskutiert tiurdo. Er erzaohlte dann, - io or vorsucht hatte, diesen Punkt zur Diskuaaion zu stellen. Bann kam der 5»0ktobor
1947, da öaa KOKINFOKM gebildet wurde, das eineffirkloorungabgab, dein die sowjetischen GoworkSOhaf.ton beistimmten, in den eine Aondorung im T'TTLT gefordert
vurde.
"An glelohon Tage wurden dio ;P.iehtllnlon festgelegt, wonach der "SPOT von
einer ullumfasSonden Organisation eins ohliosslioh dor komraunistischen, sozialistischen, christlichon und neutralen Arbeiterorganisationen wie unserer eigenen
in uino Einrichtung der komraunistischen Front umgowandolt forden sollte. Dann
begann eine rampaghO| un die Gewerkschaften in jedem Lande Europas aufzuspalten und sie zu veranlassen, die Bomuohungon dos amerikanisohon Volke und anderer Laonder zu sabotieren, die darauf abzielten, dieselben Abkommen zu orfuollon, die nach Boratung mit den sowjetischen Goworkschoftsfuehrorn angenommen worden waren.
"Es rar notwondig, diesen sowjetischen Gowcrkschaftafuohrorn gegonuebor
vordem in diosom Jahre in Moskau zu orklaercn, dasa wir ihr*
, uch
weiterhin den Stfl^doraufbau der europaeischon Ltendor zu sabotieren, nicht mitmachen koennton« 7ir wuerden die Anwendung ihrer roaktionaoron Politik, Nutzen.
'.-. dem Elend und dem Ringer des arbeitondon Volkes zu ziehen, nicht aitr.?ohcn»'
Caroy schloss seine Ansprache danit, dass er davon sprach, wio die Go orkschafton der Marshall-Plan-Laonder spaeter eine zeitweilige Organisation freier
- 10 -

�Gev.'erjs

m aufbauten, derer . Ziel es i s t , das SEIT au u n t e r s t u e t s e n r . ,

Ansprache

aten^fteo

p l i t i s c h e n Resolution des CIO

Danach s t e l l t e fler Vorsitzende der T &gt;.\un\ äarry ü^rtin vor, den Pr
inten des ZeitungSverbandes, dar j e t z t beim ECA in Paris t a e t i s i s t . Ilartin legte
dar,
.- er , er ade von einem Besuch in den osteuropaelschen La
urueckehrt s e i .
"Am l e t z t e n Donnerstag hatte ich hinter deir. "Eisernen Vorh-:\; ;; , in 3 r
s t , und auch schon frueher und spaetor in der 'oohe d&amp;rau in Prag
ein '
onii Gelegenheit, eine Probe von der neuen Lebensweise im eu n Eumen, das die Sowjetunion Jetzt aufzubauer.
it i t , unr'! ich bin
r , um Ihnen zu sagon, Sass eine Probe von fliesen sogenannton ;''ei'/•-"• ^o'-ivtion : mir mehr als. r e i c h t e . . .
Als Praesi^ent flos Amerikanischen 2eitungaverbanfles
s meine .'-flicht,
Sitaungen fles ilxokutivratos der Internationalen Journaliston~Or anisatlori
in Budapest beizuwohnen. Ich blieb in fliesen Sitzungen gerado solango, wio mein
r
Ikanischoa
'dflerlichan Srguss an Haas., an t o t e l i t a o r c r
Proj
-r umdung jegon dli
fl
bische L bonsr;olso, v i o ' i r
in
r
I i Fr ien
! rn ö r " elt Tonnen, vertragen konnte. Als S.io Seit .' im, ••'
moino An
fcor
keinen Zwöek hatto, in., ich lieber eis äon guten Namoiner y
irkschaft... selbst in negativem Sinno - fuor so eine vorletzende i;nd orapoerenflfj Seliaustcllun; herzugeben.,».
sh einigen oinlcitcnöon Bestärkungen uober seine 2rnonnun; zum Hit ,liofl
flos Pariser Buoros fles SGA ivie ueber sein Vertrauen auf flio Ziolc und b c g l i c h keiten flos SEP, sagto
irtin:
•'Ich muss Ihn.cn schon sagen, fl iss ich hooehst orstaunt bin, • onn lc£
fuehronde Persoonliehkoiton des 010 - "_e isse Fuohror der Minderheit - hc r ,
v:onn sie hiei vor Ihnen stehen und behaupten, dass . .
bonsbodin^un
' o i t c r in Europa auf Grund ßo.s Ilarshall-Plans heuto schlechter sind "!.:. dies
frueher der Pall war« loh kann Ihnen nur als Jomand, äcr im 3ildo i s t in a l l e r
;it und Aufrichtigkeit sa cn, flass Jemand, der H." behauptet, c iss sich
der I'arshaH-Plan fuor dio ouropaoischen Arbeitor zun Schaden a n s t a t t zum Vort e i l ausgewirkt hat, entweder ein Durairkopf, ein Lu. r.'.r oder ein Verraotor an
seinem Lande und an aoinor Gewcrkachoftsboi cgung i s t . Dank der
Hilfe und Srmutigung faongt Suropa an, wieder aufzulohen, und es besteht auch
Jodor Grund zur Annahme, das: das Viorjahros-Proßramm s c h l i e s s l i c h euch vor
2rfolg -; -hrociit so,in v i r d , wonn es im richtigen und f o r t s c h r i t t l i c h e n Sinne
fortgofuohrt T i r d . ' r i r gor-'innen dio Ichlacht in Europa, und mit ,,'fcrmeine ich
dio freiheitsliebenden, friedfertigen Voelkor der. Erde - und mit Schlacht meine
loh dcn.üanrpf um JodJJ
Anrocht auf ein anstaondlgoa Loben,
.nlichc
Sicherheit, individuelle Freiheit und auf einen, grossen Anteil in öon Quotcrn
3 Lebons,
•'Ucborall in Europa zeigen sich Anzeichen fuor einen " iod&lt; i i itieg und
oinc Ooeundung...Ich w i l l Sit nicht mit Zahlen iangwoilon, ich kann Ihnen abor
die Versicherung gobon, das? d^r . / r s h a l l - P l a n j e t z t anfaongt, sich .
ünturnohmun zu entwickeln, wie Sie es und auch ich In Europa erwarten. A l l e r flin s sieht nun nicht a l l e s so rosig aus. Die Ljraofto dos rommunismus babon
- 11 -

�sich flic Aufßnbc gestellt, das EHP zu Fall zu bringen. In ®?.nz Europa, besonder,
aber in It-lion und Frankreich, fuchren di&gt;- getreuen Anhaenger des Kreml einen
unbarmherzigen Kampf gegen das ERF. Durch Anwendung jeder Art von Vorractoroi
und Sabotage bomuohcii sie sich, die Uhr Europas zurückzustellen, das System
staatlicher Kontrolle, die unt'-r Tütler bluehtc, wi-dereinzufuehror. und den
ungluecklichcn VoKLlurn des Kontinents eine Art von linksgerichtetem Faschismus
aufzuzwingen, der bis ins kleinste hinein ebenso so verrottet und zersetzend
fuer die Fr3iheit ist wie der, den die Nazis verbrecherisch einfuehrten...
''Ich stehe hier, um Ihnen und all meinen Kollegen vom CIO fuer die loyale
Unterstuetzung

zu danken, die sie dem "Jie^eraufbauprogramn von Anfang an haben

zuteil werden lassen. Der CIO muss und wird diese Unters tue tzurm, fortsetzen,
dessen bin ich sicher, der CIO sollte und wird auch in steigendem Kasse Anteil
nehmen an den Angelegenelißitsn der arbeitenden Voelker der "elt. Der CIO muss
und wird auch den freien Gewerkschaften in Europa, die verzweifelt darum kaempfen, angesichts ungeheurer Schwierigkeiten v'ieder aufzuholen, Unterstuetzung
zuteil werden lassen....
"Genau das ist es, was die Resolution fordert. Sie verurteilt die Eemuehun
gen der Sowjetunion, Chaos und Verwirrung zu stiften. Sie fordert staendige
Hilfe fuer Europa und eine staendige Beteiligung ''er Arbeiterschaft am Ililfsprogramm auf allen Gebieten... Ich meine, 'lr -ollen diese Resolution einstimmi
annehmen. Wir wollen es hier der Welt gegenueber ohne jeden Rueckhalt aussprechen; In diesem Kampfe um Frieden und

!

ohlstand tritt der CIO fuer die arbei-

tenden Voelker der Welt ein,"
Oppositionelle ReC.e .ae.ien die aussenpoj&amp;iseho Besjolutjton A?ikPJP
Es wurde nun ein Antrag auf Abstimmung ueber die Resolution abstellt. Der
Delegierte Feinglass protestierte da-egan, dass die Debatte geschlossen werden
sollte. Er forderte die Koeglichkeit, gegen die Resolution sprechen zu koennen.
Es wurde abgestimmt, und das './ort wurde ihm erteilt. Er erhob dann den Vorwurf,
dass die Gelder des ERP dazu be motzt wuerden, um die deutschen Kartelle im
Ruhrgebiet wieder ins Leben zu rufen und dass die Veraltung dos ER? sich in
den Kaenden der amerikanischen Bankiers befaende. Er kuendigte an, dass die
Verwaltung dieser zum kufbau bestimmten Gelder in einer "eise benutzt werden,
die zu einem neuen Krieg fuehrt, dass das Geld fuer den Karshall-Plan in gewissen Laendern dazu veraendet wuerde, um einen Erleg hervorzurufen. Er schlcsr
seine Ausfuehrungen mit den VJorten«11 Nur wenn Sie einiae dieser Fragen beantra g t e n , werde ich mich Ihnen anschliessen und diese Resolution unterstuetzen."

Dejr Vor£ai_tZ3_nd_e J^eujther..J^ter_s_tuet_zt_ die ,aussenyol.itisohe
Resolution des. CIO
"•alther Reuther, der Praesident des Verbandes der Vereinigten AutomobilArbeiter Amerikas, der als Vorsitzender der T a u n g fungierte, sprach dann in
seiner Eigenschaft als Mitglied des Resolutions-.Vusschusses. Er erklaerte, das(
der CIO die Militaristen Und Faschisten genau so bekaempfe xie die Kommunisten
und fuegte hinzu»i!

Wir bekaempfen die Kartelle in Deutschland und wir bekaempfen jede Mili-.

taerregierung der Vereinigten Staaten, die Jede Form von Nazismus haetschelt...

- 12 -

�3o hoisst os in unserer Resolution. Wir werden irgendivelohe Bestrebungen bekaeip&gt;
fcn, diö darauf aushebert, diejenigen Leute wieder ,-n 3ie wirtschaftliche und
s c h l i e s s l i c h e an d i e p o l i t i s c h e J.acht zu bringen, die mit Hitler zus
arbeiteten, und *le sich daher a l l der Verbrochen schuldig genaöht haben, deren H i t l e r schuld?.-. r.Tirde.. . " i r sind heute gögän Hitlorlamus und Nazismus und *.'aron
luoa schon flagogon zu der Zeit, a l s Joe S t a l i n mit Hitler liebaougalto, "'ir beimpfen dd £onzontrationBlaj _ : • . . . ' i r sind auch gegen die Zrarigsnrbeitslai
in der Sowjetunion, wo man Sic in Kotton 103t, wenn Sio olna andere Moinung vertreten.
"Ich hebb inein 'Tisscn nicht aus Buocborn soschoopft* Ich habo 9 Monata
untar Hitlor gelobt und habe mit den äoutfechon Gtoworkschafton zusammongoarboitot
und ihnen doboi geholfon, olno ühtergrundbo • uns aufaubouon. Ich habo 11 Monatti
lang in ganz Ruropa Vcrbinduiv.on unterhalten und dabei goholfon, otwas zusammen*
zufuegon, das Aohnliohkoit mit einer ''idoretanä'abarc o ,un.., h a t t e . Und was goschah}
Viele von denen, mit denen' ich äusammonarboitote, -urden rorraton, a l s der Hitl e r - S t a l i n - P a k f zustandaham, 1 ' 11 sio mit den Romraun iaten dabei zuFamooncoarboiT
t e t hatten, uia die Untorgrandbetfogung su sehaffon, und a l s die ftazis und fllo
Kommunisten zusa.mmonginßon, taeuf.chton' und. Torrictcn sie (die Kommunisten) dies*.
Arbeiter .,."'a'rum aproohon 31o denn nicht einmal uobor so btwaa, wenn Sie sich
so rechtschaffen und bl idor hlftstollon und fuor solche wunderbaren Prinzipion
eine Lant. br iöh - n l . . . .
-Di... ganz olnfachon und ;jpundlc , . d . n Tatsacher. sind folgondot " i r sind
d^vor. uoborzou; t, daas ' t Ih &gt;it 1 1 d Doniokratio und stab._rh.ait, und monsohlioho
r
Aiordo in der 7olt von &gt;i:
untrennbar sind,
Sio nicht eine "fclt haben
:cocnn.on, die :-.ur Häolftc f r o i ua5' zur Kaolfto Torsklart i s t , und wann v , ir nicht
kaempfon und r^onn * i r hiebt uasarc Hilfsmittoi dazu Tarnenden, um jedermann in
dor " o l t die Krcihoit zu eichern, denn wird auch unsere F r e i h e i t hier in den
Tcroinigton Steaton nicht sicher s e i n . Aus dlosom Grunde t r e t e n T i r fuor don
Marahall-Plan e i n . . . D03 Ilarshall-Plan i s t die l e t z t e und oinzigo Hoffnunj; des
freien Hannos in der T c l t . . . "
Zusamm

indo, JfrklajoruEfi dpa Pfraps^dpn*o_n dos CIO Philip,Murray

In seiner Eigenschaft a l s Delegierter und Praesident de-s Verbandes r'er Vereinigten S t a h l a r b e i t e r bat P h i l i p liurray um das " o r t und .'.ab seine Erwiderung
auf &lt;*en ",'iderstand der !;o imunlstiseheh Kinderbelt sagen die aussenpelitiaeha
Resolution des GIO.
•'Ich-bin der Meinung, dass die Diakus&amp;ion, die hier von dor. Mitgliedern
der Minderheit des Ausschusses so uebereilt gefuehrt wurde*••;, einen Teil des
"Kalten '.'riw^es1' b i l d e t . Er ' ird in jedem demokratischen Lande der " o l t von b e i nahe immer denselben Leuten gefuehrt. Einiga Delegierte, die Gelegenheit genom• men haben, ueber diese Präge heute nachmittag zu diskutieren' hoben geaagt, daaa
sio die Qedanken Roosevolts- in besag auf die internationalen Beziehungen und
die A u ß e n p o l i t i k v o r t r a t e n . Ich kannte unseren verstorbenen Freund, den P r ä sidenten der Vereinigton Staaten, Vx. Rooscveit ebenso gut wie jedermann hier
Im S a a l . . . Zu vorff»hie denen 3olegcnholten, da ich Rra-jen der Ausscnpolitik mit
ihm zu besprachen h a t t e , brachte er oft und : iedcrholt seine Opposition gogen
jede Form von Diktatur zum Ausdruck, ganz sieich, aus wolehem Lande s i e stammen
mochte....
••Eii. paar von den Burschen, die houto nachmittai Mar das " o r f ergriffen
haben, um gogen die Resolution zu aproehon, w r .n In ihrer. Reden auf den
- 13 -

�Tagungen des CIO vor 1%1 ziemlich laut. Das war In den Tagen des Hitler-Stalin
Fakts, in don Tagen, da Hitler und Stalin uobproingekommen ^roh, Polon zu vergewaltigen und diese Nation zu entleihen, in den Tagen, da ein Austausch von
Kriegsmaterial vor sieh,; ging und Rus&amp;lnnd Deutschland in soinom'Eajnpf sogen die
Domokration unterstuetzte....
"Es mag vielleicht nicht verzeihlich sein, dio Delcgicrtonvorsemmlung daran zu erinnern, dass mehrere von diesen Burschen, die heute gegen don Bericht
der Ausschusses opponieren, damals sehr ruehrig waren in ihrer Opposition gegen
Amorika, gegen die Regierung der Vereinigten Stauten, die den Demokratien der
"'olt Hilfe zuteil vorden lies3...Sie weichen niemals von der Parteilinie ab.
Sie heben den Pracsidontcn Roosevelt verurteilt und haben ihn als Kriegshetzer,
einen Kriegshetzer der "all Street hingestellt«»«als das Volk und flio Regierung
hier in diosom Lande den Englaondorn und ihren Vorbuendeten in ihren Kampf SO—
gen den Hitlorismus und Nazismus helfen wollto,
"Erst Juni 1%\ aenderton 3io Burschen ihre Taktik...Da wurde ploetzlich
der Krieg, den sie einen imperialistischen Krieg nannton, zu einem Krieg der
Demokratien gegen den ITitlorismus. .Da bestanden absolut freundschaftliche Beziehungen zwischen der Sowjetrcgierung und. der Kommunistischen Partei und den
Vereinigten Staaten und dem gesamten Volke« Als ober der Krieg zu 'ende war und
die Vereinigten Staaten sich beschleunigt daran nachten, selbst nbzuruesten, da
fing in Europa der Aggressionskrieg, die militaorischo Aggression an, 1 es Icein
Ende nahm und weitergehen vuerde, bisflorKommunismus und die So^Jotrogiaruag
den groesaten Teil Europas ueberranut haotten«...
'•'Ihre Prinzipien aendorn sich nie«.«Sic geben keine Entschuldigung fucr da-Verhalten Russlands an» demzufolge lt. den besten vorliegenden- Gchactzungen sie]
jetzt oinigo k oder 5 .Millionen Menschen in Kon zon trat Ions- und Zwangsarbeitslagorn befinden. Sie worden feststellen, das/ si&gt; auch kein WortflorAnklage
oder einer milden Kritik Russlands bz- . der sovjotischenfcfBHSunistisehonFolitil
ueber ihre Lippen bringen. Ich fordere sie; auf, es hier zu tun auf dieser TaguW
Sit ;efallen sich lediglich darin, nur ihre eigono Regierung und. die Politik
ihrer eigenen Regierung allgemein zu tadeln und zu kritisieren« ••
"Wenn einmal der Tag Common vird, da diese Apostel des Sowjetismus hier auf
einer CIO—Tagung stehen und sich mit den freimuetig Denkenden auf dieser Tagung
zu einer allgemeinen Kritik des Verhaltens der Sowjetregierung zusammenfinden,
erst dann '/erden dazu uebergehen, sie als freimuatig Denkende zu akzeptieren und
als freie Kaenner, die nicht sklavisch der Farteilinie folgen.
'Sie machen einen Riesenlaerm um den Gebrauch der Atombombe, "eiss Gott,
wohl keiner KuOnscht, dass noch einmal eine Atombombe in einem, neuen Konflikt
angewandt vird. Keiner ..ill einen Konflikt. Aber^aehrend sie einerseits ^iese
Art Propaganda gegen die Vereinigten Staaten von Amerika anwenden« lassen sie
vor jedem Delegierten auf dieser Tagung ihre ideologischen Bomben platzen. Das
bildet einen Teil ihres 'Kalten Krieges". Dies geschieht vorsaetzlich und ist
so berechnet....Sie kommen aber nicht weit damit. Und je frueher sie anfangen,
sich darueber klar zu Verden, desto besser T"ird es auch fuer sie und die Cr nisationen ,:erd.en, die zu fuohran sie den Vorzug haben.
- 1A Manpower Division
OKGUS, AFO 742

OTTICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUMGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Nr. 47

Berlin, 14.Januar 1949

Die Aussichten fuer den neuen Weltgewerkschaftsbund
Der Britische Gewerkschaftsbund (TüC) hatte angedeutet, dass er kein
Interesse mehr am Weltgewerkschaftsbund (V.TTU) habe, es sei denn, dass diese Organisation ihre Taetigkeit fuer ein Jahr einstellen wuerde. Dies kann
man als gleichbedeutend ansehen mit einer Loesung der Beziehungen* Berichte
vom amerikanischen Gewerkschaftsbund CIO lassen den Schluss zu, dass der
CIO vielleicht seinen Austritt aus dem WFTO erklaert. Da der 1UC und der
CIO die Hauptstuetzen fuer den WFTO waren, kann man annehmen, dass der
WFTO zu einer Vereinigung von Gewerkschaften kommunistischer Staaten wird,
also, ganz offen zu dem, was er in den vergangenen Monaten helmlich zu sein
versuchte, naemlich -eine Propaganda-Agentur fuer die Sowjetunion. Es wird
erwartet, dass der Austritt des TOC und des CIO zum Signal fuer die anderen
freien Gewerkschaften der Marshall-Plan-Laender wird, den WFTTJ zu verlassen.
Unter dem 31.Dezember kommt jetzt aus Paris die Nachricht, dass die
AFL einen neuen Weltgewerkschaftsbund plant, in dem sie in Gemeinschaft mit
dem CIO zusammengehen wuerde. Die AFL hat immer heftige Kritik an der Politik des WFTU geuebt.
"Die AFL verbreitet in Westeuropa einen Vorschlag, dem zufolge die
nichtkommunistischen Gewerkschaften zusammenkommen und die Bildung einer
neuen Internationalen Organisation gegen den WFTO beraten sollen. Irving
Brown, der Vertreter der AFL fuer Europa, sagte gestern, dass seine Organisation davon ueberzeugt sei, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann
der von den Sowjets beherrschte WFTO auseinanderfaellt. Daher wuerde die
AFL, die sich niemals dem WFTU angeschlossen hatte, die Fuehrung bei der
gewerkschaftlichen ümorganisation uebernehmen.....
"Mr. Brown hob hervor, dass die AFL keineswegs versuche, Jemand ihre
eigenen Anschauungen aufzudraengen, sondern lediglich diesen Vorschlag als
Verhandlungsbasis ansehe. Dessenungeachtet brachte er deutlich zum Ausdruck,

- 1 -

�dass die AFL die Meinung vertrete, dass die Executivorgane des WFTü von
den Kommunisten fuer Propagandazwecke missbraucht worden seien. Die beste
Garantie gegen solchen Hissbrauch, fuhr er fort, sei eine gebietsmaessige
Umgruppierung der nichtkommunistischen Gewerkschaften, Der internationale
Rat, der die sich ueber die ganze Welt erstreckende Taetigkelt ueberwacnen
wurde, wuerde eine Verbindungsstelle und keine Exekutivkoerperschaft sein.
"Der Vertreter der AFL fuegte hinzu, dass bereits Organisationen bestehen, mit denen man einen regionalen Aufbau durchfuehren koennte. Die
wichtigsten davon sind» der Interamerikanische Gewerkschaftsbund, der gewerkschaftliche Beirat der 16 Marshall-Plan-Laender zuzueglich Westdeutschland und Triest, die Internationalen Bandeissekretariate, die sich aus 15
Vereinigungen ausserhalb des WFTO zusammensetzen und die Gewerkschaften
Afrikas und des Fernen Ostens.•
"New York Herlas Tribüne" Paris, 1.Januar 1948

Der Wohltaetlgkeitsfonds der amerikanischen Musiker
Der Amerikanische Musiker-Verband (AFM), der der AFI» angeschlossen ist,
hat jahrelang mit den Firmen, die Schallplatten herstellen, Im Streit gelegen,
well er eine Abgabe von allen hergestellten und verkauften Schallplatten verlangte. Inzwischen ist ueber ein Jahr lang keine Schallplatte mehr von Instrumentalmusik aufgenommen worden. Jetzt hat man endlich eine Loesung gefunden.
Der AFM wird von jeder hergestellten Schallplatte, je nach der Art, 1 - 2 &lt;f
erhalten, und die Abgaben werden rueckwlrkend vom 20.September 1943 gezahlt
werden. Die Hauptpunkte in dem jetzt getroffenen Abkommen, das bis zum 31.
Dezember 1953 laeuft, sind folgende:1. Von den Schallplattenfirmen wird ein Treuhandfonds gebildet, der von
den Abgaben finanziert wird, die fuer jede verkaufte Schallplatte zu
entrichten sind. Die Abgaben werden jaehrlich etwa 2 Millionen Dollar
betragen.
2. Es wird ein unparteiischer Treuhaender fuer den Fonds ernannt. Seine
Ausgaben aus dem Fonds werden dazu dienen, stellungslosen Musikern
Arbelt zu verschaffen, wobei diese Konzerte kostenlos vom Publikum
in Anspruch genommen werden koennen.
3. Die Hilfsmittel des Fonds werden nach einer Kopfquote an die oertlichen Zweigstellen des AFM verteilt werden. Dem unparteiischen Treuhaender faellt die Verantwortung zu, ueber Ort und Stelle der stattfindenden kostenlosen Konzerte zu entscheiden, wie ueber die Bedingungen, unter denen diese gegeben werden. Der Vorzug bei den Konzerten wird vaterlaendischen, wohltaetigen und erzieherischen Organisationen gegeben.
4. Die stellungslosen Musiker, die bei solchen Konzerten beteiligt sind,
koennen Mitglied des Musikerverbandes sein oder auch nicht.
"Overseas American News Service" 16. Dezember 1948

- 2 -

�Die Hillman-Stiftung verteilt insgesamt $30.000
Die Sidney-Hillman-Stiftung wurde mit einem Fonds in Hoehe von einer
Million Dollar errichtet, der dazu bestimmt ist, die Erziehung, Bildung und
Forschung auf dem Gebiete des Arbeitswesens zu foerden, und hat vor kurzem
die ersten Zuwendungen gemacht. Die Zuwendungen erstrecken sich auf $11.000
fuer k Universitaeten fuer Forschungsarbeiten, $10.000 fuer eine Vorlesungsreihe von Herold J. Laski, Grossbritannien, ueber das Arbeitswesen in den Vereinigten Staaten» eine Anzahl Betraege wurde an Einzelpersonen fuer Forschungsarbeiten gezahlt. Es ist dies das erste Mal, dass in den Vereinigten Staaten
eine Stiftung fuer solche Zwecke errichtet wurde. Die Stiftung ist dem Gedenken des verstorbenen Sidney Hillman gewidmet, der frueher Vorsitzender des
Verbandes der Vereinigten Bekleidungsarbeiter (CIO) war und im Jahre 1946
verstarb.
"The CIO News« 22. November 1%8

Grosse Aufgaben fuer gewerkschaftliche Forschungsabteilung
Vielehen Nutzen kann wohl eine Forschungsabteilung fuer eine Gewerkschaft
haben. Soweit der CIO in Frage kommt, so ist seine Abteilung fuer Forschung
und Bildung dafuer verantwortlich, dass Informationsmaterial hereinkommt, das
sich fuer die Gewerkschaften als nuetzlich erweist, ein Material, das die Gewerkschaften bei ihren Verhandlungen ueber Lohnerhoehungen benutzen koennen.
Bei diesen Verhandlungen muessen die Gewerkschaften ueber Tatsachenmaterial
verfuegen, und so ist es die Aufgabe der Forschungswirtschaftler, Informationsmaterial zusammenzutragen ueber Produktionskosten, feste Kosten, Verluste, Zinsen, Transport - gezahlte Dividenden etc. Diese Abteilung ist aber
auch fuer die Foerderung der Bildung und Erziehung verantwortlich. Sie haelt
Konferenzen ueber Fuehrerausbildung ab, veroeffentlicht Druckschriften und verschafft sich Informationen fuer die Mitglieder. Anscheinend haben die amerikanischen Gewerkschaften die Feststellung gemacht, dass sich Forschung und Ausbildung bezahlt macht, da die meisten ier groesseren Gewerkschaften solche Abteilungen eingerichtet haben.
"The CIO News" 22. November 1948

Das Stachanow-System in Rumaenian
Die "Informations Roumaines", die von der rumaenischen Gesandtschaft in
Paris herausgegeben werden, veroeffentlichen am 17. Oktober folgende Nachricht;
"In dem sozialistischen Wettbewerb, der anlaesslich des 31. Jahrestages
der Sozialistischen Revolution begann, an dem die rumaenischen Arbeiter
mit die erste Stelle einnehmen, haben letztere bedeutende Erfolge zu
verzeichnen. Eine Belegschaft aus 3 Mann hat in Lonea einen neuen Rekord
im Kohleschuerfen ohne Anwendung von Explosivstoffen aufgestellt* sie
hat das Plansoll um 933^ ueberschritten."

-3-

�Wie man sieht, weiss man im Lande Anna Paukers die Feste nach guter
Stalinistischer Tradition zu feiern* durch Verschaerfung des Arbeitstempos.
Das haben aber sicher diejenigen, die vor 31 Jahren die Revolution
wirklich machten, nicht vorhergesehen.
Aus "Documentation Syndicale" (Paris) 22. Oktober 1%8
Konzentrationslager in der Tschechoslowakei
Folgende Saetze, die keines Kommentars beduerfen, sind einem Artikel entnommen, der am 4* Oktober mit der Ueberschrift "Der Juengste Erfolg in der
Tschechoslowakei" in dem Schweizer Sozialistenblatt "Der Bund" erschien*Die Kommunisten in der Tschechoslowakei wissen, dass sie den anderen
Laendern gegenueber, die sich hinter dem "Eisernen Vorhang" befinden, noch viel
"aufzuholen" haben. Die juengste kommunistische Massnahme besteht darin, vom
"ganzen Volk" durch "spontane" Aktion eine Ausmerzung der "Feinde des Staates
und der Untergrundelemente" fordern zu lassen. Dieser Wunsch nach einer Reinigungsaktion wird in der Presse, im Radio usw. verbreitet. Es handelt sich hier
wie anderwo darum, alle diejenigen in den Konzentrations- und Zwangsarbeitslagern unterzubringen, die in Worten oder mit der Tat gegen den volksdemokratischen Staat suendigen, alle die Kritikaster und diejenigen, die nicht fuer die
neue "sozialistische Ordnung" begeistert Hurra schreien.
Die kommunistischen Aktionskomitees haben vor kurzem eine Bewegung organisiert, der zufolge Petitionen an den Ratspraesidenten Zapotocky gerichtet werden.
Diese Bewegung ist gekennzeichnet durch Tausende von Adressen und Resolutionen,
die von Vereinigungen derrtArbeiterweit" stammen. Bei dieser Gelegenheit bekunden sie "den Unwillen", den sie ueber die Tatsache empfinden, dass die
"Reaktionaere" Versuche unternehmen, um einen Umsturz in der Tschechoslowakei
herbeizufuehren oder um die Entwicklung zu "einem besseren Leben im Rahmen der
sozialistischen Ordnung" zu hemmen.
"Die Resolutionen enden schematisch mit einer Phrase, in der stets mit
einigen Varianten beteuert wird, dass das Volk bereit ist, den Arbeitsertrag
zu steigern, dass man aber alle diejenigen in die Zwangsarbeitslager schicken
soll, die sich dem Willen des Volkes entgegenstellen.
"Die Presse veroeffentlicht u.a. einen Brief des Personals der TeslaFabriken in Prag-Strasnice, in dem es heisst: "Wir fordern, dass die Provokateure,
die Agitatoren und die Untergrundelemente in die Arbeitslager geschickt werden und mit ihnen die Faulenzer, die die Moral in den Betrieben untergraben! "
"Diese Aktion ist gut auf ein Ziel abgestimmt. Es kann uebrigens in einer
Volksdemokratie nicht anders sein.
"Ist es noch noetig, zu erwaehnen, dass diese Aktion nicht ergebnislos verlaufen ist. Diese Ergebnisse sind gleichermassen abgestimmt« Die Zeitungen,
z.b. das Organ der Tschechischen Schriftsteller "Lldove Noviny" berichten schon
von positiven Resultaten - wie gesagt, so getan» Es sind bereits in Kladno,
Pardubice und in Karlsbad Konzentrationslager eingerichtet worden."
"Documentation Syndicale" (Paris) 22. Oktober 1948
Ansichten eines Amerikaners ueber die Fuehrerschaft der deutschen
Gewerkschaften
Am 15. November hielt Edwin F. Beal, der fruehere Berater der Amerikanischen Militaerregierung in Stuttgart fuer Arbeitseinsatzfragen, eine Ansprache
im Radio, in der er geine Beobachtungen in bezug auf die deutsche Gewerkschaftsbewegung schilderte. Mr. Beal brachte zum Ausdruck, dass er nicht mehr als oeffent-

-4 -

�licher Beamter, sondern als Privatmann spraeche, der stark an der Entwicklung
einer fortschrittlichen demokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland interessiert sei. Er aeusserte die Meinung, dass in vieler Hinsicht die Gewerkschaften
heute mehr geeint seien als im Jahre 1933, andererseits bedauerte er abergewisse Tendenzen, die eine Rueckkehr zu den Auffassungen und der Denkweise von
1933 erkennen lassen, sowie "Tendenzen zur Uneinigkeit, Spaltung, wie auch ein
verhaengnisvolles Zoegern und eine Abneigung dagegen, die Kraefte der Arbeiterschaft in den Eaempfen einzusetzen, die sie manchmal notwendigerweise auszufechten hat."
"Zum grossen Teil ist der Grund hierfuer in der Tatsache zu suchen, dass
es nur sehr wenig junge fuehrende Kraefte gibt. Es fehlt eine Generation einflussreicher Gewerkschaftsfuehrer, die Generation, die gerade um 1933 herum
den Grad der Reife erreicht hatte. Hitler unterdrueckte sie zusammen mit anderen,
oder sie wurden zusammen mit anderen in den Kaempfen des Hitlerkrieges getoetet.
Die deutsche Arbeiterbewegung musste auf aeltere Maenner zurueckgrelfen, naemlich
auf diewenigen Fuehrer aus der Zeit vor 1933, die es fertig gebracht hatten,
am Leben zu bleiben. Ein Fuehrer kann alt sein und doch gut, aber manche von
ihnen haben sich seit 1933 doch nicht gewandelt. Ich kenne z.B. einen, der viele
Jahre im Konzentrationslager war. In alldiesen Jahren gelang es Hitler nicht, die Gesinnung dieses alten Gewerkschaftsführers zu aendern - jedoch koennen
es andere heute auch nicht. Ich glaube bestimmt, er denkt, dass wir einen falschen Kalender haben, und dass es noch 15 Jahre bis 1948 dauern wird. Glücklicherweise ist er nicht typisch fuer das Gewerkschaftswesen, ungluecklicher weise ist er aber auch nicht der einzige.
"Ich glaube, keiner ist sich ueber diesen Mangel mehr im Klaren als die
meisten der alten Fuehrer selbst. Sie sehnen sich danach, abzutreten und ihre
Sorgen und ihre Muehe auf kraeftigere Schultern zu legen. Dennoch sind sie dazu
nicht in der Lage, weil eben niemand anders da ist. Diese Verhaeltnisse findet
man nur in Deutschland. In Belgien oder Frankreich liegen die Dinge nicht so.
Die alten Fuehrer waren dort nicht allzu lange fort, waehrend die illegale Bewegung gegen die Nazibesetzung junge Fuehrer anwarb und bei ihrer Schulung Hilfe
leistete. Es liegt jetzt bei der deutschen Arbeiterbewegung, irgendwelche Massnahmen zu improvisieren, um neue Fuehrer zu schulen und zwar schleunigst. Das ist
eine schwere Aufgabe, eine Aufgabe mit der man sich vorher nicht zu befassen
brauchte...Keiner kann es der deutschen Arbeiterbewegung jetzt sagen, wie es gemacht wird, aber ich hoffe, Amerika kann es und wird auch dabei helfen....
"Die deutsche Arbeiterschaft wird in Amerika Unterstuetzung und Rueckhalt
bei ihren Gewerkschaftskollegen finden, die sich den gleichen Problemen gegenuebersehen und die die gleichen Noete haben. Wenn die deutschen Arbeiter fuer
demokratische Rechte, fuer Rede- und Versammlungsfreiheit, fuer das Streikrecht
und fuer das Recht kaempfen, Gesetze gegen Missbrauch durchzubringen, wie dafuer
dass die Preise herabgesetzt werden, wenn sie die Hilfsmittel der Gesellschaft
gerecht gebrauchen und verteilen, wenn also die deutschen Arbeiter dafuer kaempfen. ...dann werden sie auch Freunde finden, ganz gleich, gegen wen sie kaempfen.
Sie werden Freunde finden, gber sie muessen so handeln, dass sie sie gewinnen..."
Rundfunksendung der Üilitaerregierung Wuerttemberg-Baden,

-5-

Stuttgart,15.November
1948

�Beschaeftigungsstand in den wichtigen englischen Industriezweigen
Manche englischen Industriezweige haben Schwierigkeiten, genuegend Arbeitskraefte zu bekommen. Anderen Industrien wieder geht es besser, wie aus
dem Britischen '//irtschafts-Ueberblick fuer. 1948 hervorgeht. Aus nachstehender
Tabelle gehen die Zunahmen und Abnahmen im Laufe des Jahres 1948 hervor, wobei
die Zahlen fuer den 31. Dezember 1948 Schaetzungen darstellen«

Industriezweig

Kohlenbergbau (Arbeitskraefte
insgesamt)(beschaeftigt laut
Buch)
Anderer Bergbau u.Steinbruch
0öffentliche Einrichtungen
Transportwesen u. Schiffahrt
Landwirtschaft
Bauwesen und Maschinenbau
Fischerei
Fabrikation.
Baumaterialien
Metall und Maschinen
Textilien
Bekleidung
Lebensmittel,Getraenke,Tabak
Chemikalien
Andere Fabrikationen
Vertrieb
Dienstleistungen fuer Verbraucher
Oeffentliche Dienste»
Landeszivilverwaltung
Andere Dienste in der
Landesregierung
Oertliche Regierung

Beschaeftigung
Ende 1947

Beschaeftigung
Ende 1948

758,000
(718,000)

790,000
(750,000)

Zunahme o.Abnahme
(geschaetzt)

/ 32,000
/ 32,000

73,000
270,000
1,438,000
1,055,000
1,364,000
35,000

75,000
280,000
1,460,000
1,110,000
1,200,000
37,000

/ 2,000
/ 10,000
/ 22,000
/ 55,000
—164,000
/ 2,000

590,000
2,876,000
652,000
831,000
623,000
336,000
1,343,000
2,351,000
2,120,000

575,000
2,900,000
760,000
800,000
600,000
335,000
1,355,000
2,320,000
2,123,000

— 15,000
/ 24,000
/108.000

692,000

715,000

/ 23,000

375,000
1,105,000

360,000
1,075,000

—
—
—
/
—
/

—
—

31,000
23,000
1,000
12,000
31,000
3,000

15,000
30,000

Hinter diesen Zahlen verbergen sich viele interessante Betrachtungen ueber das
Ausmass, in dem die englische Arbeiterschaft wirksam eingesetzt ist. So ist z.B.
die Anzahl der Kohlenarbeiter sehr gross, wenn man die Tonnenzahl an gefoerderter
Kohle in Betracht zieht. Dasselbe gilt auch fuer die Bauarbeiter. Die englischen
Wirtschaftler studieren jetzt diese Zahlen mit grosser Sorge, und die Gewerkschaften sind ebenfalls daran interessiert, weil Grossbritannien entschlossen ist,
die Arbeiterschaft im Jahre 1949 wirksamer einzusetzen als im Jahre 1948.
"International Labour Review" November 1948.

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�Festes Programm des Britischen Gewerkschaftsbundes (TÜC)
Der Britische Gewerkschaftsbund (TUC) hat sich entschlossen, seinen
ganzen Einfluss aufzubieten, um das Produktionsprogramm der Regierung zu
foerdern. Am 18.November haben die Exekutivorgane der Gewerkschaften des TUC
•ine Konferenz abgehalten, um die Mittel und Wege zu studieren, die geeignet
sind, eine maximale Lelstungsfaehigkeit in der Industrieproduktion zu sichern.
"Die industriellen Unternehmen schwanken zwischen grosser Lelstungsfaehigkeit
und Erfolglosigkeit, wobei die ueberwiegende Mehrzahl von ihnen weder sehr
gut noch sehr schlecht ist. Der allgemeine Durchschnitt muss gehoben werden.
Es gibt wenig Betriebe, in denen durch sorgfaeltige Disposition, Planung und
erspriessliche Beratung mit den Arbeitern und Arbeiterinnen im Betrieb nicht
bessere Erfolge erzielen koennten. Wir gehen von der Erkenntnis und dem Wissen aus, dass eine Erfolglosigkeit, die durch fehlerhafte Planung, mangelhaften Produktlonsfluss und andere Ursachen hervorgerufen wurde, bei den beteiligten Arbeitern den Gedanken an eine willkuerliche Vereitelung bzw. Hemmung
wachwerden laesst, zumal sie wissen, was fuer eine lebenswichtige Rolle die
Produktivitaet notwendigerweise dabei spielt, dass das Land selbst seinen
lebenswichtigen Bedarf durch Einfuhr beschaffen kann.
"Der typische Gewerkschaftler will an seiner Arbeit interessiert und stolz
auf sie sein, und er hat auch seine ziemlich scharfsinnigen Gedanken darueber, was seinen Bestrebungen helfen koennte...Die Fragen des Einsatzes der
Arbeitskraefte, der*technischen Ausbildung, der Schulung, und ob es wirklich
einschraenkende Praktiken gibt, die in der Industrie angewendet werden, sind
ebenfalls von Wichtigkeit. Aber vor all unseren Gedanken muss das Problem
stehen, welches die beste Art und Weise ist, den Mann am Arbeitsplatz ueber
den breit angelegten nationalen Plan, ueber die Gewerkschaftspolitik, und
ueber die Rolle auf dem Laufenden zu halten, die er persoenlich bei der riesigen Aufgabe, der wir gegenueberstehen, spielen kann.
"Nur dadurch, dass wir Waren exportieren, koennen wir unseren Verbindlichkeiten nachkommen und der Aufgabe gerecht werden, die unser Vierjahresplan
umfasst, der darauf abzielt, dass wir uns als Nation bis 1952 selbst erhalten,
in welchem Jahre die amerikanische Hilfe aufhoeren wird. Es ist. ein dornenvoller VJeg
und er wird noch dornenvoller durch die Hindernisse, die uns
von Leuten in den Weg gelegt werden, die irrgeleitet sind infolge einer politischen Propaganda, die bewusst darauf abzielt, in die Frage der Produktivitaet Verwirrung zu bringen, um das Europaeische Wiederaufbau-Programm und
die Marshall*Hilfe zu sabotieren.
"Was die Produktivitaet und das ERP betrifft, so weiss die Gewerkschaftsbewegung genau, wo sie steht. Ueber diese beiden Punkte gab es auf der TOCTagung im September keine Meinungsverschiedenheiten. Dennoch versucht die
kommunistische Partei, die Beschluesse des TUC zu unterminieran...Die kommunistische Partei besitzt weder Verantwortungsgefuehl noch Moral. Sie empfindet keine Scham vor ihren eigenen politischen Purzelbaeumen, weil sie eben
glaubt, dass der Zweck die Mittel heiligt. Wenn noetig, versucht sie, dieses
Ziel durch Spaltung zu erreichen. Sie glaubt an die Diktatur. Sie glaubt
nicht an eine Herrschaft der Majoritaet. Unsere Bewegung hat die Verantwortung
fuer 8 Millionen Mitglieder und deren Angehoerige. Sie fusst auf der Gemeinschaft freier Maenner. Sie glaubt an die Demokratie, die sie zwei Jahrhunderte

-7 -

�lang geuebt hat...Den kommunistischen Taktiken, die Gewerkschaftsbewegung fuer
ihre eigenen Zwecke und Ziele zu missbrauchen und herabzuwuerdigen, muss schon
in den Werkstaetten, in der Zweiggewerkschaft und bei anderen Zusammenkuenften
entgegengearbeitet werden.
"Der Generalrat wurde schon mit einer Warnung eroeffnet...und dieser wird
eine Enthuellung der kommunistischen Taktiken folgen, so dass jeder richtige
Gewerkschaftler in der Lage ist, zurueckzuschlagen und zu zeigen, wie stark
denn eigentlich die Kommunistische Partei in der englischen Gewerkschaftsbewegung ist. Es handelt sich hier nicht um eine Ketzer- oder Hexenjagd, wie die
Kommunisten in ihren Protesten behaupten. Keiner erhebt ein lauteres Geschrei
als die kommunistische Partei, wenn irgendjemand es anzuzweifeln wagt, dass sie
nicht die Quelle aller Weisheit, Wahrheit und Redlichkeit ist. Angesichts der
Schritte, die der Generalrat bereits unternommen hat, war man sich ja auch schon
im voraus darueber klar, dass sie ihr altes Geschrei erheben wuerde^"
"Labour" Dezember 1948
Die Lage in Finnland
Bei der Beurteilung der finnischen Verhaeltnisse soll darauf hingewiesen werden, dass waehrend des Krieges unserem Lande das Schicksal der osteuropaeischen
Laender erspart geblieben ist, denn unser Land wurde nicht besetzt» wir hatten
den Siegern gegenueber aber Verpflichtungen nachzukommen.
Die Kriegsschulden, die wir zahlen sollen, belasten unsere Wirtschaft, aber
wir haben keine Besatzungskosten. Trotz aller Schwierigkeiten ist die Lage Finnlands sichtlich besser als die der uebrigen Nachbarstaaten Sowjetrusslands.
Trotz der schweren Verluste ist die wirtschaftliche Lage ziemlich guenstig,
was groesstenteils den nachfolgenden Faktoren zu verdanken istj
1. Sowjetrussland hat unsere Kriegsschulden herabgesetzt«
2. Die guenstige Lage auf dem Weltmarkt inbezug auf Holz- und Papierwaren,
wodurch die Zufuhr sehr zugenommen hat.
Auch die von den Westmaechten erhaltenen Kredite haben zu dieser guenstigen
Entwicklung mitgeworkt.
Bei der Reichstagswahl im Sommer hat die von den Kommunisten gebildete "volksdemokratische Front" einen Verlust erlitten, sie haben in allen Positionen den
Rueckzug antreten muessen.
Die Minderheitsregierung der Sozialdemokraten hat es nicht gerade leicht. Der
Angriff der Kommunisten auf die sozialdemokratische Regierung verknuepft sich
mit deri auslaendischen Politik, und sie haben versucht, Unruhe und Verwirrung
zu stiften. Infolgedessen ist aber der groesste Teil unseres Volkes jetzt erwacht und unterstuetzt die Minderheitsregierung.
Die Kommunisten verwenden die Provokation als Kampfraethode inbezug auf die
auslaendische Politik; was ihre innere Politik betrifft, so ist voriges Jahr
der politische Streik zugunsten des Innenministers Leino misslungen.
Es besteht ein grosser Unterschied zwischen den Akkord und Zeitloehnen, und
die wirtschaftliche Lage der Arbeitnehmer ist schwach. Die Kommunisten versuchen
ihren Zweck durch eine ausserordentlich luegenhafte Propaganda, welche sich
insbesondere gegen die sozialdemokratischen Fuehrer innerhalb der Gewerkschaftsbewegung richtet, zu erreichen.

- 8-

�Sie haben fuer ihre Propaganda syndikalistische Kampfmethoden ergriffen.
Ohne Genehmigung des Gewerkschaftsbundes und der Gewerkschaften haben sie in
verschiedenen Teilen des Landes wilde Streiks veranlasst.
Das Bestreben der Kommunisten die wirtschaftliche Lage des Landes zu stoeren, macht sich am deutlichsten dadurch bemerkbar, dass sie-—obwohl die Produktion um 7-&amp;&amp; im Vergleich zu den VorkriegsJahren zugenommen hat
den Torschlag eingereicht haben, die Loehne der Arbeiter um 20-3Q&amp; zu erhoehen.
Die Sozialdemokraten haben darauf hingewiesen, dass es fuer die Arbeitnehmer
von groesster Wichtigkeit waere, wenn die Preise und die Steuern herabgesetzt
wuerden. Die Regierung hat den Torschlag gemacht, naechstes Jahr die Steuern um
50t herabzusetzen. Zu gleicher Zeit sind die Sozialdemokraten der Meinung, dass
es notwendig sei, eine derartige Verbesserung der Loehne der schlechtentlohnten
Arbeiter vorzunehmen, dass diese Lohnerhoehung die wirtschaftliche Lage nicht
gefaehrden werde.
Ton besonderer Bedeutung ist diese Politik inbezug auf die ExportIndustrie,
da die Exportpreise viel zu hoch liegen.
Im Augenblick, da wir diesen Artikel schreiben, ist die politische Krise
noch nicht ueberwunden. Jedenfalls koennen wir feststellen, dass sich die Taetigkeit der sozialdemokratischen Arbeiter intensiver geworden ist.
Die kommunistischen Provokationen wurden entlarvt, und die sozialdemokratischen Arbeiter haben dem Aufruf der FFC Folge geleistet.
Es laesst sich schwer vorhersagen, wie lange sich die Kommunisten gegen die
Polizei und die Ordnung widersetzen werden.
Die Ausfuhrmoeglichkeiten sind noch nicht gerade guenstig, aber die Herbsternte ist ausserordentlich reich gewesen.
Wir haben z.B. eine so grosse Kartoffelernte gehabt, dass die Preise stark
gesunken sind. Der Nahrungsmittelvorrat hat in jeder Hinsicht zugenommen, und
die Preise werden fbrtwaehrend herabgesetzt. Dadurch verliert die Propaganda und
das elende Auftreten der Kommunisten an Bedeutung.
Trotz der ungeheuren Schwierigkelten, sehen wir der Zukunft hoffnungsvoll
entgegen und unsere finnische Energie bietet eine Garantie dafuer, dass sich
unsere wirtschaftliche Lage heben wird.
Unser Volk wurzelt in einer Demokratie, die wahrscheinlich eine Hemmung
fuer das kommunistische Streben nach einer Diktatur bilden wird.
Bis jetzt haben wir uns besser als die uebrigen Randstaaten bewaehrt und hoffen, dass unser Land trotz seiner gefaehrlichen Lage seine Selbststaendigkeit
und Freiheit unter den uebrigen Laendern Europas aufrechterhalten wird.
Auszug aus einem Artikel der "Mitteilungen des Internationalen Bundes Privatangestellter • (Amsterdam)
Das Angestelltenwesen in der Tschechoslowakei
Ton befreundeter Seite wird uns geschrieben;
•"2s hat sich die Umbildung auf Industrieorganisationen durchgreifend vollzogen. Hie und da kommt es zu kleinen Stoerungen, aber da unterdessen die sozialpolitische Gesetzgebung der Umbildung angepasst wird, wird auch dies behoben werden. Seit 1. Oktober ist die Sozialversicherung in Kraft. Sie erfasst
alle Zweige von Tersicherungen, Kranken- Unfall- Invaliditatsversicherung usw.
und dehnt sich auf alle arbeitenden Menschen, einschliesslich der selbstaendigen

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�Gewerbetreibenden und Landwirte aus.
Die Renten werden wesentlich erhoeht, und es wird eine Rente fuer bisher
nicht Versicherungspflichtige eingefuehrt.
Es ist u.a. auch ein Arbeitsgesetz in Vorbereitung, durch das auch unser
Handelsgehilfengesetz wegfaellt. Im Grossen und Ganzen kann gesagt werden,
dass, was die sozialpolitischen Gesetze anbelangt, eine Nivellierung nicht
erfolgt ist und dass im Gegenteil alle Vorteile, die bisher fuer Privatangestellte galten, b eibehalten und auf alle andern Arbeitenden ausgedehnt wurden.
Die URO (Gewerkschaftszentrale) ist enorm gross und buerokratisch geworden.
Der Einfluss der Gewerkschaften auf die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Verhaeltnisse ist durchgreifend, aber ebensogross ist die Verantwortung.
Was die Kategorie der G-eschaef tsreisenden betrifft, laesst sich bemerken,
dass diese Kategorie der Privatangestellten in der Tschechoslowakei nahezu
ausgestorben ist. Es begann in der Industrie, die groesstenteils verstaatlicht
wurde, es folgte darauf der Textilgrosshandel und der Lebensmittelgrosshandel.
Die Juengeren sind in den Verteilungsstellen untergebracht, die Aelteren sind
insoweit sie nicht versichert waren, brotlos geworden.
Diejenigen, welche versichert waren und jetzt eine Rente beziehen, sind die
Mitglieder der ehemaligen Union der Geschaeftsreisenden; sie beziehen heute
rund Kcs.2000.- Pensoin, waehrend die Rente fuer nicht Versicherte bloss
Kcs. 700/- betraegt.
Auch der Angestellten-Grosshandel wurde zum Teil betroffen. Die neuen
Distributionsformen werden nicht alle uebernehmen koennen, und dies bedeuted
also Umschulung fuer andere Berufe.
Es kommen viele Angestellte des Kleinhandels hinzu, der zwar noch nicht betroffen wurde, in welchem aber durch eine Steuerpolitik der Regierung groessere
Betriebe mit einer groesseren Zahl von Angestellten verhaeltnismaessig hoch besteuert werden, wodurch sich die Tendenz bemerkbar macht, dass sich der Kleinhandel, soweit es geht, der Angestellten entledigt.
Die -Frage der Vergenossenschaftlichung des Kleinhandels steit vor der Tuer
und wird mit allen Mitteln betrieben. Unter diesen Umstaenden ist die Arbeit
des "Svaz zamestnancu v distribuci" fuerwahr nicht leicht und die Verantwortung
schwer. Trotzdem oder deswegen muss aber festgestellt werden, dass die Angestellten dieser Kategorie fast zu lOOl organisiert sind."
"Aus Mitteilungen des Internationalen Bundes der Privatangestellten"(Amsterdam)
Berufsausbildung in Canada
Das Berufsausbildungsprogramm der kanadischen Regierung, das vor kurzem
ueberprueft worden ist, wird nach folgenden 5 Richtlinien durchgefuehrt werden«1. Ausbildung der Jugendlichen, die hauptsaechlich in den Schulen vorgenommen
wird. Sie umfasst eine finanzielle Unterstuetzung fuer Krankenpflegerinnen,
die in der Ausbildung begriffen sind, sowie fuer andere Berufsschüler.
2. Unterstuetzung fuer Berufsschulen, die in einem Programm besteht, den oertlichen Schulen dabei zu helfen, Ausruestungsmaterial und Lehrkraefte zu
beschaffen, sowie Lehrplaene fuer die Berufsschulung auszuarbeiten.

10-

�3« LehrlingsSchulung in bezug auf die Ausbildung fuer Facharbeiter in besonderen Handwerksraechern (keine Arbeiter an Fabrikationsmaschinen).
Die Regierung hilft dabei, die Normen fuer die Schulung aufzustellen
und unterstuetzt die Arbeitgeber und Gewerkschaften bei der Entwicklung
der Ausbildungsprogramme.
4* Meister- und Vorarbeiter-Ausbildung, ein Programm, das den Zweck hat,
die Arbeitgeber bei der Schlung von Vorarbeitern und anderem Aufsichtspersonal zu unterstuetzen.
5. Umschulung von Arbeitskraeften, die aus ihrer Beschaeftigung entlassen
wurden« diese erstreckt sich auf Arbeiter, deren Facharbeit ueberholt
ist, und auf solche, die auf Grund ihres Gesundheitszustandes oder ihres
Alters zu anderen Arbeitsarten ueberwechseln mueesen.
"International Labour Review" November 1948.

Beschaeftigung und Wohnungswesen in Schweden
Der Staatliche Ausschuss fuer Arbeit hat im Laufe des Monats Mai 1948 eine
Uebersicht ueber unbesetzte Arbeitsstellen ausgearbeitet. Es stellte sich heraus, dass in gewissen Gebieten ein Arbeitermangel besteht. Die Arbeitsplaetze
sollen ausgefuellt werden, waehrend wiederum Arbeiter in anderen Gegenden
nicht dorthin ziehen koennen, wo Arbeit angeboten wird, weil dort Wohnungsnot
herrscht. In manchen Gegenden kann die Nachfrage nach Wohnungen nur zu etwa
20t befriedigt werden. Der Grund fuer den Mangel an Wohnraum, bzw. dafuer,
dass ihm nicht gesteuert wird, ist in dem Mangel an Bauarbeitern und Baumaterialien zu suchen. Im August 1948 waren 215,000 Arbeiter im Baufach taetig,
von denen 83,900 ungelernte Arbeiter waren. Man zaehlte 50,000 Tischler,
21,200 Maurer und 42,500 andere Handwerker.
"International Labour Review" November 1948.

Ein oeffentliches Handbuch fuer Gewerkschaften
In diesem Artikel ist von einem Gedanken bzw. einem Plan die Rede, der
vielleicht auch fuer die deutschen Gewerkschaften von Interesse sein mag.
Es handelt sich um eine Methode, der zufolge die Exekutive der Gewerkschaft
stets Inforraationsmaterial ueber Arbeiterangelegeneheiten in Bereitschaft
hat. Das Amerikanische Arbeitsministerium bereitet ein Handbuch vor, das
den Gewerkschaften geliefert werden soll. Es handelt sich um ein 220 Seiten
starkes Buch mit losen Blaettern, das man auf dem Laufenden halten kann,
indem man immerwieder neue Seiten einfuegt, sobald Informationsinaterial
hinzukommt. Das Buch enthaelt statistische Angaben nach dem juengsten Stande
auf folgenden Gebieten« Beschaeftigung, Arbeitsplatzwechsel, Lohntabellen,
Verdienste, Arbeitsstunden und Lohnsaetze, Preise und Lebenshaltungskosten,
Produktivitaet udn Einheitskosten, Industrielle Beziehungen, Betriebsunfaelle,

11

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�Bau- und Konstruktionsstatistiken, Wohnungswesen und Mieten, Sozialversicherung,
Verbraucher-Konsumvereine, Produktion, Einkommen und Ausgaben. Der moderne Gewerkschaftsfuehrer muss auf diesen verschiedenen Gebieten auf dem Laufenden
sein. Sein Handbuch ist fuer ihn ein Nachschlagwerk, das er jederzeit befragen
kann.
"State Department Newsletter" 14. Dezember 1948.
Amerikanische Gewerkschaft eroeffnet Kleidergeschaeft
Der Bezirk 64 des Internationalen Maschinisten-Verbandes, einer unabhaengigen Gewerkschaft, hat Jetzt sein eigenes Bekleidungsgeschaeft in Providence,
Rhode Island, eroeffnet. Es haben jedoch nur gewerkschaftlich organisierte Maschinisten und ihre Familien oder Mitglieder der AFL-Gewerkschaften das Hecht,
daran teilzuhaben. Der Maschhistenverband war frueher der AFL angeschlossen,
und es ist durchaus moeglich, dass er ihr wieder beitritt. Das Bekleidungsgeschaeft wird 25 Angestellte haben, die alle Mitglied einer AFL-Gewerkschaft
sind. Das Geschaeft ist aus dem Grunde eroeffnet worden, um den Mitgliedern die
hohen Kosten zu ersparen, die sie fuer Konfektionskleidung zahlen muessen.
Amerikanisches Arbeitsministerium "Weekly Labor News Digest" 1.Dezember 1948
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Manpower Division
OMGUS, APO 742

12

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OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge an* der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteare. der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschalen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post sageleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Nr. 48/49

Berlin, 28. Januar 1949
DIE MEISTEN ARTIKEL DIESER DOPPELNUMMER BEZIEHEN SICH
AUF DEN VER7JALTUNGSAUSSCHUSS FUER DAS ERP UND AUF DAS
EUROPÄISCHE WIEDERAUFBAUPROGRAMM IM ALLGEMEINEN,

Einzelne Punkte aus der Ansprache Praesldent Trumans
an den Kongress
Anlaesslich der Eroeffnung des 81. Kongresses verlas Praesident Truman
seine "Botschaft ueber die Lage in den Vereinigten Staaten". Seine Ansichten
ueber die Innenpolitik der Regierung sind hier wiedergegeben, weil sie zu der
amerikanischen Aussenpolitlk In wichtigen Beziehungen stehen. Die Ansichten
des Praesidenten ueber die Aussenpolitlk werden diesem Auszug folgen.
1. Die Probleme des amerikanischen Volkes im Lande selbst
"Das amerikanische Volk ist sich darueber klar, dass Armut ebenso verheerend und ebenso unnoetig ist wie eine Krankheit, die man verhueten kann. Wir
haben uns mit unseren gesamten Hilfsmitteln dafuer eingesetzt, einander in den
Noeten und Kaempfen des individuellen Lebens zu helfen. Wir sind der Meinung,
dass kein ungerechtes Vorurteil oder irgend ein kuenstlicher Unterschied irgend
einen Amerikaner von einer Ausbildung, von einem Leben in Gesundheit oder von
einem Beruf ausschliessen soll, den auszufuellen er in der Lage ist.
"Um eine Gesellschaft dieser Art heranzubilden, bedarf es der besten
Bemuehungen jedes einzelnen Buergers in jeder Sphaere seines Lebens, es erlegt
aber auch der Regierung eine stets wachsende Verantwortung auf. Die Regierung
muss mit der Industrie, der Arbeiterschaft und den Bauern zusammenarbeiten, um
die Wirtschaft auf vollen Touren laufen zu lassen. Die Regierung muss darauf
sehen, dass jeder Amerikaner die Chance hat, seine gerechten Anteile an unserem
wachsenden Reichtum zu bekommen. Diese Verantwortlichkeiten gehen Hand in Hand.
"Wir koennen keinen 'ohlstand beibehalten, wenn wir nicht eine gerechte
Verteilung und einen weitverbreiteten Verbrauch der Erzeugnisse unserer Fabriken
und Bauernhoefe schaffen. Unsere Regierung hat es uebernommen, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
"Wir haben riesige Summen an oeffentlichen Geldern in Landstrassen,
Wasserkraftwerkprojektion, Bodenerhaltung und Urbarmachung angelegt. Wir haben
ein System der Sozialversicherung geschaffen. Wir haben Gesetze erlassen, die
die Rechte und die Wohlfahrt unseres arbeitenden Volkes und das Einkommen

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1

�unserer Bauern schuetzen. Diese Bundespolitik hat sich mehr als reichlich bezahlt gemacht. Sie hat die materiellen Grundlagen unserer demokratischen Ideale
gefestigt. Ohne sie waere unser jetziger Wohlstand nicht moeglich gewesen.
"Durch diese Politik gestaerkt, hat unser System des privaten Unternehmens neue Hoehepunkte in der Produktion erreicht. Seit dem Rekordjahr 1929
ist unsere landwirtschaftliche Produktion, waehrend sich die Bevoelkerung nur
um 20£ erhoehte, um Vit und unsere Industrieproduktion um 75? gestiegen. Wir
fertigen viel mehr Waren und schaffen mehr Wohlstand pro Arbeiter als dies
jemals zuvor der Fall war.
"Dieser Fortschritt hat die klaeglichen Propheten - bei uns wie auch im
Ausland - verwirrt, die den Zerfall des amerikanischen Kapitalismus vorausgesagt hatten. Das amerikanische Volk, das seine eigenen Wege geht und auf seine
eigenen Kraefte vertraut, hat den groessten Wohlstand geschaffen, den die Welt
je gesehen hat. Wie gross unser Fortschritt auch gewesen ist, wir haben noch
einen weiten Weg zu gehen. Wenn wir uns im Lande umsehen, dann treten viele
Ilaengel bei uns krass hervor.
"Wir leiden immer noch an enorm hohen Preisen. Unsere Produktion ist
immer noch nicht gross genug, um die Nachfrage zufriedenzustellen.
"Unsere Minimalloehne sind bei weitem zu niedrig. Die kleinen Unternehmen verlieren vor den wachsenden Monopolen an Boden. Unsere Bauern stehen noch
vor einer unsicheren Zukunft und zuviele von ihnen ermangeln noch der Segnungen unserer modernen Zivilisation.
"Manche unserer natuerlichen Hilfsmittel werden noch vergeudet. Es mangelt
uns augenblicklich an elektrischem Strom, obwohl wir in reichlichem Masse die
Mittel zur Verfuegung haben, Kraftstrom zu entwickeln.
"5 Millionen Familien leben noch in Elendsvierteln und Loechern. 3 Millionen Familien teilen ihre Wohnung mit anderen. Der Gesundheitszustand bleibt
weit hinter dem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft zurueck. Eine richtige und angemessene aerztliche Behandlung ist so teuer, dass sie sich der
groesste Teil unserer Buerger nicht leisten kann.
"Unsere Schulen sind in manchen Gegenden absolut unzulaenglich. Unsere
demokratischen Ideale werden oft durch Vorurteil und Unduldsamkeit durchkreuzt.
"Jeder einzelne dieser Maengel bietet auch eine Gelegenheit - eine Gelegenheit fuer den Kongress und den Praesidenten - zum Besten des Volkes zu arbeiten
"
2. Trumana Erklaerung zur Aussenpolitik
"Unsere einheimischen Programme bilden die Grundlage fuer unsere
Aussenpolitik. In bezug auf die Fuehrerschaft sieht die Welt heute auf uns,
weil wir innerhalb unserer Grenzen in so grossem Masse die Segnungen der Demokratie verwirklicht haben, nach denen sich die meisten Voelker der Welt so
sehnen.
"Wir haben eine Aussenpolitik verfolgt, die den aeusseren Ausdruck
des demokratischen Glaubens darstellt, zu dem wir uns bekennen. Wir tun, was
wir koennen, um die freien Staaten und freien Voelker in der ganzen Welt zu
ermutigen, den Leidenden und Betruebten in fremden Laendern Hilfe zu bringen
und die demokratischen Staaten gegen Bedrueckung zu staerken.
"Der Angelpunkt unserer Aussenpolitik ist der Friede. Wir unterstuetzen eine Weltorganisation, um Frieden zu halten und eine Weltwirtschaftspolitik
um fuer die Menschheit Wohlstand zu schaffen. Unser Leitmotiv ist das Prinzip
der internationalen Zusammenarbeit. Fuer diesen Gedanken haben wir einen nationalen Beitrag geleistet, der so bedeutend ist wie nur irgend etwas in der
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2 -

�Geschichte. Wir haben uns verpflichtet, hierfuer mit unseren Hilfsmitteln und
mit unserer Ehre einzutreten....
"Es sollte nun Jetzt allen Nationen klar geworden sein, dass wir nicht
danach streben, den Status quo zu verewigen. Wir haben nicht die Absicht, die
Ungerechtigkeiten der Vergangenheit bestehen zu lassen. Wir begruessen die konstruktiven Bestrebungen mancher Nationen mit dem Ziel, bessere Lebensbedingungen fuer ihre Voelker zu schaffen. Im Europaeischen Wiederaufbau-Programm, in
unserer gutnachbarlichen Politik und in den Vereinten Nationen haben wir damit
begonnen, diese nationalen Mauern einzureissen, die das wirtschaftliche Wachstum und den sozialen Fortschritt der Voelker der Erde hemmen.
"Wir haben den Glauben, dass, wenn wir entschlossen an diesem Kurs festhalten, das Prinzip der internationalen Zusammenarbeit schliesslich doch denjenigen Nationen Beifall abnoetigen wird, die jetzt den Versuch machen, es zu
schwaechen oder zu untergraben bzw. zu zerstoeren. Wir stehen am Anfang einer
Aera, die entweder zu einem grossartigen Erfolg oder zu einer schrecklichen
Katastrophe fuer uns selbst und die gesamte Menschheit fuehren kann.
"Die Staerke unserer Nation muss weiterhin im Interesse Aller anstatt im
Interesse von einigen Privilegierten gebracht werden. Sie muss weiterhin selbstlos im Kampf um den Weltfrieden und fuer eine Verbesserung der Menschheit in
der ganzen Welt eingesetzt werden. Das ist die Aufgabe, die vor uns liegt.
"Es ist keine leichte Aufgabe. Sie bringt viele Schwierigkeiten mit sich
und wird von selbstsuechtigen Interessen stark bekaempft werden. Ich vertraue
auf die Mitarbeit der Bauern, der Arbeiterschaft und der Gesohaeftswelt. Jede
Schicht unserer Bevoelkerung und jeder Einzelne hat das Recht, von seiner Regierung eine aufrichtige, gerechte und unparteiische Handlungsweise zu erwarten
"
"Botschaft des Praesidenten ueber die Lage in den Vereinigten Staaten". 5. Januar 1%9
Das Interesse Amerikas an einem Vereinten Europa
John Foster Dulles, der amerikanische Delegierte bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen, hielt am 18. Dezember im Amerikanischen Klub in
Paris eine Rede. Er sprach ueber das Interesse des Durchschnittsamerikaners
an einem vereinten demokratischen Europa. Mit geringen Auslassungen ist seine
Rede untenstehend wiedergegeben)"Als Thema meiner Ansprache habe ich mir die Frage der Einheit Europas
gewaehlt. Ich habe dieses Thema gewaehlt, weil es sehr aktuell ist, weil ich
aber auch in Europa auf ziemlich viel Missverstaendnisse in bezug auf die Haltung des amerikanischen Volkes gestossen bin. In meiner Rede kommt nicht die
offizielle amerikanischenStellungnahme zum Ausdruck, sondern vielmehr, wie ich
es verstehe und auffasse, die der interessierten Buerger der Vereinigten Staaten. "
Die amerikanische Zivilisation wurzelt in Europa
"Dieses Interesse ist sehr stark. Es handelt sich nicht um ein ausschliessliches Interesse, denn wir haben panamerikanische und auch andere Bindungen.
Wir nehmen aber an Europa ein besonderes Interesse. Das ist hauptsaechlich darauf zurueckzufuehren, dass dergroesste Teil der amerikanischen Bevoelkerung
aus Europa kommt. Unsere Vorfahren waren zum grossen Teil englischer, irischer,
deutscher, italienischer, juedischer, polnischer, franzoesischer oder anderer

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�Nationalitaet, die in Suropa wurzelte, ehe sie in Amerika Puss fasste. Es besteht somit eine Blutsverwandtschaft. Zudem haben die Amerikaner das Gefuehl,
dass sie ein Teil dessen sind, was im allgemeinen westliche Zivilisation genannt wird. Diese ist ganz eindeutig ein europaeisches Produkt. Es spiegelt
die ohristliche Auffassung von der Natur des Menschen wider. Das Individuum
wird als die hoechstentwickelte Einheit der irdischen Werte angesehen, und es
wird die Anschauung vertreten, dass zusammenwirkende Körperschaften so wie sie
z.B. der Staat ist, Mittel dazu sind, dem Individuum groessere Moeglichkeiten
zu bieten, dass sie aber nicht Zweck an sich sind, zu dessen Ruhm und Macht
das Individuum geopfert und beeinflusst werden sollte. Das Ergebnis ist eine
Gesellschaft, die zu einer individuellen Verschiedenheit und zu einem individuellen Experimentieren ermutigt. Wir haben unsere eigenen Einrichtungen und
unser eigenes Experimentieren geschaffen und geformt und haben lange mit Europa den Reichtum geteilt, den eine solche Gesellschaft bietet. Unsere Identifizierung mit Europa ist tatsaechlich so eng und stark geworden, dass in vielen
Teilen der Welt, besonders in Asien und Afrika, diejenigen die aus den Vereinigten Staaten kommen, allgemein "Europaer" genannt werden.
Amerika hat ein festbegruendetes Interesse an der Demokratie
Waehrend so unser Volk und unsere Denk- und Handlungsweise eine Art von
Ueberschuss Europas darstellen, ist da amerikanische Volk aber auch der Meinung,
etwas an Werten in Europa angelegt zu haben. In den letzten 30 Jahren haben wir
dreimal grosse Anstrengungen gemacht, um den Voelkem Europas dabei zu helfen,
ihre freien Einrichtungen beizubehalten. Im Jahre 1917, als es den Anschein hatte,
dass Europa der militaristischen Herrschaft des deutschen Kaisers zum Opfer fallen wuerde, beteiligten wir uns an den Auseinandersetzungen und halfen durch
grossen Einsatz von Menschenmaterial und wirtschaftlichen Hilfsmitteln, diese
despotische Bedrohung abzuwenden. Und wieder - im Jahre 1941 -, als ein grosser
Teil Europas von den Armeen Nazideutschlands ueberrannt worden war, machten die
Vereinigten Staaten wieder mit und spielten wiederum eine gewichtige Rolle in
der Abwendung dieser neuen Bedrohung durch den Despotismus. Und jetzt wieder haben wir riesenhafte wirtschaftliche Anstrengungen gemacht, um Europa zu Hilfe zu
kommen, und wir bauen wieder unsere militaarische Staerke auf, um ein Gegengewicht
zu bilden gegen die Macht, die Westeuropa umgibt, so dass das Gebiet, das der Krieg
fast in einem Machtvakuum liess, besser durch einheimische Kraefte als durch eine
auslaendische Macht ausgefuellt wird.
Diese drei Anstrengungen haben uns allerdings etwas gekostet. Es gibt kein
Dorf in den Vereinigten Staaten, in dem nicht eine Ehrentafel existiert, in der
die Namen seiner jungen Maenner aufgefuehrt sind, die kaempfend In Westeuropa
starben. Unsere Staatsschulden sind von 3 Milliarden im Jahre 1917 auf 270 Milliarden im Jahre 1946 angewachsen, und dies ist nur ein Teil der wirtschaftlichen Kosten dieser drei Anstrengungen, und die dritte ist noch dazu noch nicht
abgeschlossen. So kommt es, dass das amerikanische Volk auf Grund seiner Blutsverwandtschaft und der gemeinsamen Kultur ein tiefes Interesse an Europa nimmt
und der Meinung ist, dass die frueher und jetzt gebrachten Opfer ihnen als Freunde das Recht gibt, dieses Interesse zum Ausdruck zu bringen. Sie sehen das nicht
als Einmischung an.
Amerika wuenscht ein starkes und freies Europa
Was will Amerika. Manche behaupten, unser Interesse an Europa stelle weiter
nichts als den Wunsch dar, Westeuropa als Militaerstuetzpunkt zu benutzen, von

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�dem aus die Weltherrschaft verwirklicht werden soll. Diese Behauptung wurde in
den Debatten der Vereinten Nationen hier in Paris aufgestellt und wird staendig
von gewissen Elementen der europaelschen Presse und im Rundfunk wiederholt. Ich
glaube aber, dass es nur wenige gibt, die das' glauben, selbst, wenn diese Behauptung so oft wiederholt wird. Ich zweifle aber daran, dass es von vielen geglaubt wird. Die meisten Menschen, die in Westeuropa leben, haben mit ihren eigenen Augen gesehen, wie die amerikanischen Truppen gekommen und auch wieder abgezogen sind. Sie haben diesen Truppen zugejubelt, als die kamen und jubelten ihnen
auch zu, als sie nach dem Siege wieder abzogen. Das war....(Text ist hier verstuemmelt), obwohl hier manche Jetzt wuenschen, unsere Truppen waeren nicht so
schnell und so vollstaendig wieder abgezogen. Aber alle mit Ausnahme einiger Weniger wissen, dass, wenn die Vereinigten Staaten den Wunsch gehabt haetten,
Europa als Militaerbasis zu benutzen, wir dazu nach Beendigung des Ersten Weltkrieges Gelegenheit gehabt haetten und jetzt wieder nach Beendigung des Zweiten
Weltkrieges. Sie wissen das, weil sie gesehen haben, dass die amerikanische
Nation durch diese Gelegenheiten nicht einmal in Versuchung gebracht wurde.
"Es wird auch von manchen Leuten behauptet, dass die Vereinigten Staaten
in erster Linie deshalb an Europa so interessiert sind, weil wir Gebiete finden
muessen, wo wir unsere ueberschuessigen Waren loswerden koennen, auch das ist
absurd.
"In Wirklichkeit verfolgen die amerikanischen Hoffnungen in bezug auf Europa gerade und genau das Gegenteil von dem, was uns unfreundliche Kreise zur Last
legen wollen. Wir wollen, dass Europa politisch so stark ist, dass weder die
Vereinigten Staaten noch irgend eine andere Macht je in der Lage sein wird,
Europa zu einem Zwecke zu gebrauchen, der der freien Entwicklung Europas selbst
entgegensteht. Wir wollen, dass 2uropa wirtschaftlich so stark ist, dass es aus
eigener Kraft in Wohlstand lebt und nicht auf wirtschaftliche Zuwendungen von
anderer Seite her angewiesen ist. Wir wollen, dass Europa in genuegendem Masse
geeint ist, damit wir praktisch mit ihm arbeiten koennen. Wir wollen, dass Europa
so viel moralische und intellektuelle Dynamik beweist, dass es weiterhin im Sinne
der Tradition der Magna Charta und der Erklaerung ueber die Menschenrechte ueberall Maenner hervorbringt, die in der Lage sind, irgendwelche Fesseln abzustreifen,
die geeignet sind, ihre Selbstentwicklung zu hindern. Wir wollen ein Europa, das
faehig ist, eine neue industrielle Umwaelzung hervorzurufen, die weiterhin die
Produktivitaet der menschlichen Arbeit vermehrt. Wir wollen ein Europa, das wieder grosse Leistungen auf dem Gebiete der Literatur, Musik, Kunst und solche
religioesen Bewegungen hervorbringt, wie sie in der Vergangenheit die Welt inspiriert und bereichert haben.
Die Gefahren einer Uneinigkeit Europas
"Das sind unsere Hoffnungen. Wir haben aber auch Befuerchtungen. Wir befuerchten, dass ein uneiniges Europa nie unsere Hoffnungen wird verwirklichen
koennen. Die Amerikaner sind der Ansicht, dass die Geschichte Europas, und
insbesondere die Geschichte der letzten 30 Jahre, die sie aus der Naehe kennen,
gezeigt hat, dass die Uneinigkeit Europas eine Schwaeche ist, die ehrgeizige
Despoten staendig auszubeuten versuchen werden, und dass, obwohl diese Versuche
bisher vereitelt worden sind, die Kosten hierfuer so hoch waren, dass von jetzt
ab selbst die Vereinigten Staaten nicht ohne ernste Risiken Schutz vor dieser
Gefahr gewaehren koennen. In den Vereinigten Staaten greift die Ansicht immer
mehr um sich, dass dieser dritte Versuch, den wir Jetzt machen, die europaeische
Einheit zur Folge haben sollte, die das Volk genuegend dafuer staerkt, um spaeter
sich selber in Freiheit zu erhalten.

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�"Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass 10 der 30 getrennten Nationen Europas eine nach der anderen einem fremden Despotismus zum Opfer faellt.
Die uebrigen verhehlen keineswegs ihre Furcht, dass ihnen ein gleiches Geschick
zuteil wird. Dieser aengstliche Rest in Westeuropa besteht aber aus etwa 260
Killionen Menschen. Es sind dies Menschen, die sowohl menschliche Qualitaeten
wie auch natuerliche Hilfsmittel besitzen, die sie in die Lage versetzen, eines
der grossen Machtgebiete der '.Veit zu sein. Zahlenmaessig sind sie sowohl der
Sowjetunion wie auch den Vereinigten Staaten ueberlegen. Sie sind fuer dieses
moderne industrielle Zeitalter hervorragend vorgebildet und geägnet. Allerdings sind sie in Sprache und Rasse verschieden, und es bestehen kriegerische
Traditionen zwischen ihnen. Sie sind sich jedoch in Kultur und ihren Einrichtungen hinreichend gleich, so dass sie der uebrigen Weit gegenueber eins zu sein
scheinen, da sie die sogenannte westliche oder christliche Zivilisation darstellen. Wenn sie zu uns in die Vereinigten Staaten kommen, dann gliedern sie
sich politisch ohne Schwierigkeit in die dortigen Kreise als Einheit ein. Hier
in Europa haben die Gewerkschaften und die Geschaeftsleute die Moeglichkeit gefunden, kameradschaftlich zusammenzuarbeiten, ausgenommen da, wo es die Politik
verhinderte. Die natuerlichen Hilfsquellen Suropas sind gross, und Afrika liegt
nahe, wo riesige natuerliche Hilfsmittel existieren, die durch Zusammenarbeit
mit den eingeborenen Voelkern ausgenutzt werden koennten. Kurzum, alle diejenigen, die heute in Europa von Furcht beherrscht werden, liegen zahlenmaessig,
wie auch in bezug auf Q,ualitaeten, Einrichtungen, Hilfsmittel und Nachbarschaft
so, dass es laecherlich ist, wenn sie Furcht haben. Sie sollten sich zu einer
unangreifbaren Zitadelle der Freiheit und des Wohlstandes zusammenschliessen.
Nur Uneinigkeit kann sie schwaechen.
Die Aussichten fuer eine Einigung Buropas
"Was das amerikanische Volk sehen will, ist eine Einheit, die sie stark
macht. Dies ist offenbar auch das Bild, das die Fuehrer und das Volk Europas
vor Augen h.nben. Wir haben die grossartigen Erklaerungen von Attlee, Bevin,
Churchill, Auriol, Schuman, Spaak, De Gasperi und erst vor ein paar Tagen eine
vom Papst Pius XII. gelesen. Soweit ich weiss, hat sich tatsaechlich jeder bedeutende politische oder religioese Fuehrer in Westeuropa in der Oeffentlichkeit
wie auch im Privatleben fuer die Erreichung einer erweiterten politischen und
wirtschaftlichen Einheit ausgesprochen, um den sich wiederholenden Bemuehungen
ehrgeiziger Herrscher, Westeuropa unter ihre despotische und fremdartige Herrschaft zu zwingen, ein Ende zu bereiten. Es hat daher fuer die Amerikaner den
Anschein, dass ihre eigenen Interessen und ihre Anteilnahme an Europa sich mit
denen der Voelker Europas und ihrer politischen Fuehrer decken.
"Wir sind uns natuerlich darüber klar, dass der Gedanke einer Einheit
Europas nichts Neues ist, dass es schon viele Bestrebungen in dieser Hinsicht
gegeben hat, die aber alle gescheitert sind. Es scheint uns aber, dass ebensoT
viel Geduld Europa auf friedlichem Wege zu einen, aufgebracht v/erden muesste
wie Ausdauer vorhanden ist, Europa durch Eroberungen zu einen. Es scheint uns
auch, dass jetzt die Fuerspreeh&gt;-r fuer ein» friedliche Einigung eigentlich Erfolg haben muessten, denn die Ereignisse der letzten 30 Jahre haben eine Lehre
erteilt, die jetzt ihre praktischen Folgen zeitigen sollte.

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�Das Interesse Amerikas an Europa ist konstruktiver Natur
Diese Ereignisse sind wenigstens fuer das Amerikanische Volk eine Lehre &lt;
gewesen. Die Lehre, die wir daraus gezogen haben, ist, glaube ich, die dass,
waehrend einmal die Vereinigten Staaten die Verbindungen zu einem starken,
kraeftigen und beitragsleistenden Partner in Freiheit immer enger gestalten
sollten, wir unser Schicksal nicht unbegrenzt an das Schicksal eines Westeuropa knuepfen sollten, das darauf besteht, eine Uneinigkeit beizubehalten, die
immer wieder zu einem Kriege herausfordert. Die Vereinten Nationen sind noch
kein Ersatz fuer gebietliche und kollektive Bestrebungen, die die Charta
billigt und foeeiert.
"Im Allgemeinen sind die Amerikaner willens, sich an einem grossen Bestreben zu beteiligen, naemBch mitzuhelfen, der Uneinigkeit Westeuropas ein Ende
zu bereiten und an Stelle der Schwaeche die Staerke der Einheit zu setzen. Das
ist es, was viele Amerikaner zu tun glaubm, wenn sie zum Europaeischen Wiederaufbau-Programm beitragen und wenn sie die Beteiligung an irgend einem Atlantikpakt zu einer kollektiven Verteidigung in Betracht ziehen. Aber sie sind
der Meinung, dass diese Bemuehung in hinreichendem Masse konstruktiv und
schoepfarisch sein muesste, so dass es der letzte dieser Versuche ist, den man
von uns verlangt. Wir meinen, dass dies nicht der Fall waere, wenn diese Bemuehungen lediglich nach der Struktur der Vorkriegszeit geplant sind, die sich
sowohl fuer diejenigen, die in ihr leben, wie auch fuer deren Freunde als gefahrvoll erwiesen haben.
"Die Struktur Europas in der Vorkriegszeit ist ein Gebilde, das wiederholt in Flammen aufgegangen ist. Die Verluste an Menschen und Material waren
enorm und sind nicht wieder gutzumachen. Nach jeder Feuersbrunst in der Vergangenheit ist dieser Aufbau wieder ebenso dauerhaft und fest vollzogen worden.
Wir sind der Meinung, dass die Regierungskunst und Politik doch etwas besseres
leisten kann als dazu ueberzugehen, eine solche Dummheit zu wiederholen.
"Die Amerikaner erinnern sich der Verhaeltnisse und Bedingungen, unter
denen ihre eigene Einheit geplant und verwirklicht wurde. Unsere 13 unabhaengigen souveraenen Staaten waren von den despotischen Regenten der damaligen
grossen Weltreiche England, Frankreich und Spanien bedroht. Die Buerger unserer
Staaten erkannten damals genau, dass sie getrennt schwach und fuer sich allein
dem Anprall ausgesetzt waren.
"Eslaesst sich garnicht vermeiden, dass die Bevoelkerung der Vereinigten
Staaten Jetzt daran zurueckdenkt, da sie Westeuropa beim Wiederaufbau hMft.
Es erscheint uns, dass ein Wiederaufbau nicht von Dauer sein kann, wenn er lediglich die Struktur getrennter souveraener Staaten, wie sie in der Vorkriegszeit bestand, wieder ins Leben ruft.
Die Bedeutung der Einheit Europas fuer Deutschland
"Manchen erscheint es auch, dass das deutsche Problem nicht zufriedenstellend geloest werden kann, es sei denn im Rahmen irgend einer westeuropaeischen Einheit. In Deutschland - und in diesem Zusammenhang kann man nur von
einem Westdeutschland sprechen - leben etwa 45 Millionen Menschen, die in
einem beaengstigenden Masse auf engstem Raum zusaramengepresst sind. Diese Menschen, die fleissiger Natur sind, und die ueber bedeutende Hilfsmittel und
Industriebetriebe verfuegen, haben grosse Lloeglichkeiten, die sich zum Outen
und zum Boesen auswirken koennen. Man koennte ihnen eine grosse friedliche

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�Chance als kleine Minderheit - sagen wir 2ö£ - Westeuropas geben. Aber als
eine der verschiedenen unabhaengigen Nationen Europas haben die Deutschen, die
strategisch im Herzen Europas ansaessig sind, eine verfuehrerische Gelegenheit
sich wieder zu einer beherrschenden Stellung emporzuarbeiten. Kein Vertrag, der
heute zum Abschluss kommt, sollte als zuverlaessiger Schutz gegen dieses zukuenftige Risiko angesehen werden.
"Ein vereintes Westeuropa wird auch als Basis fuer die Wiederaufnahme
freundlicher Beziehungen zwischen den oestlichen und westlichen Gebieten des
europaeischen Kontinents benoetigt. Es liegt im Interesse von ganz Europa, dass
die augenblickliche Schranke faellt. Man bemueht sich jetzt ernstlich, Westeuropa zum Osten herueberzuziehen und dem Westen zu entfremden. Wenn dies Erfolg
haette, waere es sowohl fuer den Osten wie auch fuer den 'Westen eine ungesunde
Loesung, ob aber der Westen als Gegengewicht eine hinzureichende Anziehungskraft
ausueben kann, die gute Arbeitsbeziehungen auf dem Kontinent in seiner Gesamtheit wiederherstellen kann, haengt am meisten davon ab, ob die Voelker Westeuropas sowohl die Faehigkeit an den Tag legen, die menschliche Freiheit zu
bewahren, als auch die Faehigkeit, eine politische und wirtschaftliche Staerke
und einen sozialen Wohlstand zu entwickeln.
Amerika verfolgt keine diktatorischen Ziele in Buropa
"Das amerikanische Volk will unverkennbar in vorsichtigen Grenzen seiner
Hilfsquellen dabei helfen, eine schoepferische Arbeit zu leisten. Es hat aber
auch seine eigenen Gedanken darueber und wuerde wahrscheinlich unguenstige
Schluesse ziehen, wenn verschiedene Nationen Westeuropas es vorziehen, eine Uneinigkeit beizubehalten, die, wie die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen nur
aufrechterhalten werden kann mit einer dauernd wiederkehrenden Hilfe seitens
der Vereinigten Staaten, wenn sich ueberhaupt beibehalten werden kann. Es gibt
einen Punkt, bei dem Hilfsaktionen aufhoeren, nuetzlichen Zwecken zu dienen.
"Es besteht jedoch kein Grund, verzagt zu sein. Ich habe waehrend der
letzten 12 Monate 4 davon in Europa verbracht und habe den deutlichen Eindruck,
dass bei der Bildung einer Einheit in Europa, die sich zum Nutzen seiner Bevoelkerung auswirkt, wirklich Fortschritte erzielt wurden.
Der Grad des Fortschritts steht vielleicht nicht im Verhaeltnis einerseits
zu der Gefahr und andererseits zu der verfuegbaren Hilfe, wenigstens scheinen
aber die Bestrebungen in dieser Hinsicht endgueltig fortzuschreiten.
"Ich kann Ihnen die Versicherung geben, dass das amerikanische Volk fuer
Europa weder ein besonderes Schema noch irgend einen Fahrplan bereit hat, den
es Europa aufzwingen will. Es weiss ganz genau, dass irgend ein System, das in
Frage kommt, ein System sein muss, das sich Europa selbst auserwaehlt hat. Es
ist wahrscheinlich sogar ganz etwas anderes als die Amerikaner selbst ausarbeiten wuerden. Es koennte sich z.B. mehr nach funktionsmaessigen Richtlinien
entwickeln. Der Gra&lt;3 des Fortschritts, den wir verwirklichen, haengt von Ereignissen ab, die man nicht vorhersagen kann. Das 'Wesentliche ist, dass sich
ein konkreter und ein anhaltender Fortschritt auf dem Wege ergibt, der klar und
deutlich durch Vernunft und Erfahrung gekennzeichnet ist. Wenn sich Europa frei
und aus eigenem Willen dafuer entscheidet, diesen Weg gehen zu wollen, dann will
auch das amerikanische Volk das Vorrecht haben, sich als hilfreicher Kamerad zu
erweisen, wenn dieser Weg Schwierigkeiten mit sich bringt. Es will seinen Beitrag dabei leisten die wirtschaftlichen Probleme zu loesen, die sich immer

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�zeigen, wenn man einer groesseren Einheit zustrebt. Es will die Furcht bannen,
dass die Bestrebungen nach der Einheit einen bewaffneten Angriff ausloesen
koennten. Das amerikanische Volk sieht aber am Ende dieses Weges ein Europa,
das nicht mehr abhaengig ist, sondern stark und frei in sich selbst und das
zur Staerkung und Inspiration der Welt beitraegt."
"Amerikanisches Aussenmisterium",(Radio Bulletin
19. Dezember 1948.)
"Der Marshall-Plan ist die einzige und letzte Hoffnung
des freien Mannes"
Das sind die Worte Walter Reuthers, des Praesidenten des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas, die er am 23. November auf der Landestagung
des CIO in Portland, Oregon, sprach.
"Der Marshall-Plan ist die letzte und einzige Hoffnung des freien Mannes in
der Welt. Wenn wir ihn verwirklichen, wenn wir den demokratischen Voelkern Europas die -/Chance zum Wachstum und die Chance, wieder frei atmen zu koennen, geben,
dann besteht auch die Moeglichkeit, dass wir einen neuen Krieg vermeiden. Wenn
aber der "Eiserne Vorhang" die Moeglichkeit hat, naeher und naeher an den Englischen Kanal heranzuruecken, bis er schliesslich ganz Europa hat, wie es jetzt
in China dank der Dummheit vieler Leute dort in diesem Lande der Fall zu sein
scheint, dann wird die Freiheit an die Wand gedrueckt. Wir wollen aber nicht,
dass das geschieht.
"Wir haben nichts gegen das Sowjetvolk. Ich hatte die Gelegenheit und das
grosse Erlebnis, mit russischen Arbeitern zusammenzuarbeiten. Sie sind genau
so wie Sie und ich. Sie wuerden sich den Arm ausreissen, wenn sie auf dieser
Seite des "Eisernen Vorhangs" sein koennten. Sie teilen dieselben Hoffnungen,
dieselben Bestrebungen, die wir auch teilen, ausgenommen dass sie nicht die Gelegenheit haben, die Dinge zu bekommen, fuer die wir hier kaempfen, weil es in
Russland keine freien Gewerkschaften gibt.
"Ic*h gehoerte einer russischen Gewerkschaft an, weil ich eintreten musste,
als ich dahin ging. Ich bin beigetreten, weil ich sehen wollte, wie sie arbeiten.
In jeder Abteilung, in Jeder Fabrik in der Sowjetunion gibt es einen Gewerkschaftssekretaet und einen politischen Sekretaer, der von der kommunistischen Partei ernannt wird. Solange der Gewerkschaftssekretaer ueber eine Beschleunigte Erfuellung des II. und III. luenfjahresplans sprach, sassen die Kollegen der Gewerkschaft auf dem hohen Pferd und hatten Macht
Ich habe das nicht etwa aus
Buechern, ich bin selber dagewesen
"Diese Resolution (die das europaeische Hilfsprogramm unterstuetzt) ist
lediglich eine Geste, den Voelkern der Welt zu helfen, die Hilfe brauchen, so
. dass wir und sie zusammen den gemeinsamen Kampf fuehren koennen in dem Versuch,
die Freiheit und Sicherheit in der Welt zu etwas Bestaendigem und Dauerhaftem
zu machen."
"Aus dem Verlauf der 1948er Tagung des CIO"
Das internationale Programm des AFL
Folgender Artikel von William Green, dem Praesidenten der AFL stellt eine
Erklaerung darueber die Ansichten seiner Organisation in bezug auf die amerikanische Aussenpolitik, wie sie auf der 67. Jahresversammlung, die am 15. November
in Cincinnati, Ohio, zum Ausdruck gebracht wurden.
"Der"Kalte Krieg", den die Kommunisten gegen die Wirtschaft der Laender in
Schluesselstellung in der ganzen Welt fuehren, ist von einer so grossen Bedeutung

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�fuer unsere Lebensweise, dass dieser Frage im Verlauf unserer Tagung mit der
Vorrang gegeben wurde. Dieser Krieg stuetzt sich in bedeutendem Masse auf verräterische kommunistische Organisationen von Buergern der Fuenften Kolonne.
Diese Organisationen haben den Auftrag, Kommunisten in fuehrende Stellungen
bei der Regierung, in der Politik, bei der Polizei, bei den Gerichten, im Transportwesen und bei bedeutenden Gewerkschaften zu bringen mit der Absicht, soviel
Verwirrung zu stiften, dass die Nation zu Gewaltmitteln greift, die Kommunisten
die Macht an sich reissen und die Befehle Moskaus ausfuehren.
"Das geschieht in Frankreich, wo,die Sowjets den kuerzlichen Bergarbeiterstreik finanzierten, um einen wirtschaftlichen Wiederaufbau gemaess dem ECA zu
verhindern. Das ECA verfolgt den Zweck, die europaeischen Nationen wieder soweit
aufzubauen, dass sie selbstaendig sind und sich selbst regieren koennen, so dass
sie in der Lage sind, sich mit anderen Laendern zwecks Abwehr der kommunistischen
Beherrschung zusaramenzutun.
"Die organisierte Arbeiterschaft ist fuer einen Erfolg der Arbeit des ECA
von enorm wichtiger Bedeutung, fuer das unsere Demokratie Milliardenwerte unseres
Wohlstandes ausgibt. Durch Vereitelung oder Verzoegerung dieser Bemuehungen
hofft der Kreml, unsere Wirtschaft zugrundzurichten. Um aber die kommunistische
Propaganda zunichte zu machen und um einen Erfolg des ECA zu sichern, haben wir
unsere Gewerkschaftsvertreter in Europa, die dabei helfen sollen, die dortigen
freien Gewerkschaften zu staerken. Die Gewerkschaften sind auch in der Verwaltung des ECA vertreten.
"Um die Arbeit unserer Regierung in internationalen Angelegenheiten wirksamer zu gestalten, draengen wir auf eine offizielle Vertretung der Gewerkschaften bei den Einrichtungen der Vereinten Nationen, die eine Politik bestimmen,
die unsere Wohlfahrt angeht, wie auch auf eine Vertretung unserer Delegation
bei den Sitzungen der Generalversammlung,tfirempfehlen ebenfalls eine Revision
der Charta der Vereinten Nationen. Darüber hinaus sollte auch die Erfahrung der
Gewerkschaften bei dieser ausserordentlich vichtigen internationalen Frage in
der Politik des Aussenministeriums eine Rolle spielen bei nachdruecklicher
Entfernung der Kommunisten aus dem Ministerium.
"Wir sehen in diesem "Kalten Krieg" eine erneute asiatische Invasion Europas durch rueckstaendige Barbaren, die weiter keinen Fortschritt aufzuweisen
haben als Herrschaft durch Eroberung und Gewalt. Wir empfehlen Defensivbuendnisse unter den demokratischen Laendern der westlichen Zivilisation. Wir hoffen,
unsere gewerkschaftliche Hilfe im kommenden Jahr auch auf Asien und Afrika ausdehnen zu koennen und Trollen auch weiterhin mit den Arbeitern Lateinamerikas
durch den Interamerikanischen Gewerkschaftsbund zusammenarbeiten."
"American Federationist" Dezember 194S
Die Arbeit der Organisation fuer die wirtschaftliche
Zusammenarbeit Europas (OEEC)
Es handelt sich hier um eine Organisation fuer internationale Zusammenarbeit, die in der Geschichte nicht ihresgleichen hat, denn hier arbeiten die Vertreter von 19 Regierungen an der Planung und Entwicklung von Programmen zusammen.
Am 16. Oktober 1948, 6 Monate nach Gruendung der Organisation fuer die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC), unterbreitete die Organisation dem
Verwaltungsausschuss fuer das Europaeische V.'iederaufbau-Programm (ECA) ihr erstes
Programm. Der Bericht stellt fuer das Finanzjahr, das mit dem 30. Juni 1949

1 0

�endet, ein Programm fuer den Wiederaufbau Suropas dar unter Zuweisung von
$4.875 Millionen fuer Hilfeleistung der Vereinigten Staaten und fuer verschiedene Zwecke der Zusammenarbeit zwischen den OEEC-Laendern.
Im Vorwort zu dem Bericht an den EGA haben die Mitglieder der OEEC folgende
allgemeine Erklaerungen ueber ihre Taetigkeit abgegeben«"Die Regierungen und Behoerden, die gemeinsam als Mitglieder des OEEC wirken, sind der Auffassung, dass in Durchfuehrung der Programme fuer 1948-1949 ein
neuer Fortschritt im Sinne einer ehrlichen, wirklichen und staendigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit erzielt wurde. Es waren die Bemuehungen und Anstrengungen
der Regierungen und Beamten in den verschiedenen Hauptstaedten, die harmoniahe
Zusammenarbeit der Delegierten, der Sachverstaendigen und des Sekretariats in
Paris wie auch die freundschaftliche Hilfeleistung des EGA und der Missionen,
die diesen Fortschritt ermoeglicht haben.
"In der OEEC besteht fuer ihre Mitglieder ein Hilfsmittel, das - einmalig
und beispiellos in seiner Reichweite und seiner Stetigkeit in bezug auf die Arbeit - es ihnen ermoeglicht, international und in gemeinsamer Taetigkeit die
praktischen Probleme der europaeischen Wirtschaft anzupacken. Die staendigen Delegationen und das Sekretariat in Paris arbeiten die ganze Zeit ueber an der
gemeinsamen Aufgabe. Andere nationale Sachverstaendige....kommen haeufig, um
ihre Hilfe zur Verfuegung zu stellen. Die Delegierten sind von ihren Regierungen
ermaechtigt, Verhandlungen von groesster wirtschaftliche Bedeutung fuer ihr
Land zu fuehren. Wenn Fragen der hohen Politik entschieden werden sollen, dann
versammeln sich die von ihren Regierungen bevollmaechtigten Minister der Mitgliedstaaten im Rat.
"Der Bericht ueber das Programm 1948-1949, der auf diese Weise von der
OEEC ausgearbeitet wurde, ist zweifellos unvollkommen. Unzweifelhaft gibt es
auch noch Taetigkeitsgebiete, auf denen die Mitgliedstaaten die frueher erzielten Erfolge verbessern wollen. Ausserdem sind die Aufgaben, denen die OEEC gegenübersteht, groesser als die, die hinter ihr liegen. Die Mitglieder sind aber der
Ansicht, dass der Bericht die gemeinsamen und loyalen Bestrebungen zum Ausdruck
bringt, die dieses Unternehmen von Anfang an inspiriert haben. Sie sind der Meinung, dass es lebt, dass es praktisch arbeitet und auch neuartig ist. Sie werden
dadurch ermutigt, dass dieses Wagnis in bezug auf die Zusammenarbeit in seiner
Einmuetigkeit und Freundschaftlichkeit schon so weit gediehen ist, und dass eine
Phase der Zusammenarbeit, die gestern noch ein Experiment war, heute bereits
zur Gewohnheit und zu einer fest umrissenen Idee geworden ist.
"Es ist das wachsende Gefuehl der Vollendung, dasefer Gewissheit entspringt,
dass der Wohlstand jedes einzelnen Landes am besten durch den richtigen und wirksamsten Einsatz der Talente und Hilfsmittel aller erreicht werden kann, dieses
Gefuehl ist es, das die Mitglieder der OEEC ermutigt und anfeuert, wenn sie auf
die Schwierigkeiten und Ungewissheiten der heutigen Zeit stossen. In dem Masse,
wie ein Fortschritt zur engeren Zusammenarbeit und ein wachsender Wohlstand erzielt wird, ist es ein grosser Ansporn fuer die Mitglieder zu wissen, dass sie
den guten Willen und die Unterstuetzung des Volkes des Vereinigten Staaten hinter
sich haben, Die ersten Schritte auf dem gemeinsamen Wege zu Friede und Wohlstand
sind bereits getan. Dieses Programm wird vorgelegt in dem festen Glauben, dass
das, was bereits "getan wurde, von Dauer ist, und dass sich noch groensere "infolge
zeigen werden."
"Programm der OEEC fuer 1948-1949"
1 1 -

�Die amerikanischen Seeleute wollen ERP-Lieferungen befoerdern.
Paul C. Hoffman, der Leiter des Verwaltungsausschusses fuer das Europaeische V/iederaufbau-Prograsim (ECA) kuendigte zu Anfang Dezember an, dass die grossen Schiffsladungen an ElQA-Waren auf auslaendischen Schiffen befoerdert wuerden,
es sei denn, "es stuenden ab 1. Januar amerikanische Schiffe zu konkurrenzfaehigen Preisen zur Verfuegung". Hoffman hatte diese Erklaerung in einem Brief an den
Vorsitzenden des "Ueberwachungs" Ausschusses des Kongresses gemacht, der fuer
eine rationelle Leitung des ECA verantwortlich ist. Obwohl nach dem Gesetz 50%
der Ladungen auf amerikanischen Schiffen befoerdert werden sollen, erklaerte Hoffman, dass die Differenz bei den Preisen der amerikanischen und der auslaendischen
Schiffe sich bei manchen Guetern bis auf $4.50 pro Tonne belaeuft. Hoffman Ist
der Meinung, dass die wirtschaftlichen Erfordernisse des Gesetzes vor der Bestimmung, dass die Haelfte der ECA-Lieferungen auf amerikanischen Fahrzeugen transportiert wird, den Vorrang haben.
Gegen diese Entscheidung haben die amerikanischen Verschiffungsgesellschaften
wie auch die Seemannsverbaende Hoffman gegenueber scharf protestiert, dem vorgeworfen wird, das3 er "auf Kosten der Arbeit rler Seeleute hinter vorteilhaften Geschaeften her ist". Joseph Curran, der Vorsitzende des Landesverbandes der Seeleute (CI0,&gt; nannte Hoffmans Entscheidung "in kleinen Dingen sparsam, in grossen
aber verschwenderisch". Curran fuegte hinzu, dass die Abtretung des Geschaefts
an auslaendische Schiffe den Erfolg haette, dass "die amerikanische Handelsmarine
noch mehr geschaedigt wuerde". Die Verschiffungsgesellschaften in den Vereinigten
Staaten haben sich geaeussert, dass die ihre Preise nicht senken koennten.
Die amerikanischen Seeleute haben sich den Vorzug erworben, dass sie die
hoechstbezahlten in der Welt sind. Sie sagen, dass ihre Lebensverhaeltnisse auf
den Schiffen die besten der Welt sind. Die amerikanischen Schiffe muessen die
hoechsten Preise berechnen, um fahren zu koennen. Vor kurzem haben AFL-Seeleute
an der Pazifikkueste Lohnerhoehungen erreicht, wodurch sich der Lohn der gewoehnlichen Seeleute von $212.50 auf $237.50 pro Monat erhoeht. Dazu kommt noch, dass
die meisten Seeleute auf jeder Reise durch Ueberstunden fast noch einmal soviel
verdienen. Auf der Fahrt erhalten die Seeleute Verpflegung, Unterkunft und aerztliche Hilfe. Die monatlichen Einkuenfte der amerikanischen Seeleute sind heute
nahezu um das dreifache hoeher als vor 10 Jahren. Es ist daher verstaendlich,
warum die amerikanischen Seemannsverbaende so sehr darauf bedacht sind, dass die
Seeleute anderer Laender hoeherer Loehne und bessere Lebensbedingungen bekommen
sollen.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 8.und 15. Dezember 1948
Einige halbe Wahrheiten ueber den Marshall-Plan
"Vor kurzem erst haben vier Mann, die aus der Mitgliederschaft des Internationalen Verbandes der Lager- und Speicherarbeiter (ILWU) ausgewaehlt wurden,
der dem CIO angeschlossen ist und angeblich von den Kommunisten kontrolliert
wird, eine dreimonatige Reise angetreten, die sie durch die meisten Laender Europas fuehren wird, um "nach Tatsachen zu forschen", u.a. nach Tatsachen ueber
den Marshall-Plan.
"Nach den Zeitungsberichten des Auslandes zu urteilen sind sie in eine Falle
gegangen. Sie haben Unwahrheiten fuer Tatsachen hingenommen. In einem Interview

-

12

�mit Zeitungsvertretern in der Sowjetunion geben sie einen Ueberblick ueber
ihre Kritik am Marshall-Plan. Sie sag&amp;en z.B. die franzoesischen Arbeiter beklagten sich darueber, dass Frankreich "gezwungen sei, amerikanische Kohle
zum Preise von $24 pro Tonne zu kaufen", waehrend dieselbe Kohle frueher nur
$10 gekostet haette.
"Was ist nun aber richtig. Der Preis der amerikanischen Kohle in Frankreich betraegt durchschnittlich $20 Pro Tonne, wovon die Ifaelfte Transportkosten sind. Die englische Kohle, die nach Frankreich geliefert wird, kostet etwas
mehr als $19 pro Tonne, polnische Kohle $21. Es besteht absolut kein "Zwang",
amerikanische Kohle zu kaufen, das Gegenteil entspricht der Wahrheit. In jedem
Monat kauft Frankreich in dem Masse, wie die Inlandproduktion steigt, weniger
amerikanische Kohle. Im Laufe eines Jahres sanken die Kohlenkaeufe in Amerika
von 1500.000 Tonnen pro Monat auf etwa 400.000 Tonnen. Die Kohleneinfuhr aus
Amerika sinkt weiter ab.
"Die Vertreter des ILWU erklaerten, dass "Amerika gemaess dem MarshallPlan grosse Mengen Waren nach Frankreich exportiert, die die franzoesische Industrie selbst herzustellen pflegte"....Eine Pruefung der Waren, die nach
Frankreich gehen, beweist, dass dies nicht der Fall ist mit Ausnahme, von Maschinen und Maschinenwerkzeugen. Diese werden auf Ersuchen der franzoesischen Regierung geliefert, weil die eigene Maschinenindustrie nicht in der Lage ist, allen
Anforderungen in Bezug auf normalen Ersatz, auf Modernisierung und Ausruestung
gerecht zu werden.
"Die herumreisenden Delegierten des ILWU erwaehnten auch den Widerstand der
Italienischen Arbeiter gegen den Marshall^Plan. Sie behaupteten, dass man den
Leuten in Italien aus den Geldern des ECA Kaugummi und Zigaretten liefere....
Es wurde aber nach dem Marshall-Plan nicht eine Zigarette oder ein einziger
Streifen Kaugummi nach Italien geliefert. Sie behaupteten, Amerika sende keine
Maschinen nach Italien...Ab 15. Oktober wurde der Betrag von 12 Millionen
Dollar fuer Maschinen bereitgestellt. Das gesamte Jahresprogramm fuer Italien
umfasst 130 Millionen Dollar fuer Maschinen und Ausruestung, wovon 2/3 aus einer
ECA-Anleihe finanziert werden.
"Die mü-Delegierten berichteten ferner, dass die italienischen Arbeiter
der Meinung seien, dass die 2h Millionen Arbeitslosen in Italien "das Ergebnis
der Politik Ihrer Regierung und des Marshall-Plans seien". Es gibt keine Zuverlaessige Statistik ueber den Stand der Beschaeftigungslosigkeit in Italien. Selbst
wenn man jedoch die Tatsache zugibt, dass die Beschaeftigungslosigkeit in Italien
ein ernstes Problem darstellt, dann gibt sie aber immer noch keine Erklaerung
dafuer, warum gerade der Marshall-Plan dafuer verantwortlich sein soll. Das bleibt
unserer Phantasie ueberlassen. Die Arbeitslosigkeit war in Italien schon lange
ein akutes Problem, als es noch gar keinen Marshall-Plan gab, ohne die EGA -Gelder
wuerde die Arbeitslosigkeit in Italien nach inoffiziellen Schaetzungen in Zukunft
bis auf 5 Millionen Menschen ansteigen.
"Es ist tatsaechlich eine Tragoedie, dass solche falschen Auffassungen ueber
die Durchfuehrung des Europaeischen Wiederaufbau-Programms kritiklos von denjenigen geäussert werden, die sich selbst als Wahrheitssucher hinstellen. Es ist
klar, dass man sich niemals ein vernuenftiges Urteil ueber den Marshall-Plan
nur nach dem Hoerensagen bilden kann. Die amerikanische und europaeische Arbeiterschaft ist dafuer verantwortlich, Informationen ueber das Europaeische Wiederaufbau-Programm zu geben, doch muessen diese Informationen auf Tatsachen beruhen
und nicht auf Unwahrheiten."
"Trans-Atlantic", "EGA Labor News Letter"November 48

- 13 -

�Kohleneinfuhr und -Produktion in Frankreich
Die Angaben ueber die Kohleneinfuhr nach Frankreich in vorstehendem Artikel
rechtfertigen die Veroeffentlichung einer Tabelle, aus der die tatsaechlichen
Kohlenimporte und die Kohlenproduktion in Frankreich hervorgehen. Die Auswirkungen des kuerzlichen Kohlenstreiks in den Mohaten Oktober und November sind daraus
leicht zu ersehen.
Monatsdurchschnitt in
1000 metrischen Tonnen

Durchschn. Nov
1938
1947

Juni

1948
Juli Aug. Sept. Okt. Nov.

Produktion;
Frankreich
Saargebiet
Einfuhr;
Deutschland
Grossbritannien
Belgien u. Luxemburg
Vereinigte Staaten Polen
Marokko
Andere Laender Gesamteinfuhr - Zuteilung aus dem Saargebiet

3964
1199
439
539
392
—

26l6 4079 4015
—
1071 1150

3629
1111

492

548
—

171
—

131
3
206

70
1084
46
11
12

1710
132

1394
103

%7
125
85
966

3930
508
1061 1116

2664
1117

483
—
42

393
443
88
51
77
58
90
59
45
1005 1022
505
749
463
160
224
205
185
191
107
6
5
4
5
3
5
21
26
23
15
15
27
1772 1848 1817 1500 1203 1223
206
249
302
248
270
252

New York Herald Tribüne (Paris), 11 Januar 1949
Buergerausschuesse bekaempfen kommunistisches
Arbeitsprogramm in Italien
Wie in Frankreich, so werden auch in Italien die von den Kommunisten kontrollierten Gewerkschaften durch ein organisiertes Streikprogramm dazu benutzt,
um die Plaene der Regierung in bezug auf einen wirtschaftlichen Wiederaufbau in
Zusammenarbeit mit dem Marshall-Plan zu durchkreuzen. Der von den Kommunisten gefuehrte Italienische Gewerkschaftsbund (CGIL), der nach Angaben seiner Gegner
3 Millionen, wie seine Anhaenger aber behaupten, 6| Millionen Mitglieder hat,
ist in ein systematisches Streikprogramm mit eingegliedert worden, um die Produktion zu unterbrechen. Viele dieser Aktionen richten sich zugegebenermassen
gegen die Regierung.
Die Organisation der Katholischen Aktion in Italien hat seit mehr als eine»
Jahr eine oppositionelle Bewegung aufgebaut, die mit etwa 24.000 Buergerausschuessen arbeitet. Die Anzahl der Ausschuesse ist staendig im Wachsen begriffen. Durch
diese Ausschuesse wird eine Wochenschrift "Im Interesse der Arbeiterschaft" gratis an alle Gewerkschaftler in allen Teilen Italiens verteilt. Obwohl man von
ihnen verlangt, dass die unpolitisch sein sollen, bringen es die Buergerausschuesse fertig, ihre antikommunistische Propaganda im Namen der Wohlfahrt der
buergerlichen Gemeinden fortzufuehren.
Die Organisation der Katholischen Aktion wendet jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit einem Programm zu, das das Wiederaufbauprogramm der Regierung und die Werbung von Mitgliedern fuer die neue antikomraunistische Gewerkschaftsorganisation
unterstuetzt. Das Ziel besteht darin, alle Nichtkommunisten aus dem CGIL zu sich
herueberzuziehen. Nach Berichten aus Italien haben diese Bemuehungen einen unerwarteten Erfolg gehabt. Der beste Beweis fuer den Erfolg der Buergerausschussbewegung ergibt sich aus der Tatsache, dass die in steigendem Masse von der kommu-

L4

-

�nistischen Gruppe innerhalb des CGIL scharf angegriffen wird. Solche Terrortaktiken haben insofern einigen Erfolg gehabt, als viele Gewerkschaftler sich von
den Versammlungen der Buergerausschuesse fernhalten.
"New York Herald Tribüne" (Paris)" 12. Januar 1949
Eine Demokratie kann nicht imperialistisch sein
Professor J.B. Condliffe, ein Wirtschaftler an der Universitaet Kaliforniens,
schrieb vor kurzem ueber seine Einstellung zu den Moeglichkeiten und Schwierigkeiten, denen das Europaeische Wiederaufbau-Programm gegenueber3teht. Er ist z.B.
der Meinung, dass ein groesserer Wert der Aufgabe beigemessen werden muss, Deutschland wieder seinen Platz im Welthandel zurueckzugeben. Er glaubt auch, dass die
erschuetterte europaeische Industrie technische Hilfe von den neuen Laendern ebenso noetig hat wie amerikanische Dollars. Vor allem sieht er das ECA (Verwaltungsausschuss fuer das ERP) fuer die Nationen als eine Moeglichkeit zur Zusammenarbeit
an. Er weist die kommunistischen Beschuldigungen in bezug auf Imperialismus zurueckj nur ein totalitaeres Land kann in unserer modernen Zeit imperialistisch
sein.
"Die kommunistische Propaganda, derzufolge Amerikas Beharren auf einer wirksamen wirtschaftlichen Reorganisation Wirtschaftsimperialismus bedeutet, sollte
die Vereinigten Staaten nicht davon abhalten, die Politik zu verfolgen, die sich
auf die Dauer im Interesse der europaeischen Laender wie auch in ihrem eigenen
Interesse auswirkt.
"Die amerikanischen Interessen haben keine Ghan^e, die europaeische Wirtschaftstaetigkeit zu beherrschen, selbst wenn sie es wollten. Man kann den
politisch denkenden und wirtschaftlich erfahrenen Voelkern Europas darin vertrauen, dass sie bei irgend-welchen Handelsgeschaeften sich selber zurechtfinden. Wir wollen ihnen auch nicht sagen, welche Industrien verstaatlicht werden
sollen und welche nicht, welche Steuerpolitik sie einschlagen sollen oder auf
welche V.'eise sie ihre Produktivitaet verteilen sollen. Wenn sie aber beim Wiederaufbau ihrer wirtschaftlichen Taetigkeit unsere Hilfe suchen, dann haben wir das
Recht und auch die Pflicht, in gemeinsamen Verhandlungen mit ihnen die wirksamsten Massnahmen auszuarbeiten, wie wir ihnen helfen koennen."
"The Survey Graphic" Dezember 1%8.
Gedankenaustausch ueber den Europaeischen Wiederaufbau
Auf einem Essen in Paris im vergangenen Herbst gab nussenminister George
Marshall vor einer Gruppe von Gewerkschaftsfuehrern aus den 16 Marshall-PlanLaendern folgende Erklaerung ab;"Ohne gut organisierte Gewerkschaften koennen Sie keine Produktion erwarten. Wofuer wir kaempfen, ist nicht der Friede schlechthin, sondern eine Art
Frieden, in dem es dem einzelnen Menschen oder einer Gewerkschaft freisteht,
sich an einer Versammlung zu beteiligen, so wie es jedem passt und zu sagen,
was jeder will. Weiter weg von einem Folizeistaate geht es kaum....Ihr freies
Leben haengt von diesen Freiheiten ab."

-

15

-

�Auf diesem selben Essen sagte Evaert Kupers vom Höllaendischen Gewerkschaftsbund, Vorsitzender der Gewerkschaftsorganisation des ERP«
"Was wir brauchen, ist eine engere Zusammenarbeit zwischen allen westlichen Nationen Europas, einen freieren Handel, freizuegigere Zahlungen.
Eines der Ziele des Europaeischen Wiederaufbau-Programms besteht in der
Gruendung der Vereinigten Staaten Europas."
"Trans-Atlantic" EGA. Labor News Letter, November 1948

- 16 -

Manpower Division
OMGÜS, APO 742

(OMOI, q - 209. I , Jan U9, 7 t c)

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMiTTEILUNGEH
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge a u der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mittflieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenton direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Nr. 50

Berlin, 4 Februar 1V49

Das Jahr der Entschliessung fuer die englischen Gewerkschaften
Nachstehende Saetze sind der Neujahrsbotschaft des Generalsekretaers des
Britischen Gewerkschaftsoundes, Vincent Tewson, an die englische Arbeiterschaft
entnommen. Nachdem er besonders auf die grossen Entscheidungen hingewiesen hatte,
die die Gewerkschaften Englands im Jahre 1948 getroffen hatten, bezeichnete er
1949 als ein Jahr der Entschliessung, der festen Entschlossenheit und der schweren Arbeit.
"Im Weissbuch, in dem der langfristige Plan niedergelegt ist, und in der Erklaerung, die Sir Stafford Cripps ueber seine Veroeffentlichung abgab, ist die
Groesse unserer Aufgabe gut umrissen. Unsere Bestrebungen muessen jetzt darauf
gerichtet sein, unsere Industrieerzeugung um ein Drittel des Vorkriegsstandes zu
erhoehen. Es waere toericht anzunehmen, dass dies eine leichte Aufgabe ist, aber
dennoch kann sie erfuellt werden. Die Regierungserklaerung enthaelt beruhigende
Anzeichen dafuer, dass die britische Industrie nicht nur ueber enorme Kraefte
zur Erholung verfuegt, sondern dass sie ihre Hilfsmittel wirksam zum Einsatz
bringt, um das gewuenschte Ziel zu erreichen. I M wir aber bisher erreicht haben,
stellt nicht mehr dar als einen Beweis fuer die Faehigkeiten unseres Landes,
einen Plan fuer eine Aktion zu erfuellen, die fuer das Jahr festgesetzt wurde, das
jetzt seinen Anfang nimmt...
"Fuer dieses Jahr wird erwartet, dass die Kohlenfoerderung fuer 1949-1950
um 12 Millionen Normaltonnen auf 230 Millionen gebracht wird, und im Laufe dieses
Jahres wird das langfristige Programm fuer den "Jiederaufbeu der Gruben vorangetrieben werden. In diesem Jahre muessen Massnahmen ergriffen werden, um die Kapazitaet der Oelraffinerie zu erhoehen mit dem Ziel, bis 1950 die Gewinnung von
Rohoel in den Raffinerien des Vereinigten Koenigreichs bis auf ueber 8 Millionen
Tonnen Rohoel zu erhoehen. In diesem Jahr muss auch die Hochofen-Kapazitaet fuer
Roheisen zur Stahlproduktion um h Million Tonnen erhoeht werden und die Jahresproduktion von Stahlbarren und Guss wie auch von Roheisen ist so berechnet, dass
sich eine Produktion von 50£ Millionen Tonnen im Jahr ergibt, so dass schaetzungsweise 11.3 Millionen Tonnen Stahl fuer den Inlandverbrauch und fuer Exportfertigwaren zur Verfuegung stehen. Entsprechende Erhoehungen in der Produktion der
Maschinenindustrien von lebenswichtiger Bedeutung bilden einen Teil des Plans fuer
1949-1950...Dies trifft auch auf die chemische Industrie, auf Textilien, Elektrizitaet, Verschiffung und andere Industriezweige zu

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1

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�"Anfang Neujahr (Mitte Januar) werden die ersten Industriekonferenzen
ueber die Produktivitaet vom Generalrat des Gewerkschaftsbundes in Erfuellung
des Auftrages lt. der letzten Konferenz.der Gewerkschaftsexekutiven einberufen
werden. Andere werden in schneller Folge einberufen werden. Die konkreten Aufgaben unseres Produktionsprogramms gehen jetzt auf die einzelnen Industrien und
auf die Gruppen der uns angeschlossenen Gewerkschaften innerhalb der Industrien
ueber. Ton allgemeinen Prinzipien kommen wir von Industrie zu Industrie zur
praktischen Anwendung.
"Die Entschlossenheit unserer Gewerkschaftsbewegung, diese Aufgaben zu beschleunigen, darf nicht angezweifelt werden. Denn von der erfolgreichen Erfuellung haengt in Zukunft das Glueck des Volkes ab, in dessen Namen wir sprechen des einfachen Mannes, seiner Frau und seiner Familie. Wir werden in dem Masse
Erfolg haben, wie wir das wirtschaftliche Leben unserer Nation wiederaufbauen
und unseren Beitrag zur Stabilisierung Europas und der Welt leisten.
"Bei dieser grossen begeisternden und gebieterischen Aufgabe sollten alle
Maenner und Frauen mit gutem Willen stolz darauf sein, mit dieser EntSchliessung
zum Neuen Jahre, die das ganze Jahr hindurch Gueltigkeit haben soll, mitarbeiten
zu koennen."
"Labour" Januar 1949.
Der Schluessel zur sowjetischen Aussenpolitik
Der Inhalt des folgenden Leitartikels aus der New York Times vom 16.Dezember hat in der Presse der demokratischen Laender bedeutendes Aufsehen erregt.
Dieses Interesse ist bezeichnend.
"Die Fuehrer Sowjetrusslands haben ganz offen ihre Plaene, ihre Ziele und
ihre Strategie in ihren eigenen Buechern niedergelegt, die jetzt in der kommunistischen Welt als Bibeln angesehen werden. Sie waren gezwungen, dies zu tun,
weil sie, wie der Autor des Buches "Mein Kampf", eine Bewegung aufbauten, die
zu ihrer eigenen Orientierung fundamentale Lehrsaetze brauchte* Diese Doktrinen
legen ueberall - abgesehen von irgendwelchen oder allen taktischen Winkelzuegen die Gedanken, die Haltung, Erwaegungen oder Bemerkungen der Verehrer des Kommunismus fest. Sie bestimmen die Ziele und Politik des Kommunismus und sind so
stark zu einem Teil der ganzen kommunistischen Bewegung geworden, dass selbst
seine Fuehrer zu ihren Gefangenen wurden.
"Weil nun diese Doktrinen mit einem Hokuspokus marxistischer Dialektik umgeben sind, wurden sie bis jetzt verhaeltnismaessig wenig von der Oeffentlichkeit
des Westens beachtet. Jetzt aber, da sie anfangen, von verhaengnisvoller Bedeutung fuer den Westen zu werden, werden sie von den Regierungen, Kongress-Ausschuessen und auch durch Privatstudien einer schaerferen Pruefung unterworfen.
Eine solche Studie wurde im Januarheft (1949) der Zeitschrift "Foreign Affairs"
(Auswaertige Angelegenheiten) von einem Verfasser veroeffentlicht, der sich
selbst mit "Historicus" unterschreibt. Der Artikel kann insofern Glaubwuerdigkeit
fuer sich in Anspruch nehmen, als er»auf Stalins eigenen Aufsaetzen fusst, und
weil er taeglich von der Sowjetpolitik bestaetigt wird, fuer die er den Schluessel
liefert.
"Der Hauptpunkt dieser Doktrinen besteht darin, dass der Kommunismus die
Welle der Zukunft ist, der dazu bestimmt ist, ein dekadentes und zum Untergang
verurteiltes kapitalistisches System (das soll heissen« demokratisches) zu ersetzen. Das letztere ist auf Grund seiner Widersprueche dem Untergang geweiht, die

-

2

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�einen Klassenkampf zwischen dem Proletariat und den Kapitalisten einerseits und
unvermeidbare Kriege zwischen den kapitalistischen Staaten andererseits hervorrufen. Um aber den Triumph des Kommunismus zu beschleunigen, muessen die Kommunisten ueberall, wo dies moeglich ist, Revolutionen anzetteln, und sie koennen
dies am besten unmittelbar im Anschluss an eine Desorganisation, die durch Krieg
verursacht wurde. Sie duerfen dies aber nicht daduch tun, dass sie versuchen,
- ausgenommen fuer taktische Zwecke - die Differenzen durch Kompromisse zu loesen
oder Abkommen zu treffen, wie dies in den Demokratien der Fall ist, sondern sie
muessen jede Differenz oder jeden Widerstreit der Interessen ausnutzen, selbst
jede Reformbewegung, um den Boden fuer die Revolution vorzubereiten. Bei dieser
Aufgabe muessen sie jeden Kniff und jede Luege gebrauchen unter Ausserachtlassung
der ueblichen moralischen Normen, die fuer die Kommunisten keineswegs auf irgendwelchen ewigen Wahrheiten fussen, sondern lediglich die Reflexe der wirtschaftlichen Verhaeltnisse der kapitalistischen Gesellschaft sind.
"Aber der Hoehepunkt dieser Doktrinen besteht darin, dass, bevor der Triumph
des Kommunismus ein vollstaendiger wird, es unvermeidlich ist, dass es zu einer
letzten Entscheidungsschlacht kommt zwischen der kapitalistischen Welt, die von
den Vereinigten Staaten und der kommunistischen Welt, die von der Sowjetunion
gefuehrt wird. Fuer diese endgueltige Auseinandersetzung muss sich die Sowjetunion nicht nur selbst vorbereiten, sondern auch ihren fuehrenden Einfluss ausdehnen, waehrend sie gleichzeitig fuer diesen Zweck Material und jede technische
Hilfe von den kapitalistischen Staaten in Anspruch nimmt. Diese Vorbereitungen
koennen sich vielleicht noch 15 bis 20 Jahre hinziehen, und waehrend dieser Zeit
wird die Sowjetunion versuchen, einen bewaffneten Konflikt zu vermelden. Fuer die
Vereinigten Staaten besteht aber der einzige Weg, dieser letzten Kraftprobe aus
dem Wege zu gehen, darin, dass sie sich angesichts einer wachsenden "sozialistischen" Einkreisung ergeben.
"Diese Doktrinen malen der Welt offenbar ein trostloses und schreckliches
Zukunftsbild. Wenn es ueberhaupt einen Lichtstrahl gibt, dann ist es die Tatsache,
dass Stalin selbst zugibt, dass sogar die kommunistische Weltrevolution Schwankungen unterworfen ist und dass, wenn die kapitalistische Welt von sich aus stabilisiert werden kann, der endgueltige Abstieg vielleicht hinausgezoegert werden
rauesste.
"Es ist daher die Aufgabe der kapitalistischen und demokratischen Welt, sich
nicht nur zu stabilisieren, sondern sich selbst moralisch und militaerisch so zu
staerken, dass es nicht nur die Sowjetischen Fuehrer entmutigt, einen Krieg zu
fuehren, sondern auch ihre Doktrinen aufzugeben, indem sie eine bessere und
gluecklichere Welt schaffen, fuer alle Menschen, die an der Freiheit haengen."
"American Overseas News Service" 18. Dezember 48
Misserfolg der Kommunisten In einem
Streik in Italien
Nach einer Depesche vom 21. Dezember aus Rom an die "New York Times", erwies
sich der von den Kommunisten inspirierte Streik der Arbeiter im Staatsdienst in
Italien als ein Fehlschlag, obwohl die Kommunisten das Gegenteil behaupten. Der
von den Kommunisten gefuehrte Italienische Gewerkschaftsbund hatte fuer den 20.
Dezember zu einem 24-Stunden Streik aufgerufen mit dem Ziel, jeden oeffentlichen
Verkehr und das oeffentliche Nachrichtenwesen zu unterbinden. In Sizilien und auf
Sardinien merktensehr wenig Leute von diesem Streik. In Sueditalien wurden die
Einrichtungen des oeffentlichen Dienstes kaum in Mitleidenschaft gezogen. In den
Ministeria» in Rom wurde mit wenigen Ausnahmen weitergearbeitet. Am staerksten

- 3 -

�erwies sich die Einstellung der Arbeit im Arbeitaministerium, dort blieben 22t
des Personals der Arbeit fern. In Mittelitalien war der Streik zu 50&amp; erfolgreich, der Verkehr war aber nicht "unterbrochen.
Nur in den Staedten im Norden Italiens blieb eine betraechtliche Zahl Arbeiter der oeffentlichen Betriebe der Arbeit fern, aber selbst in Mailand ging
der Telefon- und Telegrafenverkehr weiter, und die Arbeiter kehrten bereits einige Stunden vor der festgesetzten Beendigung des Streiks an ihre Arbeitsplaetze
zurueck. Waehrend des ganzen Streiktages hatten die Kommunisten Tagesberichte
herausgegeben, in diesen erklaerten sie, dass die oeffentlichen Einrichtungen
vollstaendig ihre Arbeit eingestellt haetten. Die Auswirkungen waren fuer die
Kommunisten nachteilig, da so wenig Leute ernstliche Schwierigkeiten hatten.
"American Overseas News Service" 22. Dezember 1%8
Die auslaendisehen Arbeiter in Grossbritannien
Gegen Ende 1%8 befanden sich ungefaehr 164.000 Fremdarbeiter in Grossbritannien. Diese rekrutieren sich aus verschiedenen Nationen einschliesslich
80.000 Polen. Die groessten Gruppen davon sind in den 3 hauptsaechlichsten Industriezweigen beschaeftigt. In der Landwirtschaft arbeiten etwa 37.000 Polen.
Annaeherad 11.000 Auslaender arbeiten in der Textilindustrie, von der behauptet wird, dass sie noch weitere 30.000 Arbeiter benoetigt. In der Kohlenindustrie sind nahezu 11.000 Fremdarbeiter verschiedener Nationalitaet beschaeftigt.
Wahrscheinlich werden keine weiteren Auslaender in der Kohlenindustrie beschaeftigt werden, weil die englischen Bergarbeiter stark gegen ihre Beschaeftigung
protestieren.
Bis zu einem gewissen Grade sind Auslaender in verschiedenen anderen Industriezweigen Grossbritanniens beschaeftigt worden, doch hat es den Anschein, dass
viele von ihnen auf Schwierigkeiten gestossen sind. Nach einem hier zusammengestellten Bericht sind die Klagen ueber die Fremdarbeiter zum Teil auf Vorurteile,
Missverstaendnisse und aehnliche Schwierigkeiten zurueckzufuehren, die immer entstehen, wenn eine Gruppe von Leuten aus einem gaenzlich verschiedenen Milieu
ploetzlich in bereits bestehende, festgefuegte Gemeinschaften versetzt werden.
Trotz der Tatsache, dass vor kurzem 77 Ukrainer als "unerwuenscht" von
Grossbritannien in ihre Heimat zurueckgeschickt wurden, wird den meisten dieser
europaeischen freiwilligen Arbeiter ein gutes Betragen nachgesagt.
"The New Statesman and Nation" 8. Januar 1549
Verhandlung zwischen Gewerkschaft und Arbeitnehmern
in Grossbritannien.
Am ersten Sonnabend im Januar inszenierten die Omnibuschauffeure einen inoffiziellen 24-Stunden-Streik. Die Regierung drohte mit Massenentlassungen und
Lohnausfall, wenn die Chauffeure ihre Drohung, inoffiziell am 8. Januar zu streiken, in die Tat umsetzen wuerden, und zwar am 2. Sonnabend des Monats. Nachstehend
die Meinung einer liberalen Zeitung ueber die Massnahme der Regierung«
"Es ist schwer, einzusehen, welche anderen Massnahmen die Behoerden im Falle
eines inoffiziellen Streiks in einem von der Oeffentlichkeit kontrollierten Unternehmen haetten ergreifen sollen. Man kann zweifellos verschiedener Ansicht darueber sein, ob der Verdienst des Londoner Autobuspersonals ausreichend ist oder
nicht. Die Tatsache bleibt aber bestehen, dass sich die Streikenden dadurch, dass
sie die Arbeit niederlegten, ohne alle Moeglichkeiten einer Beilegung der Streit-

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�frage durch Anrufung eines Schiedsgerichts erschoepft zu haben, ins Unrecht gesetzt haben. Es ist keine Frage, dass etwa der Arbeiterschaft in den verstaatlichten Betrieben das Recht versagt sein soll, in den Streik zu treten, aber auch
nicht darueber, dass der Regierung etwa das Recht zusteht, damit zu beginnen,
einen Sklavenstaat zu errichten.
"Es geht hier einfach darum, ob die Arbeiter in einem Unternehmen, das von
der Allgemeinheit, der es dient, kontrolliert wird, berechtigt sind, ein in Kraft
befindliches Abkommen nicht anzuerkennen, um durch direkte Aktionen eine Forderung
zu erzwingen, ueber das zu urteilen das zustaendige Schiedsgericht keine Moeglichkeit hat. Auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben; und obwohl die Streikenden anfuehren moegen, dass das Schiedsgerichtsverfahren weniger verlockend wird
durch die Tatsache, dass von jedem Gericht verlangt wird, auf die allgemeinen
Richtlinien der Regierung ueber die Stabilisierung der Loehne und Einkommen zu
achten, so teilen wir doch Mr. Isaacs (des Arbeitsministers) Ansicht, diss die
Londoner Autobuschauffeure in erster Linie einmal verpflichtet waren, die Streikdrohung fallen zu lassen und sich an das Schiedsgericht zu wenden.
"Glücklicherweise entschieden sich die Delegierten (der Gewerkschaft) am
Mittwoch mit einer 2:1 Mehrheit dafuer, die Anrufung eines Schiedsgerichts zu
empfehlen, wie auch eine Fortsetzung der normalen Sonnabend-Arbeit bis zur gerichtlichen Entscheidung
"
"The New Statesman and Nation" 8. Januar 1%9
Auch Gewerkschaften haben Schwierigkeiten
mit ihren Arbeitern
Der Landesverband der Seeleute (NMU), der dem CIO angeschlossen ist, machte
vor kurzem noch aus anderen Gruenden als wegen seines erfolgreichen Kampfes gegen
die Kommunisten von sich reden. Dies geschah, als der NMU erklaerte, er koenne es
sich nicht leisten, die Lohnsaetze zu zahlen, die seine Bueroarbeiter gefordert
hatten, die Mitglied des Verbandes der Buero- und Amtsarbeiter sind, der ebenfalls
dem CIO angehoert. Obwohl die Frage durch ein Kollektiwerfahren geregelt wird,
hat sie doch die Presse dazu veranlasst, die Angelegenheit zu kommentieren. So
bemerkte z.B. die "New York Herald Tribüne", dass solche Erfahrungen, die die Gewerkschaften jetzt machen, dazu geeignet sind, dass man den .Schwierigkeiten, mit
denen die Arbeitgeber zu kaempfen haben, ein groesseres Verstaendnis entgegenbringt.
Aussenministerium, "News Letter", ?8. Dezember 1%8
Steigende Arbeiterinnenziffer bei den verheirateten Frauen
Amerikas
Es hat den Anschein, als wenn die Frauen in den Vereinigten Staaten der
amerikanischen Tradition untreu werden, derzufolge eine junge Frau, wenn sie sich
verheiratete, ihre Stellung als Lohnempfaengerin mit der einer Hausfrau vertauschte. Die Anzahl der in Amerika berufstaetigen verheirateten Frauen ist groesser als
die der ledigen Frauen, wie die statistische Abteilung fuer Volkszaehlung im
Handelsministerium bekanntgibt. Dies offenbart eine bezeichnende Umkehrung der
Vorkriegstendenz und auch einen Wandel im amerikanischen Familienleben.
Die steigende Zahl der Sheschliessungen waehrend und seit Beendigung des
Krieges und das gleichzeitige Absinken des Altersniveaus fuer Eheschliessungen
hat einen wirtschaftlichen Druck ausgeloest, der geeignet ist, die traditionelle
Ablehnung gegen die Beschaeftigung verheirateter Frauen zu unterminieren. Ein
weiterer Faktor ist das staendige Ansteigen des amerikanischen Lebensstandards

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�und der Wunsch der Arbeiter, die Vorteile zu geniessen, die durch die fortschreitende Wissenschaft und die moderne Produktion moeglich gemacht wurden. Die Jungen
Maenner und Frauen von heute scheinen also doch nicht die albernen Jitterbug-Taenzer zu sein, wie sie zuweilen in den Hollywood-Filmen dargestellt werden. Es hat
den Anschein, alswann sie die ernste Absicht haben,flieheine wirtschaftlich
sichere Existenz fuer sich selber und fuer ihre Kinder aufzubauen.
Aussenministerium "News Letter" 24. Dezember 1%8
Die franzoesischen Arbeitgeber und die
Betriebsausschuesse
Nach der Landestagung der Mitglieder der Betriebsausschuesse, die im April
1%8 vom Allgemeinen Gewerkschaftsbund (COT) einberufen wurde, hat der Landesausschuss der franzoesischen Arbeitgeber nochmals seine Ansichten in bezug auf
die gesamte Frage der Betriebsausschuesse und den Geist dargelegt, in dem seiner
Meinung nach die betreffende Gesetzgebung anzuwenden sei.
"Nachdem der Ausschuss daran erinnert hatte, dass in der Einleitung zur
Vorschrift vom 22. Februar besonders auf ein erspriessliches Zusammenwirken aller
Faktoren in der Eroduktion hingewiesen sei, was fuer die Betriebsausschuesse als
Institution charakteristisch sein sollte, weist der Landesausschuss nachdruecklich
darauf hin, dass "die Zusammenarbeit, die im Unternehmen zwischen der Betriebsleitung und dem Personal bestehen sollte, nur durch ehrliche und staendige Bemuehungen auf Seiten aller Mitglieder des Ausschusses innerhalb der wirtschaftlichen und sozialen Einheit, die vom Unternehmen gebildet wird, erreicht werden
kann." Dann fuehrt der Ausschuss aus, dass die Richtlinien, die der CGT fuer die
Arbeiter-Mitglieder der Betriebsausschuesse erlassen hatte, lediglich alle nur
auf "Kampf und nicht auf Zusammenarbeit" abzielten; er warnte die Arbeitgeber vor
irgendwelchen Versuchen, die neue Einrichtung ihren eigentlichen Zwecken zu entfremden, er ist der Meinung, dass "jedes Eingreifen in die Arbeit der Ausschuesse
von aussen her,.insbesondere seitens der Gewerkschaft, nur die Taetigkeit der
Ausschuesse hemmt und die Erreichung ihrer Ziele verhindert" und bittet seine
Mitglieder, sich mit allen Mitteln dem Eindringen politischer Meinungen und Instruktionen in die Arbeit der Betriebsausschuesse zu widersetzen, die sie nur von
ihrem Ziel entfernen und eine Einrichtung, die fuer eine bessere Verstaendigung
fuer alle gedacht ist, zu einem Naehrboden der Provokation und des Kampfes zu
machen."
Wenn man obige Ausfuehrungen liesst, muss man sich vor Augen halten, dass der
CGT von den Kommunisten beherrscht wird, und dass die Kommunisten in Frankreich
entschlossen sind, ihre erklaerten Ziele, den wirtschaftlichen Aufbau zu hemmen,
zu verwirklichen.
Auszug aus dem "International Labor Review" November 1%8
Amerikanische Gewerkschaft bekaempft rassische
D i skr imin i erung
Die Vereinigung der Schlafwagenkontrolleure (AFL), deren Mitglieder zum
groessten Teil Neger sind, hat am 27. November an das Amerikanische Volk appelliert,
ihr dabei zu helfen, die Diskriminierung auf den Landeseisenbahnen abzuschaffen
und fuer die Beschaeftigung von Negern als Bremser, Heizer, Lokomotivfuehrer und
Maschinisten einzutreten. Der Appell wurde veroeffentlicht im Namen des Provisorischen Ausschusses fuer die Organisierung farbiger Lokomotivheizer. Dieser Ausschuss wurde vor 6 Jahren ins Leben gerufen, um sich des Falles von 21 farbigen
Lokomotivheizern anzunehmen, die in bezug auf Befoerderung, und Arbeitssicherheit
von der Vereinigung der Lokomotivheizer und Maschinisten bei den hauptsaechlich-

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�sten Eisenbahnlinien des Suedens unterschiedlich behandelt worden waren. Der Verband der Eisenbahningenieure und Heizer in den Suedstaaten hat sich den seit langem von gewissen anderen Gewerkschaften unterstuetzten Standpunkt zu eigen gemacht, die Neger auszuschliessen. Die meisten der vor kurzem gegruendeten Gewerkschaften in den Suedstaaten machen schon keine Unterschiede mehr, und bei den
aelteren Gewerkschaften Tollzieht sich allmaehlich ein Umschwung in dieser Hinsicht.
Amerikanisches Arbeitsministerium" Weekly Labor News Digest" 1 Dezember 48
Weitere Massnahmen zum "Grossreinemachen" beim CIO
Nachdem der CIO alle moeglichen anderen Maasnahmen - allerdings ohne Erfolg ergriffen hatte, hat er sich jetzt endgueltig entschlossen, die kommunistischen
"Nester" in seinen Bezirksbueros auszuheben. Der Bezirksrat des CIO in der Gegend,
die die Stadt Detroit umfasst, war in der Lage, sich der Kommunisten durch eine
frontale Angriffsbewegung, die von den rechtsstehenden Gewerkschaften des betreffenden Gebietes gefuehrt wurde, zu entledigen. Trotz ihrer parlamentarischen
Tricks, Kanpf gegen die Delegierten etc. wurden die Kommunisten ueberstimmt. Am
29. November meisterte die Landeszentralstelle des CIO in New Tork City die Lage
derart, dass sie die Lizenz des Bezirks-Rates widerrief und fuer Gross-New York
einen neuen Rat ernanntej der von den Kommunisten gefuehrte Rat war gezwungen,
das Aktenmaterial herauszugeben, und die Gelder wurden abgehoben.
Es steht den linksgerichteten CIO-Gewerkschaften im New Yorker Bezirk frei,
weiter zu dem fuer ungesetzlich erklaerten Rat zu halten, wenn sie wollen, doch
wird man an alle CIO-Gewerkschaften des Bezirks mit der Aufforderung herantreten,
sich dem neuen Rat anzuschliessen, indem man sie aber auch darauf hinweist, dass
der neue Rat unter demokratischer Kontrolle stehen wird. Hier ist also den kommunistischen Arbeiterfuehrern Gelegenheit gegeben, zu zeigen, ob sie den CIO aufspalten wollen. Sie muessen jetzt zwischen einer Niederlage oder der Errichtung
ihrer eigenen Arbeiterbewegung waehlen.
Amerikanisches Arbeitsministerium "Weekly
Labor News Digest" 1. Dezember 1%8
Unbillige Haussuchungen und Verhaftungen (Beschlagnahmen)
In manchen Teilen Deutschlands scheint in dieser Zeit das Problem der Haussuchung und Beschlagnahme durch die Polizei ohne entsprechende Vollmacht seitens
eines Gerichts in betraechtlichem Masse Beachtung zu finden. Die verfassungsmaessig garantierte Sicherheit vor unberechtigten Polizeirazzien hat keinen Wert,
wenn nicht ein Gesetz besteht, das die Vorschriften der Verfassung stuetzt. Die
Gesetze muessen dann von einer starken oeffentlichen Meinung gestuetzt werden.
Diese Frage ist aber auch ein gewerkschaftliches Problem. Folgender Artikel ist
einer amerikanischen Broschuere mit dem Tita. "Unsere verfassungsmaessigen und
bürgerlichen Freiheiten; ein amerikanisches Erbe", entnommen.
"Wenn auch die beiden eben besprochenen Freiheiten ziemlich veraltet erscheinen, so kann keine Frage ueber die fuer die heutige Zeit praktische Bedeutung der bürgerlichen
Freiheit bestehen, wie sie in Zusatz bzw. Anhang 17 zur
Verfassung unter Schutz gestellt ist, der wie folgt lautet»
"Das Recht des Volkes auf Sicherheit in bezug auf Person, Haus, Papiere
und Gegenstaende, vor unberechtigten Haussuchungen und Verhaftungen (Beschlagnahmen) darf nicht verletzt werden, und es duerfen keine Vollziehungsbefehle
ausgestellt werden, es sei denn, es liegt ein mutmasslicher bzw. berechtigter Grund hierfuer vor, der durch einen Eid oder eine eidesstattliche Erklaerung erhaertet ist, und insbesondere Ort und Stelle der Durchsuchung
wie auch die Personen oder Gegenstaende beschreibt, die verhaftet bzw.

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�beschlagnahmt werden sollten."
Das gemeine englische Recht erklaerte, dass "jedermann Herr in seinem eigenen
Hause sei" (my house is my Castle). Der Schutz vor einem willkuerlichen Sindringen
seitens der Beamten des Koenigs auf der Suche nach Beweismaterial fuer Schleichhandel oder Empoerungen war von groesster Bedeutung fuer die Erreichung der bürgerlichen Freiheit in England. Der Unwille des Volkes kannte daher keine Grenzen, als
die englische Regierung diese traditionelle Freiheit verletzte, indem sie die
Steuerbeamten, die mit "Beschlegnahmebefehlen" (fuer unverzollte Waren) oder "allgemeinen Vollziehungsbefehlen" versehen,waren, ermaechtigte, in die Haeuser der
verdnechtigten Buerger in den Kolonien einzudringen und diese zu durchsuchen. Die
Erinnerung an diesen Eingriff in ihre Rechte veranlasste die Urheber der Freiheitsurkunde (Bill of Rights vom Jahre 1689), "unberechtigte Haussuchungen und Verhaftungen (Beschlagnahmen) zu verbieten und genau den Charakter des Vollziehungsbefehls zu umreissen, was noetig war, um die Durchsuchung zu begruenden.
"Tm allgemeinen wird solch ein Befehl benoetigt, bevor die Beamten "Personen,
Haeuser, Papiere und Gegenstaende" durchsuchen. Wenn sie lediglich Verdacht haben
oder hoffen, Beweismaterial fuer ein Verbrechen zu finden, duerfen sie noch nicht
in das Haus des Betreffenden eindringen. Es gibt Jedoch Faelle, in denen ein solcher Befehl nicht noetig ist. Eine Person, die gesetzmaessig verhaftet worden ist,
darf ohne einen solchen Befehl durchsucht werden. Man darf ohne Vollziehungsbefehl
in ein Haus eindringen, um einen Verbrecher zu verhaften, von dem man weiss, dass
er sich darin aufhaelt. Es wird auch kein Befehl benoetigt, um ein Boot, ein Automobil oder ein anderes Fahrzeug zu durchsuchen, wenn man berechtigten Grund zu der
Annahme hat, dass es fuer verbrecherische Zwecke gebraucht wird. Der Buerger ist
ferner durch die Bestimmung geschuetzt, derzufolge im Vollziehungshefehl genau
Ort und Stelle der Durchsuchung bzw. die zu durchsuchenden Personen oder Gegenstaende genannt sein muessen. Ein Vollziehungsbefehl darf nur ausgestellt werden,
wenn "berechtigte Gruende" vorliegen, nicht etwa nur auf Grund von Verdacht oder
Vermutungen. Er muss durch einen Eid oder eine eidesstattliche Erklaerung des
Anklaegers erhaertet sein. Diese letztere Bestimmung soll dazu dienen, zu verhindern, dass Vollziehungsbefehle nur auf Grund von unverantwortlicher Rederei oder
Boeswilligkeit ausgestellt wird.
"Robert E. Cushman, Our Constitutional Fre.edoms"
Opposition gegen die Bildung von Landarbeiter-Gewerkschaften
Ein Unterausschuss des Ausschusses fuer Arbeitsfragen im Repraesentantenhause hat am Ö. Dezember einen Bericht veroeffentlicht, in dem vorgeschlagen wird,
den Arbeitergewerkschaften nicht zu gestatten Landarbeiter zu organisieren. In
diesem Bericht heisst es u.a.;
Wenn man weiterhin eine Organisierungskampagne fuer Landarbeiter zulaesst,
dann besteht die ernste Gefahr, dass die Arbeiterorganisationen in allernaechster
Zeit die Existenz von Tausenden von selbstaendigen Farmern zerstoeren...Waehrend
einerseits der Kongress den Unterschied zwischen Industrie- und Landarbeit anerkannt und versucht hat, die Farmer vor der Organisierungsbewegung der Arbeiterfuehrer und der unmoeglichen Belastung durch die 40-3tunden-Woche durch die Einfuehrung einer Strafe des anderthalbfachen Betrages fuer Ueberstunden zu schuetzen, ist ihr Ausschuss der Meinung, dass es absolut notwendig sei, dass der Kongress einmal den Begriff "landwirtschaftlicher Arbeiter" genau umreisst, um dem
Ausschuss fuer Arbeitsbeziehungen dabei zu helfen, die Absichten des Kongresses
durchzufuehren."

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�Es ist anzunehmen, dass unter dem jetzt tagenden Kongress auf diese Empfehlung hin nichts unternommen wird; der Vorschlag rueckt aber eine brennende Frage
in den Vordergrund. Die Arbeiter auf den Farmen arbeiten viele Stunden und erhalten im Vergleich zu den Arbeitern in der Stadt nur geringe Loehne. Es besteht
Anlass zur Sorge, wenn die Organisation der Landarbeiter nicht die Loehne und die
Preise fuer Farmerzeugnisse erhoeht. Das Problem beruehrt im Augenblick hauptsaechlich die grossen Farmen, auf denen Arbeiter in grosser Anzahl unter Bedingungen beschaeftigt sind, die viel weniger zufriedenstellend sind als die der
Industriearbeiter.
"Amerikanisches Arbeitsministerium"
"Weekly Labor News Digest" 15.Dez 48
Amerikanische Transportarbeiter setzen linksstehende Funktionaere ab.
"In einer Bewegung, die einer Linkskontrolle, die ununterbrochen 14 Jahre
lang dauerte, ein Ende bereitete, haben die Delegierten bei der Tagung des Transportarbeiter-Verbandes (TWü), der dem CIO angeschlossen ist, Michael J. Quill am
7. Dezember wieder zum Vorsitzenden gewaehlt und alle linksstehenden Mitglieder
des Internationalen Exekutivausschusses des Verbandes abgesetzt.
"Der ungestueme Vorsitzende, der als der "rote Mike" bekannt war, bis er im
vergangenen Maerz mit dem linken Fluegel brach, hatte sich zum unbestrittenen
Fuehrer des Verbandes gemacht. Die drei Maenner, die mit ihm am Aufbau des Verbandes eng zusammengearbeitet haben - Austin Hogan, der Vizepresident des Exekutivausschusses, John Santo, der Internationale Leiter der Organisation und Douglas
L. MacMahon, Sekretaer und Schatzmeister, verloren ihren Posten infolge der von
Quill eingeleiteten Saeuberungsaktion. Auch 5 der 6 Vizepresidenten des Verbandes
und 11 der 17 Mitglieder des Exekutivausschusses wurden abgesetzt.
"Keiner der Uebriggebliebenen hat etwas mit den Linksgerichteten zu tun. Die
Posten, die Hogan (der auch Praesident der New Yorker Ortsgewerkschaft No. 100 ist)
und Santo (dessen Ausweisung als unerwuenschter \uslaender jetzt von der Bundesregierung betrieben wird) frueher innehatten, wurden abgeschafft. Alle anderen Posten
wurden von den Anhaengern Quills besetzt. MacMahon, der ueberzeugter und eingefleischter Kommunist ist, trat nicht einmal fuer die V'iederwahl als Kandidat auf.
Quill schlug Hogan in der Wahl zum Praesidenten bei der namentlichen Abstimmung
mit 473 zu 186 Stimmen...
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 15. Dezember 1943
Kritik ueber das Buch eines Gewerkschaftlers
Nachstehender Artikel ist eine Buchbesprechung, die der offiziellen Veroeffentlichung des Britischen Ge7.-erkschaftsbundes entnommen ist. Das Buch wurde von
Fred Copeman geschrieben und betitelt sich "Warum ich abtruennig wurde" (Reason
for Revolt) ^Herausgegeben von der Brandford Press Ltd. - Preis 8s 6d)
"Die Arbeiter koennen keinen Nutzen aus einer Philosophie ziehen die jede
Guete, die dem menschlichen Herzen entspringt, ausschliesst". In dieser autobiographischen Studie eines Koumuhisten, der Katholik wurde, haette man erwartet,
bittere Vorwuerfe zu finden; statt dessen schreibt Fred Copeman mehr in Sorge als
veraergert von seiner Enttaeuschung ueber die kommunistische Partei. Das Betragen
Ceorgi Dimitroffs nach seiner Uebernahme des Postens eines Premierministers Bulgariens ueberzeugten ihn davon, dass der Kommunismus, als er auf die Probe gestellt
wurde, verabsaeumt oder verfehlt hatte zu zeigen, dass er ein Herz habe
"Copeman hat ein seltsames und buntes Leben gefuehrt. Es begann in einem
Arbeitshaus in Suffolk. Er legte in der Watts Marineausbildungsschule, die den
Dr. Bernardo-Heimen angeschlossen ist, eine I-ruefung ab. Von diesen Heimen, die

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�eine freiwillige Organisation sind, spricht er mit grosser Achtung. Eine Zeit
lang blieb er bei der Marine und nahm dann im Jahre 1931 an dem Aufstand in
Invergordon teil. Als Mitglied des Streikkomitees wurde er mit den uebrigen
Mitgliedern des Komitees entlassen.
"Die kommunistische Partei hatte diejenigen, die eine fuehrende Rolle gespielt hatten, beobachtet und war nun schnell dabei, diese Leute zu sich herueberzuziehen. Er nahm an den Hungermaersehen der Arbeitslosen aktiv Anteil und
ging dann nach Spanien, um dort in den Reihen der Internationalen Brigade zu
kaempfen. Er konnte sich zwar nicht an die Purzelbaeume der kommunistischen Partei zu jener Zeit gewoehnen, doch lehnte er es immer noch ab, zu glauben, dass
alle ihre Anhaenger Unrecht haben sollten.
"Bei seiner Rueckkehr aus Spanien veranlassten ihn seine Meinungsverschiedenheiten mit dem Exekutivkomitee der Partei, um eine Reise nach Moskau nachzusuchen, um seinen schwindenden Enthusiasmus wieder zu beleben. In Moskau stellte
er fest, dass manche Russen ein weit besseres Leben fuehrten als die anderen,
dass das Bedaux-System (Ein Akkord-Praemienlohnsystem, wobei die Arbeitsleistung
in Einheiten von Minuten, sogenannten "B^" gemessen wird (60 B's machen ein
Arbeitspensum pro Stunde aus) und Praemien fuer ueber den Durschnittssatz geleistete B's bezahlt werden)
obwohl es hier einen anderen Namen (Stachanow-System) hatte, allgemein in der
Industrie galt, dass kein Ausschuss irgendwelcher Art im Traum daran denken
konnte, seine Mitglieder zu waehlen, bevor nicht Stalin zum Ehrenmitglied ernannt worden war, am meisten aber wurde er durch die sorgfaeltig ausgearbeiteten
Vorsichtsmassnahmen abgestossen, die verhindern sollten, dass die Mitglieder
nichts ueber den Versammlungsort der Komintern erfahren, zu dem sie hingefahren
wurden. Sein Besuch in der Sowjetunion machte ihn tatsaechlich etwas zynisch.
"In der zweiten Haelfte des Jahres 1939 hielt er Vorlesungen ueber Luftbombardements, wobei er sich auf seine Erfahrungen in Spanien stuetzte, und 1%1
wurde er vom Ministerium zur Sicherung der Heimat berufen, die Leitung der neuen
tiefen Luftschutzraeume in London zu uebernehmen.
"Das fuer die Gewerkschaftler vielleicht interessanteste und bezeichnendste
lapitel in seinem Buche befasst sich mit SBiner Mitgliedschaft beim Exekutivausschuss des Konstrukteur- und Maschinenbauer-Verbandes, in den er zu Anfang des
Krieges gewaehlt wurde. Er beschreibt im einzelnen die kommunistische Aktivitaet
und hebt besonders hervor, dass Parteiintrigen innerhalb der Gewerkschaften eine
kostspielige Sache sei, nicht nur fuer das Land und die Bewegung, sondern vor
allem fuer die Mitglieder derjenigen Gewerkschaften, wo diese Intrigen gesponnen
werden." H. Th.
"Labour" Dezember 1948
Der CIO leitet organisierten Propagandafeldzug gegen
die Kommunisten ein.
Auf der Jahresversammlung des CIO in Portland wurde der Entschluss gefasst,
ein Organisierungsprogramm auf breiter Basis ins Leben zu rufen. Es ist klar,
dass dos Bestehen einer kommunistischen Fuehrerschaft in gewissen Gewerkschaften
dazu gedient hat, das Anwachsen solcher Organisationen wie des Verbandes der
Angestellten des Einzel- und Grosshandels und der Warenhaeuser zu verzoegern,
der in den juengst vergangenen Monaten in eine Reihe von Streiks und Gerichtsprozessen in bezug auf die kommunistische Frage verwickelt war. Jetzt hat sich
der CIO entschlossen, auf diesem Gebiete eine neue Gewerkschaft ins Leben zu
rufen und hat diese Aufgabe dem Verband der Vereinigten Bekleidungsarbeiter,
einer der staerksten CIO-Organisationen in New York, uebertragen. Der neue
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�Verband wuerde unter dem Schutz dieses Bekleidungsarbeiter-Verbandes stehen.
Dies ist bereits der zweite Schritt, den der CIO unternommen hat. Der erste
richtete sich gegen den Verband der Arbeiter fuer landwirtschaftliche Ausruestung
und im Metallgewerbe, von dem behauptet wird, dass er von den Kommunisten gefuehrt
wird. Diese Organisation, die in manchen Industriezweigen mit dem antikommunistischen Verband der Automobilarbeiter Amerikas im Wettbewerb steht, ist angewiesen
worden, ihren Zusaramenschluss mit den Automobilarbeitern zu vollziehen. Dadurch
wird eine Anzahl kommunistischer Gewerkschaftsfuehrer ausgeschaltet, es sei denn,
sie entschliessen sich, mit ihrer Gewerkschaft aus dem CIO auszutreten.
Der dritte Schritt, der noch nicht unternommen wurde, besteht in einem Plan
des CIO, einen neuen Verband fuer die Bueroarbeiter in der Regierung zu gruenden,
um gewisse Kreise von Angestellten des Staatsdienstes zu erfassen, die nicht von
dem dem CIO angehoerenden Verband der Vereinigten Staatsangestellten erfasst werden, von dem ebenfalls behauptet wird, er werde von Kommunisten gefuehrt. Man erwartet, dass der neue Verband schnell wachsen wird, und dass ihm viele Ortsverbaende beitreten werden, die mit der Führerschaft des Verbandes der Vereinigten
Staatsangestellten unzufrieden sind.
Diese drei Beispiele zeigen die Schwierigkeiten, die sich ergaben, wenn man
auf demokratische Weifce die Kontrolle ueber eine Gewerkschaft zurueckgewinnen will,
wenn einmal die Kommunisten in ihrer Mitte die absolute Kontrolle in den Haenden
haben.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 15. Dez 48
Amerikanische Flugzeug-Piloten gruenden einen Verband
Anfang Dezember uebergab die AIL dem Internationalen Verband der Luftfahrt
Ingenieure eine Lizens. Die Lizenz wurde von den Praesidenten von 4 Ortsverbaenden von Luftfahrtingenieuren entgegengenommen, die die bedeutenden Fluglinien
vertreten. Der Verband hat etwa 1000 Mitglieder; dies entspricht 97 t aller Luftfahrtingenieure der privaten Fluglinien in den Vereinigten Staaten.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 15. Dez 48
"Knabenstaedte" werden in Italien gegruendet
Ein Plan, heimatlosen Knaben zu helfen, wie er in den Vereinigten Staaten
von Monsignore Edward J. Flannagan, der in Berlin anlaesslich seines kuerzlichen
Besuchs in Deutschland verstarb, ins Leben gerufen wurde, ist Jetzt von Italien
aufgegriffen worden. Die "Knabenstadt", die vor mehr als 20 Jahren von Pater
Flannagan gegruendet wurde, ist ueberall beruehmt geworden. Viele ihrer ehemaligen Absolventen sind bereits erfolgreiche Maenner im amerikanischen Leben geworden.
Die Jungen in der "Knabenstadt" haben ihre eigene demokratische Verwaltung mit
Gerichten und leiten die Wirtschaft dieser Einrichtung.
Derselbe Gedanke zur Gruendung einer solchen "Stadt" wurde im Jahre 1944 von
einem Priester in Italien in die Wirklichkeit umgesetzt. In Santa Marinella, 40
Meilen noerdlich von Rom, wurde eine Hauptstelle gegruendet. Das Experiment mit
heimatlosen Strassenjungen ist jetzt auf 5 kleine Stellen oder "Staedte" ausgedehnt worden, die zu einer "Republik" zusammengefasst wurden. Sie werden nach der
demokratischen Theorie geleitet, dass den Jungen die Vernntwoiting fuer die Leitung und die Verwaltung uebertragen wird, Die Jungen arbeiten gegen Lohnzahlung
und verwenden die Loehne, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Oder man gibt
ihnen die Erlaubnis, sich **ine Arbeitsstelle in den nahegelegenen Orten zu suchen,
sie behalten trotzdem ihr "Buergerrecht" in der "Stadt" bei. Sie ist ihre Heimat
und "ihr Land", bis sie eine Pruefung abgelegt haben, um Buerger im Leben und
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�in der Wirtschaft der Nation zu v/erden.
Es v/erden jetzt 7 andere "Staedte" in Italien errichtet; das Anfangskapital
hierfuer kommt von amerikanischen Organisationen. Jede dieser Stellen wird etwa
300 Knaben unterbringen. Die Gelder stammen von verschiedenen amerikanischen
'Verbefeldzuegen und bewegen sich zwischen $100.000 und $1.000.000.— So wird z.B.
die "TCnabenstadt New York" in Palermo von einer New Yorker Ortsgruppe des Verbandes der Vereinigten Bekleidungsarbeiter Amerikas finanziert. Sine dieser "Staedte"
in Pozzuoli wird von einer New Yorker Ortsgruppe der Internationalen Damenbekleidungs-Arbeiter finanziert. Fuer eine andere wieder haben die Buerger der Stadt
Vineland, New Jersey, einen Verbefeldzug zur Aufbringung von $150.000 unternommen.
Zum groessten Teil werden die amerikanischen Spenden von der katholischen Fuehrerschaft gesammelt; viele der Spender sind Amerikaner italienischer Abkunft.
"Overseas American News Service" 11. Januar 1949
Betrieblicher Arbeitsfriede braucht nicht
immer erkaempft zu werden.
Der Landesverband fuer Planung (NPA) hat bei Industriefirmen, in denen gute
rbeitsbeziehungen herrschen, eine Reihe von Untersuchungen und Studien angestellt.
Vor kurzem hat nun der NPA einen Bericht ueber einen solchen Industriezweig veroeffentlicht. Zwischen der chemischen Fabrik Dewey and Almy und dem Internationalen
Verbind der chemischen Arbeiter (AFL) besteht seit 9 Jahren ein Arbeitsfriede. Die
Produktion der Firma hat sich staendig vergroessert, und die Gewerkschaft hat
immer mit der Geschaeftsleitung zusammengearbeitet. Fuenf Gruende fuer gute Arbeitsbeziehungen waren etwa die gleichen wie die, die der NPA bereits in frueheren Untersuchungen genannt hatte;
1. Zu der Zeit, als die Gewerkschaft aufgebaut wurde, leistete der Arbeitgeber keinen '.'iderstand dagegen. Die Gewerkschaft brauchte ihrer -Anerkennung
wegen nicht zu streiken} die bitteren Nachwirkun&amp;en solcher Streiks sind
somit niemals aufgetreten.
2. Die Haltung der Direktion bei der Zulassung der Gewerkschaft war richtunggebend fuer die Einstellung der Leiter in gehobener Position bis herunter zum Heister. Die Firma war bestrebt, sich der Gewerkschaft bei der
fachlichen .Ausbildung und der Entwicklung der Faehigkeit der Arbeiter zu
bedienen.
3. Der freie Gedankenaustausch zwischen den Arbeitern und der Firma ist innerhalb aller Abteilungen und Dienststellen sowohl der Geschaeftsleitung als
auch der Gewerkschaft ermoeglicht norden. 2s war nicht noetig, irgendwelche Vorschriften darueber festzulegen, dass die Geschaeftsleitung mit der
Gewerkschaft zu Beratungen zusammenkommt.
4. ".7eder der Arbeitgeber noch seine Vertreter haben sich jemals in die Angelegenheiten der Gewerkschaft gemischt. Die Gewerkschaft hat sich frei
entwickeln koennen. Sie hat sich auch nicht um die Verpflichtungen der
Geschaeftsleitung gekuemmert, hat aber immer mit der Geschaeftsleitung
zusammengearbeitet, wenn es sich um Dinge von gemeinsamem Interesse handelte.
5. Argwohn oder Kisstrauen zwischen der Gewerkschaft und der Geschaeftsleitung gab es nicht, ^iese Tatsache wird d-.rauf zurueckgefuehrt, dnss jeder
der beiden Partner die Rechte des anderen anerkennt und respektiert.
.merikanisches Arbeitsministerium
"'.'feekly Labor News Digest" 1*5. Dezember 48

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�Die Beschaffenheit guter Arbeitsbeziehunaien
Folgende Saetze sind einer Rede entnommen, die John "'. Gibsoh, der stellvertretende Arbeitsminister, am 14. Dezember in New York vor einer Zuhoererschaft
hielt, die sich aus Geschaeftsleuten zusammensetzte. Als Thema hatte er die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewaehlt.
"Es ist unlogisch, anzunehmen, dass, weil es Streiks gibt, die Verhaeltnisse
zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei uns total ungesund seien. Sin unlogisches
Denken dieser Art erzeugt unlogische Srgebnisse. Das Taft-Hartley-Geeetz Ist ein
Beispiel fuer diese Art unlogischen Denkens.
"Ich bin der Meinung, dass die Handlung in der Ansicht des amerikanischen Volkes ueber das Taft-Hartley-Gesetz,Sls ihm diese Frage mit all ihrem verwickelten Beiwerk vorgelegt wirde, ein gutes Zeichen ist fuer die zukuenftigen Beziehungen zwischen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
"Meiner Ansicht nach bildet in 75t aller Faelle, in denen sich Reibungen ergeben, die Persoenlichkeit derjenigen, die Unternehmer und Arbeiterschaft vertreten,
das groesste Hindernis. Ich denke da z.B. an einen netten jungen Mann, der in einem
College die Arbeitsbeziehungen in der Industrie studiert hatte. Sine seiner ersten
Stellungen erhielt er in einer kleinen Firma und als Leiter der Abteilung fuer Arbeitsbeziehungen fuehrte er die Verhandlungen fuer die Geschaeftsleitung. Da er
ein Streber war, war er der Ansicht, dass er in seiner Stellung ein vollkommener
Versager sein wuerde, wenn er nicht die besten Bedingungen fuer seinen Arbeitgeber
herausholen wuerde. Er verlor den Blick fuer die menschlichen Beduerfnisse, die
damit im Zusammenhang standen.
"Nachdem er mehrere Niederlagen erlitten und seine Firma in mehrere Streiks
verwickelt hatte, kau er zu mir und fragte mich, was er falsch gemacht haette. Ich
sagte ihm, dass ich der Meinung sei, dass er die Technik des usgleichens lernen
und der Tatsache mehr Rechnung tragen muesse, dass es bei seinen Verhandlungen um
das '"ohlergehen von Menschen ginge. Heute leistet er eine sehr gute Verhandlungsarbeit fuer seinen Arbeitgeber und hat auf dem Gebiete der Arbeitsbeziehungen ganz
annehmbare Srfolge zu verzeichnen. Seine Haltung ist durch eine gewisse VJendigkeit
gekennzeichnet.
"Solche Fehler, wie sie dieser junge Mann machte, ehe er aus seiner muehevollen Arbeit Lehren zog, beschraenken sich nicht allein auf den Arbeitgeber am Verhandlungstisch. Auch die Vertreter der Gewerkschaften muessen die Technik des Ausgleichen lernen. Sie duerfen niemals die menschlichen Beduerfnisse in dieser
Situation aus dem Gesicht verlieren.
"Ich habe gesehen, wie gewerkschaftliche Unterhaendler den Versuch unternommen
haben, das Kollektivvertragsverfahren als "'erkzeug zu benutzen, um ihre politischen
Plaene dabei zu verfolgen, "eiche Politik sie auch immer vertreten moegen: der Verhandlungstisch ist nicht die gegebene Stelle dafuer. Auch der bornierte "Angeber"
oder der "Meckerer", der zu den Verhandlungen geht, um zu versuchen, den Arbeitgeber mattzusetzen, hat dort nichts zu suchen. Glücklicherweise stellen diese Charaktere fuer das Kollektiwertragsverfahren im amerikanischen Gewerkschaftswesen nur
eine verschwindende, unendlich kleine Minderheit dar."
Amerikanisches Arbeitsministerium
"News Release" 14. Dezember 1948
Britische Gewerkschaftler berichten ueber ihren
Besuch in Deutschland
James Bowmsn und Robert "Jillis, Vertreter des Britischen Gewerkschaftsbundes
(TÜC) haben vor kurzem eine Reise durch Deutschland unternommen, un die Lage und
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�Verhaeltnisse der Gewerkschaften in der Britischen und Amerikanischen Zone zu
studieren. Nachstehend eine Zusammenfassung der wesentlichsten Punkte ihres Berichts an den Generalrat des TÜC*
"Zum Verkauf ausgestellte Waren, die Tordem nicht vorhanden waren, ausgebombte Gegenden, aus denen die Truemmer bis zum Erdboden gruendlich weggeraeumt
waren, neue Einrichtungsgegenstaende auf dem Wege zu den Kunden, Berge von neuen
Mauersteinen, Zementsaecke, Stahlschienen, alles das und noch viel mehr Anzeichen
fuer ein neues Aufleben, das sich Jetzt in Deutschland entwickelt, konnte die Delegation des Britischen WC feststellen. "Die Torteile der Waehrungsreform machten
sich ueberall bemerkbar" meinten Mr. Bowman und Mr. Willis, die den Wandel im wirtschaftlichen Leben Deutschlands aus eigener Erfahrung auf Grund ihrer frueheren
Besuche waehrend der letzten 12 Monate feststellen konnten.
n

3 Grosse Probleme; Aber die deutschen Arbeiter versuchen, noch die tiefe Kluft
zwischen den ihnen gezahlten Loehnen und den geforderten Preisen zu ueberbruecken.
Ihre Gewerkschaften, die vielmehr auf Preissenkungen als auf Lohnerhoehungen hinarbeiten, messen hierfuer den Aufhebungen der Kontrollmassnahmen die Schuld bei. Sie
gaben der Befuerchtung Ausdruck, dass die Aufhebung der Kontrolle, ueber die sie nicht
befragt wurden, den Sturz der neuen Mark nach sich ziehen und die Bemuehungen der Arbeiter in Westdeutschland, die-Produktion zu steigern, zunichte machen wuerde. Wie
aus den letzten fuer 1948 vorliegenden Ziffern hervorgeht, hatten sie bereits die Produktion um 30 bis 40£ gegenueber dem vergangenen Jahr erhoeht.
"Wie Gewaehrsmaenner des DGB an fuehrten, wird der Kampf um die Stabilisierung
weiterhin dadurch erschwert, dass die Arbeitgeber in ausgedehntem Masse Steuerhinterziehungen begehen. Trotz der viel hoeheren Erzeugung in der Industrie seien nach ihrer
Behauptung die Steuereinnahmen nur um U% gestiegen. Die Britische Delegation hat auch
festgestellt, dass die Demontage der Fabriken und Werke den Funktionaeren und Mitgliedern der deutschen Gewerkschaften noch Kopfschmerzen macht. Obwohl die Gewerkschaftler vollkommen von der Notwendigkeit ueberzeugt sind, dass die RuestungsIndustrie zerstoert und fuer den durch die nazistische Kriegsmaschine in Buropa angerichteten Schaden Reparationen gezahlt werden muesse, haben sie jetzt den Verdacht, dass
man sich bei der Demontage von internationalen und sogar internen Erwaegungen leiten
lass&amp;. Mr. Bowman und Mr. Willis hatten mit den Funktionaeren des DGB langwierige Diskussionen ueber diese komplizierte und delikate Frage, um, wenn moeglich, ueber die
gesamte Lage einen Ueberblick zu gewinnen.
ANWACHSEN DER GE77ERKSCHAFT3N; Trotz all ihrer Schwierigkeiten haben die Gewerkschaften in der Britischen Zone bemerkenswerte Erfolge beim Wiederaufbau ihrer Organisationen zu verzeichnen. Waehrend sie bis Mitte 1947 ueber 850.000 Mitglieder
zaehlten, hat sich die Zahl ihrer Mitglieder bis Oktober 1948 auf 2.656.000 erhoeht.
Sie hoffen, dass es ihnen gelingen wird, bis Ende des Jahres die Rekordzahl von
2.900.000 Mitgliedern zu erreichen. Im Ganzen genommen, haben sich die Handarbeiter
den Industriearbeitern gegenueber zu 50t mehr organisiert. Die Bergarbeiter fuehren
mit 90t. Relativ niedrig ist der Prozentsatz bei den Kopfarbeitern und den Behoerdenangestellten, und nur 1 von "9 Arbeitern in der Landwirtschaft schloss sich seiner Gewerkschaft an. Auf diesem Gebiete sptit die Tatsache eine Rolle, dass viele der
900.000 Arbeiter auf dam Lande auf Bauernwirtschaften beschaeftigt sind, die sich im
Familienbesitz befinden, weshalb hier die V'erbetaetigkeit der Gewerkschaften beschraen
ist.
"Gebaeude und Banken"» Den Gewerkschaften in der Britischen Zone wird immer noch
die Rueckgabe ihres von den Nazis beschlagnahmten Eigentums verweigert, obwohl die
Freigabe bereits im Prinzip im April 1947 genehmigt wurde. Im auffallenden Gegensatz
zu der Erfahrung, die die Gewerkschaften in der Amerikanischen Zone gemacht haben,
die bereits alle ihre noch existierenden Gebaeude, die ihnen in der Vornazizeit ge-

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�gebeerten zurueckerhielten, steht die Tatsache, dass die im April 1 % 7 gefseilte
Entscheidung noch nickt •erwirklicht wurde.
"Andererseits haben die amerikanischen Beheerden angeordnet, dass die Gelder
der Bank der Deutsahen Arbeit - die die Nazi-Arbeltsfront nach der Beschlagnahme der
Arbeiterbank der deutschen Gewerkschaften errichtet hatte - liquidiert und den oertlichen Behoerden uebergeben werden sollen, wobei Einzelkonten auf Privatbanken ueberwiesen werden* "Das sie befuerchteten, dass diese Massnahme fuer das uebrige Deutschland beispielgebend sein koennte, haben die Gewerkschaften bei den Gouverneuren der
Bizone scharfen Protest eingelegt, und die britische Delegation vergewisserte sich,
dass eins weitere Liquidierung der bei der Bank deponierten Gelder aufgeschoben werden
wuerde, bis ihr Bericht ueber diese Trage dem Generalrat des TOC vorgelegen haette.
"Ple wirkliche Kernfrage." Wenn alle diese Probleme bereinigt sind, dann bleibt
jedoeh immer noch eine Frage von grosser Bedeutung zu beantworten: Welche Stellung
nehmen die Gewerkschaften im wirtschaftlichen und industriellen Leben der Bizone ein.
Der DGB, der das Recht fordert, in gebuebrendem Masse zu den Besprechungen der vielen wichtigen wirtschaftlichen Probleme seiner Zone hinzugezogen zu werden, bestreitet, dass es regulaere und verfassungsmaessige Moeglichkeiten gibt, denen zufolge
er die Meinung des arbeitenden Volkes der deutschen Regierung und den Besatzungsbehoerden gegenueber vertreten koennte.
"Die Gewerkschaften behaupten, dass sie viel zu haeufig erst dann befragt werden,
wenn bereits Entscheidungen ueber das Wohl ihrer Mitglieder gefaellt worden sind anstatt vorher. Ein solcher Mangel an Ruecksichtnahme auf die Meinung der Arbeiter ist
ihrer Ansicht nach nicht nur ein Hindernis in sich, sondern bietet auch ein Beispiel
dem viele Arbeitgeber-Organisationen nur zu eifrig folgen.
Eine geeinte Bewegung; Was aber an der Gewerkschaftsbewegung in Westdeutschland in der Nachkriegszeit besonders bedeutungsvoll ist, ist die Tatsache, dass sie
ein geschlossener Machtfaktor und - im Gegensatz zu den deutschen Gewerkschaften aus
der Zeit vor der Machtuebernahme Hitlers in bezug auf politische oder religioese
Fragen nicht aufgespalten ist.
"Viele der von den beiden Vertretern des TOC im Bericht erwaehnten Probleme
wurden vom Generalrat auf der Bezember-Sitzung fuer so dringend angesehen, dass er
seinen Internationalen Ausschuss ermaechtigte, den ganzen Bericht im Einzeken zu pruefen und hinsichtlich der dringenderen Punkte Massnahmen zu treffen, ohne erst den
Generalrat zu befragen."
"Labour" Januar 1 % 9 .
80 deutsche Sachverstaendlge auf dem Gebiete des Arbeltswesens besuchen die
Vereinigten Staaten
In der Zeit von heute bis zum 30. Juni werden ÖOmdeutsche Sachverstaendlge auf
dem Gebiete des Arbeitswesens unter Mitwirkung und auf Veranlassung der Manpower Div.
der Amerikanischen Militaerregierung auf je 60 Tage die Vereinigten Staaten besuchen.
Unter ihnen befinden sich Gewerkschaftsfunktionaere und Beamte deutscher oeffentlicher
Einrichtungen auf dem Gebiete des Arbeitswesens. Sie werden die amerikanische Gewerkschaftsorganisation, die Methoden des Kollektiwertragsverfahrans, die Arbeiterbildung
und die Industrielehrgaenge, die Regelung der Arbeitsbeziehungen durch Schlichtungsverfahren und Schiedskommern wie auch das Funktionieren der oeffentlichen Einrichtungen auf dem Gebiete des Arbeitswesens studieren. Jedem der Teilnehmer wird es freigestellt sein, seine Beobachtungen auf ein Interessengebiet zu beschraenken und nur gerade das zu studieren, was ihn selbst fuer seine Arbeit in Deutschland am meisten interessiert.
Die Reise dieser deutschen Experten wird in Washington ihren Anfang nehmen, wo
sie eine Zeitlang mit den Bundeseinrichtungen Bekanntschaft machen werden, die sich
mit den Arbeitsbeziehungen, der Arbeiterinformation, der Sozialversicherung und anderen
Zweigen des oeffentlichen Dienstes beschaeftigen. Sie werden sich mit verschiedenen
Gewerkschaften bekannt machen und als Gaeste des Amerikanischen Arbeitsministeriums
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�und der amerikanischen Gewerkschaften verschiedene Staedte besuchen. Sie werden Fabriken besichtigen, mit Ortsgevrerkschaftsgruppen und mit Arbeitern in ihren "'ohnungen zusammentreffen.
Damit auch die anderen deutschen Arbeiter aus den Besuchen der Experten in Amerika
etwas Nutzen ziehen, wird jeder von ihnen aufgefordert, nach seiner Rueckkehr einen Bericht zu schreiben, Diesen Bericht ueber seine Beobachtungen und Sindruecke, die er auf
seiner Heise durch die Vereinigten Staaten gesammelt hat, wird dann der 3achver9taendige seiner Gewerkschaft, oder, wenn es sich um einen Angestellten des oeffentlichen Dienstes handelt, seiner Abteilung uebergeben.
"Mehr 'Vissen durch Berufsschule;"
Dies ist der Titel einer Broschuere, die gerade von der "Briefschule" Frankfurt
a.H. "'.'ilbiLm Leuschner-Strasse 69-77, eingegangen ist. Sie traegt die Unterschrift:
Hans t!ugrauer. 3s handelt sich hier um etwas, was jeden deutschen Arbeiter interessieren sollte, der die \bsicht hat, sich weiterzubilden. Nach dem Planentwurf kann der Arbeiter allein studieren oder er kann sich einer Studiengruppe von 5 bis 15 Personen anschliessen, die von einem "Zirkelleiter" beaufsichtigt wird. Das Programm wie auch einige der Kurse lehnen sich etwas an das System an, dass in Schweden eingefuehrt ist.
Einige der Kurse, die Jetzt oder bald belegt werden koennen, sind; Gewerkschaftskunde, das Genossenschaftswesen, Einfuehrung in die Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft
Grundfragen der Psychologie, die freie Rede, Englisch fuer AnCaenger, Grundkurs:Rechnen (technisch). Die Kurse sind systematisch nach Lektionen aufgebaut, die dem Studenten
in bestimmter Reihenfolge zugehen. Seine Antworten schickt er durch die Fost ein. Seine
Pruefungen werden ihm mit Anmerkungen und Koten versehen zurueckgesandt.
Es gibt manche, die diese Lehrmethode nicht billigen, jedoch absolvieren in verschiedenen Laandern sogar Universitaetsstudenten ihre Kurse durch Korrespondenz. Das
ist praktische Ausbildung. Vuf diese "eise hr.ben die meisten von uns den groessten
Teil ihrer Ausbildung genossen, eben durch Lesen und Studium, wenn sie allein sind,
jedoch besteht der Vorteil bei diesen Kursen darin, dass sie systematisch aufgebaut
sind.

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Manpower Division
GLKJUS, APO 742
ONOUS, 9-2(6, L, J u »9. 'i c.

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse nnd anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Ir. 51

Berlin, 11 Februar 1949

)ie wirtschaftliche Lage in Deutschland
Folgender Artikel, der stark gekuerzt ist, wurde von 2 deutschen 'Virtschaftlern,
)r. Walter Eucken und Dr. Fritz V« Meyer, verfasst. Dr. Eucken war frueher Lektor an
ler Universitaet Berlin und spaeter '.VirtSchaftsprofessor an der Universitaet Tuebinjen; 1927 wurde er 7/irtschaftsprofessor an der Universitaet Freiburg. Seine bedeutendJte Veroeffentlichung sind die "Grundlagen der Nationaloekonomie" (5.Ausgabe, 1947)
)r. Meyer ist Lektor fuer Wirtschaft an der Universitaet Bonn. Frueher hatte er eine
lehnliche Stellung an der Universitaet Kiel inne. Seit 1935 war er Mitglied des Insti;uts fuer Weltwirtschaft in Kiel. Mit Rudolf Heberle zusanmen schrieb er "Die Oross»taedte im Strome der Binnenwanderung" (1937) und "Der Aus?1 dich der Zahlungsbilanz"
;i933).
Es ist bedauerlich, dass wegen des wenigen zur Verfuegung stehenden Raums nicht
ler ganze Artikel veroeffentlicht werden kann. Der Leser sollte daran denken, dass,
&gt;bwohl der Artikel in der November-Ausgabe der "Annalen der Amerikanischen Akademie
*uer Politik und Sozialwissenschaft" erschienen ist, er vor ungefaehr 3 Monaten vorbereitet werden musste. ihm sind die Verhaeltnisse in Deutschland im Juli und August
sugrundegelegt.

"Nach Beendigung des Krieges verlor Deutschland etwa 25* des Gebietes das es im
rahre 1937 besass. Die verlorengegangenen Gebiete sind Ostpreussen, Schlesien, '/est)reussen, 2/3 des Gebiets von Pommern und im '.'testen das kleine, wirtschaftlich aber
lehr wichtige Saargebiet. Mit Ausnahme des letzteren sind dies alles Gebiete, die
rrueher einen grossen Ueberschuss an landwirtschaftlichen Produkten-auszuweisen hatten,
tan kann mit Recht annehmen, dass Deutschland mit diesen Gebieten nahezu 20? seiner
&gt;roduktiven Kapazitaet von 1936 verloren hat.
Die Bevoelkerung und das Arbeitspotential
Die Bevoelkerung der verlorenen Gebiete musste von dem uebriggebliebenen Deutsch.and aufgenommen werden. Allerdings kamen von den etwa 15 Millionen Einwohnern, die
ror dem Kriege in den Gebieten oestlich der Oder-Neisse-Linie gelebt hatten, nur 7
iillionen als Fluechtlinge und.Ausgewiesene an. Ueber das Schicksal eines wesentlichen
Felis der "restlichen" 8 Millionen wenigstens ist nichts bekanntgeworden.... Die umjesiedelte Bevoelkerung bestand fast gaenzlich aus Frauen, Kindern und alten Leuten,
larueber hinaus aber musste das restlichs Deutschland auch noch 3 Millionen Menschen
lufnehmen, die die Tschechoslowakei und andere Laender verlassen mussten.
Rumpfdeutschland - also das Gebiet der Besatzungszonen und Berlin - hatte vor
lern Kriege eine Eevoelkerung von nahezu 60 Millionen Menschen, d.h. eine BevoelkerungsJichte von 163 Menschen auf den ' uadratkilometer. Die Verluste Deutschlands waehrend
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�des Krieges an Soldaten und Zivilbevoelkerung werden auf 4.5 Millionen Menschen geschaetzt. Im Gegensatz zu diesem Menschenverlust hatte Deutschland seit 1939 einen
Bevoelkarungszuwachs von 13 Millionen als Ergebnis eines Geburtenueberschusses gegenueber den Todesfaellen und durch den Zustrom an Fluechtlingen, Ausgewiesenen und Umgesiedelten, die in Deutschland verblieben sind. So belaeuft sich die Anzahl der Bevoelkerung im heutigen Deutschland auf nahezu 70 Millionen, Wenn man annimmt, dass
rund 196 Personen auf den Quadratkilometer kommen, so weist Deutschland heute dieselbe Bevoelkerungsdichte auf wie Grossbritannien und Nordirland.

Die eben angefuehrten Zahlen koennten zu der Annahme verleiten, dass das in
Deutschland existierende Arbeitspotential in erkennbarem Masse durch diese groesste
Bevoelkerungsumsiedlung der modernen Geschichte, unter welch traurigen Umstaenden sie
auch immer vor sich gegangen sein mag, gestaerkt wurde. Die Lage ist jedoch viel komplizierter. Auf Grund der deutschen Vorkriegs- und der heutigen westeuropaeischen Normen hat das Arbeitspotential trotz der offensichtlichen Bevoelkerungszunahme abgenommen.
Produktionsveraenderungen waehrend des Kriep.es
In der Zeit zwischen 1933 und den ersten KriegsJahren wurden die Produktionsmoeglichkeiten ungeheuer ausgeweitet. Diese Ausweitung war jedoch keine allgemeine. Einerseits wurden kreditpolitische Massnahmen, die Lenkung des Menschenmaterials, das Verbot der Investierung und die Beschraenkung der Einfuhr notwendiger Rohmaterialien mit
ins Spiel gebracht, um die Industrien fuer Verbrauchsgueter und damit den Verbrauch
selbst niederzuhalten. Andererseits absorbierten die Industriezweige fuer die wichtigsten Warengruppen und die Rüstungsindustrie den gesamten Zuwachs an produktiver Kapazitaet, den man durch Zwangssparen und zentral gelenkte Wirtschaftsplanung gewonnen
hatte.
Die Intensitaet, mit der diese Umstellung in der wirtschaftlichen Struktur Deutsch
lands auf die Produktion von "Kanonen statt Butter" durchgeführt wurde, kann man am
besten aus der Tatsache ersehen, dass in den Jahren von 1933 bis 1939 sogar die Landwirtschaft einen Abgang von 1.5 Millionen Arbeitern zu verzeichnen hatte. Das war der
Fall trotz der Propaganda fuer die Nahrungsmittelerzeugung und der Versuche, eine
wirtschaftliche Autarkie zu schaffen. Der Abgang der 1.5 Millionen Arbeiter bedeutete
nicht etwa, dass hier ein Ueberschuss an Arbeitskraeften aufgesogen wurde, sondern,
dass der Landwirtschaft dadurch ein tataaechlicher Verlust an Arbeitern erwachsen war.
Man kann es als eine bittere Ironie des Schicksals ansehen, dass die Bombardierung
Deutschlands waehrend der Kriegszeit den schon'- in der Entwicklung zurückgebliebenen
Industriebetrieben fuer Verbraucherwaren einen viel groesseren Schaden zufuegten als
der Rüstungsindustrie. Die Rüstungswerke wurden zum grossen Teil nach 1933 errichtet
und zwar wurden hierfuer solche Gebiete ausgesucht, in denen sie vor Luftangriffen
sicher waren. Dagegen wurde die Verbraucherwarenindustrie dort belassen, wo sie sich
schon vorher befand, also meist in den Städten.

Die Industriepolitik der Alliierten
Nach Beendigung des Krieges wurden die Industriewerke, die von den Bomben und
anderen Auswirkungen des Krieges verschont geblieben waren, als Reparationen gefordert.
Im Maerz 1946 veroeffentlichten die Alliierten einen Plan fuer die Reparationen und
fuer die Nachkriegsorganisation der deutschen 'Virtschaft. Nach diesem Plan wurden die
Industriezweige bestimmt, die vollkommen demontiert werden sollten, und die Produktion;-'
grenzen fuer die uebrigen festgelegt, und zwar in einem gewissen Verhaeltnis zu den
Produktionswerten des Jahres 1936. Der Plan setzt diese Grenzen fuer den Kohlenbergbau und fuer die Fabriken fuer die wichtigsten Warengruppen auf Werte zwischen 15 und
kOt fest. Fuer die verarbeitende Industrie wurde die Grenze auf 60 bis 78^ festgesetzt.
Einige Industriezweige (Bauunternehmen, Moebel- und Fahrradfabriken) sollten davon
unberuehrt bleiben
In der Ostzone ging die Sowjetunion ihre eigenen Wege, indem sie nach eigenem Ermessen die Fabriken - teilweise einschliesslich der Arbeiter - verlegte und die Ver-

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�kehrsmittel demontierte. Die meisten der verbleibenden wertvollen Betriebe wurden in
Sowjet-Aktiengesellschaften umgewandelt. Dies bedeutet, dass man sie an ihrer alten
Stelle belassen hat, und dass nur das Eigentumsrecht auf die Sowjetunion uebergegangen ist
Die Folge davon ist natuerlich, dass die Industrie der Ostzone fuer alle
praktischen Zwecke vollkommen sozialisiert wurde. Auf dem Gebiete der Landwirtschaft
hat man noch frueher damit begonnen, den Weg zur Kollektivisierung zu beschreiten,
indem man alles Land ueber 50 ha enteignete und aufteilte. Das gegenwaertige Industriepotential in der Ostzone schwankt schaetzungsweise zwischen 1/3 und 2/5 der Kapazitaet
von 1936....Von der Erzeugung, die man mit diesem verbleibenden Potential erreichen
kann, geht mindestens 1/3, wahrscheinlich aber mehr als die Heelfte, nach der Sowjetunion.
Das Produktionspotential in der Bizone
Nachdem das Scheitern jeglicher einheitlichen Zusammenarbeit der Alliierten in
bezug auf Reparationen und Wirtschaftsplanung offenbar geworden war, wurde fuer die
Amerikanische und Britische Zone ein revidierter Plan aufgestellt. Diesem Plan zufolge wurde die zukuenftige Produktion im allgemeinen auf den Stand von 1936 festgelegt.
Abgesehen von der Erhoehung des zulaessigen Produktionsvolumens von 67 auf 100$ des
Standes von 1936, brachte dieser Plan in erster Linie eine Erleichterung durch eine
bessere Zumessung der Quoten fuer die verschiedenen Industriezweige. Nicht alle Demontagen, die in diesem revidierten Plan vorgesehen waren, sind bis jetzt vorgenommen
worden, und man hofft in Deutschland, dass dies in Anbetracht der letzten Entwicklungen auch nicht mehr der Fall sein wird.
Man darf nun aber nicht glauben, dass das Produktionspotential der Industrie in
der Bizone wirklich dem Stande von 1936 nahekommt, selbst wenn weitere Reduzierungen
nicht erzwungen werden. Die Maschinen sind, besonders in dea Industriebetrieben fuer
Verbraucherwaren, veraltet, ^iese Tatsache wird ganz besonders dadurch augenfaellig,
dass die modernsten Einrichtungen demontiert worden sind, findet aber nicht ihren Niederschlag in den Angaben, die in bezug auf die Ausstosskapazitaet gemacht v/erden. Die
Fortschaffung einzelner Maschinen und Werkeinrichtungen im Zuge der Reparationspolitik hat die Kapazitaet des Werks in vielen Faellen in groesserem Masse beeintraechtigt als dies der Produktionskapazitaet dieser Maschinen und V/erkeinrichtungen als
solche entsprechen wuerde. Die Produktionskapazitaet ist weiter gesunken, weil Kriegsschaeden, Demontage und die Aufspaltung Deutschlands in verschiedene wirtschaftlich
von einander getrennte Gebiete die gesamte organische Einheitlichkeit der verschiedenen Zweige der deutschen Industrie zerstoert haben
Yenn keine Hindernisse fuer den Aussenhandel bestehen wuerden, dann waere eine
Koordinierung im Rahmen der deutschen Wirtschaft selbst nicht notwendig. Worauf es
dann ankaeme, waere nur ein auf einander abgestimmter Aufbau der Weltwirtschaft. Von
diesem Idealzustand haben wir uns Jedoch sehr weit entfernt. Die Betrachtung der Auswirkungen der Demontage und der Mangel einer Koordinierung innerhalb der deutschen
Industrie laesst lediglich eine Schaetzung der Produktionskapazitaet der Industrie
in der Bizone zu, derzufolge sich nicht mehr als 75 bis 80» des Standes von 1936 ergeben. Die Landwirtschaft in diesem Gebiet hat ihre Erzeugung niemals auf einen Stand
bringen koennen, der hoeher lag als der von 1936. Daherraussman den Verlust an Produktionskapazitaet durch die Verschlechterung des Bodens von diesem Stand absetzen.
Diese ist sicher bedeutend, mengenmaessige Schaetzungen liegen jedoch nicht vor....
Niedriger Produktionsstand
Die bisher angefuehrten Tatsachen geben jedoch nur den ersten Anhaltspunkt zum Verstaendnis der Ursachen der Stagnation in der deutschen Wirtschaft. Im Augenblick ist
der existierende Umfang in Landesertraegen bei vollem "insatz nur halb so gross wie
die Kapazitaet des quantitativ reduzierten und cualitativ zerstoerten Betriebsmaterials,
Es ist daher einleuchtend, dass die Produktivitaet der Arbeiterschaft sehr klein sein
muss, und so ist es auch in der Tat der Fall. Dies zeigt sich auch in denjenigen In-

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�dustriezweigen, die nicht mit solchen Schwierigkeiten wie Rohstoff- oder MaschinenMangel zu kaempfen haben
Beobachter, die keine sehr guenstige Meinung haben, schliessen einfach daraus,
dass die Deutschen nicht arbeiten wollen, dass sie sich nicht genug anstrengen, oder
wenigstens, dass sie nichttuechtig genug arbeiten. Aufmerksamere Statistiker, die in
Deutschland und im Auslande die Verhaeltnisse studieren, gehen einen Schritt weiter
und erklaeren diese Erscheinung mit Unterernaehrung, Mangel an Bekleidung und im
allgemeinen mit den bestehenden erbaermlichen Lebensverhältnissen. Sie weisen darauf hin, dass es diese Verhaeltnisse sind, die es dem groessten Teil der deutschen
Bevoelkerung unmoeglich machen, irgend eine intensive koerperliche oder geistige
Arbeit zu leisten. Sie fuegen hinzu, dass in manchen Industriezweigen Rohmaterialien
wie auch Maschinerie nicht in genuegendem Masse vorhanden sind. Schliesslich verweisen sie auch noch auf den "Schwarzen Markt" und den "Grauen Markt" mit ihren zersete
zenden Auswirkungen auf das wirtschaftliche Unternehmen und die Moral.
Diese einfachen und anscheinend so ueberzeugenden Erklaerungen herrschen tatsaechlich ueberaU vor. Sie spiegeln die Meinung der Besatzungsbehoerden wie auch
der Mehrzahl der Wirtschaftspolitiker in den deutschen Regierungstellen wider. Sie
bildeten die Grundlage und Richtlinie fuer alle wichtigen wirtshaftlichen Massnahmen
seit 1945 bis zur Formulierung des "'irtschaftsplans der Bizone fuer 1%7- 1948. Trotzdem diese Meinung in den politischen Kreisen vorherrscht und trotzdem sie in ihrer
offenbaren Klarheit und Einfachheit auf die Bevoelkerung Eindruck macht, stellt sie
doch nur eine gefaehrliche Halbheit dar
Vergeudete Arbeitskraft
Die Deutschen von 1%S arbeiten keineswegs weniger als in den Jahren vor dem
Kriege oder weniger als irgend ein Volk der anderen Laender Europas. Vermutlich arbeiten sie sogar noch mehr und noch laenger. Die ueberwiegende Mehrheit der Stadtbevölkerung, d.h. viele Millionen von Menschen sind einfach gezwungen, eine Mehrarbeit zu leisten, die vor dem Kriege nicht notwendig war, wenn sie nicht verhungern
und vollends vor die Hunde gehen wollen. In schmutzigen, ueberfuellten und unbeleuchteten Zuegen fahren sie in die laendlichen Gegenden in der Umgebung ihrer Stadt
oder sogar noch weiter hinaus in Gebiete, die hundert Kilometer entfernt sind, um
sich bei den Bauern gegen einen Teil ihrer Stadtrationen, ihres Naturallohns, wenn
sie solchen erhalten, oder einfach gegen anderen Besitz, der ihnen noch verblieben
ist, etwas Lebensmittel einzutauschen. Sie sammeln Bucheckern in den '.Vaeldern,
gehen Aehren lesen oder Kartoffeln nachernten. In ihrer Freizeit oder waehrend ihres
Urlaubs stechen sie Torf, sammeln Holz im Walds, bebauen ein kleines Laubengrundstueck oder suchen Kaninchenfutter.......
All diese Arbeiten, die hier noch keineswegs vollständig aufgezaehlt sind,
nehmen taeglich extra mehrere Stunden in Anspruch. Diese Extraarbeit muss aber geleistet werden. Nur diejenigen bleiben davon verschont, die noch genuegend Gegenstaende in ihrem Besitz haben, um ihre normale Lebensfuehrung durch mehr oder weniger staendige Tauschgeschaefte-aufrechterhalten zu koennen, oder die, die auf betrügerische Weise Rohmaterialien zurueckhalten, die sie eigentlich in der Produktion
verwenden sollten, diejenigen, die ihre Zuflucht zu Schiebungen und Bestechungen
nehmen, die sich mit Schwarzmarktgeschaeften im grossen Stil abgeben und auch solche,
die Pakete von ihren Verwandten aus Amerika bekommen
Selbst unter den bestehenden Verhaeltnissen wuerde es vernuenftiger sein, die
so zusammengebrachten Lebensmittel in einem halben Gueterwagen zur Stadt zu bringen
al3 sie durch Waggons, die mit Menschen ueberfuellt sind, dort hinbringen zu lassen,
und zwar auf Kosten der viele Male noetiger gebrauchten Eisenbahnen und auf Kosten
von mehreren Tausend Arbeitsstunden, fuer die Menschen, die sie bekommen

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�Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist diese Extraarbeit eine sinnlose Verschwendung. Von dem Standpunkt des einzelnen Deutschen aus gesehen ist sie jedoch
ausserordentlich wichtig, weil sie ihn vor dem endgueltigen Elend und haeufig vor
dem Hungertode rettet. Aus diesem Grunde ist diese Extraarbeit fuer ihn von groesserer Wichtigkeit als seine regulaere Arbeit. Da die Deutschen auf die Erhaltung
ihrer koerperlichen Kraft grosse Ruecksicht nehmen muessen, ist es fuer Millionen
zu einer Selbstverständlichkeit geworden, sich in den Laeden und in den Bueros
nicht zu ueberstuerzen und so gemaechlich wie moeglich zu arbeiten, um ihre Kräfte
fuer den Kampf um die Existenz ausserhalb ihrer regulaeren Arbeit zu schonen. Heute
wird ein bedeutender Teil der Arbeitskraft des deutschen Volkes auf diese Weise von
der Taetigkeit abgelenkt, in der es wertvolle und dringend benoetigte Waren erzeugen
und Leistungen vollbringen koennte
Ein sehr bedeutender Teil, wenn nicht sogar der groesste, des Unterschieds
zwischen der produktiven Kapazitaet und dem wirklichen Ausstoss in Deutschland findet seine Erklaerung in der Vergeudung der Arbeitskraft. Auch die Taetigkeit einer
riesigen Zahl von Beamten und Angestellten bei den Regierungs bzw. Verwaltungsstellen, die in einer Planwirtschaft benoetigt werden, stellt eine Vergeudung dar
Bezahlung in Ware
Im Bergbau, z.B. und seit kurzem auch in zahlreichen anderen Industriezweigen
wurde eine Bezahlung in Ware eingefuehrt. In diese Kategorie gehoert auch ein Devisenbonus, bei dem man fuer Einfuhrzwecke ueber 10? des Devisenbetrages, der durch
den Verkauf exportierter Waren erzielt wurde, frei verfuegen kann. Je 5*£ von diesem Bonus gehen an den Unternehmer und s&amp;ine Leute. Erreicht wurde hierdurch aber
nur, dass die Zahl der Angestellten in diesen Industriezweigen stieg, wodurch in
anderen wiederum ein Arbeitermangel eintrat. Die erwartete Besserung in der Produktivltaet ist nicht eingetreten.
Anteilige Bezahlung in Vfare hat ueberdies den Umsatz auf dem Schwarzen Markt
und auf dem Gebiete des Tauschhandels erhoeht. Hierdurch ist die Lage des Normalverbrauchers verschlimmert worden, der nicht den Vorteil geniesst, fuer seine Arbeit Bezahlung in Ware zu erhalten, weil seine Rationen und Zuteilungen gesenkt
werden mussten, um dieses zum Fehlschlag verurteilte Praemienlohn-SJrstem durchfuehren zu koennen. Schliesslich haben diese Zahlungen in Ware alle bestehenden
Unterschiede in den Lohn- und Gehaltsgruppen vollkommen durcheinander gebracht
Die Errechnung des Einkommens in Waren zu Schwarzmarktpreisen ist vollkommen
gerechtfertigt, weil ja der Normalverbraucher auch Schwarzmarktpreise bezahlen muss,
wenn er Waren kaufen will, an denen Mangel herrscht.
Demoralisierung
Unter solchen Umstaenden kann von einer Angleichung des Einkommens bei den
Lohn- und Gehaltsempfaengern keine Rede sein. Als Ergebnis einer Lohnpolitik, die
sich unter den verschiedensten Formen von Zahlungen in Waren verbirgt, ist eine
vollkommen neue soziale Klassenstruktur entstanden. Das neue Proletariat setzt
sich aus denjenigen zusammen, die mehr oder weniger Normalverbraucher sind. Es
umfasst Angehoerige aller frueheren Einkommensschichten. Es rekrutiert sich meistens aus unorganisierten Gruppen, die zu schwach sind, um der Diskriminierung Widerstand leisten zu koennen, oder aus Gruppen, die dafuer bekannt sind, dass sie nicht
streiken oder keinen Druck auf die Regierung ausueben.
In den hoeheren Einkommensschichten sind es die Arbeiter, die hoehere Bezahlungen in Ware erhalten und die Geschaeftsleute, die Steuerhinterziehungen begehen
und die Vorschriften ausser Acht lassen, zahlreiche Landwirte und schliesslich die
Haendler auf dem "Schwarzen Markt" und dem "Grauen Markt". Das Einkommen des Einzelnen steht kaum im Verhaeltnis zu seiner wirklichen Arbeitsleistung oder seiner

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�Tuechtigkeit. 2s haengt vielmehr vom unerwarteten Gluecksumstand, vom Zufall und
von der Bereitwilligkeit ab, das Gesetz zu umgehen.
Es ist daher nicht zu verwundern, dass unter solchen Umstaenden die Moral der
Angestellten sinkt. Wenn der Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft ueberhaupt
nicht noch schlimmer geworden ist, dann ist dies nur auf den Umstand zurueckzufuehren, dass es immer noch eine erstaunlich grosse Anzahl Leute gibt, die unverzagt und unter den schwierigsten Umstaenden ihrer Arbeit wie frueher nachgehen.
Ihre Zahl nimmt jedoch zusehends ab
Muehe am falschen Platz und fehlgeleitete Materialien
Der Unterschied zwischen der vorherrschenden, jedoch unhaltbaren Meinung,
der zufolge die koerperliche Erschoepfung als Hauptursache fuer den niedrigen Produktionsstand in Westdeutschland angesehen wird, und der Ansicht, die hier vertreten wird, die den falschen Einsatz der vorhandenen Arbeitskraft als Kernpunkt dieser Präge bezeichnet, ist vielleicht spitzfindig. Trotzdem ist er von einer ungeheuten praktischen Bedeutung. Man muss sich einmal vor Augen fuehren, dass, wenn
es nicht an Arbeitskraft mangelt, sondern diese nur falsch gelenkt wird, man sie
wieder in wirtschaftlich nuetzliche Kanaele leiten koennte; man koennte die Vergeudung wieder gutmachen und die Zerruettung des Lohngefueges wieder korrigieren,
Es waere somit moeglich, die wirtschaftliche Lage Deutschlands von innen heraus
zu bessern.
Man muss sich natuerlich fragen, was fuer einen Zweck es haben soll, wenn man
Produktionsmoeglichkeiten hat, die noch einen erhoehten Ausstoss und eine Umleitung
der Arbeitskraft zulassen, wenn gleichzeitig die mechanische Kraft und die Transportmoeglichkeiten unzulaenglich bleiben. Was kann man wohl erhoffen, wenn Kohle,
Schrott und Bauholz fuer den erzwungenen Export vorgesehen sind und gleichzeitig
die Vorschriften der Alliierten es unmoeglich machen, diese Rohmaterialien, die
die Fabrikanten so dringend bencetigen, einzufuehren. Im Augenblick kommen auf
Grund des bestehenden Imports Waren nach Deutschland, die im Auslande gerade erhältlich sind oder solche, die die deutschen Planstellen auf Grund von reichlich erkuenstelten Kalkulationen angefordert haben. Wenn man der Ein- und Ausfuhr nicht
freien Lauf laesst, dann koennte der bestehende Mangel an Rohmaterialien und mechanischer Kraft fuer eine Produktionserhoehung hinderlicher sein als der Mangel
an Arbeitskraeften und der niedrige Stand der Produktivitaet des Arbeiters

Anscheinend ist aber genuegend Rohmaterial fuer vollkommen nutzlose Erzeugnisse vorhanden, die den deutschen Markt ueberschwemmen. Es gibt wohl Kohle und
Eisen fuer die Herstellung von Aschbechern, Leuchtern, Lampen usw. aber nicht
fuer die Anfertigung von Bratpfannen, Eimern, Kuechengeraeten und Messerschmiedewaren. Fuer eine Flut von zwecklosen Broschueren ist genuegend Papier dat-aber
nicht fuer Schulbuecher oder fuer eine neue Goethe-Ausgabe. Keramiken und Porzellanwaren werden in unglaublichen Mengen auf den Markt geworfen, aber Teller
und Tassen werden nicht hergestellt. In der Naehe von Koeln haben die Bauern
ganze Felder mit Tulpen bepflanzt in der Stadt aber sterben die Menschen vor Hunger. Leder ist ganz besonders knapp, aber die Haeute und Felle von Tieren, die
schwarzgeschlachtet worden sind, verfaulen in der Erde, wo man sie vergraben hat.
Holzbretter sind so selten, dass immer nur eine von drei verstorbenen Personen in
Deutschland in einem Sarg begraben werden kann, Edelhoelzer aber werden verfeuert...,
Gegenwaertig besteht eine beachtliche Menge von dem Wenigen, was angefertigt
wird, nur aus zwecklosem Kram, der weiter nichts ist als vergeudetes Rohmaterial
das zur Steigerung eines unbedingt notwendigen Ausstosses haette verwendet werden
koennen. Und schliesslich werden ja viele Waren hergestellt, aber nicht verkauft.
Im Zuge der deutschen Flucht aus dem Gelde werden diese Waren gehortet. Wo aus

- 6 -

�technischen oder anderen Gruenden eine Hortung nicht durchfuehrbar ist, nimmt
die Flucht aus dem Gelde andere Formen an. Der Fabrikant fertigt weniger Waren
an, um seine Maschinen zu schonen, und der Bauer bestellt weniger Land, um nicht
den Boden zu ershoepfen oder auszusaugen.....
Wozu nun all diese Vergeudung bei der schrecklichen Not. Warum nur dieses
vollkommene Chaos in Produktion und Verteilung. Welchen Weg gibt es, um den Wiederaufbauprozess in Westdeutschland anlaufen zu lassen und eine bedeutungsvolle,
produktive und eine brauchbaiewirtschaftlich Ordnung wiederherzustellen.
Fehlerhaftes Preisgefuege
Die wichtigste Ursache fuer die bestehenden Verhaeltnisse ist das vorherrschende Preisgefuege. Die Preise sind einfach sinnlos. Die von der Verwaltung bewirtschafteten Preise sind praktisch ausnahmslos die verhaeltnismaessig niedrigsten
fuer diejenigen Waren, an denen am meisten Mangel herrscht. Die Lebensmittelpreise
und die Mieten sind immer noch meist dieselben wie vor 10 oder 15 Jahren. Je weniger wichtig jedoch die Waren oder Leistungen sind, desto hoeher liegen die Preise
Die Preise bieten fuer den Fabrikanten von Mangelwaren keineswegs einen Anreiz dafuer, soviel wie moeglich davon zu liefern und auf den Markt zu bringen.
Der Bauer hat natuerlicherweise keinen Grund, sein Land intensiv zu bestellen und
seinen Eigenverbrauch zu beschraenken, um viel Erzeugnisse auf den Markt zu bringen. Die Preise bieten auch keinen Anreiz fuer den Haeuserbau oder fuer die vielen
Reparaturarbeiten, die an den noch stehenden Haeusern vorgenommen werden muessen;
sie machen nicht einmal die Hauswirte geneigt, sich mit seinen Raeumlichkeiten einzuschraenken, um aus den Mieten Nutzen zu ziehen. Falsche Preise, die nicht das
Spiegelbild wirklichen Mangels darstellen, sind in erster Linie der Grund fuer eine
unangemessene Verwertung der produktiven Kapazitaet - der ueberhandnehmenden Vergeudung in Deutschland.
Die Schaeden der Planwirtschaft
Fuer die Bekaempfung der Auswirkungen dieser falschen Preisverhaeltnisse ist
in Deutschland eine grosse Anzahl von Beamten und Polizeikraeften mit den entsprechenden notwendigen Vollmachten eingesetzt worden. Dieser Apparat soll die Fabrikanten zwingen, genuegende Mengen Waren liefern und zu festgesetzten Preisen zu
verkaufen, an denen Mangel besteht oder von denen die Beamten glauben, dass sie
Mangelware sind. Produktion und Handel werden zentral verwaltet. Dieser Kontrollapparat, eine richtige Armee von Beamten soll auch die Verbraucher durch Rationierung zwingen, die Nachfrage nach Mangelwaren zu beschraenken und nicht falsche
Schluesse aus der scheinbaren Billigkeit dieser Waren zu ziehen.
Die Erfahrung zeigt, dass ein Erfolg in beiden Richtungen gering ist. Das Wasser fliesst nicht den Berg hinauf. Die Duldung der Tauschgeschaefte und Lohnzahlungen in Waren ist ein stillschweigendes Eingestaendnis dafuer, dass wirtschaftliche
Erfolge, die von wirklichkeitsfremden Preisen stammen, nicht durch Regierungsverordnungen korrigiert werden koennen - und schon garnicht von Beamten, die zum grossen
Teil von der Korruption angesteckt sind. Das ganze Experiment hat nicht nur das gesamte Lohn - und Einkommens-Gefuege in Deutschland zerruettet, sondern es hatte
auch eine ungeheure Vergeudung zur Folge
Die festgesetzten Rationen zwingen den Verbraucher nicht nur, seine Zuflucht
zur Selbsthilfe zu nehmen, weil sie mengenmaessig zu gering sind; sie lassen auch
den individuellen Bedarf ausser Acht. 'A'as wird wohl ein Nichtraucher mit Zigaretten
anfangen. Was soll wohl der Bergmann mit Rosinen und Kaffee anfangen, wenn er keine
Kartoffeln hat. Die schematische Behandlung der Einzelperson seitens einer zentral
verwalteten Wirtschaft zwingt ihn zum Tausch oder zur Selbsterzeugang, wenn er innerhalb der Grenzen der Moeglichkeit seinen Bedarf vollkommen decken will. Das aber

- 7 -

�erfordert wiederum einen bedeutenden Aufwand an Arbeitskraeften und Transportmoeglichkeiten, die so einer wirtschaftlicheren Verwendung entzogen werden, was somit
eine weitere Form von Vergeudung darstellt.
In dieser deutschen Wirtschaft mit einer eingedaemmten Inflation, mit ueberreichen Vorraeten an Geld und daher mit einer uebermaessigen Nachfrage nach Waren
findet praktisch Jede Warenart, die ueberhaupt bis auf den Markt kommt, ihren Kaeufer. Der Unternehmer wie auch die Planstellen der Regierung brauchen sich keine Gedanken darum zu machen, ob ihre Taetigkeit zu einer maximalen Deckung des Bedarfs
fuehrt. Selbst wenn es ihnen wirklich damit Ernst waere, dieses Ziel zu erreichen,
dann koennten sie es nicht, weil sie keinen richtigen Preisindex haben, an den sie
sich halten koennen
Natuerlich gibt es viele Vorschriften und Strafen fuer ihre
Uebertretung. Aber nur eine Art Strafe existiert nicht - der geldliche Verlust, der
in einer preisgebundenen Wirtschaft das staerkste Motiv fuer die Hoechstleistung
darstellt.
Ein richtiger Masstab fehlt
Deutschland ermangelt auch eines vernuenftigen Masstabes fuer wirtschaftliche
Kalkulationen. Diesem Mangel liegen tatsaechlich alle bestehenden Ursachen fuer
die Vergeudung zugrunde. Es waren nicht allein der Krieg und seine Nachwirkungen,
die dieses Chaos in der deutschen Wirtschaft hervorriefen. Natuerlich wurde dadurch eine moegliche Produktion verringert, wodurch der Lebensstandard unter den
Vorkriegsstand sank
Solange dieser Zustand existiert, ist ein wesentlicher
Fortschritt unmoeglich, und alle Hilfe aus dem Ausland wird sozusagen in ein leckes
Fass geschuettet, aus dem der groesste Teil des Inhalts wieder herausfliesst, ohne
viel Gutes zu stiften.
Das erste und wichtigste Erfordernis fuer einen Wiederaufbau der deutschen
Wirtschaft ist die Einfuehrung eines Masstabes fuer das wirtschaftliche Rechnen.
Dies erfordert wiederum die Erfuellung zweier in Wechselbeziehung zu einander
stehender Aufgaben» 1. Die Schaffung eines Rechnungsmasstabes, auf den sich jeder das heisst, auch die Besatzungsbehoerden - verlassen kann und aus dem klar und
deutlich der bestehende Mangel und die entsprechenden wirtschaftlichen Massnahmen
hervorgehen. 2. die gesetzliche Verankerung von Massnahmen, wonach jeder - auoh
die Regierung bzw. Verwaltung - die Anhaltspunkte fuer sein Handeln aus diesem
Masstab ersehen kann.
Wenn dieser Artikel erscheint, dann werden wahrscheinlich die Waehrungs- und
Steuerreformen fuer Westdeutschland, die geplant wurden, um diese beiden Aufgaben
zu erfuellen, bereits zur Wirklichkeit geworden sein. Zu der Zeit jetzt, da dieser
Artikel geschrieben wird, sind Einzelheiten jedoch noch nicht bekannt geworden...«
Es machen sich Tendenzen stark bemerkbar, den Ueberschuss an Kaufkraft zu verringern und die Steuern zu senken, um den Unternehmern und Angestellten einen Anreiz zu bieten, ihre Anstrengungen zu erhoehen. Es bestehen jedoch auch Tendenzen,
gleichzeitig wesentliche Teile des Systems der Preisregulierung und der zentralisierten Verwaltung der Wirtschaft beizubehalten. Dies aber wuerde gleichbedeutend
sein mit einem Anfang ohne Ziel, mit einer Reise in das Unbekannte. Wenn ein bedeutender Teil der Preise auf einem festen Stand bleibt, dann wuerde die Wechselwirkung der falschen Orientierung der produktiven Kraefte, die Bildung eines neuen
Heldueberhanges, die Erscheinung des Schwarzen Marktes und die Notwendigkeit des
Tauschens erneut ihren Anfang nehmen
Wiedereingliederung in die Weltwirtschaft
Natuerlich genuegt die Schaffung eines funktionierenden Preissystems allein
noch nicht, die deutsche Wirtschaft wieder auf normale Wege zu fuehren, wenn das
Land vom Aussenhandel abgeschnitten bleibt. Deutschland kann nur leben, wenn es
seine Industrieerzeügnlsse gegen die Erzeugnisse der Industrien anderer Laender
austauschen kann - wenn es einerseits Rohmaterialien, Halbfabrikate und Nahrungs-

8

-

�mittel einfuehrt und andererseits Fertigwaren exportieren kann. Durch einen freiein Aussenhandel kann solch ein kommerzieller Austausch wiederhergestellt werden.
Das Preissystem Deutschlands sollte dem Preissystem anderer Laender angegliedert
und ein Gleichgewicht wiederhergestellt werden.
In diesem Lichte gesehen bildet die wirtschaftliche Frage in Deutschland nur
einen Teil der viel wichtigeren Frage eines Wiederaufbaus der '.Veitwirtschaft.
"The Annais of the American Academy of
Political and Social Science" Nov 48

Die Beamten der Manpower Division der Militaerregierung erhalten zahlreiche
Anfragen, die die Politik und die Praktiken der amerikanischen Gewerkschaften zum
Gegenstand haben.
Die am haeufigsten gestellten Fragen sind nun dem CIO und der AFL zur Beantwortung vorgelegt worden. Nachstehende Antworten stellen die offizielle Meinung
dieser beiden Organisationen dar:
1.

Struktur und Selbstverwaltung

F. Gehoeren die Gewerkschaftsmitglieder in erster Linie einer zentral geleiteten
Organisation an oder einer solchen, die jeweils fuer einen besonderen Industriezweig fuer ein besonderen Gewerbe oder Handwerk in Frage kommt.

A.
AFL Einzelmitglieder gehoeren direkt
einer Ortsgewerkschaft oder einer internationalen * Gewerkschaft an, die
sich auf einen Industriezweig, ein Gewerbe oder besonderes Handwerk erstreckt. In der AFL koennen manche
Arbeiter nach Erledigung des Aufnahmeverfahrens einer Bundes-Ortsgewerkschaft angehoeren, die direkt dem
Exekutivrat der AFL angegliedert ist
und von ihm kontrolliert wird. Nach
einer gewissen Zeit koennen die Mitglieder der Bundes-Ortsgewerkschaft
an die zustaendige Ortsgewerkschaft
einer neugebildeten internationalen
Gewerkschaft oder einer bereits bestehenden angeschlossenen internationalen Organisation ueberwiesen werden.
Mit Ausnahme der oben erwaehnten
Bundes-Ortsgewerkschaften gehoert kein
einzelner Arbeiter direkt der Landeszentralstelle der AFL an, wird aber
durch seine internationale Gewerkschaft
vertreten, die die Koerperschaft darstellt, die direkt der AFL angezweigt

CIO Die Gewerkschaftsmitglieder gehoeren in erster Linie einer Organisation
fuer einen besonderen Industriezweig
oder ein solches Gewerbe an und nicht
direkt einer zentral geleiteten Dachorganisation. In gewissen Faellen koennen sie waehrend der Zeit des Organisierungsprozesses bei einer Firma oder
eines Gebiets eine Sektion der Dachorganisation angehoeren, werden aber
spaeter ihrer zustaendigen Gewerkschaft
zugewiesen.

(*) Anmerkung: In der Bezeichnung
"International Union" bedeutet
der Begriff "international", dass
der betreffenden Gewerkschaft
auch in Canada Mitglieder angeschlossen sind.

ist.
Zahlen
die Gewerkschaftsmitglieder ihre Beitraege an eine Dachorganisation oder
F.
an die Gewerkschaft des betreffenden Industriezweiges, Handwerks oder Gewerbes.

- 9 -

�AFL Im allgemeinen zahlen die Mitglieder der Gewerkschaften ihre Beitraege an die Ortsgewerkschaft, der
sie direkt angehoeren oder in manchen Faellen an die internationale
Gewerkschaft, von der die Ortsgewerkschaft einen Teil bildet. Einzelne
Mitglieder zahlen nie direkt an die
Zentralstelle der AKL. Die Einkuenfte der AFL stammen im Grunde aus den
pro Kopf festgesetzten Beitraegen
und anderen Abgaben, die der AFL von
den ihr angegliederten Koerperschaften gezahlt werden.

CIO Die Gewerkschaftsmitglieder zahlen
ihre Beitraege an ihre Gewerkschaft, die
fuer den betreffenden Industriezweig,
das Gewerbe oder Handwerk zustaendig ist
und nicht direkt an die Dachorganisation.

Wenn die Gewerkschaften einen Bund oder Rat gruenden, geben sie dann ihre Unabhaengigkeit als Organisation auf und werden lediglich betriebliche Zweigstellen
der zu einem Bunde zusammengeschlossenen Koerperschaft oder behalten sie ihre
Selbstverwaltung bei und uebertragen dem Bund diejenigen Funktionen, die sie
fuer gemeinsame Schritte seitens des Bundes fuer wuensehenswert halten.
AFL In manchen Faellen werden sich
die Ortsgewerkschaften des gleichen
internationalen Verbandes zusammenschliessen, um ihre Macht fuer Kollektivverhandlungen zu staerken. In
solchen Faellen verhandelt der gemischte Ausschuss oder Rat, der gebildet wird, ueber den Kollektivvertrag fuer seine Mitgliedsgruppen.
Jede Ortsgewerkschaft uebertraegt
dem gemischten Ausschuss die Vollmacht,
als ihr Vertreter bei den Kollektivverhandlungen zu fungieren, behaelt
jedoch ihre Selbstaendigkeit in bezug
auf ihre internen Angelegenheiten bei.
In anderen Faellen, in denen sich
die Ortsgewerkschaften oder die internationalen Gewerkschaften aus anderen
Gruenden als des Kollektiwertragsabsählusses wegen zusammengetan hatten,
behaelt Jede Gewerkschaft ihre Selbststaendigkeit.

CIO Wann fuer ein besonderes geographisches Gebiet ein Bund oder ein Rat gebildet wird, dann geben die Gewerkschaftsorganisationen ihre Unabhängigkeit nicht
auf, um nur betriebliche Zweigstellen der
zu einem Bunde zusammengeschlossenen Koerperschaft zu werden. Sie behalten ihre
Selbstaendigkeit bei und uebertragen dem
Bund oder Rat die Funktionen, die sie
fuer eine gemeinsame Aktion fuer wuenschenswert halten.

Basiert ein Bund oder ein Rat auf der Vertretung, die ihm von den ihm angehoerenden Gewerkschaften des entsprechenden Industriezweiges, Gewerbes oder Handwerks
uebertragen wurde oder auf einer Vertretung, die sich lediglich auf ein geographisches Gebiet erstreckt ohne Ruecksicht auf Industriezweig, Gewerbe oder Handwerk.
AFL

CIO

Die Raete sind in ihren Orga-

Buende oder Raete basieren auf der

Vertretung, die ihnen von den Gewerk-

nisationen wie folgt abgestuft«
-

10

�1. Innerhalb einer internationalen
Schäften in den betreffenden IndustrieGewerkschaft
zweigen und nicht gebietlich uebertragen
Mehrere Ortsgewerkschaften in einem
wurde.
bestimmten Bezirk, die einen Teil
derselben internationalen Gewerkschaft bilden, koennen sich zum
Zwecke des Abschlusses von Kollektivvertraegen und fuer andere Zwecke zusammentun. Abgesehen von der Mitgliedschaft in diesen Ortsverbaenden behaelt darueber hinaus jede einzelne
Ortsgewerkschaft direkt ihre Mitgliedschaft in der Internationalen Gewerkschaft bei, von der sie einen Teil
bildet und von der 3ie ihre Konzession
(charter) erhalten hat.
2. Innerhalb des Industriezweiges
Mehrere internationale Gewerkschaften
koennen sich zu einer Sektion der AFL
zusammenschliessen (Baugewerbe, Metallgewerbe, Seemannsgewerbe etc) Eine
Sektion besteht aus internationalen Gewerkschaften, die fuer verschiedene Sektoren eines allgemeinen industriellen
Gebiets zustaendig sind. So besteht z.B.
die Sektion Metallgewerbe der AFL aus
verschiedenen internationalen Gewerkschaften, deren Mitglieder in den verschiedenen
Metallgewerbezweigen beschaeftigt sind.
Waehrend jede Sektion die allgemeinen
Richtlinien festlegt, behaelt jede einzelne internationale Gewerkschaft einer Sektion ihre absolute Selbstaendigkeit bei
und fuehrt ihre eigenen Kollektiwerhandlungen durch und regelt auch selbst ihre
internen Angelegenheiten.
3. Innerhalb eines Gebiets
Ortsgewerkschaften, die verschiedene Gewerbezweige vertreten und verschiedenen nationalen Gewerkschaften angeschlossen sind,
koennen sich zu zentralen Arbeitergewerkschaften zusammenschliessen, die gewoehnlich
ihrem Charakter nach sich ueber die ganze
Stadt erstrecken, oder zu Buenden, die ihrem
Charakter nach ueber einen ganzen Staat verteilt sind. Eine jede solcher geographischen
Organisationen entspricht fuer ihre Gebiet
einer AFL fuer sich im kleinen. Die Mitgliedschaft erfasst nicht Eihzelmitglieder,
sondern Ortsgewerksohaften, die Arbeiter
zahlen irgendwelche Beitraege nicht direkt
-

11

-

�an die zentrale Arbeitergewerkschaft
oder den Gewerkschaftsbund eines
Staates. Diese Ortsverbindungen fuehren keineKollektivverhandlungen mit
den Arbeitgebern, sondern bilden die
Organe, durch die die Ortsgewerkschaften ihre Einstellung den politischen
und anderen Dingen gegenueber zum
Ausdruck bringen.
Von wem werden Vereinbarungen bei Kollektiv-Verhandlungen seitens der Gewerkschaften getroffen. Von den Ortsgewerkschaften, von den Landesgewerkschaften oder von
beiden. Verhandeln die Buende oder die Raete der Gewerkschaften ueber solche
Vereinbarungen.
AFL Abkommen ueber Kollektiwertraege werden von vielen Stellen oder
Kompetenzen getroffen. Solche Abkommen koennen nur fuer ein Handwerk in
einem bestimmten Gebiet, fuer ein
Gewerbe in einem Gebiet, fuer einen
Industriezweig in einem Gebiet, fuer
alle Arbeiter in eten Industriezweig des Landesverbandes oder fuer
eine Kombination dieser Gruppen getroffen werden. Ortsgewerkschaften,
die derselben Internationalen Gewerkschaft angeschlossen sind, schliessen
sich zusammen, um oertliche gemischte Ausschuesse oder Räte zu bilden,
und fuehren haeufigflier andere Ortsgewerkschaften, Verhandlungen mit
Arbeitgebern. Die anders gearteten
oertlichen Organisationen, die zentralen Arbeitergewerkschaften, die
sich ueber die ganze Stadt und die
Buende, die sich ueber den Staat
erstrecken, verhandeln nicht mit
den Arbeitgebern ueber Bedingungen
und Vertraege.

CIO Kollektivvertragsabkommen werden sowohl, von Ortsgewerkschaften wie auch von
Landesverbaenden abgeschlossen. Das Ziel
besteht fuer unsere Gewerkschaften darin,
wenn moeglich ein Kollektiv-Vertragsabkommen zu erreichen, das sich auf den ganzen Industriezweig erstreckt. Der Bund oder Rat, der fuer ein bestimmtes Gebiet
gebildet wurde, verhandelt nicht ueber
Kollek t i wertragsabkomraen.

2. Religion und Politik
Gehoeren Arbeiter verschiedenen Glaubens denselben Gewerkschaften an oder verteilen sie sich auf die Organisationen, die auf ihren verschiedenen religioesen
Bindungen basieren.
AFL In der AFL gehoeren die Arbeiter
verschiedener religioesen Bekenntnisse alle zu denselben Gewerkschaften. Es gibt keine Gewerkschafen,
-

CIO Im CIO gehoeren die Arbeiter verschiedener Konfession denselben Gewerkschaften an und verteilen sich nicht auf
Organisationen, die auf diesem Unter12 -

�Landes- oder Ortsgewerkschaften, die
auf religioesen Bindungen basieren.
F.

schied basieren.

Gehoeren Arbeiter verschiedener politi3cher Anschauungen denselben Gewerkschaften an oder verteilen sie sich auf Organisationen, die auf ihren von einander
abweichenden politischen Bindungen basieren.

A. AFL In der AFL gehoeren die Arbeiter
verschiedener politischer Ueberzeugungen und Vereinigungen zu denselben
Gewerkschaften. Es gibt keine Gewerkschaften, weder Landes- noch Ortsgewerkschaften, die auf gemeinsamen
politischen Bindungen basieren.

CIO Die Arbeiter mit verschiedenen
politischen UeberZeugungen gehoeren
denselben Gewerkschaften an und verteilen sich auch nicht diesen unterschieden entsprechend.

Sind Sie damit einverstanden oder missbilligen Sie es, wenn eine politische
Partei versucht, Gewerkschaften zu beherrschen, und sie fuer ihre'Parteizwecke
auszunutzen.
AFL Die AFL widersetzt sich energisch jedem Versuch seitens irgend
einer politischen Partei oder Organisation, die Gewerkschaften zu beherrschen und sie oder ihre Mitglieder fuer irgendwelche Zwecke zu gebrauchen.

CIO Wir Im CIO missbilligen die Versuche jeder politischen Partei, die
Arbeiter fuer ihre parteipolitischen
Zwecke auszunutzen.

Sind Sie damit einverstanden oder missbilligen Sie es, wenn eine politische
Partei in Werkstaetten und Fabriken Fuss fasst und diese Fuer ihre organisatorischen Zwecke als Grundlage benutzt.
A. AFL Die AFL missbilligt die Gruendung politischer Organisationen in
den Anlagen der Fabrik in jeder Form.
In den Vereinigten Staaten stellen wir
fest, dass die Grundeinheit der politischen Parteien ihrem Charakter nach
im allgemeinen nichtindustrieller
Natur ist. Waehrend einerseits eine
politische Partei zu besonderen Gelegenheiten und aus besonderen Bedürfnissen heraus vielleicht zeitweilig fuer eine Gruppe von Menschen
mit gemeinsamen wirtschaftlichen
Interessen politische Organisationen
bildet, sind jedoch die staendigen
politischen Einheiten ihrer Natur
nach mehr geographischer als wirtschaftlicher Natur.

-

13 -

CIO üeber diese Frage bin ich mir
nicht ganz im Klaren« im allgemeinen
missbilligt es der CIO, wenn eine politische Partei ihre Organisation in
Werkstaetten und Fabriken bringt und
diese fuer ihre organisatorischen Zwecke
benutzt. Der CIO verfuegt ueber seine
eigenen politischen Einrichtungen, die
bestrebt sind, sich die Unterstuetzung
der Arbeiter fuer die Erreichung der
politischen und gesetzgeberischen Ziele,
die er fuer nuetzlich haelt, zu sichern.

�Truman atnwortet auf die Beschuldigung, dasa Amerika
nach der Weltherrschaft strebt.
In ihren Reden behaupten die Kommunisten staendig, der Marshall-Plan sei der
Kern des amerikanischen Imperialismus. In diesem Zusammenhang erscheint es daher
angebracht, zu dieser Frage einige Saetze aus der Antrittsrede des Praesidenten
Truman zu zitieren«
"Imperialismus und Ausbeutung fuer fremden Profit haben in unseren Plaenen
keinen Platz. Was uns vor Augen steht, ist ein Aufbauprogramm auf der Grundlage
demokratischer Fairness.
"Aller Staaten der Welt, einschliesslich unseres eigenen Landes, werden aus
einem konstruktiven Programm zur besseren Ausnutzung der natuerlichen und menschlichen Hilfsquellen der Welt grossen Nutzen ziehen, und wie die Erfahrung lehrt,
wäschst unser Aussenhandel mit dem industriellen und wirtschaftlichen Gedeihen
des Auslandes.
"Produktionssteigerung ist der Schluessel zu Wohlstand und Frieden. Der Schluessel zu einer groesseren Produktion aber ist eine ausgedehntere und energischere
Auswertung moderner wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften.
"Nur durch eine Unterstuetzung der weniger vom Glueck gesegneten Glieder der
menschlichen Gesellschaft bei ihren Bemuehungen, sich selbst zu helfen, kann die
Menschheit das anstaendige und befriedigende Leben fuehren, das ein Hecht aller
Menschen ist.
"Die Demokratie allein kann den Yoelkern der Welt die Kraft zu siegesgewissen
Handeln geben, nicht nur gegen ihre menschlichen Bedruecker, sondern auch gegen
ihre uralten Feinde-. Hunger, Elend und Verzweiflung.
"In Verfolgung dieser Tier Hauptgesichtspunkte hoffen wir, zur Schaffung
von Verhaeltnissen beitragen zu koennen, die schliesslich zu persoenlicher Freiheit und zum Glueck der ganzen Menschheit fuehren werden. Um unsere Ziele der Verwirklichung naeher zu bringen, ist es natuerlich erforderlich, dass wir uns in
diesem Lande weiterhin wirtschaftlichen Wohlstandes erfreuen und uns stark erhalten. Langsam, aber unbeirrt schaffen wir jedoch auf diesem Wege eine Welt
internationaler Sicherheit und wachsenden Wohlstandes.
"Wir haben alle diejenigen zur Seite, die frei von Furch leben wollen,
und auch alle, die heute in der Furcht vor ihrer eigenen Regierung
leben.
"Wir haben alle zur Seite, die sich nach Befreiung von den Luegen der
Propaganda sehBn und Wahrheit und Aufrichtigkeit erstreben.
"Wir haben alle zur Seite, die fuer Selbstregierung und ein Mitbestimmungsrecht bei der Entscheidung ihre eigenen Angelegenheiten eintreten.
"Wir haben alle zur Seite, die sich nach wirtschaftlicher Sicherheit
sehnen, nach jener wirtschaftlichen Sicherheit und dem Wohlstand, dessen
sich Menschen in freien Gemeinschaften erfreuen koennen.

- 14 -

�"Wir haben alle zur Seite, die Redefreiheit, Religionsfreiheit und die Freiheit erstreben, ihr eigenes Leben in den Dienst eines positiven Zieles zu
stellen
"Unsere Verbuendeten sind die Millionen, die nach Rechtschaffenheit duersten.
"In absehbarer Zeit, wenn unsere Festigkeit klarer zu Tage tritt, und wenn
mehr und mehr Nationen die Segnungen der Demokratie kennenlernen und an dem wachsenden Wohlstand Anteil haben, dann glaube ich, werden jene Staaten, die heute noch
unsere Gegner sind, ihre Irrtuemer aufgeben und sich mit den freien Nationen der
Welt zu einer gerechten Regelung aller internationalen Streitfaelle zusammenfinden."
"Der Lauf der Weltgeschichte hat unserer amerikanischen Demokratie neuen Einfluss und neue Aufgaben gebracht, die unseren Mut, unser Pflichtbewusstsein und unsere Auffassung der Freiheit auf die Probe stellen werden.
"Doch ich erklaere vor allen Menschen: w a s wir i&amp; Freiheit erreicht haben, werden wir in noch groesserer Freiheit uebertreffen.
"In festen Vertrauen auf den Allmaechtigen werden wir voranschreiten in eine
Welt, in der die Freiheit der Menschen gewaehrleistet ist. Diesem Ziel werden wir
unsere Kraft, unsere Hilfsquellen und unsere Entschlossenheit weihen.
"Mit Gottes Hilfe wird die Zukunft der Menschheit in einer Welt des Rechts, der
Harmonie und des Friedens gesichert sein.
Antrittsrede des Praesidenten Truman vom 20. Jan 49 vor dem amerikanischen Kongress
Die Betriebsraete in Oesterreich
Nachstehend einige Auszuege aus Berichten ueber die Betriebsraete in Oesterreich, die ineder "Documentation Franpaise" erschienen und vom "Bulletin Hebdomadaire Reserve aux Militants Syndicalistes Libres," abgedruckt wurden. Die Betriebsraete in Oesterreich bildeten eine Waffe der Gewerkschaftsbewegung. Sie wurden vom
Dollfuss-Regtme fuer ungesetzlich erklaert. Im August 1945 begann ihr Wiederaufstieg.
Das Betriebsraetegesetz von 1947i das im folgenden aufgefuehrt ist, erstreckt sich
auf alle Firmen, die wenigstens 20 Arbeiter haben. Betriebe mit wenigstens 5 Arbeitern waehlen "Vertrauensmaenner". Land - oder Forstarbeiter sowie Verwaltungsangestellte werden von diesem Gesetz nicht betroffen.
"Das erste oesterreichixhe Betriebs-raetegesetz geht auf das Jahr 1919 zurueck.
Dank diesem Gesetz wurde zum ersten Mal auf gesetzlicher Basis die Zusammenarbeit
in einem Unternehmen zwischen dem Arbeitgeber und den gewaehlten Vertretern der Arbeiter erweitert. Obwohl sie von den Gewerkschaften unterschieden waren, sollten die
Betriebsraete eng mit ihnen zusammenarbeiten. Diese Klausel war mit im Gesetz verankert worden, um den Befuerchtungen zu begegnen, die vor allem von den Gewerkschaften
zum Ausdruck gebracht worden waren, dass sich ein gewisser Egismus in den Verkstaetten breitmachen könnte, der geeignet waere, die Berufsorganisationen zu schwaechen.
Tatsaechlich bestand jedoch keine Rivalitaet zwischen den Betriebsraeten und den
Gewerkschaften. Im Gegenteil, die Vertrauensmaenner der Gewerkschaften wurden im allgemeinen auf Grund ihrer Erfahrungen zu Mitgliedern der Betriebsraete gewaehlt. Jedoch wurde die Stellung der Betriebsraete durch die Wirtschaftskrisen geschwaecht,
die in Oesterreich baLd eng aufeinanderfolgten und durch einen Vorstoss der konservativen Parteien....
"Ein neues Gesetz vom 28. März 1947 sieht fär jeden Privatbetrieb die Bildung
eines Betriebsrates vor, der von den Arbeitern und Angestellten fuer 2 Jahre gewählt
wird und dem folgende Pflichten auferlegt sind«1. Die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und praktischen Interessen
des Personals des Unternehmens zu schuetzen und zu foerdern, und zwar durch folgende Massnahmen; Ueberwachung der Durchfuehrung der Kollektiwertraege durch
gemeinsames Entwurf der Arbeitsbestimmungen,
-

15

-

�Ueberwachung der Einstellungen und Entlassungen (in manchen Faellen hat der entlassene Arbeiter das Recht, durch den Betriebsrat Beschwerde zu erheben.),
Pruefung der Durchfuehrung gesetzlicher Bestimmungen zur Verhuetung von Unfaellen
und Berufskrankheiten, indem ein Arbeitsinspektor die Raeume ueberprueft und zwar
in Anwesenheit des Betriebsrates,
Kontrolle der Kasse fuer Schutzmassnahmen und der Unterstuetzungsgelder oder Beteiligung an ihrer Verwaltung, wenn der Arbeitgeber die Verantwortung dafuer trägt.
2. Die Errichtung eines Fonds aus Beitragsgeldern, die von den Loehnen abgezogen
werden, um die Kosten fuer die Geschaeftsfuehrung des Betriebsrates zu decken
oder fuer Sparmassnahmen.
2« Mitarbeit in der Leitung und Geschaeftsfuehrung des Betriebs, wenn er mehr als
20 Lohnempfaenger beschaeftigt.
"Diese Bestimmung, die ausserordentlich wichtig ist, gab Anlass zu den hitzigsten
Debatten. Sie gibt dem Lohnempfaenger durch seine Vertreter das Recht, ueber die Interessen des Betriebes als solchen hinaus die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen zu
berücksichtigen und Massnahmen in Betracht zu ziehen, die geeignet sind, Menge und Qualitaet der Produktion zu erhoehen.
"In grossen Gesöhaeftsunternehmen )Banken, Versicherungsgesellschaften, Bergwerken
usw.) geht das Mitbestimmungsrecht sogar noch weiter. Der Leiter des Unternehmens ist
rerpfliehtet, einen Bericht abzugeben ueber die wirtschaftliche Lage des Unternehmens,
ueber die Produktion, Auftraege, Absaetzgebiete und die Massnahmen, die fuer die Verbesserung der Fabrikationsverfahren und den glatten Geschaeftsverlauf geplant wind".
Bulletin Hebdomadaire Reserve aus Militants Syndicalistes Libres"
10 Dezember 1948

- 16 -

OHOUS, ?-3B3, L, F.* U9, ^

0

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge «tu der amerikanischen Presse and anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

Nr. 52

Berlin, 18 Februar 1%9

Die Spaltung im Weltgewerkschaftsbund
Bis jetzt sind in diesem Informationsblatt keine Artikel ueber die Spaltung im
Weltgewerkschaftsbund (WFTO) erschienen, die gegen Mitte Januar in Paris vollzogen
wurde. Hierueber haben die Zeitungen berichtet. Die Spaltung hat nicht ueberrascht.
die meisten demokratischen Gewerkschaftler haben sie auch erwartet. Nun wollen die
Ueberbleibsel des WFTO ihre Arbeit fortsetzen und betrachten sich als die Vertretung
vpn 70 Millionen Arbeitern. Der WFTO wird auch weiterhin vom Arbeitswesen und fuer
die Arbeiterschaft sprechen, wird aber Politik treiben.
Es ist noch nicht sicher, was fuer eine Organisation die demokratischen Gewerkschaften gruenden werden, oder wann sie gebildet wird. Nach amerikanischen Berichten
zu urteilen, werden die drei grossen Organisationen der amerikanischen Arbeiterbewegung, der CIO, die AFL und die Eisenbahner-Verbaende der neuen Organisation beitreten. Die AFL wird sich nicht fernhalten, wie sie es beim WFTO getan hatte. Der CIO
und die AFL muessen sich jedoch darueber einigen, ob sie der neuen Organisation als
gleichgestellte Verbaende beitreten. Es hat den Anschein, als wenn die AFL als der
aeltere und etwas groessere Verband die Forderung stellen wird, als fuehrende amerikanische Gewerkschaftsorganisation anerkannt zu werden. Es ist aber auch nicht wahrscheinlich, dass der CIO sich mit einer zweitrangigen Stellung zufriedengeben wird.
Die Loesung dieser Frage kann vielleicht noch viele Monate dauern.
Es muss aber auch noch etwas anderes in Betracht gezogen werden. Wird nun der
im Verfall begriffene V/FTU sich bemuehen, in denjenigen demokratischen Laendern, die
sich der neuen Weltorganisation anschliessen, getrennte von den Kommunisten beherrschte Verbaende zu gruenden. In den Vereinigten Staaten wuerde eine solche Organisation
nur klein aber immer noch gross genug sein, um viel Getoese zu machen und Delegierte
in den WFTC zu schicken, die alle amerikanischen Arbeiter "vertreten".
Wenn dieser Artikel dem Leser vorliegt, wird der Exekutivausschuss des RumpfWFTU wohl bereits eine ausserordentliche Sitzung in Paris abgeschlossen haben, mit
der noch vor Ende Januar zu rechnen ist. Es ist anzunehmen, dass dieser Zusammenkunft eine Flut von Beifallstalegrammen von kommunistischen Gewerkschaftsgruppen aus
der ganzen Welt zugehen werden. Vor Kitte Februar wird man wohl irgend eine formelle
Erklaerung ueber die zukuenftige Politik, die man einschlagen will, als Beschluss
dieser Rumpf-Konklave erwarten koennen.
Die organisierte Arbeiterschaft kann die Kluft ueberbruecken
Einer der wichtigsten Sprecher auf der 10. Jahresversammlung des CIO, die im
November in Portland, Oregon, stattfand, war William 0 Douglas, Beigeordneter Richter
-

1 -

�im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Einige Hoehepunkte in seiner Ansprache an die amerikanische Arbeiterschaft sind fuer die Arbeiter ueberall von
Interesse.
"Die Demokratien der Welt sehen erwartungsvoll auf die Arbeiterschaft, damit
diese den Mittalweg offen haelt," sagte Douglas, "Sie wissen, dass es heutzutage in
der Welt keine staerkere Zitadelle der Demokratie gibt als die Gewerkschaftshaeuser."
Der Arbeiterschaft rechnete Douglas die wichtigste "politische Erfindung" des J rrhunderts, "das Gemeinwesen der menschlichen Wohlfahrt" hoch an, in dem die Philosophien fuer das Volk arbeiten. Der Richter Douglas fuehrte aus, dass die Arbeiterschaft" die erste Koerperschaft sei, die ganz besonders deutlich die wirtschaftliche
Unsicherheit des neuen Industriezeitalters empfindet."
Er fuegte hinzu, dass das Denken der Arbeiterschaft nicht bei den Problemen
innerhalb des Landes allein Halt machen kann. "Die Arbeiterschaft ist ganz besonders
dazu befaehigt, die Kluft zu ueberbruecken, die zwischen Europa und den Vereinigten
Staaten im Wachsen war." Er erklaerte, dass die Gewerkschaften diese entscheidende
Stellung einnehmen koennen, weil "ein neues Europa geboren wird
neue Fuehrer an
die Macht gekommen sind" und auch neue Parteien. Diese neuen Parteien deren Grundlage die Arbeiterschaft bildet, haben wohl verschiedene Hamen, aber sie treten fuer
dieselbe Art liberaler Demokratie ein." "Es ist eine Tatsache, dass aus dem nazistischen Schmelztiegel des Todes in jedem Lande Westeuropas eine starke, wachsame und
mit politischen Denken begabte Arbeiterpartei hervorgegangen ist."
"Die amerikanische Arbeiterschaft bringt gute Empfehlungsschreiben fuer diese
neuen europaeischen Fuehrer mit, sagte Douglas. "Tore, die fuer alle anderen fest
verschlossen sind, koennten sich vielleicht auf ihr Anklopfen hin oeffnen
Botschaften der Amerikanischen Arbeiterschaft lassen hoffen, dass sie schnelle Aufnahme
finden. Die amerikanische Arbeiterschaft, fuegte er hinzu, ist in hohem Masse befaehlgt,
als Gesandte dieses Landes bei den europaeischen Nationen zu wirken.
"Der konventionelle Diplomat wird in diesen Tagen der Umwaelzung elend Schiffbruch erleiden, es sei denn, er bringt dem Aufstieg der Arbeiterregierungen der Welt
Verstaendnis entgegen und kann die Faktoren ermessen, die sie geschaffen und erhalten
haben. Nur diejenigen, die in diese Kraefte Einsicht haben, die im Herzen wie in Gedanken Verstaendnis fuer den Kampf der Arbeiterschaft in der ganzen Welt aufbringen,
sind geeignet, das richtig und wahrheitsgemaess darzulegen, was sie gesehen haben...."
Der uebrigen Welt wie auch diesem Lande hier "kann die amerikanische Arbeiterschaft zeigen, auf welche '/«'eise ein Gemeinwesen der menschlichen Wohlfahrt in der
Wirtschaft, als Ganzes gesehen, Gesundung und Stabilitaet schafft", sagte Douglas.
Er fuegte noch hinzu, dass die Arbeiterschaft auf die Vorteile einer industriellen
Gerechtigkeit, einer politischen Unabhaengigkeit oder eines wirtschaftlichen und
sozialen Fortschritts auf einer wohlgeordneten und ruhigen Grundlage verweisen kann.
"Die Kommunisten sind in bezug auf die Geschichte falsch beraten, wenn sie den
Klassenkampf zur Hauptfrage dieses Zeitalters machen. Diese Streitfrage ist delikater
und erheischt mehr. Die Streitfrage geht darum, wie man ein modernes Industrieunternehmen zum Vorteil aller reibungslos und produktiv arbeiten lassen kann....Die amerikanische Arbeiterschaft kann zur Verschmelzung der verschiedenen demokratischen Gruppen in der Welt zu einem harmonischen Ganzen enorm viel beitragen. Die amerikanische
Arbeiterschaft kann die klassenbewussten Gruppen ueber den Unsinn des Klassenkampfes
belehren. Die amerikanische Arbeiterschaft kann den Glauben und das Vertrauen auf die
amerikanische Methode verbreiten, die eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung
irgend einer Gruppe aufbaut."
"The CIO News" 29. November 19A8

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2 -

�Franzoesische Kommunisten zitieren AFL-Vertreter
Auf der AFL-Tagung in Cincinnati hielt Irving Brown, der europaeische Vertreter
dieser Organisation, eine Rede, in deren Verlauf er den Verfall des Weltgewerkschaftsbundes (WFTO) eroerterte.
Er sprach darueber, wie diese Organisation von den Russen als PropagandaInstrument benutzt wurde, bis sie ihre Zweckdienlichkeit verloren hatte. Er fuegte dann
hinzu, dass der Zerfall des WFTO hauptsaechlich auf die Opposition der AFL gegen ihn
zurueckzufuehren sei. Schliesslich sagte er: "Der WFTO ist ein Leichnam, der nur noch
nicht begraben ist. Wir wollen hoffen, dass das bald der Fall sein wird."
Die kommunistische Zeitung "Humanite" hat die Rede Browns aber nicht so wiedergegeben. Das Blatt schrieb am 18. November, dass Brown "der Organisator mit den Dollars...., der die Gewerkschaftsbewegung korrumpiert," von seinen "Force OuvriereLakaien" gesagt haette, dass ihre Gewerkschaften "beinahe Leichname seien". Er fuegte
jedoch hinzu, 'dass sie mit unserer Hilfe und der Hilfe Amerikas wieder zum Leben
erweckt werden koennen'".
"Weekly Bulletin for Militant Free Trade
Unionista (Paris)" 13. November 1948
Norwegische Arbeiterfuehrer besuchen die Vereinigten Staaten
Sieben Gewerkschaftsfuehrer aus Norwegen verliessen am 23. Dezember Oslo, um
auf Kosten des Marshall-Plans die Produktionsmethoden in den amerikanischen Industrie«
zu studieren. Ausser den Arbeiterfuehrern befinden sich noch 3 prominente norwegische Industrielle bei dieser Gruppe. Die Reisegruppe wird die industriellen Einrichtungen in New York, Detroit und im Tennessee-Tal besichtigen.
"European Information Service" ECA.
Ein Ungar erklaert, was Arbeiterdiktatur bedeutet
Matyas Rakosi, der Vizepresident Ungarns und Fuehrer der Kommunistischen Partei Ungarns enthuellte vor kurzem in seiner Eigenschaft als wirkliches Oberhaupt
der Regierung in einer Rede die rauhe Wahrheit ueber die "Volksdemokratie". Es ist
dies eine "Diktatur des Proletariats ohne die Sowjetform". Er stellte folgende
Frage: 'Was bedeutet es, wenr in einer demokratischen Republik die Arbeiterklasse
die Macht in ihre Haende nimmt. Ist das auch eine Diktatur. Darauf kannes nur eine
Antwort geben; ja, unbedingt.
"Die Diktatur des Proletariats, 'sagte Stalin vor 25 Jahren', ist genau dasselbe wie jede andere Art von Diktatur, ein Mittel, um den Widerstand des Klassenfeindes zu unterdruecken. Der proletarische Staat ist ein Apparat zur Unterdrueckung
der Bourgeoisie. Die Volksdemokratien, und unter ihnen die Volksdemokratie des ungarischen Volkes, sind in der Lage, eine proletarische Diktatur zu errichten ohne
die Sowjetform, weil sie sich selbst auf die grosse Sowjetunion stuetzen keennen.
"Die Feinde des Volkes flohen zum groessten Teil nach Westen und diejenigen,
die hiergeblieben sind, hielten sich von einem offenen Aufstand fern, weil sie
schwach sind, und weil die Sowjetarmee hier ist. Aus diesem Grunde konnte ein volksdemokratischer Staat unter verhaeltnismaessig friedlichen Verhaeltnissen und ohne
einen blutigen Buergerkrieg die Funktionen einer proletarischen Diktatur ausueben."
"New York Times" 23. Januar 1949.
Amerikanische Sachverstaendige bezeichnen Baumethoden
als rueckstaendlg
Die Abteilung fuer Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen hat vor
kurzem eine 74-seitige Schrift veroeffentlicht, die sich mit dem Bauproblem in den

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�hauptsaechlichsten Industrielaendern befasst. In einem Abschnitt dieses Berichts
ist die Rede von den Arbeitsmethoden der Baumeister in den meisten Laendern. Es
wird mit den anderen Industriezweigen ein Vergleich gezogen. In 16 Europaeischen
Laendern besteht ein Mangel an 14 Millionen Wohnungen. In dem Bericht wird zum
Ausdruck gebracht, dass man mit den heutigen Baumethoden diesem Mangel nie wird
begegnen koennen, weil diese sich bei manchen Handwerksberufen jahrelang nicht geaendert haben und jedem Aenderungsvorschlag heute Widerstand entgegengesetzt wird.
In vielen Laendern, wie in den Vereinigten Staaten, bekommt man fuer einen Dollar,
der fuer Haeuserbau ausgegeben wird, nicht soviel wie fuer einen Dollar, der in
Automobilen, Kuehlschraenken, Radioapparaten, Waschmaschinen und andere Industrieerzeugnisse angelegt wird."
In dem Bericht wird der Vorschlag gemacht, man solle beim Haeuserbau mehr an
industrielle als an jahrhundertalte manuelle Baumethoden denken.
"New York Times" 23. Januar 1949.
Franzoesische Gewerkschaften wuerdigen den Marshall-Plan
Die "Force Ouvriere", das Wochenblatt der nichtkommunistischen Gewerkschaft
"Confederation Generale du Travail"- Force Ouvriere", beantwortete vor einiger Zeit
die Angriffe der Kommunisten auf das Europaeische Wiederaufbau-Programm. In einem
Artikel mit der Ueberschrift "Die Wahrheit ueber den Marshall-Plan" schreibt die
Zeitung u.a.«
"Viele Arbeiter in der Welt fragen sich, warum die Vereinigten Staaten in bezug
auf einen Teil Europas so grossherzig und freigebig geworden sind, und ganz besonders
in bezug auf Frankreich. Es ist schwer, fuer eine solche grosszuegige Geste eine Erklaerung zu finden, und es wird behauptet, dass die Amerikaner nur die Ware loswerden wollen, die sie sonst nicht verkaufen koennen. Dies entspricht jedoch nicht der
Wahrheit.
"Nach dem augenblicklichen Stande der Weltproduktion gibt es keine Erzeugnisse,
die nicht verkaeuflich waeren. Ausserdem werden die Waren, die man uns seit Inkrafttreten des Marshall-Plans kostenlos liefert, von den amerikanischen Steuerzahlern
bezahlt. Dadurch, dass die Amerikaner den Marshall-Plan angenommen haben, glaubten
sie, dass es in ihrem Interesse waere, eine politische Krise zu vermeiden, die sich
aus einem Zusammenbruch der europaeischen Wirtschaft ergeben haette. Die verschiedenen kommunistischen Parteien erheben oft den Vorwurf, dass der Marahall-Plan ein
Instrument des Krieges sei, das gegen sie, oder, um es genauer zu sagen, gegen Sowjetrussland gerichtet sei.
"Er ist aber nichts weiter als eine Waffe des Krieges gegen das Elend. Nur diejenigen, die darauf hoffen, dass dieses Elend der UdSSR hilft, leugnen das ab. Das
wird auch durch ihre Massnahmen und ihre Agitation bewiesen. Es besteht daher kein
Grund, warum die Arbeiter nicht an diesem Plan mitarbeiten sollen, was in ihrem
eigenen Interesse waere. Es ist sicher, dass weder das politische Regime Frankreichs
noch seine Abhaengigkeit in Gefahr ist

"
"European Information Service" EGA 17. Dez. 48
Arbeiterführer des ERP kommen in der Schweiz zusammen
Am 22. Januar kamen Gewerkschaftler aus 12 Marshall-Plan Laendern in Bern,
Schweiz, zu einer Konferenz zusammen, um Besprechungen ueber die Beteiligung der
Arbeiterschaft am Europaeischen Wiederaufbau-Programm zu fuehren. Obwohl es nicht
auf der Tagesordnung stand, bildete das wichtigste Diskussionsthema den Vorschlag
zur Bildung einer neuen V.'eltgewerkSchaftsorganisation. Die Teilnehmer ernannten
V/alter Schevenels (Belgien) zum staendigen Leiter der Beratungsstelle beim ECA,

- 4 -

�die in Paris von den nichtkommunistischen Verbaenden unterhalten wird. Aus den
Berichten geht hervor, dass die deutschen Gewerkschaftler, die anwesend waren, derueber Klage fuehrten, dass die organisierte Arbeiterschaft in der amerikanischen
Zone Deutschlands "im Prinzip von der Beteiligung an der Wiederaufbauplanung durch
die Amerikanische Kilitaerregierung ausgeschlossen wuerde."
"New York Times" 23. Januar 1%9
Die AFL erhebt Einspruch gegen die Ernennung von Schevenels
Am 22. Januar wurde auf der Konferenz der nichtkommunistischen Gewerkschaftler
aus den Marshall-Plan Laendern in Bern Walter Schevenels (Belgien) zum Vertreter
dieser Gruppe beim EGA in Paris ernannt. Der Delegierte der AFL erhob zugleich mit
den Delegierten der Christlichen Gewerkschaften aus der Schweiz, aus Italien und
Frankreich Einspruch gegen die Ernennung. Es liegen jetzt Nachrichten aus Washington
vor, denen zufolge die Exekutive der AFL in bezug auf diesen Einspruch gegen Schevenels fest auf ihrem Standpunkt beharrt. Die AFL wird sich weigern, sich in irgend
einer ?/eiser"an der Arbeit des Gewerkschaftsbeirats der am Europaeischen Wiederaufbauprogramm interessierten Nationen zu beteiligen, wenn Walter Schevenels als Sekretaer eingesetzt wird."
Schevenels war 2. Sekretaer des Weltgewerkschaftsbundes (WFTü), wollte aber von
seinem Posten zuruecktreten, um sein neues Amt anzutreten. Jahrelang war er Generalsekretaer des Internationalen Gewerkschaftsbundes, der im Jahre 1945 durch den 7JFTÜ
ersetzt wurde. Die AFL macht Schevenels, den sie "politisch unzuverlaessig" nennt,
den Vorwurf, er haette von den Bueros des WFTÜ in Paris aus Telegramme an die Gewerkschaften verschiedener Laender gesandt mit der Aufforderung den von den franzoesischen
Kommunisten gefuehrten Kohlenarbeiterstreik zu unterstuetzen.
"New York Times" 25. Januar 1949
Sind die Differenzen zwischen Jugoslawien und dem Kominform echt?
Ein amerikanischer Aufsatz in der "New York Times" macht eine Anzahl anzueglicher Bemerkungen zu dem Zwist zwischen dem Kominform und der Kommunistengruppe Jugoslawiens. Der Artikel folgert,dass dieser Zwist ein verabredeter Trick sei, um Russland etwas von der Last beim Aufbau der Laender des "Eisernen Vorhanges" abzunehmen.
Russland muss seine Entwicklung beschleunigen, doch brauchen diese Laender mehr als
Russland jetzt liefern kann. Jugoslawien ist zeitweilig aus der "Familie" ausgestossen
worden und zu einem Verstossenen gestempelt worden in der Annahme, dass ihm die Westmaechte zu Hilfe kommen werden.
Wenn dies ein Trick sein sollte und der Trick seinen Zweck erfuellt, dann wird
Jugoslawien, wie der Verfasser meint, die Grosszuegigkeit der Westmaechte geniessen
und von ihnen die Industrieerzeugnisse erhalten, die Russland augenblicklich nicht
liefern kann. "Dann wird der Prozess der "Feindseligkeit", nachdem er seinen Zweck
erfuellt hat, von Jugoslawien abgestoppt. Und wenn es dann vom Westen alles bekommen
hat, was es braucht, dann wird sich Jugoslawien mit genau demselben Theater wieder
anfreunden, wie es ausgestossen wurde."
"New York Times" 22. Januar 1949
Der Praesident Amerikas ist ein vielbeschaeftigter Mann
Der Praesident der Vereinigten Staaten sowie der Vizepräsident sind die einzigen
Regierungsbeamten, die vom ganzen Tolke gewaehlt werden. Die Senatoren und Mitglieder
des Kongresses werden in ihren entsprechenden Staaten oder Bezirken vom Volke gewaehlt und vertreten lediglich ihre Bezirke oder Staaten. Der Praesident aber vertritt das ganze Volk.
Das bedeutet, dass jeder Mann, jede Frau oder jedes Kind in den Vereinigten
Staaten an den Praesidenten schreiben, ihm ein Telegramm schicken, ihn sogar anrufen
oder ihm Pakete schicken kann. Das bringt natuerlich eine Menge Arbeit mit sich.

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5 -

�Der Praesident muss ein grosses Personal haben, um die Zuschriften aus dem Volke
alle bearbeiten zu koennen. Nur gelegentlich bekommt er einmal persoenlich eine
Zuschrift in die Hiaende. Alles Uebrige geht an die verschiedenen Bueros und Dienststellen zwecks Beantwortung "im Auftrage des Praesidenten". Im Laufe des Jahres l%ä
hat der Praesident 562.000 Briefe, 770.000 Postkarten und 255.000 Pakete, Plaene,
Vorschlaege, Programme und Telegramme erhalten.
"Amerikadienst" 12. Januar 1949
Fortbildungsprogramm fuer Arbeitgeber in Grossbritannien
Der Britische Gewerkschaftsbund (TÜC) hat den Vorschlag gemacht, mit der Britischen Industrie an der Einrichtung eines neuen College fuer das Studium der Bobleme der Arbeitgeber in der Industrie und des bürgerlichen Lebens zusammenzuarbeiten.
"Die Ziele des College bestehen darin, die Frinzipien und Techniken der Organisation und der Fuehrerschaft im buergerlichen Leben zu untersuchen und zu erklaeren. Durch wechselweise Beeinflussung des Denkens der jungen Verwaltungsleute versucht das College, denjenigen ein besseres Verstaendnis zu vermitteln, die mit verschiedenen Taetigkeitsgebieten betraut sind, mit anderen Worten, mit Hilfe von Diskussionen, Vorlesungen und einer Zusammenfassung von Gedankengebieten den Gesichtskreis zu weiten
"Anerkannte Autoritaeten auf verschiedenen Gebieten werden fuer das ganze
College Vorlesungen halten...Spezialkraefte, die Gastlektoren am Kollege waren. Der
groesste Teil der Arbeit wird jedoch in den Klassen oder "Konsortien" ("syndicates")
wie sie genannt werden, geleistet. Neun Mitglieder, die alle auf einem verschiedenen
Gebiet erfahren sind, bilden ein "Konsortium", das seinen Vorsitzenden und seinen
Sekretaer waehlt, wobei die geschaeftsfuehrende Lehrkraft den Vorsitz fuehrt und
nur leitet, wenn es sich als notwendig erweist.
"Jedes Konsortium bleibt das ganze Pensum ueber bestehen, das folgende Themen
umfasst; Organisation und Verwaltung, Beziehungen zu Lieferanten, Verbrauchern, zur
organisierten Arbeiterschaft, zur Regierung und zur Oeffentlichkeit, Planung, technologische Entwicklungen und Handel mit Uebersee. Abgesehen vom Studium dieser
Hauptgebiete werden auch Konsortien gebildet, die sich mit anderen, diesen aber verwandten Gebieten befassen. Fuer diese besonderen Frage werden die Konsortien umgruppiert, so dass jeder Student während seiner Studienzeit im College mindestens
3 verschiedenen Gruppen angehoert.
"Unterweisung und Ideen werden aber nicht allein durch Lesen, Vorlesungen und
Diskussionen vermittelt. Wenn persoenliche Probleme untersucht werden, dann sucht
der Vorsitzende und der Sekretaer des Konsortium fuer einen halben Tag ein Industrieunternehmen auf und befragt den Leiter der Personalabteilung. Wenn die Stadtverwaltung den Gegenstand des Themas bildet, dann suchen sie den Buergermeister und den
Stadtarchivar von Raading (wo das College gelegen ist) oder irgend einer anderen
Stadt auf. Jedes Mitglied des Konsortiums fungiert dann als Vorsitzender eines Stadtverwaltungsausschusses (Finanzen, Erziehung, Gesundheitswesen usw.) und setzt sich
dann mit einem richtigen Vorsitzenden in Verbindung, um seinen Bericht auszuarbeiten.
Sobald das Konsortium Beinen Bericht ueber einen Gegenstand abgeschlossen hat, wird
er dem Rektor zugeleitet, der ihn eingehend mit den beamteten Personen des Konsortiums bespricht.
"Die bis in die Einzelheiten gehende Untersuchung der modernen Industrie- und'
Verwaltungsprobleme stellt offenbar in Anbetracht der Uichtbeteiligung der Gewerkschaften etwas Unzulaengliches dar. Die Gewerkschaften sind ein viel zu wichtiger
Faktor, als dass man sie hferbei ausschaltet, und es werden durch besondere Vorlesungen und durch Literatur alle Anstrengungen gemacht, diesen Uebelstand zu beheben.

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�,.'enn nur ein Gewerkschaftler in jedem Konsortium saesse, dann wuerden nicbjt nur
7 Gewerkschaftler ihren Gesichtskreis in bezug auf ihre Ansichten ueber die Betriebsleitung in der Industrie ausweiten, sondern auch 35 Exekutivbeante wuerden viel mehr
ueber das Gewerkschaftswesen wissen. Es wuerde sich somit ein doppelter Gewinn fuer
das Gewerkschaftswesen ergeben
"Labour" Januar 1949
Ein eigenartiges Arbeiterproblem in Japan.
Es ist ein alter Brauch in Japan, das Recht des Arbeiters auf seinen Arbeitsplatz anzuerkennen, ebenso, dass die Arbeiter im Verhaeltnis zu ihrer Beschaeftigungszeit in der Firma, gemessen an den Jahren, Anrecht im Unternehmen haben. Wenn
es sich fuer eine Firma als notwendig erweist, einen Arbeiter wegen Arbeitsmangel zu
entlassen, muss sie ihm ein Entlassungsgeld zahlen, und zwar einen Monatslohn fuer
jedes Jahr, das er beschaeftigt war zusaetzlich eines weiteren Monatslohns. Wenn
also ein Arbeiter, der bei einer Firma 10 Jahre gearbeitet hat, entlassen wird, muss
ihm die Firma fuer 11 Monate eine Abkehrsumme zahlen.
Dieser Umstand ist zu einem ernstlichen Industrieproblem geworden. Seit Beendigung des Krieges waren viele Firmen in Japan nicht in der Lage, alle ihre Arbeiter
voll zu beschaeftigen. Hierfuer lagen viele Gruende vor; Mangel an Brennmaterial,
an Kraftstrom, Rohmaterialien, defekte Ausruestungen. ^ie Arbeiter wurden in grosser
Zahl weiter in den Lohnlisten gefuehrt, obwohl sie nicht produzierten. Die Gesellschaften hatten nie genug Geld, um die ueberschuessigen Arbeitskraefte zu entlassen
und die gesetzlich vorgeschriebenen Abkehrgelder zu zahlen. Jetzt ist vielen Firmen
das Geld knapp geworden, so dass sie allen ihren Arbeitern nicht mehr den Tageslohn
zahlen koennen. Manche Firmen wuerden sich Geld borgen, um ihre Betriebsausgaben
decken zu koennen, jedoch sind solche Anleihen von den Besatzungsmaechten verboten
worden. Nach den Bestimmungen der Militaerregierung ist es den Firmen gestattet, nur
dann fuer ihren Betrieb und fuer die Entwicklung desselben Gelder aufzunehmen, wenn
sie nachweisen koennen, dass sie in ihre Lohnlisten keinenUeberschuss an feiernden
Arbeitern haben.
Die von den Besatzungsmaechten vorgeschriebene Einschraenkung hat viele Industriezweige dazu angeregt, ihre Geschaeftsmethoden zu verbessern. Die durchgefuehrte Industriereform ist etwas, was viele fuehrende japanische Persoenlichkeiten in der
Regierung, in der Industrie und in der Arbeiterschaft schaetzen, doch zoegern sie
immer nofih, sich fuer einen '.Vande 1 einzusetzen.
"New York Times" 23. Januar 1949
Das Schicksal der Arbeiterführer im neuen Polen
Der Herausgeber des franzoesischen Bulletins der Freien Gewerkschaften hat vor
kurzem in einer Ausgabe ueber die Verhoere berichtet, die in Polen stattgefunden haben. Nachstehend einige Beispiele fuer das, was verschiedenen demokratischen Gewerkschaft sfuehrern passiert ist. Manche Namen sind vielleicht den deutschen Gewerkschaftlern bekannt.
"Im Jahre 1947 wurden die hauptsaechlichsten aktiven Arbeiter von der Politischen Sicherheitspolizei verhaftet, unter ihnen Anton Zdanowski, der von 1918 bis
1939 Sekretaer der Polnischen CCL war, Kasimir Pusak, Generalsekretaer der Sozialistenpartei seit 1921, J. Dziegielewski, langjaehriger Sekretaer des Varschauer sozialistischen "Foederalisten", Thaddeaus Szturm, einer der standhaftesten aktiven Sozialisten,
Frau Jeannine Pajdak, Viktor Urawczyk und Felix Misioroski, aktive Gewerkschaftler.
"6 Monate Verhoer kosteten Anton Zdanowski das Leben.... In bewusstlosem Zustande
wurde er seiner Familie zurueckgegeben, ohne jemals wieder das Bewusstsein zurueck-

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�zuerlangen. Er schrie nur immer; 'Nein ich weiss nichts, ich will nichts sagen!•
Frau Pajdak 'zog den Tod der kommunistischen Justiz vor und stuerzte sich aus einem
Fenster des Gebaeudes der Sicherheitspolizei, nachdem sie ein paar Wochen lang
"befragt" worden war.
"Nach 18monatiger Vorbereitung hat jetzt das Verhoer der 6 aktiven Arbeiter vor
einem kommunistischen Militaergericht in Warschau stattgefunden. Wir wollen hier nur
von den Gewerkschaftlern sprechen; es sind zwei; Viktor Krawczyk und Felix Misiorowski.
"Viktor Krawczyk, ein Textilarbeiter, 46 Jahre alt, war jahrelang aktiv in der
Gewerkschaft der Textilbranche in Tschenstochau taetig gewesen, bei der er vor dem
Kriege den Posten eines Sekretaera bekleidete. Er hatte viel Einfluss auf seine
Kameraden. In der polnischen Widerstandsbewegung war er besonders aktiv, er organisierte die Arbeiter seines Bezirks, fuehrte die militaerischen Einheiten der Arbeiter
waehrend der Besetzung. Als er von der Gestapo verhaftet und gefoltert wurde, kam
kein V/ort ueber seine Lippen. Nachdem er zwei Jahre lang von den Deutschen gefangen
gehalten worden war, nahm er seine Arbeit in der Gewerkschaft sofort wieder auf,
als die Befreiung kam.
"Vor Gericht hatte er keine Schuld zugegeben. Andererseits bestritt er auch
nicht gewissen Aktionen, die ihm in der Anklage zur Last gelegt worden waren, weigerte
sich jedoch zuzugeben, dass solche Handlungen mit Verbrechen auf dieselbe Stufe gestellt werden. Jawohl, er war mit seinen Kameraden in der Untergrundbewegung zusammengekommen zu dem Zweck, im guenstigen Moment eine bewaffnete Aktion gegen die Besatzung einzuleiten. Das waren die Handlungen, deren man ihn bezichtigte, und auch
andere, besonders die Tatsache, dass er der sozialistischen Organisation angehoert
hatte, die in Wirklichkeit die Fortfuehrung der Sozialistischen Partei Polens war,
und der die Stalinregierung im Jahre 1945 ihre Anerkennung versagt hatte.
"Viktor Krawczyk, der sich in den 25 Jahren «eines kaempferischen gewerkschaftlichen Lebens als ein energischer und aufopferungsbereiter Mensch gezeigt hatte,
blieb die ganze Zeit ueber waehrend des heimtueckiachen Verhoers seitens des Staatsanwalts mutig und standhaft. Heute wurde er zu 9 Jahren Gefaengnis verurteilt. Da
inzwischen eine Amnestie erlassen wurde, betraegt-seine Gefaengnisstrafe nur noch
4 ^ Jahr Gefaengnis.
"Felix Misiorowski vom Transportarbeiter-Verband war besonders zur Zeit der
Besetzung durah Hitler sehr aktiv. Er war auch ein kaempferischer Sozialist, getreu
seiner demokratischen Einstellung, was in der "Volksdemokratie" als Verbrechen betrachtet wird. Er wurde deshalb schon im November 1946 verhaftet. Zwei Jahre Gefaengnis bis zu seiner Vernehmung haben diesen Eaempfer zerbrochen. F. Misiorowski, der
mutig 6 Jahre Kampf in der Untergrundbewegung, alle Haerten des Krieges und alle
Gefahren des Widerstandes ertragen hatte, wurde durch die Folterungen der Sicherheitspolizei vernichtet. Er gestand alles, was man vom. ihm verlangte...Misiorowski,
der zu 5 Jahren Gefaengnis verurteilt worden war, wurde auf Grund der Amnestie freigelassen, ist aber immer noch 5 Jahre lang seiner buergerlichen Ehrenrechte beraubt..."
"Wochenblatt der Aktiven Gewerkschafter"
Paris, den 26. November 1948
Walter P. Reuther, der Vizepresident des CIO
Walter P. Reuther ist neben Philip Murray, dem Praesidenten des CIO, einer der
bedeutendsten und einflussreichsten amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer. Reuther,
der frueher Sozialist war, tritt heute fuer einen modifizierten Kapitalismus ein
und betont nachdruecklich seine anti-kommunistische Einstellung.
Wenn er auch den Kommunismus ablehnt, so ist Reuther dennoch kein Reaktionaer.
In seinen Ansichten ueber Gewerkschaftspolitik kommen noch immer sozialistische Ge dankengaenge zum Ausdruck, was auch sein Eintreten fuer ein Mitbestimmungsrecht der
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�Arbeiter in der Betriebsfuehrung und Planung beweist. Dieses Mitbestimmungsrecht,
erklaert Reuther, soll durch Betriebsraete erreicht werden,in denen Unternehmer und
Gewerkschaftsvertreter zusammenarbeiten. Nach Reuthers Meinung muessten die Loehne
erhoeht und woechentlich garantiert, die Renten heraufgesetzt und die Sozialversicherung ausgedehnt werden. Obwohl er den Zusammenschluss von Arbeitern und Bauern
in einer Arbeiterpartei anstrebt, wird er jedem Versuch der Kommunisten, eine dritte
Partei aufzubauen, entgegentreten.
Von seiner Fuehrung erhofft man sich eine Verringerung der Streiks, und diese
Hoffnung ist nicht unbegruendet, denn als Reuther Vizepraesident der UAW war und die
Arbeiter bei General Motors vertrat, war das Verhaeltnis zwischen Belegschaft und
Direktion weitaus besser als in den anderen Grossbetrieben der Automobilindustrie.
Reuther wurde am 1. September 1907 in Wheeling, West Virginia, gebaren und ging
mit 17 Jahren bei der Wheeling Steel Co. als Werkzeugmacher und Stempelschneider in
die Lehre. Nach dreijaehrigem Studium an dertfayneUniversitaet arbeitete er von
1927 bis 1932 in Detroit bei der Briggs Manufacturing Co., der General Motors Co.
und als Vorarbeiter bei der Ford Motor Co.. Waehrend der naechsten 3 Jahre fuhr er mit
dem Fahrrad durch Europa und den Nahen Osten, wo er Auto- und Maschinenfabriken besichtigte. 1935 kehrte er nach den Vereinigten Staaten zurueck, um die Arbeiter der
Automobilindustrie zu organisieren, gruenjiete die Ortsgruppe 174 der Vereinigten Automobilarbeitergemeinschaft (U.A.W.) und wurde spaeter deren Leiter. 1939 wurde er
zum Vorsitzenden der U.A. W. Abteilung bei General Motors gewaehlt, nachdem er vorher
Vorstand der U.A.W.-Facharbeiterabteilung gewesen war. Seit 1942 war er Vizepraesident der U.A.W, und Vizepraesident der Internationalen Gewerkschaft der Arbeiter der
Automobil-, Flugzeug- und landwirtschaftlichen Maschinenindustrie. 1946 wurde er
Praesident der U.A.W, und Vizepraesident des amerikanischen Gewerkschaftsbundes CIO.
Mit seiner Frau May Wolf, die er 1936 heiratete und seiner Tochter lebt Reuther
jetzt in seinem Heim in Detroit.
'•Amerika Dienst" 22.Januar 1949
Die Bauarbeiterloehne in Amerika
Das amerikanische Arbeitsministerium kuendigte am 25. Januar an, dass der durchschnittliche Grundlohn fuer organisierte Arbeiter im Baugewerbe in Amerika $2.16 pro
Stunde betraegt. Durch Ueberstunden und Extraloehne wird dieser durchschnittliche
Stundenverdienst jedoch noch viel hoeher. Der woechentliche Bruttoverdienst aller
organisierten und nicht organisierten Arbeiter im privaten Baugewerbe hat sich seit
1939 um 129« erhoeht. Die gev/erkschaftlichen Lohntabellensaetze sind um 10? im Laufe
des Jahres 1948 gestiegen; die groesste Steigerung war im ersten Halbjahr zu verzeichnen. Die Zahlen beruhen auf einer Pruefung der Lohnaaetze, die bei 7 Gewerbezweigen in 85 Staedten vorgenommen wurde. Auf anderen Gebieten als im Baugewerbe
stiegen die Grundlohn-Saetze der organisierten Arbeiter seit Juni 1939 um 6?i,
waehrend der Lebenshaitungsindex der Regierung um 75^ stieg.
"Overseas American News Service" 27. Januar 1949
Eine weitere amerikanische 0rtsp;ewerk3Chaft setzt Kommunisten ab.
Der Verband der Vereinigten Elektro-, Radio- und Uaschinen-Arbeiter von Amerika
(UE), der dem CIO angeschlossen ist, steht in dem Ruf, die groesste amerikanische
Gewerkschaft zu sein, die von den Kommunisten beherrscht wird. Auf Grund dieser
Tatsache sind verschiedene Ortsgewerkschaften des UE aus der Mutterorganisation ausgetreten, um sich zeitweilig anderen CIO-Gewerkschaften, wie z.B. der Gewerkschaft
der Vereinigten Automobil-Arbeiter, anzuschliessen.
Jetzt kommt die Nachricht, dass die UE-Ortsgewerkschaft im Gebiet von Pittsburgh, die 16.000 Mitglieder zaehlt, bei einer kuerzlichen Wahl ihre linksstehenden
Funktionaere ausbootete. Es handelt sich hierbei um eine Schluesselgewerkschaft

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�innerhalb der Organisation und der Verlust der Kontrolle ueber sie bedeutete einen
schweren Schlag fuer den Kommunismus in der amerikanischen Arbeiterbewegung.
In den Arbeiterkreisen ist man der Ansicht, dass andere Ortsgruppen des DE aehnliche Schritte unternehmen werden, Obwohl Berichten zufolge mehr als 90£ der UE-Funktionaere entweder Kommunisten sind oder unter kommunistischem Einfluss stehen, macht
die Anzahl der kommunistischen Mitglieder im UE jetzt insgesamt noch nicht einmal

10t aus.
"Overseas American News Service" 21. Januar 49
Streikziffern fuer 1948 in Amerika
Das Amerikanische Arbeitsministerium hat unlaengst Zahlenmaterial ueber die
Streiks, die 1948 und 1947 in der amerikanischen Industrie stattfanden.

1947
3,693

S t r e i k s (Arbeitseinstellungen)
Arbeiter, die vom Streik betroffen wurden
Verlust an Arbeitstagen auf Grund
der S t r e i k s

1948
3,300

2,170,000

2,000,000 ( l )

34,600,000

34,000,000 ( l )

Streiks, an denen 10.000 Arbeiter
und mehr beteiligt waren
20
15
(l) Die endgueltigen Ziffern werden spaeter veroeffentlicht.
Die Gesamtzahl an Streiks ist gering, wenn man die Tatsache damit vergleicht,
dass die amerikanischen Gewerkschaften in jedem Jahr nahezu 100.000 Vertraege mit den
Arbeitgebern abschliessen.
"Radio Bulletin des Aussenministeriums" 15. Januar 1949
Das Stachanowsystem in Russland
In den westlichen Demokratien bekaempfen die Kommunisten mit aeusserster Schaerfe
jeden Plan, die Produktion durch besondere Schulungs- und Leistungsmethoden zu heben.
Dieselbe ablehnende Haltung nehmen sie dem Akkordlohnsystem gegenueber ein. Sie bezeich
nen die Akkordarbeit als eine Form der Sklaverei. Die beiden genannten kapitalistischen
Methoden sind jetzt zu einem russischen Leistungssystem zusammengefasst worden, das
als Stachanowsystem bekannt, und als «ine Stufe zum industriellen Fortschritt verherrlicht wird. Wir zitieren folgende Saetze:"Ihr Korrespondent besuchte diese Woche die Dynamo-Werke in Moskau, ein groesseres
Elektromaschinenwerk, das seinen Plan fuer 1948 bereits am 7. November erfuellt hat,
und berichtete am anderen Tage ueber die Errungensclmaften des Produktionsstandes, der
fuer das letzte Jahr des Fuenfjahresplans festgelegt worden war.
"Im ganzen Dynamo-Werk ist auch nicht ein einziger Arbeiter, der nicht zu irgend
einer Zeit an einem technischen Kursus teilgenommen haette. In diesem Jahre haben nahezu 40? der alten und alle neueingetretenen Arbeiter solche Kurse besucht. In der Fabrik besteht tatsaechlich eine besondere Abteilung, die von einem Ingenieur geleitet
wird, der die Arbeiten ihrer zahlreichen Schulungskurse und Stachanow-Schulen wie
auch die individuelle Ausbildung der Arbeiter ueberwacht. In diesem Jahr hat die
Fabrik ihr Schulungsprogranm bedeutend ueberschritten, was hauptsaechlich auf den
allgemeinen Eifer der Arbeiter zurueckzufuehren ist, ihr technisches Wissen zu vervollkommenen
"Die Stachanow-Schulen bestehen aus kleinen Gruppen von Arbeitern, die am Arbeitsplatz unter der Leitung derjenigen Arbeitskraefte studieren, die die besten Produktionsleistungen aufzuweisen haben. Die Instruktoren treffen Abkommen mit der technischen Schulungsabteilung der Fabrik, den Kursusteilnehmern innerhalb einer ausbedungenen Zeit die Feinheiten und Kniffe ihrer Beschaeftigung beizubringen. '.Venn sie den
-

10 -

�Kursus absolviert haben, legen die Teilnehmer eine Pruefung ab und uebernehmen entsprechend ihrer Faehigkeiten eine Arbeit, die ein groesseres Geschick erfordert. Die
Stachanow-Arbeiter, die als Instruktoren fungieren, erhalten neben ihrem ueblichen
Lohn eine zusaetzliche Verguetung. Diese Lehrmethode wurde in Moskau eingefuehrt und
hat sich auf das ganze Land ausgedehnt.
"Augenblicklich studieren Hunderte von Arbeitern einzeln und in Schulungskursen
die letzten Errungenschaften auf dem Gebiete des Schnellfraesens von Metallen und
andere verbesserte Arbeitsprozesse, die die Produktivitaet der Arbeiter erhoeht. Waehrend der vergangenen 6 Monate hat sich die durchschnittliche Produktivitaet im DynamoWerk pro Arbeiter um 14.5£ erhoeht, waehrend.die Durchschnittsloehne um 10? gestiegen
sind."
In dem Artikel werden Faelle von Arbeitern angefuehrt, die sich an den Schulungskursen beteiligen, um mehr produzieren zu koennen und dadurch mehr bei der Akkordarbeit zu verdienen. Die in diesem Zusammenhang benannten Arbeiter waren die juengeren,
nicht die aelteren Arbeiter.
"Moscow News" 28. Dezember 1948
Die kommunistische Partei Italiens wacht von selbst auf.
In einer Veroeffentlichung vom 9. Januar beklagt sich die kommunistische Partei
Italiens darueber, dass es unter ihren 2.200.000 Hflgliedern zuviele Opportunisten,
Unehrliche, Feiglingen und sogar antikommunistische Polizeispitzel und zu wenig von
der Doktrin durchdrungene Mitglieder gaebe. Als Grund hierfuer gibt die Erklaerung
an, dass zuwenig nominelle Kommunisten die Parteizeitungen lesen. Die Lage wird als
"unertraeglich" bezeichnet. Es muesse in dieser Hinsicht etwas geschehen.
Die Partei hat nun einen Propagandafeldzug eingeleitet, der Haus um Haus erfasst.
Man will alle Kommunisten aufsuchen und sie fragen ob sie sich mit der Parteiliteratur
befassen und wenn nicht, warum sie es nicht tun. Die ParteiZeitungen sollen in den
Strassen und bei allen oeffentlichen Versammlungen verkauft werden, um so einen "Graber.
des Hasses" zwischen der Bevoelkerung und den Veroeffentlichungen der "Bourgeoisie"
auszuheben.
Das ist aber noch nicht alles. Die Kommunistische Partei befasst sich aber auch
damit, die Kunst in Italien zu saeubern. Dem kommunistischen Kulturmagazin "Rinascita"
(Wiedergeburt) zufolge ist vieles in der kommunistischen Kunst formlos, albern, laeppisch, bloede, gruelich, haesslich und missgestaltet. Die kommunistischen Kuenstler
fuehlten sich durch diese Kritik verletzt, doch haben gute Parteimitglieder unter
ihnen versprochen, sich zu bessern. Sie wollen nicht, dass die Arbeiter hinfort wie
"rechteckige Gegenstaende mit hoelzernen Schenkeln" aussehen sollen.
"New York Herald Tribüne" (Paris) l6.Jan 1949
"American Overseas News Service" 13. Jan 1949
Russische Wirtschaftler suchen nach einer Antwort
"Die fuehrenden Wirtschaftler in der Sowjetunion beschaeftigen sich in einer
Reihe Konferenzen mit einem Thema von gewichtiger Bedeutung....naemlich eine fuer
Stalin und das Politbuero annehmbare Erklaerung dafuer zu finden, wie es kommt, dass
die Vereinigten Staaten auch weiterhin wirtschaftlichen Wohlstand aufzuweisen haben,
wahrend sie dochnach der Karx-Lenin-Stalin-Theorie bereits auf dem Tiefstand einer
katastrophalen Depression angekommen sein muessten.....Eine Anzahl sowjetischer ?/irtschaftler hat den Versuch unternommmen, tatsaechlich zu erklaeren, warum die Depression noch nicht planmaessig eingetreten sei. Der angesehenste unter ihnen war Eugen

-

11

-

�Targa, der einfach geradeweg behauptete, dass sich unser Zusamnenbruch noch um
10 Jahre verzoegern wuerde, weil wir uns nicht in unseren Massnahmen an die orthodoxen "kapitalistischen" Richtlinien hielten....Professor Varga und andere gleich
ihm wurden der Ketzerei fuer schuldig befunden und aus ihren hohen Stellungen entfernt...Die uebriggebliebenen Wirtschaftler wurden zusammengerufen, und es wurde
ihnen aufgegeben, eine Brklaerung zu finden, die mit der kommunistischen Dialektik
im Einklang steht....es war ihnen aber nicht moeglich, dieser Aufforderung gerecht
zu werden...Jetzt sind 70m Kreml Befehle ergangen, denen zufolge die Konferenz vergroessert werden soll, indem man die gesarate Sowjetische Akademie der Wissenschaften mit hinzuzieht, damit diese der Abteilung des Instituts fuer Wirtschaft, die
versagt hat, hilft.
"Washington Evening Star" 12. Januar 1%9
-

Manpower Division
0M0ÜS, APO 742

uHOOS, 9-«&lt;9. L, *rt li?, I 3/U C

12

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUHGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 1

Berlin, 25 Februar 1%9

MIT DIESER AUSGABE BEGINNT DER ZWEITE JAHRGANG DER ARBEITSMITTEILUNGEN.
DER INHALT IST INZWISCHEN VON ETWA 3000 WORTEN IN DER WOCHE AUF NAHEZU
7000 GESTIEGEN. DER ZWECK DIESES BULLETINS BESTAND DARIN, DEN DEUTSCHEN
GEWERKSCHAFTEN DAS INFORMATIONSMATERIAL UEBER GEWERKSCHAFTSWESEN UND ARBEITSANGELEGENHEITEN AUS DEM AUSLANDE ZUKOMMEN ZU LASSEN, WOFUER ANDERE
QUELLEN NICHT VERFUEGBAR WAREN. WIR MOECHTEN UNSERE LESER BITTEN,UNS BEKANNT ZU GEBEN, OB DIESE ART VON NACHRICHTENDIENST AUF DEM GEBIETE DES
ARBEITSWESENS DEN BEDUERFNISSEN ENTSPRICHT UND 7KJERDEN AUCH V0R3CHLAEGE
WIE AUCH KRITIK SEHR BEGRUESSEN.
torshallplan und Welthandel
Folgende Saetze sind einem Artikel von Thomas C. Blaisdell, dem stellvertretenden
Staatssekretaer im Amerikanischen Handelsministerium, entnommen. Blaisdell ist ein bekannter Wirtschaftler und eine anerkannte Autoritaet auf dem Gebiete des Welthandels.
"Der Marshallplan ist mehr als ein Versuch, Europa wirtschaftlich wieder aufzubauen. Es ist zugleich ein Teil des Versuches der Vereinigten Staaten, ihren Beitrag
EU den fuer einen bluehenden Welthandel unerlaessuchen Voraussetzungen zu schaffen.
)as eine Ziel des Mars hallplanes, naemlich der Wiederaufbau Suropas, widerspricht
liesem wichtigen amerikanischen Grundgedanken in keiner Weise, denn Westeuropa war
ätets am Welthandel#sehr stark beteiligt und wird diese Stellung auch in Zukunft wieier einnehmen. Die Vereinigten Staaten vollen ueberall in der Welt Gueteraustausch und
Capitalexport wieder in Gang bringen und den Welthandel von dem komplizierten und
ächwerfaelligen Netz von Einschraenkungen befreien, das ihn waehrend der Kriegs- und
JachkrJ.egszeit immer staerker behinderte.
Bevor Europa nicht wieder als ein Zentrum des Welthandels gelten kann, muessen
lie Amerikaner damit rechnen, dass ihre Handelsbilanz auch weiterhin so unausgeglichen
)leibt wie in den letzten Jahren, in denen die Vereinigten Staaten weit mehr exportierten als einfuehrten. Die Dollarknappheit hat bereits zu einer Schrumpfung des amerikalischen Handelsvolumens gefuehrt
Gleichzeitig mit dem Absinken der Ausfuhren gingen die Zahlen fuer die Importe
Ln die Hoehe. Aus diesen Anzeichen kann wohl auf einen allmaehlichen Ausgleich zwischen
imerlkanischen Exporten und Importen geschlossen v/erden
Der Marshallplan stellt den Versuch dar, der durch kriegsbedingte Stoerungen des
Internationalen Wirtschaftskreislaufes verursachten Dollarknappheit Herr zu werden.
Curopa erhaelt von uns Dollarkredite im Rahmen des Larshallplanes und gewinnt dadurch
Seit, um sich wieder in seine Stellung als Grossproduzent von Ausfuhrgütern hinein-

1 -

�zuarbeiten und wieder ein Zentrum des Welthandels und der internationalen Wirtschaftsentwicklung zu werden.

Einige unserer auslaendisehen Kritiker haben erklaert, dass der Marshallplan nur
dazu dient, unseren Export anzukurbeln und das Ausland mit Waren zu ueberschwemmen,
die wir nicht gebrauchen koennen. Diesen Anwuerfen laesst sich mit verschiedenen Argumenten begegnen, und ich moechte davon nur eines herausgreifen» wenn wir ein Interess
daran haetten, unsere ueberfluessigen Waren im Ausland abzusetzen, wuerden wir zweifellos keine Dollars zur Verfuegung stellen, um Gueter zu liefern, die auch bei uns verhaeltnismaessig knapp sind

Wir haben den Marshallplan so elastisch gestaltet, dass ein Teil unserer Dollars
auf Ankaeufe in aussereuropaeischen Ländern verwendet werden kann. Europa kann somit
LIarshallplandollars nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch' in andere Laender geben und damit ergibt sich gleichzeitig die Moeglichkeit, Kapital fuer die Entwicklung aussereuropaeischer Laender zur Verfuegung zu stellen. Europa konnte nach dieser Methode zunaechst Einkaeufe in den Laendern der westlichen Hemisphaere taetigen.
Dieses-System wird jetzt auch in anderen Teilen der Welt angewendet werden koennen,...,
Der Marshallplan ist nicht die einzige Kapitalquelle, die fuer den europaeischen
Wiederaufbau eingesetzt wird. Auch die Weltbank stellt Dollars zur Verfuegung und triel
im September 1948 die Entwicklung um ein gutes Stueck voran, als sie eine Anleihe von
8 100 000 Dollar garantierte, die zehn amerikanische Privatbanken der Regierung der
Niederlande zum Ankauf neuer Schiffe gewaehrten. Dieser Schritt ist deshalb bedeutsam,
weil die Weltbank damit den privaten Investitionsstrom amerikanischer Dollars nach dem
Ausland Rueckhalt verleiht. Gelingt es Europa innerhalb der naechsten vier Jahre, sein«
Produktionskapazitaet wieder herzustellen und von neuem ein Welthandelszentrum zu werden, dann duerften auch die Dollars zuversichtlicher amerikanischer Investanten wieder
nach Europa fliessen
Wir Amerikaner muessen uns bei unserer Beschaeftigung mit den Nationalen Prinzipien der europaeischen Voelker vor allem vor einem hueten; wir duerfen nicht darauf
bestehen, dass Europa unser System nachahmt. Wir erwarten den Aufbau eines gesunden
europaeischen Wirtschaftssystems," das ein hohes Mass an Freiheit sichert....
Europa muss selbst die richtige Loesung fuer das Problem finden, wie diese Freiheit garantiert und eine gesicherte Wirtschaftsstruktur geschaffen werden kann. Wir
sind vor allen Dingen darum bemueht, ein Europa wiederaufzubauen, das in eigenem Interesse, und indirekt damit auch in unserem, jene Freiheiten schuetzen will, die in
unserer "bill of rights" und in dem Grundsatz der "Freiheit von Furcht und Not" ausgedruckt wird.

Ich will mit diesen Darlegungen zeigen, dass der Marshallplan.nicht nur ein besseres Unterstuetzungswerk ist. Das Stadium der Hilfsmassnahmem ist ueberwunden, und wü
schaffen jetzt die Grundlagen fuer einen wirklichen Wiederaufbau. Unser Ziel ist ein
Europa, das seinen Platz in der produzierenden und handeltreibenden Welt wieder einnehmt
kann und sich sein Brot durch seine geistigen und manuellen Leistungen verdient.
"Amerika Dienst" 28. Januar 1949
VerteilungsQuoten des ECA-Fonds fuer 1949-1950

"Der Hauptanteil des Betrages in Hoehe von $4.280,000.000 den ^er Verwaltungsausschuss fuer das ERP (ECA) vom Kongress gefordert hat, um im Laufe des am 1. Juli beginnenden Rechnungsjahrs das Europaeische Wiederaufbau-Programm durchfuehren zu koennei
wuerde auf Grossbritannien, Frankreich, Westdeutschland und Italien entfallen.
Ausser dem Betrage von $4.280.000.000 hat der EGA $1.150.000.000 fuer die Durchfuehrung der Arbeiten fuer die Zeit vom 4. April bis 30. Juni 1949 gefordert, sowie
eine weitere Summe von 5150.000.000 fuer die Ermaechtigung fuer langfristige Projekte,
die ueber den 30. Juni 1950 hinausgehen , also insgesamt ^5.580.000.000.
Der Betrag von ^4.280.000.000, der lt. Vorschlag auf die 16 Laender und die 3
-

2 -

�b e s e t z t e n G e b i e t e v e r t e i l t werden s o l l , s e t z t s i c h im V e r g l e i c h zu den "Mindestaaetzen?
wie s i e von den u n t e r s t u e t z t e n Laendern g e f o r d e r t wurden, wie f o l g t zusammen:
TOHSCHLAEGE DES ECA-PR0GRAMM3 FÖER DAS RECHNUNGSJAHR 1949/50
( i n Millionen D o l l a r )
Von den
Laendern
er beten
Oesterreich
Belgien-Luxemburg und B e l g i s c h e
Ueberseegebiete
Daenemark
Triest
F r a n k r e i c h und U e b e r s e e g e b i e t e
Deutschland;
Bizone
F r a n z o e s i e c h e Zone
Griechenland
Island
—
Holland und Ueberseegebiete
Irland
Italien
Norwegen
Portugal
Schweden
Tuerkei

-

Vereinigtes Koenigreich

-

Insgesamt (gefordert und vorgeschlagen)
Dollarkosten fuer strategisches Material
Ozeanfracht fuer Liebesgabenpakete
Technische Hilfe
Verwaltungskosten
Vertraulicher Fonds
___

Vom ECA
vorgeschlagen

217.0

197.0

250.0
110.0
12.8
890.0

200.0
109.0
12.0
875.0

372.4
100.0
198.1
10.0
507.0
75.4
610.1
131.8
100.6
70.7
94.2

404.0
115.0
170.0
7.0
355.0
64.0
555.0
105.0
10.0
54.0
30.0

940.0

940.0

4-,690.1
___

—

_ —

Gesamtfonds, den der ECA vom Kongress forderte;

4,202.0©
—
___

- __ —

32.0
15.0
15.0
17.5
0.5
4.280.0

C) abzueglich ^2.000.000 um den gesamten vom ECA verlangten Betrag auf
$4.200.000.000 abzurunden.
"New York Times" 10. Februar 1949.
Warum die amerikanischen Gewerkschaften das Taft-HartleyGesetz bekaempfen
Ueber das Taft-Hartley-Gesetz, das von den amerikanischen Gewerkschaften und auch
von Praesident Truman bei den kuerzlichen Praesidentenwahlen so angegriffen wurde, ist
schon viel geschrieben worden. Es ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dass der
neue Kongress das Taft-Hartley-Gesetz durch'irgend eine andere Arbeitergesetzgebung
ersetzen wird. In einer kuerzlichen Nummer der Nev; York Times gab Arthur J. Goldberg,
der Hauptberater des CIO die Ansichten dieser grossen Arbeiterorganisation ueber die
Arbeitsgesetzgebung bekannt«-

3 -

�"Da sich jetzt die Debatte ueber das neue Bundesarbeitsgesetz entwickelt, koennen
wir es uns nicht erlauben, gewisse grundlegende Tatsachen und Prinzipien ausser Acht
zu lassen, auf denen ein gesundes Arbeitsgesetz fussen muss:"1. Die Arbeiterorganisationen in Amerika arbeiten noch in einer stark feindlichen
Atmosphaere
Die wohlorganisierte Arbeiterbewegung in New York
kann fuer das uebrige Land nicht als typisch angesehen werden. Die Organisierung
im Lande - als Ganzes gesehen - ist durch das Taft-Hartley-Gesetz ausserordentlich erschwert worden. Etwa nur £ von insgesamt 60 Millionen L'enschen der arbeitenden Bevoelkerung sind organisiert. Dieser Prozentsatz schneidet sehr schlecht
ab im Vergleich zu 48,2? in Grossbritannien, 35? in Italien, 36,8? fuer Frankreich, 33,4? fuer Norwegen, 36,6t fuer Schweden und 31? fuer Daenemark. Im Jahre
1%7, dem letzten Jahr der Gueltigkeit des Lagner Gesetzes (das teilweise durch
das schaerfere Taft-Hartley-Gesetz abgeloest wurde) berichtete der Ausschuss
fuer Arbeitsfragen ueber mehr Faelle von Klagen ueber Zwang, Behinderung und Einmischung seitens des Personals als jemals zu einer Zeit in der Geschichte dieses
Gesetzes.

"2. 7rir muessen den Schutz der Kollektiwerhandlung und der Selbstorganisation zu
einem grundlegenden und unzweideutigen Ziel der Bundes-Arbeitspolitik machen,
"j'ir koennen nicht, wie es der 80. Kongress beim Taft-Hartley-Gesetz tat, vorgeben, das oeffentliche Interesse an der Selbstorganisation und dem Kollektiwerfahren zu schuetzen und gleichzeitig behaupten, dass der Arbeitgeber ein IntereS'
se daran hat, von der Selbstorganisation und dem Kollektiwerfahren frei zu sein
was das Gesetz ja hueten und schuetzen muss.
"3. "Tir muessen bei der Gesetzgebung vielmehr von dem bildlichen und typischen Verstoss ausgehen anstatt vom Einzelfall. Es hat sich eine gefaehrliche Tendenz
entwickelt, Gesetze zu erlassen, die besondere Faelle umreissen. Das war es auch
was fuer eine so unglueckliche Gesetzgebung wie Ä e verwirrende und unwirksame
Einschraenkung in bezug auf den Unterstuetzungsfonds verantwortlich war, die
lediglich in dem Gesetz verankert war, um den Bergwerksdirektoren in einem
Streitfall mit dem Verband der Vereinigten Bergarbeiter Amerikas zu helfen. Demzufolge wurde auch im Taft-Hartley-Gesetz eine allgemeine Verwerfung aller
Boykotts aufgenommen ohne Ruecksicht auf die Umstaende, unter denen diese Durchgefuehrt wurden.
"4. Ein gesundes Arbeitsgesetz darf niemals von der Voraussetzung abweichen, dass
das Kollektiwerfahren am besten gedeiht, wenn die Regierung so wenig wie moeglich eingreift. Man sollte nicht zulassen, dass das Bundesstatut, das fuer die
Beziehungen in der Industrie massgebend ist, in dem Masse degeneriert wie das
Taft-Hartley-Gesetz, und zwar so, dass es, wie der Senator Douglas aus Illinois
es einmal treffend bezeichnete, zu einem "industriellen Emily Post-V7aelzer" (*)
wird. Die Taft-Hartley-Tendenz....bedeutet eine Diktatur der Regierung. Sie bedeutet auch,dass die Handhabung des Statuts in eine starre und unrealistische
Zwangsjacke gepresst wird anstatt der Handhabung nach freiem Ermessen fuer ein
gewisses Lavieren Spielraum zu geben.
"5. Es ist hoechst gefaehrlich, die Arbeitsgesetzgebung, wie es beim Taft-HartleyGesetz der Fall ist. Punkt fuer Punkt im einzelnen zu betrachten und eine Untersuchung daraufhin durchzufuehren, ob jede einzelne Bestimmung fuer sich allein
anfechtbar ist. Kein Gesetz kann in einem Vakuum wirksara sein, und dies trifft
in ganz besonderem Masse auf das Arbeitsgesetz zu. Es ist daher irrefuehrend,
wenn man einzeln fuer sich Faelle untersucht wie z.B. Gesuche von Arbeitgebern
(*)

Emily Post verfasste ein Buch ueber die gesellschaftlichen Umgangsformen, das
in Amerika das klassische Werk auf diesem Gebiete geworden ist.

- 4 -

�auf Abhaltung von V/ahlen, das Recht der Arbeitnehmer, bei Betriebswahlen 'Wahlagitation zu treiben, das Recht der Streikbrecher, aber nicht der Streikenden,
zu waehlen, und das Recht auf Streik gegen eine anerkannte Gewerkschaft. Alle
diese Bestimmungen muessen als ergaensende Teile einer einzigen streikbrecherischen Technik angesehen werden' die einem gewerkschaftsfeindlichen Arbeitgeber lt. dem Statut zu Gebote steht.
"6. Das Recht auf Streik ist fuer die freie Gesellschaft von grundlegender Bedeutung. Alle diejenigen, die so nachdruecklich darauf bestehen, dass von allen
Produktionsunterbrechungen, die in unserer Wirtschaft vorkommen, nur Streiks
fuer die Bundesgesetzgebung oder fuer ein Verbot herausgegriffen werden sollten, koennen sich logischerweise der Kette von Folgen, die sich aus ihren Voraussetzungen ableiten, nicht entziehen, denn das Verbot des Streikrechts ist
ein langer Schritt vorwaerts auf dem V/ege, der zum Totalitarismus und zur
vo 11 staendigen Schematisierung der '.Virtschaft fuehrt.
"Es scheint mir, als ob das Taft-Hartley-Gesetz diese Ueberlegungen vollkommen
ausser Acht gelassen hat und dass das Wagner-Gesetz das mit gewissen Abaenderungen in
die Vorlage des Thomasgesetzes, die jetzt dem Kongress vorliegt, mit einbezogen wurde,
ihnen die ihnen zukommende Bedeutung beimisst." (**)
(**)

Dieser Gesetzentwurf hat - wie es im Kongress ueblich ist - seinen Namen von dem
Vorsitzenden des Planenden Ausschusses, Senator Slbert Thomas, eine international
bekannte Authoritaet auf dem Gebiete des Arbeitswesens, ist Vorsitzender des Senatsausschusses fuer Arbeits- und Unterrichtsfragen.
"The New York Times" 11. Februar 1%9
Die Ziele guter Arbeitsbeziehungen zwischen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Ein Ausschuss, der sich aus Gewerkschaftlern und Industriellen zusammensetzt, hat
inter der Leitung einer privaten Gruendung, des "Twenty Century Fund", seine Taetigceit aufgenommen und hat die wesentlichen Punkte, die den Gegenstand guter Beziehungen
zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bilden, untersucht. Der Ausschuss hat in seinem
Bericht folgende Ziele der Arbeiterschaft aufgefuehrt:"Das Gefuehl der Sicherheit, sowohl in der Arbeit wie auch in der Geraeinschaft.
Der organisierte Arbeiter sieht die Gewerkschaft in erster Linie als seinen
Schutz an.
"Eine Gelegenheit zum Vorwaertskommen, eine guenstige und gerechte Chance zur Befoerderung und allgemeine bessere Stellung des Arbeiters.
"Eine menschlichere Behandlung, einschliesslich d:. Befragung des Arbeiters ueber
Dinge, die fuer die TJohlfahrt der Arbeiterschaft von lebenswichtiger Bedeutung
sind.
"Das Gefuehl der Wuerde am Arbeitsplatz, das Gefuehl auf Seiten des Arbeiters, dass
er eine nuetzliche, produktive Arbeit leistet.
Folgendes sind die Ziele der Arbeitgeber;
"Gute Beziehungen zum Personal, seine Loyalitaet zu gewinnen und es in bezug auf
die" Arbeitsverhaeltnisse zufriedenzustellen.
"Freizuegigkeit in der Leitung, ohne Einmischung der Gewerkschaften oder des Personals.
"Geschaeftsmaessige Beziehungen (Verhaeltnisse) und mehr Verantwortungsgefühl
seitens des Personals und der Gewerkschaften, so dass das Unternehmen die Gewaehr hat, dass die Vertraege und Abkoromen mit den Gewerkschaften durchgeführt
werden.

-

5 -

�Der Bericht wurde einstimmig vom Auscchuss unterzeichnet, der sich wie folgt
zusammensetzt: William H. Davis, Vorsitzender (frueher Vorsitzender des Landeseusschusses fuer Arbeitsfragen im Kriege) James A. Brownlow von der AFL, William L.
Cherney vom "Collier1s Weekly", Howard Copnley, American Standards Company, Herbert
W. Payne, vom Verband der Textilarbeiter Amerikas (CIO), Prof.Sumner H. Slichter,
Harvard University, und Prof. Edwin E. Witte von der Universitaet Wisconsin.
Amerikanisches Arbeitsministeriura
"Weekly Labor News Digest" 26. Januar 1949
Deutsche Veroeffentlichungen ueber Arbeitsprobleme
In Dortmund besteht eine Organisation zum Studium sozialer und wirtschaftlicher
Probleme, die fuer die Gewerkschaften von Interesse sind. Dr. Otto Neuloh und mehrere
Kollegen haben in Dortmund Rheinlanddamm 201, eine Sözialforschungsstelle eingerichtet. Diese Organisation, die sehr von den Gewerkschaften unterstuetzt wird, ist der
Universitaet Muenster angeschlossen. Nachstehend die Titel einiger Studien, die vor
kurzem von dieser Gruppe von Wissenschaftlern, die mit sehr wenigem viel schaffen,
veroeffentlicht wurden.
Es handelt sich um 6 Broschueren, die alle im Jahre 1947 gedruckt wurden und unter der Bezeichnung "Dortmunder Schriften zur Sozialforschung" erschienen sind;
1. Loehne und Lebenshaltungskosten, von Dr. Marga Rohlfing. Eine Studie ueber die
verschiedenen Klassen von Arbeiterfamilien In bezug auf Einkommen und Lebenshai tungsko st en.
2. Sozialaufbau und Gebietliche Wirtschaftsplanung, von Dr. Karl Schiller, Direktor des Instituts fuer Aussenhandel und Ueberseewirtschaft der Universitaet
Hamburg.
3. Marktspaltung und Kernplanung in der Volkswirtschaft von Dr. Wilhelm Kromphardt, Professor der Volkswirtschaftslehre, Technische Hochschule, Hannover.
4. Ernaehrung. Gesundheit, Leistung,Teil I:"Ernaehrungslage und Gesundheitszustand" schrieb Obermedizinalrat Dr. Oliver, Teil II«"Die Auswirkungen der
Mangelernaehrung" von Dr. med. Otto Graf. Dies ist eine Studie ueber den
Lebensmittelmangel der Arbeiter.
5. Gegenwartsfragen des Deutschen Arbeitsrechts von Assessor Helmut Duvernell
(unter besonderer Berücksichtigung der Englischen Zone)
6. Wirtschaftliche Vernunft und Wirtschaftliche Weisheit, von Irof. Bernhard
Pfister, Leiter des Instituts fuer Verkehrswissenschaft und Verkehrspolitik
an der Universitaet Hamburg.
Abgesehen von obigen Broschueren hat die Sözialforschungsstelle die ersten
vier Buecher der Studienreihe fuer 1948 veroeffentlicht. Diese werden unter der Bezeichnung "Sozialforschung und Praxis" gedruckt.
1. Der Ausgleich von Kriegslasten vom Standpunkt der Sozialgerechtigkeit, von
Dr. Herbert Guersch.
2. Das Recht des Berfignann, von Dr. Gerhard Boldt, Rechtsanwalt in Dortmund und
Lehrbeauftragter an der Universitaet Muenster. Dieses Buch beruecksichtigt
insbesondere das Ruhrgebiet.
3. Der Aufbau des Rfarvolkes im Zuge der Ost-West-Wanderung Dr. Wilhelm Brepohl. Es handelt sich hier um eine Studie zur Zu- und Abwanderung verschiedener Volkskreise waehrend des 19. und 20. Jahrhunderts.
Eine Anzahl anderer SpezialStudien wird jetzt veroeffentlicht oder wird in Kuerze erscheinen. Fuer alle, die daran interessiert sind, wiederholen wir hier die Adresse. Dr. Otto Neuloh, Sözialforschungsstelle, Dortmund, Rheinlanddamm 201.

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�Die Kommunisten und die Britischen Gewerkschaften
Am 27. Oktober 1948 veroeffentlichte der Britische Gewerkschaftsbund (TUC)
eine ""farnung an Gewerkschaftler" vor den Bemuehungen der Kommunisten, den Bestrebungen der Gewerkschaften, das Programm der Regierung fuer den Nachkriegs-Wiederaufbau zu unterstuetzen, Widerstand zu leisten. Am 24. November 1943, veroeffentlichte der Generalrat des TUC eine zweite Erklaerung zu demselben Thema. Einige
3aetze aus der zweiten Erklaerung sind nachstehend zitiert. Die Erklaerung vom 24.
November legt klar, dass:
"die Gewerkschaftsbewegung es niemals einer Minderheit innerhalb der Bewegung
»•erwehrt hat, zu versuchen, die Politik einer Aenderung zu unterziehen, dass es aber
irollkommen den Begriffen unserer Bewegung zuwiderlaeuft, bzw. ihrer Ueberlieferung
entgegensteht und sich fuer ihr Prestige verhaengnisvoll auswirkt, wenn sie zulaesst
dass ihre von demokratischen Prinzipien bestimmte Politik auf das Geheiss eines
ausserhalb der Bewegung stehenden Systems untergraben wird."
Die kommunistische Partei wird nicht nur als ein System bezeichnet, das aussertialb der Arbeiterbewegung operiert, sondern als eine Partei, die in ihrer Arbeit
ron Einrichtungen kontrolliert wird, die weder britisch noch demokratisch sind. Es
ist eine Organisation, die die Gewerkschaftsbewegung ausnutzt.
Die Erklaerung macht darauf aufmerksam, dass die Britische Kommunistische Partei noch bis August 1947 eifrig alle Bemuehungen unterstuetzte, die englische Proiuktion zu erhoehen, um den Lebensstandard in England zu heben. Damals brachte die
Partei Plaene in Vorschlag, das Programm des wirtschaftlichen Wiederaufbaus zu beschleunigen. Ausserdem standen die englischen Kommunisten im August 1947 dem Gedanken einer Hilfe von Amerika guenstig gegenueber.
Ploetzllchefflrsaenderungder Kommunisten
Dann wurde im September 1947 das Kominform gegruendet. Nun aenderte sich der
£urs der Kommunistischen Partei Grossbritanniens, Produkt!vitaet war fuer die Satellitenstaaten Sowjetrusslands noch notwenig, aber eine groessere Produktivitaet
In Frankreich, Italien und besonders in Grossbritannien wuerde den Wiederaufbau
Vesteuropas mit Hilfe Aaerikas beschleunigen. Jetzt schwenkte die Kommunistische
Partei Grossbritanniens um und der "Kurs" vom August 1947 war weiter nichts als eine
ueberholte Taktik.
Man muss sich daran erinnern, dass die Haipttaktiken, wie sie uebereinstimmend
70m Generalrat in bezug auf die Produktivitaet, das Europaeische Wiederaufbauprogramm, Löhne, Preise und Gewinne wie auf den Weltgewerkschaftsbund empfohlen wurden
nicht nur von der ueberwaeltigenden Mehrheit in Margate gebilligt worden warer,
sondern dass auch der Gewerkschaftsbund nachdruecklich und mit ueberwaeltigender
«lehrheit seine Missbilligung zum Ausdruck gebracht hatte ueber die Versuche einiger
politisch Inspirierter Delegierten, die Taktik zum Scheitern zu bringen, von der
Dffenbar die Gewerkschaftsbewegung allgemein innerlich ueberzeugt war.
Nun haette man annehmen koennen, dass die entschiedene Billigung der Politik
des Generalrats bei Fragen, die fuer die Gesundung der Nation von so lebenswichtiger
Bedeutung sind, jetzt auch von der Minderheit akzeptiert werden wuerde. Jedoch unmittelbar nach der Konferenz gab die Kommunistische Partei Grossbritanniem; massgebliche Erklaerungen ab, in denen sie nicht nur den Ansichten der Minderheit Beifall
zollte, sondern mit grossen '.Vortschwall zum Ausdruck brachte, dass die Mehrheit nicht
die Ansichten der Gewerkschaftler vertrete und dass trotz der ueber diese Fragen
stattgefundenen Diskussionen und trotz der gefassten Beschluesse jetzt noch klarer
zum Ausdruck kommen vnierde, dass die "Kommunistische Partei Schritte unternehmen wolle,
hinter dem Ruecken des Gewerkschaftsbundes zu arbeiten und Unzufriedenheit unter den
Gewerkschaftsmitgliedern zu saeen.

7 -

�Kurz, die Kommunisten haben erklaert, dass sie nicht nur ihren Anhaengern
empfehlen werden, die auf der Konferenz demokratisch gefassten Beschluesse abzulehnen, sondern dass die Mitglieder der Kommunistischen Partei,die Absicht haben, alles
zu tun, was in ihrer Macht steht, um diese Politik zu unterminieren und durch umstuerzlerische Taktiken innerhalb der verschiedenen dem Bund angeschlossenen Gewerkschaften Unzufriedenheit unter den loyalen Mitgliedern zu stiften....
"Verbrecherischer Betrug"

Kurz, alle Delegierten auf der Konferenz, die ihre Stimme fuer die Empfehlungen
des Generalrates abgaben, werden faelschlich als Maenner gebrandmarkt, die ihre gewerkschaftlichen Prinzipien beiseitegeworfen haetten. Darueber hinaus muessten Schri
te von der "Opposition" - die, wie zugegeben wird, von den Kommunisten gefuehrt wird'
unternommen werden, um die Beschluesse und Richtlinien von Margate .zu verwerfen.
Mr. Palme Dutt, der Generalsekretaer der kommunistischen Partei, hat einen
Kommentar zu der Konferenz von Margate abgegeben. Er behauptete, dass die ueberwaeltigende Mehrheit der Delegierten sich fuer die "Unverletzlichkeit der Profite, den
Verzicht auf Lohnforderungen, Zusammenarbeit mit der Herrenklasse, fuer den Krieg
gegen die aktiven Gewerkschaftler, Zerschlagung der internationalen Einigkeit und
die Abhaengigkeit vom amerikanischen Koloss des Grossunternehmertums" ausgesprochen
habe. Er brachte ganz eindeutig seine Ansicht darueber zum Ausdruck, dass die Mehrzahl der Delegierten "treultbse, verraeterische Vernichter" seien und dass sie "eine
panische Furcht" vor der "wachsenden Staerke und Aktivitaet der Opposition der werktaetigen Klasse" gezeigt haetten.
Der Generalsekretaer der Kommunistischen Partei erklaerte auch dass die Beschluesse der Margate-Konferenz steigendes Elend und wachsende Armut fuer Millionen
des arbeitenden Volkes Englands zur Folge haben wuerden, "wenn man nicht energisch
dagegen ankaempfe". Weiter erklaerte er, dass die Darlegung der wirtschaftlichen
Lage seitens des Generalrates des TUC "ein verbrecherischer Betrug an der Bewegung"
sei
Die Kommunistische Partei steht daher jetzt wieder in schaerfster Opposition
zu der demokratisch formulierten Politik der Gewerkschaftsbewegung, wie sie auf
zwei Konferenzen der Exekutiven und auf dem Kongress selbst beschlossen wurde.
Jahrelang hat sich die kommunistische Partei staendig in die inneren Angelegenheiten der angeschlossenen Gewerkschaften eingemischt, und diese verschwoererische Arbeit hat zugenommen. Ihre Anmassung bzw. Vermessenheit, die Politik ausserhalb des Apparats der Gewerkschaftsbewegung zu formen mit der Absicht, diese
Politik in die normalen Kanaele zu leiten, ist ebenfalls immer kuehner geworden.
Die Bewegung muss auf dem Laufenden gehalten werden.
Der Generalrat sieht es fuer notwendig an, dass die Gewerkschaftler in der
gesamten Industrie ueber das Bestehen des Apparates voellig unterrichtet sind, mit
dem die Kommunistische Partei versucht, die Politik und die Arbeit ihrer Gewerkschaften zu lenken. Der Generalrat schlaegt vor, Material darueber zu veroeffentlichen, das weitere Informationen ueber das Funktionieren dieser I-iaschinerie und
ueber die schlimmen Folgen der kommunistischen Einmischung in die gewerkschaftlichen Angelegenheiten bekanntgibt.
Es ist z.B. bekannt, dass es Industrieausschuesse gibt, die von der Kommunistischen Partei aufgestellt wurden und in vielen Industrie- und Gewerbezweigen bestehen, z.B. bei den Eisenbahnen, im Transportwesen, in der Schiffahrt, in den
Baumv/ollSpinnereien, im Bergbau, usw. usw. Die Mitglieder dieser Ausschuesse bestehen su3 Delegierten, die aus den Gewerbe- und Industriezweigen stammen, in denen
sie eine Funktion haben, «us diesen industriellen Unterausschuessen sichert sich
die Kommunistische Partei das Informationsmaterini, wonach die Funktionaere der
Kommunistischen Partei, die keine Bindung zu dem betreffenden Industriezweig haben,
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�ihre Industriepolitik und Taktiken entwerfen und ausarbeiten, die als Grundlage
fuer Belehrung und Propaganda, die innerhalb der Gewerkschaften gelenkt werden,
dient.
Der Generalrat haelt es fuer notwendig, die angeschlossenen Gewerkschaften
aufzufordern, Untersuchungen darueber anzustellen, in welchem Misse diese Einmischung in ihren besonderen Gewerben und Industrien bereits vorgeschritten ist.
Die Gewerkschaften muessen ernstlich in Erwaegung ziehen ob es mit den Verpflichtungen, die sich aus der Loyalitaet der Politik der Gewerkschaft und der Bewegung als Ganzes gegenueber ergeben, vereinbar ist, wenn ein Mitglied diesen industriellen Unterausschuessen oder in den Landesausschuessen der Kommunistischen
Partei eine Funktion ausuebt, gleichzeitig aber auch das Amt eines Exekutivfunktionaers oder eines Delegierten in der Gewerkschaft innehat.
Ein falsches Bild fuer das Ausland
Darueber hinaus ist der Generalrat der Meinung, dass eine Politik nicht fortgefuehrt werden darf, durch die die Haltung des Britischen Gewerkschaftswesens im
Auslande durch Abgesandte von Gewerkschaftsbuenden oder von Mitgliedern von Gewerkschaften, die - vielleicht persoenlich - zu Konferenzen oder Demonstrationen im Ausland eingeladen wurden, in falschem Licht dargestellt wird. Im Laufe von 2 Jahren
haben sich Vorfaelle dieser Art ereignet mit dem Erfolg, dass die Arbeiter in anderen Laendern einen ganz falschen Eindruck von der Britischen Gewerkschaftsbewegungerhielten. Von jetzt ab wird der Generalrat alle moeglichen Massnahmen ergreifen,
um die Behauptungen solcher Personen zurueckzuweisen, die vorgeben, im Kamen der
Britischen Gewerkschaftsbewegung zu sprechen.
Bei den Gewerkschaftsraeten
Ausserdem ist der Generalrat ueber die Kommunistische Aktivitaet innerhalb
gewisser Gewerkschaftsraete ernstlich besorgt, die die Meinung aufkommen laesst,
dass manche davon als V'erkzeuge fuer die direkte oder indirekte Foerderung der kommunistischen Politik angesehen werden.
In gewissen Gegenden hat die Taetigkeit der zerstoerenden Elemente, die fuer
die Koiimunistische Partei und die ihr untergeordneten Organisationen arbeiten, die
Arbeit der Gewerkschaftsraete schwieriger gestaltet, und die Delegierten in gewissen
Gebieten der Gewerkschaftsraete bleiben den Versammlungen fern, weil sie es ablehnen
sich dauernd mit endlosen Diskussionen zu befassen, die jeder praktischen Arbeit auf
gewerkschaftlichem Gebiete im '.'.rege stehen.
Es ist bekannt, dass manche Gruppen sich unlaengst aus gewissen Gewerkschaftsraeten zurueckgezogen haben, weil sie von den kommunistischen Delegierten fuer ihre
Zwecke benuetzt wurden.
Als es im Jahre 19/» 3 den Gewerkschaf tsraeten wieder gestattet war, Delegierte
von Gewerkschaftsgruppen aufzunehmen, die Mitglieder kommunistischer oder faschistischer Organisationen waren, war dies als Experiment gedacht, denn der Generalrat
brachte der Gewerkschaftsbewegung gegenueber klar zum Ausdruck, dass im Falle einer
erneuten Entwicklung von zersetzender Taetigkeit seitens der kommunistischen und
faschistischen Organisationen der Generalrat als eine dem Gewerkschaftsbund gegenueber verantwortliche Koerperschaft jede ihm geeignet erscheinende Massnahme ergreifen wuerde, um die Gewerkschaftsraete vor der Zersetzung oder anderen Aktionen zu
schuetzen, die dem allgemeinen Interesse der Bewegung schaedlich sind.
Bei der Pruefung und Untersuchung der Bemuehungen der Kommunistischen Partei^
Abneigung und Unzufriedenheit innerhalb der Bewegung zu stiften, beabsichtigt der
Generalrat, sein besonderes Augenmerk auf die Notwendigkeit zu lenken, die Gewerkschaftsraete zu schuetzen, deren Funktion nicht darin besteht, Jrolitik zu treiben,
sondern die Politik des Bundes zu foerdern. Mittlerweile koennen die Gewerkschaftsraete und die ihnen angeschlossenen Gruppen dabei helfen, die Lage in ihrem Bezirk

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�zu pruefen und die Bestrebungen zu bekaempfen, die Gewerkschaftsraete als erkzeug
fuer die Propagierung von Massnahmen, die sich gegen die demokratische struktur und
Apparatur unserer Bewegung richten, zu benutzen.
Beistand wird zugesagt
Der Generalrat ist entschlossen, trotz des Hauchschleiers der Falschheit und
Herabsetzung gegenueber dem Hat selbst, den Mitgliedern der Gewerkschaftsexekutiven
und den Delegierten beim Bund den Kampf auszutragen. Er beauftragt daher den Ausschluss fuer Allgemeine ilanung und den Internationalen Ausschuss, als gemischte
Koerperschaft zu wirken, um staendig einen Ueberblick ueber alles zu haben, was mit
diesem Kampf zusarrmenhaengt und dem Qtt&amp;ctr&amp;lrat Vorschlaege zu unterbreiten, die als
informatorische und richtunggebende Grundlage fuer die Gewerkschaften, fuer die Gewerkschaftsraete und die einzelnen Mitglieder dienen sollen, um ein Einsickern und
eine Einmischung in die Gewerkschaftspolitik von Kraeften ausserhalb der Bewegung
und selbst ausserhalb dieser Kuesten zu bekaempfen.
"Flugschrift des TÜC".
Fersoenliche Ansichten eines amerikanischen Beamten
ueber die deutschen Gewerkschaften

Bevor er Deutschland verliess, hielt Edwin F. Beal, der Berater der Amerikanischen Militaerregierung fuer Arbeitseinsatzfragen, am 15. November von Stuttgart aus
eine Ansprache ueber den Rundfunk. Mr. Beal sagte, dass er als Privatmann spraeche
und nicht als oeffentlicher Beamter.
"Obwohl ich das uebliche Leben eines Mitgliedes der Besatzungsmacht fuehrte, da
so fernstehend ist von dem taeglichen Leben des durchschnittlichen deutschen Buerger
und Arbeiters, habe ich doch manches vom alltaeglichen Leben und Treiben in Deutschland gesehen, wie auch von der Taetigkeit des deutschen Arbeiters in seinen Arbeiter
Organisationen, in den Fabriken, in seinem ^eim. Zwar habe ich nicht so viel gesehen
wie ich es gewuenscht haette, aber immerhin noch genug, um gewisse Aehnlichkeiten
und Kontraste zwischen den Angelegenheiten der arbeitenden Klasse und denen der Gewerkschaften in Deutschland und in meinem eigenen Lande festzustellen. Ich moechte
sagen, dass mehr Aehnlichkeit besteht als Unterschied, wenn ich alle meine Eindrücke
mit einigen Porten wiedergeben muesste
"Das fiel mir schon auf, als ich das erste Mal in offizieller Eigenschaft einer
deutschen Gewerkschaftsversammlung beiwohnte. Es war dieselbe Art von kahlem unfreundlichem Raum, wie ihn die Arbeiter in meinem Lande fuer ihre Versammlungen zu
mieten gewohnt sind. Die Mitglieder stroenten herein, plaudernd, scherzend und lache
Ich hoerte dasselbe undeutliche und verwirredne Stinmengemurmel, das man, abgesehen
von dem Unterschied in der Sprache, auch bei den amerikanischen Versammlungen hoert.
Die Versammlung wurde eroeffnet und die Arbeit begann. Ich stellte fest, dass der
Vorsitzende die Versammlung zur Ordnung rief, indem er eine Glocke betaetigte statt
mit einem Hemmer auf den Tisch zu schlagen, wie wir es in den Vereinigten Staaten
tun. In dem Masse wie die Arbeiter begannen, um das V/ort zu bitten, wurde mir alles
mehr und mehr vertraut.
"Ich stellte fest, dass diese deutschen Arbeiter ueber Probleme sprachen, die
ich auch die Arbeiter in Amerika hatte diskutieren hoeren, und ziemlich auf die
gleiche ",'eise. Sie versuchten, durchzusetzen, dass ihre Frauen und Kinder genug zu
essen, Kleidung, Unterkunft, Sicherheit und Freiheit und Frieden fuer die Zukunft
haetten. In ihrer Art, die Dinge zu sagen, waren manche hochtrabend, manche sprachen
mit schriller Stimme, andere wieder geziert, ernst, einige sprachen ernsthaft, manch
wieder unbeholfen. Dennoch herrschte allgemein eine Atmosphaere des Ernstes und der
Aufrichtigkeit, die ich anerkennen musste und in der ich mich heimisch fuehlte. Abgesehen von allen persoenlichen Unzulaenglichkeiten herrschte aber ein Ton und ein
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�Geist, der bewies, dass ein demokratischer Fortschritt existiert« es waren einfache
Leute, die Probleme anpackten, die fuer ihr taegliches Leben von 7/ichtigkeit waren.
Ich verliess die Versammlung mit einem Gefuehl der Hoffnung und des Vertrauens
auf die Zukunft der Demokratie in Deutschland. Dieses Vertrauen ist gewachsen und
hat sich vertieft.
"Rundfunksendung der Militaerregierung Vuerttemberg-Baden"
Stuttgart, 15. November 1948.
Der sowjetische Standpunkt ueber Gewerkschaften und Politik
Aus franzoesischer Quelle liegt uns eine Erklaerung vor, die am 16. November 48
in der "Prawda", dem offiziellen Sowjetorgan, erschien. Es handelt sich um einen Kommentar des Genossen Kusnjezow, dem Leiter der Staatlichen Gewerkschaften in Russland,
zu der Einrichtung von Gewerkschaftsraeten in den Republiken und Bezirken. Vie er
sagte, werden diesen Raeten die folgenden Funktionen obliegen«"um die politischen Pflichten, wie es verlangt wird, richtig und gut zu erfuellen, ist es, wie Stalin gesagt hat, notwendig,
"1. unsere gewerkschaftliche Taetigkeit zu verbessern, damit sie den politischen
Erfordernissen der Partei gerecht wird,
"2. die Arbeit der gewerkschaftlichen Fuehrerschaft auf die gleiche Stufe zu
bringen wie die der politischen Fuehrerschaft,
"3. die volle Durchführung der politischen Direktiven und Parteibeschluesse
durch die gewerkschaftliche Fuehrerschaft.
"Die Partei der Bolschewik! beobachtet aufmerksam von "Dag zu Tag die Konsolidierung der Gewerkschaften.
"Die Gewerkschaftsraete muessen regelmaessig die Agenten der Gewerkschaften, die
in den Staedten und Doerfern taetig sind, zusammenrufen, um die Erfahrungen auf gewerkschaftlichem Gebiete zu besprechen und um die Beschluesse und Direktiven, die von
der Partei, der Regierung und vom Zentralrat der Gewerkschaften ergangen sind, zu erlaeutern."
Diese Forderung ist klar; die Gewerkschaften sind in erster Linie der kommunistischen Partei ihre Loyalitaet schuldig. Auch ist die Forderung fest und entschlossen.
Es kann keine Frage darueber geben, ob die Gewerkschaften ihren Mitgliedern gegenueber eine Verantwortung tragen. Sie muessen Werkzeuge der Regierung und der Partei
sein, die ja beide identisch sind.
"Bulletin Hebdomadaire Reserve aux Militants
Syndicalistes Libres" 19. November 1943
Die Auffassung der Sowjets vom Gesetz und den Menschenrechten
Unlaengst wies Charles E. Bohlen, der Berater des Amerikanischen Aussenrr.inisteriums, in einer Rede vor der New Yorker Anwaltsvereinigung auf einige grundlegende
Unterschiede zwischen der kommunistischen und der demokratischen Gesellschaft hin.
"In unserer demokratischen Gesellschaft besteht die Funktion des Staates darin,
die menschlichen Rechte und grundlegenden Freiheiten zu wahren und zu foerdern. Der
Staat existiert zum 7/ohle des Menschen und nicht der Mensch zum .Vohle des Staates.
Jeder einzelne Mensch muss in seiner Lebensfuehrung soviel Freiheit haben, wie dies
mit den Rechten der Anderen vereinbar ist. Das sind die wesentlichen Bestrebungen
und Ziele unserer Gesetze. Die Freiheit und Wuerde des einzelnen Menschen kann nur
unter einem Gesetzsystem erreicht werden, das die Hechte des einzelnen Menschen
schuetzt.
"Dieser moralische Begriff, der hinter unseren Gesetzen steht, traegt zur Annehmbarkeit des Prinzips bei, dass in internationalen Dingen statt Gewalt und Anarchie die Vorschriften des Gesetzes herrschen sollten.
"Die sowjetische Auffassung vom Gesetz vertritt vollkommen entgegengesetzte An- • 11

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�sichten. Die Sowjets verneinen nachdruecklichst, dass ihm ein moralischer Begriff
innewohnt und bezeichnen den Glauben daran, dass es so etwas wie Ehrlichkeit und Gerechtigkeit gibt, als Heuchelei der Bourgeoisie. Fuer sie ist das Gesetz lediglich
ein Werkzeug des Staates und nicht zum Schutze des einzelnen Menschen. Keine geringere
Autoritaet als Wischinskij, dessen Buch "Das Gesetz im Sowjetstaat" vor kurzem in diesem Lande (Amerika) veroeffentlicht wurde, laesst keinen Zweifel hierueber aufkommen.
Er behauptet, dass die "gesetzlichen Beziehungen (und folglich das Gesetz selbst) in
den materiellen Lebensbedingungen wurzeln, und dass das Gesetz lediglich den Willen
der herrschenden Klasse darstellt, der zum Gesetz erhoben wurde..."
"Ueber das Thema Sowjetjustiz ist er nicht weniger offenherzig; 'Die Aufgabe der
Justiz in der UdSSR besteht darin, eine genaue und unbedingte Erfuellung der Sowjetgesetze seitens aller Institutionen. Organisationen. Beamten und Buerger der DdSSR zu
sichern. Dies erreicht der Gerichtshof dadurch, dass er erbarmungslos alle Kraefte im
Volke - in welcher Form sie auch immer ihre verbrecherischen Angriffe gegen den Sozial
mus bekunden moegen - vernichtet... In unserem Staate kann es natuerlich fuer die Fein
de des Sozialismus keinenPlatz geben fuer eine Freiheit der Rede, der Preroe usw. Jede
Art von Versuch ihrerseits, diese den 7/erktaetigen gewaehrten Freiheiten zum Schaden
des Staates - d.h. zum Schaden der 7erktaetigen - zu benutzen, muss als konterrevolutionaeres Verbrechen bezeichnet werden
'"
"State Department Radio Bulletin " 29. Januar 49
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Manpower Division
OMGUS, APO 742

12 -

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aas der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and d e m Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGÜS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 2

Berlin, 4 Maerz 1949

Die Rolle der amerikanischen Arbeiterfuehrer
Professor C. Wright Mills, ein Soziologe an der Columbia-Universitaet und bekannte Autoritaet auf dem Gebiete der Arbeiterprobleme, hat ein bedeutendes Buch geschrieben mit dem Titel» "Neue Maenner an der Macht". Die neuen Maener sind die Arbeiterführer, und er denkt hierbei an die amerikanischen Arbeiterführer, an die,
die im Laufe der vergangenen 10 Jahre in Krscheinung getreten sind. Nachstehend
einige seiner Beobachtungen, die der Einleitung entnommen sind;
Neue Bewegungen und neue Fuehrer
"Waehrend die aelteren Wortführer inner noch zu Heroen gestempelt werden, sind
neue Männer in Amerika dabei, Macht anzusammeln. Innerhalb dieses Landes sind die.
Arbeiterführer heute die strategischen Akteure« sie fuehren die einzigen Organisationen, die in der Lage sind, Bestrebungen, die zu Krieg und Untergang fuehren, Einhalt zu gebieten.
"Vor 25 Jahren war die Bewegung, die sie fuehrten, uneinheitlich und zerstreut,
das Land Jedoch, in dem sie die Fuehrung hatten, war sicher und voller Hoffnung und
die 7/elt war der Ueberzeugung, dass sie fuer den Gedanken der Demokratie gesichert
war. Jetzt, Mitte des 20. Jahrhunderts, umfasst ihre Bewegung ein Drittel des amerikanischen Volkes, die Macht in der Welt ist zur Ilaelfte amerikanisch, und doch ist
die Demokratie ueberall gefaehrdet und im Rueckzug begriffen.
"Der Schluessel zu dem, was sich in der Welt ereignen wird, liegt darin, was
die Vereinigten Staaten tun bzw. zu tun unterlassen. Aber was der Arbeiterfuehrer
tut bzw. zu tun unterlaesst, koennte der Schluessel zu dem sein, was sich in den Vereinigten Staaten ereignet.
Der neue Arbeiterführer kommt aus der Gewerkschaft
"Wenn man die Frage stellt, was der Arbäterfuehrer eigentlich darstellt, muss
man gleichzeitig fragen, was fuer eine Organisation er leitet und welcher Art das
Land ist, in dem er sie fuehrt.
Er ist kein privater Buerger, er ist ein sozialer Akteur und seine Aktionen
werden durch den Charakter seiner Gewerkschaft bestimmt. Der Arbeiterfuehrer ist
das Produkt einer Gewerkschaft und das stimmt, wenn man sich fragt, ob er seine
Gewerkschaft allein fuer sich aufgebaut hat und sie jetzt als seinen privaten Besitz behandelt oder ob er spaeter zu ihr stiess und sich immer noch als Fremder in
ihr fuehlt.
"Die Arbeitergewerkscbaft ist eine Armee, der Arbeiterfuehrer ist ein Oberster
Befehlshaber. Die Gewerkschaft ist ein demokratisches Parlament, der Fuehrer ist ein
parlamentarischer Redner. Die Gewerkschaft ist eine politische Maschine, der Fuehrer
ist ein politischer "Meister". Die Gewerkschaft ist ein Geschaeftsunternehmen, das
die Arbeiterschaft beliefert, der Arbeiterführer ist ein Unternehmer, ein Lieferant
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�fuer die Arbeiterschaft. Die Arbeitergewerkschaft ist ein RegulierInstrument fuer
den industriellen Unwillen des arbeitenden Menschen, die Arbeiterfuehrer sind bezahlte Techniker fuer die Regelung dieses Unwillens, der die Arbeitenden durch
Niedergang, Kriege und Zeiten des Aufschwungs und der Hausse in der amerikanischen
Gesellschaft in eine Institution einsteuert.
Er ist ein Befehlshaber fuer die Arbeitenden
"Der Arbeiterführer ist so etwas wie ein General aus frueheren Zeiten: Er
rekrutiert und befehligt eine Armee. Es gibt aber viele Arten von Armeen. Die Gewerkschaft aehnelt mehr einer lose zusammenhaengenden Guerilla-Formation, die von
einem Kriegsherren gefuehrt wird als einer modern bewaffneten Streitmacht, die von
Bureaukraten gefuehrt wird, die besonders fuer die geschickte Anwendung mechanischer
Kraft gedrillt sind. Dennoch besteht wie in jeder Armee auch in jeder Gewerkschaft
eine Hierarchie und es herrscht Disziplin. Generale koennen nicht Generale ohne
Sergeanten sein und koennen auch nicht eine Armee formieren, wenn nicht die Disziplin jeden einzelnen Mann an den anderen und an eine Masse von Soldaten bindet.
In diesem Sinne sind Gewerkschaften Armeen mit der besten oder auch der schlechtesten Disziplin, wie man sie heutzutage ueberall findet-....
"Aber weder Armeen noch Gewerkschaften befinden sich dauernd im Kriegszustand
noch staendig im Stadium des Kampfes. Es gibt da Vertraege, Waffenstillstand und
diplomatische Beziehungen mit dem Feinde. Dennoch ist die Gewerkschaft zu allen
Zeiten fuer die Moeglichkeit eines industriellen Kampfes organisiert und vorbereitet.
Sie hat ihre Spione und ihre militaerischen Geheimnisse, und bis zu einem gewissen
Grade kann sie tatsaechlich ihre Soldaten fuer den Dienst an der Front einberufen.
"In einem Hauptpunkt aber unterscheidet sich die amerikanische Gewerkschaft
sehr von der amerikanischen Armee; sie waehlt ihre eigenen Generale und Sergeanten,
manchmal alle 1-2 Jahre oder manchmal mitten in Ablauf eines gefaehrlichen Kampfes.
Sie ist eine Armee, die in Wirklichkeit mit Stimmzetteln waehlt...Daher ist die
Arbeitergewerkschaft nicht nur eine Armee, sondern auch ein Parlament, und deshalb
ist der Arbeiterfuehrer nicht nur ein General oder ein Sergeant, sondern auch ein
parlamentarischer Fuehrer
Der Arbeiterfuehrer ist auch ein Kaufmann.
"Der Arbiterfuehrer organisiert und verkauft Lohnarbeiter an den Meistbietenden zu den bestmoeglichen Bedingen. Er ist ein Makler fuer die Arbeiterschaft. Er
akzeptiert die allgemeinen Arbeitsbedingungen unter dem Kapitalismus und dann
feilscht und handelt er als vertragsschliessender Agent innerhalb dieses Systems
um Loehne, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen fuer die Mitglieder seiner Gewerkschaft. Der Arbeiterfuehrer ist der Unternehmer des Arbeiters, und zwar in einer
Weise, die mandnal der des Leiters einer AG gegenueber dem Aktlonaer gleichkommt.
In der Geschaeftswelt gibt es aModische und auch modern denkende Leiter, und das
trifft aich auf die Welt der Arbeiterschaft zu.
"Eine Arbeitergewerkschaft ist eine Verbindung, die ein Hindernis bildet fuer
den unfreien Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmaerkte sind Seiten frei, weil auf ihnen die
einzige Art von Vertrag, den der einzelne Arbeiter gewoehnlich schliessen kann,
die ist, die die Rechtsanwaelte als "Not-Kontrakt" bezeichnen. Das Machtverhaeltnis zwischen dem einzelnen Angestellten und dem einzelnen Arbeitgeber ist zu ungleich, um ein freies Verbandeln zu gewaehrleisten. Eine Arbeitergewerkschaft J.st
eine Verbindung, die die Schaffung eines freien Arbeitsmarktes durch Angleichung
der Macht der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer erhofft.
"Das Gewerkschaftswesen" sagt einer unserer fuehrenden Arbeiterfuehrer,
"braucht den Kapitalismus wie der Fisch da« Wasser." Wenn wir unter dem Begriff
"Gewerkschaftswesen" die Gewerkschaften verstehen, wie wir sie kennen, dann hat
er vollkommen recht. Gewerkschaften und Privatbesitz sind jetzt Teile des gleichen
Systems. Bevor es Privatbesitz gab, gab es keine Arbeitergewerkschaften, und so
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�bald der Staat die Funktionen eines Unternehmers ueberninmt, dann besteht auch immer
die Moeglichkeit, dass er die Funktionen, die jetzt von den Arbeiterführern ausgeuebt, werden, antastet, an sich reisst und schliesslich abschafft."
Diese Einleitung, die noch andere interessante Bemerkungen enthaelt, ist der
Anfang eines Berichts von Professor Mills über seine Studien ueber 500 amerikanische
Arbeiterführer. Das Ergebnis seiner Studien sind obige Betrachtungen und die
Schluesse, die er,zog.
C. Wright Mills:"Neue Maenner an der Macht"
Polnische Arbeiterschaft angeblich unter
scharfer Kontrolle
Einem Bulletin, das von der freien Arbeiterschaft in Frankreich herausgegeben
wird, entnehmen wir einen Bericht ueber die Lage der Arbeiterschaft in Polen. Wir
zitieren hier nur die Saetze, die sich auf die polnischen Bestrebungen beziehen, gewaltsam die russische Spielart des industriellen "Antreibertums", des StachanowSystems, einzufuehren. Die polnischen Arbeiter, die dieses System akzeptieren oder
durch schwere Arbeit ihr Einverständnis hierzu bekunden, werden in leitende Stellungen gebracht. Das sind dann die "Ja-Sager" die Stachanowleute.
"Alle Stachanowleute werden von der Polizei kontrolliert und bestaetigt. Sobald
sie zum Schlchtfuehrer ernannt worden sind, muessen sie von ihren Arbeitskollegen besondere Anstrengungen fordern, was dann die Form eines kollektiven Wettbewerbs annimmt. Die Stachanowleute werden als eine Art Arbeitereilte angesehen, und der Staat,
die Partei und die Gewerkschaft laesst ihnen kleine Aufmerksamkeiten zukommen, natuerlich unter der Bedingung, das3 sie die Produktion der ihnen anvertrauten Schichten vorantreiben.
"Die arbeitenden Massen sind absolut machtlos, um dieser schamlosen Ausbeutung
Widerstand entgegensetzen zu koennen. Sin Netz von Zutraegern, die geschickt ueber
die Werkstaetten, Bueros, Werke und sogar ueber die Haeuser verteilt werden, die
'Tersonaldienststellen" und die Polizeitruppe, die 500.000 Main stark und nach sowjetischem Muster organisiert ist, machen Jede Neigung zum Streik unmoeglich. Auf jeden Fall wird ein Streiken von den Kommunisten von vornherein schon als Sabotage
hingestellt und entsprechend bestraft.
"Die kommunistische Regierung fuerchtet jedoch die iVrbeiter. Ihre Fluesterpropaganda, ihre Unzufriedenheit mit den Vorschriften in bezug auf das Stachanowsystem,
die von der unlaengst geschaffenen V/ettbewerbs-Kommission veroeffentlicht wurden,
setzen sie in Furcht. Die polnischen Arbeiter haben viel Gruende, unzuMeden zu sein.
Abgesehen davon, dass keine Redefreiheit und ueberhaupt keine gewerkschaftliche Freiheit besteht, ist ihre materielle Lage weit davon entfernt, sich zu bessern. Die
Loehne sind praktisch blockiert. Es kommt noch hinzu, dass die Regierung gerade jetzt
die Sach- oder Naturalleistungen abgeschafft hat und sie laecherlich niedrig angesetzt hat, was wiederum die Kaufkraft der arbeitenden Klassen verringert.
"In den neuen Arbeitsabstufungen ist mit Bedacht ein starkes Mlssverhaeltnls
in bezug auf die Loehne festgelegt worden. In Warschauer Elektrizitaetswerken gibt
es z.B. 21 verschiedene Kategorien von Lohnempfaengern. Die Konsolidierung dieser
Missverhaeltnisse und die Schaffung neuer Vorrechte verschaerft die Feindseligkeit
gegen das Regime. Dazu kommt noch, dass bei Jeder Gelegenheit (Streiks in Frankreich
Errichtung eines Volkshauses fuer die neue Vereinigte Sozialistische und Kommunistische Partei usw...) den Arbeitern von den Kommunisten "freiwillige" Beitraege von
ihrem Arbeitslohn abgeaogen werden. Diese zusaetelichen Beitraege verringern in hohem
Masse die äinkuenfte der Arbeiter
Um den Ernst der Unzufriedenheit des Volkes begreifen zu koennen, darf man nicht
vergessen, dass die polnischen Arbeiter vor dem Kriege im Kampf eine fuebrende Rolle
spielten. Damals war das Regime reaktionaer und beguenstigte die kapitalistische

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�Ausbeutung, aber es stand den Arbeitern frei, sich in ihren Gewerkschaften zu organisieren, ihre Rechte mit allen Mitteln zu verteidigen, wozu auch der Streik gehörte.
Sie besassen eine gewerkschaftliche Freiheit und widersetzten sich gewaltsam dem reaktionaeren Regime, das vergeblich versuchte, sie zu unterdrücken. Heute aber stellen sie fest, dass ihnen die •Volksdemokratie' nur eine erzwungene "freiwill ige "Arbeit, kollektiven Wettbewerb, die Abschaffung der gewerkschaftlichen Freiheit und
des Streikrechts, Zutraegerei im Betrieb und die Unterwerfung des Einzelnen zum Wohle
des totalitaeren Staates gebracht hat, denn trotz aller Schlagworte der Sowjetpropaganda sind dies die einzigen "Siege" fuer die arbeitende Klasse wo auch immer die
Stalinisten die Herren werden."
Bulletin Hebdomadaire Reserve auz Militante
Syndicalistes Libres" Paris, 31. Dezember 1948
Vorschlaege fuer einen alleuropaeischen Arbeltsmarkt
Hierbei scheint es sich um eine der guenstigsten Auswirkungen zu handeln, die
sich auf der Beteiligung von Arbeiterfuehrern an den internationalen Beziehungen ergeben haben. Das Internationale Amt fuer Arbeitsangelegenheiten (ILO) der Vereinten
Nationen schlug im vergangenen Jahre in San Francisco vor, eine Konferenz einzuberufen
um ueber den Einsatz von Arbeitern ausserhalb der nationalen Grenzen zu beraten.
Jetzt hat die Organisation fuer die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC),
die die Marshallplan-Laender vertritt, das ILO gebeten, einen Plan auszuarbeiten,
demzufolge Inspektoren ausgebildet werden sollen, die sich mit den Problemen des internationalen Austausches von Arbeitskraeften befassen. Alle europaeischen Laender
sind dringend ersucht worden, Sachvarstaendige zu den Studienkursen zu entsenden, die
das ILO moeglicherweise in Genf abhalten will.
Clinton S. Golden, der Berater in Arbeitsfragen beim ECA aeusserte sich zu diesem Plan«" Wenn dieser Beschluss von den Marshallplan-Laendern gebilligt wird, dann
sind die traditionellen nationalen Schranken in einem kritischen und entscheidenden
Abschnitt des wirtschaftlichen Lebens Westeuropas gefallen. Dieser Akt ist vielversprechend fuer die Einheit und ist ein weiterer Schritt zur Errichtung der Vereinigten Staaten von Europa."
Man wird sich noch mit vielen Problemen befassen muessen, bevor man daran denken
kann, den Plan fuer eine Ueberfuehrung der Arbeiter von einem Land in das andere in
die Wirklichkeit umzusetzen. Diese Probleme muessten TOn den Experten untersucht werden, die sich an dem Unterweisungskursus des ILO beteiligen. Danach muessten die verschiedenen Laender gesetzliche Vorschriften erlassen, damit die Schranken fallen,
die Jetzt den Arbeiter daran hindern, von einem Land in das andere zu gehen, um Arbeit zu bekommen. Es wird sich fuer die Arbeiter die Notwendigkeit ergeben, Geld
von einem Lande in das andere zu ueberweisen, Es muessen Wege gefunden werden, um
die Sicherheitsmassnahmen auf die Arbeiter auszudehnen, die aus anderen Laender kommen, so dass ihre Gesundheit geschuetzt wird und sie eine angemessene Entschaedigung
erhalten, wenn sie krank werden oder einen Unfall erleiden, v/aehrend sie sich in dem
fremden Lande befinden.
Diejenigen Kreise, die diesen Plan fuer eine internationale freizuegige Umgruppierung der Arbeitskraefte beguenstigen, sind der Meinung, dass es den Arbeitern in
Europa genau so freistehen sollte, von einem Lande zum anderen zu fahren, wie ihnen
dies in ihrem eigenen Lande von Stadt zu Stadt moeglich ist.
"Amerikanisches Arbeitsministerium"
"Labor Information" Januar 1949
Ansichten Russlands ueber den Marshall-Plan
In diesem Bulletin sind bereits viele Artikel ueber das Europaeische Wiederaufbau-Programm erschienen. Diese Berichte aeusserten sich im allgemeinen im guenstigen

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�Sinne hierzu. Aber die Russen bringen auch weiterhin unguenstige Berichte." In einem
I r t i k e l , den V. L i n e t z k i j unlaengst in der Z e i t s c h r i f t "Moscow News" veroeffentlicht
l a t , lesen wir, dass "Frankreich f a s t vollstaendig seine Warenkaeufe in Belgien eing e s t e l l t hat",, dass "sich die norwegische Regierung entschlossen hat, fuer den
Schiffsbau im Auslande keine Lizenzen mehr auszustellen", dass diese und noch andere
Jmstaende eingetreten sind, weil "der Marshall-Plan den europaeischen Handel gelähmt
iat."
Hierfuer macht der Artikel W. Averell Harriman, den Direktor des europaeischen .
ferwaltungsausschusses fuer das ERP, verantwortlich. Es wird behauptet, dass die Benuehungen Harrimans nicht ein"Gefuehl der Zusammenarbeit," sondern "unvereinbare Wilersprueche im Lager der Marshallplan-Laender zur Folge gehabt h a t " . Nachstehend die
»Tuende hierfuer;
"Unter dem Vorwand, den "Geist der Zusammenarbeit" unter den Marshallplan-Laendern zu staerken, mischt sich der Verwaltungsausschuss (EGA) in immer steigendem
Masse in die inneren Angelegenheiten der wasteuropaeischen Staaten.
"Der Marshall-Plan hat die w i r t s c h a f t l i c h e Entwicklung Westeuropas in der
Nachkriegszeit gelaehmt. Das amerikanische Kapital hat, indem es dem a l t e n imp e r i a l i s t i s c h e n Prinzip "divido et impera" ( t e i l e und herrsche) f o l g t , die Widersprueche und Unvereinbarkeiten zwischen den k a p i t a l i s t i s c h e n Staaten Europas
angefacht. Und j e t z t bestehen die amerikanischen Monopolisten auf groesserer
"Zusammenarbeit" und auf einem s i c h immer steigernden Druck auf Westeuropa, i n dem s i e ihre eigene I n s t i b t i o n dazu benutzen.
"In dem Masse, wie die Zeit voranschreitet, wird die S t r a t e g i e und d i e Taktik
der amerikanischen Monopolisten immer o f f e n s i c h t l i c h e r . Sie versuchen, den Marshallplan dazu zu benutzen, um s i c h d i e westeuropaeischen Laender zu unterwerfen.
Die Verwirklichung dieses Plans offenbart seinen raeuberischen Charakter in immer
steigendem Masse und s t o e s s t unvermeidlich mit den Antagonismen zusammen, die
unter den Laendern, die daran b e t e i l i g t sind, herrschen."
Amerika wird der Vorwurf gemacht, dass es in Westeuropa eine Spaltung hervonuft.
is wird angedeutet, dass ohne einen solchen Plan in Westeuropa mehr Aussichten fuer
iine Einheit bestehen wuerden. Will Russland denn eine solche Einheit. Wir wissen,
ras die Kommunisten in Frankreich und England tun, um solch ein vereintes Westeuropa;u verhindern und warum s i e den Marshall-Plan fuerchten.
ier oben angefuehrte Artikel erschien in den :
"Moscow News" vom IB. Januar 1°A9
[arshallplan-Laender schicken Experten nach den USA
Verschiedene Marshallplan-Laender sind eingeladen worden, Arbeiterfuehrer und
' a r t r e t e r der Arbeitgeberschaft nach den Vereinigten Staaten zu entsenden, damit
ie die Produktionsmethoden studieren. Dies isttanscheinend eine t e i l w e i s e Antwort
uf den vorhergehenden A r t i k e l , der in den "Moscow News" erschienen i s t . Unlaengst
e r i c h t e t e das amerikanische Arbeitsministerium ueber den Besuch einer Delegation
on 7 Gewerksöhaftsfuehrern auf Norwegen. Diese Gewerkschaften waren i n t e r e s s i e r t ,
itwaa ueber die Art und Weise zu erfahren, wie die Arbeitsmethoden in der amerikaniichen I n d u s t r i e sind und die Lebensweise des amerikanischen Arbeiters zu beobachten,
achstehend ein weiterer Bericht des Arbeitsministeriums, der eine b r i t i s c h e Delegaion b e t r i f f t .
"Etwa 200 b i s 300 englische Arbeiter und Arbeitgeber Vertreter werden Kuerze die
'ereinigten Staaten besuchen, um die amerikanischen Produkt ionsmethoden zu studieren.
iie Rundreisen werden durchgefuehrt a l s eines der Ergebnisse der ersten Zusammenkunft
es Anglo-Amerikanischen ProduktionsausSchusses. Der Ausschuss, der sich aus Vertreern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberschaft Englands und der Vereinigten Staaten zuiammensetzt hat sich dafuer ausgesprochen, dass s i c h unter den Delegierten die hier
[ie Werke besichtigen wollen, solche jeder Stellung aus kleinen und grossen ','erken
-

5

-

"

�der verschiedensten Industriezweige vertreten sein sollen.
Der Produktions-Ausschuss, der auf Veranlassung des BGA gebildet wurde, hat
sich jetzt in Komitees aufgeteilt, um die Studien besonderer Probleme fortzusetzen.
Die Komitees sind jetzt gebildet worden, um Massnahmen zu treffen fuer Werksbesichtigungen und Austausch von Produktionstechniken, fuer die Instandhaltung der Produktionsstaette und der Kraftanlage, fuer Spezialisierung in der Produktion und
wirtschaftliche Information. Der Ausschuss wird in voller Zusammensetzung wieder
zu Anfang des Jahres In den Vereinigten Staaten zusammentreffen.

"Der Ausschuss setzte sich dafuer ein, dass in England die vorhandenen Hilfsmittel voll ausgenutzt wuerden. Er wies darauf hin, dass der ECA die Hauptentscheidungen treffen muesse, die auf dem Ersuchen seitens der Britischen Regierung beruhen,
und zwar in bezug auf Anforderungen von Stahl, Werkzeugen, Maschinen, und anderen
benoetlgten Materialien, und auch darueber, dass der Instandhaltung, dem Bau und der
Mechanisierung bei der Planung in erster Linie der Vorzug gegeben werden sollte."
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Labor Information" Januar 1%9
Die Vorarbeiter in den russischen Fabriken haben
eine schwere Zeit
Lt. einem Bericht in der Zeitschrift "Foreraan Facta", einem Organ des Instituts
fuer Arbeitsbeziehungen in New York, hat der Vorarbeiter in einer russischen Fabrik
durchaus keinen angenehmen Posten, Viele Vorarbeiter werden nicht deshalb ausgewaehlt, weil sie in Dingen der Arbeit Tuechtigkeit und Geschicklichkeit an den Tag
gelegt haben, sondern weil sie schnell gearbeitet haben und in der Lage waren, viel
zu produzieren. Wenn sie erst einmal Vorarbeiter geworden sind, dann stellen sie
fest, dass sie den groessten Teil ihrer Zeit damit verbringen muessen, um Berichte
abzugeben und Formulare auszufuellen. Ausserdem hat selten ein Vorarbeiter irgendwelche Autoritaet, seine Arbeiter bei der Disziplin zu halten. Auch ist der Vorarbeiter keineswegs der Leiter der ihm unterstellten Arbeiter., da der Inspektor berechtigt ist, Anordnungen zu geben, ohne sich mit dem Vorarbeiter vorher besprechen
zu muessen. Dennoch kann aber der russische Vorarbeiter bestraft werden, wenn seine
Abteilung oder Arbeitsgruppe nicht produziert. Er kann sogar schlechter Arbeit wegen oder wegen Materialverschwendung ins Gefaengnis geworfen werden. Aus dem Bericht
geht hervor, dass es in den russischen Fabriken an Sicherungsmassnahmen mangelt.
Die Unfallziffern in der Sowjetindustrie sind hoch, d.h. nahezu 4 Millionen Unfaelle
im Jahr.
"The Management Review" Dezember 1948
Die Britische Elsen- und Stahl-Gesellschaft
Gemaess dem Britischen Plan fuer die Verstaatlichung der Eisen- und Stahl-Industrie per 1. Mal 1950 werden bis auf etwa 5^ alle Elsen- und Stahlwerke des Landes
oeffentlicher Besitz werden. Alle Firmen, die lt. dem Durchschnitt fuer 1946 und
1947 50.000 Tonnen oder mehr Eisenerz im Jahr verarbeiten, sollen verstaatlicht
werden. Alle 7/erke mit 20.000 Tonnen oder mehr Eisen oder Stahl sollen auch von der
neuen im oeffentlichen Besitz befindlichen Eisen- und Stahl-Gesellschaft uebernommen
werden. Die Gesellschaft wird von einem Direktorium geleitet, dass sich aus 4 bis
10 Mitglieder zusammensetzt, die vom Minister fuer Versorgung ernannt werden. Die
Firmen, die Motorfahrzeuge herstellen sollen von dieser Massnahme ausgeschlossen
sein.
Die Eisen- und Stahl-Gesellschaft wird etwa 107 Gesellschaften mit Ihren Zweigunternehmen in ihren Besitz ueberfuehren. Die Uebernatrne geschieht durch Ankauf der
Aktien der betreffenden Unternehmen. Der Wert der Aktien wird zu dem Wert festgesetzt, wie er in der Zeit vom 1. bis 2§ Oktober 1948 an der Boerse notiert war oder

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�zu dem V/ert, den sie 6 Monate vor den Wahlen im Jahre 1945 repraesentierten, je
nachdem, welcher Wert hoeher liegt. Die Terstaatlichten Firmen werden unter ihrem
jetzigen Namen weitergefuehrt und auch von derselben Leitung. Es wird unter ihnen
auch weiterhin das Prinzip des Wettbewerbs herrschen, obwohl sie in bezug auf
Planung der Leitung der Eisen- und Stahl -Gesellschaft unterstehen.
Folgende Tabelle enthaelt Zahlenmaterial ueber Produktion und Verbrauch an
Stahl im Vereinigten Koenigreich, unlaengst und fuer 1939.
(Tausend Tonnen)

1222

12kZ

12&amp;

Inlandproduktion in Barren und Guss
Nettoeinfuhren, Barren und Halbfertigfobrikate
Fuer Fertigfabrikation im Vereinigten

13,221

12,725

14,500

939

358

340

Koenigreich verfuegbare Barren
Gegenwert an Fertigwaren
Hinfuhr von Fertigfabrikaten
Ausfuhr von Fertigfabrikaten
Inlandverbrauch an Fertigfabrikaten

14,160
10,620
441
1,175
9.936

13,083
9,341

14,840
10,700

74

230

1,279
8,136

1,330
9.600

"Labor and Industry in Britain" Dezemrer
1948
Automobilarbeiter fordern Pensionen.
Pensionen in Hoehe von $100 pro Monat forderte Walter P. Reuther, der Praesident des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter (CIO) fuer Autamobilarbeiter,
die sich zur Ruhe gesetzt haben. Dieser Vorschlag wurde anlaeaslich einer Schulungskonferenz dieser Gewerkschaft am 20. Januar eingebracht. Die* Gewerkschaft hatte ber e i t s in ihrem Abkommen mit den Kaiser-Frazer-Automobilwerken zum Ausdruck gebracht,
dass s i e bei den Kollektivvertragsverhandlungen 1949 besonders die Sozialversicherung
im Auge habe. Sie hat bereits eine Lohnskala aufgestellt, der zufolge die Loehne erhoeht oder herabgesetzt werden sollen, je nachdem sich der Lebenshaitungsindtac aendert.
Ein Weg, wie dieser Pensionsplan finanziert werden s o l l , i s t von Rauther noch
nicht genannt worden, man nimmt aber an, dass sich die Arbeiter an den Kosten nicht
beteiligen werden. Nach Schaetzungen duerfen sich die Ausgaben im ersten Jahr a l l e i n
fuer Unterstuetzungen ohne Beruecksichtigang der Verwaltungskosten auf mehr a l s 100
Millionen Dollar belaufen.
Es i s t nicht unwahrscheinlich, dass der vorgeschlagene Pensionsplan in den bevorstehenden Verhandlungen mit der Ford-Motor-Company eine Rolle spielen wird. Die
Fordgesellschaft s o l l das "erste Ziel" Im Jahre 1949 sein. Thomas Thompson,- der
Vorsitzende der Ortsgewerkgchaft 600 der Fordwerke hat darum ersucht, dass die Gewerkschaft den Fenslonsplan auf einer Basis aufstellen moege, die sich auf die gesamte Industrie erstreckt,Anstatt darueber mit jeder Firma einzeln zu verhandeln. Soch
ein Plan, der sich ueber die gesamte Industrie erstreckt, sagte Thompson, wuerde
weitreichend genug sein, um fuer lange Zeit in Zeiten der Depressionen zu funktionieren und wuerde "die ganze Frage in einer einzigen Verhandlung erledigen. Dadurch
wuerden die Unter haendjer der Ortsgewerkschaft wie auch der Gesellschaften in die
Lage versetzt werden, ihre ganze Zeit der Loesung von Problemen, zuzuwenden, die sieh
Tag fuer Tag aus den Beziehungen im Werk ergeben."
Bis jetzt wurden die meisten Vertraege, die die Automobilarbeiter abgeschlossen
haben, mit Jeder Firma einzeln ausgehandelt. Man muss nun abwarten, ob die Gewerkschaft es schaffen wird, Verhandlungen mit allen groesseren Werken der Automobilin-

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7

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�dustrie einzuleiten. Die Gewerkschaft hat auch Mitglieder in verwandten Industriezweigen, wie im Flugzeugbau und der landwirtschaftlichen Maschinenindustrie.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 26. Jan 49
Die AFL fordert Reinigung; der in Canada angeschlossenen
Gewerkschaften von Kommunisten.
i Die American Föderation of Labor (AFL) hat jetzt den ihr in Canada angeschlossenen Gewerkschaften gegenueber eine feste Haltung eingenommen. Einige der canadischen Gewerkschaften sollen angeblich von den Kommunisten beherrscht sein, obwohl
sie der AFL angeschlossen sind, die stark antikommunistisch eingestellt ist. Jetzt
hat sich der Exekutivrat der AFL an den ihm angeschlossenen Canadischen Arbeiterund Gewerkschaftsbund (CTLC) gewandt und ihn aufgerufen, sich vor der Gefahr des
Kommunismus fuer das freie Gewerkschaftswesen zu hueten.
"Wir koennen und wollen auch nicht einen Kompromiss mit den Kommunisten schliessen, deren vornehmstes Ziel darin besteht, Bewegungen, wie es unsere sind, in den
Vereinigten Staaten und Canada zu zerstoeren. Wir glauben und vertrauen darauf, dass
die Funktionaere des CTLC in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern unserer internationalen Gewerkschafen in Oanada einen Weg finden werden,....um diesen wirklich
wuenschenswerten Bestrebungen gemeinsam zum Fortschritt zu verhelfen.
"Falls dies nicht gelingen sollte, dann wuerden sich Innerhalb der canadischen
Gewerkschaften chaotische Verhaeltnisse ärgeben. Wir wiederholen aber, dass wir
keine Loesung unserer schwierigen Lage akzeptieren wollen oder koennen, die in irgend einer Weise einen Kompromiss mit den Kommunisten darstellt.
"Die Kommunisten in der canadischen Arbeiterbewegung sind nicht sehr zahlreich
aber diese paar Leute haben sich bis an die Spitze emporgearbeitet und beherrschen
also auf diese Weise den CTLC, eine der beiden Koerperschaften auf dem Gebiete des
Arbeitswesens in Canada. Unlaengst war die Seeleute-Gewerkschaft Canadas, die von
den Kommunisten gefuehrt wird, in etwas verwickelt, was man als ungesetzlichen
Streik bezeichnete. Diese Gewerkschaft wurde von anderen Mitglied-Gewerkschaften des
CTLC bekaempft. Die Zentralstelle des CTLC schloss eine Eisenbahner-Gewerkschaft aus,
die die streikenden Seeleute angegriffen hatte. Als die Stammorganisation, die AFL
in den Vereinigten Staaten, gegen diesen Ausschuss protestierte, wurde die Eisenbahnergewerkschaft vom CTLC wieder aufgenommen. Zu dieser Aktion hat jetzt die AFL
ihrer canadischen Zweigorganisation gegenueber folgende Erklaerung abgegebenj"Waehrend nun einerseits der Ausschluss aufgehoben wurde, draengen wir andererseits darauf, dass alles, was sich darauf bezieht, aus den Akten und Aufzeichnungen
des CTLC entfernt wird, und dass satzungsmaessige Schutzmassnahmen erlassen werden,
um einer Wiederholung solcher undemokratischen Handlungen zuvorzukommen. Wir draengen nachdruecklich darauf, dass der CT LC seine Satzungen so abaendert, dass die
internationalen Gewerkschaften der A L bei den Konferenzen des CTLC Stimmrecht haben, und zwar gemaess der Hoehe der Kopfquote, die diese Organisationen bezahlen."
In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass, um die Konferenzen
kontrollieren zu koennen, die Kommunisten den Trick anwenden, viele kleine Gewerkschaften ins Leben zu rufen und es so einzurichten, dass diese dann einen unverhaeltnismaessig grossen Einfluss bei der Wahl haben. Es wird behauptet, dass die
nichtkommunistischen AFL-Gewerkschaften in Canada mehr als 6Cf£ der Beitraege zur
Unterhaltung der Zentralstelle zahlen. Solch eine Aenderung der Wahlmethoden bei den
Konferenzen wuerde den nichtkommunistischen Gewerkschaften ihre Macht wiedergeben.Es
ist allerdings unwahrscheinlich, dass die paar Kommunisten, die jetzt an der Macht
sind,, irgend einen Wandel hinnehmen werden, der ihre Ausschaltung zur Folge haben
wuerde. Wenn sie sich weigern, die geforderten Schritte zu unternehmen, dann bleibt
abzuwarten, ob die AFL nicht Massnahmen einleitet, um einen neuen Gewerkschaftsbund
in Canada ins Leben zurufen.

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"The New York Times" 9. Februar 1949
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�Gewerkschaftsvertrag betont soziale Sicherheit
Die Bedingungen des vor kurzem zwischen der Keiser-Frazer Automibil-Gesellschaft und dem Verband der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas (UAW) - der dem
CIO angeschlossen ist - abgeschlossenen Vertrages erstreckt sich auf 12.500 Arbeiter in den Werken dieses Unternehmens in Detroit. Die sich aus dem neuen Abkommen
fuer die Arbeiter ergebenden Vorteile sehen eine geringe Lohnerhoehung vor, konzentrieren sich Jedoch hauptsaechlich auf andere Vorteile, was auf eine neue Tendenz
beim Abschluss von Kollektiwertraegen hindeutet.
Jeder Arbeiter bei den Kaiser-Frazer-Werken- bekommt eine Lebensversicherungspolice ueber $2.000 und hat im Krankheitsfalle oder bei Unfaellen Anrecht auf Krankenhaus - und aerztliche Behandlung. Dieses Versicherungsprogranm wird vollkommen
von der Firma finanziert, und zwar dadurch, dass fuer jede von den Arbeitern geleistete Arbeitsstunde 5 4 in einen Fonds eingezahlt werden. Die 300 Gehaltsempfaenger, die nicht Mitglied des Verbandes sind, fallen ebenfalls unter diesen Unterstuetzungsplan. Der UAW hat darauf hingewiesen, dass er versuchen wird, mit anderen Automobilfabrikanten aehnliche Abkommen abzuschliessen.
"American Overseas News Service" 4. Februar 1949
Die AFL will eine Arbeiterzeitung herausgeben
Obwohl in den Vereinigten Staaten bereits viele Gewerkschaftblaetter und Zeitschriften erscheinen, gibt es nur wenige Gewerkschaftszeitungen. Vor kurzem hat sich
nun die AFL entschlossen, eine Zeitung als Organ ihrer Liga fuer Politische Schulung
herauszugeben. Die Zeitschrift wird in kleinem Rahmen aufgezogen werden und wird
nicht an einzelne Interessenten abgegeben, sondern packweise an die Gewerkschaftsgruppen verteilt. Das neue unternehmen wird damit beginnen, mehr Nachdruck auf politische und gesetzgeberische Nachrichten zu legen. Die Liga fuer Politische Schulung steht unter der Leitung von Joseph Keenan, der bereits vielen deutschen Gewerkschaften bekannt ist. Er war frueher zu der Zeit Mitglied der Manpower Division bei
der Amerikanischen Militaerregierung, als sich der Wiederaufbau der deutschen Gewerkschaften in den Jahren 1945/46 vollzog.
"American Overseas News Service" 2. Februar 19k 9
Zusammenarbeit von Dienststellen der Vereinten Nationen
zur Loesung des Ernaehrungsproblems
Die Internationale Organisation fuer Arbeitsfragen und die Organisation fuer
Ernaehrung und Landwirtschaft (Dienststellen der Vereinten Nationen) wollen sich
in diesem Jahre bemuehen, das Problem des Landarbeitermangels, der in der ganzen
'Veit herrscht, zu loesen. Sie wollen versuchen, viele Arbeiter zu ermutigen, wieder
zu ihrer landwirtschaftlichen Beschaeftigung, die sie aufgegeben hatten, zurueckzukehren. Es sollen auch Plaene ausgearbeitet werden, die dazu dienen sollen, Landarbeiter aus den Gebieten herauszuziehen, wo bereits genuegend Arbeitskraefte vorhanden sind, um sie dort einzusetzen, wo ein Landarbeitermangel herrscht.
"American Overseas News Service" 28. Januar 1949
Druckerstreik in Argentinien.
In Argentinien wird behauptet, dass die obersten Gewerkschaftsführer begeisterte Anhaenger des Peron-Regimes sind. Zwischen den Mitgliedern des Druckerverbandes in Buenos Aires und den Verbandsfuehrern bestehen Jedoch scharfe Meinungsverschiedenheiten; erstere sind aus Protest gegen die Herrschaft, die die Regierung
ueber die Gewerkschaften ausuebt, in Streik getreten. Der Streik wurde jedoch fuer
ungesetzlich erklaert, und das bedeutet, dass die Streikenden entlassen werden koennen,
es hat aber den Anschein, als wenn sie nicht entlassen worden sind. Nach den letzten

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�Berichten versuchen die Verleger, eine friedliche Loesung herbeizufuehren. Warum
sind nun die Drucker nicht festgenommen worden, weil sie das Gesetz verletzt haben.
Die Antwort- auf diese Frage ist anscheinend darin BU suchen, dass in Argentinien ein
Mangel an tuechtigen Druckern herrscht. Ihre Gewerkschaft ist eine der aeltesten und
staerketen des Landes.
"The New York Times" 9. Februar 1949
Kollektiwerhandlungen ohne Arbeitseinstellungen.
Streiks lassen die Oeffentlichkeit aufhorchen» sie gehen fuer die Zeitungen
Schlagzeilen ab. Von den Beziehungen jedoch, die zwischen den Gewerkschaften und den
Unternehmern im besten Einvernehmen bestehen, macht man kein Aufhebens,und nimmt
keine Kenntnis.
Nach vorsichtigen Schaetzungen betraegt die Zahl der von den Gewerkschaften
jaehrlich unterzeichneten,Abkommen zwischen Arbeitern und Unternehmern ueber 100.000.
Diese Vertraege wirken sich unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen von ungefaehr
15 Millionen amerikanischer Lohnempfaenger aus. Mittelbar beeinflussen die durchgesetzten Lohn- und Arbeitsbedingungen auch die Gehaeiter und damit das Wohlergehen
von Millionen weiterer Arbeiter, die aus dem einen oder anderen Grund nicht ausdruecklich unter die Bestimmungen der abgeschlossenen Abkommen fallen.
Nur in wenigen Faelleu, wenn sowohl unmittelbare Verhandlungen als auch Vermittlungen von dritter Seite erfolglos blieben, kommt es vielleicht zu einer Arbeitseinstellung.
Das Amt fuer Arbeitsstatistik im amerikanischen Arbeitsministerium trifft
jetzt Vorbereitungen, um seine Streikstatistik durch Statistiken ueber den "Arbeitsfrieden" zu ergaenzen. Im Rahmen desneuen Vorhabens soll erstmalig versucht werden,
Einzelheiten ueber die Zahl der allmonatlich unterzeichneten Vertraege und der davon betroffenen Arbeiter wie auch darueber, ob die Abkommen ohne Arbeitseinstellung
erzielt werden konnten, zu sammeln. Die Gewerkschaften werden ersucht, dem Amt fuer
Arbeitsstatistik allmonatlich Unterlagen dafuer zur Verfuegung zu stellen. Zu diesem Zweck wurde eine einfache Postkarte entworfen, die sofort nach der Unterzeichnung eines Vertrages von einem Gewerkschaftsfunktionaer ausgefuellt und aufgegeben
werden kann. Einige Gewerkschaften fuehren bereits laufend vollstaendige Aufzeichnungen ueber die in ihrer Zentralstelle abgeschlossenen Abkommen und beabsichtigen,
die regelmaessig von den Lokalsektionen eintreffenden Berichte zusammengefasst an
das Amt fuer Arbeitsstatistik weiterzuleiten.
"Amerika Dienst" 1. Februar 1949
Revolutionierung des Kohlenbergbaus.
Eine neue Kohlenfoerdermaschine
In den Vereinigten Staaten wurde eine neue Kohlenfoerdermaschine erfunden, deren ungeheure Bedeutung fuer die kuenftige Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft
nur schwer abgeschaetzt werden kann.
Das neue Geraet.wird voraussichtlich die Zahl der amerikanischen Bergarbeiter
von einer halben Million auf 25 000 Mann verringern, während gleichzeitig die Kraftstoff-Ausgaben der Industrie durch eine Erhoehung der derzeitigen Tagesfoerderung
um das 20-fache nur noch die Haelfte betragen werden.
Die etwa 8 m lange Foerdermaschine, die eine entfernte Aehnlichkeit mit einem
Panzerkampfwagen hat, wird den Abbau ausserordentlich beschleunigen, da sie die
bisher getrennten Vorgaenge des Saegens, Bohrens, Sprengens und Verladens zu einem
einzigen Arbeitsgang zusammenlasst.
Das Geraet wird zur Zeit in den Kohlengruben von Colorado, Zentral-Pennsylvanien und Illinois verwendet, hat sich bisher in Steinkohlengruben sehr bewaehrt
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�und wird voraussichtlich auch bei Anthrazitvorkommen mit gleichem Erfolg eingesetzt
werden koennen.
Die Joy Maschinenbau-Gesellschaft in Pittsburgh hat fuer'die neue Maschine bisher 300 Auftraage erhalten, 25 Stueck haben das Werk bereits vor kurzem verlassen.
Bis September 1949 will die Gesellschaft weitere 150 Maschinen herstellen und bis
zu diesem Zeitpunkt eine Monatsproduktion von 50 Foerdermaschinen erreichen*
Die in der "United Mine Worters" (Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft) zusammengeschlossenen amerikanischen Bergarbeiter begruessen die Einfuehrung dieses
neuen Foerderautomaten. Schon als die Serien-Produktion des neuen Foerdergeraetes
erst anlief, erklaerte ihr Vorsitzender, John L. Lewis, dass die Mechanisierung
nicht nur des Bergbaus, sondern auch aller anderen gleichgearteten Industrien eine
absolute Notwendigkeit sei.
"Die Arbeiter der"United Mine Workers" haben bereits vor drei oder vier Jahrzehnten erkannt, dass groessere Produktion -mehr Tonnen Kohle pro Mann und pro Tag
neue Werte schafft und somit den Lebensstandard des Bergarbeiters hebt" erklaerte
Lewis vor kurzem in einem Interview fuer den "United States News and World Report".
"Amerika Dienst" 12. Januar 1949
Nicht alle Aerzte tragen Scheuklappen
Dr. Channing Frothingham ist ein amerikanischer Arzt, der sich nicht den
Standpunkt zu eigen macht, wie ihn die Amerikanische Aerzte Vereinigung (AMA) in
ihrem organisierten Kampf gegen den Vorschlag zur Errichtung eines Nationalen Gesundheitsdienstes in den Vereinigten Staaten vertritt. Die AMA versucht, einen
Fonds in Hoehe von 3^ Millionen Dollar zur Aufklaerung der Oeffentlichkeit zu bilden,
d.h. sie will eine Kampagne gegen den Gedanken eines oeffentlichen Heilwesens einleiten. Aber nicht alle Aerzte haben dieses Programm guenstig aufgenommen. In einer
Reihe von Staaten haben sich die aerztlichen Gesellschaften geweigert, sich an dem
Plan der Landesorganisation, $ 25 bei Jedem Arzt in den Vereinigten Staaten zu erheben, zu beteiligen.
Da die Meinungen der amerikanischen Doktoren geteilt wind, hat die AMA beschlossen, den Betrag des Kampffonds von 3g auf 2 Millionen Dollar herabzusetzen. Hierzu
schreibt Dr. Frothingham;"Viele Doktoren haben die Tatsache uebel aufgenommen, dass der Beschluss, eine
Dollarmillionen-Kampagne, die sich ueber das ganze Land erstreckt, gegen die LandesKrankenversicherung einzuleiten, gefasst wurde ohne dem Aerztestand darueber ausführlich zu befragen. Sie bedauern die heimliche und uebereilte Art und Weise, wie diese
Abgabe vorangetrieben wurde, um die groeaste politische Kriegskasse in der Geschichte
des "Lobby" -Verfahrens (Beeinflussung) zu schaffen.
"Viele von uns Sind der Meinung, dass die AMA sich eines Vertrauensbruchs gegenueber den ihr angeschlossenen Doktoren, der Berufsethik und auch dem amerikanischen
Volke gegenueber schuldig gemacht hat.'
"Die Funktionaere der AMA haben sich beharrlich geweigert, mit der AFL und anderen Arbeiter-, Geschaefts-, Landwirtschafts- und Verbraucher-Organisationen an
einem realen Programm zusammenzuarbeiten, um eine angemessene aerztliche Behandlung
fuer alle Buerger zu ermoeglichen. Es ist mir persoenlich bekannt, dass die Aerzte
in steigendem Masse die Obstruktionspolitik der AMA ablehnenj sie draengen auf eine
konstruktive Annäherung an die Probleme der Finanzierung aerztlicher Behandlung und
eines besseren Einsatzes der Aerzte, Krankenhäeuser und aerztlichen Einrichtungen.
"Den besten Beweis fuer die Tatsache, dass nicht alle Aerzte AMA-3cheuklappen
tragen, liefert eine vor kurzem vorgenommene-Aerzteabstimmung, ueber die die Zeitschrift "Medical Economics" berichtet. Als ihnen die Frage vorgelegt wurde, ob sie
sich zur Verfuegung stellen wuerden, wenn die Landes-KrankenverSicherung zum Gesetz
erhoben wuerde, sprachen sich U Aerzte von 10 dafuer aus, dass sie entweder in die-

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�ser Hinsicht vorurteilslos seien oder bereit waeren. mitzumachen. - trotz einer Gegenpropaganda der AMA, die 25 Jahre lang gefuehrt wurde.
"Es handelt sich hierbei um eine Frage, die jedes AFL Mitglied und seine Familie richtig verstehen muss. Jeder Arbeiter hat das groesste Interesse daran. Eshandelt sich hier um eine Sache der Volksgesundheit gegenueber einer Sonderaktion
der Amerikanischen Aerzte-Vereinigung. loh bin der Ansicht, dass sich in diesem
Kampf das Gros der amerikanischen Aerzte dem Gros der AFL und anderer Gruppen anschliessen wird, die aufrichtig an der oeffentlichen Wohlfahrt interessiert sind.
"American Federationist" Januar 1949
Die Rolle der Regierung im System des Freien Unternehmens
Der nachstehende Artikel wurde von Professor Oyril Zebot, einem Wirtschaftler
an der Universitaet Duquesne geschrieben. Er ist der Verfasser meherer Buecher ueber
Vergleiche verschiedener Wirtschaftssysteme. Der Artikel stellt einen Brief dar, der
an die "New York Times" als Antwort auf einen Zeitungsbericht in der Zeitschrift
"Times" gerichtet war.
"Die "Times" brachte einen Bericht ueber die Rede, die Praesident Truman vor
dem Landesplanungsausschuss gehalten hatte. Es wurde dem Praesidenten darin nachgesagt, er haette sich im Gegensatz zur gelenkten Wirtschaft fuer die Planwirtschaft
ausgesprochen. Der "Times"-Bericht gab folgenden Kommentar:" Als er diesen Unterschied machte, deutete er an, dass er eine gelenkte Wirtschaft als totalitaer und
eine Planwirtschaft als demokratisch ansehe."
Bis zu einem gewissen Grade mangelt es an Verstaendnls fuer die Bedeutung einer
geplanten, kontrollierten oder einer geregelten Wirtschaft. Es ist bekannt, dass wir
uns seit einiger Zeit von der urspruenglichen Wirtschaftsform des freien Unternehmens
entfernt haben. Wie weit dies zutrifft und welchem Ziel wir zustreben
das ist,
allgemein genommen, nicht bekannt. Die Oeffentliohkeit kennt wohl bis zu einem gewissen Grade die verschiedenen Massnahmen der Wirtschaftspolitik, die durchgefuehrt
wurden oder noch geplant werden. Es hat aber keine umfassende Vorstellung davon, was
all diese Aenderungen und Reformen bedeuten.
"Steuern wir augenblicklich auf eine Planwirtschaft hin! Dieser Ausdruck bezeichnet offenbar eine Erzeugung, einen Austausch, einen Verbrauch nach einem vorher
festgelegten Plan. Aber der Ausdruck "Planwirtschaft", der verhaeltnismaessig juengeren Datums ist, bedeutet eine Planung seitens der Regierung fuer die Wirtschaft
als Ganzes. In technischem Sinne ist dieser Ausdruck eine andere Bezeichnung fuer
eine kollektivistische, sozialistische oder kommunistische Wirtschaft. In einer
solchen Wirtschaftsform ist es die Regierung, die alle Produktions- und Verteilungsmittel besitzt und steuert.
"Das amerikanische Volk wuenscht eine solche Art von Planwirtschaft nicht.
Aber zum grossen Teil ist die Tatsache, dass die Regierung in der nationalen Wirtschaft ihre gesetzmaessigen Funktionen nicht ausuebte, fuer die traditionellen Unzulänglichkeiten, Maengel und falschen Anordnungen, fuer die Verschwendung nationaler Hilfsauellen, fuer das Anwachsen ungerechtfertigter monopolistischer Praktiken,
die von der Groesse der Produktionsbetriebe, wie sie durch die technologischen Bedürfnisse gerechtfertigt «ind, weit entfernt sind, wie auch fuer die periodischen
Schwankungen zwischen Depression und Wohlstand verantwortlich. Nur angemessene und
geeignete Massnahmen seitens der Regierung haetten diese Entwicklungen hemmen können.
"Die Vereinigten Staaten sind vom "Souare Deal" Theodore Roosevelts zum "New
Deal" Franklin Roosevelts uebergegangen. Jetzt sind wir dabei, uns mit dem "Fair
Deal" des Praesidenten Truman zu befassen. In all diesen Reformperioden ergab sich
immer weitere wirtschaftliche Massnahmen seitens der Landesregierung. Jetzt aber
wird das Problem nicht durch die Frage geloest, ob die Regierung ausserhalb unseres
Wirtschaftslebens steht, sondern vielmehr dadurch, bis zu welchem Grade die Regierung
-

12b-

�daran beteiligt sein sollte.
"Jede intelligente Handlung erfordert ein Planen, Jedes Programm der Regierung
muss ebenfalls geplant werden. Wenn Praesident Truman dies meinte, als er den Begriff "geplante Wirtschaft" gebrauchte, dann hatte er Reoht, Allerdings kann ein
Planender nur auf den Gebieten wirken, Ton denen er etwas versteht und die er beherrscht. Auf die Wirtschaft angewendet, beantwortet dieses Prinzip die Irage warum
ein Plan der Regierung nicht den oeffentlichen Markt ersetzen kann,
"Die einzelnen Produzenten und Verbraucher, die sich selbst ueberlasaen waren,
waren nicht faehig. Schwankungen im Geschaeftsleben auszuschalten, weil sie nicht
das noetige Wissen oder die notwendige Macht besassen, diesem Uebel zu steuern.
Andererseits kann die Regierung nicht den Markt als Gradmesser fuer die Beduerfnisse
des Volkes und als bestimmenden Faktor fuer wirtschaftliche Werte, Mengen und Qnalitaeten ersetzen,
"Welches ist der gesetzmaesslge Aktionsbereich der Regierung in unserer modernen
Wirtschaft"?
(1) Die natuerliche Funktion der Regierung besteht darin, angemessene und
hinreichende Vorschriften fuer einen gesunden Wettbewerb unter den einzelnen Menschen, den Unternehmen und den sozialen Gruppen festzulegen.
(2) Die Aufgabe der Regierung besteht darin, ein gesundes Geld zu schaffen,
und zwar ohne Inflation und Deflation.
(3) Nur die Regierung kann und muss groesseren Schwankungen durch eine intelligente Steuerpolitik im Hinblick auf die Aufrechterhaltung einer Vollbeschaeftigung Einhalt gebieten. Danach sollte die Regierung, wenn sich
die Nation keinem Notstand gegenuebersieht, weiter vorsichtig in steigendem Masse ihre wirtschaftliche Rolle spielen."
Professor Zebot schloss seine Ausfuehrungen, indem er sagte, die von der Regierung durchgefuehrte Taetigkeit sollte durch die sozialen Beduerfnisse bestimmt
sein. Seine Ansicht geht dahin, dass die Regierung sich nicht im Interesse des Volkes mit Dingen Befassen sollte, die das Volk selbst durch private Unternaunen durchzufuehren imstande ist. Die Regierung hat aber die Verpflichtung, einzugreifen, wenn
die Aufgabe fuer ein Privatunternehmen zu gross ist, oder wenn die Privatindustrie
zu kostspielig wird oder zu verschwenderisch arbeitet. Auf Grund der sozialen Erfordernisse muss sich das Volk darueber klar werden und entscheiden, welche Arbeiten
es die Regierung durcnfuebren lassen will. Eine Regierung kann beider Planung fuer
die nationale Wirtschaft mithelfen, und das erfordert vielleicht, dass irgendwelche
Vorschriften fuer das Privatunternehmen erlassen werden. Bis zu welchem Grade jedoch die Regierung planen soll und inwieweit Vorschriften von ihr erlassen werden,
da* muss vom Volke bestimmt werden.
"The New York Times" 13. Jebruar 1%9
Grossbritannien hat ein ataendiges Gesundheitsprogramm
In den Vereinigten Staaten fordern die Gewerkschaften, dass die Regierung ein
Krankenversicherungs-Programm aufstellt, und sie verweisen dabei auf das Gesundheitsprogramm der Englaender. Die Aerztevereinigungen und andere besondere Interessentengruppen behaupten, dass das englische Programm ein Fehlschlag sei und aufgegeben
werden wird. Der Chefkorrespondent der "New York Times" hat einen Bericht ueber das
britische Programm nach den ersten 6 Monaten seines Bestehens geschrieben. Dieser
Bericht, der nachstehend aufgefuehrt ist, hat in der amerikanischen Arbeiterpresse
weitgehend Verbreitung gefunden.
"Das groesste Experiment, das jemals von einer demokratischen Regierung unternommen wurde - der Landesgesundheitsdienst von "der Wiege zur Bahre" - besteht
jetzt 6 Monate. Diese Zeit ist noch zu kurz, um schon ein Urteil darueber abgeben
zu koennen, ob es ein Erfolg oder ein Fehlschlag war, aber nicht zu kurz, um sein

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13 -

�junges Dasein zu beschreiben und zu werten. Es schreit noch vor Schmerzen und Pein,
aber a l l e s in allem kannes doch immerhin schon a l s gesundes, lebhaftes Kind bezeichnet werden
"Dieses a l t « Land hat haeufig ein Talent fuer neue Ideen an den Tag gelegt,
und es war natuerlich, dass eine sozialistische Regierung entschlossen war, dass
ein Plan, der dazu bestimmt war, S5% der Bevoelkerung Nutzen und Vorteile zu bringen, auch gut sein muesste. Jetzt bekommen sie sozusagen a l l e s . Doktoren und Dent i s t e n , Spezialisten und Krankenhaeuser, Muetterheime und Einderwohlfahrt, Heimbetreuung, Brillen, Gebisse, Perruecken, Instrumente fuer Schwerhoerige, kuenstliche
Gliedmassen und andere notwendige Materialien, ebenso Drogen, Medizin, a l l e s das
steht einem auf Verlangen zur Verfuegung. Man kann ein Baby bekommen, sich ein Bein
brechen, Zahnschmerzen haben und den Verstand verlieren, und a l l e s das wurde einem
nicht einen Pfennig an direkten Auslagen k o s t e n . . . .
"Die meisten Englaender gehoeren heute dem "Nationalversicherungs"-Plan an und
jede so versicherte Person zahlt sh l l / 4 d (etwas mehr als $1) pro Woche durch Ankauf
von besonderen Marken, die es auf den Postaemtern gibt. Von diesem Betrag f l i e s s e n
8^d (weniger a l s 15(0 an den Nationalen Gesundheitsdienst, der Rest wird fuer Altersund Witwen-Pensionen, fuer Erwerbslosen-, Krankheita- und Invaliden-Fuersorge verwend e t . . . . D i e Arbeitgeber steuern einen kleinen Betrag zu diesem Plan bei, 5/6 des Gesamtbetrages kommen jedoch aus dem Staatshaushalt. In Zeiten der Flaute wird ein
Teil durch hoehere Einkommensteuer g e d e c k t . . . .
"Von der geschaetzten Zahl von 21.000 praktischen Aerzten in England und Wales
haben sich mehr a l s 18.000 f r e i w i l l i g bereit erklaert, sich dem Plan anzuschliessen.
(Anmerkung: Bevor der Plan verwirklicht wurde, hatten sich etwa 80£ der Doktoren
fuer eine Nichtbeteillgung ausgesprochen). Es gibt hier ungefaehr 10.000 Dentisten,
von denen 8.700 beigetreten sind* Vtunden 14.000 Chemists (wie die Drogisten und
Apotheker hier genannt werden) sind im Prinzip a l l e im Gesundheitsdienst.
"Am eindruckvollsten von allem sind wohl die Zahlen der Patienten. Die Bevoelkerung von England und Wales zaehlt nahezu U3 Millionen Menschen. Davon haben sich
ueber U0 Millionen bei den Doktoren einschreiben lassen* die uebcigen sind hauptsaechlich Leute, die gut dastehen und aeltere Personen, die sich weiter gegen Honorar von ihren Hausaerzten behandeln lassen. Nach diesen Zahlen zu urteilen, findet
die englische Oeffentlichkeit an diesem neuen Plan flefallen. Die Nachfragen a l l e r
Art sind schon so gross, dass Mr. Bevan (der Gesundheitsminister) die dringende
Bitte an die Oeffentlichkeit richtete, die Dinge nicht zu ueberstuerzen.
"Es wird zugegeben, dass die durchschnittliche Verguetung fuer die Aerzte angemessen i s t ; s i e wurde allerdings auch von einem Ausschuss f e s t g e s e t z t , der sich
je zur Haelfte aus lerzten und Laien zusammensetzt....Es werden aber noch Jahre vergehen, ehe es genug Dentisten, Krankenschwestern, Krankenbesucher, genuegend Krankenhaeuser und Betten, und vor allem, bevor die Gesundheitsstaetten, die in Zukunft
die wirkliche Grundlage fuer diese Einrichtung bilden, erbaut worden werden. Der Erfolg des gesamten Gesundheitsunter nehmen s haengt in Vfirklichkeit von diesen Staetten
ab, In denen die Doktoren, Spezialisten, Krankenschwestern und das Verwaltungspersonal zusammenarbeiten, wo s i e teure Ausruestungen und Laboratorien benutzen und ihre
Patienten mit groesster Schnelligkeit und Wirksamkeit behandln.
"Inzwischen, wenn der Nationale Gesundheitsdienst reibungslos und g l a t t 10 Jahre
lang arbeitet, wird er zu einem grossen Erfolg geworden sein. Man wird ihn auch nicht
wieder abbauen koennen, s e l b s t , wenn die Konservativen bei den naechsten allgemeinen
Wahlen siegen sollten, zum Teil, weil man etwas, das existiert nicht wieder ungeschehen machen kann, und dann auch, weil jeder das Ideal bewillkommnet, das der neuen
Einrichtung innewohnt. Die Kritiker dieses Systems haben keine t r i f t i g e n Gruende,

-

IL

�die sie vorbringen koennten, und das ist auch der Grund, warum sich schliesslich
die Britische Aerztevereinigung entschied, an dem Plan mitzuarbeiten."
"New York Times Magazine" 9. Januar 1949
von den "CIO News" uebernommen, 24. Januar 49
Auch die Frauen haben eine gewerkschaftliche Aufgabe
Die amerikanischen Gewerkschaften haben gesehen, dass Frauen in der Gewerkschaftsarbeit nuetzlich sein koennen, und zwar nicht nur die arbeitenden Frauen,
die Mitglieder der Gewerkschaft sind, sondern auch die Frauen der Gewerkschaftsmitglieder. Der CIO hat nun eine Vereinigung weiblicher Hilfsgruppen gegruendet. In
allen CIO Gewerkschaften bestehen solche Hilfsgruppen. Ihre Organisation traegt
nationalen Charakter und erstreckt sich somit auf das ganze Land. Sie berufen ihre
eigenen Sitzungen ein und haben ihre eigenen Arbeitsprogramme. Bei den kuerzlichen
Praesidentschaftswahlen haben die Frauen des CIO eine sehr aktive Rolle gespielt.
"Frau CIO" wird sich mehr und mehr ueber die Tatsache klar, dass die politische
Aktivitaet 365 Tage im Jahre anhalten muss. Im Gedanken daran sind Sonderlehrgaenge an vielen Orten eingerichtet worden, um unseren Mitgliedern ihre Verantwortung als Frauen, die im Leben stehen, vor Augen zu fuehren. Das Ergebnis ist
durchaus ermutigend. Das Programm wird nun fortgesetzt und noch ausgedehnt werden. Es ist erfreulich, festzustellen, dass sich in steigendem Masse die Arbeiterschulen des CIO um die Mitarbeit der Frauen bemuehen und in manchen
Faellen Kurse ueber die Probleme dieser Hilfagruppen und ueber spezielle Arbeitsphasen fuer die Frauen in den Gemeinden durchgefuebrt haben."
"Frau CIO" hat sich waehrend des vergangenen Jahres aktiv an Konferenzen in
vielen Gemeinden mit den Frauen anderer Organisationen beteiligt, um eine Kampagne
gegen die steigenden Preise durchzufuehren. Diese Konferenzen hatten einen weitgehenden Einfluss auf die Entscheidung bei der letzten Wahl. Die Frauen des CIO
hielten auch in vielen Staedten oeffentliche Versammlungen ab, auf denen es um das
Taft-Hartley-Gesetz ging, das Gesetz von 1947, das von den Gewerkschaften so heftig
bekaempft wird. Zweifellos wird dieses Gesetz bald aufgehoben. Das ist nicht zuletzt
das Verdienst der Frauen-Hilfsgruppen der Arbeiterbewegung.
"Bericht des CIO fuer das Jahr 1948"
16 Millionen amerikanische Frauen sind Lohnempfaenger
Am 30. Januar berichtete das Arbeitsministerium, dass 16.323.000 amerikanische
Frauen, d.h. 29,8t aller Frauen in arbeitsfaehigem Alter Lohnempfaenger sind. Der
durchschnittliche Jabresverdienst der Frauen, die voll gearbeitet haben, belaeuft
sich auf $ 1.661, waehrend der Verdienst fuer Maenner bei voller Arbeitszeit
$ 2.588 betraegt.
Unter Berücksichtigung der Berufszweige verrichten 90t Frauen Hausarbeiten,
nahezu 60£ von ihnen sind mit Bueroarbeiten beschaeftigt, etwa 40? sind in Berufen,
im Verkauf und bei Dienstleistungen taetig (andere als Hausdienste), waehrend
30£ aller Betriebsarbeiter in den Fabriken Frauen sind. Abgesehen von der Hausarbeit findet man die groesste Anzahl weiblicher Arbeiter im Unterrichts-, Aerzteund Gesundheitsdienst.
Nach Altersgruppen eingeteilt, waren 39# aller weiblichen Angestellten im Jahre

-

15

-

�1947 20 bis 34 Jahre alt, 38i waren 35 bis 54 Jahre alt. Von diesen angestellten
Frauen waren 38i ledig, 46£ waren verheiratet, waehrend 16t verwitwet oder geschieden waren.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"W«ekly Labor News Digest" 2. Februar 1949
Canadische AFL-Gewerkschaftler duerfen nicht in die IBA
3 Funktionaeren der canadischen Sektion des Verbandes der Internationalen
Chemiearbeiter, der der AFL angeschlossen ist, wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verwehrt; offenbar steht dies im Zusammenhang mit Gewerkschaftsangelegenheiten. Gruende hierfuer warden nicht angegeben; es wurde lediglich darauf .hingewiesen, dass diese Massnahme nach den gesetzlichen Bestimmungen getroffen worden
sei, denen zufolge einer Ferson die Einreise verwehrt werden kann, "deren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten als nachteilig fuer die Interessen des Landes angesehen wird."
"New York Times" 26. Januar 1949
-

Manpower D i v i s i o n
OMGÜS, APO 742

OMOOT, 9-Sgs. i , » . . U9, r* c

16

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
IM« folgenden Artikel »teilen Ansinge aas der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar nnd Ü B f
dar Information deutscher Redaktenre, dar Gewerkschaften, GewerfcafhaftserhnUa nnd deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht Werden.
Wattara Exemplare können kostenlos bei
MANPOV/ER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Aul Wunsch werden diese anch einzelnen Interessenfan direkt durch die Fast zugeleitet.
Dar Inhalt der ^Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Maimag oder Stellungnahme dar amerikanische*
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle dar Regierung dar Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 3

Berlin, 11. Ilaerz 1949

Informationen ueber die russische Sklavenarbeit gefordert.
Der Wirtschafts- und Sozial-Ausschuss der Vereinten Nationen hat den Vereinten
Nationen eine Besolution unterbreitet, in der darum ersucht wird, die Beschuldigungen zu pruefen, denen zufolge lt. Angaben gewisser freier Gewerkschaften 14 Millionen Menschen in Bussland in einer Art Sklaverei gehalten werden. Obwohl dieser Vorschlag in der Presse behandelt wurde, werden hier noch einige Einzelheiten von besonderem Interesse angefuehrt.
Der Vorschlag ging -von der AFL aus und wurde dem Wirtschafts- und Sozial-Ausschuss von Toni Sender, einer frueheren aktiven Gewerkschaftlerin in Deutschland,
und Willard Thorpe, einem amerikanischen Vertreter, eingebracht. Tri. Sender, die
bei der AFL arbeitet, sagte, wenn die Anschuldigungen falsch sein sollten, dann
muesstendle Bussen eine Untersuchung eigentlich begruessen.
Thorpe, der jetzt Staatssekretaer im Aussenministerium ist, erklaertei "Trotz
des dichten Schleiers des Geheimnisses, der von der Sowjetregierung beibehalten wird,
ist dennoch aus sowjetischen Quellen wie auch aus einer immer mehr sich steigernden
Anzahl anderer Quellen genuegend Beweismaterial der Weltaufmerksamkeit zugaenglieh
geworden, um die Notwendigkeit darzulegen, das SeheInwerferlicht der Untersuchung
auf diese Angelegenheit zu lenken." Thorpe zaehlte dann einzelne Beweise aus Sowjetquellen wie auch solohe aus anderen Quellen auf.
,
"Aehnliche Beschuldigungen sind auch gegen andere Laender erhoben worden. Ich
beziehe mich dabei auf die osteuropaeisehen Laender, die mehr oder weniger nach
russischem Vorbild ein kommunistisches Regime haben. Z.B. halten sich Berichte
ueber Zwangsarbeiten in den Uranbergwerken im Deutsch-Tschechoslowakischen Grenzgebiet zu hartnaeekig, als dass man sie ignorieren koennte. Die Schablone ist dieselbe wie in der UdSSB, nur eben in «feinerem Masstabe entsprechend der Groesse der
Laender.
"Wo immer auch kommunistische Regierungssystarne auftauchen, bringen sie eine
Bueckkehr zu den Praktiken der Sklavenarbelt mit sich, die denen aebnlieh sind,
die in denselben Laendem vor 100 Jahren abgeschafft wurden.." Der sowjetische Vertreter beim Wirtschafts- und Sozial-Ausschuss bezeichnete diese Brklaerung als eine
Sohmaehung seines Landes und behauptete, sie sei ein Teil des politischen Komplotts,
das darauf abzielt, die Sowjetunion in Misskredit zu bringen. Kr griff dann die
Arbeiterpolitik der kapitalistischen Laender an und meinte, dass die Arbeiter in
der Sowjetunion im wahrsten Sinne des Wortes frei seiaa.
(Presseberichten zufolge weigert sich Bussland eine Untersuchung irgendeiner Art
anzunehmen.)
"State Department Badio Bulletin" 15. Februar 1949
-

1

�Veraenderangen in den Famlllenelnkuenften in Amerika
Nachstehende Tabellen sind dem Wirtsohaftabericht Praesident Trumana fuer
1948 entnommen. Aus der ersten Tabelle geht hervor, wie sieh die Familieneinkuenfte einschliesslich derjenigen der Familien, die nur aus einer Person bestehen,
ueber die Jähre 1935-1936, 1941 und 1947 verteilen. Auch die gesamten Einkuenfte
des Landes sind genannt.
*

Prozentsatz an geldliehen Einknenften Jeder 5. Familie der Nation
Familieneinheit, abgestuft
innerhalb des niedrigsten
und des hoechsten Einkommens

Prozentsatz des gesamten
geldliehen Einkommens
1935-1936
1941
1947

Einkuenfte des Landes in
Milliarden Dollars

Niedrigstes Einkommen jeder
Zweithoechstes •
•
Dritthoechstes •
"
Vierthoeehstes "
•
Hoechstes
"
•
Gespartes Fmmilienelnkommen

77.3

(1)

5* Familie 4.0
•'
»
8.7
«
*&gt; 13.6
•
"
20.5
"
•
53.2
100.0

100.5

231.6

3.5
9.1
15.3
22.5
49.6

4.0
9.8
15.4
22.6
48.2

100.0
100.0
(1) Nationale Einkuenfte 1935: 72.2 Milliarden, 1936«.82.5 Milliarden

Wie sieh das nationale Einkommen fuer 1941 und 1947 vor und naeh der Besteuerung aufteilte, ergibt sich aus der naeohsten Tabelle. Im Jahre 1941 wurde das gesamte Nationale Einkommen um 5% durch die Steuern reduziert, 1947 sber ermaessigten sich die Einkuenfte wm durchschnittlich 10£ fuer alle Familien.
Prozentsatz an geldlichen Elnkuenften jeder 5. Familie der Nation, vor und
nach der Besteuerung, abgestuft nach der Groesse des Einkommens. 1941 und 1%7
Familieneinheit, abgestuft inner- Prozentsatz des gesamten geldhalb des niedrigsten und des
liehen F.iTiVr&gt;mmftWH
hoechsten Einkommens
1941
1947
Vor
Nach
Vor
Nach
der Besteuerung

Niedrigstes Einkommen jeder 5 . —
Familie
Zweithoechstes
Dri^tthoechstes - —
—
Vierthoechstes
&gt;Hoechabes
Gesamtes Femilieneinkonmen

3.5

3.7

4.0

4.3

-9.1
15.3
22.5
49.6

9.5
15.9
23.2
47,7

9.8
15 •*
22.6
48.2

10.4
16.2
22.8
4.6.3

100.0

100.0

100.0

100.0

Aus obiger Tabelle ist ersichtlich, dass die Steuern einigen Elnfluss auf die
Verteilung aller Einkuenfte hatten, die naechste Tabelle zeigt die Einkuenfte nach
der Besteuerung im Vergleich zu den verschiedenen Einkommensgruppen. Man muss dabei in Betracht ziehen, dass die Einkuenfte sowohl fuer 1941 wie fuer 1947 nach
der Kaufkraft des Dollars im Jahre 1947 angewetzt wurden.

- 2 -

�Durchschnittliches geldliches Einkommen jeder 5. Familie des Landes nach
der Besteuerung, abgestuft nach der Groesse des Einkommens
Familieneinheit, abgestuft
innerhalb des niedrigsten
und des Hoechsten Einkommens

(geldliches Einkommen
nach der Besteuerung
(Dollarwert 1947)
1941

1947

Prozentsatz der
Veraenderungen
1941 bis 1947
1941

Niedrigstes Einkommen Jd. 5. Familie

$ 562

$ 796

41.6

Zweithoechstes
Dritthoechstes
Vierthoechstes
Hoechstes -

1,444
2,421
3,523
7.245

1,933
2,992
4,226
8.574

33.9
23.6
20.0
18.3

1947

Aus der letzten Tabelle geht hervor, dass in der Zeit zwischen 1941 und 1947
die Kaufkraft bei den Gruppen mit den niedrigeren Einkuenften verhaeltnismaessig
schneller stieg. Die Saetze fuer die niedrigeren Gruppen haben sich auf Grund der
Lohnveraenderungen im Jahre 1948 noch mehr erhoeht, es wird jedoch noch einige
Monate dauern, ehe die Zahlen vorliegen.
Der Wirts che ftsberi cht des Praesidenten*, 7.Januar 49
Ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit in Amerika
bildet kein Problem
Trotz der betraechtlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten
Staaten im Januar steigt die Beschaeftigung im ganzen Lande weiterhin leicht an,
erklaerte Maurice J. Tobin, der Arbeitsminister, und der Grad der Geschwjiadigkeit
im Ansteigen der Arbeitslosigkeit.hat nachgelassen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Arbeitslosigkeit nach der Weihnachtssaison immer ansteigt, und dass dies auf die Drosselung im Bauwesen zurueckzufuehren
ist. In diesem Jahre war die Abnahme der Beschaeftigungsziffer groesser. Im Januar
1949 standen insgesamt 57.400.000 Menschen in Arbeit im Vergleich zu 57.100.000 im
Januar 1948. Im Januar 1948 belief sich die Zahl der Arbeitslosen auf 2.100.000 im
Vergleich zu 2.700.000 im Januar 1949. Im Februar 1948 waren 2.600.000 Menschen arbeitslos. In einer Presseerklaerung sagte Minister Tobin;"Waehrend einerseits der augenblickliche Stand der Beschaeftigungslosigkeit
eine sorgfaeltige Pruefung und Beobachtung bedingt, ist die Lage andererseits keineswegs beunruhigend...Augenblicklich ist es nicht moeglich, festzustellen, in welchem Masse die laufende Arbeitslosigkeit auf die Rueckkehr zur saisonbedingten Taetigkeit der Vorkriegszeit einschliesslich der Inventuraufnahme zurueckzufuehren ist
und bis zu welchem Grade die juengste Unsicherheit im Geschaeftsleben und die
Rueckkehr der Kaeufermaerkte in vielen Industriezweigen fuer Verbraucherwaren dafuer verantwortlich ist.
"Es ist Jedoch klar, dass Entlassungen in denjenigen Industriezweigen, die
typisch dafuer sind, dass sie gegen Jahresende Einschraenkungen vornehmen, in diesem Jahre groesser waren als zu irgend einer Zeit seit 1940. Es ist auch einleuchtend, dass gewisse Industriezweige, wie Textilien- und Leder-Ausstattungen, HolzMoebel- und manche Maschinen-Industrien als Ergebnis der Veraenderungen ihrer
Marktlage eine Abnahme an Beschaeftigungslosigkeit zu verzeichnen hatten."
Obwohl 700.000 Menschen im Januar arbeitslos wurden, besteht doch kein Grund
zur Annahme, dass diese Entlassungen einen Rueckgang in den Geschafften ankuendigen,
erklaerte Dr. Edwin G. Nourse, der Leiter des Ausschusses der Wirtschaftsberater
Praesident Trumans.
"State Department Radio Bulletin" 4. Februar 49

- 3 -

�Die amerikanische Politik der Sozialisierung
Die Politik der Amerikanischen Militaerragierung in bezug auf die Sozialisierung wurde in dieser Woche In einem Brief dargelegt, den ein Beamter aus der naeheren
Umgebung Praesident Trumans an Norman Thomas, den Sozlalistenfuehrer, geschrieben
hatte. Dieser Brief war die Antwort auf einen Protest seitens Thomas gegen die
Sehritte der Militaerregierung, die zusammen mit den Englaendern ein Gesetz 75 erlassen hatte vorbehaltlich weiterer Schritte der deutschen Regierung in Hessen in
der Sozialisierung der Bergwerke und Stahlwerke. Generalmajor Harry H. Vaughan,
der militaerIsche Adjutant des Praesidenten, sagte, dass die Politik auf 3 grundlegenden Punkten basiere*
"1. Es wuerde keine Sozialisierung ohne eine schnelle und angemessene Abfindung
der frueheren Besitzer geben.
"2. Die Militaerregierung ueberlaesst die Frage der Sozialisierung im Gegensatz
zum Privatunternehmen den Deutschen, und wird sich in jedem einzelnen Falle
an ihre Entscheidungen halten.
"3* In Faellen, in denen die Bedeutung eines Unternehmens ueber die Grenzen des
Landes hinausgeht, muss der Beschluss zur Sozialisierung das Betriebes von
einer Gruppe gefasst werden, die das gesamte deutsche Volk repraesentiert,
das von dieser Massnahme betroffen wird."
Bei Verkuendung des Gesetzes No. 75 aeusserten sich die amerikanischen und
britischen Dienststellen dahingehend, dass die Frage, ob Kohlen-, Eisen- und StahlIndustrien in Deutschland sozialisiert werden sollten, dem Votum der neuen deutschen
Zentralregierung fuer die Westzonen Deutschlands ueberlassen bleiben sollte, schrieb
ferner General Vaughan.
"Overseas American News Services" 17. Februar 1%$
Die gewerkschaftliche Lage in Japan
Nach einem zweiwoechigen Studium des Kommunismus in Japan und der allgemeinen
Lage der Industrie und der Arbeiterschaft gab der Stellvertretende Arbeitsminister
John W. Gibson anlaesslich einer Pressekonferenz folgenden Bericht abfr
1. Der Kommunismus nimmt in Japan zu, aber die Gewerkschaften machen keine
wirklichen Anstrengungen, um dies, bekanntzugeben. Er fuegte hinzu, dass die
Amerikanische Militaerregierung in Japan keineswegs "unnoetig beunruhigt"
sei.
2. Das Stabilisierungsprogramm fuer Japans wirtschaftliche Erholung wird von
den Gewerkschaften, von den Arbeitgebern wie auch von der Regierung aufrichtig unterstuetzt. Moderne Technik und moderne Ausrüstungen fuer die
Kohlenbergwerke werden benoetigt.
3. Die japanischen Arbeiterverbaende sind wohl als Gliederung Irei, aber in
ihrer Taetigkeit durch Zwangsvergleiche und durch die Tatsache gehemmt,
dass den Angestellten der Regierung (Post, Eisenbahn ebenfalls) das Recht,
in den Streik zu treten oder Kollektiwertraege abzuschliessen, versagt ist.
Gibson berichtete, dass die japanischen Gewerkschaften etwa 6 Millionen Mitglieder haetten. In der Arbeiterbewegung entwickelt sich das System der KollektiwerHandlungen nur langsam und hat noch einen langen Heg vor sich. Freie Gewerkschaften,
fuegte er hinzu, seien sowohl fuer die Regierung als auch fuer die Privatunternehmer
etwas Neues. Rat und Hilfe von aussen wird noch lange notwendig sein, bis eine freie
Gewerkschaftsbewegung endgueltig in Japrn verwirklicht ist. Gibson sagte»"Einer der schwächsten'Punkte in der japanischen Industrie ist der Mangel an
Kohle, sowie der Mangel an modernen Produktionsmethoden. Der Mangel an Kraftstrom
schafft Engpaesse. Die japanischen Industriegewerkschaften haben mich ganz besonders
gebeten, bei meiner Pressekonferenz darauf hinzuweisen, dass sie das Stabilisierungs-

k

-

�Programm roll und ganz unterstuetzen. Sie alle sind willens, daran mitzuarbeiten..."
"Overseas American News Service" 18. Februar 1949.
Wird die Wissenschaft der Freiheit oder der Tyrannei dienen.
Die moderne Wissenschaft kann im Interesse der Freiheit und Wuerde angewendet
werden oder dazu dienen, die Menschen zu Sklaven zu machen. Es haengt davon ab, ob
sich das Ruestzeug der Wissenschaft in den Haenden demokratisch denkender Menschen
oder von solchen befinden, die nach despotischer Macht streben.
Diese Saetze bildeten den wesentlichen Inhalt einer Rede, die David E. Lilienthal, der Vorsitzende der amerikanischen Atomenergie-Kommission, unlaengst gehalten
hat. Er sagte,"dass die Technologie, die zum Wohle des Menschen angewandt wird,
nicht nur materiellen Wohlstand bringen, sondern auch das freiheitliche Denken des
Menschen foerdem kann.
"Die Maschine und die Technologie selbst sind weder gut noch boese. Sie sind
gut, wenn sie der Mensch zum Guten anwendet und sie sind boese, wenn er sie fuer
boese Zweoke verwendet.
"Die Maschine kann natuerlich so angewendet werden, dass sie den Menschen degradiert und versklavt. Sie kann dazu verwendet werden, das Land zu erschoepfen
und mit ihm die Wuerde derjenigen, die auf diesem Boden leben, sie kann die Luft
vergiften, kann Fluesse verunreinigen, die Waelder verwuesten und dadurch Maenner,
Frauen und Kinder zur geistigen Degradierung grosser Armut verurteilen. Sie kann
aber auch die Tore zum Vorteil und Nutzen des Menschen weiter oeffnen, sie kann....
dazu benutzt werden Schmutz, Unrat, Stauungen und Krankheiten zu beseitigen, um
den Boden zu kraeftigen, um die Waelder zu erhalten, um die Umgebung des Menschen
menschlich zu gestalten
*
Wir muessen nun unsere Wahl treffen. Wir koennen uns nun bewusst und vorsaetzlich dafuer entscheiden, ob die Maschine oder der Mensch an erster Stelle stehen
soll. Diese Entscheidung wird aber nicht zu einer einzigen Gelegenheit vorgenommen,
die als Schauspiel und dramatisch ablaeuft. Wir werden von Entscheidung zu Entscheidung schreiten, von Streitfrage zu Streitfrage. Sie und ich und wir alle werden für
den Rest unserer Tage inmitten dieses Kampfes stehen."
"State Department Radio Bulletin", 7. Februar 1949
Schwedische Arbeiterführer besuchen die Vereinigten Staaten
Der Verwaltungsausschuss fuer das ERP (ECA) gab am 11. Februar bekannt, dass
im Maerz 12 schwedische Gewerkschaftler in den Vereinigten Staaten eintreffen
wuerden, um dort einen Monat zu verbringen und die Arbeitsbedingungen in den Vereinigten Staaten zu studieren.
Waehrend ihres Besuches, der auf Einladung der Abteilung fuer Technische
Hilfeplanung des EGA erfolgt, wird die Gruppe in den Staedten, die sie besucht,
auch mit Fuehrern der amerikanischen Arbeiterbewegung, mit Beamten der amerikanischen Regierung wie auch mit Arbeitern zusammentreffen.
Fuehrer der Delegation ist Axel Strand vom Schwedischen Gewerkschaftsbund, zu
den Mitgliedern der Gruppe zaehlen ferner; Karl Lindeil, der Schatzmeister des Fabrikarbeiter-Verbandes, Evald Johansson, der Vorsitzende des Verbandes der Arbeiter
im Bergbau, Arne Geijer, Holgar Olsson und Erik Ostrand vom Metallarbeiterverband,
J.V. Kunblad und Birger Ohquist vom Palerarbeiter-Verband, sowie Ragner Helgesson
und Sture Lindblad vom Transportarbeiter-Verband.
Die schwedische Gruppe ist bereits die vierte aus einem Marshallplan-Land,
die die Vereinigten Staaten besucht, um die Industrieproduktion zu studieren. Die
erste Gruppe bestand aus norwegischen Gewerkschaftlern, die im Januar eine drei-

- 5 -.

�woechlgen Tour unternahm, die zweite Ist eine daenische Delegation, die in dieser
Woche eintraf, und die dritte wird die erste von einer Reihe britischer Delegationen aus der Industrie sein, die gegen Ende Februar eintreffen wird.
"Overseas American News Service" 12. Februar 1949
Senator Vandenberg ueber die Aussenpolltlk
der Vereinigten Staaten
Folgende Erklaerung ist einer Rede der Senators Arthur H. Vandenberg, des
Fuehrers einer Minderheit im amerikanischen Senatsausschuss fuer Auswaertige Angelegenheiten, entnommen, die er in Detroit hielt. Das Hauptthama seiner Ansprache
gipfelte darin, dass die beiden grossen politischen Parteien in der Beibehaltung
des bisherigen Kurses in der Aussenpolltlk zusammengehen wuerden, obwohl sie bei
internen Fragen vielleicht verschiedener Meinung sein moegeh. Sowohl Republikaner
wie auch Demokraten wollen zusammenarbeiten, um Frieden zu bringen.
"Dieser "Kalte Krieg" keennte in 20nMinuten vorbei sein, wenn Russland in
Worten und Werken gutens Willens waere. Wir wollen nichts von Russland als das
Recht fuer die unabhaengigen Nationen, Innerhalb ihrer eigenen Gebiete nach ihrem
eigenen Freien Willen "leben und leben zulassen". Wir bieten Freundschaft auf einer
doppelwegigen Strasse. Wir wollen peinlichst genau jede Verpflichtung einhalten,
die wir mit der Atlantic Charta und den Vereinten Nationen gegenueber eingegangen
sind. Wir wollen uns an einer allgemeinen Abruestung - einschliesslich der Atombombe - beteiligen, wobei eine zuverlaessige Bestrafung bei Treulosigkeit und Vertrauensbruch vorgesehen ist.
"Nur Taten geben ein zuverlaesslges Bild. Bis zu dem herrlichen Tage, da Jeder bereitwillig Frieden zu schliessen gewillt ist, werden wir auf die Sicherheit
unseres Landes bedacht sein und unser Pulver trocken halten. Wir werden die kollektive Sicherheit und Gerechtigkeit durch die Einrichtung der Vereinten Nationen unterstuetzen. Wir werden uns mit anderen gleichgesinnten Nationen durch regionale
Sicherheitsabkommen Im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen, jedoch ausserhalb
des Sowjetischen Vetos, zusammenschliessen. Wir werden unnachsichtlich gegen jeden
umstuerzlerischen kommunistischen Verrat vorgehen."
"State Department Radio Bulletin" 11. Februar 1949
Kontrolliertes Unterrichtswesen in den
kommunistischen Laendern
Alle diejenigen, die an ein freies Gewerkschaftswesen glauben, sind gewoehnlich auch Verfechter des freien Unterrichts. Es sollte aber die deutschön Gewerkschaftler nicht uebarraschen, einen Artikel wie den folgenden in einer offiziellen
Publikation des Britischen Gewerkschaftsbundes (TDC) zu finden;
"Die kommunistischen Regierungen Osteuapas benuehen sich energisch, eine
juengere Generation heranzuziehen, die von der kommunistischen Idee durchdrungen
ist. Die von den verschiedenen kommunistischen Regierungen erlassenen Verordnungen
illustoinren den Prozess, der jetzt hinter dem "Eisernen Vorhang" mit beschleunigter
Eile vorangetrieben wird.
"An den Schulen und Universitaeten in Ungarn, der Tschechoslowakei, Polens
und Rumaeniens werden jetzt fuer die Lehrkraefte Sommer-Lehrgaenge in den Grundprinzipien des Kommunismus abgehalten. Der polnische Unterrichtsminister hat unlaengst darauf hingewiesen, dass die Lehrer ihre ideologische und politische Aktivltaet steigern muessten.
"Tschechoslowakei» Einen Schritt vorwaerts zur Kommunisierung des Unterrichtswesens in der Tschechoslowakei bedeutete die Bildung von Aktionskomitees innerhalb
des Lehrerberufs an den hauptsaechlichsten Universitaeten und im Nationalverband
der Studenten. Diese Ausschuesse stellten Listen von allen Personen euf, die Geg-

- 6 -

�ner des kommunistischen Regimes sind, was zur Entlassung von 17 Mitgliedern des
Lehrkoerpers der Karls-Universitaet und zur Ernennung neuer Professoren seitens des
Unterrichtsministeriums fuehrte, ohne dass die Universitaet ueberhaipt vorher befragt wurde.
"Um eine Umarbeitung der Geschichte vom kommunistischen Standpunkt aus zu erleichtern, ordnete die tschechoslowakische Regierung die Vernichtung aller Exemplare
der Memoiren des verstorbenen Praeddenten Benesch und Winston Churchills an.
Polen» In Polen sind aehnliche Entlassungen an der Universitaet Posen und auch
anderswo vorgenommen worden, und der Universitaet wird jetzt durch das Unterrichtsministerium der Lehrkoerper aufgezwungen. Die Professoren und Studenten, die sich
dem widersetzen, sind ins Gefaengnis geworfen worden.
Bulgarien» Bei der ersten Reinigungsaktion in Bulgarien wurden 500 Studenten von
den Hochschulen relegiert. Alle unabhaengigen Sclmlen sind auf Anordnung der Regierung geschlossen worden. Die Rektoren, Direktoren, Erzieher, und Vorsteher innerhalb des bulgarischen Unterrichtssystems sind jetzt unter den aktiven Mitgliedern der kommunistischen Organisation ausgewaehlt worden.
Russland; Eine Ueberpruefung und Umorganisation der wissenschaftlichen Lehr- und
Forschungstaetigkeit in allen Zweigen der Biologischen Forsdhung in der Sowjetunion war die Folge von Anschuldigungen des Akademikers T.D. Lysenko, dass sich
ideologische Ketzerei und abweichende Anschauungen unter seinen Kollegen ausgebreitet hatten, die nicht glauben, dass die Lehren Mendels, Morgan« und anderer
fuehrenden Biologen der westlichen Welt durch Lysenkos Theorien ueber die Vererbung und die Erblichkeit charakteristischer Merkmale in Misskredit gebracht worden
sind. Als Ergebnis dieser Polemik sind fuehrende Wissenschaftler in der Sowjetunion von ihren Posten entlassen worden, weil sie angeblich "reaktionaere idealls- '
tische Anschauungen" vertreten.
"Diese Reinigungsaktion ist auf die Heilkunde, Physik, auf die Philosophie,
die Sozialwissenschaften, ja, sogar auf die historische und literarische Kritik
ausgedehnt worden."
TLabour" Februar 1949
Der Wert der Forschung fuer den Arbeiter
In unserem Blatt ist bereits ueber das wachsende Interesse der amerikanischen
Gewerkschaften an der Forschung berichtet worden. Nachstehender Artikel ist dem offiziellen Organ des Britischen Gewerkschaftsbundes (TUC) entnommen.
"Im Allgemeinen wollen die Gewerkschaftler an dem Nutzen, der durch verbesserte Methoden und Arbeitsprozesse geschaffen wird, teilhaben, insbesondere koennen
sie die Ideen und Stellungnahmen der Arbeiter in bezug auf irgendwelche neuen wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zum Ausdruck bringen.
Forschung macht sich bezahlt
"Heutzutage sind diese Entwicklungen im Steigen begriffen, da 39 verschiedene
Vereinigungen den Versuch unternehmen, wissenschaftliche und technologische Probleme auf einem immer groesser werdenden Gebiet zu loesen. Jede Vereinigung steht
in engster Verbindung zu dem betreffenden Industriezweig, sie bestimmt ihre eigene
Richtung in der Forschung, und ihre Ergebnisse sind Eigentum ihrer Mitglieder. Der
Mitgliedsbeitrag, der oft niedriger ist als die Jahresbezuege eines Bueroburschen
bei manchen kleineren Firmen, macht sich bereits jetzt immer wieder bezahlt. Es
ist nicht uebertrieben, wenn man sagt,dass unter Berücksichtigung der geringen
Kosten der Vorteil oder Gewinn fuer die einzelne Firma, fuer die Industrie und den

- 7

�Staat hoch gewesen ist.
"Sin kurzer Ueberblick ueber einige Arbeiten, die von den Vereinigungen, an
denen die Gewerkschaften beteiligt sind, durchgefuehrt wurden, gibt eine klarere
Vorstellung von ihrem Wert.
Neue Techniken
"In dem bekannten Shirley Institut in Man ehester mit seinen 50 Laboratorien
wird praktisch auf jedem Gebiet der Baumwoll-Textilien-Manufaktur eine ausgedehnte Forschungsarbeit unterhalten. Die Leiter des Instituts machen alle Anstrengungen, um neue Techniken bei den Baumwollfirmen einzuführen und zeigen eine begruessenswerte Bereitwilligkeit, alle Ideen einer Pruefung zu unterziehen, die
die Firmen selbst dem Institut einreichen.
Eine weitere Angelegenheit, die die Forschungsvereinigung fuer Stiefel- und
Schuhfabrikation aus den Vorkriegstagen wieder aufgenommen hat, verfolgt den
Zweck, den richtigen Arbeitsschuh herauszubringen. Die Vereinigung vertritt die
Ansicht, dass, wenn dies in der Kriegszeit fuer Soldaten und Flieger moeglich war,
es ebenso auch im Frieden fuer Kellnerinnen, Verkaeuf er innen, und Gepaecktraeger
durchfuehrbar sein muesste. Fuer diejenigen, die eine gehende Beschaeftigung haben,
wuerden solche Entdeckungen viel von den Beschwerden beseitigen, die sich aus
schlecht zugeschnittenen Schuhen und Stiefeln ergeben und die zweifellos Stimmung
und Gesundheitszustand beeinflussen.
"Solche Faelle von Projekten und Nutzanwendungen koennten beliebig erweitert
werden, wer aber daran interessiert ist, wird einen sehr nuetzlichen Ueberblick
ueber die modernen technischen Entwicklungen in einer unlaengst von der Regierung
veroeffentlichten Broschuexe "Die Forschung in der Industrie" finden.

*

("Research in Industry" heisst diese Broschiere, die zum Preise von
l/8d portofrei vom «Publications Department, TUC. Smith Square, London
SW 1 bezogen werden kann. Bei genuegend grosser Nachfrage wuerde die
Manpower Division, OMGUS, versuchen, eine Uebersetzung zu besorgen)
Darin pruefen und ueberwachen 18 Mitarbeiter die Taetigkeit ihrer Vereinigungen
und Sir Edward Appleton, der allen Gewerkschaftlern bekwmt ist, entwirft und
plant die Ziele der Abteilung fuer Wissenschaftliche und Industrielle Forschung
(DSIR), deren Sekretaer er ist.
"Seine Aufgabe besteht darin, die Verbindung zwischen der von privater Seite
her unterstuetzten Forschung in der Industrie und der von der Regierung gefoerderten durch Vermittlung der DSIR, die bereits im Jahre 1916 ihre Arbeit aufnahm,
herzustellen.
Man findet immer eine Loesung
"Die DSIR fuehrt aber nicht allein ihre eigenen Forschungen auf Gebieten, die
weit abseits liegen, wie z.B. Rundfunk und Bauwesen, durch, sondern sammelt auch
durch ihre Nachrichtenstelle ausgedehntes Informationsmaterial aus jeder verfuegbaren Quelle. Auf diese Weise ist es moeglich, jemand, der sich mit einem Problem
beschaeftigt, an diejenige Stelle zu verweisen, bei der er mit groesster Wahrscheinlichkeit die benoetlgte Auskunft erhalten kann.
"Durch seinen Beratenden Ausschuss, der sich aus hervorragenden Wissenschaftlern, fuehrenden Gewerkschaftlern und Industriellen zusanmensetzt und der Oberleitung des Praesidenten des Geheimen Staatsrates untersteht, bemueht sich die
DSIR in jeder Hinsicht, mit allen Bedürfnissen und Problemen der britischen Industrie Fuehlung zu behalten. Sie legt Wert darauf, die Oeffentlichkeit darauf
hinzuweisen, dass ihre Zentralstelle von jedem in Anspruch genommen werden kann,
der mit der Industrie zu tun hat.
"Aber bei dem Fortschritt in der Forschung ergeben sich oft genug Probleme
eigener Art, die von den Prinzipien, nach denen die britische Industrie aufgebeut
8

-

�ist, herruehren. Dies bewahrheitet sich insbesondere beim Radar-System, erklaert
Sir Robert Watson-Watt, der selbst Gewerkschaftler und Mitglied des Wissenschaftlichen Beratenden Ausschusses des TÜC ist, in dem abschliessenden Artikel der Veroeffentlichung.
Einsatz des Radar-Systems
"In der Kriegszeit wurde die Radarforschung zentral geplant, auf ein bestimmtes Ziel abgestellt und vom Staate entsprechend finanziert. Mit dem Eintreten
friedlicher Verhaeltnisse loeste sich dieses System natuerlich aif und die einzelnen Firmen auf den verschiedenen industriellen Gebieten gingen in bezug auf die
Entwicklung ihre eigenen Wege. Es soll nun damit nicht gesagt werden, dass ihre
Bemuehungen fruchtlos verliefen, aber die Zeit ist nun wohl gekommen, um sich darueber klar zu werden, dass der Geist und der Sinn der Unabhaengigkeit ueber den
Punkt hinausgegangen ist, da er dem Interesse des Einzelnen wie auch dem des
Staates am besten dienen kann.
"Sir Robert ist der Ansicht, dass "ein groesseres Mass an Zusammenarbeit in
der Industrie selbst der Sache des Inlandsmarktes und den Forderungen des Exports
ohne eine wirkliche Schaedigung oder Benachteiligung der Konkurrenzlage in der Industrie des Landes dienen koennte." Was nun den Beitrag, den das Radarsystem zu
den wirtschaftlich lebenswichtigen Verbindungen dieses Landes zu leisten imstande
ist, anbetrifft, so enthalten die Gedanken Sir Rotoerts eine Botschaft die allgemein Anwendung finden koennte.
Zusammenarbeit ist die Quintessenz der Forschung
"Die Forschung muss so weit wie moeglich zu allen Erwaegungen in Beziehung
.stehen, die die Industrie angehen. Von diesen Erwaegungen nehmen die Beduerfnisse
des Landes die erste Stelle ein. Grosszuegige und produktive Zusammenarbeit muss
zwischen der Regierung und den einzelnen Industriezweigen wie auch zwischen denen
herrschen, die sich in gemeinsame Gebiete teilen. Woaoeglich muessen auch die Gewerkschaftler den vollen Bestrebungen•jene einzigartige Unterstuetzung zuteil
werden lassen, ohne die jede neue Idee wahrscheinlich zu einem Versager wird
das drueckt die Ansichten und das Interesse des Arbeiters aus, der ja schliesslich
in der Fabrik und an der Arbeitsbank die Arbeit zu leisten hat."
"Labour" Februar 1%9
Gesundheitsminister draengt auf Schaffung einer
Abteilung fuer Sozialfuersorge
Der Gesundheitsminister-Rajkumari Amrit Kaur machte den Vorschlag es sollte
sowohl in Zentralindien wie auch in den Provinzen eine getrennte Abteilung fuer Sozialfuersorge geschaffen werden, als sie auf der Zweiten Allindischen Konferenz
fuer Sozialarbeit in Madras eine Rede hielt. Auf der Konferenz waren mehr als
500 Delegierte und Beobachter anwesend.
Bei der Abgabe des ersten Jahresberichts fueliPte der Gensralsekretaer aus,
dass die Entsendung einer Delegation aar Vierten Internationalen Konferenz fuer
Sozialarbeit, die in Atlantic City getagt hatte, eines der wichtigsten Ereignisse
des Jahres gewesen sei. Der Vorschlag, fuer die Laender des Fernen Ostens in
Indien ein Seminar fuer Sozialfuersorge zu gruenden, wurde fuer spaeter im Jahre
1949 verschoben.
Die Konferenz empfahl, die SoziaIfuersorger sollten die Foerderung der Dorfindustrie als eine ihrer vornehmsten Pflichten ansehen und brachten auch in Vorschlag, dass die Regierungsstellen fuer Entwicklung und Fortschritt zusammenarbeiten und den Beziehungen der PrivatInstitute finanziell und funktionell in dieser Hinsicht Hilfe zukommen lassen sollten.
Indische Krankenhaus-Vereinigung
In Bombay wurde "ron indischen Aerzten unter der Bezeichnung "Indische Kran-

- 9 -

�kenhaua-Verelnigung" eine neue Organisation gegruendet, deren Praesidlum Dr. M.D.
Gilder, der Gesundheitsminister von Bombay, innehat.
Die Hauptziele der Vereinigung bestehen darin, durch die Entwicklung des Krankenhauswesens die Fuersorge zu foerdern und Mindestsaetze fuer die Krankenhausbehandlung festzulegen. Die Vereinigung wird nach denselben Grundsaetzen arbeiten
wie die amerikanische Krankenhaus-Vereinigung.
Neben der Angleiohung der Plaene, Probleme, Taetigkeit und der Beduerfniese
aller Krankenhaeuaer wird sie auch die Berufsausbildung und die wissenschaftliche
Forschung foerdern.
Eine Abteilung fuer Sozialmedizin
Die Regierung Ton Madras hat beschlossen, in der Hochschule fuer Medizin
in Madras eine Abteilung fuer "Sozialmedizin" ins Leben zu rufen und hat Dr. R.
Ratnaswamy zum Professor fuer Sozialmedizin ernannt. Ihm wurde die Aufgabe zuteil,
auf diesem Gebiete einen Plan auszuarbeiten.
Dieser Zweig der aerztlichen Ausbildung wurde vom Bhore-Aussohuss befürwortet. Der Lehrplan fuer die Studenten umfasst u.a. das Studium der wirtschaftlichen
Verhaeltnisse, der sozialen Gewohnheiten und der UmgebungsTerhaeltnisse des Volkes
in ihren Beziehungen zur Gesundheits- und aerztlichen Hilfe, zu den Mitteln, die
Krankheiten im Stadium ihrer Entstehung zu bekaempfen und Nachdruck auf die Anwendung vorbeugender Medikamente zu legen.
"India News" 3. Februar 1949
Die Vorsitzende des Allindischen Frauenkongresses
ueber die Rolle der Frauen
Das zukuenftige Programm der Allindischen Frauen-Konferenz wurde von Urs. Ur—
mila Mehta, einer bekannten Kongress-Mitarbeiterin, in ihrer Ansprache als Praesidentin auf der 21. Sitzung der Konferenz, die am 26. Januar in Gwalior ihren Anfang
nahm, dargelegt.
Sie empfahl, die Allindische Frauen-Konferenz sollte die Organisation von Beratungsstellen fuer werdende Muetter in die Wege leiten. "In diesen Stellen," sagte
sie, "wird es uns moeglich sein, unseren Schwestern die richtigen Wege zur Erziehung
ihrer Kinder, die spaeter der Stolz unseres Landes sein werden, aufzuzeigen."
"Ich habe den Eindruck, dass wir die Organisation einer Art Bewegung, wie sie
in China unter der Bezeichnung "Bewegung des Neuen Lebens" besteht, bitter noetlg
haben, die sich in jeder Hinsicht mit unserem sozialen Leben befasst und ihm einen
neuen Sinn und ein neues Ziel/ gibt", sagte sie.
Sie empfahl ferner, die Allindische Frauen-Konfeimz moege unverzueglich ein
Programm fuer konstruktive Arbeit entwerfen, dem zufolge alle Mitglieder verpflichtet sein sollten, sich fuer eine bestimmte festgelegte Zeit der Sozialarbeit zu
widmen.
"India News" 3. Februar 1949
Die Weltfoerderung an Kohle und Stahl
Fuer den Zeitabschnitt von 12 Monaten, der am 30. September endete, betrug
die Weltfoerderung an Kohle 1.520.000.000 Normaltonnen, d.h. IQt hoeher als im
Jahre 1937 und Jl mehr als 1947« Diese Zahl enthaelt nicht die Foerderung in der
Sowjetunion. Die durchschnittliche Monatsproduktion an Rohstahl in der Welt
waehrend der ersten 9 Monate des Jahres 1948 war um 10&amp; hoeher als fuer den gleichen Zeitraum im Jahre 1947. Die U hauptsaechllchen stahlerzeugenden Nationen
(mit Ausnahme der Sowjetunion) produzierten 45 Millionen Tonnen« 60£ davon entfielen auf die Vereinigten Staaten.
"New York Times" 20. Februar 1949

10

�Wir helfen anderen, um uns selbst zu helfen1
Ohne den Marshall-Plan wuerde sich Grossbritannien vielleicht heute in einer
Lage befinden, in der es l£ Millionen Arbeitslose, keine Bammwollartikel in den
Laeden, nur ^ der augenblicklichen Tabakmenge, nur 2/3 der jetzigen Menge an Zucker,
Speck, Kaese, weniger Schuhe, weniger Benzin, weniger Filme, Zeitungen und Bächer
geben wuerde.
So ungefaehr wuerde unsere Lage aussehen, wie es die Broschuere "Wir muessen
zusammengehen'*, ein neuer und volkstuemlicher Rechenschaftsbericht ueber das Suropaeische Wiederaufbau-Programm (ERP), hinstellt, wie ihn Jeder klar verstanden
haben nuss.
Diese Broschuere unter der Bezeichnung "Getting on together"
ist portofrei vom Publicatlons Department,TDC, Smtth Square,
London SW 1 zum Preise von Ad erhaeltlich.
Sie wurde fuer die Regierung von der Wirtschaftlichen Informationsstelle und
dem Zentral-informationsbuero zusammengestellt. Auf 16 Seiten Text mit Karten und
Bildmaterial bringt sie einen kurzen Ueberblick ueber die Geschichte des SRP,
einen Bericht ueber den Verwaltungsapparat, Bemerkungen ueber die beteiligten
Laender, ueber die europaeische Zusammenarbeit und ueber die Geschichte der Hilfe
Amerikas.
Unter der Ueberschrift "Was wLr bekommen und was wir geben" wird eine Darstellung des Beitrags Grossbritanniens zum Wiederaufbau Suropas gegeben. Eine der Bedingungen der Marshall-Hilfe bestand darin, dass die betroffenen Laender Europas
sich einander helfen sollten, und an dieser Bedingung haelt Grosshrltannien unbedingt fest.
Wir sind das groesste Industrieland Westeuropas und der wichtigste Eckpfeiler
fuer die Wiedergesundung Buropas (heisst es in der Broschuere), und wir helfen den
anderen 18 Nationen, indem wir sie mit Oel, Sohle, Maschinen, Fahrzeugen, Chemikalien und Textilien beliefern.
So exportierten wir z.B. im Laufe des ersten und zweiten Tierteljahres 1948
durchschnittlich 500 landwirtschaftliche Traktoren (im zweiten Vierteljähr waren
es duBhschnittlich 547 im Monat). Im Jahre 1938 waren es nur durchschnittlich
190 pro Monat.
Wir haben 1948 6j Millionen Tonnen Sohle nach Westeuropa geliefert, das waren
500.000 Tonnen mehr, als wir urspruengllch liefern wollten. Es wird angenommen,
dass unsere Sohlenexporte nach Westeuropa bi« zum Jahre 1951 insgesamt 29 Millionen Tonnen ausmachen werden im Vergleich zu 2? Millionen Tonnen im Jahre 1938.
Die Bedeutung des Oels
Oel ist mit der bedeutendste Beitrag. Die von-den Englaendern kontrollierten
Petroleumgesellschaften liefern fast ebenso viel Oel nach Europa wie die amerikanischen Gesellschaften.
Die Ausmasse der Anstrengungen Englands werden an Hand der graphischen Darstellungen geschildert, die Ana ermutigende Sprache sprechen. Im Jahre 1946 war die
Industrieproduktion um ein Fuenftel groesser als 1938. Sie koennte zwar noch weiter
erhoeht werden, aber nur durch eine steigende Leistung des einzelnen Arbeiters, da
nahezu alle verfuegbaren Arbeitskraefte schon vollbeschaeftigt sind.
Im Jahre 1947/48 lag der Ertrag der Landwirtschaft Grossbritanniens um ein
Viertel hoehr als vor dem Erlege. Das Ziel ist, den Ertrag bis 1951/52 auf 50t
ueber dem Vorkriegsstand zu steigern, was eine starke Srhoehung in der Produktion
von Weizen, Kartoffeln, tierischen Futtermitteln, Zucker, Eiern, Milch, Rind- und
Kalbfleisch gegenueber den Vorkriegsziffern bedeutet, obwohl wir aber noch weniger
Schafe und Schweine haben werden.
-

11

�Der umfang unserer Ausfuhr ist im Laufe der vergangenen 18 Monate staendig
angestiegen* 1948 haben wir mehr Waren exportiert als 1938.
Bin neues Experiment
"Es liegt an uns" - so lautet die aufmunternde üeberschrift eines Kapitels, in
dem es heisst. "Das ERP ist ein neues Experiment auf dem Gebiete der Internationalen Zusammenarbeit. Nach dem jetzigen Stande zu urteilen, koennen wir noch nicht
genau sagen, wie es sich in den naechsten vier Jahren weiterentwickeln wird.
Wir wissen aber genau, dass es.uns den richtigen Weg weisst und dass es ohne
das ERP keine Hoffnung mehr gaebe, unsere Lebensbedingungen in der Zeit, die unmittelbar vor uns liegt, zu verbessern.
"Aus diesem Grunde verdient es aus vollem Herzen unsere Unterstuetzung, auch
wenn es zu Zeiten erforderlich ist, dass wir unsere eigenen Einrichtungen, Abkommen
usw. aendern muessen, um anderen.Laendern gerecht zu werden, und wir auf manches
verzichten, was wir brauchen, weil es anderswo noch dringander benoetigt wird.
"Dadurch, dass wir den anderen 18 helfen, helfen wir ihnen in Wirklichkeit dabei, uns Hilfe zu bringen. Ja noch mehr, wir vereinigen uns mit den Vereinigten
Staaten in einem gewaltigen Kampf gegen Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit, in einem Kampf, von dessen Ausgang die Chancen fuer den Frieden oder den Krieg abhaengen."
"Labour" Februar 1949.
-

Manpower Division
OMGUS, APO 742

omm, 9-bW. i&gt;». ««• *9. '* "

12

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel stellen Aaszage aas der amerikanischen Presse and anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschalen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weiter* Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wonach werden diese auch einseinen Interessenten direkt durch die Post sageleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilunge.n" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 4

Berlin, 18, Maerx 1%9

Die Stellung der Gewerkschaften Im ERP
Irving Brown, der Vertreter der AFL in Buropa, hat einen ausführlichen Bericht
ueber die Bedeutung des Marshall-Plans verfasst. Dieser Bericht, der in der offiziellen Monatsschrift der AFL erschien, ist zu lang, um hier vollstaendig wiedergegeben zu werden. Der hier veroeffentlichte Auszug beschraenkt sich daher nur auf die
Absaetze des Artikels, die die Rolle der Arbeiterschaft im EuropaeIschen Wiederaufbau-Programm behandeln.
"Was hat wohl Amerika - seine Regierung und sein Volk - dazu veranlasst, sich
nit diesem gewaltigen Programm zu befassen.
"Es waere irrefuehrend, wenn man behauptete, dass der amerikanische Wohlstand
von grossen Exporten und von den Maerkten im Auslande abhaengt. Der Internationale
Handel ist nur zu einem kleinen Prozentsatz an der amerikanischen Produktion und
dem Gesamteinkommen Amerikas beteiligt. Zu einer Zeit, da die PreisInflation das
wichtigste wirtschaftliche Problem darstellt, wuerde ein Exportprogramm die Lage
nicht erleichtern, sondern erschweren. Die Hauptsorge der Vereinigten Staaten besteht darin, zu verhindern, dass sich wirtschaftliches Chaos und Unbestaendigkelt
zu einem Faktor der Zerstoerung fuer die Unabhaengigkeit und die demokratische
Grundlage der europaeischen Staaten enwlekeln...
"Die amerikanischen Gewerkschaften haben bei der Formulierung der amerikanischen Vorschlaege zum ERP eine sehr aktive Rolle gespielt. Ein grosser Teil der
dynamischen Kraft, die hinter dem Marshall-Plan steht, ging von den amerikanischen
Gewerkschaftlern aus. Die Arbeiterschaft trat gemeinsam mit den liberalsten Elementen der amerikanischen Gesellschaft nicht nur fuer eine Unterstuetzung dieser
Hilfe fuer Europa ein, sondern kaempfte auch dafuer, dass eine Garantie dafuer gegeben ist, das sich das ERP nicht in die Souveraenitaet der europaeischen Nationen
einmischt.
Wer ist gegen den Marshall-Plan und wer finanziert ihn
"Die angeblichen Reaktionaere und Isolationisten Amerikas waren gegen den
Marshall-Plan und stimmten gegen eine Hilfe fuer Europa seitens der amerikanischen
Regierung. Die letzteren Gruppen, die sich lediglich von ihrem Eigennutz leiten
lassen, wiesen darauf hin, dass Amerika nicht von den europaeischen Maerkten abhinge, und* dass die Anlage von Geldern in Europa sehr unvorteilhaft sei. Sie draengten auf eine Verwendung dieser Geller innerhalb der kontinentalen Grenzen Nord und Suedamerikas, ein Vorschlag, der - vom streng ni cht human itaeren, selbstsüchtigen wirtschaftlichen Standpunkt aus - durchaus vertretbar erscheint. Andererseits
bildet das amerikanische Hilfsprogramm in Europa entgegen der von den Sowj ets inspirierten Propaganda den Ausdruck des Denkens und der Aktivitaet der fortschritt-

1

-

�lichsten Teile der amerikanischen Gesellschaft.
"Die grosse Masse der amerikanischen Arbeiter bezahlt mit dem Schweias ihrer
Arbeit die Hilfe ihrer Mitmenschen in Europa, nicht ein einziger Pfennig kommt von
Privatbanken. Ausserdem wird das amerikanische Volk immer die Eontrolle darueber
haben, wie das Geld verwendet wird, um Europa bei seinem Wiederaufbau zu helfen.
Die beste Garantie dafuer wird die Macht der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
in der Heimat wie auch im Ausland sein.
Der Beitrag der Arbeiterschaft zur Durchfuehrung des Programms.
"Amerikanische Gewerkschaftler sind ernannt worden, um sowohl in den amerikanischen wie auch den europaeischen Dienststellen des Verwaltungsausschusses fuer
das EHP leitende Posten zu uebernehmen. Diese Vertreter der Arbeiterschaft, die
selbst aus den Reihen der Arbeiter kommen, stehen in vorderster Front, um eine Gewaehr dafuer zu bieten, dass sich das Änropaeische Wiederaufbau-Programm zum Wohle
der Massen des Volkes auswirkt.
"Es hat sich fuer die europaeischen Gewerkschaften als notwmdig und aeusserst
dringend erwiesen, in hoeherem Masse bei den Plaenen unmittelbar eine Rolle zu spielen, die von den Marshallpian-Laendern formuliert werden, die jetzt mit Hilfe der
Organisation fuer die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC) durchgefuehrt
werden. Um die Interessen der Arbeiter zu wahren, die die Last des Produktionsprogramms zu tragen haben, und um eine Garantie dafuer zu haben, dass das ERP nicht
zu einer"kapitalistischen Intrigue" wird, um mit den Worten des KOMINFORM zu reden,
ist es erforderlich, daas sich die Gewerkschaftsbewegungen an der bewunderungswürdigen Hilfsaktion fuer die arbeitende Bevoelkerung beteiligen und sich um sie sammeln,
um eine wirtschaftliche und demokratische Stabilitaet in Westeuropa zu wahren. Das
bedeutet aber auch, dass die Gedanken der Arbeiterschaft ueber die eigenen nationalen Grenzen hinausgehen muessen, und dass sie sich fuer die endgueltige Verwirklichung der westlichen Wirtschaftsunion einsetzen. Um dies zu erreichen, ist folgendes notwendig»
"1. Beteiligung der nationalen Gewerksdhaften; Die Arbeiterschaft muss in hinreichendem Masse in der Verwaltung des ERP vertreten sein - sowohl in Aaerika wie
auch in Europa. Damit muss auch eine direkte Beteiligung der europaeischen Arbeiterschaft auf international koordinierter Basis an der OEEC verbunden sein.
"2. Internationale Verbindungsstelle fuer Gewerkschaftssekretariate« Die internationalen Gewerkschaftssekretariate in den entsprechenden Industriezweigen sollten
zusammen mit den nationalen Gewerkschaftszentralstellen eine staendige Verbindungsorganisation ins Leben rufen, die sich mit den Interessen der Arbeiterschaft am
ERP befasst, bei den zustaendigen Stellen Vorschlaege einreicht und die Arbeiter
darueber aufklaert, was es mit dem gesamten Projekt auf sich hat.
"3. Die Arbeiterschaft muss die Taetigkeit des ERP ueberwachen; Zusammen mit
dem Internationalen Amt fuer Arbeit (ILO) und den Dreierausschuessen muss die Arbeiterschaft am funktionieren und an der Belebung des ERP beteiligt sein, indem
sie sich dazu aeussert, ob Prouuktionsziele erreichbar sind, ob fuer die Erfuellung von Aufgaben Arbeitskraefte verfuegbar sind oder nicht, ob Unterkunft und
Verpflegung in, ausreichendem Masse vorhanden ist, um Praduktionserhoehungen durchzufuehren, die gefordert werden, was zur Modernisierung der Ausrüstungen gehoert
und welche neuen Formen wirtschaftlicher Organisation erforderlich sein moegen,
um die gesteckten Ziele zu erreichen.
"4. Die Einstellung der Arbeiterschaft muss ehrlich sein; Die Arbeiterklasse
muss bei diesen grandiosen Produktionsbestrebungen der aufrichtigen und begeisterten Unterstuetzung aller Arbeiter sicher sein, die aber zum .Scheitern verurteilt sind, wenn die europaeische Arbeiterschaft nicht zu begeisterter Hilfeleistung angespornt wird.
»5. Groesstmoeglicher Einsatz aller Hilfsquellen; Die Arbeiterschaft muss
-

2 -

�bereit sein, den EHP-Laendern bei ihren Bestrebungen "einen hohen Beschaeftigungsstand und einen Hoechsteinsatz aller verfuegbaren Hilfsquellen der europaeischen
Laender aufrechtzuerhalten," zu helfen.
"6. Die Arbeitsnormen muessen einen hohen Stand einnehmen:

Die Arbeiterschaft

muss Kollektivrerhandlungen, gewerkschaftlich» Normen und Abkommen, Sozialgesetzgebung schuetzen, sie muss sich mit Schulungs- und Umschulungs-Prpgrammen befassen
und vor allem die Prinzipien der freien Arbeit wahren und aufrechterhalten.
"Bis zu welchem Grade das Wiederaufbauprpgramm ein Voelkerprojekt wird, haengt
von der Arbeiterschaft ab. Bis zu welchem Grade das KEP erfolgreich sein oder versagen wird, haengt in Anbetracht der Groesse und Wichtigkeit der Produktionsaufgaben, die vor uns liegen, von der Arbeiterschaft ab. Erfolg oder Fehlschlag bedeuten entweder den Portbestand oder das Ende eines demokratischen Westeuropa,.in dem
eine freie Gewerkschaftsbewegung durchaus existieren kann.
"Die Hilfe der Gewerkschaften ist von entscheidender Bedeutung. Diejenigen,
die Westeuropa zerstoeren wollen, fangen jetzt an zu versuchen, die Gewerkschaften
gegen das ERP aufzuhetzen. Aber diejenigen von uns, die die Demokratie und das
freie Gewerkschaftswesen retten wollen, muessen dem ERP zum Erfolg verhelfen und
dafuer sorgen, dass es ein Werkzeug dazu wird, den Wohlstand der Massen Europas
zu heben und nicht bloss ein Werkzeug, um jahrhundertealte Formen der Ausbeutung
beizubehalten. Die endgueltige Entscheidung liegt bei den Arbeitern und bei ihren
Vertretern in den Gewerkschaften.
Die Arbeit der ERP-Gewerkschaften
"Die Internationale Gewerkschaftskonferenz vom Maerz 1948 fuer das Europaeische Wiederaufbau-Programm bildet« den ersten Schritt vorwaerts zu einer Sammlung
der Hilfe fuer den Marshall-Plan durch die Arbeiter und den Anfang zu einer direkten
Beteiligung der europaeischen Gewerkschaftsbewegung an den Beratungen und an der
Verwaltungsarbeit des ERP. 28 Gewerkschaftsorganisationen aus 13 Mai&amp;allplan-Laendern waren durch 50 Delegierte und Beobachter vertreten. Man schaetzt, dass nahezu
40 Millionen Arbeiter Westeuropas und Amerikas auf dieser Konferenz vertreten waren.
"Die hauptsaechlichsten Erklaerungen der europaeischen Gewerkschaftsdelegierten enthuellten den Ernst der wirtschaftlichen Lage ihrer Laender und die Notwendigkeit einer amerikanischen Hilfe. Die Gewerkschaftsdelegierten gaben folgende
Berichte ab»
"1. Wirtschaftskrise« Europa braucht ganz dringend eine Marshall-Plan-Hilfe.
Wenn keine Hilfe von aussen her kaerae, wuerde der Lebensstandard der Arbeiter auf
ein Miniiaim von 25^ sinken, und in manchen Laendern wuerde ein wirtschaftlicher und
politischer Zusammenbruch unvermeidlich werden.
"2. Die Hilfe der amerikanischen Arbeiterschaft wird begruesstt Die vereinten
Anstrengungen der amerikanischen Arbeiterschaft im Rahmen des ERP wurden nicht nur
bewillkommnet, sondern auch als beste Garantie fuer eine Hilfe ohne politische Bindungen warm begruesst. Die harmonische Zusammenarbeit der Vertreter der AFL und
des CIO auf der Konferenz wurde fast von jedem Sprecher hervorgehoben und bildete
sofort einen der hervorragendsten Momente in der Entwicklung der Konferenz.
"3. Beteiligung der Arbeiterschaft! Die Arbeiterschaft sollte an den Beratungen
und der Verwaltungsarbeit des ERP beteiligt sein, nicht nur vom Standpunkt der entsprechenden nationalen Regierungen,aus, sondern auch als geeinter Machtfaktor bei .
der Arbeit der Wirtschaftsorganisation der 16 Nationen.
Die Beschluesse der ERP-Gewerkschaften
"Die Beschluesse, die auf dieser Konferenz gefasst wurden, hatten die Bildung
eines Beratenden Gewerkschaftsausschusses fuer das ERP zur Folge. Die Konfeimz
nahm einstimmig eine Erklaerung an, die ein Fanfarensignal fuer die Arbeiter Europas war und aufs neue die demokratische und fiäe Grundlage herausstellte, auf der

- 3 -

�das ERP geplant bzw. entworfen und angewendet wird. Die Erklaerung umfasste und hob
die folgenden Punkte hervor«
"1. Ein Erfolg des ERP bedingt gewerkschaftliche Zusammenarbeit.
"2. Ohne amerikanische Hilfe ist die europaeiache Krise unueberwindlich.
"3. Die europaeischen Gewerkschaftler stellen mit Befriedigung fest, dass keine
politischen Bedingungen an die amerikanische Hilfe geknuepft sind, und dass
eine Nichteinmischung der Vereinigten Staaten in die inneren Angelegenheiten anderer Nationen gesichert ist.
"4. Eine ünterstuetzung der Aufgaben und Massnahmen in der Produktion ist vom
nationalen wie vom internationalen Standpunkt aus notwendig.
"5. Die Konferenz verzeichnet ihre hohe Anerkennung fuer die von der amerikanischen Arbeiterschaft in vollkommener Einmuetigkeit ergriffene Initiative in
der Formulierung des Europaeischen Wiederaufbau-Programms.
"Dieser Ausschuss hatte urspruenglich seine Zentralstelle in London, und der
Generalsekretaer des Britischen Gewerkschaftsbundes leitete das Sekretariat des gesamten Ausschusses. Ein kleines Sekretariat wird jetzt in Paris errichtet, um die
direkten Verbindungen mit der OEEC aufrechtzuerhalten.
Die Gewerkschaften und die OEEC
"Seit der Abhaltung der ersten Konferenz haben bereits Sitzungen des Beratenden
Gewerkschaftsausschusses stattgefunden. Es wurden vorbereitende Massnahmen ergriffen,
um die Wege fuer eine ausgedehntere Beteiligung der europaeischen Arbeiterschaft
an der OEEC zu ebnen.
"Der Vertreter der AFL als Mitglied des Beratenden Gewerkschaftsausschusses fuer
das ERP bestand als erster darauf, dass folgende Richtlinien fuer die Arbeiterschaft
im derzeitigen ERP-Apparat gelten sollen«
"1, Ideen und Massnahmen, die zu einer endgueltigen Wirtschaftsunion in Westeuropa fuehren, sollen unterstuetzt werden.
"2. Der Beratende Aussohuss fuer das ERP sollte als der formelle Beratende Gewerkschaftsausschuss bei der OEEC angenommen und befragt werden.
"3. Europaeische Gewerkschaftler sollen mit leitenden Verwaltungsposten in der
OEEC betraut werden.
"4. Eine angemessene Vertretung und Beteiligung in den verschiedenen Schluesselindustrie-Ausschüssen der Abteilungen der OEEC (wie Stahl, Metalle, Kohle, Transportwesen usw.) sollte verwirklicht werden. Die internationalen GewerkSchaftsSekretariate koennten logischerweise fuer diese Arbeiten als die geeigneten Mittlerstellen
dienen.
Die Aussichten fuer die Arbeiterschaft der Welt
"Die im letzten Juli in London abgehaltene Konferenz des Gewerkschaftsausschusses des ER? traf ein Abkommen, dem zufolge von den beteiligten Gewerkschaftsorganisationen Beitragsgebuehren in Aussicht genommen sind, und ergriff auch noch andere
:;sssnahmen, die einen Schritt vorwaerts zur Bildung einer internationalen Organisation bildet, die befaehigt ist, die wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter Europas
zu verteidigen und zu foerdern, waehrend sie andererseits den Versuchen des KOMINFORM und des Weltgewerkschaftsbundes, den Wiederaufbau zu sabotieren, Widerstand
entgegensetzt.
"Eine solche Organisation ist geeignet, einen enormen Beitrag zur wirtschaftlichen, politischen und sozialen Jiederbelebung und Einigung Europas und schliesslich der ganzen Welt zu leisten. Das amerikanische Volk in seiner Gesamtheit sieht
diesan Ziel entgegen und erblickt darin einen Teil seiner Bestrebungen wie auch den
Zweck des Marshall-Plans. Ohne dabei an seinen persoenlichen Vorteil zu denken und
ohne Kerrschgelueste hat ganz Amerika das Gefuehl, das sein Geschick mit dem eines
demokratischen Europa eng verknuepft ist.
"Die hierfuer aufgewendeten Geldsummen bedeuten nur einen geringen Preis, der fuer

_ 4 _

�die Aufrechterhaltung unseres gemeinsamen Erbes an Freiheit und Demokratie zu
zahlen ist. Diese Begriffe sollten unser Ziel sein - nichts mehr und auch nicht«
weniger1 "
"American Federationist" Januar 1949
Die Meinung eines Beamten fuer Arbeitsbeziehungen des ECA
Boris Shishkin, der fruehere Direktor der Forschungsabteilung der AFL und Jetzige Leiter der Abteilung fuer Arbeitswesen beim Wirtschaftsausschuss fuer das ERP
(ECA) besuchte vor kurzem den Ausschuss fuer Auswaertige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses. Shishkin, der im Pariser Buero des EGA taetig ist, sprach ueber
die Wirkung des Wiederaufbauprogranms auf die Arbeiter in Europa. Er, erklaerte,
dass die europaeische Arbeiterschaft wegen der greifbaren Erfolge des Europaeischen
Wiederaufbau-Progranms voller Hoffnung sei.
Shishkin erklaerte ferner, dass die aktive Teilnahme der amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer an den Aufbauprogrammen auf die Europaer grossen Eindruck gemacht
haetten und dass sie fuer den Beitrag, den die amerikanische Arbeiterschaft - die
groesste steuerzahlende Klasse - leistet, volles Verständnis aufbringen. Neue und
engere Zusammenarbeit zwischen den internationalen Arbeitersekretariaten (Transportarbeiter, Textilarbeiter, Bergleute) sei ein weiterer ermutigender Beweis fuer d
die Bemuehungen der Arbeiterschaft, Europas Wirtschaft wieder zu beleben.
Eines der wichtigsten Probleme fuer die europaeischen Nationen besteht, wie
Shishkin feststellte, darin, dass zwischen Angebot und Nachfrage bei Arbeitskraeften
Ausgleich geschaffen wird. Die richtige Beschaeftigung fuer die Arbeiter, insbesondere fuer die Facharbeiter, zu finden, sei eine der Hauptsorgen des ECA. Mit dieser
Frage befassten sich Jedoch die ERP-Nationen s elfest durch ihre Organisation fuer
die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC). Trotz aller Fortschritte in den
Bemuehungen, die passende Arbeit fuer alle zu finden, bleibt immer noch das Problem
des Bevoelkerungsueberschusses, bemerkte Shishkin, das aber auf dem Kontinent nicht
geloest werden kann. Man braucht Aufnahmegebiete fuer die Durchfuehrung gross angelegter Auswanderungen.
Mehrere Gewaehrsmaenner beim Ausschuss traten dafuer ein, dass keine Abstriche
bei dem geforderten Zuteilungsbetrage von 5.580 Millionen Dollar vorgenommen wuerden
und waren der Meinung, dass solche Abstriche nur den Fortschritt des .'/iederaufbaus
beeintraechtigen koennten.
"State Department Radio Bulletin" 21 Februar 1949
Norwegische Gewerkschaften berichten ueber Russland
Vor kurzem besuchte eine Delegation norwegischer Gewerkschaftsfuehrer auf
Einladung der Sowjetregierung Russland. Aus privaten Quellen war es moeglich,
einen Bericht ueber die Beobachtungen und Eindruecke der Delegation zu bekommen.
Obwohl die Bewegungsfreiheit der Norweger beschraenkt war, war es ihnen doch moeglich, vieles zu sehen und zu hoeren. Folgendes entnehmen wir dem Bericht;"Die durchschnittliche Familie kann kaum vom Einkommen des Mannes leben. Die
Frauen werden in einem Ausmasse auf die Arbeitsmaerkte getrieben, wie es bei uns
ganz ungewoehnlich ist. Viele von ihnen sind als ungelernte Bauarbeiterinnen in
Strassenbautrupps taetig. Der gewoehnllche Lohn ist kaum hinreichend, um die Dinge
zu kaufen, die fuer den LebBnsunterhalt am notwendigsten sind.
"Die Lebensmittelversorgung ist jetzt so gross, dass der groesste Teil der
Bevoelkerung zweifellos ihre notwendige Nahrung an gewoehnlichen Lebensmitteln
erhaelt, wie z.B. Brot, Kartoffeln und Gemuese. Aber die Preise fuer Fleisch und
Fleischerzeugnisse, fuer Butter, Fisch, Konserven usw. sind im Verhaeltnis zu
den Loehnen so hoch, dass es nur einigen Wenigen moeglich ist, solche Lebensmittel

�zusaetzlich zu ihren taeglichen Mahlzeiten zu kaufen.
"Fuer Kleidung und Schuhe bleibt nur wenig, denn solche Waren sind ganz besonders teuer. Das^beweist auch ueberall deutlich die aeussere Erscheinung und
Aufmachung der Bevoelkerung. Sie scheinen in guter Verfassung zu sein, sind aber
schaebig gekleidet, und ihr Schuhwerk ist dementsprechend sehr aermlich. Das
groe8ste Problem fuer den Lebensstandard sind wahrscheinlich die Wohnungsverhaeltnisse. Ueberall kann man eine Menge ueberfuellter, alter, halbzerfallener Haeuser
und solche, die schlecht instandgesetzt wurden, sehen, und das nicht etwa nur in
Gegenden, die durch Kriegsweinwirkungen verwuestet wurden.
"Die Delegation versuchte, eine Vergleichsnorm zu dem gewoehnlichen Lebenshaltungsindex 100 zu finden, und so wurde der russische Lebensstandard auf nicht
hoeher als 60 geschaetzt.
"Die Absonderung in bezug auf die Aussenwelt ist sehr straff und wird strengstens erzwungen. Jeder auslaendische Einfluss auf Kunst und Wissenschaft wird vermieden. Es werden Versuche unternommen, darzulegen, dass fuer die groessten Fortschritte auf verschiedenen Gebieten den Russen die Ehre zukommt und dass z.B.
nicht Edison, sondern ein Russe die erste elektrische Gluehlampe erfand. Die Regierungsbehoerden beobachten mit grossem Misstrauen eine Zusammenkunft mit Auslaendern. Anfang 1948 wurde ein Gesetz rechtskraeftig, das den Russen untersagt,
Auslaender in ihrer Wohnung zu empfangen oder Auslae'nder in deren Wohnung zu besuchen.
"Die Russen, mit denen wir in den Gewerkschaften, Fabriksleitungen und Instituten zusammenkamen, waren sehr stolz auf die Rolle, die die Sowjetunion waehrend
des Krieges gespielt hat und auf die Erfolge," die sie bei ihrer Wiederanfbautaetigkeit zu verzeichnen haben. Wir zweifeln nicht daran, dass sie Vor allem an einer
friedliehen Entwicklung interessiert sind und in dem festen Glauben leben, dass
sie in ein paar Jahren alle Schwierigkeiten ueberwunden haben, es sei denn, dass
ein Krieg dazwischen kaeme.
"Es waren alles ausnahmslos einfache und sympathische Menschen, die in grossem Masse dazu beitragen, den Glauben zu festigen, dass, wenn nichts Unvorhergesehenes eintritt, es der Sowjetunion allmaehlich moeglich sein wird, zu einer
gluecklicheren Phase der Entwicklung zu kommen als zu der, in der sich das Land
im Augenblick befindet."
"Overseas American News Service" 22. Februar 1949
New York hat einen Plan fuer den Arbeitsfrleden
Gewisse fuehrende Buerger von New York City sind mit dem dringenden Ersuchen
an die Bundesregierung herangetreten, die in ihrer Stadt entwickelten Methoden
zur Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten anzunehmen. Bei dem Plan handelt es sich
um ein Verfahren, das mit Erfolg bzw. annehmbarem Erfolg in anderen Gegenden der
Vereinigten Staaten ausprobiert wurde. Wenn zwischen einer Gewerkschaft und Arbeitgebern Streitigkeiten entstehen, dann ernennt der Bürgermeister einen Ausschuss
der sich aus Arbeitgebern und Gewerkschaf-Bern der betreffenden Industrie zusammensetzt. Wenn der Ausschuss aus 3 Gewerkschaftlern und 3 Arbeitgebern besteht, dann
werden noch 3 neutrale Personen dem Ausschuss beigeordnet. Das Verfahren ist das
aisbekannte, wobei der Ausschuss sich damit beschaeftigt, ueber die Streitfragen
zufliskutieren,bis eine Regelung getroffen wird. Nach diesem Verfahren konnten
schon eine*Anzahl schwieriger Faelle in New York beigelegt werden."
"New York Times" 23. Februar 1949
Viele New Yorker Frauen bevorzugen Nachtarbeit
Das Arbeitsministerium des Staates New York hat unlaengst bei einer Auswahl
von Frauen, die Nachtarbeit verrichten, Umfragen gehalten, Vor dem Kriege war

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�eine solche Beschaeftigung in New York nicht gestattet. Das Verbot wurde jedoch in
den Notzeiten gelockert, und nach dem Kriege wurde das Gesetz wieder in Kraft gesetzt, jedoch wurde der Zeitraum fuer die Nachtarbeit auf die Zeit von 11 Uhr bis
Mitternacht ausgedehnt.
Das Ministerium befragte 347 Frauen, die des Nachts arbeiteten. Die meisten
von ihnen berichteten, dass sie es aus den Gruenden vorzoegeji, Nachts zu arbeiten,
wie sie eine Frau vorbrachte "Es wuerde sich fuer mich nicht lohnen, am Tage zu arbeiten und mir ein Maedchen zu nehmen, das auf die Kinder achtgibt. Aber so ist
mein Mann um 3 Uhr 30 zuhause und alles klappt wunderbar." Nachstehend einige
Gruende, die von den Frauen angefuehrt wurden, die es vorziehen, nachts in der
Fabrik zu arbeiten;
Gruende fuer die Nachtarbeit
Anzahl der Arbeiterinnen
Betreuung der Kinder
Fuer die Hausarbeit praktischer
Um die Stellung zu behalten
Finanzielle Vorteile
Betreuung kranker oder alter Angehoeriger
Ausruhen am Tage oder persoenliche Dinge
Morgens laenger schlafen
____ —
Tagesschicht f aengt zu frueh an
- "Andere Gruende
—

—

101
— 138
103
13
11
29
yj
___
u
-,-_
46
469

Die Zahl der Gruende (469) ist groesser als die Zahl der befragten Frauen,(347)
weil manche von ihnen mehr als einen Grund dafuer angaben, warum sie Nachtarbeit
vorziehen. Aus Obigem geht hervor, dass die meisten Gruende haeusliche Verhaeltnisse und Familienangelegenheiten betrafen. Als man die Frauen ueber die Auswirkungen der Nachtarbeit auf die Gesundheit befragte, gaben 9t der Frauen an, dass
diese Beschaeftigungsart gesundheitsschaedlicher als Tagesarbeit sei; sie klagten
ueber Ermuedung und Ueberanstrengung der Augen. Alle diese Frauen waren in Fabriken beschaeftigt, die besondere Schichten fuer Frauen eingefuehrt hatten.
Amerikanisches Arbeitsministerium,
"Monthly Labor Review" Januar 1949
Britische Ziele und Erfolge auf dem Gebiete
der Arbeitseinsatzlenkung
Im Verlaufe des Jahres 1948 hatte sich das englische Arbeitsministerium gewisse Ziele in bezug auf die Verteilung der Arbeitskraefte gesteckt. Nur wenige
dieser Ziele wurden erreicht, und zwar hauptsaechlich deswegen, weil die Britische Regierung nur ungern zu Zwangsmitteln greifen will und es vorzieht, dass es
den Arbeitern freigestellt sein soll, sich ihre Arbeit bzw. ihren Arbeitsplatz
selbst auszusuchen.
Das Ziel, das erreicht werden sollte, waren 1.110.000 Landarbeiter und es
wurde auch beinahe im September erreicht, als die Zahl der Landarbeiter auf
1.110.000 anstieg. Nachstehend sind die Ziele und Ergebnisse in anderen Industriezweigen aufgefuehrt:
Ziel
Ergebnis
Kohlenbergbau (lt. Buch erfasste Arbt) 750,000
726,000
Baumwollindustrie
325,000
287,000
Wollwaren-Industrie
200,000
186,000
Andere Textilien
235,000
207,000

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�Es war geplant, die Anzahl der Arbeiter im Bau- und Maschinenbaugewerbe von
1.364*000 auf etwa 1.210.000 herabzusetzen, aber die Verringerung war nur unbedeutend, naemlich weniger als 10.000 Arbeiter in diesen Gewerbezweigen. Die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn man Arbeiter dazu veranlassen will, von einem
Industriezweig zu einem ai deren ueberzuwechseln, ist darauf zurueckzufuehren, dass
es sich in vielen Faellen um aeltere Arbeiter handelt, die sich schwer an die
neuen Arbeitsformen gewoehnen koennen. In anderen Faellen wuerde die Ueberfuehrung
eines Arbeiters von einem Industriezweig zu einem anderen seinen Umzug von einer
Stadt in die andere bedingen. Hier spielt natuerlich auch wieder das Problem der
Unterbringung eine Rolle. Die Arbeiter sehen esnur ungern, wenn man den Umzug
ihrer Familie verlangt, wenn sie aber bereit sind, umzuziehen, dann ist es nicht
immer moeglich, Unterkunft fuer sie zu finden.
Aus diesen Tatsachen geht aber immer noch nicht hervor, dass der Plan der
Regierung gescheitert ist. Es ergibt sich lediglich dass manche der Ziele, die
sich die Regierung gesteckt hat, nicht "realistisch" sind. Jetet ist man dabei, '
die Ziele anders zu gestalten. Die Arbeiter wechseln von Industriezweigen, in
denen weniger Leute gebraucht werden, zu denjenigen ueber, in denen mehr Personal
gebraucht wird, doch ist die Zahl derjenigen die ueberwechseln, niedriger als in
der Planung vorgesehen.
"The Manchester Guardian Weeüy" 17. Februar 1949
Die Wohnungsfrage ist ein brennendes Problem in Frankreich
Bertrand de Jouvenel, ein hervorragender franzoesischer Schriftsteller, der
sich mit ,,rirtschaftsproblemen befasst, hat vor kurzem eine Schrift mit dem Titel
"Nichts freil"' (No Vacancies) verfasst, in der er den akuten Wohnungsmangel in
seinem Lande behandelt. Danach sind in den letzten 12 Jahren in Frankreich keine
neuen Haeuser gebaut worden. In Paris sind z.B. &amp;9i alle Wohngebaeude ueber 34
Jahre alt, v/aehrend 57^ der Haeuser 6ä Jahre und noch laenger stehen.
Aus de Jouvenels Uebersicht ueber die Wohnungsverhaeltnisse in Paris geht
hervor, dass 20? der Wohnungen kein fliessendes Wasser haben, 54? haben keine
privaten Toiletten, 76^ der Wohnungen haben keine Zentralheizung und in 82t aller
Wohnungen befinden sich weder Bade- noch Brause-Anlagen. De^ Mangel an solchen
Einrichtungen ist auf die niedrigen Mieten zurueckzufuehren, die entsprechend
dem Mietskontrollgesetz gezahlt werden. Die Besitzer von Wohnhaeusern koennen es
sich nicht leiaben, Verbesserungen vorzunehmen.
In Paris kann z.B. eine sechskoepfige Familie Raeume zum Preise von etwa
2$ im Monat mieten (das entspricht dem Preise fuer 11 Paeckchen der billigsten
Zigarettensorte). Familien des Mittelstandes zahlen bis zu #3 im Monat, und
Raeume fuer die oberen Schichten kosten bis zu $10 Miete im Monat.Wenn eine
Familie aber Wohnung sucht, dann stellt sie fest, dass keine leerstehenden Wohnungen vorhanden sind.
Wer T/ohnung sucht, verfolgt genau die Zeitungen, um zu erfahren, wo Todesfaelle eingetreten sind und ueber Leute berichtet wird, die im Begriff sind, Paris
zu verlassen. Dem Gesetz nach koennen sie sich um die Wohnung bemuehen, die leer
wird, aber es sind hunderte von Anwaertern da, die in der gleichen Lage sind.
"Die ungesetzliche Methode ist immer noch die sicherste - ein Abkommen mit dem
Erben (der verstorbenen Person) dem zufolge einige der Ihnen gehoerenden Moebelstuecke sofort nach dem Ableben des Mieters in die Wohnung getragen werden.
Wenn sie erst einmal drin sind, dann sind sie Herr im Heuse.
"Wenn man sich eine Wohnung kaufen will, muss man zwiwchen $500 und $1.500
pro Zimmer anlegen. Lohnempfaenger muessen die Hoffnung, einen Hausstand zu gruenden, aufgeben- sie muessen entweder bei ihren Familien weiter wohnen bleiben oder
in miserablen Hotels wohnen."
"The Reader's Digest" Februar 1949

�'.Verden die argentinischen Arbeiter fuer Perdn kaempfen?
Praesident Juan D. Per6n, den viele als den Diktator Argentiniens bezeichnen,
ist von einigen seiner politischen Kritiker angegriffen worden. Vor kurzem verteidigte er sich selbst in einer Ansprache an die Eisenbahner-Gewerkschaft. Er sagte,
dass er sich an die Arbeiter wenden wierde, um seine Sache zu verteidigen. Er erHaerte ferner; "Wir werden kaempfen, wenn es sein muss, und zwar bis zum letzten
Atemzug und mit der gewaltigsten Entschlossenheit."
Perdn sagte aber nicht, dass dieser Beschluss, zu kaempfen, von den Arbeitern
gefasst werden wuerde. Er sagte;'".Vir wollen eine klare Sprache gebrauchen und entschlossen handeln. Ich werde mich bald darueber aeussern, was wir tun muessen. Bis
dieser Augenblick eintritt, werden die Arbeiter von ihrem Heim zur Arbeit und von
der Arbeit wieder nachhause gehen. Ich werde mit der Starterflagge das Signal geben,
sobald das Rennen beginnt, und dann werden wir mit groesster Geschwindigkeit losjagen."
Dann erklaerte Praesident Perftn, dass er in kommenden Reden seine Gegner genau bezeichnen wuerde. Manche von ihnen, sagte er, sind politische, andere wieder
wirtschaftliche Gegner, und unter ihnen befinden sich die Vertreter des auslaendischen Kapitals, die dritte Gruppe seiner Gegner aber setzt sich aus Pseudo-Ideologen, aus Kommunisten und Sozialisten zusammen. Hinsichtlich-der letzteren, die
er Maskentraeger nannte, sagte er; Nehmt Eure Baerte ab' Ihr seid erkannt." Auf
derselben Versammlung hielt auch die Frau Perdns eine Rede. Die fuehrende Trau
Argentieniens, die die Armeefuehrer aus dem oeffentlichen Leben zu verdraengen
suchen, erklaerte, dass sie "im Namen der Frauen meines Landes" spraeche."
Ein Kommunist ist gegen ein starkes Deutschland
Gerhart Eisler, der vom amerikanischen Bundes-Untersuchungs-Ausschuss als
Kommunist Nr. 1 der Vereinigten Staaten hingestallt wird, hielt unlaengst in
New York vor einer Gruppe Studenten der Columbia-Universitaet eine Rede. Die Studentengruppe bezeichnet sich selber als Marxistische Gesellschaft. Neben anderen
Themen, ueber die Eisler sprach, beruehrte er auch die deutsche Wirtschaft. Er
sagte! "Die Geschichte lehrt uns, dass ein starkes Deutschland fuer eine friedliche und demokratische Welt nicht notwendig ist." Als frueherer Deutscher, der
aber noch kein amerikanischer Buerger ist, wartet Eisler noch die endgueltige Revision seines Falles ab, d.h. ob er seinerkommunistischen Taetigkeit wegen wieder
nach Deutschland abgeschoben werden soll,
"Overseas American News Service" 28. Februar 1949
Gewerkschaften und Politik in den Vereinigten Staaten
A.H. Raskin, der Arbeiterkorrespondent fuer die "New York Times" der vor kurzem fuer eine britische Zeitschrift schrieb, gab der Ansicht Ausdruck, da«s es
den amerikanischen Gewerkschaften an einer politischen Philosophie fehle. Darueber
hinaus besteht die Auffassung, dass die kuerzlichen Wahlen jeder der grossen Arbeiterorganisationen ein so starkes Gefuehl der inneren Staerke verliehen haetten,
dass die Moeglichkeit eines Zusammenschlusses sobald als nicht gegeben erscheint.
"Augenblicklich bestehen keine Aussichten dafuer, dass sich Friedensverhandlungen ziemlich ernsthaften Charakters zwischen der AFL und dem CIO anbahnen,
ganz abgesehen von der Moeglichkeit eines Zusammenschlusses. Beide Gruppen haben
das Gefuehl, dass der Ausgang der Wahlen jede unmittelbare Bedrohung der Rechte
der Arbeiterschaft beseitigt hat. Sie sehen im naechsten Jahr relativ geringen
Schwierigkeiten mit den Arbeitgebern entgegen und erwarten ein "Zeitalter der
freundlichen Stimmung" in ihren Beziehungen zum Kongress und zum Praesidenten.

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�tmter diesen Umstaenden ist es kaum moeglich, dass eine der beiden Gruppen irgend
etwas unternehmen wird, um den "status quo" in ihren wechselseitigen Beziehungen
»u aendern.
Die organisierte Arbeiterschaft und die Landwirte
Nachdem er darauf hingewiesen hatte, wie sich die amerikanische Arbeiterbewegung in rechts und linksstehende Fuehrer und Gruppen, sowie in Gruppen ohne jedes
politische Interesse aufteilt, schliesst Raskin, dass aus der Arbeiterschaft kein
unabhängiger politischer Hachtfaktor werden kann, ohne dass ein Buendnis mit den
Landwirten und der Mittelklasse geschlossen wird. "Versuche, die zu dem Zweck
unternommen wurden, die Landwirte und Arbeiter in Organisationen mit gemeinsamen
Zielen zu bringen, sind bemerkenswerterweise in den Vereinigten Staaten erfolglos
geblieben. Dieselben Verhaeltnisse sind in bezug auf die Arbeiterschaft und ungebundene Gruppen von Bueroangestellten und Facharbeitern, sowie Ladeninhabern aufgetreten. Es besteht wenig Grund zu der Annahme, dass man sich ernstlich bemuehen
wird, die Bande zwischen der Arbeiterschaft und einer der beiden Gruppen in naechster Zeit enger zu knuepfen.
Die Amerikanischen Gewerkschaften haben kein Ziel
Es feäüb auch fuer die Zukunft der Arbeiterschaft,Amerikas und fuer die Zukunft der Welt jedes Ziel auf lange Sicht. Die Philosophie der amerikanischen Arbeiterschaft ist fast ausschliesslich eine Philosophie, die lediglich materiell
und auf den Lebensunterhalt wie auch auf die Erfordernisse und die Befuerehtungen
des Augenblicks ausgerichtet ist. Man schenkt der Entscheidung darueber, wohin der
Weg der Arbeiterschaft geht und warum, wenig Beachtung. Noch viel weniger achtet
man darauf, wohin die Arbeiterschaft gehen sollte und wie sie an ihr Ziel gelangt.
Das erklaert die Unentschlossenheit in den Ansichten der amerikanischen Arbeiterschaft ueber die wirtschaftliche Planung und die Verstaatlichung.
"In ihrem Stolzgefuehl, den hoechsten Lebensstandard der Welt zu besitzen,
machen sich die amerikanischen Arbeiter darueber Gedanken, wie sie den Wohlstand
des Systems aufrechterhalten koennen, vun dem sie ihren eigenen Wohlstand herleiten. Sie sind sich darueber klar, dass die Hinnahme interner Kontrollen und
die Ausdehnung der Bemuehungen, den Lebensstandard in der Welt durch den Marshallplan zu erhoehen, notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Es besteht aber
keine Uebereinstimmung - und man macht sich verhaeltnismaessig wenig Gedanken ueber die Besonderheiten eines Programms, einen Schutzwall fuer die amerikanische
Wirtschaft zu schaffen und ihren Nutzen grosszuegiger auszuweiten."
Raskin schliesst mit der Bemerkung, dass die amerikanische Arbeiterschaft
jedoch ihre entschlossene Forderung auf eine liberale Regierung in Washington
bekundet hat. Ausserdem hat die amerikanische Arbeiterschaft in bezug auf einen
anderen Punkt ihre Entscheidung getroffen« sie hat den Kommunismus abgelehnt.
Schliesslich hat die Arbeiterschaft eine Regierung gefordert, die ihm dient, und
.die nicht diktiert."
"The Nineteenth Century" Dezember 1948.
Streikende Gewerkschaft wurde aufgefordert, Gewaltmassnanmen
einzustellen
Dem Verband der Vereinigten Moebeiarbeiter (CIO) wurde in seinem Streik gegen
die Moebeifabrikanten in Salem, Indiana, der Worwurf gemacht, dass den Firmenangestellten und nichtStreikenden Arbeitern gegenueber Gewalt angewendet worden sei.
Nachdem der Fall untersucht worden war, forderte der Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen die Gewerkschaft auf, sich solcher Handlungen zu enthalten, wie sie
im folgenden aufgefuehrt sind«-

10 -

�"Streikposten duerfen keine Stoecke bei sich tragen, Aufstapeln von Steinen
zum Gebrauch fuer die Streikposten, Versperrung der Fabrikeingaenge durch Eisenbahnschwellen, Automobile, hochgestellte Rinnstein-Platten und das Ausstreuen Ton
Reissnaegeln, Gewaltsandrohungen gegen NichtStreikende durch den Lautsprecher,
Sinschueohterungen NichtStreikender, die das Werk zu betreten Tersuchen, die Aufstellung von Streikposten in der Weise, dass die Arbeitswilligen keine Eisenbahnwagen abladen koennen, Massenueberfaelle auf Arbeitswillige, das Umstuerzen von
Autos der Arbeitswilligen und Slnzelueberfaelle auf sie, Behinderung des Meisters
und Vorarbeiters am Betreten des Werks durch Gewalt und Einschuechterung, sowie
Versuche, das Auto des Vorarbeiters umzuwerfen und es zu beschaedigen."
Die Anordnung des Ausschusses erging gegen die leitenden Funktionaere des
Moebeiarbeiter-Verbandes. Die Streitfrage, um die es ging, wurde in eiBem Leitartikel der "New York Times" behandelt;
•Das Ziel des Streiks ging dahin, die Anerkennung zu erzwingen. Die Gesellschaft hatte sich geweigert, mit der Gewerkschaft in Verhandlungen zu treten, bis
diese vom Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen anerkannt wird. Das konnte aber
nicht geschehen, da sich ihre Funktionaere geweigert hatten, die nichtkommunistische
Erklaerung abzugeben. Als nun der Fall eintrat, dass viele von den 400 Beschaeftigten des Werks die Arbeit wieder aufnehmen wollten, schritten die Gewerkschaften
(d.h. die Stanmgewerkschaft und die Ortsgruppen) zu Handlungen, die nach Meinung
des Landesausschusse« dem Taft-Hartley-Gesetz entsprechend als unfaire Methoden
angesehen werden muessen."
Nach diesem Gesetz geniessen Gewerkschaften, deren Funktionaere nicht die
nichtkommunistische Erklaerung abgeben, keinerlei Rechte, wie sie in diesem Gesetz vorgesehen sind. Eine Gewerkschaft, die sich an das Gesetz haelt, haette
das Recht fuer sich in Anspruch nehmen koennen, dass eine Wahl stattfindet, aber
dem Gesetz nach kann sich ein Arbeitgeber weigern, mit einer Gewerkschaft zu verhandeln, deren Funktionaere nicht einen Eid darueber ablegen, dass sie keine
Kommunisten sind.
"The New York Times" 25.U.28. Februar 1949
Lohnkuerzungen fuer die Automobilarbeiter
nach dem neuen Lohnabkommen
Im naechten Monat werden den 270.000 Automobilarbeitern, die bei General
Motors beschaeftigt sind, pro Stunde 2&lt;f abgezogen. Das ergibt sich aus dem Abkommen zwischen dem Verband der Vereinigten Automobilarbeiter (CIO) und der Gesellschaft, in dem vorgesehen ist, dass eine Aenderung des Lohnsatzes von 1$ pro
Stunde erfolgt, sobald sich der Lebenshaltungsindex, wie er jeweils vom Amerikanischen Arbeitsministerium veroeffentlicht wird, um 1.14 Punkte aendert, also l&lt;f
pro 1.14 Punkte.
Als sich die Gesellschaft und der Verband ueber das Abkommen im Mai 1948
einigten, erhielten die Arbeiter eine Lohnerhoehung von llpf pro Stunde, wovon
&amp;V eine"Lebenshaltungskosten-Erhoehung" darstellen, Im Juli legte die Firma
3&lt;f pro Stunde zu. Damals stand der Lebenshaltungsindex auf 173.7« Vom Juli bis
Dezember hatte sich der Index wieder soweit geaendert, dass auch eine Lohnaenderung gerechtfertgt erschien. Aber fuer den 15. Januar war der Index auf 170.9
gefallen, was ausreichte, um eine Lohnsenkung von 2$ pro Stunde zu fordern.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Gewerkschaft gedenkt, sich an den
Vertrag zu halten, der bis 1950 Gueltigkeit hat. Die Frage ist nur, ob man sich
dann bemuehen wird, aehnliche Abkommen mit anderen Atoraobilwerken abzuschliessen."
"The New York Times" 25. Februar 1949
-

11

�Fehlschlagen eines kommunistischen Streiks in Rom
"Die Kommunisten riefen heute (19. Februar) zu einem 24-Stunden-Streik auf,
den sie gestern fuer das Buchdruckergewerbe festgesetzt hatten. Gegen Mitternacht
des gestrigen Tages hatten sich aber trotz des Streikbefehls so viele Arbeiter zur
Arbeit eingefunden, dass die "Arbeitskammer" es fuer das beste hielt, aus der Not
eine Tugend zu machen und ihre Mitglieder anwies, die Arbeit wiederaufzunehmen,
und zwar auf Grund der Tatsache, dass sie bereits ihre "herrliche Solidaritaet"
unter Beweis gestellt haetten. Alle Zeitungen erschienen wie gewoehnlich.
"New York Times" 20. Februar 1949
Versammlungen beim Grossunternehmertum in den Vereinigten Staaten
Die Bedeutung privater Gruppen in der amerikanischen Gesellschaft wird durch
die Tatsache beleuchtet, dass im Jahre 1948 mehr als 20.000 staatliche und LaridesVersammlungen abgehalten wurden. Es handelte sich dabei um Versammlungen, die mit
50 oder mehr Delegierten beschickt wurden bis zu mehr als 25.000 Menschen. Der
Hauptversammlungsort war Chicago mit 1.056 Versammlungen, die von 882.000 Mensohen
besucht wurden. In der groessten Stadt der Vereinigten Staaten, Hew York, fanden
650 grosse Versammlungen statt. Solche Versammlungen bedeuten immer ein gutes Geschaeft fuer die Geschaefte, fuer die Hotels,und die Theater-Versammlungsbesucher
geben im allgemeinen durchschnittlich mehr als $100 pro Person aus. Der Gesamtumsatz an Geschaeften, der den verschiedenen Staedten im Jahre 1948 durch die Versamnlungen zugute kam, betrug ueber 200 Millionen Dollar.
"New York Times" 23. Februar 1949
-

Manpower Division
0MGUS, AP0 742

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12

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�Internationale

ARBEITSMTTEILUNGEN
Di* folgenden Artikel stellen Auszüge an« der amerikanischen Press« und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden* Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Pott zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 5

Berlin, 25. Maerz 1949

Die Tageszeitung der Britischen Gewerkschaften
Seit dem Jahre 1922 haben die Britischen Gewerkschaften eine Zeitung, "The
Daily Herald". Dieses Organ ist jetzt eines der fuehrenden Blaetter in England,
doch bis 1928 war es noch ein Blatt, das schwer zu kaempfen hatte, und jedes
Jahr mussten die Gewerkschaften Gelder zuschiessen, um es vor dem Eingehen zu
bewahren. Die Zeitung war nicht konkurrenzfaehig, weil sie nicht viel Personal
und auch kein Geld zur Vwrfuegung hatte, um Nachrichtenmaterial aus der ganzen
Welt zusammenzutragen. Im Jahre 1928 ergriff der Gewerkschaftsbund TUC eine ungewoehnliche Massnahme. Er ging eine Teilhaberschaft mit einem Handelspresse Unternehmen ein. Der "Daily Herald" wurde das Eigentum von zwei Teilhabern, Kapital und Arbeiterschaft, wobei dem TUC 49# und der Odhams Press Ltd. 51o der
Aktien gehoerten.
"Bestand nun aber nicht das Risiko, dass sich dieser Schritt bei eventuellen
zukuenftigen Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die von der Zeitung verfolgten
Politik zu Ungunsten der Bevregung auswirken wuerde. Die Gewissheit ueber diese
Frage wurde bald offenbar. Eine genaue,Pruefung des Vertragsentwurfs durch
Ernest Bevin und '/alter Citrine bot die Gewaehr dafuer, dass der neu herauskommende "Herald" stets ehrlich und wahrheit3gemaess die Auffassungen der Bewegung
(der Arbeiterschaft; widerspiegeln wuerde.
"In den Artikeln der Genossenschaft war eine Klausel verankert, die ausdruecklich besagte, dass die Politik der Zeitung die der Labour Party und die
Wirtschaftspolitik die der TUC zum Ausdruck bringen vruerde. Vier Direktoren
sollten vom TUC.und vier vom Odhams-Unternehmen ernannt werden, wozu noch ein
weiterer Vertreter von Odhams als Vorsitzender kam. Den TUC-Vertretern sollte
jedoch das Stimmrecht zustehen, v;enn die Haltung des"Herald" in bezug auf irgendwelche politischen oder industriellen Dinge bestimmt werden sollte."
Dieses Abkommen war im Jahre 1929 getroffen worden. Die erste ausgäbe der
als Gemeinsch^ftseigentum gefuehrten "Herald " erschien am 15. Maerz 1930 als ein
10 seitiges Blatt, dessen Umfang innerhalb einer "toche auf 20 Seiten stieg.
Diese Zeitung, deren .uflage selten die Zahl von 400.000 ueberstieg, im
allgemlnen über immerhin 250.000- betrug, erreichte innerhalb eines Jahres eine
Auflageziffer von 1 Million, die bis 1933 nuf taeglich 2 Millionen Exemplare
anstieg.
"Man muesste nun daraus schliessen, dass der TUC damit ein ausgezeichnetes
Geschaeft gemacht hat. Die Beanspruchung der Gewerkschaftsyelder hatte nun ein

-

1 -

�Ende genommen... .Das Geld nimmt "aber jetzt andere Wege. Was aber viel wichtiger
ist, ist die Tatsache, dass die Handvoll Leser sich in eine riesige Anzahl verwandelt hat, die 6 Tage lang in der Woche einen massgebenden Bericht ueber die
Ereignisse in Politik und Industrie bekommen. In den Leitartikelspalten und in
den Artikeln, die von Spezialverfassern beigesteuert werden, laesst man den Angelegenheiten Gerechtigkeit widerfahren, zu denen die Gewerkschaften und die
Labour Party den Stoff geben....
Die Geschichte des "Herald"; Diese Zeitung erschien zum ersten Mal am 15. Januar
1911 in einer vierseitigen Auflöse und wurde von Druekern herausgegeben, die sich
im Streik befanden. Dies ging bis zum 28. April. Auf Grund von Sammlungen bei
den Gewerkschaften erschien der "Daily Herold" im April 1912, der sich aber nicht
als erfolgreich erwies. Vom September 1914 bis zum Maerz 1919 erschien das Blatt
woechentlich unter der Bezeichnung "The Herald". Im September 1922 uebernahm der
TCJC die Zeitung als offizielles Organ der englischen Arbeiterschaft unter der
Bezeichnung "The Daily Herald".
"Labour" Februar 1949
Die in das kommunistische Netz gehen....
Benjamin Gitlow hat erst vor ganz kurzer Zeit ein Buch mit dem Titel "The
Whole of their Lives" veroeffentlicht, das die Geschichte des Kommunismus in
Amerika und eine genaue Beschreibung der Persoenlichkeit der augenblicklichen
Fuehrer des Kommunismus darstellt. Gitlow kennt alle diese Fuehrer sehr gut.
Frueher war er einmal selbst einer von Ihnen, doch hat er sich von ihrem Zersetaungsprogramm abgewendet. Die Einfuehrung zu diesem Buch schrieb Max Eastman, der
ebenfalls ein guter Kenner der Materie ist. Wir zitieren hier Eastman wie folgt:
"Ich kenne Ben Gitlow nunmehr 35 Jahre. Er ist fuer mich eine heroische Persoenlichkeit, nicht nur fuer mich, sondern auch fuer andere, die ganz genau wissen
was er erlebt hat. Eine solche moralische Kraft, wie er sie an den Tag legt, haben
wir heutzutage bitter noetig.
"Unsere Zivilisation ist in Gefahr, .weil soviele eifrige und kritiklose Gemueter, die, anstatt zur Lauterkeit und Tugend erzogen zu werden, und geblendet
vom Ideal des Kommunismus, dazu geschult werden, im Dienste ihres Ideals auf alle
moralischen Begriffe zu verzichten. Diejenigen, die sich dem Kommunismus verschreiben, muessen nicht nur Wahrheit, Mitleid, Gerechtigkeit und persoenliche
Ehre ueber Bord werfen, sondern muessen sich auch einer widerlichen Disziplin im
Luegen im Verbrechen, in der Grausamkeit und in der Selbsterniedrigung unterwerfen.
Sie muessen sich "leninistische" Maximen wie die folgenden zu eigen machen;
"Wir glauben nicht an aeusserliche Prinzipien der Moral....die kommunistische
Moral ist identisch mit dem Kampf, die Diktatur des Proletariats zu staerken...
"Wir muessen bereit sein, Betrug, Taeuschung, Gesetzuebertretung,anzuwenden
mit der Wahrheit zurueckzuhalten und sie zu verbergen."
"Wir koennen und muessen...in einer Sprache schreiben, die unter den Massen
Hess, Umschwung, Hohn und Verachtung und dgl. verursacht und die gegen diejenigen
gerichtet ist, die entgegengesetzter Meinung sind."
"Diese Doktrin der UnSittlichkeit aus Prinlp, die von Marx erfunden, von
Lenin in den Brennpunkt gerueckt und von Stalin ins Grenzenlose durchgefuehrt wird,
spielt die Hauptrolle bei der Zersetzung unserer griechisch-christlichen Zivilisation. Viele von denen, die in dem hochherzigen Gedanken an eine Empoerung gegen
kleinere Uebelstaende fuer den Kommunismus eintreten, gelangen schliesslich zu
einem Punkt, da sie sich ueber diese Dinge klar werden und mit Schrecken die Folgen

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2

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�zu begreifen beginnen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie aber bereits verloren und
sind festgenagelt. Ihre ganze Lebensweise, ihr taegliches Brot und ihre taeglichen Begriffe von der Achtung haengen davon ab, ob sie fest bleiben^ es ermangelt ihnen an Charakterfestigkeit, an Geistesklarheit, an Selbstvertrauen,
einfach an dem blossen Mut, sich zurueckzuziehen und ein Renegat zu werden."
Aus "The Whole of their Lives".
Was wird aus dem amerikanischen Sozialismus.
Daniel Bell, der fruehere Chefredakteur der sozialistischen Zeitschrift
WNew Leader" und derzeitiger Professor fuer Sozialwissenschaft an der Universitaet Chicago, bereitet ein Werk ueber die Gewchichte des amerikanischen Sozialismus vor. Er zieht den Schluss, dass die Sozialistische Partei Amerikas, im, Absterben ist. Mit Bedauern bemerkt er, dass der Sozialismus in den Vereinigten
Staaten niemals so etwas wie eine Gewerkschaftsbewegung geworden ist. Vielleicht
liegt dies auch daran, dass die amerikanischen Arbeiter niemals die zwingende
Notwendigkeit fuer parteipolitische Bindungen in ihren Gewerkschaften eingesehen
haettan. Zu diesem Thema zitieren wir hier Saetze aus einem Artikel, den Professor Bell unlaengst geschrieben hat.
Warum gibt es keinen Sozialismus in den
Vereinigten Staaten
Nachdem er die Frage gestellt hat, warum die Sozialisten bei den kuerzlichen
Praesidentschaftswahlen so wenig Stimmen erhielten, erinnert uns Bell daran, dass
diese Frage schon vordem des oefteren gestellt wurde. So schrieb einmal Verner
Sombart ein Buch mit dem Titel: "Warum gibt es keinen Sozialismus in den Vereinigten Staaten."
Sombart hob in seinem Buch 3 grundlegende Betrachtungen darueber, warum eine
sozialistische Bewegung bis jetzt in den Vereinigten Staaten nicht Fuss fassen
konnte, hervor.
"1. Die offene Grenze des Landes und die Moeglichkeit, seinem Los durch Abwandern nach dem V.'esten zu entgehen;
"2. Die Gelegenheit zum sozialen Aufstieg durch persoenliche Bemuehungen«
"3. Der steigende Lebensstandard des Landes.
"Dennoch verschwand im ersten Viertel dieses Jahrhunderts der erste F-.ktor,
und die beiden anderen wurden ernstlich in Frage gestellt. Als vor zwanzig Jahren Selig Perlman in seinem Buch "Theorie der Arbeiterbewegung" den Versuch unternahm, die Frage hinsichtlich des Mangels an Klassenbewu'sstsein unter den amerikanischen Arbeitern zu beantworten, fuehrte er ebenfalls 3 Faktoren an, die bis zu
einem gewissen Grade die Sombartsche These in einer anderen Form wiedergeben;
"1. Das Fehlen einer "fest anaaesaigen bzw. in geordneten Verhaeltnissen
lebenden" (seltled; Klasse von Lohnempfaengern.
In diesem ZusammenT
hang hat das .7ort "settled" hier zweierlei Bedeutung, naemlich raeumlich
und sozial, d.h. die Arbeiter wechselten den Ort in betraechtlichem
Masse, ohne Fuss zu fassen; gleichzeitig war eine Klassenbeweglichkeit
(von der Armut zum Wohlstand) gegeben.
"2. Das freie Privileg derAbStimmung. In anderen Laendern, wo die Arbeiterschaft sich politisch organisiert hatte, hatte man den Arbeitern das
Stimmrecht verweigert, wodurch ein greifbarer Beweis fuer ein Klassenproblem gegeben war. In den Vereinigten Staaten dagegen war die Richtung nicht politisch und sozial, sondern wirtschaftlich, und sie war

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�nicht so starr wie dort.
"3. Einwanderung; 'Vellen neuer Einwanderer koennten die Entwicklung der Gewerkschaften zurueckwerfen, indem sie den Arbeitsmarkt ausweiten, und
zudem eine unorganisierbarere Gruppe schaffen wuerden. Gleichzeitig
schuf die Existenz solcher in sich verschiedenen ethnologischen, religioesen und sprachlichen Gruppen eine heterogene arbeitende Klasse und
errichtete Schranken gegen ihre kulturelle Vereinigung.
Der Sozialismus in den Vereinigten Staaten ermangelte
des Politischen
"Diesen Erlaeuterungen haben die hauptsaechlichen Historiker der amerikanischen
Politik eine dritte hinzugefuegt. Unter Beruecksichtigung des Durcheinander an
partikularistischen und wirtschaftlichen Interessen in den Vereinigten Staaten haben
sie darauf hingewiesen, dass eine idealogische Partei ein zu geringer vermittelnder
Faktor dazu waere, um sich einander bekaempfende Interessengruppen zu einigen und
ihnen zu dienen,
"Diese Antworten dienen noch immer als Rahmen fuer entsprechende Hinweise...
V'aehrend aber eine Entscheidung ohne Bezugnahme auf die allgemeinen Verhaeltnisse
und den Zusammenhang nicht getroffen werden kann, erhebt sich, nuechtern und praktisch gesehen, die Frage; V/arum gelang es der Sozialistischen Partei nicht, ihre
Umgebung zu verstehen, und warum passte sie sich nicht entsprechend an. Wenn das
Ergebnis in der Natur der Sozialistischen Partei und ihrer duesteren, unklaren
Selbstbildnisse als eine soziale Bewegung liegt, dann wuerde ich als passende Beurteilung vorschlagen, dass die Sozialistische Partei keine politische Partei gewesen ist... Denn fast waehrend der gesamten Zeit ihrer Geschichte und ihres Bestehens hat die Sozialistische Partei das Dilemna, dem es auch noch heute gegenübersteht niemals loesen koennen, naemlich ob sie eine politische Partei oder
eine ethische Bewegung ist."
"Modern Review" Januar 1%9
Englische Bergleute berichten ueber polnische
ArbeiterVersammlung
"Zwei englische Bergleute, die im vergangenen November als Delegierte an der
Polnischen Bergarbeiter-Konferenz teilnahmen, haben jetzt ueber das, was sie in
Polen gesehen und gehoert haben, dem Natiohalverband der Bergarbeiter Bericht erstattet. Es handelte sich dabei um 'V. Crews, den Vizepresidenten aus dem Bezirk
Suedwales, und Harold Lockett, dem Vertreter der Bergarbeiter aus North Staffordshire.
"»Wir wnren Mitdelegierte1 sagten Crews and Lockett," zusammen mit Russen,
Rumaenen, Bulgaren, Ungarn, Tschechen und Mitgliedern der Griechischen und Spanischen "'ider Standbewegungen.
"Die Eroeffnungsreden wurden am Sonnabend gehalten. Am naechsten Morgen entschuldigte sich der Vorsitzende wegen des kurzen Berichts in der Presse, worueber
dann Erklaerungen abgegeben wurden
"'Vir moechten in diesem Zusammenhang erwähnen, dass, waehrend man dem russischen Delegierten in der Presse eine ganze
Spalte gewidmet hatte, die englische Rede mit nur 3 Zeilen abgetan wurde.
Viele Resolutionen wurden eingebracht

"Am nsechsten Tage h i e l t der Sekretser der Polnischen Bergarbeiter-Organisation "eine lang« Rede, in der er d i e ''estmaechte v e r u r t e i l t e " . Crews antwortete
damit, dass er rmf den F o r t s c h r i t t Englands unter der Labour-Regierung hinwies,
und besonders nuf die Verbesserung in der Lebenshaltung der Bergleute. Die beiden
englischen Delegierten berichteten, rt«s- m,:,n ihnen m i t g e t e i l t haette, dass der
Konferenz 111 Resolutionen vorgelegt worden s e i e n .

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�"Diese Resolutionen wurden erst der Resolutionskommission vorgelegt, die
waehrend der Konferenz Dauersitzungen abhielt. Der Vorsitzende dieser Kommission
berichtete dann ueber die Empfehlungen hierzu; viele Vorschlaege wurden als unnoetig abgelehnt, manche wurden behandelt, andere wieder sind angenommen worden.
Der Bericht und die Empfehlungen der Kommission wurden in l£ Stunde erledigt.
Wie die Wahlen vor sich gingen
"Die Wahl des Exekutivrates bildete den Hoehepunkt der Konferenz. ?00 Namen
waren fuer 45 Posten in Vorschlag gebracht worden. Diese wurden wieder einer
Nominierungskommission vorgelegt. Der Vorsitzende der Kommission meldete der
Konferenz die 45 Mitglieder, die die Exekutive bilden sollten, Der Bericht wurde
von der Konferenz angenommen. Es wurde nur eine Abstimmung vorgenommen,
"Die Britischen Delegierten erklaerten, dass die Punkte, die entweder von
der Rednertribuene oder von der Versammlung zur Sprache gebracht wurden, hauptsaechlich politischer Natur waren"und wir schaetzen, dass Bot der Diskussionsthemen, die waehrend der 3 Tage behandelt wurden, alles andere waren als ausgesprochene Bergwerksangelegenheiten. FUer jemand, der bisher noch keiner Konferenz
auf dem Festland beigewohnt hat, sind viele Kuensteleien und Gebraeuche irrefuehrend und befremdend. Es hatte den Anschein, als wenn es da eine besondere
Gruppe von Beifallsrufern gab mit einem besonderen Schlagwortgeschrei, und alle
paar Minuten waehrend der Sitzungen wurden wir mit ihrem Geschrei bedacht, besonders aber, wenn Stalin und die Sowjetunion genannt wurden. V/ir hoffen, dass die
Konferenzen der englischön Bergleute niemals in aehnlicher '/eise verlaufen wie
die polnische Konferenz,
Enttaeuaohung der Britischen Delegierten
"Crews und Lockett fuehlen sich verpflichtet, zu erwaehnen, dass sie mit
ihrem Dolmetscher nicht zufrieden waren. "'Vir standen unter dem Eindruck, dass
man uns nicht ein richtiges Bild von dem vermittelte, was vor sich ging, auch
waren wir nicht zufrieden, insofern als wir unter dem Eindruck standen, dass bei
der Unterhaltung mit den Delegierten unsere Aeusserungen nicht richtig uebersetzt
wurden. Am Abend unserer Abreise uebergaben wir unserem Dolmetscher ?6 Fragen,
um uns ueber Dinge zu informieren, die hsuptsaechlich den Bergbau betrafen. Der
Praesident und der Sekretaer der Gewerkschaft teilten uns mit, dass ihnen die
Fragen zugegangen seien, und versprachen, uns die Antworten zukommen zu lassen.
Wir muessen zu unserem Bedauern sagen, dass wir diese bis heute noch nicht erhalten haben,
Bemerkungen ueber Polen
"Ueber die Verhaeltnisse in Polen aeusserten sich Mr. Crews und Lockett wie
folgt« "Die VJohn- und gesundheitlichen Verhaeltnisse sind sehr schlecht, es werden aber Anstrengungen gemacht, sie zu verbessern. Die Rationierung ist vor
kurzem aufgehoben worden, das bedeutet aber noch nicht, dass von allem genug vorhanden ist. Es gibt zwei fleischlose Tage in der Joche, Fett ist knapp und Milch
gibt es wrklich selten. Das Rationierungssystem in diesem Lande scheint viel
gerechter zu sein besonders in bezug auf die Arbeiter.
"Als die beiden eine Grube besichtigten, wurde ihnen in der Grubenknntine ein
Essen vorgesetzt. Obwohl dss Essen gut war, lag die Mahlzeit doch noch unter der
englischen Norm. Hinsichtlich der Loehne wurde ihnen gesagt, dass ein Bergmann,
der in der Grube schafft, in der "fache E 4-3s-4d (etwa #18) verdient, andere
Arbeiter werden zu niedrigeren Saetzen bezahlt. Wenn die "Norm" ueberschritten
wird, sind Leistungspraemien, billigere Lebensmittel und billigere Kleidung vorgesehen. Es besteht der Achstundentag und die Sechstagewoche. Die Sntlueftung
ist schlecht und die Beleuchtung armselig.

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�"Die Freundlichkeit der Polen und aller anderen, mit denen wir •usammentrafen
wird anerkannt, doch schlagen die Delegierten vor, dass angesichts des Fehlens
Jeder Berichterstattung in Polen ueber Grossbritannien, eine Delegation der Organisation polnischer Bergleute eingeladen werden sollte, zu uns herueber zu kommen
und sich die Yerhaeltnisse hfer selbst anzusehen."
"The Daily Herald" 17. Februar 1949
Ergebnisse des Englischen Gesundheitsprogramms
In der Kritik am Nationalen Gesundheitsdienst Englands, der jetzt im ersten
Jahr besteht, werden Klagen ueber die Kosten laut. Es ist eine Tatsache, dass die
Bevoelkerung, jetzt mehr und auch eine bessere aerztllche Behandlung bekommt als
je zuvor. Die Erfolge Werden durch Zahlen wie die folgenden offenbar, die unlaengst veroeffentlieht wurden«"Sterblichkeitsziffer« Im Jahre 1948 betrug die allgemeine Sterblichkeitsziffer 10.8 pro 1000 der Bevoelkerung. Das war die niedrigste Ziffer, die wir
jemals in unserer Geschichte zu verzeichnen hatten und bedeutete eine Verbesserung
gegenueber 1947 mit 12 pro 1000.
"Die Totgeburten-Ziffer; Auch hier wurde 1948 die niedrigste Rekordzahl fuer
das Land aufgestellt, naemlich 23.1 pro 1000. Die niedrigste Zahl von frueher war
24.1 fuer 1947."
"Die SterblichkeitsZiffer fuer Kinder« (Anzahl von Todesfaellen bei Kindern
unter 1 Jahr pro 1000 geborener Kinder) Dies ist der wichtigste Einzelindex im
gesamten Gesundheitswesen des Staates. Im Jahre 1948 erreichten wir fuer alle
Zeiten einen Rekord mit der Ziffer 34 pro 1.000 Lebendgeburten. Es ist dies das
erste Mal, dass unsere'Jahresziffer unter 40 sank.
"Sterblichkeit bei der Geburt; Vor dem Kriege starben von je 1000 Frauen
3 im Kindbett. Die letzte verfuegbare Ziffer ist die fuer 1947, die sich auf
1.01 belaeuft. Dies ist wiederum die niedrigste Ziffer, die jemals erreicht
wurde. Das bedeutet, dass es vor dem Kriege genau dreimal so gefaehrlich war,
ein Kind zur Welt zu bringen, wie es heute der Fall ist. Es bedeutet auch, dass
pro Jahr 1.600 Muetter am Leben erhalten werden."
"The Daily Herald" 17. Februar 1949
Die Labour Party bezeichnet die Politik der Konservativen
als planlos.
Die Wahlen in South Hammersmith, einem Londoner Vorort, waren Gegenstand
eines scharfen Kampfes zwischen der Britischen Labour-Partei und den Konservativen.
Die Konservativen hatten mit einem Sieg gerechnet, und '.Vinston Churchill und andere Fuehrer dieser Gruppe hatten in diesem Bezirk Reden gehalten. Die Labour
Party aber trug den Sieg davon. Premierminister Attlee sandte eine Botschaft
an den Kandidaten der Labour Party, einen jungen Professor namens Tom Williams.
Attlee sagt darin«"Grossbritannien befindet sich auf dem Wege zu einer wirtschaftlichen Stabilitaet. Es sind nicht nur viele Verwuestungen des Krieges wieder behoben, sondern
auch lange vernachlaessigte Uebelstaende behoben worden; es wurde fuer die soziale Ordnung ein neues und gerechteres Fundament gelegt. Viel von diesen Erfolgen
ist der Selbstdisziplin und der schwere Arbeit des Volkes zuzuschreiben, doch
haette dies alles nicht ohne die Fuehrung seitens der Regierung bewerkstelligt
werden koennen.
"Die Maenner und Frauen der aeiteren Generation, die sich noch der Unsicherheit, der Massenarbeitslosigkeit und armseligen Sozialeinrichtungen der Vorkriegs-

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�zeit erinnern, werden sich wohl ueber den Kontrast zwischen der Vergangenheit
und der Gegenwart im Klaren sein. Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir
eine Regierung, die den Willen und auch die Macht hat, das wirtschaftliche Leben
des Landes im Interesse aller zu formen.
"Zum ersten Mal sind die sozialen Einrichtungen der Erziehung, des Gesundheitswesens und der Versicherung in einer Weise gehandhabt worden, dass sie allen
zugute kommen, und nicht nur einer bestimmten Klasse. Die Durchfuehrung eines
seitens der Regierung erwogenen Programms steht im Gegensatz zu der Zusammenhanfclosigkeit und Inkonsequenz der Opposition, wie dies durch den vollstaendigen'
Mangel einer Alternativpolitik zu Tage tritt. Sie wagen es nicht, eine Rueckkehr
zur Vergangenheit vorzuschlagen. Sie haben fuer die Zukunft keine Plaene parat."
"The Daily Herald" 18. Februar 1949
Die Indische Regierung gebietet kommunistischer
Sabotage Einhalt
"Drastische Regierungsmassnahmen haben eine kommunistische Sabotageaktion,
die sich ueber ganz Indien erstreckte, bei der Eisenbahn und anderen Verkehrsmitteln, abgewehrt. 500 Raedelsfuehrer, die den Plan gefasst hatten, waehrend
eines Streiks, der auf den 9. Maerz angesetzt war, Kraftwerke, Werkstaetten,
Stellwerkkabinen und Bruecken anzugreifen, wurden zum Wochenende (19. zum 20. Tebr.)
verhaftet.
"Darunter befinden sich 72 Kommunisten von den Eisenbahnen, die Bombay, Baroda,
Zentralindien und die grosse Indische Halbinsel verbinden. Ein hoher Beamter des
Innenministeriums hat sich heute abend geaeussert» dass der Regierung "endgueltigea
Informationsmaterial darueber vorlaege, dass die Kommunisten den Streik zu einer
ausgedehnten Sabotage-Aktion machen wollten". Er fuegte hinzu, dass man geheime
Rundschreiben entdeckt haette, aus denen im einzelnen die Absichten der Kommunisten
hervorgehen, mit Explosivstoffen gegen lebenswichtige Einrichtungen vorzugehen,
und dass diese Rundschreiben zu dieser Aktion gefuehrt haetten. Manche Post- und
Telegrafenarbeiter, die ebenfalls die Absicht hatten, am 9. Maerz zu streiken, sind
ebenfalls verhaftet worden.
"Bewaffnete Polizei bewacht alle wichtigen Punkte, ebenso die Schienenstränge
sowie die Pumpstationen und die Kraftwerke. In Hyderabad ist ein besonderes Gefaengnis hierfuer eingerichtet worden, alle Versammlungen sind verboten, ebenso
das Hissen von roten Fahnen. Im Westen Bengalens hat die Regierung die kommunistische Zeitung "People's Age" verboten, und die Polizei beschlagnahmte Flugblaetter.
Die hauptsaechlich betroffenen Gebiete sind Calcutta, Bombay, Ahmedabad, Madras,
Lucknow, Benares und Trichinopoly. Durch die heute (21. Februar) und am Sonnabend
(19. Februar) vorgenommenen Verhaftungen erhoehte sich die Zahl der inhaftierten
Kommunisten auf 1.600. Der letzte grosse Kehraus fand vor 11 Monaten statt....Es
wird erwartet, dass die Indische Regierung ein Gesetz erlaesst, wonach Streiks in
oeffentlichen Betrieben "als ungesetzlich erklaert werden, wenn sie fuer Parteizwecke gefuehrt werden."
"The Daily Herald" 21. Februar 1%9
Auch ein Erfolg eines kommunistisch gelenkten
Streiks in Indien
"Die staendige Unruhe unter der Arbeiterschaft in ganz Indien, mit der die
Verschaerfung der Streitfaelle durch die Kommunisten Hand in Hand geht, schafft

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�Tendenzen, die geeignet sind, bedeutsame Auswirkungen auf die Zukunft der indischen
Arbeiterbewegung, auf den Kommunismus und auf die Politik im allgemeinen hervortreten zu lassen.
"Eine bedeutsame Massnahme, verursacht durch die Ankuendigung eines Eisenbahn-,
Post- und Telegrafenstreiks, sowie eines Streiks in der Zuckerindustrie und in den
Docks, der fuer den 9. Maerz fuer das ganze Land angesetzt war, wurde gestern vom
Indischen Parlament (am 24. Februar in New Delhi) in Form eines Gesetzes ergriffen,
derzufolge Streiks in den lebenswichtigen oeffentlichen Einrichtungen fuer gesetzwidrig erklaert wurden. Dieses Gesetz... .wird wahrscheinlich in der naechsten T'roche
angenommen werden, und es besteht kein Zweifel darueber, dass die darin enthaltenen
Bestimmungen in bezug auf die Verhaftung illegaler Streikender und ihre Verurteilung
zu Geldstrafen im Schnellverfahren durchgesetzt werden. Das Gesetz wird als eine
Notmassnahrae bezeichnet und soll nur bis zum 31. Maerz 1950 in Kraft bleiben.
"Als naechstes Ergebnis der augenblicklichen Lage muss das offensichtliche
Erstarken der sozialistischen Gewerkschaften erwaehnt werden, die zusammen mit den
Gewerkschaften, die dem von der Regierung gefoerderten Indischen Landesgewerkschaftsbund angehoeren, die Majoritaet der Arbeiter in den grossen Industriezweigen repraesentieren. Unter dem Druck der Regierung wurden Streiks, die fuer den naechsten
Monat angesetzt waren, von den Sozialisten abgeblasen, die Kommunisten jedoch, die
etwa 30£ der organisierten Arbeiterschaft oder ungefaehr 500.000 Angestellte in
den betroffenen Industriezweigen repraesentieren, gaben bekannt, dass sie entschlossen seien, allein in den Streik zu treten.
"Als Erfolg dieser Massnahme wurden im ganzen Lande die kommunistischen Arbeiterfuehrer verhaftet, von denen sich etwa 1.000 in Gewahrsam befinden, und heute
wurde das Antistreik-Gesetz eingefuehrt. Inzwischen scheint in der kommunistischen
Partei eine innere Umwaelzung vor sich zu gehen. Eine Anzahl prominenter Parteimitglieder, einschliesslich des frueheren Generalsakretaers P.C. Joshi, sind ausgestossen worden. Es wird behauptet, dass die Entwicklung eine "Saeuberung" von
Elementen der "Bourgeoisie" in der Partei darstellt".
Anmerkung;

"The New York Times" 26. Februar 1949
Fuer das Transportgewerbe und die oeffentlichen Verkehrsbetriebe hatten
die Kommunisten fuer den 9. Maerz einen Sabotagestreik angesetzt, der
sich ueber ganz Indien erstrecken sollte. In Calcutta war ebenfalls
zu einem Streik aufgerufen vjorden jedoch erwies sich dieser wie jener
als ein Fehlschlag.

Die Bedeutung des vernuenftigen Denkens bei Arbeitsstreitigkeiten
Einige Tage lang wurde New York City von einem Streik der Arbeiter der
oeffentlichen Betriebe in der Elektrizitaetsversorgung bedroht. Der Streik kam
jedoch nicht zustande. Unter der Fuehrung von oeffentlichen Schiedsmaennern
blieben die Vertreter der Gewerkschaft und der Gesellschaft in der Verhandlung,
bis ein Abkommen erzielt wurde. Dieses Abkommen wurde voneiner New Yorker Tageszeitung in einem Artikel begruesst.
"Die Beilegung des drohenden Streiks gegen die Consolidated Edison Company
bewies offensichtlich eine Ruecksichtnahme beider Parteien auf einen dritten Faktor,
der von diesem Streit in Mitleidenschaft gezogen war, naemlich die Oeffentlichkeit.
V/ir sind der Meinung, dass sowohl die Gesellschaft wie auch die Gewerkschaft, der
Verband der Arbeiter der oeffentlichen Betriebe von Amerika (CIO), dafuer auf den
Dank und die Achtung des Staates Anspruch haben, dass äie einen Kompromiss im
Geiste des fair play geschlossen haben. Es handelte sich hier um eine Art von

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�Streik, der nicht stattfinden darf, da, wie Calvin Coolidge es einmal aussprach,
"fuer niemand nirgends und zu keiner Zeit das Recht besteht, gegen die Interessen
der Oeffentlichkeit zu streiken". Vom Standpunkt der Gewerkschaft aus bedeutete
der Kompromiss soviel, dass sie von ihrer urspruenglichen Lohnforderung auf etwa
die Haelfte heruntergegangen war. Fuer die Gesellschaft andererseits, deren
Einkuenfte ganz genau nach den Tabellen der Kommission fuer Oeffentliche Betriebe
festgelegt »lud, bedeutete es die Verantwortung fuer die Uebernahme von weiteren
6£ Millionen Dollar zusaetzlich zur Jahrealohnliste. Man kann dieser Verpflichtung nur gerecht werden entweder durch erhoehte Leistung und Sparsamkeit oder aif
Kosten der Aktionaere, oder durch beides.
"Wenn eine Gewerkschaft willens ist, anzuerkennen, dass die Moeglichkeiten
fuer eine Gesellschaft, ununterbrochenen Lohn-Forderungen gerecht zu werden, nicht
bis ins Unendliche gehen« wenn eine Firma sich ueber die Probleme ihrer Angestellten klar wird und in drastischer Weise Konzessionen macht, um sie zu loesen - dann
ist dies gewiss ein Fortschritt auf dem Gebiete der Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber."
"The New York Mirror " 3. Maerz 1949
Zweierlei Arten von Gewerkschaften in Italien
Von Rom aus, wo er sich mit den Arbeitsbedingungen und der Lage der Arbeiterschaft beschaeftigt hat ,zieht Allen L. Swim, der Redakteur der "The CIO News",
die in Washington als offizielles Organ des CIO herausgegeben werden, einen scharfen Trennungsstrich zwischen den kommunistischen und den nichtkommunistischen Gewerkschaften in Italien.
,
"Die Arbeiter in den von den Roten beherrschten Fabriken", erklaerte Swim,
"machen nur, was ihnen ausdrücklich zu tun anbefohlen wird - aber auch nichts
weiter. Sie bewegen sich wie ihre Maschinen, wenn man ihnen sagt, dies oder das
zu machen« dann stehen Sjle aber muessig herum, bis man ihnen wieder sagt, sie
sollen mit der Arbeit anfangen. Wenn ein besonderer Arbeitsgang erledigt ist,
dann stehen sie untaetig umher, bis man ihnen sagt, sie sollten etwas anderes tun.
Dieser Zustand beeintraechtigt natuerlich in hohem Masse die Produktion.
"Die nichtkommunistischen Arbeitsgruppen bilden - obwohl sie in verschiedenen
politischen Fragen auseinandergehen - eine starke Stuetze fuer den Mnrshallplan."
"Overseas American News Service" 3. Maerz 1%9.
Die Amerikanische Gesellschaft fuer ein
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Demokratisches Deutschland
Am 19. Februar fand in New York eine Versammlung von 300 prominenten Arbeiterführern und anderer Persoenlichkeiten statt, die an der Foerderung einer Weltdemokratie interessiert sind. Diese Versammlung war von der Amerikanischen Gesellschaft fuer ein Demokratisches Deutschland einberufen worden. Die hauptsaechlichsten Sprecher waren Charles M. Lafollette, der fruehere Militaergouverneur
fuer Wuerttemberg-Baden und George Silver, der frueher einen Posten bei der Manpower Division der Militaerregierung innehatte. Es wurde auch eine lange Botschaft verlesen, die Victor Reuther, der Leiter der Erziehungsabteilung des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter von Amerika (CIO) der Versammlung hatte
zugehen lassen. Wir bringen nachstehend Auszuege aus den beiden Reden und aus
der Botschaft:
•
Aus der Rede Lafollettes
Der fruehere Gouverneur Lafollette erklaerte, dass die offizielle Politik

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�der Vereinigten Staaten Deutschland gegenueber gut sei und zog in diesem Zusammenhang folgende Saetze aus der offiziellen Brklaerung ueber die amerikanische
Politik an (Artikel II, Absatz 3):
"Das grundsaetzliche Interesse der Vereinigten Staaten in der ganzen Welt
ist auf einen gerechten und dauernden Frieden gerichtet. Solch ein Friede
kann nur verwirklicht werden, wenn in ganz Europa Verhaeltnisse geschaffen
werden, die von oeffentlicher Ordnung und Wohlstand getragen sind. Sin
geordnetes und wohlhabendes Suropa fordert den wirtschaftlichen Beitrag
eines stabilen und produktiven Deutschland, aber auch die notwendigen Einschraenkungsmassnabmen, um zu gewaehrleisten, dass in Deutschland nicht
wieder der destruktive Militarismus zum Leben erweckt wird.....
"Als positives Programm,das ein rasches Handeln erfordert, betreibt die
amerikanische Regierung die Schaffung politischer, wirtschaftlicher und
moralischer Verhaeltnisse, die geeignet sind, auf wirksamste Weise zur
Schaffung eines stabilen und wohlhabenden Suropa beizutragen."
Nach Lafollettes Meinung ist diese Politik eine gute, doch erinnerte er
die Amerikaner daran, dass noch viele Hindernisse aus dem Wege geräumt werden
muessten, bsror man Deutschland als produktiv und aufbluehend ansehen koenne»Er
sagte, dass die Deutschen an der Arbeit seien und dass Fortschritte erzielt werden. Sie brauchen Maschinen, aber auch gute Nahrungsmittel. Dann koennen sie
auch produzieren und exportieren.
"Manche Leute legen der Bedeutung dieser Notwendigkeit, zu exportieren, um
zu importieren, den Masstab an, dass sie hierbei an Maschinen, Investierungen,
Reparationen und "Fachwissen usw." denken. Ich sehe darin lediglich den Schweiss
und die Plackerei der Arbeiter. Arbeiter, aermlich gekleidet, die abends von
der Arbeit in ueberfuellte, unzulaenglich geheizte Haeuser zurueckkehren und bereits vor Tagesanbruch aufstehen, um wieder an die Arbeit zu gehen, um Waren zu
produzieren, damit sie und andere Deutsche essen koennen. Das ist keine Propaganda fuer den "armen, seinem Broterwerb nachgehenden Deutschen". Das ist ein Wortgemaelde, das jedermann, der ueber genuegend Einbildungskraft verfuegt, die Probleme der anderen Mitmenschen zu verstehen, sehen muss. Vom egoistischen Standpunkt aus bildet die Faehigkeit, das Los ganz Westeuropas zu verstehen, sich zu
vergegenwaertigen und zu erfuehlen, den Schluessel zum Erfolg oder Fehlschlag
unserer Arbeit in Deutschland und auch in Westeuropa in bezug auf den MarshallPlan".
Aus der Rede George Silvers
"Die meisten Menschen hofften, dass nach der Niederlage des Naziregimes der
Weg fuer das deutsche Volk frei sein wuerde, um sich auf den Wiederaufbau seiner
Wirtschaft und den Umbau seines politischen und sozialen Lebens auf demokratischer
Basis konzentrieren zu koennen. Offenbar waren aber nicht alle Kraefte in Deutsehland dieser Aufgabe gewachsen.
"Aber der deutsche Arbeiter machte sich sofort ans Werk. Trotz seiner mageren Kost und der wertlosen Reichsmark, die den Enfeelt seiner Arbeit bildete, verstand er es, die zerstoerten Staedte, Fabriken, Elsenbahnen und Haeuser wiederaufzubauen und leistete Erstaunliches. Gleichzeitig aber drang er auf eine
gruendliche Entnazifizierung und beteiligte sich in einem Masse daran, wie dies
die Gesetze und Direktiven, die er allerdings nicht formuliert hatte, zuliessen.
Er bestand auf demokratischen Formen und zuverlaessigem Personal bei der Regierung. Er suchte das Gift der Nazi-Ideologie auszumerzen, wo es sich auch zeigen
mochte.
"Der deutsche Arbeiter hegt e|n grosses Misstrauen gegenueber den alten

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�Nazibeamten, und wenn es nach ihm ginge, dann wuerde er in den könnenden Jahren
sich eifrig damit befassen, mit allen Resten und Truemmern aufzuraeumen. Er
duldet es nicht, dass die Finanz- und Industriegewaltigen des Krieges wieder
ihre alten Machtpositionen einnehmen und wird es auch nicht dulden.
"Ungluecklicherweise ist es aber dem deutschen Arbeiter nicht moeglich,
seine ganze Zeit und Energie auf einen demokratischen Wiederaufbau zu konzentrieren, denn dies ist eine ungeheure Aufgabe. Es kommt noch hinzu, das« er einerseits stejendig dem starken Druck, der von den alten Industriemagnaten ausgeht,
begegnen muss, andererseits aber auch der Bedrohung durch eineineuen Despotismus, den neuen Totalitarismus" aus dem Osten.
"Die Arbeiter von Berlin sind es, die den Versuchen der Kommunisten, geatuetzt auf die Sowjetbajonette und die Konzentrationslager, die vo11staendige
politische Vorherrschaft zu erlangen, Widerstand entgegensetzen. Die Arbeiter
von Berlin sind es, die die Versuche der Sowjets bekaempften, die voBstaendige
Kontrolle ueber die Gewerkschaftsbewegung zu gewinnen, und die in der Stunde
der Gefahr sich von der Bewegung abspalteten, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Dieselben Arbeiter sind es, die den sowjetischen Plan, die Westmaechte aus Berlin
zu vertreiben, durch einen Generalstreik zunichte machten. Diese Arbeiter sind es
die die letzten Wahlen in Berlin moeglich machten, in denen der Wille und die
Entschlossenheit der Stadt zum Ausdruck kam, eine demokratische Regierung und eine
freie Lebensweise beizubehalten»
"Dennoch stellen diese wirklichen Freunde der Freiheit allzuhaeufig fest,
dass diejenigen, auf deren Verstaendnis und ünterstuetzung sie sich verlassen,
ihre Bemuehungen, ihr Programm und Ihre Bestrebungen zu verwirklichen, diese
ignorieren und sogar hemmen. Es besteht die Gefahr, dass, wenn manche Praktiken,
wie sie momentan von der Militaerreglerung verfolgt werden, beibehalten werden,
der deutsche Arbeiter sich in seinen Illusionen enttaeuscht sieht und unsere ehrlichen Absichten anzweifelt. Es koennte sogar der Fall eintreten, dass er gegen
das opponiert, was ihm als Demokratie hingestellt wird."
Aus der Botschaft Victor Reuthers
Nachdem er seinem Bedauern darueber Atsdruck verliehen hatte, dass es ihm
seihe gewerkschaftlichen Verpflichtungen in Detroit nicht gestatten, auf der
Versammlung in New York zu erscheinen, aeusserte sich Reuther in seiner Botschaft
zu seinem kuerzlichen Besuch, den er den europaeischen Laendern abgestattet hatte
und ueber seinen kurzen Aufenthalt in Berlin.
"Und ueberall habe ich Europaer getroffen, die folgende Fragen an mich
richteten»
Wird Amerika seine grosse Macht und seinen geialtigen Reichtum im Rahmen des
Marshall-Plans weise einzetzen....Oder wird es versuohen, die Energien und Hoffnungen der europaeischen Bevoelkerung nach amerikanischen Vorbild In eine Form
des freien Unternehmens zu zwaengen Im Austausch gegen die wirtschaftliche Hilfe,
die Europa haben muss, um am Leben zu bleiben.
Werden wir der europaeischen
Demokratie den Todesstoss versetzen und Europas Zukunft dem Kommunismus oder einer
wiederauflebenden Nazibewegung ueberantworten. Oder werden wir uns zurueckzlehen
nachhause gehen und Europa In seinem Chaos sitzen lassen, wie wir es nach dem
ersten Weltkrieg getan haben, bis unsere Jungens wieder in Italien, in Frankreich
oder sonstwo landen muessen.
"Das sind praktische Fragen, so praktisch wie wohl irgend welche Fragen
unserer Innenpolitik, denn der Marshallplan und unsere deutsche Besatzungspolitik
ist in Gefahr. Diese ist durch die Wirrnisse unserer eigenen Europapolitik ebenso bedroht wie durch einen Strom drohender kommunistischer Bemuehungen, sie in
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�Misskredit zu bringen oder sie zu verhindern...."
Reuther erklaerte, dass es die Arbeiter Deutschlands seien, *ie v;irkliche
»Freunde der Demokratie sind, und er bedauerte, dass diese Tatsache nicht genuegend anerkannt wird. Er gab seiner Achtung vor den Gewerkschaften in Baiin und
in den Westzonen Ausdruck. Er betra-chtete die Berliner Politik der restlichen
Alliierten als die fuer die westliche Demokratie entscheidende. Er nannte Berlin den "Vorposten der Freiheit". "Aber", fuegte er hinzu, "wir muessen ebenso
klug sein wie wir fest bleiben muessen". Und wir muessen auch in bezug auf den
M^rshall-Plan klug sein, der dazu dienen kann, "entweder eine wirtschaftliche
Grundlage fuer einen dauerhaften Friöden zu schaffen, oder der dazu benutzt
werden kann, Millionen Dollars der Steuerzahler in den tiefsten Abgrund zu werfen, der jemals in der Geschichte der Menschheit existierte."
Aus der Versammlung der "American Association for a Democratic
Germany".
Frankreich braucht neue Arbeit3kraefte
Frankreich braucht nicht nur neue Arbeitskraefte, sondern es muss auch
neue Quellen fuer Rohmaterialien ausfindig machen. Der BevoelkerungsZuwachs
des Landes ist nicht gross genug gewesen, um dem Bedarf an Arbeitskraeften in
Frankreich gerecht zu werden. Frankreich ist ein eigenartiges Land im Vergleich
zu den uebrigen Laendern Europas. Seine Bevoelkerung ist ein Jahrhundert lang
verhaeltnismaessig gleich gross geblieben und ist es jetzt laenger als eine
Generation teieder. Dieselben Probleme existieren uebrigens auch in den franzoesischen Kolonien; auch dort herrscht ein Mangel an Arbeitskraeften.
Jedoch ist Frankreich in bedeutendem Masse mit Rohmaterialien gesegnet. Ein
Oelvorkommen im Bordeauxbecken wird entwickelt. Grosse Kohlenlager bestehen auf
Madagaskar, einer franzoesischen Kolonie, und wenn die Bergwerke ausgebeutet v/erden, wird sich der Ertrag auf 2 Millionen Tonnen oder noch mehr im Jahre belaufen.
Auf Neu-Kaledonien, einer anderen franzoesischen Besitzung, sind grosse Nickelvorkommen, und in Franzoesisch-Marokko kommen grosse Mengen an Mangan vor, das fuer
die franzoesische Industrie so notwendig ist»
Diese ausgedehnten Hilfsmittel koennen nur entwickelt v/erden, wenn Frankreich
von der Marshall-Plan-Hilfe klug Gebrauch macht. Die Monnet-Planungsgruppe hat
ein Programm entworfen, um von dieser Hilfe richtig Gebrauch zu machen. Es werden
wenigstens 300.000 neue Arbeiter benoetigt, die bis 1952 verfuegbar sein muessen.
"In Aequatorial-Afrika koennen z.B. die Bergwerksgesellschaften nicht einmal
in den Konzessionsgebieten Schuerfprogramme durcnfuehren, weil die Arbeitskraefte
hierfuer ihrer laufenden Taetigkeit entzogen werden wuerden. Es ist den Unternehmern im Strassenbau und im oeffentlichen Bauwesen nicht moeglich, die erforderlichen Arbeitskraefte zu bekommen. Jedoch in der Hoffnung, dass sich mit
Hilfe der anderweitigen ueberbeveolkerten Gebiete irgendeine Loesung fuer dieses
Problem finden lassen wird, ist Frankreich jetzt intensiv auf der Suche nach
sowohl neuen arbeitskraeften als auch nach neuen Rohstoffquellen.
"The New York Times" 7. Maerz 1949
Englische Soccers (Fussballer) drohen mit Streik
In den Vereinigten Staaten ist Baseball das volkstümlichste Spiel; Baseball
ist aber auch ein grosses Geschaeft. Gewisse Baseballspieler haben den Versuch
unternommen, eine Gewerkschaft zu bilden, es scheint dafuer aber wenig Interesse
zu bestehen. Dieselben Verhaeltnisse scheinen aber in England nicht zu bestehen,
VJO das volkstuemliche Spiel "Soccer" ist. (Ein Fusabnllspiel, bei dem der Ball

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�nicht mit der Hand beruehrt werden darf). Dort haben die 88 Soccer-fereine eine
Gewerkschaft, die nach einem Bericht vom 4. Maerz aus London ueber den Streik
abstimmen will. Wenn der Streik tatsaechlich zustande kommt, dann deshalb, um
die Forderung nach einem Pensionsplan und einer neuen Vertragsart zu unterstuetzen, derzufolge es den Spielern gestattet sein soll, von einem Verein zu einem
anderen ueberzuwechseln.
Vor zwei Jahren rief die Gewerkschaft zu einem Streik auf, der aber durch
das Eingreifen der Regierung in Form einer Einsetzung eines Landesschiedsgerichts
verhindert wurde. Diesmal bittet der Verband die Regierung, ihm bei der Ausarbeitung eines neuen Vergleichs behilflich zu sein. Die Gewerkschaft hat den Vorwurf erhoben, dass zuviel Geld aus den Einkuenften der Fussball-Verein? dazu
benutzt wird, um in Schottland und Irland Spieler zu engagieren.
Der durchschnittliche ''fochenlohn eines berufsmaessigen Soccer-Spielers betraegt &gt;32 und die durchschnittliche "Spiellaufbahn" eines Soccer-Kaempfers dauert etwa 7 Jahre. Die Gewerkschaft fordert ein Pensionssystem, wonach fuer
Spieler, die sich zur Ruhe setzen, Betraege beiseitegelegt werden sollen, die
ungefaehr 25t vom Jahreslohn ausmachen. Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass
eine Pension dem augenblicklichen System vorzuziehen waere, demzufolge Wohltaetigkeitsspiele fuer Spieler, die sich zur Ruhe gesetzt haben, veranstaltet werden.
"The New York Times" 5. Maerz 1%9
Die Frage der Sklavenarbeit in Russland
Am 7. Maerz billigten die Vereinten Nationen mit einem Abstimmungsergebnis
von 14 zu 3 einen Vorschlag, der vom T7irtschafts-und Sozialrat eingebracht worden
war, worin eine Untersuchung der Anklagen wegen der ausgedehnten Sklavenarbeitpraktiken in Russland gefordert wurde. Die beiden Sowjetdelegierten und die
Tuerkei enthielten sich der Stimme, und die polnische Stimme war in der Opposition.
Ebenfalls am 7. Maerz wurde Tom Englischen Gewerkschaftsbund (TÜC) ein
Bericht veroeffentlicht, in dem den Russen der Vorwurf gemacht wurde, dass aie
Sklavenarbeitslager in den Uranbergwerksgebieten Ostdeutschlands unterhielten.
Der Bericht des TÜC gruendete sich auf die kuerzlichen Beobachtungen und Pruefungen zweier englischer Gewerkschaftler, die "estdeutschland besucht hatten,
Diese Sewerkschaftsvertreter, Robert Willis, vom Druckerverband, und James
Bowman, vom Bergarbeiterverband, kamen zu ihren Ergebnissen, nachdem sie eine
grosse Anzahl Deutscher befragt hatten, die in den Uranbergwerken Zwangsarbeiter
gewesen spaeter aber aus Ostdeutschland .gefluechtet waren.
"New York Herald Tribüne" (Paris) 9. Maerz 1949
Franzoesischer Arbeiterfuehrer fordert Untersuchungen
in Venezuela
Auf einer Versammlung, der Internationalen ^rbeits-Organisation (ILO),
die vor kurzem in Genf stattfand, forderte Leon Jouhaux eine Untersuchung der
Klagen darueber, dass Gewerkschaftler in Venezuela verfolgt werden. Jouhaux,
der Fuehrer der nichtkommunistischen Arbeiterbewegung in Frankreich sagte, dass
der Organisation Berichte darueber zugegangen seien, die Regierung in Venezuela
Gewaltsmassnahmen gegen die Gewerkschaften ergriffen haette. Der polnische
Delegierte stellte die Forderung, dass die entsprechende riesolution auch auf
verschiedene andere Laender ausgedehnt v.'erden sollt- , die in einer Resolution
erwaehnt waren, die der eltgewerksch^ftsbund ( .TTU) vor kurzem den Vereinten
Nationen hatte zugehen lassen. Der Vorschlag Jouhaux1s wird Gegenstand einer
spaeteren Diskussion der ILO sein.
"The New York Herald Tribüne" (Paris), o. Maerz 1949
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�Der ECOSOC billigt Resolution ueber Gewerkschaftsrechte
Der Wirtschafts- und Sozial-Rat der Vereinten Nationen (ECOSOC) in Lake
Success nahm eine EntSchliessung an, die die Aufmerksamkeit all r Mitgliedstaaten auf die Bedeutung des Schutzes der Gewerkschaftsrechte lenkte.
Die von Neuseeland eingebrachte Resolution wollte auch die Aufmerksamkeit
auf die Prinzipien lenken, wie sie in diesem Zusammenhang im 194.8er Abkommen
ueber die Koalitionsfreiheit und den Schutz des Rechts auf Organisierung niedergelegt sind^- das von der Internationalen Arbeits-Organisation (ILO) angenommen
worden war. Die Berichte der ECOSOC-Debatte ueber die Verletzung der Gewerkschaftsrechte sollten an die ILO und die Kommission fuer Menschenrechte weitergeleitet werden.
Vor der Abstimmung ueber die Resolution Neuseelands verwarf der Rat eine
sowjetische Resolution, derzufolge der Bat eine Anzahl arbeiterfeindliche Anklagen, die der Weltgewerkschaftsbund (WFTO) gegen verschiedene Laender vorgebracht hatte, entgegennehmen sollte.
Bei der Abstimmung ueber die sowjetische Resolution wurde diese vom Rat
mit 13 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt, wobei nur Sowjetrussland, Weissrussland und Polen fuer die Resolution eintraten.
Bei der Annahme des Vorschlages Neuseelands stimmte der Rat mit lk gegen
3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung.
Vordem hatte heute der amerikanische Vertreter Leroy Stinebower darauf hingewiesen, dass der WFTO durch Ignorierung der Verletzung der gewerkschaftlichen
Rechte hinter dem "Eisernen Vorhang", andererseits aber durch Anspielung auf
anderweitige Uebergriffe, einzig sein Interesse fuer eine "kommunistische politische Propaganda" zum Ausdruckfeebrachthatte.
Waehrend der Debatte im Rat ueber die Verletzung der gewerkschaftlichen
Rechte beschuldigte ein Vertreter des WFTO Argentinien, Birma, Chile, Brasilien,
Aegypten, Griechenland, Indien, den Iran, die libanesische Republik, Portugal,
Spanien und Suedafrika, dass sie verschiedene Zwangsmassnahmen anwenden, um die
gewerkschaftlichen Rechte zu unterdruecken. Er setzte sich dafuer ein, dass der
ECOSOC unter Mithilfe des WFTO, "wirksame Aktionen" einleiten sollte, um diese
Situation zu bereinigen.
Die Vertreter Chiles, Brasiliens, Indiens, der Republik Libanon, Griechenlands, Aegyptens, Perus und Argentiniens hatten ganz oder teilweise die gegen
sie vom WFTO vorgebrachten Anschuldigungen widerlegt.
Unter Hinweis darauf, dass die Vereinigten Staaten die "Richtigkeit der
Anschuldigungen des WFTO weder bestaetigen noch in Abrede stellen", draengte
Stinebower darauf, dass die Angelegenheit der ILO "als der sachkundigen und erfahrenen Stelle zugeleitet werden solle, die von den Vereinigten Staaten als diejenige Organisation anerkannt wird, die die Gerichtsbarkeit ueber solche Fragen
hat."
Diese Empfehlung bewegt sich auf einer Linie mit der Ankuendigung des Leiters
der ILO, David A. Morse, dass das Arbeitsgremium die Lage der Gewerkschaftsbewegung in verschiedenen Laendern auf ihrer naechsten Sitzung im Juni behandeln wnerde. Unter Beruecksichtigung der ECOSOC-Debatte wies Morse darauf hin, "dass man
erwarten koenne, dass der ECOSOC im Laufe der naechsten paar Jochen die Angelegenheit der ILO ueberweist, deren Gerichtsbarkeit sie ganz klar untersteht."
Dr. Julius Katz-Suchy, der Delegierte Polens, meinte, der WFTO haette es
verabsaeumt, den "offenkundigsten Verletzer der Gewerkschaftsrechte - die Vereinigten Staaten - auf seine Liste zu setzen. Er stellte die Rolle, die, wie er

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�sagte, die Gewerkschaften in Polen und anderen "Volksdemokratien spielten, im
Gegensatz zu der angeblichen Unterdrückung der Arbeiterrechte in den Vereinigten Staaten, Chile, Griechenland, Indien und anderen Laendern heraus.
Der polnische Delegierte zitierte dann die Kritik der AFL an manchen Punkten des Taft-Hartley-Gesetzes, dessen Revision der amerikanische Kongress staendig in Erwaegung zieht. Kr meinte, dies waere ein Beweis fuer die kapitalistische Ausbeutung der Arbeiterschaft und draengte darauf, dass der ECOSOC die sowjetische Resciition zur ünterstuetzung der Anklagen des WFTÜ gegen andere Laender
billigen solle.
Stinebower antwortete darauf, dass die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten
die Freiheit der Gewerkschaften garantieren, am besten in ihrem Recht, die Regierung zu kritisieren, zum Ausdruck kaeme. Er hob hervor, dass sich die amerikanischen
Arbeitergewerkschaften "frei an den Debatten im Kongress ueber Revisionen in der
amerikanischen Arbeitergesetzgebung beteiligen koennten."
"Im Gegensatz bferzu," fuhr Stinebower fort, "sind gewerkschaftliche Rechte
bedeutungslos oder noch schlimmer, daran, wenn die Verbaende vom Staate kontrolliert, beherrscht oder dem Staat dienstbar sind. Eine Arbeitergewerkschaft in
einem von Kommunisten beherrschten Lande unterscheidet sich kaum von den Arbeitsfront in Nazideutschland." Hinter dem "Eisernen Vorhang", sagte er, "ist eine
Gewerkschaft ein bewaehrtes Werkzeug, um noch mehr Arbeit aus jedem einzelnen
Arbeiter herauszupressen und um jeden Beweis der Unabhängigkeit des Denkens,
des Wortes oder der Tat zu beseitigen." Den Arbeitern in den kommunistischen
Laendern werden alle solchen wesentlichen und spezifischen Rechte, wie das
Streikrecht, das Recht der freien Verhandlung und das Recht die Politik der Gewerkschaft und der Regierung zu kritisieren, verweigert, sagte er.
Stinebower bemerkte, dass sich aber das Anklage-Memorandum des WFTÜ ueber
den "sowjetischen Prototyp der nazistisch-faschistischen Arbeitsfront" wie auch
ueber die aeusserst straffe Ausrichtung der Arbeiterschaft in Polen, Albanien,
Ungarn, Weissruäsland und anderen sowjetischen Satellitenstaaten "ausschweige".
Er schloss, indem er sagte, der WFTÜ muesste damit einverstanden sein, dass das
Problem der ILO unterbreitet wird, "wenn der WFTU uns wirklich glauben machen
will, dass es ihm mit den Behauptungen Ernst ist und er nicht nur unnoetig
unsere Zeit mit einer boesartifcen Propaganda vergeuden will."
Roland Lebenau (Belgien) hob hervor, dass bis jetzt eine international
angenommene Definition des Begriffs Gewerkschaftsrechte nicht existiere. Gesetzmaessig koennte daher der ECOSOC nicht empfehlen, dass Mitgliedsstaaten die
gesetzmaessige Durchfuehrung der Gewerkschaftsrechte festsetzen. Dies wuerde
bloss auf die Forderung hinauslaufen, eine nationale Gesetzgebung zu erzwingen.
Der belgische Delegierte erklaerte sich Jedoch mit dem amerikanischen Vorschlag
und gleichzeitig mit dem auf gleicher Linie liegenden Tsil der Resolution Neuseelands einverstanden, und empfahl die ganze Angelegenheit der ILO als der
einzigen kompetenten Stelle auf diesem Gebiet zu ueberweisen..
Amerikanisches Aussenministerium
"Radio Bulletin" 8. Maerz 1949
Der Wiederaufstieg Finnlands wird als ein
Wunder bezeichnet
Trotz zweier Kriege und gewaltiger Reparationskosten, trotz seines Gebietsverlustes und der 400.000 Verschleppten hat Finnland in seinem 7/iederauf stieg
grosse Fortschritte gemacht. Hier sind einige Kennzeichen fuer den Fortschritt
Finnlands; (l) Die Bevoelkerung bekommt mehr Lebensmittel als jemals zuvor seit
1939. (2) Die Industrieproduktion lag 1948 um 25^ hoeher als 1947 und 10$ hoeher
als im Jahre 1938. (3) In gewissen Industriezweigen besteht ein Mangel an Arbeitern.
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�Wie in anderen nordischen Laendern, so haben auch in Finnland die Gewerkschaften
zusammen mit den Arbeitgebern und der Regierung daran gearbeitet, einen Arbeitsfrieden zu schaffen und soweit wie moeglich die Wirtschaft Finnlands wieder auf
den Vorkriegsstand zu bringen. Das Parlament gab der Regierung Vollmachten, eine
Stabilitaet in Preisen und Loehnen zu schaffen, indem Methoden angewendet warden,
die vom freundschaftlichen Ratschlag an die Arbeitgeber und Arbeitnehmer bis zur
scharfen Regierungskontrolle gehen.
"So gelang es z.B. der Regierung, die Lebensmittelpreise zu senken, indem
sie grosse Mengen daenischer Butter und Eier, sowie Rindfleisch aus Argentinien
einkaufte. Importierte Lebensmittel werden, soweit dies moeglich ist, in G-efrierhaeusern gelagert und die fuer den Verkauf an die Verbraucher freigegebenen Mengen
richten sich nach den Preisverhaeltnissen. Die Lebensmitteleinfuhr ist eine entscheidende und maechtige T7affa in den Haenden der Regierung und ermoeglicnt es ihr,
die Probe niedrig zu halten und unnoetige Umstellung in der Industrie Finnlands
zu vermeiden.
Die augenblickliche Lage Finnlands wurde zusammenfassend in einem Interview
vom Premierminister K.A. Fagerholm zusammengefasst, der der Fuehrer der Finnischen
Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei ist. Er v;ies darauf hin, dass sich die .Virtschaft Finnlands im letzten Jahr gefestigt habe, d-*ss sich die Devisenreserven verdoppelt haetten und dass es der Regierung moeglich gewesen sei, manche Steuern bis
auf 50' zu senken."
"The New York Herald Tribüne" (Paris) 8.Maerz 49

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Manpower Division
0MGU3, APO 742

OMOUS, S-nki,

I&gt;MJ, Mar U9, 7 3/U 0

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUHGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 6

Berlin, 1. April 1&lt;*9

DIE VEREINTEN NATIONEN SOLLEN UNTERSUCHUNGEN
UEBER SKLAVENARBEIT ANSTELLEN
Mit Opposition der Sowjets hat der Wirtschafts- und Sozial-Rat der Vereinten
Nationen (ECOSOC) die Internationale Arbeits-Organisation (ILO) gebeten, Untersuchungen ueber das Problem der Sklavenarbeit, insbesondere hinter dem "Eisernen
Vorhang", durchzufuehren. Das Abstimmungsergebnis war 14 zu 3, wobei sich Polen
Weissrussland und der Sowjetunion in der Minderheit anschloss.
Die Resolution, die urspruenglich von der AFL ausging, richtete sich in
erster Linie gegen Russland und erhob den Vorwurf, dass Millionen von Menschen in
diesem Lande in Sklavenlagern schwerste Arbeit verrichten muessen. In einer Resolution Sowjetrusslands war der Weltgewerkschaftsbund als diejenige Organisation
bezeichnet worden, die die Untersuchungen durchfuehren sollte. In dieser Resolution waren wohl verschiedene westliche Laender genannt, in denen die Untersuchungen durchgefuehrt werden sollten, aber Laender des "Eisernen Vorhangs" wurden hierbei nicht erwaehnt. Die Resolution der Sowjets wurde bei der Abstimmung mit 15 zu
3 Stimmen abgelehnt.
Die Resolution besagt, dass:
"nach Kenntnisnahme von einem Memorandum ueber die Untersuchung von Zwangsarbeit und ueber Massnahmen zu ihrer Abschaffung, wie es von der AFL eingebracht
wurde
"in der Ueberzeugung, dass es wuenschenswert ist, dass die Anklagen betreffs
Zwangsarbeit, die im Laufe der jetzigen Debatte vorgebracht wurden, unparteiisch
untersucht werden,
tinter Berücksichtigung der Tatsache, dass internationale Bestimmungen in
der Frage der Zwangsarbeit von der ILO akzeptiert worden sind,
'Im Hinblick darauf, dass sich die Mitglieder der Vereinten Nationen lt.
Artikel 55 feierlich verpflichtet haben, allgemein die Achtung vor den menschlichen
Rechten und den grundsaetzlichen Freiheiten fuer alle und ihre Beobachtung und
Einhaltung zu foerdern,
"der ECOSOC die ILO bittet, dem Problem der Zwangsarbeit, ihrer Art und Ausdehnung im Lichte aller moeglichen Informationen Beachtung zu schenken, einschliesslich des Memorandums der AFL und der Protokolle ueber die Diskussionen im
Rat ueber diesen Punkt, die sie der ILO zu ueberweisen sich entschlossen hat;
"der ECOSOC den Generalsekretaer um enge Zusammenarbeit mit der ILO ersucht,
um die Arbeiten auf diesem Gebiete voranzutreiben,
"der ECOSOC ferner den Generalsekretaer ersucht, sich mit jeder einzelnen
derjenigen Nationen in Verbindung zu setzen, gegen die Anklagen wegen Sklavenarbeit erhoben wurden, und sich zu erkundigen, in welchem Masse diese bereit sind,
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�sich an einer unparteiischen Untersuchung ueber die Verbreitung von Zwangsarbeit
in ihren Laendern zu beteiligen,
"ersucht der ECOSOC den Generalsekretaer, die ILO ueber die Fortschritte
in dieser Frage auf dem Laufenden zu halten und mit ihr darueber zu beraten, sowie auf der naechsten Sitzung des Rates einen Bericht ueber die Ergebnisse seiner
FueHungnahme und Beratungen abzugeben;

"der ECOSOC beschliesst, dass Memorandum der AFL und die Akten ueber die Diskussionen des Rates ueber diese Angelegenheit an die Kommission fuer Menschenrechte zusammen mit dem Entwurf der Vertragsklauseln in bezug auf die Menschenrechte zwecks Erwägung weiterzurejchen.
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Amerikanisches Aussenministeriun
"Radio Bulletin" 7. Maerz 1949
VERTRETER DER SCHWEDISCHEN UND ITALIENISCHEN ARBEITERSCHAFT
STUDIEREN INDUSTRIELLE EINRICHTUNGEN IN AMERIKA
Eine Gruppe von 12 fuehrenden schwedischen Arbeiterfuehrern sowie eine weitere,
bestehend aus 3 Italienern, kam gestern in New York an, um als Gaeste der Amerikanischen Regierung die amerikanischen Arbeitsbeziehungen, die ArbeitSTerhaeltnisse
und das Gewerkschaftswesen zu studieren. Sie kamen im Rahmen eines Sonderprogramms
des ECA hierher, in den vorgesehen ist, die industrielle Produktivitaet zu erhoehen
und den kommunistischen Einfluss auf die Arbeiterschaft in den haiftsaechlichsten
Marshallplan-Laen'lern zu bekaempfen.
Die Schweden landeten morgens mit einem Flugzeug der American Overseas Airlines aus Stockholm auf dem La-Guardia-Flughafen. Kurze Zeit darauf landeten die
Italiener in einem Transworld Flugzeug aus Rom. Beide Gruppen nahmen zeitweilig
im McAlpin-Hotel Aufenthalt.
Axel Strand, der Vorsitzende des Schwedischen Arbeiterverbandes und Fuehrer
der Delegation, erklaerte, dass die Gruppe im besonderen unsere Stahl-und Transport-Industrie studieren wuerde. Eine der Fragen, die sie besonders interessierte,
sagte er, sei die, wie es mit den amerikanischen Produktionsmethoden moeglich sei,
pro Arbeiter 2g mal soviel Stahl zu produzieren wie mit den schwedischen Methoden.
Die italienische Delegation wurde von Giulio Paatore, dem Generalsekretaer
des Freien Italienischen Allgemeinen Gewerkschaftwbundes gefuehrt, der sich von
der von den Kommunisten gefuehrten Mehrheit des Arbeiterverbandes in Italien abgesondert hatte. Kit ihm kamen Giovanni Canini, der 2. Generalsekretaer des Allgemeinen Arbeiter-Verbandes und Fuehrer der antiroten Minderheitsopposition dieser
Vereinigung, sowie Appio Rocchi, der Leiter' des Arbeiterausschusses der Italienischen Republikanischen Partei.
Pastore erklaerte spaeter den Reportern, dass die italienischen Arbeiter zu
Tausenden aus den Gewerkschaften ausgetreten sind, "weil sie der kommunistischen
Machenschaften muede seien". Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass man in Italien
einen Zusammenschluss aller nichtkoramunistischen Arbeitergruppen erreichen wuerde,
der dann den bedeutenderen Arbeiterverband darstellen wuerde. Zu diesem Zweck,
sagte er, seien er und seine beiden Kollegen nach hier gekommen, um die amerikanischen Arbeiterorganisationen zu studieren, die seiier Meinung nach den italienischen Gewerkschaften weit voraus seien.
Am Nachmittag besuchten die Italiener David Dubinsky, den Praesidenten des
3 r.ternationalen Damenbekleidungsarbeiter-Verbandes.
In der naechsten ''fache werden italienischen Besucher die Arbeitsmethoden des
ILG.VU und des Textilarbeiter-Verbandes in New York, sowie des Verbandes der Vereinigten Bekleidungsarbeiter in Paterson, New Jersey studieren. In der 'oche
darauf werden sie sich nach Vashinston begeben und von da aus nach den Industrie-

�gebieten des Ostens.
"The New York Times" 12.-Maerz 1949
DAS ERP UND DIE SCHWEDISCHE ARBEITERBEWEGUNG
In seiner Ansprache zur Begruessung einer Gruppe schwedischer Arbeiterfunktionaere, die nach Amerika gekommen waren, um die industriellen Produktionsmethoden zu studieren, erklaerte Paul G. Hoffman, der Leiter des Verwaltungsausschusses fuer das ERP« "Die ".'eltraussvon 2 Dingen befreit werden - einmal vom
Krfege und zweitens von der Furcht vor dem Kriege...." Er sagte, "wenn sich die
freien Voelker vereinigen und vereint bleiben", dann brauche man keine Furoht
vor Angreifern zu haben.
"Keine freie Nation", sagte Hoffman, "ist jemals eine angreifende Nation.
Das Volk fuehrt keine Krieg. Das tun Diktatoren. Diktatoren stellen immer eine
Bedrohung dar. Um sich selbst an der Macht zu halten, muessen sie dauernd Vorwaende und Entschuldigungen parat haben, um ihr Volk versklaven zu koennen, und
um ihrem Volk weismachen zu koennen, dass er durch eine angriff von aussen her
bedroht wird....
"Wir haben nur eine aggressive Nation, die eine Gefahr darstellen koennte...
und das ist Russland...". Er erMaerte, dass die freien Voelker ueber den groessten Teil der Weltvorraete an Stahl, Oel, Schiffsraum verfuegen, also ueber die
materiellen Vorteile, die geeignet sind, den Vorstoss eines Angreifers zum "cheitern zu bringen. Die Einigkeit der freien Voelker kommt in solchen wechselseitigen Besuchen zum Ausdruck.
Axel Strand, der Leiter der schwedischen Gewerkschaftsgruppe, sagte, d'iss
die schwedischen Arbeiter von der Bedeutung des J'arshall-rians ueberzeugt seien.
Sie wissen, dass der Plan von groesster Dichtigkeit ist, um den wirtschaftlichen
Wiederaufbau Suropas zu entwickeln." Strand fuegte hinzu, dass rier Besuch der
schwedischen Gewerkschaftier "uns eine Gelegenheit bietet, mit unseren Kollegen
in der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung zusarinenzukommen und mit ihnen Angelegenheiten von gemeinsamen Interesse zu besprechen."
Beim Empfang in "'ashington waren ~rbeiterfuehrer vom CIO, von der AFL, von
den Eisenbahner-Verbaenden und vom Maschinenarbeiter-Verband anwesend. In den
verschiedenen Staedten, die sie besuchen werden, werden die delegierten Gaeste
verschiedener Gewerkschaften sein
"Overseas American News Service" 14. Maerz lc,49
EIN KLEINER STREIK. DER GROSSES AUFSEHEN ERREGTE
Ein Streik, der von 240 Arbeitern der beiden katholischen Friedhoefe in New
York City gefuehrt wurde, wurde am 12. Maerz beigelegt. Auf einem Friedhof hatten
die Arbeiter genau zwei Monate lang gestreikt, der Streik der anderen Gruppe hitte
einen Monat gedauert. Aber selten hat ein kleiner Streik groesseres Aufsehen in
der Oeffentlichkeit erregt wie dieser.
Am 4. Ilaerz wurde der Streitfall zum Thema der Titelseite in den 'eitunpen,
als sich Kardinal Spellman von New York an die Spitze einer Gruppe von freiwilligen Studenten aus dem Seminar stellte, das von ihm geleitet wird. Mehrere Hundert
Leichen warteten auf ihre Bestattung. Er rief Freiwillige auf, und 100 Studenten
griffen zur Schaufel und folgten dem Kardinal auf die Friedhoefe. '.'ehrere Tage
lang leisteten etwa 100 Seminaristen diese freiwillige .^rbeit. Die Streikenden
beliessen ihre Streikposten auch weiterhin auf den Friedhoefen.
Die S reikenden hatten eine 5-Tage-Woche zu 40 Stunden gefordert mit rer
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gleichen Bezahlung wie fuer eine 6-Tage-Woche. Fuer Sonnabendarbeit und Ueberstunden wollten sie das Anderthalbfache haben. Dies haette- eine Lohnerhoehung
von 359.40 auf etwas mehr als $70 pro Woche zur Folge gehabt. Darauf wollte rler

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�Kardinal aber nicht eingehen. Ausserdem weigerte er sich, mit einer Gewerkschaft
zu verhandeln, von der behauptet wird, sie stehe unter kommunistischem Einfluss.
Zu dieser Zeit war dar Verband der Friedhofsarbeiter noch dem Verband der Nahrungsmittel-, Tabak- und LandwirtSchafts-Arbeiter Amerikas (CIO) angeschlossen.
Am 5. Maerz versammelten sich, waebrend die 100 Seminaristen Graeber aushoben, 175 Streikende in der Naehe. Die gesamte Gruppe bestand aus Katholiken mit
Ausnahme von 3 Personen. Die Versammlung wurde mit dem Vaterunser, einem "Sei
gegruesst, Maria" und dem Arbeitergebet des Verbandes katholischer Gewerkschaftler
eroeffnet, das mit den Worten beginnt;" Herr Jesu, Zimmermann aus Nazareth, Du
warst ein Arbeiter wie ich...."Dann leisteten die 175 Streikenden einstimmig
den antikommunistischen Eid, nachdem sie vorher eine einstimmige Resolution angenommen hatten, in der sie die gewerkschaftszerstoerenden Taktiken jedes Arbeitgebers verurteilten, einschliesslich der katholischen Kirche, wenn sie als Arbeitgeber auftritt." In dieser Versammlung stimmte die Gewerkschaft ueber ihre Trennung von dem Verband der Nahrungsmittel-, Tabak-und Landwirtschafts-Arbeiter ab.
Mehrere Tage spaeter beschlossen die streikenden Friedhofsarbeiter, sich dem
Internationalen Verband der Gebaeudepfleger-Arbeiter, einer AFL-Organisation,
anzuschliessen. Von verschiedenen AFL-und CIO-Gewerkschaften waren Einladungen
an sie ergangen mit dem Ziel, die Friedhofs-Arbeiter als Kitglieder aufzunehmen.
Inzwischen waren die Frauen der Streikenden in diesem Streit nicht untaetig
geblieben. Ein Ausschuss der Frauen sprach beim Kardinal vor und machte den Vorschlag, die Angelegenheit sollte einer dritten Stelle zur Vermittlung ueberwiesen
werden. Der Kardinal lehnte diesen Vorschlag ab und sagte;" Sie hatten nichts,
was sie mir haetten bieten koennen und von mir aus ist es ihnen gegenueber dasselbe." Eine der Frauen sagte;" Der Kardinal war unnachgiebig und versprach weiter
nichts, als dass die Streikenden mit einer kleinen Lohnaufbesserung zur Arbeit
arueckkehren koennten, aber nicht als Gewerkschaftler....er will mit der Gewerkschaft nichts zu tun haben." Die Administratoren der katholischen Friedhoefe, die
den Streikenden eine 3^ige Aufbesserung angeboten hatten, boten nunmehr eine &amp;rhoehung um 8% an. Der Presse gegenueber aeusserte sich Kardinal Spellman;" Ich
tue etwas fuer die organisierte Arbeiterschaft. Aber aus der Tatsache dass eine
Gewerkschaft existiert, geht hervor,dass es nicht unbedingt eine gute Gewerkschaft
sein muss. Und wenn ein Streik ausgerufen wird, ist es noch nicht gesagt, dass er
gut ist."
Schliesslich wurde aber mit einem Funktionaer des Verbandes der Gebaeudepfleger-Arbeiter, der neuen KopfOrganisation der Friedhofsarbeiter, ein Abkommen
erzielt, Sie bekamen eine Lohnerhoehung von 8,3t, was einer Steigerung von 59.40 $
auf 64.35 $ entspricht. Der Kardinal war damit einverstanden, die Gewerkschaft
anzuerkennen," indem er seine frueheren Erklaerungen aufhob, wonach er es den
Maennern nur als Einzelnen gestatten wuerde, die Arbeit wiederaufzunehmen."
Dies war ein Sieg fuer die Streikenden. Sie gingen ihrer Forderung auf eine
5-Tage-7«Toche mit 40stuendiger Arbeitszeit verlustig und waren damit einverstanden,
weiterhin 48 Stunden zu arbeiten, doch einigten sie sich darueber, dass ein
Ausshhuss gebildet werden sollte, der ein Abkommen ueber die Arbeitsstunden ausarbeiten soll.
"The New York Times" 4.5.8.9. und 12. Meerz 1949
DIE ATOMENERGIE FUER FRI33LICHE Z7ECKE SROEFFNET "TEGE
FU5R NEUE BE5CEiEFTIGUNGSZ?,TEIGE
Nach Berichten des Arbeitsministeriums sind ungefaehr 70.000 Arbeiter direkt
in Atomenergie-Projekten taetig. Alle mit Ausnahme von etwa 5.000 sind fuer
Privatbetriebe taetig. Sie werden in mehr als 1.200 Werken, Laboratorien und anderen Einrichtungen in ganz ^merika die sich in privater Hand befinden, beschaeftigt.

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�Die meisten dieser Arbeiter werden mit irgendwelchen Forschungsarbeiten beschaeftigt und ein grosser Teil ihrer Taetigkeit erstreckt sich darauf, neue Wege
fuer die friedliche Anwendung der Atomenergie zu eroeffnen bzw. ausfindig zu machen. Es besteht ein weiterer Bedarf an Arbeitern auf diesem Gebiet, besonders
an Arbeitern, die eine Spezialausbildung genossen haben.
"Der Mangel an ausgebildeten und erfahrenen Leuten, um den Anforderungen in
der erweiterten Anwendung dieser fundamentalen Kraft gerecht zu werden, ist auf
vielen Gebieten akut. Darunter fallen Stellungen mit einem laengeren Dienstalter
fuer Wissenschaftler mit langjaehriger Erfahrung ueber den Akademikergrad hinaus.
Ausserdem besteht ein sehr ernster Mangel an Leuten, die sowohl in der Physik
wie auch in der Medizin zuhause sind. Besonders dringend benoetigt werden Kraefte
mit spezialisiertem Wissen in den Zweigen der Physik und Chemie, oder mit gleichzeitiger Ausbildung auf chemischen und biologischen Gebieten. Abgesehen davon
fehlt es an Ingenieuren mit Kenntnissen in der Kernphysik oder bestimmter chemischer Verfahren, deren Mangel sich besonders fuehlbar macht.
•Weitere Kraefte, die fuer das Programm gebraucht werden, sind; erstklassige
Schweisser, Gasdieselmechaniker, KeramikIngenieure, Metallurgen, KraftwerkIngenieure, Verfasser von wissenschaftlichen Berichten, die in der Lage sind, technische Berichte ueber Physik, Chemie oder chemisch-physikalischen Maschinenbau
vorzubereiten, abzufassen oder zu rezensieren, Zeichner mit Erfahrungen im Anfertigen von EinzelZeichnungen von Flugzeugmotoren-Einzelteilen, von Zubehoer und
Pruefgeraeten.
"Um den Mangel an Technikern und Wissenschaftlern zu beheben, verlieh die
Atomenergie-Kommission 247 Studenten akademische Grade fuer das Studienjahr
1948-1949." Diese Studenten werden in verschiedenen Atomenergie-Werken und
Laboratorien der Universitaeten arbeiten, studieren und mit der Kommission zusammenarbei ten.
Amerikanisches Aussenministerium
"Labor Information Bulletin" Feb.49
WIE DIE AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN
EUROPA BEEINFLUSSEN
Eine der interessantesten Erweiterungen des politischen Einflusses Amerikas
seit Kriegsende iwt die Entstehung einer ganz neuen Art von Diplomatie - der
"Gewerkschafts-Diplomatie". Die Gewerkschaftsbewegungen in den einzelnen Laendern unterhielten zwar seit jeher internationale Beziehungen, aber viele von
ihnen haben keine staendige Vertretung im Ausland. Die amerikanischen Gewerkschaften haben dagegen solche Vertretungen.
Die American Föderation of Labour (AFL) hat ein Buero und einen "europaeischen Vertreter" in Bruessel sowie ein zweites Buero in Frankfurt, das die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland beobachtet. D ie .AFL ist auch
in Suedamerika ausserordentlich aktiv.
Auch der Rivale der AFL, der Congress of Industrial Organisation (CIO)
betaetigt sich im Ausland, aber da er sich dem veltverband der Gewerkschaften
bereits bei dessen Gruendung im Jahre 1945 anschloss, aeussern sich seine
internationalen Bestrebungen mehr in der herkoemmlichen Form von Versuchen, die
Einigkeit unter den Arbeitern der Veit zu foerdern.
Die AFL, die heute ueber sieben Millionen Arbeiter vertritt, wurde offiziell
im Jahre 1885 gegruendet. Sie bewegte sich von Anfang an auf der Linie der britischen Berufsgewerkschaften des 19. Jahrhunderts, das heisst der Organisierung
der Arbeiter nicht nach Industriezweigen, sondern nach den einzelnen Berufen.
Hauptsaechlich auf Anregung von John L. Lewis, dem Fuehrer der Vereinigten

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�Bergarbeiter-Gewerkschaft, wurde 1935 innerhalb der AFL ein "Ausschuss fuer Industrielle Organisation" gebildet. 1936 erklaerte die Leitung der AFL, sie
koenne diese "Meuterei" gegen ihre prinzipielle Auffassung des Gewerkschaftswesens in ihren eigenen Reihen nicht dulden, und schloss zehn Gewerkschaften
wegen ihrer Zugehoerigkeit zu dem neuen Ausschuss aus. 1938 konstituierte sich
der "Ausschuss fuer Industrielle Organisationen" als "Kongress der Industriellen
Organisationen", der seitdem ein mit der AFL rivalisierender amerikanischer Gewerkschaftsverband ist.
Der Weltgewerkschaftsbund
Die World Föderation of Trade Unions - der Weltgewerkschaftsbund - verdankte
ihre Entstehung den aus dem Krieg geborenen Freundschaften zwischen dem britischen
TÜC (Trade Union Council) und den sowjetischen Gewerkschaften. Daa Ideal, das den
Beteiligten bei der Gruendung vorschwebte, war die Vereinigung der organisierten
Arbeiter aller Laender in einem einzigen internationalen Gewerkschaftsbund. Aber
die AFL lehnte den Beitritt wegen ihrer ausserordentlich scharfen antikommunistischen Haltung ab und erklaerte, die sowjetischen Gewerkschaften seien keine"echten"
Gewerkschaften, sondern Vollzugsorgane der Sowjetstaaten. Die AFL stand nicht nur
abseits des Weltverbandes, sondern nahm von Anfang an eine aktiv feindliche Haltung
ein und tat ihre Absicht kund, diese "Schwindel-Internationale" zu zerstoeren, die
in Wirklichkeit nur eine Deckorgariisation fuer kommunistische Intrigen sei.
Frankreich und Italien
All dies aenderte sich durch die Gruendung des Kominform. Arthur Deakin,
der britische Praesident des Weltverbandes, bezeichnete es im September 1948 als
eine Organisation, die "sich zu nichts als einer Plattform der Sowjetpolitik entwickel" habe.
Durch den Verfall des Weltverbandes hat sich die politische Bedeutung der
internationalen Taetigkeit der AFL gewaltig erhoeht. In Frankreich hat sich eine
antikommunistische, von Leon Jouhaux geleitete Gruppe von der ueberwiegend kommunistischen CGT (Confederation Generale de Travail) abgesplittert und sich als unabhaengige Foröe Ouvriere etabliert. M. Jouhaux1 Force Ouvriere bezeichnet sich
als eine rein franzoesische, im Gegensatz zum Kommunismus stehende Gewerkschaftsbewegung. Eine aehnliche antikommunistische Gewerkschaftsgruppe hat sich von dem
kommunistisch geleiteten italienischen Gewerkschaftsverband abgespalten....
Die kommunistische Taktik
Die AFL hat den Marshall-Plan von Anfang an nachdruecklich unterstuetzt und
eine energische Propaganda durchgefuehrt, um die amerikanische Oeffentliche Meinung
dafuer zu gewinnen. Auch der CIO unterstuetzte den Plan,
Innerhalb weniger Monate nach Marshalls beruehmter Harvard-Rede wirkte sich
diese Initiative bereits in Europa aus. Die Gewerkschaften der Westlaender, so
erklaerte die AFL, sollten sobald wie moeglich eine Konferenz einberufen, um den
Marshall*-Plan und die Rolle, die die Gewerkschaften dabei zu spielen haetten, zu
eroertern. Die Schwierigkeit bestand jedoch darin, dass die meisten europaeischen
Gewerkschaftsbewegungen dem V/eltverband angeschlossen waren, in dessen Leitung
die Kommunisten die Majoritaet errungen hatten.
Im November 1947 stellte der britische TUC gemeinsam mit dem amerikanischen
CIO den Antrag, dass das Verhaeltnis der Gewerkschaften zum Marshall-Plan formell
von der Leitung des Weltverbandes behandelt werden solle. Die Kommunistischen
Gewerkschaften versuchten Zeit zu gewinnen, indem sie alle moeglichen "technischen" Hindernisse als Grund fuer ihre Verzoegerungstaktik vorschoben.
Im Fruehjanr 1948 verlor der TUC endlich die Geduld und beschloss, eine
Konferenz aller den Marshall-Plan unterstuetzenden Gewerkschaftsbewegungen, ob

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�sie dem Weltverband angehoerten oder nicht, nach London einzuberufen....'.
Im Maerz 1948 fand die Londoner Konferenz statt. Zum erstenmal in der Geschichte der amerikanischen Gewerkschaften sassen hier Vertreter der beiden revalisierenden Lager um einen internationalen Konferenztisch; es war der Beginn einer
neuen Epoche der Zusammenarbeit.
Kampf um die Fuehrung
Im Juli 1948 fand in London eine zweite Gewerkschaftskonferenz fuer den Marshall-Plan statt; hier wurde die Einigkeit der amerikanischen Arbeiterschaft bezueglich Europas erneut betont durch die Teilnahme von Vertretern nicht nur der
AFL und des CIO, sondern auch der unabhaengigen Bergarbeiter-Gewerkschaft und der
Eisenbahner-Bruederschaften. Die Verwirklichung einer neuen Gewerkschafts-Internationale rueckte einen Schritt naeher durch die Verstaerkung des "Ausschusses
fuer den Marshall-Plan", an dem nur die westlichen Gewerkschaften teilnehmen, und
die Einsetzung eines staendigen Bueros dafuer in Paris.
Ausser in Frankreich und Italien sind die westeuropaeischen Gewerkschaften
vorherrschend antikommunistisch und die staerkste Kraft, die dem Kommunismus in
den europaeischen Gewerkschaften entgegenarbeitet, ist die sozialdemokratische
Weltanschauung, Es handelt sich hier um rein europaeische Probleme, die nur von
europaeischen Gewerkschaftsfuehrern durch Propagierung einer wirkungsvollen europaeischen Alternative zur kommunistischen Weltanschauung geloest werden koennen.
Auszug aus einem Artikel von R.L. Anderson in
der "World Review", London, erschienen in der
"Neuen Auslese"
KOMMUNISTISCHER STREIT SPALTET DIE
ARBEITERSCHAFT JAPANSDie beiden grossen Landesverbaende Japans, die von den Kommunisten beherrschte
Landeavereinigung Industrieller Organisationen und der konservative Allgemeine
Gewerkschaftsbund, die beide frueher behaupteten, dass die &gt;jj Million Mitglieder
haetten, haben jetzt vielleicht jeder noch 1 Million Mitglieder.
Die Antikommunisten innerhalb der Landesvereinigung Industrieller Organisationen bekaempften die Demokratisierungsbuende. Die Kommunisten parierten, indem
sie Gewerkschaften ausschlössen, die sich weigerten, die Befehle der Partei entgegenzunehmen. Die linke Gruppe innerhalb des rechtsstehenden sozialistischen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes bekaempfte die "Reaktionaere"; diese Organisation
umfasst eine ziemliche Anzahl von Gruppen, die sich ihrem Wesen nach kaum von Betriebsgewerkschaften unterscheiden. Auch Verfechter von Reformen sind ausgetreten
oder werden ausgeschlossen, wenn sie in der Erreichung ihrer Ziele versagen.
Jetzt werden diese abtruennigen Gruppen mit Unterstuetzung der Sozialistischen
Fartei, wie vorgesehen, einem Landesverband von Arbeitergewerkschaften zusammengeschlossen, der nach dem aufgestellten Plan auch Gewerkschaften aufnehmen soll,
die frueher niemals einem Bund angehoerten. Die Sozialisten, die bei den kuerzlichen Wahlen schwere Rueckschlaege hatten, betreiben die Organisation mit Entschlossenheit, um in dieser neuen Bewegung die Fuehrung zu uebernehmen.
Viele Beamte des Alliierten Hauptquartiers, die sich mit Arbeitsfragen beschaeftigen, wuerden es begruessen, wenn die neue Organisation Fortschritte machen
wuerde, denn sie wuerden ihren Druck gegen den Kommunismus und seine Bestrebungen,
die echten Arbeiterverbaende zu Gliedern des augenblicklich bestehenden Allgemeinen Verbandes zu machen, bewillkommenen. Sie sind jedoch nicht besonders optimistisch und weisen darauf hin, dass die Demokratisierungsbuende und die Antire Jctionaere, die dem neuen Verband die meisten Mitglieder zufuehren würden, augenblicklich in die entgegengesetzte Richtung gefuehrt werden.
"New York Times" 11. Maerz 1%9

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�DIE AMERIKANER DACHTEN IMMER. DAS GEGENTEIL SEI DER FALL
Einem Bericht aus London entnehmen wir, dass die Sowjetunion die Fuehrung
der Kommunisten der Welt bei der Veranstaltung des Internationalen Frauentages
am 8. Maerz uebernahm. Diese geplante Aktion hatten die Marxisten mit Energie
eingeleitet. Die Sowjetlinie sollte die sogenannte emanzipierte russische Frau
mit ihrer kapitalistischen Schwester verglichen.
"Trud", das Organ der russischen Gewerkschaften versuchte, stillschweigend
zu folgen, dass die Frauen in den Vereinigten Staaten so abgekaempft seien, dass
sie ihre Zuflucht zu Alkohol nehmen. Die "Trud" zitierte in diesem Zusammenhang
eine New Yorker Zeitung, derzufolge es 600.000 weibliche Alkoholiker in den Vereinigten Staaten geben soll. Die Kommunistenzeitung "Prawda" erklaerte in bissiger Sprache, dass die "demokratischen" Gesetze in den Vereinigten Staaten die
Frauen ihrer elementarsten Rechte beraubten.
"The New York Times" 8. Maerz 1949
DIE METHODE DES ZEITNEHMENS UND DIE GEWERKSCHAFT
Viele Jahre lang haben die amerikanischen Gewerkschaften die Methode des
Zeitnehmens in den Fabriken scharf bekaempft. Sie betrachteten die Leistungsingenieure, Produktionsexperten und die Personalbeamten als Feinde der Arbeiter.
Die juengeren Gewerkschaften nehmen einen anderen Standpunkt ein. Manche der
Juengeren Industriegewerkschaften haben ihr eigenes Forschungspersonal, ihre eigenen Leistungsingenieure, Produktionsexperten und ^ersonalberater.
Der Verband der Vereinigten Automobilarbeiter (CIO) bildet ein hervorragendes Beispiel fuer eine Gewerkschaft, die sich diese modernen Methoden zunutze
macht. Diese Gewerkschaft, die mehr als eine Million Mitglieder zaehlt, hat eine
grosse Forschungs- und Unterrichtsabteilung. Die Gewerkschaft widersetzt sich
der Zeitnehmermethode nicht, sondern erkannte den Grundsatz an, dass sich Arbeiter sowohl wie Arbeitgeber in die Vorteile des Zeitnehmens teilen sollen. Einer
vor kurzem ueber dieses Thema herausgegebenen Broschuere, die fuer die Gewerkschaftsfuehrer (Betriebaraete) in den Werkhallen geschrieben wurde, entnehmen wir eine
Anzahl Fragen und Antworten;
Frage» Was versteht man unter Zeitnehmen.
Antwort;Das Zeitnehmen ist eine Methode, mit der die einzelnen Gaenge bestimmt

Frage;

werden, die man benoetigt, um eine Arbeit zu verrichten, sowie die Festsetzung der Zeitspanne jedes einzelnen Arbeitsganges zu dem Zweck, festzustellen, wieviel Zeit man fuer die betreffende Arbeit benoetigt.
Worin besteht der Zweck, eine Arbeit zu bestimmen und dann mit der

Stoppuhr zu arbeiten.
Antwort; Die Werkleitüng kauft oft Zeitnehmer-Systeme und benutzt die Zeitnehmermethoden, um fuer weniger Geld eine hoehre Produktion mit den Arbeitern
zu erreichen.
Frage»
Wann wurde damit begonnen.
Antwort» Der erste, der damit anfing, war Frederick Winslow Taylor, der in Germantown, Pennsylvania, kurz vor dem Buergerkrieg geboren wurde und der in
einem Krankenhaus in Philadelphia starb, als er gerade im Begriff war,
seine Uhr aufzuziehen.
Er war der erste Baseballwerfer, der den Ball mit nach' oben gekehrter
Hand warf und im Jahre 1981 m t einem von ihm selbst erfundenen Schläger
die Nationalmeisterschaft im Tennis-Doppelspiel gewann. Gegen 1890 ging

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�er Jedoch in die Geschichte ein, als er sich als erster beratender Ingenieur fuer Werkleitungen selbstaendig machte und vor der Amerikanischen
Gesellschaft der Ingenieure zum erstenmal das Taylor-System der wissenschaftlichen Betriebsleitung darlegte. Damals war er bei den Bethlehem
Stahlwerken beschaeftigt, und im Zeitraum von 7 Jahren steigerte er die
Produktion im Stanzwerk um etwa das Zweieinhalbfache.
Was sagt nun die Internationale Gewerkschaft zu dieser Zeitnehmermethode.
Die internationale Gewerkschaft hat ihre eigene Zeitnehmer-Abteilung, an
die sie sich wenden koennen, damit sie IhnBn dabei hilft, zu verhindern,
dass die Zeitnehmerraethode dazu verwendet wird, um Sie zur Arbeit "anzutreiben". Die Internationale Gewerkschaft ist der Meinung, dass Lohnerhoehungen "aus den Arbeitern nicht durch Antreiben herausgepresst werden
sollen" oder "durch Plaene, die darauf abzielen, Lohnerhoehungen mit
einer erhoehten manuellen Produktivitaet zu verknuepgen, die auf Produktionsnornen basiert, die von der Firma ohne Befragung des Personals
willkuerlich festgesetzt worden sind.
Auf welche r.\reise koennen denn nun Kenntnisse auf dem Gebiete des Zeitnehmens dem Betriebsrat helfen.
Antwort; Nehmen wir einmal an, es kommt ein Arbeiter zu Ihnen und sagt, sein Arbeitsanteil sei zu hoch. Bei einer Beschwerde koennen Sie sich nicht
allein auf das Wort des Mannes verlassen. Um den Fall durchzufechten,
muessen Sie in der Lage sein, sagen zu koennen, dass er zu hoch sei, weil
dabei keine Ruecksicht auf Ermuedung oder auf den Zustand seiner Maschine
genommen wurde, oder weil der Produktionsanteil hoeher ist als der Anteil
bei aehnlichen Arbeiten in anderen Werkstaetten der Fabrik. Es wird
leichter sein, den strittigen Punkt unter Beweis zu stellen, wenn Sie allgemeine Kenntnisse von allem haben, was mit dem Zeitnehmen zusammenhaengt.
Frage.

Frage?

Zeitnehmer-Experten sagen, dass es eine wissenschaftliche Art und ?.'eise
gibt, um festzustellen, wieviel Arbeit ein Mensch verrichten sollte.
Stillt das.
Antwort; Nein. Sie koennen fuer eine Arbeit die Zeit messen und sagen, wie lange
der Mann daran gearbeitet hat, um die Arbeit in dieser Zeit zu verrichten;
das bedeutet aber nicht, dass nun jeder die Arbeit in derselben Zeit fertigstellen sollte.
Frage»
Ja, worin besteht denn nun der Zweck des Zeitnehmens, wenn es nichts bedeutet.
Antwort; Im Moment ist es wohl die beste Methode, um Produktionssaetze zu messen.
Auf jeden Fall muss aber der Betriebsrat ueber das Zeitnehmen im Bilde
sein, ob es nun vorteilhaft oder nachteilig ist, ob wissenschaftlich
oder unwisschenschaftlich. Weil das System von der Werkleitung benutzt
wird, um Produktionsnormen festzusetzen, um festzustellen wie schwer Sie
arbeiten und wieviel Sie (nach den Leistungs-Lohn-Systemen) fuer Ihre
Arbeit zu bekommen haetten. Wenn Sie das Zeitnehmen zum Gegenstand der
Kollektiwertrags-Verhandlungen' machen, helfen Sie dabei, die Arbeiter
vor unrichtigen und ungerechten Anforderungen in bezug auf die Arbeit zu
schuetzen. In Wirklichkeit wird sich eine Zeitnehmermethode, die sich aus
einem Gedankenaustausch ergeben hat, genauer und praeziser auswirken, als
eine, die lediglich auf der personelichen Beurteilung eines Zeitnehmers
basiert.
Frage;

Kann denn nun aber die Firma nicht behaupten, dass die Resultate des Zeitnehraens wissenschaftliche Tatsachen darstellen, ueber die man nicht verhandeln kann.

Antwort; Nein. Die meisten fundamentalen Ziffern beim Zeitnehnen haengen vielmehr

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�von der Beurteilung einer Person ab als vom Messen. Das Ergebnis des
Zeitnehmens ist ebenso wenig endgueltig wie ein Lohnsatz und ist in
gleichem Masse von Vertraegen und Verhandlungen abhaengig.
Frage»
Schoen, wie geht das Zeitnehmen vor sich.
Antwort; Man beginnt, indem man die Arbeiten in einzelne besondere messbare Arbeitsgaenge einteilt, die man "Elemente" nennt.
Frage;
Die einzelnen Arbeitsphasen nennt man also Elemente. Wie nennt man nun
die ganze Arbeit.
Antwort; Die ganze Arbeit wird "Zyklus" genannt.
Frage;
Dann wird also die Arbeit in "Elemente" aufgeteilt. Was kommt dann.
Antwort; Dann wird die ganze Arbeit sorgfaeltig von Ihnen bestimmt und Sie sagen
dann genau, unter welohen Bedingungen die Arbeit geleistet wurde«
Tageszeit, Art des Materials, Art der Maschine, Zustand der Maschine.
Sie notieren alles genau, was irgendwie Einfluss auf die von Ihnen gewonnenen Ergebnisse haben koennte.
"Der Mensch ist nicht aus Elsen"
Es folgen dann 25 Fragen, die sich auf die Einzelheiten bei der Durchfuehrung
des Zeitnehmens in einer Automob11fabrik beziehen, wo die Arbeit eines jeden Einzelnen am Produktionsband in jeder Minute des Arbeitstages auf die Arbeit aller
anderen Kollegen im Werk abgestimmt ist. Das ist das Produktionsband. Die gesamte Arbeit wird einem Bewegungsschema angepasst, dessen Wirksamkeit nach der
Zahl der Arbeitsminuten pro Arbeiter gemessen wird, die gebraucht werden, um ein
Auto zu fabrizieren. Dann kommen folgende Fragen und Antworten«
Frage«
Wenn ich etwas vom Zeitnehmen lese, dann stelle ich fest, dass man auch
dafuer Zeit ansetzt, in den Waschraum zu gehen oder bei fehlerhaftem
Material oder, wenn man ermuedet. Stimmt das.
Antwort» Ja, die Zeit, die man fuer solche Faelle beruecksichtigt, nennt man
"Zugaben". Im allgemeinen gibt es 3 Arten von "Zugaben": persoenlicher
Art, fuer Ermuedung, unvorhergesehene Zwischenfaelle oder Verzoegerungen.
Was versteht man unter "Zugaben" persoenlicher Art.
Das ist die Zeit, die fuer den Gang zum Waschraum und fuer andere persoenliche Beduerfnisse angesetzt wurden, z.B. um Wasser trinken zu gehen.
Frage :
Was versteht man unter einer "Zugabe" fuer Ermuedung.
Aprtort: Sie koennen nicht den ganzen Tag lang mit hoechster Geschindigkeit arbeiten. Sie ermueden, also muss das Zeitnehmen diese Tatsache berücksichtigen. Die "Zugabe" fuer Ermuedung wird "Ermuedungszugabe" genannt.
Frage;
Und was bedeutet die "Zugabe" fuer unvorhergesehene Zwischenfaelle und
Ver zo egerungen.
Antwort; Niemand ist in der Lage, vorherzusagen, ob sich im Arbeitsablauf nicht
irgend etwas ereignet. Vielleicht kommt kein Material heran, oder ein
Werkzeug ist fehlerhaft. Dann muessen Sie den Arbeitsgang unterbrechen,
um das Werkzeug auszuwechseln oder um es zu justieren. Vielleicht muss
eine Maschine oder ein Teil davon extra geoelt werden. Die Unterbrechungen kommen oft genug vor, so dass Sie wissen, dass damit zu rechnen ist,
aber im Arbeitsplan sind sie nicht aufgefuehrt, daher muss man, wenn man
fuer die Arbeit die Zeitmessung vornimmt, dafuer eine allgemeine "Zugabe"
in Ansatz bringen.
Frage»
Schoen, auf welche 7-'eise soll man nun diese "Zulagen" ansetzen.
Antwort» Die Firma wird oft sagen, man soll sie nach Prozenten ansetzen. Sine
bessere und gerechtere Art und Weise ist die, dass man dafuer eine besondere Anzahl Minuten pro Stunde in Ansatz bringt.
J
Frage;
'ie rechnen Sie nun aber aus, wieviel Minuten fuer jede dieser "ZugabenW
nun vorgesehen werden sollen.

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�Antwort; Durch das Kollektirrerfahren. Kein Zeitnehmer hat irgend eine wissenschaftliche Methode, um zu bestimmen, wieviel Minuten fuer diese "Zugaben" in Frage kommen. Die Mitglieder der Gewerkschaftsausschuesse sollen
auf Grund der Erfahrungen des Personals im Werk ueber diese "Zugaben"
verhandeln
Das Zeitnehmer-Verfahren kann nicht feststellen, in welchem Masse ein Mann ermuedet, wie lange er wohl braucht, um etwas zu
trinken, oder wieviel Zeit er auf der Toilette braucht. Die "Zugaben"
fuer solche Faelle sind daher Ansichtssache, und die Absicht oder Meinung des Mannes, der die Arbeit verrichtet, ist ebenso gut oder noch
besser als die eines jeden anderen Mannes.
Aus den Fragen und Antworten, die jetzt folgen, geht klar hervor, dass die
Zeit fuer die "Zugaben" je nach der Arbeit schwanken. Manche Arbeit ist Mcht,
manche schwer, manche geht schnell vonstatten, manche langsam. Die Entscheidungen
muessen sich immer nach den vorhandenen Tatsachen richten. Die Verhaeltnisse
aendern sich stets, und das bedeutet, dass man inner neue Entscheidungen treffen
muss. Aus allem aber ist die Schlussfolgerung zu ziehen, dass der Gewerkschaftsfuehrer im Werk auch ein Sachverstaendiger auf dem Gebiete des Zeitnehmens sein
muss, damit er die Moeglichkeit hat, gerechte und angemessene Entscheidungen zu
treffen bzw. Schluesse zu ziehen.
"Das ABC des Zeitnehmens"
Verband der Vereinigten Automobilarbeiter
(CIO)
DIE AFL FORDERT OFFIZIELLES VERBOT DER FUSNFTEN KOLONNE
Die AFL hat dem Aussenminister Dean Acheson ein umfangreiches Programm ueber
die internationale Politik und die Rolle der Arbeiterschaft in den internationalen
Angelegenheiten unterbreitet. Gefuehrt vom Praesidenten Green haben die Sprecher
des Gewerkschaftsbundes, die den Ausschuss fuer Internationale Arbeitsbeziehungen
vertraten, folgende Vorschlaege gemacht:
1. Der Nordatlantische Verteidigungspakt (der von dem Bund unterstuetzt wird)
soll jedes demokratische Land einbeziehen, einschliesslich Italiens.
2. Die Foerderer des deutschen Militarismus und des Nazismus sollen von der
Treuhaenderschaft in der Eisen- und Stahlindustrie der Ruhr ausgeschlossen
sein, wahrend ehrliche und aufrichtige freie deutsche Gewerkschaften in
dieser Treuhaenderschaft vertreten sein sollen.
3. Die amerikanische Delegation bei den Vereinten Nationen soll die Absichten
der AFL unterstuetzen, die den Zweck haben, jede Handlung seitens einer
Regierung als verbrecherisch anzusehen, wenn diese die Taetigkeit einer
Fuenften Kolonne in einem Lande, mit dem sie friedliche Beziehungen unterhaelt, organisiert oder unterstuetzt.
4. Washington soll alle Vorschlaege missbilligen, denen zufolge "einer totalitaeren Diktatur", die jetzt das spanische Volk terrorisiert, militaerische Hilfe oder private finanzielle Anleihen gewaehrt werden."
Das AFL-Programm tritt dafuer ein, dass der Widerstand der Vereinigten Staaten
gegen totalitaere Verbrechen und Verfolgungen in ihrer Politik Suedamerika gegenueber zum Ausdruck kommen sollte, insbesondere gegenueber Venezuela und Peru. Die
AFL forderte auch, dass Berater in Arbeitsfragen, die die Gewerkschaf tsbev/egung
vertreten, den offiziellen Delegationen der Vereinigten Staaten beim Wirtschaftsund Sozial-Rat (ECOSOC) und bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen
beigeordnet \Merden sollten.
"The New York Times" 10. Maerz 1%9

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�BEGRUESSUNG DEUTSCHER GEWERKSCHAFTLER IN NEW YORK
Die 9 deutschen Gewerkschaftler aus Berlin, die von der Manpower Division
der Amerikanischen Militaerregierung nach Amerika entsandt wurden, kamen am 11.
Maerz in New York an. Eine Gruppe von 25 amerikanischen Gewerkschaftsführern
hatte sich zusammengetan, um sie mit einem Begruessungsessen zu empfangen, den
Vorsitz hierbei hatte Charles H. Kerrigan, Bezirksleiter des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas (UAW), einer CIO-Gewerkschaft. In seiner Begruessungsansprache an die Deutschen sagte Kerrigan, dass seine Gewerkschaft
grosses Vertrauen in solche Besuche zwischen Gewerkschaftlern verschiedener Laender setze.
Kerrigan fuegte hinzu, dass die UAW anderen CIO-Gewerkschaften den Vorschlag
gemacht habe, eine Gruppe amerikanischer Gewerkschaftler auf Besuch nach Deutschland zu entsenden. Der Austausch von Vertretern der Arbeiterschaft, sagte er, sei
fuer die Laender ebenso wichtig, als wenn sich ihre Vertreter von Kunst und Wissenschaft gegenseitig Besuche abstatten. Seiner Meinung nach seien es die Gewerkschaften, erklaerte er, "die dabei helfen koennen, den Krieg zu verhindern, während
die mangelnde Kenntnis anderer Laender nur dazu beitraegt, Kriege entstehen zu
lassen."
Die 9 UGO-Gewerkschaftler aus Berlin werden von New York nach Detroit gehen,
wo sie sich 3 Wochen lang als Gaeste des UAW aufhalten werden. Sie werden ddn
Aufbau der amerikanischen Gewerkschaften und die Methoden des Kollektiwerfahrens
studieren, ebenso die Produktionsmethoden in der Industrie und die Taetigkeit der
oeffentlichen Einrichtungen Amerikas auf dem Gebiete des Arbeitswesens.
Aussenministerium, "Radio Bulletin" 11. Maerz 1949
DER GLAUBE. IN DEM FREIE MENSCHEN LEBEN
Folgende Saetze sind der Antrittsrede des Praesidenten Truman vom Januar 1949
entnommen. Sie ist zwar in den Zeitungsberichten wiedergegeben worden, jedoch
stellt sie immerhin etwas dar, was man immer wieder lesen kann.
"Es ist daher angebracht, wenn wir diese Gelegenheit ergreifen, um der Welt
die wesentlichen Glaubensprinzipien, nach denen wir leben, zu verkuenden, und
allen Voelkern unsere Ziele darlegen.
"Das amerikanische Volk steht treu zu seinem Glauben, der unsere Nation von
Anbeginn inspiriert hat. Wir glauben, dass alle Menschen ein Anrecht auf die
gleiche Gerechtigkeit haben wie auch dieselbe Gelegenheit, am Gemeinwohl beteiligt
zu sein. Wir glauben, dass alle Menschen auf Freiheit des Gedankens und des Ausdrucks Anspruch haben. Wir glauben, dass alle Menschen von Geburt gleich sind, weil
sie nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.
"Von diesem Glauben lassen wir uns nicht abbringen.
"Das amerikanische Volk wuenscht eine Welt - und ist entschlossen fuer diese
zu arbeiten -, in der es allen Nationen und allen Voelkern freisteht, sich selbst
so zu regieren, wie sie es fuer richtig halten, und um ein anstaendiges und zufriedenstellendes Leben fuehren zu koennen. Vor allem aber wuenscht unser Volk
Frieden auf Erden und ist auch entschlossen, dafuer zu wirken, fuer einen gerechten
und dauerhaften Frieden, der auf einem ehrlichen und aufrichtigen Abkommen fusst,
das von gleichgestellten getroffen wird."
DAS EÜROPAEISCHE WIEDERAUFBAU-PROGRAIM UND WESTDEUTSCHLAND
Nachstehende Sätze sind einer Broschuere entnommen, die im Dezember 1948 vom
Informationsdienst der Britischen Militaerregierung fuer Deutschland herausgegeben
wurde.
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�3 Jahre lang war der Hangel an Hoffnung das groesste Uebel, das ueber dem
deutschen Volke hing. Wenn es sich das auch selbst zuzuschreiben hatte, so lag
doch ein trostloser Weg vor ihm, dunkel, endlos und ohne Aussichten. Fuer dieses
Volk ist das Suropaeische Wiederaufbau-Programm (ERP) wie der Anbruch eines neuen
Tages gekommen. Es hat ihm einen neuen Y.'eg gezeigt, den es zusammen mit Westeuropa mit einem Ziele vor Augen beschreiten kann.
Kann sich Deutschland in 4 Jahren erholen
Die Antwort darauf besteht nicht in einer Dollarhilfe, einer auslaendischen
Organisation oder in Europaprogrammen. Die Antwort fuer Deutschlands Beduerfnisse
musa in Deutschland selbst gefunden werden, durch deutsche Arbeit und deutsche
Organisationen.
Das ERP kann jedoch folgenden lebenswichtigen Beitrag dazu leisten und tut
es auchj1. Es sorgt dafuer, dass genuegend Rohmaterialien verfuegbar sind, um die
Produktion in Gang zu halten,
2. Es sorgt dafuer, dass sich die Lebensmittellieferungen bessern, soweit dies
die Lage der internationalen Liefermoeglichkeiten gestattet und Deutschland
in der Lage ist, seine Lebensmitteleinfuehren mit seinem eigenen Gelde zu
bezahlen.
3. Es beseitigt Hindernisse, wie z.B. Maengel oder Engpaesse, die aber nicht
ausschliesslich als deutsche, sondern als europaeische Probleme angesehen
werden. Man wird sie dementsprechend behandeln, weil Deutschland als Partner des ERP wiederum einen positiven Faktor in der Wirtschaft Europas darstellt.
Der wesentliche Beitrag Deutschlands besteht in folgendem;
1. Vollbeschaeftigung der deutschen Arbeiterschaft und organisatorische Faehigkeit, das Produktionssoll zu erfuellen.
2. Der gute Wille, in den Begriffen einer europaeischen anstatt einer nationalen Wirtschaft zu denken und zu handeln.
Vorausgesetzt, diese Bedingungen werden erfuellt, dann kann man erwarten, dass
die ungeheure Kluft zwischen der deutschen Ein- und Ausfuhr, die sich fuer 1949
fuer die Bizone auf $1.200.000.000 belaeuft, bis 1952 wenigstens enger geworden ist.
Wenn wir schaetzungsweise ein fuer die Bizone verbleibendes Defizit von $200.000.000
annehmen, so kann man dannMittel finden, um es ohne Hilfe vom Ausland zu beseitigen,
indem man die Aus und Einfuhr einander anpasst. Das wuerde dann bedeuten, dass
Deutschland innerhalb 4 Jahren wieder nahezu seine Lebensfaehigkeit erlangt hat,
und dass dies auch-der Fall sein wird, waehrend es sich gleichzeitig eines vernuenftigen Lebensstandards erfreut.
Das erste ERP-Jahr in Deutschland
Hit einer gesunden .'aehrung, mit genuegender Hilfe und einer steigenden Exportquote sollte V.'estdeutschland 1948/1949 den Grundstein fuer eine staendige Gesundung
gelegt haben.
Das Zusammentreffen der westdeutschen Waehrungsreform mit dem Beginn des ERP
ist aus einem der folgenden Gruende als gluecklich zu bezeichnen«
1, Eine stabile Waehrung ist eine der Hauptbedingungen, die die Organisation
fuer die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (0EEC) ihren Mitgliedern
stellt.
2. Die Waehrungsreform erreicht ihr Ziel. Wenn die Verwaltung und alle Klassen
sich die finanzielle Disziplin, die der Reform innewohnt, zu eigen machte,
dann wird die neue '..'aehrung nicht nur die Industrie und das Gewerbe normalisieren, sondern die Mark wird auch einen Wert gegenueber den Devisenkursen
darstellen.
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�3. Mit Hilfe des ERP ist Deutschland in der Lage, notwendige Verbraucherwaren
herzustellen. Mit der D-Mark ist es dem Volk moeglich, diese Waren zu
kaufen.
Wieviel Hilfe kann Westdeutschland im ersten ERP-Jahr Tom Ausland erwarten.
Man wird sich erinnern, dass gemaess dem Gesetz ueber Auslandshilfe von 1948
der den 3 Westzonen zugebilligte Betrag sich auf 514 Millionen Dollar belief. Diese
Summe ist jedoch nur ein kleiner Teil der Auslandshilfe, die Westdeutschland ueber
diese Zeit erhalten soll. Das ERP soll nicht irgendwelche Hilfsmassnahmen, die
bisher getroffen worden sind, ersetzen« es arbeiter zusaetzlich. Das bedeutet,
dass Einfuhren, der Kategorie A (hauptsaechlich Lebensmittel mit hohem Kaloriengehalt, Saemereien, Duenger, Medikamente, Benzin und Petroleum), fuer die die Vereinigten Staaten und Gross-Britannien bereits 2 Milliarden Dollar bezahlt haben,
ebenfalls fuer 1948/49 bewilligt worden sind.
Dazu könnt noch, dass die gesamten Geldertraege aus westdeutschen Ausfuhren
waehrend der gleichen Zeit (Bauholz, Kohle, Pottasche, Schrott, Fertigwaren usw.)
zur Deckung der Einfuhren verfuegbar mein werden.
Auf welche ''/eise beeinflusst das ERP die deutsche Ausfuhr
1. Durch die offensichtlichen Auswirkungen der Lieferungen der wichtigsten
Rohmaterialien.
2. Durch die sehr bedeutende und wichtige, aber nicht in Erscheinen tretende
Auswirkung des ERP, indem die Kaufkraft der anderen Mitgliedstaaten durch
die Dollarhilfe enorm gehoben wird.
Aus diesen 3 Quellen, naemlich 25? aus der Europahilfe, 40? aus-der Bewilligung aus Kategorie A sowie 35? aus den Exporterloesen wird Westdeutschland
waehrend der ersten 15 ERP-Monate fuer Einfuhrzwecke annaehernd 2 Milliarden Dollar
(oder den Gegenwert in anderen Waehrungen) zu seiner Verfuegung haben. Das wird
nahezu dreimal soviel ergeben, wie im Jahre 1947 eingefuehrt wurde.
Die Auswirkung dieser Einfuhren, schaetzt man, werden die Produktion auf mehr
als 60? des Produktionsstandes von 1936 bringen. Das wuerde anderthalbmal soviel
sein wie im Jahre 1947.
Wir haben versucht, nachzuweisen, dass Deutschlands Einfuhrprogramm keineswegs
ausschliesslich vom ERP abhaengt. Tatsaechlich ist es haeufig unmoeglich, zu definierne, welcher Anteil von einem Einfuhrposten auf das ERP entfaellt und was
davon aus anderen Quellen herruehrt. Ein Schiff, dass in Bremen, Hamburg oder
Rotterdammseine Ladung loescht, laedt vielleicht Lebensmittel aus, die teilweise
vom ERP, teilweise mit Kategorie A-Einfuhrbewilligungen und zum Teil mit Devisenerloesen deutscher Ausfuhr bezahlt worden sind. Im Brot der Hausfrau ist ausser
diesen 3 Moeglichkeiten evt. noch eine vierte enthalten, naemlich das Brot enthaelt vielleicht auch deutsches i^ehl.
Einerseits gibt es gewisse Einfuhren, die nur duch die Dollarhilfe des Verwaltungsausschusses fuer das ERP (ECA) vorgesehen sind. Diese umfassen gewisse
Rohmaterialien, industrielle und Bergwerksausruestung, Betriebsmittel oder-geraete, landwirtschaftliche Maschinen, Autoreifen usw. Diese Einfuhren sind alle
getaetigt worden, um Deutschland in die Lage zu versetzen, sich in den ersten
Stadien des ERP schnell zu entwickeln. Ueber Einfuhren dieser Art hat die OEEC
entschieden.
22.000 Gueterwagen
LIehr als 22.000 Gueterwagen sind der Bizone zugebilligt worden. Diese werden
im Laufe des ersten Jahres hauptsaechlich aus Belgien, Italien und Oesterreich geliefert werden. Die Geschichte dieser typischen Zuteilung ist kurz folgende:
Ausreichender Bahntransport war einer der lebenswichtigsten Punkte fuer den
7'iederaufbau. Lt. dem Programm fuer 1948/49 fehlten der Bizone 13.00C Gueterwagen.
-

L4

-

�Sie e r k l a e r t e , s i e sei in der Lage, 8.0U0 s e l b s t zu bauen und bat um Zuweisung von 17.000 Waggons, die eingefuehrt werden s o l l t e n . Im J u l i befasste
sich der Inland-Transportausschuss des OEEC mit dieser B i t t e und kam zu der
Ueberzeugung, dass 25.000 Gueterwagen zu wenig seien. Der Ausschuss errechnete, dass 30.000 Wagen gebraucht werden und erhoehte die Einfuhrquote fuer
die Bizone von 17.000 auf 22.000 Gueterwagen.
Dies i s t ein Beispiel fuer die Art von Hilfe, die man vom ERP im e r s t e n
Stadium des Programms, die Wirtschaft wieder so s c h n e l l wie moeglich in Gang zu
bringen, erwartet.
"ERP" Broschuere, Dezember 1948
"Information Services Division, ( B r i t i s c h
Element)
AMERIKANISCHER JÜGSNDVERBAND MELDET SICH ZUM WORT
Kuerzlich wurde in San Francisco eine Zwoelfmillionen-Anleihe zur Schaffung
neuer Erholungsstaetten aufgelegt; der groesste Teil davon s o l l t e fuer d i e Anlage eines grossen Stadions verwendet werden. Der Jugendverband von San
Francisco (SFYA), h i e l t es aber fuer zweckmaessiger, einen groesseren Teil der
Mittel auf den Bau gewoehnlicher Sportplaetze zu verwenden. Der Ausschuss des
Jugendverbandes brachte seinen Standpunkt vor die Oeffentlichkeit. Ergebnis:
San Francisco wird eine groessere Anzahl normaler Sportplaetze e r h a l t e n .
Dies i s t nur ein Beispiel dafuer, was fuer eine erfolgreiche Arbeit der
Jugendverband von San Francisco im Interesse der Allgemeinheit g e l e i s t e t h a t .
Der Verband besteht e r s t seit zwei Jahren, konnte s i c h aber k r a e f t i g e n t wickeln und hat eine grosse Zukunft. Die Mitglieder r e k r u t i e r e n sich aus 9
s t a a t l i c h e n und 17 konfessionellen hoeheren Schulen, 3 Privatschulen und 24
privaten Vereinigungen der S t a d t . Eine der wichtigsten Einrichtungen i s t ein
Jugendparlament, in dem 190 gewaehlte Delegierte zwanzigtausend junge "ensehen
v e r t r e t e n . Jeder der 190 Delegierten i s t g l e i c h z e i t i g in wenigstens einem der
sechs Ausschuesse t a e t i g , die folgende Sachgebiete bearbeiten; Rundfunk, Verbandszeitung, ierbung, Meinungsforschung, Weltpolitik und Lokalpolitik.
Wie diese Ausschuesse, so tagt auch die Vollversammlung regelmaessig und
l e g t gemeinsam mit einem Erwachsenenbeirat die Richtlinien fuer die Arbeit der
Ausschuesse f e s t . An Hand der Sitzungsberichte unterrichten die Vertreter ihre
Gruppen ueber d i e schwebenden Fragen, und die 20 000 Mitglieder diskutieren
die gefassten Entschluesse.
Der Rundfunk-Ausschuss b e a r b e i t e t e im vergangenen Jahr ueber 40 Radioprograimie. Kennzeichnend fuer die Arbeit dieses Ausschusses i s t die Mitarbeit
an dem Sendeprogramm "Sichert d i e Rechte". In dieser Sendereihe wurde der Ber i c h t des vom Praesidenten eingesetzten Ausschusses fuer Buergerrechte diskutiert.
Der w e l t p o l i t i s c h e Ausschuss widmete sich mit besonderem Eifer einem g r o s s zuegigen Auslandsprogramm. SFYA hatte beschlossen, die Patenschaft ueber eine
franzoesische und eine philippinische Stadt zu uebernehmen. Die jungen Leute
konnten jedoch nicht wie andere Organisationen Lebensmittel, Kleider und d e r g l .
schicken, stattdessen entschlossen s i e sich, Buecher, Papier, B l e i s t i f t e , und
andere Lehrmittel fuer ihre Altersgenossen in den betreffenden Staedten zur
Verfuegung zu s t e l l e n .
Der .Jerbungsaus schuss des Jugend verband es sieht es a l s seine Aufgabe an,
den Jugendverband a l l e n Einwohnern von San Francisco wie auCh den Zeitungen
zu einem Begriff zu machen.

-

15

-

�Der Jugendverband ton San Francisco hat sich s e l b s t ernste und schwierige
Aufgaben g e s t e l l t . Im weitem umfang i s t fuer die Erholung und Geselligkeit
der Mitglieder durch kleinere Clubs gesorgt. Der Verband hat jedoch, um den
Zusamnenhalt und die Zusammenarbeit noch mehr zu foerdern, j e t z t auch einige
grosse g e s e l l i g e Veranstaltungen auf sein Winter-Programm g e s e t z t .
Auszug aus einem Artikel von Sara Salzer
im "Amerika Dienst" Nuernberg, 1 1 . Maerz 49

-

Manpower Division
0M3XJS, APO 742

(OtCUS 9-964 LIM Itar 49 8*0 )

16

-

OFFICIAL

�International«

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel «teilen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS. Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 7

Berlin, 8. April 1949

DIB KOMMUNISTISCHE PARTEI AMERIKAS AUF DEM RUECKZUG
Der nachstehende Bericht ueber die Schwierigkeiten der kommunistischen Partei
Amerikas ist einem laengeren Artikel entnommen, der in der amerikanischen Zeitschrift "Newsweek" vom 14. Februar erschien. Der Artikel wurde vollstaendig im
Organ der AFL, "Newsletter" in der Februarnummer abgedruckt. "Newsletter" wird in
Bruessel herausgegeben. Der wesentlichste Punkt dieses Artikels besteht darin,
dass der Kommunismus in den Vereinigten Staaten schwere Zeiten durchzumachen hat.
Das allgemeine Bild
"Die Kommunisten haben seit Anfang der zwanziger Jahre, als sie schliesslich
gezwungen waren, im Geheimen zu arbeiten, den schaerfsten Angriff auszuhalten.
Die kommunistische Jugendorganisation ist fast vollkommen verschwunden. Die Zahl
der kommunistischen Mitlaeufer, die einst in die Hunderttausende ging% ist rapide
gesunken.
"Wo es frueher der Partei moeglich war, hauenweise "Front" Organisationen zu
unterhalten, besteht nur noch eine Handvoll, und diejenigen, die noch existieren,
besohraenken sich nur noch auf bekannte "Linientreue" und sind verhaeltnissmaessig
machtlos. Die kommunistische Partei hat an Ansehen verloren. Es gelingt ihr
nicht mehr, prominente Nichtkommunisten, wie Mrs. Eleanor Roosevelt, Roger Baldwin,
den frueheren Senator Gerald Nye und den Pfarrer John Heynes Holmes fuer ihre
Zwecke vorzuschieben.
Im CIO hat sie ihren groessten Einfluss verloren, wo sie einmal mehr als
25£ der Mitglieder kontrollierte. Sie leitet zwar immer noch den Internationalen
Verband der Hafenarbeiter, hat aber einen etwas zweifelhaften Rueckhalt bei dem
Verband der Vereinigten Elektroarbeiter und bei einigen Gewerkschaften von untergeordneter Bedeutung. In der Partei herrscht Uneinigkeit und Streit, und es
herrschen verworrene Verhaeltnisse wegen der in ihrer Meinung abweichenden Gruppen.
Die Fuehrerschaft ist gezwungen worden, eine Reihe von Saeuberungsaktionen einzuleiten; der Erfolg besteht in einer groesseren Anzahl Ausgestossener als die
Jemals in der ganzen frueheren Geschichte der Partei vorkommt. Die Kommunistischen
Fuehrer geben zu, dass die ParteJ. ihren Einfluss in Washington verloren hat.
Der Aufstieg
In der Zeit von 1930 bis 1945 war der Aufstieg der kommunistischen Partei in
den Vereinigten Staaten fast meteorisch. Waehrend die Partei im Jahre 1930 nur
7.500 Mitglieder zaehlte, schwoll sie spaeter bis auf 80.000 an
Im CIO
bildete die Partei das Zuenglein an der V/age und fuehrte oder beherrschte mehrere
seiner bedeutendsten Gewerkschaften, einschliesslich derjenigen, die in den stra-

1

-

�tegisch wichtigen Kriegsindustriezweigen bestanden, wie der Landesverband der
Seeleute (NMU) und der Verband der Vereinigten Automobilarbeiter (UAW). Tausende
von Parteimitgliedern und zuverlaessigen Llitlaeufern waren in die Bundesregierung
eingesickert, und manche von ihnen waren in der Verwaltung so hoch gestiegen, dass,
wenn sie auch selbst nicht die Politik bestimmten, sie doch wenigstens auf kommunistische Ziele ausrichten - oder sie eben sabotieren konnten. Die Kommunisten
waren sogar ins Aussenministerium und ins Strategische Amt eingesickert
Der Niedergang
Jetzt hat sich das Bild vollkommen geaendert. Die Mitgliederzahl der kommunistischen Partei ist von 80.000 auf 60.000 gesunken und sinkt noch weiter
Innerhalb des CIO haben die Kommunisten zwar noch Halt, aber man ist im Begriff,
sie schnellstens zu entfernen. Auch der Verband der Vereinigten Automobil-Arbeiter hat sie hinausgeworfen. Zwei langjaehrige Mitlaeufer, Joseph Curran, der
Vorsitzende des Landesverbandes der Seeleute, und Michael Quill, der Vorsitzende
des Transportarbeiter-Verbandes, hat mit ihnen gebrochen, und bei dem sich entspinnenden Kampf um die Machtf habendie kommunistischen Organisationen innerhalb
dieser Gewerkschaften Schiffbruch erlitten. Philip Murray, der Vorsitzende des
CIO, hat jeden Kommunisten, den erfinden konnte, aus dem Landesbuero entfernt,
und jetzt ist er dabei, die kleineren kommunistischen Gewerkschaften zu zerschlagen und ihre Mitglieder der Aufsicht der antikoramunistischen Puehrer zu unterstellen.
Das letzte Bollwerk, das den Kommunisten im CIO noch verbleibt, ist dar Verband der Vereinigten Elektro-, Radio und Maschinen-Arbeiter (UE), aber auch hier
befinden sich die Kommunisten in der Defensive. In privaten Unterhaltungen haben
die kommunistischen Fuehrer zugegeben, dass , wenn nicht ein Wunder geschieht,
es nur noch eine Frage der Seit ist, wann ihnen der UE entrissen wird. Der Vorsitzende Albert J. Fitzgerald, der jahrelang ihr fuehrender Main war, scheint
sich ueber die Richtung, die die Dinge nehmen wollen, klar zu werden. Die Kommunisten erwarten von ihm, dass er sich von ihnen trennen und im antikoinmunistischen
Lager Schutz suchen wird.
Bereits im Dezember 1946 gab William Z. Foster, der Landesvorsitzende der
Partei in einer Geheimsitzung des Landesausschusses zu, dass die Partei keinen
Einfluss mehr auf die Regierung haette, und dass ihre Fronten stark demoralisiert
seien. Er jammerte ueber den "Verrat der Truman-Verwaltung". Der Landesausschuss fuer die amerikanisch-sowjetische Freundschaft hat die grossen, glanzvollen
Namen verloren, die einmal die Zierde ihrer Mitgliedslisten waren. Nachdem er
jetzt vom Justizminister fuer umstuerzlerisch erklaert wurde, findet man in ihm
nur noch politisch total Harmlose und hartgesottene i-litlaeufer
Die Saeuberung
Der Niedergang der kommunistischen Partei setzte gegen Mitte 1945 ein, als
Joseph Stalin seine Aussenpolitik von der einer scheinbaren Zusammenarbeit mit
den westlichen Demokratien zu der eines offenen Antagonismus ihnen gegenueber
wechselte. Die Schwenkung ueberraschte die amerikanischen Kommunisten. Earl
Browder, der Generalsekretaer, hatte gepredigt, dass- der amerikanische Kapitalismus und der sowjetische Kommunismus in der Nachkriegswelt zusammenarbeiten koennten
und dass der amerikanische Kapitalismus "progressiv" sei.
Nach dem Stalinschen Wandel in der Aussenpolitik prangerte Jacques Duclos,
ein franzoesischer Kommunistenfuehrer, als Sprachrohr Moskaus Browders Politik
mit scharfen Worten an. am Union Square herrschte Empoerung. Browder wurde zunaechst von seinem fuehrenden Posten in der Partei abberufen und dann aus der
Partei selbst ausgestossen. Eugene Dennis uebernahm Browders Posten als Generalsekretaer und wurde somit dem Titel nach der Fuehrer der amerikanischen Kommunisten.
Foster wurde zum Landesvorsitzend3n ernannt und fungierte hauptsaechlich als Aus-

2

-

�haengeschild. Die Parteirichtun^ wurde scharf revolutionaer und kritisierte in
steinendem Masse die Verwaltung Trumans, nicht nur in bezug auf die Ausrenpolitik,
sondern auch auf die Innenpolitik
Die Saeuberung von den Browder-Anhaengern brachte aber keinen Frieden in die
Partei, denn eine Gruppe von Extremisten beklagte sich darueber, dass Dennis und
Foster nicht weit genug nach links steuerten, und dass sie sich also selbst der
"Tendenzen Browders" schuldig gemacht haetten. Die Partei fiel auch ueber sie her
und warf ihnen eine "trotzkistische Haltung" vor, ein kommunistisches Synonym
fuer jemand, der zu weit links steht....
"Jeremiaden"
In dem Masse, wie der Einfluss der Partei schwindet, waechst die Kritik innerhalb der Partei an der Fuehrerschicht. Die meisten der Ausgestossenen - sowohl die
"Browder-Anhaenger" wie auch die Linksextremisten" - sind Kommunisten geblieben,
obwohl sie keine Mitglieder der Kommunistischen Partei sind. Sie haben immer
noch Freunde in der Partei. Dies ist besonders bei Browder der Fall, der auch
enge Beziehungen zum Politbuero in Moskau unterhaelt und eingetragener Sowjetagent
als amerikanischer Vertreter der OGIZ, des sowjetischen Verlagshauses, ist. Die
"Browderanhaenger" und die "Linksextremisten" kommen weiter mit ihren kommunistischen Freunden zusammen und bombardieren sie mit Argumenten, warum die Partei an
Boden verliert. Trotz aller Bemuehungen seitens der Führerschaft, die Unzufriedenheit zu beseitigen, ist sie staendig im -mchsen begriffen
Eine der abtruennigen Gruppen in der Partei (eine Zelle der Radio-City Angestellten) hat ihr Leid in einer Broschuere, die sich an andere Parteimitglieder
richtet, zum Ausdruck gebracht: "v'ir machen uns ernste Sorgen wegen der sich daraus ergebenden Liquidation einer kaempferischen Bewegung der amerikanischen Arbeiterklasse. Da demokratische Verfahren in unserer Partei nicht existieren, muessen
aeusserordentliche Massnahmen ergriffen werden....Viele Parteimitglieder sehen
kaum einen Grund, warum sie an den Gruppenversammlungen teilnehmen sollen. Die
Versammlungen verlaufen zi&amp;los, langweilig und ziehen sich traege in die Laenge,
so dass wenig Veranlassung zu ihrer Einberufung besteht. Sie bilden nicht mehr
den Mittelpunkt marxistischer Erziehung und Taetigkeit....
Abfall und Ausblick
Die Unzufriedenheit geht natuerlich mit einem Verfall der Parteidisziplin
Hand in Hand. Im Kampf mit Curran stellte die Fartei selbst fest, dass sie nicht
in der Lage war, ihre Reihen innerhalb des NMU fest bei der Stange zu halten.
Viele Parteimitglieder haben sichfetsaechlich Curran angeschlossen. Andere wieder trennten sich, um Curran von sich aus ausserhalb der Partei zu bekaempfen.
Der kommunistische Apparat, der im Verband 107 von 150 leitenden Stellen kontrollierte, war zerschlagen.
Dasselbe ereignete sich im UAW und TWU. Bis zur CIO Konferenz im November
handelte sogar Ben Gold, der Vorsitzende des Pelzarbeiter-Verbandes und Mitglied
des Landeaausschusses der Partei, auf eigene Faust, wie es auch andere kommunistische CIO-Fuehrer taten. Als die Konferenz vorbei war, wies die Partei die
stoerrischen und widerspenstigen kommunistischen Arbeiterführer im "Daily Vorker"
zurecht, sie wagte aber nicht, irgendwelche Kamen zu rennen.
tfenn nicht entweder die Vereinigten Staaten oder die Sowjetunion ihre Aussenpolitik aendern, und die beiden Kationen wieder zusammenzuarbeiten beginnen, kann
erwartet werden, dass der Verfall der Kommunistischen Partei Amerikas anhaelt.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Kommunisten im CIO ebenso machtlos sein
werden, wie es schon lange innerhalb der AFL der Fall ist.
Dennoch wird die Partei nicht verschwinden, noch kann sie sich so vollkommen
aufloesen xvie es bei der Sozialistischen (Trotzkistischen) Arbeiterpartei und
aehnlichen revolutionaeren Gruppen der Fall war. ^ie Macht und das iTestige -

? -

�und die finanziellen M i t t e l - der Sowjetunion werden d i e s nicht z u l a s s e n . . . . . .
"Newsweek" 14. Januar 1949
DIE INDUSTRIEPRODUKTION AMKRTKAS IM JANUAR 1949
Wenn man die durchschnittliche Produktion in den Jahren 1935-1939 zugrundel e g t , dann b e l i e f sich d i e Produktion fuer die gesamte Industrie in den Vereinigten Staaten im Januar 1949 auf 191 oder nahezu das Doppelte. Sie lag um einen
Punkt niedriger a l s im Dezember 1948 und um 2 Punkte niedriger a l s im Januar 1948,
a l s der Index der Industrieerzeugung 193 betrug. Der Index der Automobilprodukt i o n balief sich im Januar auf 215; es wurden im ganzen 256.000 Wagen herausgebracht. Die Eisen- und S t a h l - I n d u s t r i e produzierte 1.461.000 Normal tonnen, was
einem Index von 227 vom Durchschnitt fuer 1935-1939 e n t s p r i c h t , d.h. mehr a l s das
Doppelte. Nachstehende Tabelle zeigt die Produktion in den fuehrenden I n d u s t r i e zweigen.
Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten im
Januar 1949 - Index fuer 1935 - 1939i

100

Die gesarate I n d u s t r i e

191

Industriechemikalien

— 438

Maschinenfabrikation
Transportausruestungen (meistens Luftfahrt)
Kohlen- und Petroleum-Erzeugnisse —
Eisen und Stahl
Automobile
Zigaretten —
Gummi
Moebel
Druck und Verlag
- - - - — _ _ _ _ _ _
Wolltextilien
Farbenerzeugnisse
___
_Kohle (bituminoes)
Seifenerzeugnisse — —
Bauholz

— 267
— 252
— 227
227
215
214
193
158
_ 156
151
_ _ 146
145
— 139
124

Ledergerberei

—

_ _ _ _ _ _ _ _ _

Hartkohle (Anthrazit)

—

_ _ 103
88

"Aussenministerium 'Economic Letter1" 10. Maerz 1949
GEMEINSAME BERATUNG IN DEN KOHLENFLOEZEN
"Wir glauben, dass die Bedeutung der gemeinsamen Beratung fuer die Gegenwart
und die Zukunft der Industrie allgemein bekannt ist, und dass jeder das groesste
Interesse daran hat, dass diese Einrichtung wirksam arbeitet." Dies sind die einleitenden Bemerkungen mit der Unterschrift von Lord Hyndley, dem Vorsitzenden des
Nationalen Kohlenausschusses (NOB) und Sir William Lawther, dem Vorsitzenden des
Britischen Gewerkschaftsbundes (TUC) und Praesidenten des Nationalen BergarbeiterVerbandes (NUM), in einer Broschuere, die in den Kohlenfloezen Englands verbreitet
wurde. Ihr Titel lautet "Richtlinien fuer die Beratung" und bringt genau zum
Ausdruck, wie der Apparat der Beratung innerhalb der Kohlenindu3trie funktioniert.
Grundstruktur
Im Grunde genommen laeuft die konsultative Struktur mit der verwaltunsmaessigen parallel. Im Schacht bestehen die beratenden Schachtausschuesse/, dann kommen

- 4 -

�die Gebiets- und Bezirksausschüsse und schliesslich die Landesberatungsausschuesse.
In den Schachtausschuessen werden die Vertreter der Arbeiter aus den Kreisen
der Maenner, die im Schacht arbeiten, und der Vertreter der Bevollmaechtigten aus
deren Mitte gewaehlt. Der NCB ist durch den'Leiter und die Beamten vertreten,
die er zu den Sitzungen ernennt.
Im Gebiet, im Bezirk und fuer dies Land bestehen die Ratsausschuesse aus
Mitgliedern des Kohlenamts, des NÜM, des Landesverbandes der Grubenleiter und
aus Mitgliedern des Landesverbandes der Steiger, der Bevollmaechtigten und
Schiessmeister. Diese konsultativen Koerperschaften haben die Befugnis, ueber
alle Prägen der Sicherheit, der Wohlfahrt und der Gesundheit zu beraten und Vorschlaege darueber zu machen. Sie koennen auch die Organisation pruefen, wie auch
die Taetigkeit derjenigen, die in der Industrie taetig sind.
Mit Lohnfragen, Bestrafungen und Arbeits- und Anstellungsbedingungen duerfen
sie sich nicht befassen, also mit anderen Worten, nicht mir fragen, die normalerweise den Gegenstand von Verhandlungen zwischen der Leitung und den Gewerkschaften
im Rahmen des Schiedsverfahrens bilden.
Um die Taetigkeit dieser Koerperschaften bald in Gang zu bringen, gibt diese
kleine Schrift nuetzliche Anregungen fuer die Ausschussarbeit und ueber verschiedene Organisations- und Flanungsfragen, die bei den Versammlungen eventuell ausgeworden werden koennten.
Zwei Brwaegungen
Es kommen hierin Prinzipien zum Ausdruck wie;"Beratung basiert auf gegenseitiger Achtung" und "Keine Beratung kann ohne vollstaendige und genaue Information
Erfolg haben". Dies mag selbstverstaendlich und vernuenftig klingen, aber diese
Funkte, die man sich immer wieder vor Augen halten muss, sind fuer die Zukunft
wesentlich.
Der entscheidende Nachdruck liegt auf zwei Erwaeguqaen, an denen die Gewerkschaften seit langem stark interessiert sind. Erstens muss"bei allen Entscheidungen, die den Schacht angehen, moeglichst vollstaendiges Informationsmaterial
vorliegen. Zweitens wird es, um diesen Apparat wirksam und dauerhaft zu gestalten, vonnoeten sein, dass er von den Vertretern der Gewerkschaften aktiv gestuetzt wird, wie auch von ihrer. Entschlossenheit, ihre Kitglieder davon zu unterrichten, was vor sich geht.
"Labour" (London) Maerz 1949
DIB KAUFKRAFT DER ARBEIT IN RÜSSLAND UND IN ANDEREN LAENDERN
Neal Stanford hat in der Ausgabe des "Christian Science Monitor" vom 5. Maerz
einige Angaben gemacht, die er ueber den Lebensstandard in Rus land im Vergleich
zu dem anderer Laender Europas zusammengetragen hat. Aus den Zahlen geht hervor,
wieviel Stunden oder Minuten ein Arbeiter in Russland im Vergleich zu Arbeitern
anderer Laender arbeiten muss, um gewisse Bedarfsartikel kaufen zu koennen. So
muss z.B. der Schweizer Durchschnittsarbeiter 6l Stunden und 30 Minuten arbeiten,
um genug fuer einen Herrenanzug zu verdienen. Ein Schwede muss 73 Stunden und
30 Minuten dafuer arbeiten, aber ein Russe 580 Stunden, um sich einen Anzug
kaufen zu kennen.
Ein russischer Arbeiter muss 3 mal mehr arbeiten als ein belgischer Arbeiter,
um sich ein Paar wollene Socken kaufen zu koennen, und viermal mehr als ein Belgier, um soviel zu verdienen, dass es fuer ein Paar Schuhe reicht, bzw. fast
dreimal solange wie ein belgischer Arbeiter, um ein Kilo Rindfleisch kaufen zu
koennen. Fuer ein Kilo Tee muss der Russe 21 mal mehr arbeiten als der englische
Arbeiter. Wenn ein englischer Arbeiter ein Pfund Butter in etwa einer stunde
verdienen kann, muss der Russe 19 Stunden dafuer arbeiten, er muss schon 10 mal
solange arbeiten wie ein belgischer «rbeiter, um ein Pfund Butter kaufen zu

- 5 -

�koennen. Der Russe muss 3maJ. mehr arbeiten als der Schwede, wenn er ein Roggenbrot kaufen will.
Der Russe, der gerne Zucker In seinen Tee tut, wuerde einen Schreck bekommen,
wenn er erfahren wuerde, dass er 19mal mehr arbeiten muss als ein englischer Arbeiter, 9mal mehr als ein Belgier und lAmal mehr als ein Schwede, damit es zu
einem Kilo Zucker reicht. Derselbe Vergleich laesst sich anwenden, wenn der
russische Arbeiter 1 Pfund Kaffee kaufen will.
"Overseas American News Service" 9. Maerz 1949
DIE EINKOMMENSTEUER IN DEN VEREINIGTEN STAA.TEN
Ein Amerikaner, der 2.500 Dollar im Jahr verdient, muss der Landesregierung
an Steuern soviel bezahlen, wie sein Verdienst fuer 18 Tage ausmacht. Wenn aber
sein Gehalt 5000 Dollar betraegt, dann muss er ungefaehr 28 Tage arbeiten, um
seine Einkommensteuer zu bezahlen. Wenn er 25.000 Dollar im Jahr verdient, dann
macht die Einkommensteuer soviel aus, wie er in 3 Monaten bekommt. Ein Amerikaner
mit einem Einkommen von 100.000 Dollar muss der Regierung eine Steuer zahlen, die
dem Verdienst von 5 Monaten entspricht, und 75^ seines Einkommens gehen fuer
Steuern ab, wenn sein Einkommen 1 Million Dollar im Jahr betraegt. Es gibt in
den Vereinigten Staaten 177 Personen, die Einkommen in Hbehe von 1 Million und
rtirueber versteuern. Ungefaehr 85^ aller Einkommen liegen unter 5000 Dollar.
Alle Amerikaner mit einem Jahreseinkommen von $1.500 und darueber muessen
Einkommensteuer bezahlen, ungefaehr ein Sechstel aller Lohn- und Gehaltsempfaenger fallen unter die Einkommensklasse unter 1.500 Dollar, aber viele davon sind
nicht ganz und gar von ihren Einkuenften abhaengig. Viele von ihnen sind Personen, die bei ihren Familien leben und die andere Personen oder Angehoerige nicht
zu versorgen haben. Wie verwendet nun die Regierung der Vereinigten Staaten das
Geld, das ihr aus der Einkommensteuer zufllesst. Dafuer gibt es viele Verwendungsmoeglichkeiten, aber nur eine davon soll hier genannt werden, weil sie fuer* die
ganze Welt von Interesse ist. Etwa 12&amp; der Einkuenfte der Landesregierung werden
fuer das Europaeische Wiederaufbau-Programm verwendet.
"Overseas American News Service" 16. Maerz 1949
ENGLISCHE VEKTRETERGHUPPEN DER AHBEITERSCBATT
FAHREN NACH DEN VEREINIGTEN STAATEN
Im Laufe der naechsten Monate werden mehr als 80 Deutsche Gewerkschafter,
Vertreter der Industrie und Angestellte oeffentlicher Dienststellen auf dem
Gebiete des Arbeitswesens die Vereinigten Staaten bereist haben, um das amerikanische Regierungssystem, die amerikanische Industrie und die Gewerkschaften wie
auch das amerikanische Leben zu studieren. Aehnliche Gruppen werden auch aus
anderen Laendern Amerika besuchen. Abgesehen von denjenigen, die von der amerikanischen Militaerregierung aus Deutschland entsandt werden, wird auch eine betraechtliche Zahl von Industrie- und Arbeiterfuehr er n vom Verwaltungsausschuss fuer
das Europaeische Wiederaufbau-Programm aus eine solche Studienreise unternfcmen.
Folgender Artikel ist ein Bericht ueber die erste Gruppe', die Grossbritannien verlassen wird, die erste der 50 Gruppen, deren Reise aus den Geldern des MarshallPlans finanziert wird.
"Fuenfzehn Leute aus Englands Stahlhuetten fahren in diesem Monat mit der
"Queen Mary" nach den Vereinigten Staaten, um eine öwoechige. Studienreise durch
die Stahlhuetten Amerikas zu unternehmen. Dem Plan nach sollen sie im Mai die
Britische Stahlindustrie mit irgendwelchen neuen Produktionsmethoden bekanntmachen, die sie waehrend ihrer Studienreise kenne gelernt haben, und die sich
fuer die Stahlhuetten diesseits des Atlantik als nuetzlich erweisen.

- 6 -

�"Die Gruppe, die sich aus vertretern der Arbeitgeber, Techniker und des Betriebspersonals zusammensetzt, wird sich darueber klar sein, dass, bevor sie abfahren, ihre Mission nicht den Zweck verfolgt, um Methoden "schwerer Arbeit"
kennen zu lernen. Sie erwarten auch nichts Ausaergewoehnliches in Amerika oder
wollen Wunder wirken, wenn sie zurueckkommen. Ihre Reise, die von dem AngloAmerikanlachen Ausschuss fuer Produkt!vitaet gefoerdert wird, soll lediglich ein
Versuchsunternehmen sein, um festzustellen, wie die britische Industrie dazu
beitragen kann, ihre Produktionsprobleme zu loesen, indem sie sich mit den besten
Amerikanischen Technikien vertraut macht. Dieser Gruppe werden solche aus anderen
britischen Industriezweigen folgen.
Der schnelle Arbeiter
Alle diese Gruppen werden in dem Bewusstsein abfahren, dass die Mitglieder
des Anglo-Amerikanischen Ausschusses es als Tatsache verzeichnet haben, dass der
englische Arbeiter tagsueber schwer arbeitet. Als der Ausschuss im letzten
Herbst in London zusammentrat, legte Victor Reuther vom Automobilarbeiter-Verband
in Amerika folgendes Bekenntnis ab;"Ich habe mich mit anderen der Taeusohung hingegeben, die bei uns in Amerika gang und gaebe zu sein scheint, naemlich, dass
der Unterschied in der Produktivitaet hier ron der Tatsache herruehre, dass die
Arbeiterschaft hier in England nicht so schwer oder so schnell arbeitet wie in
Nordamerika." Nachdem er aber genuegend Einblick in die englische Autoindustrie
gewonnen hatte, konnte er sagen«" Ich habe festgestellt, dass das Arbeitstempo
hier sicher ebenso schnell ist wie in Amerika."
Philip Reed, der Vorsitzende der amerikanischen Sektion de« Anglo-Amerikanischen Ausschusses, hat dies gleichfalls bezeugt. Die englische Arbeiterschaft,
sagte er auf einer Versammlung in New York, arbeitet mit einer Geschwindigkeit
und einer physischen ^nergie, die der gutgeleiteter amerikanischer Werke gleichkommt. Er fuegte hinzu*"Das soll aber nicht besagen, dass der englische Arbeiter
ebensoviel produziert. Das ist nicht der Fall." Der Ausschuss ist sich bereits
ueber den Hauptgrund fuer die hoehere Produktion der amerikanischen Industrie
klar. Der Amerikaner arbeitet in einer Industrie, die in hoeherem Masse mechanisiert ist und hat zweimal soviel mechanische Energie zur Verfuegung wie der
Arbeiter in der englischen Industrie.
Die Alternative
Auf den Herbstsitzungen des Gemischten Ausschusses ist man sich darueber
einig geworden, dass moderne Maschinenwerkzeuge und eine erhoehte Energieanwendung notwendig sind, um die englische Produktion zu heben. Es sind jedoch
der britischen Industrie starke Beschraenkungen in bezug auf ihre lloeglichkeiten
und Faehigkeiten auferlegt, die Industrie schnell und im grossen Stil neu auszuruesten. Das muss einen Teil einen irogramms auf lange oicht bilden, mit dem
sich z.B. die verstaatlichten Kohlenindustrie und die stromerzeugenden Industrieen
Bedarfsartikel bereits befassen. Es kann jedoch schon jetzt viel geschehen, ohne
dass man deshalb auf eine voüstaendige Neuau3ruestung wartet; man muss die vorhandenen Moeglichkeiten wie auch die verfuegbaren Arbeitskraefte wirksam einsetzen.
Die Alternative ist ein Absinken der Produktivitaeti sind hoehere Kosten, hoehere
Probe und ein niedrigerer Lebensstandard fuer die britische Bevoelkerung.
In diesem Zusammenhang ist ein weiterer Kommentar von tor. Reed von Dichtigkeit. "Die Groesse den Unterschieds," sagte er bei seiner Rueckkehr nach Amerika,
"zwischen den besten und leistungsfaehigsten britischen Fabriken einerseits und
den mittleren und unwichtigen andererseits schien groesser zu sein als man ihn
hier bei uns finden kann« ausserdem erschien mir die Zahl der mittleren und unwichtigen Firmen groesser zu sein." Das war fuer die Englaender nichts Neues.
Die meisten der Studienkommissionen, die sich mit den Verbraucher-Waren-Industrien
dieses Landes beschaeftigten, uebten in aehnlichem Sinne Kritik
i

�Das Nebenerzeugnis
Dieselben Verhaeltnisse lassen sich anwenden, wenn man transatlantische Delegation aus anderen Industriezweigen arrangiert. Alle Industriegruppen werden somit in der Lage sein, festzustellen, was die leistungsfaehigsten und fortschrittlichsten Unternehmen in der Industrie ihres eigenen Landes tun, um die Produktion
aufrechtzuerhalten und zu erhoehen. Die Ideen, die sie von der Fabrikorganisation
und den Produktionsmethoden in sich aufnehmen, werden ein Nebenprodukt ihrer Arbeit sein. Aber das Nebenprodukt kann sich sehr wohl als dem Hauptprodukt ebenbuertig - wenn nicht gar ueberlegen - erweisen, wenn es sich darum handelt, unsere
Industrien nach den modernsten Methoden auszurichten und diese auf sie anzuwenden.
"Das," erHaerte Mr. Reed", muss man den Englaendern ueberlassen, wie sie
das machen. Wir wuerden als Amerikaner keine grossen Sympathien haben, wenn wir
unsere Nase in ihre Fabriken stecken.
Alles in al lern sollen Gruppen aus etwa 50 Industriezweigen oder aus der
Grossindustrie waehrend der naechsten 12 Monate die Vereinigten Staaten bereisen.
Der anglo-amerikanische Ausschuss selbst waehlt einige Industriezweige aus, ist
aber durchaus bereit, auch die Gesuche anderer in Erwaegung zu ziehen, und hat
keineswegs die Moeglichkeit ausgeschaltet, dass verstaatlichte Unternehmen, die
sich an dem Plan zu beteiligen wuenschen, ebenfalls beruecksichtigt werden.
Die Auswahl
Die Gruppen sollen auf Grund eines Abkommens zwischen den Arbeitgeberorganisationen und den Gewerkschaften ausgewaehlt werden und werden, obwohl kein starres
System hierfuer festgelegt islj gewoehnlich aus nicht mehr als 15 Mitgliedern bestehen. Mindestens /+ Personen mit einer aufsichtsfuehrenden Taetigkeit, einschliesslich der Werkleitung und der Werkmeister, sind vorgesehen, ausserdem
mindestens 4 Vertreter aus den Werkstaetten, das heisst, Vertreter des Betriebspersonals und der Betriebsraete. Ferner werden 4 Spezialisten auf dem Gebiete
der Planung, der Arbeitsvorbereitung, Arbeitsmethodik und der Personal und
Kostenfragen ausgewaehlt. Um die Gruppe auf die Hoechstzahl von 15 Personen
zu bringen, werden noch Techniker ausgesucht^ ein Sekretaer wird die Gruppe auf
der Reise begleiten um ihre Beobachtungen und Ansichten aufzuzeichnen.
Die Stahlgiesser werden sich bereits auf der Reise befinden, waehrend der
gesamte Anglo-Amerikanische Ausschuss fuer Produktivitaet in den Vereinigten
Staaten zusammentritt. Die beteiligten englischen Gewerkschaftler sind Lincoln
Evans, Arthur Deakin, Jack Tanner, Tom Williamson, Vincent Tewson und Sir 'Villiam
Lawther. Die vorbereitenden Massnahmen fuer weitere Reiseabordnungen aus der
Industrie bilden nur einen Punkt der Tagesordnung, in der auch Reden ueber viele
andere Gesichtspunkte in bezug auf die Produktivitaet (z.B. Spezialisierung und
Normung in der Herstellung von Einzelteilen; gehalten werden sollten; diese
Fragen wurden bereits angeschnitten, als der gesamte Ausschuss im vergangenen
November in London tagte.
Zweifellos werden die Mitglieder der britischen Gewerkschaften auch den
TJunsch haben, sich einmal die Arbeit der Berater fuer produktive Leistungsfaehigkeit anzusehen, die von den amerikanischen Gewerkschaften eingesetzt werden,
und ueber die sie hier soviel schon gehoert haben.
Es ist jetzt gerade etwas laenger als 6 Monate her, dass sich der Gedanke
der Errichtung eines Ausschusses aus einer Unterhaltung zwischen Sir Stafford
Cripps und ^r. Paul Hoffman, dem Leiter des Verwaltungsausschusses fuer das ERP,
ergab. Der Britische Gewer ks che ftsbund begruesste diesen Vorschlag und seh los s
sich mit dem Britischen IndustrJEverband und dem Britischen Arbeitgeber- er band
zwecks Bildung der Britischen Sektion des Ausschusses zusammen; die amerikanische
Sektion ist uebrigens auch aus Arbeitgebervertretern und Gewerkschaftsorganisationen zusammengesetzt.
A

-

�Der Ausschuss arbeitet unabhaengig von den Regierungen beider Laender und
erhaelt sich selbst, mit Ausnahme der kostspieligen Industriereisen. Die Dollarausgaben werden aus den Geldern des Verwaltungsausschusses fuer das E^P bestritten,
wobei die englische Regierung etwa die Haelfte der Kosten in Pfunden traegt.
Ausserdem hat Sir Stafford Cripps Schritte unternommen, dass Berichte ueber die
Arbeit des Ausschusses in der Zeitschrift "Target" (das Ziel), veroeffentlicht
werden. Dieses Organ, das monatlich erscheint, und sich mit Produktionsfragen befasst, wird den Werksleitungen und den Vertretern der Arbeiterschaft in Hunderten
von Industrieunternehmen zugestellt.
"Labour" (London) Maerz 1949
RUECKNAHMB DES GESETZENTWURFS ZUR VERHINDERUNG
VON STREIKS
Der Premierminister kuendigte im Parlament an, dass die Regierung nicht den
Wunsch habe, den Gesetzentwurf zur Verhinderung von Streiks in lebenswichtigen
Betrieben, der am 25. Februar eingebracht worden war, weiter zu behandeln.
Eine Erklaerung, die der Premierminister fuer den Innenminister verlas,
brachte zum Ausdruck, dass der Gesetzentwurf eingebracht worden war, um gegen
gewisse drohende Streiks im Eisenbahn- und Postwesen vorzugehen. Darauf entschied sich der Allindische Eisenbahner-Verband gegen den Streik, und es ging
Jetzt darum, Streiks zu begegnen, die von Gewerkschaften unterstuetzt wurden, die
sich nicht an die Richtlinien des Verbandes halten wollten, wie auch dem drohenden
Poststreik.
Die Lage hat sich jetzt, heisst es weiter in der Erklaerung, soweit gebessert,
dass sich die Streikdrohungen nur auf gewisse Eisenbahnergewerkschaften beschraenken, deren Mitglieder von der kommunistischen Partei beherrscht waren» Es haben
sich Jedoch in Calcutta und anderswo gewisse Vorfaelle ereignet,"die eine ernste
Verschlechterung" der Lage im Gefolge hatten.
Eine Herausforderung
Das Problem beschraenkte sich nicht allein auf irgendwelche moeglichen
Streiks, sondern es ging im Gesetz und Ordnung, und dies bedeutete eine ernste
Herausforderung an den Staat. Es mussten geeignete Massnahmen geplant werden,
um dieser Situation zu begegnen. D ie Erklaerung besagt, dass die Regierung dies
zu tun vorschlage, und dass sie, falls notwendig, wegen der geforderten Machtbefugnisse wieder an das Haus herantreten wuerde.
Der Premier erklaerte, dass sich die Lage vollkommen geaendert habe, sowohl
zum Guten, wie auch bis zu einem gewissen Grade in anderer Richtung, zum schlechteren. Im vorliegenden Falle war kein organisierter oder regelrechter Streik in
Aussicht genommen worden. Sie sahen sich Jedoch einer neuen Lage gegenueber.
Gewisse Gruppen waren nicht so sehr zu einem Streik geneigt als vielmehr dazu,
Unordnung und Chaos zu stiften und Sabotageakte zu begehen.
"Wir sind vollkommen davon ueberzeugt," fuegte Pandit Nebru hinzu, "dass wir
der Situation in hingtchandem Masse gewachsen sind. Was mich aber beunruhigt,
ist nicht so sehr das Ausmass oder die Gefahr der Situation, sondern ihr Charakter,
und dass es Menschen in diesem Lande geben soll, die so vollkommen gelenkt werden
oder in ihren Ansichten so verkehrt beraten sind, dass sie in solchen Begriffen
denken." Er gab seinem Vertrauen Ausdruck, dass die ueberwaeltigende Mehrheit
des Volkes und der Industriearbeiter davon nicht beeinflusst werde und diese
Schritte missbilligen wuerde.
Der Premierminister stellte klar heraus, dass die Regierung nicht die Absicht haette, einen Schlag gegen die Gewerkschaftsorganisationen zu fuehren, oder
gar gegen ihr allgemeines Recht auf Streik. "Diese Regierung" erklaerte er,

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�"ist nicht nur geneigt, die allgemeinen Arbeitsbedinungen zu verbessern, sondern
auch der Arbeiterschaft den rechtmaessigen Platz einzuraeumen, den sie in der
Regierungsform des Landes einnehmen sollte."
"India News" London, 10. Maerz 1949
GRUNDSTEINLEGUNG- FUER DIB ERSTE HBILSTABTTB
Rajkumari Amrit Kaur, Minister fuer Gesundheitswesen, legte am 6. Maerz in
Najafgarh, einem Dorf, das etwa 20 Meilen von Dehli entfernt liegt, den Grundstein fuer eine Heilstaette, die die erste ihrer Art in Indien darstellt.
"Es handelt sich dabei um eine epochemachende Zeremonie in der Geschichte
unseres Gesundheitswesens", erklaerte sie. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, dass
Delhi sehr bald einen vollkommenen Gesundheitsdienst haben werde, der als Vorbild fuer die anderen Provinzen dienen koennte
Die Heilstaette, von der man annimmt, dass sie innerhalb eines Jahres den
Betrieb aufnehmen wird, ist nach den Vorschlaegen des Ausschusses fuer Gesundheitsplanung und -Entwicklung errichtet worden, der von der Regierung Indiens
im Jahre 1943 ernannt worden war. Die Heilstaette dient fuer 26 Doerfer mit
einer Bevoelkerung von 20.000 Einwohnern. In Euerze wird in Narela eine aehnliche
Heilstaette fuer die Provinz Delhi errichtet werden.
Der Arbeitsbereich erstreckt sich auf Krankenbehandlung, Woechnerinnenhilfe,
Verbesserung der hygienischen VerhaeltniSM der naeheren Umgebung, aerztliehe
Untersuchung der Schulkinder, Zusammenstellung lebenswichtiger statistischer Daten,
sowie Aufklaerung ueber Gesundheitswesen im Heim. Die aufsiehtsfuehr enden Gesundheitsbeamten werden sich nicht nur mit Vorbeugungsmassnahmen, sondern auch mit
der Heilung von Krankheiten befassen.
"India News" London, 10. Maerz 1949
STRASSENBAUINGENIEURE BESUCHEN AMERIKA
Eine Gruppe von kindischen Strassenbau-Ingenieuren will sich nach den Vereinigten Staaten begeben, um sich dort in einem 13-woechigen Kursus als Spezialisten in den modernen Methoden des Landstrassenbaus ausbilden zu lassen.
Die Gruppe, die von Mr. D.P, Nayar, dem Ober Ingenieur der Abteilung fuer
oeffentliche Bauten in East Punjab, gefuehrt wird, soll Indien am 3. Mai verlassen.
Ein Plan auf lange Sicht
Diese Abordnung faellt unter einen Plan auf lange Sicht, der jetzt von de*
Indischen Regierung in Zusammenarbeit mit den Regierungsstellen der Provinzen
und Staaten in die Wirklichkeit umgesetzt wird, um die Fertigkeiten und Leistungsfaehigkeit der Wegebau-Ingenieure zu erhoehen, so dass sie sich darauf einrichten
koennen, in zufriedenstellender Weise die grosszuegigen Wegebau-Programme zu
meistern, die jetzt in Aussicht genommen bzw. Vorbereitet werden.
"India News" London, 10 Maerz 1949
AMERIKANISCHE MUSIKER BEGRUESSEN 5CH0STAK0WITSCH
Am 17. Maerz veroeffantlichte Richard McCann, der Vorsitzende der Ortsgewerkschaft 602 des Amerikanischen Musiker Verbandes (AFL) einen Brief, den er an den
Landesausschuss fuer Kunst und Wissenschaft gerichtet hatte. McCann sagte, seine
Gewerkschaft wuerde den russischen Komponisten Dimitrij Schostakowitsch willkommen
heissen, der in Kuerze mit einer Delegation von 21 Russen die Vereinigten Staaten
besuchen wuerde, um an der w'eltfriadenskonferenz von Kultur und Wissenschaften
teilzunehmen.
In seinem Brief an den Ausschuss brachte McCann klar zum Ausdruck, dass
seine Gewerkschaft Schostakowitsch lediglich als grossen Musiker bewillkommnet.
Er aeusserte sich jedoch ueber die Konferenz abfaellig die, wie er sagte, von den
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�Bussen fuer sowjetimperialistische Zwecke ausgeschlachtet werden wuerde. Er forderte den Ausschuss auf, "den Mangel an kuenstlerischer Freiheit in der Sowjetunion" zu untersuchen und zu eroertern. Nachstehend ein Auszug aus seinem Briefe;
"Als Gewerkschaftsbeamter fordere ich Ihre Konferenz auf, das Gewerkschaftswesen in der Sowjetunion zu behandeln. Als Anhaenger der B i l l of Rights fordere
ich Ihre Konferenz auf, die Freiheit der Gott esVerehrung, die Versammlungs- und
Bedefreiheit in der Sowjetunion zur Sprache zu bringen.
"Jawohl, auch wir a l s Musiker heissen einen grossen Komponisten wie Dimitrij
Schostakowitsch willkommen. In Wirklichkeit bewillkommnen wir Schostakowitsch.um
unsere Regierung bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten zu b i t t e n , ihm die
Erlaubnis zugaben, hier seinen ataendigen Aufenthalt nehmen zu duerfen. Ich bin
sicher, dass sein Genius in der gesegneten Atmosphaere der Freiheit hier und in
Westeuropa wie nie zuvor wachsen wird; das einzige, wovor er Furcht haben koennte,
waeren die ohnmaechtigen Angriffe einiger ohnmaechitgen Musikkritiker.
McCenn erklaerte dem Ausschuss, der diese Konferenz fördert, "Solange Ihre
Organisation in Wort und Tat zum Ausdruck bringt, dass sie anerkennt, dass die
Sowjetunion eine Diktatur und nicht eine Volksdemokratie i s t , solange kann jeder
Arbeiter, Musiker oder sonst jemand anders Ihre Konferenz a l s nichts anderes ansehen, a l s einen Teil der sich ueber die ganze Welt erstreckende Verschwoerung des
Kreml gegen die Freiheit und Demokratie der W e l t . . . .
"Die Ankunft Schostakowitsch* wird mehr a l s jedes andere Ereignis die voellige
Entwuerdigung der Freiheit der Kunst in der Sowjetunion herausstellen. Erst vor
ein paar Monaten wurde DemiirLj Schostakowitsch, der jetzt von Ihrer Organisation
a l s einer der Unsterblichen gefeiert wird, von den Fuehrern der Sowjetunion angeprangert...."
Damals musste sich Schostakowitsch, wie McCann ausfuehrt, selbst vor der Partei
demuetigen und versprechen, dass er in Zukunft nur noch Musik im marxistischen
Geiste schreiben wuerde.
Eine Anzahl amerikanischer Professoren auf kuenstierischem und wisschenachaftlichem Gebiete, von denen einige von der bevorstehenden Konferenz fuer Weltfrieden
ausgeschlossen wurden, wollen eine Gegenkonferenz einberufen.
Ausaenministerium, "Radio Bulletin" 17* Maerz 1949
WAS DES MARSCHALL-PLAN FÜER FBAHffiBICH BEDEUTET
Wir geben nachstehend einige Fragen und Antworten aus einem Interview wieder,
das Jean Monnet, der Generalkommissar des franzoesisehen Plans zur Modernisierung
und Ausruestung, am 24. Dezember 1948 der Zeitschrift "La Vie Francaise", gewährte.
Dies s t e l l t eine Antwort dar auf die Behauptungen mancher Kommunisten im franzoesischen Gewerksohaftsbund (CGT), dass der Monnet-Plan gegen den Marshall-Plan gerichtet i s t .
"Unsere Unabhaenglgkelt steht auf dem Spiel"
Frage. "Aus Ihrem dritten Durchfuehrungsbericht geht hervor, dass "Wir uns dem
Ende des grossen Mangels naehern". Halten Sie daher die produktiven
Bemuehungen fuer zufriedenstellend.
Antwort;"Wir beginnen jetzt die Fruechte der vor 2 Jahren begonnenen Arbeit zu
ernten. Obwohl wir bis kurz vor dem Kriege 20 Milliarden Kwh erzeugt
haben und unser Ziel fuer 1952 40 Milliarden betraegti haben wir erst
den halben Weg zurueckgelegt. Bei der Kohle entsprach der Produktionssatz vor den Streiks einer jaehrliehen Foerderung von 55 Millionen Tonnen,die
nur im Jahre 1929 erreicht wurde. Unser Ziel von 60 Millionen Tonnen
muss daher erreichbar s e i n . In bezug auf Oele uebersteigt unsere augenblickliche Raffinierkapazitaet bei weitem die der Vorkriegszeit. Schliess-

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�lieh haben wir heute 100.000 Traktoren im Vergleich zu 35.000 im Jahr«
1939t und w i r koennen unserer Landwirtschaft mehr Duenger als jemals zuvor liefern. Alles in allem verfuegt unsere Wirtschaft ueber bedeutendere Produktlomsmlttel als jemals zu einem frueheren Zeltpunkt. Das fuer
die Durchfuehrung des Modernisierungsplans investierte Geld ist daher
gut angelegt gewesen. Wenn wir in demselben Tempo fortschreiten, aber
natuerlich nur unter dieser Bedingung, dann werden wir 1952 von dem Produkt unserer eigenen Arbeit leben koennen.
Unser Lebensstandard ueberstelgt unsere Mittel
Frage;
"Wie leben wir heute.
Antwort; Heute ueberstelgt unser Lebensstandard unsere Mittel. Zum grossen Teil
haengt es von der Einfuhr ab, die uns durch die "Amerikahilfe" zugutekommt. Unser Produktionsniveau fusst daher wie unser Lebensstandard auf
Hilfsmitteln, die uns nicht gehoeren. Es wuerde alles zusammenbrechen,
wenn die Amerikahilfe morgen aufhoeren wuerde und nicht durch das Produkt
unserer eigenen Anstrengungen ersetzt werden keennte. Alle Franzosen,
die das vergessen, leben in einer gefaehrlichen Illusion.
Die dreifache Auswirkung der Marshall-Kredite
Frage;

Aber die Marshallplan-Kredite stellen doch nur einen kleinen Teil des
nationalen Einkommens und selbst dar oeffentlichen Ausgaben dar.
Antwort; Nichts waere falscher, als die Bedeutung dieser Kredite nach dem Nennwert von 1,3 Millionen Dollar beurteilen zu wollen, oder nach ihrem
verwendbaren Gegenwert, d.h. 280 Milliarden Francs. Tatsaechllch haben
diese Kredite eine dreifache Auswirkung. Zunaechst. die direkte Auswirkung, wir erhalten Rohstoffe und Erzeumlsse, die fuer unsere Wirtschaft
von Wichtigkeit sind, und zwar kostenlos. Es ist noch nicht genuegend
bekannt, dass diese Summe mehr als die Haelfte unserer Einfuhr ausmacht.
Dann haben die Marshallplan-Kredite eine indirekte Auswirkung, denn ihr
Gegenwert in Francs gestattet es uns im Augenblick - ohne dass dem franzoesischen Steuerzahler auch nur ein einziger Centime an Kosten entsteht,
Investierungen zu finanzieren, dank denen es uns moeglich ist, unser
Produktionspotential staendig zu steigern.
Schliesslich traegt die amerikanische Hilfe durch die Produktion, die sie
schon jetzt ermoeglicht, dazu bei, dass wir uns einen bedeutenderen Teil
unserer nationalen Einkommen selbst schaffen. Aus diesem Grunde ist
unsere Produktion auf einem augenblicklichen Stande angelangt, da wir
in der Lage sind, unsere oeffentlichen Ausgaben zu decken und unseren
augenblicklichen Lebensstandard zuhalten.
Vom Produkt unserer Arbeit leben, bedeutet diher; Unsere Einfuhr mit
unserer Ausfuhr bezahlen, unsere Ausruestungsbestrebungen selbst finanzieren und unsere Ausgaben aus unseren eigenen Mitteln bestreiten.
Tataaechlich hat der amerikanische Europa-Hilfeplan nur eine Bedeutung;
Es ist eine Unterstuetzung unserer nationalen Bemuehungen, damit wir
in Zukunft ohne diese Unterstuetzung auskommen und selber zum Wohlstand
der Welt beitragen koennen.
Die Lasten der Investierung
Frage:
"Aber sind die Ziele des Plans nicht zu ehrgeizig und die Lasten der
Investierungen nicht zu schwer.
Antwort; "Im Augenblick bedeuten diese Investierungen fuer uns keinerlei

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�Belastung, da sie von dem Gegenwert der Amerika-Hilfe finanziert werden.
Fuer die Zukunft stellt der Anteil der produktiven Ausruestungen, die
vom Staat finanziert werden muessen, noch nicht den zehnten Teil der
oeffentlichen Ausgaben dar; Zivilhaushalt, Sozialversicherung, Landesverteidigung, Haeuserbau. Dies bedeutet sicherlich grosse Investierungen
die aber so genau ausgerechnet wurden, um dem franzoesischen Volk wenigstens dasjenige an materiellen Mitteln zukommen zu lassen was ihm fehlt.
Wir wollen uns vor Augen halten, dass wir fuer 1952 eine Energiemenge
erreichen wollen, die 2,9 Tonnen Kohle pro Person entspricht, waehrend
jeder Englaender ueber 6,6 Tonnen verfuegen wird. Wir wollen erreichen,
dass 310 kg. Stahl pro Person verbraucht wird, waehrend jeder Englaender
378 kg haben wird. Wjj wollen erreichen, dass unsere Landwirtschaft
ueber 12 kg Stickstoff pro ha an bestelltem Boden verfuegt, waehrend der
hollaendische Bauer 56 kg. und der belgische Bauer 68 kg zu seiner Verfuegung hat. Es handelt sich also nicht um ein riesenhaftes und undurchfuehrbares Programm, sondern um Bemuehungen, die im Verhaeltnis zu unseren
Mitteln stehen.
"Die Investierungslasten sind die einzigen, die die Produktion steigern
und es infolgedessen moeglich machen, andere Lasten zu tragen. Wenn wir
diese Anstrengungen nicht machen, was eine Steigerung des Landeseinkomznens
bedeutet, dann waere es bei dem jetzigen Lebenshaltungsniveau unmoeglich,
die Waehrung zu stabilisieren und alle sozialen Vorteile, alle Versprechungen in bezug auf die Wiedergutmachung von Kriegsschaeden, alle Aussichten
auf eine Verbesserung des Kaufkraft wuerden nichts anderes sein als ungedeckte Schecks.
"Documentation Syndicale"
"Weekly Bulletin for Militant
Free Trade Unionists" Paris 1U. Feb.49
GEWERK5CHAFTSFUNKTI0NAERE AN DER HARVARD-UNIVERS ITABT
Amerikanische Gewerkschaftsfunktionaere nehmen an Fortbildungslehrgaengen
der Universitaet Harvard teil, um spaeter, wie der Lehrgangsleiter Professor
J.J. Healy erklaerte, in der Gewerkschaftsbewegung bedeutendere Stellungen einnehmen zu koennen.
Die Teilnehmer an diesen Lehrgaengen, werden von den Gewerkschaften ausgewaealt und mit Stipendien finanzielleunterstuetzt. In den Kursen beschaeftigen
sich die ^unktionaere mit Fragen der Gewerkschaftspolitik., wie z. B . Aufbau
der Gewerkschaften, Verhandlungen ueber ArbeitsVereinbarungen und ihre Durchfuehrung, Verhandlungen mit Regierungs-und Schlichtungsbehoerden, Beziehungen
zwischen Arbeiterschaft und Unternehmern.
Neben dem Unterricht treffen sich die Funktionaere einmal in der Woche mit
Wissenschaftlern der Betriebswirtschaftlichen Abteilung der Universitaet und
besprechen sich mit ihnen die Beziehungen zwischen Arbeiterschaft und Unternehmern.
Ausserdem beteiligen sie sich an Rundfunkdiskussionen ueber sehnliche Fragen.
Die Entscheidungen der Gewerkschaften, erklaerte Professor Healy, gewinnen
sowohl im oertlichen als auch im gesamtamerikanischen Rahmen immer staerkeren
Einfluss auf Wirtschaft und Gesetzgebung. Darum will die Harvard Universitaet
befaehigten Gewerkschaftsfuehrern die Mittel in die Hand geben, mit denen sie
die zahlreichen Probleme der heutigen Geweric Schaftsbewegung bewaeltigen koennen.
Die Kurse dauerten anfangs neun Monate, wurden aber dann auf 13 Wochen
verkuerzt, um auch solchen Funktionaeren, die nicht 9 Monate lang von ihren Arbeitsplaetzen fernbleiben koennen, die Teilnahme zu ermoeglichen.
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�Nach Professor Healys Ansicht wird sich die Teilnehmerzahl in diesem Jahr
bedeutend erhoehen, denn bis Anfang Februar waren schon 65 Funktionaere von
ihren Gewerkschaften nach Harvard geschickt werden.
"Amerika Dienst" 4. Maerz 1949
DAS LEBENSMITTELPROBLEM DER WELT
Kann sich die Welt selbst ernaehren. - Beamte der Forschungsabteilung des
Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten glauben, fuer diese Frage
eine bejahende Antwort gefunden zu haben.
In einem kuerzlichen Forschungsbericht haben Wissenschaftler zum Ausdruck
gebracht, dass dieses Problem einer gut ernaehrten Welt in 2 Phasen zerfaellt.
1. Die Frage der natuerlichen Hilfsquellen und 2. ein angemessenes System fuer
Planung, Produktionsabsatz und Transportmittel. Ausserdem kommt noch die
Durchfuehrung und Finanzierung eines so riesengrossen Unternehmens hinzu.
In den meisten Laendern herrscht Mangel
Vor dem Kriege gab es etwa nur ein Dutzend Laender, die eine ziemlich gute
Ernaehrung hatten. Dies waren; Nordamerika, Grossbritannien, Canada, Australien, Neuseeland, Holland, Daenemark, Schweden, Deutachland, Argentinien,
Uruguay, Norwegen, die Schweiz und wahrscheinlich auch Finnland. Aber selbst
in diesen Laendern war die Ernaehrung sehr unterschiedlich. In anderen Laendern
der Welt war aber die Lage kritischer, wo mehr als die Haelfte der Bevoelkerung
der Welt lebte. Die Haelfte der Bevoelkerung der Welt erhielt im Jahre 1939
weniger als 2250 Kalorien am Tage und weite Bevoelkerungskreise mancher Nationen
bekamen weniger als 1000 Kalorien. Das bedeutet ein langsames Verhungern, und
um die Welt hinreichend ernaebren zu koennen, so heisst es in dem Bericht,
muessen die Weltproduzenten fuer mehr als die Haelfte der Bevoelkerung der Welt
fuer eine starke Kalorienerhoehung sorgen« sie muessen mehr Kalorien durch Produktion hochwertiger Nahrungsmittel schaffen, wie Fleisch, Milch, Gemuese, Eier,
und Fisch, und sie muessen diese Lebensmittel in solchen Mengen liefern, damit
die Bevoelkerung ansteigt. Waehrend der letzten zehn Jahre ist die Zahl der
Bevoelkerung um 7* gestiegen und ein weiteres Ansteigen ist sicher.
Die Organisation fuer Ernaehrung und Landwirtschaft hat die Vermehrung der
Lebensmittelerzeugung errechnet, die notwendig sein wird, um die Welt bis
i960 hinreichend zu ernaehren, wobei man der bis dahin erwarteten Bevoelkerungsvermehrung Rechnung tragen muss. Bei Obst und Gemuese muss die Erzeugung in
der ganzen Welt um 163* ueber den Durchschnitt von 1936-1939 hinaus erhoeht
werden, und bei Milch wird die doppelte Menge der Erzeugung notwendig sein*
Die Erzeugung muss ferner gehoben werden bei« Erbsen und Bohnen (80&amp;), Fleisch
(56*), Fett (34*), Kartoffeln und Rueben (27*), Naehrmittel (21*), und Zucker
(12*).
Wieviel ist moeglich
Ist es vom natuerlichen Standpunkt aus moeglich, die Lebensmittelerzeugung
der Welt um soviel zu erhoehen, dass die Bevoelkerung in der Welt nicht nur
genug zu essen, sondern auch die richtige Qualitaet bekommt. Die Wissenschaftler
in der Landwirtschaft sagen; "Ja". Sie sagen, es gibt 2 Wege, um diese enorme
Erhoehung in der Lebensmittelerzeugung zu verwirklichen
indem man mehr
Land bestelle und groessere Ertraege von dem bereits bebauten erzielt« sie haaen
auch schon errechnet, wie man beides verwirklichen kann.
Das Landwirtschaftsministerium hat Untersuchungen ueber den bestellten
Boden auf der Erde angestellt. Die Haelfte des Gebietes in der Welt kann nicht

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�bestellt werden. Riesige Gebiete unentwickelten Landes gibt es an 2 Stellen in
der ?.Telt - noerdlich der gemaessigten Zonen Canadas, in der Sowjetunion, und
suedlich der gemaessigten Zone in den 'Eropen Afrikas, Mittel- und Suedamerikas,
Suedostasiens und der tropischen Inseln.
Die Moeglichkeiten, die Lebensmittelerzeugung auf bereits bebautem Boden
zu erhoehen, koennen leicht durch eine Pruefung der Veraenderungen bezeugt
werden, die in der Landwirtschaft Amerikas durch die Anwendung moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse vorgenommen wurden. In den letzten 20 Jahren stieg
der Maisertrag pro acre (-etwa 40,5 a) in den Vereinigten Staaten um 37?, Weizen
um etwa 20?, Baumwolle um fast 60?, Kartoffeln um etwa 65?, Sojabohnen um etwa
58? und Hafer um etwa 20?
Im Jahre 1820 konnte ein Landarbeiter genuegend Nahrungsmittel fuer etwa
4 Menschen anbauen, wenner weniger Stunden arbeitete, heute kann 1 Mann Nahrungsmittel fuer weitere 14 Menschen anbauen. Seit 1939 hat sich der Ertrag pro
Landarbeiter um einige 40? erhoeht.
Der Bauer mus3 geschult werden
Diesen Schaetzungen zufolge kann eine hinreichende und richtige Ernaehrung
fuer alle Menschen auf der Erde zur Wirklichkeit werden. Eine Schwierigkeit
besteht aber noch in der Schulung der Bauern in der ganzen Welt zu dem Zweck,
dass sie diese ergiebigeren Ernten hervorbringen. Ein gruendlich und gewissenhaft ausgearbeitetes System landwirtschaftlicher Versuchsstationen, ein Propagandadienst, Landwirtschaftsschulen, viele Farmorganisationen stattlichen und
lokalen Charakters sind noetig,gewesen, um die Bauern mit besseren Bewirtschaftungsmethoden bekanntzumachen.
Die Aufgabe wird dadurch noch um ein Vielfaches groesser, dass man das
Informationsmaterial den Farmern in den weniger entwickelten Gebieten zukommen
lassen muss. Jedenfalls ist der Anfang gemacht, doch die noch zu beseitigenden Aufgaben sind enorm, wenn die fuehrenden Maenner der Welt ishc wirklich
ernstlich mit der Aufgabe beschaeftigen, den Hunger zu beseitigen.
"Overseas American News Service" 8. Maerz 1949
WIE DER DURCHSCHNITTLICHE AMERIKANISCHE EISENBAHNARBEITER LEBT
Im Jahre 1917 erhielt ein Lokomotivfuehrer bei 8stuendiger Arbeitszeit
einen Lohn in Hoehe von 14.20 pro Tag. Sein Durchschnittslohn pro Tag betraegt
heute bei gleicher Arbeit $13.57. Heute aber erhält er fuer Ueberstunden d ö 3
Anderthalbfache und 6? seiner Bezuege (wozu noch weitere 6$ vom Arbeitgeber
kommen) werden in einen Pensionsfonds eingezahlt, der den Beguenstigten nach
seinem Tode mit 4? Zinsen zurueckgezahlt wird.
Gewoehnlich hat der amerikanische Lokomotivfuehrer 2 Kinder, die eine
hoehere Schule absolviert haben. Er hat sein eigene« Heim mit automatischer Gefrier- und Heizanlage) besitzt ein Auto, hat Ersparnisse auf der Bank und sieht
seiner Pensionierung mit 65 Jahren entgegen, waehrend welcher Zeit er dann monatlich eine Zuwendung in Hoehe von $144 erhaelt. Dieser Betrag wird ihm monatlich per Scheck von der Regierung zugestellt, denn die Regierung ist der Verwalter des Pensionsfonds.
Der amerikanische Lokomotivfuehrer hat jedes Jahr einen 7tae§igen bezahlten
Urlaub. Er erhaelt Kranken-und Erwerblosen-Unterstuetzung in Hoehe von $1.75 $5.00 pro Tag, und zwar 130 Tage lang, wenner von seinem Arbeitgeber entlassen
wird. Nach lOjaehriger Taetigkeit kann er sich mit steigenden Zuwendungen zur
Ruhe setzen, wenn er gaenzlich dienstuntauglich geworden ist. Wenn er beruflich
behindert ist, um seine regelmaessige Arbeit zu leisten, dann kann er sich nach
20 jaehriger Taetigkeit mit voller Pension zur Ruhe setzen, selbst wenn er noch
-

15

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�irgend eine andere Arbeit tun kann. Er braucht dann nichts in seinen Krankenund Erwerbslosen-^er Sicherungsfonds zu zahlen. F a l l s der Arbeiter s t i r b t ,
e r h a e l t seine Witwe, sobald s i e 65 Jahre a l t geworden i s t , seine Pension.
Die Kinder der Lokomotivfuehrer haben im Durchschnitt ausserordentliche
Bildungsmoeglichkeiten. Viele werden Sechtsanwaelte, Aerzte, Musiker oder
Facharbeiter. Hauptmann Jimmy Gallagher, der vor kurzem mit einem Bomber einen
Nonstop-Flug um d i e Welt a n t r a t , i s t der Sohn eines Lokoraotivfuehrers. Viele
Lokomotivfuehrer haben Jura, Buchhaltung und andere Spezialfaecher s t u d i e r t .
Manche sind hervorragende Euender des Evangeliums.
"Overseas American News Service" 12. Maerz 1%9
EINE MORDGESCHICHTE
Die vom Zentralkomitee der Kommunistischen P a r t e i i n Moskau herausgegebene
Z e i t s c h r i f t "Bolschewik" veroeffentlichte folgende beunruhigende kleine Notiz:
"Nach Angaben des Amerikanischen I n s t i t u t s fuer Kriminologie", so b e r i c h t e t das
B l a t t , "wird a l l e 5 Minuten und 7 Sekunden in Los Angeles ein Mord begangen."
Das bedeutet 270 Morde am Tage und f a s t 100.000 Morde im Jahr; das waere
ein Rekord ohne gleichen fuer diese Stadt, die so gern Rekorde b r i c h t . Da
Los Angeles eine Bevoelkerung von etwa 1.800.000 Menschen hat, wuerde dies b e deuten, dass die Stadt in 18 Jahren vollkommen entvoelkert sein wuerde. Aber
der Kniff bei der Sache i s t der, dass das Amerikanische I n s t i t u t fuer Kriminologie wieder einmal eine jener kommunistischen Gruppen zu sein scheint.
"The New Leader" 5 . Maerz 1949.

-

Manpower Division
OMGDS, APO 742

CtWUS, 9-lCftl, L*MB, Her U9, Kl C

16 -

OFFICLAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEH
Die folgenden Artikel «teilen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden* Anf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet,
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 8

Berlin, 15. April

1%9

BEISPIELE FUER DIE GE'.'ERKBCHAFTL ICHE HANDLUNGSIVEISE
VERSCHIEDENER NATIONEN
P r o f e s s o y Adolf Sturmthal vom Bard C o l l e g e , New York, h a t vor kurzem e i n e n
a u f s c h l u s s r e i c h e n V e r g l e i c h zwischen der Handlungsweise der Gewerkschaften v e r s c h i e d e n e r w e s t l i c h e r Laender gezogen, Der A r t i k e l i s t zu l a n g , um h i e r ganz
wiedergegeben zu werden, a b e r die nachstehend aufgefuehrten Saetze geben 1-rofess o r S t u r m t h a l s Auffassungen und Ansichten ueber d i e s e s Thema w i e d e r .
Warum v e r h a l t e n s i c h d i e Gewerkschaften in den verschiedenen Laendern auf
u n t e r s c h i e d l i c h e . c t . Um es kurz zu machen, d i e Gewerkschaft in einem Lande i s t
das i r o d u k t v e r s c h i e d e n e r F a k t o r e n , d i e d e r Bevoelkerung d o r t e i g e n t u e m l i c h s i n d .
Die h i s t o r i s c h e n , w i r t s c h a f t l i c h e n , s o z i a l e n und anderen F a k t o r e n sind in jedem
Lande v e r s c h i e d e n . E r l a e u t e r u n g e n zu der E i g e n a r t der g e w e r k s c h a f t l i c h e n Haltung
i n einem Lande koennen nur t e i l w e i s e das g e w e r k s c h a f t l i c h e V e r h a l t e n in einem
anderen Lande d a r l e g e n .
Die f r a n z o e s i s c h e n Gewerkschaften haben L o k a l t r a d i t i o n
E i n e r der a u g e n f a e l l i g e n U n t e r s c h i e d e i n der g e w e r k s c h a f t l i c h e n Haltung in
v e r s c h i e d e n e n Laendern b e s t e h t i n den Organisationsmethoden. Die S t r e i t f r a g e ;
G e s a m t i n d u s t r i e l l e Verhandlungen c o n t r a Einzelfirmenverhandlungen und L o k a l v e r h a n d l u n g e n . . . . i s t i n w e i t e n Kreisen e r o e r t e r t worden
Aber um r i c h t i g v e r s t a n d e n zu werden, muessen d i e s e verschiedenen LIethoden der K o l l e k t i v v e r h a n d l u n g e n
im Zusammenhang mit der S t r u k t u r d e r Gewerkschaft gesehen werden.
Ein Extrem f i n d e t man b e i den f r a n z o e s i s c h e n Gewerkschaften. In dem .Masse,
wie e i n K o l l e k t i w e r t r a g s v e r f a h r e n ueberhaupt i n F r a n k r e i c h i n der .ieit zwischen
den b e i d e n .Weltkriegen e x i s t i e r t e , war e s h a u p t s a e c h l i c h e i n Einzelfirmen - oder
hoechstens e i n B e z i r k s - o d e r Gebietsabkommen. Das war aber durchaus n i c h t im
Sinne der G e w e r k s c h a f t s f ü h r e r , noch war e s d a s Ergebnis der l o k a l b e s c h r a e n k t e n
K a e r k t e , denn, s o b a l d der Sieg der Volksfront d i e Gewerl:schaft3fuehrer w i r k l i c h in
d i e Lage v e r s e t z t e , d i e Gesetzgebung zu b e e i n f l u s s e n , (durch das Gesetz vom ?A.
J u n i 1936; b o t s i c h ihnen d i e ? : o e g l i c h k e i t , d i e Verhandlungsabkommen a u s z u w e i t e n .
Nach diesem Gesetz koennten d i e abkommen durch I.'asnnahmen des Arbeitsmii, i s t e r s
" i n e i n wahres Gesetzbuch abgeaendert './erden, das fuer die gesamte I n d u s t r i e e i n e s
bestimmten G e b i e t s v e r b i n d l i c h i s t " , '.'.'enn d i e Vertragsabkommen l o k a l e n Charakter
h a t t e n , dann war d i e s h a u p t s a e c h l i c h deswegen der F a l l , w a l l der 'chv.-errunkt
der f r a n z o e s i s c h e n Arbeiterbewegung b e i der o e r t l i c h e n Qaw x'.cschaft lr;g, und
g r o e s s t e n t e i l s b e i d e r O r g a n i s a t i o n des Departments oder i r o v i n z . Die F o b r i k s gewerkschaft war e i n e f a s t vollkommen autonome Gruppe. l.eon Jouhaux h a t das so
-

1

-

�ausgedrueckt: "Entgegen dem, wie es in anderen Laendern gehandhabt wird, ist die
Confederation Generale du Travail (CGT) nicht zentralisiert und weist auch keine
Tendenzen in dieser Richtung auf
Es ist somit eines der unterschiedlichsten
Merkmale des Gewerkschaftswesens in diesem lande, dass die Organisationsformen
so vielgestaltig sind
"
Mit anderen Porten: die organisatorische Disziplin besteht in erster Linie
bei den Ortsgewerkschaften. Vfollte man zu sehr auf eine Landes-Führerschaft
VJert legen, dann waere dies nicht mit den Neigungen des franzoesischen Arbeiters
vereinbar, so sehr auch Landesabkommen - wirtschaftlich gesehen - wuenschenswert
waeren. Es ist nicht wirtschaftliche Vernunftmaessigkeit, sondern vielmehr der
nationale Charakter des Verhaltens, der diese Aspekte der Gewerkschaftsstrategie
erklaert
Der Mangel an Streikfonds zwang die Gewerkschaften, auf schnelle Siege hinzuarbeiten. Die Streiks mussten, wenn sie Erfolg haben sollten, rasch gefuehrt
werden, ohne lange Beratungs- und Verhandlungsepisoden. Der Ueberraschungsfaktor
war der Eckpfeiler der französischen Streikstrategie, denn, wenn der Gegner durch
eine rechtzeitige 'Tarnung von einer bevorstehenden Lohnforderung informiert war,
dann würde er in der Lage sein, sich auf den Konflikt einzurichten und ihn in
die Laenge zu ziehen. Ohne Gelder wuerde die Gewerkschaft nicht in der Lage sein,
einen langen Streik durchzufuehren. Das Ueberraschungsmoment war von einer
aeusserst wichtigen Bedeutung, und nur diejenigen, die zuerst an Ort und Stelle
waren, konnten ueber das geeignete Moment zur Einleitung eines Angriffs entscheiden.
Die schwedischen Gewerkschaften haben eine
Tradition der Zentralisierung
"Auf der anderen Seite der '.Vagschale sind die schwedischen Gewerkschaften.
Abkonsnen, die die gesamte Industrie erfassen, sind hier die Regel. Landesgewerkschaftszentralen und der entsprechende Arbeitgeberverband (gleichfalls als Landesvereinigung gebildet) kommen zusammen und legen in etwa UO Industrieabkomnen,
die fuer das ganze Land gelten, die Lohntabellen und andere ArbeitsvorSchriften
fuer die meisten Industrieangestellten des Landes fest. Dieses System ist bei
manchen Industrien auf Ersuchen der Arbeitgeber, haeufiger auf Verlangen der
Gewerkschaften, eingefuehrt worden, und zwar bereits 1905, besonders oft aber um
1909.
Offenbar schwaecht aber ein System dieser Art die Bedeutung der oertlichen
Gewerkschaft ab. Die Tendenz zur Zentralisierung wird durch ein stark zentralisiertes Unterstuetzungssystem gestaerkt. In den Statuten heisst es;
"Die Ortsgruppe, die die Absicht hat, eine Lohnbewegung in die Wege zu
leiten, muss die Gewerkschaftsexekutive rechtzeitig davon in Kenntnis
setzen, b,ei der sie zwecks Genehmigung, die Forderungen, die sie den Arbeitgebern vorlegen will, einreichen muss. Um die Einheitlichkeit so weit wie
moeglich zu wahren, haben die Gewerkschaftsexekutiven auch das Recht die
Entwuerfe zu den Lohnabkommen usw., die von den Ortsgruppen eingereicht
werden, abzuaendern. Die Ortsgruppen koennen ohne die Zustimmung der Gewerkschaftsexekutive keinen Streik oder keine Sperre durchfuehren, und in
der .cegel muessen sie erst die Genehmigung der Gewerkschaft haben, bevor sie
mit den Arbeitgebern ein Abkommen treffen. Wenn eine Lohnbewegung eingeleitet worden ist, bevor die Gewerkschaftsexekutive die Moeglichkeit gehabt hat,
die Forderungen der Ortsgruppe zu pruefen, dann laeuft die Ortsgruppe das Risiko,
dass ihr im Kotfall jede Hilfe verweigert wird. Wenn eine Ortsgruppe einen Streik
oder eine Sperre proklamiert, oder wenn sie zu irgend einem anderen Mittel greift,

2

�ohne vorher die Billigung der Gewerkschaftsexekutive eingeholt zu haben, dann
begibt sie sich ihres Rechts bzw. Anspruchs auf finanzielle Unterstuetzung aus der
Gewerkschaftskasae."
Der Kontrast zwischen dem ordentlichen, etwas buerokratischen Verfahren der
schwedischen Arbeiterschaft und dem nahezu anarchistischen und individualistischen,
fast vollkommen ungeregelten Vorgehen der Franzosen ist ueberraschend
Konkurrenz und Gewerkschaftsdifferenzen
"Diese Unterschiede koennen wohl am deutlichsten durch Hinweis auf ein besonderes Problem demonstriert werden, naemlich auf das der gewerkschaftlichen
Lohnpolitik, sobald Vollbeschaeftigung vorliegt. Die grundlegende theoretische
Streitfrage ist wie folgt ausgedrueckt worden: Es gibt in der Industrie oder im
Gewerbe ein Niveau an Beschaeftigungslosigkeit, ueber das hinaus die Lohnsaetze
eine fallende Tendenz aufweisen
Das ist das Knochengeruest einer abstrakten Analyse» das mit dem Fleische
realistischer Krwaegungen umkleidet werden muss, wenn es sich auf das Verstaendnis der aktuellen Probleme und der Lenkung der Politik anwenden lassen soll. Die
Existenz gelenkter Lohnstrukturen gestattet Erhoehungen des Verdienstes, waehrend
andererseits die "besonders ansteckenden" Erhoehungen der planmaessigen Lohnsätze
vermieden werden
I'it ein Grund fuer die Ausdehnung der Erhoehungen planmaessiger Lohnsaetze
ist die Konkurrenz unter den Gewerkschaftsfuehrern. In den Vereinigten Staaten
ist eine solche Konkurrenz akut,» und sie erstreckt sich mehr auf die grundlegenden Lohnsaetze als auf irgend ein anderes Clement der Lohnverhandlung, besonders
auf das Steigerungsmass des Lohnsatzes.
Eine solche Konkurrenz fehlt wahrscheinlich nirgends ganz, aber wer die europaeischen Arbeiterbewegungen studiert, wird sie in einer ganz verschiedenartigen
Form und Fassung feststellen*
Auf den ersten Blick mag es den Anschein haben, dass in den meisten Ländern
des Kontinents die Bedingungen fuer eine Konkurrenzkampf zwischen den Gewerkschaften besonders guenstig sind: Die Arbeiterbewegungen sind in 2, 3 oder sogar mehr
konkurrierende politisch-industrielle Organisationen gespalten. Abgesehen von
einer Zahl besonderer Faelle waren die sogenannten "freien"(d.h. die von den
Sozialisten gefuehrten) Gewerkschaften jedoch waehrend der Zeit, die zwischen den
beiden Kriegen lag, so vorherrschend, dass die Konkurrenz zwischen den Gewerkschaften nur eine verhaeltnismaessig unwichtige Rolle spielte. So hatten die "freien"
Gewerkschaften in Skandinavien, in Deutschland und in Oesterreich von der Konkurrenz anderer Gewerkschaften wenig zu fuerchten, besonders in den Berufen der Arbeiterklasse, obwohl die Lage in den sogenannten "Stehkragen"- Berufen fuer die
"freien" Gewerkschaften weniger guenstig war. Stattdessen erwies sich eine andere
Art von Konkurrenz als ungeheur wichtig - der Kampf innerhalb der Gewerkschaft,
der um die Fuehrung der Gewerkschaften, und zwar hauptsaechlich zwischen den
Sozialisten und Kommunisten, ausgetragen wurde. In einem Lande nach dem anderen,
von Lohnkonflikt zu Lohnkonflikt ergab sich immer die gleiche Lage: Die Fuehrer
der Gewerkschaft wuerden Lohnforderungen stellen, nur um dann auf eine Opposition
innerhalb der Gewerkschaft zu stossen, die von einer anderen Politischen Farbe
war, und die dann viel hoehere Lohnforderungen stellte. Nur vrenige Gewerkschaf tsfuehrer •.varer. stark cenug um es sich leisten zu koennen, diese Art von Konkurrenz
zu ignorieren. Diese Konkurrenz muss mit unter die Faktoren eingereiht Verden,
die die Gefahr einer inflationistischen Entwicklung bei nornaler Vollbeschaeftigung beeinflussen."

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3 -

�Die europaeiachen Gewerkschaften sind klassenbewusst
"Diese Art Konkurrenz ist im wesentlichen vielmehr politischer Natur als eine
Frage persoenlicher Rivalitaet, wie sie fuer die Vereinigten Staaten so charakteristisch ist. Erfolge oder Fehlschlaege einer Gewerkschaft sind mehr einer politischen
Philosophie zuzuschreiben als den persoenlichen Qualitaeten ihrer Fuehrerschaft. Bei
Fabrikwahlen bewirkt der Gebrauch von Kandidatenlisten im Zusammenhang mit einem
System der anteilmaessigen Vertretung, dass sich der Kampf mehr auf politische Prinzipien als auf Personen konzentriert. Der Arbeiter stimmt fuer die "sozialistische",
die "revolutionaere" die "katholische" Liste usw., oft ohne dass ihm die Narren der
Kandidaten bekannt sind, und ohne dass es ihm gewoehnlich gestattet ist, die Namen
verschiedener Listen zusammenzustellen. Der Nachdruckt den man auf Personen und die
individuellen Faehigkeiten und Taetigkeit legt, wie dies in den Vereinigten Staaten
so weit verbreitet ist - John L. Lewis ist dafuer ein hervorragendes Beispiel - ist
mit dem Geiste der meisten kontinentalen Bewegungen unvereinbar. Wo in den Vereinigten Staaten eine Oligarchie (Herrschaft von wenigen) besteht, innerhalb welcher
staendig Rivalitaet herrscht, da besteht in vielen europaeischen Arbeiterbewegungen
eine Pyramide nach Rang und Ordnung, und so gut aufgebaut, dass einzelne Elemente
in ihr nur mit der gesamten Struktur aufsteigen oder absteigen koennen.
Man sollte nun aber nicht annehmen, dass dies nun das gleiche waere wie eine
amerikanische "Maschine" unter einer schuetzenden politischen Faertaung, denn es
besteht in den meisten Laendern des europaeischen Kontinents von Gewerkschaft zu
Gewerkschaft eine politische Solidaritaet, die die Grenzen des Handwerks oder des
Industriezweigs ueberschreitet. In ihrem Streik verlaesst sich die franzoesische
Lokalgewerkschaft auf die Unterstuetzung der Arbeit'er in jedem Teile Frankreichs
und in Jedem Gewerbe. Es muss ihr daher gelingen, ihre Forderungen vor ihrem
Kollegen in anderen Teilen des Landes und in anderen Gewerbe- und Industriezweigen
zu rechtfertigen. Anstatt mit dem Fortschritt anderer Gewerkschaften zu konkurrieren, scheint die von einer Lokalgewerkschaft unternommene Offensive eine Aktion zu
sein, die im Interesse aller unternommen wird, und die einen oeffnenden Keil in die
feindliche Front der Arbeitgeber treibt.
Die Klassensolidaxitaet verdraengt in hohem Masse den Konkurrenzgeist. Lohnvorteile, die eine Gewerkschaft erreicht hat, ebnen so den Weg fuer sehnliche Lohnbewegungen seitens anderer Gewerkschaften, nicht, weil sie miteinander konkurrieren,
sondern weil vielmehr eine von einer Gruppe gewonnene Schlacht, seitens der Arbeitgeber wie auch der Gewerkschaften, als eine Entscheidung angesehen werden kann, die
Einfluss auf die Lage aller Arbeitergruppen haben kann. Deswegen unternimmt die
einzelne Gewerkschaft in manchen Laendern selten groessese Aktionen, ohne sich
vorher mit anderen Gewerkschaften beraten zu haben. In einigen Laendern wird
nicht nur eine Beratung, sondern ein formelles Zugestaendnis der Landesgewerkschaftszentrale, oder wenigstens aller Gewerkschaften mit den gleichen politischen Anschauungen verlangt. In diesem Falle kann die Klassensolidaritaet auch als Bremse bei
gruppenweisen Lohnforderungen dienen, die nicht auf einer bestimmten Linie liegen
und deutlich inflationistische V/irkung haben."
Differenzen innerhalb der amerikanischen Arbeiterkoerperschaften
"Diese sind mehr als blosse statutenmaessige Abkommen. Sie repraesentieren
verschiedene Arten oder Methoden, wie man die Gewerkschaftsprobleme ansehen kann,
verschieden von denen der Vereinigten Staaten und selbst Grossbritanniens. In
den Vereinigten Staaten entwickelten sich zwar Arten von Lohnerhoehungen waehrend
des Krieges, und der Exekutivrat des CIO bespricht die allgemeine Gewerkschaftsstrategie in beratender Form. Dies stellt einen hoeheren Grad der Zentralisierung
dar, als er in der A F L existiert. Diese Zentralisierung ist der Tatsache zugeschrieben worden, dass einige der groe.sten CIO-Organisationen von oben herunter

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�geschaffen wurden, und somit vom CIO abhaengig waren. Es wurde jedoch behauptet,
dass eine solche Situation nur solange andauern wuerde, bis es diesen Gewerkschaften moeglich sein wuerde, auf eigenen Fuessen zu stehen. Die Regriffe der Dezentralisierung und des Freiwilligkeitsprinzips der AFL-Art werden augenscheinlich
als einen Teil der amerikanischen Anschauungen angesehen. Zur -Srlaeuterung dieses
Denkens ist es vielleicht bezeichnend, dass Woodruff Randolph, der Praesident des
Internationalen Buchdrucker-Verbandes (I.T,U.) mit Entsetzen den Vorschlag eines
Arbeitgebers ablehnte, einen strittigen Punkt bei den Verhandlungen zwischen dem
I.T.U. und dem Arbeitgeber vom Exekutivrat des Chicagoer Gewerkschaftsbundes entscheiden zu lassen. Der Vertreter des Arbeitgebers war der Meinung, dass solch
ein "unerhoertes und beispielloses" Angebot ein gewaltiges Entgegenkommen seinerseits waere. Randolph aeusserte sich jedoch dazu rueckhaltlos wie folgt:"Jedesmal
wenn wir es zulassen wuerden, dass der Chicagoer Gewerkschaftsbund oder selbst die
AFL auch nur einen noch so kleinen Konflikt des I.T.U. entscheidet, wuerde an der
Zeit sein, dass ich voller Scham meinen Kopf senke."
Die feste Ablehnung der britischen Gewerkschaften, es dem Gewerkschaftsbund
zu gestatten, eine "Lohnpolitik" zu haben, obwohl die verschiedenen angeschlossenen
Gewerkschaften zum grossen Teil die Empfehlungen des T.U.C. respektieren, bietet
ein Beispiel fuer eine andere Art von gewerkschaftlicher Einstellung.
Es ist klar, dass jede dieser besonderen Handlungsweisen und Einstellungen
auch verschiedene Badingungen fuer die Gewerkschaftspolitik unter Berücksichtigung
der vollen Beschaeftlgung schaffen. Die Erfahrung in den Vereinigten Staaten
stimmt fast ziemlich mit dieser theoretischen Darlegung ueberein und hat die inflationistischen Auswirkungen auf die Lohnsaetze fuer das gehobene lersonal demonstriert.
Aber nach der schwedischen Konzeption ist das Problem verschieden, wonach die Frage
der Vermeidung inflationistischer Entwicklungen hauptsaechlich ein internes Problem
der Gewerkschaftsbewegung dars-teLlt. Bedingte und wichtige Lohnaenderungen werden
innerhalb der Gewerkschaftsbewegung geklaert. Jede Gruppe Arbeiter bringt ihre
Forderungen vor ein Gericht, das sich aus Maennern ihresgleichen zusammensetzt,
damit diese sie gutheissen, bevor die Forderungen an die Arbeitgeber herangetragen
werden."
Vertraege, Beitraege und SeibstverSicherung
Amerikanische Gewerkschaftler, die mit der Lage der europaeischen .orbeiterschaft
einigermassen vertraut sind, weisen ahaeufig daraufhin, wie doch trotz aller ideologischen Unterschiede, die Praktiken der europaeischen Gewerkschaften sehnlich sind.
In dieser Erklaerung steckt viel Wahrheit, wenn man aber die Unterschiede ignorieren wuerde, so wuerde dies bedeuten, dass man den Schluessel zu einem Verstaendnis
einer grossen Zahl eigentümlicher Charakterzuege der Arbeiterschaft auf beiden
Seiten des Ozeans verborgen halten wuerde.
Das Kollektiwerfahren erscheint dem amerikanischen Gewerkschaftler als der
fast selbstverstaendliche Zweck der Gewerkschaften. In der Tat, bevor eine Organisation die Stufe erreicht hat, da sie erfolgreich dss Recht auf Kollektivverhandlungen fuer sich in Anspruch nehmen kann, wuerde der amerikanische Gewerkschaftler (oder der amerikanische Arbeitswirtschaftler/ zoegern, diese Organisation mit
der Bezeichnung "Gewerkschaft" zu beehren. V/aehrend einer langen 3eit in ihrer
Geschichte haben jedoch die franzoesischen Gewerkschaften unter dem Einfluss syndikalistischer Ideen das gesamte Konzept eines geschriebenen Vertrages, in den die
Richtlinien fuer ein Abkommen ueber Loehne und Arbeitsbedingungen niedergelegt sind,
abgelehnt. Ein solches Abkommen, schlössen sie, wuerde dazu neigen, das revolutionaere Bewusstsein der arbeitenden Klasse zu schwaechen, wuerde das nicht zu
rechtfertigende Gefuehl entstehen lassen, dass eine Pause in der unnachgiebigen
Weiterfuehrung des Klassenkampfes eintreten und dadurch der endgueltige Termin fuer
die Befreiung des Proletariats hinausgezoegert werden koennte
S

�Die meisten amerikanischen Gewerkschaftler werden zugeben, dass das ansammeln
beträchtlicher Gewerkschaftsgelder fuer eine erfolgreiche Gewerkschaftsstrategie
hoechst wuenschenswert ist, selbst wenn mancherder erst kuerzlich gegruendeten Gewerkschaften des CIO niedrige Beitraege fordern, was Samuel Gompers in Schrecken
versetzt haette. Die franzoesisehen Gewerkschaften haben jedoch wiederholt ein
Erheben hoher Beitraege im Gewerkschaftswesen abgelehnt und haben ihrer Ueberzeugung darueber Aus,druck verliehen, dass sich in Anbetracht der sich ansammelnden
grossen Geldbestaende innerhalb der Gewerkschaften Charakteristiken und Tendenzen
entwickeln, die sich fuer die wirksame Verteidigung der Interessen der arbeitenden
Klasse unguenstig auswirken. Die Sorge um die finanzielle Stabilitaet wuerde der
Sorge um die Strategie gegenueber den Vorrang einnehmen. Es muesste eine schwerfaeilige Verwaltung eingerichtet werden, die der Gewerkschaft einen buerokratischen
Anstrich geben wuerde, so dass es ihr schwer werden wuerde, sich rasch aendernde
Umstaende und Verhaeltnisse zunutze zu machen.
In einer Anzahl Laender (wie z.B. in den Vereinigten Staaten, in Grossbritannien und in den skandinavischen Laendern) besteht der Rueckhalt der hochentwickelten Gewerkschaften aus einem System der Selb st Versicherung auf dem Gebiete der
Arbeitslosigkeit, der Krankheit uns so weiter
In einigen kontinentalen europaeischen Laendern jedoch hat sich die grosse Mehrheit der Arbeiterorganisationen niemals diese Prinzipien zu eigen gemacht. Es ist ganz klar, dass die Gewerkschaftsstrategie in diesen beiden Gruppen von Laendern verschiedener Art sein werden, und
dass keine Darstellung von der gewerkschaftlichen Haltung zufriedenstellend sein
kann, in der von diesen grundlegenden Fakten der gewerkschaftlichen Organisation
und Ideologie nicht die Rede ist."
Ein Gemisch von Politik und Gewerkschaftswesen
"Im allgemeinen wird da, wo Gewerkschaften von ideologischen Betrachtungen
geleitet werden, besonders, wo sie mit politischen Bewegungen zusamraenhaengen oder
von Fuehrern politischer Parteien gefuehrt werden, die Ortung der Gewerkschaft
von diosen Tatsachen in Mitleidenschaft gezogen. Fast alle groesseren Arbeiterbewegungen des Kontinents sind von Maennern geschaffen worden, dis sich in den Dienst
irgendeiner politischen Idee gestellt hatten, sei es nun marxistischer Sozialismus,
Syndikalismus oder die katholische Sozialphilosophie. Es ist ihnen gelungen, den
Bewegungen das Gepraege ihres Geistes zu geben, so dass es vor dem Zweiten Weltkrieg in Europa kaum eine starke Gewerkschaftsorganisation gab, die nicht irgendwie mit einer der groesseren sozialphilosophischen Richtungen zusammenhing, die die
politischen Parteien Europas beseelten. Welcher Art auch die organisatorischen Beziehungen zwischen Gewerkschaft und Partei sein moegen, so wird doch jede Arbeiterbewegung, die mit einer politischen Organisation verknuepft ist oder von einer politischen Philosophie inspiriert wird, immer in ihren Handlungen von denen des amerikanischen Gewerkschaftswesens im Geschaeftsleben abweichen. Die gewerkschaftlichen Ziele werden vielleicht nur manchmal und bis zu einem gewissen Grade den politischen Srwaegungen untergeordnet. Die franzoesischen Gewerkschaften, die von den
Kommunisten gefuehrt werden, haben 1%5 und 1%6 bewusst im Interesse der allgemeinen kommunistischen Strategie der Zusammenarbeit mit anderen Parteien bei Lohnforderungen kurzgetreten. Offenbar fuerchteten die Gewerkschaften, dass Lohnbewegungen auf grosser Basis das gute Einvernehmen, das zwischen den Kommunisten und anderen
Farteien bestand, trueben koennten, von denen manche sich die Interessen der Arbeitgeber zu eigen machten. Kaum wurde diese Politik aufgegeben, als die von den
Kommunisten gefuehrten Gewerkschaften Lohnforderungen erhoben und einen allgemeten
Streik durchfuehrten, der von den Gewerkschaften unter der sozialistischen Fuehrung
oder der Fuehrung der unpolitischen Force Ouvriere scharf bekaempft wurde.
Aehnlich kann auch die politische Philosophie in der gewerkschaftlichen Akti-

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�vitaet den Ausschlag geben, wenn ein gegebenes gewerkschaftliches Ziel auf verschiedene Art und Weise erreicht werden kann. Der sozialistische Gewerkschaftler
wird mehr die Methoden beguenstigen bei denen die Regierung ein "/ort mitspricht,
ein katholischer Gewerkschaftler wird wohl die Methoden des freiwilligen Abkommens
oder sogar der Selbstbeherrschung vorziehen. Die politische Philosophie kann auch
den Unterschied in der gewerkschaftlichen Haltung gegenueber den privaten und den
verstaatlichten Unternehmen erklaeren, was anscheinend in einer Anzahl europaeischer Laender beobachtet worden ist.
Um die Hitung einer Gewerkschaft zu verstehen, ist es ueberdies nicht genug,
wenn, mand die politische Ideologie der Bewegung oder ihrer politischen Gliederungen kennt, denn im Verlauf ihres Aufstieges von Sekten ergebener Fanatiker, zu
grossen Volksbewegungen haben die politischen Parteien der Arbeiter Europas die
grundlegenden Zuege ihrer nationalen Kultur angenommen. Der deutsche sozialdemokratische Gewerkschaftler wird die gleiche Situation in anderer "/eise auslegen
wie ein englischer Gewerkschaftler, und beide werden in verschiedener ./eise darauf reagieren.
Einer der wichtigsten Punkte, bei dem Ideologien - oder moeglicherweise nationale Traditionen in ideologischer Faerbung - klar die Haltung der Gewerkschaft
beeinflussen, betrifft die Haltung der Gewerkschaft dem Staate gegenueber. Ich
denke natuerlich hierbei an die Unterschiede in der Auffassung der amerikanischen
Gewerkschaften und der "freien" Gewerkschaften in Suropa darueber, ob es erwuenscht erscheint, gewisse Industrien zu verstaatlichen. Allein die Erfahrung
wird einen abschliessenden Beweis dafuer fuehren koennen, ob die augenblickliche
Haltung der Gewerkschaften in verstaatlichten Industrien auf die Dauer gleichmaeesig verschieden sein wird von ihrer Haltung in privaten Unternehmen. Auf
Jeden Fall ist die Tatsache, dass irgendeine Form der erstaatlichung da3 festumrissene Endziel der "freien" Gewerkschaften in den meisten kontinentalen Laendern
bildet, nicht ohne Bedeutung."
Ein Unterschied zwischen den englischen und
den deutschen Gewerka chaften
"Abgesehen davon schwankt die Rolle, die dem Staat innerhalb der Beziehungen zwi
zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zufaellt, innerhalb des Rahmens der kapitalistischen Gesellschaft von ^and zu Land bedeutend. Traditionsgemaess haben die
englischen Gewerks chaf ten ein gewisses Widerstreben an den Tag gelegt, dem Staat
zu gestatten, in demselben Masse bei der Bestimmung der Arbeitsbedingungen mitzuwirken, wie viele Gewerkschaften des Kontinents seine Intervention gesucht haben.
So aehnelte also die Rolle, die die Britische Regierung bei der Beilegung von
industriellen Streitfragen im Frieden spielte, mehr derjenigen der amerikanischen
als der der deutschen Regierung.
Es ist vielleicht von Nutzen, wenn man kurz einmal die Unterschiede in der
Haltung der englischen und der deutschen Gewerkschaften beim obligatorischen
3 Chi edverfahren behandelt.
V/aehrend des ersten Weltkrieges akzeptierten die meisten Gewerkschaften nach
einem inoffiziellen Streik der Maschinenarbeiter im Clyde—Gebiet, einem der
groessten Ruestungsproduktionszentren Englands, das obligatorische Schiedsverfahren,
allerdings unter der Bedingung, dass diese Verpflichtung bei Beeidigung des Krieges
aufhoeren sollte. Die Bergleute lehnten das obligatorische Schiedsverfahren (ranz
und gar ab; die Techniker akzeptierten es nur, nachdem ihnen die Regierung garantiert hatte, dass die irofite der Arbeitgeber begrenzt werden sollten. Kurz darauf wurde das obligatorische Schiedsverfahren im Munitions-Gesetz mit bindender
Kraft fuer den Maschinen- und Schiffsbau gesetzlich verankert. Dieses Prinzip
konnte jedoch auch auf irgendwelche kriegswichtigen Industriezweige ausgedehnt
werden. Trotzdem traten die Bergleute in Suedwales in den Streik und streikten

�unter Nichtachtung des Gesetzes auch weiter, als die Regierung das Munitions-Gesetz auf die Kohlengebiete von Suedwales ausdehnte, und blieben in ihrem Kampf
siegreich. Obwohl die meisten Gewerkschaften das Gesetz hinsichtlich des obligatorischen Verfahrens beobachteten, taten sie es doch nur sehr widerstrebend
Ganz anders war jedoch die Haltung der deutschen Gewerkschaften unter der
Weimarer Republik gegenueber dem obligatorischen Schiedsverfahren. Das Kaiserreich
hatte 1916 eine allgemeine Aushebung aller maennlichen Arbeitskraefte eingefuehrt
und sogenannte "Schlichtungsausschuesse" eingesetzt, deren EntScheidungen, wenn
auch nicht dem Gesetz nach, so doch in Wirklichkeit zwangsraaessig waren. Das formale obligatorische Schiedsverfahren wurde von der revolutionaeren Regierung im
Januar 1919 eingefuehrt. Diese Regierung wirde von den sogenannten Mehrheitssozialisten beherrscht, mit der die meisten "freien" Gewerkschaftsfuehrer eng zusammenarbeiteten. Die Verordnung haette nicht ohne die Zustimmung der Gewerkschaften gesetzlich festgelegt werden koennen. In der Tat, alle Proteste, die aus den
Reihen der Arbeiter kamen, bezogen sich mehr auf die Schwierigkeiten, Entscheidungen zu erzwingen als auf das Prinzip, waehrend die Arbeitgeber das ganze System
selbst ablehnten....
Das obligatorische Schiedsverfahren wurde 1923 zu einem Teil der staendigen
Gesetzgebung (zum Unterschied von den Notgesetzen), angeblich, um Kollektivabkommen festzulegen. Die Fiktion wurde so eingefuehrt, dass eine obligatorische
Entscheidung ein Abkommen war, und ein Zwang war moeglich wenn eine industrielle
Streitigkeit die Interessen einer einzelnen Industrie gefaehrdete - nach Ansicht
des Arbeitsministers,-was in der Praxis bedeutete; sobald er es wuenschte.
Solch ein System der "autoritaeten" Lohnregelung stand im Gegensatz zu jedem
Prinzip, dass die deutschen Gewerkschaften vor dem Kriege zu verteidigen vorgaben«
jetzt aber, da das obligatorische Schiedsverfahren festbegruendet war, nahmen es
die Gewerkschaften - ganz im Gegensatz zu ihren englischen Kollegen - mit nur
lauen Protesten auf, ja, wie Paul Umbreit, einer der Gewerkschaftsfuehrer es ausdrueckte, "bis zu einem gewissen Grade guenstig"
Das Ausmass, bis zu welchem diese Haltung die Meinungen und Ueberzeugungen
der Organisation der Arbeiterklasse widerspiegelt, kam zum Ausdruck, als Anton
Erkelenz, der Fuehrer der liberalen Hirsch Dunckerschen Gewerkschaften sich gegen
die "Staatsbuerokratie" wandte; seine eigenen Gewerkschaften, zu einem Bund vereint, erklaerten, dass "man auf obligatorische Entscheidungen nicht verzichten
koenne."
Oktober 1929 machte sich Professor Hugo Sinzheiraer, ein Sozialist und fuehrender Export in der Arbeitsgesetzgebung ueber den Widerstand gegen das obligatorische
Verfahren lustig, den er als "kollektiven Liberalismus" bezeichnete. T.Venn man
darauf verzichtete, dann wuerde dies bedeuten, dass man die Grundlage fuer das
gesamte kollektive Arbeitsgesetz verzichtet."
desamtueberblick
"Die Gebiete und Beispiele, wie sie im Vorhergehenden behandelt und dargelegt wurden, sind jedoch nur fragmentarisch und willkuerlich ausgewaehlt. Trotzdem werden sie hoffentlich die Hauptthesen dieses Artikels wiedergeben, naemlich,
dass es unmoeglich ist, eine Theorie der gewerkschaftlichen Haltung auf einer
folgernden Logik und den traditionellen wirtschaftstheoretischen Voraussetzungen
allein aufzubauen, und dass die gewerkschaftliche Haltung von Land zu Land ziemlichen Schwankungen unterworfen ist, selbst irnerhalb der Grenzen dessen, was man
gewoehnlich als v/estliche Zivilisation zu bezeichnen pflegt, als dass man eine
Studie ueber die verschiedenen nrten der nationalen Haltung erwarten koennte.
Sine rein folgernde Theorie dej Gewerkschaftswesens wuerde sich nach der
Natur der Dinge allgemein anwenden lassen, wenigstens soweit freie Arbeitsmaerkte
-

8

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�existieren. Jedoch wird niemand, der mit den nationalen Arbeiterbewegungen zu
beiden Seiten des atlantischen Ozeans verlernt ist, leugnen wollen, dass - moegen
sie auch noch soviel Gemeinsames aufweisen - die Unterschiede in ihrer Haltung
solcher Art sind, dass eine Prophezeiung oder ein Verstaendnis ohne Hinweis auf
ihre nationalen Charakteristiken unmoeglich ist.
Die wirtschaftliche Vernunftsmaessigkeit nimmt so verschiedene Formen an
oder ist den Gepflogenheiten bzw. Auffassungen der verschiedenen Gebiete unterworfen. Nur eine Kombination der Methoden der Wirtschaftstheorie mit denen der
Soziologie und der modernen kulturellen Anthropologie kann Ergebnisse zeitigen,
die geeignet sind, die grossen Verschiedenartigkelten der Betaetigung der Arbeiterschaft auf weiteren Gebieten verstaendlich machen."
"The Journal of Political
Economy", Dezember 1948.
DER KAMPF DER SCHWEDISCHEN GEfTEBKSCEAFTW
GEGEN DEN KOMMUNISMUS
Wie der amerikanische Korrespondent W.H. Newton berichtet, werden die Kommunisten in Schweden nicht unterdrueckt, sie werden aber staendig und wirksam biossgestellt. InSchweden sind sie - wie ueberall - in den Werkstaetten aktiv und
auch hier "4e ueberall betreiben sie den "Kalten Krieg". Wie ueberall, so versuchen sie auch in Schweden, die Kontrolle ueber die Gewerkschaften an sich zu
bringen. Aber die Schweden verfuegen ueber ein ausgezeichnet organisiertes Verteidigungssyäem.
Im Moment stellt die Verteidigungsorganisation der Gewerkschaften ein
Offensivprogramm dar. Diesmal ist es die kommunistische Partei, die sich in
diesem Kampf um die Kontrolle ueber die Arbeiterschaft in der Defensive befindet.
Sie verliert staendig an Boden.
"Heute wird in Jeder Fabrik in Schweden eine aggressive Kampagne der Organisation und Schulung durchgefuehrt. Die kommunistische Progpaganda wird Satz fuer
Satz zerpfluecktund widerlegt. Anstatt darauf zu warten, dass die Kommunisten
Ihre Propaganda gegen den V/esten entfesseln, um dann lahme Verteidigungen entgegenzusetzen, wird der Angriff von den Antikommunisten gefuehrt.
"Die Kampagne wird aber nicht in den Zeitungen ausgetragen, sondern sie
wird von den Arbeitern selbst gefuehrt, die Hunderte von Flugblaettern und Broschueren herausgeben und vertreiben. Wo eine kommunistische Zelle besteht, gibt
es auch eine antikommunistische. Ein Gewerkschaftsfuehrer gab dem Korrespondenten
folgenden Bericht«
"Wir stossen in den Gewerkschaften auf die Kommunisten und fechten die
Sache aus. Wir informieren die Arbeiter ueber das, was hinter dem "Eisernen
Vorhang" vor sich geht. Wir weisen auf das System der Lohnpolitik hin, das die
Kommunisten in der Tschechoslowakei elngefuehrt hatten. In Jedem Monat geht von
der Gewerkschaftszentrale aus ein Bericht an Jede Fabrik, der die Bezeichnung
"Das Argument" fuehrt. Dieser Bericht gibt Aufschluss ueber die augenblickliche
Stellungnahme der Kommunistischen Partei zu verschiedenen Themen und enthaelt
Angaben, mit denen man die kommunistischen Ansprueche widerlegen kann.
mcir organisieren viele Versammlungen und fordern die Kommunisten innerhalb
der Gewerkschaften zu Debatten heraus. Hinterher entspinnen sich dann Unterhaltungen unter den Arbeitern, wobei sie die Kommunisten dann fragen, warum sie
keine Antwort geben konnten. 7/ir warten nicht darauf, bis die Kommunisten den
Kampf an uns herantragen. Vir tragen ihn selbst an sie heran. Und wir siegen."
"Overseas American News Service"
24. Kaerz 1949

- 9 -

�KKP-ZUWÜNUUNGfflJ P8R 10 JANUAR 1949

Wichtige Punkte aus dem Progranm des Verwaltungsausschusses fuer das EHP (ECA)
1. Die gesamten Zuwendungen am alle Laender bis 10.
Januar 1949 betrugen 4,9 Milliarden Dollar. Darunter fallen sowohl Anleihen wie auch Zuschuesse.
2. Etwa 4 Milliarden Dollar sind fuer Ausgaben vorgesehen,
und von den zu kaufenden Waren sind bereits solche im
Werte von 2,1 Milliarden Dollar geliefert worden.
3. Von den bereits gelieferten Waren kamen 53,5t aus den
Vereinigten Staaten, 24,4» aus Ganada, 7,6£ aus Lateinamerika, 3,8t aus den Marshallplan-Laendern und 5,lt
aus verschiedenen anderen Laendern.
Diejenigen Laender, die Gelder aus dem ECA-Fonds als
Zuschuesse erhalten, erklaeren sich damit einverstanden,
fuer ihren Aufbau eine Summe abzuzweigen, die der Hoehe
des Zuschussbetrages entspricht.
Gegenfonds-Hinterlegungsgelder per 31 Dezember 1948
fuer die beteiligten Laender
Dollar
Gegenwert in
Beteiligtes Land
(in Millionen)
Dollar
Frankreich
368
90 Milliarden Francs
90 Millionen Pfund
Grossbritannien
362
63 Milliarden Lire
Italien
109
189
Millionen Gulden
Niederlande
71
674 Millionen .Schilling
Oesterreich
67
108 Millionen Mark
Bizone (.Deutschland)
54
515 Milliarden Drachmen
Griechenland
52
147 Millionen Kronen
Norwegen
30
135 Millionen Kronen
Daenemark
28
Andere Laender
18
Bericht des Oeffentlichen Beratenden
Ausschusses des SGA, 31.Dezember 1948
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10 -

�DIE DEUTSCHEN, DIE AMERIKA BESUCHEN WERDEN
Allen Lesern der "Internationalen Arbeitsmitteilungen" ist der Plan der
Militärregierung bekannt, wonach deutsche leitende Persoenlichkeiten auf verschiedenen Gebieten fuer 60 bis 90 Tage zu Studien- und Beobachtungszwecken nach den
Vereinigten Staaten geschickt werden. Auf Grund dieses Programms wird die Manpower
Division der Amerikanischen Militaerregierung 80 Deutsche schicken, d.h. etwa 65
als Vertreter der Gewerkschaften und den Rest aus den Arbeitsministerien und als
Vertreter der Arbeitgeber aus der Industrie.
Es ist ebenfalls bekannt, dass die Deutschen aus ihren eigenen Kreisen hierfuer ausgesucht werden, und zwar innerhalb der Gewerkschaften, der Arbeitsrainisterien und der Arbeitgeber-Verbaende. Db Manpower Division sieht es als gegeben
an, dass diese Organisationen ihre Auswahl verantwortlich treffen werden.
Warum soll nun 80 Deutschen aus dem Gewerkschafts- und Arbeitswesen diese
Gelegenheit geboten werden. Etwa die gleiche Anzahl soll wahrscheinlich naechstes
Jahr fahren. Es besteht nicht etwa die Absicht, ihnen eine kostenlose Reise zukommen zu lassen oder sie fuer etwas zu belohnen. Es ist auch nicht beabsichtigt,
dass sie sich nun mit der amerikanischen Auffassung von der Demokratie vollstopfen
und dass fuer alles, was amerikanisch ist, Propaganda machen.
Im Gegenteil. Diese Deutschen gehen als Vertreter ihrer Organisationen und
Abteilungen nach Amerika. Sie reisen nicht zum Vergnuegen, sondern um zu arbeiten.
Es wird ihnen Gelegenheit gegeben, die Vereinigten Staaten zu besuchen, um alles
sehen und hoeren zu koennen. Sie koennen Fragen stellen, soviel sie wollen. Es
wird ihnen keine Tuer verschlossen bleiben. Sie koennen sich somit selbst ein
Bild von allem machen.
Es ist anzunehmen, dass die fuer diese Amerikareisen ausgewaehlten Maenner
und Frauen Menschen sind, die die Faehigkeit haben, Beobachtungen zu machen,
Menschen, die eine gewisse Schulung und Erfahrung haben, so dass sie in der Lage
sind, Fragen zu stellen. Es ist auch anzunehmen, dass es sich hierbei um Menschen handelt, die schwer arbeiten werden, sobald sie in den Vereinigten Staaten
sind, und die ihre Beobachtungen schriftlich niederlegen. Man erwartet, dass sie
dann in der Lage sind, nach ihrer Rueckkehr in Deutschland einen informatorischen
Bericht abzufassen.
Die Manpower Division bittet alle Deutschen, die auf Grund dieses Plans
nach Amerika fahren, Berichte zu schreiben, so dass ihre Organisationen und Abteilungen aus diesen Besuchen Nutzen ziehen koennen. Diese Berichte werden aber
wertlos sein, wenn sie nicht gruendlich und systematisch vorbereitet sind.
In den 60 Tagen werden diese Deutschen Experten nicht genug Zeit haben, um
alles das zu sehen und zu erfahren, was sich auf ihr besonderes Interessengebiet
erstreckt. Aus diesem Grunde hat die Manpower Division bei den Gewerkschaftsbuenden und den Arbeitsministerien angeregt, Plaene ausarbeiten zu lassen. In
diesen Plaenan sollen sie angeben, welche Fragen von ihren Vertretern, die die
Vereinigten Staaten besuchen, studiert werden sollen. Danach sollen sie die
Persoenlichkeiten aussuchen, von denen anzunehmen ist, dass sie diese Aufgabe
erfolgreich loesen.
Ausserdem muessen die Deutschen, die die Vereinigten Staaten als Vertreter
des Arbeitswesens bereisen, damit rechnen, dass ihnen viele Fragen ueber deutsche
Probleme vorgelegt werden, besonders ueber Probleme, die ihre eigenen Organisationen angehen. Wenn jemand aber von seiner Gewerkschaft dazu ausersehen ist»
die Arbeiterbildung und die Schulung der Gewerkschaftsfuehrer *i den Vereinigten
Staaten zu studieren, dann muss man -voraussetzen, dass er auf diesem Gebiete auch
in Deutschland gut Bescheid weiss. Dasselbe trifft auch fuer die anderen Teilnehmer zu, die hinueberfahren, um andere Spezialprobleme zu studieren.
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�Die Deutschen, die aus Arbeit und Industrie nach Amerika reisen, scheinen
obigen Anforderungen zu entsprechen. Nach ihrer Rueckkehr koennen sie sich
dann bei der Planung des Austausch-Programms fuer das naechste Jahr als nuetzlich
erweisen.
POLITISCHE /KTOTTAET EINES STAATLICHEN GEWERKSCHAFTSBUNDES
Nachstehender Artikel ist ein Bericht ueber die Taetigkeit eines der Gewerkschaftsbuende der AFL in einem amerikanischen Staate. Diese Taetigkeit erstreckt
sich auf die Arbeit der Gewerkschaften bei der 1949er Sitzungsperiode der gesetzgebenden Koerperschaft des Staates Idaho.
"Der Gewerkschaftsbund von Idaho berichtet, "dass, alles in allem, die Arbeiterschaft die beste Sitzungsperiode der regierenden Koerpersehaft in der Geschichte unseres Staates erlebte." Die Legislative- in Idaho fuer 1949 hat 6 arbeiterfeindliche Gesetzentwürfe zu Fall gebracht, von denen einer ein Abklatsch
des Taft-Hartley-Gesetzes war. Dies geschah auf die Forderung der organisierten
Arbeiterschaft hin.
"Ausserdem gelang es der Arbeiterschaft, eine staatliche Arbeitskommission
ins Leben zu rufen, ferner ein staatliches Anti-Silikose-Gesetz zum Schutze der
Bergleute zu verbessern, sowie die Unterstuetzungen zur Entschaedigung der Arbeiter um 301 zu erhoehen. In Idaho hat die Arbeiterschaft festgestellt, dass eine
energische politische Taetigkeit wirklich Zinsen traegt - und die Arbeiterschaft
im Staate Idaho hatte wirklich mit die haertesten Kaempfe in der 1948 Kampagne
auszustehen."
League Reporter of Labor's League for Political Education "AFL"
21. Maerz 1949.
-

12

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\

Manpower Division
OMGUS, APO 742

ONOtn. 9-1112, l A o , ipr hl, SJC

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di* folgenden Artikel stellen Austilge au» der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitet« Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden« Auf Wunsch werden diese auch einseinen Interessenten direkt durch die Post »geleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 9

Berlin, 22. April 1949

SIE ENTFLOHEN DER SKLAVEREI IM URANBERGWERK
"Ohne dass man ihm auch nur einen Augenblick Zeit gegoennt haette, von seiner
Familie Abschied zu nehmen oder seine Sachen zu packen, wurde ein junger Deutscher
von einem Polizisten von seiner Arbeitsstelle abgeholt, zum Arbeitsamt gebracht,
aerztlich untersucht und in einen Zug gesteckt, der nach Joachimsthal zu den Uranbergwerken fuhr.
"Dort wurde er Beamten der Sowjetischen Militaerverwaltung uebergeben und
nochmals aerztlich untersucht. Sehr sorgfaeltig war die Untersuchung nicht - von
den 400 Mann, die man mit ihm zusammen per Bahn hierhergebracht hatte, v/urde nur
einer zurueckgestellt, ein junger Kann, der nur einen Arm hatte, wurde ebenfalls
zur Arbeit eingeteilt.
Obwohl er es riskierte, fuer einen Fluchtversuch mit Zwangsarbeit und bei
seiner Wiederfestnahme mit 6 Monaten Gef«engnis bestraft zu werden, entwischte
er den Wachtposten und gelangte in die Britische Zone. Hier erholte er sich in
einem Hospitallager in der Naehe von Hannover von seinen Leiden, als die englische
Gewerkschaftsdelegation, Mr. James Bowman und Mr. Robert '.Villis, die nach Deutschland gekommen waren, sich zu ihm fuehren Hessen, um sich seine Geschichte anzuhoereh.
Das Lager war voll von solchen Fluechtlingen - junge Maenner und Maedchen
unter zwanzig und etwas aelter, die aus der Sowjetzone geflohen waren, weil alle
jungen Leute im Alter von 18 und 25 Jahren auf Anordnung der Sowjetischen Militaerverwaltung gezwungen werden sollten, in den Schaechten zu arbeiten.
"Einmal waehrend der Unterhaltung mit ihnen wurden die jungen Leute unruhig,
weil sie vielleicht vermuteten, dass unsere Fragen den Zweck haben koennten, ihre
Auslieferung an die Ostzone vorzuschlagen oder vorzubereiten. V.'ir zerstreuten
aber ihre Befuerchtungen, die ehrlich und spontan waren," aeusserten sich I.J*.
Bowman und Mr. 7/illis in ihrem Bericht an den Britischen Gewerkschaftsbund.
Ein zartes, schwaches Maedchen war Friseurlehrling gewesen, bis sie im Juli
1948, sobald sie 18 Jahre alt geworden war, ihre Einberufungspapiere bekam. Sie
erzaehlte den englischen Gewerkschaftlern, dass man ihr 3 Tage Zeit gegeben
haette, alle Vorbereitungen zu treffen.
Mit einem in russischer Sprache ausgefertigten Pass, der nur fuer ein eng
begrenztes Gebiet Gueltigkeit hatte und der anstelle ihrer deutschen Ausweispapiere galt, arbeitete sie ueber 2 Monate unter Tage, indem sie Steine schleppte
und schwere Karren zu schieben hatte, wobei sie von Russen und Polen ueberwacht
wurde.
-

1 -

�Fuer die Deutschen, die aus dem V.'esten oder aus Kriegsgefangenenlagern zurueckkehrten, war die Arbeit in den Uranbergwerken die einzige Taetigkeit, die
von den Behoerden der Ostzone sanktioniert wr$rde.
Die Lebensmittelkarten fuer diese zwangsausgehobenen Bergarbeiter wurden
nur fuer Zeitraeume von 10 Tagen ausgegeben, sagten die Fluechtlingen, und die
Rationen waren niedrig.

Diese Tatsache wie auch der Mangel an Entlueftung und

Schutzmassnahmen gegen ünfaelle waren der Grund fuer hohe Unfallziffern, fuer
Hautkrankheiten und andere Leiden.
Desertionen, Krankheit und Ünfaelle forderten ataendig ihren Tribut von
der Sklavenarbeiterbelegschaft in den Urahbergwerken.

Ein Fluechtling erzaehlte

der englischen Delegation, dass, wenn zu Anfang der Woche 100 Maenner und Frauen
ihre Arbeit aufnahmen, gegen Wochenende nur noch 80 - manchmal auch nur noch 50
Leute arbeiteten."
"Labour" Maerz 1&lt;&amp;9.
DIE SKLAVENARBEIT IN RUSSLAND UND DIB SOWJBTSATELLITEN
Die UntersuchungskoBBüision fuer Sklavenarbeit ist eine Organisation, die
in den Vereinigten Staaten gebildet wurde, um Informationsmaterial aus den Berichten ueber Sklavenarbeit in den Konzentrationslagern zu sammeln, die von den kommunistisch gelenkten Laendern hinter dem "Eisernen Vorhang" oder sonst in der Welt
aufrechterhalten werden.

Am 22. Maerz veroeffentlichte die Kommission eine Er-

klaerung ueber ihre vorlaeufigan Untersuchungsergebnisse.

Wir zitieren daraus wie

folgt;
"Die Zwangsarbeit, wie sie in der Sowjetunion und den Satellitenstaaten
existiert, kann nicht mit der Ausbeutung verglichen werden, wie sie irgendwo
anders durchgefuehrt wird.
Erstens wird die Zwangsarbeit in der Sowjetunion und den Satellitenstaaten
vom Staate selbst eingefuehrt und geleitet,
Zweitens

hat sie mit der strategischen wirtschaftlichen Entwicklung und Pro-

duktion zu tun,
Drittens ist die Stelle, die fuer ihre Durchfuehrung verantwortlich ist,
eine interne geheime Polizeistelle, eine Terroreinrichtung,
Viertens rechtfertigen es die Arbeitsbedingungen, die mangelnde Bezahlung
und die hohe Sterblichkeitsziffer in den Lagern nicht, wenn sie als "erzieherische Strafreform" bezeichnet wird,
Fuenftens ist es klar, dass, obwohl dieses System zunaechst als Strafmassnahme gegen verdaechtigte oder wirkliche politische Gegner des Sowjetregimes gedacht war, es sich rasch zu einem wesentlichen Bestandteil der Sowjetwirtschaft und der Fuenf jahres-Plaene entwickelt hat und jetzt zu einem lebenswichtigen wirtschaftlichen Bollwerk des Sowjetsstaates geworden ist.
"Sklaverei Jeglicher Art ist unhaltbar, aber es gibt Abstufungen von Sklaverei,
und auf quantitativer wie auch auf qualitativer Basis gibt es kein System das
dem gleichkaeme, wie es in den Zwangsarbeiterlagern der Sowjetunion existiert.
Eines der fuerchterlichen Merkmale dieser Sklaverei ist, dass sie im Namen der
"Volksdemokratie", der "Freiheit" und des "Sozialismus" in Erscheinung tritt.
Unter diesem Sowjetsystem haben die Worte ihre Bedeutung verloren, und ein
moralischer Idealismus ist zynisch dazu benutzt worden, um ein System der
Erniedrigung und der Entmenschlichung zu bemaenteln, dem nur das der Nazis
kuerzlichen Gedenkens gleichkommt."
Zu den Mitgliedern der Kommission gehoeren einige der hervorragendsten

-

2

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�liberalen Fuehrer in den Vereinigten Staaten, die alle ihrer aufrichtigen und
anstaendigen Gesinnung wegen bekannt sind.

Zu ihren Mitgliedern zaehlen 3 Uni-

versitaetsprofessoren, 5 Arbeiterführer und 6 Rechtsanwaelte, die auf dem Gebiete
des Arbeitswesens eine prominente Rolle spielen, ferner 3 Geistliche, ein Geschäftsmann, ein beratender Ingenieur und ein prominenter Fuehrer der Sozialistenpartei.
Die Kommission bittet alle freien Maenner und alle diejenigen, in der Welt,
die die Freiheit lieben, ihr Berichte und Informationen, die sie ueber Zwangsarbeit
abgeben koennen, zukommen zu lassen.

Diese Berichte muessen sehr sorgfaeltig abge-

fasst sein und muessen Tatsachen enthalten ueber den Zeitpunkt, den Ort und die
Verhaeltnisse, die man aus der Erfahrung kennen gelernt hat« sie koennen in Jeder
beliebigen Sprache abgefasst sein, und sind zu richten an«
Commisslon of Inqutry
112 East - 19th Street,
New York 3. New York
U.S.A.
VIER SCHWIERIGKEITEN IM SCTmcnsVERFAHREN ZWISCHEN ARBBITNBHMER UND ARRETTrKBKR
Harold W. Davey, eine Autoritaet auf diesem Gebiet, hat auf k Moeglichkeiten
oder Schwierigkeiten hingewiesen, die sich fuer ein erfolgreiches Schiedsverfahren
unguenstig auswirken koennen.

Mit Schiedsverfahren ist hier der Fall gemeint, in

dem eine neutrale oder dritte Partei eingeschaltet wird, um Streitfaelle zwischen
der Arbeiterschaft und den Arbeitgebern zu schlichten.

Gewoehnlich ist der

Schlichter fuer beide Teile taetig und erhaelt die Haelfte seiner Bezahlung sowohl vom Arbeitgeber wie auch vom Verband.

Sobald Differenzen entstehen, hoert

sich der Schlichter die Argumente des Arbeitgebers sowohl wie auch die der Gewerkschaft an und trifft danach seine Entscheidung.
schwierige Taetigkeit.

Es handelt sich hierbei um eine

Aber die Aufgabe des Schlichters kann sich noch schwieriger

gestalten und seine Taetigkeit kann sich noch weniger nutzbringend auswirken, wenn
seine Arbeit nicht richtig ausgewertet wird, z.B.«
1.

Die Nützlichkeit des Schlichters wird zunichte gemacht, wenn er nicht von
beiden Seiten als unparteiisch angesehen wird.

Seine Aufgabe besteht

nicht darin, zu "vermitteln',' um eine der beiden Seiten dazu zu bewegen,
der anderen gegenueber nachzugeben.

Die Vermittlung ist eine politische

Funktion, eine Art der Beschwichtigung, der Aussoehnung bzw. des Vergleichs der sich bekaempfenden Parteien.

Er spielt eine "richterliche"

Rolle.
2.

Die Nuetzlichkeit des Schiedsverfahrens wird innerhalb der Arbeitsbeziehungen zunichte gemacht, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber darueber nicht
klar sind, welcher Art die Probleme sind, ueber die entschieden werden soll
und welche Fragen durch Kollektiwerhandlungen geloest werden sollen.

Das

Schiedsverfahren kann seine Bedeutung verlieren, wenn eine von beiden
Seiten viele Probleme von untergeordneter Bedeutung vor den Schlichter
bringt.
3.

Die Nuetzlichkeit des Schlichtungsverfahrens kann zunichte gemacht werden,
wenn es entweder vom Arbeitgeber oder von der Gewerkschaft dazu benutzt
wird, um, "den Schein zu wahren."

Wenn sich eine der beiden Parteien

in einem Streitfall des Schiedsverfahrens bedient, um aus einer schwierigen Lage zu 'rönnen, dann wird mehr als wahrscheinlich das Ergebnis sein,
dass die verstossende Partei spaeter dem Schlichter den Vorwurf macht,
eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.

- 3 -

�4.

Die Nützlichkeit des Schlichtungsverfahrens wird zunichte gemacht, wenn
es als Ersatz fuer ein Kollektiwerfahren benutzt wird. Es muss stets
eine Ergaenzung des Kollektiwerfahrens sein. Das Schiedsverfahren ist
aeusserst nuetzlich bei Streitfseilen, in denen Angelegenheiten behandelt
werden, die nicht unter das Arbeitsabkommen fallen. Die Entscheidung des
Schlichters kann die Grundlage fuer weitere Verhandlungen bilden und kann
evtl. beispaeteren Vertraegan mit aufgenommen werden. Er ist ein Richter,
ein privates Gericht^ das von der Industrie gestuetzt wird und seine
Funktionen bestehen darin, dazu beizutragen, dass in der Industrie Frieden
herrscht. Obwohl er von beiden Seiten bezahlt wird, vertritt er doch
keine von ihnen.

"Industrial and Labor "Relations Review" April 48
N B O E WOHNONGSBAU-PBOJBCT FÜBR FRANZOESISCHK
(JJ5WJ£KKSCHAFTLER

Nach Angaben des Herausgebers des woechtentlichen Nachrichtendienstes der AFL
sind gewisse Gewerkschaften in Frankreich entschlossen, etwas zu unternehmen, um
den Wohnungsmangel zu steuern, der ein betruebliches Problem fuer die gesamte Arbeiterschaft dieses Landes darstellt. Miller, der unlaengst eine Reise durch
mehrere Marshallplan-Laender unternommen hat, beschreibt im folgenden Artikel ein
genossenschaftliches Wohnungsbauprojekt, das er in der Stadt Roubaix kennengelernt
hat.
"Durch die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in dieser
nordfranzoesischen Stadt sind neue moderne Wohnungen fuer die Arbeiter nach einem
Plan zum Bau vorgesehen, der fuer den Beobachter ein ueberragendes Bild bietet gegenueber den duesteren trostlosen Wohnungsverhaeltnissen des Landes.
Bis heute sind bereits etwa 200 Wohnkomplexe bezogen, 800 befinden sich noch
im Bau und weitere 40 werden in Angriff genomman, sobald die Witterungsverhaeltnisse es zulassen.
Die Komplexe bestehen aus 2 grundlegenden Arten oder Typen, einer Art Gebaeude
mit Mietswohnungen und Mehrfamilienheimen. Sie tragen modernen baulichen Charakter,
sind fest und solide gebaut und haben im Durchschnitt 4 Zimmer mit Bad. Sie sind
in ansprechender VJeise auf weiten Landstrecken errichtet und liegen hell und luftig,
so dass jede Familie genuegend Platz hat, um sich auch im Freien aufhalten zu koennen.
Dieses Bauprojekt kann man sehr gutrait aehnlichen Entwicklungserscheinungen in
den Vereinigten Staaten vergleichen, ^uar Frankreich bedeutet es jedoch einen
grossen Vorteil gegenueber der Mehrzahl der Wohnviertel der Arbeiter. Der Einbau
von Zentralheizung und Bad fuer jede Familie wird hier noch als Luxus angesehen.
In den alten Teilen der Stadt, wo die Masse der arbeitenden Bevoelkerung wohnt,
ist es nicht ungewoehnlich, dass fuer mehrere Familien nur eine Aussentoilette
besteht, die von ihnen gemeinsam benutzt wird. Moderne Heizungsmoeglichkeiten
sind der Mehrzahl dieser Familien unbekannt, ^ie Haeuser sind zu einer einzigen
Mauerwand zusammengedraengt und haben nur niedrige Eingaenge. Gelegentlich fuehrt
einmal ein niedriger Torbogen zu einem kleinen Hofgarten im Hinterhause, der einer
Gruppe Familie als einziger Platz dient, um sich im Freien aufzuhalten.
Moderne Haeuser fuer moderne Arbeiter
Dieses Wunder auf dem Gebiete des Haeuserbaus ist das Ergebnis gemeinschaftlicher Bemuehungen seitens eines ^rbeitgeberverbandes und zweier demokr-itischen
Gewerkschaftsverbaende. Vorbereitende Plaene fuer dieses Projekt wurden bereits
waehrend des Krieges ausgearbeitet, als Frankreich noch von den Deutschen besetzt
war. Nach der Befreiung des Gebiets durch die alliierten Truppen errichteten die
Organisationen gemeinsam eine separate Stelle, die als Berufsausschuss fuer das

- 4 -

�'.Vohnungs-Bauwesen bekannt wurde, und dem die Durchfuehrung u e b e r t r a g e n wurde. Der
Vorsitzende des Ausschusses i s t e i n A r b e i t g e b e r , während der l o s t e n des S c h a t z m e i s t e r s von einem G e w e r k s c h a f t s v e r t r e t e r b e k l e i d e t w i r d . Der L e i t e r der Bauvorhaben fuer d i e Gruppen i s t e i n b e z a h l t e s Ausschussmitglied, der iirfahrung auf dem
Gebiete des '.Vohnungswesens h a t .
Die Kosten des P r o j e k t s werden t e i l w e i s e durch B e i t r a e g e oder Zuschuesse der
A r b e i t g e b e r f i n a n z i e r t , d i e 2% vom Gesaratbetrag der L o h n l i s t e n ausmachen, ' / e i t e r e
Summen werden f u e r d i e Dauer von 50 J a h r e n von der f r a n z o e s i s c h e n Regierung e n t liehen.
Die Zuweisung der neuen V/ohnungen an d i e Familien e r f o l g t von einem Sondera u s s c h u s s , der s i c h aus V e r t r e t e r n der A r b e i t e r s c h a f t und des Unternehmertums zusammensetzt. Die 'Vohnungsmiete b e t r a e g t 2.000 Francs oder etwa $6.25 pro Monat.
Das s i n d ungefaehr 10$ des Einkommens e i n e s f r a n z o e s i s c h e n A r b e i t e r s mit 2 Kindern.
Ss werden Vorkehrungen g e t r o f f e n , denen zufolge e i n A r b e i t e r d i e s e s Heim k a e u f l i c h
erwerben kann, sobald e r dazu in der Lage i s t , F a l l s e i n A r b e i t e r s e i n e T a e t i g k e i t
b e i e i n e r Firma, d i e der Vereinigung angehoert und zu dem r r o j e k t b e i g e s t e u e r t h a t ,
a u f g i b t , i s t e r n i c h t gezwungen, s e i n e .Yohnung aufzugeben."
Die Mieten und das f r a n z o e s i s c h e M i e t s g e s e t z
Das e n d g u e l t i g e Z i e l des Wohnungsausschusses b e s t e h t i n der E r r i c h t u n g von
15.000 ?/ohneinheiten i n n e r h a l b e i n e s Zeitraums von 1 5 . b i s 20 J a h r e n . Man s c h ä t z t ,
dass dadurch etwa 15 ' der bestehenden "Wohnviertel in dem Gebiet e r s e t z t werden.
Fuer den amerikanischen A r b e i t e r mag d i e monatliche Miete von 06.25 fuer modernes
Wohnen so n i e d r i g e r s c h e i n e n , dass e s f a s t absurd k l i n g t . In F r a n k r e i c h i s t d i e s e r Betrag f a s t 3mal so hoch wie d i e Durchschntttssumme, d i e man im Lande an Miete
b e z a h l t . Nach den der ECA Mission zugaenglichen Z i f f e r n g i b t der D u r c h s c h n i t t s a r b e i t e r ungefaehr % s e i n e s Einkommens f u e r Miete aus,, was etwa dem g l e i c h e n Bet r a g e e n t s p r i c h t , den er fuer Tabak a n l e g t .
Dieses Phaenomen i s t auf e i n s t r e n g e s M i e t s k o n t r o l l g e s e t z zurueckzufuehren,
das die Mieten n i e d r i g g e h a l t e n h a t , waehrend andere Lebenshaltungskosten i n s
U f e r l o s e g e s t i e g e n s i n d . Das Gesetz f i n d e t nur auf A r b e i t e r Anwendung, d i e in
denselben .Vohnvierteln wohnen b l e i b e n , die s i e bezogen haben. "Venn e i n - r b e i t e r
umzieht, i s t es fuer ihn f a s t unmoeglich, eine 'Vohnung zu f i n d e n , d i e er s i c h
l e i s t e n kann."
"AFL Veekly News S e r i v c e " 22. Februar 1949.
DAS ENDE DBS AMERIKANISCHEN KOHLENSTREIKS
Ueber den Rundfunk e r h a l t e n wir die N a c h r i c h t , d a s s der S t r e i k der amerikanischen K o h l e n a r b e i t e r am 2 7 . Maerz beendet w i r d . Die A r b e i t s e i n s t e l l u n g war
o f f i z i e l l n i c h t a l s S t r e i k bekannt, sondern a l s "Gedenkurlaub" von zwei .ochen,
a l s T r a u e r p e r i o d e fuer d i e B e r g l e u t e d i e im Laufe des J a h r e s 1948 in den '.cbaecht e n b e i der A r b e i t ihn Leben g e l a s s e n haben.
Es i s t auch d e r Vorwurf erhoben worden, dass John L. Lewis, der P r a e s i d s n t
des B e r g a r b e i t e r v e r b a n d e s aus p o l i t i s c h e n Gruenden zum S t r e i k aufgerufen h a t .
Es war bekannt, dass s i c h Lewis der Ernennung von Dr. James Boyd zum D i r e k t o r
des amerikanischen Bergbau-Amtes w i d e r s e t z t h a t t e . Er h a t t e wohl g e f o r d e r t , dass
e i n B e r g a r b e i t e r e r n a n n t w i r d . Boyd war 1 r a e s i d e n t der Maschineneau-Schule. Er
wird d i e Verantwortung fuer die Sicherheitsmassnahraen in a l l e n Zweigen des Bergbaus wie auch im Kohlenbergbau uebernehmen. B e r e i t s v o r zwei Jahren war er fuer
d i e s e n Posten ausersehen worden- s e i n e Ernennung i s t jedoch aus v e r s c h i e d e n e n
Gruenden vom amerikanischen Senat n i c h t b e s t a e t i g t worden.
laehrend des g r o e s s t e n
T e i l s d i e s e r Z e i t h a t er ohne Gehalt g e a r b e i t e t . Die ganze Z e i t ueber wurde er
von Lewis bekaempft, d e r P r a e s i d e n t w e i g e r t e s i c h a b e r , nachzugeben. J e t z t , da
-

5

-

�sich der Senat mit der Bestaetigung oder Ablehnung von Dr. Boyd befassen sollte,
versuchte Lewis angeblich, mit Hilfe des Streiks den Senat zu zwingen, die Srnennung abzulehnen.
Am 22. Maerz nahm der Senat die Herausforderung an. Die Ernennung Dr. Boyds
wurde mit 50 gegen 11 Stimmen bestaetigt. Drei Tage spaeter rief Lewis die Kohlenarbeiter auf, ihren"Gedenkurlaub" zu beenden.
Die Zeitschrift "The Wallstreet Journal" und gewisse andere Zeitungen haben
die 0Öffentlichkeit daran erinnert, dass der zweiwoechige Urlaub wichtige wirtschaftliche Gruende hat. Die Kohlenfoerderung in den Vereinigten Staaten liegt
bei weitem hoeher als die Nachfrage. Viele Zechen haben kurzgearbeitet. Manche
wurden zeitweilig geschlossen. Die Bergwerksgesellschaften sind ueber den Stillstand nicht boese. Es ist aber auch bekannt, dass der Bergarbeiterverband in
diesem Fruehjahr keine zu grossen Kohlenvorraete sehen moechte, wenn die Gewerkschaft und die Arbeitgeber die Verhandlungen ueber ihren Kontakt aufnehmen. Ein
Kohlenmangel zu diesem Zeitpunkt wuerde sich dann zugunsten des Verbandes der
Vereinigten Bergarbeiter auswirken.
Was die Frage der Sicherheit in den Kohlengruben betrifft, wo 470.000 Arbeiter beschaeftigt sind, so geht aus Berichten des Bergbau Amts hervor, dass die
Unfallruote im Jahre 1948 niedriger war als jemals in irgendeinem Jahr seit 1930,
als dieses Amt errichtet wurde. Im Jahre 1930 betrug die Zahl der Hrbeiter, die
in den Kohlengruben ihr Leben verloren, 2.063, 1948 waren es 1.010, waehrend die
Zahl der im Jahre 1947 umgekommenen Bergleute 1.158 betrug.
"New York Times" 23, Maerz 1949.
"Overseas American News Service" 24.teaerz1949.
DIB UNGARISCHE BAUERN MUESSEK TON. WAS MAN IHNEN SAGT
Bei den Bauern war das immer so. Einer hat stets ueber sie geherrscht. Unter
einer bedrueckenden Gesetzgebung" haben sie aber stets Existenzmoeglichkeit gehabt
und haben viele Kniffe gelernt, das Gesetz zu umgehen. In Ungarn sind sie jedoch
unter eine neue Art von Kontrolle gestellt worden, naemiich die der "Volksdemokratie". 7/ie ein amerikanischer Korrespondent in Wien schreibt, maehen sich die ungarischen Bauern nicht viel aus dem kommunistischen Plan fuer ein kollektives
Paradies. Sie ziehen immer noch die fruehere Art und Weise vor und wollen nicht
freiwillig "mit den Kooperativen zusammenarbeiten."
Solch ein Gesetz ist erlassen wordenl
"Die ungarische Regierung hat neue Richtlinien "fuer den Schutz der Biuernkooperativen" erlassen. Diese sehen Strafen von 2 Jahren bis lebenslaenglich sowie
den Verlust der Buergerrechte vor. Strafen von 2 bis zu 10 Jahren Gef^engnis
werden denjenigen zudiktiert, die;
"1. die Errichtung von Bauernkooperativen behindern,
"2. ihre Taetigkeit und Artreit behindern,
"3. ihr staendiges Bestehen durch Aufhetzen oder Verleumdung gefaehrden,
"4. andere davon abbringen, sich den Kooperativen anzuschliessen oder
"5. die Kitglieder der Kooperativen oder ihre Familien laecherlich machen.
"Diejenigen, die Eigentum landwirtschaftlicher Kooperativen veraeussern
oder ihnen durch Raub, Erpressung, Veruntreuung, Unterschlagung, Sabotage oder
Brandstiftung Schaden zufuegen, werden zu lebenslaenglicher Gefaengnisstrafe und
zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens verurteilt.
Warum nun solch ein drastisches Gesetz.
Die Gruende fuer eise solche Massnahme kann man einer Rede entnehmen, die
Matyas Rako3i, der stellvertretende ...inisterprnesident und Fuehrer der kommur.is-

6 -

�t i s c h e n P a r t e i , Anfang Maerz g e h a l t e n h a t . Er s a g t e : " E s zeigen s i c h heute e r n s t e
Maengel in der Durchfuehrung u n s e r e r B a u e r n p o l i t i k . Unsere Befehle, d i e darauf
a b g e s t e l l t s i n d , den m i t t l e r e n Bauernstand fuer uns zu gewinnen, werden o f t durch
d i e N a c h l a e s s i g k e i t u n s e r e r z u v e r l a e s s i g e n Anhaenger, naemlich der armen Bauern,
f a l s c h a u s g e l e g t . Als Ergebnis z e i g t s i c h , dass s i c h d i e armen Bauern zurueckziehen und s i c h p a s s i v v e r h a l t e n , was n a t u e r l i c h wiederum den I n t e r e s s e n der
Kulaken, a l s o der wohlhabenden Bauern, d i e n t e . Ein a n d e r e r e r n s t e r Mangel z e i g t
s i c h in der Tatsache, d a s s unsere O r g a n i s a t i o n e n in den meisten Orten keinen Unt e r s c h i e d zwischen den m i t t l e r e n Bauern und den Kulaken machen.
"Im allgemeinen sehen wir d i e j e n i g e n a l s Kulaken an, d i e mehr a l s 25 Joch
Landes (etwas mehr a l s 25 a c r e s oder etwa 10 ha/ b e s i t z e n , aber unsere Genossen
in den Doerfern b e t r a c h t e n d i e j e n i g e n schon a l s Kulaken, d i e mehr a l s 15 Joch
besitzen.
Beachraenkung der w i d e r s p e n s t i g e n Kulaken
"Es i s t daher n i c h t zu verwundern, dass sich d i e Kulaken t r o t z der 3 e s c h r a e n kungen, d i e ihnen von der Volksdemokratie a u f e r l e g t werden, zusammenschlicssen,
und es i s t auch k e i n '.'under, dass s i e zum a n g r i f f uebergehen. A l l d i e s i s t das
Ergebnis e i n e r f a l s c h e n r o l i t i k , d i e i n manchen Orten g e t r i e b e n wird. U e b e r a l l
haben .vir e r f a h r e n , dass d i e den Bauern a u f e r l e g t e n Beschraenkungen b e i den
Kulaken g a r k e i n e n Zweck haben. 3 i e b e r e i c h e r n s i c h nach wie v o r .
" ' D i e Kommunisten mues:.en verstehen», warum d i e Bauern d i e Kooperativen
f u e r c h t e n . J t a l i n s e l b s t h a t d a r a u f hingewiesen, d a s s diese Furcht n a t u e r l i c h
i s t , w e i l das Volk hunderte von Jahren nach der a l t e n . e i s e g e l e b t h a t , d . h .
es wurde von den Kulaken und den Grundbesitzern a u s g e b e u t e t . * "
"New York Times" 2 4 . Maerz 1VW
ir
KANADISCHE Gff ERK3CKiFTKN MACHEN SICH SORGE UEBER
DIE DEPRESSION
"Der Kanadische Gewerkschaftsbund (CCL), .der 350.000 M i t g l i e d e r h a t , b r a c h t e
h e u t e zum Ausdruck, d a s s die B e s c h a e f t i g u n g s l o s i g k e i t e i n schwerer Schlag fuer
Kanada bedeute und f o r d e r t e d i e Regierung auf, e i n e r w e i t e r t e s irogramm fuer
o e f f e n t l i c h e Bauprojekte a u s z u a r b e i t e n . In ihrem j a e h r l i c h e n B e r i c h t an das
Bundes-Kabinett b a t d e r CDL zusammen mit der anderen grossen - i r b e i t e r o r . p n i s a t i o n
Kanadas, den A r b e i t e r - u n d Gewerkschafts-Bund (TLC) der 400.000 M i t g l i e d e r z-;ehlt
und der amerikanischen AFL -mgeschlossen i s t , d i e Regierung um d i e Ausarbeitung
e i n e 3 rrogranms fuer eine allumfassende S o z i a l v e r s i c h e r u n g , fuer e i n g r o s s a n g e l e g t e s 'Johnungsbaupro j e k t sowie um Massnahmen gegen d i e I n f l a t i o n durch l r e i s k o n t r o l l e n und i u s c h u e s s e . "
"New York Times" 26.
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN VERSCHIEBEN FORDERUNGEN
AUF LOHNERHOEHUNGEN

Maerz 1S49

Die amerikai ischen T e x t i l g e w e r k s c h a f t e n , sowohl der AFL a l s auch der CIO, die
insgesamt 200.000 T e x t i l a r b e i t e r v e r t r e t e n , haben vor kurzem in 3 Faellen Schiedssprueche a k z e p t i e r t . Die Entscheidungen ihre Forderungen auf d e r z e i t i g e Lohnerhoehungen waren unguenstig ausgefallen. Die Gewerkschaften akzeptierten zwar die
Schiedssprueche, wiesen aber d'imuf hin, dass s i e innerhalb 6 Monaten erneut
Forderungen auf Lohnerhoehungen s t e l l e n wuerden.
Auch in der Schuhindustrie a k z e p t i e r t e die Gewerkschaft, die 25.000 Arbeiter
v e r t r i t t , die Schiedsrichterliche Entscheidung, die dahinging, dass zur Jeit eine
Forderung auf Lohnerhoehung nicht berechtigt s e i . In diese.u Felle hat die Gewerkschaft mit der I n d u s t r i e ein /ibkonmen getroffen, wonach automatisch eine Lohner-

.7

-

�hoebung eintreten soll, sobald der Lebenshaltungsindex steigt, dass aber die Loehne
beim Fallen des Indexes entsprechend gesenkt werden sollen. Auf dieser Basis sind
den Schuharbeitern 3 Cents pro Stunde abgezogen worden. Die Lebenshaltungskosten
sind in den letzten Wochen in den Vereinigten Staaten gesunken.
In diesen Industriezeigen haben die Gewerkschaften und die betreffenden Industrien ausgedehnten Gebrauch von der Einrichtung des Schiedsverfahrens gemacht, um
Differenzen beizulegen, die sich ergeben. DieseSchiedsmaenner haben eine richterliche Funktion. Sie werden gewoehnlich sowohl von der Gewerkschaft als auch von
den Industrien bezahlt. Dies ist ein Beispiel dafuer, dass es den anerkannten
Gewerkschaften und den Arbeitgebern gelungen ist, wirksamaMittel und Wege zu finden,
um ihre Differenzen aus der Welt zu schaffen.
"Newsweek" 12. Februir 1949
DIE KOMMUNISTEN IN INDIEN
Die offenen Angriffe Nehrus im Indischen Parlament gegen die Taetigkeit der
Kommunisten beweist, dass die Regierung jetzt ziemlich denselben Schwierigkeiten
gegenuebersteht wie im letzten Jahre General MacArthur in Japan. Wie ihre japanischen Genossen, sind die Indischen Kommunisten in eine Gewerkschaftsbewegung
eingedrungen, die noch nicht festen Fuss gefasst hat und ermutigen zu Streiks, die
den Zweck verfolgen, die nationale Wirtschaft in Unordnung zu stuerzen. In Indien
wie in Japan haben die kommunistischen Taktiken die Behoerden gezwungen, die Arbeit sgesetze abzuaendern, um ihnen ausreichende Macht zu geben, Streiks in wichtigen Zweigen des Staatsdienstes zu verhindern.
Die Parallele zwischen Japan und Indien sollte man aber nicht zu weit ziehen.
Nehru befindet sich in einer staerkeren Lage als General MacArthur, weil er sich
auf die ueberwaeltigende Mehrheit der patriotischen Bevoelkerung stuetzen kann.
Trotzdem ist aber die Lage in einer Hinsicht schwieriger. Nehru sieht sich lediglich den ueblichen Untergrundtaktiken der Einsickerung gegenueber, die die Kommunisten ueberall anwenden. Ausserdem hat er es mit einer besonderen Art organisierter Gewalt zu tun, die sich gegen den Staat richtet, und die in Japan nicht florieren kann, solange die alliierte Besatzung wirksam funktioniert.
Diese organisierte Gewalt ist das V,'erk der "Revolutionaeren Kommunistischen
Partei", die unter vielerlei Tarnungen in verschiedenen Teilen Indiens besteht.
Sie ist keineswegs eine ausschliesslich staedtische Bewegung. In manchen laendlichen Bezirken ist sie gut organisiert, z.B. im Suedosten der Dominions des
Nizam (Gouverneurs;, von wo sie von den indischen Militaerbehoerden noch vollstaendig vertrieben werden muessen. Sie besteht auch in Bengalen, das vor kurzem den
Schauplatz mancher dramatischen Ausschreitungen in Calcutta bildete, wie auch in
Madras., Bombay und in den Vereinigten Provinzen. Wie die anarchistischen Bewegungen,
deren direkte Nachfolgerin sie ist, bereitet sich die Organisation darauf vor, die
politische Macht mit Gewalt an sich zu reissen, doch ist ihr Programm wenig mehr
als ein Vorwand zu Mord, Brandstiftung und Pluendern, sowohl fuer persoenliche
Vorteile als auch zur Auffuellung der Parteigelder. Sie nennt sich zwar selbst
kommunistisch, kueramert sich aber wenig um kommunistische Disziplin. Obwohl die
Regierungen Zentralindiens und der Provinzen vorbeugende Massnahmen ergriffen haben,
so sehen sie die Bewegung doch als ein stoerendes Element im Hintergrund des politischen Lebens an, das immer bereit ist, die Unzufriedenheit auszunutzen.
Nehru hat seinen ganzen 3influss gegen die Kommunisten aufgeboten. Er weiss
genau, welchen Schaden eine aktive Unruhe fuer die Entwicklungsprogramme, die die
Pegierunp plant, bedeuten wuerde, und er weiss, dass der Kommunismusnnur von den
wirtschaftlichen Schwierigkeiten existieren und gedeihen kann, die er zu beseitigen
-

3 -

�beabsichtigt.

Niemand hat mehr Anspruch auf das Vertrauen und die Mitarbeit aller

derjenigen, die fuer verbesserte Verhaeltnisse in Indien arbeiten.

Die Politik,

die das Parlament gebilligt hat, ist ganz eindeutig und klar umrissen.

Waehrend

es den Kommunisten wie anderen politischen Parteien freisteht, ihre Meinungen frei
zu aeussern, ist es ihnen aber verboten, Unruhen zu foerdern oder Gewaltakte zu
begehen.

In seinem Entschluss, Indien vor der Unordnung zu schuetzen, die Birma

und China erschuettern, ist N e h m fuer andere Laender in Suedost-Asien tonangebend
und fuehrend.
"The Times Weekly Edition" London 16. Maerz 1949
WIE MAN DEN KOMMUNISTEN ANTWORTEN MUSS
Lola Kinel ist eine amerikanische Journalistin, die Russland und das russische
Volk gut kennt.

In einem kuerzlich veroeffentliehen Artikel ueber die kommunisti-

sche Propaganda erklaerte sie, dass das Programm der amerikanischen Arbeitergewerkschaften zur Blosstellung des Kommunismus in den Vereinigten Staaten noch nicht
genuege.

Ein grosser Teil der kommunistischen Propaganda basiert auf Berichten

ueber die angeblich idealen Verhaeltnisse in Russland.

Maifche Qutglaeubigen

kommen in Versuchung, ihnen zu glauben.
"Manche ihrer Grundargumente sind anscheinend triftig und unschlagbar.

Sie

sind darauf abgestellt, an Ihren Sinn fuer ehrliches und anstaendiges Denken, an
Ihren Liberalismus und an Ihren humanitaeren Instinkt zu appelieren.

Sie sind

aber auf halben Wahrheiten oder vollkommenen Luegen begruendet« sie sind irrefuehrend und fuehren zu falschen Schluessen.

Ob

nun

jemand, der Sie zu ueberzeugen

versucht bewusst luegt oder ehrlich davon ueberzeugt ist, dass er Ihnen die Wahrheit
sagt - und schliesslich haben 30 Jahre unablaessiger Propaganda aus vielen Gutgläubigen "ehrliche Luegner" gemacht - es ist wichtig, die Tatsachen zu kennen und
sie so fest und so objektiv, wie es Ihnen nur raoeglich ist, zum Ausdruck zu bringen.
Hier sind einige der ueblichsten und alltaeglichsten Begriffe von Sowjetrussland und dem Kommunismus, wie sie von den Parteimitgliedern und Mitlaeufern
vorgebracht werden, sowie Tatsachen, mit denen man antworten kann«
1. Das russische Volk ist unter dem Kommunismus gluecklich
Antwort; Wenn das stimmt, warum gibt es dann im sowjetischen Strafgesetzbuch verschiedene Strafen fuer ein "Ueberschreiten der Grenze" (d.h.)wenn man das
glueckliche Land ohne Erlaubnis verlassen will).

Die niedrigste Strafe betraegt

5 Jahre Gefaengnis "bei Verlust aller Rechte und des Eigentums", sowohl fuer die
Person, die zu entkommen versuchte, wie auch fuer die Angehoerigen, "die zur Zeit
des Fluchtversuchs im gleichen Hause wohnten" oder fuer Freunde, die eventuell von
der Absicht Kenntnis hatten und die Behoerden nicht benachrichtigt haben.
Warum ist es den Russen nicht gestattet, zu reisen.

Selbst Beamte oder Ange-

stellte der Regierung, die ins Ausland fahren, muessen die zerrauerbendste Untersuchung ueber sich ergehen lassen, die Wochen und sogar Monate dauert.

Und warum

ist den kleinen Sowjetbeamten selten gestattet, ihre Familien mitzunehmen.

Ein

Teil der naechsten Familienangehoerigen wird in Russland als Geiseln zurueckgelassen.
2. In der Sowjetunion gibt es keine Klassenunterschiede.

Die Erziehung

kostet nichts, und jeder hat die Chance, so hoch zu steigen, wie es seine
Faehigkeiten gestatten.
Aptwcrt; Im Gegenteil, die Klassenunterschiede sind kuenstlich gefoerdert
und in monstroesem Ausmasse vertieft worden.
Gruendec geschuert worden.

Der KLassenhass ist aus politischen

Während der Kollektivierung wurden die Bauern in den

Doerfern bewusst in 3 Klassen eingeteilt; Bjednjak (armer Schlucker), Sserednjak
(MittelStandsbauer) und Kulak (Faust oder der Ausbeuter, Reiche).

- 9 -

Die Kulaken

�wurden zu "Feinden des Volkes" und den n a t u e r l i c h e r w e i s e n e i d i s c h e n "Armen" e r z a e h l t e man, d a s s jene fuer i h r Elend v e r a n t w o r t l i c h s e i e n .
Zu manchen Z e i t a b s c h n i t t e n des Sowjetregimes sind v e r s c h i e d e n e Gruppen zu
Suendehboecken .der Regierung gestempelt worden. Zunaechst einmal wurde d i e a l t e
A r i s t o k r a t i e , d i e G e i s t l i c h k e i t und d i e Bourgeosie zum Aussterben v e r u r t e i l t und
zu " L i s c h e n z i " ( B e s i t z l o s e ) e r k l a e r t . Als der e r s t e Fuenfjahresplan in mancher
H i n s i c h t F e h l s c h l a e g e aufwies, wurde e i n e ganze Reihe von " S p e z i a l i s t e n " (Wissens c h a f t l e r n , I n g e n i e u r e n e t c . ) a u s g e b o o t e t , da man doch jemand haben musste, um ihn
fuer die F e h l e r der Regierung zu b e s t r a f e n . Nach Einfuehrung der Verfassung im
J a h r e 1936 wurden die " L i s c h e n z i " o f f i z i e l l a m n e s t i e r t , und i h r e Kinder konnten
i n s o e f f e n t l i c h e Leben t r e t e n ( f r u e h e r d u r f t e n s i e keine hoehere Schule besuchen
oder d u r f t e n s i c h n i c h t um e i n e s p e z i e l l e A r b e i t bewerben). Aber dann wurden
d i e A l t e n Bolschewisten und d i e sogenannten O p p o s i t i o n i s t e n zu Tausenden a b g e s a e g t (man nannte s i e " T r o t z k i s t e n " , " D e v i a t i o n i s t e n " ( V e r i r r t e ) und i n der u e b l i chen Vfeise " V e r n i c h t e r " ) . Langsam kam eine neue A r i s t o k r a t i e auf : d i e kommunistischen Buerokraten, d i e j e t z t Sowjetrussland r e g i e r a n und d i e p r i v i l e g i e r t e K l a s s e
d a r s t e l l e n . I h r e Kinder e r f r e u e n sich grosser P r i v i l e g i e n i n der Erziehung, wodurch a u t o m a t i s c h e i n F o r t b e s t e h e n der K a s t e g e s i c h e r t w i r d .
Das merkwuerdigste Ergebnis d i e s e r schwankenden P o l i t i k b e s t e h t d a r i n , dass
die Kinder d e r Bauern und A r b e i t e r , in deren Namen d i e Revolution gemacht wurde,
langsam d i e s e r A u s s i c h t e n auf e i n e hoehere Erziehung und auf w i r t s c h a f t l i c h e n E r f o l g b e r a u b t worden. Die Hochschuleni S t u d i e n a n s t a l t e n und Q n i v e r s i t a e t e n
fordern a n s e h n l i c h e Studiengebuehren, d i e fuer die Bauern und die u n g e l e r n t e n
Arbeiter unerschwinglich s i n d . "
Der Raummangel g e s t a t t e t es n i c h t , d i e w e i t e r e n 6 p r o p a g a n d i s t i s c h e n E r k l a e rungen und d i e Antworten der V e r f a s s e r i n h i e r aufzufuehren.
Die meisten Punkte
sind aber den deutschen Gewerkschaftlern v e r t r a u t ; z . B . Es g i b t k e i n e A r b e i t s l o s i g k e i t in der Sowjetunion, es g i b t keine '.'. T irtschaftsü.aute in der Sowjetunion,
das r u s s i s c h e Volk wird n i c h t so wie u n t e r den Zaren v e r f o l g t , d i e Sowjetunion unt e r s t u e t z t d i e bedrueckten Voelker in der ganzen '.Veit, und dann s c h l i e s s l i c h d i e s e
k o e s t l i c h e Aeusserung« " N a t u e r l i c h moechte i c h n i c h t d i e r u s s i s c h e Art Kommunismus
h i e r b e i uns haben; da aber die Russen diese Form von Sozialismus gewaehlt haben,
welches Recht haben wir denn, s i e zu k r i t i s i e r e n . "
" P i a i n Talk" (offene Worte) Llaerz 1949.
DIE MISSLICHE LAGE DER"ITALIENISCHEN ARBEITER
C.F. K i l l e r , der Herausgeber d e s "AFL V/eekly News S e r v i c e " hat vor kurzem
eine Reise durch e i n e Anzahl Marshalljslan-Laender unternommen. Seine Beobachtungen ueber d i e V e r h a e l t n i s s e in I t a l i e n sind a u f s c h l u s s r e i c h . Im allgemeinen i s t
e r zu dem S c h l u s s gekommen, dass sich d i e Lage der i t a l i e n i s c h e n A r b e i t e r durch
d i e I.!arshallplan-Hilfe bedeutend g e b e s s e r t h a t . Er h a t f e s t g e s t e l l t , d a s s d i e
i t a l i e n i s c h e I n d u s t r i e im '"iederauf bau g r o s s e F o r t s c h r i t t e gemacht h a t .
Anderers e i t s fand e r a b e r auch, dass das Volk immer noch im Zustand e i n e r t i e f e n und f a s t
entmutigenden Armut l e b t . Es zeigen s i c h aber immerhin F o r t s c h r i t t e .
Der Lebensstandard i s t noch n i e d r i g
"Nach den einem SCA-Beamten vorliegenden Ziffern i s t der Lebensstandard fuer
die A r b e i t e r n i e d r i g e r a l s vor dem Kriege und s t e h t f a s t auf der g l e i c h e n elend
n i e d r i g e n Stufe wie in 5 o v j a t r u s s l a n d .
,7enn man den Lebensstandard nach der Zahl der Standen f e s t s e t z t , die g e a r b e i t e t v.erden muessen, um mehrere Verbrauchsgueter zu teufen, wie s i e im Durchs c h n i t t fuer den Haushalt e i n e s .i_rbeiters in Frage kommen, dann e r k e n n t man v.'ie
dramatisch d i e Lage i s t . Das w i r k t s i c h etwa wie f o l g t sus •
lü

-

�Der italienische Arbeiter muss 51 Minuten arbeiten, um sich damit 1 kg Brot
verdienen zu koennen. Wenn er Schuhe braucht, dann muss er 46 Stunden und 18
Minuten arbeiten, bis er soviel verdient hat, dass er sie sich kaufen kann. Fuer
1 Dtzd Eier muss der durchschnittliche Industriearbeiter 2 Stunden nnd 5 Minuten
arbeiten, wuebrend er erst 1 quart (etwas ueber 1 1) Milch kaufen kann, wenn er
31 Minuten gearbeitet hat. VJenner lieber Kaffee trinkt, muss er 8 Stunden und
4U Minuten lang arbeiten, um sich davon 1 kg kaufen zu koennen. .Venn man alle
diese Lebens- und Genussmittel zusammennimmt, dann stellen wir fest, dass der
Durchschnittsarbeiter fuer 1 kg Brot, 1 Dtzd Eier, 1 quart Milch und 1 kg Kaffee
insgesamt 12 Stunden und 7 Minuten lang arbeiten muss.
Die Wohnungsverhaeltnisse sind jammervoll. In einem Teil dieser Stadt - nicht
weit von den luxurioesen .Vohnhaeusern - leben die Menschen in Hoehlen, die sie
seitlich in die Berge gegraben hatten. In Sueditalien besteht eine (Gemeinde aus
15.000 Italienern, meist Landarbeitern, die in aehnlichen Hoehlen zusammen mit
ihren Tieren leben.
Arbeitsloaifjcelt und Ueberbevoelkerung
"Die Hauptfaktoren, die zu derraisslichenLage der Arbeiter beitragen sind
einmal eine uebergrosse Bevoelkerung, das Fehlen einer wirklich starken, zentral
geleiteten Regierung, die in der Lage ist, positive Hilfs-Massnahmen zu treffen,
sowie eine stark gespaltene Arbeiterbewegung, die in einem solchen Masse von
politischen Splittergruppen und Ideologien zerrissen ist, dass man die wirtschaftlichen Prinzipien des Gewerkschaftswesens vollkommen aus dem Auge verloren hat.
Die Zahl der staendig Arbeitslosen, die auf ca 2 Millionen oder etwa 1/10
der gesamten Arbeiterschaft geschaetzt wird, bildet ein Reservoir an billigen
Arbeitskraeften, das dazu dient, die Lohnsaetze niedrig zu halten. Andererseits
sind die Arbeitgeber in der Industrie straff organisiert, wodurch es ihnen moeglich
war, sowohl dem Druck seitens der Gewerkschaften wie auch dem der Raö-erung standzuhalten, die die Hoffnung haben, einen besseren Ausgleich zwischen den Loehnen
und den Preisen herbeizufuehren.
Das kommunistisch kontrollierte Gewerkschaftswesen
"Der Allgemeine Gewerkschaftsbund (CGIL), der urspruenglich nach Beendigung
der Feindseligkeiten mit Zustimmung der alliierten Militaerregierungen gegruendet
wurde, kam rasch unter die Herrschaft der Kommunisten. Mit Hilfe geschulter Organisatoren, die an strategisch wichtigen Punkten eingesetzt wurden, standen sie bereit und waren somit in der Lage, die Bewegung von der Ortsgewerkschaft aufwaerts
bis zum Exekutivausschuss, der die Politik lenkte, zu kontrollieren. Erst im Juni
1948 wurden sich manche Fuehrer innerhalb des CGIL darüber klar, was die Kommunisten im Schilde fuehrten und zogen sich von dieser Organisation zurueck. Hierauf
folgte ein Beschluss der kommunistischen CGIL-Fuehrer unbeschraenkt einen 24-Stunden-Streik auszurufen als Protest dagegen, dass man auf Togliatti, ein kommunistisches Mitglied des italienischen Parlaments, geschossen hatte. Der kommunistische
Schritt war ein klarer Beweis dafuer, dass das endgueltige Ziel des CGIL auf eine
Zerschlagung der italienischen Regierung ausging.
Der Aufstieg der antikommunistischen Gewerkschaften
"Die Gruppen, die sich vom CGIL abspalteten, bildeten den Kern eines neuen
Freien Gewerkschaftsbundes unter der augenblicklich zeitweiligen Fuehrung von
Giulio Pastore, einem dynamischen, 47 Jahre alten christlichen Demokraten und
-itglied der italienischen Deputiertenkammer. Die neue Organisation, die als
LCGIL bekannt ist, ist verhaeltnismaessig schwach, verfuegt nur ueber unzulaengliche Mittel, um eine ausgedehnte Kampagne gegen die Kommunisten zu fuehren und
hat selber unter EinigungsSchwierigkeiten zu leiden. Politische und religioese
itroemungen beeintraechtigen im Augenblick ihren "Wachstum. Trotz der ausgespro-

11 -

�d a — Absicht des LCGIL, sich in Verfolgung der Prinzipien des wirtschaftlichen
Gewerkschaftsgedankens von allen politischen und religioesen Einfluessen freizumachen, haben sich die Fuehrer der republikanischen Parteien und der Saragat-Sozialisten, die bedeutende Teile der Gewerkschaftsmitglieder kontrollieren, geweigert, aus dem kommunistischen CGIL auszutreten, obwohl sie nicht mit den Politikern des CGIL uebereinstimmen oder ihnen folgen.
Trotz der mangelnden Einigkeit unter den nichtkommunistischen Gruppen hat
der LCGIL einen wesentlichen
zeichnen.

Fortschritt in seiner Mitgliederbewegung zu ver-

In einem Interview mit Pastore aeusserte dieser, dass die Organisation

nahezu 1-| Millionen Mitglieder zaehlt.

Als man ihn ueber die Staerke der Kommu-

nisten befragte, erwiderte er, dass man den Angaben des CGIL in bezug auf seine
Mitgliederzahl nicht trauen duerfe.
allem nicht mehr als 2\ Millionon.

Seiner Schaetzung nach haette er alles in
Davon seien seiner Ansicht nach etwa nur 1

Million wirklich Mitglied der kommunistischen Partei.

Als Beweis fuer die wach-

sende Staerke des LCGIL erklaerte Pastore, dass seine Organisation in den chemischen Industriebetrieben bemerkenswerte Erfolge zu verzeichnen habe, die frueher
kommunistische Hochburgen gewesen seien.
"AFL Weekly News Service" 1. Maerz 1949
IMMER WIEDER D U ALTE GKSOHlCmB i
"Obwohl die polnische Presse spaltenlang Berichte ueber fuehrende Leistungen
im Wettbewerb bringt, uebergeht sie jedoch die traurigen Folgen und Auswirkungen
der erzwungenen Produktion mit Schwelgen.

Es bestehen keine Indexziffern ueber

Fernbleiben vom Arbeitsplatz, ueber Berufskrankheiten oder Betriebsunfaelle.

Da

gibt es aber eine offizielle Notiz, die nach einer internen Ministerkonferenz veroeffentlicht wurde;
"Abnahme an Betriebsunfaellen in allen Industriezweigen, in den Bergwerken«
UnfallZiffern um 30? gesunken."
Die Tatsache, dass diese Notiz, die nur vage Zahlenangaben ohne genaue Statistik enthaelt, weite Verbreitung gefunden hat, zeigt, dass man sich bemueht, die
wirkliche Lage zu tarnen.

Es ist naemlich nicht wahr, dass die Unfaelle in den

Bergwerken um 30? abgenommen haben.

Im Gegenteil, .im Jahre 19^8 sind sie bedeu-

tend gestiegen.
Wir geben hier eine

Stelle aus einem Brief wieder, den ein Bergmann an

seinen Bruder geschrieben hatte, der sich in Frankreich niedergelassen hat."
"Ich bin so froh, dass ich mich einmal wegen meiner Wunde ein bisschen ausruhen
kann.

Es tut einem gut, wenn man nicht die ganze Zeit ueber gequaelt wird.

Gegen frueher sind jetzt anderthalb mal soviel Leute krank und verletzt.

Viele

Bergleute wollen einen Haufen Geld verdienen und spaeter sind sie dann gezungen,
sich auszuruhen."
Wie hoch ist nun der genaue Prozentsatz an Fehlenden, deren Fernbleiben von
der Arbeit auf Krankheit und Unfaelle zurueckzufuehren ist?

Im allgemeinen ueber-

3teigt er weit 20? und ist noch im Ansteigen begriffen.
Jedoch ueben die Gewerkschaften durch die Sozialversicherungskassen eine
strenge Kontrolle aus, um genau festzustellen, wer "vorsaetzlich" krank ist.
Jeder Arbeiter, der einer "vorsaetzlichen" Krankneit verdaechtigt wird, zieht
das Donnerwetter der Bestrafung ueber seinem Haupte zusammen.

Er wird sofort

der Sabotage beschuldigt und muss TOT einem Disziplinarausschuss erscheinen,
mit dem in solchen Faellen nicht zu spassen ist

"

"Aus der regelmaessig erscheinenden Zeitschrift fuer die
Freiten Gewerkschaftler im Exil" Maerz 1949
-

12

-

�DIE INDÜSTRTKT.T.TC VERWALTUNG IN DER TSCHECHOSLOWAKEI
Die "Volksdemokratien" haben ein totsicheres Mittel, um auf ihre Landleute
Druck auszuueben. Undzwar die Drohung, sie aus ihrem Hause zu werfen. Die Wohnungskrise ist in diesen Laendern auf Grund der Politik ihrer Regieningen in bezug auf
die wirtschaftliche und politische Konzentration akuter als anderwo.
Die kommunistischen Behoerden arbeiten darauf hin, grosse Industriezentren zu
entwickeln, um darauf fuer sich selber politische 3ollwerke zu machen. Die Zentralisierung der Obrigkeit, die die Grundlage fuer das System bildet, verlangt dies.
Daher werden Parteiorganisationen und ihre Bueros, Truppen, die Verwaltungen usw.,
wirtschaftliche Kreis- und Bezirks-Verwaltungen usw. in den grossen Städten zusammengezogen.
Dort werden auch neue industrielle und kommerzielle Unternehmen gegruendet, so
dass die Staedte mit erstaunlicher Schnelligkeit machsen. Da sich aber die sogenannten "Volks"regierungen nicht viel um die Lebensbedingungen, die sie den Arbeitern
bieten, Sorge machen, kuemmern sie sich auch nicht viel darum, wie sie fuer die
Menschenmassen, die sich in den Staedten zusammenballen, Wohnraum beschaffen sollen.
Sie sehen es fuer ausreichend an, wenn sie eine "Wohnnorm" schaffen, d.h. ein paar
qm Raum pro Bewohner. Nachdem so eine "Basis" geschaffen ist, bringen sie in einem
Hause, das fuer eine einzige Familie gedacht ist, mehrere Familien unter, die zusammengepfercht leben. Ist das nicht genug? Was macht das aus? All diejenigen,
die "unproduktiv" sind, werden aus ihren Haeusern oder Wohnungen hinausgesetzt,
d.h. all diejenigen, die nicht in der Verwaltung oder in staatlichen Betrieben
beschaeftigt sind.
Es ist ganz klar, dass natuerlich die ersten, die von diesem System in Mitleidenschaft gezogen werden, die Gegner der Regierung sind oder solche, die man der
Gegnerschaft verdaechtigt. Tatsaechlich sind sie auch immer die ersten, die ihre
Stellung oder ihre Unterkunft verlieren.
Das Zentralorgan der tschechoslowakischen Gewerkschaften hat gerade jetzt
verkuendet, dass die "unproduktive" Bevoelkerung bald dazu "ersucht" werden wird,
die Hauptstadt zu verlassen, ohne erst den Ausweisungsbefehl abzuwarten. Dieselbe
Zeitschrift schreibt auch, dass alle diejenigen, die als Gegner des Regimes bekannt sind, ohne weitere Formalitasten hinausgesetzt werden, um in Baracken ausserhalb Prags untergebracht zu werden. Das wird dann eine Art Konzentrationslager sein,
denn "diese Leute" wird man bewachen muessen, damit sie sich nicht ueber das ganze
Land hin zerstreuen."
"Aus der regelmaessig erscheinenden Zeitschrift fuer die
Freien Gewerkschaftler im Exil" Maerz 1%9.
IN DER ATMOSPHABRE DER HOFFNUNG
Der folgende Auszug ist einer Erklaerung A.W. Harrimans, des Sonder-Vertreters
des Verwaltungsausschusses fuer das ERP (EGA), vor einem Ausschuss des Kongresses
der Vereinigten Staaten entnommen.
"Hier haben
die Nationen Westeuropas in einem Zeitraum von acht kurzen
Monaten mit Hilfe ihrer zusammengefasstBn Mittel die hauptsaechlichsten und wichtigsten wirtschaftlichen Probleme in ihrer Gesamtheit erfasst und klar herausgestellt, und zwar mit einem gaenzlich neuartigen tiefen Verstaendnis. Die Diagnose
einer ernsten Krankheit bietet niemals ein angenehmes Bild, doch ist sie der unerlaessliche erste Schritt zur ^ilung. Die Diagnose ist jetzt gestellt warden, die
Erkenntnisse, die fuer heilende Massnahmen notwendig sind, erweitern sich staendig,
und, vor allem, es besteht der Wille, vorwaerts zu können
*n der neuen und

- 13 -

�k r a e f t i g e n d e n , belebenden Atmosphaere, die durch d a s Programm der w i r t s c h a f t l i c h e n
Zusammenarbeit geschaffen wurde, haben der s c h a f f e n d e , a r b e i t e n d e Mensch Europas
und die Fuehrer der A r b e i t e r s c h a f t , d i e u n e r s c h u e t t e r l i c h an ihrem Glauben an die
f r e i e Arbeiterbewegung f e s t h i e l t e n , Widerstand gegen den Angriff des Kommunismus
o r g a n i s i e r t , f u e r den s i e auch e i n s t e h e n . . . . Fuer a l l e von uns i s t es w e s e n t l i c h ,
zu v e r s t e h e n und zu erkennen, d a s s die E r e i g n i s s e i n Europa zwangslaeufig zu Tage
b r i n g e n , d a s s d i e f r e i e n A r b e i t e r g e w e r k s c h a t t e n zu den w i c h t i g s t e n Bollwerken der
w e s t l i c h e n Demokratie gehoeren, die u n a b l a e s s i g von einem h a r t n a e c k i g e n und v e r s t o c k t e n Feind b e r a n n t werden."
" T r a n s a t l a a t i c " EGA Labor News L e t t e r " MÄIJZ 1949
AMERIKANISCHE GBWEBESCHAFTSFBINDLICHB ZEITUNG WIHD
BINCESCHPA KNM'
Obwohl die Amerikaner f e s t an d i e F r e i h e i t d e r P r e s s e glauben, g i b t e s doch
F a e l l e , i n denen die P r e s s e durch G e r i c h t s b e s c h l u s s e i n g e s c h r a e n k t werden kann.
Es i s t zu bemerken, d a s s die i n dem nachfolgenden A r t i k e l genannte Zel t s c h r i f t
n i c h t verboten wurde, doch wurde es immerhin einem g e w e r k s c h a f t s f e i n d l i c h e n Arb e i t g e b e r v e r b o t e n , d i e Zeitung k o s t e n l o s u n t e r s e i n e A r b e i t e r zu v e r t e i l e n .
"Der Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen h a t h e u t e f e s t g e s t e l l t , d a s s
e i n A r b e i t g e b e r das T a f t - H a r t l e y - G e s e t z dadurch v e r l e t z t e , dass er e i n e "Gewerks c h a f t s f e i n d l i c h e " Zeitung v e r b r e i t e t e , sowie dadurch, d a s s die P o l i z e i e i n g r e i f e n
musste, um d i e g e w e r k s c h a f t l i c h e n O r g a n i s a t o r e n und d i e G e w e r k s c h a f t s t a e t i g k e i t
des P e r s o n a l s zu ueberwachen.
"Bei dem Unternehmer h a n d e l t e s sich um die Bibb Manufacturing Company i n
Macon im S t a a t e Georgia. Die P o l i z e i a k t i o n e r e i g n e t e s i c h i n der F a b r i k s t a d t P o r t e r d a l e , Georgia, wo, wie der Ausschuss bemerkte, a l l e B e h o e r d e n a n g e s t e i l t e n e i n s c h l i e s s l i c h des B u e r g e r m e i s t e r s Angestellte der Firma s i n d . Der G e s e l l s c h a f t g e h o e r t a l l e s Eigentum mit Ausnahme der Kirchen und e i n e r E i s e n b a h n s t r e c k e . H i e r
h a t d i e Firma 3.000 a n g e s t e l l t e , 3owie 6.000 w e i t e r e i n Macon und Columbus, Georgia.
"Die f r a g l i c h e Z e i t s c h r i f t i s t e i n v i e r s e i t i g e s 'V'ochehblatt mit dem T i t e l
"Die Posaune", das i n Columbus a l s unabhaengiges Organ gedruckt w i r d . Die Firma
k a u f t e 2.000 S u b s k r i p t i o n e n und l i e s s s i e wechselweise v e r t e i l e n , so d a s s j e d e r
A n g e s t e l l t e wenigstens einmal im Monat e i n Exemplar i n die Haende bekam.
"Der Ausschuss s t e l l t e f e s t , dass das B l a t t g e w e r k s c h n f t s f e i n d l i c h e Angaben
und Erklaerungen e n t h i e l t , d i e zur Gewalt a u f f o r d e r t e n , g e w e r k s c h a f t l i c h e T a e t i g k e i t mit E n t l a s s u n g b e d r o h t e n sowie Belohnungen f u e r d i e Ablehnung gewerkschaftlicher Organisierung versprachen.
"Die Anordnung des Ausschusses r i c h t e t e s i c h e i n z i g und a l l e i n gegen die Bibb
Company, d i e a u f g e f o r d e r t wurde, d i e V e r t e i l u n g d e r "Posaune" e i n s t e l l e n zu l a s s e n ,
wie auch j e d e r anderen V e r o e f f e n t l i c h u n g "die darauf a b g e s t e l l t i s t , s i c h in d i e
Angelegenheiten der A n g e s t e l l t e n zu mischen, s i e zu behindern oder ihnen Zwang
aufzuerlegen."
"Ferner wurde der Firma aufgegeben, Massnahmen zu t r e f f e n , damit d i e P o l i z e i
n i c h t mehr d i e O r g a n i s a t o r e n der Gewerkschaft bzw. die g e w e r k s c h a f t l i c h e T a e t i g k e i t der A n g e s t e l l t e n ueberwachen muesste. Ausserdem s o l l t e d i e Firma d i e i n
Macon i h r e r G e w e r k s c h a f t s t a e t i g k e i t wegen b e r e i t s e n t l a s s e n e n Angestellten u n t e r
Zahlung des L o h n a u s f a l l s wieder e i n s t e l l e n und n i c h t mehr d i e gesetzmaessigen Rechte
der A n g e s t e l l t e n auf S e l b s t o r g a n i s i e r u n g b e h i n d e r n .
Die Klage wurde vom T e x t i l a r b e i t e r verband, der dem CIO angeschlossen i s t , e i n g e r e i c h t . Die D i r e k t i o n wies d i e Beschuldigungen, d a s s 3 a n g e s t e l l t e in P o r t e r d a l e
i h r e r G e w e r k s c h a f t s t a e t i g k e i t wegen e n t l a s s e n worden s e i e n , z u r u e c k . "
"The New York Times" 27. Kaerz 1949
-

IU

-

�ZUNAHME DER IMMATRIKULATIONEN AN DEN AMERIKA! ISCHEN UNIVERS ITAETEN
Fuer das d r i t t e Jahr b e r i c h t e t das amerikanische Amt fuer Unterricht ueber
ein wesentliches Ansteigen der Studentenzahl, die an amerikanischen Hochschulen
und Universtiaeten hoeren. Im Vergleich zu 1947 i s t im Jahre 1948 ein Absinken
des Prozentsatzes an ehemaligen Kriegsteilnehmern b e i der Hochschulen zu verzeichnen. Die Tabelle weist im Jahre 1948 gegenueber 1947 ein staerkeres Ansteigen der Zahl der weiblichen Studenten im Vergleich zu der der maennlichen aus,
doch uebertreffen d i e Maenner an Zahl die Frauen immar noch im Verhaeltnis 3 : 1 .
Immatrikulationen an amerlkaiIschen Hochschulen und ü n i v e r s i t a e t e n 1947-48
Gesamtzahl der Studenten

1947
2.338.000

1948_
2.408,000

maennliche
weibliche

1,659,000
679.000

1,712,000
696.000

593.000

569.000

4.00,000
193.000

370,000
199.000

-

Erstes Jahr an der Hochschule
maennliche
weibliche
Ehemalige Kriegsteilnehmer

-

maennliche
weibliche

1.122.000 1.021.000
1,098,000 1,001,000
24,000
20,000

Amerikanisches Arbeitsministerium
"Information Bulletin" Maerz 1949
ANSICHTEN DAENISCHER GEWERKSCHAFTEN UEBER DEN WELTGEWERKSCHAFTSBUND (WFTU)
Kuerzlich gab Eiler Jensen, der Vorsitzende des Daenischen Gewerkschaftsbundes
in Odense, Daenemark, die Ansichten seiner Organisation ueber den demokratischen Gewerkschaftsbund (WFTU) bekannt. Er stellte klar heraus, dass der Kommunismus in
den Gewerkschaften dieses Landes keine Fortschritte erzielen koennte.
"Ich verstehe es vollkommen, wieso es den englischen und amerikanischen Vertetern unmoeglich gewesen ist, weitere Zusammenarbeit mit der kommunistischen Mehrheit der Fuehrerschaft innerhalb des WFTU zu sichern. Die blumenreiche Sprache,
die ich auf der Versammlung in Paris mit anhoerte, hat ganz klar und deutlich
den Eindruck bei mir hinterlassen, da«s man Jeden Rueckhalt aufgegeben hatte, und
ich konnte hoeren, wo die anklagenden Redensarten» die die kommunistische Spielart
bei uns zuhause gebraucht, hergekommen waren.
Der Beschluss, der gefasst wurde, war derart, dass es skandinavischen Organisationen, selbst, wenn sie gewuenscht haetten, zu bleiben, und selbst, wenn kein
anderer Grund zum Verlassen vorgelegen haette, dieser Beschluesse wegen unmoeglich
gewesen waere, sich noch weiter zu beteiligen.
Abschliessend bemerkte Jensen noch in bezug auf den 7/FTU« "Wir koennen uns
mit der Tatsache troesten, dass jetzt ein enger Kontakt zwischen den Nationen besteht,
die der demokratischen Ideologie anhangen, und wir koennen gluecklich sein, dass,
selbst wenn auch in der Bildung einer Skandinavischen Verteidigungsorganisation
keine Erfolge erzielt wurden, doch immer noch die engste und bruederlichste Zusammenarbeit zwischen unseren Nationen besteht; dies ist eine Tatsache, die auf der in
der vergangenen "Joche in Kopenhagen abgehalteäen Konferenz zum Ausdruck kam."
"ECA. Office of Labor Information"

-

15 -

�KOMMUNISTISCHE JUGENDORGANISATION GEHT BIN
"Die Vereinigung "Amerikas Jugend fuer die Demokratie" (AYD), die kommunistische
J u g e n d f r o n t , d i e s i c h f a s t 3 J a h r e l a n g i n e i n e r -Hrt Trancezustand befand, wurde
o f f i z i e l l f u e r t o t e r k l a e r t und i n d i e s e r Woche zu Grabe g e t r a g e n . Die AYD, die
1943 gegruendet worden war, wird j e t z t d u r c h d i e " M a r x i s t i s c h - L e n i n i s t i s c h e JugendP a r t i s a n e n - O r g a n i s a t i o n " e r s e t z t werden.
In W i r k l i c h k e i t i s t d i e AYD s e i t 1946 kaum mehr a l s e i n e S i e b - und Auffangs t e l l e fuer d i e b e r e i t s s e i t langem bestehende weniger p r o p a g i e r t e " M a r x i s t i s c h L e n i n i s t i s c h e J u g e n d p a r t i s a n e n - O r g a n i s a t i o n " gewesen. In den Jahren 1943 - 1945
h a t t e s i e s i c h and den Hochschulen so s t a r k e x p o n i e r t , dass s i c h i h r e Bemuehungen
l e d i g l i c h auf e i n e m a r k t s c h r e i e r i s c h e Kampagne f u e r e i n e s i e g r e i c h e Beendigung des
K r i e g e s b e s c h r a e n k t e n . Der V e r f a l l der AYD begann mit Angriffen zweier Studenten
gegen s i e auf dem C i t y College i n New York. Diese s t e l l t e n d i e kommunistischen
Z i e l e der O r g a n i s a t i o n i n so wirksamer ' / e i s e b l o s s , d a s s die Bewegung an P o p u l a r i t a e t v e r l o r und d i e " Z e l l e n " i n n e r h a l b d e r m e i s t e n U n i v e r s i t a e t e n e i n g i n g e n .
Dies i s t e i n g u t e s B e i s p i e l fuer d i e Wirksamkeit der R e d e f r e i h e i t und der F r e i h e i t
der F r e s s e , d i e auf d i e .vtmosphaere r e i n i g e n d w i r k t . O r g a n i s a t i o n e n wie die AYD
koennen n i c h t i n der k l a r e n , r e i n e n Luft e x i s t i e r e n , wo die L i c h t e r h e l l brennen
koennen.
Auszug aus dem "New Leader" 2 6 . Februar 1949

-

Manpower Division
OKGUS, APO 742

OWJ09. * - 1 2 0 J , l » tCt, Apr M ,

8} 0

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OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel «teilen Aussage aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
W/eitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „ArbeiUmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 10

Berlin, 29. April 1949

ANSICHTEN IINER SCHiVED ISCHEN ZEITUNG UEBER DIE
AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN
Der Redakteur fuer Arbeiterfragen der schwedischen sozialdemokratischen
Zeitung "Aftontidningen" brachte in der Ausgabe vom 12. Maerz die folgenden Bemerkungen ueber die amerikanischen Gewerkschaften.

Darueber hinaus gibt er auch

seine Ansichten ueber die Isolierte Lage der Gewerkschaften in den Laendern des
"Eisernen Vorhanges" bekannt.
"Die araerikai ische- Gewerkschaftsbewegung ist verhaeltnismaessig jung....
Soweit wir aber von hier aus beurteilen koennen, bereitet sich ein rascher Wandel
vor.

Zu der Zeit, da Amerika an der Politik anderer Kontinente Interesse nimmt,

werden feste gewerkschaftliche Verbindungen ueber den Atlantik hinweg geknuepft.
Auch die innere Struktur der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung hat sich auf
der gleichen'Linie wie die westeuropaeische geaendert.
Indem er es beklagt, dass die schwedische Gewerkschaftsbewegung keine Chance
haette, Delegationen nach Russland und in die Laender hinter dem "Eisernen Vorhang" zu senden, schreibt der Arbeiterredakteur in der sozialdemokratischen Zeitung weiter«" die schwedische Gewerkschaftsbewegung hat sich immer dafuer interessiert, die Verhaeltnlsse bei anderen Organisationen an Ort und Stelle zu studieren.
Dieses Interesse entspringt dem Wunsch, Studien zu treiben, ohne beeinflusst zu
werden.

Dies ist einer der staerksten Punkte in der Gewerkschaftsbewegung, die

durch die Tradition bedingt sind.

Wenn aber nur ein Teil der Welt diesem Interesse

offensteht, so ist dies nicht die Schuld der schwedischen Gewerkschaftsbewegung."
"ECA, Office of Labor Information"
EüRDPABISCHB GEWERKSCHAFTLER BESUCHEN DETROIT
Wenn die 9 deutschen Gewerkschaftler aus Berlin wieder heimgekehrt sind,
werden sie u.a. auch ueber ihren zweiwoechigen Aufenthalt in Detroit berichten,
wo sie verschiedene Industrien besichtigt haben, einschliesslich der Ford Motor
Company.

Zweifellos werden sie auch mit Gewerkschaftlern aus anderen L,aendern

zusammengetroffen sein, die ebenfalls nach den Vereinigten Staaten gereist sind,
um die Industrieproduktion zu studieren, und die gleichfalls Gelegenheit, hatten,
sich die Fliessband-Produktion in den Ford-Automobilwerken anzusehen.

Ebenso

wie die italienischen Arbeiterführer, die in den nachstehende*» Ausführungen genannt worden, waren die Deutschen auch Gaeste des Verbandes der Vereinigten Automobllarbeiter (UAW).

-

1

-

�"Drei italienische Arbeiterführer, die auf Veranlassung und auf Kosten des
ECA (Verwaltungsausschuss fuer das ERP) eine Reise durch die Vereinigten Staaten
unternehmen, wurden zu Ehrenmitgliedern der Ortsgewerkschaft des UAW im Fordwerk
in Michigan, das s i e besucht hatten, ernannt. Den Italienischen Puehrern wurde
der Fabrikationsprozess, angefangen vom Rpheisenerz bis zum fertigen Automobil,
vorgefuehrt. Sie konnten sehen, wie zu jeder Tag- und Nachtstunde in jeder
Minute 5 Fordmaschinen f e r t i g g e s t e l l t wurden. Sie sahen, wie a l l e 90 Sekunden
ein fertiges Automobil vom Fliessband herunterrollte.
"Bevor die Italiener abfuhren, um ihre Studienreise in Kalifornien fortzusetzen, waren sie Zeuge, wie die Gewerkschaftsmitglieder in einer demokratischen
Wahl ihr V/ahlrecht ausuebten, um fuer das kommende Jahr ihre Funktionaere zu
waehlen. Die Besucher mischten sich unter die Menge, die sich vor den 12 Wahls t e l l e n draengten und berichteten darueber, mit welchem Interesse s i e die freundschaftliche Rivalitaet zwischen den Anhaengern der gegnerischen Kandidaten beobachtet haetten."
Ausseiministerium "Radio" Bulletin" 29. Maerz 1949
LOHNKUERZUNGEN FUER DIE AUTOMOBIL-UND ETJKTRO-ARBEITBR
Am 6. Maerz wurden die Lohnaaetze der Arbeiter bei General Motors, den Mitgliedern des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter (CIO) und des Verbandes
der Vereinigten Elektro-Arbeiter (CIO), um 2$ pro Stunde herabgesetzt. Die Kuerzung wurde auf Grund des Verbandsabkommens vorgenommen, in dem vorgesehen i s t ,
dass die Loehne um 14 pro Stunde erhoeht bzw. herabgesetzt werden, sobald der
Verbraucherpreis-Index um 1.14 Punkte s t e i g t oder f a e l l t . Laut diesem Abkommen
reichte das Sinken der Lebenshaltungskosten aus, um die Stundenloehne um 24 zu senken. Ein Funktionaer des Automobilarbeiter-Verbandes bei General Motors sagtet"Die Ankündigung des Amts fuer Arbeltsstatistik von heute, derzufolge der
Lebenshaltungskosten-Index 170.9 betraegt, bedeutet, dass die Stundenlöhne der
Arbeiter bei General Motore fuer einen Zeitraum von 3 Monaten, beginnend am 6.
Maerz, durch einen Abzug von 24 diesem angepasst werden*
"Die Mitglieder unserer Gewerkschaft sind keineswegs durch die illusorische
"Lohnerhoehung" um 34 Im letzten September zum Narren gehalten worden«, Wir sind
auch keineswegs in bezug auf die illusorische "Lohnkuerzung" um 2 4 im naechsten
Monat enttaeuscht. Seit der Unterzeichnung des Abkommens i s t durch die Stufenklausel unser Lebensstandard weder erhoeht noch herabgesetzt worden. Sie diente
lediglich dazu, unsere Kaufkraft s e i t der Zeit des Abkommens vom 29. Mai 1948
annaehernd konstant zu halten.
"Am 29. Mai dieses Jahres werden die Arbeiter bei General Motors eine Stundenlohnerhoehung von 34 erhalten, die den Schwankungen des VerbraueherpreisIndex des Amts fuer Arbeitsstatistik nicht unterworfen i s t . Diese Erhoehung wird
durch die "Aufbeseerungsfaktor"- Klausel des Verbandsabkommens mit der Gesellschaft garantiert, die das Anrecht auf eine jaehrliche Aufbesserung des Lebensstandards anerkennt.
"Es waere noch zu verfrueht, wenn man jetzt schon sagen s o l l t e , ob die Preissenkung fuer Lebensmittel, Kleidung und Hausrat in den vergangenen 3 Monaten ein
Ende der inflationistischen Tendenz bedeutet oder nicht| wir hoffen aber, dass dies
der Fall i s t . Die Arbeiter bei General Motors sehen die Lebenshaltungskosten-Angleichung im Maerz nicht a l s eine "Lohnkuerzung" an, sondern a l s ein Zeichen dafuer, dass sich die Preise nach unten bewegen. Wir wissen ganz genau, dass die
wirtschaftliche Sicherheit davon abhaengt, dass ein Ausgleich zwischen der Kaufkraft und den Preisen geschaffen*rd - und es dauert lange, bis die Preise f a l l e n .
Das langsame Sinker der Preise, wie es im Verbraucherpreis-Index zum Ausdruck
kommt, i s t ein willkommenes wirtschaftliches Zeichen."
-

2

-

�GELDER. DIB TITO AK DIB STREIKENDEN NACH FRANKREICH SABDTE
Die Freien Gewerkschaftler im Exil befassen sich in ihren Pariser Veroeffentlichungen damit, die Verhaeltnisse zu schildern, die hinter dem "Eisernen Vorhang"
bestehen, was zweifellos die franzoesischen Kommunisten in Verlegenheit bringt.
Hier ist z.B. ein Bericht, der unter dem Titel "Titos Geld stinkt nicht" erschienen
ist. Der Artikel schliesst mit der Frage, wie die Zuwendungen der jugoslawischen
Arbeiter fuer die streikenden Bergarbeiter wohl nach Frankreich gebracht wurden.
Offenbar ist das Geld seiner Bestimmung zugefuehrt worden.
"Die kommunistische Presse Frankreichs strotzt ton Beleidigungen Titos: "Wir
wollen nichts mit diesem Verraeter zu tun haben!" Wenn es aber um Titos Geld
geht, dann ist das natuerlich etwas anderes
Die Fuehrer der jugoslawischen Gewerkschaften, die zu der Cliqae gehoeren,
die dem Diktator nahesteht, sandte 10 Millionen Francs an den französischen Bergarbeiter-Verband. Das Geld wurde angenommen. Das hinderte aber die "Humanite"
nicht daran, folgende Erklaerung abzugeben« "Titos nationalistischer Clique ist
es nicht gelungen, die internationalen Gefuehle der jugoslawischen Arbeiterklasse
zu ersticken", und zu versuchen, die franzoesischen Bergarbeiter glauben zu machen,
dass diese Geldspende als eine Demonstration der Arbeiter gegen Tito aufzufassen
sei.
Am 1. Dezemoer 1948 klaerte die Zeitschrift "BAD" das Zentralorgan des
Jugoslawischen Gewerkschaftsbundes die Lage, indem sie schrieb;" Der Jugoslawische
Gewerkschaftsbund hat soeben den franzoesischen Bergleuten ausser den bereits
gespendeten 10 Millionen weitere 70 Millionen Francs gesandt."
"Wir wollen noch hinzufuegen", schreibt "RAD", "djass die Geste der Gewerkschaften auch von anderen Organisationen unterstuetzt wird. Der internationale
Geist der kommunistischen Partei und des Genossen Tito, der sich in der arbeitenden Klasse entwickelt, hat auch bei dieser Gelegenheit seine Probe bestanden."
Diese Bemerkung beweist deutlich, dass diese 80 Millionen nicht allein aus
Sammlungen unter den Jugoslawischen Arbeitern stammen, sondern auch von "anderen
Organisationen", die nichts anderes sind als Zweigstellen der Regierungspartei.
Darueber hinaus hat die Tito-Regierung dem Jugoslawischen Bundesbuero einen Betrag von 500 Millionen Dinar fuer "Arbeiter-Propaganda und -Bildung zur Verfuegung
gestellt."
"Aus der regelmaessig erscheinenden Zeitschrift fuer die
Freien Gewerkschaftler im Exil" Maerz 1949
DIE DIKTATUR IN DEN BALTISCHEN LAENDERN
Bruno Kalnins, der fruehere Sekretaer des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes in
Lettland, schrieb folgenden Artikel ueber das Schicksal der Arbeiter unter der
Diktatur seines Landes. Kalnins ist jetzt identisch mit einer Organisation in
Frankreich, die als "Gewerkschaftler im Exil" bekannt ist.
"Drei baltische Staaten, die sich 22 Jahre lang ihrer nationalen Unabhaengigkeit erfreuten, haben seit 1940 unter der Diktatur durch fremder Besatzung bzw.
des Totalitarismus gestanden.
Im Jahre 1940 brach die UdSSR ihre internationalen Abkommen und besetzte
Litauen, Lettland und Estland mit ihren Truppen. Die Annektion dieser 3 Staaten
war das Ergebnis eines Geheimabkommens zwischen den Deutschen und den Sowjets
vom 23. August 1939. Hitler und Stalin gingen in aller Freundschaft dazu ueber,
Osteuropa unter sich aufzuteilen, und die baltischen Staaten wurden Russland
einverleibt. Die erste Sowjetokkupation dauerte nur ein Jahr (1940-41). Sie
hatte jedoch fuer die kleinen baltischen Voelker schwere Verluste im Gefolge.

- 3 -

�Im Juni 1941, zur Zeit des deutsch-sowjetischen Krieges, fielen die 3
Staaten in die Haende der Nazis. Diese beiden Regierungsformen aehnelten einander sehr. Beide zeichneten sich durch denselben wilden Kampf gegen nationale
Unabhaengigkeit und durch die Zerstoerung der politischen Freiheit.aus. Beide
Systeme waren durch Festnahmen, Deportierungen, Konzentrationslager und Hinrichtungen beruechtigt. Die Gestapo uebernahm die Funktionen des kommunistischen
Regimes, die einer einzigen Partei. Das Spezialgefaengnis in Riga, das die
Russen 1940 erbaut hatten, wurde im Jahre 1941 von den Nazis uebernommen, denen
die Zellen sehr gut gefielen, in die kein Lichtstrahl drang. Ich kenne dieses
entsetzliche Gefaengnis, weil ich selbst 25 Tage darin gesessen habe. Die Letten
hatten schon recht, wenn sie damals sagten«" Zwischen der Sowjetbesetzung und der
der Nazis besteht derselbe Unterschied wie zwischen einem Selbstmord, wobei es
gleich ist, ob man sich aus dem 5. Stock oder aus dem 6. Stock zum Fenster hinausstuerzt

"

"Aus der regelmaessig erscheinenden Zeitschrift fuer die Freien
Gewerkschaftler im Exil" Maerz 1949.
INTERESSANTE KURZBERICHTE FUER DIB ARBEITERSCHAFT
Eine Resolution, in der die Wiedererrichtung des Internationalen Bekleidungsarbeiter-Verbandes gefordert wurde, wurde auf einer Versammlung, die vom 9.bis
11. Februar in London stattfand, von den Vertretern der Bekleidungsarbeiter-Gewerkschaften aus 9 Laendern angenommen.
Die Resolution sieht vor, dass "zu einem fruehest moeglichen Termin" ein
Bund (Kongress) gebildet wird, der die Bekleidungsarbeiter jedes demokratischen
Landes vertritt, um den satzungsmaessigen Aufbau der wieder ins Leben gerufenen
Organisation zu billigen, Unter den Delegierten, die der Resolution zustimmten,
befanden sich ausser den der Vereinigten Staaten auch die Vertreter der skandinavischen Laender, Belgiens, Hollands, der Schweiz und Grossbritannien». Die
Delegierten der deutscher. Bekleidungsarbeiter-Gewerkschaft waren als Beobachter
anwesend. Es wurden nur Vertreter aus freien und demokratischen Laendern zugelassen.
Die Vereinigten Staaten waren durch Morris Bialis, dem Vizepresidenten des
Verbandes der Internationalen Damenbekleidungs-Arbeiter (ILGWU) vertreten. Der
ILGWU war eines der ersten Mitglieder der internationalen Vereinigung, der er
im Jahre 1912 beitrat. Seit 1938 ist die Organisation nicht mehr in Erscheinung
getreten.
»BMB»»M»mUHH
Am 1 3 . Maerz verkuendete Louis Hollander, der CIO-Vorsitzende des S t a a t e s
New York, dass vom CIO an den Hochschulen im gesamten Staate New York ein Wettbewerb ueber ein Essay durchgefuehrt wird, das d i e Rolle der Gewerkschaften in
der Nationaloekonomie, in der Entwicklung des S t a a t e s , sowie im Kampf um die
Demokratie in der ganzen Welt zum Gegenstand h a t . Der e r s t e P r e i s besteht in
einer vollkommen kostenlosen Reise zur Versammlung der Landesorganisation des
CIC im Jahre 1949
Joseph E. Uihlein, ein Brauer aus Milwaukee, der s i c h zur Ruhe gesetzt hat,
kuendigte an, dass er die Absicht habe, den Rest seines Lebens damit zuzubringen,
die Angestellten zu o r g a n i s i e r e n .

"Ich glaube, dass 5 b i s 6 Millionen Amerikaner

ihr Los dadurch bessern koennen, wenn sie sich Angestellten-Gewerkschaften
schliessen", e r k l a e r t e U i h l e i n .

-

4

-

an-

�Die Sidney-Hillman-Stiftung des Verbandes der Vereinigten Bekleidungsarbeiter
(CIO) hat einen Preis in Hoehe von $ 1.000 fuer eine Abhandlung ueber die Entwicklung der Gewerkschaften, ueber die Beziehungen der Rassen zu einander, oder ueber
den Weltfrieden ausgesetzt. Der Verfasser muss ein Dr. phil. sein oder darueber
eine Disertation geschrieben haben, oder er lehrt an der Universitaet bzw. arbeitet an einem Forschungsinstitut, Die Stiftung wird die Abhandlung veroeffentlichen
bzw. herausgeben.
•JHHHHHBHHHHHHt

Der Verband der Internationalen Damenbekleidungsarbeiter (AFL) feierte am
19. Februar die Vollendung eines Programms zur Schaffung eines Fonds in Hoehe von
3&amp; Millionen Dollar. Die Feier, die in ihrer Krankenversicherungsstelle stattfand,
dauerte den ganzen Tag ueber. Die Dienststelle hat sich, als sie vor 35 Jahren
eroeffnet wurde, von einem einzigen Raum, in dem nur zeitweise ein Arzt taetig war,
zu einer Organisation entwickelt, in der jetzt 148 Aerzte tätig sind. Im Laufe
des Jahres 1948 wurden 410.000 Faelle von aerztlicher Behandlung gezaehlt.
•»HHHHHHBHHHHt*

Lt. den Abmachungen in einem Vertrag, der am 14. Februar antersehrieben wurde,
erhalten die Angestellten der Keystone Messing- und Gummi-V.'erke an ihrem Geburtstag einen freien Tag oder, wenn sie arbeiten, doppelte Bezahlung. Das Zwei'jahresabkommen, dass rueckwirkend mit dem 1. Januar in Kraft tritt, sieht auch Lohnerhoehungen von $ 5 pro Woche fuer Angestellte vor, die weniger als $ 1.30 pro
Stunde, und $ 4 fuer alle diejenigen, die mehr als diesen einen hoeheren Satz
verdienen.
•»HHHHHHHHHHt-ft*

Die nichtorganisierten Arbeiter von Chattanooga, Tennessee, haben die Ortsgewerkschaft des' Verbandes der Internationalen Gipsarbeiter auf Schadenersatz in
Hoehe von &lt;$ 50.000 verklagt. Sie erhoben den Vorwurf, dass sie ihre Arbeit verloren haetten, und zwar auf Grund der "closed shop"-Politik der Gewerkschaft,
(closed Shop; Abkommen zwischen Unternehmer und Gewerkschaft, wonach niemand eingestellt werden darf, der nicht Mitglied der betreffenden Gewerkschaft ist, und
alle Arbeiter ihre ordentliche Mitgliedschaft beibehalten muessen, solange sie
beschaeft4.g1j sind). Im Staate Tennessee ist es fuer irgend eine Vereinigung oder
Gesellschaft (Firma) ungesetzlich, wenn irgend jemand eine Beschaeftigung verweigert wird, weil er nicht Mitglied einer Gewerkschaft ist.
juyuuüuuuuuuui
VTnonnnnnnooor

Auf ihrer ersten konstituierenden Versammlung nahm der Amerikanische RadioVerband (CIO) eine Bestimmung an, derzufolge kein Kommunist ein Amt in der Gewerkschaft ausueben noch Mitglied eines offiziellen Ausschusses sein darf. Der ÄRA
war frueher die Abteilung fuer Schiffahrt des Amerikanischen Verbandes fuer Nachrichtenwesen (CIO).
Die Gewerkschaft der Internationalen Erdoelarbeiter (CIO) hat dafuer gestimmt,
ihre Konferenz fuer 1949 nicht einzuberufen, um die Kosten zu sparen, die sich
schaetzungsweise auf &amp; 100.000 belaufen wuerden. Dieser Vorschlag wurde deshalb
eingebracht, weil durch den Streik, der im letzten Herbst in Kalifornien durchgefuehrt wurde, grosse Ausgaben entstanden waren. Die naechste Konferenz soll im
Jahre 1950 abgehalten werden. Die Gewerkschaft hat ausserdem bekanntgegeben, dass
sie ihre Zentralstelle am 1. Maerz von Fort V/orth, (Texas) nach Denver (Colorado)
verlegen will.

- 5

�ITALIENISCHE KOMMUNISTEN BEGEHEN PROPAGANDISTISCHEN F ^ ^ R

James D. Zellerbach, der die italienische Sektion des Verwaltungsausschusses
fuer das ERP leitet, wurde fuer diesen Posten ausersehen, weil er der Vorsitzende
eines der fortschrittlichsten Unternehmen in den Vereinigten Staaten ist. Der
Nationale Planungs-Verband, der mit Propaganda nichts zu tun hat, hat vor kurzem
eine Studienreihe mit dem Titel "Gruende fuer den industriellen Frieden im Kollektivverfabren"veroeffentlicht. Studienfall No. 1, der im September 1948 veroeffentlicht wurde, behandelt die Arbeit3beziehungen in der Crown-Zellerbach Corporationl
Es handelt sich hier um ein Unternehmen, in dem jahrelang Arbeitsfrieden herrschte.
Was aber haben nun die italienischen Kommunisten aus den Tatsachen im Fall der
Crown-Zellerbach Corporation gemacht. Sie haben sich darauf eine eigene Geschichte
zurechtgemacht. Jetzt soll eine Anzahl antikommunistischer Italiener eine kostenlose Reise nach Kalifornien unternehmen, um sich die Zellerbach Fabrik anzusehen
und selber festzustellen, ob die Arbeiter im Zellerbach-Werk "Sklaven" oder freie
Mitglieder einer freien Gewerkschaft sind.
Bericht aus Washington vom 24. Maerz.
"Der Verwaltungsausschuss fuer das ERP hat heute bekanntgegeben, dass die
3 italienischen Arbeiterführer, die sich auf einer Besichtigungsreise durch die
Industrie dieses Landes und Canadas befinden, am Sonnabend nach Kalifornien fliegen
werden, um sich von der Unrichtigkeit der kommunistischen Behauptungen zu ueberzeugen, der zufolge in einer grossen Papierfirma der Westkueste "Sklavenarbeit"
eingefuehrt sein soll.
Die Firma, die besichtigt werden soll, Ist die Crown-Zellerbach Corporation,
ein groesserer Pq? ier- und Papierwaren^Konzern, der ungefähr 7 Papiermuehlen an
der Kueste des Stillen Ozeans betreibt, Italienische Kommunisten hatten den Vorwurf erhoben, dass die Firma "Sklavenarbeiter" beschaeftigt, und dass man den
11.157 amerikanischen Arbeitern in diesem Unternehmen die grundlegenden Rechte verweigert bzw. vorenthaelt.
Miss Ann Gould, die Planungsleiterin der Reise vom ECA, sagte, dass Mr.
Zellerbach auf Grund der weitverbreiteten Vorwuerfe der Kommunisten, "er beschaeftige Sklaven in seinen Werken", den ECA gebeten hatte, die Reise so zu gestalten,
dass die italienische Delegation seine Fabriken besichtigen koenne. James D. ZeBerbach, der von seiner Stellung als Praesident der Gesellschaft beurlaubt ist, ist
Leiter der ECA Mission fuer Italien.
Die Crown-Zellerbach Corporation wurde 1924 als Aktiengesellschaft gegruendet
und ist das groesste papierverarbeitende Unternehmen der Welt. Ihre PapierbreiWerke weisen eine Jahresproduktion von 690.000 Tonnen aus, ihre Saegemuehlen produzieren 1.200.000 Fuss Buettenbretter pro 8-Stundenschicht und 4 Verarbeitungswerke stellen 2.000 Millionen Papiertueten pro Jahr her.
Heute sind die Arbeiterfuehrer in Detroit,dem Herzen der Automobilindustrie,
Gaeste des Automobilarbeiter-Verbandes des CIO. Sie werden die Ford-Automobilwerke, die Chenischen "7erke Parke-Davis sowie die Amerikanischen Gummi-Werke besichtigen, ausserdem eine Rundfunkstation und ein aerztliches Institut. Ferner werden
sie einem vom Bürgermeister und von der Stadtverwaltung von Detroit zu ihren
Ehren veranstalteten Empfang beiwohnen.
Abgesehen davon werden sie auch das Tennesse-Regulierungs-Projekt, (TVA),
ein Unternehmen der Regierung zur Versorgung mit Energie, besichtigen,und studieren.
Sie werden sich mit fuehrenden Maennern der Regierung ueber die Politik auf dem
Gebiete der Arbeitsbeziehungen unterhalten und eine- Farm besuchen, die nach den
Prinzipien und Plaenen des TVA Projekts bewirtschaftet wird, sowie einen TVAStaudamm.
Von Tennessee aus wird sich die Delegation nach Canada begeben, um dort mit

- 6 -

�Vertretern der Arbeiterschaft und der Regierung zusammenzutreffen. Von da werden
sie nach New York zurueckkehren, um mit Mitgliedern des Internatiomlen Verbandes
der Damenbekleidungsarbeiter (ILGWU) zusammenzukommen ebenso mit einer zweiten
Delegation italienischer Arbeitervertreter, die als Gaeste des ILGTU nach Amerika
geht
Die Italienische Delegation gab .jetzt ihren Bericht ab
Nach ihrer Reise nach den westlichen Gebieten der Vereinigten Staaten sind
die italienischen Gewerkschaftsdelegierten am 5. Maerz wieder in New York zurueckgekehrt, um mit Kitgliedern des Verbandes der Internationalen Bekleidungsarbeiter
(ILGWU) zusammenzutreffen. Einer ihrer wichtigsten Eindruecke auf ihrer Reise
nach dem Westen*war der viertaegige Besuch der Crown-Zellerbach Papierwerke in
Kalifornien.
Die italienischen Delegierten besichtigten alle Abteilungen des ZellerbachUnternehmens und unterhielten sich mit vielen von den 11.000 Angestellten und
Arbeitern. Appio Claudio Arrochi, der Leiter der Abteilung Arbeit und V/irtschaft
bei der Italienischen Republikanischen Partei, sagte«"Wir haben selbst aus dem
Munde der Arbeiter die 15jaehrige Geschichte der Beziehungen zwischen Arbeitnehmer
und Arbeitgeber vernommen", und er stellte fest, "dass sie ein gutes Beizpiel
fuer harmonische Verhaeltnisse darstellen."
Ein weiteres Mitglied des Ausschusses, Giulio Pastore, Mitglied des italienischen Parlaments und Sekretaer des Freien Italienischen Gewerkschaftsbundes,
aeusserte sich, dass der Besteh und die Besichtigung der Pap ierfabriken an der
Weatkueste dem Auschuss "viel Munition fuer unseren Kampf gegen die kommunistische
Sabotage des Marshall-Plans in Italien geliefert haette
Wir wollen unserem
Volke ueber alles was wir gesehen haben, genau Bericht geben, sobald wir wieder
zurueck sind
"
State Department "Radio Bulletin" 5. April 1%9
BOTSCHAFT DES CIO AN DIE GEWERKSCHAFTEN EUROPAS
Am ersten Jahrestag des Europaeischen Wiederaufbau-Programms sprach James
B. Carey, der Schatzmeister und Sekretaer des CIO ueber die "Stimme Amerikas"
zu den Arbeitern Europas. Er sagte, dass das Programm fortgefuehrt werden wuerde
und gab den Arbeitern Europas folgende Versicherung»"Der CIO und die gesamte amerikanische Arbeiterbewegung, sowie alle Arbeiter
Amerikas unterstuetzen den Marshall-Plan, weil sie glauben, dass dies ein Plan ist,
der den Arbeitern in den beteiligten Laendern Freiheit und Wuerde bringt. Wir
koennen uns unserer Freiheit und Wuerde nicht erfreuen, solange unsere Menschenrechte in Gefahr sind. Wir haben uns feierlich verpflichtet, jede nur moegliche
Anstrengung zu machen, um Euch dabei zu helfen, Euer Ziel zu erreichen, naemlich
Freiheit und Unabhängigkeit.
"Der Kampf ist noch nicht gewonnen, er wird aber gewonnen werden. Die Kommunisten Tergroessern ihre Anstrengungen, um die europaeische Arbeiterbewegung fuer
ihre eigenen egoistischen Zwecke einzufangen. Ihr Ziel besteht darin, die Sowjetherrschaft ueberall ueber die freien Voelker zu bringen. Ihr wisst genau so
wie wir , dass, wenn Ihr in Euren Gewerkschaften die Freiheit bewahrt, Ihr auch
ein freies Land haben werdet.
"Wir bitten Euch, die Versprechungen gegen die Leistungen abzuwaegen. Wir
haben Euch materielle Hilfe zugesagt. Wir haben diese Hilfe auch geleistet. Die
Kommunisten haben Euch nur eine Politische Formulierung versprochen. Die materielle Hilfe, die Ihr bekommt, geht von den Haenden der amerikanischen Arbeiter" aus,
sie ist das Ergebnis ihrer Muehe und Arbeit. Die politischen Versprechungen der
Kommunisten gelangen zu Euch nur von den Fuehrern der kommunisten Partei.

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�"Wir glauben, dass wir Euch diese Hilfe fuer den Beitrag, den Ihr fuer die
Vereinigten Staaten in der Vergangenheit geleistet habt, schulden, indem Ihr Eure
Landsleute zu uns herueberaandtet. Sie haben gearbeitet, sie sind unseren Gewerkschaften beigetreten, sie haben sich geschaeftlich etabliert, sie sind Lehrer in
unseren Schulen, unsere Richter beim Gericht kennen Eure Probleme und wir versprechen Euch feierlich, Euch auch weiterhin unsere Hilfe zukommen lassen zu
wollen, bis Ihr Eure Kraft und Eure Freiheit wiedergewonnen habt."
"State Department 'Radio Bulletin'" 1. April

1949
DIE RICHTIGE DENKWEISE DES VOLLKOMMENEN KOMMUNISTEN - 1%9
|

Eine schweizer Tageszeitung "Le Journal de Geneve'' druckte am 15. Maerz folgendes "Brevier fuer den vollkommenen Kommunisten" ab, das zu uns ueber Paris
gekommen ist«
"Wenn die UdSSR, diese gewaltige militaerische Macht, gegenseitige Verteidigungspakte mit ihren Satelliten abschliesstf dann tut sie es, um den Frieden
zu wahren. Wenn aber die westlichen Nationen, die praktisch unbewaffnet sind,
Abkommen unterzeichnen, dann tun sie das, weil sie den Krieg vorbereiten."
"Wenn die UdSSR ihr Uliitaerbudget erhoeht...dann ist das ein friedliches
Ziel. Wenn aber die Vereinigten Staaten, das keine Armeen unterhaelt, sich bemuehen, ein Heer aufzustellen, dann bekunden sie damit ihre Absichten, einen Konflikt zu entfesseln.
"Ein Mann wie Krawtschenko, der die Sowjetunion verlaesst und ihr Regime
kritisiert, ist ein Verraeter, ein Reptil, ein Ueberlaeufer und gemeiner Kerl,
aber die spanischen Kommunisten, die im Auslande Schutz gefunden haben, und die
nun Frankreich bekaempfen, sind Maertyrer und Helden.
"Fuer die Kommunisten machen sich die demokratischen Regierungsformen in Frankreich und Italien, die sie von der Macht fernhalten, der groessten Ungerechtigkeit
schuldig, aber Ruhm gebuehrt den sogenannten "Volksdemokratien" wo alle Parteien,
ob links oder rechts, lediglich zum ausschliesslichen Wohl der Kommunistischen
Partei zermahlen werden.
"Wenn in einem demokratischen Lande ein Gerichtshof unter Beobachtung aller
moeglichen Garantien fuer einen Angeklagten einen Kommunisten oder Terroristen
verurteilt, so Ist dies ein schmachvolles und schimpfliches Urteil, wenn aber
ein Gerichtshof in einer Volksdemokratie einen Bischof oder einen Priester verurteilt, dann ist dies ein Akt hoeherer Justiz*
"Wenn die Westmaechte die frueheren Achsenpartner, die totalitaere Staaten
geworden sind, daran erinnern, dass Friedensverträge auch Verpflichtungen nach
sich ziehen, dann wird dies als eine unertraegliche Einmischung in ihre internen
Angelegenheiten angesehen, wenn aber die Sowjets auf Veranlassung des Kominform
in anderen Laendern Streiks provozieren, dann muss man das als ausserordentlich
lobenswert ansehen.
"Die westlichen Nationen, die den Marshall-Plan billigen, sind Werkzeuge des
amerikanischen Imperialismus, aber die Kommunisten, die die Interessen der Sowjetunion höher stellen als die ihres eigenen Landes, sind unfehlbare Patrioten."
"ECA Office of Labor Information" Paris.
BOTSCHAFT DER AFL ZUM ERSTEN JAHRESTAG DES EGA
Am ersten Jahrestag des Bestehens des Verwaltungsausschusses fuer das ERP
(ECA) sagte William Green, der Praesident der AFL, dass die "amerikanischen Investierungen In diesem konstruktiven Programm dazu beigetragen hat, die schweren
wirtschaftlichen Leiden der Nationen Westeuropas zu heilen." Ferner brachte er
-

8

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�zum Ausdruck, dass die amerikanische Arbeiterschaft die Durchfuehrung des Europaelschen Wiederaufbauprograums begruesse "weil es dazu gedient habe, den Weltfrieden
zu bewahren und zu s t a e r k e n . . . . "
"Das Uebel des Hungers und der Arbeitslosigkeit, die beide parallel laufen,
haben die Kraft ihres Volkes und die Entschlossenheit, seine Freiheit, seine Demokratie und selbst ihre Unabhaengigkeit zu wahren, unterminiert. Die Hilflosigkeit
und Hoffnungslosigkeit der westeuropaeischen Wirtshaftslage bildete einen fruchtbaren Boden fuer die totalitaere Propaganda und fuer eine Revolution. Die Fuenften Kolonnen des Kommunismus waren ungestuem auf dem Anmarsch, und der Zusanmenbruch der Tschechoslowakei und ihre Unterwerfung unter die sowjetische Herrschaft
bildete einen traurigen und dramatischen Praezedenzfall fuer das, was vielen anderen
Nationen Suropas b l u e h t e . . . .
"Wir wusstan, dass wir es uns nicht leisten konnten, einfach dazusitzen und
zuzusehen, wie Hunger und Leiden ganz Europa zwingen, die Demokratie im Stich zu
lassen und sich der Sklaverei zu unterwerfen. Das i s t der Grund, weshalb wir
trotz der starken Inanspruchnahme der Hilfsmittel, des Materials und des Wohlstandes unseres Landes fuer das Europaeische Wiederaufbau-Programm eingetreten
sind.
"Wir wollen daran denken, dass dieses Programm mit den schwer erarbeiteten
Loehnen der amerikanischen Arbeiter bezahlt worden i s t - und es i s t keineswegs
ein Imperialistisches Komplott, das von der Wallstreet finanziert wird, wie es
die Kommunisten Immer faelschlich hinstellen. Das Europaeische Wiederaufbau-Programm i s t eine Anlage in Frieden und Bruederlichkeit, wofuer jede amerikanische
Familie ihren Beitrag l e i s t e t . Heute hat unsere Investierung bereits Fruechte
getragen....
"An diesem Jahrestage des Verwaltungsausschusses fuer das ERP muessen wir uns
auch mit der Zukunft befassen. Bis jetzt hat das Europaeische Wiederaufbau-Pro"
gramm einen vielversprechenden Verlauf genomnen. Wir muessen es fortsetzen und es
so weit wie moeglich unterstuetzen, bis sich unsere friedliebenden Freunde in
Europa wieder soweit erholt haben, dass s i e sich selbst erhalten koennen, und bis
ihre Freiheit gesichert i s t , wie auch die Moeglichkeit, eine demokratische Lebensweise, wie s i e sie wuenschen, beizubehalten."
DIE KOMMUNISTEN VERLIEREN IN HOLLAND AN BODEN
Nachstehend aufgefuehrte Zahlen ueber die
schaften Hollands sprechen fuer s l c h ; 1
N.V.V. (Sozialisten)
C.N.V. (Christliche)
K.A.B. (Roemisch-Katholische)
E.V.C. (Kommunistische)

Mitgliederbewegung in den GewerkJanuar 1948
330.000
131.600
251.500
176.900

1 Oktober 1948
360.000
1A3.800
264.800
166.200

Es hat den Anschein, a l s wenn sich der Kampf der Kommunisten gegen das ERP
nicht besonders vorteilhaft auf ihre Mitglieder-Werbekampagne ausgewirkt hat.
"EGA. Office of Labor Information" Paris.
ANTWORT AUF TVEITERE VORWUERFE DER RUSSEN
Das Problem der Beschaffung von A n g e s t e l l t e n fuer die Bueroarbelten bei den
Vereinten Nationen i s t fuer das S e k r e t a r i a t , das dafuer verantwortlich i s t , zieml i c h k o m p l i z i e r t . In Jedem Jahr wird die Zahl der Bueroangestellten, Sekretaere
und Sekretaerinnen, der Uebersetzer, lorschungsexperten und anderer S p e z i a l i s t e n

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9

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�groesser. Jedes Mitgliedsland der Vereinten Nationen hat das Recht, eine bestimmte Quote an Angestellten fuer das Sekratariatspersonal zu stellen. Nun hat
die "New Times" in Russland den Vorwurf erhoben, dass die Vereinigten Staaten eine
zu grosse Anzahl Posten mit ihren Leuten besetzt haetten und folgerten nun daraus,
dass Russland und die Laender des "Eisernen Vorhangs" den anderen Staaten gegenü b e r im Nachteil seien. Die Tatsachen liegen aber anders:
Beschaeftigte
Zulaessige
Angestellte
Quote
Vereinigte Staaten
335
400
Vereinigtes Koenigreich
11!»
115
Frankreich
71
75
Sowjetunion
13
79
Polen
20
12
Tschechoslowakei
20
11
Jugoslawien
5
4
Drei Laender des "Eisernen Vorhangs" haben also mehr Angestellte als ihnen
nach ihrer Quote zustehen. Russland verfuegt ueber eine groessere Quote als
Frankreich, hat aber kein Personal gestellt, obwohl es mehrmals dazu aufgefordert
worden ist. Die in den Quoten verzeichneten Personen umfassen Arbeitskraefte
der Gruppe 7 und darueber. In die Quote miteinbegriffen sind nicht Arbeitskraefte
wie Bueroangestellte, Chauffeure, und Arbeiter in den Gebaeuden.
State Department "Radio Bulletin" 31. Maerz 49
DIB AFL BILLIGT EINEN PLAN ZUR GRUENDUNG EINES NEUEN
WELTGEWERKSCHAFTSBUNDES
Folgender Artikel ist ein Bericht von dem Korrespondenten fuer Arbeltsfragen
aus Washington fuer die "New York Times", Louis Stark. Dieser Bericht betrifft
einen der wichtigsten einleitenden Schritte zur Gruendung eines neuen 'Veitgewerkschaftsbundes. Dieser Beschluss der AFL, mit ihrem Konkurrenten, dem CIO, zusammenzugehen, wird fuer viele eine willkommene Neuigkeit sein.
"Heute (am 7. April) hat die AFL vorgeschlagen, dass in Kuerze besondere
Schritte unternommen werden sollen, um den von den Komnunisten beherrschten Weltgewerkschaftsbund (WFTü) durch einen die ganze Welt umspannenden Gewerkschaftsbund
zu ersetzen. Der Gewerkschaftsausschuss fuer internationale Arbeitsbeziehungen
trat heute zusammen und beschloss zu empfehlen, dass der Exekutivrat der AFL
erneut seine Bereitwilligkeit, an der Gruendung einer neuen VJeltvereinigung der
freien Gewerkschaften mitzuarbeiten, zum Ausdruck bringen sollte. Ueber diesen
Vorschlag wird der Rat am 16. Hai in Cleveland Besprechungen abhalten.
"Die Tatsache, die in der Erklaerung der AFL nicht enthalten war, besagt,
dass es dem Arbeitsaus schuss. der AFL gelungen war, diejenigen einflussreichen
Funktionaere zu diesem Schritt zu gewinnen, die energisch den Gedanken zurueckgewiosen hatten, einer neuen Koerperschaft der Arbeiterschaft der Welt zusammen
mit dem CIO beizutreten.
Eine Erklaerung. die den CIO enttaeuscht
"Trotz dieser Aenderung in der Politik waren doch die CIO-Funktionaere ueber
die Massnahme des AFL etwas enttaeuscht. Dies bezog sich hauptsaechlich auf die
Art und Welse, in der die Erklaerung des AFL abgefasst war, wo von der Art, wie
die Vertretungsfrage in der neuen Arbeiterkoerperschaft geregelt werden sollte,
die Rede war. Der AFL-Ausschuss, dessen Vorsitzender Matthew Woll ist, schlug

10

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�die Bildung eines vorlaeufigen Ausschusses vor, der die europaeischen sowie die
nord- und südamerikanischen Gewerkschaften vertreten sollte, und der die Lage
vorerst einmal pruefen sollte.
"Dieser Ausschuss sollte, wenn moeglich, im Juni in Genf zusammentreten und
spaeter jedem der Gewerkschaftsbuende, die eingeladen werden sollten, einen Bericht zustellen. Danach sollte dann eine Gruendungskonferenz fuer die neue Weltgewerkschaftsorganisation einberufen werden. Wenn man sich dem heute dargelegten
Programm ansohliessen wuerde, dann wuerde die Genfer Konferenz im Juni einen Gegenstoss der freien Gewerkschaften gegen die Konferenz darstellen, die vom WFTÜ
fuer Juni in Mailand geplant ist....
"Die Entscheidung darueber, dass der CIO einen Teil des neuen Weltbundes
bilden wird, war von Bedeutung, denn sie ebnete den Weg fuer die Einbeziehung der
sogenannten rivalisierenden Arbeiterbuende in den verschiedenen Laendern in die
Mitgliedschaft. Dies bedeutet, dass in Frankreich, Italien, Canada, Belgien,
Holland und anderen Laendern, wo verschiedene Gewerkschaftsbuende existieren,
ihrem Beitritt nicht das Hindernis des "dualistischen Gewerkschaftswesens" im
Wege stehen wuerde.
Die Beziehungen zwischen der AFL and dem CIO werden erwogen.
"Manche AFL-Funktionaere haben darauf bestanden, dass ihrer Organisation eine
"vorherrschende" Stellung eingeräumt wird, soweit die Mitgliedschaft der amerikanischen Arbeiterorganisationen in der neuen Weltorganisation in Frage kommt. Diese
Frage wird aber nicht direkt auftauchen, da die AFL fuer ihre 8 Millionen Mitglieder Beitraege pro Kopf entrichten wird, und der CIO desgleichen fuer seine 6
Millionen Mitglieder. So wuerden also die Stimmen, die auf den Beitraegen begruendet sind, der AFL eine etwas guenstigere Lage verschaffen, dies wird aber
als nicht so bedeutungsvoll angesehen, es sei denn, die Frage der "Gleichberechtigung" fuer den CIO sollte aufgeworfen werden.
"Fuer die AFL ist dies eine delikate Angelegenheit, und zwar wegen ihrer
Mitgliedschaft in der Internationalen Organisation fuer Arbeit (ILO), in der die
Vorschriften die Mitgliedschaft irgendeiner Arbeiterkoerperschaft auf die "vorherrschende" in der Nation beschraenken. Diese Vorschrift verbietet fuer den CIO
in der ILO den Status der "Gleichheit", und als Ergebnis hat sich der CIO geweigert,
das zu akzeptieren, was er als "niedrigeren Status" bezeichnet, indem er bei den
Sitzungen der ILO nur durch "Ratgeber" vertreten wird, die dem AFL-Delegiarten zugewiesen sind.
"Die Erklaerung der AFL gab zu verstehen, dass die grossen Arbeiterbuende
der grossen Nationen nicht danach trachten duerfen, die neue Gewerkschaftsorganisation zu beherrschen und dass man "mit den Methoden der Grossmachtpolitik vollkommen brechen muesste". Es wurde auch angekuendigt, dass die AFL in Tokio ein
Buero fuer ihre Arbeit in Japan und Korea und ein weiteres in- Indien fuer Suedostasien errichten wollte."
"New York Times" 8. April 19^9
SCHARFE ARBEITSGESETZGEBUNG UND ARBEITSFRIEDE
Die Liga fuer politische Erziehung der AFL hat vor kurzem folgende Erklaerung
in ihrer offiziellen Zeitschrift veroeffentlicht. Zum Schluss wird in dieser
Erklaerung zum Ausdruck gebracht, dass "scharfe Schlichtungs-Gesetze" die dazu
dienen sollen, die freien Gewerkschaften zu zuegeln keineswegs wirksam erzwungen
werden koennen.
"Diejenigen arbeiterfeindlichen Kongressmitglieder, die sich fuer ein Streikverbot in den sogenannten Notstandsunternehmen des Landes und gemeinnuetzigen
Einrichtungen einsetzen, sollten sich einmal vor Augen fuehren, was sich bei dem
-

11

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�Muellabfuhrstreik in Yonkers, New York, in diesem Monat (Maerz) ereignete.
"Vor zwei Jahren hatte der Gouverneur Dewey das Condon-Wadlin-Gesetz durchgepeitscht, dem zufolge den Angestellten im oeffentlichen Dienst das Streiken verboten i s t , das andererseits aber keine zufriedenstellende Regelung fuer die Festsetzung von Loehnen und Arbeitsbedingungen vorsieht. Nachdemd?r Streik 3 Tage
gedauert hatte, konnten die Angestellten der Abteilung Muellbeseitigung in Yonkers
wieder ohne jeden Nachteil an die Arbeit gehen, trotz der Tatsache, dass l t . dem
Condon-Wadlin-Gesetz jeder oeffentliche Angestellte, der in den Streik t r i t t , nur
auf 5 Jahre Probe wieder e i n g e s t e l l t werden kann und 3 Jahre lang keine Lohnerhoehung erhaelt.
Diese Situation aehnelt der, wie s i e sich kurz nach dem Erlege in Australien
zeigte. In Australien bestand wohl ein obligatorisches Schiedsgesetz, aber dennoch
traten 60£ der organisierten Arbeiter sofort nach Beendigung des Krieges in den
Streik. Offenbar konnte man aber nicht 60% der Arbeiter des Landes ins Gefaengnls
stecken. Das oeffentliche Interesse machte es erforderlich, dass die Arbeiter
ihre Taetigkeit wieder aufnahmen, und dass die Produktion wieder anlief. Australien
musste das Gesetz in den Buechern vergessen und Schiede - und Ausgleichsverfahren
anwenden, um den S t r e i t beizulegen
"
"AFL League Reporter" 28. Maerz 1949
DER PRABSIDENT DUR A1L BEANTWORTET EINIGE FRAGEN
Ein Korrespondent der amerikanischen Zeitschrift "D.S. News and World Report"
interviewte vor kurzem William Green, den Praesidenten der AFL ueber die Ansichten
seiner Organisation in bezug auf gewisse wichtige Tagesfragen. Die Antworten
Greens werden zweifellos fuer die deutschen Gewerkschaften von Interesse sein.
Frage« Mr. Green, sind Sie der Meinung, dass die Gewerkschaften heute
staerker sind a l s jemals zuvor."
Antwort; "Jawohl, ich bin der Ansicht, dass die Gewerkschaften mehr Mitglieder
haben als frueher. In der AFL haben wir eine Mitglieder zahl von 8 Millionen err e i c h t . Seit der Zeit, da ich vor 25 Jahren ihr Praesident geworden bin, i s t s i e
staendig gestiegen. Damals hatte s i e 2£ Millionen Mitglieder."
Frage» "Ist die Mitgliederzahl auch unter dem Taft-Hartley-Gesetz gestiegen."
Antwort» Ich glaube, daas die Mitglieder zahl stark gestiegen i s t , seitdem
•
dieses Gesetz erlassen wurde, und hauptsaechlich wegen der Besserung der wirtschaftlichen Verhaeltnisse. Wenn die Beschaeftigung ansteigt, dann werden unsere
Gewerkschaften groesser, sinkt aber die Beschaeftigung, dann werden sie kleiner.
Das Taft-Hartley-Gesetz hat aber die gewerkschaftliche Organisierung ernstlich
bee intraecht Igt, besonders in bezug auf unsere Bemuehungen, die Arbeiter im
Sueden zu organisieren."
Frage» Wie gross schaetzen Sie die Zahl aller Mitglieder der organisierten
Arbeiterschaft (in den Vereinigten Staaten)."
Antwort« "Bei einer z i v i l e n Arbeiterschaft von insgesamt 60 Millionen Menschen wird sie auf etwa 15 Millionen g e s c h a e t z t . . . . "
Frage« "Wie kommt e s , dass die AFL es fuer notwendig erachtet, das "closed
Shop" System beizubehalten, "(in der Gewerkschaftssprache bedeutet ein "closed
shop", dass es sich hier um einen Betrieb bandelt, in dem jeder Arbeiter Gewerkschaftsmitglied sein muss).
Antwort; Aus Erfahrung haben wir f e s t g e s t e l l t , dass wir durch Aufrechterhaltung des "closed Shop" Systems ueber Loehne und anstaendlge Beschaeftigungsbedingungen verhandeln koennen. Und dass stehen v i e l e Arbeitgeber dem "closed shop"
System wohlwollend gegenueberk weil es ein taoeheres Mass an Zusamnenarbeit, gutem
Willen und Durchfuehrung guter Arbeitsbeziehungen schafft.
- 12 -

�Sie brauchen sich dannkeine Gedanken darueber zu machen, ob Sie der Gewerkschaft
beitreten wollen oder nicht, sobald das "closed Shop" System im Betrieb eingefuehrt ist."
Fraget

"Es wird manchmal behauptet, dass ein "geschlossener Betrieb"

(closed shop) ein Monopol darstellt.

Wuerden Sie willens sein, gesetzliche

Schutzmassnahmen fuer einen "closed shop" zu akzeptieren, so dass die Regierung
die Verhaeltnisse ueberwacht und Misstaende verhindert."
Antwort; "Wie kann die Rede von einem Monopol sein, wenn von 60 Millionen
Menschen 15 Millionen organisiert sind."
Frage« "Kann es denn nicht in einem besonderen Industriezweig ein Monopol
darstellen."
Antwort» Ich sehe das nicht ein, warum es ein Monopol sein soll.

Ich

glaube, es ist etwa dasselbe, als wenn Direktoren einer Aktiengesellschaft und
Vertreter der Arbeiterschaft ein Lohnabkommen unter sich aushandeln, was doch
auch kein Monopol darstellt.

Es ist lediglich ein "geschlossener" Gewerkschafts-

betrieb, und das bedeutet, dass die Arbeiter einer Gewerkschaft angehoeren sollen,
und dass die Verhandlungen zwischen den Arbeitern und der Betriebsleitung nicht
zwischen dem einzelnen Arbeiter und der Betriebsleitung, sondern zwischen der
Betriebsleitung und der Gewerkschaft gefuehrt werden, und dass dann die Gewerkschaf t Aer die Festlegung des Abkommens verantwortlich ist."
Frage» "Um auf das "closed shop" System zurueckzukommen, ist etwas ''Jahres
daran, wenn behauptet wird, dass Sie dadurch, dass Sie Ihr Lehrlingssystem benutzen, Sie die Gestellung von Arbeitskraeften beschraenken."
Antwort« "Das Lehrlingssystem wird in Uebereinstimmung mit dem Abkommen
mit der Betriebsleitung angewendet.

Die Anzahl der Lehrlinge, die beschaeftigt

werden, basiert auf den Markterfordernissen.

Es ist wichtig, erfahrene Fachleute

au haben und Lehrlinge, die dazu erzogen werden, die Arbeit zu leisten —

so dass

also, wenn Sie ein Gebaeude errichten wollen, Sie es auch gut bauen wollen.
' enn Sie eine Bruecke bauen, dann wollen Sie sie gut bauen.

Das aber koennen

nur erfahrene und tuechtige Maenner tun."
Frage; "Macht sich die AFL ueber die Arbeitslosigkeit Sorgen."
Antwort« "Nein, wenigstens nicht im Augenblick,

Wegen der steigenden

Arbeitslosigkeit waehrend der letzten paar Monate regen wir uns nicht sehr auf,
wir sind aber der Meinung,

dass

die wirtschaftliche Grundlage in Amerika gut

fundiert ist, und e3 bestehen die Aussichten, daes das- Geschaeft im naechsten
bzw. innerhalb der naechsten 2 Jahre in ebenso guter Form weitergehen wird, wie
das bisher der Fall gewesen ist."
Frage« "Glauben Sie, dass die Kaufkraft hoch gehalten werden muss, um eine
Hoechstproduktion aufrechtzuerhalten."
Antwort; "So ist es.
aendern koennen.

Es ist dies ein wirtschaftliches Gesete das wir nicht

V/enn wir eine gesunde Wirtschaft aufrechterhalten wollen, dann

muss die Kaufkraft unseren Produktionsfaehigkeiten entsprechen.

Wenn Sie mehr

produzieren koennen, als Ihnen zu kaufen moeglich ist, dann muessen Sie zwangslaeufig einen Ueberfluss schaffen.

Wenn Sie aber andererseits das kaufen koennen,

was Sie herstellen, dann ist die Nachfrage konstant und ausgeglichen, und entspricht somit praktisch unserer Produktionskapazitaet.

Jeder Arbeitgeber wird

das unterstreichen."
Frage« "Sind Sie der Meinung, dass die Preise nach unten angeglichen und
die Loehne dennoch beibehalten werden koennen."
Antwort;

m,

'ir haben uns gefragt, ob die Preise reduziert und die Loehne

beibehalten werden koennen oder nicht, weil die Frofite ziemlich hoch gewesen
sind.

Ich bin der Meinung, dass die Profite in den letzten 1-2 Jahren groes3er
-

13

-

�gewesen sind als dies fuer eine laengere Zeit der Fall gewesen ist. Aus diesen
erhoehten Profiten heraus koennten die Verkaufspreise herabgesetzt werden, ohne
dass man die Loehne senken muesste.1'
Frage» "Sind sich die AFL und der CIO jetzt naeher gekommen, als es frueher
der Fall war."
Antwort« "Davon ist mir nichts bekannt. Sie sind sich heute nicht naeher
gekommen als es vor einem Jahr, vor 2 oder 5 Jahren der Fall war."
Frage» "Wird jetzt irgend etwas unternommen, um ueber einen Frieden zu verhandeln (Frieden zwischen AFL und CIO)."
Antwort» "Nein, im Augenblick nicht. Ich meinerseits fasse das so auf, dass
sich dieser Friede als Ergebnis der Aufloesung des Weltgewerkschaftsbundes entwickeln koennte. Wie Sie wissen, sind der CIO und eine Anzahl anderer Gewerkschaften in den freien demokratischen Laendern Europas aus dem Weltgewerkschaftsbund
ausgetreten und haben die Gruendung eines neuen Weltgewerkschaftsbundes gefordert,
der sich aus demokratischen Gewerkschaften ohne irgendwelche kommunistischen Organisationen zusammensetzt. Als Erfolg davon werden Verhandlungen stattfinden,
die evtl. zu einer Festigung unserer hiesigen Gewerkschaftsbewegungen fuehren
koennten
"
Frage» "Was halten Sie von der Sozialisierung. Beguenstigt die AFL die
Sozialisierung der Industrie."
Antwort; "De, wir ein System des Freien Unternehmens, wie wir es hier in
den Vereinigten Staaten haben, verteidigen, sind wir dagegen, und Amerika ist die
letzte Bastion des Systems des Freien Unternehmens. In allen anderen Laendern
der Welt wird dieses System abgeschafft."
Frage» "Glauben Sie, dass die Gewerkschaften etwas dazu tun, dass dieses
System hier beibehalten wird."
Antwort» "Ja".

Frage; "Sie haben a l s o , bzw. vertreten eine andere Phllosphie als z.B. die
englischen Gewerkschaften."
Antwort; "Ja, wovor loh in dieser Hinsicht die engherzigen Unternehmer zu
warnen versucht habe, i s t , da^s sie aufhoeren s o l l t e n , den Versuch zu machen,
eine Einrichtung zu zerschlagen, die dafuer kaempft, ihr System des Freien Unternehmens zu schuetzen. Das tun sie mit Hilfe des Taft-Hartley-Gesetzes. Was i s t
denn nun besser fuer sie» wenn s i e darauf hinarbeiten, dass das Taft-HartleyGesetz die Gewerkschaften schwaecht, dass sie ausgeschaltet werden, oder dafuer
zu sorgen, dass s i e s t a r k bleiben, damit s i e fuer sie kaempfen koennen.
"In der Tschechoslowakei bestand eine v o r t r e f f l i c h e freie Gewerkschaftsbewegung. Sie a r b e i t e t e ausgezeichnet. Sie wurde weder von der Regierung beherrscht
noch stand s i e unter ihrer Kontrolle. Nach dem Kriege, a l s die Menschen hungrig
und am Verhungern waren, sickerten die Kommunisten langsam, aber sicher in die
Gewerkschaftsbewegungen e i n . S c h l i e s s l i c h kam der Tag, an dem die Revolution
durchgefuehrt werden nso U t e , und da war es die Gewerkschaftsbewegung, die von einer
freien demokratischen Gewerkschaftsbewegung in eine kommunistischen umgewandelt
werden war, die die Revolution e i n l e i t e t e und weiterfuehrte. Als Ergebnis davon
wurde die Tschechoslowakei ein Teil des "Hisernen Vorhangs". Aus den Aussagen
der in New York verhoerten Kommunisten geht henor, dass s i e in Amerika auf die
gleiche Art und '.'.'eise vorgehen wuerden. Glücklicherweise haben s i e hier keine
F o r t s c h r i t t e e r z i e l t , weil wir ihnen gegenueber in einer unwiderstehlichen und
kompromisslosen Opposition stehen."
"Overseas American News Service" 7 . April 1%9

-

14

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�DIE LAGE DER FRAUEN IN DER SOWJETUNION
Malvina Lindaay, Buehnenschrlf t s t e l l e r i n b e i der "Washington Post" hat Tor
kurzem einen A r t i k e l ueber d i e Lage der Frauen i n der Sowjetunion v e r o e f f e n t l i c h t .
S i e b e r i c h t e t e , dass man i n den Berufen d i e Trauen nicht u n t e r s c h i e d l i e h behandelt»
dass d i e meisten Arbeiterinnen i n diesem Lande aber e i n beschwerliches und hartes
Leben a l s Eisenschmiede, Bergwerks-Kohlenarbeiterinnen, Dockarbeiter, Saegemuehlena r b e l t e r , Streckenarbeiterinnen, Strassenreinigerinnen und Landarbeiterinnen fahren.
Gewoehnlich arbeiten solche Arbeiterinnen schwer unter der Aufsicht von Maenner.
"Wirkliche Machtstellungen i n der konmunistIschen P a r t e i , i n der Regierung
und in der Wirtschaft mehmen d i e Frauen noch n i c h t e i n . Trotz der Tatsache, dass
g e l e g e n t l i c h eine Frau zum Gesandten ernannt wird, s p i e l e n d i e Frauen im diplomat i s c h e n Dienst nur e i n e untergeordnete R o l l e . . . . D i e G l e i c h h e i t i n Sowjetrussland
hat fuer manche Frauen bessere Gelegenheiten geschaffen, insbesondere b e i den
Landfrauen und fuer d i e Frauen i n den a s i a t i s c h e n Republiken, aber im allgemeinen
sind die Frauen durch den niedrigen Le ensstandard besonderen Haerten a u s g e s e t z t . .
In der Sechstage-Woche muss die s o w j e t i s c h e A r b e i t e r i n nooh ihre Hausarbeit v e r r i c h t e n und s i c h auf dem Markt versorgen, nachdem s i e nach Hause gekommen i s t .
Ihr L'ann h i l f t ihr s e l t e n .
"Die t y p i s c h e A r b e i t e r i n i n der Stadt kehrt von der Arbeit i n ihren Hausstand zurueok, der fuer s i e und ihre Familie aus einem Zimmer b e s t e h t . Eine
Wohnung, die aus 3 oder -U Zimmern b e s t e h t , i s t gewoehnlich mit 3 oder 4 Familien
b e l e g t . Frauen in den K o l l e k t i v w i r t s c h a f t e n haben gewoehnlich e i n e separate
Unterkunft, aber die Einrichtung i s t p r i m i t i v
"Die Sowjetfrauen werden s t a e n d i g an ihr P r i v i l e g e r i n n e r t , dass s i e an der
grossen Arbeit fuer den s o z i a l i s t i s c h e n Wiederaufbau t e i l h a b e n . Ob ihre G l e i c h h e i t auch soweit geht, dass s i e mehr Macht und Ehren geniessen koennen, e r s c h e i n t
j e t z t z w e i f e l h a f t , t r o t z der kuerzlichen Erklaerung des Zentralkomitees. Es wird
angenommen, dass die Tendenz s i c h a u g e n b l i c k l i c h mehr von der Gleichheit a l s zu
ihr hin bewegt« d i e s g i l t besonders fuer die Stadtfrauen, deren Auswahl in den
Berufen mehr und mehr beschraenkt w i r d . . .
S t a t e Department "Radio BulletinW 3 0 . Maerz 1%9
DIE BEDEUTUNG DER GEGECTONDS-HINTERLEGÜNGSGELDiER (COÜNTKKPART FONDS)
DES MARSHALL-PLANS
1

"Nach einem sinnreichen finanziellen Plan, der ausgearbeitet wurde, a l s
das Gesetz erlassen wurde, erfuellen die Marshallplan-Dollars in Europa eine
doppelte Aufgabe, Zunaechst einmal gestatten die amerikanischen Dollarkredite
den Ankauf von Lebensmitteln, Gebrauchsguetern sowie Bergwerks, Transport- und
Industrie-Ausruestungen in Amerika oder in anderen Laendem* die sich die europaeischen Laender sonst wegen Devisenmangels nicht beschaffen koennten. Das Werk
eines jeden Dollars i s t Jedoch erst halb getan, wenn diese Transaktion durchgef ü h r t i s t . In jedem unterstuetzen Land zahlt der Empfaenger der amerikanischen
Zuschuesse fuer die Ausrüstungen, Maschinen oder Lebensmittel in Pfunden, Francs,
Lire, Drachmen, Kronen oder Schillingen."
"Diese "Gegenfonds-Hinterlegungsgelder" (counterpart funds), unter welcher
Bezeichnung s i e bekannt geworden sind, werden in einem besonderen Treuhandkonto
in jedem Lande deponiert. Im Internationalen Handel sind s i e im allgemeinen wertlos,
im internen Gebrauch aber sind s i e bei Projekten, wie z.B. Fabrikanlagen, Strassenbau, Reparaturen von zerbombten Pruecken und Transportsystemen usw. so gut wie Bold.
"Na.ch den EGA Vereinbarungen sind 5% dieser Counterpart Funds fuer die Vere i n ! ten Staaten fuer Verwaltungsausgaben in Verbindung mit dem Marshallplan wie
-

15

-

�auch fuer andere Zwecke verfuegbar. Die verbleibenden 95^ koennen nur mit Genehmigung des USA-Leiters Hoffman ausgegeben werden und nuessen fuer Projekte angelegt
werden, die den Inneren Aufbau der betreffenden Laender fördern."
"Bis zum 31. Januar, dem letzten Datum, an dem die "fehlen fuer die counterpart
funds vorliegen, hat Frankreich nahezu 168 Milliarden Francs angesammelt und g r ö s s t e n t e i l s ausgegeben* das entspricht einem Gegenwert von 717 Millionen Dollar. Der
englische Counterpart Fund hat ueber 95 Millionen Pfund($380.000.000) erhalten.
Hier sind die entsprechenden Zahlen fuer andere Nationen; I t a l i e n IIA Milliarden
Lire ($196.000.000), Griechenland 639 Milliarden Drachmen ($6/,.000.000), Oesterreich 1.839 Milliarden Schillinge ($184.000.000) und Norwegen 147 Milliarden Kronen
($30.000.000)."
"Diese lokalen Aufbau-Fonds kommen im grossen und ganzen den Dollarzuschuessen
die I t a l i e n von den Vereinigten Staaten erhalten hat, gleich und ergaenzen s i e .
Die Counterpart Funds werden dazu benuetzt, um Suempfe trockenzulegen, um Ozeanschiffe wieder flottzumachen, 2.000 Eisenbahnbruecken wiederherzustellen und Stahlwerke fertigzustellen, die Mussolini vor dem Kriege in Angriff nahm. In Frankreich
wird die Modernisierung der Kohlengruben, der Bau von Kraftwerken und Duengemittelfabriken durch die Änsamnlung von Geldern, die aus den Verkaeufen von amerikanischen
Maschienenlieferungen stammen, ermoeglicht."
"New York Poat Editorial" 4 . April 1949
-

Manpower Division
OMGDS, APO 742

ÜNOUS, 9-UJ3, L»KB, Apr U°, SJ C

16

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OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEflLUNGEN
Dl« folgenden Artikel stellen Aussage ans dar amerikanischen Press« and anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redaktenre, dar Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mittflieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebranch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Aal Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch dl« Post zugeleitet
Dar Inhalt dar „Arbeitsmitteilungen" ist sieht als offizielle Meinung oder Stellungnahme dar amerikanische«
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung dar Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - U

Berlin, 6. Mai 1%9

AMERIKAMISCHB MKTBODBB ZOR ÜUHCÜFU1SHR0KQ VON QWgHKSCBAFTSsfflKOMMBN
Das amerikanische Arbeitsministerium hat umfangreiche und ausgedehnte Studien
bzw. Untersuchungen ueber die Bestimmungen fuer die Durchführung ron Kollektiwerhandlungen und Abkommen zwischen Arbeitgebern (oder Arbeltgebervereinigungen) und
den Gewerkschaften Torgenommen, üeber dieses Thema ist eine Anzahl Broschueren
veroeffentlicht worden. Diese werden spaeter als Kapital eines Buches erscheinen.
Der folgende Artikel bildet eine Zusammenfassung einer vor kurzem herausgegebenen
Broschuere ueber die Methoden, die Ton den Arbeitgebern und den Gewerkschaften bei
der Durchfuehrung von Abkommen Anwendung finden.
Beim Lesen nachstehender Zusammenstellung sollte man sich vor Augen halten,
dass das Hauptziel sowohl fuer die Arbeitgeber wie auch fuer die Gewerkschaften
beim Aufbau ihres eigenen Mechanismus zwecks Durchfuehrung eines Abkommens darin
besteht, Gerichtsprozesse zu Termeiden. Die amerikanischen Gewerkschaften und
Arbeitgeber treten energisch fuer die Anwendung eines privaten Mechanismus zur
Beilegung ron Differenzen ein. Sie ziehen es ror, sich in die Kosten des gerichtsaehnliohen Mechanismus des Schiedsverfahrens zu teilen.
Die Durchfuehrung von Qewerkschaftsabkommen
1. Sinfuehrung
Gewoehnlich laeuft die Kollektiwerhandlung auf ein geschriebenes Abkommen
hinaus, das vom Arbeitgeber und den Gewerkschaftsvertretern unterzeichnet wird
und als gesetzlioh bindender Kontrakt durchfuehrbar ist. Nach dem bestehenden
Gesetz koennen sich die an einem Kollektivvertrag beteiligten Parteien an die
Gerichte wenden, um eine Durchfuehrung eines Abkommens zu erzwingen
In der Praxis werden die Gerichte nur selten zwecks Durchsetzung von Abkommen
angerufen* die Durchfuehrung haengt zum grossen Teil von der Aufrichtigkeit und
dem guten Willen der betreffenden Parteien ab. Diese grundlegende Fuehlungsnahme
erklaert die relative Seltenheit besonderer und ausfuehrlicher Bestimmungen in den
Abkommen, die darauf abgestellt sind, die Durchsetzung der in ihnen enthaltenen
Vorschriften zu sichern. Wo dennoch solche besonderen Klauseln festgelegt sind,
ist dies durch Verhaeltnisse zu erklaeren, wie sie der betreffenden Industrie eigentuemlich sind, oder durch Schwierigkelten, wie sie sich kuerzlich bei der Aufrechterhaltung der Beziehungen bei Kollektivverhandlungen zeigten.
Die Einhaltung der Bestimmungen, der Arbeitsbedingungen und der Verpflichtungen, die sioh aus dem Abkommen ergeben, wird normalerweise durch ein gerichtsaehnliches Verfahren gesichert, das im Kontrakt selbst niedergelegt ist
durch
das Beschwerde- und Schiedsverfahren. Dieses Verfahren wird angewandt, um die

1

�sich taegllch ergebenden Missverstaendnisse und Streitfaelle in der Auslegung oder
Anwendung des Abkommens wie auch die Streitfaelle zu behandeln, die angebliche Verletzungen zum Gegenstand haben
Viele Abkommen enthalten eine gegenseitige Verpflichtung zur Einhaltung, und
selbst, wenn solche Verpflichtungen nicht ausdrücklich festgelegt sind, dann werden
sie haeufig stillschwelgend durch allgemeine Erklaerungen in dem Sinne miteinbegriffen, dass das Abkommen bis zu seinem Ablauf in Kraft und bindend ist. Erklaerungen, denen zufolge Firmenbestimmungen und Gewerkschaftsvorschriften, verfassungsmaessige Bestimmungen oder Satzungen in keiner Weise mit dem Abkommen kollidieren
duerfen, sind zusaetzliche Vorsichtsmassnahmen gegen eine Umgehung der Verletzung
des Abkommens
2. Allgemeine Bestimmungen fuer die Einhaltung
Obwohl die Tatsache des Abschlusses eines Abkommens die Absicht in sich
schliesst, die im Abkommen niedergelegten Bestimmungen durchzufahren, enthalten
doch die meisten Abkommen eine allgemeine Erklaerung in dem Sinne, dass diese bis
zu ihrem Ablauf in Kraft und bindend sind, und dass sich die Parteien an die
Bestimmungen des Abkommens halten und ihre Verpflichtungen einhalten wollen.
Abkommen, an denen Arbeitgeberverbaende beteiligt sind, sind oft in einem
Stil aufgesetzt, demzufolge die einzelnen Mitgliedfirmen an die Bedingungen des
Abkommens gebunden sind. Bei manchen Abkommen mit Arbeitgeberverbaenden wird der
Verband fuer die Einhaltung der Bestimmungen seitens der einzelnen Mitgliedfirmen
verantwortlich gemacht.
Andere allgemeine Klauseln, die die Einhaltung des Abkommens gewaehrleisten
sollen, untersagen Handlungen, wie z.B. Umgruppierung von Angestellten oder von
Dienstobliegenheiten, oder einen Abschluss von Untervertraegen mit anderen Arbeltgebern, um die Verpflichtungen zu umgehen, die im Abkommen vorgesehen sind.
3. Hilfsmittel fuer die Durchsetzung
Manchmal enthalten die Abkommen Vorschriften, die dazu bestimmt sind, den
Gewerkschaften dabei zu helfen, sich hinlaenglich darueber zu informieren, ob
der Vertrag auch vom Arbeitgeber eingehalten wird. Manchen Abkommen zufolge ist
den Gewerkschaftsvertretern der Zutritt zum Werk gestattet, damit sie sich von der
Einhaltung der Vereinbarungen ueberzeugen koennen. Lt. anderen wiederum haben die
Gewerkschaftsvertreter das Recht, die Lohnlisten und die Personalakten einzusehen,
und in manchen Faellen wird die Weigerung, dies zu gestatten, als ein mutmasslicher
Beweis fuer eine Verletzung des Abkommens angesehen.....Vorherige Benachrichtigung
der Gewerkschaft von gewissen Handlungen des Arbeitgebers, wie z.B. Verwarnung
Entlassung, bzw. zeitweilige Arbeitsniederlegung gibt der Gewerkschaft ebenfalls
das Recht, zu pruefen, ob die Bestimmungen des Abkommens durchgefuehrt wurden.
Manchmal sind in Abkommen, die mit Arbeitgeberverbaenden abgeschlossen werden,
Ausschuesse vorgesehen, die sich gewoehnllch aus einem ubpartauschen Vorsitzenden
und Vertretern dieses Verbandes und der Gewerkschaft zusammensetzen, die die Durchsetzung des Abkommens ueberwachen.
4.

Die Errichtung von Kautionsfonds.
Gelegentlich wird von einer der beiden Parteien oder von allen beiden die
Hinterlegung eines Fonds oder einer Kaution zur Sicherheit verlangt, und zwar
als Sicherheit dafuer, dass die Bestimmungen des Abkommens eingehalten werden,
oder als Schadenersatz fuer Verstoesse, oder um die Zahlung von irgendwelchen
Strafen, rueckwlrkenden Loehnen usw. sicherzustellen.

Nach manchen Abkommen, die mit Arbeitgeberverbaenden abgeschlossen werden,
wird die Stellung einer Kautionssumme von solchen Mitgliedfirmen nicht verlangt,
die sich eines guten Rufs erfreuen, von Mitgliedfirmen, die ausgetreten sind
oder ausgewchlossen wurden, sowie von Arbeitgebern, die nicht Mitglied sind, kann
aber verlangt werden, dass sie eine Kaution stellen. In anderen Faellen unter-

2

-

�liegen die unabhaengigen Arbeitgeber der Rechtsprechung der gemischten Kommissionen
oder dem Schiede- bzw. Durchfuehrungsmechaniamus, der geschaffen wird, um den Verbandskontrakt zu vollstrecken, und es kann von ihnen verlangt werden, dass sie
zum Unterhalt dieses Hechanismus beisteuern.
Wenn fuer die Verletzung des Ab können Schadenersatz gezahlt werden muss, dann
wird im allgemeinen von dem betreffenden Arbeitgeber verlangt, dass er eine zusaetzliche Zahlung leistet, damit der im Abkommen vorgesehene Kautionsbetrag in
der vorgeschriebenen Höehe beibehalten wird.
5» Beendigung des Abkommens als Strafe fuer seine Verletzung
Die Abkommen bleiben gewoehnlich fuer eine bestimmte Zeitspanne in Kraft, am
haeufigsten fuer ein Jahr, manchmal Ist aber vorgesehen, dass ein Verstoss seitens
einer Partei der anderen Partei das Recht gibt, das Abkommen vor seinem Ablauf zu
loesen. Oft ist aber dabei vorgesehen, dass eine Beendigung keine Wirkung hat,
wenn nicht ein Schiedsmann vorher bestimmt hat, ob ein Abkommen verletzt wurde
oder nicht. Bei Abkommen mit Arbeit gebar verbaenden kann durch die Verletzung seitens eines der Hitglieder das Abkommen geloest werden, soweit die betreffende Mitgliedfirma in Trage kommt, gewoehnlich gibt dies aber der Gewerkschaft nicht das
Recht, das Abkommen mit den anderen Hitgliedfirmen des Verbandes zu loesen. Wenn
ein Arbeitgeber mit mehr als einer Ortsgewerkschaft der gleichen Landesgewerkschaft
Abkommen getroffen hat, so koennen durch die Verletzung des Abkommens mit einer
Ortsgewerkschaft diejenigen des betreffenden Arbeitgebers mit allen anderen Ortsgewerkschaften hinfaeilig werden.
6. Sanktionen und Strafen fuer Arbeitgeber.
Zwecks Durchsetzung eines Vertrages stuetzen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften im allgemeinen auf andere Methoden als auf die Auferlegung von Strafen und
Bussen, doch greift man zu solohen Hassnahmen bei Verhaeltnissen, die fuer die
Industrie eigentuemlich sind. So.kann zum Beispiel wenn die scharfe Konkurrenz
Lohnkürzungen notwendig macht, wie in der Bekleidungsindustrie, im Abkommen vorgesehen werden, dass den Arbeitern ein Schadenersatz gezahlt wird, deren Loehne
gekuerzt wurden, um jeden Konkurrenzvorteil auszugleichen, den ein Arbeitgeber
durch die Verletzung des Abkommen gehabt haben mag.
In manchen Bestimmungen ist auch die Geldbusse fuer eine Verletzung des Abkommens seitens des Arbeltgebers festgesetzt. Gewoehnlich stuft sich der Betrag
ja nach Art der Verletzung und nach Zahl frueherer Verstoesse ab. In vielen
Faellen ist jedoch der Schiedsmann oder der unparteiische Vorsitzende ermaechngt,
den fuer jeden Verstoss zu zahlenden Schadenersatz zu bestimmen. Zuzueglich zu
diesem Schadenersatz wird manchmal auoh noch vom Arbeitgeber verlangt, dass er
einen Bussebetrag zahlt, um die Kosten des Verfahrens zu decken. .Es kann auch
eine weitere Busse auferlegt werden, die auf zukuenftige Verstoesse abschreckend
wirken soll.
Nach manchen Abkommen, die mit Arbeitgeberverbaenden getroffen werden, werden
flagrante oder wiederholte Uebeltaeter mit zeitweiligem oder gaenzlichem Ausschluss aus dem Verband bestraft. In anderen Faellen wird es ihm gestattet,
weiterhin Mitglied des Verbandes zu bleiben, jedoch erhaelt er keine Unterstützung
vom Verband.
Eine andere Strafe besteht darin, den betreffenden Arbeitgeber gewisser Vorrechte, die ihm dem Abkommen gemaess zustehen, zu berauben. So kann z.B. eine
Gewerkschaft ermaechtigt werden, ihm' das "union label" (Gewerkschaftsetikett,
d.h. Das Recht, seine Waren mit einem entsprechenden Vermerk der Gewerkschaft zu
versehen, woraus hervorgeht, dass die Ware unter den Arbeitsbedingungen hergestellt wurde, wie sie mit der betreffenden Gewerkschaft vereinbart wurden) oder
die "Shop card" (eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, dass er zu gewerkschaft-

-

3 -

�lieh vereinbarten Bedingungen arbeitet) zu entstehen, sobald ein Verstoss eintritt.
Das Recht, in den Streik zu treten, auf das die Gewerkschaft Anspruch hat»
ist vielleicht die schaerfste Strafe fuer die Verletzung eines Abkommens seitens
eines Arbeitgebers. In manchen Abkommen ist ganz besonders das Recht der Gewerkschaft auf Streik vorbehalten, um die Innehaltung des Abkommens durchzusetzen,
selbst wenn die Streikaktion sonst untersagt ist.
"7. Sanktionen und Strafen fuer die Gewerkschaften und das Personal
Ortsgewerkschaften, die sieh eines Verstosses gegen die Bestimmungen inrer
Abkommen schuldig machen, setzen sich manchmal einem Disziplinarverfahren seitens
der Landesgewerkschaft aus. Die Massnahmen fuer solche Faelle werden gewoehnlich
mehr in den Statuten der Gewerkschaften festgelegt als in den Kollektiwertregsabkommen. Die Strafen und Bussen erstrecken sich gewoehnlich insbesondere auf die
"Nicht-Streik"-Klausel. Es kann eine Geldstrafe erhoben werden, oder dem Arbeitgeber kann gestattet werden, die "ünion-security" - (*) oder die "Check-off" -(**
Bestimmungen des Abkommens rueckgaengig zu' machen oder Beschwerdeverfahren zu
hindern«
(*)

"union security" : Ausdruck meist angewandt auf Bestimmungen Innerhalb von
Kollektiwertraegen, die den "olosed" oder jfanlon-shop"
(geschlossenen Gewerkschaftsbetrieb) garantieren oder die
"maintenanoe of membership", d.h. die Beibehaltung der
Mitgliedschaft fuer die, die einmal der Gewerkschaft beigetreten sind.
(**) "check off"
»System, wonach der Unternehmer durch Vertrag mit der Gewerkschaft die Gewerkschaftsbeitraege-und-umlagen vom
Lohn der Gewerkschaftsmitglieder abzieht und den Betrag
der Gewerkschaft ueberweist. Einige Abkommen sehen automatischen "check off" fuer alle Gewerkschaftsmitglieder
vor, manchmal auch "compulsory check off" (Zwangsabzug)
genannt, waehrend nach anderen Abkommen ein Abzug nur bei
denjenigen Mitgliedern erfolgen darf, die den Unternehmer
persoenlich bevollmaechtlgen, derartige Abzuege zu machen
(manchmal "voluntary check off" - freiwilliger Abzug genannt.)
Einzelne Angestellte, die das Abkommen verletzen, setam sich einem Disziplinarverfahren aus, das ^on der Firma, von der Gewerkschaft oder auch "ton beiden
durchgefuehrt wird. Ernstliche oder haeufige Verstoesse fuehren gewoehnlich zur
Entlassung, jedoch koennen bei erstmaligen oder geringeren Verstössen weniger
drastische Disziplinarmassnahmen ergriffen werden. Bei Verstoessen gegen das Abkommen wird vor der Entlassung manchmal eine Untersuchung oder Zustimmung seitens
der Gewerkschaft gefordert, und gewoehnlich werden solche Entlassungen durch ein
Beschwerdeverfahren ueberprueft.
In manchen Abkommen wird von der Gewerkschaft verlangt, dass sie gegen ihre
Mitglieder bei Verletzung des Abkommens disziplinarisch vorgeht, und in manchen
Faellen wird bei der Gewerkschaft der Antrag auf Ausschluss gestellt. Gelegentlich geht die Gewerkschaft darauf ein, dem Arbeitgeber dabei zu helfen, Ersatzkraefte fuer solche Arbeiter zu finden, die das Abkommen verletzt haben.
8. Schutz vor der Verantwortlichkeit bei Kontraktbruechen
Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes ueber die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Jahre 1%7 haben manche Gewerkschaften versucht,
die Auswirkungen der Bestimmungen des Gesetzes bei der Schadenersatzklage dadurch zu verkleinern, indem sie sich auf die Kontraktklauseln berufen, die diese

�Best1 —Miflen entweder ganz ausschliessen oder aus Gerichts Ter fahren entsprechende
Verantwortlichkeit beschraenken. Allgemein nehmen solche Klauseln die Form gegenseitiger fester Verbindlichkeiten an, wonach die Streitfaelle zwecks Schlichtung
nloht vor die Gerichte oder die Regierungsstellen gebracht werden sollen» und
gewoehnllch ist eine Zusage darin enthalten, dass die Parteien die Absioht haben,
alle Differenzen durch Verhandlungen oder durch ein SohiedSTerfahren beizulegen.
In anderen Abkommen wieder ist keineswegs das Recht, an die Gerichte zu
appellieren, gaenzlich ausgeschlossen, dooh werden dann gewisse Sinsohraenkungen
Torgesehen, wie z.B. das Verbot, Klagen wegen Geldschaeden anhaengig zu machen,
oder Faelle, in denen man sich weigert, sieh dem Schiedsverfahren zu unterwerfen
oder sich dem Schiedsspruch zu fuegen.
Das Gesetz ueber die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer von
1947 sieht insbesondere TOT, dass bei der Feststellung, ob eine der beiden Parteien fuer die Handlungen ihrer "Vertreter" verantwortlich ist, die Frage, ob
die Handlungen wirklich zulaessig waren oder spaeter sanktioniert wurden, unwesentlich ist. Einige Abkommen erfordern Jedoch den strikten Nachwels fuer die Billigung oder Bestaetigung, bevor die Gesellschaft oder Gewerkschaft fuer die Handlungen ihrer "Vertreter" verantwortlich gemacht werden koennen. Da die internationalen wie auch die Ortsgewerkschaften nach dem Lokalkontrakt verantwortlich gemacht
werden koennen, beschraenken manche Klauseln die Verantwortlichkeit der Stammgewerkachaft oder weisen darauf hin, dass einzig und allein die Lokalgewerkschaft
fuer Irgendwelche Zahlungen, die sich aus angeblichen Vertragsbrüchen ergeben,
verantwortlich ist. Andererseits wird in manchen Abkommen verlangt, dass Arbeitgeber und die Gewerkschaft die volle Verantwortung fuer die Handlungen ihrer Leiter,
Funktionaere und Vertreter ueber nehmen. Es wird darin zum Ausdruck gebracht, dass
Verstoesse seitens ihrer entsprechenden "Vertreter" als Verabesse des betreffenden
Arbeitgebers oder der betreffenden Gewerkschaft angesehen werden sollen. In manchen Faellen wird dann eine Namhaftmachung der "Vertreter" der betreffenden Gewerkschaft oder Firma vorgesehen.
In Abkommen, die mit Arbeitgeberverbeenden abgeschlossen wurden, wird manchmal besonders festgelegt, dass ein Vertragsbruch seitens irgendeines Mitglieds des
Verbandes nicht die anderen Mitglieder oder den Verband selbst zur Verantwortung
heranzieht.
9. Die Auswirkungen der Firmen- oder Gewerkschaftsvorschriften auf das Abkommen
Obwohl in vieler Hinsicht die Arbeitsbedingungen durch die Bedingungen des
Abkommens geregelt werden, koennen sie doch durch die Arbeitsordnungen der Werke
und Firmen, durch gewerkschaftliche Bestimmungen, Statuten und verfassungsmaessige
Vorschriften beeinflusst werden.
Im Allgemeinen enthalten die Abkommen keine genauen Listen von Arbeitsordnungen, erkennen aber gewoehnllch das Recht der Gewchaeftsleitung an, solche Bestimmungen zu treffen, vorausgesetzt, sie kollidieren nicht mit dem Abkommen, In
manchen Faellen muss ueber eine Absonderung der Bestimmungen beraten werden, und
diese muessen, bevor sie in Kraft treten, mit der Gewerkschaft abgesprochen werden.
In anderen Faellen koennen die Bestimmungen ohne vorherige Beratung mit der Gewerkschaft eingefuehrt werden, allerdings koennen sie durch ein Beschwerdeverfahren
angefochten werden
In einzetan Faellen duerfen Abkommen nicht so ausgelegt wder angewendet werden,
dass sie mit den satzungsgemaessen Richtlinien der Landesgewerkschaft kollidieren,
aber haeufiger ist es der Gewerkschaft verboten, Bestimmungen, Statuten oder
satzungemaessige Vorschriften anzunehmen, die mit dem Abkommen kollidieren.

- 5 -

�Um eine einheitliche Behandlung des gesamten Personals in einer verhandelnden
Gruppe zu gewaehrleisten, sind manchmal in Kontrakten Einzelabkommen oder-vergleiche zwischen der Betriebsleitung und dem Personal verboten, wenn solche Abkommen
mit den Bedingungen des Kollektivvertrages kollidieren.
Amerikanisches Aussenministerium, Ilaerz 1949
"Durchfuehrung von Gewerkschaftsabkommen"
KOENNEN KOMMUNISTEN ERZIEHER SEIN.
Wir geben hier einen Leitartikel wieder, der unlaengst in einer sozialistischen Wochenschrift erschien und zum Nachdenken anregt. Die darin zum Ausdruck
gebrachten Ansichten werden umso bedeutungsvoller, wenn wir daran erinnern, dass
sich unter den Hedakteuren dieser Zeitschrift einige der liberalsten und verantwortungsbewussten Erzieher in den Vereinigten Staaten befinden.
"Das Problem der Mitarbeit der Kommunisten an unserem Erziehungssystem steht
wieder einmal im Vordergrund. Haben, die Kommunisten ein Anrecht darauf, Lehrerposten anzunehmen und innezuhaben. Kann man es als eine richtige Politik im
Interesse der Allgemeinheit seitens der Schulvorstaende und der Studienkommissionen der üniversitaeten bezeichnen, wenn man ihnen Lehrstellen anbietet. Die
Studienkommission der Universitaet Washington entliess 3 Professoren und setzte
3 andere auf Probezeit. 5 davon sind Mitglieder der kommunistischen Partei gewesen oder sind es noch.
"Es handelt sich hier um eine ernste Angelegenheit. Die Freiheit der Lehre
bildet einen altehrwuerdigen und geachteten Teil der amerikanischen Ordnung.
Darueber hinaus werden alle fortschrittlichen Erzieher zugeben, dass eine Vielseitigkeit der Anschauungen und Meinungen innerhalb des Lehrkoerpers eher fuer vorteilhaft als nachteilig anzusehen ist. Es ist sehr gut, unter den Lehrern Maenner
zu haben, die allen Parteien angehoeren und allen Gruppen, die alle Meinungen von
der konservativsten bis zur radikalsten vertreten. Je groesser die Verschiedenheit
der Meinungen und Auffassungen ist, mit denen sich der junge Mensch befassen muss,
desto besser hat er die Moegliohkeit, seine eigenen Faehigkeiten auszubilden, seine
Auswahl zu treffen bzw. Kombinationen anzustellen. Die Amerikaner haben immer an
die Freiheit geglaubt, die eine solche Art von intellektueller Vielfaeltigkeit
bietet.
"Die Kommunisten stellen jedoch in diesem System der akademischen Freiheit
ein besonders Problem dar. Koennen wir unsere Freiheit der Lehre ausweiten bzw.
bewahren, indem wir Lehrkraefte anstellen und beibehalten, die selbst nicht frei
sind. Die Mitglieder der kommunistischen Partei oder oft genug Maenner, die unter
dem Einfluss des kommunistischen Denkens stehen, haben sieh intellektuell kompromittiert. Sie selbst sind nicht frei, um den Problemen offen und kritisch gegenueberzutreten. Was sie zu lehren haben, ist steril und vorgeschrieben. Jede
Universitaet oder jede erzieherische Einrichtung ist berechtigt, solche Lehrkraefte
aus rein erziehresischen Gruenden abzulehnen
"Aber besonders in einer solchen Zeit der Pruefung muessen unsere Lehrer freier
sein denn jemals, um ueber ihre eigenen Gedanken urteilen und in UebereinStimmung
mit ihren UeberZeugungen lehren zu koennen. So lange die Lehrer Demokraten sind,
solange sie nicht illoyal sind, sollte man sie exmutigen, der Wahrheit zu folgen
und die Freiheit des Denkens und der Diskussion unter ihren Schülern und Studenten
zu entwickeln. Den Bemuehungen, die Kommunisten auszuschalten - die gegen die Freiheit sind - muss logischerweise das bewusste Bestreben folgen, die Grenzen der
Freiheit auszuweiten."
"The New Leader" 5- Februar 1949

- 6 -

�DIE INDUSTRIEPRODUKTION IN FRANKREICH 1948
Wir entnehmen regelmaessig erscheinenden veroeffentlichungen der freien
Gewerkschaften Frankreichs folgende Ziffern;
Durchschnittliche Monatsproduktion der franzoesischen Industrie in den
Jahren 1926, 1938 und 1948 ( in 1000 t, wenn nicht anders angegeben)
Erzeugnis
Kohle»

1926

Einheimische Foerderung
4,583.0
Einfuhr, einschl. Saargebiet
2,900.0
Elektrizitaet (inMillionen kWh) - - 1,200.0
Wasserkraftstrom 516.5
Rohpetroleum
215.0
Roheisen
863.0
Rohstahl
Automobile (Anzahl der einzelnen
Wagen)
17,600.0
Zement
441.0
Glas
—
Schwefelsaeure

1938
3,960.0
1,842.0
1,550.0
820.0
580.0
501.0

15,200.0
296.0
43.0
106.0

1948
3,757.1
1,640.2
2,290.0
1,218.0
658.2
548.0

8,212.0 ©
446.0
65.5 C
105.2

Kohlensaures Natron —
—
40.2
59.6
Superphosphat
—
114.0
137.0
Papiererzeugnisse
97.7
94.1
Baumwollgarn
20.5
21.2
18.6w
Wollgarn
9.7
%8
11.00
O incl. Durchschnitt fuer die ersten 11 Monate des Jahres 1948
"Documentation Syndicale" of
Militant Trade ünions, 28.Januar 49
ITALIENER ARBEITEN IN HOLLAENDISCHEN KOHLENGRUBEN
Folgender Bericht ueber die Verwendung von Italienern in den Kohlengruben
Hollands ist von der Arbeitsinformations-Abteilung des EGA. in Paris eingegangen.
Angesichts des steigenden Interesses an dem Einsatz von Arbeitern eines Landes in
einem anderen ist dieser Bericht ueber dieses Experiment von besonderer Bedeutung.
"Der Austausch von Arbeitern in Europa wird insofern zur Wirklichkeit, als
Jetzt italienische Arbeiter im Gebiet von Limburg im suedlichen Teil Hollands in
den Kohlenbergwerken arbeiten.
Anfang Januar dieses Jahres traf das erste Kontingent Italiener in den Minen
ein und wurde zunaechst zwei Wochen lang fuer ihre Arbeit im Schacht geschult, ehe
sie ihre Taetigkeit begannen. Weitere Arbeiter folgten ihnen, so dass jetzt 127
Italiener in Hollaendisehen Bergwerken arbeiten. Ihre Zahl soll in Kuerze auf
250 Mann gesteigert werden.
Holland litt entsetzlich unter einem Mangel an Kohlenarbeitern, und zwar auf
Grund verschiedener Umstehende, die nach der Befreiung eintraten. Der sofortige
Einsatz von Zwangsverschleppten aus Europa, meistens Polen, deckte zeitweilig die
Nachfrage nach Arbeitern, ausserdem wurden noch hollaendische politische Gefangene
eingesetzt. Die Mehrzahl der Zwangsverschleppten hat nun jetzt wo anders ihren
festen Wohnsitz gefunden, und die politischen Gefangenen haben ihre Strafe abgebuesst und die Bergwerke verlassen, so dass wiederum ein ernster Mangel an Bergleuten auftrat. Unguanstige Arbeitsbedingungen und ungenuegende Unterkunft vor
dem Kriege und auch waehrend des Krieges waren fuer die hollaendischen Bergleute
der Anlass, sich anderswo Beschaeftlgung zu suchen.
• -

7

-

�Waehrend der zweiten Haelfte des Jahres 1948 wurde ein Abkommen zwischen
der hollaendischen und der italienischen Regierung getroffen, wonach Italiener
in den Kohlengruben arbeiten sollten. Die Mehrzahl der fuer diese Arbeit rekrutierten Maenner hatte noch keine Erfahrung auf diesem Gebiete. Es handelt sich um
Maenner, die zwischen 19 und 30 Jahre alt sind. Das Abkommen sieht vor, dass entweder ledige Maenner angeworben werden sollen oder aber, dass, wenn sie verheiratet
sind, ihre Familien in Italien bleiben. Bevor sie Italien verliessen, wurden sie
vorher auf ihre Loyalitaet hin genau geprueft.
Die angeworbenen Maenner unterzeichneten einen Vertrag, dem zufolge sie sich
auf ein Jahr verpflichten, in den hollaendischen Bergwerken unter Tage zu arbeiten.
Dieser Kontrakt kann jedoch mit einer Kuendigungsfrist von 2 Wochen aus verschiedenen Gruenden geloest werden, wenn der Bergmann den Wunsch hat, naah Italien zurueckzukehren. Diese Kontrakte koennen von Jahr zu Jahr erneuert werden, und
wenn sie sich 5 Jahre Lang in Holland aufgehalten haben, koennen diese Maenner
die holla endische Staatsangehörigkeit erwerben
Die Bezahlung der italienischen Arbeiter ist die gleiche wie fuer die hollaendischen Arbeiter; sie wird zu den gleichen Saetzen versteuert wie bei den holländischen Arbeitern. Die Lebensbedingungen werden auf dem gleichen Standard gehalten.
Unverheiratete Bergleute koennen 25t ihres Nettolohnes nach Italien ueberweisen,
waehrend verheiratete Maenner 50£ ueberweisen lassen koennen. Die Bergwerk sbehoerden berichten, dass die Italiener einen grossen Teil ihrer Bezuege nach Italien
ueberweisen. Es bestehen ferner besondere Unterstuetzungen, Versicherungen und
Vorschriften ueber aerztliche Betreuung fuer die Angehoerigen und Familien der
Arbeiter in Italien. Die Kosten hierfuer werden gemeinsam von den hollaendischen
Bergwerken und den italienischen Behoerden auf Grund eines Sonderabkommens zwischen
beiden Laendern gedeckt."
"ECA Labor Information Release" April 1949
BILDUNGSFONDS DEB ENGLISCHEN GEWERKSCHAFTEN
In der Ausgabe der "Internationalen Arbeitsraitteilungen" vom 25. Maerz
(II - 5) war auch ein Artikel ueber den "Daily Herald" erschienen, einer englischen Tageszeitung, die z.T. dem Britischen Gewerkschaftsbund (TÜC) gebeert.
Der TÜC hat aus seiner Investierung Nutzen gezogen. Im Nachfolgenden wird darueber berichtet, wie dieser Nutzen verwendet wird.
"Im Jahre 1943 erhielt der Generalrat des TÜC vom "Daily Herald" (1929)
Limited, an dem er mit U9i der Stammaktien beteiligt ist, seine Dividende. Der
Betrag belief sich auf E 9.800, sodass sich sofort die Frage erhob, auf welche
Art und Weise diese Summe am besten zum Wohle der Bewegung verwendet werden
koennte.
Fuer den Generalrat war es nicht schwer, einen Zweck zu finden, fuer den
dieser unverhoffte Gewinn verwendet werden koennte. Es bestand bereits lange die
Absicht, das Bildungs- bzw. Schulungswesen fuer die Gewerkschaftler auszubauen,
und somit bot sich hier die Gelegenheit, sich mit Plaenen zu befassen, die bereits
gründlich geprueft worden waren und die nur auf ihre Verwirklichung warteten.
Die "Daily Herald" - Hilfe
"Es wurde nun ein Verwaltungsgremium - der "TUC Educational Trust" - ins
Leben gerufen. Dieser Koerperschaft wurde die gesamte "Daily Herald" Dividende
$nit Ausnahme von E 500, welcher Betrag dem Tolpuddle Martyrs' Memorial Trust zur
Unterhaltung der Gedenk-Landhaeuser in Tolpuddle ueberwiesen wurde) ueberschrieben.
Es wurde durch Vertrag festgelegt, dass die "Daily Herald" - Dividende dem Fonds
fuer 7 Jahre zur Verfuegung gestellt werden sollte."
"Ferner wurden 6 Trauhaender vom Generalrat ernannt, um den Treuhandfonds
zu verwalten. Dies sind; Sir George ehester, Sir William Lawther, Mr. H.L. Bullock,
- 8 -

�Mr. Arthur Deakin, Miss Florence Hancock und Mr. Vincent Tewson.
Die Ziele des Fonds lassen sich wie folgt zusammenfassen;
a) Schaffung von Bildungs- und Schulungsmoegllchkeiten, einschliesslich der
Schaffung Ton Sommer- und anderen Schulen oder Hochschulen, an denen die
Studenten in Wirtschaftsgeschichte unterwiesen werden und auch die Geschichte des Gewerkschaftswesens, die Prinzipien und die Verwaltung
* studieren, wo sie sich aber auch der Annehmlichkeiten solcher Schulen
kostenlos oder zu einem Mindestmass an Kosten fuer sie erfreuen,
b) Stiftung ron Stipendien, um die Studenten, die nur ueber geringe Mittel
rerfuegen, in die Lage zu versetzen, zwecks einer weiteren Ausbildung
eine Universitaet oder eine Hochschule zu besuchen,
c) Veroeffentlichungen fuer Bildungszwecke, sowie die Einrichtung von Bibliotheken,
d) Stiftung von Stipendien, um es den Studenten zu ermoeglichen, im Auslande
zu studieren, oder Studenten eines fremden Landes oder aus den Dominions
aus den Kolonien oder aus Indien, in die Lage zu versetzen, in England
zu studieren,
e) Unterstuetzung solcher Bildungsmas snahmen, wie sie von Zeit zu Zeit von
den Treuhaendern bestimmt werden.
Fuer Einkommensteuerzwecke haben die Treuhaender erwirkt, dass ihr Fonds als
"wohltaetiges Unternehmen" angesehen wird« sie sind somit von der Zahlung einer
Einkommensteuer ausgenommen. So war es moeglich, dass der gesamte, beim "Daily
Herald" aufgelaufene Betrag (mit Ausnahme des erwaehnten Betrages von £ 500
jaehrlich) fuer das nach den Zielen des Gremiums festgelegte Bildungsprogramm zur
Verfuegung steht.
Bis jetzt haben die Treuhaender ihre Gelder dazu benutet, um Stipendien fuer
das Ruskin College auszusetzen, ausserdem fuer die Londoner Schule fuer Wirtschaft
(fuer einen Sonderkursus in Gewerkschaftsstudien) und erst vor kurzem fuer das
Hillcroft College fuer Frauen in Surbiton. Jedes Jahr werden mehrere Stipendien
fuer das Ruskin College und die Labor School of Economics ausgesetzt, ausserdem
Jedes Jahr eins fuer das Hillcroft College. Die Stipendien stehen allen Mitgliedern von Organisationen offen, die dem TUC angeschlossen sind, und rwar fuer Mitglieder im Alter von 20 bis 35 Jahren."
"Labour" Maerz 1949.
ENDE DES STREIKS GEGEN DIE AMERICAN EXPRESS COMPANY
Nach 5 Wochen ging am 17. April in New York ein Streik gegen die American
Express Company zuEnde, Es war ein aufregender Streik, weil New York einer der
Schluesselpunkte des Express-Geschaefts ist. Nach Ablauf der zweiten "ioche verklagte die Gesellschaft den Verband der Eisenbahn- und Dampfschiffahrts-Angestellten (AFL) auf Zahlung von 5 Millionen Dollar. Als die Klage gerade beim Gericht
anhaengig gemacht werden sollte, brach die Gewerkschaft die Verhandlungen mit der
Express-Gesellschaft ab, wodurch nun der Streik verlaengert wurde.
Der Streik begann, als die American Express Company 9.000 Arbeiter im New
Yorker Bezirk aus wirtschaftlichen Gruenden entliess. Der Verband hatte damals
eine Lohnerhoehung und die 40 Stunden-Woche statt der 44-3tunden-Woche gefordert.
Ferner forderte der Verband von der Gesellschaft eine Zahlung von 2 Millionen
Dollar fuer den Arbeitsausfall, den die Streikenden erlitten hatten.
Praesident Truman schaltete sich ein und ernannte eine Untersuchungskommission, die aus 3 Mann bestand. Das Komitee bat darauf die Gesellschaft und den

- 9 -

�Verband, zu den Bedingungen zurueckzukehren, die vor dem Streik bestanden hatten.
Die Gesellschaft willigte ein, die 9.000 Arbeiter, die entlassen worden waren,
wieder einzustellen und ihre Klage auf Zahlung von 5 Millionen Dollar zurückzuziehen. Daraufhin Hess die Gewerkschaft ihre Forderung auf die Zahlung von 2
Millionen Dollar rueckwirkender Bezahlung fallen.....
Das Komitee wird sich jetzt 30 Tage damit befassen, alle Tatsachen zusammenzutragen, auf Grund welcher es dem Praesldenten seine Empfehlung unterbreiten wird.
Die Empfehlung des Komitees wird dann sowohl der Gewerkschaft wie auch der Gesellschaft zwecks Annahme oder Ablehnung uebermittelt. Daraufhin werden dann der Verband und die Gesellschaft noch einmal zusammentreten und versuchen, vielleicht gegen Ende Mai ein Abkommen zu erzielen.
"New York Times" 17. April 1%9
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN OTJTERSTUETZEN DEN ATIANTIKPAKT
Sowohl der CIO wie auch die AFL haben zum Ausdruck gebracht, dass sie den
Atlantikpakt billigen. Die AFL nennt diesen Pakt "einen Pakt der lebendigen Solidaritaet und der vollen Gemeinschaft mit allen Kraeften der Freiheit".Der CIO
nennt sich selber "einen entschlossenen Anhaenger der Prinzipien und der Ziele
des Nordatlantik-Pakts" und fuegt hinzu, dass die Vereinigten Staaten "bereit sind,
im Rahmen ihrer Hilfsquellen daran mitzuarbeiten, die soziale und politische Freiheit der Nordatlantik-Gemeinschaft zu wahren."
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 30. Maerz 1%9
GEWERKSCHAFTEN WOLLEN SCHIFFE ADS PANAMA UND H3NDURAS BOYKOTTIEREN
Nach einer Erklaerung, die am 28. Maerz auf der Versammlung des Internationalen Seemanns-Verbandes (AFL) abgegeben wurde, ist dem Internationalen Transportarbeiter-Bund ein Plan in Vorschlag gebracht worden, wonach alle Schiffe, die
unter der Flagge von Panama oder Honduras fahren, boykottiert werden sollen. Im
Ganzen betraegt die Zahl der Mitglieder der Gewerkschaften, die dem Bund angeschlossen sind, etwa 5 Millionen.
Es ist behauptet worden, dass viele amerikanischen Schiffe den in Panama
oder Honduras gebildeten Schiffahrtsgesellschaften zugewiesen worden sind, und
dass dies deshalb geschah, um die Sicherheits- und anderen Gesetze zu umgehen,
die die Schiffahrt unter amerikanischer Flagge regeln. Die Gewerkschaften haben
auch den Vorwurf erhoben, dass diese Uebergaben deshalb vorgenommen wurden, "um
die gewerkschaftlich festgesetzten Loehne zu druecken." Wenn dieser Plan vom
Internationalen Transportarbeiter-Bund verwirklicht wird« denn wuerden in den
meisten der wichtigsten Seehaefen der Welt bei den Schiffen unter der Flagge von
Panama oder Honduras Streikposten stehen.
Amerikanisches Auaeenministerium
(Mach Angaben seines Generalsekretaers 7.H. Oldenbrock bittet der Internationale
Transportarbeiter-Bund alle ihm in allen Laendera angeschlossenen Verbaende, von
einer Be- oder Entladung von Schiffen, die unter der Flagge von Panama'oder
Honduras fahren, Abstand zunehmen. Den angeschlossenen Gewerkschaften werden
die Namen der betreffenden Schiffe vom Bund bekanntgegeben.)
ARBEITS VORSCHRIFTEN IN ROMAENIBN
S. Volman, der frueher Arbeiterführer in Rumaenien war, Jetzt aber in Frankreich lebt, uebergab folgende Information einer Organisation, die als die"Freien
Gewerkschaftler im Exil" bekannt ist, zur Veröffentlichung. Er vrwaehnte das vor
-

10

-

�kurzem in Kraft getretene Arbeitsgesetz, das die Todesstrafe vorsieht fuer die
"wissentliche Nichterfuellung der dienstlichen Verpflichtungen, wie sie in industrieellen Unternehmen und Kraftwerken usw. vorgeschrieben sind, wenn sich dadurch Katastrophen fuer die Oeffentlichkeit ergeben sollten." Volman zufolge bedeutet
dies, dass der Streik in Rumaenien fuer ungesetzlich erklaert ist. Die Arbeiter
muessen schwer arbeiten und duerfen sich nicht beklagen.
Die taegllohen Pflichten der Arbeiter
Hinslohtlich der Entlohnung der Arbeiter sind jetzt gerade in Rumaenien neue
Vorschriften in Kraft getreten. Diese weisen folgende Prinzipien auf:"1. Jeder Arbeiter wird nach der Norm der Einzelleistung und nach der Bedeutung de« Industriezweiges, dem er zugewiesen ist, bezahlt, jedoch in der Weise,
dass er zu Anfang des Monats noch nioht weiss, was er bekommen wird.
" 2. Obwohl die gesetzliche Arbeitszeit auf 208 Stunden im Monat festgesetzt
ist, ist sie in Wirklichkeit stets laenger, weil der Arbeiter, um die vom Unternehmen festgesetzte Norm zu erreichen, gezwungen ist, Ueberstunden zu machen, die,
da sie nicht als solohe angesehen werden, nioht bezahlt werden. So arbeiten z.B.die
Angestellten in den metallurgischen Werken von Resitz 12 bis 14 Stunden am Tage.
"3. In der Industrie sind die Loehne in 4 Gruppen eingeteilt, und jede davon
wieder in 8 Kategorien. Theoretisch schwanken die monatlichen Lohnbetraege zwischen
3.328 bis 9.776 Lei (1 lei entspricht ungefaehr 1 franzoesischem franc), vorausgesetzt, der Angestellte erfuellt die ihm auferlegte Norm.
"4. Der Arbeiter wird einer gegebenen Kategoäe zugewiesen, und seine Norm
wird ihm von einer Sonderkommission vorgeschrieben. Die Kommission setzt sich
wie folgt zusammen* Vertreter der zentralen Gewerkschaftsorganisation, Vorarbeiter
aus dem Werk, um es genau zu sagen, aus Delegierten. Sie ist auch fuer die individuelle Leistung, die innerhalb einer dafuer vorgesehenen Zeit geschafft werden
muss, verantwortlich, diese schwankt fuer die verschiedenen Arbeiter.
Neben ihrer Arbeit sind die Arbeiter an jedem Tage gezwungen, Vorlesungen
mitanzuhoeren, die von den Kommunisten organisiert werden, oder "freiwillige",
d.h. unbezahlte Arbeit zu leisten. Oft sind sie gezwungen, Ueberstunden zu machen,
entweder, um kommunistische Streiks im Auslände oder die Markos-Revolution in
Griechenland usw. zu unterstuetzen. Im Jahre 1948, wurde "freiwillige" Arbeit
im Werte von 1 Milliarde 800 Millionen Lei, (d.h. 12 Millionen Dollar) geleistet.
In den neuen Vorschriften ist auch die Einfuehrung von Berufskursen fuer
Frauen und junge Maenner vorgesehen, um diese zu Industriearbeitern auszubilden.
Das Wirtschaftsprogramm, das fuer das Jahr 1949 eine 49^ige Produktionssteigerung
vorsieht, kann nur durch gewaltige Anstrengungen der Arbeiter erfuellt werden.
Die Lebenshaltungskosten und die Löhne
"Wenn man berueckslchtigt, dass die Lebenshaltungskosten in Rumaenien viel
hoeher sind als in Frankreich, waehrend die Steuern (besonders die indirekten)
sehr hoch sind, dann ist es leicht zu verstaien, warum die festgesetzten Loehne
ein Lebenshaltungsminimum fuer die Arbeiter und ihre Familien nicht sichern
koennen. Diese Tatsache zwingt die Frauen und halbwuechsigen Kinder, in der
Industrie zu arbeiten.
Nach der Waehrungsreform im Jahre 1947» wurden die Loehne auf der Basis von
1938 festgesetzt, d.h. von 3.328 bis 9.776 Lei. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass laut dem offiziellen Bericht des Obersten Wirtschaftsrates Rumaeniens vom April 1948 die Lebenshaltungskosten folgende Indexzahlen
aufweisen*

11

�(1933 - Indexzahl

s

100)

Industrieerzeugnisse
Rationierte Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Unrationierte landwirtschaftliche
Erzeugnisse

242.9
124,9
746.2

Sa muss nochbinzugefuegt werden, dass s e i t Januar 1949 die Preise betraechtlich
gestiegen sind. Die Preise fuer die hauptsächlichsten Lebensmittel und fuer Bekleidungsartikel sind sechsmal so hoch wie im Jahre 1938.
Regelmaessige Veroeffentlichung der Freien
Gewerkschaftler im Exil, Paris, Maerz 1949
DIE AMERIKANISCHE ARBEITERSCHAFT SCHICKT MEHR CARE-PAKBTB
Sowohl die AFL wie auch der CIO haben grosse Sammlungen veranstaltet, um
CARE-Pakete an die Gewerkschaften anderer Laender zu schicken. Diese Pakete werden
nicht nur an die deutschen Gewerkschaftler geschickt, sondern auch an die Gewerkschaftler in Holland, Grossbritannien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Griechenland,
Oesterreich, China, Japan, Palaestina und auf den Philippinen. Der CIO i s t der
groesste Allelnkaeufer von CARE-Paketen gewesen, deren Gegenwert sich auf 11 Millionen Dollar belaeuft. Verschiedene unabhaengige amerikanische Gewerkschaften haben
ebenfalls in hohem Masse ihren Beitrag zu diesem Hilfswerk g e l e i s t e t .
State Department "Radio Bulletin" 6. April 1949
-

Manpower Division
0MGU3, APO 742

OH00S. 9-13S3, I A O . Apr W , SJ C

12

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNOEN
Die folgenden Artikel stellen Ansenge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar nnd dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen nnd deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebranch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden* Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

[1-12

Berlin, 13. Mai 1949

)E5 AMERIKANISCHE JUGEND UND DIE JUGENDBEWEGUNGEN
Eine Anzahl Leser unserer Kitteilungen hat? uns gebeten, mehr Artikel ueber
i i e Jugend und Jugendbewegungen, insbesondere aber ueber d i e Jugend in den Ver»inigten Staaten zu bringen.
Wir haben uns bemueht, Material ueber die amerikanische Jugend ausfindig zu
oachen. Es gibt aber keine amerikanische Jugendbewegungen in dem Sinne, wie man
äie in Deutschland kennt. Der typische amerikanische junge Mensch t e i l t seine
Seit zwischen Schulbesuch und Spiel ein, und der groesste Teil der amerikanischen
rügend beschaeftigt sich mit irgend e i n e r Arbeit, gewoehnlich im Heim. Normalerweise sucht man sich keine Aussenbeschaeftigung, bevor das gesetzliche Alter
licht e r r e i c h t i s t , das in manchen Staaten mit 16 Jahren b i s zu 18 Jahren in
inderen Staaten festgesetzt i s t .
Es besteht in den Vereinigten Staaten fuer die Jugend keine Tradition, sich
Irgendwelchen Bewegungen anzuschliessen, wenigstens soweit ideologisch ausgerichtete Bewegungen in Frage kommen. Es gibt Landes- oder Nationalorganisationen
irle die "Boy Scouts" und Girl Scouts" (Pfadfinder bzw. Pfadfinderinnen) und
lehnliche Organisationen, und in jeder Stadt gibt es v i e l e Arten von Nachbarjchaftsklubs fuer die Jugend. Normalerweise findet der junge Mensch in Amerika
»eine Gefaehrten in s e i n e r eigenen Nachbarschaft. Er wird nicht Mitglied irgendeiner Bewegung.
Aus diesen und auch noch aus anderen Gruenden besteht auch keine amerikanische
rugendliteratur in dem Sinne, wie man s i e in manchen a e l t e r e n Laendern f i n d e t .
Es i s t zu hoffen, dass manche der deutschen Gewerkschaftler, die in diesem
rahre die Vereinigten Staaten besuchen und die sich fuer diese Frage i n t e r e s s i e r e n ,
Lhre Beobachtungen ueber die amerikanische Jugend s c h r i f t l i c h niederlegen werden.
Sie sind e i g e n t l i c h in der Lage, v i e l e s zu sehen, was von Interesse i s t , was die
ünerikaner selbst nicht wahrnehmen weil sie den Dingen eben zu nahe stehen.
Der typische V e r t r e t e r der amerikanischen Jugend waechst in der Tradition
les Individualismus heran. In Uebereinstimmung mit dieser Tradl t i o n beschaeftigt
jr sich in den Jahren, da er heranwaechst, mit Gedanken und Handlungen, die sein
aeben a l s Erwachsener angehen, sobald er a l s einzelner Mensch seiner Arbeit nachjeht. Er erwartet, dass sein Arbeitsleben eine wetteifernde Taetigkeit d a r s t e l l t ,
Ln der er sein Denken und seine Kraefte mit denen anderer misst. Normalerweise
nacht er sich ueber Ideologien keine Gedanken, insbesondere nicht ueber Ideologien,
lie zu einer Bildung von Bewegungen fuehren.

-

1

-

�Die deutschen Gewerkschaftler, die im Rahmen des Kulturauatauschprogramms
die Vereinigten Staaten besuchen, haben vielleicht den Wunsch, der Frage der
amerikanischen Jugend bis zu einem gewissen Grade ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Wenn sie darauf achten, wie die Jugend in den Vereinigten Staaten aufwaechst,
kommen sie vielleicht zu manchen Schluessan, die fuer Deutschland von Nutzen sein
koennten.
DER CIO SETZT SEINEN KAMPF GEGEN DEN KOMMUNISTISCHEN EINFLUSS FORT
Der CIO hat jetzt angekuendigt, dass er disziplinarische Massnahmen gegen
Gewerkschaften unternehmen will, die ihre Beziehungen zum Weltgewerkschaftsbund
(WFTü) aufrechterhalten.
Obwohl der CIO im Januar aus dem WFTU austrat, versucht diese Organisation
weiterhin, ihren Einfluss auf einzelne Gewerkschaften beizubehalten, indem sie
Gewerbeabteilungen oder "Sekretariate11 auf 16 verschiedenen Gebieten der gewerkschaftlichen Taetigkeit gebildet hat, wie« Lebensmittel, Eisenbahnwesen, Bergbau,
Metall, Leder, Bueroarbelter, Lehrer und Transportwesen. Die Gewerkschaften, deren
Funktionaere nicht der kommunistischen Parteilinie folgen, werden vom WFTÜ gedraengt, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Zu diesen Gewerkschaften gehoeren
die Arbeiter fuer landwirtschaftliche Austestungen und die Nahrungsmittel-,
Tabak- und landwirtschaftlichen Arbeiter (FTA), deren beide Verbaende dem CIO
angehoeren.
Wie berichtet wird, hat Donald Henderson, der Praesident des FTA, den Plan
gefasst, an der Versammlung der Nahrungsmittelarbeiter, die vom WFTÜ-Eongress in
Paris in diesem Monat einberufen wurde, teilzunehmen, gab James B. Carey, der
Sekretaer und Schatzmeister des CIO bekannt. Carey machte die Fuehrer innerhalb
des CIO darauf aufmerksam, dass, falls sie auf diese Weise der nationalen Politik
der Organisation Widerstand leisten, sie aus ihrer Gewerkschaft ausgeschlossen
werden koennten.
Ein weiterer Beweis fuer die Absichten des CIO, gegen die ihm angeschlossenen
Verbaende, die sich absolut nicht um seine Politik kaemmern, vorzugehen, bietet
die Tatsache, dass diese Woche Tim Flynn, der CIO-Leiter des Gebietes von Nordkalifornien, eine Botschaft von 1000 Worten an die Versammlungsdelegierten des von
Bridges gefuehrten Verbandes der Hafenarbeiter verlas. In dieser Erklaerung, die
vom Praesidenten Murray ausging, wurden die "unverbuergten Geruechte und unbegruendeten Berichte, die ueber den CIO und seine Politik verbfeitet werden,"
angegriffen.
Harry Bridges, der Vorsitzende des Verbandes der Internatioaalen Hafen- und
Speicherarbeiter (CIO), hatte erklaert, dass er gamicht daran denke, seine Politik zu aendern, um sie der des CIO anzugleichen. In seiner Eroeffnungsrede
auf der Versammlung des Verbandes der Internationalen Hafen- und Speicherarbeiter
(LLWU) in San Francisco vom 4. April sagte Bridges; "Wir stehen links und hoffen,
auch weiterhin so zu bleiben.
"Wenn sie (die anderen rechtsstehenden CIO-Gewerkschaften) rechts eingestellt
sind, dann taeten Sie besser daran, diese Gewerkschaft zu reorganisieren und sich
andere Funktionaere zu besorgen, denn die, fuer die bzw. in deren Namen ich jetzt
spreche, werden weiter so arbeiten, wie sie es in den letzten Jahren getan haben."
Was unsere Gewerkschaft betrifft, so moechte ich sagen, dass jeder, der
glaubt, dass Joe Stalin oder die Sowjetunion vollkommen ist, verrueckt ist - aber
darum geht es ja garnicht. In jedem Lande gibt es verdammt viel Dinge, die im
argen liegen. Es geht aber dar«m: ist es so schlimm, dass sie zum Kriege fuehren
koennen."
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2

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�Andererseits steht aber Bridges nicht ohne Opposition da. In einer Erklaerung Ton James Kearney, dem Vorsitzenden von Bridges» eigener Ortsgewerkschaft No. 10 in San Francisco heisst es»
"Am naechsten Mittwoch hatte sich die kommunistische Partei selbst erboten,
die Versammlung der Hafenarbeiter zu uebernehmen, indem sie ihre Mitgliederschaft
laenga der Kuesten zu dem Zweck mobilisierte, um unsere 10O£ige Unterstuetzung
der Politik des Landesverbandes des CIO zunichte zu machen. Das lassen w ir nicht
zu."
(In diesen dam CIO angeschlossenen Gewerkschaften machen die Kommunisten
und ihre Freunde verzweifelte Anstrengungen, es hat aber den Anschein, als wenn
sie den Kampf verlieren. Es besteht Grund zu der Annahme, dass sich der CIO bald
vor die Notwendigkeit gestellt sieht, eine feste Haltung den stoerrischen Minderheitsgruppen gegenuebereinzunehmen).
Amerikanisches Arbeltsministerium
"Weekly Labor News Digest" 6. April 1949
GÜTE GEDANKEN BRAUCHEN EINE LANGE ZEIT. UM SICH DÜRCHZUSETZBi
Im Universitaets College in London, England, kann man das Skelett von
Jeremies Bentham, einem beruehmten englischen Philosophen, besichtigen, angetan
mit seinen eigenen Kleidungsstuecken und mit seiuem grossen Strohhut auf. Im
Jahre 1820 hat dieser englische Gelehrte den Vorschlag gemacht, dass dem britischen Kabinett ein Minister fuer das Gesundheitswesen angehoeren sollte, der nicht
nur fuer die Verhuetung von Krankheiten, sondern auch fuer eine vollstaendige
aerztliche Behandlung Aller verantwortlich sein sollte.
Bentham wurde vor 200 Jahren im Jahre 1748 geboren. Er aeusserte den Wunsch,
er moechte alle hundert Jahre wieder zurueckkehren, um festzustellen, welche
Fortschritte seine Ideen gemacht haetten. Nach Ablauf der ersten Hundert Jahre
also 1848, haette sein Geist Zeuge von der Verabschiedung des englischen Gesetzes
ueber das oeffentliche Gesundheitswesen sein koennen, dem ersten groesseren
Schritt des Parlaments zum Wohle der oeffentlichen Gesundheit und zur Verhuetung
von Krankheiten.
Benthams revolutionaere Idee "Gesundheit fuer Alle" wurde im Jahre 1900
von George Bernhard Shaw und H.G. Wells wieder ins Leben gerufen. Im Jahre 1911
Inspirierte sie den Premierminister der Liberalen Partei, Lloyd George dazu, das
britische Krankenversicherungs-Gesetz durch zubringen, wodurch sich die Regierung
auch auf das Gebiet der Medizin begab und fuer die beschaeftigten Arbeiter Kassenaerzte nach dem System der Landeskrankenversicherung vorsah«..
Im Jahre 1919 wurde das britische Gesundheitsministerium geschaffen. 1930
wurde die "Labor Medicine Association" gegruendet, die das Banner fuer einen allumfassenden Landesgesundheitsdienst trug. Im Jahre 1934 bildete die Forderung
auf eine solche Einrichtung auf Veranlassung der Association einen Teil des Wahlprogramms der Labor Party.
Am 5. Juli 1948 uebernahm der Gesundheitsminister der Labour Partei, Bevan,
die Verantwortung zur Schaffung einer vollständigen aerztlichen Behandlung fuer
die gesamte Bevoelkarung Englands. So wurde also im Jahre 1948 - 200 Jahre nach
der Geburt des Philosophen und Belehrten Bentham - der Landeskrankenversichernngsdi enst fuer Alle zur Wirklichkeit. Benthams Geist kann nun in Frieden ruhen nach seinem zweiten hundert ja ehr igen Besuch.
Die langsame Ausdehnung Intelligenter Ideen kann auch in den Vereinigten
Staaten durch Beispiele illustriert werden. Im Jahre 1946 nahm der Kongress

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�auf Ersuchen des Praesidenten Truraan, allerdings nur widerstrebend und zoegernd,
das Gesetz ueber die Vollbeschaeftigung an, in dem ein Ausschuss von Wirtschaftsberatern beim Praesidenten vorgesehen ist, der regelmaessig ueber unsere natuerlichen Hilfsmittel, unsere finanzielle Lage wie auch ueber unser Wirtschaftssystem
Bericht zu erstatten hat zu dem Zwecke, unseren nationalen Wohlstand zu foerdem.
Im Jahre 1823 machte Praesident Monroe folgenden Vorschlag: Wir sollten eine
ordentliche und richtige Schaetzung unserer Hilfsquellen, unserer Einnahmen und
unserer Portschritte in jeder Art von Verbesserungen im Zusammenhang mit dem Wohlstand des Landes und der oeffentlichen Verteidigung vornehmen." Nun, 123 Jahre
spaeter wurde der Gedanke des Praesidenten James Monroe zum Gesetz erhoben.
"AFL League Reporter" 14. Maerz 1%9
SOZIflLMEDIZIN
EIS WICHTIGES UND KOSTBARES RECHT
Folgende Erklaerung ueber die Notwendigkeit der Einfuehrung einer Sozialmedizin In den Vereinigten Staaten gibt die Ansichten der amerikanischen Gewerkschaften wieder. Der Autor dieser Erklaerung ist Daniel J. Tbbin, der Praesident
des Verbandes der Fuhrleute, Chauffeure* Warenhaus - und Hilfsarbeiter Amerikas,
(CIO)
"Ich persoenlich glaube an eine soziale Medizin, unter der Voraussetzung,
dass es Einzelpersonen, die es wuenschen, von Gesetz wegen gestattet sein soll,
sich ihren eigenen Arzt zu konsultieren und ihn dafuer zu bezahlen. Kurz vor
der Geburt eines meiner Kinder war ich so verschuldet, dass ich nooh 6 Monate lang
zu zahlen hatte, bis ich die Rechnung meines Arztes beglichen hatte.
Aus vielen Gruenden ist England mit seiner gemaessigten Form des Sozialismus
den Vereinigten Staaten weit voraus. Der arbeitende Mensch sollte nicht vergessen,
dass England schon lange Arbeitslosen-Unterstuetzungen eingefuehrt hatte, als die
Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten sich darueber klar wurde, dass im
modernen Leben so etwas notwendig ist. England hat jetzt unter seiner gemaessigten
modernen sozialistischen Regierungsform - Ernest Bevin ist einer ihrer Fuehrer,
und Ernest Bevin ist einer der fortschrittlichsten Maenner, die ich jemals in
England getroffen habe - das System der Sozialmedizin angenommen.
Wenn ich jetzt sehe, dass in England die Medizin und der Arzt von all denen,
die es sich leisten koennten, mit ihren Steuern bezahlt werden, dann sehe loh darin
einen Fortschritt. In ein paar Jahren werden wir auch in diesem Lande hier den
Spuren Englands folgen, weil sich jedermann, der mit dem Lohn eines Durchschnittsarbeiters eine Familie mit U oder 5 Kindern zu versorgen hat, vorstellen kann, wie
kostspielig und teuer soetwas ist. Manche Frau musste ihr Leben lassen, weil ihr
Mann nicht genuegend Geld hatte, um die Krankenhausrechnung zu bezahlen, manches
Kind ist wegen der hohen Krankenhauskosten und Brillenpreise blind geworden. Es
trifft wohl zu, dass in manchen fortschrittlichen Staaten eine Zahnuntersuchung
der Kinder eingefuehrt ist, was als ein grosser Fortschritt zu bezeichnen ist, aber
wieviele Laender kennen eine solche Einrichtung nicht und wieviele Kinder haben der
hohen Zahnbehandlungskosten wegen die Zaehne verloren.
Dieses ganze Verfahren zur Gesetzgebung auf dem Gebiete des aerztlichen Behandlungswesens wird von der Arbeiterschaft Amerikas in die Wege geleitet, eingerichtet und gefoerdert. Selbstverstaendlich bekaempft die American Medical
Association (Amerikanische Aerzte-Vereinigung), die unter der Diktatur Dr. Fishbeins, des Herausgebers ihres Organs, steht, eine sozialisierte ^edizin*
Nach dem neuen geplanten Gesetz soll es jeder einzelnen Person freistehen,
jeden beliebigen Arzt aufzusuchen und ihm das Honorar dafuer zu bezahlen. In
diesem Jahre wird das Gesetz zwar noch nicht durchkommen, oder vielleicht erst
naechstes Jahr, aber es wird durchkommen, das ist so sicher wie das Amen in der
-

k

-

�Kirche, und diese Gesetzgebung wird in erster Linie der arbeitenden Bevoelkerung
und den armen Leuten zugute kommen, so wie es der Fall bei der Alteraversicherung
war, die mit den Armenhaeusern und der Arbeitslosenhilfe aufraeumte, wodurch die
Menschen gerade davon abgehalten wurden, im ganzen Lande als Bettler zu leben."
"AFL League Reporter" 11. April 1949
KOMMUNISTEN VERLIEREN DOOKARBBITERSTREIK IN HOLLAND
Am 22. Februar verloren die kommunistischen Gewerkschaften Hollands einen
Streik, den die Dockarbeiter Amsterdams etwa 6 Wochen lang gefuehrt hatten. Es
waren Lohnerhoehungen gefordert worden, doch schliesslich waren die Erhoehungen,
die spaeter angenommen wurde, dieselben, wie sie die Dockgesellschaften frueher
selber angeboten hatten. Erst in den letzten Wochen des Streiks wurden sich die
streikenden Dockarbeiter darueber klar, dass die wirklichen Streitfragen, um die
es ging, nichts mit dem Wohlergehen der Arbeiter zu tun hatten. Sie erkannten
schliessliche, dass der wirkliche Zweck des Streiks darin bestand, die Plaene
der Regierung fuer einen Wiederaufbau der Industrie zu durchkreuzen und den Marshall-Plan zu behindern.
Ein Ueberblick ueber den ganzen Streik und eine Biosstellung der politischen
Strategie der Kommunisten wurde in der Ausgabe der Zeitschrift "Staakt, Staakt,
Staakt", des Organs des hollaendischen Transportarbeiterverbandes, vom 12. Maerz
1949 wiedergegeben. Im letzten Teil dieses Berichts heisst es»
"Dieser Streik hat wochenlang gedauert» ohne dass eine Notwendigkeit hierfuer bestand. Absichtlich und bewusst gegen den Willen der Betriebsratmitglieder,
konsequent gegen den Willen ihrer eigenen Vertrauensleute wurde dieser Konflikt
fortgefuehrt, bis er in Armut und Elend muendete. Es handelt sich hier um eine
duestere und tragische Geschichte, aber auch um eine lehrreiche. Hier hat sich
wieder einmal gezeigt» dass den hauptsaechlisten Fuebrem der E7C (kommunistischen
Gewerkschaften) Jede Spur von Verantwortung den Arbeitern gegenueber fehlt. Absichtlich wurden die Verhandlungen zur Verbesserung der Lage der Dockarbeiter
durch einen Konflikt vereitelt, der von vornherein zum Fehlschlagen verurteiltwar.
Und warum. Lediglich, um Furcht zu erregen und Verwirrung zu stiften und ein Chaos
zu schaffen, aus den die CPN (die komnunistische Partei Hollands) politisch
Kapital schlagen wollte. Die Dockarbeiter haben eine bittere Lehre hinnehmen
messen*"
"EGA Office of Labor Information" Paris.
DIE FRAUENBBSCHAEFTIGUNG IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
(Amerikanisches Amt fuer
Volkszaehlung)
Im Februar 1949 waren in der amerikanischen Arbeiterschaft etwa 400.000 Frauen
mehr beschaeftigt als im Februar 1948. Die Zahl der beschaeftigungslosen Frauen
bewegte sich im wesentlichen auf der gleichen Hoehe wie Im Februar 1948. Nachstehende Tabelle weist die Zahlen der weiblichen Arbeiter fuer den Monat 1949 aus,
im Vergleich zum vergangenen Monat.
Statistik ueber in den Vereinigten Staaten beschaeftigten Frauen, Februar 1949
Anzahl der
Veraenderung
GesamtProzensatz an
Frauen
seit Jan.4 9
an zahl
Frauen

Bevoelkerung (14 Jahre
55,506,000 / 47.000
und darueber)
Zivile Arbeitskräfte
17,159,000 / 242,000
16,356,000 / - 92,000
Beachaeftigte
804,000 / 151,000
Beseheeftigung alose
16,000 /
1,000
Streitkraefte
38,330,000 - 197,000
Nichtarbeitende

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109 195,000
60,386,000
57,168,000
3,221,000
1,508,000
47,298,000

50.8
28.4
28.6
25.0
1.1
81.0

�ARBSITSFRIEDBN IN DER ATOMENERGIE-INDUSTRIE
Waehrend der letzten Monate hat es fuer die Arbeiterschaft in gewissen
amerikanischen Atomenergie-Werken Schwierigkeiten gegeben. Praesldent Truman
hat jetzt Schritte unternonmen, um eine Organisation zu bilden, die sich mit
Arbeitsstreitigkeiten befassen soll, so dass fuer die Arbeiter keine Notwendigkeit
besteht, in den Streik zu treten. Eine vom Praesldent ernannte Kommission hat vor
kurzem eine Studie ueber die Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Probleme in der AtomenergieIndustrie fertiggestellt. Auf Grund dieses Berichts wird nun folgendes Programm
fuer die Erhaltung des Arbeitsfriedens aufgestellt. Folgendes ist in den 4 Punkten des Plans vorgesehen?1. Keine Streiks oder Aussperrungen waehrend der Zeit, fuer die der Kollektivvertrag abgeschlossen wurde, Beschwerdeverfahren einschliesslich Schiedsverfahren als letzte Massnahme, um jeden Streit ueber die Auslegung oder Anwendung
des Vertrages beizulegen. Diese Art Beschwerdeverfahren, die auf der 1%5 vom
Praesidenten einberufenen Landeskonferenz fuer Arbeitgeber und Arbeitnehmer einstimmig empfohlen wurde, hat den Zweck $ einen ununterbrochenen Ablauf der Arbeiten
waehrend der Laufzeit des Kontrakts zu gewaehrleisten.
2. Waehrend einerseits "die Verantwortung vornehmlich der Vertreter der
Lokalgewerkschaften fuer gesunde und dauerhafte Beziehungen voll anerkannt und
geschuetzt wird, sollen Schritte unternommen werden, um bei allen kritischen Streit'
faellen diejenigen der hoechsten Angestellten und Funktionaere der Betriebsleitung bzw. der Arbeiterschaft heranzuziehen, deren groessere Erfahrung und stark
ausgebildetes Verantwortungsgefuehl mit einem entsprechenden ürteilsvermoegen
Hand in Hand gehen, weil sie selber in den fruehen Stadien des Streits direkt
nicht davon beruehrt werden.
3. Die EntSchliessungen der betreffenden verhandelnden Gruppen und Vertreter
nach dem Landesgesetz ueber die Arbeitsbeziehungen sollen, womoeglich, durch
Abkommen und freie Zustimmung getroffen werden, was einem Streitverfahren vor dem
Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen vorzuziehen ist, wodurch vermieden wird,
dass Haltungen und Handlungen eingeleitet werden, "Die geeignet sind, Hass zu
erzeugen und Bitterkeit zurueckzulassen", und wodurch auch Prozessschwierigkeiten
vor dem Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen in solchen Faellen vermieden
werden, die die Sicherheit angehen.
4. Betriebsleitung und Gewerkschaft sollten zusammenarbeiten, "um die Gewerkschaft in die Werksorganisation als einen zweiwegigen Verbindungskanal und
als Mittel zur Verstaendigung zwischen der Betriebsleitung und den Arbeitern einzubauen." Besonders wird der Wert "der ehrlichen Absichten auf beiden Seiten
hervorgehoben, wodurch, sobald einmal die Vertreter bei den Kollektiwerhandlungen
bestimmt sind, die Gewerkschaft zu einem festen und verantwortlichen Bestandteil
der Werksorganisation gemacht wird, indem Inspektoren fuer die Betriebsleitung
und Gewerkschaftsfunktionaere ausgebildet werden, dam itdie Funktion und Verantwortung der Gewerkschaft anerkannt wird, und um ein genaues und eingehendes
Verstaendnis fuer die Bestimmungen des durch Kollektiwerhandlungen festgelegten
Kontrakts, nach dem gearbeitet wird, zu schaffen."
Der Bericht der Kommission hat es vermieden, die Anwendung von obligatorischen Massnahmen irgendwelcher Art zu empfehlen. Es ist anzunehmen, dass die Arbeiterschaft und die Betriebsleitung in der Lage sein werden, ihre Differenzen
durch Verhandlungen beizulegen. Ein Vermittlungsausschuss soll gebildet werden,
der sich mit den Streitfragen befasst und der dafuer sorgt, dass die Vertreter
der Gewerkschaften und der Betriebsleitung oft zusammenkommen, um gemeinsame
•Probleme durchzusprechen.
"New York Times" 19. April 1949

- 6 -

�GEWINNE AMERIKANISCHER GESELLSCHEFTSN FUER 1948
Untenstehende Tabelle enthaelt Zahleni wie sie sich aus dem Jahresueberblick
der National City Bank of New York ueber Gesellschaftsgewinne ergeben. In der
Tabelle werden die im Jahre 1948 e r z i e l t e n Gewinne mit denen aus dem Jahre 1947
verglichen. Es wurde f e s t g e s t e l l t , dass die Gewinnerhoehungen im l e t z t e n Jahr in
der Petroleum-, S t a h l - und Auto-Industrie am hoechsten waren» In diesen I n d u s t r i e zweigen verhandeln J e t z t d i e Gewerkschaften wegen hoeherer Lohnsaetze. In den
Industriezweigen, in denen Verbraucherwaren h e r g e s t e l l t wurden, insbesondere
Textilien, waren die Einkuenfte im Jahre 1948 geringer a l s im Jahre 1947. In
manchen dieser Industriezweige haben die Gewerkschaften ihre Forderungen auf
Lohnerhoehungen fuer mehrere Monate aufgeschoben.
Anzahl der berichtenden
Gesellschaften

Art des
Unternehmens

Nettoeinkommen nach Abzug der
Steuern ( in Millionen Dollar)

IM
680
115
193
243
262
108
661
2.262

Fabrikation
$6,567
Bergbau e t c .
225
Handel
634
Transportwesen
545
Oeffentliche Einrichtungen
803
Vergnuegungswesen
Dienststellen e t c .
117
Finanzwesen
_64J
$9.538

i24J
$8,063
318
693
773
883
91
852
$11.673

Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest" 6. April 49
DIE NEW YORKER TAXICHAUFF&amp;URE VEHLIERBJ EINEN STREIK
Die amerikanischen Kohlenarbeiter haben einen Taxistreik in New York verloren,
und h i e r wird eines der seltsamen Ergebnisse des Kampfes der amerikanischen Gewerkschaften, ihre Mitgliederzahl zu erhoehen, g e s c h i l d e r t . Der Verband der
Vereinigten Bergarbeiter (UM»), die Gewerkschaft der^Kohlenarbeiter mit ungefähr
450.000 Mitgliedern, i s t eine unabhaengige Organisation. Zu verschiedenen Zeiten
war der UM» waehrend der l e t z t e n 12 Jahre zweimal der AFL und einmal dem CIO
angeschlossen. Heute i s t er eine unabhaengige Gewerkschaft.
"Bezirk 50" des UM»
Als eine Industriegewerkschaft s t e l l t der UM» in den S^aedten mit Kohlenfoerderung die gewoehnlich kleine Staaten fuer sich bilden, die vorherrschende
Organisation dar. Vor mehreren Jahrengcuendete der UM» eine Hilfsorganisation,
die a l s "Bezirk 59" bekannt i s t . Sie i s t auch a l s eine "Auffang-Ge^erkschaft"
bekannt und umfasst Arbeiter a l l e r Gewerbe und Berufe.
Die Ortseinheit des "Bezirks 50" in 1Jew York City umfasst eine bedeutende
Anzahl von Erdarbeitern, wie z.B. Tunnelausheber. Diese Optsgewerkschaft hat
auch versucht, die TaxiChauffeure von New York zu organisieren. Nach langen
Verhandlungen mit den Taxigesellschaften ueber die Anerkennung der Gewerkschaft
und Lohnforderungen, r i e f der "Bezirk 50" am 1. April zum 3 T reik auf. Manche
Taxichauffare haben behauptet, dass s i e auf der Versammlung, auf der ueber den
Streik abgestimmt wurde, in der Minderheit gewesen seien.

-

7 -

�Dann aber war der Streik ein Fehlschlag
In New York befindet sich das Taxigeschaeft in den Haenden mehrerer grossen
Gesellschaften. Manche davon sind'so etwas Aehnliches wie Genossenschaften.
Die Autos, die von den Chauffeuren betrieben werden, gehoeren diesen selbst. Es
bestehen viele kleine Kompagnon-Firmen. Manche TaxiChauffeure sind unabhaengige
Geschaeftsleute. Die Fuehrer des "Bezirks 50" hegten die Hoffnung, sie koennten
diese alle unter einen Hut bringen. Es stellte sich aber heraus, dass zuviele
Ansichten herrschten. Nicht mehr als 502 der Taxichauffeure folgten dem Aufruf
zum Streik. Manche arbeiten deshalb nicht, weil sie mit der Angelegenheit nichts
zu tun haben wollten.
Nach Ablauf des zweiten Streiktages konnte man wieder Taxen in grosser Zahl
in den Strassen sehen, und vor dem Wochenende zwaengten sich wieder mehr als 906
der 11.500 Taxen durch die Strassen der Stadt. Hierfuer wurden verschiedene
Gruende genannt. Als ein Grund wurde angegeben, die Konmunisten haetten ihren
Einfluss aufgeboten, den Streik zum Erliegen zu bringen, well sie die Führerschaft nicht an sich reissen konnten. Es wird behauptet, dass sie die Streikenden in dem Glauben bestaerkten, sie koennten aus dem Reservefonds des UMW, der
sich auf 16 Millionen Dollar belaueft, Streikunterstuetzung beziehen. Als diese
Unterstützung verweigert wurde, wurden viele der Streikenden aergerllch.
An wem lag nun die Schuld.
Der Leiter des "Bezirks 50" ist A.D. Lewis, der Bruder von John L. Lewis,
dem Fraesidenten des UMW. Er schob die Schuld fuer das Fehlschlagen des Streiks
auf den Buergermeister von New York City, O'Dwyer. Er erhob gegen ihn den Vorwurf
er haette nicht ehrlich gehandelt, als er Spezialabteilungen der Polizei eingesetzt hatte, um den Frieden aufrechtzuerhalten und das Publikum zu schuetzen.
Lewis erhob den Vorwurf, die Polizei wurde dazu benutzt, um die Interessen der
Taxigesellschaften zu schuetzen, und dass die Polizei den Streikenden gegenueber
nicht objektiv aufgetreten sei. Ein Fuehrer einer Ortsgewerkschaft des "Bezirks
50" sagte den Streikenden;
"Leute, ich bitte Euch, zur naechsten Schicht an die Arbeit zu gehen. Ich
gratuliere Euch zu dem, was Ihr getan habt. Angesichts des schlimmsten Betruges
der Arbeiterschaft, den ich jemals erlebt habe....habt Ihr den Gesellschaften und
der Bevoelkerung New Yorks gegenueber bewiesen, dass Ihr eine Gewerkschaft habt,
dass Ihr eine Gewerkschaft braucht, und die Gesellschaften werden mit der Zeit
geaongen sein, die Organisation anzuerkennen.
"Ihr habt den Verkehr der Taxischwaerme in New York unterbunden. Ihr habt
dies den blauen Streikbrechern O'Dwyers und den Taxi-Inspektoren zum Trotz getan.
Ihr tatet es, waehrend man Euch herumjagte und hetzte, ja, waehrend Euch sogar
die streikbrechenden TaxiChauffeure, die vom Gesetz in dieser Stadt ausgenommen
waren, niederschlugen."
Der Sprecher der Taxigesellschaften erklaerte, dass der "Bezirk 50" nur
einen Bruchteil der TaxiChauffeure der Stadt organisiert habe. Er sagte, dass
die Tatsache, dass die Gewerkschaft den Streik abgeblasen habe, ohne jede
Bedeutung sei, da ja die Chauffeure bereits ihre Arbeit wieder aufgenommen
hatten. Schliesslich sagte er« "Der Streik haette niemals proklamiert werden
duerfen. Die Gewerkschaft hatte niemals eine Mitgliederschaft aufzuweisen. Es
handelte sich hier lediglich um einen Versuch von aussen her, von Maennern wie
A.D. Louis, der in ".:ashlngton wohnt, Mr. Brock aus Connecticut und verschiedenen
anderen, die in Tennessee, New Jersey, Pennsylvanien und V/est Virginia leben.
Die "New York Times" schreibt im redaktionellen Teil. "Jetzt, nachdem sich John
L. Lewis' "Bezirk 50" in Unordnung zurueckgezogen hat, sollten die Taxi-Besitzer
noch einmal die Bedingungen ueberpruefen, unter denen ihre Angestellten arbeiten
-

8

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�und zusehen, ob sie sie von sich aus freiwillig verbessern koennen. Und die
Stadtverwaltung sollte schleunigst eine Entscheidung ueber die geforderte TaxiFahrpreiserhoehung erlassen."
"New York Times" 9. April 1949
GRIECHISCHE ARBEITKRFUliHRBR BESUCHEN DIE VEREINIGTEN
STAATEN
Die Bedeutung der amerikanischen Hilfe auf lange Sicht wird jetzt in Griechenland offenbar, sagten 2 griechische Arbeiterführer bei ihrem Besuch in der
Zentralstelle des ECA (Verwaltungsausschuss fuer das ERP). Es waren dies John
Patsantzis, der Sekretaer und Schatzmeister des Griechischen Gewerkschaftsbundes
und Stephan Leios, der Generalsekretaer des Tabakarbeiter-Verbandes.
Der Wiederaufbau der Haefen in Piraeus und Saloniki, die Wiederinstandsetzung
der Eisenbahnen, die Urbarmachung von Landstrichen, der Bau neuer Chausseen, all
dies spielt fuer die Zukunft Griechenlands eine bedeutende Rolle, sagte Patsantzis.
Fatsantzis wies darauf hin, dass der Lebensstandard des griechischen Volkes
immer noch «ehr niedrig ist. Die Loehne sind immer noch eingefroren, aber die
Preise sind gestiegen, worunter die breite Masse der Bevoelkerung schwer zu leiden
hat. Er hob die Tatsache hervor, dass eine Waehrungs- und Preisstabilisierung
notwendig,sei, bevor wieder irgend eine Art von wirtschaftlichem Gleichgewicht
erreicht werden koennte.
Der Verlust an Tabakexporten hat die griechische Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen, aeusserte sich Leios. Vor dem Kriege waren 56.000 Griechen
in dieser Industrie beschaeftigt, und 60 Millionen kg Tabak wurden jaehrlich
exportiert. Jetzt sind es lediglich noch 20 Millione kg, die im Jahr ausgefuehrt
werden, und nur noch 9*000 Saisonarbeiter haben Beschaeftigung. Der hauptsächlichste Hinderungsgrund fuer den Exportmarkt, sagte Leios, sei der unguenstige
Devisenkurs. Er fuegte noch hinzu, dass dies auf die Notwendigkeit und die
Bedeutung einer Waehrung mit einem einheitlichen Wert in allen europaeischen
Laendern hindeute.
Sowohl Patsantzis wie auch Leios hoben die Tatsache hervor, dass sie nicht
auf Veranlassung ihrer Regierung oder des ECA gekommen seien. Sie wären lediglich als Vertreter der griechischen Arbeiter da. Sie haben ein grosses Interesse
daran, Verbindungen zu den amerlkmlachen Arbeiterorganisationen aufzunehmen
und Freundschaft mit ihnen zu pflegen, sie wollten neue Elndruecke empfangen in
bezug auf Verwaltung Sozialversicherung, Lehdings- und Berufsausbildung usw. und
wollten eine Reihe von Industriezweigen besuchen, um neue Elndruecke zu sammeln,
die sich bei der Verbesserung der Produktionsmethoden in ihrem Lande als vorteilhaft auswirken koennten.
"AFL Weskly News Service" 1. April 1949
DIE AMERIKANISCHEN KOHLENABBBITER VERLIEREN
EINE STREIK
Es ist etwas ganz Neues, wenn John L. Lewis, der Fuehrer der Vereinigten
Bergarbeiter Amerikas (UMW) einen S reik verliert. Dieser Streik, von dem die
Rede ist, wurde diesmal nicht in den Bergwerken sondern in New York City ausgetragen. Die Streikenden waren keine Bergleute, sondern Taxichauffeure, Mitglieder einer Sektion des UMW, die als "Bezirk 50 bekannt ist, und die eine
"Auffang"gewerkschaft fuer viele Berufe genannt wird. Der Bezirk 50 wird von
AID. Lewis, dem Bruder von John L. Lewis, geleitet. Ihm gehoeren kleine Gruppen
^verwchiedener Berufe In vielen Teilen der Vereinigten Staaten an. Viele Mitglieder des Bezirk 50 im Stadtgebiet von New York City sind Erdarbeiter ein-

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�sfehliesslich der Tunnelausheber. Aber auch eine grosse Anzahl Taxichauffeure
gehoert dem Bezirk 50 in New York an.
Der Streik der Taxichauffeure wegen hoeherer Entlohnung begann am 1. April
jedoch eine Woche spaeter waren fast alle 8000 Taxis wieder im Betrjsb. Fuer
das Fehlschlagen des Streiks lagen vielleicht eine Anzahl Gruende vor, ueber die
in den Zeitungen nicht berichtet wurde. Die Gruende aber, die angefuehrt wurden,
sind u.a.: (l) Viele Taxichauffeure wollten von dem Streik nichts wissen. 3s
wird behauptet, dass sie bei der Versammlung, auf der ueber den Streik abgestimmt
wurde, in der Minderheit waren, und dass Mitglieder aus anderen Berufen im Bezirk
50 die Mehrheit bildeten« (2) Viele Streikende waren veraergert, weil sie gedacht hatten, der maechtige UMW wuerde sie finanzfeil unterstuetzen. Als ihnen
aber gesagt wurde, dass man ihnen keine Unterstuetzung aus dem Reservefonds-©n
17 Millionen Dollar des UMW zahlen wuerde, waren viele der streikenden Taxichauffeure aufgebracht und nahmen die Arbeit wieder auf. (3) Die Fuehrer des
Bezirk 50 behaupten, dass die Arbeitgeber, denen die meisten Taxis gehoeren,
nicht ehrlich gehandelt haben. Die Streikfuehrer haben auch den Vorwurf erhoben,
dass die New Yorker Kommunisten den Versuch gemacht hatten, die Kontrolle ueber
den Streik in ihre Haende zu bekommen. Als ihnen dies nicht gelang, beschlossen
sie, den Streik abzubrechen.
Als man sich nun allgemein darueber klar geworden war, dass der Streik ein
Fehlschlag gewesen war, behaupteten die leitenden Funktionaere, dass ihr Vorgehen
das Ergebnis des Eingreifens der Oeffentlichkeit gewesen sei, dass der Bürgermeister der Stadt eine grosse Anzahl Sonderkommandos der Folizei gestellt haette,
die die Aufgabe hatten, die Streikenden daran zu hindern, Schaden anzurichten.
Sie erhoben ferner den Vorwurf, dass die Polizei nicht unparteiisch vorgegangen
sei, dass sie sich gegen die Streikenden gewandt und die Arbeitgeber beguenstigt
hatte. Es scheint aber, noch eine andere Erklaerung zu geben. Die meisten
Taxich»uffeure in New York City sind selbstaendig. Vielleicht mieten sie die
Autodroschken, betreiben sie aber fuer eigene Rechnung als Einzelunternehmen;
ausserdem sehen es viele von ihnen nicht fuer notwendig an, sich gewerkschaftlich
zu organisieren.
"New York Times" 7. und 8. April 1%9
RUSSISCHER WIRTSCHAFTLER BEKAEMPFT LOHNPARITAET
Hier folgt ein Bericht, der fuer die Kommunisten in den demokratischen
Laendern a chlechte Nachrichten bringt, die die Welt glauben machen wollten,
dass die Sowjetunion das Paradies der Arbeiter ist. Der Bericht ist den Argumenten eines ausbeuterischen Kapitalisten, der die Profite vor das Wohl der
Arbeiter setzt, verteufelt sehnlich. Hier hat es de» Anschein, als wenn die
Interessen des Staates vor das Wohl der Arbeiter gesetzt werden.
"Die Loehne der verschiedenen sowjetischen Arbeitergruppen weisen die
Tendenz auf, dass sie sich zu sehr angleichen, so dass sie ungleichförmiger
gestaltet werden muessen, um eine erhoehte Produktivitaet zu foerdern." schrieb
neulich E. Manevich in einer Ausgabe der "Fragen der Wirtschaft", dem Organ des
Sowjetischen Instituts fuer Wirtschaft.
Er erwaehnte die sowjetische Maschißnindustrie, wo die hoechsten Grade der
Arbeiter gewoehnlich 3 - 4 mal hoehre Loehne beziehen als die niedrigsten Grade,
wo aber das Verhaeltnis jetzt einvenig hoeher ist als 2*1. Diese Verringerung
des Lohndifferenzials schreibt er hauptsaechlich den Lohnerhoehungen zu, die
den niedriger bezahlten Sowjetarbeitern im September 1946 gewaehrt wurden, als
die Preise der rationierten Lebensmittel nahezu verdreifacht wurden.
Mr. Manevich ist der Meinung, dass das Stuecklohnsystem dem Zeitlohnsystem
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10

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�dem Zeitlohn syst ein ueber legen sei, weil das Einkommen des Arbeiters direkt Ton
seiner Erzeugung abhinge. Im kapitalistischen System, so schliesst er, ist das
Stuecklohnsystarn lediglich ein Mittel, um die Arbeiter "auszubeuten", in Sussland aber dient es dazu, die Beschleunigung intensiver zu gestalten, mit der die
Produktivitaet der Arbeiterschaft erhoeht wird.
Die grundlegenden Produktionsquoten, die ron den sowjetischen Arbeitern gefordert werden, sind oft zu niedrig, schreibt er, und muessen erhoeht werden, um
die Produktion zu steigern. Manche Quoten basieren lediglich auf Durchschnittswerten frueherer Arbeitsverrichtungen, waebrend andere wieder auf wissenschaftlichen Studien hoechstmoeglicher Produktion beruhen. Da beide Quoten nebeneinander bestehen, versuchen die Arbeiter haeufig, diejenigen beizubehalten, die
auf frueheren Durchschnittsleistungen beruhen, da diese "vorteilhafter" leichter
zu erfuellen sind oder leichter zu ueberschreiten sind, wobei Praemlen erzielt
werden koennen.
Mr. Manevich griff auch die Inflation bei den Lohnstufen der Arbeiter in
vielen Fabriken an, In der Mehrzahl von Unternehmen zur Fabrikation schwerer
Maschinen gibt es ueberhaupt keine Arbeiter, die in der untersten Lohngruppe
sind« nur ein kleiner Prozentsatz befindet sich in der vorletzten Gruppe. Durch
diese Praktiken werden die Lohnausgaben der Sowjetfabriken "kuenstlioh" gesteigert, was oft zu ungesetzlichen uebermaessigen Ausgaben von Regierungsgeldem
fuer Loehne fuehrt."
»New York Times" 25. April 1949
BIN MENSCHALTER LANG ARBEITSFKIEDEN
Folgende Saetze sind einer Broschuere entnommen, die Stuart Chase ueber die
Standard Oil Company, New Jersey, geschrieben hat, einem Industrieunternehmen,
in dem 30 Jahre lang gute Arbeitsbeziehungen bestanden haben.
Der Mann, der den Plan fuer die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fuer diese Gesellschaft aufgestellt hat, war Clarence J. Hicks, der einer
der Pioniere auf dem Gebiete der Arbeitsbeziehungen in den Vereinigten Staaten
geworden ist.
Stuart Chase erinnert uns daran, dass der Mensch von Natur aus nicht dazu
geschaffen wurde, um sich in die Forderungen eines Maschinenzeitalters einzufuegen, und dass der technologische Weg, den der Mensch geht, ein Weg der Pruefung und des Kampfes ums Dasein ist. Natuerlicher weise sind die Menschen in den
Fabriken nicht gluecklich, und es muss erwartet werden, dass zwischen den Maennern,
die in den Fabriken arbeiten und denen die ihre Besitzer sind, Konflikte entstehen.
Es ergeben sich viele Differenzen, die beigelegt werden muessen.
"Ein grosses Gebiet fuer die Beilegung solcher Differenzen sind sicherlich
die Beziehungen zwischen den paar menschlichen V.'esen, die man Leiter, und einer
grossen Zahl menschlicher Wesen, die man Arbeiter nennt. Hier war nun Mr. Hicks*
"Weinberg", und er "bestellte"ihn gut. Sr beschreibt 3 Etappen an industriellen
Beziehungen«
Die erste ist die Zeit der Grossen Herren; "Du hast zu tun, was man Dir
sagt - und keine Widerrede." Jede Konzession an die Arbeiterschaft wird Philanthropie genannt. Die Idee eines Zusammenarbeitens ist nichts als Mumpitz.
Die zweite Etappe besteht in einem Kampf, manchmal heftig, aber immer
intensiv. Die Arbeiterschaft hat sich durch Kanpf ihren Weg aus dem autokratischen Zeitalter heraus gebahnt und eine starke Arbeiterorganisation geschaffen.
Die beiden Partelen ringen und kaempfen um die Ueberlegenheit in der Annahme, dass

-

11

-

�das Bruttoeinkommen stark beschraenkt ist, kaempft die Arbeitgeberschaft um
einen groesseren Anteil an den Dividenden, die Arbeiterschaft jedoch um einen
groesseren Anteil in Loehnen. Eine Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als
albern und sentimental angesehen. Das oeffentliche Interesse wird vollkommen
ausser Acht gelassen«
Das dritte Stadium tritt in Erscheinung, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darueber klar werden, dasa ihre Lebenshaltung von einer gesunden Industrie
abhaengt, dass keine Industrie als Schlachtfeld in einem Buergerkrieg sehr lange
gesund bleiben kann. Sie fangen an, die fundamentale Gleichartigkeit ihrer
Interessen einzusehen. In diesem Lande, sagte M r. Flicks, handelt es nicht mehr
um das "Kapital", das mit der "Arbeiterschaft" zu tun hat, sondern um Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die mit Aktionaeren, Verbrauchern und der Oeffentlichkeit
zu tun haben. Ein Lohnempfaenger "setzt zuviel aufs Spiel, wenn er die Gesellschaft, die ihn beschaeftigt, als etwas ansieht, was man bekaempfen muss". Die
Funktion der Betriebsleitung besteht in diesem Stadium darin, den Arbeiter, den
Besitzer und den Verbraucher zu einem gegenseitig nutzbringenden Verhaeltnis
einander naeherzubringen
Im vergangenen Jahr hat man uns eine trautige Lektion erteilt darueber,
was eintreten kann, wenn Betriebsleitung und Arbeiter nicht Hand in Hand arbeiten.
In dem dirchaus logischen Versuch» das oeffentliche Interesse zu schuetzen,
wird die Regierung die Angelegenheit dann in ihre eigenen Haende nehmen...«
Die Ideologie des Klassenkampfes, die auf einem System des Unurasehrsenkten
basiert,»neigt dazu, eine Zusammenarbeit zu verhindern, ein Arbeiter» der an
den Klassenkampf glaubt, sieht die Chefs fuer eine Gesellschaft von Teufeln an.
Einem Unternehmer, der daran glaubt» erscheinen die Arbeiter» insbesondere aber
deren Fuehrer, als eine Rotte von Vagabunden, Strolchen und auslaendlschen Agitatoren. Der Klassenkampf mag wohl, als er vor einem Jahrhundert in Europa
formuliert wurde, ein nuetzlicher philosophischer Begriff gewesen sein oder auch
nicht. Er hat aber niemals in die amerikanischen Verhaeltnisse gepasst, ausgenommen in einigen entlegenen Fabrikstaedten und in anderen enger umrissenen Situationen
Der Klassenkampf ist ein veralteter Begriff, der sich mit der wachsenden
gegenseitigen Abhaengigkeit im Zeitalter der Energie nicht vereinbaren laesst.
Die kuerzliche Drohung mit einem Eisenbahnerstreik hat dem ganzen Lande, vom
Praesidenten Truman herunter, klargemacht, wie hilflos wohl jeder Einzelne von
uns sein wuerde, wenn keine Lebensmittel und Brennstoffe mehr ueber das Verkehrsnetz hin transportiert werden sollten.
Grosse Staedte wuerden in wenigen Tagen ausgehungert sein. Ein Streik in
den Kraftstromanlagen wuerde sich noch schlimmer auswirken, ein Telefonistenstreik fast ebenso. Ein Streik in den 0Ölraffinerien wuerde Jedes Flugzeug
zur Erde zwingen, wuerde Jeden Lastwagen und jedes Auto in kuzer Zeit zum Stillstand bringen
"
Brosebnere der Standard Oil Company (New Jersey)
KOMMUNISTISCHE VERLIBTE BEI PSW SCHWEDISCHEN ARBEITERWAHLBT
Der folgende Artikel stellt die Zusammenfawaung eines Berichts ueber die
schwedischen Gewerkschaftswahlen dar, der vom Bureau fuer Arbeitsfragen des
Verwaltungsausschusses fuer Europaeische Zusammenarbeit veroeffentlicht wurde«
Wir geben nur einem Teil der Varoeffentlichung wieder. Den angefuehrten
Saetzen schliesst sich eine Liste an, in der etwa 50 Wahlergebnisse bei Ortsgewerkschaften aufgefuehrt sind, denen zufolge mehrere hundert Funktionaerposten die frueher die Kommunisten innehatten, von den Sozialdemokraten ueber-

12 -

�nommen wurden.
In einem üeberblick in der Zeitung "Aftontidningen", einer Stockholmer
Tageszeitung, die vom Schwedischen Gewerkschaftsbund herausgegeben wird, heisst
es: "Die vor kurzem stattgefundenen Gewerkschaftswahlen in Schweden" haben sieh
fuer die Kommunisten zu einer Katastrophe ausgewirkt."
Der Bericht des "Aftontidningen" ist ein Beweis dafuer, dass die Abneigung
der Schwedischen Regierung, sich gegenwaertig den Signatarmaechten des AtlantikPakts anzuschliessen, nicht auf einen wachsenden kommunistischen Einfluss in
Schweden hindeutet. Im Gegenteil, die Zeitung stellte fest, dass die kommunistischen "Gewerkschafts"bastionen wie Kartenhaeuser zusammenstuersen.
Kommunistische Rueckschlaege zeigten sich bei 26 Gewerkschaftswahlen in
Stockholm und bei 10 in Gotenburg, wie "Aftontidningen" zusammenfassend berichtet.
In den Provinzen war es das gleiche Bild. Praktisch in allen Faellen waren die
Sozialdemokraten die Gewinner.
Nachdem die Zeitung Wahl auf Wahl aufgezaehTt hatte, wobeisie Einzelheiten
ueber Ort, Gewerkschaft und Ergebnisse nennt, zieht sie den Schluss dass die Gewerkschaftswahlen "klar und bezeichnenderweise zum Ausdruck bringen, dass die
Kommunisten vor einer Desorganisation stehen. Die Maenner in den Gewerkschaften
wollen nichts mit ihnen zu tun haben."
Die Zeitung "Aftontidningen" wurde im Jahre 1942 vom Schwedischen Gewerkschaftsbund gegruendet, um der nazifeindlichen Einstellung der organisierten Arbeiter Schwedens Ausdruck zu verleihen.
In der Stockholmer Sektion des Metallarbeiter-Verbandes, in der die Kommunisten stark vertreten waren, haben sie 51 Sitze an die Sozialdemokraten verloren. Die neuen Delegierten ueber nehmen ihr Amt im Mal,
Bei den zuletzt am 31. Maerz abgehaltenen Wahlen gewannen die Sozialdemokraten 218 Stimmen gegen 191 der Kommunisten. Wie "Aftontidningen" achreibt,
wurde der kommunistischen "Friedens"Propaganda eine Abfuhr erteilt, als die
Sektion beschloss, zum Ausdruck zu bringen, dass sie die Politik der Regierung
billige.
"EGA Labor Information" (Paris)
ARBEITSSTUNDEN UND VERDIENSTE IN DER AMERIKANISCHEN INDUSTRIE
Das amerikanische Arbeitsministerium veroeffentlicht monatlich Berichte ueber
die in den Fabrikationsbetrieben gezahlten Loehne wie auch ueber die pro Woche
geleisteten Arbeitsstunden. Vielleicht interessieren sich die deutschen Gewerkschaften fuer die Unterschiede, die innerhalb der verschiedenen Staaten bestehen.
In der ersten Tabelle sind diese Zahlen aus 5 Staaten in verschiedenen Gegenden
des Landes aufgefuehrt.
Verdienst und Arbeitsstunden in Fabrikationsbetrieben in bestimmten
Staaten und Staedten Amerikas fuer Dezember 1948
Durchschnittlicher Durchschnittl. Durchschnittl.
Staat oder Stadt
Wochenverdienst
Arbeitsstunden Stundenverpro ".Joche
dienst

Kaliformia (im Durchs c h n i t t fuer den ganzen Staat
Hafengebiet von San Francisco
New York (im Durchschnitt
fuer den ganzen Staat)
New York City
North Carolina
Tennessee
Utah

$61.33

38.7

$1.59

63. 94

38.7

1.65

59.73
62.53
41.58
44.13
56.56

39.6
37.9
38.1
40.3
40.4

1.51
1.66
1.09
1.10
1.40

- 13 -

�Es ist zu bemerken, dass die durchschnittlichen Arbeitsstunden und der
Durchschnittsverdienst in den Staedten hoeher sind als der Durchschnitt fuer den
ganzen Staat fuer das Gebiet von San Francisco in California und fuer New York
City. Dies trifft auch auf andere Staaten zu.
In der naechsten Tabelle sind die durchschnittlichen Arbeitsstunden und
Bruttoverdienst pro Stunde fuer die Arbeiter in den Fabrikationsbetrieben aufgefuehrt. Sie weist auch den Durchschnittsverdienst fuer die regelmaessigen Arbeitsstunden aus. Der Bruttoverdienst schliesst Ueberstunden mit ein, z.B.
Sonnabendarbeit oder Arbeit, die ueber 40 Stunden hinaus pro Woche geleistet
wurde, fuer die die Bezahlung hoeher ist.
Arbeitsstunden und Verdienst der Arbeiter in Fabrikationsbetrieben fuer
haltbare und nichthaltbare Waren in den Vereinigten Staaten
Haltbare Waren
Nichthaltbare Waren
J a h r i and

Monat

1941, Durchschnitt
it
it
1942,
n
ii
1943,
n
UM
1944,
M
n
1945,
II
it
1946,
n
n
1947,
1947, Dezember
1948, Dezember

ausschliesslich
Brutto-Ueberstunden
$

$

808
947
1,059
1,117
1,111
1,156
1,292
1,354
1.457

770
881
976
1,029
1,042
1,122
1,250
1,299
1.408

aus s c h l i e s s l i c h
Brutto-Ueberstunden
$

640
723
803
861
904
1,012
1,145
1,196
1.286

$

625
698
763
814
858
978
1,109
1,152
1.251

Der Nettoverdienst hat sich in Zeit zwischen 1941 und Dezember 1948 nahezu
verdoppelt. Die Differenz zwischen dem Nettoverdienst und dem Bruttoverdienst
bildet in manchen Faellen das Mass fuer die Nachfrage nach Arbeitskraeften, wenn
die Arbeiter der Nachfrage dadurch gerecht werden, indem sie gegen Extrabezahlung
Ueberstunden machen.
Amerikanisches Arbeltsministerium
"Monthly Labor Review" Maerz 1949
DER CIO VERTEIDIGT DAS STREIKRBCHT
Die Forschungsabteilung des CIO hat unlaengst einen Bericht ueber den Fortschritt des Gewerkschaftswesens in den Vereinigten Staaten waehrend der letzten
15 Jahre veroeffentlicht. Nach einem Hinweis auf die Lohnerhoehungen der amerikanischen Arbeiter, die durch gewerkschaftliche Massnahmen erreicht wurden, hebt
der Bericht die Bedeutung des Streiks als Verhandlungsinsliument der Arbeiterschaft
hervor. Trotz aller Bemuehungen, das Gegenteil zu erreichen, haben die amerikanischen Gewerkschaften das Streikrecht beibehalten koennen.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, bestand fuer viele Gewerkschaften auf Grund
der "freundschaftlichen Beziehungen" zwischen der Arbeiterschaft und der Betriebsleitung keine Notwendigkeit, groessere Streiks durchzufuehren. Weiter heisst es;
"In den 13 Jahren seines Bestehens hat der Stahlarbeiterverband nur 2mal zu
groesseren Streiks aufgerufen. Fuer den Verband der Vereinigten Bekleidungsarbeiter lag mehr als 10 Jahre kein Grund zum Streiken vor, weil zwischen ihnen und
den Arbeitgebern ihrer Industrie ungewoehnlich freundschaftliche Beziehungen bestanden. Viele andere Gewerkschaften haben aus Erfahrung gelernt, dass Streiks
im eigentlichen Sinne nur eine wirtschaftliche Waffe darstellen, zu denen man als
letztes Mittel greift.
-

14

-

�"Ob es nun haeufig angewendet wird oder nicht, so wird doch das Streikrecht
ron den amerikanischen Arbeitern allgemein a l s grundlegender Faktor der Macht der
Arbeiterschaft angesehen, um die Lebensbedingungen der Maenner und Frauen der
amerikanischen Gewerkschaften zu verbessern.
"Ohne dieses Recht wuerden s i c h selbst die freundlichsten Arbeitgeber veranlasst fuehlen, die Forderungen, die die Gewerkschaften •vorbringen, drastisch zu
kuerzen. Das Streikrecht i s t dazu angetan, die Kollektiwerhandlungen zwischen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer beschleunigt zum Abschluss zu bringen, die meistens
durch grosse Verzoegerungen oder unnoetig hinausgezoegerte Verhandlungen gekennzeichnet sind. Das Streikrecht i s t eine Waffe gegen hartnaecklge Arbeitgeber, die
sich weigern, Bedingungen zu gewaehren,. die bei ihren Konkurrenten bereits eingefuehrt sind, oder die sich weigern, Forderungen zu erfuellen, die die Gewerkschaften
a l s gerecht und vernuenftig ansehen.
"Schliesslich erinnert das Recht auf Streik staendig daran, dass die Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten nicht aus "Sklavenarbeitern" besteht, dass es
den Gewerkschaftsmitgliedern frei steht, gemeinsam zu handeln, um ihre Lage zu
verbessern, oder ihren Arbeitsplatz zu verlassen, wenn ihre Bedingungen auf Grund
einer demokratischen Abstimmung a l s untragbar angesehen werden."
"State Department Radio Bulletin" 15. April 1%9
DIE KOMMUNISTEN KOENNEN MR. BROWN NICHT LEIDEN
Adrienne Tassler, die europaeische Korrespondent in des "AFL News Service"
schrieb vor kurzem folgende]} Artikel, aus dem der Haas der Kommunisten gegen den
Vertreter der AFL in Europa hervorgeht;"Irving Brown, der Vertreter der AFL in Europa, i s t ein beliebter Pruegelknabe der Kommunisten Europas.
Der breitschultrige fruehere Gewerkschaftsorganisator, der s e i t mehr als 3
Jahren versucht hat, die europaeischen Arbeiter mit den Vorteilen der freien
Gewerkschaften vertraut zu machen, muss fast taeglich in den von den Roten
kontrollierten Veroeffentlichungen von Frankreich fcis Ungarn Vorwurfe, geringschaetzlge Bemerkungen usw. ueber sich ergehen lassen* Er i s t in Dutzenden von
Karikaturen geschmaeht worden und dient den haeufigen Rundfunkattacken als Zielscheibe.
Die ungarische Kommunistische Tageszeitung "Szabadsag", die in Budapest
herausgegeben wird, beschrieb die Eroeffnung der Europa-Zweigstelle der AFL in
Bruessel, Belgien, als einen Teil der "Sturms der Wall-Street-Soziallsten auf
Europa." Sie behauptete ferner, dass die Taetigkeit der AFL "von der neuen imperilistischen Offensive der Vereinigten Staaten ersonnen sei".
Das kommunistische Organ Belgiens, "Drapeau Rouge" bezeichnete den AFL-Vertreter a l s den "Geheimnisvollen", fuhr aber dann mit der Behauptung f o r t , dass
die Rolle, die er in Europa spiele, klar s e i - " er arbeitet daran, die Gewerkschaften Westeuropas zu spalten, um die europaeischen Arbeiter den amerikanischen
Geschaeftsmagnaten zu ueberantworten;.."
"Brown", so fährt der Artikel fbrt, "vertritt die arbeitenden Klassen Amerikas
nicht mehr als die zahlreichen Vertreter fuer Maisflocken und Coca-Cola, die im
Augenblick die Laender unseres Konttents bevoelkern
"
Ein Artikel der "Humanite", einer in Paris erscheinenden kommunistischen
Zeitung bezeichnet Brown a l s einen amerikanischen Buerger» der von den "Reaktionaeren" der AFL nach Frankreich geschickt wurde, und fuegt hinzu; "Er arbeitet
unter der Leitung des Aussenministeriums."
In einer kurz darauffolgenden Ausgabe der gleichen Zeitung war ein Artikel
ueber Brown ueberschrieben; "Der berufsmaessige Spalter Irving Brown kehrt nach
-

15

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�Amerika airueck", mit einem U n t e r t i t e l , der begann; "mit noch mehr Dollars
•
Kurz vor dem Zusammenbruch des Weltgewerkschaftsbundes (WFTU) schrieb
die linksstehende daenische Tageszeitung "Land og Folk";"Irving Brown, dessen Dollarhilfe die rechtsstehenden Sozialdemokraten vera n l a s s t e , s i c h aus der franzoesischen Gewerkschaftsbewegung zurueckzuziehen, versucht j e t z t im I n t e r e s s e der AFL und Marshalls, seine englischen Kollegen davon
zu ueberzeugen, dass noch mehr getan werden muesse a l s nur dies, und dass sie aus
dem Weltgewerkschaftsbund austreten muessen.
"Er rechnet damit, dass es ihm gelingen wird, a l l e Landesorganisationen aus
dem WFTÜ herauszubringen, um so eine Marshall-Internationale au b i l d e n . Wir
wollen nur hoffen, dass sich die Sozialdemokraten des rechten Fluegels noch nicht
so weit in ihrem sklavischen Gehorsam der amerikanischen Aussenpolitik gegenueber e r n i e d r i g t haben
"
"AFL Weekly News Services" 5. April 1%9

-

Manpower Division
OMGUS, APO 742

(OMOUS 9 - 1 4 3 2 UMB Majr 49 8tC)

16

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl* folgenden Artikel »teilen Aussage an« der amerikanischen Press« und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher .Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Poet zugeleitet.
Der Inhalt der „ArbeiUmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 13

Berlin, 20. Mai 1%9

AMERIKANISCH ARBEITERRBDAKTBORB AEUSSERN SICH
Drei amerikanische Arbeiterredakteure haben unlaengat eine Rundreise durch
europaeisehe Laender unternommen, und jeder von ihnen hat seine Eindruecke niedergelegt. Nachstehend folgen kurze Auszuege aus ihren Erklaerungen:1. William C. Geuaman. Redakteur der "Labor Press Associates"
Die demokratischen Gewerkschaftler in ganz Westeuropa haben sich jetzt die
Aermel aufgekrempelt und sich in die Arbeit gestuerzt, um den Marshall-Plan fuer
die Gesundung Europas zu einem Erfolg zu machen.
In den letzten beiden Monaten habe ich Belgien, Frankreich, Gross-Britannien,
die Westzonen Deutschlands, Italien und die Niederlande besucht. Undueberall ist
es dasselbe.
Die antikommunistischen Gewerkschaftafuehrer haben im Marshall-Plan eine
fuehlbare und greifbare Antwort auf die russische Behauptung gefunden, daas nur
eine Verbindung mit dem Osten die ernsten wirtschaftlichen Probleme des vom
Erlege verwuesteten Europa loesen koenne. Die breite Masse in der Arbeiterbewegung, die von Natur aus den zynischen Manoevem der Kommunisten ablehnend gegenübersteht, hat auf den grossen Aufruf, der in der von der amerikanischen Hilfe gestützten Planung innerhalb Europas zum Ausdruck kommt,geantwortet.
Die europaeisehe Arbeiterschaft hat die Maenner der AFL und des CIO, die bei
den verschiedenen "LaendermlssIonen" als Berater in Arbeitsfragen taetig sind,
als gute Freunde und als wirksame Sprachrohre kennengelernt, durch die sie ihre
Ansichten darueber zum Ausdruck bringen koennen, auf welche Weise die MarshallPlan-Hilfe am besten angewendet werden koennte.
In ganz Suropa erbitten oder fordern sogar die Arbeiter mehr Nachrichten
ueber Amerika und insbesondere ueber die Arbeiterbewegung in den Vereinigten
Staaten. Auf diesem Gebiete leistet die Abteilung fuer ArbeiterInformation beim
ECA unschaetzbare Dienste.
Die meisten ECA-Beamten sind Geschaeftsleute. Waehrend es einerseits nicht
der Wahrheit entsprechen wuerde, wenn man behauptete, dass sie sioh In wirtschaftlichen Fragen den gewerkschaftlichen Gedanken zu eigen gemacht haben, so
verlangt es andererseits die Gerechtigkeit, zu sagen, dass sie die Bedeutung der
freien Arbeiterbewegungen fuer die Zukunft der europaeischen Demokratie schaetzen
gelernt haben, und dass sie sich dafuer interessleren, was die Arbeiterschaft zu
sagen hat.
Die Rolle, die die Gewerkschaften bei der Planung zur Verwendung der amerikanischen Hilfe spielen, ist von Land zu Land sehr verschieden. Dies haengt von der
Haltung der in den verschiedenen Laendern an der Macht befindlichen Regierungen
-

1

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�der Arbeiterschaft und der Wirtschaftspolitik im allgemeinen gegenueber ab. In
verschiedenen Laendern haben die Gewerkschaftsfuehrer die Beobachtung gemacht,
dass die ECA-Missionen der Vereinigten Staaten ihren Vorschlaegen aufgeschlossener
und freundschaftlicher gegenueberstehen als ihre eigenen Regierungen.
2. Cornelius F. Miller. Redakteur. AFL Weekly News Service.
Der Anfang von dem, was die Vereinigten Staaten erhoffen und Russland fuerchtet, bahnt sich Jetzt In Westeuropa an. Die Nationen, die am Marshall-Plan beteiligt sind, erholen sich. Ein wirtschaftliches Chaos ist abgewendet worden.
Neues Blut stroemt durch die industriellen Adern derjenigen Laender, die westlich
des "Eisernen Vorhanges" liegen. Der einfache Buerger in Frankreich, Italien,
Belgien, den Niederlanden und in Westdeutschland ist wiedermit neuer Hoffnung auf
die Zukunft erfuellt.
Die Welle von Hoffnung und Vertrauen auf das zukuenftige wirtschaftliche Leben
dieser Nationen war einer der hauptsaechlichsten Eindruecke, die ich waehrend
meiner kuerzlichen 5 wöchigen Rundreise durch 6 derjenigen Laender, die gemaess dem
ERP Hilfe von den Vereinigten Staaten erhalten, gewonnen habe.
Gleichzeitig war ich von der gewaltigen Groesse der noch vor uns liegenden
Aufgabe beeindruckt. Der wachsende Erfolg des Maxball-Plans faengt Jetzt langsam
an, den Hintergrund fuer zukuenftige Probleme zu schaffen, die ein Zustrom von
Dollars und Material nicht zu loesen vermag. Um die geeigneten Loesungen zu finden, werden die Faehigkeiten, die staatsmaennischen Qualitaeten und die Geduld
sowohl der Fuehrerpersoenlichkeiten des Landes wie euch der Durchschnittsbuerger
In Westeuropa und in den Vereinigten Staaten auf die Probe gestellt.
Diese Probleme schliessen such die Notwendigkeit ein, einen hoeheren Grad
europaeischer Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet zu erreichen, wie auch
die Notwendigkeit, die Fruechte einer wachsenden landwirtschaftlichen und industriellen Wirtschaft in Westeuropa zu verteilen, allerdings auch die Tendenz einiger
besonders interessierten Gruppen in den Vereinigten Staaten, die versuchen, den
Marshall-Plan zu einem Instrument zu machen, das ihnen einen dauernden Wohlstand
und ein staendiges Gedeihen garantiert.....
Die tatsaechliche Aufgabe, die vor uns liegt, besteht darin, die beteiligten
Nationen zu veranlassen, ihr wirtschaftliches Denken und Planen so zu ueberpruefen
und umzustellen, dass der Bedarf jeder einzelnen von ihnen nahezu ganz gedeckt
wird. Im Falle eines Fehlschlagens wuerde dies bedeuten, dass der Nationalismus
auf dem Gebiete der Wirtschaft nur gesteigert wuerde. Mangels Zusammenarbeit
wuerde Jede Nation nur darauf bedacht sein, jeder anderen Nation gegenueber im
Dampfe um den Weltmarkt und die Maerkte Europas, auf denen sie die Erzeugnisse
einer ueberentwickelten Industrie abzusetzen sucht, eine halsabschneiderische
Politik zu verfolgen» wodurch die Stabilitaet eines ordnungsmaessigen Welthandels
unterminiert werden wuerde
Ein weiteres, gleichermassen beunruhigendes Problem ist die interne Verteilung der Erzeugnisse und des Wohlstandes jeder Nation auf ihre Bevoelkorung.
In allen Laendern ist genuegend Raum fuer bedeutende Verbesserungen. In manchen
werddn sich die bestehenden Ungerechtigkeiten - wenn sie weiter bestehen bleiben zu einem wirklichen Hindernis fuer einen endgueltigen Wohlstand Europas auswirken.
Es muessem Mittel und Wege gefunden werden, um den Lebensstandard der Massen derjenigen Manschen zu heben, die durch ihre schwere Arbelt und ihre Opfer daran
mitarbeiten, Europa aus der wirtschaftlichen Flaute wieder herauszubringen. Man
muss den europaeischen Arbeitern die Gewissheit geben, dass in dem Masse, wie die
Produktion steigt, sie auch auf eine staendige Verbesserung ihrer Loehne und
Lebensbedingungen hoffen koenuen. Ebenso wie die Nationen es lernen muessen, mit
-. 2

-

�den Nationen zusammenaiwirken, um eine gesunde einheitliche europaelsche Wirtschaft
zu entwickeln, so muessen die Segmente der Wirtschaft einer jeden einzelnen Nation
lernen, zum Wohle der Gesamtorganisation zusammenzuarbeiten."
3« Allan L. Swlm. Redakteur der "CIO News"
"Es gibt noch Menschen, die in Italien in Hoehlen, in Deutschland in zerbombten Gebaeuden und in anderen Teilen Europas eng zusammengefpercht leben. In
manchen Laendern gibt es nicht genug Nahrungsmittel, in anderen wieder nicht genuegend Kleidung. In dem ganzen Gebiet herrscnt ein Mangel an Rohmaterialien
und an Maschinen fuer die Produktion.
Diese Terhaeltnlsse sind groesstenteils das Srgebnls des letzten Krieges —
und a l s Ergebnis dieser bestehenden Terhaeltnlsse begann der Kommunismus, westlich
des "Eisernen Torhanges" Fuss zu fassen. Tor einem Jahr glich Westeuropa etwa
einem Boxer, der hart angeschlagen und groggy in den Seilen hing. Heute i s t
dieses Gebiet wieder Im Ring und faengt an, wieder mit erneuter Kraft zuzuschlagen.,
dank dem Marshall-Plan. Und der Kommunismus verliert an Boden, Das sind die
Eindruecke, die ich hatte, a l s ich 6 Marshall-Plan-Laender besuchte und mehrere
hundert Menschen aus verschiedenen Berufen und Kreisen befragte.
Niemand i s t in der Lage, ein einfache, genaues und yollstaendiges Bild von
den Terhaeltniasen, wie sie heute in Westeuropa bestehen, abzugeben, weil in den
verschieden Laendern auch die Probleme verschiedener Natur sind. Aber mit einer
gewissen Sicherheit kann man schon einige allgemeine Sohluesse ziehen;1. Es besteht ein wirklicher Bedarf an einer erhoehten Produktion und einer
erhoehten Produktivitaet - in ganz Westeuropa.
2. Es besteht ein wirkliches Beduerfnis fuer eine gerechtere Verteilung des
Wohlstandes und der guenstigen Gelegenheiten in vielen Teilen Westeuropas.
3 . Die HauptVerantwortung fuer einen Erfolg desEuropaeisehen WiederaufbauProgramms l i e g t unbedingt bei den Marshall-Plan-Laendern selbst - weil die amerikanische Hilfe l e d i g l i c h dazu dienx, "die Pumpe anzustechen".
k» Der Kommunismus wird neue Anhaenger gewinnen, wenn die wirtschaftlichen
Terhaeltnlsse eine Wendung zum schlechten nehmen, und wenn einige der westeuropaeischen Nationen nicht die sozialen und wirtschaftlichen Reformen durchfuehren,
wuerden, die von der Bevoelkerung dringend verlangt werden.
5. Die Marshallplan-Laender muessen in Zukunft noch enger als bisher miteinander zusammenarbeiten, wenn s i e ein Durcheinander vermeiden wollen» sie
muessen die Handelsschranken abschaffen und Wirtschaftsverhaeltnisse schaffen,
die mit einander nicht im Widerstreit stehen."
"Trans-Atlantic" 11. April 1%9
DIE OBSTERREICHISCHE ARBEITERSCHAFT BILLIGT DAS ERP
In einer o f f i z i e l l e n Teroeffentlichung des Oesterreichischen Gewerkschaftsbundes erklaerte Johann Böhm, der Praeaident des Bundes, vor kurzem; "Die meisten
Arbeiter und Angestellten, die dem Oesterreichischen Gewerkschaftsbund angehoeren,
sind s i c h sehr wohl der Tatsache bewusst, dass die Marshall-Plan-Hilfe, die unserem Lande gewaehrt wurde, den wichtigsten Faktor fuer unseren wirtschaftlichen
Wiederaufbau bildet."
Böhm sagte, dass die Marshallplan-Hilfe nicht nur "die Mittel fuer Investierungen" l i e f e r e , sondern Nahrungsmittel. "Wenn wir nicht aierst die Nahrungsmittellieferungen der UNRRA und jetzt die Lieferungen aus dem Marshall-Plan gehabt
haetten, dann waere sicherlich ein grosser Teil des Oesterreichischen Tolkes an
Hunger und ansteckenden Krankheiten zugrunde gegangen.
"Wir s o l l t e n nicht vergessen, dass selbst heute noch mehr a l s die Haelfte
der vom oesterreichischen Volke verbrauchten Lebensmittel aus der Marshallplan-

3

-

�H i l f e stammt."
Nur e i n e k l e i n e Minderheit unter den 0 e s t e r r e i c h e r n leugnet den Wert d e r
Marshallplan-Hilfe ab, schrieb Böhm, aber "diejenigen, die den Marshall-Plan
k r i t i s i e r e n , sind a n d e r e r s e i t s durchaus b e r e i t , d i e Lebensmittel anzunehmen, d i e
uns nach dem Marshall-Plan g e l i e f e r t werden."
"Die Gegner des Marshall-Plans moegen s i c h drehen und wenden wie s i e w o l l e n ,
s i e koennen aber n i c h t d i e Tatsache aus der Welt schaffen, d a s s e s nur der Marshai l p l a n - H l l f e zu danken i s t , dass s i c h unser Land wieder langsam erholen kann,"
sagte Böhm.
"BCA Labor Information" 2 5 . April 1949
FORDERUNG NACH INTERNATIONALER GEWERKSCHAFTSSOLIDARITAgT
" E i n h e i t l i c h a u s g e r i c h t e t e Aktionen der Arbeiterschaft ueber d i e Landesgrenzen hinweg" s i n d heut* e i n e anerkannte Notwendigkeit, sagte Maurice J . Tobin, der
A r b e i t s m i n i s t e r der Vereinigten S t a a t e n .
Tobin e r k l a e r t e am Donnerstag b e i einem F e s t e s s e n zu Ehren des Zentralaueschusses des I n t e r n a t i o n a l e n Metallarbeiter-Verbandes, dass e i n Land nur durch
d i e Zusammenfassung a l l e r wahren demokratischen Elemente i n a l l e n Laendern auf
d i e Dauer s e i n e F r e i h e i t wahren koennen. "Es b e s t e h t kein Zweifel, dass da, wo
e s der A r b e i t e r s c h a f t f r e i s t e h t , s i c h zu o r g a n i s i e r e n und i h r e Meinung zu aeussern,
d i e allgemeinen Impulse zu e i n e r anstaendigen und wuerdeTollen Lebensweise g e staerkt werden."
Tobin beglueckwuenschte den Internationalen Metallarbeiter-Verband wegen
s e i n e r Arbeit waebrend e i n e s halben Jahrhunderts a l s Gewerbesekretariat. Die
"umfassenden und klaren Anschauungen" d i e s e s S e k r e t a r i a t s und auch anderer
"temperiert durch einealebendigen und gesunden Sinn fuer TJnabhaengigkeit" hat
s i e davor bewahrt, "zu einem Werkzeug der S o w j e t p o l i t i k zu werden." s t e l l t e Tobin

fest.
Der Zentralausschuss, der einige 4 Millionen Metallarbeiter in 11 Laendern
Europas, wie auch in Canada und den Vereinigten Staaten-vertritt hat sich waebrend
der Sitzungen in Washington mit der Frage der zukuenftigen Verwertung der Ruhr,
die dort einen der Streitpunkte bildete, befasst. Tobin erklaerte mit Nachdruck,
dass "die Arbeiterschaft bei der Loesung des Problems der Verwertung des Ruhrgebietes eine wichtige Rolle spielen rauesse."
Sachverstaendige Ratschlaege von Organisationen wie die Ihre werden gebraucht. Dies i s t die beste und einzige Garantie dafuer, dass dieses wichtige
Industriegebiet fuer einen friedlichen Aufbau Europas benutzt wird. Die demokratische Arbeiterschaft Deutschlands muss daher unbedingt ermutigt wnd gestaerkt
werden. Ihre freien Gewerkschaften fuehren einen gewaltigen Kampf nach zwei
Fronten hin, und zwar gegen die nationalistische Reaktion und gegen den t o t a litaeren Kommunismus.
Tobin wies dann noch auf die "Stimme hin, die s e i n Ministerium bei der Pol i t i k und den Massnahmen habe, die vom Aussenministerium verfolgt bzw. getroffen
werden," vowie auf das Interesse an dem Programm zur Beteiligung der Arbeiterschaft, an der primaeren Verantwortung fuer die Beteiligung Amerikas an der
Internationalen Organisation fuer Arbeitsfragen (ILO), "an dem Austasch technischer
Kompetenzen" mit den Arbeitsministerien anderer Laender und an der engen Zusammenarbeit mit der amerikai isehen Armee in bezug auf die "Gesichtspunkte der
Arbeiterschaft" im Hinblick auf d i e Verwaltung der besetzten Gebiete.
"State Department Radio Bulletin" 22. April 1949
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4

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�TREFFEN DES INTERNATIONALEN METALLARBEITER-VERBANDES
IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
12 Mitglieder des Zentralkomitees des Internationalen Metallarbeiter-Verbandes (IMF), dessen Zentralstelle sich in Genf, in der Schweiz, befindet, sind nach
den Vereinigten Staaten unterwegs, um mit der Internationalen Vereinigung der
Maschinisten (IAM), einer der fuenf groessten Gewerkschaften in den Vereinigten
Staaten zusammentreffen. Dies ist in der Geschichte des IMF das erste Mal, dass
ein Treffen jenseits des Atlantik vor sich geht. Gewerkschaftsfunktionaere bezeichnen dies als einen Bruch mit "dem traditionellen Isolationismus der Gewerkschaften beider Kontinente."
Der IMF setzt sich aus den hauptsächlichsten Metallgewerkschaften in 11
westeuropaeischen Laendern, in den Vereinigten Staaten und Canada zusammen, wobei die letzteren durch die IAM vertreten werden. Die Sitzungen werden hier
am 20. April eroeffnet werden« der Exekutivrat der IAMsoll am folgenden Tag
zusammentreten.
Die zur Debatte stehenden Fragen befassen sich auch mit der Vergroesserung
und Ausweitung der Organisation. Es wird auch in Erwaegung gezogen, die Zweigverbaende anderer Gewerkschaftsorganisationen im Metallgewerbe in den Vereinigten
Staaten einzuladen, einschliesslich der AFL und des CIO. Auch die zukuenftige
Kontrolle der deutschen Kohlen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet sowie die
zukuenftigen Beziehungen der Gruppe zu der neuen Weltbewegung der Arbeiterschaft
sollen zur Sprache kommen.
Am 26. April wird das Komitee eine Rundreise unternehmen, um metallverarbeitende Werke in den Vereinigten Staaten zu besichtigen. Die Mitglieder brachten
zum Ausdruck, dass sie Vertreter "freier Gewerkschaften seien und keinerlei
Verbindungen zu irgendeiner Regierungsstelle unterhüten." Erik Peterson, der
Sekretaer und Schatzmeister der IAM, erkJa erte, dass die Konferenz fuer den
grossangelegten "Kampf zur Staerkung der westlichen Demokratie von Bedeutung sei."
"Die Maschinisten und Metallarbeiter in jedem europaeischen Lande bilden
den groessten Teil der organisierten Gewerkschaftsbewegung. Sie halten die
Schluessel zum wirtschaftlichen und industriellen Wiederaufbau in Westeuropa in
ihren Haenden. Mehrere Jahre habmi sie erfolgreich gegen die Flut des Totalitarismus angekaempft. Heute arbeiten diese Gewerkschaften daran, den Widerstand
gegen den Kommunismus zu einem positiven Kampf zu gestalten, mit dem Ziel, das
Leben in jedem freien Lande lebenswert zu machen."
Die Laender, die vertreten sein werden, sind; Oesterreich, Belgien, Daenemark, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, Holland, Luxemburg, Norwegen,
Schweden und die Schweiz, ausserdem die Vereinigten Staaten und Canada.
"State Department Radio Bulletin" 15. April 1949
EINE GEWERKSCHAFT STREICHT EIN HAUS IN 2£ MINUTEN
unter den Beifallsrufen Tausender von Zuschauern stellten heute 96 gewerkschaftlich organisierte Anstreicher einen, wie behauptet wird, Weltrekord auf,
als sie ein Haus in 2 Minuten und 36 Sekunden vollkommen weiss anstrichen. Die
Bewohner der Stadt haben Robert W. Hoelzte, einem Kriegskrueppel, ein Helm geschenkt
Mit glueckstrahlendem Gesicht beobachteten der 23 Jahre alte ehemalige Kriegsteilnehmer des Pazifik und Miss Elaine Noll, die er am 12. Juni heiraten wird,
wie die Maler geschaeftig auf dem Geruest hin und her eilten und emsig ihre
Arbeit verrichteten. In seinem Rollstuhl gab er begeistert seinem Beifall
-

5

�zusammen mit den Umstehenden Ausdruck, als die offizielle Zeit, in der die Arbeit
verrichtet wurde, bekanntgegeben wurde.
"Wir sind ja so glueoklich," sagte er, "aber ich freue mich, dass das nun
geschafft ist. Ich aoechte den Hunderten freundlicher Menschen, die dies alles
ermoeglicht haben, unseren tiefsten Dank aussprechen."
Sine Stunde, bevor der Anstrich begann, versammelte sich schon die Menge
vor dem Bau im Stadtteil Edgebrook. Um das gesamte Gebaeude war ein Geruest
errichtet worden, und John Pecoraro, der GeschaeftsVertreter der Ortsgewerkschaft 834 des Verbandes der Maler, Dekorateure und Tapezierer wies jedem einzelnen seiner Maenner seinen besonderen Platz an."
Mehr als 1000 Personen haben dazu beigetragen, um dem Krie gskrueppel ein
ein Heim zu geben. Verschiedene Gewerkschaften halfen mit ihrer Arbeit dabei,
das Haus, das 5 Zimmer enthaelt, in ein paar Tagen zu errichten.
"New York Times" 24. April 1949
ENGLISCHE SEEMANSGEWERKSCHAFT GREIFT KOMMUNISTEN AR
Tom Yates, der Generalsekretär des Landesverbandes der Seeleute, der
55.000 englische Arbeiter im Schiffahrtswesen vertritt, geisselte in der laufenden Ausgabe des "Seemann", dem offiziellen Organ der Gewerkschaft, die kommunistischen Bemuehungen, die Arbeiterbewegung der Welt und der des Vereinigten
Koenigreichs zu beherrschen.
In einem von ihm unterzeichneten Artikel eroertate Yates die Unterstuetzung,
die der Seemannsverband dem Englischen Gewerkschaftsbund bei dessen Austritt
aus dem Exekutivbureau des Weltgewerkschaftsbundes hat zukommen lassen. Yates
schrieb "Die Vertreter der Sowjets und ihre Verbuendeten innerhalb des Bundes
haben jede nutzbringende Arbeit, die auf internationaler Grundlage geleistet
wird, behindert."
Ebenso rechnete Yates auch mit den "kommunistischen Machinationen" innerhalb der Seemannsgewerkschaft ab und wies darauf hin, dass die Organisation
solche "inoffiziellen Streiks" wie den, durch den die "Queen Elizabeth" Im vergangenen Jahr in Liverpool festgehalten wurde, nicht dulden wuerde. "Es hat
keinen Zweck, vorzugeben, dass Unruhen dieser Art auf Zufaelle Burueckzufuehren
sind. Es ist nichts als geplanter und organisierter Unfug," schrieb Yates.
"Man hat mich beauftragt, verantwortlich in aller Offenheit darauf hinzuweisen, dass unser Exekutivrat im Rahmen des Gesetztes gegen umstuerzier Ische
Elemente vorgehen wird, die unsere Gewerkschaft in illoyale Handlungen dieser
Art verwickeln wollen."
Dann pries der Sekretaer der Seemannsgewerkschaft das Programm der LabourRegierung zur Erhoehung der industriellen Produktiv!taet. In einem anderen
Artikel der Zeitschrift wird es dem Europaeischen Wiedaufbuu-Programm zur Ehre
angerechnet, dass es den Englaendern eine Hilfe gebracht habe, die sich pro
Kopf der Bevoelkerung auf 6 Pfund Sterling im Jahr beläuft. "
"ECA Office of Labor Information"
IN DEN VEREINIGTEN STAATEN NEHMEN 28 MILLIONEN
MENSCHEN AM SCHULBESUCH TEIL
Nach Angaben des Amerikanischen Amts fuer Volkszaehlung wurden zu Beginn
des Schuljahres 1948-49 mehr als'28 Millionen Schüler bei den amerikanischen
Schulen angemeldet.
Diese Rekordzahl ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um 600.000 hoeher
und 1940 gegenueber um mehr als 1 Million gestiegen. Dies geht aus einer probeweisen Untersuchung des Amts fuer Volkszaehlung hervor. Die Zahl umfasst alle

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�Schueler, vom Kindergarten angefangen bis hinaus zum College, und zwar sowohl
in oöffentlichen wie auch in privaten Anstalten.
Das Amt fuer Volkszaehlung fuehrt den Grund fuer die staerkeren Anmeldungen
in den niederen Klassen auf die Tatsache zurueck, dass die Kinder, die aus den
im Kriege geschlossenen Ehen hervorgegangen sind, Jetzt das schulpflichtige
Alter erreicht haben. Mehr als 1 Million ehemaliger Angehoeriger der amerikanischen Streitkraefte, die auf Grund einer Unterstuetzung seitens der Regierung
studieren, bilden den Grund dafuer, dass sich bei den Hochschulen und Colleges
eine staerkere Anmeldung bemerkbar macht.
Einem Bericht der U.S. National Education Association (Landesbildungs-Vereinigung Amerikas) ueber die Lage der amerikanischen Schulen, erhaelt heute der
Schüler einer Volksschule in den Vereinigten Staaten eine weit bessere Bildung
als dies bei seinen Eltern der Fall war."
"State Department Radio Bulletin" 18. April 1949
ETWAS UEBER AMERIKANISCHE LEBENSVERHAELTNISSE
In einer vor kurzem erschienenen Veroeffentlichung des Amerikanischen Arbeitsministerium sind folgende typischen Beispiele fuer die Kaufkraft der Loehne angegeben, die ein amerikanischer Fabrikarbeiter im Durchschnitt verdient, und was er
sich - unter Zugrundelegung der Preise von 1947 - nachdem er eine gewisse Zeit
gearbeitet hat, kaufen kann.
1 Pfund Brot
6 Minuten
1 Pfund Rinderkeule
37
"
1 Pfund jungen Lachs (Konserven)
21
"
•
Butter
40
«
"
Cheddarkaese
29
"
"
Kaffee
23
"
"
Zucker
5
"
1 Quart Milch (etwa 0,95 1) 9
"
1 Dtzd Eier
34
"
1 Dtzd Apfelsinen
21
"
1 Paar Arbeitsschuhe fuer Maenner
6 Stunden
1 tragbarer Radioapparat, Standardmodell . . . . 2 Tage
1 elektr ischer Kuehlschrank, Standardmodell . . 22
"
1 neues Automobil, eines der preiswerten Volks- 140
"
modeile
1 Mietswohnung zum durchschnittlichen Mietssatz .
Monatsmiete dafuer
3

"

Die Anzahl aller Wohnungen in den Vereinigten Staaten, die von ihren Besitzern bewohnt wurden, stieg von 44l im Jahre 1940 auf 55^ im Jahre 1947. Die
von Mietern bewohnten Wohnungen (1947) waren mit folgendem Komfort ausgestattet.
Mit fliessnedem V/asser
94.6 Prozent
Mit Bad und Spueltoilette im Hause
79.2
"
Mit Zentralheizungsanlage zur Beheizung
aller Raeume
In den Vereinigten Staaten
59.4
"
In den nordoestlichen Staaten
83.4
"
In den noerdlichen Mittelstaaten
75.1
"
Mit elektrischer Beleuchtung
97.5
"
Mit nicht mehr als fuer 1.5 Fereonen Raum im
Zimmer
93.5
"
New York Times, ?U April 1949
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�CIO-FUEHKER BEDAUERT PARISER REDE EINES KOLLEGEN
Jacob S. Potofsky, der Vorsitzende des Verbandes der Vereinigten Bekleidungsarbeiter Amerikas (CIO) bedauerte gestern die Erklaerungen, die von Mitgliedern
der amerikanischen Delegation zu dem von den Kommunisten inspirierten V.'eltfriedenskongress - der am Montag beendet wurde,abgegeben worden waren.
Mr. Potofsky bemerkte insbesondere, dass Donald Henderson, der Vorsitzende
des Verbandes der Lebensmittel, Tabak- und Landarbeiter, eines Zweigverbandes des
CIO, kein Recht haette, im Namen des CIO Erklaerungen abzugeben, und dass seine
Ansichten von noch nicht l6 der organisierten Arbeiterschaft in den Vereinigten
Staaten geteilt wuerden.
Mr. Henderson hatte den sowjetischen und auch anderen Delegierten versprochen,
dass "die arbeitende Bevoelkerung nicht in einen Krieg gegen die Sowjetunion
getrieben warden wuerde....."
Jacob Potofsky, den der ClO-Praesident Philip Murray nach Israel gesandt
hatte, um dort die amerikanische Arbeiterschaft bei den Feierlichkeiten anlaesslich des ersten Jahrestages der Errichtung des Staates Israel zu vertreten, befand sich gerade auf der Durchreise in Paris, als er von den Aeusserungen der
amerikanischen Delegierten auf dem Friedenskongress erfuhr. Er war darueber so
aufgebracht, dass er sich entschloss, eine Pressekonferenz einzuberufen.
Zu der Erklaerung des amerikanischen Schriftstellers Howard Fast, dass die
amerikanischen Cefaengnisse mit politischen Gefangenen vollgestopft seien,
aeusserte sich Mr. Potofsky;" Das ist mir nicht nur ganz neu, sondern ich glaube
eher, dass ein politischer Schwindel ist."
Er sagte;'* Wir vom CIO haben zu Zeiten unserem eigenen Kongress und unserer
Verwaltung kritisch gegenuebergestanden, doch glauben wir an unsere demokratischen
Einrichtungen und an die amerikanische Lebensweise." Er sagte ferner, er wuerde
Praesident Truman auch weiterhin unterstuetzen und sei der Ansicht, dass Aussenminister Dean Acheson "ein sehr grosser Staatsmann" sei."
Er fuegte nochünzu; "Wir glauben, dass unsere Regierung und unser Volk
den Frieden wollen entgegen den Erklaerungen, wonach wir zum Kriege zu ermutigen
suchen." Mr. Potofsky sagte, dass der Vorstand des CIO sich wahrscheinlich auf
seiner naechsten Sitzung am Mai mit Mr. Hendersons Taetigkeit befassen wuerde,
er glaube aber nicht, dass irgendwelche disziplinarischen Massnahmen gegen ihn
ergriffen werden wuerden."
"New York Herald Tribüne" (Paris) 27. April 1%9
DIE HOHER KOSTEN DER AMERIKANISCHEN HILFE FÜER DIE
KRIBGSVETERAgEN
Ein ehemaliger Kriegsteilnehmer aus dem Zweiten Weltkrieg hat lt. einem bei
Beendigung des Krieges vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Gesetz ein
Anrecht auf oeffentliche Unterstuetzung, wenn er keine staendige Beschaeftigung
finden kann. Fuer die Zeit von 52 VJochen bek ront er eine Unterstuetzung in
Hoehe von $20 pro Woche. Wenn er selbstaendig, ein Farmer oder kleiner Geschaeftsmann ist, hat er Anrecht auf Bundeshilfe bis zum Gesamtbetrage von
$1.040.—. Waehrend des Krieges wurden etwa 15 Millionen Maenner und Frauen
zum Heeresdienst herangezogen. Wenn sie alle diese Unterstuetzung in Anspruch
nehmen wuerden, auf die sie ein Recht haben, dann wuerden hierdurch der amerikanischen Regierung Ausgaben von ueber 15 Milliarden Dollar entstehen.
Bis heute haben insgesamt 8g- Millionen ehemaliger Kriegsteilnehmer Unterstützungen im Gesamtwerte von $ 3.355.173.000 erhlaten. Nahezu 7 Millionen
3

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�haben nicht um Unterstuetzung gebeten und 1.038.000 haben vollkommen die ihnen
zustehende Unterstuetzung in Anspruch genommen.
"New York Times" 25. April 1949
ZWANGSARBEIT IN DER TSCHECHOSLOWAKEI
Gemaess der Praeambel zu einem Gesetz, das am 25. Oktober 1948 von der
tschechoslowakischen Regierung erlassen warde, heisst es, dass "die Praxis,
nur notorische Verbrecher zu Zwangsarbeit zu verurteilen, sich angesichts der
Tatsache nicht als zufriedenstellend erwiesen hat, dass es die kollekü ve Sicherheit erfordert, dass aehnliche Massnahmen auch gegenueber solchen Personen
angewandt werden sollen, die, obwohl sie sich nicht eines bestimmten Verbrechens
schuldig gemacht haben, trotzdem fuer das wirtschaftliche und soziale Regime
insofern eine Bedrohung darstellen, als sie die Arbeit verweigern und auf Grund
ihrer antisozialen Haltung. "Fuer solche Leute muss es eine Haft geben, die
einen "besserden" Charakter hat.
Dieses Gesetz sieht Arbeitslager vor, die nach dem Muster der in der Sowjetunion bestehenden eingerichtet sind. Es ist anzunehmen, dass alle Arbeiter die
Pflicht haben, zu arbeiten, jedoch muessen sie so arbeiten, wie es die Regierung
haben will. Das Recht auf Arbeit wird auch als eine Pflicht angesehen, so zu
arbeiten, wie es verlangt wird.
"Aehnliche Gesetze wurden auch im Jahre 1945 und 1946 in Bulgarien erlassen,
und ueber die Sowjetzone Deutschlands sind ueber ein Dutzend Lager verstreut,
wo schaetzungsweise 200.000 bis 300.000 Menschen interniert aind.
Folgende Analyse der Zwangsarbelt in der Tschechoslowakei erschian in der
Ausgabe der Zeitschrift "Industry and Labor" vom 1. April, einem der offiziellen
Organe der Internationalen Organisation fuer Arbeit, die in Genf herausgegeben
werden»
"Zwangsarbeitslager in der Tschechoslowakei
Am 25. Oktober 1948 trat in der Tschechoslowakei ein Gesetz ueber die Zwangsarbeitslager in Kraft.
Zunaechst wurde die Zwangsarbelt in der Tschechoslowakei als eine zeitweilige
Massnahme elngefuehrt, um damit dem Wiederaufbau in der Nachkriegszelt zu helfen,
und zwar lt. einem Erlass des Praesidenten vom 1.0 ktober 1945. Der Einsatz
solcher Arbeitskraefte wurde durch das Gesetz vom 9. Mai 1947 ueber die Mobilisierung der gesamten Arbeitskraefte des Landes fuer die Durchfuehrung des Zweijahres-Plans bestaetigt. Nach der neuen tschechoslowakischen Verfassung von 1948
wird die Verpflichtung, im Interesse der Allgemeinheit zu arbeiten, zu einem der
Grundprinzipien des Rechts auf Arbeit erklaert.
Nach dem neuen Gesetz sollen Zwangsarbeitslager zu dem Zweck eingerichtet
werden, um gewisse Klassen von Buergern in ihren buergerlichen Verpflichtungen
zu unterweisen, und um ihre Arbeitsfähigkeit Im Interesse der grossen Allgemeinheit nutzbar zu machen.
Dienstpflichtige Personen»
Folgende Personen sind zu Dienstleistungen in den Zwangsarbeitslagern verpflichtet»
(1) Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahre, die, obwohl sie ueber die
notwendigen koerperlichen und geistigen Kraefte verfuegen, die Arbeit verweigern,
oder die eine Bedrohung fuer das demokratische Regime oder das wirtschaftliche
Leben des Landes bilden,
(2) Personen, die nach folgenden Gesetzen verurteilt worden sind;
Gesetz vom 6. Oktober 1948 zum Schutze der volksdemokratischen Republik, Gesetz
vom 13. Februar 1947 zur Beseitigung des Schwarzmarkthandels und aehnlicher

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�Taetigkeit, Gesetz vom 13.Februar 1947 ueber den strafrechtlichen Schutz bei
der Durchfuehrung des Zwei-Jahres-Flans, Gesetz vom 18. Juli 1948 ueber den
strafrechtlichen Schutz bei nationalen Massnahmen
(3) Personen, die in üebereinstlmmung mit den fuer Verstoesse in der Verwaltung in Kraft befindlichen Strafen zu Zwangsarbeit verurteilt worden sind.
Die Bezirks-Volksausschuesse werden besondere Komitees, aus 3 Mitgliedern
bestehend, bilden, die diejenigen Personen angeben werden, die unter Kategorie
(1) wie oben, fallen, und die das fuer die Zwangsarbeit vorgesehene Strafmass
festsetzen (3 Monate bis 2 Jahre). Eine Berufung gegen die Entscheidung eines
dieser Ausschuesse kann nicht einer Aussetzung des Verfahrens gleichkommen. Das
Komitee hat das Recht, entweder die Haftzeit abzukuerzen, wenn die Meinung
herrscht, dass der Gefangene nach seiner Freilassung ein nuetzliches und makelloses Leben fuehren wird, oder sie im gegenteiligen Felle zu verlaengern. Die
in der Slowakei bestehenden Arbeitskolonnen werden in Zwangsarbeitslager umgewandelt.
Die Art der Arbeit
Die in Zwangsarbeitslagern festgehaltenen Personen werden mit Arbeiten beschaeftigt, die vom Staat, den staatlichen Unternehmen und autonomen Behoerden
zur Durchfuehrung des Landeswirtschaftsplans durchgefuehrt werden. Sie werden
nach den festgelegten Saetzen bezahlt, und zwar nach Abzug der Internierungskosten. Es sollen Schritte unternommen werden, um ihnen berufliche, kulturelle
und moralische Schulung zuteil werden zu lassen.
»ECA Labor Information" 22. April 1949
AEÜSSERUNGEN EINES AMERIKANISCHEN ARBSrTERFUEHRERS
In seiner Ansprache an die zweite Sitzung des Anglo-Amerikanisehen Rates
fuer Produktivitaet in New York sagte kuerzlich Barvey W. Brown, der Praesident
des Internationalen Maschinisten-Verbandes (IAM); "Die freien Gewerkschaften
der Welt sind, wenn sie gemeinsam handeln, am besten ausgeruestet, die destruktiven Massnahmen der Kommunisten zu bekaempfen. Dies ist auch der Grund, warum
es die Arbeiterbewegung so eilig hatte, sich zur Unterstuetzung des MarshallPlans zusaramenzuschliessen. " Der IAM, der sowohl von der AFL wie auch vom CIO
unabhaengig ist, zaehlt mehr als 1 Million Mitglieder.
Brown ist Mitglied des Rates fuer Produktivitaet, dessen erste Sitzung im
vergangenen Oktober in London abgehalten wurde. Auf Veranlassung des Rates
haben Vertreter der amerikanischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Betrieb
in den englischen Industriezweigen studiert, und eine englische "Produktivitaetsgruppe" hat amerikanische Industriebetriebe besichtigt.
Brown erklaerte in seiner Ansprache:" Wenn vir weiterhin unsere freie
und demokratische Lebensweise in der ganzen Welt beibehalten und ausweiten wollen,
dann muessen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ehrlich zusammenarbeiten, was einen der
Grundbegriffe der Demokratie bedeutet. V/ir muessen dies in die Praxis umsetzen
und mit derselben Intensitaet verteidigen, mit der wir unsere politische Freiheit
verteidigen."
"Die industrielle Demokratie ist die unwiderstehliche Macht des zwanaigsten
Jahrhunderts." sagte er. ".'/eise Maenner, die die Lehren aus der Geschichte bezogen haben, v/erden nicht versuchen, sich ihr in den '.'leg zu stellen."
"3CA Labor Information" 20. April 1949

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�DIB AMERIKANISCHE
ARBBIBRSCHftFT

INDD5TRIB LERNT VON DER ENGLISCHEN

"Englische Giessereiarbeiter haben amerikanischen Industriellen manche
wertvollen Winke gegeben, wie die amerikanischen Produktionstechniken verbessert
werdenrkoennen, als sie gemaess dem Technischen Hilfsprogramm des Marshallplans
Stahlgiessereien in den Vereinigten Staaten auf ihrer Rundreise besichtigen.
In Milwaukee machte ein Former aus Sheffield auf das ungeeignete und unbeholfene Modell eines Meisseis aufmerksam, das zum Grobmeissein der Form benutzt
wird. Er schlug die Verwendung des englischen Meisseis vor, der besonders geformt ist. Dieser Meissel wird Jetzt in dem betreffenden 7/erk benutzt und spart
viel Zeit und Geld.
In einem anderen Werk in Milwaukee erklaerte ein englischer Giesser ein
schon lange in England eingeführtes System, mit dem besondere Arten von Verkleidungen fuer Schmelzoefen hergestellt werden. Er sah die Plaene fuer eine
neue Ofensohle und wies darauf hin, dass der Aufbau nur eine kurze Lebensdauer
habennwuerde. Die Firma hat jetzt die Absicht, seine Ideen zu verwirklichen.
U.a. gaben die 16 Mann der Produktionsgruppe aus England den amerikanischen
Industriellen auch Ratsohlaege in bezug auf die Lehrlingsausbildung und die
Kostenberechnungsmethoden, wie sie in Grossbritannien eingefuehrt sind.
Indem er darauf verwies, dass das Technische Hilfsprogramm nicht nur eine
einseitige Angelegenheit sei, sagte der Leiter des ECA, Paul Hoffman:" Wir
hoffen, dass dies der Anfang von etwas sehr wichtigem ist - zu einem groesseren
Gedankenaustausch - weil darauf Verstaendigung und Gedeihen erwachsen wird."
"ECA Labor Information" 19. April 1949
PRIVATE WOHLFAHRTSPFLEGE IN NEW YORK CITY
In den meisten amerikanischen Staedten gibt es einmal im Jahr einen Werbefeldzug ("drive"), um Spenden zur Unterstuetzung verschiedener privaten Wohltaetigkeitseinrichtungen zu sammeln. In jeder dieser Staedte gibt es einen Fonds,
der "Community Chest" genannt wird. In New York hat die Gemeindeorganisation
diesen Fonds ins Leben gerufen. Besonders interessant ist es, dass sich die Gewerkschaft an den meisten dieser Sammlungen beteiligen. Nachstehend ein Leitartikel der "New York Times" ueber die Sammlung, die in dieser Stadt durchgefuehrt
wurde.
"Es bedeutet einen Vorzug, dass wiederum zur Unterstuetzung der Sammlung fuer
den Fonds von Gross-New York, 11 West - 42nd Street, New York 18, aufgerufen wird,
der Leistungen vorsieht, wonach die Gesundheit aller von uns, die in New York
leben oder ihren Unterhalt verdienen, geschuetzt und der 7/ohlstand gefoerdert
wird. Geschaeftsfinnen und Angestelltengruppen werden um Spenden gebeten, die
dazu dienen, 423 unabhaengige Krankenhaeuser, Gesundhelts- und soziale Einrichtungen zu unterstuetzen, die fuer nahezu den gesamten Gesundheitsdienst und die
Wohltaetigkeitsstrebungen der Stadt verantwortlich sind.
Die 423 Organisationen arbeiten in allen Vorstaedten, und zwar im Interesse
aller Glaubensbekenntnisse und aller Rassen. Zu ihnen gehosren Einrichtungen,
die keiner Sekte angehoeren, Mitglieder des Vereinigten Krankenhaus-Fonds, Mitglieder der katholischen Caritas-Verbaende aus New York und Brooklyn, sowie die
Mitglieder der Vereinigung juedischer philanthropischer Einrichtungen und der
Vereinigung Protestantischer Wohlfahrtseinrichtungen. Der Fonds fuer GrossNew York ermoeglicht es den Spendern, jaehrlich einmal eine Gabe fuer ein allumfassendes Liebeswerk zu entrichten und vermeidet somit 423 von einander getrennte
-

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�Jaehrliche Aufrufe an die Arbeiter, Firmen und Gewerkschaften "an Ort und Stelle".
Immer einer von dreien von uns - 3 Millionen Menschen - werden in diesem Jahre von
den Einrichtungen Vorteile haben, die von diesem Fonds unterstuetzt werden.
Im Jahre 1949 werden die 423 Organisationen, die der Fonds umfasst, fuer ihr
Hilfswerk 170 Millionen Dollar ausgeben. Nahezu die Haelfte dieses Betrages - 80
Millionen Dollar - gehen bei den Einrichtungen in Form von Mitgliedsbeitraegen,
Klinikgebuehren und Zahlungen fuer irgendwelche Dienstleistungen ein. Etwa 45
Millionen Dollar werden aus Stiftungen und Zahlungen aus Regierungsfonds eingehen.
Die restlichen 45 Millionen Dollar werden von der Oeffentlichkeit erbeten. Koererschaften, private Firmen und Angestelltengruppen werden um 8 Millionen Dollar
als Anteil der Oeffentlichkeit gebeten. Der Betrag erscheint gering genug im
Vergleich zu den grossen Leistungen des Unternehmens. Wir sprechen die Hoffnung
aus, dass die Samsung den festgesetzten Betrag weit uebersteigen wird.
"New York Times" 28. April 1949
DIB ARBEITERSCHAFT IN RUSSLAND
Nachstehender Artikel- bringt eine Aeusserung des frueheren amerikanischen
Oberstaatsanwalts Francis Biddle«Die russische Regierung ist keine Regierung der arbeitenden Klasse. Die
Arbeitergewerkschaften, das Rueckgrat eines jeden sozialistischen Regimes, wie
sie sich in Grossbritannien erwiesen haben, werden nicht mehr von den Arbeitern
gewaehlt, denen es praktisch nicht zu streiken erlaubt ist, und seit 1921 hat
es dort keine Streiks mehr gegeben. Die Gewerkschaften vertreten die Arbeiterschaft nicht bei der Lohnfestsetzung, was man den Leitern in der Industrie ueberlaesst. Da sie in die Staatsbuerokratie eingefuegt sind, "besteht ihre Aufgabe
nicht mehr darin, die Interessen der Arbeiter zu schuetzen, sondern die Arbeitsdisziplin zu staerken und zu Hoechstleistungen anzuspornen, "wobei es den Meistern
bzw. Vorarbeitern nach der Arbeitsgesetzgebung erlaubt ist, jemand wegen "unzulaenglicher Leistung" zu entlassen, was den Verlust der Lebensmittelkarte und des
Anrechts auf Wohnraum nach sich zieht. N.M. Schwernik, der Praesident des Zentralrates der Gewerkschaften der Sowjetunion, erklaerte vor dem Rat im April 1942, dass
"die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften....darin bestuende, die Anstrengungen
der Arbeiter darauf zu konzentrieren, dass der Produktionsplan fuer 1941 erfuellt
wird.".., mit anderen Worten also, Antreiberei.
"Trana-*tlantic" n . April 1949
ABNAHME DER STREIKS IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
Folgende VergleichsZiffern beziehen sich auf die Streiks, die in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1947 und 1948 stattgefunden haben;

Anzahl der Streiks
Anzahl der davon betroffenen
Arbeiter

Verlust an Arbeitstagen

l&amp;Z
3,693

1948
3,419

2,170,000

1,960,000

34,600,000

34,100,000

Bei den Streiks im Jahre 1948 ergaben sich nur 41 Tage vollkommener Arbeitsstillegung fuer je 10.000 Arbeitstage der amerikanischen Arbeiterschaft. Etwa
die Haelfte der Streiks im Verlaufe des Jahre 1948 wurde wegen Lohnforderungen
gefuehrt, waehrend etwa 25% der Streiks auf Streitigkeiten zwischen den r i v a l i s i e renden Gewerkschaften zurueckzufuehren waren.
"State Department "Radio Bulletin" 21. April 49
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�FRANZOESISCHBR GE7ffiRKSCHAFTLER LOBT DEN ATLANTIK-PAKT
Waehrend eines kuerzlichen Besuches in den Vereinigten Staaten wurde eine
Anzahl franzoesischer und italienischer freier Gewerkschaftler von der Presse
interviewt. Die folgenden Zeilen sind einer Erklaerung eines alten Mitglieds
der Eisenbahnergewerkschaft, Andre Lafond, entnommen. Lafond war in der franzoeaisohen Widerstandsbewegung taetig, 1947 wiederum in einer Widerstandsbewegung, diesmal aber gegen die kommunistische Beherrschung der franzoesischen Gewerkschaften .
"Die franzoesischen Gewerkschaftler sind der Sache des Friedens ergeben. Sie
wissen, dass passiver und negativer Pazifismus nicht den Frieden garantiert, um
den Weltfrieden zu schuetzen, muessen Mittel gefunden werden, die eine Garantie
dafuer bieten, dass Recht und Freiheit von der Macht geschuetzt werden, insbesondere in bezug auf die Bedrohung durch den totalitaeren Vormarsch muessen wir
den Atlantik-Pakt haben, der - ohne dass er kriegstreiberische Ziele verfolgt die Macht im Dienste des Friedens mobilisiert.
"Daher unterstuetzen die franzoesischen Gewerkschaftler den Atlantik-Pakt
unter der Voraussetzung, dass er der Sache des Friedens dient und die Bildung
imperialistischer Blocks bekaempft. Abgesehen ton den Massnahmen, die die
Regierungen treffen, muss aber auch die arbeitende Bevoelkerung aus sich heraus
die Initiative zum Handeln ergreifen«
"Eine neue Internationale der freien Gewerkschaften, die an die Demokratie
glauben, wird ein bedeutsamer Faktor sein, um den Frieden zu sichern. Eine
wirtschaftliche oder soziale Organisation Europas auf demokratischer Basis wird
grossen Einfluss auf die Voelker hinter dem "Eisernen Vorhang" nehmen und wird
diesen "Eisernen Vorhang" dadurch zarstoeren, indem sie beweist, dass der Lebensstandard fuer die Bevoelkerung im Rahmen des Friedens und der Demokratie erhoeht
werden kann. Die kommunistische Opposition gegen den Atlantik-Pakt ist ein Fehlaehlag. Die Kommunisten Frankreichs haben versucht, die Gewerkschaften in
Streiks, die fuer politische Zwecke gefuehrt wurden, zu benutzen, aber die Arbeiter haben sich geweigert, den Kommunisten zu folgen. Sie haben begriffen,
dass der Atlantik-Pakt ein Abkommen fuer den Frieden ist."
"AFL Weekly News Servioe" 8. April 1 % 9
AMERIKANISCHER GEWERKSCHAFTLER DRABNGT AUF GHDBNDÜNQ
EINER WSLT-ARBEITERALLIANZ
Der Internationale Metallarbeiterverband (IMF), der die MetallindustrieGewerkschaften in den Vereinigten Staaten, Canada und 11 europaelachen Laendern
vertritt, tritt hier zusammen, um Fragen der Politik, die die Interessen der
Arbeiterschaft in der ganzen Welt angehen, zu eroertern.
Harvey W. Brown, der Praesident der Internationalen Maschinisten-Vereinigung
einer unsbhaengigen amerikanischen Gewerkschaft - sagte heute den Delegierten
des IMF, dass "der Totalitarismus, sei er nun faschistisch oder Kommunistisch,
einer starken freien Gewerkschaft gegenueber nicht bestehen koennte" und dass
er die Gruendung einer Vereinigung der Arbeiterbewegung in Europa und Amerika
empfehle "wegen der beiden sogenannten Ideologien, denen sich die Welt gegenueber sehe.
"Einerseits besteht der demokratische Staat, auf der anderen Seite der
totalitaere", sagte Brown. "Der Konflikt wegen dieser Ideologien sollte die
organisierte arbeitende Bevoelkerung in den demokratischen Laendern mehr denn
je darueber klar werden lassen, dass sie zusammenarbeiten und alles moegliche
-

13

-

�tun muessen, um unsere demokratische Lebensweise zu wahren."
Nach der eralten Sitzung der Konferenz gab Conrad Ilg, der Sekretaer des IMF
aus der Schweiz, einen Kommentar ueber die Einheit der freien Gewerkschaften.
Eine solche Einheit, sagte er, wuerde "das beste Hindernis gegen die Bedrohung
durch den Totalitarismus bilden, der die demokratische Welt schreckt". Ilg
fuehrte auch aus, dass seine Organisation daran stark interessiert sei, dass
die Arbeiterschaft an der Leitung der Industrieunternehmen im Ruhrgebiet in
Deutschland beteiligt wird.
Offizielle Kreise des IMF brachten zum Ausdruck, dass die AFL und der CIO,
die beiden bedeutendsten amerikanischen Arbeiterorganisationen, ein Interesse
daran haetten, dem Internationalen Bund beizutreten.
Auf ihrer Rundreise durch die Vereinigten Staaten werden die Gewerkschaftsfunktionaere die groesseren amerikanischen metallverarbeitenden Werke besichtigen.
Ausser den Vereinigten Staaten und Canada sind folgende Laender auf der Konferenz
•ertreten: Oesterreich, Belgien, Daenemark, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, Holland, Luxemburg, Norwegen, Schweden und die Schweiz.
State Department "Radio Bulletin" 20. April 1%9
SOZIALE FORDERUNGEN DER AMERIKANISCHEN
STAHLARBEITER
Jetzt ist wieder einmal die Zeit gekommen, da der Verband der Vereinigten
Stahlarbeiter Amerikas mit seiner Millionenzahl an Mitgliedern ueber einen neuen
Vertrag mit der Stahlindustrie •erhandeln wird. Man wird eine Lohnerhoehung
fordern, aber die Hauptforderungen der Stahlarbeiter erstrecken sich auf die
Arbeitersicherheit. Nach Angaben des Praesidenten der Gewerkschaft, Philip
Murray, der gleichzeitig Praesident des CIO ist, wird das Programm folgende
Punkte umfassen«,
1.

Eine Zahlung von $ 35 pro Woche, und zwar 12 Monate lang, fuer Arbeiter
die krank oder arbeitsunfaehig geworden sind.
2. Halbprivate Behandlung fuer Frauen und Familien von Gewerkschaftsmitgliedern, wenn die Kosten hierfuer nicht $ 10 pro Tag uebersteigen.
3. Freie aerztliche Betreuung fuer einen Zeitraum, der 70 Tage nicht uebersteigt.
4« Woechnerinnenfuersorge. Ebenso Fuersorge fuer Angehoerige unter 18
Jahre.
5. Eine Lebensversicherungspolice mit 18 monatlicher Zahlung.
Mr. Murray sagte, dass keine der 3 hauptsaechlichsten geldlichen Forderungen
vor den anderen Vorrang geniesse, dass aber jede gleichermassen wichtig sei. Das
gesante Programm der Kollektiwerhandlungen, fuegte er hinzu, basiere "auf den
Beduerfnissen der Mitgliederschaft."
"Im Laufe der Verhandlungen", erklaerte **r. Murray, "hoffen wir, dass es
uns moeglich sein wird, nicht nur im Gewerkschaftsrat, sondern auch bei den
Kollektivabkommen, die besonderen Zahlen und Kosten festzulegen, die bei den
Loehnen, Pensionen und bei der Versicherung eine Rolle spielen."
Der Gewerkschaftsfuehrer erklaerte, dass eine grosse Menge an Tatsachenund statistischem Material, sowie Unterlagen ueber PensiaBn, Sozialversicherung
und ueber Loehne zusammengetragen worden sei, und dass alles der Presse zugaenglich gemacht werden wuerde, sobald die Verhandlungen abliefen.

-

14

-

�Trotz der Abneigung, die ltr± Murray an den Tag l e g t e , Einzelheiten ueber
die Ausgaben in bezug auf die Lohnforderungen und Pensionen bekanntzugeben,
wurde doch angedeutet, dass a l l e s in allem etwa bei 30 cents liegen wuerde.
Von diesem Betrag wuerden ungefaehr 12 bis 15 4 auf die Loehne entfallen.
Auf den Versioherungsplan wuerden $0.084 entfallen, der Rest wuerde fuer Pensionen in Frage kommen. Vordem war man der Meinung, dass die Gewerkschaft Pensionen in Höhe ron $ 150 pro Monat fuer diejenigen Arbeiter fordern wuerde, die
sich im Alter Ton 65 Jahren zur Ruhe setzen.
In manchen Kreisen hier i s t man der Meinung, dass trotz des Dementis von
Mr. Murray die Lohnforderung an erster S t e l l e rangiere. Es wurde angenommen,
dass die Gewerkschaft bereit gewesen » i , zunaechst in der Frage der Pensionen
nachzugeben und dann bei der Sozialversicherung, dass s i e aber in bezug auf
eine Lohnerhoehung bis zum bitteren Ende durchhalten wuerde.
"New York Times" 6. Mai 1949
RIVALISIERENDE SBLLEUTB-GBWERKSCHAFTEN BEKAEMPFEN SICH IN CANADA
In Caneda wie in den Vereinigten Staaten gibt e s 2 Gewerkschaften fuer
Seeleute der Handelsschiffahrt. Eine davon i s t der linksstehende Canadische
Seemanns-Verband (CSU), die andere der Internationale Seemanns-Verband (SIU),
der der AFL angeschlossen i s t . Da behauptet wird, dass der CSU von den Kommunisten beherrscht wird, haben sich die Reeder in manchen der canadischen Haefen
entschlossen, nur mit dem SIU Arbeitsabkommen abzuschliessen.
Der CSU begegnete der Situation, indem er ungefaehr zum 1. April zum Streik
aufrief. Der Streik im Hafen von Halifax hatte eine Anzahl schwerer Schlaegereien zwischen den Seeleuten der beiden Gewerkschaften zur Folge.
Soweit die Streitfrage von den Gerichten ueberprueft wurde, fielen die
Entscheidungen zu Ungunsten des CSU aus. Aus einem Bericht aus Halifax vom
29. April geht hervor, dass die P o l i z e i 6l Mitglieder des CSU in St. John wegen
angeblicher Gewaltakte verhaftet hat. Die meisten davon wurden wieder entlassen, nachdem s i e sich verpflichtet hatten, Frieden zu halten.
Der CSU-Streik bedeutet, dass die Seeleute der streikenden Gewerkschaft
auf den Docks Streikposten aufstellen. Dadurch erhob sich die ernste Frage,
wie die Dockarbeiter die Schiffe be- bzw. entladen s o l l e n . In Halifax weigern
sich die Dockarbeiter, die mit den Streikenden sympathisieren, die Streikpostenkette zu durchschreiten. Dieser Kampf kann noch ziemlich lange anhalten, weil
die Streitfragen die Wiederbelebung des CSU mit einbegreifen. Fuer den SIU i s t
jedoch der HauptStreitpunkt der Kommunismus.
Inzwischen nimmt die fuehrende amerikanische Seeleute-Gewerkschaft, dar
Nationale Seeleute-Verband (NMU), der dem CIO angehoert, unter ihren Mitgliedern
eine Abstimmung vor, um f e s t z u s t e l l e n , ob Kommunisten in der Organisation aufgenommen werden s o l l e n . Man wird sich erinnern, dass der NMU unlaengst die kommunistische Streitfrage in bezug auf seine Funktionaere geregelt hatte. Alle
Kommunisten wurden auf Grund des Abstimmungsergebnisses aus ihren Aemtern entfernt. Jetzt s o l l die Gewerkschaft darueber entscheiden, ob ein Kommunist auf
einem Handelsschiff Arbeit bekommen s o l l .
"New York Times" 30. April 1%9
"New York Herald Tribüne" (Paris) 9. Mai 19*9
DIE SOWJETISCHEN GEWERKSCHAFTEN SETZEN DIE BETTRAEGE HERAB
Als russischer Arbeiter muessen Sie einer Organisation angehoeren, die
28.500.000 Mitglieder zaehlt. Diese Organisation hat mehr Mitglieder a l s die
-

15

-

�Gewerkschaften Frankreichs, der Vereinigten Staaten und England zusammen. Etwa
bis April haetten Sie als Mitglied einer russischen Gewerkschaft 2i Ihres Lohnes
fuer die Berechtigung zahlen muessen, der groessten aller Arbeiterbewegungen
anzugehoeren. Sie wuerden sich sicher freuen, wenn Sie erfahren wuerden, dass
Sie jetzt nur noch 1% Ihres Lohnes fuer die Aufrechterhaltung Ihrer Gewerkschaft
zu zahlen haben.
"New York Herald Tribüne" (Paris) 22. April 1%9
DER NEW YORKER STUDENTENSTREIK GDP2Ü ENDE
Im City College von New York hatte eine bedeutende Anzahl Studenten mehrere
Tage lang gestreikt. Wenn Studenten streiken, dann bedeutet es, dass sie den
Unterricht nicht besuchen. Der Grund fuer den Streik war die Forderung, eines
bestimmten Teils der Studentenschaft auf Entlassung zweier Professoren, die
ihre Toreingenommenheit gegen Juden und Neger zum Ausdruck gebracht hatten. Obwohl die Professoren nicht entlassen wurden, waren die Streikenden Studenten nach
5 Tagen zu der üeberzeugung gekommen, dass der Streik seinen "Hauptzweck" erfuellt
habe. In manchen Kreisen wurde behauptet, dass es sich hier bei der ganzen Aktion
um eine kommunistische Demonstration gehandelt habe. Es wurde viel Staub aufgewirbelt, jedoch beteiligte sich nur ein kleiner Prozentsatz Studenten an der
Aktion.
"New York Times" 21. April 1949

- 16 -

Manpower Division
01CUS, APO 742

JKHIS, 9-lW, lAMB. *Kf U9. SJ, C

OFFICIAL

�Infernalionale
Dl« folgenden Artikel «teilen Auszöge aas der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden,
'Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese nach einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierang der Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - 14

Berlin, 27, Kai 1949
INHALTSVERZEICHNIS

Der CIO lehnt eine Einladung des 'Weltgewerkschaftsbundes ab . . . . l
Die belgischen Bauarbeiter und der Marshall-Plan
2
Canadische Gewerkschaft lobt den Marshall-Plan T
2
Die Aktivitaet der Kommunisten in den englischen Gewerkschaften . . 3
Manche Gewerkschaftler besuchen Russland und bewundern es
4
•AFL und CIO t r e t e n fuer einen neuen 'Veitarbeiterbund e i n
5
A r b e i t e r f ü h r e r l e i t e t ECA Mission in Norwegen
6
Die deutsche Ausstellung in New York
7
Die Rechte der Gewerkschaften
8
Vorschlaege des amerikanischen Rates fuer d i e Internationale
Handelskammer . . . . .
12
Der WFTU wird a l s "gefaehrliche fuenfte Kolonne bezeichnet . . . . 13
A r b e i t e r w e t t s t r e i t in der Tschechoslowakei
14
Die freien Gewerkschaften koennen den Weltfrieden gestalten . . . . 15
Zwei.Daenen weisen auf die Vorteile des ERP fuer die
Arbeiterschaft hin
16

DER CIO LEHNT EINE EINLADUNG DBS WELTGEWERKSCHAFTSBUNDES AB
P h i l i p Murray, der Praesident des CIO veroeffentlichte heute den Text eines
Telegranms, das an den Leiter des Allsowjetischen Zentralrates der Gewerkschaften
g e r i c h t e t war, in dem der CIO es ablehnt, sich an dem 10. Kongress dieser Organ i s a t i o n , der bevorsteht, zu b e t e i l i g e n . Der Text des Telegramms l a u t e t e « "In Beantwortung Ihrer Einladung habe ich Ihnen im Auftrage des CIO mitzut e i l e n , dass wir der Meinung sind, dass es angesichts der kuerzlichen Entwicklungen in der Weltorganisation (7/FTD), der wir beide angehoeren, nicht angemessen
erscheint, Delegierte zu Ihrem 10. Kongress zu entsenden."
Dieses Telegramm war an V/aas 111 j Kuanjetzow g e r i c h t e t . Der CIO i s t eine der
bedeutenden Gewerkschaftsorganisationen, die vor kurzem aus dem WTÜ ausgetreten
war, weil ihm der kommunistische Einflusa vorherrschte.
State Department "Information Service" 13. April 1949

-

1

�DIE BELGISCHEN BAUARBEITER UND DER MARSHALL-PLAN
Die belgische Regierung hat ein Programm fuer oeffentliche Bauvorhaben
ausgearbeitet, dessen Kosten mit dem Gelde bestritten werden, das aus dem Marshall-Plan stammt, schrieb vor kurzem das Monatsblatt des Verbandes der belgischen christlichen Holz- und Bauarbeiter. "Die Regierung hat somit ein wirksames Mittel gefunden, um die Arbeitslosigkeit zu bekaerapfen." Die Zeitschrift
weist darauf hin, dass 2.462.000.000 belgische Franken (etwa $ 61.500.000) fuer
oeff entliche Bauvorhaben bereitgestellt werden.
Das Geld soll fuer den Bau neuer Kanaele, fuer die Modernisierung der
Haefen von Gent, Luettich und Antwerpen, fuer die Gruendung landwirtschaftlicher
Forschungsinstitute, fuer die erneute Ausruestung der Bergwerke, fuer Rollbahnen
auf Flughaefen sowie fuer Verschoenerungsarbeiten an Gebaeuden verwendet werden.
"Unsere Bauarbeiter", meint der Leitartikler des Blattes, "werden somit in weitem
Masse aus der Anwendung des Marshall-Plans auf unser Land Nutzen ziehen."
Diese Tatsachen, vermerkt das Blatt der Bauarbeiter, sind eine Antwort auf
die kommunistische Propaganda, die den Marshall-Plan beschuldigt, dass er in
Belgien Arbeitslosigkeit verursache. "Mehr als einmal - und die Kommunisten
sind hauptsaechlich die Urheber dieser Geruechte - ist gesagt worden, dass die
kuerzliche Arbeitslosigkeit ein Ergebnis des Marshall-Plans sei. Es wurde auch
behauptet, dass die Vereinigten Staaten hier ein gutes System herausgefunden
haetten, um ihre V/aren auf den europaeischen Maerkten abzusetzen mit dem Erfolg,
dass nun die amerikanischen Industrien unsere Maerkte mit ihren Waren ueberschwemmen und unsere Industrien zum Stillstand bringen. Nichts kann unwahrer sein."
Der Kommentator der Zeitschrift der christlichen Bauarbeiter erinnert seine
Leser daran, dass "uns Amerika keineswegs einen gewissen Betrag an Dollars in
barem Gelde gibt, sondern dass wir einige Kredite und V/aren erhalten. Es ist
uns ueberlassen, diese V/aren und Materialien auszuwählen
und es versteht
sich von selbst, dass wir von unseren amerikanischen Freunden nur diejenigen
Waren kaufen werden, die wir nicht besitzen, wie z.B. notwendige Rohmaterialien,
Ausruestungsgegenstaende, Maschinenwerkzeuge etc
"EGA Labor Information" 29. April 1949
CANADISCHS GEWEHRSCHAFT LOBT DEN MARSHALL-PLAN
In einer Ansprache, die er vor der Versammlung der Internationalen Vereinigung der amerikanischen Kesselschmiede, Schiffbauer und Hilfskraefte (AFL) in
Montreal, Canada, h a l t e n w i l l , schlug Bert M. Jewell, der Berater fuer Arbeitsfragen beim ECA, Washington, vor, dass die Konferenz "die notwendigen S c h r i t t e
uebernehme", damit auf jeder Versammlung der 608 Ortsgewerkschaften des Kesselschmiede-Verbandes, die ungefaehr am 5. Juni in jedem Jahr, einberufen wird, die
Rede des frueheren Aussenministers Marshall, die den Marshall-Plan fuer den
'Wiederaufbau Europas a u s l o e s t e , "wenigstens b i s zur naechsten Konferenz unserer
Vereinigung" also im Verlauf von 4 Jahren verlesen werden s o l l t e .
'Der 5 . Juni i s t der Jahrestag des Datums im Jahre 1947, an dem Marshall
in e i n e r Rede vor Harvard U n i v e r s i t a e t zuerst das Versprechen gab, dass Amerika
den europaeischen Nationen dabei helfen wuerde, sich s e l b s t wieder von der Zerstoerung und der Armut zu erholen, die durch den Krieg verursacht worden waren.
Jewell ersuchte d-arum, dass die Rede Martialls im staendigen Protokoll der Konferenz der Kesselschmiede-Vereinigung aufgenommen werden s o l l t e .
Ueber Karshall und seine Rede sagte J e w e l l ; " jener grosse Soldat, S t a a t s mann und jnerikanar e r l i e s s in mildem, aber gemaessigten Ton den Ruf zur
2

-

�Sammlung an olle Voelker Amerikas und Europas ergehen. Jawohl, an Europa als
Ganzes gesehen, nicht an einen Teil Suropas, sondern an ''Suropa als Ganzes."
Jewell erinnerte die Versammlung der Kesselschmiede daran, das3 "Russland
kurz nach der Rede Marshalls der ersten in Paris abgehaltenen Sitzung beiv.ohnte,
dass aber Kolotow, Russlands Vertreter,die Versammlung verliess und dass dies
das Ende der Beteiligung Russlands am '.Viederaufbauprogramm bedeutete." Russland
hat auch mehrere Satellitenstaaten gezwungen, sich vom Karshall-Plan zurückzuziehen oder sich zu weigern, sich daran zu beteiligen, sagte Jewell. "Damals
war es, dass die Russen dem Wiederaufbau den Krieg erklaerten," kommentierte er.
Die Erhebung des Gesetzentwurfes fuer di^ Auslandshilfe zum Gesetz durch
den Kongress und den Praesidenten, um den Wiederaufbau Europas durch zu fuehren,
wurde von Jewell als ein "Umschwung vom blinden Isolationsimus zur Erkennung
der Tatsachen des Lebens" bezeichnet. Er sagte, die Weigerung den Tatsachen ins
Auge zu sehen, haette frueher einmal einen Kongress veranlasst, die Bemuehungen
des Praesidenten "Wilson abzulehnen, einen starken Voelkerbund aufzubauen und
haette in gewissem Grade das amerikanische Denken in bezug auf die internationalen Angelegenheiten charakterisiert, und zwar bis zum Zweiten Weltkriege.
"Bis Jetzt habe unser gesamtes Volk noch nicht-voll und ganz erfasst, welche
Verantwortung Amerika' in der Welt habe," fuegte er hinzu.
Die amerikanischen Gewerkschaften "muessen sich darauf vorbereite! , in
allen Weltfragen jetzt eine fuehrende Rolle zu spielen," riet Jewell. "Die
Weltfragen beruehren und gehen jedes menschliche Wesen, jedes Volk an» die
Gewerkschaften sind aber Mittler des Volkes. Isolationismus fuehrt noch und
fuehrte immer zum Kriege. Die Zusammenarbeit in der Welt wird den Frieden wahren.
Die Gewerkschaften sind fuer den Frieden. Sie muessen den Isolationismus bekaempfen und mit aller Macht die Zusammenarbeit der Welt unterstnetzen."
"ECA Labor Information" 29.April 1949
DIE AKTIVITAET DER KOMMUNISTEN IN DEN ENGLISCHEN
GEWERKSCHAFTEN
Bevor der kommunistische "Friedenskongress" vor kurzem in Paris zusammentrat, haben die Kommunisten in Grossbritannien gewaltige Anstrengungen gemacht,
um sich die Unterstuetzung der Gewerkschaften zu sichern.
Verschiedene "Ausschuesse" sind gegründet worden, um die Arbeiterschaft
Zugewinnen. Berichte des Britischen Gewerkschaftsbundes (TUC) besagten, dass
die sogenannten "Arbeiterfuehrer" in diesen Ausschuessen in vielen Faellen garkeine Arbeiterführer waren; manche der Wortfuehrer waren irregeleitete "Harmlose". Dies wird durch die Tatsache bewiesen, dass in dem ersten Rundschreiben,
das verschickte wurde, 28 Wortfuehrer genannt waren, waehrend in einem spaeteren
Zirkular die Namen von nur 16 aufgefuehrt waren.
Wir zitieren aus dem Bericht des TUC wie folgt:Unbefugte Behauptungen
"Es sind auch Untersuchungen in bezug auf einen Bericht angestellt worden,
der in der kommunistischen Presse erschien, demzufolge sich die Gewerkschaftsraete von Lancashire und Cheshire entschlossen haetten, einen Delegierten zu
entsenden, und obwohl behauptet wurde, dass diese EntSchliessung im Namen von
70 Gewerkschaftsraeten getroffen worden sei, hat der Sekretaer des Bundes
dem TUC mitgeteilt, dass diese Erklaerung unberechtigt sei. Der Bericht soll
weiterhin erwogen werden.
"Die Gewerkschaftsraete und Zweigstellen der Gewerkschaften koennen den
groessten praktischen Beitrag zum Weltfrieden leisten, wenn sie weiterhin voll

- 3 -

�und ganz die Politik unterstuetzen, wie sie -von den angeschlossenen Gewerkschaften
durch den TUC verkuendet worden ist. Der Aufwand an Zeit, Energie und Geld, der
fuer die Gewerkschaften entsteht, wenn sie Delegationen dieser Art entsenden, die
keinerlei praktischen Zweck verfolgen, behindert mehr die Arbeit unserer Bewegung
bei der Begruendung der Sicherheit mitzuhelfen, als sie ihr dient.
Eine Warnung fuer daa "Zielgebiet"
"Es gibt Grund zu der Annahme, dass Lancashire ganz besonders ein Ziel
fuer die Konzentration der kommunistischen Aktivitaet bildet, und die Gewerkschaftler in Lancashire und Cheshire werden dringend gewarnt, vor Bestrebungen
auf der Hut zu sein, die darauf abzielen, sie in die kommunistischen Kampagnen
mit einzubeziehen, Lanca&amp;lre und Cheshire sind mit die groessten Gebiete des
Landes, die die meisten Betraege an Dollars einbringen und ersparen, und ihre
verschiedenen Industriezweige - Baumwolle, Schiffahrt» Bergbau, Maschinenbau und
Nahrungsmittelproduktion - sind sowohl fuer die Englaender, fuer den Wiederaufbau
wie auch fuer die Welt von einer enormen Bedeutung.
"Es werden erneut Versuche unternommen, die Gewerkschaftsraete wie auch die
Gewerkschaftszweigstellen in Lancashire und Cheshire mit den Organisationen,
denen sie fuer ihre Politik verantwortlich sind, in Konflikt zu bringen, mit
der bewussten Absicht, unseren wirtschaftlichen Wiederaufbau zu behindern.
Fragen Sie den TOP 1
"Diese Kampagne wird unter dem Deckmantel betarnter kommunistischer Organisationen durchgefuehrt, die, waelrend sie vorgeben, die Sache des Friedens oder
die Handelsbeziehungen zwischen der Sowjetunion und Osteuropa zu foerden, in
Wirklichkeit versuchen, unseren eigenen Fortschritt auf dem Wege zum Wiederaufbau zu zerstören.
»Gewerkschaftsraete, die sich uaber die Aufrichtigkeit oder irgendwelche
Organisationen, die sie um Hilfeleistung angehen, im Zweifel sind, sollten sich
sofort mit dem TUC .in Verbindung setzen.
"Die Hinzuziehung eines Funktionaers eines Gewerkschaftsrates zu einer
Organisation hat seine Entfernung aus einem wichtigen Ausschuss mit dem Erfolg
nach sich gezogen, dass auf jeden Fall die Gewerkschaftsorganisation, deren
Kandidat er war, durch niemand vertreten wird."
"TUC Industrial News" 8. April 191*9
MANCHE GEWERKSCHAFTLER BESUCHEN HUSSLAND
UND BEWUNDERN ES
Dieser Bericht erschien in der Europa-Ausgabe der amerikanischen Presse,
ist aber den Lesern dieser Nachrichtenuebersicht vielleicht nicht vor Augen
gekommen. Er betrifft eine Zahl Gewerkschaftler, die Russland besucht haben.
Sie waren begeistert. Einer von ihnen erklaerte, dass die kapitalistische
Presse Liegen ueber die Sowjetunion verbreitet haette. Er habe z.B. gelesen
dass die russischen Arbeiter keine Schokolada oder keinen Tabak haetten, er
haette aber eine Schokoladenfabrik und auch eine Tabakfabrik gesehen. Er besuchte eine Automobilfabrik, wo er den Direktor gefragt haette, wieviel Autos
dort hergestellt werden. Der Direktor antwortete;-"Soviel, wie man uns anzufertigen vorgeschrieben hat."
Bie auslaendischen Gewerkschaftler waren als bruederliche Megierte zum
Allsowjetischen Gewerkschaftskongress nach Russland gefahren. Die venezolanische Delegierte fand den Kongress "grossartig" und er fand dort, wie er sagte,
eine ausserordentliche Faehigkeit fuer politische Aktivitaet vor. Obwohl er
sich nicht darueber ausliess, wie diese Faehigkeit zum Ausdruck kam, schloss

- 4 -

�e r aber, d a s s die "Arbeiterbev/egung der Sowjetunion d i e f o r t g e s c h r i t t e n s t e d e r
V.'elt s e i . "
AUf i h r e r Rundfahrt h a t t e man den D e l e g i e r t e n 'Gelegenheit gegeben, Fragen
zu s t e l l e n wie auch i h r e eigenen Ansichten der r u s s i s c h e n A r b e i t e r z e i t u n g "Trud"
zun Ausdruck zu b r i n g e n .
"Louis S a i l l a n t , der S e k r e t a e r des ".'eltgeiverkschaftsbundes"('.'. r FTü) fue
te
d i e f r a n z o e s i s c h e D e l e g a t i o n , d i e aus 3 Mann b e s t a n d . Er r u e g t e d i e amerikanischen
und e n g l i s c h e n Gewerkschaften w i e auch d i e P o l i t i k des Generals Lucius D. Clay
in Deutachland. Er b e r i c h t e t e , d a s s e r im V e r g l e i c h zu s e i n e n frueheren Besuchen
i n d e r Sowjetunion v i e l e g r o s s e E r r u n g e n s c h a f t e n b e m e r k t ' h ä t t e . So wierden z . B .
in diesem Sommer in S o c h i , am Schwarzen Meer, 5 neue S a n a t o r t e n e r o e f f n e t .
" S a i l l a n t e r k l a e r t e , d a s s d e r '7FTÜ immer noch v e r s u c h e , d i e d e u t s c h e n Gew e r k s c h a f t e n zu e i n i g e n und d a s s e r v e r a n l a s s e n v/olle, d a s s d i e s e Frage b e i dem
bevorstehenden Treffen des A u s s e n m i n i s t e r r u t e s der Grossen Vier a u f g e r o l l t werde.
Kr e r k l a e r t e f e r n e r , d a s s t r o t z des A u s t r i t t s d e r a m e r i k a n i s c h e n , b r i t i s c h e n
und h o l l a e n d i s c h e n Gewerkschaften d i e Mit g l i e d e r z a h l des V.TTU auf 67 K i l l i o n e n
g e s t i e g e n s e i , und zwar auf Grund d e s B e i t r i t t s von 4 Millionen Japanern,
6 M i l l i o n e n Deutschen und anderer in d e r Mongolei, in Tunis und auf den P h i l i p pinen."
New York Herald Tribüne" P a r i s 1 1 . Mai 1%9
AFL UND CIO TRETEN FÜER EINEN NEUEN
7/ELTARBEITERBUND EIN
Im Verlauf der Diskussionen mit F u e h r e m des B r i t i s c h e n Gewerksche f t s b u n d e s
(TUC), d i e auf Besuch h i e r s i n d , v e r p f l i c h t e t e n s i c h in d e r vergangenen "fache
sowohl d i e AFL wie auch der CIO, fuer d i e Baldige Gruendung e i n e s neuen demokrat i s c h e n I n t e r n a t i o n a l e n Gewerkschaftsbundes zu w i r k e n .
Da nun d i e V e r t r e t e r der 3 s t a e r k s t e n Gewerkschaftsbewegungen d e r " e l t
d i e Probleme d e r Schaffung e i n e r neuen i n t e r n a t i o n a l e n O r g a n i s a t i o n e n d u r c h a r b e i t e t e n , war e r k l a r , d a s s Untersuchungen und Pruefungen, d i e w e n i g s t e n s mehrere
Monate dauern werden, notwendig s e i n werden, b i s d e r F r e i e Gewerkschaftsbund
zu einem Faktum w i r d .
I n e i n e r E r k l a e r u n g d e r Ausschusses fuer I n t e r n a t i o n a l e Arbeitsbeziehungen
d e r AFL wird darauf aufmerksam gemacht, d a s s d e r Weltgewerkschaftsbund ('VFTU)
j e t z t e i n e "unverschaemte und a k t i v e R o l l e d a b e i s p i e l e , " d i e Z i e l e d e r Sowjets
zu f o e r d e r n . Ein demokratisches Gegengewicht gegen d i e s e WFTU-Propaganda s e i
von a e u s s e r s t e r W i c h t i g k e i t , h e i s s t es i n d e r Erklaerung der AFL.
"Aber," s o h e i s s t es w e i t e r , "V&gt;'ir verkennen n i c h t d i e T a t s a c h e , d a s s e i n e
Klaerung, Ausrichtung e i n e r Anzahl w i c h t i g e r o r g a n i s a t o r i s c h e r Probleme und
eine Einigung darueber - wie z . B . der v i e l f a c h e B e i t r i t t i n i r g e n d einem Lande
auf Grund der w i r k l i c h e n M i t g l i e d e r s c h a f t - e r r e i c h t v/erden muss, bevor f o r m e l l
d i e Bildung der neuen demokratischen ' " e l t a r b e i t e r o r g a n i s a t i o n e i n g e l e i t e t werden
kann."
Die AFL s c h l a e g t d i e s o f o r t i g e Bildung e i n e s Ausschusses v o r , d e r s i c h aus
V e r t r e t e r n der Gewerkschaftler der V e r e i n i g t e n S t a a t e n sowie Europas und L a t e i n amerikas zusammensetzt, um mit d i e s e n Problemen i n s r e i n e zu kommen. Die AFL
b e s t e h t darauf, dass d i e Gewerkschaften a l l e r Laender dazu mit herangezogen
werden muessten, gnnz g l e i c h , wie g r o s s s i » s i n d .
In e i n e r Ansprache anlaesslich e i n e s von d e r AFL, dem CIO und dem E i s e n bahner-Exekutiv-Verbandes fuer d i e M i t g l i e d e r des Anglo-Amerikanischen Ausschusses fuer P r o d u k t i v i t a e t gegebenen Essens e r k l a e r t e der P r a e s i d e n t des CIO,
F h i l i p Murray.-

5

-

�"Der CIO ist bereit, sich mit ganzem Herzen zusammen mit den freien und
demokratischen Gewerkschaften anderer Laender, ob klein, ob gross, an einer
neuen Organisation zu beteiligen, die Millionen von Gewerkschaftlern hueben
wie drueben inspirieren und fuehren soll, die sich unserem gemeinsamen Erbe
an Freiheit und Demokratie Ter schreiben. Wir koennen und wir wollen auch diese
grosse Koerperschaft gruenden, die als Symbol wirklicher Gewerkschaftsprinzipien
in den Gewerkschaftsraeten der Welt bestehen und sie vertreten soll."
Die Probleme, getrennte Gewerkschaftsbuende in verschiedenen Laendem zu
einer gemeinsamen internationalen Organisation zu vereinen, stehen in den Vereinigten Staaten nicht allein da. In vielen europaeischen Laendern weisen die
Gewerkschaften, die von den Sozialisten gefuehrt oder von katholischen oder
protestantischen Kirchen gestuetzt werden, sehnliche Probleme auf, und in manchen
Faellen noch schwierigere als diejenigen, die auf der nichtpolitischen, nichtreligioesen Spaltung der amerikanischen Arbeiterbewegung in zwei grosse Buende
beruhen.
In der vergangenen Woche gingen in Washington Erklaerungen vom Exekutivkomitee der starken und demokratischen Gewerkschaftsbewegungen Norwegens und
Daenemarks ein, die immer noch dem Jetzt voellig von den Kommunisten beherrschten WFTU angehoeren. Aus diesen beiden Berichten geht hervor, dass sich die
skandinavischen Buende auf ihren bevorstehenden Konferenzen vom 'TTU loesen
werden, und dass sie bei der Schaffung einer Art von neuem Internationalen Arbeiterbund, wie ihn sowohl die AFL wie auch der CIO wuenscht, eine aktive Rolle
spielen wollen.
"Labor Press Associates" 8. April 1 % 9
ARBEITEKFUEUKER LEITET BCA-MISSION IN NORWEGEN
Als der Bericht ueber die Ernennung von John E. Gross zum Leiter der
ECA Mission in Norwegen bekannt wurde, waren wir sehr erfreut. Wir hatten Gross
bereits vor'Jahren gekannt, als er noch der Leiter einer Ortsgewerkschaft in einem
der westlichen Staaten war. Wir freuen uns auch darueber, dass unsere Ansichten
ueber Mr. Gross von den Fuehrern in Norwegen auf diese Weise bestaetigt werden.
Bevor er den Posten eines Leiters bekam, war Gross Berater fuer Arbeitsfragen
fuer Norwegen und Daenemark beim ECA. Er uebernahm die Stelle von A.E. Staley,
der am 1. Mai von setem Posten als Leiter zuruecktrat.
Der Handeisminister Erik Brofoss erklaerte u.a.
"Bereits bei seiner Ankunft hat sich Mr. Gross stark fuer Norwegen und
seine Probleme interessiert. Ich habe den Eindruck, dass er weitgehend Verstaendnis fuer die grundlegenden Wirtschaftsprobleme Europas und Norwegens hat.
Ueberdies verfuegt er ueber sehr viel Erfahrung. Er kennt beide Seiten der
Industrie. Ich glaube sicher, ich gehe nicht fehl in der Annahme, dass er in
seiner Eigenschaft als Gewerkschaftsfuehrer mehr als einmal auf den Tisch geschlagen haben wird, um seinen Argumenten oder seinen Forderungen auf hoehre
Loehne und bessere Arbeitsbedingungen mehr Nachdruck zu verleihen.... Die
Welle der Ereignisse hat ihm aber auch die Stellung eines Eisenbahnfunktionaers
eingebracht....Ich glaube sicher, dass sich das alles während der Zeit, da er
hier stationiert ist, als ein Vorteil erweisen wird, in einer Zeit, da sich die
Fragen der Arbeitsbeziehungen und der industriellen Demokratie mehr denn je in
einem Durcheinander befinden
"Als Mitglied einer Arbeiterregierung erscheint es mir nur gerecht und angemessen, wenn ich darauf hinweise, dass die Ernennung von Mr. Gross fuer den

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�prominenten Posten eines Leiters der ECA-Mission fuer Norwegen auch eine Achtungsbezeigung fuer die amerikanische Arbeiterbewegung bedeutet.
"Die amerikanische Arbeiterschaft hat sich in der Vergangenheit nach anderen
Richtlinien entwickelt als ihre Bruderorganisationen in Europa.

Es hat fuer mich

den Anschein, dass jetzt auch innerhalb der amerikanischen Arbeiterschaft eine
staerkere Neigung dafuer besteht, nicht nur fuer das Wohlergehen der Mitglieder
der Gewerkschaft die Verantwortung zu uebernehmen, sondern auch fuer die Lenkung
der Wirtschaftspolitik des ganzen Landes.

Der Beweis hierfuer ist die einstimmige

und ungeteilte Unterstuetzung, die die amerikanische Arbeiterschaft dem MarshallPlan und allen anderen Massnahmen zuteil werden laesst, die auf eine Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilitaet Europas abzielt."
Konrad Nordahl, Praesident des Gewerkscbaftsbundes
"Zu unserer groessten Freude haben wir erfahren, dass Mr. John E. Gross zum
neuen Leiter der Marshallplan-Mission fuer Norwegen ernannt werde ist.

Waehrend

der Zeit, da er Berater fuer Arbeitsfragen bei der Mission gewesen war, haben wir
stets ausgezeichnet mit ihm zusammengearbeitet.

Jetzt, da er zum Leiter der

Mission ernannt worden ist, fassen wir dies als einen Ausdruck der Wertschaetzung
und der Achtung seitens der Amerikanischen Regierung fuer die amerikanischen
Gewerkschaftsorganisationen und ihre Maenner auf, wie auch fuer die grossen
Fortschritte, die die amerikanische Gewerkschaftsbewegung waehrend der vielen
Jahre gemacht hat.

Wir wuenschen John Gross fuer seine neue und verantwortungs-

volle Arbeit viel Glueck."
Haakon Lje. Generalsekretaer der Sozialdemokratischen Partei
"Die Norwegische Arbeiterpartei hat im Parlament Norwegens die Mehrheit,
und Norwegens Regierung ist eine Arbeiterregierung.

Die Gewerkschaftsbewegung

und das Konsumgenossenschaftswesen nehmen einen entscheidenden Einfluss auf das
wirtschaftliche und soziale Leben unseres Landes.

Es ist daher besonders er-

freulich, dass der Liann, der jetzt die Fuehrung der ECA-Mission fuer Norwegen
uebernimmt, Mr. John Gross, ein Mensch ist, der sein ganzes Leben der organisierten Arbeiterschaft gewidmet hat.

Wir wissen, dass dies eine Garantie dafuer

ist, dass die herzliche Zusammenarbeit, die zwischen der ECA-Mission und dem
norwegischen Volke und ihren Leuten bestanden hat, noch mehr erweitert, vertieft
und gestaerkt werden wird.

Die Arbeiterschaft Norwegens sieht in der Ernannung

des Mr. Gross einen neuen Ausdruck des Wunsches der amerikanischen Regierung,
dass die Marshallplan-Hilfe ein Werkzeug zur Vertiefung des Vertrauens und der
Freundschaft zwischen den Demokratien der neuen Welt und Europa sein soll."
"ECA Labor Information" U. Mai

1%9

DIE DEUTSCHE AUSSTELLUNG IN NEW YORK
P. Edson, der Washington Korrespondent des "New York World Telegram" bezeichnet in seinem Bericht voa 5. Mai die Durchfuehrung der Deutschen Ausstellung
seitens der Amerikanischen Militaerregierung im Rockefelder Center im vergangenen
Monat als einen Triumph der Vernunft,

Edson schreibt hierzu u.a.«

Die erste Deutsche Nachkriegsmasse, die in Amerika durchgefuehrt werden
sollte, nahm mit einer mehr als ueblichen Bedeutsamkeit ihren Abahluss.

Die

Ausstellung wurde von der Amerikanischen Militaerregierung in Deutschland
arrangiert.

Vor ihrer Eroeffnung hatte man gedroht, dass man Sperrketten auf-

stellen wuerde, dass man sie boykottieren und aus dem Lande jagen wuerde.
Dennoch war sie 2 Wochen lang im Museum fuer Wissenschaft und Industrie, Rockefeiler Plaza, geoeffnet-

nur 2 Stoerungen geringfuegiger Natur waren zu ver-

zeichnen.

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�Dieser Rekord stellt einen Sieg der Toleranz und des Coranon Sense des
amerikanischen Volkes im allgemeinen und der amerikanischen juedischen Organisationen im besonderen dar. Einwaende dagegen, dass diese Ausstellung ueberiiaupt stattfinden sollte, kamen von verschiedenen Stellen. Zunaechst einmal
wandten sich die frueheren juedischen Kriegsteilnehmer dagegen, dass man ueberhaupt irgendwelche deutschen Geschaeftsleute nach Amerika kommen lasse, da man
vermutete, dass diese alle ehemalige Nazis seien. Zweitens wandten sich andere
juedischen Organisationen dagegen, dass man zum Verkauf deutscher Waren in den
Vereinigten Staaten ermutige. Drittens fuerchteten amerikanische Geschaeftskreise die Konkurrenz der Deutschen in den Vereinigten Staaten und auf den
Weltmaerkten.
Die amerikanische Militaerregierung in Deutschland befasste sich mit der
Frage der ehemaligen Nazis. Alle deutschen Geschaeftsleute, die nach Amerika
gehen wollten, wurden aufs sorgfaeltigste gwsiebt. 700 Bewerber wurden abgewiesen. Schliesslich wurden 250 mit zeitlich begrenzten Visa zugelassen, nachdem ihnen bescheinigt wurde, dass sie keinerlei Verbindungen zu den Nazis unterhalten hatten» Der Kampf der amerikanischen juedischen Organisationen war mehr
propagandistischer Art. Die Puehrerschaft der meisten Organisationen sah die
Notwendigkeit des Wiederaufbaus der deutschen Ausfuhr ein, aber manche aus den
Reihen der Mitgliederschaft, die sich der nazistischen Grausamkeiten, die man
in Hitlerdeutschland ihren Verwandten und Freunden gegenueber begangen hatten,
erinnerten, waren scharf dagegen, den Deutschen ueberhaupt eine Chance zu geben.
Die Anti-Nazi-Liga drohte mit Stoerungen. Am Eroeffnungstage standen ein
paar Sperrposten um die Ausstellung herum. Die American Jewish Agency wollte
zunaechst die Ausstellung unterstuetzen, erliess aber dann eine Presseveroeffentlichung gegen sie, und erklaerte, sie koenne ihre Mitglieder nicht kontrollieren.
Der Zweck, den die Amerikanische Mi U t a erreg ierung mit der Abhaltung der
Messe verfolgte war der, den Verkauf in Deutschland hergestellter Waren zu
foerdern. Vom Standpunkt des amerikanischen Staerzahlers aus liegt hierin ein
egoistisches Interesse.
Die Amerikanische Regierung unterstuetzt jetzt die Wirtschaft Westdeutschlands im Betrage von etwa $1.100.000.000 pro Jahr. Im Jahre 1948 belief sich
die Ausfuhr aus den 3 Westzonen Deutschlands auf 660 Millionen Dollar. Somit
ergab sich ein Defizit von 440 Millionen Dollar fuer den deutschen Handel.
Der einzige Weg, dieses unguenstige Verhaeltnls zu verkleinern, besteht darin
dass man den Deutschen dabei hilft» durch den Verkauf ihrer Exportwaren mehr
zu verdienen, damit sie ihre Einfuhren bezahlen koennen.
"Overseas American News Service" 9. Mai 1949
DIE RECHTE DER GEWERKSCHAFTEN
Folgende Erklaerung gab der Zweite Vertreter der Vereinigten Staaten beim
Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, leroy D. Stinebower, am
8. Maerz 1949 vor dem Rat ab«Verletzung der Gewerkschaftsrechte
Die Vereinigten Staaten haetten es vorgezogen, wenn der Wirtschafts - und
Sozial-Rat die Denkschriften ueber die Verletzung der Gewerkschaftsrechte unverzueglich und ohne Diakussion in diesem Stadium an die Internationale Organisation fuer Arbeit zwecks Bearbeitung weitergegeben haette. Es hat jedoch den
Anschein, als wenn eine Diskussion darueber notwendig ist.
Ich werde mich zunaehst mit der Lage in meinem eigenen Lande befassen.
Die gewerkschaftlichen Rechte in den Vereinigten Staaten sind auf Erfahrungen
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8 -

�begruendet, die sich ueber Generationen erstrecken und spiegeln sich in den
Kollekti•Vertragsabkommen wider, wie sie von den Gewerkschaften fuer die Arbeiter
im ganzen Lande ausgehandelt werden. Dazu kommt noch, dass die gewerkschaftlichen
Rechte in unserem Lande in Terschledenen Bundestatuten und Statuten der Staaten zum
Ausdruck kommen. Der exakte Charakter einer solchen Gesetzgebung i s t eine Angelegenheit, die selbst jetzt noch in Debatten behandelt wird - in Debatten, an denen
sich unsere Gewerkschaften in weitem Masse beteiligen. Die Vereinigten- Staaten
sind der Meinung, dass die Rechte der freien Gewerkschaften eines der fundamentalen Prinzipien einer wirklich demokratischen Freiheit bilden. Wir glauben,
dass die freien Gewerkschaften ein Bollwerk gegen den totalitärIsmus bilden.
Wir massen uns nicht an, genau zu wissen, wie man die Freiheit des Zusammenschlusses am besten gegen Verstoesse oder Verletzungen schuetzen kann. Es i s t
ein schwieriges Problem, und die Schwierigkeiten, -vor denen wir auf der Hut sein
muessen, koennen in den einzelnen Laendern verschiedener Natur sein. Wir geben
offen zu, dass wir in diesem Lande vielleicht in der Praxis noch keine Vollkommenheit erzielt haben, jedoch i s t der Weg weit offen fuer die Richtigstellung irgendwelcher Prozeduren, die man als fehlerhaft erkannt hat. Jetzt i s t sogar auch
unser Kongresa dabei, unsere eigene Arbeitergesetzgebung abzuaendern bzw. zu
verbessern. Die Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten haben ein weites
Gebiet fuer ihre energischen Bemuehungen im Inteasse ihrer 16 Millionen Mitglieder.
Der beste Beweis fuer die Freiheit und die Wirksamkeit der amerikanischen Gewerkschaften i s t der, dass diese Millionen Arbeiter f r e i w i l l i g , nach ihrer eigenen
Wahl, ihr aktives Interesse an diesen grossen Organisationen aufrechterhalten
haben und s i e w e i t e r u n t e r s t u e t z e n .

Die Ablenkungsbestrebungen des WFTÜ
Waehrend die Vereinigten Staaten wie auch ihre Arbeitergewerkschaften sich
grosse Sorgen wegen der Uebertretung der gewerkschaftlichen Recht machen, wo
immer sich eine solche zeigt, behaupte ich, dass die uns vorliegenden WFTUDenkschriften beredte Demonstrationen dafuer darstellen, dass der Weltgewerkschaftsbund im Prinzip an politischer Propaganda und nicht an den Prinzipien
des freien Gewerkschaftswesens interessiert i s t . Die Dokumente enthuellen eine
Art von Bestrebungen und Tendenzen, die vor kurzem 3 grosse freie Gewerkschaftsorganisationen zu der Erklaerung veranlasste, dass der WFTÜ zu existieren auf gehoert habe. Der CIO, der TÜC und der Hollaendische Gewerkschaftsbund haben
f e s t g e s t e l l t , dass der WFTÜ zu einem kommunistischen Werkzeug gemacht wurde.
Die uns vorliegenden Denkschriften moegen vielleicht viele Erklaerungen
enthalten, die der Tatsache entsprechen.
DIE Vereinigten Staaten wollen die
besonderen Behauptungen oder Darstellungen in den WFTD-Ookumenten weder bestaetigen noch abstreiten. Ihre Motivierung i s t aber offensichtlich. Diese Behauptungen sind von kommunistischen Erwaegungen fuer konmunistische Zielsetzung
motiviert. Sie haben ihren Ursprung nicht in der Achtung vor der menschlichen
Freiheit oder vor der Liebe zur sozialen Gerechtigkeit. Wenn diese Behauptungen
eine ernsthafte Bemuehung darstellen wuerden, Verstoesse gegen die gewerkschaftlichen Rechte zu registrieren, dann waere ihre Aufzeichnung in ihrer Unausgeglichenheit so geraeuschvoll. Die Denkschriften des WFTÜ sehen in den kommunistischen Laendern keinerlei Unzutraeglichkeitaa oder Uebel. DerOTTOerhebt Vörwuerfe
gegen die Beherrschung der Gewerkschaften durch den Staat - er schweigt sich aber
ueber den sowjetischen Prototyp der Nazifaschistischen Arbeitsfront aus. Er veru r t e i l t angebliche Einschraenkungen, die den Gewerkschaffen auferlegt werden, er
sieht aber nichts Boeses darin, dass es den Arbeitern in der Tschechoslowakei heute

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�an Freiheit ermangelt, er sieht nichts Boeses in der strengen und starren Kontrolle,
der die Arbeiter in Bulgarien oder Rumaenien durch eine Kommunistische Arbeitsfront ausgesetzt sind, er kritisiert keineswegs die aeusseist straffe Arbeiterkontrolle durch die sogenannten Gewerkschaften in Polen, Albanien, Jugoslawien oder
Ungarn, noch existiert ueberhaupt eine Spur von Kritik in bezug auf die Ukraine
oder auf Weissrussland.
Die Wortverdreherei des WFTU
Ich habe die Absicht kurz einige Angaben ueber dre Verhaeltnis3e in den
Laendern zu machen, die nicht in den Dokumenten des WFTU aufgefuehrt sind, doch
moechte ich wiederholen, dass in dem Masse, wie in Wirklichkeit manche der Behauptungen des WFTU der Tatsache entsprehcen, wir solche Angriffe auf die Gewerkschaftlichen Rechte aufs tiefste bedauern. Wir bedaueren solche Angriffe, ganz
gleich, wo sie vorkommen. Wir bedauern sie als eine Sabotage der menschlichen
Freiheit, der wirtschaftlichen Demokratie oder der sozialen Gerechtigkeit. Wir
ignorieren keineswegs Verletzungen, die innerhalb mancher Nationen vorkommen
moegen und verurteilen etwa nur solche, die sich in anderen Laendern ereignen.
Die Gewerkschaftsrechte und insbesondere das Recht auf Zusammenschluss mit dem
Ziele, Kollektiwerhandlungen zu fuehren, um Arbeitsbedingungen zu verbessern,
gehoeren zu den wesentlichsten Rechten, die der freie Mensch besitzt.
Die gewerkschaftlichen Rechte sind aber bedeutungslos - oder sogar noch
schlimmer, - wenn dieser Zusammenschluss vom Staat kontrolliert, vom Staate beherrscht wird, und wenn er dem Staat dient. Eine Arbeitergewerkschaft in einem
von den Kommunisten Beherrschten Lande kann man kaum von der Arbeitfront in Nazideutschland unterscheiden. Beide dienen dem Interesse des Staates oder der Partei
und sind gegen die Freiheit des Arbeiters gerichtet. Selbst wenn die Gewerkschaften
frei und unabhaengig waeren, dann koennten die Arbeiter kaum auf der Baäs der
Gleichstellung mit der Regierung verhandeln. Die Tatsache, dass der Arbeitgeber
die Regierung ist, die nicht nur die Verhaeltnisse oder die Arbeit kontrolliert,
sondern auch alle anderen Aspekte des taeglichen Lebens, macht den Arbeiter noch
umso hilfloser. Und das ist schlimm genug. Wenn aber die sogenannten Arbeitergewerkschaften selbst Agenten der beschaeftigenden Regierung, sind, die mit
Funktionaeren arbeiten, die aus der kommunistischen Oligarchie ausgesucht werden,
dann wird der Arbeiter in Wirklichkeit von beiden ausgebeutet.
Es ist nicht das erste Mal in diesem Rat und in der Generalversammlung, dass
wir uns einer Verdrehung von Worten und Saetzen in ihrer gewoehnlichen Bedeutung
gegenuebersehen. Die Praxis, die Bedeutung der Worte zu verdrehen, erschwert
es Jedem, ernst ueber solche Denkschriften zu sprechen, wie sie vom WFTU eingebracht werden. Fuer den Kommunisten ist eine Gewerkschaft in einer Demokratie
eine Koerper schaft, in die man einsickern muss, um die Wirtschaft des betreffenden
Staates zu unterminieren, um den Lebensstandard zu gefaehrden und um die nationale
Verteidigung in Gefahr zu bringen. Fuer einen Kommunisten ist eine Gewerkschaft
hinter dem "Eisernen Vorhang" ein erprobtes und bewaehrtes Werkzeug, um aus Jedem
Arbeiter mehr Leistungen herauszupressen und um Jeden Beweis an Unabhängigkeit
des Gedankens, des Wortes oder der Tat auszuschalten.
Nur durch Akzeptierung einer solchen undemokratischen totalitaeren Auffassung von den gewerkschaftlichdn ÄecWfen kann der Vorwurf des WFTU wegen irgendwelcher Praktiken in niehtkoramunjstlachen Laendern der offensichtlichen Zufriedenheit mit den Praktiken in der UdSSR und ihren Satellitenstaaten angepasst
bzw. angeglichen werden.
Die Arbeiterschaft hinter dem "Eisernen Vorhang"
Waehrend der ersten paar Jahre, nachdem die kommunistische Partei in der
UdSSR die Macht ueber das russische Volk in ihre Hbende bekam, wurden von den
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�Gewerkschaften im Interesse ihrer Mitglieder weiterhin bis zu einem gewissen
Grade Verhandlungen durchgefuehrt, dann aenderte sich die Parteilinie. Die Arbeiterfuehrer wurden liquidiert« die Arbeitergewerkschaften wurden dem Wesen
nach zu Verwaltungsstellen der Regierung. Die russischen Arbeitergewerkschaften
wurden durch den Allsowjetischen Zentralrat der Gewerkschaften zusammengeschlossen,
dessen Fuehrerschaft der Billigung seitens der kommunistischen Partei unterliegt.
Diese Fuerherschaft hat offenbar nicht die Notwendigkeit zu einer Leitung in der
Verwaltung der Geschaefte der Gewerkschaft eingesehen. Anstatt als Mittler fuer
ihre Mitglieder bei Verhandlungen mit der Betriebsleitung zu dienen, koennte man
diese sogenannten Fueirer passend als Agenten der Betriebsleitung bezeichenen im
Bestreben, mehr Leistungen aus ihren Mitgliedern heraus.zupressen, die Arbeiter
bei der Stange zu halten, Fernbleiben vom Arbeitsplatz zu bestrafen, irgendwelches
unabhaengige Denken auszuschalten und die ideologische Zuverlaessigkeit zu ueberpruefen. Theoretisch befassen sich die russischen Arbeiterorganisationen fuer ihre
Mitglieder mit Beschwerden, Jedoch nur theoretisch» dies ist nur teilweise Pose,
um zu zeigen, dass sie den Interessen der Arbeiter dienen. AUCOTU gestattet
es den Arbeitern nicht, frei zusaramenzukomnBn oder geheim abzustimmen. In Wahrheit wird von den Arbeitern verlangt, dass sie ihre persoenliche Freiheit und
ihre sonstigen Freiheiten der Partei und der Regierung opfern - ihre Freiheit,
sich einer Gewerkschaft nach ihrer eigenen Wahl anzuschliessen und ihre Freiheit,
bei Festsetzung des Kurses ihrer Gewerkschaft angehoert zu werden.
In der Tschechoslowakei waren die Gewerkschaften vor dem Kriege freie
und kaempferische unabhaengige Verhandlungsmittler fuer ihre Arbeiter. Fast gönau
vor einem Jahr erging von der Versammlung der Vertreter der Betriebsraete der Ruf
nach Schaffung von Aktionsausschuessen. Der Zweck dieser Ausschuesse war der,
alle Nichtkommunisten aus der Fuehrerschaft der Arbeiterorganisationen zu entfernen. Unter der Fuehrerschaft der kommunistischen Politiker fordert die
tschechoslowakische Arbeiterorganisation nicht mehr bessere Bedingungen fuer die
Arbeiter, sondern sie ist zu einem aktiven Werkzeug der neuen Ausbeuter der
Arbeiterschaft geworden.
In Polen besagt, das Gesetz, dass unabhaengige Gewerkschaften gebildet werden
duerfen. Die Praxis sieht aber so aus, dass wer dies tut, absolut sicher sein
kann, dass er verhaftet wird. Wo einmal wirkliche Gewerkschaften bestanden haben,
sind diese von der polnischen Regierung durch etwas ersetzt worden, was wir als
"Company unions" (firmenbeherrschte Gewerkschaften) bezeichnen oder was man in
Buropas als "Gelbe Gewerkschaften" kennt.
Wo der WFTP schweigt.
Eine sehnliche Verzerrung des Gewerkschaftswesens ist in allen sogenannten
"Volksdemokratien" zu finden. Aber ueber diese Verstoesse gegenueber den Gewerkschaftsrechten bewahrt der WFTÜ Stillschweigen.
Wie ist das nun mit den spezifischen gewerkschaftlichen Rechten. Existiert
nun wirklich in einem dieser Laender, die loh genannt habe, ein Recht auf Streik.
Wenn es nur auf dem Papier existiert, was geschieht dann mit denjenigen, die es
wagen, dieses Recht auf Streik in die Praxis umzusetzen. Fuehrt die Gewerkschaft
Kollektiwerhandlungen, um die Beschaeftigungsverhaeltnisse zu bessern, hoehre
Loehne herauszuholen, um eine kuerzere Arbeltswoche zu erreichen. Haben die
Arbeiter das Recht, nach ihrem eigenen Ermessen Gewerkschaften zu gruenden. Ist
den Gewerkschaften der Versuch gestattet, ihre Mitglieder vor der Ausbeutung zu
schuetzen. Alle diese Fragen deuten auf Verletzungen der demokratischen Gewerkschaftsrechte hin, wenn die Gewerkschaftsrechte ueberhaupt einen Sinn und eine Bedeutung haben sollen. Dies sind Fr«gen, deren Bedeutung und Wichtigkeit dieser
Rat unfehlbar anerkennen muss. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil des
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�Problems der gewerkschaftlichen Rechte, das auf Veranlassung des Rates b e r e i t s
in angemessener Welse von der ILO (Internationale Organisation fuer Arbeitsfragen)
behandelt worden i s t . Diese Koerperschaft i s t e s , von der wir wiederum eine
wirksame Aktion erwarten. Wir schlagen vor, dass das Problem dieser sachkundigen
internationalen Organisation zur Pruefung, Analyse und zur Berichterstattung bzw.
zur Abgabe eines Kommentars u n t e r b r e i t e t wird.
Wenn der WFTÜ uns wirklich glauben machen w i l l , dass e s ihm mit. seinen
Behauptungen ernst i s t , und dass er nicht nur mit einer boeswilllgen Propaganda
unsere Zeit verschwenden w i l l , dann wird e r sich mit den Mitgliedern des Rates
zusammensetzen, um dieses Problem mit allen seinen Aspekten der erfahrenen und
sachkundigen S t e l l e zu unterbreiten, die von den Vereinten Nationen anerkannt i s t ,
insofern a l s s i e in solchen Fragen die Rechtsprechung bzw. die Gerichtsbarkeit
h a t . Ich schlage daher vor, dass a l l e Denkschriften ueber diese Frage unverzuegr
l i e h der ILO zugehen.
VORSCHLAEGE DES AMERIKANISCHES RATES FUER DIE
INTERNATIONALE BANDELSKflMMKR
Die Gewerkschaften in a l l e n Laendem des Marshall-Plans werden sicher s t a r k
an den Vorschlaegen i n t e r e s s i e r t sein, die der Amerikanische Rat fuer die I n t e r nationale Handelskammer (TJSC-ICC) zur Planung vorgelegt h a t . Der Rat lenkt
die Aufmerksamkeit auf d i e Abhaengigkeit, die in den Beziehungen der Laender
Europas zu einander b e s t e h t . Der Bericht des Rates macht darauf aufmerksam, dass,
wenn sich die Marshallplan-Laender nicht zu l a n g f r i s t i g e n Wirtschaftsplaenen vereinigen, sie nach 1952 wiederum vor einem wirtschaftlichen Chaos stehen.
Der Bericht s t e l l t f e s t , dass die Organisation fuer d i e wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC) manohe Erfolge zu verzeichnen hat, dass aber nunmehr
die Zeit gekommen s e i , dass der Rat, der sich aus 8 Vertretern der OEEC zusammens e t z t , b a l d i g s t zusammentritt, "um sich mit den Aufgaben zur Planung eines i n t e grierenden Wirtschaftsprogramms zu befassen". Der Bericht der diese Vorschlaege
enthaelt, i s t unter dem herausfordernden T i t e l "Das Gespenst von 1953" erschienen.
Die Endphase der Wirksamkeit
"Nachdem er darauf hingewiesen h a t t e , dass die OEEC sich j e t z t darueber k l a r
sein muesse, dass "die e r s t e Phase ihrer Taetigkeit abgeschlossen s e i , und dass
die zweite und l e t z t e Phase begonnen habe, s c h i l d e r t e C D . Jackson, der Herausgeber der "Fortune" und der Vorsitzende des TJSC-ICC Ausschusses fuer I n t e r n a t i o nale VJirtschaftsangelegenheiten, d i e Besorgnisse der amerikanischen Geschaeftsleute wegen des Misserfolges der kuerzlichen Versammlung der Berater-Gruppe der
0E3C. Es h a t t e sich zwischen den englischen, den franzoesischen und kontinentalen
Ansichten Abweichungen ergeben, wodurch s i e h die Notwendigkeit ergeben h a t t e , den
amerikanischen Standpunkt herauszuheben.
"Wir wissen," sagte Mr. Jackson, "dass die Sitzung dadurch aufflog, dass
e i n e r s e i t s England eine scharfe Haltung einnahm und jede Nation fuer s i c h a r b e i t e t e ,
und dass andererseits Mitglieder auf dem Kontinent zusammengIngen und s i c h bemuehten, die Wirtschaft Westeuropas zu einem Gänsen zu vereinigen.
"Man s o l l t e daran denken, dass sich d i e europaeis eben Nationen gemaess
der OEEC s e l b s t b e r e i t e r k l a e r t haben, "ein gemeinsames Wiederaufbau-Programm auszuarbeiten und in die Tat umzusetzen,"
Jede Nation plant unabhaenglg Massnahmen, um der I n f l a t i o n Einhalt zu gebieten, die Produktion zu s t e i g e r n , die Ausfuhr zu erhoehen, die Einfuhren zu
drosseln, auslaendische Investierungen zu beguenstigen und neue Versorgungsquellen zu finden, die nicht mit Dollars gespeist werden. Jede Nation hat ihr
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�eigenes Programm, um Dollars zu bekommen, und zwar zweiseitigen, dreiseitigen
oder vielseitigen Handel und hat ihre eigenen Auffassungen und Begriffe &lt;von dem
Umfang und der Lenkung des innereuropaeischen Handels.
Widerstreitende Massnahmen
"Vom Standpunkt Westeuropas aus, als Ganzes gesehen, sind viele dieser
nationalistischen Massnahmen widersprechend und haben einen zersberenden Elnfluss, der sich allgemein auswirkt. Als solche bilden sie ernste Behinderungen
fuer den Wiederaufbau Europas."
Der Bericht hebt die Meinung des Rates hervor, dass ein integrierendes
Progranm fuer Suropa folgende Funkte enthalten muss«
"1. Freier, ungehemmter Warenfluss, Abbau der Zoelle, Ausschaltung von
Frioritaeten, mengemaessige Beschraenkungen und Unterschiedlichkeit.
"2. Freier Geldmittelfluss, Abschaffung der Devisenkontrolle, freie Konvertierbarkeit der Waehrungen, Heranziehung und Schutz von ausländischen Investierungen, Foerderung des Reiseverkehrs.
"3. Freie Konkurrenzfaehige Unternehmen, Wiederherstellung des Wettbewerbsund die Schaffung des Anreizes fuer den privaten Kaufmann.
"4. Erhoehte Produktion, Aufhebung des privaten Kartells, oder der staatlichen Beschraenkungen der Produktion, Einfuehrung einer fortgeschrittenen Gewerbekunde, Modernisierung der Verteilungstechniken, neue Investierung und Entwicklung der Kolonien und der zurueckgebliebenen,
rueckstaendigen Gebiete."
"•nie New York Times" 12. Mai 1%9
DER WFTU W3BD ALS "GEFAEHRLICHE FUENFTB KOLONNE"
BEZEICHNET
William Green, der Praesident der AFL sagte den Mitgliedern des Zentralausschusses des Internationalen Metallarbeiterverbandes, dass "Jedwede Verskavung der Arbeiter ueberall die Freiheit gefaehrdet," und verurteilte die
Behandlung der Arbeitergewerkschaftan durch die Sowjets.
Green erklaerte, die sowjetischen Bemuehungen, in die amerikanischen Gewerkschaften einzusickern, waeren fehlgeschlagen, dass aber der Weltgewerkschaftsbund (WFTU) immer noch "eine gefaehrliche Fuenfte Kolonne der Sowjetdiktatur"
bleibe. Er fuegte hinzu, dass "die Sache der Demokratie keinen staerkerenund wirksameren Verbuendeten haben koenne als einen wachsamen Gewerkschaftsbund".
Green sagte, die Staerke des groessten Gewerkschaftsbundes in den Vereinigten Staaten (AFL) komme in einer Mitgliederzahl von mehr als 7-jjr Millionen
zum Ausdruck. Er hielt seine Rede auf einem Essen des Internationalen Metallarbeiterverbandes, brvor die Mitglieder desZentralausschusses dieser Organisation
eine Rundreise durdh die metallverarbeitenden Werkstaetten Amerikas antraten.
• Der Text der Rede lautete wie folgt:- "Die Sache des freien und demokratischen Gewerkschaftswesens, dem wir angehoeren, sieht sich heute einer ausserordentlichen grossen Verpflichtung und Verantwortung gegenueber. Es muss sich
auf der Basis einer internationalen Front organisieren, um die menschliche
Freiheit zu schuetzen, um die soziale Gerechtigkeit und den Weltfrieden zu
sichern.
"Unsere Verantwortung geht ueber die Erhaltung unserer eigenen Lebensweise fuer uns selbst hinaus. Sie erstreckt sich auf unsere arbeitenden Genossen in anderen Nationen der ganzen Welt. Denn die Geschichte dieses Jahrhunderts beweist ohne Frage, dass Jegliche Versklavung der Arbeiter ueberall
die Freiheit gefaehrdet.

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�Die AFL i s t sich schon lange darueber klar geworden, dass der Krieg der
grosse Feind der Menschheit i s t . Immer wieder sind wirtschaftliche und p o l i t i sche Gebiete durch den Krieg ueber Nacht vernichtet worden. Wir von der Arbeiterschaft bauen auf. Der Krieg vernichtet. Unser Haas gegen den Krieg stammt daher nicht nur aus sentimentalen Erwaegungen, sondern aus unseren ureigenen Lebenszweck und unseren Lebensfunktionen. So wie wir die internationale Sage heute
ansehen, sind wir zu dem unvermeidlichen Sdhluss gekommen, dass die Bedrohung
einer Aggression nur aus einer Quelle kommt - aus Sowjetrussland".
State Department "Radio Bulletin" 25. April 1949
ARBEITER-WETTSTREIT IN DER TSCHECHOSLOWAKEI
Nach Angaben von Dana Adams Schmidt, Korrespondent der "New York Times" in
Prag, sind die tschechoslowakischen Gewerkschaften entschlossen, die Industrieproduktion durch etwas zu erhoehen,was s i e mit "sozialistischem Wettstreit" bezeichnen. Sie glauben, dass s i e unter dem Kommunismus eine hoebare Produktivitaet erreichen, a l s dies unter dem Kapitalismus moeglich i s t . Der Wettstreit
s o l l am 1. Juli beginnen. Jede Arbeit wird in diesen Wettstreit mit einbezogen.
Fabriken kaempfen gegen Fabriken, Gebiete gegen Gebiete und Arbeiter gegen Arbiter.
Es sieht so aus, als wenn die Ehrungen den schnellsten und staerksten z u t e i l
werden s o l l e n . Die ,Fuehrerschaft auf manchen Gebieten des Wettstreits untersteht
der Leitung der "Stossbrigaden".
Entliehene Sowjetpraktiken
"So etwas i s t in der Sowjetunion schon etwas Altes und Ailtaeglich.es", wo
es sich mit der Industrie selbst mitentwickelt hat. Hier jedoch wird es zum
ersten Mal in einer Industrie angewendet, die sich ursprünglich nadi kapital i s t i s c h e n Richtlinien entwickelte.
Die kommunistische Parteizeitung "Rüde Pravo" erklaerte gestern: "Die
Garantie fuer einen Sieg ueber den Kapitalismus i s t darin begruendet, dass der
kapitalistische Stand der Technik in der Industrie ueberfluegelt werden muss."
In der ersten Entwicklungsphase nach dem Kriege, schrieb die Zeitung, wurden
die Arbeiter lediglich dazu aufgerufen, "nach der Pluenderung und der Miss Wirtschaft wahrend der Besetzung die Industrie wieder in Gang zu setzen."
In der zweiten Phase, heisst es weiter, "wurde die Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen f a s t gaenzlich durch die Verstaatlichung der Industrie abgeschafft", unter diesen Unistaenden, bemerkt die Zeitung, war es moeglich, die
Arbeiter "auf einen so hohen politischen Stand zu bringen, der s i e f r e i w i l l i g
dazu veranlasste, in der Reserve liegende Arbeitskraefte freizumachen und neue
Techniken zu lernen."
Jeder Arbeiter wird eine Aufgabe nahen
"Die Entwicklung der Arbeiter i n i t i a t i v e , faehrt die "Rüde Pravo" fort,
machte dann verschiedene Phasen durch.
Es gab Gegenplaene oder Verbesserungen
beim Zweijähres-Plan, die Libeic-Bewegung, in der die Arbeiter eine Kampagne
gegen das Fernbleiben vom Arbeitsplatz und fuer eine e^hoehte Produktion einl e i t e t e n , manctaial mit Hilfe von Ueberstunden, und die ersten Stossbrigaden",
die anlaesslich des Geburtstages des Praesidenten Klement Gottwald zu Geschenken fuer die Republik anspornten und im allgemeinen' auch die Fuehrung uebernabmen.
Jetzt, berichtet die Zeitung, gibt es in der tschechoslowakischen Industrie
10.377 Stossbrigaden, im Vergleich zu 5.856 im Januar.
Diese muessen die Wettbewerbe l e i t e n und die Produktlvitaet steigern jedoch
nicht, so warnt das Blatt, durch ausserordentliche koerperliche Anstrengungen,
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1U -

�sondern ''durch technische und organisatorische Verbesserungen."
Arbeit, wird erklaert, muessen dann "popularisiert" werden.

Die Erfolge dieser

Bei den Belohnungen, die fuer Verbesserungsvorschlaege gezahlt werden, sollte
man nicht etwa knauserig sein, schreibt die Zeitung, und fuegt hinzu, dass die
Mittel dafuer gefunden worden muessen, um die augenblicklich statische Lohnpolitik
zu ueberwinden, sodass ausserordentlich leistungsfaehige die Hoechstloehne ueberschreiten koennen."
"New York Times" 14. Mai 1949
DIE FREIEN GEWERKSCHAFTEN KOENNEN DEN
'WELTFRIEDEN GESTALTEN
Freie, demokratische Arbeitergewerkschaften sind die staerksten Bundesgenossen der demokratischen Laender in ihren Bestrebungen nach '.Vohlstand und Frieden,
sagte der amerikanische Arbeitsminister Maurice J. Tobin. In seiner Rundfunkrede,
die er heute als seine siebente Ansprache in einer Sendereihe "Die Vereinigten
Staaten und die ''.'eitereignisse" in einer Landessendung hielt, stellte Tobin eine
freie Gewerkschaft als etwas hin, was weder von der Arbeitgeberschaft noch von
der Regierung beherrscht wird.
"Mit demokratischen Gewerkschaften bezeichne ich solche, die ihre eigenen
Angelegenheiten auf demokratischer Linie regeln. Die demokratischen Gewerkschaften
werden von verantwortlichen Funktionaeren geleitet, die in freien und geheimen
.Vahlen gewaehlt worden sind. Es steht ihren Mitgliedern frei, ueber Streitfragen
zu diskutieren und ihre Ansichten auf offenen Versanmlungen auch offen zum Ausdruck zu bringen. Demokratische Gewerkschaften unterstuetzen die politische
Demokratie - die dem Totalitarismus entgegengesetzt ist. Das sind einige der
Hauptpunkte, nach denen man beurteilen kann, ob eine Gewerkschaft demokratisch
und frei ist. Die meisten amerikanischen Gewerkschaften und auch die europaeischen,
die das 7/iederaufbauprogramm unterstuetzen, werden diesen Punkten gerecht. Sie
sind unsere staerksten Verbuendeten.
Der Arbeitsminister erklaertc, dasa sein Ministerium damit beauftragt sei,
auf die allgemeinen Interessen der amerikanischen Arbeiterschaft zu achten, die
nur dadurch geschuetzt werden koennen, dass man den freien Arbeitergewerkschaften
in der ganzen "'elt den Ruecken staerkt. Er erinnerte seine Hberer daran, dass
der Kampf zwischen den Kraeften der Demokratie und denen des Totalitarismus zum
grossen Teil in den Reihen der Arbeiterschaft ausgefochten werden'wuerde.
"Die Arbeiterschaft ist das vornehmste Ziel des kommunistischen Angriffs",
erklaerte Tobin. "In den Vereinigten Staaten und in den meisten westeuropaeischen
Laendern haetten sich die Arbeiter gegen diesen Angriff erhoben. Sie haetten
dies getan, weil sie sich darueber klar sind, dass der Kommunismus darauf ausgeht,
die Freiheit der Gewerkscharten zu zerstoeren und sie fuer ihre politischen Zwecke
zu gebrauchen. Aber der Kampf ist noch keineswegs abgeschlossen. Deshalb ist die
Arbeiterschaft unser staerkster Verbuendeter im Kampf um die Freiheit."
"In Frankreich und Italien stellt der kommunistische Einfluss in den groesseren Gewerkschaften noch ein ernstes Problem dar", sagte Tobin, "aber es besteht
bei uns kein Zweifel darueber, dass es jetzt beiweitem weniger ernst ist als dies
im vergangenen Jahr der Fall war. Die Zahl der Mitglieder in den von den Kommunisten beherrschten Gewerkschaften hat abgenommen. In der CGT, der groessten
franzoesischen Gewerkschaft, hat sich die Mitgliederschaft waehrend der vergangenen
10 Monate gespalten. Die Verbreitung der kommunistischen Zeitungen und Zeitschriften ist staendig in der Abnahme begriffen. Was dabei ermutigt, ist die Tatsache, dass
sowohl in Frankreich wie auch in Italien die von den Kommunisten fuer politische
Ziele ausgerufenen Streiks im letzten Herbst ihren Zweck, die Arbeiter um sich zu
sammeln, verfehlten."
State Department "Radio Bulletin" 1. Mai 1949
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�ZWEI DAENEN WEISEN AUF DIE VORTEILE DES ERP FÜER DIE ARBEITERSCHAFT HIN
Die Unterstuetzung der daenIschen Arbeiter durch den Marshall-Plan und d i e Vort e i l e , deren s i e aus ihm t e i l h a f t i g werden, wurden von Daenen hervorgehoben, die auf
beiden S e i t e n des A t l a n t i k Erklaerungen darueber abgaben.
Knud Meister, e i n Z e i t u n g s b e r i c h t e r s t a t t e r auö Kopenhagen schrieb i n der
"Baltimore Sun", waebrend er s i c h auf e i n e r Rundreise durch Amerika befand« "Als
Ergebnis des Plans i s t e i n e r i e s i g e A r b e i t s l o s i g k e i t verhindert worden." "Es waren
s o f o r t Erfolge zu verzeichnen", e r k l a e r t e M e i s t e r . Die Ausfuhr l a n d w i r t s c h a f t l i c h e r
Erzeugnisse konnte schon nach e i n i g e n Wochen, nachdem d i e e r s t e n Lieferungen an
ECA-Waren e i n g e t r o f f e n waren, erhoeht werden. Nach und nach werden immer mehr
Einfuhrlizenzen e r t e i l t . Der k l e i n e Mann kann s i c h e i n neues Hemd, e i n Paar
Struempfe, e i n Bettuch, einen neuen Mantel und etwas b e s s e r e Zigaretten kaufen, a l s
e s ihm waebrend der l e t z t e n 8 oder 10 Jahre lang moeglich war."

Einar Jensen, der Praesident des Daenischen Gewerkschaftsbundes, der mehr a l s
600.000 M i t g l i e d e r z a e h l t , spräche auf e i n e r Malkundgebung i n Kopenhagen vor e i n e r
Menge von etwa 100.000 Arbeitern und Anhaengem.
Jensen gab s e i n e r Achtung vor den amerikanischen Arbeitern und dem amerikanischen Volk Ausdruck, die mit H i l f e des Marshall-Plans dem daenischen Arbeiter die
Moeglichkeit gegeben haetten, Ihren Lebensstandard zu erhoehen.
Jensen e r k l a e r t e ; "Wirtschaftliche gesehen, hat Baenemark w i r k l i c h e i n e Chance,
wieder s e i n e n Lebensstandard wir vor dem Kriege zu erreichen und zwar durch die
g i g a n t i s c h e Wirtschaftsplanung, die vom amerikanischen Volk und von den amerikanische:
Gewerkschaften u n t e r s t u e t z t und nur von den Maennern der W a l l s t r e e t und dem Cominform bekaempft wird. Diese Wiederaufbau-Hilfe s o l l t e b i s zum a e u s s e r s t e n Masse v e r w e r t e t und nutzbar gemacht werden."
ECA Labor Information" 1 0 . Mai 1949
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Manpower D i v i s i o n
OMGÜS, APO 742

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OFFICLVL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Ansinge aas der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewer'-rhaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mittflieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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angefordert werden. Auf Wonach werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Iahalt der „Arbeitsmltteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierang der Vereinigten Staaten aufzufassen.

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Berlin, 3. Juni 1949

INHALTSVERZEICHNIS
Seite

Die Gev/erkschaften Neuseelands
Die Bedeutung der Arbeiterbildung
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Arbeiterkontrolle in Jugoslawien
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Die Elektroarbeiter fordern eine Jaehrliche Zulage von
$500
Die Handelskammer der Vereinigten Staaten aeussert
sich ueber "Stille Loehne"

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Die Arbeiter sollen entscheiden
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Freiheit russischer Praegung
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Die Sowjetkontrolle ueber die Estnische Arbeiterschaft —
In Holland gibt es nicht bloss Tulpen!
Die AFL will mit dem CIO in einem Vtoltarbeiterbund
zusammengehen
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Arbeitnehmer und Arbeitgeber arbeiten gemeinsam
an einem Wohnungsbau-Programm
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Die Arbeiterbildung und die Gewerkschaft
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Technische Ausbildung in der 7&lt;eltgesundung
Lebensmittelkosten-Index; Ein Vergleich
Bergarbeiterverband lehnt eine Einladung des 'JFTÜ ab
Die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus der
Arbeiterbildung
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Das Forschungsinstitut fuer Sozial- und Vertfaltungswissenschaften in Koeln
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DIE GEWERKSCHAFTEN NEDSKELANDS
Aus einer lresseveroeffentlichung aus Neuseeland vom 20. Mai geht hervor,
dass der Gewerksciiftsbund dieses Landes mit 197 gegen 6l Stimmen beschlossen
hat, aus dem ",'eltgewerkschaftsbund (.7FTU) auszutreten. Die Frage sollte entschieden werden, ob die organisierte Arbeiterschaft- frei sein oder ob sie
"unter Diktatur" stehen sollte.
"New York Times" 21. Mai 1949
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�DIE BEDEUTUNG DER ARBEITERBILDUNQ
Die Fortbildung oder "Adult Education", wie der Ausdruck in den Vereinigten
Staaten heisse, stellt ein breitangelegtes Thema dar. Wie aus den nachstehenden
Zitaten aus einem Artikel von Eleanar G. Coit, hervorgeht, ist die Arbeiterbildung eine wichtige Phase auf diesem ausgedehnten Gebiet. Dieser Artikel erscheint in der 1948er Ausgabe des "Handbuches fuer Fortbildung", das vom Fortbildungsinstitut der Columbla-Üniversitaet veroeffentlicht wurde. In dem Augenblick, da dieser Artikel erscheint, befindet-sich Miss Coit in Deutschland, wo
sie als Beraterin fuer Arbeiterbildungsfragen taetig ist. Im Laufe ihrer Taetigkeit hat. sie die meisten Gewerkschaftsschulen der Amerikanischen und der Britischen Zone besucht. Sie ist Leiterin des Amerikanischen Arbeiterbildungs-Dienstes
in New York City, einer Organisation, die von amerikanischen Gewerkschaften und
anderen Einrichtungen unterstuetzt wird.
Die Rolle der Arbeiterbildung
"
Es ist zum Ausdruck gebracht worden, dass unsere Hauptsorge heute
darin besteht, die Wissenschaft der menschlichen Beziehungen zu betreiben. Im
Grunde genommen besteht die Funktion der Arbeiterbildung darin, diese Wissenschaft zu kultivieren, indem man der Arbeiterschaft sowohl Wissen wie auch Selbstvertrauen vermittelt. Eine solche Aufgabe fordert eine groesstmoegliche Verbreitung von Wissen und einen Sinn fuer die soziale Verantwortung auf Seiten
aller Kreise. Sie erfordert auch eine Entwicklung der besten Techniken, mit
deren Hilfe die Erwachsenen dazu angeregt werden koennen, die sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu verstehen, die ihrer Erfahrung zuwiderlaufen. Schliesslich erfordert sie ein Verstaendnis fuer die Mittel und Wege, mit denen solche
Probleme behandelt werden koennen.
Die Arbeiterbildungs-Bewegung hat in vieler Hinsicht zu der Fortbildungsbewegung als Ganzes einen wichtigen Beitrag zu leisten, wozu nicht zuletzt die
Frage der Methode gehoert. Es ist das Ziel aller, die sich heute um die Fortbildung ernste Sorgen machen, ihre Programme bedeutungsvoller und wirksamer zu
gestalten, indem Theorie und Praxis in bezug auf die Beduerfnisse der Gesamtheit
enger in Beziehung zueinander gebracht werden. Auf Grund der Tatsache, dass die
Beduerfnisse der Arbeiterschaft unverzueglich beruecksichtigt werden rauessen,
stehen diejenigen, die sich mit der Arbeiterbildung befassen unter dem besonderen
Zwang, ihre Techniken im Sinne einer gesunden und wirksamen Arbeit zu vervollkommnen. Sie dienen dann sozusagen als Laboratoriumstechniker fuer die gesamte
Fortbildungsbewegung. Die Fortbildung hat auch noch einen weiteren wichtigen
Anteil an der Arbeiterbildung, und zwar wegen der bedeutungsvollen Rolle, die
die Arbeiterbewegung als demokratische Institution in unserer Gesellschaft spielt.
In dem Kasse wie die Fuehrerschaft der Arbeiterschaft, sowohl innerhalb der Mitgliederschaft wie auch in d«n Funktionaerkreisen, die Gelegenheit hat, sich
selbst fuer diese Aufgabe mehr und mehr zu vervollkommnen, wird die sich rasch
ausweitende Rolle der Arbeiterbewegung in der Allgemeinheit wirksamer durchgefuehrt werden."
Die Ziele der ;trbeit erb ildung
"Die arbeiterbildung befindet sich heute in einem Stadium des üeberganges.
Die alten Formen werden den heutigen Bedürfnissen nicht mehr gerecht,, und neue
Organisationen und neue Programme befinden sich im Zustande der Entwicklung.
Diejenigen, die mit diesem Arbeitsgebiet vertraut sind, wissen ganz genau, dass
sich seit der Beendigung des Zweiten Weltkrieges die Arbeiterbildung in den Vereinigten Staaten stark ausgedehnt hat. Es sind neue Gewerkschaftsprograimie entwickelt worden, neue, von der Allgemeinheit geforderte Projekte sind in vielen
Teilen des Landes aufgetaucht und die Prograitme der Universitasten sind rapide
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�gewachsen. Heute wird daher die Arbeiterbildung unter der Schirmherrschaft v i e l e r
Gruppen durchgefuehrt und besteht in v i e l e r l e i Formen. Lokalkurse und Sommerschulen, Kurz! ehr ga enge und Projekte, die sich ueber das ganze Jahr erstrecken,
Wochenend-Institute und Arbeitsgemeinschaften, s i e a l l e spielen eine Rolle. Von
gleicher Bedeutung und 7/ichtigkeit sind die weniger l e i c h t definierbaren Massnahmen,
die Bezug haben auf d i e unmittelbaren Beduerfnisse der Betriebsvertrauensmaenner,
der Ausschussmitglieder und anderer verantwortlicher Gewerkschaftsmitglieder, die
sich selber darauf vorbereiten muessen, ihrer besonders gelagerten Verantwortung
gerecht zu werden. Die Reihe von Themen,- "Jir tschaft, Soziologie, Geschichte und
humanistischen Lehrfaecher (Philologie) - die von diesen Arbeitern s t u d i e r t werden,
spiegeln ihre weitgehenden Interessen wieder. Notwendigerweise k r e i s t das Studium
der Arbeiter in seiner Entwicklung um ihre s p e z i a l i s i e r t e n Erfahrungen und i s t
eng damit verknuwpft.
Die Arbeiterbildungs-Frogramme bringen grosso Abwechslung mit s i c h . Der intensive Lehrgang des Gewerkschaftlichen Kameradschafts-Programms der Harvard Univers i t a e t , der s i c h ueber das ganze Jahr e r s t r e c k t , erzieht die Gewerkschaftsfuehrer
zur Verantwortlichkeit in ihrer vollziehenden T a e t i g k e i t . Die Elnwochen- und
Zweiwochen -Kurse der I n s t i t u t e der Hudson Shore und 7/isoonsin Sommerschulen bieten
Programme, die sich an die Gewerkschaftsmitglieder in ihrer Gesamtheit r i c h t e n .
Das Gesamtprogramm der Arbeiterbildung s c h l i e s s t Sonderkurse ein,wie z.B. solche,
die s i c h mit den Problemen des Kollektivverfahrens befassen, oder die sich aus
den Beduerfnissen der Betriebsvertrauen smaenner heraus entwickeln, damit sie ihren
besonderen Industriezweig verstehen lernen. Es g i b t Lehrgaenge ueber das P a r l a mentsgesetz, ueber Englisch und ueber andere, sogenannte V/erkzeug-Themen. Dann
gibt es auch Kurse, die mehr verallgemeliierter Natur sind, und Grundlehrgaenge,
die den Zweck verfolgen, d i e Denkfaehigkeit der daran teilnehmenden Arbeiter zu
entwickeln oder auszubilden und ihnen einen gediegeneren Hintergrund an Wissen
vermitteln, das ihnen dabei h i l f t , ihr taegliches Leben zu verstehen
Die Einrichtungen der Arbeiterbildung
Es s o l l hier nicht der Versuch unternomne,n werden, ein allgemeines Bild von
den Organisationen zu geben, die heute auf dem Gebiete der Arbeiterbildung t a e t i g
sind. Es i s t b e r e i t s darauf hingewiesen worden, dass das Bild von heute mit dem
der zwanziger Jahre stark k o n t r a s t i e r t , a l s die Arbeiterbildung a l s o r g a n i s i e r t e
Bewegung in diesem Lande etwas Neues d a r s t e l l t e . Die Einrichtungen der Arbeiterbildung haben schon lange i n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaften, lokale Arbeiterhochschulen und andere Lokalgruppen wie auch Soramerseminare fuer Arbeiter umfasst.
Im Laufe der letztvergangenen Jahre hat eine Anzahl i n t e r n a t i o n a l e r Gewerkschaften
Bildungsabteilungen gebildet, die noch hinzukommen. Unter diesen sind die Vereinigten Fleischpacker Amerikas und die Mitglieder des Internationalen MaschinistenVerbandes zu nennen. Andere wieder haben besondere Bildungsprojekte ausgearbeitet,
ohne jedoch notwendigerweise allgemeine und v i e l g e s t a l t i g e BildungsProgramme aufz u s t e l l e n . Ein hervorragendes Beispiel bilden die Vereinigten S t a h l a r b e i t e r Amerikas,
deren Sommer I n s t i t u t e von den internationalen Bueros aus unter Mitarbeit einer
Anzahl Hochschulen und Universtiaeten a r b e i t e n . S t a a t l i c h e Arbeiter-Organisationen
(AFL) haben schon lange besondere I n s t i t u t e und Arbeitsgemeinschaften. Diese
werden j e t z t durch Programme ergaenzt die von den Industrlegewerkschaftsraeten des
CIO und von den Bildungsbehoerden gefoerdert werden und Lehrgaenge durchfuebren,
die sich ueber das ganze Jahr erstrecken, besonders in Michigan und New Jersey
(CIO) und im Staate Kentucky (AFL)
V i e l l e i c h t das ueberraschendste Moment in der 5Intwicklung der Arbeiterbildung
waehrend der letztvergangenen Jahre war die Tatsache, dass auf diesem Gebiet die
Universitaeten und Hochschulen neuerdings eine Verantwortung uebernommen haben.
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�In manchen Faellen haben sich I n s t i t u t e der hoeheren Lehrtaetigkeit auf dieses
Gebiet begeben, um Programme durchzuf uehren, die d i r e k t den Bildungsbeduerfnissen
der Gewerkschaften Rechnung t r a e g t . In anderen Faellen l i e g t die T ä t i g k e i t
wieder auf dem Gebiete der Beziehungen in der I n d u s t r i e . Obwohl die Universitaeten b e r e i t s s e i t langem der Arbeiterbildungsfrage Interesse entgegengebracht haben,
war ihr I n t e r e s s e in der Vergangenheit im allgemeinen mehr oder weniger informator i s c h e r A r t . Haeufig kam dies durch d i e Beteiligung von Mitgliedern der Fakultaet
bei den verschiedenen Arten von Arbeiterbildungsbestrebungen zum Ausdruck, oder
dadurch, dass den Arbeitergruppen Raeume der Universitaet gegen Miete zur Verfuegung g e s t e l l t wurden. Erst vor kurzem hat es eine grosse Anzahl von Universitaeten und Hochschulen unternommen, das Arbeiterbildungswerk in ihr Gesamtprogramm mit aufzunehmen. Die Programme der Hochschulen und Universitaeten wenden
sich heute an a l l e Stufen der gewerkschaftlichen F ü h r e r s c h a f t und. umfassen
Klassenarbeit. Aussen-Seminare, Forschung und Materialvorbereitung."
Studium und Taetlgkeit
'.•Die Probleme, die fuer die Unterweisung erwachsener Arbeiter e i g e n t ü m l i c h
sind, haben s t e t s eine besondere Schulung und ein besonderes Studium e r f o r d e r t .
Um wirksam zu sein, muss die Unterweisung auf diesem Gebiet die wirkliche Erfahrung der Arbeiterstudenten zu ihrem Ausgangspunkt nehmen und muss darauf ger i c h t e t sein, ihnen vielmehr einen Hintergrund zu einem t i e f e r e n Verstaendnis
zu geben a l s l e d i g l i c h ihr Wissen zu erweitern. Die Faehigkeit der Arbeiter,
wirksam a l s i n t e l l i g e n t e Buerger zu handeln, s t e h t in d i r e k t e r Beziehung zu ihrer
Faehigkeit, d i e besonders gearteten Probleme, denen sie sich gegenuebersehen,
zu verstehen und mit ihnen f e r t i g zu werden, denn aus dem Erfassen der unmittelbaren Probleme heraus wäschst auch ein Verstaendnis fuer die damit verwandten
Gebiete. Das Studienprogramm i s t daher notwendigerweise mit einem Problem der
Praxis eng verknuepf t .
Wenn iTgendwelche allgemeinen Erklaerungen heute ueber d i e Arbeiterbildung
gegeben werden koennen, dann i s t die Fuehlungsnahme dazu ausgesprochen funktion e l l e r Natur. Etwa so, wie es Eduard C. Lindeman, Professor fuer Sozialphilosophie an der New Yorker Schule fuer S o z i a l a r b e i t , als "brennende Fragen" bezeichnet h a t . Das v i t a l s t e Studienprogramm i s t ein solches, dass in einem Problem
wurzelt, das Realitaet und V i t a l i t a e t fuer die betreffende Gruppe aufweist. Eine
Analyse gesetzgeberischer Fragen erwächst z.B. aus dem Interesse an einem besonders gearteten Gesetz. Das Studium der Mitwirkung verschiedener r a s s i s c h e r
und nationaler Kreise erwaechst ©ft aus dem I n t e r e s s e der Gewerkschaft an einer
Beschaeftigung von Negerarbeitern oder aus dem Wunsch heraus, ein wirksames
Kollektivabkommen durchzufuehren, das die Rechte a l l e r Gruppen innerhalb der
Gewerkschaft s c h u e t z t . Obwohl Studium und Diskussion s i c h nicht auf ein unmittelbares Programm der Praxis beziehen, da sich die Studenten nicht in ihren
Heimatorten befinden erwaechst das Bildungsprogranm ebenfalls an den Seminaren
(Alumnaten) aus Fragen, die fuer die Arbeiterstudenten von Bedeutung sind, wie
a.B. Loehne, Sozialversicherung, oder Beschaeftigungsnormen.
In a l l diesen Programmen werden v i e l e r l e i Methoden und Techniken angewandt,
wobei sich die Durchfuehrung aus den Problemen und der Gesamtlage e r g i b t . Manchmal i s t der Klassenraum der Mittelpunkt des Studiums, wie es In den Seminaran
(Alumnaten) der F a l l i s t . Oft bestimmen die Beduerfnisse des Gewerkschaftsausschusses oder das Problem, mit dem sich die Gruppe beschaeftlgt, die angewandte
Methode. Diskussionen, Vorlesungen, Filme und andere Massen!ehrmittel, geschriebenes Material, Gruppendiskussionen und Lehrausfluege cder zweckdienliche
Unterlagen- a l l e s dies s p i e l t eine Rolle. 7/ie in jedem andeven Fortbildungsprogramm, so werden auch diese und a l l e Moeglichen anderen verfuegbaren H i l f s m i t t e l
mit herangezogen, um das Problem zu beleuchten, mit dem sich die betreffende

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k

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�Grupp« befaast. Offenbar wird das Studium hoechst bedeutungsvoll, sobald es dazu
fuehrt, dass man sich der Notwendigkeit der Umsetzung in die Praxis bewusst wird
und wenn eine enge Beziehung zwischen Theorie und Praxis besteht
Probleme von heute und morgen

"

"Frank KcCulloch, der Leiter der Abteilung fuer Arbeiterbildung am Roosevelt
College hat darauf hingewiesen, dass, um voll und ganz das heutige Programm der
Arbeiterbildung zu verstehen, es notwendig ist, dass wir uns der sozialen und
politischen Atmosphaere erinnern, in der dieses Programm entwickelt wird. Wir
muessen uns klar darueber sein, dass wir von jeher seit Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges in der Epoche einer grossen industriellen Wandlung gelebt haben, in
deren Verlauf sich die Arbeiterbewegung rapide ausgedehnt hat, und dass wir uns
staend'ig technologischen und wissenschaftlichen Veraenderungen revolutionierenden
Charakters gegenuebersahen. Es war dies aber auch eine Zeit, in der ein grosses
internationales Chaos herrschte. Wenn wir uns die Zukunft betrachten, dann muessen
wir uns vargegenwaertigen, dass wir vor einer Kampfperiode stehen, in der die Lage
der Arbeiterschaft so ungewiss ist., dass ihr Recht auf Bildung in Frage gestellt
sind. In einer solchen Zeit ist es fuer die Arbeiterbildung von steigendem Interesse, der Arbeiterschaft auch weiterhin Gelegenheit zur Ausweitung ihrer Bildung und
ihres Verstaendnisses zu bieten, wenn die Gewerkschaftsbewegung ihre Wirksamkeit
beibehalten soll.
Unter den Problemen, denen sich heute diejenigen gegenuebersehen, die an der
Durchfuebrung der Arbeiterbildung mitarbeiten, sind Fragen, wie diese von ganz
besonderer Bedeutung« Wie koehnen wir den Lehrprozess zu einem vitaleren gestalten, die Arbeiterschaft auf ein Verständnis der Fragen vorbereiten, bei deren
Loesung sie in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spiatai muss. Wie kann
man den Gewerkschaften dabei helfen, dass sie einen wirksameren Gebrauch von den
neuen Techniken der Sozialwissenschaften und solchen Hilfsqueilen, wie Rundfunk
und anderen Einrichtungen fuer die breite Masse machen. Wie koennen die Lehrer
auf ihre Aufgabe, mit den Arbeitergruppen zusammenarbeiten zu wollen, besser
vorbereitet werden. Wie koennen die Hilfsquellen und Moeglichkeiten fuer den
Unterricht der gesamten Gemeinschaft besser in den Arbeiterbildungsprogramaen
ausgenuetzt werden. Wie kann die Arbeiterschaft ihre Interessen besser darlegen,
sodass die allgemeine Oeffentlichkeit die Fragen, um die es geht, besser versteht.
Wie koennen die Normen der Arbeiterbildung aufrechterhalten und ihre Ziele und
Zwecke waehrend dieser Periode der starken Entfaltung der Arbeiterbildung beibehalten werden.
Diese letzte Frage ist von ganz besonderer Bedeutung, und zwar wegen der
neuen Bewegung zur Ausweitung der Arbeiterbildung durch Zurverfügungstellung
von oeffentlichen Mitteln zwecks Gebrauchs seitens staatlicher und anderer
Koerperschaften. Wenn diese Bewegung ihr Ziel erreicht, dann v/erden in das
Gebiet der Arbeiterbildung viele Personen mit einbezogen v/erden, die jetzt mit
den Methoden und Beduerfnissen der Arbeit er gruppen nicht vertraut sind. Lehrer,
die auf dem Gebiete der Arbeitarbildung neu sind, muessen erkennen lernen, dass
ihr wesentlicher Zweck darin besteht, den erwachsenen Arbeitern dabei zu helfen,
eine ihnen zukommende reifere Verantwortlichkeit zu uebernehmen, damit sie so
besser geruestet sind, an der zukuenftigen sozialen Veraenderung teilzuhaben.
Die Lehrer auf dem Gebiete der Arbeiterbildung muessen auch Geschick entwickeln
und es sich zu eigen machen, indem sie die tagtaeglichen Interessen der Arbeiterals Grundlage fuer den Lehrprozess ansehen und andere weiterhin im Hinblick
auf ein weiteres Studium Theorie und eine vernuenftige Praxis motivieren. Auf
die Notwendigkeit, solche neuen Lehrer fuer die Arbeiterbildung auf ihre Aufgaben
vorzubereiten, kann nicht genug hingewiesen werden
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�"//aehreni des vor uns liegenden Zeitraums, muss eine s o r g f a e l t i g e Planung
s e i t e n s der verschiedenen Stellen vorgenommen werden, die mit der Arbeiterbildung
zu tun haben. Insbesondere s o l l t e k l a r und endgueltig die besonders geartete
Verantwortung herausgestellt werden, die von den verschiedenen Gruppen uebernommen werden muss. Die Gewerkschaften muessen sich d e u t l i c h e r dazu aeussern,
welcher Art Unterstuetzung s i e von den Universitasten und Hochschulen verlangen.
Die akademischen I n s t i t u t e muessen sich darueber k l a r sein, dass ihre Funktionen
und i h r e Verantwortung nicht das gesamte Gebiet umfassen. So i s t z.B. eine der
langjaehrigen Runktionen der Arbeiterbildung die Entwicklung der gefuehlsmaessigen Loyalitaet gegenueber der Gewerkschaftsbewegung a l s Lebenszustand und a l s
K i t t e l dazu, neuere Werte im Leben zu erwerben. Klarerweise l i e g t d i e Verantwortung nicht bei der Hochschule, sondern bei der Gewerkschaft in ihrem Arbeiterbildungsprogramm, der Entwicklung d i e s e r Loyalitaet Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Jedoch muessen sich sowohl d i e akademischen I n s t i t u t e wie auch d i e A r b e i t e r bildungsstellen der Gewerkschaft in ihrer Taetigkeit darueber k l a r sein, dass
wie niemals zuvor die Allgemeinheit in bezug auf ihre Beteiligung an den I n t e r e s sen der AllgemlnheJLt auf die Arbeiterbewegung s i e h t . Dies e r f o r d e r t , dass die
Arbeiterbewegung neue Methoden zwecks Erlaeuterung ihrer Beduerfnisse f i n d e t ,
ein besseres Verstaendnis fuer die Beduerfnisse, d i e die Allgemeinheit a l s Ganzes
angehen und eine neuartige Geschicklichkeit b e i den oeffentlichen Beziehungen.
Die Arbalterbildung muss dabei mithelfen, diese Techniken herauszuarbeiten."
"Handbuch der Fortbildung" 1%8
ARBEITERKONTROLLE IN JUGOSLAWIEN
Jugoslawische Arbeitgeber, die ihren Arbeitern bessere Arbeitsbedingunjen
bieten a l s d i e v e r s t a a t l i c h t e n Unternehmen, werden fuer schuldig angesehen,
"den Aufbau des Sozialismus in Jugoslawien zu sabotieren", b e r i c h t e t die Z e i t schrift"Der Gewerkschaftler im Exil" in i h r e r laufenden Nummer. Das Organ wird
von Gewerkschaf tsfuehrern herausgegeben, d i e ihr Heimatland h i n t e r dem "Eisernen
Vorhang" vor einem Jsjhr verlassen haben, um eine neue Organisation in P a r i s zu
gruenden.
Nach AngabS der Belgrader konmunistischen Zeitung " P o l i t i k a " s i e h t die
Anklage gegen die "verbrecherischen" Arbeitgeber so a u s ; "Die Arbeitslohnregelung wird auf jede einzelne unserer Fabriken angewandt. Die selbstaendigen Handwerker beachten diese Vorschriften jedoch n i c h t .
Sie bieten hoehere Loehne als diejenigen, die in der Vorschrift f e s t g e l e g t sind
und v e r l e i t e n somit d i e Arbeiter dazu, die v e r s t a a t l i c h t e n Betriebe zu verlassen.
Diese Handwerker nutzen auch die Wohungsschwierigkeiten der Belgrader Arbeiter
aus, die in den Fabriken von Zeleznik beschaeftigt s i n d . Diese Arbeiter koennen
in Zeleznik keine Wohung finden und muessen jeden Tag einen 10 Kilometer lagen
"Teg von ihrer ''fohnung zu ihrer A r b e i t s s t e l l e zuruecklegen.
"Kleine tferkstattbesetzer haben d e r v e r s t a a t l i c h t e n Fabrik in Zeleznik
eine gewisse Anzahl Facharbeiter entzogen, indem sie s i e bei sich e i n g e s t e l l t
haben. Dies steht ira "Jiderspruch zu den Interessen der Allgemeinheit und denen
der Arbeiter s e l b s t , " s c h l i e s s t die "Politika", die "drastische Massnahmen"
gegen die Beschuldigten f o r d e r t .
"ECA Labor Information" 12. Mal 1%9
DIE EI.1&amp;TR0ARBEITER FORDERE EINE JAEHRLICHE
ZULAGE VON $ 500
Der Verband der Vereinigten Elektro-, Radio- und Maschinen-Arbeiter (UE),
eine CIO-Gewerkschaft, hat "allen Korferenzausschuessen und Ortsgewerkschoften
anempfohlen, ihre Forderungen fuer die bevorstehenden Verhandlungen auszuarbei-

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6 -

�ten i n Rahmen e i n e r Erhoehung von $ 500 pro Jahr und pro A n g e s t e l l t e n an Loehnen
und Gehaeltern, Pensionsaufbesserungen, Krankenversicherungen und anderen w i r t schaftlichen Vorteilen."
Der UE hat es jeder verhandelnden Gruppe ueberlassen, wie die Forderungen
formuliert s e i n s o l l e n - ob in Form einer hoeheren Bezahlung, einer kuerzeron
Arbeitswoche oder in Form anderer V o r t e i l e .
James J . Matels, der O r g a n i s a t i o n s l e i t e r des UE s o l l s i c h in P r e s s e v e r o e f f e n t lichungen geauessert haben, dass 90.000 Mitglieder der Gewerkschaft am 1 . Maerz
n i c h t v o l l g e a r b e i t e t haben.
"Unsere Leute brauchen s o f o r t eine Erhoehung ihrer Kaufkraft, einen v e r b e s s e r ten Lebensstandard und e i n e Kuarzung der Arbeitsstunden, um der augenblicklichen
Tendenz zu z e i t w e i l i g e r Entlassung, Teilbeschaeftigung und f a l l e n d e n Wochenverd i e n s t e n Einhalt zu gebieten", e r k l a e r t e der Exekutivausschuss des UE".
Amerikanisches Arbeitsministerium, "Weekly
Labor New» Digest" 4 . Mai 1949
DIB HANDELSKAllIER DER VEREINIGTEN STAATEN AEUSSBBT
SICH UBBER "STILLE L0EHNB"
Die Forschungsabteilung der Amerikanischen Handelskammer e r k l a e r t e , dass d i e
t y p i s c h e Firma a u s s e r den Loahnen " s t i l l e Lohnlisten"-Kosten aufzuweisen h a e t t e ,
d i e mehr a l s 15£ des Betrages der ausgewiesenen Lohnrechnung ausmachen. Dies
geht aus einem Berieht hervor, der am 28. April v e r o e f f e n t l i c h t wurde.
Nach diesem Bericht e r h i e l t der amerikanische Arbeiter zuzueglich zu seinen
Loehnen Zuwendungen i n Hoehe von mehr a l s $ 424 im Jahre 1947. Diese V o r t e i l e
z e i g t e n s i c h in Form von Pensionsversicherungen, Lebensversicherungen, A l t e r s und Ueberlebenden-Beihilfe, Arbeiterentschaedigung, Gewinnanteilen und anderen
Vorteilen.
Der g r o e s s t e Einzelposten der Zuwendungen, d i e keine Loehne betrafen, war
l t . dem Bericht d i e "Bezahlung fuer nicht g e a r b e i t e t e Z e i t " . Diese Zahlungen
machten f a s t 5% von der Summe der Lohnrechnung aus, und darin waren bezahlter
Urlaub, Verguetungen a n s t a t t Urlaub und Bezahlungen fuer nicht g e a r b e i t e t e Ferienz e i t einbegriffen.
Der A r b e i t g e b e r a n t e i l an den Pensionen und anderen vereinbarten Zahlungen
machte etwa z u a a e t z l i c h 4,5? des Betrages der Lohnausgaben der Durchschnittsfirma aus, waehrend d i e g e s e t z l i c h verlangten Zahlungen, wie AItersverSicherung,
Erwerbslosenversicherung und Arbeiterentschaedigungen l t . der Pruefung 3,2$ der
Ausgabenrechnung fuer die Arbeiterschaft ausmachte.
Verschiedene andere Zahlungen brachten d i e Gesaartsumme an Zuwendungen d i e
n i c h t d i e Loehne betrafen, auf 15,h% der Lohnausgaben der Durchschnittsfirma.
Amerikanisches Arbeitsministerium,
"Weekly Labor News Digest" 4 . Mai 1949
PIK ARBEITER SOLLE* ENTSCHEIDEN
Die Erklaerungen des Ostblocks ueber d i e "glueckliche Lage" der Arbeiter
in den von den Kommunisten beherrschten Laendern im Gegensatz zu den "elenden"
Arbeitsbedingungen in Westeuropa haben d i e Aufmerksamkeit von den Plaenen der
Wirtschaftskommission der UN fuer Europa zur Entwicklung des Handels abgelenkt.
Auf der Sitzung vom Mittwoch f u e h l t e s i c h der f r a n z o e s i s c h e D e l e g i e r t e
Andre P h i l i p p e v e r a n l a s s t die langatmigen Behauptungen ueber die "Ausbeutung"
der Arbeiter in den Westlichen Demokratien auf ihre S t i c h h a l t i g k e i t hin auf d i e

-

7 -

�Probe zu stellen. Als Antwort auf die Aeusserungen des bulgarischen Delegierten
Ivon Stefanoff schlug Philippe vor, 1000 Arbeiter "aus der kommunistischen Partei"
Frankreichs auf 3 Monate zur Arbeit nach Bulgarien zu schicken. Dafuer sollten
1.000 bulgarische /o*beiter in Frankreich zur Arbeit eingesetzt werden, "dann
wollen wir mal sehen," sagte Philippe, "wer von ihnen zuerst wieder nachhause will."
Aussenministerium,
"Radio Bulletin" 19. Mai 1949
FREIHEIT RIESISCHER PRAEGÜNG
In Shreveport, Louidana, erklaerte Erich Johnston, der President der Filmvereinigung Amerikas, dass die russische Auslegung der Begriffe Freiheit und
Demokratie weiter nichts bedeute als Schlagworte, die von dem, was man in den
Vereinigten Staaten darunter versteht, weit entfernt seien. Johnston hielt
am Mittwoch abend vor der Handelskammer der Stadt eine Rede. Vor kurzem ist.er
von seiner Reise nach Moskau zurueckgekehrt. "Freiheitsliebende Voelker" ist
eine beliebte sowjetische Phrase, sagte Johnston. Fuer uns bedeutete der7 Begriff Freiheit immer, dass wir Gelegenheit haben zum Waehlen, die Freiheit der
Bewegung, die Freiheit der Gelegenheit selbwt. Dies erstreckt sich auf Jede
Phase unseres Lebens. Russland gestattet aber einer russischen Frau und ihren
in Russland geborenen Kindern nicht, das Land mit ihrem auslaendischen Ehegatten
zu verlassen.
Der russische Kommunismus spricht von einer Arbeiterdemokratie. In Russland
aber arbeitet der Mensch an einem Arbeitsplatz, der ihm vom Staat zugewiesen Ist,
zu einem Lohnsatz, den der Staat festgesetzt hat und dort bleibt er auch, bis man
ihn woanders hinstellt. Und seit vielen Jahren hat man nichts ueber einen Streik
in Russland gehoert.
Aussenministerium,
"Radio Bulletin" 19. Mai 1949
DIB SOWJETKONTROLLB ÜBBBR DIB ESTNISCHE
ARBEITERS CB3PT
"Den estnischen Arbeitern bleibt das Recht versagt, sich ihren Aufenthaltsort und ihre Arbeit selbst zu waeblen, und einer Versetzung von einem Ort zum
anderen koennen sie keinen Widerstand leisten, selbst wenn es sich um eine Deportation nach Asien handelt," schrieb Johannes Mihkelson, der fruehere Sekretaer des Estnischen Gewerkschaftsbundes in der laufenden Ausgabe der Zeitschrift
"Der Gewerkschaftler im Exil".
Mihkelson gibt einige Beispiele aus der sowjetischen Arbeitergesetzgebung,
die den estnischen Arbeitern aufgezwungen wird.
"Wer seine Arbeit verlaesst oder seinen Beruf aendert, ohne dass er dazu
ausdruecklich von der Betriebsleitung ermaechtigt worden ist, kommt vor das
Gericht und wird zu 4 Monaten Gefaengnis verurteilt. In der RuestungsIndustrie
und viele sowjetischen Industriezweige werden so klassifiziert - kann dieses
Urteil auf 8 Jahre Gefaengnis ausgedehnt werden.
Alle Urteile werden geraaess einer Verordnung gefaellt, die der Oberste
Sowjet am 26. Juni 1940 erlassen hat. Mihkelson erwaehnt noch andere Vorbehalte
und Klauseln in dieser Sowjet-Verordnung.
"Jeder Arbeiter, der ohne triftigen Grund aufhoert und 20 Minuten zu spaet
zur Arbeit kommt, oder 20 Minuten vor der Arbeitspause aufhoert, kommt vor ein
Gericht und wird zu 6 Monaten Zwangsarbeitslager verurteilt; 25t seines Lohnes
wird einbehalten. 7/enn sich der Arbeiter waehrend seines Aufenthalts im Lager
wiederum etwas zuschulden kommen laesst, dann wird sein Urteil in Gefaengnis-

8 -

�strafe umgewandelt
"
Eine weitere Anordnung des Obersten Sowjets, die am 19. Oktober 1940 herauskam, so berichtet Mihkelson, gibt dem Volkskommissar das Recht, die Arbeiter von
einer Fabrik in eine andere zu versetzen ohne Ruecksicht auf den Ort, wo sie leben,
Wer sich weigert, setzt sich derselben Strafe aus wie diejenigen, die Ihre Arbeit
im Stich lassen. "So ist eine grosse Anzahl estnischer Facharbeiter waehrend der
ersten und zweiten russischen Besetzung von Estland nach Russland verbracht lorden",
berichtet Hihkelson. "In Wirklichkeit ist das weiter nichts als Deportation.
"ECA Labor Information" 12. Mai 1 % 9
IN HOLLAND GIBT E NICHT BLOSS TULPEN l
"Der Amerikaner stellt sich Holland gewoehnlich so vor: Windmuehlen, Eanaele,
Tulpen, Fahrraeder, Holzschuhe und Kaesel Aber Holland besteht aus Menschen, aus
einer arbeitenden Bevoelkerung, die den Versuch macht, wieder zu einem guten Leben
zurueckzukehren, nachdem ihr Land von Bomben, Panzern und Flugzeugen vermiestet
wurde. Neulich habe ich einmal einige holla endis che Arbeiter in ihrer Wohnung
besucht; d i e Suedemeyers, die Hoeksemas und die Stadigs, und ich moechte sie mit
Ihnen bekannt machen, so wie ich sie kennen gelernt habe.
"Es handelt sich hier um drei Durchschnittsfamilien der arbeitenden Klasse,
die aufs Geratewohl aus der Mitgliederliste der Christlichen Niederlaendischen
Gewerkschaft ausgewaehlt wurden. Sie leben in einer gewoehnlichen Wohnung fuer
die arbeitende Klasse mit dem Durchschnittseinkommen eines hollaendischen Arbeiters.
Keine von ihnen beklagt sich ueber so vage Dinge, die man "Verhaeltnisse" nennt,
aber wie es auch bei anderen Familien ueberall der Fall ist, so haben auch sie
ihre persoenlichen Probleme. Der Marshall-Plan hat dazu beigetragen, dass sich
ihr Lebensstandard gebessert hat, und die Maenner in der Familie haben ihre Arbeit.
Ihr Arbeitsverdienst ist nicht hoch, aber sie koennen damit immerhin ganz anstaendig auskommen - ohne grosse Schwierigkeiten. Das ist immerhin bedeutungsvoll.
Wenn man in Betracht zieht, dass sie vor gar nicht so langer Zeit noch zu einer
Nation gehoertea, die vom Feinde ueberrannt, verwuestet und zerbombt wurde. Es
war hart und hat lange gedauert, bis sie sich wieder erholten. Nach und na eh
wurde die Rationierung aufgehoben, man braucht aber immer noch Punkte, um sich
Bekleidung, Fleisch und Kaese zu kaufen, fuer die Maenner gibt es nur 2 Paeokchen
Zigaretten pro Woche, fuer die Frauen (wenn sie rauchen) nur eins
"Die Snedemayers sind 16 Jahre verheiratet und haben eine 11 jaehrige Techter.
Herr Snedemeyer baut und repariert Klaviere. Sein gesamter Wochenverdienst betraegt nach Abzug der Steuern 43 Gulden, was etwa 40 amerikanischen Cents jro
Gulden entspricht. Das Schulgeld fuer die Tochter betragt woechentlich 33 Beats,
und ihr Beitrag fuer die Kirche belaeuft sich auf 40 Gulden pro Jahr,
Ihre Wohnung im vierten Stock befindet sich in einem Mietshaus, das bereit«
60 aJahre steht, und besteht aus 4 kleinen Zimmern. Sie haben elektrische«
Licht, fliessendes Wasser und Gas. Sie besitzen ein Klavier und einen kleias*
Radioapparat, doch stellt dies den groessten Luxus dar. Frau Snedemeyer kam
sich nicht entsinnen, wann sie zum letzten Mal im Kino war, und ihre Toc**s» ist
nur einaal in einem Auto gefahren-- als sie evakuiert wurden
"Herr und Frau Hoeksema haben 4 Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren. *#•
vor kurzem war Herr Hoeksema Landarbeiter, im Augenblick ist er aber in einer
Zuckerraffinerie beschaeftigt, wo seintfochenlohn47 Gulden betraegt. LuxÄsgegenstaende befanden sich nicht in dieser Wohnung, aber auch dort war elektrisches Licht, Gas und Nasser vorhanden. Die Wohnung liegt in einem sehr alten
Holzhaus, gegenueber den Eisenbahnschienen mit einem Schlackeweg davor. Die
Wohnung bestand aus 3 kleinen Zimmern im ersten Sbckwerk mit einem darueberliegenden Schlafzimmer, eine Treppe hoeher, wofuer die Familie woechentlich 3.50

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�Gulden Miete zahlt. Frau Hoeksema arbeitet sonntags, um zum Unterhalt der Familie
beizusteuern. Diese Familie war sehr einfach gekleidet. Frau Hoeksema erklaerte,
dass sie einzig und allein nur am Sonntag, wenn sie zur Kirche geht, Struempfe
anzieht.
"Herr Stadig ist Polizist,in Amsterdam, dessen Gehalt monatlich 295 Gulden
betraegt, Kinderzulage einbegriffen. Die Stadigs sind 12 Jahre verheiratet und
haben 4 Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren. Fuer ihre Wohnung, die im Erdgeschoss liegt, und die aus 3 Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und der Kueche besteht, zahlen sie 5*10 Gulden Mite pro Woche. Das Haus ist etwa 40 Jahre alt
und hat Wasser, Gas und Elektrizitaet. Wie auch bei den anderen Wohnungen, die
ich besuchte, war die Wohnung der Stadigs sehr einfach eingerichtet, ohne irgendwelche Luxusgegenstaende. In keiner der 3 Wohnungen befand sich eine Badewanne.
"Diese 3 V'ohnungen sind fuer die arbeitende Bevoelkerung Hollands typisch.
Nur sehr wenige besitzen ein eigenes Heim, vielleicht nur 5?. Die Mahlzeiten
der hollaendIschen Arbeiter sind sehr einfach und bestehen aus Brot, Genuese,
staerkehaltigen Nahrungsmitteln und etwa 2 Mal in der Woche aus einer kleinen
Portion Fleisch. Vor der Aufhebung der Bewirtschaftung waehrend der zweiten
Haelfte des Jahres 1943, bekam jede Person nur 1 Ei pro Monat. Seitdem die
Rationierung der Eier aufgehoben wurde, bestimmt der Preis (l6 - 18 cents pro
Stueck) zum grossen Teil die Zahl der Eier, die der arbeitende Mensch kaufen
kann. Die Mahlzeiten dieser Familien am Morgen und mittags bestehen gewoehnlich
aus Tee oder Kaffee, Kaese und Brot mit einer Art von Butter. Das Abendessen
ist gewoehnlich das wichtigste und das groesste und auch das einzige warme Essen
am Tage, und man nimmt es ganz bequem und mit Müsse ein.
"In den meisten Gegenden und Stadtteilen gibt es keine Spielplätze fuer die
Kinder, doch werden jetzt Flaene ausgearbeitet, um in den meisten Staedten Hollands
Spielplaetze anzulegen. Die Erholung der hollaendischen Bevoelkerung ist notwendigerweise auf die Gebiete beschraenkt, die man mit dem Fahrrad erreichen kann.
Es ist durchaus nichts Ungewoehnlich.es, wenn man am Sonntag nachmittag ein Kind
auf der Lenkstange und ein anderes auf dem Rueckensitz der Fahrraeder der Eltern
sitzen sieht, die nach den Sandduenen oder wo anders hin unterwegs sind, um
frische Luft zu schnappen. Das Gesellschaftliche beschraenkt sich auf solche
Gruppen oder Zirkel, wo es am billigsten ist. Meistens dreht sich alles nur um
die Kirche oder um die Schule......"
Aus einem Bericht des ECA Beraters fuer Arbeitsangelegenheiten der Niederlande, Lee R. Smith
9. Mai 1949
PIK AFL WILL MIT DEM CIO IN EINEM WBL'BIRBEITBBBÜND
ZUSAMMENGEHEN
Die Plaene zur Schaffung eines neuen Weltarbeiterbundes in Genf, Schweiz,
im naechsten Monat wurden wesentlich dadurch beschleunigt, als der hier tagende
Exekutivrat der AFL einstimmig eine gemeinsame Beteiligung mit dem CIO an den
geplanten Organisation billigte.
Die Genfer Konferenz, die auf den 24. und 25. Juni angesetzt ist, wird zum
ersten Kai in den langen Jahren Amerikas beide groessten Arbeiterorganisationen
in der gemeinsamen Bemuehung zusammenbringen, die freien Arbeiterbewegungen der
VJelt zu einer neuen Gruppe zu vereinigen, die den von den Kommunisten kontrollierten V/eltgev/erkschaftsbund (V/FTU) bekaenjft und mit ihm rivalisiert.
Die formelle Entscheidung, sich zusammen mit dem CIO der neuen Weltorganisation anzuschliessen, ist eine Entscheidung hoeherer Politik fuer die AFL, die die

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10 -

�Mitgliedschaft der Sowjetunion im WFTO bekaempfte und sich weigerte, sich zusammen
mit dem CIO an der Gruendung des WFTO im Jahre 1%5 zu b e t e i l i g e n . Die Stellungnahme der AFL wurde vor kurzem dadurch g e r e c h t f e r t i g t , a l s der CIO Busammen mit
der englischen, hollaendischen und anderen Arbeitergruppen aus dem WFTO a u s t r a t ,
dem sie Beherrschung durch die Sowjets vorwarf.
Wie sich der AFL-Praesident William Green aeusserte, hat der CIO den Weg
fuer das Abkommen geebnet, indem er sich damit einverstanden erklaerte, diese gemeinsame Bemuehung als einen Fraezedenzfall auszunutzen, um den Status der AFL
in der Internationalen Organisation fuer Arbeitsfragen (ILO) anzufechten. Als
aelteste und groesste Arbeiterorganisation Amerikas hat die AFL immer auf ihr
Recht bestanden, Vertreter der amerikanischen Arbeiter zum Verwaltungsrat der
ILO abzuordnen.
Green erklaerte, dass man die freien Gewerkschaften aus allen Teilen der Welt
einladen wuerde, dem neuen Bunde beizutreten, und sagte voraus, dass dieser Den
WFTO an Groesse und Bedeutung uebertreffen wuerde. Alle Arbeiterorganisationen
werden auf der Grundlage ihrer Mitgliederzahl beteiligt sein und demzufolge Beitraege leisten. Man erwartet, dass der CIO auf der Basis einer beglaubigten Mitgliederzahl von 6 Millionen, die AFL mit 7ß Million Mitgliedern beteiligt sein
wuerde.
Aussenministerium "Radio Bulletin" 18. Mai 1%9
ARBEITNEHMER DKP ARBEITGEBER ARBEITEN GEMEINSAM
AN EINEM WOHNUNGSBAU-PROGRAMM
Bei dem, was die amerikanischen Gewerkschaften tun, gibt es immer wieder
Ueberraschungen. Hier ist z.B. ein Leitartikel aus der "New York Times" ueber
eine Genossenschaft von Arbeitgebern und Arbeitern beim Haueserbau. Die Internationale Vereinigung der Elektro-Arbeiter (IBEW), die der AFL angeschlossen ist,
hat sich mit ihren Arbeitgebern zu einem Plan zusammengetan, um ein grossangelegtes Haeuserbauprogramm zu fördern.
"Das Pr jekt, dass sich auf 2000 Wohnungen erstreckt^ und dessen Kosten etwa
20 Millionen Dollar betragen werden, das das in Queens mit finanzieller Hilfe der
Elektroarbeiter der AFL und einigen ihrer Arbeitgeber durchgefuehrt wird, stellt
eine originelle und interessante Entwicklung dar, nicht nur auf dem Gebiete des
Wohnungswesens, sondern auch in bezug auf die Arbeitsbeziehungen. Es ist ein Beispiel, das wohl der Beobachtung und der Nacheiferung seitens anderer Arbeitnehmer
Arbeitgeber-Gruppen wert ist. Bs ist darin ein Preis fuer den Erwerb oder fuer
eine Miete vorgesehen, der nach dem heutigen Lebensstandard gemessen, erstaunlich
niedrig ist. Da eine Gewerkschaft an dem Projekt beteiligt ist und die Gewericschaften des Baugewerbes ebenfalls daran teilhaben, mag dies als ein Masstab dafuer dienen, was das eigene Interesse an einem schnellen und wirtschaftlichen
Bauen fuer die ''.'ohnungskosten bedeuten kann.
Der Landesbeauftragte fuer das "Tohnungswesen, Stichman, der einer der ersten
Foerderer dieses neuen Planes ist, hat diesen mit grossem Stolz verkuendet. Er
warnte die privaten Bauunternehmer und sagte, "3ie sollten sich d^rueber klar
werden, dass, wenn sie nicht schleunigst den Forderungen der Familien mit kleinem,
mittleren Einkommen nach Preisen, die sich sich leisten koennen, nachkommen, diejenigen, die eine V.'ohnung brauchen, sich anderen kooperativen Irojekten anschliessen
und die Angelegenheit selbst in die H-ind nehmen. " Er sieht das Frojekt auch von
der Seite an, dass 'die .jbeiterschaft ein weiteres Interesse daran nimmt, die
Kosten fuer den -ohnungsbau herabzusetzen, was sich fuer die gesamte Geffentlichkeit zum Vorteil auswirkt." 3r berichtet, dass es jetzt im Staate New York 22.000
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�beschaeftigungslose Bauarbeiter gibt, mehr als die Haelfte derjenigen hier bei
uns, trotz des Wohnungsmangels.
Mr. Stichman aeusserte sich dahingehend, dass dies das groesste gerne innuetzige kooperative Wagnis aus dem Gebiete des Bauwesens sei, das jemals unternommen
wurde. Zwei Jahre lang hat er diesen Gedanken an ein kooperatives tfohnungsbauwesen genaehrt, und so werden die ersten Unterkuenfte in Bell Park Gardens,
Queens,- ein Projekt zur Schaffung von 800 Wohnungen fuer ehenalige Kriegsteilnehmer- gegen Mitte des Sommers beziehbar werden. An anderen Orten des Staates
scheint die Idee Boden gefasst zu haben. Es kommen auch schon aus dem mittleren
Westen Anfragen ueber das neu angekuendigte Kooperativ-Programm unter Mitwirkung
von Gewerkschaft und Arbeitgeber.
"Ehe New York Times" U . Mai 1949
D U AHBBITgRBTTJ)ONG ÜHD DIE GEWERKSCHAFT
Kachstehender Artikel aus dem "Labor Sducation Guide" des Amerikanischen
Arbeiterbildungs-Dienstes ist ein Bericht ueber eine Studiengruppe, den Lawrence
Rogin, der Leiter fuer das Bildungswesen des Textilarbeiter-Verbandes Amerikas,
kuerzlich abgegeben hat. Er befasst sich mit der Bedeutung der Arbeiterbildung
fuer die Gewerkschaft*
"Wie koennen wir das, gewerkschaftliche Bildungswerk, als Teil und als Gesamtes
innerhalb des gesamten Gewerkschaftsprogramms entwickeln« V/ie kann es aus der
alltaeglichen gewerkschaftlichen Taetigkeit herauswachsen und andererseits dazu
beitragen, die Arbeit der Gewerkschaft zu staerken. Wie kann es so ausgestaltet
werden, dass es von den Fuehrern und der breiten Masse der Mitglieder der Gewerkschaft als nuetzliche und notwendige SelbstverstÄndlichkeLt angesehen wird."
Das waren die Fragen, die von einer Gruppe von Gewerkschaftslehrern, die zu
Anfang dieses Jahres in einer besonderen Fabrik zusammengerufen worden waren,
eroertert wurden. Man war sich darueber einig, dass der Begriff "Lerne durch
Taetigkeit" ein gesundes erzieherisches Prinzip sei, und die Aufgabe des Direktors
fuer Bildung darin besteht, jede Phase der Gewerkschaftstaetigkeit, die einen
guten Ausgangspunkt fuer den Lehrprozess liefert, zu erkennen und zu nutzen,
sowie Techniken bei dieser Taetigkeit zum Aufbau von Bildungsprogrammen zu finden.
Eine solche Bildung wird die Arbeit der ganzen Gewerkschaft staerken.
Unter den Punkten, die eine gute Basis fuer die Bildungsarbeit bieten, wurde
auch die Notwendigkeit genannt, die Betriebsvertrauensmaenner so zu schulen,
dass sich ihre. Taetigkeit erfolgreich auswirkt.
Ein Weg, um eine starke Gewerkschaft aufzubauen, besteht darin, dass man
die Verbindung zwischen der breiten Masse der Gewerkschaftsmitglieder und der
obersten Fuehrerschicht staerkt. In dieser Hinsiekt hat der Betriebsvertrauensmann eine Schluesselstellung inne. Der Vertrauensmann sollte daher als ein
Bildungsmittler angesehen werden, und man sollte ihm daher bei seiner Bildungsarbeit
innerhalb der Mitgliederschaft helfen. Er muss z.B. lernen, ein Gewerkschaftsabkommen zu erklaeren und zu erlaeutern. Gar zu oft wird er zu Vertragsabschluessen
herangezogen, an deren Entwurf er nicht beteiligt war, und dass erwartet man von
ihm, dass er sie richtig durchfuehrt. Er sollte dazu ermutigt werden, die Durchfuehrung im Sinne des Bildungsprogramms zu bewerkstelligen."
"Labor Education Guide" Band VII No. 3.
TECBNISCHE AUSBILDUNG IN DER WELTGESÜNDÜNG
Paul G. Hoffman, der Leiter des ECA (Verwaltungsausschuss fuer das ERP) hat
vor kurzem dem Amerikanischen Bildungs- und Erziehungs-Rat erklaert, dass das
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�Ziel des Marshallplans darin besteht, fuer ganz Europa einen hohen Lebensstandard
zu schaffen.
"Wir arbeiten auf das Ziel hin, dass die freien Nationen Europas ihrer Bevoelkerung einen Lebensstandard geben koennen, der nicht nur dazu ausreichen soll,
ihr Leben in "stiller Verzweiflung" zu fuehren, sondern hoch genug, um den Menschen
einen Ansporn zur Arbeit, zum Leben und zum Fortschritt als freie Menschen zu geben.
Es ist klar, dass eine erhoehte Produktion der wichtigste Punkt fuer eine wirtschaftliche Gesundung ist. Da praktisch in allen Laendern, in denen der ECA wirkt,
tatsaechlich in allen Laendern mit Ausnahme Deutschlands und Italiens - der Mangel
an Arbeitskraeften ein Problem darstellt, so bedeutet dies vielmehr einen erhoehten
Ausstoss pro Mann und Arbeitsstunde als lediglich eine Erhoehung der Arbeiterzahl
und eine groessere Verwendung von Maschinen
"Kuerzlich in Europa unternommene Studien
haben gezeigt,.... dass die
Industrieproduktion pro Mann und Arbeitsstunde in dem Vereinigten Staaten 2\ - 3mal
hoeher liegt als in Europa
Der ECA und die ECA-Nationen machen nun den Vorschlag,
das "warum" der hoehren amerikanischen Produktivitaet festzustellen und womoeglich
dieses "warum" in europaeische Begriffe zu uehersetzen....
"Ich moechte hier erklaeren", fuegte Mr. Hoffman hinzu, "dass eines der Ergenisse des Programms diesseits des Atlantik die Entdeckung war, dass die europaeischen Arbeiter und Sachverstaendigen viel zu unserem industriellen Wissen beizutragen haben. Das Programm hat sich vielmehr als ein "Austasch von Ideen" erwiesen als lediglich ein Export der "Belehrung". Die Neue Welt kann die Alte Welt
vieles ueber Massenproduktion lehren, aber die Alte Welt ist den Produktionstechniken der Neuen Welt in vielen Faellen ueber legen."
"ECA Labor Information" 11. Mai 1949
LEBENSMITTELKOSTEN-INDEX; EIN VERGLEICH
Nachstehende Tabelle enthaelt die Lebensmittelindexzahlen fuer eine Reihe
europaeischer Laender wie auch fuer Canada und die Vereinigten Staaten. Es handelt sich hierbei nicht um einen Lebenshaltungsindex, sondern lediglich um den
ueblichen hauptsaechlichen Posten in den Lebenshaltungskosten fuer Arbeiter. Man
wird feststellen, dass Grossbritannien hierbei nicht aufgefuehrt wird. Da das
Land seine Indexzahl insofern geaendert hat, als das Jahr 1947 als Grundjahr angenommen wird, war es nicht moeglieh, diese Zahlen zusammen mit denen der anderen
Laender aufzufuehren, die 1937 als Grundjähr annehmen. Wenn man die Zahl fuer das
Grundjahr mit 100 annimmt, dann war die LebensmittelIndexzahl fuer 1946 das Vereinigte Koenigreich 122. Auf der Basis von 1947 mit 100, betrug der Index fuer
1948 108.
Index fuer Lebensmittelkosten fuer bestimmte Laender und Jahre 1937 = 100
Land
Durchschnitt 1947 Duchschnltt 1948 Letzter Bericht 1949
Oesterreich
204
325
413 Januar
Belgien
305
384
375 Februar
Canada
155
189
194 Februar
Tschechoslowakei 317
316
nicht gemeldet
Daenemark
170
173
174 Januar
Finnland
719
950
956 Februar
Frankreich
1,030
1,650
1,845 Februar
Deutschland (Bizone) 126
134
151 Februar
Norwegen
162
168
154 Februar
Portugal
220
211
213 Februar

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13 -

�La,nd

Durchschnitt 1947

Spanien
Schweden
Schweiz
Vereinigte Staaten

Durchschnitt 1948

581
156
171
184

599
l68
177
200

Letzter Bericht 19^9
nicht gemeldet
168 Februar
177 Februar
190 Februar

International Labour Review, April 1949
BERGARBEITERVERBAND LEHNT EINE
EINLADUNG DES WFTÜ AB
Der Executivausschuss des Internationalen Bergarbeiterverbandes stimmte
auf einer Versammlung, die am 6. Kai in Washington stattfand, dafuer, die Einladung des Weltgewerkschaftsbundes (WFTü) zu der Konferenz dieser Organisation,
die im Juni in Mailand stattfinden soll, abzulehnen. Der Bergarbeiterverband,
der im Jahre 1890 gegruendet wurde, ist der aelteste internationale Verband der
Welt. Er wird am 5. Oktober in Amsterdam zu einer Konferenz zusammentreten.
Der Executivausschuss verpflichtete sich auf der Versammlung, darauf hinzuarbeiten, in allen Laendern hoehere Normen im Bergbau zu erreichen.InZusammenhang hiermit bestaetigte die Konferenz das Normenprogramm, das auf der kuerzllchen Versammlung der Bergarbeiter aus verschiedenen Laendern in Pittburgh unter
der Schirmherrschaft der Internationalen Organisation fuer Arbeitsfragen (ILO) aufgestellt worden war. Auf der Konferenz in Washington waren folgende Laender vertreten; Canada, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Oesterreich, Belgien,
Holland, Schweden, Norwegen, die Suedafrikanische Union, die Vereinigten Staaten
und Indien. Ein Vertreter der Bergarbeiterverbaende Japans war als Beobachter
anwesend. Die Gewerkschaften, die vertreten waren, zaehlen etwa 2 Millionen
Bergarbeiter.
Aussenministerium "Radio Bulletin" 6. Mai 49
DIB NOTWENDIGKEIT EINES WEITEREN AUSBAUS
DER ARBEITERBILDUNG
In einer sich so rasch wandelnden 7/elt muss die Bildung bestaendigen Charakter haben. Die Gelehrsamkeit von gestern kann vielleicht nicht ganz den Anforderungen von heute gerecht werden. Der Bildungsinhalt muss sich in dem Masse
veraendern, wie neue Probleme auftreten. Der Arbeiter in der Werkstatt wie auch
der Arbeitgeber muss den Lehrprozess fortfuehren. Das alles sind einfache Tatsachen des Lebens, die die fortschrittlichen Gewerkschaftler begreifen. Es sind
dies die einfachen Tatsachen des Lebens, die in allen Laendern, wo- freie demokratische Gewerkschaften geschaffen wurden, eine Arbeiterbildung entstehen lassen.
Wir zitieren hier kurz einige Punkte ueber dieses Thema aus einem Artikel
ueber* Gemeinschaftsarbeit auf dem Gebiete der Arbeiterbildung von Eleanor
G. Coit und Orlie Pell vom Amerikanischen Arbeiterbildungsdienst, einer Organisation, die von den amerikanischen Gewerkschaften unterstuetzt werden.
"Heutzutage ist die Arbeiterbildung ihrem CHrakter nach in steigendem
Masse funktioneller Natur. Die Gelegenheit fuer die Gewerkschaftsmitglieder,
ihre Faehigkeiten zu erhoehen, um die Frobleme, denen sie sich gegenuebersehen,
zu verstehen und sie in wirksamer "'.'eise zu loesen, beruht groesstenteils auf
ihrer Beteiligung an den Massnahmen ihrer Gewerkschaft. Die Frage, der die

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�Arbeiterbildung gegenuebersteht besteht darin, diejenige Art geistiger Beteiligung
anzuregen und zu unterstuetzen, die auf ein solches Wachstum an Verstehen und
Praxis hinauslaeuft.
"So finden wir, dass die Bildung, wie sie heute in der Arbeiterbewegung
fortgefuehrt wird, direkt aus den tagtaeglichen Sorgen, Noeten und Massnahmen
der Gewerkschaft Brwaechst. Wo diese Massnahmen auf soziale Fragen stossen,
werden sie zu dem Boden, auf dem ein groesseres Verstaendnis und ausgedehnte
soziale Beziehungen wachsen und sich entwickeln koennen. Etwa im Aufbauprozess
der Gewerkschaft, wo z.B. die Mitglieder lernen muessen, die Ziele der Gewerkschaft und die Bedeutung der gesamten Arbeiterbewegung im Leben der Nation zu
•erstehen und dies den neuen Mitgliedern zu erlaeutern und klarzumachen. Oder
etwa bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, wo die Gewerkschaftsvertreter
die Kraefte verstehen muessen, die die Industrie beeinflussen, wie auch das
laufende wirtschaftliche Bild.
Bei der Bearbeitung von Beschwerdefaellen und der Durchsetzung eines Gewerkschaftsabkommens muessen die Vertrauensmaenner und die Vertrauensobleute
des Betriebes staendig ein wachsendes Verstaendnis fuer die manschlichen
Beziehungen wie auch fuer die mehr technischen Seiten ihres Aufgabengebietes
an den Tag legen. Die Streiklage mit ihren ausgedehnten Rueckwlrkungen auf das
Leben und die Empfindungen der Gewerkschaftsmitglieder bietet ein weites Feld
an Gelegenheiten fuer die Art der Taetigkeit, die den Blick des Gewerkschaftsmitgliedes weitet. Jedes dieser Betaetigungsgebiete der Gewerkschaft erfordert
realistische und verantwortliche Massnahmen seitens vieler Gewerkschaftsmitglieder, die durch ihre Ausschuesse und Raete taetig sind.
Waehrend der letztvergangenen Jahre hat sich die Taetigkeit der Gewerkschaften in bemerkenswerter Weise auf Beziehungen zu Regierungsstellen ausgedehnt, und dies hat den Gesichtskreis der Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder am Verstaendnis fuer das soziale und wirtschaftliche Leben des Landes erweitert. Ob es sich nun darum handelt, dass ihr Fall vor einem Arbeitsausschuss vorbereitet wird oder ob es darum geht, Ausschuesse unterzubringen, in
jedem Falle sehen sich die Gewerkschaftsmitglieder einem Taetigkeitsgebiet gegenueber, das ein tieferes Wissen und Verständnis fuer das Funktionieren unseres
politischen und wirtschaftlichen Systems erfordert."
"Artikel aus dem im Jahre 1%8 erschienenen
Buch "A Decade of Group Work"
DAS FORSCHUNGSINSTITUT FUER SOZIAL- UND VERWALTUNGSWISSENSCHAFTEK IN KOELN
In No. II-l der "Arbeitsmitteilungen" brachten wir auf Seite 6 einen Bericht
ueber das Arbeitsgebiet der Sozialforschungsstelle in Dortmund, die der Univer-»
sitaet Lluenster angeschlossen ist. Wie wir erfahren, besteht auch in Koeln ein
solches Institut. .Vir haben uns daraufhin mit der betreffenden Organisation in
Verbindung gesetzt und gebeten, uns ihr Programm und Einzelheiten ueber ihr Arbeitsgebiet zugehen zu lassen. Nachstehend bringen wir eine Notiz hierueberj die
zweifellos einen grossen Krei3 unserer Leser interessieren duerfte;
Deutsche Forschungsstelle fuer Fragen des Arbeits- und Sozialrechts
an der Universitaet Koeln
Ausser der in ITr. I I - l auf Seite 6 genannten Forschungsstelle besteht auch
an der Universitaet Koeln ein Forschungsinstitut fuer Sozial- und Verwaltungswissenschaften, dessen Abteilung Sozialrecht unter der Leitung von Professor Dr.
H.C. Nipperdey steht. Dieser gilt auf Grund seiner jahrzehntelangen Arbeiten als
-

15

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�einer der fuehrenden deutschen Wissenschaftler auf dem Gebiete des Arbeitsrechts.
Die Sozialrechtliche Abteilung des Koelner Forschungsinstituts steht in
engem Arbeitskontakt mit allen fuehrenden Persoenlichkeiten des deutschen Arbeitslebens in den Arbeitsbehoerden und Arbeitsgerichten wie in den deutschen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen. Anhand des ihr zur Verfuegung stehenden
umfassenden Materials ist sie in die Behandlung der grossen Gegenwartsfragen des
deutschen Arbeitsrechts eingeschaltet und wird bei deren Neugestaltung laufend zu
wissenschaftlicher Beratung und Begutachtung in Anspruch genommen.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungstaetigkeit auf dem Gebiete des
deutschen Arbeitsrechts sollen in eigenen Veroeffentlichungen niedergelegt werden.
Als erstes Werk erscheint im Monat Juni 1949 (in dem Bfbderstein Verlag, Muenchen)
eine umfassende Textsammlung der arbeitsrechtlichen Gesetze und Vorschriften aus
allen Zc»n und Laendern Deutschlands, in der erstmals die unuebersichtllche deutsche
Gesetzgebung zum Arbeitsrecht systematisch geordnet vollstaendig zusammengestellt
ist. Das 'tferk wird als Loseblattausgabe laufend weitergefuehrt werden.
Sodann wird von dem Direktor der Soziali'echtlichen Abteilung des Forschungsinstituts in Gemeinschaft mit allen fuehrenden Wissenschaftlern und Praktikern des
deutschen Arbeitsrechtslebens die zur Zeit einzige unabhaengige arbeitsrechtliche
SpezialZeitschrift in Deutschland 'Recht der Arbeit' herausgegeben, die bereits
im zweiten Jahrgang erscheint und fuer die Wissenschaft wie die Praxis des deutschen Arbeitslebens ein une±behrliches Organ geworden ist.
Fuer Interessenten, die sich mit dieser Forschungsstelle in Verbindung setzen
wollen, wird ihre Anschrift wiederholt;
Abteilung Sozialrecht
des Forschungsinstituts fuer Sozial- und Verwaltungswissenschaften an der Universitaet Koeln,
Albertus-Magnus-Platz

- 16 -

Manpower Division
OKGUS, APO 742

OFFICIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse and anderen Quellen dar and dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - ]£

Berlin, 10. Juni 1%9
INHALTSVERZEICHNIS
Die AFL schickt Lebensmittel an die Streikenden
in Berlin

1

Ausgang der Wahlen in den geschlossenen Gewerkschaftsbetrieben (
, union Shops) Amerikas
Die deutschen Gewerkschaftler beginnen ihre Studien
ueber die amerikanische Arbeiterschaft —
Aufforderung an die Jungen Maedchen Amerikas, fuer ihre
Arbeit und ihr Heim Plaene zu machen.

2
3
3

Die oesterreichische Arbeiterschaft tobt den Marshallplan Die ILO fordert Lohnsicherheit fuer die Arbeiter
Der CIO v e r u r t e i l t den kommunistischen Streikbruch in
Berlin

4
4

Scharfe Antwort an Russland
- Ein Schwede berichtet ueber Amerika
_-_
_Die Forderungen der amerikanischen Musiker —
--- —
Besprechungen mit dem ECA in Griechenland ueber die

5
6
7

5

Beziehungen der Landarbeiter
Ende des Streiks in den Fordwerken
Die Gewerkschaften in Grossbritannien
Die kommende Generation
—
Zum Berliner Streik
Die englischen Kommunisten und der Verwaltungsausschuss

8
8
9
10
10

fuer das europaeische Wiederaufbau-Pro gramm (ECA) —
Fuenfzig Jahre Ruskin College
Mai Botschaft der b r i t i s c h e n Arbeiterschaft
Die Schwierigkeiten der Kommunisten in Bulgarien
Polens Produktionsgang a l s schleppend bezeichnet Bezahlter Urlaub fuer d i e Arbeiter in den chemischen
Betrieben - -

10
11
13
14
15

-

15

DIE AFL SCHICKT LEBENSMITTEL AN DIE STREIKENDEN IN BEi&amp;IN
Die AFL wird an die streikenden Eisenbahner in Berlin CARE-Pakete mit Lebensmitteln
im Werte von $5.000 schicken, kuendigte Matthew Woll, der Vorsitzende des Ausschusses
der Freien Gewerkschaften an. Er e r k l a e r t e , diese Pakete s o l l t e n ein Zeichen der
"moralischen und materiellen ünterstuetzung" s e i n . Woll sandte g l e i c h f a l l s ein Telegramm von der AFL and den sntikommunistischen Gewerkschaftsbund in B e r l i n , i n dem dem
-

1

-

�mutigen Kampf gegen d i e r u s s i s c h e n Bedruecker und d i e "deutschen moskauhoerigen
Marionetten" B e i f a l l und Anerkennung g e z o l l t wird".
AUSGANG DER WAHLEN IN DM GESCHLOSSENEN GEVJERKSCHAFTSBETRIEBEN (UNION SHOPS) AMERIKAS
In den Vereinigten Staaten hat eine Gewerkschaft das Recht, die Arbeiter in
einem Betrieb zu organisieren. Manchmal kommt es aber auch zu Streitigkeiten. Zwei
oder auch mehr Gewerkschaften rivalisieren miteinander, um in einem Betrieb die
Vorherrschaft zu gewinnen, oder vielleicht Ist der Arbeitgeber auch nicht davon
ueberzeugt, dass die Arbeiter eine Gewerkschaft wuenschen, die sie vertreten soll.
Im Falle einer solchen Streitigkeit ist im Gesetz vorgesehen, dass eine Wahl durchgefuehrt werden soll. Die untenstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse von 23.584
solcher Wahlen, die im Laufe des Jahres vor dem 31. August 1948 vom National
Labor Relations Board (dem Landesausschuss fuer Arbeitsbeziehungen) durchgefuehrt
wurden.
Bei diesen Wahlen wurden die Arbeiter aufgefordert, folgende Frage mit "Ja"
oder "nein" zu beantworten* Wuenschen Sie, dass die nachstehend genannte Gewerkschaft ein Abkommen mit Ihrem Arbeitgeber trifft, auf Grund dessen der Beitritt
zu dieser Geweikschaft eine Anstellungsbedingung darstellt. Die Tabelle zeigt die
Anzahl der Wahlen, in denen die Gewerkschaften der AFL siegreich hervorgingen,
ausserdem diejenigen, in denen die CIO-Gewerkschaften siegten sowie die Wahlsiege
der unabhaenglgen Gewerkschaften.
Unab-

Anzahl der abgehaltenen Wahlen
Entscheide fuer den union shop Entscheide gegen den union shop
Stimmberechtigte Arbeitnehmer
Arbeitnehmer fuer den union shop
Arbeitnehmer gegen den union shop —
Arbeitnehmer, die keine Stimme abgaben

Insgesamt
23,584
23,055
529
2,582,982
2,107,039
126,464
349,479

AFL
CIO
haenglge
17,056
3,109
3.419
16,644
3,066
3,345
412
43
74
1,330,722 873,481 378,779
1,108,309 711,685 287,045
52,428
40,374
33,662
169,985 121,422
58,072

Es muss darauf hingewiesen werden, dass man bei zwischen dem "union shop",
fuer den sich die ueberwaeltigende Mehrheit der Arbeiter aussprach, und dem
"closed shop", der gesetzlich verboten i s t , unterscheiden muss. Der "closed Shop"
i s t ein Betrieb, in dem nur Arbeitnehmer e i n g e s t e l l t werden koennen, die Gewerkschaftsmitglieder sind. Ein Arbeiter, der nicht Gewerkschaftsmitglied i s t , kann
in einem "union shop" beschaeftigt sein, man erwartet aber von ihm, dass er nach
einiger Zeit Gewerkschaftsmitglied wird. Die Bedingungen, denen zufolge vom
Arbeiter verlangt wird, der Gewerkschaft beizutreten,.sind in dem Kontrakt zwischen
der Gewerkschaft und dem Arbeitgeber im einzelnen niedergelegt. Die naechste
Tabelle zeigt obige Ergebnisse in Prozenten.
Insgesamt
Anzahl der abgehaltenen Wahlen
100.0
Entscheide fuer den union shop
97.8
Entscheide gegen den union shop — —
2.2
Stimmberechtigte Arbeitnehmer
100.0
Arbeitnehmer fuer den union shop
81.6
Arbeitnehmer gegen den union shop
4.9
Arbeitnehmer, die keine Stimme abgaben 13.5
Prozentsatz derjenigen Waehler, die fuer
den union shop stimmten
94.3

AFL
100.0
97.6
2.4
100.0
83.3
3*9
12.8

CIO
100.0
98.6
1.4
100.0
81.5
4.6
13.9

95.4

94.6

Unabhaengige
100.0
97.8
2.2
100.0
75.8
8.9
15.3
89.5

Aus einem Artikel von Professor John A. Hogan in der April-Ausgabe der Zeitschrift
"Induatrial and Labor Review".
- 2 -

�DIE DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTLER BEGINNEN IHRE STUDIEN
UEBER DIE AMERIKANISCHE ARBEITERSCHAFT
"Elf deutsche Gewerkschaftler haben die erste von einer Reihe 2-monatiger
Besichtigungsreisen durch die Vereinigten Staaten begonnen, die den Zweck verfolgen, den deutschen Arbeitern die Technik der Demokratie Tom Standpunkt des
amerikanischen arbeitenden Menschen aus zu zeigen, erklaerte Maurice J. Tobin,
der amerikanische Arbeitsminister.
Diese Gruppe, die auf Veranlassung der Manpower Division der Amerikanischen
Militaerregierung in Deutschland hinausgesandt wurde, steht, wie auch die apaeter
folgenden, unter der Schirmherrschaft des Bueros fuer Internationale Arbeltsangelegenheiten des Arbeitsministeriums. Im ganzen werden 50 Gewerkschaftler aus den
Westzonen und aus Berlin erwartet.
Die erste Gruppe verbringt die erste Woche in Washington, um den Kbngress,
die Bundesstellen, die sich mit Arbeitsangelegenheiten befassen, die Landeshauptstelle der APL, des CIO, der Railway Labor Executives' Association, wie auch
andere Arbeiter- und Arbeitgeber-Organisationen kennen zu lernen, Der Rest der
Reise wird damit ausgefuellt sein, dass die Besucher Staedte besichtigen, in
denen ihnen die Ortsgewerkschaften als Fuehrer dienen. Gestern wurde die Gruppe
dem Arbeitsminister Maurice J. Tobin vorgestellt.
Minister Tobin bezeichnete das Programm als "einen Versuch, den Arbeitern
neuen Mut zu geben und ihnen zu beweisen, dass die Demokratie arbeiten kann und
dass sie des Kampfes um sie wert sei.
"Es handelt sich hier nicht um eine einfache Besichtigungsreise", sagte
Tobin. "Der Plan in Washington wird Irgend einen Realunterricht in sich schliessen
ueb'er die amerikanischen Arbeitsangelegenheiten. Die Fahrten nach anderen Staedten
werden in erster Linie von den Ortsgewerkschaften und einzelnen Gewerkschaftsmitgliedern gefuehrt werden. Wir hoffen, dass jeder Deutsche bei einem amerikanischen
Arbeiter wohnen und lernen kann, wie die Arbeiter hier leben und wie die Gewerkschaften arbeiten. Sie werden auch die Meximen der Betriebsleitungen in den •'•'ericstaetten und Fabriken kennen lernen, in denen der hohe Lebensstandard der Amerikanischen Arbeiter geschaffen wird."
Ein Zweck der Tour besteht darin, einflussreiche antinazistische und Antikommunistische Deutsche in die Lage zu versetzen, aus ihrer persoenlichen Erfahrung ueber die Vereinigten Staaten sprechen zu koennen, wie aus einer Erklaerung
der Militaerregierung hervorgeht. Ein weiterer Zweck ist der, praktische Informationen darueber weiterzugeben, wie sich die freien Gewerkschaften organisieren,
wie sie Vertraege und Abkommen abschliessen, wie sie selbst demokratisch geleitet
werden und wie sie am gewarnten Aufbau der demokratischen Regierung beteiligt sind."
"AFL '.feekly News Service" 29. April 1%9
AUFFORDERUNG AN DIE JUNGEN MAEDCHEN AMERIKAS. FÜER IHRE
ARBEIT UND IHR HEIM PLASNE ZU MACHEN.
Das Amt fuer Frauenangelegenheiten im Amerikanischen Arbeitsamt hat vor
kurzem einen Ueberblick ueber die Erfahrungen der Jungen Maednhen fertiggestellt,
die an den hoeheren Schulen ihre Abschlusspruefung abgelegt haben, von denen die
meisten noch Junge Maedchen im Alter von 18 oder 19 Jahren sind. Auf Grund von
Tatsachen hat das Amt den Jungen Maedchen geraten, sich sowohl auf ein Helm wie
auch auf eine Taetigkeit vorzubereiten.
Der Lebensablauf des typischen amerikanischen jungen Maedchens ist etwa folgender; Wenn sie die hoehere Schule absolviert
hat, dann nimmt sie eine Stellung an und verheiratet sich spaeter.
"Von 5 Frauen sind heute 4 verheiratet, von 3 ist eine, die Arbeit hat und
von 4 Frauen haben 3 in ihrem Leben 9ine Zeitlang ausserhalb ihres Heims gearbeitet.

- 3 -

�Etwa ein Drittel a l l e r jungen Maedchen, die die Hochschule absolviert haben,
setzen ihre Weiterbildung f o r t . Mehr als die Haelfte a l l e r Maedchen, die 18 und
19 Jahre a l t sind, stehen in Beschaeftigung.
Die Arbeitsmoeglichkeiten schwanken in den verschiedenen Teilen des Landes.
Im Allgemeinen besteht jedoch Nachfrage nach Frauen in Berufen wie Stenotypistinnen, Schreibmaschinendamen, Telefonistinnen Ladenverkaeuferinnen, Buchhalterinnen,
Restaurant und Cafe-Angestellte, Schneiderinnen, Kunstgewerblerinnen, Modeschoepferinnen, Wirtinnen, Innendekorateure, Modelle und Personalbearbeit erinnen.
Die Nachfrage schwankt bei Modistinnen, Angestellten in Juweliergeschaeften,
Rundfunksprechern und Saisonarbeiterinnen in Kurhotels und in solchen Industriezweigen wie in der Konservenindustrie und im Putzmachergewerbe.
Beschaeftigungsarten mit der gleichen Bezeichnung koennen stark schwanken,
worauf die Broschuere besonders aufmerksam macht. So bietet z.B. ein Bueroposten
in einem grossen Versicherungsbuero eine wesentlich unterschiedliche Umgebung als
ein Bueroposten in einem Krankenhaus. Eine junge Dame, die Beschaeftigung sucht,
s o l l t e sich daher vorher moegliohst genau ueber die Arbeitsbedingungen orientieren,
ehe s i e eine Beschaeftigung annimmt.
Amerikanisches Arbeitsiinisterium,
"Labor Information Bulletin" Mai 49
DIE OESTERREICHISCHE ARBEITERSCHAFT LOBT
DEN MARSHALL-PLAN
Unlaengst hat die "Solidaritaet", die Zeitschrift des Oesterreichischen Gewerkschaftsbundes, d i e oesterreichischen Gewerkschaften dazu aufgerufen, sich
aktiv im Sinne des Marshall-Plans zu betaetigen, und erklaert, dass "die MarshallPlan-Hilfe in Wirklichkeit die oesterreich!sehe Wirtschaft wieder in Gang gebracht
habe."
"Innerhalb der Organisation des Marshall-Plans hat man den Gewerkschaften
mehr und mehr eine beratende und entscheidende S t e l l e eingeraeumt", heisst es in
dem Artikel. "Aber wie koennen die Gewerkschaftsvertreter ihren Pflichten nachkommen und den Interessen der Arbeiter dienen, wenn sie nicht einmal in der Lage
sind, ihre eigenen Interessen wirksam geltend zu machen. Eine genaue Kenntnis
der Organisation, des Mechanismus und der Ziele des Marshall-Plans i s t eine absolute Notwendigkeit fuer eine wirksame Zusammenarbeit«
"Es i s t daher wesentlich, dass die Arbeiter ueber a l l e Fragen, die den
Marshall-Plan angehen, bestens informiert sind, und dass s i e sich an allen seinen
Problemen aktiv beteiligen," erklaerte die "Solidaritaet". "Ebenso wie der Arbeiter mit seinen Maschinen umzugehen verstehen muss, wenn seine Produktivitaet nicht
nachlassen und Schaden auftreten s o l l , so muss die europaeische Arbeiterschaft das
komplizierte Funktionieren diese neuan Werkzeuge verstehen, um es zu seinem Vorteil
benutzen zu koennen."
"ECA Labor News". 19. Mai 1949
DIE ILO FORDERT LOHNSICHEBHEIT FUER DIE ARBEITER
In vielen Laendern gibt es verschiedene Methoden, die die Arbeitgeber anwenden, um die Ausgaben der Arbeiter zu kontrollieren. Eine beliebte Methode
besteht darin, die Arbeiter zu veranlassen, in Laeden zu kaufen, die den Arbeitgebern gehoeren. Vielleicht bezahlt der Arbeitgeber seine Arbeiter nicht in
barem Gelde, sondern in Kreditgeld, das man nur in den Laeden ausgeben kann,
die dem Arbeitgeber gehoeren oder die unter seiner Kontrolle stehen. Wenn diese
Geldmittel wo anders in Zahlung genommen werden, so nur mit einem Abzug.
-

4

-

�Eine Konventur, die im letzten Jahre auf der Konferenz der Internationalen
Organisation fuer Arbeitsfragen.(ILO) in San Frandiseo in Vorschlag gebracht
wurde, wuerde alle solche Praktiken verbieten.

Auf der ILO-Konferenz, die am

8. Juni in Genf eroeffnet wird, wird ueber eine solche Konvention wieder diskutiert werden.

Die Konvention wuerde alle Nationen, die der ILO als Mitglied an-

gehoeren, bitten, entsprechende Gesetze zu erlassen.

Das bedeutet aber nocht nicht,

dass solche Gesetze in allen Nationen erlassen werden, wo solche Praktiken bereits in Erscheinung treten, sondern es bedeutet, dass das Bestehen eines solchen
internationalen Vorschlages dazu dienen wird, die oeffentliche Meinung zugunsten
eines solchen Schutzes der Arbeiter zu interessieren.

Die Konvention wuerde

auch die Arbeiter vor einer ungesetzlichen Beschlagnahme oder Einziehung ihrer
Loehne schuetzen und wuerde ihre Rechte in solchen Faellen wahrnehmen, in denen
das Unternehmen, in dem.sie beschaeftigt sind, bankrott geht oder liquidiert
wird.
Aussenministerium "Radio Bulletin"
2k* Mai 1 % 9
DER CIO VERURTEILT DEN KOMMUNISTISCHEN
STREIKBRUCH IN BERLIN
James B. Carey, der Sekretaer und Schatzmeister des CIO hat die Massnahmen
der sowjetischen Behoerden im Zusammenhang mit dem Berliner Eisenbahnerstreik
als "Beispiel fuer den reaktionaeren Charakter des Kommunismus" bezeichnet.
"Aus den Tatsachen scheint klar hervorzugebsn, dass es bei dieser Streitfrage um den Reallohn der Arbeiter geht.

Jeder Arbeiter in der Welt weiss, dass

der Betrag, der in ein Geldstueck eingepraegt ist, nicht das Wesentlichste ist.
Das Wichtigste ist die Menge an Lebensmitteln, Kleidung, Wohnung und anderen
Beduerfnissen, die mit dem Inhalt der Lohntete erworben werden koennen.

Das

Verkehrspersonal in Berlin hat daher gestreikt, um klarzumachen, dass es erwartet,
dass man es mit einem Gelde bezahlt, das eine Kaufkraft besitzt, die seinen Taeglichen Beduerfnissen mehr angemessen ist.

Der Streit geht darum, ob die Leute

Westgeld bekommen oder Ostgeld mit seinem herabgeminderten Anschaffungswert.
"Aus den Tatsachen scheint gleichfalls klar hervorzugehen, dass die Kommunisten in Berlin, die von der sowjetischen Satellitenpolitik der Ostzone unterstuetzt werden, und sogar russische Offiziere den Versuch unternommen haben, den
Streik zu brechen.

Fuer so etwas kennen wir hier in den Vereinigten Staaten einen

besonderen Ausdruck,

Wir nennen das "scabbing" (Streikbrecherei uebelster Art)."

"Etwas, was sonderbarerweise bei dem Berliner Streik nicht in Erscheinung
tritt, ist ein Protest von WassiliJ V. Kusnjetzo», dem Fuehrer der Sowjetischen
Gewerkschaften.

Er laesst den Streikenden keine Hilfe zuteil werden, er prangert

auch die Streikbrecher nicht an, die wie es ueblich ist, einen niedrigeren Lebensstandard foerdern....Wir haben auch nichts •von einem Protest des Weltgewerkschaftsbundes (V.TTU) gehoert, der hier wieder einmal eine herrliche Gelegenheit haette,
um die Sache der Arbeiter zu verteidigen und sich fuer die gesetzlichen Gewerkschaftlichen Forderungen bzw. Ziele einzusetzen."
"Aussenministerium, "Radio Bulletin"
2h.

Mai 1949

SCHARFE ANTWORT AN RUSSLAND
Die Behauptungen und Vorwuerfe der kommunistischen Laender, dass der Marshall-Plan in Westeuropa Arbeitslosigkeit zur Folge habe, wurden in einer nicht
aufgezeichneten Debatte auf der Genfer Tagung der Wirtschaftskommission der UN
fuer Europa scharf zurueckgewiesen.

-

Auf dieser Sitzung, auf der untersucht

5 -

�werden sollte, in welcher Weise man den Cst-'Vest-Handel foerdern koennte, brachte
der russische Delegierte den Antrag ein, dass der Ausschuss fuer Arbeitseinsatzfragen bei der ECE die Lage der Arbeitslosigkeit untersuchen solle. Christopher
Mayhew, der britische Delegierte, warf den Russen Propagandaabsichten vor.
"Fuer die Sowjetregierung stellt die Arbeitslosigkeit in den Laendern des
'•'estens keine menschliche Tragoedie dar, auch kein Problem, das geloest werden
muss, es ist lediglich eine politische Gelegenheit, die ausgenutzt werden soll,"
erklaerte Mayhew. "Das ist auch der Grund, warum in so vielen Laendern die
Politik der kommunistischen Parteien darauf ausgerichtet ist, die Produktion
zu verlangsamen und politische Streiks zu schuerenr um die steigende Arbeitslosigkeit als eine 'Satte in der politischen Kriegsfuehrung zu gebrauchen. Dies erklaert auch die Feindselige Einstellung der sowjetischen Regierung gegenueber dem
Marshall-Plan, der einzig und allein zwischen den Laendern 'Vesteuropas und der
Moeglichkeit einer Arbeitslosigkeit auf einer sehr grossen Basis."
'Venigstens 1 Million Menschen sind in Russland ohne Beschaeftigung und haben
keinerlei Hilfe, sagte Mayhew. "Nach der englischen Definition betraegt genaess
den niedrigsten vernuenftigen Schaetzungen die Zahl der Arbeitslosen in Russland
1 Million, die vielleicht noch viel hoeher sein mag. Diese Arbeitlosfekeit besteht
trotz der drueckendsten Arbeitsdisziplin in Europa, zu der noch die Einrichtung
der Zwangsarbeit auf riesiger Basis kommt. - Es besteht keinerlei System einer
Arbeitslosenversicherung wie bei den westlichen Demokratien. Diese Hunderttausende von Menschen, die keine Arbeit finden, laufen hungrig umher."
Das Betteln ist in Russland sehr stark verbreitet, sagte der britische Delegierte, und fuegte hinzu, dass "die Arbeitslosigkeit in der Sowjetuniom geheimgehalten wird, um das kommunistische Propagandamaerchen aufrechterhalten zu
koennen, dass Sowjetrussland dem Westen in bezug auf die Rechte und Normen der
Arbeiter dem Westen noch etwas beibringen koennte."
Die Arbeitslosigkeit sei hauptsaechlich eine "Wechselfolge der Beschaeftigung"
erklaerte Mayhew. "Die Arbeitslosenziffer in England betrug im letzten Maerz
340.000
Das sind nur 1.7? der versicherten arbeitenden Bevoelkerung
Unsere Arbeitslosigkeit traegt hauptsaechlich voruebergehenden Charakter
Augenblicklich sind mehr als die Haelfte dieser 340.000 Arbeitslosen fuer eine
Zeit von weniger als 3 Monaten ohne Beschaeftigung gewesen."
In der Bizone, fuhr Mayhew fort, "ist der Hauptgrund fuer den hohen Arbeitslosenstand darin zu suchen, dass 650.000 Deutsche der Armut und dem Schrecken der
Sowjetzone entflohen sind....Unsere sowjetischen Kollegen haben die Ostzone nicht
erwaehnt. Dort belaeuft sich die Zahl der Arbeitslosen nach dem letzten Stand
auf 230.000." Die Konzentrationslager in der Russischen Zone sind im Augenblick
dichter bevoelkert als im Jahre 1939. Es werden dort 200.000 bis 300.000 Gefangene festgehalten, sagte der britische Delegierte der ECE.
"ECA Labor Information
EIN SCHWEDE BERICHTET UEBER AMERIKA
r

Hochqualifizierte wirksame Fabrikationsmethoden und ein grosser Binnenmarkt
sind die Grundlagen fuer die grosse industrielle Produktiom der Vereinigten
Staaten, sagte Axel Strand, der Vorsitzende des Schwedisehen GevrerkSchaftsbundes,
nach seiner Rueckkehr von einer Reise nach den Vereinigten Staaten.
Mr. Strand hatte vor kurzem eine Gruppe von 12 schwedischen Gewerkschaftlern
nach den Vereinigten Staaten begleitet, wohin sie unter der Schirmherrschaft des
ERP gefahren waren, und nach seiner Rueckkehr schrieb er einen Artikel fuer das
"Svenska Dagbladet", in dem er die Erfahrungen der Delegation im einzelnen darlegte.
Eine der wichtigsten Fragen, fuer die die Delegat?. o n e in e Antwort suchte,

- 6 -

�wari "Wie Kommt es, dass in Amerika die Eisen- und Stahlproduktion pro Mann und
Arbeitsstunde 2\ mal so gross ist wie in Europa. "Es wurde berichtet, dass ein
Walzwerk fuer duenne Platten, in den 5.000 Arbeiter in 3 Schichten beschaeftigt
sind, einen Iroduktionssatz aufwies, der zwischen 1, \ \ und 2 Millionen Tonnen
pro Jahr schwankte. Unsere Fachleute waren von der maschinellen Ausruestung,
von den Transportanlagen und der vorbildlichen Ordnung, die in den Fabrikationsräumen herrschte, stark beeindruckt.
Wirksame Transportanlagen innerhalb der Fabrikanlagen, die Existenz eines
ausgedehnten Binnenmarktes und ein 3schichtiger Betrieb tragen zu der Produktivitaet Amerikas bei, bemerkte Mr. Strand. Eine Verbesserung der internen Transportanlagen fuer Werkzeuge und Material in den Fabriken wuerde die schwedische Produktion heben, sagte er.
Im Norden Minnesotas sah die Delegation Sisenbergwerke, wo die Erzfoerderung
im Durchschnitt 40 Tonnen pro Arbeiter und pro Tag betraegt. In Detroit, Michigan,
besichtigten sie die Ford-Autowerke, "gleichzeitig ein Maerchen und Inferno", wie
sie Mr. Strand bezeichnete, wo 70.000 Arbeiter beschaeftigt sind, und wo auf jedem
der verschiedenen Fliessbaender 50 Automobile in der Stunde hergestellt werden.
Der schwedische Gewerkschaftsfuehrer sagte, dass sich die Arbeiter in Amerika
einer bedeutenden Freiheit in den Fabriken erfreuen, wo es fuer ihn den Anschein
hatte, dass das Arbeitstempo dasselbe sei wie in der schwedischen Industrie.
Obwohl er eine weite Spanne zwischen den besten und den schlechtesten Arbeitsbedingungen in den amerikanischen Fabriken feststellte, bemerkte er, dass der durchschnittliche Stand derselbe sei wie in Schweden.
"ECA Labor Information" 20. Mai 1%9
DIE FORDERUNGEN DER AMERIKANISCHEN MUSIKER
Jahrelang hat der Amerikanische Musikerverband (AFM), ein Verband der AFL,
einen Kampf durchgefochten, um Arbeitsplätze fuer "lebende" Musiker zu sichern
gegenueber den verschiedenen Formen der mechanischen Musik. Jetzt steht der Verband in einem anderen Kampf, ea geht naemlich darum, die Bill9tsteuer bei Konzerten
und In den Clubs herabzusetzen. Wir bringen nachstehend die Hauptpunkte aus einem
Artikel, der ueber dieses Thema in der Zeitschrift "Der Internationale Musiker,"
dem offiziellen Organ des AFM, veroeffentlicht wurde. Es handelt sich hier um
die Forderung, die 20'ige Vergnuegungssteuer abzuschaffen oder herabzusetzen. Der
Herausgeber der Zeitschrift, Leo Cluesmann, erkl.-ierte«"Das Ziel des AFM besteht darin, eine Aenderung dieser Steuer herbeizufuehren
und zwar angesichts der Tatsache, dass diese 3ich auf die Engagementsbedingungen
schaedlich auswirkt, und zwar nicht nur fuer die Mitglieder dieser Organisation
sondern fuer alle Arten von Äuenstlem und Darstellern in der Vergnuegung3Industrie;
sie zieht aber auch in nachteiligem Sinne andere Angestellte, wie Kellner, Koeche,
Portiers usw. in Mitleidenschaft."
Cluesmann vertritt die Meinung, dass das Geschaeft in den Nachtclubs und in
anderen Etablissements, wo Musiker beschaeftigt sind, nachgelassen hat, weil "das
Publikum offenbar jetzt dazu uebergegangen ist, mit dem Pfennig zu rechnen" und
sich weigert, die 20tige Steuer auf der Rechnung zu zahlen. Als Ergebnis davon
haben viele Etablissements zugemacht oder sie haben Spielapparate, Radiomusik oder
Musikapparate mit »"Teldeinwurf eingefuehrt.
"Dies erweist sich als eine unfaire Konkurrenz gegenueber den lebendigen
Musikern", behauptet Cluesmann, "denn komischerweise ist mechanische Musik von einer
Besteuerung seitens der Regierung ausgenommen
Mit anderen Worten, der Arbeitgeber

�i s t gezwungen, e i n e Praemie dafuer zu z a h l e n , dass er das Vorrecht fuer s i c h i n
Anspruch nimmt, e i n l e b e n d e s T a l e n t zu b e s c h a e f t i g e n . Aber der B e s i t z e r e i n e s
E t a b l i s s e m e n t s , wo e i n M u s i k s p i e l a p p a r a t i n B e t r i e b i s t , h a t dazu noch den Vort e i l , dase e r aus s e i n e r Benutzung bedeutende Einkuenfte b e z i e h t .
"Dies b e w e i s t d e u t l i c h , dass Musiker und K u e n s t l e r b e s t r a f t werden und i h r e
B e s c h a e f t i g u n g s m o e g l i c h k e i t e n zu gunsten der mechanischen U n t e r h a l t u n g b e h i n d e r t
werden.
"Es i s t a l l g e m e i n bekannt, d a s s , wenn d i e Z e i t e n s c h l e c h t werden, die M i t g l i e d e r der VergnuegungsIndustrie d i e e r s t e n s i n d , d i e die Auswirkung b e i s i c h
spueren, und wenn s i c h d i e V e r h a e l t n i s s e b e s s e r n , dann s i n d s i e d i e l e t z t e n , d i e
Vorteile darauf ziehen."
Cluesraann e r i n n e r t datfan, dass auf anderen Gebieten des Notstandes d i e Regierung "es s i c h angelegen s e i n l a e s s t , " U n t e r s t u e t z u n g e n i n Form von S u b s i d i e n
zu gewaehren, "aber den Musiker v e r g i s s t man. anscheinend macht man s i c h um s e i n •
Wohlergehen wenig S o r g e . "
"AFL Weekly News S e r v i c e " 29. A p r i l 1%9
BESPRECHUNGEN MIT DM ECA IN GRIECHENLAND USBER
DIE BEZIEHUNGEN DER LANDARBEITER
Auf der l e t z t e n von e i n e r Reihe von Konferenzen, d i e von M a r s h a l l - P l a n Beamten i n Athen m i t g r i e c h i s c h e n A r b e i t e r f u e h r e r n abgehalten wurden, wurde den
Gewerkschaftlern e i n B e r i c h t ueber d i e g e g e n s e i t i g e Abhaengigkeit der I n d u s t r i e a r b e i t e r und der Bauern gegeben.
F a u l A. J e n k i n s , der L e i t e r der Abteilung fuer Ernaehrung und L a n d w i r t s c h a f t
des amerikanischen Verwaltungsausschusses fuer das ERP e r k l a e r t e auf e i n e r Versammlung der g r i e c h i s c h e n A r b e i t e r f ü h r e r , dass e i n wohlhabender Bauer e i n g u t e r
Kunde f u e r d i e E r z e u g n i s s e der g r i e c h i s c h e n I n d u s t r i e a r b e i t e r s e i , und d a s s a n d e r e r s e i t s e i n e e r t r a g s r e i c h e L a n d w i r t s c h a f t b e s s e r e Ernaehrung fuer den A r b e i t e r b e deute.
J e n k i n s h i e l t einen V o r t r a g ueber d i e Bemuehungen des ERP, d i e l a n d w i r t s c h a f t l i c h e P r o d u k t i o n Griechenlands durch v e r b e s s e r t e Techniken, durch d i e Vert e i l u n g h o c h w e r t i g e r S a a t und Weinstöcke und durch e i n e wirksamere Verwendung
von Duengemitteln und P l a t z k o n t r o l l e und erhoehte Fuer sorge fuer das lebende
I n v e n t a r zu v e r b e s s e r n .
"BGA Labor I n f o r m a t i o n " 9. Mai 1%9
ENDE DES STREIKS IN DEN FORDWERKHi
Aus Rundfunkberichten vom 3 1 . Mai geht h e r v o r , d a s s zwischen der Ford
Motor Company und dem Verband der V e r e i n i g t e n A u t o m o b i l - A r b e i t e r , der dem CIO
angeschlossen i s t , e i n e Einigung e r z i e l t wurde, wodurch ein S t r e i k zu Ende ging,
der 24 Tage g e d a u e r t h a t t e und an dem 65.000 Arbeiter b e t e i l i g t waren. Es hand e l t e s i c h h i e r um einen S t r e i k , zu dem d i e Ortsgewerkschaft der Werke aufger u f e n h a t t e ; der S t r e i t f a l l war l o k a l e r N a t u r . Die A r b e i t e r h a t t e n b e h a u p t e t ,
d a s s s i c h das F l i e s s b a n d zu s c h n e l l weiterbewegt h a b e . Die Gewerkschaft wie
auch d i e G e s e l l s c h a f t waren uebereingekommen, d i e s e Frage des " A n t r e i b e n s "
einem S c h l i c h t u n g s a u s s c h u s s zu u n t e r b r e i t e n . Diesem Ausschuss wird e i n von d e r
Firma zu bannender V e r t r e t e r und e i n von d e r Gewerkschaft a u f g e s t e l l t e r V e r t r e t e r angehoeren, und d i e s e beiden werden das d r i t t e M i t g l i e d w a e h l e n . Bevor eine
Entscheidung f ä l l t , wird der Ausschuss a l l e Arbeitsgaenge um die es g e h t , durch
Zeitnehmen bestimmen, um d i e A r b e i t s s c h n e l l i g k e i t zu bestimmen.
Die 2 4 t a e g i g e A r b e i t s e i n s t e l l u n g b e d e u t e t i n diesem J a h r e i n e n P r o d u k t i o n s a u s f a l l von etwa 70.000 Automobilen oder fuer d i e Ford Company einen g e l d l i c h e n
-

8

-

�Verlust von 140 Millionen Dollar. Fuer die Arbeiter ergibt sich durchschnittlich
ein Verlust von $225 an Loehnen. Der Streik hat auch die Verhandlungen ueber das
naechste Abkommen zwischen der Gesellschaft und der Gewerkschaft zum Stillstand
gebracht. Der momentan in Kraft befindliche Kontrakt geht am 15. Juli zu Ende.
Die Gewerkschaft hat angedeutet, dass sie eine Lohner ho ehung von etwa 50o* pro
Stunde fordern wird.
"New York Times" 28. Kai 1949
DIE GEWERKSCHAFTEN IN GHQSSBHITAHNIEN
Nachstehende Tabelle gibt die kuerzlich von dem Britischen Gewerkschaftsbund
(TUC) veroeffentlichen Schaetzungen ueber die Anzahl und die prozentuale Verteilung der Gewerkschaftsmitglieder in den verschiedenen britischen Industriezweigen
wieder. Obwohl diese Zahlen im Jahre 1949 veroeffentlicht wurden, beliehen sie
sich auf die Ichaetzungen fuer das Jahr 194?. Die wichtigsten Veraenderungen,
die seit 1947 eirgetreten sind, sind folgende:a) die gesamte arbeitende Bevoelkerunc ist auf ueber 4 Millionen angestiegen
b) die Beschaeftigung im Verwaltungsdienst ist auf ueber 3 Millionen angestiegen.
In den untrr unfgefuehrten Zahlen sind die Arbeitslosen nicht enthalten,
auch nicht etwa 1 Million Menschen, die im Jahr 1947 im Heeresdienst standen.
Abgesehen davon hat sich die Mitgliederzahl der Gewerkschaften seit 1947 erhoeht.
Geschaetzte
Industriezweig
Beschaeftigung
TUC Mitglieder
Ende 1947
i
pro 1000
pro looo
Kohlenbergbau
Andere Bergwerke und Steinbrueche
Gemeinnützige Betriebe
Transportwesen und Schiffahrt - Landwirtschaft
Fischerei
•
Bauwesen und Zivilingenieurwesen
Fabrikate;
Baumaterialien
Metalle und Maschinenbau
- Baumwolle
Folie
Andere Textilien
Bekleidung
Lebensmittel, Getränke und Tabak
Chemikalien
Andere Fabrikate — _ - _ _ —
Vertrieb
Verbraucherbetreuung Oeffentliche Dien3te;
Verwaltungsdienst Andere Landesregierungsdienststellen
Ortswaltungsdienst
— - - —
Gesamtzahl der Beschaeftigten-

758
73
270
1,438
1,055
35
1,034

598
38
155
1,209
163
17
655

79
52
57
84
15
49
40

590
2,876
207
178
207
831
623
336
1,343
2,351
2,120

171
1,487
163
104
. 65
289
195
120
544
465
456

30
52
61
59
31
35
31
30
41
20
22

680

385

57

388

183

47

1.105
18,888

329
7,791

20

Labour t M ^
-

9

-

19/+9

�"BIE

KOMMENDE GENERATION"
Zeichnung von L i s a Armgardt

sir.d b i s h e r k e i n e Art i k e l von uns aufgenommen worden. Es handelt s i c h h i e r um e i n e A n g e l e g e n h e i t , ueber
d i e d i e deutschen Gewerkschaftler i n vollem Masse durch d i e d e u t s c h e P r e s s e auf dem
Laufenden g e h a l t e n w i r d . Dennoch moechten wir n i c h t v e r f e h l e n , in d i e s e r Ausgabe
e i n e K a r i k a t u r zu b r i n g e n , d i e k u e r z l i c h i n e i n e r B e r l i n e r Zeitung e r s c h i e n und
e i n e d e u t l i c h e Sprache s p r i c h t .
DIE ENGLISCHEN KOMMUNISTEN UND DER VERWALTUNGSAUSSCHUSS
FUER DAS EUROPAEISCHB WIEDERAUFBAU-PROGRAMM (EGA)
Nachstehender A r t i k e l b r i n g t e i n e E n t h u e l l u n g des B r i t i s c h e n Gewerkschaftsbundes (TUC) i n e i n e r der l e t z t e n Ausgaben s e i n e s o f f i z i e l l e n Organs, i n d e r d i e
Kommunisten in bezug auf den M a r s h a l l - P l a n der D o p p e l z ü n g i g k e i t b e z i e h t i g t werden.
7 i r z i t i e r e n wie f o l g t «
"Die F u e h r e r d e r kommunistischen P a r t e i behaupten wie prominente P o l i t i k e r
a n d e r e r p o l i t i s c h e r P a r t e i e n , d a s s d i e Z u t e i l u n g e n aus der M a r s h a l l p l a n - H i l f e
G r o s s b r i t a n n i e n s n a t i o n a l e Unabhaengigkeit z e r s t o e r e n w i r d .
Wenn d i e Fuehrer der kommunistischen P a r t e i fuer s i c h das Recht in Anspruch
nehmen, d i e e n g l i s c h e Gewerkschaftsbewegung ueber d i e Anwendung bzw. Ausuebung
der "Unabhaengigkeit" b e l e h r e n zu w o l l e n , so i s t d i e s e i n e Unverschaemtheit s o n d e r g l e i c h e n . Wenn d i e Fuehrer der kommunistischen P a r t e i s e l b s t anfangen, darauf
zu b e s t e h e n , unabhaengig zu s e i n , dann werden d i e b r i t i s c h e n Gewerkschaftler i n
bezug auf i h r e A u f r i c h t i g k e i t und E h r l i c h k e i t weniger s k e p t i s c h s e i n , a l s s i e e s
j e t z t sind.
Es waere n i c h t unangebracht, d i e Gewerkschaftler d a r a n zu e r i n n e r n , dass d i e
e i n z i g e G e l e g e n h e i t , b e i der d i e kommunistische P a r t e i Englands etwa b e w e r k s t e l l i g t e , was e i n e r " n a t i o n a l e n Unabhaengigkeit" nahekam, im September 1939 b e s t a n d .
In diesen Wochen t r a t e n s i e fuer den K r i e g e i n . Gegen Ende 1939 und das
ganze J a h r 1940 hindurch b i s M i t t e 1941» waren s i e dagegen, d a s s England den K r i e g
w e i t e r f u e h r t e - h a e t t e n d i e Kommunisten mit i h r e r Kampagne, d i e s i e in gehorsamer
Befolgung der S o w j e t p o l i t i k durch den " V o l k s e n t s c h e i d " e i n g e l e i t e t h a t t e n , E r f o l g
g e h a b t , um den K r i e g zu beenden, dann h a e t t e u n s e r e a u g e n b l i c k l i c h e n a t i o n a l e
Unabhaengigkeit durch d i e Beherrschung von den Nazis v e r n i c h t e t werden koennen.
-

10

-

�Die Fuehrer d e r kommunistischen P a r t e i wissen genau, und s i e haben e s auch
e r k l a e r t , dass u n s e r W i e d e r a u f s t i e g - ohne H i l f e zur Stopfung der D o l l a r l u e c k e s i c h in d i e Laenge gezogen und s c h w i e r i g e r g e s t a l t e t h a e t t e . Kommunistische P a r t e i f u e h r e r haben e r k l a e r t , d a s s s i c h d i e Regierung durch "normale Kanaele" H i l f e
sichern s o l l t e .
"Normale Kanaele" b e d e u t e t jedoch d i e Aufnahme e i n e r D o l l a r a n l e i h e . Die
D o l l a r a n l e i h e rauesste aber a i r u e c k g e z a h l t werden, und ausserdem muessen darauf
Zinsen g e z a h l t werden. D r e i v i e r t e l der M a r s h a l l p l a n - H i l f e a b e r i s t e i n Geschenk des Volkes d e r V e r e i n i g t e n S t a a t e n , und sowohl d i e AFL wie auch d e r CIO
e r k l a e r e n sich d a f u e r . Eine D o l l a r a n l e i h e wuerde von der W a l l s t r e e t herkommen,
und auch d i e Zinsen a u e s s t e n an W a l l s t r e e t b e z a h l t werden. Indem s i e s i c h nun
zu F u e r s p r e c h e r n e i n e r solchen P o l i t i k machen, s i n d a l s o d i e Kommunisten s e l b e r
zu "Freunden der W a l l s t r e e t " geworden.
Die b r i t i s c h e n Gewerkschaftler werden f e s t g e s t e l l t haben, d a s s d i e F u e h r e r
der kommunistischen F a r t e i d i e P o l i t i k des TUC, d e r AFL und des CIO, der d r e i
maechtigen G e w e r k s c h a f t s o r g a n i s a t i o n e n bekaempfen, d i e s i c h fuer d i e M a r s h a l l p l a n - H i l f e ausgesprochen h a b e n . "
"Labour" Mai 1%9.
FÜENFZIG JAHRE RUSKIN COLLEGE
In den meisten Laendern, wo d i e Gewerkschaften f r e i und demokratisch s i n d ,
wird d i e I d e e , d a s s d i e Gewerkschaften an d e r Hochschulbildung i h r e r F u n k t i o n a e r e
i n t e r e s s i e r t s i n d , a k z e p t i e r t . H i e r aber z e i g t s i c h etwas Ungewoehnliches,
naemlich e i n e A r b e i t e r h o c h s c h u l e , d i e 50 J a h r e b e s t e h t . Nachstehende Z e i l e n
s i n d dem o f f i z i e l l e n Organ des B r i t i s c h e n Gewerkschaftsbundes (TUC) entnommen.
"Vor f u e n f z i g J a h r e n sind s i c h d i e Gruender des Ruskin College ueber die
wachsende s o z i a l e Bedeutung der O r g a n i s a t i o n e n k l a r geworden, d i e sich d i e engl i s c h e n A r b e i t e r geschaffen h a t t e n , vor a l l e m aber der Gewerkschaften, und waren
s i c h e r , d a s s b a l d d i e Z e i t koinmen wuerde, da i h r e Fuehrer n i c h t nur zu F u n k t i o n a e r e n , sondern zu Staatsmaennern erzogen werden m u e s s t e n . . . . . V i e l e moegen
wohl davon g e h o e r t haben, aber wenige wissen etwas d a r u e b e r .
Was i s t nun e i g e n t l i c h das Ruskin College und welcher Art sind
s e i n e Beziehungen z u r Gewerkschaftsbewegung
Obwohl das Ruskin College f o r m e l l keinen T e i l der G e w e r k s c h a f t s s t r u k t u r
b i l d e t , wird e s von V e r t r e t e r n der O r g a n i s a t i o n e n d e r a r b e i t e n d e n K l a s s e g e l e i t e t ,
d i e e s u n t e r s t u e t z e n . So b e s t e h t d e r V e r w a l t u n g s r a t h e u t e aus 3 M i t g l i e d e r n des
G e n e r a l r a t e s des TUC und aus V e r t r e t e r n der KonsumgeHossenschaft, des A r b e i t e r k l u b s und der I n s t i t u t e Union. Unter anderen O r g a n i s a t i o n e n , d i e mit einem S i t z
im Rat v e r t r e t e n s i n d , b e f i n d e t s i c h die A r b e i t e r - R e i s e v e r e i n i g u n g , der A r b e i t e r Bildungsverband und e i n e Anzahl e i n z e l n e r Gewerkschaften und a n d e r e r Koerperschaft e n , d i e S t i p e n d i e n e r t e i l e n oder den Colleges S t i f t u n g e n zukommen l a s s e n . Dazu
gehoeren auch 3 akademische b e r a t e n d e M i t g l i e d e r , von den 2 ( P r o f e s s o r G.D.H. Cole
und P r o f e s s o r R.H. Tawney) l a n g e Z e i t in d e r Gewerkschaftswelt bekannt s i n d
Womit b e s c h a e f t i g e n s i c h d i e Studenten auf dem C o l l e g e .
Der normale Lehrgang d a u e r t 2 J a h r e , in dessen Verlauf der g r o e s 3 t e T e i l
d e r Studenten einen Kursus In W i r t s c h a f t s l e h r e , S o z i a l g e s c h i c h t e , p o l i t i s c h e r
T h e o r i e und O r g a n i z a t i o n , waehrend ungefaehr e i n F u e n f t e l e i n e n L e hrgan? i n
L i t a r a t u r und S o z i a l g e s c h i c h t e b e l e g t . Eine z i e m l i c h g r o s s e Anzahl \&gt;tu3enten
b e f a s s t sich auch m i t e i n e r fremden S p r a c h e . Das Z i e l b e s t e h t d a r i n , ihnen d i e

-

11

-

�ausgedehnte Schulung und Bildung zuteilwerden zu lassen, die die Gewerkschaftler
und diejenigen, die aehnliche Interessen haben, noetig haben, und nicht etwa eine
Berufsausbildung fuer die taegliche gewerkschaftliche Arbeit. "Die eigenen
Schulungskurse des TOC tragen jetzt dazu bei, diesem letzteren Beduerfnis gerecht
zu werden).
Wer sind die Studenten
In der Zeit von 1919 bis 1940 besuchten 585 Studenten das College, Ton denen
ein Fuenftel weiblich war. Etwa 400 dieser Studenten waren Gewerkschaftler und
90 andere kamen aus Uebersee.
In der Zeit ron 145 bis 1949 nahm das College 218 Studenten auf (man beachte
den ausgesprochen starken Anstieg im Verhaeltnis zu frueher), und zwar 172 Maenner
und 46 Frauen. Von denen, die nach dem Kriege eintraten, kamen 35 aus Ueberaee
(einschliesslich mancher Gewerkschaftler aus den Kolonien, die ein grosses Interesse daran hatten, sich besser fuer ihre Taetigkelt weiterzubilden, und in manchen
Faellen solche, die durch Vermittlung des TOC kamen), 37 davon waren keine Gewerkschaftsmitglieder, oft deshalb, weil sie direkt vom Heeresdienst aus kamen und
seit sie die Schule verlassen hatten, keine Beschaeftigung im Verwaltungsdienst
innegehabt hatten, die restlichen 146 waren englische Gewerkschaftler.
Was hat nun ein Student oder eine Studentin vom Ruskin
nach Absolvierung des Instituts vor sich.
Entgegen der in manchen Kreisen verbreiteten Meinung uebernimmt er nicht sofort einen gutbezahlten Posten im Geschaeftsleben. Ganz im Gegenteil. Ueber ein
Drittel der Studenten kehrt zu seiner alten Arbeit zurueck, ein weiteres Drittel
nimmt eine Beschaeftigung an, die zwar neu ist, aber oft zu ihrer frueheren
Taetigkeit in Beziehung steht - groesstenteils Arbeit in der Gewerkschaft oder im
Konsumwesen, in der Fortbildung oder in irgend einer Form des Sozialdienstes.
Manche gehen auch auf die Universitaet Oxford oder wo anders hin und promovieren die Absolvierung des Ruskin College nach zwei Jahren verschafft ihnen wohl ein
Oxford Diplom auf verschiedenen Gebieten, aber keinen akademischen Grad. Man
soll aber nun keineswegs annehmen, dass diese Leute "fuer die Bewegung verloren
sind", es gibt genuegend Beweise fuer das Gegenteil, z.B. in dem Lebenslauf des
jetzigen stellvertretenden Generalsekretaers des TOC. Manche wie er, machen sich
im oeffentlichen Leben einen Namen, unter ihnen koennte man Mr. Jack Lawson rennen,
der Kabinettsminister wurde, Sir Robert Young (von den Maschinenbauern und frueher
Stellvertretender Sprecher im Unterhaus) sowie Mr. Ebby Edwards, der zum Generalsekretaer des Bergarbeit er Verbandes aufstieg, bevor er Mitglied des Landes-Kohlanausschusses wurde. Andere wiederum machen sich in ihrem oertlichen. Bereich einen
Namen eis Sekretaere der Zweigstellen oder als fuehrende Maenner in der Arbeiterbildung, oder als Mitglieder ihres staedtischen Rates.
Wie sind die Aussichten fuer diese Arbeiter-Hochschule.
Seit der Beendigung des Krieges hat sich das Ruskin-College in bemerkenswerter Weise vergroessert. Frueher pflegten dort 30 bis 40 Studenten zu studieren
die auch dort wohnen, heute sind es ueber 100. Die Hochschule hat ein groesses
Privatgebaeude erworben, um die Studenten unterzubringen, sowie 20 acres an
Boden (l acre etwa 40,5 a), auf dem ein weiteres Gebaeude mit Studentenwohnungen
errichtet werden soll. Aus diesem Grunde haben auch die dem TOC angeschlossenen
Gewerkschaften Jetzt vom Generalrat ein Schreiben bekommen, in dem sie dringend
gebeten werden, fuer den Jubilaeumsfonds Zuwendungen zu machen. Das College
bittet um ICO.000 Pfund Sterling, die benoetigt werden, um das neue Gebaeude zu
errichten und auszustatten, um das Privatgebaeude einzurichten und um Spiel- bzw.
SpoBtplaetze anzulegen."
"Labour" Mai 1949
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�MAI-BOTSCHAFT DER BRITISCHBJ ARBEITERSCBAFT
Nachstehend folgt der volle Text der Proklamation des Britischen Nationalrates der Arbelt, der im offiziellen Organ des Britischen Gewerkschaftsbundes
mit dem Titel "Maifeier 1%9" erschien.
"Drei Generationen lang haben die organisierten Arbeiter bei jeder Maifeier
in der ganzen Welt ihren Glauben an Demokratie, Freiheit und Frieden verkuendet.
Wiederum verkuendet der Nationalrat fuer Arbeit feiedich die loyale Zusammenarbeit der organisierten Millionen im Konsumwesen, in der GewerkSchafts- und
in der Arbeiterbewegung Grossbritannien in dem staendigen Bestreben zur Aufrechterhai tung der Grundsaetze der Demokratie, zur Verteidigung der Einrichtungen
der freien Buergerrechte und zur Erreichung eines dauernden Friedens unter allen
Nationen.
In einer Welt, die wie nie zuvor beunruhigt, verzweifelt und geteilt ist,
die sich in einem Zustand der Verworrenheit und des Widerstreits befindet, wodurch die Vernichtung dieser Ideale droht, bekraeftigt und beteuert der Nationairat fuer Arbeit aufs neue die feste Ueberzeugung, die von allen drei grossen
Bewegungen, die er vertritt, gehegt werden, dass Friede und Freiheit fuer die
Voelker nur durch die Praxis der Demokratie erreicht werden koennen.
Das Demokratische Bekenntnis
Unsere eigenen Gewerkschaftlichen Konsumgenossenschafts und politischen
Organisationen beruhen auf dieser Grundlage. Ohne die Freiheit des Zusammenschlusses in der Industrie, im Handel und in der Politik, so wie sie sich unsere
eigenen organslerten Bewegungen in langen Jahren des Kampfes und der Opferwilligkeit erworben haben, koennen sich die Prinzipien der Demokratie nicht durchsetzen« und ohne die Aufrechterhaltung der demokratischen Prinzipien wird der
Friede der Welt Immer wieder in Frage gestellt werden.
Der Nationalrat fuer Arbeit verkuendet feierlich die unerschuetterliche Ergebenheit der Gewerkschafts - der Korsumgenossenschafts und der Arbeiterbewegungen
gegenueber der Sache des Friedens. Br verwirft die Anklagen, die letzten Endes
aus politischen Motiven heraus wegen unserer Abtruennigkelt gegenueber den hohen
Zielen und Ideale der menschlichen Brudergemeinde erhoben werden, als unwahr
und ungerecht, da diese doch seit den fruehesten Tagen unsere Bewegungen beseelt
und geleitet haben. Wir haben ehrlich und konsequent versucht, die demokratischen
Grundsaetze in der Politik unserer Bewegungen zur Anwendung zu bringen. Wir
glauben fest daran, dass das Mass an wirtschaftlicher Wiedergesundung, die unser
Land nach 6 Jahren eines verwuestenden Krieges zu verzeichnen hat, das Ergebnis
der Treue des britischen Volkes zu diesen Grundsaetzen darstellt. Wir verkuenden
durchaus nicht dem arbeitenden Volk in anderen Laendern etwas, was wir nicht
selbst als Organisationen von Herstellern, Verhauenem und Buergern geuebt
haben.
Wiederaufstieg und Entwicklung
Nur unter der Fuehrung einer demokratisch gewaehlten Regierung des Volkes,
die fest auf unseren drei grossen organisierten Bewegungen begruendet ist,
konnten solche Resultate erzielt werden. Durch seinen eigenen Aufbau ist so
unser Land in die Lage versetzt norden, an der grossherzigen Hilfe des amerikanischen Volkes zur Wiederherstellung geregelterer wirtschaftlicher Verhaeltnisse
in den am Marshall-Plan beteiligten Laendern mitzuarbeiten.
Aus unseren eigenen sich entwickelnden Hilfsquellen haben wir einen beachtenswerten Beitrag zur Erfuellung des Europaeischen Wiederaufbau-Programms geleistet.
Die Staatsmaenner und politischen Fuehrer unseres Landes haben ihr volles
Mass an Verantwortung uebernommen, die Politik der Vereinten Nationen zu formen;

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�im Atlantik-Fakt und im Ministerat haben sie neue Werkzeuge geschaffen fuer die
Errichtung eines dauernden Friedens, der auf den Grundsaetzen der kollektiven
Sicherheit und des gegenseitigen Vertrauens beruht.
Eine grosse E^nte an sozialer Gesetzgebung, die auf die Initiative unserer
Arbeiterregierung hin durchgefuehrt wurde, ist bereits eingebracht worden und
neue Ernten reifen heran, die ein noch groesseres Mass an Sicherheit fuer unser
Volk und Glueck und Wohlstand fuer die Heime aller bringen werden.
Freiheitliche Planung und Arbeit
Diese Vorteile wurden nicht ohne eine sorgfaeltige Planung, ohne weitschauende Ziele und ohne staendige Bemuehungen auf Seiten derjenigen errungen, deren
Verantwortung darin liegt, die Politik unserer drei Bewegungen zu erlaeutero und
zu leiten. Aber ohne die volle Mitarbeit und das volle Verstaendnis seitens der
einzelnen Mitglieder unserer Bewegungen haette keiner dieser Vorteile zuwege gebracht werden koennen.
Wir haben Vertrauen auf die Faehigkeiten unseres eigenen Volkes, dass es
seine herrlichen Bemuehungen weiterfuehren wird. Unsere Traditionen und der
lebendige Glaube unseres Volkes garantieren eine Erfuellung dieses feierlichen
Versprechens, das der Nationalrat fuer Arbeit vor den Arbeitern der Welt ablegt,
dass die Gewerkschaftsbewegung, die Konsumbewegung und die Arbeiterbewegungen in
Grossbritannien eins mit ihnen sind in ihrem Kampfe um die Freiheit, und dass sie
mit ihnen die Hoffnung auf einen dauernden Frieden teilen, der auf wirtschaftlicher
und sozialer Gerechtigkeit, auf der Freiheit des Zusammenschlusses, der Freiheit
der Rede, der Freiheit der Religion und der Herrschaft von Gesetz und Ordnung in
der ganzen Welt beruht.
"Labour" Mai 1949
DIE SCHITIERIGKEITSN DER KOMMUNISTEN IN BULGARIEN
Aus einem Bericht amerikanischer Korrespondenten in Jugoslawien geht hervor,
dass es mit dem kommunistischen Regime in Bulgarien nicht allzu rosig aussieht.
Es sind Nachrichten durchgesickert, aus denen ersichtlich ist, dass die Wiederaufbauzlele dieses Balkanlandes nicht erreicht werden. Obwohl sie sich nicht offen
in der Opposition befinden, sind die Bauern bei einem Stadium der passiven Zusammenarbeit angelangt. Die Bauern arbeiten fuer den Staat nicht so, wie sie fuer sich
selbst arbeiten wuerden. Sie leisten ihre Arbeit auf Grund von Befehlen, die sie
nur murrend und widerwillig befolgen.
Was die Industrie betrifft, so wird berichtet, dass die Arbeitsmoral einen
niedrigen Stand aufweist. Die Arbeiter sind muerrisch, trotzig und aergerllch,
sidd aber machtlos, ihre Empfindungen zu offenbaren, ausgenommen, dass ihr mangelndes Interesse in dem niedrigen Produktionsstand zum Ausdruck kommt. Es ist bekannt, dass sich die fuehrenden Per3oenlichkeiten in der Regierung deswegen Sorgen
machen. Sie wissen ganz genau, dass Gewalt allein nicht geeignet ist, die Produktion voranzutreiben,obwohl Gewalt in wirksamer Weise Demonstrationen der Unruhe
unter den Arbeitern verhindern kann.
Weiter geht aus dem Bericht hervor, dass die Behauptungen Bulgariens, die
Produktionsziele fuer 1948 seien mit 99^ erreicht worden, nicht den Tatsachen entsprechen. In den Erfolgsberichten der Regierung fehlen gewisse landwirtschaftliche
Erzeugnisse, wie z.B. Tabak, auch sind gewisse SchiuesselIndustrien darin nicht
aufgefuehrt. In manchen Betrieben der Schluesselindustrien hat die Produktion im
letzten Jahr 50t nicht ueberschritten. in anderen Faellen waren es 60 - 70i der
Ziele fuer 1949.

-

14

-

�Eine Anzahl von Wasserkraftwerken,
setzung begonnen worden waren, sind von
Die bulgarischen Kommunisten sind jetzt
es nicht zulassen wollen, dass ihr Land

die in Bulgarien unter der deutschen Beden Bussen zum Stillstand gebracht worden.
darueber klar geworden, dass die Bussen
industrialisiert wird.
"New Yoric Times" 3. Juni.1%9
POLENS PBODUKTIONSGANQ ALS SCHLEPPEND BEZEICHNET
Die Ilaengel und die Unzutraeglichkeiten in der Arbeiterschaft waren das
Thema einer Bede, die der Stellvertretende Ministerpraesident Alexander Zawadski
auf der 2. Nachkriegskonferenz der polnischen Gewerkschaften hielt. Zawadski,
der aus der Regierung austritt, um Torsitzender der Gewerkschaften zu werden,
rief zu einer 100?igen Produktionserhoehung in der Terbraucherwaren-Industrie auf.
Wie ersagte, sei es notwendig, dass die polnische Arbeiterschaft sich von der
"Erbschaft einer starken ideologischen Belastung aus der Torkriegeszeit" freimache.
Er erklaerte dass*
1. obwohl Polen im Arbeitswettstreit anderen "Tolksdemokratien" gegenueber
fuebre, immer noch gewisse Ideen in bezug auf die Beschraenkung der
Produktionsnormen bestuenden. Die alten Normen der "beschraenkten Produktionskapazitaet" hielten sich hartnaeckig.
2. die Arbeitsausschüsse, die doch eigentlich die Arbeiter vertreten
sollten, haeufig "aus untauglichen und unfaehigen Maennern zusammengesetzt seien, die keineswegs bereit sind, sich im Interesse der Mitglieder aufzuopfern, oder aus Funktionaeren, die den Direktoren gegenueber nichts als blosse Jasager geworden sind".
3. eine zu grosse Kluft zwischen den Arbeitern und denjenigen Intellektuellen bestehe, die ueber die Probleme der Arbeiter informiert sind,
sowie, dass der Durchdringung der Trauen und Kinder mit den Ideen des
Sozialismus zu wenig Beachtung geschenkt werde.
Praesident Boleslaw Bierut erklaerte in seiner grundlegenden Bede vor dem
Kongress, dass die Produktion in Polen im Jahre 1955 um 350t ueber der Torkriegsproduktion liegen und das nationale Einkommen um 60% hoeher sein muesse als vor
dem Kriege.
'New York Times" 2. Juni 1949
BEZAHLTES URLAUB FÜEB DIE ABBEITER IN DEN CHEMISCHEN
BETRIEBEN
Die chemische Industrie und die Gewerkschaften in Belgien haben jetzt ein
Abkommen getroffen, demzufolge den Arbeitern die Zeit bezahlt wird, waehrend
der sie aus familiaeren Gruenden ihrer Arbeit fernblieben. Hier sind einige
dieser Gruende aufgefuehrt, die in diesem Abkommen enthalten sind;1. Eheschliessung des Arbeiters
» 2 Tage
2. Eheschliessung eines Elternteils oder Kindes,
Bruders oder einer Schwester
• 1 Tag
3. Niederkunft der Frau des Arbeiters
-2 Tage
l». Ableben eines Familienmitgliedes des Arbeiters,
das mit der Familie zusammengewohnt hat
&gt;.3 Tage
5. Ableben eines Familienmitgliedes des Arbeiters,
das nicht mit der Familienzusararaengewohnt hat,
oder Tod eines Bruders, einer Schwester, eines
Enkels, oder Grosseltern teils, ob bei der Familie
gewohnt oder nicht
» 2 Tage
-

15

-

�6.
7.

Betriebsunfall an dem betreffenden Tage selbst
; 1 Tag
Stellung zur Musterung, zu Militaerparaden, Erscheinen als Zeuge vor
dem Gericht, Zusammentritt des Familienrates
&gt; 1 Tag

Wenn ein Arbeiter Anspruch auf mehrere bezahlte Urlaubstage hat, messen
dies aufeinanderfolgende Tage sein. Arbeiter, die aus Irgend einem der oben angefuehrten Gruende der Arbeit ferngeblieben sind, koennen aufgefordert werden,
spaeter Ueberstunden zu leisten um eilige und notwendige Arbeiter zu erledigen,
die mit ihren normalen Pflichten zusammenhaengen. Fuer diese Ueberstunden wuerde
der Arbeiter die im Gesetz vorgesehenen hoeheren Lohnsaetze erhalten. Andererseits wird den Arbeitern aber nichts gezahlt, wenn sie auf irgend einem der oben
angefuehrten Gruende fernblieben, ohne dem Arbeitgeber vorher entsprechend Meldung
gemacht zu haben, ausgenommen natuerlleh in solchen Faellen, in denen eine Benachrichtigung unmoeglich ist.
(Industry and Labour) (ILO) 1. Mai 1949
-

16

-

Manpower Division
OMGUS, APO 742

OFFICIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse nnd anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
'Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

H - 17

Berlin, 17. Juni 1%9
INHALTSVERZEICHNIS
Erhaltung des Friedens in der Industrie
- - Die Arbeltsbeziehungen und das oeffentliche Interesse Die amerikanischen Universitaeten entdecken die
Gewerkschaften
— — —
!
Hoehere Schulbildung und Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen
.
Koennen Fragen der Arbeit geber-Xrbeitnehmer-Beziehungen
ein Lehrfach der Universitaet sein
•
Wie prueft der Diskussionsleiter sich selbst
•
Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen und Gesellschaftslehre - - - - - - - —
---__-______
Die amerikanischen Gewerkschaften und das TaylorSystem

- 1
- 2
k

6
9
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13

ERHALTUNG DES FRIEDENS IN DER INDUSTRIE
Fuer diese Ausgabe wurden nur Artikel ausgewaehlt, die denselben Gegenstand zum Thema haben« den industriellen Frieden. Sie haben auch Bezug auf
Jene Art von Bildung, die die Gewerkschaftsfuehrung in die Lage versetzt, sich
an den gemeinsamen Bemuehungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, den industriellen Frieden zu wahren, beteiligen zu koennen. Die amerikanische Arbeiterschaft will nicht, dass ihr die Industrie gehoert, sie will auch nicht die Verantwortung fuer die Leitung in der Industrie teilen. Sie uebernimmt jedoch mit
der Leitung die Verantwortung fuer die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen Arbeltgeber und Arbeitnehmer. Die amerikanischen Gewerkschaften nehmen
ein wachsendes Interesse an Jener Art von Bildung, die die Arbeiterführer befaehigt, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Gute Beziehungen werden sich In
der Industrie ergeben, wenn eine Zusammenarbeit zwischen Arbeiterschaft und
Leitung, die beide ueber alles informiert sind,besteht. Die Fuehrer beider Gruppen muessen ueber den Mechanismus wie auch ueber die wirtschaftliche Seite der
modernen Industrie orientiert sein«

-1-

�DIE ARBEITSBEZIEHUNGEN UND DAS OEFFENTLICHS INTERESSE
Ordway Tead, einer der fuehrenden amerikanischen Experten auf dem Gebiete
der Arbeits- und industriellen Beziehungen, hat vor kurzem einen tiefsinnigen
Artikel ueber die Bedeutung des oeffentlichen Interesses an allen Beziehungen
zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geschrieben. Da nun die moderne Gesellschaft so kompliziert aufgebaut ist, ist bei manchen dieser Beziehungen das oeffentliche Interesse nicht immer vom eigenen Interesse zu unterscheiden. Jedoch bleibt
eine Tatsache bestehen, ueber die sich Tead wie folgt ausdrueckt; "Die Motive und
Methoden einer kooperativen Gesellschaft von Gleichgestellten muessen auch im Verhaeltnis zu der Wahrheit verstanden werden, dass in der bei uns bestehenden Art
technologischer Gesellschaft die Verfolgung der produktiven wirtschaftlichen Taetigkeit im Grunde genommen ein oeffentliches Interesse darstellt."
Als Mitglieder einer Gemeinschaft werden sich Tead zufolge Arbeitgeber und
Arbeitnehmer "durch Loyalitaet zu einer Gemeinschaft" ueber ihr eigenes Selbst
klar. Obwohl ihre Interessen in vieler Hinsicht rivalisierender Natur sein moegen,
muessen sie alle innerhalb gewisser Beschraenkungen wirken, wie sie von der Gemeinschaft vorgezeichnet sind. Eine der Aufgaben der industriellen Beziehungen besteht
daher darin, nicht nur eine Loesung fuer die Differenzen zwischen Arbeitnehmern
und Arbeitgebern, zwischen den Gewerkschaften und den Betriebsleitungen zu finden,
sondern das oeffentliche Interesse zu entdecken, das ihnen allen gemeinsam ist.
Wie man die gemeinsamen Interessen zum Vorschein kommen latest
"Wenn daher die gemeinsamen Interessen, die oeffentlicher Natur sind, den
ihnen eigentümlichen Einfluss auf die Kontrolle des Betriebes bzw. der Unternehmungen haben sollen, dann finden wir, dass sich in praxi folgende Schritte als notwendig erwiesen haben«
1. Klare Begriffsbestimmung der wirklich gemeinsam gelagerten Interessen.
2. Nachdrueckliche geistige Ausbildung mit dem Ziel der Erkenntnis, dass
diese mehrfachen Interessen gemeinsamer Natur sind.
3. Anerkennung der Interessen in bezug darauf, welche Unterschiedlichkeit
und welcher Widerstreit natuerlieherweise entstehen koennte und in bezug
darauf, wie dies definiert und ins reine gebracht wird.
4. Einschaltung des Verhandlungsprozesses, um zeitweilig diese von einander
abweichenden Interessen auf einen Nenner zu bringen.
5. Einschaltung festgelegter, oeffentlicher, gesetzlicher und regelnder Bestimmungen, um einen minimalen Boden fuer alle Arbeitsnormen vorzusehen,
um konkurrierende Kraefte daran zu hindern, mit Umstaenden menschlicher
Natur zu operieren und um besondere monopolistische Interessen aller Art
in Schach zu halten.
6. Uebernahme der vollen Verantwortung seitens der Betriebsleitung fuer
Schaffung aller betrieblichen Voraussetzungen fuer hohe Produktlvitaet,
einschliesslich einer klugen, geschickten und einsichtsvollen Personalpolitik.
7. Uebernahme einer hoeheren Verantwortung seitens der Gewerkschaften fuer
die Aufklaerung ihrer Mitglieder darueber, wie eine Zusammenarbeit zur
Foerderung gemeinsamer Interessen bei der Arbeit den wirtschaftlichen
Ausblick bzw. die wirtschaftlichen Aussichten fuer sie in Begriffen eines
nationalen Lebensstandards staerkt.
8. Erkenntnis seitens aller direkt betroffenen Parteien, dass der Kampf fuer
ihre speziellen Interessen im Rahmen eines oeffentlichen Gesamtinteresses
weitergeht, und dass dieser Kampf im Verhaeltnis zu diesem ueberragenden
-

2 -

�und hoeheratehenden oeffentlichen Interesse gefuehrt werden muss."
wie man die auseinandergehenden Interessen ausgleichen kann
Dann sollte in bezug auf den Ausgleich der Interessen, die innerhalb der Gruppen, die in einem einzigen zusammengeschlossenen oder einem industriellen Gefuege
arbeiten, miteinander im Konflikt stehen, oder anscheinend oder angenonmenermassen
im Konflikt stehen, die Annaeherung an eine friedliche Loesung dieser Differenzen
konkret definiert werden. Denn eine vitale Phase eines oeffentlichen Interesses
in unserer Art von Gesellschaft ist die gewaltlose Behandlung
von Streitfaellen
aller Art. Es gibt hier natuerlich mehnre Alternativen, die moeglich sind - die
der Gewalt, der passiven Unterwerfung unter die Beherrschung, der passiven Zustimmung und der positiven, unterrichteten und bereitwilligen Zustimmung oder der
produktiven Zustimmung. Nur die letztere davon ist die akzeptable Methode als
Prozess der sozialen Bereinigung innerhalb von Gruppen in einer -demokratischen
Gesellschaft.
Das Prinzip zur Erreichung einer positiven Zustimmung ist bekannt. Es baut
sich wie folgt auf:1. Feststellung und Defbition der betreffenden Gruppe als Gesamtheit oder
der Mitgliederschaft.
2.

Feststellung der internen Gruppen Innerhalb der gesamten Mitgliederschaft
mit wichtigen funktionalen Unterschieden in bezug auf Aussichten oder
Interessen.
3. Vorsorge fuer eine bestimmte, klare, organlserte staendlge Darstellung
und Vertretung dieser Interessen in einer repraesentativen Koerperschaft.
4* Versorgung der repraesentativen Stelle mit allen Moeglichkeiten und Unterlagen, um eine Verhandlung zwecks Erreichung eines Abkommens zu foerdern.
5. Gewissheit ueber die volle Verfuegbarkeit aller Fakten, die auf die
Beschluesse Bezug haben, bei denen es fuer noetig erachtet wird, dass alle
daran beteiligt sind. Die Anwendbarkeit dieser Tatsachen oder Fakten
kann nicht von vornherein entschieden werden« es ist eine Frage der Natur
und der Komplexe der zur Debatte stehenden Fragen, wie diese von den beteiligten Parteien aufgefaast werden.
6.

Schaffung einer klugen und einsichtsvollen persoenlichen Fuehrerschaft,
die das Bestreben hat, zu einem Abkommen zu gelangen.
7* Abschluss von Abkommen, Belehrung der davon Betroffenen und Ausprobieten
der beschlossenen Politik oder der betreffenden Programme.
8. Zeitweilige Ueberpruefung der vereinbarten Massnahmen und Schritte, um
festzustellen, dass sie sich auch zufriedenstellend auswirken.
9* Verbesserung oder Absonderung von Abkommen, wie dies nach kritischer
genauer ^ruefung aller Beteiligten bzw. Betroffenen notwendig Ist.
Beteiligung an der Diskussion und an den Entscheidungen
"Hier muss der Nachdruck auf verschiedene Punkte gelegt werden (a) auf die
Bedeutung des repraesentativen Mechanismus, der als normaler Weg der Konferenz
zwecks Erzielung der Abkommen vorgesehen ist* (b) auf die Bedeutung der Darlegung
aller bezueglichen Fakten seitens derjenigen, die sie besitzen, einschliesslich
der Entwicklung der die Tatsachen ermittelnden Quellen, wo dies vonnoeten ist»
(c) auf die Bedeutung der Anwendung ausprobierter Methoden zur glatten Durchfuehrung von Konferenzen unter dem Konferenzvorsitz seitens einer intelligenten
und wenigen Person; (d) auf die Wichtigkeit bzw. Bedeutung der Erlaeuterung der

- 3 -

�Entscheidungen bzw. Beschluesse in ueberzeugender Weise gegenueber der insgesamt
davon beruehrten Gesamtheit oder Mitgliederscbaft, um eine bereitwillige Annahme
und Pruefung zu sichern.
Diese ganze Vorsorge fuer festgelegte Wege zwecks Behandlung und Ausgleich
abweichender Interessen ist im oeffentliehen Interesse notwendig. Ferner sollte
man die Tatsache beruecksichtigen, dass dieses Problem bei auf einanderfolgenden
verwaltungsmaessigen Stufen oder Graden in der Durchfuehrung auftritt, und ich
lege Wert darauf, zum Ausdruck zu bringen, dass es nicht so einfach ist, wie es
aussieht, bei jeder Stufe der Beschlussfassung das Dominierende eines im gemeinnuetzigen Sinne guten Ergebnisses zu gewaehrleisten. Da existieren spezifisch
genommen, die Stufe des Schlichtungsverfahrens in der Abteilung, und der Arbeiter
innerhalb einer'jeden Abteilung mit ihrem Meister oder Vorarbeiter, die Fabrik
als Ganzes, die verschiedenen produzierenden Werkstaetten in einem vielseitigen
Betrieb, und die Werke oder Fabriken in einem bestimmten Bereich oder Bezirk, oder
national genommen, die Industrie, wo das nationale Kollektiwerfahren als Faktum
zur Wirklichkeit oder Moeglichkeit ist.
Und ob es sich nun um Fragen handelt, die die Qualitaet des Erzeugnisses,
die Einheitskosten, Sicherheitsmethoden, Einfuehrung neuer Maschinen oder Erfindungen, Aenderungen des Modells oder der Type des Erzeugnisses, Gewinnspannen,
Werkanlagen betreffen, - ueber diese und andere Dinge bei den Arbeitern, den
Leitern und Firmenbesitzern ein oeffentliches Interesse zu erwecken ohne Beruecksichtigung irgend einer Stinme aus Verbraucherkreisen oder der Regierung
kann vielleicht gereade.dann nicht der Fall sein, wenn sogar der ^rozess der repraesentativen Beratung bestanden hat. Frueher waren die Gewerkschaften und die
Geschaeftsleiter dafuer bekannt, dass sie im monopolistischen Sinne zusanmenwirkten und ihre Plaene entsprechend festlegten, und das koennen sie auch wiederum
tun. Wie man aber dieser Moeglichkeit im oeffentlichen Sinne zum Schutze der
Oeffentlichkeit gegenuebertreten soll, stellt ein neues und ungeloestes Problem
dar.
Kurz gesagt, das Entscheidende dabei ist nicht nur das Abkommen auf Grund
einer Verhandlung an der alle beteiligt sind; es ist auch entscheidend, dass der
Vorgang des Zustimmens die Ruecksicht auf alle Parteien in sich schliessen soll,
die entschlossen sind, ein lebenswichtiges Interesse daran im Auge zu haben."
"Industrial and Labor Relations Review" April 19A9
DIE AMERIKANISCHEN UNIVERSITAETEN ENTDECKEN DIE GEWERKSCHAFTEN
Es liegt uns die Zusammenfassung eines "Die Lehrplaene der Universitaeten
und die Ausbildung von Gewerkschaften" betitelten Aufsatzes vor, den Frau Dr.
Caroline F. Ware fuer den "Amerikanischen Dienst fuer Ausbildung in Arbeitsfragen"
verfasst hat. Da der Aufstz noch nicht in der fuer eine Veroeffentlichung vorgesehenen Form vorliegt, koennen wir ihn nicht woertlich wiedergeben, sondern muessen
uns darauf beschraenken, von der uns erteilten Erlaubnis Gebrauch zu machen,
einige ih ihm enthaltene allgemeine Beobachtungen mitzuteilen. Diese koennen
als Zeichen der Zeit gewertet werden, und als solche lassen sie auf eine grundlegende Umwaelzung auf dem Gebiet des hoeheren Unterrichtswesens in Amerika
schliessen.
1.

Zunehmendes Interesse der Universitaeten an den Werktätigen und

ihren Problemen
Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass es fuer die amerikanischen Universitaeten etwas Neues ist, sich mit den Gewerkschaften so eingehend zu befassen.

- 4 -

�Mit der Anpassung ihres Lehrplans an die Beduerfnisse der wachsenden Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten haben die hoeheren Lehranstalten und Universitaeten
eine Tradition gebrochen.

Mit Befriedigung duerfen wir davon Kenntnis nehmen,

dass Hunderte von Universitaetsprofessoren beim Studium der Arbeitnehmer- Arbeitgeberfragen mit den Gewerkschaften eng zusammenarbeiten.

'.Vaehrend frueher nur

eine Handvoll amerikanischer Hochschullehrer Buecher und Artikel ueber die Arbeiterfrage verfassten, gibt es heute bereits Hunderte von Buechern, die von Hochschullehrern ueber das Problem der Arbeiterschaft, der Gewerkschaften und der
Arbeitnehmer-Arbeitgeberbeziehungen geschrieben wurden.
2.

Gewerkschaftler als Universitaetsstudenten

Von ueber sechzig amerikanischen Universitaeten werden besondere Lehrplaene
fuer Gewerksehaftsfuehrer und -funktionaere, die sich gewerkschaftlich betaetigen
werden, aufgestellt.

Fuer eine grosse Zahl von Arbeitern ist es etwas Neues,

eine Univeraitaet zu besuchen, in Vorlesungsraeumen zu sitzen und Professoren
ueber die Probleme der organisierten Arbeiterschaft sowie ueber die Beziehungen
von Gewerkschaft zu Betriebsfuehrung sprechen zu hoeren.

Auch ist es fuer die

Universitaetsprofessoren etwas Neues, in einem Gewerkschaftsgebaeude Kolleg zu
halten.

Eine Reihe von Landwirtschaftsschulen haben schon seit Jahren ihre Lehrer

aufs Land hinausgeschickt, um dort die Bauern ueber praktische Arbeitsfragen zu
unterrichten.

Aehnliche Fortbildungskurse werden zur Zeit von den Universitaeten

fuer die in der Industrie beschaeftigten Arbeiter abgehalten.
3.

Die Frage der akademischen Freiheit

Es war nicht ganz einfach, den bestehenden Gegensatz zwischen den Gewerkschaften und den Universitaeten zu ueberbruecken.

Der allgemeinen Auffassung nach

stellt die Gewerkschaft eine kaempferisdhe Organisation mit ausgepraegten Parteiinteressen dar, waehrend sich die Universitaeten bisher rein wissenschaftlich
betaetigen.

So ergaben sich vielfach Fragen wie z.B.: Wie kann eine Univeraitaet

ihren Lehrapparat parteigebundenen Arbeitergruppen zur Verfuegung stellen, ohne
ihre akademische Unabhaengigkeit einzubuessen.

Die Erfahrung der letzten vier

Jahre hat erwiesen, dass eine Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften fuer die Universitaeten weitgehend moeglich ist, ohne dass die letzteren ihr wissenschaftliches Niveau, dessen Aufrecht er haltung ihnen obliegt, herabzuschrauben brauchen.
Die Universitaeten haben festgestellt, dass die Gewerkschaften staerker parteipolitisch gebunden sind als die Arbeitgeberorganisationen.

Bei den Gewerkschaften

setzt sich die Erkenntnis durch, dass ihre Mitglieder auf den Universitaeten etwas
Nuetzliches lernen koennen.
4«

Bedarf der Gewerkschaften an geschulten Kraeften

Frau Dr. Ware weist in ihrem Aufstz auf den zunehmenden Bedarf der groesseren
Gewerkschaften an geschulten Funktionaeren hin.

So sehen sich einzelne Gewerk-

schaften, die in den vergangenen zehn Jahren sehr schnell gewachsen sind, verwickelten Verwaltungsproblemen gegenueber.
leute, und

Sie benoetigen geeignete Verwaltungs-

wie in einem Betrieb, so ist auch in der Gewerkschaft ein Verwaltungs-

fachmann tuechtiger, wenn er als solcher ausgebildet ist.

Hier handelt es sich

also um eine Angelegenheit, fuer deren Behandlung die Univeraitaet die geeignete
Stelle sein duerfte.

Es gibt Gewerkschaftwfunktionaere, die Buchhalter und

Statistiker sein muessen.

Andere muessen in Fragen des Personal- und Wohlfahrts-

wesens bzw. der Gestaltung der Freizeit Erfahrungen haben.

Eine besondere Aus-

bildung auf diesen Gebieten koennen die Gewerkschaftler auf den Universitaeten
erhalten.
5.

Die grosse Gewerkschaft - ein Grossbetrieb

In mancher Beziehung gleichen die Spitzenfunktionaere, welche eine Gewerkschaft mit einer Million Mitgliedern leiten, den Direktoren eines grossen Industriebetriebes.

Der Verwaltungsapparat der Gewerkschaft ist in verschiedene Abteilungen

-

5 -

�g e g l i e d e r t . Die r i c h t i g e Handhabung der finanziellen Mittel s e t z t eine verantwortungsvolle Kassen- und Kontenverwaltung, sowie Planung der Ausgaben und kluge
Investierung voraus. Auf dem Gebiet der Beziehungen zur 0Öffentlichkeit kann es
sich um den Betrieb eines Bundfunksenders, die Herausgabe einer Arbeiterzeitung
oder um die Veroeffentlichung verschiedener Berichte und Broschueren lehrhaften
Inhalts handeln. Eine Industriegewerkschaft benoetlgt v i e l l e i c h t einen Stab von
i n d u s t r i e l l e n Sachverstaendigen und Fachleuten fuer Leistungssteigerung. Sie muss
sich auch laufend mit Forschungsarbeit auf technischem und wirtschaftlichem Gebiet
befassen, f a l l s s i e imstande sein w i l l , den Arbeitgebern in Lohn- und anderen
Arten von Kollektiwerhandlungen auf gleicher Ebene zu begegnen. Nach dem Gesagten
i s t es fuer die Gewerkschaften aeusserst wichtig, ueber Fachleute zu verfuegen,
die eine Universitaetsausblldung haben und zugleich gewerkschaftlich e i n g e s t e l l t
sind. Im Hinblick auf derartige gewerkschaftsberufliche Erfordernisse kann man
es l e i c h t verstehen, weshalb die groesseren Gewerkschaften in den Vereinigten
Staaten ein steigendes Interesse an den Hodtschullehrgaengen zeigen. Aber auch
die Universitaeten haben ein praktisches I n t e r e s s e an dieser neuen Entwicklung:
die Gewerkschaftsbewegung b i e t e t den von ihr ausgebildeten Maennern und Frauen
ein neues Betaetigungsfeld.
6. Zoegemde Haltung einzelner Gewerkschaftler
Frau Dr. Ware weist darauf hin, dass einzelne amerikanische Gewerkschoftsfuehrer t r o t z der im allgemeinen positiven Einstellung zur Zusammenarbeit zwischen
Gewerkschaften und Hochschulen doch von ihr nicht b e g e i s t e r t s i n d . Manche alten
Gewerkschaftler haben ihr eingewurzeltes Misstrauen gegenueber den " I n t e l l e k t u e l len" noch nicht abgelegt. Diese Zurueckhaltung entbehrt nicht einer gewissen
Berechtigung, denn mancher a l t e Gewerkschaftler weiss aus Erfahrung, dass lange
Zeit hindurch kein Interesse seitens der Universitaet an den Arbeiterproblemen
bestand. So i s t es fuer diese alten Gewerkschaftler nicht l e i c h t zu vergessen,
dass waehrend v i e l e r Jahre die Fuehrung der amerikanischen Hochschulen f a s t
a u s s c h l i e s s l i c h in den Haenden von Personen lag, die entweder kein Interesse an
Arbeiterproblernen hatten oder ihnen sogar ausgesprochen feindlich gegenueberstanden.
Aber auch in diesem Punkt i s t inzwischen eine Aenderung e i n g e t r e t e n . Mehrere
Gewerkschaftsfuehrer - t e i l s erwaehlt und t e i l s ernannt - gehoeren heute der
Leitung der amerikanischen Univers i t a e t e n an. So scheint das gerade erwaehnte
Misstrauen allmaehllch einem gegenseitigen Vertrauen P l a t z ai machen.
HOEHERE SCHULBILDUNG UND ARBEITGEBER- ARBEITNEHMER-BEZIEHUNGEN
Die Schule des Staates New York fuer Beziehungen in der Industrie und Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen i s t ein I n s t i t u t der Cornell-Universitaet. Sie
g i l t a l s eine der besten Schulen auf diesem Gebiet. Wir bringen im folgenden
Auszuege aus einem Artikel von Donald J . Shank, einem Mitglied des Lehrkoerpers.
Er s t e l l t und beantwortet darin fuenf Fragen ueber die Beziehungen zwischen einer
Universitaet und der A r b e i t e r s c h a f t . In seinen Antworten gruendet er sich auf
die Untersuchungen auf dem Gebiete der Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen und
der Beziehungen in der I n d u s t r i e .
1. "Gibt es einen lehrbaren Wissens- und ^rfahrungsachatz betreffend
Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen.
Der Lehrplan, der von der Cornell-Universitaet gemeinsam mit fuehrenden Persoenlichkeiten aus Kreisen der Regierung, der Arbeiterschaft und des Unternehmertums a u f g e s t e l l t worden i s t , s i e h t ein ausgedehntes Programm auf dem Gebiete der
Sozialwissenschaften vor. Sieben-undneunzig der hundertundzwanzig Studienarbeiten,

-

6

-

�die zur Verleihung eines akademischen Grades, der das Studium der Arbeitswissenschaften und des Arbeitsrechts umfasst, noetig sind, sind Fflichtarbeiten. Während
der ersten zwei Jahre nimmt der Student eine grosse Menge Lehrstoff in den folgenden Faechern in sich auf« Sozialwissenschaften, amerikanische Geschichte, Soziologie, Sozialpsychologie, Volkswirtschaft, Rechtslehre, amerikanische Staatskunde,
Theorie der Arbeitswirtschaft. Ausserdem verbessert er seine Ausdrucksfaehigkeit
indem er Jahreskurse in Englisch und Rhetorik belegt. Er belegt fuer ein Semester
einen Sonderkursus in Buchpruefung, bei dem auf die Beurteilung von Jahresberichten
grosser V/ert gelegt wird. In obligatorischen Fuehrungen wird ihm Gelegenheit gegeben, Arbeiter an ihren Arbeitsstaetten zu beobachten. Mit Ausnahme einer Einfuehrungsvorlesung und der Vorlesungen ueber Arbeitswirtschaftstheorie, Grundlagen des Rechts und Arbeiter und Arbeit fallen alle uebrigen Vorlesungen in den
Rahmen anderer Fakultaeten, insbesondere der philosophischen und wissenschaftlichen. Das Programm der Fflichtfsecher umfasst einstweilen noch keine fremden
Sprachen oder ordentlichen Wissenschaften. Die einzige Ausbildung in formaler
Mathematik besteht in den Vorlesungen ueber Buchprüfung und Statistik. .
Der technische und berufliche Kern der Ausbildung wird dem Studenten im
dritten und vierten Jahr gegeben. Im dritten Jahr belegt jeder Student eine
Vorlesung ueber Organisation und Leitung von Unternehmen und eine Vorlesung ueber
Finanzwesen von Aktiengesellschaften. Jeder Student belegt eine Jahresvorlesung
ueber die Geschichte der Arbeiterbewegung und ueber Leitung und Organisation von
Gewerkschaften. Ausser der Jahre»Vorlesung ueber Statistik gibt es fuer das
dritte Jahr Pflichtvorlesungen ueber menschliche Beziehungen in Industrie und
Verwaltung.
Fuer das vierte Jahr sind Jahresvorlesungen ueber das Absehliessen von Tarif vertraegen, das Schlichtungswesen und Schiedsgerichtsverfahren und ueber Personalfragen vorgesehen, die durch besondere einsemestrige Vorlesungen ueber die rechtliche und verfassungsmaessige Seite von Arbeiterfragen und Fragen der Sozialversicherung, ueber soziale Sicherheit und ueber den Verkehr mit dem Kaeufer ergaenzt werden.
Obwohl die meisten Vorlesungen fuer hoehere Semester vom Lehrkoerper der
Schule gehalten werden, werden bestimmte Vorlesungen an der Technischen Hochschule
und an der Handels- und Verwaltungs- Hochschule gehalten.
Wer nur geringen persoenlichen Kontakt mit den Problemen der Beziehungen
in der Industrie und der Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen hat, wird ueberrascht
sein, welche umfangreiche Literatur in den letzten Jahren auf diesem Gebiet entstanden ist. Ausser umfassenden Arbeiten ueber Volkswirtschaft, Politik, Psychologie, Soziologie und Anthropologie bieten die Tarifvertraege, die von tausenden
von Gewerkschaften und Firmen Im ganzen Land abgeschlossen worden sind, eine
grosse Fuelle von Material. Ausserdem gibt es bei der organisierten Arbeiterschaft
ein staendig wachsendes Schrifttum, das sowohl fuer die Arbeiter selbst als auch
fuer die Betriebsleitung von Bedeutung ist. In der Cornell-Universitaet wird
dieses Material zusammengetragen. Auf Gebieten, auf denen noch kein Lehrstoff
vorhanden ist, sammelt der Lehrkoerper die laufend erlassenen Staats- und Bundesgesetze und verarbeitet die von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen und
von anderen Stellen herausgegebenen Berichte.
2. Sollen Hochschulen und Universitaeten versuchen, auf diesem Gebiete
ein Lehrprogramm aufzustellen.
Wie schon erwaehnt, sind eine Reihe von Lehranstalten bereits in der einen
oder anderen Richtung auf dem Gebiet der Beziehungen in der Industrie und der
Arbeltgeber-Arbeitnehmerbeziehungen taetig. Einige Universitaeten haben Programne
aufgestellt mit dem Ziel, Personal fuer die Geschaeftsleitung auszubilden. Andere

- 7 -

�haben versucht, den Arbeitern bei ihren Verhandlungen mit den Arbeitgebern zu
helfen.
Das Programm der Cornell-Universitaet war, im Gegensatz zu dem v i e l e r anderer
Lehranstalten, von Anfang an darauf a b g e s t e l l t , in gleicher Weise den Beduerfnissen
der Regierung, der Arbeiterschaft und des Unternehmertums zu dienen. Eine Universit a e t , die hofft, dieses schwierige Ziel zu erreichen, muss dafuer sorgen, dass a l l e
drei Gruppen in der Leitung der Anstalt gleichmaessig v e r t r e t e n sind, dass der
Lehrkoerper so ausgewaehlt wird, dass eine gerechte Beruecksichtigung a l l e r Gesichtspunkte gewaehrleistet i s t , und dass solche Studenten zugelassen werden, die
an a l l e n Aspekten der Industrie und Arbeiterprobleme i n t e r e s s i e r t sind.
3 . Koennen Leute, die sich fuer den Verwaltungsdienst, fuer Arbeiterfragen,
und fuer Frap.en der Betriebsleitung i n t e r e s s i e r e n , an ein und derselben
Anstalt u n t e r r i c h t e t werden.
Viele S o z i a l k r i t i k e r waren der Ansicht, das9 die Cornell-Universitaet nicht
gut einen Lehrplan haben koennte, der gleich sinnvoll waere fuer Leute, die sich
in spaeteren Jahren a l s Vertreter des Unternehmertums, der Arbeiterschaft oder
der Regierung am Konferenztisch gegenuebersitzen wuerden. Die im ersten Jahr der
L e h r t a e t i g k e i t gemachten Erfahrungen haben die Ansicht a l l e r Beteiligten noch
v e r s t a e r k t , dass es nicht nur moeglich i s t , nach einem einheitlichen Lehrplan zu
arbeiten, sondern dass Lehren und Lernen dadurch sogar noch gefordert werden.
k. Wie koennen Tagesfragen der Beziehungen in der Industrie und der Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen im Lehrplan behandelt werden.
Niemand in Cornell glaubt, dass saemt liehe Probleme dieser Art im Hoersaal
geloest werden koennen. Der Lehrplan wird a l s Ausgangspunkt fuer eine gruendliche
praktische Behandlung der Probleme angesehen, so wie s i e in der Wirtschaft auftauchen. Es werden in Cornell zwei Methoden der Behandlung der akuten Probleme
in den Beziehungen in der Industrie und in den Arbeitgeber- ArbeitnehmerbeZiehungen angewandt.
Erstens kommen regelmaessig fuehrende Persoenlichkeiten aus Kreisen der Regierung sowie aus Gewerkschafts- und Arbeitgeberkreisen nach Cornell, um mit den
Studenten einen regen Meinungsaustausch zu pflegen. Waehrend des vergangenen
Jahres kamen woechentlich mindestens zwei und haeufig b i s zu v i e r Besucher fuer
einen Aufenthalt von einigen Stunden b i s zu mehreren Tagen zur Universitaet.
Das zweite wesentliche Mittel, um Studenten mit den akuten Problemen vert r a u t zu machen, i s t die Absolvierung eines Pensums an praktischer Arbeit. Jeder
Student, der noch keine Pruefung gemacht hat, muss waehrend dreier Sommerferien
p r a k t i s c h a r b e i t e n . Im e r s t e n Sommer muss er, f a l l s er noch nicht in einer
Fabrik gearbeitet hat, in einem i n d u s t r i e l l e n oder kaufmaennischen Betrieb a r b e i t e n . Im zweiten und d r i t t e n Sommer wird ihm ein freistehender Arbeitsplatz in
einer Regierungsstelle, in einem Betrieb oder in einem Buero zugewiesen. Jeder
Student muss vor der Abschlusspruefung einen Sommer a l s Arbeiter und einen zweiten
in einem Buero verbracht haben.
5.

In welcher Weise koennen die Studenten der Schule der Allgemeinheit
nuetzen.
Die Schule i s t nicht der Ansicht, dass die beschraenkte Anzahl von Akademikern, die s i e hervorbringt, a l l e Probleme, die die Beziehungen in der Industrie
und d i e Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen des Staates New York betreffen,
loesen wird. Die Schule glaubt Jedoch, dass ihre Studenten spaeterhin bei der
Arbeit im S t a a t s d i e n s t , in den Gewerkschaften, in der Industrie und in den Personalbueros der Unternehmen ein besseres Verstaendnis fuer die Rechte und Pflichten

-

8

-

�a l l e r am Wirtschaftsgeschehen Beteiligten aufbringen werden.
Journal of Educational Sociology, April 1947
KOENNEN FRAGEN DSR AKBBITGBBBR-ARBBITNEHMER-BBZIEBUNGEN EIN LEHRFACH DER UNIVERSITAET SEIN.
Professor John T. Dunlop Ton der Harvard Universitaet i s t der Ansicht, dass
die üniTersitaeten in Zukunft eine fuehrende Rolle beim Studium und der Loesung
der Probleme der Werktaetigen uebernehmen s o l l t e n . Die Zelt kommt naeher, die von
den Gewerkschaftsfuehrem und den leitenden Personen in der Staatsverwaltung und
Industrie, die sich mit Arbeiterproblemen zu beschaeftigen haben, eine gruendliche
Vorbildung Terlangt. Im folgenden seien einige diesbezuegliehe Stellen aus seinem
Aufsatz wiedergegeben:
"Die ÜniTersitaeten muessen ihre ernsthafte Aufmerksamkeit einer Frage zuwenden,
die Toraussichtlich waehrend der naechsten Generation erhoehte Bedeutung erlangen
wird. S o l l man besondere Pakultaeten fuer Prägen der Arbeitgeber-ArbeitnehmerBeziehungen einrichten, die ihren Unterricht in Einklang zu bringen haetten mit
dem der reShts-, betriebe- und Terwaltungswissenschaftlichen Fakultaeten. Da die
ÜniTersitaeten in der Gestaltung ihrer Lehrtaetigkeit ungezwungen verfahren koennen,
so kann diese Frage in der verschiedensten Weise beantwortet werden. Bei allen
Eroerterungen ueber den einzuschlagenden Weg s o l l t e man Jedoch die folgenden Gesichtspunkte in die Betrachtung einbeziehen;
1. Die Anforderungen, die der Stellenmarkt fuer Fachkraefte mit einer Ausbildung auf dem Sondergebiet dar Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen s t e l l t ,
werden die Art ihrer üniTersitaetsausbildung bestimmen. In diesem Zusammenhang
sind d i e Richtlinien, nach denen Kraefte fuer neue Stellungen ausgesucht werden,
Ton Bedeutung. S o l l der Angestelltenstab der Personalabteilungen in Handelsund Industriebetrieben hauptsaechlich aus den Kreisen entnommen werden, die ueber
weitgehende Erfahrung im Geschaeftsleben Terfuegen. Muessen Berichterstatter, die
ueber Arbeiterfragen schreiben, immer Journalisten gewesen sein. Soll das leitende
Personal der Arbeiterorganisationen aus gewerkscheftsfremden Kreisen staunen/
Diese Fragen beruehren das Problem, bis zu welchem Grade Ausbilfangsmoeglichkeiten
bei den Gewerkschaften einerseits und an den ÜniTersitaeten andererseits bestehen*
I s t es fuer den Posten eines leitenden Angestellten eines ^ersonalbueros besser,
wenn der Anwaerter ueber eine Handelshochschulausbildung Terfuegt, oder wenn er
ein umfassendes, auf die Gesamtheit der Arbeit gebar -Arbeitnehmer -Beziehungen gerichtetes Studium hinter sich hat. Soll die Ausbildung des Personals der Abteilungen fuer Arbeitsfragen derjenigen von Ingenieuren, Aerzten und Rechtsanwaelten
angeglichen werden.
2. Zur Zeit fehlt es auf dem Gebiet der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen
sowohl an einer klaren und zusasmenhaengenden Systematik, als auch an methodischen
Hilfsmitteln. Es gibt weder eine Terminologie, noch herrscht üebereinstimmung
ueber die verschiedenen BegriffSysteme. Solange solch eine Grundlage noch nicht
entwickelt i s t , fehlt das Fundament, auf dem sich eine besondere Fakultaet fuer
das Gebiet der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen aufbauen Hessen. Angesichts
des Fehlens einer strengen Untersuchungsmethode und eines Begriffsystems besteht
nur geringe Aussicht darauf, dass den Studenten ein Gefuehl fuer klares Denken
und fuer die Achtung vor den wissenschaftlichen Tatsachen beigebracht und dass
bei ihnen eine Neigung zum selbstaendigen Forschen entwickelt werden kann. Die
Ausbildung in einem alteingefuehrten Lehrfach, wenn es auch nur teilweise auf
unseren Gegenstand Bezug hat, kann fuer die Ausbildung der Studenten von grösserem
Nutzen sein als ein umfassendes Studium der Fragen der Arbeitgeber-Arbeit nehmer Beziehungen, solange diesen noch eine strenge Systematik abgeht.
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�3. Die Spezialgebiete innerhalb des Komplexes der Arbeitgeber-ArbeitnehmerBeziehungen erfordern Menaohen mit umfassmnder Ausbildung. Das Ideal waere, wenn
s i e ein eingehendes Verstaendnis fuer eine ganze Reihe von Wissensgebieten, wie
Volkswirtschaftslehre, Rechte- und Verwaltungswissenschaft, Psychologie und Soziologie besaessen. Darueber hinaus s o l l t e n sie sich In allgemeinen Verwaltungsfragen,
in der Wirtschaftstheorie, in der S t a t i s t i k und in Gruppentestmethoden, usw. auskennen. Das Feld der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen bedarf der Mitarbeit
fuehrender Persoenliohkeiten auf den rerschiedensten Gebieten bei der Loesung
der in seinen Bereich fallenden Probleme."
(Zeltschrift fuer Gesellschaftslehre im Unterricht, April 1%7)
WH PRÜEFT DER DISKÜSSIOHSLETJER SICH SELBST,
An der Universitaet Chicago gibt es einen Kursus fuer die Ausbildung von
Gewerksehaftsfuehrern. Im Zusammenhang mit diesem Kursus hat die UniTersltaet
kuerzlioh eine Anleitung fuer Diskussionsleiter herausgegeben, deren Zweck es i s t ,
den Leitern der Aussprachegruppen bei der Vervollkommnung ihrer Methoden der
Diskussionsfuehrung behilflich zu s e i n . Das Buch s c h l i e s s t mit einer Rolhe von
Pruefungsfragen, die es dem Gruppenlei ter ermoeglichen sollen, selbst zu bestimmen,
ob seine Arbelt ron Erfolg gekroent war. Das Pruefungsschema traegt den Titel;
Nachpruefnng der Ergebnisse?
"Nach Abschluss des ganzen Kursus werden Sie wahrscheinlich erfahren wollen,
ob er seinen Zweck erfuellt hat. Die Beantwortung dieser Frage i s t jedoch sehr
schwierig, solange Sie noch nicht wissen, was aus den Kursustellnehmern nach e i nigen Monaten geworden i s t , und bevor Sie sich davon ueberzeugen koennen, ob Sie
tatkraeftigere und verstaendnisvollere Funktlonaere und neue Fuehrer ausgebildet
haben."
Selbst dann mag e s noch schwierig sein f e s t z u s t e l l e n , in welchem Masse dies
dem Diskussionskursus a l s solchem zugeschrieben werden kann. Sicherlich haben
Sie das Beduerfnis, sich selbst zu pruefen, damit Sie das naeohste Mal einen besseren Kursus abhalten koennen«
Hier nennen wir Ihnen einige Gesichtspunkte, die Ihnen Klarheit darüber verschaffen koennen, ob Ihr Kursus erfolgreich war;
1. Besucherzahl«
Die Zahl der Teilnehmer bildet einen Pruefstein fuer den Erfolg ihres Kursus.
Wenn sich die Diskussionsgruppe nicht verkleinert, so i s t das ein Beweis fuer das
vorhandene Interesse. Wenn Teilnehmer Ihrer Gruppe darum ersuchen, Bekannte mitbringen zu duerfen, dann koennen Sie ueberzeugt sein, dass ihnen der Kursus
Freude macht.
2 . Aktive Teilnahme
Wenn fast jedes Mitglied Ihrer Gruppe sich an der Diskussion b e t e i l i g t ,
Vorschlaege macht oder Benerkungen zum Thema beisteuert, dann haben Sie einen
grossen Teil Ihrer Aufgabe als Diskussionsleiter e r f u e l l t . Es mag Ihnen nicht
gelingen, jeden Einzelnen zur Teilnahme an der Diskussion zu gewinnen, denn gar
viele sind nur zum Zuhoeren bereit. Oft denken indessen die Schweigsamen genau
so v i e l nach wie die, die reden. Auf jeden Fall i s t der Umstand, dass sich die
meisten Angehoerlgen Ihrer Gruppe aktiv beteiligen, einer der wichtigsten Beweise
fuer I^ren Erfolg als Diskussionsleiter.
3. Das Festhalten am Thema
Blieben Ihre Diskussionen, einigermassen im Rahmen der in den Leitfaeden behandelten Themen, oder schweiften sie so z i e l l o s von einem Gegenstand zum anderen,
dass die Gruppe in Verwirrung geriet. Wenn es Ihnen gelang, am Thema festzuhalten,
und wenn die Gruppe zu einigermassen schlnessigen Ergebnissen kam, dann haben Sie
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�schon einen Teil Ihrer Aufgabe e r s t e l l t .
4. Zusanmengehoerigkeltsgefnehl der Gruppe und Achtang Tor der Meinung
des anderen
Brachten die einzelneu, M I U B M T der Gruppe waehrend der Diskussion den Anschauungen der anderen Verstaendnis und Achtung entgegen. Gab es wirklich einen
gegenseitigen Meinungsaustausch. Fuehlte sich die Gruppe als solche und handelte
s i e entsprechend, oder war s i e nur eine Ansejsmlung unterschiedlicher, zusanmengewuerfelter Individuen, die zufaellig im gleichen Raum zusammenkamen. Wenn es
Ihnen gelang, dieses Gruppengefuehl zu wecken, so Ist das ein sehr wichtiges Anzeichen dafuer, dass Sie auf dem richtigen Wege waren.
5. Haltung dem Leiter gegenueber
Hatten die Teilnehmer der Gruppe das Gefuehl, dass s i e die Antworten auf ihre
Fragen nur von Ihnen bekaemen. Hatten sie das Empfinden, dass Sie der "Herr"
waren und dass das l e t z t e Wort s t e t s bei Ihnen lag. Oder waren die Teilnehmer
davon ueberzeugt, dass sie wenigstens einige Fragen beantworten konnten und dass
Sie s e l b s t "nur einer der ihren" waren und nicht ein Aussenstehender, der sieh von
ihnen unterschied und sich klueger duenkte. Wenn Sie in den vorher erwaehnteh
Punkten erfolgreich waren, einer "ron der Gruppe" blieben und nicht zum "Boss"
wurden, dann haben Sie wirklich gute Arbeit g e l e i s t e t .
6. Sonstige Haltung der Gruppe
Wenn Sie in den Ansichten Ihrer Gruppe (was sagen s i e , was erzaehlen sie den
anderen draussen, was tun s i e . ) hinsichtlich der folgenden Punkte eine Aendexung
f e s t s t e l l e n koennen, dann haben Sie Resultate zu verzeichnen:
a) Die Gruppe zeigt besseres Verstaendnis fuer die Gewerkschaft.
b) Der Einzelne hat ein staerkeres Gefuehl der Zugehoerigkeit zur Gewerkschaft.
c) Die Mitglieder der Gruppe sind gruendlicher tteber Dinge informiert, die
ihnen die Arbeit erleichtern koennen.
d) Das Interesse der Gruppenmitglieder, in Gewerkschafts- und Gemeinscbaftsangelegenheiten aktiv mitzuwirken, hat sich erheblich verstaerkt.
e) Die Mitglieder sind nicht mehr so geneigt, vorschnell zu urteilen und
anderen Leuten gegenueber ihre Voreingenommenheit zu zeigen.
7 . I n t e r e s s e am Erwerb und B e s i t z von Kenntnissen
Es muss s c h l i e s s l i c h auch noch f e s t g e s t e l l t werden, ob der Kursus das Verlangen der Gruppe nach eingehender Unterrichtung, Kenntnissen und Tatsachenmaterial
wirkungsvoll b e e i n f l u s s t hat. Machen die Teilnehmer Forschlaege fuer w e i t e r e
Diskussionen oder Kurse. Fragen S i e , wo s i e Buecher oder Denkschriften erhalten
koennen. Zeigen s i e I n t e r e s s e fuer d i e Benutzung der o e r t l i e h e n B i b l i o t h e k e n .
Sprechen s i e mit ihren Freunden innerhalb oder ausserhalb der Gewerkschaft ueber
das Unterrichtsprogramm. Dies sind e i n i g e der Fragen, durch deren Beantwortung
S i e s i c h darüber Rechenschaft ablegen koennen, ob S i e i n Ihrer Gruppe w i r k l i c h
den Wunsch nach Erwerb und B e s i t z von Kenntnissen geweckt haben.
Aus; Anleitung fuer Diskussionsredner, herausgegeben von der U n i v e r s i t a e t Chicago.
ARBEITGEBER - ARBEITKEHMERBEZIEHUNGEN UND
GESELLSCHAFTSLEHRE
Nach Professor Hilda M. Watters i s t Zweck der

Erziehung, "dem S t a a t s b ü r g e r

das Ruestzsug mitzugeben, um Im Leben eine l e i t e n d e S t e l l e oder d i e e i n e s A r b e i t nehmers einzunehmen."

Ein w e i t e r e r Erziehungszweck b e s t e h t darin, die Menschen

so zu formen, dass s i e imstande sind, e i n t r a e c h t i g miteinander zu leben und zu
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�arbeiten« Tram m*. Watters i s t Inhaberin des Lehrstuhls fuer Sozialwissenschaft
am Western I l l i n o i s State Teachers College. Aus ihrem Aufsatz ueber die g e s e l l schaftliche Bedeutung der Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen s e i hier die f o l gende S t e l l e zitiert*
"Das Problem der Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen i s t kein neues. Es
i s t jedoch fuer den inneren Frieden und das Allgemeinwohl der Nation ron ausschlaggebender Bedeutung. In dem Hasse, in dem sich unser Leben in der Gesellschaft
immer mehr kompliziert, wird jeder Einzelne immer staerker von den zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschuft bestehenden Beziehungen betroffen.
Logischerweise gehoert dieses Thema zum Lehrgegenstand von Kursen in Gesellschaftskunde. In frueheren Jahren Ist e s allerdings in ziemlich alfeemeiner Welse
im Unterricht ueber die Geschichte der Vereinigten Staaten und im Lehrgang ueber
Probleme der Demokratie behandelt worden. Erst in den letzten drei oder Tier
Jahren, nachdem die Frage der erwaehnten Beziehungen eine so wesentliche fuer das
Leben in unserem Lande geworden i s t , sind sich die Erzieher der Tatsache bewusst
geworden, dass diese Frage es verdient, in der Schule in wohlueberlegter und angemessener Weise behandelt zu werden. So betonten auch einige in Fachzeitschriften
erschienene Abhandlungen, dass die Schulen der Behandlung der Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen groessere Beachtung schenken muessten. Waehrend es noch vor
wenigen Jahren kein fuer Schulzwecke geschriebenes Unterrichtsmaterial ueber den
Gegenstand gab, sind nunmehr ein paar Schriften erschienen, die sich mit ihm befassen. Ausserdem sind kuerzlich einige Staaten und Staedte dazu uebergegangen
neue Lehrpiaene ueber Gesellschaftskunde aufzustellen, die als ^ehrgegenstand auch
die Arbeitgeber- Arbeitnehmerbeziehungen einschliessen. All dies sind hoffnungsvolle Ansaetze, die zeigen, dass wir imner klarer erkennen, was unsere zukuenftigen
Mitbuerger als Mitglieder der Gesellschaft wissen muessen.
Was also kann die Klasse im gesellschaftskundlichen Unterricht mit dem erwaehnten Lehrgegen stand anfangen, und wie i s t er am besten anzupacken. Zunaechst
einmal bietet der Unterricht in der Geschichte der Vereinigten Staaten eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Entwicklung des Problems im Verlauf unserer Geschichte
aufzuzeigen und darzustellen, welche Wirkung die Ausbreitung der Gros sunt ernennen
und der organisierten Arbeitnehmerschaft auf unsere Gesellschaftsordnung hatte.
Bei dieser Gelegenheit s o l l nicht unerwähnt bleiben, dass nur wenige Geschichtslehrer mehr zu geben pflegen a l s eine chronologische Aufzaehlung von Ereignissen.
Dadurch begeben s i e sich der Moeglichkei t, dem Schueler zu zeigen, wie man Tatsachenmaterial unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusainnantraegt, und zwar so,
dass er ein einigermassen umfassendes Verständnis des Gegenstandes gewinnt. Die
meisten Geschichtsbuecher enthalten - dies i s t an sich lobenswert * eine chronologische Schilderung des historischen Geschehens. Aufgabe des Lehrers i s t es,
den Unterricht in der Klasse so zu gestalten, dass seine Schuler den Lehrgegenstand unter bestimmten Gesichtspunkten einordnen koennen. Auf diese Weise werden
dem Schuler die zu behandelnden Probleme auf zwei verschiedenen Vegen naehergebracht, was ihm dazu verhelfen wird, zusammengehoerige Geschehnisse miteinander
in Verbindung zu bringen.
Sodann muesste der Lehrgang ueber Probleme der Demokratie einen betraechtliehen Teil der Lehrzeit, moeglichst ein Drittel, der Behandlung des Problems der
Arbeitgeber- Arbeitnehraerbeziehungen widmen, denn mit keinem anderen Problem als
diesem wird der Schueler nach Verlassen der Schule in so v i e l f a e l t i g e r 7/eise in
Beruehrung kommen. Als aktives Mitglied der Gemeinschaft wird er sehr wahrscheinl i c h in irgend einer Form, entweder a l s Lohn- oder Gehalt sempfa eng er oder als sain
eigener Herr eine Taetigkeit ausueben. Ganz gleichgueltig, ob er als Arbeitnehmer
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�oder Arbeitgeber oder auch nur a l s Verbraucher an unserem Gemeinschaftsleben t e i l nimmt, er muss b i s zu einem gewissen Grade ueber das Verhaeltnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern u n t e r r i c h t e t sein.
S c h l i e s s l i c h kann ein Lehrgang in Gesellschaftskunde von allem auf dem hier
interessierenden Gebiet verfuegbaren aktuellen Material Gebrauch machen. Sehr
v i e l e Lehrer der GeseLLsehaftskunde schliessen in ihren Lehrplan auch die Behandlung von Zeitgeschehnissen e i n . Eine g r o s s a r t i g e Gelegenheit, seine Stunden
i n t e r e s s a n t zu g e s t a l t e n , b i e t e t sich dem Lehrer, der im Zusammenhang mit a k t u e l len Ereignissen das Verhaeltnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer behandelt.
Viele Lehrer vermeiden zwar diesen Diskussionsgegenstand, weil er oft umstrittener
Natur oder zu schwierig i s t und darum sowohl von seiner Seite wie der des Schuelers
zusaetzliche Vorbereitungsarbeit e r f o r d e r t . Eine sorgfaeltige Untersuchung der
Probleme duerfte aber im I n t e r e s s e der oeffentlichen Meinungsbildung aufklaerend
wirken. Eben der Umstand, dass das Thema stark umstritten i s t , wird die Schüler
mehr aufhorchen l a s s e n . Es darf jedoch nicht der Versuch gemacht werden, die
Schueler fuer oder gegen die Arbeitnehmer oder Unternehmer einzunehmen. Jeder
Streitpunkt muas eingehend von a l l e n Seiten untersucht werden, und f a l l s beabsicht i g t wird, Schlussfolgerungen zu ziehen, so s o l l t e man dies den Schuelern ueberl a s s e n . Der Zweck des Unterrichts besteht nicht darin, eine Schulklasse ein bestimmtes Problem loesen zu lassen, sondern sie dazu zu bringen, es unter a l l e n
Gesichtspunkten zu verstehen.
Z e i t s c h r i f t fuer Gesellschaftslehre
im Unterricht, April 1947
DIE AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN
UND DAS TAYLORSYSTEM
Clinton S. Golden, der Berater in Arbeiterangelegenheiten bei der Verwaltung
i'uer w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit (ECA), e r k l a e r t e am 3 . Juni in Paris vor dem
3 . Kongress fuer I n t e r n a t i o n a l e Forschung auf dem Gebiete des S o z i a l - und Arbeitslebens, dass die demokratischen Voeltoer an einem "Kreuzweg der Entscheidung"
stehen.
Golden sagte, dass die Grundsaetze der Rationalisierung, die frueher nur
fuer das Gebiet der Massenproduktion gegolten haben, j e t z t auch eine aeusserst
bedeutungsvolle Rolle im Gebiet der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern spielen. Er sprach vom Taylorsystem, einer Bezeifihnung, die in den Vereinigten Staaten auf wissenschaftliche Betriebsfuehrung angewandt wird. Dieses
System i s t nach Frederick Taylor benannt, einem der bahnbrechenden amerikanischen
Industrie-Ingenieure. Sein ganzes Gedankengut, das Taylorsystem, wurde von den
amerikanischen I n d u s t r i e l l e n aufgenommen, von den Gewerkschaften aber heftig bekaempft. Heute a l l e r d i n g s haben v i e l e amerikanische Gewerkschaften ihre Einstellung geaendert. Sie sind Anhaenger des Taylorsysteras geworden, aber nur fuer
ihre Zweake.
Golden, der s e l b s t jahrelang in der Stahlarbeitergewerkschaft a k t i v t a e t i g
war, e r k l a e r t e , wie diese Wandlung zustande kam und welche Bedeutung die Lehren
Taylors fuer die amerikanischen Gewerkschaften haben. Golden war einer der ersten
amerikanischen Arbeiterfuehrer, der erkannte, dass Gewerkschaften wie Unternehmer
die von Frederick Taylor vertretenen Grundsaetze nutzbringend zur Anwendung bringen
koennen. Wegen Raummangel koennen hier nur die wichtigsten Punkte der Ansprache
Goldens wiedergegeben werden;
Zusammenarbeit zwischen Arbeiterschaft und Unternehmern
"In den zwanziger Jahren entstand eine Bewegung, d i e man "Zusanmenarbeit
zwischen Gewerkschaften und Unternehmertum" nannte. Sie begann waehrend des ersten
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�Weltkrieges im s t a a t l i c h e n Zeugamt in Rock Island in I l l i n o i s . Spaeter wurde sie
auch bei der Eisenbahn, in Maschinenwerkstaetten und in anderen Industriezweigen
versuchsweise von verschiedenen i n t e r e s s i e r t e n Gewerkschaften eingefuehrt, die
danach t r a c h t e t e n , bessere Beziehungen und engere Zusanmenarbeit mit den Unternehmern zu entwickeln. Die Versuche waren erfolgreich
Als die Vereinigten Staaten in den zweiten l e l t k r i e g e i n t r a t e n , hatten sich
einige Gesichtspunkte und Phasen wissenschaftlicher Betriebsfuehrung nach b e stimmten Richtungen hin entwickelt. Im wesentlichen handelte es s i c h um Z e i t und Bewegungsuntersuchungen. Die Entwicklung wurde jedoch ueberschattet von einer
starken, Immer mehr wachsenden Bewegung innerhalb der Gewerkschaft, die an dem
Grundsatz f e s t h i e l t , dass eine Wissenschaft, die nicht den Arbeiter a l s Menschen
beruecksichtige, den Namen "Wissenschaft" nicht verdiene. Einige amerikanische
Gewerkschaften hatten technische und Forschungsabteilungen e i n g e r i c h t e t , welche
die Unternehmer in Fragen der Erzeugung und Verteilung b e r i e t e n . Fuer ein Krieg
fuehrendes Land war eine dauernde Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern
von grundsaetzlicher Bedeutung. Unter s t a a t l i c h e r Fuehrung wurden ueber 4,000
Ausschuesse aus Vertretern der Arbeiterschaft und des Unternehmertums gebildet, die
den Zweck hatten, die Kriegsproduktion zu steigern und Arbeitsstoerungen und Streiks
einzuschraenken. Hierbei zeigte es sich, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber gut
zusammenarbeiten konnten. Noetig war l e d i g l i c h , dass der Wille zur friedlichen
Zusammenarbeit vorhanden war, und dass durch die Abhaltung von Besprechungen der
geeignete Apparat geschaffen wurde, um Ursachen von Stoerungen zu untersuchen und
s i e auf friedlichem Wege zu regeln
Nicht a l l e waehrend des Krieges taetigen
Ausschuesse blieben auch weiterhin bestehen. Was jedoch b l i e b , war eine Reihe
erfolgreich abgeschlossener Versuche."
Unternehmer s t e l l e n Untersuchungen an
Wie Golden ausfuehrte, erwog nach de» Kriege eine Gruppe l e i t e n d e r Arbeiterfuehrer, Unternehmer und Staatsbeamter einen Plan, die Verhaeltnisse in einigen
Industrien, in denen d i e Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern
von Erfolg b e g l e i t e t war, einer naeheren Pruefung zu unterziehen. Die Mittel
zur Durchfuehrung des Planes wurden von p r i v a t e r Seite, und zwar von der Greenwood Stiftung, zur Verfuegung g e s t e l l t . Die Untersuchung wurde von einem Ausschuss g e l e i t e t , der 15 Industrieunternehmen auswaehlte, in denen die "Ursachen
des Arbeitsfriedens" untersucht werden s o l l t e n . Die Arbeiten s e l b s t wurden mit
Unterstuetzung des Nationalen Planungsverbandes durchgefuehrt."
"Wenn auch nur ungefaehr die Haelf te dieser 15 Untersuchungen zum Abs&lt;Jhloas
gebracht worden i s t , so lassen s i c h doch gewisse feststehende Tatsachen erkennen
und Folgerungen schliessen. Ich g r e i f e aufs Geratewohl die folgenden heraus;
(a) Anerkennung der Gewerkschaften» Zwischen der widerwilligen und f r e i willigen Anerkennung der Gewerkschaften seitens der Industrie und des Unternehmerturas besteht e i n grundsaetzlicher Unterschied. Ich moechte in diesem Zusammenhang die Ausführungen Frederick Taylors ueber die wissenschaftliche Betriebsfuehrung zitieren«
'Ihrem Wesen nach bedeutet d i e wissenschaftliche Betriebsfuehrung eine v o l l kommene g e i s t i g e Revolution der in einem Betrieb oder einer I n d u s t r i e beschaeft i g t e n Arbeiter h i n s i c h t l i c h ihrer Arbeit und i h r e r Pflichten gegenueber ihren
Mitarbeitern und Arbeitgebern. In gleichem Masse bedeutet sie aber auch eine v o l l kommene g e i s t i g e Revolution der auf der Arbeltgeberseite stehenden Personen, d.h.
der Werkmeister, Betriebsvorgesetzten, BetriebsInhaber und des Direktoriums hins i c h t l i c h ihrer Pflichten gegenueber ihren Mitarbeitern in der Betriebsfuehrung,

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�gegenueber ihrer Belegschaft und bezueglich all ihrer taeglichen Probleme.
Ohne diese vollkommene geistige Revolution auf beiden Seiten gibt es keine wissenschaftliche Betriebsfuehrung.'
Das Wesen der wissenschaftlichen Betriebsfuehrung besteht gerade darin»
die alten Methoden durch diese neue Betrachtungsweise, diese neuen Gesichtspunkte zu ersetzen. Es kann keine wissenschaftliche Betriebsfuehrung geben, solange nicht dieser Gedanke das Gemeingut beider Parteien geworden ist, solange
nicht die neue Idee der Zusammenarbeit-und des Friedens an die Stelle der alten
ton Zwietracht und Streit getreten ist.
(b) Ein patriarchalisches Verhaeltnis
zwischen Arbeitgeber und
Arbeiter bringt nicht notwendigerweise Arbeitsfrieden mit sich oder steigert die
Erzeugung.
(c) Das Nichtvorhandensein von Streitigkeiten ist nicht immer ein Anzeichen
dafuer, dass konstruktive oder gesunde Beziehungen bestehen.
(d) Der Arbeitsfrleden kann nicht durch beschwichtigende Massnahmen oder
unwirtschaftliche Konzessionen erkauft werden.
(•) Offener Zugang? Die ungehinderte Verbindung zwischen dem Inhaber und
der Betriebsleitung auf der einen Seite und der gewerkschaftlich organisierten
Arbeiterschaft ist eine zwingende Notwendigkeit.
(f) leine Einheitlichkeit« Die verschiedenen Untersuchungen erweisen,
dass die Art und das Wesen der gegenseitigen Beziehungen keineswegs ueberall
gleich sind*
(g) Klarheit in den Beziehungen; Wie auch immer die gegenseitigen friedlichen Beziehungen gestaltet sein moegen, sie muessen immer auf der Anerkennung und
dem Verstaendnls der beiden Parteien obliegenden Aufgaben und Verantwortlichkeiten beruhen. Beiden Parteien liegt es ob, fuer ihr Verhaeltnis Achtung und
Vertrauen aufzubringen. Eine solche Haltung hat natuerlioh Bedeutung fuer das,
was wir Demokratie nennen. Demokratie naemlich verlangt Achtung vor der Würde
des einzelnen Arbeiters«
(h) Kein Wunsch nach Sozlallaierung» Bis heute liegen keine Anzeichen
dafuer vor, dass eine nennenswerte Zahl von Arbeitern, Gewerkschaftsfunktionaeren und Gewerkschaftsfuehrern der Ansicht ist, dass eine Sozialisierung der
Industrie bessere Arbeitsbedingungen oder ein groesseres Mass sozialen Wohlergehens mit sich bringen wuerde als es im Rahmen der Privatwirtschaft moeglich ist.
Dies trifft nicht notwendigerweise auf solche ein ganzes Gebiet umfassende Unternehmen zu, die von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurden und von ihr geleitet werden, wie z.B. die "Tennessee Valley Authorlty" (Tennessee-StromtalPro je et)*
Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitgeber
In den Vereinigten Staaten hatte der Arbeitgeber urspruenglich alle Rechte
und die Gewerkschaften wenige oder gar keine. Mit der wachsenden Zahl ihrer Mitglieder und der Ausdehnung ihres Interessengebietes griffen die Gewerkschaften
zweifellos auch auf das Gebiet ueber-, das der Unternehmer seiner ausschliesslichen Betaetigung vorbehalten hatte. Unsere Untersuchungen beweisen, dass hier
ein Ausgleich stattfand, der die Betriebsfuehrung in ihrer Betaetigung eher unterstuetzte als behinderte. In keinem der in die Untersuchung einbezogenen Betriebe
konnte ein Streik oder sonstige bedrohlichen Momente im Zusammenhang mit einem
Eingriff in die Vorrechte des Unternehmers festgestellt werden.
Wir haben ebenfalls festgestellt, dass die Methoden fuer Kollektiwerhandlungen, wie sie von Handwerksbetrieben, geschaeftllohen Unternehmen, Industrien
lokaler oder regionaler Art, angewandt werden, einander gleichwertig sind. Unter
bestimmten Bedingungen ist jede Methode gleich gut anwendbar. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Arbeitsfrieden dort erreicht werden kann, wo

-15-

die Betriebe und

�die Gewerkschaften auf Gebieten zusammenarbeiten, auf denen sie gemeinsame
Interessen haben, ferner dort, wo sie In verstaendnisvoller Welse Kompromisse
schllessen, wenn ihre Interessen einander zuwiderlaufen. Es scheint - und das
ist von grosser Bedeutung fuer die Veit -, dass das Gebiet, auf dem Arbeitnehmer
und Arbeitgeber gemeinsame Interessen haben, groesser ist als dasjenige, auf
dem Konfliktsstoffe bestehen.
Ich kann Ihnen berichten, dass der beratende Ausschuss sehr befriedigt
ron der Art und Weise war, mit der diese ersten Untersuchungen aufgenommen worden sind. In gewisser Beziehung haben dieselben in der oeffentllehen Meinung eine
sympatische Reaktion ausgeloest, und sie sind euch im Auslande bekannt geworden."
"Arbeitsmitteilungen der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit" 3. Juni 1949
- 16-

Manpower Division

OFFICIAL

OMGÜS, AFO 742

lilhographvd by

OMOUS, 9-1870, iAto,

J a n . U9. 8 3/U C

�International«

ÄRBEITSMITTEILUHGEN
Di« (olgenden Artikel stellen Auszüge an* der amerikanischen Presse und anderen Quellen d u und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese nach einzelnen Interessenten direkt durch die Poet zugeleitet
Der Inkalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nickt als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 18

Berlin, 24. Juni 1949
INHALTSVERZEICHNIS

Die Kommunisten moeohten die ILO aendern
—
Auf dem Wage zur Einheit der demokratischen Arbeiterschaft
Die europaeisohe Arbeiterschaft t r i f f t ihre Wahl
Wir bauen die Zivilisation auf
Die Qewerksohaftsaekretarlate —
Bari cht ueber das Europabuero der AFL —
Sine Mahnung an die Qeseheeftswelt
Das Arbeitslosen-Problem in Italien
Hohe Arbeitslosenziffern in I t a l i e n
Der Hollaendische Ausseht»s fuer Arbeitsfragen
Ansichten griechischer Gewerkschaftler ueber Amerika
Die Kaufkraft in Ungarn und Frankreich
Die Kaufkraft in Estland
Zinnarbeiter streik in Bolivien
Sozialpolitik der Regierung von Israeli
Die Gewerkschaft bei Ford unterwirft sich dem Schiedsverfahren —
- Kurzberichte aus der Welt der amerikanischen Arbeiterschaft
Entweder Leistungen oder
- —
Die struppigen Beerte sind schuld
Die amerikanischen Gewerkschaften diskutieren
ueber die unterschiedliche Behandlung —
Die Manpower Division schickt 56 Experten auf dem Gebiete
des Arbeltswesens zu Stadien zwecken nach den U.S.

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DIE KOafiDNISTSN IPEOTOsf PIK ILO ABNDEnN
Als die Internationale Organisation fuer Arbeit sfragen( ILO) gegruend et wurde, war s e i tens der beteiligten Kationen beschlossen worden, dass jedes Land in gleicher Weise
durch Delegierte der Arbeiterschaft, der Arbeitergeber und der Regierung vertreten
sein s o l l . Die von den Kommunisten vertretenen Laender versuchen j e t z t , diese Einrichtung zu aendern. Bei der Eroeffnung der 32. Jahreskonferenz der ILO in Genf am
8. Juni brachten die Delegationen Polens und der Tschechoslowakei eine Resolution ein,
der zufolge nur Vertreter der Arbeiterschaft der Organisationen angehoeren s o l l e n . Es
sieht aber so aus, a l s wenn nur wenig Aussichten fuer die Annahme dieser Resolution
bestehen, da die meisten Nationen, die der ILO angehoeren, mit der augenblicklich bestehenden Einrichtung zufrieden sind.
"New York Herald Tribüne1' (Paris) 9. Juni 1949
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�AUF DKM WEGE ZUR EINHEIT DER DEMOKRATISCHEN
ARBEITERSCHAFT
Noch vor Ende dieses Moaata wird die erste Versammlung der Vorbereitenden
Internationalen Gewerkschaftskonferenz zusammengetreten sein, und alle Anzeichen
deuten darauf hin, dass die Beratungen einen erspriessuchen Abschluss finden werden. Die Konferenz ist natuerlich eine unvermeidliche Konsequenz aus dem Austritt
der Zentralstellen der Freien Gewerkschaften aus dem Weltgewerkschaftsbund (WFTU).
Es wird ihre Aufgabe sein, den Grundstein fuer eine neue demokratische Gewerkschaftsinternationale zu legen, deren Gruendung unter den bestehenden Verhaeltnissen eine
unumgaengliche Notwendigkeit darstellt, die ausser Frage steht.
An die Zentralstellen und Organisationen in allen Teilen der Welt, von denen
bekannt ist, dass sie an dieser Frage interessiert sind, sind Einladungen zu der
Konferenz ergangen. Andere Organisationen, die wahrscheinlich aus verschiedenen
Gruenden nicht in der Lage sind, Delegationen zu entsenden, sind auf dem Laufenden
gehalten worden. Es wurde beschlossen, an solche Organisationen, von denen bekannt
ist, dass sie unter kommunistischer Kontrolle stehen, keine Einladung ergehen lassen.
Jede beteiligte Organisation wird von nicht mehr is 2 Delegierten vertreten sein*
jeder Delegierte kann einen Beobachter mitbringen* Die Internationalen Gewerkschaftssekcetariate sind ebenfalls eingeladen worden, 3 Vertreter von der gesamten
Koerperschaft zu entsenden.
Vorbereitende Besprechungen
Die Versantulung wird am 25. und 26. Juni in Genf abgehalten werden, und Zeitpunkt wie auch Ort sind in Anbetracht der Tatsache ausgewaehlt worden, dass sich zu
dieser Zeit die Vertreter vieler nationalen Gewerkschaftszentralstellen wegen der
Arbeiten der Internationalen Organisation fuer Arbeltsfragen (ILO) in Genf aufhalten. Da die Konferenz lediglich vorbereitenden und beratenden Charakter haben
wird, werden die daran teilnehmenden Zentralstellen in keiner Weise irgendwie Verpflichtungen uebernehmen.
Trotzdem kann man vernuenftigerweise im voraus bereits annehmen, dass das
Ergebnis der Versammlung etwas mehr sein als nur eine oeffentliche Behandlung
bzw. Darstellung der akademischen Ansichten ueber die Lage des internationalen
Gewerkschaftswesens. Die dringende Notwendigkeit zur Schaffung einer neuen Gewerkschaftsinternationale wird von der AFL in ihrem laufenden Informationsblatt
"International Free Trade Union News" in aller Freimuetigkeit zum Ausdruck gebracht, wo die Lage mit folgenden Worten beleuchtet wird«
"Als sich der Britische Gewerkschaftsbund, der CIO und der Hollaendische Gewerkschaftsbund schliesslich von dem vom Kominform kontrollierten Weltgewerkschaftsbund loesten, gaben sie damit das Signal fuer jede andere echte freie Gewerkschaftsorganisation, ebenfalls ihre Beziehungen zu dieser bolschewistischen Karikatur und
Verdrehung einer internationalen Arbeiterbewegung abzubrechen.
In dem Hasse , wie dieser Trennungsprozess fortschreitet, wird in den Reihen
der Arbeiterschaft der Welt ein Vakuum geschaffen. Die AFL kann nicht nachdruecklioh genug darauf hinweisen, dass dieses Vakuum von der organisierten Welteinheit
der freien Arbeiterschaft ausgefuellt werden muss. Schon die Kommunisten haben
versucht, dieses Vakuum auszufuellen und haben dadurch die Bedrohung der menschlichen Freiheit, des Wohlstandes des arbeitenden Volkes und des Friedens durch den
TotalitärIsmus verschaerft. Wir muessen eine echte, unverfaelsehte Weltorganisation der freien Gewerkschaften haben - eine Weltorganisation von Gewerkschaften,
die frei sind von aller Kontrolle seitens der Regierungen, frei von aller Beherrschung und allen Machenschaften seitens politischer Parteien und politischer Ideologien. "
"Der CIO, die zweitgroesste Gewerkschaftsorganisation in den Vereinigten
-

2 -

�Staaten hat vor kurzem auf seiner Jahresversammlung eine Resolution gefasst, in
der formell der Austritt aus dem WFTU gebilligt wurde, und seinen Entschluss zum
Ausdruck gebracht, sich mit anderen Arbeitergruppen zusammenzuschliessen in dem
Bestreben, die Intemsen der freien Gewerkschaften in der ganzen Welt zu foerdern.
Groessere und freiere Gebiete
"Wir sind der Meinung," heisst in dieser Erklaerung, "dass es jetzt mehr denn
Jemals zuvor notwendig ist, dass zwischen den freien Voelkern enge Beziehungen
unterhalten bzw. aufrechterhalten werden muessen, und dass wir mit ehrlichen und
aufrichtigen Gewerkschaftsgruppen in anderen Laendern zusammenarbeiten muessen,
um die Gebiete in der Welt, wo ein.freier Zusaamenschluss der Arbeiter gestattet
ist, auszuweiten."
"Es ist sicher, dass binnen kurzem ziemlich bedeutende Austritte aus dem
WFTÜ erfolgen werden. Eine Anzahl nationaler Zentralstellen ist sich in diesem
Punkt bereits schluessig geworden. Darauf wird sicherlich die Billigung seitens
ihrer Jahreskongresse und Konferenzen folgen, und zwar angesichts der geistigen
Einstellung und Haltung, die die Hassen an den Tag legen, die die Mitgliederschaft
der demokratischen Gewerkschaften bilden.
"Die Bezeichnung Weltgewerkschaftsbund ist in Wirklichkeit zu einem Namensirrtum geworden. Seine Berechtigung, in dieser Eigenschaft zu sprechen, ist dahin;
sein Einfluss schwindet. Hier besteht in der Tat ein Vakuum, das notwendigerweise
ausgefuellt werdenrauss,und die Demokratie der arbeitenden Klassen kann es sich
nicht leisten, sich diese Gelegenheit entgehen zu lassen."
"Labour" Juni 1949
DIE EDROPAEISCHE ARBEITERSCHAFT TROTT IHRE WAHL
Der Nationale Bundesausschuss der "Force Ouvriere", des franzoesischen Gewerkschaftsbundes, der am 28. und 29. Mai zusammentrat, beschloss, sich an der Bildung
eines neuen demokratischen internationalen Gewerkschaftsbundes zu beteiligen, der den
von den Kommunisten beherrschten Weltgewerkschaftsbund (WFTU) ersetzen soll, und
sprach sich gegen jede gemeinsame Aktion zusammen mit den kommunistischen Arbeitergruppen aus. Der Ausschuss erklaerte erneut seine Bereitschaft, den Marshall-Plan
zu untersituetzen und bat, in hoeherem Masse in der franzoesischen Verwaltung fuer
die Wiederaufbau-Massnahmen beteiligt au werden.
Der franzoesische Allgemeine Verband der Vorarbeiter (CGC), der am 28. und
29. Mai zusammentrat, bestaetigte seine Aufnahme in die Gewerkschaftliche Beratende Arbeitsgemeinschaft (TÜAC) des Europaeischen Wiederaufbau-Programms (ueber die
der Rat der TÜAC zwei Tage zuvor abgestimmt hatte) und wurde somit eine Mitgliedsorganisation des Marsball-Plans. Die Aufnahme des CGC in die europaeische gewerkschaftliche Gemeinschaft ebnete fuer ihn den Eintritt in die Gewerkschaftliche
Beratende Koerperschaft, die am franzoesischen Wiederaufbau-Programm beteilig t
ist.
Am 29* Mai stimmte der Allgemeine Belgische Arbeiterverband auf einer ausserordentlichen Versammlung im Verhaeltnis 9:1 fuer den Austritt aus dem WFTU, und
zwar auf Grund der Tatsache, dass die kommunistischen Minderheiten Angriffe gegen
den Beschluss und gegen den Marshall-Plan gerichtet hatten.
Eine Woche
Jahreskonferenz
und hatte seine
Gruendung einer

vorher hatte sich der Norwegische Gewerkschaftsbund auf seiner
mit 300 gegen 16 Stimmen fuer den Austritt aus dem WFTU entschlossen
Funktionaere angewiesen, sich an Beratungen, zu beteiligen, die die
neuen internationalen Köerperschaft zum Ziel haben.

Auf einer Konferenz,die am 21* Mal zu Ende ging, sprach sich der Daenisohe
Gewerkschaftsbund fuer eine staendige Unterstuetzung des Marshall-Plans, fuer
volle Besohaeftigung, angemessene Loehne und den Austritt aus dem WFTU aus. Die
1000 Delegierten stimmten dafuer, den Verbandfunktionaeren die Notwendigen

- 3 -

�Sohritte fuer ton Ansehluss an die neue Gewerksehaftsinternationale zu ueberlaasen.
Sie legten auch den ihnen angeschlossenen Gewerkschaften nahe, keine Beziehungen
weiterhin zum WFTU zu unterhalten."
"BOA Labor Information" 2. Juni 1949
WIR BAUM DIE ZIVILISATION AUF t
Charles 7. McOowan, der Praesident der Internationalen Vereinigung der Kesselschmiede (AFL) aeusserte sich -vor kurzem wie folgt«
Wir sind der Meinung, daas man den Interessen der Lohnempfaenger wie die de«
Volkes als Ganzes am bestem damit dient, daas man die Produktion steigert, sowohl
in der Qualitaet wie auch in der Qnantitaet, sowie durch angemessene Lohnnormen,
die den Arbeitern eine staendige Kaufkraft garantieren, wodurch fuer die Umgebung,
in der sie leben, hoehere nationale Normen geschaffen werden wie auch die Mittel,
dass sie sich der kulturellen Gelegenheiten erfreuen kommen, was als ihr unveraeusserliches Recht anzusehen ist. Wir wollen niemals Tergesaen, dass wir die
Zivilisation aufbauen. Die Grossartigkeit einer Zivilisation wird nfemala allein
nach dem Stande der Produktion pro Kopf gemessen. Sie wird zum Teil gemessen an
der Art und Qualltaet der Produktion und an dem wirtschaftlichen Wohlstand ihres
Volkes. Der richtige bzw. wirkliehe Masstab fuer eine Zivilisation ist die Art
von Menschen, die sie hervorbringt. Wir wollen es ganz glasklar herausstellen,
dass wir in der Geschaeftsleitung, in der Regierung und in der Fuehrerschaft der
Gewerkschaften in der Lage sind, die Torzaege bzw. Verdienste zu untershheiden und
zu ehren, Maengel anzuerkennen bzw. zu erkennen und ihre Abstellung zu forden,
und darauf zu bestehen, dass unsere Stimme bei der Gestaltung unseres Geschickes
gehoert wird."
"American Federationist" Mal 1 % 9
DIB GEWEHKSCBAFTSSEKRKTARIATE
"Die Gewerkschaftssekretariate sind Einrichtungen, die schon sehr lange
bestehen. In manchen Faellen bestanden sie schon frueher als die Zentralstellen
der allgemeinen internationalen Gewerksehaftsverbaende. Die meisten dieser internationalen Gewerkschaftssekretariate waren in Suropa organisiert, wo sich die
Industriewirtschaft zuerst entwickelte.. Unter den ersten befanden sieh diejenigen,
welche die Diamanten-Arbeiter, die Drucker, die Bergleute, die Tabakarbeiter und
die Textilarbeiter vertraten. Die Arbeiter in Europa gingen, wenn sie Arbelt
suchten, ganz bestimmten Kanaelen auf der Wanderschaft nach. Die Drucker hatten
eine Wandervorschrift, wie auch ein Kartenaustausch-System, das so alt «er wie
ihr Gewerbe selbst.
Der Handel zwischen den Laendern Europas und die Wanderschaft der Arbeiter
entwickelten die internationalen Aspekte der Förderung der Arbeiterwohlfahrt und
der Aufrechterhaltung von Arbeitsnormen. Die Notwendigkeit brachte die Exekutiven
der Gewerkschaften in den betreffenden Laendern einander naeher» so waren die
Gewerkschaftssekretariate staendig funktionierende Einrichtungen beim Aufbau
internationaler Arbeiterorganisationen.
Waehrend des Zweiten Weltkrieges wurden viele Gewerkschaftssekretariate zur
Untaetigkeit verurteilt. Hier war es der Internationale Transportarbeiter-Verband, der als Untergrundbewegung zur Linderung der Not der DPs und zur Hilfeleistung fuer die Arbeiter in den Widerstandsbewegungen und in den Freien Gewerkschaften diente. Die Geschichte seiner heldenhaften Untergrund-Ttetigkeit iwt
etwas, worauf die freien Arbeiter ueberall immer stolz sein werden.

- 4 -

�Ja waren auch dl« Gewerkachaftasekretariate, die den Widerstand gegen die
kommunistische Fuehrerschaft in der internationalen Arbeiterschaft fuehrten, and
die sieh weigerten, dem Weltgewerkschaftsbund beizutreten, weil dieser ron den
Kommunisten beherrscht wird.
Sine Anzahl nationaler und internationaler Gewerkschaften der AFL ist den
Sekretariaten, zu denen sie zugelassen werden konnten, beigetreten. Diejenigen
aber, die am der Aufrecht erhalt ung ihres Charakters als freie Institutionen interessiert sind, sollten den geeigneten Gewerkschaftssekretariaten beitreten,
denn bei diesen Institutionen hat es sich erwiesen, dass sie der Weltarbeiterorganisation am Herzen liegen. Augenblicklich bestehen etwa 25 GewerkschaftsSekretariate. Diese demokratischen Arbeiterorganisationen koennen grossen Einfluss
darauf haben, den Charakter des naeehsten Weltarbelterbunles zu bestimmen."
"American Federet ionist" Hai 1949
BERICHT UBBBR DAS BÖBOPABOBBO DBB AFL
Buropakorrespondent fuer den AFL Nachrichtendienst Bruessel» Hunderte von Fuehrern
freier Gewerkschaften in Buropa schauen erwartungsvoll auf das Buropabuero der AFL
in Bruessel, Belgien, von dem sie Ermutigung, Bat und - zuweilen - Hilfe erwarten.
Am haeufigsten verlangen sie aber Nachrichtenmaterial ueber die amerikanische
Arbeiterschaft, das bisher nur in sehr beschraenktem Masse erhaeltlich war,
waehrend andererseits das Propagandamaterial ueber Bussland den Kontinent ueberschwemmte. Sie verlangen den "News Letter" (etwa* Nachrichtenblatt"), ein vervielfältigtes Informationsblatt, das hier vonder AFL herausgegeben wird, um daraus
Aufsaetze ueber typische amerikanische Gewerkschaftler, ueber statistische Angaben
zu den Loehnen und Preisen in den Vereinigten Staaten zu entnehmen.
Jeden Monat ergehen Dutzende von Aufforderungen an Irving Brown, den Buropavertreter der AFL, auf GewerkschaftsverSammlungen Reden zu halten. Er hat tatsaechlich in Jedem Lande Europas - mit Ausnahme Spaniens - gesprochen, und darueber
hinaus ist er von einer grossen Menge von Zeitungs- und Zeitungsverlegern hier gebeten worden, sie mit Artikeln ueber das Gewerkschaftswesen in Amerika zu versehen.
So schrieb z.B. ein Funktionaer des Finnischen Gewerkschaftsbundes• Auf Grund der Tatsache, dass der Schreiber dieses keine andere Verbindung
zur amerikanischen Gewerkschaftsbewegung unterhaelt, habe ich mir erlaubt, wegen
gewisser Informationen und Wuensche meinerseits an Sie heranzutreten
Ein Wortfuehrer des Griechischen Gewerkschaftsbundes schrieb; "Wir haben Gelegenheit gehabt, die von Ihnen herausgegebene Broschuere mit dem Titel "Die
amerikanischen Gewerkschaften und die internationalen Probleme" zu lesen und moechten Sie bei dieser Gelegenheit bitten, uns freundlicherweise Ihre Broschueren
zukommen zu lassen, damit wir die Entwicklung Ihrer Bewegung verfolgen koennen.
"Wir wuerden Ihnen auch dankbar sein, wenn Sie uns mitteilten, ob Sie uns
gestatten, dass wir die wichtigsten Abschnitte der erwaehnten Schrift uebersetzen
und veroöffentlichen lassen, damit sich eine groessere Anzahl griechischer Gewerkschaftler mit Ihren Gedanken vertraut machen kann....Es wuerde fuer uns auch eine
Ermutigung sein, wenn Sie uns ueber die-guten Absichten der amerikanischen Gewerkschaften Mitteilung machen wuerden, die darauf abzielen, die Lage der griechischen
Gewerkschaftsbewegung, international und europaelsch gesehen, zu verbessern."
Ein belgischer Rechtsanwalt schrieb;
"Wuerden Sie mir bitte den vollen Wortlaut der Botschaft des Praesidenten
Truman an die Jahresversammlung der AFL zusenden.....

�Der Generalsekretaer des Metallarbeiterverbandes, der der "Force Ouvri*re",
einem freien Gewerkschaftsbund, angeschlossen ist, schrieb an Hr. Brown, um ihm
fuer 6 Schreibmaschinen zu danken, "die uns die AFL zur Verfuegung gestellt hat."
"AFL Weekly News Service" 10. Mai 1949
EINE MAHNUNG AN DIE GESCHAEFTSWELT
Eric Johnston, der fruehere Fraesident der Amerikanischen Handelskammer*
der in der Februarausgabe der Zeitschrift "Fortune" Artikel veroeffentlicht, erklaerte, dass das Versagen der europaeischen Geschaeftsleute die Ursache des europaeischen Sozialismus sei. Der Kapitalismus hat nicht versagt, schreibt er,
sondern viele Kapitalisten haben im System der freien Unternehmen ihre Verantwortung vernachlaessigt. Er ist der Meinung, dass sich das amerikanische Geschaeft
in dieser Hinsicht auf dem Wege der Besserung befindet.
"Als amerikanischer Geschaeftsmann bin ich stolz auf das wachsende soziale
Empfinden innerhalb unserer Geschaeftswelt, ich bin mir aber auch darueber klar,
dass die amerikanische Geschaeftswelt fuer ihren Widerstand gegen die sozialwirtschaftlichen Reformen noch buessen muss. Wenn die Geschaeftswelt sich mehr
soziales Empfinden zu eigen macht, dann wird es auch weniger Sozialgesetzgebung
geben. Der Weg der Freiwilligkeit steht der Industrie offen* moege sie nun
ihrem Genie auf dem Gebiete der Erfindung und des Scharfsinns auf sozialem Gebiet
ebenso freien Lauf lassen, wie es auf technischem Gebiete der Fall ist. Technisch
gesehen« wir heizen eine neue Maschine kaum an, bevor wir die Zeichnungen eines
besseren Modells auf dem Zeichenbrett haben. Wir koennen - und wir muessen dasselbe mit unserem sozialen Denken tun.
Die grosse Frage, der sich heute die amerikanischen Geschaeftsleute gegenuebersehen, besteht darin, neue Wege zu finden, um die Vorteile des Kapitalismus
einer groesseren Anzahl Menschen zugute kommen zu lassen. Ich spreche hier nicht
davon, dass der Reichtum verteilt werden soll. Ich spreche davon, dass ein neuer
Reichtum geschaffen werden soll, der verteilt wird. Wenn wir daran ebenso wirksam
arbeiten wie fuer die Produktion und die Schaffung von Qualitaetsware, dann werden
wir die Vorteile unseres Systems verbreiten und das Vertrauen unseres ganzen Volkes
dazu ausweiten. Vielleicht koennen wir sogar den Europaeern neues Vertrauen vermitteln. Und die Bedrohung durch den Sozialismus wird mehr und mehr in die Ferne
gerueckt."
Aus "The Readerto Digest", Juni-Ausgabe 1%9
DAS ARBEITSLOSEN-PROBLEM IM ITALIEN
In Italien besteht ein Vier Jahres-Plan, der mit dem Europaeischen Wiederaufbau-Programm Im Zusammenhang steht. Der Hauptzweck dieses Planes besteht darin,
fuer die italienischen Arbeiter Stellung zu finden. Allerdings sind die Aussichten nicht ermutigend, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die italienische
Delegation dem Staendigen Ausschuss fuer Umsiedlungsfragen bei der Internationalen
Organisation fuer Arbeitsfragen (ILO) unterbreitet hat.
"Der Vi er jahresplan erstreckt sich auf die Landwirtschaft, auf Fischereien,
Industrieproduktion, Bau- und Transportwesen, sowie auf oeffentliche Bauvorhaben,
die auf grosser Basis geplant sind. Die Durchfuehrung beruht auf einer Reihe von
Massnahmen, die die Finanz- und Geldpolitik, wie auch die Politik, die den internationalen Kredit und Handel bestimmt, betdfft.
"Der Hauptzweck der geplanten Massnahmen ist das Verschwinden der Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten. Es hat jedoch den Anschein,

- 6 -

�a l s wenn der erwartete Erfolg keineswegs eine vollstaendige Loesung des i t a l i e n i schen Arbeltsproblems darstellen wird. Man wird sich erinnern, dass sich bis
31. Dezember 1948 die Zahl der Arbeitssuchenden auf 1.930.436 belief, und dass
sich die italienische Bevoelkerung jaehrlich im Durchschnitt um 450.000 Menschen
vermehrt, einschliesslich einer Zahl von 292.000, die jaehrlich dazu bestimmt i s t ,
das Heer der Arbeitslosen zu vergroessern, was fuer die 4 Jahre des Plans insgesamt 1.163.000 Menschen bedeuten wuerde. Der Plan sieht fuer die Jahre 1952-1953
ein Ansteigen der Beschaeftigungsziffer vor, wovon 1.150.000 Menschen betroffen
werden wuerden - 25.000 in der Landwirtschaft, 425.000 in Industrie und Handwerk,
300.000 fuer Bauten und oeffentliche Arbeiten, sowie 400.000 fuer den Verwaltungsdienst, fuer Handel und Transportwesen, in dem Plan i s t auch die Auswanderung von
832.000 Menschen einschliesslich ihrer Familienmitglieder vorgesehen, und zwar
364.000 naoh europaeischen Laendern und 468.000 nach aussereuropaeischen Laendern.
Wenn man zu der Zahl von 1.930.'+36 Arbeitssuchenden, die am 31. Dezember 1948
beim Ministerium fuer Arbeit und Sozialfuersorge r e g i s t r i e r t waren, die 1.168.000
Arbeitssuchenden, die sich aus dem natuerlichen Ansteigen der Bevoelkerungsziffer
ergeben, hinzuzaehlt, hiervon aber die 1.982.000 Menschen, die im Lande und in
üebersee Arbeit finden wuerden, abzieht, dann ergibt sich daraus, dass in den
Jahren 1952-1953 die Arbeltslosenziffer ungefaehr 1.200.000 Menschen betragen
wird."
Industry and Latour" (ILO) 15. April 1949
HOHE ARBBITSLOSENZIFFERN IN ITATJTN
Nach Schaetzungen wird angenommen, dass etwa 3 Millionen Arbeiter in der i t a lienischen Industrie beschaeftlgt sind, andererseits gibt e s aber v i e l mehr Arbeiter
als Arbeitsplaetze. Die letzten Angaben die vom Ministerium fuer Arbeit und Sozialwohlfahrt ueber die Zahl der Arbeitssuchenden veroeffentlicht wurden, beziehen
sieh auf den Monat November 1948. Berichte aus anderen Quellen besagen, dase in
der Zwischenzeit auf dem Arbeitsmarkt eine Besserung eingetreten s e i .
Stellungsuchende in Italien - November 1948
Kategorie
Maenner
Frauen
Gesamt
._
1
2
3
4.
Qeaamt
Prozent

71,359

5.6

245,093
957.143
1.273.595
66.0

19.3
75.1
100.0

11,142
210,305
99,381
336.013
656.841
34.0

1.7
32,0
15.1
51.2
100.0

82,501
210,305
344,474
1.293.156
1.930.436
100.0

4.2
11.0
17.8
67.0
100.0

Schlueasel zu den einzelnen Kategorien
1 . Arbeiter, die sich zur Ruhe gesetzt haben und Pension beziehen, sowie
Beschaeftigte, die eine andere Stellung suchen.
2. Hausfrauen, die eine bezahlte Beschaeftigung suchen.
3 . Junge Menschen unter 21 Jehren und aus dem Heer entlassene Soldaten, die
zum ersten Mal Beschaeftigung suchen.
4 . Arbeitslose, die ihre fruehere Beschaeftigung verloren haben.
Zusammengestellt nach Tabellen in "Industry
and Labour" (ILO) 1. April 1949
DER HOLLÄNDISCHE AlBSCHDSS FOER ARBEITSFRAOBN
S e i t einigen Jahren haben sich die Beziehungen zwischen den Arbeitgeberund Arbeitnehmer-Organisationen in den Niederlanden in einer Weise entwickelt, die
-

7

-

�man wirklich als ausserordentlich guenstig ansehen kann, und die, moechten wir
sagen, fast in keinem anderen Teile der Welt ihresgleichen haben.
Die Tatsache, dass sich regelrechte Beziehungen langsam zwischen den organisierten Arbeitgebern und Arbeitern entwickelt haben, die sich zu Anfang ziemlich
feindlich gegenüberstanden, ist ein Phaenomen, das man mehr oder weniger in allen
westlichen Laendern beobachten kann, aber in den Niederlanden hat diese Entwicklung
einen sehr schnellen Verlauf genommen. Dort haben die fuehrenden Organisationen auf
beiden Seiten beschlossen, eine staendlge Einrichtungen, der Zusammenarbeit zu
gruenden, den sogenannten Ausschuss fuer Arbeitsfragen.
Das Ziel dieses Ausschusses besteht darin, "gute und bestaendige soziale
Beziehungen Im industriellen Leben Hollands auf der Basis gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu gewaehrleisten." Durch Schaffung dieser
Eoerperschaft brachten die fuehrenden Personen in den Kreisen der Arbeitgeber und
der Arbeiter ihre üeberzeugung zum Ausdruck, dass sie hier ihre Faehigkeiten unter
Beweis stellen koennten, um durch freie Beratung zu einer Verstaendigung ueber die
grossen Arbeitsprobleme zu gelangen.
Die Erfahrungen, die in den 3 Jahren des Bestehens dieses Ausschusses gesammelt
wurden, haben die Erwartungen bestaetigt) in der gesamten Industrie wie auch in den
besonderen Industriezweigen, wo in mehreren von ihnen freiwillige kooperative
Organisationen gebildet wurden, sind konstruktive Gedanken, die sowohl fuer die
Arbeitgeber wie auch fuer die Arbeiter annehmbar waren, auf zahlreichen Tragen der
Sozialpolitik entwickelt worden.
Fuer die Regierung ist diese Entwicklung von grosser Bedeutung. Zum grossen
Teil ist es ihr zu verdanken, wenn die Zahl der industriellen Streitfaelle, die
sich waehrend der Nachkriegsjähre ergaben, nur klein geblieben Ist. Abgesehen davon
wird auch die lenkende Aufgabe der Regierung wesentlich erleichtert, wenn sie sich
auf die einstimmigen Ratschlaege aus dem gesamten industriellen Leben terlassen
kann. Aus diesem Grunde ist auch der Ausschuss fuer Arbeitsfragen seitens der
Regierung als Beratende Eoerperschaft anerkannt worden.
"Informationsdienst des Hollaendischen Ministeriums fuer Soziale Angelegenheiten" Maerz 1949
ANSICHTEN GRIECHISCHER GEWERKSCHAFTLER UEBER
AMEHIEA
Die amerikanischen Arbeiter haben einen hohen Lebensstandard, sie erfreuen
sich einer vollkommen individuellen Freiheit und bringen volles Verstaendnis auf
fuer die Opfer, die von den Griechen in dem Bestreben gebracht werden, der Ausbreitung des Totalitarismus ueber die Grenzen hinweg Einhalt zu gebieten, erklaerte John Patsantzis, der Sekretaer und Schatzmeister des Griechischen Gewerkschaftsbundes (GSEE), nach der Rueckkehr von seiner Reise nach den Vereinigten Staaten
in seinem Bericht an seine Kollegen.
Patsantzis meinte, die amerikanische Arbeiterschaft koennte auch fuer sich
die Vorteile der Weihnacht*- und Ostern-Zuwendungen und der Trennungsentschaedigung, wie sie bei der griechischen Arbeiterschaft eingefuehrt sind, fuer sich in
Anspruch nehmen. Andererseits, sagte er, "fuehlen sich die amerikanischen Arbeiter
in einem hoehren Lebensstandard sicherer, sie sind auf ihre Arbeit stolz und
brauchen vüleicht auch nicht diese Schutzabkommen, wie sie innerhalb der Beziehungen zwischen Arbeitsnehmern und Arbeitgebern getroffen worden sind."
"Die reichere Wirtschaft der Vereinigten Staaten spiegelt sich sogar -in der
Errichtung industrieller Werke wider. In Griechenland wtfrde kein Industrieller
8

-

�#

Jamals auf den Gedanken kommen, Im Bauplan eine Stelle fuer den Parkplatz zur Unterbringung der Automobile der Arbeiter vorzusehen, so wie das im Amerika der Fall ist.
Pataantzis und Stephan Lolos, der Generalsekretaer des Griechischen Tabakarbeiterverbandes, wurden nach den Vereinigten Staaten geschickt, um dort die Arbeitsbedinguagen und die Arbeitsbeziehungen zu studieren.
"BGA Labor Formation" 23. Mai 1949
D U KAUFKRAFT IN UNGARN UND FRANKREICH
Die folgenden Ziffern ueber die Kaufkraft des Ungarischen und franzoesIschen
Arbeiters sind uns vom Amt fuer Arbeitsangelegenheiten beim Verwaltungsausschuss
fuer das ERP zugegangen. Sie wurden in einer der laufenden Ausgaben der Zeitschrift
"Gewerkschaftler im Exil" veroeffentlicht, die in Paris von gefluechteten Ai-beiterfuehrem aus den Laendern.hinter dem "Eisernen Vorhang" herausgegeben wird. Die
Ziffern ueber die Kaufkraft in Ungarn wurden Srnoe Kilary nach den laufenden franzoesischen Prelsindices, zusäum engesteilt und wurden ferner von ihm der ungarischen
kommunistischen Zeitung "Szabad Nep" entnommen. Die ungarischen Ziffern gelten
fuer einen Facharbeiter des Csepel-Werks, die franzoesIschen fuer einen solchen
in einer Pariser Fabrik der Luftfahrtindustrie. Nachstehend Mr. Kilary's Vergleichsziffern:
Menge

Ware

_____
150 g
300 g
250 g
3700 g
780 g
3200 g
110 g
3000 g
500 g
110 g
1± 1
4
20

Wie lange der Arbeiter arbeiten muss, um
diese Menge an Waren kaufen zu koennen
in Ungarn
in Frankreich

1 Stunde
1
"
n
1
n
1
n
1
n
1
n
1
M
1
N
1
n
1
n
1
n
1
ii
1
13 Stunden

Sehweinefleisch
Zucker
Reis
Kartoffeln
Brot
Mohrrueben
Butter
Zwiebeln
Aepfel
Schmalz
Milch
Eier
Zigaretten

15 Minuten
n
22
n
42
n
14
n
14
n
19
n
20
n
30
•
20
n
17
n
20
n
20

22

n

4 Stunden 52 Minuten

"EGA Labor Information" 3 . Juni 1949
DIE KAUFKRAFT IN ESTLAND
Ein scharfes Absinken der Kaufkraft des estnischen Arbeiters kommt in den
Zahlen zum Ausdruck, die ein Gewerkschaftler, der aus Estland gefluechtet ist,
zusammengetragen hat. Sie sind in der Zeitschrift "Der Gewerkschaftler im Exil",
die in Paris erscheint, veroeffentlicht worden. Diese Zeitung wird von einer
Gruppe frueherer Gewerkschaftsfuehrer herausgegeben, die aus den Laendern hinter
dem "Eisernen Vorhang" gefluechtet sind. In der Mal-Ausgabe dieses Jahres hat
J« Mikhelson, ein frueherer estnischer Gewerkschaftssekretaer, folgende Tabelle
zusammengestellt, in der die Menge an Waren angegaben ist, die der durchschnittliche
Este mit seinem monatlichen Einkommen vor und nach dem Zweiten Weltkriege kaufen
konnte bzw. kaufen kann.

- 9 -

�%

Die Kaufkraft des monatlichen Einkommens in Estland
Ware
Brot
Rindfleisch
Speck
Butter
Zucker
Kartoffeln
Schuhe
Fertige Herrenanzuege

1222
398 kg
114 •
84 •
38 "
170 •
1592 •

7 Paar

1941
555 kg
93
66
36
100
1562
2

124Jt
260 kg
—

"
"
•
B

»
Paar

0.5

0,5

1.5

20 •
10 •
52 •
650 »
2 Paar

1948
109 kg
—

10 "
5 K
21

•

350 "
1,3 Paar

0,4

Die Normen der estnischen Arbeiter sind sogar noch niedriger, als aus diesen
Ziffern hervorgeht, erklaerte Mikhelson, da die meisten Waren nur auf dam Schwarzen Markt zu haben sind. Die estnischen Arbeiter erhalten jetzt taeglioh 1500
bis l600 Kalorien an Nahrungsmitteln wogegen es Im Jahre 1939 1» Durchschnitt
3553 waren, fuegt der gefluechtete Gewerkschaftler hinzu.
"EGA. Labor Information" 3. Juni 1949
ZIKNARBBITKRSTRBIK IN BOLIVIEN
In Bolivien befinden sich die Arbeiter in den Zinnbergwerken im Ausstand.
Dieser Streik hat im Laufe der Zeit langsam den Charakter einer wirtschaftlichen
Revolution angenommen. Die Minen wurden von Truppen besetzt. Sine Anzahl Firmexe'
angestellter ist getoetet worden, und einige 40 weitere Personen, meistens Streikende, verloren das Leben. Am 1. Juni kan aus La Paz, Boliviens Hauptstadt, die
Nachricht, dass die Arbeiter verschiedener Industriezweige zu Sympathiestreiks
fuer die Bergleute aufgerufen haetten.
Die bolivianische Regierung behandelt den Streik wie eine politische Revolution. Verschiedene Fuehrer der Nationalrevolutionaeren Bewegung sind festgenommen
worden. Ausserdem hat die Regierung einen Mobilisierungsbefehl zum Wehrdienst fuer
alle tauglichen Maenner Im Alter von 19 bis 50 Jahren erlassen. Er scheint sich
um Streitfragen grundsaetzlicher Natur zu handeln, deren Beilegung sich vielleicht
noch wochenlang hinziehen kann.
"The New York Times" 2.6.49
SOZIALPOLITIK DER REGIERUNG VON ISRAELI
Die Regierung von Israeli hat dem Parlament am 9. Maerz 1949 verschiedene
Vorschlaege unterbreitet, die sich auf das Sozialprogramm des neuen Staates beziehen. Die Vorschlaege umfassen einige Punkte, die die Buergerrechte sowie allgemeine Plaene der Regierungspolitik in bezug auf die Einwanderung. Die Regierung
verpflichtet sich, die Konsumgenossenschaften und die Arbeitersiedlungen auf dem
flachen Lande zu unterstuetzen« ebenso sollen die Arbeiter vor zu hohen Lebenshaltungskosten geschuetzt werden. Folgende Punkte sind in den Vorschlaegen zu dem
Arbeitsbedingungen enthalten; "Freiheit des Zusammenschlusses und das Streikrecht"
Der Staat wird die Freiheit des Zusanmenschlusses garantieren, die Bildung
von Gewerkschaften fuer alle Klassen von Arbeitern wird gefoerdert, das Recht auf
Streik wird garantiert, es wird ein Gremium gebildet, das sich mit der Schlichtung
von Arbeitsstreitigkeiten befasst, ebenso werden Kollektivabkommen gefoerdert.
Woechentliche Ruher und Feiertage
Im Staate Israel sind der Sabbath und die Juedischen Feiertage zu Ruhetagen
-

10

-

�erklaert; Anhaenger anderer Glaubensbekenntnisse sollen das Recht haben, ihre
eigenen Feiertage und Ruhetage einzuhalten und zu beobachten.
Arabische Arbeiter. Die Regierung sichert den arabischen Arbeitern die gleichen Rechte zu wie den Juedischen Arbeitern, es soll eine Politik verfolgt werden,
die darauf abzielt, dass der Lebensstandard progressiv ansteigt, auch soll ein
Organisations - und Bildungswerk fuer die arabischen Arbeiter geschaffen werden.
Berufsausbildung. Fuer alle Kinder wird obligatorischer Schulunterricht eingeführt; die Jungen Arbeiter erhalten eine Berufsausbildung, landwirtschaftliche
und technische Ausbildung wird gefoerdert* der Gedanke von der Notwendigkeit der
Arbeit wird bereits den Jungen Menschen eingeschaerft.
Weibliche Arbeiter. Auf Grund der Rolle, die die Frauen als Muetter spielen,
werden diese von Jeder gefaehrlichen Arbelt ausgenommen, bei der Niederkunft erhalten sie bezahlten Urlaub, ihre Arbeltsstellen werden fuer sie offen gehalten.
Nachtarbeit ist fuer Muetter von Familien verboten* fuer gleiche Arbeit wird
gleicher Lohn bezahlt.
Kinderarbeit; Die Beschaeftigung von Kindern unter 14 Jahren ist nicht zulaessig, die Beschaeftigung Junger Leute im Alter von 15 bis 18 Jahren unterliegt
einer scharfen Kontrolle.
Arbeitsaemter; Es wird ein zentrales Arbeitsamt geschaffen, das fuer alle
Arbeitsfragen und damit zusammenhaengenden Beduerfnisse in den Dienst gestellt
wird, ohne irgendwelche unterschiedliche Behandlung.
Versicherung und Unterstuetzung» Die Regierung wird nach und nach eine Reihe
von Sozialversicherungs- und Unterstuetzungsinstltuten ins Leben rufen (Arbeitslosigkeit, Betriebsunfaelle, Invaliditaet, Altersversorgung, Witwen- und WaisenHilfswerk) .
Gesundheit und Sicherheit* Zum Schutze der Arbeiter in den verschiedenen
Industrien und um gesunde und sichere Arbeitsbedingungen zu gewaehrlelsten, werden
gesetzliche Bestimmungen erlassen."
"Industry and Labour" (ILO) 1. Mai 1949
DIB GEWERKSCHAFT BEI FORD UNTERWIRFT SICH
D M SCHIEDSVERFAHREN
Die Arbeiter bei der Ford Motor Company», die Mitglied des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter (UAW) im CIO sind, haben dafuer gestimmt, am 29. Mai
die Arbeit wieder aufzunehmen, wodurch ihr Streik wegen angeblich zu schnell
laufender Fliessbaender, der 25 Tage gedauert hatte, zu Ende ging.
Die Firma wie auch die Gewerkschaft will versuchen, bis zum Nachmittag des
2. Juni einen Schiedsmann zu finden, der beiden Partelen zusagt. Wenn sie sich
nicht einigen koennen, dann wird die Gesellschaft wie auoh die Gewerkschaft Je
einen Vertreter waehlen, die beide mit Dr. Harry Shulman, dem Schiedsobmann des
UAW bei Ford, zusammenkommen sollen. Die Entscheidung des aus 3 Maennern bestehenden Ausschusses soll dann als bindend angesehen werden.
Nach dem erzielten Abkommen soll ueber folgende Frage entschieden werden*
"Hat die Gesellschaft nach dem Kontrakt auf Grund der gesundheitlichen wie auch
der Sicherungsverhaeltnisse oder sonstwie das Recht, von einem Werksangehörigen
zu verlangen, sein Arbeitspensum zu irgendeiner Einheit in einer kuerzeren Zeit
zu erledigen als die Zeitnehmerkontrolle fuer sein Pensum zeigt, vorausgesetzt,
dass dem Arbeiter nicht mehr als 480 Minuten an Arbeit zugeteilt sind, wie sie
durch die Zeitkontrolle in einer 8-Stundensohicht gemessen wurde."
Mit anderen Worten, die Frage lautet, ob die Gesellschaft das Recht hat,
schneller als mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit arbeiten zu lassen, wenn
der gesamte taegliche Ausstoss nicht die festgelsetzte Quote uebersteigt.
-

11

�Abgesehen von dem Abkommen, die Schiedsrichterentscheidung einzuholen, ist
u.a. vorgesehen, dass die Gesellschaft bei jedem Fliessband die konstante Geschwindigkeit belbehaelt und die Einheiten verteilt, um fuer ein gleichfoermiges Fliessen
der Arbeit zu sorgen.
Die Gesellschaft war auch damit einverstanden, dass die normale Arbeitsleistung, die von den Arbeitern verlangt wird, bei Fehlen nicht erhoeht werden wuerde„
sie versprach, "kitzliche" Arbeiten am Fliessband zu ueberpruefen und nahm die
disziplinarischen und zeitweiligen Entlassungen zurueck, die in 27 Faellen wegen
Irgendwelcher Handlungen, die vor dem Streikbeginn lagen oder zeitlich mit ihm
zusammenfielen, ausgesprochen worden waren.
Die Verhandlungen zwischen Ford und dem UAW ueber ein neues Abkommen beginnen
am 1. Juni, der augenblicklich laufende Kontrakt laeuft am 15. Juli ab.
Amerikanisches Arbeitsministerium "Weekly
Labor News Digest," 1. Juni 1949
KURZBERICHT» AUS DER WELT DER AMERIKANISCHEN
ARBEITERSCHAFT
Die obligatorischen Schiedsverfahren, wie sie im Antistreikgesetz fuer Gemeinnuetzlge Einrichtungen in New Jersey verankert sind, wurden vom Obersten Gericht des Staates New Jersey fuer verfassungswidrig erklaert, weil in ihnen keine
Normen und Beschraenkungen als Richtlinien fuer die Schiedsmaenner enthalten sind.
Die Bell Telephone Company hatte die Gesetzlichkeit des Schiedsverfahrens in einem
Falle in Fragen gestellt, der sich aus einem Telefonstreik im April 1947 ergeben
hatte.
**********

An den Allgemeinen Arbeiter verband des Staates Israel (Hisdadrut) i s t von
der Mapai (Arbeiter) Partei des Premierministers David Ben-Gurion eine Aufforderung ergangen, die p o l i t i s c h e Haltung des Hisdadrut auf die Neutralitaetspolitik
des Staates in der Ost-West-Spaltung abzustimmen. Dies wuerde bedeuten, dass der
Arbeiterverband Israels sich aus dem Weltgewerkschaftsbund zurueckziehen wuerde,
andererseits aber auch davon Abstand nehmen wuerde, s i c h der in Vorschlag gebrachten, neuen Weltarbeiterorganisation anzuschliessen, ueber deren Gruendung gegen
Ende dieses Monats beraten werden s o l l .
**********

Die Arbeitsniederlegung in 6 New Yorker Baeckereien geht j e t z t
Monat, wobei die Backoefen, die normalerweise löi des von der Stadt
Brotes produzieren, ausser Betrieb sind.. Im Kleinhandel i s t jedoch
mangel f e s t z u s t e l l e n . Auch die groessten Brauereien New Yorks sind
2 Monate auf Grund von Arbeitsstreitigkeiten s t i l l g e l e g t .

in den 4 .
verbrauchten
kein Brotbereits ueber

**********

Die von der Gewerkschaft der Fuhrleute (AFL) ueber saemtliche Staaten durchgsfuehrte "Strassenprudfung" (um die Anzahl der Fahrer festzustellen, die organisiert
sind) hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass die Gewerkschaft sehnliche Versuche mit den Fahrern im Milchhandel, in der Backwaren- und Getraenke-Industrie
vornehmen will, wie aus dem Gewerkschaftsblatt "Der Internationale Fuhrmann" hervorgeht. Dan Tob in, der Leiter der Gewerkschaft, erklaerte hierzu, dass die Versuch)
den Nachwels erbracht haben, dass viel weniger Fuhrmaenner dem Fuhrmannverband
angehoeren, als wir angenommen hatten."
**********

Am 31. Mai wurden Urlaubszuwendungen im Gesamtbetrage von $5.450.000 an die
New Yorker Mitglieder des Internationalen Verbandes der Arbeiter im Damenbekleidungsgewerbe ausgezahlt. Ausserdem begannen am 1. Juni die Zahlungen der Ruhegelder in
Hoehe von $50 pro Monat fuer die Aber 65 Jahre alten Gewerkschaftsmitglieder. Die
Pensionen werden aus Umlagen finanziert, die 1% des Betrages der
- 12 -

�Lohnlisten betragen, waehrend 3$ des Betrages der Lohnlisten in den Krankenversicherungs- und Urlaubs-Fonds der Gewerkschaft fllessen.
MHHHHMMHHi
Ein Ersuchen der Bethlehem Steel Company an die Industriegewerkschaft der
Arbeiter in der Schiffahrt und im Schiffsbau (CIO), in diesem J'ahre von einer Forderung auf Lohnerhoehung Abstand zunehmen, ist von der Gewerkschaft zurueckgewiesen
worden. John Green, der Fraesident der Gewerkschaft fuehrte aus, dass die Bethlehem Steel Company fuer die ersten 3 Monate des Jahres 1949 nach Abzug der Steuern
einen Gewinn von ueber 33 Millionen Dollar ausgewiesen hat, oder zweimal soviel
wie fuer dieselbe Zeit im vergangenen Jahr, und stellte die Frage» "Wenn das Jetzt
kein guenstiger Zeitpunkt fuer Verhandlungen ueber die von uns geforderten Lohnerhoehungen, Pensionen, und- Versicherungsschutzmassnabmen ist, dann moechte ich
einmal wissen, wann denn sonst."
Amerikanisches Arbeitsministerium,"Weekly
Labor News Digest" 1. Juni 1949
ENTWEDER IBISTOMGEN ODER

I

Folgender Artikel ist eine direkte Wiedergabe einer Notiz in der "Prawda",
der offiziellen Sowjetzeitung, in der Ausgabe vom 16. Dezember;
"Das Buero des Staatsanwalts des Saratow-Gebietes hat festgestellt, dass in
der Tabakrabrik Saratow des Ministeriums der Genussmittelindustrien der UdSSR
Zigaretten minderwertiger Qualitaet hergestellt wurden. Die Zigaretten wurden
zum Verkauf freigegeben, obwohl sie verschiedene Beimischungen enthielten, ungenuegend gestopft und in zerrissenen Huellen verpackt waren.
"Der Direktor der Fabrik, D.E. OwtschinskiJ, wurde zu 7 Jahren Gefaengnis,
der ChefIngenieur P.V. Kirejeff sowie der Produktionsleiter V.l. Podshivalin zu
Je 5 Jahren Gefaengnis verurteilt.
"Die Erste Staatliche Schneiderei in Eriwan hat ihren Kunden systematisch
Herrenkleidung schlechter Qualitaet geliefert. Der Chefingenieur A.T. Awaklan
und der Produktionsleiter A.G. Manukian wurden zu Je 5 Jahren Gefaengnis verurteilt.
Das Werk*"Stanzrekord" in Dnjepropetrowsk hat 72.740 Scheunenschloesser
minderwertiger Qualitaet hergestellt. Die schuldigen Personen, der technische
Inspektor G.E. Adartlan und der Produktionsleiter A.V. Kosloff sind zu 5 bzw. 7
Jahren Gefaengnis verurteilt worden".
Auszug aus "The New Leader", uebernommen aus
"The Reader"s Digest" Mai 1949
DIE STRUPPIGEN BAERTE SIND SCHULD
I
"Mit den kunstseidenen Hemden, die 24 $ kosten und von der Leningrader Fabrik
"Rotes Banner" fuer Strickkleidung und Strumpfwaren herausgebracht werden, ist
alles in Ordnung, meinte der Direktor.
Allerdings, sagte er, seien sie in der Beschaffenheit nicht so, dass sie das
Kratzen der Bartstoppeln derjenigen Maenner aushalten, die zu faul sind, sich Jeden
Tag zu rasieren.
Dieser Hemden"Skandal" bildete den Gegenstand eines Artikels in der heutigen
Ausgabe der Leningrader "Prawda". Die Zeitung schrieb, dass sich zahlreiche Leute
darueber beklagt haetten, dass schon nach einigen Tagen die Kragen abgingen.
Das Hemd No- 508, wie es genannt wird, sollte nur von Maennern getragen werden,
die sich gruendlich rasieren, antwortete der Direktor. "Kunstseide, so erklaerte

-

13

-

�er, sei gegen die dauernde Reibung, die durch nicht richtig rasierte Beerte hervorgerufen wird, nicht Widerstandsfaehig.
Wenn das der Fall ist, so bemerkt der Redakteur der "Prawda" sarkastisch,
wie könnt es dann, dass die Manschetten nicht auch abgehen.
"New York Times" 11. Juni 1 % 9
DIE AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTER DISKUTIEREN HEBER DIB
UNTERSCHIEDLICHE BEHANDLUNG
Nachstehender Artikel wurde von Dan Smith, einem Arbeiterberichterstatter
geschrieben, ueber eineDiskussion ueber das Thema "Wie wir innerhalb unserer Gewerkschaften den Problemen der unterschiedlichen Behandlung begegnen." Diese Diskussion stand unter der Schirmherrschaft des Chicagoer Gewerkschaftsbundes.
"Der Graue Saal" in Sherman's Hotel war ueberfuellt, als Nick DePietro, der
Vorsitzende der Versammlung, die Debatte mit einer Wiedergabe der Erfahrungen
eroeffnete, die die Drucker mit der unterschiedlichen Behandlung innerhalb der
Rassegruppen gemacht hatten. DePietro kam auf die historische Entwicklung der
Arbeitseinstellung bei der Industrie in Chicago zu sprechen, an Hand deren er
nachwies, wie die Arbeitgeber aus La endische, neue nationale Gruppen ins Land
brachten, um Streiks in den fruehen Tagen der Arbeiterorganisierung zu brechen.
Er las dann aus einer Studie der Interrassischen Kommission von Illinois,
einer neutralen Organisation, vor, die festgestellt hatte, dass die Verantwortung
fuer eine unterschiedliche Behandlung am Arbeitsplatz in erster Linie beim Arbeitgeber, in zweiter Linie bei den kommerziellen Stellenvermittlungsbueros und
schliesslich bei den Arbeitergewerkschaften laege.
"Der Zweck dieser Versammlung ist nicht der, irgend eine Gewerkschaft zurechtzuweisen", sagte DePietro, "sondern darzulegen, wie es moeglich ist, diesem Problem zu begegnen. Wir wollen, dass die Fuehrer der Lokalgewerkschaften, die sich
der Frage der Unterschiedlichkeit gegenuebersehen, von denjenigen lernen sollen,,
die sich bereits damit befasst haben."
Ein Drucker, der in der Versammlung das Wort ergriff, erinnerte daran, wie
der Widerstand des Herausgebers einer polnischen Zeitung gegen Einstellung eines
schwarzen Setzers ueberwunden wurde, als der Vertreter der Gewerkschaft auf die
Mbeglichkeit hinwies, dass es dann die polnischen Drucker sehr schwer haben wuerden, bei den von den Iren beherrschten Chicagoer Zeitungen Arbeit zu finden, falls
man eine Abtrennung oder Absonderung in dieser Hinsicht zur Regel machen wollte.
Dann stellte DePietro den Vorsitzenden des Bezirksrates des Verbandes der Moerteltraeger, Anthony C. D1Andrea, vor, der den einheitlichen Charakter der Lokalgewerkschaften der Arbeiter hervorhob. Diesen Gewerkschaften gehoeren alle Rassen- uad
Nationalitaetengruppen an, und sie gestatten keine Absonderung oder Unterschiedlichkeit.
"Aber mit dem Arbeitgeber haben wir Unannehmlichkeiten", sagte D'Andrea.
"Wenn ein Bauunternehmer, der Leute beschaeftigt, Arbeiter seiner eigenen Natioaalitaet oder Rasse einstellen will, dann koennen wir nicht daran hindern. Aus diesem Grunde haben viele unserer Mitglieder, die Neger sind, Schwierigkeiten heutzutage eine Arbeitsstelle au finden."
Jim Gilker, der stellvertretende Leiter der Forschungsabteilung des Internationalen Fleischhauer-Verbandes, war der dritte Redner. Er sagte, dass seine Internationale Gewerkschaft alle Mitglieder eidlich verpflichtet, dass sie bei ihren
Arbeitskollegen niemals irgendwelche Unterschiede hinsichtlich der Rasse, der
Religion oder der Farbe machen. Gilker meinte, dass jede Gewerkschaft ihre Mitglieder veranlassen sollte, diese eidliche Verpflichtung zu uebernehmen.
-

14

-

�Professor Louis Wlrth von der Universitaet Chicago kritisierte die Arbeiterbewegung im allgemeinen wegen ihrer Schwaeöhe in der Einstellung zur Frage des Rassenvorurteils.
"Heute morgen", sagte er, "hoerte ich, wie der Buergermeister von Chicago
(Martin H. Kennelly, ein weiterer Redner auf der Konferenz) sagte, man koenne keine
Gesetze gegen die unterschiedliche Behandlung erlassen. Zum Donnerwetter, natuerlich kann man das nicht. Man kann selbstverstaendlich nicht durch Gesetzgebung
den Menschen das Vorurteil aus dem Kopf treiben. Man kann aber dagegen Gesetze
erlassen, dass bei Arbeitsmoeglichkeiten und Anstellungen keine Unterschiede gemacht
werden. Das Gesetz kann Mindestnormen durchsetzen, wie dies bei den Loehnen der
Fall ist."
Man wurde sich allgemein darueber einig, dass in bezug auf das Problem der unterschiedlichen Behandlung eine ausgedehntere erzieherische Arbeit innerhalb der
Lokalgewerkschaften geleistet werden muesse. Die Delegierten nahmen einstimmig
folgende Punkte an*
1. Die Bildung eines staendigen Ausschusses zur Bekaempfung der unterschiedlichen Behandlung
2. Die Organisierung staendiger Ausschuesse innerhalb der Lokalgewerkschaften.
"AFL Weekly News Service" 13. Mai 1%9
DIE MANPOWER DIVISION SCHICKT 56 EXPERTEN AUF DEM GEBIETE DES
AHBEIT3WESENS ZU STODIENZWEO&amp;Br NACH DEN VEREINIGTEN STAATEN
Auf Grund des Kulturellen Austauschprogramms der Amerikanischen Milltaerregierung hat die Manpower Division 56 deutsche Experten nach den Vereinigten Staaten gesandt, damit sie dort das Gewerkschaftawesen, die oeffentliehen Dienststellen auf dem
Gebiete des Arbeitswesens,und die Arbeitsprobiene studieren. Unter diesen Experten
befinden sich Vertreter der Arbeiterschaft, die von den Gewerkschaften auserwaehlt
wurden, ferner Vertreter der Arbeitgeberschaft, die von den Arbeitgebervereinigungen
ausgewaehlt wurden, sowie Vertreter der Angestellten der oeffentliehen Dienststellen
auf dem Gebiete des Arbeitswesens, die von den Arbeitsministerien in Vorschlag gebracht wurden. Die meisten dieser deutschen Fuehrer gingen nach Amerika, um Spezlalprobleme zu studieren* jeder von ihnen wird sich dort 60 Tage aufhalten. Diejenigen von ihnen, die im Februar und April nach Amerika gingen, sind bereits zurueckgekehrt. Nachstehend sind die Namen der 56 Experten aufgefuehrt, die zwischen dem
25. Februar und dem 26. Juni nach drueben gingen*
ANGESTELLTE DER OEFFENTVERTRETER DER
LICHEN DIENSTSTELLEN
ARBEITGEBER
ARBEITERVERTRETER
Bayern
Berlin
Bremen
Berlin
Paul Brochier
Annemarie Traclnski
Friedrich Duessmann
Gerhard Anger
Eduard Kalb
Georg Halder
Bayern
Eduard Bernoth
Otto Kraus
Josef Dantscher
Henry Bier
Hessen
Paul Miesbeck
Fritz Heinemann
Jowef Nothass
Georg Ammon
Kurt Hirsch
Hans Kreitling
Gerhard Nuernberg
Gustav Pietsch
Richard Schroeter
Bayern
Oskar Gensberger
Lorenz Hagen
Jakob Messthaler
Herta Obermayr
Peter Zink

Karl H. Brennecke
Heinz Haversieck
Caspar Hoffmann
Erich Jordan
Hermann Klinkenberg
Karl Kumpf
Hildegard Pfister
Sofie Quint
Fritz Schramm
Otto H. Theiss
Johann Wiegand
-

Hessen
Rolf Schirm
Wuerttbg.Baden
Egmont Hiller
Hanns Voith

15

-

Walter Schiffel
Josef Schilling
Margarete Ultsoh
Josef Weigl
Breien
Hannelore Conze
Wuerttbg. Baden
Adolf Engelhardt
Karl Hof
Gerhard Klebs
Siegfried Kuehn

�Fortsetzung von Seite 15

iBBBBSBBBM

ANGESTELLTS DIR OIFFBULICHU

.^ssaa
Heinrich Wolfram
WuerttembergBaden
Wilhelm Kleinknecht
Elaa Koch
Otto Wallenmeier
Heinrieh Wittkamp

Eugen Mayer
Franz Binger
Klara Schwab
Otto Uhlig

"

- 16 -

Manpower Division
OMGÖS, AFO 742

OHOOS. t-i.%1, lAo, J I M k9, t 3/k 0

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITS MITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mittflieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanisches
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 19

Berlin, 1. Juli 1949
Eine Gruppe bestehend aus 8 Berliner Gewerkschaftlern ging im
Februar auf 2 Monate nach den Vereinigten Staaten, um die amerikanischen Gewerkschaften und die Probleme der amerikanischen
Arbeiterschaft zu studieren. Inzwischen sind die neun Berliner
wieder von ihrer Reise zurueckgekehrt und haben jetzt ihre Berichte fertiggestellt. Diese Berichte werden von der U G 0 in
Buchform herausgegeben und veroeffentlicht. Dr. Kurt Hirche,
ein Mitglied aus dieser Gruppe, hat uns gestattet einen Auszug
aus seinem Bericht hier abzudrucken, der sich mit seinen Beobachtungen im allgemeinen befasst. Die technischen Phasen seines Berichts, der sich mit seinen Beobachtungen auf dem Gebiete
des Sozialversicherungs- Systems in Amerika befasst, lassen wir
weg. '.Vir bringen seine Beobachtungen ueber die amerikanische
Arbeiterpresse und die "American Newspaper Guild" (Verband der
Angestellten im Seitungswesen.

BERICHT UEBER DIE AMERIKA-REISE DER
ÜGO GEflERKSCHAFTSDELEGATION - BERLIN
I.

Ergebnisse

"Sind Sie mit dem Ergebnis Ihrer Amerika-Reise zufrieden. Haben Sie durch
Ihren Besuch einen tieferen Einblick in das amerikanische Arbeits- und Gewerkschaftsleben gewonnen. Glauben Sie aus Ihren Studien verwendbare Anregungen
fuer Ihre eigene Arbeit und fuer den weiteren Aufbau einer freiheitlich-demokratischen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland und Berlin gewonnen zu haben."
Solche und aehnliche Fragen sind uns auf unserer Reise und vor allem in Washington
von Beamten des Labor Departments, von Gewerkschaftsfuehrern und von anderen,
zahlreichen Amerikanern, mit denen wir in Beruehrung kamen, wiederholt gestellt
worden. Ich glaube, diese Fragen mit gutem Gewissen bejahen zu koennen. Das
Ergebnis unserer Reise erblicke ich im wesentlichen in Folgendem;
1. Neue Verbindungen
Sir haben durch unseren Besuch wertvolle neue. Verbindungen zur amerikanischen
Gewerkschaftsbewegung, dem Labor Department und anderen amtlichen Stellen (z.B.

-

1

-

�zur Social Security Administration) sowie zu fuehrenden Persoenlichkeiten des
oeffentlichen Lebens (Kongressmitgliedern, Mitgliedern von Staats- und Stadtparlamenten usw.) knuepfen koennen. Der sich daraus kuenftig ergebende regelmaesstge
Gedanken- und Materialaustausch wird das gegenseitige Verstaendnis und die Zusammenarbeit beider Teile laufend foerdern. Selbst wenn die Reise nur dieses eine
Ergebnis gehabt haette, waere ihr Zweck voll erfuellt worden.
2. Staerkere Gewissheit
Wir haben die unerschütterliche Gewissheit mitgenommen, dass sich die amerikanischen Gewerkschaften mit dem Schicksal der deutschen und der Berliner Gewerkschaftsbewegung eng verbunden fuehlen und kuenftig noch mehr als bisher alles, was
in ihren Kraeften steht, tun werden, um die Entwicklung freiheitlich-demokratischer
Gewerkschaften in unserem Lande zu unterstuetzen. Auf grund unserer eigenen Eindruecke koennen wir nun mit noch staerkerer Ueberzeugungskraft den deutschen Arbeitern mitteilen, dass dieses Interesse nicht von aktuellen politischen Erwaegungen geleitet wird, sondern einer grundsaetzlichen Haltung entspringt. Es resultiert aus der Erkenntnis, dass die demokratischen Gewerkschaften aller Laender eng
zusammenarbeiten muessen, um ihre gemeinsamen Ziele mit vereinten Kraeften zu
foerdern.

3.

Owreifcaohafts-Internatlonale

Eines der wichtigsten Instrumente bei dieser Zusaitmenarbeit wird die im Aufbau begriffene neue Internationale der freien, demokratischen Gewerkschaften sein.
Wir haben schon waehrend der Reise aus unseren Unterhaltungen mit fuehrenden Gewerkschaftlern in allen von uns besuchten Orten und Organisationen die Gewissheit
gewonnen, dass sich sowohl die AFL, als auch der CIO fuer die Aufnahme der deutschen Gewerkschaften als gleichberechtigte Mitglieder dieser neuen Gewerkschaftsinternationale einsetzen werden. An besonders repraesentativer Stelle hat das uns
gegenueber vor allem William Green, der Preesident der AFL, in Washington zum Ausdruck gebracht. Und kurz vor unserer Abreise konnte uns Mr. Lovestone, der International Representative der AFL. in New York mitteilen, dass sich die beiden grossen amerikanischen Gewerkschaftsverbaende ueber ihre Stellungnahme zum internationalen Gewerkschaftsbund geeinigt haetten und nun gemeinsam offiziell fuer die
gleichberechtigte Teilnahme der deutschen Gewerkschaften an dieser Weltorganisation
eintreten werden. Dass wir diese Mitteilung den Berliner Gewerkschaftern persönlich ueberbringen konnten, war fuer uns als Abschluss unserer Reise besonders beglueckend.
4. Bessere Kmmtfnls des amerikanischen
Arbeltslebens:
Insbesondere ist es aber fuer uns von unschaetzbarem Wert, dass wir durch
unsere Reise eine tiefere Einsicht in das amerikanische Arbeits- und Gewerkschaftsleben gewonnen haben, als das durch das Studium noch so vieler Buecher moeglich
gewesen waere. Vieles, das uns vorher fremd war, ist uns durch unsere Studien
an Ort und Stelle verstaendlich geworden. Vor allem erhielten wir eine bessere
Kenntnis der Gedankenwelt und Ziele der amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer und leitenden Funktionaere. Sie ergab, dass wohl in der gewerkschaftlichen Praxis erhebliche Unterschiede zwischen den amerikanischen und deutschen Gewerkschaften bestehen,
in den wesentlichsten Grundsaetzen aber eine weitgehende Uebereinstimmung mit unseren eigenen Ansichten vorhanden ist.
Es ergab sich ferner eine bessere Kenntnis der Arbeitsweise der amtlichen
Stellen, die sich mit Arbeiterfragen befassen, insbesondere des Labor Departments
in Washington sowie verschiedener staatlicher Labor Departments. Und wir konnten
uns auch einen guten Einblick in die Taetigkeit des Kongresses und einiger staatlicher Parlamente verschaffen, sodass wir nun eine bessere Torstellung insbesondere
-

2

�von den aktuellen Problemen haben, mit denen sich diese Stellen auf dem Gebiet
der Arbeits- und Sozialgesetzgebung beschaeftigen. Diese Einsichten haetten aus
dem Studium von Buechern und Schriften allein nicht gewonnen werden koennen, vielmehr haben sich dafuer die zahlreichen Unterhaltungen, die wir mit den leitenden
Beamten der staatlichen und Bundesarbeitsverwaltung sowie mit Parlamentariern
fuehrten und die Informationen, die wir von ihnen empfingen, als unentbehrlich
erwiesen.
5. Genauere Kenntnis der amerikanischen Wirtschaft
Wohl jeder von uns hatte bereits in mehr oder minder grossem Umfange Kenntnisse
ueber Umfang und Leistungsfaehigkeit der amerikanischen Wirtschaft. Durch die
Besichtigungen repraesentativer amerikanischer Unternehmen (z.B. Automobilfabriken,
Stahlwerke, Motorenfabriken usw.) war es uns moeglich, sie wenigstens auf einigen
Gebieten zu erweitern. Mein Eindruck ist, dass diese Betriebe vor allem produktionstechnisch und in ihrer Maschinenausstattung einen derartigen Vorsprung vor
vergleichbaren deutschen Betrieben gewonnen haben, dass. diese noch viele Jahre
harter Arbeit benoetigen werden, um ihn auch nur annaehernd aufzuholen. Mir vertiefte sich daraus die Ueberzeugung, dass die deutsche Fertigwarenindustrie kuenftig nur dann Aussichten auf dem Weltmarkt hat, wenn sie erstens in die Lage versetzt wird, ihren Maschinenpark neu aufzubauen und zweitens, wenn sie sich noch
mehr als frueher auf die Herstellung hochwertiger Spezialerzeugnisse konzentriert.
Und ich folgere daraus weiter, dass die deutschen Gewerkschaften noch mehr als
bisher die gruendliche Ausbildung von Facharbeitern fordern muessen.
Im uebrigen konnten wir bei den 'Betriebsbesichtigungen feststellen, unter
welchen Bedingungen die Arbeiter in den Betrieben arbeiten, vermochten das Arbeitstempo zu beobachten und uns ueber den Stand des Arbeitsschutzes zu unterrichten.
Diese Beobachtungen waren fuer uns um so wertvoller als sie uns zeigten, an welchen
Punkten die Gewerkschaften mit ihren Bemuehungen zur Verbesserung dieser Arbeitsbedinguqen ansetzen.
Mir persoenlich ist in diesem Zusammenhang klar geworden, dass die grosse
Leistungsfaehigkeit der amerikanischen Wirtschaft und die ausgefeilte Rationalitaet
ihrer Produktionstechnik die wichtigsten o ökonomischen Voraussetzungen fuer den
von den dortigen Gewerkschaften erkämpften hohen Lohn- und Lebensstandard der
Arbeiter sind.
6. Tiefere Einsicht in Spezialgebiete»

Wohl das wertvollste Ergebnis unserer Reise duerfte aber die t i e f e r e Einsicht
sein, die jeder von uns auf seinen Spezialgebieten (Gewerkscbaftsorganisation,
Ausbildungswesen, Tarifwesen usw.) gewonnen hat. Wenigstens darf ich z.B. fuer
das von mir bearbeitete Gebiet der Sozialversicherung sagen, dase ich sehr aufschlussreiche Feststellungen treffen konnte, die mir fuer meine sozialpolitische
Arbeit fruchtbringende Anregungen geben werden. Dartiber werde ich in meinem anschliessanden Spezialbericht naehere Angaben machen.
7. Demokratie in Aktion
Ein weiteres Ergebnis erblicke ich darin, dass wir waehrend unserer. Studienreise taeglich von neuem feststellen konnten, wie in den USA. die Menschen vieler
verschiedener Voelkerschaften und Rassen in den Betrieben, im oeffentlichen Leben
und insbesondere in den Gewerkschaften e intraechtig auf dem Boden einer humanitaeren Demokratie zusammenwirken und sich alle als Angehoerige der einen amerikanischen Nation fuehlen. Dies lebendige Beispiel zeigte uns, dass eine wirkliche
Zusammenarbeit der Vbelker und Rassen moeglich ist. Es gibt uns neue Kraft, verstaerkt fuer die notwendige engere Zusammenarbeit auch der europaeischen Voelker
im Interesse des friedlichen Aufbaus einer europaeischen Demokratie einzutreten.

- 3 -

�8.

Amerikanische Hilfataetigkeit

Es war fuer uns ausserordentlich aufschlussreich, dass wir in den Ton uns besuchten Orten auch einen vielseitigen Einblick in umfang, Art und Quellen der amerikanischen Hilfataetigkeit fuer Europa und Deutschland erhielten. In Deutschland
herrscht teilweise die Vorstellung, als ob die Millionen Care- und Liebesgabenpakete, die in den letzten Jahren gespendet wurden, im wesentlichen aus dem üeberfluss
stammten. Wir konnten nun feststellen, dass sich breite Kreise des amerikanischen
Volkes in ihrer Lebenshaltung bewusst eingeschraenkt haben und vielfach recht erhebliche persoenliche Opfer gebracht haben, um ihre Angehoerigen und Bekannte sowie
ungezählte Tauaende unbekannter Notleidender in Deutschland unteratuetzen zu koennen.
Die zahlreichen Einzelbeispiele, die wir dafuer erhielten, haben uns sehr tief
beeindruckt. Ich bin ueberzeugt, daas jeder einzelne von uns in seiner gewerkschaftlichen Taetigkeit kuenftig nachdruecklich auf diese uneigennuetzige und umfassende
Hilfataetigkeit hinweisen und aufklaerend wirken wird.
9. Aufklaerung ueber deutsche Verhaeltnlsse
Unsere Aufgabe war, amerikanische Lebens- und Gewerkschaftsverhaeltnisse zu
studieren, um sie mit den unseren vergleichen zu koennen und daraus Anregungen zu
ziehen. Es ergab sich aber zwangslaeufig, dass wir ueberall von den Gewerkschaften
und anderen Gastgebern nach unseren deutschen Verhaeltnissen gefragt wurden. Ich
glaube, es kann als ein nicht zu unterschaetzendes Ergebnis unserer Reise bezeichnet werden, dass wir diese Aufklaerung geben und dazu beitragen konnten, das Verstaendnis fuer die deutschen Probleme zu vertiefen und manche irrtuemlichen Vorstellungen zu beseitigen.
10. Berliner Problem?
Wir waren eine Berliner Delegation. So war es verstaendlich, dass wir insbesondere ueber die Berliner Blockade und den Kampf der Berliner freiheitlichen
Demokratin befragt wurden und unsererseits in privaten Gespraechen festzustellen
suchten, was in Amerika ueber diese Fragen gedacht wird. Wir koennen nunmehr daheim berichten, dass die verantwortlichen amerikanischen Gewerkschaftsfunktionaere
und Parlamentarier, mit denen wir sprachen, aber auch zahlreiche Amerikaner verschiedener Gesellschaftsschichten in ihrer grundsaetzlichen Beurteilung der Berliner
Frage weitgehend mit unseren eigenen Ansichten uebereinstimmen. Sie halten die
Verteidigung von Freiheit, Demokratie und Menschenrecht in Berlin nicht fuer ein
lokales oder nur deutsches, sondern fuer ein entscheidendes politisches Problem,
dessen Loesung den Weltfrieden unü den Aufbau einer europaeischen Demokratie maasgebend beeinflusst. Waren wir schon vorher ueberzeugt, dass die USA ihre Position
in Berlin auf jeden Fall halten und vor keiner kommunistischen Agression weichen
werden, so ist diese Ueberzeugung nunmehr nur noch staerker geworden. Sie gibt
uns Kraft fuer unseren weiteren Kampf in Berlin, der auch nach der inzwischen erfolgten Aufhebung der Blockade noch nicht zu Ende gekaempft ist. Dass wir diese
Einsichten mit uns nehmen und weitertragen koennen, betrachte ich als ein weiteres
positives Ergebnis unserer Reise.
Ich glaube, in den vorstehenden Punkten einige der wichtigsten Ergebnisse
unserer Reise zusanmengefasst zu haben, so wie sie sich mir persoenlich darstellen.
Irgend ein spezifiziertes Urteil ueber die Verhaeltnisse in den USA zu faellen,
war und ist nicht unsere Aufgabe. Dazu wuerde auch der auf zwei Monate befristete
Aufenthalt nicht ausreichen. Jedoch glaube ich, dasa es fuer kuenftige Delegationen
wertvoll iat, etwaa ueber unsere Erfahrungen bei der Durchfuehrung der Studienreise
zu hören. Dazu das Folgende;
II. Erfahrungen
Der Ablauf unserer Studienreise wurde durch das Programm bestimmt, das fuer
uns in New York, Detroit, Milwaukee und Washington vorbereitet worden war. Wir

- 4 -

�sind hierfuer dem Beauftragten der Militaerregierung, Mr. Joh. Meskimen. zu grossem
Dank verpflichtet. Wenn wir in den von uns besuchten Orten in der Lage waren, jenen
vielseitigen Einblick in die amerikanischen Verhaeltnisse zu gewinnen, den wir uns
alle erwuenscht hatten, so ist das hauptsaechlich dieser Vorarbeit durch Mr. Meskimen
zu danken.
Im Rahmen dieses Programms konnten wir eigene Wuensche fuer Besichtigungen, Besprechungen usw. aeussern, die von unseren Gastgebern in der Regel auch sehr bereitwillig erfuellt wurden. Darüberhinaus hatten wir die Moeglichkeit, uns frei zu
bewegen, mit jedermann zu sprechen und nach allem, was uns am Herzen lag, zu fragen.
Wir haben von dieser Freiheit gern Gebrauch gemacht und sind dankbar, dass sie uns
in diesem Umfange geboten wurde. Sie ist auch die Voraussetzung da fuer, dass eine
Delegation unbeeinflusst die Vielfalt des amerikanischen Lebens zu studieren vermag.
Ueber das von uns durchgefuehrte Reiseprogramm habe ich ausfuehrlich in verschiedenen Artikeln im "Freien V.'ort", Berlin, berichtet, auf die ich hier ergaenzend
verweise. Ich kann daher auf eine Wiederholung verzichten und beschraenke mich auf
die folgenden ergaenzenden Bemerkungen.
In Washington trafen wir mit der Delegation deutscher Gewerkschaftler aus der
amerikanischen Zone zusanmen, die ihre Studienreise dort begann und ihr Pigramn mit
Beamten des Labor Departments durchsprach. Auf einer gemeinsamen Sitzung beider
Delegationen berichteten wir ueber unsere Erfahrungen. Die Herren des Labor Departments versicherten uns, dass sie daraus wertvolle Anregungen fuer die Durchfuehrung
kuenftiger Delegationen geschoepft haetten. Ich glaube, dass sich dieser Erfahrungsaustausch bereits fuer das Reis eprogranm der zweiten Delegation fruchtbringend ausgewirkt hat.
Als Resultat dieser Aussprache in Washington und der Erfahrungen, die ich auf
unserer Reise gesammelt habe, ergibt aich fuer mich da8 Folgende:
1. Reisedauer?
Es ist uns gesagt worden, dass sich Militaerregierungund Labor Department bei
der Frage, ob weniger Gewerkschaftsvertreter laengere Zeit (90Tage) oder mehr fuer
kuerzere Zeit (60 Tage) entsandt werden aollen, fuer das letzere entschieden haben.
Das duerfte auch nach meiner Auffassung die zweckmaessigste Entscheidung gewesen
sein. Jedoch bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, dass diea nicht ala starre Regel
gelten aollte. Ich kann mir vielmehr voratellen, dass es in Sonderfaellen zum
Studium bestimmter Einzelgebiete (z.B. dea Tarifweaens oder der freiwilligen «ozialen Leistungen amerikanischer Unternehmungen) angebracht waere, einige Delegierte
fuer 90 Tage zu entsenden, waehrend andererseits auf anderen Spezialgebieten (z.B.
etwa des Rundfunkwesens, der Gewerkschaftspresse usw.) auch 30 Tage genuegen wuerden,
um einen verhaeltnismaessig befriedigenden Einblick in das betreffende Spezialgebiet
zu gewinnen.
Eine wirklich intime und erschoepfende Kenntnis des amerikanischen Arbeitaund Gewerkschaftslebens ist selbstverstaendlich waden in 30, noch in 60 oder 90
Tagen zu gewinnen, dazu waere ein weitaua laengerer Aufenthalt in den USA notwendig.
Was die Mitglieder unserer Delegation an Erfahrungen und Kenntnissen erwerben
konnten, sind demnach nur Teilausschnitte. Wie wertvoll aber auch sie fuer unsere
Arbeit sind, wurde im ersten Abschnitt dieses Berichtes bereits dargelegt.
2. Reiseorte
Die Auswahl der in den USA aufzusuchenden Orte und die Dauer des Aufenthaltes
in diesen Orten haengt davon ab, welche Studienaufgaben den Delegationen oder einzelnen Delegierten gestellt werden. Eine bestimmte Regel wird man hierfuer nicht
aufstellen koennen. Jedoch erscheint es zweckmaessig, den Delegierten schon vor
Antritt ihrer Reise in Deutschland, mindestens aber sofort nach ihrer Ankunft in
den USA, das vorgesehene Programm mitzuteilen und mit ihnen darueber zu sprechen,
damit gegebenenfalls Abaenderungswuensche der Teilnehmer~beruecksicht igt werden

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5 -

�koennen. Diese fruehzeitige Information ermoeglicht es den Teilnehmern, sich vorher ueber die Reiseorte aus Handbuechern usw. zu unterrichten, sodass sie ihr Interesse auf die wirklich wesentlichen Dinge konzentrieren und spezifizierte Wuensche vorbringen koennen.
Es wurde in Washington diskutiert» ob auf einer Reise lieber mehr Orte aufgesucht oder die Verhaeltnisse in wenigen Orten gruendlich studiert werden sollen.
Ich glaube, dass es nicht zweckmaessig ist, zuviel Orte in ein Reiseprogramm aufzunehmen. Die Beschraenkung unserer eigenen Reiseroute auf nur fuenf Hauptplaetze
(New York, Detroit, Chicago, Milwaukee und Washington) erschien uns allen im wesentlicher, als richtig. Davon haben wir zu Reisebeginn knapp 7 Tage in New York,
18 in Detroit (davon 2 in der Umgebung), 5\ in Chicago, 14 in Milwaukee (davon 2 in
der Umgebung), 5 in Was hington und abschliessend nochmals 5 in New York zugebracht,
die aber zu einem erheblichen Teil von Reisevorbereitungen in Anspruch genommen
waren. Ich habe heute den Eindruck ( und er wird von anderen Teilnehmern unserer
Delegation geteilt), dass es fuer das Ergebnis unserer Reise vielleicht besser gewesen waere, den Aufenthalt in Detroit und Milwaukee um einige Tage zu verkuerzen,
um dadurch mehr Zeit fuer Chicago und Washington zu gewinnen. In Chicago haben
wir leider nur einen kleinen Teil der Dinge, die uns interessiert haetten, Studiaren
koennen. Auch in Washington erwies sich die Zeit als zu kurz, um dort bei den Zentralen der AFL und des CIO, im Labor Department usw. jenen zusammenfassenden Ueberblick ueber die von uns waehrend der Reise studierten Probleme zu gewinnen, den
wir uns gewuenscht haetten.
3. Relhefolge der Reise
Wir wurden bei unserer Studienreise sofort mitten in die Praxis des amerikanischen Gewerkschafts und Arbeitslebens hineingestellt. Das hatte den Vorteil, dass
wir unvoreingenommen an die einzelnen Probleme herantraten. Es hatte aber nach
meiner Auffassung den Nachteil, dass wir manchmal zuviel Einzelheiten (einzelne
Tarifvertraege, die Besonderheiten einzelner Gewerkschaften usw) vor uns hatten
und sie erst allmaehlich in groessere Zusammenhaenge einzuordnen vermochten. Ich
bin daher zu der Meinung gelangt, dass es fuer kuenftige Delegationen besser ist,
mit dem Studium in Washington D.C., zu beginnen, so wie das auch fuer die uns
nachfolgende zweite Gewerkschaftsdelegation arrangiert worden ist. In Washington
befinden sich die Zentralen der beiden grossen Gewerkschaftsverbaende. Hier sind
f.uch das Labor Department, die Social Security Administration und andere bundesstaatliche Behoerden. Den Delegationen kann daher zu Beginn ihrer Reise ein Ueberblick ueber alle Probleme und Einrichtungen, die sie studieren sollen, gegeben
werden| auch koennen sie hier das wichtigste zentrale Unterlagenmaterial erhalten
•und im weiteren Verlauf ihrer Reise laufend auswerten. Ein derartiges Vorgehen
ermoeglicht es dem einzelnen Delegierten, beim spaeteren Studium der Einzelheiten
das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und so zu einem tieferen Einblick in sein
Studiengebiet zu gelangen.
Ich wueide es ferner fuer v/ichtig halten, wenn die Delegationen in den einzelnen Orten noch vor der Durchfuehrung von Betriebsbesichtigungen mit den Resesrch
Departments der Gewerkschaften - soweit solche vorhanden sind- in Verbindung gebracht v/erden. Diese Departments haben haeufig ein grosses Material ueber die
Industrie, in der ihre Organisation Gewerkschaftsarbeit leistet und koennen so den
Delegierten, insbesondere v?enn sie Unterlagen fuer Spezialgebiete benoetigen, damit
an die Hand gehen. Wie notwendig das ist, zeigte mir z.B. unser Besuch der FordV.'erke in Detroit. Zweifellos war er sehr interessant und ich moechte die aufschlussreichen liindruecke, die er vermittelte, nicht missen. Aber vär erhielten keine
geschlossene Vorstellung von den oekonomischen und betriebstechnischen Problemen

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�der amerikanischen Autoindustrie, die m.E. notwendig i s t , um auch ihre Lohn- und
Arbeitsprobleme wirklich sachverstaendig b e u r t e i l e n zu koennen.
U. Zeiteinteilung
Der Studienerfolg einer Delegation haengt weitgehend von der oekonomischen
Zeiteinteilung und der zweckmaessigen Verteilung der Besichtigungen, Besprechungen,
Meetings usw. ab. In dieser Hinsicht i s t z e i t w e i l i g fuer unsere Delegation des
Guten zuviel getan worden. Insbesondere in Detroit und Milwaukee waren d e r a r t v i e l
Veranstaltungen fuer uns vorgesehen, dass wir haeufig 1A-16 Stunden auf den Beinen
waren. Wir hatten auf diese Weise zu wenig Z e i t , um unsere Eindruecke s c h r i f t l i c h
so ausfuebrlich, wie das wohl jeder wuenschte, festzuhalten und gedanklich zu vera r b e i t e n . Dafuer mussten oft die spaeten Nachtstunden verwendet werden. Auch
fanden wir durch die s t a r k e Beanspruchung kaum Z e i t , uns regelmaessig zu gemeinsamen Besprechungen zu versaranin, um auf ihnen das Geschaute und Erfahrene zu d i s kutieren und auszuwerten. Teilweise fanden wir e r s t waebrend der Heimfahrt die
Müsse, das Gehoerte und Gesehene zu ueberdenken und s c h r i f t l i c h zu f i x i e r e n . Anderers e i t s haben wir dadurch weitaus mehr Eindruecke empfangen, a l s das sonst moeglich
gewesen waere.
Aber nicht nur die absolute Zeitbeanspruchung einer Delegation muss von ihr
s e l b s t laufend s e l b s t k r i t i s c h beobachtet werden, damit sie Zeit zu Arbeitsbesprechungen und zum k r i t i s c h e n Verarbeiten des Materials behaelt. Sie muss vielmehr
auch danach trachten, die vorgesehenen Besichtigungen usw. so e i n z u t e i l e n , dass den
einzelnen Delegierten Gelegenheit b l e i b t , Studien auf ihren Spezialgebieten vorzunehmen. Meines Erachtens sind fuer unsere Delegation etwas zuviel gemeinsame Besuche, Besprechungen usw. durchgefuehrt worden, an denen a l l e Delegierten t e i l g e nommen haben. Dadurch konnte der einzelne Teilnehmer nicht immer im gewuenschten
Umfange seinen Spezialstudien nachgehen. Ich habe das z.B. in Detroit, Madison
und vor allem in Washington a l s einen Mangel empfunden. In V/'ashington h a t t e ich
auf diese '«eise nur Gelegenheit, mir einiges wichtige Material in der Social
Security Administration zu verschaffen, aber keine Z e i t , mich mit einigen der l e i tenden Beamten dieser Verwaltung ausfuehrlieher ueber die mich interessierenden
s o z i a l p o l i t i s c h e n Probleme zu unterhalten. Ich b i n daher der Auffassung, dass
kuenf t i g e Delegationen nur etwa d i e Haelfte ihrer Zeit fuer gemeinsame Besichtigungen, Veranstaltungen usw. verwenden, die andere Haelfte aber den einzelnen Teilnehmern fuer ihre Spezialstudien ueberlassen s o l l t e n .
Wenn ein Teil von uns bei seinen Spezialstudien etwas zu kurz gekommen i s t , so
i s t das aber auch darauf zurueckzufuehren, dass unsere Delegation stark von r e p r e e sentativen Aufgaben in Anspruch genommen war. Keine Delegation wird umhin koennen
repraesentativen Pflichten zu genuegen und auf Meetings, Konferenzen, o f f i z i e l l e n
Erapfaengen usw. zu erscheinen. Es duerfte jedoch angebracht sein, diese repraesent a t i v e n Anforderungen nicht zu ueberspannen.
5. Unterbringung der Delegation
Bei der erwaehnten Aussprache im Labor Department, ""ashington, wurde auch die
Frage d i s k u t i e r t , ob die Delegierten im Hotel oder in P r i v a t q u a r t i e r e n untergebracht
werden s o l l e n . Fuer die Unterbringung in Privatquartieren spricht, dass der Deleg i e r t e dadurch einen unmittelbaren und t i e f e r e n Einblick in die L e b e n s v e r h ä l t n i s s e
des amerikanischen Arbeiters e r h a e l t . Dennoch duerfte es nach unseren Erfahrungen
nicht zweckmaessig sein, 30 zu verfahren. Selbst wenn man die nicht zu unters*haetzende Belastung ausser Acht l i e s s e , die einer Arbeiterfamilie durch die mehrtaegige
oder laengere Aufnahme eines Gastes entstuende, i s t doch zu bedenken, dass der Deleg i e r t e im P r i v a t q u a r t i e r z e i t l i c h zu sehr gebunden i s t , •'Siecksichten auf die haeu3lichen Gewohnheiten seiner Gastgeber nehmen und sich mehr mit ihnen unterhalten muss,
a l s seiner Studien aufgäbe dienlich i s t . Er wird im P r i v a t q u a r t i e r ausserdem, vor
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�allem wenn Kinder vorhanden sind, nicht immer Gelegenheit haben, sich zurueckzuziehen und in Ruhe zu arbeiten. In dieser Hinsicht ist das Hotel weitaus geeigneter.
Ausserdem darf nicht verkannt v/erden, dass sich die Delegierten taeglich zu bestimmten Stunden fuer Besichtigungen, Besprechungen usw. versammeln und wiederholt
schnell von Programmaenderungen verstaendigt werden muss. Das ist weitaus schwieriger moeglich, wenn die einzelnen Delegierten in raeumlich dann vielleicht weit auseinander gelegenen Privatquartieren wohnen.
All das schliesst natuerlich nicht aus, dass die Delegierten zweitweilig, z.B.
fuer ein Wochenend oder bei Besichtigungen in kleinen Staedten in Privatquartieren
untergebracht werden, wie das bei unserer Delegation z.B. beim Besuch verschiedem er
Staedte im Staate Michigan der Fall war. Einblicke in die Wohn- und Lebensverhüeltnisse des amerikanischen Arbeiters koennen ausserdem durch Einladungen zum Abendessen und zu zwanglosen Ausspracheabenden gewonnen werden. Solche Einladungen sind
an uns haeufig ergangen, vor allem in Detroit und Milwaukee.
6. Neutralitaet der Delegation«
Wir wusaten, dass zwischen den einzelnen Gewerks chaftsverbaenden der USA. teilweise Spannungen bestehen. Es war fuer uns selbstverständlicher Grundsatz, das«
wir keine Partei fuer die eine oder andere Richtung ergriffen. Unser Bemuehen war
vielmehr, an jedem Ort die Verbindung zu allen Gewerkschaftsrichtungen aufzunehmen,
da wir das gesamte amerikanische Gewerkschaftsleben kennenlernen wollten. Das ist
uns nach meiner Ueberzeugung auch gelungen, war jedoch nicht immer ganz einfach,,
z.B. in Chicago. Als besonders angenehm haben wir es empfunden, dass wir in Milwaukee bereits am Bahnhof von Vertretern der AFL und des CIO gemeinsam empfangen
wurden, die dann auch auf einer folgenden Besprechung das Besichtigungsprogramm
ebenfalls gemeinsam mit uns festlegten.
7. Sprachschwierigkeiten
Es hat sich als ueberaus nuetzlich erwiesen, dass 2 von den 9 Mitgliedern
unserer Delegation, die bereits frueher einen Englandaufenthalt hatten, gute englische Sprachkenntnisse aufwiesen und daher bei Empfaengen und anderen Anlaes3en
als unsere Uebersetzer und Sprecher helfen konnten. Bis auf zwei andere Mitglieder
haben soweit ich feststellen konnte, auch die uebrigen Delegierten verhaeltnismaessig bald ihre Sprachkenntnisse soweit aufgebessert, dass sie sich verständlich
machen und auch ohne Uebersetzerhilfe ihren Studien nachgehen konnten. Im uebrigen
ist uns die Durchfuehrung unserer Aufgabe wesentlich dadurch erleichtert worden,
dass wir in jedan Ort Gewerkschaftler usw. fanden, die Deutsch sprachen und uns
behilflich waren. Ihre Hilfe wird bei keiner Delegation entbehrt werden koennen,
da selbst Delegierte mit guten Englisch-Kenntnissen nicht immer allen Sprachschwierigkeiten, die sich insbesondere bei Spezialfragen ergeben, gewachsen sind. Im
allgemeinen glaube ich jedoch sagen zu duerfen, dass wir mit unseren Sprachkenntnissen besser durchgekommen sind, als ich das anfaenglich selbst geglaubt hatte.

8.

Delegationsfuehrung

Die Mitglieder unserer Delegation gehoerten saemtlich der Unabhaengigen Gewerkschaftsorganisation Berlin (UGO) an. Es ergab sich daher praktisch von selbst,
dass Gustav Pietsch vom Bundesvorstand der UGC, dem wir die Anregung und Vorbereitung der Delegation verdanken, unser Delegationsleiter war. Bei Begruessungen,
Empfaengen usw. traten er und Fritz Heinemann vom Bundesvorstand der UGO als unsere
Sprecher auf. Das war m.E. richtig, da hierbei haeufig zwangslaeufig wichtige gewerkschaftspolitische Fragen angesprochen wurden und es auf diese "reise am besten
moeglich war, den amerikanischen Gewerkschaftlern die offizielle Haltung der UGO zu
vermitteln. Es duerfte sich m.E. auch bei anderen Delegationen empfehlen, dass sie
einen Mann ihres Vertrauens bzw. ein durch seine gewerkschaftliche Funktion besonder
geeignetes Iwitglied zu ihrem Leiter bestimmen, der u.a. dafuer zu sorgen haette,
dass die Delegation zu regelmaessigen Arbeitsbesprechungen zusammentritt, einen
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�staendigen Erfahrungsaustausch pflegt und ihre "Arbeitszeit" (siehe Bemerkungen zu
Punkt 6) zweckentsprechend einteilt.
Meines Erachtens koennte es auch recht foerderlich sein, wenn kuenftigen Delegationen, soweit solche beabsichtigt sind, jeweils ein Mitglied einer frueheren
Delegation beigeordnet wird, das sie mit seinen praktischen Erfahrungen unterstuetzt
und wesentlich zur technisch reibungslosen Durchführung der Studienreise beitragen
koennte.
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PKEBSEGEWERKSCHAFT UND GEWEHRSCHAFTSPRESSB
1. Allgemeines;
Ich habe den Aufenthalt in den USA auch dazu benutzt, mich - soweit das bei
der starken Beanspruchung durch die uebrigen Studien moeglich war - mit der Gewerkschaftsorganisation der Journalisten und de» amerikanischen Gewerkschaftspresse bekannt zu machen. In New York hatte ich waehrend der ersten Tage unseres Aufenthalts
und nochmals kurz vor unserer Abreise Gelegenheit, Ralph B. Novak. den SecretaryTreasurer der American Newspaper Guild (ANGJ zu sprechen der mich ueber diese Organisation informierte und mir die Satzungen sowie wertvolles Studienmaterial mitgab,
dessen Durcharbeitung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich hoffe, dass
sich daraus eine staendige Verbindung und ein Gedanken- und Schriftenaustausch
zwischen der ANG und dem Presseverband Berlin (UGO) entwickelt.
In den einzelnen von uns besuchten Staedten konnte ich die dortigen Funktionaere
der ANG sprechen und mir ihre Agreements mit den Zeitungen beschaffen, die unserer
Berliner Pressegewerkschaft aufschlussreiches Vergleichsmaterial bieten werden. Das
war vor allem in Detroit der Fall, wo ich unter Fuehrung von Praesident Frank Angelo
auch die "Detroit Free Press" besichtigen konnte, in Milwaukee, wo ich an einer Versammlung der Guild teilnahm und sprach, sowie in Chicago, wo ich :nich bei der Sekretaerin der Organisation, Dorothy Johnson, informieren konnte. In V/ashington war es
mir dagegen trotz mehrfacher Bemuehungen nicht moeglich, mit der ANG eine Zusammenkunft herbeizufuehren.
In allen Staedten konnte ich mir ferner die von den verschiedenen Gewerkschaften
herausgegebenen Zeitungen beschaffen und mich mit einigen Gewerkschaftsredakteuren
ueber ihr Arbeitsgebiet unterhalten. Wertvolle Aufschluesse verdanke ich Frank
Winn, dem Public Relations Director der UAV/-CIO, Detroit, Phil Pearl, dem Leiter
der Presseabteilung der AFL, '.Washington und Mr. Swim. der Leiter der Presseabteilung des CIO, Washington. In Chicago konnte ich ferner die Radiostation der AFL
besuchen.
So airegend und wertvoll diese Besuche, Besprechungen und die erhaltenen Materialien auch fuer mich und meine hiesige Pressegewerkschaft sind, so reichen sie
doch noch nicht aus, um zu einem wirklich fundierten Urteil ueber die amerikanische
Pressegewerkschaft und die Gewerkschaftspresse zu gelangen. Ich beschraenke mich
daher auf die folgenden Bemerkungen.
2. Pressegewerkschaft
Das Organisationsprinzip der zum CIO gehoerenden ANG weicht stark von dem der
deutschen Presseverbaende ab. 7/aehrend die deutschen Pressegewerkschaften seit
jeher nur wirkliche Journalisten als Mitglieder aufnehmen, organisiert die ANG alle
Beschaeftigten einer Zeitung, mit Ausnahme des technischen Personals, das - wie
z.B. die Buchdrucker - zu Facharbeitergewerkschaften gehoert. Ihre Mitglieder sind
also nicht nur Journalisten, sondern auch die uebrigen Angesteilten, Boten usw.
In Detroit sind auf diese "Veise von den ueber 750 Mitgliedern der Organisation nur
etwa 200 eigentliche Journalisten. Ich halte dieses Prinzip der Industrieorganisation - das fuer andere Arbeitnehmer richtig sein mag - fuer die deutschen Journalisten

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�nicht fuer anwendbar. Nach Auffassung der deutschen Journalisten sind ihre wirtschaftlichen, sozialen und beruflichen Interessen grundlegend andere als die z.B.,
des kauf maennisehen Bueropersonals einer Zeitung. Ihre Vertretung durch ein und
dieselbe Gewerkschaft erscheint nicht als zweckmaessig.
Andererseits ist der Mit gliederkreis der ANG begrenzter als jener deutscher
Presseverbaende. Teilweise sind nach den mir zugaenglich gewordenen Agreements die
Chefredakteure und die leitenden Redakteure der einzelnen Sparten einer Zeitung
nicht Mitglieder der Union, waehrend sie in Deutschland selbstverstaendlich als
Mitglieder aufgenommen werden. Ferner organisieren die deutschen Presseverbaende
alle Journalisten, also auch die Journalisten, die im Rundfunk, in amtlichen und
privaten Pressestellen taetig sind, waehrend in den USA die RundfunkJournalisten und
Kommentatoren besonderen Rundfunkgewerkschaften angehoeren.
Die ANG. schliesst, aehnlich wie die meisten amerikanischen Gewerkschaften,
ihre Tarifvertraege mit den einzelnen Zeitungen ab. Die deutschen Pressegewerkschaften - auch der Presseverband Berlin- haben in der Regel Tarifvertraege mit Verbaenden
der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger abgeschlossen und halten das auch fernerhin
fuer richtig.
aus der andersgearteten Struktur der amerikanischen Presse ergibt essich, dass
dort nur wenig sogenannte "freie Journalisten" (free-line-men) taetig und organisiert
sind. In der deutschen Presse stellen diese freien Mitarbeiter, die keine Arbeitsvertraege mit den Zeitungen haben, sondern gegen Honorar oder vereinbartes Fixum
arbeiten, einen erheblichen Teil der Journalisten. Im Presseverband Berlin stellen
sie z.B. etwa 27 % der Mitglieder. Die gewerkschaftliche Vertretung der Interessen
dieser Mitglieder ist ein rech t schwieriges Problem.
In den Satzungen der ANG sind keine Bestimmungen ueber besondere Unterstuetzungsleistungen in Faellen von Krankheit, Not oder Alter enthalten (dagegen versucht
man in den agreements solche Vorschriften aufzunehmen), waehrend die deutschen
Presseverbaende stets ein reges Unterstuetzungswesen hatten und gegenwaertig dabei
sind, es neu aufzubauen. Insbesondere soll das fruehere "Versorgungswerk der deutschen Presse" wieder in Gang gebracht werden. Das schliesst nicht aus, dass auch
die deutschen Pressegewerkschaften aehnlich wie die amerikanischen bei kuenftigen
TarifVerhandlungen versuchen, die Zeitungsy und Zeitschriftenverleger wieder zu besonderen Beitraegen fuer diese Unterstuetzungseinrichtungen heranzuziehen.
3. Gewerkschaftspresse
'.Vaehrend sich die deutsche Gewerkschaftspresse erst wieder im Aufbau befindet
und mit Papier- und auch Finanzierungsschwierigkeiten zu kaempfen hat, haben die
amerikanischen Gewerkschaften ein ausserordentlich vielseitiges Pressewesen. Wahl
war mir ein Teil davon schon bekannt. Ss ueberraschte mich aber doch zu sehen,
wie ruehrig selbst die einzelnen "locals" sei es durch eigene Zeitungen, sei es
durch laufende hektographierte Mittel lungsblaetter ihre Mitglieder ueber die gewerkschaftlichen Fragen auf zuklaeren suchen.
Angesichts der Fuelle der gewerkschaftlichen Presserveroeffentlichungen werde
ich noch einige Zeit benoetigen, um das erhaltene Material durchzuarbeiten und zu
einem fundierteren Urteil ueber seinen Inhalt zu gelangen. Ich betrachte es jedoch
bereits als ein wertvolles Ergebnis der Studienreise, dass die UGO auf meine entsprechenden Anregungen hin von einer Reihe groesserer Gewerkschaften und den Zentralen der AFL. und des CIO. regelmaessig die Geiverkschaftsveroeffentlichungen zugestellt erhalten soll. Aus dieser staendigen Information verspreche ich mir gute
Anregungen fuer die hiesige Gewerkschaftspresse und Gewerkschaftstaetigkeit.
Soweit ich bisher schon zu beurteilen vermag, steht die amerikanische Gewerkschaftspresse grundsaetzlich vor denselben Problemen wie die deutsche. Das Hauptproblem sehe ich darin, den Inhalt der Gewerkschaftszeitungen zu gestalten, dass er
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�die Mitglieder interessiert und wirklich von ihnen gelesen wird. Einzelne Untersuchungen, z.B. in Detroit, haben ergeben, dass nur ein verhaeltnismaessig kleiner
Teil der Mitglieder seine Gewerkschaftszeitung regelmaessig liest. Die Gewerkschaften berauehen sich darum, hierin einen Wandel zu schaffen und den:Inhalt ihrer
Blaetter anziehender zu machen. Das duerfte Jedoch weitgehend davon abhaengen, ob
es gelingt, qualifizierte Journalisten als Gewerkschaftsredakteure zu gewinnen.
Mir steht kein Urteil ueber die Qualifikation der amerikanischen Gewerkschaftsredakteure und das Niveau der dortigen -Gewerkschaftspresse zu. Jedoch muss ich, um
meiner Berichterstatterpflicht zu genuegen, darauf hinweisen, dass mir einige kenntnisreiche Leute, insbesondere in Washington, erklaerten, so umfangreich die amerikanische Gewerkschaftspresse auch sei, so habe sie doch gegenwaertig nur wenige wirklich gut geleitete Blaetter und nur einen kleinen Stanm befaehigter GewerkschaftsJournalisten. Angesichts der Geldmittel, ueber die insbesondere die groesseren Gewerkschaften und die grossen Gewerkschaftsverbaende verfuegen, miesste es - nach
dieser Meinung- moeglich sein, das Niveau der amerikanischen Gewerkschaftspresse
wesentlich zu heben und bessere Redakteure zu gewinnen. Voraussetzung dafuer sei
aber auch, dass sich die Gewerkschaften entschliessen, ihre Redakteure besser zu
bezahlen und ihnen groessere Freiheit in der eigenverantwortlichen Gestaltung des
Inhalts der von ihnen geleiteten Zeitungen einzuraeumen. Ich kann diese Aeusserungen hier zunaechst nur ohne eigene Stellungnahme wiedergeben und moechte hinzufuegen,
dass aehnliche Kritiken auch hinsichtlich der deutschen Gewerkschaftspresse wiederholt aufgetaucht sind.
Angesichts der Staerke der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung war ich etwas
ueberrascht, dass keine gewerkschaftliche Tageszeitung vorhanden ist. Aus Unterhaltungen, insbesondere mit dem Editor der UAW-Zeitung, Mr. Winn, Detroit, erfuhr
ich, dass diese FrRge bereits ernsthaft diskutiert wird. Die Schwierigkeiten, die
der Verwirklichung eines derartigen Projektes gegenueberstehen, erscheinen den
Gewerkschaften nach der Darstellung, die mir zuteil wurde, aber gegenwaertig noch
zu gross zu sein. Jedoch glaubt man, dass sich die Herausgabe einer gewerkschaftlichen Tageszeitung dann eher verwirklichen liesse, wenn es einmal zu einer Vereinigung der AFL und des CIO in einer machtvollen Gewerkschaftsorganisation kaeme.
Schlussbemerkungen;
Mein Bericht ist wesentlich umfangreicher geworden,als mir anfaenglich vorschwebte. Dennoch gibt er nur einen Teil der Ergebnisse, Erfahrungen und Beobachtungen wieder, die ich von unserer Studienreise mitbringen konnte. Ich hoffe, die
zahlreichen Anregungen und Einsichten, die ich empfangen habe, durch das Studium
des umfangreichen, mitgebrachten Studienmaterials weiter vertiefen und zum Nutzen
der demokratischen Gewerkschaftsbewegung sowie im Dienste einer fortschrittlichen
Sozialpolitik auswerten zu koennen.
Es verbleibt mir zum Schlüsse die angenehme Pflicht, der Amerikanischen Militaerregierung mit all ihren beteiligten Stellen und dem Labor Department, Washington, herzlich dafuer zu danken, dass sie mir die Teilnahme an der Studienreise ermoeglicht haben.
Berlin, den 31. Mai 1949
DEUTSCHE GK7SRK5CHAFTLSR STUDIEREN IN DEN VEREINIGTEN
STAATEN
Die z'.vcite Gruppe fuehrender deutscher Gewerkschaftsfunktionaere die die Vereinigten Staaten besuchen, um die Techniken der modernen demokratischen Arbeiterorganisationen zu studieren, kamen im Mai auf ihrem Wege nach verschiedenen Staedten
des Landes nach "'ashington.
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�Den 6 Leuten der zweiten Gruppe folgten weitere 11, die im April angekommer
waren. Waehrend ihres Aufenthalts in Washington besichtigten beide Gruppen Bundesstellen, die sich mit Arbeiterangelegenheiten befassen; sie besuchten Arbeitsausschuesse des Kongresses und trafen mit Gewerkschaftsfuehrern in den Landeshauptsteilen der AFL, des CIO, der Eisenbahner-Exekutiven und anderer Arbeitnehmer und Arbeitgeber-Grgani3ationen zusammen. Alles in allem werden 50 deutsche Gewerkschaftler nach den Vereinigten Staaten gehen, um die Methoden der amerikanischen Arbeiterschaft zu studieren.
Unter Mithilfe der Armee
Die Deutschen besuchen die Vereinigten Staaten gemaess einem Abkommen zwischen
dem Kriegeministerium und dem Arbeitsministerium unter Mitarbeit der Manpower Division der Amerikanischen Militaerregierung in Deutschland. Die deutschen Gewerkschaften waehlen zukuenftige oder jetzige Fuehrer fuer die Schulung aus, und die
Manpower Division trifft alle notwendigen Vorbereitungen und stellt die Psp iere aus,
bevor die Schulungsteilnehmer Deutschland verlassen.
Alle Teilnehmer haben eine antinazistische und antikommunistische Vergangenheit
und befinden sich in Stellungen, in denen sie in der Lage sind, die Entwicklung einer
demokratischen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland wesentlich zu beeinflussen.
Viele von ihnen haben eine lange Zeit in Konzentrationslagern zugebracht und wurden
wegen ihrer demokratischen und gewerkschaftlichen Gesinnung von der Gestapo ueberrwacht.
Die Schulungsteilnehmer bleiben 60 Tage in den Vereinigten Staaten. Das Reiseprogramm wird vom Buero fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten beim Arbeitsministerium zusammen mit der AFL, dem CIO und den unabhaengigen Gewerkschaften
aufgestellt. Es umfasst 1 Woche allgemeine Orientierung in Washington, einen Besuch in wenigstens 2 grösseren Staedten und ihre Betreuung durch die Ortsgewerkschaften, sowie schliesslich eine allgemeine Zusammenfassung der Erfahrungen etc. in
Washington.
Die Deutschen besichtigen amerikanische Werke, wohnen bei Arbeitern und studieren Lohnverhandlungen, und das Gewerkschaftswesen, Lehrlings,»vesen, Schiedsverfahren,
Kollektiwerhandlungen, und Arbeiterbildung. Im Allgemeinen koennen sie beobachten,
welche Rolle freie und demokratische Gewerkschaften in unserer Gesellschaft spielen.
Die 6 deutschen Besucher befinden sich jetzt in Chicago, wo sie unter der
Betreuung seitens der Textilarbeitergewerkschaft, die dam CIO angeschlossen ist, ihre
Studien machen. Andere halten sich in Atlante auf und studieren dort unter Anleitung
der Zentralstelle der AFL, einige sind in Milwaukee und in Madison, Wisconsin, bei
der AFL. Eine weitere Gruppe haelt sich in Pittsburgh beim CIO auf.
Die Unterhandlungen mit den Lokal- oder Ortsgewerkschaften werden durch die
Landeszentralstellen der Gewerkschaften in Washington gefuehrt. James F. Taylor
befasst sich mit der Durchfuehrung des Programms im Buero fuer Internationale Arbei tsangelegenheiten.
Der Arbeitsminister Tobin bezeichnete das Programm als einen "Versuch, die
Arbeiter wieder erneut zu inspirieren und ihnen zu zeigen, dass die Demokratie wirksam sein kann, und dass es wohl der Muehe wert ist, dass man fuer sie kaempft."
Amerikanisches Arbeitsministerium,
"Information Bulletin" Juni 1949
DIE KAMPFSTRATEGIE DER AMERIKANISCHEN
MEDIZINISCHEN GESELLSCHAFT
Die Amerikanische Aerzte-Vereinigung (AMA) fuehrt augenblicklich einen Kampf
gegen das Oeffentlichte Gesundheitsprogramm, das Praesident Truman in Vorschlag
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�gebracht hat und jetzt vom Kongress erwogen wird. Die organisierte Arbeiterschaft
unterstuetzt dieses Programm. Es ist behauptet worden, dass die AMA einen Fonds
in Hoehe von 3^Millionen Dollar unterhaelt, der fuer Propagandazwecke verwendet wird.
Der Kampfplan wurde kuerzlich in einem aerztlichen Lokalblatt enthuellt und ist von
der AFL veroeffentlicht worden.
"Dieser Plan ist durch viel uherhoerte Massnahmen und Zuege gekennzeichnet.
So will man dazu uebergehen, dass alle fuehrenden Zeitungen und Zeitschriften veranlasst werden sollen, Propagandaartikel gegen die Krankenversicherung zu schreiben,
die dann in einer riesigen Auflage gedruckt werden sollen.
"Wir haben die Absicht, mit den grossen Zeitungen und den Magazinen zusammenzuarbeiten, um sie dazu zu veranlassen, eine besondere Arbeit zu leisten, und
diese Arbeit hat schon einen guten Anfang genommen", geht aus der Schrift hervor.
Wenn erst einmal ein Artikel in einer Zeitschrift bzw. Zeitung von nationaler Bedeutung erschienen ist, dann werden Abdrucke dieses Artikels in die Haende von
Leuten gelangen, die eine Schluesselstellung einnehmen, damit dann die Abdruecke
ueber das ganze Land hinweg verbreitet werden."
"Noch unverschaemter ist die Art und ".'eise, wie die AMA die Mitglieder des
Kongresses propagandistisch zu erfassen gedenkt. Die Soche soll etwa so vor sich
gehen»' Wir muessen den Hausarzt eines jeden Kongressmitgliedes und jedes amerikanischen Senators ausfindig machen und ihn dazu veranlassen, dass er - der Arzt seinem Patienten einen persoenlichen Brief schreibt, in dem er ihn auf die Gefahren
einer sozialisierten Medizin aufmerksam macht, und in dem er ihn um seine Hilfe
bittet, zur Vereitelung der Einfuehrung irgendeines obligatorischen Krankenversicherungsprogramma, das eventuell eingebracht wird, beizutragen!
"Auch jedes aerztliche Sprechzimmer muss zu einem Propagandazentrum gegen die
Krankenversicherung werden. Reproduktionen eines klassischen Gemaeides mit dem
Titel "Der Arzt" sollen in jedem Sprechzimmer angebracht werden. Das Bild zeigt
den Hausarzt einer Familie, wie er am Bett eines ernstlich erkrankten Kindes sitzt.
Unter dem Bilde befindet sich ein Spruch in grossen Buchstaben mit der Ueberachrift
"Lasst auf diesem Bilde die Politik aus dem Spiel". In vollkommener Verdrehung der
Ziele der Krankenversicherung, heisst es in der Botschaft; 'Sie wuerde noch einen
Dritten - den Politiker - zwischen Dich und den Arzt stellen. Die Gesundheit
Deiner Familie wuerde an den Buerokratismus gefesselt werden. Der Erfolg waeren
hohe Abgaben vom Lohn - und minderwertige aerztliche Betreuung fuer Dich und
Deine Familie. Lass das hier nicht zui"
"Das ist eine der vielen Methoden, mit denen der"Aerztetrust" hofft,
Millionen von Patienten zu taeuschen, indem er sie glauben machen will, dass die
Krankenversicherung sie zu schaedigen beabsichtigt. In dem betreffenden Artikel
3ind noch mehr "Schlachtplaene" angefuehrt. Sie bringen den Nachweis dafuer, dass
die 3-^- Millionen Dollar fuer eine der boesartigeten, zuegellosesten und hinterlistigsten, truegerischsten Kampagnen in der Geschichte des Landes verwendet werden
sollen."
"AFL V/eekly News Service" 13. Juni 1949
EIN NEUES LOHNSYSTEM IN DER ENGLISCHEN
BAUMWOLLINDUSTRIE
Die englische Baumwollindustrie sieht sich der harten Notwendigkeit gegenueber,
dass die Arbeiter die Produktion erhoehen muessen. Die Gewerkschaften arbeiten mit
den Arbeitgebern zusanaan In dem Bemuehen, die Leistungsfaehigkeit der Baumwollteztilwerke zu steigern. Es handelt sich hier keineswegs um eine leichte Aufgabe, da
die Arbeitsweise geaendert werden muss.

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In manchen Faellen muessen die Lohnskalen

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�dementsprechend angeglichen werden. Es muessen mehr Arbeiten nach dem Akkordsystem
geleistet werden. Viele Arbeiter, die beunruhigt sind, wollen manche dieser Aenderur
gen nicht hinnehmen.
Es ergibt sich daher fuer die Gewerkschaften die Notwendigkeit, eine gewaltige
Schulungskampagne einzuleiten, um dadurch den Arbeitern verstaendlich zu machen,
dass diese Aenderungen notwendig sind, wenn die Industrie gedeihen soll. Trotzdem
klammern sich viele Arbeiter noch an die bestehenden Methoden. Nachstehend folgt
eine Darlegung der Arbei-tsziele der Kommission der Baumwollfabrikation,' die in der
offiziellen Zeitschrift des Britischen Gewerkschaftsbundes (TDC) erschien. Den
Arbeitern wird darin erklaert, dass das Problem einem eingehenden Studium unterzogen wird, und dass die neuen Plaene zunaechst einmal sozusagen "imaginaer", begrifflich, untersucht werden, bevor man an ihre Verwirklichung geht.
Der Gang des "imaginaeren" Experiments
"Bis jetzt ist noch kein Abkommen zwischen den Arbeitgebern und der Organisation der Weber getroffen worden." Es wurden zunaechst Kalkulationen vorgenommen,
was auch jetzt noch der Fall ist, aus denen sich der Verdienst fuer verschiedene
Arbeitsarten ergibt, bevor Lohnaenderungen vorgenommen wurden. Aus einem vorläufigen Bericht der Kommission geht hervor, dass die Studien bei 39 verschiedenen Firmen
noch ihren Fortgang nehmen, was einem Querschnitt durch die gesamte Industrie entspricht.
Die Loehne sind viel hoeher
"Die Kommission hebt hervor, dass jedes neue Lohnsystem, dem zufolge die Zahlung nach der Leistung abgestuft wird, manchen Webern die Moeglichkeit gibt, ihren
Verdienst zu erhoehen, dass sich aber fuer andere wiederum eine unvermeidliche Lohnherabsetzung ergeben wird, wenn die Arbeitsbedingungen die gleichen bleiben, und
wenn keine Umstellung im Betriebe vorgenommen wird.
Wo sich jedoch bei den Studien ein Verlust an Lohn zeigte, muss auch gesagt
werden, dass der Weber diesen dadurch ausgleichen kann, indem er einen zusaetzlichen
Webstuhl uebernimmt oder weitere Webstuehle, ohne dass er deshalb irgendwie unangemessen ueberansprucht wird. Und wo die Umstellung richtig durchgeführt wird,
wird auch der groesste Teil der Weber nach dem Plan der Kommission mehr verdienen
als dies jetzt der Fall ist."
Ein weiterer Faktor, den die Kommission bei der Ausarbeitung ihres Lohnsystems
in Betracht zog, war, darauf zu achten, dass Kunstseide-Weber, die bisher einen
Stttcklohnsatz hatten, der bis zu 40? hoeher war als der der Baumwollweber, diesen
Vorteil nicht weiterhin geniessen sollten lediglich auf Grund der Tatsache, dass
Kunstseide leichter zu verarbeiten ist.
Die Selbstkosten werden herabgesetzt
In einer Anzahl Webereien wurden auch tatsäechliche Versuche durch die Vereinigten Industrieberater, Lancashire, durchgefuehrt. Es ergab sich eine allgemeine
Steigerung bei den Loehnen und in der Produktion, wobei gleichzeitig ein Fallen
der Selbstkosten zu verzeichnen war. Bei den Loehnen ergab sich durchschnittlich
eine Erhoehung von 43? nach dem augenblicklichen Stande, und die Produktion pro
Stunde und Arbeiter wurde durchschnittlich um 89? gesteigert.
In diesen Webereien ergaben sich bei der Kalkulation der Loehne nach dem
neuen System keine Schwierigkeiten, weder fuer die Weber noch fuer die Betriebsleitung. Die Qualitaet des Gewebes wurde nicht schlechter - in vielen Faellen war
sie sogar besser -, und von 380 davon betroffenen Webern "haben bisher nur 2 bei
einem groesseren Arbeitsanfall keine Ausdauer an den Tag gelegt."
Abschliessend bemerkt die Kommission;"Wir haben nicht die Absicht, den Eindruck
zu erwecken, das3 sich Erfolge dieser Art nun bei jeder Spinnerei zeigen muessen,
14 -

�wo das neue Lohnsystem zusammen mit der betrieblichen Umstellung eingefuehrt ist.
"Andererseits sind die Schilderungen, die wir hier gegeben haben, nicht etwa
sorgfaeltig ausgesucht worden als solche, bei denen sich die besten Erfolge gezeigt haben, sondern sie erstrecken sich auf alle Spinnereien, bei denen diese
Umstellungen vorgenommen wurden, bzw. bei denen das neue System lange genug eingefuehrt war, um den Erfolg beurteilen zu koennen. In jedem Falle spricht der Erfolg
fuer sich selbst."
Aenderung im System
Was die gesetzliche Seite angeht, so sind Vorkehrungen getroffen worden, dass
dem Weber kein Akkordsatz gezahlt werden darf, der unter dem liegt, wie er im Abkommen von 1937 festgelegt ist. Das bietet natuerlich kein Hindernis, das schwer
zu ueberwinden waere, da es noch heutzutage unfassbar waere, von den V/erkleitungen
wie auch von den Webern zu wrwarten, dass sie bis zur betrieblichen Umstellung ein
System akzeptieren, demzufolge der augenblickliche Durchschnittslohn gesenkt wird.
Die Kommission empfiehlt daher den Arbeitgebern wie auch den Gewerkschaften,
ein neues Abkommen zu treffen, das jedem Fabrikanten - mit Zustimmung seiner Leute
und ihrer Organisation- gestattet, das neue Lohnsystem einzufuehren.
"Labour" Juni 1949
DIE ILO SOLL DAS PAKAMA-SCHIFFSPROBLBM
UNTERSUCHEN
"Die Internationale Organisation fuer Arbeitsangelegenheiten (ILO) berief
die erste Sitzung ihres aus 3 Parteien zusammengesetzten Untersuchungsausschusses
zusammen, um die Verhaeltnisse auf den Schiffen untersuchen zu lassen, die unter
der Flagge von Panama fahren.
Die Handelsmarine von Panama , die bis kurz vor dem Kriege nur etwas mehr als
eine halbe Million Tonnen besass, ist jetzt auf etwa 2|- - 3 Millionen Tonnen ange-*
wachsen, wovon ein grosser Teil auslaendischen Schiffahrtsgesellschaften gehoert.
Der Internationale Transportarbeiter-Verband (ITF) und die Schiffahrtsgewerkschaften der AFL haben die Behauptung aufgestellt, dass viele Schiffe der Flagge
von Panama unterstellt wurden, um dadurch der Besteuerung und den Devisenbeschraenkungen zu entgehen, wie auch der Einfuehrung von Normen, die geeignet sind, die
Sicherheit des Lebens auf See zu schuetzen, und die Lohnsaetze und andere Einstellungsbedingungen fuer Seeleute, wie sie von den fortschrittlichen Seemaechten
durchgesetzt worden sind. Der Verband empfahl daher, diejenigen Schiffe, die aus
diesen Gruenden abgegeben worden sind, zu boykottieren.
Die Regierung von Panama hat an den Geschaeftsfuehrenden Ausschuss der ILO
die Aufforderung gerichtet, einen aus 3 Parteien zusammengesetzten Ausschuss zu
ernennen, der eine unparteiische Untersuchungs der Behauptungen des ITF vornehmen
soll, insbesondere hinsichtlich der Sicherheitsverhaeltnisse und Einstellungsbedingungen an Bord derjenigen Schiffe, die unter der Flagge Panamas fahren.
"AFL Weekly News Service" 13. Mai 1949
DER STREIK DER ENGLISCHEN DOCKARBEITER
Es ist zu erwarten, dass die Kommunisten in der Arbeiterbewegung versuchen
v/erden, im Transportwesen die Kontrolle ueber die Gewerkschaften in ihre Haende
zu bekommen. Die kommunistischen Bemuehungen in dieser Hinsicht sind ein schlüssiger Beweis fuer ihre politischen Ziele. Es ist daher nicht erstaunlich, dass der
jahrelange Konflikt zwischen den rivalisierenden .Gewerkschaften im Kampf um die
Kontrolle der Schiffahrt in Canada groesstes Aufsehen in der Welt erregt hat, obwohl
nicht mehr als 20.000 Menschen davon betroffen wurden.
Der Kampf wird zwischen dem canadischen Seeleute-Verband, der angeblich von den
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15

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�Kommunisten beherrscht wird, und der Internationalen Seeleute-Gewerkschaft, (SIU),
die der AFL angeschlossen i s t und s t a r k antikommunistisch i s t , ausgetragen. Die
e r s t e r e , der CSU, behauptet, dass die SIU eine Kampagne e i n g e l e i t e t hat mit dem Ziel,
die Kontrolle ueber die bisher beim CSU o r g a n i s i e r t e n Leute in die Haende zu bekommen
Es hat nun den Anschein, a l s wenn die SIU in ihren Bestrebungen von gewissen Schifffahrtsgewellschaften u n t e r s t u e t z t wird. Dieser Prozess des Eindringens einer Gewerkschaft in die Interessensphaere eter anderen, was man in Amerika mit "raiding" (etwa
eine "Razzia" durchfuehren) bezeichnet, wird von den amerikanischen Gewerkschaften
g e m i s s b i l l i g t . Diese uebliche Missbilligung scheint aber auf ein "raiding" nicht
anwendbar zu sein, wenn es um den Kommunismus geht, und die SIU fuehrt ihren Kampf
wegen des Kommunismus.
Im canadischen S t r e i t hat der CSU an Boden verloren und hat somit zum Streik
aufgerufen. Die mit CSU-Leuten bemannten Schiffe liegen i n verschiedenen Haefeu der
Welt f e s t . Der CSU hat aber ueberdies ueberall an die Dockarbeiter einen Aufruf
erlassen, s i c h zu weigern, Schiffe unter canadischer Flagge, die mit SIU-Besatzungen
bemannt sind, auszuladen. Das e r k l a e r t den Streik in gewissen englischen Haefen, wo
sich die Dockarbeiter s e i t einigen Viochen geweigert haben, mit SIU-Leuten bemannte
Schiffe abzufertigen.
Auf Grund des S t r e i k s der englischen Dockarbeiter gegen die mit SIU-Leuten bemannten Schiffe hat die AFL mit einem Streik gegen englische Schiffe gedroht. Unlaengst veroeffentlichten Pressemeldungen zufolge wurde der englische Dockarbeiters t r e i k um den 15. Juni herum beendet. Die S t r e i t f r a g e i s t aber noch nicht abgeschlossen. Zweifellos wird der Kampf zwischen den rechtsstehenden und linksstehenden
Gewerkschaften der Seeleute wieder aufleben.

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Manpower Division
OMGUS, APO 742

(OMSDS 9 - 2 0 3 4 LAHB J u l j 49 »$C)

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEI1
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
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angefordert werden. Aul Wunsch werden diese auch einxelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II-

2°

Berlin, 8. Juli 1949
INHALTSVERZEICHNIS
Amerikanischer Arbeiterfuehrer t r i t t aus der
kommunistischen Partei aus
—
Plaene fuer einen neuen Weltgewerkschaftsbund
Das Internationale Problem des Arbeitseinsatzes
Der X. Kongress der Sowjetischen Gewerkschaften
Die Jugoslawischen Stahlarbeiter haben keine
Disziplin
Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern breitet sich in den Vereinigten Staaten aus CIO sorgt fuer seine Mitglieder
Meinungsverschiedenheiten unter den amerikanischen
Arbeiterfuehrern
Zum ersten Jahrestag des ERP

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AMERIKAinSCRER ARBm'EHKUfliKER TRITT AUS DER
KOMIdNISTlSCHKN PARTEI ABB
Max Perlow, ein fuehrender Funktionaer des Verbandes der Vereinigten Moebeiarbeiter (CIO) ist aus der kommunistischen Partei ausgetreten, weil er es vorzieht,
seine Stellung in der Gewerkschaft beizubehalten. Er hatte sich zu diesem Schritt
entschlossen, weil seine Gewerkschaft nach den gesetzlichen Bestimmungen keine
gesetzlichen Rechte fuer sich in Ansiruch nehmen kann, wenn Jemand aus den Reihen
der Funktlonaere Mitglied der kommunistischen Partei i s t . Perlow erklaerte Jedoch,
dass er immer noch an den Kommunismus glaube^ und dass dies sein verfassungsgemaesses Recht s e i .
"New York Herald Tribüne"
(Paris) 7. Juni 1%9

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�PLAENE FÜER EINEN NEUEN WELTGEWERKSCHAFTSBUND
Zweifellos werden die deutschen Gewerkschaftler Interesse an der folgenden
zusaramengefaasten Darstellung der juengsten Ereignisse haben, die mit der Gruendung
eines demokratischen Weltgewerkschaftsbünde» zusammenhaengen. Diese Darstellung
stammt von Irving Brown, dem Europavertreter der AFL. Wir geben den Artikel vollinhaltlich wieder. Wer daran interessiert ist, das periodisch von Mr. Brown herausgegebene Nachrichtenblatt (Newsletter) zu lesen, kann sich mit ihm unter folgender Adresse in Verbindung setzen; Mr. Irving Brown, 33, Avenue de 1'Armee, Bruessel,
Belgien.
Eine neue Weltbewegung; der Arbeiterschaft
"Am 18. Januar 1%9 erklaerten die Vertreter des Britischen Gewerkschaftsbimdes
(TUC), unterstuetzt vom GIO und den Hollaendern, ihren Austritt aus dem Weltgewerkschaftsbund (WFTü). Am 25. Juni ds. Jhs. wird in Genf, in der Schweiz, eine Konferenz der Delegierten der freien Gewerkschaften der Welt, die vom Britischen TUC
einberufen wurde, stattfinden. Was hat sich nun in der Gewerkschaftswelt waebrend
des Zeitraums von 6 Monaten ereignet. Welche Fortschritte sind in bezug auf die
Gruendung einer neuen internationalen Arbeiterbewegung erzielt worden. Welche
Aussichten bestehen fuer die Zukunft«
Die Internationalen Gewerkschaftssekretariate werden aktiv
Am 8. Maerz fand in Bournemouth, England, eine Konferenz der Internationalen
Gewerkschafts-Sekretariate statt. Alle Gewerkschaftssekretariate waren vertreten,
mit Ausnahme des Internationalen Bergarbeiter-Verbandes. Diese 15 Gewerkschaftssekretariate repraesentieren annähernd 18 Millionen Arbeiter. Nach einer ernsthaften und demokratisch gefuehrten Aussprache, die sich 3 Tage lang hinzog, wurde
ein koordinierender Ausschuss gebildet, der die gemeinsamen Interessen aller Sekretariate vertritt. Das Ersuchen seitens des WFTO, zu den Sitzungen zugelassen zu
werden, wurde einstimmig abgelehnt. Dies bildete den ersten internationalen Beschluss von Bedeutung in der Trennung vom WFTU seit dem Austritt der Englaender,
sowie einen Schritt vorwaerts auf dem Wege zur Bildung einer neuen und freien internationalen Arbeiterbewegung, die auf nationalen freien Gewerkschaftszentralen begruendet ist Beistand und Unterstuetzung seitens der internationalen Gewerkschaftssekretariate. 3 Delegierte des koordinierten Ausschusses der internationalen Gewerkschaftssekretariate werden am 25. Juni auf der Genfer Tagung anwesend sein«
Die Gewerkschaften und das Ruhrgebiet
Am 15. Maerz trafen die Vertreter der Gruben- und Metallarbeitergewerkschaften
aus Frankreich, Holland, Belgien, Luxemburg, Deutschland und den Vereinigten Staaten
in der Stadt Luxemburg zusammen, um sich ueber ein Programm bzw. eine Organisationsform fuer die Beteiligung der Gewerkschaften an der internationalen Kontrolle der
Ruhrkohle, des Eisens und der Stahlindustrie schluessig zu werden. Hier wurde zum
ersten Male seit Beendigung des Krieges mit Unterstuetzung der Amerikanischen Arbeiterschaft durch die Forderung nach einer gemeinsamen gewerkschaftlichen Beteiligung an der Ruhrkontrollbehoerde eine deutsch-franzoesische Annaeherung erreicht.
Ueberdies* fanden die Forderungen der deutschen Gewerkschaften in bezug auf die
Ruhrindustrie die einstimmige Unterstuetzung s eltens ihrer Gewerkschaftekameraden
im Ausland. Es wurde ein Gewerkschaftskomitee, an dem alle Gewerkschaften beteiligt
sind, sowie ein Sekretariat in Luxemburg gebildet, dass sich mit den Ruhrproblemen
befassen soll. Diese Organisation trifft jetzt Vorbereitungen, ihre Forderungen
bei der Ruhrkontrollbehoerde wie auch bei den beteiligten Regierungen geltend zu
machen. Es handelt sich hier um eine bedeutende internationale gewerkschaftliche
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2

�Entwicklung, die eine endgueltige Kontrolle nicht nur der Ruhr, sondern der gesamten
nordwesteuropaeischen Kohle, Eisen und Stahlindustrie erwarten laesst.
Die Gewerkschaften der Kleinen Nationen werden ruehrig
Die Gewerkschaften der Kleinen Nationen Westeuropas sind in den letzten Wochen
in ihren Bestrebungen, in einer neuen Weltarbeiterbewegung eine fuehrende Rolle zu
spielen, sehr ruehrig gewesen. Sie alle weigerten sich, den Mausender Kongress
des WFTO zu beschicken und sind aus ihm ausgetreten. Am 25. Juni werden sie in
Genf vertreten sein, und es wird berichtet, dass sie ihre Haltung beibehalten
werden, indem sie einen Antrag unterstuetzen, demzufolge ein Generalsekretaer gewaehlt wird, der einer der kleinen Nationen Europas angehoert. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie auch fordern, dass die neue Weltkoerperschaft ihren Sitz
in einem der kleinen Laender Europas nimmt.
Die Oesterreicher haben sich endgueltig dahingehend entschieden, nicht nach
Mailand zu gehen und zur Genfer Tagung Beobachter zu entsenden. Seitdem hat sich
auch der Gewerkschaftsbund Neuseelands aus dem WFTU zurueckgezogen. Auch sind
Berichte eingelaufen, wonach die Australier beschlossen haben, sich nicht an dem
Mailaender Kongress des WFTO zu beteiligen.
Die Bergleute und die Metallarbeiter
Wenn wir von Europa nach Amerika uebergehen, dann stellen wir fest, dass sich
dort ebenfalls wichtige und bedeutende Entwicklungen vollziehen, die die internationale Gewerkschaftsläge beeinflussen. Am 20. April wurde zum ersten Mal in
seiner Geschichte in Amerika vom Zentralkomitee des Internationalen MetallarbeiterVerbandes (IMF) in der Zentralstelle des Internationalen Maschinenarbeiter-Verbandes
der dem IMF angeschlossen ist, eine Sitzung in Washington D.C. abgehalten. Die
Beschluesse, die auf dieser Konferenz gefasst wurden, werden in allernaechster
Zukunft dazu fuehren, dass sich die Gewerkschaftsorganisationen der Metallarbeiter
sowohl in der AFL wie auch im CIO dem IMF anschliessen. Eine Anzahl grosser Gewerkschaften des Metallgewerbes innerhalb der AFL zieht einen Anschluss in Erwaegung, ebenso wie der Verband der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas und der
Verband der Vereinigten Stahlarbeiter Amerikas innerhalb des CIO. Dadurch wuerde
der IMF heute zum groeeaten internationalen Gewerkschaftssekretariat der Welt
werden. Ueberdies hat das Zentralkomitee des IMF einstimmig die in Bournemouth
gefassten Beschluesse unterstuetzt, denen zufolge ein koordinierender Ausschuss
der internationalen Gewerkschaftssekretariate gebildet werden soll.
Der Internationale Bergarbeiterverband (MIF) veranstaltete,im Mai eine Konferenz seines Zentralausschusses in Washington und zwar in der Zentralstelle des
Verbandes der Vereinigten Grubenarbeiter Amerikas, der dem Internationalen Bergarbeiterverband angeschlossen ist. Die gefassten Beschluesse bestaerkten die
Tendenz, die auf eine Trennung vom WFTÜ abzielt. Es wurden Massnahmen eingeleitet,
um jede Beziehung zum WFTO zu unterbinden. Der MIF wird sich an der Mailaender
Tagung nicht beteiligen, noch zieht er In Erwaegung, ein Teil der Gewerkschaftsabteilungen im WFTO zu werden. Die amerikanischen Kohlenarbeiter spielten auf
den Sitzungen eine aktive Rolle und verpflichteten sich, auch weiterhin den MIF
zu unterstuetzen.
Anglo-Amerikanische Konferenzen
Im Laufe des Monats April fanden wichtige Sitzungen zwischen den Vertretern
der britischen Gewerkschaften und der AFL und dem CIO statt. Die Vertreter des
britischen Gewerkschaftsbundes (TOC) hatten getrennte Konferenzen mit den Vertretern der AFL und des CIO. Die Besprechungen drehten sich um die Frage der Gruendung einer neuen internationalen Gewerkschaftsbewegung die sich im Gegensatz zum
WFTO auf freie Gewerkschaften stuetzen wuerde, der politisch von den Russen beherrscht und kontrolliert wird. Die Konferenzen zwischen dem britischen TOC und

- 3 -

�der AFL fuehrten zu einem tieferen Verstaendnis der Probleme, die mit der Gruendung
einer neuen Internationale zusammenhaengen. Schwierigkeiten, besonders pwaoenliLcher
Art, wurden rasch aus dem Wege geraeumt, waehrend es den ameiikanisehen Organisationen selbst ariheimgestellt wurde, die Frage der Beziehungen zwischen der AFL
und dem CIO zu loesen. Die AFL wies ganz besonders nachdruecklich darauf hin und war auch damit einverstanden, dass sich die kleinen Nationen an der Foerderung
irgend eines neuen Weltverbandes beteiligen sollten. Der britische TÜC war durchaus
damit einverstanden und begruesste es, wenn die erste Einladung zu einer inoffiziellen vorbereitenden Versammlung in Genf hinausgeschickt wuerde, die nicht als ein
Kongress angesehen werden sollte, sondern lediglich als ein Versuch, diejenigen
Verfahren in Gang zu setzen, die zu einem ersten Weltkongress fuehren. In Genf
wird darueber beschlossen werden, welche Gewerkschaften als Foerderer der ersten
Weltkonferenz angesehen werden sollen, und wann ein solcher Kongress einberufen
werden soll«
Das Abkommen zwischen der AFL und dem CIO
Schon dadurch wurde ein bedeutender Fortschritt in der erfolgreichen Entwicklung der neuen Internationale erzielt, als bzw. nachdem die AFL eine Resolution
angenommen hatte, derzufolge sie sich einverstanden erklaerte, sich zusammen mit
dem CIO an einer solchen Organisation zu beteiligen. Diese Resolution ist insofern von grosser Bedeutung, als sie die Grossmachtpolitik des WFTO verwirft und
die Gruendung einer Weltorganisation fordert, in der die kleinen Nationen bei der
Bestimmung der Politik die gleichen Rechte haben wie die grossen Organisationen,
und nicht nur eine Rueckkehr zu der europaeischen Vorkriegsorganisation fordert,
sondern die Schaffung einer Weltbewegung, die sich gleichermassen mit den Arbeiterbewegungen Asiens, Afrikas und Suedamerikas befasst.
Auf die Annahme der Resolution der AFL folgte eine gemeinsame Konferenz
zwischen der AFL und dem.CIO, die am 28. April in Washington D.C. stattfand, und
die zu einem Abkommen zwischen den beiden amerikanischen Gewerkschaften fuebrte,
demzufolge Vorbereitungen fuer die Gruendung einer neuen freien Gewerkschaftsinternationale getroffen werden sollten. Wegen der grossen-Bedeutung, die einem
solchen Abkommen beizumessen ist» bringen wir nachstehend die Hauptpunkte, ueber
die sich die AFL und der CIO einiggeworden sind«1. Sowohl die AFL wie auch der CIO erklaeren sich damit einverstanden, dass
der .britische TUC im Laufe oder gegen Ende des Monates Juni eine vorbereitende
bzw. vorlaeufige Konferenz nach der Schweiz einberuft, zu welcher Zeit das Internationale Amt fuer Arbeitsfragen (ILO) in Genf seine Tagungen abhaelt. (Dies ist
bereits durch die Festsetzung einer Versanmlung auf den 25. Juni geschehen.)
2. Die Konferenz soll einen vorbereitenden provisorischen Ausschuss bilden,
der die Aufgabe hat, ueber gewisse einleitende Schritte hinsichtlich der,Foerderung
einer neuen Weltarbeiterorganisation zu beschliessen wie auch darueber zu entscheiden, wer die ersten Foerderer und Einberufer des ersten Kongresses sein sollen.
3. Vor der Einberufung eines Kongresses sollen die Beschluesse und die Massnahmen der vorbereitenden Konferenz den fuer den Anschluss in Frage kommenden Mitgliedern unterbreitet werden. Dies wird die nationalen Gewerkschaftszentren in die
Lage versetzen, offiziell und demokratisch ihre Stellung in bezug auf den neuen
freien Weltgewerkschaftsbund zu bestiranen. ,
4*

Die internationalen Gewerkschaftssekretariate sollen aufgefordert und

dringend ersucht werden, sich an allen -vorbereitenden Massnahmen und Phasen zu beteiligen, die zur Gruendung eines neuen Welt Verbandes fuehren.
5. Der Anschluss der AFL und des CIO an eine neue Weltgewerkschaftsorganisation soll auf Grund der Mitgliederzahl vorgenommen werden, die auf ihren letzten
Versammlungen bekanntgegeben wurden. Die Vertreter des CIO erklaerten, dass sie
sich auf der Basis von 6 Millionen Mitgliedern anschliessen wuerden, die AFL

- 4 -

�unter Zugrundelegung von 7k Millionen beitragszahlenden Mitgliedern. Dieses Abkommen
s o l l jedoch nicht so ausgelegt werden, dass es den Status der AFL als vorherrschende
Arbeiterorganisation in den Vereinigten Staaten beeinflusst oderaendert - z.B. den
Status der AFL in der ILO. Wenn das augenblickliche Kopfzahlverhaeltnis bei» Anschluss an d i e neue Weltarbeiterorganisation entweder von der AFL oder vom CIO geaendert werden s o l l t e , um so den Status der AFL in Frage zu s t e l l e n , dann hat jede
Organisation das Recht, den Nachweis ueber die wirkliche Mitgliederzahl zu verlangen.
6. Sowohl die AFL wie auch der CIO sollen im Mechanismus der neuen Weltarbeiterorganisation v e r t r e t e n s e i n . Eine Diskussion ueber persoenliche Angelegenheiten,
die sich auf d i e neue Organisation beziehen, wurde bis auf spaeter z u r u e c k g e s t e l l t .
Seitdem dieses Abkommen getroffen wurde» sind die Exekutivausschuesse beider
Organisationen zusammengetreten, d i e auch das Abkommen r a t i f i z i e r t haben. Darueber
hinaus begann der CIO endgueltige Massnahmen gegen diejenigen kommunistisch kont r o l l i e r t e n Organisationen zu ergreifen, die noch im CIO verblieben sind, und darauf
bestehen, weiterhin Beziehungen zum WFTU zu unterhalten.
Die AFL wird in Genf am 25. Juni wie folgt v e r t r e t e n sein: George Maany,
Sekretaer und Schatzmeister der AFL, George P . Delaney, der internationale Vertret e r der AFL, William J . McSorley, der Vorsitzende des Verbandes der Internationalen
Holz- und Metalldreher und Irving Brown, der Europavertreter der AFL.
Nicht nur Europa und Amerika
Diese Entwicklungen in Westeuropa und in den Vereinigten Staaten von Amerika
weisen auf den F o r t s c h r i t t hin, der in dem Bestreben e r z i e l t wird, die freien
Gewerkschaften zu einer neuen WeltgewerkSchaftsbewegung zu vereinigen. Das i s t
jedoch noch nicht a l l e s . Die grossen Gebiete in der Welt wie Asien,. Afrika, S ü d amerika und der Mittlere Osten gewinnen mehr und mehr an Bedeutung a l s entscheidende
Faktoren in dar zukuenftigen Weltwirtschaft und im Kampfe zwischen Demokratie und
Diktatur. Wenn die Gewerkschaftsfuebrer der westlichen Welt nicht in den Gebieten
der Welt, wo so lange das Kolonisierungsprinzip und der Imperialismus vorgeherrscht
haben, ihre Bemuehungen vergroessem und intensiver g e s t a l t e n , dann wird es unmoegl i c h s e i n , eine wirkliche Weltorganisation aufzubauen.
Mehr als die Baelfte a l l e r Menschen der Welt l e b t in Asien. Dort sind Nationalismus und Selbstbestimmung im fortschreiten begriffen. Die I n d u s t r i a l i s i e r u n g
macht F o r t s c h r i t t e und hat unmittelbar ein Anwachsen des Gewerkschaftswesens im
Gefolge. Waehrend der westeuropaeis che Imperialismus im Laufe der l e t z t e n 10 Jahre
seine Umklammerung gelockert hat, versucht j e t z t ein neuer bolschewistischer
Imperialismus, diese ^ansehen unter dem Banner des Nationalismus und der Selbstbestimmung, enger zu umklammern. In vielen Laendern des Fernen Ostens i s t die
Gewerkschaftsbewegung von den neuen Imperialisten dazu benutzt worden, ihre ausbeuterischen Plaene im Namen eines falschen Sozialismus zu foerdern. Wenn keine neue
Weltarbeiterbewegung geschaffen wird, die nicht das Monopol der Welt des weissen
Manne» i s t , und die mit den Gewerkschaftsbewegungen der ferner gelegenen Gebiete
zusammenarbeiten und ihnen dabei helfen w i l l , eine groessere F r e i h e i t auf w i r t s c h a f t lichem, politischem und sozialem Gebiete zu erringen, dann wird man diesen neuen
und noch gefaehrlicheren Imperialismus nicht daran hindern koennen, seine ueblen
und schlimmen Ziele zu verwirklichen. Darueber hinaus wird ein solcher Sieg auf
Seiten der Russen und des WFTU in diesen Gebieten der Welt s c h l i e s s l i c h die demokratischen Rechte und den hohen Lebensstandard bedrohen, wie er in der westlichen
Welt errungen worden i s t .
Es i s t b e r e i t s darueber b e r i c h t e t worden, dass der WFTU und seine Marionetten
im Fernen Osten eine Asien-Konferenz in Shanghai vorbereiten. Das wird sich a l l e r
Wahrscheinlichkeit nach in anderen Teilen der Welt wiederholen. Die Lage erfordert
daher mehr denn Je gebieterisch, dass d i e Genfer Konferenz zum ersten S c h r i t t wird
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5

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�in der Bildung einer Weltorganisation, die den welterschuetternden Ereignissen, die
jetzt ausserhalb Europas vor sich gehen, die gebuehrende Beachtung schenkt. Organisatorisch gesehen, bedeutet dies nicht nur die Schaffung einer zentralen Koerper3Chaft mit einem Buero in Westeuropa, sondern auch die Gruendung von freien Gewerkschaftszentren in jedem groesseren Gebiet und Kontinent der Welt mit einer Vertretung auf gleicher Basis aus allen diesen Gebieten bei der zentralen Koerperschaft
des neuen Vereinigten Weltbundes der Freien Gewerkschaftent
"AFL News Letter" (Bruessel) Juni /+9
ENTWICKLUNGEN DER LETZEN ZEIT» Am 25-26 Juni kamen Delegationen
der Freien Gewerkschaften von 3k Nationen, die 42,000,000 Arbeiter
vertraten, in Geneva zusammen. Die Zusammenkunft ging einer Hauptkonferenz voraus, die im November stattfinden wird. Komitees wurden eingerichtet um die Vorbereitungen fuer die November Konferenz
zu treffen.
Am 29. Juni trafen sich die restlichen Mitglieder des W«lt
bwdoo km fraion Gewerkschaften, die angaben "7k,000,000 Arbeiter"
zu repraesentieren, in Milan, Italien.
DAS INTERNATIONALE PROBLEM DES ARBEITSEINSATZES
Eines der brennendsten Arbeitsprobleme von weltweiter Bedeutung, mit dem sich
das Internationale Arbeitsamt (ILO) zur Zeit beschaeftigt, ist das des Arbeitseinsatzes. Nachdem sich das Arbeitsamt viele Monate lang der Sammlung von Unterlagen
ueber das Angebot von und die Nachfrage nach Arbeitskraeften in den einzelnen
Staaten gewidmet hat, befasst es sich jetzt mit der Austeilung eines Aktions-Progranmes fuer die verschiedenen Nationen. Wir entnehmen die folgenden Ausführungen
einem Taetigkeitsbericht des ILO,
"Der Bedarf an Arbeitskraeften und die damit zusammenhaengender Probleme;
Selbst unter den guenstigsten Umstaenden ist die Durchfuehrung einer Arbeitseinsatzpolitik keine leichte Aufgabe. Geeignete Arbeitskraefte muessen in genügender Zahl zur Verfuegung stehen, um jederzeit und an Jedem Ort, wo sie gebraucht
werden, eingesetzt werden zu koennen. Diese Leute muessen die vorhandenen Bodenschaetze und Rohstoffe nutzbar machen, um die fuer die Volkswirtschaft der einzelnen Staaten und der Welt benoetigten Gueter herzustellen. Diese Aufgabe loest sich
nicht von selbst, vielmehr ist es notwendig, den Arbeit3markt zu diesem Zweck
zu organisieren. Dies ist, in Kuerze, die Hauptaufgabe unserer heutigen Arbeitseinsatz-Politik.
Unter den heutigen Verhaeltnissen bereitet die Durchfuehrung dieser Aufgabe
besondere Schwierigkeiten, tfohin wir in der Welt sehen, ueberall besteht eine
dringende und weitgehende Nachfrage nach Arbeitskraeften. Der Bedarf auf diesem
Gebiet ist ein internationales Problem, insofern als alle Staaten hierunter
leiden, wenn auch nicht alle im gleichen Masse. Die Ursache hierfuer ist, dass
Arbeitsmoeglichkeiten und Arbeitskraefte sowohl quantitativ als auch qualitativ
nicht in der gleichen Anzahl vorhanden sind. Man findet sowohl zu viel als auch
zu wenig auf beiden Gebieten. In einigen Staaten haben alle Einwohner Arbeit,
in einigen ist Arbeitslosigkeit, und andere leiden unter einem Mangel an Arbeitskraeften. Allen gemeinsam aber ist der Mangel an gelernten Arbeitern.
Der unausgeglichene europaeische Arbeitsmarkt
In Europa haben beispielsweise eine grosse Reihe von Staaten ihre Reserven
an Arbeitskraeften bereits ganz ausgeschoepft und benoetigen noch weitere Arbeitskraefte, um ihre wichtigen Industrien mit dem erforderlichen Personal zu versorgen,

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�waehrend einige wenige andere Laender unter einem betraechtlichen Ueberangebot an
Arbeitskraeften leiden, die nicht produktiv eingesetzt werden koennen. In Westeuropa allein duerfte sich die Nachfrage nachaislaendischen Arbeitern im Jahre
1949 auf rund 200,000 belaufen. Dagegen besteht in gewissen westeuropaeischen
Laendern ein ebenso ausgesprochenes Ueberangebot an Arbeitskraeften, die anderweitig Beschaeftigung finden koennten: rund 1.500.000 in Italien, 500.000 in der
deutschen Bizone (hauptsaeohlich Stauen) und 300.000, die von der Internationalen
Fluechtlings-Organisation (IR0) betreut werden. Die Wiedereinschaltung dieser
zwei Millionen Menschen in das Wirtschaftsleben ist eines der dringendsten Probleme
des europaeischen Wiederaufbaues. Wir haben es hier nicht nur mit einem auf Europa
beschraenkten Problem zu tun, denn bereits aus den obigen Zahlen geht klar hervor,
dass Europa allein gar nicht in der Lage ist, diesen innerhalb seines Gebiets vorhandenen Ueberschuss an Arbeitskraeften aufzunehmen.
Im Gegensatz hierzu besitzen andere Weltgegenden nicht genuegend Arbeiter,
um ihre Plaene fuer den Ausbau ihrer wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen
durchzufuehren. So benoetigen eine Reihe englischer Kolonien und sued-amerikanischer Staaten zusaetzliche Arbeitskraefte, wenn sie ihre Bodenschaetze nutzbar
machen und ihrer Bevoelkerung einen hoeheren Lebensstandard ermoeglichen wollen.
Bedenkt man, dass bestimmte europaeische Laender noch auf lange Zeit hinaus
ueber ein Ueberangebot an Arbeitskraeften verfuegen werden, andere Staaten inund ausserhalb Europas dagegen einen dringenden Bedarf an Arbeitskraeften fuer
ihre wirtschaftliche Entwicklung haben, so erkennt man sofort, wie erstrebenswert es waere, einen internationalen Austausch von Arbeitskraeften und eine Umsiedlung durchzufuehren. Allerdings sind die Auswanderungsmoeglichkeiten in vielen
Faellen noch mehr oder weniger versperrt. Aus vielfachen Gruenden ist es Leuten,
die in ihrer Heimat keine nutzbringende Arbeit verrichten, noch immer nicht
moeglich, in groesserer Zahl nach anderen Laendern auszuwandern und sich dort
niederzulassen, wo man ihre Arbeitskraft und ihr berufliches Koennen bestens gebrauchen koennte.
Die Nachfrage nach gelernten Arbeitern
Dagegen stossen wir in anderen Teilen der '"'alt auf Probleme ganz anderer
Art. In Asien und in groesseren Gebieten des Mittleren Ostens beispielsweise
verbringen Millionen von Menschen ihr Leben in Sorge um ausreichende Beschaeftigung und in Armut, ohne die Moeglichkeit, ihre Faehigkeiten zu entwickeln und
ihren vollen Beitrag zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen ihres Volkes
zu leisten. Dabei fehlt es in diesen Laendern weder an natuerlichen Reichtuemern
noch an Menschen, aber sie leiden unter dem allzu langsamen Tempo ihrer Industrialisierung. Bei einem Ueberangebot von Arbeitswilligen fehlt es an Arbeitsmoeglichkeiten und den fuer die wirtschaftliche Entwicklung erforderlichen Fachkraeften.
Haeufig ist bei nicht ausreichenden Beschaeftigungsmoeglichkeiten gleichzeitig
ein Mangel an geeigneten Arbeitskraeften vorhanden. Beide Probleme stellen ein
ernstliches Hindernis auf dem Wege zu wirtschaftlicher und sozialer Weiterentwicklung dar. Es muss daher etwas unternommen werden, um die Entwicklung der Industrie
zu beschleunigen, versteckte Arbeitslosigkeit in den Arbeitsprozess einzugliedern,
den Bedarf an gewoehnlichen und qualifizierten Arbeitskraeften fuer die geplante
wirtschaftliche Entwicklung zu decken, ohne dass andere Zweige der Wirtschaft, insbesondere die Lebensmittelerzeugung, darunter leiden. Der weltweite Mangel an geschulten Fachkraeften ist die Ursache fuer viele der dringlichsten Probleme. Die
Arbeiter sind einfach nicht imstande, ihre Arbeit, so wie sie verrichtet werden
muesste, auszufuehren. Ueberall in der Welt besteht so ein ausgesprochener und allgemeiner Mangel an qualifizbrten Kraeften. In Europa stellt dieser Mangel ein
Haupthindernis fuer die wirtschaftliche Gesundung dar. Er hemmt die Vergroesserung
der Industriebetriebe, den Einsatz der rvrbeitskraefte an den freien Arbeitsplaetzen
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�und ihre Umsiedlung von einem Lande in das andere. Y/aehrend die allgemeine Nachfrage nach Arbeitskraeften vorwiegend gelernte Arbeiter betrifft, besteht die Hauptmasse der Arbeitssuchenden aus ungelernten oder unerfahrenen Arbeitern.
Im Fernen und Mittleren Osten, in Sued-Amerika und in Afrika ist der Facharbeitermangel noch staerker. Fast jede Kategorie von Facharbeitern, die im heutigen
mechanisierten Arbeitsprozess der Industrie und Landwirtschaft eingesetzt werden kann,
wird gebraucht, und zwar dringend gebraucht. Der wirtschaftliche Fortschritt in
diesen Gebieten haengt in nicht geringem Masse davon ab, wie weit und wie schnell
sich dieser Mangel an gelernten Arbeitern beheben laesst. Es ist dies ein wirtschaftliches Problem, das nicht nur fuer die Gegenwart Bedeutung hat, es betrifft
auch die Zukunft. Der Mangel an Fachkraeften ist einer der Faktoren, die die Grenzen des wirtschaftlichen Fortschritts auf ungefaehr ein Lebensalter festlegen.
'Weiterhin erschwert ein solcher Mangel an gelernten Arbeitern die erforderliche
internationale Verteilung der Arbeitskraefte auf dem Wege der Einwanderung. Das
berufliche Koennen des Auswanderers muss sich den Einwanderungsmoeglichkeiten anpassen oder anpassen lassen; solche Moeglichkeiten bestehen aber fuer gelernte,
und nicht fuer ungelernte Kraefte.
Wo, gleichgueltig aus welchem Grunde, das Arbeiter-Angebot in einem Missverhaeltnis zur entsprechenden Nachfrage steht, sei es zahlenmaessig, ortsmaessig
oder fachlich, ob innerhalb desselben Landes oder international, muss ein neuer
Ausgleich gefunden werden. Der Mensch und der Arbeitsplatz muessen zusammengebracht
werden. Diesem Zwecke dient der Apparat der Arbeitsvermittlung,Berufsausbildung
und Umschulung, sowie internationale Umsiedlung. Vielfach jedoch ist der Mechanismus
der Arbeitsvermittlungs-Organisationen (Vermittlungs-, Schulungs- und Umsiedlungsdienst) gar nicht in der Lage, die Aufgaben zu bewaeltigen, die sich' aus der Verteilung der Arbeitskraefte ergeben, wie sie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Aufrechterhaltung eines Zustandes der Vollbeschaeftigung erfordern.
Arbeitsvermittlungsorgacisationen werden benoetigt
Da viele Laender noch keinen staatlichen Vermittlungsdienst besitzen, fehlt
ihnen bisher auch der notwendige Apparat zur praktischem Durchfuehrung einer Arbeitsvermittlungspolitik. In anderen Laendern wiederum steckt dieser Dienst noch in den
Kinderschuhen« die Arbeit hat erst begonnen, es fehlt an der noetigen Ärfahrung,
einem eingearbeiteten Mitarbeiterstatr und dem Vertrauen seitens der Bevoelkerung.
In wieder anderen Laendern fehlt es an fachlichem und verwaltungs-technischea
Koennen, um eine fuehrende Rolle darin zu spielen, Arbeitskraefte auf solche Art
in den Arbeitsprozess einzuschalten, dass sie zur Loesung brennender wirtschaftlicher Tagesfragen beitragen. Selbst in Laendern, welche ueber einen eingespielten
Arbeitsvermittlungsdienst verfuegen, also z.B. in vielen europaeischen Laendern,
und zwar sowohl in Laendern mit Mangel wie solchen mit Ueberangebot an Arbeitskraeften, lassen sich die obwaltenden Arbeitsvermittlungsschwierigkeiten auf die Rueckstaendigkeit der staatlichen Arbeitsvermittlungs-Organisation oder eine zu engherzige Auffassung von der ihnen zugewiesenen Aufgabe zurueckfuehren
Fast ueberall in der Welt mangelt es an Berufsausbildungs-Moeglichkelten, vor
allem aber dort, wo sie am noetigsten waeren. Ihre Zahl ist unzureichend. Wo sie
vorhanden sind, sind sie meist veraltet und sollten auf die beruflichen Erfordernisse
der Gegenwart und auf zeitgemaesse Verfahren umgestellt werden. Es fehlt an Ausbildungspersonal; seine Zahl ist zu klein, und die wenigsten von ihnen sind nach,
den wirksamsten und geeignetsten Methoden geschult. In allen wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten besteht ein dringender Bedarf an Schulungsmaterial, und
vielfach sind diese Dinge gerade in solchen Laendern oder Gebieten nicht erhaeltlich,
wo sie am noetigsten gebraucht wuerden.
Die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Umsiedlung von einem
Lande in das andere steht bisher noch in keinem Verhaeltnis zu dem Bedarf an
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�Arbeitskraeften. Viele schwierige Fragen finanzieller, wirtschaftlicher und
politischer Art muessen noch in Angriff genommen werden, eho Auswanderung und
Einwanderung die Loesung des Problems der Versorgung eines Landes mit gelernten
und ungelernten Arbeitskraeften darstellen kann."
Aus« International Labour Review (Zeitschrift
fuer Internationale Arbeitsfragen) April 1949
DBB I. KONQHBSS DER SOWJETISCHEN SJWKHK3CHAJTBN
Bis jetzt sind die Nachrichten uober den X. Kongress der Sowjetischen Gewerkschaften, der am 20. April in Moskau eroeffnet wurde, sehr spaerlich. Lediglich
2 kurze Notizen in der "Humanite" und ein Artikel von Henry Raynaud in der "Vie
Ouvriere" vom 5. Mai liegen bisher vor. Die "Humanite" vom 5. Mai setzt uns mit
6 Zeilen davon in Kenntnis, dass Kusnjetzow zum Praesldenten des Gewerkschaftsbundes
der UdSSR wiedergewählt wurde. Man muss also noch auf andere Informationen oder
Kommentare in der Presse des Auslandes warten, ehe man sich ein abschliessendes
Urteil ueber diesen Kongress bilden kann.
Heute wollen wir uns nur auf einige Betrachtungen beschraenken. Die Art und
Weise, wie sich Henry Raynaud in der "Vie Ouvriere" ueber seine Entsendung nach
der UdSSR aeussert, ist so ungeheuerlich, dass man sich fragen muss, ob seine
Aufrichtigkeit wirklich den Sieg ueber die Rafinesse der Demagogie davon getragen
hat.
Es ist sicherlich schwer, an die Aufrichtigkeit eines Raynaud zu glauben,
der seit 25 Jahren immer mit dem gleichen Wortschwall alle Aspekte irgendwelcher
Orientierungen verteidigt hat, die die allmaechtigen Herren des Politbueros den
franzoesischen Gewerkschaftskommunisten zu vermitteln beliebten. So ist es wahrscheinlich mehr aus einem Ueberschwang der Demagogie heraus, dass er uns das wahrhaft idyllische Bild von dem malt, was er in der UdSSR gesehen hat....sofern es
nicht schon eine gewisse1 Art von Unbewusstsein ist, das die "neuen Herren" dazu
fuehrt, die Vorteile, die sie sich selbst mit dem Niveau einer aussergewoehnlichen
Lebensweise - deren sich die neue fuehrende Kaste in der UdSSR und in den Staeben
des Kominform erfreuen - zugebilligt haben, mit der Lage der einfachen Arbeiter zu
vergleichen. Diese muessen auch weiterhin ihr "Uebersoll" erfuellen, ueber das
einzig und allein die hohen Wuerdentraeger des ArbeitgeberStaates ein Verfuegungsrecht haben.
Wie dem auch sei, so informiert Raynaud die ungluecklichen Leser der "Vier
Ouvriere"."Was man dort zu sehen bekommtl Einen sehr dichten Automobilverkehr, aber
reibungslos, leicht und schnell, dank der Breite der Verkehrsadern und der ausgezeichneten Ordnung und Befolgung der Verkehrsvorschriften.
"Die Lae den sind mit Ware ueberfuellt; Lebensmittel, Kleidung, verschiedene
Bedarfsartikel. Alles ist im Ueberfluss vorhanden.
"Von frueh bis spaet, jeden Tag, staut sich in ihnen eine dichte Menge.
"Denn es gibt ja auch alles, auch haben die Sowjetarbeiter Geld in der
Tasche, um sich das zu kaufen, was sie wuenschen.
"Entgegen dem, was sich in Frankreich zeigt, wo die Kaufkraft der Arbeiter
seit 1938 um 50? abgenommen hat, sehen die Arbeiter hier im Vaterlande des Sozialismus, dass dank der bewunderungswuerdigen schaffenden Bemuehungen des Sowjetvolkes unter der Leitung ihres Inspirators, des grossen Josef Stalin, ihr materielles und kulturelles Lebensniveau staendig im Steigen begriffen ist.
"Die Herabsetzung der.Preise, die Erhoehung des Einkommens bei der Produktion
haben die Realloehne der organis ierten Arbeiter im Jahre 1948 um mehr als das
Zweifache erhoeht.

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�Das Schema ist klassisch. Hier (im kapitalistischen Lande) verschlechtert sich
die Lage der Arbeiter regelmaessig. Dort (im Lande des "Sozialismus") bessert sich
die Lage staendig. 30 Jahre lang hat man uns immer wieder die gleiche Geschichte
erzaehlt. Wenn ihr, alles in allem, auch nur das geringste Fuenkchen Wahrheit innewohnen wuerde, dann muesste doch bereits seitavigen Zeiten das Lebensniveau der
Sowjetarbeiter unvergleichlich viel hoeher stehen als das der Arbeiter in den alten
kapitalistischen Laendern. So liegen die Dinge aber nicht. Alle Informationen
ernsthafter Natur sind darueber hinaus alle uebereinstimmend. Erst vor ganz kurzer
Zeit stellte der Bericht einer norwegischen Gewerkschaftsdelegation fest, dass das
wirkliche Lebensniveau eines russischen Arbeiters nicht einmal so hoch sei wie 60t
des norwegischen Arbeiters. Und Norwegen ist ein Land, das vom Kriege keineswegs
verschont blieb. Was den Reallohn angeht, der sich um mehr als das Zweifache im
Jahre 1949 erhoeht haben soll, so moechten wir unsere Leser noch auf Informationen
hinweisen, die aus sowjetischen Unterlagen geschoepft wurden, die wir in einer
frueheren Nummer veroeffentlicht haben. Erinnern wir uns der Schlussbemerkung:
"Im Jahre 1949 standen die Preise auf einem Index von 344, waehrend die Loehne noch
nicht einmal den Index von 240 erreicht hatten."
•lHHH8HHBHW*1ttBHHBHJ"H-ft#

Raynaud hat "dichte Menschenmengen" in den Laenden in Moskau gesehen. Es wird
immer eine Menschenfuelle in Laeden sein, deren Zahl im Verhaeltnis zur Bevoelkerung
unendlich klein i s t . Aber, aus welchen Menschen setzt sich diese Menge zusammen,
und wer kann denn wohl kaufen, was er w i l l . Natuerlich nur solche Leute wie Raynaud,
die in einer politischen, gewerkschaftlichen oder sozialen Hierarchie ein Amt innehaben, dass nach einem "Schema" bezahlt wird, ueber das mit Schweigen hinwegzugehen
die "Vie Ouvriere" gute Gruende hat. Wir wollen darueber hinaus einmal einige
Bemerkungen von D» Rousset entlehnen, der im "Franc-Tireur" Fragen s t e l l t , auf die
die "Humanite" niemals antworten w i l l ;
"Existiert in Russland nicht eine enorme Kluft zwischen den Arbeiterloehnen
und den Gehaeltern der Ingenieure, der Fabrikdirektoren und der hohen Funktionaere
des Staates.
"Betrug nicht vor dem Kriege, also im Laufe eineB "normalen" Zeitabschnitts,
im Jahre 1939* das mittlere Monatseinkommen eines Arbeiters, der nicht nach dem
Stachanow-System arbeitete, den o f f i z i e l l e n Zahlen zufolge 150 Rubel, waehrend
die Gehaeiter der Techniker sich in der Schwerindustrie zwischen 350 und 1.000
Rubel bewegten. Erreichten nicht gewisse Gehaltsklassen sogar 3.000 Rubel im Monat
also 20 mal mehr als der Lohn eines Arbeiters. Geht nicht zu der gleichen Zeit, da
die o f f i z i e l l e n Statistiken das Gehalt eines qualifizierten Arbeiters mit 250 Rubel
pro Monat beziffern, aus denselben Statistiken hervor, dass die Abgeordneten 1.000
Rubel im Monat beziehen,(Verfuegung vom 17. Januar 1938), zuzueglich 150 Rubel pro
Sitzung, dass die Praesidenten und Beigeordneten der 11 Bundesrepubliken 12.500
Rubel pro Monat erhalten, dass die Praesidenten der Union sich monatlich 25.000
Rubel zugebilligt haben. Bedeutet dieses Verhaeltnis zwischen den 250 Rubeln eines
qualifizierten Arbeiters und 25,000 Rubeln fuer einen hohen Funktionaer, dass Privilegien abgeschafft wurden.
•MHHMUUHUHHUHHMHUHW

Kehren wir nun zu dem Artikel Raynauds zurueck, der sich dann mit der "enorm
wichtigen Rolle der sowjetischen Gewerkschaften" befasst.
"Welche Eindiuecke s o l l man wohl von diesen gewaltigen Sitzungen der sowjetischen Gewerkschaften vermitteln.
"Hier handelt es sich bei ihnen wie bei den Gewerkschaften in Frankreich darum,
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�den Kanpf der Forderung zu organisieren, um die Arbeiterklasse aus ihren Schwierigkeiten und aus ihrer harten und ruecksichtslosen Ausbeutung herauszufuehren, um
gegen die reaktlonaere Politik der nationalen und internationalen Grosskapitalisten
zu kaempfen.
"Hier ist die Arbeiterklasse an der Macht, der Kapitalismus Ist verschwunden
und mit ihm die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen".
Es stimmt schon, es handelt sich fuer die russischen Gewerkschaftler nicht
darum, "einen Kampf der Forderung zu organisieren", und zwar nicht etwa deshalb,
weil die Ausbeutung verschwunden ist, sondern well weder die Partei Stalins, noch
die Regierung irgend eine Form von Forderung seitens der Gewerkschaften oder der
Arbeiter duldet.
Die Rolle, die die sowjetischen Gewerkschaften in Wirklichkeit spielen, ist
bereits zu verschiedenen Malen von den bolschewistischen Lenkern selbst umrissen
worden, und man hat sich auch niemals geniert, die Gewerkschaftler jedesmal, wenn
es fuer notwendig erachtet wurde, daran zu erinnern, Als Beweis zitieren wir die
Definition, die Schwernik im Jahre 1937 auf einer Sitzung des VIII. Kongresses der
Russischen Gewerkschaften praegte*
"Seit ihrer Entstehung arbeiten unsere Gewerkschaften unter der Leitung der
Partei Lenins und Stalins und ueben die Funktion eines Treibriemens aus
zwischen der Partei und den Massen".
10 Jahre spaeter, im Jahre 1947» war es ein "Gewerkschafts"fuehrer, Kusnjetzow,
- derselbe, der jetzt weiter Vizepraesident des Weltgewerkschaftsbundes bleibt der sich zu demselben Thema aeusserte;
"Nach den Weisungen Lenins und Stalins haben sich unsere Gewerkschaften
unter der Aegide der Partei genau zu einer Schule des Kommunismus entwickelt.
"Ihre praktische Taetlgkeit wird Airch die Aufgaben bestimmt, die die
Partei zu verschiedenen Zeitpunkten dem Volke zuerteilt.
Nun, "die Aufgaben, die die Partei dem Volke zuerteilt", bestehen nicht darin,
Forderungen zu stellen, sondern immer nur mehr zu produzieren. Raynaud ist ueber
all dies noch befriedigt, weil, wie er s agt:"hier (d.h. "da drueben") die Arbeiterklasse an der Macht ist."
Aber nein, in Wirklichkeit ist es nicht die Arbeiterklasse, die die Macht
in den Haenden haelt. Es ist eine totalitaere Partei, die sich als zur Arbeiterklasse gehoerend ausgibt, die aber den Arbeitern weder irgendwelche Rechte noch
Freiheiten einraeumt»
Darueber hinaus hat D. Rousset noch andere Fragen gestellt, auf die man
nicht antwortet;
"Es sei mir gestattet, meinerseits einige Fragen zu stellen. Es handelt
sich nur um ein paar Tatsachen unter vielen anderen, die aber die Arbeiter direkt
interessieren. Nach einer Verfuegung vom 27. Dezember 1932, wurden in der UdSSR
wieder die Inlandpaesse eingefuehrt, die man durch die Revolution 1917 als Schandmal des Zarismus abgeschafft hatte. Lt. einer Verfuegung vom 12. November 1931
wurde in der UdSSR ein Arbeitsbuch eingefuehrt, in dem alle Bestrafungen, Entlassungen usw. unter Angabe der Gruende aufgefuehrt werden mussten. Dieses Arbeitsbuch besteht heute noch. Verfuegungen vom 24. September und 9. Oktober 1930, die
am 26. Juni und 6 August 1940 erneut in Kraft gesetzt wurden, untersagen es den
Arbeitern, ihre Fabrik ohne Genehmigung des Leiters zu verlassen, und zwar unter
Androhung von Strafen, die als Hoechstmaas die Zwangsarbeit vorsehen. Nach einem
Dekret vom 16. November 1932, das erneut am 26. Juni 1940 in Kraft trat, wird ein
einmaliges Fernbleiben ohne Angabe von Gruenden im Monat oder 3maliges unbegruendetes Zuspaetkommen mit Entlassung bestraft unter Entzug der Gewerkschaftsmitgliedskarte und der Wohnung.
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�Ich stelle nun die Frage» Welche Gewerkschaftszentrale hat einen Streik gegen
solche Massnahmen organisiert, welche Presse hat eine Agitationskampagne dagegen
entfesselt, welche Partei hat die Massen mobilisiert, um die verantwortlichen Politiker davonzujagen. Auf welche Weise ist die Entruestung der Arbeiterschaft
zum Ausdruck gekommen. Zum Unglueck ist die Antwort bekannt. In keiner Weise
durfte etwas gegen diese Verfuegungen gesagt werden."
("Franc-Tireur" vom 28.4.1949)
"In vollstaendiger Unabhängigkeit"!
Abschliessend haelt Raynaud seine Leser mehr als an anderen Stellen in seinem
Artikel zum Narren. Unter der vielversprechenden Bezeichnung; "die wahre Demokratie" als UeberBChrift schreibt er wie folgt;"Wir wollen es klar herausstellen, dass die Gewerkschaften- entgegen dem,
was gewisse Kreise glauben machen wollen - diese Aufgaben in voller Unabhaengjgkeit
in bezug auf die Ministerien uebernehmen, die sie keinesfalls trotz ihrer vollkommenen Zusammenarbeit mit ihnen mit ihrer Kritik verschonen.
"Diese Aufgaben, die sie in einer gewerkschaftlichen Demokratie uebernehmen,
erstrecken sich auf die geringste Spaltung von unten angefangen bis nach oben, von
der kleinsten Werkstatt der Fabrik bis zum Zentralrat der sowjetischen Gewerkschaft.
"Es ist etwas Grandioses, und welche herrlichen Aussichten bieten sich da
nicht fuer solche Gewerkschaften in diesem riesigen Lande auf dem Gebiete der Arbeit und des Friedens!
"Jawohl, hier strebt alles nach Arbeit und Frieden, nach dem sozialen Fortschritt, und das erklaert auch den rasenden Beifall, mit dem der X. Kongress der
Sowjetischen Gewerkschaften eine Delegation der Roten Armee empfing, die gekommen
war, um ihm zu versichern, dass sie ihm fuer die Verteidigung aller Massnahmen
der Sowjetischen Gewerkschaften zur Verfuegung staende, einer Verteidigung, die
sich auf den Frieden und den sozialen Fortschritt erstrecktl"
Diese paar Zeilen stellen wirklich einen Gipfel der Ünverschaemtheit dar:
die "wahre Demokratie", in der die Arbeiter rechtlos sind, die "vollkommene
Unabhängigkeit", in der die Gewerkschaften nichts als Treibriemen sind« die
"Gewerkschaftsdemokratie", in-der alles bis auf die allergeringsten Einzelheiten
von den Organen der Partei geregelt wird, die uebrigens recht oft mit denen der
NKWD verwechselt werden koennen.
Es fehlt 33 gar nicht einmal der beruehmte "Pazifismus" der In einem ueberbegeisterten Empfang fuer die Rote Armee zum Ausdruck kommt (es gibt uebrigens
keine "Rote" Armee mehr, sondern nur eine "Sowjet"armee)
Herr Joseph
Prudhorame hatte uebrigens auch einen Saebel: "Um die Institutionen zu verteidigen.,
aber auch, um sie bei Bedarf zu bekaempfenl"
Soweit fuer heute in bezug auf H. Raynaud. Wir werden aber noch einmal auf
diesen Kongress zurueckkommen muessen und auf die Art und Weise, wie man darueber
reden wird, denn man kann es trotzdem nicht zulassen, dass ein so plumper Versuch,
den "Leuten die Koepfe zu verkeilen" unbeantwortet bleibt.
Die Arbeiter eines freien Landes verdienen mehr, als dass man ihnen diese
Propaganda auftischt, die mit den Methoden eines totalitaeren Staates- und nur
zu dessen Vorteil - betrieben wird.
"Documentation Syndicale" Paris, Organ der Aktiven
Freien Gewerkschaftler, No.8. vom 6. Mai 1949
DIB JUGOSLAWISCHEN STAHLARBEITER
HABEN KEINE DISZIPLIN
Nachstehender Artikel ist ein Bericht des amerikanischen Korrespondenten Gaston
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�Ooblentz aus Belgrad, der darauf hinweist, dass in Jugoslawien Schwierigkeiten
bestehen, die Arbeiter zur Arbeit zu bewegen.
"Der Mangel an Arbeitsdisziplin wirkt sich auf den Beitrag einer der vier
groeasten Eisen- und Stahlwerke Jugoslawiens zum Erfolg des Wirtschaftsprogramms
des Premierministers Uarshall Tito unguenstlg aus", schrieb das Parteiblatt "Borba"
der jugoslawischen Kommunisten in dieser Woche.
In bezug auf die Schilderung der Schwierigkeiten im Werk von Jesenice in
Slowenien berichtet die Zeitung, dass "eine grosse Anzahl Arbeiter oft das Werk
verlaesst und wo anders Arbeit sucht«
üeberdies kommen die Arbeiter, der "Borba" zufolge, reichlich spaet zur
Arbeit. In einem Monat in diesem Fruehjahr "gingen 628 Arbeitstage durch den
3taeglgen Krankheitsurlaub verloren, den die Arbeiter aus geringfuegigen Gruenden
ausnutzten." (Die Gesamtzahl der Belegschaft in Jesenice ist unbekannt).
Das Werk liegt in der Naehe der oesterreiChiseh-jugoslawischen Grenze, etwa
7 Meilen suedlich der oesterreichischen Provinz Kaernten. Jugoslawiens Gebietsansprueche bzw. Forderungen auf Abtretung dieser Provinz wurden unlaengst vom
Au8senministerrat der Grossen Vier abgelehnt. Die Schuld fuer die Arbeitslage in
Jesenice wird von der Zeitung teilweise dem Versagen der lokalen kommunistischen
Parteiorganisation in der geeigneten Beeinflussung ihrer Mitglieder beigemessen,
was sich nun so ausgewirkt hat, dass die Arbeiter keine geeignete Fuehrung haben.
So hat z.B. der von den Kommunisten gelenkte Fabrlkausschuss bei der Durchfuehrung eines Schulungakursas fuer 40 kommunistische Propagandisten, die die
Arbeitsmoral aufpulvern sollten, Misserfolg gehabt.
"Nur 4 Vorlesungen wurden abgehalten, und dann wurde der Kursus aufgeloest",
schreibt die Zeitung, "weil der Leiter wo andershln zur Arbeit ging". Bis vor
kurzem hat auch nicht eine einzige der kommunistischen Parteigruppen, wie die
"Borba" berichtet, in der Fabrik Besprechungen darueber abgehalten, wie man die
Disziplin der Arbeiter heben koennte."
"New York Herald Tribüne" (Paris) 24. Juni 1949
DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN ARBEITNEHMERN UND ARBEITGEBERN
BREITET SICH IN DEN VEREINIGTEN STAATEN ATE
Die Amerikanische Arbeitgeber-Vereinigung (AMA) hat unlaengst einen Bericht
mit dem Titel "Hoehere Produktion durch Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und
Arbeitgebern" veroeffentlicht, der von Professor Ernest Dale von der Columbia
üniversitaet ausgearbeitet worden ist. Aus diesem Bericht geht hervor, dass eine
solche Zusammenarbeit heute weit verbreiteter ist als jemals zuvor.
Es gehoert zur Politik der AMA, zu keiner besonderen Technik der Arbeitgeber
bzw. Betriebsleitung Stellung zu nehmen. Trotzdem legt der Bericht dar, dass in
dem Masse wie eine solche Zusammenarbeit dazu beitraegt, dass die moderne Betriebsleitung bzw. der moderne Arbeitgeber seinen Verpflichtungen den Aktionaeren, den
Angestellten und der Öffentlichkeit gegenueber gerecht wird, "die Frage nicht
mehr lautet, ob es sich die Betriebsleitung leisten kann, die Arbeiterschaft mit
heranzuziehen, sondern, ob sie es sich leisten kann, dies nicht zu tun".
"Die Zusammenarbeit der in Frage stehenden Art basiert," wie die AMA in
ihrer zusammenfassenden Darstellung ausfuehrt, "auf dem Gedanken, dass sie zum
beiderseitigen Vorteil sowohl fuer die Betriebsleitung als auch fuer die Arbeiterschaft ist (organisierte wie auch nicht organisierte) in dem Bestreben, die Produkt ivitaet zu erhoehen - dass nur auf Grund einer erhoehten Produktion Loehne
.wie auch Gewinne erhoeht werden koennen, ohne dass man. sich genoetigt sehen muesste

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�die Preise zu erhoehen. Dieser Standpunkt vertritt die Meinung, dass viele Meinungsverschiedenheiten, die bei solchen Fragen wie Sicherheitsvorschriften, Produktionsnormen, Qualitaetskontrolle, im Grunde genommen unnoetig sind, weil ein
wirklicher Interessenkonflikt garnicht besteht. Arbeitgeber, die sich fuer die
Zusammenarbeit aussprechen, weisen auch darauf hin, dass der einzelne Angestellte
vielleicht wirklich nur ein Interesse an der Produktion und an der Leistung nimmt,
wenn man ihm das Gefuehl vermittelt, dass er an dem Unternehmen teilhat.
Die Durchfuehrung
"In den untersuchten Faellen gewchieht die Beteiligung durch Gruppen, die
sich aus Mitgliedern der Betriebsleitung und der Belegschaft zusammensetzen, die
regelmaessig zusammenkommen, um gemeinsame Probleme zu besprechen. Der Grad der
Beteiligung schwankt von Firma zu Firma:
(1) sie kann rein informatorischen Charakter haben, d.h., Betriebsleitung und
Belegschaft sanmeln Unterlagen ueber gemeinsame Probleme. (2) sie kann beratender
Natur sein - die Zusammenkuenfte bieten sowohl der Betriebsleitung wie auch der
Belegschaft die Gelegenheit, sich von einander Rat zu holen. (3) sie kann konstruktiven Charakter haben, was bedeuten wuerde, dass jede der beiden Parteien
Vorschlaege einbringt."
Es zeigen sich weniger Reibungen
Aus der Pruefung der AMA ergab sich, dass "dort, wo die Zusammenarbeit in
Firmen mit organisierter Belegschaft erfolgreich war (und 90^ aller erfolgreichen
Faelle zeigten sich in Firmen mit organisierter Belegschaft), es sich zeigt, dass
sich das Gebiet der Meinungsverschiedenheiten zwischen Betriebsleitung und Gewerkschaft verkleinert hat. So wird z.B. von Firmen berichtet, dass da, wo
Gewerkschaftsmitglieder, entweder als Einzelpersonen oder als Vertreter ihrer
Organisation, an den Arbeiten des Sicherheitsausschusses beteiligt sind, weniger
Zwang fuer die Gewerkschaft gegeben ist, sich den Disziplinarmassnahmen zu widersetzen, die fuer Uebertretung oder Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften
vorgesehen sind. In aehnlicher Weise berichtet eine Anzahl Firmen, dass sich als
Ergebnis ihrer gemeinsamen Planung weniger Reibungen in bezug auf die Produktionsnormen gezeigt haetten. Manche Firmen, die den Gedanken der Zusammenarbeit mit
in ihre Schulungs- oder Ausbildungsprogramme eingebaut haben, sind der Ansicht,
dass dies zu einer weniger rigorosen Durchsetzung der Dienstalterpraktiken gefuehrt haette und somit zu weniger Meinungsverschiedenheiten bei Befoerderungen."
Mit anderen Worten, dadurch, dass man das Verstaendnis der Arbeiter fuer die Vorschriften und die Politik der Firme steigert, und dass man bei den Problemen, die
Tag fuer Tag im Betrieb auftauchen, ihren Rat sucht, hat die fortschrittliche Betriebsleitung sowohl das Ausmass als auch die Intensitaet der Meinungsverschiedenheit im Kollektiwerfahren verringert.
Viele Firmen, mit organisierter und nicht organisierter Belegschaft behaupten, dass sich die Zusammenarbeit in einer besseren Haltung des Personals ausgewirkt habe, Firmen, die fuer die Zusammenarbeit eintreten, aeusserten sich'etwa
wie folgt« "Fast in jedem Fall hat sich die Leistung gebessert, und in manchen
Faellen haben wir nicht nur die Vorkriegsnormen erreicht, sondern diese sogar noch
ueberschritten." "Seitens der Belegschaft besteht ein ungewoehnliches Interesse
an den Problemen, die in der Firma auftreten."
Nach Angaben der AMA konzentriert sich die Zusammenarbeit ausserordentlich
stark auf mittlere Betriebe.
Der Bericht der ANA beruht sowohl auf Fragebogen, die von 228 Firmen mit
mehr als lj Millionen Arbeitern ausgefuellt zurückgesandt wurden, als auch auf
40 Firmenstudien auf diesem Gebiete. Hierunter fallen Hunderte von Interviews

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�mit Maennern aus der Produktion und aus Personalkreisen, mit Gewerkschaftsfunktionaeren und einzelnen Angestellten. Die von allen Gruppen ueber die verschiedenen
Aspekte der Zusammenarbeit zum Ausdruck gebrachten Ansichten wurden in der Studie
niedergelegt, zusammen .mit einer grossen Anzahl von einzelnen Faellen und deren Geschichte. Der Bericht umfasst auch eine Analyse der Faktoren, die vielleicht den
Erfolg oder Fehlschlag der Plaene beeinflussen koennen, wie auch die zukuenftigen
Aussichten der Bewegung zur Zusammenarbeit hin.
Amerikanisches Arbeitsministerium,
"Labor Information Bulletin* Juni 1949
CIO SORGT FUER SEINE MITGLIEDER
Der amerikanische Gewerkschaftsbund CIO, der zu den groessten Arbeitnehmerorganisationen in den Vereinigten Staaten gehoert, beschaeftigt gegenwaertig ueber
1 000 hauptamtliche "Berater", die den Gewerkschaftsmitgliedern bei der Regelung
ihrer persoenlichen Angelegenheiten mit sachkundigen Rat zur Seite stehen und
mithelfen, ihnen das Leben zu erleichtern.
Die persoenlichen Berater sind selbst Gewerkschaftsmitglieder und hervorragende Kenner der Arbeitsgesetzgebung des Bundes wie der Einzelstaaten. Sie wissen
genau Bescheid ueber die fuer Unfaelle und Berufskrankheiten vorgesehene finanzielle Hilfe sowie ueber die Hoehe der Arbeitslosenunterstuetzung. Ausserdem sind sie
in der Lage, die Arbeitnehmer ueber alle Rechte aufzuklaeren, die ihnen durch die
Arbeitsgesetzgebung eingeräumt wurden. Geraet ein Mitglied der CIO oder seine Familie in Not, so verweist ihn der Berater an die zustaendigen Stellen, bei denen
er aerztliche Hilfe, Beratung in Rechtsfragen, Unterstuetzung durch Wohlfahrtsorganisationen oder andere Uebergangshilfe finden kann.
In diesem Zusammenhang erklaerten Vertreter der CIO kuerzlich, "Unser Verband
ist nicht nur eine "Brot- und Butter-Gewerkschaft". Wir sind bestrebt, das Leben
innerhalb der menschlichen Gesellschaft so reibungslos wie nur moeglich zu gestalten, und wir helfen allen in Not geratenen Gewerkschaftsmitgliedern, in den Genuss
der Einrichtungen zu gelangen, zu deren Unterhalt sie selbst beitragen."
"Amerika Dienst" 29. Juni 1949
MEINDNGSVBRSCHIgDENHElTJÜH UNTER DEN AMERIKANISCHEN

Aus irgendwelchen Gruenden, die er aber nicht anfuehrte, hat John L. Lewis,
der Praesident des Verbandes der Vereinigten Bergarbeiter Amerikas Philip Murray,
dem Vorsitzenden des CIO, und William Green, dem Praesidenten der AFL, den Vorwurf
gemacht, dass sie in ihren Berauehungen, die auf die Abschaffung des Taft-HartleyGesetzes draengen, nachgelassen haetten. Dieses Gesetz, das im Jahre 1947 eingeführt wurde, ist von den Gewerkschaften scharf bekaempft worden. Praesident Truman
hat den Kongress gebeten, das Taft-Hartley-Gesetz durch ein anderes zu ersetzen,
das fuer die Gewerkschaften annehmbarer waere. Murray erwiderte, die Behauptungen
die Lewis aufgestellt hatte, seien "falsch, gehaessig bzw. heimtueckisch" und seien
ein Beweis fuer mangelnde Verantwortung. Sowohl Green wie auch Murray waren
frueher einmal Mitglied des Verbandes der Vereinigten Bergarbeiter.
"New York Herald Tribüne" (Paris) 6. Juni 1949
ZUM ERSTEH JAHRESTAG DES ERP.
Evert Kupers. der Praesident des Niederlaendischen Gewerkschaftsbundes,sagtei
Dieses Wiederaufbau-Programm war fuer das ganze Europa bestimmt,und ich bedauere,
dass Russland es unmoeglich gemacht hat, diesen Plan fuer den Wiederaufbau Europas
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�auf alle Laender dieses Kontinents auszudehnen
Die Sowjet Union verweigerte
die Zusammenarbeit aus dem Grunde, weil sie den wirtschaftlichen Wiederaufbau von
West Europa nicht will. Sie weiss, dass in einem zufriedenen Land ihre Weltanschauung keine Chance hat
Ich spreche die Hoffnung ans, dass die Zusammenarbeit zwischen den 19 ERP Laendem zu der Gruendung der Vereinigten Staaten 'von
Europa fuehren wird - zuerst von West Europa - durch welche ein besseres Verstehen
unter den Nationen erwachsen wird.

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Manpower D i v i s i o n
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OFFICIAL

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�Internationale
Di* folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Preise und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschahsschulen und deren Mitglieder.
Ton diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
nagelordert werden« Auf Wonach werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Poet zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanische»
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

11-21

Berlin, 15. Juli 1%9
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Bericht ueber die Amerikareise der Berliner Gewerkschaftler von Annemarie Tracinski
1
Die organisierte Arbeiterschaft und die nichtlandwirtschaftlichen Konsumgenossenschaften
7
Zum Thema der letzten Sowjetanleihe
.-12
Der Kohlenarbeiterstreik in Australien
14
Amerikanische Gewerkschaft rettet befreundete
Zeltung
15

Wir bringen hier Ausschnitte aus einem weiteren Bericht
der Gruppe der Berliner Gewerkschaftler ueber ihre Studienreise nach den Vereinigten Staaten. Dieser Bericht
von Annemarie Tracinski geschrieben, befasst sich hauptsaechlich mit der amerikanischen allgemeinen Arbeitsverwaltung. Wir geben hier die Abschnitte wieder, die sieh
in erster Linie auf Kollektiv - Verhandlungen beziehen.
Fraeulein Tracinski ist Arbeitsgerichtsrat.
VKBOBDHDMQ UEBER KDLLKffriV-VEBHAHDLUNGEN IN PKK VEREINIGTEN STAATEN
Mein spezielles Aufgaben- und Interessengebiet lag bei der Arbeltsgesetzgebung
und den Einrichtungen, die in den USA fuer die Beilegung von Arbeltsstreitigkeiten
geschaffen sind. Auf dieses Gebiet will ich meinen Bericht weitgehend besohraenken,
um nicht in allgemeinen Aeusserungen das, was auch andere Reiaeteilnehaer berichten
werden, zu wiederholen
Unser Versuch, in die gewerkschaftliche Arbeit der USA einzudringen, musste
unvollstaendig. bleiben und konnte nur unvollstaendige Ergebnisse zeitigen. Denn
natuerlieh ist ein Aufenthalt von 2 Ifonaten zu kurz, um einen umfassenden Einbllek
in einen bestimmten Lebensbereioh irgendeines Volkes oder Landes zu erhalten -

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�noch unnoeglicher ist es, sich in so kurzer Zeit ein abschliessendes Urteil ueber
amerikanische Verhaeltnisse zu bilden angesichts der geographischen Weite des Landes und der Vielgestaltigkeit seiner Bewohner.
Der Einblick in die gewerkschaftlichen Verhaeltnisse der USA. war fuer uns besonders schwer der so ganz anderen Organisationsformen wegen. Schwer insbesondere
auch dadurch, dass wir uns bemuehen muasten, in das Wesen der AFL-Verbaende einerseits, der CIO-Verbaende andererseits und schliesslich der ebenfalls sehr bedeutenden unabhaengigen Verbaende einzudringen. Noch immer besteht ein seharfter Gegensatz zwischen CIO und AFL, obwohl es fuer den Ausaenstehenden schwierig ist» die
wirklich prinzipiellen Unterschiede zu finden, und man oft den Eindruck hat» dass
die Unterschiedlichkeiten innerhalb der Verbaende, die einem der beiden Buende angehoeren, fast genauso gross ist, wie die Unterschiedlichkeit der beiden Buende untereinander. Auch Verbaende der AFL sind inzwischen dazu uebergegangen, sich nach dem
Industrie-Prinzip und nicht mehr nach dem reinen beruflichen Prinzip zu organisier«
sodass also dieser erste und entscheidende Unterschied zwischen den beiden Buenden.
AH, und CID, teilweise in Wegfall geraet. Trotzdem haben wir eine Annaeherung der
beiden Buende in der praktischen Arbeit nur selten getroffen. Dieses nicht Miteinander- sondern Nebeneinander-Arbeiten Innerhalb der Arbeiterbewegung stellt natuerlich in mancher Beziehung eine Schwaeehung dar, bedeutet aber auch eine Staerkung
insofern, als im gegenseitigen Wettbewerb beide Organisationen versuchen, soviel
wie moeglieh fuer ihre Mitglieder zu tun und durchzusetzen, um die Menschen auf
diese Weise fuer sich zu gewinnen.
Sehr viele der amerikanischen Gewerkschaften scheinen sich auch heute noch
auf die urspruengliche Aufgabe zu beschraenken, die Interessen der Arbeitnehmer
dem Arbeitgeber gegenueber in Bezug auf ho obere Loehne und tragbarere Arbelt 82/eiten
durchzusetzen. Sie verfolgen haeufig nur die Ziele ihrer eigenen Mitgliederschaft,
ohne besondere Ruecksicht auf die Arbeiterschaft schlechthin und darueber hinaus
auf die gesamte Volkswirtschaft. Im Gegensatz hierzu haben wir beispielsweise
In der International Union, United Automobile, Aircraft &amp; Agrieultural Implement
Workers of America, CIO (UAW) eine Gewerkschaft getroffen, deren Führerschaft
Ziele verfolgt, die weit ueber das hinausgehen, was urspruenglich als die einzige
gewerkschaftliehe Aufgabe angesehen wurde
"Im uebrigen ist aber diese politische Betaetigung der Gewerkschaften nicht
das einzige Gebiet, auf das sie sieh ueber ihre urspruengllohen Funktionen, naemllch Kampf um hoehere Loehne und bessere Arbeitszeiten, hinaus begeben haben. Ein
anderer Komplex, allerdings in Zusammenhang mit den allgemeinen Lohnfragen und
Fragen der Arbeitsbedingungen stehend, ist die Forderung der Gewerkschaften nach
sozialer Sicherung ihrer Mitglieder Im Alter, Im Krankheits- oder Im Todesfälle*
Eine Forderung, die mit um so groesserem Nachdruck erhoben und verfolgt wird, als
es eine staatliche Versicherung, wie etwa in Deutsehland, auf diesem Gebiet nur in
sehr beschraenktem Umfange gibt.
Einige Gewerkschaften, wie insbesondere die Ladies Garment Workers, deren
Einrichtungen wir in New York genauer kennenlernten, haben solche sozialen Sicherungen fuer ihre Mitglieder in den von ihnen abgeschlossenen Tarifvertraegen bereits weitgehend erreicht, andere, wie die Stahl- und Autoarbeiter, sind gerade
im Augenblick dabei, diese Forderungen ihren Arbeitgebern gegenueber durchzusetzen.
Es taucht hier die Frage auf, wieweit solche Gewerkschaften, die durch Kollektlvvertraege fuer ihre Mitglieder bereits recht gute Bedingungen fuer die Alters- und
Krankenvera orgung geschaffen haben, und zwar durch Fonds, die sehr haeuf ig ausschliesslich von den Arbeitgebern gespeist werden, noch ein Interesse an dem Kampf
fuer eine staatliche Sozialversicherung haben, der von anderen Gewerkschaften bzw.

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�von der unorganisierten Arbeiterschaft gefuehrt wird. Bei den Ladies Qaxment
Workers sohlen das Interesse fuer eine allgemeine staatliehe SozialYeraioherung
trotz der eigenen sehr guten Einrichtungen TOT banden zu sein.
Weiterhin hat beispielsweise die CIO Ihren Arbeitsbereich ausgedehnt durch
Schaffung von union counsellors, d.h. von besonders geschulten Leuten, die die
Gewerkschaftsmitglieder auf a l l e n moeglichen Gebieten, s e i es in Rechtsfragen, in
Fragen des Gesundheitswesens, des Versicherungswesens usw., kurzum bei allen Schwierigkeiten, die dem Mensohen begegnen koennen, beraten. loh hatte Gelegenheit, einer
Jahresversammlung solcher union counsellors des Chicago In'dustrial Union Councils,
CIO, beizuwohnen und hierbei einen Einblick in die Vielgestaltigkeit der Probleme
zu gewinnen, mit denen sioh diese Gewerkschaftsfunktionaere befassen, um den Mitgliedern beratende und taetige Hilfe zu geben.
Mein s p e z i e l l e s Arbeitsgebiet
Wenn loh nun snf mein spezielles Arbeltsgebiet komme, so muss ieh auch hier
wieder betonen, was loh.schon zu Anfang sagte, dass e i n Einblick.in die arbeitsgesetzliche Situation und ein üeberblick ueber die Einrichtungen fuer die Beilegung
von Arbeitsstreitigkeiten im Hinblick snf die ungeheure Vielgestaltigkeit schwer
ist.
Diese Vielgestaltigkeit auf arbeitsgesetzlichem Gebiet ergibt sich insbesondere
daraus, dass der amerikanischen Verfassung gemaess die Befugnisse der Bundesregierung In Washington in Bezug auf die Arbeitsgesetzgebung nur ausserordentlich beschraenkte sind. Im allgemeinen i s t die Arbeltsgesetzgebung Sache der Staaten,
die ihren Machtbereich auch in dieser Beziehung aengstllch hflten und darin vom
Supreme Court, also dem Obersten Gerichtshof der USA, insbesondere b i s in die
30iger Jahre hinein stark unterstuetzt w u r d e n . . . . . . . .
Weiterhin wird die Arbeitsgesetzgebung fuer den Außenstehenden insofern
unuebarsichtlich, a l s die von der Bundesregierung, also der fuer die gesamten Vereinigten Staaten kompetenten gesetzgebenden Gewalt, erlassenen Bundesgesetze nur
auf solche Betriebe und Geschaefte Anwendung finden koennen, die in mehr a l s einem
Staat arbeiten bezw. Gueter aus anderen Staaten beziehen oder eigenen Gueter nach
anderen Staaten transportieren, also in irgendeiner Form zwischenstaatlich taetlg
sind. Alle sonstigen Industrien deren Taetlgkeitsfeld Innerhalb der Grenzen eines
Staates liegen, koennen nur von Staatsgesetzen erfasst weAn.
Taft-Hartley-Gesetz
"Aus verstaendlichen Gruenden habe ich mich bemueht, in das Taft-Hartley-Gesetz einzudringen. Es begegnet einem der Name dieses Gesetzes in f a s t allen Unterredungen, Versammlungen, Diskussionen, aber nur selten bekommt man, wem man
danach fragt, eine umfassende Auskunft ueber den Charakter dieses Gesetzes und
die Gruende, die zu seiner Bekämpfung seitens der Arbeiterschaft gefuehrt haben.
Durch einige Regelungen hat dieses Gesetz den Gewerkschaften einige ihrer
Rechte genommen, die s i e s e i t Jahrzehnten a l s verbrieft ansahen. Es hat damit
eine sehr beachtliche, von den Gesetzgebern nicht beabsichtigte Nebenwirkung
e r z i e l t , e s hat naemlich die Arbeiterschaft, d.h. insbesondere die Gewerkschaften,
entscheidend zur politischen Aktivitaet veranlasst und zum guten Teil bewirkt,
dass nun nicht mehr nur vereinzelte Gewerkschaftsführer an der politischen Gestaltung des Landes i n t e r e s s i e r t und b e t e i l i g t sind, sondern dass auch die b r e i tere Masse der Mitglieder, bis dahin p o l i t i s c h uninteressiert, wach wurde.
Im uebrlgen musste mein besonderes Interesse dem Taft Hartley Gesetz schon
deshalb gelten, weil es die Funktion und Arbeitswelse des National Labor Relatlons
Board (NLRB) regelt, das ueber bestimmte Arten von Arbeitsstreitigkeiten zu entscheiden hat.
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�Entstehung des Taft-Hartley-Qeaetzes ala HVerbeBBemng"des Wagner-Gesetzos
"Das Taft-Hartley-Geaetz ist 1947 erlassen worden, angeblieh, wie es in dar
Fraeadbel helsst, um das Wagner-Gesetz, dessen amtliche Bezeichnung National Labor
Relations Act lautet, zu verbessern. Das Wagner-Gesetz bedeutete fuer die Geworkachaften eine ungeheure Stuetze und hat eigentlich erst das ausserordentliche Anwachsen -von damals 2&amp; Hillionen Mitgliedern auf heute 15 -16 Millionen Mitglieder
sowie die derzeitige Staerke der amerikanischen Gewerkschaften moeglich gemaoht.
Xs wurde Im Wagner-Gesetz 2unaechst nochmals betont, was schon vorher bundesgesetzlieh niedergelegt war, dass naemlieh den Arbeitnehmern das Recht auf Organisierung
in selbstgewaehlten Gewerkschaften und das Recht auf Kollektiv-Verhandlungen zusteht
und es wurde- und das war das neue und wichtige an dem Wagner Gesetz - eine Stelle
geschaffen, naemlieh das KLEB, mit der .Aufgabe, diese anerkannten Rechte der Arbeiterschaft durchzusetzen. In Terhaeltnismaessig nur wenig und kurzen Saetzen formulierte das Wagner-Gesetz bestimmte Handlungen oder auch Haltungen der Arbeitgeber als "unfair Labor Practica1*. So wurde beispielsweise Jede Diskriminierung
eines Arbeiters durch den Arbeitgeber wegen seiner Zugehoerigkeit zu einer Gewerkschaft oder die Weigerung eines Arbeitgebers, sich ueberhaupt mit der zustaendlgen
Gewerkschaft an einen Vexhandlungatisch zu setzen, als unfair Labor Practica gebrandmarkt und dem NLBR Mittel an die Hand gegeben, gegen derartige Handlungsweisen
Torzugehen. Weiterhin wurde dem NRLB die Aufgabe zugeteilt, Entscheidungen darueber
zu faellen, ob und welche Gewerkschaft flier einen Betrieb zustaendlg i s t , sofern
darueber ein Streit entstanden war, und fuer diesen Zweck ertl. Wahlen zu veranlassen und zu beaufsichtigen."
Besohraenknngen der gewerkschaftlichen Arbeit durch das Taft-BartleyGesetz
"Das Taft-Hartley-Gesetz nun, In der amtlichen Bezeichnung Labor Management
Relations Act, wird Im wesentlichen der folgenden lins ehr aenkungen wegen ron der
Arbeitnehmerschaft angegriffen:
Xs legt gewisse Streikbeschraenkungen auf, insofern als jeder Sympathiestreik
Boykott sowie Streik, der im Kampf um die Zuständigkeit verschiedener Gewerkschaften untereinander gefuehrt wird, verboten ist* weiterhin die Moeglichkeit gegeben
ist, gewisse Streiks, die lebenswichtige Interessen der Allgemeinheit beruehren,
durch Geriohtsbeschluss zu unterbrechen* und schliesslich jeder Streik, der vor
Ablauf einer bestimmten Ankuendigungsfrist in Gang gesetzt wird, eine unfair
Labor Practica darstellt. Wie ueberhaupt das Taft Hartley Gesetz im Gegensatz
zum Wagner Gesetz auch gewisse Handlungen der Arbeitnehmer, nicht nur der Arbeitgeber, als unfair Labor Practica kennzeichnet und dem HLBB die Moeglichkeit gibt,
hiergegen vorzugehen. Im uebrlgen koennen die Arbeitgeber - und auch das Ist
voellig neu - im Falle einer unfair Labor Praotice seitens der Arbeitnehmer beim
Gericht gegen die beteiligte Gewerkschaft und ihre Mitglieder einen Schadenersatzanspruch geltend machen. Hierbei koennen die Gewerkschaften als Ganzes fuer die
Handlungen einzelner ihrer Vertreter haftbar gemacht werden.
Das Taft Hartley Gesetz verbietet darueber hinaus die Vereinbarung eines
"Closed Shops", eine Regelung, die zuvor ziemlich verbreitet war, und bestimmt,
dass ein "Union shop" nur dann vereinbart werden kann, wenn ueber diese Präge idne
Wahl in der Belegschaft durehgefuehrt wurde.
Sehr angegriffen wird die Klausel des Taft Hartley Gesezes, die besagt,
dass es den Gewerkschaften verboten ist, Wahlkandidaten, soweit es sich um Wahlen
der Bundesregierung handelt, finanziell in Irgendeiner Form yu unterstuetzen. Kine
sehr einschneidende Beschraenkung der polnischen Betaetigung der Gewedeschafton,
wenn man weiss, wie kostspielig in Amerika die Wahlkampagne fuer jeden Kandidaten
ist und dass nur solche Leute Aussicht auf Erfolg haben, die ueber die noetigen

�Geldmittel verruegen.
Sehr haeufig habe ich bei den Gewerkschaftsfunktionaeren eine Ablehnung
der Bestimmung getroffen, dass die Gewerkschaften, wenn sie ueberhaupt das NLRB
in Anspruch nehmen wollen, genaue Informationen ueber ihre Finanzlage, Statuten,
ihre Vertreter usw. geben messen, insbesondere aber, dass ron jedem Funktionaer
der betreffenden Gewerkschaft eine eidesstattliche Versicherung dahingehend, dass
er nicht Kommunist sei und dass er nicht den Kommunismus unterstuetze, Tsrlangt
wird. Dieses Affidavit wird auch ron antikommunistischen Gewerkschaftlern abgelehnt mit der Begruendung, dass solche Xrklaerungen - wenn ueberhaupt - allgemein,
aber nicht von der Arbeiterschaft im besonderen verlangt werden muessten. ••••••
Einzelstaatliche B M t l B B t t H ^
Dass in allen Staaten Arbeitslosenveralcherungsgesetze existieren, die in
ihrer Ansfuehrung unterschiedlich sind, ist schon gesagt. Darueber hinaus haben
fast alle Staaten Gesetze, die die Sntschaedigung eines Arbeitsnehmers bei Arbeitsanfall regeln, sogenannte Workmen's Compensation Acts. Es gibt Staaten, die den
Grundsatz der gleichen Bezahlung der Frauenarbeit zum Gesetz haben, wie der Staat
Illinois.
Sehr viel weiter geht der Komplex der gesetzlich geregelten Materie nirgends/
Urlaubs-, Feiertagebezahlung, insbesondere Kuendigungsschütz sind Fragen, die
vom Gesetz nicht beruehrt werden. Sie sind der freien Vereinbarung, d.h. im
wesentlichen der Festlegung in Kollektiwertraegen vorbehalten. Bestimmte Kündigungsfristen fuer die Loesung eines Arbeitsverträge«, wie sie in Deutschland eine
Selbstverstaendliohkelt sind, kennt man in USA ueberhaupt nicht. Auch in den
Tarifvertraegen gibt es keine Festsetzung bestimmter Kuendigungsfristen, sondern
nur einen gewissen Kündigungsschutz aufgebaut auf dem in fast allen Tarifvereinbarungen verankerten Prinzip der Senloritaet. Dieses Senioritaetsprinzip besagt,
dass dem Arbeiter entsprechend seiner Betriebszugehoerigkeit gewisse Privilegien
zustehen, insbesondere derjenige mit einer hoeheren Senloritaet nicht entlassen
werden kann, solange noch andere mit kuerzerer Betriebszugehoerigkeit und etwa
gleicher Befaehigung beschaeftlgt sind.
Beilegung von Arbeltsstreitigkeiten
Wichtig war fuer mich vor allen Dingen die Feststellung, dass die Beilegung
von Arbeltsstreitigkeiten im wesentlichen auf der Grundlage freiwilliger Vereinbarung erfolgt, ohne dass der Staat hierfuer besondere Einrichtungen zur Verfuegung stellt. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz bildet das NLHB, dessen besondere
Kompetenzen ich bereits ausgefuehrt habe, das also nur fuer ganz bestimmte Arten
von Arbeitsstreitigkelten zustaendlg ist. Im usbrlgen haben sich in fast allen
Kollektiwertraegen die beteiligten Parteien, also die Arbeltgeber auf der einen
Seite und die Gewerkschaften auf der anderen Seite, auf einen bestimmten Mechanismus geeinigt, dessen sie sich bei Entstehung einer Streitigkeit bedienen und
dessen letzte Phase im allgemeinen aus der Entscheidung eines Unparteiischen besteht, die beide Parteien dem Kollektivvertrag entsprechend als bindend ansehen.
Ich ha.tte Gelegenheit, mehrfach Sitzungen vor einem solchen unparteiischen
Schiedsrichter beizuwohnen, und zwar erstmalig wahrend der ersten läge unseres
Aufenthalts in New York in der Bekleidungsindustrie. Ich gewann schon damals
den Sindruck, der sich im Laufe der nachfolgenden Wochen Immer mehr verstaerkt ,
dass die Arbeitnehmer, soweit sie einer Industrie angehoeren, fuer die eine
starke Gewerkschaft besteht, und sie die Moegliehkeit haben, sich in dieser
Gewerkschaft zu organisieren, in vieler Hinsicht einen staerkeren Schutz dem
Arbeitgeber gegenueber haben als bei uns.
Es hat insbesondere dieser Unparteiische, dem in vielen Faellen die gleichen

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�Streitfragen zur Entscheidung vorliegen wie in Deutsehland dem Arbeitsgericht, die
Moeglichkeit, in der Prozedur und in der Entscheidung sehr viel formloser und damit
oft sozial gerechter vorzugehen, als wir Richter des Arbeltsgerichtes es manchmal
koennenf die an das Gesetz gebunden sind. Es entsteht hierbei natuerllch die Frage,
ob nicht etwa durch diese fonlose Verhandlung und verhaeltnismaessig weitgehende
Kompetenz des Unparteiischen der Willkuer manchmal ein zu weiter Spielraum gelassen
wird« Ich glaube aber, dass diese Gefahr insofern eingedaemmt ist, als diese unparteiischen das Vertrauen beider in Streit stehenden Parteien besitzen messen und
ueberhaupt nur auf Grund dieses beiderseitigen Vertrauens taetig werden koennen.
Auch die Bezahlung des unparteiischen erfolgt in den meisten Faellen von beiden Par.eien zu gleichen Teilen» Der Unparteiische wird sieh also im allgemeinen bemuahen,
eine wohlabgewogene Entscheidung zu faellen«
Der Nachteil dieses Systems der weitgehenden Regelung der Arbeitsbeziehungen
allein durch Kollektiv-Vereinbarungen ohne staatlichen Eingriff besteht darin, dass
eben immer nur solche Arbeitnehmer betroffen sind, die gewerkschaftlich organisiert
sind und deren Organisationen stark genug sind, sich der Arbeitgeberschaft gegenueber durchzusetzen. Insgesamt sind Jedoch nur etwa 15 - 16 Millionen Menschen
in den Vereinigten Staaten gewerkschaftlich organisiert von insgesamt 35 - 40 Millionen Industriellen Arbeitnehmern
"Betrlebsraete"
Bei der Schilderung der haeufig uebllchen Prozedur, mit der Arbeitsstreitigkeiten in den Betrieben beigelegt werden, streife ich einen anderen ProblemkrelEi,
mit dem loh mich unserem urspruenglichen Plan nach auch zu befassen hatte, naemlich
die Trage, ob es Betriebsvertretungen sehnlich den deutsehen"Betriebsraeten" in
den Vereinigten Staaten gibt und welches ihre Funktionen sind. Um es vorweg zu
nehmen| Uns, die wir allerdings fast ausschliesslich Betriebe mit gewerkschaftliche
organisierter Arbeiterschaft besucht haben, sind von den Gewerkschaften unabhaengige
Betrlebsraete, die die Belegschaft als ihre Vertreter waehlt, nicht begegnet. Der
Betrieb bildet vielmehr, sofern seine Arbeiterschaft orgarisiert ist und er die
noetlge Groesse hat, in sich eine Einheit des Gewerkschaftsverbandes, ein sogenanntes
Local.
Die Arbeitsbedingungen werden in einem solchen Fall durch einen Tarifvertrag
zwischen Gewerkschaft und dem einzelnen Arbeitgeber, also einem Firmentarif vertrag,
geregelt und in diesem Kollektiv-Vertrag euch die Anzahl und die Funktionen der Vertreter der Belegschaft im Eetrieb festgelegt. Die Vertreter also, die die Belegschaft waehlen, um ihre Interessen gegenueber der Betriebsleitung wahrnehmen zu
koennen, sind gleichzeitig Gewerkschaftsfunktionaere. Dieses System, dass die Gewerkschaft unmittelbar in den Betrieb hineingeht und in jeder auch nur den einzelnen
Betrieb betreffenden Frage als Vertreter der Arbeitnehmersebaft auftritt, hat auf
der Hand liegende Vorteile gegenueber dem deutschen System insofern, als der Arbeitnehmerschaft groessere Stosskraft zur Verfuegung steht, und weiterhin die Gewaehr
gegeben ist, dass auch im einzelnen Betrieb das Gesamt Interesse der dieser Industrie
angehoerenden Menschen, nicht nur das Einzelinteresse einer bestimmten Belegschaft,
zur Durchsetzung kommt.
Das System ist zweifellos zu begruessen, solange die Gewerkschaften in sich
selbst wirklich demokratisch sind und die Mitglieder die nicht nur formale und auf
dem Paper befindliche Moeglichkeit der Mitbestimmung in der Gewerkschaftspolitik
haben. Es ist unzweckmaessig dann, wenn diese Demokratie nicht vorhanden ist und
wenn, wie es bei einzelnen amerikanischen Gewerkschaften der Fall ist, die gesamte
Politik von oben herab dirigiert wird.
Die Gewerkschaften bzw. die Arbeitnehmerschaft haben in den einzelnen Betrieben

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�sehr verschiedene Vertreter zur Wahrnehmung ihrer Interessen, deren Kompetenzen
gestaffelt sind. Die unterste Stufe dieser Betriebsvertretung bildet im allgemeinen
der Steward als Vertreter einer nur kleinen Abteilung innerhalb des Betriebes.
In groesseren Betrieben folgt als naeohst hoehere Stufe ein Komitee, das s ich aus
einzelnen oder aus allen Steward zusammensetzt. Hat nun ein Arbeitnehmer eine
Beschwerde, so wendet er sich entweder allein oder gemeinsam mit seinem Steward
an den zuataendigen Vormann und es wird versucht, auf dieser Ebene den Streit beizulegen. Gelingt das nicht, so nimmt sieh das eben erwaehnte Komitee des Falles an
und bespricht die Angelegenheit mit einer diesem Vormann vorgesetzten Instanz der
Betriebsleitung. Wird hier keine Einigung herbelgefuehrt, so finden im allgemeinen
Verhandlungen zwischen der Gewerkschaftsleitung einerseits und den hoechsten Instanzen der Betriebsleitung andererseits statt, und erst wenn alle diese Phasen ergebnislos verlaufen sind, wird der Fall vor einen unparteiischen Schiedrichter gebracht.
Fehlt es den Parteien an einer geeigneten Persoenlichkeit, auf die sie sich
als Schiedsrichter einigen koennen, so haben sie die Moeglichkeit, sich an den
Föderal Mediation and Conciliation Service (FMCS) zu wenden, der «taendig eine
Liste geeigneter Leute zur Verfuegung hat. Der FMCS wurde, wie ich schon frueher
ausfuehrte, durch das Taft Hartley Gesetz geschaffen, als staatliche Stelle mit
der Aufgabe, den Tarif-Parteien dort, wo diese sich ueber neu abzuschliessende Vertraege und Vereinbarungen nicht einigen koennen, durch Rat und vergleichende Vorschlaege zu helfen und ihnen, falls die Tarif-Parteien einen schiedsrichterlichen
Spruch wuenschen, solche Schiedvrichter zu benennen. Dem FMCS steht selbst keinerlei Entscheidungsbefugnis zu gemaess dem dominierenden amerikanischen Grundsatz,
dass die Spielregeln unter den Arbeitsvertragsparteien selbst auszuhandeln seien
und der Staat hierzu nur eine gewisse Hilfestellung leisten koenne und solle."
ANMERKUNG;

Einige Abschnitte aus diesem Bericht wurden bereits von der Zeitschrift
der "Sozialdemokrat" veroeffentlicht. Da sicher nicht alle Leser der
Internationalen Arbeitsmitteilungen diese Zeitung lesen, geben wir
hier den Report wieder, soweit er uns geeignet erschien,

DIE ORGANISIERTE ARBEITERSCHAFT UND DIE NICHTLANDWIRTSCHAFTLICHEN
KONSUMGENOSSENSCHAFTEN
Kuerzlioh veroeffentlichte das Ü.S. Department of Labor einen Bericht ueber
die Amerikanischen Konsumgenossenschaften fuer das Jahr 1947. Es sind ungefaehr
48,ooo Genossenschaften mit ungefaehr 20,000,000 Mitgliedern die $ 1,700,000,000
im Jahre 1947 einbrachten. Es ist nicht bekannt wieviele der genannten Mitglieder
zwei oder mehreren Genossenschaften angehoeren. Die meisten dieser Konsummitglieder
sind Bauern. Wir geben hier jene Abschnitte wieder, allerdings etwas gekuerzt, die
sich auf die nichtlandwirtschaftlichen Konsumgenossenschaften beziehen.
Die Gewerkschaften und die Genossenschaften
Einige der aeltesten nichtlandwirtschaftlichen Konsumgenossenschaften in den
Vereinigten Staaten worden mit Hilfe oder Unterstuetzung von Arbeiterorganisationen
gegruendet, jedoch wurde ein groesserer Teil der neuen als der bestehenden Genossenschaften auf diese .'eise gebildet. Aus einer Studie, die vom Amt fuer Arbeitsstatistik in dem Bestreben ausgearbeitet wurde, festzustellen, bis zu welchem Grade
die organisierte Arbeiterschaft an den Konsumgenossenschaften beteiligt ist, geht
hervor, dass im grossen und ganzen verhaeltnismaessig wenig Genossenschaften im
Verlauf der Zeit, da diese Institutionen gefördert wurden, eine Unterstuetzung
seitens der Gewerkschaften erfuhren. In vielen Faellen waren aber ihre Mitglieder

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�obwohl sich die Gewerkschaften als solche nicht beteiligten, an dem Projekt fuehrend
beteiligt.

Zum groessten Teil brachte die organisierte Arbeiterschaft den Konsumgenossenschaften im Jahre 1947 ein Interesse entgegen aus dem Grunde, weil die Lebenshaltung«
kosten, insbesondere die Lebensmittelpreise, gewaltig anstiegen. Als eine Folge
davon wurden zahlreiche neue Konsumgenossenschaften gebildet, und einige laenger
bestehende Genossenschaften berichten, dass die Gewerkschaftler in schwankender
Zahl den Konsumgenossenschaften beigetreten sind oder sie in Anspruch nehmen. Aus
anderen Berl chten wie darum geht hervor, dass in vielen Faellen das Interesse schwand,
bevor sich Irgend welche positiven Resultate zeigten.
Die Hilfe, die ihnen seitens der Gewerkschaften zuteil wurde, hat verschiedene
Formen angenommen. So wurde in förderndem Sinne in Gewerkschaftsver samnlungen ueber
die Konsumgenossenschaften gesprochen, es worden gemeinsame Versammlungen von der
Arbeiterschaft und den Genossenschaften abgehalten, in Gewerkschaftsresolutionen
wurden die Genossenschaften (oder einzelne Organisationen) unterstuetzt, In denen
die Gewerkschaftsmitglieder dazu aufgefordert wurden, den Konsumgenossenschaften
beizutreten und sie in Anspruch zu nehmen, in den Gewerkschaftsblaettern wurden
regelmaessig oder gelegentlich Artikel veroeffentlicht, man half mit bei der Organisation neuer Konsumvereine (entweder durch freiwillige oder angenommene Kraefte)
es wurden sogar neuen oder schon bestehenden Konsumgenossenschaften Gewerkschaftsgelder geliehen oder solche bei ihnen angelegt.
In den Berichten benannten die Genossenschaften viele Arbeiterorganisatfcmen,
die ihnen mehr oder weniger Hilfe in der geschilderten Form hatten zuteil werden
lassen. Ton diesen Gewerkschaften entfüen etwas ueber 50% auf die AFL, etwa
30£ auf den CIO, sowie-nahezu 20t auf die unabha engigen Gewerkschaften.
Viele Konsumgenossenschaften befinden sich an Orten, wo keine Gewerkschaften
bestehen. Dies waere z.T. der Grund dafuer, dass bei 21,7# der Organisationen,
die einen Bericht ueber die Zusammensetzung ihrer Mitgliederschaft abgaben, die
Mitglieder nicht in Arbeiterorganisationen organisiert waren. Bei 27,9^ bestard
1/10 der Mitglieder oder weniger aus Gewerkschaftlern. Bei anderen Organisationen
31.0 aller Organisationen - wiederum gehoerten die Haelf te der Mitglieder oder
sogar noch mehr den Gewerkschaften an. Im allgemeinen spiegelte die Zusammensetzung des Vorstandes der Genossenschaften mit einem ziemlich grossen Prozentsatz
an Gewerkschaftsmitgliedern ungefaehr dasselbe Verhaeltnis wieder.
Die gewerkschaftliche Hilfe bei der Organisation.
Nur ein kleiner Teil dieser Konsumgenossenschaften wurde mit Hilfe der Gewerkschaften gegruendet. Am groessten war der Prozentsatz bei den Petroleum-Konsumvereinen (3 von 13), den "anderen Vertriebsorganisationen" (2 von 9), den AerzteOrganisationen (2 von 4), und den BegraebnisInstituten (2 von 6). Von 254 Laecien
und Einkaufsgenossenschaften hatten nur 37 bei ihrer Gruendung die Unterstuetzung
von Arbeiterorganisationen. Keine der Genossenschaften» die Wohnung und bzw. oder
Mahlzeiten besorgte, und keine der Organisationen fuer Unterkunft, Kuehlhauswaren
oder "andere Verteilungsgenossenschaften" hatte eine solche Hilfe. So waren also
die Gewerkschaften von Anfang an nur an 46 von 347 Genossenschaften aller Art
interessiert» ein grosser Teil davon waren Genossenschaften juengeren Datums, die
im Verlaufe der letzten paar Jahre gebildet worden waren.
In dem Fall einer neuen Vereinigung, der Negaunee (Michigan) Konsumgenossenschaftsstellen, wurde der Gedanke, die Konsumgenossenschaft zu gruenden, zweifellos ins Leben gerufen, als die Eisengrubenarbeiter, die den Hauptbestandteil derselben bilden, waehrend ihres Streiks im Jahre 1947 von einer Konsumgenossenschaft
in der benachbarten Stadt und von dem Konsumgrosshandel des betreffenden Gebiets
finanziell unterstuetzt wurden. Innerhalb eines Monats, nachdem der Streik
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�beigelegt war, leiteten die Vertreter der 5 CIO-Lokalgewerkschaften einen Werbefeldzog ein, der darin gipfelte, dass 9 Monate spaeter ein Konsumladen eroeffnet vor de.
Zur Zeit der Berichterstattung des Vereins an das Amt wurde das Interesse der Gewerkschaften durch Berichte ueber den Fortsehritt des Ladens wachgehalten, die regelmaessig das Hauptthena bei den Versammlungen der Ortsgewerkschaften bildete*
3 andere neu aufgebaute Genossenschaften - 2 im Staate Michigan and 1 im Staat«
Minnesota - hatte kostenlose Werbetaetigkeit, Hilfe bei der Organisierung sowie
finanzielle Unterstuetzung durch die Gewerkschaften, insbesondere seitens der Automobilarbeiter. In alledem foerderten der CIO und die AFL gemeinsam die Konsumgenossenschaften. Die Konsumvereine im Staate Michigan eroeffneten Auslieferungssteilen nach Art der Warenhaeuaer in Detroit und Pontiac und verkauften die Waren
direkt aus den Kisten in denen sie versandt worden waren. In diesen Konsumgenossenschaften machen die Gewerkschaftler 70 und 75£ der Mitgliederschaft aus
An der Bildung eines Neger-Konsumvereins, der Cooperatlve Commonwealth Ine.
in Gary, Indiana, beteiligte sieh die Lokalgewerkschaften der Stahlarbeiter (CIO),
denen ein grosser Teil der Mitglieder angehoert, durch Propaganda und mit einigen
Geldmitteln. Der Konsumverein zog Nutzen ans den Fehlern einer frueheren Konsumgenossenschaft (die im Jahre 1941 einging), und ihrer Gruendung ging eine erzieherische und foerdernde Arbeit unter den zukuenftigern Mitgliedern, die mehrere Jahre
gedauert hatte, voraus. Es wurden Geldmittel fluessig gemacht, und zwar nach und
nach ueber eine lange Zelt hinweg durch Agenten, die bei den Leuten in gewissen
Zeitabataenden immer wieder vorsprachen. Die Mitglieder haben sehr viel zur Errichtung des Gebaeudes zur Unterbringung eines aus einer Kolonialwaranbandlang, einem
Drugstore und einem Restaurant kombinierten Unternehmens das gegen Ende 1946 eroeffnet wurde, beigetragen
Einer der staedtisehen Petroleum-Konsumvereine, Cooperatlve Services, dessen
Zentrale sich jetzt in St. Paul, Minnesota, befindet, eroeffnete seinen Betrieb
im Jahre 1933 in Minneapolis, und zwar mit Unterstuetzung der Zentralen Arbeitergewerkschaft der Stadt an einer Tankstelle, die man von der Labor Temple Association
gepachtet hatte. Seine Organisatoren waren alles Gewerkschaftler. Waehrend seines
15Jaehrlgen Bestehens erfreute er sich allgemein der unterstuetzung der oertliohen
Arbeit er gewerkschaften. Der Verein, der 4 Tankstellen und eine Reparaturgarage in
den Zwillingsstaedten betreibt, wird staendlg von den 15 verschiedenen Lokalgewerkschaften propagiert und unterstuetzt, von denen einige Geld bei ihm angelegt haben.
Das Interes«« fj^j die unterstuetzung der Arbeiterschaft
unter den Konsumvereinslaeden hat nur eine kleine Anzahl (im ganzen 82) ueber
eine groessere wachsende unterstuetzung seitens der Gewerkschaften oder ihrer Mitglieder seit Gruendung der Konsumgenossenschaft berichtet. Einer von ihnen stellte
fest, dass die Zunahme nur "sehr gering" war, ein anderer wieder erklaerte, daae
das Interesse meist durch "Gespraeche" zum Ausdruck kam und nicht durch ein Aufsuchen des Ladengeschaefts.
Im Staate Massachusetts traten "50t der Gewerkschaftsmitglleder in einer
Baeekerei" der bedeutenderen Boston Cooperatlve Society bei; andere Gewerkschaften,
deren Mitglieder ebenfalls der Konsumgenossenschaft in schwankender Zahl beigetreten sind, sind die der Lehrer und die der staatlichen, bezirkliohen und staedtisehen
Angestellten (beide von der AFL). Gegen Ende 1947 betrug der Prozentsatz bei den
575 Mitgliedern nur etwa 13&amp;. Eine Genossenschaft im Staate Pennsylvania stellte
fest, dass "der Beginn einer stark anwachsenden, ploetzlieh aber wieder abnehmenden
Unterstuetzung" seitens einzelner Gewerkschaftler zu verzeichnen ist, meistens aber
bei Mitgliedern des Verbandes der Hafen- und Werfterbeiter (AFL).
Die United Cooperatlve Society in Maynard, Massachusetts, die vor ueber 40

- 9 -

�Jahren gegruendet wurde, beror sieh die oertliehe Wollspinnerei der Gewerkschaft
anschloss, berichtete, dass die Unferstuetzung seitens der Gewerkschaftler (aber
nicht seitens der Gewerkschaften selber) groesser wird. Gegen Ende 1947 gehoerten
etwa 50% ihrer 2.567 M itglieder der Gewerkschaft (CIO) an. Eine Genossenschaft
in Staate Michigan, deren Mitglieder s i c h aus ansehnlichen Gruppen organisierter
Fabrikarbeiter, Bueroangestellten und Lehrer zusammensetzen, berichtete ein steigendes Interesse seitens der CIO- und AFL-Ortsgewerksehaften, jedoch "habe nicht eine
einzige Gewerkschaft irgendwelohe gemeinsamen Schritte zur ünterstuetzung der Konsumgenossenschaften unternommen.n 6o£ ihrer Mitglieder sind Gewerkschaftler.
Die Cloquet (Minnesota) Cooperative Society, eine der groessten Konsumgenossenschaften in den Vereinigten Staaten, wurde im Jahre 1910 gegruendet, lange bevor
die Arbeiterorganisationen in der Oeffentlichkeit in Erscheinung traten. Ihre
Angestellten waren die ersten in der Stadt,- und auf Jahre hinaus die einzigen
Ladenangestellten - die sich organisierten. Die Ünterstuetzung der streikenden Arbeiter in den Saegemuehlen und Papierfabriken in den Jahre 1920 und 1922 brachte
ihnen fuer immer die Dankbarkeit und das Wohlwollen der Gewerkschaft e i n . Die Mitglieder dieser Gewerkschaften fuehrten eine Verkaufskampagne und einen Aufklaerungsfeldzug unter den Fabrikarbeitern fuer die Konsumgenossenschaft durch, und
zwar zu der Zeit, da die Genossenschaft ihren Bericht bei dem Amt einreichte. In
einem Waldbrand, der im Jahre 1913 die ganze Stadt vernichtete, verlor diese Genossenschaft ihr Lager und ihre Waren. Seit diesem Jahr hat s i e jedoch keine Betriebsverluste mehr aufzuweisen gehabt. Sie hat an ihre Mitglieder durch Zurückzahlungen
auf Kaeufe die Summe von $1.006.676 zurueckerstattet zusaetzlich zu $100.808 an
Zinsen auf ihren Kapitalsanteil. s i e nimmt in bezug auf die Reichhaltigkeit der
Waren und der Dienstleistungen eine hervorragende Stellung oin. Gegen Ende 1947
waren etwa 30£ ihrer Mitglieder Gewerkschaftler.
Die Janesvllle (Wisconsin) Consumers Cooperative Association, die kurz vor
dem Zweiten Weltkriege von Gewerkschaftsmitgliedern des CIO und der AFL gegruendet
wurde, die sich zu diesem Zwecke zusannengetan hatten, hat in l e t z t e r Zeit ein
ausgesprochenes Interesse seitens der Arbeiterschaft hervorgerufen. Die zentrale
Arbeitergewerkschaft der AFL (mit 23 angeschlossenen Gewerkschaften) und der Automobllarbeiterverband des CIO hatten beide einen staendlgen Ausschuss fuer Konsumgenossenschaften ernannt, und l e t z t e r e Gewerkschaft war ein genossenschaftliches
Mitglied des Konsumvereins geworden. Im Jahre 1947 waren die organisierten Arbeiter
mit 60i in der Mitglioderschaft vertreten
Eine Konsumgenossenschaft der Eisenbergarbeiter im Staate Minnesota, die
ihren Betrieb im Jahre 1926 aufnahm, berichtete, dass unlaengst die Mitglieder der
Friseur- und Stahlarbeiter-Gewerkschaften (die beide dem CIO angehoeren) wie auch
die Eisenbahnarbeiter (AFL) Interesse gezeigt haetten. Ein weiterer Konsumverein
in diesem Staate berichtete, dass die "Trades and Labor Assembly" die Konsumgenossenschaften durch eine Reihe von Konferenzen foerdere, die gemeinsam von Vertretern der Konsumgenossenschaften und der Arbeiterschaft durchgefuehrt werden. Ein
dritter Konsumverein im Staate Minnesota, der kurz vor dem Kriege von Mitgliedern
des Verbandes der Hafen- und 7/erftarbeiter (AFL) gegruendet worden war, berichtete,
dass mehrere Lokalgewerkschaften von der AFL wie vom CIO vor kurzem Konsumausschuesse gebildet haetten» 601 der Mitglieder der Konsumgenossenschaft gehoerten
den Arbeiterorganisationen an
Der Konsumgenossenschaftsverein in Racine (Wisconsin), der ebenfalls von
Gewerkschaftlern ins Leben gerufen worden war, fing 1933 mit einer einzigen Benzintankstelle an. Die Mitglieder der Arbeiterorganisationen bilden 75^ seiner Mitgliederschaft, die sich auf 2.700 belaeuft. Die groesste ünterstuetzung hatte &lt;sr
von selten des AutomobllarbeiterVerbandes des CIO (die AutofabrikatIon i s t der
-

10

-

�einzige und groesste Industriezweig der Stadt), es wird aber berichtet, daas sich
jetzt die Gewerkschaftler der AFL ebenfalls recht rege beteiligen« Der Konsumverein Terfuegt ueber 2 Lebensmittelgeschaefte, 4 Tankstellen, 1 Kohlenplatz und 1
Versicherungsagentur
Die "Cooperative Services", Indianapolis - ein Kohlaikonsumunternennen, bei dessen Gruendung die Gewerkschaften beteiligt waren - berichteten, dass die Gewerkschaften in steigendem Masse das unternehmen unters tue tzen, indem sie dort Ihre
Kohle beziehen, um die Gewerkschaftsversammlungsraeume zu heizen; ausserdem wird
auf den Versammlungen der Lokal gewer kschaften des CIO wie auch der AFL eine starke
Propaganda gemacht und das Unternehmen unteratuetzt. Ein Kosumrerein fuer Milchertrieb im Staate Michigan ist, obwohl er nicht *&gt;n Gewerkschaftlern gegruendet
urde, durch eine kleine Summe aus Gewerkschaftsfonds unteratuetzt worden, und die
okalgewerkschaften des CIO haben ihren Mitgliedern nahegelegt, dem Verein beizutreten»
m Jahre 1947 waren die Mitglieder zu 80£ Gewerkschaftler
Andere Konsumgenossenschaften wieder berichten ueber eine weniger ermutigende Lage*
er Leiter eines neuen Konsumvereins Im mittleren Westen erklaert. dass die Gewerkohaften nicht so mitgeholfen haben, wie sie es versprochen hatten, als der Verein aning. Die Ortsgewerkschaft der Elektroarbeiter (AFL) "war die einzige, die uns wirklich
eholfen hat." Bin Konsumverein an der Ostkueste berichtete ueber "Obstruktion" seitens
er Ortsgewerkschaften der AFL. Bin Konsumverein Im Staate Illinois hatte mit gelesen AFL-Gewerkschaften gemeinsame Versammlungen abgehalten, hatte aber "in Wirklohkeit keine ünterstuetzung." In einer Stadt im Staate New York "hatten die Arbeisrfuehrer zu einem Beitritt zum Konsumverein aufgefordert, jedoch nur ein paar (GeBrkschaftsmitglieder) haben dieser Aufforderung Folge geleistet." Ein Konsumverein
m Staate Pennssylvania berichtete ueber eine nur "Lauwarme" ünterstuetzung, und einer
a Staate Washington stellte lediglich "etwas Interesse, aber keine sehr aktive
aterstuetzung" fest. In einer Stadt im Staate Connecticut begann eine Ortsgewerkshaft zunaechst damit, fuer den Konsumverein eine gewaltige Reklame zu machen, was
Ine Zeitlang ging, aber dann bald vollkommen einschlief." Bin Konsumverein im Staate
assachusetts stellte fest, dass die Gewerkschaftsmitglieder "ein ausgesprochenes In»resse hatten, dass aber nur wenige beigetreten sind"« Ende 1947 waren in der
»samten Mitgliederschaft nur 10i Gewerkschaftsmitglieder. Eine sehnliche Lage bestand
i einer Stadt im Staate Ohio, wo der Konsumverein Gegenstand des Interesses der zenralen Arbeiterorganisationen der AFL und des CIO gewesen war, jedoch war die ünterbuetzung in bezug auf die Einkaeufe In dem Geschaeft nur "geringfuegig". Bei einem
jnsumverein im Staate Pennsylvania wurde das Interesse der Gewerkschaften lediglich
idurch unter Beweis gestellt, dass "eine kleine Gruppe" der Textilarbeiter des CIO
»itrat* 1947 waren nur 5% der Mitglieder Gewerkschaftler.
Die Gewerkschaftler in der Mitgliederschaft und in der Leitung«
Gewoehnlich gehen die Konsumgenossenschaften nicht bewusst darauf aus, den Arbeitsorganisationen oder ihren Mitgliedern eine Vertretung in ihrem Vorstand zu geben. Die
iblichen Voraussetzungen hlerfuer sind die Mitgliedschaft Im Konsumverein und die Faehigait, diesen Posten auszufuellen. Die Zahl der Gewerkschaftler im Vorstand eines Konimvereins ist daher gewoehnlich vielmehr das Ergebnis eines Zufalls (oder der Zuimmensetzung der Mitgliederschaft) als das der Absicht und Planung.
Trotzdem hat alles in allem den Anschein, dass die Vertretung der Gewerkschaft
i Vorstand der Konsumgenossenschaften, die in dieser Studie ihre Berichte abgegeben
iben, ziemlich genau dem Verhaeltnis der Gewerkschaftler in der Mitgliederschaft
rtspricht. In 31.Q&amp; der Faelle von berichtenden Kosumgenossenschaften bildeten die
Ltglieder der Arbeiterschaft 50£ oder noch mehr der Mitgliederschaft der KonsumvereiJ, jedoch nur lOi oder noch weniger in 49,6£ der Faelle. In 51,2| Faellen bei den
»nsumvereinen, bei denen sich Gewerkschaftler im Vorstand befanden, gehoerten die

11-

�Baelfte oder mehr der Mitglieder des Konsumvereins den Arbeitergewerkschaften an»
in 23.Q£ aller Faelle betrug der Anteil an Gewerkschaftlern an der Mitgliederschaft des Konsumvereins IQ? oder weniger. Andererseits machen unter den Konsumvereinen, die keine gewerkschaftliche organisierten Direktoren hatten, dl» Gewerkschaftler 10* oder weniger aller Mitglieder bei 85,2g aller Konsumvereine
ans (innerhalb dieser Gruppe hatten 53.3&amp; ueberhaupt keine Gewerkschaftsmitglieder
aufzuweisen)•
Amerikanisches Arbeitsministerium
Amt fuer Arbeitsstatistik Bulletin No. % 8
ZUM THEMA DER LETZTEN SOWJETANLBIHB
In der "Vie Ouvriere" vom 12. Mai beschliesst Monmousseau seinen Artikel,
den er - man weiss nicht genau, warum - NAn das Paradies der Dummkoepfe" ueber schreibt, mit einer Frage an die Zeitschrift "Franc-Tireur". Die Frage hat allerdings nichts mit dem uehrigen Inhalt des Artikels zu tun* da es sich aber um Dummkoepfe handelt, wollen wir den Artikel aus dem Spiel lassen und zu der Frage zurueckkehren, die wie folgt lautet;
"Wie erklaert er (Franc-Tlreur) es sich, dass der sozialistische Staat,
den er luegenhafterweise als Polizeistaat der Gewalt und der Ungerechtigkeit bezeichnet, dieser Tage eine Anleihe von 1.000 Milliarden Francs in
24 Stunden aufgebracht hat."
"Diese Woche laesst Monmousseau die Dummkoepfe beiseite, um sich an die
Tauben zu halten« Wollen wir hoffen, dass er, bevor er sich an die Blinden haelt,
die Zeit gehabt hat , einige Erlaeuterungen ueber den Mechanismus zu lesen, mit desse
Hilfe die Anleihen in der ÜdSSB durchgefuehrt werden, sowie einige naehere Angaben die der Sowjetpresse entnommen sind - ueber den Charakter der Kampagne, die von
den russischen "Gewerkschaften" anlaesslich der letzten Anleihe gefuehrt wurde»
Am Tage der Ankuendigung ueber die Eroeffnung der Zeichnung, veroeffentlLchte
die Zeitschrift "Trud", das Gewerkschaftsorgan, einen Beschluss des Zentralkommittees der Gewerkschaften der UdSSR, demzufolge in 4 Spalten die Arbeiter in
der UdSSR aufgefordert wurden, fuer die Anleihe zu zeichnen. Der Schlusssatz lautete wie folgt;
"Dadurch, dass sie fjjnflflfl und geschlossen fuer die IV. Staatsanleihe fuer
die Entwicklung und den Wiederaufbau der nationalen Wirtschaft der UdSSR
zeichnen, werden die Arbeiter der Sowjetunion wieder einmal ihre unbegrenzte
Liebe und ihre Loyalitaet gegenueber der Bolschewistischen Partei, der Sowjetregierung und ihrem herrlichen Fuehrer, ihren Lehrer Stalin, bezeugen."
Die Arbeiter wurden also davon in Kenntnis gesetzt, dass ein Mangel an Begeisterung fuer die Anleihe einer Aensserung des Trotzes bezw. der Herausforderung gegenueber der Partei, dem Staat und ihrem herrlichen Fuehrer gleichgesetzt werden
wuerde.
In Frankreich und ueberall, wo Staatsanleihen in privater Form gezeichnet
werden und wo kein Polizist sie zwingt, zur Bank zu laufen, um ihre Begeisterung
zum Ausdruck zu bringen, waeren diese Erklaerungen von keiner grossen Bedeutung«
In der UdSSR ist das aber ganz anders, denn dort schliessen die Arbeiter auf
grossen Massenversammlungen, fuer Anleihen zu zeichnen. Und unter diesem Gesichtspunkt nehmen die Begriffe "Sinmuetlgkelt" und "Geschlossenheit" erst den ihnen eigenen Sinn an. Vor mehreren tausend, mehreren hundert und gegebenenfalls vor einigen Dutzend von stummen Lohnempfaengern, verpflichten sich die Vertreter der Innungen und Zuenfte in ihrem Namen oder im Namen der Lohnempfaenger, fuer die Anleihe
zu zeichnen. Mit anderen Worten: die Bezahlung am. Ende des Monas setet sich zum
Teil aus Lohn, zum Teil aus Anleihescheinen zusammen.
-12-

�Vom 5. bis 10« Mai, schrieb die ganze Sowjetpresse 5 und 6 Spalten mit der
itgedruckten Ueberschrift: "Die Anleine vollzieht sich In ganzen Lande mit der
tessten patriotischen Begeisterung." Die Pravda" vom 5. Mai ist voller Schilderen von Szenen der Begeisterung. Wir wollen einmal eine auf Geratewohl heraus»lfen*
"In den Bergwerken des Don - Stalino" (teilw. Auszug)
"Das Bergwerk 'Novo-Muschketowo' umfasst etwa 100 Bergleute. Manche sind beim
ifahren, andere schicken sich an, einzufahren. Es wird eine Versammlung eroeffnet,
i wegen der neuen Anleihe einberufen wurde.
Der erste Sprecher ist der Grubenzimmermann der Stossbrigade Nlkephor Gordeje;sch Golub, Held der Sozialistischen Arbeit, der vor kurzem aus Moskau zurueckgeirt rst, wohin er als Delegierter zum Gewerkschaftskongress gegangen war. "Genossen",
;t er, indem er sich an die Bergleute wendet, "es gibt kein anderes Land in der
,t, wo man sich so sehr mit dem Arbeiter beschaeftigt wie bei uns. Ich habe mich
on ueberzeugen koennen, als ich das hoerte, was uns die auslaendisehen Gewerklaftsdelegierten erzaehlt haben. Bei ihnen wird die Lebenslage des Arbeiters staen; schlechter. In den kapitalistischen Laendern haben die Arbeiter nicht einmal Anuch auf kostenlose aerztliche Behandlung." (Sollte wieder einmal Henri Beynaud wohl den Schwung aus den Jahren um 1930 wiedergewonnen hat - zufaellig die
&gt;eltaten" der Sozialversicherungen in den anderen Laendern, ausgenommen die UdSSR,
den Pranger gestellt haben). "Bei uns stellt die Regierung keine Erwaegungen an,
n es sich um die Sozialversicherung handelt. Wir Bergleute koennen uns darueber
. Urteil erlauben."
Spaeter erklaert dann Genosse Golub, dass er mit Freuden fuer die Anleihe zeichi wuerde.
"Die Steiger (Aufseher) Erassilnikoff und Kosirlkitzkij nehmen darauf das
t und begruessen begeistert die Ankuendlgung ueber die neue Anleihe. Nach der
Sammlung machen sich die Bergleute daran, fuer die neue Anleihe zu zeichnen."
Wir haben hier nichts hinzugefuegt und auch nichts weggelassen. Die "Prawda"
i 5. Mal befindet sich bei dem Nationalen Presseverbanddienst. Wer in bezug auf die
aulgkeit dieser Schilderung Zweifel hegen sollte, kann auf die Nummer dieser Zeig zurueckgreifen. Es steht alles da, die Intervention des Helden der Arbeit, die
laerungen der Stelger und das Schweigen der Bergleute.
Unter diesen Umstaenden ist es zu verstehen, wenn am Tage der Zeichnung allein
Stadt Moskau, die 4 Millionen Einwohner zaehlt (darunter Hausfrauen, Kinder,
ise und eine Anzahl unproduktiver Personen) In 12 Stunden 2.070.967 Rubel zeichne(Leitartikel der "lawjeatiJa" vom 6. Mai 1949). Wie bei der Militaerparade zur
nde H, haben sich die Arbeiter der Hauptstadt zu begeisterten Versammlungen vereinigt,
ein paar Sekunden hatten sie die Haelfte ihrer Mbnatsbezuege verloren.
Diejenigen, die ueber die Hintergründe der Lanzierung einer sowjetischen Anhe Informiert sind, sind zu suchen. Denn die Zahl derer, die dem Ausland darueber
kunft geben koennte, ist klein. Dank des Zeugnisses eines Aktivisten, der lange
der UdSSR gelebt hat, und der sehr gut die Vorgaenge kennt, koennen wir ueber die
gwierige und minutloese Vorbereitung berichten, die den "spontanen Zeichnungen"
angehen.
Giliga, ein Mitglied des Politbueros der Kommunistischen Partei Jugoslawiens
. ein einflussreiches Mitglied des Komintern-Bueros in Moskau hatte das Unglueck,
7 von der GPU wegen "Opposition" verhaftet zu werden.

Er verblieb lange Jahre im

aengnis, in gesonderten Einzelzellen, bis schliesslich 1935 seine Strafe in Zwangsschickung in das Innere Sibiriens umgewandet wurde. Auf Grund der Tatsache, dass
Auslaender war (er war Italiener), wurde Giliga schliesslich aus der UdSSR ausgeben. Waehrend der Zeit seiner Verbannung wurde Ciliga als Buchhalter in einem Werk

-13-

�beschaeftigt. In dieser Eigenschaft musste er also fuer seine Fabrik die Lancierung
einer Anleihe vorbereiten, die ebenfalls in einigen Stunden abgeschlossen sein misste
Wir erteilen Ihm nachstehend das Wort hierzu;
"In den ersten Apriltagen erhielten alle Banken in Krasnojarsk von Ihrer Zentraldirektion ein Rundschreiben, in dem sie von der bevorstehenden Ausgabe einer neuen Anleihe in Kenntnis gesetzt wurden. Alle notwendigen Arbeiten, die hierzu noetlg
waren, missten innerhalb 10 Tagen nach Eingang des Rundschreibens erledigt sein. Die
Mitarbeiter der Bank erhielten den Auftrag, die Zeichnung mit den Gewerkschaften und
den Werkleitern vorzubereiten. Im Verlauf dieser 10 Tage sorgte jeder Betrieb dafuer
dass fuer die Versammlungen und die Zeichnungen Raeume vorhanden waren und organisierte eine Propagandagruppe, die mit den noetigen gedruckten Formularen versehen waren. Im voraus hatte man uns bereits die Hoehe der Anleihe bekanntgegeben. Der
Zeichnungsbetrag eines jeden einzelnen entsprach ungefaehr dem Lohn von 3 Woohen.
Am 15« April veroeffentlichten die Zeitungen den Beschluss der Regierung, eine neue
Anleihe aufzulegen. Innerhalb 3 Tagen war die Anleihe bereits gezeichnet, was durchaus die Bereitwilligkeit der Arbeiter bewies, alle notwendigen Opfer zur Konsolidierung ihrer Anleihe zu bringen."
In Frankreich, wo die kapitalistischen Arbeitsbedingungen andere sind als in
der UdSSR, und wo die Arbeiter nicht das Objekt einer staendigen Fuersorge seitens
ihres Staates sind, waere niemals ein Finanzminister auf den Gedanken gekommen, einfach den Lohn von 3 Wochen zu konfiszieren, um das Defizit in seinem Budget zu decken
Taete er es, was wuerden dann die "Humanite" und die "Vie Ouvriere" wie auch die
Gewerkschaften fuer ein Geschrei erheben. Und mit Recht. In der UdSSR aber ist das
ganz etwas anderes, weil es ja dort einen herrlichen Fuehrer und Lehrer der Hassen
gibt.
Wir wissen ganz genau, dass alle diese Darlegungen einen Mann wie Monmousseai
nicht ueberzeugen werden. Aber die koennen sehr wohl dazu dienen, dass Sich alle
diejenigen einmal darueber Gedanken machen, die der Ansicht sind, dass die Rolle der
Gewerkschaften, selbst in der UdSSR, nicht darin bestehen kann, dafuer zu sorgen,
dass der Lohn der Arbeiter in die Kassen des Staatlichen Arbeitgebers fliesst
Documentation Syndicale Paris, No. 20 vom
20. Mai 1%9.
DER KOHLENARBEITERSTREIK IN AUSTRALIEN
Der folgende Pressebericht aus Sidney (Australien) vermittelt nicht nur ein
anschauliches Bild von der SchluesSelstellung, die die Kohle einnimmt, sondern
erhellt auch zwangslaeufig die Gruende, weshalb die Kommunisten unbeschraenkten
Einfluss auf die wichtigsten Gewerkschaften gewinnen wollen.
"Morgen früh werden die 20,000 unter kommunistischer Fuehrung stehenden australischen Kohlenbergwerksarbeiter einen sich ueber das ganze Land erstreckenden Streik
beginnen, der zu der ernstesten Betriebsstillegung in der Industrie seit 1917
fuehren wird.
Eine in elfter Stunde anberaumte Konferenz zwischen dem Australischen Gewerkschaftsrat, der Landeskohlenbehoerde und dem kommunistisch beherrschten Grubenarbeiter-Verband musste gestern abend erfolglos abgebrochen werden, da die Grubenarbeiter auf der Weigerung, ihre Lohnansprueche einem Schiedsspruch zu unterwerfen,
beharrten.
Nahezu 500,000 Arbeiter wurden bereits durch die Regierungsmassnahmen zur
Kohleneinsparung zum Feiern gezwungen, und weitere Tausende werden Mitte naechster
Woche arbeitslos werden.
Herrn sich auch der Streik auf den Staat Neu-Suedwales, wo die Kohlengruben
liegen, konzentriert, sow ird doch der ganze Kontinent in Mitleidenschaft gezogen,
_

ll.

_

�denn Neu-Suedwales erzeugt fast lOOi des Stahl- und Eisenbedarfs sowie einen grossen
Teil der Verbrauchsgueter Australiens.
Zunahme der Arbeitslosigkeit
Da die meisten australischen Staaten auf Kohle aus Neu-Suedwales angewiesen
sind, so rechnet man in ihnen und auch in den uebrigen Staaten mit einem sofortigen
Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Man versucht, schleunigst englische Kohle nach
Australien zu bringen, doch wird diese nur fuer wenige Tage ausreichen. -Zur Zeit
- es herrscht kaltes Wetter - koennen die 1,3 Millionen Einwohner Sidney's nicht
heizen. Ihnen steht nur noch 3 Stunden taeglich Gas oder Elektrizitaet zum Kochen
zur Verfuegung. Waehrend einiger weniger Nachtstunden koennen sie in jedem Hause
zwei Gluehbirnen brennen.
Die Lage hat starke Aehnlichkeit mit derjenigen Ton Berlin, als die Bussen
vor gerade einem Jahr alle Land- und Wasserzufahrtswege zur Stadt sperrten.
In Sidney wurden alle Uoeglichkeiten ziviler Luftbefoerdmrung bis aufs
aeusserste angespannt, um Frischgemuese und Obst in die Stadt zu schaffen. Der
Zugverkehr war gestern stark eingeschraenkt und wird es auch voraussichtlich morgen
sein. Fuer die kommende Woche fallen alle Verkehrsmittel, die schon seit gestern
nachmittag nicht mehr liefen, aus.
Kochfeuer in Hoefen
Alle LebensmittelVerarbeitungsbetriebe wurden behoerdlieh geschlossen. In
den Vororten kochten einige Familien auf Feuern in ihren Hoefen. Hunderte anderer
draengten sieh in den Cafes der Innenstadt» jedoch konnten sie wegen Strommangels
nicht bedient werden.
Die Grubenarbeiter verlangen eine 35-Stunden-Woche, eine woechentliche Lohnsteigerung um $4,84 und einen Urlaub nach laengerer Dienstzeit.
Die Regierung besteht darauf, dass der Streik durch Schlichtung und Schiedsverfahren beigelegt werden muss. In seinen gestrigen Erklaerungen Hess Ministerpraesident Joseph B. Chifley keinen Zweifel darueber, dass die Drohungen und Streiks
der Grubenarbeiter "gleichgueltig wie lange sie auch fortgesetzt werden, auf die
Politik der Regierung keinen Einfluss haben werden.n
New York Herald Tribüne (Pariser
Ausgabe) 27, Juni 1949
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFT RETTET BEFREUNDETE
ZEITUNG
Auch in einem demokratischen Lande, in dem das Recht der freien Presse allgemein anerkannt wird, kann dieses Recht manchmal gefaehrdet sein, und es bedarf
dann des Schutzes. Wir geben im Folgenden einen Bericht von Dan Symth, einem Chikagoer Presseberichterstatter fuer Arbeitsfragen, wieder, der zeigt, wie im Falle einer Zeitung
in Flora, einer kleinen Stadt in der Naehe von Chikago, ein derartiger Schutz zuatandekam.
Die Internationale Elektroarbeitergewerkschaft im amerikanischen Gewerkschaftsbund (AFL) kam dem Herausgeber der "Flora Sentinel" (Wache) Charles A. Crowder mit
einem Darlehen von $12,500.- zu Hilfe, um seinen Betrieb vor der von einer Gruppe
arbeiterfeindlicher Gesehaeftsleute angestrebten Stillegung zu bewahren. Seit dem
Erwerb des Blattes durch Crowder im Jahre 1945 hatte sich die "Sentinel", eine
kleine zweimal wöchentlich erscheinende Zeitung, nicht nur die Feindschaft einiger
oertlieher Unternehmer, sondern auch die der im suedlichen Illinois gelegenen Oelindustrie zugezogen, weil das Blatt — Streiknachrichten und Leitartikel veroeffentlichte, welche die Ziele der Arbeiterschaft beguenstigten.
Der Druck gegen Crowder wurde verstaerkt, als er sich auf die Seite der Arbeiter des staedtischen Kraftwerks von Flora stellte, die in den Streik getreten waren,
-

15

-

�weil die staedtischen Behoerden sieh weigerten, die erwähnte Elektroarbeitergewerksehaft als Tarlfvertragspartel anzuerkennen. Einige Gesobaeftsleute der Stadt zogen
ihre Anzeigenauftraege zurueck und drohten mit einem Boykott, waehrend andere der
Zeitung treu blieben. Saemtliche Gewerkschaften des Bezirks leiteten Aktionen zur
Gewinnung von Abonnenten ein, um die Auflageziffer des Blattes zu erhoehen. So blieb
der Boykott erfolglos.
Die naechste Massnahme, die gegen Crowder ergriffen wurde, war der unerwartete
Aufkauf seiner Hypothek, fuer deren Tilgung er bei der White County Bank mit $800.im Rueckstand war. Ein gewisser E.D. Given, der Vertrauensmann der unbekannten
Kaeufer, strengte Klage gegen Crowder an. Richter James G. Burnside verlangte b«i
der Verhandlungen vor dem Bezirksgericht von Given Angabe der Namen seiner Auftraggeber. Daraufhin wurden H.G. Henson, Geschaeftsfuehrer einer Oelerzeugungsgesellschaft, Fred Chaney, im Reinigungsgewerbe taetig, H.W. Eaton, Inhaber «Ines Geschaefts fuer Automobilersatzteile, saemtlich von Flora, und 7/alter Appllng, Schleife
fuer Bohrwerkzeuge, als Streitgenossen des KLaegers in den Rechtsstreit einbezogen.
"Vergangene Woche war ich mit meinem Latein zu Ende", erzaehlte Crowder einem
Reporter des Wochen-Nachrichtendienstes der AFL. "Der Gerichtsvollzieher hatte die
Maschinenanlagen meines Betriebes zur Sicherung der Forderung verlangt. Ich war
gezwungen, entweder $12,500.-aufzubringen oder meine Zeitung aufzugeben."
Zi diesem Zeitpunkt erhielt Crowder ein Telegramm von D.W. Traoy, dem Vorsitzenden der Internationalen Elektroarbeitergewerkschaft, der ihm das Darlehen gegen Sicherheit anbot. Tracy erklaerte, dass die Gewerkschaft das Angebot als eine rein
geschaeftliche Angelegenheit betrachte, und dass sie das Darlehen nicht dazu benutzen wolle, um auf die redaktionelle Politik des Blattes irgendwelchen Einfluss
auszuueben.
Mit grosser Erleichterung nahm Crowder dieses Angebot sofort an."
Wochen-Nachrichtendienst der Amerioan.
Föderation of Labor, 7. Juni 1%9

- 16 -

Manpower Division
OMGDS, APO 742

ÜMOUS, *-2\IO,

M O , lalf

Hl, ? 3/1* C

0FFI0IAL

�Internationale

ARBEIT SMITTEILUNGEII
Dl« folgenden Artikel stellen Auslage a u der amerikanischen Presse nnd anderen Quellen dar nnd dienen
der Information denUcher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen nnd deren Mittflieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
• e i t e r e Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Aal Wunsch weiden dies e auch einzelnen Interessenten direkt durch die Poet sageleitet
Der Inhalt der „Axbeitsmitteilungen" iet nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, neck irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

11-22

Berlin, 22. Juli 1%9
INHALTSVERZEICHNIS
Zum ersten Jahrestag des Europaeisehen Wiederaufbau-Programms
1
Die Posse der Hennecke-Bewegung
2
Steigen der Industrie-Produktion in West-Europa- 5
70-taegiger Streik in den Vereinigten Staaten
wird durch Vermittlung beendet
5
Stellungnahme der belgischen Gewerkschaften
zum Weltgewerkschaftsbund
6
Arbeiter und Unternehmer ziehen am gleichen
Strang
6
Die Lage der Arbeiter in Ungarn
7
Streik in einem mexikanischen Zeitungsverlag
der Linkem
S
Zustaendigkeitsstreitigkeiten in Australien —
9
Die freie Presse urrl die Presse in "Polizeistaaten" 9
Kommunistische Taetigkeit in Ungarn
10
Ein amerikanischer Leitartikel ueber die Genfer
Gewerksohaftstagung
-12
Der Sozialplan der bolirianisohen Arbeiter
12
Es geht auch ohne Streik
13
Gemeinsames Vorgehen der CIO-Gewerkschaften — K|
Die amerikanische Zeitungsgewerkschaft und die
Marshallplan-Verwaltung
15

BCA-VERWALTER HOFFMANN SAGTE»
Es i s t n i c h t klug i n der Mitte des Gefechts aufzuhoeren . . . I m e r s t e n Jahr der
ECA T a e t i g k e i t i s t e i n Moment e r r e i c h t worden, das n i c h t wieder verloren gehen darf.
Die v o l l e Wirkung der heutigen Leistung kann nur erkannt werden, wenn das Moment
aufrechterhalten wird. D i e Not i s t noch n i c h t v o r b e i . . . . W i r s i n d a l l e r d i n g s durch
den F o r t s e h r i t t i n der Produktion und Geldstab111taet, Handel u . s . w . ermutigt worden,
meiner Meinung naoh i s t aber d i e g r o e s s t e Leistung d i e Entwicklung des g e g e n s e i t i g e n
Vertrauens n i c h t nur zwischen den f r e i e n Nationen Europas s e l b s t , sondern auch z w i schen ihnen und den Vereinigten S t a a t e n . Aus der Zusammenarbeit i s t e i n e V e r e i n i gung der f r e i e n Voelker geworden, welche d i e g r o e s s t e Hoffnung der Menschen auf einen
dauernden Frieden i s t .
"trana-atlantlc" Juni 1949
-

X

-

�DIE POSSE DER HENTCBCKB-BEWEGUNG
Riehard Hanser hat fuer das Magazin "Life" einen Aufsatz ueber die sogenannte
"Hennecke-Bewegung" in der Sowjetzone Deutsehlands gesehrieben. A u Raummangel
koennen wir den ganzen Artikel hier nicht bringen. Sein wesentlicher Inhalt ist
jedoch in den nachstehenden, woertlich wiedergegebenen Absaefczen enthalten;
"Bis zu dem Augenblick, in dem ihn das helle Schweinwerferlicht der sowjetischen Propaganda erfasste, war Adolf Hennecke ein -voellig unbekannter deutscher
Bergmann, der sich 26 Jahre seines Lebens damit geplagt hatte, immer in derselben
Zwickauer Kohlengrube Kohle zu brechen. Dieser sauertoepfisehe, sehmalllpplge
Mann mit beginnender Glatze hatte in all dieser Zeit kaum etwas getan, um sich
als Kumpel auszuzeichnen, und es war kaum zu erwarten, dass er es gar uebertage

zur Beruehmtheit bringen wuerde
Hennecke1s Sarg
Im Oktober letzten Jahres begann
die Glorifikation
Adolf Henneckes dann ploetzlich damit, dass die Ostzonenpresse in marktschreierischer Weise verkuendete,Henneeke
habe ganz allein in einer Acht-Stundenschicht 24,4 cbm
Kohle gehauen und verladen, sein Tagessoll somit um 330£
uebererfuellt und die bisherige Rekordleistung der Grabe
um mehr als 200£ verbessert. 'Diese beispielhafte Leistung
des Hauers Hennecke, • so posaunten die Zeitungen, 'stellt
einen in der Geschichte des deutsehen Bergbaus noch nloht
dagewesenen Leistungsrekord dar und wird zweifellos in dem
kuenftigen Wiederaufbauwerk der sowjetischen Zone Deutseh"Der Foerderkorb war ihm
lands noch eine gewaltige Rolle spielen*.
zu langsam» er sprang
Die Hennecke-Bewegung
Diese Voraussage erwies sich als richtig. Von nun
in den Schacht."
an war Hennecke nicht nur ein energischer Bergmann, nsln,
er war zum Symbol geworden. Im Triumph wurde er von der
russischen Militaerverwaltung nach Berlin gebracht, um hier vor dem kommunistisch
gelenkten Volksrat zu sprechen. Ganzseitige Bilder von ihm erbluehten in allen
illustrierten Zeitschriften. Interviews beleuchteten seine bescheidene Versicherung,
er habe eigentlich garaiehts üngewoehnlichea geleistet, es sei auch keine besondere
Anstrengung oder Ausruestung erforderlieh gewesen, und es koenne tatsaeehlloh jedermann das gleiche tun. Und das war, wie bald ersichtlich wurde, der Punkt, auf den
die ganze Propaganda hinauslief* Man erwartete von jedem, dass er Hennecke-Leistungen vollbringe. Henneckes Einzelleistung wurde zur "Hennecke-Bewegung" aufgeblasen,
die sieh in einer Welle von Massenversammlungen, Werbeplakaten, Reden und Schlagworten ueber die Sowjetzone ergoss
"Aktivisten" -so nennen die Kommunisten streberhaft beflissene Arbeiter tauchten auf einmal ueberall in der Ostzone auf. Da uebertrifft die Naeherin
Erika Kalz ihr Soll um 527,5^ und Willi Boetteher, ein Former in einer Thuerlnger
Metallgiesserei, bewirkt eine 339^ig© Arbeitssteigerung. Und Liselotte Zappoli
bringt es zu einem neuen Rekord im Erfurter Postamt; Sie sortiert 3*000 Briefe
innerhalb einer Stunde. Ein Dreigespann von zwei Maennern und einer Frau im
Siemenswerk Lichtenberg steigert sein Arbeltsergebnis um 330£, und Hochofen Nr. 2
im Stahlwerk Henningsdorf liefert in einer Hennecke-Sonderschicht 6,4 Tonnen
statt der normalen Ausbringung von 4,5 Tonnen.
Niemand, auch nicht die Bauern, Hausfrauen und Kinder vermochten sich dem
Druck der Hennecke-Bewegung zu entziehen. Die Schulen veranstalteten HenneckeWettbewerbe und-Ausfluege; Muetter kinderreicher Familien in Mecklenburg erhielten
den Ehrentitel "Hennecke-Aktivisten", weil sie ihr "Leistungsoll" an Kindern uebererfuellt hatten
-

2

-

�Das deutsche Stachanow-System
Die Deutschen sind mit derartigen Methoden genugsam bekanntgemacht worden,
denn sie sind durch die gruendliche Schule der Nazi-Propaganda gegangen. Jetzt,
da sie Ton kommunistischer Seite in sehnlicher Weise bearbeitet werden, scheinen
sie wie damals zu reagieren. Sie haben begriffen, dass die Hennecke-Bewegung nichts
anderes darstellt als eine Neuauflage des russichen Produktionssystems, das der
Sowjetarbeiter unter dem Namen "Stachanowsystem" kennt.
Wie Hennecke, so hatte auch Alezel Stachanow als Bergmann in einer Kohlengrube gearbeitet. Im August des Jahres 1933 ergossen sich aus der Sowjetpresse
und dem sowjetischen Rundfunk eine Flut Ton Nachrichten, die die besondere Leistung
Staohanowa verherrlichten, der in einer 6-Stundenschicht 102 Tonnen Kohle gehauen
hatte, was beinahe dem Vierzehnfachen der Normalleistung gleich kam. (Das war ein
weit wunderbarerer als der von dem braven Hennecke erzielte Prozentsatz, aber
schliesslich war Stachanow ja auch ein Busse.) Dem Propagandagetoese folgte dann
ein Bummel, den 15 Jahre spaeter die Kommunisten in Deutschland vorlagegetreu im
Rahmen der Hennecke-Bewegung wiederholten. Trotz aller fuer eine üebererfuellung
des verlangten Solls in Aussieht gestellten Belohnungen, hatte die Stachanow-Bewegung mit ihrer unerbittlichen Forderung nach Stueckarbeit und Produktlonsbesehleunigung grosse Aehnlichkeit mit dem Ausbeutungssystem, das in den westlichen Demokratien durch jahrelangen Kampf der Gewerkschaften schon weitgehend abgeschafft
worden war.
Als das Stachanow-System in der sowjetischen Besatzungszone unter der Maske
der Hennecke—Bewegung seine Auferstehung feierte, glaubte auch der deutsche Arbeiter
wieder das ihm nicht ganz unbekannte Gefuehl des Stiefelabsatzdruckes im Nacken
zu Terspueren. Sine Steigerung der Produktion war dringend erforderlich, um den am
Versacken befindlichen Zweijahresplan fuer den Wiederaufbau zu retten. Der Niedergang der Industrie in der Sowjetzone begann naemlich bedrohliche Formen anzunehmen,
weil dank der Gegenblockade der Alliierten weder Ruhrkohle noch sonstige dringend
benoefigte Erzeugnisse in die Zone gebracht werden konnten. Die Rettung konnte nur
auf dem Ruecken der Arbeiterschaft -vollzogen werden, und hierzu waren die sowjetischen Herren auch fest entschlossen. Einer der Wege zur Erreichung dieses Zieles
war die Umstellung der Loehne Ton Zeit- auf Stueeklohn
Fohlschlag der Propaganda
Aber trotz aller schoenen Reden begann sieh ein Murren der Empoerung und d es
Protestes gegen die Hennecke-Bewegung zu regen. Wenn auch die Presse weiterhin
mit dicken Sehlagzeilen den "ueberwaeltigenden Erfolg" der Henneeke-Bewegung verkuendete, so zeigte dooh die Flut der aus der Sowjetzone einlaufenden Berichte deutlich, dass die Enttaeuschung der grossen Masse des Volkes staendlg zunahm. Zunaedhst
begann es durchzusickern, dass die der ganzen Bewegung zugrunde liegende Leistung
Adolf Henneckes, naemlich seine «historische" 380 ^-Ausbringung, ein Schwindel war,
den man Im Hinblick auf die zu gruendende "Bewegung" vorher inszeniert hatte.
Hennecke erschien nun bei seinen Arbeitskameraden nicht mehr als ^eld, und viele
von ihnen begannen ihn mit Verachtung als eine Handlanger der Sowjets anzusehen.
Eine der ans Sachsen stammenden Geschichten will sogar wissen, dass er bei seiner
Rueekkehr in den Schacht verpruegelt wurde, nachdem er vorher von den Berliner
Kommunisten als grosse Beruehmtheit herausgestellt worden war.
\
Allmaehlich wurde der Verdacht, dass die statistischen Angaben ueber die gesteigerte Produktion gefaelscht waren, zur Gewissheit. So kamen beispielsweise die
Drucker auf Grund von ein paar einfachen Berechnungen zu dem Schluss, dass die gemeldete Leistung eines Hennecke-Schriftsetzers ein Ding der ünmoeglichkeit war.
In der Waggonfabrik Wumag in Goerlitz gingen die Maschinen unter der Ueberanspruchung einer Hennecke-Schicht einfach zu Bruch, so dass der durch die erhoehte

- 3 -

�Anstrengung ersielte Arbeitswert durch Ate fuer die Wiederinstandsetzung erforderliche Zeit verloren ging. Aehnliehe Vorkommnisse ereigneten sieb in einer Reih» von
anderen Betrieben In der Zone« Die Hennecke-Schichten setzten den unterernaehrten
Arbeitern so stark zu, dass sie sieh noch fuer Tage danach krank melden anssten..
Zuweilen wurden Maschinen und Arbeiter von einer Fabrik an eine andere ausgeliehen,
um einen Hennecke-Rekord zu erzielen, mit dem Ergebnis, dass der abgebende Betrieb
nun seinerseits mit dem "Soll" in Rueekstand geriet. In der Rostocker Neptunwerft
hatte man In einer Hennecka-Sehicht 1.300 Nieten gesehlagen, aber dafuer musste
alle andere Arbeit zurueckgestellt werden, und am folgenden Tage waren die Beende
der zu dieser Schicht gehoerenden Arbeiter so geschwollen, dass sie nicht zur Arbeit antreten konnten
Armer Henneekel
Da wir es mit der Sowjetzone zu tun haben, so wurden solche Fehlschlaege der
Henneeke-Bewegung in den Zeitungen mit keinem Wort erwaehnt, auch waren weder
Streiks noch andere Formen offenen Protestes gestattet. So kam es, dass die Bevoelkerung zu der Waffe des Witzes griff. Dieser hatte man sioh schon unter der.
Nazis zu bedienen gewusst, die ja auch Hissfallensaeusserungen nicht aufkommen
Hessen. Von Schwerin bis hinunter nach Chemnitz wurde Adolf Hennecke nun zu
einer Witzfigur. Zwar blieb er noch ein Symbol, allerdings ein Symbol des ganzen
Schwindels und der Ungereimtheiten des Programmes, dem er seinen Namen geliehen
hatte. Der Hennecke-Witz wanderte von der Ostzone bis in den Westen, und bald
lachten Deutschland und sogar seine Nachbarlaender ueber Adolf und seine uebermenschlichen Anstrengungen. Und hier einige Hennecke-Witze•
Wer war der groesste Hennecke-Arbeiter der Geschichte? Ganz einfach, war
die Antwort, natuerlich Adolf Hitler, der das "Tausendjaehrige Reich" in 12 Jahren
fertigmachte.- Hennecke tauchte ganz unvermutet in der britischen Zone auf. Wie
gewoehnllch war er zur Schicht in eine Grube in Sachsen eingefahren, hatte aber so
toll gebuddelt, dass er abends am anderen Ende Deutschlands, Im Ruhrgebiet, wieder
ans Tageslicht kam
H.

Eines Tages, so wusste eine andere Geschichte zu erzaehlen, ging ennecke zum
Zahnarzt, um sich unter Betaeubung (solchen Luxus kann er sioh leisten) einen Zahn
ziehen zu lassen. Als er wieder zu sich kam, stellte er wuetend fest, dass ihm
gleich 6 Zaehne fehlten. Der Zahnarzt suchte ihn zu beschwichtigen, indem er stolz
erklaerte» Arn ichbin ein ^nneeke-Aktivist. Ich habe eben mein Soll um 500?
ueber trof fenj.»
Auch hoert man manchmal die traurige Nachricht, dass Hennecke ploetzlich des
Todes verblichen sei. Die einen behaupten, er sei in seinem eigenen Schweiss ertrunken, die anderen, er haette in dem ihm eigenen Arbeltseifer nicht auf den Foerlerkorb warten wollen und waere gleich in den Schacht hinabgesprungen.
Erinnert schon diese Art des Spottes stark an die Hitlerzeit, so wird die
Aehnllchkeit der Situation noch unterstrichen durch die Art, wie die sowjetische
Milittterverwaltung auf die Verbreitung solcher Witze reagiert. Nach einem kuerz*
liehen Erlass ist die"Verbreitung von Falschmeldungen ueber die Wirtschaftslage"
eine strafbare Handlung, auf die Gefaengnisstrafe bis zu 10 Jahren steht. Auch
die Hennecke-Witze fallen unter diese Bestimmung, und die Presse, so beispielsweise die Sueddeutsche Zeitung, wusste von Faellen zu berichten, wo Leute festgenommen und verurteilt worden sind, well sie Adolf Hennecke verulkt haben, ganz wie
vorl945 andere Deutsche ins Gefaengnis geworfen wurden, weil sie sich Witze ueber
Adolf Hitler erlaubt hatten."
Riehard Hanser, "Life", 9. Mai 1%9

- k -

\

�STEIGIN DER INDUSTRIE-PRODUKTION IN WEST-EUROPA

Index
1938 = 100

samtl.
Belgien
Frankreich Griechen- W.DeutBChIrrland
Norwegen
Linder
land
land
Dänemark
Schweden
Gr.BritanHolland
Italien
Oesternien
reich

Die obige Zeichnung ist nach dem Muster einer Tabelle gemacht worden, die
in der Juni-Ausgabe der EGA Arbeitsmitteilungen - des "Trans-Atlantic" erschienen ist. Diese Tabelle soll das Wachsen der Industrie-Produktion in den Laendern Westeuropas zeigenl Westdeutschland steht am niedrigsten - aber relativ
gesprochen hat es einen beachtlichen Aufsohwung ueber 1947 zu 1948 genommen.
Trans-Atlanticn Juni 49
70-TAEGIGEB STREIK IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
WIRD DURCH VERMITTLUNG BEENDET
Zwischen der Bendix Corporation in South Bend, Indiana, und der dortigen
Gewerkschaft der Vereinigten Arbeiter der Amerikanischen Automobilindustrie (UAW)
ist nach einem 70-taegigen Streik ein Uebereinkommen erzielt worden. Der Streik
war deshalb so bedenkliohi weil die Firma Bendix wichtige Flugzeugteile herstellt.
Amerikanischen Regierungsbeamten gelang es aber, eine Zusammenkunft zwischen dem
Vorsitzenden der UAW, Walter P. Reuther, und H.E. Ferguson, dem Direktor der
Bendix Corporation, herbeizufuehran. Nach einer Sitzung, die die ganze Nacht andauerte, wurde ein Uebereinkommen erzielt. In dieser Arbeitsstreitigkeit wurde
somit gezeigt, dass Zusammenarbeit von Regierungsstellen mit Industrie und Arbeiterschaft durchaus moeglich ist.
Obgleich die Einzelheiten des Uebereinkommens nicht bekanntgegeben wurden,
bestaetlgten sowohl Mr. Reuther als auch Mr. Ferguson, dass die Arbeit sofort
wieder aufgenommen werde. Mr. Reuther fuehrte aus; "Wir waren in der Lage, ein
sehr schwieriges und verwickelte Problem der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen
am Kragen zu packen."
Fuer die Gesellschaft erklaerte Mr. Ferguson, dass die Betriebsleitung ihrerseits alles tun werde, um "dem Abkommen zum Erfolg zu verhelfen und dass die Herstellung dringend benoetigter Flugzeugteile wieder aufgenommen werden koenne."
Die Gewerkschaftsmitglieder hatten jedoch noch ueber das getroffene Uebereinkommen
abzustimmen.
Auch die Automobil-Produktion wurde von dem Streik in Mitleidenschaft gezogen. Der Ausfall der Lieferungen von Bremsen zwang die Kraftwagenwerke Packard
und Nash zu zeitweiligen Betriebsstillegungen. Der Streik begann am 20. April
mit der Entlassung von 47 Arbeitern in der Bremsschuhabteilung, denen vorgeworfen
wurde, eine Verlangsamung des Arbeitsprozesses verursacht zu haben. Die Gewerkschaft ihrerseits beschuldigte die Betriebsleitung, sie habe das Tempo der Fliessfertigung erhoeht. Der den Arbeitern durch den Streik erwachsene Lohnausfall betraegt annaeherad $4,500.000.
New York Herald Tribune(Pariser Ausgabe), 29.Juni 49

-

5 -

�STELLUNGNAHME DER BELGISCHEN GKWEKKS CHATTEN
ZUM WELTGEWKBEBCBAFTSBOND
Der belgische Gewerkschaftsbund legte auf seiner kuerzlich abgehaltenen Tagung
einen Bericht vor, in dem er die Gruende fuer seinen Austritt aus dem Weltgewerkschaftsbund bekannt gibt. Der Weltgewerkschaftsbund wird darin beschuldigt, sich
zu sehr von politischen und zu wenig von wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten
zu lassen«
Es wird ferner festgestellt, dass der Generalsekretär und das Sekretariat
dieser Organisation hauptsaechlich die Schwierigkeiten ausserhalb der sowjetischen
Einflussphaere betonten, kaum indessen die in den Satellitenstaaten herrschenden
zur Erwaehnung brachten. Ebenso wuerde man sich darueber ausschweigen, dass freie
Gewerkschaften in den Satellitenstaaten nicht bestehen duerfen. Dem Weltgewerkschaftsbund wird sodann vorgeworfen, alle freien Gewerkschaften unaufhoerlich angegriffen zu haben. Auch habe er waehrend der letzten vier Jahre nichts anderes
getan, als doppelsinnige antimilitaristische Aufrufe herauszugeben.
Man kann diese Organisation daher nur als Wortfuehrerin einer bestimmten politischen Gruppe ansehen. Sie hat es versaeumt, fuer einige der folgenden Forderungen, die ihr zu groesserem Ansehen haetten verhelfen koennen, einzutreten*
- die Staaten sollten auf einen Teil ihrer Souveraenitaet verzichten, um so
der U.N. das noetige Ansehen fuer die Arbeit an einem dauerhaften Frieden zu verschaffen.
- den Bestrebungen, eine ideologische oder wirtschaftliehe Expansionspolitik
mit Hilfe von Macht, Gewalt oder Drohung zu betreiben, muss ein Ende gesetzt
werden.
- gegenseitiges Voelkerverstaendnis muss auf die Achtung der Menschenrechte
gegruendet sein, die ihrerseits einem allgemeinen Schutz zu unterstellen sind«
- die Beschraenkungen der persoenlichen Freiheit der Staatsbuerger muss bekaempft und es muss verhindert werden, dass sie vom Staat oder dem kapitalistischen
System unterjocht werden.
Documentation Syndicale (Paris),

13. Mai 1949
ABBEITER UHD WBMtKBtä

M M

AM GLEICHEN STRANG
Im Hinblick auf die gegenwaertige Wirtschaftslage sollten die Gewerkschaftsmitglieder bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern mehr Maesslgung zeigen, heisst
es in der Juninummer der vom amerikanischen Gewerkschaftsbund AFL herausgegebenen
Monatszeitschrift "Labor's Monthly Survey". Woertlich schreibt das Blatt;
"Bei der augenblicklichen angespannten Gewchaeftslage kommt einem klugen Verhalten der Gewerkschaften bei Verhandlungen mit den jeweiligen Arbeitgebern ausserordentliche Bedeutung zu. Man muss versuchen, genaue Unterlagen ueber die finanzielle Lage sowie die Zukunftsaussichten des Betriebs zu erhalten, und sich zur
Vervollstaendigung dieser Informationen mit der Zentrale der AFL in Verbindung
setzen.
"Vielleicht sind die Aussichten fuer den Arbeitgeber sehr guenstlg; wenn sich
aber seine Gewinnspanne durch Preissenkungen stark verringert hat, so sichert sich
die Belegschaft ihre Zukunft am besten dadurch, dass sie dem Unternehmer hilft,
wieder wettbewerbsfaehig zu werden. Eine Erhoehung der Loehne laesst sich unter
Umstaenden auch ermoeglichen durch einen von Gewerkschaft und Unternehmern gemeinsam gefaasten Plan zur Verhuetung unnuetzer Vergeudung von Material und Arbeitskraft,
zur Einsparung von Spesen, Senkung der Betriebskosten und Steigerung der Produktion.

�"Sin solcher Plan kann durch einen aus Vertretern der Gewerkschaft und der
Betriebsfuehrung gebildeten Produktionsausschuss aufgestellt werden. Die Zeit ist
gekommen, diese Idee der Torkriegszeit neu zu beleben und mit ihr die heutigen
Schwierigkeiten zu meistern."
Produktionssteigerung Tor Lohnerhoehungen
In diesem Zusammenhang umreisst der Artikel der "Labors Monthly Survey" auch
den unterschied zwischen dem Aufgabenbereich dieser ron Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern gebildeten Ausschuesse und den ueblichen Kollektiwerhandlungeausschüssen» "Die gemeinsame Eroerterung von Produktionsproblemen durch Gewerkschaften und Unternehmer und die dadurch eingeleiteten Verbesaerungen helfen mit, die
Leistungsfaehigkeit des Betriebs, seine Produktionsziffern sowie die Arbeitsmoral
und die soziale Lage der Arbeitnehmer zu verbessern.
Solche Ausschuesse, die bisher erfreulicherweise wirklich beachtenswerte Erfolge erzielen konnten, treten zweimal im Uonat zusammen, und beide Parteien loeaen
sich jeweils im Torsitz ab. Hier werden Torschlaege zur Produktionserhoehung -von
Seiten der Betriebsleitung oder der Gewerkschaftsmitglieder eroertert, Beschluesse
gefasst und in die Tat umgesetzt. Produktionsnachweise, Geschaeftsberichte und
Kostentabellen geben Aufschluss ueber die erzielten Erfolge und noch zu loesende
Probleme. Die durch diese Zusammenarbeit erzielten Geldgewinne treten in der
Bilanz des Unternehmens in Erscheinung. Aufgabe der Kollektiwerhandlungsausschuesse ist es dann, fuer eine gerechte Aufteilung dieser Gewinne unter Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu sorgen."
Amerika Dienst, 11. Juli 1949
DIE LAGE DER ARBEITER IN UNGARN
Im Laufe des Jahres 1948 wurden einem aus Regierungs- und Gewerkschaftsvertretern zusammengesetzten Ausschuss weitgehende Tollmachten uebertragen, ungarische
Betriebsangehoerige der Staatsunternehmen von einer Arbeitsstelle zur andern und
von einem Staatsunternehmen zu einem anderen zu versetzen, sie zu entlassen oder
zu pensionieren. Diese Vollmachten wurden auf Grund einer neuen Verordnung gewaehrt, die den Zweck verfolgte, Arbeitskraefte in verstaatlichten unternehmen einzusparen. Die Tollmachten des Ausschusses wurden durch eine weitere Verordnung
noch erweitert, welche sich gegen Arbeitnehmer richtet, die sich wegen "Gefaehrdung der Demokratie durch ihre Einstellung, Aeusserungen oder Handinngen" schuldig
gemacht haben.
Diese Verordnungen beruehren die Mehrzahl der Industriearbeiter,
immer andauernde Verstaatlichung den privatwirtschaftlichen Anteil an
lichen Wirtschaft -von 80£ auf 20&amp; herabgedrueckt hat. Mitglieder von
ausschuessen, die von den politischen Parteien ernannt werden, fallen
die TerOrdnungen.

da die noch
der gewerbBetriebsnicht unter

Arbeitewettbewerbe
Im Februar 1948 wurden nach dem urspruenglich in der Sowjetunion ueblichen
Muster Arbeitswettbewerbe eingefuehrt. Als Grand wurde angegeben, dass dadurch
die Leistung und der Reallohn der Arbeiter gesteigert wuerden, ohne gleichzeitig
die Selbstkosten in die Hoehe treiben zu muessen. Es warden Wettbewerbe veranstaltet zwischen verschiedenen Betrieben und zwischen einzelnen Abteilungen eines
Betriebes; es sollte der Versuch gemacht werden, das Leistungssoll des Dreijehresplanes zu ueberschreiten. Die Praemlen bestanden in Geldzuwendungen an Einzel*
Personen und Gruppen sowie in der Verleihung von Ehrenbezeichnungen, wie "Bester
ungarischer Betrieb", "Rekordarbeiter", u.s.w.
In der ersten Jahreshaelfte bewirkten die Wettbewerbe erhoehte Einkommen bei

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�den Besohaeftigten« diese sanken jedoch in der «reiten Haelfte, da die Leistungsnormen erhoeht wurden und die Wettbewerbstaetigkeit allgemein abflaute. Starke
Unzufriedenheit machte sich unter der Arbeiterschaft bemerkbar, als die festgesetzten Lohnerhoehungen durch bürokratische Schachermethoden gekuerzt wurden.
Die Produktion stieg zwar an, doch im gleichen Masse erhoehten sich die Aussohussziffern und Materialvergeudung. Die Qualitaet der Erzeugnisse war gering,
und der effektive Wert der erhoehten Produktionsmenge war weniger als es den Anschein
hatte. In den letzten Monaten des Jahres wurden die Bemuehungen auf eine Verminderung der Srstellungakosten konzentriert. Zu diesem Zweok wurde beschlossen, die
Loehne einer Nachpruefung zu unterziehen. Danach werden die Arbeitnehmer nach dem
fuer ihren Arbeitsplatz geltenden Tarifvertrag entlohnt und nicht mehr nach ihren
besonderen Faehigkeiten oder nach der Dauer ihrer Betriebszugehoarigkeit.
Umbildung der Gewerkschaften
Im Laufe des Jahres wurde eine Umbildung der Gewerkschaften vorgenommen. Industriegewerkschaften traten an die Stelle der frueheren Fach-Gewerkschaften, die
nach Berufsgruppen organisiert gewesen waren. Es warde erklaert, dass durch diese
Regelung die Anzahl der in einem Betrieb abzuschllessenden Tarifvertraege verringert
wuerde, dass die Durchfuehrung der Arbeitswettbewerbe gefördert und die Rivalitaet
innerhalb der Gewerkschaften hinsichtlich der fuehrenden Stellung in den Betriebsausschuessen ausgeschaltet wuerden. Bis jetzt sind die bestehenden 48 Fach-GewerkSchäften durch 9 Industriegewerkschaften ersetzt worden. Es wird erwartet, dass
durch diese Umbildung die letzte Trennungslinie zwischen Angestellten und Arbeitern
verschwinden wird. Im Maerz allerdings war das Durchschnittseinkommen der Angestellten immer noch 42£ (im Anstreichergewerbe) bis 150? (in der Papierindustrie)
hoeher als das der Arbeiter.
"Arbeiterfragen im Ausland" des US Ministeriums fuer Arbeit, Mai 1949
STREIK IN EINEM MEXIKANISCHEN
ZEITUNGSTERLAG DER LINKEN
Am 26. Maerz ersuchte die Compania Editoria Populär, S.A., Herausgeberin der
Zeitung El Populär, die ssit langer Zeit das Propagandawerkzeug von Lombardo Toledano
des CTAL (Arbeiterverbandes von Latein-Amerika) und der Partido Populär ist, den
Hauptausschuss fuer Schlichtungs- und Schiedsverfahren um die Genehmigung, 53 Angestellte entlassen zu dnerfen. Grund fuer diese Massnahme, so gab die Gesellschaft an,
sei die schwere wirtschaftliche Krise, in die sie durch die Zurueckzlehung der
staatlichen Subventionen geraten sei.
Die Arbeiter, die mit den beabsichtigen Entlassung nicht einverstanden waren,
traten am 13. April in den Streik mit der Begruendung, dass die Gesellschaft mit der
Lohnzahlung 6 Wochen im Rueckstand sei. Am 29. April wurde eine Einigung erzielt
und El Populär erschien wieder, nachdem 15 Ausgaben ausgefallen waren.
Im Hinblick auf die behoerdliche Handhabung des "Telefonstreiks" verlangte
die Verlagsgesellschaft, dass der Streik als "nicht zulaessig" erklaert werde. Sie
behauptete, dass durch den Streikbeschluss die Arbeitsgesetze formell verletzt
worden seien und dass das Vorbringen der Arbeiter einen Streik nicht rechtfertige.
Der Schlichtungsausschuss verhielt sich passiv und gebot der peinlichen Situation
eines Streiks der Arbeiter gegen eine "Arbeiter"-Zeitung keinen Einhalt. Einige
Zeitungen s chlugen vor, dass die Eigentumsrechte an der Zeitung auf die Arbeiter
uebertragen werden sollten, wie aehnliche Vermoegensuebertragung'en in Faellen des
Bankrotts kapitalistischer Unternehmen bewirkt worden waren. Die Gewerkschaft der
Zeitungsangestellten, die den Streik unterstuetzte, erhob schwere Angriffe gegen
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8

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�Lombarde Sie bezichtigte ihn der Anwendung von Arbeitgeber-Taktiken, weil er versucht habe, den Streik wegen Verletzung einer Formalitaet als "nicht zulaessig" erklaeren zu lassen.
Waehrend El Populär in seiner Erstausgabe nach dem Streik einen grossen Teil
seiner Spalten dem Beistand widmete, den die Zeitung von verschiedenen, Lombardo's
Alianza de Obreros 7 Compesinos de Mexico (Arbeiter und Bauern Vereinigung) angeschlossenen Arbeiterorganisationen erfahren hatte, schrieb er nur sehr wenig ueber
die Beilegung des Streiks. Meldungen aus anderen Teilen der Mexico City Presse
stimmen im allgemeinen darin ueberein, dass die Arbeiter 50£ des waehrend des
Streiks entgangenen Arbeitslohnes, rueokstaendigen Lohn fuer zwei Wochen sowie das
Versprechen erhielten, dass XI Populär den Restlohn in am 6. Mai beginnenden Teilzahlungen begleichen werden. Die Geldquelle, die dieses Abkommen ermoeglichte,
wurde nicht genannt. Die wirtschaftliehen Schwierigkeiten El Populär's bestehen
weiter und Lombardo's Ansehen als hervorragender Politiker der Linken und Arbeiterfuehrer hat nennenswerten Schaden erlitten.
"Arbeiterfragen im Ausland" des TB
Ministerium fuer Arbeit, Mai 1949
ZOSTAENDIGKBITBSTBBITIGKBITES IN AUSTRALIEN
Wie in verschiedenen andern Laendern, so haben auch die Gewerkschaften in
Australien grosse Schwierigkeiten im Hinblick auf die Abgrenzung ihrer Zustaendigkeiten. lin Beispiel hierfuer ist der folgende Bericht*
Im Zustaendlgkeltsstreit des Spaetjahres 1948 zwischen dem kommunistisch
beherrschten Bergarbeiter-Verband und der Australischen Arbeiter-Gewerkschaft
(AWU) entschied der Schiedsrichter zugunsten der letzteren. Den Anlass zu der zu
dem Schiedsverfahren fuehrenden Streitigkeit, die vom 7* Oktober bis zum 8. November
1%8 andauerte und den Foerderungsausfall von ueber 400.000 Tonnen Kohle zur Folge
hatte, gab eine der AWU angehoerende Gewerkschaftsgruppe von 50 Mann, die mit der
Bohrung eines Durchstichs zwischen zwei Gruben fuer eine Köhlenfoerderstrecke besehe eft igt war.
Schiedsrichter Kelly gruendete seine Entscheidung lediglieh darauf, welche
der beiden Gewerkschaften fuer die Arbeit besonders geeignet war, und Hess die
Frage, ob Kerneira als Bergwerk oder als Tunnel anzusehen sei, offen. In einem
frueher entschiedenen, aehnlichen Fall war dem "Verband" die betreffende Arbeit
zugesprochen worden. Zeugenaussagen in der gegenwaertigen Arbeitsstreitigkeit
Hessen, so erklaerte der Schiedsrichter, keinen Zweifel darueber aufkommen, dass
die der AWU angehoerenden Arbeiter die Arbeit in ungefaehr 3 Jahren vollenden,
waehrend diejenigen des Bergarbeiter-Verbandes fuer die gleiche Arbelt wahrscheinlich 20 Jahre benoetigen wuerden. Funktionaere des Bergarbeiter-Verbandes teilten
mit, dass sie den Schiedspruch anfechten wuerden.
Der eroerterte Fall ist indessen nur ein Zwischenspiel in dem anhaltenden
Streit zwischen der AWU und dem Bergarbeiter-Verband. Kuerzlich erhob dieser
Verband Anspruch auf Zustaendigkeit ueber die Bergarbeiter im Erzbergbau, und zwar
in Gebieten, die bisher der Zustaendigkeit der AWU unterlagen. Im Bergwerk Captain's
Fiat traten Bergarbeiter, die seit Mitte Oktober 1948 streikten, schliesslich aus der
AWU aus und schlössen sich dem "Verband" an, aber erst nachdem der groessere Teil
Captain's Fiat verlassen und anderweitig Arbelt angenommen hatte.
"Arbeiterfragen im Ausland" des US
Ministerium fuer Arbeit, Mal 1949
DIE FREIE PRESSE UND DIE PRESSE IN
"POLIZEISTAATEN"
Der amerikanische Journalist Carrol Binder, ehemaliger Pressekorrespondent

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�in Deutschland, hielt kuerzlioh einen Tortrag vor den Unterausschuss der Vereinten
Nationen fixer Nachrichten- und Pressefreiheit. Er verglich die freie Presse mit
der eines Polizeistaates. Binder fuehrte aus, dass eine freie Presse mit der weltanschaulichen Einstellung eines Polizeistaates unrereinbar sei und dass die Sicherheil
der Demokratie auf einer gut unterrichteten Staatsbürgerschaft beruhe. Hinsichtlich der Art der Unterweisung des Staatabuergers und des Umfange der Nachrichten,
die ihm vermittelt werden duerfen, machte er auf zwei sich widersprechende Anschauungen aufmerksam.
"Die erstere gilt dem klassischen Begriff des freien Wettbewerbs der Melnungnaeusserung, der auf der Ueberzeugung beruht, dass ein freies Volk, dem sieh widersprechende und aus verschiedenen Quellen herruehrende Informationen nioht verschlossen sind, befaehlgt ist, die Wahrheit einer Nachricht zu erkennen und sein eigenen
Urteil zu bilden.
Wer immer sich zu dieser Ueberzeugung bekennt, begrnesst die Veröffentlichung
sich widersprechender Anschauungen. Er weiss, dass es gerade dieser Meinungsstreit
ist, der ein Volk geistig muendig macht und der es dem einzelnen ermoeglicht, bei
der Gestaltung seiner sozialen Umgebung taetig und nutzbringend mitzuarbeiten.
Der Anhaenger dieser Ueberzeugung ist auch bereit, die mit dieser Freiheit
verbundenen Nachteile in Kauf zu nehmen, naemlich die manchmal falschen Urteile,
die ihrerseits auf die Anschauungen irregeleiteter oder vielleicht auch boeswilliger
Personen gegruendet sind. Er ist bereit, diesen Preis zu zahlen, weil er weiss,
dass es keinen andern sicheren Weg zur Freiheit gibt*
Die andere Anschauung beruht auf der Verneinung des Wertes und der Wuerde des
Einzelmenschen und stuetzt sich auf den Begriff der behoerdlich kontrollierten Gesellschaft. Die Parteigaenger dieser Ansicht behaupten, dass nur diejenigen Staatsbürger als gut unterrichtet gelten koennen, denen ihr Wissensschatz nach behoe räuchern Rezept verabreicht worden ist. Sie vertreten die Meinung, dass die Wahrheit
nur einer herrschenden Klasse offenbar wird, deren Aufgabe es dann sei, sie an ihre
weniger erleuchteten Mitbuerger weiterzugeben.
Um den Erfolg ihrer Mission sicherzustellen, erachten es die Verneiner demokratischer Freiheit fuer notwendig, in fanatischer Weise das Volk propagandareif zu
machen. Das tun sie, indem sie ihre Wahrheitsdeutung eindringlich wiederholen, ihre
Ansichten widerstreitender Anschauungen systematisch unterdruecken, zu Verdrehungen
und sogar zu amtlichen Luegen Zuflucht nehmen, um die nicht ganz unterbundene
Meinung der andern Seite als unglaubwuerdig hinzustellen. Ja, sie schrecken nicht
vor Terrormassnahmen zurueok, um diejenigen ihrer %tbuerger zu beseitigen, die auf
ihre Propaganda nicht vorschriftsmaessig reagieren.
Hier haben wir den Begriff des Polizeistaates, in dem die Elite die Aeusseruagen ihrer Mitmenschen nur durch die dicke Mauer absichtlich erzeugter Unwissenheit
und staatlicher Propaganda vernimmt und diese Menschen dazu verurteilt, in Finsternis und Furcht zu leben."
Hundfunknachrichtenblatt des Aussenministeriums, 13. Juni 1 % 9
KOMMUNISTISCHE TAETIGKEIT IN UNGARN
Abgesehen von der Anwehdung krasser Terrormassnahmen, haben nach den Ausführungen des frueheren amerikanischen Gesandten in Ungarn, Seiden Chapin, "Die Kommunisten
die Bevoelkerung der Laender hinter dem eisernen Vorhang mit einem 'wirtschaftlichen
Wuergegriff umfasst, der in jedes Gebiet ihres täglichen Lebens eingreift." Chapin
beschrieb die Lebensweise des durchschnittlichen ungarischen Staatwbuergers in einem
Vortrag ueber 'Gewalt und Freiheit', den er vor katholischen Kriegsteilnehmern hielt.
"In der Kunst, sich an der Macht zu halten, zeigen die Kommunisten grosse Geschicklichkeit
Terrormethoden spielen dabei natuerlich eine Rolle. Jeder Ungar
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�kennt irgend jemanden, der auf geheimnisvolle Welse verschwunden ist; der Terror
lauert gewissermassen im Hintergrund und ist daher in der Regel nicht augenfaeilig.
Es ist vielmehr ein wirtschaftlicher Zwang, mit demder einzelne im Zaume gehalten
wird." Kit Bezug auf das kommunistisch beherrschte Ungarn sagte Chapin: "Die Ungarn
werden streng ueberwacht. Da gibt es die uebllchen Blockleiter, und die Besitzer von
Wohnblocks und selbst oft von Einzelhaeusern sind gesetzlich verpflichtet, einen
Hausobmann, eine Art Oberportier, anzustellen, der ueber das Leben und Treiben der
Hausbewohner Bericht zu erstatten hat*
Wenn nach einem solchen Bericht das Verhalten eines Ungarn als unvorschriftsmaesslg angesehen wird, dann wird er unter wirtschaftlichen Druck gesetzt. Er
stellt ploetzlich fest, dass er seine Stellung verloren hat, und nach einer gewissen
Zeit bemerkt er, dass keiner ihn mehr anstellen will. Nebenbei gesagt, haben die
Arbeiter in Ungarn, ungeachtet des Aufhebens, das um die kommunistischen Gewerkschaften gemacht wird, kein Streikrecht mehr. Die wenigen Faelle, in denen die Arbeiter
gegen die Beschleunigung der Akkordarbelt die Stimme erhoben, wurden in der kommunistischen Presse ueberhaupt nicht erwaehnt, obwohl bei diesen Protesten Blut vergossen wurde.
Einem Buerger, der wegen seiner politischen Einstellung in Ungnade gefallen
ist, kann es auch untersagt sein, in den staatlichen Laeden und Restaurants, die
billige Preise haben, zu kaufen oder zu essen. Seinen Fuehrerschein verlaengert
man ihm nicht. Er ist gezwungen, den schwarzen Markt aufzusuchen, und schliesslich
ist es soweit, dass er nichts mehr zu verkaufen und keine Einnahmequelle mehr hat.
Und dann naehert sich 1hm und seiner Familie das Schreckgespenst des Hungers
All dies ist eine sehr wirksame Methode, die Bevoelkerung den Anordnungen der Behoerden gefuegig zu machen. Ich habe diese Methode selbst beobachtet, und sie
funktioniert."
Chapin bezeichnete Ungarn als ein Schulbeispiel dafuer, wie sich der Kommunismus stufenweise die Herrschaft ueber ein freiheitsliebendes Volk sichert.
"Ein Satellitenstaat nach dem andern wurde auf diese Weise unter kommunistische
Herrschaft gebracht, und der kommunistische Einfluss haette sich wahrscheinlich noch
viel weiter ausgedehnt, wenn wir nicht wirksame Gegenmassnahmen ergriffen haetten,"
erklaerte er. Er erinnerte daran, dass bei den ersten Nachkriegswahlen in Ungarn
Im November 1945 nur 17t der Waehler fuer die Kommunisten stimmten, waehrend die
Majoritaet, d.h. 57^, ihre Stimme der Partei der kleinen Landwirte, einer fortschrittlichen und demokratischen Bauernpartei, gab.
Chapin machte darauf aufmerksam, dass sich die Kommunisten in der Koalitionsregierung eine Igelstellung gesichert hatten. Diese Regierung war auf Grund einer
zwischen den massgeblichen Parteien vor den Wahlen getroffenen Vereinbarung, ohne
Ruecksicht auf das Wahlergebnis eine Koalitionsregierung zu bilden, zustandegekommen.
"Nach typischem kommunistischen Muster folgte dann schrittweise mittels Gewalt und
Umsturzmethoden von innen heraus die Einnahme einer herrschenden Stellung."
Zuerst verschafften sich die Kommunisten die Kontrolle ueber die ungarische
Polizei und das Nachrichtenwesen, wobei sie bei dieser "uebllchen einleitenden Aktion"
von Sowjetmarschall Woroschilow, dem Vorsitzenden der Alliierten Kontrollkommission,
unterstuetzt wurden. Es folgte eine Saeuberungsaktion, der die fuehrenden Vertreter
der Regierung und des Heeres zum Opfer füen. Dann erweiterten die Kommunisten ihre
Machtstellung, indem sie innerhalb der Koalitionsregierung einen extremen Linksblock
bildeten, der in Opposition zur Fartei der kleinen Landwirte trat. Schliesslich konzentrierten sie ihre Bemuehungen darauf, innerstaatliche, wirtschaftliche und politische Unruheherde zu schaffen, um das Vertrauen der Bevoelkerung in die Regierungsfaehigkeit der Partei der kleinen Landwirte zu erschuettern.
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�Chapin fuhr fort« "Die Kommunisten griffen zu offenen Terromassnahmen gegen
ihre Gegner. Schauprozesse auf Grund erdichteter Anschuldigungen, Entfuehrungen,
und all die anderen Auswuechse totalltaeren Zwangs und totalltaerer Rechtsprechung
waren an der Tagesordnung.
Rundfunknachrichtenblatts des Aussenministeriums, 17. Juni 1949
EIN AMF.RTKANISCHER LEITARTIKEL UEBER DIE GENTER
GEWERKSCHAFT5TAGUNG
Aus Anlass der am 25. Juni eroeffneten Genfer Konferenz von Gewerkschaftsführern, die sich mit den Vorarbeiten fuer die Schaffung einer neuen Weltgewerkschaftsorganisation befasste, erschien der folgende Leitartikel in einer amerikanischen Zeitung, dem "Louisville COURIER-JOURNAL1':
"Es dauerte freilich Jahre, bis sich die ersten Anzeichen einer kommunistischen Niederlage bemerkbar machten, und die Genfer Tagung ist der Hoehepunkt dieser Niederlage. Die kommunistische Strategie bestand in den einzelnen Laendern
darin, Freunde und Terbuendete dadurch zu gewinnen, dass man fuer die Sache der
Arbeiterschaft eintrat, und das Eindringen ron Kommunisten in Schlüsselstellungen
einiger internationaler Gewerkschaften hatte schon seine wirkung.
Die Arbeiterschaft der Welt, ebenso wie Anhaenger weltumspannender religioeser
Glauben sind sich jedoch seit langem der Tatsache bewusst, dass eine totalitaere
Anschauung keine Freiheit kennt, und dass fuer sie einzig und allein der Staat der
Herrscher ist. Es war gerade das Wissen davon, dass es im kommunistischen Russland keine echte Gewerkschaft gibt, das in erster Linie die Aufloesung des alten
Weltgewerkschaftsbundes herbeifuehrte. Das zweite zerstoerende Element war die
sich in allen Laendern langsam durchsetzende Erkenntnis, dass Kommunisten innerhalb der Gewerkschaften nicht die Sache der Arbeiterschaft vertraten, sondern nur
ein willfaehriges Werkzeug im Dienste eines einzigen Herrn, naemlich Moskaus,
waren.
Die Russen sind geschickte Propagandisten, konnten jedoch nie eine stichhaltige Antwort auf die Frage geben: Wie kommt es, dass in Russland die Gewerkschaften niemals streiken. Sie beantworteten die Fragen natuerlich in einer
gewissen Weise, naemlich damit, dass alles im Lande Eigentum der Arbeiterschaft
sei und dass also die Arbeiter keinen Grund zum Streiken haetten. Das klang
keineswegs uaberzeugend, umsoweniger als man vergass, die folgerichtige Frage zu
stellen, warum denn in diesem Falle die Russen ueberhaupt Gewerkschaften haetten..
Die Fadenscheinigkeit einer derartigen Antwort trat aber noch mehr zutage, als
Grossbritannien zeigte, dass unter einer freien Arbeiterregierung die Gewerkschaften Anlass und Freiheit zum Streik haben.
Kapitalisten und Arbeiterschaft, sie beide haben in demokratischen Laendern
mit Schwierigkeiten zu kaempfen. Unternehmertum und Arbeiterschaft haben, selbst
In DeiLokratien mit weitestgehender Sozialisierung, schwierige Probleme zu loeser..
Sie koennen jedoch frei protestieren, sie sind frei beweglich, und sie geniessen
den Schutz des Gesetzes. Die Genfer Konferenz spiegelt die tiefe Erkenntnis der
freien Arbeiter der Welt wider, dass es unter dem kommunistischen System keine
derartigen Freiheiten gibt."
Aus dem Rundfunknachrichtenblatt des
Aussenministeriums, 30. Juni 1949
DER SOZIALPLAN DER BOLIVIANISCHEN ARBEITER
In Einklang mit dem von dem Direktor der "Bolivianischen Arbeiter-Versicherungs- und Sparkasse" fuer 1949 aufgestellten Haushaltsplan hat diese Anstalt
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�einen ehrgeizigen Arbeltsplan entwickelt. Dieser erstreckt sich auf den Bau
billiger Wohnungen, Krankenhaeuser, Genesungs- und Erholungsheime fuer Arbeiter«
mindestens eine Fortbildungsschule soll errichtet und Darlehen sollen Einzelpersonen
fuer allgemeine konstruktive Zwecke /axr Terfuegung gestellt werden.
Die Anstalt, die im Jahr 1935 als Zentralorganisation fuer ArbelterrerSicherung
errichtet wurde, besteht aus fünf Abteilungen; Versicherung, Sparkasse, Pressewesen,
Sozlalhllfe und Arbeiterwohnungswesen. Die Einnahmen der einzelnen Abteilungen
stammen aus verschiedenen Quellen« z.B. Arbeltgeber- und Arbeitnehmer-Beitraege,
Steuern auf Zinn, Zigaretten, Bier, Bierflaschen, Wein und Importierte Buecher und
Zeitschriften. Der Verwaltungsausschuss der Anstalt setzt sich aus neun Mitgliedern
zusammen, d.h. drei Vertretern der Regierung und je weiteren drei Vertretern ron
Unternehmern und Arbeiterschaft.
Der fuer 1949 aufgestellte Plan soll ron der Anstalt in eigener Regie durehgefuehrt werden, obwohl sie allmaehlioh in das neue umfassende Sozialversicherungssjrstem, das auf dem Sozialversicherungsgesetz vom 7 Januar 1949 beruht, eingegliedert werden soll. Arbeitersiedlungen sollen in den Bezirken mit den duerftigsten
Wohnverhaeltnissen errichtet werden. Bei der vorzugsweisen Zuteilung von Wohnungen
an Arbeiter soll die Anzahl der Familienmitglieder, die Laeng» der Anstellungszeit
in einem bestimmten Betrieb, Militaerdienst, u.s.w. ausschlaggebend sein. Den
Arbeitern wird eine zwanzigjaehrige Zahlungsfrist fuer Haus und Boden gewahrt.
Der erste Schritt in dar Entwicklung von Laendereien, die der koerperlichen
Srtueohtigung von Arbeitern dienen, wurde gegen Ende 1948 durch den Ankauf von
Grundstuecken in den Cochabamba und Oruro Provinzen getan. Arbeiter, insbesondere
Bergleute sollen in die Landgebiete geschickt werden, um dort jeweils 6 - 1 2 Monate
landwirtschaftlich beaehaeftlgt zu werden. Die Verwaltung der "Arbeiter-Versicherungsund Sparkasse" ist der Ansicht, dass sich die "Ertueohtigungsgebiete" mit der Zeit
selbst erhalten und auch den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeiter heben
werden. Man hofft, dass jedem Arbeiter mindestens einmal alle 4 oder 5 Jahre Gelegenheit gegeben wird, einige Monate in den erwaehnten Gebieten zu verbringen.
Die Errichtung der Arbeiter-Fortbildungsschule beruht auf einem Vorschlag der
Abteilung fuer Sozialhilfe. Sie soll besonders der Umschulung von erwerbsbesehraenkten Arbeitern dienen, so dass deren Erwerbsfaehigkelt wenigstens teilweise wieder
hergestellt werden kann. Sollte die Durchfuehrung des Planes noch innerhalb des
Jahres beendet werden, so wuerden sich die Ausgaben auf Bs. 157*743.465 belaufen,
d.h. auf etwa die Haelfte der fuer 1949 geschaetzten Eihkuenfte der Anstalt. Der
mit dem Internationalen Geld-Fond vereinbarte Kurs des Bolivianos ist« 1 US Dollar
- 42 Bolivianos.
"Arbeiterfragen im Ausland" des US Ministeriums fuer Arbeit, Mai 1949
ES GEHT AUCH OHNE STREIK
Streiks hat es in der New Yorker Bekleidungsindustrie schom seit Jahren nicht
mehr gegeben. Arbeiter wie Unternehmer verdanken dies der Arbeitsschlichtung durch
den sogenannten "unparteiischen Vorsitzenden", einer Methode, die von immer mehr
amerikanischen Industrien und oeffentllchen Versorgungsbetrieben angewandt wird.
Auf diese Welse werden Arbeitsniederlegungen meist noch vor Eintreten von Produktionsunterbrechungen beigelegt.
Dieses System, das die New Yorker Bekleidungsindustrie zu einem Vorbild harmonischer Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemacht hat, ist die
Frucht zahlreicher Streiks und Aussperrungen, die zu den erbittertsten und kostspieligsten der amerikanischen Geschichte zaehlen.
Frucht der "grossen Revolte" von 1910
Den Anstoss zur Einfuehrung des Arbeitsschlichtungsverfahrens gab der Ausstand von
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�50 000 Arbeitern der MaentelIndustrie im Jahre 1910, der in die Geschichte der Internationalen Gewerkschaft der Arbeiter der Damenbekleidungsindustrie als die
"grosse Revolte" eingegangen ist. Damals verfasste eine unter dem Vorsitz des
spaeteren Bundesrichters Louis Brandeis stehende Kommission das historische
"Friedensprotokolln, durch das der zweimonatige Streik beendet wurde. Neben einem
aus zwei Vertretern der Gewerkschaften und zwei Vertretern der Arbeitgeber bestehenden Vier-Mann-Komltee wurde ein dreikoepfiger Schlichtungsausschuss geschaffen, dein
Brandeis als Repraesentant der Oeffentlichkeit und je ein Sprecher der Unternehmer
und der Arbeiter angehoerten.
Verhaeltnismaessig wenig Auseinandersetzungen werden ueberhaupt bis vor den
unparteiischen Vorsitzenden getragen. Soweit sie nicht durch Arbeitgeber und Betriebsrat beigelegt werden koennen, versuchen Gewerkschaft und Unternehmerverband
zu einer Einigung zu kommen. Schlaegt auch dieser Versuch fehl, so wird der unparteiische Vorsitzende gebeten, eine Verhandlung anzuberaumen. Ein Grossteil
dieser Faelle wiederum klaert sich, bevor es zu der angesetzten Verhandlung kommt,
bzw. bevor der Schiedsspruch gefaellt wird.
Nach den Vereinbarungen muss jede dem unparteiischen Vorsitzenden unterbreitete
Meinungsverschiedenheit als neuer Fall behandelt werden - d.h., fruehere Entscheidungen in gleichen Angelegenheiten koennen nicht zur Abweisung einer neuen Klage
als Praezedensfaelle zitiert werden.
Die entscheidende Vollmacht des unparteiischen Schiedsrichters besteht in
seinem Recht, ohne Ruecksicht auf die jeweiligen Ursachen die Beendigung jedes
Streiks und jeder Aussperrung innerhalb von 24 Stunden zu verlangen. Vergehen
gegen diese Anordnung koennen mit Verlust des Arbeltsplatzes fuer die Weiterstreikenden bestraft werden, und unnachgiebige Unternehmer koennen aller ihrer Vorrechte
aus dem bestehenden Kollektivvertrag verlustig gehen. Damit diese Bestimmung nicht
dort zu Ungerechtigkeiten fuehrt, wo es sich um wirklich berechtigte Meinungsverschiedenheiten handelt, pflegt der zur Zeit amtierende unparteiische Schiedsrichter
bei Arbeltseinstellungen die Verhandlung innerhalb der naechsten 24 Stunden anzuberaumen. Dringende Faelle werden noch am gleichen Tage und die meisten innerhalb
einer Woche entschieden*
"Amerika Dienst" 18. Juli 1949
GEMEINSAMES VORGEHEN DER CIO-GEWERKSCHAFTEN
Auf seiner der Delegiertenkonferenz vorangehenden Tagung begann heute der
Internationale Vorstand der dem Verband der amerikanischen Industriegewerkschaften
(CIO) angeschlossenen Automobilarbeitergewerkschaft damit, die kuenftlge Verbandspolitik auf das Vorgehen der dem Verband angehoerenden Stahlarbeitergewerkschaft
abzustimmen* dieses geschah, indem sich der Verbandsvorstand auf das nachdruecklichste fuer die in diesem Jahre erhobenen Pensions- und andere wirtschaftliche
Forderungen einsetzte.
Da der Vorstand der Automobilarbeitergewerkschaft bei seinen Verhandlungen
mit der Ford Motor Company nicht unmittelbar vor der Notwendigkeit stand, sich
sofort entscheiden zu muessen, ob er einen Streik ausrufen sollte oder nicht, versuchte er anstattdessen, in eine strategische Position zu können, die Philip Murray,
dem Vorsitzenden sowohl der Stahlarbeitergewerkschaft wie des Verbandes der amerikanischen Industriegewerkschaften (CIO), bei seinen Verhandlungen mit den grossen
Stahlgesellschaften eine bessere Verhandlungsbasis bieten wuerde.
Das gemeinsame Ziel der Stahlarbeitergewerkschaft, die mit der United States
Steel Corporation in Verhandlungen steht, und der mit Ford und Chrysler verhandelnden Automobilarbeitergewerkschaft besteht darin, fuer die der CIO angehoerenden

- 1A -

�6 Millionen Arbeiter soziale und wirtschaftliche Sicherungen durchzusetzen, die
in rerbesserten Ruhegehaeltern, unterstuetzung bei Krankheit oder sozialer Bedürftigkeit und in einer der Steigerung der Lebenshaltungskosten entsprechenden
Lohnerhoehung bestehen.
Diese drei Forderungen, die weiter gehen als alle sonst bisher von der CIO
nach dem Kriege aufgestellten Forderungen, bilden das Ziel der vierten Runde des
Kampfes der beiden Gewerkschaften, von denen jede eine Million Mitglieder hat.
Man erwartet, dass bei den Verhandlungen beider Gewerkschaften der kritische Punkt
noch im Laufe dieses Monats erreicht sein wird.
Reuther ueber sein Vorgehen
Walter P. Reuther, der Vorsitzende der Automobilarbeitergewerkschaft, erklaerte, dass er und Murray nach einem gemeinsamen Plan vorgingen. Vor Beginn
der Sitzung des aus 22 Mitgliedern bestehenden Vorstandes aeusserte Reuther der
Presse gegenueber, er wuerde die Haltung der Automobilarbeitergewerkschaft auf
der am Sonntag beginnenden Delegiertenkonferenz dieser Gewerkschaft darlegen.
Am Sonntag wird Reuther zu den 2.400 Delegierten sprechen und am folgenden
Tage auf der Konferenz das Wort ergreifen. Die Tatsache, dass der CIO-Vorsitzende
selbst auf der Tagung anwesend sein wird, bietet die Moeglichkeit, die von beiden
Gewerkschaften gleichzeitig vorgebrachten Plaene noch in letzter Minute enggueltig aufeinander abzustimmen«
In der offenbaren Absicht, der Stahlarbeitergewerkschaft die Fuehrung zu
ueberlassen, machte die Automobilarbeitergewerkschaft in der vergangenen Woche
Ford den Vorsehlag, das am 15. Juli ablaufende Tarifabkommen bei taeglicher Kuendigungsmoeglichkeit vorlaeufig weiterbestehen zu lassen. Dieser Vorschlag wurde
von Ford angenommen. Auf diese Weise wurde die Automobilarbeitergewerkschaft
des Zwanges enthoben, in ihren Unterhandlungen mit Ford unverzueglich Entscheidungen su treffen.
Man nimmt an, dass die Verhandlungen mit der Chrysler-Gesellschaft, die nicht
bis zu einem bestimmten Termin abgeschlossen sein muessen, solange hinausgezogen
werden werden, bis die Verhandlungen mit Ford zu einem Ergebnis gefuehrt haben.
Man wies hier gestern darauf hin, daws sich ein Streik gegen die United States
Steel Corporation sofort auch auf einen grossen Teil der Automobilindustrie auswirken wuerde. Allerdings wuerde das noch nicht bedeuten, dass somit ein Streik
gegen die Fordgesellschaft ueberfluessig geworden waere» ein solcher Streik
koennte durchaus notwendig werden, erzeugt doch Ford einen grossen Teil seines
Stahlbedarf8 selbst«
New York Times, 8. Juli 1949
DIB AMZRIKANISCHB ZEITUNGSGBWBRKSCHAFT UND
D U MAR3HALLPLAN-VERWALTJNG
Die American Newspaper Guild, die Gewerkschaft der im Zeitungswesen Beschaeftigten, hat auf ihrer diesjaehrigen Delegierten-Konferenz in Columbus (Ohio) ihren
bisherigen Vorsitzenden Harry Martin fuer eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren
durch Zuruf wledergewaehlt. Anschliessend bewilligte man ihm eine Verlaengerung
seines Urlaubs, die ihm erlaubt, seine Taetigkeit als einer der Berater Botschafter W. Avereil Harrlman's, des Sondervertreters der Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) in Europa, weiter fortzusetzen.
Am 2. Juli fasste der internationale Vorstand der Zeitungsgewerkschaft einen
Beschluss, der u.a. folgenden Satz enthielt« "Die Gewerkschaft ist stolz darauf,
dass ihr Vorsitzender Martin aufgefordert worden ist, unserem Lande auch weiterhin in gleicher Eigenschaft zu dienen. Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass
sie keinen besseren Beitrag zur Herstellung eines dauerhaften Friedens leisten
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15

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�kann als dadurch, dass sie der Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit
(ECA.) bei der grossen und schwierigen Aufgabe, Suropa wirtschaftlieh wieder aufbauen zu halfen, die Dienste ihres Vorsitzenden zur Yerfuegung stellt."
Martin berichtete der Konferenz, dass sich der Marshallplan erfolgreich
auswirkt und die Billigung der europaeischen Arbeiterschaft deshalb findet, weil
die amerikanischen Gewerkschaften an massgebender Stelle am europaeischen Wiederaufbauprogramm teilnehmen.
Martin erklaerte jedoch, dass man mit dem Wiederaufbau Suropas erst am
Anfang stuende und fuehr fort: "Wir messen die einmal begönne Aufgabe auch zu
Ende fuehr en. Ton Anfang an war das europaeis che Wiederaufbauprogramm als ein
Vierjahresplan gedacht. Wir haben noch drei Jahre vor uns. Zwar sind die Kommunisten in Europa im Zurueckwelohen," fuegte Martin hinzu, "aber wir muessen auch
in Zukunft in allen Laendern auf der Hut sein« "Denn," so sagte er,"die Bedrohung
durch den Kommunismus in Friedenszeiten ist groesser als die durch den Fashismns
im Kriege."
Kr bezeichnete es als ampoerend, dass es noch Menschen gibt, die vorgeben,
die Freiheit zu lieben, und dabei ein politisches System unterstuetzen, das 12
Millionen seiner eigenen Buerger als Sklaven in Arbeitslagern gefangen haelt.
"Die Sowjetunion von heute wendet all« die bekannten Waffen des Polizeistaates an;
Aufhebung der Freiheit der Presse, der Bede und der Religionsausuebung: Unterdrueckung der Bürgerrechte und der persoenlichen Freiheit« willkuerliehe Eingriffe in das baeusliehe und kulturelle Leben und in die Arbeit der Gewerkschaften
und schliesslich jetzt auch wieder die unheilvolle Aufreizung zum Rassenhaas
mittels einer planmaessigen antisemitischen Hetze .

- 16 -

Manpower Division
OMODS, APO 742

QNOUS. »-22W0, lAo. J.U « , 1 «

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - 23/24

Berlin, 5. August 1949

Die Manpower Division der amerikanischen Militaerregierung wird
sich in Kuerze in Frankfurt e t a b l i e r e n . Bis zur endgueltigen Uebersiedlung erscheinen d i e "Internationalen Arbeitsmitteilungen" in unregelmaessigen Abstaenden. Manche Nummern werden nur 12 oder 8 Seiten stark
sein s t a t t der ueblichen 16 Seiten.
Es wird s i c h in Kuerze a l s notwendig erveisen, eine ISntscheidung
darueber zu t r e f f e n , ob das B l a t t weitergefuehrt wird oder n i c h t . Unsere
Leser werden gebeten, ihre Stellungnahme dazu, ob s i e es fuer notwendig
halten, dass die "Internationalen Arbeitsmitteilungen" fortgefuehrt werden
im bejahenden oder verneinenden Sinne an folgende Adresse zu senden« Manpower Division OMGÜS, AFP 757, U.S. Army
INHALTSVERZEICHNIS
Report von Gerhard Nuernberg
Eine Ueber sieht ueber das Kollektiwerfahren
Englische Bevoelkerungsprobleme
Die Lage der Arbeiterschaft in Japan

1
5
9
— 10

Folgender Artikel i s t aus dem Report von Gerhard Nuernberg, Vorstand der öffentlichen Betriebe und Verwaltungen sowie des Iransportes Gross-Berlin (UGO).Er e n t h ä l t
einige Beobachtungen, die Herr Nuernberg während seiner
Studienreise nach den Vereinigten Staaten a l s Mitglied
der Gewerkschaftlergruppe aus Berlin machte.
Bemerkungen zur Lohn- und T a r i f p o l i t i k in den Vereinigten Staaten
Venn man erstmalig - und v i e l l e i c h t auch ueberhaupt einmalig - in den Vereinigten Staaten von Nordamerika w e i l t , dann sind die 3indruecke dieses Landes, das
t r o t z und sogar wegen der Verwicklung in den 'Veitkrieg Nr. 2 an w i r t s c h a f t l i c h e r
Macht immer s t a e r k e r geworden i s t , auf den aus Deutschland kommenden Besucher dera r t frappierend, dass man zunaechst einmal betaeubt von dem schier unendlich schei-

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1

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�nenden Strom dar Automobile, geblendet von den schreienden Reklamen und den In
allen Variationen spiegelnden und glitzernden Lichtreflexen des Broadway und nachdenklich Tor den uebervollen Laeden und Warenhaeusern wird. Unter dem Eindruck
dieses pulsierenden Lebens eines jungen Erdteils, der ueber alle Bodenschaetze
und landwirtschaftliche Gueter verfuegt, die sich eine moderne Zivilisation ueberhaupt nur vorstellen kann, vergisst der aus Europa Könnende und mit der Tradition
einer ueber 2.000 Jahre alten Geschichte Behaftete beinahe, dass er Ja dieses Land
zu Studienawcken bereist und dass es gilt, innerhalb der zur Verfuegung stehenden
60 Tage alle Moeglichkeiten hierfuer auszunutzen.
Als Berliner Gewerkschaftler, die wir ohnehin durch den Kampf um die zukuenftige Stellung Berlins innerhalb Deutschlands und der '.Veit durch ein gemeinsames Band
verbunden sind, kamen wir in die U.S. auch mit unserem gemeinsamen Grund-Interesse,
und wir haben uns redlich darum bemueht, uns ueber alle Fragen des wirtschaftlichen
und oeffentlichen Lebens sowie der Gesetzgebung und der Beziehungen der Menschen
untereinander, die einen Gewerkschaftler ueberhaupt nur interessieren koennen, so
erschoepfend wie moeglich zu unterrichten.
Aber neben diesen gemeinsamen Interessen hatte sich jeder von uns fuer ein
besonderes Spezialgebiet entschieden. Da meine wesentliche Taetigkeit im Gewerkschaftsleben bisher auf dem Gebiet der Lohn- und Tarifpolitik lag, stand es fuer
mich fest, dass ich mich diesen Fragen in den U.S.A. besonders widmen wuerde.
I. Verfahren ueber Tarifvertraege und Vereinbarungen
DiB rd. 15 Millionen amerikanischen Gewerkschaftler fallen unter rd. 50-000
Tarifvertraege und TarifVereinbarungen. Die tariflichen Regelungen unterscheiden
sich in mancher Beziehung wesentlich von dem in Deutschland ueblichen Verfahren.
Die Gruende hierfuer sind u.a.»
Es gibt in den Vereinigten Staaten noch keine gesetzliche Krankenversicherung,
wie sie bei uns in Deutschland seit etlichen Jahrzehnten besteht. Es bestehen
keine derartig tiefgreifenden Unterschiede zwischen den "Arbeitern" und den "Angestellten" (was wesentlich in das Gebiet des Kuendigungsschutzes hinueberspielt),
es gibt auch in der privaten Wirtschaft keine Betriebsraete, und demzufolge ist
auch der Begriff des "Mitbestimmungsrechtes" in den U.S.A. ganz anders aufzufassen
als bei uns.
Um bei dem Mitbestimmungsrecht zu bleiben:
In den Kontrakten und Agreements ist durchweg festgelegt, wie der Betrieb, fuer den
ein derartiger Vertrag gilt, gewerkschaftlich klassifiziert wird, d.h. ob es sich
um einen "closed Shop" oder einen "union shop" handelt. Im closed Shop werden nur
Gewerkschaftsmitglieder eingestellt, und der Arbeitgeber verpflichtet sich hierzu durch seine Unterschrift unter den Tarifvertrag. Im Union shop muessen sich
Neueingestellte innerhalb einer bestimmten Frist, meist sind es 30 Tage, entscheiden
ob sie der Gewerkschaft beitreten wollen oder nicht. Im letzteren Falle muessen
sie nach Ablauf der Frist die Konsequenzen ziehen. Hier haben die Gewerkschaften
also ein hundertprozentiges Mitbestimmungsrecht auf die Einstellung, und bei Entlassungen haben sie es auch, weil nach dem Prinzip der Seniority bei Betriebseinschraenkungen oder Konjunkturkrisen stets diejenigen zuerst entlassen werden muessen
die nicht durch die Seniority geschuetzt sind, d.h. diejenigen, die die relativ
kuerzeste Zeit in dem Unternehmen taetig sind.
Hier ergab sich uebrigens ein Kuriosum, da viele Frauen, die waehrend des
Krieges in den fuer die Kriegsindustrie wirkenden Betrieben an die Arbeitsplaetze
der Maenner getreten waren und die nun, wo entweder die entlassenen Soldaten in
die '.Virtschaft zurueckstroeinen oder bei Betriebseinschraenkungen entlassen werden
sollen, sich auf das Prinzip der Seniority berufen, und in der Tat sind ja manche
inzwischen schon 6, 7 oder 8 Jahre in ein und derselben Fabrik taetig
- 2 -

�Unaero alte Forderung "Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit" ist in vielen Betrieben tarifvertraglich festgelegt, und dort, wo die Bedingung der "gleichen Arbeit" nicht erfuellt ist, werden die Frauen etwa 10 -15? geringer bezahlt als die
Maenner.
Krankenvers icherung
Die Tarifvertraege kennen keine Sozialzulagen und KinderZulagen, wohl aber
haben wir- und das betrifft insbesondere die Staffelung der Bezuege im ©öffentlichen Dienst, in dem ca. 3 Millionen Arbeitnehmer taetig sind - eine Aufteilung nach
Dienst- und Berufsjahren.
An Stelle der bisher fehlenden generellen Krankenversicherung gibt es in den
Unternehmen der verschiedensten Industriezweige haeufig Abschluesse mit Privatversicherungsgesellschaften, und in den Tarifvertraegen wird genau festgelegt, wie
hoch der prozentmaessige Anteil der Arbeitgeber bzw. der der Arbeitnehmer ist. In
anderen Tarifvertraegen wieder ist ausdruecklich vermerkt, dass den Beschaeftigten
pro Jahr eine Anzahl von Tagen als bezahlter Krankheitsurlaub garantiert werden.
Es gibt Regelungen, die eine siebentaegige Krankheitsbezahlung zulassen, es gibt
aber auch Vereinbarungen, wonach jeder Arbeiter 15 Tage im Jahr Anspruch auf Bezahlung bei Krankheit und damit verbundene Arbeitsunfaehigkeit hat. Bei den Bediensteten der Amerikanischen Bundesregierung und der hierzu gehoerenden und im
ganzen Lande verteilten Ressorts besteht auf Grund der tariflichen Vorschriften die
Moeglichkeit, diesen Krankheitsurlaub fuer eine bestimmte Anzahl von Jahren zu
akkumulieren, d.h. ein Arbeitnehmer, der das Giueck hatte, waehrend dreier Jahre
nicht krank geworden zu sein, kann im vierten Jahr im Falle seiner Erkrankung nunmehr mit einer Bezahlung waehrend der Krankheit fuer 60 Tage rechnen. Bei unverschuldeten Entlassungen geht der aufgesparte Krankheitsurlaub nicht verloren, sondern wird in bar abgegolten.
Da es in den Vereinigten Staaten keine so ausgedehnten KuendigungsVorschriften
wie bei uns gibt und also die wirtschaftliche Sicherung unter Umstaenden fuer
mehrere Monate wie bei uns nicht gegeben ist, wird der aufgelaufene Betrag fuer
nicht in Anspruch genommenen Krankheitsurlaub am Ende der Taetigkeit in Dollar
ausgezahlt und erweist sich trotz des an sich unsozialen Charakters doch als wertvolle Ueberbrueckung beim Uebergang von einer Stellung in die aidere.
Urlaubsbestimmungen
Die Bestimmungen fuer den jaehrlichen Erholungsurlaub weichen auch von unserem
deutschen Brauch ab. Im allgemeinen besteht - und zwar fuer Arbeiter wie fuer
Angestellte - in gleicher '..eise Anspruch auf eine Woche Erholungsurlaub nach einer
Betriebszugehoerigkeit von einem Jahr. Steigerungen um eine weitere Woche erfolgen,
und zwar in einzelnen Tarifvertraegen unterschiedlich, nach drei, fuenf oder auch
mehr Jahren, und drei Wochen Urlaub werden in einigen Faellen nach 15-jaehriger
Betriebszugehoerigkeit und sogar auch erst nach 25-jaehriger Zugehoei-igkeit gewaehrt.
Im Gegensatz zu unserer Auffassung, die wir den Urlaubsanspruch als unabdingbar und
nicht durch Bargeld abzufinden betrachten, kommt es in Amerika haeufig vor, dass der
Arbeiter anstatt der Freizeit die Bezahlung vorzieht.
Das Gesamtpersonal des Bundesdienstes erhaelt, wie uns von der zuständigen
Gewerkschaft erklaert wurde, allerdings einen weit hoeheren Urlaub, und zwar einheitlich 26 Werktage pro Jahr. Auch hier besteht die Moeglichkeit des Gutschreibens
fuer zwei und mehr Jahre, doch duerfen nicht mehr als 150 Tage akkumuliert werden.
Bei Entlassungen, die etwa vorgenommen werden muessen, wird der gesparte Urlaub in
bar ausbezahlt. Am meisten beeindruckt hat mich, dass seit 1914 die woechentliche
Durchschnittsarbeitszeit von 49 Stunden durch die riinflussnahme der Gewerkschaften
allmaehlich gesenkt und auf 40 Stunden beschraenkt werden konnte. £s gibt kaum
einen Tarifvertrag, in dem nicht die 40-stuendige Arbeitswoche ausdruecklich aner-

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�kannt wird.
Bei notwendig werdenden Ueberstunden - und dies trifft natuerlich in ausgesprochenen Konjunktur- und Saisonbetrieben zu - erhalten die Beschaeftigten generell
eine 50-prozentige Ueberstundenbezahlung, und an Feiertagen betraegt der Aufschlag
100*.
II Lohnverhaeltnisse der Arbeiter &amp; Angestellten
Bei der Ermittlung des Lohnbildes in den einzelnen Berufsgruppen der verschiedenen Industrie- und Wirtschaftszweige ist - wie ueberall - bei der Weitraeumigkelt
der U.S.A. keine allgemein gueltige Festlegung moeglich. In den Suedstaaten liegt
der Durchschnittslohn bei jedem einzelnen Beruf um 20 - 30i niedriger als etwa in
den Staaten Michigan, Illinois oder 'Wisconsin, und auch in den einzelnen Staaten
der U.S.A. gibt es Unterschiede in der Bezahlung in den kleineren und groesseren
Staedten. Der Facharbeiter verdient etwa zwischen 80 und 90 Dollar, der qualifizierte Facharbeiter zwischen 90 und 110 Dollar, der angelernte Arbeiter zwischen
60 und 70 Dollar und der ungelernte Arbeiter zwischen 40 und 55 Dollar pro Woche.
Der Durehschnittsangestellte in der Privatwirtschaft bzw. der Bedienstete in der
oeffentlichen Verwaltung erhaelt etwa zwischen 65 und 80 Dollar pro Woche. Die
perfekte Stenotypistin kommt auf etwa 50 - 55 Dollar pro Woche, waehrenü ihre
Schwester, die Fabrikarbeiterin, beispielsweise in einem Grossbetrieb der chemischen Industrie, bei einem Stundenlohn zwischen 1,20 und 1,30 Dollar auf 48 bis
52 Dollar pro 'Joche kommt.
Die Lebenshaltungskosten liegen gegenueber 1945 und erst recht gegenueber der
Torkriegszeit wesentlich hoeher, doch seien zum Vergleich mit den Loehnen einige
Preise genannt«
Ein Herrenanzug kostet 40-45 Dollar, ein Damen-Sommerkleid zwischen 6-8 Dollar,
ein Paar Herren-Halbschuhe 7-9 Dollar, ein Herren Oberhemd 2,50 bis 3,50 Dollar,
ein Paar Herrenstruempfe 1,10 bis 1,30 Dollar, ein Pfund Kaffee 52 Cent, ein Pfund
Mehl 10 Cent, eine Zigarette 1 Cent, Fahrgeld auf der U-Bahn in New York 10 Cent.
Diese Beispiel lassen sich beliebig erweitern, allerdings sind die Mieten recht
hoch, man rechnet etwa 20-25 £ des Einkommens fuer Wohnungsmieten.
Durch die Rationalisierung der Arbeitsmethoden basieren die meisten Loehne
infolge der Arbeit am Fliessband auf den Zeitstudien und entsprechenden kalkulatorischen Berechnungen. Der Einfluss der Gewerkschaften als Tarifpartner auf die
Geschwindigkeit des Bandes, wie a.B. in den Ford-V/erken, ist recht unterschiedlich.
Durch die Mitbestimmung im Arbeitstempo bei Ford sind die Arbeiter und Arbeiterinnen
vor Ausbeutung geschuetzt, und der jetzige Streik in den Ford-V/erken geht nicht zuletzt darum, dass die Unternehmerseite, die sich aus Gruenden der Absatzschwierigkeit zu PreisSenkungen verstehen musste, sich nunmehr bemueht, die Einbusse im
Profit dadurch wettzumachen, dass sie das Arbeitstempo wieder wie frueher beschleunigen will, und dagegen wehrt sich die Gewerkschaft. Bei anderen Gross-Betrieben
wie z.B. der International Harvester Company in Milwaukee, hat die Union gar keinen
Einfluss auf das Fliessbandsystem. Dort, wo manuelle und kombinierte Arbeit vorherrscht, wie z.B. in der Konfektion oder in Grosswaeschereien, in Reinigungsanstalten, sind saemtliche Loehne auf Stueckbasis und damit auf Akkord abgestellt.
III Allgemeine Beobachtungen und Zusammenfassung.
Waehrend des Aufenthaltes in den U.S. habe ich uebttr 30 verschiedene Tarlfvertraege von den von uns besuchten Firmen erhalten, und sehr viel Spezialmaterial
stellte das Arbeitsministerium in Washington zur Verfuegung. Alle diese Unterlagen
werden im Laufe der naechsten Zeit sorgfaeltig ausgewertet und der Berliner Gewerkschaftsbewegung als abgeschlossene Arbeit zur Verfuegung gestellt.
Die Sozial- und Arbeitsgesetzgebung sowie das Tarifrecht und das System der
Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten kann man natuerlich in 60 Tagen nicht erschoep-

- 4 -

�fend kennenlernen, doch hat der uns gewaehrte Einblick genuegt, um Vergleiche
zwischen dem bei uns Vorhandenen und den Errungenschaften drueben anzustellen.
Seit 1935, dem New Deal des Praesidenten Roosevelt, der fuer diese seine soziale
Einstellung Ton den Gewerkschaftlern besonders hoch verehrt wird und dessen Bildnis in keinem Gewerkschaftsbuero fehlt, wie auch bei GewerkschaftsVeranstaltungen
aller Art das Symbol der U.S., das Sternenbanner, ueberall sichtbar aufgestellt ist,
sind sehr beachtliche gesetzliche Regelungen verabschiedet worden, die einmal beweisen, wie hoch das soziale Verantwortungsgefuehl sich entwickelt hat und zum anderen
zeigen, in welcher Richtung sich die zukuenftige Arbeitsgesetzgebung bewegen wird.
Es gibt bereits Gesetze ueber die Festlegung von Mindestloehnen, ueber die Verhinderung von Kinderarbeit, und in jedem der 48 Staaten des Landes gibt es neben
vielem anderen besondere Bestimmungen zum Schutze von Frauenarbeit.
Durch Vermittlung der AFL und CIO sowie durch die faire Zusammenarbeit beider
Gewerkschaftsrichtungen in bestimmten Fragen haben wir unsere Beobachtungen sammeln
und manche lehrreiche Vergleiche mit unseren eigenen Nachkriegsverhaeltnissen in
Deutschland ziehen koennen. Der hohe Lebensstandard der amerikanischen Arbeitsnehmerschaft ist nicht nur ein Ergebnis der technischen Vollkommenheit bei der
Gewinnung industrieller und landwirtschaftlicher Gueter zu verhaeltnismaessig niedrigen Gestehungskosten, sondern auch dem energischen Wirken der amerikanischen
Gewerkschaften bei der Interessenwahrnehmung der von ihnen vertretenen Mitglieder
zu verdanken. Die amerikanischen Gewerkschaften sind nicht, wie teils irrtuemlich
und teils auch boshafterweise angenommen wird, Fuersorgevereine oder von der
Unternehmerschaft abhaengige Gebilde oder gar "Staatengewerkschaften", sondernund das hat uns als Berliner das Herz hoeher schlagen lassen - ausgesprochene
KampfOrganisationen.
(Gerhard Nuernberg)
EINE UEBSRSICHT UEBER DAS KOLLEKTIV VERFAHREN
Arnold F. Campo ist Funktlonaer beim Verbände der Vereinigten Stahlarbeiter
Amerikas (CIO), gleichzeitig ist er aber auch Lehrer auf Gebieten, die fuer die
Gewerkschaften von Interesse sind. Dieser Artikel gibt eine Uebersicht, wie sie
Mr. Campo bei Diskussionen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ueber ein wirksames Verhandlungsverfahren anwendet. Wir zitieren hier den ganzen Artikel:I. Bedingungen, die fuer ein wirksames Kollektiwerfahren vonnoeten sind
a) fuer die Gewerkschaft und den Unternehmer.
1. Das Kollektiwerfahren sollte ein erzieherischer wie auch ein vermittelnder
Prozess sein. Es sollte den Fuehrern der Gewerkschaften die Gelegenheit geben,
dem Unternehmer die Beduerfnisse, die i'/uensche die Beschwerden wie auch die
Stellung der Arbeitnehmer zu vermitteln, und es dem Arbeitgeber ermoeglichen,
den Gewerkschaftsfuehrern und durch diese wiederum den Arbeitnehmern die Probleme
und wirtschaftlichen Kraefte nahezubringen, denen sich die Arbeitgeber gegenuebersehen.
2. Der Arbeitgeber wie auch die Gewerkschaft muessen das Kollektiwerfahren
als ein Mittel ansehen, um die bestmoegliche Loesung zu finden, und nicht als ein
Mittel, einerseits soviel wie nur irgendmoeglich herauszuholen, waehrend man
andererseits so wenig wie nur irgend moeglich zu geben gewillt ist. Es muss
das ehrliche Bestreben vorhanden sein, die Fragen zu loesen anstatt einen Korapromiss abzuschliessen.
3.

Beide Parteien muessen über genuegend vermittelnde Kraefte verfuegen,

um sich Respekt verschaffen und die Bedingungen des Abkommens durchsetzen zu koennen.

-

5 -

�4. Gegenseitiges Vertrauen muss -vorherrschen, ebenso guter Wille und der
Wunsch, das Kollektiwerfahren in Gang zu bringen.
5. Eine ehrliche, faehlge und verantwortliche Fuehrerschaft ist notwendig.
6. Die Parteien muessen genauestens die Gesetze des Landes bzw. des betreffenden Staates in bezug auf das Kollektivverfahren beachten.
7. Es ist sehr wichtig, dass sich beide Parteien darueber klar sind, dass das
Kollektiwerfahren in einem Sinne eine Form von Preisfestsetzung darstellt und
dass ein erfolgreiches Kollektivverfahren letzten Endes davon abhaengt, ob die
Gewerkschaft und der Arbeitgeber richtig dabei verfahren, wenn es darum geht,
den Preis der Arbeit in angemessener Weise den anderen Preisen anzugleichen.
b) fuer den Arbeitgeber«
1. Der Arbeitgeber muss eine realistische Arbeitspolitik entwickeln und sich
staendie an sie halten, die von allen seinen Vertretern akzeptiert und durchgefuehrt werden muesste.
2. Da die Gewerkschaft fuehlen muss, dass ihre Existenz gesichert ist, muss
der Arbeitgeber die Gewerkschaft ohne jede Eins ehr aenkung anerkennen und sie als
eine konstruktive Kraft in der Industrie akzeptieren.
3. Der Arbeitgeber sollte keineswegs guten Willen seitens der Arbeitnehmer
als einen fortdauernden Zustand betrachten. Er sollte von Zeit zu Zeit die Be••
stimnlUngen und Vorschriften - einschliesslich derjenigen, die die Vorgesetzten
einfuehren und durchsetzen - pruefen, mit denen die Arbeitnehmerschaft geleitet
wird. Diese bestimmen naemlich die Haltung, die Zufriedenheit und den guten Willen
der Arbeitnehmer.
4. Der Arbeitgeber sollte sich von der Voraussetzung leiten lassen, dass es
notwendig ist, die Gewerkschaft fair zu behandeln, wenn sie eine verantwortungsvolle und ein erhaltender Faktor sein soll, und zufriedenstellende Geschaeftsbeziehungen zu ihren Vertretern zu schaffen, damit diese und die Gewerkschaftsmitglieder nicht leichtfertigerweise diese Beziehungen gefaehrden.
5. Der Arbeitgeber sollte nicht darauf warten, bis die Gewerkschaft Beschwerden vorbringt, sondern sollte jeden moeglichen Versuch machen, der darauf abzielt,
zu verhindern, dass sie ueberhaupt erst entstehen koennen, und sie prompt zu beseitigen, sobald sie sich zeigen.
6. Bei jeder verhandelnden Gruppe sollte der Arbeitgeber nur mit einer einzigen Gewerkschaft verhandeln, wo aber zwei Gewerkschaften um ihre Anerkennung bemueht
sind, da sollten keine Verhandlungen aufgenommen werden, bis eine Gewerkschaft die
Mehrheit darstellt.
7. Beim Abwaegen der wirtschaftlichen Belange innerhalb der Kollektiwerhandlungen sollte der Arbeitgeber mehr Viert auf soziale Momente legen.
c) fuer die Gewerkschafte»
1. Vom Gesichtspunkt der Rechte aus, die der organisierten Arbeiterschaft in
den letztvergangenen Jahren zugebilligt wurden, muss es jede Gewerkschaft als ihre
Pflicht ansehen, dass innerhalb ihrer eigenen Organisation alle Zwangsmassnahmen
und andere undemokratischen Praktiken ausgeschaltet werden.
2. Die Gewerkschaftsfuehrer muessen die wirtschaftlichen Momente innerhalb
des Kollektiwerfahrens verstehen und sich darueber klar werden, dass die Forderungen der Gewerkschaft aus dem Einkommen und aus den Hilfsquellen der Industrie
bewilligt werden muessen.
3. Die Gewerkschaftsführer duerfen ihre Funktion nicht in der "'eise auffassen,
dass sie lediglich dazu dient, hoehere Loehne, kuerzere Arbeitszeiten und bessere
Arbeitsbedingungen fuer ihre Mitglieder herauszuholen. Sie selbst und ihre Mitglieder haben die Verpflichtung, daran mitzuarbeiten, dass Verschwendung bzw. Vergeudung vermieden und dass Menge und xualitaet der Produktion verbessert wird.

- 6 -

�4. Die Gewerkschaftsfuehrer haben die Verpflichtung, irgendwelche einschraenicenden Vorschriften und Bestimmungen seitens der Gewerkschaftsmitglieder abzuschaffen, da diese nur die Kosten und Preise hoeher bringen, den Betrag, der als Loehne
gezahlt werden koennte, verringern und dazu neigen, die Beschaeftigungsmoeglichkeiten und, auf lange Sicht, den Lebensstandard aller sozialen Gruppen zu verringern.
5. Die Gewerkschaften sollten nur dann ihre Zuflucht zu einem Streik nehmen,
wenn alle anderen Methoden, eine zufriedenstellende Loesung der Streitfrage oder
der betreffenden Probleme herbeizufuehren, erfolglos geblieben sind.
II. Methoden und Praktiken, die bei Verhandlungen ueber ein Abkommen
beruecksichtigt werden muessen«
a) fuer Gewerkschaft und Arbeitgeber.
1. Seien Sie waehrend der Verhandlung freundlich. Stellen Sie jeden Teilnehmer vor. Beseitigen Sie jede bestehende Spannung.
2. Hoeren Sie bereitwillig zu. Es ist immer noch Zeit genug, sich darueber
Gedanken zu machen, wie Sie spaeter "Nein" sagen werden^ nachdem Sie alle Punkte
gehoert haben.
3. Geben Sie jedem Gelegenheit, seinen Standpunkt vorzutragen. Dadurch kommt
oft der wahre Wortfuehrer fuer ein Problem oder fuer eine Beschwerde zum Vorschein.
4« Machen Sie sich mit dem Lebenslauf der Vertreter der anderen Partei vertraut.
5. Denken Sie immer an das, was als richtig und fair zu tun waere.
6. Beide Parteien sollten danach streben, eine objektive Haltung beizubehalten.
Sie sollten die zur Debatte stehenden Fragen mehr durchdenken als gefuehlsmaessig
zu behandeln.
7. Versuchen Sie nicht, bei der Diskussion zwecks Loesung eines Problems die
gerade Linie beizubehalten. V/eichen Sie zeitweilig ruhig vom Thema ab; ueberstuerzen Sie nichts.
8. Sehen Sie zu, dass sich bei den Verhandlungen kein toter Punkt ergibt.
Helfen Sie dabei, das Problem genau zu umreissen und schlagen Sie Loesungen vor.
Ultimaten sind bei den Verhandlungen nicht am Platze.
9. Wenn sich aus den einzelnen Punkten die Notwendigkeit ergibt, mehr zu tun
als nur das unmittelbar zur Debatte stehende Problem zu loesen, seien Sie dann
bereit, soweit zu gehen, wie dies gerechtfertigt erscheint.
10. Umreissen Sie jeden strittigen Punkt klar und eindeutig und diskutieren Sie
darueber unter Beruecksichtigung aller greifbaren Tatsachen.
11. Vermeiden Sie bestimmte Vorschriften und unbedeutende Einzelheiten, um eine
groessere Labilitaet zu waehrleisten.
12. Streben Sie zu allen Zeiten nur nach einer richtigen und realen Loesung.
13. Der Umfang der Konferenz sollte nach den gegebenen Umstaenden so klein wie
moeglich gehalten werden. Kleinere Gruppen erleichtern erfolgreiche Verhandlungen.
lh. Vermeiden Sie scharfe Methoden.
15. Bei der Festsetzung der zeitlichen Dauer der Konferenzen sollte man auf
Ermuedungserscheinungen und auf die geistige Haltung Ruecksicht nehmen.
16. Sorgen Sie dafuer, dass ein Arbeitnehmer-Ausschuss waehrend der Verhandlungen anwesend istj dies kann sich als sehr vorteilhaft erweisen und ist praktisch
\ fuer den Fall, dass die verhandelnde Gruppe eine einzige Organisation ist.
17. Die vereinbarten Bedingungen sollten schriftlich niedergelegt werden, die
Parteien sollten ihre Unterschrift ohne jeden geistigen Vorbehalt geben. Die
Abfassung des Abkomr ens sollte de» Wirklichkeit entsprechen und nicht nach den toten
Buchstaben ausgelegt werden.
18. Bei der Abfassung von Vertraegen sollte man das Schiedsverfahren nur als
letztes Mittel ansehen.
-

7

-

�19. Beide Parteien s o l l t e n zu allen Zeiten die Rechte der Oeffentlichkeit respektieren.
b) fuer den Arbeltgeber.
1. Gleich zu Anfang sollten sich die Arbeitgeber vergewissern, dass die Arbeiterfuehrer wirklich die Vertreter der Arbeiter in der betreffenden verhandelnden
Gruppe sind.
2. Nehmen Sie keine Rechtsanwaelte als Unterhaendler, es sei denn, sie verfliegen ueber eine genaue Kenntnis der industriellen Beziehungen.
3. Beschraenken Sie Abmachungen mit der Gewerkschaft nicht allein auf
strittige Punkte, sondern beruecksichtigen Sie auch Dinge von allgemeinem Interesse.
4. Der Arbeitgeber sollte kleinere Konzessionen machen, die dazu dienen, das
"Gesicht zu wahren".
5. Laecherliche Forderungen sollten taktvoll auf ein Nebengleis geschoben
werden, anstatt sie laecherlich zu machen.
6. Der Arbeitgeber sollte die Vertreter der Arbeiterschaft und der Gewerkschaft
von den Faktoren und Bedingungen in Kenntnis setzen, die die Politik des Arbeitgebers bestimmen. •
7. Der Arbeitgeber sollte die Forderungen der Arbeitnehmer nicht ablehnen,
ehe er sie nicht ganz genau geprueft hat.
8. Benutzen Sie jede Gelegenheit, um
a) den Ausachusa weiter zu bilden,
b) dabei zu helfen, einseitige Einstellungen oder orurteile blosszulegen,
c) zu zeigen, wie festgelegte Methoden der Firma gewisse Aktionen notwendig machen,
d) irgendwelche Beschwerden, die mit den Verhandlungen Im Zusanmenhang
stehen oder nicht, und die sich erweisen sollten, auszugleichen.
9» Beenden Sie die Verhandlungen auf freundschaftlicher Basis. Schliessen Sie
nicht die Tuer fuer eine weitere Behandlung des Problems. Zeigen Sie den guten
Willen, zuzuhoeren, sobald sich neue Tatsachen zeigen.
10. Wenn eine Forderung abgewiesen werden muss, dann sollte der Arbeitgeber
den Vertretern der Gewerkschaft alle Gruende hierfuer bekanntgeben und ihnen dabei
helfen, den Arbeitern die Ansichten des Arbeitgebers nahezubringen.
11. Der Arbeitgeber muss einen weiten Gesichtskreis haben. Kr sollte der
Gewerkschaft dabei helfen, ihre Forderungen zu analysieren und ihre Aufrichtigkeit
und Korrektheit zu bestimmen.
12. Vergewissern Sie sich, dass sich der verhandelnde Ausschuss ueber den
ehrlichen Willen zur Loesung des Problems einig ist, und dass genuegend Gruende
vorliegen, um seinen Mitgliedern zu beweisen, dass die Loesung wirklich fair ist.,
c) fuer die Gewerkschaft»
1. Die Gewerkschaftsführer sollten keine sozialen Theorien in den Verhandlungsgang bringen, die geeignet sind, Streit zu stiften,
III. Anzuwendende Methoden und Maasnahmen in der Durchfuehrung
des Abkommens
a) fuer Gewerkschaft und Arbeitgeber»
1. Beide Seiten sollten sich ehrlich bemuehen, danach zu streben, dass der
Apparat des Kollektiwerfahrens reibungslos laeuft. Dies erfordert eine tolerante
Haltung, einen Geist der Anpassung, guten Willen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
2. Der vorgeschriebene 7/eg in der Behandlung von Beschwerden muss eingehalten
werden. Als dienliche Methode wird es angesehen, wenn
a. jedermann ueber sein Funktionieren im Bilde ist,
b. alle Beschwerden sofort behandelt werden,
-

3

-

�c. die Beschwerden schriftlich eingereicht und die Punkte genannt

werden,

worueber sich beide Seiten einig sind,
d. Versammlungen der Beschwerdeausschuesse abgehalten werden,
a. darauf geachtet wird, dass in der Taetlgkeit der AufSichtsbeamten und
Meister (Vorarbeiter) kein Leerlauf entsteht, da sonst die Arbeitsmoral
zerstoert wird,
f. wenn vermieden wird, dass das Beschwerdeverfahren mit Angelegenheiten in
Zusammenhang gebracht wird, die in Wirklichkeit garkeine Beschwerden sind.
3. 'Venn die Konferenzen bei Beschwerdefaellen in eine Sackgasse geraten ist,
dann sollte die Angelegenheit einem Schiedsverfahren ueberantwortet werden.

Die

Schiedsmaenner sollten mit groesster Sorgfalt ausgewaehlt werden.
4. Beide Parteien sollten sich vergewissern,, dass jede Verpflichtung auch
peinlichst genau erfuellt wird.

Die Anwendung eines entsprechenden Verfahrens,

das die Garantie bietet, dass dies auch durchgefuehrt wird, ist empfehlenswert.
b) fuer den Arbeitgeber»
1. Der Arbeitgeber sollte immer fuer Konferenzen zur Stelle sein, die mit den
Vertretern der Arbeiter abgenalten werden, so dass er von irgendwelchen Aenderungen
in der Haltung der Arbeitnehmer und von ihren Problemen erfaehrt.
2. Der Arbeitgeber muss darauf achten, dass die Geister (Vorarbeiter) und
Aufsichtsbeamton die Bedingungen des Abkommens erfasst haben und sie durchfuehren.
3. Der Arbeitgeber sollte nicht die Taetigkeit der Gewerkschaftsvertreter
durch Leerlauf behindern oder die Autoritaet der Gewerkschaft untergraben.

Ir-

gendwelche Massnahmen oder Methoden bzw. vorgeschlagene Programme, die die Arbeiter
angehen, sollten mit den Gewerkschaftsvertretern durchgesprochen werden, bevor sie
in Kraft treten.
4. Der Arbeitgeber sollte es anerkennen, wenn die Gewerkschaften ihre Arbeit
leisten, wo immer dies die Verhaeltnisse gestatten.
5. Der Arbeitgeber sollte ein patriarchalisches Verhaeltnis vermeiden und
danach streben, die Gewerkschaftsvertreter und die Arbeitnehmer als seinesgleichen
betrachten.
6. Vieles an einsehraenkenden Massnahmen und Methoden und das, was als unvernuenftige Forderung seitens der Gewerkschaft erscheinen mag, wird verschwinden,
wenn der Arbeitgeber danach strebt, seinen Arbeitern eine regulaere Beschaeftigung
zu bieten.
7. Der Arbeitgeber sollte angemessene Personalakten einrichten.
c) fuer die Gewerkschaft!
1. Die Gewerkschaft sollte darauf achten, dass ihre l'itglieder die Bedingungen
des Abkommens verstanden haben.
2. Die Gewerkschaft sollte die Verantwortung dafuer uebernehmen, dass sich
ihre Mitglieder nach den Bedingungen des Abkommens richten.
3. Die Gewerkschaftsvertreter sollten fuer Konferenzen zur Verfuegung stehen,
sobald dies vom Arbeitgeber gewuenscht wird.
"Advances Management" Juni 1949
ENGLISCHE BEV0ELKERI3NGSPR0BLEME
Vor kurzem hat die Koenigliche Kommission fuer Bevoelkerungsfragen einen Bericht herausgegeben, in dem von einigen ernsten Problemen in bezug auf die Beschaeftigung aelterer Arbeiter in Grossbritannien die Rede ist.

Folgende Stellung-

nahme zu diesem Bericht erschien in "Labour", der offiziellen Zeitschrift des
Britischen Gewerkschsftsbundes (TÜC).

�"Im Jahre 1978 wird das Britische Schatzamt mehr als zweimal soviel Pensionen
zu bezahlen haben als im Jahre 1%8, wenn der augenblickliche Bevoelkerungsstiud
wie jetzt bestehen bleibt. Seit 1871 ist das Varhaeltnis der Bevoelkerung im
Alter von ueber 65 Jahre von 1;25 auf 1«10 gestiegen.
"Das bedeutet, dass im Laufe der naechsten 30 Jahre immer weniger Junge
Maenner in Arbeit stehen werden - das koennte moeglicherweise die wirtschaftliche
Kraft der Allgemeinheit bedrohen, die in hohem Masse von der Energie, der Initiative und dem Unternehmungsgeist ihrer jungen Maenner abhaengt.
"Allerdings, meint die Kbenigliche Kommission fuer Bevoelkerungsfragen,
koennte man diesen zu erwartenden Verlust dadurch ausgleichen, in dem man fuer
den aelteren Menschen in der Industrie bessere Verwendung findet. Sie vertritt
die Meinung, dass "gute Gruende zu der Hoffnung bestehen, dass sich der Gesundheits- und Eignungszustand im Alter heben werden und dass sich somit die Zahl
derer erhoehen duerfte, die willens und faehig dazu sind, die Arbeit fortzusetzen.
Die Aussichten fuer die Jugend
"Hierbei besteht jedoch noch ein Hindernis. Wenn das Alter, in der man sich
zur Ruhe setzt, auf 68 oder 70 Jahre heraufgesetzt wird, dann waere das Ergebnis
eine langsamere Aufstiegsmoeglichkeit. Und dies wuerde "ein starkes Gefuehl
dafuer erzeugen, dass daa Unternehmen zum Fehlschlag verurteilt ist." Der T.U.C.
bringt die Ansicht zum Ausdruck, dass fuer diejenigen, die noch nach Erreichung
des normalen Rühestandaalters weiter arbeiten, irgendwelche Moeglicbkeiten geschaffen werden muessten. Er hat zu verstehen gegeben, dass viel Unzufriedenheit, die
aus getaeuschtem Ehrgeiz entsteht, vermieden werden koennte, wenn man aeltere
Maenner in verschiedenen Positionen oder Berufen unterbringt.
"In sehnlichem Sinne hat die Kommission selber empfohlen, dass aeltere
Arbeiter beratende Stellen uebernehmen sollten und auch weniger verantwortungsvolle Posten innehaben sollen. Juengere Maenner eines bestimmten Alters
koennten dann befoerdert werden, so dass man ihnen weder die Stellungen versagt,
die ihrer Faehigkeiten wuerdig sind, hoch ihnen die Moegliohkeit nimmt, die Erfahrung der Fuehrerschaft fuer das spaetere Leben zu sammeln.
Ansteigen des Durchschnittsalters
"Die Kommission hebt besonders hervor, dass "die Allgemeinheit vollen Nutzen
aus dem abnehmenden Reservoir an Jugendlichen ziehen sollte". Eine allgemeine
Schlussfolgerung des Berichts besteht darin, dass wir dafuer dankbar sein sollten,
dass kein weiteres grosses Anwachsen der Bevoelkerung moeglich ist. Diese Ansicht
sei durch die Ungewissheit unserer Zeit eingegeben, besonders im Hinblick auf die
Lebensmittel Versorgung der ?Telt und die Verhaeltnisse im Export- Grossbritanniens.
"Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass in den naechsten 30 Jahren die
Bevoelkerungsziffer leicht steigen und ihren Hoechststand im Jahre 1977 erreichen
wird, vorausgesetzt, dass die durchschnittliche Kopfzahl der Familie so bleibt,
wie sie vor dem letzten Kriege war. Danach wird sich ein Absinken bemerkbar
machen. Bei dieser Tendenz wird das Durchschnittsalter ansteigen. Wenn es jetzt
35,4 Jahre betraegt, so wird es im Jahre 1977 wenigstens 38 sein, und wird sogar
noch steigen, wenn die Zukunft entweder ein betraechtliches Absinken der Familienkopfzahl mit sich bringt oder die Sterbeziffer fuer die aelteren Gruppen der Bevoelkerung stark absinkt."
"Labour" Juli 1%9
DIE LAGE DER ARBEITERSCHAFT IN JAPAN
Nachstehend zitieren wir einige Punkte aus einer Rede, die ehester W. Hepler,
der Leiter der Abteilung fuer Arbeitsfragen bei der Alliierten Militaerregierung
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�in Japan, auf der 32.Konferenz der Internationalen Organisation fuer Arbeitsfragen
(ILO) gehalten h a t . Er gab eine Beschreibung ueber das Fehlen einer freien Gewerkschaftsbewegung in Japan wahrend der Zeit des Kaiserreichs. Im Laufe der Beaatzungszeit i s t die Mitgliederschaft in den Gewerkschaften von 5.300 im Oktober 1945
auf insgesamt 6.910.000 im Juni 1949 angewachsen.
Eine Anzahl guter Arbeitsgesetzte i s t erlassen worden. Verschiedene u n l i e b same Verhaeltnisse, die vordem bestanden, sind abgeaendert worden. Ein starkes
Arbeitsministerium wurde geschaffen. Obwohl die Arbeiterbewegung in Japan von
denselben t o t a l i t a e r e n Einflueasen, wie sie sich i n anderen Laendern zeigen, b e droht wird, sind die Aussichten, wie Hepler angibt, fuer eine starke demokratische
Gewerkschaftsorganisation in diesem Lande guenstig. Er erwaehnite in diesem Zusammenhang gewisse Verbesserungen, die wir hier anfuehren.Abschaffung der Arbeitsherren
"Zu Beginn der Besetzung Japans standen nahezu 2 | Million Arbeiter von einer
I n d u s t r i e a r b e i t e r s c h a f t -ron 14 Millionen unter der Kontrolle der "Arbeitsherren"«
es handelt sich h i e r b e i um eine Beschaeftigungsabkommen, das man allgemein in ganz
Asien a l s "Kuli-System" bezeichnet.
Im P r i n z i p schlug fuer diese boesartige Form der Ausbeutung die l e t a t e Stunde,
a l s d i e neue japanische Verfassung angenommen wurde, die insbesondere jedem Buerger
das Recht z u b i l l i g t e , sich nach eigenem Gutduenken eine Beschaeftigung zu suchen
oder s i e zu wechseln. Im Arbeltsnormen-Gesetz i s t eine Verfuegung enthalten, die
unmittelbare Ausbeutung v e r b i e t e t , und im November 1947 e r l i e s s der Reichstag durch
Annahme weiterhin eine verfassungsmaessige Verordnung zum BeschaeftigungsSicherheitsgesetz, wodurch die Ausnutzung von .Arbeitskraeften nach einem Kontrakt seitens jeder
Person, Organisation oder S t e l l e , In der Regierung oder in der Verwaltung, verboten
ist.
"Die "Arbeitsherren", die weiterhin so grossen Nutzen aus der Fortfuehrung
dieses Systems ziehen, wollen jedoch ohne Kampf nicht aufgeben« das Arbeitsministerium aber, das d i e Verantwortung fuer die Dur chfuehrung des Gesetzes hat, hat das
Problem energisch angepackt. Dieses System i s t n i c h t nur fuer d i e Arbeiter ungerecht und unmenschlich, sondern auch fuer die moderne Industrie der V.'elt v e r a l t e t
und unwirksam. In Japan i s t es zu einem baldigen Ende v e r u r t e i l t . Bis zum Maerz
dieses Jahres sind 800.000 -von schaetzungsweise 2^ Millionen Arbeitern der Kontrolle
s e i t e n s der "Herren" entzogen worden, wobei beruecksichtigt werden muss, dass weit e r h i n monatlich 40.000 Arbeiter von Ihnen unabhaengig werden.
Abschaffung der erzwungenen Rekrutierung
"Ebenso wurden grosse F o r t s e h r i t t e dabei e r z i e l t , junge Maedchen und Burschen
in den laendlichen Gebieten von d e r Methode der erzwungenen Rekrutierung f r e i z u machen, wie sie vor dem Kriege besonders i n der T e x t i l i n d u s t r i e gang und gaebe war.
Die Anwerbungspraktiken stehen heute unter der Kontrolle des Arbeitsministeriums,
und in staendig steigendem Masse werden die T e x t i l a r b e i t e r heute durch die oeff entlichen Stellenvermittlungen untergebracht.
Schutz der Frauen und Mjnderjaehrigen
"Nach der Beendigung des Krieges wurden s i c h hervorragende japanische Frauen
darueber k l a r , dass der t r a d i t i o n e l l niedrige Stand der japanischen Frauen es o r f o r d e r t e , dass bei der japanischen Regierung eine S t e l l e geschaffen wird, die
i h r e ganze Aufmerksamkeit und Energie der sozialen, wirtschaftlichen und g e s e t z l i c h e n Stellung der Frauen widmet und eine Misbeutung der Kinder verhindert, AUS
dieser Erkenntnis heraus wurde das Amt fuer Frauen und Binder ja ehrige bem A r b e i t s ministerium gegruendet.
"Dieses Amt zeichnet verantwortlich fuer die Einfuehrung, die Ueberprüfung und
die Auslegung der Bestimmungen des Arbeitsnormen-Gesetzes in bezug auf Frauen und
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�Kinder und beraet das Amt fuer Arbeitsnormen bei der Durchfuehrung dieser Bestimmuagen. Das Amt i s t auch verantwortlich fuer die Verbindungsarbeit und Zusammenarbeit
mit anderen japanischen Dienststellen, um die F o r t s c h r i t t l i c h k e i t a l l e r Frauen und
die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder zu foerdern.
"Dieses Amt h a t auf seinem Taetigkeitsgebiet v i e l g e l e i s t e t . Dadurch dass es
seine Taetigkeit in den Dienst der Sache der Frauen und Kinder g e s t e l l t h a t , hat
sich das Amt die Hochachtung und die Unterstuetzung der japanischen Frauen in a l l e n
Lebenslagen errungen. Dies kam ganz besondersndurch die Art und ' e i s e aum Ausdruck,
in der sich vor kurzem d i e Frauen zur Unterstuetzung des Amts zusammentaten, als
seine Existenz durch ümorganisation in der Verwaltung bedroht war. Die am meisten
e r n i e d r i g t e Klasse in der japanischen Arbeiterschaft hat j e t z t einen Vorkaempfer,
und die Frauen und Kinder der Nation sind nunmehr auf dem V,Tege, eine Stellung einzunehmen, die sich mit der der maennlichen erwachsenen Arbeiter vergleichen l a e s s t .
Fuer Japan i s t dies i n der Tat eine bemerkenswerte Entwicklung".
"Privatmeldung ".
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OFFICIO

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel stellen Aaszage aus der amerikanischen ftisii und anderen Qnellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschalen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschrlnkt Gebrauch gemacht werden.
Weiter« Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Aal Wunsch werden diese mach einzelnen Interessenten direkt durch die Poet zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierang der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 25

Berlin, 12. August 1&amp;9

Die Manpower Division der Ü.S. «ülitaerregierung i s t im Begriff, von Berlin
nach Frankfurt ueberzusiedeln. Bis neue Vorkehrungen getroffen werden koennen, die
"Internationalen Arbeitsmitteilungen" drucken zu lassen, werden die einzelnen Veroeffentlichungen in unregelmaessigen Abstaenden erscheinen.
Ausserdem muss eine Entscheidung darueber getroffen werden, ob sich die Veroeffentllchungen auch weiterhin als zweckdienlich erweisen. Wir wuerden es begruessen,
wenn unsere Leser zu dieser Frage Stellung nehmen wuerden. Besteht noch genuegend
Interesse daran, dass die Veroeffentliohung der "Internationalen Arbeitsmitteilungen"
fortgesetzt wird. Unsere Leser werden gebeten, Ihre Meinung zu richten a n : Manpower Division - OMGÜS. APO 757. Ü.S. Army
INHALTSVERZEICHNIS
Beendigung des Kohlenstreiks in Australien
1
Sicherung des Friedens
2
Stimmen zu Arbeiterfragen - —
2
Streik der kanadischen Seeleute
3
Russische Trinksprueche
5
Antrag auf Ausschluss kommunistischer Gewerkschaften
aus der CIO
6
Der Aufbau der neuen Internationale
6
Eroeffnung einer Rundfunkstation durch eine Gewerkschaft 8
Was die Arbeitslosigkeit kostet
10
üurchfuehrung der Verlagerung von Arbeitskraeften
11
BEENDIGUNG DES KOHLENSTRSIKS IN /PSTRALIEN
Aus einem Bericht der Associated Press aus Sidney, Australien, vom 11. August
geht hervor, dass der Streik der Kohlenarbeiter, der am 27. Juni begann, sein Ende
gefunden hat. Dieser Streik war von groesster Bedeutung fuer das Land, weil es hierbei um die Frage ging, ob die Kommunisten die Gewerkschaft der Kohlenarbeiter koni trollleren wuerden oder nicht. Die kommunistischen Fuehrer in der Bergarbeitergewerkschaft haben verloren. Dies i s t nun schon die zweite Niederlage, die die Kommunisten
in der Arbeiterschaft Australiens innerhalb eines Jahres e r l i t t e n haben. Die erste
[Niederlage hatten s i e zu verzeichnen, als s i e den Versuch unternahmen, die Kontrolle
ueber das Transportwesen an sich zu r e i s s e n . Obwohl zu der Zeit, a l s der Streik
seinen Hoehepunkt erreicht hatte, nicht mehr als 20-000 Bergarbeiter davon betroffen
wurden, hatte doch die Stillegung der Bergwerke die zweitweilige Beschaeftigungsloslgk e i t von etwa 600.000 Industriearbeitern im Gefolge. Die Streikenden hatten eine 35Stundenwoche s t a t t der bis jetzt eingeführten üf5-Stundenwoche gefordert. Ausserdem
verlangten sie eine Lohnerhoehung von 15». Jetzt gehen die Bergarbeiter wieder an
ihre Arbeitsplaetze zurueck; ueber ihre Forderungen wird noch beraten.
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1

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�SICHERING DBS FRIEDENS
"Die Auslandspolitik jeder Regierung ist wertlos, solange diese keine Macht
hat, sie auch durchzusetzen. AI« Sowjet-Russland sein Veto gegen die Schaffung
einer internationalen Militaerpolizei einlegte, hat es mit Vorbedacht die Kraft
der Vereinten Nationen lahmgelegt. Bis jetzt ist es noch keiner Regierung gelungen, Cresetz und Ordnung einzig und allein durch moralische Beeinflussung des Volkes
aufrechtzuerhalten. Falls eine Regierung dies versuchen wuerde, wuerde sie Insbesondere dann einen Fehlschlag erleiden,wenn sie es mit einem Volk zu tun hat,
dem das Wesen und die Selbstzucht des Freiheitsbegriffes fremd ist; wenn es sich
dann noch um eine Bevoelkerung handelt, die infolge Abschaffung der Religion jedes
sittliche Verantwortungsgefuehl yerloren hat, dann kann nichts diese Regierung vor
einem katastrophalen Misserfolg bewahren.
Mit unermuedlicher Ausdauer versuchen es die Vereinten Nationen, zu einem
grundsaetzlichen Einverstaendnis zu kommen, das dann auch einheitlich durchgefuehrt werden sollte. Stattdessen sind sie zu einer Propagandabuehne und zu
einem Hemmschuh fuer Voelker geworden, die versuchen, sich von den Fesseln der
Tyrannei zu befreien.
Die letzten vier Jahre haben alle Nationen gelehrt, dass die Kommunisten
weder guten Willens sind, noch mit anderen ernstlich zusammenarbeiten wollen.
Sie ergreifen vielmehr jeden Vorwand, um herrschen und diktieren zu koennen.
Darum haben sich die westlichen Demokratien zu einem Buendnis, dem Atlantikpakt,,
zusammengeschlossen, einem Schotzbuendnis zur Sicherung des Friedens,
Wir haben die Notwendigkeit, Flaene fuer gemeinsame Aktionen zu machen, um
die Angriffslust im Keime zu ersticken, eingesehen. Wir haben einen Pakt in Rio
mit den Staaten von Zentral- und Suedamerika im Interesse des Friedens derswestliehen Heraiaphaere geschlossen. Was den Atlantikpakt anbelangt, so muessen wir
die Signatarmaechte bei der Aufruestung unterstuetzen, denn kein Friedensprograita
ist wirksam, wenn seine Urheber nicht in der Lage sind, den Frieden zu erzwingen
und Angreifer in ihre Schranken zu verweisen.
Der Fakt muss durch Massnahmen ergaenzt werden, die es den Signa tarmae cht an
moeglich machen, Angreifer gemeinsam abzuwehren. Auf diese Weise koennen alle
verteidigt werden. Der Atlantikpakt stellt sine endgueltige Abkehr von der
traditionellen amerikanischen Politik dar, so wie sie seit George Washingtons
Zeiten gepflegt wurde. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, in der Demokratien
zum Schutz ihrer Freiheit zusammenstehen muessen. Wir werden uns nicht in die
Machenschaften irgendeines Landes oder die inneren Angelegenheiten von Paktmitgliedern verwickeln lassen, aber wir sind bereit, im allgemeinen Interesse der
freien Voelker Opfer zu bringen."
William Green, Praesident der American Föderation of Labor
STIMMEN ZU ARBEITERFRAGEN
"Die Einstellung des amerikanischen Gewerkschaf talers zur politischen Betaetigung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend geaendert. Seit
1930 ist er mehr und mehr zu der Ueberzeugung gelangt, dass unmittelbare politische Betaetigung ein zusaetzlicb.es Mittel ist, die Ideale und Ziele der gewerkschaftlichen Bewegung durchzufuehren und zu verwirklichen. Politische Diskussionen innerhalb der Arbeiterschaft und die allgemeine Erkenntnis der Tatsache,
dass unbestreitbar in ihr die Tendenz besteht, bei den Wahlen die Parteizugehoerlgkeit unter den Tisch fallen zu lassen, fuehrt uns unvermeidlich zu der Frage;

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�Wir wird sich die Zukunft gestalten. Bis jetzt glaube ich nicht daran, dass die
Mitglieder der American Federatlon of Labor im allgemeinen das Verlangen nach einer
von diesem Verband aufgezogenen politischen Partei verspueren. Ich habe jedoch
nicht den geringsten Zweifel daran, dass die Arbeiterschaft genau so weit gehen
wird, wie die Zeitgeschehnisse und die jeweiligen Umstaende es notwendig machen,
um unser fundamentales Ziel zu erreichen, naemlich den Lebensstandard der Arbeiter
dieses Landes zu schuetzen, zu erhalten und zu.erhoehen.
George Meany, Sekretaer-Schatzmeister, A.F. of L.
"Genau so wie der Faschismus ist der Kommunismus eine aeusserst ansteckende,
ja eine toedliche Krankheit. Sie wird den nicht-kommunistischen Staaten durch
Spione und Saboteure eingeimpft. Ihre Bazillen werden durch Dutzende von Organisatoren mit schoen klingenden Namen uebertragen. Die Kampfmittel des Kommunismus
sind entweder heimliche Verleumdung oder der Donner der Roten Armee. Da dieses
totalitaere Regime wie alle anderen seiner Art darauf besteht, die uebrige Welt
mit seiner eigenartigen Krankheit anzustecken, ist der Kommunismus nicht ein
russisches sondern ein Weltproblem. Um unsere Gesundheit wie auch unsere Freiheit
zu erhalten, sind wir gezwungen, den Kommunismus in Quarantaene zu nehmen. Und
das bedeutet mehr als der Ausbreitung des russischen Reichs geographische Grenzen
zu ziehen. Wir muessen den Kommunisten unter uns den Deckmantel des friedlichen
Buergers abreissen, und wir muessen uns weigern, ihnen auch nur im geringsten beizupflichten. Wir muessen, um demokratisches Denken zu schützen und zu staerken,
positive Schritte unternehmen. Die Demokratie muessen wir wirtschaftlich untermauern und sie mit geistiger Widerstandskraft ausstatten. Wir muessen die demokratischen Staaten in materieller und militaerischer Hinsicht unterstuetzen, damit
sie entweder imstande sind, sich gegen einen Angriff der Sowjets zu verteidigen
oder aber deren etwaige Angriffslust im Keime zu ersticken. Schliesslich muessen
wir, um die Idee der Demokratie in der ganzen Welt zu staerken, mit gutem Beispiel
vorangehen, indem wir die schwarzen Schafe aus unseren eigenen Reihen entfernen."
David Dubinsky, Praesident der International Ladies' Garnent Workers Union
"Wor immer die Kommunisten zur Macht kommen, lehnen sie die parlamentarischen
Gebraeuche der Demokratien ab. Wenn sie aus einer Wahl siegreich hervorgehen,
dann weichen sie nicht mehr zurueck. Es entspricht demokratischer Gepflogenheit,
dass eine politische Partei die Fuehrung nur solange behaelt, wie sie von ihren
Waehlern gestuetzt wird. Der Kommunismus ist nicht so duldsam. Bei ihm gibt es
keine Anpassung und keinen Kompromiss. *g hat nur das eine Ziel - die Staatsgewalt in die Haende einer kleinen Clique zu spielen. Daran hat er immer unweigerlich
festgehalten. Nur in der Methode, wie diesem Ziel naeher zu kommen ist, hat e^
sich zu Kompromissen herbeigelassen."
William 0. Douglas, Bundesrichter des Obersten
Gerichtshofes der Vereinigten Staaten.
American Federationist, Juni 19A9
STREIK DER KANADISCHEN SEELEUTE
In einer Zeit, in der von den freien Gewerkschaften in der ganzen Welt Schritte
l unternommen werden, einen neuen internationalen Gewerkschaftsbund ins Leben zu
I rufen, werden wir in den verschiedenen Laendern mit einem langandauernden und erbitterten Ringen zwischen den freien und den kommunistisch beherrschten Gewerkschaften zu rechnen haben. Der Streik der Kanadischen Gewerkschaft der Seeleute, einer
linksgerichteten Organisation, die bereits Streiks in anderen Laendern veranlasst
hat, ist wahrscheinlich nur der Beginn von Auseinandersetzungen im Lager der
Arbeiterschaft."

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�Wie bereits hinlaenglich bekannt, fuehrte der Streik der englischen Dockarbeiter
zur Verkuendung des nationalen Notstandes. Die Kommunisten in der britischen Gewerkschaftsbewegung taten a l l e s , um ihre Genossen in Kanada zu unterstuetzen, und in
dem vor kurzem stattgefundenen Streik franzoesischer Dockarbeiter wandten sich diese
gegen die Anti-kommunistische Besatzung kanadischer Schiffe. Da der Streik wahrscheinlich einmal von historischer Bedeutung sein wird, s o l l t e der folgende Bericht
des Arbeitsministeriums der Vereinigten Staaten fuer die deutschen Gewerkschaftler
von Interesse sein.
Wie der Streik begann
Am 31. Maerz 1949 r i e f die dem Kanadischen Gewerkschaftsvorband (Trades and
Labor Gongress of Canada (CIO)) angeschlossene Kanadische Gewerkschaft der Seeleute
(CSU) zum Streik gegen die Kanadischen Reedereien (Shipping Föderation of Canada)
und den Verband der Hochsee-Schiffsbesitzer (Shipowners1 Association (Deep Sea))
von British Columbien auf. Im Verlauf dieses Streiks kam es zu Gewalttaetlgkeiten
im eigenen Land und zu groesseren Unruhen in auslaendischen Haefen.
Die Unterzeichnung eines Abkommens der Schiffahrtsgesellsohaften mit der
Internationalen Gewerkschaft der Seeleute (Seafarers' International Union ( S . I . U . ) die l e t z t e r e handelte als Unterhaendler zwischen Reedern und Seeleuten - gab das
Signal zum Streik. Auf die Anerkennung dieser Konkurrenz-Gewerkschaft seitens der
Reeder folgte die Weigerung der Kanadischen Gewerkschaft der Seeleute (CSU), den im
Februar von dem Bundes-Schllchtungsausschuss g e f s e i l t e n Schiedsspruch als verbindlich anzuerkennen. Verhandlungen ueber eine Erneuerung des Abkommens zwischen
den Reedern und der CSU laufen bereits s e i t dem 15 Oktober 1948.
Die Seeleute forderten: 1. 15£ige Lohnerhoehung; 2. verbesserte Arbeitsverhaeltnisse* 3 . Unterlassung des von den Reedern angeblich geuebten Brauches,
immer mehr Schiffe unter der Flagge Panamas oder Honduras fahren zu lassen, um
dadurch die Vorschriften der kanadischen Arbeitsgesetze zu umgehen; 4 . Verbot
kanadische Schiffsbesatzungen in auslaendischen Haefen durch fremde Seeleute zu ersetzen.
Die Reeder verlangten u.a.* 1. Herabsetzung der Loehne um $ 20.— bis $ 40.00
monatlich; 2. Aufhoeren der angeblichen Gepflogenheit, weniger a l s 8 Stunden fuer
8-Stunden-Lohn zu arbeiten; 3. Einsetzung einer anti-kommunistischen Klausel
in den neuen Tarifvertrag und 4. Abschaffung der Inanspruchnahme der den Gewerkschaften unterstehenden Heuerbueros.
Der Schi ich tungsausschuss hob zwar die vorgeschriebene Inanspruchnahme der
gewerkschaftlichen Heueruhgsbueros auf, kuerzte jedoch die Loehne nicht. Die
Reeder nahmen am 28. Februar die Vorsehlaege des Schlichtungsausschusses an; von
der CSU wurden s i e Jedoch am 28. Maerz verworfen. Obwohl der Gewerkschaftsvertreter im Ausschuss dem Schiedsprueh zugestimmt hatte, war der Gewerkschafts-vorstand nicht damit einverstanden und versuchte, andere Bedingungen auszuhandeln.
Um die Annahme ihrer Forderungen zu erzwingen, ging die Schiffsbesatzung in den
"Sitzstreik", a l s ihre Schiffe im Hafen von Halifax ankamen. Der erste derartige
Streik ereignete sich am 21. Maerz 1949 auf der "Lady Rodney", einem Schiff der
Canadian National Steamships, Ltd.
Einfluss des Streiks auf andere Gewerkschaften
Der Besitzer der "Lady Rodney" erlangte eine einstweilige Verfuegung, derzufolge die Besatzung das Schiff verlassen musste, und trat mit der* Internationalen
Gewerkschaft der Seeleute (SIU) wegen einer Bemannung der Schiff* in Unterhandlung.
Um zu verhindern, dass Seeleute, die nicht der CSU angehoerten, angeheuert wurden,
r i e f die CSU am 31. Maerz 1949 zu einem allgemeinen Streik im Schiffahrtsgewerbe
auf.

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�Etwa 300 Mitglieder der SIU gingen unter dem Schutz von Polizisten der kanadischen Bahnpolizei durch die CSU-Streikpostenkette, um die "Lady Rodney" und zwei
andere Schiffe der Kanadischen Schiffahrtslinie zu bemannen. Sieben CSU-Mitglieder
mussten ins Krankenhaus wegen Verletzungen, die s i e in dem dreistuendigen Kampf
zwisohen SIU-Leuten auf den Schiffen und dem CSU-Personal der Docks e r l i t t e n hatten.
Das Handgemenge hoerte erst mit dem Abschleppen der Schiffe von den Docks auf.
Seitdem i s t der Zwist' zu einem Kompetenzstreit zwischen der SIU und der CSU,
die angeblich unter kommunistischer Fuehrung steht, geworden. Massgebliche Beamte
des Kanadischen Arbeitsministeriums und FunktJona ere der kanadischen Gewerkschaften
sind sich darueber einig, dass die CSU um ihren Fortbestand kaempf t . Nach Meldungen
von Anfang Mai kehren Seeleute, denen es an einer Wiederaufnahme der Arbeit gelegen
i s t , der streikenden Gewerkschaft den Ruecken und treten der SIU b e i .
Der S t r e i t beruehrte nicht nur die kanadische Arbeitspolitik, sondern auch
die anderen Laender. Arbeitgeber an der Ostkueste Kanadas wurden von dem Internationalen Hafenarbeiter-Bund (AFL) in Kenntnis gesetzt, dass seine Mitglieder Schiffe
weder laden noch entladen wuerden, deren Besatzung zur CSU gehoerten. An der Westkueste, wo Arbeitgeber ein frueheres Uebereinkoramen mit einer CSU-Gruppe erneuerten,
stehen die Hafenarbeiter (Mitglieder des Internationalen Hafen- und Lagerhausarbeiter-Bundes, (CIO) hinter der CSU.
Sympathie-Streiks
In mehreren auslaendiseben Haefen kam es zu S t r e i t f a e l l e n . In Australien
weigerten sich Mitglieder der CSU-Besatzung eines kanadischen Schiffes in See zu
stechen und wurden deshalb mit 1A Tagen Gefaengnis bestraft. Dockarbeiter, die mit
der CSU sympathisierten, traten auf mehreren britischen Docks in den Ausstand,
und kanadische Schiffe wurden in Frankreich, Norwegen und anderen Laendern bestreikt.
Veranlasst durch Vorkommnisse dieser Art forderte die Kanadische Regierung Unterstuetzung seitens der P o l i z e i , f a l l s die Reedereibesitzer sich zur Entfernung der
Besatzungen entschliessen s o l l t e n .
Das Arbeitsministerium lehnte eine Einmischung mit der Begruendung ab, dass
der Streik gesetzmaessig s e i und durch direkte Verhandlungen beigelegt werden muesse.
Kanadische Seeleute, die wegen Arbeitsstreitigkeiten ihre Schiffe in fremden Haefen
verliessen, wuerden sich einer Geeetzesuebertretung schuldig machen. Es versteht
sich, dass diese Erklaerung mit Ruecksieht auf den Schaden abgegeben wurden, den
das Ansehen der kanadischen Schiffahrt erleiden wuerde, wenn die Streikenden ihre
Sohiffe verlassen und in Verfahren fremder Gerichte verwickelt wuerden.
Eine weitere Erklaerung, die sich an die "Gewerkschaftler und andere interess i e r t e Mitbuerger" richtete, wurde von dem Arbeitsminister in Ottawa am l6.Mai 1%9
zum Zwecke einer wahrheitsgetreuen Darstellung der wirklichen Begebenheiten des
S t r e i t e s veroeffentlicht, da v i e l e der in der 0Öffentlichkeit erschienenen Berichte
"uebertrleben, irrefuehrend und falsch" waren.
Die Angaben ueber die Zahl der festliegenden Schiffe waren widersprechend.
Die CSU behauptete Anfang Mai, dass 60 Schiffe bestreikt wurden, die Reedereien
gaben zu, dass 15 Schiffe in ueber seeischen Haefen festlagen.
Labor Abroad, Mai 1949
RUSSISCHE TRINKSPRUECHE
[
James B. Carey, Sekretaer und Schatzmeister der CIO, erzaehlt die folgende
Geschichte. Er war nach Russland gekommen, um zu versuchen, die russischen Gewerkschaften zu einer Unterstuetzung des Marshallplanes zu bewegen. Obgleich
seine Mission erfolglos war, waren die Beziehungen zwischen ihm undden Russen
herzlich. Es fand ein Bankett s t a t t , und bei einem russischen Bankett gibt es
Immer v i e l Trinksprueche und Wodka.
"Da a l l e drei Minuten ein Trinkspruch ausgebracht wurde," erzrehlte Carey,
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�"war es mir ganz unmoeglich, a l l den Wodka zu t r i n k e n . Ich goss daher meinen Teil
jedesmal in ein l e e r e s Wasserglas."
Als Wassili Kuznetsow, der Fuehrer der russischen Delegation, bemerkte, dass
Carey seinen Wodka nicht trank, wandte er sich unmittelbar an Carey und brachte
einen Trinkspruch a u s . Carey erhob sich mit dem Wasserglas in der Hand, in dem
sich acht "Lagen" Wodka befanden.
"Nein, nein, Carey, das i s t Ja Wasser", sagte Kuznetsow.
"Nein, nein, Wassili, es i s t Wodka," erwiderte Carey.
Darauf h a t t e der Vertreter der CIO eine glaenzende Idee. Er schob sein Wasserglas Kuznetsow zu und nahm dafuer dessen Glas.
Kuznetsow blieb f a s t d i e Luft weg, als er aus Careys "Wasser"-glas trank.
"Aber mir machte es nicht das geringste aus, sein Glas zu leeren, denn der
Kellner h a t t e es aus einer Wodkaflasche mit klarem Wasser g e f u e l l t , " sagte Carey.
Aus "CIO Mitteilungen", 1 3 . Juni 1%9
ANTRAG AUF AUSSCHLUSS KOMMUNISTISCHER GEWERKSCHAFTEN
AUS DER CIO
Auf der Tagung der der CIO angeschlossenen Automobilarbeitergewerkschaft in
Milwaukee am 12. J u l i s e t z t e ihre Vorsitzender, Walter Reuther, die Annahme einer
EntSchliessung durch, d i e der CIO nahelegte, a l l e kommunistisch beherrschten Gewerkschaften aus ihrem Verband auszuschliessen. Eine dieser angeblich kommunistische:!
Gewerkschaften i s t die United Farm Equipment Workers (Landmaschinenarbeitergewerkachaft), die von der CIO angewiesen worden war, sich mit der Automobilarbeitergewerkschaft zu verschmelzen. Die Landmaschinenarbeitergewerkschaft h a t t e dies abgelehnt. Daraufhin wurde von der Automobilarbeitergewerkschaft eine weitere Entschliessung angenommen, d i e den Ausschuss der widerspenstigen Gewerkschaft aus der
CIO verlangte. Ein w e i t e r e r von Reuther eingebrachter Antrag wurde von seiner
Gewerkschaft abgelehnt. Die Versammlung stimmte gegen einen Beschluss, der vorsah
dass die Automobilarbeitergewerkschaft ihre Verbandstagung a l l e zwei Jahre a n s t a t t
j ä h r l i c h abhalten s o l l t e .
Im Verlaufe der Tagung wurde bekanntgegeben, dass die Automobilarbeitergewerkschaft von jeder Gesellschaft, mit der sie Vertraege abgeschlossen hat, eine Aktie
erworben h a t . Der Grund hierfuer i s t , dass die Gewerkschaft a l s Aktieninhaber das
Recht hat, sich von jeder Gesellschaft genaue Auskunft ueber ihre f i n a n z i e l l e Lage
geben zu l a s s e n .
Aus "Stars and S t r i p e s " , 1 3 . J u l i 1&lt;&amp;9
DER AUFBAU DER NEUEN INTERNATIONALE
(Die Einstellung des b r i t i s c h e n Gewerkschaftskongresses (TUC) zu dem neuen
Internationalen Gewerkschaftsbund i s t in der nachfolgenden Erklaerung enthalten,
welche in der Monatszeitschrift "Labour", dem Organ der TUC, veroeff entl icht wurde.)
Die zum Monatsende in London anberaumte Zusammenkunft eines l6-koep figen Gremiums hat den Zweck, Entwuerfe einer Verfassung und eines Frogramnes aufzustellen.,
mit denen sich .eine verfassungsgebende Versammlung zu beschaeftigen haben wird.
Aufgabe der l e t z t e r e n wird es sein, einen Beschluss ueber die Gruendung einer
neuen Weltgewerkschaft zu fassen.
Es u n t e r l i e g t keinem Zweifel, dass ein d e r a r t i g e r Beschluss zustande kommen
wird, da die Notwendigkeit der Schaffung der Organisation k l a r auf der Hand liegt..
Lebenserfordernisse, zu deren Regelung die Gewerkschaften o r g a n i s i e r t werden muessen,
machen weder vor handwerklichen noch i n d u s t r i e l l e n Grenzen h a l t , noch lassen sie
sich auf ein einzelnes Staatsgebiet beschraenken. Wo man s i c h ueber den gemeinsamen
Zweck einer Idee geeinigt hat, i s t es n a t u e r l i c h , dass die Verfechter derselben den
Wunsch haben, nun auch gemeinsamen ueber die Mittel zu i h r e r Verwirklichung zu
beraten.

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�Leider l o l l t e es sich nur a l l z u bald h e r a u s s t e l l e n , dass die World Föderation
of Trade ünions (Weltgewerkschaftsbund) schon zu Beginn ihres kurzen Bestehens mehr
oder weniger unfaehig erschien, die geeigneten Methoden zu finden, um die bei ihrer
Gründung gesteckten Ziele zu erringen. In der Folgezeit verlor diese Organisation
ihre Lebenskraft uni z e r f i e l s c h l i e s s l i c h infolge der immer offensichtlicher werdenden Bestrebungen, sie zu einem weiteren Werkzeug des unter sowjetischem Einfluss
stehenden Kominform zu machen. Ebenso aber, wie d i e Natur keinen Leerraum duldet,
hat nunmehr der Fehlschlag der WFTU ein sichtbares Wiederaufleben der Bestrebungen
seitens der demokratisch-gesinnten Oewerkschaftler herbeigefuehrt.
Die Formulierung der Grundprinzipien
Dass in der Tat ein starkes und ernsthaftes Interesse an der Schaffung einer
faehigen Gewerkschaft-Internationale bestand, konnte man b e r e i t s zu Beginn der
zweitaegigen, am 25. Juni in Genf beginnenden Konferenz erkennen. An dieser bet e i l i g t e n sich V e r t r e t e r von U5 Millionen Arbeitern auf Einladung des b r i t i s c h e n
Gewerkschaftsbundes (TUC), der s e i n e r s e i t s im Einvernehmen mit europaeischen und
amerikanischen Gewerkschaftsorganisationen handelte. Ein Versuch war g e s c h e i t e r t ,
aber es f e h l t e nicht an Enthusiasmus, einen zweiten folgen zu lassen.
"Die Hauptziele der neuen Organisation lassen sich nach der Genfer Konferenz
wie folgt zusammenfassen: Herstellung enger Beziehungen zwischen den verschiedenen
freien und demokratischen Gewerkschaften der ganzen Welt; Unterstuetzung bei der
Gruendung und Weiterentwicklung von Gewerkschaftsorganisationen in s o z i a l und w i r t s c h a f t l i c h rueckstaendigen Laendern und s c h l i e s s l i c h Foerderung des Friedens gedankens. Den Kundgebungen auf der Konferenz zufolge s o l l der neue Verband danach
trachten, Fuehlung zu nehmen mit solchen internationalen Behoerden und privaten
Organisationen, welche die Ziele der internationalen Gewerkschaftsorganisation
dadurch foerdern, dass s i e sich fuer die Interessen der Voelker der ganzen Welt
und den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Die neue Organisation s o l l sich
besonders mit den wirtschaftlichen, sozialen und k u l t u r e l l e n Belangen der Voelker
befassen, deren Laender vom Kriege verwuestet sind, und sie s o l l den w i r t s c h a f t lichen Wiederaufbau dieser Gebiete foerdern. Sie s o l l darauf hinwirken, den Arb e i t s p l a t z der Werktaetigen zu sichern und den Lebensstandard in der ganzen Welt
zu erhoehen, was vor allem durch die Entwicklung rueckstaendiger Gebiete und p o l i t i s c h unselbstaendiger Laender geschehen muss.
Die Konferenz ernannte eine 16 Kopf starke vorbereitende Kommission, die
damit beauftragt i s t , obige Grundprinzipien in einem vorlaeufigen Programm niederzulegen.
Praktische Arbeit
Ausser den Entwuerfen der Statuten fuer die neue Koerperschaft hat die Kommission die Aufgabe, eine Weltgewerkschafts-Konferenz einzuberufen, die ueber die Entwuerfe entscheiden wird. Endlich s o l l s i c h die Kommission ueber Vorschlaege
schluessig werden, wie mit' internationalen Gewerkschafts-Sekretariaten auf engste
Weise zusammengearbeitet werden kann.
Niemand wird sich einbilden, dass der vorbereitenden Kommission die Erfuellung
ihrer Aufgabe l e i c h t f a l l e n wird, noch dass von der e r s t e n Sitzung ab die neue
internationale Organisation ungehindert funktionieren kann. Es ist so, wie sich
l Vincent Tewson den Genfer Delegierten gegenueber aeusserte; 'Nicht nach dem Wortreichtum und dem ehrgeizigen Charakter der o f f i z i e l l e n Verlautbarungen, sondern nach
seinen Resultaten wird man den neuen Weltgewerkschaftsbund b e u r t e i l e n . "
Tewson fuehrte weiter aus; 'Beschluesse und Rundschreiben eines Generalsekret a e r s , der v i e l l e i c h t Tausende von Meilen e n t f e r n t i s t , genuegen nicht a l s A r b e i t s grundlage, ' Der Verband muesse in seinen Einrichtungen und seinem Aufbau.fest gefuegt sein, wobei es s i c h a l s notwendig erweisen koenne, den Verwaltungsapparat auf
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�regionaler Basis aufzubauen, um die nur dir oh praktische Arbelt zu loeseaden Aufgaben r i e s i g e r Laender bewaeltigen zu koennen.
Mr. Tewson machte die Delegierten darauf aufmerksam, dass ebenso wie die verschiedenen Gewerkschaftsverbaende der Welt verschiedene Sprachen spraecben, s i e
auch in ihrem Aufbau, ihren Ideen und praktischen Massnahmen voneinander abwichen.
Ein i n t e r n a t i o n a l e r Gewerkschaftsverband f r e i e r demokratischer Organisationen
duerfe die Selbstaendigkeit der ihm angeschlossenen Vereinigungen nicht antasten.
Die l e t z t e n muessten s i c h aber, in dem Bestreben auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, gewissen Selbstbeschraenkungen unterwerfen. Aus nationalen Verschiedenheiten geborene Zwistigkeiten wuerden den Zusammenbruch der neuen GewerkschaftsI n t e r n a t i o n a l e ebenso sicher herbeifuehren wie den der frueheran.
Es s o l l t e nach den Erklaerungen Mr. Tewson's eine der Hauptaufgaben des neuen
Verbandes sein, solchen Gewerkschaften zu helfen, die unter schwierigen Verhaeltnissen zu a r b e i t e n haben, a n s t a t t diejenigen in ihrem Weiteraufbau zu unters tue taen,
welche schon eine gesicherte Stellung und Einfluss in ihren eigenen Laendern geniessen.
Die Wichtigkeit der bevorstehenden Aufgaben s o l l t e die neue Koerperschaft
nicht dazu verfuehren, unerfu eil bare Versprechungen zu machen. 'Man darf niemand
Sand in die Augen s t r e u e n ' . Die Vorschlaege, die wir machen, muessen vernuenftlg
und ausfuehrbar s e i n , sonst bedeuten s i e einen Verstoss gegen die Prinzipien von
Treu und Glauben, auf welchen eine d e r a r t i g e Organisation aufgebaut sein muss.'
FernervTiet Mr. Tewson, die i n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaft i n n e r l i c h so zu f e s t i g e n ,
dass s i e Angriffen der extremen Rechten oder Linken gewachsen sei* Hauptaufgabe
bleibe jedoch die konstruktive Arbeit und nicht das Halten einer Verteidigungsstellung.
Keine Vorzugsstellungen
Wie es auch Mr. Deakin forderte, s e i es e i n Hauptzweck der Organisation sich
mit dem Problem der i n d u s t r i e l l e n Gesundung zu befassen, die von groesstem Ein- .
f l u s s auf das Leben a l l e r Arbeiter s e i .
Seiner Ansicht nach s o l l t e das Verwaltungsorgan in den Westen Europas gelegt
werden, und auch bei ihm s o l l t e n die grossen und kleinen Mitglieaerorganisationen
ihrer Staerke gemaess v e r t r e t e n s e i n . 'Niemand darf d i k t i e r e n ' , e r k l a e r t e
Mr. Deakin. 'Die Herren, die in der WFTU Diktator spielen wollten, sind wir
gluecklich l o s . Wir brauchen keine Nachfolger fuer s i e . " In Bezug auf die Finanzen der Organisation muessten a l l e nach Massgabe ihrer Kraefte Beitraege l e i s t e n ,
wobei verhindert werden muesse, dass die grossen Organisationen mit Hilfe gef u e l l t e r Geldbeutel ihren Einfluss ausdehnten.
Unter Berücksichtigung a l l e r d i e s e r Punkte, l a e s s t s i c h a l l e i n schon aus den
festen internationalen Ueberlieferungen der b r i t i s c h e n Gewerkschaftler die Gewissh e i t h e r l e i t e n , dass der b r i t i s c h e Gewerkschaftskongress (TÜC) bereit i s t , der neuen
Organisation zu e i n e r einflussreichen Stellung auf internationalem Gebiet zu v e r h e l fen und s i e zu einem wirksamen Werkzeug fuer die Fortentwicklung a l l e r Voelker der
Erde werden zu l a s s e n . "
Labour, J u l i 1949
EROEFFNÜNG EINER RUNDFUNKSTATION DURCH
EINE GEWERKSCHAFT
&lt;

New York hat j e t z t den e r s t e n , den Werktaetigen gehoerenden und -ron ihnen gel e i t e t e n Rundfunksender. Der Sender wird allgemeinen oeffentlichen Interessen d i e nen. Zum Andenken an den verstorbenen Praesidenten Franklin Delano Roosevelt i s t
er nach ihm benannt. Der neue frequenz-modulierte Sender (FM) hat das Rufzeichen
WFDR, i s t Eigentum und s t e h t unter der ^eitung der Gewerkschaft der Konfekt ionsarbeiterinnen ( I n t e r n a t i o n a l Ladies Garment Workers Union - ILGWU).
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�Mit der aus dru eck lieh en Erlaubnis von Mrs. KLeanor Roosevelt wurden die Rufbuchstaben der Station (WFDR) gleichlautend mit den Anfangsbuchstaben des Namens des
Fraesidenten gewaehlt, den der Vorsitzende der ILGWU, David Dubinsky, "Den grossen
Mann des amerikanischen Wiederaufbaus "nannte.
Die o f f i z i e l l e Uebergabe des Senders erfolgte am 16. Juni in einer zwei Stunden waehrenden eindrucksvollen Feier in der historischen New Yorker Carnegie Hall,
wo auch Mrs. Roosevelt die Einweihungsansprache h i e l t . Vor ihr im Scheinwerferlicht
stand die Bueste ihres verstorbenen Gatten.
WFDR i s t bereits der dritte FM Rundfunksender, der von der ILGWU errichtet
wurde* die beiden anderen befinden sich im Sueden und an der Westkueste. Die
Sender stehen im Dienst der Allgemeinheit. Gewinne wollen s i e nicht machen. Miss
Frieda Hennock, Mitglied der Bundeskommission fuer Fernmeldewesen, gab in ihrer
Rede bekannt, dass die Leitung des Senders sich dafuer verbuergt hat, dass sie
heoehstens die Haelf te der Sendezeit der geschaeftlichen Reklame entgeltlich zur
Verfuegung s t e l l e n , und dass der Dienst an der Allgemeinheit ihr hoechstes Ziel
sein werde. Sendezeit fuer r e l i g i o e s e Programme und solche polemischer Natur
wird umsonst abgegeben.
Von einer Bandaufnahme wurden die folgenden Begruessungsworte Praesldent
William Green1 s an die Anwesenden in der Carnegie Hall und an die Radiozuhoerersohaft uebertragen:
"Der Amerikaner i s t heute lebhaft an den Dingen interessiert, die in seiner
unmittelbaren Heimat, im ganzen Land und in der Welt vorgehen. Angesichts der
ernsten Aufgaben, die uns in unserem Lande und auf dem Gebiete der auswaertigen
Angelegeiheiten g e s t e l l t sind, verlangt es unser Volk nach zeitgemaesser Information.
Um zu einen unparteiischen Urteil ueber einen Vorgang zu kommen, w i l l es alle Ansichten hoeren, die sich auf ihn beziehen. Ich habe die Gewissheit, dass der
WFDR Sender diese Aufgabe in einer Weise erfuellen wird, die ihm die Bewunderung
a l l e r aufrichtigen Einwohner von New York eintragen wird."
Mr. Dubinsky's Rede wurde im Anschluss an eine Wiedergabe von Praesldent
Roosevelt 1 s beruehmter Ansprache;"Ich sehe vor mir e i n Amerika .1
" uebertragen.
In ihr sah.Roosevelt vor seinem geistigen Auge eine Nation, die eines Tages frei
von Furcht, f r e i von Not und den Unsicherheiten des Lebens sein wird. Nach dieser
Uebertragung sprach der Leiter der ILGWU:
"Die grosse historische Aufgabe, ein besseres Amerika und eine bessere Welt
aufzubauen» der Franklin D. Roosevelt sein Leben gewidmet hatte, i s t noch lange
nicht vollendet. Unaere Gewerkschaft i s t sich klar darueber, dass wir im Kongress
noch immer fuer den wahren Liberalismus kaempfen muessen, und dass wir noch manche
Schlacht auszufechten haben gegen die Reaktionaere a l l e r Schattierungen. Die Gefahr
eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs i s t noch lange nicht b e s e i t i g t . Es gibt noch
immer Maenner in hohen oeffentlichen Aemtern, die glauben, dass der Arbeiter verwoehnt worden Ist durch ein Zuviel an Arbeitsmoeglichkeiten, Sicherheit, s o z i a l i sierter Medizin, Siedlungsbauten, Bildung, Freiheit und an Dingen, die der "gute
Onkel Sam" bieten kann."
Henry Morgenthau, Jr., der fruehere Finanzminister, h i e l t seine Einweihungsrede ueber den Rundfunk und erinnerte an Praesldent Roosevelt.'s "durch nichts zu
erschuetternden Vorsatz, Unternehmer und Arbeiterschaft immer wieder zusammen zu
bringen." Morgenthau sagte weiter; "Ich fuerchte, dass mit dem Fortscbreiten der
Zeit gar mancher die Bedeutung gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit vergessen
wird. Nur wenn Unternehmertum und Arbeiterschaft weiterhin ^and in Hand gehen,
koennen wir Arbeitslosigkeit vermeiden. Nur bei voller Besohaeftlgung und wenn
a l l e Produktionsmoeglichkeiten voll ausgenuetzt werden, kann Amerika stark bleiben.
Und nur ein starkes Amerika i s t imstande, den Frieden in der Welt zu erhalten. Nur

�ein s t a r k e s Amerika kann jene Kraefte ueberwinden, die es von innen und 'von aussen
her bedrohen.
American Föderation of Labor, Weekly News Service, 21. Juni 1949
WAS DIE ARBEITSLOSIGKEIT KOSTET
Das I n s t i t u t fuer oeffentliche Angelegenheiten, ein p r i v a t e s amerikanisches
Forschungsinstitut, wies kuerzlich auf die hohen Kosten hin, d i e durch die Arbeitsl o s i g k e i t entstehen. Die Berechnung erfolgte auf Grund einer Sohaetzung des Wertes
der Arbeit, die von den Arbeitslosen nicht g e l e i s t e t wird. Wir entnehmen dem Ber i c h t des I n s t i t u t e s folgende Feststellungen;
"In den ersten drei Monaten des Jahres 1949 hat uns, unter Zugrundelegung des
Jahresdurchschnittsertrages, der Beschaeftigungsrueckgang b e r e i t s 13 Milliarden
Dollar an Waren- und Leistungsausfall gekostet.
In den zwoelf Monaten des Jahres 1949 werden uns, f a l l s unsere Beschaeftigungskapazitaet nicht v o l l ausgenutzt wird, 27 Milliarden Dollar an Waren und eistungen
verlorengehen.
Aussicht auf Verlust von 50 Milliarden Dollar
Fuer das Finanzjahr 1950 wuerde s i c h bei Zugrundelegung des Ertrages bei
Völlbeschaeftigung der Verlust an Waren und Dienstleistungen auf ungefähr 50 M i l l i a r den Dollar belaufen.
Unter Zugrundelegung des gesamten Sozialprodukts (Waren und Dienstleistungen)
im v i e r t e n Quartal 1948 e n t s p r i c h t der fuer das Finanzjahr 1950 angenommene Verlust
von 50 Milliarden Dollar f a s t einem Fuenftel des Wertes der im Finanzjahr 1950
produzierten Waren und Dienstleistungen."
'.;:enn d i e Völlbeschaeftigung in dem fuer das v i e r t e Quartal 1948 f e s t g e s t e l l t e n
Ausmass andauern wuerde, so wuerde d i e s bedeuten, dass jeder Familie im Jahr zus ä t z l i c h e Waren und Dienstleistungen im Werte von 380 Dollar zur Verfuegung stehen
wuerden.
1948 als Grundlage
Bei der Errechnung des Verlustes, der der Volkswirtschaft durch die A r b e i t s l o s i g k e i t e n t s t e h t , l e g t e das I n s t i t u t die fuer das l e t z t e Viertel von 1948 v o r l i e genden Zahlen zu Grunde. Obgleich unter den Volkswirtschaftlern die Ansichten
ueber den Begriff der Völlbeschaeftigung auseinandergehen, i s t man sich allgemein
darueber e i n i g , dass waehrend des Jahres 1948 die meisten Leute, die arbeiten
wollten, auch Arbeit fanden.
Das gesamte Sozialprodukt, d.h. der Gesamtwert der fuer das Inland bestimmten
Waren und Dienstleistungen, belief sich unter Zugrundelegung des Jahreserträges
im l e t z t e n Viertel des Jahres 1948 auf 265 Milliarden Dollar.
Haette sich die Wirtschaft im ersten Quartal 1949 in demselben Ausmass weiterentwickelt, wie es in den l e t z t e n Jahren der F a l l war, so wuerde der Jahreswert der
Waren und Dienstleistungen 269 Milliarden Dollar betragen haben. Durch die Arbeitsl o s i g k e i t wird dieser Jahreswert jedoch auf 256 Milliarden Dollar herabgedrueckt,
was einen Verlust von 13 Milliarden Dollar bedeutet.
Entsprechend wuerde bei fortgesetzter Steigerung der Beschaeftigung und Produktion waehrend des gesamten laufenden Jahres und b i s ins Jahr 1950 hinein das
gesamte Sozialprodukt fuer das e r s t e Quartal 1950 u_iter Zugrundelegung des S o z i a l produktes im Jahr 285 Milliarden Dollar ausmachen. Wenn jedoch die Arbeitslosigkeit
im gleichen Ausmasse dwie bisher weiterbesteht, so wird sich der Wert des Sozialprodukts nur auf 230 Milliarden Dollar belaufen, was einen Verlust von 55 Milliarden
Dollar bedeutet.
-

10

-

�Das Ansteigen der A r b e i t s l o s i g k e i t und der s i c h daraus fuer das amerikanische
Tölk ergebende Verlust an Waren und D i e n s t l e i s t u n g e n sind auf d i e e n g s t i r n i g e Gea c h a e f t s p o l l t i k der Unternehmer zurueckzufuehren.
Aus« "The League Reporter", 4 . J u l i 1%9
DÜRCHPTJEHRÜNQ DER VEBLAGBRTKG VON

Die Internationale Organisation fuer Arbeitsangelegenheiten (ILO) und die Organisation fuer die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC) arbeiten gemeinsam
9inen Plan zur Lenkung des Austausches von Arbeltskraeften von einem Land zum anderen
aus. Der Ausschuss fuer Arbeitseinsatz bei der OEEC t a t den ersten Schritt, indem
9r ein Buero errichtete, das sich mit diesem Problem in I t a l i e n befassen s o l l .
Spaeter werden zweifellos auch in anderen Marshallplan-Laendern solche Bueros errichtet werden. Die deutschen Gewerkschaftler werden sicher an nachstehendem Bericht interessiert sein.
"Der Generaldirektor der ILO- hat bereits Schritte unternommen, um die UnterJtuetzung anderer Internationaler Organisationen zusammen zufassen, die daran interessiert sind, das Arbeitseinsatz-Programm der ILO zu fberdern, sowohl vom Gesichtspunkt des Austausches als auch von anderen Gesichtspunkten aus gesehen, insbesondere
»inschliessuch der Formulierung und der Foerderung von Plaenen fuer wirtschaftliche
Entwicklung. Vorbehaltlich der Zustimmung der betreffenden Regierungen beabsichtigt
xr, eine Versammlung der Vertreter der an dem Austausch interessierten Laender e i n zuberufen, um wo moeglich zweiseitige Abkommen zu treffen, die den Zweck haben,
Jeberschuss und Mangel an Arbeltskraeften in der ganzen Welt auszugleichen.
Auch ein Programm einer weniger formalen "Taetigkeit seitens der ILO, ue-ber
&gt;esondere Bueros und Missionen i s t ebenfalls formuliert worden, das den Zweck
rerfolgen s o l l , den Austausch zu beleben und freizuegig zu arbeiten. Das erste
Spezialbuero, das l t . diesem Programm erqeffnet wurde, befindet sich in I t a l i e n .
)ie ILO hat in Rom ein besonderes Aussendienst-Amt geschaffen, dem Sachverstaendige
luf dem Gebiete des Arbeiteraustausche«, des Einstellungswesens und der Berufsaus&gt;ildung angehoeren.
"Das Aussendienst-Buero in Italien, das eng, jedoch formell mit den i t a l i e n i ichen Behoerden zusammenarbeitet, dient als enges Bindeglied fuer die Hauptstelle
Ler ILO in Genf in bezug auf die Arbeitsmarkt- und Auswanderungs-Lage in Italien
:u jedem gegebenen Zeitpunkt. Es i s t in der Lage, die auftauchenden Probleme zu
|eder gegebenen Zeit zu wuerdigen und s i e zur weiteren Veranlassung seitens der
Iß auf ausgedehnterem Gebiet nach Genf weiterzugeben. Dadurch, dass es auf der
lasis der Verbreitung der Erfahrung anderer Laender vorgeht, besteht seine Taetig:eit auch darin, informell Loesungen fuer Schwierigkeiten vorzuschlagen, je nachlem diese auftreten, und somit wirkt das Buero a l s diskreter Vermittler zwischen
Len betreffenden Parteien. Insbesondere kann es Mittel und Wege vorschlagen, auf
reiche Weise der Mechanismus der Werbung, der üeberfuehrung, der Aufnahme und der
Unterbringung der ausgetauschten Arbeit skr aefte am besten organisiert werden kann,
ind zwar unter Zusammenarbeit mit der Zentralstelle der ILO in Genf bei Fragen,
lie die aufnehmenden Laender angehen.
"Zusaetzlich zu dieser Arbeit auf dem Gebiete des Austausches vermittelt
uch das Aussendienst-Buero der ILO in I t a l i e n den italienischen Behoerden, die
i e Einstellungs- und Berufsausbildungsdienststellen in Uebereinstimmung mit dem
euen Gesetz umorganisieren und weiterentwiclÄn, die wichtigen Erfahrungen anderer
Bender. Die HO-Experten arbeiten aufs engste mit denjenigen auf der italienischen
e i t e zusammen.
"Die Zentralstelle der ILO und das Aussendienstbuero in I t a l i e n uebernehmen
uer folgende, weitere konkrete Aufgaben die Verantwortung;-

11

-

�a) Torbereitung eines Handbuches ueber die Landwirtschaft I t a l i e n s , verfasst
vom Gesichtspunkt der technischen Kompetenz des Arbeiters aus gesehen. Dieses
Handbuch kann In den aufnehmenden Laendern weit verbreitet werden zu dem Zweck, das
Interesse bei a l l e n Beteiligten wachzurufen. Die Vorbereitung solcher Handbuecher
i s t auch fuer das italienische Maschinenbauwesen und das Zivilingenieurwesen in der
Industrie in Aussicht genommen:
b) Anreiz zur Schaffung des Eontakts zwischen den Arbeitgebern in den aufnehmenden Laendern und I t a l i e n , vorbehaltlich der Genehm!gang der betreffenden Regierungen.
c) Erforschung der Sozialversicherung vom Gesichtspunkt des Austausches aus
gesehen, e i n s c h l i e s s l i c h der Entwicklung der gegenseitigen Abkommen. Die ILO hat
natuerlich schon grosse Arbelt g e l e i s t e t in bezug auf die Erfassung der einzelnen
Berufsgruppen, sowohl vom Standpunkt des Arbeiteraus tausch es a l s auch von a l l g e meinen Gesichtspunkten aus betrachtet, und entwickelt diese Taetigkeit auf diesem
Gebiete auch noch weiter.
"Ein gewisser Fortschritt i s t von der ILO auf den genannten Gebieten bereits
zu verzeichnen. Dies s t e l l t natuerlich vorerst nichts endgueltiges dar von dem,
was die ILO noch auf den konkreten Gebieten des Arbeiteraustausches zu tun gedenkt.'
"OEEC, Manpower Conmittee (49) 36.
-

Manpower*Divis Ion
OMGUS, APO 742

OHO». 9-2179. ! &gt; » . i t .

19. 1 «

12

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aas der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Aal Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht alt offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aulzufassen.

I I - 26

Berlin, 19. August 49

Die Manpower Division der U.S. Militaerregierung i s t im Begriff von
Berlin nach Frankfurt ueberzusiedeln. Bis neue Vorkehrungen getroffen
werden koennen, die "Internationalen Arbeitsmitteilungen" drucken zu lassen,
werden die einzelnen Veroeffentlichungen in unregelmaessigen Abstaenden e r scheinen.
Ausserdem muss eine Entscheidung darueber getroffen werden, ob sich die
Veroeffentlichungen auch weiterhin als zweckdienlich erweisen. &gt;'&lt;rir wuerden
es begruessen, wenn unsere Leser zu dieser Frage Stellung nehmen wuerden.
Besteht noch genuegend I n t e r e s s e daran, dass die Veroeffentlichung der
"Internationalen Arbeitsmitteilungen" f o r t g e s e t z t wird? Unsere Leser werden
gebeten, Ihre Meinung hierzu an folgende Adresse zu r i c h t e n ; Manpower Division - OMGUS
APO 757 - U. S. Army
INHALTSVERZEICHNIS

Erklaerang der AFL zur chinesischen Frage
Die freien Gewerkschaften und die Demokratie
in Europa

ERKLASRONG DER AFL ZUR CHINESISCHE FRAGE
Die deutschen Gewerkschaftler werden zweifellos an den folgenden Erklaerungen
des Freien Gewerkschaftsausschusses i n t e r e s s i e r t sein, der eine Organisation b i l d e t i
die von der AFL u n t e r s t u e t z t wird. Die Erklaerung i s t eine Forderung nach Schutz
der nationalen Unabhaengigkeit Chinas und nach Errichtung der Demokratie und des
Friedens in Asien. Wir geben hier die ganze Erklaerung wieder:
Die Krise in China
"Unser Land i s t zur ersten demokratischen Weltmacht geworden. Angesichts der
augenblicklichen internationalen Lage muss d i e Hauptaufgabe und das Hauptziel der
Ausssenpolitik unseres Landes darin bestehen, k r a f t v o l l und beharrlich einen Kurs
zu verfolgen, der dazu angetan i s t , den Erfolg a u f r i c h t i g e r demokratischer Kraefte
zu foerdern und zu sichern, die gewillt und faehig sind, a l l e s zu tun, um den Ueber-

�griffen und der Aggression der totalitaeren kommunistischen Reaktion Widerstand
zu leisten.
Die erste Vorbedingung dafuer, dass Amerika seine neue internationale Rolle
spielt, insofern als es eine inspirierende Fuehrerschaft liefert und den demokratischen Kraeften der ganzen Welt zeitlich wirksame Unterstuetzung zuteil werden
laesst, liegt fuer unser Land darin, dass es global Fuehlung nimmt zu den grundsaetzlichen Fragen der Weltkrise und der Beduerfnisse der Me. schheit.

In diesem Sinne lassen sich die Kaempfe und Schlachten in China nicht von
den Wirren und Konflikten in Deutschland trennen« jeder Versuch, den Problemen zu
begegnen, denen sich die zivilisierten friedenshungrigen Nationen in einem Teile
der Welt gegenuebersehen - abgesehen von den Aufgaben, die sie auf anderen GebieT
ten zu loesen haben - ist zum Scheitern verurteilt. Tatsaechlich wuerde eine improvisierte Fuehlungnahme nach und nach dieser Art nur einen allgemeinen Fehlschlag
der Ausaenpolitik unserer Nation zur Folge haben.
Unsere Sorge um die Krise in China ist weit mehr als lediglich ein ehrliches
und freundliches Interesse an seinen inneren Angelegenheiten. Vor allem machen wir
uns Sorge wegen des Vorgehens der chinesischen Kommunisten und ihrer Moskauer Herren das darauf abzielt, China als eine aggressive Macht auf die Seite Russlands
zu bringen, die den demokratischen Nationen feindlich gesinnt ist. Der wichtigste
Strohmann der Sowjets, Mao Tse Tung, hat zu allen Zeiten Anschuldigungen gegen das
Europaeische Wiederaufbau^Programm und den Atlantikpakt.
China bildet die Vorhut
Die augenblickliche Phase des Konflikts in China ist keineswegs die Nachhut
und das abschliessende Stadium eines Buergerkrieges, der eine asiatische Nation verwuestet. Selbst wenn wir alle Fehler und Maengel, die der chinesischen Nationalregierung zur Last gelegt werden, als wahr unterstellen und zugeben, dann ist ihr
Widerstand gegen die bolschewistische Seuche im wesentlichen die Vorhut-Phase dos
internationalen Vorgehens gegen den Kommunismus. Moskau und seine getreuen Diener
in China sind sich ueber diese Wahrheit zu jeder Zeit klar geworden. Amerika und
die anderen demokratischen Laender muessen sich noch ueber diese gewaltige Wahrheit
klar werden wie auch ueber ihre ihr innewohnenden Fakten von weitreichender Bedeutung. Aus diesem Grunde war es moeglich, dass der Kreml und seine Fuenf te Kolonne
in China soviel Erfolge zu verzeichnen haben. Aus diesem Grunde muas unser Land
und muesseri seine demokratischen Alliierten noch Erfolge in China davontragen.
Wir lehnen alle Meinungen, Ansichten, Ideen und jede Politik des Defaitismus
in China ab. Wir lehnen ganz kategorisch den Gedanken ab, dass in China alles
hoffnungslos verloren sei. Obwohl Russlands Vorhut ihre militaerischen Fangarme
weit suedlich des Yangtse ausgestreckt hat, hat es jedoch seine kommunistische
Kontrolle noch nicht in eine einheitliche Form gebracht. Nur im Nordosten, der
seit der Niederlage Japans durch Amerika fest unter russischer Kontrolle gestanden
hat, besteht irgendwelche verwaltungsmaessige Staatäautoritaet. Hier ist das
fruehere Mandschu-Kuo, in dem sich die einzigen wichtigen Munitions-Industriebetriebe in ganz China befinden. Dieses von den Russen kontrollierte Gebiet ist es,
das auch die Masse und das Rueckgrat der wirksamen kommunistischen Armee in China
gestellt hat. In unserer Eile, die Schuld fuer die Fehlschlaege, die kueriLich
sein Regime trafen, einzig und allein Tschiang-Kai-Schek zuzuschreiben, duerfen
wir nicht vergessen, dass dieses strategisch, wirtschaftlich und militaerisch
hoechst wichtige Gebiet von unserer Regierung selber mit Zustimmung der Englaender
auf der schicksals-schwangeren Konferenz von Jalta Stalin ueberantwortet wurde.
Wir sind davon ueberzeugt, dass trotz aller frueheren kostspieligen Irrtuemer
in der Innenpolitik der chinesischen Nationalregierung und der Fehler der amerikanischen Politik im Orient, die Sache der Demokratie und des Friedens in China und
-

2 -

�im uebrigen Asien auf keinen Fall verloren ist. Wenn wir die augenblickliche
missliche Lage Chinas und seiner Nationalregierung betrachten, duerfen wir die
Tatsache nicht ausser Acht lassen, dass diese nationale Autoritaet seit mehr eis
30 Jahren gezwungen war, einen Buergerkrieg zu fuehren und sich vollkommen allein
ueberlaasen war, als sie 8 Jahre lang einen Krieg gegen den japanischen Imperialismus
fuehrte. Unter diesen Umstaenden kann niemand ein rasches Tempo in einer konstruktiven Sozialreform oder eine Atmosphaere erwarten, die frei war von entsetzlichen
Schwierigkeiten. Wenn wir dies hervorheben, dann unterschaetzen wir nicht den Ernst
der Krise in China. Wir unterstreichen nur die Dringlichkeit, mit der unser Land
seine gesamte Politik China gegenueber ueberpruefen, neu auswerten und revidieren
muss. Wir koennen nicht stark genug auf die brennende Notwendigkeit hinweisen, die
danach draengt, dass Amerika mit einer positiven, konstruktiven Politik auf den
Plan tritt, um Frieden, Demokratie, echte nationale Unabhaengigkeit und soziale
Gerechtigkeit in China und im ganzen Orient zu schaffen. Bevor unsere Regierung
eine gesunde Politik gegenueber China anwenden kann, muss sie alle Spuren und Ueberbleibsel bzw. Merkmale dreier falscher und verderblicher Auffassungen fallen lassen:Ausschaltung dreier gefaehrlicher Begriffe;
Zunaechst einmal muessen wir unsere Politik von jedem Gedanken frei machen,
dass China lediglich ein riesiger Markt ist, auf dem der weisse Privatunternehmer
rasch reich werden kann. Die erste Voraussetzung dafuer, dass wir imperialistische
Invasionen seitens irgend einer anderen Macht in China verhindern, besteht fuer uns
darin, dass wir frei und sauber dastehen gegen jeden moeglichen Vorwurf des Imperialismus unsererseits. Wir muessen unseren Glauben an die Chinesen als ein grosses
Volk dramatisieren, das als unabhaengige Nation sehr viel zur Foerderung des menschlichen Wohlstandes, zum Frieden und zum kulturellen Fortschritt in Asien und in der
Welt ueberhaupt beitragen kann.
Zweitens sollte unsere Regierung jeden Rest vergangener Illusionen darueber
begraben, dass die Kommunistische Partei in China nicht totalitaeren Charakter
traegt, in Wirklichkeit nicht kommunistisch ist, sondern lediglich ein ganz besonderer Ausdruck einer Agrarreform sei. Die kommunistische Partei Chinas ist niemals
von der Linie abgewichen, .die Moskau fuer seine kommunistischen Bewunderer unr"
Werkzeuge in allen Laendern festgelegt hat. Bei den Pluenderungen Moskaus in der
Mandschurei erwiesen sich die chinesischen Kommunisten als hoerige Agenten des
russischen Imperialismus. Nicht nur, dass die Kommunisten in China nicht gegen diesen brutalen Raub der Hilfsquellen des chinesischen Volkes seitens einer fremden
Macht protestierten, nein, sie unterstuetzten diesen Raub auch noch und leisteten
ihm Vorschub. Durch ihre militaerischen Erfolge aufgepulvert, hat diese russische
Zweigstelle in China vor kurzem ganz besonders beissende und aetzende Attacken
gegen das amerikanische Volk vom Stapel gelassen, das mehr als jede andere Nation
den Chinesen geholfen hat und sie vor dem Hungertode errettete. Zweifellos kann
die ausserordentliche Gehaessigkeit und Feindseligkeit der Kommunisten Chinas gegen die westlichen Demokratien im allgemeinen und gegen die Vereinigten Staaten
insbesondere nur mit dem ?/unsch dieser Anhaenger der russischen Fuenften Kolonne
erklaert werden, ihre feige und verraeterische Rolle in der Vergewaltigung der Mandschurei durch den Kreml zu verdecken.
Wir muessen gleichfalls den anspruchsvollen Gedanken fallen lassen, dass die
Kommunisten Chinas sich dem Titoismus zuwenden und Moskau gegenueber ein gewisses
Mass an Unabhaengigkeit an den Tag legen werden. Jede Erklaerung jedes einzelnen
bedeutenden Sprechers des Kommunismus in China schliesst diese eitle Hoffnung aus.
Einmal hat Moskau auf Grund seiner Erfahrungen mit den Jugoslawen gelernt, jede
Bekundung, eines selbst maechtigen Titoismus prompt und ruecksichtslos zu zermalmen.
Abgesehen davon kann Moskau auf Grund einer enormen Sowjetmacht in China (Mandschurei)

- 3 -

�schnell enorme Kraefte gegen alle abschwenkenden Kommunisten und ernuechterten und
enttaueschten Liberalen mobilisieren.
Drittens muessen wir jede Illusion fahren lassen, dass das totalitaere SowjetRussland mit seiner riesigen Sklavenarbelter-Wlr tschaft auch nur den geringsten
Wunsch oder die geringste Faehirfceit haette. eine fortschrittliche oder befreiende
Rolle in seinen Beziehungen zum chinesischen Volk spielen zu wollen. In einem verzweifelten Versuch, noch etwas aus dem Handel, den die Grossen Drei in Jalta auf
Kosten des chinesischen Volkes zusammenbrauten, zu rotten, unterzeichnete die Nationalregierung einen Freundschaftsvertrag mit Russland, Dieser Vertrag verpflichtete Russland feierlich zu folgendem« "Volle Hilfe und Unterstuetzung fuer die
Nationalregierung als der Zentralregierung Chinas." In der Folge ging der Kreml
dazu ueber, aus diesem Vertrag eine tragische Farce zu machen, indem er zynisch
jedes internationale Gesetz verletzte. Trotz dieses Vertrages führ der Kreml fort,
die Mandschurei zu beherrschen und auszupluendern.
Nach vorsichtigen Schaetzungen der Amerikanischen Reparation-Kommission
betraegt der T.7ert der Pluenderungen in der Mandschurei 858 Millionen Dollar. Der
Gesamtverlust, der der Wirtschaft der Mandschurei durch die "befreienden" Russen
durch 7/egnahme aller industriellen Einrichtungen, Minen und Maschinen als Kriegsbeute entstanden ist, ueberseigt 2 Milliarden Dollar. Niemand anders als Stalin
selber hfit sich so laut vor der ganzen Welt im September 1945 geruehmt, nachdem
Amerika Japan so entscheidend geschlagen hatte« "Vierzig Jahre lang haben die Maenner der aelteren Generation auf diesen Tag gewartet. Und jetzt ist dieser Tag angebrochen."

Diese Erklaerung stellt mehr dar als einen vollkommenen und schamlosen Bruch
mit jedem Vorwand fuer revolutionären Idealismus, der die Politik der Bolschewik!
waehrend des russisch-japanischen Krieges im Jahre 1905 charakterisierte - als sie
unter der Fuehrung Lenins auf die Niederlage des zaristischen Russland hinarbeiteten.
Diese u'nverschaemte Prahlerei, die erniedrigende Niederlage, die Nippon dem alten
imperialistischen Russland in der Meerenge von Tsuschima und bei Port Arthur beigebracht hatte, ausgeloescht und geraecht zu haben, bildet eine krasse Umkehrung und
sogar eine Erweiterung der unanataendigsten und schmutzigsten Raeuberpolitik des
zaristischen Imperialismus in China und in ganz Asien. Schon jetzt ist .das neue
imperialistische Russland ueber die Grenzen des Gelben Meeres hinausgegangen.
Der Russische Imperialismus.
Hier muessen wir aber noch hinzufuegen, dass der heutige Imperialismus RussLands
bei weitem gefaehrlicher ist als die Aggression Nikolaus II; Der stalinistische
Imperialismus ist unehrlicher und wirksamer. Er verbirgt seine finsteren Ziele
hinter demagogischen und hochklingenden sogenannten radikalen Phrasen. Der stalinistische Imperialismus sucht nicht nur wirtschaftliche und militaerische Beherrschung
wie das bei den Zaren frueher der Fall war - sondern er strebt auch nach der totalen
Kontrolle der Gedanken, des Glaubens und des Gemuets des Volkes. Hier besteht nicht
nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein ideologischer Imperialismus - der ruecksichtslos darauf hinsteuert, das Denken und Fuehlen derjenigen zu versklaven, die
unter seiner "Fuehrung" stehen. Ausserdem besitzt das stalinistische Russland alleil
von allen anderen grossen Nationen eine riesige, wohlfinanzierte, maechtige Fuenfte
Kolonne, die durch den Weltgewerkschaftsbund und das Kominform arbeitet. Die Diktatur des Kreml hat mit teuflischem Geschick und ungezuegeltem Zynismus den guten
Willen, die Energien und die Talente vieler gutgläubigen Liberalen fuer ihre schaendlichen Ziele und Handlungen eingespannt, die auch weiterhin sich an den unbegruendeten Glauben klammern, dass das Sowjetsystem trotz aller seiner Irrtuemer heute die

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�Inkarnation des fortschrittlichen Staates und der fortschrittlichen Gesellschaft
darstellt.
Es ist die hoechste Zeit, dass unser Land jetzt-einen Weg aufzeigt, um dem
chinesischen Volk Genugtuung zu geben dafuer, dass die Grossen Drei seine Souveraenitaet geopfert haben. Die amerikanische Fuehrung im Abdaemmen der Flut des totalitaeren Kommunismus und des Chaos in China ist laengst ueberfaeilig. Wir muessen
offen anerkennen, dass die Siege des Kommunismus in China den bedeutendsten Triumpf
des Bolschewismus darstellen, seit dieser in Russland die Macht an sich riss. Wir
moechten hierbei hervorheben, dass die Annahme einer neuen Politik gegenueber China
im Geiste einer aufrichtigen Beiderseitigkeit vor sich gehen rauss. 2s sollten keine
Versuche unternommen werden, parteiisches Kapital zu gewinnen, indem man die alten
Fehler wieder aufruehrt und aus ihnen Kapital schlaegt fuer parteiliche Zwecke.
In Asien nicht weniger als in iSuropa ist eine zweiseitige Politik zum Wohle des
amerikanischen Volkes und des Weltfriedens notwendig.
Fuer ein konstruktives Programm
In diesem Gebiete ist es, dass wir folgendes als Richtlinien fuer eine definitive konstruktive amerikanische Politik vorschlagen, um der Krise in China zu
begegnen«
1. Es darf weder eine Anerkennung der kommunistischen Kraefte in China noch
einen Handel mit ihnen noch eine wirtschaftliche Unterstuetzung fuer sie geben. Die
amerikanischen Handelsinteressen sollten mit aller Festigkeit vor einer engstirnigen, egoistischen und kurzsichtigen Politik der Staerkung der chinesischen Usurpatoren gewarnt werden, die darin bestehen wuerde, dass Geschaefte mit ihnen getaetigt
werden. Die Krise in China kann durch eine Haltung und Politik "des Geschaefts wie
gewoehnlich" nur zum Schaden Amerikas und des Weltfriedens verschlimmert werden.
Wir duerfen unsere Feinde von heute und morgen nicht unterstuetzen und bewaffnen,
wie wir es im Falle des japanischen Imperialismus getan haben.
2. Unsere Regierung darf in keiner Form irgend einem sogenannten Koalitionsregime, das auf Befehl Moskaus von der Kommunistischen Partei Chinas aufgerichtet
wird, diplomatische Anerkennung oder wirtschaftliche Hilfe zuteilwerden lassen.
3. Wir fordern dringend von Praesident Truman, dass er mit allen demokratischen Nationen Europas, Asiens und Lateinamerikas Beratungen pflegt, wie ein Sofortprogramm der kollektiven Aktion aufgestellt werden kann, um die Flut der kommunistischen Tyrannei einzudaeiamen, und wie die demokratischen Kraefte unterstuetzt und verteidigt werden koennen.
4. Unsere Regierung soll dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die gesamte
Frage der Rolle Russlands unterbreiten, die darin besteht, dass es den Buergerkrieg
in China naehrt und finanziert, dass es gegen die legitime Regierung konspiriert,
die von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen anerkannt wurde, dass es die feierlichen Verpflichtungen seines Vertrages in flagranti erhoeht und so absichtlich
den Weltfrieden unterminiert und gefaehrdet.
5. Wir beantragen eine prompte und angemessene amerikanische Hilfe fuer die
einzigen Regierungsbehoerden, die von den Vereinigten Staaten in China anerkannt
worden sind.
6. Wir beantragen, dass diese Hilfe unter sorgfaeltiger Aufsicht seitens der
amerikanischen Milltaer- und Wirtschaftsbehoerden geleistet werden soll, die darauf
achten koennen, dass die Soldaten angemessene Verpflegung und Bewaffnung rechtzeitig
erholten und dass die wirklich demokratischen Kraefte das nationale Geschick des
chinesischen Volkes lenken«
7.

Zu diesem Zwecke beantragen wir, dass unsere Regierung autoritative und

kompetente Milltaer-, Industrie-, Landwirtschafts- Gesundhelts- und Arbeits-Mi«sIonen nach China schickt, damit diese den Chinesen dabei helfen, ihr Heimatland zu

- 5 -

�verteidigen, die Demokratie und das freie Gewerkschaftswesen zu foerdern und ihre
Arbeits- und Lebensbedingungen zu bessern.
Wir fordern dringendst eine angemessene und prompte Unterstuetzung fuer die
Regierung des Fraesidenten Li Tsung Jen. Wenn wir eine solche moralische und
materielle Hilfe verweigern, ermutigen und sichern wir die Demoralisierung der
restlichen nationalen Armeen und vergroessern die Desertionen ehrgeiziger, knieweicher Provinzgenerale, die das Gefuehl haben, dass nur die Kommunisten internationale Hilfe (von Russland) haben, waehrend keine demokratische Nation die Nationalregierung unterstuetzt.
Die Kwangsi-'Eruppen unter dem Befehl des Fraesidenten Li und des Generals Pei
Chung Hai haben alle Moeglichkeiten fuer einen wirksamen Widerstand. Ebenso verfuegen die Kwangtung-Streitkraefte unter der Fuebrung der Generale Chang Fa Kwel
und Yue Han Mou wirklich ueber kaempferische Qualitaeten und koennen sich als Dorn
im Auge der Kommunisten erweisen trotz des Terlusts von Nanking und Schanghai.
Die Kommunisten sind nicht in der Lage gewesen, die Kontrolle auf See oder in der
Luft an sich zu reissen, wie es auf dem Lande der Fall war. Da die Nationalisten
die Inseln Formosa und Chusan kontrollieren, sind sie in der Lage, die Muendung
des Wang-Poo durch Minen, Luftangriffe oder Schiffe zu blockieren. Hier besteht
ein ernstliches Hindernis fuer die kommunistische Konsolidierung ihrer Kontrolle
des Yangtse-Gebiets. Unsere Regierung sollte nichts tun, was geeignet waere, die
Wirksamkeit solcher Blockademassnabmen zu stoeren oder querzutreiben. Selbst wenn
die Streitkraefte des Freien China noch mehr an Gebiet verlieren sollten, wuerde
dies nicht von entscheidender Bedeutung sein. Ein fortwaehrender demokratischer
Widerstand wuerde die Konsolidierung eines stabilen kommunistischen Regimes auf
nationaler Basis hemmen. Wir duerfen nicht vergessen, dass schon frueher einmal,
in den Jahren 1927/28, China 2 rivalisierende Regime hatte, aber dennoch wurde
der nationale Staat nicht offiziell geteilt und das Schicksal Chinas war weit davon
entfernt, besiegelt zu sein.
Heute zeigen sieh die Erfolge der kommunistischen Partei fast ausschliesslich
in Gebieten, die einmal von Japan Besetzt waren - in Gebieten, wo die Kuo-Min-Tfeing
nicht wachsen und nicht Fuss fassen konnte. Ausserdem besteht heute, da das reeiktionaerste Element der Kou-Min-Tang nicht mehr an der Macht ist, umsomehr Grund,
der Nationalregierung von uns aus militaerische und wirtschaftliche Hilfe und Ratschlaege zu geben, und sie zu ermutigen und zu beraten, wie man die Lage des Volkes
in den Stadt- und Landgebieten verbessern und den Fortschritt der Demokratie foerdern kann.
Fuer Demokratie und Nationale Freiheit in Asien
8. Unsere Regierung sollte verkuenden, dass sie in ihrer Politik fest entschlossen ist, eine staendige Zusammenarbeit unter den demokratischen Kraeften
Asiens zu foerdern und zu unterstuetzen - auf einer Linie mit der vor kurzem stattgefundenen Konferenz der Nationen Asiens, die von Indien einberufen wurde - u m den
chinesischen und anderen kommunistischen Einfluessen und Uebergriffen Widerstand
zu leisten und diese zu ueberwinden. Die Ausdehung des Einflusses der chinesischen

Kommunisten ist lediglich ein Stosskeil der totalitaeren Aggression und des Imperiale
1Ismus der Russen.
9« Unsere Regierung sollte ihren ganzen moralischen Druck auf Frankreich und
die Niederlande ausueben, damit diese den Wunsch der Voelker Asiens, die noch von
ihnen regiert werden, nach nationaler Freiheit, nach wirtschaftlicher Besserung
und sozialer Gerechtigkeit im Rahmen und durch die Methoden der Demokratie anerkennen. Sonst werden die Kommunisten diese unerfuellten legitimen Forderungen
fuer ihre eigenen niedrigen Ziele und im Interesse des russischen ImperialIsmus
ausschlachten.

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�10. unsere Regierung sollte eine Sonderkommission ernennen, in der auch die
Arbeiterschaft vertreten ist, die gemeinsam mit den demokratischen Obrigkeiten
Asiens die Anwendung des Punkts 17 des Praesidenten Truman auf diese unentwickelten
Gebiete im Interesse ihrer eingeborenen Voelker und der ganzen Welt vorbereitet.
Abschluss und Schlussfolgerung
Die Welt kann nicht frei bleiben und in Frieden leben, ohne das Asien frei
ist und dort Frieden herrscht. Ueberdies kann Asien nicht frei, friedlich und
gedeihlich leben, wenn sich China im Wuergegriff des Kommunismus befindet. Es
gibt nichts Unerbittliches und Unbesiegbares in bezug auf den Kommunismus in China
und das uebrige Asien. Aber wir koennen den Kommunismus nicht allein mit militaerischen Waffen schlagen. Die Demokratie hat hoehere Ideale und bessere Ideen als der
Kommunismus oder irgend eine andere Art totalitaeren Despotismus. Wir muessen diese
Ideale und Ideen in positive Aktionen, in die Wirklichkeit umsetzen.
In Indonesien, in Birma und Indochina bestehen starke demokratische nationalistische Kraefte, die Todfeinde des kommunistischen Despotismus sind. Abgesehen
davon wollen noch koennen weder Russland noch die Kommunisten in China den asiatischen
Voelkern echte nationale Freiheit, das notwendige Kapital die Maschinen geben damit
sie ihre Wirtschaft entwickeln und ihren Lebensstandard verbessern.
Wenn wir dies alles betonen, dann versuchen wir nicht, die Bedeutung der Siege,
die die Kommunisten in China heute davon tragen, zu verkleinern, Die Auswirkungen
dieser Siege sind enorm - besonders und augenblicklich fuer Suedostasien, und selbst
fuer die Philippinen, Australien und Neuseeland. So ernst auch die sich fuer die
Freiheit ergebende Gefahr ist, die schlimmste Gefahr, der wir heute gegenueber stehen
ist das Gefuehl der Verzweiflung und eine Politik der Untaetigkeit und des Sichtreibenlassens. Wenn wir auch weiterhin in der chinesischen Krise nichts tun, dann sind
wir auf dem besten Wege, die Freunde, die wir in China noch haben, zu verlieren und
es wird unmoeglich sein, die Zusammenarbeit der in der Entwicklung begriffenen demokratischen Kraefte in jedem anderen Teile Asiens zu sichern.
Die Krise in China ist sehr ernst, aber sie ist nicht hoffnungslos. Die Zelt
kann noch zugunsten der Freiheit und des Friedens in China und fuer die Demokratie
unter den Voelkern Asiens gewandelt werden. Zwecks Erreichung dieser grossen Ziele
hat der Freie Gewerkschaftsausschuss der AFL obiges Programm in Vorschlag gebracht.
Wir wenden uns an unsere Regierung, unsere Vorschlaege prompt, gründlich und im
guenstigen Sinne in Betracht zu ziehen.
"Der Freie Gewerkschafts-Ausschuss der Arbeiterliga fuer Menschenrechte,'
Box 65, Station G. New York 19, 5. Juli 1%9
DIE FREIEN GEWERKSCHAFTEN UND DIE
DEMOKRATIE IN EUROPA
Die Entwicklung einer starken und freien Arbeiterbewegung wird von George
Meany, dem Sekretaer und Schatzmeister der AKL, als Schluessel zum Aufleben und zur
Staerkung der europaeischen Demokratie angesehen.
Bei einem Interview anlaesslich sainer Ankunft aus Europa am Dienstag sagte
Meany, dass starke demokratische Gewerkschaften dasein muessen, wenn es ein demokratisches Europa geben soll. Der AFL-Funktionaer kehrte aus Genf zurueck, wo er
an den Versammlungen der Internationalen Organisation fuer Arbeitsfragen (U&gt;0) und
einer neuen Weltgewerkschaftsorganisation teilgenommen hatte.
Die neue Arbeiterorganisation wurde gegruendet, nachdem Gewerkschaften aus
% Nationen einschliesslich des amerikanischen CIO aus dem Weltgewerkschaftsbund
(WFTU) ausgetreten waren. Der Hauptgrund fuer die Massenabspaltung vom WFTU war

, - 7 .-

�das Gefuehl, dass dieser -von den kommunistischen Regierungen Osteuropas fuer politische Zwecke ausgenutzt wurde. Die neue Organisation wurde in voller Unabhaengigkeit von irgendwelchen Regierungseinflüssen gebildet«
Meany berichtete, dass die neue Organisation gute Fortschritte erzielt haette,
seit sich die englischen, hollaendischen und amerikanischen Mitglieder vom WF1U
zurueckgezogen hatten. Er erklaerte, dass auf der Konferenz in Genf ein Staendlger
Ausschuss, der aus 16 Mitgliedern besteht, gebildet wurde, der in London am 25.
Juli zusammentreten soll, um den Entwurf einer Resolution aufzustellen fuer eine
verfassungsgebende Delegierten-Konferenz im November.
Der "New York Times" zufolge soll Meany gesagt haben; "Wenn es ein demokratisches Europa gibt, dann nur, weil es eine demokratische Arbeiterbewegung gibt. Nach
meinen Wahrnehmungen ist Westdeutschland der Schluessel fuer die gesamte Europaeische Lage, und die Entwicklung haengt dort von dem Grade ab, in dem das deutsche
Gewerkschaftswesen entwickelt und gestaerkt werden kann. Der Kampf dauert noch an
zwischen den Kommunisten und den freien Gewerkschaften in Frankreich, doch glaube
ich, dass in Westdeutschland der Kampf gewonnen wurde. Die einzige Gefahr ist ein
wirtschaftlicher Zusammenbruch oder die Rueckkehr der Nazis und der grossen Kartelle. Die Gewerkschaftsbewegung ist das groesste Bollwerk gegen die Trusts."
"State Department Radio Bulletin"
6. Juli 1949
-

Manpower D i v i s i o n
OMGUS, APO 757

JMOUS, 9 - 2 W ,

iAlffl, Aug. U9, 11 C

8

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Ansinge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebranch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

11-27/28

Berlin, 2 . September 1949

Die Kanpower Division der U.S. Militaerregierung i s t im Begriff von
Berlin nach Frankfurt ueberzusiedeln. Bis neue Vorkehrungen getroffen
werden koennen, die "Internationalen Arbeitsmitteilungen" drucken zu lassen,
werden d i e einzelnen Veroeffentlichungen in unregelmaessigen Abständen e r scheinen.
Ausserdem nuss eine Entscheidung darueber getroffen werden, ob s i c h die
Veroeffentlichungen auch weiterhin a l s zweckdienlich erweisen. 'Vir wuerden
es begruessen, wenn unsere Leser zu dieser Frage Stellung nehmen wuerden.
Besteht noch genuegend Interesse daran, dass die Veroeffentlichung der
"Internationalen Arbeitsmitteilungen" f o r t g e s e t z t wird, so werden unsere
Leser gebeten, Ihre Meinung hierzu an folgende Adresse zu r i c h t e n : Manpower Division - 0WGÜ3
APO 757 - U. 3 . Army
INHALTSVERZEICHNIS
Forderungen der Vorarbeiter bei Kaiser-Frazer — - 1
Schiedsgerichtsverfahren —
_ _ _ _ _ _ _
_ 2
Vertrauen und Zusammenarbeit
___
__ 0
Ein schv;edischer Bergarbeiter besucht die USA
6
I t a l i e n b l i c k t nach '.'festen
7
Die Lebenshaltungskosten Frankreichs im Jahre 1948- 9
CIO-Bericht empfiehlt Lohnerhoehung
- - 10

FORDERUNGEN DER VORARBEITER BEI I-VI3ER-FRAZER
Der Vorarbeiter-Verband Amerikas (FAA), der V e r t r e t e r des AufSichtspersonals
von Kaiser-Frazer bei den Kollektivverhandlungen, hat d i e Gesellschaft gebeten,
mehrere neue Klauseln in das Abkommen, ueber das j e t z t verhandelt wird, mit aufzunehmen. Abgesehen von einem Pensions plan, einem dreiwoechigen Urlaub und 6 bezahlten Feiertagen hofft der FAA, noch folgende Forderungen durchzudruecken; 1. Lohnzahlung- fuer mindestens 1 Monat, wenn das *.7erk aus Gruenden schlies3en muss, auf
die d i e Vorarbeiter keinen Einfluss haben, 2. Barentschaedigung fuer Vorarbeiter,
die entlassen werden, und denen Krankengeldzuschuss zusteht, 3 . Anrechnung des
D i e n s t a l t e r s b e i Vorarbeitern, damit s i e ein Anrecht auf eine A r b e i t s s t e l l e haben,
wenn s i e zurueckgestuft werden, 4 . Rueckstufungen bei Entlassungen gemaess dam
D i e n s t a l t e r und 5. Verschliessbare Kleiderablagen und Brausebaeder.
"Employee Relations B u l l e t i n " 20. J u l i 1949
i

�Der folgende Artikel ist der erste Abschnitt einer vom Amerikanischen Arbeitsministerium herausgegebenen Broschuere ueber das Schiedsgerichtsverfahren. In
diesem Bericht wird zum Ausdruck gebracht, bis zu welchem Grade Gewerkschaften
und Unternehmer vom Schiedsgerichtaverfahren Gebrauch machen. Der Stoff dieses
Berichts ist in Kraft befindlichen Tertraegen entnommen, von denen mehrere Hundert
geprueft wurden.
Unsere Dienststelle wuerde es begruessen, wenn sich diejenigen unserer Leser
melden wuerden, die sich fuer weiteres Material auf diesem Gebiete Interessieren«
Sine genuegende Nachfrage wuerde uns eventuell veranlassen, die gesamte Broschuere
ins Deutsche ueber setzen zu lassen. Zuschriften sind zu richten an:
Manpower Division. OMGUSf APO 757. U.S. Army
Schiedsgerichtsbarkeit» A) Verhandlungsteohnik
Die Schiedsgerichtsbarkeit bei Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und
Arbeitgebern ist heute ein allgemein anerkannter Grundsatz auf dem Gebiete der
Amerikanischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehungen. Die Schiedsgerichtsbarkeit
ist eine friedliche, freiwillige Methode, um Streitigkeiten durch eine oder mehrere
Personen, die von denstreitenden Parteien ausgewaehlt werden, zu schlichten,
Sie wird nur dann angewandt, wenn die Parteien nicht selbst zu einer Einigung
gelangen koennen, auf direktem Verhandlungswege. Beide Parteien werden angehoert,
unterbreiten dabei ihre Beweismittel und legen ihre Argumente dar. Danach trifft
der Schiedsrichter seine Entscheidung und faellt seinen Spruch, den beide Partelen
anzunehmen sich freiwillig im Toraus bereiterklaert haben.
Schledsgerlchtsbarkeitsverfahren
In einer Konferenz, die der Praesident
Jahre 1%5 mit Ter tretern der
Arbeitnehmer und Arbeitgeber abhielt, haben sich beide Partelen einstimmig fuer
die Schiedsgerichtsbarkeit als letzten Schritt eines vernuenftigen Beschwerdeverfahrens ausgesprochen;
"Die Parteien sollen In gemeinsamen Abkommen einen unparteiischen Vorsitzenden, Schiedsrichter oder einen Ausschuss vorsehen, dem die endgueltige Entscheidung ueber unerledigte Beschwerden oder Streitigkeiten hinsichtlich der Auslegung
oder Anwendbarkeit von Vereinbarungen zusteht. In diesem Zusammenhange soll das
Abkommen folgendes vorsehen»
"(a) Ein endgueltiges Terfahren, dem beide Seiten zugestimmt haben muessen,
und das die Auswahl des unparteiischen Torsitzenden, des Schiedsrichters
oder des Ausschusses regelt«
"(b) Dass der unparteiische Torsitzende, Schiedsrichter oder Ausschuws nicht
die Tollmacht haben, Zusaetze, Streichungen, Aenderungen oder Modifizierungen an irgendeinem Paragrafen des Abkommens vorzunehmen, sondern
dass sie nur berechtigt sein sollen, die bestehenden Paragrafen des
Abkommens auszulegen und sie auf die spezifischen Tatsachen der Beschwerde oder des Streitfalles anzuwenden:
"(c) Dass die Ueberweisung einer Beschwerde oder eines Streitfalles «n
einen unparteiischen Tor sitzenden, Schiedsrichter oder Ausschuss
den letzten Instanzenzug dieses Verfahrens darstellen sollte, und dass
man nur dazu schreiten sollte, wenn das Einigungsverfahren vorangegangener Instanzen erschoepft ist.
"(d) Dass die Entscheidung des unparteiischen Vorsitzenden, Schiedsrichters
oder Ausschusses von beiden Parteien als endgueltig und bindend anerkannt werden sollte«

-

2

-

�"(e) Dass die Kosten fuer den unparteiischen Vorsitzenden, Schiedsrichter
oder Ausschuss zu gleichen Teilen von beiden Parteien getragen werden
sollten.
"Sonstige Fragen, die nicht die Anwendung oder Auslegung der Vereinbarung,
wie sie jeweils besteht, beruehren, die aber ordnungsgemaess in Verfolg der Vorschriften des Abkommens aufgev/orden werden koennen, sollten zum Gegen stand von Verhandlungen und einer guetlichen Vereinbarung gemacht werden oder mit anderen
Mitteln geloest werden, die den Parteien geeignet hierfuer erscheinen.
"Sofern ein Abkommen eine Erneuerungsklausel und eine Aenderung oder Modifienthaelt oder sofern von einer der beiden Parteien die Wiederinkraftsetzung eines
Abkommens verlangt wird, oder sofern ein bestehendes Abkommen in naechster Zeit
abläuft, sollte eine ausreichende Zeitspanne fuer Verhandlungen ueber ein neues
oder modifiziertes Abkommen vorgesehen werddn. Falls derartige Verhandlungen
fehlschlagen sollten die Parteien rechtzeitig von den Moeglichkeiten der Schlichtung, Vermittlung und, sofern dem gemeinsam zugestimmt wird, vom Schiedsgerichtsverfahren Gebrauch machen.
"In diesem Bericht ist in keiner Weise beabsichtigt, ein zwangsweises Schieds-r
gerichtsverfahren zu empfehlen, mit anderen Worten die Empfehlung eines Verfahrens,
dem nicht beide Parteien freiwillig zugestimmt haben.
Schiedsgerichtsbarkeit und Kollektiv-Verhandlungen
Im grossen und ganzen ist die Schiedsgerichtsbarkeit ein inoffizieller und
kein durch starre Verfahrensvorschriften eingeengter Prozess. Die Parteien setzen
in gemeinsamer Vereinbarung ihre eigenen Verfahrensregeln fest, waehlen den Schiedsrichter oder legen eine Methode fuer seine Auswahl fest, legen auch Termine fest,
definieren Probleme oder Streitfaelle, die unterbreitet werden sollen, und stimmen
schliesslich gemeinsam darin ueberein, dass innerhalb dieser Grenzen die Entscheidung des Schiedsrichters engueltig und bindend sein soll.
Im Gegensatz zur Vermittlung und Schlichtung ist die Schiedsgerichtsbarkeit
in Wirklichkeit kein Teil des Kollektiv-Verhandlungswesens, obgleich sie oftmals
als Kollektiv-Verhandlungen oder dazugehoerig angesehen werden. Waehrend eine
Vermittlung die gegenseitige Einraeumung von Zugevtaendnissen einschliesst, wobei
den betroffenen Parteien auch gestattet ist, sich das Recht einer endgueltigen
Entscheidung ueber den Streitpunkt vorzubehalten, schliesst die Schiedsgerichtsbarkeit keinerlei Kompromisse in sich und nimmt den streitenden Parteien die endgueltige Entscheidung aus ihren Haenden. Nachdem die Parteien freiwillig der
Schiedsgerichtsbarkeit zugestimmt haben, sind sie an die Annahme und Aujafuehrung
der Entscheidung des Schiedsrichters gebunden.
Zwei unwandelbare Elemente muessen bei der Schiedsgerichtsbarkeit vorhanden
sein, ohne Huecksicht auf die Elastizitaet aller uebrigen Merkmale. Erstens muss
oder muessen der bzw. die Schiedsrichter unparteiisch sein. Falls ein Ausschuss
gebildet wird, dem auch Vertreter der Parteien angehoeren, so erhaelt das unparteiische Mitglied oder der unparteiische Vorsitzende die entscheidende Stimme.
Zweitens muss es eine endgueltlge und bindende Entscheidung geben, die durch
den Spruch des Schiedsgerichts verkoerpert wird, und nicht lediglich den Versuch,
die Parteien zusammenzubringen, damit sie die Frage selbst regeln koennen, und
die Entscheidung muss innerhalb der Vollmachten liegen, die dem Schiedsgericht
zugestanden worden sind.
Grundsaetzlich ist ein solches Schlichtungsverfahren ein Ersatz fuer wirtschaftliche Massnahmen - fuer Streik oder Aussperrung. In der Tat wird die Vereinbarung, sich der Schlichtung zu bedienen, vielfach mit einer Regelung gekoppelt,

�die S t r e i k s und Aussperrungen aussohliesst in a l l e n Faellen, auf die d i e Schlichtung anwendbar i s t .
Die Schiedsgerichtsbarkeit kann entweder eine jeweils zeitbegrenzte, auf
einen bestimmten F a l l a b g e s t e l l t e Einrichtung s e i n , die getrennt fuer jeden e i n zelnen S t r e i t f a l l e i n g e r i c h t e t wird, oder s i e kann auch staendig bestehen, wobei
dann die gleiche Person oder der gleiche Ausschuss als Schiedsrichter fuer die
G ü l t i g k e i t s d a u e r des Abkomraans t a e t i g i s t . Die unparteiische S t e l l e , an die une r l e d i g t e S t r e i t i g k e i t e n zur endgueltigen Entscheidung ueberwiesen werden, kann
a l s Schiedsrichter, unparteiischer Vorsitzender oder Schlichter bezeichnet werden.
Die Frage der Bezeichnung i s t unbedeutend. Der wichtige Faktor ohne Buecksicht
auf den T i t e l , mit dem die unparteiische Person bedacht wird, i s t die Reichweite
seiner Vollmachten (oder seiner Funktionen), und dies i s t bei den einzelnen Vereinbarungen u n t e r s c h i e d l i c h . Bei manchen Vertraegen mag der 3chiedsrichter(fuer
den einzelnen F a l l oder fuer staendig berufen) nur ein beschraenktes Aufgabengeb i e t haben. Bei anderen Vertraegen wieder mag seine J u r i s d i k t i o n dem Wesen nach
unbeschraenkt s e i n , e i n s c h l i e s s l i c h der endgueltigen Verfuegung ueber irgendwelche
unerledigten Beschwerden, die s i c h auf Arbeitsbedingungen oder sogar auf die
Bedingungen eines neuen Abkommens beziehen.
Durchfuehrungsmoeglichkeiten bzw. Fuehlungnahme in der Schiedsgerichtsbarkeit
Bei den Kollektiv-Verhandlungen i s t es ueblieh, zwischen Fragen der Ausleguag
oder Anwendung spezifischer Klauseln von Abkommen, d i e b e r e i t s ausgehandelt und
in Kraft getreten sind, und S t r e i t i g k e i t e n ueber die Bedingungen, die in ein neues
erneuertes Abkommen aufgenommen werden s o l l e n , zu unterscheiden. (Die Schiedsger i c h t s b a r k e i t kann auch angewandt werden, um S t r e i t i g k e i t e n h i n s i c h t l i c h der
J u r i s d i k t i o n zweier oder mehrerer Gewerkschaften in bezug auf gewisse Arbeiten
oder Arbeitsarten ihres Organisationsgebietes zu r e g e l n . ) Die e r s t e Art der
Schiedsgerichtsbarkeit wird angewandt, um Kontroversen zu bereinigen, die unausb l e i b l i c h bei der taeglichen Anwendung eines Abkommens innerhalb eines Betriebes
entstehen. Die zweite Art wird angewandt, um Meinungsverschiedenheiten ueber
grundsaetzliche Beschaeftigungsbedingungen zu r e g e l n , die in ein neues Abkommen
auf genommen werden s o l l e n . Im ersten F a l l e kann die Taetigkeit des Schiedsrichters
als r i c h t e r l i c h e oder r i c h t e r a e h n l i c h e Funktion aufgefasst werden, wenn er eine
Entscheidung ueber Zwecke oder Bedeutung einer umstrittenen Klausel, oder ihre
Beziehung zu einer gegebenen Lage f a e l l t . Im l e t z t e r e n F a l l e i s t der Schiedsr i c h t e r normalerweise gehalten, eine l e g i s l a t i v e Stellung einzunehmen.
Es g i b t jedoch keine klare Unterscheidung zwischen diesen beiden Mioeglichk e i t e n . Im besonderen in Verbindung mit S t r e i t i g k e i t e n , die waehrend der Gueltigkeitsdauer eines Vertrages auftreten, entscheiden die Auffassungen der Schiedsr i c h t e r im Hinblick auf ihre Funktionen, den Entwicklungsgang der Verhaeltnisse
im Abkommens verfahren, die vertragsmaessige Beschraankung der Reichweite in
bezug auf die'Vollmachten der Schiedsrichter und verschiedene andere Faktoren,
ob ein Schiedsrichter s t r i k t als"Richter"oder a l s . "Gesetzgeber" handeln oder ob
er diese beiden Funktionen weise kombinieren s o l l .
Vorschriften fuer Anwendung der Schiedsgerichtsbarkeit.
Die meisten Kollektiv-Verhandlungs-Abkommen enthalten eine Vorschrift fuer
die Schiedsgerichtsbarkeit bei unerledigten S t r e i t i g k e i t e n . Diese Vorschriften
sind in ihren Einzelheiten sehr unters Chi edlidh. In einigen Abkommen wird die
Schiedsgerichtsbarkeit mit einem einzigen Satz vorgesehen, der etwa l a u t e t ;
"nicht beigelegte S t r e i t i g k e i t e n sind einem Schiedsgericht zu ueberweisenj'
andere enthalten s o r g f a e l t i g d e t a i l l i e r t e Klauseln, die auch die d e f i n i t i v e
Reichweite der S t r e i t f a e l l e einschliessen, sowie Regeln und Vorschriften fuer
-

4

-

�die Abwicklung, Termine usw. Das Fehlen einer Vorschrift ueber die Schiedsger i c h t s b a r k e i t s c h l i e s s t n a t u e r l i c h n i c h t a u s , dass s i c h Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht gemeinsam darueber schluessig werden, bestimmte S t r e i t i g k e i t e n durch
gemeinsam getroffene Uebereinkunft j e d e r z e i t einem Schiedsgericht zu u n t e r b r e i t e n .
Die Reichweite d e r Schiedsgerichtsbarkeit erstreckt sich ueblicherweise nur auf
S t r e i t i g k e i t e n ueber d i e Auslegung und Anwendbarkeit der Vertragsbedingungen. Die
Vertragsbedingungen werden in Kollektiv-Verhandlungen f e s t g e l e g t ; die Erledigung
von S t r e i t i g k e i t e n ueber Bedingungen eines neuen Vertrages oder die Erweiterung
bzw. Abaenderung eines bestehenden Vertrages l i e g t nur s e l t e n innerhalb der
J u r i s d i k t i o n des S c h i e d s r i c h t e r s .
Die Überweisung unerledigter S t r e i t i g k e i t e n an d i e Schiedsgerichtsbarkeit
nach Erschoepfung
des Beschwerdeverfabrens e r f o l g t ueblicherweise automatisch
(ausgenommen fuer nicht schiedsgerichtsfaehige S t r e i t f a e l l e ) , obgleich einige
Vertraege die Anwendung der Schiedsgerichtsbarkeit nur nach b e i d e r s e i t i g e r Zustimmung g e s t a t t e n . Die meisten Vereinbarungen sehen eine Schiedsgerichtsbarkeit
fuer den einzelnen F a l l -vor, was bedeutet, dass ein Schiedsrichter oder ein Schiedsausschuss ausgewählt wird , nachdem die Verhandlungen erfolglos geblieben s i n d .
Andere jedoch sehen d i e Ernennung eines Schiedsausschusses oder eines u n p a r t e i ischen Vaaitzenden vor, der waehrend der gesamten Dauer des Abkommens seine Taetigk e i t ausuebt. Beim Fehlen einer staendigen Schiedsgerichtsbarkeitseinrichtung
koennte sich eine Lage gegenseitigen Miss trauens in jenen Faellen ergeben, wo sich
Arbeitgeber und Gewerkschaft ueber d i e Auswahl des Schiedsrichters e r s t dann e i nigen muessen, nachdem Verhandlungen fehlgeschlagen sind, und in einer solchen
S i t u a t i o n i s t dann eine Einigung auf einen Schiedsrichter schwierig. Manche Abkommen sehen deshalb d i e Auswahl des Schiedsrichters durch eine nicht betroffene
d r i t t e P a r t e i vor, wenn Arbeitgeber und. Gewerkschaf t s i c h n i c h t innerhalb e i n e r
angemessenen Zeitspanne einigen koennen. Die am haeuf igsten fuer die Ernennung
bestimmten S t e l l e n sind der "Bundes Vermittlungs- und Schlichtungsdienst" (Föderal
Mediation and Conciliation Service), verschiedene s t a a t l i c h e Arbeitsausschuesse
( S t a t e Labor boards) sowie d i e Amerikanische Schiedsgerichts Vereinigung (American
A r b i t r a t i o n Association), eine p r i v a t e S t e l l e .
Oftmals werden in den Abkommen Termine fuer einige oder a l l e Stadien des
Schiedsgerichtsprozesses f e s t g e s e t z t worden. Manchmal enthalten sie ins einzelne
gehende Regeln und Richtlinien in Bezug auf die Durchfuehrung des Schiedsgerichtsverfahrens, Zulaessigkeit von Beweismitteln und damit zusammenhaengende Dinge.
Die Kosten fuer den Schiedsrichter werden uebl icherweise gleichmaessig von
beiden Parteien getragen. Einige Vereinbarungen verpflichten die unterliegende
P a r t e i , die gesamten Kosten zu tragen.
Fast immer • sagen sowohl die Arbeitgeber a l s auch d i e Gewerkschaften
zu, den Schiedsgericht ssproch a l s endgueltig und bindend anzunehmen. Dies kann
nur i n wenigen Staaten gesetzlich erzwungen werden. Vielfach enthalten die
Abkommen Bestimmungen, die s i c h auf die rueckwirkende Kraft des Schiedsspruches
beziehen, besondersin Jenen Faellen, in denen es um ungerechtfertigte Entlassungen
oder um die Angleichung von Lohnsaetzen geht.

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5

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�VERTRAUEN UND ZUSAMMENARBEIT

"Es i s t von Wichtigkeit, dass bei den Gewerkschaften des Landes, die mit
der v e r s t a a t l i c h t e n I n d u s t r i e i n Zusammenhang stehen, v o l l s t e Zusammenarbeit
und guter Wille herrschen muss. Daher muss der solidarische Mechanismus zur
Erreichung der Leistung mit den Gewerkschaften behandelt und von ihnen g e b i l l i g t
werden.
"Sollen aber die Mitglieder des gemischten Leistungsaus Schusses von den Gewerkschaften von Seiten der Arbeitnehmer ernannt oder s o l l e n s i e aus den Reihen
der Arbeiter in der I n d u s t r i e a l s Arbeiter gewaehlt werden«
"Ich h a l t e es fuer r i c h t i g , wenn die Mitglieder einer solchen Eberperschaft
innerhalb der I n d u s t r i e s e l b s t gewaehlt werden, und zwar auf der Basis, dass die
Arbeiter daran a l s Arbeiter und n i c h t direkt a l s Gewerkschaftler b e t e i l i g t sind..
Ich moechte hierbei hervorheben, dass dar Arbeiter in der I n d u s t r i e keine Verantwortung bei vollzugsreifen Entscheidungen uebernehmen w i l l . Was er w i l l , i s t ,
dass man seine Meinung hoert, bevor eine vollzugsreif e Entscheidung wirksam wird,
und dann w i l l e r seinen Beitrag l e i s t e n , und u e b e r l a e s s t die Verantwortung fuer
die Entscheidung jemand anders.
"Eine der e r s t e n Aufgaben bei der gemeinsamen Beratung i n der v e r s t a a t lichten I n d u s t r i e besteht d a r i n , das Misstrauen zu zerstoeren, Vertrauen zu
schaffen, und Zusamnenarbeit zu sichern. Vertrauen kann durch gemeinsame Erziehung innerhalb der s o z i a l i s i e r t e n I n d u s t r i e geschaffen werden. Ich hoffe,
dass dies der F a l l sein wird, sobald die B e t r i e b s l e i t u n g wie auch die Arbeiter
Wochenendschulen e i n g e r i c h t e t haben, wo ueber die Funktion der gemeinsamen Beratung gelehrt w i r d .
"Wir muessen den Arbeiter davon ueberzeugen, dass der Mann, der ihn beaufs i c h t i g t , w i r k l i c h seiner Arbeit wuerdig i s t . Arbeiter wollen nicht die Verantwortung dafuer uebernehmen, zu entscheiden, wer befoerdert werden s o l l . Auf
a l l e F a e l l e aber wollen s i e das Gefuehl haben, dass jeder, der ueber angemessen»
Faehigkeiten fuer einen Posten hat, auch die f a i r e Chance,haben s o l l , den Posten
zu bekommen.
"Es wird in der Beaufsichtigung nie ein wirkliches Vertrauen P l a t z ergreifen,
wenn jeder Chef von der Spitze b i s zur niedrigsten Stellung herunter von denjenigen getaeuscht wird, die unter ihm zu arbeiten haben. Hier i s t eine Beratung
vonnoeten. Jeder Arbeiter wird zugeben, dass, wenn es fuer Leute die Moeglichk e i t geben s o l l , sich von unten herauf b i s zur hoechsten Position emporzuarbeiten,
ein besonderes Training innerhalb der I n d u s t r i e bestehen muss und dass darauf
geachtet werden muss, dass diese Leute ein allgemeines Bild von der Industrie
bekommen.
"Ich bin der Meinung, dass der Arbeiter in der Industrie das Recht hat, durch
den Mechanismus der gemeinsamen Beratung ueber die Moeglichkeiten von Erziehungsplaenen befragt zu v/erden. Darueber hinaus s o l l t e ihm die Gelegenheit gegeben
werden, die Ausbildungsplaene in der Auswirkung zu beobachten. Ich denke, dass
dies von Vfichtigkeit i s t , um dem Arbeiter Vertrauen einzufloessen. Je mehr e r
die Erfordernisse und d i e Personalfragen in der Industrie kennen l e r n t , umso mehr
wird er nach gemischten Beratungsausschuessen verlangen."
"Labour" J u l i 1%9
EIN SCHWEDISCHER BERGARBEITER BESUCHT DIE USA
Edward Mattson, der Vorsitzende der sdiwedischen Bergarbeitergewerkschaft,
hat im Auftrage der Behoerden des Karshallplans kuerzlich die Vereinigten Staaten

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6

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�b e r e i a t , um dort das Problem der Leistungssteigerung zu studieren, wie s i e im
technischen Unterstüetzungsprogramm der Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammena r b e i t (BCA) vorgesehen i s t . Mattson schreibt darueber in seinem Gewerkschaftsblatt:
"Es i s t hoechst erfreulich zu wissen, dass sich Amerika gerade J e t z t so sehr
mit internationalen Problemen b e f a s s t , und dass auch die Gewerkschaften in ihrer
Gesamtheit an der internationalen Lage Interesse nehmen,"
Mattson s t e l l t ferner fest« "Die amerikanischen Arbeitgeber haben gelernt,
die Arbeiter und ihre Organisationen zu r e s p e k t i e r e n ; " und fuegt hinzu; "Wie es
heutzutage u e b e r a l l in der z i v i l i s i e r t e n Welt der Fall i s t , sind sich die Arbeitgeber auch in Amerika der Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Produktionsprozess
bewusst und glauben, dass auf lange Sicht gesehen eine solche Zusammenarbeit fuer
a l l e B e t e i l i g t e n zum Besten i s t , "
Der schwedische Bergarbeiterfuehrer weist darauf hin, dass in den Vereinigten
Staaten die Unfallverhuetungsmassnahmen von der Arbeiterschaft und der B e t r i e b s l e i t u n g gemeinsam durchgefuehrt werden. Er erwaehnt die Einsetzung beeonderer
Sicherheitsausschuesse in den Fabriken und e i k l a e r t , dass, wie allgemein f e s t g e s t e l l t worden i s t , d i e Zahl der Betriebsunfaelle in Amerika, eins-chliesslich der
toedlichen Unfaelle in den l e t z t e n Jahren abgenommen habe.
Nach Mattson liegen die Stundenloehne in Amerika etwas hoeher « l s in Schweden.
Mattson b e r i c h t e t u . a . , dass einer der amerikanischen Gev;erksdhaftsbuende jaehrlich
250,000 Dollars fuer Ausbildungszwecke ausgibt und neun verschiedene Sommerschulen
fuer seine Mitglieder u n t e r h i e l t .
Aus: Gewerkschaftsnachrichten der, ECA, 7 . J u l i 1949
ITALIEN BLICKT NACH WESTEN
"Bei Betrachtung der p o l i t i s c h e n S i t u a t i o n i n I t a l i e n wuerde ein englischer
Beobachter gut daran tun, s i c h umzustellen und entgegen seiner Gewohnheit die
Dinge eine wenig mehr von rechts her zu sehen* Die Regierungen, die in England
der Arbeiterregierung 'vorausgingen, hatten b e r e i t s eine entscheidende Wendung
zum Sozialismus gemacht. In I t a l i e n wuerden die r e c h t s g e r i c h t e t e n Kreise v i e l e
der Massnahmen, mit denen sich die englischen Konservativen und Liberalen abgefunden haben, als geradzu umstjttrzlerisch ansehen.
Die S o z i a l i s t e n in I t a l i e n schauen sich, Reforraraassnahmen durchzufuehren,
obwohl s i e d i e A r b e i t e r p a r t e i in England a l s ihr Vorbild ansehen. Waebrend des
Baschismus haben sie-den groesseren Teil der s i e unterstu s t ä n d e n Arbeiterschaft
an die Kommunisten verloren; auch j e t z t noch s t e l l e n die i t a l i e n i s c h e n Sozial i s t e n eine E l i t e mehr oder weniger ehrgeiziger I n t e l l e k t u e l l e r dar, die keine
wirkliche Verbindung zum P r o l e t a r i a t und zu den Gewerkschaften haben. Was die
Kommunisten angeht, so-hat es den Anschein, a l s verfolgten s i e mit ihren S t r e i k s
l e d i g l i c h einen sozialen Zweck. In WirUichkeit verfolgen s i e ein p o l i t i s c h e s
Z i e l , naemlich Unruhe im I n t e r e s s e des Kominform zu s t i f t e n . Konkreten Reformproblemen weichen s i e aus. Sie haben kein I n t e r e s s e daran, ein System zu stuetzen,
dessen Zerstoerung s i e bezwecken.
In I t a l i e n , wo s i c h d i e Demokratie sozusagen noch in einem Versuchsstadium
befindet, t r i t t man einer p o l i t i s c h e n P a r t e i oft mehr aus Gruenden der Zweckmaessigkeit bei als in der Absicht, sich fuer bestimmte Interessen oder Ideale
einzusetzen. Daher i s t es schwierig» ideologische Grenzen zu ziehen. Feste
p o l i t i s c h e oder weltanschauliche Ueberzeugungen findet man nur in gewissen
kleinen Kreisen, welche die Kernzellen einiger Parteien b i l d e n . . ! . . Am schwächsten weltanschaulich fundiert sind d i e S o z i a l i s t e n ; es fehlt ihnen der fanatische
Glaube an eine Idee, wie wir ihn bei den Katholiken, Monarchisten, Faschisten

-

7

�und Kommunisten finden. Die S o z i a l i s t e n versuchen, diesen Mangel dadurch auszugleichen, dass s i e die Demokratie zu einem Fetisch machen, obwohl diese Regierungsform dann am besten f u n k t i o n i e r t , wenn man s i e als gegeben hinnimmt.
Mangelnde Reform des Finanzwesens
Es waere unklug, die Tatsache ausser Acht zu lassen, dass der Faschismus fuer
die Arbeiterklasse einen gewissen Grad von Wohlstand geschaffen h a t t e , s e i er auch
noch so schlecht fundiert gewesen, und dass das Koerperschaftsrecht, wenn es auch
nicht den Kampf zwischen Kapitalismus und Arbeiterschaft beendeta doch in gewissen
Ausmasse die Gegensaetze zwischen beiden milderte, oder wenigstens v e r s c h l e i e r t e .
Der Krieg und seine Nachwirkungen haben diesen Wohlstand z e r a t o e r t und die unter
dem faschistischen Regime e i n g e l e i t e t e n Reformen hinweggefegt, ohne d i e w i r t s c h a f t l i c h e Struktur des Landes grundlegend zu veraendern. Diese Struktur i s t ihrem
Wesen nach .undemokratisch; s i e beruht auf einem ungerecht eehandhabten und korrupten Finanzsystem, das mit den heutigen Begriffen von Gleichheit und Gerechtigkeit
ja sogar mit den Grundsaetzen volkswirtsdhaftlichen Denkens unvereinbar i s t , Der
S t a a t , der aus verschiedenen Gruenden nicht i n der Lage i s t , die direkten Steuern
in vollem Umfange einzuziehen, i s t mehr und mehr zu einer indirekten Besteuerung
uebergegangen, die schwer auf den unbemittelten Klassen der Bevoelkerung l a s t e t .
Diese Misstaende werden noch durch die willkuerliche Anwendung der Steuergesetze
und Steuerbefreiungen verschaerft, wobei sich p r i v a t e Interessengruppen nur zu
oft hinter dem Bollwerk k i r c h l i c h e r Vorrechte verschanzen, die an s i c h schon ein
starkes Hindernis fuer eine Steuer- und Agrarreform d a r s t e l l e n .
Anstatt nach der Befreiung des Landes Steuerreformen einzufuehren, wandten
die Linksparteien ihre ganze Aufmerksamkeit den Verfassungsfragen zu und fuhren
f o r t , in vagen Toenen von einer Revolution des Geistes zu reden, obwohl s i e die
geistigen Kraefte des Landes keineswegs auf ihrer Seite h a t t e n . Man v e r l o r Zeit
und verpasste die kurz sich bietende Gelegenheit. Die Reformen, die e i g e n t l i c h
zum Bestände des s o z i a l i s t i s c h e n Programms gehoert haetten, wurden entweder von
anderen Kreisen durchgefuehrt und dann nur unvollstaendig und in anderem Sinne,
oft auch mit der Absicht, ihre Auswirkungen wieder aufzuheben« oder aber s i e unterblieben v o e l l i g .
Der i t a l i e n i s c h e Sozialismus i s t sowohl marxistischen a l s auch l i b e r a l e n Ursprungs. So wird e r dauernd zwischen revolutionaeren und reformatorischen Vorstellungen hin und her g e r i s s e n . Daher auch d i e ideologischen Motiven entspringenden dauernden Absplitterungen, Zusamnenschluesse und Trennungen, die schon zu
e i n e r Art Sport, fast zu einem Laster geworden sind
Seitdem die Sozialisten
wieder im p o l i t i s c h e n Kampfe stehen, haben sie einen neuen und schaebigeren Beweggrund fuer ihre k l e i n l i c h e n Auseinandersetzungen gefunden. Jeder, der nur
geringfuegig von der allgemeinen Richtung abweicht, bemueht sich, eine eigene
Partei oder Parteigruppe mit eigener Fuehrung zu bilden, Minister zu werden oder
einen aehnlichen eintraeglichen Posten mit eigenem S e k r e t a r i a t und zahlreichen
untergeordneten Stellen zu bekommen, auf diese Weise verdienen sich viele Leute
ihren Lebensunterhalt (oder wiegen sich in der Hoffnung, dazu eines Tages in der
Lage zu s e i n . )
Auf geblaehter Verwaltungsapparat
In der Zwischenzeit sind in f a s t jedem Ministerium mit dem Amtsantritt eines
Parteifuehrers oder des Exponenten einer kleineren politischen Gruppe eine Anzahl
i h r e r Anhaenger mit uebernommen worden-, da sich aber niemand durch die Z u r ü c k weisung solcher Leute unpopulaer machen w i l l , fuehrt dies dazu, dass der ohnehin
schon aufgeblaehte Beamtenapparat noch vergroessert wird. Unfaehig zu entscheiüan,
ob das Beamtentum p o l i t i s c h oder unpolitisch sein s o l l , haben die I t a l i e n e r s e i t
ueber fuenfzig Jahren mit Verwunderung und Unruhe der staendigen Erweiterung ihres
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�Beamtenapparata zugesehen. Zurzeit verursacht die Durchfuehrung des Marshallplanes
eine weitere Aufblaehung des Verwaltungsapparats. In I t a l i e n i s t die Ansicht weit
v e r b r e i t e t , dass der europaeische Hilfsplan, der die Einfuhr von F e r t i g - und Halbf a b r i k a t e n v o r s i e h t , der i t a l i e n i s c h e n Industrie schadet und s c h l i e s s l i c h A r b e i t s l o s i g k e i t hervorrufen wird. Bisher hat nur e i n e Gruppe unbedingten Nutzen aus dem
Marshallplan gezogen, naemlich der Beamtenapparat, der zu seiner Verwaltung einger i c h t e t vrorden i s t . Der i t a l i e n i s c h e Staat i s t in doppelter Hinsicht schwer bel a s t e t ; einmal durch die Zuschuesse an die I n d u s t r i e und zweitens durch den auf geblaehten Beamtenapparat; beide Erscheinungen s t e l l e n l a t e n t e Formen der A r b e i t s l o sigkeit dar.
Kein Mensch in I t a l i e n zweifelt daran, dass die Kommunisten s e i t den l e t z t e n
allgemeinen Wahlen an Boden verloren h a b e n . . . . . E s s t e h t f e s t , dass sich I t a l i e n im
vergangenen Jahr, wenn auch noch so zoegernd, fuer Amerika entschieden hat, so dass
die kommunistische P a r t e i vorlaeufig denjenigen i h r e r Mitglieder, die nur um des
V o r t e i l s willen der P a r t e i b e i t r a t e n , wenig zu bieten h a t . Die Lauen und Ungeduldigen sind b e r e i t s ausgeschieden und s e l b s t d i e Masse der Arbeiterschaft wahrt der
kommunistischen P a r t e i die Treue nur noch, weil s i e Vorteile erwartet, und nicht
aus Ueberzeugung. Die Arbeiter wollen keine Revolution, sondern nur greifbare
kleine Vorteile i n Form von Lohnerhoehungen. Sie sind der zahlreichen p o l i t i s c h e n
S t r e i k s ueberdruessig, die nur Zeitverlust und Lohnausfaelle mit s i c h bringen, und
s e l b s t von nichtpolitischen S t r e i k s versprechen s i e sich wenig. Der e i n f a e l t l g s t e
Mensch weiss heute Bescheid ueber den unheilvollen V'ettlauf zwischen Loehnen und
Preisen und kann zwischen Reallohn und Nominallohn unterscheiden. Was froher
einmal eine i t a l i e n i s c h e P a r t e i war, i s t zu einer fuenften Kolonne herabgesunken
und v e r l i e r t infolgedessen immer mehr an Boden.
Ninetta S, Jueker im "Manchester
Guardian V/eekly", 30. Juni 1949
DIE LEBENSHALTUNGSKOSTEN FRANKREICHS IM JAHRE 1949
Aus e i n e r Studie ueber d i e Ausgaben von 1.000 Familien von franzoesiscnan
Lohnempfaengern, Bueroarbeitern und Stellungslosen in P a r i s und Umgegend aus der
Zeit zwischen April und J u l i 1948 ergab, dass ein Ehepaar mit 3 Kindern b3% seiner
Ausgaben in Lebensmitteln, 10.1 in Kleidung, 91 fuer Miete, Heizung und Hausrat,
6% fuer Medizin und sanitaere Dinge und 12% fuer andere Ausgaben e i n s c h l i e s s l i c h
Vergnuegen, Tabak und Fahrgelder a n l e g t e . Das Durchschnittsehepaar ohne Kinder
l e g t e 81 weniger von den Gesamtausgaben fuer Lebensmittel an a l s ein Ehepaar mit
3 Kindern, aber 2% mehr fuer Kleidung und 6% mehr fuer verschiedene Ausgaben. Die
im Verhaeltnis dazu stehenden Ausgaben fuer Miete und aerztliche Betreuung waren
f a s t e i n h e i t l i c h ohne Ruecksicht auf die Grösse der Familie. Die Studie umfasste
ebenso Familien von Stellungslosen wie auch von in Arbeit stehenden Hairt- und
Kopfarbeitern, und wurde gemeinsam vom Landesinstitut fuer S t a t i s t i k und dem Landesi n s t i t u t fuer Hygiene durchgefuehrt.
O f f i z i e l l e und wirkliche Preise
Die Studie hob den Unterschied hervor zwischen den o f f i z i e l l e n Preisen und
denjenigen, die wirklich fuer Lebensmittel bezahlt werden. Obwohl nur geringe
Unterschiede bei den Preisen fuer Brot, Milch, Teigwaren (Spagetti, Nudeln und
anderen Kehlerzeugnissen) bestanden, war die Spanne zwischen den o f f i z i e l l e n
und den wirklich gezahlten Preisen bei Fetten, Mehl, Butter und Schokolade gross.
So wurde z.B. Butter in Wirklichkeit zum Preise von F r c s . 550.- pro kg. verkauft,
waehrend der o f f i z i e l l e P r e i s F r c s . 412.50 b e t r a e g t . Der o f f i z i e l l e Preis fuer
Mehl betrug Frcs 30.— pro kg. der wirklich bezahlte Preis belief sich im Durchs c h n i t t auf Frcs 7 6 . — .
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�Der Ueberblick zeigte grosse Unterschiede bzw. Schwankungen im wirtschaftlichen
Wohlstand der Familien in diesen Gruppen, wobei viel davon abhing, ob ein Teil der
Eheleute oder beide beschaeftigt waren, ob Mitglieder der Familie den Vorteil der
Einrichtung von Werkspeisungen oder Schulspeisungen genossen, und ob die Familie
in ihrem eigenen Garten anbaute. Der Betrag des fuer Lebensmittel verfuegbaren
Geldes lag bei groesseren Familiten durch Familienzuwendungen und durch Herabsetzung der direkten Steuern hoeher, in dem Masse, wie die Familie groesser rmrde.
Direkte Steuern erschienen in keinem Falle als schwere Belastung, da sie nach
unten gestaffelt waren, und zwar etwas unter Zv der Gesamtausgaben (fuer ein kinderloses Ehepaar) bis auf etwa 2/10 % fuer eine Familie mit 3 Kindern.
Die woechentlichen Ausgaben fuer Lebensmittel fuer ein erwachsenes Ehepaar
ohne Kinder betrugen im Durchschnitt Frcs. 4.086. (der offizielle Umrechnungskurs
betrug im Februar 1949 Frcs 214.71 fuer 1 US $. der freie Kurs war 318.6l:l). Die
Zunahme der woechentlichen Ausgaben fuer Lebensmittel schwankte je nach dem Alter
des Kindes wie folgt; Ehepaar mit 1 Kind unter 3 Jahren
Frs 4.491.—
Ehepaar mit 1 Kind zwischen 3 und 16 Jahren . . . .
" 4.672.—
Ehepaar mit 1 Kind von 16 Jahren und darueber . . . " 4.877.—
Familien der Handarbeiter gaben etwa 5% mehr von ihrem Einkommen fuer Lebensmittel aus als diejenigen der Kopfarbeiter» andererseits waren ihre Ausgaben fuer
Kleidung und Miete etwas geringer.
Fleisch und Getraenke
In der Zeit von April bis Juli 1943 gab der Franzose - ohne Berücksichtigung
der Groesse seiner Familie - nahezu ^ des fuer Lebensmittel vorgesehenen Betrages
fuer Fleisch aus, mehr Geld also als er an Miete zahlte, was relativ dem Vorkriegsstand nahekam. Weitere 15t des fuer den Kauf von Lebensmittel bestimmten Betrages
wurden fuer Gemuese und etwa 1Q£ fuer Brotwaren ausgegeben* Wenn er keine Kinder
hatte, gab er durchschnittlich 15,3 seines fuer Lebensmittel vorgesehenen Betrages
fuer alkoholische Getraenke, meistens Wein, aus. Hatte er 3 Kinder, dann waren es
durchschnittlich 10?. Die Ausgaben fuer Milchprodukte stiegen von 7? der Lebens-r'
mittel aus gab an einer kinderlosen Familie auf 12t fuer eine Familie mit 3. Kindern.
Kaffeeeinkaeufe machten nur 1 oder 2? der Ausgaben fuer Lebensmittel aus.
Eine der groesaten Schwierigkeiten in der Aufstellung der Uebersicht ergab
sich insofern, als sich etwa 40? derjenigen, die fuer die Untersuchungen ausgewaehlt waren, weigerten, den Fragebogen (Bericht ueber Ausgaben waehrend dieses
Zeitabschnittes) auszufuellen. Der Hauptgrund fuer die 'Weigerung war Zeitmangel,
ausserdem Misstrauen, Mangel an Interesse und politische Meinungen.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Labor Abroad" Mai 1949
CIO .BERICHT EMPFIEHLT LOHNERHOEHUNG
Mit der Varoeffentlichung eines Berichts, in dem erklaert wird, dass die
Unternehmen im allgemeinen duröhaus in der Lage sind, erhebliche Lohnerhoehunger.
durchzufuehren, ist der Verband der Industriegewerkschaften (Congress of Industrial
Organizations - CIO) in die vierte Runde seines Kampfes um Lohnerhoehungen in der
Massenproduktionsindustrie eingetreten.
In diesem Bericht wird weiter behauptet, dass -wie aus den vorhandenen zahlenmaessigen Unterlagen hervorginge- eine maessige Lohnerhoehung eine Herabsetzung der
Preise durchaus nicht ausschloesse.
Der Bericht, der von der privaten '.VirtschaftsberatungsfIrma Robert R. Nathan
Associates, Inc., verfasst worden ist, v.urde von Mr. Nathan bei einem Essen, an
dem 200 Gaeste, darunter Kabinetts- und Kongressmitglieder sowie Regierungsbeamte,
teilnahmen, eingehend erlaeutert.
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�P h i l i p Murrsy, der Praesident des CIO, fuehrte Mr. Nathan ein und erwaehnte
in diesem Zusammenhang einen aehnlichen Bericht, den Nathan, der damals - tror
drei Jahren- 'Virtschaftsachverstaendiger der Roosevelt-Regierung war, auf Verlangen
des CIO v e r f a s s t h a t t e ; Murray s t e l l t e f e s t , dass die lveitere Entwicklung "die
R i c h t i g k e i t jener glaenzenden Analyse des Wirtschaftslebens v o l l b e s t a e t i g t habe."
Nathan h a t t e behauptet, dass die Unternehmer im grossen und ganzen eine 25^ige
Lohnerhoehung durchaus tragen koennten, ohne dass sie gezwungen waeren, die Preise
zu erhoehen, und dass die Gewinne auch ohne Preissteigerungen sich auf dem waehrend
des Krieges erreichten Hoechststand halten wuerden.
Obgleich s i c h Nathan j e t z t nicht, wie er es im Jahre 1946 getan h a t t e , fuer
eine bestimmte Lohnerhoehung, die e r fuer w i r t s c h a f t l i c h v e r t r e t b a r h i e l t , e i n s e t z t e
so war es dochsain Hauptargument, dass sich der Durchschnittslohnempfaenger s e i t
1946 w i r t s c h a f t l i c h gesehen in e l a e r Tretmuehle befand.
Dass heute d i e Kaufkraft des Durchschnittsarbeiters nicht groesser i s t a l s
es Mitte des Jahres 1946 der F a l l war, fuehrt Nathan hauptsaechlich auf die gegenwaertige P r e i s p o l i t i k und die sich daraus ergebend« Steigerung der Gewinne zurueck.
Seiner Meinung nach haben d i e s e Erscheinungen die Nachkriegsprosperitaet beeint r a e c h t i g t und den ;virtschaftlichen Rueckgang herbeigefuehrt.
In den Bericht wird ausgefuehrt, dass, waehrend der Kapitals er t r a g saemtlicher
i n d u s t r i e l l e r Unternehmen "die nie dagewesene Hoehe von V7% im Fruehjahr 1948 e r r e i c h t e , die General Motors Corporation 2ßt und d i e Studebaker Corporation gut
ueber 30* im Jahre 1943 nach Abzug der Steuern verdient haben."
Die Zeit fuer Lohnerhoehungen i s t da
Obwohl Nathan nicht der Ansicht i s t , dass a l l e Industriezweige gleichmaessig
eine Lohnerhoehung vertragen koennen, e r k l a e r t er dennoch in seinem Bericht;
"Wenn es jemals einen Zeitpunkt gab, in dem eine Lohnerhoehung ohne g l e i c h z e i t i g e Preissteigerung moeglich war, so i s t es j e t z t . "
Die Behauptung, dass die Gewinne noch immer hoch sind, wird im Bericht mit
der F e s t s t e l l u n g begruendet, dass "Öle im ersten Quartal 1949 e r z i e l t e n Gewinne
sich vor Abzug der Steuern auf einen Jahresbetrag von 31 Milliarden Dollar belaufen und auf nahezu 19 Milliarden^Dollar nach Abzug, der Steuern."
Nathan warnt davor, "den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen", und schlaegt
vor, die Unternehmer s o l l t e n d i e P r e i s e auf Erzielung eines groesstmoeglichen
Umsatzes abstellen und Lohnerhoehungen vornehmen; dies g i l t nicht fuer I n d u s t r i e zweige oder Unternehmen, die in e r n s t l i c h e Schwierigkeiten geraten sind. Femer
schlaegt er vor, dass das Unternehmertum d i e von der Regierung aufgestellten
Programme u n t e r s t u e t z t und seine Leistungsfaehigkeit s t e i g e r t .
Der Regierung empfiehlt er folgendes Programm«
1. Werte schaffende und lohnende oeffentliche Arbeiten muessten in dem Umfang in Angriff genommen werden, der notwendig i s t , um d i e Arbeitslosen
In Arbelt zu bringen.
2. Die Steuern muessten soweit und solcher Art ermaessigt werden, wie n o t wendig i s t , um die Nachfrage nach i n d u s t r i e l l e n Erzeugnissen zu erhoehen.
3 . Die unverzuegliche Aufhebung des Taft-Hartley-Gesetztes i s t eine w i r t schaftliche Notwendigkeit.
4 . Der Kongress muesste sofort die Arbeitslosenunterstuetzung erhoehen, die
Z e i t , waehrend der s i e gezahlt wird, verlaengern und den dafuer in Frage
kommenden Personenkreis erweitern.
5. Die Altersrenten muessten sofort erhoeht und der dafuer in Frage kommende
Personenkreis erweitert werden. Die oeffentlichen Unterstuetzungen müssten
erhoeht werden.

-

11

-

�6.

Der Kongress muesste den Llindestlohn sofort auf 75 Cents pro Stunde erhoehen und sich mit der Festsetzung von Hinimalbetraegen fuer den' Stundenlohn bis zu 1 Dollar durch Gewerbeausschuesse einverstanden erklaeren.

7.

Ein weitlaeufiges Regierungsprogramm zur Beseitigung von verwahrlosten
Kietshaeusern und zur Schaffung von billigem Wohnraum ist nicht nur unerlaesslich fuer das allgemeine Wohl, sondern auch hoechst erstrebenswert
vom Standpunkt der allgemeinen Wirtschaft.

8. Die Bundesregierung muesste Vorkehrungen treffen, um die private Investierung im Auslande anzuregen.
9. Die Bundesregierung muesste die Investierung im Inlande foerdern, indem
sie Anleihen gewaehrt und auf andere Weise einen Anreiz zur Investititionstaetigkeit gibt.
10. Da's fuer die Landwirtschaft aufgestellte Programm muesste dahingehend
abgeaendert werden, dass das Gewicht mehr auf Schutz des Einkommens als
auf Preisstuetzung gelegt wird.
Der Arbeiterschaft wird mehr Angriffslust bei Eollektiwerhandlungen empfohlanj
es wird ihnen gleichfalls geraten, eine konstruktive Wirtschaftspolitik zu unterstuetzan und sich fuer alle Plaene einzusetzen, die eine Produktionserhoehung anstreben.
Aus: "New York Times», 12. Juli 1949

- 12 -

Manpower Division
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Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - 29

B e r l i n , 2 3 . September 49
DIE MANPG.VER DIVISION DER U 3 MHITAERREGISHJNG IST Di
BEGRIFF, VON BERLIN NACH FRANKFURT UEBERZTELEDSLN. BIS
NEUE VORKEHRUNGEN GETROFFEN 7/ERD3N EDENNEN, DIE "INTERNATIONALEN ARBEIT3MITTSILUNGEN" DRUCKEN ZU LASSEN, VER*
DEN DIE EINZELNEN VHROEFFSNTLICHUNCEN IN UNREGELKAES3IGEN AB3TAENDSN ERSCHEINEN.
WEITERE BESTELLUNGEN RICHTEN SIE BITTE AN:
MANPOV/SR DIVISION - 0KGU3
APO 757 - U. S. ARMY
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Republikaner und V e r e i n i g t e S o z i a l i s t e n t r e t e n aus
der CGIL aus
•
2
Gewerkschaftenrauessenfrei sein i - - - - - - - - 2
Petkoffs Ansichten ueber die Freiheit der Presse
3
Die Politik der Amerikanischen Gewerkschaften - - - k
Ueberblick uaber die Lage der Arbeiterschaft
in Frankreich
____
__ 5
Das europaeis che .Viederaufbau-Programm und
der V'eltgewerkschaf tsver band
—
9
Arbeiterbildung in Deutschland - - -10
Heuchlerische Kaempfer
-___
- - - 11
Untersuchungen ueber die Gewerkschaftlichen
Konopolpraktiken
-12
Die Lebensmittelpreise und der Bauer
13
Russische Historiker schmaehen Roosevelt 1
14
Amerikanische Zeitung greift den
Britischen Sozialismus an
15

•

�REPUBLIKANER UND VEREINIGTE SOZIALISTEN
TRETEN AUS DER CGIL AUS
Am 4 . J u n i 1949 k u e n d i g t e n d i e Gewerkschaftsfuehrer der F.epublikanischen P a r t e i und der P a r t e i d e r V e r e i n i g t e n S o z i a l i s t e n ( S a r a g a t ) d i e Gruendung e i n e s neuen
unabhaengigen Gev.erkscbaftsbundes in I t a l i e n an, des I t a l i e n i s c h e n Gewerkschaftsbundes ( F e d e r a z i o n e I t a l i a n a d e l Lavoro - F I L ) . Beide Gruppen h a t t e n s i c h von dem
von den Kommunisten b e h e r r s c h t e n Allgemeinen I t a l i e n i s c h e n Gewerkschaftsbund
(Confederazione Generale I t a l i a n a del Lavoro - CGIL) im Hai 1949 g e t r e n n t . Die
Neuausrichtung der h a u p t s a s c h l i c h s t e n I t a l i e n i s c h e n Gewerkschaftsgruppen i s t somit
e i n e n S c h r i t t w e i t e r ; d i e Bewegung nahm ihren Anfang im J a h r e 1948, a l s der F r e i e
Allgemeine I t a l i e n i s c h e Gewerkschaftsbund -(LCGIL) g e b i l d e t wurde, e i n i g e Monate
nachdem s i c h d i e C h r i s t l i c h - D e m o k r a t i s c h e n Gewerkschaftsfuehrer von der CGIL g e trennt hatten.
Am 2 3 . Llai k u e n d i g t e n d i e Republikanischen Gewerkschaftsfuehrer i h r e n A u s t r i t t
aus der CGIL an, nachdem s i c h b e i e i n e r Befragung der M i t g l i e d e r ergeben h a t t e ,
d a s s s i c h 99^ gegen d i e prokommunistische P o l i t i k der CGJL-Majoritaet und 92o fuer
e i n e Trennung gestimmt h a t t e n . Am 2 6 . Mai h a t t e n s i c h d i e V e r e i n i g t e n S o z i a l i s t e r .
e n t s c h l o s s e n , a u s z u t r e t e n , a l s der Vorstand d i e s e r P a r t e i mit 9 zu 5 Stimmen ( b e i
e i n e r Stimmenthaltung) d i e Entscheidung des G e w e r k s c h a f t s r a t e s d e r V e r e i n i g t e n
S o z i a l i s t e n ueber e i n e n A u s t r i t t aus der CGIL g e b i l l i g t h a t t e .
Nach der S p a l t u n g b e h a u p t e t e d i e CGIL, dass i h r etwa 4 , 5 M i l l i o n e n M i t g l i e d e r
a n g e s c h l o s s e n s e i e n . Die Fuehrer d e r FIL s c h a e t z e n d i e M i t g l i e d e r z a h l der CGIL
auf 2.5 M i l l i o n e n , d i e der LCGIL auf 1.2 M i l l i o n e n und sind der Meinung, d a s s i h r
neu gegruendoter Bund mit 300.000 M i t g l i e d e r n rechnen kann.
Amerikanisches A r b e i t s m i n i s t e r i u m
"Labor Abroad" Mai 1949
GE.'/ERKSCHAFTEN MUESSSN FREI SEIN 1
Es kann k e i n e F r e i h e i t in Europa - oder sonstv.'o i n der " T elt - geben, wenn d i e
f r e i e n Gewerkschaften u n t e r d r u e c k t werden, s c h r e i b t B e r t V. J e w e l l , e i n a l t e r e r f a h r e n e r Gewerkschaftler und B e r a t e r i n A r b e i t s a n g e l e g e n h e i t e n beim Amerikanischen
A d m i n i s t r a t o r des K a r s h a l l - P l a n s , in der Juli-Ausgabe des ' ' F e d e r a t i o n i s t " , d e r von
der AFL herausgegeben vi r d .
T r o t z des hoechst notwendigen Bedarfs Europas an solchen Dingen wie L e b e n s m i t t e l , Maschinen, P r o d u k t i o n und K a p i t a l , i s t der b e d e u t e n d s t e e i n z e l n e F a k t o r
im 'Wiederaufbau Europas etwas U n a n t a s t b a r e s - d i e F r e i h e i t - , f u e h r t e er a u s .
J e w e l l , der f r u e h e r P r a e s i d e n t der Abteilung fuer E i s e n b a h n a n g e s t e l l t e des
AFL.war, s c h r i e b im " F e d e r a t i o n i s t " : Der Kampf gegen d i e U n t e r d r ü c k u n g wird nusgwf o c h t e n , und e s i s t e i n h a r t e r Kampf. Es i s t der Kampf gegen d i e Beherrschung der
Gewerkschaftsbewegung Europas durch den Kommunismus. Die f r e i e n Gewerkschaftler
werden d i e s e n Kampf gewinnen."
Die g r o e s s t e N i e d e r l a g e , d i e die Kommunisten i n Europa e r l i t t e n haben, war
der A u s t r i t t der f r e i e n Gewerkschaften a u s dem '.,'eltgewerkschaftsbund (.l/FTü) und
d i e darauf folgenden Massnahmen zur Bildung e i n e r neuen demokratischen i n t e r n a t i o n a l e n K o e r p e r s c h a f t , e r k l a e r t e J e w e l l . "Es b e s t e h t k e i n Z w e i f e l , dass d i e
neue A r b e i t e r o r g a n i s a t i o n v i e l zur Vereinigung Europas b e i t r a g e n w i r d . Die N o t wendigkeit e i n e r solchen E i n h e i t i s t auch s e i t e n s des Volkes der V e r e i n i g t e n
S t a a t e n anerkannt worden. Die Abaenderung des Gesetzes ueber d i e w i r t s c h a f t l i c h e
Zusammenarbeit von 1948 l a u t e t ; "Es wird forner e r k l a e r t , d a s s die P o l i t i k des
Volkes der V e r e i n i g t e n S t a a t e n darauf a b z i e l t , d i e - V e r e i n i g u n g Suropas zu

�unterstuetzen und die Prinzipien der individuellen Freiheit, die freien Einrichtungen und eine echte Unabhaengigkeit in Suropa zu verteidigen, und zwar durch Hilfeleistung fuer solche Laender, die sich an einem geraeinsamen Wiederaufbau-Progranm
beteiligen, das auf Selbsthilfe und Zusammenarbeit begruendet ist."
"ECA Labor Information" 22. Juli 19+9
ISTKOFFS ANSICHTEN UEESR DIS FRSIH5IT DBR FRESSE
Michael Fadeff, ein bulgarischer Journalist, der im Exil lebt, hat vor kurzem
in einen Artikel ueber die Verfolgung des freien 3eitungswesens in Bulgarien auch
einen ..rtikel von Nikola Fetkoff gebracht. Vegen seiner Unnachgiebigkeit im Kampf
gegen den Kommunismus wurde Feiäcoff, der Fuehrer der Bulgarischen Bauernpartei, im
September 1947 hingerichtet. In seinem politischen Leben war 2etkoff als Hedner
nicht so einflussreich wie als Verfasser. Dieser Artikel, der im April 1947 erschien
war der letzte, den Jetkoff geschrieben hat.
Diktatur und Presse
"'Selten in der Geschichte hat die Freiheit der Fresse und das Recht eines jeden
Menschen auf freie Meinungsäusserung so fanatische Gegner, so viele Feinde gehabt,
die offen und insgeheim auf ihre Zerschlagung hinarbeiteten, wie es heute der Fall
ist. Nie zuvor in der Geschichte v:ar die totalitaere Idee der Diktatur so eng mit
der Tyrannei ueber das Denken und Gewissen des Menschen verknuepft. Die totalitaeren Diktaturen von heute sind, wenn sie ueberhaupt bestehen wollen, gezwungen, jeden
freien Gedankenaustausch zwischen r]en Menschen und den Nationen zu vernichten. Hur
auf diese ".'eise kann die Sklaverei dem menschlichen Gedanken auferlegt und ihm fuer
immer eingepflanzt werden.
"Gleichzeitig ist aber der Glaube aller freien Maenner an das unverletzbare
Hecht der freien Hede und an die Freiheit der Presse niemals weiter verbreitet gewesen. Niemals zuvor haben die entsetzlichen Ergebnisse der Versklavung des unabhaengigen Denkens durch die totalitaere Regierung alle freiheitsliebenden Voelker
der V/elt so sehr in Schrecken versetzt. Heute wird mehr denn jemals der Beweis
dafuer erbracht, dass, wenn die Ilaenner, die an der Macht sind, die Freiheit der
Rede und der Ixesse vernichten, bald alle Arten Exzesse offenbar werden. Solche
Maenner stellen sich selbst als unfehlbar hin und bestimmen ueber das Geschick der
Voelker nach V/illkuer, ohne dass ihre Handlungen irgendwie kontrolliert werden.
Die Buerger eines solchen Staates hoeren dann auf, eine Gesellschaft denkender
Maenner und Frauen zu sein, und werden zu einer Herde Schafe, die keine eigenen
Meinungen oder Gedanken haben, '/enn erst einmal die Freiheit vernichtet ist, dann
stuerzen alle Grundlagen der menschlichen Gesellschaft zusammen. Sine Herde von
zweibeinigen Schafen, selbst wenn sie ein menschliches Aussehen zeigen und gut genaehrt sind und gute Schuhe tragen, sind keine Gesellschaft menschlicher 7esen.
Staaten, die unter einem solchen Regime leben, koennen nur gerettet werden, wenn
die Freiheit wieder hergestellt vird. Sonst sind sie zum Zusammenbruch verurteilt.
Die Pflicht aller Menschen
"Bis jetzt war die Freiheit der Hede und die Freiheit der Presse eng mit dem
Gedanken der Demokratie verknuepft. Heute sind sie auch notwendige Bedingungen
fuer die Errichtung des internationalen Friedens, weil nur sie allein den freien
M :chrichtenaustausch zv;ischen allen Voelkern der ./elt garantieren und die Verstaendigun;- unter ihnen sichern koennen. ./enn irgend einer Nation Tatsachen vorenthalten
werden, dann vlrd der Frieden in der Welt darunter leiden.
"Heute ist es mehr denn je die Pflicht jller Menschen, nicht nur an die Freiheit in ihren eigenen Laendem, sondern an die Freiheit in der ganzen V/elt zu denken.
Die Freiheit der Rede und des Denkens muss in jedem Staate garantiert sein. Denn,
wenn sie oinr-al in einm Lande vernichtet ist, dann v.'ird zum Schluss dieses Schick"3

�s a l a l l e anderen Laender t r e f f e n .
"IM d i e Luetischen i n d i e Lage zu v e r s e t z e n , f r e i zu denken und f r e i e n Gedankena u s t a u s c h zu ueben, muss i n jedem Lande die F r e i h e i t der P r e s s e u n b e h i n d e r t e x i s t i e r e n . Dies i s t der e i n z i g e Weg, um den Fangarmen der t o t a l i t a e r o n Tyrannei, d i e s i c h
nach dem G e i s t und Gewissen der llenschen a u s s t r e c k e n , E i n h a l t zu g e b i e t e n . Heute
haengt das S c h i c k s a l e i n e s jeden e i n z e l n e n , j e d e r e i n z e l n e n % t i o n und der z i v i l i s i e r t e n Welt a l s Ganz-es davon a b , und nur davon.'!
"New York Herald T r i b ü n e " ( P a r i s ) " 3.August 1949
DIE POLITIK DBR AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN:
B i s vor kurzem haben d i e Landesgewerkschaften i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n keine
O r g a n i s a t i o n e n u n t e r h a l t e n , d i e s i c h mit p o l i t i s c h e n Fragen b e f a s s e n .
Bisher
p f l e g t e n d i e L a n d e s o r g a n i s a t i o n e n den o e r t l i c h e n d i e p o l i t i s c h e n Angelegenheiten :ai
u e b e r l a s s e n . E i n e Aenderung v o l l s o g s i c h auf Grund d e s T a f t - H a r t l e y - G e s e t z e s , d a s
mehr a l s a l l e s andere den g r o e s s t e n E l n f l u s s i n d i e s e r H i n s i c h t a u s u e b t e . Es l a g
im Wesen der t r a d i t i o n e l l e n P o l i t i k der Gewerkschaften, dem 'Wahlspruch t r e u zu b l e i ben: "Suche D i r Deine Freunde aus - s c h l a g e d i e Feinde der A r b e i t e r s c h a f t . "
Heute h a t jede e i n z e l n e der L a n d e s - A r b e i t s o r g a n i s a t i o n e n , d i e A&amp;L, der CIO und
d i e Eisenbahner-Vereinigungen, i h r e besonderen Abteilungen fuer p o l i t i s c h e Angelegenh e i t e n . Die p o l i t i s c h e A b t e i l u n g des CIO i s t d a s P o l i t i s c h e A k t i o n s k o m i t e e , dessen
L e i t e r Jack K r o l l i s t . Die p o l i t i s c h e A b t e i l u n g der AFL, d i e von Joseph Keenan g e l e i t e t w i r d , i s t a l s d i e Liga fuer P o l i t i s c h e Erziehung bzw. Bildung b e k a n n t . . Die Eisenb a h n e r - V e r e i n i g u n g e n haben e i n e n P o l i t i s c h e n Bund, der der L e i t u n g von C.T. Anderson
unterstellt ist.
Die S t a e r k e d e r o r g a n i s i e r t e n A r b e i t e r s c h a f t auf dem Gebiete der P o l i t i k wird
i n diesem J a h r e i n Ohio auf d i e Probe g e s t e l l t werden, wenn s i e s i c h zusammentun wird,
um den S e n a t o r Robert A . T a f t , den H i t b e g r u e n d e r des T a f t - H a r t l e y - G e s e t z e s , zu schlage]
Politische Einigkeit.
"Diese vollkommen d u r c h o r g a n i s i e r t e , wirksame p o l i t i s c h e E i n h e i t und A k t l v i t a e t
f a s t d e r gesamten a m e r i k a n i s c h e n A r b e i t e r s c h a f t i s t e i n e ganz n e u a r t i g e Erscheinung,
d i e keine P a r a l l e l e , s e l b s t n i c h t i n den Jahren des New Deal, aufzuweisen h a t . S i e
wird u e b e r a l l E f f e k t e g r o e s s t e n Ausmasses a u s l o e s e n - e i n e z i e m l i c h g r o s s e Zahl von
D i x i k r a t e n (*) wird reumuetig ihren Kurs a e n d e r n , wenn s i e f e s t s t e l l e n , d a s s die E i senbahner-Vereinigungen s i c h mit der AFL und dem CIO zusammentun, um s i e zu s c h l a f e n .
Doch der schlagende Beweis fuer d i e neue E i n h e i t der . A r b e i t e r s c h a f t i s t in Ohio n a
Ausdruck gekommen.
(*) Hit dem Begriff " D i x i k r a t e n " b e z e i c h n e t man d i e Demokraten des
Suedens, d i e b e i der l e t z t e n J a h l P r a e s i d e n t Truman bekaempft e n und i h r e n eigenen Kandidaten a u f s t e l l t e n . Sie b e k ä m p f t e n Trumans Standpunkt i n bezug auf g l e i c h e Rechte fuer a l l e ,
ohne Ruecksicht auf R e l i g i o n , Rasse oder s o n s t i g e U n t e r s c h i e d e
Etwa vor einem Konat unternahmen d i e AFL-Fuehrer i n Ohio d i e e r s t e n S c h r i t t e ,
um d i e p o l i t i s c h e Lage zu e r o e r t e r n , indem s i e e i n e Versammlung i n Columbus e i n b e r i e f e n . Ueber 20 dar fuehrenden Kaenner der Maschinenarbeiter-Gewerkschaft und der
Gewerkschaft der V e r e i n i g t e n I . ' i n e n a r b e i t e r des CIO im S t a a t e Ohio f o l g t e n diesem
Ruf. Die S t r a t e g e n aus Washington - K r o l l , Keenan und Anderson - , s i e a l l e nahme:a
d a r a n t e i l . Das Z i e l b e s t a n d d a r i n , einen f a e h i g e n und s t a r k e n Kandidaten zu f i n d e n ,
der gegen S e n a t o r Taft im J a h r e 1950 a u f g e s t e l l t werden s o l l .
Das Problem war s c h w i e r i g , und zwar wegen des E n t s c h l u s s e s von Frank Lausche,
s i c h z u r 'Wiederwahl a l s Gouverneur a u f s t e l l e n zu l a s s e n , um 1952 die V e r t e i l u n g der
S t a a t s - und R e g i e r u n g s s t e l l e n ueberwachen zu koennen. Durch das Abtreten von Lausche
b l i e b nur nooh der L e i t e r des s t a a t l i c h e n Rechnungswesens, Joseph Ferguson, u e b r i g ,
e i n e i n g e f u c h s t e r l i e b e n s w u e r d i g e r P o l i t i k e r , der a l s b e d e u t e n d s t e r demokratischer

�Kandidat in Frage kam. Ferguson ist eine Art Politiker, der wohl bei Aemtern geringerer Bedeutung gut ist, der aber sicherlich das gesamte 3timmenmatcrial in
einem /ettkampf mit Taft verlieren '-uerde.
uf der Versammlung in Columbus wurden die Aussichten fuer "erguson und
et--.". 20 andere moegliche Kandidaten genau durch ''einungsbef ragung untersucht, Pach*

dem man einen Tag lang d e b a t t i e r t h a t t e , und e i n e r nach dem anderen ausgeschieden
v;ar, e i n i g t e man s i c h s c h l i e s s l i c h auf Kurray D. L i n c o l n , cbwohl L i n c o l n e i n g e t r a genes K i t g l i e d der Republikaner i s t , h a t e r doch s e i t Beginn des Hftw Deal d i e
demokratischen Plandidaten konsequent u n t e r s t u e t z t . 2 r i s t der fuehrende Kam im
Ohio Farm Bureau, e i n F u e h r e r auf dem Gebiete der Gewerkschaftsbewegung und d e r
Amerikaner des Demokratischen Handelns, e i n a u s s e r o r d e n t l i c h e r f o l g r e i c h e r Redner
und i s t u e b e r d i e s bei den Bauern im S t a a t e Ohio a u s s e r o r d e n t l i c h b e l i e b t , auf deren
Stimmen s i c h Taft v e r l a e s s t .
Labor P a r t y
Nachdem s i e s i c h nun auf L i n c o l n g e e i n i g t h a t t e n , wandten s i c h d i e Fuehrer
der A r b e i t e r g r u p p e n an einen fuehrenden Kann des Demokratischen L a n d e s a u s s c h u s s e s ,
A l b e r t Horstman, sowie an den Vorsitzenden der P a r t e i f u e r den S t a a t , Zugene
H a n h a r t . Kach w e i t e r e n Diskussionen e i n i g t e man s i c h mit- Horstman und Ilanhart
d a h i n , d a s s d i e r e g u l a e r e n K i t g l i e d e r der demokratischen P a r t e i in Ohio mit Lincoln
zusammengehen wuerden, wenn i h r e i g e n e r Kann, Ferguson, a b t r e t e n wuerde. An L i n c o l n
s e l b s t wandte man s i c h , und e r b e z e i g t e e i n g r o s s e s I n t e r e s s e . J e t z t bemuehte man
s i c h , Ferguson dazu zu u e b e r r e d e n , a u s dem Hennen a u s z u s c h e i d e n .
Im Augenblick i s t d i e Lage noch u n g e k l ä r t , und zwar aus einem e i g e n a r t i g e n
Grunde^ L i n c o l n wird s i c h e r mit a u f t r e t e n , wenn e r s i c h der U n t s r s t u e t z u n g s e i t e n s
der r e g u l a e r e n Demokraten s i c h e r i s t . L a n d w i r t s c h a f t s m i n i s t e r Brennan h a t ihn
dringend e r s u c h t , es zu t u n . Aber d i e p o l i t i s c h e n S t r a t e g e n P r a e s i d e n t Trumans
im Landesausschuss der Demokraten s t e h e n dem ganzen P l a n etwas ablehnend gegenu e b e r , und s i e haben i n bezug auf Ferguson oder d i e anderen Demokraten Ohios n i c h t
das g e t a n , was notwendig w a e r e . Die r e g u l a e r e n Anhaenger Trumans sind d a r u e b e r ,
d a s s d i e A r b e i t e r s c h a f t i h r e p o l i t i s c h e Kacht i n d i e .'agschale w i r f t , f a s t ebenso
nervoes wie d i e s e i g e n t l i c h b e i den Republikanern und den D i x i k r a t e n der F a l l
sein s o l l t e .
Es b e s t e h t jedoch d i e K o e g l i c h k e i t , dass L i n c o l n i n e i n e r Rede am Tage d e r
A r b e i t a l s Kandidat a u f t r e t e n w i r d .

Und wenn d i e s das h e r v o r s t e c h e n d e Merkmal

der Wahlen i n Ohio s e i n s o l l t e , und L i n c o l n s c h l i e s s l i c h Taft b e s i e g t , dann •.. lrd
danach auch d i e amerikanische P o l i t i k e i n a n d e r e s G e s i c h t annehmen.
p f l e g t immer unangenehme Spaesse zu machen.

Die Geschichte

Und e s kann durchaus* der F a l l e i n t r e t e n ,

dass das h a u p t s a e c h l i c h e Ergebnis des T a f t - H a r t l e y - G e s c t z e s auf lange 3 i c h t d ; r i n
b e s t e h t , dass e i n a m e r i k a n i s c h e s Gegenstueck zur Labour P a r t y liiglands i n "Erscheinung

r

.

^ u g ( j Q j t i v g i t u n g s a r t i k e l "Tatsache'' von Joseph
Alsop, New York, e r s c h i e n e n in der "HeraM
Tribüne" ( P a r i s , vom k, -mgust 1&lt;A9
UEBERBLICK UEBER DIE LAGE DER ARBFITERSCHSJ'T
IN FRANKREICH
Kachstehender A r t i k e l wurde von i a u l Vignaux, den G e n e r a l s e k r e t a e r des
"Syndicat General de l ' S d u c a t i o r . K a t i o n a l e ', F r a n k r e i c h , v e r f a s s t : 1.
S e i t mehreren Konaten h a t s i c h i n F r a n k r e i c h e i n e e r n s t l i c h e s o z i a l e Unruhe
e n t w i c k e l t , und zwar a l s Folge davon, d a s s d i e A r b e i t e r k r e i s e den wachsenden Konf l i k t zwischen i h r e n Anschauungen und denen i h r e r A r b e i t g e b e r , der Regierung und
-

5

-

•

�der parlamentarischen Mehrheit erkennen.
Die Arbeiterorganisationen einschliesslich der G.F.T.C. und der "Force
Ouvriere" haben ihr Misstrauen der Regierung gegenueber durch ihre Forderung auf
eine Rueckkehr zur Festsetzung von Loehnen durch Kollektiwerhandlunsen zum Ausdruck gebracht. Unter Berufung auf ein Gesetz vom Dezember 1946, dessen Abaende-rung die Regierung von Tag zu Tag verzoegert hatte, haben sich die Arbeitgeber geweigert, sich selbst im entferntesten auf irgendwelche Lohnverhandlungen einzulassen,
und zwar 5 Monate lang, waehrend welcher Zeit die Gemischten Ausschuesse vergebens
zusammengetreten sind, um ueber neue Abkommen zu beraten. Diese Haltung der Arbeitgeber und der Regierung hat in mehreren Industriezweigen zu einheitlichen Massnahmen
gefuehrt, die sich auf Kollektiwerhandlungen erstreckten, und zwar seitens der
verschiedenen CGT und CFTC Gewerkschaftsbuende naemlich der Force Curvriere und des
CGC (Ingenieur-Organisation, Personal und Chefs.).
Unter den angestellten der oeffentlichen Betriebe, die in Frankreich auf eine
ziemlich straffe Gewerkschaftstradition und Organisation zurueckblicken koennen,
und die (Zusammen mit den Bank- und Versicherungs-Angestellten) einen der wenigen
Kreise bilden, in denen die nichtkommunistischen Gewerkschaften "Force Ouvriere"
und der CGTC eine vorherrschende Rolle spielen, bewies ein symbolischer Streik,
der am 15. Juni von den Organisationen der F.O. und des C.F.T.C. mit grossem Erfolg inszeniert wurde, dasa es die nichtkommunistischen Gewerkschaftsorganisatio:aen
nicht dulden wuerden, wenn die Regierung die Erfuellung der bereits ueberfaelligen
Versprechen in bezug auf die Neueinstufung der Angestellten der oeffentlichen Betriebe vielleicht sogar bis ins unendliche hinauszoegert.
2.
Wie sich auch die fallende Tendenz der Preise waehrend des Sommers auswirken
mag, so ist es doch nicht wahrscheinlich, dass die so errungene Srhoehung der Kaufkraft ausreichend 3ein wird, um die Arbeiter zufriedenzustellen, die sich einerseits mehr und mehr darueber klar werden, dass eine ueberreiche Fuelle an Erzeugnissen des taeglichen Bedarfs vorhanden ist, die sie nicht kaufen koennen, wie es
vor dem Kriege der Fall war, und dass andererseits der hohe Profitstand von 1948
besteht. Auf diese Unzufriedenheit wuerde es keine bessere Antwort geben als die
Wiederherstellung der freien Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften, wodurch
folgendes erreicht werden vmerde:
a. Die Regierung wuerde einer Verantwortung enboben werden, die ihr bei den
Massen schadet;
b. Die Verpflichtung fuer die Gewerkschaftsorganisationen, ihre Macht genau
abzuwaegenj
c. Dies wuerde sicherlich nicht zu grossen Lohnerhoehungen fuehren, und zwar
angesichts der Lage des Arbeitsnarkts und der relativen Schwaeche der Arbeiterorganisationen.
Durch eine angemessene Kredit-, Besteuerungs- und Einfuhrpolitik brauchte dann
die Regierung nur die Unternehmen daran zu hindern, in einer neuen Inflation einen
Ausgleich fuer die zu bereitwillig gewaehrten Lohnerhoehungen zu suchen.
Dieser Rueckkehr zu Kollektiwerfahren in Handel und Gewerbe sollte ein drittes Stadium der Umgruppierung der oeffentlichen Angestellten entsprechen; wenn dies
nicht geschieht, edann wuerde diese soziale Klasse, die eine SchluesseiStellung
einnimmt unc groesstenteils bis jetzt der kommunistischen Propaganda Widerstand
entgegengesetzt hat, jedes Vertrauen zu den Versprechungen der Regierung verlieren.
Es muss dabei weiter in Betracht gezogen werden, dass die Umgruppierung des oeffentlichen Dienstes, die in 4 Phasen vollzogen werden muss, deren ersten beiden im
Januar 1943 bzw. im Januar 1949 verwirklicht wurden, auf der Grundlage der

- 6 -

�Lebenshaltungskosten vom 3 1 . Dezember 1947 vorgenommen wird; es handelt sich daher
keineswegs um eine Frage demagogischer Forderungen.
3.
Die Opposition dar Regierung und des Arbeltnebers gegen die Forderungen der
Lohnempfaenger wird allgemein mit den Notwendigkeiten begruendet, dass (.er S t a a t s haushalt ausgeglichen bleiben muss. was, wie man hinzufuegen muesste, von der Regierung der Vereinigten Staaten, dem V e r t e i l e r der Marshallplan-Hilfe, gefordert
wird.
Die Arbeiterkreise e i n s c h l i e s s l i c h der Angestellten der oeffentlichen Betriebe
stehen jedoch den Mitteln, mit denen dieser Ausgleich vollzogen werden kann, keineswegs i n d i f f e r e n t gegenueber. Trotz der 1943 versprochenen Steuerreform wissen s i e ,
dass der Haushalt fuer 1949 es traditionsgemaess e r f o r d e r t , dass der groesste Teil
der Regierungsmittel durch indirekte Steuern aufgebracht v/erden s o l l , die sich aber
deutlich auf der absteigenden Linie bewegen. Angesichts der ernsten K r i t i k an dem
franzoesIschen Finanzsystem in der Studie ueber die Landesverhaeltnisse im Februar
1949 sind die bestinformierten Gewerkschaftler erstaunt darueber, dass d i e franzoesische Regierung amerikanische Forderungen a l s Rechtfertigung fuer ihre Art und
Weise, wie s i e einen ausgeglichenen Staatshaushalt zum Schaden der Lohnempfaenger
herbeifuehrt, anfuehrt und dass die Meinung der amerikanischen Sachverstaendigen
der Oeffentlichkeit nicht besser bekannt i s t . tfie aus der Resolution hervorgeht,
d i e auf dem l e t z t e n Kongress der CFTC einstimmig angenommen wurde, misst die franzoesische Gewerkschaftsbewegung einer V/eiterverteilung des nationalen Einkommens
und e i n e r Ausrichtung der wirtschaftlichen Taetigkeit m i t t e l s der Besteuerung in
steigendem Masse Interesse b e i . Fuer die konservativen Kreise, die diese P o l i t i k
bekaempfen, wuerde es anormal erscheinen, wenn man an Amerika appellieren wuerde.

4.
Es wird behauptet, dass, um einen ausgeglichenen Haushalt herbeizufuehren.
der Umfang an Investierungen, die angesichts der Unzulaenglichkeit der privaten
Ersparnisse hauptsaechllch durch oeffentliche Mittel gedeckt v/erden, reduziert
wird.
Diese Verminder'ing an Investierungen, die die Modernisierung der 'Virtschaft
(und deshalb ein Ansteigen der Froduktivitaet) und ^en Viederaufbau (besonders aber
31e Besserung in den armseligen "ohnverheeltnissen der Arbeiterfamilien verzoegert,)
r u f t den Widerstand der Arbeiterschaft und der Gewerkschaften hervor, der umso
staerker i s t a l s die Minderung bei gewissen industriellen und kommerziellen Massnahmen, die bisher aus der I n f l a t i o n Nutzen gezogen haben und durch die Krediteinschraenkungen in Mitleidenschaft gezogen werden, durch eine groessere Aktivitaet
auf dem Gebiete der Modernisierung und des V'iederaufbaus, wo die Beduerfnisse ganz
besonders augenfaellig sind, ausgeglichen werden s o l l t e . Dies waere die einzige
Massnahme, durch die Arbeiterschaft von der Plage der teilweisen oder gaenzlichen
Arbeitslosigkeit b e f r e i t -werden koennte, die diejenige Progaganda beguenstigt, die
diese Drohung mit der Anwendung des Marshall-Plans verknupeft.
5.

Wenn s e i t der Befreiung die franzoesischen Lohnempfaenger in hinreichendem
Masse ihren Anteil am Nationaleinkommen aufrechterhalten haben, der auf 3le vor
dem Kriege e n t f i e l , so i s t dies l e d i g l i c h auf eine iSrhoehung sowohl der beschaefr l g t e n Personen a l s auch der Arbeitsstunden zurueckzufuehren, wie auch auf d i e Entwicklung der Familienzuwendungen und der Sozialversicherungsanleihen. Daher der
Ernst der drohenden A r b e i t s l o s i g k e i t , auf den vir gerade hingewiesen haben. Daher
auch der Ernst der Kampagne, die von den Parteien der rechten Mitte und der Rechten
gegen die Sozialversicherung gefuehrt wird. Die kleinen Risiken (d.h. die Hilfe
fuer die Lohnempfaenger und ihre Familien bei Krankheitsfaellen von kurzer Dauer),
-

7

-

�die besonders angegriffen werden, bedeuten eine wesentliche Hilfe fuer Arbeiter,
die fuer ihre Familien zu sorgen haben.

6.
Die wachsende Ueberzeugung der xirbeiter aller Parteigruppen, dass. sie dem
Wunsch seitens der Regierung und der Unternehmer nach einer sozialen Reaktion entgegentreten muessen. kann nur durch die Kampagne gegen die Nationalisierung bestaetigt werden. Wenn es wuenschenswert ist, die Umwandlung nationaler Vereinigungen
in politische Vereinigungen durch den Einfluss der kommunistischen Partei und die
Missbraeuche, die sich daraus ergeben haben, abzustellen, dann ist es zwecklos und
gefaehrlich, sich auf eine solche Massnahme einzulassen, wenn man vollkommen die
Reaktion der MenscÜen dabei ausser Acht laesst, gleichzeitig, welcher Art ihre
gewerkschaftliche Zugehoerigkeit sein moege. Ausserdem muss man dabei in Betracht
ziehen, und es muss oeffentlich anerkannt werden, dass die Mehrzahl der finanziellen Schwierigkeiten der oeffentlichen Einrichtungen, wie Gas-, Elektrizitaets- und
Eisenbahn-Gesellschaften, auf die Preispolitik zurueckzufuehren ist, die ihnen von
der Regierung aufgedraengt wurde. Eine solche Politik, wie das Defizit der verstaatlichten Unternehmen ruehrt in grossem Masse von der Stuetzung der privaten
Unternehmen mit Geldmitteln her, die fuer die Dienstleistungen der nationalen Indus triezweige wesentlich niedrigere Preise bezahlen, als sie fuer ihre eigenen Erzeugnisse erzielen.
Die Tatsache, dass die "Gegenwert-Fonds" hauptsaechlich de,zu benutzt werden,
um die Investierungen auf dem Gebiete der Verstaatlichung zu finanzieren, kann
natuerlteh die Neigung der Arbeiterschaft zu glauben, dass Amerika, ein Land des
freien Unternehmens, den Standpunkt der Rechtsparteien und des Arbeitgebers in
Frankreich teilt, einschraenken.

7.
Die soziale Reaktion offenbart sich in der Mehrzahl der Unternehmen durch
eine staendig im Sachsen begriffene scharfe Haltung des Arbeitnehmers den Betriebsund Personal-Vertretungen, wie auch den geringsten Beschwerden gegenueber.
Dies macht eine Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern
praktisch unmoeglich; hier ergibt sich eine Lage, die besonders ernst wird, wenn
man zu dem Problem einer Produktivitaetssteigerung praktisch Fuehlung nimmt. Dies
ist umsomehr der Fall, als ernstdenkende Arbeiterkreise dem Gedanken sehr skeptisch
gegenueber stehen, dass der franzoesische Arbeitgeber auf die Praxis verzichten
wollte, wenig und zu hohen Preisen auf einem geschuetzten Inlandmarkt zu verkaufen,
seine Selbstkosten zu senken und seine Verkaeufe auf einem ausgedehnten Markt zu
entwickeln. Es besteht jeder Grund, daran zu zweifeln, dass sich das Privatunternehmen in Frankreich dazu bereit finden wird, die Massenproduktion fuer den Massenverbrauch einzufuehren, es sei denn, es wird dazu von einer energischen und kompetenten Regierung, die diesen Dingen unabhaengig gegenuebersteht, gezwungen. v7enn diese
I.'euausrichtung der franzoesischen 'Virtschaft nicht durchgefuehrt wird, dann wird die
Marshallplan-Hilfe umsonst gewesen sein.
Angesichts dieser Reaktion des Arbeitgebers erscheinen die Massnahmen des Arbeitsministers kraftlos. Die Arbeiter, allgemein genommen, warten auf guenstigere
Umstaende, un kraeftig reagieren zu koennen, und bis dahin stimmen sie fuer die CGT,
selbst, wenn sie ihr nicht mehr angehoeren U'ahl der Vertrauensmaenner in den Bergweiken, bei den Eisenbahnen, in der Metallurgie....)
Die freien Gewerkschaften koennen nur die noetige Autoritaet zur Verteidigung
der Arbeiter wieder gewinnen durch Viiedereinfuehrung eines Systems der Kollektiwerhandlungen die die freizuegige Festsetzung von Loehnen gestatten und die Moeglichkeit, die unzulaenglichen Bestimmungen der Gesetze und Verordnungen durch kontraktliche Vorschriften zu erweitern. Die Massnahmen der Regierung muessen sich unver-

$

-

�zueglich auf die Wiedereinfuehrung von Abkommen, auf ein drittes Stadium der
Umgruppierung der oeffentlichen Angestellten, auf eine Steuerreform, durch die
eine gerechtere Verteilung der Gewinne gesichert wird, sowie auf eine Politik der
oeffentlichen Investierung erstrecken, wenn man nicht will, dass sich die gesamte
Arbeiterklasse einer in steigendem Masse entschlossenen und starken Opposition
anschliesst.
"Trans-Atlantic" from Office of Labor Advisors
Juli 1949
DAS EUROPAEISDHE WIEDERAITBAÜ-PROGRAMM UND DER
WELTGEtVSRKSCmFTSVERBAND
"Durch den neuen Freien Weltgewerkschaftsbund werden die Arbeiter Tatsachen
ueber den Marshall-Plan erfahren anstatt Propaganda aus dem Kreml", erklaerte Paul
Hoffman, der Leiter des Verwaltungsausschusses (EGA) fuer das ERP in einer Rundfunkansprache vom 12. Juli. Hoffman war an dem Programm "Wie wir die Dinge sehen"
beteiligt, das mit Unterstuetzung der AFL durchgefuehrt wurde.
Gewerkschaftler im ECA
Hoffman hob die Tatsache hervor, dass es in den ERP-Laendern mehr als 29 Millionen Gewerkschaftler gaebe und erklaerte, dass ihnen frueher die Kraft eines
freien Weltverbandes gefehlt haette und dass durch die Bildung des neuen Verbandes
"die Rolle der Arbeiterschaft im ERP noch viel wirksamer werden wuerde."
Unter direktem Hinweis auf die Rolle der amerikanischen Arbeiterschaft Im
ERP sagte Hoffman." Bert Jewell und Clinton Golden (Berater fuer Arbeitsfragen
beim CA in Washington) sind beide meine rechte Hand. Wir haben auch Berater
fuer Arbeitsfragen in Paris und bei jeder Mission in den ECA-Laendern. Zwei der
Missionsfuehrer, John Gross In Norwegen und Michael Harris In Schweden, sind Maenner aus den Reihen der Arbeiterschaft."
Ferner erklaerte Hoffman, er glaube, dass der amerikanische Arbeiter sich ueber
sein Interesse an einer stabilen Wirtschaft in Europa vollkommen klar ist. Er
brachte zum Ausdruck, dass "eine Welt, in der die Haelfte floriert, waehrend die
andere wirtschaftlich in Truemmern laege, nicht lange bestehen koenne", und dass
der Frieden in der Welt in Zukunft davon abhaenge, diejenigen Kraefte zu umrelssen,
die zum Kriege fuehren.
Zum Abschluss erklaerte Hoffman in bezug auf die Europa-Abteilung des ECA Personals fuer Arbeitsfragen» "Ich glaube, es besteht wohl keine Frage darueber, dass
Jedenfalls unsere Berater und Mitarbeiter in Arbeitsfragen im ECA ausserordentlich
ruehrig gewesen sind, all die Zweifel zu zerstreuen, die auch weiter bestanden und
vorgeherrscht haetten, wenn es sich hier lediglich um eine Gesohaeftsorganisation
gehandelt haette."
Die Stellung der AFL
In derselben Sendung sagte George Meany, der Sekretaer der AFL;" Die Erhaltung
des Weltfriedens haengt von der Erhaltung eines freien Europa ab" und "unsere Gesamte Aussenpolltik gruendet sich auf diese Voraussetzung; dies trifft auch auf
das Europaeische Wiederaufbau-Programm zu." Meany schloss, indem er erklaerte:
"dass die freie Gewerkschaftsbewegung der Söhluessel fuer die Wiedererweckung der
Freiheit und der Demokratie in Europa sei."
In bezug-auf die neue 7/eltgewerkschaftsorgan isation hob Meany ihren Kampf
gegen den Kommunismus hervor und ihre Entschlossenheit, ueberall die wirtschaftlichen Normen zu erhoehen und den Arbeitern der ganzen Welt neue Hoffnung zu bringen, Hoffnung auf Frieden und Hoffnung auf Sicherheit und Freiheit.
Der CIO ist gleichen, Sinnes
In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "United Nations World" schreibt Philip

�Murray, der Praesident des CIO, "dass die neue Weltorganisation einen gewaltigen
Einfluss auf die Entwicklung in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ausuebeo
wird." Murray gab ferner einen Ueberblick ueber die Entwicklung des von den Kommunisten kontrollierten Weltgewerkschaftsbundes (WFTU) und seine Beziehungen zum ERF.
liurray sagte: "Da der WFTU dem ERP-Programm feindlich und den Bedürfnissen der
Arbeiter fremd gegenuebersteht, waren die demokratischen Gewerkschaften gezwungen,
ihre eigenen Ausschuesse zu bilden, die sich mit den Funktionen des ERP befassen.
"So wurden also Beratende Gewerkschaftsausschuesse fuer das ERP ins Leben gerufen, und aus den gemeinsamen Aktionen in bezug auf die EHP-Probleme erwuchs das Verlangen nach einer neuen internationalen Organisation, die den 3eduerfnissen und
Bestrebungen der demokratischen Arbeiter entgegenkommt."
"ECA Labor Information" 22. Juli 1%&lt;
ARBEITERBILDUNG IN DEUTSCHLAND
Nachstehender Artikel wurde von Dorothy Dunbar Bromley, einer New Yorker Journalistin verfasst, die Miss Eleanor Coit nach ihrer Rueckkehr aus Deutschland interviewt hatte. Miss Coit ist vielen Mitgliedern der deutsohen Gewerkschaftsbewegung
persoenlich bekannt.
Die deutschen Gewerkschaftsschulen
Die groesste Hoffnung fuer eine Demokratie in Deutschland liegt in der Gewerkschaftsbewegung, aeusserte gestern Miss Eleanor Coit, die Leiterin des Amerikanischer
Arbeiterbildungsdienstes, in ihrem Buero 1776 Broadway. Miss Coit ist vor kurzem vor
einer viermonatigen Reise durch die Amerikanische und Britische Zone, sowie durch
Berlin zurueckgekehrt. Als Sachverstaendige auf dem Gebiete der Arbeiterbildung bereiste Miss Coit auf Veranlassung der Manpower Division der Amerikanischen Mililaerregierung Deutschland. Wie sie erklaert,hat sie in den Gewerkschaftskreisen wenig
von der Apathie und Verzweiflung feststellen koennen, wie sie von den meisten amerikanischen Besuchern in Deutschland beobachtet wurde.
Sie berichtete, dass es verschiedene gut organisierte Arbeiterschul an gaebe,
angefangen von Akademien, die das ganze Jahr ueber arbeiten, bis zu Schulen, die
Zweiwochen-Kurse abhalten, Schulen fuer die Eisenbahnarbeiter, fuer die Transportund Metallarbeiter bis zu Arbeitsgemeinschaften und lokalen Abendkursen, die von den
Gewerkschaften unterstuetzt werden.
Alles in allem, sagte Miss Coit, werden davon ihrer Schaetzung nach etwa 50100.000 deutsche Arbeiter erfasst, Maenner und Frauen aller Altersklassen. Tuechtig«
Maenner und Frauen - die juengeren ueberall, wo sie die Moeglichkeit haben, sich zu
entwickeln - werden in den Lokalkursen geprueft, ausgesondert und auf die Institute
geschickt, um schliesslich auf Kosten der Gewerkschaft das ganze Jahr ueber die Akademie zu besuchen.
Waehrend einerseits viele Fuehrer in der Arbeiterbildungsbewegung Sozialderaokraten sind, sind die Gewerkschaftsschulen an keine bestimmte Partei gebunden, sagte
Miss Coit, und fuegte hinzu, dass "die Deutschen unter Hitler gelernt haben, wie unheilvoll es sich auswirkte, dass es'nur eine Partei gab, die alle Phasen des deutschen Lebens beherrschte."
In den Arbeiterschulen in Oberursel in Hessen sach Miss Coit Bergarbeiter :tf
Postangestellte, die in einem Institut an einem zweiwöchigen Kursus teilnahmen,
der sich mit Sozialpolitik, Arbeitsgesetzgebung, mit der Aufnahme des Inventars in
einer Fabrik, mit Produktionsausstoss, Lebenshaltungskosten, Arbeitswertbestimmung,
Zusammenarbeit mit der Betriebsverwaltung, Arbeitsteilung und mit den Problemen bei
Lohnabkommen befasste.

10

-

�Die Deutschen stellen Fragen
In jeder Schule, in die Miss Colt eingeladen war, um dort zu sprechen, wurden
nur solche und aehnliche Fragen vorgelegt; "Wie v/erden die Loehne in Amerika den
lebenshaltungwkosten angeglichen." "7/elches sind die Vorteile Ihrer Sozialversicherung." "Warum sind Ihre Gewerkschaften nicht an der Sozialisierung in der Industrie
mehr interessiert." Sind Ihre Gewerkschaften lediglich dazu da, um fuer hoehere
Loehne zu sorgen oder sind sie auch an sozialen Problemen interessiert." "Welche
Stellung nehmen die Neger in der amerikanischen Industrie ein." "Welche Rolle spielen
die Frauen in den amerikanischen Gewerkschaften."
Die deutschen Gewerkschaftler, sagte Miss Ooit, sind sich darueber klar, dass
die Frauen, die fast die Haelfte aller in Arbeit Stehenden ausmachen, ein grosses
Potential ausmachen, das geschult und ausgebildet vrorden muss.
An der Spitze des Arbeiterbildungs-Programms stehen 3 Arbeitsakademien, und
zwar in Frankfurt, Hamburg und Dortmund, an denen Vorlesungen in Geschichte, Jura,
Wlrtschaftakunde, Regierungswesen und Soziologie abgehalten werden, aehnlich den
Vorlesungen an der Universitaet. Die Akademie fuer Arbeit in Frankfurt, die im
Jahre 1921 gegruendet, 1933 von den Nazis geschlossen, 1947 aber wieder eroeffnet
wurde, zaehlt zu ihrem Vorstand den Kanzler der Universitaet Frankfurt, die Staatsminister fuer Wohlfahrt, Arbeits- und Kultus-Angelegenheiten, die die Majoritaet
darstellen, Sie wird mit staatlichen Mitteln unterhalten.
Wenn die 7 Gewerksohaftsbuende in den 3 Zonen sich bald zu einer einzigen
trizonalen Organisation zusammenschLiessen werden, dann wird dadurch die Arbeiterbildungsbewegung einen weiteren Auftrieb erfahren, aeusserte Miss Coit abschliessend.
"New York Herald Tribüne" 24. Juli 1949
HBUCHLERISCHS KASMPFER
Nachstehend bringen wir einen Leitartikel, der in der offiziellen Wochenzeitschrift des CIO erschien. Er behandelt die politischen Taktiken der Kommunisten
in ihren Beziehungen zur organisierten Arbeiterschaft.
"Seit Jahren haben die Kommunisten - und oftmals durohaus berechtigt- ueber
die Art und Weise lamentiert, wie die Rechte des Buergers in den Vereinigten Staaten
ausser Kraft gesetzt werden.
"Sie - so hoeren wir sie sagen - sind die Vorkaempfer fuer die Getretenen
und Unterdrückten. Sie sind die Verteidiger des Juden, der in einem Hotel, das
gewisse "Vorbehalte" kennt, kein Zimmer bekommen kann, des Negers, der nicht in
einem "weissen" Restaurant essen kann, des Mexikaners, der an seiner Arbeitsstelle
herumgestukt wird. Darauf koennte man nun entnehmen, dass die Linksler nun wirklich
die Vorkaempfer fuer die buergerlichen Freiheiten sind, - die Sache hat aber noch
eine Andere Seite, die hiervon ganz und gar verschieden ist.
"Jahre hindurch hat man katholischen Gruppen in manchen Gegenden des Landes
boese mitgespielt. Diese Gruppen haben die Kommunisten nicht verteidigt. Haeufig
wurdan Sozialisten ihrer buergerlichen Rechte beraubt, aber darum haben sich die
Kommunisten nicht gekuemmert. Und diese Burschen, die sich an die Stalinistische
Linie halten, frohlocken, wenn die Trotzkisten den kuerzeren ziehen in irgend einem
Streit, wo es um buergerliche Freiheiten geht.
"Die Gruende hierfuer liegen auf der Hand. - Katholiken, Sozialisten und Trotzkisten stehen- obwohl es sich hier um ganz verschiedene Kathegorien handelt - in den
Reihen derer, die den Kommunismus bei jeder Gelegenheit bekaempfen. Die Dinge liegen
Jedoch tiefer. Der Weltkoramunismus, der von Moskau aus gelenkt wird, baaiert auf
Begriffen, fuer die es keinen Platz fuer wirkliche buergerliche Freiheiten gibt.
Freiheit fuer sie seibat, aber nicht fuer andere
"Die Kommunisten sind grosse Fuersprecher fuer die Freiheit - fuer eine Freiheit,
die demokratischen Methoden voll und ganz auszunutzen in ihrem Bestreben, die Damo-

ll

�kratie zu zerstoeren, fuer eine Freiheit, ihre buergerlichen Freiheiten dazu zu benutzen, um anderen die Freiheit zu versagen, fuer eine Freiheit, ihre politischen
(Jegner zu verfolgen und eine Freiheit, ueber diejenigen Luegen zu verbreiten, die
ihnen missfallen.
Im Augenblick sind die amerikanischen Kommunisten damit beschaeftigt, eine
Kampagne zu starten, um die Meinung an den Mann zu bringen, dass die Führerschaft
des CIO insofern Verrat uebt, als s ie gewisse dem CIO angeschlossene Verbände ihrer
Freiheiten berauben will- ihrer Autonomie, Ihre Idee geht dahin, dass Philip
Murray ein Diktator ist, und dass er und ein paar seiner Busenfreunde beschlossen
haetten, alle diejenigen einer "Reinigungsaktion" zu unterwerfen, die nicht mitiinen gleichen Sinnes sind.
"Das ist ebenso luegenhaft wie die meisten Kampagnen der Kommunisten - und
zwar aus folgenden Gruenden« Eine der Hauptfragen, um die es geht, besteht darin,
dass entschieden wird, ob das Majoritaetsprlnzip, wie es in den Versammlungen
und Sitzungen des Vollzugsausschusses bestimmt wurde, im CIO und seinen ihm angeschlossenen Verbaenden gelten soll. Die Kommunisten behaupten, dass das Majoritaetsprlnzip - in diesem besonderen Einzelfall - der Autonomie widerspricht. Bei
einer anderen Streitfrage geht es darum, ob die Kommunistische Partei oder der CIO
die Rolle bestimmen soll, die ihm angeschlossenen Verbaende auf internationalem
Gebiete spielen.
Sie selber handeln aber anders.
Die Kommunistische Partei handelt aber, genau wie andere heuchlerische Formationen, nicht immer danach, was sie predigt. Ein gutes Beispiel dafuer bieten
die Methoden, die die Partei in der Fuehrung ihrer eigenen internen Angelegenheiten
anwendet.
"Wenn Du ein gutes Parteimitglied sein willst, dann musst Du von vorn herein
alles akzeptieren, was Dir die Parteibonzen sagen, selbst wenn sie Dir etwas sagen,
was genau das Gegenteil von dem ist, was sie Dir vorgestern erzaehlt haben, Jeiaand,
der zu oft und zu sehr von der Parteilinie abweicht, wird hinausgeworfen. - Aber
bei der Ausstossung allein bleibt es nicht. Hierauf folgt dann eine Kampagne des
charakterlichen Totschlages und der Verfolgung.
CIO - Nachrichten - 11. Juli 1949
DNTERSÜCHONGBN UEBER DIE GEWERKSCHAFTLICHEN
MONOPOLPRAKTIKEN
Thurman Arnold, der unter Praesident Roosevelt Leiter der Antitrust-Abtellung
beim Justizministerium war und jetzt in Washington eine private Anwaltspraxis hat,
richtete die dringende Forderung an den Kongress, die Arbeitergewerkschaften den
Antitrust-Bundesgesetzen zu unterstellen. In einer Erklaerung vor dem Senat des
Banken- und Waehrungs-Ausschusses in dieser Woche fuehrte Mr. Arnold aus, dass es
ein "sehr gefaehrliches Unterfangen sei, den Gewerkschaften freie Hand zu lassen,
sich ohne Jede Elnschraenkung auf dem Arbeitsmarkt ein Monopol zu verschaffen.
Seine Erklaerungen wurden im Laufe der Verhandlungen bzw. Untersuchungen abgegeben,
die gerade vom Senatsausschuss eingeleitet worden waren, um die Ausmasse der Macht
der alle Industriezweige erfassneden Gewerkschaften, die Art und Weise, wie diese
Macht ausgeuebt wird, sowie ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft zu entdecken.
Hinsichtlich der 3Tage-Woche, die unlaengst in der Kohlenindustrie eingefuehrt
worden war, - eine der ummittelbaren Entwicklungen, die den Anlass zu der jetzt vorgenommenen Untersuchung gegeben hatte - hatte John L. Lewis (der Praesident der
Bergarbeitergewerkschaft), wie Mr. Arnold ausfuehrte, diesen Plan eingeleitet, um

-

12 -

�eine Kohlenknappheit hervorzurufen, durch die die Gewerkschaft bei dem "naechsten
Streik" in eine guenstige Lage versetzt werden wuerde. Angesichts der Jetzt bestehenden Antitrust-Gesetze, hob Mr. Arnold hervor, koennen Gewerkschaften sowohl
wie Unternehmer "Schritte unternehmen, die den Antitrustgesetzen zufolge verboten
sind", und die "gefaehrlichste Massnahme" einer Gewerkschaft besteht darin, dass
eine Gewerkschaft ihre Macht gebraucht, um Preise festzusetzen und die Produktion
zu•b esehraenken.
"Labor Relatiöns Reporter" ?5. Juli 1949
"Journal of Commerce" 27. Juli 1949
DIE LEBENSMITTELPREISE UND DER BAUER
Harold V. Knight vom Farmerverband fuer North Dakota schrieb folgenden Artikel, in dem er die Ansicht vertrat, dass es notwendig sei, dass die Lebensmittelpreise hoch genug sind, damit sich der Bauer das kaufen kann, was er brauchtj der
Artikel erschien in der offiziellen V/ochenschrift des CIO.
Wenn die Lebensmittelpreise zu niedrig sind
"Kann der Preis fuer Lebensmittel zu niedrig sein. Nachdem die Hausfrau ihren
Wochenbedarf zu Preisen eingekauft hat, die nicht mehr unter die Regie des Preisamts (OPA) fallen, wuerde sie zweifellos "nein" antworten.
"Die Frage ist nicht ganz so einfach. Sie reicht bis an die V/urzel unseres
gesamten Wirtschaftssystems. Sie nimmt einen bedeutsamen Platz in der Geschichte
der Arbeitergewerkschaften ein. Ganz frueher, in den ersten Tagen der Gewerkschaftsbewegung suchten die Unternehmer die Lebensmittelpreise so niedrig wie nur irgend
moeglich zu halten - je billiger das Brot war, desto weniger Loehne brauchten sie
ihren Arbeitern zu zahlen, um sie am Leben zu halten. Die Arbeiter organisierten
sich Jedoch, um fuer ihre Lebenshaltung mehr herauszuholen als nur Nahrun smittel
und einen Strohsack zum Schlafen.
"Heute macht der Anteil, den die Arbeiter, die in den Genuss anstaendiger
Loehne gekommen sind, fuer Lebensmittel ausgeben, 20 oder 25"' ihres Einkommens
aus - obwohl dieser Satz in schlechten Zeiten auf ueber die Haelfte ihres ganzen
Lohnes steigen kann. Natuerlich werden nun manche kurzsichtigen Geschaeftsleute
der Auffassung sein, dass, wenn sie die Lebensmittelpreise senken, die Verbraucher
mehr Geld zur Verfuegung haben, um es fuer andere Dinge auszugeben. Der '.'Johlstand
Amerikas ist aber nicht dadurch aufgebaut worden, indem man eine Gruppe zugunsten
einer anderen niedrig haelt.
Die meisten Arbeiter sind weitblickend
"Vielleicht moegen nun manche Lohnempfaenger der Meinung sein, dass Bauer und
Arbeiter niemals zusammenarbeiten koennen - ausgenommen in Notzeiten, v.ie z.B. zur
Zeit der grossen Depression - , weil die Bauern fuer die Lebensmittel hohe Preise
erzielen wollen, waehrend die Arbeiter niedrige Lebensmittelpreise fordern.
"Der Schreiber dieses Artikels ist sich darueber klar, dass viel zu viel
Bauern diese Gedanken hegen, obwohl immer mehr von ihnen jetzt iar Tatsache gewahr
werden, dass, wenn beide Gruppen ueber eine gute Kaufkraft verfuegen, es beiden
auch gut gehen wird, ./enn das Sinkommen der einen sinkt, dann kommt die zweite
Gruppe sofort hinterher. Statistische Darstellungen zeigen, -dar-s dies seit 1900
der Fall gewesen ist.
"7/enn man sagt, dass die Arbeiter billige Lebensmittel und die Bauern fuer
die Lebensmittel hohe Preise verlangen, so hiesse dies, die Dinge 3\if einen viel
zu einfachen Nenner zu bringen. Zwischen dem, was der Bauer bekoriimt und die Hausfrau auf dem Markt bezahlt, liegt das, was die Vorarbeiter, die Fuhrleute, die
Haendler und andere Mittelsraaenner bekommen. Oft steht der KLeinverknufspreis in
keinem Verhaeltnis zu dem-, was der Bauer bekoiamt. In den letzten anderthalb Jahren
sind die I7eizenpreise um mehr als ein Drittel gesunken, die Brotpreise sind jedoch
-

13

" ,

�absolut nicht - im allgemeinen - niedriger geworden. Selbst wenn der Bauer den
Weizen verschenken wuerde, dann wuerde der Brotpreis keim Kaufmann nur um 2 - 3^
niedriger werden.
Vorgeschlagene Schutzmassnahmen fuer den Bauern
"Die Landwirtschaft ist von Jedem anderen Erwerbszweig sehr verschieden. Wenn
in anderen Erwerbszweigen mehr hergestellt wird, als man zu einem Preise verkaufen
kann, der festgesetzt wird, da.nn gehen die Firmen pleite. Die Arbeiter wissen ganz
genau, was das bedeutet, 5 Millionen Bauern koennen nicht auf diese Weise den Ertrag ankurbeln oder absinken lassen. Sie nehmen eben das, was man ihnen auf dem
Markt dafuer bietet. Selbst wenn die Produktion einer Verbraucherware Monate und
Jahre in Anspruch nehmen wuerde (wie z.B. bei Rindfleisch und Obst), und selbst wenn
die Ausmasse des Ertrages nicht von dem unkontrollierbaren Wetter abhaengen wuerde,
dann koennten sich 5 Millionen Bauern nicht ploetzlich darueber einig' sein, dass
sie den Ertrag bzw. die Produktion reduzieren.....
"Warum sollen wir die Produktion beschraenken, wenn wir wissen, dass ein wohlhabendes, bluehendes Amerika (zuzueglich unseres angemessenen Anteils am Exportmarkt) bedeutet, dass wir alles, was der Bauer erzeugt, auch verbrauchen koennen.
"Das ist die Frage, die Landwirtschaftsminister Brannan aufwarf, als er ein
neues Baueraprogranm vorschlug, um den Bauernfamilien ein anstaendiges Einkommen
zu sichern dafuer, dass sie einen Ueberfluss and Nahrungsmitteln zu angemessenen
Preisen fuer den Verbraucher herstellen. Er schlaegt vor, sich dabei der Vermittlung der Regierung zu bedienen, die diese Zusicherung unterschreibt, ebenso wie auch
die Regierung fuer die MindestLoehne buergt. Die Lebensmittel sind zu billig, wenn
sie die Kaufkraft der Bauern beschneiden, die sie herstellen. "Was wir alle wollen,
ist eine volle, stetige Produktion - auf dem Lande wie in der Fabrik. Wir koennen
dies nur erreichen, wenn 140 Millionen Amerikaner das kaufen koennen, was erzeugt
wird. Wenn wir die Kaufkraft entweder der Verbraucher in den Staedten oder der
Verbraucher auf dem Lande senken, dann biegen wir wieder in den alten Weg ein, der
zur Depression fuehrt. Volle Kaufkraft vbedeutet volle gleichberechtigte Stellung.
Das ist alles, was gleichberechtigte Stellung oder Paritaet bedeutet - einen angemessenen Anteil an Einkommen."
»The CIO News" - 11. Juli 1949
ROSSISCHE HISTORIKER SCHMAEHEN ROOSEVELT l
Eine Notiz, die sich an die Kommunisten in den Vereinigten Staaten richtet:
Ihr taetet besser daran, damit aufzuhoeren, mit lautem Geschrei die Rueckkehr zur
"Politik des grossen Franklin Delano Roosevelt zu fordern." Aber gehoert es immer
schon seit dem Tode jenes grossen Praesidenten zu den Maximen der Kommunisten und
ihrer Genossen in der sogenannten Fortschrittlichen Partei Jeden anzugreifen, der
mit ihnen als Rooseveltgegner nicht uebereinstimmte.
Jetzt ist jedoch das "Heil" aus dem Mutterlande gekommen, das nur das einzige
Land sein kann, woher das "Heil" kommen kann. Es sieht gerade so aus, als wenn
sich die Linie aendern will.
In der letzten Woche wurde eine UP-Depeache aus Moskau, die mit dem Vermerk
versehen war: "mit Verzoegerung zugestellt", in den amerikanischen Zeitungen veroeffentlicht. Warum die Depesche von den Zensoren aufgehalten wurde, wurde nicht
erwaehnt, aber sobald sie einmal freigegeben worden ist, wird der Inhalt, den der
Korrespondent berichtet, zum "Heil" - oder, von Ihnen aus gesehen, zur Parteilinie.
Die Depesche enthaelt den Bericht ueber eine Sitzung des Russischen Historlsohen Instituts, die Mitte Maerz stattfand. Wie UP darlegt, bildet dieses Institut
einen Teil der Akademie der Wissenschaften. Ein Bericht ueber die Maerz-Sitzung
des Instituts erschien In der Zeitschrift "Probleme der Geschichte". Hier wurde

- u -

�wieder einmal gruendlich die Seele sondiert. Nicht weniger als 25 Redner - die
alle fuerchteten, dass sie selbst einmal das gleiche Schicksal teilen koennten
nahmen das V/ort, beugten das Knie vor Stalin und prangerten die Suenden der
"Kosmopoliten" unter den russischen Historikern an. Alle wurden wegen "eines
haltlosen Kosmopolitismus" angegriffen, ebenso deswegen, weil sie "einen nationalen Kihilismus predigten, der den sowjetischen Ansichten zuwiderlaufe."
Um nun wieder zu Franklin Delano Roosevelt zurueckzukehren: Professor Zubok
wurde als einer derjenigen herausgegriffen, die zuviel von den Vereinigten Staaten
halten. Zubok, schrieen seine Kritiker, haette "Roosevelts sogenannten New Deal
verzerrt und entstellt ausgelegt." Zubok, so schrieen sie immer wieder, "haette
vollkommen die Tatsache ausser Acht gelassen, dass alle Bemuehungen Roosevels, das
Problem der Zusammenarbeit der Klassen zu loesen, unter dem Druck der Massen vor
sich gingen, und dass Roosevelt gleichzeitig die Interessen des Monopolkapitals
gewahrt haette."
Amerika kann nun eben einmal vor den Russen nicht bestehen. Ein weiterer
"Kosmopolit", Professor Suswitsch wurde angeklagt, Dass er dem Diplomatischen Institut gesagt haette, - es war eine "Geschichtsfaelschung", Genossen l - "dass die
Invasion der Amerikaner in Italien den Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges bildete."
Natuerlich ist es den loyalen Historikern der UdSSR, bekannt, dass der Kreml mit
seiner Wahrsagemagie besser ueber die Weltgeschichte Bescheid weiss als solche
"Amateure" wir Arnold Toynbee.
Aber der schlimmste Feind dieser Sorte von Wahrheit des Kreml ist der
"bourgeoise Kosmopolitismus". Dieser ist ganz besonders gefaehrlich, schreibt
das Blatt "Probleme der Geschichte", weil er eine ideologische Waffe der internationalen Reaktion gegen den Sozialismus und die Demokratie und eine ideologische
Maske fuer das Streben des amerikanischen Imperialismus nach der Weltherrschaft
darstellt."
Die Vereinigten Staaten und Grossbritannien werden als etwas Entsetzliches
zusammen in einen Topf geworfen, weil sie "den Abschaum der weissrussischen Emigranten, Kosmopoliten und Faelscher wie Professor Struve "rekrutiert" haetten, der
ein boesartiger Feind des russischen Volkes sei, wie auch die widerwaertigen
Renegaten Tarnadsky und Kappos.
(Aus der UP Depesche geht hervor, dass Moskau von Struee behauptet, er sei
Professor in England. Es gibt aber auch einen Otto Struve, einen in Russland
geborenen Astronomen an der Universitaet Chicago. George Varnadsky ist Professor
fuer russische Geschichte an der Yale-Universitaet.)
CIO-Nachrichten 11. Juli 1%9
AMERIKANISCHE ZEITUNG GREIFT DEN
BRITISCHEN SOZIALISMUS AN
Die "New York World-Telegraph" brachte neulich eine Reihe .Artikel ueber das
sozialistische Experiment in Grossbritannien zur Oeffentlichkeit. Unter dem allgemeinen Titel "Utopiens Untergang" wollten diese Artikel einige der Schwaechen
der häutigen Regierung Grossbritanniens zum Vorschein bringen.
Antwort des Norman Thomas.
Norman Thomas, langjaehriger amerikanischer sSozialistenfuehrer und mehrere
Male sozialistischer Kandidat fuer die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten,
schrieb eine Antwort auf diese nach seiner Meinung "fast hysterischen" Versuche,
den Sozialismus durch .uigriffe gegen Grossbritannien in ueblen Ruf zu bringen.
Er erinnerte seine Landsleute daran, es sei ungerecht, Grossbritanniens Produktion
und Leistungen mit denen der "gluecklicherweise unbeschaedigten Vereinigten Staaten"
zu vergleichen. Man muesse Grossbritannien mit anderen kriegsbeschaedigten Laendern
-

15

-

�gleichstellen. Er meinte ferner» "Was schlechte Sanieren und ruecksichtslose Rhetorik betrifft, sollten
wir Amerikaner uns schaemen. Etwas Verwegeneres als diese fast hysterischen
Versuche seitens einflussreicher Kreise in Amerika, den Sozialismus durch
Angriffe gegen Grossbritannien in ueblen Ruf zu bringen, kann ich mir nicht
denken, geschweige denn deren eventuelle 'Wirkungen auf amerikanisch-englische Zusammenarbeit waehrend der ausserordentlich schweren Feriode, vor der
wir z.Zt. stehen."
Mr. Thomas erklaerte, solche .angriffe wuerden Moskau ohne Zweifel entzuecken.
Er fuegte hinzu, er saehe einige Methoden der britischen Regierung 3ur Ausuebung
ihrer Befugnisse ungern, Grossbritanniens Programm sei aber von einer verzweifelten Kotlage, keineswegs von sozialistischen Theorien ins Leben gerufen worden.
Nichtsdestoweniger habe Grossbritannien ihre Demokratie aufrechterhalten. Das
Land sei nicht der Diktatur des totalen Staates zum Opfer gefallen.
"Manchester Guardian", 30. August 1949
-

16 -

Manpower Division
OMGUS, APO 757

(OU», * - 2««U, IM, lipl. M . 1U C)

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgendem Artikel stellen Auszöge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der ,,Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - 30

B e r l i n , 30. September 1949

DIE MANPOWER DIVISION DER U.S.MILITAERREGIERUNG IST IM
BEGRIFF, VON BERLIN NACH FRANKFÜRT UEBERZUSIEDELN, BIS
NEUE VORKEHRUNGEN GETROFFEN WERDEN KOENNEN, DIE "INTERNATIONALEN ARBEITSMITTSILUNGEN" DRUCKEN ZU LASSEN, WERDEN DIE EINZELNEN VEROEFFENTLICHUNGEN IN UNREGELMAE3SIGEN ABSTAENDEN ERSCHEINEN.
WEITERE BESTELLUNGEN RICHTEN SIE BITTE AN«
MANP07/ER DIVISION - OMGUS
APO 757 - U. S. AHMT
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Eine Meinungsaeusserung der b r i t i s c h e n Arbeiterschaft Das Internationale Arbeitsamt
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Die sowjetische Gedankenkontrolle In Russland l i e g t die Kultur in F e s s e l n
Lagebericht der OEEC
Das b r i t i s c h e Gewerkschaf tsgefuege
Verwirklichungen der "Volksdemokratien" —
Die Autjomobilarbeiter unterstuetzen das ERP Eine Gewerkschaft t r i t t fuer d i e a l t e n Arbeiter e i n

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EINE MEINUNGSAEUSSERUNG DER BRITISCHEN ARBEITERSCHAFT
Six William Lawther, der Vorsitzende des B r i t i s c h e n Gewerksohaftsbundes, aeusserte
s i c h vor kurzem wie folgt« "Unsere Faehigkeit, die enormen Lasten zu tragen, die uns
a l s Nation durch 6 lange Kriegsjähre hindurch a u f e r l e g t wurden, i s t waehrend der l e t z ten 4 Jahre e r n s t l i c h auf die Probe g e s t e l l t worden. Wenn wir i n Wirklichkeit keinen
Bankrott e r l e b t haben, so i s t d i e s auf die enormen Anstrengungen zurueckzufuehren, die
unser Volk gemacht hat, um unseren P l a t z in der Welt a l s grosse Fabrik- und Handelsnation zurückzugewinnen. In d i e s e r Aufgabe wurden wir durch die grossmuetige Mitarb e i t s e i t e n s der Vereinigten Staaten mit H i l f e des Marshall-Plans u n t e r s t u e t z t
"
»ECA Labor Information" 9. Sept. 49

-

1

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�DAS INTERNATIONALE ARBEITSAMT
An einem Sommernaohmittag des Jahres 1926 oeffneten drei Maenner gleichzeitig,
jeder mit einem goldenen Schluessel in der Hand, die Tore eines neuen Gebaeudes in
Genf. Diese drei Maenner - ein holländischer Arbeiter, ein belgischer Arbeitgeber
sowie ein Mitglied der franzoesischen Regierung - oeffneten symbolisch die staendige Unterkunft fuer das Internationale Arbeitsamt, welches gerade heute seine
zweiunddreissigste Sitzung abgehalten hat.
"Diese Zeremonie symbolisierte lediglich die Abhaengigkeit des Internationalen Arbeitsamtes von seiner dreigeteilten Mitgliedschaft, und es war keine Sensationsmacherei, um die Versicherung abzugeben, dass die ^Entscheidungen dieser Organisation auf demokratischer Grundlage erfolgen und dass sie beachtet und in den
Mitgliedsstaaten angewandt werden wuerdea
"Das Internationale Arbeltsamt kann mit Recht fuer sich In Anspruch nehmen,
eine internationale Koerperschaft zu sein, die sich in einem Punkte gluecklich
von sonstigen derartigen internationalen Organisationen unterscheidet - sie blieb
auoh waehrend des zweiten Weltkrieges intakt und sie hat den arbeitenden Mensohen
in der Welt positiven Nutzen gebracht.
Vertragsabschluss
"Sieben Jahre vor Eroeffnung des neuen Verwaltungsgebaeudes wurde das Internationale Arbeitsamt auf Grund der Bedingungen des Friedensvertrages von 1919 gegruendet. Sa war seine Aufgabe, internationale Normen der Arbeitsbedingungen fuer
die ganze Welt aufzustellen und durchzusetzen.
Diese Fragen sind jedoch bereits in betraechtlichem Umfange von den Britischen Mitgliedern der Kommission behandelt worden und ihre Antworten fanden die
Billigung der Britischen Gewerkschaftsbewegung, die seit dieaer Zeit eng mit dem
Internationalen Arbeitsamt verknuepft war.
"Als dann ihre Vorschlaege der Geaamtkoramisaion vorgelegt wurden, wurden
sie Punkt fuer Punkt in einen Vertragsentwurf fuer die Vollkonferenz der Alliierten "eingehaemmert".
Diesfolgenden beiden Faktoren haben wahrscheinlich bei der Annahme der
Vorachlaege die Stimmung der Delegierten entscheidend bestimmt, naemlioh einmal
die ueberzeugende Rade von George Barnes, einem frueheren Schüler des Ingenieurberufes, sowie von Vandervelde, dem Belgischen Sozialisten, als zweitem, denn
die Delegierten waren bereits von der Sorge um die verwickelten politischen Streitigkeiten verwirrt und froh, wenig8tens einen Teil des sehr dornigen Vertragawerkea
geregelt zu haben.
In veraenderlichen Zeiten
"Als sich die Delegierten zum Abschlüsse der Sitzung erhoben, konnten sie es
sich kaum ertraeumt haben, dass dieses ihr Tagewerk eine dauerhaftere Zukunft
haben wuerde als viele andere ihrer Entscheidungen.
Das Internationale Arbeitsamt hat die Krise des Krieges ueberstanden, welche
den Voelkerbund erschuettert hat, und es gelangt nun zu der Epoche, die fruchtbare
und glueckliche wechselseitige Beziehung zur UNO anzubahnen verspricht. Aber wie
Mr. Carl Hambro, der Praesident des Jahres 1947 erklaerte, werden die neuen wechselseitigen Beziehungen die Wege oder Methoden des Internationalen Arbeitsamtes
nicht aendern.
"Er meinte allerdings damit nicht, dass das Internationale Arbeitsamt etwa
nicht mit den veraenderten Zeitumstaenden Schritt halten konnte oder wollte. Er
meinte damit lediglich, dass der Geist der Teilhaberschaft bestaendig sein wuerde,
um der Nachkriegswelt bei der Verfolgung von Zielen zu dienen, die das Leben des
Mannes auf der Strasse der ganzen Welt verbessern koennten.
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2

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�"Zum Beispiel haben sowohl das Internationale Arbeltsamt als auch die Vereinten Nationen kuerzlich Anschuldigungen in Erfahrung gebracht, wonach in gewissen
Laendern ernsthafte Verletzungen des Prinzips der Vereinigungsfreiheit vorgekommen
sind. Die Haupt funk tionaere dieser beiden Körperschaften sind nunmehr angewiesen
worden, Wege aufzuzeigen, um Tatsachen zusammenzutragen» wenn derartige Anschuldigungen vorgebracht werden.
"Sin Teil des bisherigen Erfolges des Internationalen Arbeitsamtes war in
mancher Hinsicht auf seine Statuten zurueckzufuehren und in anderer auf die Inspiration, die ihm ein Franzose, Albert Thomas, in seiner zwoelfJährigen Mitarbeit
zuteil werden Hess.
"Albert Thomas wollte das Internationale Arbeitsamt nicht lediglich als eine
Nachrichtenaustauschzentrale angesehen wissen, die Forschungen von sozialen und
wirtschaftlichen Problemen in einem unermesslich weitem Saume durchfuehrte, noch
lediglich als ein Verlagshaus von Zeitschriften und Studien ueber Arbeits-Themen.
"Gewiss muessen diese beiden Funktionen ausgefuehrt werden, wenn das Internationale Arbeitsamt das richtungsweisende Vorbild der Regierungen und Arbeitgeber
auf dem Gebiete der Sozialgesetzgebung sein soll. V.'as Jedoch von noch groesserer
Bedeutung war* Thomas bestand darauf, dass das Internationale Arbeitsamt die Haende
zu praktischer Arbeit regen muesse, um die Bedingungen jeher vielen zu verbessern,
die ueber Gebuehr arbeiteten, unterbezahlt oder ausgebeutet wurden.
Wie die Delegierten abstimmen
"Das Internationale Arbeitsamt uebt seinen wesentlichsten Einfluss in Vollkonferenzen durch Zustimmung zu Konventionen (wie seine Hauptentscheidungen genannt
werden) und zu Empfehlungen aus, um dann durch Veröffentlichungen und entsprechende
Schritte darauf zu sehen, dass diese Konventionen und Empfehlungen in den Teilnehmerstaaten in Kraft gesetzt werden. Zu solchen Konferenzen entsendet Jeder Mitgliedstaat vier Delegierte, von denen zwei die Regierung vertreten sowie Je einer die
Arbeitnehmer und Arbeitgeber- eine Regelung, welche dem Umstand Rechnung traegt,
dass Konferenz-Entscheidungen, die wirksam sein sollen, das Gewicht der offiziellen
Behoerde hinter sich haben muessen. Ausserdem kann Jeder Delegierte eine Anzahl
von Beratern zu der Konferenz hinzuziehen, Jedoch nicht mehr als zwei zu jedem
Punkt der Tagesordnung.
"Allen Delegierten steht es Jedoch frei, selbstaendig ihre Stimme abzugeben,
wobei es den Delegierten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vollkommen freigestellt
ist, wenn sie wollen, gegen die Delegierten ihrer Regierung zu stimmen.
Gesetze muessen geaendert werden.
"Empfehlungen, die vom Internationalen Arbeitsamt gegeben werden, haben nur
den Charakter eines Rates, der angenommen werden kann, wenn entsprechende Gesetze
gestaltet werden. Die Bedeutung einer Konvention liegt jedoch in der Tatsache,
dass sie mit zweidrittel Mehrheit von einer Konferenz angenommen worden ist, und,
nach den Satzungen des Internationalen Arbeitsamtes, wird den Regierungen eine
aeussemte Frist von 18 Monaten gewaehrt, innerhalb welcher sie sich entschliessen
muessen, ob die Bestimmungen der Konvention in ihrem Lande Geltung haben sollen.
Wenn sich eine Regierung zugunsten einer Konvention entscheidet, muss sie ihre
diesbezüglichen Gesetze nach den Bestimmungen der Konvention ausrichten.
"In Jedem Jahre legen die Mitgliedsstaaten Berichte vor, in welcher sie aufzeigen, wie sie die ratifizierten Konventionen durchfuehren. Zur Gegenkontrolle
koennen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Beschwerden unterbreiten, wenn eine Regierung
eine Konvention nicht so durchfuehrt wie sie es sollte, obgleich jedoch Bestimmungen ueber Sanktionen gegen solche Regierungen bestehen, erreicht oftmals die
oeffentliche Kritik das gewuenschte Ergebnis.
"Zwischen den Konferenzen wird die vorbereitende Arbeit ununterbrochen fort-

- 3 -

�gesetzt. Edward Fhelan fuehrte folgendes in der Juni Ausgabe der "International
Labour Review« aus« "Es koennen zwar technische Ausschuesse des Internationalen
Arbeitsamtes gebildet werden, die dann in dem einen oder anderen Stadium Bericht
erstatten, oder es kann eine vorbereitende technische Konferenz abgehalten werden,
bevor die Frage der Internationaleh Arbeitskonferenz endgueltig unterbreitet wird,
und fast regelmaessig werden Regierungsvertreter und wahlberechtigte Vertreter der
Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der einen oder anderen Sitzung des Internationalen
Arbeitsamtes staendig anwesend sein."
"Ein wirkliches Bild vom Internationalen Arbeitsamt kann man sich nur dann
machen, wenn man das unermesslich grosse Panorama fortgesetzter Afctivitaet sowohl
auf nationalem als auch auf internationalem Gebiete betrachtet, welches unmoeglich
in allen seinen verschiedenartigen Einzelheiten erfasst v/erden kann. Es ist dies
die niemals unterbrochene Arbeit der Studien, Beratungen, Betrachtungen und Entscheidungen, welche es erklaerlich machen, warum das Internationale Arbeitsamt
vertrauensvoll fuer sich in Anspruch nehmen kann, "ein allgemeines sich ueber
alle Grenzen erstreckendes soziales Gewissen" geschaffen zu haben.
"In der kurzen Spanne seines Bestehens hat das Internationale Arbeitsamt
einen Reichtum an Kenntnissen sowie eine Technik des Zusammentragens, der Verteilung und Anwendungsmethoden erstellt, womit es sich schon allein die Arbeiter
verpflichtet haette, selbst wenn dies seine einzige Errungenschaft waere.
"Kuerzlich kuendigte der gegenwaertige Generaldirektor des Internationalen
Arbeitsamtes, David Korse, an, dass sich auf Anforderung von Venezuela ein Unter- .
suchungsausschuss nach dort begibt, um die dortigen sozialen und Arbeitsprobleme
einer Untersuchung zu unterziehen und danach einen vollstaendigen Bericht darueber
zu unterbreiten.
Fuer Frieden und Fortschritt
"Bis jetzt haben 90 Konventionen des Internationalen Arbeitsamtes 1012 Ratifizierungen durch die einzelnen Mitgliedsstaaten erfahren. Viele Sachgebiete sind
davon beruehrt worden, jedoch wuerde eine wahllose Uebersicht ergeben, dass gleich
in erster Linie die Behandlung der Zu- und Abwanderung, des Gesundheitswesens in
der Industrie der Vereinigungsfreiheit, der Sicherheit und Wohlfahrt sowie der
Arbeitszeit steht, was bereits im Jahre 1919 Gegenstand der ersten in Washington
angenommenen Konvention war.
"In diesem Jahre entsandten 50 Staaten insgesamt 550 Delegierte zu den internationalen Arbeitskonferenzen. Eine Uebersicht ueber die von ihnen geleistete
Arbeit erscheint auf der naechsten Seite.
"Sie veranschaulicht, dass das Internationale Arbeitsamt immer ein wichtiger
Faktor fuer Frieden und Fortschritt sein wird. Es bleibt jedoch unmoeglich, den
Einfluss des Internationalen Arbeitsamtes auf die Besserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu messen, da es unmoeglich ist, eine Erhebung ueber die gesamte
soziale Gesetzgebung der letzten 30 Jahre, die in den verschiedenen Laendern in
Kraft gesetzt und verordnet worden ist, anzustellen, und die direkt durch die Taetigkeit des Internationalen Arbeitsamtes angeregt oder betraechtlich beeinflusst
worden ist.
Besseres Leben
"Als ein fruehes Beispiel sei eine Konvention genannt, die auf der ersten
VJashingtoner Konferenz angenommen werden war und die das Problem der Kinderbeschaeftigung behandelte. Im Jahre 1937» also etwa 18 Jahre spaeter, hatten 30
Laender zugestimmt, dass Kinder unter 14 Jahren nicht .in der Industrie beschaeftigt
werden duerfen, und sie habfln entsprechende Gesetzte erlassen.
"Auf der heutigen Konferenz des Jahres 1949 berichteten die Delegierten, in

- k -

�welchem Ausmasse die Konventionen und Empfehlungen des Internationalen Arbeitsamtes
die Regierungen bei der Ausarbeitung der Sozial- und Arbeitsgesetzgebung unterstuetzt
haben - zum Beispiel: das neue Syrische Arbeitsgesetz und das Aegyptische Sozialversicherungsgesetz,
Als das Internationale Arbeitsamt die Frage der Sozialversicherung behandelte,
hatten lediglich zwei Laender eine Gesetzgebung von Bedeutung auf diesem Gebiete,
naemlich Grossbritannien und Deutschland, jedoch die damit gedeckten Risiken waren
lediglich Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Jetzt sind infolge von umfangreichen Anstoessen und Anregungen des Internationalen Arbeitsamtes die Sozialversicherung beziehungsweise soziale Sicherheitsmassnahmen auf sehr viele andere Laender ausgedehnt worden.
"Dramatischer dargestellt hat die Arbeit des Internationalen Arbeitsamtes
einen verbesserten Lebensstandard fuer viele Hundert Millionen von Arbeitnehmern
in den letzten dreissig Jahren bewirkt.
Labour, August 1949
DIB SOWJETISCHE GEDANKENK0NTR0L1E
"Seit der Oktoberrevolution im Jahre 1917 haben die Bolschewiken in Russland
das ausgedehnteste und weitestreichende System zur Kontrolle des Denkens entwickelt,
das Jemals in der Geschichte bekannt geworden ist. Sie waren in der Lage, in
dieser Hinsicht die frueheren Formen des Despotismus zu uebertreffen, weil ihnen
alle Faktoren fuer die Ausbildung des Geistes, die die moderne Wissenschaft und
Technologie geschaffen haben, zur Verfuegung standen. Sie lassen diese Faktoren die Schule, die Fresse, den Rundfunk, das Kino, das Auto, das Flugzeug, und das
Maschinengewehr, die Wissenschaft, die Literatur und die Kunst - mit aeusserster
Rücksichtslosigkeit zusanmenwirken und benutzen sie in diesem Sinne im Hinblick
auf ein einziges Ziel.
Wie sie arbeitet
"Der Schluessel zum Yerstaendnis dieses Systems der Gedankenkontrolle liegt bei
der Allrussichen Komnunistischen Partei, oder der Partei Lenins und Stalins, mit ihren 6 Millionen Mitgliedern, ihrem Zentralkomitee mit 72 Mitgliedern, ihrem Politbuero mit 1A Mitgliedern und ihrem komplizierten und weitreichenden Mechanismus. Hier
liegt auch der wirkliche Schluessel zu Jenem "Verstehen" der Sowjetunion, nach dem
heute soviel Leute Verlangen haben. In Wirklichkeit ist die Partei und nicht die
Regierung der Sowjetstaat.
"Die Partei Lenins und Stalins ist natuerlich absolut nicht eine politische
Partei in dem Sinne, wie dieser Ausdruck in den demokratischen Staaten gebraucht
wird. Sie regiert weder im Auftrage noch mit Zustimmung des Volkes. Wie ihr Vorgaenger, das Zarenreich, kann sie nur durch eine gewaltsame Revolution abgeschafft
werden. Dem allgemeinen Aufbau und ihrer Handlungsweise nach ist sie eine Ar\ politische Armee. Indem sie mit erstaunlicher Praezision dem Plan fuer eine revolutionaere Organisation folgt, wie ihn Paul Pastel, ein russischer Revolutionaer zu
Anfang des 19. Jahrhunderts aufgestellt hat, hat sie 3 verschiedene Mitgliederschichten oder-kreise; Sie hat ihre Offiziere, ihre Unteroffiziere und ihr Oberkommando.
Die Pflicht der Soldaten und Offiziere ist es, die Befehle des Oberkommandos auszufahren. Das letztere setzt sioh aus 14 Mitgliedern zusammen, im Politbuero, und
aus 72 Mitgliedern im Zentralkomitee.
Parteikontrolle
"Zu Lenins Zeiten sollte die Taetigkeit der Partei nach dem Prinzip des "demokratischen Zentralismus" gelenkt werden. Diesem Prinzip zufolge soll jede Art
von politischer Aktivitaet von den gewoehnlichen Mitgliedern in den Tausenden von
Zellen besprochen werden, die die Grundlage der Organisation bilden. Danach werden
Delegierte gewaehlt, die die Mitglieder auf regelmaessig zusammengerufenen Partei-

-

5 -

�kongressen vertreten sollen, und die dort angenommenen Beschluesse in bezug auf
die Politik sollten dann fuer die gesamte Mitgliederschaft bindend sein. Unter
Stalin ist dieses ganze Verfahren abgeschafft worden, und sogar umgekehrt norden.
Der letzte Kongress wurde im Fruehjahr 1939 zusammengerufen. Und wenn ein neuer
Kongress in naechster Zeit zusammengerufen werden sollte dann kann man sicher sein,
dass Jeder Delegierte von der Fuehrersohicht aufs sorgfältigste ausgesucht werden
wird, und dass er dann ohne Einsehraenkung die grundlegende Politik Stalins und des
Politbueros unterstuetzen wird.
•&gt;Unter diesem Kontrollsystem kann es natuerlich keine oeffentliche Diskussion
ueber die hohe Politik geben, weder ueber die Aussen, noch ueber die Innenpolitik.
Diese Politik wird vom Oberkommando der Partei eroertert und formuliert, und wird
dann der Welt gewoehnlich in Form einer Resolution seitens des Zentralkomitees bekanntgegeben. Danach ist es dann die Aufgabe der anderen Mitglieder dieser politischen Armee, die Politik ins Volk zu bringen, zu erklaeren, zu ueberzeugen, zu
argumentieren, die Leute zu bereden, die Annahme von Resolutionen zu sichern und
das Auftauchen jeder Art organisierten Widerstandes zu verhindern. Alle Zweige
des kulturellen Mechanismus werden so ausgerichtet, dass sie demselben Zweck dienen,
Der Sowjetbuerger liest und hoert ueberhaupt nicht die leiseste Spur von Kritik an
jeder Art von Politik seitens der Zentralorgane der Partei."
Prof. George S. Counts von der Columbia Universitaet
im "AFL Weekly News Service" 22. Juli 1949
IN RUSSLAND LIEGT DIE KOI/TOR IN FTCYSTCT.N
"Im spaeten Sommer und zu Anfang des Herbstes des Jahres 1946 erhielt die
Amerikanische Bevoelkerung kurze Nachrichten aus Moskau, wonach gewisse Schriftsteller, Dramatiker und Filmdirektoren in Schwierigkeiten waren. Es schien, als
ob das Zentralkommitee der Partei Lenins und Stalins den Finger der Kritik auf
jene Leute gerichtet haette, um sie zu bitten, ihren bisher eingeschlagenen Weg
zu aendern. Da die meisten Amerikaner weder mit den in den Berichten erwaehnten
Namen noch mit der Rolle, den die Partei im russischen Staate zu spielen pflegt,
vertraut waren, neigten sie dazu, die Berichte als jenseits ihres Fassungsvermoegens liegend abzutun oder die betreffenden Ereignisse als mit Leichtigkeit zu betrachtende Episoden anzusehen. Sie versaeumten gaenzlich, ueber die persoenlichen
Tragoedien nachzudenken, die hinter diesen Berichten liegen und ueber die in jenen
seltsamen Aktionen der allumfassenden Kommunistischen Partei eingeschlossene WeltTragoedie.
"Als Tatsache wurde in den Nachrichten von den ersten Schlachten einer gigantischen und sorgfaeltig geplanten Offensive gegen den Westen und die gesamte freie
Welt gesprochen. Der Angriff der Partei auf die literarische Kunst war der Anfang
einer Kampagne, die darauf abzielte, den gesamten Kulturapparat zur nachdrücklicher
und unberechtigten Unterstuetzung der agressiven Aussenpolitik, die das Politbuero
zur Reife bringen wollte, einzuspannen da der Krieg zu Ende gegangen war.

Die Ziele der Kommunisten
"Offenbar war das erste Ziel deä Angriffs, alle guenstigen Eindruecke vom
Westen und insbesondere von Amerika, die man waehrend des Krieges gewonnen hatte,
in den Hirnen der Soviet-Bevoelkerung auszuloeschen. Aber der beherrschende Zweck
war und ist offenbar die Unterstuetzung erstaunlicher und ko-ordlnierter Bemuehungei
ausgeruestet mit der vollen Macht des russischen Staates und der dritten Internationale, die Voelker aufzuwiegeln, um ueberall zu revoltieren, um das sowjetische
System weitestgehend zu verbreiten und um damit die Versprechungen der bolschewistischen Revolution im eigenen Lande und ausserhalb zu erfüllen.
"Die theoretische Untermauerung dieser Aktion der Partei war schon durch Lenin

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�e r f o l g t . Da er zu der marxistischen Konzeption des Staates steht, mit a l l seinen
Organen und seiner Macht a l s ein Instrument der herrschenden Klasse, gelangt er
logisch rorgekend zu der Doktrin, dass es die erste Pflicht jeder Abteilung der
Sowjetkultur i s t , das Volk in der Parteidoktrin und P o l i t i k zu erziehen. In einer
Botschaft, die heute mehr z i t i e r t wird a l s zu Lenins Zeiten, drueokte er sich f o l gendermassen aus: "Auf dem Gebiete der oeffentliohen Erziehung s e t z t es sich die
Partei zum Ziele, die von der Oktober-Revolution im Jahre 1917 begonnene Umbildung
der Schulen von einem Werkzeug zur Beherrschung der Klassen durch die Bourgoisie
in ein Werkzeug zur Zerstoerung dieser Herrschaft zu beenden..." Die Schule muss
ein Werkzeug der Diktatur des Proletariats werden."
Erziehung i s t eine Waffe
"Stalin bringt, wie es seine Gewohnheit i s t , die Sache noch plumper in einer
Unterhaltung mit H.a. Wells zum Ausdruck. Sr sagtet "Erziehung i s t eine Waffe,
deren Wirksamkeit davon ab ha engig i s t , wer s i e in der Hand haelt und auf wen s i e
geriohtet i s t . " Und wenn der Ausdruck "Erziehung" heute in der Sowjetunion angewandt wird, dann s o l l er damit a l l e Xlnfluesse und T ä t i g k e i t e n , die der Information
und der Meinungsbildung dienen, umfassen. Im dem Masse, in dem diese Xlnfluesse
und Taetigkeiten organisiert und beherrscht werden koennen, stellen s i e eine Waffe
oder eine Batterie von Waffen von fabelhafter Kraft dar, die die Kommunistische
Partei i n ihren Haanden haelt, und die s i e auf jedweden und jedwedes Ziel richten
kann«
"Bear Torgang des Zielweohsels und des Anpassens der Visiere dieser maechtigen
Batterie von Waffen begann ernstlich am 1A. August 1%6 mit einer Resolution des
Zentralkomitees der Bartei ueber zwei in Leningrad vexo effantllohte literarische
Zeitschriften. Dies war die beruehmteate a l l e r Resolutionen, weil s i e die erste
war und daher a l s Muster galt. Ihr folgten Resolutionen ueber das Drama, den Film,
die Musik, die Vererbungslehre, den Humor sowie andere Phasen kultureller Betaetigung. Zasssmengefaast sind s i e in der Sowjetunion als die "Resolutionen ueber die
Ideologie" bekannt. Sie zeigen sehr deutlich das sowjetische System der Kontrolle
der Gedanken anf."
Von Professor G.S. OODNTS von der Columbia Unlvarsitaet.
(Aus dem woechentlichen Nachrichtenblatt der A? of L vom
23. August 1 * 9 )
TAftWfflCRIOHT DER QEBC
Der euxDpaeisohe Arbeiter traegt dadurch, dass er die Produkt!vitaet erhoeht
und sieh von Arbeitsunterbreohungen fernhaalt, zum Wiederaufbau Europas bei. Dagegen sieht er Nutzen aus dem Wiederaufbauprogramm durch eine Beschaeftlgung, die
besser i s t a l s vor dem Zweiten Weltkrieg und durch die Stabilisierung der Preise
in den meisten Laendern Westeuropas.
Diese Tatsachen werden in dem juengsten Lagebericht, der Im Juni von der
Organisation fuer die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Buropas (OEEC) vero eff entlicht
werde, klar herausgestellt.
Arbeitslosigkeit, Streiks
"Die Arbeitslosigkeit in den meisten westeuropaeis oben Laendern war nur ein
Viertel so hoch wie vor dem Kriege," he last es in dem Bericht, "allerdings mit Ausnahmen von Wichtigkeit, wie in I t a l i e n , wo nahezu 20£ a l l e r Lohn- und Gehaltsempfaenger arbeitslos sind» in Belgien, wo etwa 12£ a l l e r versicherten Arbeiter
stellungslos sind, und in Westdeutschland, wo die Zahl der eingetragenen Arbeitslosen etwa 9? der Bevoelkerung betraegt, die Lohn oder Gehalt beziehen."
An Hand einer Tabelle, d i e nach Berichten aus Oesterreioh, Daenemark, Frankreich, Irland, Holland, Norwegen, Portugal, Schweden, der Schweiz und dem Varel-

7

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�nigten Koenlgrelch zusammengestellt wurde, schaetat die OEEC, dass die Gesamtzahl
der Arbeitslosen fuer diese Laender im Jahre 1938 3.1 Millionen betrug. Im Jahre
1949 betraegt die vorlaeufige Zahl fuer diese Laender 0.7 Millionen.
"Die .Arbeitszeit, die durah industrielle Streitigkeiten in der Zelt von 1946
bis 1%8 verloren ging, betrug nur 1/5 des Verlustes waehrend der 3 Jahre 1919 bis
1921. Das macht etwa 2 Stunden pro Jahr fuer jede beschaeftigte Person aus, oder
nahezu 1 Stunde pro 1000 Arbeitsstunden", heisst es weiter in dem OEEC-Bericht.
Produktivitaetslndex und Preise
Sin ueberschlagsmaessiger Index der industriellen Produktivitaet, den die Experten der OEEC ausgearbeitet haben, i l l u s t r i e r t die Besserung, die sich in den
b e t e i l i g t e n Laendern gezeigt hat: 1938

1946

1947

1948

100
100

77
89

81
94

90
102

Eins chlie s a l i oh Westdeutschland
Ausschliesslich Westdeutschland

"Die Produktivitaet pro Arbeitsstunde hat in Frankreich wieder fast den Vorkriegsstand erreicht," berichtet die OEEC, "und die durchschnittliche Arbeltswoohe
wurde von 38 Stunden im Jahre 1938 auf 45 Stunden im Jahre 1948 erhoeht.
In Westdeutachland wurde die Arbeit von der anormalen Hoehe von 48 Stunden
vor dem Kriege auf 44 Stunden herabgesetzt. In den meisten anderen beteiligten
Laendern i s t die Laenge der Arbeitswoche nicht sehr von der verschieden, wie sit,
vor 10 Jahren bestand.
Eine Preisstabilisierung, die einen Ansporn fuer die Produktion bildete, wurde
in den meisten Westeuropa ei sehen Laendern durohgefuehrt, bemerkt die OEEC und
fuegt hinzu, "dass die Stabilisierung der Preise waehrend der letzten 12 Monate
mit einer auffallenden Lockerung der Eontrollen zusammenfiel. Es besteht wenig
Zweifel darueber, dass der inflationistische Druck aufgehoert hat, in den meisten
b e t e i l i g t e n Laendern ein ernstes Problem darzustellen. 11
Die OEBC-Experten haben allerdings die Warnung geaeussert*"Man muss sich daran
erinnern, dass d i e Preise v i e l e r Verbrauchswaren nur dank der grossen Einfuhren,
die von der amerikanischen Hilfe finanziert wurden, s t a b i l i s i e r t wurden.
Eine weitere Wuerdigung der Besserung, die durch die gemeinsamen Bemuehungen
seitens der Westeuropasischen Laender und der Vereinigten Staaten erreicht wurden,
geht aus dem Lagebericht hervor. Es heisst darin; Die Hilfe der Vereinigten Staaten
hat einen ataendigen Fluss an Lebensmitteln und Importierten Materialien gesichert.
Die Bemuehungen der beteiligten Laender haben das TransportsyBtem wiederhergestellt
und die Produktion an Kohle, Stahl und anderen lebenswichtigen Materialien Europas
erhoeht, waehrend ihr Kampf gegen die Inflation bedeutende Fortschritte e r z i e l t e n .
Infolgedessen bestand fuer die Produktion die Moeglichkeit sioh ohne eine entsprechende Erhoehung der Arbeit skr aefte auszuweiten."
Jetzt aber, besagt der Bericht, "werden weitere Produktionserhoehungen zum
grossen Teil von der Verbesserung der Produktionsmethoden und von der Investierung
frischer Kapitalien abhaengen."
Zusammenarbeit mit dem ERP
Die OEEC zaehlt dann noch einige Faelle von Zusammenarbeit zwischen den bet e i l i g t e n Laendern und den den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der verbesserten
Produktionsmethoden auf.
Sowohl Arbeiter wie Unternehmer haben dieser Frage gegenueber ein starkes
Interesse bekundet, heisst es hier. "In Frankreich wurde unter Zusammenarbeit mit
dem EGA die industrielle Produktivitaet in 125 Babrikationsbetrieben einem Studium
unterzogen. Auf Ersuchen der griechischen Regierung wurden amerikanische Sachverstaendige der ECA-Mission z u g e t e i l t , um a l s Berater in technischen Angelegenheiten
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�zu fungieren. Ein anglo-amerikanischer Bat fuer Produktivitaet wurde Ende 1948
geschaffen, um Methoden zu studieren, die geeignet sind, die Industrielle Produkt i v i t a e t zu erhoehen; saine Arbeit hat bisher gute Fortschritte gemacht. StudieakommissIonen, bestehend aus Industriellen und Arbeitern aus mehreren Laendem haben
die Vereinigten Staaten besucht, um amerikanische Arbeitsmethoden zu studieren."
Dieses Bild steht in krassem Gegensalz zu den Behauptungen, die in dem Memorandum enthalten sind, das der von den Kommunisten beherrschte Weltgewerkschaftsbund (WFTO) an den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen gesandt hat.
Das Dokument des WFTU wirft den "kapitalistischen Laendem" vor, dass s i e die
wirklichen Ausmasse der Arbeitslosigkeit Yersohwelgen. Es wird darin behauptet,
dass es in den "kapitalistischen Laendern" einschliesslich der Vereinigten Staaten
7 Millionen Arbeitslose gaebe. Davon muss man aber, wird gesagt, 6 j Millionen auf
die Vereinigten Staaten rechnen. Dieses Memorandum des WFTO wurde von der "New
York Times" als eine "statistische Kuriositaet" bezeichnet.
üeberbliok der OBBC ueber die Besohaeftlgungalage
Der OBEC-Bwricht untersucht ausfuehrlich die Ursachen und die Ausmasse der
Arbeitslosigkeit in Belgien, I t a l i e n und Westdeutschland. Nachstehend folgt eis«
Zusammenfassungt•
Die Beschaeftlgungslosigkelt in Belgien scheint zum Teil das Ergebnis einer
Besehraenkung der Exportauftraege fuer manche Fertigwaren wegen der englischen und
deutschen Konkurrenz zu sein« teilweise i s t s i e wohl auf die nachlassende Inlandnachfrage naoh Textilien, kostspieligen neuen Haeusern und nach Industrie-Neubauten
zurueckzufuehren. Gegen Ende Mai 1949 waren 212.000 Belgier ohne Besohaeftigung.
Der üeberschuss an italienischen Arbeitskraeften ergibt sich aus der dienten und
s t e t s wachsenden Bevoelkerung ( s e i t der Beendigung des Krieges s t i e g die Zahl dar
italienischen Bevoelkerung um 3 Millionen) und aus dem Mangel an natuerlichen
Hilfsquellen und an Kapitalausstattung. Dieses Problem, dass vor dem Kriege durch
grosse Zahlen an Streitkraeften und damit zusamnenhaengender Besohaeftigung maskiert
wurde, wurde durch eine lOjaehrige Unterbrechung in der Auswanderung, durch die
kuerzliche Elnsohraenkung der Schwarzmarkt- und Nebengescheefte und die Rueckkehr
der Kriegsgefangenen verschlimmert. Die Zahl der Arbeitslosen s t i e g lon 1.2 Millionen auf den Hoehepunkt, als s i e im Mai 1948 2.4 Millionen errelohte. Im Maerz d i e ses Jahres waren es 1.835.000.
In Westdeutschland brachte die Währungsreform im Juni 1948 manche Aenderungen
In der Beschaeftigungslage. Das Fernbleiben vom Arbeitsplatz f i e l von 15.2t auf
6.7I. Die Zahl derjenigen, die bezahlte Arbeit suchten, wurde noch durch diejenigen vergroessert, die frueher von Sohwarzmarktgesohaeften gelebt hatten, sowie
von anderen, wie Frauen, die frueher keine bezahlte Beschaeftigung gesucht hatten*
Viele Bueroangesteilte wurden entlassen, wenn s i e nicht mehr vo*ll leistungsfaehig
waren. Kreditbeschraenkungen erschwerten die Finanzierung von Investierungen.
Ausserdem stroernten Flueohtlingen in grosser Zahl aus dem Osten zu. So s t i e g dl«
Zahl der registrierten Arbeitslosen Im Mai auf ueber 1.2 Millionen.
Naoh einem Ueber blick ueber die Ursachen der Arbeitslosigkeit in den Gebieten, wo s i e besonders stark a u f t r i t t , fuehrte die 0EEC aus: "Die meisten europaeisohen Laender haben eine Massenarbeitslosigkeit und Streitigkelten grossen S t i l s
in der Industrie vermieden, die in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen soviel
Elend und Verluste verursacht haben."
"ECA Labor Information" 19. l u l l 1949
DAS BRITISCHE GEtVERKSCHAFTSGSFUEGB
Der nachfolgende, von einem britischen Sonderberichterstatter fuer das Arbeitswesen geschriebene Artikel, behandelt das Gefuege des British Trades Union Oongresa
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�(TUC). Der Artikel duerfte die deutschen Gewerkschaftler der Westzonen interessieren
Insbesondere handelt es sich um die Vertretung der einzelnen Gewerkschaften bei dem
General Council, d.h. dem Verwaltungsrat der T.U.C.
Die Reform der T.U.C.
"Trotz seiner demokratischen Natur s t e l l t der Verwaltungsrat in mancher Hinsicht keine sehr gute Vertretung fuer v i e l e Gewerkschaften dar, deren Interessen
er angeblich wahrt. Abgesehen von der Wiederaufnahme eines Vertreters der Angestellten-Gewerkschaften (Civil Service Unions), hat sich, nachdem im Jahre 1945
die diesen Gewerkschaften auferlegten Beschraenkungen aufgehoben wurden, die Struktur des Verwaltungsratea, der f a s t d r e i s s i g Jahre zuvor zur Erweiterung des ehemaligen Parlamentarischen Ausschusses geschaffen wurde, nicht geaendert. Diese Struktur
spiegelt die hervorragende PersoanHenkelt der Maenner wider, die damals fuehrend
waren, und hatte zweifellos zum Zweck, a l t e Buendnisse moeglichst dauerhaft zu
macheh.
"Das Wahlsystem verleiht den groesstan Gewerkschaften eine ungeheure Macht.
Die Kandidaten werden gruppenweise ernannt, was theoretisch die Gewähr dafuer l e i s t e n
s o l l , dass innerhalb einer einzelnen Gewerkschaftsgruppe die Gewerkschaften t a t saechlich durch den annehmbarsten Kandidaten aus ihren Reihen vertreten werden,
Wenn auch die Ernennung gruppenweise erfolgt, so werden die Stimmen von der Trades
Union Congress doch als Ganzem abgegeben; d.h. die gemeinsame Stimmabgabe der zwei
oder drei groesstan Gewerkschaften kann jeweils bestimmen, welcher Kandidat zu
waehlen i s t .
Nicht ausgeglichen
"Ferner sind d i e einzelnen Gruppen sehr ungleich aufgegliedert. Der Verwaltungsrat wurde kurz nach dem Kriege 1914-18 a l s das Gleichgewicht zwischen Wirtschaft
und Gewerkschaften anders als heutzutage ausgesehen hat, ins Leben gerufen. Die
Vertretung der Industriegruppen war damals schlecht ausgeglichen. Die alten Grundindustrien, die die Bewegung im 19. Jahrhundert beherrscht hatten, waren immer noch
zu stark vertreten. Dieser Mangel an Gleichgewicht hat sich staendig erhoeht.
Die nachfolgende Tabelle z e i g t die Anzahl der Gewerkschaftler, welche jeweils
durch ein Mitglied des Rats in den Jahren 1923 und 1947 darin vertreten waren
(spaetere Zahlen sind noch nicht verfuegbar.)
Anzahl der VerCongress-Mitglieder, die auf
Industriegruppe
treter
je einen Vertreter entfallen.
1923
läZ
Bergbau und Steinbruch
3
201
263
Eisenbahnen
3
208
U9
Sonstiger Verkehr
3
458
137
132
Schiffbau
1
121
Maschinenbau, Buettenwerke
und Fahrzeugbau
3
143
404
Eisen-Stahl-und sonstiges
Metallgewerbe
2
76
94
Baugewerbe, Holzbearbeitung,
Moebel
2
178
294
Druckerei und Papier
1
159
237
Baumwolle
2
119
75
Sonstige Textilien
1
153
107
Bekleidung
1
93
173
Leder und Schuhwaren
1
116
84

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10

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�Anzahl der Vertreter

Industriegruppe ,
Glas, Töpfereien, Nahrungsmittel und chemische Industrien
und Einzelhandel
1
Landwirtschaft
1
Beamte und Angestellte des
oeffentl. Dienstes
2a
Nicht-Handarbeiter
1
Arbeiter
3
Frauen
2
(a) ein Vertreter im Jahre 1923

Congress-Mitglieder, die auf
je einen Vertreter entfallen.
1923
1947
189
30

481
129

IM
64
152

320
217
277

"Diese Zahlen geben zu denken. Der Einzelhandel und die neuen gemischten
Industrien, sowie der Maschinenbau, haben v i e l zu wenig Vertreter» dagegen haben
der Schiffbau und die unbedeutenderen Metalle zu v i e l , waebrend die Baumwollindus t r i e hoeher vertreten i s t a l s irgendeine andere Gruppe.
'•Die beiden grossen Gewerkschaften der allgemeinen Arbeiter koennen sich in
mehr als einer Gruppe direkt vertreten lassen. Die "Transport and General Workers
Union" hat in der Gruppe "Sonstiger Verkehr (d.h. ausschliesslich der Eisenbahnen)"
zwei Vertreter, und ebenfalls einen der beiden Sitze, die fuer Frauen reserviert
sind. Bei den dies jaehrigen Wahlen hat die "General and Hunicipal v.'orkers Union"
fuer a l l e drei Sitze, die den "allgemeinen Arbeitern zugeteilt sind, Kandidaten
a u f g e s t e l l t , ausserdem noch eine Kandidatin fuer die Frauenabteilung.
Sitze fuer die Frauen
"Das Prinzip, Sitze fuer die Frauen zu reservieren, l a e s s t sich nicht leicht
rechtfertigen, besonders in einer Organisation, die angeblich Maenner und Frauen
gleichmaessig v e r t r i t t und die z.B. Ansprueche auf gleiche Bezahlung staendig
geltend zu machen versucht. Aber selbst, wenn das Prinzip angenommen wird, weil
es die Gewaehr dafuer gibt, dass einige Frauen in den General Council gewaehlt
werden, so i s t die Vertretungsbasis sehr eigenartig. Einundreissig maennliche Vertreter beim jetzigen General Council wurden aus etwa 6,572,000 maennlichen Gewerkschaftsmitgliedern gewaehlt, aber die beiden Frauen sollen a l l e i n die Interessen
von 1,200,000 weiblichen Gewerkschaftlern vertreten. Das Verhaeltnis der maennlichen zu den weiblichen Gewerkschaftlern l i e g t zwischen 5 und 6 zu 1, beim General
Council aber i s t es 15:1. Es koennte einigermassen gerechtfertigt erscheinen, wenn
man die Gewerkschaften, die einen hohen Prozentsatz an weiblichen Mitgliedern aufweisen, zusammengruppieren und der Gruppe alsdann eine SonderVertretung von e v t l .
fuenf oder sechs Frauen zubilligen wuerde« aber heutzutage scheint die willkuerliche Entscheidung, dass wenigstens zwei Mitglieder des General Council Frauen
sein muessen, wenig gerechtfertigt. In der Tat s t e l l t die bestehende Frauenabteilung l e d i g l i c h ein anderes Mittel dar, den grossen allgemeinen Arbeitergewerkschaften nach Belieben eine zusätzliche Vertretung zu gewaehren.
Wichtigkeit der Tradition
"Durch traditionelle Buendnisse und Vereinbarungen innerhalb des 'Wahlsystems
wird gewissen Gewerkschaften ein fast automatisches Recht zur direkten Vertretung
beim General Council zuerkannt. Da den Eisenbahngewerkschaften drei Sitze zuget e i l t werden, erhalten die drei Geweikschaften je einen Sitz, und in dieser Gruppe
gibt es gewoehnlich keinen Wahlkampf. In der Gruppe "Bergbau und Steinbruch!* gen i e s s t s e i t einigen Jahren die Steinbrechergewerkschaft von Nord-Wales, deren
Mitgliederzahl nur 7,500 betraegt, ein scheinbar automatisches Recht auf einen der
drei S i t z e . Die National Union of Minewcrkers (Bergbaugewerkschaft) war gewohnt,
ihren Generalsekretaer, den Kommunisten Arthur Horner, als einen ihrer Kandidaten
_

-ii

�fuer die drei Sitze zu ernennen, und wenn nun d i e Steinbrecher nicht dagewesen
waeran, h a e t t e Mr. Horner schon laengst seinen S i t z im General Council. Aber die
Steinbrecher-Gewerkschaft i s t eine Verbuendete der maechtigen Transport and General
Workers' Union« durch die Aufstellung ihres eigenen Kandidaten fuer die Gruppe hat
s i e s i c h e r g e s t e l l t , dass es mindestens einen anderen Kandidaten gegeben hat, dem die
r i e s i g e Transport Workers Union ihre Stimme abgeben konnte. Als p o l i t i s c h e s Zweck:maessigkeitsmanoever i s t das recht unterhaltend; es i s t aber fuer den T.U.C., wie
frueher fuer das Parlament, ungesund, geschlossene Wahlbezirke ("pocket boroughs")
zu h a l t e n .
"Die Gewerkschaften, die eine zu geringe Vertretung haben, setzen sich ziemlich
s t a r k fuer Veraenderungen ein« der General Council selber hat s i c h aber immer streng
konservativ verhalten. Beim vorjaehrigen Kongress fassten die Toepfereiarbeiter
einen Beschluss, wonach s i e eine repraesentativere Vertretung verlangten« Mr. Vincent
Tewson, der seitens des General Council gegen den Beschluss sprach, machte die merkwuerdige Erklaerung, dass, s e l b s t wenn der Beschluss angenommen werden s o l l t e , der
Council augenblicklich "keine Moeglichkeit" sehe, die darin k r i t i s i e r t e n Unregelmaessigkeiten zu beseitigen. Diejenigen, die im S a t t e l s i t z e n , beabsichtigen, mit
a l l e r Kraft dazubleiben.
Nicht - Handarbeiter
"Wenn die Gewerkschaftsbewegung aus den Erfahrungen der Aerzte, der wissenschaftlichen Arbeiter und der Bankbeamten, die in ihren Reihen sind, Nutzen ziehen
s o l l , i s t es Unsinn zu behaupten, dass diese Leute a l l e durch den ueberschwenglichen
Mr. O'Brien, MP, von der Nationalen Gewerkschaft der Theater- und Kino-Angestellten
genuegend vertreten werden - denn zur Zeit i s t dieser der einzige V e r t r e t e r , der
ihnen gegoennt i s t .
"Es waere fuer die Gewerkschaften eine gesunde Massnahme, wenn der Congress
darauf bestehen wuerde, das ganze System zu untersuchen. Die bisherige S t a r r h e i t
des General Council i s t einer der Faktoren, die dazu beitragen, den Kommunisten
ihren Einfluss zu geben.
"Die Luecken in der Vertretung an der Spitze der Gewerkschaftsbewegung sind
ebenfalls in einzelnen wichtigen Gewerkschaften auf zuweisen. Niemand koennte behaupten, dass der Landes-Vorstand der Transport &amp; General "forkers Union v i e l Einfluss auf die Londoner Hafenarbeiter ausgeuebt h a t . Man kann nicht l e i c h t ueber
diese Affaere hinweggehen, a l s ob s i e eine •unglueckliche Familiensorge waere,
worueber in den besten Gewerkschaftskreisen nicht gesprochen werden darf. Es
l i e g t h i e r eine ernsthafte Schwaeche vor, und der T.U.C. t a e t e gut daran, einen
Sonderausschuss zu bilden, dessen Aufgabe es waere, die Struktur a l l e r Gewerkschaften zu untersuchen, die, sagen wir, eine Mitgliedschaft von ueber ?50,000 haben,
ilan moechte auch vorschlagen, dass ein solcher Ausschuss sich a u s s c h l i e s s l i c h aus
Mitgliedern von solchen Gewerkschaften zusammensetzen s o l l t e , die nicht dem
General Council angehoeren.
Warum eine Reform benoetlgt wird.
"Es i s t kein Grund vorbanden, warum man dreiundreissig Leuten aus einer
3-Millionen starken Bewegung a l l e s aufbuerden sollte« noch warum sie darauf bestehen s o l l t e n , a l l e s s e l b s t zu machen. Der General Council koennte sich v i e l
Arbeit ersparen, wenn fuer Abordnungen, Delegationen und Ausschuesse, die seine
eigenen Lasten nur noch vervielfachen, Mitglieder der Nebenstellen verwendet
wuerden, wobei die Gewerkschaften sich dann nationalen Angelegenheiten widmen
koennten.
"Ein Anfang i s t vom T.U.C. gemacht worden, indeid er in den v e r s t a a t l i c h t e n
Industrien die Frage des "Mitbestimmungsrechts" untersucht, und es i s t von lebenswichtiger Bedeutung, dass diese «ufgabe nicht auf Kebengeleise geschoben wird. Der
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�eigene Bericht des T.U.C. hat d i e I l l u s i o n vertrieben, dass nur die Arbeitgeber
(oder die v e r a l t e t e n "Funktionaere") dem Mitbestimmungsrecht feindlich gegenüberstehen, es muss gruendlich darueber nachgedacht werden, wie ein solches Mitbestimmungsr e c h t aussehen muss, wenn es den Bergarbeitern, Lokomotivfuehrern und Fabrikarbeitern
ein wahres Gefuehl persoenlichen I n t e r e s s e s an i h r e r Arbeit einflqessen s o l l .
"Im Grunde genommen sind a l l e Mitglieder der General Council, Funktionaere der
eigenen Gewerkschaften - gewoehnlich die Generalsekretaere. Heute i s t es so, dass
die Regierung in f a s t allen Angelegenheiten des Staatslebens eine Fuehlungsnahme
mit dem T.U.C. sucht. Ein f l e i s s i g e r Gewerkschaftssekretaer, wenn er die ganze
Gewerkschaftsbewegung zur Genuege v e r t r e t e n s o l l , kann sich daher nicht g l e i c h z e i t i g den Geschaeften seiner eigenen Gewerkschaft widmen. Zum Zeitpunkt des
l e t z t e n Budgets, a l s es offenbar wuensehenswert war, die Stellungnahme der Gewerkschaften e i n h e i t l i c h zu halten, waren die leitenden Funktionaere einer Anzahl wicht i g e r Gewerkschaften nach Amerika g e r e i s t . In den Gewerkschaften i s t die Dezent r a l i s i e r u n g ebenso wichtig wie i n der ' l i r t s c h a f t . Es koennte v i e l e s getan werden,
um die Luecken zwischen den leitenden Persoenlichkeiten und den gewoehnlichen Mitgliedern der Gewerkschaften auszufuellen, wenn l e t z t e r e n ein groesserer Anteil der
Taetigkeiten, die vom Transport House g e l e i t e t werden, gegoennt werden koennte.
Manchester Guardian, 1. September 1949
VERWIRKLICHUNGEN DER "VOLKSDEMOKRATIEN"
Nach dem Vorbilde der UdSSR s i n d a l l e Voelker der "Volksdemokratien" dem
"Sozialistischen Aufbau" ausgesetzt, der durch das Stachanow-System und durch P r o duktionselnsparungen gekennzeichnet i s t und offenbar wird. Diese Parolen, die mit
einer erstaunlichen Gleichartigkeit in Ungarn, Polen, Rumaenien usw. verkuendet
werden, werden ueberall sofort angewendet bzw. in die Wirklichkeit umgesetzt.
Es genuegt auch, einmal die Arbeitsorganisation in einem dieser Laender zu
studieren, um ein genaues Bild vom Leben der Arbeiter h i n t e r dem "Eisernen Vorhang"
zu erhalten.
So beschaeftigen sich im Polen des Herrn Bierut die sogenannten "Arbeiter" Zeitungen nach dem Wettbewerb der Bergleute und der Arbeiter in der Metallurgie nun
auch mit dem Wettbewerb der Bauarbeiter.
Am 1. Juni 1949 verkuendete die "Trybuna JJudu" (Tribuene des Volkes), das Zentralorgan der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei (P.C.) in einem begeisterten
A r t i k e l : "l.ÜÜO I der Produkt ionsnorm wurden im Baugewerbe u e b e r s c h r i t t e n . Die Arbeit e r Wozniak, Bednarczyk und Orzechowski, die an einem Arbeitstag 15.588 Steine mauerten, haben einen neuen Rekord erkaempft."
Hierbei u n t e r s t r e i c h t das B l a t t ;
"Durch Anwendung des "Dreiersystems" haben die Maurer einen solchen Arbeitsrythmus entwickelt, dass der Rekord des Vortages b e r e i t s am naechsten Tage geschlagen war."
Die gleiche Zeitung beschreibt dann am 1 1 . Juni die Resultate, die diesmal, dank der Kettenarbeit -.durch 2 Schichten e r r e i c h t wurden, welche innerhalb 9 Stunden 27 Minuten 66.500 Steine mauerten.
Es wird nun beschrieben, wie die Maurer bei einer Temperatur von 37° e i f r i g
a r b e i t e n , und wie der "Techniker a l l e 30 Minuten die Ergebnisse prueft, die er in
einer Tabelle e i n t r a e g t . "
"Dieses Ergebnis, s c h l i e s s t die Z e i t s c h r i f t , i s t das eines Rekordes, den der
sowjetische Maurer Maximenko erreicht hat, indem er 31.000 Steine proTag mauert. Wie
man s i e h t , beginnen die neuen Methoden der sowjetischen Maurer, die in Polen auf Anregung Krajewskis hin eingefuehrt wurden, gute Resultate zu z e i t i g e n . "
Wir haben b e r e i t s mehrmals in der "Documentation Syndicale" darauf hingewiesen,
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�dass die Rolle der sogenannten Gewerkschaften in der Volksdemokratie darin besteht,
den Ausstoss zu foerdern und Produktionseinsparungen zu propagieren. Es i s t daher
keineswegs e r s t a u n l i c h , wenn man in der Z e i t s c h r i f t "Zwiazkowiec" ("Der Gewerks c h a f t l e r " ) , der o f f i e l l e n Wochenzeitschrift des Polnischen Gewerkschaftsbundes, vom
3 . J u l i , einen A r t i k e l l i e s t , der mit dem Sata "Verallgemeinern wir die s o z i a l i s t i schen Arbeitsmethoden" uebersehrleben i s t . Es handelt sich da um eine Konferenz von
Stachanowaktivisten, d i e vom Baugewerbe-Verband einberufen wurde. Man hat hier f e s t g e s t e l l t , dass dank der Bemuehungen der Gewerkschaften "die Zahl der Arbeiter, die
am Arbeitswettbewerb b e t e i l i g t waren, von 8.000 im Jahre 1948 auf 21.500 in diesem
Jahre gestiegen i s t . "
Wir moechten hierzu bemerken, dass diese Zahl im Verhaeltnis zur Gesamtzahl der
Bauarbeiter (200.000) einen ziemlich geringen Prozentsatz ausmacht. Wenn sie sich
aber noch erhoehen s o l l t e , so doch nur deswegen, weil s i c h zahlreiche Lohnempfaenger
durch den Verdienst koedern lassen, oder durch die Genugtuung, dass ihr Name in den
Zeitungen v e r o e f f e n t l i c h t wird. Uebrlgens wird es ihnen immer schwerer gemacht, sich
dann der Sabotagedrohung zu entziehen, die e r n s t l i c h e Unannehmlichkeiten im Gefolge
hat
Nachdem hervorgehoben vurde, dass "die Anwendung neuer Erfindungen Im Laufe
des e r s t e n Vierteljahres 1949 21 Millionen Einaparungen ergab, "hat die Konferenz
eine Resolution angenommen, die die Bauschichten v e r p f l i c h t e t , v o r z e i t i g die Plaene
dieses Jahres zu erfuellen und d i e geplanten Einsparungen zu verwirklichen, wenn
moeglich, sogar noch zu uebertreffen. Die m i t t l e r e Leistung a l l e r Schichten muss
um 12t g e s t e i g e r t werden."
Die Erdarbelterinnen« Die Wirtschafts-Tageszeitung "Rzeczpospolita" (Die Repub l i k ) vom 2. J u l i fuehrt einige erbauliche Angaben an ueber den s o z i a l i s t i s c h e n Wettbewerb im Baugewerbe. Wir erfahren da, dass t a t s a e c h l i c h 200 Frauen mit Erdarbeiten
beschaeftigt sind, die in Warschau durchgefuehrt werden. Darunter befinden sich
junge Kaedenen von 18 Janren, r e i f e Frauen, von denen manche schon das 53. Lebensjahr ueberschritten haben. Sie arbeiten gebueckt, das Kopftuch umgebunden.
Auf die Frage, ob ihnen die Arbeit nicht zu schwer s e i , antwortete eine von
ihnen, eine bejahrte Frau, wie der B e r i c h t e r s t a t t e r erzaehlt: "Nein, es geht schon.
Der Ruecken t u t zwar ein bischen weh, aber man gewoehnt sich daran."
"Sie sind s o r g f a e l t i g e r mit i h r e r Arbeit a l s die Maenner, s t e l l t e der Kolonnenfuehrer f e s t . "
Das hindert nichts daran, dass ihr Stundenlohn nur 54 Z^oty b e t r a e g t (die
Kaufkraft von 54 Z^oty i s t geringer a l s diejenige von 54 franzoesischen Francs.)
Wir wollen einmal f e s t s t e l l e n , dass vor dem Kriege die Frauenarbeit unter
Schutz stand, dass d i e Frauen weder in Bergwerken noch bei Erdarbeiten beschaeftlgt
waren, was einer Gesetzgebung entsprach, d i e in a l l e n Kulturlaendern angewendet
wurde.
Diese praezisen Beispiele, die der o f f i z i e l l e n Regierungspresse entnommen sind,
g e s t a t t e n e s , dass d i e Verwirklichungen eines Regimes, zu dessen beruf smaessigen
Beweihraeucherern sich die Herren S a l l l a n t , Frachon und Co machen, ihrem Werte nach
b e u r t e i l t werden koennen.
Diese Verwirklichungen sehen so aus;
Zuegelloser Leistungswettbewerb,
Zwangswettbewerb der Arbeiter,
Frauenbeschaeftigung bei schwersten Arbeiten.
Es i s t durchaus nicht nowendig, dass dies a l l e s auf Kosten der Arbeiter geschieht. Die Produktionseinsparungen werden ebenfalls auf Kosten der Arbeitssieherh e i t und -hygiene e r r e i c h t . Von diesem Gesichtspunkt aus muss die Lage sogar

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�ziemlich beunruhigend sein, da die o f f i z i e l l e Presse von Zeit zu Zeit darueber ber i o h t e t . Es genuegt, einen Artikel zu z i t i e r e n , der vor kurzem in der "Rzeczposp o l i t a " mit der Ueberschrift: "Die Uebereifrigen und die Einsparungen", erschien
um sich davon ueberzeugen zu lassen, dass die von dem volksdemokratischen Regime
eingesparten Zlotys keineswegs zu dem P r e i s an menschlicher Gesundheit im Verhaeltn i s stehen, den man dafuer bezahlen muss.
Auszug aus "Documentation Syndicale", Wochenblatt der Freien
Aktiven Gewerkschafler No. 27 (k5) vom Ö. J u l i 1SV?
DIE AüTOMOBILARBEITER UNTERSTUETZBN DAS E.R.P.
Die leitenden Funktionaere des Verbandes der Vereinigten Automobilarbeiter
(DM) mit seiner Millionenmitgliederschaft, (CIO) eroeffneten ihre Konferenz am
10. J u l i in Milwaukee, auf der sie erneut versicherten, das Europaeis che Wiederaufbau-Programm zu unterstuetzen und Vorschlaege fuer einen vernuenftigen und
fairen internationalen Arbeitsnormen-Vertrag einbrachten.
Der Bericht des Praesidenten Walter Reuther an die 2.AO0 Delegierten der Gewerkschaft brachte zum Ausdruck, dass die kaempferische Unterstuetzung des MarshallPlans "eine h i s t o r i s c h e Tatsache und ein Dokument" d a r s t e l l e und wies darauf hin,
dass die Gewerkschaft a k t i v daran b e t e i l i g t s e i , der demokratischen Arbeiterschaft
Europas moralische und materielle Hilfe zu bringen. Nach seiner Ansprache sprachen
sich die Delegierten einstimmig fuer die Unterstuetzung des Uarshall-Plans mit angemessenen Geldmitteln aus und stimmten fuer die Ausweitung' des Gesetzes ueber das
Gegenseitige Handelsabkommen und fuer die Billigung des Atlantikpakts "unter Gewaehrung praktischer Hilfe und Verwirklichung desselben".
Reuthers Vorschlag fuer einen internationalen fairen Arbeitsvertrag forderte
eine Garantie des Rechts der Arbeiter in der ganzen Welt, s i c h zu organisieren und
K o l l e k t i w e r t r a e g e abzuschliessen, wobei im Vertrag eine Hoechstarbeitszeit und
Minimalloehne festgelegt werden s o l l t e n , die naoh einer Formel berechnet sind, demzufolge 3.000 Kalorien an Lebensmitteln, sowie Unterkunft, Kleidung, aerztllche
Betreuung und andere lebensnotwendige Dinge g a r a n t i e r t werden sollen«
Er sagte auch, dass nach dieeem Programm die Kinderarbeit beschraenkt und in
gefaehrlichen Industriezweigen verboten werden s o l l t e , ausserdem s o l l t e n fuer den
Internationalen Handel keine Waren zugelassen werden, die entgegen den im Vertrag
niedergelegten Normen a l s dagegen verstossend h e r g e s t e l l t wurden. Reuther erklaert e , dass solah ein Vertrag p o s i t i v e Programme zur Aufrechterhaltung der vollen
Produktion, des Verbrauchs und des Wohlstandes in den Vereinigten Staaten unterstuetzen wuer-ien, wie auch Programme mit dem Ziel, dass sich die USA mit anderen
Nationen in den wirtschaftlichen Wohlstand t e i l e n . Er empfahl dringend die Foerderung seiner Idee durch den CIO, dem der Verband der Automobflarbeiter abgeschlossen i s t , und durch die neue internationale Arbeiterorganisation, die j e t z t
im Entstehen begriffen i s t .
Der Praesident der Automobilarbeiter e r k l a e r t e , dass die praktische Hilfe, die
die amerikanische Arbeitersftiaft den europaeischen Arbeitern zu l e i s t e n in der Lage
i s t , "sich durchaus a l s ein entscheidender Faktor in dem Kampf aif Leben und Tod
erweisen kann, den die demokratische Arbeitershaft gegen die Diktatur und die Verzweiflung f u e h r t . "
"Brot und F r e i h e i t sind beide im Hause der Demokratie-jonnoeten", sagte er
der Konferenz, indem er s i c h v e r p f l i c h t e t e , in diesem Jahre fuer hoehere Loehne
und fuer eine bessere Arbeitergeeetzgebung zu kaempfen.
"Das demokratische Europa", sagte er, "sieht v o l l e r Hoffnung auf Amerika
und schaut auch erwartungsvoll auf die materiellen Dinge, die gecen Marshall-PlanKredite g e l i e f e r t werden. Wenn man die Demokratie wirksam machen kann in der
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�Weise, dass man den grundlegenden Problemen des Volkes gerecht wird, dann wird sich
daraus eine Art Hoffnung entwickeln, die Europa helfen wird."
"Joe Stalin spitzt sich auf eine Depression In Amerika", fuhr er f o r t . "Das
Kominform nimmt eine abwartende Haltung ein und rechnet damit, dass wir uns selber
schlagen, wie es Im Jahre 1929 der Fall war."
"EGA Labor Information" 12. Juli 1949
EINE GEWEHC3GHAFT TRITT FÜER DIE ALTEN ARBEITER EIN
Der Internationale Maschinisten-Verband (IAM), eine Organisation mit etwa
700.000 Mitgliedern (die weder dem CIO noch der AFL angeschlossen i s t ) , hat ein Programm in Vorschlag gebracht, demzufolge die Sicherheit der ueber 45 Jahre alten Arbeiter erhoeht werden s o l l . Wie der IAH erklaert, i s t es durchaus nicht ungewoehnl i e h , dass Arbeitgeber denjenigen Arbeitern den Vorzug geben, die unter 45 Jahre a l t
sind. Diejenigen Arbeiter, die zwischen 45 und 65 Jahre alt sind, s t e l l e n f e s t , dass
es immer schwieriger wird, eine dauernde Besohaeftigung zu finden.
Der IAM meint, dass der Kongress dem SozialverSicherungsgesetz nach das pensionsfaehlge Alter herabsetzen s o l l t e , oder dass man ein Gesetz zur Verhuetung einer ungerechten und unfairen Benachteiligung a l l e r aelteren Arbeitnehmer erlassen muesse.Das
gesetzliche Pensionsalter i s t jetzt 65 Jahre. Der IAM w i l l es fuer ungesetzlich erklaeren lassen, wenn Arbeitnehmer sich weigern, Arbeiter ihres Alters wegen einzus t e l l e n , wenn s i e letztere deswegen entlassen oder s i e sonstwie aus diesem Grunde
benachteiligen.
Es wird interessieren, wenn man erfaehrt,dass der zuruecktretende Praesident
des IAM, Harvey W. Brown, zum Leiter des Amts fuer Arbeitsangelegenheiten beim Hohen
Kommissar Amerikas in Deutschland ernannt worden i s t . Er t r i t t an die S t e l l e von
Leo R. Werts, dem Direktor der Manpower Division OMGOB.
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Manpower Division
OMGDS, APO 757

tOHOUI. 5 - 2»1, L * m&gt;„ $^t. M , 13 0)

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OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMTTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel stallen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gehrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
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HICOG, APO 737, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post sugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch Irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

11-32

Berlin, U . Oktober 1%9
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Gewerkschaften gewinnen gegen den Kommunismus an Boden

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2

Amerikanischer Gewerkschaftler lehnt Sozialismus ab
6
Die amerikanischen Stahlarbeiter treten in den Streik - —
6
Die amerikanischen Stahlarbeiter verlangen Pensionen
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Lebenshaltungskosten des griechischen Arbeiters
8
Ein Mann und eine Gewerkschaft - ____
___ 9
Studium Arbeitssparender Methoden
-11
Die Arbeiter In den Fordwerken bekommen einen Pensionsplan - 11
Produktivitaet und Investitionen
___
12
Auch in Neu-Seeland ist es die gleiche Methode
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Abnahme der Fortbildungsprogramme in Frankreich
1A
Englische Arbeiter aeussern sich anerkennend ueber
den Verband der amerikanischen Stahlarbeiter
15

In frueheren Ausgaben der "Internationalen Arbeitsmitteilungen" baten wir
unsere Leser, uns bekanntzugeben, ob die Veroeffentlichung der "Labor News"
fortgesetzt werden sollte. Wir haben daraufhin Zuschriften von fast allen
Gewerkschaften der 7/estzone, von Zeitungen Vfestdeutschlands wie auch von
vielen Einzellesern erhalten. Alle haben sich fuer die Fortsetzung der Herausgabe der "Internationalen Arbeitsmitteilungen" ausgesprochen.
Irgendwelche Zuschriften, in denen ersucht wird, die Veroeffentlichung einzustellen, sind uns nicht zugegangen« man hat uns aber auf einen Artikel vom
30. August in der "TRIBUENE", dem offiziellen Organ des FDGB, die im Ostsektor erscheint, aufmerksamgemacht.
"Die Manpower Division, OMGUS, der Herausgeber der gewerkschaftlichen "Internationalen Arbeitsmitteilungen" teilt den Lesern dieses vor allem von der AFL ausgenutzten USA Organs mit, dass infolge des Umzugß der OMGUS nach Frankfurt/lt die Seitenzahl dieser Mitteilungen eingeschraenkt wuerde. Es solle sich sogar in Kuerze eine
Entscheidung darueber notwendig machen, ob das Blatt ueberhaupt weitergefuehrt werden
soll oder nicht, und die Leser moegen ihre Meinung darueber der OMGUS mitteilen.
"Von uns aus, die wir dieses Blatt aus "bestimmten Gruenden" lesen muessen,
recht gern« Lasst sie verschwinden, diese "Mitteilungen", und das recht schnell.
Lieber heute als morgeni Ihr wuerdet damit - ungewollt, das wissen wir - der gewerkschaftlichen Bewegung einen guten Dienst erweisen."
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�GEWERKSCHAFTEN GEWINNEN GEGEN DEN ROMMONISMUS AN BODEN.
Die Kraefte der freien Gewerkschaftsbewegung in l/esteuropa und in den Vereinigten Staaten, die vor einem Jahre aus der Verteidigung heraus zum Gegenangriff
uebergegangen sind, stehen jetzt voll im Angriff gegen den Kommunismus.
Ein Angelpunkt, um den die Schlacht jetzt tobt, ist der Marshall-Plan.
Gross-Britannien
Kuerzlich brachte Arthur Deakin, der Fuehrer der groessten Gewerkschaft der
'.Veit, der Britischen Gewerkschaft der Transport- und ungelernten Arbeiter, den
Unterschied zwischen den Beniuehungen der freien Gewerkschaften um die Erholung
Europas im Gegensatz zu den kommunistischen Manipulationen, den Kontinent in ein
Chaos zu stuerzen, zum «us^ruck. Dies geschah in seiner Rede am 7. September vor
dem Britischen Gewerkschaftskongress in Bridlington.
Er wies darauf hin, dass die Kommunisten die britischen Dock-Arbeiter dazu
bringen wollten, nur Schiffe aus nordamerikanischen Atlantikhaefen zu bestreiken,
dagegen nicht jene, die nach den nordamerikanischen Pazifikhaefen abgingen, da
die nach dem Pazifik fahrenden Schiffe keine Hilfsmittel fuer Europa mit sich
fuehren, und er fuehrte woertlich aus;
"Das ist die schmutzige Absicht des Kominform - den Verkehr abzudrosseln
und den Lebensfaden jener Lasnder, die Marshall-Hilfe erhalten, abzuschneiden."
Die kommunistischen Elemente im Britischen Gewerkschaftskongress v.urden in
der Konferenz in Eridlington ueberwaeltigt, als der Kongress (TUC) mit 6.258.000
Stimmen gegen 1.017.000 fuer den austritt aus dem kommunistisch beherrschten ,7eltgewerkschaftsbund (VfPW) stimmte.
Der Generalrat des Britischen Gewerkschaftskongresses (TÜC) errang auch mit
6.746.000 gegen 760.000 kommunistische Stimmen einen Sieg, als er um Abstimmung
ueber den einzuschlagenden \'eg bei der Bekaempfung kommunistischer Einmischung
in Angelegenheiten der ihm angeschlossenen Gewerkschaften bat. Die kommunistischen Stimmen ergaben weniger als 10&amp; der Gesamtmitgliedschaft des Gewerkschaftskongresses (TUC). Darueberhinaus war das kommunistische Element so schwach, dass
eine Resolution, die den austritt Gross-Britanniens aus dem "kapitalistischen"
Marshall-Plan verlangte, nicht einmal unterstuetzt wurde.
Seeleute und Dockarbeiter.
Dreizehn Laender, die auf der Internationalen Konferenz der Vereinigten Dockarbeiter und Seeleute in Rotterdam vom 26. bis 30. August vertreten waren, brachten
eine in vernichtenden './orten gehaltene Resolution gegen die Bildung einer Dockarbeiter und Seeleute-Abteilung innerhalb des kommunistischen .'eltgewerkschaftsbundes
durch.
Die beiden Sparten des Internationalen Transportarbeiterverbnndes (ITF) betonten, dass sie bereit und entschloscen seien, der Herausforderung zu begegnen,
die der zweit« Versuch, einen konkurrierenden internationalen Verband z\x schaffen,
darstellt, und sie drueckten ihre feste Ueberzeugung aus, dass die Hitgliedschaft
in den neue*i Organisationen oder einer anderen Organisation mit totalitaerer Tendenz mit der Mitgliedschaft im ITF unvereinbar ist.
Mitgliedsgewerkschaften der ITF aus Belgien, Daenemark, Frankreich, Deutschland, Gross-Britannien und den Vereinigten Staaten baten den Vorstand, eine
Satzungsaenderung fuer den naechsten Zweij:hreskon:*ress zu erwae-jen, wonach Mitglieder ausgeschlossen werden sollen, wenn sie gegen die erklaerten Grur.^saetze
und Interessen des Verbandes Verstössen. Die Konferenz nahm eine Resolution lieber
allgemeine kommunistische Betaetigung an, die nachstehend auszugsweise wiedergegeben wird«
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2 -

�"Berichte glaubhafter Gewerkschaftsvertreter des Seefahrts- und Hafengewerbes
besagen, dass in Juengster Zeit eine sehr bedeutende Wiederaufnahme der zersetzenden Taetigkeit von Seiten kommunistischer und kommunistenaehnlicher Organisationen
zu verzeihnen war, die darauf berechnet ist, Verwirrung zu schaffen und damit die
wirtschaftliche Belebung in verschiedenen Laendern zu behindern.
Durch abwegige Mittel versuchen die Kommunisten, Kontrolle ueber die freien
Gewerkschaftsorganisationen mit dem angeblichen Ziel, die Interessen der Arbeiterklasse zu wahren, zu bekommen, jedoch ist es dabei ihr wirklicher Ziel, die freien
Organisationen zu unterjochen und die Interessen der Mitglieder den Absichten der
sowjetischen Aussenpolitik zu opfern.
Die Internationale Konferenz der Dockarbeiter und Seoleute verurteilt solche
politischen Umsturzmanipulationen, da sie gegen die materiellen und moralischen
Interessen der frei Organisierten und der Gesellschaft als Ganzes gerichtet sind,
da sie nur darauf abzielen, die Bemuehungen zu untergraben, die unternommen werden,
um gegenseitiges Verstaendnis unter den Voelkern wachzurufen, um soziale Fortschritte weiterzuentwickeln und den Frieden der .Veit zu sichern.
Sie erteilt eine ernste '.Varnung an die Arbeiter in allen Laendern und an ihre
freien Gewerkschaften, gegen zersetzerische Taetigkeit wachsam su sein, und fordert
sie auf, der Herausforderung durch eine Angriffsschlacht gegen die kommunistische
Bedrohung, woimmer sie in Erscheinung tritt, zu begegnen."
V/eiterhin wird dem Vorstand des ITF empfohlen, alle Schritte auf dem Gebiete
der Organisation und der Propaganda zu unternehmen, ebenso wie fihanzielle und andere Massnahmen zu treffen, um die anti-kommunistische Kampagne auf nationaler und
internationaler Ebene zu fuehren und zu koordinieren.
Schliesslich gibt sie das Geluebde ab, dass die freien Gewerkschaftsorg^nisationen, fuer die sie spricht, jede nur moegliche materielle und moralische Unterstuetzung jenen geben werden, die den Kampf um die VJiederaufrichtung und Erhaltung
des Grundsatzes einer freien Gewerkschaftsorganisation in Laendern, ,ro totalitaere
Tendenzen die Oberhand gewonnen haben, fortsetzen, und sie tut ihren .Villen kund,
mit allen freien internationalen Gewerkschaften und anderen Ho erpers cha fiten zur
Foerderung gemeinsamer Ziele zusammenzuarbeiten.
Die Konferenz empfahl ausserdem die einstweilige Aufhebung der Mitgliedschaft
der Kanadischen Seeleutegewerkschai't und ihren endgueltigen Ausschluss aus dem ITFKuerzlich wurde bereits ihre Mitgliedschaft im Kanadischen GewerkscbM" tsbund
(Canadian Trades and Labor Congress) vorlaeufig aufgehoben, veil sich ihre Fuehrer
geweigert hatten, einen politischen Streik abzubrechen. Anstelle der :.u3zustossenden Gewerkschaft hat die Konferenz um Anerkennung der Kanadischen uv/eigorganisation
der Internationalen Seeleute Gewerkschaft von Kord-Amerika gebeten, die, wie die
Konferenz glaubt, die kanadischen Seeleute besser vertreten v.-uerde.
Finnland.
Der Finnische Gewerkschaftabund hat die Kommunisten innerhalb seiner Organisation ausgeschaltet, indem er Anfang September fuenf streikende GewerkSchäften ausschloss. Es handelt sich um die Gewerkschaften der Transportarbeiter, der Holzarbeiter, der Bauarbeiter und LIaurer und der Taucher. Es wird erwartet, dass die
Sozialdemokraten, die die Schritte gegen die sowjetisch gelenkten Gewerkschaften
unternahmen, heue Gewerkschaften fuer ihre Anhaenger innerhalb der ausgeschlossenen
Gruppen gruenden werden, waehrend die ausgeschlossenen Organisationen einen rein
kommunistischen Gewerk3Chaftsbund bilden werden.
Holland.

Die Hollaendische Gewerkschaft, NW ( s o z i a l i s t i s c h ) , fuehrte einen der ersten
Gchlaege gegen den kommunistischen "/eltgewerksch^ftsbund, a l s ihr Vertreter im
Januar 1949 die Sitzung, an der noch Vertreter des jlritischen Gewerkschaftskongresses
-

3

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�(TÜC) und der amerikanischen CIO teilnahmen, verliess. Die einzige Gewerkschaft
in Holland, deren Mitgliedschaft abgenommen hat, ist die EVC, eine kommunistlache
Gruppe. Den anderen drei, N W , CNV und KAB, wird zugute gehalten, dass sie viel
zum sozialen Frieden des Landes beigetragen haben, wo nach einem Bericht des Beauftragten der Niederlaendischen Regierung fuer das ERP "normale Verhaeltnisse" viermal so schnell wie nach dem ersten Weltkrieg herbeigefuehrt werden konnten. Der
Bericht besagt, dass innerhalb von zwei Jahren nach der Befreiung ein normaler
Standard erreicht wurde, waehrend nach den Jahren 1914 bis 1918 acht Jahre erforderlich waren, um zu normalen Verhaeltnissen zurueckzukehren. Alle nicht kommunistischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind im Institut der Arbeit vertreten, dass der
Regierung in beratender Eigenschaft fuer Fragen der Loehne, der Sozialversicherung
und der Arbeitsgesetzgebung zur Seite steht.
Belgien.
Obschon der Kommunismus niemals einen nennenswerten Rueckhalt in Belgien besass, gab der Belgische Gewerkschaftsbund seine Ablehnung des Weltgewerkschaftsbundes durch seinen Austritt am 29. Mai bekannt und entsandte daraufhin einen Vertreter zu der Anti-Weltgewerkschaftsbund- Versammlung der internationalen Gruppen, die
ausgetreten waren, in London. Aus der Londoner Versammlung entstand die "Vorlaeufige Internationale Gewerkschaftsorganisation," die diesen Herbst wieder zusammenkommen
wird, um die Absichten der nicht-kommunistischen internationalen Gewerkschaftsbewegung zu foerdern.

Italien.
Vor zwei Jahren, und sogar noch bis vor einem Jahr, war der Kommunismus in
Italien maechtig. Die hungernden Italiener waren politischer Theorien und Versprechungen muede. Jedoch gerade im vergangenen Jahre hat die Italienische Kommunistische Partei auf Grund zuverlaessiger Quellen um mehr als 2L? abgenommen. Drei dar
fuenf grossen italienischen Gruppen, die einmal Mitglieder des Allgemeinen Italienischen Gewerkschaftsbunde3 (OGIL).waren, sind wegen der kommunistischen Machenschaften ausgetreten. Zwei davon, die Republikaner und die Sozialisten des rechten
Fluegels haben eine neue anti-kommunistische nationale Gewerkschaftsorganisation,
die FIL, (Italienischer Gewerkschaftsbund), gegruendet. Die christlich-demokratische
Arbeiterschaft trat aus dem urspruenglichen CGIL im vergangenen Jahre aus und
gruendete eine nationale Gewerkschaft unter dem Namen Freier Allgemeiner Italienischer Gewerkschaftsbund. Politische Beobachter glauben, dass zwischen den beiden
nationalen Gruppen eine eventuelle Uebereinkunft zustande kommen koennte, da beide
wegen der kommunistischen Einmischung ausgetreten waren. Falls eventuell eine
fuehrende Koerperschaft gebildet werden sollte, duerfte die Gewerkschaftsbewegung
eine entscheidende Rolle bei der Befreiung Italiens von der kommunistischen Vorherrschaft spielen.
Latein-Amerika.
Eine Warnung, dass der Weltgewerkschaftsbund versuchen wuerde, die MarShells
Plan-Hilfe fuer die europaeischen Laender zu sabotieren,, wurde auf der Internationalen Gewerkschaftskonferenz in Havana im September verlautbart, an der Vertreter aus
15 latein-amerikanisehen Staaten und aus den Vereinigten Staaten teilnahmen. Mitglieder der Seefahrtsabteilung des ITF hatten Informationen darueber erhalten, dass
die kuerzlich stattgefundene Versammlung des Weltgewerkschaftsbundes in Marseille
unter dem Vorsitz von Harry Bridges Plaene entworfen haette, "den Marshall-Plan zu
sabotieren und Stuetzpunkte fuer Seeleute und Dock-Arbeiter in einer Anzahl von
Haefen zu errichten, die als Instrument der sowjetischen Politik betrachtet werden
muessten, und man wuerde versuchen, den Eindruck zu erwecken, als ob sich die Westmaechte nicht auf die Unterstuetzung der Seeleute und Dock-Arbeiter im Falle eines
internationalen Konfliktes verlassen koennten, und dass diese Einrichtungen zu
Spionagezwecken benutzt werden sollten." Der Generalsekretaer des ITF betonte, dass

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�seine Organisation das Bridges-Programm, wenn notwendig, auch hinter dem Eisernen
Vorhang bekaempfen wuerde.
Frankreich.
Die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich ist ein Opfer der politischen Manoever
der Kommunisten geworden, und weit verbreitete Unzufriedenheit und Enttaeuschung hat
viele Arbeiter dazu gefuehrt, der Gewerkschaftsbewegung den Ruecken zu kehren. Als
der Marshall-Plan als ein wirksames Instrument fuer die franzoesische Wiedergesundung in Erscheinung trat, traten die Kommunisten in den Streik, um die franzoesische Wirtschaft zu sabotieren. Als sich der Allgemeine Gewerkschaftsbund (CGTJ auf
der Bundeskonferenz im Jahre 1947 in kommunistisch tendierenden Resolutionen entschieden gegen den Marshall-Plan aussprach, trat eine Minderheitsgruppe, die Force
Ouvriere, gegen die Fuehrung auf und verliess geschlossen die Tagung. Seit dieser
Zeit ist die Lage der franzoesischen Wirtschaft, der Loehne und Preise und der Politik so kritisch geworden, dass es schwierig ist, endgueltige Schluesse zu ziehen.
Die lorce Ouvriere ist eine starke Minderheit, doch fehlen ihr die Mittel des
laenger bestehenden CGT. Beide Gewerkschaften sind zu einer Zeit entschieden geschwaecht worden, als Frankreich eine einige Arbeiterklasse fuer seine Wiedergesundung und fuer die Erlangung besserer Lebensbedingungen brauchte. Wenn man das Jahr
1938 als Ausgangspunkt nimmt, liegen die Preise heute 19 Mal hoeher, wogegen die
Loehne fuer einen Durchschnittsarbeiter nur 12 Mal hoeher sind. Bis nicht von den
freien Gewerkschaften, die von der Kommunistischen Partei abgesattelt wurden, mehr
geboten werden kann, kann die franzoesische Situation nicht mit dem Fortschritt der
uebrigen Welt auf dem Wege zu einer freien Gewerkschaftsbewegung Schritt halten.
Die Kommunistische Partei in Frankreich hat seit 19^6 Mitglieder verloren, aber
"ihr Wert, in der Politik Schaden anzurichten", ist noch von starker Kraft.
Schweden.
Die skandinavischen Laender sind einmuetig aus dem Weltgewerkschaftsbund ausgetreten, und die Gewerkschaften in Schweden, Norwegen und Daenemark haben mit
ihren Regierungen und der Arbeiterschaft zusammengearbeitet, um den Kommunismus
zugunsten einer freien Gewerkschaftsbewegung zu vertreiben.
Im April waren die Gewerkschaftswahlen in Schweden fuer die Kommunisten katastrophal. 26 Gewerkschaften in Stockholm und 10 in Goeteborg lehnten kommunistische Kandidaten ab. In der Stockholmer Organisation der Metallarbeiter, wo
die Kommunisten stark waren, haben die Kommunisten 51 Mandate an die Sozialdemokraten verloren. Die schwedische Tageszeitung, Aftontidningen, die vom Schwedischen
Gewerkschaftsbund herausgegeben wird, schrieb, dass die kommunistischen Bollwerke
bei den Wahlen "wie Kartenhaeuser zusammengefallen" seien.
Norwegen.
Ebenso wie Schweden hat auch Norwegen ein Programm fuer eine starke Zusammenarbeit der Gewerkschaften angenommen, was sich sowohl auf Norwegen selbst als auch
auf alle anderen skandinavischen Laender bezieht. Der Norwegische Gewerkschaftsbund
traegt die Verantwortung fuer die Festlegung der Gewerkschaftspolitik und der Tarifverträge mit den Arbeitgebern sowie auch fuer die Durchfuehrung der in Kollektivverhandlungen abgeschlossenen Tarifvertraege. Es besteht nur wenig Zweifel darueber, dass der Vorsatz des Landes, mit dem ERP zusammenzuarbeiten, ein Zeichen dafüer ist, dass die Arbeiterregierung frei von kommunistischen Sinfluessen ist.
Daenemark.
Eintausend Delegierte, die mehr als 600.000 Mitglieder des Daenischen Gewerkschaftsbundes vertraten, sprachen sich gegen den Weltgewerkschaftsbund aus und begruessten den Marshall-Plan als ein Mittel zur Aufrechterhaltung des daenischen
Lebensstandards, der Produktion und der Beschaeftigung in der Nachkriegs-Krise.
Weiterhin versprachen Delegierte aus 12 Laendern auf dem Kongress des Inter-

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�nationalen Verbandes der Staedtischen Arbeitnehmer, der am 30. Juni in Kopenhagen
tagte, dem Marshall-Plan ihre Unterstuetzung zu geben, und der daenische Ministerpraesident Hans Hedtoft gab den Delegierten die bestimmte Versicherung ab, dass
sich Daenemark gegen den Eisernen Vorhang stellen werde.
3CA Labor Information
AMERIKANISCHER GEVERKSOHAFTLER LEHNT
SOZIALISMUS AB
Die folgende Abhandlung ist einem Artikel ueber David Dubinsky, Praesident
der internationalen Damenkonfektionsarbeiter Gewerkschaft (HG'.VU), der in der Auagabe vom 29. August 1949 des "Time" Magazins erschienen ist, entnommen. Dieser
Abschnitt des Artikels behandelt die Stellung seiner Gewerkschaft zur Politik:
"Dubinsky ist der festen Meinung, dass sich die Arbeiterschaft am politischen
Geschehen beteiligen muss, und auch er selbst ist daran weitestgehend interessiert.
Im Jahre 1936 trat er aus der Sozialistischen Partei aus und waehlte Roosevelt.
Dubinsky unterstuetzte die Gruendung der Amerikanischen Arbeiterpartei in New York
und als die AAP von den Kommunisten uebernoramen wurde, gruendeten er und andere
Liberale des rechten Fluegels die Liberale Partei. Dies bedeutete einen endgueltigen Bruch mit dem verstorbenen Sidney Hillman von der Vereinigten Bekleidungsarbeitergewerkschaft des CIO. Dubinski hat nur Verachtung fuer jene Liberalen, die
glauben, sie koennten mit den Kommunisten zusammenarbeiten, und Dubinsky sagt dazu«
'Man kann nicht mit einem Gesaess auf zwei Stuehlen sitzen.'
'Weitestgehend von der ILGWU finanziert brachte die Liberale Partei 222.562
Stimmen fuer Truman auf und Harry Truman ist dafuer dankbar. Er beruft den kleinen
Mann aus Lodz oftmals zu sich, um seinen Rat zu hoeren. Aber Dubinsky wuerde sich
nie mit kleinen Leuten abgeben. Einmal bat ihn der Leiter des Amtes fuer Bundessicherheit zu sich. "Er soll sich zum Teufel scheren", sagte Dubinsky, "wenn er
etwas von mir will, soll er zu mir kommen."
"Hinsichtlich all ihrer Erfolge kann die von Dubinsky gefuehrte ILGWU nicht
als Vorbild fuer die gesamte Gewerkschaftsbewegung dienen. Ihre Methoden sind zu
sehr mit einem Industriezweig verbunden, wo Streitigkeiten die Eigenschaft von Familienschlaegereien haben, und die Arbeiter reden ihren Chef mit 'Hallo, Danny!'
an. Ihre P.olle als Daempfer und Polizist koennte anderen Industriezweigen der
Massenproduktion nicht angepasst werden, und sie waere nicht einmal wuenschenswert.
Sie ist eine einzigartige Gev;erkschaft in einem einzigartigen Industriezweig. Aber
sie leistet auch Pionierarbeit auf allgemeinen Gebieten des Gewerkschaftswesens.
Andere sozial-eingestellte Gewerkschaften bemuehen sich jetzt auch um die .Tohlfahrtsleistungen, die die sozialistische ILGitfU als erste gefordert hatte.
"Dubinsky gibt ein Beispiel fuer das Dangsame Wachsen der amerikanischen Gewerkschaf tsbewegung zu vollem Ansehen und voller Verantwortung. Er sagt dazu; 'In
juengerer Zeit war es der Klassenkampf und die Parole. Zum Teufel mit dem Chef.
Heute ist es Zusammenarbeit und die Sorge um den Betrieb.1 Der fruehere Sozialist
Dubinsky, ein Apostel des freien Unternehmertums und der Belohnung fuer jeden Arbeiter entsprechend seinen Fertigkeiten und seines Fleisses, ist mit seinen Ergebnissen zufrieden. Er sagt; 'Wir haben einen groesseren Fortschritt erzielt als der
Sozialismus.1"
"Time", 29. August 1949
DIE AMERIKANISCHE!: STAHLARBEITER TRETEN IN DEN STREIK
Nachdem das fuer den Streik festgesetzte Datum dreimal verschoben worden war,
traten etvra 500.000 Mitglieder des Verbandes der Vereinigten Stahlarbeiter, der dem
CIO angeschlossen ist, am 1. Oktober in den Ausstand. Die fuehrenden Stahlwerke

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�hatten sich geweigert, die grundsaetzliche Forderung der Gewerkschaft nach einem
Pensionsplan anzunehmen, demzufolge die Arbeitgeber 10 4 pro Stunde od«e etwa
34.00 pro Arbeiter und pro '.Voche zu zahlen leetten.
Urspruenglich hatte die Gewerkschaft sowohl eine Lohnerhoehung l ie auch einen
Pensionsplan gefordert. Im Juli, als der Kontrakt zwischen der Gewerkschaft und der
Industrie ablief, was es Fraesident 'Pruman gelungen, den Streik dadurch hinauszuzoegern, indem er einen Unter'suchungsausschuss einsetzte. Nachdem dieser Ausschuss
seine Untersuchungen ueber die Streitfragen beendet hatte, empfahl er, die Gewerkschaft moege ihre Forderung nach einer Lohnerhoehung fallen lassen, andererseits
schlug er aber auch der Industrie die Annahme des Pensionsplans vor.
Die Industrie widersetzte sich dem Pensionsplan
Es hat den Anschein, als ob die Stahlindustrie, bevor sie den Bericht des Ausschusses erhalten hatte, das groesste Interesse daran hatte, sich der Forderung der
Gewerkschaft nach einer Lohnerhoehung von 12$ 4 pro Stunde zu widersetzen. Der Vorschlag des Ausschusses, die Industrie moege fuer die Altersversicherung ihrer Arbeiter die Verantwortung uebernehmen, stellte eine Prinzipienfrage dar, die die Stahlgesellschaften nicht akzeptieren wollten. Die Industriefuehrer verlangten, dass die
Arbeiter an den Kosten des Versicherungsplana beteiligt sein sollten. Die Gewerkschaften fordern, dass die Industrie die gesamten Kosten hierfuer tragen soll.
Obwohl etwa 300 Stahlwerke durch den Streik zum Stillstand kommen, akzeptierte
eine Anzahl Firmen die Vorschlaege des Ausschusses; sie sind daher am Streik nicht
beteiligt. Der Streik wird auch die Eisenbergwerke in Mitleidenschaft ziehen, und
verschiedene Industriezweige, die von Stahlerzeugnissen abhaengen, werden empfindlich dadurch getroffen.
Die Bedeutung des Stahlarbeiterstreiks
'.7ie auch der Streik der Stahlarbeiter auslaufen mag, er stellt doch einen
wichtigen Schritt in der Geschichte der Gewerkschaften Amerikas dar. Sr bedeutet,
dass gewisse Gewerkschaften ueber das Stadium hinaus sind, da sie lediglich LohnVerhandlungen fuehren. Sie verhandeln jetzt wegen einer Versicherung auf lange
Sicht. Die Bedeutung dieses Kampfes geht aus dem nachstehenden Artikel hervor,
den Herbert Kupferberg verfasst hat.
DIE AI.IERIKAHISCIISN STAHLA3BEI1SR VERLANGEN PENSION^
".Venn es zu einem Streik in der Stahlindustrie kommt
dann nicht deswegen,
weil es um Loehne und Arbeitszeit geht, sondern weil die Unternehmer etwas bekaempfen, was sie als Versuch bezeichnen, in die industriellen Beziehungen Amerikas ein
ganz neues Prinzip hineinzutragen.— ein Prinzip, das weit ueber das Interessengebiet der Stahlindustrie hinausgehen und eventuell alle Arbeiter im ganzen lande
erfassen wuerde. Das neue Prinzip, in seinen Grundgedanken zusaramengefasst, besteht
darin, dass die Arbeiter ein Anrecht auf Pensionen haben, und da3s es ^l^ein den
Unternehmern zukomme, fuer die ganze Angelegenheit geradezustehen.
Die Pensionskosten fuer die Arbeiter
"L'anche Gesellschaften haben bereits Pensionsplaene verwirklicht, aber bei den
meisten von ihnen traegt die Belegschaft in bedeutendem Kasse zu den Kosten bei,
und formell das Prinzip au. fzustellen, dass der .Arbeitgeber zur Hilfeleistung wie
auch zur Zahlung der Pensionen verpflichtet ist, wuerde etwas Revolutionierendes
darstellen. Dies ist der Grund warum die meisten Stahlwerke diesen Gedanken so
energisch bekaempfen, und warum andere Industrielle und auch die Gewerkschaften
den i:ampf in der Stahlindustrie so sorgfaeltig beobachten.
"Das Eigenartige daran ist, dass die Frage der Pensionszahlung ganz ploetzlich
fast zufaellig, als Hauptpunkt des Konflikts auftauchte. Urspruenglich hatte Philip

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�Murrays Verband der Vereinigten Stahlarbeiter eine Stundenlohnerhoehung von 12^- &lt;ft
sowie ein Pensions- und /fohlfahrts-Programm gefordert, das die Werke zusaetzliche
17g &lt;t Pro Stunde gekostet haben wuerde. Da ein Streik unmittelbar bevorstand, ernannte Praesident Truman einen Untersuchungsauaschuss, der Vorschlaege fuer eine
Einigung ausarbeiten sollte, und da einige Mitglieder dieses Ausschusses Anhaenger
des New Deal waren, erwarteten viele, dass der Ausschuss so etwas wie eine Lohner—
hoehung empfehlen wuerde. Dies haette natuerlich den Anstoss zu einer "Vierten
Runde" fuer Lohnerhoehungen im Ganzen Lande gegeben.
Die Frage ist von weltreichender Bedeutung
Als der Ausschuss den Gedanken an eine Lohnerhoehung ueberhaupt verwarf, obwohl
er Pensionsleistungen empfohlen hatte, deren Kosten 10 4 in der Woche ausgemacht
haetten, waren die Konservativen und die Industriellen ziemlich begeistert, weil
somit die "Vierte Runde" abgewendet worden waere. Als sie aber den Bericht genauer
prueften, stellten sie fest, dass die Pensionsbewilligung folgenden Passus enthielt;
"Die Sozialversicherung und Sozialunterstuetzung sollen als ein Teil der
normalen Geschäftsunkosten angesehen werden, um der zeitweiligen und
staendigen Wertminderang der menschlichen "Maschine" in derselben Art und
Weise zu begegnen wie Vorsorge fuer die Wertminderung und die Versicherung
des Werkes und der Maschinen getroffen wird."
Die Stahlgesellschaften haben durchaus nichts gegen Pensionen als solche, sie
wollen aber, dass die Arbeiter selbst einen Teil der Kosten dafuer tragen, ungefaehr so wie sie bereits zu den Sozialversicherungsleistungen (Unterstuetzungen)
beitragen, die sie von der Regierung erhalten
Ob es nun zum Streik kommt
oder nicht, Jedenfalls erscheint es sicher, dass irgend ein Pensionsplan ausgearbeitet werden muss, und dass sich viele Arbeitsstreitigkeiten in Amerika in Zukunft
nicht um die alltaegliohe Frage der Bezahlung waehrend der Arbeit, sondern um die
neue Streitfrage der Bezahlung im Ruhestand drehen werden."
Herbert Kupferberg in der "New York Herald Tribun«»"
Paris, 21. September 1949
LEBENSHALTUNGSKOSTEN DES GRIECHISCHEN ARBEITERS.
Der griechische Durchschnittsarbeiter gibt zwei Drittel seiner gesamten Lebenshaltungskosten fuer Lebensmittel aus.
Nach einer Umfrage bei 500 Familien besteht die Nahrung eines griechischen
Durchschnittsarbeiters aus ungefaehr 28 % Trockengemuese, 16 t Kartoffeln, 14 %
Makkaroni, 13 t Fisch, 11 S frischem und gekochtem Gemuese und nur 10 t Fleisch.
Die Umfrage wurde von der Abteilung Arbeit der ECA Mission in Griechenland
durchgefuehrt. In dem Kreis der Befragten waren 48 Berufe beruecksichtigt, die aus
einer Gruppe von mehreren Tausend Beschaeftigten ausgewaehlt worden waren. Bei
dieser Erhebung sind nur Facharbeiter und ungelernte Arbeiter beruecksichtigt
worden, waehrend Angestellte ausser Betracht blieben.
Waehrend 66,1 i der Ausgaben einer griechischen Familie fuer die Beschaffung
von Lebensmitteln aufgewandt werden, wurden 11,1 t&gt; fuer Dinge des taeglichen Bedarfs,
wie Fahrgelder, Tabak, Suessigkeiten und Zeitschriften verwandt. Ferner gaben
sie 7,8 i fuer Bekleidung, 5,9 « fuer Brennmaterial zum Kochen und Heizen, 4 t fuer
Wohnung, 2,4 t fuer persoenliohe Dinge und weniger als 1 t fuer Haushaltsgegenstaende aus.
Der Bericht besagt, dass sich die darin genannten Ausgaben fuer Brennmaterial
zum Kochen und Heizen auf einen Zeitraum mit relativ mildem -Vetter beziehen. Fuer
die Winteraonate muss aber damit gerechnet werden, dass diese Ausgaben etwas höher
liegen,
Die Erhebung wurde in den Industriebezirken von Athen, Pireaus, Heraklion,
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�Patras, Saloniki und Volos angestellt.
Niedrige Mieten
Nach dem Bericht liegen die Mietpreise infolge der griechischen MietpreisStabilisierungsmassnahmen ausserordentlich niedrig. Ausserdem wird der durchschnittliche Mietpreis durch das Vorhandensein freien Wohnraumes verschiedener
Art herabgedrueckt.
In dem Kommentar des Berichtes heisst es, dass der groesste Teil des freien
Wohnraumes wenig begehrenswert sei, denn in manchen Gebieten leben Familien in
Kellern oder in provisorischen Notwohnungen, die aus geborgenem Material gefertigt
wurden. Von den 500 von der Erhebung erfassten Familien zahlen 163 ueberhaupt
keine Miete, 201 leben in Miethaeusern und 136 haben ihr eigenes Haus.
Nicht eine Badegelegenheit wurde bei den in der Erhebung berueckaichtigten
Familien gefunden. Ferner fuehrt der Bericht aus, dass der Gesundheitszustand
der meisten Familien weitestgehend unbefriedigend sei.
In den 500 Familien waren vielfach mehr als ein Lohnempfaenger. Mit 676
angegebenen Lohnempfaengem belaeuft sich der Durchschnitt der Lohnempfaenger auf
1,35 Je Familie.
Infolge der vielen privaten Abmachungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern kann zu diesem Zeitpunkt kein der Wirklichkeit entsprechender Bericht ueber
die tatsaechlichen Nettoelnkuenfte eines Arbeiters gegeben werden. Eine ausgedehnte Erhebung ueber diese getrennte Frage ist zu einem spaeteren Zeitpunkt vorgesehen.
Die Erhebung wurde unter Fuehrung von Leonhard Linaenmayer angestellt, der
ueber eine neunjaehrige Erfahrung auf diesem Gebiete als Wirtschaftssachverstaendiger in der Abteilung ArbeitsStatistik des Arbeitsminiateriuma der Vereinigten
Staaten verfuegt. Linaenmayer wurde von Alan Strachan, dem Leiter der Abteilung
Arbeit der EGA Mission, mit dieser Aufgabe betraut.
Das griechische Arbeitaministerium ebenso wie der Allgemeine Griechische
Gewerkschaftsbund haben an dieser Erhebung mitgearbeitet. Der Letztere stellte
die Mithilfe verschiedener griechischer Gewerkschaftsstellan sicher, um von Selten
der Arbeiter und ihrer Familien weiteatgehend Unteratuetzung fuer die Durohfuehrung
der Erhebung zu bekommen. Der groesste Teil der hauswirtschaftlichen Angaben
wurde von Hausfrauen gemacht.
Labor Information Bulletin (ü.S. Dept.of Labor)
September 1949
EIN MANN UND EINE GEWERKSCBAFT
John L. Lewia, Praesident der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft.
Die gespannte Lage im amerikanischen Kohlenbergbau rueckt die grosse amerikanische Bergarbeitergewerkschaft ÜMlATund ihren atarrkoepfIgen Praesidenten John L.
Lewia wieder einmal in den Mittelpunkt des Interesses. Woher kommt dieser Mann,
und was gibt ihm und der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft so grosse Macht,
dass sie praktisch die gesamte amerikanische Kohlenfoerderung lahmlegen koennen?
Welches ist ihre Geschichte und was sind ihre Ziele? Das aind die Fragen, die
auch den deutschen Leaer in dieaem Zusammenhang Interessieren.
Zusammenschluss unter aeusserem Druck
Die heute den amerikanischen Kohlenbergbau dominierende Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft konstituierte sich im Jahre 1890, und zwar in Hocking Valley
im Staate Pennsylvania.
Schon in den 90iger Jahren kam es zu mehreren groesaeren Arbeitaniederlegungen, doch erat der Streik des Jahres 18S7 brachte der Gewerkschaft den ersten

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�Triumpf. Obwohl die UMtfJdamals erst 9 OOO Mitglieder zaehlte, legten 100 000 Grubenarbeiter die Arbeit so lange nieder, bis die Gewerkschaft mit den Grubenbesitzern ein
Abkommen erzielt hatte, in dem ein Arbeitslohn von ca. 75 cents pro Tonne festgelegt
wurde.
Die Forderung nach weiteren Lohner ho ehungen und nach dem Achtstundentag fuehrte
zu dem grossen Streik des Jahres 1902, der die Stillegung der meisten Kohlengruben
der Vereinigten Staaten zur Folge hatte. In den Kohlenataedten von Pennsylvanien
und Illinois kam es zu Ausschreitungen, und die Kohlenpreise stiegen ins Unermessliche. Mit Einbruch des Winters gelang es Theodore Roosevelt, dem damaligen Praesidenten der Vereinigten Staaten, die streitenden Parteien im Interesse der Oeffentlicnkeit an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Bergarbeiter erzwangen dabei
zwar einige Zugestaendnisse, doch wurde die Gewerkschaft an sich auch in der Folgezeit noch nicht voll anerkannt.
Im Jahre 1919 wurde der damals 40 Jahre alte John L. Lewis Praesident der
Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft. Er erblickte am 12. Februar 1380 in Lucas
im Staate Iowa das Licht der Welt. Sein Vater, ein Grubenarbeiter aus Wales, war
im Jahre 1875 nach den Vereinigten Staaten ausgwandert. Mit 17 Jahren fuhr John
L. Lewis selbst zum ersten Male in eine Kohlengrube ein. Dann zog er weiter nach
dem besten und arbeitete in Kohlen- und Kupferminen. Ein furchtbares Grubenunglueck in einem Bergwerk invHannah in Staate "Wyoming hinterliess einen nachhaltigen
Eindruck bei dem jungen Kumpel. Damals half er bei den Bergungsarbeiten, um die
zerquetschten und vorstuemmelten Leichname von 400 Grubenarbeitern, die infolge
einer Explosion lebendig begraben wurden, wieder freizulegen. Sein Vater starb an
der "Staublunge", der Berufskrankheit des Bergmanns.
Mit seiner ".fahl zum Delegierten im Jahreskonvent der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft im Jahre 1906 begann Lewis seine Laufbahn als Gewerkschaftsfunktionaer.
Bereits im Jahre 1919 hatte er die hoechste Position innerhalb der Vereinigten
Bergarbeitergewerkschaft erklommen, die damals noch als eine der maechtigsten Einzelgewerkschaften dem grossen amerikanischen Gewerkschaftsverband AFL angehoerte.
Bald darauf war Lewis sogar Vize-Praesident des ganzen Verbandes.
Grenzenloses Vertrauen
Das grosse Vertrauen, das die Grubenarbeiter Lewis entgegenbringen, entspringt
ihrer festen Ueberzeugung, dass er bei allen seinen Schritten in den wirtschaftlichen Auseinandersetzungen nur ihr "fohl im Auge hat und jederzeit fuer sie zu kaempfen entschlossen ist. Dieses unerschuetterliche Vertrauen seiner Gewerkschaftler
gibt ihm die Macht, Abkommen fuer 600 000 Bergarbeiter zu schliessen, und erklaert,
weshalb sie manchmal auf sein Wort hin widerspruchslos die Arbeit fuer Monate niederlegen, um dann - wieder nur seinem //orte gehorchend - ruhig zur Arbeit zurueckkehren.
Im Laufe seiner Taetigkeit als Praesident der Bergarbeitergewerkschaft stand
Lewis unzaehlige Male als Angeklagter vor Gericht, wurde immer wieder gerichtlichen Verfuegungen unterworfen, musste sich direkten Anweisungen des Staatspraesidenten unterwerfen und war Partner in zahllosen Zivilprozessen. Er hat dies alles
gelassen ueber sich ergehen lassen. So wurde ihm im Fruehjahr 1948 eine persoenliche Geldbusse von 20 000 Dollar und der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft eine
solche von 1,4 Millionen Dollar auferlegt als Strafe fuer vorsaetzliche Missochtung
einer gerichtlichen Verfuegung durch Anordnung eines Streiks. Damals erklaerte
Lewis sich bereit, lieber ins Gefaengnis zu gehen, wurde jedoch nicht eingesperrt.
Zwei Jahre zuvor war er fuer das gleiche Vergehen mit einer geringeren Strafe belegt worden.
Gehoert Lewis zum alten Eisen.
Nicht einmal der Krieg und der nationale Kotetand machten auf Leivis einen be-

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�sonderen Eindruck, '.'fahrend des zweiten .'/eltkrieges rief er verschiedene Streiks
aus und hielt sie so lange durch, bis seine und seiner Grubenarbeiter Forderungen
erfuellt waren. Das Vertrauen der Bergarbeiter in ihn war so gross, dass sie die
Kohlenfoerderung einstellten, obwohl die Stahlindustrie sie notwendig zur 'Taffenherstellung brauchte, um ihre eigenen Soehne auf fremden Schlachtfeldern mit Nachschub zu versorgen. Lewis wurde auch damals nicht eingesperrt, denn damit huette
man die dringend benoetigte Kohle nicht bekommen.
In den Jahrzehnten eines erbitterten Kampfes zwischen Kapital und Arbeiterschaft haben die Grubenarbeiter gelernt, dass sie entschlossen zusammenstehen
muessen, wenn sie ihre Verhaeltnisse verbessern wollen. Lewis lernte in seiner
Jugend in einer harten Schule der Erfahrung, und seine heutige Handlungsweise ist
groesstenteils von den damals herrschenden Gesetzen bestimmt. Man kann ohne Zweifel erwarten, dass in spaeteren Jahren eine Aenderung in der Haltung der UM//U
eintritt, wenn juengere Kraefte in der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft aufruecken, die mit der Idee ausgeglichener V/echselbeziehungen zwischen Kapital und
Arbeiterschaft naeher vertraut sind.
Amerika Dienst 28. September 1949
STUDIUM ARBEITSSPARENDER METHODEN.
Zwei prominente britische Gewerkschaftsführer reisen am 21. Oktober mit einer
Gruppe von Fachleuten unter der Schirmherrschaft der EGA Verwaltung der Vereinigten
Staaten und des Anglo-Amerikanischen Rates fuer Fragen der Produktivitaet nach
Amerika, um die Verwendung mechanischer Hilfsmittel in der amerikanischen Industrie
zu studieren.
Es handelt sich um Ben Gardner, Generalsekretaer der Vereinigten Gewerkschaft
der Ingenieure (AEU), und um James Young, Generalsekretaer der Vereinigung der
technischen und Schiffsbau-Konstrukteure.
Beide wurden als Kitglieder des ringlo-wiierikanischen Rates fuer Fragen der
Produktivitaet vom Verband der Gewerkschaften der Schiffsbauer und Ingenieure,
einer der groessten Fachabteilungen der britischen Gewerkschaftsbewegung, ausgewaehlt. Weitere Mitglieder der Gruppe vertreten Arbeitgeber, oder sie sind Techniker.
Die Mitgliederzahl der AEU belaeuft sich auf nahezu 750.000 in der englischen
Automobil-, Flugzeug-, Schiffsbau-, Maschinen- und feinmechanischen Industrie. Mit
45.000 Mitgliedern wird die Vereinigung der technischen und Schiffsbau-Ingenieure
als eine der erfolgreichsten der britischen Angestelltengewerkschaften angesehen.
Britische Gewerkschaftler und Industrieunternehnor, die bisher ihre "Counterpart Betriebe" in den Vereinigten besucht hatten, aeusserten sich alle ueber die
Verwendung mechanischer Hilfsmittel in den Vereinigten Staaten. Sie sagen, dass
diese einen wichtigen Faktor bei der Erreichung der hohen Produktivitaet in den
Vereinigten Staaten darstellen. Und die Arbeiter fuegen hinzu, dass diese Hilfsmittel Belastungen bei der Arbeit abnehmen.
Kommentare von Mitgliedern anderer Gruppen zum Studium der Produktivitaet,
die aus den Vereinigten Staaten zurueckgekehrt sind, waren ein wesentlicher Faktor,
den Anglo-Amerikanischen Rat fuer Fragen der Produktivitaet zu veranlassen, eine
Gruppe von Spezialisten zum Besuch verschiedener amerikanischer Industriezweige
zusammenzustellen, um die vielen Arten mechanischer Transportmittel sowie andere
"Kniffe" in der Anwendung zu studieren. Sie werden auch Betriebe besuchen, die
solche Dinge herstellen.
ECA Labor Information, 21. September 1%9
DIE ARBEITER IN DEN FORDWERKEN BEKOMMEN
EINEN PENSIONSPLAN.
Nach monatelangen Verhandlungen hat die Ford Motor Company mit dem Verband
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�der Vereinigten Automobilarbeiter (UAW), der groessten Gewerkschaft im CIO, ein
Abkommen getroffen. Die Verhandlungen wurden 2 Stunden nach dem Zeitpunkt abgeschlossen, der fuer den Beginn des Streiks von etwa 100.000 Arbeitern in den Fordwerken in mehreren Staaten festgesetzt worden war. Die letzte Sitzung, auf der die
Vertreter der Gesellschaft und der Gewerkschaft verhandelten, dauerte ununterbrochen 34 Stunden.
Die urspruenglichen Forderungen der Gewerkschaft
Urspruenglich hatte der UAW 3 Forderungen gestellt, und zwar a) einen Altersversicherungsplan, demzufolge sich der Arbeiter nach einer 25jaehrigen Taetigkeit
im Alter von 60. Jahren mit einer monatlichen Pension von $ 100 zur Ruhe setzen
kann, b) einen Krankenversicherungsplan, der auch von der Fordgesellschaft unterstuetzt wird. Die' geforderten Beitraege wuerden 5o von der Lohnliste ausmachen,
und c),eine Lohnangleichung, die die Kaufkraft der Arbeiter wieder auf den Stand
des Monats Juni 1946 bringen wuerde. Die letzten beiden Forderungen wurden spaeter
vom U M zugunsten eines Pensionsplanes fallengelassen.
Im Jahre 1947, als der UAW mit den Fordwerken ueber einen neuen Kontrakt verhandelte, hatte die Gesellschaft das Angebot gemacht, einen Pensionsplan statt
einer Lohnerhoehung einzufuehren. Damals hatte sich der UAW aber fuer eine Lohnerhoehung ausgesprochen. Seit dem Jahre 1947 haben sich jedoch die Ansichten der
fuehrenden Kreise des UA7/ geaendert.
Merkmale des Pensionsplans
Es hat den Anschein, als wenn der UAW die Erreichung des Fensionsplans als einen
bedeutenden Sieg ansieht. Die Fordwerke haben ebenfalls in bezug auf 2 ihrer Forderungen einen Sieg errungen: a) der neue Kontrakt ist fuer 30 Monate festgelegt, was
in der Automobilindustrie eine lange Zeit bedeutet, und b) die Gesellschaft hat
auch weiterhin das Recht, die Fuehrer von ungesetzlichen und "wilden"3treiks, zu
denen der zentrale Vollzugsausschuss des UAW nicht aufgerufen hat, zu entlassen.
Der Pensionsplan sieht vor, dass die Gesellschaft 8-3/4 4 pro Stunde oder etwa
$ 3.50 pro Woche und pro Arbeiter in den Fonds einzahlt. Dieser Beitrag zusammen
mit dem Betrag, den die Gesellschaft zum Bundes-Sozialversicherungsplan beisteuert,
wuerde 3ich auf Seiten der Fordwerke auf etwa $ 4.20 pro Arbeiter und pro Woche
belaufen. Man schaetzt, dass der Fonds gross genug sein wird, um den Arbeitern bei
Ford, sobald sie sich zur Ruhe gesetzt haben, eine Pension von monatlich 100 Dollar
zu zahlen. Das Ruhestandsalter ist auf 65 Jahre festgesetzt.
Der Kontrakt, der zwischen dem UAW und den Fordwerken abgeschlossen wurde, ist
von grosser Bedeutung, weil er fuer andere Abkommen als Muster dienen koennte, die
die Gewerkschaft mit anderen Gesellschaften in der Automobilbranche und auch in
anderen Industriezweigen, in denen der UAW Mitglieder hat, abschliessen werden.
"Summary of News" per 1. Oktober 1949
PRODUKTIVITAET UND INVESTITIONEN
Die Produktivitaet in der europaeischen Industrie und Landwirtschaft haengt
nicht allein von der individuellen Leistung der Arbeiter ab, sondern muss vor allem
unter dem Gesichtspunkt der Kapitalanlagen betrachtet werden, welche die Industrio
mit neuen und produktiveren Maschinen versorgen und den Arbeitern geeignetes Werkzeug zur Verfuegung stellen.
Ein Blick auf die Statistiken zeigt uns nicht allein einen betraechtlichen
Unterschied zwischen der Produktivitaet pro Mann und Stunde der amerikanischen und
der europaeischen Arbeiter, sondern auch den Zusammenhang zwischen Investition und
Produktivitaet, da die letztere wesentlich bedingt ist durch den Zustrom von Kapital.

In Europa, wo viel weniger Kapital in der Produktion angelegt wird, bleiben

die moderne Ausruestung und die in der Industrie angewandten Pferdekraefte weit
-

12

�hinter denen des Neuen Kontinents zurueck.
Dies sind einige der Hauptfaktoren, die die Produktion hemmen und auch eine
nachhaltige Wirkung auf den Beschaeftigungsstand ausueben. Ein ueberzeugender Beweis kann in Europa selbst gefunden werden, wo Laender mit akutem Mangel an Kapital
und Krediten, wie Deutschland und Italien, mit schwerer Arbeitslosigkeit zu kaempfen
haben.
Und hier wird wieder, ein wichtiger Beitrag zum Wiederaufbau Europas geleistet
durch die amerikanische Hilfe, die mit der Freigabe der Gegenwertfonds aus dem
Verkauf von Marshallplan-Guetern grosse industrielle Investitionen ermoeglicht«
Nach den Statistiken der Vereinten Nationen hat Europa, mit Einschluss Gesamtdeutschlands und des Ostens, im Jahre 1948 fuer seine landwirtschaftliche und
industrielle Entwicklung ungefaehr 5 Milliarden Dollar Investiert, was die Haelfte
der Anlagen in den Vereinigten Staaten darstellt. Die geringsten Investitionen
weisen die Laender hinter dem Eisernen Vorhang aus: Ungarn 4 Dollars, Polen 7|50
Dollars, Jugoslawien 9 Dollars. Unter den westeuropaeischen Laendern verzeichnet
Italien-den niedrigsten Satz an Kapitalinvestitionen (10 Dollar pro Kopf), während
in anderen E.R.P.-Laendern die Kapitalanlagen zwei- bis dreimal hoeher liegen als
in Italien. Aber all diese Zahlen muessen verglichen werden mit dem Investitionssatz in den Vereinigten Staaten, der 65 Dollar pro Kopf der Bevoelkerung betraegt.
Diese Ziffern werfen etwas Licht auf ein sehr interessantes wirtschaftliches
Problem, das fuer den europaeischen Wiederaufbau von lebenswichtiger Bedeutung ist.
Es sind schon Kritiken erhoben worden, dass nicht genuegend Marshallplan-Gelder
fuer Investitionen verwendet werden, da wir uns immer und immer wieder zu vergegenwaertigen haben, dass jede wesentliche Verbesserung der Produktivitaet in sehr
weitem Ausmass von der Anschaffung neuer Maschinen und Werkzeuge abhaengt, durch
welche die Produktivitaet pro Mann und Stunde gesteigert werden kann.
Labor News B u l l e t i n , 2 3 . September 1949
ERP Trade Union Advisory Committee
AUCH IK NEU-SEELAND IST ES DIE GLEICHE METHODE
Aus Neu-Seeland, wo auch eine Labour-Regierung am Ruder ist, welche, ebenso
wie unsere Regierung, darum kaempft, ihr Programm fuer soziale Sicherheit und
Vollbeschaeftigung erfolgreich durchzusetzen, kommt dieser Auszug aus einem Rundschreiben des Vorstandes der Vereinigten Neu-Seelaendlsehen Seeleute Gewerkschaft
an ihre Mitglieder.
In unserem eigenen Lande wird die Kampagne zur Einleitung von Hilfsmassnahraen
fuer Gross-Britannien von den Kommunisten im Rahmen ihrer allgemeinen Verschwoerung
sabotiert. Da die Kommunisten mit ihrer ueblichen Verschlagenheit einsehen, dass
die neu-Seelaendischen Arbeiter niemals derartige Massnahmen wissentlich billigen
wuerden, wagen sie es nicht, offen damit hervorzutreten. Stattdessen hoffen sie
durch eine staendige Stoerung des Arbeitsfriedens, unsere Labour-Regierung zum
Scheitern zu bringen und die Wirtschaft unseres Landes in den Abgrund zu stuerzen,
um damit die Erzeugung sowie die Lebensmittelverladungen fuer Gross-Britannien
zu hemmen.
In unserer Gewerkschaft haben wir nur eine Handvoll von eingeschriebenen
Kitgliedern der Kommunistischen Partei, aber diese und ihre Gimpel und Mitlaeufer
sind in unserer Mitte sehr tatkraeftig darum bemueht, ihre "Partei-Linie" einzuhalten.
Sie legen eine heuchlerische Sorge um das Wohlergehen der Arbeiterschaft an
den Tag, aber unsere Mitglieder sollten lediglich ihre Manoever sorgfaeltig beobachten, um zu erkennen, dass sie die ihnen zugedachte Rolle bei der grossen
Verschwoerung spielen.
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�Betrachtet ihre Gewohnheit, gleichlautende EntSchliessungen gleichzeitig in
verschiedenen Streikversammlungen einzubringen; ihre Methoden in Versammlungen,
wozu auch gehoert, dass sie deren Verlauf allein bestimmen und sie ermuedend lange
hinschleppen, oftmals mit Dingen, die keinerlei Bezug auf die internen Angelegenheiten der Gewerkschaft haben; ihre Reiserei von und nach anderen Haefen, scheinbar auf ihre eigenen Kosten, um an den Versanmlungen teilzunehmen, ihre Entschlossenheit, auf jedem Schiff, auf das sie kommen, irgendeinen Streit zu erzeugen,
der darauf hinauslaeuft, das Schiff moeglichst fuer unbestimmte Zeit auf ai halten;
ihre Stimnienwerbung von Schiff zu .Schiff, um Unterstuetzung fuer die Einberufung
von ausserordentlichen Versammlungen zu bekommen, und selbst dann, wenn der betreffende Streitfall schon laengst beigelegt ist oder gerade von den gewaehlten
Funktionaeren der Gewerkschaft beigelegt werden soll; ihre Bemuehungen, das Vertrauen der Mitglieder in den Mann zu erschuettern, den sie zur Wahrnehmung der
Gewerkschaftsinteressen gev/aehlt haben, um damit Anarchie und Poebeiherrschaft
zum Durchbruch zu verhelfen.
Beachtet diese Taktik und andere und beobachtet, wie diese zu einer wohl
durchdachten organisierten Kampagne passen.
Die Arbeiterschaft unseres Landes erwacht nun bei dem, was unter ihren Augen
vorgeht, und sie sind entschlossen, unsere Arbeiterbewegung von den Verschwoerern
zu befreien, die, wenn man sie ungehindert haette gewaehren lassen, unsere Bewegung
zerschlagen und die Arbeiterschaft der Gnade jedweder Reaktion ueberlassen haetten.
"Labour", August 1949
ABNAHME DER FORTBILDUNGSPROGRAMIE IN FRANKREICH
(nach ILO Quellen)
Die Notwendigkeit der Einsehraenkung hat die franzoesische Regierung geawungen, die Anzahl der Schnellkursus-Stellen fuer Arbeiter im Bau- und Metallgewerbe
zu verringern. Alle hauptsaechlichen Gewerkschaftsverbaende beguenstigen Jedoch
den Ausbau der Schulungsmoeglichkeiten und protestierten gegen das Dekret vom
11. Januar 1949, wonach 67 Schnellkursus-Stellen geschlossen werden sollen. In der
Zeit von Juli 1946 bis Juli 1948 hat sich die Zahl dieser Stellen von 70 mit 3000
Teilnehmern auf 192 mit mehr als 15.000 erhoeht. Alle Stellen ueber 125, die weitergefuehrt werden sollen, sollen geschlossen werden, da sich die Teilnehmer bereits zwecks Vollendung ihrer Kurse angemeldet hatten.
Die Fortbildung ist reduziert worden, obwohl Frankreichs Wiederaufbaubemuehungen durch den Mangel an Facharbeitern stark behindert werden. Die Kontrolle
der Nachkriegsloehne hat den Erfolg gehabt, dass nur ein ganz geringer Unterschied
zwischen den Loehnen der gelernten und der ungelernten Arbeiter befffceht| infolgedessen besteht also wenig Anreiz fuer die Arbeiter, sich fortzubilden, um die Fachkenntnisse zu erwerben, die fuer die franzoesische Industrie so notwendig sind.
Das Vorkriegskontingent an Facharbeitern ist erschoepft, weil einmal die Kriegsgefangenen ihre Fertigkeiten verlernt haben, andererseits, weil die Arbeiter im
Kriege in anderen Industriezweigen eingesetzt wurden als ihren eigenen; dazu kommt
noch, dass die Fortbildung der jungen Arbeiter unterbrochen wurde.
Um dem Kachkriegsmangel an Arbeitern zu steuern, ist die Regierung fruehzeitig
dazu uebergegangen, alle seitens der Regierung bestehenden Fortbildungsmassnahmeii
zu koordinieren und die Moeglichkeiten der Fortbildungsauzubauen. In der Zeit
zwischen 1945 und 1947 stieg die Zahl der oeffentlichen Fortbildungsstellen im
Rahmen der obligatorischen Berufsausbildung von 98 auf 1A8, an der alle Jugendlichen unter 17 Jahre, die bei Handels- oder Industrie-Unternehmen unterkommen
wollten, teilnehmen mussten. Durch einen gemeinsamen Erlass des Arbeitsministers
und des Unterrichtsministers vom 15. April 1943 wurde ein staendiger Studien- und
Koordinierungs-Ausschuss fuer Berufsfortbildung geschaffen. Es wurden Landesbe-

14 -

�ratungs-Ausschusses ins Leben gerufen, die sich aus Vertretern der Arbeiterschaft,
des Unternehmertums, des Lehrkoerpers, der Eltern der Schueler und der Regierung
zusammense tzten.
Das beschleunigte Fortbildungsprogramm
Im November 1946 baute die Regierung das beschleunigte Fortbildungs-Prograniiijdas
auf das Jahr 1937 zurueckgeht, aus. Dies Programm, das finanziell von der Regierung
gestuetzt wird, sieht 6-Monats-Kurse vor im Vergleich zu dem ueblichen Fortbildungsschulkursus, der 3 Jahre dauert. Die Teilnehmer erhalten mindestens den Satz fuer
ungelernte Arbeiter in der Industrie, aus der sie gekommen sind. Die Stellen koennen
als Privatunternehmen aufgezogen sein oder kollektiv durch Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer; sie muessen aber den Normen gerecht werden, die vom Arbeitsministerium festgelegt sind, wenn sie Subsidien erholten wollen.
Urspruenglich war fuer dieses Programm die Fortbildungsvon 200.000 qualifizierten Arbeitern im Baugewerbe und von 60.000 im Metallgewerbe vorgesehen, und zwar bis
1950 gemaess dem im Monnet-Plan festgesetzten Bedarf an Arbeitskraeften. Dieses
Ziel wird aber nicht erreicht werden, was teilweise auf die Einschraenkungsmassnahmen der Regierung zurueckzufuehren ist. Im Laufe der Jahre 1947 und 1%8 vurden
insgesamt 49.171 Arbeiter ausgebildet; 34.500 im Baugewerbe, 8.300 im Metallgewerbe
und 5.871 in anderen gewerblichen Berufen.
Eine der hauptsaechlichsten Quellen fuer ausgebildete Arbeitskraefte in Frankreich ist das Lehrlingssystem. Die Zahl der Lehrlinge stieg von 80.200 im Jahre
1945 auf ueber 400.000 im Jahre 1948, wie das Landesunterrichtsministerium bekanntgab.
Die Lehrlingsausbildung erfordert im allgemeinen 3 Jahre; die Lehrlinge werden
an Lehrlingsschulen ausgebildet, die von grossen privaten Gesellschaften unterhalten
werden, oder an kollektiven Instituten, die fuer Gruppen von kleinen Unternehmen
eingerichtet werden. Die endgueltige Ausbildung erfahren die Lehrlinge ira allgemeinen in den Fabriken, und zwar am Arbeitsplatz selbst. Augenblicklich bestehen
keine allgemeinen Richtlinien fuer die Lohnsaetze.
'.'/aehrend der Nachkriegszeit besuchten jaehrlich mehr als 100.000 Schueler
die verschiedenen Berufsfortbildungsschulen, die vom Staat aus betrieben werden.
Im Jahre 1947 betrug ihre Anzahl 119.427.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Labor Abroad" Mai 1949
ENGLISCHE ARBEITER AEU55ERN SICH ANERKENNEND UEBER
DEN VERBAND DER AMERIKANISCHEN STAHLARBEITER
Cyril Arthur Hawson, Stanzer und Former in einem Stahlwerk in Oxford, England,
aeusserte sich mit V/orten hoechster Anerkennung ueber den Verband der Vereinigten
Stahlarbeiter Amerikas (der dem CIO angeschlossen ist), als er von seiner Besieh-^
tigungsreise durch amerikanische Metallstanzwerke zurueckgekehrt war. Mawson war
eines der Mitglieder einer Gruppe von 10 englischen Arbeitgebern, Technikern und
Arbeitern aus der Stahlindustrie, die vor kurzem auf Grund des AAPC - Frogramme
im Rahmen des ECA zwecks Austausches englischer und amerikanischer Iroduktionserfahrungen die Vereinigten Staaten bereist hatten.
".7ir waren aeusserst befriedigt ueber die gute Organisation der Vereinigten
Stahlarbeiter in Pittsburgh und ueber ihre umfassenden Kenntnisse in bezug auf die
Betriebskosten, ueber die Gewinne usw", erklaerte Mawson. Das beweist, dass die Gewerkschaften in Amerika auf der Hoehe sind, wie auch die Arbeitgeber ihr Bestes tun,
um die Iroduktion zu steigern und die Selbstkosten zu senken. Die Belegschaften arbeiteten sicher und anhaltend und bewiesen eine Fertigkeit und Geschicklichkeit, wie
sie sich auf diesem Gebiete der der besten englischen Arbeiter wuerdig an die Seite
-

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-

�stellen kann".
Es ist dem AAPC gelungen, sich fuer sein Austauschreise-Programm die volle Mitarbeit seitens der amerikanischen Arbeiterschaft und Unternehmer zu sichern, erklaerte Mawson. "In Jedem Werk, das wir besichtigen, nahmen sich die Maenner, vom Werkleiter, angefangen bis zu den Aufsehern und den Arbeitern an der Maschine, die Zeit,
uns die Maschinen wie auch die Arbeitsprozesse zu erklaeren.
Wir tauschten unsere Gedanken aus und haben alle grossen Nutzen daraus gezogen.
Die Qastfreundliohkeit der Maenner in diesen Werken, der Leiter, der Gewerkschaften
und der einzelnen Arbeiter war wirklich mehrend," erklaerten die Maenner aus Oxford
abschliessend.
Ein weiteres Mitglied der englischen Gruppe, Edgar James Young, ein Stanzenmacher in der Vauxhall-Autofabrik in Luton, England, widerlegte mancher der "Schauermaerchen", die ueber die amerikanische Industrie verbreitet werden.
"Bevor ich nach den Vereinigten Staaten ging, hatte ich In englischen Zeitungen
Berichte gelesen, aus denen hervorging, dass die Arbeiter in den amerikanischen Giess«
reien das Lachen verlernt und ein absolut trauriges Los zu tragen haetten. Das traf
Jedenfalls nicht auf die Fabriken zu, die wir in Massachusetts, New York, Pennsylvanien, West Virgdnien, Ohio und anderen Gegenden des Landes besucht haben," versicherte Young.
"Die Arbeiter aeusserten sich dahingehend," fuhr- er fort, "dass sie alle durchaus mit ihren Loehnen und Arbeitsbedingungen zufrieden seien, obwohl sie natuerlich
keineswegs beabsichtigen, bei dem stehenzubleiben, was sie bisher erreicht haben.
Wir stellten fest, dass ueberall, wohin wir kamen, zwischen den Arbeitgebern und
der Arbeiterschaft gute Beziehungen bestanden. Wir haben jedenfalls keine Anzeichen
von dem feststellen koennen, was von manchen Schriftstellern als "Sklavenarbeit"
hingestellt worden ist."
"EGA Labor News" 9. August 1949

- 16 -

Manpower Division
OMGUS, APO 757

OMGUS 9-3046 L.P&amp;Mb Oct 49 1"JM

0FF3DIAL

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNCEN
Di« folgenden Artikel Italien Auszüge aus der amerikanischen Preise und anderen Quellen dar und diaaan
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und daran Mitglieder.
Von diesem Material kaaa uneingeachrankt Gebrauch gemacht werden.
Weiter« Exemplare können koetenloa bei
Office oi Labor Affairs
HICOG, APO 737, Frankfurt
»gefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einseinen Interessenten direkt durch die Poet eugeleitet.
Der Inhalt dar „Arbeitsmitteilungen" tat nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufsufaaeen.

II - 33

Berlin, 21. Oktober 1S49

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Sind die Gewerkschaftsfuehrer zu alt?
- - Sin Programm fuer technische Zusammenarbeit
in Westeuropa
Verleumdungskampagne gegen England
Gewerkschaften und Verwaltung fuer europaeische
Zusammenarbeit
_ _ _ _ _ _ _ _ —
_ —
_ —

1
2
3
4

Verwaltung fuer europaeische Zusammenarbeit
(3CA) und ein starkes Westeuropa.
—
4
Chikagoer Drucker beenden ihren 22 monatigen
Streik
5
Gewerkschaftlich nicht organisierte Arbeiter
brauchen keine Beitraege zu entrichten - - - - - 6
Internationale Fachabteilungen innerhalb
des V.'eltgewerkschaftsbundes
-6
Die Sisenarbeiter
—
8
Amerikanischer Gewerkschaftsfunktionaer
besucht italienischen Betrieb
-11
Bodengewinn der freien Gewerkschaften In Latein Ameri-12
ka
SDTD DIE GErfEHCSCIIAFTSFUSHRER ZU ALT.
In verschiedenen Laendern haben aus vielen Anlaessen heraus Diskussionen
ueber das Alter der Gewerkschaftsführer stattgefunden, und es ist oftmals
ermittelt vorden, dass jene an der Spitze der Gewerkschaften stehenden Leute
zu ilt sind. In einem kuerzlich veroeffentlichten Dokument fanden ^ir einige
Einzelheiten hinsichtlich des Alters der Gewerkschaftsführer in Deutschland,
die ein Schlaglicht auf die tatsaechliche Lage in diesem Lande werfen. Das
Dokument besagt, dass 52&amp; der deutschen Gewerkschaftsfunktionaere noch unter
40 Jahre alt sind j 32t sind zwischen 41 und 55 Jahre alt- Bi sind zwischen
56 und 6ü Jahre alt. Nur etwa 8'i der deutschen Gewerkschaftsfunktionaere
haben ein Alter von 6l Jahren oder darueber erreicht.
Newsletter of the International Föderation of Commercial, Clerical
and Technical Eraployees, Amsterdam, September 1949.

-

1 -

�BIN PROGRAMM FUER TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT IN WESTEUROPA

Auf arund der einmuetigen Billigung eines britischen Vorschlages fuer eine
wissenschaftliche Zusammenarbeit in Westeuropa seitens eines Arbeitsgremiums, da»
vom Rat der OEEC gebildet wurde, wird jetzt von den Marshallplan-Laendern ein Fün£rpunkte-Programm fuer einen intereuropaeischen Austausch von Technikern und technischen Daten aufgestellt.
Aehnlich dem technischen Hilßprogranm des EOA, demzufolge der Austausch von
amerikanischen und europaeischen Technikern und technischen Unterlagen vorgesehen
ist, besteht der Zweck des europaeischen ProjektB darin, die Produktivitaet unter
den Mitgliedern des OEEC zu steigern.
Das Europaeische Programm umfasst Methoden, um auf diesem Gebiete den Technische
Hilfsplan Europas auf die Taetigkeit des ECA abzustimmen. Das Fuenfpunkte-Programm
sieht vor»
1) Austausch von Dokumenten» In dem Plan ist der Austausch von offiziell veroeffentlichten Dokumenten ueberwissenschaftliche und technologische Angelegenheiten
vorgesehen, die von den einzelnen Regierungen entwickelt oder finanziert worden sind.
Jeder Regierung wuerde kostenlos bis zu 6 Exemplare dieser Dokumente zur Verfuegang
gestellt werden, und zwar auf folgenden Gebieten« a) physikalische und biologische
Wissenschaften von direktem und indirektem Interesse fuer die Industrie, b) jeder
Zweig der Technologie, c) medizinische Angelegenheiten von Interesse fuer die Industrie, d) wirtschaftliche Dokumente.
2) Austausch von Statistiken. Durch den Austau«ch statistischer Daten und
Messtechnikern in der industriellen Produktivitaet beabsichtigen die Laender, eine
allgemeine Norm fuer den Vergleich von Produktionstatistiken aufzustellen.
3) Austausch von Technikern. Vorschlagsgemaess wuerden die Laender Fachleute
und Experten austauschen, die die Produktions-Methoden und -Techniken in den verschiedenen Laendern mit der Aussicht darauf, sich die besten Methoden der beteiligten Laender wo immer dies moeglich ist, zur Auswertung zu eigen zummachen.
U) Besprechungen ueber technische Hilfsplaene. Die ERP-Beteiligten wuerden mit
einander ueber die vorgesehenen technischen Hilfsplaene Besprechungen abhalten, sowol
entsprechend ihrem eigenen wie auch dem ECA-Programm, um ein Parallellaufen bzw. eine
Wiederholung zu vermeiden und um eine gleichgeschaltete Erfassung der verschiedenen
Gebiete zu gewaehrleisten. In diesem Plan ist auch ein intereuropaeischer Austausch
der Erfahrungen vorgesehen, die durch Besuche der europaeischen Experten in den Vereinigten Staaten gesaianelt werden.
5) Gemeinsame Forschung Die Regierungen wuerden gemeinsame Forschungen auf den
Gebieten durchfuehren, wo das Operationsgebiet, wie z.B. die Notwendigkeit fuer ausgedehnte Durchfuehrungsmoeglichkeiten oder der Kostenaufwand, fuer das einzelne Land
zu gross sein wuerde. Als Beispiel hierfuer sei hier das jetzige gemeinsame Forschung sprojekt "Die Leuchtkraft der Flamme in Schmelzoefen," genannt, das von Hollanc
dem Vereinigten Koenigreich, Belgien und Schweden verfolgt wird.
Im Laufe der Besprechungen erkleerte sich das Arbeitsgremium damit einverstanden, dass, wenn sich bereits bestehende Organisationen wie z.B. die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen fuer Erziehung, Wissenschaft und Kultur) bereits riit
technischen Hilfsprojekten befassen, die OEEC mit diesen Organisationen zusammenarbeiten sollte anstatt Parallelaktionen durchzufuehren.
Die bei den Sitzungen des Arbeitsgremiums anwesenden Delegierten vertraten
Belgien, Daenemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen, Holland, Portugal,
Schweden, die Tuerkei, das Vereinigte Koenigreich und die Bizone Deutschlands, Es
waren ferner Beobachter aus Oesterreich, der Schweiz und Triest bei einigen der
Sitzungen anwesend.
"Labor News Bulletin" 16. Sept. 49
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�TSRLSDMDONGSKAMPAfflnS GEGEN ENGLAND
Es sind Bestrebungen im Gange, um die Labour Regierung und die Sozialleistungen
in Misskredit zu bringen.' Von Allan L. Swim
Grossbritannien, eine Nation, die von Muessiggaengern und sozialen Traeumern
beherrscht wird, ist im Begriff, aus den Fugen zu gehen. Seine Sozialleistungen
haben sich als Misserfolge erwiesen und die Verstaatlichung einiger Industriezweige
hat einen wirtschaftlichen Wiederaufstieg verhindert. Da drueben geht wahrhaftig
alles drunter und drueber, und die Labourregierung ist dafuer verantwortlich.
So etwa sieht das Bild aus - und es stimmt ganz und gar nicht-, das heute der
lesenden und aufmerksamen Oeffentlichkeit Amerikas vor Augen gefuehrt wird. Es ist
offenbar, dass England zum Gegenstand einer Verleundumgskampagne geworden ist. Die
Tatsachen, die im Hintergrund dieser Kampagne stehen, sind derart, dass sie jeder
amerikanische Gewerkschaftler erfahren sollte.
Um ganz offen zu sein, kuemmern sich alle diejenigen, die heutzutage oft ueber
die "Misserfolge" Englands schreiben, den Teufel um die sozialen Wohlfahrtsleistungen, die das englische Volk erfaehrt. Ihr Interesse ist lediglich in ihrem eigenen
Entsohluss begruendet, soziale Wohlfahrtsmassnahmen in unserem Lande aufzuhalten.
Und was koennte ihnen dabei wohl dienlicher sein als das "entsetzliche Beispiel",
das ihnen die Englaender geben.
Zunaechst einmal liegen die Britischen Inseln fuer uns am anderen Ende des
Ozeans, so dass es also schwer ist, irgendwelche Angaben ueber Massnahmen in England nachzupruefen, Zweitens ist es verhaeltnismaessig leicht, der Labour-Regierung
und ihrem Programm fuer die wirtschaftlichen Schwlsrigkeiten die Schuld in die Schuhe
zu schieben.
Wir wollen einmal ein ganz einfaches Beispiel anfuehren, um zu illustrieren,
wie die Kampagne arbeitet. Der durchschnittliche englische Arbeiter produziert
aus dem einfachen Grunde nicht soviel wie der amerikanische Durchschnittsarbeiter,
weil dem ersteren nioht soviel an elektrischer Energie und Maschinen zur Verfuegung
stehen. Dieser Zustand hat viele Jahre angedauert. Dennoch haben unsere "antienglischen" Schreiber und Kommentatoren das jetzt gerade entdeckt - und sie äussern sich
darueber derart, dass der Eindruck erweckt wird, als sei die Verstaatlichung der Industrie dafuer verantwortlich zu machen. Und ausserdem deuten sie an, dass das englische Gesundheitsprogramm ganz gewiss zu einem Teil die Verantwortung dafuer tragen
muss. In Wirklichkeit haben die 2nglaender Bemerkenswertes darin geleistet, die Industrieproduktion seit der Beendigung des Krieges zu erhoehen.
England hat genau wie eine Anzahl anderer Laender mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kaempfen - Schwierigkeiten, die durch den letzten Krieg entweder verursacht oder verstaerkt wurden. Abgesehen von einer bestimmten politischen Partei,
die an der Regierung ist, wuerden sie sowieso existieren. Aber die Labour-Regierung
wird dafuer verantwortlich gemacht, und es wird haeufig darauf hingewiesen, dass
diese Schwierigkeiten verschwinden wuerden, wenn Winston Churchill und seine Konservativen das Steuer in der Hand hielten. Ja ja, die Kampagne ist ganz geschickt
eingefaedelt. Man weist zunaechst auf die wirtschaftlichen ochwierigkeiten Englands
hin, dann auf die Labour-Regierung und die Sozialleistungen und erklaert dann;
"Seht Ihr. Das haengt alles miteinander zusammen - es ist alles ein und dasselbe.
Bedarf es wohl noch besserer Beweise dafuer, um uns davon zu ueberzeugen, dass wir
keinen "Wohlfahrtsstaat" in Amerika brauchen."
Man kann mit Sicherheit voraussagen, dass man im Laufe der Zeit noch mehr
Dampf hinter diese Kampagne machen wird, und dass auch mehr und mehr "unparteiische"
Korrespondenten England besuchen werden. Das wird sich aeusserst ungluecklich auswirken, es sei denn, sie sind wirklich unparteiisch und sie haben die Moeglichkeit,

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�einen wohlerwogenen Bericht ueber das abzugeben, was zu erfahren sie in der Lage
waren.
Es steht sehr viel auf dem Spiel. England ist einer der wichtigsten Schluessel
zum Wiederaufbau eines Nachkriegseuropa, aber dennoch sucht eine Anzahl Senatoren,
England daran zu hindern, sich die EGA-Gelder zunutze zu machen, weil manche englischen Industriezweige verstaatlicht worden sind. Die Vereinigten Staaten koennen
viel aus dem Sozialleistungs-Programm Englands lernen, und es ist daher von Wichtigkeit, Es waere also ein guter Gedanke, die Beschuldigungen, die man Grossbritannien
vorwirft, einmal sorgfaeltig zu pruefen. Es muss festgestellt werden, wer sie vorbringt und warum dies geschieht.
"The CIO News" No. % - 29.August 1949
GEWERKSCHAFTEN UND VERWALTUNG FUER EÜROPAEISGHE ZUSAMMENARBEIT (ECA)
Paul G. Hoffmann, der Administrator der ECA, hob am 5. Oktober auf einer Pressekonferenz in St. Paul, Minnesota, hervor, dass die nicht von den Kommunisten beherrschten Gewerkschaften immer einer der staerksten Faktoren fuer den Erfolg des
!v5arshall-Plans gewesen sind. Hoffmann hielt diese Pressekonferenz unmittelbar nach
seiner Rede vor der 68. Jahrestagung der A.F. of L. ab. Auch in seiner Rede zollte
Hoffmann dem zur ünterstuetzung des Wiederaufbauprograrans beigetragenen Anteil der
amerikanischen und europaeischen Gewerkschaftler seine Anerkennung. Sein Bericht
ueber die Entwicklung des Marshall-Plans wurde von den anwesenden Delegierten als
optimistisch angesehen. Hoffmann erntete langanhaltenden Beifall, als er seine
Rede mit den Worten schlos3:"Wenn wir, die freien Voelker der Erde, weiterhin zusammenarbeiten, uns gegenseitig helfen und zusammenstehen, koennen wir den Frieden
gewinnen. Und dieser Friede muss gewonnen werden."
Praesident Truman, der am Erscheinen verhindert war, sandte an die Delegierten
eine Botschaft. Er fuehrte darin unter anderem aus«
"In ihrem langen Bestehen ist die A.F. of L. in der Verfechtung der Rechte der
Lohnempfaenger und in deren Ünterstuetzung bei der Erlangung besserer und sicherer
Arbeitsbedingungen, groesserer sozialer Sicherheit sowie eines hoeheren Lebensstandards immer fuehrend gewesen."
Sondermi tte ilung
VERWALTUNG FUER EUROPAEISCHE ZUSAMMENARBEIT
(ECA) UND EIN STARKES WESTEUROPA.
Wenn es der Zweck des Märshall-Planes waere, ein Europa zu schaffen, das von
den Vereinigten Staaten wirtschaftlich ausgebeutet werden soll, muesste die Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) auf zwei Ziele hinarbeiten« a) Sie
muesste versuchen, eine Steigerung der Indis trieproduktion in Europa zu verhindern
und b) ihren Einfluss dahingehend geltend machen, die zwischen den Staaten Europas
bestehende Trennung zu vertiefen. Auf beiden Gebieten trifft das Gegenteil zu.
Das Hauptziel der Verwaltung fuer Europaeische Zusammenarbeit (ECA) ist klar und
unmissverstaendlich in der folgenden Wiedergabe einer kuerzlich von ECA Administrator Paul G. Hoffmann gehaltenen Rede dargelegt worden«
"Ich moechte es ganz klar herausstellen, dass die ECA darauf abzielt, den
allgemeinen europaeischen Lebensstandard im Laufe ihrer vierjaehrigen Taetigkeit
nicht ueber den Vorkriegsstand von 1938 hinaus zu erhoehen. Diese Zielsetpung
hat bei allen Nationen, die Hilfe erhalten, Zustimmung gefunden, und infolgedessen
werden alle eingehenden Mittel, die nicht fuer die Unterhaltung eines mittleren
Lebensstandards erforderlich sind, fuer die Investierung in Kapitalgueter verwandtfuer Kraftwerke, neue Fabrikausruestungen, bessere Transportmittel und neue Industrien.

- U -

�"In einem Zeitraum von 12 Monaten, der am 30. Juni endete, investierte Europa
von einem Gesamtbruttoeingang von etwa IAO Milliarden Dollar mehr als 30 Milliarden
Dollar in Kapitalguetern. Dies liegt weit ueber dem Normalen, und es ist ein Teil
der Fruechte des Marshall-Plan-Aufbaus. Ein besonders gutes Beispiel dieses Entwicklungsvorganges ist die Tatsache, dass Norwegen heute 35? seiner Eingaenge an
Mitteln in Kapitalguetern, d.h. in Ausmästungen, anlegt, wodurch es so frueh wie
moeglich in der Lage sein wird, wieder auf eigenen Fuessen zu stehen.
Diese Investitionen in Kapitalguetern werden Europa bei der Erreichung hoeherer
Produktivitaet helfen, und das bedeutet, einen groesseren Produktionsausstoss je
geleisteter Arbeitsstunde, was ein wichtiger Schritt dahin ist, wieder ohne fremde
Hilfe auszukommen. Eine hoehere Produktivitaet erfordert bessere Maschinen, bessere
Methoden sowie eine bessere Einstellung sowohl auf Seiten der Arbeitgeber als auch
auf Seiten der Arbeiterschaft. Es ist keineswegs der Eigensinn der europaeischen
Arbeiterschaft, der die Produktivitaet in Europa niedrig haelt. Man moege sich der
Tatsache bewusst werden, dass hinter jedem amerikanischen Arbeiter 7 PS stehen gegenueber 2\ PS hinter einem europaeischen Arbeiter. Der Marshallplan traegt dazu bei,
PS und bessere Maschinen zur Verfuegung zu stellen« er traegt dazu bei, bessere
Methoden zugaenglich zu machen, und er foerdert ferner eine bessere Einstellung, die
die Produktivitaet der europaeischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhoehen kann.
Und dies ist ein weiterer Teil der Fruechte, die der Marshall-Plan mit sich bringt.
"Hoehere Produktivitaet allein ist jedoch nicht die Loesung zu einer dauerhaften europaeischen Wiedergesundung. Europa muss unter allen ümstaenden einen erweiterten Absatzmarkt fuer sich gewinnen, damit die europaeische Industrie aus
einer Grossproduktion mit niedrigen Kosten Nutzen ziehen kann.
"Das bedeutet,_dass Europa in seinem eigenen Interesse unverzueglich zu einer
wirtschaftlichen Vereinigung gelangen muss, wodurch ein einheitlicher Absatzmarkt
mit 275 Millionen Verbrauchern geschaffen würde, fuer den die europaeische Industrie
und Landwirtschaft wirtschaftlich produzieren und auf dem die europaeischen Erzeuger
und Landwirte frei verkaufen koennten. Nur in einem solchen Rahmen kann Europa zu
einen hoeheren Lebensstandard gelangen."
ECA News Dispatch
CHIKAGOER DRÜCKER BEENDEN IHREN 22 MONATIGBN STREIK
Die Setzer, Mitglieder des Ortsausschusses 16 der Internationalen Typographen
Gewerkschaft (AFL) stimmten in dieser Woche der Beendigung ihres seit dem 24. November 1947 gegen 5 Chikagoer Tageszeitungen andauernden Streik zu.
Der seit 22 Monaten durchgefuehrte Streik zeichnete sich durch ausgedehnte
Gerichtsprozesse hinsichtlich streitiger Eihstellungsbestimmungen aus. Beide Teile
gaben ihrem Glauben Ausdruck, dass der neue Vertrag diese Streitfragen in Uebereinstimmung mit dem Taft-Hartley-Gesetz loesen wird. Nach der neuen Vereinbarung
bleibt der Ortsausschuss 16 der ausschliessliche Verhandlungspartner. Die Mitgliedschaft oder Nichtmitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist nicht mehr bei der Einstellung und waehrend der Dauer der Beschaeftigung massgebend.
Die Typographen Gewerkschaft nahm eine woechentliche Lohnerhoehung von %, 1 0 . —
an, was den Arbeitern der Tagesschicht einen Verdienst von $ 95.50 je Arbeitswoche
von 36£ Stunden gewaehrt.
Es wurde eine Bestimmung in den Vertrag aufgenommen, die eine Wiederaufnahme
von Lohnverhandlungen durch einen der Partner nach dem 15. Juli 1950 vorsieht, und
die nach dem 15. Juli 1951 ausser Kraft tritt. Die Anwendung des photografischen
Schriftbildverfahrene (varitype-photo-engraving), das den Verlagen auch waehrend

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5 -

�des Streiks die Herausgabe von Zeitungen ermoeglichte, ist verboten, sofern nicht
Streiks oder andere Arbeitsniederlegungen stattfinden. Der Typographischen Gewerkschaft wurde die organisatorische Zustaendigkeit fuer die Automaten-Setzer zugestanden. (Automaten-Setzmaschinen sind verhaeltniamaessig neu; das Setzen der
Typen geschieht automatisch.)
U.S. Dept. of Labor, Weekly Labor
News Digest, 21. September 1949
GEWSJK3CHAFTLICH NICHT ORGANISIERTE ARBEITER
BRAUCHEN KEINE BEITRAEGE ZU ENTRICHTEN
Vertragsbestimmungen, nach denen gewerkschaftlich nicht organisierte Arbeitnehmer verpflichtet werden, Abgaben zur "Unterstuetzung der fuer die Arbeitnehmer
als Vertragsverhandlungspartner auftretenden Organisation" zu entrichten, sind
nach dem Dafuerhalten eines Pruefers des National Labor Relations Board der Vereinigten Staaten (Nationale Behoerde fuer .irbeitgeber-.-trbeitnehmer-'.'echselbeziehungen) ungesetzlich.
Die Public Service Gesellschaft in Colorado und die Internationale Gewerkschaft
der Slektro-Arbeiter (AFL) haben nach dem Befund des Pruefers das Taft-Hartley-Gesetz verletzt, indem sie die Entlassung eines Arbeitnehmers wegen Nichtentrichtung
der "Unterstuetzungszahlung" bewirkt hatten. Die als ungesetzlich erkannte besondere Vertragsbestiramung zwang alle Arbeitnehmer, als Teil der Erfuellung des Arbeitsvertrages monatlich $ 2 . — an die Gewerkschaft zu entrichten, obgleich die
Arbeitnehmer nicht verpflichtet waren, der Gewerkschaft beizutreten.
Die Gewerkschaft begruendete die3e Abgaben damit, dass alle Arbeitnehmer,
da sie 3us der Verhandlungstaetigkeit Nutzen ziehen, gewillt sein sollten, einen
Teil der Kosten zu tragen, selbst wenn sie nicht Mitglieder der Gewerkschaft
werden wollen.
U.S. Dept. Of Labor, Weekly Labor
News Digest, 21. September 1949
INTERNATIONALE FACHABTE ILÜKGEN INNERHALB DES
WELTGEWERKSCHAFTSBUNDES.
Einleitung;
Die Errichtung internationaler Fachabteilungen beim Weltgewerkschaftsbund
wurde anlaesslich des zv/ischen dem 30. Juni und 10. Juli in Kailand stattgefundenen
Kongresses der vorerwaehnten Koerperschaft besprochen. Die Aussprache fand am
5. und 6. Juli statt.
Di Vittorio (CGIL), Praesident des Weltgewerkschaftsbundes, hob die Notwendigkeit hervor, Fachabteilungen zu errichten, um den Auswirkungen der Macht internationaler Trusts, die industriezweigmaessig zusammengeschlossen sind, entgegenarbeiten zu koennen. Er fuehrte aus, dass der Vorteil der Fachabteilungen auf der
latsache beruhe, dass sie den Ausdruck der Solidaritaet der i\rbeiterschaft der ganzen Welt auf der Grundlage von Industriezweigen foerdere, wie es bereits im Falle
der Sympathiestreiks der italienischen Seeleute fuer ihre kanadischen Kollegen
zum Ausdruck kam.
Er ruegte die Verzoegerung bei der Bildung der Fachabteilungen des Weltgewerkschaftsbundes vor Januar 1949 zwecks Einbeziehung der der Amsterdamer Internationalen Gewerkschaftsorganisation angeschlossenen Internationalen Fach-Sekretariate auf Betreiben der "Abtruennigen" (Britischer Gewerkschaftsbund, CIO und
Bollaendischer Gewerkschaftsbund). Diese Forderung "der Abtruennigen" haette
dor Weltgewerkschaftsbund unbeachtet lassen sollen, aber der Vorstand des WGB
wollte um jeden Preis seine Einheit bewahren.

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�Nach Di Vittorio's Ausfuehrungen schlug der Weltgewerkschaftsbund im September 1949 die Aufhebung der vom Vorstandsbuero des WGB ausgearbeitete Bestimmung
vor^ wonach die Internationalen Fachabteilungen dem Vorstandsbuero unterstehen
sollten, und man entschied, es den Internationalen Fachabteilungen selbst zu ueberlassen, ihre Statuten unabhaengig vom Weltgewerkschaftsbund auszuarbeiten und sich
entsprechend zu entwickeln. Gleich nachdem die CIO, der Britische Gewerkschaftsbund und der Hollaendische Gewerkschaftsbund ihren Austritt erklaert hatten, nahm
der Weltgewerkschaftsbund seine Taetigkeit auf, um diese Abteilungen zu bilden,
und heute ist die Bildung im besten Werden begriffen.
Drei Fachabteilungen sind vor dem Mailaender Kongress errichtet worden und
weitere werden jetzt gerade gebildet, und zum Jahresende rechnet man damit, dass
zwoelf Fachabteilungen im Rahmen des Weltgewerkschaftsbundes ihre Arbeit aufgenommen ha^en werden.
Die vor Beginn des Mailaender Kongresses errichteten Fachabteilungen.
Im Verlaufe des Mailaender Kongresses erstattete der stellvertretende Generalsekretaer, Gebert, einen Bericht ueber Zusammenkuenfte der Internationalen Fachabteilungen, die bis zum Beginn des Kongresses stattgefunden haben. Er berichtete
ueber die folgenden Sitzungen«
1. Fachabteilung Metall.
Tagungsort« Turin, Italien.
62 Delegierte aus 17 Laendern, die 7.538.700
Mitglieder vertraten, nahmen daran teil.
2. Internationale Fachabteilung Leder und Rauchwaren.
Tagungsort; Qottwaldov (frueher Zlin) Tschechoslowakei.
36 Delegierte und 16 Beobachter aus 16 Laendern,
die 691.760 Mitglieder vertraten, nahmen daran
teil.
3. Internationale Fachabteilung Textll und Bekleidung.
Tagungsort; Lyon, Frankreich.
40 Delegierte und 22 Beobachter aus 11 Laendern,
die 3.115.400 Mitglieder vertraten, nahmen daran
teil.
Aus dem Bericht des Generalsekretaers ging hervor, dass die Internationale
Fachabteilung der Lehrer zwischen dem 11. und 16. August in Warschau, Polen, zusammenkommen werde. Nach dem Bericht wuerde der Organisationsausschuss der Internationalen Fachabteilungen Zusanmenkuenfte der folgenden Fachsparten vorbereiten;
Transport, Landwirtschaft und Nahrung, sowie Post-, Telefon-, Telegrafen- und
Rundfunk - Arbeiter.
Nach dem Mailaender Kongress errichtete Internationale rachabtellungen.
4. Internationaler Seeleute und Dockarbeiter Bund.
Die konstituierende Versammlung des Internationalen Seeleute und Dockarbeiter
Bundes wurde entsprechend dem Beschluss des Mailaender Kongresses des "Veltgewerkschaftsbundes am 15., 16. und 18. Juli 1949 in Marseille, Frankreich, abgehalten.
17 Nationen waren vertreten. Die Delegationen Polens, Jugoslawiens und Chinas
waren nicht in der Lage, daran teilzunehmen, da es ihnen nicht moeglich war, die
erforderlichen Visen zu erhalten. Eine Reihe von Bestimmungen fuer den Bund, ein
Programm und ein Manifest v.-urden beschlossen. Das Manifest war an d ie Seeleute
und Hafenarbeiter der ganzen Vifelt gerichtet und wurde von der Konferenz einstimmig
angenommen. Diese Organisation wird ihren Sitz in Marseille, Frankreich, haben.
5. Internationale Vereinigung der Gewerkschaften der Bau-Holz- und Baumaterial
Arbeiter.
Am 14., 15. und 16 Juli 1949 wurde die konstituierende Versammlung der Inter-

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�nationalen Vereinigung der Gewerkschaften der Bau-, Holz- und Baumaterial - Arbeiter in Mailand abgehalten. Der Vertreter des •Veitgewerkschaftsbundes, Di Vittorio,
richtete eine Ansprache an die Versanmelten. 600 Delegierte aus 15 .Laendern, die
27 nationale Organisationen der betreffenden einzelnen Industriezweige und damit
4.900.000 Mitglieder vertraten, nahmen daran teil. Eine Reihe von internen Bestimmungen wurde angenommen, und zum Sitz der neuen Organisation Twurde Helsinki, Finnland, bestimmt.
EGA European Labor Office, 15. September 1949
DIE EISENAHBEITER
Von J.H. Lyons, Praesident der Internationalen Vereinigung der Bruecken, Eisenbahnund Ziereisen-Arbeiter.
Die Internationale Vereinigung der Bruecken-, Eisenbau- und Ziereisen-Arbeiter
organisiert durch George W. Geary in Chikago im Februar 1896, in einer Epoche, wo
die Arbeitgeber die Gewerkschaftsvertreter, die sogenannten "wandelnden Delegierten"
von der Seite ansahen, und sie in vielen Faellen mieden, als waeren sie Aussaetzige hat im vergangenen halben Jahrhundert einen langen, schweren Weg gehen muessen.
Der Punkt wirtschaftlicher Stabilitaet den Faehigkeiten entsprechend ist nie^
mals von den Eisen-Arbeitern erreicht worden und duerfte auch niemals erreicht
werden, denn dies wuerde "Traumland" bedeuten, aber sie hatten staendige Fortschritte zu verzeichnen, und sie wollten, dass die ganze W*l£ es wusste, dass ihr Streben
niemals nachlassen wuerde.
Der Anfang war schwer
Die ersten Jahre der Taetlgkeit unserer Organisation sind ziemlich verschwommen, da die alten Unterlagen verloren gegangen sind. Als jedoch im Jahre 1901
etwa fuenfzig Delegierte als Vertreter von siebenundzwanzig oertlichen Gewerkschaftsvereinigungen zu ihrer Tagung anlaesslich des fuenfjaehrigen Bestehens der Gewerkschaft zusammenkamen, erkannten sie die Notwendigkeit gedruckter Berichte ueber
ihre gemachten Fortschritte. Sie gruendeten das "Magazin der Brueckenleute" als
das offizielle Organ der Internationalen Organisation, das monatlich herausgegeben
werden sollte.
üaehrend in den Anfaengen aller Gewerkschaftsbewegungen die Arbeiterschaft
mehr oder weniger stuermisch war, erkannten die Eisenarbeiter zur Jahrhundertwende,
dass ein friedfertiges und vernuenftiges Schlichtungswesen fuer Lohnangelegenheiten
und Arbeitsbedingungen die geeignete Methode war, die verfolgt werden sollte. Die
Bisenarbeiter waren mit die ersten, die Vertraege zur Verhinderung von Streiks oder
Aussperrungen gleichviel aus welchem Grunde, aushandelten, die gleichzeitig Vorschriften fuer die Schlichtung aller Streitfaelle enthielten.
Der urspruengliche Mitgliedsbeitrag der Organisation betrug 25jf im Monat.
Im Jahre 1902 wurde dieser auf 400 erhoeht, als auf dem Verbandstag entschieden
wurde, dass die Hauptfunktionaere der Gewerkschaft, fuer die Zeit., die sie im
Interesse der Mitglieder aufwenden, entschaedigt werden sollten.
Zu dieser Zeit war die Finanzlage der Gewerkschaft tatsaechlich unguenstig
und in sehr vielen Faellen waren die internationalen Funktionaere gezwungen, Ausgaben im Dienste der Gewerkschaft aus ihrer eigenen Tasche zu bezahlen.
Zu dieser Zeit arbeiteten die Mitglieder neun und zehn Stunden am Tag», und
sechs Tage in der n.roche fuer 50tf pro Stunde. Einer der ersten Fortschritte, der
der Organisation zu verdanken war, war die Sicherstellung von regulaeren Stundenlöhnen fuer die Leute dieses Gewerbes anstelle von Akkordloehnen, die zur Zeit
des Aufbaues der Gewerkschaftsorganisation weitestgehend vorherrschend waren.

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3 -

�Gleichzeitig wurde der Achtstundentag endgueltig eingefuehrt, ebenso wie der freie
Sonnabendnachmittag und anderthalbfache Bezahlung fuer Ueberstunden.
Arbeit und Arbeitsschutz.
Die verschiedenen Arbeitsklassifizierungen fuer Eisenarbeiter schliessen
ausser den urspruenglichen Bruecken- und Bau- Branchen des Gewerbes die Ziereisenarbeiter, die Fabriken, die Stahlprofilteile herstellen, die von den Eisenbauarbeitern verbaut werden, die Verstaerkereisenleute,die Steinkranleute, die
Takler und die Maschinenschwerarbeiter, die Marine-Takler und Schweisser ein.
In jener Anfangszeit wurde dieArbeit der Eisenarbeiter als die gefährlichste
aller Berufe angesehen, und sie nimmt bis auf den heutigen lag einen Platz an der
Spitze dieser Kategorie ein. Die erschnaekenden Unfaelle jener Tage, als die
Eisenarbeiter noch auf schmalen Eisentraegern auf die im Bau befindlichen Wolkenkratzer hinaufklettern mussten und wo nichts vorhanden war, was einen zehn oder
fuenfzehn Stockwerke tiefen Fall haette aufhalten koennen, stellten die Leute
unseres Handwerkszweiges vor ein weiteres Problem groesster Bedeutung.
Unsere Funktionaere gingen sofort an die Arbeit, um diese Bedingungen zu erleichtern. Mit der faehigen Mithilfe anderer Handwerkszweige, von Arbeitsschutz
Ingenieuren und Versicherungsfachleuten bewogen die Etsenarbeiter schliesslich die
Gesetzgeber der einzelnen Staaten dazu. Sicherheitsvorschriften zum Schutze der
Arbeiter in Kraft zu setzen. In erster Linie wurde ein Bohlenboden fuer jedes
vierte Stockwerk eines Gebaeudes vorgeschrieben, jedoch wurde diese Vorschrift
spaeter dahingehend geaendert, dass nicht mehr als zwei Stockwerke oder eine Maiimalhoehe von 25 Fuss offen beziehungsweise unbedeckt bleiben darf. In *n vergangenen Jahren sind viele andere Sicherheitsvorschriften zum Schutze unserer Leute erlassen worden.
Die Unfall- und Todesrate ist aber immer noch zu hoch, und vermehrte Sicherheitsmassnahmen sind und werden immer das Hauptziel sein, nach dem wir streben.
Ueber einen gewissen finanziellen Schutz gegen diesen beunruhigenden Einfluss
des Zufalls wird von den Anfaengen des Zwanzigsten Jahrhunderts berichtet. Als
das Gewerkschaftsvermoegen einen Stand erreicht hatte, der solche Massnahmen
rechtfertigte, wurden ein Sterbegeldfond sowie ein Altersunterstuetzungsfonds
errichtet. Dies wurde von Jabrestagung zu Jahrestagung verbessert mit dem Ergebnis, dass die Mitglieder der Internationalen Vereinigung der Bruecken-, Eisenbauund Ziereisen- und Arbeiter heutzutage wesentliche Sterbegeld- oder Pensionszahlungen bei Gebrechlichkeit im Alter erhalten.
Vereinbarungen der Gewerkschaften.
Mit an erster Stelle in ihrem Arbeitsprogramm im Interesse der Mitglieder
steht fuer die Funktionaere der Eisen-Arbeiter der Abschluss von oertlichen und
internationalen Vereinbarungen.
Die oertliche Vereinbarung wurde und wird, wie schon ihre Bezeichnung besagt,
zwischen den interessierten oertlichen Gewerkschaftsorganisationen und den in ihrem
Gebiet ansaessigen Arbeitgebern ausgehandelt, die allerdings in jedem Falle von
der internationalen Organisation bestaetigt werden muss. Die internationale Vereinbarung, die jene Arbeitgeber umfasst, deren Geschqeftsbereich auf zwischenstaatlichem Gebiete liegt, hat sich als eine der groessten Wohltaten fuer die
in der Bauindustrie beschaeftigten Arbeitnehmer und Arbeitgeber erwiesen. Allen
interessierten Beteiligten wird voller Schutz gewaehrt, wobei es dem Bauunternehmer gestattet ist, ein wohl durchdachtes und genaues Angebot fuer die von ihm
zu vergehenden Arbeiten herauszugeben, waehrend eine solche Vereinbarung den Ar-

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�beitern dank der in allen Staaten aufgestellten einheitlichen allgemeinen Arbeitsbedingungen die Sicherheit eines fairen Lohnes fuer ihren Arbeitsaufwand gewaehrleistet.
Dank an einen Gewerkschaftsfuehrer.
Es wuerde eine arge Nachlaessigkeit meiner Pflichten bedeuten, wenn Ich bei
dem geschichtlichen Bericht ueber die Taetigkeit unserer Organisation versaeumen
wuerde, dem Presidenten Emeritus P.J. Morrin die volle Ehre, die ihm zukommt, zu
erweisen, denn es war in der Zeit seiner dreissigjaehrigen Praesidentenschaft in
der Gewerkschaft der Eisenarbeiter - von 1918 bis 1948, als er zuruecktrat - dass
unsere Gewerkschaft die groessten Fortschritte erzielte.
Er war es, der in seinem Bekenntsnis zu den Grundsaetzen wahrer Demokratie
fuer die Einrichtung einer Tagungskasse sorgte, die es jeder oertlichen Gewerkschaft ermoeglicht, ohne Ruecksicht auf ihre Groesse oder ihre finanzielle Lage
die ihr zustehende Zahl Delegierter zu jeder Tagung zu entsenden, um ihre Wuensche
zum Ausdruck zu bringen und bei Abstimmungen der Meinung ihrer Auftraggeber Ausdruck zu verleihen. Diese Kasse ist fuer die Deckung der Reisespesen und Tagegelder jedes ordnungsgemaess fuer die Tagungen gewaehlten und berechtigten Delegierten
bestimmt und sie ist stets als Ausdruck des starken Glaubens der Gewerkschaftsleitung an das demokratische Mehrheitswahlprinzip angesehen worden.
Als Kollege Morrin sein Amt als Fuehrer der Eisenarbeiter antrat, bestand
die Mitgliedschaft aus etwa 18.000 Anhaengern, die sich auf 100 oertliche Gewerkschaftsorganisationen verteilten. Der Kassenbestand belief sich auf etwa 100.000$
Heute kann sich die Organisation stolz ruehmen, 100.000 Mitglieder in 300 oertlichen
Gewerkschaftsorganisationen mit einem entsprechenden Kassenbestand fuer sich verbuchen zu koennen.
Kollege Morrin's Ausdauer im Laufe der dreissig Jahre, in denen er Praesident
war, schaffte in den Annalen der Gewerkschaftsbewegung beinahe einzig dastehende
Bedingungen. Achtundneunzig Prozent der Bauunternehmen im gesamten Bundesgebiet der Vereinigten Staaten sind als fair bekannt und beschaeftigen nur Gewerkschaftsmitglieder. Waehrend die Eisenarbeiter es zu gewissen Zeiten tfuer notwendig erachtet haben, das Mittel des Streiks anzuwenden, wurde der Streik niemals
als eines der zur Verfuegung stehenden Mittel angewandt, sondern nur als letzte
Zuflucht. Die Schlichtungspolitik der Gewerkschaft, die vor vielen Jahren so
ausgezeichnet festgelegt worden war, wird zumindest so lange Vorrang gegeben werden wie die gegenwaertige Fuehrung am Ruder ist.
Zukunftsaussichten der Gewerkschaft.
?/aehrend meine eigene Amtstaetigkeit erst von verhaeltnismaessig kurzer
Dauer ist, habe ich ehrgeizige Plaene im Interesse der Eisenarbeiter geschmiedet.
Ich "hoffe, in den kommenden Monaten meiner leitenden Taetigkeit zahlreiche Verbesserungen schafften zu koennen, und ich werde mein Versprechen, das ich dem
Hauptvorstand zur Zeit meiner Y.rahl gegeben habe, einloesen, nichts unversucht zu
lassen, um die wirtschaftliche Lage unserer Mitglieder zu verbessern, solange
ich Hauptvorsitzender bin.
Ich hoffe persoenlich, den Tag zu erleben, wo die Fragen der Organisationagebiete, die fuer viele, viele Jahre ein Hindernis fuer das Wohlergehen des Baugewerbes gewesen sind, freundschaftlich und fair zur Zufriedenheit aller Beteiligter Kreise geloest werden. Ich werde alle mir zur Verfuegung stehenden
Mittel einsetzen, um dieses Ziel zu erreichen.

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�Unseee Gewerkschaft setzt jetzt einen Auftrag, den sie auf unserer letzten
Tagung erhalten hatte in die Tat um. Auf dieser Tagung haben sich die Delegierten
einstimmig dafuer ausgesprochen, eine Regelung fuer die Zahlung von Alterspensionen an alle hauptamtlichen Funktionaere, Organisationeleiter und Arbeitnehmer,
die bei den Hauptverwaltungen angestellt sind, zu erlassen, und ich hoffe, im
Laufe der Zeit eine Anzahl weiterer Verbesserungen fuer die Hitglieder und fuer
unsere Gewerkschaftsorganisation durchfuehren zu koennen.
American Federationist, Juli 1%9
AMERIKANISCHER Gg^EHKSCHAFTSFÜKKTIONASR
BESUCHT ITALIENISCHEN BETRÜBE.
Der Vorsitzende des Community Service Committee der CIO, Irvin Abramon,
berichtete heute, dass die aus von den Vereinigten Bekleidungsarbeitern der CIO
zur Verfuegung gestellten Mitteln in Italien errichtete Bekleidungsfabrik "die
modernsten Einrichtungen besitzt, die ich je gesehen habe, einschliesslich
Jener in Amerika".
Abramon, der in der vergangenen '.'.'oche nach den Vereinigten Staaten zurueckkehrte, nachdem er fuenf VJochen in Italien verbracht hatte, um die in Carrara
gelegene Fabrik beim Aufbau sozialer Einrichtungen zu unterstuetzen, fuegte ergaenzend hinzu, "der Betrieb ist einzigartig, denn er besitzt eine Kantine,
eine Klinik, Erste Hilfe-, Gesundheits- und Vfohlfahrtseinrichtungen, FluoreszensLicht sowie eine Klimaanlage. Die Betriebsanlagen liegen inmitten von Gemuesegaerten und Obstplantagen fuer die Arbeiter." Abramon sagte, dass die fuer
500.000 Dollar erstellte Bekleidungsfabrik aus Mitteln der Bekleidungsarbeiter
der Vereinigten Staaten errichtet wurde, und ausserdem stellte das Community
Service Committee der CIO 29.000 Dollar durch die YüfCA fuer die Durchfuehrung
des YJohlfahrtsprogrammes zur Verfuegung.
Rundfunk-Verlautbarungen des State
Department vom 2U. August 1^9
BODENGEWXBN DER FREIEN GEWERKSCHAFTEN
IN LATEIN-AMERIKA
Die Gewerkschaftsbewegung der meisten latein-amerikanischen Laender sind
frei von kommunistischen Einfluessen, und ihre demokratischen Gewerkschaften machen
ermutigende Fortschritte. Dies wird in einem Bericht von Delegierten der AFL und
der Eisenarbeiter zum Ausdruck gebracht, die von einer Konferenz des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes in Havanna auf Kuba zurueckgekehrt sind.
A.E. Lyon, geschaeftsfuehrender Finanzsekretaer der Vereinigung der Sisenbahn-Gewerkschaftsfuehrer, der an der Konferenz als Delegierter teilnahm, arbeitete
in einem Ausschuss, der ein weitlaeufiges 'Virtschaftsprogramm formulierte, das eine
intensivierte Industriealisierung Latein-Amerikas und den Schutz der Rechte der
Arbeiter verlangt. Diese Empfehlungen sind grundsaetzlich vom Bunde angenommen
worden. Ebenso wurde von der Konferenz eine nachhaltige Mitgliederwerbung zur
Organisierung von Arbeitern in "unentwickelten" Laendern gebilligt, wo die Gewerkschaftsbewegungen noch in den Kinderschuhen stecken.
Es wurd* die Schaffung eines "Menschenrechtstribunals" von den Delegierten
vorgeschlagen, welches Faelle von Einzelnen oder Gruppen behandeln soll, die von
Militaer-Diktaturen verfolgt ;verden, welche in verschiedenen latein-amerikanischen
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�Laendern an der Macht sind. Der AFL wurde eine Anerkennung fuer ihre Anstrengungen zum Schutze der Arbeiter der.Panama-Eanal-Zone gegen Lohn- und Arbeitsplatzzuruecksetzungen ausgesprochen.
Unter den fuer einen Rat gewaehlten Vertretern, die jaehrlich zusammenkommen worden, befinden sich auch Lyon und Roy Brown, Vize-Praesident der Internationalen Vereinigung der Maschinenarbeiter.
Bernada Ibanez, der Fuehrer des Chilenischen Gewerkschaftsbundes würfle v.-iederum zum Praesidenten gewaehlt. Francisco Aguirre, ein kubanischer Gewerkschafts fuehrer, wurde zum Generalsekretaer des Interamerikanischen Bundes
benannt.
U.S. Department
''Jeekly Labor Ne-vs Digest
28. September 1%9

-

llanpov.-er Division
Ol'SGUS, APD 757

( neos, » - )i]o t iAr, oot. u?, l* « )

12 -

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
IM« folgenden Artikal atallaa Auszüge aua dar amarlkaalachaa Praaaa und aadaraa Qaallaa dar und dlaaaa
dar Information dautachcr Radaktanra, dar Gawarkachaltaa, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von dlaaam Material kaaa uneingeschränkt Gebrauch gemacht wardaa.
Weitere Exemplare können koataaloa bei
Office oi Labor Affaira
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert wardaa. Aal Wunsch wardaa dlaaa auch einzelnen Interessenten direkt durch die Poat zugeleite«.
Dar Iahalt dar „Arbeitsmitteilungen" lat nicht ala offizielle Meinung oder Stellungnehme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - %

Berlin, 28. Oktober 1949

IN

H A L T S V B R Z E I C H N I S

Botschaft ueber den europaeisehen Wiederaufbau
an die A.F.L.
Maschinen und Arbeitaplaetze

2
—

4

Carey beschuldigt die Delegierten entgegen den
Anweisungen gestimmt zu haben

7

Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Arbeiterschaft und Arbeitgebern

7

Der Praesident des britischen (Jewerkschaftsbundes
(TdC) Lawther sagte;

10

Beilegung des Dockarbeiter-Streiks in Honolulu

10

Premierminister Attlee sagte - - - - - - - - - - -

11

�BOTSCHAFT UEBER DEN EUROPAEISCHEN WIEDERAUFBAU
AN DIE A.F.L.
Ausführungen des Botschafters W. Avereil Harriman, Sonderbeauftragter der
Vereinigten Staaten in Europa. Verlesen auf der 68. Tagung des Amerikanischen
Gewerkschaftsbundes (A.F.L.) in St. Faul, Minnesota, USA.
Es ist fuer mich eine aufrichtige Snttaeuschung, dass ioh in diesem Jahre
nicht gemeinsam mit Ihnen die grosse Tagung der A.F.L. besuchen kann. Ich hatte
mich darauf vorbereitet, der warmen und herzlichen Einladung des Herrn Presidenten Green zu entsprechen und, genau wie Im vergangenen Jahre, ueber den Ozean
zu kommen, um an Ihrer Tagung teilzunehmen, um Ihnen ueber die Fortschritte des
Europaeischen Wiederaufbau Programms zu berichten. Aber unter dem Druck der sich
schnell entfaltenden Ereignisse bin ich genoetigt, jetzt in Europa zu bleiben.
Heine Botschaft an Sie und an die Millionen amerikanischer Arbeiter, die Sie
vertreten, ist in erster Linie eine persoenliche Wertschaetzung der A.F.L., fuer
ihre so wichtige Initiative und ihre unablaessige Unterstuetzung des Europa-Hilfe
Programms. Ihre Organisation hat bis heute wesentlich zum Erfolg der MarshallPlan-Verwaltung beigetragen. Sie hat den Arbeitern in Europa auch die Versicherung
gegeben, dass die Hilfe der Vereinigten Staaten beim Aufbau Suropas die entschlossene Unterstuetzung der amerikanischen Gewerkschaften geniesst, und dass sie bis
zu ihrem Abschluss mit voller Billigung der Arbeiterschaft durehgefuehrt werden
wird.
Aber das Ausmass Ihrer gewerkschaftlichen politischen Voraussicht ist sogar
noch groesser, denn Sie, die amerikanische Arbeiterschaft, hat in vollem Umfange
die Verantwortung fuer die Zukunft auf sich genommen und unserer Aussenpolitik
auch ueber das Wiederaufbauprogramm hinaus ihre Unterstuetzung gewaehrt.
Fuer die Sicherheit der Welt
Unser Volk hat sich der Aufgabe gewidmet, der Welt Sicherheit zu geben.
Amerika hat sich mit anderen freiheitsliebenden Voelkern zusammengeschlossen,
um dieses Ziel zu erreichen. Um dem Ansturm und dem Druck jener Kraefte zu
widerstehen, die auf Aggression und Zerstoerung der Freiheit aus sind, muss da»
Gebaeude eines anhaltenden Friedens in einer stabilen Welt errichtet werden. Es
kann nur durch die Erzielung wirtschaftlicher Stabilltaet - die nur durch wirtschaftliche Zusammenarbeit der Voelker moeglich ist - erreicht werden, den Weltfrieden dauerhaft zu sichern.
Das Europaeische Wiederaufbau-Programm ist der Schluesselstein im Gebaeude
des kuenftigen Friedens. Wie weit ist es uns gelungen, es zu gestalten und es
in das Vorhaben der Demokratien zur Sicherung der Welt einzubauen.
In den ersten anderthalb Jahren seines Bestehens hat das ERP den teilnehmenden europaeischen Laendern geholfen, sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf herauszuziehen, in den sie durch die Geschehnisse des Letzten Krieges geraten waren und
in dem sie festgehalten wurden. Aber das ERP* hat sogar noch mehr getan als das.
Es hat diesen Voelkern den VJeg zu gegenseitigem Beistand und staendiger Zusammenarbeit gewiesen, ohne die die europaeische Wirtschaft nicht wieder aufgebaut
werden und ohne die Europa niemals gedeihen kann.
Wie sieht es nun mit den noch vor uns liegenden zweiundeinhalb Jahren des
ouropaeischen Hilfsprogramms aus. Kann es Erfolg haben. Ist es ihn wert. Der
Hauptzweck unserer Hilfe beim europaeischen Wiederaufbau ist es, Europa immer
mehr zur Unterstuetzung aus eigener Kraft zurueckzufuehren. Ich vertraue darauf,
dass das Wiederaufbauprogramm dieses Ziel erreichen wird. Und der Masstab seines
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2

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�Erfolges wird der Umfang sein, In welchem Buropa nicht mehr von amerikanischen
Geschenken abhaenglg Ist. Gleichzeitig wird auch der Masstab seines Erfolges
der Umfang sein, In welchem Buropa und Amerika gegenseitig zahlende Kunden
werden.
Buropa muss sich aus eigener Kraft unterhalten koennen
Die Weltsicherheit Ist unmoeglich ohne ein starkes Buropa, das sich selbst
erhalten kann. Buropa kann sein Selbstvertrauen nicht ohne den vollen Umfang
der BOA Hilfe erlangen. Andererseits kann Buropa nicht allein durch die BGA
Hilfe dazu gebracht werden, sich selbst zu erhalten. In desgleichen Masse, wie
die wirtschaftliche Unterstuetzung von unserer Seite verringert wird, muss der
normale gesunde Handel zwischen Amerika und Buropa an Umfang zunehmen.
Die Normalisierung, die wir in der Nachkriegszelt in unserem eigenen Lande
erfahren haben, hat bewiesen, dass sie weit weniger sehmerzhaft war als vorausgesagt und erwartet. Dieser Normalisierungsprozess ist noch nicht ganz beendet.
Aber wir koennen unsere Wirtschaft in Amerika ausreichend staerken und stabilisieren, um in der Lage zu sein, Kraeften der Unausgeglichenheit zu widerstehen, sobald
wir die Bedeutung unserer neuen Stellung in der Weltwirtschaft erkannt haben und
danach handeln.
Der Fortschritt der Stellung Amerika's in der Welt seit dem Ausbrauch des
letzten Krieges entbehrt nicht der Wunder. Wir stehen heute da als ein Volk, das
fast die Haelfte aller auf der Welt erzeugten Gueter produziert. Wenn wir weiter
Fortschritte machen und eine schmerzhafte Krise vermeiden wollen, muessen wir ganz
begreifen, dass diese neue fuehrende Stellung auch neue Verantwortung mit sich
bringt. Wir muessen in weit groesserem Umfange als Je zuvor mit unserem Handel
von der Aussenwelt abhaengen; viel mehr als Je in der Vergangenheit wird das
Anwachsen und die Ausdehnung wirtschaftlicher Taetigkeit in anderen Laendern die
Quelle unserer Beschaeftigung und des Gedeihens in unserem eigenen Lande sein.
Wirtschaftliche Stabilitaet kann in den Vereinigten Staaten nur in einer
stabilen Unweit erzielt werden. Die Stabilitaet der Welt ausserhalb der Vereinigten Staaten haengt von unserer Faehigkeit ab, mit anderen Voelkern auf der
Grundlage der Gegenseitigkeit zu verkehren und Handel zu treiben. Um in der Lage
zu sein, zu exportieren, muessen wir auch importieren. Falls wir diese Verpflichtung versaeumen, muessen wir auch die Folgen eines Zusammenbruchs, der unvermeidlich eintreten wuerde, tragen.
Das HRP ist ein Programm fuer die arbeitenden Menschen
Das Europaeische Wiederaufbau Programm ist immer in sehr weitem Masse auch
ein Programm fuer die arbeitenden Menschen gewesen. Bei der Unterstuetzung der
europaeischen Laender zur Erzielung einer wirtschaftlichen Wiedergesundung aus
eigener Anstrengung heraus hat es die Regierung der Vereinigten Staaten niemals
versaeumt, auf Jene Rolle nachdruecklich hinzuweisen, die die Lohn-Empfaenger bei
dieser Wiedergesundung spielen muessen, auf den Anteil der Arbeiter an dem Mutzen
der Wiedergesundung und auf den Beitrag der freien und demokratischen Gewerkschaften zu den Wiederaufbauplaenen und deren Ausfuehrung. Die Marshall-Plan Verwaltung war nur deswegen in der Lage, erfolgreich BU arbeiten, weil sie auf die
Unterstuetzung von Gewerkschaftlern aus Ihrem Funktionaerkoerper zurueckgreifen
konnte, denen Stellungen mit hoechster Verantwortung innerhalb der Marshall-Plan
Verwaltung uebertragen worden sind.
Einer der lebenswichtigen Dienste, die die Marshall-Plan Verwaltung leistet,
ist die Nachrichtenuebermittlung an die Arbeiter Europas ueber die Lebens- und
Arbeitsbedingungen sowie das "Erachten der Arbeiter in unserem Lande. Ich sehe
diese Erziehung zur 'Wirtschaftsdemokratie als entscheidend fuer ein erfolgreiches

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�Gedeihen einer wahren Demokratie in Europa an. Die Information der Arbeiterschaft
steht an erster Stelle, wem? ein Band der Verstaendigung zwischen Amerika und
Europa geknuepft werden soll. Hiexitn war Ihre Gewerkschaftsorganisation immer
tatkraeftig, - und ich vertraue darauf, dass sie es auch weiterhin bleiben wird,
um auf das Gelingen unserer groesseren Aufgabe hinzuarbeiten, die auf der Anerkennung der Gewerkschaftsbewegung als die dynamische Kraft beruht, ohne deren Antrieb eine Demokratie nicht weiterleben kann.
Die Gewerkschaftsbewegung in Amerika hat sich zu einem vollwertigen Partner
bei der Gestaltung und Ausfuehrung der Aussenpolitlk unseres Volkes entwickelt.
Ich moechte, dass die Welt von der weitreichenden Bedeutung dieser Tatsache weiss
und sie versteht. Und ich moechte Ihnen sagen, wie ausserordentlich dankbar ich
fuer die Art und Weise der Fuehrung der A.F.L. und ihren Beitrag am Aufbau einer
Welt bin, die vor dem Krieg sicher ist, einer Welt, in der der Mensch frei sein
kann.
EGA Labor Information, 20. Oktober 1949
Der nachstehende Artikel von Clinton S. Golden gruendet sich auf eine
Ansprache, die er vor zwei technischen Studiengruppen aus Gross-Britannien
gehalten hatte, die auf ihrer Reise nach den Vereinigten Staaten zum Studium amerikanischer Methoden zur Foerderung der Produktivitaet am 5.. Oktober 1949 in New Tork zusammenkamen. Mr. Golden, ein Veteran der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung, ist einer der beiden Berater fuer Arbeitsfragen '
bei Paul G. Hoffmann, den Administrator fuer den Marshall-Plan.
MASCHINEN UND ARBEIT3PLAETZE
In der Regel sind amerikanische Arbeiter nicht gewillt, mehr Energie aufzuwenden fuer die Erledigung ihrer Arbeit als unbedingt erforderlich, Wo immer
moeglich ueberlassen sie die Last physischer Anstrengungen entweder Maschinen
oder mechanischem Werkzeug. Diese Einstellung hat nicht immer bestanden. Es
trifft ächon zu, dass wir im- Laufe der Entwicklung der Industrie in den Vereinigten Staaten ruecklaeufige Perioden mit ziemlich umfangreicher Arbeitslosigkeit zu verzeichnen hatten. Allgemein ausgedrueckt gab es, wenn solche Perioden
eintraten, ausgedehnte Diskussionen ueber "die Ueberproduktlon, die die Ursache
fuer den Niedergang unserer Industrien sowie die daraus sich ergebende Arbeitslosigkeit ist."
Es ist deshalb ganz natuerlich, dass in den frueheren Perioden unserer industriellen Entwicklung EntsChilessungen von Seiten der Gewerkschaften zum Protest
gegen die Einfuehrung von arbeitssparenden Mitteln erschienen.
Die Einstellung der Arbeiter
Zwei wesentliche Entwicklungen haben stattgefunden, die dazu neigten, ion
durch die Einfuehrung arbeitssparender Maschinen entstehenden Schock zu daempfen
und gleichzeitig die Einstellung der Arbeiter und ihrer Organisationen gegenueber
der Einfuehrung solcher Maschinen zu aendern.
Die erste dieser Entwicklungen ist die verbleitnismaessig neu eingefuehrte
Arbeitslosenversicherung, die die arbeitslosen Industriearbeiter in die Lage versetzt, einen in den einzelnen Staaten verschieden hohen Prozentsatz ihrer vorherigen Bezuege fuer Zeitraeume, die zwischen 26 Wochen und einem Jahr liegen, in
Anspruch zu nehmen.
Die zweite ist die wachsende Erkenntnis auf Seiten der Arbeiter, dass, wenn
auch die arbeitssparenden Maschinen eine voruebergehende Entfernung der Arbeiter
von ihren Arbeitsplaetzen, an die sie sich gewoehnt hatten, zur Folge haben, die
Einfuehrung solcher Ausruestungen auf lange Sicht betrachtet tatsaechlich mehr
Arbeitsplaetze schafft. Dies war zumindest Immer unsere Erfahrung hier in den

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�in den Vereinigten Staaten. Die durch die Einfuehrung der Maschinen neu geschaffenen Arbeitsplaetze werden oftmals in jenen Industrien angetroffen, die diese
Maschinen oder Hilfsmittel herstellen oder reparieren. In vielen Industriezweigen hat es die Einfuehrung staerker mechanisierter Hilfsmittel ermoeglicht, mehr
Ware zu niedrigeren Preisen herauszubringen. Dieser niedrigere Preis hat dann
das Produkt in eine Preisgruppe mit einem wesentlich groesseren Kaeuferkreis gebracht. Wegen dieser erhoehten Nachfrage hat sich dann der betreffende Industriezweig vorgroessert und viel mehr Arbeitnehmer eingestellt als je durch Aufnahme
neuer Maschinen arbeitslos geworden sind.
Maschinen und Schwerarbeit.
Eine dritte.wesentliche Entwicklung ipt mit jenen, die ich oben erwaehnt
habe, verknuepft, Mit dem Anwachsen der Mitgliedschaft in den Gewerkschaftsorganisationen, besonders im vergangenen Jahrzehnt, haben die Arbeiter neues Vertrauen in ihre Faehigkeit gewonnen, wirksam und konstruktiv mit den Arbeitgebern hinsichtlich der Auswirkung solcher mechanischer Hilfsmittel auf ihre Arbeitsplaetze,
Beschaeftigungsgelegenheiten, Loehne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.
Ich moechte noch gern darauf hinweisen, dass die Zahl der in der Industrie
beschaeftigten vollkommen ungelernten Handarbeiter, die koerperliche Arbeit verrichten, bestaendig abgenommen hat, waehrend auf der anderen Seite die Einfuehrung
der Maschinen den Erwerb und die Entwicklung neuer und besonderer Fertigkeiten
in Bezug sowohl auf die Produktion als auch auf die Bedienung der arbeitssparenden oder "Arbeiter ersetzenden" mechanischen Hilfsmittel erforderlich machte.
Die Arbeitsplaetze haben somit die Tendenz bekommen, weniger koerperliche Arbeit
zu beanspruchen, und sie werden damit fuer die Arbeiter und das Maschinenbedienungspersonal interessanter.
Mit all diesem haengt ein sehr wichtiger psychologischer Faktor zusammen.
Das Bedienungspersonal der mechanischen Hilfsmittel erwirbt sich offenbar einen
Sinn fuer persoenliche Befriedigung und vielleicht auch fuer groessere persoenlicht Bedeutung als Ergebnis der Bedienung der mechanischen Hilfsmittel anstelle
der schweren Handarbeit.
Gewerkschaften beguenstigen maschinelle Entwicklung
ljö)ti moechte gern kurz auf die Art und Weise eingehen, in der der Schock
auf die Arbeitsplaetze, der sich in einigen Eaellen aus der Einfuehrung solcher
Hilfsmittel ergibt, behandelt wird. Unsere Gewerkschaften beguenstigen heute
im grossen und ganzen die Einfuehrung jedweder neuer mechanischer Hilfsmittel,
die die Lasten oder die Handarbeit der Menschen erleichtern koennen. Wenn dies
die Entlassung von mehreren niedrig bezahlten ungelernten Arbeitern und die
Schaffung eines Arbeitsplatzes, sagen wir, fuer einen gut ausgebildeten Kranfuehrer bedeutet, koennen Vorkehrungen getroffen werden, um auf dem ueblichen
Wege der Kollektiv-Verhandlungen andere Arbeitsplätze fuer die entlassenen ungelernten Arbeiter zur Verfuegung zu stellen, Auf die Merkmale der Vorschriften
üeber das Dienstalter der meisten Kollektiv-Vereinbarungen wird aus wichtigen
Gruenden Bezug genommen, und sie werden in steigendem Masse zur Loesung derartiger Probleme angewandt.
Ich denke dabei an ei n Unternehmen, das, wie wir es nennen, auf dem Gebiete
der Stahlerzeugung arbeitet und als "veralteter Betrieb" bezeichnet wurde. Die
Betriebsmittel waren veraltet, die Betriebsunkosten waren hoch, und die Firma
hatte vor dem letzten Weltkrieg mit zunehmenden Schwierigkeiten zu kaempfen, um
konkurrenzfaehig zu bleiben und ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Eine allgemeine
Stimmung der Furcht und der Ungewissheit herrschte unter den fast 5.000 Arbeitnehmern. Sie fuehlten instinktiv, dass sich das Unternehmen entweder modernisieren muss oder seine Abnehmer verlieren wird. Seinerzeit konnten sie nicht auf

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�ihre Faehigkeit vertrauen, andere Stellen, besonders innerhalb ihrer eigenen
Gemeinde, in der sie tief verwurzelt waren, zu finden.
Es wurden viel Vermutungen darueber angestellt, was wohl das Unternehmen
in der Zukunft tun wird. Die Geschaeftsleitung sah sich der Notwendigkeit gegenueber, eine endgueltige Entscheidung zu treffen, und zwar entweder a) den Betrieb
zu schliessen und zu liquidieren, oder b) eine Geldanleihe aufzunehmen, um die
Betriebseinrichtungen zu modernisieren. Die erste Alternative waere natuerlich
ein Unheil fuer die Belegschaft gewesen. Die zweite bot die Moeglicbkeit, wenigstens einige Arbeitsplaezte zu erhalten, aber niemand wollte entlassen werden.
Ein Beispiel der Zusammenarbeit.
Nachdem die Entscheidung getroffen worden war, mit der Modernj.sierung der
Betriebsausruestung zu beginnen, drangen die Gewerkschaftsvertreter bei der Betriebsleitung darauf, sie zuerst in's Vertrauen zu ziehen ufid ihnen die Plaene.
der Gesellschaft so weit wie moeglich in's einzelne gehend auseinanderzusetzen.
Als naechstes wurde vorgeschlagen, eine Studie ueber das Alter der Arbeilyiehmer
anzustellen, was vorher noch nie geschehen war - und zwar im Hinblick auf eine
den Tatsachen Rechnung tragende Entscheidung ueber die Zahl derer, die im kommenden Jahre in den Ruhestand versetzt werden sollten, auch wegen ihres Alters. Die
Gewerkschaftsvertreter drangen darauf, dass die Geschaeftsleitung eine Studie ueber
die Fluktuation oder das "Kuendigungsvolumen" anstellt, um auf Grund der Erfahrung
aus der Vergangenheit festzustellen, wie viele Leute pro Jahr aus der Firma ausgeschieden sind. Als Naechstes wurde vorgeschlageil, sobald diese Informationen vorhanden sind, genau auszurechnen, wie viele Arbeitnehmer durch die Einfuehrung der
Ersteinrichtung der neuen Betriebsmittel ausscheiden muesstan.
Soweit ich mich erinnere, wurden endgueltig etwa 70 Leute festgelegt. Nachdem man die voraussichtliche Fluktuation oder das "Kuendigungs-Volumen" festgestellt hatte, wurde mit Hilfe der Gewerkschaft bei der Betriebsleitung darauf
gedrungen, Schulungskurse fuer jene Arbeitsplaetze einzurichten, die durch die
Kuendigungen oder die Fluktuation voraussichtlich frei werden werden.
Alle Arbeitnehmer, die durch die neuen Betriebsmittel ihre Stellungen verlieren sollten, konnten bei der Firma bleiben, vorausgesetzt, dass sie sich der
erforderlichen Schulung unterziehen wuerden, um dann andere Arbeitsplaetze auszufuellen, sowie sie frei werden. Die Kosten fuer die Lohnzahlungen an diese
Arbeiter sowie die Kosten fuer ihre Ausbildung sollten dem gleichen Konto wie die
Anschaffung und Aufstellung der neuen Betriebsmittel belastet\werden.
Dieser Plan wurde in die Tat umgesetzt mit dem Ergebnis, dass die Firma
ihre Betriebsmittel modernisierte und dabei nicht nur in der Lage war, ihre
Betriebsunkosten zu reduzieren sondern darueber hinaus noch ihr Betriebavolumen
zu vergroessern. Waehrend natuerlich der letzte Krieg issauf nicht ohne Einfluss
blieb, ist die Firma heute noch im Geschaeft, und sie, beschaeftigt jetzt eine
groessere Zahl von Arbeitern als je zuvor in ihrer GeBchichte.
Der Fall kann nicht verallgemeinert werden. Vielmehr ist er eine dramatische Illustration dessen, was durch gemeinsame Anstrengungen der Betriebsleitung
und der Arbeiterschaft erreicht werden kann. Der springende Punkt ist jedoch
folgender* Derartige Plaene zur Begegnung von Erschuetterungen, die sich durch
neue arbeitssparende oder Arbeiter ersetzende Maschinen ergeben, sind immer und
koennen auch von beiden direkt daran interessierten Parteien gemeinsam aufgestellt werden, und sie haben dazu gedient, die Einstellung der Arbeiter zu der
Einfuehrung solcher Betriebsmittel zu aendern.
Leistungsfaehigkeit und Betriebsgroesse.
Noch ein letzter Punkt, bey&lt;yr ich schliesse.

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Ich bin etwas besorgt um die

�von einigen unserer Besucher gewonnenen Eindruecke, dass die amerikanischen
Massenproduktionsraethoden die Errichtung riesiger Fabriken und fuerchterliche
Ausgaben fuer Anlagegueter erforderlich machen. Das ist nur teilweise, aber
nicht ganz richtig.
Die Anwendung der Grundsaetze der Massenproduktion erfordert in erster Linie
einen Umbau der Organisation sowie der Wechselbeziehungen zu den Arbeitern, um zu
allgemeinen Anstrengungen zu kommen. Es schliesst auch die Aufgabe alter Praktiken und Methoden ein, wobei der Arbeiter unmittelbar mit dem erzeugten Produkt in
Verbindung gebracht wurde. In einer Massenproduktion ist niemand durch sich selbst
unmittelbar mit dem Endprodukt verbunden, sondern es hat vielmehr jeder einzelne
seinen Beitrag auf dem Wege bis zur Fertigstellung zu leisten.
Es ist nicht erforderlich, gigantische Fabrikanlagen zu errichten spwie
fuerchterliche Investierungen vorzunehmen, um diese Grundsaetze in jedem Falle anzuwenden. Sie sind schon immer auch in kleinen Holzbearbeitungsbetrieben in den
Vereinigten Staaten, die nur fuenf Leute beschaeftigen, angewandt worden. Die
Einfuehrung und Anpassung dieser Grundsaetze an das erzeugte Produkt hat bei
uns in den Vereinigten Staaten eine wesentliche Erhoehung des Ausstosses mit sich
gebracht. Es sprechen alle Gruende dafuer, davon ueberzeugt zusein, dass, wenn
die gleichen Grundsaetze auch in der europaeischen Industrie angewandt werden,
sie aehnliche Ergebnisse zeitigen werden.
ECA Labor Information
CAREY BESCHULDIGT DIE DELEGIERTEN ENTGEGEN
DEN ANWEISUNGEN GESTIMMT ZU HABEN.
James B. Carey, Fuehrer des rechten Fluegels der Vereinigten Elektro-Arbeiter
(CIO) und Sekretaer fuer das Finanzwesen des CIO erklaerte am 27. September, dass,
wenn die Delegierten auf der Tagung der Gewerkschaft der Vereinigten Elektrizitaetsarbeiter gemaess den Anvreisungen gestimmt haetten, die ihnen von ihren Ortsausschüssen erteilt worden waeren. Nach Aussagen von Carey haben die oertlichen Gewerkschaftsorganisationen in Lynn, Massachusetts, Dayton, Ohio, Beschwerden gegen
ihre Delegierten eingebracht, weil sie nicht in Uebereinstimmung mit den ihnen erteilten Weisungen gestimmt haben. Von anderen Ortsausschuessen wird erwartet,
dass sie diesem Beispiel folgen werden. "Eine solche demokratische Aktion der
Mitglieder erbringt den Beweis dafuer, was wir immer vermutet haben, naemlich»
dass sdie von den Kommunisten beherrschte Fuehrung tatsaechlich nicht die Mitgliedschaft unserer Gewerkschaft vertritt," sagte Carey.
Wir wissen, dass diese Art eines militanten Ausdrucks der Mitgliedschaft
die Ungereimtheit der Ansprueche des linken Fluegels klar herausstellt, die Mitglieder der Gewerkschaft der Vereinigten Elektro-Arbeiter zu vertreten, und wir
sind gewiss, dass diese die Totenglocke fuer den komunistischen VJuergegriff ist,
der sich in den letzten 8 Jahren um die Vereinigten ELektizitaetsarbeiter gelegt
haette.
U.S. Department of Labor
T
.'eekly Labor News Digest
28. September 1949
DIE BEDEUTUNG DER ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN ARBBITERSCKAFT
UND ARBEITGEBERN
Die folgenden Absaetze sind aus einem kuerzlich erschienenen Buch ueber
"Zusammenarbeit zwischen Arbeiterschaft und Arbeitgebern" wiedergegeben, das
von dem frueheren Gewerkschaftsfunktionaer E.J. Le^er und einem Industrie-

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�Ingenieur namens Francis Goodell verfasst wurde. In der Einleitung diskutieren
sie die Forderung des modernen Zeitalters nach erhoehter Produktivitaet. Sie
lenken die Aufmerksamkeit auf die klar ersichtliche Tatsache, dass die Produktion nur durch gemeinsame Anstrengungen der Arbeitgeber und der Arbeiterschaft
erhoeht werden kann. Das Folgende ist ihrem Buch entnommen:
Gewerkschaften in einer entwickelten Umwelt.
Jener lang anhaltende Druck auf die Lohniempfaenger er^ab eine gewaltige
Ausweitung der bestehenden Gewerkschaften und bezeichnenderweise auch das schnelle
Anwachsen eines neuen Typs von Gewerkschaftsorganisationen, die sich auf dem Grundsatz der Betriebsgewerkschaft gruenden. In den letzten 15 Jahren wuchs die Mitgliederzahl der amerikanischen Gewerkschaften auf fast 15.000.000 an.
Bis jetzt haben die organisierten Arbeiter viele Lehren erhalten, die den
Weg zu besserer Gemeinschaftsarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeiterschaft ebneten. Wichtig ist die Tatsache, dass sie viele Jahre gebraucht haben, um zu
lernen, als Kitglieder einer einzigen Betriebsorganisation fuer ein gemeinsames
Ziel zusammenzustehen. Eine weitere Tatsache ist ihre Erkenntnis der praktischen
Torteile, neue Wege zur Vereinfachung der Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern
und Arbeiterschaft zu finden.
Fuer unseren Zweck lassen wir den durch die Nachkriegsverhaeltnisse geschaffenen wirtschaftlichen Druck auf die Arbeiter ausserhalb der Diskussion. Die hoeheren Lebenshaltungskosten und hoehere Lohnforderungen werden dahingehend anerkannt,
dass sie eine Beziehung zu den Problemen des LohÄempfaengers haben. Diese liegen
auf dem Gebiete der Kollektiv-^Verhandlungen, bei denen die Regierungspolitik jetzt
eine wichtige Rolle spielt. Aber hier wollen wir uns auf die Betrachtung dessen
beschraenken, was der Arbeitgeber und die Arbeiter innerbetrieblich tun koennen.
Hier koennen sie nicht nur die Produktion erhoehen, sondern sie koennen dabei auch
viele ihrer ^schwierigen" Probleme loesen, deren Loesung heute irrtümlicherweise
irgendwo anders gesucht -wird.
Was die Betriebsleitung allein nicht erreichen kann
Die Arbeiter sehen oftmals Gelegenheiten zur Verbesserung ihrer Arbeitsmethoden, die die Betriebsleitung vielfach nicht allein sehen kann. Obgleich der
Arbeiter mit vielen Froblenen der Betriebsleitung bei der Inganghaltung des Be
triebes als ganzes nicht vertraut ist, ist die Leitung eines Betriebs doch zu
weit entrueckt, um die einzelnen Schwierigkeiten am Arbeitsplatze eines Arbeiters
richtig zu ermessen. Und da sich der Produktionsvorgang aus unzaehligen Sinzelvorgaengen zusammensetzt, die alle fest miteinander verbunden sind, ergibt die
staendige Beachtung eines jeden Vorganges eine gewaltige Zeitersparnis und Qualitaetsverbesserung. Wenn deshalb die Faehigkeit der Betriebsleitung, den Betrieb zu leiten, und die Faehigkeit des Arbeiters, besser zu arbeiten, miteinander verbunden werden, werden sie gemeinsam viele neue './ege entdecken, beide Aufgaben mit einem staendig abnehmenden Energieaufwand zu erfuellen.
Da es nur natuerlich ist, Zeit fuer das Nachdenken ueber sein Aufgabengebiet zu verwenden, ist es fuer viele Arbeiter ebenso natuerlich, zu erkennen, dass
in1 ihren Betrieben die Produktion materiell erhoeht werden kann. Jeder Arbeiter
v;ird, wenn er gefragt wird, wie sie zu vergroess3rn waere, viele Gruende fuer die
Fehler angeben, von denen er glaubt, dass die Betriebsleitung groesstenteils
defuer verantwortlich sei.
Die Betriebsleitung erkennt auch, dass eine hoehere Erzeugung moeglich ist.
Sie nimmt oftmals wesentliche Unkostensenkungen durch verbesserte Ausruestungen
und andere Massnahmen vor. Da die Betriebsleitung aber oftmals durch Beanspruchung
ihrer Zeit und Energie belaestigt wird, versucht sie in ihren menschlichen Wechsel-

8

-

�beziehungen haeufig vertraute und fadenscheinige Mittel anzuwenden, die eher
einen Bruch als Zusammenarbeit aufzurichten geeignet sind, wodurch es unmoeglich
gemacht wird, dass die Produktion ihr volles Potential erreicht. Zu oft versucht eine Betriebsleitung alles, nur nicht die Kunst, jedermanns guten 7'illen
auf das eine Ziel der hoeheren Produktion zu lenken
Die gesamte Industrie ist Jetzt verpflichtet, sich auf das Froblem der
Schaffung des Geistes der Zusammenarbeit zu konzentrieren. Die Betriebsleitung
ist nicht einfach nur der Verwalter des Betriebes. Ihre Gebaeude und Maschinen
koennen ohne zusammenarbeitende Menschen nichts erzeugen • Maenner und Frauen mit
Hirnen zum Denken, Augen zum Sehen, Haenden zum Schaffen und Herzen zum Vertrauen
und Fuerchten. Die Arbeiter produzieren besser, wenn sie bei der Erfuellung ihrer
Aufgaben gelenkt und gefuehrt - und nicht befohlen - werden.
Betriebsleitung plus Gewerkschaftsfliehrung
Wir koennen Maschinen und Fabriken entwerfen, aber wir koennen keine Menschen
entwerfen. Alles, was wir tun koennen, ist, die Menschen so zu nehmen, wie wir
sie finden, und daraus das beste zu machen, was wir koennen. Einen grossen Kreis
von Menschen unter einem Dach zusammenarbeiten zu lassen und aus ihren gemeinsamen Anstrengungen das groesstmoegliche herauszuholen, ist noch keine Wissenschaft,
Es ist eine Kunst, die sich einige Betriebsleitungen und einige Gewerkschaften zu
eigen gemacht haben. Und die Erfahrung beweist, dass, wenn man diese Kunst erst
einmal beherrscht, sie sich auch durch erhoehte Produktivitaet bezahlt macht.
Die Gewerkschaftsfuehrung ganz gleich auf welcher Ebene, ist grundsaetzlich
abhaengig vom guten 'Tillen ihrer Mitglieder. Im Gegensatz zu manchem volkstuemlichen Glauben besteht ein betraechtlicher demokratischer Geist innerhalb der
meisten Gexverkschaften und bei der Beteiligung an der gewerkschaftlichen Arbeit.
Die Arbeitgeber wundern sich manchmal darueber, warum ihre Arbeitnehmer - die
vermutlich nur durch Zwang und durch die Anziehungskraft des Lohnes bei ihrer
Arbeit gehalten werden - freiwillig so viel Zeit fuer die Arbeit fuer ihre Gewerkschaft opfern. Was befriedigt einem Mann so sehr bei einer Gewerkschaft,
dass es ihn sogar von seiner Familie fernhaelt, obgleich es manchmal sogar einen
Verlust seines persoenlichen Einkommens nach sich zieht. Das Mysterium liegt
hauptsaechlich im Freiwerden persoenlicher Wuensche, aufgespeicherter Energien
oder schoepferischer Kraft, die dann auf einem selbst gewaehlten 7Jege ihren Ausdruck finden
Hier ist eine klar ersichtliche Pruefung. Eine imaginaere Gewerkschaftsfuehrung hat die grosse Macht der freiwilligen Gruppenarbeit vor Augen gefuehrt.
Die Gewerkschaften koennen ohne diese nicht bestehen. Auch die Betriebsleitung
kann es nicht - obgleich sie den Lohn zahlt. Diese Parallele des Strebens der
Unternehmer und der Gewerkschaften nach groestmoeglicher Mitarbeit der Gefolgschaft ist wichtig, da es beide notwendigerweise mit den gleichen Arbeitern zu
tun haben. Wenn die Aufforderung positiv gehalten wird, - durch Aufforderung
zu voller Beteiligung - wird auch der Widerhall positiv - und produktiv - sein.
Wenn die Aufforderung negativ ist oder nicht aus vollem Herzen kommt, ist der
Widerhall fast immer ebenso negativ. Die Aufforderung entscheidet ueber die Art
des Widerhalls.
Wie «erden die Fuehrer der Arbeiterschaft und der Unternehmer dieser Forderung gerecht werden. Werden die Unternehmer und die Arbeiterschaft den Kampf um
ein paar Cents in der Stunde in einer Atmosphäre xveiterfuehren, wo jeder nur das
gibt, was er muss, waehrend das Froduktions-Volumen auf seinem alten Stande

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�bleibt. Oder werden sie eine Gemeinschaftsarbeit entwickeln, um die Produktion
zu foerdern und an einem schoepferischen Wohlstande teilzuhaben.
Labor-Management Cooperation
Seite 2 - 5
Harper &amp; Bro. 1948
DER PRAESIDENT DBS BRITISCHEN GEWERKSCHAFTSBUNDES
(TÜC) LAWTHBR SAGTE;
Wir muessen gegen den Missbrauch der Waffe des Streiks auf der Hut sein.
Sie Ist in den vergangenen Tagen immer die staerkste Waffe unter den gewerkschaftlichen Kampfmitteln gewesen, wenn «*e unter gewerkschaftlichem Binfluss
fuer klar definierte wirtschaftliche Zwecke gefuehrt wurde*
Die Gewerkschaften sind immer dann gezwungen worden, die Waffe des Streiks
zu verwenden, wenn ihnen kein anderer Weg offenstand, das ihnen zugefuegte Unrecht zu beseitigen. In kuerzlichen Streltfaellen Ist jedoch das Mittel des
Streiks missbraucht worden. Es wurde in unverantwortlicher Weise angewandt,
wo kein wirkliches gewerkschaftliches Interesse, das Fragen der Loehne oder
Arbeitsbedingungen beruehrte, zur Debatte stand. In unserer Gewerkschaftspc—
litlk und Praxis ist nun die Zeit gekommen zu sagen, dass wilde Streiks als
ungesetzlich behandelt werden muessen.
Die gewerkschaftliche Disziplin muss gegen Jene zur Geltung gebracht werden, die wlMb Streiks foerdern, organisieren oder fuehren. Jene, die sie recht'fertlgen und die sich an ihnen beteiligen, haben sich eines schweren Verrats an
den wirklichen Interessen der Arbeiterschaft schuldig gemacht.
Es ist wider den gesunden Menschenverstand, wenn wir als Bewegung eine
wirtschaftliche und soziale Politik unterstuetzen wuerden, die auf die Erhaltung
der Vollbeschaeftigung abzielt sowie auf eine staendlge Verbesserung der Loehne
und Arbeitsbedingungen durch erhoehte Produktivitaet und groessere Leistungsfaehigkeit bei der Leitung und Fuehrung der Industrie, und wenn wir da)nn gleichzeitig gewissenlose Stoerungen des ordentlichen Produktionsprozesses dulden
wuerden.
Labour, Oktober 1949
BEILEGUNG DES DOCKARBEITER-STREIKS DT HONOLULU
Die Dockarbeiter in den Haefen von Hawaii stehen seit dem 1. Mai 1949
im Streik. Bis vor kurzem ist es den Vermittlern der amerikanischen Regierung
nicht gelungen, zwischen dem Internationalen Verband der Hafen- und Speicherarbeiter (3XWÜ), der dem CIO angeschlossen ist, und den Schiffahrtsgesellsohaften eine Einigung herbeizufuehren, Von Seiten der Gewerkschaft ging es bei dem
Streit um eine Forderung auf Lohnerhoehung. Die Arbeitgeber hatten das Bestreben
bei den Streitfall den Kommunismus in den Vordergrund zu schieben, da von
Harry Bridges, der Fuehrer des IL'VU, behauptet wird, er sei Kommunist.
Es Ngelang den Arbeitgebern, die Regierung von Hawaii dahingehend zu beeinflussen, dass ein Notstand proklamiert wurde, so dass also Notstandsarbeiter,
die von der Regierung beschaeftigt werden, eine Anzahl Schiffe be- bzw. entlud.
Die groesste Bedeutung des Streiks lag darin, dass die Erzeugnisse Hawaiis,
hauptsaechlich Ananas und Sucker, nicht befoerdert wurden.
So wurde der Streik beigelegt
Am 23. Oktober teiltan die Arbeitgeber und die Gewerkschaft dem Gouverneur

-

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�von Hawaii mit, dasS eine Yerstaenfligung erzielt vrorden sei. 6 Arbeitgeber
und die Gewerkschaft hatten sich geeinigt. Eine siebente Firma verhandelte
noch mit der Gewerkschaft ueber eine Frage von sekundaerer Bedeutung. In
der Benachrichtigung an die Regierung hiess es, "die Massnahmen der Regierung
sollten eingestellt und die Geschaeftsraeume, Werkstaetten und Anlagen, die
besetzt worden waren, sollten den Firmen zurueckgegeben werden."
Die Bedingungen des Abkommens
Die allgemeinen Bedingungen des Abkommens in dem 1 Million Dollar-Streik
wurden am 6. Oktober von Harry Bridges, dem Praesidenten der H.MT und den Gesellschaften verkuendet. Es wurde eine Erhoehung des Stundenlohns um 14 4
auf $ 1.54 pro Stunde fuer die gewerkschaftlich organisierten Hafenarbeiter
in Hawaii verlangt zuzueglich einer weiteren Erhoehung von 7 4 pro Stunde ab
naechsten 1. Maerz. Der augenblicklich in Kraft befindliche Vertrag wurde
his zum 15. Juni 1951 verlaengert. Damals ( am 6. Oktober) wurde erklaert,
dass die Steuer nicht wieder an ihre Arbeit gehen wuerden, bis nicht die
sogenannten "Rand",fragen in den Aussenhaefen geklaert seien.
"Bei diesen Fragen ( fringe issues) handelt es sich um einen Lohnsatz
fuer zeitweilig beschaeftigte Stauer waehrend der Zeit, da sie nicht auf
den Schiffen gearbeitet hatten und fuer die Arbeiter in den Aussenbezirken
der Stauergesellschaften. Der Satz hierfuer wurde mit einer Erhoehung von
8 4 pro Stunde fuer mehrere Hundert Leute (Arbeiter) festgelegt.
Ein aus 8 Punkten bestehendes Memorandum, das heute ( 23. Oktober )
unterzeichnet wurde, sieht vor, dass die Steikenden ohne Benachteiligung fuer
sie wiedereingestellt werden, und umfasst ruecjcwirkende Zahlungen fuer die
Zeit vom 1. Maerz zum 29. Juni dieses Jahres....Der Gouverneur wird auch
eine Proklamation erlassen, aus der hervorgeht, dass der Notstand fuer
beendet erklaert wird, bevor die Gewerkschaft die Arbeit wieder aufnimmt.
"Etwa 900 nicht organisierte Stauer, die von der Territorialregierung
angeworben worden waren, um auf den Schiffen zu arbeiten, werden ihre Taetigkeit einstellen. Sie wurden z.Zeit auf Grund des Dockbesetzungs-Gesetzes
eingestellt, dass von der Gesetzgebenden Eoerperschaft Hawaiis in einer Sondersitzung erlassen worden war."
"The New York Times" 24. Oktober 1949
PREMIERMINISTER ATTLEE SAGTE»
Ich glaube nicht an eine Lohnkuerzung als Mittel fuer eine Mostensenkung,
aber gleichsam ist es noetig anzuerkennen, dass Lohnerhoehungen, die nicht
durch eine Erhoehung der Produktion gerechtfertigt sind , unsere Moeglichkeiten einer schnellen Ueberwindung unserer Schwierigkeiten schwer beeintraechtigen wuerden.
Erhoehte Forderungen nach Geldzahlungen gleich welcher Art fuehren,
wenn nicht auf der anderen Seite eine groessere Menge von Guetern vorhanden
ist, um diesen Forderungen zu begegnen, geradewegs auf eine Inflation mit
allen ihren Folgeerscheinungen zu.
Ich moechte gern im besonderen die Aufmerksamkeit auf einen Punkt lenken.
Es besteht die Gefahr, dass, wenn Lohnerhoehungen fuer einen Kreis von unterbezahlten Arbeitern gewaehrt worden sind, sich daraus Forderungen von jenen
ergeben, die sich bisher hoeherer Loehne erfreuten, um ebenfalls eine Erhoehung

-

11

-

�zu erhalten, um damit die bisherige Differenz zwischen ihnen und den niedriger
bezahlten Arbeitern aufrecht zu erhalten. Fuer meine Begriffe ist dies eine
"schlechte Wirtschaftspolitik und eine schlechte soziale Moral, und ich hebe
diesen Punk t der sozialen Moral deswegen hervor, weil unsere Gewerkschaftsbewegung eine ethische Grundlage besitzt. Wir versuchen staendig von der alten
Balgerei um wettbewerbsmaessiger Vorteile willen, fortzukomman.
Labour, October 19kh

-

Manpower Division
OMGUS, APO 757

IMCOO. 9 - J2&lt;K. lAr, IOT. U9, 1&gt; X)

12

-

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artlkal stellen Auszüge aua dar amarlkaalachea Preaaa uad anderen Qaallaa dar aad dienen
dar laformatioa deutacher Radaktaura, dar Gawarkachaftaa, Gewerkachaftaachulaa aad daraa Mitgliadar.
Voa diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Offica ol Labor Affaira
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einreinen Interessenten direkt durch die Poat zageleitet.
Dar Iahalt dar „Arbeitsmitteilungen" lat alebt als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amarlkaalachea
Militärregierung, noch irgendeiner Dienatstelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

II - 35-36

Frankfurt, 11 November 1949
INHALTSVERZE1CHN

I S

CIO macht s i c h von Kommunisten f r e i - - - - - - - - - - - - _ _ _ _
Der Kalte Krieg gegen d i e f r e i e Gewerkschaftsbewegung . . . .
Bericht an den amerikanischen Gewerkschaftabund ueber d i e
Gewerkschaftsbewegung i n Deutschland
P r o t e s t des AFL ueber d i e Demontage i n Dai tschland

2
4

5
9

Arbeiterschaft
und europaeischer
Wiederaufbau - - - - - - - - - - - 1 2
Geluebde der Arbeiter
Ungarns
17
Geht Amerika neuen Arbeitskonflikten entgegen? - - - - - - - - - - 18
Kommunismus und Arbeiterschaft in den Malaienstaaten
-------19
Kommunistischer Druck auf die Gewerkschaften Russlands - - - - - - 20
Mehr Urlaub in den Vereinigten Staaten - - - - - - - - - - • . . . 21
Genossenschaftsbewegung in England
- - - - - . - . - - - - - . . . 2 3

Mitglieder (In Millionen)
1

18 tm
14
12

*

*^*

ENTWICKLUNG DER GE.VERKSCHHFTSBEflBGUNG IN DEN VEREINIGTEN
STAATEN WAEHREND EINES HALBEN
JAHRHUNDERTS, VON
1897 BIS 1947

J

10
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1897 1900 1905 1910 1915

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1,

1920

1925

1

1

1930 1935 1940 1945 1950

Obige Skizze zeigt die Zahl der Mitglieder der zwei Hauptgewerkschaftsverbaende, American Föderation of Labor (AFL) und Congress of lndustrial
Organization (CIO; sowie mehrerer unabhaengiger Gewerkschaften, wie z.B.
der Vereinigten Eisenbahner, Berg-, Maschinenarbeiter u.a.
Amt fuer Arbeitsstatistik
U.S. Arbeitsministerium

- 1-

�CIO MACHT SICH VON KOMMUNISTEN FREI
Als der Gewerkschaftsbund (CIO) auf seiner Jahresversammlung in Cleveland in der ersten Novemberwoche seinen festen Entschluss zum Ausdruck brachte,
die Organisation von kommunistischen Elementen zu saeubern, bedeutete dies
selbst fuer die Kommunisten in dem CIO keine Ueberraschung. Philip Murray,
der Fraesident der CIO« hatte bereits angekuendigt, dass sich die Mehrheit
der CIO-Fuehrer darueber einig waren, dass "das kommunistische Programm fuer
die amerikanische Arbeiterschaft ein Programm der Zersetzung ist." Man war
waehrend der letzten zwei Jahre oft bemueht, den verschiedenen, der CIO angeschlossenen Verbaenden zu helfen, sich von kommunistischem Einfluss frei
zu machen« Dies gelang einigen, aber nicht allen. Die kommunistischen
Minderheiten sassen bereits zu fest im Sattel.
Am 2. November handelte die CIO Jahresversammlung, indem sie den Verband
der Vereinigten Elektrizitaetsarbeiter (UE), eine Organisation von 450*000
Mitgliedern, ausstiess. Dieser Verband steht an der Spitze von mehreren CIO
Gewerkschaften, von denen man sagt, dass sie unter kommunistischem Einfluss
stehen« Die anderen Verbeende sind bedeutend kleiner. Zusammen zaehlen die
links-gerichteten Gewerkschaften eine Mitgliedschaft von etwa 650,000.
Warum der CIO so handelte
Auf der Jahresversammlung des CIO im Jahre 1946 brachte Praesident Murray
eine Resolution ein, die von einem Sonderauaschusa des CIO ausgearbeitet werden
war. Vir geben den Hauptpunkt dieses Beschlusses wieder, der mit grosser Mehr»
heit angenommen wurde: "Wir, die Delegierten der Achten Konstitutionellen Jahresversammlung des CIO, verurteilen und verwerfen ßemuehungen der Kommunistischen
Partei oder anderer politischer Parteien und ihrer Anhaenger, die den Zweck
haben, sich in Angelegenheiten des CIO einzumischen. Durch diese Konvention
sollen alle davon-unterrichtet werden, dass wir eine derartige Einmischung
nieht dulden werden."
Diesem Beschluss felgten eine Reihe von Handlungen seitens fuehrender
CIO Funktionaere. Funktionaere, die unter dem Verdacht standen, Kommunisten
oder auch nur Freunde dieser Bewegung zu sein, gaben ihre Stellungen bei dem
CIO auf. Unter diesen tritt besonders Lee Pressman hervor, der Hauptrechts«
berater bei der CIO gewesen war«
Waehrend der Jahre 192,7 und 1948 wurde in der Nationalen Seeleutegewerkschaft um die Macht gekaempft. Diese vorher kommunistisch beherrschte Gewerkschaft von Seeleuten ist schliesslich von deren Einfluss bereinigt werden.
Ebenso erfolgte in den Jahren 1947 und L%8 die sensationelle Befreiung
des Automobilarbeiterverbandes von kommunistischem Einfluss. Unter der Fuehrung
von Walter Reuther ist diese Organisation mit 1 Million Mitgliedern nun fuehrend
an dem Saeuberungsprogramm des CIO beteiligt« Dieser Verband ist auch 1948
hindurch aktiv gewesen und hat spaeter verschiedene Gewerkschaften aufgenommen,
die sich vom kommunistisch beherrschten LJE zurueckgezogen hatten. Diese Taetigkeit einer Gewerkschaft, die darin besteht, Mitglieder einer anderen anzuwerben,
nennt man "Invasion."
Die Transportarbeitergewerkschaft war ebenfalls als kommunistisch beeinflusst entlarvt worden« Der Kampf um die Macht war erbittert, doch die Kommunisten verloren 1948 auf der ganzen Linie.
Wahjerflebnlsse fr Jahre j%Q
Im Januar 1948 nahm die exekutive Koerperschaft des CIO zu zwei Hauptproblemen Stellung; aj die Opposition4er Fortschrittspartei gegenueber, die
unter der Fuehrung von Henry Wallace stand, der von allen Kommunisten unterstuetzt wurde; und b) die Unterstuetzung des Marshall-Plans zum europäischen
Wiederaufbau. Diese Beschluesse wurden von allen Verbaenden des CIO gebilligt
und unterstuetzt, mit Ausnahme der kommunistisch gefuehrten. Dieser Politik
des CIO zum Trotz, unterstuetzte die kommunistische Fuehrerschaft Wallace in
offener Weise und widersetzte sich laut laermend dem europaeischen Wiederauf- 2 -

�bauprogramm. Als sich der CIO oeffentlich fuer die Wiederwahl Praesident
Trumans entschied, richteten die kommunistischen Arbeitsfuehrer einen Schwall
persönlicher Angriffe gegen Praesident Murray und andere CIO Fuehrer.
Tn—a wurde am 2. November gewaehlt. Am 22. November sagte Praesident
Murray in seiner ixoeffnungsansprache vor der Jahresversammlung des CIO in
Portland, Oregon: "Es i s t eine endgueltig feststehende Tatsache, dass die
Kommunistische Partei vor ungefaehr zwei Jahren beschloss, unter Ausuebung
a l l ihrer Macht Praesident Truman zu vertreiben. Es war ihnen gleichgueltig,
ob Dewey oder der Teufel gewaehlt werden waere. . . . Wenn ein kommunistischer
Arbeitsfuehrer in der CIO nach jahrelangem Amt bewiesen hat, dass er nicht
faehig i s t , Nichtorganisierte zu organisieren, dann s o l l t e er aus Gerechtigkeit gegenueber dem Volke abtreten."
Murray fuehrte ferner in dar Konvention apaeter noch aus: "Ich war in
den letzten 12 Monaten Zeuge des traurigen Schauspiels entwuerdlgender Denkungsa r t , das sich in den Versammlungen des CIO bot. Die Anhaenger der sowjetrussischen Weltanschauung haben noch kein einziges Mal auf einer Exekutivversammlung
oder in einer Konventionshalle auch nur eine einzige Tat bemaengelt, die Russland s e i t dem Kriegsende begangen hat. •..«« Diese Apostel des Kommunismus
moegen sich erheben und als Maenner betrachtet werden.*
CIO Probleme auf der Konvention von lQiiQ
Es folgen einige Auszuege aus der Praesidentenbotschaft Murray», dl« die
Stellungnahme de» CIO zu verschiedenen Problemen zeigen:
a) Amerikas ueberschuessige Produktion: Der CIO widersetzte sich dem
Vorschlag, dass europaeische Laender bestimmte amerikanische Ueberscbusswaren
a l s Bedingung fuer die Gewaehrung der Marehall-&lt;Plan-Hilfe kaufen s o l l t e n .
Murray sagte« dass eine solche Bestimmung dem Hauptziel des Marshall«Planes
zuwiderhandeln wuerde." Wenn ein Land Zement zum Aufbau von Wasserkraftwerken
braucht, waere es Sabotage am Wiederaufbau, wenn man von ihm verlangen wuerde,
Erdnuesse zu kaufen, nur weil in den Vereinigten Staaten ein Ueberschuss an
Erdnuessen herrscht•"
b) Sozialismus in Grosshrj^flnp^ni Der CIO verwirft den Vorschlag, nach
dem der britischen und anderen Arbeiterregierungen keine Marshall*Plan-*iilf e
gewaehrt werden s o l l , weil s i e bestimmte Industriezweige unter Staatsaufsicht
g e s t e l l t haben. Eine solche Bedingung waere "ein unverschaemter Versuch,
sich in Regierungsangelegenheiten demokratischer Voelker einzumischen.* Der
CIO sieht "mit Verstaendnis und Sympathie den notwendigen Versuchen der b r i tischen Arbeiterschaft mit den wirtschaftlichen Einrichtungen des Staates* zu.
c) Arbeiterschaft in Frankfreich: Er sagte:
Geweiksehaftlern Frankreichs unsere Ermutigung an
zeugung, dass es den Vereinigten Staaten o b l i e g t ,
in ihrem Kampf um die Erfuellung ihrer wuerdigen,
zustehen.*

*Wir bieten den demokratiachen
und wiederholen unsere Ueberden franzoeslachen Arbeitern
wirtschaftlichen Aufgaben b e i -

i l per Weltgewerkschaftsbund (WFTü): Murray berichtete, warum der CIO aus
dem Weltgewerkschaftsbund austrat und sprach hoffnungsvoll von der Bildung
einer neuen Arbeitervereinigung der Welt.* Wir treten der neuen Organisation
b e i , weil s i e eine praktische Basis fuer die Arbeit an der Loesung v i e l e r Probleme bedeutet, denen Arbeiter aus allen Teilen der Welt gegenuebersteben."
e) Westeuropa: «Europa wird mit amerikanischer Hilfe wiedergesunden. Der
erfolgreiche Abschluss des Programms i s t noch nicht endgueltig abzusehen, aber
schon zeigen sich Tausende kleiner Erfolge. Diese Erfolge sind der gemeinsamen
Arbeit der schaffenden Menschheit innerhalb ihrer Gewerkschaften zu verdanken.
Die organisierten Arbeiter a l l e r Laender fuehren einen staendigen Kampf um
Tarifvertraege, politische und gesetzgebende Betaetigung, Kollaboration und
manchmal auch Konflikt. So wie in den Vereinigten Staaten, fuehren die Gewerkschaften der ganzen Welt ihren Kampf um bessere Lebensbedingungen-einen Kampf,
fuer den in den westeuropaeiseben Laendern dank der Marshallhilfe grosse Aussichten fuer endgueltigen Erfolg bestehen."
t)

Die Kommunisten in der Arbeiterschaft: Murray nahm zu den Kommunisten

3 -

�S t e l l u n g , d i e s i c h noch im CIO befinden und s a g t e , d a s s i h r e Forderungen ( s e l b s t s t a e n d i g handeln zu koennen) g e p r u e f t worden waeren und nur e i n e Entscheidung
g e t r o f f e n werden konntet •Das kommunistische Programm fuer d i e amerikanische
A r b e i t e r s c h a f t i s t e i n Programm d e r Z e r s t o e r u n g , wenn man k r i e g e r i s c h e A b s i c h t e n
so nemlen w i l l . Es bedeutet S a b o t a g e der A r b e i t , Z w i e s p a e l t i g k e i t i n unseren
O r g a n i s a t i o n e n und das V e r f e h l e n s e l b s t u n s e r e r b e s c h e i d e n s t e n Z i e l e , i/ehr
a l s d a s , das Programm des " l i n k e n F l u e g e l s * wuerde uns zu Sklaven der Absichten
und Bestrebungen e i n e r P a r t e i machen, d e r e n I n t e r e s s e n mit denen des a m e r i k a nischen A r b e i t e r s n i c h t zu v e r e i n b a r e n , sondern auf d i e E r r i c h t u n g e i n e r f u e r
unser Leben r u e c k s c h r i t t l i c h e n D i k t a t u r a u s g e r i c h t e t s i n d . I c h wuensche n i c h t s
von alledem und d e r CIO e b e n f a l l s n i c h t .
K) E i n t r a c h t i n dem Gewerkschaftsbundt Mit Bezufc auf v e r m e i n t l i c h e U n e i n i g k e i t u n t e r Verbaenden des CIO t e i l t e Murray m i t , d a s s kein d e r a r t i g e s e r n s t l i c h e s
Problem b e s t e h t . "Es g i b t h a e u f i g M e i n u n g s v e r s c h i e d e n h e i t e n zwischen unseren
Gewerkschaften, und fuer mich i s t d i e s e i n gesunder Vorgang* Die B e s e i t i g u n g
s o l c h e r D i f f e r e n z e n i n u n s e r e n Reihen i s t an d e r Tagesordnung und v e r d i e n t hohes
Lob; das Fehlen d i e s e r M e i n u n g s v e r s c h i e d e n h e i t e n wuerde bedeuten, d a s s ungesunde
V e r h a e l t n i s s e h e r r s c h e n . Dieses Problem kann jedoch n i c h t mit dem tfcuertreiben
der Elemente v e r g l i c h e n werden, d i e s i c h w e i g e r n , unsere P o l i t i k zu u u t e r s t u e t z e n ,
d i e unseren demokratischen Grundsaetzen m i s s t r a u e n , und deren I n t e r e s s e n von Kraeft e n und p o l i t i s c h e n Gruppen g e l e i t e t werden, d i e n i c h t s mit uns gemein h a b e n . "
B e s c h l u s s der Konvention
Im V e r l a u f e der Konvention wurden zwei kommunistisch b e h e r r s c h t e Gewerkschaften
aus dem CIO a u s g e s t o s s e n * Es waren d i e Verbaende der V e r e i n i g t e n E l e k t r i z i t a e t s - ,
R a d i o - und M a s c h i n e n a r b e i t e r (U£) und d e r A r b e i t e r der l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n A u s r u e s t u n g s - und M a s c h i n e n i n d u s t r i e (FE). Die FE h a t t e auf Grund i h r e r kommunist i s c h e n B e e i n f l u s s u n g e i n i g e Monate zuvor den Befehl e r h a l t e n , s i c h der s t r e n g
a n t i - k o m m u n i s t i s c h e n Gewerkschaft d e r A u t o m o b i l a r b e i t e r a n z u s c h l i e s s e n .
Statt
dessen v e r e i n i g t e s i e s i c h jedoch mit den E l e k t r i z i t a e t s a r b e i t e r n (UE). E s wurde
s o f o r t e i n n e u e r Verband der E l e k t r i z i t a e t s a r b e i t e r g e b i l d e t und James Carey mit
dessen Fuehrung b e a u f t r a g t , d e r b i s zu s e i n e r Amtsenthebung durch d i e Kommunisten
F r a e s i d e n t d e r UE gewesen war. Er war mit e i n e r der e r s t e n Gruender d i e s e r Gewerkschaft vor etwa 10 J a h r e n gewesen.
Es b e s t e h e n noch mehrere k l e i n e Verbaende im CIO, d i e u n t e r starkem kommun i s t i s c h e m E i n f l u s s s t e h e n , aber man h a t n i c h t s gegen s i e unternommen. Harry
B r i d g e s , dem p r a e s i d e n t e n der I n t e r n a t i o n a l e n S e e l e u t e - und D o c k a r b e i t e r g e w e r k s o h a f t , wurde e s warnend n a h e g e l e g t , s e i n e Beziehungen zu dem kommunistischem
Weltgewerkschaftsbund (WFTU) abzubrechen. E r i s t zum V o r s i t z e n d e n des k u e r z l i c h
o r g a n i s i e r t e n S e e l e u t e v e r b a n d e s gewaehlt worden» e i n e der neuen WFTU A b t e i l u n g e n .
S o l l t e B r i d g e s diesem B e f e h l n i c h t nachkommen und aus dem WFTU n i c h t a u s t r e t e n ,
wird e r w a h r s c h e i n l i c h versuchen m e s s e n , s e i n e O r g a n i s a t i o n aus dem CIO h e r a u s zuziehen.

Auszuege aus S o n d e r m i t t e i l u n g e n .
DER KA1TL KRIEG GEGEN DIL FREIE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG
T e i l e e i n e r Rede von I r v i n g Brown, E u r o p a d e l e g i e r t e r des
a m e r i k a n i s c h e n Gewerkschaftsbundes AFL, vor der 6 8 . J a h r e s tagung des AFL i n S t . P a u l , M i n n e s o t a , am k- Oktober 1949.
Osteuropa wird a n t e r d e r H e r r s c h a f t R u s s l a n d s in e i n t o t a l i t a e r e s System
h i n e i n g e d r a e n g t , das dem W i r t s c h a f t s k r i e g gegen den Westen gewidmet und auf
Zwangsarbeit i n s k l a v i s c h e r Form aufgebaut i s t . Das Durchdringen und E i n s i c k e r n
in d i e w e s t e u r o p a e i s c h e Gewerkschaftsbewegung bedroht fortwaehrend d i e f r a n z o e s i s c h e und i t a l i e n i s c h e W i r t s c h a f t , a l l e Demokratien Westeuropas und u n s e r e e i g e n e .

- 4 -

�Ich sage es offen und mit grossem Ernst, dass wir im Schatten einer neuen
Welttragoedie stehen, und dass sich der Kalte Krieg in gefaehrlicher Form in
einen Krieg staendig steigender Temperatur umwandelt« Ungeachtet der zahlreichen
Friedensreden Mr. Wyschinskis braucht sich niemand Illusionen ueber die heutige
Weltlage hinzugeben. Wieder einmal wird die Welt von Krieg bedroht. Wieder
einmal besteht die Gefahr einer Aggression durch einen einzelnen Totalitaerstaat,
und wieder einmal ist es meine Meinung, dass die gesamte Arbeiterschaft der
Welt jetzt Einspruch erheben und handeln muesse, um eine neue, noch schrecklichere
Weltauseinandersetzung zu verhindern
Neue Weltgewerkschaftsbewegung
Entweder wird diese neue Weltgewerkschaftsbewegung aggressiv und mit allen
Mitteln fuer die Entwicklung des freien Gewerkschaftswesens kaempfen, oder es
wird ihr nicht gelingen, der von Krieg und Aggression beschatteten Weltlage
Herr zu werden .•
In dieser neuen Weltgewerkschaftsbewegung muessen wir uns ernstlich mit
dem Problem befassen, dem wir in Westdeutschland gegenueberstehen. Wenn wir
den deutschen Gewerkschaften mehr Kontrolle und mehr Macht in die Haende legen,
haben wir nicht den deutschen Nationalismus zu befuerchten; eine Gefahr fuer
uns waere jedoch die Verbindung des deutschen Nationalismus mit der Sowjetunion.
Deutschland muss ein Bestandteil des westeuropaeischen Wirtschaftagefuegea
werden, und wir muessen unsern Freunden wirtschaftliche Macht verleihen. Im
westdeutschen Ruhrgebiet muessen wir unsere Freunde belohnen und unsere Feinde
bestrafen, sonst zwingen wir Westdeutschland, sich der Sowjetunion wirtschaftlich anzuschliessen. Das ist die Gefahr, in der Westdeutschland heute schwebt
und das Problem, dem wir gegenueberstehen, and das wir als wichtige Aufgabe
ins Auge fassen muessen.
Die neue Weltgewerkschaftebewegung muss sich mit all ihrer Kraft fuer die
Entwicklung einer grosszuegigeren und einheitlicheren Wirtschaftspolitik einsetzen, die allein die Verbesserung des Lebensstandards der Bevoelkerung ermoeglichen kann. Solange in Europa und andern Teilen der Welt keine grosszuegigere, einheitlichere und stetigere Wirtschaftspolitik betrieben wird, wird
es uns nichtraoeglichsein, den Lebensstandard der Arbeiter von Grund auf zu
verbessern.
Entlarvung der kommunistischen Propaganda
Wir muessen es so bald wie moeglich beginnen, die freie Gewerkschaftsbewegung in Laendern zu foerdern, die nicht-kommunistischen Nationalismus
pflegen. Wir muessen die russischen Machenschaften entlarven, durch die man
aus dem Nationalismus im Fernen Gsten Nutzen zieht, und wir muessen sie als
das erkennen, was sie tatsaechlich sind, naemlich eine neue Form des Imperialismus. Fuer die internationale Gewerkschaftsbewegung erwaechst eine riesige
Aufgabe in der ünterstuetzung dieser neuen Kraefte, die sich zur Oberflaeche
durchringen.
Sitzungsbericht der AFL Konvention

BERICHT AN DEN AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTSBUND (AFL) UEBER DIE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND.
Ansprache von Mr. Henry Rutz, Vertreter der AFL in Deutschland
und Oesterreich, auf dem 68. Bundeskongress des Amerikanischen
Gewerkschaftsbundes (AFL) in Saint Paul, Minnesota, am 4.Okt.49
Herr Praesident Green, Herr Sekretaer Meany, meine Herren Vorstandsmitglieder, Delegierte und Freunde:
Ich bin dankbar fuer das mir gewaehrte Vorrecht, vor diesem Kongress
wiederum ueber die Entwicklung in Deutschland im letzten Jahre sowie ueber die
Taetigkeit des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes (AFL) in diesem Lande zu
berichten.

-5 -

�Drei Hauptereignisse haben in Deutschland stattgefunden, von denen ein
jedes auf die Gestaltung der Zukunft dieses Landes Einfluss haben wird. Die
grausame und schaendliche russische Blockade Berlins ist aufgehoben worden;
fuer Westdeutschland wurde eine Regierung gebildet und die ersten Parlamentswahlen abgehalten. Alle Vorbereitungsarbeiten fuer den Gruendungskongress
des ersten Gewerkschaftsbundes im Nchkriegsdeutschland sind abgeschlossen
worden.
Der Misserfolg der Russen, die Alliierten aus Berlin zu vertreiben, hat
allen freiheitsliebenden Deutschen wieder neuen Mut gegeben» Anerkannt werden
muss die bemerkenswerte Leistung der Luftbruecke, mit deren Hilfe bis zu ihrem
Aufhoeren am vergangenen Freitag 1,35°.000 Tonnen an Nahrungsmitteln und Brennstoffen nach Berlin eingeflogen wurden, um die Blockade zu brechen. Anerkannt
werden muss aber auch die tapfere Haltung der Berliner Bevoelkerung, die li&amp;er
alle Opfer auf sich nehmen wollten als vor dem russischen Totalitärismus kapitulieren. Bariinfeefindetsich jedoch noch Immer in einer schlechten Lage.
Die Berliner Situation
Als Insel inmitten der russischen Zone gelegen, ist Berlin seiner neuerlichen Hilfsquellen beraubt, und der Handel ist auf einen Bruchteil seines
frueheren Standes abgesunken. Die Folge davon ist ein gefaehrliches Ansteigen
der Arbeitslosigkeit sowie Bankrott der Stadtkasse.
Die Berliner antikommunistische Unabhaengige Gewerkschafts-Organisation (UGO),
deren angeschlossene Üsenbahnergewerkschaft vor einem halben Jahr den schweren
Kampf gegen die von den Russen geleitete Direktion der Berliner S«*abn aufnahm,
ist ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen, da die Weiterzahlung der Betraege fuer Zehntausende von Arbeitslosen immer schwieriger wird. Zufaelligerweise, wie Sie vielleicht erwartet haben werden, halten sich die Russen nicht an
den zwischen den Militärregierungen abgeschlossenen Vertrag, wodurch der Eisenbahnerstreik beendet wurde. Mehr als 2,000 der urspruenglich 16,000 Streikenden
wurden waehrend der vergangenen Monate entlassen, obgleich eine der Hauptbedingungen des Abkommens war, dass die Streikenden nicht benachteiligt werden sollten.
Gleichfalls haben die Russen bisher die Eisenbahner nicht, wie in dem Abkommen
vorgesehen, in Westmark bezahlt, sondern fahren fort, in ihrer Ostmark auszuzahlen, deren Wert nur ein Fuenftel der Westmark betraegt.
Die moralische und materielle Unttrstuetzung der AFL waehrend des Streiks
wurde in hohem Masse anerkannt. 5 0 0 CARE- Pakete wurden an Eisenbahner Familien
verteilt. Daraufhin sperrten die Russen fuer CARE-Pakete den Land- und Wassertransport nach Berlin mit der Behauptung, CARE wuerde fuer politische Zwecke benutzt.
Die Berliner Situation ist ernst. Wir haben die Blockade ueberwunden. Jetzt
muessen wir die Arbeitslosigkeit ueberwinden. Wir sollten darauf bestehen, dass
Westberlin einen groesseren Anteil aus der Deutschland zugebilligten Quote der
Marsball-Hilfe erhaelt, und es sollten Mittel gefunden werden, um Rohstoffe fuer
die Fabriken Westberlins zu beschaffen. Die Alliierten sollten ihren Standpunkt
hinsichtlich des Status Berlins aendern und auf den Anschluss der drei demokratischen Westsektoren Berlins an das neugeschaffene demokratische Westdeutschland
hinarbeiten. Die Berliner haben durch ihren fortgesetzten Widerstand gegen
russische Unterdrneckung und kommunistische Drohungen gezeigt, dass sie die Unterstuetzung der Demokratie verdienen.
Unter der neuen Verfassung
Und jetzt gestatten Sie mir bitte, ueber die kuerzlich stattgefundenen
deutschen Wahlen zu berichten. Die drei westlichen alliierten Militaergouverneure haben endgueltig ihre Zustimmung zu einer deutschen Verfassung gegeben,
die von den Deutschen selbst ausgearbeitet wurde, ober unter Beruecksichtigung
der von den Alliierten gemachten Einschraenkungen. Unter der neuen Verfassung
werden die Deutschen ein groesseres Mass an Selbstverwaltung haben, als dies
unter der Herrschaft der Militaerregierung der Fall war. Jedoch haben sich
die alliierten Behoerden gewisse Rechte vorbehalten, um den Aufstieg einer
neuen militaristischen Klique oder eines neuen Hitler zu verhindern. Infolgedessen
verbleiben die Kbntroll« ueber die auswaertigen Angelegenheiten Deutschlands, Abrüstung, Entmilitarisierung, Reparationen, Wiedergutmachung, Entflechtung

- 6-

�Zwansgverschleppte, Aussenhandel und Devisenverkehr weiterhin in den Haenden
der Hohen Kommissare als Nachfolger der Militaergouverneure.
Am 14. Augast wurden die ersten, unter der neuen Verfassung vorgesehenen
Parlamentswahlen abgehalten. Die Wahlbeteiligung betrug 80tf. Das Wahlergebnis stellte eine Niederlage der extremen Fechten und Linken dar, die
Kommunisten erhielten knapp 5% der Stimmen. Bei der Fegierungsb ldung jedoch
kam es zu einer Koalition der CDU, einer rechts vom Zentrum stehenden politischen Gruppe, die als staerkste Partei aus den Wahlen hervorging, mit der
extremen Fechten. Diese Koalition wird vom Grosskapital beherrscht, von
dessen Seite freiwillig zum Wahlfcads beigesteuert wurde. Dieses neue Element
in der Regierung kann nicht als faschistisch oder nazistisch bezeichnet werden.
F.e ist eher nationalistisch oder konservativ im Sinne der Epoche vor Hitler.
Seine Fuehrer waren gegen die Arbeiterschaft eingestellt und haben bisher
keine allzugrosse Aktivitaet gezeigt oder Interesse bewiesen, futr den Aufbau
einer wahren deutschen Demokratie zu wirken. Die Bundesgenossen dieser Koalition sind die frueheren Stahl-und Kohlenbarone, die nicht der Nazi-Partei beitraten und infolgedessen nicht entnazifiziert, zu werden brauchten. Aber sie
waren es, die Hitler den Krieg ermoeglicbten, indem sie das Kapital und die
Anlagen fuer die Kriegsproduktion zur Verfuegung stellten.
Neue Gefahr fuer Deutschland
Meiner Ansicht nach stellt- diese reaktionaere Koalition nicht den Willen
der Mehrheit des deutsehen Volkes dar. Der gewerkschaftliche Fluegel der CDU,
die SPD, die als zweitetaerkste Partei dicht hinter der CDU folgt, und eine
oder zwei kleinere Parteien repraesentieren einen groesseren Teil des deutschen
Volkes, obgleich ihr Wille nicht Jn den Handlungen des Parlaments in seiner
jetzigen Zusammensetzung zum Ausdruck kommt.
Sie haben hier eine aehnliche Situation wie in den Vereinigten Staaten,
wo ein reaktionaerer Eongress der V/uensche der Mehrheit der Buerger spottet.
Und hierin liegt eine neue Gefahr fuer Deutschland. Ich habe vorher
gesagt, dass die Kommunisten knapp % der Stimmen erhielten. Dies ist einerseits zurueckzufuehren auf die Reaktion der Deutschen gegenueber dem Versuch
der Füssen, Berlin durch Asuhungerung zur Unterwerfung zu zwingen, und andererseits auf die Lrzaehlungen von Hunderttausenden von Deutschen, die aus dem
Polizeistaat des oestlichen Deutschland geflohen sind. Wenn jedoch die neue
Regierung die Politik der Grossindustriellen und dei Reaktion betreibt, das
Arbeitslosenproblem nicht geloest wird, die Preise nicht kontrolliert oder
gesenkt, nicht mehr Wohnungen gebaut werden an Stelle von unnoetigen geschaeftlichen Bauten, dann wird eine Situation geschaffen werden, in der der Kommunismus gedeiht. Die Aufgabe, den Kommunismus aufzuhalten, ist eine dauernde.
Gerade jetzt planen die Kommunisten in Deutschland eine umfassende Sabotage
des Marsha LI-Plans, sobald die Durchfuehrung richtig in Gang kommt*
Angesichts dieser Darstellung der deutscnen Vorgaenge ist es unbedingt
erforderlich, dass die drei alliierten Hohen Kommissare weisen Gebrauch machen
von den Kontrollbefugnissen, die sich die Alliierten fuer die Dauer der Besatzung vorbehalten haben.
Die Militaerregierung
Waehrend der vergangenen 6 Monate hat die Militaerregierung ein besseres
Verstaendnis fuer die Ziele der deu.sehen Arbeitelbewegung gezeigt als vorher.
Zum Beispiel hat sie der gleichberechtigten Vertretung der Arbeiterschaft zusammen
mit Betriebsleitungen und Regierung in uem Star Neuordnung der leutschen Stahlindustrie (Entflechtung) eingesetzten Ausschuss zugestimmt. Ebenfalls hat sie
verschiedenen anderen Gesetzen zum Schutze der Arbeiterschaft ihre Zustimmung
erteilt. Aber in anderen Faellen hat die Militaerregierung weiterhin die Politik dei Reaktionaere unterstuetzt, die jetzt ihre Position verstaerken. Bisher
haben sich die US Besatzungsbehoerden geweigert, einem von den Laenderparlamenten angenommenen Gesetz zuzustimmen, da3 der Arbeiterschaft ein groesseres
Mass von Mitbestimmung bei der Demokratisierung der Wirtschaft sinraeumt. Andererseits hat die Militaerregierung den deutschen Wirtschaftsrat, den Vorgaenger
der Bonner Regierung, ermutigt, die Preiskontrolle nicht wieder einzufuehren,

7 -

�obgleich die Preise faer einige lebensnotwendige Dinge die Kaulkiaft des
Durchschnittsarbeiters uebersteigen. Andere von der Arbeitersahaft eingebrachte und v^n den Laenderparlamenten verabschiedete Gesetze erhielten nicht die
erforderliche Zustimmung der Militaerregierung. Die Militaerbuerokratie hat
Einreisegenehmigungen von Arbeiterfuehrern zum Besuch der Vereinigten Staaten
mit der Behauptung "Gefaehrdung der Sicherheit* verweigert, obgleich die fraglichen Personen in „edo^. Faxle «eit langer Zeit als antinaauatisch und antikcmirunistisch bekannt waren. Ein uebereifriger Militaerbeauftragter berichtete,
dass die deutschen Gewerkschaften kommunistische Literatur in Bayern vertrieben.
Die "kommunistische" Literatur bestand aus den "Internationalen Freien Gewerkschaftsnachrichten" unseres eigenen Freien Gewerkschaftsausschusses* Einige
von diesen Vorkommnissen moegen von geringer Bedeutung gewesen sein, sie haben
jedoch unter der deutschen organisierten Arbeiterschaft den Eindruck erweckt,
als ob die Politik der Vereinigten Staaten arbeiterfeindlich sei.
Deutsche Gewerkschaftsbewegung
Die deutsche Geweikachaftsbewe^ng hat oftmals den Amerikanischen Gewerksebaftsbund (AEL) um Unterstuetzun^ angerufen, um eine Aenderung der Politik der
Militaerregierung zu erreichen. Die verschiedentlich erfolgten Interventionen
des Praesidenten Green zu Gunsten einer Revision des destruktiven Demontageprogramms der Alliierten, sowie der an den frueheren amerikanischen Militaergouvernaur
gerichtete Brief des Vize-Praesidenten '.Voll in seiner Eigenschaft als Vorsitzender
des Internationalen Kommittees fuer Arbeitsbeziehungen, in dem gegen arbeiterfeindliche Massnahmen protestiert wird, sind von unseren Freunden in der deutschen
Gewerkschaftsbewegung warm begruesst worden. Viele weitere Beispiele der Unterstuetzung seitens des Internationalen Kommittees fuer ArbtitsbeZiehungen sowie
unseres Freien Gewerkschaftsausschusses haben den Amerikanischen Gewerkschaftsbund (AFL) in den Vordergrund derjenigen Organisationen gestellt, die bestaendig
fuer eine wahre Demokratisierung Deutschlands gewirkt haben.
In Deutschland selbst ist die Arbeiterbewegung noch immer die staerkste
Kraft fuer die Demokratie. Sie ist von der Ortsbasis aus aulgebaut worden und
ist jetzt in l6 trizonalen Industrieverbaenden organisiert. Es gibt keine Kommunisten in leitenden Positionen. Diese 16 Industrieverbaende haben jetzt Vereinbarungen gttrofien, um sich zum ersten Gewerkschaftsbund nach dem Kriege zusammenzuschliessen. Der Gruendungskongress wird vom 12./l^. Oktober 1%9 in
Muenchen stattfinden, und Ihi europaeischer Sondervertreter ist ausersehen worden,
den Amerikanischen Gewerkschaftsbund (AEL) auf diesem ersten Bundestag zu repraesentieren» Die neue Organisation wird ueber 5#°°0,000 Mitglieder umfassen und
damit die zweitgroesste in Europa sein; sie wird nur noch von dem Britischen
Gewerkschaftskungress (T'JC) uebertroffen.
Die 16 Gewerkschaften werden ihre Selbstataendigkeit behalten, aber 15%
der eingezogenen Beitraege an das Bundesbuero abfuehren zuzuetlich 15 Pfenning
pro Mitglied vierteljaehriieh fuer einen Kampffonds, (englischt defense fund Verteidigun&amp;sfond). Von den an den Bundesfond abgefuehrten 15% wird das Bundesbuero die gesetzgeberischen Interessen der Organisation auf Bundesbais wahrnehmen, Unterstuetzung fuer wirtschaftswissenschaftliche Forschung gewaehren,
regelmaessige Zeitschriften veroeffentliehen, und die Gehalts- und Buerounkosten
der Landes- und staedtlachen Organisationen tragen. Die Funktionaere der Landesund staedtischen Organisationen tragen. Die Funktionaeie der Landes- und staedtisehen Organisationen werden von den zustaendigen Koerperschaften gewaehlt, mues.sen
jedoch vom Bundesvorstand bestaetigt werden. Die Hauptaufgabe der Arbeiterbewegung, naemlich Kollektiwerhandlungen zur Festsetzung von Lxhnen, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, verbleibt bei den 16 Industrieverbaenden.
Die Waehrungsreform im vergangenen Jahre, wodurch die Gewerkschaften den
groessten Teil ihres Vermoegens verloren, verbunden mit uer weitverbreiteten
Arbeitslosigkeit - im Augenblick 9% der unselbststaendigen Erwerbspersonen machen es erforderlich, dass die Gewerkschaften mit den ihnen zur Verfuegung
stehenden Geldmitteln sehr sparsam umgehen« Ich nenne folgendes Beispiel:
Da die Reisekosten der Delegierten des Muenchener Gruendungskongresses von dem
neuen Bund getragen werden muessen, ordnete der Vorbereitende Ausschuss an, dass

- 8 -

�keiner der 485 Kongressdelegi rten fuer die Reise zur Kongresstadt ein Auto
benutzen durfte, sondern mit der Bahn reisen musste. Mit der Bundesbahn wurde
eine Vereinbarung getroffen, wonach die Delegierten nur den halben Fahrpreis
zu entrichten hatten.
Vertretung der Arbeiterschaft
Auf diese Weise wurden der neuen Organisation Ausgaben in Hoehe von
k0,000 DM erspart.
Das Hauptproblem, dessen Loesung der neuen Organisation obliegt, wird es
sein, ein allumfassendes Programm zur Bekaempfung der wachsenden Arbeitslosigkeit vorzulegen« weiterhin, fuer eine Gesetzgebung zur Senkung der Preise zu
wirken, fuer eine verbesserte soziale Sicherheit zu wirken, um dieses Gebiet
mindestens auf den Stand der vornazistischen Epoche zu bringen; fuer eine
Vertretung der Arbeiterschaft in Jenen Gremien der Regierung zu kaempfen, in
denen die Mitwirkung der Arbeiterachaft bisher ignoriert worden ist} auf eine
Aenderung des Beamtengesetzes hinzuwirken, um zu verhindern, dass der Geist
einer "geschlossenen Kaste* sich verewigt; bei der Eingliederung der etwa
9 Millionen Fluechtlinge aus den Ostgebieten in eine eingeschraenkte deutsche
Wirtschaft mitzuarbeiten; die in einigen Laendern auftretende steigende
Tendenz, fruehere Nazis wieder in ihre ehemaligen Regierungspositionen einzusetzen, zu bekaempfen; mehr Verantwortung zu fordern bei der Verwaltung des
Marshall-^lans, den die deutsehe Gewerkschaftsbewegung von Anfang an unterstuetzt hat.
Bei der oben aufgezeigten gewaltigen Arbeit werden die Gewerkschaften
die Hilfe der liberalen Parlamentsmitglieder benoetigen. Aber sie werden
ebenso die Hilf« der Alliierten Hohen Kommissare und ihrer Berater benoetigen.
Die amerikanische Politik Deutsehland gegenueber muss mehr den Liberalismus
als die Reaktion unterstnetzen. Wenn wir wollen, dass die demokratischen
Kiemente in Deutschland an Sinfluss gewinnen, dann muss die amerikanische Politik entschieden gegen die Reaktion sein.
Der deutsehe Arbeiter will, dass es in seinem Lande eine wahre Wirtschaftsdemokratie gibt. Der deutsche Arbeiter wuenscht, zu einer freien Gewerkschaftsbewegung zu gehoeren. Er organisiert jetzt diese freie Gewerkschaftsbewegung
in Muenchen. Und diese freie Gewerkschaftsbewegung wird sich auf der komroenden
Londoner Konferenz mit anderen freien Gewerkschaftsbewegungen von allen sechs
Kontinenten vereinigen, um eine internationale Körperschaft der Arbeiter ins
Leben zu rufen, die die entscheidende Rolle bei der Sicherung des Weltfriedens
spielen kann.
Als Ihr Vertreter in Deutsehland, der waehrend der vergangenen 3 Jahre
die Vorgaenge beobachtet hat, kann ich sagen, dass der Amerikanische Gewerkschaftsbund, durch die Arbeit seiner Funktionaere, seines Internationalen
Komitees fuer Arbeitsbeziehungen, und des Freien Gewerkschaftsausschusses
wahrhaft stolz sein kann auf alles, was bisher hinsichtlich des Aufbaus einer
deutsehen Demokratie geleistet worden ist.

PROTEST DES AMERIKANISCHEM GEWERKSCHAFTSBUNDES (AFP UEBtR DIL DEMONTAGE
IN DEUTSCHLAND.
Der folgende Artikel enthaelt die offizielle Stellungnahme
des amerikanischen Gewerkschaftsbundes (AFL) zur Frage der
Demontage von industriellen Unternehmen in Deutschland. Er
wurde in der offiziellen Zeitschrift der AFL, Labor's Monthly Survey. veroeffentlieht.

-9 -

�S t e l l t die Demontierung deutscher Fabriken e i n .
Die deutsche Produktion i s t von wesentlicher Bedeutung fuer den Wiederaufbau und d i e Gesundung der europaeischen I n d u s t r i e ; seine modernsten und l e i s t u n g s faehigsten Fabriken sind jedoch zur Demontage bestimmt* Wenn der gegenweertige
Demontageplan durchgefuehrt wird, wird er Europa lebensnotwendige Erzeugnisse
entziehen und eine A r b e i t s l o s i g k e i t von 20% - ^C% a l l e r Arbeiter i n vielen
deutschen Staedten heraufbeschwoeren. Er wird die Produktion in vielen
Industriezweigen lahmlegen, die von den Erzeugnissen der zur Demontage bestimmten
Fabriken abhaengig s i n d . Damit wird er Deutschland daran hindern, eine sich
s e l b s t genuegsame Wirtschaft aufzubauen, und es wird eine Belastung fuer den
amerikanischen Steuerzahler bleiben* Die Erbitterung der Deutschen ueber die
unverantwortliche Demontierung von Werken mit reiner Friedensproduktion und
die verheerenden Auswirkungen auf i h r e Beschaeftigung, i h r Einkommen und ihren
Lebensstandard rufen gefeehrliche p o l i t i s c h e Reaktionen hervor.
Der Praesident des deutschen Gewerkschaftsbundes in der Britischen Zone,
Hans Boeekler, hat in einem Bericht f e s t g e s t e l l t , dass a l l e i n in NordrheinWestfalen 155,000 Arbeiter infolge der Demontierungen a r b e i t s l o s wuerden*. Mit
diesen Entlassungen i s t es jedoch nicht getan, denn die wirtschaftlichen und
sozialen Auswirkungen dieses Programms sind von v i e l weittragenderer Bedeutung«
So l i e g t z.B. d i e synthetische I n d u s t r i e , deren Werke abgebaut werden s o l l e n ,
in unmittelbarer Neehe der Kohlenbergwerke und beschaeftigt a e l t e r e und Versehrte Bergleute und Frauen, die anderswo keine Beschaeftigung finden koennen.
Wenn diese Teusende von Arbeitern im Ruhrgebiet ihre Arbeit v e r l i e r e n , wird eine
sehr ernste S i t u a t i o n entstehen, da i n anderen Staedten, i n denen s i e v i e l l e i c h t
Arbeit finden koennten, keine Wohnungsmoeglichkeiten fuer sie sind«
Demontage und Wiederaufbau Europas
Die bedeutenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Demontage werden un- ,
h e i l v o l l fuer das Wiederaufbauprogramm Europas s e i n , des auf die Erzeugnisse
d i e s e r Industrien angewiesen i s t . Die Untersuchung des Humphrey Ausschusses
hat ergeben, dass bestimmte wichtige Stahlwerke von der Demontage ausgenommen
werden muessten, da sie sowohl fuer die Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft a l s euch fuer den europaeischen Wiederaufbau von groesster Bedeutung
sind. Millionen Dollars waeren fuer d i e Demontierung d i e s e r Industrien e r f o r d e r l i c h , waehrend zu gleicher Zeit noch mehr Millionen fuer die Instandsetzung
der schwer beschaedigten Eisen- und Stahlindustrie in Deutschland gebraucht
wuerdetw Fuer die Zerstoerung der I n d u s t r i e und dann fuer ihren Wiederaufbau
zu zahlen, i s t einfach s i n n l o s , - und amerikanische Steuerzahler haben d i e
Kosten zu tragen»
Die Demontage von S c h l ü s s e l i n d u s t r i e n wird grosse Zweige der deutschen
I n d u s t r i e in Mitleidenschaft ziehen. So i s t z . B . fuer die Durchfuehrung des
Marshall- Planes der Wiederaufbau der stromerzeugenden I n d u s t r i e i n Deutschland
von hoechster Wichtigkeit; die Demontage der August-Thyssen-Huetie wird jedoch
80# der deutschen Erzeugungskepazitaet fuer Transformetorenbleche hoher Quelit a e t z e r s t o e r e n , d i e fuer die Stromerzeugungsindustrie unentbehrH.cn sind»
Ferner werden davon d i e zwei 15,000 Tonnen Schmiedepressen betroffen werden, ohne
d i e d i e dringend benoetigten 200 Turbinenanlegen mit 300 Wellen nicht her g e s t e l l t werden koennen. In anderen Stehlwerken sollen die Einrichtungen zur
S t a h l h e r s t e l l u n g und sonstige wichtige T e i l e des Werkes b e s e i t i g t werden, obwohl
cidere Bestandteile unberuehrt bleiben. Die Produktion an den verbleibenden
Einrichtungen wird damit w i r t s c h a f t l i c h unrentabel. Ein grosser T e i l der
deutschen Stehlerzeugungskepeziteet, die im Rahmen des Marshall-Plenes erlaubt
i s t , geht damit v e r l o r e n . In der Aluminiumindustrie sollen Werke demontiert
werden, d i e unter Ausnutzung der Wasserkraft a r b e i t e n . Da die Benutzung der
Wasser- u nd Kohlekraftquellen aufs Sorgfaeltigste so ausgeglichen wurde, dass
d i e Produktionskosten aufs Moeglichste reduziert wurden und rentabel waren, werden
d i e s e Kosten nun von Werken zu tragen s e i n , die auf der wesentlich teueren Steinkohlenbasis a r b e i t e n . Dies s t e l l t die R e n t a b i l i t ä t der Werke ueberhaupt in Frage».

- 10 -

�Die deutsche Maschinenindustrie, die von so grosser Wichtigkeit fuer ganz
Europa i s t , wird nicht nur durch die Demontage der stahlerzeugenden Industrie
gelaehmt, die das Material fuer s i e l i e f e r t , sondern auch durch d i e Zerstoerung
v on Fabriken, die wichtige Fraesmaschinen, Webmaschinen, Generatoren und lange
Drehbaenke fuer Schiffsantriebswellen h e r s t e l l e n .
Auswirkungen auf Schluesselindustrien
In der chemischen Industrie sollen nicht nur Fabriken, die synthetischen
Gummi h e r s t e l l e n , demontiert werden, sondern auch solche, die Butadien, den wicht i g s t e n Grundstoff dazu, erzeugen. Dieses Butadien wird auch zur Herstellung von
Fussbodenbelag und wasserdichten Wandplatten gebraucht, die im Wohnungsbau Verwendung finden* In Deutschland herrscht ein Mangel an 4 Millionen Wohnungen,
und bei der unzureichenden Versorgung mit Bauholz i s t dieser Baustoff von groesster
Wichtigkeit. Das deutsche Volk kann nicht verstehen, warum man ihm oin Verfahren
nimmt, das ea s e l b s t erfunden h a t , - naemlich die Herstellung synthetischen Gummis, und das zu einem Zeitpunkt, an dem es so ncetig fuer friedliche Zwecke gebraucht
wird. Die Demontage, die fuer die gesamte chemische Industrie der Kohlenaufbereitung geplant i s t , die wiederum eng mit dem deutschen Kohlenabbau zusammenhaengt,
wird den Arbeitsvorgang von Industriezweigen unterbrechen, die Tausende von Menschen
in einem dicht bevoelkerten Gebiet beschaeftigen und wird periodische Arbeitslosigk e i t in diesen Industrien hervorrufen.
Die gesamte Gruppe von Fabriken, die an dem Fischer-Tropsch-Verfahren der
Oelraffinade b e t e i l i g t sind, s o l l demontiert werden, obwohl diese Industrie nur
in ^anz geringem Umfang zu Kriegszwecken Verwenung finden koennte. Die aus diesem
Verfahren entstehenden chemischen Grundstoffe sind von lebenswichtiger Bedeutung
f u t r eine ganze Anzahl weitervererbt-itender I n d u s t r i e n , und wenn diese Fabriken
demontiert werden, waere es den chemischen Industrien Westdeutschlands nicht mehr
moeglich, ihren bedeutenden Beitrag zur Erfuellung de« Marahall-Planes zu l e i s t e n .
Die deutschen Gewerkschaftler haben energisch gegen die Demontierung dieser gesamten Gruppe von Fabriken p r o t e s t i e r t , da viele Zweigwerke davon von wesentlicher
Bedeutung fuer die deutsche Friedenswirtschaft s i n d . So wird zum Beispiel die
Entfernung der gaserzeugenden Fabriken die schon knappe Gasversorgung der deutschen
Bevoplkerung noch mehr kuerzen, und das Verschwinden der Destillier-Werke die
TreibstoffProduktion aus importiertem Rohoel unmoeglich machen. Es muessten daher
neue Fabriken fuer diesen Zweck aufgebaut werden. Ebenso kann das deutsche Volk
nicht verstehen, warum die Bunaherstellung nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren in
Deutschland e i n g e s t e l l t werden s o l l , waehrend s i e in Japan bestehen bleiben darf.
Zur Demontage sind ferner folgende Friedensindustrien vorgesehen! Die Herstellung
von Elektronenroehren, die im Nachrichtenwesen und bei dem elektrownedizinischen
Heilverfahren gebraucht werden; desgleichen die gesamte Taschen- und Grossuhreni n d u s t r i e in der franzoesichen Zone.
Das Demontageprogramm bedroht selbst die geringe i n d u s t r i e l l e Produktion,
die Deutschland nach dem Plan zur Begrenzung der deutschen Produtktionskapazitaet
erlaubt wurde. -Es ninmt Deutschland die Moeglicbkeit, Rohstoffe zu erzeugen, die
von anderen Laendern Europas dringend benoetigt werden, und durch die Ausfuhr derselben soviel Devisen zum Einkauf von Nahrungsmitteln and Rohstoffen zu erwerben,
wie das deutsche Volk zur Lebenshaltung unbedingt braucht. Di« Gewerkschaften in
Deutschland sind fuer die Beseitigung der deutschen Kriegsproduktion, aber s i e sehen
eine grosse Gefahr in der Lahmlegung der deutschen Friedensproduktion. Sie sind
flieh darueber im Klaren, dass die Erbitterung und Unrihe der deutschen Bevoelkerung
uebwr die verheerenden Folgen der Demontage eine grosse Gefahr d a r s t e l l t , da s i e
von politischen Elementen der Rechten ebenso wie der Linken dazu benutzt werden,
Unzufriedenheit hervorzurufen und undemokratische Organisationen zu schaffen.
Wir wissen, da3s Deutschland zweimal die ganze Welt in einen Vernichtungskrieg g e s t u e r t t h a t , der Menschenverluste und Trauer fuer so v i e l e Familien bed e u t e t e . Diese schrecklichen Geschehnisse brauchen nicht ins Gedaechtnin zurueckgerufen zu werden. Wir glauben jedoch, dass es die beste Gewaehr fuer den Frieden
i s t , Deutschland a l s Mitarbeiter in den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas miteinzuschalten, um es an der Entwicklung des neuen Europas durch Zusammenarbeit mit
anderen Voelkern fuer gemeinsamen F o r t s c h r i t t teilnehmen zu lassen.
AFL Labor's Monthly Survey
Aug. - Sept. 1949
- 11 -

�Ansprache von Svend A. Godfredsen.Referent im Arbeitsinformationsbuero der £CA Delegation in Daenemark, anlaesslich einer Tagung der YMKA. zusammen mit Unternehmer-,
Arbeiter- und anderen oertlichen Organisationen, am 10.
Oktober 1949 in Pudk^bing.

ARBEITERSCHAFT UND EUROPÄISCHER WIEDERAUFBAU
Ich bin heute hier, um zu Ihnen ueber den Marshall-Plan und im besonderen
ueber die Beziehungen der organisierten, demokratischen Arbeiterschaft zu diesem
Plan zu sprechen. Ich bin von der Regierung der Vereinigten Staaten als Delegierter in dem Aufgabengebiet des Marshall-Plans eingesetzt, das sich insbesondere mit den Problemen der Beziehungen der Arbeiterschaft zur Oeffentlichkeit,
Erziehung und Information befasst. Um jedoch keine Missverstaendnisse aufkommen
zu lassen, muss gesagt werden, dass der Marshall-Plan kein Projekt ist, das
eine ganz bestimmte Klasse betreut. Es ist vielmehr eine demokratische Organisation, in der alle wichtigen Gruppen, wie Landwirtschaft, Industrie, Handel,
Arbeiterschaft und Regierung vertreten sind. Die Anhaenger des Marshall-Plans
sind auf seinen demokratischen Aufbau stolz.
Die amerikanische Regierung hat erkannt, wie wichtig die volle Anerkannung
und das Verstaendnis fuer den Marshall-Plan nicht nur in Europa, sondern auch in
den Vereinigten Staaten sind. Aus diesem Grunde ist innerhalb der Organisation
eine Behoerde gebildet worden, die sich mit ArbeitsInformationen befasst. Diese
Behoerde ist als 2uaats zum allgemeinen Informationsbuero geschaffen worden»
Unsere Arbeit besteht darin, Informationen ueber allgemeine Arbeitsbedingungen
und den Lebensstandard herauszugeben, ferner haben wir die gegenseitige Erkenntnis
zu foerdern, nach der die Mitarbeit am Marshall-Plan eine Notwendigkeit ist. Damit
habe ich mein Aufgabengebiet umrissen und deshalb bin ich heute abend hier, um mit
Ihnen die Aussichten und Probleme zu eroertern, denen wir bei der Ausfuehrung unseres
Programms zum europaeischen Wiederaufbau gegenueberstehen.
Die Arbeiterschaft muss aufgeklaert sein
Nicht nur Europas Arbeiter muessen fuer die Ziele, Aufgaben und Problem«
des Marshall-Planes Verstaendnis haben» Von groesster Wichtigkeit ist, dass auch
die organisierten und nichtorganisierten Arbeiter der Vereinigten Staaten dieses
Verstaendnis aufbringen.
Der Leiter unseres Arbeitsinformationsbuero in der Verwaltung fuer europaeische Zusammenarbeit (ECA) ist Harry Martin, der Praesident der amerikanischen
Zeitungsarbeitergewerkschaft» Er ist im Amt des Botschafters Harriman in Paris
taatig. Mit Hilfe dieses Informationsbueros arbeiten wir an der Entwicklung
und Foerderung des Verstaendnisses fuer den Marshall-Plan und seine unmittelbaren
und auf weite Sicht gesteckten Ziele, fuer das Tagesprogramm und das auf weite
Sicht, das 1952 beendet sein soll*
Wir haben Repraesentanten in den verschiedenen Marshall-Plan-Laendern und
arbeiten in Verbindung mit der europaeischen und amerikanischen Arbeiterbewegung.
Unsere Arbeit erstreckt sich auf die demokratischen Kraefte innerhalb dieser
Arbeiterbewegungen, auf die, die den europaeischen Wiederaufbau durch den MarshallPlan unterstuetzen und unterstuetzt haben. Wir alle wissen, dass es eine kleine,
aber viel Laerm verursachende kommunistische Gruppe gibt, die glaubt, dass der
Marshall .»Plan - so sagen sie wenigstens - ein Versuch amerikanischer Kapitalisten
ist, Europa in Besitz zu nehmen und auszubeuten. Sie behaupten dies ungeachtet
der Tatsache, dass, wie allgemein bekannt, der Marshall-Plan nur moeglich ist,
weil der amerikanische Buerger, durch seine Regierung auf demokratischer Basis
repraesentiert, freiwillig eine Abgabe in Form von Steuern leistet, die durchschnittlich fast 34 Dollar im Jahr fuer jeden Mann, jede Frau und jedes Kind betraegt. —
Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung
Ich moechte einiges ueber die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten
Staaten aagen. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter belaeuft sich
auf an- 12 -

�#

naehernd 16 M i l l i o n e n . Die zwei grossen Gewerksr.haftsvereinigungen, a l s CIO
und AFL bekannt, haben eine M i t g l i e d e r s c h a f t von nahezu 13 Mi]] tonen.
Die a u g e n b l i c k l i c h unnbhaengigen Gewerkschaften der Berg- und Maschinena r b e i t e r zaehlen ungefaehr je 600,000 M i t g l i e d e r . Die M i t g l i e d s z a h l der E i s e n bahnergewerkschaften betraegt ungefaehr ^50,000, und der Best der Arbeiter i s t
i n k l e i n e r e n , nichtangeoohlossenen Gewerkschaften o r g a n i s i e r t . S e i t 1933 i s t
d i e Zahl der M i t g l i e d e r der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung von 3 «uf 1&amp;
M i l l i o n e n a n g e s t i e g e n . Diese Entwicklung hatte umwaelzende Auswirkungen aowohi
auf dem Gebiet der Wirtschaft e i s auch der P o l i t i k zur FoJge. S i e bedeutet«
die Neuordnung v i e l e r s o z i a l e r , w i r t s c h a f t l i c h e r und p o l i t i s c h e r Lebens- und
Ex istanznormen.
S o l l t e n S i e mich fragen, •Wie sind d i e Loehne in den V e r e i n i g t e n S t a a t e n ? * ,
fcoennte
ich Ihnen z . B . die Antwort gebent "Der Durchschnittslohn in der
ßo
Knhl&lt;-niudustrie i s t $ 1 , 9 9 pro Stunde oder $ 6 9 , 3 5 P p o Woche." Oder ich koennte
Ihnen sagen, dass der Durchschnittslohn d*r Arbeiter in der S t a h l i n d u s t r i e
$1 68 pro Stunde b e t r a e g t , dass im Baugewexbe e i n d u r c h s c h n i t t l i c h e r Stundenlohn von $ 1 , 9 2 bezahlt wird. Loehne sn sich sagen jedoch wenig. Es dr*ht s i c h
darum, wie wir o l l e w i s s e n , was mun mit diesen Loehnen kaufen Wann.
Der beste Masstab fuer die Kaufkraft der Loehne besteht, in der Berechnung,
wie lange e i n Arbeiter arbeiten muss, um mit dem damit verdienten Geld die
Lebensnotwendigkeiten kaufen zu koennen. In den V e r e i n i g t e n Staaten muss e i n
Mann oder eine' Frau mit einem Durchschnittslohn von $1,3&amp; pro Stunde die f o l gende Anzahl von Minuten oder Stunden arbeitr-n, um die Gegenstände kaufen zu
koennen, die ich Ihnen aufzaehlen werde.
Art der Ware

durch*chnittl.
Stunden

Roggenbrot, 1 kg

Arbeitszeit
Minuten

12

Weizenmehl , 1 k g

9

«

Zucker, 1 kg
. .
F l e i s c h , 1 kg
B u t t e r , 1 kg
Milch, 1 Liter
. . . »
E i e r , 1 Dtzd
.
Kaffee, 1 k g
E i e r , 1 Flasche
.
Whisky, 1 Flasche
•
Z i g a r e t t e n , 20
Damenwollkleid
Herrenanzug, Wolle
Herrenschuhe, 1. Qualitaet . . . . .
Damenschuha, 1. o . j a l i t a e t
Nylonstruempfe

1
1

11
10
30
10

35
6
1
13
35
7
5

35
9

50

Im Jahre 19A7 entsprach d i e Wohnmiete d u r c h s c h n i t t l i c h drei T * ^ n Arbeit
fuer einen I n d u s t r i e a r b e i t e r . Wir koennten in d i e s e r Betrachtung fortfahren
mit Bezug auf w agen, Rsdingeraete und v i e l e andere Gegenstaende, die amerikanische Arbeiter a l s zugehoerig zu ihrem Lebensstandard betrechten.«*—
Im Jahre 19'|6 wurden d i e Einkommen von 14 Millionen amerikanischen Familien
aus a l l e n T e i l e n des Landes in e i n e r Erhebung e i n e r Betrachtung unterzogen. Es
z e i g t e n s i c h folgende Ergebnissei
J a e h r l i c h e s Einkommen
Zahl der Familien
( i n Prozent)
weniger als l,ooo Dollars

1,000
1,500
2,000
?#5oo
3,000
5,000

- 1,500
- 2,000
- 2,500
- 3,000
- 5,000
und mehr

5.7

•
•
•
•
•
•

6.8
10.0
11;.7
14,?
35.I
12.9

- 13 -

�Nachdem wir nun Loehne, Kaufkraft und Produktivitaet, ferner die zum Kauf der
Lebensnotwendigkeiten erforderliche Arbeitszeit eroertert haben, kommen wir zu
einem der wichtigsten Probleme, denen wir in unserer Arbeit am Marshall-Plan
und dem europaeiseben Wiederaufbau gegenueberstehen. Statistische Angaben aus
den Vereinigten Staaten zeigen, dass wir nicht so lange wie in Europa, zu arbeiten
brauchen, um.die Lebensnotwendigkeiten zu kaufen, die es ermoeglichen, unter
annehmbaren Lebensverhaeltnissen zu leben. Und wir fragen ganz natuerlich
•Warum?"
Die Antwort ist selbstverstaendlichi Produktivitaet. Wir haben eine groessere
Produkt ivitaet in den Vereinigten Staaten. In andern Worten, wir erzeugen mehr
Waren des gleichen Wertes pro Arbeiter und pro Stunde als hier in Europa. Das
Erzeugnis kostet damit weniger, kann fuer weniger Geld gekauft werden und mehr
Leute koennen es sich leisten zu kaufen. Diese Tatsache haengt von verschiedenen
Faktoren ab. Es ist nicht nur eine Angelegenheit des Arbeiters an seinem Arbeitsplatz. Es ist ebenso die Folge der Verwendung neuerer und besserer Maschinen,
des Aufbaus der Fabriken und des Massenabsatzes. — Wie der Marshall-Plan ins Leben gerufen -wurde
Ich moechte gern einen kurzen Bueckblick auf die Zeit kurz nach Kriegsende
halten. Wir alle sind mit der tragischen Tatsache vertraut, dass nach Kriegsende
die gesamte europaeische Wirtschaft am Boden lag, und wir wissen, dass alle die
Notwendigkeit des Wiederaufbaus in Europa einsahen. Es war notwendig, seine
Wirtschafts- und Produktionsmachinerie wiederaufzubauen. Am 5« JV*A 1947 hielt
Mr. Marshall, unser damaliger Staatssekretaer, in der Harvard Universitaet eine
Rede und schlug die Hilfe zum Wiederaufbau Europas vor. Er sagte u.a., dass
europaeische Nationen Hilfe von den Vereinigten Staaten dann erwarten koennten,
wenn sie ihre Einwilligung zu einem Wiederaufbauplan geben koennten. Nur vom
Kommunismus beherrschte Laender koennten von diesem Angebot keinen Gebrauch machen.
Seitdem sind die Kommunisten erbitterte Gegner des Marshall-Planes gewesen, und
sie haben auf die verschiedenen Arbeiterbewegungen jeden nur moeglichen Einfluss
ausgeuebt, um deren Mitarbeit am europaeischen Wiederaufbau durch den MarshallPlan zu sabotieren.
In der Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten, mit Ausnahme kleiner Gruppen
kommunistisch gefuehrter Arbeiter, hat der Marshall-Plan die Mitarbeit des Arbeiters erfahren. Im ganzen Lande sind in Arbeiterkonventionen Massnahmen zur
Unterstuetzung des Planes getroffen worden. Vom ersten Augenblick an war die
Arbeiterschaft bei der Aufstellung des Programms und seiner demokratischen Organisierung vertreten. Die Arbeiter haben den Plan unterstuetzt, und es war ihnen
oft nicht leicht, fuer diese neue Phase in ihrer Organisation Yerstaendnis aufzubringen, die eine internationale Zusammenarbeit in einem Masse erforderte, wie es
bisher in der amerikanischen Arbeiterbewegung unbekannt war.
Ich glaube, man kann sagen, dass durch den Weltkrieg Nr. 2 die allgemeine
Erkenntnis geboren wurde, dass kein Teil der Welt ohne irgendeinen andern leben
kann. Die Arbeiterschaft erkannte, dass es mit dem Krieggewinnen nicht abgetan
ist, sondern dass es ebenso muehsam ist und einer staendigen und ehrlichen Anstrengung bedarf, um einen Frieden zu gewinnen - einen Frieden, der da moeglich ist,
wo die Wuensche des Volkes erfuellt werden koennen. In wirtschaftlichem Sinne
dient der Marshall-Plan diesem Zwecke. —
Der Plan soll 1952 ablaufen. Wir hoffen, dass Europa bis dahin in der Lage
ist, ohne unsere Hilfe weiterzuleben. Plaene und Wuensche sind, dass es dann wieder
zu einem Gebilde geworden ist, in dem gesunde Wirtschaften bestehen, der Produktionsapparat ausreichend arbeitet und alle europaeischen Nationen ihre Wirtschaft soweit
ergaenzt haben, dass eine der andern durch freien Handel dienen kann.
Warum Europa geeinigt werden muss

Es ist wahr, dass es viele Probleme dabei gibt» Wer am Marshall-Plan mitarbeitel
weiss, dass immer wieder neue auftauchen, die Arbeit und Verstaendnis, und zwar
nicht nur nationales, sondern auch internationales erfordern.

- 14 „

�Suropas geschichtlicher und endgueltiger Wiederaufbau kann nicht vollzogen werden,
ohne dass Probten» dabei auftauchen. Es ist deshalb wichtig, dass wir vor diesen
Problemen nicht zuruede schrecken, sondern sie in Angriff nehmen, jedes so, wie
es sich ergibt, damit unsere Zukunft frei und sicher sein kann. Die Loesung
dieser Probleme ist die grosse Aufgabe der Demokratie* In der Welt der Dikta&gt;
toren sind die Menschen geneigt, nur nach einer gewissen Sicherheit zu suchen,
nicht aber nach Freiheit» Wir in der demokratischen Welt verlangen:, nicht
weniger als Freiheit und Sicherheit fuer verantwortungsbewusste Menschen, die
gemeinsam streben und arbeiten. Die Feinde der Demokratie sagen staendig, dass
diese nicht faehig waere, die Probleme der Welt zu loesen, und dass deshalb
die Diktatur an ihre Stelle treten muesse. Wir, die wir an die Demokratie
und ihren Erfolg glauben, - und ich bin ueberzeugt, dass Daenemark mit i n
unaen ersten Reihen steht - sind dazu verpflichtet, die Probleme des xages und
unserer Zeit zu loesen. —
Ich betrachte Europa als Amerikaner und bin mir bewusst, das» es hier
viele Probleme gibt. Doch sie koennen geloest werden* In gewissem Sinne
bestehen bei uns in den Staaten Aehnlichkeiten mit Europa. Saemtliche Voelker
und nationale Gruppen Europas sind bei uns vertreten; alle Eure Glaubensbekenntnisse und wahrscheinlich noch ein paar mehr; alle Eure Sprachen werden
bei uns gesprochen, und Menschen aller Rassen der Welt leben in unserm Staate«
Und doch ist es Amerika gelungen, all diese mannigfachen Gruppen zusammenzuschweissen, sodass wir jetzt gemeinsam an unserer Sache arbeiten und ein
gemeinsames Bewusstsein haben, dass auf verschiedene Arten zum Ausdruck kommt*
Es muss jedoch auch gesagt werden, dass diese Gemeinschaft nicht ebne grosse
Anstrengungen und Arbeit, zustandekam, und in Form der Gesetzgebung unserer
Regierung wird dieser Kampf weitergefuahrt werden, damit wir die sich taeglich
ergebenden Probleme loesen koennen. Ohne dieses Ringen, ohne Arbeit und Einsicht werden wir rueckwaerts gehen. Ich glaube bestimmt, dasa hier in Europa
der Friede gewonnen werden kann, aber er wird Mut, Glauben und Arbeit erfordern, ebensoviel, wie noetig war, um die Kriegsjahre zu ueberstehen.
Die Zukunft wird uns Frieden bringen. Er wird bestehen, wo die wirtschaftlichen Bedingungen dem Volke Beschaeftigungsmoeglichkeiten geben; wo
es die Lebensnotwendigkeiten herstellen und kaufen kann} wo Handels- und
Reisebesehraenkungen aufgehoben sind und allen damit moeglich ist, ihre Nachbarn kennen und verstehen zu lernen. Friede wird sein, wo die wirtschaftlichen
Bedingungn so sind, wie sie der daenische Gewerkschaftsfuehrer Grundtvig einst
so treffend bezeichnete - "*o wenige zuviel haben, aber noch weniger nicht
genug haben.
Die Organisation der wirtschaftlichen Zusammenarbeit
Europa* (CEEO
Es i s t wahr, dass Daenemark a l l e i n kein neues Europa, errichten kann.
Daa t r i f f t natuerlich fuer a l l e europaeischen Nationen zu. Deahelb i s t ea
von so grosser Wichtigkeit, dass ein europaeis eher Wirtschaftsrat geschaffen
wurde, unter dem Namen OEEC bekannt. In diesem Rat treffen sich Delegierte
a l l e r Marshall-Plan-Laender, eroertern und loesen Probleme von gemeinsamem
Interesse. Audi s i e sind vor schwierige Aufgaben g e s t e l l t und brachen deshalb
die Hilfe der gesanten Bevoelkerung in Europa. In diesem Wirtschaftsrat gibt
es einen Arbataberatungaausacbusa, in dem Mitglieder a l l e r Arbeiterbewegungen
in aaemtlichen Marshall-Plan-Eaendern vertreten sind. Sie beraten ueber Arbeiterwohlfahrt. Es i s t ohne Zweifel wahr, dass ohne die Unterstuetzung und daa
Verstaendnis der Arbeiterschaft Europas weder ein wahrer Wiederaufbau, eine
Steigerung der Produktivitaet, noch wirtschaftliche Verbesserungen moeglich
sind. Die Kommunisten wissen die», und s i e versuchen deshalb,in jedem
Marshall -Plan-Land ihren Einfluss auf die Arbeiterbewegungen geltend zu machen.
Daenische Gewerkschaftler besuchen die Vereinigten Staaten.
Waehrend der l e t z t e n 3 Wochen hat eine Gruppe daenischer Gewerkschaft«fuehrer die Vereinigten Staaten b e r e i s t . Der Zweck ihres Besuches war daa
Studium amerikanischer Produktionsmethoden, die Bedeutung der Arbeiterbewegung
in den Produktionssteigerung und die Beziehungen zwischen Loehnen und Produktivitaet. Wir betrachten diese Peise als sehr wichtig, da durch s i e

- 15

�Informationen ausgetauscht werden, die sowohl fuer Europa a l s auch fuer die
Vereinigten Staaten nutzbringend sind. —
Wir, die Mitarbeiter am Marshell-Plen, sind ebenfeile ueber die Stellung,
nähme des Preesidenten des Deenischen Gewerkschaftsbundes, Eiler Jensen, zu
der wesentlichen Frage erfreut, die in seinen Worten so klar zum Ausdruck
kommt. Jensen sagte in Washington: "Die deenischen Arbeiter sind sich voll
und ganz der Bedeutung der Produktionssteigerung zur Erreichung eines hoeheren
Lebensstandards bewusst. Wir sind gluecklich, sagen zu koennen, dess die
Produktion pro Arbeitsstunde um 20J£ s e i t dem Kriege gestiegen und nun trotz
Schwierigkeiten ebenso hoch wie vor dem Kriege i s t . "
Jensen fuehrte weiter aus: "Hoehere Produktiviteet bedeutet b i l l i g e r e
Produktion end b i l l i g e r e Waren." Er betonte, dess die Vollbescheeftigung fuer
den europaeischen Wiederaufbau von Wichtigkeit i s t . Jedes Land, jedes Volk
und jede Gewerkschaftsorganisation muessen durch Vermittlung der Regierungen
oder auf einem andern Wege zusammenarbeiten, um die Vollbescheeftigung unbedingt beizubehalten«
Viele von ihnen sind wahrscheinlich erstaunt derueber, dess wir so sehr
die Notwendigkeit der Produktionssteigerung hervorheben. Dies kann ich Ihnen
v i e l l e i c h t am besten erklaeren, indem ich Sie b i t t e , einen Rueckblick auf die
Entwicklung der Vereinigten Staaten in den letzten 100 Jahren zu halten«
Zur Herstellung von Weren im Werte von 5&amp;^ P r o Stunde waren im Jahre
1850 15&amp; Menneskreft, 795t Perfekreft und 6&lt;£ Maschinenkraft notwendig.
1900, 5° Jahre spaeter, konnten mit 10£ Manneskraft, 793t Pferdekraft und
i&gt;% Maschienkraft Weren im Werte von 5&amp;# P r o Stunde hergestellt werden. —
193°» 3° Jahre spaeter, weren e s 1&amp;, Menneskraft, 12% Pferdekraft und 821
Maschinenkreft, mit denen Weren im Werte von 82^ produziert wurden«
Bedeutung der Zusemmenerbeit in Europa
Wir wissen netuerlich, dess mit Massenproduktion, Massenverbrauch und
Massenabsetz Band in Band gehen muessen. Europa i s t ein solcher Absatzmarkt,
ebenso wie die Vereinigten Steeten . . . . des h e i s s t , wird es s e i n , wenn die
HandelsbesehrSenkungen aufgehoben sein werden« In den Vereinigten Staaten
heetten wir niemals erreichen koennen, was wir erreicht heben, wenn e s diese
Beschraenkungen zwischen den einzelnen Staaten gegeben heette. West- und
Mitteleuropa mit 270,000,000 Bewohnern i s t ein solcher Merkt, wenn e s zu
diesem Zwecke organisiert wird«
Ich habe heute Abend versucht, Ihnen darzulegen, was nach unserer Berechnung noetig i s t , damit bis 1952 der europeeische Wiederaufbau soweit
vorgeschritten i s t , dess Europa auf eigenen Fuessen stehen k e n n . . . . das
h e i s s t , dase es hinsichtlich Produktion, Absatz, Ein- und Verkauf auf dem
Weltmarkt selbstgenuegsem geworden i s t . Ich hebe mein Thema mit Betonung der
Arbeitsangelegenheiten bebandelt, weil ich zufaellig in der Abteilung Arbeitsinformetionen teetig bin. Lassen Sie e s mich jedoch nochmals betonen, dess
der Marshall-Plan genau des i s t , was sein Kerne besagti wirtschaftliche
Zusemmenerbeit; wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Regierungen, p o l i t i schen Parteien und verschiedenen Organisationen innerhalb von Steedten und
Gemeinden, so wie sie heute abend hier vertreten sind. Ohne diese Zusammenarbeit wird des Wiedereufbeuprogramm ohne Erfolg sein. Jeder von uns kenn
e i s einzelner und e i s Mitglied einer Organisation seinen Teil zur erfolgreichen
Durchführung des Wiedereufbeuprogramms b i s zum Jahre 1952 beitragen. Die
neechsten 6 oder 8 Monate werden ausschlaggebend s e i n . Wenn Mr. Hoffman,
der Administrator der ECA, den Kongress der Vereinigten Steeten um die Bewilligung weiterer Geldmittel angehen wird, werden dessen Mitglieder zu wissen
wuenseben, welche Fortschritte gemacht wurden«
Ick glaube, wir koennen uns derueber einig sein, dees wir eine Zukunft
voller Probleme vor uns heben, nicht nur jede einzelne europeeische Kation,
sondern euch die Vereinigten Staaten s e l b s t . Aber schwere Probleme sind schon
halb g e l o e s t , wenn wir sie erkennen. Und wenn wir unser Wissen, unsere Feehigkeiten und unsern guten Willer i n ihren Dienst s t e l l e n , sind wir auf dem Wege
- 16 -

�des Fortschritte*. Wir wollen in unsern Bestrebungen zusammen mit dem
daenischen Volke durch Vermittlung seiner Regierung arbeiten und mit allen
verantwortungsbewussten und ehrlich denkenden Menschen«
Der Marshall-Plan ist in seinen Grundzusgen wirtschaftlich, aber er gibt
uns freien Voelkern auch die Moeglichkeit, uns unsere demokratischen Rechte
und Freiheiten zu sichern. Er ist der Grundstein beim Aufbau einer Welt des
Friedens und des Wohlstandes, in der es keine Spaltung mehr geben wird.

ESA Labor Information
25 Oktober 1949
GELUEBDE DLR ARBEITER UNGARNS
Aus einer Rede von Charles Payer, einstmaliger
Praesident des ungarischen Gewerkschaftabundea,
vor der 68. Jahreatagung des pmerikanischen
Gewerkschaftabundea (AFL) am k» Oktober 1949
in St. Paul.
"Heutzutage kann man in Ungarn jahrelang im Gefaengnis sitzen, ohne
verhoert und'verurteilt zu werden. In einigen Faelllen ist jemand freigesprochen
worden und schmachtet trotzdem noch nach Jahren in einem Konzentrationslager*
Es ist unmoeglich, im einzelnen all die Grauenhaftigkeiten wiederaigeben, die
gegen Arbeiter unter einem System begangen worden sind, das weder eine Meinungsaeusserung noch eine abweichende Meinung duldet.
"Sehen Sie mich an, der ich vier Jahrzehnte lang fuer die Rechte des
Arbeiters und einen hoeheren Lebensstandard gekaempft habe* Ich wurde unter
dem Horthy Regime ein Jahr lang ins Exil geschickt und zu sechs Monaten Gefaengnis verurteilt. Vierzehn Monate lang war ich von den Deutschen im Konzentrationslager Mauthausen interniert. Daraufhin musste ich der kommunistischen
Verfolgung durch Flucht entgehen. Ich wurde als "Agent des amerikanischen
Imperialismus" in Abwesenheit zu acht Jahren Gefangenschaft veruerteilt. Heute
befinde ich mich in einer besseren Lage als selbst Laazlo Rajk, der sich niemals dem Regime widersetzte, sondern sogar Innenminister und eine der Haupt stuetzen des Systems war. Nun ist er zum Tode verurteilt worden und wird gehaengt werden, waehrend ich wenigstens noch am Leben bleibe.
"Dieses System verabscheut Freiheit und Demokratie. Aus diesem Grunde
muss es jeder anstaendige Mensch ablehnen*
"Ich moechte noch etwas anderes sagen. Es handel t sich um die seltsame
Art der Auffassung des Kommunismus, wie sie bestimmten Leuten, meist Intellektuellen« eigen ist* Ich hatte im Ausland oft Diskussionen mit solchen Mitmenschen.
In der Regel stellen sie einen Vergleich zwischen der sogenannten russischen
Sozialpolitik und amerikanischem Imperialismus an, und sie sagen, dass den
Russen zwar noch einige Fehler anhaften, die sie jedoch abschuetteln werden,
und dass ihrer Idee die Zukunft gehoeren wird* Dieses kommunistische System
Ungarns hat mit Sozialismus ueberhaupt nichts zu tun. Es ist ein Imperialismus, wie ihn sich die Zaren Russlands nicht ausgepraegter traeumen konnten.
"Amerika vergroessert seine Gebiete nicht, Russland dagegen verschluckt
und annektiert viele Laender, macht Millionen von Menschen heimatlos und die
Haelfte Europas zu Vasallenstaaten. Sozialismus baut sich auf Freiheit«
Demokratie und Menschenfreundlichkeit auf. Die Kommunisten dulden nicht solche
Theorien* Mit friedenspropagandistischen Parolen dringen sie in China «in
und sind nun dabei, ihre Armeen und Panzer gegen Jugoslawien zu richten.
AFL News Letter,
(Bruessel), Oktober 1949

- 17 -

�GEHT AMERIKA NEUEN ARBEITSKONFLIKTM ENTGEGEN?
Die folgenden Ausfuehrungen sind dem Bericht einer
norwegischen Gewerkschaftsdelegation nach ihrer
Rueckkehr von einem Besuch in den Vereinigten Staaten
in der Zeit vom 30.Dezember 1948 bis 22.Januar 1949
entnommen worden. Zweck des Besuches war, technische
und soziale Studien zu treiben.
Ende des Jahres 1945 und fast waehrend des ganzen Jahres 1946 waren
die Vereinigten Staaten der Schauplatz, grosser sozialer Kaempfe. Im letzteren Jahre gingen durch derartige Streitigkeiten 116.000.000 Arbeitstage
verloren. In der Folgezeit fiel diese Zahl rapide ab, und in den Jahren
1947 und 1948 waren es etwa 34*000.000 Arbeitstage pro Jahr. Es waere leicht,
sich ueber diese Zahlen auszulassen. Die grossen Arbeitskonflikte traten in
der zweiten Haelfte des Jahres 1946 auf, d.h. vor Aufhebung der Preiskontrolle.
Zu dieser Zeit besassen die Lohnfestsetzungen noch ihre urspruenglichen
Merkmale. Eine Lohnerhoehung hatte eine Erhoehung des Reallohnes und verminderten Gewinn fuer den Unternehmer bedeutet. Von dem Tage der Aufhebung
der Preiskontrolle an bestanden Lohnfestsetzungen nur doch aus Lohnerhoehungen,
welche die Preiserhöhungen in Wirklichkeit reduzierten. Deshalb ergaben sich
auch kein grossen Schwierigkeiten, sie durchzusetzen» Heute aber fallen die
Preise, und die Festsetzung erhoehter Loehne wirkt sich wieder in groesserem
Masse zu einer Erhoehung des Reallohnes aus. Die Unternehmer koennen Lohnerhoehungen nicht mehr durch Festsetzung erucehter Preise auf die Verbraucher
schieben. Wird Amerika als Folge dieser Tatsache wieder in eine Periode
grosser sozialer Kaempfe eintreten? Vor Beantwortung dieser Frage wollen wir
eine rueckschauende Betrachtung anstellen.
Seit 1945 hat die Lohnentwidklung in grossen Zuegen folgenden Lauf genommen* Einige Zeit nach Einstellung der Feindseligkeiten wurden Lohnerhoehungen gewaehrt, die sich auf 18£ cts. pro Stunde beliefen. Beim naeehsten Schritt wurde eine Erhoehung von ungefaehr 15 cts. gegeben. Im Jahre
1948 begann die "dritte Runde", in welcher den meisten Berufen eine Erhoehung.
von nur wenig weniger als 15 cts. gegeben wurde, (bestimmte Gruppen, wie die
Bauarbeiter und Drucker bekamen 20 cts. und mehr). Ungeachtet der staendigen
Preiserhoehungen haben nur wenige Gewerkschaften Schritte unternommen, um
Bestimmungen ueber gleitende Lohnskalen in die Vereinbarungen aufnehmen zu
lassen. Es trifft zu, dass die Gewerkschaft der Automobilarbeiter im Jahre
1948 mit den "General Motors" eine Vereinbarung getroffen haben, nach welcher
eine Erhoehung von 11 cts. pro Stunde gewaehrt wurde, und worin zusaetzlich
eine Bestimmung ehthalten war, nach der die Loehne jeden dritten Monat gemaess
den Veraenderungen deB Lebenshaltungskosten-Index angeglichen werden sollten.
Tatsaechlich wurde eine untere Grenze von 5 c^s* i m Laufe eines Zeitraumes
von 2 Jahren festgelegt, jedoch*keinen Limit fuer die Angleichung der Loehne
nach oben. Diese Vereinbarung rief grosse Beachtung hervor, aber nur wenige
Gewerkschaften folgten dem Beispiel. Die Gewerkschaften und die Unternehmer
wollten freie Hand behalten, und sich nicht durch eine gleitende Lohnskala
gebunden fuehien.
So sieht also die Lage im gegenwaertigen Augenblick aus, und es wird
stsendig die Frage gestellt« Wird der Preisrueckgang zu neuen Streiks fuehren?
Es ist natuerlich unmoeglich, eine selche Frage mit Bestimmtheit zu beantworten. Aber es besteht die generelle Auffassung, dass eine neue Welle von
Streiks und Aussperrungen nicht folgen wird. In der Stahl- und in der Automobilindustrie werden sich die Gewerkschaften bemuehen, hoehere Loehne zu
erhalten, und sie werden sie vermutlich auch bekommen. In beiden Industriezweigen besteht noch eine Hausse, aber in den meisten Wirtschaftszweigen werden
sich die Gewerkschaften weiterer Lohnforderungen enthalten und zu groesseren
sozialen Forderungen, wie Verkuerzung der Arbeitszeit, Verlaengerung des
Urlaubs, bezahlte Krankheit etc., uebergehen. Wenn dies der Fall sein sollte,
kann angenommen werden, dass die sich aufwaerts bewegende Preiskurve ihren
Hoehepunkt erreicht hat. Der Preissturz wird dann vermutlich anhalten. In
den Vereinigten Staaten bedeutet dies die Gefahr erhoehter Arbeitslosigkeit,
jedoch in unserm Lande bedeutet es, dass wir den kritischen Punkt im Hinblick

18 -

�auf die Bekaempfung der Inflation ueberwunden haben. Die *reis.e importierter
*aren werden fallen. Wohin hat die Lohn- und Preisentwicklung des vergangenen
Jahres gefuehrt? Wo liegen die Loehne jetzt, verglichen mit der Zeit vor dem
Kriege? Nach amtlichen Lohnstatistiken belief sich der woechentliche Durchschnittslohn von 13,000,000 Industriearbeitern - Maennern und Frauen, Gelernte
und Ungelernte, Jung und Alt - im Oktober 1948 auf $54*50 pro Woche oder $1.37
pro Stunde. Dies stellt eine Erhoehung des Wochenlohnes um 1 2 % und des
Stundenlohne» um ll6% seit dem Jahre 1939 dar. Der amerikanische Industriearbeiter hat danach in den letzten 9 Jahren eine betraechtliche Erhoehung
seines Realeinkommens erhalten. Dies ist trotz grosser Preiserhoehungen, die
im Herbst 1946 begannen und, welche dann zu einer Verminderung der Effektivloehne fuehrten, geschehen. Wir werden apaeter auf die Frage der Loehne in
verschiedenen Wirtschafts- und Industriezweigen zurueckkommen. Hier moechten
wir lediglich auf die Tatsache hinweisen, dass die Realloebne sich fuer den
Augenblick gefestigt zu haben scheinen auf einem Stande, der etwa 35% hoeher
liegt als vor dem Kriege.

Bericht ueber Amerika, verfass&gt;t
von Arbeidernes Faglige
Landsorganisasj on

KOMMUNISMUS UND ARBEITERSCHAFT IN DEN MALAIENSTAATBN.
Ein amerikanischer Berichterstatter in den Malaienstaaten nahm in einem
kuerzlich erschienenen Artikel ueber Kommunismus in diesem Lande zu den Beziehungen zwischen den Kommunisten und den dortigen Gewerkschaften Stellung. Sie
waren nach dem Kriege massgeblich an der Gruendung der Gewerkschaften beteiligt,
aber diese Arbeiterorganisationen waren von vornherein dazu bestimmt, Werkzeuge der Politik zu sein. Die Arbeiterschaft sollte zu kriegerischen Zwecken
eingesetzt werden,
"Da die Lebenshaltungskosten doppelt so schnell wie die Loehne gestiegen
waren, und das Prestige Englands tief gesunken war, arbeiteten die Kommunisten
auf fruchtbarem Boden. Die Arbeiterbewegung wuchs sehr schnell. Streik folgte
auf Streik, und den Hoehepunkt bildete einGeneralstreik zu Anfang vorigen
Jahres, der Singapur in ernste Schwierigkeiten verwickelte. Am 1. Mai sahen
die Englaender nicht mehr laenger zu und marschierten ein. Die Kommunisten
zagen sich in die Dschungel zurueck und begannen, einen bewaffneten Aufstand
vorzubereiten.
•Dieser brach vor sechzehn Monaten, im Juni 1948» aus. Die Kommunisten
hofften, die Wirtschaft der Malaienstaaten lahmzulegen, grosse Teile des
Landes zu besetzen und die ^nglaender in die Defensive zu draengen. Ihr*
Taktik bestand in Terror und Ueberfaellen aus dem Hinterhalt. Gummiplantagen
und Bergwerke wurden ueberfallen, ihre Manager ermordet und die Gebaeude in
Brand gesteckt. Mordbanden entfuehrten politische Gegner und Volksaufklaerer.
Waehrend die woechentliche Zahl der kommunistischen Ueberfaelle im Juni 20 war,
waren es im November 78. Dann begannen englische Truppen und Polizei wirksam
einzugreifen. Die Zahl der Ueberfaelle gin&amp; staendig zurueek und betraegt nun
30 pro loche.
•Die Kommunisten waren zu zuversichtlich und haben ihr Hauptziel verfehlt.
Sie bedeuten jedoch noch in grossen Gebieten eine ernstliche Stoerung. obwohl
erbeutete kommunistische Dokumente von vielen Fehlschlaegen und Schwierigkeiten
der Roten berichten - besonders dem Mangel an Munition - sind noch keine Anzeichen fuer eine bevorstehende Kapitulation vorhanden. Aus ihrer Propagande
ist ersichtlich, dass sie mit einer fuer sie guenstigen Wendung der internationalen Lage rechnen."
New York Herald Tribüne
Paris, 24. Oktober 1949

- 19 -

�KOMUNISTISCHER DRUCK AUF D3E GEWERKSCHAFTEN RUSSLANDS .
Die Gewerkschaftsbewegung Russlanda ist schwer bedraengt. Die SowjetRegierung hat im Laufe des vergangenen Jahres die Anzahl der Gewerkschaften
bedeutend verringert, die Machtstellung des Politbueros betont» alle Bemuehungen der Gewerkschaften in der Frage der Loehne und Arbeitszeit unterbunden,
das Stakhanovite Arbeitstempo in die Hoehe geschraubt und die Gewerksataften
unter strengere Kontrolle der kommunistischen Partei gestellt»
Der Zehnte Gewerkschaftskongress.
Obwohl im Fruehjahr dieses Jahres 1343 Delegierte am Zehnten Kongress
der Gewerkschaften Russlands in Moskau teilnahmen, waren nur 67 Gewerkschaften
vertreten, die niedrigste Ziffer seit 1937» Waehrend der letzten zehn Jahre
gab ea l60 bis 1?0 russische Gewerkschaften. Als die Delegation der C.I.O.
Ende 1945 ^ussland besuchte, waren es 168.
Der Kongress, der erste seit 1932, zeigte umwaelzende Veraenderungen
als Folge der Stalin-Politik. In den letzten 17 Jahren ist die gesamte
Fuehrerschaft des Zentralgewerkschaftsbundes-(A.U.C.C.T.U.) verschwunden.
Niemand hat offiziell erklaert, wo die alten Funktionaere sind, woher die
neuen kamen und was die Sowjet-Gewerkschaften seit dem Neunten Kongress geleistet haben.
Seit dem Zehnten Kongress jedoch hat allein die exekutive Koerperschaft der A.U.C.C.T.U. - sich mit Arbeitsangelegenheiten in Sowjetrussland beschaeftigt. Sie vertritt nicht nur die russischen Gewerkschaften beim Weltgewerkschaftsbund, sondern (nicht etwa einzelne Gewerkschaftsfuehrer) ernennt nun
auch Sowjet-Vertreter in der Internationalen Bergarbeiter-, Textil- und
Metallarbeitergewerkschaft, etc.
Loehne und Produktivitaet.
Im Gegensatz zu frueheren Zusammenkuenften ist auf dem Zehnten Kongress
praktisch ueberhaupt nicht die Frage der Loehne und Arbeitszeit angeschnitten
worden. Berichte des Vorsitzenden des A.U.C.C.T.U«, V.V.Kuznetsov, und seines
Sekretaers, A.P. Osipov, enthielten fast die gesamte Tagesordnung des Kongresses.
Keiner von beiden hat die Lohnfrage in irgendeiner Weise eroertert.
Stattdessen wird von der Fuehrerschaft weiterhin betont, dass Loehne
nur "auf Grund der Steigerung der Arbeitsproduktivitaet" erhoeht werden koennen.
Es ist offen zugegeben worden, dass die sowjetischen Gewerkschaften das Unternehmertum in der Lohnfrage unterstuetzen sollen.
Eine Resolution des Kongresses legte dies klar. Sie ruft die Gewerkschaften
dazu auf, "die dem Unternehmertum gewaehrte Hilfe bei der Festsetzung und
Vervollstaendigung der Arbeitsloehne nach Stueckarbeit, fortgeschrittener
Stueckarbeit und Hoechstleistung zu intensivieren."
Ein theoretischer Grundsatz fuer dieses System ist von dem Praesidenten
der Seetransportarbeiter-Gewerkschaft, A.I.Koetkin, aufgestellt worden. Im
Gegensatz zu kapitalistischen Staaten, in denen "die Arbeiter taeglich in
hartem Klassenkampf ihr Lohnniveau verteidigen muessen", sagt Koetkin, "garantiert in unserm Lande die Regierung selbst fuer staendige Erhoehun.? der Loehne
durch Planung". Die Gewerkschaften brauchten sich deshalb nicht mit dieser
Frage zu befassen, sondern sollten sich auf "die Förderung der erhoehten
Arbei tsproduktivitaet konzentrieren".
"Heiliger, unverbruechlicher Eid".
*

"Sozialistischer Wettbewerb" ist heute die Carole fuer die russische
Arbeiterschaft. Der Zehnte Kongress erklaerte, dass die vornehmste Aufgabe der
Gewerkschaften sei, "den sozialistischen Wettbewerb zur Erfuellung des nationalen
WirtSchaftsprogramms weiterhin zu entwickeln, um die im Nachkriegs-Fuenf jahresplan Stalins gesteckten Ziele bald zu erreichen."

- 20 -

�Obwohl 90% der Arbeiter Sowjetruaslanda am "Sozialistischen Wettbewerb"
teilnehmen sollen, gibt selbst Praesident KUznetzov zu» dass in diesem System
"ein Element der Normalisierung und Buerokrätisierung vorhanden ist". Was er
rat int, ist, dass jener "sozialistische Wettbewerb" in ein gewissenloses und
mechanisches Mittel ausgeartet ist, das zur Unterdrückung des Arbeiters gebraucht wird»
Kuznetzov sagt, dass in einigen Industriezweigen der Begriff "Wettbewerb"
"nichts anderes als eine Tarnung der ueberplanmaessig geleisteten Arbeit" sei.
Er beschwert sich darueber, dass zuviel "Arbeiter ohne Grund Zuflucht zu betraechtlichen Ueberstunden nehmen*.
• * •

Die absolute Untertaenigkeit der Gewerkschaften der kommunistischen Partei
Kusslands gegenueber wird von der Prasse immer wieder hervorgehoben. Die
neuen Satzungen des A.U.C.C.T.U. lautem
"Die russischen Gewerkschafter, arbeiten unter der Fuehrung der kommunistischen Partei Russlands, die die Arbeitskraefte des Sowjet-Staates organisiert
und coordiniert* Die Gewerkschaften gliedern ihre arbeitenden Massen der
Partei Lenin - Stalin an"*
Praesident Kuznetzov fuehrt es deutlicher aust
"Wir verdanken all unsere Erfolge den Zentralkommittee der bolschewistischen Partei, dem Genossen Stalin".
Der Kongress hallte wider von Lobgesaengen auf den alternden Sowjet Diktator* Wir erfahren, "dass die Anwendung der Tarifvertraega im Jahre 1947
auf Veranlassung des Genossen Stalin neu geregelt wurde"; "die Errichtung
republikanischer, regionaler und lokaler Gewerkschaftsraete wurde im Jahre 1943
auf Veranlassung des Genossen Stalin durchgefuehrt"; die Gewerkschaften verdanken ihre grosse Autoritaet und ihren bedeutenden Einfluss auf die arbeitenden Massen . . • der bolschewistischen Partei, der ungeteilten Aufmerksamkeit
und vaeteiliehen Hilfe des Genossen Stalin . * •"
Das zu Ehren des Kongresses gegebene Konzert wurde mit einer "Majestaetischen Stalin-Kantate" eroeffnet; ausserdem sang "ein Chor von 900 jungen
Stimmen vor einem Pionierlager als Hintergrund von ihm, der dem russischen
Volke ein glueckliches Leben geschenkt hat und es zu den leuchtenden Hoehen
des Kommunismus fuehrt:. sie singen von Stalin".
Die Prawda ruft in ihrem Bericht ueber die Arbeit des Kongressea. zu dem
Glaubensbekenntnis auf 1
"Die abschliessenden Worte der auf dem Zehnten Gewerkschaftskongresa
getroffenen Resolution moegen ein heiliger, unverbruechlicher Lid fuer alle
Gewerkschaftaorganisationen und Mitglieder sein:
"Im Namen von Millionen Arbeitern und Angestellten, die Mitglieder der
Gewerkschaften sind, gelobt der Zehnte Gewerkschaftskongress der Bolschewistischen Partei und dem grossen Fuehrer und Lehrer des russischen Volkes, Joseph
Vissarionovich Stalin, dass die sowjetischen Gewerkschaften in der Vergangenheit, jetzt und in Zukunft treue und tatkraeftige Verfechter der Politik der
Bolschewistischen Partei sein werden".
Von Solomon M. Schwarz
Tte New Leader, 10 September 1949
MLHR URLAUB IN DEN VEREINIGTE STAATEN
Dank der Bestimmungen der Tarifvertraege erhielten im Jahre 1949 mehr
Arbeiter bezahlten Urlaub als in irgendeinem vorangegangenen Jahr. Auch wurde
vielen dieser Arbeiter, und das zum erstenmal, ein 2-woech iger - und in vielen
Faellen ein 3 oder 4-*°echiger - Urlaab gewaehrt. Dies ist das Ergebnis
wachsender Bestrebungen, Arbeitnehmern hoeheren Dienstalters mehr bezahlten
- 21 -

�Urlaub zukommen zu lassen.
Das Amt fuer Arbeitsstatistiic im U.S. Arbeitsministerium hat kuerzlich eine
Ueberpruefung von nahezu 1500 Tarifvertraegen durchgefuehrt, die ergeben hat,
dass von 10 Vertraegen mehr als 9 (935S) Urlaubsbestimmungen enthalten1. In diesen
war fast ausschliesslich bestimmt, dass Arbeitnehmer hoeheren Dienstalters mindester H einen 2-woechigen bezahlten Urlaub erhalten sollen. Das Hoechstmass an
Urlaub fuer Arbeitnehmer unter gleichen Dienstvoraussetzungen ist 2 Wochen nach
den Bestimmungen von drei Fuenfteln der Vertraege und mehr als 2 Wochen nach denen
von einem Drittel.
Vergleich mit 1944
Ein Vergleich der jetzigen Erhebung mit einer ie3 gleichen Amtes aus dem
Jahre l%k laesst die Tendenz nach grosszuegigeren Urlaubsbestimmungen erkennen.
Nur 1,5% der gewerkschaftlich organisierten Betriebe bewilligten, im Jahre 1944
ihren langbediensteten Arbeitnehmern mehr als 2 Wochen Urlaub mit Bezahlung.
Dagegen wird nach der Erhebung von 1949 in 32% der Vertraege mit Urlaubsbestimmungen
einer grossen ZÄhl von Arbeitnehmern ein Urlaub von mehr als 2-Wochen zuerkannt.
Die meisten Vertraege sehen eine Urlaubsplanung, "abgestuft" nach dem Dienstalter, vor; das bedeutet, dass die Dauer des Urlaubs von'der Anzahl der Dienstjahre abhaengt. In mehr als 8 Faellen von jeweils 10 waren die Vertraege nach
diesem Grundsatz abgeschlossen. Dargegen ist nur in hinein Falle eine einheitliche
Urlaubsregelung ohne Beruecksichtigung des Dienstalters vorgesehen.
In insgesamt 3SO Vertraegen, die ein Hoechstmass an Urlaub von mehr als
2 Wochen festlegen, geht man nach dieser Planung nach Dienstalter vor. Als Beispiel
hat man 100 dieser Vertraege eingehend untersucht, um festzustellen, inwieweit die
gewaehrte Urlaubsdauer von dem Dienstalter abhaengig ist. Demnach besteht in 87
Faellen ein Maximum von 3 Wochen Urlaub und in 11 Faellen 4 Wochen. In den uebrigen
2 Faellen wurde ein Hoechstmass festgesetzt, das zwischen 2 und 3 Wochen liegt. In
36 Vertraegen waren 15 Jahre Dienstzeit die gebraeuchlichste Bedingung fuer 3 Wochen
Urlaub. Fuer 4 Wochen waren gewoehnlich 25 Jahre Dienstzeit erforderlich.
NachstehendX»Xgt_eine bezeichnende Klausel, die 3 Wochen Urlaub fuer Arbeiter
hoeheren Dienstalters festlegt:
•Jeder und alle Arbeitnehmer des Unternehmens erhalten nach diesen Vertragsbestimmungen einen 1-woechigen Urlaub mit voller Bezahlung, vorausgesetzt, dass
sie 1 Jahr oder mehr im Dienste des Arbeitgebers stehen; ein 2-woechiger Urlaub
wird nach 5 oder mehr Dienst jähren und 3 Wochen Urlaub nach 15 und mehr Dienstjahren gewaehrt .*
Urlaubsbestimmungen waehrend des Krieges
Haehrend des zweiten Weltkrieges hielt sich die Nationale Kriegsaufsiehtsbeheerde fuer Arbeit unter Beibehaltung der Lohnregelung an Bestinmungen, die
1-woechigen Urlaub nach einem Dienstjahr und 2-woechigen nach 5 Dienstjahren
enthalten. Dieses System ist mit einigen Aenderungen noch in vielen der in der
Erhebung beruecksichtigten Urlaubsplanungen nach Dienstalter festzustellen. 78 von
100 Vertraegen, die daraufhin analysiert wurden, stellen als Bedingung fuer 1 Woche
Urlaub 1 vollendetes Dienstjahr und 60 Vertraege fuer 2 Wochen Urlaub 5 Dienstjahre.
Viele Unternehmer haben ihr Urlaubsprogramm grosszuegiger gestaltet; nicht
durch Verlaengerung der Urlaubshoechstdauer, sondern indem sie von der Methode
1 - fuer - 1, 2 - fuer - 5 abwichen. Oft wird Arbeitnehmern mit weniger als einem
Jahre Dienstzeit ein kuerzerer Urlaub gewaehrt, so z.B. eine halbe Woche nach
6 Monaten Dienstzeit. Auch ist die Dienstzeit oft verkuerzt worden, die ein Arbeitnehmer geleistet haben muss, um 1 oder 2 Wochen Urlaub mit Bezahlung zu erhalten.
So wird z.B. in immer mehr Vertraegen 2-woechiger Urlaub bei 2,3 und 4 Dienstjahren
bewilligt.

- 22 -

�Kein finanzieller Verlust des Arbeitnehmers
Nach keinem der 1.473 Vertraege, die Gegenstand dieser Erhebung waren,
nussten Arbeitnehmer weniger Bezahlung fuer die Urlaubszeit annehmen, a l s ihnen
bei normaler Arbeit zuteil geworden waere«
Drei Arten der Urlaubsgeldberechnung waren in den untersuchten Vertraegen
vorherrschend« Nach der ersteren wird der Durchschnittaverdienst (pro Stunde
oder fcoohe) waehrend einer bestimmten verflossenen Zeitspanne festgelegt« Der
ermittelte Durchschnitt wird dann bei der Berechnung der Urlaubsstunden oder
-wochen angewendet«
Ein zweites- Verfahren sieht eine Bezahlung rein nach Seit fuer die betreffende
Anzahl der Stunden vor - 40, °0, 120, e t c . Die d r i t t e Methode besteht darin, dass
ein Prozentsatz aus den Verdiensten des Arbeitnehmers waehrend einer bestimmten
Periode ermittelt wird« Diese Perioden variieren zwischen mindestens 4 Monaten
und hoechstens einem Jahr« Die meist angewandten Prozaatsaetze fuer 1,2 und 3 Wochen
Urlaub sind entsprechend 2, 4 und 636 der Verdienste in vorangegangenen Jahren«
Diese Methode i s t besonders geeignet, wenn die Lohnberechnung auf Akkord- oder
sonstiger Leistungsbasis aufgebaut i s t «
Alle Vertraege dieser Erhebung waren gegen Ende 1948 oder im Jahre 1949 in
Gueltigkeit« Sie waren von Unternehmern aus allen Teilen der Vereinigten Staaten
abgeschlossen worden und ungefaehr gleichmaessig auf Verbaende des A.F.L. und
C.I.O. v e r t e i l t « Fast ein Achtel der Verbaende waren unabhaengig oder nicht angegliedert. In ungefaehr der Haelfte der 1.473 Vertraege waren Angaben ueber die
Zahl der Arbeitnehmer vorhanden. Diese b e l i e f sich auf fast drei Millionen.
LABOR INFORMATION
U.S. Dept. of Labor
Oktober 1949
GBJOSSSNSCHAFTSBEY.EGUNG IN ENGLAND
Mr. H. V.iide, Delegierter der Vereinigung der Genossenschaften (Co-operative Union Limited) hat in seiner An«
spräche auf dem Bridlington Congress folgend er nassen
zu den Aufgaben der Genossenschaftsbewegung in der modernen
Gesellschaft Stellung genommen»
Unsere Organisation i s t Eigentum und untersteht der Kontrolle des Verbrauchers
naoh dem einfachen, aber weit verbreiteten, demokratischen Grundsatz» 1 Mitglied,
1 Stimme« In unserer Bewegung i s t die treibende Kraft des Privatgewinns ausgeschaltet und damit die Ausbeutung des Verbrauchers beseitigt worden« Dies muss
nach meiner Ansicht das hoechste Ziel bei der Verstaatlichung sein«
Wenn man den noch herrschenden Einfluss des Privatunternehmens betrachtet,
muss unsere Ueberzeugung zur Geltung kommen, dass in einer sozialistischen Wirtschaft, die auf die Interessen des Verbrauchers ausgerichtet i s t , Raum fuer uns
ist« Sowohl auf dem Gebiete der Produktion a l s auch der Verteilung bestehen einige
Möglichkeiten, dass nrivate und staatlich kontrollierte Unternehmen nebeneinander
bestehen«
Vir koennen vor allem eine Idee nicht unterstuetzen, nach der hundert Jahre
des Fortschritts s e i t dem Eitstehen der Genossenschaftsbewegung in einer ausgesprochen sozialistischen Wirtschaft ohne Bedeutung sein sollen« Dies wuerde einen
Verlust wertvoller Erfahrungen und eine Ungerechtigkeit den zehn Millionen Mitgliedern gegenuebar bedeuten« die dessen Eigentuemer sind, es kontrollieren und
unterstuetzen. Wir, aus der Bewegung, sind an dieser Frage hoeohst interessiert
und sind der Meinung, dass der Stand der Dinge so bald vie moeglich geprueft werden

sollte.

- 23 -

�Deshalb ist es uns eine Befriedigung zu sehen, dass unser Arbeitsaossdius*
mit einem sehnlichen Ausschuss der Labor Party konferiert, und dass solche
Tagungen mit dem entsprechenden Unterausschuss des Gewerkschaftsbundes abgehalten werden. Wir hoffen, dass das Ergebnis dieser Tagungen gegenseitiges
Verstehen und Zusammenarbeit sein wird»
Tatsachen an Hand von Zahlen.
Nach kuerzlichen offiziellen Feststellungen des Hauptkarteifuehrers
der Genossenschaftnkrankenkassen belief sich die Zahl der Mitglieder von
1.113 Genossenschafts-Vereinen Ende 1948 auf ueber 10 Millionen.
Im vergangenen Jahr wurden in den Konsumlaeden ("Stores") Einkaeufe im
Werte von fast 490»OOOfOOO Pfund Sterling getaetigt - das sind ueber 50
Millionen mehr als 191*7 und 200 Millionen mehr als im Jahre 1938*
Die Aktiva dieser Verteiler- und Erzeugergenossenschaften zusammen
beliefen sich auf 396,000.000 Pfund Sterling.
Die Zahl der Grosshandels- und Erzeugergenossenschaften war 189« doch
sind es davon hauptsaechlich drei bedeutende, die fast alle Geschaefte erledigten. Die Co-operative Wholesale Society Limited, die Scottish Cooperative Society Limited und die English and Scottish Joint Co-operative
Wholesale Limited verkauften im Jahre 1948 Waren im Gesamtwerte von
3il.304.OOO Pfund Sterling.
Der Umsatz dieser Grosshandelsgenossenschaften hat sich waehrend der
letzten 10 Jahre verdoppelt, und sie haben damit mit dem Aufstieg der Verteilergenossenschaften Schritt gehalten.
Labor
Oktober 1949

Office of Labor Affairs
HIC0G, AP0 757

OFFICIAL

- 24 IKIC00,

9 - }JOS, iMli,

I S T . U9, 1* K)

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dto felgaadaa Artlkal rtallan Anazflga i m dar amarlkaalackaa Praaaa und andaran Quallan dar and dlaoan
dar Information daatackar Radaktaura, dar Gawarkackaftan, Gawarkackaftaackalaa and daran Mltgliadar.
Von diaaam Material kann unalagaachrinkt Gabranck gemacht wardan.
Waltara Exanplaxa kfinnan koataaloa bal
Offica oi Labor Attaira
HICOG, APO 757, Frankfaxt
aagalordart wardaa. Aal Waaaek wardaa dlaaa anck alnialnan Intaraataotan dlrakt durch die Poat ingaUltat.
Dar Inhalt dar „ Arbaitamittailungan- iat nicht ala offlilalla Malnnng odar Stellungnahme dar amarlkanlackan
Militärregierung, noch irgendeiner DIaaaUtolla dar Regierung dar Vereinigten SUataa aufrufaaaan.

I l - 37-38

F r a n k f u r t , 25 November 1949
s

INHALTSVERZEICHNIS
Offene Buecher g e f o r d e r t . . . . . .
P r o d u k t i o n s S t e i g e r u n g durch Mechanisierung . . . . .
CIO e r n e u t fuer M a r s h a l l - r i a n . .
Getferkschaftseigene Wohlfahrtsfonds und i h r e
p o l i t i s c h e Bedeutung . . . . . . . . . • . . . • • •
W e s e n t l i c h e s f u e r den TUC
Zusammenarbeit i n d e r TVA
•
S o z i a l e Betreuung d e r A r b e i t s l o s e n
.
Betriebsunfaelle der S t a h l i n d u s t r i e . . . . . . . . .
Bizone e r h i e l t 1948 - 49 H a u p t a n t e i l der ERPLebensmittellieferungen
• • • • • •
Beri c h t von Holland
Kapers b l e i b t im D i e n s t .
Die Frau e i n e s Farmers wird B o t s c h a f t e r i n der
Vereinigten Staaten
.
O e f f e n t l i c h e Gewerkschaftsorgane i n den U . S . • . • •
E r f o l g e d e r Ei B e n b a h n a n g e s t e l l t e n i n den U . S . . . .

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OFFENE HTECHER GEFORDERT
E i n S c h i e d s r i c h t e r d e r N a t i o n a l e n Behoerde fuer Wechselbeziehungen d e r A r b e i t
( N a t i o n a l Labor R e l a t i o n s Board) f o r d e r t e i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n f u e r e i n e
Gewerkschaft d a s R e c h t , d i e Buecher e i n e r Firma e i n s e h e n zu Koennen.
Wenn d i e s e r Vorschlag von dem 3 M L t g l i e d e r a u s s c h u s s s e l b s t b e w i l l i g t w i r d , wuerde
e i n P r a e z e d e n z f a l l von g r o s s e r Bedeutung f u e r u n s e r e O r g a n i s a t i o n geschaffen werden,
e r k l a e r t e P a u l S t y l e » , B e z i r k s d i r e k t o r d e r NLRB. Er e r i n n e r t e d a r a n , d a s s Walter
R e u t h e r , d e r P r a e s i d e n t d e r A u t o m o b i l a r b e i t e r (CTO), b e i Verhandlungen mit den
•General Motors" (Allgemeine Motorenwerke) im J a h r e 1946 i n A t l a n t a d i e s e l b e Frage
aufgeworfen h a t t e »
der
Ein
ihr
sie

A n l a s s zu d i e s e r F o r d e r u n g gaben L o h n s t r e i t i g k e i t e n zwischen der Gewerkschaft
L e d e r a r b e i t e r (AFL) und d e r S o u t h e r n S a d d l e r y Company i n C h a t t a n o o g a , T e n n e s s e e .
J a h r l a n g h a t t e d i e Firma bei T a r i f v e r h a n d l u n g e n immer wieder e r k l a e r t , d a s s e s
unmoeglich s e i , d i e g e f o r d e r t e Lohnerhoehung zu z a h l e n . G l e i c h z e i t i g w e i g e r t e
s i c h j e d o c h , i r g e n d e i n e n Beweis fuer i h r e Z a h l u n g s u n f a e h i g k e i t zu l i e f e r n .
The CIO News,
2 4 . Oktober 1949

- 1 -

�PRCDUKTIONSSTEIGSHUNG DURCH MECHANISIERUNG
Clinton S. Golden, Berater fuer Arbeitsfragen
i n der Verwaltung fuer w i r t s c h a f t l i c h e Zusammena r b e i t (ECA), sprach vor einer b r i t i s c h e n Gewerk-

schaftsdelegation, die die Vereinigten Staaten
besuchte, um die dortigen Arbeits- und Produktionsbedingungen zu studieren* Wir entnehmen seiner
Rede die folgenden interessanten Auszuege»
Der Begriff der *Produktionssteigerung" i s t l e i d e r , meiner Ansicht nach
jedoch ganz verstaendlicher Weise, i n der Anschauung v i e l e r Arbeiter g l e i c h bedeutend mit einer groesseren Beanspruchung ihrer physischen Kraefte - kurz
gesagt, eine "beschleunigte" und gesteigerte Ausbeutung des Menschen im Dienste
privater Interessen*
Das s e i n e r s e i t s hat die Befuerchtung aufkommen lassen, dass die Gesundheit
des Arbeiters infolge der erhoehten koerperlichen Beanspruchung bedroht i s t *
Noch groesser i s t die Furcht vor Arbeitslosigkeit a l s Folge der erhoehten Warenerzeugung, fuer die kein rentabler Absatzmarkt gefunden werden kann* In den
Vereinigten Staaten hatten wir leider Krisen im gesamten Verlauf unserer i n dustriellen Entwicklung durchzumachen* Die Folge davon waren weitverbreitete
Arbeitslosigkeit, das Herabsinken des Lebensstandards - wenigstens zeitweise und grosse Entbehrungen und Elend fuer v i e l e Lohnempfaenger*
Unter diesen Umstaenden i s t es verstaendlich, wenn Arbeiter die Einfuehrung
neuer arbeitssparender Maschinen und Produktionsmethoden zur Reduzierung der
Produktionskosten nicht nur fuerchten, sondern sich ihr mit allen moeglichen
Mitteln widersetzen«
Bis vor einigen Jahren sah unsere technische Wissenschaft ihre Hauptaufgabe in der groesstmoeglichen Mechanisierung der Industrie, ohne a l l z u v i e l
Ruecksicht auf das Leben, die Sicherheit und das Wohlergehen der Arbeiter zu
nehmen*
Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass die "Produktionssteigerung"
nicht unbedingt diese nachteiligen Folgen nach sich ziehen nuss* Ich halte
es weder fuer ungerecht noch uebertrieben, wenn ich f e s t s t e l l e , dass das Ansteigen der Mitgliederzähl i n unseren Gewerkschaften und ihr wachsender Einfluss
mehr a l s irgendein anderer Einzelfaktor die Ceffentlichkeit erkennen l a e s s t , dass
Sicherheitsmassnahmen im Interesse der Lohnempfaenger getroffen werden muessen*
Besucher aus zahlreichen Laendern, die zum Studium der Produktionsleistung
nach den Vereinigten Staaten kommen, sind ausnahmslos von der Mechanisierung und
von dem Maschinenpark unserer Fabriken beeindruckt worden*
Es besteht kein Zweifel, dass diese Mechanisierung einen wichtigen Faktor
in der Produktionsleistung Amerikas darstellt* Ich moechte etwas ueber die Haltung unserer Gewerkschaften hinsichtlich der Einfuehrung dieser neuen Maschinen
und ihrer Verwendung anfuehren*
In der Regel sind amerikanische Arbeiter nicht so sehr darauf versessen,
mehr Kraftleistung anzuwenden, a l s zur Ausfuehrung ihrer Arbeit unbedingt noetig
i s t * Sie sind b e r e i t , Maschinen oder sonstige mechanische Mittel immer dann zu
gebrauchen, wenn sie damit Kberperkraft ersetzen koennen* Diese Einstellung war
nicht immer so*
Zwei Dinge haben die Einfuehrung von produktiveren Maschinen fuer die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften ertraeglich gemacht.
Erstens die Arbeitslosenversicherung, durch die Arbeitslose Anspruch auf
Unterstuetzung haben, deren Dauer in den einzelnen Staaten verschieden i s t und
sich bis auf 26 Wochen fuer jedes Jahr belaufen kann*
- 2 -

�Zweitens i s t es die wachsende Erkenntnis innerhalb der Arbeiterschaft, daes
die Einfuehrung arbeitssparender Maschinen fuer einige Arbeiter z e i t w e i l i g zwar
den Verlust ihrer gewohnten Beschaeftigang bedeuten kann, fuer die Dauer jedoch
durch diese neuen Maschinen mehr Besohaeftigungsmoeglichkeiten geboten werden*
Jedenfalls haben wir diese Erfahrung hier in den Vereinigten Staaten gemacht« Die
durch die Mechanisierung neu entstandenen Arbeitsplaetze sind haeufig unmittelbar
in denselben Industriezweigen zu finden, in denen diese Maschinen und die dazu
gehoerigen Einrichtungen hergestellt oder bedient werden«
In vielen Industriezweigen hat der Einsatz von mehr Maschinen eine groessere
Produktion von Waren zu niedrigeren Preisen ermoeglicht« Durch diese niedrigeren
Preise sind somit mehr Gueter in den Bereich der Kaufkraft weiterer Kreise gelangt.
Die Folge der vermehrten Nachfrage war die Ausdehnung der Industrie und die Neueinstellung von weit mehr Arbeitern, a l s je durch den Einsatz dieser Maschinen
ihres Arbeitsplatzes beraubt wurden.
Die Entwicklung in der Textilindustrie dieses Landes zeigt diese Vorgaenge
deutlich. Der Einsatz elektrischer Maschinen, sowie die Anwendung neuer Arbeitsverfahren haben aus der Bekleidungsindustrie, die aus kleineren Betrieben bestand
und insgesamt etwa 10.000 Menschen beschaeftigte, eine Industrie gemacht, die heute
100.000 Arbeitern in New York a l l e i n in der Herstellung von Damen-Bekleidung Beschaeftigung b i e t e t . Darueber hinaus arbeiten viele Tausende in Industriezweigen, die
eng damit verbunden sind und das Material fuer sie liefern* Mit der Einfuehrung
dieser Maschinen waren zwar bestimmte Berufe ueberfluessig geworden, doch zur g l e i chen Zeit wurden Tausende von neuen Arbeitsplaetzen geschaffen. Noch etwas anderes:
Produktionssteigerung haengt haeufig nicht nur von dem Einsatz von Maschinen ab,
sondern auch von der Verbesserung der Werksanlagen, der Verwendung besserer Werkzeuge, von besserer Produktionsplanung und groesserer Beruecksichtigung der Wuensche
des Verbrauchers. Natuerlich muss gewaehrleistet werden, dass die Produktion die
Absatzmoeglichkeiten nicht uebersteigt.
Ein d r i t t e s wichtiges Moment steht mit diesen beiden Entwicklungen in engem
Zusammenhang: Mit dem Wachsen der Mitgliederzahl der Arbeiterorganisationen, besonders in den letzten 10 Jahren, bestehen fuer die Arbeiter bessere Moeglichkeiten
mit den Unternehmern erfolgreich zu verhandeln und durch diese Mechanisierung
bessere Beschaeftigungsmoeglichkeiten, Loehne und allgemeine Arbeitsbedingungen
zu erzielen.
Zu dem zweiten Hinkt moechte ich noch bemerken, dass in der amerikanischen
Industrie die Zahl der ungelernten Arbeiter, die schwere Handarbeit verrichten,
staendig im Absinken begriffen i s t . Die Verwendung neuer Maschinen hat die Einfuehrung und Entwicklung neuer Fachberufe zur Herstellung und Bedienung der arbeitssparenden oder -"ersetzenden" Maschinen noetig gemadi t* Fuer die Arbeiter und das
Muschinenpersonal wird deshalb die Beschaeftigung weniger muehsam und weit interessanter*
In a l l diesen Ueber legungen i s t ein wichtiger psychologischer Faktor zu beruecksich ti gen. Den Arbeitern gibt ihre Arbeit ohne Zweifel persoenliche Befriedigung und das Bewusstsein groesserer persoenlicher Verantwortung, weil die Bedienung
der Maschinen an die S t e l l e schwerer Handarbeit getreten i s t .
Die Industrie i n den Vereinigten Staaten war hauptsaechlieh auf unsere Inlandsmaerkte angewiesen, um fuer die gesteigerte Produktion Absatz zu finden* Diese Absatzmaerkte konnten sich zum Teil ausdehnen und entwickeln, weil es keine Steuern
und sonstige Beschraenkungen im freien Handelsverkehr unserer 48 Staaten gibt und
zum T e i l , weil es infolge der Lohnerhoehungen den Arbeitern moeglich wurde, weit
mehr Waren a l s je zuvor zu kaufen. Diese neue Nachfrage hat in vielen Faellen zu
weit mehr Beschaeftigungsmoegli chkei ten gefuehrt, a l s durch die Einfuehrung neuer
Maschinen b e s e i t i g t worden waren*
Eine europaeische Wirtschaftseinheit wuerde durch die Beseitigung der Handelsbeschraenkungen, (wie z.B. zwischen den Laendern), einen freien Warenaustausch ermoeglichen und einen europaeisehen Absatzmarkt erschliessen, im dem*** zur Zeit
2?5 Millionen kaufkraeftige Verbraucher g i b t . Diese Tatsache s o l l t e eigentlich

- 3 -

�a l l e n Europaern zu denken geben, die nicht nur an der wirtschaftlichen Gesundung,
sondern auch an einer Verbesserung des Lebensstandards und der Schaffung neuer
fieschaeftigungsmoeglichkeiten
interessiert sind. Es gibt keine bessere Gewaehr
fuer einen zukünftigen Weltfrieden, a l s eine vereinigte europaeische Wirtschaftsp o l i t i k , da das die Vollbeschaeftigung, Hebung des Lebensstandards und Wohlstand
fuer die Bevoelkerung des Kontinents bedeuten wuerde«
Einige Besucher, die im Rahmen des Programms zur Technischen Unterstuetzung
(Technical Assistant Program) zu uns i n die Vereinigten Staaten kommen, haben den
Eindruck gewonnen, dass fuer die amerikanische Massenproduktionsmethoden riesige
Fabrikanlagen und ungeheure Kapitalanlagen noetig sind« Dies t r i f f t t e i l w e i s e ,
aber nicht ganz zu«
Die Methoden der Massenproduktion erfordern unter anderem eine Umstellung i n
der Organisation und i n den Beziehungen der Arbeiterschaft selbst« Es bedeutet
z . B . die Aufgabe alter Arbeitsmethoden, bei denen der Arbeiter direkt an der Herstellung der Waren b e t e i l i g t war« Bei der Massenproduktion i s t niemand an der
Fertigstellung der Ware direkt b e t e i l i g t , doch jeder traegt seinen Teil dazu b e i .
Es i s t nicht in jedem Falle noetig, riesige Fabrikanlagen und ungeheure Kapitalanlagen bei der Anwendung dieser neuen Prinzipien zur Verfuegung zu haben« Sie
sind sogar in kleinen holzverarbeitenden Betrieben in den Vereinigten Staaten zur
Anwendung gekommen, wo nur 5 Personen beschaeftigt werden« Die Einfuehrung neuer
Arbeitsmethoden machte grosse Produktionssteigerungen selbst in solchen Zwergbetrieben moe g l i c h .
Labor Information
November 1949

CIO ERNEUT FUER

MARSHALL-PLAN

Der Elfte Verbandstag des 600.000 Mitglieder umfassenden CIO (Congress of
Industrial Organizations) brachte erneut die Bereitschaft zum Ausdruck, den MarshallPlan mit allen Mitteln zu unteretuetzen, und erklaerte, dass die amerikanische Hilfe
"nicht dazu missbraucht werden duerfe, anderen Voelkern altbekannte Wirtschaftsmethoden zur Ausbeutung und Unterdrv.eckung aufzuzwingen«"
Diese Feststellung gehoert mit zu den Hoehepunkten einer Resolution zur amerikanischen Aussenpolitik, die von den Delegierten gegen nur 5° Stimmen einer unbedeutenden, aber laermenden Gruppe des linken Fluegels angenommen wurde«
Die Resolution .verspricht die Mitarbeit des CIO an dem Atlantik-Pakt, den Aufgaben der Vereinten Nationen, am Pankt-VI-Programm Praesident Trumans, den Bemuehungei
zum Wiederaufbau eines geeinten, demokratischen Deutschlands und an der Unteretuetzung der demokratischen Kraefte i n Asien«
Mit der Erklaerung, dass die Wiedergesundung Europas engere wirtschaftliche
Zusammenarbeit der Marshall Plan Laender erforderlich macht, s t e l l t e der Verbandstag
f e s t , "dass es nun ganz eindeutig i s t , dass wirtschaftliche Sicherheit mit politisches
Freiheit gepaart werden muss, wenn Europa nicht wieder in die Arme des Fachismus oder
des Kommunismus getrieben werden s o l l . "
Mit der Bitte an den U. S. Kongress, ausreichende Hilfsmittel zur Durchfuehrung
des Marshall Plans zur Verfuegung zu s t e l l e n , wird in der Resolution warnend f e s t g e s t e l l t , dass "die fortgesetzte Zusammenarbeit der Arbeiterschaft Amerikas und Europas" von ausschlaggebender Bedeutung fuer die erfolgreiche Durchfuehrung des H i l f s programms i s t . Es heisst dann weiter:
•Wir ersuchen die Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA), engere
Beziehungen mit den Gewerkschaftsbewegungen und sonstigen nichtkommunistischen, fortschrittlichen Organisationen in Europa aufzunehmen. Die sowjet-konmunistische Beeinflussung und Opposition der Demokratie muss dort bekaempft werden, wo sie ihre zersetzende Arbeit auszufuehren versucht, und das i s t unter den Arbeitern."
- k -

�In der CIO R e s o l u t i o n zur Ausrenpolitik h e i l s t e s w e i t e r , dass Deutschland
e i n B e s t a n d t e i l des neuerstandenen, europaeisehen W i r t s c h a f t s g e b i l d e s s e i n rauss,
und dass e s g e f a e h r l i c h s e i , die i n t e r n a t i o n a l e Kontrolle des produktiven Ruhrg e b i e t e s nur a l s e i n e Massnahme aufzufassen, "durch die die Besiegten von den
Siegern u n t e r d r ü c k t werden."
Man faehrt dann f o r t i "Um Erfolg zu haben, nuessen a l l e w e s t e u r o p ä i s c h e n
Demokratien gemeinsame Vereinbarungen t r e f f e n , die die gleichmaessige V e r t e i l u n g
und Zuteilung i h r e r Kohlen- und Stahlproduktion r e g e l n .
"Dies i s t der Kernpunkt einer engeren Zusammenarbeit im europaeisehen Wirts c h a f t s l e b e n ! die u n e r l a e s s l i c h i s t , wenn Wohl stand und allgemeine Hebung des
Lebensstandards auf der Basis der w i r t s c h a f t l i c h e n S t a b i l ! t a e t e r r e i c h t werden
sollen."
Der CIO wandte s i c h an den Hohen Kommissar der V e r e i n i g t e n Staaten i n Deutschland, John J . McCloy, und l e g t e ihm nahe, "der neuerstandenen deutschen Gewerkschaftsbewegung und a l l e n anderen demokratischen Kraeften i n Deutschland jede nur
moegliche, a u f r i c h t i g e H i l f e zukommen zu l a s s e n , " um dem bedrohlichen Wiederaufleben n a z i s t i s c h e n E i n f l u s s e s und monopolistischer Kartellierungsversuche entgegenzuarbei t e n .
Es wird i n der R e s o l u t i o n e r k l a e r t , "dass zu diesem Zweck die Abteilung fuer
Arbeitsfragen im Amt des Hohen Kommissars vergroessert werden n u e s s e , d a a i t s i e
s i c h auf a l l e n Gebieten der S o z i a l - und W i r t s c h a f t s p o l i t i k b e t a e t i g e n k o e n n e . " —

Labor Information
7 . November 1949

GJWEHKSCHAFTSEIGENE WOHLFAHRTSFCNDS UND IHRE POLITISCHE BEDEUTUNG
Es f o l g e n Auszuege aus einem A r t i k e l von Professor A. L. Gitlow
von der U n i v e r s i t a e t i n New York. Er behandelt eine Präge, d i e
von zunehmendem I n t e r e s s e fuer d i e Vereinigten Staaten i s t , da
s i c h i n den verschiedenen Wohlfahrtsfonds der Gewerkschaften
v i e l e Millionen Dollar angehaeuft haben. Diese Fonds, Aber die
zum grossen T e i l die Gewerkschaften verfuegen, s t e l l e n e i n e n
neuen w i r t s c h a f t l i c h e n Machtfaktor d a r .
Es scheint e i n e Tatsache zu s e i n , dass von Gewerkschaften verwaltete Wohlfahrtsfonds (health and welfare funds) den Gewerkschaften und ihren Fuehrern einen starken,
p o l i t i s c h e n Machtfaktor i n die Hand geben. Warum i s t d i e s so?
E r s t e n s , w e i l s i e die Treue des Arbeiters zur Gewerkschaft foerdern. Sie ziehen
Nicht Mitglieder an und h a l t e n d i e , die schon Mitglied s i n d , zurueck. Letztere haben
e i n l e b h a f t e s I n t e r e s s e an den Fonds und ihren Leistungen. Der A u s t r i t t aus der Gewerkschaft bedeutet f u e r s i e den Verlust ihrer Ansprueche auf Unterstuetzungen. Kann
s i c h jemand e r n s t l i c h v o r s t e l l e n , dass e i n Durchschnittsmitglied unter diesen Umstaenden aus s e i n e r Gewerkschaft a u s t r i t t , um i n e i n e r anderen Mitglied zu werden? l o h
denke nicht»
Zweitens s t e l l t e i n Wohlfahrtsfond eine m a t e r i e l l e Quelle dar, aus der die Arb e i t e r Verstaendnis und Anerkennung fuer die Gewerte chaft und ihre Äehier schoepfen.
Ich hatte G e l e g e n h e i t , d i e s i n e i n e r Ausfuehrung ueber den Versicherungsfond der
Amalgamated Laundry Workers ( V e r e i n i g t e Waeschereiarbeiter) f e s t z u s t e l l e n . Die Erfahrungen d i e s e r Versicherung haben ohne den g e r i n g s t e n Zweifel ergeben, dass die
Arbeiter der Gewerkschaft Dankbarkeit z o l l e n . Die Treue beruht auf Dankbarkeit, und
L o y a l i t a e t der gesamten Mitgliederschaft i s t von grosser Bedeutung fuer die Gewerkschaf t sfuehr er . —

- 5-

�Drittens wird manchmal angedeutet, da es Gewerkschaftsfuehrer sich die Unterstuetzung der Arbeiter sichern koennen, indem sie ihnen nahelegen» eine Krankheit
Torzutaeusehen und dadurch unberechtigte Aneprueche an die Wohlfahrtsfonds zu s t e l l e n .
Viertens bietet ein Wohlfahrtsfond einer Gewerle chaft und ihren Fuehrern eine
grossartige Moeglichkeit, sich ein gewaltiges f i n a n z i e l l e s Reservoir zu schaffen»
Eine Vorauszahlung geht unmittelbar an den Arbeiter* Die Gewerkschaft kann einen
finanziellen Gewinn nur durch Aenderung der Beitraege und sonstigen Erhebungen erz i e l e n . I s t jedoch ein Fond vorhanden, dann kann die Gewerkschaft unabhaengig verfuegen. Manchmal i s t der Reservefond selbst mit ein Grund fuer das Bestehen eines
Wohlfahrtsfonds, weil i n einigen Faellen Gewerkschaftsfuehrer mit wenig Begeisterung
f e s t s t e l l e n , dass die Hoehe der Beitraege der Unternehmer von den Ergebnissen ihrer
wissenschaftlichen, statistischen Untersuchungen ueber vorhandene Sicherheiten abhaengig i s t ) auch i s t es manchmal nur die Tatsache, dass zahlreiche Kassen das Bestreben haben, weit mehr Geldreserven anzusammeln, a l s dies zur Leistung der Unterstuetzungsgelder noetig waere* Die Beitraege der Unternehmer sind oft von keinerlei
Untersuchungen ueber Sicherheiten abhaengig, sondern sie zahlen s o v i e l , wie die Gewerkschaften im Verlauf von Kollektiwerhandlungen herauszuschlagen verstehen*
Fuenftens scheinen viele Gewerle chaf tsfuehrer die Meinung zu t e i l e n , dass man
Wohl fahr tsfonds im allgemeinen nicht aufgibt, auch wenn i n wirtschaftlidien Krisen
die Loehne herabgesetzt werden* Folglich waeren diese Wohlfahrtskassen dann eine
Kraftquelle fuer die Gewerkschaften, wenn sie am dringendsten benoetigt wird» Die
grosse Masse der Mitglieder wuerde nicht so b e r e i t w i l l i g die Mitgliedschaft bei der
Gewerkschaft aufgeben, wie sie das sonst in Notzeiten tun wuerde» wenn mit ihrem
Austritt der Verlust ihrer langbestehenden Ansprueche auf Unterstuetzungen verbunden
i s t . Dieses Programm i s t fuer die Wohlfahrt a u f g e s t e l l t , und es besteht mehr Grund,
e s i n einer Krise beizubehalten a l s in Zeiten des allgemeinen Wohlstandes*—
Sechstens bestehen in der Verwaltung eines Wohlfahrtsfonds fuer Gewerkschaftsfuehrer staendig Beschaeftigungsmoeglichkeiten mit v i e l l e i c h t guter Bezahlung* Durch
diese Moegli chkei ten, die den Gewerks chaf tsfuehrern in die Hand gegeben sind, erlangei
diese Wohlfahrtsfonds grosse Bedeutung fuer sie* Ein schlagender Beweis i s t durch
die Debatten im Fruehjahr 192|8 gegeben, die sich um das Wohlfahrtsprogramm der Vereinigten Bergarbeiter in der bitundnoesen Kohlenindustrie drehten* Eines der Hauptz i e l e von John L* Lewis, das scheinbar infolge bedeutenderer Probleme wie Streik
und seine Beilegung uebersehen wurde, war die Forderung nach administrativer Kontrolle
der Wohlfahrtsfonds*
Siebtens s t e l l e n Wohlfahrtsfonds eine maechtige Waffe im Ringen um die innere
Disziplin i n den Gewerkschaften dar* Eine gelegentliche Durchsicht der Gewerkschaft sbeStimmungen ueber die Verwaltung solcher Kassen wird enthuellen, dass f a s t
ueberall "guter Ruf" i n der Gewerkschaft Grundbedingung bei der Auswahl der Arbeiter
i s t , denen Unterstuetzungen gewaehrt werden. Es kommt vor, dass die Gewerkschaft womit gewoehnlich die Verwaltung gemeint i s t - nach fast freiem Ermessen bestimmen
kann, wer und wer nicht in "gutem Rufe" steht* Wenn entschieden wurde, dass ein
einzelner oder eine gesamte oertliche Vereinigung nicht diesen guten Ruf geniessen,
i s t es moeglich, den Betreffenden a l l e Ansprueche auf Unter stuetzungen zu entziehen«
Dies bedeutet einen schweren wirtschaftlichen Schlag fuer die betroffenen Mitglieder*
Sie werden nicht l e i c h t f e r t i g eine solche Bestrafung riskieren* Diese Befugnis wird
in den Haenden der Gewerkschaft zu einem starken, politischen Machtfaktor*—
Wohlfahrtsfonds koennen v i e l zum allgemeinen Wohle beitragen* Um dieses Ziel
zu foerdern, s o l l t e n abschliessend zu unseren hiesigen Betrachtungen bestimmte Regeln
beachtet werden; (1) angemessene, s t a t i s t i s c h gerechtfertigte Prinzipien bei der
Festsetzung der Beitraege» (2) strenge Bestimmungen, um die Faelle zu reduzieren,
in denen Krankheit vorgetaeuscht oder der Fond zu politischen Zwecken benutzt wird,
(3) Erziehung der Arbeiter zu der Einsicht, dass die Unternehmer einen gewissen
Kredit zur Gruendung dieser Wohlfahrtsfonds benoetigen und (ii) berufsmaessige Verwaltung der Kasse, damit sie nicht zum politischen Gehilfen der Gewerkschaftsverwaltung wird.

- 6 -

�Die s t a t i s t i s c h e Untersuchung i s t e r f o r d e r l i c h , um das Anhaeufen von ueberschuessigen Geldreserven zu verhindern» üeberschuessige f i n a n z i e l l e Reservoirs
sind eiut folgenden (iruenden abzulehnen! S i e haben zersetzende Wirkung auf die
E h r l i c h k e i t der Gewerlschaftsverwaltung, koennen Anlass zum Vortaeusehen einer
Krankheit geben, eine unnoetige Mehrausgabe des A r b e i t e r s d a r s t e l l e n und zu
einem umfangreichen Speicher u n t a e t i g e n Kapitals anwachsen« Auf der anderen
S e i t e koennten s i e Gewerkschaftsfuehrer dazu v e r l e i t e n , unkluge Investierungen
vorzunehmen.
I n d u s t r i a l and Labor R e l a t i o n s Review

Oktober 1949«

WESENTLICHES FUER DEN BRITISCHEN GEWERKSQiAJTSBUND (T.U.C.)
Man hat i n l e t z t e r Z e i t den Gewerkschaftsfuehrern so v i e l den Vorwurf g e macht, s i e haetten den Ernst der gegenwaertigen Lage n i c h t zu e r f a s s e n gewusst,
dass e s e i n gutes Recht des Verwaltungsrates i s t , auf d i e U n r i c h t i g k e i t d i e s e r
Behauptung hinzuweisen«
S i e haben d i e schwere Aufgabe, n i c h t nur e i n a u s s e r o r d e n t l i c h v e r w i c k e l t e s
i n t e r n a t i o n a l e s Problem s e l b s t zu erkennen, sondern auch die grosse Zahl i h r e r
M i t g l i e d e r davon zu ueberzeugen, dass s i e die •Cripps P o l i t i k " mit dem Aufschieben
der Lohnerhoehungen und der S o z i a l f u e r s o r g e auf laengere Z e i t hinaus hinnehmen
nu essen«
Und wenn die Gewerkschaftsfuehrer d i e s t u n , muessen s i e a u s s e r o r d e n t l i c h
wachsam s e i n , damit ihre Vorsicht von den Unternehmern nicht a l s Zeichen der
Schwaeche a u s g e l e g t wird und man demnach die Regierung dazu bewegen koennte,
jene b e g i e r i g e n Wuensche anzunehmen, die die Traeume der Konservativen d a r s t e l l e n
und auf e i n e "geringe" A r b e i t s l o s i g k e i t , Lohnsenkungen, Kuerzung der Lebensmittelzuschucsse und e i n e Reduktion der Steuern abzielen«
Sie duerfen das Vertrauen ihrer Mitglieder nicht enttaeuschen und muessen
zu g l e i c h e r Z e i t darauf bedacht s e i n , eine Notstandslage zu verhindern, d i e l e i c h t
zu einem f i n a n z i e l l e n Chaos fuehren koennte«
Die B e r i c h t e , die der Verwaltungsrat dem Kongress v o r g e l e g t h a t , sind nuecht e r n , gut informiert und mit e i n e r unbedingten V o l l s t a e n d i g k e i t aufgebaut, die
hohes Lob v e r d i e n t . Man hat i n ihnen s o r ^ f a e l t i g e i n Gleichgewicht gewahrt, das
von den gemaessigteren K r i t i k e r n auf beiden S e i t e n ohne die g e r i n g s t e Fairness
angegriffen wurde«
Der allgemeine komnunistische Grundsatz, der b e s a g t , dass a l l e s gut waere,
wenn die Gewerte chaften nur b e r e i t waeren, ihre Macht dazu zu benutzen, einen
Bruch mit Amerika herbeizufuehren und die t o t a l e Zusammenarbeit mit Russland und
seinen Verbuendeten e i n z u l e i t e n , kann nicht a l s ernstzunehmende A l t e r n a t i v e angesehen werden«
Die Beduerfnisse unseres Volkes sind nun durch d i e Marshallhilfe gedeckt«
Diese kann weder durch eine r u s s i s c h e H i l f e e r s e t z t werden noch durch eine solche
Zunahme des ost-westeuropaeisehen Handels, dass die damit verbundenen Risiken
g e r e c h t f e r t i g t waeren«
Zwei Verpflichtungen
Solange uns d i e komnunistische Partei kein genaues Programm vorlegen kann,
nach dem s i e i n der Lage i s t , den Lebensstandard unserer Arbeiter auf dem j e t z i g e n
Niveau zu h a l t e n , sind ihre Anfeindungen gegen die Gewerle chaf tsfuehrer i n keiner
l e i s e gueltig«
Dies bedeutet meiner Ansicht nach keineswegs, dass sich der Gewerle chaftsbund
nun fuer das naechste Jahr zur Ruhe s e t z e n kann, nachdem er die Meinung einer
r i e s i g e n Mehrheit gegen seine komnunis t i s c h e n K r i t i k e r gewonnen hat«

" 7

�Die wichtigste Aufgabe, die den Gewerkschaftsfuehrern o b l i e g t , i s t « sich
zu Ter gewissem, dass a l l e Mitglieder ueber unsere Probleme tatsaechlich u n t e r r i c h t e t sind; die vor kurzem mit den Eisenbahnen gefuehrten Verhandlungen zeigen
jedoch, dass dies nicht der F a l l i s t * Ihre zweite grosse Aufgabe besteht d a r i n ,
eine weit groessere Fuehlungnahme zwischen Arbeitern und ihren Vorgesetzten herzustellen«
i

Die Haelfte der wilden S t r e i k s entstehen, weil dieser Kontakt nicht b e s t e h t ,
zu langsam in seiner Arbeitsweise oder psychologisch unwirksam i s t ; die Kommunisten sind selten dazu i n der Lage, diese Streiks zu foerdern, aber sie koennen
mit grosser Geschicklichkeit Hitzen daraus ziehen*
Die Bewegung i s t i n einem solchen Masse angewachsen, und die von Mitgliedern
des Gewerkschaftsbundes i n Westminster und Whitehall zu uebernehmenden Verpflichtungen sind so gross geworden, dass es den hoechsten Fuehrern der meisten Gewerkschaften noch nicht moeglich gewesen i s t , ihre oeffentlichen Beziehungen i n ein
entsprechendes Gleichgewicht mit diesen Aufgaben zu bringen*
Schwierige Aufgaben
Nur wenige Gewerkschaften lassen ihren Mitgliedern die erforderlichen, l a u fenden, - ich betone das Wort "laufenden" - wirksamen Informationen ueber Wirtschaf tsangelegenheiten zukommen* Nur wenige sind im Besitze eines Forschungss t a b e s , der seinen schweren Aufgaben auch nur annaehernd gewachsen waere* Die
Erziehung i h r e r Mitglieder i s t i n keinem Falle soweit gediehen, dass man i n jedem
Arbeitszweig auf eine wirkliche Armee von Freiwilligen mit der fuer die Loesung
der Aufgaben der Bewegung noetigen Qualifizierung zurueckgreifen koennte*
Es waere mir eine Befriedigung zu wissen, dass sich a l l e Generalsekretaere
darueber im klaren sind, dass die praktische Erfahrung i n einem bestimmten Industriezweig fuer jeden i n der Forschung Taetigen zwar wertvoll i s t , die gruendliche
Erfahrung in wirtschaftlichen und s t a t i s t i s c h e n Fragen jedoch nicht ganz ersetzen
kann*
Ich moechte gerne sehen, dass die Forschung den Gewerkschaften d e r a r t i g e
Dienste l e i s t e t , dass sie den Unternehmern und der Regierung i n ebenbuertiger
Weise gegenuebertreten koennen« Ich hoffe, dass man mir v e r z e i h t , wenn ich behaupte, dass dies heutzutage nicht der F a l l i s t *
Stoehnen von der Rechten
Der andere Gesichtspunkt i s t weit einfacher* Die an den Gewerkschaftsfuehrern
K r i t i k uebenden der Rechten beschaeftigen sich zum groessten T e i l weniger mit der
eigentlichen Lage a l s vielmehr mit der Atmosphaere, die sie fuer die allgemeine
Wahl schaffen inoechten*
Die meisten Seufzer ueber den "Wohlfahrtsstaat" sind das uebliche Propagandam i t t e l , das die Labour Regierung fuer a l l e Schwierigkeiten verantwortlich machen
moechte* Sie sollen genuegend Alarm und Enttaeuschung i n den Vereinigten Staaten
hervorrufen, um die U.S. Regierung und den Kongress zur Mitarbeit an einem neuen
1931 zu veranlassen*
Bis j e t z t haben die Kritiker der R e chten grosse Fehlschlaege i n Amerika e r l e b t «
Doch hinter ihnen stehen hier Leute wie Lord Beaverbrook, Lord Kemsley, Lord Rothermere und ihresgleichen* Ihre Aufgabe besteht d a r i n , Nachrichten fuer die Oeffentl i c h k e i t ' zurechtzulegen, dass man l e d i g l i c h nur Schwierigkeiten sehen kann* Dieselben koennten nur von einer Regierung mit Mr. Churchill an der Spitze behoben werder
Ich glaube n i c h t , dasses ihnen gelingen wird, die Arbeiter zu der Ueberzeugung
zu bringen, dass Mr* Churchill die liebe a l t e Grossmutter i s t , der das kleine Rotkaeppchen, der Gewerkschaftsbund (T.U.C.), unbedingt vertrauen kann*
Labour, Oktober 1949«
Aus einem Artikel von Herold Lasky, der i n
"Forward" erschienen i s t *

- P-

�ZUSAMMENARBEIT IN DE« TVA
Das Tennessee Talsperren-System i s t e i n e s der i n t e r e s s a n t e s t e n Experimente
ooderner Naturkraft - und Wirtschaftsverwaltung i n den Vereinigten Staaten* aber
je i s t i n Deutschland wenig bekannt. Die Tennessee V a l l e y Authority (TVA) i s t
»ine Koerperschaft o e f f e n t l i c h e n Rechts zur Kontrolle des Tennessee F l u s s - T a l s .
Sie b e f a s s t sich mit der Stromkontrolle« der Aufforstung, der Bodenbewaesserung
ind unter i h r e r Leitung laufen eine Anzahl von grossen e l e k t r i s c h e n KraftStationen*
)ie TVA u n t e r h a e l t durch einen Gemeinsamen Zentralen Ausschuss fuer Zusammenarbeit
sute Beziehungen mit den Gewerkschaften. Wir v e r o e f f e n t l i e h e n h i e r e i n i g e Auszuege
ms dem amtlichen Handbuch des Ausschusses* um unseren Lesern einen E i n b l i c k i n die
t r b e i t s v e r h a e l t n i s s e d i e s e r Verwaltung zu gebeni
Grundlagen des Verwaltungs-Gewerkschaftsausschussee
Die TVA und der Gewerkschaftsrat des "Tennessee Tals* erkennen gemeinsam an,
lass e i n e Zusammenarbeit zwischen B e t r i e b s l e i t u n g und Arbeitnehmern e r f o r d e r l i c h
s t , um die Aufgaben zu e r f u e l l e n * fuer welche d i e TVA gegruendet worden i s t .
Zusammenarbeit bedeutet die Schaffung e i n e s G e i s t e s der Gruppenarbeit zwischen
irbeitnehmarn und i h r e n A r b e i t s v o r g e s e t z t e n mit dem Z i e l e , die g e s t e l l t e n Aufgaben
rirksam und unter g u e n s t i g s t e n Arbeitsbedingungen, die geboten werden koennen* zu
Loesen. Solch e i n Geist der Gruppenarbeit gruendet s i c h auf die Wechselbeziehungen
ler Kollektiv-Verhandlungen, welche wohl d e f i n i e r t e Vereinbarungen ergeben haben,
ind er wird zum g r o e s s t e n T e i l aus den t a e g l i c h e n Wechselbeziehungen zwischen Arleitnehmern und ihren unmittelbaren A r b e i t s v o r g e s e t z t e n bei der Erledigung ihrer Auf«
;aben entwickelt«
Vor e i n i g e n Jahren haben d i e TVA und der Gewerkschaftsrat des "Tennessee Tals"
iine Organisation g e s c h a f f e n , um weitere Anregungen fuer Wechselbeziehungen der
»uearamenarbeit unter dem Programm der Wechselbeziehungen zwischen Gewerkschaften
ind B e t r i e b s l e i t u n g zu geben ( s i e h e Anlage A). Diese Organisation b e s t e h t aus
dnem Gemeinsamen Zentralen Ausschuss fuer Zusammenarbeit ( s i e h e Anlage B ) , und
gemeinsamen o e r t l i c h e n Ausschuessen fuer Zusammenarbeit, die an verschiedenen A r b e i t s i t e l l e n e r r i c h t e t worden sind ( s i e h e Anlage C ) . Der Zentralausschuss s t e l l t die
grundlegenden R i c h t l i n i e n fuer e i n e o r g a n i s i e r t e Zusammenarbeit auf. Die o e r t l i c h e n
lusschuesse fuehren das Vorhaben aus* In i h r e r Arbeit werden sowohl die z e n t r a l e n
i l s auch die o e r t l i c h e n Ausschuesse von den Festlegungen ueber Zusammenarbeit g e l e i t e t ,
eiche vom Aufeichtsrat im Jahre 1935 herausgegeben worden waren. Der Inhalt d i e s e r
Festlegung wurde i n A r t i k e l XI der Allgemeinen Vereinbarung zwischen der TVA und dem
lewerkschuftsrat des "Tennessee Tals" aufgenommen, a l s ueber d i e s e Vereinbarung im
ahre 1940 verhandelt wurde. Der A r t i k e l b e s a g t , dass der g e n e r e l l e Zweck der
usammenarbeit zwischen B e t r i e b s l e i t u n g und Arbeitnehmern durch ihre I n t e r e s s e n v e r retungen i s t , die Z i e l e zu f o e r d e r n , fuer welche die TVA geschaffen wurde, und e s
erden darin bestimmte Dinge a u f g e f u e h r t , welche die Arbeit der Ausschuesse b i l d e n ,
im zur Erfuellung d i e s e s Zweckes b e i z u t r a g e n . Diese F e s t l e g u n g , die a l s o i n d i e
Lllgemeine Vereinbarung aufgenommen worden i s t , s t e l l t e s klar heraus, dass die
usanmenarbeit zwischen Gewerkschaften und B e t r i e b s l e i t u n g das Kollektiv-Verhandlungs-esen ergaenzt* aber nicht e r s e t z t . Tatsaechlich kann die gewuenschte Art der Zulammenarbeit nur vorhanden s e i n , wenn die Organisation der Kollektiv-Verhandlungen
ilch z u f r i e d e n s t e l l e n d auswirkt. Das Programm fuer Zusammenarbeit i s t sowohl zum
ohle der B e t r i e b s l e i t u n g , a l s auch der Arbeitnehmer a u f g e s t e l l t worden. Die zu
«handelnden Fragen umfassen Vorschlaege a l l e r Art und nicht nur technische Angeegenheiten.
Plan fuer gemeinsame Ausschuesse fuer die Zusammenarbeit der TVA und Gewerkschaft
Die Tennessee Valley Authority (hier TVA genannt) und der gewerkschaftliche Rat
e s Tennessee T a l s (nachstehend Gewerkschaftsrat genannt) s c h l i e s s e n den folgenden
&gt;lan fuer gemeinsame Ausschuesse zur Zusammenarbeit gemaess den Ausführungen i n der
leklaration der Allgemeinen Vereinbarungt
Die TVA und der Gewerkschaftsrat erkennen an, dass Zusammenarbeit zwischen
B e t r i e b s l e i t u n g und Arbeitnehmern u n e r l a e s s l i c h i s t , um die Aufgaben im I n t e r e s s e der O e f f e n t l i c h k e i t zu e r f u e l l e n , fuer welche die TVA gegruendet
worden i s t , gemaess den TVA S t a t u t e n vom 18*5»33»» sowie deren Ergaenzungen,
und erkennen a n , dass e i n e d e r a r t i g e Zusammenarbeit weitestgehend auf einem

9

�klar ausgewaegten gegenseitigen Verstehen zwischen der TVA und ihren
Arbeitnehmern beruht, zu welchem man durch den Vorgang der KollektivVerhandlungen gelangt i s t (Artikel II)«
Gegenseitige zufriedenstellende und nuetzliche Beziehungen haben inner zwischen
der TVA und den Gewerkschaften bestanden, die die Arbeitnehmer der TVA vertraten.
Der Gewerkschaftsrat hat anerkannt, dass das Aufgabengebiet der TVA regionale und
nationale Eigenschaften hat, und die Arbeitnehmer haben ein Interesse bekundet,
das groasser i s t , a l s nur das Bestreben, Geld zu verdienen.
Die Arbeitnehmer und ihre Organisationen haben gemeinsam mit dem Auf sichtsrat
und der Betriebsleitung ein Interesse am und de« Wunsch nach dem Erfolg dieses
Unternehmens bei der Erfuellung seiner einzigartigen und weitsichtigen Zwecke,
fuer die es gegruendet wurde« In a l l den Jahren nach 1933 haben Worte und Taten
die Hoffnung ausgedrueckt, dass die Wechselbeziehungen zwischen Gewerkschaften
und Betriebsleitung nicht nur die unmittelbaren Ziele zufriedenstellender Loehne,
Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen erreichen koennten, sondern ebenso eine Art
der Zusammenarbeit aufbauen, die groessere Leistungen auf dem Arbeitsplatze erzielen und den Grundstock einer Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Betriebsleitung legen wuerde« Eine solche Zusammenarbeit wuerde in diesem Teil unseres
Landes jenes Prinzip der Wechselbeziehungen fuer gueltig erklaeren, das wirtschaftlich wirksam sowie sozial wuenschenswert i s t «

Die allgemeine Vereinbarung, die zwischen der TVA und 15 gewerkschaftlichen
Organisationen durch Vermittlung des Gewerkschaftsrates abgeschlossen wurde, hat
ein System geschaffen, das die schuetzenden Aufgaben dieser Vereinigung gebuehrend
zum Ausdruck bringt« Die Arbeitnehmer und der Gewerkschaftsrat erkennen die Pflicht
zur Loyalitaet zum Betrieb oder zum Projekt an« Dieser Grundsatz i s t bekannt und
zeigt sich in der Zusammenstellung erfahrener Werkmannschaften, im Streben nach
Qualitaetsarbeit und manchmal auch darin, dass Garantien fuer gute Ausfuehrung von
uebernommenen Arbeiten gegeben werden, andernfalls die Gewerkschaft die Arbeit
auf Selbstkosten nochmal l e i s t e n wird; und in verschiedenen anderen ueblichen Vereinbarungen. Die TVA erkennt, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaftsrat zur Foerderung
ihrer Aufgaben bedeutend beitragen koennen, wenn sie eine solche Verantwortung uebernehmen und garantiert, dass die Vertreter der Betriebsleitung a l l e Vorschlaege der
Arbeitnehmer und ihrer Organisationen zur Verbesserung der Arbeitsleistung entgegennehmen und bearbeiten werden« Die in Artikel XI der Allgemeinen Vereinbarung vorgesehenen und nachstehend erwaehnten Gemeinsamen Ausschuesse fuer Zusammenarbeit
koennen wohl am besten a l s Technische Ausschuesse bezeichnet werden, die sich i n
erster Linie mit Produktionssteigerung und erst dann mit Betreuungsauf gaben befassen,
worunter Loehne, Arbeitszeit und Arbeitsbedinungen fallen« Diese lokalen technische!]
Ausschuesse beraten ueber Mittel und Wege zur Verbesserung der Arbeitsmethoden,
Steigerung der Arbeitsleistung und Foerderung der Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und der Betriebsfuehrung in den Werkstaetten und an den verschiedenen
Projekten«
Der Plan zur Errichtung eines solchen lokalen Ausschusses oder mehrerer Ausschuesse, sofern sie sich a l s durchfuehrbar und tragbar erweisen s o l l t e n , wird
folgendermassen f e s t g e l e g t !
Der Zentrale Ausschuss
1«) Es wird ein Gemeinsamer Zentralausschuss fuer Zusammenarbeit gebildet,
der aus folgenden Mitgliedern besteht: Exekutivrat des Gewerksdiaftsrates und
Technischer Leiter, Leiter des Elektrizitaetswesens, Direktor der Abteilung fuer
Chemo-Technik, Direktor der Abteilung fuer Materialeinsatz und Leiter der Personalabteilung der TVA, An der Spitze stehen der Praesident des Gewerkschaftsrates
und der Leiter der Personalabteilung der TVA, der den Hauptgeschaeftsfuehrer der
TVA repraesentiert. Der Exekutivrat des Gewerkschaftsrates ernennt aus den Reihen
seiner Mitglieder einen Ausschuss, der befugt i s t , Angelegenheiten des Gemeinsamen
Zentralausschusses fuer Zusammenarbeit zu bearbeiten« Der Gemeinsame Zentralausschuss fuer Zusammenarbeit foerdert, l e i t e t und koordiniert die Organisation
und die Arbeit derjenigen Gemeinsamen Lokalen Ausschuesse, die nach beiderseitigem
Einvernehmen errichtet werden« Er t r i t t mindestens zweimal im Jahr zusammen, um
die gefassten Beschluesse und solche Massnahmen zu ueberpruefen, die getroffen
oder von irgendwelchen Gemeinsamen Lokalen Ausschuessen fuer Zusammenarbeit (deren
Schaffung wie nachstehend vorgesehen i s t ) ueberwiesen wurden; oder um solche
.10 -

�gemeinsamen Massnahmen zu besprechen, die im Sinne von Artikel XI der Allgemeinen
Vereinbarung wuensohenswert erscheinen«
Lokale Ausachuesee
2«) Der Gemeinsame Zentralausschuss fuer Zusammenarbeit wird uetereinkommen,
an welchen Arbeitsstellen und Projekten Gemeinsas» Lokale Aussehuesse fuer Zusammenarbeit gebildet werden sollen» Die ersten lokalen Aussehuesse werden auf
einer Versuchsbasis errichtet werden, und die Ausdehnung des Planes auf andere
Projekte wird von ihren Erfahrungen und ihrem Erfolg abhaengen* Gemeinsame Lokale
AusBchuesoe fuer Zusammenarbeit werden i n regelmaessigen Abstaenden Sitzungen abhalten (Einzelheiten werden oertlich bestimmt)} Sondersitzungen koennen von den
Vorsitzenden wie erforderlich einberufen werden« Wenn die zustaendigen Vertreter
der Gewerkschaft und der Betriebsleitung sich einigen, und wenn der Gemeinsame
Zentralauseohuss fuer Zusammenarbeit seine Zustimmung g i b t , kann auch ein Vereinigter
Aus8chu88 fuer das oeffentliche Stromversorgungswesen oder fuer andere Abteilungen
oder Bezirke mit besonderen Merkmalen, die von den lokalen Ausschuessen nur ungenuegend bearbeitet werden koennen, errichtet werden«

MitoUeflpgfttO't b«i den taMämam*
3«) Die Mitglieder «er Gemeinsamen Lokalen Aussehuesse fuer Zusammenarbeit,
die die Gewerkschaften vertreten, sind vom Gewerkschaftsrat dazu ernannte Arbeitnehmer der TVA« Der die TVA vertretende Mitglieder kreis besteht aus dem obersten
RepraeBentanten der Betriebsleitung und solchen Leuten, die er hierfuer ernennen
kann» Betriebsleitung und Gewerkschaften entsenden nicht mehr a l s 9 Mitglieder,
ohne dass die Mitgliederzahl fuer beide gleich sein muss. Gewerkschaftsvertretern
im festen Arbeitsverhaeltnis, die z u f a e l l i g waehrend einer Sitzung Dienst tun,
entsteht kein Nachteil i n der Bezahlung fuer die zur Sitzung erforderliche Zeit«
Dagegen nehmen andere Mitglieder auf eigene Kosten an der Sitzung t e i l «
Organisation der Aussehuesse
4») Sin Gemeinsamer Lokaler Ausschuss fuer Zusammenarbeit fuehrt seine eigene
Gliederung durch, doch sind/dieser Organisation ein Mitvorsitzender a l s Vertreter
der Betriebsleitung und einer, der die Gewerkschaften v e r t r i t t , ferner ein Sekretaer
zur Erledigung des entsprechenden Schriftverkehrs vorgesehen. Diese Mitvorsitzenden
bilden zusammen mit dem Sekretaer einen Exekutivausschuss, der die regelmaessigen
Sitzungen der Gemeinsamen Aussehuesse fuer Zusammenarbeit anberaumt« Ein Bericht
ueber die Organisation und die Protokolle a l l e r Sitzungen des Gemeinsamen Lokalen
Ausschusses fuer Zusammenarbeit werden oertlich gefuehrt» Je eine Kopie behalten
der Sekretaer des Gewerkschaftsrates, der betreffende Abteilungsleiter und der
Arbeitskreis fuer persoenliche Wechselbeziehungen innerhalb der Betriebe« Berichte
ueber Angelegenheiten, die von jedem Gemeinsamen Lokalen Ausschuss fuer Zusammenarbeit behandelt wurden, werden in einer vom Gemeine amen Zentralausschuss vorgeschriebenen Farm gehalten« Die Betriebsleitung s t e l l t Schreibkraefte zur Verfuegung«
Aufflaben der AusschuesBe
5«) Die Aufgaben der Gemeinsamen Lokalen Aussehuesse sind gemaess Artikel XI
der Allgemeinen Vereinbarung folgende!
Die Gemeinsamen Aussehuesse fuer Zusammenarbeit haben die Au&amp;abe,
Angelegenheiten zu bearbeiten, wie sie in der abschliessenden Festsetzung der Richtlinien fuer Wechselbeziehungen des Arbeitnehmers
erlaeutert sind, naemlich: Vermeidung von Zeitverlust bei der Konstruktion und Produktion} Sparsamkeit in der Verwendung der Materialien,
Vorraete und Energie} Verbesserung der fachlichen Kenntnisse und Arbeiteausfuehrungen; Foerderung der Erziehung und Ausbildung} Beseitigung
von Zustaenden, die Anla M zu Beschwerden und MLssverstaendnissen
gaben} Anleitung zur hoefliehen Ha) tung der Arbeitnehmer im Verkehr
mit der Oeffentlichkeit} Sicherung der Gesundheit; Verhuetung von
UnfaelDen, die Leben oder Eigentum bedrohen} Verbesserung der a l l gemeinen Arbeitsbedingungen} und He hang der Arbeitsmoral. Die
- 11

�Aueschuesse eroertern und bearbeiten jedoch keine Streitigkeiten,
dere'h Beilegung i n den Artikeln VIIi VIII und IX dieser Vereinbarung
vorgesehen i s t « Beschluesse dieser Aueschuesse fuer Zusammenarbeit
nuessen einmuetig angenommen werden und werden dem betreffenden Vorstand einer oder beider Parteien zur Durchfuehrung ueberwiesen.
Alle Parteien sind verpflichtet, sorgfaeltig und genau a l l e Eingaben zu
ueberpruefen. Sie muessen genau unterscheiden, dass Beschluesse ueber Betriebsfuehrung nur die Betriebsleitung und die über Gewerkschaftswesen nur die Gewerkschaften betreffen« Wenn Vorschlaege oder Eingaben nach eingehender Besprechung
der Gemeinsamen .ausBeimesse nicht von a l l e n Parteien g e b i l l i g t werden, bleiben
sie unberuecksichtigt« Wenn sie angenommen werden und e i n Beschluss wird gefasst,
werden die getroffenen Entscheidungen an die zustaendigen Stellen zur Durchfuehrung
weitergeleitet*

SOZIALE BETREUUNG DER ARBEITSLOSEN
Eine neue Aufgabe der amerikanischen GewerkschaftenNEW YORK — (Amerika Dienst) — Die s e i t Anfang Herbst im Abflauen begriffene
Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten hat durch die Streiks in der Kohlenund Stahlindustrie wieder zugenommen. Trotz a l l e r sozialen Schutzmassnahmen und
einer ausgedehnten Arbeitslosenversicherung ergeben sich mit dem Verlust des Arbei teplatzes fuer jeden Betroffenen zahlreiche Problems, die er a l l e i n nur muehsam
oder ueberhaupt nicht zu loesen vermag« Hier greifen die Gewerkschaften ein«
Die Unterstuetzung der arbeitslosen Gewerkschaftsangehoerigen wurde vor kurzem
von Funktionaeren einer dem CIO angeschlossenen Textilarbeitergewerkschaft e i n gehend erlaeutert« "Die Praxis", so erklaerten s i e , "war eine harte Schulet j e doch wird laufend an der Verbesserung der Sozialfuersorge und der Arbeitslosenversicherung gearbeitet* Zuerst suchen die Entlassenen ihr zustaendigea Versicherungsamt a/if und s t e l l e n einen Antrag auf Gewaehrung von Arbeitslosenunter stuetzung*
Schon hieltsetzt die Hilfe der Gewerkschaft e i n , die dafuer sorgt, dass durch das
Ausfuellen der Antraege. keine Zeit verlorengeht« Bei Massenentlassungen s t e l l t
sie geeignete Hilfskraefte zur Verfuegung, um die Bearbeitung der Antraege und
die Zustellung der Zahlungsanweisungen zu beschleunigen*"
In vielen Faellen hat die Textilarbeitergewerkschaft in den Industrie staedten
mit den Unternehmern Abkommen ueber die Umstellung auf Kurzarbeit getroffen* Bevor
nicht die Arbeitszeit auf woechentlich 32 Stunden verk&amp;erzt worden i s t » sollen
keine Entlassungen ausgesprochen werden* In einigen Faellen gehen die Arbeiter
eine Woche zur Arbeit und empfangen die naechste Woche Arbeitslosenunterstuetzung*
Dadurch behalten sie den Kontakt mit ihrem Arbeitsplatz, waehrend sich g l e i c h z e i t i g
ihr Anspruch auf Unter stuetzung durch Fortdauer der Beitragszahlungen verlaengert*
Mitarbeit in oertlichen Wohlfahrtsausechuessen
Die Gewerkschaft unteretuetzt ihre Betriebe auch bei der Beschaffung von
iuftraegen* Wo eine Modernisierung der Maschinenanlagen zur Ueberwindung der
Krise beitragen kann, t r i t t sie fuer die Gewaehrung von staatlichen Krediten e i n ,
und i n industriearmen Bezirken bemueht sie sich um das Heranziehen neuer Industrien*
Aber noch wichtiger i s t die beratende Taetigkeit, die leitende Funktionaere
und Betriebsobleute der Textilarbeitergewerkschaft in den Wohlfahrts- und S o z i a l ausschuessen der Gemeinden ausueben« Sie haben schon v i e l e Arbeitslosenversicherungsempfaenger oder deren Familienmitglieder i n staedtische Krankenhaeuser, Zahnkliniken
und Kinderheime eingewiesen oder, sobald die Versicherung ihre Leistungen e i n s t e l l t e «
fuer ihre Versorgung durch oertliche Hilfsorganisationen gesorgt* Um fuer diese
Taetigkeit geruestet zu s e i n , erhalten die mit solchen Aufgaben betrauten Gewerkschaftsfunktionaere eine Spezialausbildung, die von dem Sozialausschuss der CIO
in Verbindung mit den oertlichen Behoerden durchgefuehrt wird*
Kuerzlich erklaerte e i n fuehrender Vertreter der Stahlarbeit er gewer le chaft
zum Thema der sozialen Aufgaben der Gewerkschaften: "In den l e t z t e n 8 oder 10 Jalren
haben sich die organisierten Arbeiter immer mehr daran gewoehnt, fuer die Loesung
- 12 -

�i h r e r w i r t s c h a f t l i c h e n und s o z i a l e n Probleme die H i l f e der Gewerkschaften
i n Anspruch zu nehmen, S e l b s t v e r s t a e n d l i c h l i e g e n unsere grossen Aufgaben
d a r i n , mit den Unternehmern Verbindung zu h a l t e n , Kbllektivvertraege abzus c h l i e s s e n und fuer eine angemessene Entlohnung zu sorgen» Darueber hinaus
springen die Gewerkschaften auch i n solchen F a e l l e n helfend e i n , i n denen die
Unternehmer ihre Fuersorgepflicht fuer d i e Arbeiter vernachlaessigen«"
BETRIEBSUNFAELLE DER STAHLINDUSTRIE
NEW YCRK — (Amerika D i e n s t ) — Die Zahl der B e t r i e b s u n f a e l l e amerikanischer
S t a h l a r b e i t e r war 1948 die n i e d r i g s t e s e i t Bestehen der S t a h l i n d u s t r i e und betrug
5 , 8 6 pro M i l l i o n Arbeitsstunden, gab das amerikanische E i s e n - und S t a h l i n s t i t u t
kuerzlich bekannt. Die Unfallquote l i e g t 2*9 Prozent unter dem Durchschnitt a l l e r
anderen I n d u s t r i e z w e i g e . L e d i g l i c h die Nachrichtenbetriebe, die Flugzeugwerke
und die e l e k t r o t e c h n i s c h e Ausruestung h e r s t e l l e n d e n Unternehmen wiesen noch
weniger U n f a e l l e auf*
EUR0PAEI5CHES WIEDERMIFBAUP30GRAMM
BIZONE ERHIELT Iqii8-2i9 HAUPTANTEIL DER
ERP-LEBENSMITTELLIEFERU NGEN.
WASHINGTON — (Amerika D i e n s t ) - - Die Bizone e r h i e l t im Wirtschaftsjahr
1948/49 den g r o e s s t e n T e i l der amerikanischen Lebensmittellieferungen im Rahmen
des Marshallplanes, g e f o l g t von den unter amerikanischer Kontrolle stehenden
Gebieten des Fernen Ostens, gab das U . S . Landwirtschaftsministerium vor kurzem
bekannt«
Die ERP-Laender e r h i e l t e n 63 Prozent der gesamten Lebensmittelausfuhren
der V e r e i n i g t e n Staaten« 1 9 , 5 Prozent gingen an d i e Laender des Fernen Ostens
und 9,2 Prozent an die latein-amerikani sehen Republiken« Das Volumen der Gesamtausfuhren l a g um 15 Prozent ueber den Mengen des vorangegangenen W i r t s c h a f t s j a h r e s unfl i s t mehr a l s fuenfmal so gross wie die 1935-39 ausgefuehrte Lebensmitteltonnage«
Weisen, R e i s , Mais und andere Getreidesorten stehen mit 82 Prozent der
Gesamtausfuhren an e r s t e r S t e l l e . Die Lieferungen von F e t t e n und Oelen erhoehten
s i c h gegenueber 1947-48 um 60 Prozent und d i e Exporte von Genuese und Fruechten
a l l e r Art um 10 Prozent.
L e d i g l i c h d i e Ausfuhr von F l e i s c h und Molkerei Produkten g i n g l e i c h t zurueck.

BERICHT VON HOLLAND
Von Evert Supers, Praesident des Niederlaendischen Gewerkschaftsbundes«
Der Kampf der Gewerte chaf tsbewegung i n a l l e n Laendern bedeutet e i g e n t l i c h
n i c h t s anderes a l s Kampf der Arbeiter um das Mitbestimmungsrecht i n s o z i a l e n und
w i r t s c h a f t l i c h e n Fragen, d i e i h r Wohlergehen betreffen«
Als die Gewerkschaftsbewegung i n den Niederlanden noch i n den Kinderschuhen
s t e c k t e t war man bermeht, d i e s e s Recht nur i n Lohn- und Beschaeftigungsfragen zu
erlangen. Diese Forderung nach MitbeStimmung i n Beschaeftigungs- und Lohnangelegenheiten wurde den h o l l a e n d i sehen Gewerkschaften noch zu Ende des 19« und
Anfang des 20« Jahrhunderts o f t s t r e i t i g gemacht«
Erst nach schwerem Kampf begann man i n den Niederlanden einzusehen« d a s s
n i c h t a l l e i n das Unternehmertum ueber Loehne und Arbeitsbedingungen zu bestimmen
habe, sondern dass auch den Arbeitern eine Gelegenheit gegeben werden muesse,.,
ihre Ansichten darueber durch i h r e Gewerkschaften zum Ausdruck zu bringen«
13 -

�Im allgemeinen kann man sagen, dass das Mitbestimmungsrecht in Verhandlungen
ueber Arbeitsbedingungen den hollaendisehen Gewerkschaften heutzutage v o l l und
ganz zuerkannt wird - und zwar nicht nur in Fragen der Lohnregelung, sondern au eh
des Urlaubs, der Bezahlung fuer Ueberzeit, usw. Darueberhinaus hat man durch
Gesetze des Parlaments zahlreiche soziale Massnahmen ergriffen, denen a l l e indust r i e l l e n , landwirtschaftlichen und Handelsunternehmen unterliegen.
Wenn heute neue soziale Gesetze ausgearbeitet werden, zieht der Minister
fuer soziale Angelegenheiten immer Unternehmer- und Arbeiterorganisationen zu Rate*
Damit waere der Kampf der hollaendi sehen Gewerkschaften um das Ml tbestimmungsreeht
erfolgreich beendet, soweit es sich um soziale Probleme handelt* Auf wirtschaftlichem
Gebiet jedoch i s t dieser Stand sicherlich noeh nicht erreicht*
Die Lohnempfaenger der Niederlande sind sieh darueber im&amp;aren, dass e i n
sozial gerechtfertigtes Lohnniveau nur unter gesunden Wirtschaftsverhaeltnissen
beibehalten werden kann, und sie wuenschen deshalb nicht, dass ihr Mltbestiiatungsreeht nur auf Verhandlungen ueber Arbeitsbedingungen beschraenkt bleibt*
Folglich beansprucht die niederlaendische Gewerkschaftsbewegung fuer »loh d»e
Recht, bei der Loesung wirtschaftlicher Probleme, die die Wohlfahrt de» Landes bittreffen , zu Rate gezogen werden. Aus diesem Grunde sind dem Nlederlaendisehen
Parlament kuerzlich zwei wichtige Gesetesentwuerfe unterbreitet worden* In dem
einen handelt es sich um das Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften in der Leitung
der Industrie im allgemeinen, waehrend sich der andere mit dem Mtbestimmungsreeht
der Arbeiter in den einzelnen Unternehmen befasst.
Seit dem Jahre 1922 sieht die nlederlaendisehe Verfassung Koerpersehaften zur
Kontrolle der Industrie vor. Sie haben die Befugnis, den betreffenden Industriezweigen Richtlinien vorzuschreiben, die eingehalten werden muessen.
Ueberall in der Welt haben sieh die Probleme, deren Loesung den Regierungen
o b l i e g t , zu betraeehtliehern Umfang erweitert* So i s t es auch in den Niederlanden«
Folglich musste das Parlament vergroessert werden*
Die Minister haben zusammen mit der Koenigin die Exekutivgewalt inne* Sie
koennen sich jedoch nicht um a l l e s selbst kuemnern, und muessen deshalb einen grossen
Teil ihrer Aufgaben ihren Beamten ueber tragen. Dies birgt die Gefahr einer voelligen
Buerokratisierung in sieh und erweckt die Forderung nach Dezentralisierung und Uebertragung einiger Regierungsaufgaben auf Faehorganisationen sozialen und wirtschaftlichen Charakters*
Es muss h i t r erwaehnt werden, dass die Arbeitgeber erkannt haben, dass die
Schaffung solcher Koerpersehaften unerlaesslich i s t , da sich ihr Fehlen in Notzeiten
sehr stark bemerkbar machte* Um solchen Krisen zu begegaen, haben hollaendi sehe
Unternehmer sehr oft gegenseitige Vereinbarungen getroffen, die bestimmte Rieht«
l i n i e n in Fragen der Produktion, Preise, Verteilung u.ae* f e s t l e g t e n . Wenn sieh
einige Aussenseiter jedoch nicht an diese Richtlinien h i e l t e n , wurde die gesamte
Vereinbarung wertlos. Man erstrebte deshalb, solche Vereinbarungen gesetzmaessig
festzulegen, was, beilaeufig erwaehnt, vor dem zweiten Weltkrieg in Holland i n
einigen Faellen gelang.
Die dem Parlament kuerzlich unterbreitete Gesetzgebung sieht die Errichtung
einer zentralen Koerpersehaft fuer a l l e Industrien des Landes vor, - der Soziale,
Wirtschaftliche Rat - i n dem Regierung, Arbeitgeberverbaende und Gewerkschaften
gleich stark vertreten sein s o l l e n .
Es waere Aufgabe dieses Rates, auf Anforderung die Regierung in allen sozialen
und wirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten* Diese Beratung koennte sich jedoch
auch auf bestimmte Fragen erstrecken, die auf Veranlassung des Rates selbst angeschnitten wurden. Ferner haette der Rat die Richtlinien der verschiedenen industrie l l e n Organisationen zu koordinieren. Was letztere b e t r i f f t , unterscheidet der
Gesetzentwurf vertikale und horizontale Organisationen.
Unter einer vertikalen Organisation versteht man eine Koerpersehaft, die a l l e
Industriezweige umfasst, die an der Herstellung eines besonderen Erzeugnisses bet e i l i g t sind, vom Rohstoff b i s zum Verkaeufer an den Verbraucher. Die vertikale
Organisation umfasst die gesamte Industrie. In dem vertikalen Aufbau gibt es jedoch
a
md
vertil
ö
Ä , i h Thorizontaler
i ^ ° n t a } ^ 8 l Organisationen
^ e i l 2 ; D l e zusammen*
« l e Organisation
s e t z t sieh aus OJ.«Keiner
Anzahl

- 14 -

�Es herrschen Meinungsverschiedenheiten betreffs der Farm, die diesen indust r i e l l e n Organisationen gegeben werden soll» Der Hollaendische Gewerkschaftsbund erachtet beide Formen fuer notwendig« Die Form der horizontalen Organisation
i s t fuer viele B e t e i l i g t e annehmbar, doch sind die Meinungen ueber die Tertikaie
Form sehr verschieden. Sie haengen von der Einstellung zum Problem der Planwirtschaft ab«
In dem Gesetzentwurf i s t nicht v i e l über die Zustaendigkeit der zu errichtenden Koerperschaften gesagt« Er sieht die Schaffung des Sozialen, Wirtschaftlichen
Rates vor« Fuer jede einzelne Organisation bedarf es einer besonderen Verordnung«
Die Frage der Zustaendigkeit jeder einzelnen Organisation wird spaeter nc.ch
geloest werden messen. Der Niederlaendisehe Gewerkschaftsbund bemaengelt, dass
dieses Problem noch v o e l l i g ungeklaert i s t . Man befuerchtet, korporative Bestrebungen zu foerdern, wenn diesen Organisationen das Recht verliehen wird, satzungsmaessig bindende Bedingungen aufzustellen«
Es koennte am Rande vermerkt werden, dass in Belgien Organisationen ins Leben
gerufen wurden, die nur beratenden Charakter haben« Niederlaendisehen Anschauungen
zufolge i s t dies nicht ausreichend.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass der verantwortliche Minister EntSchliessungen
der industriellen Organisationen fuer ungueltig erklaeren kann« Es besteht zweifell o s die Moeglichkeit, dass sich Arbeiter und Unternehmer in den industriellen Organisationen zusammenschlies8en, um durch hohe Preise und hohe Loehne den Verbraucher
auszubeuten* Um dieser Gefahr zu begegnen, befuerwertet der Niederlaendische Gewerkschaftsbund die Heranziehung von Regierungsdelegierten a l s Vertreter der Oeffentlichkeit.
Die verschiedenen politischen Parteien und Gewerkschaftsverbaende Hollands
sind i n dieser Angelegenheit nicht der gleichen Meinung« Bekanntlich gibt e s in
den Niederlanden vier verschiedene nationale Gewerkschaftsverbaende - Netherlands
Föderation of Trade Unions (Niederlaendischer Gewerkschaftsbund) mit 36O.OOO Mitgliedern, Catholic Federation (Katholischer Bund), dessen Mitgliederzahl sich auf
262*000 belaeuft, Protestant Federation (Protestantischer Bund mit 141.000 Mitgliedern und Communist "Unity" Federation (Kommunistischer "Einheitsbund"), der 168.000
Mitglieder fuer sich beansprucht«
Wir haben uns bis j e t z t mit dem Einfluss der hollaendisehen Arbeiterschaft in
der Industrie im allgemeinen befasst« Nun wollen wir die Frage ihres Einflusses
in den einzelnen Unternehmen eroertern« Wir sind der Meinung, dass beide Formen
sehr wertvoll sind, doch dass ihre Bedeutung verschieden gross i s t .
Die Organisation innerhalb der Industrie kann bedeutende Hilfe bei der Durchfuehrung einer geplanten Wirtschaftspolitik l e i s t e n , doch i s t das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter in der Leitung der einzelnen Unternehmen von mehr unmittelbarer
Bedeutung fuer sie« Innerhalb der Betriebe oder Werkstaetten werden mit den Arbeitern Angelegenheiten besprochen, ueber die sie ihre eigenen Meinungen haben,und
bei deren Eroerterung sie ihren Einfluss geltend zu machen wuenschen*
Zur Anerkennung der Persoenlichkeit des Arbeiters i s t seine Mitbestimmung
innerhalb seines Betriebes oder Werkstaette von weit groesserer Bedeutung a l s seine
Mitbestimmung in der Industrie im allgemeinen*
Vor einigen Jahrzehnten hat man i n einigen Betrieben konsultative Koerperschaften ins Leben gerufen, in denen die Arbeiter vertreten waren* Zum erstenmal
spricht man von diesen Organisationen um 1880* Zu jener Zeit war die niederlaendische Gewerkschaftsbewegung noch sehr schwach*
Nach 1900 entstanden inner mehr solcher konsultativer Körperschaften, die
jedoch weniger ehrliche Ziele a l s die Erstgegruendeten verfolgten*
Die hollaendische Gewerkschaftsbewegung war staendig im Wachsen, und die
Unternehmer hielten nach einem geeigneten Mittel Ausschau, um diese wachsende Bewegung in Zaum halten zu koennen.

15-

�61e glaubten, dieses Mittel gefunden zu haben, indem sie konsultative Ausschuesse, Betriebsvereinigungen, usw. schufen; damit hofften sie g l e i c h z e i t i g ,
ihre Arbeitnehmer davon ueberzeugen zu koennen, dass es ueberfluessig s e i , einer
regelrechten Gewerkschaft beizutreten. Es i s t deshalb nicht verwunderlich, dass
sich die Arbeiterschaft zu jener Zeit mit a l l e n Mitteln der Bildung solcher Organisationen widersetzte«
Die Lage aenderte sich erheblich waehrend und nach dem ersten Weltkrieg« Die
Arbeiterbewegung der Niederlande machte so grosse Fortschritte, dass die Arbeitgeber
sich ihr nicht laenger verschliessen konnten, und nun arbeiteten diese konsultativen
Kberpersohaften fuer die Gewerk« chaften. Es besteht jedoch noch immer die Gefahr,
dass diese Organisationen eines Tages gegen die Gewerkschaften eingesetzt werden*
Wir werden spaeter auf diese Frage zurueckkommen«
Nach dem ersten Weltkrieg uebte die Gewerkschaftsbewegung der Niederlande einen
starken Druck auf die Regierung aus, um die Gesetzgebung auf diesem Gebiet zu e r reichen« Die Bemuehungen waren nicht von Erfolg gekroent. Es wurden jedoch zahlreich«
Tarifvertraege abgeschlossen, nach denen die Bildung konsultativer Kberpersohaften
obligatorisch war« In der Zeit zwischen den beiden Kriegen wurde die Schaffung dieser
Organisationen durch gegenseitige Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern
geregelt«
Die erste Regierung nach dem zweiten Weltkrieg nahm einen Gesetzentwurf ueber
Betriebsraete i n ihr Programm auf« Die zweite Nachkriegsregierung fuehrte die entsprechenden Massnahmen durch«
Der Entwurf sieht vor, dass ein Unternehmen mit mehr a l s 25 Arbeitern einen
Betriebsrat aufstellen muss« Der zustaendige Minister kann i n bestimmten Faellen
Ausnahmen gestatten«
Welche Aufgabe hat der Betriebsrat?

Artikel k des Entwurfes besagtt

"Es i s t die Aufgabe des Betriebsrates, sich - unter voller Anerkennung der unabhaengigen Taetigkeit des Arbeitgebers - mit allen Mitteln fuer die erfolgreiche
Arbeit des Betriebes einzusetzen« Zu diesem Zweck beraet er auf gemeinsamer Basis
ueber Unterweisungsprobleme und die Durchfuehrung und Regelung von Massnahmen, die
ihrem Charakter und der gegebenen Situation zufolge in seinen Taetigkeitsbereich
fallen« Der Betriebsrat s o l l ferner das gegenseitige Terstaendnis und die Zusammenarbeit im Betriebe foerdern*"
Diese Beschreibung i s t ziemlich unbestimmt, irgendetwas i s t jedoch darin enthalten«
Paragraph 2 des Artikels beschreibt jedoch gluecklicherweise i n konkreterer
Form d i e Aufgabe dee Betriebsrates« Man kann sie in zwei Teile zerlegem
(1)

Mitbestimmung in der Regelung der Arbeitsbedingungen«

(2)

Mitbestimmung in der Leitung des Betriebes«

Die s o z i a l i s t i s c h e Gewerkschaftsbewegung der Niederlande i s t der Meinung, dass
die Betriebsraete nicht das Recht haben, die wirtschaftlichen Rechte der Arbeitgeber
zu beschneiden, sondern dass dieses Recht Körperschaften vorbehalten bleibt» denen
die Kontrolle der gesamten Industrie obliegt«
Es i s t jedoch wesentlich, dass Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, bei der
Loesung wirtschaftlicher Probleme mitzureden, besonders wenn e s sich um Dinge handelt,
die von unmittelbarem Interesse fuer sie sind, wie zum Beispiel die Schliessung von
Betrieben« In solchen Faellen sollten nach Ansicht des MLederlaendisehen Gewerkschaft sbunö es Betriebsraete das Recht haben, die Angelegenheit vor einer vorgesetzten
Behoerde zur Sprache zu bringen« In keinem Falle s o l l t e der Arbeitgeber nach freiem
Willen entscheiden koennen, wenn die Existenz der Arbeiter seines Betriebes auf dem
Spiele steht« Wir bedauern, sagen zu muessen, dass der Gesetzentwurf, der dem Parlament unterbreitet wurde, diese Fragen nicht beruecksichtigt.

-16 -

�Bin anderes wichtiges Problem i s t die Methode, nach der die Mitglieder der
fietriebaraete
gewaehlt werden* Die Wahlen muessen innerhalb des betreffenden
Unternehmen* durchgefuehrt werden} darueber i s t man sich im allgemeinen einig*
Verschiedene Meinungen herrsehen jedoch ueber die Trage, wer die Kandidaten
ernennen s o l l * Die Gewerkschaften beanspruchen dieses Recht fuer s i c h , waehrend
andere der Meinung sind« dass bei a l l e n Vorrechten, die den Gewerkschaften e i n zuraeumen sind, nichtorganisiarten Arbeitern ebenso das Recht der Ernennung zustehe •
Der Mederlaendisohe Gewerkschaftsbund lehnt diese Ansicht rundweg ab* Wenn
Arbeiter i h r e r P f l i c h t nicht nachkommen und keiner Gewerkschaft b e i t r e t e n , dann
haben sie nicht auf dieselben Vorrechte wie organisierte Arbeiter Anspruch* Das
i s t unsere Meinung, und wir b i t t e n deshalb nicht um Entschuldigung*
Die Ueberwachung der Betriebaraete s t e h t dem Vorstand der b e r e i t s erwaehnten
Industrieorganisationen zu* Wera i n einigen Faellen diese Organisationen noch
nicht bestehen, dann s o l l e n Torlaeufige Ausschuesse gebildet werden* Die Gewerkschaften s o l l e n ebenso s t a r k wie die Arbeitgeberverbaende Tertreten sein*
Diese beiden Gesetzentwuerfe sind zum grossen Teil von der "Labor Foundation"
ausgearbeitet worden* Die "Foundation" i s t eine satzungsmaessige Kberperschaft,
die nach der Befreiung des Landes von den nationalen Gewerkschaftsrerbeenden
und den Unternehmerverbaenden i n s Leben gerufen wurde* Sie hat eine entscheidende
Rolle beim Wiederaufbau des Landes g e s p i e l t und wesentlich zum sozialen Frieden
beigetragen, der i n unserem Lande herrscht und seine wirtschaftliche Wiedergesundung sö~guenstig beeinflusst hat*
Der Kommunistische "Einheitsbund" b e t e i l i g t sich nicht an der Arbeit der
"Labor Foundation" und lehnt natuerlich die Gesetzentwuerfe, von denen wir
sprachen, ab* Der kommunistische Gewerkschaft srer band h i e l t es uebrigens fuer
angebracht. Im M i t t e i l u n g s b l a t t des Weltgewerkschaftsbundes zu behaupten, dass
die Rechte der niederlaendisehen Gewerkschaften bedroht seien*
Wir hoffen, dass wir hiermit beweisen konnten, dass eine suche Beschuldigung laeoherlioh i s t * Ganz im Gegenteil, die Annahme dieser beiden Entwuerfe
durch das Parlament wuerde bedeuten, dass die hollaendi sehen Gewerkschaften vor
neue, grosse Aufgaben g e s t e l l t wuerden*
Man wird v i e l von denen verlangen, die die Arbeiterschaft i n den neuen
Koerperschaften v e r t r e t e n werden* Die Gewerkschaften werden groessere Verantwortung zu uebernehmen haben, aber i n deawachsenden Einfluss der Arbeiterschaft
auf die W i r t s c h a f t s p o l i t i k des Landes wird ein Ausgleich dafuer entstehen, und
wir glauben behaupten zu koennen, dass nur gesunde Wirtschaftsverhaeltnisse eine
zuverlaessige Gewaehr fuer die dauernde Sicherheit der Arbeiter bieten koennen*
The American Föderation!st,
September 1949UPPERS BLEIBT IM DIENST
Es i s t fuer die Abteilung fuer Arbeit i n der ECA (Verwaltung fuer w i r t schaftliche Zusammenarbeit) eine Befriedigung zu erfahren, dass Evert Kupers
a l s Vorsitzender des ERPTUAC (European Recovery Program Trade Union Advisory
Council, Beratungsausschuss der Gewerkschaften) auch weiterhin amtieren wird,
obwohl er sein Amt a l s Vorsitzender des Niederlaendi sehen Gewerle chaftsbundes
niedergelegt hat*
Kupers hat sich ein Leben lang durch verstaendige Planung und Zusammena r b e i t dem Kampf um den Weltfrieden gewidmet* Er war von Anfang an eine starke
Stuetze fuer den Marshall-PI an* Als sich die S a t e l l i t e n Sowjetrusslands im
Welt-Gewerkschaftsbund (WFTU) gegen die Mitarbeit an diesem Plan aussprachen,
s t e l l t e Kupers f e s t t
17

�•Der einzige Grund, den ich i n dieser Weigerung sehe, i s t , dass Russland
die wirtschaftliche Wiedergesundung Westeuropas nicht wuenscht* Man weiss
dort zu gut, dass i n einem wohlhabenden Lande die Komrtuni sten nicht die geringste Chance haben, auf legalem Wege zur Macht zu gelangen* Deshalb sehe
ich i n der Verbesserung des Lebensstandards der Allgemeinheit die beste Waffe
gegen den Kommunismus•"
Als im Maerz 1948 der Britische Gewerksohaftskongrees die demokratischen
Gewerkschaften nach London einlud, um den Beratungsaussohuss der Gewerkschaften
im ERP zu bilden, wurde Kupers sofort zum varlaeufieen Vorsitzenden gewaehlt*
Auf der naeehaten Tagung im J u l i , ebenfalls in London, wurde er zum staendigen
Vorsitzenden gewaehlt« Seitdem hat er die Organisation durch die zahlreichen
Probleme, die sich im ersten Jahr ergaben, bis zu der sicheren Position gefuehrt,
in der s i e sich heute a l s Ratgeberin i n Arbeitsfragen bei der GEBC befindet»
ECA Beamte sind Xupers fuer seine Umsicht und Fuehrung in seiner Eigenschaft
a l s Vorsitzender des ERPTUAC sehr dankbar*
Botschafter W* Avereil Harriman, Sonderbeauftragter der ECA in Europa,
sandte dem Veteranen der Arbeiterführer folgende Botschaft 1
"Als Freund und staendiger Beobachter der europaeisehen Gewerkschaftsbewegung moechte ich diese Gelegenheit wahrnehmen, um Ihnen persoenlich fuer Ihre
wirksame fuehrende Taetigkeit zu danken, die Sie im Kampf um die Einheit Europas
auf der sicheren Grundlage der persoenllchen Freiheit und wirklieh demokratischer
Selbstregierung ausgeuebt haben* S i e , a l s einer der ersten Wortfuehrer der
Arbeiterschaft Europas, haben sehr v i e l getan,um diese Bestrebungen der Verwirklichung naeherzubringen* ..*"
ECA Labor News Letter,
Oktober 1949*
DIE FRAD m

FARMERS WIRD BOTSCHAFTERIN DER VEREINIGTEN STAATEN

Vor einiger Zeit erklaerte der junge Senator Hubert H* Humphrey, f o r t schrittlicher Demokrat in Minnesota, gegenueber dem Praesidenten Truman und
fuehrenden Regierungsbeamtens
"Die meisten amerikanischen Botschafter im Ausland wurden frueher zu
diesen wichtigen Positionen ernannt, weil s i e wohlhabende Leute waren, die
grosse politische Wahlkaempfe mit grossen Zuwendungen unterstuetzen konnten*
Dies s o l l t e j e t z t anders werden*"
"Viele Laender haben nun Arbeiter- und Sozialdemokratische Regierungen*
Botschafter aus den oberen Schichten sprechen deren Sprache n i c h t , und koennen
ihre Ansichten nicht verstehen* "Onkel Sam" s o l l t e heutzutage nicht von solchen
Botschaftern repraesentiert werden*"
Humphrey brachte nicht nur diese Meinung zum Ausdruck, sondern empfahl
auch einen Botschafter v o e l l i g neuer Art - Mrs* Eugenie Anderson, die Frau eines
Bauern in Minnesota, die "lange i n den Gewerkschaften unseres Staates taetig
gewesen i s t . "
"Sie kommt aus unseren Reihen," sagte Humphrey zu Truman* "Sie i s t eine
fortschrittliche Frau* Sie wird den wirklichen "Onkel Sam" und das wirkliche
amerikanische Volk vertreten* Mitglieder a l l e r Arbeiter- und liberalen Regierungen werden sie a l s ihresgleichen anerkennen,"
Vor kurzem ernannte Truman daraufhin Mrs* Anderson zum Botschafter in
Daenemark* Es i s t zum ersten Male eine Frau, die "Onkel Sam" im Auslande reprae sentiert. Bereits drei andere Frauen haben hohe diplomatische Positionen
bekleidet, doch keine hat zuvor den Rang eines Botschafters erreicht* Die i^O-jaehrige Mrs* Anderson wurde auf einer Farm in Iowa geboren» und
i s t die Frau eines Farmers i n Minnesota* Sie hat 2 Kinder, Johanna;14 Jahrefund
Hans^ll Jahre*

- la -

�Sie war i n der "League of Woman Voters und in den Kreisen der DemocraticFarmer-Labor Party (Bauern- und Arbeiter-Partei)" t a e t i g , und wurde 19^8 Mitglied
des Demokratischen Nationalkomitees« Im vorigen Jahr nahm sie am Demokratischen
Parteitag a l s Minnesotas Hauptdelegierte t e i l «
Humphrey erklaerte ferner, dass Mrs. Anderson dabei noch Zeit zur Betaetigung
innerhalb der Ar bei tergewerksch aften fand und ihre Aufgaben, und die der Farmer
kennt* "Daenemark, das eine Arbeiter« und Kleinbauernregierung hat« wird erkennen,
dass s i e ihre Sprache spricht. LABOR
22* Oktober 192*9

QEFFENTLICHE GEWERICSMAFTSORGANB IN DEN Ü.S.A«
Die 197 verschiedenen Gewerkschaften der Vereinigten Staaten veroeffentliehen
insgesamt ungefaehr 800 Zeitungen und andere Schriften* Schaetzungen des US Arbeitsministeriums zufolge l i e g t ihre Gesamtauflageziffer zwischen 20 und 3° M i l l i onen* Die meisten Veröffentlichungen erscheinen monatlich und enthalten Dinge,
die fuer die betreffenden Gewerkschaften von Interesse sind* Es sind die sogenannten oeffentlichen Organe* Als oeffentliches Organ s t e l l e n sie die Stimme der
Gewerkschaft dar und ihre Stellungnahme zu Arbeitsproblemen nationalen und anderen
Charakters*
Die amerikanische Arbeitsveroeffentlichung, ob sie monatlich, woechentlich
oder zwei woechentlich erscheint, i s t keine Zeitung, obwohl viele fuer die Gewerkschaftler interessanten Informationen darin enthalten sind. Eine Wochenzeitung
besteht jedoch, LABOR« die unabhaengig i s t , aber hauptsaechlich in Kreisen der
unabhaengigen Eisenbahnergewerkschaften und bestimmter AFL Verbaende gelesen wird*
Ihre Auflage s o l l sich auf ungefaehr 1 Million belaufen. LABOR i s t i n Zeitungsformat gedruckt und enthaelt vor allem Artikel und Leitartikel ueber Fragen der
Arbeit und Gesetzgebung*
Das fuehrende monatliche Arbeitsblatt i s t wohl das Organ der Vereinigung
der Internationalen Maschinenarbeiter, The Machini st» mit einer Auflage von rund
700,000* Diese Vereinigung war frueher dem AFL angeschlossen und i s t j e t z t unabhaengig. Das oeffentliche Organ des AFL i s t a l s The Federationist bekannt*
Obwohl e s in einer Auflage von nicht mehr a l s 150,000 erscheint, i s t e s fuehrend
im Zeitungswesen fuer Arbeit*
Das oeffentliche Organ des CID i s t ein Wochenblatt von 12 Seiten, The CIO News»
Das Hauptquartier des CIO gibt woechentlich ungefaehr 90,000 Exemplare heraus,
jedoch erscheint in jedem einzelnen Staat eine besondere Ausgabe* Demnach wuerde
sich die Gesamtauflage der The CIO News woechentlich auf mehrerere Millionen belaufen*
Arbeitsmitteilungen in den Gewerkschaftszeitungen und Blaettern entstammen
im allgemeinen oeffentlichen Quellen, doch haben sich zwei Nachrichtenagenturen
entwickelt! Die Federated Press, die bald nach dem ersten Weltkrieg entstand
und spaeter die Labor Press Associates*
Vor noch nicht mehr a l s 20 Jahren waren die Herausgeber der Handelszeitungen
nicht g e w i l l t , v i e l Raum fuer Arbeitsmitteilungen einzuraeumen* Heute gibt es
praktisch fuer jede fuehrende Zeitung und jede periodisch erscheinende V e r ö f f e n t lichung Spezialisten, die ueber Arbeitsfragen schreiben* Die Bedeutung der Arbeitsangelegenheiten in den Mitteilungen i s t in gleichem Masse wie die Gewerkschaftsbewegung groesser geworden, deren Mitgliederzahl von etwa k Millionen im
Jahre 1935 a u f Mf* a l s 1° Millionen im Jahre 1949 angestiegen i s t . (Ein Beweis
fuer die Bedeutung der Arbeitsmitteilungen in den Vereinigten Staaten in der heutigen Zeit i s t die Tatsache, dass bei der Eroeffnung der Jahresversammlung des CIO
in Cleveland am 31* Oktober mehr a l s 200 Pressevertreter zugegen waren«
Aus einem Artikel von Herbert L i t t l e , Direktor der Informationsabteilung
im U.S. Arbeitsministerium, erschienen in Editor &amp; Publisher am 15.10.i|9,
- 19 -

�ERFOLGE DER EISENBAHNANGESTELLTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
Die gewerkschaftlich organisierten Angestellten der Eisenbahnen verdienen
heute "in einer Woche mehr» a l s die nichtorganisie rten Angestellten in einem
Monat, a l s unser Verband gegruendet wurde," erklaerte George M. Harrison, der
Praesident der Gewerkschaft fuer Angestellte der Eisenbahnen und der Dampfschifffahrt (AFL), anlaesslich der 5°» Jahrestagung der Angestelltenverbaende des
Bezirks Chicago»
Harri son s t e l l t e f e s t , dass die nichtorganisierten Eisenbahnangestellten
damals nur 17 c t s . pro Stunde bei einem 12-Stunden Arbeitstag und 6 oder 7 Arbeitstagen in der Woche verdienten, waehrend der Durchschnittsstundenlohn heute $1,68
betraegt und nur 5 Tage in der Woche mit insgesamt kO Arbeitsstunden gearbeitet
wird«
Harrison forderte den Einsatz a l l e r Kraefte fuer die Werbung unter den
"Freifahrern" (free riders)„d.h. derjenigen, die aus den gewerkschaftlichen Einrichtungen Nutzen ziehen, der Gewerkschaft aber nicht beitreten wollen« Eine Erklaerung Harrisons, nach der die Eisenbahnangestellten und andere Gewerkschaften
der Eisenbahnen eine Erweiterung des Eisenbahnergesetzes (Railway Labor Act)
erstreben, fand stuermisehen Beifall« Diese Erweiterung s o l l das Recht zum
Abschliessen -von "Union Job"-Vertraegen geben, (Tarifvertraege, die a l l e Arbeitnehmer zur Mitgliedschaft in der Gewerkschaft verpflichten)«
Harri son bezeichnete die Konkurrenz, die den Eisenbahnen in dem Strassentransportwesen entsteht, a l s unfair« Er erklaerte, dass die Eisenbahnen fuer
die Instandhaltung ihrer Schienenanlagen bezahlen muessen, waehrend die Benutzung der Landstrasse fuer die Lastkraftwagen frei sei« Er versicherte, dass
es teilweise dieser Konkurrenz zuzuschreiben s e i , wenn die Beschaeftigungszahl
der Gueterlager- und Rampenarbeiter s e i t 1%6 um y&amp;, gesunken ist«
Weekly Labor News Digest
ü« S« Department of Labor
2 . November 19^9«

- 20 -

Office of Labor Affairs
HlccG, A P O 757

mcoo, ? - J3*&gt;?, iAo&gt;. »ov. ii9. lj x !

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel at«U«a Anazage aua d«r amerikanischen Praaa« und aadaraa Qaallaa dar aad dlaaaa
dar Inlormatloo daatachar Radaktaura, dar Gawarkachaftaa, Gawarkachahaachalaa aad daran Mitglied«,
Voa diätem Material kaaa aaalagaachriaki Gabraack gamackt werden.
Weiter« Exemplare können koataaloa bei
Office ol Labor Affalra
HICOG, APO 757, Fraakfart
angefordert werden. Aal Wunsch wardaa dlaaa auch einzelnen Intereeientan direkt durch dl« Poet zugeleitet.
Dar lakalt dar „Arbeitemitteilungen" let nicht als offixiell« Meinung odar Stellungnahme dar amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienetetelle dar Regierung dar Vereinigten Staaten aufzufassen.

I I - 39

Frankfurt, 2. Dezember 1949

I NHALTSVERZEI

CKNIS

Europahilfe ueberschreitet 7 Billionen Grenze - - - - 1
Warum groessere Produkt!vitaet in den U.S.? - - - - 2
Erfolge auf dem Bridlington Kbngress — - - - - - 4
Produktionsprobleme und englische Arbeiterschaft - 5
Truman zur Arbeitsgesetzgebung - - - - - - - - - - 6
AFL und der neue Internationale Gewerksehaftsbund - - 7
Zwangsanleihen fuer ungarische Arbeiter - - - - - - - . 9
Erfolge des neuen britischen Versicherungswesens - - 10
AFL zur Arbeits- und Wirtschaftslage
- - - - - - - - 1 1
Arbeitsbeschaffung durch Marshall-Plan - - - - - - - 12

EUROPAHILFE UEBSRSCHREITET 7 BILLIONEN GRENZE
Einem Bericht der Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA)
zufolge hat die Marshall-PLan-Hilfe fuer die freien Laender Europas die
7 Billionen Dollar Grenze ueber s c h r i t t e n Die amerikanischen Gewerkschaften
unterstuetzen das Programm.
S e i t dem Inkrafttreten des Marshall-Planes am 3 . April 1948 wurden i n s gesamt 7*008 v 869 ( 000 Dollar ausgegeben. Davon erhielten Grossbritannien
1,914,705.000 und Prankreich 1,510,000,000 Dollar - diesen beiden laendern
wurde die groesste Hilfe z u t e i l e
Die Verlautbarung enthielt ferner einen Bericht, demzufolge die Vereinigten Staaten "nicht genuegend Waren von den Marshall-Plan-Laendern importieren, um deren Dollarschulden damit decken zu koennen."
Sin Ausschluss fuehrender Gesohaeftsleute und Regierungsvertreter forderte
eine Xursaenderung in der anerikanisehen Zoll- und Einfuhrkontroll-Politik und
erklaerte, dass "viele in Europa erzeugten Waren ohne Auswirkungen auf unsere
eigene Industriewirtschaft" importiert werden koennten.

*oechentliches Nachrichtenblatt des AFL
8. lovember 1949
- 1 -

�WARUM GROESSERE PROEUKTIVITÜET IN DEN U.S.?

I n der allgemeinen und technischen Presse i s t oft ueber die
enorme Produktionsleistung der amerikanischen I n d u s t r i e gesprochen worden* Edgar H a r r i e s , der a l s Gewerkschaftsvert r e t e r eine Gruppe I n d u s t r i e l l e r auf i h r e r Reise nach den
Vereinigten Staaten b e g l e i t e t e « gibt einige Ausfuehrungen
ueber verschiedene amerikanische Produktionsmethoden«
I n England gibt es Fabriken» die von Amerika n i c h t s Neues lernen koennten.
Alle Betriebe Amerikas haben zwar nicht den hoechsten Stand der Produktionsleistung
e r r e i c h t , trotzdem i s t d i e s e l b e , im ganzen gesehen, weit hoeher a l s i n unserem Land*
Hierzu gibt es verschiedene Gruende» bessere Anordnung der Werksanlagen, groessere
Normalisierung und S p e z i a l i s i e r u n g , bessere Organisation der Betriebe und groessere
Anwendung der e l e k t r i s c h e n Energie.
Die Leistungsfaehigkeit der amerikanischen I n d u s t r i e hat jedoch noch nicht
• i h r Maximum e r r e i c h t , und den Schaetzungen fuehrender I n d u s t r i e l l e r zufolge, koennte
s i e noch eine Steigerung erfahren, die zwischen 2$% und 60j£ l i e g t .
Beim Besuch amerikanischer Betriebe versuchten w i r , die beruehmte amerikanische
•Hast« f e s t z u s t e l l e n , indem wir das Tempo der Produktion oder die Geschwindigkeit
der Transportmittel beobachteten. Nirgends konnten wir eine groessere Schnelligk e i t a l s i n unserem Lande entdecken, aber - und d i e s i s t e i n sehr wichtiges "Aber" der amerikanische Arbeiter a r b e i t e t wirksamer.
Neue Arbeitsverfahren befuerwortet
Die Stueckarbeit i n der amerikanischen I n d u s t r i e verschwindet. I n nur 9 der
122 Betriebe der General Motors (Allgemeine Motorenwerke) wird Stueckarbeit g e l e i s t e t .
An i h r e S t e l l e i s t die Arbeit g e t r e t e n , die r e i n nach Z e i t bezahlt wird. Die 4 ° Stunden Woche i s t allgemein u e b l i c h . Die amerikanischen Gewerkschaften widersetzen
sich jedoch nicht der Einfuehrung mechanischer H i l f s m i t t e l j e g l i c h e r Art} i n den
meisten Faellen begruessen s i e d i e s e .
Die Normalisierung i n Amerika i s t v i e l weiter f o r t g e s c h r i t t e n a l s i n unserem
Land und i h r i s t , ebenso wie dem grossen inlaendisehen Absatzmarkt, die hoehere
Erzeugungskapazitaet zu verdanken. Wir Englaender stehen d i e s e r Normalisierung
mit einer i n s t i n k t i v e n Abneigung gegenueber, obwohl niemand Anstoss daran nimmt,
dass 20 Z i g a r e t t e n "Player" und 20 "Gold Flake" i n Schachteln verpackt s i n d , die
genau die gleiche Groesse und Form haben und mit derselben Maschine h e r g e s t e l l t
wurden. Wenn es s t a t t der 12? verschiedenen Arten weisser Baumwollgewebe nur
27 gaebe, so waere das fuer unsere Baumwoll^Textilindustrie von grossem V o r t e i l
und niemand waere dadurch b e n a c h t e i l i g t .
Normali si erunfi
I n unserem Lande (mit Ausnahme der Automobil-Industrie) nimmt die Durchfuehrung
einer einzelnen Normung zu v i e l Z e i t i n Anspruch. Seit der Gruendung des b r i t i s c h e n
I n s t i t u t s fuer Normalisierung ( B r i t i s h Standards I n s t i t u t i o n ) im Jahre 1901 hat man
nur 1500 Normungsverfahren dort a u s g e a r b e i t e t . I n Amerika wartet man n i c h t , b i s
j e d e r seine v o e l l i g e Zustimmung gegeben h a t . Vier' oder fuenf grosse Firmen einer
bestimmten Industriegruppe koennen sich untereinander auf e i n gleiches Objekt einigen
(und i h r e B e r e i t w i l l i g k e i t dazu i s t groesser a l s bei u n s ) ; diese Vereinbarung wird
dann von den uebrigen Firmen angenommen. Man nennt d i e s ein "Vereinfachtes Verfahren."
Der Anglo-Amerikanische Ausschuss fuer Produktiv!taet hat j e t z t eine Gruppe
prominenter Experten nach England geschickt, um f e s t z u s t e l l e n , wie diese Erfahrungen
auch fuer die b r i t i s c h e I n d u s t r i e nutzbar gemacht werden koennen.
Noch eine andere Entwicklung i n der amerikanischen I n d u s t r i e i s t fuer die
groessere Produktion von Bedeutung! Grosse B e t r i e b e , die Fertigwaren h e r s t e l l e n ,
beziehen ihre E i n z e l t e i l e im allgemeinen von der gleichen Fabrik« In einer solchen
Fabrik mit etwa 500 Arbeitern s t e l l t e n wir f e s t , dass ein und derselbe A r t i k e l
fuer fuenf »-erschiedene Betriebe h e r g e s t e l l t wurde. Bei uns wird i n den Fabriken
zu oft verseuht, f a s t a l l e E i n z e l t e i l e selber h e r z u s t e l l e n , was kleinere A r b e i t s - 2 -

�vorgaenge und hoehere Produktionskosten zur Folge h a t .
I n keinem amerikanischen Betrieb sahen wir einen Arbeiter mit Handwerkzeugen
a r b e i t e n - a l l e waren e l e k t r i s c h . Wir sahen niemanden Lasten herumtragen - dafuer
stehen Foerderbaender, Rollwagen, kleine Aufzuege und Gleitbahnen zur Verfuegung.
Groesste Sorgfalt wird der Vereinfachung des Arbeitsprozesses und der Bedienung der
Maschinen gewidmet. Wenn die Arbeit an der Werkbank im Sitzen ausgefuehrt wird,
sind die S i t z e i n der passendsten Lage fuer den Arbeiter angebracht. Z e i t und
Arbeitsweise werden ueberall i n Studien geprueft, und die Gewerkschaften b e t e i l i g e n
sich an diesen Studien im Maschinenbau, der Herstellung von Kleidung, T e x t i l i e n und
Stahl.
Fachleute
Einige der groesseren Gewerkschaften haben ihre eigenen tecnnischen Abteilungen
(•engineering"), die sich aus Fachleuten fuer die Anordnung der Werksanlagen, Herstellungsverfahren, Auswertung der Arbeit und Studium der Arbeitszeit zusammensetzen,
Sie a r b e i t e n in e r s t e r Linie fuer den Schutz der Gewerksdi a f t s m i t g l i e d e r . Wenn zum
Beispiel S t r e i t i g k e i t e n h i n s i c h t l i c h der z e i t l i c h e n Einstufung einer Arbeit oder der
Geschwindigkeit eines Foerderbandes entstehen, wird ein Gewerkschaftsfachmann der
betreffenden Branche hinzugezogen. Er i s t b e r e c h t i g t , die Streitfrage mit dem Experten
des Betriebes zu besprechen. Beide Fachleute koennen von der gleichen technischen
Hochachule kommen, (Sehr viele technische Fachleute der Gewerkschaften sind Absolventen des Technologischen I n s t i t u t s von Massachusetts),
Arbeitszeitstudium an l e t z t e r S t e l l e
Die Gewerkschaften haben nichts gegen das Studium der A r b e i t s z e i t , aber sie
betrachten es a l s l e t z t e s Glied einer K e t t e , Bevor man sich in einem Betrieb damit
b e f a s s t , bestehen sie darauf, dasa die Anordnung der Werksanlagen und das Produktionsverfahren b e r i c h t i g t und das Studium zur Vermeidung unnoetiger koerperlicher Beanspruchung vollendet wird. Dann stehen sie oft auf dem Standpunkt, dass das Arbeitszeitstudium ueberfluessig s e i , da eine hoehere Produktionsleistung b e r e i t s e r z i e l t
wurde. Sie lehnen d i e s e s Studium i n schlecht funktionierenden Betrieben grundsaetzl i c h ab»
Der TUC wird unmittelbar im Anschluss an diesen Kongress eine Studiengruppe
nach Amerika schicken, die mit jenen Gewerkschaftsexperten zusammenarbeiten s o l l ,
um aus dem Studium i h r e r Methoden zu ersehen, was wir daraus lernen koennen.
Noch etwas anderes beeindruckte mich. Man haelt oft i n einem Betriebe die
Herstellungsabteilung von den anderen Zweigen (z,B, Verkauf) scharf g e t r e n n t . Der
L e i t e r der Verkaufsabteilung erwirbt a l l e Waren von seinem Kollegen aus der Herstellungsabteilung durch Kauf, so a l s waere es «ine andere Firma. Der Verkaufspreis
i s t damit f e s t umrissen und kann nicht durch a l l e moeglichen Auslagen i n die Hoehe
geschraubt werden. Der herstellende T e i l duerfte nicht an Gewinn i n t e r e s s i e r t s e i n ,
(natuerlich auch nicht an V e r l u s t ) . Wenn also der reine Produktionspreis klar umrissen
i s t , so bedeutet d i e s , dass die Taetigkeiten und Preise der uebrigen Abteilungen der
Firma ueberwacht werden koennen, was fuer die Betriebsfuehning zweifellos sehr v o r t e i l haft i s t ,
•Je groesser die angewandte Pferdekraft, umso hoeher die Produktionsleistung,"
i s t eine andere Erkenntnis, die dem Studium des amerikanischen Produktionssystems
entstammt.
Fuer die meisten der erwaehnten Verfahren i s t die Betriebsfuehrung verantwortl i c h } ein gewerkschaftlicher Gesichtspunkt i s t jedoch auch zu erwaehnen. Das Unternehmertum weigert s i c h , arbeitssparende Methoden einzufuehren, weil es damit auf den
Widerstand der Gewerkschaften s t o e s s t . Dieser Widerstand s t e l l t einen Hemmschuh
fuer die Produktivitaet dar. Der Grund dazu i s t natuerlich die Furcht vor Arbeitsl o s i g k e i t . So wurde zum Beispiel ein Programm zur Betriebsneuordnung, das eine Bet r i e b s l e i t u n g ausgearbeitet h a t t e , abgelehnt, weil 12 Arbeiter ueberfluessig geworden
waren. Die Gefahr, eine Absatzmoeglichkeit damit zu v e r l i e r e n , wurde nicht b e a c h t e t .
Die Aufmerksamkeit der Belegschaft konzentrierte sich ausschliesslich auf

- 3 -

�d i e 12 A r b e i t e r . Ich weiss n i c h t e i n m a l , ob s i e andere Beschaeftigungsmoeglichk e i t e n i n anderen benachbarten B e t r i e b e n i n Erwaegung zogen.
Solche S c h w i e r i g k e i t e n sind gewoehnlich o e r t l i c h b e d i n g t . Man kann sehr o f t
i n einem B e t r i e b mechanische H i l f s m i t t e l und ermuedungsreduzierende E i n r i c h t u n g e n
a n t r e f f e n , denen man i n einem andern Unternehmen der g l e i c h e n I n d u s t r i e und i n
d e r g l e i c h e n Gewerkschaft o r g a n i s i e r t mit der g r o e s s t e n Ablehnung g e g e n u e b e r s t e h t .
Es i s t zwar Aufgabe d e r A r b e i t g e b e r , d i e Reformen durchzufuehren, d i e i n der b r i t i s c h e n I n d u s t r i e notwendig s i n d , a b e r s i e muessen s i c h auch d a s E i n v e r s t a e n d n i s
i h r e r A r b e i t e r s i c h e r n , wenn d i e E r f o l g e von Dauer s e i n s o l l e n . Dies waere u n s e r e
naechste Aufgabe»
• T r a n s - A t l a n t i k"
ECA I a b o r News L e t t e r
Oktober 19^9
ERFOLGE d d DEM BRIDIINGTON KONGRESS
Die b r i t i s c h e Gewerkschaftsbewegung nimmt e i n e so p o s i t i v e S t e l l u n g zum
M a r s h a l l - P l a n e i n , d a s s d i e kommunistischen Widersacher n i c h t einmal e i n e Abstimmung
darueber auf dem l e t z t e n . J a h r e s k o n g r e s s f o r d e r t e n .
Der N a t i o n a l e Verband der Metallmechaniker h a t t e auf der Tagesordnung e i n e
R e s o l u t i o n v o r g e s e h e n , d i e Englands N i c h t b e t e i l i g u n g am Europaeischen Wiederaufbauprogramm f o r d e r t e . Als man jedoch zu diesem Antrag kam und S i r W i l l i a m Lawther,
der P r a e s i d e n t des Gewerkschaftsbundes, f r a g t e , wer i h n u n t e r s t u e t z e , meldete s i c h
niemand, und der TüC fuhr i n s e i n e r Tagesordnung f o r t ,
Lawther b e t o n t e i n s e i n e r E r o e f f n u n g s r e d e , d i e " g r o s s e n Anstrengungen, d i e
u n s e r Volk gemacht h a t , um s e i n e n P l a t z a l s g r o s s e I n d u s t r i e - und H a n d e l f n a t i o n
z u r u e c k z u e r o b e r n . " Er fuhr f o r t : "Die g r o s s z u e g i g e M i t a r b e i t der V e r e i n i g t e n S t a a t e n
im Rahmen des M a r s h a l l - P l a n e s h a t u n s i n d i e s e n Bestrebungen u n t e r s t u e t z t . Wir
w i s s e n d i e H i l f e zu s c h a e t z e n , d i e u n s von d i e s e r S e i t e her und b e s o n d e r s von Mr. Hoffman und seinem Kollegen Mr. Harriman z u t e i l wurde. Diese Maenner haben e i n e g r o s s e
A r b e i t i n h e r v o r r a g e n d e r Weise g e l e i s t e t . "
P r e m i e r m i n i s t e r Clement A t t l e e , der Fuehrer der A r b e i t e r r e g i e r u n g E n g l a n d s ,
b r a c h t e i n s e i n e r Rede denselben Gedanken zum Ausdruck und f u e g t e h i n z u : "Vergessen
wir n i c h t , d a s s England auch andern g e h o l f e n h a t . " Er f u e h r t e a u s , d a s s d a s b r i t i s c h e Koenigreich fuer noch schwerer b e t r o f f e n e Laender zu Wiederaufbauzwecken
Subventionen im Werte von 3.600,000.000 D o l l a r zur Verfuegung g e s t e l l t h a t .
Die D e l e g i e r t e n des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AEL, Harry B a t e s , P r a e s i d e n t d e r Maurergewerkschaft, und Dave Beck, V i z e p r a e s i d e n t der I n t e r n a t i o n a l e n
Gewerkschaft der F a h r e r , v e r s p r a c h e n d i e s t a e n d i g e U n t e r s t u e t z u n g des M a r s h a l l - P l a n s
s e i t e n s der amerikanischen A r b e i t e r s c h a f t . Evert Kiipers, der P r a e s i d e n t des N i e d e r l a e n d i s c h e n Gewerkschaftsbundes i s t , s e i n Amt i n Kuerze jedoch n i e d e r l e g e n w i r d ,
hob d i e Bedeutung des Hilfsprogramms fuer Westeuropa h e r v o r .
J e d e F r a g e , d i e Bezug auf den Kominform h a t t e , b e d e u t e t e fuer d i e kommunistisch
b e e i n f l u s s t e n D e l e g i e r t e n eine N i e d e r l a g e ; und d i e ununterbrochenen Debatten des
d i e s j a e h r i g e n TUC Kongress d a u e r t e n f a s t fuenf T a g e .
Eine R e s o l u t i o n zur B e s t a e t i g u n g d e s A u s t r i t t s des V e r w a l t u n g s r a t e s d e s b r i t i s c h e n
Gewerkschaftsbundes a u s dem Weltgewerkschaftsbund wurde mit 6,258.000 Stimmen gegen
1,017.000 angenommen. E i n i g e n nichtkommunistischen Gewerkschaften war e s p e i n l i c h
genug, i h r e E i n s t e l l u n g p r o - Weltgewerkschaftsbund w e i t e r h i n b e i z u b e h a l t e n . Dies
wurde e i n i g e Stunden s p a e t e r k l a r , a l s e i n e i n f a c h e s M i t g l i e d b e a n t r a g t e , d a s s die
Konferenz die k u e r z l i c a g e s t e l l t e Forderung des V e r w a l t u n g s r a t e s nach Ueberwachung
d e r kommunistischen T a e t i g k e i t i n n e r h a l b der b r i t i s c h e n Arbeiterbewegung b i l l i g e n
moege. Dieser V o r s c h l a g wurde mit 6,746,000 gegen 760,000 Stimmen angenommen.
•Trans-Atlantik"
ECA Labor News L e t t e r

Oktober 1949

�iftCÜJiCTICNSflaOBLEME UND ENGLISCHE ARBEITERSCHAFT
Die b r i t i s c h e Gewerkschaftsbewegung I s t a k t i v i n den Kampf um Produktionssteigerung e i n g e t r e t e n . Der Gewerksehaftskongress (TUC) nimmt lebhaften A n t e i l
an der Arbeit des Anglo-Amerikanisehen P r o d u k t i v ! t a e t s a u s s c h u s s e s , eine Organisation,
die von der ECA (Verwaltung fuer w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit) u n t e r s t u e t z t wird
und s i c h aus Fuehrern der amerikanischen und e n g l i s c h e n A r b e i t e r - und Unternehmerverbaende zusammensetzt»
Der TUC i s t auch im Vorstand des B r i t i s c h e n I n s t i t u t s fuer Betriebsfuehrung
v e r t r e t e n und h i l f t , d i e s e Organisation zu f i n a n z i e r e n , deren Aufgabe e s i s t , jeden
Produktionsbetrieb des Landes die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der indust r i e l l e n Technik zugaengig zu machen« Die Gewerkschaftebewegung brachte auf ihrem
Jahreskongress 1948 eine R e s o l u t i o n e i n , die zum aktiven Feldzug zur Produktionssteigerung durch unmittelbare Beratung mit den Unternehmern und, sofern e s e r f o r d e r l i c h i s t , mit der Regierung aufruft und zwar i n jedem e i n z e l n e n Industriezweig
ueber die betreffenden HerStellungsprobleme.
Zwei Monate s p a e t e r , im November 1948, b e r i e f der TUC eine Sondersitzung der
exekutiven Aussohuesse der angeschlossenen Gewerkschaften e i n , um ueber die Kampagne
zu beraten. Es wurde folgende EntSchliessung angenomment
"Die Exekutivausschuesse, die i n d i e s e r Konferenz v e r t r e t e n s i n d , sind s i c h der
verschiedenen Produkt!vitaetsprobleme bewusst, die einer Loesung beduerfen. Ihre
v o l l e Unterstuetzung und i h r Beistand sind deshalb e r f o r d e r l i c h , um wirksame Beratungen zu ermoeglichen, die auf Vorschlag des Verwaltungsrates s t a t t f i n d e n s o l l e n .
S i e kommen u e b e r e i n , den M i t t e l n und Methoden unmittelbare und nachhaltige Beachtung
zu schenken, d i e s i c h auf d i e praktischen Probleme der verschiedenen betreffenden
Industriezweige e r s t r e c k e n . "
S e i t jener Z e i t haben auf Veranlassung des TUC solche Sitzungen i n folgenden
Industriegruppen stattgefundent S c h i f f s b a u , Bautechnik, Strumpfwaren, Wollwaren,
Konstruktion, P a p i e r h e r s t e l l u n g , Druckerei, Lederwaren, S t a h l - und Kohlenbergbau.
Aehnliche Beratungen innerhalb der Gewerkschaften sind fuer die Industriegruppen
T o e p f e r e i , Chemikalien, Moebel und Konfektion g e p l a n t .
Der Gewerksehaftskongress hat ferner den angeschlossenen Gewerkschaften naheg e l e g t , staendig arbeitende Farschungs- und technische Abteilungen e i n z u r i c h t e n . Er
s e l b s t hat e i n e s seiner a e l t e r e n Vorstandsmitglieder zum Beauftragten fuer Produkt i o n s l e i s t u n g ernannt.
Einige der bedeutendsten Gewerkscharten fuehren eigene Studien i n z a h l r e i c h e n
I n d u s t r i e n durch und haben ausserdem ErziehungsProgramme i n der i n d u s t r i e l l e n Technik
aufgestellt.
Als B e i s p i e l e : Die Nationale Gewerkschaft der Ceffentlichen und Gemeindearbeiter
l a e s s t zehn i h r e r Funktionaere an einem Arbeitslehrgang teilnehmen, der s i c h mit t e c h n i schen Fragen der Arbeitsauswertung und Betriebsfuehrung befasstf e i n Lehrgang mit dem
g l e i c h e n A r b e i t s g e b i e t l a e u f t im Bezirk Birmingham fuer d i e Gewerkschaft der Transport und Allgemeinen A r b e i t e r , und zwar werden an v i e r Samstagvormittagen Vorlesungen
fuer die technischen L e i t e r der A r b e i t s s t e l l e n g e h a l t e n ; die V e r e i n i g t e Gewerkschaft
der Ingenieure hat Kurse ueber I n d u s t r i e t e c h n i k i n den Lehrplan i h r e s Sommer Semesters
aufgenommen.
Die Gewerkschaften des TUC e r g r e i f e n nun s e l b s t die I n i t i a t i v e im Kampf um d i e
Loesung der Produkt!vitaetsprobleme Englands. Die Tagesordnung des Kongresses im
September 1949 z e i g t , dass verschiedene Gewerkschaften Resolutionen eingebracht haben
ueber M i t t e l und Wege, wie die Gewerkschaftsbewegung noch mehr "zur Ueberwindung der
Schwierigkeiten b e i t r a g e n kann, vor die heute o e f f e n t l i c h e und p r i v a t e Industrien
g e s t e l l t sind."
Eine R e s o l u t i o n schreibt d i e Errichtung e i n e s Sonderausschusses v o r , der s i c h
aus Mitgliedern des Verwaltungsrates, Tech n i l e r n und Gewerkschaftsvertretern zusammens e t z t , die wiederum i n verschiedenen i n d u s t r i e l l e n Organisationen m i t a r b e i t e n . Dieser
Aussohuss s o l l "die Erziehung der Arbeiter zu der Verantwortung" foerdern, der s i e

-5 -

�sich unterwerfen muessen. Eine andere Resolution verlangt die "Schaffung einer
endgueltigen Erziehungsmethode zur Unterweisung von Gewerkschaftlern i n technischen
Fragen und Betriebsfuehrung. Besondere Aufmerksamkeit s o l l der Ausbildung der Arbeitsvorgesetzten und Gewerkschaftsvertreter in gemeinsamen Beratungsausschuessen geschenkt
werden."
Vertreter der Unternehmer und Gewerkschaften, die gruppenweise zum Studium der
Produktionsmethoden im Rahmen des Erogramms zur Technischen Unterstuetzung der ECA
die Vereinigten Staaten besucht haben, e r k l a e r t e n , dass sich dieses Programm a l s
sehr nutzbringend erweisen wuerde» Der Anglo-American Council on Productivity (AngloAmerikanischer Produktivitaetsausschuss) s t e l l t die Arbeitsplaene fuer die Besuchergruppen auf und t r i f f t die notwendigen Vorkehrungen.
F o r t s c h r i t t e sind e r z i e l t worden, obwohl es dem TUC mit Unter stuwtzung der Regierung, Labor Party und Betriebsfuehrung oeffentlicher und privater Unternehmen
noch nicht gelungen i s t , einen grossen T e i l der gesamten Mitgliederschaft von dem
Ernst der Lage Englands zu ueberzeugen. Die Fuehrerschaft der Gewerkschaften i s t
entschlossen, sich mit a l l e « Mitteln fuer die Loesung der Produkt!vitaetsproblerne
einzusetzen. Die Erziehung der Arbeiter zu der Erkenntnis, dass die positive Mita r b e i t der Gewerkschaften dabei u n e r l a e s s l i c h i s t , i s t auf gutem Wege,
Ein Beweis fuer den Erfolg des Programms sind die s t a t i s t i s c h e n Angaben ueber
Produktionsleistung, die eine Leistungssteigerung pro Arbeiter von ijjß auf 5% s e i t
Mitte 1948 aufweisen»
Es besteht zweifellos i n einigen Gewerkschaften noch eine gewisse Abneigung
gegen die Aenderung der Produktionsmethoden und der damit eng verbundenen Tarifbestimmungen. Vor dem Kriege fand man i n den Satzungen einiger Gewerkschaften "beschraenkende Bestimmungen» - namentlich bei den Facharbeiterverbaenden des Handwerks,
Die meisten davon wurden jedoch nach gegenseitigem Uebereinkommen waehrend des Krieges
aufgehoben, und heute bestehen solche Bestimmungen praktisch ueberhaupt nicht mehr.
Hinter den t r a d i t i o n e l l e n Einwaenden des Durchschnittsarbeiters zu der Einf ü h r u n g neuer Maschinen und "Produktionsleistungs-Tricks" s t e h t die Geschichte von
der bedrohlichen periodischen Arbeitslosigkeit - eine sehr unangenehme Erinnerung
fuer Arbeiter, die die Notzeiten von 1929 - 1939 miterlebten. Die Kombination der
Wirtschaftsverhaeltnisse i n der ganzen Welt und der von den Arbeiterregierungen verfolgten P o l i t i k hat es moeglich gemacht, die Arbeitslosigkeit s e i t dem Kriege auf
e i n Mindestmass zu beschraenken. Damit i s t diese Furcht der Arbeiter schon b e t r a e c h t l i c h v e r r i n g e r t worden. Im Juni 1949 z u m Beispiel waren nur 263,600 b r i t i s c h e Arbeiter
a r b e i t s l o s , das bedeutet knapp mehr a l s 1% der gesamten erwerbstaetigen Bevoelie rung.
Die Verwendung des gesamten Arbeitspotentials z e i g t ebenfalls i n bezeichnender
Weise die V e r h ä l t n i s s e . Im .Jahre 1948 waren 35*7% a l l e r Arbeiter i n der erzeugenden
I n d u s t r i e beschaeftigtj das sind 3% mehr a l s vor dem Kriege, In den Vereinigten
Staaten waren es im gleichen Jahre nur 27,%• Andererseits waren im vergangenen
Jahr nur 22,2^ der englischen Arbeiterschaft im V e r t e i l e r - und Kuriendienst beschaeft i g t , gegenueber 26,2# im Jahre I938. In Amerika waren es im vorigen Jahr 27• 8?g.
Im Jahre 1948 waren 465? der Bevoelkerung Englands Erwerbspersonen, waehrend es i n
den Vereinigten Staaten 44*5/2 waren,
•Trans-Atlantik"
ECA Labor News Letter
Oktober 1949
TRUMEN ZUR ARBEITSGESETZGEBUNG
Bei der Unterzeichnung der Zusaetze zum Fair Labor Standards Act (Gesetz zur
Festlegung gerechter Arbeitsbedingungen), das mit Wirkung vom 25« Januar naechsten
Jahres den MindestStundenlohn von 40 auf 75 c t s . erhoeht, sagte Praesident Truman,
dass damit "ein entscheidender Sieg im Kampf um die Wohlfahrt des amerikanischen
Volkes errungen s e i . "
Wir entnehmen seiner Erklärung folgende Auszuege*
•Es gibt mir eine besondere Genugtuung, diesen Gesetzentwurf i n der Woche u n t e r zeichnen zu koennen, i n die der 1 1 , Jahrestag des I n k r a f t t r e t e n s des u r s p r ü n g l i c h e n
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�F . L. S t . Act f a e l l t . Diese Gesetzgebung hat sich a l s weise und f o r t s c h r i t t l i c h
nioht/fuer die Wohlfahrt unserer Lohnempfaenger, sondern auch ftB r die Gesundung
unserer gesamten Wirtschaft erwiesen.
•90 Tage nach seiner Verabschiedung wird dieses Gesetz bei seinem I n k r a f t treten!
"(1) Jeden Unternehmer v e r p f l i c h t e n , seinen Arbeitnehmern, die im Handel
oder i n der Produktion beschaeftigt s i n d , einen Stundenlohn von nicht weniger a l s
75 c t s . zu zahlen. Diese Bestimmung bedeutet eine direkte Lohn rhoehung von etwa
1,500,000 Dollar fuer unsere Lohnempfaenger und i n den meisten Einzelfaellen eine
Erhoehung von 5 ° i s 15 c t s . pro Stunde.
"(2) Jegliche ungesetzliche Arbeit Jugendlicher im Handel oder der Rroduktion
v e r b i e t e n . Damit wird dieses Uebel der Arbeit Jugendlicher aus unserem in» und
auslaendisehen Handel und aus der I n d u s t r i e verschwinden*
"(3) Allen Arbeitnehmern ermoeglichen, die nach diesem Gesetz rueckstaendigen
Loehne zu bekommen. Ein s c h r i f t l i c h e s Gesuch i s t dazu e r f o r d e r l i c h . Damit wuerde
der wirksamen Durchfu ehrung des Gesetzes Nachdruck verliehen und der Schuldbetrag
i n Form rueckstaendiger Loehne der Arbeiter verringert«
*(k) Den Begriff"regulaerer Tarif" i n eindeutiger Form f e s t l e g e n , von dem
man i n diesem Gesetz bei der Berechnung der Verguetung fuer ü e b e r z e i t (mehr a l s /jO
Stunden pro Woche) ausgeht. Damit wird es Arbeitgebern und Arbeitern moeglich s e i n ,
mit groesserer Sicherheit zu bestimmen, welche Arten der Bezahlung zur Festsetzung
des Lohntarif 8 zu beruecksi cht igen s i n d .
"(5) Die Entwicklung von Plaenen foerdern, die auf Grund von Kbllektiwerhandlungen Beschaeftigungsbestimnungen'auf j a e h r l i c h e r Basis vorsehen, da sie groessere
Freizuegigkeit in den Bestimmungen fuer Üeberzeit b i e t e n . Durch diese Plaene wuerde
den Lohnempfaengern S t a b i l ! t a e t des Einkommens und den Unternehmern S t a b i l ! t a e t des
Arbeitsverlaufs z u g e s i c h e r t .
"(6) Auch fuer die Arbeiter d e r . I u f t f a h r t g e s e l l s c h a f t e n und die der Fisohkonserven - Fabriken den Mindestlohn von 75 c t s . f e s t s e t z e n . Dies waere ein weiterer
F o r t s c h r i t t i n den Bestrebungen, mehr Arbeitnehmergruppen zu Nüitzniessern dieses
Gesetzes zu machen.
•(7) Zur Beschraenkung i n d u s t r i e l l e r Heimarbeit die Vorschriften aufrechterhalten und bekraefti gen, die zum Schutze des Mindestlohnes notwendig sind."
"Diese Bestimmungen bilden den Grundstein beim Aufbau eines gesunden Bundesges e t z e s zur Festlegung gerechter Arbeitsbedingungen. (*'ederal Fair Labor Standards Act).
" Ich bedauere, dass einige Arbeitergruppen von den Bestimmungen dieses Gesetzes
ausgenommen sind, obwohl sie b i s j e t z t darin enthalten waren; und dass viele andere
Gruppen nicht davon e r f a s s t werden, obwohl es fuer ihren Schutz u n e r l a e s s l i c h waere.
Aber durch die Verbesserungen des neuen Gesetzes sind wir unserem Hauptziel schon
um einen grossen S c h r i t t naehergekommen, das darin b e s t e h t , den Arbeitern die zur
Erhaltung der Gesundheit, Leistungskraft und des Wohlergehens erforderlichen Mindestbedingungen zuzusichern."
Woechentliches Nachrichtenblatt des AFL
8. November 1%S
AFL UND DER NEUE INTERNATIONALE GEWERKSCHAFTSBUND
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL machte Vorschlaege zum Entwurf einer
Verfassung fuer der neuen Internationalen Gewerkschaftsbund, die s i e zur maechtigsten
Weltkoerperschaft der Arbeit machen s o l l , die j e bestand.
Auf der Londoner Organisationsbesprechung, die am 28. November beginnt, wird
sich der AFL fuer folgende Hinkte einsetzeni

-7 -

�1« Proklamierung des Rechtes a l l e r Voelker auf volle nationale Freiheit und
Selbstregierung; die Forderung nach baldraoeglichster Verwirklichung dieses Rechtes
tx.br diejenigen, die es noch nicht besitzen«
2« Errichtung einer maechtigen, wirksamen internationalen Organisation der
freien Gewerkschaften, deren Richtlinien und Taetigkeiten von ihren frei gebildeten
Koer per Schäften unter Ausschluss der Regierungen, Unternehmer tO»I politischer
Parteien bestimmt werden«
3» Streben nach allgemeiner Anerkennung und Anwendung der Rechte der freien
Gewerlschaftsorganisationen und des ungehemmten Kbllektiv-Verhandlungswesens«
4« Foerderung der demokratischen Entwicklung in allen laendern, insbesondere
i n den rueckstaendigen Gebieten und solchen, die noch keine Selbstregierung haben«
5« Unterstuetzung eines weltumfassenden Systems der Sicherheit des Lebensstandards und a l l e r Massnahmen, die zur Verteidigung der Weltdemokratie und der
nationalen Freiheit gegen t o t a l i t a e r e s Machtstreben notwendig sind. Besondere Beachtung der regionalen Vereinbarungen, wie sie i n der Charta der Vereinten Nationen
enthalten sind«
Vorschlafe des Presidenten Green
Der Praesident der AFL, William Green, hat in einem Brief an die Vorbereitende
Kommission zur Errichtung eines neuen Weltgewerkschaftsbundes diese Forderungen
zum Ausdruck gebracht«
Der Schatzkanzler der AFL, George Meany, deutete an, dass diese Vorschlaege
auf der Londoner Konferenz zur Sprache gebracht wuerden«
Der AFL vuerde sein Ziel in der Errichtung eines "Internationalen Verbandes
Freier Gewerkschaften- sehen, (International Federation of Free Trade Unions), die
"die Freiheit des Menschen verfechtet, Totalitaerbestrebungen in jeglicher Form,
Absicht oder Gestalt entgegenwirkt und direkt oder indirekt deren Uebergriffe bekaempft;
die sich mit allen Arbeitern, deren Arbeits- oder Menschenrechte von einem totalitaeren
Regime s t r e i t i g gemacht werden, solidarisch erklaert und ihnen ihre Hilfe angedeihen
laesst."
Der AFL brachte sein besonderes Interesse fuer die i n der Verfassung vorgesehenen
regionalen Taetigkeiten zum Ausdruck«
Die Vorschlaege des AFL enthalten die Richtlinien zur Errichtung eines neuen
Internationalen Gewerkschaft stund e s , wie sie von Mr. Meany auf der vorbereitenden
Zusammenkunft im Juni ds. Jhs« bereits verkuendet wurden« Sie bestehen darin, (1) der
drohenden Gefahr des TotalitaerSystems zu begegnen und sie zurueckzuschlagen; (2) die
internationale Gewerkschaftsbewegung scharf von Grossmachtpolitik zu trennen; (3) die
internationalen Gewerkschaftssekretariate fuer sich zu gewinnen und (2j) eine Koerpersohaft zu gruenden, die nicht nur Europa und Amerika, sondern auch Asien, Suedamerika
und Afrika umfasst«
Die neue Internationale der freien Gewerkschaften wird von einem Kongress gefuehrt
werden, der a l l e zwei Jahre zusammentritt; ferner von einem Verwaltungsrat, der in
dem dazwischen liegenden Jahr eine Sitzung abhaelt und von einem Exekutivrat, der
nicht weniger a l s dreimal im Jahr zusammentreten soll«
AFL Delegation in London
Mr. Green und Mr. Meany waren die Fuehrer der AFL Abordnung, die am Qrganisationstreffen in London teilnahm« Es war die hervorragendste Delegation, die der AFL je in
seiner 69-jaehrigen Geschichte zu einem internationalen Treffen entsandt hat« Sie
bestand aus acht Mitgliedern.des Exekutivrates des AFL, das i s t mehr a l s die Haelfte.
Ausserdem waren noch viele andere Funktionaere des AFL in Europa zugegen«
- 8

�Die beeindruckende Delegation i s t e i n Beweis fuer das I n t e r e s s e , das der AFL
der neuen Weltgewerkechaftsorganisation entgegenbringt, d i e der Schaffung und
Erhaltung des Weltfriedens dienen s o l l .
Mr. Meany nannte das Treffen "die g r o s s e Hoffnung der Arbeiter der ganzen Welt"
auf Frieden und g e s i c h e r t e F r e i h e i t .
l o e c h e n t l i c h e s M i t t e i l u n g s b l a t t des AFL
k. November 1949»
ZWANGSANLEIHEN

FJER UNGARISCHE ARBEITER

Der ungarische Arbeiter wird i n diesem Jahr einen Monäteverdienst v e r l i e r e n «
da er gezwungen i s t , eine Anleihe zu z e i c h n e n , die am 2 0 . Oktober von der Volksdemokratischen Regierung herausgegeben wurde. So b e r i c h t e t Viktor H a n z e l i , e i n
ehemaliger ungarischer Gewerkschaftsfuehrer, i n e i n e r neuen Ausgabe der nichtkommin i s t i sehen franzoesisehen Arbeiterzeitung "Force Ouvriere."
Viktor Hanzeli z i t i e r t das o e f f e n t l i c h e Organ der kommunistischen P a r t e i
Ungarnst "Wir betonen, dass das Unterzeichnen der Anleihe mehr eine p o l i t i s c h e , a l s
e i n e w i r t s c h a f t l i c h e Angelegenheit i s t . Es i s t g l e i c h einem Volksentscheid zu gunsten
der Volksdemokratie, d e s F r i e d e n s , unserer Freundschaft mit Russland, der Partei und
d e s s e n , dem wir unsere Siege verdanken, Matyas Rakosi»* (Auszug aus e i n e r Rede des
Generalsekretaers de* ungarischen Gewerkschaftsbundes.)
In ihrer Ausgabe vom 2 9 . September 1949, gab die kommunistische Zeitung "SZABAP"
( F r e i e s V o l k ) , d i e s e Ausfuehrungen wieder und fuegte h i n z u , " a l l e Lohnempfaenger
werden an i h r e r A r b e i t s s t e l l e zeichnen." S i e faehrt f o r t : "Alle Lohnempfaenger mit
Wochenlohn werden ihren Beitrag fuer 4° Wochen e n t r i c h t e n , a l l e , die monatlich bez a h l t werden, fuer 10 Monate."
l u e r a l l e , die n i c h t Lohnempfaenger s i n d , hat die Kommunistische Partei eine
Aktion von Haus zu Haus o r g a n i s i e r t , d i e von den "Volkserziehern" durchgefuehrt w i r d .
"Auf dem Lande fahren d i e s e Erzieher von Dorf zu Dorf und sprechen i n jedem Hause vor,"
schreibt der ungarische Verbannte*
Innerhalb e i n e s jeden Betriebes sind e b e n f a l l s M i t g l i e d e r der Kommnisti sehen
Partei fuer die Durchfuehrung der Aktion v e r a n t w o r t l i c h . S i e reichen i n den Werks t a e t t e n eine U n t e r s c h r i f t s l i s t e herum. Diese wird dem Buero der Komministisehen Partei
im Betriebe uebergeben, da jeder Betrieb s e i n konministisches Parteibuero h a t . Auch
im Kommunistischen Parteibuero jeder Stadt kann gezeichnet werden.
In jedem Hause klebt der "Volkserzieher" die L i s t e derjenigen, d i e gezeichnet
haben, an d i e Wand des Eingangskorridors oder an die Tuere und vermerkt d i e j e n i g e n *
die nicht i n bar ihren Beitrag zur Gesamtleistung der Volksdemokratie e n t r i c h t e t
haben, fuegt Hanzeli h i n z u .
Angst i s t das Hauptmotiv bei der Unterzeichnung, sagte er und gab eine Geschichte
wieder, die i n der kommnistisehen Presse am 1 1 . Oktober erschienen war. "Die "Volkserzieher" besuchten Paul Sutos Tuer. Paul Suto i s t e i n armer Weinbauer der k l e i n e n
Stadt P a z t e . Seine Ernte war sehr s c h l e c h t i Nur 200 L i t e r Wein» Er weigert s i c h
zu z e i c h n e n . Darauf erklaeren ihm d i e "Erzieher"1 "Wir kommen im Auftrage der P a r t e i ,
nuessen Sie w i s s e n . Kamerad Rakosi schickt uns!" Die kommunistische Presse beendete
ihren Bericht mit der F e s t s t e l l u n g , "dass die t i e f e Verehrung die—e Bauern fuer
Kamerad Rakosi ihn v e r a n l a s s t e zu z e i c h n e n . '
Labor Information
November 1949

- 9 -

�ERFILGE DES NEUEN BRITISCHEN VERSICHERUNGSWESENS
R o b e r t Grosser b e r i c h t e t von s e i n e r Reise nach England und
Schweden, wo e r das neue Versicherungswesen s t u d i e r t e und
V e r g l e i c h e mit dem m e d i z i n i s c h e n Versorgungsprogramm Trumans
anstellte.
»In England i s t der G e s u n d h e i t s d i e n s t fuer jedermann f r e i , und j e d e r kann ?hn
i n Anspruch nehmen, ohne d a s Gefuehl haben zu muessen, d a s s e r auf d i e W o h l t a e t i g k e i t s e i n e s Naechsten angewiesen s e i , " e r k l a e r t e Kbngressmitglied -Robert C r o s s e r
einem V e r t r e t e r der "Labor" (Wochenzeitung)»
"Beb", e i n a l t e r Freund d e r E i s e n b a h n a r b e i t e r , war gerade von e i n e r R e i s e
nach England, Schweden und F r a n k r e i c h z u r u e c k g e k e h r t , wo e r mit anderen M i t g l i e d e r n
d e s W i r t s c h a f t s - A u e s c h u s s e s d e s Abgeordneten Hauses Untersuchungen ueber das m e d i z i n i s c h e Versorguhgswesen durchgefuehrt h a t t e «
Der Zweck d i e s e r S t u d i e n war die Beschaffung von d i r e k t e n I n f o r m a t i o n e n , d l »
man dem Haus dann v o r l e g e n w i r d , wenn der Gesetzentwurf P r a e s i d e n t Trumans z u r
KrarikenverSicherung z u r Sprache kommt»
Der Ausschuss wird zu einem s p a e t e r e n Z e i t p u n k t B e r i c h t e r s t a t t e n .
gab s e i n e e i g e n e n A n s i c h t e n folgendermassen wieder«

Crosser

Von den S t e u e r n b e z a h l t
"Schweden h a t e i n GesundheitsSystem, das d i e Aerzte und auch s o n s t jedermann
z u f r i e d e n z u s t e l l e n s c h e i n t . Es wird h a u p t s a e c h l i c h aus den allgemeinen S t e u e r e i n nahmen f i n a n z i e r t , doch d i e P a t i e n t e n haben auch e i n e n T e i l der Kosten zu uebernehmen»
•Das b r i t i s c h e System g e h t noch w e i t e r . P r a k t i s c h werden d o r t a l l e Kosten fuer
a e r z t l i c h e , z a h n a e r z t l i c h e , Krankenhaus- und andere Dienste aus allgemeinen S t e u e r n
b e z a h l t , und gehen n i c h t zu L a s t e n der P a t i e n t e n . Dazu gehoeren auch Auslagen fuer
Arzneien, B r i l l e n u . a e .
Crosser b e t o n t e , dass "sowohl das e n g l i s c h e a l s auch das schwedische System
den P l a n Trumans u e b e r t r e f f e n .
Der P r a e s i d e n t s c h l a e g t e i n Versicherungssystem
v o r , demzufolge a l l e Kosten i n Form besonderer S t e u e r n von den A r b e i t g e b e r n und
Arbeitnehmern zu t r a g e n s i n d , so wie e s auch b e i den A l t e r s r e n t e n nach dem S o z i a l v e r s i c h e r u n g s s y s t e m der F a l l i s t . "
"Selbst die Konservativen."
Wie i s t die E i n s t e l l u n g des e n g l i s c h e n Volkes gegenueber dem neuen System, das
von der I.abour-Regierung a u f g e t e i l t wurde? C r o f s e r gab dazu folgende Antwort!
"Wir u n t e r h i e l t e n uns mit Leuten aus dem Volk, Aerzten und V e r t r e t e r n a l l e r
p o l i t i s c h e n P a r t e i e n , und e s g i b t keinen mehr, der das neue System wieder a b g e s c h a f f t
sehen moechte. E i n i g e waeren fuer gewisse Aenderungen, a b e r s e l b s t d i e Konservativen
sind d a f u e r , d a s s der G e s u n d h e i t s d i e n s t u n t e r dem gegenwaertigen e i n h e i t l i c h e n P l a n bei«&lt;
b e h a l t e n wird»*
Die " o r g a n i s i e r t e n Aerzte" der V e r e i n i g t e n S t a a t e n b e h a u p t e n , dass dös e n g l i s c h e
System die Mediziner u n t e r d i e " D i k t a t u r d e r Regierung" s t e l l e und s i c h i n i h r e
Behandlungsmethoden e i n m i s c h e . Stimmt das?
•Im G e g e n t e i l , " s a g t G r o s s e r , " d i e b r i t i s c h e n Aerzte s a g t e n m i r , d a s s s i e s i c h
zum e r s t e n m a l f r e i f u e h l t e n und i h r e n P a t i e n t e n d i e bestmoegli che Behandlung a n g e d e i h e n l a s s e n koennten»"
•Wir h a t t e n gewoehnlich zu erwaegen, oh e i n schwer e r k r a n k t e r P a t i e n t t e u e r e
A r z n e i e n , R o e n t g e n s t r a h l e n , e i n e Operation oder d e r g l e i c h e n wohl b e z a h l e n k o e n n t e ,
obwohl e r d i e s e Dinge b e n o e t i g t e , " e r k l a e r t e e i n e n g l i s c h e r Jüfzt, "Nun sind fuer u n s
nur noch s e i n e Beduerfnisse a u s s c h l a g g e b e n d , und e s i s t u n s g l e i c h , wie arm der Mann,
d i e Frau oder das Kind wohl s e i n mag."
Nach dem e n g l i s c h e n System wie nach dem Plan Trumans koennen d i e P a t i e n t e n
i h r e eigenen A e r z t e , und d i e A e r z t e i h r e e i g e n e n P a t i e n t e n b e i b e h a l t e n . Der Kranke
10 -

�kann auch s e i n e n Arzt b e z a h l e n , denn niemand i s t gezwungen, s i c h dem System a n z u s c h l i e s s e n . Es h a t vollkommen f r e i w i l l i g e n Charakter»
C r o s s e r h a t t e auch mit dem b r i t i s c h e n G e s u n d h e i t s m i n i s t e r , Aneurin Bevan,
e i n e U n t e r r e d u n g , und e r h a t e i n e gute Meinung u e b e r i h n .
Labor

19, Nov.49
AFL ZUR ARBEITS- UND WIRTSCHAFTSLAGE
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL h a t dem Kongress e i n Erogramm u n t e r h i e l t e t , d a s die V o l l b e s o h a e f t i g u n g a l l e r A r b e i t e r zu hohen Loehnen e r s t r e b t «
I n d e r E r k l a e r u n g h e i s s t e s im w e s e n t l i c h e n *
1 . Die a u g e n b l i c k l i c h e W i r t s c h a f t s l a g e h a t s i c h m a t e r i e l l s e i t dem Sommer
dieses J a h r e s gebessert«
2 . Mit der z u r Z e i t h e r r s c h e n d e n A r b e i t s l o s i g k e i t i s t e i n b e a c h t l i c h e r Verl u s t an A r b e i t s k r a f t und P r o d u k t i o n s k a p a z i t a e t , sowie allgemeine Notlage d e r Arb e i t e r verbunden,
3# Es muss u n s e r B e s t r e b e n s e i n , e i n e W i r t s c h a f t s i t u a t i o n h e r b e i z u f u e h r e n ,
i n der j e d e r , der b e r e i t , w i l l i g und f a e h i g i s t zu a r b e i t e n , i n k u e r z e s t e r Z e i t
e i n e B e s c h a e f t i g u n g f i n d e n kann, f u e r d i e e r am g e e i g n e t s t e n i s t .
4* Die g u e n s t i g e Auswirkung des a u s l a e n d i s e h e n Hilfsprogramms auf die i n l a e n d i s c h e B e s c h a e f t i g u n g und P r o d u k t i o n werden d i e s e s Programm seinem H a u p t z i e l
n a e h e r b r i n g e n , naemlich d e r Ausdehnung d e s H a n d e l s , Hebung des a l l g e m e i n e n Lebenss t a n d a r d s i n der Welt und Entwicklung der r u e c k s t a e n d i g e n G e b i e t e .
5 * Zur Foerderung e i n e r g u e n s t i g e n B e s c h a e f t i g u n g s l a g e i s t e i n e W i r t s c h a f t s lage n o t w e n d i g , i n der Loehne, Lebensstandard und Beschaeftigungsbedingungen s t a e n d i g v e r b e s s e r t werden. Es b e s t e h t keine U r s a c h e , d i e s e n Aufschwung j e t z t zu bremsen,
und nur e i n f r e i e s K o l l e k t i v - V e r h a n d l u n g s s y s t e m g a r a n t i e r t s e i n e n E r f o l g .
6 . E i n n a t i o n a l e s A r b e i t s l o s e n v e r s i c h e r u n g s s y s t e m und e i n e i n h e i t l i c h e s Programm
z u r E r r i c h t u n g f r e i e r , o e f f e n t l i e h e r A r b e i t s a e m t e r muss a u s g e a r b e i t e t werden.
7 . Das gesamte n a t i o n a l e Steuerwesen s o l l t e e i n e r eingehenden Pruefung u n t e r zogen werden, um e s g e r e c h t e r e n Steuergrund s a e t z e n anpassen zu koennenj e s g i b t keine
E n t s c h u l d i g u n g d a f u e r , d a s s man Gruppen mit niedrigem Einkommen schwere s t e u e r l i c h e
L a s t e n a u f e r l e g t , e s s e i denn, d a s s e i n e I n f l a t i o n d r o h t oder b e r e i t s h e r r s c h t .
8 . Die Massnahmen d e r Regierung z u r Verbesserung der Arbeitsbedingungen s o l l t e n
u n t e r s t u e t z t und n i c h t bekaempft werden. Das M i n d e s t l o e h n e - und A r b e i t s z e i t g e s e t z
muss auf w e i t e r e K r e i s e ausgedehnt und d i e Mindestlohnbestimmungen entsprechend
dem Walsh-Healey-Gesetz s c h l e u n i g s t g e p r u e f t und abgeaendert werden,
9 . Die R e g i e r u n g muss den Gebieten h e l f e n , i n denen i n f o l g e von A r b e i t s l o s i g k e i t e i n e besondere w i r t s c h a f t l i c h e Notlage h e r r s c h t . Die v o l l e Ausnutzung d e r
n a t u e r l i c h e n H i l f s q u e l l e n und d i e Ansiedlung von I n d u s t r i e n i n diesen G e b i e t e n
s o l l t e g e f o e r d e r t werden.
Die E r k l a e r u n g der AFL z u r \ g e g e n w a e r t i g e n A r b e i t s - und W i r t s c h a f t s l a g e s t e l l t
d i e Antwort Mr. Greens auf 11 Fragen d a r , d i e Abgeordneter Hart an i h n g e r i c h t e t
hatte.
W o e c h e n t l i c h e s N a c h r i c h t e n b l a t t d e s AFL
4* November 1949

- U -

�ARBEITSBESCHAFFUNG DURCH MARSKALL-PLAN
Mit der Freigabe der Gegenwertfonds des Marshall-Plans wurden fuer etwa
1500 i t a l i e n i s c h e Arbeiter neue A r b e i t s p l a e t z e geschaffen» S i e werden im Gebiet
von Veneta zur Verbesserung der Entwaesserungsanlagen, Bodenbewaesserung und F l u s s regdlierung e i n g e s e t z t werden« Durch- die e r s t e Phase des Programms fuer l a n d w i r t s c h a f t l i c h e Verbesserungen werden Beschaeftigungsmoeglichkeiten fuer insgesamt
400.000 A r b e i t s t a g e geboten. Man s c h a e t z t , dass b i s zur Beendigung des ERP-Hilfsprogramms am 3 0 , Juni 1952 1000 Arbeiter drei Jahre lang an diesem Projekt beschaeft i g t werden keennen« Darueberhlnaue erwartet man, dass nach Beendigung d i e s e r Arbeiten
das neugewonnene Land j a e h r l i c h 700 Menschen Arbeit geben w i r d . Die Verbesserungen,
die an 57 verschiedenen B a u s t e l l e n vorgenommen werden, sind durch die Freigabe von
insgesamt 2,358 M i l l i o n e n Lire aus dem i t a l i e n i s c h e n Gegenwertfond des Marshall-Plans
ermoeglicht worden« Die e r s t e Phase des Programms e r s t r e c k t s i c h auf die Wiederinstandsetzung a l t e r Entwaesserungs- und Bewaesserungsanlagen, wodurch 150.000 Morgen
Land k u l t u r f a e h i g gemacht, w e i t e r e 125,000 Morgen bewaessert und nahezu 12,000 Menschen
und 50*000 Stueck Vieh mit Wasser versorgt werden. Ferner wird man mit dem Bau von
S t r a s s e n i n e i n e r Laenge von 1 2 j Meilen, Wasserleitungen von 25 Meilen und Daemme
von etwa 12 Meilen Laenge beginnen«

Lebor Information
14» November 1949

- 12 -

Office of Labor Affairs
HIC0G, APO 757

OFFICE AL

( uicoo. 9 - J»H6. L»Mb. D M . I»;, l | M)

�Infernatienale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dia folgoadoa Artlkal atallan Anstflga ana dar amarikanlachaa Praaaa aad aadaraa Qaallaa dar und diaaaa
dar Information daatachtr Radaktaura, dar Gawarkachaftaa, Gawarkachaftaachnlaa nnd daran Mitglladar.
Voa diaaam Matarlal kann aaaingaachriakt Gabrauch gamacht wardaa.
w*altara Ezamplara konnsn koataaloa bai
Offlca ai Labor Affalra
HICOG, APO 757, Frankfurt
aagalardart wardaa. Aal Wnaach wardan dlaaa auch ainialnaa Intaraaaaataa dirakt durch dla Post aagalaitat.
Dar Inhalt dar „ Arbaüsmittailungan" Ist nicht ala offizf alla Mtiaaag oder Stallangnahma dar amarikanlachaa
Milltlrrsgiarung, nach irgaadainar DianaUtalla dar Raglarang dar Vartlaigtaa Staataa aufzufaaaan.

H . . - kfi

Frankfurt, 9 . Dezember 1949

INHALTSVERZEI

CHNIS

F e r i e n "Marken*
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1
Zwei grosse S t r e i k s beendet - - - - - - - - - - — _ - - 2
AFL u n t e r s t u e t z t Gewerkschaften Latein-Amerikas gegen
Kommunisten
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 3
CIO und Marshall Plan
- - - - - - - - - - - - - - - - - 4
Tobin beglueckwuenscht das I n t e r n a t i o n a l e Arbeitsamt- - 5
V i z e p r e s i d e n t des AFL, Mr. M. Woll, zur Deutschlandfrage
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 6
Erfahrungsaustausch zum Zwecke der Produktionssteigerungö
Marshall Plan und europaeischer Wiederaufbau - - - - - 9
Unternehmer zum Gewerkschaftswesen i n den U . S . - - - - - 1 1
Die Spanne zwischen P r e i s e n und Loehnen - - - - - - - - 1 1

FERIEN "MaRKEN"
Die Gewerkschaft der Maurer (AFL) i n S t . Louis hat probeweise e i n e n
Ferien-"Marken" Plan entworfen, demzufolge j e d e s Mitglied 3% s e i n e r Loehne
i n besonderen Marken ausbezahlt bekommt. Dieselben werden i n einem Markenheft geklebt und koennen e i n Jahr nach Beginn des H e f t e s e i n g e l o e s t werden*
Man s c h a e t z t , dass s i c h e i n Durchschnittsarbeiter auf d i e s e Weise 150 Dollar
im Jahr zusammensparen und damit seine F e r i e n f i n a n z i e r e n kann.

UaS. Arbeitsministerium
Weekly Labor News D i g e s t
9 . November 1949

- 1 -

�ZWEI GROSSE STREIKS BEENDET
Die grossen Streiks in Amerika sind beendet. Die Bergleute sind i n die
Kohlengruben zurueckgekehrt, - wenigstens voruehergehend - und der grosse Stahlstreik i s t erfolgreich abgeschlossen.
Iraktisch wurde der Stahlstreik am 1 1 . November beendet, a l s die United
States Steel eine Einigung mit der Gewerkschaft der Stahlarbeiter e r z i e l t e . Damit
konnten 170,000 Arbeiter ihre Arbeit in den Stahlwerken wieder aufnehmen.
Die U.S. Steel bewilligte dieselben Forderungen wie andere grosse Industriebetriebe, - naemlich Bensionen zu Lasten des Unternehmers a l s Ergaenzung der
Sozialversicherung} andere Unterstuetzungen wie Krankheits-, Krankenhaus- und
Sterbegelder sind von den Arbeitern und den Unternehmern gleichmaessig zu tragen.
Vielleicht noch bedeutsamer a l s die erzielten Gewinne i s t die Tatsache, dass
es der Industrie i n ihrem 42-taegigen Kampf nicht gelungen i s t , die einheitliche
Front der Arbeiter aufzurollen - sie musste vielmehr zu guter Letzt sogar noch mehr
Zugestaendnisse machen, a l s von einem Untersuchungsausschuss der Regierung verlangt
worden waren.
Lewis' Aufruf an die Unternehmer
Das "Schwarze Oel" f l o s s wieder aus den Gruben. Die Bergleute nahmen nach
einem Streik von 52 Tagen auf Anordnung des Eraesidenten John L. Lewis und des nationalen Streik-Komitees der Vereinigten Bergleute ihre Arbeit wieder auf. Die Streikruhe dauerte b i s zum 30» November.
Lewis erklaerte, dass er bereit s e i , die Verhandlungen wiederaufzunehmen, die
die Bergwerksbesitzer der Nord- und SuedStaaten abgebrochen hatten.
"Jetzt l i e g t es an den Unternehmern," sagte er. "Die Bergleute kehrten f r e i w i l l i g in die Gruben zurueck, um dem amerikanischen Volk damit eJ nen Dienst zu erweisen. Es i s t nun an der Z e i t , dass die Bergwerksunternehmer zu den KollektivVerhandlungen zurueckkehren."
Als Cyrus Cning, der Leiter des Vermittlungs- und Schiedsrichteramtes, dem
Iraesidenten ueber die Schwierigkeiten Mitteilung machte, wurde angedeutet, dass
Massnahmen des Weissen Hauses bevorstuenden. Ching erklaerte, dass weitere Verhandlungen "zwecklos" seien, und dass die Unternehmer eine "geschlossenere Front denn je"
gegen die Forderungen der Gewerkschaften bilden wuerden.
Einige Bergwerksbesitzer versuchten, aus der kritischen Lage Nutzen zu ziehen,
indem sie die Preise fuer Kohle hinauftreiben wollten. Diese Versuche wurden von den
Gewerkschaften a l s "Betrug am Volke" angeprangert. Die Gewerkschaft der Vereinigten
Bergleute z i t i e r t e Rekordgewinne der Industrie im vergangenen Jahre und erklaerte,
dass dieser "Einfall in den Geldbeutel des KohleVerbrauchers" nicht zu rechtfertigen
sei.
Rekordstrafe
Die Vereinigten Bergarbeiter zahlten in dieser Woche eine Gesamtsumme von
1,420,000 Dollar an das Bundesbezirksgericht; das z e i g t , wie teuer -das Taft-HartleyGesetz einer Gewerkschaft zu stehen kommen kann. Grund zu dieser Bestrafung gab die
Üebertretung einer Vorschrift der Bundesregierung bei einem frueheren Streik. Ss i s t
der hoechste Strafbetrag, der einer Gewerkschaft oder - aus diesem Grunde- einem
Unternehmen i n den U.S. je auferlegt wurde.
Schiffahrtsstreik verhindert
Im letzten Augenblick wurde ein geplanter Streik von 2,000 Mitgliedern der
Gewerkschaft der Schiffskapitaene, Bootsleute und Lotsen auf Schiffen der atlantischen«
und Golf-Kueste abgebogen. Vermittlungsbeamte der Regierung bewegten die Vertreter

- 2

�der Gewerkschaften und Reeder dazu, sich ueber eine Streikruhe von 3° Tagen
e i n i g zu werden*
Eine der Hauptforderungen der Gewerkschaft i s t ein Heuersystem, das allen
dafuer in frage kommenden Arbeitern gleiche Beschaeftigungsmoeglichkeiten bietet«
Die Reeder der West-Kueste hatten sich damit einverstanden erklaert« aber die der
Ost-Kueste lehnten es entschieden ab*
Pensionsplaene gewinnen an Boden
Der allgemeinen Bewegung folgend bot ein weiteres unternehmen - International
Harvester - einer Gewerkschaft, die 62,000 Arbeitnehmer v o r t r i t t , einen Plan fuer
Pensionen und Sozialversicherung an* Er aehnelt dem System, auf das sich die
Ford-Werke und die Stahlunternehmen mit ihren Gewerkschaften geeinigt hatten* Die
Gewerkschaften nahmen nicht sofort zu den Vorschlaegen Stellung, aber sie setzten
ihre Verhandlungen mit den Unternehmern fort«
Labor
19* November 1949
AFL UNTERSTJETZ,T GEWERKSCHAFTEN LATETN-AMERIKAS GEGEN KCfrlUNISTEN
Im Laufe des l e t z t e n Jahres unterstuetzte der AFL die latein-amerikanisehen
Gewerkschaften in ihrem Kampf gegen die Kommunisten, die Einmischung reaktionaerer
Teile der Regierung und in ihren Bestrebungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen*
Serafino Ronualdi, der Repraeaentant des AFL in Latein-Amerika, konnte dem
68* Gewerkschaftskongress der AFL berichten, dass 142 Delegierte von 47 Organisationen
aus 22 Laendern und 11 Delegierte angeschlossener anderer Terbaende an der zweiten .
Konferenz des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes in Havanna im September
dieses Jahres teilgenommen haben. Dies war ein wesentlicher Erfolg s e i t der Gruendung der Organisation durch den AFL in Lima, Peru, im Januar 1948*
Romualdi erklaerte, dass der Bund, der noch in seinen Kinderschuhen stecke,
den kommunistischen Griff um Kuba und Mexiko geloest habe, und dass sich ihm Paraguay,
Britisch Guayana, Trinidad, Santa Lucia, Ekuador und die Virginischen Inseln angeschlossen haetten*
"Die Kommunisten haben in Mexiko ausgespielt, und besonders in der mexikanischen
Gewerkschaftsbewegung«* Bezugnehmend auf Kuba, "das einst die kommunistische Hochburg der westlichen Hemisphaere war," sagte Romualdi, dass der beste Beweis fuer die
Niederlage der Kommunisten i n diesem Land die Errichtung der Zentrale des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes in Havanna s e i .
Er erklaerte f e r n e n "unsere wichtigste Sorge galt der Verbesserung der Lebensbedingungen der arbeitenden Bevoelkerung suedlich unserer Grenzen, um damit ihren
Lebensstandard zu erhoehen. Die 20 verschiedenen Staaten Latein-Amerikas weisen
keinerlei Einheitlichkeit auf, und doch i s t die arbeitende Bevoelkerung praktisch
jedes Landes immer noch dazu v e r u r t e i l t , ein Elendsdasein zu fuehren, das in manchen
Faellen den Mindestlebensstandard weit unterbietet."
Er bezeichnete die niedrigen Loehne a l s den "Fluch Latein-ümerikas," da sie
zum wirtschaftlichen Stillstand gefuehrt, die Erweiterung der Absatzmaerkte verhindert und die Kaufkraft zu Boden gedrueckt haben*
Er schloss mit den Worten: "Wenn wir 150 Millionen Latein-Amerikanern helfen,
ihre Kaufkraft zu steigern, bereiteten wir den Boden fuer einen Absatzmarkt unserer
eigenen ueberschuessigen Industrieproduktion."
Woechentliches Nachrichtenblatt des AFL
4» November 1949

3 -

�CIO UND MARSHALL-PLAN
Die amerikanische Arbeiterbewegung nimmt heute eine i n t e r n a t i o n a l e S t e l l u n g
e i n , die n i c h t «ohne verheerende Folgen fuer die ganze Welt" aufgegeben werden kann«
s a g t e Harry Martin, der Praesident des amerikanisehen Zeitungsverbandes und Chef d e s
A r b e i t s i n f o r m a t i o n s d i e n s t e s der ECA (Verwaltung fuer w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit)
i n Europa, vor D e l e g i e r t e n der 1 1 . Jahrestagung des CIO i n Cleveland, Ohio.
Martin, der e b e n f a l l s e i n e r der beiden Berater fuer Arbeitsfragen im Gefolge
d e s Sonderbeauftragten der Vereinigten Staaten i n Europa, W. A v e r e i l Harriman« i s t ,
sprach s i c h fuer eine e i n d e u t i g e R e s o l u t i o n ueber d i e A u s s e n p o l i t i k der V e r e i n i g t e n
Staaten a u s , die von 600 Vertretern der 6 Millionen M i t g l i e d e r des CIO mit u e b e r waeltigender Mehrheit g e b i l l i g t wurde.
"Wir sind fuer die t a t k r a e f t i g e Unterstuetzung der fuenf Gewerkschaftszentren
i n den V e r e i n i g t e n Staaten und Europa dankbar," sagte Martin« Der Marshall-Plan
hat den Voelkern der w e s t l i c h e n Demokratien "neue Hoffnung, neuen Lebenswillen und
neuen Mut zur Verteidigung i h r e r F r e i h e i t gebracht."
Der ECA Beamte h i e l t einen Rueckblick auf die Erfolge des amerikanischen H i l f s programms, das die F l u t der sowjetischen T o t a l i t a e r g e l u e s t e abgedaemmt und zum
Wiederaufbau und Wiedergesundung Europas beigetragen h a t . Er nahm zu e i n i g e n akuten
Problemen S t e l l u n g und e r k l a e r t e t
"Wenn das Z e i t a l t e r des Wiederaufbaus von einem des Wohlstandes a b g e l o e s t werden
s o l l , inaessen die Handelsschranken innerhalb des europaeisehen Kontinents b e s e i t i g t
werden« Die Produktionsleistung muss g e s t e i g e r t werden, damit die Europaeer mehr
Waren im Ausland verkaufen und im Inland verbrauchen koennen. Die Dollarluecke i n
v i e l e n Laendern zwischen Export und Import muss g e s c h l o s s e n und der Maerchentraum
von der europaeisehen W i r t s c h a f t s e i n h e i t muss Wirklichkeit werden«
"Diese Aufgaben werden v i e l Z e i t i n Anspruch nehmen, aber s i e koennen g e l o e s t
werden. S i e muessen b i s zur Beendigung des Marshall-Plans im Jahre 1952 g e l o e s t
s e i n , wenn Europa danach i n der Lage s e i n s o l l , s i c h s e l b s t zu erhalten«
"Martin e r k l a e r t e , das der Kreml s i c h s e l b s t schadete , indem e r s i c h i n schaendl i c h e r Weise dem Marshall-Plan w i d e r s e t z t . Seine Haltung, sagte e r , s ü s s v i e l «
Arbeiter Europas von dem "verraeterisehen Treiben der kommunistischen Bewegung"
ueberzeugen, d i e die Wiedergesundung Westeuropas zu sabotieren versucht«
"Die ünterstuetzung des europaeisehen Wiederaufbaus durch d i e Arbeiterschaft
f e h l t nur da, wo die Kommunisten ihre Hand im S p i e l e haben," v e r s i c h e r t e der amerikanische Arbeiterfuehrer. "Die demokratischen Gewerkschaften der f r e i e n europaeisehen
Laender haben sich mit a l l e r Kraft h i n t e r das Programm g e s t e l l t , um Suropa wieder
auf seine eigenen Fuesse zu s t e l l e n « "
Martin sprach s i c h lobend ueber die freundschaftlichen Bemuehungen des CIO
a u s , der Fuehrung der Abteilung fuer Arbeit im ECA d i e geeigneten Leute zur Verfuegung
zu s t e l l e n , deren Aufgabe e s i s t , d i e amerikanischen Gewerkschaften mit den noetigen
Informationen zu versorgen. Er bedankte s i c h ferner fuer den kameradschaftlichen
G e i s t , i n dem europaeisehe Gewerkschaftler von der amerikanischen A r b e i t e r s c h a f t
i n den Staaten aufgenommen wurden«
Eine solche Haltung, sagte e r , hat uns geholfen und wird uns w e i t e r h i n h e l f e n ,
den Arbeitern Europas zu beweisen, d«ss die Kommunisten und ihre Freunde l u e g e n ,
wenn s i e behaupten, dass d i e amerikanische Arbeiterschaft von Wall Street»beherrscht
wird, i m p e r i a l i s t i s c h e Z i e l e v e r f o l g t , und dass die amerikanischen Gewerkschaften
der amerikanischen I n d u s t r i e h e l f e n , die ueberschuessige Produktion loszuschlagen
und monopolistische Bestrebungen im Ausland unter dem Namen "Marshall-Plan" zu
foerdern« Martin e r k l a e r t e , dass die Zusammenarbeit des CIO und seiner M i t g l i e d e r
e s ermoeglicht habe, engere Bande zwischen den Arbeitern der ganzen Welt zu knuepfen«
Er bat um i h r e laufende Ünterstuetzung auch i n Zukunft und s a g t e t

- k -

�"Die a m e r i k a n i s c h e A r b e i t e r s c h a f t nimmt e i n e fuehrende S t e l l u n g i n der
Welt e i n und muss s i c h i h r e r Verantwortung bewusst s e i n , die u n s das S c h i c k s a l
damit a u f e r l e g t h a t * I n s t a e n c i g e r Treue zu unserem eigenen Lande muessen wir
l e r n e n , auch u e b e r seine Grenzen h i n a u s zu s e h e n . Wir haben wie noch n i e zuvor
i n i n t e r n a t i o n a l e n Angelegenheiten e i n e S t e l l u n g i n n e , d i e n i e m a l s ohne v e r h e e r e n d e
Folgen f u e r d i e ganze Welt aufgegeben werden kann.
"Die Zusammenarbeit der f r e i e n A r b e i t e r d i e s e r Erde i s t u n e r l a e s s l i c h , wenn
F r e i h e i t , Ehre und A n s t a e n d i g k e i t b e s t e h e n b l e i b e n s o l l e n . Und gerade von den
G e w e r k s c h a f t s o r g a n i s a t i o n e n der V e r e i n i g t e n S t a a t e n e r w a r t e n d i e f r e i e n A r b e i t e r
d e r ganzen Welt V o r b i l d , F r e u n d s c h a f t und H i l f e . I c h w e i s s , d a s s wir s i e n i c h t
im S t i c h l a s s e n d u e r f e n . "
ECA Labor I n f o r m a t i o n
9 . November 1949

TOBIN BEGLUECKWUENSChT DAS INTIRN*TION*LE ARBEITSAMT
Der S e k r e t a e r im A r b e i t s m i n i s t e r i u m , M o r r i s J . T o b i n , beglueckwuenschte d a s
I n t e r n a t i o n a l e Arbeitsamt (ILO) zu seinem 3°» J a h r e s t a g am 29* Oktober 1949 i n
einem B r i e f , d e r an den G e n e r a l d i r e k t o r des ILO, David A. Morse, g e r i c h t e t i s t .
Es f o l g e n Auszuege aus diesem B r i e f t
"Dies i s t e i n e g r o s s a r t i g e G e l e g e n h e i t f u e r a l l e Menschen d i e guten W i l l e n s
sind und nach F r i e d e n und Wohlstand durch i n t e r n a t i o n a l e Zusammenarbeit s t r e b e n .
•Das I n t e r n a t i o n a l e i t r b e i t s a m t h a t i n der kurzen Z e i t s p a n n e s e i t s e i n e r
Gruendung d e r Welt bewiesen, d a s s Maenner und Frauen v i e l e r Nationen a l s V e r t r e t e r
der R e g i e r u n g , Unternehmer oder A r b e i t e r auf gemeinsamer B a s i s zusammenkommen
koennen, um u e b e r e i n e Verbesserung des Lebens- und A r b e i t s s t a n d a r d s a l l e r Menschen
auf d i e s e r Welt zu b e r a t e n . Die E r f o l g e des ILO l a s s e n a l l e Menschen h o f f e n , d a s s
v i e l e Weltprobleme durch solche gemeinsamen Bemuehungen g e l o e s t werden koennen.
V e r t r e t e r der R e g i e r u n g , A r b e i t g e b e r und A r b e i t e r aus 60 T e i l n e h m e r s t a a t e n haben
gemeinsame Abmachungen g e t r o f f e n , die f u e r d i e ganze Menschheit von Nutzen
sind und e i n h e i t l i c h e Regelung der A r b e i t s z e i t , der B e s c h a e f t i g u n g von J u g e n d l i c h e n ,
d e r Bezahlung und i n d u s t r i e l l e n S i c h e r h e i t der A r b e i t e r a n s t r e b e n . Mehr a l s 1000
s o l c h e r Abmachungen sind b e r e i t s r a t i f i z i e r t worden. D i e s e s E r g e b n i s h a t i n b e z e i c h n e n d e r Weise den Wert des ILO h e r a u s g e s t e l l t .
• I n v i e l e n T e i l e n der Welt l e b e n Menschen u n t e r annormal s c h l e c h t e n Lebensbedingungen. Ü B solche Zustaende zu bekaempfen, h a t P r a e s i d e n t Truman e i n neua r t i g e s Programm zur M i t h i l f e an d e r Entwicklung d i e s e r r u e c k s t ä n d i g e n G e b i e t e v o r g e s c h l a g e n . I h r Programm z u r g l e i c h m a e s s i g e h ' V e r t e i l u n g der A r b e i t s k r a e f t e i s t e i n
Vorkaempfer d i e s e s Programms w i r t s c h a f t l i c h e r E n t w i c k l u n g . Wir werden u n s an d i e
V e r e i n t e n Nationen und i h r e F a c h o r g a n i s a t i o n e n wenden mit c e r B i t t e , u n s zu h e l f e n ,
den r u e c k s t a e n d l g e n G e b i e t e n der Welt d i e modernen w i s s e n s c h a f t l i c h e n und t e c h n i s c h e n
F o r t s c h r i t t e n u t z b a r zu machen. Wir werden u n s besonders an das ILO wenden, da e s
u n s e r e Absicht i s t , der ganzen Menschheit durofc d i e s e s Programm zu h e l f e n .
• V i e l l e i c h t noch w i c h t i g e r a l s d i e s e konkreten E r f o l g e i s t der G e i s t der
Zusammenarbeit zwischen A r b e i t e r s c h a f t , Unternehmertum und R e g i e r u n g , den das ILO
g e s c h a f f e n h a t . Dieser Zusammenarbeit sind d i e e r z i e l t e n E r f o l g e zu verdanken.
S i e l a e s s t noch g r o e s s e r e E r f o l g e fuer d i e Zukunft e r h o f f e n . "
U.S. Arbeitsministerium
Labor P r e s s S e r v i c e
November 1949

�VTy.-KffiATgjlDENr DES AFL. Mr. M. WOLL. ZUR DBUTSQiLANDFRAGE

Mr. Matthew Woll, V i z e p r a e s i d e n t des Amerikanischen
Gewerkschaftsbundes AFL und V o r s i t z e n d e r des I n t e r n a t i o n a l e n Komitees im AFL, b e s u c h t e W e s t d e u t s c h l a n d ,
um s i c h e i n e n p e r s o e n l i c h e n U e b e r b l i c k u e b e r d i e h i e s i g e n V e r h a e l t n i s s e zu v e r s c h a f f e n . Seine Eindruecke
und Erfahrungen s o l l e n ihm und s e i n e n Kollegen im
Vorstand des AFL h e l f e n , z u k u e n f t i g e Massnahmen, d i e
s i c h auf Deutschland b e z i e h e n , b e s s e r b e u r t e i l e n zu
koennen.
Mr. Woll gab vor s e i n e r Abreise folgende E r k l a e r u n g abt
"Mein Besuch h i e r i n Westdeutschland war sehr l e h r r e i c h und a n r e g e n d . Besond e r s b e f r i e d i g e n d waren d i e z a h l r e i c h e n Besprechungen und Zusammenkuenfte, die i c h
mit Gewerkschaft s i u n k t i o n a e r e n und R e ^ i e r u n g s v e r t r e t e r n h a t t e . Die Entwicklung
der f r e i e n Gewerkschaftsbewegung i n den Westzonen h a t mich b e s o n d e r s s t a r k b e e i n d r u c k t . I n ganz k u r z e r Z e i t i s t e s den w e s t d e u t s c h e n Gewerkschaften g e l u n g e n ,
i h r e O r g a n i s a t i o n e n , d i e d a s Naziregime b e s e i t i g t h a t t e , wiederaufzubauen. Mehr
a l s d a s : d i e v e r s c h i e d e n e n Verbaende, d i e vor 1933 nach p o l i t i s c h e n und r e l i g i o e s e n
G e s i c h t s p u n k t e n g e t r e n n t waren, sind v e r e i n i g t worden, und man h a t e i n e gemeinsame
Gewerkschaftsbewegung i n s Leben g e r u f e n , d i e heute mehr a l s 5 M i l l i o n e n M i t g l i e d e r
z a e h l t . Es i s t der d r i t t g r o e s s t e Gewerkschaftsbund der Welt und s t e h t nur knapp
n i n t e r den amerikanischen und e n g l i s c h e n Verbaenden z u r u e c k . Die S t a e r k e d i e s e r
g r o s s e n demokratischen Bewegung i s t der b e s t e Garant fuer d i e Zukunft D e u t s c h l a n d s .
Ich b i n u e b e r z e u g t , d a s s e s d i e s t a e r k s t e o r g a n i s i e r t e Macht d a r s t e l l t , d i e b e r e i t
und i n der Lage i s t , e i n f r e i e s und d e m o k r a t i s c h e s Deutschland aufzubauen und
mit der u e b r i g e n Welt zur S i c h e r u n g e i n e s dauernden F r i e d e n s zusammenzuarbeiten«
"Es f r e u t mich, sagen zu koennen, d a s s i c h im Verlaufe meiner Besprechungen
mit fuehrenden d e u t s c h e n P e r s o e n l i c h k e i t e n i n n e r h a l b und a u s s e r h a l b d e r Regierung
immer wieder d i e E n t s c h l o s s e n h e i t und d a s e h r l i c h e B e s t r e b e n f e s t s t e l l e n k o n n t e ,
Deutschland zu einest n u e t z l i c h e n B e s t a n d t e i l der Weltgemeinschaft zu machen und
e s nach f r e i e n und demokratischen R i c h t l i n i e n zu o r g a n i s i e r e n . Es gab n a t u e r l i c h
manche M e i n u n g s v e r s c h i e d e n h e i t , aber im g r o s s e n und ganzen war der G e i s t d e r Zusammenarbeit unbedingt p o s i t i v und v i e l v e r s p r e c h e n d .
"Ich t r a f mit z a h l r e i c h e n Beamten der V e r e i n i g t e n S t a a t e n zusammen, deren
H a l t u n g und A r b e i t e b e n f a l l s einen g u e n s t i g e n Eindruck bei mir h i n t e r l i e s s e n . I c h
b i n u e b e r z e u g t , d a s s s i e i h r B e s t e s t u n , um den G e i s t d e r Demokratie i n Deutschland
zu f o e r d e r n . Das Demontageproblem war fuer mich von besonderem I n t e r e s s e und e s
i s t mir e i n e Genugtuung, d a s s e i n e b a l d i g e Beendigung der Demontierungen zu e r w a r t e n
i s t . I c h f r e u e mich mit den deutschen Gewerkschaftsfuehrern d a r u e b e r , d a s s d i e
Demontagepolitik e i n e r neuen R e v i s i o n u n t e r z o g e n w i r d , denn i c h w e i s s , dafS d i e E i n s t e l l u n g der Demontierungen n i c h t nur von g r o e s s t e r w i r t s c h a f t l i c h e r Tragweite i s t ,
sondern d a s s den Deutschen damit auch g r o e s s e r e F r e i h e i t i n i h r e r Selbstbestimmung
eingeraeumt w i r d .
•Ich s t e l l t e f e s t , d a s s die d e u t s c h e n Gewerls c h a f t s f u n k t i o n a e r e e i n e abwartende
und beobachtende H a l t u n g i n der Frage der e u r o p a e i s e h e n W i r t s c h a f t s e i n h e i t einnahmen.
Sie machen i h r e d i e s b e z u e g l i c h e E i n s t e l l u n g von der w e i t e r e n Entwicklung der Dinge
a b h a e n g i g . Ich habe den E i n d r u c k , s i e sind e r n s t h a f t b e s o r g t , d a s s d i e ehemaligen
Machthaber der d e u t s c h e n I n d u s t r i e wieder E i n f l u s s gewinnen koennen. S i e sind s i c h
d a r u e b e r im K l a r e n , d a s s a l l e Bemuehungen, das neue Deutschland i n d i e Familie der
demokratischen Voelker e i n z u g l i e d e r n , e r f o l g l o s b l e i b e n muessen, wenn man d e n s e l b e n
L e u t e n , d i e ftnueher d i e I n d u s t r i e und den Grosshandel b e h e r r s c h t e n , wieder e r l a u b t ,
d i e deutsche W i r t s c h a f t auf d i r e k t e m oder i n d i r e k t e n Wege i n d i e Hand zu bekommen«
Es d a r f ihnen weder o e f f e n t l i c h noch p r i v a t e r m o e g l i c h t werden, von neuem d i e Kont r o l l e der w i r t s c h a f t l i c h e n K r a f t q u e l l e n des Landes zu uebernehmen«
"Die Gewerkschaftsfuehrer Deutschlands haben n i c h t s gegen den B e i t r i t t Deutschl a n d s z u r Ruhrbehoerde einzuwenden, v o r a u s g e s e t z t , d a s s bestimmte S a t z u n g s ä n d e r u n g e n
vorgenommen werden. S i e bestellen vor a l l e m d a r a u f , d a s s neben dem Unternehmertum
und d e r R e g i e r u n g auch d i e Gewerkschaften d a r i n v e r t r e t e n s i n d .

- 6 -

�•ferner brachten d i e deutschen Gewerkschaftsfuehrer mir gegenueber ihre
Hoffnung zum Ausdruck, Deutschland so bald wie moeglich im I n t e r n a t i o n a l e n A r b e i t s amt v e r t r e t e n zu sehen. Ich v e r s i c h e r t e s i e der v o l l e n Unterstuetzung des AFL i n
d i e s e r H i n s i c h t . Ich freue mich sehr, dass die deutschen Gewerkschaften auf dem
bevorstehenden Gruendungskongress des neuen Weltbundes der Freien Gewerkschaften
i n London v e r t r e t e n s e i n werden und bin ueberzeugt, dass mit der Eingliederung von
5 Millionen o r g a n i s i e r t e n deutschen Arbeitern i n d i e uebrige f r e i e Welt die I d e a l e
der F r e i h e i t und Demokratie w e s e n t l i c h gefoe.rdert werden.
"Ich war e r g r i f f e n , wie dankbar die deutschen Gewerkschaften fuer das H i l f s werk der AFL s i n d . Es f i n g mit den CARE Paketen an, a l s die Ernaehrungslage i n
Deutschland v e r z w e i f e l t war. wurde i n Form v i e l e r anderer Hilfsmassnahmen f o r t g e s e t z t und wurde s c h l i e s s l i c h zur p o l i t i s c h e n Unterstuetzung i n e i n e r Reihe von Ang e l e g e n h e i t e n . (Als B e i s p i e l sei die Demontagefrage h i e r angefuehrt).
"Die i d e o l o g i s c h e n Differenzen zwischen der deutschen und amerikanischen
Gewerkschaftsbewegung werden nach und nach g e r i n g e r . Die amerikanischen Gewerkschaft e n bekennen s i c h zur f r e i e n W i r t s c h a f t , waehrend d i e Deutschen o f t noch s o z i a l i s t i s c h e n Gedankengaengen huldigen. Ihre j e t z i g e n s o z i a l i s t i s c h e n Vorstellungen
weichen jedoch w e s e n t l i c h von den frueheren a b . Die deutschen Gewerkschaften sind
s i c h der Gefahren e i n e r Buerokratie i n der Regierung bewusst und erkennen, dass
die Herrschaft solcher Butrokratie i n e i n e r e g e l r e c h t e Diktatur ausarten kann, f a l l s
das Volk seine Kontrolle ueber s i e v e r l i e r t «
"Ueberall konnte i c h f e s t s t e l l e n , wie sehr die deutsehen Gewerkschaftsfuehrer
darauf bedacht s i n d , dem Ausland zu z e i g e n , dass ihr Land nicht mehr i n den a l t e n
Gedankengaengen s t e c k t , sondern s i c h zu einem demokratischen Gebilde entwickeln
w i l l , das i n Frieden und Harmonie mit der uebrigen Welt l e b e n kann*
"Ein e r n s t e s Problem, mit dem s i c h das deutsche Volk noch zu b e f a s s e n haben
w i r d , i s t die v o e l l i g e Umgestaltung s e i n e s Beamtensystems. Tiefgehende Versenderungen
muessen h i e r vorgenommen werden, um eine Wiederholung der Fehler der Weimarer Republik
zu vermeiden, und um den deutschen Beamten t a t s a e c h l i c h zu einem Diener des Volkes
zu machen. Im S t a a t s d i e n s t kann kein Platz fuer Leute s e i n , die n i c h t g e w i l l t s i n d ,
der neuen demokratischen Republik mit e h r l i c h e r und a u f r i c h t i g e r Treue zu dienen.
"Ich moechte e r k l a e r e n , dass loh i n v o l l e r Uebereinstimmung mit Mr. Paul G.
Hoffman, dem Administrator der FCA, fuer die B e s e i t i g u n g der europaeisehen Handels- .
schranken b i n , denn das i s t e i n e der e r s t e n Voraussetzungen, wenn man i n Suropa
eine gesunde w i r t s c h a f t l i c h e Grundlage schaffen w i l l . Ein f r e i e r Warenaustausch
waere fuer a l l e Laender Europas von V o r t e i l und wuerde e i n Weg s e i n , die deutsche
Wirtschaft i n einen gesamteuropaeisehen Wirtschaftsblock e i n z u g l i e d e r n .
"Ich bedaure e s a u s s e r o r d e n t l i c h , dass ich i n f o l g e Zeitmangels B e r l i n keinen
Besuch a b s t a t t e n konnte. Eine engere Verbindung der westdeutschen Republik mit
B e r l i n i s t von g r o e s s t e r W i c h t i g k e i t , und ich h o f f e , dass man Mittel und Wege finden
w i r d , um B e r l i n zu einem f e s t e n B e s t a n d t e i l des Westens zu machen«
"Bevor ich Frankfurt v e r l a s s e , moechte i c h meiner Anerkennung fuer d i e Arbeit
der amerikanischen Gewerkschaftsangestellten, d i e j e t z t dem amerikanischen Hohen
Kommissar
i n Deutschland a l s Ratgeber zur S e i t e s t e h e n , hiermit Ausdruck verleihen«
Noch e i n l e t z t e s Wert zur Stellungnahme der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
zum Marshall Plant die kommunistische Propaganda versucht immer noch, den Marshall
Plan a l s e i n Werkzeug der Wall S t r e e t zu verdaechtigen« Ich moechte hiermit f e s t s t e l l e n , dass die im Marshall Plan verwirklichten Ideen b e r e i t e vor dem Einsetzen
des ERP Hilfsprogramms und vor der beruehmten Rede des General Marshall i n der
Harvard U n i v e r s i t a e t im Programm der AFL ihren Niederschlag gefunden hatten« Der
Marshall Plan f i n d e t nicht nur die v o l l e Unterstuetzung des AFL, CIO und der uebrigen
f r e i e n amerikanischen Gewerkschaftsbewegung, sondern i s t t i e f i n dem Herzen und Geist
der amerikanischen Arbeiterschaft verankert."

- 7 -

�ERFAHRUNGSAUSTAUSCH ZUM ZWECKE DER

JBSMBlSSiSESBSSEBBk

Einem Bericht der Marshall Plan Verwaltung (ECA) zufolge wird auf 2;0 verschiedenen Arbeitsgebieten ein technischer Erfahrungsaustausch unter den Marshall Plan
Laendern durchgefuehrt, um eine Erhoehung der A r b e i t s - und Produktionsleistung zu
erreichen.
Die Gewerkschaftler dieser Laender, die die Vereinigten Staaten im Rahmen
dieses Programms besucht haben, sind an diesen Projekten der ECA b e t e i l i g t » Augenb l i c k l i c h weilen englische und niederlaendisehe Gewerkschaftler zum Studium amerikanischer Produktionsmethoden i n den Vereinigten Staaten. Ihre Aufgabe i s t e s ,
f e s t z u s t e l l e n , welche dieser Methoden in ihren eigenen Industrien zur Anwendung
gebracht werden koennen.
I n dem ECA Bericht wird betont, dass dieser gegenseitige Erfahrungsaustausch
fuer beide Teile von Nutzen i s t . Die europaeischen Besucher i n den Vereinigten
S t a a t e n , die nach Anregungen fuer die Industrien i h r e s eigenen Landes suchten,
haben oft wertvolle Vorschlaege zu Verbesserungen i n amerikanischen Betrieben
gemacht.
Im Rahmen des "Technical Assistance Program," dessen Durchfuehrung i n l e t z t e r
Z e i t i n t e n s i v i e r t wurde, befinden sich augenblicklich etwa 200 europaeische Sachverstaendige i n den Vereinigten S t a a t e n . Weitere 200 haben i h r e Studien dort beendet und sind nach Europa zurueckgekehrt.
Schaetzungen der ECA zufolge sind ausserdem 200 amerikanische Techniker i n
Europa, um amerikanische Produktionsmethoden ueberall dort anzuwenden, wo sie gebraucht und gewuenscht werden.
Die Marshall Plan Verwaltung hat mehr a l s 85 AustauschProjekte g e b i l l i g t
und ueberprueft augenblicklich etwa 200 weitere Gesuche aehnlicher Art aus den
Marshall Plan Laendern.
Die im ECA Programm vorgesehene Technische Unterstuetzung umfasst u . a . folgende
Gebietei I n d u s t r i e l l e Produktionsleistung, V e r t r i e b , Forschungsmethoden; Produktionsl e i s t u n g , Arbeitsverfahren und Vertrieb i n der Landwirtschaft; der Arbeitsoekonomie
und Arbeitsbedingungen; Verbesserung der oeffentlichen Verwaltung; finanzpolitische
Methoden und WirtSchaftsberichte.
Die Besuchergruppen i n den Vereinigten Staaten bestanden aust Oesterreichisehen
Sachverstaendigen der Holzbearbeitung, deutschen Spezialisten der TreibstoffProdukt i o n und des Maschinenbaus; daenischen Gewerkschaftlern; franzoesischen Technikern
fuer schwere elektrische Einrichtungen und Fachleuten der E i s e n g i e s s e r e i i g r i e c h i schen Sachverstaendigen zum Studium der Bodenverbesserung; i t a l i e n i s c h e n Gewerks c h a f t l e r n ; hollaendisehen Spezialisten der Keramik und des Wasserbetonbaus; Gewerkschaftler; Techniker fuer Grubeninstandsetzung, Huettenwesen, S t a h l - und
Papierherstellung aus Norwegen; schwedischen Gewerkschaftlern; tuerkischen Ingenieuren
fuer Wasserkraft und Vertretern der stromerzeugenden I n d u s t r i e der Schweiz.
Unter der Schirmherrschaft der ECA und des Anglo-Amerikanisehen P r o d u k t i v i t a e t s ausschusses haben 12 Besuchergruppen,, bestehend aus Vertretern der Gewerkschaften,
Unternehmer und Techniker, Beobachtungen i n den folgenden Industriezweigen anges t e l l t i S t a h l g i e s s e r e i , Kunstbaumwoll-Weberei, Gesenkschmiedung, Metallpressung,
Baumwolltextilien, Verbrennungsmotors, Konfektion, e l e k t r i s c h e Energie, Herstellung
von Kunstduengern und Produktiönsmethoden der Industrie und Materialtransport mit
mechanischen H i l f s m i t t e l n .
Die landwirtschaftlichen Studien befassen sich mit Saatgutveredelung, Molkereiproeukten, landwirtschaftlichen Maschinen, Bodenbearbeitung, Viehhaltung, Aufforstung
und ansteckenden Krankheiten unter Schweinen und Gefluegel.
Ausserdem widmen sich Regierungsvertreter der b e t e i l i g t e n Laender i n den Vereinigten Staaten dem Studium der Verwaltungsmethoden, Verwaltung des Budget, der
P e r s o n a l p o l i t i k , des oeffentlichen Gesundheitsdienstes, S t a t i s t i k und Finanzwesen.
Amerikanische Experten stehen den Marshall Plan laendern a l c Berater fuer
folgende Fragen zur S e i t e ; Molkereiverfahren i n Daenemark, landwirtschaftliche
8 -

�P r o d u k t i o n i n der Bizone Deutschlands und i n I t a l i e n , Kohleersparung und Ausdehnung der S a l z i n d u s t r i e i n der Tuerkei und fuer Krafterzeugung durch Waerme,
Versorgung mit E l e k t r i z i t a e t , S t a h l e r z e u g u n g , Nachrichtenwesen und moderne B e t r i e b s methoden i n G r i e c h e n l a n d .
JflaRSriALL PL*N UND EUROPAEISCHER WIEDERAUFBAU
Eine Rede d e s B e r a t e r s f u e r A r b e i t und Gewerkschaftsfragen i n d e r ECA,
C l i n t o n S . Golden, vor dem N a t i o n a l k o n g r e s s d e s CIO i n C l e v e l a n d , Ohio«
Der M a r s h a l l P l a n i s t nun 18 Monate a l t , und v i e l e Probleme i n Europa sind
durch i h n mit Umsicht und Hingabe g e l o e s t worden. Die moderne Welt i s t so eng m i t e i n a n d e r verbunden, d a s s man d i e s e Probleme i n zunehmendem Masse a l s u n s e r e eigenen
bezeichnen kann.
I c h raoechte kurz von den E r f o l g e n i n Europa b e r i c h t e n , d i e a l s Folge des M a r s h a l l
P l a n e s zu vierten s i n d . Man darf n i c h t v e r g e s s e n , d a s s d i e s e r P l a n e r s t s e i t l i J a h r e n
f u n k t i o n i e r t und nur noch 2\ J a h r e v e r b l e i b e n , um u n t e r diesem P l a n am Wiederaufbau
Europas zu a r b e i t e n . Die B e r i c h t e z e i g e n schon j e t z t bemerkenswerte E r f o l g e , a b e r
e s b e s t e h e n noch gewisse Probleme, d i e offen besprochen werden muessen»
Was v e r s t e h e n wir u n t e r dem B e g r i f f •Wiederaufbau"'? Es g i b t a u g e n b l i c k l i c h
keinen Masstab, mit dem man den Wiederaufbau messen k o e n n t e . Eine Reihe v e r s c h i e dener F a k t o r e n s p i e l e n dabei e i n e R o l l e .
Das a l l e r e r s t e Problem, das g e l o e s t werden n u s s t e , war d i e L e b e n s m i t t e l v e r sorgung der h u n g r i g e n , u n t e r e r n a e h r t e n Menschen i n den vom Kriege b e t r o f f e n e n
M a r s h a l l P l a n Laendern. Die A r b e i t e r h a t t e n fuer s i c h und i h r e F a m i l i e n n i c h t g e nuegend Nahrung, und man konnte d e s h a l b auch keine besondere P r o d u k t i o n s l e i s t u n g
e r w a r t e n . Und wo n i c h t p r o d u z i e r t w i r d , kann n a t u e r l i c h auch n i c h t aufgebaut werden»
Desüalb mussten i n der e r s t e n Z e i t f a s t 6o?g der im M a r s h a l l P l a n z u r Verfuegung
g e s t e l l t e n Subventionen f u e r L e b e n s m i t t e l und andere Lebensnotwendigkeiten verwendet
werden.
Europa stand vor d e r Aufgabe, wieder zu p r o d u z i e r e n , und darum mussten seine
F a b r i k e n wieder i n Gang gebracht werden. H e u t e , d r e i J a h r e nach dem K r i e g e , h a t
d i e P r o d u k t i o n d e r M a r s h a l l - P l a n - L a e n d e r i h r e n b e s t e n V o r k r i e g s s t a n d um 13% und mehr
u e b e r t r o f f e n . J e d e r wird zugeben, d a s s d i e s eine hervorragende L e i s t u n g i s t , b e s o n d e r s wenn man b e d e n k t , d a s s die ausgebombten B e t r i e b e wieder aufgebaut und d i e
E i n r i c h t u n g e n m o d e r n i s i e r t werden mussten. Ausserdem waren d i e A r b e i t e r nach den
Anstrengungen und Entbehrungen der langen K r i e g s j a h r e v o e l l i g e r s c h o e p f t .
Trotz
alledem h a t die P r o d u k t i o n Europas mit H i l f e des M a r s h a l l P l a n e s u n s e r e b e s t e n E r wartungen n i c h t nur b e s t a e t i g t , sondern sogar u e b e r t r o f f e n »
Der e u r o p a e i s c h e Wiederaufbau kann jedoch l e i d e r n i c h t nur nach der P r o d u k t i o n
b e w e r t e t werden. Fuer d i e e r z e u g t e n Waren muessen Absatzmaerkte zur Verfuegung s t e h e n ,
d i e - wenigstens f u e r den Augenblick - im Ausland g e s u c h t werden muessen. An Hand
e i n e s B e i s p i e l s kann i c h d i e s am b e s t e n e r k l a e r e n »
England i s t e i n k l e i n e s Land, ungefaehr so g r o s s wie I n d i a n a . Es rauss import i e r e n , um s e i n e 40 M i l l i o n e n Einwohner e r n a e h r e n zu koennen. Die e r f o r d e r l i c h e n
Nahrungsmittel koennen n i c h t im Lande s e l b s t e r z e u g t werden; ebensowenig sind d i e
f u e r c i e I n d u s t r i e u n e r l a e B e l i e h e n Rohstoffe vorhanden. England muss a l s o von
anderen Laendern i m p o r t i e r e n . Dazu b r a u c h t e s F r a n k e n , Gulden bezw» D o l l a r s , um
d i e Erzeuger und Bauern i n F r a n k r e i c h , Holland bezw. den V e r e i n i g t e n S t a a t e n oder
a n d e r e r L a e n d e r , mit denen e s Handel t r e i b t , bezahlen zu koennen»
Woher bekommt England D o l l a r s ? Die m e i s t e n v e r d i e n t e s durch den Verkauf
e n g l i s c h e r Waren an d i e V e r e i n i g t e n S t a a t e n » Damit kann e s dann dem amerikanischen
Bauern und Erzeuger d i e Gueter b e z a h l e n , d i e e s von i h n e n kaufen muss, um das e n g l i s c h e Volk e r n a e h r e n und s e i n e I n d u s t r i e i n Gang h a l t e n zu koennen» H i e r u e b e r
muessen wir uns z u e r s t k l a r werden, wenn wir e i n e Reihe w e i t e r e r Vorgaenge v e r s t e h e n wollen»

- 9

�Wenn nun zum B e i s p i e l d i e Vereinigten S t a a t e n von England und der uebrigen Welt
n i c h t s kaufen, dann koennen d i e s e Laender auch nicht von uns kaufen. Die Einfuhr
bestimmter Waren aus den Vereinigten S t a a t e n i s t fuer Europa jedoch lebensnotwendig.
Wenn wir s i e Europa versagen, so wird e i n rapides Absinken s e i n e s Lebensstandards
die unvermeidliche Folge s e i n . In Anbetracht des a u g e n b l i c k l i c h schon sehr niedrigen
Lebensstandards waere e i n w e i t e r e s Sinken fuer die Laender Europas kaum tragbar.
Andererseits s o l l t e n wir nicht v e r g e s s e n , dass d i e s e s Geld, das die Vereinigten Staaten
an andere Laender fuer importierte Waren bezahlen, s c h l i e s s l i c h hierher ( U . S . ) zurueckkommen und unsere inlaendisehen Absatzmaerkte beleben wird.
Ungeachtet d i e s e r einleuchtenden Tatsache i s t e s notwendig, die westeuropaeisehen
Laender von der Notwendigkeit auslaendischer Absatzmaerkte i n genuegendem Umfang zu
ueberzeugen. Hier erwaechst dem Suropa Hilfsprogramm seine g r o e s s t e Aufgabe. Bevor
s i e nicht g e l o e s t i s t , i s t e s a u s g e s c h l o s s e n , dass Westeuropa b i s 1952 w i r t s c h a f t l i c h
s e l b s t s t a e n d i g werden kann.
Wir haben f e s t g e s t e l l t , warum die Marshall Plan Laender im Ausland Absatzmoegl i c h k e i t e n fuer ihre g e s t e i g e r t e Produktion finden nuessen. Die Frage i s t « Wo sind
s i e zu finden?
Erstens s t e l l t Westeuropa mit seinen 275 Millionen Bewohnern s e l b s t einen r i e s i gen Absatzmarkt dar. Hier bestehen jedoch noch Handelsschranken, die die europaeische Wirtschaft i n etwa 20 verschiedene T e i l e z e r l e g e n . Deshalb befuerworten wir
die Schaffung der Vereinigten Staaten Europas, da das die Beseitigung d i e s e r Schranken
bedeuten wuerde. Ich nehme an, dass das amerikanische Volk diese Notwendigkeit
wahrscheinlich besser erkennt a l s die Europäer, da e s aus eigener Erfahrung w e i s s ,
was e s h e i s s t , einen Grossabsatzmarkt zu b e s i t z e n , der s i c h von Maine b i s nach
K a l i f o r n i e n e r s t r e c k t . Koennen S i e s i c h v o r s t e l l e n , was s i c h i n der amerikanischen
Wirtschaft mit ihrer Massenproduktion e r e i g n e n wuerde, wenn jeder der 48 S t a a t e n
s e i n e eigene Waehrung, eigenen Handelsbestimmungen und Z o e l l e haette? Der gesamte
amerikanische Handel wuerde zu einem B r u c h t e i l dessen r e d u z i e r t , was er heute i s t ,
und das Ergebnis waere e i n rapides Absinken des Lebensstandards a l l e r Amerikaner.
So s i e h t e s im heutigen Europa -aber t a t s a e c h l i c h a u s . Die Methoden der Massenproduktion koennen nur i n geringem Masse angewendet werden, weil der entsprechende
Absatzmarkt f e h l t . Wenn die bestehenden Handelsschranken b e s e i t i g t werden koennten,
h a e t t e man e s nicht mehr mit Tausenden, sondern mit Millionen von Verbrauchern zu t u n .
Es i s t deshalb nicht verwunderlich, dass die Marshall Plan Verwaltung so grosse
Betonung auf die Entwicklung einer europaeisehen W i r t s c h a f t s e i n h e i t l e g t .
Die dabei auftauchenden Schwierigkeiten sind keineswegs zu unterschaetzen. Es
bedarf uebermenschlicher Anstrengungen der europaeisehen Staatsmaenner, um s i c h ueber
g e s c h i c h t l i c h e Traditionen und das Gewicht der Jahrhunderte hinwegsetzen zu koennen.
Gelingt e s jedoch n i c h t , dann wird Europa vor einem Chaos stehen. Chne w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit wuerden die Laender Westeuropas mehr und mehr i s o l i e r t werden,
und e i n bedrohliches Absinken des Lebensstandards nach Beendigung des Marshall Planes
waere die unvermeidliche F o l g e .
Die Regierungen der Marshall Plan Laender sind i n d i e s e r Hinsicht schon einen
g r o s s e n S c h r i t t vorwaerts gekommen. In der CEEC (Organisation fuer Europaeische
W i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit) beraten Vertreter a l l e r ERP Laender gemeinsam, wie
die zur Verfuegung stehenden Marshall Plan Fonds unter ihnen zu v e r t e i l e n s i n d .
Leider s c h e i n t e s nicht ganz einfach zu s e i n , wenn 16 hungrige Personen e i n e kleine
Pastete unter s i c h bruederlich t e i l e n muessen»
Wenn man s i c h dennoch einigen konnte, so i s t das e i n Beweis g r o s s e r s t a a t s maennischer F a e h i g k e i t e n . Die Zusammenschaltung der Wirtschaften Europas i s t jedoch
noch nicht v o l l z o g e n , und auf diesem Gebiet b l e i b t noch v i e l e s zu t u n .
In den vergangenen Wochen haben e i n i g e europaeische Laender niedrigere Z o e l l e
angekuendigt. Als i n t e r e s s i e r t e Zuschauer koennen wir d i e s e wichtigen Beschluesse
nur begruessen. Aber zur g l e i c h e n Z e i t muessen wir Westeuropa zu noch groesseren
Bemiehungen anspornen, wenn die g e s t e c k t e n Z i e l e e r r e i c h t werden s o l l e n .
ECA Labor Information
2 . Növetfber 1949
- 10 -

�UHT£RNKtiMSH ZUM GEKERKSCHAFTSWESBN IN DEN U . S .
Der Direktor des I n a t i t u t e s fuer Arbeitsfragen an der
U n i v e r s i t a e t i n I l l i n o i s , Prof. W, E l l i s o n Chalmars,
sprach kuerzlich ueber d i e R o l l e , d i e den Gewerkschaften
i n der Zukunft z u f a l l e n w i r d . Wir geben e i n i g e Auszuege
d i e s e s Vortrags w i e d e r , die er vor einer Versammlung des
I . A . M# ( I n t e r n a t i o n a l e r M e t a l l a r b e i t e r Verband) gehalten
hat.
Nach dem e r s t e n Weltkrieg s t e l l t e n s i c h v i e l e Grossunternehmer auf den Standfunkt, dass ihre I n t e r e s s e n und - so behaupteten s i e - auch die des Landes am besten
gewahrt wuerden. wenn man das Gewerkschaftswesen bekaempfte. S i e g r i f f e n t e i l w e i s e
die Gewerkschaften direkt a n . Auch versuchten s i e , d i e Arbeiter davon zu ueberzeugen«
d a s s "unabhaengige" Vereinigungen ihre I n t e r e s s e n am besten v e r t r e t e n koennten. Ich
vermute, dass e i n e solche Wiederholung solcher direkten Angriffe der Unternehmer auf
die Gewerkschaften i n b e a b s i c h t i g t e r oder unbeabsichtigter Form unwahrscheinlich i s t .
Meiner Meinung nach haben v i e l e Unternehmer erkannt, dass die Gewerkschaft e i n
unvermeidlicher Faktor i n den Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und A r b e i t nehmern s i n d . Viele haben sich eben ueberzeugt, dass das sowohl vom Standpunkt, des
Unternehmers a l s auch des A r b e i t e r s aus e i n wuenschenawertes Verhaeltnis i s t .
Wenn die Gewerkschaften auch nicht mit der Wiederholung des schweren Angriffs
von 1920, der auf der ganzen L i n i e gefuehrt wurde, zu rechnen haben, so muessen s i e
s i c h doch auf dauernde und sogar wachsende Bestrebungen gewisser Unternehmerkreise
g e f a e s t machen, die darauf z i e l e n , die Treue der Gewerkschaftsmitglieder zu u n t e r graben.
Die Gewerkschaftsbewegung erachtet e s demgegenueber nicht nur fuer wuenschenswert sondern fuer d i r e k t notwendig, s i c h nicht mit den Unternehmern herumzuschlagen,
sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten. S i e muss a l l e s t u n , um ihren Einf l u s s bei
Kollektiv-Verhandlungen zu wahren und w e i t e r e n t w i c k e l n , um s i c h mit den Unternehmern
messen zu koennen. Je naeher die Gewerkschaften diesem Z i e l e 1 kommen und j e groesser
ihre Einf lussnahme auf wichtige Entscheidungen der Unternehmer wird, um so mehr muessen
s i e s i c h vergegenwaertigen, welchen Schlag s i e mit ihren Forderungen dem Unternehmer
versetzen.

DIE SPiiMNE ZWISCHEN PREISEN UND LOEHNEN
Das U . S . Arbeitsministerium hat in der Z e i t von Oktober 1948 b i s April 1949
eine Untersuchung durchgefuehrt, um die Kaufkraft der Arbeiter fuer Lebensmittel
i n 19 verschiedenen Laendern zu e r m i t t e l n .
Das Ergebnis z e i g t an e r s t e r S t e l l e A u s t r a l i e n mit der d u r c h s c h n i t t l i c h hoechsten
Kaufkraft. Ihm f o l g e n die Vereinigten S t a a t e n , Norwegen, Kanada, Daenemark, Grossb r i t a n n i e n , Schweden, Finnland, Schweiz, I s r a e l , Tschechoslowakei, I r l a n d , C h i l e ,
Frankreica, Ungarn, Deutschland ( B i z o n e ) , I t a l i e n , Oesterreich und Russland.
Man hat ferner f e s t g e s t e l l t , dass die Kaufkraft e i n e s Stundenlohns der Arbeiter
i n Kanada, England und Skandinavien ?0 b i s 9056 derjenigen amerikanischer Arbeiter
b e t r a e g t , wogegen der r u s s i s c h e Arbeiter v i e r - b i s siebenmal solange wie der amerikanische a r b e i t e n muss, um die g l e i c h e Menge Lebensmittel kaufen zu koennen.
Mitteilungen des U . S . Arbeitsministeriums zufolge i s t zu erwarten, dass die
Abwertung des b r i t i s c h e n Pfund S t e r l i n g und anderer Waehrungen Verschiebungen im
Lohn-Preisverhaeltnis i n d i e s e n 19 Laendern hervorrufen w i r d , aber grundlegende
Umwaelzungen sind i n der naechsten Zukunft nicht zu erwarten.
Es war unmoeglich, i n a l l e n F a e l l e n genaue Angaben ueber den Durchschnittslohn zu bekommen. Ebenso konnte nicht f e s t g e s t e l l t werden, wie s i c h die Qualitaet
der auslaendisehen Lebensmittel g l e i c h e r P r e i s l a g e zur C^ialitaet der amerikanischen
Lebensmittel v e r h a e l t . Man bezeichnete darum die Vergleiche a l s "annaehernd*.
- 11 -

�Das Statistische Buero des Arbeitsministeriums setzte 100 a l s den amerikanischen Index und berechnete die Kaufkraft der Arbeiter in den uebrlgen Laendern
im Verhaeltnis dazu. Hier sind die Ergebnisset
Australien 109, Norwegen 88, Kanada 84, Daenemark 80, Grossbritannien 71t
Schweden 69, Finnland 52t Schweiz 51t Israel 51t Tschechoslowakei 48. Irland 45t
Chile 36, Frankreich 35, Ungarn 33, Deutschland (Bizone) 3 2 , I t a l i e n 24, Oesterreich 23 und Russland 18.
In diesen Zahlen sind die Familienunterstuetzungen nicht berueckalchtigt,
die i n Frankreich, Oesterreich, I t a l i e n und Schweden an Arbeiter mit Familien
gezahlt werden. Sine entsprechende Berichtigung wuerde eine wesentliche Er«
hoehung der Kaufkraft in diesen Laendern ergeben, heisst es in dem Bericht»
Tagesbericht des U.S. Informationsdienstes.

- 12 -

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

OFFICIAL

Imcoa, 9 - 3'ioi, iAn&gt;. o«o. »9. U « )

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dia folgenden Artlkal etellea Auszüge ans dar amarikaalschaa Praaaa und aadaraa Qaallaa dar aad dlaaaa
dar Information dänischer Redakteure, dar Gawarkachaliaa, Gawarkachaitaachntaa oad daraa Mitglieder.
Voa diesem Material kaaa uneingeschränkt Gsbrauch gamacht werden.
Weiters Exsmplsrs können kostsnlos bsi
Office of Labor Affsirs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert wsrden. Auf Wunsch werden disse auch «iaislaaa Intereseenten direkt durch dis Post zugeleitet.
Dar Inhalt dar „Arbeitsmlttsilungan" lat nicht als offizielle Meinung odar Stellungnehme dar amsriksnischen
Militärregierung, noch irgendeiner Diaaststella dar Regierung der Vereiaigtea Staatea aufzufassen.

I I • 41

Frankfurt,
I N H A L T S V E R Z E I

CHNI

1 6 . Dezember 1949

S

E n g l i s c h e Studiengruppe i n den U . S . - - - - - - - - - Neue I n t e r n a t i o n a l e zum Marshall P l a n - - - - - - - - Das U . S . A r b e i t s m i n i s t e r i u m - - - - - - - - - - - - - Neue CIO Gewerkschaft bekennt s i c h zum M a r s h a l l P l a n - CIO Fuehrer s p r i c h t z u r Frage d e s W i r t s c h a f t s f r i e d e n s F a i r Deal fuer e i n b e s s e r e s Leben - - - - - - - - - - I n t e r n a t i o n a l e Verbundenheit - - - - - - - - - - - - Grubenholz a u s den Tropen? - - - - - - - - - - - - - -

1
2
2
7
9
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11
12

ENGLISCHE STUDIENGRUPPE IN DEN U . S .
B e r t M. J e w e l l , B e r a t e r fuer A r b e i t s f r a g e n des M a r s h a l l P l a n s i n Washington,
e r k l a e r t e vor e i n e r Besuchergruppe e n g l i s c h e r G e w e r k s c h a f t l e r , d a s s e i n e g e s t e i g e r t e P r o d u k t i c n i n Europa " n i e d r i g e r e P r e i s e und hoehere Einkommen mit
s i c h b r i n g e n o u e s s e . Dies waere e i n e gesunde G r u n d l a g e , auf der s i c h e i n
Volk e i n e n hoeheren Lebensstandard aufbauen koenne."
Die b r i t i s c h e D e l e g a t i o n k o n f e r i e r t e waehrend i h r e s 6-woechigen Aufe n t h a l t e s i n den V e r e i n i g t e n S t a a t e n mit Regierungsbeamten und Gewerkschuftsf u n k t i o n a e r e n , um zu u n t e r s u c h e n , i n welchem Maese d i e a m e r i k a n i s c h e n Gewerks c h a f t e n an d e r P r o d u k t i o n s s t e i g e r u n g b e t e i l i g t f i n d .
Bei e i n e r Prepsekonferenz s a g t e W i l l i a m J o n e s , der Wortfuehrer der Gruppe,
d a s s s i c h d i e s e R e i s e f u e r d i e W i e d e r a u f r i c h t u n g der e n g l i s c h e n W i r t s c h a f t a l s
sehr f r u c h t b r i n g e n d e r w e i s e n werde.
J o n e s , der S e k r e t a e r der N a t i o n a l e n Gewerkschaft der B e r g l e u t e Englands
i s t , v e r s i c h e r t e , d a s s s e i n e B e g l e i t e r den f e s t e n Glauben h a e t t e n , " e i n e n g r o s s e n
B e i t r a g zum Wiederaufbau der e n g l i s c h e n W i r t s c h a f t " a l s E r g e b n i s i h r e r U n t e r suchungen i n den S t a a t e n l e i s t e n zu koennen.
ECA Labor I n f o r m a t i o n
1 6 . November 1949

- 1 -

�NEUE INTERNATIONALE ZUM MiBSHALL PLAN
Als Moskau den Osteuropas!sehen Laendern die Teilnahme am Marshall Plan
verweigerte, war die endgueltige Spaltung des Weltgewerkschaftsbundes WFTü besiegelt»
und der Schaffung einer neuen, freien Gewerkschaftsinternationale stand nichts mehr
im Wege, erklaerte Paul Finet (Belgien), vor Delegierten des Londoner OrganisationsKongresses des neuen Weltgewerkschaftsverbandes»
Finet, der Vorsitzende der Konferenz, fuehrte i n seiner Botschaft aus:
"Es gab inner noch Leute, die verzweifelte Anstrengungen zur Aufrechterhaltung
der Einheit des WFTU machten und deshalb versuchten, fuer die stalinistischen I n t r i gen i n dieser Organisation entschuldigende Erklaerungen zu finden. Auch bei ihnen
duerften durch die Haltung Moskaus zum Marshall Plan die letzten Zweifel beseitigt
sein* Nichts anderes a l s die Stellungnahme Ruselands zum Wiederaufbau Programm
in den demokratischen Laendern fuehrte die endgueltige Aufspaltung des WFTU herbei«
"Die Konmunisten erkannten, dass die Wiederaufrichtung der europaeisehen
Wirtschaft ihren Stoerungsversuchen e i n Ende machen wuerde und versuchten deshalb
auf Befehl Moskaus, den WFTü ins Schlepptau zu nehmen« Diese Tendenz trat deutlich
zutage, a l s unsere Kollaborationsversuche im Oktober 1945 endgueltig scheitern
mussten«"
Arthur Dsakin, Grossbritannien, legte im Namen des Vorbereitungsausschusses
dem Kongress einen Bericht vor, in dem an erster S t e l l e die Bedeutung des Marshall
Planes und die finanziellen Zuwendungen amerikanischer Gewerkschaften fuer die vom
Kriege betroffenen Laender hervorgehoben wurde« "Es handelt sich dabei nicht um
wohlklingende Phrasen," sagte er, "sondern um wirklich fuehlbare Hilfe«"
Evert Kupers, ein Veteran der hollaendisehen Gewerkschaftsbewegung, sagte in
seinem Bericht ueber die vom Vorbereitungsausschuss vorgeschlagene Verfassung unter
anderem:
"In der naechsten Zukunft werden wir e s zweifellos erleben, dass die Kommunisten versuchen, Streiks vom Zaune zu brechen« Ich sehe darin erstens einen
direkten Angriff auf unsere Gewerkschaftsbewegung und zweitens einen Sabotageakt
am wirtschaftlichen Wiederaufbau und zwar vornehmlich in den westeuropaeisehen Laendern, wo dank der Marshall Hilfe so grosse Fortschritte e r z i e l t werden konnten«"
ECA Labor Information
30« November 1949
B*SU.S. ARBEITSMINISTERIUM (Von Maurice J . Tobin, Arbeitsminister)
(Da in Deutschland der Aufbau der Arbeitsministerien in Bund und Laendern von
groesster Bedeutung fuer die Arbeiterbewegung i s t , veroeffentliehen wir nachstehend
einen Artikel des amerikanischen Arbeitsministers in dem er zu Reformen des U.S.
Arbeitsministeriums Stellung nimmt«)
Wenn man sich von dem Wesen un der Beschaffenheit des Arbeitsministeriums
ein Bild machen w i l l , muss man von den folgenden drei Gesichtspunkten ausgehen:
Welche Aufgaben hatte das Ministerium in der Vergangenheit? Welche Stellung
nimmt e s heute ein? Und welchen Einfluss muesste es heutzutage a l s eine der bedeutendsten exekutiven Behoerden auf die Gestaltung und Handhabung der Staatspolitik
au sueben?
Die exekutiven Funktionen der Bundesregierung auf dem allgemeinen Gebiet der
Arbeit wurden im Jahre 1903 zum erstenmal statutmaessig im Kabinett f e s t g e l e g t . Sie
bildeten jedoch nur einen verhaeltnlemaessig geringen Bestandteil des Department
of Commerce and Labor (Handels-und Arbeitsministerium), und die Taetigkeiten des
- 2

�neuen Ministeriums b e s c h r ä n k t e s i c h i n e r s t e r Linie auf die des frueheren Bureau
of Labor. D i e s e s Buero war im Jahre 1884 a l s T e i l des Innenministeriums gegründet
worden und wurde 1888 a l s Department of Labor unabhaengig. Es gehoerte jedoch
nicht zum Kabinett und h a t t e dementsprechend auch nicht d i e Exekutivgewalt der
uebrigen M i n i s t e r i e n .
Die Aufnahme des Arbeitsministeriums i n s Kabinett a l s s e l b s t s t a e n d i g e s Mitglied
e r f o l g t e im Jahre 1913» w a s eine natuerliche und unvermeidliche Folge der Probleme
jener Z e i t d a r s t e l l t . Der rapiden Ausdehnung der I n d u s t r i e , dem Entstehen grosser
Unternehmen, der wachsenden Bedeutung der Klasse der Lohnempfaenger und besondere
der g e s t e i g e r t e n Einflussnahme der Gewerkschaften wurde damit Rechnung g e t r a g e n .
Mit der Gruendung des Ministeriums fuer Landwirtschaft (Department of Agrieulture) im Jahre 1862 war die Anerkennung der besonderen I n t e r e s s e n und Beduerfnisse
der Bauern zum Ausdruck gekommen. Zu jener Z e i t b i l d e t e d i e Landwirtschaft den
Hauptbestandteil der Wirtschaft des Landes. 1889 e r h i e l t d i e s e s Ministerium Kabinettsstatut.
Den Forderungen der Geschaeftswelt schenkte man i n der Regierung b e r e i t s zu
einem fruehen Zeitpunkt besondere Beachtung. Lange vor der Gruendung des Ministeriums
fuer Handel und Arbeit im Jahre 19°3 hatte man e i g e n s zu diesem Zwecke verschiedene
bedeutende Organisationen.
Der Jahresbericht j e n e s Ministeriums (Department of Commerce and Labor) von 1904
b e r i c h t e t von 12 solchen Aemtern, die zum grossen T e i l schon lange bestanden und ueber
e i n Kapital von 13,745*000 D o l l a r s v e r f u e g t e n . Der A n t e i l des Bureau of Labor betrug
l8i|,000 Dollars h i e r v o n . Im Jahre 1912 wurde das C h i l d r e ^ s Bureau (Jugendamt) dem
Ministerium f u e r Handel und Arbeit hinzugefuegt. Es i a t t e a u s s c h l i e s s l i c h beratende
und unterlagensammelnde Funktionen.
Das neue Ministerium
Das Aufgabengebiet des Arbeitsministeriums war zu Anfang nicht sehr umfangreich.
Eine Gesetzgebung der Buid esregierung zum Schutze des A r b e i t e r s und zur Wahrung seiner
besonderen I n t e r e f s e n gab e s f a s t n i c h t .
Die s t a t i s t i s c h e T a e t i g k e i t des Bureau of Labor ( e s wurde spaeter i n Bureau of
Labor S t a t i s t i c s , S t a t i s t i s c h e s Buero des Arbeitsministeriums umbenannt) wurde b e i behalten und staenriig ausgedehnt.
Das Children's Bureau (Jugendamt) s c h l o s s s i c h dem neuen Ministerium an. Die
w i c h t i g s t e n verwaltungsmaessigen Aufgaben des Ministeriums lagen auf dem Gebiete der
Zuwanderung, Einbuergerung, Beschaeftigung und Loehne.
Die bedeutendste Neuerung war d i e Errichtung des C c n c i l i a t i o n S e r v i c e (Buero
fuer Schlichtungswesen) im Jahre 1913» Mr. William B. Wilson, der e r s t e A r b e i t s m i n i s t e r , bezeichnete d i e s e neue Funktion a l s eine der w i c h t i g s t e n Aufgaben des
Ministeriums.
Waehrend und nach dem e r s t e n Weltkrieg
Bald nachdem das Ministerium o r g a n i s i e r t war, fanden i n f o l g e des e r s t e n Weltk r i e g e s Aenderungen und Erweiterungen i n seinem Arbeitsbereich s t a t t . Eine War
Labor Administration (Kriegs-Arbeitsverwaltung) mit verschiedenen Unterabteilungen
wurde T e i l des neuen Ministeriums. Der Employment Service (Arbeitsvermittlungsbuero)
und der Women i n Industry Service (Buero fuer Frauen i n der I n d u s t r i e ) wurden i n s
Leben gerufen.
Ein neuer Begriff tauchte auf a l s Ergebnis der Erfordernisse des Krieges und
der lebenswichtigen R o l l e , die den Arbeitern und ihren Organisationen waehrend des
Krieges z u f i e l . Es war der Begriff von den Rechten und P f l i c h t e n des Arbeiters
und von der Verpflichtung der Regierung dem Arbeiter gegenueber.
Dieser neue Begriff ueberlebte den Krieg jedoch n i c h t lange. Sogar der Employment Service wurde aufgegeben, da der Unternehmer nicht mehr nach Arbeitern, sondern
die Arbeiter nach Beschaeftigung suchen mussten. Der e i n z i g e Gewinn war der Fortbestand des Women i n Industry Service a l s Women*s Bureau (Frauenbuero). Die Zwanziger

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�Jahre waren von dem "neuen Z e i t a l t e r " d e s "vaeterlichen Arbeitgebers" gekennzeichnet*
und d i e Arbeiterbewegung wurde b e i s e i t e g e d r a e n g t .
A l s d i e "dauerhafte Prosperitaet" des neuen Z e i t a l t e r s bewiesen h a t t e , dass s i e
n i c h t s anderes a l s Ruhe vorm Sturm b e d e u t e t e , r i c h t e t e man, a l l e r d i n g s sehr s p a e t ,
seine B l i c k e wieder auf die A r b e i t e r s c h a f t . Die Funktionen des Arbeitsministeriums
gingen ueber S t a t i s t i k , g e l e g e n t l i c h e Beratung und Angebot von Schlichtungsdiensten
h i n a u s . Der Employment Service e r l e b t e s e i n e Wiederauferstehung, und der C o n c i l i a t i o n S e r v i c e wurde verstaerkt« Die S o c i a l S e c u r i t y Act ( S o z i a l i s i e r u n g s g e s e t z ) ,
National Labor R e l a t i o n s Act ( N a t i o n a l e s A r b e i t s g e s e t z ) , Fair Labor Standards Act
(Gesetz zur Ueberwachung gerechter Arbeitsbedingungen) und v i e l e andere Gesetze
wurden v e r a b s c h i e d e t .
Im zweiten Weltkrieg
Dann kam der z w e i t e W e l t k r i e g . Der Bundesregierung erwuchsen r i e s i g e neue
Aufgaben i n der A r b e i t s - Verwaltung und -Gesetzgebung.
Im Verlaufe a l l dieser Entwicklungen kam jedoch die Notwendigkeit einer Zent r a l i s i e r u n g der Arbeitsgesetzgebung und - Verwaltung, im Arbeitsministerium zusammeng e f a s s t , nur i n unbestaendiger und u n e i n h e i t l i c h e r Form zum Ausdruck. Dar gesunde
Grundsatz e i n e r o e f f e n t l i c h e n Verwaltung, die auf dem Zusammenspiel von Aufgaben
und Verantwortlichkeiten beruht, s c h e i t e r t e , und dafuer g i b t e s verschiedene Gruende«
Mitverantwortlich i s t , dass man die Verwaltung i n K r i e g s z e i t e n der Not gehorchend
g e s t a l t e n und oftmals dementsprechend Einrichtungen improvisi eren musste« Die
U n e i n i g k e i t i n den Reihen der Arbeiterschaft wirkte s i c h z w e i f e l l o s e b e n f a l l s u n guenstig aus.
Wie dem auch s e i , e s i s t nicht nur n i c h t gelungen, die e r f o r d e r l i c h e Zusammenfassung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf diesem Gebiet zustande zu bringen,
sondern eine weitere Zerstreuung der D i e n s t s t e l l e n hat sogar um s i c h g e g r i f f e n .
Darueberhinaus sind d i e H i l f s m i t t e l zur Ausfuehrung der noch uebrigen Funktionen
stark r e d u z i e r t worden.
Der e r s t e "Reorganlzation Plan"
Durch e i n e n Neuordnungsplan, der am lk» Juni 19^0 i n Kraft t r a t , i s t der
Immigration and N a t u r a l i z a t i o n S e r v i c e (Zuwanderungs- und Einbuergerungsbuero) dem
J u s t i z m i n i s t e r i u m a n g e g l i e d e r t worden« Nachdem der C o n c i l i a t i o n S e r v i c e 3k Jahre
lang zum Ministerium gehoert h a t t e , wurde er nach den Bestimrungen des Taft-Hartley
Gesetzes zur unabhaengigen Behoerde« Im vorigen Jahre wurde auch der Employment
Service aus dem Ministerium herausgerissen«
Es verblieben im Arbeitsministerium die Abteilungen fueri Lehrlingswesen,
Ueberwachung der Arbeitsbedingungen, S t a t i s t i k , Rechtsanspruch a e l t e r e r Arbeitnehmer auf W i e d e r e i n s t e l l u n g , das Frauenbuero und das Amt fuer Lohn-, A r b e i t s z e i t regelung und o e f f e n t l i c h e Vertraege zwischen Behoerde und Betrieben« Die Abteilung
fuer Lohn- und A r b e i t s z e i t r e g e l u n g i s t halb-autonom.
Funktionen des A r b e i t s m i n i s t e r s
Nach Massgabe des Gesetzes zur Gruendung des Ministeriums und besonderer
Gesetzgebung hat der Arbeitsminister verschiedene Funktionen, die n i c h t i n dem
Beaeich der genannten Aemter, aus denen das Ministerium b e s t e h t , l i e g e n « Er i s t
vor a l l e m fuer d i e Arbeitsgesetzgebung der Regierung verantwortlich« Er b e t e i l i g t
s i c h an der Arbeit v e r s c h i e d e n e r , unabhaengiger Behocrden, besonders des National
S e c u r i t y Resonrces Board (Nationaler Verteidigungs-Ausschuss zur Ueberwachung und
Sicherung der H i l f s q u e l l e n des Landes){zusammen mit dem A s s i s t a n t Secretary ( S t a a t s eekretaer) und dem S o l i c i t o r of Labor ( J u r i s t i s c h e r Berater des Arbeitend.nisters)
b e f a s s t er s i c h mit Fragen zur Festsetzung der Lohntarife fuer verschiedene Gruppen
von Arbeitern nach den Bestimaingen des Devis-Bacon- oder anderer Gesetze« Es l i e g e n
ihm die Funktionen ob, die zur Aufrechterhaltung der Verbindung des A r b e i t s m i n i s teriums mit der I n t e r n a t i o n a l e n A r b e i t s o r g a n i s a t i o n e r f o r d e r l i c h s i n d , und auf dem
Wege ueber das Amt fuer I n t e r n a t i o n a l e Arbeitsangelegenheiten im Amt des A r b e i t s -

- k -

�mini st er s bearbeitet er i n t e r n a t i o n a l e Arbeitsfragen.
Diese und zahlreiche andere Aufgaben des Arbeitsministers sind zusammen mit
den Funktionen der einzelnen Abteilungen des Arbeitsministeriums nicht nur fuer
die Arbeiterschaft, sondern darueberhinaus fuer das ganze Land von grosser Bedeutung. Sie sind jedoch nicht ausreichend, um den Anforderungen eines der wichtigsten
exekutiven Ministerien vollauf gerecht werden zu koennen.
Der Zweite "Reorganization Plan»
Der Praesident u n t e r b r e i t e t e am 20* Juni i n seiner Botschaft an den Kongress
den Neuordnungsplan Nr. 2 , 1949t (Reorganization Plan No. 2) und nahm zu den Bestrebungen einer Dezentralisierung der Punktionen der Regierung auf dem allgemeinen
Gebiet der Arbeit Stellung* Er fuehrte aust
"Ausserhalb des Arbeitsministeriums befasst man sich mit Arbeitsprogrammen,
und einige diesem Ministerium ureigene Punktionen sind anderen Dienststellen uebertragen worden. Meiner Meinung nach i s t dieser Vcr gang durchaus ungesund und muss
abgeaendert werden. Das Arbeitsprogramm der Buai esregierung s t e l l t eine Gruppe
von Funktionen dar, die e i n h e i t l i c h e berufliche Ausbildung und Erfahrung erfordern,
und i n denen zahlreiche Probleme ineinandergreifen. Zu i h r e r toesung bedarf es
einer s t r a f f e n , einheitlichen Fuehrung."
Dieser Standpunkt kommt jedoch nicht nur i n den Erklaerungen des Praesideoten
zum Ausdruck. Auch die Commission on Organization of the Executive Branoh of the
Government (Ausschuss fuer Exekutivgewalt der Regierung) i s t derselben Meinung.
Dieses Gremium wird von den ehemaligen Praesi denten Hoover gefuehrt und s e t z t sich
aus e i n e r Gruppe prominenter Persoenlichkeiten beider Parteien zusammen. Der HooverAusschuss befuerwortete bestimmte, allgemeingueltige Richtlinien i n der Handhabung
der Exekutivgewalt. In_ einer Verlautbarung des Ausschusses h e i s s t est
"Der Praesident und seine Minister sind dem Volke und dem Kongress fuer die
wirksame Handhabung der Exekutivgewalt verantwortlich."
Der Ausschuss s e t z t e sich unter anderem dafuer e i n , dass die zahlreichen
Abteilungen "nach ihren Aufgaben gruppiert und i n Ministerien zusanmengefasst wuerden,
sodass eine e i n h e i t l i c h e Richtung der Funktionen i n jedem Ministerium gewaehrleistet
i s t . " Dieser Grundsatz sei besonders im F a l l e des Arbeitsministeriums unbeachtet
geblieben. Trotzdem wurden vom Ausschuss keine ungewoehnlichen Vorschlaege zur
Neuorganisation des Arbeitsministeriums gemacht. Das Bureau of Employment Security
(Buero fuer Beschaeftigungssicherheit), zu dem der Employment Service und der Unemployment Insurance Service (Arbeitslosenversicherungs-Buero) gehoerten, und ebenf a l l s der Veterans' Employment Service (Buero fuer a e l t e r e Arbeitnehmer) s o l l t e n
dem Arbeitsministerium angegliedert werden - ein Vorschlag, der schon im 2. Neuordnungsplan des Praesidenten vom 20. Juni enthalten war. Man sprach sich ausserdem
noch fuer die Uebernahme verschiedener anderer Agenturen und Funktionen a u s .
Auch mit anderen Abteilungen befasste sien der Ausschuss, wie zum Beispiel dem
Federal .Mediation and Oonciliation Service (Bundesstaatliche Abteilung fuer Vermittlungs- und Schlichtungswesen), dem National Mediation Board (Nationale Behoerde
fuer Schlichtungswesen) und dem National Labor • w elations Board (Nationale Behoerde
fuer Wechselbeziehungen der A r b e i t ) . Besondere Vorschlaege hierzu wurden jedoch
nicht gemacht. Als der Hoover-Ausschuss gerade dabei war, seinen Bericht auszua r b e i t e n , wurden im Kongress Verhandlungen ueber Aufhebungen oder Abaenderungen der
Bestimmungen des Taft-Hartley Gesetzes gefuehrt. Aus diesem Grunde e r k l a e r t e der
Ausschuss, "keine Vorschlaege zur Organisation jener Behoerden machen zu koennen,
bevor man sich im Kongress ueber diese Fragen nicht e i n i g geworden s e i . "
Die von dem Hoover-Ausschuss ausgearbeiteten Grundsaetze sind jedoch mehr a l s
blosse Vorschlaege zur Vereinigung einiger Agenturen mit dem Arbeitsministerium.
Es i s t eine ausnahmsweise schwerwiegende Vergewaltigung der gesunden Grundsaetze
einer exekutiven Organisation, dass manes versaeumt, dem Arbeitsministerium die ihm
gebuehrenden *iufgaben auf dem Gebiet des Schlichtungswesen* wieder zu uebertragen.
Alan h a t t e im Jahre 1947 den Oonciliation Service aus dem Ministerium mit dem Vorwand

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�herausgenommen, dass die Unparteilichkeit seiner Arbeit nicht gewaehrleistet
waere. Tatsache i s t jedoch, dass die unparteiische und erfolgreiche Handlungsweise des Conciliation Service waehrend seiner 3A-jaehrigen Zugehoerigkeit zum
Arbeitsministerium ausser Frage s t e h t .
In der Arbeitnehmer- Arbeitgeberkonferenz unter dem Vorsitz des Praesidenten
wurde im November 19^5 die Bedeutung des Conciliation Service innerhalb des Arbeitsministeriums besonders hervorgehoben. Auch die Vertreter der National Association
of Munufacturers (Nationaler Unternehmer-Verband) und des Committee for Economic
Development (Ausschuss zur wirtschaftlichen Entwicklung), die dem 80. Kongress
beiwohnten, a l s das Taft-Hartley Gesetz zur Sprache kam, waren gegen die Errichtung
einer Schlichtungsbehoerde ausserhalb des Arbeitsministeriums.
Die Unparteilichkeit steht ueberhaupt nicht zur Eroerterung. Es kommt auf
die Wirksamkeit der Verwaltungsmethoden der Regierung an. Und dazu i s t notwendig,
da.cs a l l e Faeden der Verwaltung in dem Kabinett zusanmenlaufen, wo ein einzelnes
Mitglied a l s verantwortlicher Beamter fuer - i n diesem Falle zum Beispiel - a l l e
Angelegenheiten auf dem Gebiet der Arbeit dem Praesidenten Rechenschaft schuldet.
Fuer das «anze Volk
Die vom Arbeitsmini steriura g e l e i s t e t e Arbeit i s t weder j e t z t , noch war sie
frueher a u s s c h l i e s s l i c h dem Wohle der Arbeiterschaft gewidmet. Sie i s t vielmehr
der Gesamtheit des Volkes zugute gekommen.
Ich moechte, um ein Beispiel zu geben, an dieser S t e l l e zwei Abteilungen des
Ministeriums herausgreifen. Das Bureau of Apprenticeship (Buero fuer Lehrlingswesen) a r b e i t e t mit einem Federal Committee on Apprenticeship (Bundesstaatlicher
Ausschuss fuer Lehrlingswesen) zusanmen, der sich aus Vertretern des Unternehmertums,
der Gewerkschaften und den daran i n t e r e s s i e r t e n Behoerden zusamnensetzt. In seinem
Bestreben, das Lehrlingswesen zu foerdern, l e i s t e t dieses Buero nicht nir dem Arb e i t e r , sondern auch dem Unternehmer und damit der Gesamtheit des Volkes wertvolle
Dienste} es hat deshalb auch nicht nur die Mitarbeit und Unterstuetzung der Gewerkschaften, sondern auch die der Un1e rnehmer und des ganzen Volkes erfahren. Dank
dieser Zusammenarbeit sind mehr a l s 2*0.000 Lehrvertraege mit etwa 250.000 i n der
Ausbildung befindlichen Lehrlingen abgeschlossen worden.
Ein anderes B e i s p i e l , womit der vorliegende Zweck e r f u e l l t seinlduerfte, i s t
das S t a t i s t i s c h e Buero des Arbeitsmini st er i ums (Bureau of Labor S t a t i s t i c s ) . Den
Leaern des AMERICAN FEDER ATI0NI ST (dieser Gewerkschaftszeitung i s t der vorliegende
Artikel entnommen) braucht wohl kaum die Bedeutung der Informationen e r k l a e r t zu
werden, die dem S t a t i s t i s c h e n Buero des Arbeitsministeriums zu verdanken sind und
Einblick i n allgemein interessierende Fragen geben, wie Loehne, P r e i s e , A r b e i t s z e i t ,
Eeschaeftigung, Unfaelle, Familienhaushalt u . a . . •"'ine Veroeffentlichung der Handelskammer der Vereinigten Staaten unter dem T i t e l • Allgemeininteresse a l s Wertmttss der
Sammlung und Verbreitung s t a t i s t i s c h e r Angaben der Regierung11 bekundet den Wert der
Arbeit des S t a t i s t i s c h e n Bueros fuer Geschaeftsleute und die Allgemeinheit. In
einem Abschnitt mit der Ueberschrift "Bedeutung Fundamentaler S t a t i s t i k fuer Handel
und I n d a s t r i e " werden zwoelf Beispiele angefuehrt. Fuenf davon sind s t a t i s t i s c h e
Angaben des S t a t i s t i s c h e n Bueros im Arbeitsministerium, und ein sechstes Beispiel
•Jahresscnaetzung der Bedeutung der t y p i s i e r t e n Konstruktion" entstammt teilweise
derselben Q i e l l e .
Das Arbeitsmini sterium h a t , soweit e s im Bereich seiner Möglichkeiten lag
(die im Vergleich zu anderen Ministerien aeusserst beschraenkt s i n d ) , zur a l l g e meinen Aufklaerung wertvolle Beitraege g e l e i s t e t . Es hat i n der Vergangenheit und
Gegenwart im Sinne jener Maenner gewirkt, die es geschaffen haben.
Bezugnehmend auf sein neugegruendetes Buero e r k l a e r t e
e r s t e Commissioner of Labor, im Jahre 1885, dass es "durch
und die ruecksichtslose Veroeffentlichung i h r e r Ergebnisse
werden koennte und muesste, die Probleme, denen man bisher
ueberstund, besser zu verstehen."
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Carroll D. Wright, der
genaue Untersuchungen
dem Volke ermoeglicht
verstaendnislos gegen-

�G l e i c h h e i t fuer Jedermann
I n dem e r s t e n J a h r e s b e r i c h t des e r s t e n A r b e i t s m i n i s t e r s , William B. Wilson,
h e i s s t e s , d a s s "der Grundsatz d e r g l e i c h e n Behandlung a l l e r von ausschlaggebender
Bedeutung s e i , und d a s s d a s M i n i s t e r i u m g r u n d e a e t z l i c h t a t s a e c h l i c h keine U n t e r schiede zwischen Lohnempfaengern und Lchnempfaengern, zwischen Lohnempfaengern
und Unternehmern und zwischen jedem und der Allgemeinheit a l s Ganzes gemacht h a b e . "
Wir im A r b e i t s m i n i s t e r i u m bewegen uns ebensowenig i n einem Vakuum wie d a s i n
den anderen M i n s t e r i e n der F a l l i s t . Wir haben e i n e n bestimmten T a e t i g k e i t s - und
D i e n s t b e r e i c h , d e r g e s e t z m a e s s i g f e s t u m r i s s e n , a u s der f r u e h e r e n A r b e i t anderer
D i e n s t e t e l l e n naturgemflss hervorgegangen oder e i n e Folge der a l l g e m e i n e n Belange i s t .
Die besonderen Aufgaben, d i e dem Ministerium z u f a l l e n , sind - um die Formulierung
s e i n e s Grundgesetzes anzuwenden - die Foerderung und Entwicklung der Wohlfahrt d e r
Lohnempfaenger d e r V e r e i n i g t e n S t a a t e n , d i e Verbesserung i h r e r Arbeitsbedingungen
und i h r e r M o e g l i c h k e i t e n e i n e r lohnenden B e s c h a e f t i g ü n g .
Zur r i c h t i g e n Durchfuehrung der Äifgaben d e s A r b e i t s n ä n i s t e r i u m s muessen
wir ueber d i e Vorschlaege des hoover Ausschusses hinausgehen, d i e s i c h naturgemaess
nur auf d i e schon bestehenden D i e n s t s t e l l e n und Funktionen b e s c h r a e n k t e n .
i

Wir muessen d i e Abteilungen des M i n i s t e r i u m s v e r s t a e r k e n und w e i t e r e Moeglichk e i t e n i n n e r h a l b und a u s s e r h a l b d e s s e l b e n s c h a f f e n . Eine g r u n d l e g e n d e , w e i t v e r b r e i t e t e Forderung i s t d i e E r r i c h t u n g e i n e s E x t e n s i o n S e r v i c e ( z u s a e t z l i c h e s Amt)
i n n e r h a l b des A r b e i t s m i n i s t e r i u m s .
Das L a n d w i r t s c h a f t s m i n i s t e r i u m h a t s e i t langem s e i n e n E x t e n s i o n S e r v i c e , dem
i n e r s t e r L i n i e d i e Betreuung der 6 M i l l i o n e n L a n d a r b e i t e r der V e r e i n i g t e n S t a a t e n
o b l i e g t . Das K a p i t a l des E x t e n s i o n S e r v i c e im L a n d w i r t n c h a f t s m i n i s t e r i u m b e l a e u f t
s i c h im J a h r e 1930 auf 32.557»°0° D o l l a r . Der Köngress h a t v e r s t a e n d i g e r w e i s e dem
Handelsministerium e b e n f a l l s z u s a e t z l i c h e Gelder zur Verfuegung g e s t e l l t , d i e zur
U n t e r s t u e t z u n g der GeschaeftsleuteVerwendung f i n d e n . S i e koennen zum B e i s p i e l dem
Office of Domestic Commerce ( I n l a e n d i s c h e s Handelsbuero) und dem Cffice of T e c h n i c a l
S e r v i c e (Technisches Buero d e s Handelsministeriums) zugute kommen.
Die E r r i c h t u n g e i n e s E x t e n s i o n S e r v i c e i . J i e r h a l b d e s Arbeitend ni st e r i ums
wuerde a e h n l i c h e n E i n r i c h t u n g e n i n anderen M i n i s t e r i e n , d i e schon lange b e s t e h e n ,
e n t s p r e c h e n und d i e Durchfuehrung s e i n e r satzungsgemaessen Aufgaben w e s e n t l i c h u n t e r stuetzen.
Das Arbeitsministerium l e i s t e t der Allgemeinheit i n v e r s c h i e d e n e r H i n s i c h t w e r t v o l l e D i e n s t e . Die Uebertragung von verwandten Funktionen wuerde uns noch g r o e s s e r e
D i e n s t l e i s t u n g e n i n den kommendeu J a h r e n ermoeglichen.
Wir b e g r u e s s e n d i e s e M o e g l i c h k e i t , weil wir durch s i e noch mehr a l s b i s h e r
zur allgemeinen Wohlfahrt b e i t r a g e n koennen.
The F e d e r a t i o n i s t
Oktober 1949

NEUE CIC GEWERKSCHAFT BEKENNT SICh ZUM MaRgiALL PLaN
Nachdem der u n t e r kommunistischer Fuehrung stehende E l e k t r i k e r
Verband auf der CIC Tagung a u s g e s c h l o s s e n worden w a r , wurde
d r e i Wochen s p a e t e r i n P h i l a d e l p h i a e i n e neue, demokratische
G e w e r k s c h a f t s o r g a n i s a t i o n u n t e r dem Namen I n t e r n a t i o n a l Union
of E l e c t r i c a l , Radio and Macnine Workers (CIC) g e g r u e n d e t .
Auf der Gruencungskonferenz wurde folgende E n t s c h l i e s s u n g
angenommen, d i e f u e r unsere Leser von I n t e r e s s e s e i n wirds
"Es i s t o f f e n s i c h t l i c h , d a s s d i e Welt n i c h t b e s t e h e n kann, wenn d i e e i n e
H.-elfte der Menschen Sklaven s i n d , waehrend d i e andere H a e l f t e e i n f r e i e s Leben
fuehren kann. Amerika muss der u e b r i g e n Welt von s e i n e n Reichtuemern abgeben, wenn
d i e G l e i c h h e i t a l l e r g a r a n t i e r t werden s o l l . Denn ohne unsere H i l f e werden Tausende
von A r b e i t e r n i a anderen Laendern - mit denen wir zum g r o s s e n T e i l i n enger Verbindung s t e h e n , weil v i e l e von uns aus d i e s e n Laendern stammen - zu Armut und Elend
und s c h l i e s s l i c h zun Verhungern v e r u r t e i l t s e i n . Wir, d i e wir u n s nun i n der

- 7

�I n t e r n a t i o n a l Union of E l e c t r i c a l , Radio and Machine Workers (CIO) zusammengeschlossen haben, haben den Marshall Plan von dem Tage an u n t e r s t u e t z t , an dem
Aussenminister Marshall oeffentlich seine Idee kundtat. I s t es nicht I r o n i e ,
dass der a l t e Elektriker Verband (United E l e c t r i c a l , Radio and Machine Workers
of Anerica), es t r o t z unserer Berauehungen vorzog, den kommunistischen P a r t e i losungen zu folgen? Es i s t e? ne I r o n i e , dass die Taetigkeit dieses kommunistischen
Verbandes die amerikanischen Arbeiter i n i h r e r Unterstuetzung des Marshall Planes
nur noch bestaerkt h a t . Zur Aussenpolitik nehmen wir vom CIO folgende Stellung eint
1. Wir bekennen uns zum Marshall Plan und a l l dem, was zu seiner Durchfuehrung
erforderlich i s t . Wir bekaempfen a l l e Versuche, die darauf z i e l e n , diese Arbeit
zu stoeren. Da die menschenfreundlichen Ziele des Marshall Planes im Spanien
Francos nicht verwirklicht werden koennen, nuss diesem Land unter a l l e n Urastaenden
die Marshall Hilfe versagt werden.
2* Wir begruessen den Entechluss des CIO, aus dem von den Kommunisten beherrschten Weltgewerkschaftsbund auszutreten, und versprechen, den i n Europa neu
gegruendeten Weltgewerkschaftsverband mit a l l e n uns zur Verfuegung stehenden Mitteln
zu u n t e r s t u e t z e n .
5 . Wir verlangen, dass der ungerechten Aifepaltung der i r i s c h e n Republik,
die a l l e n demokratischen Grundsaetzen widerspricht, ein Ende gemacht wird.
4. Wir ersuchen unsere Regierung dringend, der neuen Regierung von I s r a e l
jedmoegliche Unterstuetzung z u t e i l werden zu lassen.
5» Wir unterstuetzen die Voelker Latein Amerikas i n ihrem Ringen fuer einen
besseren Lebensstandard.
6. Wir lehnen das Flueehtlingfgesetz des 80. Gewerkschaftskongresses ab in diesem Gesetz wandt« man sich gegen viele Katholiken und Juden - und fordern,
dass der 8 1 . Kcngress so schnell wie moeglich diesen Irrtum widerruft, so dass
Tausende, die vor dem faschistischen oder koraainistisehen Terror und den Massenmoerdern dieser Regimes fliehen nussten, i n unserem Lande eine neue Heimat finden
koennen.
7 . Wir glauben an die Vereinten Nationen und ihre Befaehigung, i n t e r n a t i o n a l e
S t r e i t i g k e i t e n ohne Krieg zu schlichten. Deshalb fordern wir, dass diese Organisation u n t e r s t u e t z t wird.
8. Wir hoffen, dass der neue Weltgewerkschaftsbund die wirtschaftlichen
Probleme Westdeutschlands und Europas loesen wird»
9. Wir setzen uns fuer den Atlantik Pakt a l s ein Mittel zur Erhaltung
des Friedens gegen sowjetische iiggressionspolitik e i n .
10. Wir dringen auf die Ratifizierung der Charta der Internationalen Wirtschaftsorganisation und die erweiterte Anwendung gegenseitiger Handelsvereinbarungen.
11. Wir bekennen uns zur Feststellung Praesident Trumans i n seinem Punkt-4 Programmt "Wir muessen ein gaenzlich neues Programm entwerfen, um die F o r t s c h r i t t e unserer Wissenschaft und I n d u s t r i e den unentwickelten Gebieten zu i h r e r Entwicklung und
Verbesserung zugaenglich zu machen."
12. Der Zusamnembruch Chinas wirkt alarmierend auf u n s , und wir haben ernste
Bedenken zu der korrupten, reaktionaeren und antidemokratischen P o l i t i k der
Chiang-Kai-Check Regierung.
13» Unsere Regierung muss eine neue P o l i t i k verfolgen, die die Voelker Asiens
auf unsere Seite b r i n g t . Wir nuessen die Bewohner der Philippinen in ihren Bemuehunger, zur Selbstbestimmung und Unabhängigkeit u n t e r s t u e t z e n .

- 8 -

�11|. Wir befuerwoten die allgemeine Abroestung; Voraussetzung dafuer i s t
jedoch, dass das MLlitaerpotential a l l e r Laender nicht v e r h e i m l i c h t , und die
Abruestung u e b e r a l l g l e i c h m a e s s i g durchgefuehrt wird» Ohne d i e s e Voraussetzung
kann Amerika nicht ahruesten.
15* Wir widersetzen uns jedem Versuch, die Kontrolle der Atomenergie i n
m i l i t a e r i s c h e Haende zu uebergeben*
Als treue amerikanische Buerger stehen wir mit unserem Herzen, unserem Geist
und unserer Kraft fuer d i e s e Z i e l e . "
Unter dem B e i f a l l von 2|0° D e l e g i e r t e n , die sich b e g e i s t e r t von ihren S i t z e n
erhoben und "mehr" v e r l a n g t e n , sprach A r b e i t s m i n i s t e r Maurice J . Tobin zum
Kommunismus*
"In der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung haben wir keinen P l a t z fuer
Kommunisten," sagte Tobin, "denn wir lehnen nicht nur die kommunistische I d e o l o g i e
a b , sondern haben auch die Ergebnisse u e b e r a l l da gesehen, wo e s dem Kommunismus
gelungen i s t , s i c h i n der Gewerkschaftsbewegung b r e i t zu machen. Im Ausland
haben die Gewerkschaften dadurch i h r e F r e i h e i t eingebuesst und sind gezwungen,
a n t i - g e w e r k s c h a f t l i c h e n Zwecken zu d i e n e n . Ich kann h i e r o f f e n sagen, d a s s i n
unserem eigenen Lande Organisationen aufgetaucht s i n d , die im Solde e i n e r fremden
Macht stehen* Wir wuenschen h i e r i n unserer ameri kanisehen Gewerkschaftsbewegung
keine A g e n t e n d e s Kreml."
Tobin e r k l a e r t e w e i t e r h i n , dass aus diesem Grunde die Gewerkschaftsbewegung
Amerikas mit solchem E i f e r bestrebt s e i , die f r e i e n , demokratischen Gewerkschuften
Europas vor t o t a l i t a e r e n U e b e r g r i f f e n zu r e t t e n .
"Eine weltumfassende Organisation i s t i n London im Entstehen b e g r i f f e n , der
s i c h auch die AFL, der CIO und andere amerikanische Gewerkschaften angeschlossen
haben, um gemeinsam den Machenschaften des e n t l a r v t e n Weltgewerkschaftsbundes
(WFTU) entgegenzuarbeiten. Die o r g a n i s i e r t e n Arbeiter der demokratischen Laender
muessen i n Gemeinschaft oder auch e i n z e l n dabei m i t h e l f e n . Solange die f r e i e
Gewerkschaftsbewegung zur Haelfte w e i s s und zur anderen Haelfte r o t i s t , hat s i e
n i c h t die g e r i n g s t e Chance, ihre Rechte wahren zu koennen* S i e muss s i c h s e l b s t
von jeder inneren Schwaeche freimachen, um a l l e n Bestrebungen von aussen her g e wachsen zu s e i n , die s i e dem Weltkommunismus und seinen boesartigen Flaenen g e f u e g i g machen s o l l e n * "

CIO KJ EHRER SiKICHT ZUR FfiüGE DES WIRTSCH*FTSFRI EDENS
Clinton S . Golden, Berater fuer Arbeit und Gewerkschaftsfragen i n der Marshall
Plan Verwaltung (ECA), h i e l t a n l a e s s l i c h der Jahreskonferenz der G e s e l l s c h a f t fuer
Gesundheitswesen i n der I n d u s t r i e ( I n d u s t r i a l Hygenie Foundation) kuerzlich i n
Pittsburgh e i n e Ansprache und s t e l l t e f e s t , dass durch U n f a e l l e i n der I n d u s t r i e
den Gewerkschaften und den Unternehmern im vergangenen Jahre h B i l l i o n e n Dollar
verloren gegangen seien*
Golden e r k l a e r t e , dass s i c h t r o t z der ausfuehrlichen und a e u s s e r s t b e f r i e digenden Berichte v i e l e r Unlrnehmer, Gewerkschaften und Bundesbehoerden die Zahl
der A r b e i t s u n f a e l l e im vorigen Jahr auf 1.95°*000 belaufen habe. Davon waeren
16.500 toedlich ausgegangen, und 86.000 h a e t t e n dauernde Arbeitsunfaehigkeit
zur Folge gehabt. Immer noch wuerde a l l e k Minuten eine amerikanischer Arbeiter
g e t o e t e t oder verkrueppelt und a l l e 15 Sekunden e i n e r v e r l e t z t .
Der ECA B e r a t e r , der frueher Sekretaer des Verbandes der V e r e i n i g t e n S t a h l a r b e i t e r von Amerika war, forderte mit a l l e r E i n d r i n g l i c h k e i t die Zusammenarbeit
der Gewerkschaften und Unternehmer, um dieeem Sicherheitsproblem zu Leibe zu gehen*
•Es i s t bedauerlich," s a g t e Golden, "dass die Unternehmer bei sehr v i e l Gelegenh e i t e n nicht nur dem I n t e r e s s e der Gewerkschaften fuer d i e s e Fragen, sondern auch
dei" aktiven Anteilnahme i h r e r eigenen Vertreter keine Beachtung geschenkt haben."

- 9 -

�Der Tatsache, dass man den Gewerkschaften nicht erlaubt habe, sich fuer
Sicherheitsprogramme einzusetzen, und ihre diesbezuegliche Zustaendigkeit
angezweifelt habe, sei zum Teil das enorme Ansteigen der Mitgliederzahl i n den
Gewerkschaften zuzuschreiben»
Golden wies auf die Marshall Plan Verwaltung hin und bezeichnete sie a l s
nachzuahmendes Vorbild bezueglich der Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften
und Arbeitgebern« Er sagte, dass i n dieser Organisation zu Beratungen ueber
allgemeine R i c h t l i n i e n oder Verwaltungsmethoden Vertreter der.Gewerkschaften,
Unternehmer- und Handwerksverbaende, der Bauernverbaende und freiberuflichen
Verbaende hinzugezogen wuerden. Sie beraten a l s Gleichberechtigte und s t e l l e n
ihre besonderen Kenntnisse, Faehigkeiten und Talente in den Dienst der gemeinsamen Sache, des Marshall Plans»
Wenn man z.B. der Geschaeftswelt im ECA Programm offensichtlich vor der
Arbeiterschaft und den Bauern den Vorrang gegeben h a e t t e , fuegte Golden hinzu,
dann waeren a l l e moeglichen Bemerkungen ueber "unberechtigte Bevorzugung"
laut geworden»
Golden b e r i c h t e t e von den Untersuchungen, die von der National Planning
Association (Nationale Gesellschaft fuer Planung) ueber, die "Ursachen des
I n d u s t r i e l l e n Friedens" durchgefuehrt wurden. Leute aus a l l e n Schichten des
Volkes seien gebeten worden, Firmen und Verbaende zu nennen, i n denen nach i h r e r
Meinung gute Verhaaltnisse herrschten« Tausende von Zuschriften bekundeten das
grosse I n t e r e s s e an diesen Untersuchungen. Zwar koennten noch keine enagueltigen
Schlussfolgerungen gezogen werden, fuegte er hinzu, aber Jrotzdem waeren schon
bestimmte Grundsaetze genau zu erkennen.
•Einer davon," sagte e r , " i s t , dass sich Unternehmer sowohl wie Gewerkschaften
a l s berechtigte und nuetzliche soziale Einrichtungen gegenseitig anerkennen»"
Golden fuehrte ferner uus, dass bei einem solchen Verhaeltnis die Gewerkschaften die Belegschaft ueber das Unternehmen und seine Probleme u n t e r r i c h t e t e n ,
und dadurch mehr Arbeitnehmer die Sicherheit und Regelmaessigkeit der Beschaeftigung, gepaart mit dem erfolgreichen Funktionieren des B e t r i e b e s , erkennen wuerden»
S t r e i t i g k e i t e n sind damit auf ein Mindestmass beschraenkt, wenn nicht sogar gaenzl i c h ausgeschlossen»
• S i c h e r h e i t , Gesundheitswesen in der I n d u s t r i e und eine Menge anderer Probleme," sagte e r , "werden zum gemeinsamen Anliegen a l l e r . "
Der ECA Beamte e r k l a e r t e vor seiner Zuhoererschaft, dass aus der gegenwaertigen Lage in Europa viel gelernt werden koenne« Der Konflikt, der aus
Differenzen zwischen Gewerkschaft und Unternehmer entstehe, koennte sich auf
ganze Bezirke, j a auf die gesamte Nation ausdehnen und s c h l i e s s l i c h sogar den
Frieden der Welt bedrohen.
Er schloss mit den Worten» "Stellen Sie sich b i t t e vor, was das Ergebnis
sein wuerde, wenn jeder Einzelne, a l l diese Organisationen und die Unternehmerund Gewerkschaf tsverbaende gemeinsam danach s t r e b t e n , sichere und gesunde Arbeitsplaetze zu schaffen, die den A r t e i t e r n Zufriedenheit i n i h r e r Arbeit und innerhalb
i h r e r Arbeitsgemeinschaft geben koennten."
ECA Mitteilung
18. November 1%9

FAIR DE»L Fügt EIN BESSERES LEBEN
Praesident Truman e r k l a e r t e i n der vorigen Wcche, dass er ungeachtet der
"Reaktionaere" der aeussersten Rechten und aeussersten Linken das Land besseren
Z e i t e n entgegenfuehren werde. Hr. Truman sprach in S t . Paul a n l a e s s l i c h des
100. Jahrestages der Verfassung von Minnesota.

10 -

�Der groesste T e i l seiner Rede g a l t dem Fair-Deal Programm} wir entnehmen
folgende Auszuege:
•Die P o l i t i k , die wir verfolgen, beruht auf folgenden Erkenntnisseni
•Farmer muessen, ebenso wie die Geschaeftsleute, eine gerechte Bezahlung
fuer ihre Erzeugnisse e r h a l t e n .
•Arbeiter haben auf angemessene Loehne und Gleichberechtigung bei Tarif Verhandlungen Anspruch« .
4

•Kleineren Geschaeften und Genossenschaften muessen gute Erfolgsmoeglichkeiten geboten und sie duerfen von Monopolgebilden nicht erdrueckt werden«
•Das ganze Volk muss Anteil an unseren grossen natuerlichen Materialquellen
haben, und sie duerfen nicht im I n t e r e s s e p r i v a t e r P r o f i t g i e r ausgebeutet werden«
"Die a l t e n Leute und Koerperbehinderten muessen ein sicheres Einkommen haben,
um nicht auf die Wohltaetigkeit anderer angewiesen zu sein.
"Familien muessen gegen Lohnausfall infolge U n f a l l , Krankheit oder Arbeitsl o s i g k e i t geschuetzt sein«
•Alle unsere Buerger muessen anstaendige Wohnungsmoeglichkeiten zu vernuenftigen Preisen haben«
•Den jungen Menschen xaiessen Ausbildungsmoeglichkeiten geboten werden, damit
wir eine aufgeklaerte B ü r g e r s c h a f t haben.
"Der Gesundheit und a e r z t l i c h e n Betreuung eines jeden - und nicht nur einer
kleinen Schicht - süss mehr Beachtung geschenkt werden«
"Alle Amerikaner haben nach dem Gesetz gleiche Rechte und Moeglichkeiten,
jeder kann sich am nationalen Leben b e t e i l i g e n , ohne befuerchten zu nuessen.aus
irgendeinem Grunde benachteiligt zu werden."
ü« S. Arbeitsministerium
Weekly Labor News Digest
9. November 1949
INTERNATIONALE VERBUNDEttiEIT
William Green, der Praesident des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL,
e r k l a e r t e , " d a s s die Gewerkschaftsbewegung der Vereinigten Staaten den Marshall
Plan u n t e r s t u e t z e , weil sie den Wunsch habe, den von einem grausamen Kriege betroffenen Voelkern Europas zu helfen."
•Sie bezahlten einen schrecklichen P r e i s fuer die F r e i h e i t der Welt," sagte
Green« "Es i s t recht und b i l l i g , dass wir ihnen jedmoegliche Hilfe zur Wiederaufrichtung i h r e r Wirtschaft und Sicherheit zukommen l a s s e n . •
Bei einem Empfang, der der AFL zu Ehren einer Besuchergruppe von 11 englischen
Gewerkschaftlern gegeben h a t , h i e l t Mr. Green eine i n t e r e s s a n t e Ansprache« Diese
Gruppe h a e l t sich zum Studium der i n der amerikanischen I n d u s t r i e zur Anwendung
gekommenen Produktivitaetsmethoden i n den Staaten auf. Mr. Green fuehrte unter
anderem aus:
•Der AFL hat den Marshall Plan von Anfang an u n t e r s t u e t z t . Wir haben uns
ohne Vorbehalt entschlossen h i n t e r die Regierung g e s t e l l t , um sie i n der Ausfuehrung
d i e s e s bedeutsamen Programms zu u n t e r s t u e t z e n . "
Der amerikanische Arbeiterfuehrer, dessen E l t e r n aus Wales stammen, brachte
der Gruppe gegenueber zum Ausdruck, dass der AFL keine Einmischung i n die Ange- 11 -

�l e g e n h e i t e n der b r i t i s c h e n R e g i e r u n g dulden w u e r d e .
• S i e und I h r e Freunde haben i n d e r r e a k t i o n a e r e n P r e s s e von der K r i t i k g e l e s e n ,
d i e i n unserem Lande an d e r Regierung Englands geuebt w i r d . Wir verwerfen d i e s e
K r i t i k und moechten S i e d a r a n e r i n n e r n , d a s s d i e R e a k t i o n a e r e n i c h t im Sinne der
A r b e i t e r s c h a f t s p r e c h e n . Die wahren Freunde des e n g l i s c h e n Volkes i n den Vere i n i g t e n S t a a t e n sind d i e A r b e i t e r und i h r e P a e h r e r . Die Regierung G r o s s b r i t a n n i e n s
h a t das R e c h t , i h r Programm durchzufuehren und dabei keine fremde Einmischung zu
dulden."
ECA Labor I n f o r m a t i o n
1 1 . November 19^9
GRUBENHOLZ AUS DEM TROPEN?
Eine k l e i n e r e Gruppe von S a c h v e r s t a e n d i g e n d e s Timber Committee i n der Organ i s a t i o n fuer E u r o p a e i s c h e W i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit h a t Untersuchungen ueber
d i e Verwendungsmoeglichkeiten von Bambus und Palme a l s Grubenholz a n g e s t e l l t . Die
Gruppe b e s t e h t a u s Deutschen, - d i e schon e i n i g e Versuche auf diesem Gebiet d u r c h g e f u e h r t haben - F r a n z o s e n und H o l l a e n d e r n , i n d e r e n B e s i t z u n g e n i n Uebersee das
n o e t i g e Holz f u e r den Export b e r e i t l i e g t . Die Versuche werden i n den K ö h l e f e l d e r n
d e s R u h r g e b i e t e s vorgenommen werden. S o l l t e n s i e E r f o l g h a b e n , dann wuerde t r o p i s c h e s
Holz zum e r s t e n m a l d i e g e l a e u f i g e n S o r t e n von Grubenholz i n Westeuropa e r s e t z "F haben»
A r b e i t s n a c h r i c h t e n b l a t t des ERP
1 . - 1 5 . Bovember 1949
- 12 -

Office of Labor A f f a i r s
H1C0G, APO 757

OFFICIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Dl« folgenden Artikel «teilen Aaaiage aaa dar amerlkaaiachen Preeee «ad anderen Quelles dar aad dlaaaa
dar Information daatachar Radaktaura, dar Gawarkachaltaa. Gawarkackaitaackalea aad daraa Mitglieder.
Von dlaaaat Material kaaa uneingeschränkt Oabranck gamackt wardaa.
Waltara Examplare können koataalaa bal
Office oi Labor Affair«
HICOG, APO 757, Frankfurt
aagalordart wardaa. Aal Waoack wardaa dlaaa aack einzelnen Iataraaaaataa dirakt durch dl« Poet lugeleit« I.
Dar lakalt dar „Arbeitemitteilaagea" tat alckt ala offizielle Maiaaag odar Stellungnehme dar amerlkeniechea
MUttlrragiamag, noch Irgaadalaar Dlaaatatalla dar Regierung dar Varaialgtaa Staaten aufsafaaaaa.

I I - il2

Frankfurt, 2 3 . Dezember 19A9

INHALTSVERZEICHNIS
England baut auf - - - - - - - - - - - - - - —
1
Gesundheitszentrale fuer Arbeiter - - - - - - 2
Lebensstandard i n den ü.S.A. - - - - - - - - - 2
Belegschaftsmitglieder machen innerbetriebliche
Verbesserungsvorschlaege - - - - - - - - - 3
Der Marshall Plan e r r e i c h t sein e r s t e s Z i e l - - 3
Binnenschiffahrtswege Westeuropas - - - - - - 5
Hoffmant 'Niedrigere Preise u. hoehere Loehne - 6
Europaeische Gewerkschaften zum Wiederaufbau - - 7
Gewerkschaften Deutschlands im Kampf um
Demokratie - - - - - - - - - - - - - - - - 9
Fachausbildung fuer ungelernte Arbeiter i n
Daenemark - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 0
Punkt-4-Programm - - - - - - - - - - - - - - - H
ENGLAND BiüT gfflfj
Zur Erhoehung der Produktionsleistung i n der S t a h l i n d u s t r i e hat die Marshall
Plan Verwaltung England Maschinen im Werte von 27 Millionen Dollar zur Verfuegung
gestellt«
Dies e r k l a e r t e W. John Xenney, Chef der ERP-Sondermission i n England, nach
einer Inspektionsreise zur Besichtigung der im Aufbau befindlichen Abbey Works
i n Port Talbot, Wales.
Zu den in den Vereinigten Staaten h e r g e s t e l l t e n Maschinen gehoeren ein Walzwerk zum Abflachen von Stahlbloecken und ein Reduzierwalzwerk, das laufend
6 Fuss breite S t a h l p l a t t e n h e r s t e l l e n kann.
Im Anschluss an seinen Besuch sagte Kenneyt "Wir sehen hier i n England ein
typisches Beispiel fuer die ERP-Hilfe zur Steigerung der Produktionsleistung«
Zur wirtschaftlichen Wiedergesundung Englands muss, wie i n a l l e n uebrigen
ERP-Laendern, die Produktionsleistung unverzueglich und erheblich erhoeht werden,
und jeder einzelne nuss sich daran b e t e i l i g e n . Diese Steigerung kann unter folgenden
Bedingungen e r z i e l t werden: Hoechst f o r t s c h r i t t l i c h e und wirksame Arbeitsmethoden«
groesstmoegliche Anwendung mechanischer H i l f s m i t t e l und moderner Maschinen. Wenn
das englische Volk die Dollarluecke schliessen und seinen Lebensstandard verbessern
w i l l , dann gibt es keinen anderen Weg."
6.000 Arbeiter sind nun am Projekt beschaeftigt. Bei Erreichung seiner vollen
Produkt! onskapazitaet koennen j a e h r l i c h etwa 1.2j)0.000 Tonnen Rohstahl erzeugt werden.
ECA Labor Information
2 3 . November 1949
- 1 -

�GESUNDHEITSZENIRALE EUER -aRBEITER
Gemeinschaftswerk von Unternehmern und Gewerkschaften
P h i l a d e l p h i a , Pennsylvanien - - (Amerika Dienst) - - Eine Beratungszentrale
fuer vorbeugende Massnahmen gegen Erkrankungen wird zur Z e i t i n Philadelphia fuer
25 000 Arbeiter der amerikanischen Bekleidungsindustrie e i n g e r i c h t e t . Es handelt
s i c h um eine Gemeinschaftsleistung der Vereinigten Gewerkschaft der Bekleidungsi n d u s t r i e Amerikas, die dem Gewerkschaftsverband CIO angeschlossen i s t und des
Verbandes der B e k l e i d u n g s h e r s t e l l e r von P h i l a d e l p h i a .
Der zweistoeckige Stahlbetonbau s o l l b i s 1950 f e r t i g g e s t e l l t s e i n und eine
Flaeche von mehr a l s 4 1°° gm einnehmen. Unter anderem sind i n dem Gebaeude Warteund Untersuchungsraeume und e i n Hoersaal fuer Vorlesungen und Filmvorfuehrungen ueber
vorbeugende Medizin vorgesehen*
Es g i b t i n den Vereinigten Staaten b e r e i t s eine Anzahl aehnlicher Gesundheitsz e n t r a l e n , d i e den Gewerkschaftsmitgliedern kostenlose a e r z $ l i e h e Behandlung g e waehren. So unterhaelt d i e der AFL angeschlossene I n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaft der
Arbeiter der Damenbekleidungsindustrie sechs Gesundheitszentren i n verschiedenen
T e i l e n des Landes. Die Zentrale i n Www York hat im Jahre 1948 mehr a l s 10 000 Arb e i t e r kostenlos behandelt«
LEBENSSTANDARD IN DEN U.S.A.
S e l b s t k r i t i k und F o r t s c h r i t t
New York — (Amerika Dienst) — Der l e t z t e S t r e i k der amerikanischen S t a h l a r b e i t e r , der fuer die Gewerkschaften so e r f o l g r e i c h abgeschlossen wurde, h a t t e eine
Erhoehung der s o z i a l e n Leistungen bei Alter und Krankheit zur Folge« Immer wieder
wird i n der amerikanischen O e f f e n t l i c h k e i t gesprochen, was geschehen muss, um die
Lebensbedingungen derjenigen Schicht zu heben, die noch nicht A n t e i l an dem a l l g e meinen Wohlstand h a t . Das Regierungsprogramm Praesident Trumans, das sogenannte
"Fair Deal", und eine ganze Reihe von Massnahmen, die vom Kongress b e s c h l o s s e n wurden,
beziehen s i c h auf d i e s e Gruppe von amerikanischen Buergern, die durch A l t e r , A r b e i t s unfaehigkeit und Krankheit e i n nur geringes Einkommen a u f w e i s t .
Ein D r i t t e l des amerikanischen Volkes l e b t i n unzureichenden Wohnungen, hat
nicht genug zu e s s e n und anzuziehen«" Dieser Ausspruch stammt aus e i n e r beruehmten
Pro grammrede
des verstorbenen Praesidenten Franklin D. Roosevelt« D i e s war im
Jahre 1937» Wenn Ernest Rosee d i e s e s R o o s e v e l t - Z i t a t kuerzlich in der Sendung
"Die Stimme Amerikas" erwaehnte, w o l l t e er e i n B e i s p i e l dafuer geben, dass gerade
die fuehrenden Maenner der U.S.A. immer wieder auf die Unvollkommenheiten des Gemeinwesens hinweisen und mit i h r e r K r i t i k zu weiterem F o r t s c h r i t t auffordern. Dieser
Tage v e r o e f f e n t l i c h t e e i n Kongress-Ausschuss einen Bericht ueber die amerikanischen
Einkommensverhaeltni s s e . Danach geht e s dem Amerikaner von heute i n s e i n e r Gesamth e i t g u t , v e r g l i c h e n mit dem Lebensstandard der Menschen i n Europa und A s i e n . T r o t z dem g i b t e s auch i n Amerika noch immer eine Gruppe der Bevoelkerung, die nicht den
A n t e i l am Gesamtwohlstand h a t , den s i e haben s o l l t e «
Das D r i t t e l des amerikanischen Volkes, das vor 12 Jahren unter dem Standard
l e b t e , i s t heute auf e i n Achtel gesunken. Aus dem Kongressbericht geht hervor,
dass acht M i l l i o n e n Personen oder Familien e i n Jahreseinkommen haben, das 1000 Dollar
nicht u e b e r s t e i g t « Weitere zehn Millionen verdienen unter 2000 Dollar im Jahr« Es
sind etwas ueber 9 M i l l i o n e n , die zwischen 2 und 3000 Dollar verdienen. Die g r o e s s t e
Gruppe, f a s t li+ M i l l i o n e n , verdient zwischen 3000 und 5®00 Dollar im Jahr. Das ansehnliche Einkommenvon 5000 b i s 10 000 Dollar haben i n Amerika nicht nur d i e oberen
Zehntausend«sondern d i e s t a t t l i c h e Zahl von 7 Millionen Personen. S e l b s t i n der
Spitzengruppe, deren Vertreter mehr a l s 10 000 Dollar im Jahr verdienen, finden s i c h
1140 Personen«
Bei der Gruppe von 8 M i l l i o n e n , die nicht das Minimum e r r e i c h e n , besteht der
ueberwiegende T e i l nicht etwa aus Arbeitern. Das Wachstum der Gewerkschaften hat i n

- 2 -

�den Vereinigten Staaten dazu gefuehrt, dass die meisten Arbeiter heute zu der
mittleren Einkonmensstufe von 2 b i s 1+000 Dollar im Jahre gehoeren. Die Haelfte
dieser 8 Millionen Kleinstverdiener sind Einzelpersonen, und wenn sich eine Einzelperson fuer 1000 Dollar im Jahr auch keinen Luxus erlauben kann, so kann ein einzelner
Mensch fuer diese Summe doch wohnen, sich kleiden und essen, allerdings in bescheidenem Masse«
Von den Verheirateten 4 Millionen Kleinst Verdiener, die dann verbleiben, leben
l i Millionen auf dem Lande. Diese Farmer oder Landarbeiter haben meistens Wohnung
und Essen f r e i . Ihr Bargeldlohn i s t also nur ein Teil ihres Einkommens. Es bleiben
die 2\ Millionen Personen, die in den Staedten leben und bei denen Alter oder Krankheit
die wesentlichste Ursache ihres geringen Einkommens sind. In a l l e r Offenheit wird
zugegeben, dass noch v i e l zu tun uebrig bleibt, wenn diese so zusammengesetzten 8 M i l l i onen Menschen ihren angemessenen Teil an dem allgemeinen Wohlstand haben sollen«
BELEGSOiAl'TSMITGLIEDER MACHEN INNERBETRIEBLICHE VERBES5^UM3fiVCRSCHLAEGE
Washington .-- (Amerika Dienst) • - In amerikanischen Betrieben gehen zahlreiche
Verbesserungsvorschlaege und Anregungen zur Rationalisierung der Arbeitsverfahren
von den Belegschaftsmitgliedern aus« Eine kuerzlich durohgefuehrte Umfrage der amerikanischen Gesellschaft fuer Betrieis-Vorschlagssysteme (NASS) z e i g t , dass 1949 in 312
groesseren Gesellschaften ueber 2,7 Millionen Arbeiter und Angestellte der Betriebsfuehrung insgesamt 520 452 Verbesserungsvorschlaege eingereicht haben. Gegenueber
einer aehnlichen im Jahre 194&amp; durchgeführten Umfrage i s t die Zahl der eingereichten
Vorschlaege und Anregungen auf je 1000 Angestellte um 40% gestiegen«
Ueber 134 000 der im Jahre 1948 eingereichten innerbetrieblichen Verbesserungsvorschlaege wurden verwirklicht, und die dafuer ausgezahlten Praemien betrugen
In 226 der befragten Betriebe i s t ihre Hoohe unbegrenzt, zwei
2 237 337 Dollar.
Geselle* aften zahlten sogar Sonderpraemien von ueber 10 000 Dollar an ihre Angestellten«
Von dieser Umfrage wurden die verschiedenartigsten Wirtschaftszweige wie Krankenbaeuser, Banken, Zeitungsbetriebe, Warenhaeuser, Annoncenagenturen« staatliche Behoerden.
Beherbergungsbetriebe, Versicherungsgesellschaften und auch Betriebe der Produkt! onsgueterinduStrien e r f a s s t . Die meisten Befragten wiesen darauf hin, dass aus Vor»
schlaegen der Belegschaft auch eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Betriebsfuehrung und Arbeiterschaft entstanden i s t «
Diese innerbetrieblichen Verbesserungsvorschlaege, erklaerte der Praesident der
H*SE und Leiter des innerbetrieblichen Vorschlagprogramms der amerikanischen "Biscuit
Company11, Harry Richey, s t e l l e n einen engen Kontakt zwischen der Betriebsleitung und
dem Mann am Fliessband her. Es i s t eines der besten Verfahren, um den Nachwuchs zu
schulen und auszuwaehlen. Bereits heute greifen viele amerikanische Betriebe bei
Befoerderungen auf solche Arbeiter zurueck, die gute Verbesserungsvorschlaege eingereicht haben«
DER M*RSH*LL PL*N EfiKB CHT SEI*f Vflgnw 7-TET
SCA - Dollarzuschuesse haben in 18 Monaten die westlichen Nationen
auf den Weg zur Wiedergesundung gebracht. (Von Norman H, Collison).
Norman H. Collison i s t kuerzlich aus dem Amt ausgeschieden, nachdem
er a l s ECA-Vertreter und Chef der ECA-MLesion in Deutschland nahezu
s e i t Beginn des Marshallplans t a e t i g gewesen war. Sein besonders
fuer die "Stars and Stripes* geschriebener Artikel i s t sowohl ein
Rechenschaftsbericht ueber seine Taetigkeit in Deutschland als auch
ein Bericht ueber die Fortschritte des Marshallplanes«
In den ersten 18 Monaten seines Bestehens hat der Marshall Plan seine erste
Hauptaufgabe e r f u e l l t i er hat die europaeische Wirtschaft wieder auf annaehernd normalen Stand gebracht«

3

�Xs bedarf keiner besonderen fachmaennisehen Kenntnis« um f e s t z u s t e l l e n ,
in welchem Ausmass die europaeischen Laender sich s e i t Beginn des Marshallplanes im April 1948 erholt haben* Man braucht nur um sich zu schauen und,
sagen wir, das Deutschland von/heute mit dem Deutschland vor einem Jahr zu
vergleichen, um f e s t z u s t e l l e n , welche enormen Fortschritte in der Versorgung
des Durchschnittsverbrauchers mit den lebenswichtigsten Guetern e r z i e l t worden
sind« Die traurigen Ersatzwaren sind nahezu vollkommen aus den Regalen der
Geschaefte verschwunden, und an ihre S t e l l e sind echtes Leder, gutes Leinen,
erstklassige Textilien und praktische Verkaufsgueter getreten«
Die Lebensmittellage hat sich enorm gebessert« Ein deutsches Restaurant
i s t nicht mehr auf den schwarzen Markt angewiesen, um eine Minimalmahlzeit
zu hoechsten Preisen anbieten zu koennen« Heute kann ein Deutscher oder e i n
Amerikaner in deutschen Restaurants ein Diner bestellen, das in Qualitaet und
Menge einer Vorkriegstaahlzeit gleichkommt« Die deutsche Hausfrai km n heute
so einkaufen, dass s i e ihrer Familie taeglich abwechslungsreiche Mahlzeiten
von hohem Naehrwert vorsetzen kann, die den Vorkriegsverhaeltnissen schon
wieder sehr nahe kommen«
Die Probleme, denen sich die deutsche Industrie gegenuebersieht, haben
sich s e i t Anlauf des Marshall planes radikal geaendert. Das Hauptproblem i s t
nicht mehr, die Fabriken in Betrieb zu bringen; sie sind in Betrieb und in
gewissen HerstellungsSektoren schon ueber dem Vorkriegsstand. Auch der Gesamtindex der industriellen Produktion hat sich auf etwa 90# des deutschen Standes
von 1936 erhoeht«
Diese umfassenden Veraenderungen haben sich nicht nur in Deutschland,
sondern ueberall in Europa abgespielt« Der Wiederaufbau in anderen europaeischen
Laendern i n den letzten 18 Monaten war sogar noch erstai nlicher« Ausserhalb
Deutschlands i s t z.B. die Industrieproduktion weit ueber den Stand von 193&amp;
angestiegen, und eine gleiche ausgesprochene Verbesserung der Versorgung des
Durohschnittsverbrauchers mit Lebensmitteln i s t fuer nahezu ganz Europa
charakteristisch« Politische I n s t a b i l ! t a e t , wie sie die wirtschaftliche Unsicherheit der unmittelbaren Nachkriegszeit hervorgerufen hatte, hat sich zur
Zeit gelegt« Auch i n Laendern, die noch vor zwei Jahren am Rande des Zusammenbruchs standen, sind stabile 1 Regierungen errichtet worden«
Koch sind schwierige Aufgaben zu bewaeltigen.
So sieht e s auf der Habenseite der Rechnung aus, das sind die Erfolge,
die e r z i e l t worden sind. Aber in der Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit, der amerikanischen Behoerde, die den Marshallplan verwaltet, macht sich
niemand vor, dass die Sorgen und Noete Europas schon geloest oder beendet seien*
Die wesentlich schwierigeren und sicherlich groesseren Aufgaben liegen noch vor
uns. In den naechsten Monaten wird bestimmt v i e l von wirtschaftlicher Vereinheitlichung und Produkt!vi taet gesprochen werden. Das sind die beiden Hauptthemen, auf die besonderes Gewicht gelegt werden muss, damit Europa wirtschaftlich
von der amerikanischen Hilfe unabhaengig wird und so den amerikanischen Steuerzahler von der Buerde befreien kann, die er auf sich genommen hat«
Mach Ansicht der ECA i s t die wirtschaftliche Vereinheitlichung Europas
das Gebot der Stunde, wenn der europaeische Wiederaufbau-Plan ein wirklicher
Erfolg sein soll« Doch die Erreichung dieses Zieles i s t eine wirtschaftliche,
politische und diplomatische Aufgabe, die historischen europaeischen Traditionen
entgegenlaeuft« Es i s t paradox aber wahr, dass es fuer den Amerikaner, der an
dem ungeheuren freien Markt seiner 48 Staaten geschult i s t , v i e l leichter i s t «
in europaeischen Begriffen zu denken, a l s fuer einen Europaer, der s e i t Jahren,
j a , s e i t Jahrhunderten seinen eigenen Nationalismus gepflegt und kultiviert hat«
Zollschranken, Handelsbeschraenkungen, Unterstuetzungsgelder fuer einheimische
Industrien und Ausbeutung des auslaendisehen Kaeufers sind lange Zeit in Europa
uebliche Praktiken gewesen« All diese unfairen Handelspraktiken nuessen aber
b e s e i t i g t werden, wenn die wirtschaftliche Vereinheitlichung Europas aus einem
Schlagwort zur Wirklichkeit werden soll«

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�Die Organisation fuer europaeische wirtschaftliche Zusammenarbeit, eine
europaeische Koerperschaft mit einer Zentrale in P a r i s , i s t das Organ, mit
dessen Hilfe der Vereinheitlichungsplan durchgefuehrt werden soll« Diese Gruppe
aus Vertretern der 18 ERP-Laender hat die von den einzelnen europaeisehen
Laendern vorgelegten Programme aufeinander abzustimmen, sie anzunehmen oder
abzulehnen, wobei ihr a l s Richtschnur eher das gesamteuropaeische Wohl a l s
das der einzelnen Nationen dient»
Es sind b e r e i t s F o r t s o h r i t t e gemacht worden auf dem Gebiet der Ausschaltung einiger Einfuhrbeschraenkungen sowie durch Aufnahme technischer Studien
mit dem Z i e l , den Europäern dabei zu helfen, sich wirtschaftlich l i e b e r gegens e i t i g zu ergaenzen, a l s durch halsabschneiderische Preise miteinander zu
konkurrieren. Dinge wie der inter europaei sehe Zahlungsplan, dessen Z i e l e s i s t ,
die Frage des freien Umtausches der Waehrungen zu loesen, sind in Angriff genommen worden} und wenn auch ein f r e i e r Austausch der Waehrungen noch nicht
verwirklicht werden konnte, so i s t doch e i n b e t r a e c h t l i c h e r F o r t s c h r i t t i n
dieser Richtung e r z i e l t worden«
Das Endziel!

Freie Marktwirtschaft»

Die Amerikaner duerfen nicht erwarten, dass diese Dinge ueber Nacht e r l e d i g t
werden. Das Ziel einer freien europaeischen Marktwirtechaft, i n der die Waren
ungehindert durch Zoelle und andere kuenstliche Massnahmen von Land zu Land
f l i e s s e n koennen, l i e g t noch im Weiten} aber die Benuehungen der MarshallplanVerwaltung in Deutschland und i n ganz Europa werden darauf g e r i c h t e t bleiben,
dieses so wuenschenswerte Z i e l zu erreichen«
Die Erhoehung der Produktivitaet der europaeischen Industrie i s t das andere
Hauptproblem, dem sich die ECA und die europaeischen Laender selbst gegenuebersehen« Wenn Buropa nach Beendigung des Marshallplanes im Jahre 1952 von
zusaetzlichen Dollarzuschuessen unabhaengig werden s o l l , nuessen seine Produkte
auf dem Weltmarkt mit den amerikanischen konkurrieren koennen. Sie koennen aber
nur daan konkurrenzfaehig werden, wenn die Gestehungskosten gesenkt werden koennen«
Mangel an I n v e s t i t i o n s k a p i t a l , an technischen Kenntnissen und i n vielen
Faellen auch ein Mangel an echtem Enthusia smus haben bisher den Produkti ons**
drang gedaempft und werden ihn vermitlich noch weiterhin daerapfen. Aber wenn
die physischen und geistigen Hindernisse nicht ueberwunden werden, wenn die
Leistungsfaehigkeit nicht wesentlich g e s t e i g e r t wird, sind die Aussichten fuer
den wirtschaftlichen Fortbestand Europas ohne a f r i k a n i s c h e Hilfe sehr gering«
Der Marshallplan war a l s Instrument der wirtschaftlichen Genesung i n
Angriff genommen worden. Irgendwelche p o l i t i s c h e n Verpflichtungen h a t t e e r
nicht uebernommen« Doch i s t l e t z t e n Endes eine dauernde wirtschaftliche Gesundung nicht i n einer Atmosphaere von Eifersucht, Misstrauen und der Errichtung
kuenstlicher Schranken zum Nachteil der Nachbarlaender auf einem sonst wahrscheinlich freien Markt zu erreichen«
BINNENSCHIFFAHRTSiEGE WESTEUROPAS WIEDER VOLL IN BETRIEB
Einem Bericht des ECA Sachverständigen fuer Binnenschiffahrtswege zufolge
i s t die Wiederaufnahme des Verkehrs auf den Fluessen und Kanaelen Westeuropas
soweit gediehen, dass "die einzige Beschraenkung im Angebot b e s t e h t . "
Alle Truemmer der gesprengten oder bombardierten Bruecken und Schleusen
sind praktisch b e s e i t i g t worden, und es stehen genuegend Last- und Schleppkähne zur Verfuegung, um a l l e Transportauftraege ausfuehren zu koennen. Wie
vor dem Kriege bestehen f a s t keinerlei Schwierigkeiten mehr.
Der ECA Sachvestaendige s c h a e t z t , dass sich i n diesem Jahr die auf Binnenschiffahrtswegen befoerderte Gesamttonnage i n den Marshallplan Laendern auf
175 Millionen Tonnen belaufen wird« Das waeren ungefaehr 2% der gesamten
inlaendiachen Fracht - d.h. a l l e r auf dem Wasser, mit der Bahn und mit Kraft-

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�fahrzeugen befoerderten Gueter. Allein auf dem Rhein, dem Herzen des Wasserstrassennetzes Europas, werden in diesem Jahre 50 Millionen Tonnen Fracht
befoerdert werden. Die Flotte der deutschen Schleppkaehne, Tanker und lastkaehne
zaehlt augenblicklich ungefaehr 6.000 Einheiten« Das durchschnittliche Ladevermoegen eines Lastkahnes entspricht ungefaehr dem i|0 deutscher Lastkraftwagen
oder 20 amerikanischer«
Die Wiedererstellung der Schiffahrtsmoeglichkeiten auf dem Rhein i s t hauptsaechlich von den a l l i i e r t e n Besatzungsmaechten in Deutschland und von der
wiederauflebenden deutschen Wirtschaft unterstuetzt worden« Im uebri gen Westeuropa
waren es Marshallplan-Gelder - namentlich Gegenwert Fonds - durch die im wesentlichen
die Wiederaufnahme des Transportverkehrs auf binnenlaendisehen WasserStrassen
ermoeglicht wurde«
Die Marshallplan-Hilfe oder - in Deutschland - die Unterstuetzung der
Mlitaerregierung, haben sich besonders beim Wiederaufbau der im Kriege beschaedigten
Hafenanlagen bemerkbar gemacht, die zum Umladen der Fracht von Hochseedampfern
auf Schiffe des Binnenverkehrs und umgekehrt dienen.
Ferner wurde mit Hilfe von ECA-Geldmitteln der Bau eines gaenzlich neuen
Rheinkanals mit Kraftwerk- und Bewaesserungsanlagen begonnen, der Basel mit
Strassburg verbinden soll«
Die ECA i s t ebenfalls am Beginn des gewaltigen Donzere-Mondragon Projektes
b e t e i l i g t , das man auch die "TVA (Tennessee Valley Authority) Frankreichs* nennt«
Diese Anlagen werden nach ihrer Fertigstellung jaehrlich eine Elektrizitaetsmenge
von zwei Billionen Kilowattstunden l i e f e r n , und entlang, einer der schwierigsten
Strecken der Rhone wird ein schiffbarer Kanal von 25 Meilen Iaenge entstehen.
Der Gesamtplan des Rhonetals sieht die Schaffung einer durchgehenden Schiffahrtsstrasse vom Genfer See bis zum MLttellaendisehen Meere vor«
Die ECA Abteilung fuer Binnenschiffahrtswege hatte sich nicht nur mit
technischen und iusruestungsproblemen zu befassen, sondern stand auch den
beteiligten Iaendern beratend zur S e i t e , wenn e s sich um Arbeitsprobleme des
Personale der Wasserstrassen handelte. Sie nahm an Beratungen ueber einheitliche
Zollbestimmungen t e i l , die den Schiffen eine moeglichst schnelle Passierung der
internationalen Grenzen ermoeglichen sollen«
Arbeitsnachrichtenblatt des ERP
1 . - 15« November 1949
HOFFMANi "NIEDRIGERE PREISE UND HOEHERE LOEHNE."
In einer Rede, die der Administrator der Marshall Plan Verwaltung, Paul G.
Hoffman, in Los Angeles, Kalifornien, vor Mitgliedern des Ponoma Kollegiums h i e l t ,
bezeichnete er niedrigere Preise und hoehere Loehne a l s die beiden Hauptziele
im Streben nach wirtschaftlichem Wiederaufbau Europas. ?u diesem Zwecke muessten
die Preise fuer landwirtschaftliche und Industrieprodukt* gesenkt werden«
"In Europa muessen die Preise herabgesetzt werden, um groessere Absatzmoeglichkeiten schaffen zu koennen," versicherte der Chef der ECJU
"Hoehere Loehne muessen dort gezahlt werden, denn der Lebensstandard i s t zu
niedrig, um die Immunitaet gegen den Kommunismus oder irgendeinen anderen "-ismus",
der sich breit machen koennte, gewaehrleisten zu koennen."
Zur Senkung der Preise forderte Mr. Hoffman groessere Anwendung moderner
Maschinen, verbesserte Vertriebsmethoden und bessere Ausnutzung der elektrischen

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�Energie. Er legte Europa warnend nahe« eine "fundamentale Gleichrichtung' seiner
Wirtschaft vorzunehmen, um den "erforderlichen Leistungsstand" erreichen zu koennen.
Er sprach sich fuer die Wiedererrichtung eines einzigen europaeisehen Absatzmarktes aus, wie er vor 3° Jahren bestand, a l s Europa unumstritten den Mittelpunkt im Welthandel bildete«
"Ein einziger Absatzmarkt", sagte e r , "fuer den es weder mengenmaessige
Beschraenkungen fuer den Warenaustausch, noch Hindernisse fuer den freien
Zahlungsverkehr und v i e l l e i c h t keinerlei Zoelle gaebe," waere die einzige Grundlage, auf der Suropa versuchen koennte, "wirtschaftlich vollkommen unabhaengig
zu werden und einen hohen und staendig steigenden Lebensstandard zu erreichen«"
Hoffman schilderte die Erfolge, die dank des Marshall Plans bis j e t z t e r z i e l t
wurden und sagte, dass die "freien Nationen Europas mit unserer Unterstuetzung
grosse Fortschritte auf dem Wege zum Wiederaufbau und zur Stabil!taet gemacht
haetten."
Er erklaerte, dass die Ueberschreitung des Vorkriegsstandes der industriellen
Produktion um 20 Prozent eine Antwort an "diejenigen s e i , die behaupten, dass die
Arbeiter Suropas keine wirklichen Anstrengungen machten." "Sie arbeiten und
arbeiten sogar schwer," erklaerte Hoffman«
ECA Labor Information
12. Juni 1949
EaROPAEISGHE GEWERKSCHAFTEN ZUM WIEDERAUFBAU .
Die Mitarbeit der europaeisehen Gewerkschaftsbewegung am ECA Frogranm hat
i n der l e t z t e n Z e i t p o s i t i v e Formen angenommen«
Vertreter nichtkommunistischer Gewerksei af tsverbaende aus 14 europaei sehen
Laendern brachten auf der zweiten I n t e r n a t i o n a l e n Gewerkschaftskonferenz des ERP
Vorschlaege e i n , i n denen ihre B e r e i t w i l l i g k e i t zum Ausdruck kommt, ebenso t a t k r a e f t i g am Wiederaufbau mitzuhelfen, wie e s die amerikanischen Gewerkschaften
b e r e i t s getan haben«
Auf der Londoner Konferenz t r a t die f e s t e Entschlösse nheit der Gewerkschaften
z u t a g e , den Marshall Plan und d i e Verwirklichung s e i n e r Z i e l e zu unterstuetzen«
Bei Tagungen, die kuerzlich i n Skandinavien s t a t t f a n d e n , z e i g t e n die beiden
i n t e r n a t i o n a l e n Verbaende der Transport- und Bergarbeiter eine aehnliche Einstellung«
Sonderbeauftragter W« A v e r e l l Harriman h i e l t e i n e Rede, i n der er seine und
Paul Hoffmans (ECA-Administrator i n Washington) o f t zum Ausdruck gebrachte Ueberzeugung b e k r a e f t i g t e , dass die Mitarbeit der Gewerkschaften fuer das Gelingen
des Marshall Planes von ausschlaggebender Bedeutung s e i « Daraufhin wurde die
Londoner Deklaration v o r g e l e g t , angenommen und v e r o e f f e n t l i c h t «
Mr. Harriman e r k l a e r t e , dass e s i n e r s t e r Linie an den Gewerkschaftsorganisa-

tionen Europas l i e g e , die wirtschaftliche Stabilitaet auf diesem Kontinent mit
Hilfe der ECA wiederherzustellen«
"Wir wuenschen Ihre Unter stuetzung", sagte Mr. Harriman, "und wir brauchen
s i e . Wir werden Ihre Hilfe annehmen, ganz gleich in welcher Form Sie diese l e i s t e n
wollen."
In seiner Antwort griff der Gewerkschaftskongress nochmals die Worte Mr.
Harrimans auf, mit denen er die "Neuordnung der zerruetteten Wirtschaften
Europas a l s den Grundstein zum wirtschaftlichen Wiederaufbau" bezeichnete; sie
nahm o f f i z i e l l zur "Propaganda der Gegner des Marshall Plans" Stellung und
befuerwortete die oft wiederholte Erklaerung, keine Einmischung in die innerpolitischen Angelegenheiten der beteiligten Laender zu dulden. Ferner wurde die
Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, dass "diese Bestimmungen sowohl dem Inhalt
a l s auch dem Wortlaut entsprechend mit Hilfe der Kollegen aus der amerikanischen

7 -

�Gewerkschaftsbewegung befolgt werden koennen"•
Die Konferenz forderte die Beseitigung vieler Schranken, "die einen freien
Waren- und Dienstleistungs-Austausch noch verhindern, und den Wiederaufbau und
die Zusammenfassung der nationalen Wirtschaften Europas durch s t e t i g e , gemeinsame
Bemuehungen."
"Nur auf diese Weise", erklaerten die nichtkommunistischen Gewerksch af t s fuehrer Europas, "koennen die kleinen Laender von dem Druck befreit werden, den
man von aussen her auf sie ausuebt."
"Die Deklaration sieht ferner die Errichtung eines Verbindungsstabes vor,
dem der Nachrichtenaustausch zwischen den nationalen Zentren und den Gewerkediaftsvertretern bei der ECA auf dem Wege ueber den Sekretaer des Beratungs-Ausschusses
(Advisory Committee) obliegt. Zu diesem Zwecke schlagen wir jedem Teilnehmerstaat
die Ernennung eines verantwortlichen, dauernd angestellten Beamten vor, der in
ERP-Problemen geschult i s t « Ausserdem s o l l der Beratungs-Ausschuss den nationalen
Zentren Anleitungen zur Mobilisierung und Koordinierung ihrer Taetigkeiten geben*
"Und schliesslich ruft diese Konferenz a l l e beteiligten Voelker auf, ihr
Bestes fuer die Unterstuetzung der Zusammenarbeit zu tun, fuer die sich selbst
unsere nationalen Zentren einsetzen. Wir koennen der wirtschaftlichen, politischen
und sozialen Unordnung, die soviel Leid, Not und Unruhe ueber die Voelker Europas
gebracht hat, durch grosszuegige und weitgesttckte Zielsetzung im grossen wirtschaftlichen Wiederaufbau plan Herr werden* Wir sind ueberzeugt, dass sich die
organisierte Gewerkschaftsbewegung, die wir vertreten, und auf der eine grosse
Verantwortung bei dieser Arbeit ruht, dem Aufruf dieses Kongresses zur wirksamen Zusammenarbeit nicht verschliessen wird."
Die Teilnehmer des Kongresses, die diese historische Deklaration einstimmig
annahmen, waren nichtkommunistische Gewerkschaftsführer aus Oesterreich, Belgien,
Irland, Frankreich, Deutschland, I t a l i e n , Griechenland, Holland, Norwegen, Spanien
(Exilgewerkschaften), Schweden, Schweiz und England*
Ferner waren die AFL, der CIO, die Vereinigten Bergarbeiter Amerikas und
der Verband der Ei senbahngewerkschaf ts-Sekretaere vertreten* Die beiden amerikanischen Gewerkschaftsfunktionaere, die Berater fuer Arbeitsfragen Mr. Harrimans
sein werden, waren ebenfalls zugegen; Boris Shiskin von der AFL s o l l Leiter der
Abteilung Hi er Arbeit werden, und Harry Martin, der Praesident des Zeitungsarbeiter Verbandes (CIO) hat die S t e l l e eines Beraters und Sachbearbeiters fuer Arbeitsinformationen uebemommen* Er i s t vom Redaktionsstab der Zeitung "Comraercial
- Appeal" in Memphis, Tennessee, voruebergehend beurlaubt worden*
Martin war Mitglied der Delegation, die Amerika auf der Konferenz der
Vereinten Nationen fuer Pressefreiheit in Genf kuerzlich vertreten hat* Shiskin
i s t ein bekannter Arbeitsoekonome Washingtons und war lange Jahre in inneramerikanischen Angelegenheiten taetig*
Clinton S* Golden, der fruehere Vizepresident der Vereinigten Stahlarbeiter
Amerikas (CIO) und Bert M. Jewell, ehemals Praesident des Verbandes der Eisenbahngewerksdiafts-Sekretaere, sind schon lange in Washington a l s Berater fuer Arbeitsfragen des Administrators der Marshall Plan Verwaltung, Paul Hoffmen, taetig*
Beide waren schon zweimal i n Europa, um fuer die ECA zu arbeiten und werden r e g e l maessig dahin zurueckkehren*
Schon s e i t den fruehesten Tagen der ECA waren amerikanische Gewerkschaf t s fuehrer an der Planung und Programmgestaltung b e t e i l i g t . Fuehrende Persoenlichkeiten im Oeffentliehen Beratungsausschuss Mr. Hoffmans (Public Advisory Board),
der sich aus 12 Mitgliedern zusammensetzt, sind« James B. Carey, Finanzsekretaer
des CIO, Arion Everett Lyon, Sekretaer des Verbandes der EisenbahngewerkschaftsSekretaere, und George Meany, Fi nanzsekr etaer der AFL*

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�Fuer die ECA-Missionen i n den einzelnen Laendern hat man ebenfalls Berater
fuer Arbeitsfragen ernannt« Man erwartet von ihnen, dass sie gute Beziehungen
zu Mr. Martin. Mr. Shiskin und den Mitgliedern der einzelnen Missionen unterh a l t e n , um so die gegenseitige Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, ECA und
vielen anderen Kraeften, die sich in den Kampf um die Wiederherstellung der
wirtschaftlichen Unabhaengigkeit Europas eingeschaltet haben, zu foerdern. Die
ERP-Gewerkschaftsvertreter fuer Deutschland sind Mr. Harvey W. Brown, der
ehemalige Praesident der Metallarbeiter Gewerkschaft Amerikas und der fruehere
Direktor der genossenschaftlichen Rundti nkstation i n Washington, Helnuth F . Kern*
GEWERKSCHAFTEN DEUTSCHLANDS IM KAMPF UM DEMOKRATIE.
"LABOR*, eine der einflussreichsten Gewerkschaftszeitungen Amerikas,
veroeffentlichte den folgenden Bericht ueber den zweimonatigen Studienaufenthalt deutscher Gewerkschaftsfuehrer in den Vereinigten Staaten
von Amerikat
Zehn Gewerkschaftler aus oertlichen Gewerkschaftsorganisationen Deutschlands haben i h r e 60-Tage Reise durch die Vereinigten Staaten unter Anleitung
des Arbeitsministeriums beendet. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch erzaehlten
sie von ihren Eindruecken und den Hoffnungen, die sie fuer die Zukunft ihres
eigenen Laendes hegen«
Besonders beeindruckt waren sie von den Arbeitsmethoden, die sie i n den
Betrieben sahen, und die die Produktion so enormer Warenmengen ermoeglichen.
Sie haben jedoch wenig Hoffnung, dass solche F o r t s c h r i t t e auch i n ihrem Land
e r z i e l t werden koennen. Und dafuer fuehren sie zwei Grande a m Erstens mangelt
es ihnen an Maschinen und zweitens an ausreichenden Energiequellen« Ausserdem
haben sie keine Absatzmoeglichkeiten fuer ihre Produkte«
Als jedoch die Frage der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten
aufgeworfen wurde, zeigten die deutschen Gewerkschaftler ein grosses Interesse«
Sie betonten, dass die Gewerkschaften einen der maechtigsten Faktoren im Kampf
um eine wahre Demokratie Deutschlands d a r s t e l l t e n «
Um ein Beispiel zu geben, berichteten sie von Schulungskursen, die die
Gewerkschaften fuer ihre juengeren maennlichen und weiblichen Mitglieder einger i c h t e t haben. Diese jungen Menschen waren unter H i t l e r gross geworden und
kannten b i s zum Einzug der a l l i i e r t e n Truppen nur dessen Regierungssystem.
"Wir versuchen, ihnen die Ursachen des schreck liehen Ungluecks klarzumachen,
das ueber unser Land hereingebrochen i s t " , sagte einer von ihnen, "und zeigen
ihnen die Uebel des Hitlerismus. Einige Erfolge koennen wir schon fuer uns
buchen«"
Jugend Deutschlands unpolitisch
Ein anderer s c h i l d e r t e , dass die Jugend Deutschlands heute voellig unpolitisch
s e i . "Sie empfindet, dass man sie unter H i t l e r betrogen hat und moechte deshalb
nicht denselben Fehler noch einmal begehen."
Was den Komnunismis b e t r a e f e , sagten s i e , so bestehe i n dieser Hinsicht keinerlei
Gefahr, vorausgesetzt, dass die wirtschaftlichen Bedingungen sich nicht noch mehr
verschlechterten«
Die Besuchergruppe s e t z t e sich aus Anhaengern der Christlich-Demokratischen
a l s auch der Sozialdemokratischen P a r t e i zusammen« Beide Teile waren ueberrascht
zu hoeren und zu l e s e n , dass man in Amerika den neuen Christ lieh-Demokratischen
Kanzler, Konrad Adenauer, a l s einen "Nationalisten" und Reaktionaeren bezeichnet.
Sie sind der Ansicht, dass es sich h i e r um Faelschungen oder Mi ssverstaendnisse
handeln muesse, und es i s t ihnen sehr daran gelegen, vor i h r e r Rueckreise herauszufinden, woher diese Geruechte können.

- 9 -

�Einigkeit innerhalb der Gewerkschaftsbewegung
Die Mitglieder beider Parteien brachten ihre Zuversicht und Ueberzeugang
zum Ausdruck, dass in den Reihen der deutschen Gewerkschaften keine Spaltung
nach politischen Gesichtspunkten zu befuerchten s e i . Sin Mitglied der ChristlichDemokratischen Partei erklaerte, dass man in Deutschland nicht die Absicht habe«
sich einer internationalen Vereinigung Christlicher Parteien, von denen man i n
Westeuropa spricht« anzusehliessen, um die Einheit der Gewerkschaftsbewegung
nicht zu untergraben»
Die zahn Gewerkschaftler kommen aus verschiedenen Industriezweigen, und e s
befinden sich zwei trauen unter ihnen. Die Unterredungen wurden mit Hilfe von
Dolmetschern gefuehrt, und es war eine voellige Uebereinstimmung der Meinungen
ueber die zur Sprache gebrachten Probleme f e s t z u s t e l l e n .
FACHAUSBILDUNG FJBR UNGELERNTE ARBEITER IN DAKNKMARK
Der Metallarheiter-Verband i n Daenemark fuehrt augenblicklich e i n Programm
zur Fachausbildung ungelernter Arbeiter durch, womit dem Mangel der zum Wiederaufbau erforderlichen Facharbeiter begegnet werden soll«
Um den staendig wachsenden Bedarf an Facharbeitern decken zu koennen, hat
dieser 50.000 Mitglieder umfassende Gewerkschafts-Verband ein FachausbildungsProgramm in Angriff genommen und g l e i c h z e i t i g die noetigen Massnahmen zur
Sicherung der Beschaeftigung der Facharbeiter getroffen.
Fuer ein Schiffsbauunternehmen werden bereits 3*000 Facharbeiter ausgebildet,
die man benoetigt, um die Produktionsquote erreichen zu koenaan. Hans Rasmussen,
der Gewerkschaftspraesident, nimmt in der daenischen Veroeffentlichung "Verdens
Gang" zu diesem Programm Stellung:
"Oberster Grundsatz, den wir unseren Erschliessungen zugrunde legen muessen,
i s t , dass ungelernte Arbeiter, die zu Facharbeit herangezogen werden, auch nach
den Tarifen der Facharbeiter bezahlt werden muessen. Ferner bestehen wir darauf,
dass ein Facharbeiter, der an einen anderen Arbeitsplatz g e s t e l l t wird, weil ein
ungelernter Arbeiter seine S t e l l e uebernommen hat, den gleichen Lohn erhalten
muss, der ihm vorher gezahlt wurde. Man i s t sich ausserdem in den meisten Faellen
darueber einig geworden, dass bei Arbeitsmangel Facharbeiter das Vorrecht auf
Beschaeftigung haben.
"Zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit unter den ungelernten Arbeitern halten
wir es fuer angebracht, diejenigen von ihnen, die schon lange Jahre in der Eisenindustrie beschaeftigt sind, in kurzfristigen Lehrgaengen zu Facharbeitern auszubilden.."
Rasmussen gab zu, dass durch dieses Programm regulaeren Lehrlingen Nachteile
entstehen koennten und sagtet "Unsere Gewerkschaft muss durch Aussprache mit den
Unternehmern Massnahmen treffen, die es verhindern, dass sich die Zahl der Lehrlinge in der Industrie verringert,"
Rasmussen warnte vor einer Entwicklung, durch die langjaehrige Facharbeiter
ihrer Beschaeftigung verlustig gingen, und erklaerte, dass es im Falle einer
allgemeinen Arbeitslosigkeit in der Industrie Aufgabe der Gewerkschaften s e i ,
die Prioritaetsrechte ihrer Facharbeiter bei der Anweisung der zur Verfuegung
stehenden Arbeitsplaetze geltend zu machen«
In den Sommermonaten waren 25 - 30.000 Mitglieder der Gewerkschaft der
Ungelernten Arbeiter a r b e i t s l o s . Die Mitgliederzahl dieser Gewerkschaft belaeuft
sich auf mehr a l s 200.000. Christian Larsen, ihr Praesident, hob i n diesem
Zusammenhang die Bemuehungen der Metallarbeiter lobend hervor und fa ehrte aus»

10 -

�•Die Arbeitslosigkeit innerhalb unserer Gewerkschaft kann nicht vollkommen
behoben werden, wenn das Ausbildungsprogramm nur auf einen Industriezweig beschraenkt b l e i b t . . . Es besteht kein Zweifel, dass dieses Vorhaben auch i n
anderen Industriezweigen Beschaeftigungsmoeglichkeiten fuer Arbeitslose schaffen
koennte, wie zum Beispiel im Baugewerbe.

ICA Labor Information

12. 5« 1949

JUNKT-ii-HiOGRAMM HILFT ARBEITERN UND UNTERNEHMERN.
"Den Gewerkschaften f a e l l t eine Hauptrolle im Punkt-ij-Programm Praesident
Trumans zu," erklaerte der Staatssekretaer im Arbeitsministerium, Philipp M. Kaiser,
vor Mitgliedern der Associated ünions of Amerika (kleinerer Verband lokaler Gewerkschaften) i n Milwaukee, Wisconsin.
"Die Gewerkschaften stehen vor zwei Aufgaben", sagte Staatssekretaer Kaiser.
"Erstens muessen die Arbeiter in den technischen Fachgebieten ausgebildet werden,
um die Produktionsleistung steigern zu koennen Unsere Arbeiter und Unternehmer,
das Arbeitsministerium und auch die Internationale Arbeitsorganisation sind in
der Lage, diese Ausbildung durchzufuehren.
"Die zweite und ebenso wichtige Aufgabe besteht darin, den Arbeitern, Unternehmern und Regierungen der unentwickelten Gebiete bei der Verbesserung des a l l gemeinen Lebensstandards zu helfen, so dass die Vorteile einer gesteigerten
Produktion allen Menschen zugute kommen.
•Wir haben nicht die Absicht, anderen Nationen einen bestimmten Lebensstandard und bestimmte Arbeitsgesetze vorzuschreiben. So wie der Aufbau einer
neuen Industrie neue technische Faehigkeiten erfordert, so sind auch zur Ausdehnung einer Wirtschaft neue Methoden der Wechselbeziehungen Arbeiterschaft-Unternehmer und neue soziale Grundsaetze notwendig, um den gerechten, industriellen
Frieden zu sichern. Praesident Iruman moechte sicherstellen, dass wir nicht nur
bei der Industrialisierung der unentwickelten Gebiete mithelfen, sondern auch
deren Bewohner durch bessere Loehne fuer ihre Arbeit belohnen.
"Die amerikanische Industrie, die Gewerkscnaften und die Sachverstaendigen
in der Regierung koennen jenen Gebieten helfen, indem sie ihnen ihre technischen
Erfahrungen und fachliche Beratung z u t e i l werden lassen, die sie befaehigt,
nationale Programme zur Steigerung der Produktionsleistung zu entwerfen und durchzufuehren.
"Zunehmende Industrialisierung erfordert neue Facakraefte. Wir koennen die
Ausbildung der auslaendisehen Arbeiter an den fuer s i e bestimmten Maschinen vornehmen. Da wir selbst industrielle Ausbildungsprogramme haben, i s t es uns
moeglich, die gemachten Erfahrungen jenen Leuten mitzuteilen.
"Die in der Industrialisierung begriffenen Laender werden Ausbildungsprogramme fuer Lehrlinge benoetigen. Auch hier koennen wir helfen, indem wir ihnen
Einblick in unsere gebraeuchliehen Lehrmethoden geben.
"Das Arbeitsvermittlungsbuero im amerikanischen Arbeitsministerium kann fuer
diese Laender Flaene entwerfen, durch die der richtige Arbeiter an den richtigen
Arbeitsplatz g e s t e l l t wird und Facharbeiter aus dem Ausland fuer die eigene Industrie geworben werden koennen.
•Ohne die entsprechenden Arbeitsstatistiken i s t es nicht moeglich, bedeutende
Wirtschaftsprogramme auf gesunder Grundlage aufzubauen. Wir sind in der Lage,
auch hiermit den anderen Voelkern wertvolle Dienste leisten zu koennen.

- 11 -

�"Technische Unters tue tzung koennen wir auf folgenden Gebieten geben: Verbesserung der industriellen Gesundheit und Sicherheit* Sicherheitspruefungen i n
Betrieben und Fabriken, Arbeitslosenversicherung und die besonderen Probleme«
die die Beschaeftigung von Frauen mit sich bringt. Diese Hilfe kann jedoch nicht
nur von der Regierung g e l e i s t e t werden« sondern a l l e , die an der Dirchfuehrung
dieser Gesetze und Projekte b e t e i l i g t waren und mit unserem System vertraut sind,
muessen mithelfen.
"Das Arbeitsprogramm des Punkt-Vier i s t kein leeres Traumgebilde, das niemals
verwirklicht werden koennte. In denselben Gebieten, i n denen wir das Punkt-VierProgramm durchzufuehren gedenken, sind wir bereits mit Projekten beschaeftigt,
die man a l s Vorlaeufer bezeichnen kann.
"Die f r e i e , demokratische Gewerkschaftsbewegung, die gegen den Kommunismus
kaempft, um seine Plaene zu durchkreuzen, die auf die Zersetzung innerhalb der
Arbeiterbewegung z i e l e n , weiss das Punkt-Vier-Programm und seine Bedeutung zu
schaetzen. Sie weiss, dass Arbeiter, die unter schlechten Bedingungen leben
miessen, eher geneigt sind, den kommunistischen Manipulationen zu erliegen.
"Es i s t deshalb nicht erstaunlich, dass i n dem Satzungsentwurf der neuen Internationale freier Gewerkschaften, die gegen Ende dieses Monats i n London organ i s i e r t wird, folgende EntSchliessung enthalten i s t i 'Die Entwicklung der H i l f s quellen a l l e r Laender zu unterstuetzen, um den wirtschaftlichen, sozialen und
kulturellen Fortschritt in a l l e r Welt und besonders i n den unentwickelten Gebieten
zu foerdernJ"
Labor Press Service
ü . S. Arbeitsministerium
2 1 . November 1949

- 12 -

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

QFFICIAL

t HICOO,

9 - 3V5«, IAT,

D M . »5.

lj l

)

�</text>
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                <text>Internationale Arbeitsmitteilung, Nr. 46 - 07.01.1949</text>
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                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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                <text>Internationale Arbeitsmitteilungen Nr. 46&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen&lt;/span&gt;&lt;span&gt;der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Weitere Exemplare können kostenlos bei&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;MANPOWER-P.R.O.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;OMGUS, Berlin-Dahlem,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;angefordert werden« Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.&lt;/span&gt;</text>
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&#13;
AMERIKA&#13;
&#13;
DIENST&#13;
&#13;
SCHLÜSSEL&#13;
&#13;
U. S. F e a t u r e Service - Bad Nauheim - Goethestraße 4&#13;
&#13;
1&#13;
&#13;
�AMERIKA DIENST&#13;
&#13;
häufig in amerikanischen&#13;
Veröffentlichungen genannten&#13;
amerikanischen, britischen&#13;
und internationalen&#13;
Abkürzungen&#13;
Dienststellen&#13;
Organisationen&#13;
Einrichtungen&#13;
nach dem Stande vom Mai 1950&#13;
&#13;
U. S. F e a t u r e S e r v i c e , B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4&#13;
&#13;
�Academy - Alabama&#13;
&#13;
Academy of Motion Picture&#13;
Art8 and Sciences&#13;
&#13;
Akademie für Filmkunst und&#13;
Filmwissenschaft (priv.Einrichtung, von der Filmindustrie gefördert, gegr.&#13;
1927, Sitz los Angeles,verleiht alljährlich "Oscars"siehe diese)&#13;
&#13;
Administration of Justice&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Just izverwaltungsab t e ilung&#13;
(Leiter:Jonathan B.Rintels;&#13;
untersteht direkt dem&#13;
Justizamt (Office of General Counsel) im Amt des am,&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
CommlBsioner)&#13;
&#13;
Administrative and Financial&#13;
Services (UN)&#13;
Adult Education Program&#13;
&#13;
Amt für Verwaltung und Finanzen ( im UN-Sekretariat)&#13;
ErwachsenenbildungsprogrammJ&#13;
(auch Volksbildungaprogramm)&#13;
Beirat für Schüleraustausch&#13;
(im US-Außenministerium)&#13;
&#13;
Advieory Commisslon on&#13;
Educational Exohange,ÜS&#13;
&#13;
Ala&#13;
&#13;
Advisory Committee on International Eduoational&#13;
Collaboration&#13;
&#13;
Am.Beratungsausschuß für&#13;
internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiete des&#13;
Erziehungswesens (priv.Org.)&#13;
&#13;
Agricultural Adjustment&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für landwirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen&#13;
(ehem.Bundesbehörde im USLandwirtschaft smini st erium,&#13;
erloschen)&#13;
&#13;
Air Mail Service&#13;
&#13;
Luftpostdienst (des US-Postministeriums)&#13;
&#13;
Air Mate"riel Command&#13;
&#13;
Materialbeschaffungskommando der Luftstreitkräfte&#13;
(Außenstelle des Staatssekretariats f^.Luftstreitkräfte im US-Vcrteidigungsmin. in V/right-Patterson,&#13;
Air-Force Base Dayton,Ohio|&#13;
Kommandeur: Lt.Gen.&#13;
Benjamin Y/.Chidlaw)&#13;
&#13;
Air Security Center&#13;
&#13;
Luftsicherheitszentrale&#13;
&#13;
Aircraft Industries Association of America&#13;
&#13;
Verband am.Flugzeugfabrikanten (gegr.1919,Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Alabama&#13;
&#13;
Bundesstaat Alabama,&#13;
Hauptstadt Birmingham^&#13;
- 1 -&#13;
&#13;
�All.Commission - Aluminium Workers'&#13;
ACA&#13;
&#13;
AOJ&#13;
&#13;
Allied Conmission for&#13;
Austria&#13;
&#13;
Alliierte Kommission für&#13;
Österreich (gesohaffen durch&#13;
Abkommen zwischen England,&#13;
Frankreich, UdSSR und U.S.A.&#13;
am 4.7.45» sämtlich Mitgliedstaaten der Kommission.&#13;
Oberste gesetzgebende Behörde&#13;
in Österreich bis zur Einschränkung ihrer Befugnisse&#13;
am 28.6.46 )&#13;
&#13;
Allied Control Council&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Alliierter Kontrollrat für&#13;
Deutschland (Kitglied-utaatem&#13;
England, Frankreich, UdSSR und&#13;
U.S.A.} eingesetzt 5*6.45 Oberste gesetzgebende Körperschaft in den 4 Besatzungszonen. Stellte Arbeit ein,nachdem die UdSSR am 20.3.48 den&#13;
Rat verlassen hatten.)&#13;
&#13;
Allied Council for Japan&#13;
&#13;
Alliierter Rat für Japan (geschaffen duroh Abkommen zwischen England,UdSSR und U.S.A.&#13;
am 27.12.45,Sitz Tokioi Mitglied-ataaten: U.S.A., UdSSR,&#13;
China, sowie-gemeinsam-England,&#13;
Australien,Neuseeland und&#13;
Indien.Berät den Oberbefehlshaber in Japan,der zugleioh&#13;
Vorsitzender des Rates ist.)&#13;
&#13;
Allied High Commission&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Alliierte Hoohkommission für&#13;
Deutschland, (löste die Alliierten Militärregierungen in&#13;
Westdeutschland am 21.9.49 ab.&#13;
Sitz der am.(Hochkommissar&#13;
John J.McCloy) u.brit. (Hochkommissar Sir Brian Robertson,&#13;
ab Juni 1950 Sir Ivone&#13;
Kirkpatrick) Hochkommission&#13;
in Frankfurt a/M», der französischen (Hochkommissar&#13;
Andre* Fran$ois-Poncet) Hoohkomission in Baden-Baden.)&#13;
&#13;
All-India Women's&#13;
Conference&#13;
&#13;
Allindischer Frauenverband&#13;
&#13;
Aluminium Workers*Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Aluminiumindustrie ( der AFL angeschlossen)&#13;
&#13;
- 2 -&#13;
&#13;
�Amalgamated ülothing - Am Association for&#13;
Gifted Children&#13;
Amalgamated Clothing&#13;
Workers of America&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Bekleidungsindiistriearbeiter&#13;
(siehe unter Clothing Workers)&#13;
&gt;&#13;
&#13;
Amalgamated Union&#13;
&#13;
Misch- und Multigewerkschaft&#13;
(eine Kombination mehrerer&#13;
Facharbeitergewerkscha-ften&#13;
einer Industrie)&#13;
&#13;
Amateur Athletic Union&#13;
of the U.S.&#13;
&#13;
Verband am.Sportamateure&#13;
(gegr. 1888| Sitz New York)&#13;
&#13;
Ambassador&#13;
&#13;
Botschafter ( von Großmächten)&#13;
&#13;
Ambassador at large&#13;
&#13;
Sonderbotschafter&#13;
&#13;
American Academy of Arts&#13;
and Letters&#13;
&#13;
Amerikanische Akademie für&#13;
bildende Kunst u.Literatur&#13;
(gegr. 1904, Sitz N.Y.|&#13;
50 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Academy of Arts&#13;
&#13;
Am.Akademie für Kunst u.'Wissenschaft (gegr,1780| 792 aktive,&#13;
42 inaktive, 124 ausld» Ehrenmitgliederj Sitz Boston,Mass.)&#13;
&#13;
AA&#13;
&#13;
American Airways&#13;
&#13;
(Am. Transatlantik-Zivilluftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
AAA&#13;
&#13;
American Arbitration&#13;
Association&#13;
&#13;
Am« Schiedsgesellschaft (erstrebt die Ersetzung von Gerichtsverfahren durch Schiedsverfahren, bes» im Geschäftsleben; gefördert von Anwaltsverbänden, Behörden,Importund Exportkaufleuten)&#13;
&#13;
AAU&#13;
&#13;
AAp&lt;? American Association&#13;
for Democratic Germany&#13;
&#13;
Am»Gesellschaft für ein demokratisches Deutschland (vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Germany - Arbeitsausschuß&#13;
zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
AAAS&#13;
&#13;
American Association for&#13;
the Advancement of&#13;
Science&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Förderung&#13;
der Wissenschaften (priv. Gesellschaft. Sitz Washington,&#13;
gegr. 1848)&#13;
&#13;
American Association for&#13;
Gifted Children&#13;
&#13;
Am. Gesellschaft zur Förderung&#13;
begabter Kinder&#13;
&#13;
�Am.Association - Am. Dental Association&#13;
&#13;
AAA&#13;
&#13;
ACIU&#13;
&#13;
American Association of&#13;
International Relation Clubs&#13;
&#13;
Am. Verband der Klubs für&#13;
Internationale Verständigung&#13;
&#13;
Amerioan Association of&#13;
Psychiatric Clinics for&#13;
Children&#13;
&#13;
Am.Verband psychiatrischer&#13;
Kinderkliniken&#13;
&#13;
Amerioan Association for&#13;
Adult Eduoation&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Erwachsenenbildung (gegr. 1926| Sitz&#13;
New York! 2 650 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Association of&#13;
Schools for Social Work&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Sozialpflegeschulen&#13;
&#13;
American Association of&#13;
Social Workers&#13;
&#13;
Am.Sozialpfleger-Verband&#13;
(gegr. 1921| 12 000 Mitglieder! Sitz New York)&#13;
&#13;
American Association of&#13;
University Women&#13;
&#13;
Am.Akademische Frauenvereinigung (gegr. 1882;&#13;
Sitz Wahingtoni&#13;
100 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Automobile&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Automobil-Club (priv.Verband, gegr. 1902,Sitz&#13;
Washington)&#13;
&#13;
American Cancer Society&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Krebsbekämpfung (gegr. 1913,&#13;
Sitz New York)&#13;
&#13;
Amerioan Chemical Society&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Chemie&#13;
(gegr. 1876j Sitz Washingtonj&#13;
61 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Amerioan Civil Liberties&#13;
Union&#13;
&#13;
Am.Union zum Schutze der&#13;
bürgerlichen Freiheiten&#13;
(gegr. 1920j Sitz New York|&#13;
Direktor: Roger N. Baldwinj&#13;
12 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American College of&#13;
Surgeons&#13;
&#13;
Am.Chirurgenverband (gegr.&#13;
1913, 15 750 Mitglieder|&#13;
Sitz: Chicago,III.)&#13;
&#13;
American Counoil on&#13;
Eduoation&#13;
&#13;
Am.Erziehungsrat •(Dachverband am,ErziehungsOrganisationen! gegr. 1915} Mitgl:&#13;
123 Erziehungsorganisationen,&#13;
924 Colleges u.Universitäten!&#13;
Sitz Washington)&#13;
&#13;
American Dental Association&#13;
&#13;
Am.Zahnärzteverband&#13;
&#13;
4-&#13;
&#13;
�Am. Economic Association - Am. Jewish Committee&#13;
&#13;
American Economic&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Wirtschaftsverband (gegr.&#13;
1885» Sitz:Northwestern&#13;
University, Evans ton, T U ,&#13;
6 365 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Artists&#13;
&#13;
Am. Verband freischaffender&#13;
Künstler&#13;
&#13;
ADA&#13;
&#13;
Americans for Democratio&#13;
Action&#13;
&#13;
Am.Demokratische Aktion (priv.&#13;
Ausschuß)&#13;
&#13;
APL&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Labor&#13;
&#13;
Am.Gewerkschaftsverband APL&#13;
(gegr. 1881j Sitz Washington!&#13;
Präsident: William Green}&#13;
gegliedert vornehmlich nach&#13;
dem Prinzip der Pachgewerkschafteni 7,5 Mill.Mitglieder| 105 angeschlossene Gewerkschaften)&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Teachers&#13;
&#13;
Am.Pädagogenbund (gegr.1916}&#13;
Sitz:Chicago; 50 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Foundation for&#13;
"the ßlind&#13;
&#13;
Am. Blinden-Stiftung&#13;
&#13;
American Priends Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Am»Quäkerhilfskomitee&#13;
&#13;
American Hearing Society&#13;
&#13;
Am.Gehörlosenfürsorgeverband&#13;
(gegr. 1919} Sitz:Washington;&#13;
10 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Institute of&#13;
Public Opiniös&#13;
&#13;
Am. Institut zur Erforschung&#13;
der öffentlichen Meinung&#13;
&#13;
American Institute of&#13;
Mining and Metallurgical&#13;
Engineers&#13;
&#13;
Am.Vereinigung der Sergbauu. Hütteningenieure (gegr.l871|&#13;
SitztNew Yorkj 18 500 Mitglied&#13;
der)&#13;
&#13;
American Iron and Steel&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am. Eisen- u.Stahlinstitut&#13;
(gegr. 1908} SitztNew York|&#13;
Mitglieder: 100 Gesellschaften)&#13;
&#13;
American Jewish Committee&#13;
&#13;
Am.Jüdisches Komitee (gegr.&#13;
1906} Sitz:New York} Vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Germany - Arbeitsausschuß zur&#13;
Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
- 5-&#13;
&#13;
/&#13;
&#13;
�AnwJewish Congress&#13;
&#13;
- Am. Pharmaceutical Association&#13;
&#13;
American Jewish Congress&#13;
&#13;
Am.Jüdischer Kongress(vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Gerraany - Arbeitsausschuß&#13;
zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
American Legion&#13;
&#13;
Amerikanische Legion (am.&#13;
Kriegsteilnehmerbundi gegr«&gt;&#13;
1919 J Sitz:Indianapolis!&#13;
3,1 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
American Management&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Unternehmerverband&#13;
&#13;
American Medioal&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Ärzteverband (gegr. 1847 J&#13;
Sitz: Chicago* ca. 137 000&#13;
Mitglieder J&#13;
&#13;
Amerioan Military&#13;
Government for Berlin&#13;
&#13;
Am.Militärregierung für Berlin&#13;
(abgelöst am 21.9.49 dureh&#13;
das Amt des Am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland u.d. Kommandanten des am.Sektors von&#13;
Berlin)&#13;
&#13;
Amerioan Motorcycle&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband am.Motorradsportler&#13;
(freiwilliger Sportverbandj&#13;
Sitz: Columbus,Ohio)&#13;
&#13;
American National&#13;
Theater Academy&#13;
&#13;
Am.Theaterverband&#13;
&#13;
American Newspaper&#13;
Publishers Association&#13;
&#13;
Am.Zeitungsverlegerverband&#13;
(gegr. 1887| Sitz: New York)&#13;
&#13;
ANA&#13;
&#13;
American Kurses&#13;
Association&#13;
&#13;
Vereinigung am.Krankenschwestern (gegr.l896j&#13;
164 160 Mitglieder?&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
AOA&#13;
&#13;
American Overseas&#13;
Airlines&#13;
&#13;
(Am.Transatlantik-Zivilluftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
American Pharmaceutical&#13;
Association&#13;
&#13;
AnuPharmazeutenverband (gegr»&#13;
1852j 20 400 Mitglieder»&#13;
Sitz:Washington)&#13;
&#13;
AHA&#13;
&#13;
ANTA&#13;
&#13;
- 6 -&#13;
&#13;
�Anglo-Am.Productivity Council - Am. Womens' Voluntary Services&#13;
&#13;
Anglo-Am.Productivity&#13;
Council&#13;
&#13;
Anglo-Am.Ausschuß zur Hebung&#13;
der Produktivität (priv»Organisation. Beteiligt: staatl.&#13;
Behörden, Gewerkschaften,Arbeitgeberverbände)&#13;
&#13;
American (National)&#13;
Red Cross&#13;
&#13;
Am. Rotes Kreuz (gegr. 1881j&#13;
Sitz: Washington! 37,4 Hill.&#13;
Mitglieder)&#13;
&#13;
American Red Cross Club&#13;
&#13;
Klub des Am. Roten Kreuzes&#13;
&#13;
American (Religious)&#13;
Society of Frietids&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft der Freunde&#13;
(Quäker)&#13;
&#13;
American Scandinavian&#13;
Foundation&#13;
&#13;
Am.-Skandinavische Stiftung&#13;
(gegr. 1911| Sitz: New York)&#13;
&#13;
American Society of&#13;
Mechanical Engineers&#13;
&#13;
Gesellschaft am.Maschinenbauingenieure (gegr. 1880j&#13;
28 732 Mitglieder* Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
American Society of Newspaper Editors&#13;
&#13;
Am.Verband der Redakteure&#13;
(Sitz: Wilmington, Del.|&#13;
gegr. 1922 )&#13;
&#13;
ASA&#13;
&#13;
American Standards&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Normenverband ( gegr.1918j&#13;
Sitz:New Yorkj angeschlossen:&#13;
104 Verbände, 2 100 Gesellschaften)&#13;
&#13;
AVC&#13;
&#13;
American Veterans&#13;
Committee&#13;
&#13;
Am.Kriegsteilnehmerkomitee&#13;
(gegr. 1944* Sitz:Washington,&#13;
40 000 Mitgl.| vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Democratization of Germany Arbeitsausschuß zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
American Trudean Society&#13;
&#13;
Am.Trudean-Gesellschaft&#13;
(Medizinische Abt.der NTA)&#13;
&#13;
American War Crimes&#13;
Office&#13;
&#13;
Am.Amt für die Verfolgung von&#13;
Kriegsverbrechen&#13;
&#13;
American Women:*:s&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Frauenbund (gegr. 1922}&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
American Women's&#13;
Voluntary Services&#13;
&#13;
Am.Frauenwerk (gegr»1941|&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
ARO&#13;
&#13;
�Am. Youth for Democracy - Associate Judge&#13;
&#13;
American Youth for&#13;
Democracy&#13;
&#13;
Am.Jugendbund zur Förderung&#13;
der Demokratie&#13;
&#13;
Animal Rescue League&#13;
&#13;
Tierschutzverband&#13;
&#13;
Anti Defamation League&#13;
of B»nai B»rith&#13;
&#13;
Anti-Verleumdungsliga&#13;
der B'nai B^ith-Loge (siehe&#13;
diese).Vertreten im&#13;
Coordinating Council for&#13;
the Democratization of&#13;
Germany- Arbeitsausschuß zur&#13;
Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
Ariz. Arizona&#13;
&#13;
Bundesstaat Arizona,Hauptstadt: Phoenix&#13;
&#13;
Ark.&#13;
&#13;
Arkansas&#13;
&#13;
Bundesstaat Arkansas,Hauptstadt: Little Rock&#13;
&#13;
Armed Forces Policy&#13;
Counoil&#13;
&#13;
Planungsrat der U.S.-Streitkräfte (ständiger Ausschuß&#13;
der Staatssekretäre für Heer,&#13;
Marine und Luftstreitkräfte&#13;
unter VorBitz des Verteidigungsministers)&#13;
&#13;
Armed Forces Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Streitkräfte. Untersteht dem Amt Nachrichten u.Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Armed Services Committee&#13;
(House or Senate)&#13;
&#13;
Ausschuß für die bewaffneten&#13;
Streitkräfte (des Repräsentantenhauses bezw. Senats)&#13;
&#13;
Assistant High Commissioner Zweiter stellvertretender&#13;
(HICOG)&#13;
Hochkommissar&#13;
(B.J.Buttenwieser)&#13;
Assistant Secretary of&#13;
State for Public&#13;
Affairs&#13;
&#13;
Unterstaatssekretär für öffentl. Angelegenheiten im&#13;
utx. Außenministerium (z.Zt.&#13;
George V.Allen)&#13;
&#13;
Assistant Secretary of&#13;
State ( of Labor etc.)&#13;
&#13;
Unterstaatssekretär im US.&#13;
Außenministerium (Arbeitsministerium usw.)&#13;
&#13;
Associate Judge&#13;
&#13;
Richter( als Mitglied eines&#13;
Richterkollegiums)&#13;
- 8 -&#13;
&#13;
�Associated American Artists Galleries «=» Automobile&#13;
Workers&#13;
&#13;
AP&#13;
&#13;
AEC&#13;
&#13;
UAW&#13;
&#13;
Assooiated American&#13;
Artists Gallery&#13;
&#13;
Ausstellung der Vereinigung&#13;
am« bildender Künstler&#13;
&#13;
Associated Press&#13;
&#13;
AP(grosse am. Nachrichtenagentur)&#13;
&#13;
Association for&#13;
Education by Radio&#13;
&#13;
Gesellschaft für Schulfunk&#13;
(priv. Vereinigung)&#13;
&#13;
Association of&#13;
American Hailroads&#13;
&#13;
Verband am* Eisenbahnen(Vereinigung von 133 am«EisenbahnLinien; gegr. 1934)&#13;
&#13;
Association of Colleges&#13;
and Secondary Schools of&#13;
the South&#13;
&#13;
Verband der Colleges und Oberschulen in den Südstaaten&#13;
&#13;
Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
siehe: U.S.-Atomic Energy&#13;
Comm.und TB-Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Attomey General&#13;
&#13;
Justizminister ( z9Zt, James&#13;
H. McGrath)&#13;
&#13;
Automobile,Aircraft&#13;
and Agrlcultural&#13;
Implement Workers,&#13;
United&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Automobil-, Plugzeug- und Landwirt schaftsmaschinenindustrie&#13;
(dem CIO angeschlossen)&#13;
921 000 Mitgl., Präsident:&#13;
Walter Reuther, Sitz Milwauke«)&#13;
&#13;
Automobile Manufacturers&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband am. Automobilfabrikanten (Vereinigung von 35&#13;
Herstellerfirmen) gegr.1913)&#13;
Sitz: Detroit)&#13;
&#13;
Automobile Workers of&#13;
America,United&#13;
&#13;
Vereinigte Automobilarbeitergewerkschaft ( der APL angeschlossen) 50 000 Mitglieder;&#13;
Sitz: Milwaukee)&#13;
&#13;
- 9-&#13;
&#13;
�Bank for International Settlements,Basle Brethren Service Committee&#13;
&#13;
BIS&#13;
&#13;
Bank für internationalen Zahlungsausgle ich,Basel&#13;
&#13;
Bank for International&#13;
Settlementa,Basle&#13;
&#13;
BIDAC Bids and Acceptances Meetings of ECB (UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Angebot- und Absatztagungen&#13;
der ECB (siehe diese)&#13;
&#13;
BB&#13;
&#13;
Big Board&#13;
&#13;
New Yorker Börse&#13;
&#13;
B'nai B»rith&#13;
&#13;
B»nai B*rith-Loge (gegr.1843t&#13;
Sitzt Washington^ 334 000&#13;
Mitgliedert siehe auoht&#13;
Anti-Defamation Leagua)&#13;
&#13;
Board of Education&#13;
(New York City)&#13;
&#13;
SchulaufSichtskomitee von&#13;
Groß New York&#13;
&#13;
Board of Exehequer&#13;
&#13;
Britisches Finanzministerium&#13;
&#13;
Board of Governora (of the&#13;
Föderal Reserve System,&#13;
z.B.)&#13;
&#13;
Direktorium (des Federal&#13;
Reserve-Bankensystems,&#13;
siehe dieses)&#13;
&#13;
Board of Regents (NY)&#13;
&#13;
Kuratorium für das Hochschulwesen ( im Staate New York )&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Trade&#13;
&#13;
Britisches Handelsministerium&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Treaaury&#13;
&#13;
Britisches Schatzamt&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Trusteee&#13;
&#13;
Treuhänderausschuß&#13;
&#13;
Board of War&#13;
Prieoners* Aid&#13;
Bonneville Power Administration&#13;
&#13;
Kriegsgefangenenfürsorgeauaschuß&#13;
Bonneville-Kraftatromverwaltung (dem U.S.-Innenministerium unterstehende&#13;
Bundesbehörde für den Vertrieb des in dem am ColumbiaRiver gelegenen BonnevillaStaudamm erzeugten Kraft—&#13;
stroma, Leitert Faul J.Raver)&#13;
&#13;
Book Exchange (U.S.)&#13;
&#13;
Am.Büoheraustausohdlenst&#13;
&#13;
Brethren Servloe Committee&#13;
&#13;
Hilfsaussohuß der am.Brüdergemeinden&#13;
&#13;
BE&#13;
&#13;
- 10&#13;
&#13;
�British Occupation Army of the Rhine Bureau of Home EconomioB&#13;
&#13;
BOAR British Occupation Army&#13;
of the Rhine (auch:&#13;
Rhine Army)&#13;
&#13;
Britische Rheinarmee (Besät zungsarmee)&#13;
&#13;
BEA&#13;
&#13;
British European Airways&#13;
&#13;
Britische Zivilluftfahrtgesellschaft BEA&#13;
&#13;
BIS&#13;
&#13;
British Information&#13;
Services&#13;
&#13;
Britischer Informationsdienst&#13;
für Deutschland (Informationsabteilung im Amt des Britischen&#13;
Hochkommissars für Deutschland)&#13;
&#13;
BOAC British Overseas Airways&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Britische Zivilluftfahrtgesellschaft BOAC&#13;
&#13;
BTUC British Trade Union&#13;
Congress&#13;
&#13;
Britischer Gewerkschaftsverhand&#13;
&#13;
Budget and Finance Division (HICOG)&#13;
&#13;
Budget- u. Finanzabteilung&#13;
(Leiter: Fletcher D.Mitchell),&#13;
untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office&#13;
of Administration) im Amt des&#13;
am.Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Bulletin of Statistics&#13;
&#13;
Statistische Monatsblätter&#13;
(der UN)&#13;
&#13;
Bureau of Apprentlceship&#13;
&#13;
Bundesamt für Lehrlingsausbildung (im UoS.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Dairy Industry&#13;
&#13;
Bundesamt für Milchwirtschaft&#13;
(im U.S.-Landwirtschaftsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Employment&#13;
&#13;
Bundesamt für Arbeitslosenunterstützung (im U.S.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Food andDrugs&#13;
(Department of Health,&#13;
New York)&#13;
&#13;
Amt für Lebensmittel u.chemische Präparate (in der Gesundheit sab t eilung des Staates New York)&#13;
&#13;
Bureau of Home Economics&#13;
(auch:&#13;
&#13;
Bundesamt für Haushaltsforschung (im U.S.-Landwirtschaftsministerium}&#13;
&#13;
Bureau of Human Nutrition&#13;
and Home Economics)&#13;
- 11&#13;
&#13;
�Bureau of Interoultural Relationa Bureau of Narcotics&#13;
&#13;
Bureau of Intereultural&#13;
Relationa&#13;
&#13;
Verein für Toleranz in Glaubens- u.Rasaenfragen (privat)&#13;
&#13;
Bureau of Labor Statiatica&#13;
&#13;
Bundesamt für Arbeitsstatistik (im U.S.-Arbeitaminieterium)&#13;
&#13;
Bureau of Minea&#13;
&#13;
Bundea-Bergbauamt (im U»S.Innenmini sterium)&#13;
&#13;
Bureau of Public Soada&#13;
&#13;
Bundesamt für das Straßen—&#13;
weaen (Behörde im TT»S.-Handel amini aterium, Leiters&#13;
Thomas H« MacBonald)&#13;
&#13;
Bureau of Reolamation&#13;
&#13;
Bundesamt für Urbarmachung&#13;
(im U» S» -Innenmini et er ium)&#13;
&#13;
Bureau of Standard»&#13;
(National)&#13;
&#13;
Bundesamt für Technische&#13;
Normen (im UaS«-Handelsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of the Budget&#13;
&#13;
Bundeabudgetamt (Behörde der&#13;
Bunde»exekutive! gegr»1921&#13;
zur Aufatellung und Verwaltung dea Budgeta der Ü.S»-Regierung)&#13;
&#13;
Bureau of the Cenaua&#13;
&#13;
Statistisches Bundesamt (im&#13;
UeSo"Handelsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of the Mint&#13;
&#13;
Bundesamt für daa Münzwesen&#13;
(Abt» dea U»S»-Finanzministeriums, Leiter* Nelly Taylor&#13;
Ross)&#13;
&#13;
Bureau of Narcotics&#13;
&#13;
Bundeaamt für Rauaehgiftkontrolle (Abt. dea U«S»-Finansminiaterluma}Leiter&#13;
H.J»Analinger)&#13;
&#13;
- 12 -&#13;
&#13;
�California - Carnegie Hero Fund Commission&#13;
&#13;
Cal&#13;
&#13;
CWG&#13;
&#13;
California&#13;
&#13;
Bundesstaat Kalifornien,,&#13;
Hauptstadt Saeramento&#13;
&#13;
California Föderation&#13;
of Women*s Clubs&#13;
&#13;
Bund Kalifornischer Frauenverbände&#13;
&#13;
Campaign for World&#13;
Government&#13;
&#13;
Feldzug für Weltregierung!&#13;
(priv. am.Organisation mit Sit«&#13;
in Chicago^ besteht seit über&#13;
15 Jahreni.tritt ein für Weltregierung.bei Mitgliedschaft&#13;
aller Nationalstaaten, sowie&#13;
für Weltpolizeitruppe)&#13;
&#13;
Canadian Department of&#13;
National Defense&#13;
&#13;
Kanadisches Verteidigungsministerium&#13;
&#13;
Canning Workers Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Konservenindustrie&#13;
&#13;
Carnegie Corporation&#13;
of New York&#13;
&#13;
Carnegie-Gesellschaft New York&#13;
(gegr&lt;&gt; 1911 von Andrew Carnegie.&#13;
Stiftung zur Förderung des Verständnisses und Gedankenaustausches zwischen den U.S.A»&#13;
und dem brlt» Weltreich! Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
Carnegie Endowmant for&#13;
International Peaee&#13;
&#13;
Carnegie-WeltffiedensStiftung&#13;
(gegr. 1910 zur Finanzierung&#13;
von Publikationen, Vorträgen&#13;
uaTagungen zur Abschaffung&#13;
des Krieges! Sitz Washington)&#13;
&#13;
Carnegie Foundation for&#13;
the Advancement of&#13;
Teaohing&#13;
&#13;
Carnegie-Stiftung zur Förderung&#13;
des Schulwesens (Gewährung von&#13;
Pensionen an Lehrer,Förderung&#13;
des Erziehungswesens u.Lehrerstandes) Sitz: New York!&#13;
gegr. 1905) -&#13;
&#13;
Carnegie Hero Fund&#13;
Commission&#13;
&#13;
Carnegie-Lebensretterfondsj&#13;
(geschaffen 1904 zur Unterstützung von Menschen, die bei&#13;
einem Lebensrettungsversueh&#13;
zu Schaden gekommen sind oder&#13;
deren Hinterbliebenen! Sitz:&#13;
PittsburghjPa)&#13;
&#13;
- 13 -&#13;
&#13;
�Carnegie Institution of Washington Child Weifare League&#13;
&#13;
CTB&#13;
&#13;
Garnegie Institution&#13;
of Washington&#13;
&#13;
Carnegie-Stiftung Washington!&#13;
(gegr. 1902 zur Förderung von&#13;
Wissenschaft u.Porschung,sowie zur Anwendung ihrer Erkenntnisse zum Wohle der Menschheit* SitztWashington)&#13;
&#13;
Catholic War Relief&#13;
Service&#13;
&#13;
Katholischer Kriegs-Nothilfsdienst (priv. Wohltatigkeltsorganisation)&#13;
&#13;
Census Bureau&#13;
(auch: Bureau of the&#13;
Census)&#13;
&#13;
Statistisches Bundesamt&#13;
(im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
Central Intelligence&#13;
Agenoy&#13;
&#13;
Am.Zentralstelle ftfr Nachrichten und Abwehr (Bundesbehörde, untersteht dem&#13;
National Seeurity Council;&#13;
ohne Exekutivgewalt und -Organe; geschaffen 1947)&#13;
&#13;
Central Travel Board&#13;
(siehe: Travel Control&#13;
Division, HICQG,&#13;
sowie: Combined Travel&#13;
Board)&#13;
Chanoellor of the&#13;
Exehequer (br.)&#13;
&#13;
brit. Schatzkanzler&#13;
&#13;
Chief Attorney&#13;
&#13;
Generalstaatsanwalt&#13;
&#13;
Chief Judge&#13;
&#13;
Präsident (eines Richterkollegiums)&#13;
&#13;
Chief of Military Govern- Chef der Gerichtsabteilung der&#13;
ment Qourts Branch&#13;
Militärregierung&#13;
Chief of Naval&#13;
Operations&#13;
&#13;
Stabschef der U.S.-Marine&#13;
&#13;
Child Guidance Clinic&#13;
&#13;
Psychologische Beratungs- und&#13;
Forschungsstelle für Kinder&#13;
&#13;
Child Weifare League&#13;
&#13;
Liga zum Schutz der Kinder&#13;
(gegr. 1920; Sitz: New York?&#13;
privat)&#13;
&#13;
- 14 -&#13;
&#13;
�Childrens's Bureau - Civil Works Administration&#13;
&#13;
Childrens's Bureau&#13;
&#13;
Bundesamt für Kinderfürsorge&#13;
(in der Bundesaufsiehtsbehörde&#13;
für Sozialeinrichtungen PSA)&#13;
&#13;
China Nutritional Aid&#13;
Council&#13;
&#13;
Rat für Nahrungsmittelhilfe&#13;
an China&#13;
&#13;
Christian Rural Qverseas Landwirtschaftliches Hilfs«&#13;
Program&#13;
programm der christlichen&#13;
Kirchen der U.S.A.&#13;
CIB&#13;
&#13;
Chureh Lads Brigade&#13;
&#13;
Jugendorganisation der englischen Staatskirche&#13;
&#13;
Church World Service&#13;
&#13;
Weltkirchendienst&#13;
&#13;
CAA&#13;
&#13;
Civil Aeronautics&#13;
Admin ist rat i on&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Zivilluftfahrt (im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
CAB&#13;
&#13;
Civil Aeronautics&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundesamt für die Zivile Luftfahrt (unabhängige Bundesbehördej regelt Zivilluftfahrt&#13;
durch-Bestimmungen wirtschaftlicher Art, Sicherheitsvorschriften, Untersuchung von Unfällen, Abmachungen über den&#13;
internationalen Luftverkehr)&#13;
&#13;
CAP&#13;
&#13;
Civil Air Patrol&#13;
&#13;
Ziviler Plughilfsdienst (Privatorganisation für den Fliege rnachwuchs)&#13;
&#13;
Civil Aviation Division&#13;
(HTCOG)&#13;
&#13;
Abteilung Zivile Luftfahrt&#13;
(Leiter: Thomas D.Johnson},&#13;
untersteht dem Amt für Politische Angelegenheiten (Office&#13;
of Political Affairs) im Amt&#13;
des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Civil Labor Force&#13;
&#13;
Gesamtheit der Arbeitsfähigen&#13;
&#13;
Civil Service League&#13;
(National)&#13;
&#13;
Am.Beamtenbund (gegr. 1881$&#13;
3 0Q0 Mitglieder} Sitz New York)&#13;
&#13;
Civil Works Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für öffentliche Arbeiten (eine Behörde&#13;
für öffentliche Notstandsarbeiten unter dem New Dealjjetzt&#13;
erloschen)&#13;
- 15 -&#13;
&#13;
�Civllian Conservation Corps Combined Coal Control Group&#13;
&#13;
Civilian Conservation&#13;
Corps&#13;
&#13;
Am.freiwilliger Arbeltsdienst&#13;
&#13;
Citizens9 Committee for&#13;
the United Nation Reform&#13;
&#13;
Bürgerkomitee für Reform der&#13;
Vereinten Nationen (priv» am»&#13;
Organisation mit Sitz, in&#13;
New York| fordert Abschaffung&#13;
des unbeschränkten Vetorechts,&#13;
eine lückenlose Atomenergiekontrolle und eine Weitpolizeitruppe)&#13;
&#13;
City Central&#13;
&#13;
Stadtverband einer am»Gewerkschaft&#13;
&#13;
Closed Shop System&#13;
&#13;
Closed Shop-System (wörtl.j&#13;
geschlossener Betrieb} verlangt.&#13;
daß die Belegschaft eines Betriebes geschlossen der gleichen Gewerkschaft angehört und&#13;
nur Mitglieder dieser Gewerkschaft angestellt werden.Gegensatz "Open Shop"«Offener Betrieb,&#13;
In Bnglandt "Union Shop" •&#13;
"Closed Shop?)&#13;
&#13;
Clothing Workera of&#13;
America (Amalgamated)&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Bekleidungsindustriearbeiter&#13;
(dem CIO angeschlossen»&#13;
325 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Coast Guard&#13;
&#13;
Küsten-Wachdienst (untersteht&#13;
dem U»S»-Finanzministerium)&#13;
&#13;
Colorado&#13;
&#13;
Bundesstaat Kolorado,Hauptstadt Denver&#13;
&#13;
Colorvideo - Color&#13;
Television&#13;
&#13;
Farbfernsehen&#13;
&#13;
Combined Coal Control&#13;
Group (Allied High&#13;
Commission)&#13;
&#13;
Vereinigte Kohlenkontrollgrup—&#13;
pe. (Vorsitzender der am.Vertretungt W.J.German)»Die am»&#13;
Vertretung der Kohlenkontrollgruppe erhält ihre Richtlinien&#13;
vom Leiter des Amtes für Wirtschaft sf ragen (Office of&#13;
Economic Affaire). In Fragen»&#13;
die alle 3 Zonen betreffen»&#13;
untersteht sie dem Wirtschaftskomitee der All»Hochkommission&#13;
(Economics Committee» All»High&#13;
Commission)&#13;
- 16 -&#13;
&#13;
�Combined Steel Control Group -&#13;
&#13;
Committee for the Care&#13;
of European Children&#13;
&#13;
CSCG&#13;
&#13;
Combined Steel Control&#13;
Group (Allied High.&#13;
Commission)&#13;
&#13;
Vereinigte Stahlkontrollgruppe.&#13;
(Vorsitzender der am.Vertretung: Ronald Clark). Die am.&#13;
Vertretung der Stahlkontrollgruppe erhält ihre Richtlinien&#13;
vom Leiter des Amtes für Wirtschaftsfragen (Office of&#13;
Economic Affairs). In Fragen,&#13;
die alle 3 Zonen betreffen,&#13;
untersteht sie dem Wirtschaftskomitee der All.Hochkommission&#13;
(Economic Committee.&#13;
All.High Commission)&#13;
&#13;
CTB&#13;
&#13;
Combined Travel Board&#13;
&#13;
Alliierte Reisebehörde (Paßbehörde der 3 westl. Besatzunga—&#13;
mächte zur Überwachung des&#13;
deutschen Auslandsreiseverkehrs, Sitz: Herford)&#13;
&#13;
CCPA&#13;
&#13;
Commandement en Chef&#13;
Fransais en Allemagne&#13;
&#13;
Oberkommando der französischen&#13;
Streitkräfte in Deutschland&#13;
&#13;
CCA&#13;
&#13;
Commission on&#13;
Conventional Armaments&#13;
( of the Security&#13;
Council)&#13;
&#13;
Ausschuß des UN-Sicherheitsrats für allgemeine Bewaffnungsfragen (mit Ausnahme der&#13;
Atombombe)&#13;
&#13;
Commission for&#13;
International&#13;
Eduoational&#13;
Reconstruction&#13;
&#13;
Kommission für den Wiederaufbau des internationalen Erziehungswesens&#13;
&#13;
Commission on the Status&#13;
of Women (ECOSOC)&#13;
&#13;
Kommission für Prauenrecht in&#13;
der UN&#13;
&#13;
Commissioner (U.S.)&#13;
&#13;
Bundesbevollmächtigter&#13;
&#13;
Commissioners of Customs&#13;
and Excise (brit.)&#13;
&#13;
Ministerialabteilung für Zölle&#13;
und Verbrauchssteuern (England)&#13;
&#13;
Commissioner of Internal&#13;
Revenue&#13;
&#13;
Leiter der am.Bundes-Steuerverwaltung&#13;
&#13;
Committee on Business&#13;
Partieipation in&#13;
Foreign Economic&#13;
Development&#13;
&#13;
Komitee für die Beteiligung&#13;
amerik.Privatkapitals an der&#13;
wirtschaftlichen Entwicklung&#13;
anderer Länder&#13;
&#13;
Committee for the Care&#13;
of European Children&#13;
(U.S.)&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für die Betreuung&#13;
europäischer Kinder&#13;
&#13;
CCE&#13;
&#13;
- 17 -&#13;
&#13;
�Committee for Economic Development Commodity Credit Corporation&#13;
&#13;
CED&#13;
&#13;
Committee for Economic&#13;
Development&#13;
&#13;
Komitee.für wirtschaftliche&#13;
Entwicklung&#13;
&#13;
CEEC&#13;
&#13;
Committee of European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Komitee für die wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit Europas (Vorläufer der OEECi gegr. 1948$ nach&#13;
Gründung der.QEEC aufgelöst)&#13;
&#13;
Committee of Good&#13;
Offices&#13;
&#13;
Vermittlungsausschuß&#13;
&#13;
Committee of Inter-Ame—&#13;
rioan Scientific&#13;
Publication&#13;
&#13;
Komitee für den Austausch naturwissenschaftlicher Veröffentlichungen zwischen den Staaten&#13;
des am. Kontinents&#13;
&#13;
Committee of Ways and&#13;
Meana&#13;
&#13;
Budgetkomitee&#13;
&#13;
Committee on World&#13;
Friendship Among&#13;
Children&#13;
&#13;
Weltfreundschaftsbund der&#13;
Jugend&#13;
&#13;
Committee on Foreign&#13;
Aid&#13;
&#13;
Ausschuß für Auslandshilfe&#13;
&#13;
Committee to Frame a&#13;
Constitution&#13;
&#13;
Komitee für den Entwurf einer&#13;
WeltVerfassung (priv. am.Organisation! Sitzt Univ. Chicagof&#13;
Vorsitzender: Rektor Robert&#13;
M. Hutchinsj-Zeitschrift:&#13;
"Common Cause" - Gemeinsame&#13;
Sache)&#13;
&#13;
CWM&#13;
&#13;
Comptroller for Currency»Bundesamt für WährungsüberOffice of the&#13;
wachung (Abt. im U.S»-Finanzministerium)&#13;
&#13;
ccc&#13;
&#13;
Commodity Credit&#13;
&#13;
Überbrückungskredit (in&#13;
Landwirtschaft)&#13;
&#13;
Commodity Credit&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Überbrückungskreditgesellschaft&#13;
(Behörde im U.S.-Landwirtsohafts»&#13;
ministerium. AufgabetPreisstützung für landw.Produkte&#13;
durch Gewährung von Krediten&#13;
an die Erzeuger)&#13;
&#13;
- 18 -&#13;
&#13;
der&#13;
&#13;
�Communications Division (HICOG) - Convention of&#13;
American Instructors of the Deaf&#13;
&#13;
Communications Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Nachrichtenmittelabte ilung&#13;
(Leiter: Edward J.Sheppard)&#13;
untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten&#13;
(Office of Administration)&#13;
im Amt des am»Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Conciliation Committee&#13;
&#13;
Schlichtungsausschuß&#13;
&#13;
Confe"de*ration Ge'ne'rale&#13;
du Travail&#13;
&#13;
Französischer (kommunistisch&#13;
beherrschter)Gewerkschaftsverb and CGT&#13;
&#13;
Conference and General&#13;
Services (UN)&#13;
&#13;
Amt für Konferenzen und Allgemeines ( im Uli-Sekretariat)&#13;
&#13;
CIO&#13;
&#13;
Congress of Industrial&#13;
Organizations&#13;
&#13;
Der am»Gewerkschaftsbund CIO&#13;
(gegro 1936 durch Trennung&#13;
von AFL; Sitz:Washington;&#13;
Präsident: Philip Murrayj gegliedert vornehmlich nach&#13;
dem Prinzip der Industrie—&#13;
oder Einheitsgewerkschaften}&#13;
6 MilloMitglieder) ca.40 angeschlossene Gewerkschaften}&#13;
vertreten im Coordinating&#13;
Council for the Democratization&#13;
of Germany)&#13;
&#13;
CWA&#13;
&#13;
Congress of Women's&#13;
Auxiliaries&#13;
&#13;
AmoFrauenverband für freiwillige Mitarbeit im CIO&#13;
&#13;
Conn.&#13;
&#13;
Connecticut&#13;
&#13;
Bundesstaat Connecticut,&#13;
Hauptstadt: Hartford&#13;
&#13;
CE&#13;
&#13;
Consolidated Exchange&#13;
&#13;
New Yorker Börse&#13;
&#13;
Consultative Council of&#13;
Western Union&#13;
&#13;
Konsultativrat der WestUnion (beschloß am 28.1.49&#13;
die Gründung des Europarates)&#13;
&#13;
Control Commission for&#13;
Germany (brit.)&#13;
&#13;
bri,t.Kontrollkommission für&#13;
Deutschland (inzwischen durch&#13;
die Hochkammission abgelöst)&#13;
&#13;
Convention of American&#13;
Instructors of the Deaf&#13;
&#13;
Vereinigung am.Erzieher für&#13;
Gehörlose (gegr. 1850| Sitz:&#13;
St.Augustine ,#lav)&#13;
&#13;
CGT&#13;
&#13;
CCG&#13;
&#13;
- 19&#13;
&#13;
�Convention of European Economic Cooperation Council of Foreign Relations&#13;
&#13;
Convention of European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Konvention über die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (am 16.4.48 in Paris von&#13;
den ERP-Mitgliedstaaten unterzeichnet} bestimmte die&#13;
Schaffung der OEEC)&#13;
&#13;
Cooperative for American&#13;
Remittance to Europe&#13;
&#13;
Genossenschaft für die Vermittlung am» Geschenksendungen nach Europa (priv.Gesohäf-teorganisation} Sitz:New York)&#13;
&#13;
Cooperative League of the&#13;
U.S.A.&#13;
&#13;
Am.Liga der Zusammenarbeit&#13;
(gegr. 1922| Sitz Chicago^&#13;
1,3 Mill. Mitglieder} vertreten im Coordinating,&#13;
Council for the Democratization&#13;
of Germany - Arbeitsausschuß&#13;
für die Demokratisierung&#13;
Deutschlands)&#13;
&#13;
Cooperative Union&#13;
&#13;
Konsumgenossenschaftsverband&#13;
&#13;
Coordinating Council for&#13;
the Democratization of&#13;
Germany&#13;
&#13;
Arbeitsausschuß zur Demokratisierung Deutschlands (Sitz:&#13;
New York} Sprecher: La Follettej&#13;
umfaßt Vertretungen verschiedener Organisationen, die&#13;
u.a. an der Neuorientierung&#13;
Deutschlands arbeiten wollen,&#13;
darunter CIO} AVC} AADG}&#13;
Public Affairs Institute}&#13;
Am.Jewish Committee}&#13;
Am.Jewish Congress, etc.)&#13;
&#13;
Council of Foreign&#13;
Ministers&#13;
&#13;
Außenministerrat (geschaffen&#13;
1945 in Ausführung des Potsdamer Abkommens zur Koordinierung der Außenpolitik der&#13;
Teilnehmerstaaten und zur&#13;
Vorbereitung von Friedenoverträgen} Mitglieder.China.&#13;
England,Frankreich, UdSSR&#13;
u. U.S.A.)&#13;
&#13;
Council of Foreign&#13;
Relations&#13;
&#13;
Rat für außenpolitische&#13;
Fragen (priv.Einrichtung)&#13;
&#13;
- 20 -&#13;
&#13;
�Counoil of Profit Sharing Industries Currency Exchange Plan&#13;
&#13;
Council of Profit&#13;
Sharing Industries&#13;
&#13;
Rat der Industrien mit Gewinnbeteiligung&#13;
&#13;
CRALOG&#13;
&#13;
Council of Relief&#13;
Agenciee Lieensed for&#13;
Operation in Germany&#13;
&#13;
Komitee der in Deutschland&#13;
zugelassenen Hilfsorganisationen&#13;
&#13;
CIC&#13;
&#13;
Counter Intelligence&#13;
Corps&#13;
&#13;
Spionageabwehrdienst der&#13;
U.S.-Armee&#13;
&#13;
Counterpart Fund&#13;
&#13;
Gegenwertfonds (entsteht durch&#13;
Hinterlegung des Gegenwertes&#13;
in Landeswährung für erhaltene ERP-Lieferungen)&#13;
&#13;
County Agent&#13;
&#13;
Kreis-Landwirtschaftssachverständiger (im Rahmen des&#13;
am.landwirtschaftlichen Aufklärungsprogramms )&#13;
&#13;
County Judge&#13;
&#13;
Kreisrichter&#13;
&#13;
Court of Appeals&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Berufungsgericht (Oberrichter:&#13;
William Clarkj untersteht der&#13;
Abteilung Gerichtswesen der&#13;
am. Hochkammission und ist&#13;
den am. Bezirksgerichten&#13;
(Distriet Courts) in Deutschland übergeordnet)*&#13;
&#13;
Craft Union&#13;
&#13;
Pacharbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Criminal Investigation&#13;
Division&#13;
&#13;
Kriminalabteilung der U.S.Armee&#13;
&#13;
Currenoy Exchange Plan&#13;
&#13;
Plan für den zwischenstaatlichen Zahlungsverkehr&#13;
&#13;
CID&#13;
&#13;
- 21 -&#13;
&#13;
�Dail Eireann - Department of Economic Affairs (UN)&#13;
&#13;
Dail Eireann&#13;
&#13;
Parlament des Freistaates Eire&#13;
(Irland)&#13;
&#13;
Danube Border Nations&#13;
&#13;
Donau-UferStaaten&#13;
&#13;
Decartelization and Decon-Dekartellisierungs- und Dezencentration Division&#13;
tralisierungsabteilung, unter(HICOG)&#13;
steht dem Justizamt (Office of&#13;
the General Counsel) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
Defense Plant Corporation&#13;
&#13;
Kreditgesellschaft für den Ausbau der Rüstungsindustrie&#13;
&#13;
Delaware&#13;
&#13;
Bundesstaat Delaware&#13;
(HauptStadtsDover)&#13;
&#13;
Democratic National&#13;
Committee&#13;
&#13;
Landesausschuß der Demokratischen Partei (U.S.A.)&#13;
&#13;
Department of&#13;
Agriculture&#13;
&#13;
U.S.-Landwirtschaftsministerium&#13;
(Leiter: Charles B.Brennan)&#13;
&#13;
Department of the Air&#13;
Force&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Luftstreitkräfte ( im U.S.-Verteidigungsministeriumi bis Sept.&#13;
1947 eigenes Ministerium mit&#13;
Kabinettsrangi Leiter: Staatssekretär: Thomas K. Finletter)&#13;
&#13;
Department of the Army&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Armee&#13;
(im U.S.-Verteidigungsministeriumf bis Sept.1947 eigenes&#13;
Ministerium mit Kabinettsrangi Leiter:Staatssekretär&#13;
Frank Pace)&#13;
&#13;
Department of Commerce&#13;
&#13;
U.S.-Handelsministerium&#13;
(Leiter: Charles Sawyer)&#13;
&#13;
Department of Defense&#13;
(auch:National Military&#13;
Establishment)&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
(geschaffen durch Kongreßbeschluß am 26.7.1947$ Leiter:&#13;
Louis Johnson)&#13;
&#13;
Department of Economic&#13;
Affairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für WirtSchaftsfragen&#13;
(im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
- 22 -&#13;
&#13;
�Department of Health - Deputy (to the)Assistant&#13;
Secretary&#13;
&#13;
Department of Health&#13;
(N.Y.State)&#13;
&#13;
G- e Blindheit sab t eilung des&#13;
Staates New York&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Interior&#13;
&#13;
U.S.Innenministerium&#13;
(Leiter: Oscar L.Chapman)&#13;
&#13;
Department of Justice&#13;
&#13;
U.S.-Justizministerium&#13;
(Leiter: James Howard&#13;
McG-rath)&#13;
&#13;
Department of Labor&#13;
&#13;
U.S.-Arbeitsministerium&#13;
(Leiter: Maurice J.Tobin)&#13;
&#13;
Department of Legal&#13;
Äffairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für Rechtsfragen (im&#13;
UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Navy&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Marine&#13;
(im U.S.-Verteidigungsministerium|, bis Sept.1947 eigenes&#13;
Ministerium mit Kabinettsrangf Leiter: Staatssekretär&#13;
Francis P.Matthews)&#13;
&#13;
Department of Public&#13;
Information (UN)&#13;
&#13;
Informationsamt (im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of Public&#13;
Weifare (State)&#13;
&#13;
Abteilung für Gesundheitspflege des Staates ...&#13;
&#13;
Department of Security&#13;
&#13;
Amt für Angelegenheiten des&#13;
Sicherheitsrates(im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of Social&#13;
Affairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für Soziale Angelegenheiten (im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of State&#13;
&#13;
U.S.-Außenministerium&#13;
(Leiter: Dean G-.Acheson)&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Treasury&#13;
&#13;
U.S.-Finanzministerium&#13;
(Leiter: John Wesley Snyder)&#13;
&#13;
Department of Trusteeship Amt für Treuhandverwaltung&#13;
und Information über Mandatsand Information from&#13;
gebiete (im UN-Sekretariat)&#13;
Non-Selfgoverning&#13;
Territories (UN)&#13;
Deputy (to the)&#13;
Assistant Secretary&#13;
&#13;
Stellv.UnterStaatssekretär&#13;
&#13;
- 23 -&#13;
&#13;
�Deputy Chief Legal Offieer - Drafting Committee&#13;
&#13;
Deputy Chief Legal&#13;
Offieer&#13;
&#13;
Stellv.Leiter d.Rechtsabteilung&#13;
&#13;
Deputy High Commissioner&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Stellv. am.Hochkommissar für&#13;
Deutschland (Maj.Gen.George&#13;
P.Hayes)&#13;
&#13;
Deputy Postmaster&#13;
General&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Postministerium&#13;
&#13;
Deputy Secretary of&#13;
Defense&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
&#13;
Direetor of Joint Staff&#13;
&#13;
Chef des Generalstabes&#13;
&#13;
Displaced Persons&#13;
&#13;
Verschleppte Personen&#13;
&#13;
Displaced Population&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Verschleppte Personen, untersteht dem Amt für&#13;
Politische Angelegenheiten&#13;
(Office of Political Affairs)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
D.A.&#13;
&#13;
District Attorney&#13;
&#13;
Staatsanwalt (eines Distrikts)&#13;
&#13;
D»C.&#13;
&#13;
District of Columbia&#13;
&#13;
Distrikt um die Bundeshauptstadt Washington&#13;
&#13;
District Courts (HICOG)&#13;
&#13;
Bezirksgerichte, unterstehen&#13;
dem Berufungsgericht (Court&#13;
of Appeals) und der Abteilung&#13;
Gerichtswesen der am.Hochkommission, welche wiederum&#13;
unmittelbar dem Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutsehland (Office of the High&#13;
CommissI&lt;nier) unterstehen&#13;
&#13;
Division of Industrial&#13;
Relations&#13;
&#13;
Abteilung für ArbeitgeberArbeitnehmer^Bejziehungen (im&#13;
U.S.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
DP&#13;
&#13;
Division of International Abteilung für Auslandsrund—&#13;
funksendungen (im U.S.-Außenmlnisteriumf Stimme Amerikas!)&#13;
Broadcasting&#13;
Antikommunistische Liga der&#13;
unterdrückten Völker Europas&#13;
DQMINFORM&#13;
Redaktionsausschuß&#13;
Drafting Committee&#13;
24 -&#13;
&#13;
�ECA-Representative for Germany - Education and Cultural&#13;
&#13;
ECÄ-Representative&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Deutschland-Beauftragter der&#13;
Verwaltung für Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (z.Zt. John&#13;
J.McCloy)&#13;
&#13;
ECA-Special Mission&#13;
for Germany&#13;
&#13;
ECA-Sondermission für Deutschland (Robert M.Hanes)| dem&#13;
ECA-Beauftragten für Deutschland unterstellt&#13;
&#13;
Economic Analyst&#13;
&#13;
Sachverständiger für Wirtschaft sforschung&#13;
&#13;
ECAFE&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Asia and the Par&#13;
East (of ECOSOC)&#13;
&#13;
Wirtschaftskommission für Asien&#13;
und den Fernen Osten (des Wirtschafts- und Sozialrates der&#13;
UN)&#13;
&#13;
ECE&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Europe (of OTTECOSOC)&#13;
&#13;
UN-Wirtschaftskommission für&#13;
Europa (Wirtschafts- und Sozialrat der UN)&#13;
&#13;
ECLA&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Latin America&#13;
(of ECOSOC)&#13;
&#13;
Wirtschaftskommission für Lateinamerika (des Wirtschaftsund Sozialrates der UN)&#13;
&#13;
Economic Consultant&#13;
&#13;
Wirtschaftsberater&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Aot (of 1948)&#13;
&#13;
Gesetz über die Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (am.Gesetz,&#13;
schuf die Economic Cooperation&#13;
Administration - ECA)&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Administration&#13;
&#13;
Verwaltung für Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (am.Bundesbehörde | Administrator:&#13;
Paul G.Hoffmann)&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Administrator&#13;
&#13;
Administrator des Europa-Hilfsprogramms (Paul G.Hoffmann)&#13;
&#13;
ECOSOC Economic and Social&#13;
Council&#13;
&#13;
Wirtschafts- u.Sozialrat&#13;
(d.UN)&#13;
&#13;
E&amp; CRD Education and Cultural&#13;
Relations Division&#13;
&#13;
Erziehungs- und Kulturabteilung&#13;
der am. Militär-Regierung für&#13;
Deutschland (seit 21,9.49 HXCOQ&#13;
statt OMGUS)&#13;
&#13;
; of O M G U S )&#13;
&#13;
- 25 -&#13;
&#13;
�Edueation and Cultural - European Payment Union&#13;
&#13;
Edueation and&#13;
Cultural Relations&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Erziehung u.kulturelle Prägen (Leiter: Alonzo&#13;
G.Gracej untersteht dem Amt&#13;
für öffentl»Angelegenheiten&#13;
(Office of Publie Affairs)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Commissioner )&#13;
&#13;
Edueational Exchange&#13;
&#13;
Schüler- und Bildungsaustausch&#13;
&#13;
Electrieal,Radio and&#13;
Machine Workers,&#13;
United&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Elektro-,&#13;
Radio- u» Maschinenmeehaniker&#13;
(570 000 Mitglieder» 1948 aus&#13;
dem CIO wegen prokommunistischer&#13;
Einstellung ausgeschlossen)&#13;
&#13;
Electrieal Workers,&#13;
International&#13;
Brotherhood ofj&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Elektromechaniker (330 000 Mitglieder!&#13;
der APD. angeschlossen)&#13;
&#13;
Electronic Cireuit&#13;
Making Equipment&#13;
&#13;
Hochfrequenz-Geräte&#13;
&#13;
Emergency Committee&#13;
&#13;
Krisenaussehuß&#13;
&#13;
Emergency Council&#13;
&#13;
Krisenausschuß&#13;
&#13;
Emergency Farm&#13;
Mortgaga Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Kreditgewährung an&#13;
gefährdete Farmen&#13;
&#13;
Employment Service&#13;
(U.S.)&#13;
&#13;
Bundesarbeitsamt (im U.S.-Arbeit sministeriumj erloschen)&#13;
&#13;
Escapism&#13;
&#13;
Plueht aus der Gegenwartsproblematik&#13;
&#13;
ECITO&#13;
&#13;
European Central Inland Transport&#13;
Organization&#13;
&#13;
Europäische Binnentransportorganisation&#13;
&#13;
ECQ&#13;
&#13;
European Coal&#13;
Organization&#13;
&#13;
Europäische Kohlenorganisation&#13;
&#13;
EUCOM&#13;
&#13;
European Command&#13;
&#13;
UoS»-Hauptquartier für den&#13;
europäischen Befehlsbereich&#13;
(SitztHeidelberg)&#13;
&#13;
EPÜ&#13;
&#13;
European Payment&#13;
Union&#13;
&#13;
Europäische Zahlungsunion(von&#13;
ECA vorgeschlagen zur Integration der europäischen Wirtschaft)&#13;
&#13;
E &amp; CRD&#13;
&#13;
ECME&#13;
&#13;
USES&#13;
&#13;
26&#13;
&#13;
�European Recovery Program - Extension System&#13;
&#13;
ERP&#13;
&#13;
European Recovery&#13;
Program&#13;
&#13;
Europa-Hilfsprogramm&#13;
(Marshallplan)&#13;
&#13;
Exchange Division&#13;
(HICOGJ&#13;
&#13;
Austauschabteilung (Leiter*&#13;
Ralph A«. Burnsi untersteht,&#13;
dem Amt für öffentl.Angelegenheiten (Office of Public&#13;
Affairs) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland Office of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Exeoutive&#13;
&#13;
Bunde sexekut ive,Regierung,&#13;
Verwaltung&#13;
&#13;
Executive&#13;
&#13;
Geschäftsführer, geschäftsführender Angestellter&#13;
&#13;
Executive Office of the&#13;
President&#13;
&#13;
Exekutivbüro des am.Präsidenten&#13;
&#13;
Extension Service&#13;
(Aglroulture)&#13;
&#13;
Extension System&#13;
(Educational)&#13;
&#13;
Landwirtschaftlicher Aufklärungsdienst (des U.S.-Landwirt schaftsministerium- im&#13;
Verein mit den Landwirtschaftsfachschulen und-Universitäten)&#13;
Volksbildungswerk der am.&#13;
Universitäten&#13;
&#13;
- 27 -&#13;
&#13;
�Farm Security Administration - Federal Council of the&#13;
Churehes&#13;
&#13;
Farm Security&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für Farmer schütz,,&#13;
(gegr» 1937 zur Gewährung von&#13;
Krediten an Kleinfarmer. 1946&#13;
in die Farmers Home Administration übergegangen)&#13;
&#13;
Farmers Home&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundeskreditanstalt für Kleinfarmer (1946 entstanden aus&#13;
der Farm Security Administration, s.d.,,, und der Emergency&#13;
Crop and Feed Loan Divisionj&#13;
Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Federal Bar&#13;
Association&#13;
&#13;
Bundes-Anwaltskammer (gegr»&#13;
1920| 2 800 Mitglieder» Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Federal Bureau of&#13;
Apprenticeship&#13;
&#13;
Bundesamt für Lehrlingsausbil^&#13;
düng ( im Ü.S--Arbeitsministerlum)&#13;
&#13;
PBI&#13;
&#13;
Federal Bureau of&#13;
Investigation&#13;
&#13;
Am0Fahndungsdienst (Abteilung&#13;
des U.So-Justizministeriums&#13;
zur Aufklärung bestimmter Verbrechen! gegr» 1908| derzeitiger Leiter: J.Edgar Hooverf&#13;
Sitz Washington)&#13;
&#13;
FCC&#13;
&#13;
Federal Communications&#13;
Commlssion (UoS.)&#13;
&#13;
Bundesausschuß für das Nachrichtenwesen (unabhängige Bundesbehörde, erteilt Betriebsgenehmigungen an Rundfunkstationen und regelt Zuteilung&#13;
von Wellenbereichen) gegr.1934)&#13;
&#13;
Federal Crop Reporting&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundes-Erntemeldeamt&#13;
&#13;
Federal Council of the&#13;
Churehes o£ Christ in&#13;
America&#13;
&#13;
Zentralrat der Kirchen Christi&#13;
in Amerika (gegr. 1908j Sitz:&#13;
New Yorkj 27,7 Millionen Mitglieder von 25 Glaubensgemeinschaften)&#13;
&#13;
- 28 -&#13;
&#13;
�Federal D - Föderal Security Ageney&#13;
&#13;
PHA&#13;
&#13;
Federal Deposit; Insurance&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Bundes-Rückversicherungsanstalt für Depositenbanken&#13;
(gewährt den bei amerik»Banken eingerichteten Konten Versicherungsschutz bis zur Höhe&#13;
von 5 000 Dollar* 1933 duroh&#13;
Gesetz gegründet mit einem&#13;
Grundkapital von 289 Mill.&#13;
Dollar|SitzsWashington)&#13;
&#13;
Föderal Distriet Court&#13;
&#13;
Bundesdistriktsgericht&#13;
&#13;
Federal Housing Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Wohnbauprojekte (zur Förderung der&#13;
Wohnkultur und Schaffung gesunder Verhältnisse auf dem&#13;
Hypothekenmarktj gegr. 1934t&#13;
Abt» der Housing and Homo&#13;
Finanoe Ageneyj Sitzt&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Föderal Mediation and Conoiliation Service&#13;
&#13;
Bundesvormittlungs- und Schlich«&#13;
tungsdlenst ( 1947 auf Grund&#13;
des Labor Management Relations&#13;
Aot gegründete Bundesbehörde&#13;
zur Vermittlung- bei Lohnstreitigkeiten zwischen Arbeltgeber- und Arbeitnehmerverbändenj SitztWashington)&#13;
&#13;
Federal Power Commission&#13;
&#13;
Bundeskommission für Energieversorgung (selbständige Bundesbehördef gegr» 1920}&#13;
Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Föderal Relief&#13;
Organization&#13;
&#13;
Bundesnothilfo&#13;
&#13;
Federal Reserve System&#13;
&#13;
Federal Reserve-Bankensystem&#13;
(das System der am» Staatsbanken» gegr» 1913)&#13;
&#13;
Federal Reserve System&#13;
Direktorium des Federal Roser(Board of Governcrs of the) vo-Bankensystems (s.d.)&#13;
FSA&#13;
&#13;
Federal Seourity Ageney&#13;
&#13;
Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen (zur zentralen Überwachung der staatl.&#13;
Einrichtungen des Fürsorge-.&#13;
Erziehungs- ue Gesundheitswesensj geschaffen 19391&#13;
Sitz tWashington)&#13;
- 29 -&#13;
&#13;
�Föderal Supply Service - Finanee Division (HICOG)&#13;
&#13;
Fedtral Supply Service&#13;
&#13;
Bundesbeschaffungaamt (Leiters&#13;
Olifton £»Maok|Beh5rde der&#13;
General Services Administration)&#13;
&#13;
Föderal Trade Oommission&#13;
&#13;
Bundeshandelskommission (selb*&#13;
ständige Bundesbehörde zur&#13;
Ausohaltung unlauteren Wettbewerbs* gegr» 1914» Sitzt&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Föderal Union, Ine.&#13;
&#13;
Föderalistisohe Union (priv,&#13;
am. Organisation mit Sitz in&#13;
Washington^ tritt ein für eine&#13;
Demokratische Union der Länder&#13;
mit gemeinsamen Interessen)&#13;
&#13;
Föderation of Business&#13;
and Professional&#13;
Women's Clubs&#13;
&#13;
Am.Bund der Klubs berufstätiger Frauen(gegr* 1919I&#13;
140 000 Mitgliedert Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
Verband weiblicher Aktionäre&#13;
Föderation of Women&#13;
Shareholders in American in Amerika (private Vereinigung)&#13;
Business&#13;
Field Division (HK20G)&#13;
&#13;
Aufienabteilung (Col.Gordon E.&#13;
Textor), untersteht unmittelbar dem Amt des am» Hochkommissars für Deutschland (Office&#13;
of the High Commissioner).&#13;
&#13;
Film and Visual&#13;
Information Division»&#13;
UN-Department of Public&#13;
Information&#13;
&#13;
Abteilung Film und Anschauungsmaterial (des Informationsamtes&#13;
im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Figure Skating&#13;
Assooation (U.S.)&#13;
&#13;
Am.Eiskunstlauf-Verband&#13;
&#13;
Finanoa Committee&#13;
&#13;
Finanzausschuß der New Torker&#13;
&#13;
Börse&#13;
Finanee Division (HICOG) Finanzabteilung (Leltert&#13;
Sheppard Morgan)» untersteht dem&#13;
Amt für Wirtsohaftsfragen&#13;
(Offiee of Soonomie Affairs) im&#13;
Amt des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
- 30 -&#13;
&#13;
�Pi80al CommisBion - Foreign Affairs Committee&#13;
&#13;
Fla,&#13;
&#13;
FAO&#13;
&#13;
Fiscal Commission&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Kommission für Steuerfragen&#13;
(des Wirtschafts- und Sozialrats der UH, 15 Mitglieder)&#13;
&#13;
Fish and Wildlife&#13;
Service (U.S.)&#13;
&#13;
Abteilung für Fischerei und&#13;
Wildhege (im ü.S.-Innenministerium)&#13;
&#13;
Florida&#13;
&#13;
Bundesstaat Florida (Hauptstadt&#13;
Tallahassee)&#13;
&#13;
Florida State Musio&#13;
Teaohers Association&#13;
&#13;
Musiklehrervereinigung des&#13;
Staates Florida&#13;
&#13;
Fly and Pest Control&#13;
Committee&#13;
&#13;
Seuehenkontrollaussehuß&#13;
&#13;
Food and Agrieultural&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Ernährungs- und Landwirtsohaftsabteilung (Leiters Gwynn Garnett),&#13;
untersteht dem Amt für Wirtschaft sfragen (Office of&#13;
Economic Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutsehland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Food and Agrieultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Ernährungs- u.Landwirtsehaftsorganisation der Vereinten&#13;
Nationen (gegr. 1945; Sitzt&#13;
Washington} Sonderorganisation&#13;
der UN)&#13;
&#13;
Food and Drug Administration&#13;
&#13;
Bundesprüfstelle der Verwaltung für Nahrungsmittel und&#13;
ehem. Präparator Abteilung der&#13;
Federal Security Agenoy,e.d.)&#13;
&#13;
Food and Nutrition Board&#13;
(of the National Research&#13;
Council)&#13;
&#13;
Ausschuß für Lebensmittel und&#13;
Ernährung (im Am.Forschungsrat, s.d.)&#13;
&#13;
Ford Motor Company&#13;
&#13;
Ford Automobil-Gesellschaft&#13;
(Detroit,Mich.)&#13;
&#13;
Foreign Affairs Committee&#13;
&#13;
Außenpolitischer Ausschuß des&#13;
Repräsentantenhauses (Vorsitzenders Tom Kee)&#13;
&#13;
- 51 -&#13;
&#13;
�Foreign Aid Committee - Poster Parents&#13;
&#13;
Poreign Aid Committee&#13;
auch: Advisory Committee&#13;
on Voluntary Poreign Aid&#13;
&#13;
Bundesausschuß für Auslandshilfe (als Nachfolgeorganisation&#13;
des War Relief Control Board&#13;
;ur Koordinierung aller staatichen und privaten Hilfsaktionen und der Marshallplanilfe geschaffen! Sitz:&#13;
„ashington)&#13;
&#13;
Foreign Assistance Aot&#13;
(of 1948)&#13;
&#13;
Auslandshilfagesetz (von 1948),&#13;
(Rechtsgrundlage für die Finanzierun des Marshallplans,&#13;
der Waffenhilfe für Griechenland und die Türkei, der Wirtschafts- und Waffenhilfe für&#13;
China, sowie der Zuschüsse&#13;
zum UN-Kinderhilfefonds)&#13;
&#13;
Foreign Nationalities&#13;
Branoh&#13;
&#13;
Abteilung für Nationalitätenfragen (im Office of Strategio&#13;
Services, s.d.)&#13;
&#13;
Foreign Relatione&#13;
Committee of the Senate&#13;
&#13;
Außenpolitischer Ausschuß des&#13;
Senats(Vorsitzender:&#13;
Tom Conally)&#13;
&#13;
Foreign Relatione&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Außenpolitische Abteilung&#13;
(Leiter: Bernhard Gufler),&#13;
untersteht dem Amt für Politische Angelegenheiten&#13;
(Office of Public Affairs) im&#13;
Amt des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Foreign Sevice Institute&#13;
&#13;
Institut für Außenpolitik&#13;
(untersteht der Abteilung für&#13;
den auswärtigen Dienst im&#13;
U.S.-Außenministerium (Office&#13;
of the Foreign Service)&#13;
&#13;
Foreign Trade Council&#13;
&#13;
Außenhandelsrat&#13;
&#13;
Foeter Parents Plan for&#13;
War Children&#13;
&#13;
Pflegeeltern-Programm für jugendliche Kriegsopfer&#13;
&#13;
- 32 -&#13;
&#13;
�Foundation for ./orld - Future Farmers&#13;
&#13;
Foundation for World&#13;
oment&#13;
&#13;
Stiftung Tieltr-sgierung (priv0&#13;
am.o Organisation} Sitz:&#13;
Chicago, erzieherische Ziele)&#13;
&#13;
Fri snds Service&#13;
Committt i&#13;
&#13;
Quäker-Hilfsdienst&#13;
&#13;
Future Farmers of&#13;
Amerioa&#13;
&#13;
Am.FarmJugend (priv8Jugend&#13;
Organisation! gegr. 1928;&#13;
260 000 Mitglieder:&#13;
Sitzi Washington)&#13;
&#13;
33&#13;
&#13;
�General Agreement • Government Issue&#13;
&#13;
General Agreement on&#13;
Tariffs and Trade&#13;
&#13;
Allgemeines Zoll» und Handels»&#13;
abkommen (beteiligt sind 23&#13;
Staaten! 1943)&#13;
&#13;
General Assembly of Uff&#13;
&#13;
Vollversammlung der Vereinten&#13;
Nationen (oder UN-VollVersammlung)&#13;
&#13;
General Eleetri© Company&#13;
&#13;
(größte} amerikan&amp;Herstellerfirma elektrischer Geräte&#13;
&#13;
General Federatlen of&#13;
Women's Club»&#13;
&#13;
Verband amerlkan*?rauenklube&#13;
(gegro 1890! Sitzs Washington!&#13;
7*7 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
General Military Court&#13;
&#13;
Oberstes Gerieht der Militärregierung&#13;
&#13;
General Motor«&#13;
&#13;
Größter amerikan0Automobilkonzern (mit Sitz in Detroit)&#13;
&#13;
General Serviees&#13;
Admini strat i an&#13;
&#13;
Allgemeine Bundesverwaltungsbehörde (selbständige Bundes»&#13;
behörde| Leiteri Jess Larson)&#13;
&#13;
Genera Convention&#13;
&#13;
Genfer Konvention&#13;
&#13;
Geologieal Survey&#13;
&#13;
Geologisches Forsehungsamt im&#13;
UoS»-»Innenministerium (zur&#13;
Erforschung der geologischen&#13;
Struktur des Landes, Aufstellung&#13;
von Bodensohätzungen ete&lt;{&#13;
gegr. 1879! SitztWaahington)&#13;
&#13;
Ga.&#13;
&#13;
Georgia&#13;
&#13;
Bundesstaat Georgia&#13;
(Hauptstadt Atlanta)&#13;
&#13;
GEIAO&#13;
&#13;
German Export-Import&#13;
Advisory Offiee&#13;
&#13;
Deutsche Export-Importberatungsstelle&#13;
&#13;
GTA&#13;
&#13;
German Youth&#13;
Aetivitiee&#13;
&#13;
Hilfsprogramm der amerikano&#13;
Armee für die deutsche Jugend&#13;
(wörtlich! Deutsche Jugendarbeit)&#13;
&#13;
Gl&#13;
&#13;
Government Issue&#13;
&#13;
Stempel auf allen Ausrüstung*egenständen der amerikanoArmeej&#13;
wurde schließlich zur Bezeichnung für den amerikanischen&#13;
Soldaten« Etwat Landser)&#13;
&#13;
SATT&#13;
&#13;
GBC&#13;
&#13;
GM&#13;
&#13;
GC&#13;
&#13;
f&#13;
&#13;
- 34 -&#13;
&#13;
�Government and - Groupe Francaise&#13;
&#13;
GAROA&#13;
&#13;
Government and Relief&#13;
in Occupied Areas&#13;
&#13;
Fonds für Verwaltung und&#13;
Unterstützung besetzter Gebiete (für die Bundesrepublik Deutschland durch Abkommen über wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit vom 15.12.49&#13;
weiterhin von den U.S.A. zur&#13;
Verfügung gestellt)&#13;
&#13;
GOP&#13;
&#13;
Grand Old Party&#13;
(Repüblican Party)&#13;
&#13;
Die Republikanische Partei&#13;
(U.S.A.) (Wappentier:&#13;
Elefant)&#13;
&#13;
Great Books Foundation&#13;
&#13;
"Gesellschaft der Freunde&#13;
literarischer Meisterwerke"&#13;
(priv» Verein)&#13;
&#13;
GCA&#13;
&#13;
Ground Control Approach&#13;
&#13;
Landungskontrolle (auf Flugplätzen)&#13;
&#13;
GPCC&#13;
&#13;
Groupe Francaise du&#13;
Conseil de Controle&#13;
&#13;
Französisches Element im&#13;
Kontrollrat&#13;
&#13;
- 35 -&#13;
&#13;
�Hague Arbitration - Housing and Home&#13;
H&#13;
HAC&#13;
&#13;
Hague Arbitration Convention&#13;
&#13;
Haager Schiedsgerichts-Abkommen&#13;
&#13;
HQ&#13;
&#13;
Headquarters&#13;
&#13;
Hauptquartier&#13;
&#13;
HIAS&#13;
&#13;
Hebrew Immigrant Aid Society&#13;
auch? Hebrew Sheltering and&#13;
Immigrant Aid Society&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Betreuung&#13;
jüdischer Einwanderer (gegr.&#13;
1884; Sitz: New York)&#13;
&#13;
HICOG&#13;
&#13;
High Commission for Germany&#13;
&#13;
Am. Hochkommlssion für Deutschland (oder: Amt des amerikan. Hochkommissars für&#13;
Deutschland)&#13;
&#13;
HCJ&#13;
&#13;
High Court of Justice&#13;
&#13;
(brit.) Hoher Gerichtshof&#13;
&#13;
HO&#13;
&#13;
Home Offlee&#13;
&#13;
(brit•) Innenministerium&#13;
&#13;
Home Owners Loan Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Kreditgewährung&#13;
an Hausbesitzer (1933)»&#13;
schuf die&#13;
&#13;
Home Owners Loan Corporation&#13;
&#13;
Bundeskreditgesellechaft für&#13;
Hausbesitzer (mit 200 Mill.&#13;
Dollar Stammkapital)&#13;
&#13;
Homemakers laboratories&#13;
&#13;
Hauswirtschaftliche Laboratorien&#13;
&#13;
Horace Mann Institute of&#13;
School Experimentation&#13;
&#13;
s. unter Institute. • .&#13;
&#13;
Hospital Council of Greater&#13;
New York&#13;
&#13;
Verwaltungsrat der New Torker&#13;
Krankenhäuser&#13;
&#13;
House Demonstration Work&#13;
&#13;
Hauswirtschaft swerk&#13;
&#13;
House Foreign Affairs ComAußenpolitischer Ausschuß des&#13;
mittee (auch: Foreign A&#13;
Affairs Repräsentantenhauses (VorCommittee of the House)&#13;
sitzender: John Kee)&#13;
HL&#13;
&#13;
HHFA&#13;
&#13;
House of Lords&#13;
&#13;
Oberhaus des Brit. Parlaments&#13;
&#13;
House Rules Committee&#13;
&#13;
Verfahrensausschuß des amerikan. Repräsentantenhauses&#13;
&#13;
Housing authority&#13;
&#13;
Wohnungsbehörde (s.auehs&#13;
National Capital Housing&#13;
Authority&#13;
Bundesbehörde für Wohnungsbaufinanzierung (selbständige&#13;
Bundesbehörde der TJ.S.-Regierung]&#13;
&#13;
Housing and Home Finance&#13;
Agency&#13;
&#13;
- 36 -&#13;
&#13;
�Human Rights Commission - Human Rights Division&#13;
Human Rights Commission of&#13;
UN (ESOSOC)&#13;
Human Rights Division(of&#13;
ÜN-Department for Social&#13;
Äffairs )&#13;
&#13;
Kommission für Menschenrechte(des UN-Wirtsohaftsund Sozialrates)&#13;
Abteilung für Menschenrechte&#13;
(des Amtes Soziais Angelegenheiten im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
- 37 -&#13;
&#13;
�Idaho - Industry Division&#13;
I&#13;
&#13;
Ida.&#13;
&#13;
Idaho&#13;
&#13;
Bundesstaat Idaho (Hauptstadt&#13;
Boise)&#13;
&#13;
111.&#13;
&#13;
Illinois&#13;
&#13;
Bundesstaat Illinois&#13;
stadt Springfield)&#13;
&#13;
Immigration and Naturaliz^&#13;
ation Service&#13;
&#13;
Bundesamt für Einwänderungsund Naturalis!erungsfragen&#13;
(im U.S.-Justizministerium}&#13;
gegr. 1933; Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Indiana&#13;
&#13;
Bandesstaat Indiana (Hauptstadt Indianapolis)&#13;
&#13;
Indlan Council of World&#13;
Affairs&#13;
&#13;
Indischer Hat für Weltpolitik&#13;
&#13;
Industrial Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Industrie (Leiters&#13;
Francis L. Mayer; untersteht dem&#13;
am. Element (U.S.-Element&#13;
Military Security Board) des&#13;
Militärischen Sicherheitsrates,&#13;
das unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars - Office&#13;
of the High Commiasioner)&#13;
verantwortlich ist)&#13;
&#13;
Industrial Police&#13;
&#13;
Industriepolizei&#13;
&#13;
Industrial Relation Department (st Harvard University)&#13;
&#13;
Institut für Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen (der Harvard-Universität )&#13;
&#13;
Industrial Union&#13;
&#13;
Industrie- oder Einheitsgewerkschaft (ein Gewerkschaftstyp,&#13;
der alle Lohnarbeiter-Berufsgruppen innerhalb eines Industriezweiges umschließt. Gegensatz: Facharbeitergewerkschaft Craft-Union; Kombination:&#13;
Multi- oder Mischgewerkschaft Amalgamated Union)&#13;
&#13;
Industry Division (HICOG)&#13;
&#13;
Industrieabteilung (Leiter:&#13;
Lowell Weicher), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftsfragen&#13;
(Office of Economic Affairs)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Ind.&#13;
&#13;
IP&#13;
&#13;
- 38 -&#13;
&#13;
(Haupt-&#13;
&#13;
�Inf - Intergov Committee&#13;
&#13;
ISD&#13;
&#13;
Information Services Division Informationsabteilung (Leiters&#13;
W.J. Convery Egan), unterstellt&#13;
(HICOG)&#13;
dem Amt für Öffentliche Angelegenheiten (Office of Public&#13;
Affairs) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High Commissioner)&#13;
Inland Revenue Office&#13;
&#13;
(brit.) Steueramt&#13;
&#13;
Institute for Anniial Review&#13;
of United Kations Affairs&#13;
&#13;
Institut für die Jahresberichterstattung über die Tätigkeit der Vereinten Nationen&#13;
&#13;
Institute for Human Adjustment&#13;
&#13;
Institut für die gesellschaftliche Einordnung der Menschen&#13;
&#13;
Institute for Intercontinental Studies&#13;
&#13;
Institut für Interkontinentale&#13;
Studien&#13;
&#13;
Institute for »orld Affairs&#13;
&#13;
Institut für Internationale&#13;
Fragen&#13;
&#13;
Institute&#13;
lation»&#13;
&#13;
Institut für friedliche Bezeihungen zwischen den Völkern&#13;
(gegre 1925; Sita New York)&#13;
&#13;
of Pacifie Re-&#13;
&#13;
Institute of Radio Engineers, Institut der Radio-Techniker&#13;
Inc.&#13;
(gegr. 1912; Sitst New York;&#13;
24 000 Mitglieder)&#13;
Institute for School&#13;
Institut für Experimentelle&#13;
Experimentation&#13;
Pädagogik&#13;
(auch: Horaoe Mann Institute)&#13;
IARA&#13;
&#13;
Inter-Allied Reparation&#13;
Agency&#13;
&#13;
Interalliiertes Reparationsamt (gegr. 1946; Sits Brüssel;&#13;
$etzt sich aus Vertretern der&#13;
18 Signatarstaaten des Pariser&#13;
Reparationsabkommens sowie&#13;
Pakistan zusammen und übernimmt&#13;
die Aufteilung d. deutsehen&#13;
Reparationsleistungen)&#13;
&#13;
Int er-American Economic and&#13;
Social Council&#13;
&#13;
Interamerikanischer Wirtschaftsund Sozialrat (gegr. 1945)&#13;
&#13;
Intergovernmental Committee&#13;
on Refugees&#13;
&#13;
Zwischenstaatliches Flüchtlingskomitee (gegr. 1938; Aufgaben&#13;
1947 von der IRO übernommen)&#13;
&#13;
- 39 -&#13;
&#13;
�Intergowrnmental Committee - International&#13;
Authority&#13;
&#13;
IGC&#13;
&#13;
Intergovernmental&#13;
Committee&#13;
&#13;
Zwischenstaatliohee Komitee&#13;
&#13;
IMCO&#13;
&#13;
Intergovernmental&#13;
Maritime Consultative&#13;
Organization&#13;
&#13;
Zwischenstaatliche beratende&#13;
Schiffahrtsorganisation (Sonderorganisation der Vereinten&#13;
Nationen)&#13;
&#13;
Internal Politioal and&#13;
Governmental Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Innenpolitik u.Regierungsangelegenheiten (Leiters&#13;
Kenneth Layton)»untersteht&#13;
dem Amt für Politische Angelegenheiten (Office of Political&#13;
Affairs)im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
International Academlc&#13;
Union&#13;
&#13;
Internationaler Akademikerverband&#13;
&#13;
IAF&#13;
&#13;
International Aeronautical Internationaler Luftfahrt Pederation&#13;
bund&#13;
&#13;
IATA&#13;
&#13;
International Air&#13;
Transport Association&#13;
&#13;
Internationaler Lufttransportverband&#13;
&#13;
International&#13;
Association for&#13;
Childhood Education&#13;
&#13;
Internationale Vereinigung für&#13;
Kinder erz'- ehung&#13;
&#13;
International&#13;
Association of&#13;
Machinists&#13;
&#13;
(Unabhängige) Maschinistengewerkschaft (1946 aus der APL&#13;
ausgetreten! SitzsWashingtonj&#13;
etwa 650 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
International Authority&#13;
for the Ruhr&#13;
&#13;
Internationale Ruhrbehörde&#13;
(gegr. 1949; Sitz: Düsseldorf!&#13;
Mitglieders Frankreich,U»S.A.,&#13;
England,Westdeutschland, je&#13;
3 Stimmen.&#13;
Belgien,Luxemburg,Holland je&#13;
1 Stimme.Aufgaben: Verteilung&#13;
der Kohle u. Stahlproduktion&#13;
an die europäischen Länder!&#13;
Verhinderung des Wiederaufbaues&#13;
einer deutschen Rüstungsindustrie,&#13;
Schutz der ausländischen Interessen)&#13;
&#13;
- 40 -&#13;
&#13;
�International Bank - International Confed.&#13;
&#13;
IBRD&#13;
&#13;
International Bank for&#13;
Reconstruction and&#13;
Development (World Bank)&#13;
&#13;
Internationale Wiederaufbaubank (Weltbank)| (gegr. 1945»&#13;
Sitzt Washington,Stammkapitals&#13;
1.1.49 über 8 Milliarden&#13;
Dollar)&#13;
&#13;
International Bureau of&#13;
Education&#13;
&#13;
Internationales Amt für Bildungswesen&#13;
&#13;
International Bureau of&#13;
Weights and Measures&#13;
&#13;
Internationales Amt für Maße&#13;
und Gewichte (gegr.18751 Sitzt&#13;
Sevres, Prankreich)&#13;
&#13;
IBM&#13;
&#13;
International Business&#13;
Machine Corporation&#13;
&#13;
Internationale Büromaschinengesellschaft&#13;
&#13;
ICC&#13;
&#13;
International Chamber&#13;
of Commerce&#13;
&#13;
Internationale Handelskammer&#13;
(gegr. 1919$ SitzsParis,&#13;
Präsident tPhilip E.Reed)&#13;
&#13;
ICEF&#13;
&#13;
International Children&#13;
Emergency Fund (UN)&#13;
&#13;
Internationaler KinderhilfsPonds (gegr. 1946; Nachfolgeorganisation der IJNRRA, sofern&#13;
diese sich mit der Betreuung&#13;
der Kinder befaßte)&#13;
&#13;
ICAO&#13;
&#13;
International Civil&#13;
Aviation Organization&#13;
&#13;
Internationale Organisation&#13;
für die Zivile Luftfahrt&#13;
(gegr* 1947| Sonderorganisation der Vereinten Nationen;&#13;
SitztMontreal)&#13;
&#13;
International College&#13;
of Surgeons&#13;
&#13;
Internationaler Chirurgenverband&#13;
&#13;
International Commission&#13;
on Polk Arts and&#13;
Folklore&#13;
&#13;
Internationalen Komitee für&#13;
Volkskunst und Volkskunde&#13;
&#13;
International Committee&#13;
on Eistorical Sciences&#13;
&#13;
Internationales Komitee für&#13;
Geschichtswissenschaften&#13;
&#13;
ICPTU International&#13;
Confederation of Free&#13;
Trade Union«&#13;
&#13;
Internationaler Bund Freier&#13;
Gewerkschaften (Londoner&#13;
Gründungskonferenz 28.11. bis&#13;
9.12.49| Generalsekretärt&#13;
J.H.Oldenbroek,Holland;&#13;
PräsidenttPaul Pinet, Belgien,&#13;
IBPS)&#13;
&#13;
- 41 -&#13;
&#13;
�International Convention -&#13;
&#13;
ICA&#13;
&#13;
ICJ&#13;
&#13;
IEFC&#13;
&#13;
IFAP&#13;
&#13;
International&#13;
Federation&#13;
&#13;
International Convention&#13;
on the Control of&#13;
Traffie in Women and&#13;
Children&#13;
&#13;
Internationale Konvention zum&#13;
Schutze von Frauen und Kindern&#13;
&#13;
International Cooperative&#13;
Allianoe&#13;
&#13;
Internationaler Verband ÜBT&#13;
Konsumgenossenschaften&#13;
&#13;
International Council for&#13;
Philosophy and&#13;
Humanistic Studies&#13;
&#13;
Internationales Institut für&#13;
Philosophie und Humanistische&#13;
Studien (siehe UNESCO)&#13;
&#13;
International Council&#13;
of Christians and Jews&#13;
&#13;
Internationaler Arbeitsausschuß der Christen und Juden&#13;
&#13;
International Cotmcil&#13;
of Nurses&#13;
&#13;
Internationaler Kranken—&#13;
schwesternverband&#13;
&#13;
International Council&#13;
of Scientific Unions&#13;
(and Associated ünions)&#13;
&#13;
Internationaler Forschungs—&#13;
rat für Naturwissenschaften&#13;
(und verwandte Gebiete)&#13;
(gegr. 19191 Sitz:Brüssel)&#13;
&#13;
International Court of&#13;
Justice&#13;
&#13;
Internationaler Gerichtshof&#13;
(Sitzt Den Haag, Gerichtshof&#13;
der Vereinten Nationen)&#13;
&#13;
International Economic&#13;
Conference&#13;
&#13;
Internationale Wirtschaftskonferenz&#13;
&#13;
International Emergenoy&#13;
Food Committee (of FAOj&#13;
&#13;
Internationaler Ernährungs—&#13;
krisenrat der FAO (Unterausschuß der FAOj 30.6.49 aufgelöst)&#13;
&#13;
International Exeeutive&#13;
Committee&#13;
&#13;
Internationales ExekutivKomitee&#13;
&#13;
International Federation&#13;
of Agricultural Producers&#13;
&#13;
Internationaler Verband der&#13;
landwirtschaftlichen Produzenten&#13;
&#13;
IFALPA International Federation&#13;
of Air Line Pilots&#13;
Association&#13;
International Federation&#13;
of Philosophie&#13;
Sooieties&#13;
&#13;
Internationale Vereinigung&#13;
der FlugzeugführerOrganisationen&#13;
Internationaler Verband&#13;
PMlosophischer Gesellschaften&#13;
&#13;
- 42 -&#13;
&#13;
�International Föderation .. - International&#13;
Ladies» Garment&#13;
&#13;
International Föderation&#13;
of University Women&#13;
&#13;
Internationaler Akademischer&#13;
Frauen-Bund&#13;
&#13;
International Geographica! Internationale Geographische&#13;
Gesellschaft&#13;
Union&#13;
&#13;
IHA&#13;
&#13;
ILB&#13;
&#13;
ILQ&#13;
&#13;
ILGWU&#13;
&#13;
International Kealth&#13;
Division of the&#13;
Rockefeller Foundation&#13;
&#13;
Weltgesundheitsabteilung der&#13;
Roekefeller-Stiftung&#13;
&#13;
International Hotel&#13;
Association&#13;
&#13;
Internationaler Hotelierverband&#13;
&#13;
International Hylean&#13;
Amazon Institute&#13;
&#13;
Internationales Institut zur&#13;
Erforschung des AmazonasStromgebietes&#13;
&#13;
International Institute&#13;
for Intellectual&#13;
Cooperation&#13;
&#13;
Internationales Institut für&#13;
geistige Zusammenarbeit&#13;
&#13;
International Institute&#13;
of Agriculture&#13;
&#13;
Internationales Landwirtschaftliches Institut(gegr.&#13;
1905» SitzsRomt 1948 von der&#13;
FAO übernommen)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Board&#13;
&#13;
Internationaler Ausschuß für&#13;
Arbeitsfragen&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Office&#13;
&#13;
Internationales Arbeitsamt&#13;
(Sekretariat der ILO in Genf|&#13;
Generaldirektort David A*&#13;
Morse)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Arbeits-Organisation (gegr. 1919t Sitz:&#13;
Genf| Generaldirektor:&#13;
David A.Morse)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Relations Committee&#13;
(AFL)&#13;
&#13;
Ausschuß für Internationale?&#13;
Beziehungen der Arbeiterschaft (der AFL)&#13;
&#13;
International Ladies*&#13;
Garment lorkers Union&#13;
(AFL)&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Damenbekleidungsindustrie&#13;
(Sitz: New York| etwa&#13;
300 500 Mitgliedert der AFL&#13;
angeschlossentPräsldent:&#13;
David Dubinsky)&#13;
&#13;
- 43 -&#13;
&#13;
�International Law - International Society&#13;
&#13;
ILA&#13;
&#13;
International Law&#13;
Association&#13;
&#13;
Gesellschaft für Internationales Recht&#13;
&#13;
IMO&#13;
&#13;
International&#13;
Meteorological&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Meteorologische&#13;
Organisation (Sitz: Lausannej&#13;
soll später in die geplante&#13;
WMO der Vereinten Nationen&#13;
überführt werden)&#13;
&#13;
International Military&#13;
Tribunal&#13;
&#13;
Internationales Militärtribunal(8.8.45 bis 31.8.46 in&#13;
Nürnberg! Aburteilung der&#13;
deutschen Hauptkriegsverbrecher)&#13;
&#13;
IMF&#13;
&#13;
International&#13;
Monetary Fund&#13;
&#13;
Internationaler Währungs-Fonds&#13;
(gegr. 1945| Sitz:Washingtont&#13;
Aufgaben: Förderung der Zusammenarbeit bei der Lösung&#13;
vonWährungsproblemen, Behebung&#13;
auftretender Zahlungsschwierigkeiten durch Devisenumtausch)&#13;
&#13;
INS&#13;
&#13;
International News&#13;
Service&#13;
&#13;
INS8 (Große am.Nachrichtenagentur! gegr. 1909 von William&#13;
Randolph Hearsti Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
IOJ&#13;
&#13;
International&#13;
Organization of&#13;
Joumalists&#13;
&#13;
Internationaler Journalistenverband&#13;
&#13;
IRO&#13;
&#13;
International Refugee&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Fluchtlingsorganisation (Sonderorganisation der UNjr gegr. 19481&#13;
Sitz:Genf| Generaldirektor:&#13;
William Hallam Tuck, TT.S.A.)&#13;
&#13;
IRQ-Reparat ions&#13;
Director&#13;
&#13;
Leiter der Wiedergutmaehungsabteilung der IRO&#13;
&#13;
International Reseue&#13;
and Relief Committee&#13;
&#13;
Internationales Rettunge- und&#13;
Hilfskomitee&#13;
&#13;
International Society&#13;
for Contemporary&#13;
Music&#13;
&#13;
Internationale Gesellschaft&#13;
für zeitgenössische Musik&#13;
&#13;
ISCM&#13;
&#13;
- 44 -&#13;
&#13;
�International Statistical - International&#13;
Wnaling&#13;
&#13;
International&#13;
Statistical Institue&#13;
&#13;
Internationales Statistisches&#13;
Amt (gegr. 1885} Sitz:&#13;
D e n Haag)&#13;
&#13;
International Student&#13;
Service&#13;
&#13;
Internationales S t u d e n t e n werk&#13;
&#13;
International Sugar&#13;
Council&#13;
&#13;
Weltzuckerrat (gegr. 1 9 3 7 |&#13;
Sitz:London)&#13;
&#13;
ITU&#13;
&#13;
International&#13;
cation Union&#13;
&#13;
Internationale Union für das&#13;
Fernmeldewesen (Sonderorganisation der UN, ehemals des&#13;
Völkerbunds; gegr. 1 9 3 2 ;&#13;
Sitz: Genf;.Sekretär:&#13;
F. v o n Ernst,Schweiz)-&#13;
&#13;
in&#13;
&#13;
International Theater&#13;
Institute&#13;
&#13;
Internationales T h e a t e r - I n s t i tut&#13;
&#13;
ITA&#13;
&#13;
International Tourist&#13;
Association&#13;
&#13;
Internationaler T o u r i s t e n Verband&#13;
&#13;
ITS&#13;
&#13;
International Traeing&#13;
Service&#13;
&#13;
Internationaler Suchdienst&#13;
(gegr. 1948; Sitz: A r o l s e n ;&#13;
wird finanziell v o n der&#13;
IRQ unterstützt)&#13;
&#13;
ITO&#13;
&#13;
International Trade&#13;
Organization&#13;
&#13;
Welthandelsorganisation (Sonderorganisation der U N ; Im&#13;
Entstehen begriffen)&#13;
&#13;
International&#13;
Campaign&#13;
&#13;
Internationaler T u b e r k u l o s e feldzug&#13;
&#13;
IÜOTO&#13;
&#13;
Telecommuni&#13;
&#13;
Tuberculosi&#13;
&#13;
International Union&#13;
&#13;
Am.Gewerkschaft mit Sbhwestergewerkschaften in Kanada&#13;
&#13;
International Union of&#13;
Official Travel&#13;
Organizations&#13;
&#13;
Internationaler Bund amtlicher&#13;
Reisebüros und Verkehrsorganisationen (Sitz:London| G e neralsekretär: F.M.Morin)&#13;
&#13;
International Union of&#13;
the United Automobile,&#13;
Aircraft and&#13;
Agricultural Implement&#13;
Workers of America&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
am.Auto-, Flugzeug- und&#13;
t,ar;'! •/ i .rt schuf ü dmaäcb 11 :.ön&#13;
Industrie (CIO; S i t z : Detroit|&#13;
etwa 1 052 000.Mitglieder)&#13;
&#13;
International Wnaling&#13;
Commission&#13;
&#13;
Internationale Walfang-Kommission (gegr. 1948s Sitz:&#13;
London; Generalsekretär:&#13;
A.T.A.-Dobson)&#13;
&#13;
45 -&#13;
&#13;
�International Wheat - Interstate Commerce&#13;
&#13;
International Wheat&#13;
Council&#13;
&#13;
Weltweizenrat (gegr. 1942;&#13;
Sitz:London)&#13;
&#13;
International Women'a&#13;
Alliance&#13;
&#13;
Internationaler Frauenverband&#13;
&#13;
Interstate Commerce&#13;
Commission&#13;
&#13;
Binnenverkehrsausschuß (selbständige Bundesbehörde,Leiter:&#13;
G.Monroe Johnson)&#13;
&#13;
- 46 -&#13;
&#13;
�Jewish Committee - Judieiary Committee&#13;
&#13;
Jewish Committee&#13;
&#13;
Am.Jüdisches Komitee (siehe:&#13;
Am, Jewish Committee)&#13;
&#13;
Jewish Congresa&#13;
&#13;
Am.Jüdischer Kongreß (siehe*&#13;
Am.Jewish Congress)&#13;
&#13;
Joint Brazil-United State* Brasilianischramerikaniseher&#13;
Ausschuß für die wirtschaftTechnical Commission&#13;
liche Entwicklung Brasiliens&#13;
on Economic Development&#13;
of Brazil&#13;
JEIA&#13;
&#13;
JPB&#13;
&#13;
JAG&#13;
&#13;
Joint Export-Import&#13;
Ageney&#13;
&#13;
Vereinigte Export-ImportAgentur (der Alliierten Militärregierung für Deutschland»&#13;
Nach Übernahme durch die Alliierte Hockommission liquidiert)&#13;
&#13;
Joint Chiefs of Staff&#13;
&#13;
Die Stabchefs der amerikan.&#13;
Verteidigungsstreitkräfte&#13;
(Rat der Stabchefs der Armee,&#13;
der Marine,der Luftstreitkräfte! untersteht direkt&#13;
dem ü.S.-Verteidigungsministerium)&#13;
&#13;
Joint Planning Board&#13;
&#13;
Gemischter Planungsausschuß&#13;
(auch: Planungsamt)&#13;
&#13;
Joint Staff&#13;
&#13;
Generalstab der amerikan.Verteidigungsstreitkräfte (untersteht den Joint Chiefs of&#13;
Staff m Stabschefs der am.&#13;
Verteidigungsstreitkräfte und&#13;
setzt sich aus dem Chef des&#13;
Generalstabs und 210 Offizieren der Armee,Marine und Luftstreitkräfte zusammen)&#13;
&#13;
Judge Advocate&#13;
General&#13;
&#13;
Chef der Rechtsabteilung (im&#13;
Sonderstab - Special Staff des Staatssekretariats für die&#13;
Armee im U.S.-Verteidigungs*ministeriumf z.Zt. Maj.Gen.&#13;
Thomas H.Green)&#13;
&#13;
Judieiary Committee&#13;
&#13;
Justizausschuß&#13;
&#13;
- 47 -&#13;
&#13;
�Junior Chamber of Co. -&#13;
&#13;
i&#13;
&#13;
JCI&#13;
&#13;
Junior Chamber Int.&#13;
&#13;
Junior Chamber of&#13;
Commerce&#13;
&#13;
Am. Junioren-Handelskammerr&#13;
(gegr. 1920J Sitz:Tulsa,&#13;
Okla.j 160 000 Mitglieder»&#13;
Verbandszeitschrifts "Future"—&#13;
Zukunft)&#13;
&#13;
Junior Chamber&#13;
International&#13;
&#13;
Internationale Junioren-Kammer (SitzsBrüsselj europäischer Vizepräsident«&#13;
Van der Vlietj Verband der&#13;
nichtselbständigen Kaufleute&#13;
und Gewerbetreibenden} Aufgäbet&#13;
Förderung des betriebswirtschaftlichen und wirtaehafts«politisehen Interesses)&#13;
&#13;
- 48 -&#13;
&#13;
�K&#13;
&#13;
Kans.&#13;
&#13;
Kansas&#13;
&#13;
Bundesstaat Kansas&#13;
(Hauptstadt: Topeka)&#13;
&#13;
Ky,&#13;
&#13;
Kentucky&#13;
&#13;
Bundesstaat Kentucky&#13;
(Hauptstadt: Frankfort)&#13;
&#13;
~» 4.9 =&#13;
&#13;
�Labor Division - league of Women&#13;
&#13;
LPA&#13;
&#13;
Labor Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Gewerkschaftsfragenf&#13;
untersteht dem Amt für Arbeitsfragen (Office of Labor&#13;
Affairs) imAmt des am.Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Gommissioner)&#13;
&#13;
Labor Management Panel&#13;
(National)&#13;
&#13;
Rat für Arbeitgeber-Arbeitnehmerfragen(geschaffen durch&#13;
Labor Management Relations&#13;
Act (1947). Berät den Direktor des Bundesvermittlungs—&#13;
und Schlichtungsdienstes&#13;
(Föderal Mediation and Coneiliation Service) in Prägen&#13;
der Arbeitgeber-Arbeitnehmer—&#13;
beziehungen)&#13;
&#13;
Labor Management&#13;
Relations Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Regelung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen (1947)&#13;
&#13;
Labor Press Association&#13;
&#13;
Verband der Gewerkschaftspresse&#13;
&#13;
Land Commissioners for&#13;
Bavaria (Hesse,Wuerttemberg-Baden,Bremen)&#13;
&#13;
Die Landeskommissare für&#13;
Bayern (Hessen,WürttembergBaden,Bremen)», unterstehen&#13;
unmittelbar dem Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the.High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
League of Women Votera&#13;
of the Oity of New York&#13;
&#13;
Liga der Wählerinnen der Stadt&#13;
New York (gegr. 1920| Sitzt&#13;
New York| 3 300 Mitglieder)&#13;
&#13;
League of Women Toters&#13;
of New York State&#13;
&#13;
Liga der Wählerinnen des Staates New York (gegr. 1901 als&#13;
N.Y»State Women Suffrage&#13;
Association! Namensänderung&#13;
1919,SitztNew Yorkj&#13;
9 500 Mitglieder) .&#13;
&#13;
League of Women Voters&#13;
of the U.8»&#13;
&#13;
Liga der amerikan.Wählerin nen (gegr» 1920t Sitz:&#13;
Washingtoni 89 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
50&#13;
&#13;
�Legal Advice = Lutheran&#13;
&#13;
Legal Advice&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Rechtsberatungsabteilung (Leiter: Richard D« Kearney;, untersteht dem Justizamt (Offlos&#13;
of General Counsel) im Amt des&#13;
am» Hochkommissars für Deutsch»&#13;
land (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Legal Committee of UN&#13;
General Assembly&#13;
&#13;
Rechtsaussohuß der UF-YollVersammlung&#13;
&#13;
Legislation Division&#13;
&#13;
Abteilung Gesetzgebung (Leitart&#13;
JoJaBarront untersteht dem&#13;
Justizamt (Office of General&#13;
Counsel) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland Offios of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Letters Abroad&#13;
&#13;
Korrespondenzzirkel "Briefe ins&#13;
Ausland" (Sitzt Philadelphia!&#13;
priVo Organisation)&#13;
&#13;
Library of Cengress&#13;
&#13;
Kongreflbüoherei&#13;
&#13;
Library of&#13;
International Relations&#13;
&#13;
Bibliothek für Auelandabeziehungen(in Chicago)&#13;
&#13;
Lioenaed Agenoies for&#13;
Relief in Asia&#13;
&#13;
Gruppe der für Asien zugelassenen Hilfsorganisationen (entspricht CRALOG für Deutschland)&#13;
&#13;
Life Insurance&#13;
Association of America&#13;
&#13;
Verband der amerikan&lt;&gt;Lebensversicherunga-Gesellsohaften (gegr&lt;&gt;&#13;
1906| 91 Mitgliedsgesellschaften| Sitzt New Tork)&#13;
&#13;
Local&#13;
&#13;
Ort skarteil,Ort sve rband&#13;
(einer Gewerkschaft)&#13;
&#13;
Local Brauch&#13;
&#13;
Ortsverband|( besobei Gewerkschaften)&#13;
&#13;
Louisiana&#13;
Lutheran World Relief&#13;
&#13;
Bundesstaat Louisiana&#13;
(HauptStadtt Baton Rouge)&#13;
Lutherische Welthilfe (Hilfsorganisation der lutherischen&#13;
Kirchen in UoS.A»)&#13;
&#13;
- 51 -&#13;
&#13;
�Maine&#13;
&#13;
Michigan&#13;
M&#13;
&#13;
Maine&#13;
&#13;
Bundesstaat Maine&#13;
(Haupt stadt:Augusta)&#13;
&#13;
Management Labor Policy&#13;
Committee&#13;
&#13;
Komitee für Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Politik&#13;
Abteilung Arbeitskräfte (Leiter: Karl Beckner), untersteht&#13;
dem-Amt für Arbeitsfragen&#13;
(Office of Labor Affairs) im&#13;
Amt des am»-Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
• Manpower Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
March of Dirnes&#13;
&#13;
Pfennigparade (alljährliche&#13;
Sammelaktion zur Bekämpfung&#13;
der spinalen Kinderlähmung)&#13;
&#13;
Maritime Commission (U.S.)&#13;
&#13;
U.S&lt;»-Schiffahrts-Komission&#13;
(selbständige Bundesbehörde,&#13;
geschaffen 194-6| Aufgaben:&#13;
Förderung des U.S»-Außenhandels, der Handelsmarinej; die&#13;
Kommisaion behandelt Prägen&#13;
der Küstenverteidigung, des&#13;
Seerechts, usw. Leiter:&#13;
Maj. Gen. Philip B. Fleming)&#13;
&#13;
Md. Maryland&#13;
&#13;
Blindesstaat Maryland (Hauptstadt: Annapolis)&#13;
&#13;
Mass* Massachusetts&#13;
&#13;
Bundesstaat Massachusetts&#13;
(Hauptstadt: Boston)&#13;
&#13;
MP&#13;
&#13;
Maternity Center&#13;
Association&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Schaffung&#13;
von Mütterberatungsstellen&#13;
&#13;
Member of Parliament&#13;
&#13;
Abgeordneter des brit.Unterhaus es&#13;
&#13;
Mennonite Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Mennoniten-Hilfskomitee&#13;
&#13;
MSM Metro-Goldwyn-Mayer&#13;
&#13;
Metro-Goldwyn-Mayer (große&#13;
am» Filmgesellschaft)&#13;
&#13;
Mich. Michigan&#13;
&#13;
Bundesstaat Michigan (Hauptstadt: Lansing)&#13;
&#13;
- 52 -&#13;
&#13;
�Miles per hour - Military Staff&#13;
&#13;
m.p.h.&#13;
&#13;
Miles per hour&#13;
&#13;
Meile/st. (1 Meile = 1,6095 km)&#13;
&#13;
MATS&#13;
&#13;
Military Air Transport&#13;
Service&#13;
&#13;
Lufttransportdienst der U.S.Luftstreitkräfte (Kommando:&#13;
Andrews Air Force Base,&#13;
Washington? Cheft Maj.Gen.&#13;
William E»Kepnee)&#13;
&#13;
MAP&#13;
&#13;
Military Assistance&#13;
Pacts&#13;
&#13;
Waffenhilfspakte (Gesamtheit&#13;
der Abkommen mit den Nordatlantikpakt-Staaten)&#13;
&#13;
MAP&#13;
&#13;
Military Assistance&#13;
Program&#13;
&#13;
Waffenhilfsprogramm (Okt.49&#13;
vom U.So-Kongreß verabschiedet, sieht Kriegsmateriallieferungen im Werte von 1,3 Milliarden Dollar an die Atlantikpakt Staaten,Türkei,Griechenland, China,Südkorea,&#13;
Philippinen und Iran vor)&#13;
&#13;
Military Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Militärabteilung, untersteht&#13;
dem am. Element (U.S. Element&#13;
Military Security Board) des&#13;
militärischen Sicherheitsamtes,&#13;
das unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner) verantwortlich&#13;
ist.&#13;
&#13;
Military Liaison&#13;
Committee to the&#13;
Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Militärischer Verbindungsstab&#13;
zur U.S.-Atomenergie.Kommission (Abt. des U.S.-Verteidigungsministeriumsj Leit e n Robert LeBaron)&#13;
&#13;
MP&#13;
&#13;
Military Police&#13;
&#13;
Militärpolizei&#13;
&#13;
MSB&#13;
&#13;
Military Security&#13;
Board (for Western&#13;
Germany)&#13;
&#13;
Militärisches Sicherheitsamt&#13;
für Westdeutschland (geschaffen&#13;
16.12.48|Aufgäbet Aufrechterhaltung d0 Entwaffnung in den Westzonen und Durchführung von&#13;
Inspektionen! setzt sich zusammen aus dem Franz.,dem&#13;
Brito und dem Amerik. Element)&#13;
&#13;
MSC&#13;
&#13;
Military Staff&#13;
Committee (of&#13;
Security Conncil)&#13;
&#13;
Generalstab des Sicherheitsrates (Mitglieder: Die Generalstabschefs der ständigen Mitglieder desf.Sicherheitsrats)&#13;
- 53 -&#13;
&#13;
�Mine Workers -&#13;
&#13;
Mutual Defense&#13;
&#13;
Mine Workers of&#13;
America(United)&#13;
&#13;
Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft (unabhängige Gewerkschaftj&#13;
etwa 600 000 Mitglieder! Präsident: John L. Lewis)&#13;
&#13;
Miners Weifare Fund&#13;
&#13;
Wohlfahrtsfonds der Vereinigten&#13;
Bergarbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Minn.&#13;
&#13;
Minnesota&#13;
&#13;
Bundesstaat Minnesota&#13;
(Hauptstadt: St.Paul)&#13;
&#13;
Miss.&#13;
&#13;
Mississippi&#13;
&#13;
Bundesstaat Mississippi&#13;
(HauptStadt$ Jackson;&#13;
&#13;
Mo.&#13;
&#13;
Missouri&#13;
&#13;
Bundesstaat Missouri&#13;
(Hauptstadt:Jefferson City)&#13;
&#13;
Missouri Basin Inter&#13;
Ägency Committee&#13;
&#13;
Missouribeeken-Koordinierungsausschuß&#13;
&#13;
Montana&#13;
&#13;
Bundesstaat Montana&#13;
(Hauptstadt: Helena)&#13;
&#13;
Monthly Bulletin of&#13;
Statistics&#13;
&#13;
Statistische Monatsblätter der&#13;
UN (herausgegeben vom Sekretariat der UN)&#13;
&#13;
Motion Pieture Export&#13;
Association&#13;
&#13;
AnuFilmexportgesellschaft&#13;
&#13;
Motion Pieture&#13;
Pioneers&#13;
&#13;
Gesellschaft der Filmpioniere&#13;
&#13;
Motion Pieture Relief&#13;
Fund&#13;
&#13;
Filmhilfsfonds&#13;
&#13;
Munitions Board&#13;
&#13;
Allgemeines Beschaffungsamt&#13;
(Abt. des U.S.-Verteidigungsministeriums,Leiter: Hubert&#13;
E.Howard)&#13;
- .&#13;
&#13;
Music Critic*s Circle&#13;
of New York City&#13;
&#13;
Vereinigung der New Yorker&#13;
Musikkritiker&#13;
&#13;
Mutual Defense&#13;
Assistance Act&#13;
&#13;
Gesetz zur gegenseitigen&#13;
Verteidigungshilfe&#13;
&#13;
UMW&#13;
&#13;
Mont.&#13;
&#13;
MPEA&#13;
&#13;
- 54 -&#13;
&#13;
�Narcotic Drugs - National Broadcasting&#13;
&#13;
N&#13;
&#13;
Narcotie Drugs Commisslon&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Bauschgiftkommission (des&#13;
Wirtschafte- und Sozialstes der UN)&#13;
&#13;
National Aeademy of&#13;
Sciences&#13;
&#13;
Am.Bundesakademie der NaturWissenschaften (selbständige Bundesbehörde| gegr.&#13;
1863I SitztWashington,&#13;
431 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Advisory Cancer&#13;
Council&#13;
&#13;
Am.Rat für Krebsforschung&#13;
&#13;
National Aeronautie&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Aeronautische Gesellschaft (gegr. 1922|, Sitz:&#13;
Washington! 22 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Ameriean Women&#13;
Suffrage Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Frauenwahlreeht (siehe: League&#13;
of Women YoterB)&#13;
&#13;
National Association for&#13;
the Advancement of Colored&#13;
People&#13;
&#13;
Verband zur Förderung Farbiger Amerikaner (gegr. 1909»&#13;
SitztNew York, 500 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Association for&#13;
Foreign Student Advisers&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Beratung ausländischer Studenten&#13;
&#13;
NAHB&#13;
&#13;
National Association&#13;
of Home-Builders&#13;
&#13;
Am .Bauunt ernehmerverband&#13;
&#13;
NALAO&#13;
&#13;
National Association of&#13;
Legal Aid Organizations&#13;
&#13;
Am.Verbard der Rechtshilfeorganisationen (gegr.. 1911|&#13;
SitztNew York)&#13;
&#13;
NAM&#13;
&#13;
National Association of&#13;
Manufacturers&#13;
&#13;
Verband am. Fabrikanten&#13;
(gegr. 1895| SitztNew Yorkf&#13;
14 500 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Board of Plre&#13;
Unterwriters&#13;
&#13;
Am.Verband der FeuerversieherungsgeSeilschaften&#13;
(gegr. 1866| SitztNew Yorki&#13;
192 Mitgliedgesellschaften)&#13;
&#13;
National Broadcasting&#13;
Company&#13;
&#13;
NBC (eine der größten am.&#13;
Rundfunkgesellschaften mit&#13;
Sendern in Nord- und Südamerika)&#13;
&#13;
NBC&#13;
&#13;
- 55 -&#13;
&#13;
�National Bureau - National Committee&#13;
&#13;
NCWC&#13;
&#13;
National Bureau of&#13;
Standards&#13;
&#13;
Bundesamt für technische Normen&#13;
(im U.S.-Handelsministerium)&#13;
physikalisehteehnisehe Bundesbehörde für Grundlagenforschung&#13;
und Eichungt Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Cancer&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am.Institut für Krebsforschung&#13;
(Bundesbehörde, dem Public&#13;
Health Service angeschlossen)&#13;
gegr. 1937 durch Kongreßbeschluß)&#13;
&#13;
National Capital&#13;
Housing Authority&#13;
&#13;
Wohnungsbehörde der Bundeshauptstadt (selbst.Bundesbehörde)&#13;
überwacht die Bautätigkeit im&#13;
Stadtgebiet von Washington und&#13;
sorgt in Krisenzeiten für die&#13;
Unterbringung von Schlüsselpersonal); gegr. 1934)&#13;
&#13;
National Catholie&#13;
Weifare Conference&#13;
&#13;
Am.Katholischer Wohlfahrtsverband (gegr. 1919)Sitz:&#13;
Washington) priv. Gesellschaft&#13;
unter Leitung von Bischöfen auf&#13;
erzieherischem u. sozialem&#13;
Gebiet) Hilfe für Einwanderer)&#13;
&#13;
National Civil Service&#13;
League&#13;
&#13;
Am. Beamtenbund (gegr. 1881)&#13;
3 000 Mitgliedert Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
National Citizens&#13;
Commission for the&#13;
Public Sehhools&#13;
&#13;
Am. Bürgerausschuß für die Öf- •&#13;
fentlichen Schulen&#13;
&#13;
National Coal&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Kohlenverband (gegr. 1917|&#13;
Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Commission for&#13;
UNESCO (U.S.)&#13;
&#13;
Am.UNESCO-Kommission (30.7.46&#13;
geschaffen) setzt sich zusammen&#13;
aus Mitgliedern priv. Organisationen, Beauftragten der am»&#13;
Bundesregierung,Vertretern einzelstaatlicher und kommunaler&#13;
Erziehungsbehörden sowie außerordentlichen Delegierten)&#13;
&#13;
National Committee on&#13;
the Cause and Cure&#13;
of War&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Erforschung&#13;
und Beseitigung von Kriegsursachen&#13;
&#13;
- 56 -&#13;
&#13;
�1&#13;
National Committee - National Defense Council&#13;
&#13;
National Committee for&#13;
Free Europe&#13;
&#13;
Am.Komitee für ein Freies&#13;
Europa&#13;
&#13;
National Committee on&#13;
Mental Health&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Community&#13;
Am.Beirat für GemeinschaftsbeRelations Advisory Council Ziehungen (vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Democratization of Germany)&#13;
&#13;
NCC&#13;
&#13;
National Community&#13;
Service Committee of&#13;
CIO&#13;
&#13;
Landesausehuß für Gemeinsohaftshilfe des CIO&#13;
&#13;
National Conference of&#13;
Christians and&#13;
Jews&#13;
&#13;
Am.Christlich-Jüdiseher Verband (gegr. 1918| Sitz:&#13;
New Yorkj 600 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Congress of&#13;
Parents and Teachers&#13;
&#13;
Am.Eltern- und Lehrervereinigung (gegr* 1897t Sitz*&#13;
Chicago. 111.| 4,5-Mill Mitglieder; .&#13;
&#13;
National Convention&#13;
&#13;
Nationalkonvent (auch: Landeskonvent, Landestagung der Parteien, Gewerkschaften,Verbände und Vereine)&#13;
&#13;
National Cotton&#13;
Council of America&#13;
&#13;
Am. Baumwollrat (priv.Verband&#13;
der amerikan. Baumwollerzeugerj&#13;
gegr. 1938i Sitz: Memphis,&#13;
Tenn.1 300.Mitglieder)&#13;
&#13;
National Council of&#13;
Negro Women&#13;
&#13;
Am. Negerfrauenverband&#13;
&#13;
National Council of the&#13;
Non-Communistic Finance&#13;
Workers Trade Union&#13;
&#13;
Nationalrat der nieht-kom—&#13;
munistisch-orientierten Finanzangestelltengewerkschaft -&#13;
&#13;
National Defense&#13;
Council (Council of&#13;
National Defense)&#13;
&#13;
Am. Verteidigungsrat (gegr.&#13;
1916 auf Grund des Army&#13;
Appropriations-Gesetze&amp;i&#13;
erloschen)&#13;
&#13;
- 57 -&#13;
&#13;
�National Defense Mediation - National&#13;
Foundation&#13;
&#13;
NEA&#13;
&#13;
NFTC&#13;
&#13;
National Defense&#13;
Mediation Board&#13;
&#13;
Schliehtungsausschuß für die&#13;
Landesverteidigung (gegr.&#13;
März 1941! setzte sich zus.&#13;
aus Vertretern der Gewerkschaften, der Unternehmer u.&#13;
der Öffentlichkeit! ging im&#13;
November 1941 in den National&#13;
War Labor Board überj s.dort)&#13;
&#13;
National Edueation&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Pädagogenverband (Sitz*&#13;
Washington! gegr. 1857|&#13;
440 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Farm Chemurgie&#13;
Council&#13;
&#13;
Am.Rat für Landwirtschaftsehemie&#13;
&#13;
National Föderation&#13;
of American Shipping&#13;
&#13;
Am. Reederverband (Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
National Föderation&#13;
of Business and&#13;
Professional Women'a&#13;
Clubs&#13;
&#13;
Am.Bund der Klubs berufstätiger Frauen (gegr. 19191&#13;
140 00Q Mitgliedert Sitzt&#13;
New lork)&#13;
&#13;
National Föderation of&#13;
Colored Women* s Clubs&#13;
&#13;
Vereinigung am.Negerfrauenklubs&#13;
&#13;
National Föderation of&#13;
Telephone Workers&#13;
&#13;
Am. Telephonarbeitergewerksehaft (siehe Telephon Workers usw.)&#13;
&#13;
National Foreign Trade&#13;
Council&#13;
&#13;
Am. Außenhandelsrat (priv.&#13;
Vereinigung amerik. Wirtschaftler zur Förderung der amerik«&#13;
Außenhandelsbeziehungen, unterhält eigene Ausschüsse„ z.B.&#13;
Deutschland-Ausschuß etc.).&#13;
&#13;
National Foundation for&#13;
Infantile Paralysis&#13;
&#13;
Am. Fonds zur Bekämpfung der&#13;
spinalen Kinderlähmung (gegr.&#13;
1938 von Franklin D.Roosevelt,,&#13;
gespeist aus freiwilligen Spenden - "March of DimesM - ,"„&#13;
unterstützt Forschungen und&#13;
Aufklärung, sowie an Kinderlähmung Erkrankte! Sitz:New York)&#13;
&#13;
- 58 -&#13;
&#13;
�National Geographie - National Lab„RelatIons Act&#13;
&#13;
NIRA&#13;
&#13;
National Geographie&#13;
Society&#13;
&#13;
Am. Geographische Gesellschaft&#13;
(gegr0 1888t Sitz:Washington!&#13;
1,8 MilloMitgliederfGesellschaft zur Forderung erdkundlicher Kenntnisse^ ForschungsexpaditIonen in aller Welt)&#13;
&#13;
National Industrial&#13;
Conference&#13;
&#13;
AÄQIndustrieausschuß (gegr»&#13;
191«! S*ts* New York*&#13;
3 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Industrial&#13;
Recovery Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Wiedergesundung&#13;
der am&lt;&gt; Industrie (angenommen 1933| stärkste Stütze&#13;
der Wirtschaftsreformen des&#13;
New Beal| hob Anti-Trust"Gesetze auf«, Zusammenarbeit der&#13;
Industrie unter Regierungsaufsieht»Gewerkschaften er»&#13;
hielten das Recht zu Kollektivverhandlungen$ 1933 vom&#13;
Obersten lundesgericht als&#13;
verfassungswidrig aufgehoben)&#13;
Am.Institut für Kunst u.&#13;
Wissenschaft (gegro 1898&#13;
dursh die American Science&#13;
Association! 250 Mitglieder!&#13;
iitzt New York)&#13;
&#13;
National Institute of&#13;
Arte and Letters&#13;
&#13;
NJAO&#13;
&#13;
NLRA&#13;
&#13;
National Institute of&#13;
Mental Health&#13;
&#13;
Arno Institut für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Joint Advisory&#13;
Council&#13;
&#13;
Am0 Gemischter Beirat für&#13;
Arbeitsfragen&#13;
&#13;
National Labor&#13;
Management Panel&#13;
&#13;
Rat für Arbeitgeber-Arbeitnehmerfragen (siehe auch«&#13;
Labor Management Panel)&#13;
&#13;
National Labor&#13;
Relations Act&#13;
&#13;
Gesetz für Arbeitgeber-Arbeit«&#13;
nehmerbeziehungen (1933&#13;
erlassen} garantiert Arbeitnehmarn das Recht» eigene&#13;
Organisationen zu bilden u»&#13;
durch deren Repräsentanten&#13;
Kollektiwerhandlungen zu&#13;
führen)&#13;
&#13;
- 59 -&#13;
&#13;
�National Lab. Relatione - National Needlecraft&#13;
&#13;
NLEB&#13;
&#13;
National Labor Relatione&#13;
Board&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für ArbeitgeberArbeitnehmer-Beziehungen&#13;
(durch Kongreßbeschluß 1934&#13;
geschaffener Ausschuß zur&#13;
Beilegung von Kontroversen&#13;
zwischen Arbeitgebern und&#13;
Arbeitnehmern)&#13;
&#13;
NLWV&#13;
&#13;
National League of&#13;
Women Voters&#13;
&#13;
Liga der amerik.Wählerinnen&#13;
(siehe unter: League of&#13;
Women Voters of the U.S.)&#13;
&#13;
NLRB&#13;
&#13;
Newspaper Leaeea Review&#13;
Board&#13;
&#13;
Revisionsausschuß für Zeitungspachtverträge&#13;
&#13;
Newspapere Guild&#13;
(American)&#13;
&#13;
Am.Zeitungsgilde(dem CIO&#13;
angeschlossene Gewerkschaft&#13;
der Zeitungsangestelltenj&#13;
25 000 Mitglieder! Sitz:.&#13;
New York)&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Förderung der&#13;
Geisteshygiene (1946 vom&#13;
Kongreß erlassen; schuf auch&#13;
das National Mental Health&#13;
Institute zur Erforschung und&#13;
Behandlung von Geisteskrankheiten)&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Fo-ondation&#13;
&#13;
Am.Stiftung für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am.Institut für Geisteskrankheiten (siehe auch: National&#13;
Mental Health Act)&#13;
&#13;
National Military&#13;
Establishment (auch:&#13;
Department of Defense)&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
(geschaffen am 26.7.47 durch&#13;
Kongreßbeschlußj Leiter:&#13;
Louis Johnson)&#13;
&#13;
National Miners Union&#13;
&#13;
Am.Bergarbeitergewerkschaft&#13;
(unabhängig)&#13;
&#13;
National Needlecraft&#13;
Bureau of America&#13;
&#13;
Am.Verband für Handarbeiten&#13;
&#13;
- 60 -&#13;
&#13;
�National Park - National School&#13;
&#13;
Bunde s-Nati onalparkverwaltung (Bundesamt im U.S.-Innenministerium. Aufgabet Erhaltung u.Schutz der amerik.&#13;
Nationalparks)&#13;
&#13;
National Park Service&#13;
&#13;
HPI&#13;
&#13;
Am»Petroleum-Institut (priv.&#13;
Forschungsinstitut!gegr.19191&#13;
SitzsNew Yorkf 5 600 Mitglieder)&#13;
&#13;
National PetroleumInstitute&#13;
&#13;
NPACI National Produotion&#13;
Advisory Council for&#13;
Industry&#13;
&#13;
Am.Beirat für die Industrielle Erzeugung&#13;
&#13;
NRA&#13;
&#13;
National Recovery&#13;
Admini strat i on&#13;
&#13;
Am.Wiederaufbauverwaltung&#13;
(unterstand dem Präsidenten*&#13;
überwachte Durchführung des&#13;
National Industrial Reoovery&#13;
Act, s.d.)&#13;
&#13;
National Hecreational&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Freizeitgestaltung (gegr. 1906| Sitzt&#13;
New Iork| 13 000 Mitglieder).&#13;
&#13;
National Research&#13;
Council&#13;
&#13;
Am. Forschungerat (selbst.&#13;
Bundesbehörde im Rahmen der&#13;
National Aoademy of Soienoes}&#13;
gegr. 1916, Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Resources&#13;
Planning Board&#13;
&#13;
Bundesamt für Rohstoffplanung&#13;
(während des zweiten Weltkrieges geschaffen; nunmehr&#13;
aufgegangen im National&#13;
Seourity Resources Board,&#13;
s.d.)&#13;
Am.Ausschuß für Verkehrssicherheit (gegr. 1913| Sitzt&#13;
Chicago, 111.| 7 500 Mitglieder) zusammengesetzt aus Gesellschaften und Einzelpersonen)&#13;
&#13;
National Safety Council&#13;
&#13;
National Science Teachers&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Verband naturwissenschaftlicher Lehrer&#13;
&#13;
National School Lunch&#13;
Program&#13;
&#13;
Am.Sehulspeisungsprogramm&#13;
&#13;
- 61 -&#13;
&#13;
�National Security - National War Labor&#13;
&#13;
NTA&#13;
&#13;
NWLB&#13;
&#13;
National Seeurity&#13;
Counoil&#13;
&#13;
Nationaler Sicherheitsrat (Bundesausschuß im Exekutivbüro des&#13;
Präsidenten als Vorsitzendem,&#13;
mit dem Vizepräsidenten, dem&#13;
Außenminister, dem Verteidigungsminister, dem Vorsitzenden des National Security&#13;
Resources Board (s.d.) u.a,&#13;
Ministern u» Staatssekretären&#13;
nach Bedarf. Geschaffen 1947.&#13;
Berät den Präsidenten in Prägen der nationalen Sicherheit)&#13;
&#13;
National Seeurity&#13;
Resources Board&#13;
&#13;
Sicherheitsausschuß für Kriegswirt Schaftsmaßnahmen (Bundesausschuß im Exekutivbüro des&#13;
Präsidenten! Vorsitzenden&#13;
William S.Symington (auch.Mitglied des National Security&#13;
Council), umfaßt sämtliche&#13;
Kabinettsnritglieder mit Ausnahme des Postmaster General&#13;
und Attorney Generali errichtet&#13;
auf Grund des National Security&#13;
Act im Jahre 1947i berät den&#13;
Präsidenten in der Erfassung&#13;
aller Reserven des Landes für&#13;
die Landesverteidigung)&#13;
&#13;
National Ski Association&#13;
(of America)&#13;
&#13;
Am. Ski-Verband (gegr.l904|&#13;
Sitz: Barre, Mass. und New York)&#13;
Vereinigung von 452 Klubs mit&#13;
50 000 Mitgliedern)&#13;
&#13;
National Tuberculosis&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Bekämpfung&#13;
der Tuberkulose (gegr. 1904|&#13;
SitztNew York)&#13;
&#13;
National War Fund&#13;
&#13;
Am.Kriegsfürsorgedienst&#13;
&#13;
National War Labor&#13;
Board&#13;
&#13;
Oberstes amerik. Schiedsgericht&#13;
für Arbeitsstreitigkeiten auf&#13;
Kriegsdauer (während des 1.Weltkrieges gegründet, während des&#13;
2. Weltkrieges durch das National&#13;
Defense Mediation Board abgelöst.&#13;
Nach dessen Aufhebung vom Präsidenten 1941 neu gegründet.&#13;
Setzte sich aus Vertretern der&#13;
Gewerkschaften, der Unernehmer u. der Öffentlichkeit zusammen j entschied&#13;
über Konflikte, die die Kriegsproduktion&#13;
gefährden konnten)&#13;
- 62 -&#13;
&#13;
�Nebraska - North German&#13;
&#13;
Neb.&#13;
&#13;
Nebraska&#13;
&#13;
Bundesstaat Nebraska&#13;
(Hauptstadt: Lincoln)&#13;
&#13;
Nev.&#13;
&#13;
Nevada&#13;
&#13;
Bundesstaat Nevada&#13;
(Hauptstadt Carson City)&#13;
&#13;
N.H.&#13;
&#13;
New Hampshire&#13;
&#13;
Bundesstaat New Hampshire&#13;
(Hauptstadt Concord)&#13;
&#13;
N.J.&#13;
&#13;
New Jersey&#13;
&#13;
Bundesstaat New Jersey&#13;
(Hauptstadt Trenton)&#13;
&#13;
N.T.&#13;
&#13;
New York&#13;
&#13;
Bundesstaat New York&#13;
(Hauptstadt Albany)&#13;
&#13;
North Atlantic Pact&#13;
(treaty, alliance,&#13;
Joint defense paot)&#13;
&#13;
Nordatlantikpakt (4.4.49 von&#13;
Belgien,Kanada,Dänemark,England, Prankreich, Holland,Island,&#13;
Italien, Luxemburg,Norwegen,&#13;
Portugal und UoS.A» in&#13;
Washington unterzeichnet$ naoh&#13;
Ratifizierung am 24.8.49 in&#13;
Kraft getretenj 17.9»49 erste&#13;
Sitzung des Ausschusses für&#13;
den Nordatlantikpakt in&#13;
Washington; 27.1.50.Unterzeichnung des Abkommens zur Aufnahme der Waffenlieferungen aus&#13;
U.S.Ao ab 1.3.50| die Signatarmächte verpflichten sich u.a.,&#13;
internationale Streitigkeiten&#13;
auf friedlichem Wege zu lösen,&#13;
alles zur Erhaltung des Friedens zu tun, sich gegenseitig&#13;
zu unterstützen, sobald die&#13;
politische Unabhängigkeit und&#13;
die Sicherheit eines der Mitgliedstaaten bedroht ist oder&#13;
ein Angriff auf dessen Gebiet&#13;
erfolgt)&#13;
&#13;
N.O.&#13;
&#13;
North Carolina&#13;
&#13;
Bundesstaat Nord-Karolina&#13;
(Hauptstadt Raleigh)&#13;
&#13;
N.D.&#13;
&#13;
North Dakota&#13;
&#13;
Bundesstaat Nord-Dakota&#13;
(Hauptstadt Bismarck)&#13;
&#13;
NGCC&#13;
&#13;
North German Coal&#13;
Control&#13;
&#13;
Norddeutsche Kohlenkontrollstelle (brit.f aufgegangen int&#13;
Combined Coal Control Group)&#13;
- 63 -&#13;
&#13;
�Ocoupied - Offioe of Eduoation&#13;
&#13;
OANS&#13;
&#13;
Occupied Areas News&#13;
Service&#13;
&#13;
OANS (Bundesstaatliche Nachrichtenstelle für die besetzten&#13;
Gebietei untersteht dem U.S.Verteidigungsministeritimj Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Offioe of Administration&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Leiters Glenn G. Wolfe?&#13;
untersteht dem.Amt des am..&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
- Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Chief&#13;
Attorney (HICOG)&#13;
&#13;
Oberste Staatsanwaltschaft&#13;
(Oberster Staatsanwalt:&#13;
W.B. McCauleyj untersteht dem&#13;
Justizamt (Offioe of General&#13;
Counsel) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Controller&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Rechnungsprüfungsamt (Leiter:&#13;
Robert D. Fittman} untersteht&#13;
dem Amt für WirtSchaftsfragen&#13;
(Offioe of Economic Affairs)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Domestio&#13;
Commerce&#13;
&#13;
Blinde samt für den Binnenhandel&#13;
(Abt. des U.S.-Handelsministeriums! Leiter: H.B. McCoy)&#13;
&#13;
Office of Economic&#13;
Affairs (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Wirtschaftsfragen (Leiter: öber+ M*.Hanesj untersteht&#13;
dem.Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland und ist der&#13;
ECA-Sondermission (- dem ECABeauftragten für Deutschland&#13;
unterstellt -) koordiniert)&#13;
&#13;
Offioe of Education&#13;
&#13;
Bundesamt für Erziehungsfragen&#13;
(Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen&#13;
(ESA), Leiter:&#13;
Earl James McGrath)&#13;
&#13;
- 64 -&#13;
&#13;
�Office of Eduoational&#13;
&#13;
OMGUS&#13;
&#13;
- Office of Naval&#13;
&#13;
Office of Eduoational&#13;
Exchange&#13;
&#13;
Bundesamt für den Studentenaustausch (im U.So-Außenministerium| Leiter:&#13;
William G. Johnstone)&#13;
&#13;
Office of General&#13;
Counsel (HICOS)&#13;
&#13;
Justizamt (Leiter: ehester&#13;
McLainj untersteht dem Amt&#13;
des am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland - Office of the&#13;
High Gommissioner)&#13;
&#13;
Office of Intelligence&#13;
&#13;
Amt Nachrichten u0 Abwehr&#13;
(Leiter: B.R» Shute| untersteht demAmt des am. Hochkommissars für Deutschland - Office&#13;
of the High Commissloner)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Information&#13;
&#13;
Allgemeines Bundesinformationsamt (Abtl. des U0So-Außenministeriumsj Leiter:&#13;
Lloyd A» Free)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Trade&#13;
&#13;
Bundeuuuweniiandelsamt (Abt. des&#13;
U.So-Handelsministerium} Leiter:&#13;
Raymond Co Miller)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Trade Poliey&#13;
&#13;
Bundesamt für Internationale&#13;
Handelspolitik (Abt. des&#13;
U.S.-Außenministeriumsi Leiter »Winthrop G» Brown).&#13;
&#13;
Office of Labor Affairs&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt IUT Arbeitsfragen (Leiter: Harvey Brown} untersteht&#13;
dem.Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Gommissioner)&#13;
&#13;
Office of Military&#13;
Government United States&#13;
&#13;
Am. Militärregierung für&#13;
Deutschland (am 21,9.49 von&#13;
HIOOG abgelöst)&#13;
&#13;
Office of Naval&#13;
Research&#13;
&#13;
Marineforschungsamt ( Abt» des&#13;
U.S.-Staatssekretariats für die&#13;
Marine} Leiter: Rear Admiral&#13;
Thorvald.Ao Solberg)&#13;
&#13;
- 65 -&#13;
&#13;
�Office of Politioal - Offioe of the Speoial&#13;
&#13;
Offioe of Politioal&#13;
Affairs (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Politische Angelegenheiten (Leiters James W»&#13;
Riddlebergerr untersteht dem&#13;
Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutsohland - Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Offioe of Prioe&#13;
Administration&#13;
&#13;
Pr e i sprtifungsamt&#13;
&#13;
Offioe of Produotion&#13;
&#13;
Bundesamt für Produktionslenkung&#13;
&#13;
Offioe of Publio Affairs&#13;
&#13;
Bundesamt für Öffentliche&#13;
Angelegenheiten (Abt* des&#13;
UoS.-Außenministeriums»&#13;
Leiten Francis H. Rüssel)&#13;
&#13;
Offioe of Publio Affairs&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt für öffentliche Angelegenheiten (Leiter: Ralph&#13;
Nicholson} untersteht dem&#13;
Amt des am» Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Strategie&#13;
Services&#13;
&#13;
Stab für militärische Sonderaufgaben&#13;
&#13;
Offioe of the Comptroller&#13;
for Currency&#13;
&#13;
Bundesamt für Währungsüberwachung (Abt» im UoS.-Finanzministerium)&#13;
&#13;
Office of the Executive&#13;
Secretary (HICOG)&#13;
&#13;
Amt des Exekutivsekretärs&#13;
(Leiter: James E« King.jun»!&#13;
untersteht dem Amt des am»&#13;
Hochkommissars für Deutschland - Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of the Foreign&#13;
Service&#13;
&#13;
Amt für auswärtigen Dienst&#13;
(im U.Sa-Außenministerium)&#13;
&#13;
HICOG&#13;
&#13;
Offioe of the High&#13;
Commissioner for&#13;
Germany&#13;
&#13;
Amt des am»Hochkommissars für&#13;
Deutschland (John J„ McCloy)&#13;
&#13;
OSR&#13;
&#13;
Office of the Special&#13;
Repräsentative for&#13;
Europe&#13;
&#13;
Amt des U&lt;,S.-Sonderbeauftragten für den Marshallplan (Sitz:&#13;
Parisf üoS«-Verbindungsstelle&#13;
zum OEEC|Sonderbotschafter:&#13;
Wo Averall Harriman)&#13;
&#13;
OPA&#13;
&#13;
OSS&#13;
&#13;
- 66 -&#13;
&#13;
�Offioe of the Treasurer - Organization of Amerioa&#13;
&#13;
Office of the Treaeurer&#13;
&#13;
Bundesschatzamt (Abt. des&#13;
U.S.-Finanzministeriums!&#13;
Leiterin: Georgia Neese&#13;
Clark)&#13;
&#13;
Office of Yooational&#13;
Rehabilitation&#13;
&#13;
Bundesamt zur Berufsförderung der Körperbehinderten&#13;
(Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen (FSA)j Leiter:&#13;
Michael J. Shortley).&#13;
&#13;
Offioe of Vooational&#13;
Training&#13;
&#13;
Bundesamt für Berufsschulung&#13;
&#13;
Office of War Information&#13;
&#13;
Kriegsinformationsamt&#13;
&#13;
Ohio&#13;
&#13;
Bundesstaat Ohio&#13;
(Hauptstadt Golumbus)&#13;
&#13;
Oklahoma&#13;
&#13;
Bundesstaat Oklahoma&#13;
(Hauptstadt Oklahoma City)&#13;
&#13;
Operations Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Operationsabteilung, untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
u.Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Operating Paoilities&#13;
Division (HTCOG)&#13;
&#13;
Verwaltungstechnische Abteilung (Leiter: William&#13;
M. Kanel} untersteht dem Amt&#13;
für Verwaltungsangelegenheiten (Office of Administration)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland- Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Ore.&#13;
&#13;
Oregon&#13;
&#13;
Bundesstaat Oregon&#13;
(Hauptstadt Salem)&#13;
&#13;
OAS&#13;
&#13;
Organization of&#13;
American States&#13;
&#13;
Vereinigung der Am.Staaten&#13;
(gegr. 1948| Sitz des Sekretariats: Washington»Leiter:&#13;
Alberto-Lleras! Aufgaben: Erhaltung des Friedens u.gemeinsames Vorgehen gegen Angreifer auf den am.Kontinent,gemeinsame Förderung der wirtschaftlichen, sozialen u.kulturellen Entwicklung auf.dem&#13;
Kontinent)&#13;
&#13;
OYR&#13;
&#13;
Okla.&#13;
&#13;
-67&#13;
&#13;
�Organization for European - Overseas News&#13;
&#13;
OEEC&#13;
&#13;
ONA&#13;
&#13;
Organization for European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Europäischer Wiederaufbaurat (auch: Organisation für&#13;
die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas} gegr. April&#13;
1948| ständige.Organisation&#13;
der Marshallplanländer mit&#13;
Sitz in Paris} unterbreitet&#13;
der ECA, deren europäisches&#13;
Gegenstück OEEC darstellt,&#13;
Vorschläge zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Westeuropas)&#13;
&#13;
Organization and&#13;
Management Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Organisations- u. Geschäftsführungsabt eilung, untersteht&#13;
dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Offioe of&#13;
Administration) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Offioe of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Organization for&#13;
Rehabilitation Through&#13;
Training&#13;
&#13;
Organisation für neue Lebensgestaltung durch Beruf sschulung&#13;
&#13;
Osoar&#13;
&#13;
Oscar (Filmpreis der am.&#13;
Akademie für Filmkunde und&#13;
Filmwissenschaft - siehe:&#13;
Aoademy of Motion Pioture&#13;
Arte and Sciences; Statuetten} werden alljährlich im März für die&#13;
hervorragendsten Leistungen auf verschiedenen Einzelgebieten der Filmproduktion verliehen)&#13;
&#13;
Overseas News Agenoy&#13;
&#13;
ONA,(priv. am. Nachrichtenagentur Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
- 68 -&#13;
&#13;
�Pact - Passenger&#13;
&#13;
PAA&#13;
&#13;
PASO&#13;
&#13;
PAU&#13;
&#13;
PTA&#13;
&#13;
Pact of Friendship&#13;
&#13;
Freundschaftspakt&#13;
&#13;
Pan American Airways»&#13;
Ino.&#13;
(auoht&#13;
Pan Amerioan World&#13;
Airways)&#13;
&#13;
PAA (am. LuftfahrtgeSeilschaft,&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
Pan American&#13;
Institute of Geography&#13;
and History&#13;
&#13;
Panamerikanisches Institut für&#13;
Geographie und Geschichte&#13;
(Sonderorganisation der OASj&#13;
gegr. 1928j Sitz:Mexico City)&#13;
Leiter: Pedro C.-Sanchez)&#13;
&#13;
Pan American Railway&#13;
Congress Association&#13;
&#13;
Panamerikanischer Eisenbahnkongreß (gegr. 1910)Sitz:&#13;
Buenos Aires} Leiter:&#13;
Joaquin Nunez Brian)-Aufgaben:&#13;
Vereinheitlichung des Eisen- bahnwesens u. Schaffung von&#13;
zwischenstaatlichen Anschlußverbindungen)&#13;
&#13;
Pan American Sanitary&#13;
Organization&#13;
&#13;
Panamerikanische Organisation&#13;
für das Sanitätswesen (Sonderorganisation der OAS) gegr.&#13;
1902) Sitz: Washington) Leiter: Dr.Fred L. Soper)&#13;
&#13;
Pan American Society&#13;
&#13;
Panamerikanische Gesellschaft&#13;
(gegr. 1912) Sitz:New York)&#13;
&#13;
Pan Amerioan Union&#13;
&#13;
Panamerikanische Union (ständiges Sekretariat des OAS mit&#13;
Sitz in Washington) Leiter:&#13;
Alberto Lleras)&#13;
&#13;
Paper Makers&#13;
International&#13;
Brotherhood&#13;
&#13;
Am.Papierarbeitergewerkschaft&#13;
(Sitz: Albanyt ca 40 000 Mitglieder,, der AFL angeschlossen)&#13;
&#13;
Paper Workers Union&#13;
&#13;
Am. Papierindustrie-Gewerkschaft (Sitz: Cleveland) ca.&#13;
23 000 Mitglieder ) dem.CIO&#13;
angeschlossen)&#13;
&#13;
Parent-Teacher&#13;
Association&#13;
&#13;
Schulpflegschaft&#13;
&#13;
Passenger Transport&#13;
Strike&#13;
&#13;
Verkehrsstreik&#13;
- 69 -&#13;
&#13;
�PEN-Club - Policy Committee&#13;
&#13;
PEN-Club - International Association&#13;
of Poet8, Playwrigts,&#13;
Editors, Essayists&#13;
and Novelists&#13;
&#13;
Pen-Club (Internationale Vereinigung von Dichtern,Bühnenautoren, Redakteuren,&#13;
Essayisten und Romanschriftstellern)&#13;
&#13;
Pennsylvania&#13;
&#13;
Bundesstaat Pennsylvanien&#13;
(Hauptstadt Harrisburg)&#13;
&#13;
Pentagon&#13;
&#13;
Gebäude des U.S.-Verteidigunga«&#13;
ministeriums in Washington&#13;
&#13;
Permanent Central Opium Ständiger Rauschgift-Zentral—&#13;
ausschuß (arbeitet mit der&#13;
Board (jetzt:&#13;
Permanent Central Board) UN-Rauschgiftkommission Commission on Narcotic Drugs,&#13;
ESOSOC - bei der Bekämpfung&#13;
des Rauschgifthandels zusammen} gegr. 1925| Sitz: Genf)&#13;
Permanent Court of&#13;
Arbitration&#13;
&#13;
Haager Schiedsgericht (gegr.&#13;
1899| Sitz: Den Haag)&#13;
&#13;
Permanent International&#13;
Association of&#13;
Navigation Congresses&#13;
&#13;
Ständiger Internationaler&#13;
Ausschuß für die Durchführung&#13;
von Schiffahrtskonferenzen&#13;
(gegr. 1898| Sitz:Brüssel|&#13;
Leiter: M.J. Millecam; Aufgaben: Förderung der Binnen- u.&#13;
Hochseeschiffahrt)&#13;
&#13;
Permanent International&#13;
Committee of&#13;
Linguists&#13;
&#13;
Ständiger Internationaler Ausschuß für Sprachforschung&#13;
&#13;
Permanent Military&#13;
Committee of Western&#13;
Union&#13;
Personnel Division&#13;
(HICOS)&#13;
&#13;
Ständiger Militärausschuß der&#13;
Westunion&#13;
&#13;
Policy Committee&#13;
&#13;
Planungsausschuß&#13;
&#13;
Personalabteilung (Leiter:&#13;
David Wilken), untersteht dem&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office of Administration) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
- 70 -&#13;
&#13;
�Polioy - Prisons&#13;
&#13;
Polioy Division of&#13;
the Bureau of Finance&#13;
(UN-Seere tar iat)&#13;
&#13;
Planungsstelle der Finanzabteilung im Sekretariat der UN&#13;
&#13;
Polioy Planning Board&#13;
&#13;
Außenpolitischer Planungsstab&#13;
des üoS„-Außenministeriume&#13;
(Leiter: George P.Kennan)&#13;
&#13;
Polioy Reports Seoretary&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Sekretär für allgemeine Berichterstattung (untersteht&#13;
dem Amt des Exekutivsekretärs&#13;
(Office of the Ezeoutive&#13;
Seoretary) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutsch»&#13;
land (Office of the.High&#13;
Commi88ionerj&#13;
&#13;
Politieal and&#13;
Seourity Committee&#13;
(UN)&#13;
&#13;
UN-Ausschuß für Politik und&#13;
Sicherheitsfragen (untersteht&#13;
unmittelbar der UN-Vollversammlung)&#13;
&#13;
Population Commisslon&#13;
( of ÜN-ESOSOC)&#13;
&#13;
UN-Kommission für Bevölkerungsfragen (des Wirtschaftsund Sozialrates der UN|&#13;
12 Mitglieder)&#13;
&#13;
Post Office&#13;
Department&#13;
&#13;
U.S.-Postministerium (Leiters&#13;
Josse Mo Donaldson)&#13;
&#13;
Postmaster General&#13;
&#13;
U,S o-Postminister&#13;
(Jesse M. Donaldson)&#13;
&#13;
Presidents* Pair&#13;
Kmployment Praotioes&#13;
Committee&#13;
&#13;
Ausschuß des am.Präsidenten&#13;
für gereohte Handhabung der&#13;
Neueinstellungen&#13;
&#13;
Pre-School ChildGruidanoe Clinio&#13;
&#13;
Psychologische Beratung»- und&#13;
Forschungsstelle für vorschulpflichtige Kinder&#13;
&#13;
Prisons Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Gefängnisverwaltung&#13;
(Leiter: S.H. Souther Jr«)&gt;&#13;
untersteht dem Justizamt&#13;
(Office of General Counsel)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutsehland ( Office of&#13;
the High Commissloner)&#13;
&#13;
- 71 -&#13;
&#13;
�Produotion - Protocol&#13;
&#13;
Production and&#13;
Marketing&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Produktions* und Marktbeobachtung&#13;
(Abt. des U.S.-Außenministeriums} Leiter: .&#13;
Ralph.S« Trigg)&#13;
&#13;
Progressive Party&#13;
&#13;
Am. Portsehrittspartei (Führers Henry A. Wallacej 194-8&#13;
auf dem Kongreß in Phildelphia unter Beteiligung von&#13;
3 240 Delegierten aus allen&#13;
Teilen.der U.S.A» gegründet!&#13;
tritt für Wiederaufnahme der&#13;
Verhandlungen u.Verständigung mit Rußland ein. Die&#13;
Partei fordert unter anderem&#13;
volle Gleichberechtigung für&#13;
Neger und andere Minderheiten,&#13;
sowie MindestStundenlöhne&#13;
von 1 Dollar)•&#13;
&#13;
Program Division (HICOG)&#13;
&#13;
Programmabteilung (Leiter*&#13;
Karl F.Bode), untersteht dem&#13;
Amt für Wirtschaftsfragen&#13;
(Office of Economic Affaire)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Property Division (HICOG)&#13;
&#13;
Vermögensabteilung (Leiter*&#13;
Frank J.Miller), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftslagen (Offioe of Economic&#13;
Affairs) im Amt des anuHochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Protocol and Governmental&#13;
Representation Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Protokoll- u. Regierungsrepräsentationsabteilung (Chef&#13;
des Protokolls: W.W.Schott),&#13;
untersteht dem.Amt für Politische Angelegenheiten (Offioe&#13;
of Political Affairs) im Amt&#13;
des am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
- 72&#13;
&#13;
�Provisional International - Public Housing&#13;
&#13;
PICAO&#13;
&#13;
Provisional International&#13;
Civil Aviation&#13;
Organization&#13;
&#13;
Vorläufiger Internationaler&#13;
Ausschuß für die Zivile&#13;
Luftfahrt (s.ICAO)&#13;
&#13;
PMCC&#13;
&#13;
Provisional Maritime&#13;
Consultative Counoil&#13;
&#13;
Vorläufige Beratende Schiff-•&#13;
fahrtsorganisat ion (s•IMCO)&#13;
&#13;
Public Affairs Inatitute&#13;
&#13;
Institut für öffentliche&#13;
Angelegenheiten (vertreten&#13;
im Coordinating Oounoil&#13;
for the Demooratization of&#13;
lermany - Arbeitsausschuß&#13;
für die Bemokratlsierung&#13;
Deutschlands)&#13;
&#13;
Public Building Service&#13;
&#13;
Bundesamt für öffentliche&#13;
Gebäude (Abt. der Allgemeinen Bundesverwaltungsbehörde| Leiten W.E. Reynolds)&#13;
&#13;
Public Health Servioe&#13;
&#13;
Bundesamt für das Gesundheitswesen (Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen PSA, Leiter:&#13;
Leonhard A.Scheele)&#13;
&#13;
Public Housing&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für die Verwaltung&#13;
öffentlicher Bauten (nimmt&#13;
die Verwaltung der im Rahmen&#13;
des sozialen Wohnungsbauprogramms erstellten Wohnungen wahr} Abt. der Bundesbehörde für die Wohnungsbaufinanzierung)&#13;
&#13;
Public Housing Law&#13;
&#13;
Gesetz über den sozialen&#13;
Wohnungsbau ''Aug. 1948 vom&#13;
U.S.-Kongreß verabschiedet,&#13;
sieht bundesstaatliche Anleihen zu niedrigen Zinssätzen für den priv. Wohnungsbau u.die Herstellung&#13;
von Fertighäusern vor)&#13;
&#13;
- 73 -&#13;
&#13;
�Public Relations - Public Service&#13;
&#13;
Publio Relations&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung öffentliche Beziehungen (Leiter: Arthur Settel),&#13;
untersteht dem Amt für öffentliche Angelegenheiten (Offioe&#13;
of Public Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Public Roads&#13;
Administration (jetzt:&#13;
Bureau of Public Roads)&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für das&#13;
Straßenwesen (Abt. im U.S.-Handelsministerium! früher in der&#13;
erloschenen Pederal Works&#13;
Agency)&#13;
&#13;
Public Service&#13;
Commission&#13;
&#13;
Ausschuß für öffentliche&#13;
Dienste&#13;
&#13;
- 74 -&#13;
&#13;
�Radio - Reoonstruotion&#13;
&#13;
R&#13;
RMA&#13;
&#13;
Radio Manufacturers&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband amerikan. Radioindustrieller&#13;
&#13;
RTO&#13;
&#13;
Rail Jransportation&#13;
Office&#13;
(auch:&#13;
Railway Traffic&#13;
Offioe;&#13;
&#13;
RTO» Reisebüro für Beaatzungsangehörige und Ausländer im&#13;
innerdeutschen Reiseverkehr,&#13;
wird vom DER (Deutschen Reisebüro) verwaltet und untersteht der Dienstaufsicht der&#13;
Besät zungsmacht)&#13;
&#13;
RTO&#13;
&#13;
Railway Transportation&#13;
Offioer&#13;
&#13;
Bahntransport-Offizier&#13;
&#13;
Railroad Retirement&#13;
Board&#13;
&#13;
Eisenbahn-Sozialversieherungsausschufi; (selbständige Bundesbehörde, setzt sich aus&#13;
drei vom Präsidenten ernannten&#13;
Mitgliedern zusammen} Prüfung&#13;
der Ansprüche der Eisenbahnangestellten aus dem Railroad&#13;
Retirement Act von 1937 und&#13;
dem Railroad Unemployment&#13;
Insurance Act von 1939t Leiter:&#13;
William J. Kennedy)&#13;
&#13;
RFC&#13;
&#13;
Railroad Transportation&#13;
Aot&#13;
&#13;
Gesetz zur Sanierung des Eisenbahnwesens&#13;
&#13;
Reoiprocal Trade&#13;
Agreement Act&#13;
&#13;
Gesetz über den Abschluß zweiseitiger Handelsabkommen&#13;
(April 1937 vom U.S.-Kongreß&#13;
verabschiedet! April 194-0 auf&#13;
3 Jahre verlängert{ ermächtigt&#13;
den am. Präsidenten nach dem&#13;
Trade Agreement Act von 1934,&#13;
selbständig während einer&#13;
Periode von 3 Jahren Handelsverträge mit dem Ausland abzuschließen)&#13;
&#13;
Reconstruction Finance&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Finanzgesellschaft für Wirtschaftshilfe (selbständige&#13;
Bundesbehörde! Aufgabe: Finanzielle Unterstützung von Unnehmen der Wirtschaft oder Organisationen der öffentlichen&#13;
Hand durch Gewährung von Anleihen oder Übernahme von Obligationen! Leiter: Harley Hise)&#13;
- 75 -&#13;
&#13;
�Religious - Royal Air Force&#13;
&#13;
Religious Society of&#13;
Priends&#13;
&#13;
Quäker (s. Society of Friende)&#13;
&#13;
Reports and Analysis&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Berichterstattung&#13;
und Auswertung (Leiter:&#13;
Lawrence DeNeufville), untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
und Abwehr (Office of&#13;
Intelligenoe) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Reports Office (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Berichterstattung (Leiter: Mark Edwards), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftsfragen (Office of Economio&#13;
Affairs) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Report8 and Statistics&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Berichterstattung&#13;
und Statistik (Leiter:&#13;
John Miles), untersteht dem&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Offioe öf Administration)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland- (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Research and Development&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundesforschungs- und Entwicklung sausschuß (Abt. des&#13;
U.S. -Verteidigungsministeriums)&#13;
&#13;
Resettlement&#13;
Administration&#13;
&#13;
Amt für Wiederansiedlung&#13;
&#13;
r.p.m. revolutions per minute&#13;
&#13;
Umdrehungen pro Minute&#13;
(technisches Maß)&#13;
&#13;
R.I.&#13;
&#13;
Rhode Island&#13;
&#13;
Bundesstaat Rhode Island&#13;
(Hauptstadt Providenoe)&#13;
&#13;
Round Table of the Air&#13;
&#13;
Rundfunkdiskussion am Runden&#13;
Tisch&#13;
&#13;
Royal Air Force&#13;
&#13;
RAF, britisohe (königliohej&#13;
Luftwaffe&#13;
&#13;
RAP&#13;
&#13;
- 76 -&#13;
&#13;
�Rubber - Rural&#13;
&#13;
REA&#13;
&#13;
Rubber, Cork, Linoleum&#13;
and Plastic Workers&#13;
(United)&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Gummi-, Kork-, Linoleum- und&#13;
KunststoffIndustrie (Sitzt&#13;
Akronj etwa 180 000 Mitglieder! dem CIO angeschlossen)&#13;
&#13;
Rubber Study Group&#13;
&#13;
Rohgummi-Studienaussohuß&#13;
(1944 vonEngland,Holland und&#13;
den TT.S.A. ins Leben gerufen}&#13;
1949 gehörten ihm die meisten&#13;
Erzeuger- und Verbaucherländer an} Aufgabe: Studium aller Fragen, die die Erzeugung und den Absatz von&#13;
Rohgummi betreffen} Sitz:&#13;
London} Leiter:&#13;
A. Guy Pawson)&#13;
&#13;
Rural Electrifioation&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für die Elektrifizierung auf dem Lande&#13;
(Abt. des U.S.-Landwirtschaftsministeriums, Leiter:&#13;
Claude R. Wickard)&#13;
&#13;
- 77 -&#13;
&#13;
�SABENA - Seoretary of the Army&#13;
&#13;
S&#13;
&#13;
SABENA&#13;
&#13;
SABENA, Belgische Luftfahrtgesellschaft&#13;
&#13;
Salvation Army&#13;
&#13;
Heilsarmee (gegr. 1865 von&#13;
William Boothj Internationa-*&#13;
les Hauptquartier: London.&#13;
General:&#13;
Albert W.T. Oreborn)&#13;
&#13;
SAS&#13;
&#13;
Scandinavian Airlines&#13;
System&#13;
&#13;
Scandinavian Airlines (Arbeitsgemeinschaft der skandinavischen LuftfahrtgeSeilschaften DDL, Dänemarkj&#13;
DNL.Norwegen und SILA, Schweden)&#13;
&#13;
UNSCCUR&#13;
&#13;
Scientific Conference&#13;
on Conservation and&#13;
Utilization of&#13;
Resources (UN)&#13;
&#13;
UN-Fachausschuß zur Konservierung und Nutzbarmachung&#13;
natürlicher Hilfsquellen&#13;
&#13;
Scientific Research&#13;
Division (HIOOG)&#13;
&#13;
Forschungs-Abteilung ( untersteht dem amerikan. Element&#13;
(U.S. Element, Military&#13;
Security Board) des Militärischen Sicherheitsrats, das&#13;
unmittelbar demAmt des am»&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner) verantwortlich&#13;
ist)&#13;
&#13;
Seoretariat(u.S.&#13;
Element, Military&#13;
Security Board)&#13;
&#13;
Sekretariat (Leiter: Richard&#13;
A. Steele, untersteht dem&#13;
amerikan. Element (U.S.Element, Military Security Board)&#13;
des Militärischen Sicherheitsrats, das unmittelbar dem Amt&#13;
des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commioner) verantwortlich ist)&#13;
&#13;
Seoretary of&#13;
Agriculture&#13;
&#13;
U.S,-Landwirtschaftsminister&#13;
(Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Seoretary of the Army&#13;
(Navy,Air Force)&#13;
&#13;
Staatssekretär für die Armee&#13;
(Marine, Luftstreitkräfte)&#13;
(Minister ohne Kabinettsrang)&#13;
&#13;
- 78 -&#13;
&#13;
�Secretary of Commerce&#13;
&#13;
- Senate War&#13;
&#13;
Secretary of Commeroe&#13;
&#13;
U.S.Handelsminister (Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Seoretary of Defense&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsminister&#13;
(Kab ine 11 srang)&#13;
&#13;
Secretary of the&#13;
Interior&#13;
&#13;
U.S.-Innenminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Secretary of Labor&#13;
&#13;
U.S.-Arbeitsminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Seoretary of State&#13;
&#13;
U.S.-Außenminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Secretary of the Treasury&#13;
&#13;
U.S.-Finanzminister (Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Security Council&#13;
&#13;
Sicherheitsrat der Vereinten&#13;
Nationen (11 Mitglieder,&#13;
davon 5 ständige: China, England, Prankreich, .Rußland und&#13;
U.S.A.| die anderen 6 werden&#13;
auf je.2 Jahre gewähltf Aufgäbet Aufrechterhaltung des&#13;
Friedens)&#13;
&#13;
Security Office (HICOG)&#13;
&#13;
Sicherheitsbüro (Leiter:&#13;
Jack B. Minor), untersteht&#13;
dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office of&#13;
Administration) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutsch&#13;
land (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Senate Armed Services&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß für die bewaffneten Streitkräfte (ständiger&#13;
Ausschuß, tritt jeden Donnerstag zusammen,Vorsitzender:&#13;
Everard H. Smith, 15 Demo*kraten und 8 Republikaner)&#13;
&#13;
Senate Immigration&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß für Einwanderungsfragen&#13;
&#13;
Senate War Investigating&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß zur Überprüfung der am. Verteidigungsmaßnahmen&#13;
&#13;
- 79 -&#13;
&#13;
�Shipbuilders - Soll Reolamation&#13;
&#13;
Shipbuilders Counoil&#13;
of America&#13;
&#13;
Am. Reederverband (Sitzt&#13;
New York, Sekretärs C.C.Knew)&#13;
&#13;
Shop Steward&#13;
&#13;
Betriebsobmann (Gewerkschaft)&#13;
&#13;
Smithsonian Institute&#13;
&#13;
James Smithson-Institut für&#13;
Kunst u.Wissenschaft (gegr.&#13;
1846, Washington! benannt&#13;
nach dem Engländer James&#13;
Smithson, der im Jahre 1926&#13;
den U.S.A. sein Vermögen&#13;
unter der Bedingung vermachte,&#13;
daß es zur Gründung eines&#13;
wissenschaftlichen Instituts&#13;
verwendet werde! Sekretärt&#13;
Alezander Wetmore! jetzt&#13;
Bundesstaatliches Institut)&#13;
&#13;
Sooial Commission&#13;
(of UN-ECOSOO)&#13;
&#13;
Sozialkommission (des Wirtschafts- u. Sozialrats der&#13;
UN! 18 Mitglieder)&#13;
&#13;
Sooial Hygiene&#13;
Association&#13;
(American)&#13;
Sooial Seourity&#13;
Administration (früher:&#13;
Sooial Seourity Board)&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Sozialhygiene (gegr. 1914, New York,&#13;
etwa 20 000 Mitglieder, Di lektort Walter Clarke)&#13;
Bundesverwaltung für Sozialversicherung (Abtl. der&#13;
Bundesaufsichtsbehörde für&#13;
Sozialeinrichtungen PSA,&#13;
LeitertArthur J. Altmeyer)&#13;
&#13;
Sooiety of Priends&#13;
(auch: Religious&#13;
Society of Priends)&#13;
&#13;
Quäker! auch: Gesellschaft&#13;
der Freunde (protestantische&#13;
Sekte, Sitz:Philadelphia,&#13;
heute etwa 200 000 Mitglieder in allen Teilen der Welt)&#13;
&#13;
Soil Conservation&#13;
&#13;
Bodenkonservierung&#13;
&#13;
Soll Conservation&#13;
Service&#13;
&#13;
Bundesamt für Bodenkonservierung (Abt. des U.S.-Landwirt Schaftsministeriums,&#13;
Leiters Hugh H. Benett)&#13;
&#13;
Soil Reolamation&#13;
&#13;
Wiederurbarmachung&#13;
&#13;
80 -&#13;
&#13;
�Soll Survey - Soviet Planning&#13;
&#13;
Soll Survey Service&#13;
&#13;
Bodenforschungeamt (Abt. des&#13;
Bundesamtes für Bodenkonservierung im UoSo-Landwirtschaftsministeriumj Leitert&#13;
Roy DoHockensmith) -&#13;
&#13;
Solicitor General&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Justizministerium&#13;
&#13;
So Co&#13;
&#13;
South Carolina&#13;
&#13;
Bundesstaat Süd-Karolina&#13;
(Hauptstadt: Columbia)&#13;
&#13;
S.Do&#13;
&#13;
South Dakota&#13;
&#13;
Bundesstaat Süd-Dakota&#13;
(Hauptstadt: Pierre)&#13;
&#13;
Southern Newspaper&#13;
Publishers&#13;
Association&#13;
&#13;
Zeitungsverlegerverband der&#13;
am» Südstaaten (s. Am.&#13;
Newspaper Publishers&#13;
Association)&#13;
&#13;
South Pacific Commission&#13;
&#13;
Südpazifik-Kommission (Ausschuß für die wirtschaftliche&#13;
Erschließung des südpazifischen Raumes| gegr. 194-8)&#13;
Mitglieder: Australien,England, Prankreich,Holland,&#13;
Neuseeland und U.S.A.j Sitz:&#13;
Noumea, Neu Kaledonien)&#13;
wirtschaftliche Erschließung&#13;
der nicht-selbständigen Gebiete im Südpazifikj Leiter:&#13;
William Do Porsyth)&#13;
&#13;
Southwestern Power&#13;
Administration&#13;
&#13;
Südwest-KraftStromverwaltung&#13;
(dem UoSo^Innenministerium&#13;
unterstehende Bundesbehörde&#13;
für den Vertrieb des im&#13;
Grand River-, Pensacola-,&#13;
Denison- und Norfolk-Staudammsystem in den Staaten Oklahoma,&#13;
Texas und Arkansas erzeugten&#13;
Kraftstromesj Leiter:&#13;
Douglas Do Wright) .&#13;
&#13;
Soviet Planning&#13;
Commission&#13;
&#13;
Sowjetische Planungskommission&#13;
&#13;
81 -&#13;
&#13;
�Speoial - Statistical Office&#13;
&#13;
Special Assietants&#13;
(BTCOG)&#13;
&#13;
Büro für Sonderaufgaben,untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office&#13;
of Administration) im Amt des&#13;
amoHochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Specialized Agency&#13;
( of UN)&#13;
&#13;
Sonderorganisation der UN&#13;
(WHOj FAOj ILO u.a.m.)&#13;
&#13;
Staff Seeretary (HICOG)&#13;
&#13;
Sekretär des Stabes (Eric G.&#13;
Gration), untersteht dem Amt&#13;
des Exekutivsekretärs (Office&#13;
of the Exeeutiv Seeretary) im&#13;
Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Standard Oil CompanyCof&#13;
New Jersey)&#13;
&#13;
Standard Oil Company (große&#13;
am. Erdölgesellschaft)&#13;
&#13;
State Commission&#13;
Against&#13;
Disorimination&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatliche Kommission&#13;
zur Bekämpfung der Diskriminierung religiöser,rassischer&#13;
u. nationaler Minderheiten.&#13;
&#13;
State Department&#13;
&#13;
U.S.-Außenministerium&#13;
&#13;
State Educatlon&#13;
Association&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatlicher Pädagogenverband (s.National&#13;
Eduoation Association)&#13;
&#13;
State of the Union&#13;
Message&#13;
&#13;
"State of the Union"-Botschaft&#13;
(Alljährlicher Rechenschaftsbericht des Präsidenten an den&#13;
am. Kongreß über die Lage der&#13;
Nation)&#13;
&#13;
State Teachers College&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatliche lehrerbildungsanstalt&#13;
&#13;
Statistical Commission&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Statistische Kommission (des&#13;
Wirtschafts- und Sozialrats&#13;
der UNj 12 Mitglieder)&#13;
&#13;
Statistical Offioe (UN)&#13;
&#13;
Statistische Abteilung (im&#13;
Amt für WirtSchaftsfragen des&#13;
UN-Sekretariats)&#13;
&#13;
- 82 -&#13;
&#13;
�Steelworkers - SWISSAIR&#13;
&#13;
Steelworkers of America&#13;
(United)&#13;
&#13;
Am. Stahlarbeitergewerkschaft&#13;
(Sitz; Pittsburgh| etwa&#13;
798 000 Mitglieder} dem CIO&#13;
angeschlossen)&#13;
&#13;
Strategie Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Strategische Abteilung, untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
und Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) imAmt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Offioe of the.High&#13;
Commi8sioner)&#13;
&#13;
Strategie Stockpiling&#13;
Program&#13;
&#13;
Programm zur Bevorratung&#13;
kriegswichtiger Rohstoffe&#13;
&#13;
Student* • International&#13;
Travel Association&#13;
&#13;
Internationales Studentisches&#13;
Reisebüro&#13;
&#13;
Supervieing ConsulGeneral (HICOG)&#13;
&#13;
Verantwortlicher Generalkonsul, untersteht dem Amt&#13;
für Politische Angelegenheiten (Office of Political&#13;
Affairs) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
SCJ&#13;
&#13;
Supreme Court of&#13;
Judioature&#13;
&#13;
Oberstes Gericht in England&#13;
(zusammengesetzt aus Court of&#13;
Appeal und High Court of&#13;
Justice)&#13;
&#13;
SILA&#13;
&#13;
Swedish Interoontinental&#13;
Airlines&#13;
&#13;
SILA, Schwedische Luftfahrtgesellsohaft&#13;
&#13;
SWISSAIR&#13;
&#13;
SWISSAIR, Schweizer Luftfahrtgesellschaft&#13;
&#13;
- 83 -&#13;
&#13;
�Telephone Workere&#13;
&#13;
TV&#13;
&#13;
Travel Branoh&#13;
&#13;
Telephone Workere&#13;
&#13;
Am» Telephonarbeitergewerkechaft (unabhängige Gewerkschaft} Sitz: Baltimore?&#13;
132 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Televieion&#13;
&#13;
Fernsehen&#13;
&#13;
Tenn. Tenneseee&#13;
&#13;
Bundesstaat Tennessee&#13;
(Hauptstadt: Nashville)&#13;
&#13;
TVA&#13;
&#13;
Tenneseee Valley&#13;
Authorlty&#13;
&#13;
Tennessee-Talverwaltung (durch&#13;
Kongreßbeschluß v. 18.5.1933&#13;
eingesetzt: selbständige Bunde sbehörde)&#13;
&#13;
Teeting Company (U.S.)&#13;
&#13;
AmoMaterialprüfgesellschaft&#13;
&#13;
Texas&#13;
&#13;
Bundesstaat Texas&#13;
(Hauptstadt: Austin)&#13;
&#13;
Textile Workere Union&#13;
of America&#13;
&#13;
Am. Textilarbeitergewerkschaft&#13;
(dem CIO angeschlossen) Sitz:&#13;
New York| 342 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Trade Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft (in Amerika auch:&#13;
Facharbeitergewerkschaft - Craft&#13;
Union)&#13;
&#13;
Trade and Payments&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Handels- und Zahlungsabteilung (Leiter: Henry C.Conrad),&#13;
untersteht dem Amt für Wirtschaft sf ragen (Office of&#13;
Economic Affairs) im Amt des&#13;
am» Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
CommisBioner)&#13;
&#13;
Training Division (UN)&#13;
&#13;
UN-Lehrabteilung&#13;
&#13;
Trans World Airlines&#13;
&#13;
TWA (Private am. Luftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
Travel Branch of the&#13;
Office of International&#13;
Trade (U.S. Chamber&#13;
of Commerce)&#13;
&#13;
Abteilung für Auslandsreisen&#13;
der Außenhandelsabteilung (der&#13;
Am. Handelskammer)&#13;
&#13;
Tex.&#13;
&#13;
TWA&#13;
&#13;
- 84 -&#13;
&#13;
�Travel Oontrol - Trusteeship&#13;
&#13;
Travel Control&#13;
Division&#13;
(HICOG, s.auch:&#13;
CTB)&#13;
&#13;
Treasurer of the U.S.&#13;
&#13;
Abt. Verkehrsüberwachung (Lei«&#13;
tert Rüssel Benton), untersteht dem Amt für Politische&#13;
Angelegenheiten (Offiee of&#13;
Politieal Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für&#13;
Deutsohlend (Offiee of the&#13;
High Commissioner)&#13;
Leiter des Bundeseohatzamtea&#13;
(Abteilung des U.S.-Finanzministeriums! Leiterint&#13;
Georgia Neese Clarki aueh:&#13;
Bundesaehatzmeister)&#13;
&#13;
Treasury Building&#13;
&#13;
Gebäude des Ü.S.-Finanzministeriums in Washington&#13;
&#13;
Trust-Administration&#13;
&#13;
Treuhandverwaltung&#13;
&#13;
Trust Territory&#13;
&#13;
Treuhandgebiet, Mandatsgebiet (siehe aueht&#13;
Trusteeship Counoil)&#13;
&#13;
Trusteeship Counoil&#13;
of UN&#13;
&#13;
Treuhänderrat der Vereinten&#13;
Nationen (geschaffen am&#13;
6.12.1946) überwacht die&#13;
Verwaltung von 9 Treuhandgebieten der Staaten&#13;
Australien,Belgien,Frankreich, Neuseeland,England)&#13;
&#13;
-85 -&#13;
&#13;
�UN Appeal - UN Institute&#13;
&#13;
UNAC&#13;
&#13;
UN Appeal for Children&#13;
&#13;
Kinderhilfe der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UN Atomie Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Atomenergiekommission der&#13;
Vereinten Nationen&#13;
&#13;
UN Commission on&#13;
Narootlo Drugs&#13;
&#13;
UN-Rauschgiftkommission (siehe: Narootic Drugs Commission)&#13;
&#13;
UN Commission on the&#13;
Status of Women&#13;
&#13;
UN-Kommission für Frauenreoht&#13;
&#13;
UL&#13;
&#13;
Underwriters Laboratories Prüflaboratorien der am. Versicherungsgesellschaften&#13;
(verleihen das gelbe UL-G-Üte«&#13;
zeichen für betriebssichere&#13;
Geräte)&#13;
&#13;
ECE&#13;
&#13;
UN Eoonomic Commission&#13;
for Europe&#13;
&#13;
UN-Wirtschaftskommission für&#13;
Europa (siehe: Eoonomic&#13;
Commission for Europe)&#13;
&#13;
UN&#13;
ESOSOC&#13;
&#13;
UN Economic and Social&#13;
Council&#13;
&#13;
Wirtschafts- und Sozialrat&#13;
der UN (siehe ECOSOC)&#13;
&#13;
UNESCO&#13;
&#13;
UN Educational,&#13;
Scientific and Cultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Erziehungs-, Wissenschaftsund Kulturrat der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UN Film and Visual&#13;
Information Division&#13;
&#13;
Abteilung Film und Anschauungsmaterial (siehe: Film&#13;
and Visual Information&#13;
Division)&#13;
&#13;
UN Fiscal Commission&#13;
&#13;
UN-Kommission für Steuerfragen (siehe: Fiscal&#13;
Commission) .&#13;
&#13;
UN Food and Agricultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Ernährungs- und Landwirtsohaftsorganisation der&#13;
UN (siehe FAO - Food and&#13;
Agricultural Organization)&#13;
&#13;
UN Human Rights&#13;
Commission&#13;
&#13;
UN-Kommission für Menschenrechte (siehe: Human Rights&#13;
Commission)&#13;
&#13;
UN Institute&#13;
&#13;
Institut der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UNFAO&#13;
&#13;
- 86 -&#13;
&#13;
�UN International - UN Training&#13;
&#13;
UNICEF&#13;
&#13;
UN International&#13;
Children's Emergency&#13;
Fund&#13;
&#13;
Internationaler Kinderhilfsfonds der UN (siehe: ICEF)&#13;
&#13;
UN Mediator&#13;
&#13;
UN-Vermittler&#13;
&#13;
UN Politioal and&#13;
Seourity Committee&#13;
&#13;
UN-Ausschuß für Politik und&#13;
Sicherheitsfragen (siehex&#13;
Politioal and Seourity&#13;
Committee)&#13;
&#13;
UN Population Commission UN-Kommission für Bevölkerungsfragen (siehe: Population&#13;
Commission)&#13;
UNRRA&#13;
&#13;
UN Relief and&#13;
Rehabilitation&#13;
Association&#13;
&#13;
UNSCCUR UN Soientifie&#13;
Conference on&#13;
Conservation and&#13;
Utilization of&#13;
Resouroes&#13;
&#13;
UNSC&#13;
&#13;
UNSCOB&#13;
&#13;
UNRRA (Organisation der Vereinten Nationen für Hilfsund Wiedergutmachungsmaßnahmen)&#13;
UN-Faohaussohuß zur Konservierung und Nutzbarmachung natürlicher Hilfsquellen&#13;
&#13;
UN Secretary General&#13;
&#13;
Generalsekretär der Vereinten&#13;
Nationen (Trygve Lie, Norwegen)&#13;
&#13;
UN Seourity Council&#13;
&#13;
Sicherheitsrat der Vereinten&#13;
Nationen (siehst Seourity&#13;
Council)&#13;
&#13;
UN Social Commission&#13;
&#13;
UN-Sozialkommlssion&#13;
(siehe: Social Commission)&#13;
&#13;
UN Special Committee&#13;
on the Balkans&#13;
&#13;
BalkansonderaussohuS der Vereinten Nationen (UN)&#13;
&#13;
UN Statistical&#13;
Commission&#13;
&#13;
Statistische Kommission der UN&#13;
(siehe: Statistical Commission)&#13;
&#13;
UN Statistical Office&#13;
&#13;
Statistische Abteilung» UN-St ixetariat (siehe: Statistical&#13;
Offioe)&#13;
&#13;
UN Training Division&#13;
&#13;
UN-Lehrabte ilung&#13;
&#13;
- 87 -&#13;
&#13;
�Un-Ameriean -&#13;
&#13;
UAW&#13;
&#13;
United Automobil«&#13;
&#13;
Uh-Amerioan Aotivities&#13;
Oommitteß (of the House)&#13;
&#13;
Ausschuß für amerikafeindliche&#13;
Umtriebe ( im U.S.-Repräsentantenhaus)&#13;
&#13;
Underseoretary (of the&#13;
Army, Navy, Air Poroe)&#13;
&#13;
Stellv. Staatssekretär (im&#13;
U.S.-Staatssekretariat für&#13;
die Armee, die Marine oder&#13;
die Luftstreitkräfte)&#13;
&#13;
ünderseoretary (of&#13;
griculture»Commeroe,&#13;
Interior »; Labor, State,&#13;
and Treasury)&#13;
&#13;
Staatssekretär (im U.S.-Landwirtschafts-, Innen-, Arbeits-,&#13;
Außen- oder Finanzministerium)&#13;
&#13;
Unemployment Oompensation&#13;
Law&#13;
&#13;
Arbeitslosenfürsorgegesetz&#13;
&#13;
Union Club&#13;
&#13;
Zelle (einer Gewerkschaft,&#13;
kleinste Betriebseinheit)&#13;
&#13;
Union for Proteotion of&#13;
Induatrial Property&#13;
(International;&#13;
&#13;
Internationaler Schutzverband für Industrie-Eigentum&#13;
&#13;
Union Group&#13;
&#13;
Gruppe (einer Gewerkschaft,&#13;
zweitkleinste Betriebseinheit)&#13;
&#13;
Union Health Center&#13;
&#13;
Gesundheitsamt einer Gewerkschaft&#13;
&#13;
Union of Amerioan&#13;
Hebrew Congregatlons&#13;
&#13;
Union der Jüdischen Gemeinden&#13;
Amerikas (vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Demooratization of Germany,&#13;
s.d.)&#13;
&#13;
Union Shop&#13;
&#13;
Betriebskartell (einer Gewerkschaft, größte Betriebseinheit {auch: Betrieb, der Angehörigkeit oder Eintritt in eine&#13;
Gewerkschaft zur Voraussetzung&#13;
der Einstellung des Arbeiters&#13;
mächt)&#13;
&#13;
Unitarian Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Wohlfahrtsausschuß der&#13;
Unitarischen Kirche&#13;
&#13;
United Automobile&#13;
Worker8 of America&#13;
&#13;
Vereinigte Automobilarbeitergewerkschaft (APLj siehe:&#13;
Automobile Workers of America,&#13;
United)&#13;
- 88&#13;
&#13;
�United Europe - United Steelworkers&#13;
&#13;
United Europe Movement&#13;
&#13;
Bewegung Vereintes Europa&#13;
&#13;
United Jewdäb. Appeal&#13;
&#13;
Alljüdische Hilfsaktion&#13;
&#13;
UK&#13;
&#13;
United Kingdom (of Great&#13;
Britain and Northern&#13;
Ireland)&#13;
&#13;
Vereinigtes Königreich (Großbritannien und Nordirland)&#13;
&#13;
UMW&#13;
&#13;
United Mine Workers of&#13;
America&#13;
&#13;
Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft (unabh.j siehe? Mine&#13;
Workere of America)&#13;
&#13;
UN&#13;
&#13;
United Nationa&#13;
&#13;
Vereinte Nationen (1945 auf&#13;
der Konstituierenden Versammlung in San Franciaco von&#13;
50 Nationen gegründete Weltfriedensorganiaation)&#13;
&#13;
UNA&#13;
&#13;
United Nationa&#13;
Aaaooation&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Förderung&#13;
der Vereinten Nationen&#13;
&#13;
UP&#13;
&#13;
United Press&#13;
&#13;
UP (große amerikan.Nachrichtenagentur)&#13;
&#13;
United Restaurant&#13;
Liquor Dealers&#13;
&#13;
Vereinigung amerikan.Schankwirte&#13;
&#13;
US&#13;
&#13;
United States&#13;
&#13;
Vereinigte Staaten (meist als&#13;
Adjektiv verwendet:&#13;
amerikanisch)&#13;
&#13;
USA&#13;
&#13;
United States of&#13;
America&#13;
&#13;
Vereinigte Staaten von&#13;
Amerika&#13;
&#13;
USES&#13;
&#13;
United States&#13;
Employment Service&#13;
&#13;
Bundesarbeitsamt ( im U.S.Arbeitaminiateriumj erloschen)&#13;
&#13;
USFA&#13;
&#13;
United States Forces&#13;
in Auatria&#13;
&#13;
U.S.-Streitkräfte in Österreich&#13;
&#13;
uss&#13;
&#13;
United States Ship&#13;
United State8 Steamer&#13;
United States Steamship&#13;
&#13;
(vor Schiffsnamen: Schiff der&#13;
am.Flotte)&#13;
&#13;
United Steelworkers of&#13;
America&#13;
&#13;
Am.Stahlarbeitergewerkschaft&#13;
(CTOf siehe: Steelworkers of&#13;
America)&#13;
&#13;
UEM&#13;
&#13;
- 89 -&#13;
&#13;
�United World - US Element&#13;
&#13;
UWP&#13;
&#13;
UPU&#13;
&#13;
USBE&#13;
&#13;
United World&#13;
Pederalists Inc.&#13;
&#13;
Vereinigte Weltföderalisten&#13;
(194-7 aus Vereinigung anderer&#13;
Organisationen mit ähnlichen&#13;
Zielen entstanden} Sitzt&#13;
New York| Ziele: Umgestaltung&#13;
der UN in Weltbundesregierung&#13;
und Schaffung einer Weltföderation)&#13;
&#13;
Universal Deolaration&#13;
of Human Rights&#13;
&#13;
Allgemeingültige Erklärung&#13;
der Menschenrechte ( am&#13;
10. Dez. 1948 von der UN-VollVersammlung gebilligt)&#13;
&#13;
Universal Post Union&#13;
(Union Postale&#13;
Universelle)&#13;
&#13;
Weltpostverein (SitztBern)&#13;
&#13;
US Army Prothetic&#13;
Research Laboratory&#13;
&#13;
Am«,Heeresinstitut für Pro—&#13;
thesenforsohung&#13;
&#13;
US Atomic Energy&#13;
Gommission&#13;
&#13;
U.S.-Atomenergiekommission&#13;
(selbst. Bundesbehördei Vorsitz: Thomas E. Murray)&#13;
&#13;
US Atomic Energy&#13;
Commlssion*s National&#13;
Laboratory (Oak Ridge)&#13;
&#13;
Bundesstaatliche Atom-Versuchsanstalt (Oak Ridge)&#13;
&#13;
US Book Exchange&#13;
&#13;
Am. Bücheraustausohdienst&#13;
&#13;
US Commander in Berlin&#13;
&#13;
Kommandant des am.Sektors von&#13;
Berlin (Maj.Gen.Maxwell Taylor,&#13;
Vertreter des am. Hochkommissars in Berlin. Untersteht in&#13;
militär. Angelegenheiten dem&#13;
Oberkommandierenden des europäischen Befehlsbereiches ETJCOM)&#13;
&#13;
US Commissioner&#13;
&#13;
Bundesbevollmächtigter&#13;
&#13;
US Council of the&#13;
International Chamber of&#13;
Commerce (ICC)&#13;
&#13;
Am.Sektion der Internationalen&#13;
Handelskammer (siehe ICC)&#13;
&#13;
US Element, Military&#13;
Security Board&#13;
&#13;
Am.Element im Militärischen&#13;
Sicherheitsamt (Leiter: Maj.&#13;
Gen. James P.Hodges), untersteht&#13;
unmittelbar dem ^mt des am*&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
- 90 -&#13;
&#13;
�US Feature Service - US Seoretary&#13;
&#13;
USIS&#13;
&#13;
US Feature Servioe&#13;
&#13;
Amerika Dienst (der offizielle&#13;
am. Informationsdienst für die&#13;
deutsche Fresse} Sitz:&#13;
Bad Nauheim)&#13;
&#13;
US Government&#13;
Printing Office&#13;
&#13;
Am.Staatsdruckerei&#13;
&#13;
US High Commission&#13;
Courts&#13;
&#13;
Abteilung Gerichtswesen der&#13;
am. Hochkommissioni ist unmittelbar dem Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner) unerstellt und&#13;
ist vorgesetzte Behörde der&#13;
Berufungsgerichte (Court of&#13;
Appeals) und Bezirksgerichte&#13;
(District Courts) der am. Besät zungszone.&#13;
&#13;
US High Commissioner&#13;
&#13;
Der Amerikanische Hochkommissar für Deutschland&#13;
(John J. McCloy)&#13;
&#13;
US Information Servioe&#13;
&#13;
USIS (U.S.-Informationsdienst!&#13;
Gesamtheit der Informationsdienste des U.S.-Außenministeriums in aller Welt)&#13;
&#13;
US National Commission&#13;
for UNESCO&#13;
&#13;
Am» UNESCO-Eommission (siehe&#13;
unter National ..)&#13;
&#13;
US ObServers, Frenoh&#13;
UK-Länder&#13;
&#13;
Am» Bobachter in den Ländern&#13;
der französischen u. britischen Besatzungszone (unterstehen unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland - Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
US Seoretary, Allied&#13;
General Seoretariat&#13;
&#13;
Am.Sekretär beim Alliierten&#13;
Generalsekretariat (Leitender&#13;
Sekretär: Joseph E. Slater).&#13;
untersteht dem Amt des Exekutivsekretärs (Office of the&#13;
Ezecutiv Seoretary) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
- 91 -&#13;
&#13;
�US Testing Company&#13;
&#13;
Am» MaterialprtifgeSeilschaft&#13;
&#13;
Utah&#13;
&#13;
Bundesstaat Utah&#13;
(Hauptstadt: Lake City)&#13;
&#13;
- 92 -&#13;
&#13;
�Venereal - Virginia&#13;
&#13;
VD&#13;
&#13;
Verereal Disease&#13;
&#13;
Geschlechtskrankheit&#13;
&#13;
Vt.&#13;
&#13;
Vermont&#13;
&#13;
Bundesstaat Vermont&#13;
(Hauptstadt(Montpellier)&#13;
&#13;
v.i.p. very important person"bedeutende Persönlichkeit"&#13;
Veterans Administration&#13;
&#13;
Veterans Rehabilitation&#13;
Program&#13;
&#13;
Amerikan. Bundesbehörde für&#13;
Kriegsteilnehmerversorgung&#13;
(selbständige Bundesbehörde,&#13;
SitztWashington)&#13;
Hilfsprogramm für ehemalige&#13;
Kriegsteilnehmer (der ü.S.Regierung)&#13;
&#13;
Veep&#13;
&#13;
Vioe President&#13;
&#13;
Vizepräsident Alben Barkley&#13;
&#13;
Va.&#13;
&#13;
Virginia&#13;
&#13;
Bundesstaat Virginien&#13;
(Hauptstadtt Riehmond)&#13;
&#13;
- 93 -&#13;
&#13;
�War Claims - Western Union&#13;
&#13;
Wash.&#13;
&#13;
W.Va.&#13;
&#13;
WUCOS&#13;
&#13;
War Claims Commission&#13;
&#13;
Ausschuß für Kriegsschadenar«&#13;
satzansprüohe&#13;
&#13;
War Industries Board&#13;
&#13;
Kriegs-Industrie-Amt&#13;
&#13;
War Labor Board&#13;
(National)&#13;
&#13;
Am.Kriegsarbeitsbehörde&#13;
(1941 als oberste Instanz&#13;
bei Arbeitsstreitigkeiten&#13;
im Kriege eingerichtet!&#13;
jetzt erloschen)&#13;
&#13;
War Manpower&#13;
Commission&#13;
&#13;
Kommission zur Erfassung dar&#13;
Arbeitskräfte im Krieg«&#13;
(erloschen)&#13;
&#13;
War Mobilization and&#13;
Reeonversion&#13;
(Office of)&#13;
&#13;
Amt für die Umstellung der&#13;
Industrie auf Kriegs- bezw,&#13;
Friedensprodukt iojj&#13;
(erloschen)&#13;
&#13;
War Production Board&#13;
&#13;
Kriegs-Produktioneamt (geschaffen zur Koordinierung&#13;
der Krieg8wirtechaft|&#13;
jetzt erloschen)&#13;
&#13;
War Relief Control&#13;
Board&#13;
&#13;
Amt für Kriegsschädenhilfe&#13;
(erloschenj Aufgaben teilweise übernommen vom&#13;
Foreign Aid Committeei&#13;
siehe dieses)&#13;
&#13;
Washington&#13;
&#13;
Bundesstaat Washington&#13;
(Hauptstadt:Olympia)&#13;
&#13;
Waterside Workere&#13;
Federation&#13;
&#13;
Am.Hafenarbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Weather Bureau&#13;
&#13;
U.S.-Wetterdienet (Bundesbehörde im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
West Virginia&#13;
&#13;
Bundesstaat West-Virginien&#13;
(Hauptstadt:Charleston)&#13;
&#13;
Western Union&#13;
&#13;
Westunion&#13;
&#13;
Western Union Chief&#13;
cf Staff&#13;
&#13;
Chef des Generalstabs der&#13;
Westunion&#13;
&#13;
- 94 -&#13;
&#13;
�Westinghouse - Women's National&#13;
&#13;
WEC&#13;
&#13;
Westinghouse Electric&#13;
Company&#13;
&#13;
Westinghouse-Apparatebaugesellschaft (große' amerikanische Firma für elektrische Apparate, Hauptbüro in&#13;
Pittsburgh, Pa.)&#13;
&#13;
Wis.&#13;
&#13;
Wisconsin&#13;
&#13;
Bundesstaat Wisconsin&#13;
(Hauptstadt: Madison)&#13;
&#13;
WAP&#13;
&#13;
Women in the Air&#13;
Force&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der UoS.LuftStreitkräfte (geschaffen&#13;
1942| 1948 als Truppenteil&#13;
den Luftstreitkräften angegliedert)&#13;
&#13;
WAVES&#13;
&#13;
Women in the Regulär&#13;
Navy and Naval Reserve&#13;
(früher: Women&#13;
Aceepted for Volunteer&#13;
Emergency Service)&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der ü.S.Kriegsmarine (geschaffen&#13;
1942| 1946 als Truppenteil&#13;
der Kriegsmarine angegliedert)&#13;
&#13;
Women*s Action&#13;
Committee for Lasting&#13;
Peace&#13;
&#13;
Prauen-Aktionsausschuß für&#13;
dauerhaften Frieden&#13;
&#13;
Women*s Affairs Division&#13;
of OMGUS&#13;
&#13;
Abteilung für Prauenfragen&#13;
der U.S.-Militärregierung&#13;
für Deutschland (mit dieser&#13;
aufgelöst)&#13;
&#13;
Women's Army Corps,&#13;
Regulär Army&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der U.S.&#13;
Armee (geschaffen 1942|&#13;
im Juli 1948 als Truppenteil&#13;
der Armee angegliedert)&#13;
&#13;
Women*s Bureau&#13;
&#13;
Bundesamt für Prauenfragen&#13;
(im Ü.S»-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Women's Joint&#13;
Congressional&#13;
Committee&#13;
&#13;
Kongreßkomitee der Frauenverbände&#13;
&#13;
Women's National Press&#13;
Club&#13;
&#13;
Vereinigung Am.Journalistinnen (verteilt alljährlich&#13;
den Titel "Frau des Jahres**&#13;
und ähnliche Ehrungen)&#13;
&#13;
WAC RA&#13;
&#13;
- 95 -&#13;
&#13;
�Woodrow&#13;
&#13;
World Trade&#13;
&#13;
Woodrow-WilsonFoundation&#13;
&#13;
Woodrow-Wileon-Stiftung (gegr.&#13;
1922 zur Förderung des Friedens und demokratischer&#13;
Ideale} Sitzt New York)&#13;
&#13;
Work Progress&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für die Beschleunigung öffentlicher&#13;
Arbeiten (erloschene New-DealBehörde für öffentliche Notstandsarbeiten)&#13;
&#13;
World Affairs&#13;
Council&#13;
&#13;
Rat für Weltfragen (priv.&#13;
Ges., Sitz: Washington)&#13;
&#13;
World Assooiation of&#13;
MotherB f or Peaoe&#13;
&#13;
Weltfriedensbund der Mütter&#13;
&#13;
World Bank&#13;
&#13;
Weltbank (siehe auch: International Bank ..)&#13;
&#13;
World Council of&#13;
Reformed Churches&#13;
&#13;
Weltbund der Reformierten&#13;
Kirchen&#13;
&#13;
WFTU&#13;
&#13;
World Föderation of&#13;
Trade Unions&#13;
&#13;
Weltgewerkschaftsbund (kommunistisch beherrscht)&#13;
&#13;
WHO&#13;
&#13;
World Health&#13;
Organization&#13;
&#13;
Weltgesundheitsorganisation&#13;
(Sonderorganisati JXI der Vereinten Nationen)&#13;
&#13;
WICFF&#13;
&#13;
World Information&#13;
Cömmittee for&#13;
Freedom&#13;
&#13;
Weltkomitee für Naehriehtenfreiheit (priv* am. Vereinigung)&#13;
&#13;
WMO&#13;
&#13;
World Meteorological&#13;
Organization&#13;
&#13;
Weltwetterdienst (als Sonderorganisation der Vereinten&#13;
Nationen geplant} inzwischen&#13;
versieht die Internationale&#13;
Meteorologische OrganisationInternational Meteorological&#13;
Organization - seine Aufgaben)&#13;
&#13;
World Republic&#13;
&#13;
Weltrepublik (priv. amerikan.&#13;
Organisation} Sitz: Chioagoj&#13;
fordert verfassunggebende Versammlung für eine Weltregierung)&#13;
&#13;
World Trade&#13;
Organization&#13;
&#13;
Welthandelsorganisation&#13;
&#13;
WTO&#13;
&#13;
- 96 -&#13;
&#13;
�Yearbook - Youth Citizens&#13;
&#13;
Yearbook on Human&#13;
Rights&#13;
&#13;
UN-Jahrbuch der Menschenrechte (herausgegeben von den&#13;
Vereinten Nationen erstmalig&#13;
für 1946)&#13;
&#13;
Young Men's and Young&#13;
Women's Hebrew&#13;
Association&#13;
&#13;
Jüdischer Verein Junger Männer und Frauen (gegr. 1874|&#13;
Sitz: New York; 11 000 Mit«-»&#13;
glieder)&#13;
&#13;
YMCA&#13;
&#13;
Young Men's Christian&#13;
Association&#13;
&#13;
CYJM - Christlicher Verein&#13;
Junger Männer (amerikan.&#13;
Sektion gegr. 1851} Sitzt&#13;
New York| 1,77 Mill. Mit»&#13;
glieder).&#13;
&#13;
YMHA&#13;
&#13;
Young Men* s Hebrew&#13;
Association&#13;
&#13;
Jüdischer Verein Junger&#13;
Männer (gegr.. 18741 Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
YWCA&#13;
&#13;
Young Women's Christian&#13;
Association&#13;
&#13;
CYJF - Christlicher Verein .&#13;
Junger Frauen (amerikan»&#13;
Sektion.gegr. 1858; Sitzt&#13;
New Yorki 3 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
Youth Citizens&#13;
Political Action&#13;
Comiaittee&#13;
&#13;
Politisches Aktionskomitee&#13;
Junger Amerikaner&#13;
&#13;
- 97 -&#13;
&#13;
i&#13;
&#13;
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                    <text>A

M

R R

I

K A

D I E N S T

S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL
DES "AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1950 - 3 1 . März 1950

ACHTUNG REDAKTIONEN!
Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und Artikeln
aus früheren Nummurn des "AMERIKA DIENST" zu erleichtern,
bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials,
das Ihnen im ersten Quartal 1950 zugegangen ist. Durch
eine Aufgliederung nach Sachgebieten 30II Ihnen die spätere Verwendung des einen oder anderen nicht allzu zeitgebundenen Artikels ermöglicht werden.

Redaktion
"AMERIKA DIENST"
(U.S. Feature Service).

�S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTERMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1950 - 3 1 . März 1950
Seite
1.) Leben in den U.S.A.
2.) Wissenschaft
Portrait der Woche
Kunst, Musik, Theater, Pilin, Literatur
5.) Das neue Buch
6.) Europäisches Wiederaufbauprogramm
Wirtschaft
7.)
8.) Arbeit
9.) Politik
10.) Architektur
11.) Erziehung
12,) Medizin
13.) Meilensteine auf unserem Wege
14.) Amerikanische Städte
15.) Unser modernes Zeitalter
16.) Rundfunk
17.) Religion
18.) Sport
19.) Zu Ihrer Information
20.) Artikel für die Frau
21.) Kurznachrichten für die Prau
22.) Landwirtschaftliche Nachrichten
23.) Kurznachrichten für den Landwirt
24.) Die amerikanische 'Wirtschaft
25.) Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
26.) Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
Staaten
27.) Geistiges Leben
28.) Jugend
29.) Sondernummern
+ + + + + + + + + + + + + +

1
2
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5
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9
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15
16
16
17
18
18
20
21

�1.2 LEBEN PLDENJJ.S^A,
4/1/50

+) 1) "Warenhaus der Gedanken* ... die amerikanische
Tageszeitung*
2) Gefängniszellen nach persönlichem Geschmack.
6/1/50 +) Die amerikanische Kleinstadt.
9/1/50
Das Atom der Demokratie — Eine Stadt psyohoanarlysiert sich selbst.
11/1/50
Fernsehen verdrängt Wochenschau,
13/1/50
Cahokia, Illinois, ist die älteste Siedlung am
Mississippi.
16/1/50 +) 1) Louisiana, der*europäische* Staat.
2) Wohnwagen mit Klimaanlagen und Brausebad.
18/1/50 +) Das kulturhistorische Museum im Albuquerque,
20/1/50
1) Filmstar für zwei Minuten.
+) 2) Amerikas Wintersport No. 1 - Basketball.
23/1/50 +) "Der weiße Traum" - Kunsteisbahnen in den
Vereinigten Staaten.
25/1/50
1) Aus der Geschichte des Bronx-Zoo.
2) Kampf dem Großstadtlärm.
27/1/50 +) 1) Altes und neues Kalifornien.
2) Sträflinge können durch nützliche Arbeit
ihre Haft verkürzen.
31/1/50
1} Landbriefträger in den Rocky Mountains.
+) 2) Freiheitsstatue in neuer Umgebung —
Bedloe's Island im New Yorker Hafen wird
renoviert.
+ + + + + + + + + + + + +
2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
14/2/50
16/2/50
18/2/50
21/2/50
23/2/50
25/2/50
28/2/50

Skiwettkämpfe in Lake Plaoid, New York, und Aspen,
Colorado.
+) Kalifornien - der Weinberg Amerikas.
1) Ölbohren ist Glückssache,
2) Vermont: Ein Laboratorium des Fortschritte,
Hotel Waldorf Astoria - "die Bühne der Welt".+) Seattle - das Tor nach Alaska.
Amerikanische Organisation zur Behebung rassisoher
und politischer Vorurteile.
Die Maulesel-Hochschule am Grand Canyon.
+) Zwanzig Millionen Kegler.
+ ) Death-Valley - Das Tal des Todes.
Kleine Kulturgeschichte aus dem Speisezettel.
Höfliche Telefonvermittlung ist die zugkräftigste
Reklame.
+ + + + + + + + + + + + +

- 1 -

�LEBEN IN DEN UoSoAo
2/3/50
Eingefrorener Fisch begründet eine Industrie.
4/3/50
Der letzte Postreiter des Wilden Westens.
7/3/50 + ) Millionen Mensohen besuchten das Empire State
Building.
9/3/50
Klimawechsel auf der ganzen Welt wirkt sioh auoh
in den TJoSoA. aus».
11/3/50 +) "Drüben im Westen" — Cowboys leben im Volkstum,
in Liedern und Tänzen weiter.
14-/3/50 +) Amerikanische Großstädte beschleunigen Fernverkehrsstraßehbau.
16/3/50
Die Stadt im Park — ein Musterbeispiel moderner
Stadteplanungo
18/3/50
DP's passen sich leicht an.
21/3/50 +) Das Bürohaus der Zukunft.
23/3/50 +) Landwirtschaft: mit Idealismus. - Leistungen und
Ziele des 4-H-Clubs.
25/3/50 +) Eine deutsche Studentin berichtet von ihren Eindrücken auf einer amerikanischen Universität.
28/3/50
Ein Dorf, das sich weigert, eine Stadt zu werden Carmel.
30/3/50
Im Kapitol von Washington gibt es keine Hofetikette,
aber 75 "Pagen".
+ + + + + + + + + + + + +
2.) WISSENSCHAFT
4/1/50
6/1/50
9/1/50
11/1/50
13/1/50
16/1/50
18/1/50
23/1/50
25/1/50
31/1/50

+)
+)
+)
+)

Anwendungsmöglichkeiten der Atomwissenschaft in der
Textilindustrie.
Fata Morgana — Trugbild am Himmel.
Sprachunterricht an Elektronengeräten.
Neues Kleinflugzeug mit vorzüglichen Flugeigenschaften.
Das amerikanische Telefonsystem.
Bomben gegen Waldbrände.
Die Antarktis — ein zweites Alaska?
Das Riesenauge auf dem Mount Palomar.
Laminator rettet Dokumente.
Expedition in eine zweitausendjährige Vergangenheit.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�WISSENSCHAFT
2/2/50
4/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50
16/2/50
21/2/50
28/2/50

Weltraumstrahlung im Salzbergwerk.
Zukunft lichter denn je — Hoffnungsvolle Prognose
eines Harvard Professors.
Psychiater prüfen die Wiedergabetreue in der Hypnose.
Dreimal wöchentlich zum Nordpol.
Die wichtigsten Entdeckungen des Jahres 1949»
Zu viel und zu wenig — Haben Sie das richtige Verhältnis zu sich selbst?
Land aus der Tiefe - Schöpfungsgeschichte - von einem Physiker verfaßt.
+) Heliumgefüllter Kunststoffballon erreicht 31 000
Meter Höhe.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
14/3/50
18/3/50
21/3/50
28/3/50

Erdbeben — das Sicherheitsventil der Erde.
Atomkraftwerk Sonne - Nach einem Bericht der HarvardSternwarte.
+) Vielseitiger Kunststoff - Teller, Reagenzgläser,
Flaschen und Stoffgewebe aus Polyaethylen.
Auch ein "Atomgeheimnis" - Amerikanische Wissenschaftler entdeckten das neutrale Meson.
Mach gute Miene zum bösen Spiel! - Gefühle und ihre
sichtbaren Äußerungen stehen in mannigfacher Wechselwirkung.
Ein praktischer Professor. - Maschinen im Dienste
der Shakespeareforschung.
+) Kostbarer Schnee - Reiche Schneefälle im Gebirge
bedeuten gute Ernten für Tausende von Farmern.
+ + + + + + + + + + + + +

3.) PORTRAIT DER WOCHE.
6/1/50
9/1/50
13/1/50
20/1/50
27/1/50

+) Aus Walt Disneys Zauberkabinett.
Zum 74. Geburtstag Jack Londons am 12. Januar 1950.
+) Benjamin Franklin — Wissenschaftler und Staatsmann.
Zum lOOsten Geburtstag Samuel Gompers, des Begründers
und Präsidenten der AFI.
Zum 75. Geburtstag Fritz Kreislers am 1. Februar 1950.
Von Louis Po Lochner.
+ + + + + + + + + + + + +

- 3 -

�PORTRAIT DER WOCHE
16/2/50

+) John Dos Passos —

Revolutionär und Inidividualist.

+ + + + + + + + + + + + +
11/3/50
16/3/50

+) Dr. William A. Hinton — bekannter Syphilisforscher.
+) Auf den Spuren Carusos -- Mario Lanza, ein junger
amerikanischer Tenor»
+ + + + + + + + + + + + +

4.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
4/1/50
13/1/50
23/1/50
25/1/50
31/1/50

Einem Steckenpferd Picassos verdankt Baltimore sein
Museum moderner Kunst.
Das Land der Symphonie-Orchester.
Das Negerproblem im amerikanischen Film.
Harmonisches Familienleben auf dem Konzertpodium.
+) Robert Flahertys Filmwerk: "Louisiana Story".
+ + + + + + + + + + + + +

2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50

25/2/50

Auftakt der New Yorker Musiksaison.
Ausstellungen von Rembrandt und Pioasao in New York.
+) Das Museum für moderne Kunst in New York feiert sein
zwanzigjähriges Bestehen.
+) Lawrence Tibbett - erster Bariton der MetropolitanOper.
In einer halben Stunde Star der Metropolitan Opera Interview mit dem Sängerehepaar Ferdiand Franz und
Helena Braun.
Hollywoods ungekrönter König schuf neuen Monumentalfilm — De Milles "Samson" eröffnet einen Kreuzzug
für Erziehung und Kultur.
New York ist ein schwieriger Filmstar.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
9/3/50
9/3/50
18/3/50
23/3/50
28/3/50

+) Tanglewood — Eine Volkshochschule der Musik.
Das Wandertheater im Mittelwesten der Vereinigten
Staaten«.
+) Ein Amerikaner erschließt die deutsche Kunst.
+ ) Die Navajo-Indianer in Nordamerika haben sich ihre
Stammeseigentümlichkeiten erhalten.
Hollywoods Ton-Ingenieure«,
Was sagt New York zum "Dritten Mann"?
+ + + + + + + + + + + + +

- 4 -

�5) DAS NEUE BUCH
11/1/50
18/1/50

Alice Herdan: Die Farm in den Grünen Bergen.
Conway Zirkle: "Der Tod einer Wissenschaft in
Russland".
+ + + + + + + + + + + + +

18/2/50
4/3/50
7/5/50

14/3/50

Ideen und Atombomben - Das Glaubensbekenntnis von
David E. Lilienthal, Vorsitzender der amerikanischen
Atomenergiekommission.
+) Will Rogers - Das »Enfant terrible* Amerikas.
"Der Gott der keiner war" - verfaßt von Arthur
Koestler, Ignazio Silone, Richard Wright, Andre" Gide,
Louis Fischer und Stephen Spender.
"Warum ich entfloh", von Peter Pirogow.
+ + + + + + + + + + + + +

6) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
23/2/50

Einzelheiten zum ECA-Programm für Technische Hilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

11/3/50

ERP-Plakatausschreiben -- Ein internationaler Wettbewerb zur Hebung des Lebensstandards.
+ + + + + + + + + + + + +

7) WIRTSCHAFT
9/1/50
16/1/50
20/1/50
25/1/50

Große Projekte für die Entwicklung Afrikas im Rahmen
des Marshall-Planes.
Die meisten Amerikaner haben Ersparnisse.
Amerika und seine Minderbemittelten.
Wiedererrichtung der StTJa Poikilä von Athen mit Hilfe
des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

4/2/50

Hindernisse der Liberalisierung des Handels in Europa.
+ + + + + + + + + + + + +

23/3/50

Eine Rückschau der AFL auf das vergangene Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +

- 5 -

�8) ARBEIT
31/1/50

40-Stunden-Woche für die amerikanischen Eisenbahner.
+ + + + + + + + + + + + +

25/2/50

Wird die 40-Stundenwoche den Errungenschaften der
modernen Technik gerecht?
Regelung von Arbeitsstreitigkeiten einmal anders.

28/2/50

+ + + + + + + + + + + + +

4/3/50

Die Statistik der Ü.S.A. paßt sich den veränderten
Kaufgewohnheiten an.
Amerikaner nehmen zum Pensionsproblem Stellung.
Ein Weltplan zur Verhütung der Arbeitslosigkeit.
Im Dienste der Gesundheitsfürsorge. - Ein Großambulatorium für Werktätige.

9/3/50
14/3/50
21/3/50

+ + + + + + + + + + + +

9)

+

POLITIK

13/1/50
23/1/50

Parlamentarische Spielregeln in U.S.A.
Die Hauptereignisse des Jahrhunderts.
+ + + + + + + + + + + + +

7/2/50
11/2/50
21/2/50

Politiker der kommunistisch beherrschten Welt suchen
Asyl in den Vereinigten Staaten.
+) Das Wagnis der Freiheit. Von Felix Frankfurter, Richter am Obersten Bundesgericht.
Die Sowjetunion gibt ihren Untertanen ideologische
Halbbildung.
+ + + + + + + + + + + + +

11/3/50
16/3/50
28/3/50

"Der Zug nach Westen" findet im Parlament seine Bestätigung.
Eindrücke von einer Deutschlandreise. — Von Ernst
Hoffmeister, politischer Kommentator der "Stimme
Amerikas".
Wie setzt sich der amerikanische Kongreß zusammen?
+ + + + + + + + + + + + +

_ 6 -

�10) ARCHITEKTUR
18/2/50

Das Sekretariatsgebäude der UN.
+ + + + + + + + + + + + +

11) ERZIEHUNG
6/1/50

Amerikanisches Außenministerium erweitert Austauschdienst«
Aus der Arbeit des Internationalen Studentenhilfsfonds«

11/1/50

+ + + + + + + + + + + + +
16/3/50

Über die Erziehung zum Verständnis außenpolitischer
Fragen.

30/3/50

Neue akustische Methode erleichtert das Sprachstudium.
+ + + + + + + + + + + + +

12) MEDIZIN
4/1/50
6/1/50
16/1/50
18/1/50
20/1/50

Operation unter Novokain und Mozart.
Gesunde Hornhaut von der "Augenbank".
Hormone und Geschlechtscharakter.
Die Arbeit der Gesellschaft zur Betreuung Schwerhöriger in San Francisco«
+ ) Krebsheilung mit Elektronenschleuder.
+ + + + + + + + + + + + +

2/2/50
9/2/50
14/2/50
25/2/50

Ein erfolgreiches Schnupfenheilmittel.
Aufklärungsfilme als Waffe im Kampf gegen Brustkrebs.
Wie der Gesundheitsdienst gefährliche Epidemien verhütet.
+ ) Amerikanische Kriegsblinde arbeiten wie ihre sehenden
Kameraden.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50

11/3/50
23/3/50
25/3/50

30/3/50

Neue Gesichtspunkte in der Hirnforschung —
Dr. Wendeil J.S. Krieg, ein Nervenanatom der
Universität Chicago, berichtet über seine Arbeit.
Alkoholismus als Krankheit.
Krebserreger entdeckt?
Organisation zur Bekämpfung von Herzkrankheiten klärt
amerikanische Bevölkerung über neueste Heilmethoden
auf.
Europas Gesundheitszustand besser als je zuvor. —
Aus dem Jahresbericht des U.S.-Sozialversicherungsamtes.
+ + + + + + + + + + + + +

- 7-

�13) MEILENSTEINE AUF UNSEREM WEGE
7/2/50 +) Lincolns Amerika — Die Zeit des großen Präsidenten
formte die Grundlage der heutigen Vereinigten Staaten.
16/2/50 +) George Washington - der 1. Präsident der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +
2/3/50

Thomas G. Masaryk - zum 100» Geburtstag des ersten
Präsidenten der Tschechoslowakei
+ + + + + + + + + + + + +

14) AMERIKANISCHE STÄDTE
23/2/50 +) Milwaukee.
+ + + + + + + + ++ + + +
18/3/50

Cincinnati, die ehemalige Königin des Westens
+ + + + + + + + + + + + +

15) UNSER MODERNES ZEITALTER
18/2/50

BENELUX wird SKANDANGLIOES - Eine Meditation über
Schlangenwörter•
+ + + + + + + + + + + + +

21/3/50

Ein akustischer Querschnitt durch die Jahre 1945
bis 1948»
+ + + + + + + + + + + + +

16) RUNDPUNK
21/2/50

"Morgen wird der Nordpol entdeckt" - Eine RadioSendereihe vermittelt Geschichte in lebendigster
Form«
+ + + + + + + + + + + + +

7/3/50
25/3/50
30/3/50

Die "Stimme Amerikas" und ihre Hörerbriefe.
Ärztliche Ratschläge für erkrankte Seeleute auf dem
Punkweg«,
+) Fernsehsendungen für Kinder.
+ + + + + + + + + + + ++

17) RELIGION
25/2/50

Der moderne Katechismus - Er gibt den amerikanischen
Katholiken die Antwort der Kirche auf Fragen ihres
Verhaltens als Staatsbürger, Arbeitnehmer und Ehepartner.
+ + + + + + + + + + + + +
- 8 -

�18) SPORT
25/3/50

+) Die Basketballartisten der Harlem Globetrotters&lt;&gt;
+ + + + + + + + + + + + +

19) ZU IHRER INFORMATION
4/1/50
6/1/50
9/1/50
11/1/50
13/1/50
16/1/50

18/1/50
20/1/50
23/1/50

25/1/50
27/1/50

31/1/50

Wortlaut der "State of the Union" Ansprache von
Präsident Truman.
Ziele der amerikanischen Innenpolitik.
Von John L. Mortono
Formosa — Die Debatte über die Verteidigung der
Insel beschäftigt die öffentliche Meinung Amerikas&lt;,
Von John L. Mortono
Wortlaut jenes Teils der Budget-Botschaft Präsident
Trumans, der sioh mit internationalen Angelegenheiten
und Finanzfragen befaßt .
Weitere Opfer» heftige Debatten — Zur zweiten Sitzung
periode des amerikanischen Kongresses.
Von John L 0 Mortono
1) Oberstleutnant Walter R. dePorest, Chef der Unterabteilung für medizinische Angelegenheiten für
öffentliche Gesundheit und Wohlfahrt, HICOG, berichtet über das öffentliche Gesundheitswesen in
Deutschland von 1945 - 49°
2) Wieder einmal die alten Gerüchte.
Von John L. Morton.
Altersversicherung in Amerika.
Es geht um Europa, nicht um Einzelheiten
Von John L. Morton.
1) Die spanische Frage - Diplomatische Beziehungen
sind kein Bruderkuß. Von John L. Morton.
+) 2) Zum Gedenken Franklin D. Roosevelts, dessen Geburtstag am 30. Januar in den Vereinigten Staaten
festlich begangen wird.
Bericht über den Fortschritt in Deutschland. Voller
Wortlaut der Rundfunkansprache Mr. John J. McCloys,
gehalten am 23. Januar in Washington.
Wortlaut der Ansprache Mr. John J. McCloys vor dem
"United Council for International Affairs" in Boston
am 26. Januar.
Völkermord — Rückhaltlose Offenheit allein kann zu
einer besseren Welt führen. Von John L. Morton.
+ + + + + + + + + + + + +

�IHRER INFORMATION
2/2/50

4/2/50

7/2/50
9/2/50
11/2/50

14/2/50
16/2/50
18/2/50

21/2/50
23/2/50

25/2/50
28/2/50

Wortlaut des am 25« Januar vom amerikanischen Außenministerium veröffentlichten Dokumentenmaterials
über die sowjetische Infiltration der vier nordchinesischen Provinzen,
1) Wortlaut der Truman- Erklärung zur Unterzeichnung
der Verteidigungshilfsabkommen.
2) Die Antwort: Kollektive Sicherheit.
Von John L. Morton.
Die SPD und der Europarat. Von John I, Morton»
HalbJahresbericht des U.S.-Atomausschusses.
1) Surrealistische Politik. Von John 1. Morton.
2) Wortlaut der Erklärung des amerikanischen Außenministers Aoheson vom 8. Februar in Washington.
Ernste Mahnung. Von John L. Morton.
Eine Lanze für McCloys Deutschland-Bericht.
Von Eric M. Warburg, New York.
1) Die Neue "Tatsache" - Der Kreml und die Wasserstoffbombe. Ton John L. Morton.
2) Voller Wortlaut eines von Arthur Krocks in der
"New Tork Times" veröffentlichten Truman-Interviews.
Weltfriede oder Weltuntergang. Von John L. Morton.
Amerikabesuch hat viele Anregungen gegeben.
Von Franz Blücher, Vizekanzler und Bundesminister
für Marshallplan-Angelegenheiten.
Diplomatie im Satellitenland. Von John L. Morton.
1) Truman und das Taft-Hartley-Gesetz.
Von John L. Morton.
2) Voller Wortlaut der Rede Präsident Trumans vom
22.2. anläßlich der Enthüllung eines George
Washington-Denkmals in Alexandria (Virginia).
3) Voller Wortlaut der Erklärung, die der Leiter
der ECA-Sonderkommission Robert M. Hanes am 24.2.
in Washington abgab.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
9/3/50

11/3/50

Die Erfordernisse des Friedens. Von Warren R. Austin,
Die amerikanische Öffentlichkeit und die Wahlen in
Großbritannien. Von John L. Morton.
Einheit - nur in Freiheit. Von John L. Morton.
Amerikas Einheit beruht auf Mannigfaltigkeit.
Von James Bryant Conant, Präsident der HarvardUniversität»
Hinter dem Rücken der deutschen Kinder.
Von John L. Morton.
- 10 -

�IHRER INFORMATION
14/3/50

16/3/50

18/3/50
21/3/50

25/3/50
28/3/50
30/3/50

"Ein neuer Ausgangspunkt"• Die Forderung der freien
Wahlen in Ostdeutschland darf nicht vergessen werden.
Von John L. Morton.
Darlegung der Prinzipien und Ziele der Republikanischen Partei.
Angenommen von den republikanischen Mitgliedern des
Repräsentantenhauses und des Senats in Übereinstimmung mit den Mitgliedern des republikanischen Nationalkomitees, vom 6. Februar 1950.
"Die Russen sprengen den Kontrollrat".
Von John L. Morton.
1) Fünf Kurzbiographien maßgebender HICOG-Beamter:
a) Major General George P. Hays, stellvertretender amerikanischer Hochkommissar für Deutschland.
b) Benjamin J. Buttenwieser, Assistent des Hoch•)
kommissars für Deutschland.
o) James E. King, Exekutivsekretär im Amt des
+&gt;
amerikanischen Hochkommissars für Deutschland.
d) Oberstleutnant H.A. Gerhardt, Sonderbeauftrag•)
ter des Hochkommissars für Deutschland.
e) Major General James P. Hodges, amerikanischer
+)
Vertreter im Alliierten Militärischen Sicherheit samt für Deutschland.
2) "Totale Diplomatie" - Acheson appelliert an das
amerikanische Volk. Von John L. Morton.
"Massenvertreibungen - ein beliebtes Kampfmittel der
Sowjets." - Von John L. Morton.
Ein neuer Impuls - Zu den Bonner Vorschlägen für gesamtdeutsche Wahlen. Von John L. Morton.
Wortlaut eines Sohreibens des amerikanischen Senators
Arthur H. Vandenberg an den Leiter der ECA, Mr. Paul
G. Hoffman.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial zur
Verfügung stellen.

- 11 -

�20) ARTIKEL PUR DIE FRAU.

9/1/50

!0
2

Eine Reporterin macht Karriere.
Mehr Familiensinn.
3 . ) Amerikas Spielzeugindustrie Im Jahre 1949*
ideale Kücheneinrichtung.
*•} Die
Griechische Modenschau in Frankreich und Amerika.»

0

50

16/1/50 . 1 0 Ständig wachsender Einfluß der Frau in Politik und

Yerwaltungswesen der Vereinigten Staaten.
2 . ) Gleicher Lohn hei gleicher Beschäftigung. - Die
Forderung der amerikanischen Frauen.
3 0 Kein Kind Ist völlig untalentiert. - Zeichnen, Musik, Theaterspiel und schöpferische Betätigung anderer Art fördern die Entwicklung.
4.) Knabenmode auf neuen Wegen. - Jeder Junge will ein
Miniatur-Cowboy sein.
50 Müdigkeit kann gefährlich sein. - Kleine Winke für
Schlaflose
6.) Fußböden wie neu. - Torzüge und Nachteile von Lack,
Schellack und Tränklösungen.

+)

23/1/50 «•&gt;XO Das begabte Kind, - Schule und Elternhaus müssen

gemeinsam die bei der Erziehung hochbegabter Kinder auftauchenden Probleme zu lösen suchen.
Kinderehen, in den Vereinigten Staaten»
\ : \ Selbst Millionäre und brave Hausfrauen werden
mitunter zu Ladendieben.
Keine Angst vor Frühgeburten.
Freiwillige Mitarbeit der amerikanischen Frauen
in der CIO.
6.) Tiefkühlanlage schlägt Weckapparat.

fci
+)

30/1/50
+)
•)

7/2/50

U/2/50

w
50
*0
50
60
10
2
0
50
40
10

Die Gesetzgebung für Frauenarbeit in den U.S.A.
Am schönsten ist es doch zu Hause. - Gemeinsames
Erleben von Freud und Leid schafft ein engeres
Familienleben.
Elizabeth Blackwell - Ein Pionier der Wissenschaft.
Wird ihr Kind Freundschaften schließen?
Das Geheimnis des Charmes.
Kunststoffe ersetzen Porzellan und Steingut«
+ + + + + + + + + + + + +
Gleichberechtigung der Frau soll in U.S.A.
konstitutionell verankert werden.
Die Frau in der amerikanischen Journalistik.
Zu alt für ein Kind?
Längeres Leben durch bessere Ernährung.

Amerikanische Frauen werben für gleiche Entlohnung der Frauen in der deutschen Industrie
2 . ) Mrs. McCloyj Die deutschen Frauen müssen politisch aktiver sein.
30 Die Schule Terpsichores. - Die Akademie für volkstümliche Tanzkunst in New York geht neue Wege
zum Verständnis exotischer Tänze.
Mein Kind mag keinen Orangensaft.
Wie wird man Filmstar?
Kariert - Kariert. - Ausblick auf die New lorker
Frühjahrsmode•
Besseres Wachstum durch neues Vitamin. - Kinderheilstätte in U.S.A. führt Versuche mit Vitamin
B-12 durch.
- 12 ~

�ARTIKEL PUR DIE FRAU.
Frauenorganis,atio:nen in den UoS.A.
Zahl der weiblichen Arbeitskräfte in U.S.A.
ansteigend»
3.) Frau Detektivln. - Aus der Arbeit eines weiblichen
Mitglieds des New Yorker Polizeibüros.
Laßt eure Kinder nicht zu früh lesen!
+)
Sind sie nicht selbst Schuld an ihrer Blauen-Montags-Stimmung?
6») Große Wäsche - wenig Arbeit.

21/2/50 +)

28/2/50

l.J "Family Court" rettet Ehen.
Neue Rich2.) Von Peking bis zur Heiligen Pforte.
tungen in der Hutmode.
3.) In der guten alten Z#it.
4.) Angstgefühle und wie sie überwunden werden.
5.) Versuchen sie es einmal mit Käse. - Das Pinale
einer Mahlzeit muß nicht immer süß sein.
+ + + + + + + + + + + + +
1.) Prauen im Kongreß der Vereinigten Staaten.
2.J Kinder sind gar nicht ungezogen.
3*) Von der Kittelschürze zum Hauskleid«
4.) Die Wechseljahre, der Schrecken vieler Prauen.
5.) Farbenfroh und widerstandsfähige - Neuer Kunststoffbodenbelag für Wohnungen und gewerbliche
Räume.
6.) Schwedische Ehrung für Mrs„ Eleanor Roosevelt.

14/3/50

1.)
2.)
3.)
4.)
5.)

Amerikas Frauenorganisationen und der Kongreß.
Ein moderner Vater wie ersein soll.
Von der Krinoline bis zur tiefen Taille.
Wie steht es mit ihrem Schlaf.
Alles zur Entlastung der Hausfrau. - Amerikanische Fabrikanten zeigen die neuesten technischen
Erfindungen für das Heim.

21/3/50 + ) 1.) Amerika hilft
50 Millionen Kinder warten auf
Hilfe.
"Die Stunde des gemeinsamen Opfers".
Kinder spielen überalle
Frühgeburten und Erblindung.
+) 5.) Das Gesetz für Lebensmittel und Heilmittel schützt
die Gesundheit des amerikanischen Bürgers.
6.) Hilfe für zerrüttete Ehen. - Geschiedene Frauen
wollen andere vor der Scheidung bewahren.
Sonne und frische Luft für Wollsachen.
28/3/50 +)

Berufstätige Frauen in den U.S.A.
Ehrung für fünf hervorragende Ärztinnen in den U.S.A.
Das Soroptimisten-Haus in Los Angeles. - Das Heim
für minderbemittelte Studentinnen«
+) 4.) Eine alte Volkskunst erwacht zu neuem Leben. MrSo Mary Meigs Atwater, die Mutter der amerikanischen Handweberei.
+) 5.) Jede Frau kann schön sein, wenn sie es nur will. 1. Folge einer Artikelserie von Terry Hunt.
+ + + + + + + + + + + + +
- 13 -

�21) KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
9/1/50

a) Mrs. Eleanor Roosevelt: Der deutsche VolksCharakter
kann nicht von heute auf morgen geändert werden.
b) Spielzeugsammlung der "American Legion41.
c) Wildreis-Ernte in den U.S.A.

16/1/50

a) Die Frauenorganisationen der Vereinigten Staaten.
&lt; setzen internationale Zusammenarbeit fort.
b) Die Nähmaschine in der Handtasche.
c) Amerikanische Firma bringt nunmehr auch Kaffeebeutelchen auf den Markt.
d) Aus Konservendosen wurden technische Kleinanlagen.

23/1/50

a) Anteil der amerikanischen Frau am Wirtschaftsleben.
Schottisch - die große Kindermode.
Kleine Winke für die Küche»

30/1/50

a) "Perma" statt Stärke.
Der Heiße-Würstel-Automat.
Für den eleganten Herrn.
Einkaufen mit dem Schubkarren.
+ + + + + + + + + + + +
a) "Zigarettensichere" Tischplatte.
b) Hauswirtschaftssachverständige gehen in die Vereinigten Staaten.
c) Das festliche Nachmittagskleid.
d) "Flair" - ein s ensationelles 50-Cent-Maga^in.

7/2/50

14-/2/50

a) Die erste Schiffsladung Spielzeug für Europa hat
Amerika Verlassen.
Wußten Sie eigentlich, daß...
Neues für Kinderzimmer.
Frauen leben länger als Männer.

21/2/50

a) Amerikanische Studentinnenvereinigung finanziert
das Studium von 155 ausländischen Frauen.
Das lauwarme Bad.
Ratschläge für Leckermäuler.
Ahornzucker.

28/2/50

a) Wunschhaus, Modell 1950
b) Zionistische Frauenbewegung in den U.S.A. ehrt
Norwegen.
c) Claudette Colbert als Regisseurin.
d) Lieber Orangen als Äpfel.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Salat- und Speiseöl aus Reisschalen und Spelzen.
Dosenfisch hat keinen Abfall.
Essig aus ganzen Äpfeln.
KiMderkopfwäsche ein Vergnügen.
Kinderstuhl mit Tischplatte ringsherum.

7/3/50

14/3/50

a) Das Budget eines amerikanischen Durchschnittshaushalts .
b) Kunststoffaser für Decken.
c) Filme für Kindergarten und Hochschule.
d) Die 6 populärsten Frauen in den Vereinigten Staaten.
e) Über 3»5 Millionen Kinder wurden im Jahre 1949
in den Vereinigten Staaten geboren.
- 14 -

�KDBZHA0HBICET5H FÜR SIE FRAU«
21/3/50

a) 2 400 Frauen befinden sich unter den bekanntesten
sur Zelt lebenden Amerikanern«
bj Giyl S@ou.ts spenden Schulmappen für deutsche Kinder«
c) türso Ele&amp;nor Booeevelt übernimmt den Vorsitz für
die Feierlichkeiten am Tag der Vereinten Kationen«

28/3/50

a) Amerikanische "Modestudenten" kommen nach Europa«
Amerikanische Kriegswaisen besuchen Suropa«
Kleine linke - Große Hilfet
lo Bügeln leicht gemacht«
2« Wie reinige loh meine Möbel?

• • • • • • • • • + + • •
Zu den mit •) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial sur Verfügung stellen«
22) LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
12/3/50

26/1/50

1.) Die Landwirtschaft der Marshallplanländer 'Ein besonderer Schützling der U.S.A.
2.) "Round upM - Die große Zeit des Cowboys.
3.) Hygienische Schweinehaltung.
• 4.) Elektrische Beheizung von Mistbeeten.
5.) Radioisotope entochleiern das Geheimnis der Aufnahme und Verteilung von Nährstoffen in Bäumen.
Kunstdünger aus Maisstroh.
: ) TJreaform verhindert Feuchtwerden von Kunstdünger.
lo)
+) 2.)
3.)
4.)
5.)
6.)

Grand National Rodeo - Die größte Schau der Welt.
Die Biene - Helferin des Farmers.
Hybridenzucht bei Haustieren.
Passen sich Gräser dem Klima an?
Unkrautbekämpfung.mit dem Flammenkultivator.
Die "kalte" Pasteürisation.
+ + + + + + + + + + + + + +
21/2/50
1.) Modernisierung der Landwirtschaft - Europäische
Fachleute informieren sich in TJ.S.A.
2, Kann man die Legetätigkeit der Hühner erhöhen?
3. Ahornzuckerernte in den Vereinigten Staaten.
4. Der Weg der Milch - Vom Erzeuger zum Verbraucher.
5. Amaryllis als Zimmerpflanze.
+ + + + + + + + + + + + +
24/3/50
1.) Landwirtschaftliche Informierung der europäischen Bauern durch den Marshallplan.
Neues Preisstützungsgesetz für Farmprodukte.
Vollwertige Frischmilch - Monate nach dem Melken.
Neues amerikanisches Milchkonservierungsverfahren.
+) 4.) Rindertuberkulose ~ In Amerika heute kein Problem mehr.
Künstliche Brut bei Hühnern.
+) 5
Die "innere Bräune". - Eine ernste Tomatenkrank6
heit.
+ + + + + + + + + + + + +

:}

l)

•1

- 15 -

�23) KURZNACHRICHTEN FÜR DEN LANDWIRT.
12/1/50

a) Farmer trägt zur Vertiefung internationaler
Freundschaft bei.
b) Gesamtergebnis der letzten amerikanischen Ernte
günstig.
c) Wuchsstoffe als Konservierungsmittel.

26/1/50

a) Amerikanische Fachleute studieren Lage der europäischen Landwirtschaft.
b) Intensive Weidewirtschaft führt zur Bodenverhärtung.
c) Unkrautbekämpfung durch Flugzeuge.
+ + + + + + + + + ++ + +
a) Kartoffelschälen - wissenschaftlich gesehen.
b) Zwei Lammwürfe im Jahr?
c) Garantiert reine Wolle von 7-9 cm im Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Wissenswertes für den Bauern. - Neuer Impfstoff
gegen Bang*sehe Krankheit
b) Lieblingsspeise für Schafe.
c) Überwintern im offenen Stall.
•*• + + + + + + + + + + + +

21/2/50

24/3/50

24) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
5/1/50

19/1/50

LWirtschaftsbericht zum Jahresende. - Von U.S.-Handelsminist er Charles Sawyer.
Europa im 2. Marshallplanjahr. - Westdeutschland
auf den 3. Platz der ECA-Bewilligungsliste gerückt .
3 Europa erforscht den Dollarmarkt.
Die Lücke im amerikanischen Staatshaushalt. 4
Bundesdefizit übersteigt Präsident Trumans
Schätzungen.
Sozialabgaben in U.S.A. steigen. - Alters- und .
Hinterbliebenenrenten sollen den Lebenshaltungskosten angeglichen werden.
6. Der magnetische Manschettenknopf.
1.
2.
3.
4.
5.
6.

Weltfriede durch Welthandel. - Ist Amerika autark?
von Thomas J. Watson, Sr., Präsident der IBM
Corporation.
Der Fiskus wacht auch in U.S.A. - Ein Dollar
Gewinn gleich 38 Cent Steuern,
Kammerjäger mit Hubschrauber.
Direkte Auslandsinvestitionen bevorzugt. Strukturwandel des amerikanischen Privatkapitals
im Ausland.
Vergrößerung der amerikanischen Passagierflotte. 1950 wird ein 60 000 t Luxusdampfer auf Kiel
gelegt.
Zu ihrer Information: ECA-Liste deutscher Ausfuhrwaren .
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�I

24) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT
7/2/50

1949 - Das beste Jahr des amerikanischen Verbrauchers. - U.S»»Handelsminister Sawyer über
die Entwicklung des Konsumentenmarktes in U.S.A.
2. ERP-Portschritt unter der Lupe. - Der neueste
ECA-Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung der Marshallplan-Länder.
Koteletts
aus dem Laboratorium. - Speiseeis aus
+ ) 3.
Schweineschwarten und andere Merkwürdigkeiten.
4. Der amerikanische Staatshaushalt für 1950/51. Soziallasten steigen - Defizit soll verringert
werden»
5. Die Arbeitsanalyse. - Eine Studie über die Bewertung der Arbeitsleistung in U.S.A. Teil I.
6. Zu ihrer Information: Voller Text der Messeordnung für die erste internationale Handelsmesse der Vereinigten Staaten in Chicago.
+ + + + + + + + + + + + + +
1/3/50
1. Die Steuervorschläge Präsident Trumans. - Einkommensteuer unverändert - Erleichterungen für
Mittelbetriebe u
2. Die Bevorratung kriegswichtiger Rohstoffe in
den U.S.A» - Mitte 1950 werden über 50$ des
Solls erreicht.
3. Neuer amerikanischer Ozeanriese verspricht
Rekordleistungen. - Mit 31 Knoten ein Anwärter
auf da3 Blaue Band.
4. Sparen - Die große Losung Hollywoods. - Produktionskosten seit 1946 um 2C$ gesenkt.
5. Die Margarineschlacht ist gewonnen. - In den
U.S.A. wird die Margarinesteuer abgeschafft.
6. Die Arbeitsanalyse. - Teil II.
+ ++ + + + + + + + + + +
Gesicherter Arbeitsfriede im amerikanischen
15/3/50
Bergbau.2, Betriebe werben bei ihren Angestellten.
Wissenschaftliche und praktische Kraftstoff3
Forschung in U.S.A.
Die Arbeitsanalyse. - Teil III - Der Bewert ungsauBschuß.
Zu ihrer Information: Voller Text des ECA-Vorschlags zur Bildung einer Europäischen Zahlungsunion.
+ + + + + + + + + + + + + +
25) KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
5/1/50

X.

a) Werbung durch Fernsehen.
b) Rekordzahl neu zugelassener Kraftwagen in U.S.A.
c) Rücklagen der amerikanischen Lebencversicherungsgesellschaften.
. d) Export technischer Daten aus U.S.A. teilweise
kontrolliert.
e) Westdeutschland erhält technische Schriften durch
ERP.
f) Amerikanischer.Architektenverband will Wiederaufbau Europas unterstützen.
-17-

�25) KURZBERICHTS AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
a) Die amerikanische Streikbilanz des Jahres 1949.
b) Leichtbau-Eisenbahnwagen setzten sich durch.
Neue Verbrennungsturbine für Luftschraubenbetrieb.
Mesaeleitung in Chicago beginnt mit Zuweisung
der Stände.

19/1/50

+ + + + + + + + + + + + +
Einwohnerzahl der Ü..S.A. 17?« höher als 1940.
Gesamtauflage aller amerikanischen Zeitungen
seit Kriegsende um 6fi gestiegen.
c) Europa-Saison für U.S.-Touristen beginnt früher
als erwartet.

1/3/50

a)
b)
c)
d)

15/1/50

U.S.A. beseitigen Elendsviertel.
Steuererleichterungen für U.S.-Auslandsinvestitionen,
U.S.-Außenhandel im Januar.
Vorläufig keine neuen Panama-Kanalgebühren.

+ + + + + + + + + + + + +
26) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
1/3/50

1.) CIO unterstützt U.S.-Außenpolitik.
2.) Schutzbestimmungen für Kinderarbeit in U.S.A.
3.) Was leistet der Sozialfonds der amerikanischen
Stahlarbeiter?
4.) CIO-Erklärung zur Arbeit der UN.
5.) V/eitere Verbesserung der amerikanischen Sozialgesetzgebung gefordert»
6.) ECA-Missionschefs berichten über ERP-Fortschritte.

15/3/50

1.) Fortschrittliche Betriebsführung - Belegschaft
eines chemischen Betriebes in U.S.A. erhält
Mitbestimmungsrecht.
2.) Lehrgänge für Unfallverhütung.
3.) Gewerkschaftsfragen in der amerikanischen Presse.
4.) Kostensenkung und Produktionssteigerung.
5.) Arbeitslosenunterstützung bei außerberuflicher
Krankheit.
+ + + + + + + + + + + + + +

27) GEISTIGES LEBEN.
10/1/50 +).

John Deweys Bedeutung für die Pädagogik.
Charles Munch, der neue Dirigent des Bostoner
Symphonieorchesters".
3.) Gottes Wort auf telefonischen Anruf.
4.) Der kürzeste Weg zur Kunst.
5.) Fünf Autoren geben Beispiel für die Integration
des Theaters«,

I]

:)

24/1/50 + ) 1.) Robert M. Hutchins, der "Heilige Thomas von Chicago.11
2.) Vier Millionen Papiere aus Roosevelts Nachlaß
für die Geschichtsforschung.
3.). Filmprüfer werden geprüft.
+) 4.) Vierhändiges Klavierspiel, ein versunkener Schatz.
+) 5.) Moderne Kunst kritisch betrachtet.
- 18 -

�27) GEISTIGES LEBEN.
8/2/50

+) 1.) Franz Lieber, der Brockhaus Amerikas0
2.) Zehn Filme, die die Welt begeisterten - «in
halbes Jahrhundert amerikanischen Films«
Keine Religion ohne Kunst und Symbol»
+) 3
Ein nicht-zerstreuter Professor macht Schule.
4
+) 5, Völkerverständigung im 3/4 Takt»

Ein fort für die moderne
24/2/50 +) lo) Musik ist kein Baldrian
Musik von Aaron Coplandc
) Ein amerikanischer Trappist erzäilt die Geschichte
+)
seines Ordens.
+) 3 ) Marsden Hartley - Er malte die tausend Gesichter
der Erde.
) Schule und Leben - zwei neue pädagogische Versuche •
*) 5 ) Adalbert Stifter und Henry Thoreau. Von
Johannes Urzidil, New Xorko
+ + + + + + + + + + + • +
8/3/50
1.) Akademische Verbindungen mit Ansprüchen» Studenten ohne Kiesewetter und Bierkomment0 Von
Dr. Frederick Lehner, Professor am West Virginia
State College.
Es führen viele Wege nach Damaskus.
+) : ) Eliel Saarinen -- Architektur ein seelisches
Problem.
4.) a) Haydn-Renaissance in Amerika.
b) 100 000 Dollar Koussevitzky-Stiftung für
+)
zeitgenössische Musik.
5.) Moderne Kunst durchdringt den Alltag.
22/3/50

Die Sonntagsschule in Amerika.
Die Verantwortung des katholischen Romanschriftstellers.
Charles Ives - ein musikalischer Außenseiter.
Die Wahrung bürgerlicher Rechte und Freiheiten.
Die Entwicklung des Bühnentanzes in Amerika.
+ + + + + + + + + + •••••

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27) KÜRZNACHRICHTEN.
24/1/50

8/2/50

a) Internationale Zentrale des Baugewerbes.
Manuskripte und Kunst des Altertums auf Mikrofilmen.
Klassikerübersetzungen der UNESCO vor dem Forum
der Fachleute.
d) Kunst Unterricht in den Schulen der Welt.
+ + + + + +,+ + + + + + +
a) Picasso und der letzte Weltkrieg.
b) Die Sprachen des New Yorker Rundfunks.
G) Politische Filme nicht gefragt,
dj Film über Helen Keller geplant.
e) Flaherty bearbeitete den deutschen MichelangeloFilm.

-

1 9 =•

�*

27) KURZNACHRICHTEN.
24/2/50

8/3/50

a) Rotaryklub stiftet Stipendien.
Afrikanischer Literaturpreis.
Haiti feiert die Menschenrechte.
Indien wird das Dezimalsystem einführen.
+ + + + + + + + + + + + +
a) General Eisenhower als Maler,
Revision des Bibeltextes in Vorbereitung.
Amerikanische Archäologen durchforschen
Südwestarabien.

22/3/50

a) Columbia wird der freien Universität Berlin
helfen.
b) Kampf im Warschauer Ghetto wird verfilmt.
c) David E. Lilienthal gegen Atompsychose.
+ + + + + + + + + + + + +
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28) JUGEND.
10/2/50

1.) Die Reise der kleinen Hütte: Eine Pfadfindergeschichte.
+) 2.) Generaldirektoren mit 16 Jahren: Jugendliche
in Amerika lernen das Geschäftsleben aus eigener
Erfahrung kennen.
+ ) 3. ) Amerikas "Camp-Eire-Girls": Arbeit und Ziele eines amerikanischen Jugendverbandes für Mädchen.
Kindermuseum in Amerika:
4
Jungen lernen kochen:
5
6, Text einer Ansprache, die Mrs. John J. McCloy,
die Gattin des U.S.-Hochkommsissars in Deutschland, vor dem Deutsch-Amerikanischen Jugendklub
in Nürnberg hielt.
7.) D.S. Wilson zum Portschritt der Jugendarbeit
in Deutschland.
8.) Versuch's mal: Kleines Experiment mit einer Kerzenflamme .
+ + + + + + + + + + + + +
10/3/50
Pluto besucht den Präsidenten.
Was ist Demokratie?
Boys' Ranch - ein Bubenparadies.
Howe Caverns - Ein Nationalwunder Amerikas.
Die Erv/achsenen sollen ihren Hader begraben.
Dringendstes Erfordernis der deutschen Jugend:
Wiederherstellung des Kontaktes mit der Außenwelt .
Reiseführer für Kinder.
8.) Versuch's mal. Die unsichtbare Schrift.
+ + + + + + + + + + + + +
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- 2o -

�29) SONDERNUMMERN.
Januar 1950 Die Verwendung der ERP-Gegenwertgelder.
(Das von der ECA-Mission in Deutachland im Anschluß an das ERP-Abkommen genehmigte Investierungsprogramm der Deutschen Bundesrepublik.)
+ + + + + + + + + + + + +
7/2/50
Ansprache des Amerikanischen Hochkommissars für
Deutschland, Mr. John J. McCloy, anläßlich der
Eröffnung des Amerika-Hauses in Stuttgart.
18/2/50

16/3/50

Text eines von Arthur Krocks am 15.2.50 in der
"New York Times" veröffentlichten Berichts über
sein Interview mit Präsident Truman.
+ + + + + + + + + + + + +
Rede des U.S.-Außenministers Dean Acheson anläßlich
der Konferenz für internationale Zusammenarbeit
zur Entwicklung der Weltwirtschaft.
(Gehalten am 16. März 1950 an der Universität von
Kalifornien).
+ + + + + + + ++ + + + +

- 21 -

�S/8 - Juli 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1950 - 30. Juni 1950

1.
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10.
li.
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15.
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17.
18.
19.
20.
22.
23.
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25.
26.
27.
28.
29.
30.

Seite
Leben in den U.S.A.
1
Wissenschaft
2
Portrait der Woche
3
Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur, Tanz
3
Das neue Buch
4
Europäisches Wiederaufbauprogramm
4
Wirtschaft
5
Arbeit
5
Architektur
6
Erziehungawesen
6
Medizin
••
6
Meilensteine auf unserem Wege
7
Sport
7
Psychologie
7
Industrie und Technik
7
Verkehrswesen, Plugwesen
8
Amerikanische Rechtspflege
8
Internationale Verständigung
8
Presse
8
Vereinte Nationen
8
Kommentare von John L. Morton
'
9
Zu Ihrer Information
10
Artikel für die Frau
12
Kurznachrichten für die Frau
15
Landwirtschaftliche Nachrichten
18
Die amerikanische Wirtschaft
19
Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
21
Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten Staaten 22
Geistiges Leben
23
Jugend
25
+ + + + + + + + + + + + +

�1.) LEBEN IN DEN U.S.A*
1/4/50
4/4/50
6/4/50
8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
22/4/50

+)

25/4/50
27/4/50

+)
+)

+)
+)
+)

29/4/50

Mit dem Auto ins "Drive-In-Theater".
Enttäuschen Wunderkinder?
Von der Tätigkeit des amerikanischen Landmessers.
Lachszucht in Kalifornien.
Der "geräuschvollste" Mann der Welt.
West Point, die amerikanische Militärakademie.
Deutsche Mystiker als Sohwerindustrielle.
Millionen Menschen besuchen jährlich das
Washington Denkmal«
Die "Hofkirche" des Weißen Hauses.
Das BlutSpenderprogramm des Amerikanischen
Roten Kreuzes.
Materialprüfung und Zerreißproben zu Porschungszwecken.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
6/5/50
9/5/50
11/5/50
13/5/50
16/5/50
18/5/50

+)
+)
+)
•)

+)

20/5/50
23/5/50

+)

25/5/50
27/5/50

+)

+)

Prauen leben länger und hören besser.
Treffpunkt im Drugstore.
Volksbücherei auf Rädern.
Das Community Center - die Volkshochschule Amerikas.
Wahiawa, die Ananashauptstadt der Welt.
Die Gasfernleitung, Kaliforniens Lebenslinie.
Die malerische Nordküste von Massachusetts.
1.) Die Stadt New York als Angeklagte.
2.) 12-jähriges lettisches Mädchen als Ehrengast bei
den Feierlichkeiten zum amerikanischen Staatsbürgertag am 22. Mai in Washington.
Auf den Spuren der Ureinwohner Amerikas.
Überall in den U.S.A. blühen um diese Zeit die "State
Flowers", die Wappenblumen der 48 Einzelstaaten.
Das Auskunftsbüro des New Yorker Automobilolubs.
Das gemeinnützige Reisebüro der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKi DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 1 -

�LEBEN IN DEN Ü„S»A0
1/6/50
3/6/50
8/6/50
10/6/50
22/6/50
27/6/50

+)

+)
+)

Die Fertighaussiedlung vor den Toren New Yorks.
Fünfjahresplan in Detroit — Die Bedeutung des neuen
General Motors-Kollektivvertrages.
Emigrantensöhne im U.S.A.-Kongreß.
Paradies der Edelsteinjäger.
Eine Idee wird zur Weltstadt - 150 Jahre Washington.
Moderne Romantik am Mississippi.
+ + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT
4/4/50
8/4/50

25/4/50

Die Riesenlibelle, das Flugzeug der Zukunft.
Mr. Kearney ist Spezialist für die Wiederentdeckung
gestohlenen Radiums.
Erforschung des Milchstraßensystems.
Das Smithsonian Institut.
DDT., das weltbekannte Schädlingsbekämpfungsmittel,
wirkungslos bei bestimmten Moskitoarten.
Amerikanische Expedition begann Ausgrabungen in Arabien.

27/4/50

Druckerschwärze mit Fichtennadelduft.

15/4/50
18/4/50
22/4/50

+)

+ + + + + + + + + + + + +
6/5/50
9/5/50
16/5/50
18/5/50

Deutsche Psychiater besuchen die Vereinigten Staaten.
Das 97. Element (Berkelium) in den Vereinigten
Staaten entdeckt.
+ ) Künstlicher Regen für New York.
Wird die Erde wärmer? - Ein amerikanischer Chemiker
begründet eine neue Theorie.

23/5/50

Die Chemie der kleinsten Organismen.
+ + + + + + + + + + + + +

I/6/5O
13/6/50
15/6/50
20/6/50

+)

Die "Amerikanische Stiftung für Naturwissenschaften".
Verbilligung des synthetischen Benzins durch verbessertes Herstellungsverfahren.
Akustische Versuche im Kleinen.
Ein hessischer Hauptmann beschrieb den Unabhängigkeitskrieg.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�3.) PORTRAIT DER WOCHE
1/4/50
22/4/50
29/4/50

+) Peroy I» Julian, Chemiker und Forscher.
+) Der amerikanische Karikaturist Herbert Block.
+) Der fliegende Botschafter - W. Averell Harriman.
+ + + + + + + + + + + + +

6/5/50
Hamburgs Bürgermeister Max Brauer.
11/5/50 +) Roger Duvoisin, einer der führenden amerikanischen
Buchillustratoren.
18/5/50 + ) Prof. Dr. Shuster, Bayerns neuer Landeskommissar.
23/5/50 +) Japans MacArthur.
Nathaniel Currier und Merritt Ives - die ersten
27/5/50
Bildreporter Amerikas.
+ + + + + + + + + + + + +
10/6/50
17/6/50
20/6/50

+) Hüter der Macht des gedruckten Worts: Kent Cooper Generaldirektor von Associated Press.
+ ) Der "wilde Mann" in der amerikanischen Literatur William Paulkner erhielt hohe Auszeichnung.
+) Capus M. Waynick, Direktor des Punkt-Vier-Programms.
+ + + + + + + + + + + + +

4.) KUNST, MUSIK, THEATER, FILM, LITERATUR, TANZ
4/4/50
6/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
25/4/50

Ein Kino, das nichts einbringen soll.
+
Ruth St. Denis, Ted Shawn und ihre Tanzgruppe, die
"Denisshawn Dancers".
+) Die bildende Kunst hat eine große Zukunft in Amerika.
Hollywood wählte die besten Filmkünstler der letzten
50 Jahre.
Ein Regenschirm für 9 500. - Die regensiohere Freilichtbühne von Pittsburgh,
New Yorker Ausstellungen geben Einblick in das Schaffen
moderner Bildhauer.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
13/5/50
16/5/50

+) Ivan Mestrovic, der große kroatische Bildhauer, wirkt
heute in den Vereinigten Staaten.
+) Ferdinand Schäfer, der Gründer des Indianapolis
Symphonie-Orchesters.
+) Bürokratie nach Noten. - Gian-CarD Menotti, die
große Hoffnung der modernen Oper.
"Tonys" statt "Oskars" — Preisverteilung an amerikanischen Bühnen.
- 3 -

�KUNST, MUSIK, THEATER,_FILM,_LITERATUR1 TANZ_
20/5/50
25/5/50

Die Pulitzerpreise von 1950.
+)

Das Negerspiritual, echtester Ausdruck der Seele
des schwarzen Menschen.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
10/6/50
15/6/50
17/6/50
27/6/50
29/6/50

Die Theater-Arbeitsgemeinschaft in New York.
+

Der luftbrückenfilnwVom Rechte, das mit uns geboren . . . Professor
R.M. Maciver: Great Expressions of Human Rights.

+ ) Singendes Amerika.
Hollywood in Deutschland.
+ ) Louis Armstrong, der König der Trompete.
+)

Die Ruhmeshalle des Films in New York.City.
+ + + + + + + + + + + + +

5.) DAS NEUE BUCH
8/4/50

"Der Sprung in die Freiheit" — Oksana Kosenkina erzählt ihr Leben.
Das Ende eines Ghettos — Zu John Heraeys Roman
"Die Mauer".

27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
9/5/50

In fünfzehn Jahren Abflug zum Mond — Besprechung des
Buches von Willy Ley "Conquest of Space" (Eroberung
des Weltenraumes.)
+ + + + + + + + + + + + +

24/6/50

+)

John Foster Dulles: Krieg oder Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

6.) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
13/4/50

+)
+)

Rote Kreuze im Kalender - Chronik des Marshallplans.
Marshallplan auf vollen Touren. Von Robert M.Hanes,
Chef der ECA-Sondermission in Westdeutschland.
Der Weg nach Europa — Zwei Jahre ERP für
Deutschland. Von John L. Morton.
ERP-Mittel für den deutschen Wohnungsbau —
Von Wilhelm Weisser.
Überblick über die Marshallplanhilfe und den
Wiederaufbau der deutschen Industrie.
Westdeutschlands erstes internationales Abkommen —
Mit dem ERP-Vertrag begann eine neue Phase des
deutschen Wiederaufbaus.
- 4 -

�EUROPAISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
I3/4/5O

+)

7o) Qualitätsschuhe am laufenden Band — ERP-Lederlieferungen helfen der deutschen Schuhindustrie.
8.) Europahilfe — eine moralische Aufgabe —
Marshall-Rede zum 2. Jahrestag der Gründung der
OEEC.
9.) Auszüge aus Marshalls großer Rede in Harvard
am 5. Juni 1947.
+ + + + + + + + + + + + +

11/5/50
27/5/50

"Die Anderen und Du" - Ein Lehrheft für Schüler über
Aufbau, Ziel und Zweck des Marshallplanes.
+)

Europareisen im Zeichen des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

6/6/50

Technische Unterstützung fördert den Wiederaufbau.
+ + + + + + + + + + + + +

7.) WIRTSCHAFT
I5/4/5O
22/4/50
25/4/50

+ ) Ein Land macht Inventur — 17- Volkszählung in den
Vereinigten Staaten.
Die erste Weltbevölkerungs-Zählung hat begonnen.
Jährlich 23 Milliarden Kilowatt aus den Niagara-Fällen.

29/4/50

Prozeß der U.S»-Regierung gegen den A &amp;P-Zonzern.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
20/5/50
25/5/50

+)

Was ECA in Europa leistet.
Seifenfreie Seifen.
Eine Erziehungskampagne der UNESCO über die Ernährungsprobleme der Welt.
+ + + + + + + + + + + + +

20/6/50

Zahlungsunion gegen Dollarknappheit.
+ + + + + + + + + + + + +

8.) ARBEIT
6/4/50
8/4/50
20/4/50

Lehrgänge über Gewerkschaftsfragen an amerikanischen
Hochschulen.
Neue Verteilung der Werkpausen in amerikanischen
Betrieben.
Vollbeschäftigung und wirtschaftliches Wachstum.
+ + + + + + + + + + + + +

- 5 -

�ARBEIT
4/5/50
13/5/50

Kollektivvertragliche Regelung von Werkküchenpreisen.
+) Gewerkschaften bauen Arbeiterwohnungen.
+ + + + + + + + + + + + +

22/6/50

Amerikas Arbeiter und ~Euopa - Von William Green,
Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL.
+ + + + + + + + + + + + +

9.) ARCHITEKTUR
29/4/50

+)

"Helix", das Rundhaus der Zukunft.
+ + + + + + + + + + + + +

10.) ERZIEHUNGSWESEN
1/4/50

Aufgaben und Leistungen der amerikanischen öffentlichen
Bibliotheken.
Gewerkschaften sollen am Aufbau des neuen Schulsystems
in Deutschland mitarbeiten.

4/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
13/5/50

Die Whittler-School, Versuchsgrundschule der Universität in Berkeley, California.
+ + + + + + + + + + + ++

24/6/50

+)

Schulunterricht für körperbehinderte Kinder.

11.) MEDIZIN
1/4/50
18/4/50
27/4/50

+) Medizinmann hilft dem Arzt. Ein modernes Krankenhaus
für Indianer.
Die neuerrichtete Veteranenheilanstalt in Chelsea,
Massachusetts.
Kampf der Müdigkeit.
+ + + ++ + + + + + + + +

4/5/50
27/5/50

Neue Präparate gegen Lepra.
Neue Waffen gegen Tuberkulose.
+ + + + + + + + + + + + +

13/6/50

+) Keine Angst vor'm Zahnarzt.
+ + + + + + + + + + + + +

- 6 -

�12.) MEILENSTEINE AUF UNSEREM WEGE
6/4/50

+)

Wallfahrt nach Hyde Park — Zum 5- Todestag des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt am
12. April.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50

+)

Der Präsident der Vereinigten Staaten und sein Werk,
+ + + + + + + + + + + + +

8/6/50

+)

20/6/50

+)

27/6/50

+)

14. Juni - Flaggentag in Amerika. - Von der Entstehung der amerikanischen Nationalflagge.
Amerikanische Verfassung und "Bill of Rights" zum 162. Jahrestag der Ratifizierung der Verfassung
der Ü.S.A.
Geburtstag einer Nation - Der Unabhängigkeitstag in
Amerika.
+ + + + + + + + + + + + +

13.) SPORT
20/4/50

Wie schnell ist ein Skispringer? + + + + + + + + + + + + +
Fünfzig Jahre Entwicklung im amerikanischen Boxsport.
Sportreporter anno dazumal.

6/6/50
24/6/50

+ + + + + + + + + + + + +
14.) PSYCHOLOGIE
6/5/50
20/5/50

Wie groß ist Ihr "Reizbarkeitsfaktor"?
Maurice Reddy vom Amerikanischen Roten Kreuz beobachtet das Verhalten des Publikums bei Katastrophen.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) INDUSTRIE UND TECHNIK
9/5/50

+)

11/5/50
16/5/50

+)

18/5/50

+)

10 t - Lastkraftwagen mit Turbinenantrieb verläßt
den Prüfstand.
Die synthetischen Fasern Orion, Vinyon und Saran.
Unterirdische Kleinbahnen versehen den städtischen
Güterverkehr Chicagos.
Der Grand Coulee-Damm, die größte Energiequelle der
Vereinigten Staaten
+ ++ + + + + + + + + + +

- 7-

�INDUSTRIE UND TECHNIK
25/5/50

+)

Die Bedeutung des Films als Lehrmittel in der Industrie
der U.S.A.
+ + + + + + + + + + -)- + +

6/6/50
22/6/50
29/6/50

Orgelspielen leicht gemacht.
Ein neues Straßenpflaster.
+ ) Wunderstoff Glas.
+ + + + + + + + + + + + +

16.) VERKEHRSWESEN, PLUGWESEN
18/5/50
25/5/50

+)

Unfallverhütung in den Vereinigten Staaten.
Verkehrsluftfahrt nach 1955.
+ + + + + + + + + + + + +

3/6/50

+)

17/6/50

Windkanal und Überschallgeschwindigkeit — Aus der
Luftfahrt-Forschung der U.S.A.
"Weltflughafen der Freundschaft" - Riesenflughafen
in Neu England.
+ + + + + + + + + + + + +

17^)_AMERIKANI3CHE_RECHTSPFLEGE
13/6/50

+)

Das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + + +

18.) INTERNATIONALE VERSTÄNDIGUNG
15/6/50

Amerika im Bild - für Europa. Fernsehnetz als Schwesterunternehmen der "Stimme Amerikas."
+ + + + + + + + + + + + +

19.) PRESSE
17/6/50
24/6/50

+)

Heiße Würstchen im Kalten Krieg. Die amerikanische
Zeitschrift "Newsweek" über das Pfingsttreffen der FDJ,
Hugh Baillie, Chef der United Press - Nachrichtenfreiheit und gewappneter Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

20_.)_VEREINTE NATI0NEN_
29/6/50
UNESCO plant einheitliches Urheberrecht.
+ + + + + + + + + + + + +
- 8 -

�21.) KOMIENTARE VON JOHN L. MORTON
1/4/50
4/4/5O

Der europäische Gedanke &lt;,
Wo bleibt das Verfassungsgericht? — Ein System der
Kontrolle und Ausgleiche Bedingung
für das Vertrauen
zu Bonn.
Wirtschaftsstrategie nach dem Marshall-Plan.
Freie Bahn für ein neues Experiment»
"Wenn das Geschrei verhallt, wird West-Berlin nach
immer frei sein."
Die Suche in der Ostsee.
"Das amerikanische Volk hat nicht vergessen . . . "
Wer sabotiert die Vereinten Nationen?

8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
25/4/50
29/4/50

+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
9/5/50
11/5/50
16/5/50
20/5/50
23/5/50
27/5/50

+)

Außenminister Acheson erklärt sein Programm.
Diener - nicht Herren des Volkes.
Zur Londoner Konferenz der Außenministero
Sowjetische Rache nach fünf Jahren»
Europa — Theorie und Wirklichkeit•
Zur Londoner Außenministerkonferenz. Ein freies
Deutschland in einem freien Europa0
Im Osten: Unmenschliche Härte.
"Ich habe die Ehre . . . " Weltfrieden und Volkspolizei.
+ + + + + -1- + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
6/6/50
10/6/50
15/6/50
17/6/50
20/6/50
22/6/50
27/6/50
29/6/50

"Hottentotten-Gerede". Herr Ulbricht zum Frieden und de
Einheit Deutschlands.
Heute - Kartoffelkäfer! Morgen - vielleicht das Ungeheuer von Loch Ness?
Flaschen mit zu engem Hals0
DIVIDE ET IMPERA - Das Warschauer Abkommen - ein
schwarzer Tag für Deutschlandc
Was die Kommunisten am meisten fürchten.
Deutschland sagt Ja»
Berlin und kulturelle Freiheit.
Zahlen, die für sich selbst sprechen - Der sowjetische
Haushaltspläne
Immer wieder das alte Lied - die Ostzonenpresse und
der Kongreß für kulturelle Freiheit.
Die Vorgeschichte de» Korea-Konflikts in Tatsachen.
+ + + + + + + + + + + + +

�22.) ZU IHRER INFORMATION
6/4/50

Wortlaut der Ansprache Mr. McCloys. beim Essen der
Pilgrim's Society in London.
1.) Wortlaut der U.S.-Note an Moskau.
2.) Wortlaut einer mündlichen Erklärung des Sprechers
im amerikanischen Außenministerium, Michael McDermott.
Wortlaut der Rede Präsident Trumans vor dem Verband
der amerikanischen Redakteure.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem Verband amerikanischer Redakteure
am 22. April in Washington.

22/4/50

25/4/50
27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
6/5/50
13/5/50

16/5/50
18/5/50
20/5/50

25/5/50
27/5/50

+)

Auszug aus einer Ansprache John Poster Dulles' über
Probleme der U.S.-Außenpolitik.
Deutsche Bundestagsmitglieder in Washington.
Auszug aus dem Congressional Record vom 25. April 1950.
Voller Wortlaut der Rede "Bericht aus Deutschland"
des Direktors des Amtes für öffentliche Angelegenheiten, Mr. Ralph Nicholson, vom 12. Mai 1950, auf
der 19. Jahrestagung des Institutes für auswärtige
Angelegenheiten an der Earlham-rUniversität in
Richmond, Indiana.
Der amerikanische Kongreß schafft ein Gesetz. Von
Francis J. Myers, U.S.-Senator für den Staat Pennsylvanien.
Wortlaut der Londoner Kommuniques.
1.) Entschlüsse von historischer Tragweite in London.
2.) Wortlaut der Rede des stellvertretenden amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, Benjamin
J. Buttenwieser, am 18. Mai -1950 in White Sulphur
Springs (West Virginia.)
Wortlaut der Ansprache des amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, John J. McCloy, zur Eröffnung des Amerika-Hauses in Hannover.
Wortlaut der amerikanischen Protestnote an die
Sowjetunion.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
8/6/50

Die Hochkömmissare der Westmächte übermitteln Tschuikow
einen Plan zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem U.S.-Kongreß«
Voller Wortlaut der Rede des amerikanischen Außenministers Dean Acheson in einer gemeinsamen Sitzung der
Senatsausschüsse für außenpolitische Angelegenheiten
und für die bewaffneten Streitkräfte»

- 10 -

�ZU IHRER INFORMATION
10/6/50
13/6/50

15/6/50

22/6/50
27/6/50

V/ortlaut der Rede Präsident Trumans vom 9. Juni 1950
über Friedensbemühungen der U.3.A.
1.) Amerikanische Erklärungen zur Oder^Neiße-Linie.
2.) Voller Wortlaut der Ansprache Präsident Trumans
über die Außenpolitik der U..S.A. (10.6.1950 in
St. Louis, Missouri.)
Zusammenschluß der freien Welt. Von Neal Stanford.
Wortlaut der großen außenpolitischen Rede des U.S.Außenministers Dean Acheson in Dallas am 14.6.1950.
Ein weiterer Schritt zur Linderung der Flüchtlingsnot.
Das Punkt-Vier-Programm.
+ + + + + + + + + + + + +

- 11 »

�23

ARTIKEL PUR DIE FRAUo
4/4/50

1.)

"Wir, die Völker der Erde ..."-Eine Erklärung von Mrs.Eleanor Roosevelt zu
dem internationalen Gesetzesvorsohlag, der die
Grundrechte des Individuums für alle Menschen
der Erde garantieren soll.

2.

Die Frau auf dem Wege zur politischen Gleichberechtigung»
Pearl Eileene Primus, die amerikanische Tanzwissenschaftlerin, zwisohen afrikanischem Busch
und Universitätc.

+)

4.

Kinder lesen mit den Händen»

5.

Eierspeisen einmal anders»

6.

Sei immer du seibat,.
Von Terry Hunt» (2.Folge)

1.

Die Stellung der Frau im politischen Leben
der U.S.A»

2.

Hunter College, die älteste und zugleich modernste Mädchenschule der U.S.A»

3.

Über die Höflichkeit der Kinder.

+)

4.

Haben sie eine anständige Zahnbürste?

+)

5.

Kostüm, Kleid und Mantel in diesem Frühjahr
betont jugendlich und weioh.

6.

Kummer und Sorgen - Feinde der Schönheit.
Von Terry Hunt. (3»Folge)

1.

Rektor eines Frauen-College berichtet aus
seinen Erfahrungen.

2.

Wir adoptieren ein Baby

3.

Eine Frau auf Eisbärjagd.

+)

4.

Die amerikanische Küche Das moderne Labor des Haushalts.

0

5.

Schöne Figur durch richtiges Essen»
Von Terry Hunt. (4«Folge)

+&gt;

13/4/50

•0

18/4/50

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 12 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
Amerikanerin verschafft 240 europäischen
DP-Familien Unterkunft und Brot.

25/4/50

Der werbliche Einfluß im politischen Leben
Kaliforniens.

+)

3.

Dezente Kundenwerbung in den U.S.A.

4.

Wenn Kinder streiten.

5.

Amerikanische Innenarchitekten lösen das
Raummangelproblem der Einzimmerwohnung.

6.

Gute Kleidung die beste Kapitalsanlage auf
dem Konto der Schönheit.
Von Terry Hunt. (5.Folge)

7.

Leiterin der Frauenabteilung beim U.S.- Hochkommissar für Deutschland spricht über ihre
Arbeit.
+ + + + + +'+ + + + + + +

2/5/50 +)

1.

Der erste Mai in den Vereinigten Staaten.

2.

Mrs. Elizabeth Packt, eine bekannte Pädagogin
der U.S.i^., berät deutsche Gruppen in Frauenangelegenheiten.

3.

Die Füsse deines Kindes.
Probleme der Sexualerziehung der Jugendlichen.

«

9/5/50

+)

5.

Florenoe Wiokham, die einzige Opernkomponistin
der U.S.A., zur Situation der Opernkomponisten
in den Vereinigten Staaten.

6.

Kleines Schönheitshievier»
Von Terry Hunt. (6.Folge)

7.

Kleine Winke - große Hilfe.

8*

Kleine Vitamintabelle für das Frühjahr.

1.

Flüchtlinge und Arbeitslose — Die Sorgenkinder
von Mrs. Scheyer» Expertin für Wiederansiedlungsfragen beim Pariser Büro der EGA.

2.

Wachsender Einfluß der Frauen in U.S.-Gewerkschaften.

3.

Glanz und Elend eines Photomodells.

4.

Warum sind wir lufthungrig?

- 13 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.

5.

Sechs Prozent berühmte Frauen im amerikanischen
Nachschlagewerk "Who is Who"..

6.

Wie entfernt man Flecke?

1.

Frauen und Demokratie^

2.

Flugstewardess, ein begehrter Beruf in Amerika.

3.

Illusion und Wirklichkeit.

4.

Der amerikanische Kühlschrank von heute.

5.

Zitronenspeise - Götterspeise.

23/5/50 +)

1.

Bauklötzchen als Lernmittel.

+)

2.

Mrso Eleanor Roosevelt — Eine vielgeehrte Frau.

3.

Sensationelle Schuhmode.

9/5/50

16/5/50
+)

+)

Amerika propagiert den "nude look".
Schönheitsmittel wie vor 5 000 Jahren.
5.
Der Tod in der Streichholzschachtel.
6,
Blau bevorzugt»
Das Ergebnis einer Chicagoer Rundfrage.
+ + + + + + + + + + + + +
1.)

Der Gleichberechtigung der Frau entgegen»

+)

2.)

Bundestagsmitglied Frau Irma Keilhack über ihre
Eindrücke in- UoSoA.

+)

3.)

Entwicklung und ästhetische Ausdrucksform.

4.)

Gelenkrheumatismus und Schwangerschaft.

5.)

Ferien vom Ich.
Minna entpuppt sich alB bekannte Schriftstellerin
und «- Lebenskünstlerin.

1.)

Die Liga der amerikanischen Wählerinnen.

2.)

Rose Markward Knox, die Präsidentin der
M
Knox~GeIatine-Gesellschaft"&lt;&gt;

1/6/50

13/6/50
+)

+). 3.)

Am Badestrand» Spitzen und Leinen.

4.)

Ratschläge für die Stilltechnik.

5.)

Auch "Er" kocht und putzt und wäscht.

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU«
20/6/50

+) 1.
2.

Säuglingspflege und Kindererziehung

3.

Wissenswertes über den Sonnenbrand»

4.

Frauen-Nebenberufe in den U.S.A.

+ ) 5o
27/6/50

Amerikanische Farmersfrauen begehen die
"Woche des Haushalts"»

1,
+ ) 2c

Zum 70ten Geburtstag Helen Kellers«,
Mrs. Roosevelt und der Tag der UN.
Die Frühgeburten-Station des Michael-Reese»
Krankenhauses in Chicago*

3.

Geschichte eines modernen Aschenbrödels»

4.

Ein kleines "Haushaltsarohiv" erspart viel
Ärger.

5.

Zweimal Kunstseide*
+ + + + + + + + + + + + +

KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
4/4/50

1.)

Modisches aus den U.S.A.

2o)

Mutter gehen mit ihren Kindern zur Schule.

.)

13/4/50

Fast 1,5 Millionen amerikanische Frauen sind
freiberuflich tätig.

4.)

Margaret
Trumans-Stimme erstmals auf Schallplatten aufgenommen.

1.)

Gleichberechtigung der amerikanischen Frau
auch im Bankgewerbe gefordert.

2.)

Pandora Tsaldarls spricht über ihre Eindrücke
in den Vereinigten Staaten,
Ungewöhnliche Auszeichnung für Schwester
Elizabeth Kenny.

3a)

- 15 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
18/4/50

+)

25/4/50

1.

Vereinte Nationen erhalten Ü.S.«Vorschlag«
zur Frage der Staatsangehörigkeit der Frau
bei Heirat und Scheidung.

2.

Mrs. Roosevelt, die einflußreichste Frau
Amerikas»

3.

Vertreter der Amerikanischen Legion beschenken
Patienten der Kinderklinik in Mammolshain.

1.

"Philadelphia (Pennsylvania) Inquirer" über
die Frauenemanzipation in der Ostzone.

2.

Amerikanische Negerin wird ausgezeichnet.

3.

Metallimprägnierte Textilien.

4.

Eine Frau erhält hohe wissenschaftliche
Auszeichnung.
+ + + + + + + + + + + + +

9/5/50

16/5/50

23/5/50

1.

Präsident Truman ehrt verdiente Amerikanerinnen.

2.

HalbIndianerin die "Mutter des Jahres*.

3.

Ahorn-Sirup.

4.

Kleiner Modebrief.

1.

Die Axt im Hause ....

2.

Sonnenbrille mit schwenkbarer Linse.

3.

Weibliches Sexualhormon aus Süßholz.

1.

Lies ist wahrhaft Dienst am Kunden.
Abendhütchen bis Zulupuppe, das Telefonbuch
weiß es.

2.

Kleine Kniffe - große Hilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE PRAU.
1/6/50

13/6/50

20/6/50

27/6/50

1.

Deutsche Vertreterinnen auf der Jahresversammlung des Verbandes amerikanischer Frauenklubs.

2.

Ernährung und Fruchtbarkeit.

3.

Neue psychologische Demonstrationsmethode:
Kasperlefiguren.

4.

Kleinkühlschränke für Kraftwagen.

5.

Gloria Swanson, der Vamp des frühen Tonfilms,
wieder hoch in Kurs.

+) 1.

Katharine F.Lenroot, Leiterin des U.S.-Bundesamtes für Kinderfürsorge, ausgezeichnet.

2.

Tiefgekühltes Gulasch - Vollständige Mahlzeiten,
samt Teller in amerikanischen Lebensmittelgeschäften zu kaufen.

3.

Tips für Hausfrauen und Junggesellen.- Über den
Umgang mit Nagelfeilen, Kleiderbügeln und
Alkoholflecken auf Möbeln.

4.

Neue Reinigungsmittel für automatische Geschirrwäscher.

1.

Deutschlandbesuch der Vizepräsidentin des YWCA.

2.

Qualitätskleider billig von der Stange.

3.

Ist Orion ein Konkurrent für Nylon?

4.

Schuhe mit auswechselbarem Oberteil.

1.

Das Textil-Archiv in New York City.

2.

Regenschirm mit auswechselbaren Bezügen.

3.

Der Wert der Spieltherapie»

+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST*
kostenlos Bildmaterial liefern.

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN,
April 1950 + )

+•)

1«

Rasche Ernte erhält Nährwerte.

2.

Mehr Fleisch duroh verbesserte S c h w e i n e fütterung.
"ölperle*, die künstliche B u t t e r .

4.

Junge Hühnchen auf alter Streu»

5.

Häufige Verwendung der richtigen S p r i t z mittel sichert eine gute Obsternte«

6.

Pflanzen wachsen ohne Erde.

7.

Bestand a n Milchkühen in den U.S.A. nimmt zu»

8.

Eßt Gras &lt;&gt; . .

9.

Statistische Erfassung der amerikanischen
Landwirtschaft»
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950

1«)

Die landwirtschaftliche Revolution in
den UoSoAo

2.)

Entdeckung vitaminprcduzierender
in einer Abfallgrube»

3»)

Erfolgreiche

4-.)

Radiometer zur Verhütung v o n Frostschäden»

5.)

D i e Sojabohne erobert die W e l t .

6.)

Die Kultur von Himbeeren und Brombeeren.

7.)

Zuchtversuche mit Tomaten»

8.)

Landbevölkerung der U.SoA. 19# der Gesamteinwohnerzahl»

9.)

Neue Grassamenbeize.

10.)

Bakterien

Rattenbekämpfung»

Kühleier ebenso haltbar wie gewöhnliche.
+ 4-4 + 4 4 4 4

4 + 4 4

+

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- 18 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN«
Juni 1950

1.

Für und wider die Preisstützung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

2.

Neuartiger Silobau in den U.S.A.

3.

Mehr Schweinefleisch in Aussicht.
Senkung der Gewichtsverluste und Steigerung
des Wollertrages bei Schafen.

5.

Neue Kartoffelsorten aus den U.S.A.

6.

Fischfabrik auf See.

7.

Der Blütenwecker*

8.

DDT steigert den Kartoffelertrag.

9.

"Heu-Kanonen" helfen dem Farmer»
+ + + + + + + + + + + + +

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26) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/1

1.)

Die amerikanische Wirtschaftslage Anfang 1950.

20

Das Jahrhundert der Konservendose.

30

Deutsche Steuern echrecken U.S.-Privatkapital
ab.

4.)

Europa wirbt in U.S.A»
Deutsches Markenporzellan wird in Denver gezeigt»

50

Amerikanisches Kapital für Europa.
Investitionsprogramme für 1950 wesentlich erweitert»

6.)

Die ECA-Freigaben im Februar»

- 18 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/11

•0

lo]

Am Wendepunkt des Marshallplanes«

2.)

8,6 Milliarden Dollar für Europa.

3.:

Deutsche Kohle für den Marshallplan.
Der westdeutsche Bergbau - ein wichtiger
Paktor im ERP.

4.:1

Leistungssteigerung durch Erfahrungsaustausch«

5.; 1

Marshallplangelder für europäische
Inveetitionsprogramme.

6.;

Gegenwertmittel gegen Kapitalnot und
Inflation.

7.:

ECA beschafft strategische Rohstoffe.
H + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/1

i. I

Zollsenkung und Liberalisierung.

2. )

Elektrische Leitfähigkeit, Lichtempfindlichkeit und Strahlendurchlässigkeit
als bestimmende Merkmale neuer Gläser.

+) 3. )

Mai 1950/11

Die Kapazität der amerikanischen Stahlindustrie»

4. )

Die Lebensmittel der Zukunft, tiefgekühlt.

5. )

Amerikanisches Versuchslaboratorium
trägt zur Reduzierung der Produktionskosten bei.

1. )

U.S.A. untersuchen Export-Möglichkeiten
des Auslandes.

2. )

Marshallplanmittel für Westeuropas
Kolonien,

3. )

Amerikanische Werbefirmen im Dienst der
Allgemeinheit»

4. )

Turbinen verdrängen Kolbenmotor»

5. )

Senkung der Verbrauchersteuern in U.S.A.

- 20. -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT..
Juni 195o/l

Juni 1950/11

1«

UoSo-Sozialversicherung vor der Neuordnung.

2,

13 Milliarden für Neuinvestitionen in U.S.A«

+) 3«

Das Fertighaus erobert den amerikanischen
Markt zurück.

+)

4.

Schiffsverkehr zwischen U.S.A. und Deutschland nimmt zu.

5.

Wirtschaftskalender - Mai 1950*

1.

"Brookings Institution" fordert Neugestaltung der amerikanischen Bundessteuern«

2.

Neue Gesichtspunkte bei der Auswahl von
Baugrundstücken in U.SoA»

3.

Das größte amerikanische Versandhaus hat
147 Millionen Kunden in aller Welt.

4.

Ein geschäftstüchtiger Geflügelhändler.
+ + + + + + + + + + + + +

27)

KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.

April 1950/1

1.

U.S.-Amt für Arbeitsstatistik zur Arbeitslosenfrage •

2.

U.So--Samengroßhandlung gründet Zweigniederlassung in Italien.

3.

Neue Gleichstrom-E-Lok in U.S.A.

4.

Kunderfertige Fleischportionen bevorzugt.

5e

Gold aus Meerwasser«

6.
Mai 1950/1

1.
2.
3.
4.

Spanien und Portugal Hauptabnehmer für
überschüssige U.S.-Kartoffeln.
+ + + + + + + + + + + + +
2,5 Millionen U.S.-Patente.
U.S.-Öffentlichkeit billigt Privatgewinne.
Rückgang des Barsparens in U.S.A.
U.S.-Handelskammer weniger "Isolationistisch"•

- 21

�KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
Mai 1950/11

1.

Der -unfehlbare "Denkroboter".

2.

Fernsehen und Bierverbrauch.

3.

Was hält der Aktionär vom Jahresbericht?

+ + + + + + + + + + + + +
Juni 1950/11.

Juni 1950/11

1.

Boston erhält Warenhaus mit modernsten
technischen Einrichtungen.

2.

Der Einwanderer spart - Eine Gewohnheit»
die er in die neue Welt mitbringt.

3.

Wäschewaschen ohne Seife.

A.

"Amprobe", der neue Kleinststrommesser.

1.

Erdölbohrungen in Nordafrika.

2.

Eisgekühltes ohne Eis.
+ + + + + + + + + + + + +

28) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.

April 1950/1

1.)

CIO fordert Unterstützung des Auslandshilfegesetzes durch U.S.-Repräsentantenhaus.

2.)

Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer in den
U.B.A.

3.)

Schwedische Gewerkschaftler besuchen U.S.A.

4.)

Facharbeiter von morgen.

5.)

Generaldirektor der ILO gibt Rechenschaftsbericht.

6.)

Sparmarken für Aktienerwerb und Urlaubsfinanzierung.

7.)

Mai 1950/1

U.S.-Seeleutegewerkschaften fordern Maßnahmen
gegen kommunistische Störversuche.
+ + + + + + + + + + + + +

lc)

AFI» und CIO gratulieren Berlin.

2.)

Die öffentlichen Gewerkschaftsorgane in den
U.S.A.

3.)

AFL-Gewerkschaftsausstellung in Philadelphia.
- 22 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN,

Mai 1950/1

4&gt;

AFL-Gewerksehaft erörtert antikommunistisohen Aktionsplan0
AFL lobt "freien Gewerkschaftsbund im Exil"*

Mai 1950/11

Juni 1950/1

6.

Amerikanische Arbeiter sind zahlungskräftige
Touristen,

1,

UAfvKollektivvertrag mit General.-Mot.crs lebhaft
begrusst.

2.

AFL-Erklärung zum Deutsohlandproblem.

5.

AFL-Erklärung zur internationalen Lage.
+ + + + + + + + + + + +

1.

Die amerikanischen Gewerkschaften und das
Punkt &lt;=4~Programm&lt;&gt;

2.

Goldenes GewerkschaftsJubiläum in U.S.A.

3.

AFL schlägt Studium der Altersfürsorge vor.

4.

Unfallziffer im U.S.-»Bergbau rückläufig.

5.

U.S.-Elektroarbeiter stimmen gegen Kommunismus.

Juni 1950/11 1.
+)

2.

U.S.-Arbeiter werden Kampf gegen den Kommunismus fortsetzen
U.S.-Konferenz für Invalidenfürsorge fordert
"totale Neueinschulung" der Arbeitsinvaliden.

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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29) EISTIGES LEBEN.
April 1950/1 1.)

Grau ist alle Theorie»

+)

2.)

Mystik —

durchaus unmysteriös.

+)

3.)

Volkskunst in Amerika und anderswo.

4.)

Die Krise der Kunst ist keine Krankheit
zum Tode.

5.)

Die Grundzüge des Liberalismus.

- 23 -

�JJEISTIOES_LEBEN
April 1950/11 +)l.
2.

Der schöpferische Neger.
Langston Hughes,
Der Neger spricht von den großen Strömen
Amerikanische Notenbibliothek für deutsche
Musiker»

4.
5.
6,

Seminar für Amerikakunde in Salzburg.
Das Land ohne Mittelstand.
In zwei Jahren 150 neue amerikanische
Hochschulen.
Täuschungen als Quelle der Erkenntnis»
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/ I

1.

Rot und Schwarz oder Der tödliche Bruderkuß.

2.

Strawinsky für die Kleinen.
Ein Schallplattenclub für Kinder.

+) 3 .
4.

Mai 1950/11

Von der babylonischen Hieroglyphe bis zum
Schundroman.
Amerikanische Pädagogen in Deutschland
eingetroffen.

+) 5»

Malerei aus dem Geiste der Musik.
Das Lebenswerk Lyonel Peiningers in New York.

+) 6.

Helen Keller in Paris.

+) 1.

Die Oper ist tot: Es lebe die Oper.
Von Gian Carlo Menotti.

2,

+) 3,

Das kirchliche Leben in Amerika.
Hochkommissar McCloy vor der Evangelischen
Akademie in Hermannsburg«.
Die Summe des menschlichen Denkens Ein Philosoph sichtet das Gedankengut
unserer Welt.

+) 5,

Paul Klees, der Palmström der Palette.

6,

Mikrofilmexpedition ins 5» JahrhundertAuf dem Sinai werden anderthalb Jahrtausend
alte Manuskripte photographiert.

7.)

Dr. Read fordert pädagogische Zusammenarbeit
im Sinne hundertjährigen deutsch-amerikanischen Gedankenaustausches.

- 24

�GEISTIGES LEBEN.
1.)

Juni 1950/1
+)

2.)

Lebendige Ordnung — Zum Kongreß für kulturelle Freiheit. Berlin 26.-30. Juni 1950
Das am meisten umstrittene Bild des Jahre»..
Salvador Dalis Madonna für Port Lligat.

3.)

Der Weg des großen Musikhistorikers
Alfred Einstein.

4.)

Das amerikanische Buch im Nachkriegedeutschland.

5.)

Wer hat den "Pythagoras" zuerst bewiesen?

6.)

Die hochsinnige Rothaut-»

7.)

Freierer Geist in den deutschen Schulen.

8.)

UNESCO erweitert ihre Arbeit in Deutschland.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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30) JUGEND.
April 1950

+)

1.)

Maxi, der glücklichste Hund der Welt.

2.)

Die deutsche Jugend und das
problem.

3.)

Fachausbildung für die amerikanische Jugend.

4.)

Erziehung zum praktischen Leben.

5.)

Die schönsten Jahre unseres Lebens*

6.)

Amerikanische Marine-Pfadfinder erhalten
Unterricht in Navigationslehref.*

7.)

"Campfire-Girls" begehen ihr 40-Jähriges
Bestehen.

8.)

Versuches mal.
Luft?

Wie groß ist der Druck der

+ + + + + + + + + + +•+ +

- 25 -

Arbeitslosen-

�JUGEND.
Mai 1950

Der Holzfäller und die Hexe»
Ein« Schule kommt zu den Schülern,
Die Calvert-Schule unterrichtet Kinder in
aller Welt,
Amerikanische Organisation zur Förderung der
Wissenschaften unterstützt junge Talente»
4.

Bleistifte ohne Blei.

+)

5.

Ringling Bros, und Barnum &amp; Bailey in New York»

+)

6.

Sommerlager in den Vereinigten Staaten.

7»

"So leicht" ... - nein, "so schwer wie Luft",
müßte es heißen!
+ + + + + + + + + + + + +

1.

Der kleine Ralph und der Mammutbaum.

2*

Erziehung und internationale Verständigung.

+)

3»

Sommerlager des amerikanischen Quäkerhilfskomitees»

+)

4.

Ein Kindertheater auf Rädern.

58

Im Kindertiergarten von New York.
Eintritt nur in Begleitung von Kindern.

Juni 1950

Versuch's mal. Die tanzende Haarnadel.
+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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- 26 -

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D I E N S T

Oktober 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTSNMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Juli 1950 - 30. September 1950

Seite
Leben in den USA.

Wissenschaft
Politik',
r Kunst und Theater».
W -tsoha.f t«
P rtrait der Woche,
Arbe
Medizin.
Presse, Rundfunk. Fernsehen,
'i :e &amp; Technik.
Amerikanische Staaten,, Amerikanische Städte .
Gesundheitswesen,
Erziehungswesen
Psy &gt;h I gie
Wohnung s oav
Das neue Buoh
17-) Jugend Ja Amerika..
18«, 1 Kriminalistik

IBm) Bpo:
19.)
20..)
2 1 .)
22. J
23 )

Die öffentliche Meinung»
Vereinte Nationen,,
Bur pä'; sches Wiederaufbauprogramm,.
Komme- : are von John L... Morton*
Zu Ihrer Information.-

24 ) Artikel für die Fraiju

2
3
3
4
4
4
4
5
5
5
5
6
6
6
6
6
6
6
6
7
7
8

29 ) Die amerikanische Wirtschaft

10
12
14
15
16
18

30 ) Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
S • aaten.-

19

25.) Kurznachrichten für die Prau;.
26 ) Geistiges Leber27 ) Landwirtschaftliche Nachrichten
28. ) Jugend

+ + + + + + +

+ + +

�1.) LEBEN IN DEN USA,
4/7/50
6/7/50
8/7/50
11/7/50
13/7/50 *
15/7/50 *
18/7/50
20/7/50
22/7/50
25/7/50
27/7/50
29/7/50

*

1/8/50
3/8/50
5/8/50
16/8/50
19/8/50

*
*
*

23/8/50
26/8/50
30/8/50

*

Was sagt der Rundfunkhörer? — Neuartige Meinungsforschung in den USA.
Auf den Spuren des Wilden Westens.
Was ist ein Yankee?
Die fremdsprachige Zeitung in den USA.
Das amerikanische Rote Kreuz.
Kalifornien, der goldene Staat des amerikanischen
Westens«,
Amerika sucht Lösung des Altersproblems.
Die Entwicklung der Negerfrage im Süden der Vereinigten Staaten.
Die Handelskammer - das Planungszentrum der amerikanischen Stadt.
Der modernste Unterwassertunnel der Welt.
Die Himmelspolizei von New York.
Austauschprogramm führt deutsche Polizisten nach
Michigan,
+ + + ++ + + + + + ++ +
Der Yosemite-Naturschutzpark.
Die Indianerschule in Chicale.
Höhlenbewohner in Alaska.
Das Handelsmuseum in Philadelphia weiß alles.
Die ersten vorläufigen Ergebnisse der amerikanischen
Volkszählungc
Mannslcut und Wcibsmensch, Buwe und Maed. — "Pennsylfawnische Deitch" als Muttersprache.
Indianertreffen in New Mexico.
Ein Hund mit Bankkonto — "Cappy" - ein Stück New
Yorker Leben.
+ + + + + ++ + +

2/9/50
6/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50

*

+ + +

1.) Der Tag der Arbeit in den Vereinigten Staaten.
2.) Präsident Truman an die Arbeiter der USA.
Sängerfest jenseits des Ozeans.
Aus der amerikanischen Mythologie — Riesen formten
das Antlitz Amerikas.
"Sprechende Bücher" für Blinde.
Zwei-Mann-Ingenieurbüro mit Rekordkontrakten.

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kenn der "AMERIKA DIENST"
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- 1 -

�LEBEN IN DEN USA.
23/9/50
27/9/50
30/9/50

*

Rotary International - "Nur v/er wahrhaft dient, kann
Lohn erwarten"»
"Phi Beta Kappa", die älteste und berühmteDte amerikanische Vereinigung von Studenten und Akademikern»
Madison Square Garden.
+ + + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT.
1/7/50
4/7/5C

*

11/7/50
2C/7/50
25/7/50
27/7/50

Probleme der Raumschiffahrt vom Standpunkt dos Arztes»
Wandlungen der Weltwirtschaft durch die chemische
Industrie.
Fluorverbindungen - neue Zaubermittel der Chemie.
Medizinische Möglichkeiten der Atomenergie.
Uransuche aus der Luft — Das Geigerzählrohr im
Plugzeug.
Malariabekämpfung in Sardinien.
+ + + + + + + + + + + + + +

1/8/50
9/8/50

Psychologische Tests mit Tauben.
Tausendjährige Wolkenkratzer.
+ + + + + + + + + + + + + +

6/9/50
13/9/50
27/9/50 *

Der Mars und seine Geheimnisse.
Was sagt die Wissenschaft über die Hypnose?
Aus dem Leben des Biologen, Forschungsreisenden und
Schriftstellers William Beebe.
+ + + + + + + + + + + + + +

3.) POLITIK .
1/7/50
11/7/50

Mr. McCloys erstes Jahr.
Errichtung eines wissenschaftlichen Stabes im amerikanischen Außenministerium vorgeschlagen.
Die weiß-blaue Flagge der Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + + + + +

22/7/50
9/8/50
12/8/50

*

Durchschaute "Friedenspetition".
Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der
Hawaiischen Inselgruppe.
+ ++ + + + + + + + + + + +

30/9/50

*

Friedensnobelpreisträger Ralph Bunche»
+ + + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�4.)

Literatur, Kunst, Musik und Theater.

1/7/50 *
6/7/50 *
15/7/50
18/7/50 *
25/7/50

*

Robert Prost - der 75jährige Dichter Neu-Englands.
Kulturleben ohne Sommerpause,
Amerikanische Studenten führen 'Parsifal' auf.
Bergmannslieder gehören zur Volksliedsammlung der
amerikanischen Kongreßbibliothek.
Amerikanische Maler stellen in Venedig aus.
+ + + + + + + + + + + ++ +

3/8/50 *
9/8/50 *
23/8/50

Landgemeinde v/ird Kulturzentrum,
Amerikanisches Gespräch mit Gerhard Marcks.
Die Arena des Altertums - letzte Errungenschaft am
Broadway.
+ + ++

2/9/50
20/9/50
23/9/50
30/9/50

*
*

+ + + + + + + + +

Robert Russell Bennett, eine der eigenwilligsten Gestalten des amerikanischen Musiklebens.
Brooklyn Library in New York verleiht Reproduktionen
der schönsten Bilder der Welt.
Die "Met" - Amerikas repräsentativstes Opernhaus.
Edward Hopper — Realistischer Romantiker.
+ + + + + +++

+ + + + + +

5.) WIRTSCHAFT.
3/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50

2/9/50
20/9/50

*

Kohle, die zweimal arbeitet.
Ab 1. September wieder deutsches Generalkonsulat in
New York,
Freies Unternehmertum und soziale Sicherheit.
Berlin führt mit amerikanischen Hilfsgeldern sein
Notprogramm durch.
Nahrungsreserven aus dem Meer«
+ + + + +++ + + ++ + + +
Der internationale Boden von New York. Schiffe bringen zollfreien Wüstensand und Bombenschutt.
"Planktonsandwich" - die Nahrung der Zukunft?
+ + + + + + + + + + + + + +

- 3 -

�6.) PORTRAIT DER WOCHJS.
8/7/50 +
15/7/50 +
20/7/50 +
22/7/50 +
16/8/50 +

Milton Katz, der neuernannte ECA--3onderbotschaf ter
für Europa;
James Thomas Farrell, Schriftsteller und Essayist.
Charles M, Spoffcrd, der neuernannte Vertreter der
USA im Exekutivausschuß des Nordatlantikrates
Mit Schreibmaschine und Zeichenstift - Der unnachahmliche Ludwig Bemelmans.
+ + + + + ++ + + + + + +
Mr. Shepard Stone, der neue Direktor des Amtes für
Öffentliche Angelegenheiten bei der US-Hochkommission
für Deutschlands
+ + + + + + + + +'+ + + +

6/9/50 +
16/9/50 +

General Walton Harris Walker, Oberkommandierender der
UN-Landstreitkräfte in Korea»
Percy Aldrich Grainger, der markanteste Kopf auf
Amerikas Konzertpodium.
+ + + + + + + + + + + + +

7.) ARBEIT
13/7/50
22/7/50
27/7/50
5/8/50
19/8/50
16/9/50
27/9/50

Frauen im Staatsdienst der USA.
Zinsfreie Darlehen für amerikanische Elektroarbeiter.
Das US-Arbeitsministerium»
+ + + -fr + + + + + + ++•
Hohe Produktion sichert hohe Einkommen und gesteigerten
Lebensstandard der amerikanischen Arbeiterschaft„
Das Bankett für den Boss,
+ + + + + + ++*+ + + + +.
Sommer-Seminare für amerikanische Gewerkschaftler»
Streiks., die beim Abendessen beigelegt werden.
+ + ++ + + + + + + + + +

8,) MEDIZIN,
8/7/50
15/7/50 +
18/7/50

Überragende Heilwirkungen bei Blinddarmentzündung durch
Aureomycin«
Neue Wege bei der Behandlung der Kinderlähmung,
Alkoholische TrugSchlüsse - Die Medizin widerlegt
die Ausreden der Gewohnheitstrinker.
+ + + + + + + + +_+ + + +

9 ) PRESSE, RUNDPUNK, FERNSEHEN.
4/7/50
6/7/50

Die. "Leichenhalle" - letzte Zuflucht des Redakteurs
Im Sendewagen durch Amerika. - Neue Sendefolge der
"Stimme Amerikas"*
+ +
+ + + + + +
„ 4 ..

�PRESSE, RUNDPUNK; FERNSEHEN,
1/8/50
16/9/50
23/9/50

Spezialaender für schwere Musik«,
+ ++ + + + + + + + + + +
Tcscaninischüler über klassische Musik und die
Televisiono
"TIME" über den Berliner Oberbürgermeister, Professor
Drt, Ernst Reuter0
+ + + + + + + + + + + + +

10,) INDUSTRIE &amp; TECHNIK.
13/7/50
16/8/50
9/9/50

Elektrische Anlagen im neuen Sekretariatsgebäude der UN.
+ + + + + + + + + + + + +
Der Radioapparat am Handgelenke
+ + ++ + + + + + + + + +
Amerikanische Wissenschaftler untersuchen die Unfallgefährdung in modernen Personenkraftwagen..
+ + + +-!»-+. + + + + + + +

11,) AMERIKANISCHE STAATEN, AMERIKANISCHE STÄDTE.
20/7/50 +
12/8/50

Maine - der Staat der Kiefernc
+ + + + •• + +• + + + +
Brooklyn - der Irrgarten auf long Islando
+ + + + + + + + + + + + +

12,) GESUNDHEITSWESEN.
9/8/50
26/8/50 +

Der Gesundheitsstand der Negerbevölkerung in den
Vereinigten Staaten„
Keine Panik bei Kinderlähmung - Amerikanische Spezialisten geben praktische Ratschläge0
+ + + + + + + + + + + + +

13 . ) ERZIEHUNGSWESEN.,
13/7/50
22/7/50
6/9/5^ +
9/9/50 +
13/9/50 •!-

Eine Universität für Taubstumme &lt;,
Die internationale Arbeitstagung für Sozialkunde in
Heidelberg.'
+ + + + + + + + + + + + +
Das internationale Studentenheim in Boston«.
Psychologie der Farbe.
Columbia-Universität plant für die Zukunft.
'+ + + + +

+ + +«*• + + + +

�14.) PSYCHOLOGIE,

30/8/50
9/9/50

Amerikanischer Psychologe mißt den menschlichen
Charakter.
+ + + + + + + + + + + + +
Der Geburtsschein trügt.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) WOHNUNGSBAU.
29/7/50 +

Aufschwung der amerikanischen Fertighausindustrie»
+ + + + + + + + + + + + +

16.) DAS NEUE BUCH.
29/7/50

12/8/50

Heitere Betrachtung über
Your Age". Von Dr. Corey
.+ + + + + + + +
Ethos und Wissenschaft —
nischen Physikers Robert
H. Compton.
+ + + + + ++ +

das Altern. Aus "How to Guess
Ford.
+ + + + +
Ein Lebensbild des amerikaA. Millikan. - Von Dr» Arthur
+ + + + +

17.) JUGEND IN AMERIKA.
5/8/50 +

Jugendherbergen in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + .+ + +

18.) KRIMINALISTIK.
8/7/5 » +

AI Valanis - der Detektiv, der Verbrecher mit dem
Bleistift fängt.
+ + + + + + + + + + + + +

18.) S.PORT.
30/9/50 +

Ein Weltmeister ist abgetreten — Joe Louis schiffte
es nicht.
+ + + +'+ + + + + + + + +

19.) DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG.
30/9/50

Überwiegende Mehrheit der Deutschen auf der Seite
des Westens.
+ + + + + +•+++

+ + + +

20.) VEREINTE NATIONEN.
23/9/50

Der Rund funknachr ich tendienst der Vereinten Nationen
sendet in 27 Sprachen«
+ + + + + + + + + + + + +
- 6 -

�21.) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM.
23/9/50 +

Schleswig-Holstein baut zehntausend Fluchtlingswohnungen mit Hilfe von ERP-Mitteln.
+ + + + + + ++++ + + +

22.) KOMMENTARE VON JOHN I. MORTON.
1/7/50
6/7/50
13/7/50
15/7/50
18/7/50
22/7/50
25/7/50
29/7/50
1/8/50
5/8/50
9/8/50
12/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50
30/8/50
6/9/50
9/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50
23/9/50
27/9/50

Aktive Seihritte zur Friedenssicherung — USA handeln
im Rahmen der UN.
Frischer Wind in Washington.
Amerikanische Politik der Gegenwart - Die Vereinten
Nationen beweisen große Entschlossenheit.
"Sie lispeln 'Frieden', wenn sie lügen..."
Feldzug der Wahrheit wider die lüge.
Die Antwort auf falsche Friedensfühler.
Wir sind alle im gleichen Boot.
Die amerikanische Wirtschaft stellt sich um.
+ + + + + + + + + + + + +
Überflüssige Spekulationen.
Fünfte Kolonne unter der Lupe.
Auf dem Wege zu einem geeinten Europa — Straßburg:
Symbol für eine künftige bessere Welt.
Aus Schwarz mach Weiß — Aber die Tatsachen über Korea
lassen sich nicht verdrehen.
Erinnerung an eine kurze Freundschaft.
Westdeutschland muß sich entscheiden.
Volkswahlen ohne Volk.
'Demokratie' an den Ufern der Donau.
Sie sind nicht vergessen — Die Kriegsgefangenenfrage
vor den Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + + + +
Eine Warnung an den Kreml — Gegen die Wahrheit ist
kein Kraut gewachsen.
Nicht Divisionen allein
Die einzige Sprache, die der Kreml versteht.
Sie irren, Herr General.
Politische Pathologie im Osten.
Es geht voran.
Neuer Ku: 3?
+ + + + + + + + + + + + +

- 7 -

�23.) ZU IHRER INFORMATION,
1/7/50

11/7/50

22/7/50
3/8/50
16/8/50
19/8/50

23/8/50

30/8/50

2/9/50
6/9/50
9/9/50

13/9/50

1.) Voller V/ortlaut der Erklärung Präsident Trumans
vom 27c6.1950 und der Resolution vom gleichen
Tage, die die USA dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen vorlegten.
2.) Voller Wortlaut der Rede des US-Außenministers
Dean Acheson, gehalten am 29.6»1950 vor der
"American Newspaper Gruild" in Washington.
1.) Voller Wortlaut der offiziellen Note der Regierung
der Vereinigten Staaten an die Sowjetunion über
den angeblichen Kartoffelkäferabwurf über Ostdeutschland (überreicht am 7.7.1950).
2.) Voller Wortlaut einer Erklärung des US-Außenministeriums zum Kartoffelkäferabwurf über Deutschland,
die der Presse am 6. Juli 1950 übermittelt wurde.
Wortlaut der Einführung zum Weißbuch der USA über
Korea (veröffentlicht am 20. Juli 1950).
+ + + + + + + + + + + + +
Wortlaut einer Rundfunkansprache des republikanischen
Beraters des US-Außenministers, John Poster Dulles,
gehalten am 31- Juli 1950 in San Francisco, California»
Die zehn großen Lügen Maliks. (Aus "New York Times"
vom 10. August 1950).
1.) Das Problem der japanischen Kriegsgefangenen»
2.) Präsident Truman übermittelt dem US-Kongreß den
achten Quartalsbericht der ECA. (17. August 1950).
3 0 Liste der Gedenktage für September 19 r 0.
Zwei Jahre Republik Korea.
Die kommunistische Presse in Westdeutschland. Von F.
Grardner Cox» jr0
I. United Nation** sollen das Kriegsgefangenen-Problem
erörtern.
II. Bundesrepublik lacht Fortschritte — Der zweite
Viertel Jahresbericht McClojSc,
III. Präsident Truman über die Ziele der amerikanischen
Chim politik.
+ + + + + + + + + + + + +
Die Wahrheit über Moskaus Friedensieidzug»
Präsident Truman: Keine Weltkriegsgefahr. (Wortlaut
der Rundfunkanspräche Präsident Trumans vom 1. September 1950).
Die öffentliche Meinung in Deutschland. VierJahresbericht der Abteilung für Erforschung der öffentlichen
Meinung bei der amerikanischen Hochkommission in
Deutschland.
Präsident Truman: Für die Verteidigung Opfer bringen...
(Voller Wortlaut der Rundfunkansrräche Präsident Trumans
vom 9« September 1950)

- 8 -

�ZU IHRER INFORMATION.
16/9/50

20/9/50

23/9/50

a) Wortlaut des Zwischenkommuniqu^s vom 14. September
1950 der drei Außenminister der Vereinigten Staaten,
Großbritanniens und Prankreichs.
b) Wortlaut eines offenen Briefes an die "New York
Times", in dem Irvin Shaw sein Friedensstück
"Begrabt die Toten" vom Spielplan zurückzieht.
Bevölkerung der US-Zone befürwortet deutsche Trappen
für westeuropäische Verteidigung. - Resultate einer
von der Abteilung für Meinungsforschung im Amt für
öffentliche Angelegenheiten, HICOG, durchgeführten
Befragung der Bevölkerung der US-Zone.
Kämpfer gegen die Unmenschlichkeit.
Die internationale Frauentagung in Bad Reichenhall
vom 25. - 30. September.1950. . .
+ + + + + ++ + + + + + +

- 9-

�24.) ARTIKEL FÜR DIE FRAU«
4/7/50 + 1.)

+

Ellen McCloy. Die Gattin des amerikanischen Hochkommissars für Deutschlando

2,

Psychisches Trauma der Kindheit.

3

Richtige Ernährung.

4.

Der waschbare Wintermantel aus - Orion.,

Deutsche Studentinnen schreiben aus den Vereinigten
Staaten«
Die amerikanische Dichterin Emily Dickinson. Von
Co Hanseno
2.. Das "einzige*1 Kind.
5. Küchen werden größer und wohnlicher»
"Vicara" - ein neuer Konkurrent für Schafwolle.
4c
5. Kühlende Mischgetränke.
5,

11/7/50 4

18/7/50

lc

2.
3c

*

4«
5.

25/7/50 * 1.
2.

4.
5c

1/8/50 &lt;
2,
3
4&lt;
5o

8/8/5C .

Frauen im Berufsleben.
Gloria Swansons "come-back".
"Mein Gott, wie du gewachsen bist"»
Von der Dekoration zur Form.
Viele Ursachen können zu Kopfschmerzen führen.
Kinder von UN-Angestellten spielen miteinander und
kennen kein Veto.
Hauswirtschaftierinnen in Maryland sind am Weltgeschehen interessierte
Ausblick auf die kommende Herbstmode in den USA.
Getreidekörner als SchuhmaJ3 - Absonderliche Größeneinheiten.
Um die Gleichberechtigung des Mannes im Kinderzimmer«
Ein amerikanischer Sommerkurs für Eltern und Kinder,
Der internationale Kampf gegen die spinale Kinderlähmung,, Von Eleanor Roosevelt.
Betty Hutton - Von der Straßensängerin zum Star«
Amerika entwickelt den "echten" Fahrstuhl«
Waschmittel wollen richtig benutzt sein»

1.
2.
3

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
Der Angsttraum.
Amerikanische Studentin wird Star-Mannequin bei
Christian Dior.
4.) Warum Frühstück? Eine zu Unrecht vernachlässigte
Mahlzeit.
10 -

�ARTIKEL F'JR DIE FRAU,
8/8/50

5.

New Yorker Psychologe schlägt Ehetauglichkeitsgesetz vor«

Die Aufgaben der Frau im Wechselspiel des modernen
Lebens»
2. Hormone und Charakter., Amerikanische Psychologen
antwickeln den Mann-Frau-Test.
Die Frau im amerikanischen G-ewerkschaftsleben.
3o
4. Ein unmuseales Museum - Neue Wege zur Kunsterziehung.
Dunkelblau — vornehm, schick und praktisch.
5c

16/8/50

1.

+
23/8/50 +

]
3*
4.
5.

30/8/50

1.
+ 2.
3«
+

4,
+ ' 5.

Gwendolyn Brooks - Eine junge amerikanische Dichterin.
Vorschriften und Privilegien für Jugendliche.
Das Traumhaus von Mr„ und Mrs» Mathias in Jackson.
Hundert Jahre Panama-Hüte&lt;&gt;
Sin Wort für die ledige Frau.
D.i e USA nehmen sich heimat- und elternloser europäischer Kinder an.,
Ein amerikanischer Filmstar und seine Familie.
Von Joel McCrea«
Neuzeitliche Babywiege mit Klimaanlage und Sendestation.
Antike Möbel mit modernem Zubehör»
Backfisch- und Schulmoden in den USA.
Über den Umgang mit Schnittblumen.
+ 4- r-r + + + + + + + + +

6/9/50 +

1.
2,
3.
4.
5.

Lehrfach: Pamilienglück«
Kinder, Eltern und das Gesetz*
Probleme gehören nicht ins Bett.
Chance für Drillinge: 1 zu 9 400.
Pfannen, Töpfe, Tiegel - und v/as man darüber wissen
mußo
6., Amerikanische Farmersfrauen auf der Kopenhagener
Konferenz..
7. Amerikanischer Frauenverband befürwortet UN-Aktion
in Korea.,

13/9/50
2.
3o

4.
5.

Sozialarbeit in den Vereinigten Staaten.
Wie lebt eine Arbeiterin in New York?
Das US-Bundesamt für Frauenfragen.
Die Ursache des Bettnässens.
Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Toleranz, drei
bedeutsame Faktoren im Berufsleben.
- 11 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
13/9/50

6.
7.

Oberlin in USA unterstützt Gronenberg in Holstein.
Hollywoods größter Star - Dorothy Ford.

20/9/50

1.
2.
3.
4.

Das Werk der Schriftstellerin Edna Ferber.
Ein Loblied auf die 'Separates'.
"Und vor allem, Konrad, hör...."
Für und wider die sexuelle Aufklärung durch die
Schule.
Die amerikanische Frau im Berufsleben.
Pearl 3. Bucks "Haus des Willkommens" in Pennsylvanien.

+

+

27/9/50

5.
6.

Die Gesellschaft für den Dienst an der Familie.
US-Bundesamt für Frauenfragen beschafft erforderliche Unterlagen für eventuelle kriegswirtschaftliche Maßnahmen.
3. Shirley Graham: Amerikanische Opernkomponistin und
Biographin.
4. Vorschau auf die New Yorker Hutmode der kommenden
Saison.
5. Wie gewöhnt man einem Kind häßliche Ausdrücke ab.
+ + + + + + + + + + + + +

1.
2.

+
+

25-' KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
4/7/50

1..
2.
3.
4.

Hundert Jahre amerikanische Frauenschule für Medizin
Der Pappteller wird gesellschaftsfähig.
Fortschrittliches Amerika.
Churchills Tochter filmt in Hollywood.

11/7/50

1.
2.
3.
4.

Hauptberufsarten der Frauen in den Vereinigten Staaten,
Lampenschirm: waschbar und unzerbrechlich.
Fürs Badezimmer.
Die Weste stirbt aus.

18/7/50

1.
2.
3.

Luftiger Regenschutz.
Einkochen in kürzerer Zeit mit Subtilin.
Ein neues Dämpftuch zum Entglänzen von Anzügen.

25/7/50

1.
2.
3.

Colleen Townsend filmt wieder.
Der Vitamin-C-Gehalt der Kartoffel.
Eine 67-jährige Negerin - Washingtons "Mutter des
Jahres.

- 12 -

�KURZNACHRICHTEN FJR DIE FRAUo
1/8/50

1.
2.

Gebackene Bananen.
Salatschale für heiße Sommertage«

8/8/50

1.

Frau Wolle-Egenlof spricht über die Rechtsstellung
der amerikanischen Frau.
Das Fashion Institute of Technology in New York.
Automatische Orangenpressen«

2.
3.
16/8/50

1.. US-Pfadfinderführerin besucht Deutschland.
2. Gekocht in New York City - serviert in Dakar, Buenos
Aires und Lissabon,,
3, Das Portrait auf dem Kopftuch.

23/8/50

1.
2,
3»
4.
5.

30/8/50
2.
3-

20/9/50

27/9/50

Das weibliche Hilfskorps der amerikanischen Streitkräfte ,
Verboten der Herbstmode.,
6 140 Frauen aus 125 Ländern besuchten im Laufe des
letzten Jahres die USA.
Elektrisch beheizte Teppiche.
Dr. John Ethel L. Nixon, die erste farbige Ärztin
der John Hopkins-Universitätsklinik in Baltimore.
Amerikanische Jugendkonferenz mit starker Auslandsbeteiligung,
Gute Berufsaussichten für Sozialarbeiterinnen in den
USA.
Amerikanische Farmer wollen auf ihre "Porch" nicht
verzichteno
June Allyson - Filmstar No. 1.
Jane V/yman wird Stewardess.

4»
5.
1.' Amerikanische Jugendheime vorbildlich für Deutschland,
2. New Yorks Frauen gegen kommunistische Lügenpropaganda.
3, Was heißt "Denier"?
4o
Ernährung und Knochenbau.
1.
2..
3,
4 ,

Kupferhaltige Nahrung verhindert graue Haare.
Penicillinhaltiges Zahnpulver gegen Zahnkaries«
Kleiderkäufe - nicht planmäßig«,
Wenn der Schuh drückt,
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit + ) bezeichneten Artikeln
kostenlos Bildmaterial liefern«

kann der "AMERIKA DIENST«

�26_. 'GEISTIGES LEBEN._
Juli 1950/1

Kongreß für kulturelle Freiheit (Berlin)
1.) Manifest der Freiheit des Geistes.
2.) Die Fragestellung des Kongresses.
3.) Scheidung der Geister.
4.) Wesen und Weg der Freiheit.
+ + + + + + + + + + + + +

Juli 1950/11

1.) Die UNESCO und ihre Ziele.
2.) Die UNESCO und die Vereinigten Staaten.
+ .+ + + + + + + + + + + +

August 1950/1

*)

1.) Ed"vard Munch - schwere Kost für Amerika.
2.) Theater auf Schallplatten.
3.) Werkstatt der Toleranz.
4.) Internationale Arbeitsgemeinschaft für
Studentenverwaltung und Studentenselbsthilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/11

*)

1.) Das Glück als Aufgabe der Wissenschaft.

*)

2.) Sonntagsmalerei und Psychoanalyse.
3.) Die verzwickteste aller Fragen:
"Wer sind Sie?»

*)

4.) "Zu wenig Wissensdurst"
Einstein klagt über die jüngeren Kollegen.
5.) Atomphysiker als Archäologen.
+ + + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

Internationale Arbeitstagung für Sozialkunde
in Heidelberg.
1.) Die Forderung der Gegenwart an die
Schule: Soziale Erziehung.
2.) Humanismus und soziale Erziehung.
Von Dr. James M. Read.
3.) Über die Gemeinschaft.
Von Dr. Theodor Bäuerle.
- 14 -

�GEISTIGES LEBEN.
4.) über einige Fragen der Schulreform.
Von Jean Barbas.

September 1950/1
September 1950/11

*) 1.) Moderne deutsche Kunst in New York
und Venedig.
2.) Zukunftsmusik - im wahrsten Sinne
des Wortes.
3.) Der Krieg beginnt im Klassenzimmer.
4.) Sprache, die jeder versteht, und Orakel.
5.) Soziologie in den Vereinigten Staaten,
Von Kurt H. Wolff, Professor an der
Staateuniversität Columbus, Ohio.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

27.^ LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Juli 1950

*)

1.) Die Reiserzeugung der Welt steigt.

*)

2.) Bullenauswahl schon bei Jährlingen.
3.) Getreideernte zur richtigen Zeit.
4.) Patente für Mais und Rosen.
5.) Konserven - besser und haltbarer.
6.) Kampf den Fliegen.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950

*)

1.) Ausreichende Ernährung für die ganze
Welt - das Ziel der FAO.

*)

2.) Landwirtschaftswochen in den
Vereinigten Staaten.
3«) Wundersamen für Amerikas Gärten.
4.) Mehr Obst durch Hormone.
5.) Landwirtschaftliche Abfallprodukte
in der KunstStoffindustrie.
6.) Rosenhecken als Erosionsschutz und
Weidezaun.
- 15 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Juli 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Mietenanlage ohne Erdbewegung.
2.) Jedem Landbezirk sein eigenes
Laboratorium für Bodenanalysen.
3.) Mehr Rauhfutter für Schafe.

August 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Spezialflugzeug für die
Landwirtschaft.
2.) Sollen Mastschweine einen
Auslauf haben?
3.) Geschorene Schafe nehmen nicht
rascher zu.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

38L JUGSgD^
Juli 1950

*
*

August 1950/1

1.) Die Geschichte vom ersten Specht.
2.) Forscher kämpfen im Dschungel für Edison^
erste elektrische Lampe.
3.) Dan Beard, der Pfadfinder.
4-.) Football - rauh aber herzlich.
5 ) Wildwesthelden helfen im Haushalt«
6 ) Zv/ei Blechbüchsen und eine lange Schnur.,
und fertig ist dar- Haustelephon.
7.) Zehn Cent und fünfzig Dollar.
8.) Deutsche Jugendla^er fördern internationale Verständigung.
+ + + +++ + + + + + + + +
1.) Wie Kana Sonne, Mond und Sterne wiederbrachte. Eine Hawaiische Volkssage.
2.) Von der Urwaldtromnel zum Telephon.
3.) Wir fahren zurück nach Galeton
Eine Stodt lädt Kinder als Feriengäste
ein.
4.) Mit Federschmuck und Tomahawk. 'Vaterund-Sohn"-Bewegung in den USA.

�JUGEND.
August 1950/1

*

5. Der Marschallstab im Zeitungsbeutel.
Zahlreiche Berühmtheiten Amerikas waren
einmal Zeitungsjunge.
6. Versuch's mal! Eine Nadel steht auf dem
Kopf.

August 1950/11

1. Vom Zug, der nicht auf den Schienen
bleiben wollte.
2. "Voll beglichen".
3. Eine Schule auf Rädern.
4. Ein paar neue Spiele im Freien.
5. Wir bauen uns ein echtes Indianerzelt.
6. Versuch1s mal! Die Chemie des Feuers.
+ + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

*

1.

*

2.

*

3.

*

4.

Boots und die Brandeisen.
Alfred Haenle, der deutsche SeifenkistlDerby-Champion, erlebt die USA.
Geliebte Puppe. Die alten Puppen sind
doch immer die liebsten.
Neuzeitliche Methoden zur Rettung aus
Seenot.
Präsident Truman empfängt Mädchen aus
allen Teilen der USA.
Versuch's mal! Assimilierende Pflanzen.

5.
*
6.
+ + ++ + + + + +++ + + +
September 1950/11 •

*

1. Der historische Prozeß gegen den amerikanischen Journalisten John Peter Zenger.
2. Korea - Land der Morgenstille.
3. Das Haus der sieben Säulen. Von Daniel
L. Marsh, Präsident der Universität Boston.
4.) Die Geschichte des Madison Square-Jugendclubs.

+ + + + + + + + + + + + +

+

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 17-

�29.) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
Juli

Juli

1950/1

Aufgaben der Gesellschaft zur Förderung des
deutsch-amerikanischen Handels m.b.H.

1.
+ ) 2.

Die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft
seit 1850.

+) 3.

"Florists' Association" versendet Blumen
in die ganze Welt.

1950/11

4.

Naohwuchsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil I;

1.

Die wirtschaftspolitischen Absichten
Präsident Trumans.

2.

ECA garantiert Konvertierbarkeit von »(-Erlösen amerikanischer Spielfilme.

3.

Synthetischer Gummi wieder stark gefragt.

4.

Der radioaktive Golfball.

5.

Nachwuohsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil II)

6.)

Mehr als sechstausend Grundstücke seit
Januar 1948 in der US-Zone freigegeben.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/1

DER WIRTSCHAFTLICHE HALBJAHRESBERICHT
PRÄSIDENT TRUMANS FÜR DAS ERSTE HALBJAHR 1950

August 1950/11 1.)

Die Bilanz von Chicago.
Westdeutsche Aussteller erhielten Aufträge
für-4 Millionen Dollar.

2.)

ERP-Hilfe ermöglicht Wiederherstellung des
Berliner Fernsprechnetzes und Aufbau der
Telephonindustrie.

3.)

10 000 amerikanische Kreditvereine.

4.)
5.)

Public Relation Ein Sprachrohr der am©rikanisehen Wirtiohaft.
Sie 0oilalltintungen der USA.

6.)

Entkohlen von Verbrennungemotoren.
+ + + + + + + + + + + + +

- 18 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
September 1950/1

1.)

ERP - Gegenwertkredite für die Berliner
Industrie.

2.)

Die Lage auf dem amerikanischen Baumarkt.
Aus der Werkstatt der Dollarfabrikanten.

September 1950/11

4.)

Neue amerikanische Textilmaschinen.

5.)

ECA verbilligt ölliöferungen aus dem
nahen Osten.

6.)

Lohnanreizsysteme in USA.

1.)

Neue Anforderungen an die amerikanische
Wirtschaft.
Produktionssteigerung - Steuererhöhimg Inflati onsb ekämpfung.

+) 2.)

Hamburger Ölindustrie baut mit ERP-Krediten.

3.)

Papier aus Hühnerfedern.
USA entwickeln neue Ausgangsstoffe
für die Papierherstellung.

4.)

Lohnanreizeystem in USA.
Teil I
Arten des Lohnanreizes

+ + + + + + + + + + + + +
30.) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN,
DIE "DRITTE KRAFT" IN DER WELT

Juli 1950/1

Juli 1950/11

1.)

Der stellvertretende US-Arbeitsminister,
John Gibson, zur internationalen Aufgabe
der freien Gewerkschaften.

2.)

AFL und CIO für Steigerung der amerikanischen Importe.

1.)

AFL-Präsident Green zum Korea-Konflikt.

2.)

US-Gewerkschaften fordern garantiertes
Jahreseinkommen.

3.)

ECA-Beamter fordert europäische Gewerkschaften zur Mitarbeit am Marshallplan
auf.

- 19 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
Juli 1950/II

4«)

Gewerkschaftemarken schützen die Interessen der Arbeiterschaft und der Konsumenten.

August 1950/11

1.)

Pur Freiheit und Demokratie in Korea.

+ )2.)

Kampf dem Unfall»
Sicherheitsmaßnahmen in amerikanischen
Betrieben.

3.)

Statistik erleichtert Kollektiwerhandlungen.

4.)

Eine Gewerkschaft filmt ihre Geschichte.

September 1950/1 1.)

Unbedingte Loyalität des amerikanischen
Arbeiters»

2.)

Die Beilegung Ton Lohnstreitigkeiten in
der amerikanischen Atomindustrie.

3«)

US=Arbeitsminister fordert Erfassung aller
Arbeitskräfte»

4.)

Zur Lage in Korea»
Von Victor G. Reuther»

5.)

Weibliche Arbeitskräfte in USA wieder
gefragt.

September 1950/11 1.)

Der neue Reuther-Plan zur Verteidigung der
Demokratie.

2.)

Vorschläge der Gewerkschaften zur Steigerung
der Produktivität.

3.)

Höchste Unfallrate bei Mittelbetrieben»

+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
kostenlos Bildmaterial liefern»

- 20 -

"AMERIKA DIENST«

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1*1 R K

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IN S

S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENliATERIAL UND ARTIKEL
DES "AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1950 - 31. März 1950

ACHTUNG REDAKTIONEN!
Um Ihnen das Auffinden von Nachrichten und Artikeln
aus früheren Nummern des "AMERIKA DIENST" zu erleichtern,
bringen wir Ihnen ein Inhaltsverzeichnis des Materials,
das Ihnen im ersten Quartal 1950 zugegangen ist. Durch
eine Aufgliederung nach Sachgebieten soll Ihnen die spätere Verwendung des einen oder anderen nicht allzu zeitgebundenen Artikels ermöglicht werden.

Redaktion
"AMERIKA DIENST«
(U.S. Feature Service).

I

�S/6 - April 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
«AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1950 -31« März 1950
Seite
Leben in den U.S.A.
Wissenschaft
Portrait der Woche
Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
Das neue Buch
Europäisches Wiederaufbauprogramm
Wirtschaft
8.) Arbeit
9.) Politik
10.) Architektur
Erziehung
Medizin
Meilensteine auf unserem Wege
Amerikanische Städte
Unser modernes Zeitalter
Rundfunk
Religion
Sport
Zu Ihrer Information
Artikel für die Prau
Kurznachrichten für die Prau
Landwirtschaftliche Nachrichten
Kurznachrichten für den Landwirt
Die amerikanische Wirtschaft
Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
Staaten
Geistiges Leben
Jugend
Sondernummern
+ + + + + + + + + + + + + +

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18
20
21

�1.) LEBEN IX JE&amp;JJ •?•.*&lt;
4/1/50

+) 1) "Warenhaus der Gedanken" ... die amerikanische
Tageszeitung.
2) Gefängniszellen nach persönlichem Geschmack.
6/1/50 +) Die amerikanische Kleinstadt.
9/1/50
Das Atom der Demokratie — Eine Stadt psyohoana^
lysiert sich selbst.
H/l/50
Fernsehen verdrängt Wochensohau.
13/1/50
Cahokia, Illinois, ist die älteste Siedlung am
Mississippi.
16/1/50 +) 1) Louisiana, der*europäische' Staat.
2) Wohnwagen mit Klimaanlagen und Brausebad.
18/1/50 +) Das kulturhistorische Museum im Albuquerque.
20/1/50
1) Filmstar für zwei Minuten.
+) 2) AmerikasWintersport No. 1 - Basketball.
23/1/50 +) HDer weiße Traum" - Kunsteisbahnen in den
Vereinigten Staaten.
25/1/50
1) Aus der Geschichte des Bronx-Zoo.
2) Kampf dem Großstadtlärm.
27/1/50 +) 1) Altes und neues Kalifornien.
2) Sträflinge können duroh nützliche Arbeit
ihre Haft verkürzen.
31/1/50
1) Landbriefträger in den Rocky Mountains.
+) 2) Freiheitsstatue in neuer Umgebung —
Bedloe's Island im New Yorker Hafen wird
renoviert.
+ + + + + + + + + + + + +
2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
14/2/50
16/2/50
18/2/50
21/2/50
23/2/50
25/2/50
28/2/50

Skiwettkämpfe in Lake Plaoid, New York, und Aspen»
Colorado.
+ ) Kalifornien - der Weinberg Amerikas.
1) Ölbohren ist Glüokssache.
2) Vermont: Ein Laboratorium des Fortschritt«•
Hotel Waldorf Astoria - "die Bühne der Welt".f) Seattle - das Tor nach Alaska.
Amerikanische Organisation zur Behebung rassieohsr
und politischer Vorurteile.
-^ Die Maulesel-Hochschule am Grand Canyon.
+) Zwanzig Millionen Kegler.
+) Death-Valley - Das Tal des Todes.
Kleine Kulturgeschichte aus dem Speisezettel.
Höfliche Telefonvermittlung ist die zugkräftigste
Reklame.
+ + + + + + + + + + + + +

- 1 -

�LEBEN IN DEN UoSoA,
2/3/50
4/3/50
7/3/50
9/3/50
11/3/50
14/3/50
16/3/50
18/3/50
21/3/50
23/3/50
25/3/50
28/3/50
30/3/50

Eingefrorener Fisoh begründet eine Industrie.
Der letzte Postreiter des Wilden Westens.
+ ) Millionen Menschen besuchten das Empire State
Building.
Klimawechsel auf der ganzen Welt wirkt sioh auoh
in den ü,SoAJ'aus»
+) "Drüben im Westen" — Cowboys leben im Volkstum,
in Liedern und Tänzen weiter.
+) Amerikanische Großstädte beschleunigen Fernverkehrsstraßenbau.
Die Stadt im Park — ein Musterbeispiel moderner
Stadteplanungo
DP's passen sich leicht an.
+) Das Bürohaus der Zukunft.
+) Landwirtschaft: mit Idealismus. - Leistungen und
Ziele des 4-H-Clubs.
+) Eine deutsche Studentin berichtet von ihren Eindrücken auf einer amerikanischen Universität.
Ein Dorf, das sich weigert, eine Stadt zu werden Carmel.
Im Kapitol von Washington gibt es keine Hofetikette,
aber 75 "Pagen".
+ + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT
4/1/50
6/1/50
9/1/50
H/l/50
13/1/50
16/1/50
18/1/50
23/1/50
25/1/50
31/1/50

Anwendungsmögliohkeiten der Atomwissenschaft in der
Textilindustrie.
Fata Morgana — Trugbild am Himmel.
Sprachunterricht an Elektronengeräten.
+) Neues Kleinflugzeug mit vorzüglichen Flugeigenschaften.
+) Das amerikanische Telefonsystem.
+ ) Bomben gegen Waldbrände.
+) Die Antarktis — ein zweites Alaska?
Das Riesenauge auf dem Mount Palomar.
Laminator rettet Dokumente.
Expedition in eine zweitausendjährige Vergangenheit.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�WISSENSCHAFT
2/2/50
4/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50
16/2/50
21/2/50
28/2/50

Weltraumstrahlung im Salzbergwerk.
Zukunft lichter denn je — Hoffnungsvolle Prognose
eines Harvard Professors.
Psychiater prüfen die Wiedergabetreue in der Hypnose.
Dreimal wöchentlich zum Nordpol.
Die wichtigsten Entdeckungen des Jahres 1949«
Zu viel und zu wenig — Haben Sie das richtige Verhältnis zu sich selbst?
Land aus der Tiefe - Schöpfungsgeschichte - von einem Physiker verfaßt.
+ ) Heliumgefüllter Kunststoffballon erreicht 31 000
Meter Höhe.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
14/3/50
18/3/50
21/3/50
28/3/50

Erdbeben — das Sicherheitsventil der Erde.
Atomkraftwerk Sonne - Nach einem Bericht der HarvardSternwarte.
+) Vielseitiger Kunststoff - Teller, Reagenzgläser,
Plaschen und Stoffgewebe aus Polyaethylen.
Auch ein "Atomgeheimnis" - Amerikanische Wissenschaftler entdeckten das neutrale Meson.
Mach gute Miene zum bösen Spiel! - Gefühle und ihre
sichtbaren Äußerungen stehen in mannigfacher Wechselwirkung.
Ein praktischer Professor. - Maschinen im Dienste
der Shakespeareforschung.
+) Kostbarer Schnee - Reiche Schneefälle im Gebirge
bedeuten gute Ernten für Tausende von Farmern.
+ + + + + + + + + + + + +

3.) PORTRAIT DER WOCHE.
6/1/50
9/1/50
13/1/50
20/1/50
27/1/50

+) Aus Walt Disneys Zauberkabinett.
Zum 74o Geburtstag Jack Londons am 12. Januar 1950.
+) Benjamin Franklin — Wissenschaftler und Staatsmann.
Zum 100sten Geburtstag Samuel Gompers, des Begründers
und Präsidenten der AFL.
Zum 75o Geburtstag Fritz Kreislers am 1. Februar 1950.
Von Louis Po Lochner.
+ + + + + + + + + + + + +

- 3-

�PORTRAIT DER WOCHE
16/2/50

+) John Dos Passos —

Revolutionär und Inidividualist.

+ + + + + + + + + + + + +
11/3/50
16/3/50

+) Dr. William A. Hinton — bekannter Syphilisforschtr.
+) Auf den Spuren Carusos — Mario Lanza, ein junger
amerikanischer Tenor.
+ + + + + + + + + + + + +

4.) Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur
4/1/50
13/1/50
23/1/50
25/1/50
31/1/50

Einem Steckenpferd Picassos verdankt Baltimore sein
Museum moderner Kunst.
Das Land der Symphonie-Orchester.
Das Negerproblem im amerikanischen Film.
Harmonisches Familienleben auf dem Konzertpodium.
+) Robert Flahertya Filmwerk: "Louisiana Story".
+ + + + + + + + + • + + +

2/2/50
4/2/50
7/2/50
9/2/50
11/2/50
14/2/50

25/2/50

Auftakt der New Yorker Musiksaison.
Ausstellungen von Rembrandt und Pioasao in New York.
+) Das Museum für moderne Kunst in New York feiert sein
zwanzigjähriges Bestehen.
+) Lawrence Tibbett-- erster Bariton der MetropolitanOper.
In einer halben Stunde Star der Metropolitan Opera Interview mit dem Sängerehepaar Ferdiand Franz und
Helena Braun.
Hollywoods ungekrönter König schuf neuen Monumentalfilm — De Milles "Samson" eröffnet einen Kreuzzug
für Erziehung und Kultur.
New York ist ein schwieriger Filmstar.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
9/3/50
9/3/50
18/3/50
23/3/50
28/3/50

+) Tanglewood — Eine Volkshochschule der Musik.
Das Wandertheater im Mittelwesten der Vereinigten
Staaten.
+) Ein Amerikaner erschließt die deutsche Kunst.
+) Die Navajo-Indianer in Nordamerika haben sich ihre
Stammeseigentümlichkeiten erhalten.
Hollywoods Ton-Ingenieure•
Was sagt New York zum "Dritten Mann"?
+ + + + + + + + + + + + +

- 4 -

�5) DAS NEUE BUCH
11/1/50
18/1/50

Alice Herdan: Die Farm in den Grünen Bergen.
Conway Zirkle: "Der Tod einer Wissenschaft in
Russland".
+ + + + + + + + + + + + +

18/2/50

4/3/50
7/3/50

14/3/50

Ideen und Atombomben - Das Glaubensbekenntnis von
David E. Lilienthal, Vorsitzender der amerikanischen
Atomenergiekommission.
+ ) Will Rogers - Das 'Enfant terrible' Amerikas.
"Der Gott der keiner war" - verfaßt von Arthur
Koeatler, Ignazio Silone, Eichard Wright, Andre" Gide,
Louis Fischer und Stephen Spender.
"Warum ich entfloh", von Peter Pirogow.
+ + + + + + + + + + + + +

6) EUROPÄISCHES WIEDERAUPBAUPROGRAMM
23/2/50

Einzelheiten zum EOA-Programm für Technische Hilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

11/3/50

ERP-Plakatausschreiben — Ein internationaler Wettbewerb zur Hebung des Lebensstandards.
+ + + + + + + + + + + + +

7) WIRTSCHAFT
9/1/50
16/1/50
20/1/50
25/1/50

Große Projekte für die Entwicklung Afrikas im Rahmen
des Marshall-Planes.
Die meisten Amerikaner haben Ersparnisse.
Amerika und seine Minderbemittelten.
Wiedererrichtung der StXFa Poikilä von Athen mit Hilfe
des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

4/2/50

Hindernisse der Liberalisierung des Handels in Europa.
+ + + + + + + + + + + + +

23/3/50

Eine Rückschau der AFL auf das vergangene Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +

- 5 -

�8) ARBEIT
31/1/50

40-Stunden-Woche für die amerikanischen Eisenbahner.
+ + + + + + + + + + + + +

25/2/50

Wird die 40-Stundenwoche den Errungenschaften der
modernen Technik gerecht?
Regelung von Arbeitsstreitigkeiten einmal anders.

28/2/50

+ + + + + + + + + + + + +
4/3/50

Die Statistik der Ü.S.A. paßt sich den veränderten
Kaufgewohnheiten an.
Amerikaner nehmen zum Pensionsproblem Stellung.
Ein Weltplan zur Verhütung der Arbeitslosigkeit.
Im Dienste der Gesundheitsfürsorge. - Ein Großambulatorium für Werktätige.

9/3/50
14/3/50
21/3/50

+ + + + + + + + + + ++ +
9)

POLITIK

13/1/50
23/1/50

Parlamentarische Spielregeln in Ü.S.A.
Die Hauptereignisse des Jahrhunderts.
+ + + + + + + + + + + + +

7/2/50
11/2/50
21/2/50

Politiker der kommunistisch beherrschten Welt suchen
Asyl in den Vereinigten Staaten.
+ ) Das Wagnis der Freiheit. Von Felix Frankfurter, Richter am Obersten Bundesgericht.
Die Sowjetunion gibt ihren Untertanen ideologische
Halbbildung.
+ + + + + + + 4- + + + + +

11/3/50
16/3/50
28/3/50

"Der Zug nach Westen" findet im Parlament seine Bestätigung.
Eindrücke von einer Deutschlandreise. — Von Ernst
Hoffmeister, politischer Kommentator der "Stimme
Amerikas".
Wie setzt sich der amerikanische Kongreß zusammen?
+ + + + + + + + + + + + +

- 6 -

�10) ARCHITEKTUR
18/2/50

Das Sekretariatsgebäude der UN.
+ + + + + + + + + + + + +

11) ERZIEHUNG
6/1/50

Amerikanisches Außenministerium erweitert Austauschdienst.
Aus der Arbeit des Internationalen Studentenhilfsfonds.

11/1/50

+ + + + + + + + + + + + +
16/3/50

Über die Erziehung zum Verständnis außenpolitischer
Fragen.

30/3/50

Neue akustische Methode erleichtert das Sprachstudium.
+ + + + + + + + + + + + +

12) MEDIZIN
4/1/50
6/1/50
16/1/50
18/1/50
20/1/50

Operation unter Novokain und Mozart.
Gesunde Hornhaut von der "Augenbank".
Hormone und Geschleohtscharakter.
Die Arbeit der Gesellschaft zur Betreuung Schwerhöriger in San Francisco.
+ ) Krebsheilung mit Elektronensohleuder.
+ + + + + + + + + + + + •

2/2/50
9/2/50
14/2/50
25/2/50

Ein erfolgreiches Schnupfenheilmittel.
Aufklärungsfilme als Waffe im Kampf gegen Brustkrebs.
Wie der Gesundheitsdienst gefährliche Epidemien verhütet.
+) Amerikanische Kriegsblinde arbeiten wie ihre sehenden
Kameraden.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50

11/3/50
23/3/50
25/3/50

30/5/50

Neue Gesichtspunkte in der Hirnforschung —
Dr. Wendeil J.S. Krieg, ein Nervenanatom der
Universität Chicago, berichtet über seine Arbeit.
Alkoholismus als Krankheit.
Krebserreger entdeckt?
Organisation zur Bekämpfung von Herzkrankheiten klärt
amerikanische Bevölkerung über neueste Heilmethoden
auf.
Europas Gesundheitszustand besser als je zuvor. —
Aus dem Jahresbericht des U.S.-Sozialversicherungsamtes.
+ + + + + + + + + + + + +

�13) MEILENSTEINE AUF UNSEREM WEGE
7/2/50
16/2/50

+) Lincolns Amerika — Die Zeit des großen Präsidenten
formte die Grundlage der heutigen Vereinigten Staaten.
+) George Washington - der 1. Präsident der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50

Thomas G. Masaryk - zum 100. Geburtstag des ersten
Präsidenten der Tschechoslowakei
+ + + + + + + + + + + + +

14) AMERIKANISCHE STÄDTE
23/2/50

+) Milwaukee.
+ + + + 4 + + + ++ + + +

18/3/50

Cincinnati, die ehemalige Königin des Westens
+ + + + + + + + + + + + +

15) UNSER MODERNES ZEITALTER
18/2/50

BENELUX wird SKANDANGLIOES - Eine Meditation über
Schlangenwörter.
+ + + + + + + + + + + + +

21/3/50

Ein akustischer Querschnitt durch die Jahre 1945
bis 1948»
+ + + + + + + + + + + + +

16) RUNDPUNK
21/2/50

"Morgen wird der Nordpol entdeckt" - Eine RadioSendereihe vermittelt Geschichte in lebendigster
Form.
+ + + + + + + + + + + + +

7/3/50
25/3/50
30/3/50

Die "Stimme Amerikas" und ihre Hörerbriefe.
Ärztliche Ratschläge für erkrankte Seeleute auf dem
Funkweg.
+) Fernsehsendungen für Kinder.
+ + + + + + + + + + + + +

17) RELIGION
25/2/50

Der moderne Katechismus - Er gibt den amerikanischen
Katholiken die Antwort der Kirche auf Fragen ihres
Verhaltens als Staatsbürger, Arbeitnehmer und Ehepartner.
+ + + + + + + + + + + + +

�18) SPORT
25/3/50

+) Die Basketballartisten der Harlem Globetrotters,
+ + + + + + + + + + + + +

19) ZU IHRER INFORMATION
4/1/50
6/1/50
9/1/50
11/1/50
13/1/50
16/1/50

18/1/50
20/1/50
23/1/50

25/1/50
27/1/50

31/1/50

Wortlaut der "State of the Union" Ansprache von
Präsident Truman.
Ziele der amerikanischen Innenpolitik.
Von John L. Morton.
Formosa — Die Debatte über die Verteidigung der
Insel beschäftigt die öffentliche Meinung Amerikas«
Von John L. Morton.
Wortlaut jenes Teils der Budget-Botschaft Präsident
Trumans, der sich mit internationalen Angelegenheiten
und Finanzfragen befaßt.
Weitere Opfer, heftige Debatten -- Zur zweiten Sitzungsperiode des amerikanischen Kongresses.
Von John L. Morton.
1) Oberstleutnant Walter R. deForest, Chef der Unterabteilung für medizinische Angelegenheiten für
öffentliche Gesundheit und Wohlfahrt, HICOG, berichtet über das öffentliche Gesundheitswesen in
Deutschland von 1945 - 49«
2) Wieder einmal die alten Gerüchte.
Von John L. Morton.
Altersversicherung in Amerika.
Ea geht um Europa, nicht um Einzelheiten.
Von John L. Morton«
1) Die spanisohe Frage - Diplomatische Beziehungen
sind kein Bruderkuß. Von John L. Morton.
+ ) 2) Zum Gedenken Franklin D. Roosevelts, dessen Geburtstag am 30. Januar in den Vereinigten Staaten
festlioh begangen wird.
Bericht über den Fortschritt in Deutschland. Voller
Wortlaut der Rundfunkansprache Mr. John J. McCloys»
gehalten am 23. Januar in Washington.
Wortlaut der Ansprache Mr. John J. McCloys vor dem
"United Council for International Affairs" in Boston
am 26. Januar.
Völkermord —» Rückhaltlose Offenheit allein kann zu
einer besseren Welt führen. Von John L. Morton.
+ + + + + + + + + rf + + +

- 9.

�ZU IHRER INFORMATION
2/2/50

4/2/50

7/2/50
9/2/50
11/2/50

14/2/50
16/2/50
18/2/50

21/2/50
23/2/50

25/2/50
28/2/50

Wortlaut des am 25* Januar vom amerikanischen Außenministerium veröffentlichten Dokumentenmaterials
über die sowjetische Infiltration der vier nordchinesischen Provinzen.
1) Wortlaut der Truman- Erklärung zur Unterzeichnung
der Verteidigungshilfsabkommen.
2) Die Antwort: Kollektive Sicherheit.
Von John L. Morton.
Die SPD und der Europarat. Von John L. Morton*
HalbJahresbericht des U.S.-Atomausschusses.
1) Surrealistische Politik. Von John L. Morton.
2) Wortlaut der Erklärung des amerikanischen Außenministers Aoheson vom 8. Februar in Washington.
Ernste Mahnung. Von John L. Morton.
Eine Lanze für McCloys Deutschland-Bericht.
Von Erio M. Warburg, New York.
1) Die Neue "Tatsache" - Der Kreml und die Wasserstoffbombe. Ton Joan 1. Morton.
2) Voller Wortlaut eines von Arthur Krocks in der
"New lork Times" veröffentlichten Truman-Interviews.
Weltfriede oder Weltuntergang. Von John L. Morton.
Amerikabesuch hat viele Anregungen gegeben.
Von Franz Blücher, Vizekanzler und Bundesminister
für Marshallplan-Angelegenheiten.
Diplomatie im Satellitenland. Von John L. Morton.
1) Truman und das Taft-Hartley-Öesetz.
Von John L. Morton.
2) Voller Wortlaut der Rede Präsident Trumans vom
22.2. anläßlich der Enthüllung eines George
Washington-Denkmals in Alexandria (Virginia).
3) Voller Wortlaut der Erklärung, die der Leiter
der ECA-Sonderkommission Robert M. Hanes am 24.2.
in Washington abgab.
+ + + + + + + + + + + + +

2/3/50
4/3/50
7/3/50
9/3/50

11/3/50

Die Erfordernisse des Friedens. Von Warren R. Austin.
Die amerikanische Öffentlichkeit und die Wahlen in
Großbritannien. Von John L. Morton.
Einheit - nur in Freiheit. Von John L. Morton.
Amerikas Einheit beruht auf Mannigfaltigkeit.
Von James Bryant Conant, Präsident der HarvardUniversität.
Hinter dem Rücken der deutsohen Kinder,
Von John L. Morton.
- 10 -

�ZU IHRER INFORMATION
14/3/50
16/3/50

18/3/50
21/3/50

25/3/50
28/3/50
30/3/50

"Ein neuer Ausgangspunkt"• Die Forderung der freien
Wahlen in Ostdeutschland darf nicht vergessen werden.
Von John L. Morton.
Darlegung der Prinzipien und Ziele der Republikanischen Partei*
Angenommen von den republikanischen Mitgliedern des
Repräsentantenhauses und des Senats in Übereinstimmung mit den Mitgliedern des republikanischen Nationalkomitees, vom 6. Februar 1950.
"Die Russen sprengen den Kontrollrat".
Von John L. Morton.
1) Fünf Kurzbiographien maßgebender HICOG-Beamtert
a) Major General George P. Hays, stellvertretender amerikanischer Hochkommissar für Deutschland.
b) Benjamin J. Suttenwieser, Assistent des Hoch•)
kommissars für Deutschland.
o) James E. King. Exekutivsekretär im Amt des
•)
amerikanischen Hochkommissars für Deutschland.
d) Oberstleutnant H.A. Gerhardt, Sonderbeauftrag•)
ter des Hochkommissars für Deutschland.
e) Major General James P. Hodges, amerikanischer
Vertreter im Alliierten Militärischen Sicherheit samt für Deutschland.
2) "Totale Diplomatie" - Acheson appelliert an das
amerikanische Volk. Von John L. Morton.
"Massenvertreibungen - ein beliebtes Kampfmittel der
Sowjets." - Von John L. Morton.
Ein neuer Impuls - Zu den Bonner Vorschlägen für gesamtdeutsche Wahlen. Von John L. Morton.
Wortlaut eines Schreibens des amerikanischen Senators
Arthur H. Vandenberg an den Leiter der ECA, Mr. Paul
G. Hoffman.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial zur
Verfügung stellen.

- 11 -

�20) ARTIKEL PUR DIE FRAU.
9/1/50

1.)
2.)
3.)
4.)
5.)

Eine Reporterin macht Karriere.
Mehr Familiensinn.
Amerikas Spielzeugindustrie im Jahre 1949»
Die ideale Kücheneinrichtung.
Griechische Hodenschau in Frankreich und Amerika»

16/1/50. 1.) Ständig wachsender Einfluß der Frau in Politik und
Verwaltungswesen der Vereinigten Staaten.
2.) Gleicher Lohn hei gleicher Beschäftigung. - Die
Forderung der amerikanischen Frauen.
+)
3.) Kein Kind ist völlig untalentiert. - Zeichnen, Musik, Theaterspiel und schöpferische Betätigung anderer Art fördern die Entwicklung.
4 0 Knabenmode auf neuen Wegen. - Jeder Junge will ein
Miniatur-Cowboy sein.
5.) Müdigkeit kann gefährlich sein. - Kleine Winke für
Schlaflose
6.) Fußböden wie neu. - Vorzüge und Nachteile von Lack,
Schellack und Tränklösungen.

23/V501 K)10 Das begabte Kind«, - Schule und Elternhaus müssen

gemeinsam die bei der Erziehung hochbegabter Kinder auftauchenden Probleme zu lösen suchen.
Kinderehen: in den Vereinigten Staaten«,
Selbst Millionäre und brave Hausfrauen werden
mitunter zu Ladendieben.
Keine Angst vor Frühgeburten.
Freiwillige Mitarbeit der amerikanischen Frauen
in der CIO.
Tiefkühlanlage schlägt Weckapparat.

1:1

ti
+&gt;

30/1/50
+)
•)

7/2/50

14/2/50

+)

60

1:1

Die Gesetzgebung für Frauenarbeit in den Ü.S.A.
Am schönsten ist es doch zu Hause. - Gemeinsames
Erleben von Freud und Leid schafft ein engeres
Familienleben.
Elizabeth
Blackwell - Ein Pionier der Wissenschaft.
50 Wird ihr Kind
Freundschaften schließen?
40 Das Geheimnis des
Charmes.
50 Kunststoffe ersetzen
Porzellan und Steingut.
60
+ + + + + + + + + + + + +
1 0 Gleichberechtigung der Frau soll in Ü.S.A.
konstitutionell verankert werden.
2.) Die Frau in der amerikanischen Journalistik.
Zu alt für ein Kind?
50 Längeres
Leben durch bessere Ernährung.
40

1 0 Amerikanische Frauen werben für gleiche Ent-

lohnung der Frauen in der deutschen Industrie
Mrs.
McCloy: Die deutschen Frauen müssen po2.)
litisch aktiver sein.
30 Die Schule Terpsiehore*. - Die Akademie für volkstümliche Tanzkunst in New York geht neue Wege
zum Verständnis exotischer Tänze.
Mein Kind mag keinen Orangensaft.
Wie wird man Filmstar?
Kariert - Kariert. - Ausblick auf die New Yorker
Frühjahrsmode.
7.) Besseres Wachstum durch neues Vitamin. - Kinderheilstätte in U.S.A. führt Versuche mit Vitamin
B-12 durch.

!':i

_ 1o

-

�ARTIKEL PUR DIE FRAU.
Frauenorganis.ationen in den U.S.A.
Zahl der weiblichen Arbeitskräfte in U.S.A.
ansteigende
3.) Frau Detektivin. - Aus der Arbeit eines weiblichen
Mitglieds des New Yorker Polizeibüros.
Laßt eure Kinder nicht zu früh lesen!
+)
Sind sie nicht selbst Schuld an ihrer Blauen-Mont ags-St ixnmung?
6.) Große Wäsche - wenig Arbeit.

21/2/50 +)

28/2/50

7/3/50

14/3/50

1.) "Family Court" rettet Ehen.
Von Peking bis zur Heiligen Pforte. - Neue Rich2.) V&lt;
tungen in der Hutmode.
In der guten alten Z#it.
Angstgefühle und wie sie überwunden werden.
Versuchen sie es einmal mit Käse. - Das Finale
einer Mahlzeit muß nicht immer süß sein.
+ + + + + + + + + + + + +
Frauen im Kongreß der Vereinigten Staaten.
Kinder sind gar nicht ungezogen.
Von der Kittelschürze zum Hauskleid.
Die Wechseljahre, der Schrecken vieler Frauen.
) Farbenfroh und widerstandsfähig. - Neuer Kunststoffbodenbelag für Wohnungen und gewerbliche
Räume.
6.) Schwedische Ehrung für Mrs„ Eleanor Roosevelt.
1.)
2,)
3.)
4.)
5.)

Amerikas Frauenorganisationen und der Kongreß.
Ein moderner Vater wie ersein soll.
Von der Krinoline bis zur tiefen Taille.
Wie steht es mit ihrem Schlaf.
Alles zur Entlastung der Hausfrau. - Amerikanische Fabrikanten zeigen die neuesten technischen
Erfindungen für das Heim.

21/3/50 +) 1.) Amerika hilft
50 Millionen Kinder warten auf
Hilfe.
2.) "Die Stunde des gemeinsamen Opfers".
3.) Kinder spielen überall.
4.) Frühgeburten und Erblindung.
+) 5.) Das Gesetz für Lebensmittel und Heilmittel sdiützt
die Gesundheit des amerikanischen Bürgers.
6.) Hilfe für zerrüttete Ehen. - Geschiedene Frauen
wollen andere vor der Scheidung bewahren.
7.) Sonne und frische Luft für Wollsachen.
28/3/50 +) 1.) Berufstätige Frauen in den U.S.A.
2.) Ehrung für fünf hervorragende Arztinnen in den U.S.A.
3.) Das Soroptimisten-Haus in Los Angeles.'- Das Heim
für minderbemittelte Studentinnen.
+) 4.) Eine alte Volkskunst erwacht zu neuem Leben. MrSo Mary Meigs Atwater, die Mutter der amerikanischen Handwebereio
+) 5.) Jede Frau kann schön sein, wenn sie es nur will. 1. Folge einer Artikelserie von Terry Hunt.
+ + + + + + + + + + + + +
- 13 -

�21) KURZNACHRICHTEN FliR DIE FRAU.
9/1/50

a) Mrs. Eleanor Roosevelt: Der deutsohe VolksCharakter
kann nicht von heute auf morgen geändert werden.
b) Spielzeugsammlung der "Amerioan Legion11.
c) Wildreia-Ernte in den U.S.A.

16/1/50

a)
1
b)
c)

23/1/50

a) Anteil der amerikanischen Frau am Wirtschaftsleben.
b) Schottisch - die große Kindermode.
c) Kleine Winke für die Küche.

30/1/50

a

7/2/50

Die Frauenorganisationen der Vereinigten Staaten.
setzen internationale Zusammenarbeit fort.
Die Mähmaschine in der Handtasche.
Amerikanische Firma bringt nunmehr auch Kaffeebeutelchen auf den Markt.
4) Aus Konservendosen wurden technische Kleinanlagen.

"Perma" statt Stärke.
Der Heiße-Würstel-Automat.
c. Für den eleganten Herrn.
dj Einkaufen mit dem Schubkarren.
+ • + + + + + + + + + +
"Zigarettenaichere" Tischplatte.
Hauswirtschaftssachverständige gehen in die Vereinigten Staaten.
Das festliche Nachmittagskleid.
"Flair" - ein sensationelles 50-Cent-Maga/in.

b]

I
14/2/50

a) Die erste Schiffsladung Spielzeug für Europa hat
Amerika verlassen.
Wußten Sie eigentlich, daß...
Heues für Kinderzimmer.
Frauen leben länger als Männer.

21/2/50

a) Amerikanische Studentinnenvereinigung finanziert
das Studium von 155 ausländischen Frauen.
Das lauwarme Bad.
Ratschläge für Leckermäuler.
Ahornzucker.

28/2/50

a) Wunschhaus, Modell 1950
b; Zionistische Frauenbewegung in den U.S.A. ehrt
Norwegen.
c) Claudette Colbert als Regisseurin.
d) Lieber Orangen als Äpfel.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Salat- und Speiseöl aus Reissohalen und Spelzen.
Dosenfisch hat keinen Abfall.
Essig aus ganzen Äpfeln.
Kinderkopfwäsche ein Vergnügen.
e) Kinderstuhl mit Tischplatte ringsherum.

7/3/5O

14/3/50

a) Das Budget eines amerikanischen Durchschnittshaushalts.
b) Kunststoffaser für Decken.
c) Filme für Kindergarten und Hochschule.
d) Die 6 populärsten Frauen in den Vereinigten Staaten.
e) Über 3,5 Millionen Kinder wurden im Jahre 1949
in den Vereinigten Staaten geboren.
- 14 -

�IDH2BA0HBICHTEN PUB DIE fBAU*
21/3/50

a) 2 400 Frauen befinden sich unter den bekanntesten
rar Zeit lebenden Amerikanern,,
bj Girl Seouts spenden Schulmappen für deutsche Kinder«
c) lurso Eleanor Boosevelt übernimmt den Torsits für
die Feierlichkeiten am lag der Vereinten Kationen.

28/3/50

a) Amerikanische "Modsstudenten" kommen nach Europa«,
Amerikanische Kriegewaisen besuchen Suropa.
Kleine linke - Großs Hilfst
lo Bügeln leicht gemacht»
2. Wie rsinigs loh meine Möbel?

• • • • • + • • • • • + •
Zu dsn mit •) bssslohneten Artikeln kann dsr "AMEBIKA DIEBST"
kostsnlos Bildmaterial rar Verfügung stellen»
22) LANDWIBTSCHAFTLICHE NACHHICHTEN.
12/1/50

1.)
*
2.)
3»)
- 4.)
5.)
:)

26/1/50

lo)
+) 2.)
3.)
4.)
5.)
6.)

21/2/50

1.)

:i
24/3/50

2
3
4.
5
1.)

•) 4.)
5.)
6.)

Die Landwirtschaft der Marshallplanländer Ein besonderer
Schützling der U.S.A..
"Bound upM - Die große Zeit des Cowboys.
Hygienische Schweinehaltung.
Elektrische Beheizung von Mistbeeten«
Badioisotope entschleiern das Geheimnis der Aufnahme und Verteilung von Nährstoffen in Bäumen.
Kunstdünger aus Maisstroh.
Ureaform verhindert Feuchtwerden von Kunstdünger,
Grand National Bodeo - Die größte Schau der Welt.
Die Biene - Helferin des Farmers.
Hybridenzucht bei Haustieren.
Passen sich Gräser dem Klima an?
Unkrautbekämpfung mit dem Flammenkultivator.
Die "kalte" Pasteurisation.
+ + + + + + + + + + + + + +
Modernisierung der Landwirtschaft - Europäische
Fachleute informieren sich in U.S.A.
Kann man die Legetätigkeit der Hühner erhöhen?
Ahornzuckerernte in den Vereinigten Staaten.
Der Weg der Milch - Vom Erzeuger zum Verbraucher.
Amaryllis als Zimmerpflanze.
+ + + + + + + + + + + + +
Landwirtschaftliche Informierung der europäischen Bauern durch den Marshallplan.
Neues Preisstützungsgesetz für Farmprodukte.
Vollwertige Frischmilch - Monate nach dem Melken. •
Neues amerikanisches Milchkonservierungsverfahren.
Bindertuberkulose - In Amerika heute kein Problem mehr.
Künstliche Brut bei Hühnern.
Die "innere Bräune". - Eine ernste Tomatenkrankheit.
+ + + + + + + + + + + + •

- 15 -

�23) KURZNACHRICHTEN PUR DEN LANDWIRT.
12/1/50

a) Farmer trägt zur Vertiefung internationaler
Freundschaft bei.
b) Gesamtergebnis der letzten amerikanischen Ernte
günstig.
c) Wuchsstoffe als Konservierungsmittel.

26/1/50

a) Amerikanische Fachleute studieren Lage der europäischen Landwirtschaft.
b) Intensive Weidewirtschaft führt zur Bodenverhärtung.
c) Unkrautbekämpfung durch Flugzeuge.
+ + + + + + + + + + + + +
Kartoffelschälen - wissenschaftlich gesehen.
Zwei Lammwürfe im Jahr?
Garantiert reine Wolle von 7-9 cm im Jahr.
+ + + + + + + + + + + + +
Wissenswertes
für den Bauern, - Neuer Impfstoff
a)
gegen Bang'sehe Krankheit
Lieblingsspei8e für Schafe.
Oberwintern im offenen Stall.

21/2/50

24/3/50

+ + + + + + + + + + + + +
24) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
5/1/50

19/1/50

LWirtschaftsbericht zum Jahresende. - Von U.S.-Handelsminist er Charles Sawyer.
Europa im 2. Marshallplanjahr. - Westdeutschland
auf den 3. Platz der ECA-Bewilligungsliste gerückt.
3. Europa erforscht den Dollarmarkt.
4 Die Lücke im amerikanischen Staatshaushalt. Bundesdefizit übersteigt Präsident Trumans
Schätzungen.
Sozialabgaben in U.S.A. steigen. - Alters- und .
Hinterbliebenenrenten sollen den Lebenshaltungskosten angeglichen werden.
6. Der magnetische Manschettenknopf.
1.
2.
3.
4.
5.
6.

Weltfriede durch Welthandel. - Ist Amerika autark?
von Thomas J. Watson, Sr., Präsident der IBM
Corporation.
Der Fiskus wacht auch in U.S.A. - Ein Dollar
Gewinn gleich 38 Cent Steuern.
Kammerjäger mit Hubschrauber.
Direkte Auslandsinvestitionen bevorzugt. Strukturwandel des amerikanischen Privatkapitals
im Ausland.
Vergrößerung der amerikanischen Passagierflotte. 1950 wird ein 60 000 t Luxusdampfer auf Kiel
gelegt.
Zu ihrer Information: ECA-Liste deutscher Ausfuhrwaren.
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�24) DIE AMERIKASISCHE WIRTSCHAFT,
7/2/50

1949 - DaB beste Jahr des amerikanischen Verbrauchers. - U.S.-Handelsminister Sawyer über
die Entwicklung des Konsumentenmarktes in U.S.A.
2. ERP-Portschritt unter der Lupe. - Der neueste
ECA-Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung der Marshallplan-Länder.
Koteletts
aus dem Laboratorium. - Speiseeis aus
•) 3.
Schweineschwarten und andere Merkwürdigkeiten.
4. Der amerikanische Staatshaushalt für 1950/51. Soziallasten steigen - Defizit soll verringert
werden.
5. Die Arbeitsanalyse. - Eine Studie über die Bewertung der Arbeitsleistung in U.S.A. Teil I.
6. Zu ihrer Information: Voller Text der Messeordnung für die erste internationale Handelsmesse der Vereinigten Staaten in Chicago.
+ + + + + + + + + + + + + +
1/3/50
1. Die Steuervorschläge Präsident Trumans. - Einkommensteuer unverändert - Erleichterungen für
Mittelbetriebe.
2. Die Bevorratung kriegswichtiger Rohstoffe in
den U.S.A. - Mitte 1950 werden über 50# des
Solls erreicht.
3. Neuer amerikanischer Ozeanriese verspricht
Rekordleistungen. - Mit 31 Knoten ein Anwärter
auf das Blaue Band.
4. Sparen - Die große Losung Hollywoods. - Produktionskosten seit 1946 um 205* gesenkt.
5. Die Margarineschlacht ist gewonnen. - In den
U.S.A. wird die Margarinesteuer abgeschafft.
6. Die Arbeitsanalyse. - Teil II.
+ ++ + + + + + + + + + +
Gesicherter Arbeitsfriede im amerikanischen
15/3/50
Bergbau.Betriebe werben bei ihren Angestellten.
2
Wissenschaftliche
und praktische Kraftstoff3
Forschung in U.S.A.
Die Arbeitsanalyse. - Teil III - Der Bewert ung saus sc huß .
Zu ihrer Information: Voller Text des ECA-Vorschlags zur Bildung einer Europäischen Zahlungsunion.
+ + ++ + + + + + + + + + +
25) KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
5/1/50

1.

Werbung durch Fernsehen.
Rekordzahl neu zugelassener Kraftwagen in U.S.A.
Rücklagen der amerikanischen Lebensvarsicherungsgesellschaften.
Export technischer Daten aus U.S.A. teilweise
kontrolliert.
Westdeutschland erhält technische Schriften durch
ERP.
Amerikanischer.Architektenverband will Wiederaufbau Europas unterstützen.
- 17 -

�25) KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHER WIRTSCHAFT.
19/1/50

a) Die amerikanische Streikbilanz des Jahres 1949.
Leichtbau-Eisenbahnwagen setzten sich durch.
Neue Verbrennungsturbine für Luftschraubenbetrieb.
Messeleitung in Chicago beginnt mit Zuweisung
der Stände.
+ + + + + + + + + + + + +
a) Einwohnerzahl der ü.S.A. 17^ höher als 1940.
b) Gesamtauflage aller amerikanischen Zeitungen
seit Kriegsende um 6$ gestiegen.
c) Europa-Saison für U.S.-Touristen beginnt früher
als erwartet.

1/3/50

15/1/50

a)
b)
c)
d)

U.S.A. beseitigen Elendsviertel.
Steuererleichterungen für U.S.-Auslandsinvestitionen,
U.S.-Außenhandel im Januar.
Vorläufig keine neuen Panama-Kanalgebühren.
+ + + + + + + + + + + + +
26) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.

1/3/50

CIO unterstützt U.S.-Außenpolitik.
Schutzbestimmungen für Kinderarbeit in U.S.A.
Was leistet der Sozialfonds der amerikanischen
Stahlarbeiter?
CIO-Erklärung zur Arbeit der UN.
7/eitere Verbesserung der amerikanischen Sozialgesetzgebung gefordert.
ECA-Missionschefs berichten über EEP-Fortschritte.

15/3/50

Fortschrittliche Betriebsführung - Belegschaft
eines chemischen Betriebes in U.S.A. erhält
Kitbestimmungsrecht.
Lehrgänge für Unfallverhütung.
Gewerkschaftsfragen in der amerikanischen Presse.
Kostensenkung und Produktionssteigerung.
Arbeitslosenunterstützung bei außerberuflicher
Krankheit.
+ + + + + + + + + + + + + +

2,

3.
4,
5.

27) GEISTIGES LEBEN.
John Deweys Bedeutung für die Pädagogik.
Charles Munch, der neue Dirigent des Bostoner
Symphonieorchesters".
3«) Gottes Wort auf telefonischen Anruf.
4.) Der kürzeste weg zur Kunst.
5.) Fünf Autoren geben Beispiel für die Integration
des Theaters.

10/1/50 +).

9

:l

24/1/50 +) 1.) Robert M. Hutchins, der "Heilige Thomas von Chicago."
2.) Vier Millionen Papiere aus Roosevelts Nachlaß
für die Geschichtsforschung.
3.). Filmprüfer werden geprüft.
4.) Vierhändiges Klavierspiel, ein versunkener Sohatz.
5.) Moderne Kunst kritisch betrachtet.

:J

- 18 -

�27) GEISTIGES LEBEN„
8/2/50

+)

t)

•) 5
4
+&gt; 5

Franz Lieber, der Brockhaus Amerikas .
Zehn Filme^ die die Welt begeisterten - «in
halbes Jahrhundert amerikanischen Films.
Keine Religion ohne Kunst und Symbol.
Ein nicht-zerstreuter Professor macht Schule.
Völkerverständigung im 3/4 Takt.

24/2/50 •) lo) Musik ist kein Baldrian - Ein fort für die modern«
Musik von Aaron Copland.
2.) Ein amerikanischer Trappist erzaalt die Geschichte
seines Ordens.
3 0^-marsden Hartley - Er malte die tausend Gesichter
y
der Erde.
4.) Schule und Leben - zwei neue pädagogische Versuche •
)
Adalbert Stifter und Henry Thoreau. Von
*&gt; 5
Johannes Ursidil, New York*
+ + + + + + + + + + + • +
8/3/50
Akademische
Verbindungen mit Ansprüchen. Studen1.)
ten ohne Kiesewetter und Bierkomment. Von
Dr. Frederick Lehner, Professor am West Virginia
State College.
Es führen viele Wege nach Damaskus.
Eliel Saarinen - Architektur ein seelisches
Problem.
4.) a) Haydn-Renaissance in Amerika.
b) 100 000 Dollar Koussevitzky-Stiftung für
•)
zeitgenössische Musik.
5.) Moderne Kunst durchdringt den Alltag.

:1

22/3/50

1:1

Die Sonntagsschule in Amerika.
Die Verantwortung des katholischen Romanschriftstellers.
Charles Ives - ein musikalischer Außenseiter.
Die Wahrung bürgerlicher Rechte und Freiheiten.
5! Die Entwicklung des Bühnentanzes in Amerika.
+ + • + + + •»• + + + +

••

Zu den mit + bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
27) KÜRZNACHRICHTEN.
24/1/50

8/2/50

a) Internationale Zentrale des Baugewerbes.
Manuskripte und Kunst des Altertums auf Mikrofilmen.
Klassikerübersetzungen der UNESCO vor dem Forum
der Fachleute.
d) Kunst Unterricht in den Schulen der Welt.
+ + + • + +.+ + • + • + +
a) Picasso und der letzte Weltkrieg.
b) Die Sprachen des New Yorker Rundfunks.
e) Politische Filme nicht gefragt.
d) Film über Helen Keller geplant.
e) Flaherty bearbeitete den deutschen MichelangeloFilm.

- 19

�27) KURZNACHRICHTEN.
24/2/50

8/3/50

a) Rotaryklub stiftet Stipendien.
Afrikanischer Literat urpreis.
Haiti feiert die Menschenrechte.
Indien wird das Dezimalsystem einführen.
+ + + + + + + + + + + + +
a) General Eisenhower als Maler.
Revision des Bibeltextee in Vorbereitung.
Amerikanische Archäologen durchforschen
Südwestarabien.

22/3/50

a) Columbia wird der freien Universität Berlin
helfen.
b) Kampf im Warschauer Ghetto wird verfilmt.
c) David E. Lilienthal gegen Atompsychose.
+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit + bezeichneten Artikeln liefert der •'AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

28) JUGEND.
10/2/50

1.) Die Reise der kleinen Hütte: Eine Pfadfindergeschichte.
+) 2.) Generaldirektoren mit 16 Jahren: Jugendliche
in Amerika lernen das Geschäftsleben aus eigener
Erfahrung kennen.
+) 3.) Amerikas "Camp-Plre-Girls": Arbeit und Ziele eines amerikanischen Jugendverbandes für Mädchen.
4.) Kindermuseum in Amerika:
5.) Jungen lernen kochen:
6.5 Text einer Ansprache, die Mrs. John J. McCloy,
die Gattin des U.S.-Hochkommsissars in Deutschland, vor dem Deutsch-Amerikanischen Jugendklub
in Nürnberg hielt.
7.) L.S. Wilson zum Portschritt der Jugendarbeit
in Deutschland.
8.) Versuch's mal: Kleines Experiment mit einer Kerzenflamme.
+ + + + + + + + + + + + +
1 . Pluto besucht den Präsidenten.
10/3/50
2. Was ist Demokratie?
3 . Boys* Ranch - ein Bubenparadies.
4 . Howe Caverns - Ein Nationalwunder Amerikas.
5 . Die Erwachsenen sollen ihren Hader begraben.
6. Dringendstes Erfordernis der deutschen Jugend:
Wiederherstellung des Kontaktes mit der Außenwelt.
Reiseführer für Kinder.
: ) Versuch's mal. Die unsichtbare Schrift.
+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit + bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 2o -

�29) SONDERNUMMERN.
Januar 1950 Die Verwendung der ERP-Gegenwertgelder.
(Das von der ECA-Mission in Deutschland im Anschluß an das ERP-Abkommen genehmigte Investierungsprogramm der Deutschen Bundesrepublik.)
+ + + + + + + + + + + + +
7/2/50
Ansprache des Amerikanischen Hochkommissars für
Deutschland, Mr. John J. McCloy, anläßlich der
Eröffnung des Amerika-Hauses in Stuttgart.
18/2/50

16/3/50

Text eines von Arthur Krocks am 15.2.50 in der
"New York Times" veröffentlichten Berichte über
sein Interview mit Präsident Truman.
+ + + + + + + + + + + + +
Rede des U.S.-Außenministers Dean Acheson anläßlich
der Konferenz für internationale Zusammenarbeit
zur Entwicklung der Weltwirtschaft.
(Gehalten am 16. März 1950 an der Universität von
Kalifornien).
+ + + + + + ++ + + + + +

- 21 -

�S/8 - Juli 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1950 - 30. Juni 1950

1.
2.
3.
4.
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6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.

Seite
Leben in den U.S.A.
1
Wissenschaft
2
Portrait der Woche
3
Kunst, Musik, Theater, Film, Literatur, Tanz
3
Das neue Buch
4
Europäisches Wiederaufbauprogramm
4
Wirtschaft
5
Arbeit
5
Arohitektur
6
Erziehungswesen
6
Medizin
.*
6
Meilensteine auf unserem Wege
7
Sport
7
Psychologie
7
Industrie und Technik
7
Verkehrswesen, Plugwesen
8
Amerikanische Rechtspflege
8
Internationale Verständigung
8
Presse
8
Vereinte Nationen
8
Kommentare von John L. Morton
9
Zu Ihrer Information
10
Artikel für die Frau
12
Kurznachrichten für die Frau
15
Landwirtschaftliche Nachrichten
18
Die amerikanische Wirtschaft
19
Kurzberichte aus der amerikanischen Wirtschaft
21
Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten Staaten
22
Geistiges Leben
23
Jugend
25
+ + + + + + + + + + + + +

�1.) LEBEN IN DEN U.SoA.
1/4/50

+)

Mit dem Auto ins "Drive-In-Theater".

4/4/50

Enttäuschen Wunderkinder?

6/4/50

Von der Tätigkeit des amerikanischen Landmessers.

8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
22/4/50

+)
+)

West Point, die amerikanische Militärakademie.

+)

Deutsche Mystiker als Sohwerindustrielle.
Millionen Menschen besuohen jährlich das
Washington Denkmal.

25/4/50

+)

Die "Hofkirche" des Weißen Hauses.

27/4/50

+)

Das Blutspenderprogramm des Amerikanischen
Roten Kreuzes.

Lachszucht in Kalifornien.
Der •'geräuschvollste" Mann der Welt.

29/4/50

Materialprüfung und Zerreißproben zu Forsohungszwecken,

+ + + + + + + + + + + + +
2/5/50

Frauen leben länger und hören besser.

4/5/50

+)

6/5/50
9/5/50
11/5/50

+)
+)
+)

13/5/50
16/5/50
18/5/50

+)

20/5/50
23/5/50

+)

Treffpunkt im Drugstore.
Volksbücherei auf Rädern.
Das Community Center - die Volkshochschule Amerikas.
Wahiawa, die Ananashauptstadt der Welt.
Die Gasfernleitung, Kaliforniens Lebenslinie.
Die malerische Nordküste von Massachusetts.
1.) Die Stadt New York als Angeklagte.
2.) 12-jähriges lettisches Mädchen als Ehrengast bei
den Feierlichkeiten zum amerikanischen Staatsbürgertag am 22. Mai in Washington.
Auf den Spuren der Ureinwohner Amerikas.

+ ) Überall in den U.S.A. blühen um diese Zeit die "State
Flowers", die Wappenblumen der 48 Einzelstaaten.
Das Auskunftsbüro des New Yorker Automobilolubs.

25/5/50
27/5/50

+)

Das gemeinnützige Reisebüro der U.S.A.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 1 -

�LEBEN IN DEN U.S.A.
1/6/50
3/6/50
8/6/50
10/6/50
22/6/50
27/6/50

+ ) Die Fertighaussiedlung vor den Toren New Yorks.
Fünfjahresplan in Detroit — Die Bedeutung des neuen
General Motcrs-Kollektivvertrages.
Emigrantensöhne im U.S.A.-Kongreß.
Paradies der Edelsteinjäger.
+) Eine Idee wird zur Weltstadt - 150 Jahre Washington.
+ ) Moderne Romantik am Mississippi.
+ + + + -)• + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT
4/4/50
8/4/50
15/4/50
18/4/50
22/4/50
25/4/50
27/4/50

Die Riesenlibelle, das Flugzeug der Zukunft.
Mr. Kearney ist Spezialist für die Wiederentdeokung
gestohlenen Radiums.
Erforschung des Milchstraßensystems.
+) Das Smithsonian Institut.
DDT„ das weltbekannte Schädlingsbekämpfungsmittel,
wirkungslos bei bestimmten Moskitoarten.
Amerikanische Expedition begann Ausgrabungen in Arabien.
Druckerschwärze mit Fichtennadelduft.
+ + + + + + + + + + + + +

6/5/50
9/5/50
16/5/50
18/5/50
23/5/50

Deutsche Psychiater besuchen die Vereinigten Staaten.
Das 97. Element (Berkelium) in den Vereinigten
Staaten entdeckt.
+) Künstlicher Regen für New York.
Wird die Erde wärmer? - Ein amerikanischer Chemiker
begründet eine neue Theorie.
Die Chemie der kleinsten Organismen.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
13/6/50
15/6/50
20/6/50

+) Die "Amerikanische Stiftung für Naturwissenschaften' 1 .
Verbilligung des synthetischen Benzins durch verbessertes Herstellungsverfahren.
Akustische Versuche im Kleinen.
Ein hessischer Hauptmann beschrieb den Unabhängigkeitskrieg.
+ + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�3.) PORTRAIT DER WOCHE
I/4/5O
22/4/50
29/4/50

+ ) Percy L« Julian, Chemiker und Forscher.
+) Der amerikanische Karikaturist Herbert Block.
+) Der fliegende Botschafter - W. Averell Harriman.
+ + + + + + + + + + + + +

6/5/50
11/5/50
18/5/50
23/5/50
27/5/50

Hamburgs Bürgermeister Max Brauer.
+) Roger Duvoisin, einer der führenden amerikanischen
Buchillustratoren.
+ ) Prof. Dr. Shuster, Bayerns neuer Landeskommissar.
+) Japans MacArthur.
Nathaniel Currier und Merritt Ives - die ersten
Bildreporter Amerikas.
+ + + + + + + + + + + + +

10/6/50
17/6/50
20/6/50

+) Hüter der Maoht des gedruckten Worts: Kent Cooper Generaldirektor von Associated Press.
+) Der "wilde Mann" in der amerikanischen Literatur William Paulkner erhielt hohe Auszeichnung.
+) Capus M. Waynick, Direktor des Punkt-Vier-Programms,
+ + + + + +++ + + + + +

4.) KUNST,_MUSIK, THEATER,_FILM&gt;_LITERATUR_L TANZ_
4/4/50
6/4/50 +;
15/4/50
18/4/50
20/4/50
25/4/50

Ein Kino, das nichts einbringen soll.
Ruth St. Denis, Ted Shawn und ihre Tanzgruppe, die
"Denisshawn Dancers".
+ ) Die bildende Kunst hat eine große Zukunft in Amerika.
Hollywood wählte die besten Filmkünstler der letzten
50 Jahre.
Ein Regenschirm für 9 500. - Die regensichere Freilichtbühne von Pittsburgh.
New Yorker Ausstellungen geben Einblick in das Schaffen
moderner Bildhauer.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
13/5/50
16/5/50

+)

Ivan Mestrovic, der große kroatische Bildhauer, wirkt
heute in den Vereinigten Staaten.
+) Ferdinand Schäfer, der Gründer des Indianapolis
Symphonie-Orchesters.
+) Bürokratie nach Noten. - Gian-Carl) Menotti, die
große Hoffnung der modernen Oper.
"Tonys" statt "Oskars" — Preisverteilung an amerikanischen Bühnen.
- 3 -

�KUNST,_MUSIK_, THEATER,_PILM,_LITERATUR_L TANZ_
20/5/50
25/5/50

Die Pulitzerpreise von 1950.
+)

Das Negerspiritual, echtester Ausdruck der Seele
des schwarzen Menschen.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50

Die Theater-Arbeitsgemeinschaft in New York.

3/6/50

+) Der LuftbrückenfilnuVom Rechte, das mit uns geboren . . . Professor
R.Mo Maciver: Great Expressions of Human Rights.

10/6/50
15/6/50
17/6/50

+ ) Singendes Amerika.
Hollywood in Deutschland.

27/6/50
29/6/50

+)
+)

Louis Armstrong, der König der Trompete.
Die Ruhmeshalle des Films in New York,City.
+ + + + + + + + + + + + +

5.) DAS NEUE BUCH
"Der Sprung in die Freiheit" — Oksana Kosenkina erzählt ihr Leben.
Das Ende eines Ghettos — Zu John Herseys Roman
"Die Mauer".

8/4/50
27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
In fünfzehn Jahren Abflug zum Mond — Besprechung des
Buches von Willy Ley "Conquest of Space" (Eroberung
des Weltenraumes.)

9/5/50

+ + + + + + + + + + + + +
24/6/50

+)

John Foster Dulles: Krieg oder Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

6.) EUROPÄISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
13/4/50

+)
+)

Rote Kreuze im Kalender - Chronik des Marshallplans.
Marshallplan auf vollen Touren. Von Robert M.Hanes,
Chef der ECA-Sondermission in Westdeutschland.
Der Weg nach Europa — Zwei Jahre ERP für
Deutschland. Von John L. Morton.
ERP-Mittel für den deutschen Wohnungsbau —
Von Wilhelm Weisser.
Überblick über die Marshallplanhilfe und den
Wiederaufbau der deutschen Industrie.
Westdeutschlands erstes internationales Abkommen —
Mit dem ERP-Vertrag begann eine neue Phase des
deutschen Wiederaufbaus.
- 4

�EUROPAI3CHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
13/4/50

+)

7.) Qualitätsschuhe am laufenden Band — ERP-Lederlieferungen helfen der deutschen Schuhindustrie.
8.) Europahilfe — eine moralische Aufgabe —
Marshall-Rede zum 2. Jahrestag der Gründung der
OEEC.
9.) Auszüge aus Marshalls großer Rede in Harvard
am 5. Juni 1947.
+ + + + + + + + + + + + +

11/5/50
27/5/50

"Die Anderen und Du" - Ein Lehrheft für Schüler über
Aufbau, Ziel und Zweck des Marshallplanes.
+ ) Europareisen im Zeichen des Marshallplans.
+ + + + + + + + + + + + +

6/6/50

Technische Unterstützung fördert den Wiederaufbau.
+ + + + + + + + + + + + +

7.) WIRTSCHAFT
15/4/50
22/4/50
25/4/50
29/4/50

+ ) Ein Land macht Inventur — 17. Volkszählung in den
Vereinigten Staaten.
Die erste Weltbevölkerungs-Zählung hat begonnen.
Jährlich 23 Milliarden Kilowatt aus den Niagara-Fällen.
Prozeß der U.S»-Regierung gegen den A &amp;P-Konzern.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
20/5/50
25/5/50

+)

Was ECA in Europa leistet
Seifenfreie Seifen.
Eine Erziehungskampagne der UNESCO über die Ernährungsprobleme der Welt.
+ + + + + + + + + + + + +

20/6/50

Zahlungsunion gegen Dollarknappheit.
+ + + + + + + + + + + + +

8.) ARBEIT
6/4/50
8/4/50
20/4/50

Lehrgänge über Gewerkschaftsfragen an amerikanischen
Hochschulen.
Neue Verteilung der Werkpausen in amerikanischen
Betrieben.
Vollbeschäftigung und wirtschaftliches Wachstum.
+ + + + + + + + + + + + +
- 5

�ARBEIT
4/5/50
13/5/50

Kollektivvertragliche Regelung von Werkküchenpreisen.
+) Gewerkschaften bauen Arbeiterwohnungen.
+ + + + + + + + + + + + +

22/6/50

Amerikas Arbeiter und "Euopa - Von William Green,
Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFI.
+ + + + + + + + + + + + +

9.) ARCHITEKTUR
29/4/50

+)

"Helix", das Rundhaus der Zukunft.
+ + + + + + + + + + + + +

10.) ERZIEHUNGSWESEN
1/4/50

Aufgaben und Leistungen der amerikanischen öffentlichen
Bibliotheken.
Gewerkschaften sollen am Aufbau des neuen Schulsystems
in Deutschland mitarbeiten.

4/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
Die Whittler-School, Versuchsgrundschule der Universität in Berkeley, California.

13/5/50

+ + + + + + + + + + + + +
24/6/50

+)

Schulunterricht für körperbehinderte Kinder.

11.) MEDIZIN
1/4/50
18/4/50
27/4/50

+) Medizinmann hilft dem Arzt. Ein modernes Krankenhaus
für Indianer.
Die neuerrichtete Veteranenheilanstalt in Chelsea,
Massachusetts.
Kampf der Müdigkeit.
+ + + ++ + + + + + ++ +

4/5/50
27/5/50

Neue Präparate gegen Lepra.
Neue Waffen gegen Tuberkulose.
+ + + + + + + + + + + + +

13/6/50

+) Keine Angst vor'm Zahnarzt.
+ + + + + + + + + + + + +

- 6 -

�12.) MEILENSTEINE AUF UNSEREM WEGE
6/4/50

+)

Wallfahrt nach Hyde Park — Zum 5« Todestag des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt am
12. April.
+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50

+)

Der Präsident der Vereinigten Staaten und sein Werk.
+ + + + + + + + + + + + +

8/6/50

+)

20/6/50

+)

27/6/50

+)

14. Juni - Flaggentag in Amerika. - Von der Entstehung der amerikanischen Nationalflagge.
Amerikanische Verfassung und "Bill of Rights" zum 162. Jahrestag der Ratifizierung der Verfassung
der Ü.S.A.
Geburtstag einer Nation - Der Unabhängigkeitstag in
Amerika.
+ + + + + + + + + + + + +

13a)_SP0RT
20/4/50

Wie schnell ist ein Skispringer? + + + + + + + + + + + + +

6/6/50
24/6/50

Fünfzig Jahre Entwicklung im amerikanischen Boxsport,
Sportreporter anno dazumal.
+ + + + + + + + + + + + +

14O_PSYCH010GIE
6/5/50
20/5/50

Wie groß ist Ihr "Reizbarkeitsfaktor"?
Maurice Reddy vom Amerikanischen Roten Kreuz beobachtet das Verhalten des Publikums bei Katastrophen.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) INDUSTRIE UND TECHNIK
9/5/50

+)

11/5/50
16/5/50

+)

18/5/50

+)

10 t - Lastkraftwagen mit Turbinenantrieb verläßt
den Prüfstand.
Die synthetischen Fasern Orion, Vinyon und Saran.
Unterirdische Kleinbahnen versehen den städtischen
Güterverkehr Chicagos.
Der Grand Coulee-Damm, die größte Energiequelle der
Vereinigten Staaten
+ + + + + + + + + + + + +

- 7 -

�INDUSTRIE UND TECHNIK
25/5/50

+)

Die Bedeutung des Films als Lehrmittel in der Industrie
der UcS.A.
+ + + + + + + + + +

6/6/50
22/6/50
29/6/50

+)

H- + +

Orgelspielen leicht gemacht.
Ein neues Straßenpflaster.
Wunderstoff Glas.
+ + + + + + + + + + + + +

l6i)_VERKEHRSWESENi FLUGWESEN
18/5/50
25/5/50

+)

Unfallverhütung in den Vereinigten Staaten.
Verkehrsluftfahrt nach 1955.
+ + + + + + + + + + + + +

3/6/50
17/6/50

+ ) Windkanal und Üherschallgeschwindigkeit — Aus der
Luftfahrt-Forschung der U.S.A.
»Weltflughafen der Freundschaft" - Riesenflughafen
in Neu England.
+ + + + + + + + + + + + +

i7l)_AMERIKANISCHE_RECHTSPFLEGE
13/6/50

+)

Las Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten,
+ + + + + + + + + + + + +

18._)_INTERNATIONALE VERSTÄNDIGUNG
15/6/50

Amerika im Bild - für Europa. Fernsehnetz als Schwesterunternehmen der "Stimme Amerikas."
+ + + + + + + + + + + + +

19j_PRESSE
17/6/50
24/6/50

+)

Heiße Würstchen im Kalten Krieg. Die amerikanische
Zeitschrift "Newsweek" über das Pfingsttreffen der FDJ.
Hugh Baillie, Chef der United Press - Nachrichtenfreiheit und gewappneter Frieden.
+ + + + + + + + + + + + +

20_.)_VEREINTE NATIONEN_
29/6/50
UNESCO plant einheitliches Urheberrecht.
+ + + + + + + + + + + + +
- 8 -

�21.) KOMMENTARE VON JOHN Lo MORTON
1/4/50
4/4/50

Der europäische Gedanke»
Wo bleibt das Verfassungsgericht? — Ein System der
Kontrolle und Ausgleiche Bedingung
für das Vertrauen
zu Bonn0
Wirtschaftsstrategie nach dem Marshall-Plan.
Freie Bahn für ein neues Experimente
"Wenn das Geschrei verhallt, wird West-Berlin nach
immer frei sein."
Die Suche in der Ostsee.
"Das amerikanische Volk hat nicht vergessen . . . "
Wer sabotiert die Vereinten Nationen?

8/4/50
15/4/50
18/4/50
20/4/50
25/4/50
29/4/50

+ + + + + + + + + + + + +

2/5/50
4/5/50
9/5/50
11/5/50
16/5/50
20/5/50
23/5/50
27/5/50

+)

Außenminister Acheson erklärt sein Programm.
Diener - nicht Herren des Volkes.
Zur Londoner Konferenz der Außenminister.
Sowjetische Rache nach fünf Jahren.
Europa -- Theorie und Wirklichkeit.
Zur Londoner Außenministerkonferenz. Ein freies
Deutschland in einem freien Europa.
Im Osten: Unmenschliche Härte.
"Ich habe die Ehre . . . " Weltfrieden und Volkspolizei.
+ + + + + i- + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
6/6/50
10/6/50
15/6/50
17/6/50
20/6/50
22/6/50
27/6/50
29/6/50

"Hottentotten-Gerede"c Herr Ulbricht zum Frieden und der
Einheit Deutschlands.
Heute - Kartoffelkäfer! Morgen - vielleicht das Ungeheuer von Loch Ness?
Flaschen mit zu engem Hals*
DIVIDE ET IMPERA - Das Warschauer Abkommen - ein
schwarzer Tag für Deutschland.
Was die Kommunisten am meisten fürchten.
Deutschland sagt JaBerlin und kulturelle Freiheit.
Zahlen, die für sich selbst sprechen - Der sowjetische
Haushaltsplan.
Immer wieder das alte Lied • die Ostzonenpresse und
der Kongreß für kulturelle Freiheit.
Die Vorgeschichte de» Korea-Konflikts in Tatsachen.
+ + + + + + + + + + + + +

_ 9_

�22.) ZU IHRER INFORMATION
6/4/50

Wortlaut der Ansprache Mr. McCloya beim Essen der
Pilgrim's Sooiety in London.
1.) Wortlaut der U.S.-Note an Moskau.
2.) Wortlaut einer mündlichen Erklärung des Sprechers
im amerikanischen Außenministerium, Michael MoDermött.
Wortlaut der Rede Präsident Trumans vor dem Verband
der amerikanischen Redakteure.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem Verband amerikanischer Redakteure
am 22. April in Washington.

22/4/50

25/4/50
27/4/50

+ + + + + + + + + + + + +
2/5/50
6/5/50
13/5/50

16/5/50
18/5/50
20/5/50

25/5/50
27/5/50

+)

Auszug aus einer Ansprache John Poster Dulles1 über
Probleme der U.S.-Außenpolitik.
Deutsche Bundestagsmitglieder in Washington.
Auszug aus dem Congressional Record vom 25. April 1950.
Voller Wortlaut der Rede "Bericht aus Deutschland"
des Direktors des Aiptes für öffentliche Angelegenheiten, Mr. Ralph Nicholson, vom 12. Mai 1950, auf
der 19. Jahrestagung des Institutes für auswärtige
Angelegenheiten an der Earlham-rUniversität in
Richmond, Indiana.
Der amerikanische Kongreß schafft ein Gesetz. Von
Francis J. Myers, U.S.-Senator für den Staat Pennsylvanien.
Wortlaut der Londoner Kommuniques.
1.) Entschlüsse von historischer Tragweite in London.
2.) Wortlaut der Rede des stellvertretenden amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, Benjamin
J. Buttenwieser, am 18. Mai -1950 in White Sulphur
Springs (West Virginia.)
Wortlaut der Ansprache des amerikanischen Hochkommissars für Deutschland, John J. McCloy, zur Eröffnung des Amerika-Hauses in Hannover.
Wortlaut der amerikanischen Protestnote an die
Sowjetunion.
+ + + + + + + + + + + + +

1/6/50
3/6/50
8/6/50

Die Hochkommissare der Westmächte übermitteln Tschuikow
einen Plan zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.
Wortlaut der Rede des U.S.-Außenministers Dean
Acheson vor dem U.S.-Kongreß .
Voller Wortlaut der Rede des amerikanischen Außenministers Dean Acheson in einer gemeinsamen Sitzung der
Senatsausschüsse für außenpolitische Angelegenheiten
und für die bewaffneten Streitkräfte*.

- 10 -

�ZU IHRER INFORMATION
10/6/50
13/6/50

15/6/50

22/6/50
27/6/50

Wortlaut der Rede Präsident Trumans vom 9. Juni 1950
über Friedensbemühungen der U.S.A.
1.) Amerikanische Erklärungen zur Oder-^Neiße-Linie.
2.) Voller Wortlaut der Ansprache Präsident Trumans
über die Außenpolitik der U.S.A. (10.6.1950 in
St. Louis, Missouri.)
Zusammenschluß der freien Welt. Von Neal Stanford.
Wortlaut der großen außenpolitischen Rede des U.S.Außenministers Dean Acheson in Dallas am 14.6.1950.
Ein weiterer Schritt zur Linderung der Flüchtlingsnot.
Das Punkt-Vier-Programm.
+ + + + + + + + + + + + +

•- 11 -

�23

ARTIKEL FÜR DIE FRAUo
1.)

"Wir, die Völker der Erde ..»"-Eine Erklärung von Mrs.Eleanor Roosevelt zu
dem internationalen Gesetzesvorsohlag, der die
Grundrechte des Individuums für alle Menschen
der Erde garantieren soll.

2.)

Die Frau auf dem Wege zur politischen Gleichberechtigung»

3.)

Pearl Elleene Primus, die amerikanische Tanzwissenschaftlerin, zwisohen afrikanischem Busch
und Universität.

4.)

Kinder lesen mit den Händen*

5.)

Eierspeisen einmal anders»

6.)

Sei immer du selbst»
Von Terry Hunt» (2.Folg«)

1.)

Die Stellung der Frau im politischen Leben
der U.S.A»

2»)

Hunter College, die älteste und zugleioh mo^
dernste Mädchenschule der U.S.A»

3.)

Über die Höflichkeit der Kinder.

•)

4.)

Haben sie eine anständige Zahnbürste?

+)

5.)

Kostüm, Kleid und Mantel in diesem Frühjahr
betont jugendlich und weich.

6.)

Kummer und Sorgen - Feinde der Schönheit*
Von Terry Hunt. (3»Folge)

1.)

Rektor eines Frauen-College berichtet aus
seinen Erfahrungen.

2.)

Wir adoptieren ein Baby

3.)

Eine Frau auf Eisbärjagd.

+)

4.)

Die amerikanische Küche Das moderne Labor des Haushalts.

+)

5.)

Schöne Figur durch richtiges Essen»
Von Terry Hunt. (4-Folge)

4/4/50

+&gt;

+&gt;

13/4/50
•)

18/4/50

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 12

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
Amerikanerin verschafft 24-0 europäisehen
DP-Familien Unterkunft und Brot.

25/4/50

Der werbliche Einfluß im politischen Leben
Kaliforniens.

+)

3.

Dezente Kundenwerbung in den Ü.S.A»

4.

Wenn Kinder streiten.

5.

Amerikanische Innenarchitekten lösen das
Raummangelproblem der Einsimmerwohnung.

6.

Oute Kleidung die beste Kapitalsanlage auf
dem Konto der Schönheit.
Von Terry Hunt. (5.Folge)

7.

Leiterin der Frauenabteilung beim U.8.- Hochkommissar für Deutschland sprioht über ihre
Arbeit.
+ + + + + +' + + + + + + +

2/5/50 +)

1.

Der erste Mai in den Vereinigten Staaten.

2.

Mrs. Elizabeth Faekt, eine bekannte Pädagogin
der U.S.A,., berät deutsche Gruppen in Frauenangelegenheiten.

3.

Die Füsse deines Kindes.
Probleme der Sexualerziehung der Jugendlichen.

«

9/5/50

+&gt;

5.

Florence Wiokham, die einzige Opernkomponistin
der Ü.S.A», zur Situation der Opernkomponisten
in den Vereinigten Staaten.

6.

Kleines Schönheitahievier.
Von Terry Hunt. (6.Folge)

7.

Kleine Winke - große Hilfe.

8«

Kleine Vitamintabelle für

1.

Flüchtlinge und Arbeitslose — Die Sorgenkinder
von Mrs. Scheyer, Expertin für Wiederanaiedlungsfragen beim Pariser Büro der EGA.»

2.

Wachsender Einfluß der Frauen in U.S.-Gewerkschaften.

3.

Glanz und Elend eines Photomodells.

4.

Warum sind wir lufthungrig?

- 13 -

das Frühjahr.

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.

5.

Seohs Prozent berühmte Frauen im amerikanischen
Nachschlagewerk Mfho is Who"»

6.

Wie entfernt man Flecke?

1.

Frauen und Demokratie.

2.

Flugstewardess, ein begehrter Beruf in Amerika.

3.

Illusion und Wirklichkeit.

4.

Der amerikanische Kühlschrank von heute.

5.

Zitronenspeise - Götterspeise.

23/5/50 +)

1.

Bauklötzchen als Lernmittel.

+)

2.

Mrs. Eleanor Roosevelt — Eine vielgeehrte Frau.

3.

Sensationelle Schuhmode.

9/5/50

16/5/50
+&gt;

+)

Amerika propagiert den "nude look".
4.
Schönheitsmittel wie vor 5 000 Jahren.
5.
Der Tod in der Streichholzschachtel»
6.
Blau bevorzugt.
Das Ergebnis einer Chicagoer Rundfrage.
+ + + + + + + + + + + + +
1.

Der Gleichberechtigung der Frau entgegen.

+)

2.

Bundestagsmitglied Frau Irma Keilhack über ihre
Eindrücke in Ü.S.A.

-0

3.

Entwicklung und ästhetische Ausdrucksform.

4.

Gelenkrheumatismus und Schwangerschaft.

5.

Ferien vom loh.
Minna entpuppt sich als bekannte Schriftstellerin
und - Lebenskünstlerin.

1.

Die Liga der amerikanischen Wählerinnen.

2.

Rose Markward Knox, die Präsidentin der
"Knox-Gelatine-Gesellschaft".

1/6/50

13/6/50
+)

+). 3.

Am Badestrandt Spitzen und Leinen.

4.

Ratschläge für die Stilltechnik.

5.

Auoh "Er" kocht und putzt und wäscht.

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
20/6/50

+ ) 1.
2.

Säuglingspflege und Kindererziehung

3.

Wissenswertes über den Sonnenbrand»

4.

Frauen-Nebenberufe in den U.S.A.

+ ) 5»
27/6/50

Amerikanische Farmersfrauen begehen die
"Woche des Haushalts".

1.
+) 2o

Zum 70ten Geburtstag Helen Kellers.
Mrs. Roosevelt und der Tag der UN«
Die Frühgeburten-Station des Michael-ReeseKrankenhauses in Chicago.

3.

Geschichte eines modernen Aschenbrödels.

4.

Ein kleines "Haushaltsarohiv" erspart viel
Ärger.

5.)

Zweimal Kunstseide.
+ + + + + + + + + + + + +

KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU,
4/4/50

1.)

Modisches aus den U.S.A.

2.)

Mütter gehen mit ihren Kindern zur Schule.

.)

13/4/50

Fast 1,5 Millionen amerikanische Frauen sind
freiberuflich tätig.

4.)

Margaret
Trumans Stimme erstmals auf Schallplatten aufgenommen.

1.)

Gleichberechtigung der amerikanischen Frau
auch im Bankgeweroe gefordert.

2.)

Pandora Tsaldaris spricht über ihre Eindrücke
in den Vereinigten Staaten..
Ungewöhnliche Auszeichnung für Schwester
Elizabeth Kenny.

3.)

- 15 -

�KURZNACHRICHTEN PUR DIE FRAU.
18/4/50

+)

25/4/50

1.

Vereinte Nationen erhalten UeS.-Vorschläge
zur Frage der Staatsangehörigkeit der Frau
bei Heirat und Scheidung.

2.

Mrs. Roosevelt, die einflußreichste Frau
Amerikas.

3.

Vertreter der Amerikanischen Legion beschenken
Patienten der Kinderklinik in Mammolshain.

1.

"Philadelphia (Pennsylvania) Inquirer" über
die Frauenemanzipation in der Ostzone.

2.

Amerikanische Negerin wird ausgezeichnet.

3.

Metallimprägnierte Textilien.

4.

Eine Frau erhält hohe wissenschaftliche
Aus z e i chnung.
+ + + + + + + + + + + + +

9/5/50

16/5/50

23/5/50

1.

Präsident Truman ehrt verdiente Amerikanerinnen»

2.

HalbIndianerin die "Mutter des Jahres*.

3.

Ahorn-Sirup.

4.

Kleiner Modebrief.

1.

Die Axt im Hause ....

2.

Sonnenbrille mit schwenkbarer Linse.

3.

Weibliches Sexualhormon aus Süßholz.

1.

Dies ist wahrhaft Dienst am Kunden.
Abendhütohen bis Zulupuppe, das Telefonbuch
weiß es.

2.

Kleine Kniffe - große Hilfe.
+ + + + + + + + + + + + +

- 16 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
1/6/50

13/6/50

20/6/50

27/6/50

1.)

Deutsche Vertreterinnen auf der Jahresversammlung des Verbandes amerikanischer Frauenklubs.

2.

Ernährung und Fruchtbarkeit.

3.

Neue psychologische Demonstrationsmethodet
Kasperlefiguren.

4.

Kleinkühlschränke für Kraftwagen.

5.

Gloria Swanson, der Vamp des frühen Tonfilms,
wieder hoch in Kurs,

+) 1.

Katharine F.Lenroot, Leiterin des U.S.-Bundesamtes für Kinderfürsorge, ausgezeichnet.

2.

Tiefgekühltes Gulasch - Vollständige Mahlzeiten
samt Teller in amerikanischen Lebensmittelgeschäften zu kaufen.

3.

Tips für Hausfrauen und Junggesellen.- über den
Umgang mit Nagelfeilen, Kleiderbügeln und
Alkoholfleoken auf Möbeln.

4,

Neue Reinigungsmittel für automatische Geschirrwäscher.

1»

Deutschlandbesuch der Vizepräsidentin des YWCA.

2.

Qualitätskleider billig von der Stange.

3.

Ist Orion ein Konkurrent für Nylon?

4.

Schuhe mit auswechselbarem Oberteil.

1.

Das Textil-Archiv in New York City.

2.

Regenschirm mit auswechselbaren Bezügen.

3.

Der Wert der Spieltherapie»

+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST1*
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�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN,
April 1950 +)

+)

1,

Rasch* Ernte erhält Nährwerte.

2.
3.

Mehr Fleisch durch verbesserte Schweinefütterung.
"ölperle", die künstliche Butter,

4.

Junge Hühnchen auf alter Streu.

5.

Häufige Verwendung der richtigen Spritzmittel sichert eine gute Obsternte»

6.

Pflanzen wachsen ohne Erde.

7.

Bestand an Milchkühen in den U.S.A. nimmt zu»

8,

Eßt Gras . . „

9.

S t a t i s t i s c h e Erfassung der amerikanischen
Landwirtschaft»
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 195Q

1.)

Die landwirtschaftliche Revolution in
den U.S.A.

2.)

Entdeckung vitaminproduzierender
in einer A b f a l l g r ü b e .

3»)

Erfolgreiche Rattenbekämpfung.

4-.)

Radiometer zur Verhütung v o n Frostschäden»

5.)

D i e Sojabohne erobert die Welt»

6.)

Die Kultur von Himbeeren und Brombeeren.

7.)

Zuohtversuche mit Tomaten.

8.)

Landbevölkerung der U.S.A. 19# der Gesamteinwohnerzahl.

90

Neue Grassamenbeize.

10.)

Bakterien

Kühleier ebenso haltbar wie gewöhnliche.
+ + + + + + + + + + + + +

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- 18 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Juni 1950

1»

Für und wider die Preisstützung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

2.

Neuartiger Silobau in den Ü.S.A,

3.

Mehr Schweinefleisch in Auesicht.

4.

Senkung der Gewichtsverluste und Steigerung
des Wollertrages bei Schafen.

5.

Neue KartoffelBorten aus den TJ.S.A.

6.

Fischfabrik auf See.

7.

Der Blütenwecker»

8»

DDT steigert den Kartoffelertrag.

9.

"Heu-Kanonen" helfen dem Farmer,
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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26^ DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/1

l.)

Die amerikanische Wirtschaftslage Anfang 1950.

2.)

Das Jahrhundert der Konservendose»

3.)

Deuteche Steuern echrecken U.S.-Privatkapital
ab.

4.)

Europa wirbt in U.S.A»
Deutsches Markenporzellan wird in Denver gezeigt.

5.)

Amerikanisches Kapital für Europa.
Investitionsprogramme für 1950 wesentlich erweitert»

6.)

Die ECA-Freigaben im Februar»

- 19 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
April 1950/11

+)

!•]

Am Wendepunkt des MarshallplaneB«

2.)

8,6 Milliarden Dollar für Europa.

3.]

Deutsche Kohle für den Marshallplan.
Der westdeutsche Bergbau - ein wichtiger
Faktor im ERP.

4.;

Leistungssteigerung durch Erfahrungsaustausch.

5.;1

Marshallplangelder für europäische
Investitionsprogramme.

6.: i

Gegenwertmittel gegen Kapitalnot und
Inflation.

7.: i

ECA beschafft strategische Rohstoffe.

H+ + + + + + + + + + + +
Mai 1950/1

+)

Mal 1950/11

i.]l

Zollsenkung und Liberalisierung.

2.; i

Elektrische Leitfähigkeit, Liohtempfindlichkeit und Strahlendurchlässigkeit
als bestimmende Merkmale neuer Gläser.

3. )

Die Kapazität der amerikanischen Stahlindustrie»

4. )

Die Lebensmittel der Zukunft, tiefgekühlt.

5. )

Amerikanisches Versuchslaboratorium
trägt zur Reduzierung der Produktionskosten bei.

1. )

U.S.A. untersuchen Export-Möglichkeiten
des Auslandes.

2. )

Marshallplanmittel für Westeuropas
Kolonien.

3. )

Amerikanische Werbefirmen im Dienst der
Allgemeinheit»

4. )

Turbinen verdrängen Kolbenmotor»

5. )

Senkung der Verbrauchersteuern in U.S.A.

- 20. -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
Juni 195o/l

Juni 1950/11

1.

U.S.-»Sozialversicherung vor der Neuordnung.

2.

13 Milliarden für Neuinvestitionen in Ü.S.A.

+)

3.

Das Fertighaus erobert den amerikanischen
Markt zurück.

+&gt;

4.

Schiffsverkehr zwischen Ü.S.A. und Deutschland nimmt zu.

5»

Wirtschaftskalender - Mai 1950»

1.

"Brookings Institution" fordert Neugestaltung der amerikanischen Bundessteuern.

2.

Neue Gesichtspunkte bei der Auswahl von
Baugrundstücken in U.S.A.

3»

Das größte amerikanische Versandhaus hat
147 Millionen Kunden in aller Welt.

4.

Ein geschäftstüchtiger Geflügelhändler.
+ + + + + + + + + + + + +

27)

KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.

April 1950/1

1.

U.S.-Amt für Arbeltsstatistik zur Arbeit slosenfrage *

2.

U.8.-Samengroßhandlung gründet Zweigniederlassung in Italien.

3.

Neue Gleichstrom-E-Lok in U.S.A.

4.

Kundenfertige Fleisohportionen bevorzugt.

5.

Gold aus Meerwasser»

6.
Mai 1950/1

1.
2.
3.
4.

Spanien und Portugal Hauptabnehmer für
überschüssige U.S.-Kartoffeln.
+ + + + + + + + + + + + +
2,5 Millionen U.Su-Patente.
U.S.-Öffentlichkeit billigt Privatgewinne.
Rückgang des Barsparens in U.S.A.
U.S.-Handelskammer weniger "'isolationistisch"»

- 21 -

�KURZBERICHTE AUS DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT.
Mai 1950/11

1.

Der unfehlbare "Denkroboter".

2.

Fernsehen und Bierverbrauch.

3.

Was hält der Aktionär vom Jahresbericht?

+ + + + + + + + + + + + +
Juni 1950/11

Junl 1950/11

1.

Boston erhält Warenhaus mit modernsten
technischen Einrichtungen.

2.

Der Einwanderer spart - Eine Gewohnheit»
die er in die neue Welt mitbringt.

3.

Wäschewaschen ohne Seife.

4.

"Amprobe", der neue KleinstStrommesser.

1.

Erdölbohrungen in Nordafrika.

2.

Eisgekühltes ohne Eis.
+ + + + + + + + + + + + +

28) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.

April 1950/1

1.)

CIO fordert Unterstützung des Auslandshilfegesetzes durch U.S.-Repräsentantenhaus.

2.)

Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer in den
U.S.A.

3»)

Schwedische Gewerkschaftler besuchen U.S.A.

4.)

Facharbeiter von morgen.

5.)

Generaldirektor der ILO gibt Rechenschaftsbericht.

6.)

Sparmarken für Aktienerwerb und Urlaubsfinanzierung.

7«)

U.S«-Seeleutegewerkschaften fordern Maßnahmen
gegen kommunistische Störversuche.
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/1

1.)

AFL und CIO gratulieren Berlin.

2.)

Die öffentlichen Gewerkschaftsorgane in den
U.S.A.

3.)

AFL-Gewerkechaftsausstellung in Philadelphia.
- 22 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.

Mai 1950/1

Mai 1950/11

Juni 1950/1

4»

AFL-Gewerkschaft erörtert antikommunistischen Aktionsplan.

%

AFL lobt "freien Gewerkschaftsbund im Exil".

6.

Amerikanische Arbeiter sind zahlungskräftige
Touristen.

1.

UAfvKollektiwertrag mit General-Motors lebhaft
begraset.

2.

AFL-Erklärung zum Deutsohlandproblem.

3.

AFL-Erklärung zur internationalen Lage.
+ + + + + + + + + + + +

1.

Die amerikanischen .Gewerkschaften und das
Punkt-4-Programmo

2.

Goldenes GewerkschaftsJubiläum in U.S.A.

3.

AFL schlägt Studium der Altersfürsorge vor.

4.

Unfallziffer im U.S.-Bergbau rückläufig.

5.

U.S.-Elektroarbeiter stimmen gegen Kommunismus.

Juni 1950/11 1.
+)

2.

U.S.-Arbeiter werden Kampf gegen den Kommunismus fortsetzen«
U.S.-Konferenz für Invalidenfürsorge fordert
"totale Neueinschulung" der Arbeitsinvaliden.

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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29) EISTIGES LEBEN.
April 1950/1 1.)

Grau ist alle Theorie.

+)

2.)

Mystik —- durchaus unmysteriBs.

+)

3.)

Volkskunst in Amerika und anderBWO.

4.)

Die Krise der Kunst ist keine Krankheit
zum Tode.

5.)

Die Grundzüge des Liberalismus.

- 25 -

�«

GEISTIGES„LEBEN.
April 1950/11 +)l.

Der schöpferische Neger.

2.

Langston Hugh.es.
Der Neger spricht von den großen Strömen

3.

Amerikanische Notenbibliothek für deutsche
Musiker.

4.

Seminar für Amerikakunde in Salzburg.

5.

Das Land ohne Mittelstand.

6.

In zwei Jahren 150 neue amerikanische
Hochschulen.

7.

Täuschungen als Quelle der Erkenntnis»
+ + + + + + + + + + + + +

Mai 1950/1

1.

Rot und Schwarz oder Der tödliche Bruderkuß.

2.

Strawinsky für die Kleinen.
Ein Schallplattenolub für Kinder.

+) 3 .

4.

Mai 1950/11

Von der babylonischen Hieroglyphe bis zum
Schundroman.
Amerikanische Pädagogen in Deutschland
eingetroffen.

+) 5.

Malerei aus dem Geiste der Musik.
Das Lebenswerk Lyonel Feiningers in New York.

+) 6.

Helen Keller in Paris.

+) 1.

Die Oper ist tott Es lebe die Oper.
Von Gian Carlo Menotti.

2.
+) 3.

Das kirchliche Leben in Amerika.
Hochkommissar McCloy vor der Evangelischen
Akademie in Hermannsburg»

4.

Die Summe des menschlichen Denkens Ein Philosoph sichtet das Gedankengut
unserer Welt.

+) 5.

Paul Klee, der Palmström der Palette.

6.

Mikrofilmexpedition ins 5* JahrhundertAuf dem Sinai werden anderthalb Jahrtausend
alte Manuskripte photographiert..

7.)

Dr. Read fordert pädagogische Zusammenarbeit
im Sinne hundertjährigen deutsch-amerikanischen Gedankenaustausches.

- 24 ~

�GEISTIGES LEBEN.
1.)

Juni 1950/1
+)

2.)

Lebendige Ordnung — Zum Kongreß für kulturelle Freiheit. Berlin 26.-30. Juni 1950
Dae am meisten umstrittene Bild des Jahre»..,
Salvador Dalie Madonna für Port Lligat-

3.)

Der Weg des großen Musikhistorikers
Alfred Einstein.

4.)

Las amerikanische Buch im Nachkriegs—
deutschland.

5.)

Wer hat den "Pythagoras" zuerst bewiesen?

6.)

Lie hochsinnige Rothaut»

7.)

Freierer Geist in den deutschen Schulen.

8.)

UNESCO erweitert ihre Arbeit in Deutschland»
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
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30) JUGEND,
April 1950

1.)

Maxi, der glücklichste Hund der Welt.

2.)

Die deutsche Jugend und das
Problem.

3.)

Fachausbildung für die amerikanische Jugend.

4.)

Erziehung zum praktischen Leben.

5.)

Die schönsten Jahre unseres Lebens.

Arbeitslosen-

+) 6.)

Amerikanische Marine-Pfadfinder erhalten
Unterricht in Navigationelehre»«

7.)

"Campfire-Girls" begehen ihr 40-jähriges
Bestehen.

8.)

Versuch*s mal.

Wie groß ist der Druck der

Luft?
+ + + + + + + + + + +•+ +

- 25 -

�JUGEND.
Mai 1950

1.

Der Holzfäller und die Hexe.

2.

Eint Schule kommt zu den Schülern.
Die Calvert-Schule unterrichtet Kinder in
aller Welt.

3.

Amerikanische Organisation zur Förderung der
Wissenschaften unterstützt junge Talente.

4.

Bleistifte ohne Blei.

+)

5.

Ringling Bros, und Barnum &amp; Bailey in New York,

+)

6.

Sommerlager in den Vereinigten Staaten.

7.

"So leicht" ... - nein, "so schwer wie Luft",
müßte es heißen!
+ + + + + + + + + + + + +

1.

Der kleine Ralph und der Mammutbaum.

2.

Erziehung und internationale Verständigung.

+)

3.

Sommerlager des amerikanischen Quäkerhilfskomitees.

+)

4.

Ein Kindertheater auf Rädern.

5-

Im Kindertiergarten von New York.
Eintritt nur in Begleitung von Kindern.

6„

Versuch*s mal. Die tanzende Haarnadel.

Juni 1950

+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 26 -

�Oktober 1950
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1 Juli 1950 - 30. September 1950
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6
6
6
6

Leben in den USA,
Wissenschaft,,
Polin*'.
•era^ur Kunst und Theater^
lirteohaft,
P rtrai^ der Woche,
Arb e
Medizin.Presse, Rundfunk, Fernsehen,
Industrie &amp; Teohnik,
Amerikanische Staaten., Amerikanische Städte,
Gesundheitswesen
Erziebungswesen
Psy »hologie.
W.'hnungsba
Das neue Buoh
Jugend in Amerika^
Kr.:.mj na ixstik
Spi r + ,
Die öffentliche Meinung,,
Vereinte Nationen.,
Eur • pä.i sches Wiederaufbauprogramm,,
Kommentare von John 1 Morton,,
Zu Ihrer Information,

.

Artikel für die Frau,,
znachrichten für die Frau-,

6
6
6
7
7
8
10
12

Geistiges Leber

14

Landwirtschaftliche Nachrichten..

15

Jugend o

16

Die amerikanische Wirtschaft..

18

Gewerkschaftliche Nachrichten aus den Vereinigten
S aaten,

19

+ + + + + + + + + + + H ••

�1;)

LEBTEN I N DEN USA.

4/7/50

6/7/50
8/7/50
11/7/50
13/7/50 •
15/7/50 *
18/7/50
20/7/50
22/7/50
25/7/50
27/7/50
29/7/50

*

Was saßt der Rundfunkhörer? — Neuartige Meinungsforschung in den USA.
Auf den Spuren des Wilden Westens.
Was ist ein Yankee?
.Die fremdsprachige Zeitung in den USA.
Das amerikanische Rote Kreuz.
Kalifornien, der goldene Staat des amerikanischen
Westens»
Amerika sucht Lösung des Altersproblems.
Die Entwicklung der Negerfrage im Süden der Vereinigten Staaten.
Die Handelskammer - das Planungszentrum der amerikanischen Stadt.
Der modernste Unterwassertunnel der Welt.
Die Himmelspolizei von New York.
Austauschprogramm führt deutsche Polizisten nach
Michigan.

+ + + ++ + + + + + ++ +
1/8/50 *
3/8/50 *
5/8/50 *
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50
30/8/50

2/9/50
6/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50

*

Der Yocemite-Naturschutzpark.
Die Indianerschule in Chicale.
Höhlenbewohner in Alaska.
Das Handelsmuseum in Philadelphia weiß alles.
Die ersten vorlaufigen Ergebnisse der amerikanischen
Volkszählung.
Mannslcut und Weibsmensch, Buwe und Maed. — "Pennsylfawnische Deitch" als Muttersprache.
Indianertreffen in New Mexico.
Ein Hund mit Bankkonto — "Cappy" - ein Stück New
Ycrker Leben.
+ + + + + + + + + + ++ +
1.) Der Tag der Arbeit in den Vereinigten Staaten.
2.) Präsident Truman an die Arbeiter der USA.
Sängerfest jenseits des Ozeans.
Aus der amerikanischen Mythologie — Riesen formten
da3 Antlitz Amerikas.
'Sprechende Bücher" für Blinde.
Zwei-Mann-Ingenieurbüro mit Rekordkontrakten.

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

1

�LEBEN IN DEN USA.
23/9/50

Rotary International - "Nur wer wahrhaft dient, kann
Lohn erwarten".
"Phi Beta Kappa", die älteste und berühmteste amerikanische Vereinigung von Studenten und Akademikern.
Madison Square Garden.

27/9/50
30/9/50

*

+ + + + + + + + + + + + + +

2.) WISSENSCHAFT.
1/7/50
4/7/5C

Probleme der Raumschiffahrt vom Standpunkt des Arztes.
Wandlungen der Weltwirtschaft durch die chemische
Industrie.
Fluorverbindungen - neue*Zaubermittel der Chemie.
Medizinische Möglichkeiten der Atomenergie.
Uransuche aus der Luft — Das Geigerzählrohr im
Plugzeug.
Malariabekämpfung in Sardinien.

*

11/7/50
2C/7/50
25/7/50
27/7/50

+ + + + + + + + + + + + + +

1/8/50
9/8/50

t

6/9/50
13/9/50
27/9/50 *

Psychologische Tests mit Tauben.
Tausendjährige Wolkenkratzer.
+ + + + + +++ + + + + + +
Der Mars und seine Geheimnisse.
Was sagt die Wissenschaft über die Hypnose?
Aus dem Leben des Biologen, Forschungsreisenden und
Schriftstellers William Beebe.
+ + + + + + + + + + + + + +

3.) POLITIK.
1/7/50
11/7/50

Mr. McCloys erstes Jahr.
Errichtung eines v/issenschaftlichen Stabes im amerikanischen Außenministerium vorgeschlagen.
Die weiß-blaue Plagge der Vereinten Nationen.

22/7/50

+ ++ + + + + + + + + + + +

9/8/50
12/8/50

*

30/9/50

*

Durchschaute "Friedenspetition".
Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der
Hawaiischen Inselgruppe.
+ + + + + ++ + + + + + + +
Friedensnobelpreisträger Ralph Bunche.
+ + + + + + + + + + + + + +

- 2 -

�4.)

Literatur, Kunst, Musik und Theater.

1/7/50 *
6/7/50 *
15/7/50
18/7/50 *
25/7/50

*

Robert Frost - der 75jährige Dichter Neu-Englands.
Kulturleben ohne Sommerpause.,
Amerikanische Studenten führen 'Parsifal' auf.
Bergmannslieder gehören zur Volksliedsammlung der
amerikanischen Kongreßbibliothek.
Amerikanische Maler stellen in Venedig aus.
+ + + + + + + + + + + ++ +

3/8/50 *
9/8/50 *
23/8/50

Landgemeinde wird Kulturzentrum.
Amerikanisches Gespräch mit Gerhard Marcks.
Die Arena des Altertums - letzte Errungenschaft am
Broadway.
+ + ++

2/9/50
20/9/50
23/9/50
30/9/50

*
*

+ + + + + + + + +

Robert Russell Bennett, eine der eigenwilligsten Gestalten des amerikanischen Musiklebens.
Brooklyn Library in New York verleiht Reproduktionen
der schönsten Bilder der Welt,
Die "Met" - Amerikas repräsentativstes Opernhaus.
Edward Hopper — Realistischer Romantiker.
+ + + + + +++

+ + + + + +

5.) WIRTSCHAFT.
3/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50

*

Kohle, die zweimal arbeitet.
Ab 1. September wieder deutsches Generalkonsulat in
New York, j
Freies Unternehmertum und soziale Sicherheit.
Berlin führt mit amerikanischen Hilfsgeldern sein
Notprogramm durch.
Nahrungsreserven aus dem Meer«
+ + + + +++

2/9/50
20/9/50

+ + ++ + + +

Der internationale Boden von New York. Schiffe bringen zollfreien Wüstensand und Bombenschutt.
"Flanktonsandwich" - die Nahrung der Zukunft?
+ + + + + + + + + + + + + +

- 3 -

�6.)

PORTRAIT DER Y/OCHE.

Milton Katz, der neuernannte ECA-Sonderbotschafter
für Europa.
James Thomas Farrell, Schriftsteller und Essayist.
Charles M, Spoffcrd, der neuernannte Vertreter der
USA im Exekutivausschuß des Nordatlantikrates
Mit Schreibmaschine und Zeichenstift - Der unnachahmliche Ludwig Bemelmans»
+ + + + + ++ + + + + + +
Mr, Shepard Stones der neue Direktor des Amtes für
öffentliche Angelegenheiten hei der US-Hochkommission
für Deutschland»
+ + + + + + + + +'+++ +
General Walton Harris Walker, Oberkommandierender der
UN-Landstreitkräfte in Korea»
Percy Aldrich Grainger, der markanteste Zopf auf
Amerikas Konzertpodium.
+ ++ + + + ++ + + + + +

8/7/50 +
15/7/50 +
20/7/50 +
22/7/50 +
16/8/50 +

6/9/50 +
16/9/50 +

7.) ARBEITo
13/7/50
22/7/50
27/7/50
5/8/50
19/8/50 +
16/5/50
27/9/50

Frauen im Staatsdienst der USA.
Zinsfreie Darlehen für amerikanische Elektroarbeiter.
Las US-Arbeitsministerium«
+ + + -^ + + + + + + + +
Hohe Produktion sichert hohe Einkommen und gesteigerten
Lebensstandard der amerikanischen Arbeiterschaft»
Das Bankett für den Boas,
+ + + + + + ++*+ + + + + .
Sommer-Seminare für amerikanische Gewerkschaftler«
Streiks, die beim Abendessen beigelegt werden,*
+ + ++ + + + + + + + + +

8,-) MEDIZIN.
8/7/50
15/7/50 +
18/7/50

Überragende Heilwirkungen bei Blinddarmentzündung durch
Aureomycin,
Neue Wege bei der Behandlung der Kinderlähmung.
Alkoholische Trugschlüsse - Die Medizin widerlegt
die Ausreden der Gewohnheitstrinker»
+ + + + ++ + + + + + + +

9 ) PRESSE, RUNDPUNK, FERNSEHEN.
4/7/50
6/7/50

^Die. "Leichenhalle" - letzte Zuflucht des Redakteurs
Im Sendewagen durch Amerika. - Neue Sendefolge der
"Stimme Amerikas"»
+ + + + + + + + + + + + +
- 4

�PRESSE, RUNDFUNK, FERNSEHEN.
1/8/50
16/9/50
23/9/50

Spezialsender für schwere Musik»
+ ++ + + ++ + + + + + +
Tcscaninischüler über klassische Musik und die
Television»
"TIME" über den Berliner Oberbürgermeister, Professor
Dr&lt; Ernst Reuter»
+ + + + + + + + + + + + +

10.) INDUSTRIE &amp; TECHNIK.
13/7/50
16/8/50
9/9/50

Elektrische Anlagen im neuen Sekretariatsgebäude der UN,
+ + + + + + + + + + + + +
Der Radioapparat am Handgelenko
+ + ++++.+ + + + + + +
Amerikanische Wissenschaftler untersuchen die Unfallgefährdung in modernen Personenkraftwagen«
+ + + +-fc--fc + + + + + + +

llo) AMERIKANISCHE STAATEN, AMERIKANISCHE STÄDTE.
20/7/50 +
12/8/50

Maine - der Staat der Kiefern»
+ + + + + + + +++ + + +
Brooklyn - der Irrgarten auf Long Island•
+ + ++ + + + + + + + + +

12,) GESUNDHEITSWESEN,
9/8/50
26/8/50 +

Der Cesundheitsstand der Negerbevölkerung in den
Vereinigten Staaten»
Keine Panik bei Kinderlähmung - Amerikanische Spezialisten geben praktische Ratschläge»
+ + + + + + + + + + + + +

13.) ERZIEHUNGSWESEN,
13/7/50
22/7/50

6/9/5Ö •
9/9/50 +
13/9/50 +

Eine Universität für Taubstummet
Die internationale Arbeitstagung für Sozialkunde in
HeidelbergJ
+ + + + + + + + + + + + +
Das internationale Studentenheim in Boston»
Psychologie der Farbe.
Columbia--Universität plant für die Zukunft,
+ + + + + + ++•* + + + +

- 5-

�14.) PSYCHOLOGIE,

30/8/50
9/9/50

Amerikanischer Psychologe mißt den menschlichen
Charakter.
+ + + + + + + + + ++ + +
Der Geburtsschein trügt.
+ + + + + + + + + + + + +

15.) WOHNUNGSBAU.
29/7/50 +

Aufschwung der amerikanischen Fertighausindustrie.
+ + + + + + + + + + + + +

16.) DAS NEUE BUCH.
29/7/50
12/8/50

Heitere Betrachtung über
Your Age". Von Dr. Corey
.+ + + + + + + +
Ethos und Wissenschaft —
nischen Physikers Robert
H. Compton.
+ + + + + ++ +

das Altern. Aus "How to Guess
Ford.
+ + + + +
Ein Lebensbild des amerikaA. Millikan. - Von Dr. Arthur
+ + + + +

17.) JUGEND IN AMERIKA.
5/8/50 +

Jugendherbergen in den Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + .+ + +

18.) KRIMINALISTIK.
8/7/5 » +

AI Valanis - der Detektiv, der Verbrecher mit dem
Bleistift fängt.
+ + + + + + + + + + + + +

18.) S.P0RT.
30/9/50 +

Ein Weltmeister ist abgetreten — Joe Louis sohtffte
es nicht.
+ + + +'+ + + + + + + + +

19.) DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG. .
30/9/50

Überwiegende Mehrheit der Deutschen auf der Seite
des Westens.
+ + + + + + +++ + + + +

20.) VEREINTE NATIONEN.
23/9/50

Der Rundfunknachrichtendienst der Vereinten Nationen
sendet in 27 Sprachen.
+ + + + + + + + + + + + +

- 6-

�21.) EUROPÄISCHES WISDERAUFBAUPROGRAMM.
23/9/50 +

Schleswig-Holstein baut zehntausend Flüchtlingswohnungen mit Hilfe von ERP-Mitteln.
+ + + + + + + +++ + + +

22.) KOMMENTARE VON JOHN I. MORTON.
1/7/50
6/7/50
13/7/50
15/7/50
18/7/50
22/7/50
25/7/50
29/7/50
1/8/50
5/8/50
9/8/50
12/8/50
16/8/50
19/8/50
23/8/50
26/8/50
30/8/50
6/9/50
9/9/50
13/9/50
16/9/50
20/9/50
23/9/50
27/9/50

Aktive Seihritte zur Friedenssicherung — USA handeln
im Rahmen der UN.
Frischer Wind in Washington.
Amerikanische Politik der Gegenwart - Die Vereinten
Nationen beweisen große Entschlossenheit.
"Sie lispeln 'Frieden', wenn sie lügen..."
Feldzug der Y/ahrheit wider die lüge.
Die Antwort auf falsche Friedensfühler.
Wir sind alle im gleichen Boot.
Die amerikanische Wirtschaft stellt sich um.
+ + + + + + + + + + + + +
Überflüssige Spekulationen.
Fünfte Kolonne unter der Lupe.
Auf dem Wege zu einem geeinten Europa — Straßburg:
Symbol für eine künftige bessere Welt.
Aus Schwarz mach Weiß — Aber die Tatsachen über Korea
lassen sich nicht verdrehen.
Erinnerung an eine kurze Freundschaft.
Westdeutschland muß sich entscheiden.
Vclkswahlen ohne Volk.
'Demokratie' an den Ufern der Donau.
Sie sind nicht vergessen — Die Kriegsgefangenenfrage
vor den Vereinten Nationen.
+ + + + + + + + + + + + +
Eine Warnung an den Kreml — Gegen die Wahrheit ist
kein Kraut gewachsen.
Nicht Divisionen allein
Die einzige Sprache, die der Kreml versteht.
Sie irren, Herr General.
Politische Pathologie im Osten.
Es geht voran.
Neuer Ku: 3?
+ + + ++ + + + + + + + +

- 7 -

�23.) ZU IHRER INFORMATION.
1/7/50

11/7/50

22/7/50

1.) Voller Wortlaut der Erklärung Präsident Trumans
vom 27.6.1950 und der Resolution vom gleichen
Tage, die die USA dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen vorlegten.
2.) Voller Wortlaut der Rede des US-Außenministers
Dean Acheson, gehalten am 29.6.1950 vor der
"American Newspaper Guild" in Washington.
1.) Voller Wortlaut der offiziellen Note der Regierung
der Vereinigten Staaten an die Sowjetunion über
den angeblichen Kartoffelkäferabwurf über Ostdeutschland (überreicht am 7.7.1950).
2.) Voller Wortlaut einer Erklärung des US-Außenministeriums zum Kartoffelkäferabwurf über Deutschland,
die der Presse am 6. Juli 1950 übermittelt wurde.
Wortlaut der Einführung zum Weißbuch der USA über
Korea (veröffentlicht am 20. Juli 1950).
+ + + + + + + + + + + + +

3/8/50
16/8/50
19/8/50

23/8/50

30/8/50

2/9/50
6/9/50
9/9/50

13/9/50

Wortlaut einer Rundfunkansprache des republikanischen
Beraters des US-Außenministers, John Poster Dulles,
gehalten am 31. Juli 1950 in San Francisco, California.
Die zehn großen Lügen Maliks. (Aus "New York Times"
vom 10. August 1950).
1.) Das Problem der japanischen Kriegsgefangenen.
2.) Präsident Truman übermittelt dem US-Kongreß den
achten Quartalsbericht der ECA. (17. August 1950).
3 0 Liste der Gedenktage für September I S O .
Zwei Jahre Republik Korea.
Die kommunistische Presse in Westdeutschland. Von F.
Gardner Cox, jr.
Io United Natior.j sollen das Kriegsgefangenen-Problem
erörtern.«
II. Bundesrepublik lacht Fortschritte — Der zweite
Viertel Jahresbericht MCCIOJB,
III. Präsident Truman über die Ziele der amerikanischen
Chim politik.
+ + + + + + + + + + + + T
Die Wahrheit über Moskaus Friedensfeidzug.
Präsident Truman: Keine Weltkriegsgefahr. (Wortlaut
der Rundfunkansprache Präsident Trumans vom 1. September 1950).
Die öffentliche Meinung in Deutschl-md. VierJahresbericht der Abteilung für Erforschung der öffentlichen
Meinung bei der amerikanischen Hochkommission in
Deutschland.
Präsident Truman: Für die Verteidigung Opfer bringen...
(Voller Wortlaut der Rundfunkansrrache Präsident Trumans
vom 9« September 1950)

�ZU IHRER INFORMATION.
16/9/50

20/9/50

23/9/50

a) Wortlaut des Zwischenkommuniqu^s vom 14. September
1950 der drei Außenminister der Vereinigten Staaten,
Großbritanniens und Prankreichs.
b) Wortlaut eines offenen Briefes an die "New York
Times", in dem Irvin Shaw sein Friedensstück
"Begrabt die Toten" vom Spielplan zurückzieht.
Bevölkerung der US-Zone befürwortet deutsche Trappen
für westeuropäische Verteidigung. - Resultate einer
von der Abteilung für Meinungsforschung im Amt für
öffentliche Angelegenheiten, HICOG, durchgeführten
Befragung der Bevölkerung der US-Zone.
Kämpfer gegen die Unmenschlichkeit.
Die internationale Frauentagung in Bad Reichenhall
vom 25. - 30. September 1950. . .
+ + + + + + + + + + + + +

�24.) ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
4/7/50 *

1)

Ellen McCloy. Die Gattin des amerikanischen Hochkommissars für Deutschland•

+

2.

Psychisches Trauma der Kindheit.

+

3

Richtige Ernährung.

4»

Der waschbare Wintermantel, aus - Orion.

5. Deutsche Studentinnen schreiben aus den Vereinigten
11/7/50 4

1.

5.
18/7/50

lo
2.
3c

i
25/7/50 t

1/6/50

4.
5.

Frauen im Berufsleben«
Gloria Swansons "come-back".
"Mein Gott, wie du gewachsen "bist"«
Von der Dekoration zur Form.
Viele Ursachen können zu Kopfschmerzen führen.

1.

Kinder von UN-Angestellten spielen miteinander und
kennen kein Veto»
2.. Hauswirtschaftlerinnen in Maryland sind am Weltgeschehen interessiert»
3. Ausblick auf die kommende Herbstmode in den USA.
4, Getreidekömer als SchuhmaJ3 - Absonderliche Größeneinheiten.
5c
Um die Gleichberechtigung des Mannes im Kinderzimmer»

1. Ein amerikanischer Sommerkurs für Eltern und linder,
2. Der internationale Kampf gegen die spinale Kinder-

3
4.
5o

6/8/50 ;•

Staaten«,
Die amerikanische Dichterin Emily Dickinson. Von
Cc Hansen•
Das "einzige" Kind.
Küchen werden größer und wohnlicher,
"Vicara" - ein neuer Konkurrent für Schafwolle.
Kühlende Mischgetränke»

lähmung» Von Eleanor Roosevelt,
Betty Hutton - Von der Straßensängerin zum Star„
Amerika entwickelt den "echten" Fahrstuhl,
Waschmittel wollen richtig benutzt sein.

1. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
Der Angsttraum.
Amerikanische Studentin wird Star-Mannequin bei
Christian Dior.
4.) Warum Frühstück? Eine zu Unrecht vernachlässigte
Mahlzeit.
2.
3

- 10 -

�ARTIKEL P'JR DIE FRAU,
New Yorker Psychologe schlägt Ehetauglichkeitsgesetz vor»

8/8/50

1. Die Aufgaben der Frau im Wechselspiel des modernen

16/8/50

2.
3&lt;
+

*.

5.
23/8/50 + 3
2.
3o
5o

30/8/50

1,
+ 2.

3.
4.
6,

Lehens.
Hormone und Charakter Amerikanische Psychologen
entwickeln den Mann-Frau-Test.
Die Frau im amerikanischen G-ewerkschaf tsleben.
Ein unmuseales Museum - Neue Wege zur Kunsterziehung.
Dunkelblau — vornehm, schick und praktisch.
Gwendolyn Brooks - Eine junge amerikanische Dichterin.
Vorschriften und Privilegien für Jugendliche.
Das Traumhaus von Mr. und Mrs. Mathias in Jackson.
Hundert Jahre Panama-Hüte«.
Sin Wort für die ledige Frau.
D.i e USA nehmen sich heimat- und elternloser europäischer Kinder an»
Ein amerikanischer Filmstar und seine Familie.
Von Joel McCrea«
Neuzeitliche Babywiege mit Klimaanlage und SendeStation.
Antike Möbel mit modernem Zubehör.
Backfisch- und Schulmoden in den USA.
über den Umgang mit Schnittblumen.
t + rt- + + + + + + + + +

6/9/50 +

13/9/50

1.
2,
3.
4.

Lehrfach: Familienglück.
Kinder, Eltern und das Gesetz.
Probleme gehören nicht ins Bett.
Chance für Drillinge: 1 zu 9 400.
5. Pfannen, Töpfe, Tiegel - und was man darüber wissen
mußu
Amerikanische Farmersfrauen auf der Kopenhagener
Konferenz»
7. Amerikanischer Frauenverband befürwortet UN-Aktion
in Korea..
1.
2.
3.
4.
5.

Sozialarbeit in den Vereinigten Staaten.
Wie lebt eine Arbeiterin in New York?
Das US-Bundesamt für Frauenfragen.
Die Ursache des Bettnässens.
Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Toleranz, drei
bedeutsame Faktoren im Berufsleben.
- 11 -

�ARTIKEL F J R DIE FRAU.
13/9/50

6.
7.

Oberlin in USA unterstützt Gronenberg in Holstein.
Hollywoods größter Star - Dorothy Ford.

20/9/50

1.
2.
3.
4.

Das Y/erk der Schriftstellerin Edna Ferber.
Ein Loblied auf die 'Separates'.
"Und vor allem, Konrad, hör...."
Für und wider die sexuelle Aufklärung durch die
Schule.
Die amerikanische Frau im Berufsleben.
Pearl 3. Bucks "Haus des Willkommens" in Pennsylvanien.

+

+

27/9/50

5.
6.
1.
2.

+

3»

+

4.
5.

Die Gesellschaft für den Dienst an der Familie,
US-Bundesamt für Frauenfragen beschafft erforderliche Unterlagen für eventuelle kriegswirtschaftliche Maßnahmen.
Shirley Graham: Amerikanische Opernkomponistin und
Biographin.
Vorschau auf die New Yorker Hutmode der kommenden
Saison.
Wie gewöhnt man einem Kind häßliche Ausdrücke ab.
+ + + + + + + + + + + + +

2&lt;T KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAU.
4/7/50

1,
2,
3.
*.

Hundert Jahre amerikanische Frauenschule für Medizin
Der Pappteller wird gesellschaftsfähig.
Fortschrittliches Amerika.
Churchills Tochter filmt in Hollywood.

11/7/50

1.
2.
3.
4.

Hauptberufsarten der Frauen in den Vereinigten Staaten.
Lampenschirm: waschbar und unzerbrechlich.
Fürs Badezimmer.
Die Weste stirbt aus.

18/7/50

1.
2.
3.

Luftiger Regenschutz.
Einkochen in kürzerer Zeit mit Subtilin.
Ein neues Dämpftuch zum Entglänzen von Anzügen.

25/7/50

1.
2.
3.

Colleen Townsend filmt wieder.
Der Vitamin-C-Gehalt der Kartoffel.
Eine 67-jährige Negerin - Washingtons "Mutter des
Jahres.

- 12 -

�KURZNACHRICHTEN FÜR DIE FRAUo
1/8/50

1.
2.

Gebackene Bananen.,
Salatschale für heiße Sommertage,»

1,

Frau Wolle-Egenlof spricht über die Rechtsstellung
der amerikanischen Frau,
Das Fashion Institute of Technology in New York.
Automatische Orangenpressen.

•

8/8/50

2»
3.
16/8/50

1.. US-Pfadfinderführerin besucht Deutschland.
2. Gekocht in New York City - serviert in Dakar, Buenos
Aires und Lissabon»
Das Portrait auf dem Kopftuch.
3.

23/8/50

1.
2»
3.
45.

30/8/50

1.

Das weibliche Hilfskorps der amerikanischen Streitkräfte ,
Vorboten der Herbstmode.
6 140 Frauen aus 125 Ländern besuchten im Laufe des
letzten Jahres die USA.
Elektrisch beheizte Teppiche^
Dr. John Ethel 1. Nixon, die erste farbige Ärztin
der John Hopkins-Universitätsklinik in Baltimore.

4.
5.

Amerikanische Jugendkonferenz mit starker Auslandsbeteiligung.
Gute Berufsaussichten für Sozialarbeiterinnen in den
USAAmerikanische Farmer wollen auf ihre "Porch" nicht
verzichtenc
June Allyson - Filmstar No. 1.
Jane V/yman wird Stewardess.

20/9/50

1,
2.
3»
4.

Amerikanische Jugendheime vorbildlich für Deutschland.
New Yorks Frauen gegen kommunistische Lügenpropaganda.
Was heißt "Denier"?
Ernährung und Knochenbau•

27/9/50

1,
2,
3.
4.,

Kupferhaltige Nahrung verhindert graue Haare.
Penicillinhaltiges Zahnpulver gegen Zahnkaries.
Kleiderkäufe - nicht planmäßige
Wenn der Schuh drückt.

2.

3.

Zu den mit +) bezeichneten Artikeln

kann der "AMERIKA DIENST"

kostenlos Bildmaterial liefern»

- 13 -

�26/GEISTIGES LEBEN.
Juli

1950/1

Kongreß für kulturelle Freiheit (Berlin)
1.) Manifest der Freiheit des Geistes.
2.) Die Fragestellung des Kongresses.
3.) Scheidung der Geister.
4.) Wesen und Weg der Freiheit.
+ + + + + + + + + + + + +

Juli 1950/11

1.) Die UNESCO und ihre Ziele.
2.) Die UNESCO und die Vereinigten Staaten.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950/1

*)

1.)

EdTsrard Munch - schwere Kost f ü r Amerika.

2.) Theater auf Schallplatten.
3.) Werkstatt der Toleranz.
4.) Internationale Arbeitsgemeinschaft für
Studentenverwaltung und Studentenselbsthilfe.
+ + + + + + + + + + + + +
August 1950/11

*)

1.) Das Glück als Aufgabe der Wissenschaft.

*)

2.) Sonntagsmalerei und Psychoanalyse.
3.) Die verzwickteste aller Fragen:
"Wer sind Sie?"

*)

4.) "Zu wenig Wissensdurst"
Einstein klagt über die jüngeren Kollegen.
5.) Atomphysiker als Archäologen.
+ + + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

Internationale Arbeitstagung für Sozialkunde
in Heidelberg.
1.) Die Forderung der Gegenwart an die
Schule: Soziale Erziehung.
2.) Humanismus und soziale Erziehung.
Von Dr. James M. Read.
3.) Über die Gemeinschaft.
Von Dr. Theodor Bäuerle.
- 14 -

�GEISTIGES LEBEN.
September 1950/1
September 1950/11

4.
•) 1.

über einige Prägen der Schulreform.
Von Jean Barbas.
Moderne deutsche Kunst in New York
und Venedig.

2.

Zukunftsmusik - im wahrsten Sinne
des Wortes.

3.

Der Krieg beginnt im Klassenzimmer.

4.

Sprache, die Jeder versteht, und Orakel.

5.

Soziologie in den Vereinigten Staaten.
Von Kurt H. Wolff, Professor an der
Staateuniversität Columbus, Ohio.

+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

27») LANDWIRTSCHAFTLICHE. NACHRICHTEN..
Juli 1950

)

1.) Die Reiserzeugung der Welt steigt.
2.) B&amp;llenauswahl schon bei Jährlingen.
3.) Getreideernte zur richtigen Zeit.
4.) Patente für Mais und Rosen.
5.) Konserven - besser und haltbarer.
6.) Kampf den Fliegen.
+ + + + + + + + + + + + +

August 1950

1.) Ausreichende Ernährung für die ganze
Welt - das Ziel der FAO.
•)

2.) Landwirtschaftswochen in den
Vereinigten 8taaten.
3.) Wundersamen für Amerikas Gärten.
4.) Mehr Obst durch Hormone.
5.) Landwirtschaftliche Abfallprodukte
in der KunstStoffindustrie.
6.) Rosenhecken als Erosionsschutz und
Weidezaun.
- 15 -

�LANDWIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Juli 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Mietenanlage ohne Erdbewegung.
2.) Jedem Landbezirk sein eigenes
Laboratorium für Bodenanalysen.
3.) Mehr Rauhfutter für Schafe.

August 1950

KURZNACHRICHTEN
1.) Spezialflugzeug für die
Landwirtschaft.
2.) Sollen Mastschweine einen
Auslauf haben?
3.) Geschorene Schafe nehmen nicht
rascher zu.
+ + + + + + + + + + + + +

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

38L} JUGEND .
Juli 1950

1.) Die Geschichte vom ersten Specht.
2.) Forscher kämpfen im Dschungel für Edisonj
erste elektrische Lampe.
3.) Den Beard, der Pfadfinder.
4.) Football - rauh aber herzlich.
5.) Wildwecthelden helfen im Baushalt.
6.) Zv/ei Blechbüchsen und eine lange Schnur.,
und fertig ist dar. Haustelephon.
7.) Zehn Cent und fünfzig Dollar.
8.) Deutrehe Juccndla^er fördern internationale Verständigung.
+ + + +++

Aucust 1950/1

+ + + + + + + +

1.) Wie Kana Sonne, Mond und Sterne wiederbrachte. Eine Hawaiische Volkssage.
2.) Von der Urwaldtrommel zum Telephon.
3.) Wir fahren zurück nach Caleton
Eine Stadt lädt Kinder als Feriengäste
ein.
4.) tut Federschmuck und Tomahawk. "Vaterund-Sohn"-Bev7egung in den USA.
-* 1 6 -

�JUGEND.
August 1950/1

*

5.) Der Marschallstab im Zeitungsbeutel.
Zahlreiche Berühmtheiten Amerikas waren
einmal Zeitungsjunge.
6.) Versuch's mal! Eine Nadel steht auf dem
Kopf.

August 1950/11

1.) Vom Zug, der nicht auf den Schienen
bleiben wollte.
2.) »Voll beglichen".
3.) Eine Schule auf Rädern.
4.) Ein paar neue Spiele im Freien.
5.) Wir bauen uns ein echtes Indianerzelt.
6.) Versuch's mal! Die Chemie des Feuers.
+ + + + + + + + + + + + +

September 1950/1

1.) Boots und die Brandeisen.
2.) Alfred Haenle, der deutsche SeifenkistlDerby-Champion, erlebt die USA.
3.) Geliebte Puppe. Die alten Puppen sind
doch immer die liebsten.
4.) Neuzeitliche Methoden zur Rettung aus
Seenot*
5.) Präsident Truman empfängt Mädchen aus
allen Teilen der USA.
6.) Versuch's mal! Assimilierende Pflanzen.
+ + + + + + + + ++ + + + +
*

1.) Der historische Prozeß gegen den amerikanischen Journalisten John Peter Zenger.
2.) Korea - Land der Morgenstille.
3.) Das Haus der sieben Säulen. Von Daniel
L. Marsh, Präsident der Universität Boston
*
4.) Die Geschichte des Madison Square-Jugendclubs.
+ + + + + + + + + + + + + +

September 1950/11 *

Zu den mit *) bezeichneten Artikeln kann der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 17-

�29.) DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
Juli

Juli

1950/1

Aufgaben der Gesellschaft zur Förderung des
deutsch-amerikanischen Handels m.b.H.

1.)

•) 2.)

Die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft
seit 1850.

+ ) 3.)

"Florists1 Association" versendet Blumen
in die ganze Welt.

1950/11

4.)

Naehwuchsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil I)

1.)

Die wirtschaftspolitischen Absichten
Präsident Trumans.

2.)

ECA garantiert Konvertierbarkeit von »-Erlösen amerikanischer Spielfilme«

3.)

Synthetischer Gummi wieder stark gefragt.

4.)

Der radioaktive Golfball.

5.)

Nachwuchsausbildung in der amerikanischen
Industrie. (Teil II)

6.)

Mehr als sechstausend Grundstücke seit
Januar 1948 in der US-Zone freigegeben.

+ + + + + + + + + + + + +
August 1950/1

DER WIRTSCHAFTLICHE HALBJAHRESBERICHT
PRÄSIDENT TRUMANS FÜR DAS ERS-TE HALBJAHR 1950

August 1950/11 1.)

Die Bilanz von Chicago.
Westdeutsche Aussteller erhielten Aufträge
für-4 Millionen Dollar.

2.)

ERP-Hilfe ermöglicht Wiederherstellung des
Berliner Fernsprechnetzes und Aufbau der
Telephonindustrie.

3.)
4.)

10 000 amerikanische Kreditvereine.

Publio Relation Sin Sprachrohr der amerikanischen Wirtschaft«

5.)

Die Sozialleistungen der USA«

6«)

Entkohlen von Verbrennungsmotoren«

+ + + + + + + + + + + + +

- 18 -

�DIE AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT.
September 1950/1

1.)

ERP - Gegenwertkredite für die Berliner
Industrie.

2.)

Die Lage auf dem amerikanischen Baumarkt«

•0 50

September 1950/11

Aus der Werkstatt der Dollarfabrikanten.

4.)

Neue amerikanische Textilmaschinen.

5.)

ECA verbilligt ölliöferungen aus dem
nahen Osten.

6.)

Lohnanreizsysteme in USA«

1.)

Neue Anforderungen an die amerikanische
Wirtschaft.
Produktionssteigerung - Steuererhöhung Inflationsbekämpfung.

+ ) 2.)

Hamburger Ölindustrie baut mit ERP-Krediten.

5.)

Papier aus Hühnerfedern.
USA entwickeln neue AusgangsStoffe
für die Papierherstellung.

4.)

Lohnanreizsystem in USA.
Teil I
Arten des Lohnanreizes

+ + + + + + + + + + + + +
50.) GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
DIE "DRITTE KRAFT» IN DER WELT

Juli 1950/1

Juli 1950/11

1.)

Der stellvertretende US-Arbeitsminister,
John Gibson. zur internationalen Aufgabe
der freien Gewerkschaften.

2.)

AFL und CIO für Steigerung der amerikanischen Importe.

1.)

AFL-Präsident Green zum Korea-Konflikt.

2.)

US-Gewerkschaften fordern garantiertes
Jahreseinkommen.

5.)

ECA-Beamter fordert europäische Gewerkschaften zur Mitarbeit am Marshallplan
auf.

- 19 -

�GEWERKSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS DEN VEREINIGTEN STAATEN.
Juli 1950/II

4.)

Gewerkschaftsmarken schützen die Interessen der Arbeiterschaft und der Konsumenten.

August 1950/11

1.)

Für Freiheit und Demokratie in Korea.

+)2.)

Kampf dem Unfall.
Sicherheitsmaßnahmen in amerikanischen
Betrieben.

3«)

Statistik erleichtert Kollektiwerhandlungen.

4.)

Eine Gewerkschaft filmt ihre Gesehiehte.

September 1950/1 1.)

Unbedingte Loyalität des amerikanischen
Arbeiters.

2.)

Die Beilegung von Lohnstreitigkeiten in
der amerikanischen Atomindustrie.

3.)

US-Arbeitsminister fordert Erfassung aller
Arbeitskräfte.

4.)

Zur Lage in Korea.
Von Victor G. Reuther.

5.)

Weibliche Arbeitskräfte in USA wieder
gefragt.

September 1950/11 1.)

Der neue Reuther-Plan zur Verteidigung der
Demokratie.

2.)

Vorschläge der Gewerkschaften zur Steigerung
der Produktivität.

3.)

Höchste Unfallrate bei Mittelbetrieben.

+ + + + + + + + + + + + +
Zu den mit +) bezeichneten Artikeln kann der
kostenlos Bildmaterial liefern.

- 20 -

"AMERIKA DIENST«

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                <text>Inhaltverzeichnis über Nachrichtenmaterial und Artikel des "Amerika Dienst"&lt;br /&gt;vom 1. Januar 1950 - 31. März 1950</text>
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                    <text>Internationale

ARBEITSNITTEILUHGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757. Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

IV - 2

Frankfurt, 12. Januar 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Gewerkschaften Amerikas unterstuetzen Verteidigungsproduktion - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

1

Amerikanische Gewerkschaften helfen am Punkt-VierProgramm mit - - - - - - - - - - - - - - - - - -

3

Die Bedeutung der Lehrlings- und Berufsschulausbildung fuer die Verteidigung Amerikas - - - - -

5

Zahl der weiblichen Arbeitskräfte in Amerika stellt

e

In England entscheiden die Bergleute selbst ueber
ihre Zukunft - - - - - - - - - - - - - - - - - -

9

Gerechtes Akkordsyster. steigert Produktionsleistung

11

I'eany zur Rolle des Rundfunk- und Fernsehwesens - -

13

Amerikanische Gewerkschaftsfuehrer unterstreichen
die Bedeutung der Arbeiterbildung - - - - - - i*
Ausbildungsinstitut fuer die wirtschaftliche Planung
asiatischer Entwicklungsprojekte - - - - - - - 15
Indische Gewerkschaften erkennen die kommunistische
Gefahr —
- - - - - - - - - - - - - —
_.-_

16

GEWERKSCHAFTEN AMERIKAS UNTERSTULIZEN VERTEIDIGÜNGSPRODUKTICN
Die Nachrichten von der bejahenden Haltung der Gewerkschaftsbewegung einer gesteigerten Verteidigungsproduktion gegenueber
und ihrer Bereitwilligkeit, notwendige Preis- und Lohnkontrollen
zu akzeptieren, nehmen in der amerikanischen Gewerkschaftspresse
einen breiten Paum ein.
Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung bekennt sich zu
dem Motto des ersten Wirtschaftsberaters Praesident Trumans, Leon
Keyserling: "Produktion, mehr Produktion und noch mehr Produktion."
- 1-

�Die Gewerkschaften haben ihre uneingeschraenkte Zusammenarbeit bei der Steigerung der Produktion zugesichert, damit Amerika
und die ganze freie Welt gegen alle feindlichen Absichten gefeit
sind. Noch bevor die Kommunisten die Republik Korea angegriffen
hatten, war die Produktion in Amerika auf einen Hoechststand gestiegen, und das nationale Einkommen - einschliesslich der Lohnsumme - ging
wie nie zuvor in die Hoehe.
Heute haben die Ausgaben der Unternehmer zur Ausdehnung ihrer
Produktionskapazitaet eine Stufe erreicht, die ueber der des zweiten Weltkrieges und des Jahres 1948 liegt, als die Nachfrage nach
Waren aller Art eine ungeheure Ausdehnung der Industrie erforderlich machte. Und jetzt wird diese vermehrte Nachfrage nach Waren
fuer den Inlandbedarf noch durch die zwingende Notwendigkeit gesteigert, die freie Welt wirtschaftlich und militaerisch zu staerken, um den kommunistischen Imperialismus abwehren zu koennen.
Auch diese Absicht hat die begeisterte Zustimmung der amerikanischen Gewerkschaften gefunden.
Diese rekordbrechende Ausdehnung der amerikanischen Produktivitaet schafft neue Arbeitsplaetze und stellt die Gewerkschaften
auf Grund des sich hieraus ergebenden Mangels an Arbeitskraeften
in eine guenstige Position. Die Gewerkschaften nutzen diese
groessere Macht jedoch nicht dazu aus, um unberechtigte Forderungen
zu stellen.
Nachdem Praesident Truman den nationalen Notstand erklaert
hatte, kamen etwa 10.000 Eisenbahner im Interesse der nationalen
Verteidigung dem Ersuchen des Praesidenten nach, ihren Streik zu
beenden.
Im August wurden die Bahnen von der Regierung uebernomnen, um
einen nationalen Streik der Gewerkschaft des Zugpersonals und der
Zugfuehrer zu verhindern. Seit dieser Zeit arbeiten sie unter
der Kontrolle der Regierung.
Die Gewerkschaften wuenschen fuer die Lagerarbeiter der Eisenbahn eine volle Verguetung fuer 48 Arbeitsstunden bei einer
40-Stunden-Woche und eine 20$ige Tariferhoehung fuer die Streckenarbeiter. Augenblicklich verdienen die Zugbegleiter durchschnittlich 1,58 Dollar in der Stunde und woechentlich 75 Dollar. Der
durchschnittliche Wochenlohn aller Industriearbeiter belaeuft sich
gegenwaertig auf 62 Dollar. Nach Ausbruch des Streiks der Eisenbahner wurden Tag und Nacht im Weissen Haus Besprechungen zwischen
den Eisenbahngesellschaften und den Gewerkschaften gefuehrt, an
denen auch der Berater des Praesidenten, Dr. John R. Steelman,
teilnahm. Man rechnete damals bereits mit einer raschen Beilegung
des Streiks.
William Green, der Praesident der AFL, versprach, dass die
acht Millionen Mitglieder dieses Gewerkschaftsbundes waehrend
des Notstandes von Streiks absehen wuerden, wenn Praesident Truman
sie darum ersuchte. Er fuegte hinzu, dans die Arbeiterschaft
bereit sei, "mehr als die Haelfte des '"eges" zu einer Vereinigung
mit den Unternehmern und Farmern zurueckzulegen, um die Programme
zur Steigerung der Ruestungsproduktion zu foerdern.
Green bestand jedoch darauf, dass eine "Gleichheit" zwischen
Loehnen und Preisen hergestellt werden muesse, bevor irgendein
Lohns tabilisierungsprosramm durchgefuehrt werden koenne^
Philip Murray, der Vorsitzende des CIO, versprach ebenfalls
Hoechstproduktion zur Unterstuetzung Praesident Trumans und der
Vereinten Nationen in dem ges-enwaertigen Kampf zur Abwehr aller
Aggressionen.
- 2 -

�Der CIO-Vorsitzende fuehrte aus:
T o r fuenf Jahren erst haben wir den Kampf um die Freiheit
gegen die nazistischen und japanischen Imperialisten gewonnen.
In diesem Kampf spielte die Produktivkraft der amerikanischen Industrie und der amerikanischen Arbeiter eine wesentliche Rolle.
"Heute werden wir wieder dafuer arbeiten, die freien Voelker
und die freien Ttenschen vor dem Angriff des kommunistischen Imperialismus zu schuetzen. Die amerikanischen Arbeiter wissen,
dass Kommunismus Sklavenarbeit bedeutet, die freien Gewerkschaften zerstoert und den Arbeitern das Recht nimmt, zu streiken. 3o
wie Hitler schutzlose Voelker ueberfiel, sind es nun die Kommunisten, die nach Sued-Korea und Indo-China eindringen."
Der CIO-Vorsitzende brachte zum Ausdruck, dass die amerikanischen Arbeiter keineswegs ihre Handlungsfreiheit einbuessen,
wenn sie sie Regierung in dieser kritischen Zeit unterstuetzen.
Sie werden auch in Zukunft verlangen, dass Ungerechtigkeiten in
der Bezahlung korrigiert werden, und dass die Arbeiterschaft an der
Formulierung und Verwaltung der Richtlinien und Programme in allen
Behoerden der Regierung in groesserem Masse beteiligt wird. Sie
werden fordern, da3s die durch den Notstand auferlegten Lasten
unter alle sozialen Gruppen gerecht verteilt werden.
"'.Venn die amerikanischen Arbeiter ihre Unternehmer oder ihre
Regierung kritisieren, dann glauben Sie nicht, dass Amerika uneinig ist. Unsere Demokratie is*t stark, weil jeder Buerger das
Recht hat, ohne Furcht zu sprechen, ueber oeffentliche Probleme
zu diskutieren und abzustimmen. Die Freiheit schwaecht uns nicht.
Sie verleiht uns Staerke, weil wir wissen, wofuer wir arbeiten und
kaemofen. In diesen schweren Zeiten wird die hoehere Produktivkraft der amerikanischen Arbeiter zusammen mit dem Industriepotential der amerikanischen Industrie die notwendigen militaerischen
und wirtschaftlichen Mittel wieder einmal produzieren, mit denen
die freiheitsliebenden Voelker der ganzen v;elt unterstuetzt werden.
Um es erneut zu sagen:
Wir werden stark und siegreich sein, weil
wir fuer das Recht kaempfen."
Die Gewerkschaftsbewegung fordert nun energisch eine staendig groessere Beteiligung in allen Phasen der 'Mobilisierung der
Hilfsquellen und Machtmittel Amerikas. Das Vereinigte Komitee
fuer Arbeitsgesetzgebung, das sich aus Vertretern der AFL, der
CIO und der selbstaendigen Gewerkschaften zusammensetzt, wurde zu
dem Zweck gebildet, sich mit den Problemen der Mobilisierung zu befassen.
Program Service Section
Labor News Rounduo £ 75
12/20/50
AMERIKANISCHE G£.V5RKSCKi,rTEN HELFEN ,&gt;M PIT-TCT-VIER-PROCRA:?- MIT
Jacob 3. Potofsky, der Vorsitzende der Vereinigten Bekleidungsarbeiter von Amerika (CIO), und Lewis G. Hines, der Sondervertreter der AFL, gehoeren zu den 12 Mitgliedern des neuen Beratungsau-schusses fuer Internationale Entwicklungen, der von Praesident
Truman ernannt worden war, um sich mit dem Punkt-Vier-Programm zur
Entwicklung rueckstaendirer Gebiete als eines wichtigen Mittels
zur endgueltigen Sicherung von Frieden, Wohlstand und Sicherheit
in der '"elt zu befassen.
- 3-

�Auf einer Konferenz mit Potofsky, Hines, dem Vorsitzenden
Melson A. Rockefeiler und anderen Mitgliedern des Ausschusses erklaerte Praesident Truman:
"Die Anregung zu wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt
in den unterentwickelten Gebieten ist eines der wichtigsten Probleme, denen die freie Welt gegenuebersteht. Dies trifft besonders fuer jene asiatischen Laender zu, in denen die ko::imunistische
Gefahr so gross ist.
"Die Steerkung der unterentwickelten Gebiete und die Steerkung der freien Voelker der ganzen »Veit stehen in einem direkten
Abhaengigkeitsverhaeltnis zueinander. Zwei Drittel der Weltbevoelkerung leben in diesen Gebieten. Sie leiden an Funger, Krankheit, Unwissenheit und Armut. Diese Voelker haben bereits beschlossen, dass eine Wendung eintreten muss, komme, was da wolle."
Zu diesem Problem erklaerte der ^raesident ferner, dass seine
Dringlichkeit in Anbetracht der chinesisch-kommunistischen Aggression
in Korea verdopoelt sei.
"Es dreht sich jetzt um die Frage, aus welcher Richtung diese Wendung kommen soll -" fuehrte er aus, "ob sie sich ungeachtet
der vielen Werte vollziehen soll, die dem freien Menschen teuer
geworden sind, oder ob sie zu einer friedlicheren Welt ia Wohlstand
beitragen soll. Wir in den Vereinigten Staaten koennen ueber diese Frage nicht entscheiden: sie kann nur von den Bewohnern der
unterentwickelten Gebiete selbst entschieden werden. Aber ich
c.laube, dass wir ihnen unsere Hilfe anbieten koennen, wenn sie
darum kaempfen, dem Zlend zu entrinnen, und wir koennen ihnen auch
den Weg zeigen, den andere zur Srringung der Freiheit, Menschenwusrde und Wohlfahrt gegangen sind."
Die Bedeutung der Worte des Praesidenten wurde in dem Bericht
de3 Statistischen Bueros der Vereinten Kationen unterstrichen, in
dem festgestellt wurde, dass die Produktion der 25 eermsten Laender der Welt mit de\r Htelfte der Weltbevoelkerunr nur ein Zehntel
aller Nationaleinkommen betrae^t.
China hatte zum Beispiel ein Mationaleinkommen von nur 27
Dollar jaehrlich pro Kopf der Bevoelkerung; in Indien sind es 57
Dollar. Von allen industrialisierten und halbindustrialisierten
Kationen der .irde hat, abgesehen von Polen, Russland das gerinn"te
Fationaleinko-nmen pro Kopf der Bevoelkerung (SOS Dollar). Die
Vereinigten Staaten stehen dank ihrer Messen^roduktionsmaschinen
und dank des Draengens der Gewerkschaften und anderer Gru^nen nach
gerechter Verteilun-* dessen, wcs produziert wird, alt 1.453 Dollar
nro Kopf der Bevoelkerung an erster Stelle. Kit anderen '.','orten,
das Durchschnittseinkommen der Amerikaner ist fuenfmel so hoch
wie das der Durchschnittsrussen.
In einer Srklaerung des «Tahreskon^resses der CIO, auf dem
dem Praesidenten die uneinge-chraenkte Unterstuetzung dieser Organisation fuer das Punkt-Vier-Programm zugesprochen wurde, hiess
£&gt;
c* •
w -J •

"Unser Sxport industrieller Methoden im Rahmen des Punkt-VierPronramms bietet uns und unseren Freunden im Ausland groesste Vorteile, wenn Hand in Hand mit ihnen jene sozial- und arbeitsnolitischen Methoden eingefuehrt werden, durch die das amerikanische
Volk unser eigenes System der Lenkung und des Gleichgewichts unserer industriellen Zivilisation entwickelt hat."
- 4 -

�Ebenso erklaerte die AFL:
"Wir fordern, dass das Punkt-Vier-Programm so durchgefu- *•
wird, dass es die Erziehung, die nationale Kultur, die Volksgesundheit, die technische Ausbildung, Gerechtigkeit und Arbeitsnormen foerdern kann. In allen Gebieten Asiens und Afrikas, die noch
nicht ihre voellige Unabhaengigkeit erlangt haben, sollen Vertreter der eingeborenen Bevoelkerung das Recht haben mitzureden, und
sie sollen in wirksamer Weise an der Planung und Durchfuehrung
des Punkt-Vier-Programms beteiligt werden."
Program Services Section
Labor News Roundun # 73

m/6/50

DIS HEDEUTUNG DER LEHRLINGS- UND BERUFSSCHTLAUSBILDUNG FUER DIE
VERTEIDIGUNG AMERIKAS
(Auszuege aus einer Ansnrache des Leiters des Bueros fuer
Lehrlingswesen im U.S. Arbeitsministerium V« F. Patterson, die
er auf dem Kongress der Vereinigung der amerikanischen B/erufsschullehrer hielt.)
Die Gruppe fuer Berufsschulung sowie die bundesstaatlichen
und staatlichen Behoerden, die sich mit dem Lehrlingswesen befassen, haben in diesem Augenblick die schwerste Probe zu bestehen,
der sie sich je gegonueberge3tellt sahen. Im Zweiten Weltkrieg
hatte Amerika mehrere Jahre zur Verfuegung, um seine militaerischen Kraefte zu organisieren und seine Wirtschafts- und Produktionsquellen zu mobilisieren. In der gegenwaertigen ungeklaerten
Situation weiss niemand, ob ein Krieg in den naechsten Monaten
oder Tagen oder eine Zeit kritischer Ungewissheit bevorsteht, die
sich ueber 10 oder 15 Jahre erstrecken kann.
Jeder, der mit den Fragen der Ruestungsnroduktion vertraut
ist, weiss, dass die Schlagkraft einer militaerischen Streitmacht
an der Front von einer ununterbrochenen Versorgung mit Industrienroduktion abhaengig ist: Waffen, Maschinen, Munition, Lebensmittel, Bekleidung und anderem Kriegsmaterial. Um diesen Materialstrom in Fluss halten zu koennen, ist eine Riesenzahl an Arbeitskraeften notwendig, von der ein grosser Prozentsatz gekernte
Facharbeiter sein mue^sen. Der Schluessel zum wirksamen Einsatz
dieser Arbeitskraefte ist, wie allgemein bekannt, die Berufsschulung und Berufsausbildung. Wenn die Berufsausbildung in wirksamem Masse schnell und gruendlich durchrefuehrt werden soll, muessen
alle die, die mit diesen beiden Gruppen verbunden sind, in genauer
Kenntnis ihrer Funktionen, in enger Harmonie und Gleichschaltung
aller Bemuehungen zusammenarbeiten - andernfalls wird es nicht gelingen, die schwere und dringende Aufgabe, die gestellt ist, zu
loesen.
Es ist vielleicht angebracht, wenn kurz auf die Arbeit dieser
beiden Gruppen in den vergangenen Jahrzehnten eingegangen wird.
Das Aufkommen dez Fabriksystems und der Methoden der Massenproduktion hatten nicht unmittelbar eine Neuorientierung des Erziehungssystems zur Folge. Es dauerte in der Tat viele Jahrzehnte, bevor im Erziehungssystem Beweise fuer die Notwendigkeit erkennbar wurden, Maenner und Frauen durch eine entsprechende Ausbildung auf ihre Arbeit in der Industrie vorzubereiten,30 wie fuer
akademische Berufe eine Ausbildung an einer Hochschule ebenso notwendig wie selbstverstaendlich ist. Weitere Jahre vergingen, bevor
- 5-

�auf Grund dieser Erkenntnis Aenderungen in den Erziehungs- und
AusbildungsDrogramraen vorgenommen wurden. Folglich hatten die
Grundschulausbildung und die der hoeheren Schule fest ausschliesslich das Ziel, auf die Aufnahme in eine Hochschule vorzubereiten.
In gewissem Grade sind sich die Erzieher noch immer nicht der
Bedeutung der beruflichen Schulung innerhalb des allgemeinen Erziehungssystems bewusst. Die jetzige Auseinandersetzung mit
diesen Fragen ist ein Beweis fuer den Fortschritt auf dem Gebiet
der Berufsschulung, fuer das Ausmass, in dem diese durchgefuehrt
wird, und fuer die bedeutende Rolle, die sie auf erzieherischem
Gebiet spielt.
Wie wertvoll die Berufsschulen fuer das allgemeine Lehrlingswesen sind, wurde bereits in einer Veroeffentlichung des Bundesstaatlichen Amtes fuer BerufsSchulung mit dem Titel "Lehrlingsausbildung" vom Juni 1923 beschrieben. Man war sich im klaren
darueber, dass, wenn des Lehrlingswesen seinen ihm gebuehrenden
Platz einnehmen sollte, bestimmte Aspekte einer besonderen Betrachtung unterzogen werden mussten. Wenn mit genuegendem Nachdruck betont wird, dass der Lehrling ein im Arbeitsverhaeltnis
stehender Arbeitnehmer ist, muss irgendeine Behoerde mit der besonderen Aufgabe betreut werden, ein diesem Zweck entsprechendes Programm zu entwickeln und zu foerdern. Dieser Notwendigkeit war
man sich weitgehend bewusst, was zur Entstehung des heutigen Zimtes fuer Lehrlingswesen fuehrte. Allen jenen, die auf dem Gebiet
der Berufserziehung taetig sind und sich unablaessig fuer ein
besseres gegenseitiges Verstaendnis der beiden Grupnen eingesetzt
haben, muss eine besondere Anerkennung ausgesprochen werden:
Dr. Stratton, John McCarthy, Clarence Greiber, Howard Campion,
Walter Sahlin und viele andere, die nicht namentlich genannt werden koennen, die fortwaehrend mitgeholfen haben, das nationale
Lehrlingsprogramm und seine Ideen und Ziele zu foerdern.
In einer Zeitspanne von mehr als 16 Jahren sind die beiden
Gruppen zu der Erkenntnis gekommen, dass es nicht notwendig und
nicht ratsam ist, Schwierigkeiten und Missverstaendnisse einfach
zu ignorieren. Auch waere es unklug, nicht zugeben zu wollen, dass
diese Missverstaendnisse fortbestehen, nur weil keine Versuche
unternommen werden, sie in ehrlicher und offener Aussprache zu
beseitigen.
Die Oeffentlichkeit wird sich daran erinnern, dass in der
ersten Zeit des Bestehens der beiden Grupnen mit mehreren tuechtigen Fachleuten eine Vereinbarung ausgearbeitet wurde, in der die
Funktionen der beiden Gruppen gemaess der Auffassung ueber die
Stellung eines Lehrlings, ob Arbeitnehmer oder Schueler, festgelegt wurden. Dieses Dokument hat sich bei der Umgrenzung der
beiderseitigen Taetigkeitsbereiche als ungeheuer wertvoll erwiesen.
Auch die oertlichen und staatlichen Behoerden fuer Berufsschulung, die staatlichen Lehrlingsaemter und die Mitglieder des
^ersonalstabes, die mit der Aussenarbeit betraut sind, koennen
nicht Plenum Anerkennung fuer die aussergewoehnliche Umsicht erfahren, mit der sie an gemeinsame Probleme herangingen, ihre Ansichten austauschten, wo es noetrig war, konstruktive Kritik uebten,
und in vielen Faellen Schwierigkeiten durch schriftliche Abmachungen beseitigten, in denen sie festlegten, in welcher Form zusammengearbeitet werden sollte. Noch in den letzten Jahren sind Beauftragte der Vereinigung der amerikanischen Eerufsschullehrer
in etwa sechs Faellen mit fuehrenden Mitgliedern des Amtes formoll
zusammengetreten, um die gegenseitigen Beziehungen zu eroertern
und freundschaftliche und praktische Abmachungen ueber die beiderseitige Politik und die gemeinsame Arbeit zu treffen. Das Buero
- 6-

�fuer Lehrlingswesen ist immer stolz auf diese guter. Beziehungen gewesen und bemueht sich, die getroffenen Abmachungen auch ff«wls?ex&gt;
haft einzuhalten.
Eines der Probleme, die beide Teile gemeinsam interessierten und bei zahlreichen Gelegenheiten besprochen wurden und fuer
das die Berufsschullehrer ausschliesslich verantwortlich sind,
ist die Berufsschulausbildung fuer Lehrlinge. Die Schwierigkeiten sind durchaus bekannt, die die staatlichen und oertlichen
Berufsschullehrer hatten, um genuegend Geldmittel fuer diesen
Zweck zu bekommen. Niemals ist die Tatsache verkannt worden,
dass die Berufsschulausbildung ein notwendiger und grundlegender
Bestandteil des Lehrlingswesens ist, und die Allgemeinheit ist
ueberzeugt, dass ihre Bedeutung weit groesser ist, als die Zeit
vermuten laesst, die man ihr im allgemeinen widmet. Wenn von
der Berufsschulausbildung gesprochen wird, muss darauf hingewiesen werden, dass ihr mehr Zeit gewidmet werden muesste. Es ist
das Bestreben des Amtes, jedem Lehrling in den Vereinigten Staaten eine Berufsschulausbildung zuteil werden zu lassen, die an
Q,ualitaet und ^uantitaet nichts zu wuenschen uebriglaesst. Dies
war jedoch immer und muss auch immer eine Funktion der Berufsschulen sein. Der wertvolle Beitrag der Berufsschullehrer zum
Lehrlingswesen wird in dieser Richtung trotz verwirrender und
oft unueberwindlich erscheinender Schwierigkeiten stets geschaetzt.
Es ist ein Glueck fuer die Vereinigten Staaten, dass sie
heute ueber die Erfahrungen einer 16-jaehrigen Zusammenarbeit
verfuegen, denn in dieser gefaehrlichen Situation von heute kommt
es darauf an, noch enger als bisher zusammenzuarbeiten.. Man muss
alle Gefahren ins Auge fassen, die sich ergebenden Konsequenzen
daraus ziehen und versuchen, entsprechend ausgerichtete wirksame
Programme vorzubereiten. Wenn die USA in eine entscheidende
Krise verwickelt werden, werden alle Kraefte bis zum Aeussersten
angespannt werden muessen, um der Industrie zu helfen, dass sie
die Arbeitskraefte zur Produktion der riesigen Mengen an V/aren,
die gebraucht werden, richtig einsetzt. In diesem Fall muss die
gemeinsame Arbeitsgruppe, die bereits erwaehnt wurde, aeusserst
aktiv sein und sehr oft zusammentreten.
Wenn die USA in Kuerze einer umfassenden Krise gegenueberstehen sollten, werden die Probleme, die geloest werden muessen,
sehr verschieden von denen sein, die vor 10 oder 15 Jahren bewaeltigt werden mussten.
Unmittelbar vor dem 2. V/eltkrieg verfuegten die Vereinigten
Staaten ueber ein grosses Reservoir an Arbeitskraeften, die der
Industrie zugefuehrt werden konnten. Es gab z.B. eine betraechtliche Zahl Arbeitsloser. Mehrere Millionen Frauen waren zuvor
nie erwerbstaetig gewesen. Es gab ausserdem viele Personen,
die auf Grund ihres Alters oder koerperlicher Maengel zwar nicht
arbeiteten, aber doch bis zu einem gewisaen Grade arbeitsfaehig
waren. 100.000 dieser Leute wurden in Berufsschulen ausgebildet
und daraufhin in Ruestungsfabriken beschaeftigt. Ohne diese Reserve waeren die Bemuehungen zur Steigerung der Ruestungsproduktion niemals so erfolgreich gewesen.
Heute verfuegen die USA nicht ueber diese umfangreichen Reserven. Eine Arbeitslosigkeit besteht praktisch nicht. Viele
Frauen und Koeroerbehinderte sind bereits laengst berufstaetig.
Im uebrigen werden mehrere Millionen junger Leute dem Arbeitsmarkt
entzogen, um bei den militaerischen Streitkraeften Maschinengewehre zu bedienen, Schiffe zu bemannen und Flugzeuge zu steuern.
- 7 -

�Wenn die Produktionsleistung unter solchen Bedingungen gesteigert-worden soll, gibt es keine andere Moeglichkeit, als die
Faehigkeiten der bereits Beschaeftigten zu erhoehen.
Dieses Problem der Berufsausbildung im Dienst der amerikanischen Industrie kann bearbeitet werden, ohne dass zu diesem
Zwecke neue Behoerden gebildet werden. Seit dem 2. Weltkrieg
haben sich die beiden Gruppen ausdruecklich und unbedingt an
diesen Grundsatz gehalten. Es ist lediglich erforderlich, die
Richtlinien so auszuarbeiten und die Taetigkeiten so zu lenken,
dass ein derartiger Schritt nicht notwendig wird.
Die Maenner und Frauen, die "auf diesen Gebieten taetig sind,
sind sich bewusst, dass sie nicht nur einen Arbeitsolatz ausfuellen, sondern dass sie gemeinsam ein Ziel erstreben. Sie wollen
weiter arbeiten, wie sie es auch in der Vergangenheit getan haben, wobei folgende Ziele ihnen vorschweben moegen: Den nationalen Wohlstand zu foerdern, das wirtschaftliche Wohlergehen des
amerikanischen Volkes zu verbessern und dem Lande eine unueberwindliche Verteidigung zur Verfuegung zu stellen.
U.S. Arbeitsministerium
12/1/50
ZAHL DER WEIBLICHEN AR3EITSKRAEFTE IN AMERIKA STEIGT
Prozentualer Anteil der weib
liehen Arbeitskraefte an der
Erwerbsbevoelkerung der Vereinigten Staaten in den Jahren 1870-1949

1870-1949

Dem statistischen Buero der
Vereinigten Statten zufolge hat
sich die Zahl der weiblichen Bevoelkerunr im Alter von ueber 14
Jahren in der Zeit von Oktober
1949 bis Oktober 1950 um 680.000
erhoeht.
vIm gleichen Zeitraum ist die
Zahl der erwerbstaetigen Frauen
um 1.093.000 angestiegen, deren
Zahl sich damit im Oktober 1950
auf insgesamt 18.668.000 belief.
Die ^roesste Besehteftigunfszunähme in diesen 12 Moneten ist bei
jenen Freuen zu verzeichnen, die
in nichtlandwirtschaftlichen Industriezweigen beschaeftigt sind.
Ihre Zahl steigerte sich um 599.000
insgesamt, damit heben die Frauen
im Oktober 1950 die 16 1/2 Millionen Orenze ueberschritten. Die
weiblichen Arbeitnehmer in der
Landwirtschaft, deren Zahl sich
im Oktober 1950 auf insgesamt
1.902.000 belief, hetten seit dem
gleichen Monat des Vorjahres eine
Zunahme von 494.0C0 zu"verzeichnen.

Die__Zahl der berufstaetigen
Frauen in den bereinigten Statten
uebertrifft somit die Gesamtzahl
der deutschen Berufstaetigen einschliesslich aller 'rbe'tslosen.
Labor Information Bulletin
XII/50

�IN ENGLAND ENTSCHEIDEN DIE BERGLEUTE SELBST ÜKBER IHRE ZUKUNFT
Die Besprechungen ueber den englischen Fuenfzehnjahresplan
werden von den Mitgliedern der Beratungsausschuesse der Kohlenbergwerke gefuehrt, die alle ein Exemplar dieses groessten Programms auf weite Sicht erhalten haben, das die britische Industrie
je gekannt hat.
Die ersten Erkl&amp;erungen zu dem Programm wurden im November
den Mitgliedern des Landes-Beratungskomitees von dem Vorsitzenden
der obersten Kohlenbehoerde gegeben. Die gemeinsame Beratung
wird fortgesetzt, und die Betriebsleiter und Arbeiter .1eder Abteilung studieren die Einzelheiten, die von unmittelbarer Bedeutung fuer sie sind.
Die Bergarbeitergewerkschaft hat bereits offiziell dieses
ausgeglichene Programm der Kapitalentwicklung gebilligt, das den
Zweck hat, Arbeitskraefte, Geld und Maschinen so zu verwenden,
dass die besten Ergebnisse erzielt werden koennen.
YJie ein Sprecher erklaerte, waren sich die Bergarbeiter immer
der Bedeutung der Herausstellung der Leistungsfaehigkeit bewusst,
und sehen nun eine Gelegenheit, ihre Hoffnungen zu verwirklichen.
Der ""lan kann jedoch nur gelingen, wenn er von der Industrie
wohlmeinend mit allen Mitteln unterstuetzt wird.
Die Vorschlaege zu diesem Fuenfzehn Jahresprogramm, das an
sich nicht an feste Quoten gebunden ist, sehen eine Steigerung
der jaehrlichen Kohlenfoerderung Englands um 36 Millionen Tonnen
bei einer Senkung der Zahl der Bergarbeiter um 80.000 vor.
Es wird weniger Gruben geben, aber mehr Destillierwerke. Es
werden sich groessere Stollen in den Gruben finden, zum Zerkleinern und Abtransport der Kohle wird weitgehend von elektrischer
Energie Gebrauch gemacht werden. Den Bergarbeitern werden in
groesserem Masse Badeeinrichtungen an den Ausgaengen der Gruben
zur Verfuegung stehen, sie werden mit groesserer Sicherheit arbeiten, und man wird sich eingehender als bisher mit Wohlfahrtseinrichtungen fuer sie befassen.
Diese Aenderungen koennen nicht sofort vorgenommen werden;
es kann bis zu zehn Jahren dauern, bis ein rrosses, modernes Kohlenbergwerk in vollem Ausmass produzieren kann.
Weil eine groessere Mechanisierung hoeheren Ausstoss mit
sich bringt, werden die Gestehungskosten fuer jede Tonne Kohle
um deben Schillinge fallen.
Nicht alle Gewinne werden in Form niedriger Teise der Oeffentlichkeit zufliessen. Die Maenner, die im Bergbau arbeiten, werden
besonders beruecksichtift werden, da die oberste Kohlenbehoerde
den Grundsatz akzeptiert hat, dass die Loehne im gleichen Masse
erhoeht werden, in dem die Produktionsleistung steigt.
Den Hauotanteil der Gestehungskosten fuer Kohle bilden die
Loehne (nahezu zwei Drittel). Obwohl das Komitee sich nicht verpflichten wuerde, eine bestimmte Lolinoolitik zu betreiben, hat es
beschlossen, bei der Errechnung der Gestehungskosten an Hand der
Loehne drei Voraussetzungen zugrundezulegen:
Die Unterschiede in den Lohnt&amp;rifen der einzelnen Gebiete
werden ausgeglichen, die verschiedenen Lohnstufen werden jetzt
bleiben, und die Loehne als Ganzes werden nur erhoeht, wenn auch
- 9 -

�die Produktionsleistung steigt, wobei jedes Gebiet mit Kohlevorkommen getrennt behandelt wird.
Die groesste Aufgabe wird es sein - dessen ist sich auch die
Behoerde bewusst - die Belegschaftsstaerke der Bergwerke beizubehalten.
In vielen Faellen wird es schwierig sein, neue Arbeiter einzustellen. Die Behoerde rechnet damit, dass nur in wenigen Bezirken ueberzaehlige Bergarbeiter Schwierigkeiten haben werden,
einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Als ein Hauptproblem sieht
man die Tatsache an, dass man im allgemeinen bestrebt ist, ueberzaehlige Arbeiter zu halten, anstatt sie zu veranlassen, in anderen Industrien Arbeit zu finden.
Die Gefahr einer weitverbreiteten Arbeitslosigkeit ist sehr
gering. Allgemein gesprochen, wird Neuorganisierung nichts weiter
bedeuten als eine Reihe von Arbeitsplatzwechseln in andere Gruben.
Fuer solche Wechsel ist den Arbeitern versprochen, dass ihnen alle
interessierten Stellen der naechsten Umgebung beratend zur Seite
stehen werden.
Die Kohlenbehoerde hat in ihren Richtlinien jede Rueckkehr
zu jenen Tagen von vornherein ausgeschlossen, als die Bergwerke
ueberbelegt waren und die Bergleute bei geringerer Nachfrage nach
Kohle arbeitslos wurden. Dadurch, dass man die Arbeiter je nach
den Schwankungen im Absatz zu Produktions- oder Ausbauarbeiten
heranzieht, will man die Fuenftage-Yvoche beibehalten und eine
stabile Beschaeftigtenziffer sichern.
Der Plan ist nicht unabaenderlich festgelegt, sondern er unterliegt fortwaehrenden Veraenderungen, da die Richtigkeit der Erwartungen staendig nach^eprueft wird.
Dadurch, dass man den Preis fuer jede Hauptkohlensorte in jedem Absatzgebiet so weit wie moeglich in Uebereinstimmung mit den
Produktions- und Transportkosten festlegt, will die Behoerde dafuer sorgen, dass jede Verbrauchergrupoe fuer die Kohle, die sie
braucht, einen angemessenen Preis zahlt. Die Preise fuer die einzelnen Absatzgebiete werden jedoch nicht endgueltig festgelegt
werden, sie werden aber mit den Veraenderungen in der Versorgung
mit verschiedenen Kohlensorten und der Nachfrage schwanken. Andere Faktoren, die berücksichtigt wurden, waren das erforderliche
Kapital und natuerliche Hilfsquellen. Die Behoerde hofft, die noetigen Ausruestungen und Finanzmittel fuer ihre Projekte zu bekommen, zumal Untersuchungen ergeben haben, dass ein Mangel an Kohlevorkommen fuer viele Generationen unwahrscheinlich ist.
Eine Besorgnis erregende Tatsache ist jedoch, da3s die be^te
und billigste Kohle bereits abgebaut ist, insbesondere jene Sorten, die sich zu Hartkoks fuer die Stahlindustrie verarbeiten
lassen. Auf der anderen Seite hofft die Kohlenbehoerde, die
Schwierigkeiten, die zur Zeit durch die Nachfrage der Verbraucher
nach besonderen Kohlensorten entstanden sind, ueberwinden zu koennen. Unter anderem beabsichtigt man, durch eine Form der Preisrsgelung, eine bessere Verteilung der einzelnen Sorten und verbesserte Methoden beim Mischen der Kohle der gesamten Nachfrage gerecht
werden zu koennen.
Das Programm der Neuorganisation enthaelt keine Angaben ueber
die Gruben, die geschlossen oder wiederaufgebaut werden sollen.
Diese Entscheidungen bleiben den oertlichen Betriebsleitungen
ueberlassen, die fuer die Durchführung der Einzelphasen des ^lanes
verantwortlich sind.
- 10 -

�Die oberste Kohlenbehoerde ist der Auffassung, dass sie bei
der Ausarbeitung dieses Programms auf lange Sicht sich konservativ verhalten hat. Man erwartet von den Arbeitern in der Zukunft
keine groesseren Anstrengungen als sie zur Zeit fuer ihre Arbeit
aufwenden. ?.fen hat sich auch nicht auf technische Erfindungen
gestuetzt, die gerade im richtigen Augenblick zu Hilfe gekommen
waeren.
Um noch weiterzugehen, erklaert die Behoerde, 3ie habe in
"einem Gemisch vernuenftiger Erwartung und hoffnungsvollen Denkens" gehandelt. Nachdon sich nun die Produktionsmoeglichkeiten
und die Tendenzen in der Nachfrage klar abgezeichnet haben, kann
der Plan abgeaendart werden. Er wird in jedem Falle staendigen
Revisionen unterliegen.
'7ie vorsichtig die Schaetzungen auch sein moegen, so hat
die Kohlenbehoerde doch ein Problem in Angriff genommen, das unbedingt einer Loesung bedarf.
«Tedes kleinare und einzelne Projekt zur Neuorganisierung und
Vodernisierung haette die Produktion nur auf den niedrigen Stand
von 1945 herabgedrueckt. Und der Preis fuer Kohle, der in den
letzten Jahren gesunken ist, wuerde erneut ansteigen, wie es 70
•Jahre lang der Fall war. Innerhalb von fuenf Jahren haette er
ohne einen derartigen Plan fuenfmal so hoch sein koennen.
Da3 Programm muss nun einer gröndlichen Untersuchung unterzogen wuerden, und zwar nicht nur von Persoenlichkeiten der Industrie, sondern auch von den Vertretern der Oeffentlichkeit in
den Ausschuessen fuer Kohleverbraucher und dem Ministerium fuer
Brennstoff und elektrische Energie. "Wir werden auch in Zukunft,"
erklaerte der Vorsitzende der obersten Kohlenbehoerde, "uns nach
neuen Ideen umsehen und solche Ideen begrusssen, soweit es sich
um gesunde und vernuenftige Vorschlaege handelt."
Labour
XII/50
GERECKTES AKKORDS TOTEM STEIGERT PRODUKTIONSLEISTUNG
Die Produktionsziffern der englischen Industrie gehen staendig in die Hoehe. Wie ist dies ohne zusaetzliche Arbeitskraefte
und ohne schwerere Arbeit moeglich? Das Staatliche Buero fuer
Virtschaftsinformationen hat sich mit 107 Firmen in Verbindung
gesetzt und hat drei eindeutige, aber keineswegs nagelneue Antworten auf diese Frage erhalten:
Gemeinsame Beratung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern,
gerechte Akkord-Systeme und Betriebsinformationen.
Die Untersuchungen haben dieses Buero zu einer grossen Zahl
groesserer und kleinerer Betriebe gefuehrt. Ein Fuenftel der
Betriebe zaehlen mehr als 1000 Arbeiter, ein Viertel weniger als
250. Auch die Art der Waren, die sie produzieren, ist sehr verschieden.
Unter Zuhilfenahme der Geschaeftsbuecher der einzelnen Firmen
ist eine Liste zusammengestellt worden, aus der zu ersehen ist,
wie die Produktion gesteigert, die Gestehungskosten und Preise
gesenkt und die Loehne der Arbeiter erhoeht worden sind.
- 11

�Diese Zusammenstellung ist sehr aufschlussreich. In 75 Firmen fuehren Vertreter der Unternehmer und Arbeiter gemeinsame Besprechungen. Gerechte Akkordsysteme spielen in 72 Faellen eine
bedeutende Rolle, waehrend 45 Firmen ihre Produktionsziffern dadurch steigern, dass sie ihre Arbeiter uebar die Erzeugnisse des
Betriebes, den Absatz, die ^roduktionsquoten, die Gestehungskosten und die bereits erzielten Erfolge eingehen unterrichten.
Viele Firmen bedienten sich dieser drei Methoden mit grossem
Erfolg. Zwei Beispiele zeigen, wie fortschrittliche Unternehmer
mit einsichtigen Arbeitern eintraechtig zusammenarbeiten, um die
Produktionsleistung zum Nutzen der Firma, ihrer Arbeitnehmer und
ihrer Kunden zu steigern.
Die Technischen Werke in Leeds z.B. koennen von einer ^roduktivitaetssteigerung um 44% seit 1947 berichten. Der Mangel an
Treibstoff, der in jenem .Tahre geherrscht hat, ist fuer dieses Unternehmen zur Veranlassung geworden, seine 55 Kilowatt-Dieselgeneratoren zu normen. Das Erzeugnis der Firma ist ab heute geaendert, um eine guenstigere Verwendung des Rohmaterials zu gewaehrleisten, und um die Produktion des genormten Produktes zu beschleunigen, ist eine umwaelzende Neuordnung der Betriebsanlügen
durchgefuehrt worden.
Frueher sind spezialisierte Werkzeugmaschinen nur im beschraenkten Kasse verwendet worden, um Einzelteile fuer eine Vielzahl von Maschinen herzustellen. Nach der Neuorganisation sind
die Werkzeugmaschinen, in Gruppen geordnet aufgestellt, in voraus
sorgfaeltig eingerichtet, damit die maschinelle Arbeit im ununterbrochenen Fliessbandsysten ausgefuehrt werden kann. Die Arbeiter
sind waehrend dieser Neuorganisation genauestens ueber die einzelnen Vorgaenge unterrichtet worden, ebenso sind die Plaene dem
gemeinsamen Produktionsausschuss laufend vorgelegt worden. Auf
diese "'eise ist es moeglich gewesen, sich die Mitarbeit der Belegschaft bei dieser Neuorganisation zu sichern.
Und die Ergebnisse? Fuer die Verbraucher eine 25%ige Preissenkung, fuer den Unternehmer eine 10%ige Verminderung der Produktionskosten und fuer 1800 Arbeitnehmer eine Steigerung ihrer Loehne um durchschnittlich sechs Schillinge bis zu einem ^fund Sterling,
wobei die Lohnverbes3erungen im Rahmen des nationalen Lohngesetzes
nicht beruecksichtigt sind.
Im Suedwe3ten Englands sehen wir das zweite Beispiel: In
Avonmouth (Bristol) werden den Arbeitern fuer die Erzeugung von
Zink, Schwefelsaeure und Industrie-Chemikalien Leistungspraemien
gezahlt. Die Zinkproduktion hat sich seit dem Kriege um 20% und
die der Schwefelsaeure um 25% gesteigert. Die Wochenloehne der
Arbeiter sind dadurch an einen Betrag von dreissig Schillingen bis
zu zwei Pfund Sterling in die Hoehe gegangen.
Die Leistungspraemien werden in den verschiedenen Industriezweigen nicht eher eingefuehrt, als bis in Sondersitzungen mit
Unternehmer- und Gewerkschaftsvertretern alle Einzelheiten des
Systems ausgearbeitet sind und eine Abmachung zustande gekommen
ist, zu der sich 90% der 1500 Arbeiter dieses Betriebes bekennt
haben. Leistungs-raemien koennen auch in den Warenlagern gezahlt
vyerden und sind selbst fuer die jungen Leute vorgesehen, die mit
dem Fahrrad Botengaenge ausserhalb der Fabrik verrichten.
Praktisch ist jede Arbeit in diesen Betrieben vom Hofreinirer
bi3 zum Reparieren der Pumoen und V.'iederaufbauen der Retorten georueft und zeitlich bemessen worden. In allen Faellen ist es den
- 12 -

�Arbeitern moeglich, sich an die Zeitnehmer zu wenden und eine Anpleichurig der Zeit zu erwirken, wenn dies erforderlich ist.
Fuer die Maschinentechniker, Klempner, Maurer und andere
Handwerker sind Akkordsysteme eingefuehrt worden, denen eine Untersuchung ausschlaggebender Leistungseinheiten zu Grunde liegt.
In jedem dieser Systeme ist der Vorarbeiter der wichtigste
Mann. Er prueft die Zeiten, die fuer die Arbeitsgaenge gebraucht
werden. Wenn die Ausfuehrung der Arbeit schlecht ist, kann er
darauf bestehen, dass sie noch einmal verrichtet wird oder die
Praemie nur fuer den Teil gezahltvwird, der zufriedenstellend ausfaellt. Der Vorarbeiter selbst arbeitet nach einem Leistungspraemien-System, das sich auf die Arbeitsleistung seiner Arbeiter
gruendet.
Diese 105 Faelle, die man untersucht hat, sind ein klarer
Beweis dafuer, dass die englische Industrie ueber ein grosses Mass
an Erfahrung und Wissen verfuegt, das ausgewertet werden kann wenn es die Unternehmer nicht fuer erniedrigend halten, mit den
Vertretern ihrer Arbeiter neue Methoden zu besprechen, bevor
die Fabriken in Betrieb gesetzt werden, und wenn die Arbeiter
nicht zu misstrauisch oder zu konservativ sind, sich damit einverstanden zu erklaeren, eine neue Idee auszuprobieren, nachdem
sie sie sorgfaeltig geprueft haben.
Labour
6/50
MEANY ZUR ROLLE DES RUNDFUNK- UND FERNSSKWESENS
"Dieses neue und maechtige Beeinflussungsmittel darf nicht
voellif der Industrie als Propagandawerkzeug zur Steigerung ihres
Absatzes ueberlassen werden."
Dies sagte George Meany, der Hauptkassierer der AFL, vor
der bundesstaatlichen Kommission fuer Rundfunk- und Fernsehwesen.
Er schloss sich der Bitte einer Grupoe Erzieher an, dass ein gewisser Prozentsatz der Fernsehsendungen ausschliesslich fuer erzieherische Zwecke verwendet werden soll. "Wir wollen, dass
unsere Kinder durch die Fernseheinrichtungen mehr lernen koennen
als nur die Kenntnis einer ausgezeichneten Geschaeftsreklame."
"Die Regierung ist dem amerikanischen Volke sehr vieles
schuldig. Sie sollte die Kinder der Nation und die Erwachsenen
vor dem uebertriebenen Haendlergeist bewahren, dem sie zur Zeit
ausgesetzt sind."
Meany stellte fest, dass die bestehenden Fernsehstationen
es versaeumt hastten, sich zu einem Forum fuer die verrchiedenen
Meinungen zu den nationalen und internationalen Problemen zu
entwickeln, und erklaerte: "Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, finden in dem IIei..leben zahlloser amerikanischer Familien und den I^rziehunpsmoeglichkeiten der kommenden Genorationen ihren Niederschlag."
ir wies ferner darauf hin, dass die amerikanische Arbeiterschaft das Erziehunrswesen immer unterstuetzt hat, weil sie zu
der Erkenntnis gekommen ist, deas "ein intelligentes Volk aufgeklärt sein nuss." lir betonte, dass es "die arbeitenden ?'aenner und Frauen Amerikas waren, die den Kampf fuer die irrichturg
eines freien und oeffentlichen Schulsystems gefueh/rt haben.*'
—

Xo

�Die Gewerkschaften haben sich fuer der üeffentlichkeit zugaengliche Hochschulen eingesetzt und sind heute an den üniversitaeten
und Volkshochschulen ausserordentlich interessiert.
Durch die Entwicklung des Rundfunks und des Fernsehwesens
sind die Erziehungs- und Informationsmoeglichkeiten sehr stark
ausgedehnt worden, man habe jedoch zur Foerderung der allgemeinen
Erziehung und zur Propagierung sozialpolitischer Programme nur
in beschraenktem Masse von den Rundfunk- und Fernseheinrichtuncen
Gebrauch gemacht, und "die Geschichte der letzten £5 Jahre hat gezeigt, dass der Rundfunk nicht die grosse erzieherische Rolle gespielt hat, die man von ihm erwartete."
"Die fortschrittliche amerikanische Arbeiterschaft ist der
Auffassung, dass hoehere Loehne und bessere Arbeitsbedingungen, so
lebenswichtig sie sind, weder das einzige Interesse der Arbeiter
darstellen, noch die einzige Verantwortlichkeit sind, die die Unternehmer ihren Arbeitern gegenueber zu tragen haben. Die Gewerkschaften wie auch die Unternehmer vertreten die Auffassung, dass
die Erziehung fuer den Arbeiter von vordringlicher 7/ichtigkeit ist.
Ein aufgeklaerterer Arbeiter ist leistungsfaehiger. Er lernt in
kuerzerer Zeit mehr, verrichtet seine Arbeit besser und steht innerhalb der Gemeinschaft auch nachdruecklicher seinen Mann."
Daily News Service
XIl/6/50
AMKR1&amp;AW13CHK GE":ERKSCH;,FTSFU2ERER UNTERSTREICHEN DIE BEDEUTUNG
DER ARBEITERSTLDUNÖ""^
Bei der feierlichen Uebergabe des Samuel-Gompers-Oedaechtnisfonds an das Roosevelt-College in Chikago, der sich auf 100.000
Dollar belaeuft, erklaerten fuehrende Funktionaere der Gewerkschaften, der Fortschritt der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
haenge groesstenteils von der Ausbildung ab, die den Gewerkschaftsmitgliedern zuteil werde.
William Green, der Vorsitzende der AFL, fuehrte in diesem
Zusammenhang aus: "»ir waren bisher vielleicht zu sehr geneigt,
unseren Fortschritt nach den Mitgliederzahlsn allein zu bemessen d.h. eher nach quantitativen als nach qualitativen Normen
Nur in dem Masse, in dem wir erziehen und auch werbend wirken,
koennen wir die Gewissheit haben, dass die Struktur der organisierten Gewerkschaftsbewegung in Amerika erhalten bleibt und sich fortwaehrend verbessert."
Der Vorsitzende des CIO, Philip Murray, wies darauf hin, da-?s
"unsere hoeheren Lehrinstitute bis vor kurzem noch der Gewerkschaftsbewegung gegenueber entweder unfreundlich oder irgendwie gleichzeitig eingestellt waren oder ihr sogar den Ruecken kehrten."
Im Roosevelt-College wird die Arbeiterbildung auf der gleichen
Basis wie die Ausbildung in Kuensten und '..'issenschaf ten betrieben.
Sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften sind im Treuhaenderausschuss vertreten. 'Valter Reuther, der Vorsitzende der ^utomobilarbeitergewerkschaft de3 CIO, und Morris Bialis von den Damenoberbekleidungsarbeitern der AFL sind Mitglieder dieses Ausschusses.
V.'eekly Labor News Digest
Vol. V - Nr. 51
XII/20/50

- 14 -

�AUS3ILDUNGS INSTITUT FUL'R DIE WIRTSCHAFTLICHE PL^ÜPG ASIATISCHER
3NT ','IC KLUNG 5 PR 0J5KTE
In Lahors (Pakistan) ist das erste regionale Schulungsprogramm fuer Volkswirtschafter, Techniker und Verwaltungsbeamte angelaufen, die sich mit der Planung und Finanzierung landwirtschaftlicher Entwicklungsprogramme hefassen. An dem Lehrgang nehmen mehr als 50 Regierungsbeamte aus vorderasiatischen Laendern
und dem Fernen Osten teil. Es handelt sich um eines der ersten
groe^seren Schulungsprogramme, die durch das erweiterte technische
Unterstuetzungsprogramm unter der Schirmherrschaft der Organisation fuer Ernaehrung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen
und der Internationalen Bank fuer wirtschaftlichen Wiederaufbau
und Entwicklung ermoeglicht wurden. Zweck dieses Lehrganges ist,
die Beamten asiatischer Laender in der Vorbereitung wirtschaftlicher Entwicklungsprojekte zu unterrichten und ihre Fähigkeiten
auf diesem Gebiet zu vervollkommnen, da:.;it derartige "Projekte
von den staatlichen Verwaltungsbehoerden und den internationalen
Finanz-Instituten bosser bearbeitet werden koennen. Es ist oftmals von verschiedenen Finanzinstituten - wie z.B. der Internationalen Bank - darauf hingewiesen worden, dass schlecht ausgearbeitete Skizzen ueber wirtschaftliche Entwicklungsprojekte eins erhebliche Schwierigkeit fuer den wirtschaftlichen Fortschritt
unterentwickelter Laender darstellen.
Dsr Lshrplan des Instituts umfasst folgende Gebiete:
a) Die Auswirkung besonderer Projekte auf die wirtschaftlichen Verhaeltnisse eines Landes und die ~laene fuer die
zukuenftige Entwicklung bestimmter Industriezweige und Projekte, bestehender und geplanter Absatzmöglichkeiten,
Transportwesen, Kredit-Institute fuer die Landwirtschaft
sowie Schulen und andere staatliche Einrichtungen.
b) Voraussichtliche Kosten und Gewinne aus wirtschaftlichen
Entwicklungsprojekten. Kostenvoranschlaege fuer technische
Plaene, Bau- und Arbeitsprojekte und technische Produktionseinrichtungen, das Studium landwirtschaftlicher Projekte
unter Berücksichtigung der daraus entstehenden Einnahmen;
zusammenfassende Finanzberichte ueber Ausgaben und Einnahmen.
c) Besondere Probleme und die verschiedenen Arten der Entwicklungsprojekte. Kuenstliche Be- und Sntwaesserung, Flussregulierung, Bodenkultivierung, Vertriebs- und weiterverarbeitende Unternehmen, die kombinierte Ausbeute der natuerlichen Hilfsquellen, Transport- und Informationswesen, Gesundheitsprobleme, agronomische Fragen in- und auslaendischer
Maerkte zum Absatz der Erzeugnisse und die indirekte Auswirkung aller dieser Probleme auf die Staatseinnahmen.
d) Organisation und Verwaltung der Projekte. Gerichtsbarkeit, Organisationsform, Machtbereich und Aufgaben, PersonalPolitik, Ueberwachung und Rechnungsfuehrung, Beziehungen zur
Landwirtschaft und anderen Industrie-Zweigen, Auswahl und
Ausbildung der Siedler, Vorarbeiter, Mechaniker, die Bearbeitung von Kolonisierungs- sowie Ein- und Auswanderungsoroblemen.
e) Finanzfragen. Direkte Rueckerstattungen an die Farmer,
Siedler und andere Personen, die Erzeugnisse oder Dienstleistungen in Anspruch genommen haben, direkte Projekteinnahmen
in weichen und harten Waehrungen. Bedarf an inlaendischen
und auslaendischen Dienstleistungen und Materialien sowie
Kapitalien fuer nationale und internationale Finanzierungen,
- 15 -

�Finanzierungsmethoden eines Projektes und die Verwendung des
zur Verfuegung stehenden Kapitals.
f) Zusammenfassung aller Gesichtspunkte eines wirtschaftlichen Entwicklungsprojektes in einer Abhandlung, in der technische, verwaltungsmaessige und finanzielle Einzelheiten
festgelegt sind.
Den Teilnehmern an diesen Lehrgaengen wird die Moeglichkeit
geboten, besprochene Grundsaetze und Methoden bei der Bearbeitung
praktischer Entwicklungsprobleme und Projekte anzuwenden. Zusaetzlich zu den Informationen, die ueber ausnev.aehlte Projekte
anzuwenden. Zusa9tz_*ich zu den Informationen, die ueber ausgewaohlte Projekte in Pakistan der Schule zur Verfuegung stehen
werden, erwartet man von den Lehrgangsteilnehmern aus ,anderen
Ltendern, dass sie moeglichst ausfuehrliche Informationen ueber
eine oder mehrere Entwicklungsprojekte in ihrem eigenen Lande
zu diesem Zwecke vorlegen.
Economic and Social Problems
in the United States
Ho. 10 Vol. 2
10/50
INDISCHE GEWERKSCHAFTEN ERKENNEN DIE KOMMUNISTISCHE GEFAHR
Hariharnath Shastri, der Generalsekretaer des Indischen Nationalen Gewerkschaftskongresses lINTUC) gab vor kurzem eine Erklaerung ab, in d^r er ausfuehrte:
"Die Kommunisten greifen unsere Unabhaengi?keit unmittelbar
an; und das gleiche tun sie auf der ganzen Welt. Sie sind eine
Gefahr fuer die ganze Welt.
"Amerika und England repraesentieren die demokratischen
Kraefte. Einige sind der Auffassung, dass sie die kapitalistischen Kraefte repraesentieren. Das mag vor Jahren so gewesen sein;
die Verhältnisse haben sich jedoch geaendert. Sie habon ihre
imperialistischen Ansprueche laengst aufgegeben. Nun versuchen
sie ihr Bestes, um dio demokratischen Kraefte in der Welt zu staerken.
Amerika wuenscht, seine Stellung in der gesamten 'Veit auf demokratischer Basis beizubehalten. In der Rede Praosident Trumans sind
unlaeng^t die falschen Vorstellungen von
angeblichen Machtanspruechen Amerikas zurueckgewiesen worden.n
Generalsekretaer Shastri, der kuerzlich auf dem Kongress des
INTUC von 2.000 Delegierten wiedercewaehlt worden war, fuhr fort:
"Fuer England, Amerika und Indien besteht eine gemeinsame Gefahr,
der wir ins Auge sehen muessen. Eine einzige Nation bedroht den
Frieden der Welt. Diese Macht i3t fuer England und Amerika weniger gefaehrlich als fuer Asien. Starke Nationen koennen sich
selbst verteidigen, wir koennen es jedoch nicht."
Khandubhai Desai, der zum Vorsitzenden des INTUC wiedergev/aehlt wurde, brachte die gleichen Ansichten zum Ausdruck.
In den vergangenen 18 Monaten sind 15 Gewerkschaften mit rund
100.000 Mitgliedern von insgesamt 1.434.000 aus dem INTUC ausgeschlossen worden, weil sie der von Moskeu diktierten kommunistischen Linie folgten.
Program Services Section
Labour News Roundup # 73

XXX/6/50
- 16 -

H1J0O (li-l-Jl) CCT* S k l C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge «na der amerikanischen Presse und anderen Quellen der und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, njeh irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen,

I I - k5

Frankfurt, 13. Januar I950

INHALTSVERZEIC

HNIS

Truman fuer weiteren sozialen F o r t s c h r i t t —
Jugendschutz i n U.S.A. - - - - - - - - - Walter Reuther zur Deutschlandfrage

—

- - - - -

1

. . - -

4

- - - - - - - - -

5

Englische Schneider berichten ueber amerikanische
Produktionsleistung
Ifarahallplan Barometer

8
- - - - - - - - - - - - - - - -

Gewerkschaft3funk eines New-Yorker Senders

- - - - - -

Moderner Stoerungssucher - - - - - - - - - - - - - - -

9
10
11

TRUMAN FUER WEITEREN SOZIATjffrJ FfffiTSflURTT 1 .
(WASHINGTON, 9« Januar) - In seiner heutigen Budgetbotschaft an den Zbngress
stellte Praesident Harry S. Truman fest, dass "wir mit Zuversicht der Zukunft
entgegensehen koennen". Diese Botschaft enthaelt das finanzielle Programm febr
Durchfuehrung der Plaene und Massnahmen, die der Praesident in seiner Botschaft
ueber "die Lage in der Union" (State of the Union Message) vorige Woche vorgeschlagen hatte*
Fuer internationale Programme forderte der Praesident 4#7 Billionen Dollar.
Er sagte, dass das Europa Hilfsprogramm I95I mit einer Billion Dollar weniger
finanziert werden koennte als im Jahre I950, weil durch unsere Unterstuetzung
der wirtschaftliche Wiederaufbau angekurbelt und gefoerdert worden sei. Dies
haeite eine Hebung des Lebensstandards und groessere politische Stabilitaet in
Westeuropa zur Folge gehabt«
- 1-

�Der Praesident erinnerte den Kbngress jedoch daran, dass noch grosse Hindernisse zu ueberwinden seien und die Gefahr einer Aggression noch immer, bestehe.
Die Laender Kuropas benoetigten nach diesem Kriege Rohstoffe und Waren, die zum
groessten T e i l nur von den Vereinigten Staaten g e l i e f e r t werden koennten.
Diese Laender seien jedoch nicht dazu i n der Lage, die exportierten Gueter mit
Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen. "Wenn wir diesen Voelkern nur soviel
l i e f e r t e n , wie sie bezahlen koennen, dann wuerde i h r Lebensstandard rapide
sinken und Unsicherheit und destruktivem wirtschaftlichem Hationalismus der
Weg geebnet."
Der Praesident u n t e r s t r i c h von neuem die Notwendigkeit, den Welthandel auszudehnen, und e r ersuchte den Kbngress, die Charta der Internationalen Handelsorganisation zu akzeptieren und die dazu noetigen Gesetze zu e r l a s s e n . Er e r k l a e r t e , "dass sowohl die laender Buropas a l s auch die uebrigen Nationen und das
amerikanische Volk s e l b s t weitsichtige und durchgreifende Massnahmen treffen
muessten, um einen gesteigerten internationalen Waren- und Investitionsaustausch
zu ermoeglichenj a l l e i n auf dieser Basis koennten gesunde, i n t e r n a t i o n a l e Wirtschaftsbeziehungen e r r i c h t e t werden." Er fuegte hinzu, dass die im Budget geforderten Geldmittel, die zur Fortsetzung des europaeischen Hilf sprogramms noetig
waeren, fuer den weiteren F o r t s c h r i t t von ausschlaggebender Bedeutung seien.
Durch die Binschraenkung der Taetigkeiten der Internationalen Fluechtlingsorganisation (IRO) koennten die Zuwendungen der Vereinigten S t a a t e n um 6555 gekuerzt werden. Mr. Tnunan wiederholte jedoch seine Forderung, dass der Kbngress
das Gesetz fuer Fluechtlinge abaendern und die entsprechenden Geldmittel bewilligen moege.
Die Erfolge der technischen Unterstuetzung i n den Republiken Amerikas und
i n Europa beweisen, dass das Punkt-Vier-Programm wertvoll und durchfuehrbar i s t ,
sagte der P r a e s i d e n t . In seinem Haushaltsplan sind 25 Millionen Dollar vorgesehen, da sich die Vereinigten Staaten an dem Programm zur technischen Unterstuetzung b e t e i l i g e n , das nun von den Vereinten Nationen b e w i l l i g t wurde. Er
u n t e r s t r i c h die Notwendigkeit, Kapital i n rueckstaendigen Gebieten zu investieren
und einen Plan zu entwerfen, nach dem zur Foerderung von Investierungen die
Export-Import Bank die Garantie fuer diese Kapitalanlagen uebernehmen s o l l . Bei
Mangel an P r i v a t k a p i t a l schlug e r die Verwendung oeffentlicher Geldmittel vor.
Obwohl der Praesident die Notwendigkeit wirtschaftlicher S t a b i l i t a e t i n
•anderen Laendern hervorhob, betonte e r , dass e s damit nicht genug s e i . ^Die
wirtschaftliche Wiedergesundung i s t Grundbedingung fuer die Erhaltung der F r e i h e i t und S t a b i l i t a e t i n Westeuropa und anderen Laendern, die fuer uns von l e benswichtiger Bedeutung sind; aber die wirtschaftliche Lebensfaehigkeit a l l e i n
genuegt n i c h t , um sich vor Aggressionen schuetzen zu koennen. Eine starke m i l i taerische Verteidigung i s t notwendig. Ohne fremde Hilfe koennen diese Laender
jedoch nicht eine a l l e n Angriffen gewachsene Verteidigung aufbauen, ohne ihren
Wiederaufbau dadurch betraechtlich zu verzoegern,•
Fuer das gegenseitige Verteidigungsprogramm forderte Praesident Truman 1,1
Billionen D o l l a r Ü u e r das Haushaltsjahr 1951. Br e r k l a e r t e , dass diese Forderung die frueheren Schaetzungen weit u e b e r t r e f f e , weil das neue Programm zur
nationalen Verteidigung, wie es im Gesetz zur nationalen Sicherheit (National
S e c u r i t y Act) niedergelegt i s t , e r s t spaet gesetzlich genehmigt wurde. Mr,
Truman empfahl Ausgaben in einer Hoehe von 13 Billionen D o l l a r , was den groessten Betrag i n seinem Budget d a r s t e l l t .
Fuer Soziale Sicherheit^
Der Praesident verlangte vom Kbngress die Finanzierung des Programms der
sozialen Sicherheit und e r k l a e r t e , dass etwa B% a l l e r beschaeftigen Personen
von diesem Plan e r f a s s t wuerden. Damit wuerde die Notwendigkeit einer Unterstuetzung aulsToeffentlichen Mitteln laufend r e d u z i e r t . Vor allem muessen a l l e

- 2 -

�Bauern, Lohnempfaenger und selbstaendigen Arbeiter erfasst werden. Die Unterstuetzungen muessen bedeutend hoeher und a l l e Personen auch gegen Arbeitsunfaehigkeit v e r s i c h e r t s e i n . Er forderte aufs neue eine Gesetzgebung, die die
bundesstaatliche Hilfe fuer o e r t l i c h e Gesundheitsdienste steigern und fuer d i e
medizinisehen und verwandten Schulen f i n a n z i e l l e Unterstuetzung vorsehen s o l l ,
um die Ausbildung zusaetzlichen, medizinischen Personals zu foerdern. "Um eine
Hauptluecke i n unserem System der sozialen Sicherheit zu s c h l i e s s e n , " sagte der
Praesident, "empfehle ich nochmals dringend, ein vernuenftiges System fuer im
voraus bezahlte Krank enversicherungsgelder .gesetzlich festzulegen. Es muss in
unser soziales Versicherungsprogramm miteinbezogen und in e r s t e r Linie von Arbeitgebern und Arbeitnehmers f i n a n z i e r t werden» •
Mr. Truman e r k l a e r t e , dass sich seine Forderungen fuer Zwecke der Sozialversicherung im Jahre I95I auf schaetzungsweise 271 Millionen Dollar belaufen,
die i n Form von Zuschuessen den einzelnen Staaten zuzuleiten waeren.
Wohnungsbau«
Er b e t o n t e , dass es notwendig s e i , mehr Wohnungen zu schaffen. Er forderte
die bundesstaatliehe Genehmigung von Unterstuetzungen fuer Genossenschaften und
anderen Gesellschaften, die ohne Gewinn an Bau- und Wohnungsbauprojekten a r b e i t e n .
Er v e r l a n g t e , dass die Bundesregierung fuer die technische Beratung der entstehenden Baugenossenschaften sorge und die entsprechenden Massnahmen zu i h r e r Finanzierung t r e f f e . Mit dem vom Kbngress im l e t z t e n Jahre verfolgten Grundsatz,
•ein anstaendiges Heim und eine passende Umgebung fuer jede amerikanische Familie
zu schaffen,« sei e i n guter Anfang gemacht worden. Wir muessten jedoch schnellstens daran gehen, diese Plaene zu verwirklichen. Er forderte fuer das gesamte
Wohnungsbauprogramm, . e i n s c h l i e s s l i c h Gemeinde- und Reinigungsarbeiten, insgesamt
1,3 Billionen D o l l a r .
Bessere Schulausbildung.
Fuer erzieherische Zwecke i n den verschiedenen Staaten belief sich die Forderung des Praesidenten fuer I951 auf 434 Millionen Dollar gegenueber 125 M i l l i o nen fuer 1950« ^Die Nation kann es sich nicht l e i s t e n , menschliche Faehigkeiten
und Kraefte zu vergeuden, wie wir es augenblicklich tun,* sagte e r , "indem wir
versaeuman, Millionen von Kindern i n Grund- und hoeheren Schulen auszubilden
und Hunderttausenden von jungen Menschen zu helfen, die durch eine bessere Schulausbildung vorwaertskommen koennten.•
Hilfe fuer den A r b e i t e r .
Mit der Forderung von 243 Millionen Dollar fuer das Programm der Arbeit im
Jahre I95I fuehrte der Praesident ausi "Die Plaene der Bundesregierung auf dem
Gebiet der Arbeit sind dazu bestimmt, den wirksamen Gebrauch unserer wichtigsten
produktiven Kraft zu foerdern, der Leistung des' amerikanischen A r b e i t e r s , mit
dem Endziel, eine hoehere Produktion und damit einen hoeheren Lebensstandard zu
e r r e i c h e n . " Er sprach sich fuer die Beibehaltung eines freien Arbeitsvermittlungsdienstes "fuer Industrie und Landwirtschaft a u s , fuer eine Versicherung gegen
den Totalverlust des Einkommens infolge zeitweiliger A r b e i t s l o s i g k e i t , und fuer
gerechte Normen der Arbeitszeit und -bedingungen, durch die ein Schlichtungsdienst bei i n d u s t r i e l l e n S t r e i t i g k e i t e n und ein Mittel gegen ungerechte Arbeitsverfahren gewaehrleistet wuerde. Er fuegte dem Haushaltsplan eine Million Dollar
zur Finanzierung uer Kommission fuer gerechte Beschaeftigungsbedingungen b e i ,
deren Schaffung er schon s e i t langem dem Kongress nahegelegt h a t t e . Er wiederholte seinen diesbezueglichen Vorschlag i n der heutigen Botschaft. Ferner
empfahl e r , den Staaten Unterstuetzungen fuer Programme der i n d u s t r i e l l e n Sicherh e i t zu gewaehren und wies darauf h i n , dass die Bundesregierung und die Staaten
j a e h r l i c h Millionen von Dollar fuer v e r l e t z t e Arbeiter ausgaeben. "Allein unser
gesunder Menschenverstand," sagte e r , "muesste uns veranlassen, a l l e s zur Verhinderung von Unfaellen zu t u n . •

- 3 -

•

�Seine Forderung zur Erv/ei terung des Arbeitsministeriums durch den r.ogenannten "Labor Extension Service", durch den die gesunden Wechselbeziehungen Arbeitnehmer-Arbeitgeber gefoerdert werden s o l l e n , schaetzte er fue.r. das könnende
Haushaltsjahr auf 3 Millionen D o l l a r .
. . . . . . . . . . . . . und Bauern»
Der Praesident erklaerte, dass die Preisunterstuetzung fuer landwirtschaftliche Erzeugnisse ein wichtiger Faktor zur Verhinderung einer Nachkriegskrise der
gesamten Wirtschaft gewesen sei, zu einer Zeit, als der Uebergang von der Kriegszur Friedensproduktion eine Preissenkung fuer landwirtschaftliehe Produkte hervorgerufen hatte. Er nimmt jedoch an, dass eine Preisunterstuetzung fuer diese Waren
im kommenden Jahre weniger notwendig sei und verminderte deshalb fuer 1951 die
Budgetforderungen des Jahres 195° u"1 4^5 Millionen Dollar. Es handelt sich hierbei jedoch nur um Schaetzungen, da auch nur geschaetzt werden kann, ob und wieweit
eine Preisunterstuetzung notwendig sein wird» Er schlug vor, der "Commodity Credit
Corporation" weitere Anleihen zu bewilligen, wenn sie diese fordern sollte. Die
Erweiterung des ElektrifizierungsSystems auf dem Lande wird nach seinen Schaetzungen im Jahre 1951 Anleihen im Werte von 427 Millionen Dollar gegenueber 3$0 Millionen im Jahre 1950 erfordern. Der Praesident ersuchte ferner um die Bewilligung von
50 Millionen Dollar fuer das Programm zur Errichtung eines Telephonnetzes auf dem
Lande und fuer die Bodenerhaltung und Flussregulierung schlug er eine Erhoehung
der 64 Millionen Dollar fuer 1950 auf 68 Millionen fuer I951 vor.

JUGENDSSHPTZ DJ U,S.A.
WASHINGTON, 1. Dezember 19!$ (US Information Service) - Auf der l6, Nationalkonferenz der Arbeitsgesetzgebung wurde beute beschlossen, das Gesetz ueber Kinderarbeit zu foerdern, das ohne Ausnahme fuer alle Minderjaehrige n, die Lohnempfaenger sind, Gueltigkeit hat. Bs besagt, dass kein Jugendlicher beschaeftigt
werden darf, der nicht aerztlich untersucht und fuer die betreffende Arbeit fuer
tauglich befunden worden ist.
Vertreter aus 2jD Staaten, dem Distrikt Columbia, aus Alaska, HaTjai und Portoriko nehmen an dieser Konferenz teil, die hier die letzte ihrer 3-taegigen Sitzungen abhaelt.
Mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen fuer Minderjaehrige zu verbessern, billigte die Konferenz einstimmig die Eilt Schliessung ihres Sonderausschusses fuer
Kinderarbeit, die fuer jegliche Beschaeftigung waehrend der Schulzeit ein Mindestalter von 10 Jahren und fuer Beschaeftigung ausserhalb der Schulzeit ein
Alter von mindestens 14 Jahren vorsieht. In Fertigungs-, mechanischen und solchen Betrieben, in denen am laufenden Band hergestellt wird, duerfen Jugendliche
erst ab 16 Jahren beschaeftigt werden.
Minderjaehrige unter 18 Jahren duerfen hoechstens 8 Stunden pro Tag und
2,0 Stunden pro Woche arbeiten, Sie auerfen nicht laenger als 5 Stunden ununterbrochen ohne Mahlzeit oder Ruhepause beschaeftigt werden.
Die EntSchliessung verbietet die Arbeit von Jugendlichen unter 16 Jahren
zwischen sieben Uhr abends und sieben Uhr morgens, ausserdem untersagt sie Beschaef tigungen, die eine Gefahr fuer die Gesundheit, Moral oder die Sicherheit
des Jugendlichen unter 18 Jahren darstellen. Die Konferenz nahm auch den Vorschlag ihres Ausschusses fuer Arbeiter ohne festen Wohnsitz an, der zum Zweck
hat, die Arbeitsbedingungen und den Lebensstandard der Arbeiter zu verbessern,
die saisonbedingte Beschaeftigungen, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft,
der Nahrungsmittelindustrie oder als Holzfaeller ausueben«
In einer Empfehlung der Konferenz wird ferner zum Ausdruck gebracht, dass
diese Arbeiter durch staatliche Gesetze zur Regelung der Mindestloehne und Lohnzahlungen geschuetzt werden muessen, damit sie einen festen Lohn als Rueckhalt

- - 4
«

�haben« der auch nicht b i s zum Ende der Saison einbehalten werden darf. Fuer Arb e i t e r ohne festen l o h n s i t z s t r e b t man ausserdem weitere Sicherheiten wie Arbeitslose nunterstuetzung, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung und Gesundheitsund Wohlfahrtsdienste a n .
Sin anderer Ausschuss der Konferenz (Ausschuss fuer i n d u s t r i e l l e Sicherheit
und Gesundheit) hat die Vorschlaege der Praesidentenkonferenz ueber i n d u s t r i e l l e
S i c h e r h e i t , die h i e r im Maerz dieses Jahres s t a t t f a n d , wieder aufgegriffen, die
besagen, dass Anstrengungen gemacht werden s o l l e n , um die Zahl der Unfaelle i n
der Industrie der Vereinigten Staaten im Laufe der naechsten zwei oder drei Jahre
um 1 Million zu reduzieren. Dieser Ausschuss r i e f die s t a a t l i c h e n und bundess t a a t l i c h e n Behoerden zur Zusammenarbeit auf, um durch die erforderliche Gesetzgebung oder Massnahmen dieses Ziel zu erreichen.

WALTER RBOTHER ZOR DEDTSCHIANDFRAGB.
Der Vorsitzende des U.S. Automobil Arbeiter Verbandes Walter Reuther besuchte
Berlin« a l s er gelegentlich der Gruendungskonferenz der neuen Gewerkschaftsinternationale i n Europa w e i l t e . In einem Radio Interview u n t e r b r e i t e t e er seine
Auffassungen der Berliner Arbeiterschaft, Da wir die Stellungnahme dieses jungen
und bedeutenden amerikanischen Arbeiterfuehrers von allgemeinem I n t e r e s s e h a l t e n ,
drucken wir s i e nachstehend fuer unsere Leser a b .
Herz,
Ansagers

Mr. Reuther, wir hoerten, dass Sie gerade am Köngress der freien Gewerkschaften in London teilgenommen haben und j e t z t zu einem kurzen Besuch
nach Deutschland gekommen sind, und nun sind Sie s e i t gestern Nachmittag i n Berlin» Mr. Reuther, was i s t der Zweck Ihres Berlin-Besuches?

Reuthert

Ich wollte eine Gelegenheit haben, die Berliner UGO an der Arbeit zu
sehen und kennenzulernen. Bei dieser Gelegenheit bin ich auch sehr
e r f r e u t , die Moeglichkeit zu haben, zu den Arbeitern der Sowjet-Zone
zu sprechen. Leider i s t aber mein Deutsch nicht so g u t , dass ich a l l e
Fragen hundertprozentig beantworten kann. Sie muessen deshalb mit dem
Dolmetscher sprechen«

Herzt

Mr. Reuther, wir freuen uns, dass Sie waehrend Ihres kurzen Aufenthalt e s in Berlin Zeit gefunden haben, zu uns zu konmen, und dass Sie selbst
gewuenscht haben, gerade von h i e r aus auch zu der Bevoelkerung i n der
sowjetischen Besatzungszone zu sprechen. Warum, Mr. Reuther, haben
Sie gerade diesen Wunsch?

Reuther.

Ich moechte zu der Bevoelkerung der Sowjet-Zone sprechen, weil ich s i e
der lebhaften Anteilnahme der maechtigen amerikanischen Gewerkschaften
an ihrem Schicksal versichtern moechte« Sie sollen wissen, dass wir mit
ihnen und a l l e n f r e i e n Laendern der Welt kaempfen werden, um sie endg u e l t i g von der sowjetischen Diktatur zu befreien, damit sie der Dinge
t e i l h a f t i g werden koennen, die das Glueck der freien Voelker auemachen. Wir i n der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung sind uns darueber im k l a r e n , dass jedermann nur frei sein kann, wenn a l l e Voelker
der Erde f r e i sind« und deshalb i s t es mir ein Beduerfnis, mich an
die Arbeiter der Sowjet-Zone zu wenden und Sie wissen zu lassen, dass
wir mit ihnen kaempfen, und dass auch sie eines Tages ihre F r e i h e i t
wiedererlangen koennen«

Herzt

Mr, Reuther, das i s t eine sehr wichtige F e s t s t e l l u n g , die unsere
Hberer i n der Ostzone sehr begierig und sehr gerne hoeren werden. Sie
kommen j e t z t gerade aus England, von der Gruendungskonferenz des freien
Weltgewerkschaftsbundes. V i e l l e i c h t koennen Sie ganz kurz unseren
Hberern sagen, wie es zu dieser neuen Gruendung kommen musste«

-5-

�Reuthen

Der Londoner Gewerkschaftskongress s e t z t sich aus Vertretern von 83
Nationen der ganzen Welt zusammen. Diese freien Gewerkschafter sind
gekomaen, um einen neuen, f r e i e n , demokratischen Gewerkschaftsbund
zu b i l d e n , der a l l e f r e i e n Gewerkschaften der Welt miteinander i n
Verbindung b r i n g t . Wir wollen gemeinsam kaempfen und a r b e i t e n , um
eine Welt zu schaffen, in der die freien Arbeiter ein besseres leben
fuehren koennen. Wir werden gegen die Kommunisten kaempfen, weil
sie der Menschheit den Weg versperren, der zu frieden und F r e i h e i t
i n der Welt fuehrt. Angesichts der taeglichen Probleme der Arbeiter
der ganzen Welt wird unser Kampf nicht negativ sondern p o s i t i v s e i n ,

Herz.

Der neugegruendete f r e i e Weltgewerkschaftsbund i s t also gegenueber
dem bisherigen kommunistischen Weltgewerkschaftsbund i n einer aehnl i c h e n Situation wie die Berliner Unabhaengige Gewerkschaftsorganisation» die UGO, gegenueber dem FDGB i n der Ostzone und im Ostsektor
B e r l i n s . Es i s t doch nun s o , dass die UGO b e r e i t s i n London auch anwesend gewesen i s t , und dass ihre Arbeit aus diesem Grunde aus i h r e r
besonderen Erfahrung heraus v i e l l e i c h t besonders zu begruessen waere,

Reuthen

Die freien Gewerkschaften der ganzen Welt sahen sich i n ihrem Kampf
gegen die kommunistische Sabotage den gleichen Grundproblemen gegenueber wie die UGO i n B e r l i n , und wir Gewerkschafter Amerikas fuehren
denselben Kampf gegen die Kommunisten, die immer wieder versucht
haben, die Bemuehungen unserer Gewerkschaftsbewegung zur Unterstuetzung der Arbeiter zu sabotieren. Im Jahre 1946 haben die Arbeiter der
•General Motors", des groessten Unternehmens.Amerikas, i n einem v i e r monatigen Streik um ihre Rechte gekaempft. Und waehrend wir gegen
die "General Motors" kaempften, sabotierten die Kommunisten innerhalb
der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung diesen S t r e i k . In den grossen S t a h l s t r e i k s setzten sich d i e Gewerkschaften der S t a h l a r b e i t e r
kuerzlich mit der "United S t e e l Corporation", der "Bethlehem S t e e l
Corporation" und anderen grossen Stahlunternehmen auseinander. Und
wieder sabotierte die kommunistische P a r t e i den Streik der Stahlarbeiter-Gewerkschaften gegen Wall S t r e e t und die Stahlkompanien,
Deshalb koennen wir auch genau die Art von Kampf, den die UGO i n
Berlin zu fuehren h a t . Und wir sind gluecklich, die drei Delegierten der UGO i n dem neuen f r e i e n , demokratischen Gewerkschaftsbund i n
London begruessen zu koennen* Sie sitzen dort mit Gewerkschaftsvert r e t e r n aus der ganzen Welt und arbeiten zusammen an gemeinsamen
Problemen und Rechten, die der f o r t s c h r i t t l i c h e n Entwicklung i n der
Welt dienen.

Herzt

Ich sehe a l s o , Mr. Reut her, dass i n Amerika die Kommunisten genau die
gleichen Methoden verfolgen, wie ueberall sonst auf der Welt, und i c h
sehe auch w e i t e r , dass Sie sehr gut wissen, wie es i n der Ostzone
h i e r zugeht. Wird die Entwicklung i n der sowjetischen Besatzungszone denn allgemein so aufmerksam verfolgt?

Reut her 1 Der Durchschnittsamerikaner weiss sehr v i e l von der Sowjet Zone und
es l i e g t den amerikanischen Arbeitern sehr v i e l daran, dass die Arb e i t e r der Ostzone auf a l l e moegliche Art u n t e r s t u e t z t werden, damit
sie ihre Probleme loesen und eines Tages ihre F r e i h e i t zurueckgewinnen koennen. Dann koennen s i e mit den uebrigen f r e i e n , demokratischen
Gewerkschaften am Frieden und der Sicherheit der Welt a r b e i t e n .
Herz.

Sie sagen a l s o , dass i n Amerika die sowjetische Besatzungszone keineswegs abgeschrieben i s t , Mr. Reuther. Leider besteht augenblicklich
gar keine M ö g l i c h k e i t einer wirklichen Hilfe fuer die Bevoelkerung i n

.6-

�der sowjetischen Besatzungszone, wie es in Westdeutschland j e t z t vor
allem durch den Marshall Plan moeglich i s t . Koennten Sie v i e l l e i c h t
i n diesem Zusammenhang noch sagen, wie die amerikanischen Gewerkschaften zu diesem grossen iiilf sprogramm fuer Europa stehen?
Reuther i

Die amerikaniscaen Gewerkschaften unterstuetzen den Marsuall Plan, und
es t u t uns l e i d , dass wir diese Kilfe nicht auf die Sowjet Zone ausdehnen koennen, wo die Bevoelkerung unter Hunger fcnd anderen Problemen zu
leiden h a t . Die Verantwortung hierfuer t r a e g t die russische Regierung,
die willkuerlich die Ostzone von der Hilfe abgeschnitten h a t , die die
amerikanischen Arbeiter und das amerikanische Volk der Sowjet Zone durch
den Marshall Plan zu l e i s t e n imstande waeren, und die ihre Not lindern
koennte. Ausserdem a r b e i t e n wir in London mit Vertretern f r e i e r E x i l gewerkschaftsgruppen der Sowjet Zone und der uebrigen Laender h i n t e r dem
Eisernen Vorhang zusammen, und wir werden a l l e s tun, was i n unserer
Macht s t e h t , um den Aufbau demokratischer und f r e i e r Gewerkschaftsgruppen
i n diesen Laendern zu foerdern und zu u n t e r s t u e t z e n , damit die Arbeiter
h i n t e r dem Eisernen Vorhang eines Tages b e f r e i t und in die Familie der
freien Gewerkscuaften der ganzen Welt aufgenommen werden koennen.

herzt

Nur noch eine Frage, Mr. Reuther: Die kommunistische Propaganda behaupt e t immer, die amerikanischen Gewerkschaften haben auf die Gestaltung
der wirtschaftlichen und politischen Verhaeltnisse Amerikas ueberhaupt
keinen E i n f l u s s . Sie kennen j a auch die Verhaeltnisse in der Sowjet
Union aus eigener Anschauung. Wie i s t es denn eigentlich mit der Einflussnahme und den Moeglichkeiten der sogenannten Gewerkscnaften im
Sowjetsystem, im Vergleich zu den Gewerkschaften i n Amerika?

Reutheri

Die Kommunisten propagieren i n grosser Aufmachung die Einflussnahme der
sowjetischen Gewerkschaften auf grundlegende Beschluesse der Regierung.
Tatsache i s t jedoch, dass sie ueberhaupt keine Moeglichkeit haben, ihren
Einfluss bei wichtigen Entscheidungen geltend zu machen. Ich besitze
mehr a l s nur theoretische Kenntnisse ueber die Sowjet Union und den
Einfluss der Gewerkschaften. Ich habe f a s t zwei Jahre in einer r u s s i schen Automobilfabrik i n Nischnij-Nowgorod g e a r b e i t e t , i n der das Ford
Modell A h e r g e s t e l l t wird. Und ich kenne genau den Einfluss und die
Macht der russischen Gewerkschaften, die n i c h t s mehr bedeuten a l s p o l i tische Betriebsorganisationen, mit deren Hilfe die Staatsbuerokratie,
die der Kontrolle des P o l i t Bueros u n t e r s t e h t , die Beschluesse des P o l i t
Bueros innerhalb der arbeitenden Klasse zur Ausfuehrung b r i n g t . Wenn
wir i n Amerika unsere Loehne fuer zu niedrig h a l t e n , schalten sich die
freien Gewerkschaften ein und wir koennen mit dem Unternehmer verhandeln. Wir koennen s t r e i k e n , um unseren Forderungen Nachdruck zu verl e i h e n . In der Sowjet Union sieht es ganz anders a u s , denn die Gewerkschaften sind machtlos. Wenn i n einer Fabrik, i n der ich i n Russland
beschaeftigt war, der P a r t e i s e k r e t a e r der Kommunistischen P a r t e i , den
Gewerkschaftssekretaer e r s u c h t e , die Forderungen der Arbeiter rueckgaengig zu machen, b e e i l t e sich der Gewerkscnaftssekretaer, diesem Ersuchen unverzueglich nachzukommen. Denn die Gewerkschaften Russlands
sind keine Gewerkschaften. Es sind s t a a t l i c h e Einrichtungen, denen die
Durchfuehrung der buerokratisehen EntSchliessungen des Staates unter den
Arbeitern o b l i e g t , und ich kann nur sagen, dass die Kommunisten bewusst
eine Propaganda t r e i b e n , die nur den Zweck bftt, die arbeitende Klasse an
der Nase herumzufuehren. Wenn Sie die russische Automobilfabrik kennenlernen koennten, i n der ich gearbeitet habe, und wenn es Ihnen moeglich
waere, die Satzungen und den Einfluss i h r e r Gewerkschaften mit denen
zu vergleichen, wie wir sie i n D e t r o i t , i n den "General Motors*, i n
den Chrysler Werken oder bei Ford vorfinden, dann koennten Sie diesen
Unterschied wie zwischen Tag und Nacht sehen, den Unterschied zwischen
den freien Arbeitern i n Amerika, die wirkliche p o l i t i s c h e und w i r t schaftliche Macht haben, und den Arbeitern der Sowjet Union, die sich
der s t a a t l i c h e n Buerokratie zu fuegen haben,in der die Gewerkschaften

- 7 -

�nichts mehr als Dekorationen sind, unfaehig, den Einfluss des Arbeiters bei irgendeiner wichtigen Entscheidung geltend zu machen.
Herzt

Herr Reuther, ich glaube angesichts des dichten PropagandaSchleiers,
den die kommunistische Propaganda dauernd ueber alle Gebiete legt,
auf die sie Einfluss hat, war es sehr noetig, dass Sie das einmal
gesagt haben, und ich bin sicher, dass Ihre Worte gerade die arbeitende Bevoelkerung in der Sowjet Zone sehr interessiert haben.

Beutheri

Ich hoffe, dass ich eines Tages Gelegenheit finden werde, einer Gewerkschaft skonferenz beiwohnen zu koennen, in der ich zu den nun in
der sowjetischen Zone lebenden Arbeitern sprechen kann. Im naechsten
Sommer werden die Automobilarbeiter eine Tagung veranstalten, und wir
hoffen, dort alle Automobilarbeiter der Welt vertreten zu sehen.
Nichts waere uns lieber, als Vertreter von jenseits des Eisernen Vorhangs anzutreffen und ihnen die Unterschiede zwischen den Verhaeltnissen der freien Arbeiter diesseits des Eisernen Vorhangs und ihren
eigenen vor Augen zu fuehren. Die Vertreter der Automobilarbeiter
hinter dem Eisernen Vorhang werden jedoch im naechsten Sommer nicht
zugegen sein, weil ihre Herren es ihnen nicht erlauben werden, und
weil sie nicht Mitglieder freier Gewerkschaften sind.

Herzt

Unsere Hoerer in der Ostzone werden sehr erfreut sein, Sie am Mikrophonkennengelernt zu haben. Mr. Reuther, haben Sie die Absicht, bald
wieder einmal nach Deutschland zu kommen und dann direkt in der Sowjet
Zone zu sprechen?

Reuther t Ich hoffe, im Fruehjahr 1950 wieder in Berlin zu sein, und wenn eine
Moeglichkeit besteht, im befreiten Mitteldeutschland zu sprechen, werde ich es tun. Im Namen aller Arbeiter in den Vereinigten Staaten
gruesse ich die Arbeiter in der Sowjetischen Zone.

ENGLISCHE SCHNEIDER BERICHTEN UEBER AISERIKANISCHB PRODUKTIONSLEISTUNG.
Die Produktionsleistung in vielen Herren-Bekleidungsfabriken der Vereinigten Staaten ist im allgemeinen hoeher als in der gleichen Industrie in England.
Diese Feststellung wird in einem vorlaeufigen Bericht getroffen, der von der 8.
englisohon Productivity Team in Washington veroeffentlicht wurde. Diese Gruppe
hatte die Vereinigten Staaten unter der Schirmherrschaft des Anglo-Amerikanischen Produktivitaetsrates, der Marshall Plan Verwaltung und der englischen
Regierung zum Studieren der Produkt!vitaet besucht.
In dem Bericht werden als Ursachen fuer die Erfolge in der amerikanischen
Produktionsleistung folgende Faktoren angefuehrtt hohe Akkordpraemien, die in
gegenseitiger Vereinbarung von Gewerkschaften und Unternehmern festgesetzt
werden, eine relativ grosse Anzahl erfahrener Arbeitskraefte, die Anwendung
zusaetzlicher und zu besonderen Zwecken geeigneter Maschinen, der hoehere Grad
der Standardisierung und die guten Beziehungen zwischen Arbeiterschaft und
Unternehmern.
Bei einer Pressekonferenz in New York gab spaeter ein Arbeitermitglied der
Gruppe, Francis G. Mulligan, von Beruf Schneidereibuegler, einen zusaetzlichen
Kommentar und erklaerte, dass die amerikanischen-Arbeiter mehr Minuten pro
Stunde an der Arbeit sind als die Arbeiter Englands, weil sie wissen, dass Produktionssteigerung mehr Lohn bedeutet. Er sagte t
•Wir wissen, dass Tausende von Arbeitern in der amerikanischen Bekleidungsindustrie von Uebersee in dieses Land kamen. Es lag ihnen daran, moeglichst
schnell das Buergerrecht zu erwerben. Damit machten sie sich die amerikanischen

- 8 -

�Ideen zu eigen und versuchten, als Ihre Mitbuerger zu denken und zu leben.
Heute finden wir 3ie in anstaendigen Wohnungen in guten Vierteln ihrer Staedte
und Gemeinden« Ihre Haeuser sind aussen und innen gut gepflegt. Sie besitzen
moderne Kuechen mit elektrischen Kuehlschraenken und anderen Einrichtungen* die
zu guten Lebensverhaeltnissen gehoeren. Sie haben eigene Wagen und genuegend
Treibstoff und Freizeit, um zu reisen, wohin es ihnen beliebt,
•Die Kosten all dieser Dinge koennen nach Arbeitsstunden und Sonderleistungen berechnet werden, durch die eine Mehrproduktion von Bekleidungsstuecken
und Einzelteilen fuer Herrenbekleidung ermoeglicht wird. Alles was sich ein
amerikanischer Arbeiter wuenscht, und was nach seinen Begriffen zum taeglichen
Leben gebeert, kann er zu einem bestimmten Preis kaufen; deshalb arbeitet er
lange und schwer genug, un in den Besitz dieser Ware gelangen zu koennen. Meiner Meinung nach ist dies eine bedeutende Ursache fuer die hohe Produktionsleistung hier in den Vereinigten Staaten, •
Mulligan erklaerte, dass er besonders von den ausgezeichneten Beziehungen
zwischen Arbeiterschaft und Unternehmern in den von der Gruppe besuchten Fabriken beeindruckt sei.
•Erst nach langem Kampf ist es den einzelnen Gruppen gelungen zu erkennen,
dass sie gegenseitige Interessen haben. Und wenn eine neue Maschine eingesetzt wird, die mehr Bekleidungsstuecke herstellt, dann teilen sich Arbeitgeber
und Arbeitnehmer in den zusaetzlichen Gewinn, der daraus entsteht.
•Es ist besonders bemerkenswert, dass festgesetzte Praemien fuer Stueckarbeit unbedingt eingehalten werden muessen. Auch wenn ein amerikanischer Arbeiter viel mehr produzieren kann, als man bei der Festsetzung der Tarife erwartet hatte, muss ihm dennoch der volle Betrag seines erworbenen Lohnes ausbezahlt werden. Praemien fuer Stueckarbeit koennen nicht ohne die Zustimmung
der Gewerkschaft gekuerzt werden.•
Mulligan erklaerte, dass weder er noch andere Mitglieder der Gruppe den
Eindruck haetten, man habe in der amerikanischen Herrenbekleidungsindustrie
die Qualitaet zugunsten der Quantitaet vernachlaessigt. "Wir waren angenehm
ueberrascht, feststellen zu koennen, dass trotz der Massenproduktion die Qualitaet ihrer Waren hinter der unsrigen nicht zuruecksteht," sagte er.
•Das handwerklicheEöannen ist bei Ihnen sehr gut. Die maschinelle Ausrüstung Ihrer Betriebe ist, im ganzen gesehen, weit moderner als bei uns.
Die Beaufsichtigung ist ausreichend. Das Ergebnis ist Bekleidung hoher Qualitaet, die wir, offen gesagt, hinter Ihrem System der Massenproduktion tragfertiger Kleidung nicht vermutet haetten.•

EGA Labor Information
7, Dezember l9i#

tlü^aiALLMAN'! BAROMETER.
Die Marshallplan Verwaltung gab bekannt, dass mehr a l s e i n Fuenftel der im
Monat Oktober fuer den europaeischen Wiederaufbau b e w i l l i g t e n Waren und Dienstl e i s t u n g e n Maschinen und Ausruestungen waren.
Der Gesamtwert der den l6 Marshall Plan Laendern Westeuropas im Monat Oktober zum Einkauf bewilligten Waren b e l i e f sich\auf 109.200.000 D o l l a r , sodass
die gesamten Bewilligungen b i s zum 3 1 . Oktober 7.O85.400.OOO Dollar ausmachten.
Die b i s zum 22. November genehmigten Waren haben einen Wert von 7 »380.500,000
Dollar,
Die gesamten, fuer Oktober bewilligten Dollarbetraege setzen sich wie folgt
zusammen! Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse 5 8 « 3 0 0 « 0 0 0 D o l l a r ,
- 9 -

�oder ungefaehr 53 %; gewerbliche Gueter 47«500»000 Dollar, oder nahezu 44 %;
und Schliff gerächten 3.300.000 D o l l a r , oder etwa 3 %,
Die zum Einkauf von Maschinen und Ausmästungen bewilligten Dollarbetraege
im Oktober betrugen 23,500,000 D o l l a r . Fast die Haelfte dieser Betraege,
11.400,000 D o l l a r , war fuer Frankreich bestimmt und folgendermassen v e r t e i l t 1
3.200,000 Dollar fuer Industrie-Maschinen, e i n s c h l i e s s l i c h Bueromaschinenj
2,200,000 Dollar fuer Bau- und Bergwerksausruestungenj 1,500,000 Dollar fuer
landwirtschaftliche Zugmaschinen; 1,400,000 Dollar fuer Wasserkraftmaschinen
und Turbinen; 1,200,000 Dollar fuer Werkzeugmaschinen; und der Rest fuer
Metallbearbeitungs-Maschinen, e l e k t r i s c h e Ausruestung, landwirtschaftliche
Mabihinen ausser Traktoren, Generatoren, Motore und Traktoren fuer nicht-landwirtschaftliche Zwecke.
Andere Laender, d i e im gleichen Monat Bewilligungen fuer Maschinen und Ausr ü s t u n g e n e r h i e l t e n , waren« Belgien-Luxemburg mit 6.900,000 D o l l a r , davon 3
Millionen fuer Industrie-Maschinen; Norwegen mit 3»900,000 D o l l a r , nauptsaechl i c h fuer Industriemaschinen, Bau- und Bergwerksausruestungen und I t a l i e n mit
2,9 Millionen fuer Metallbearbeitungs-Maschinen, mit Ausnahme von Werkzeugmaschinen .
Die zweitgroesste Warengruppe bei den Oktober-Bewilligungen war Baumwolle,
e i n s c h l i e s s l i c h Rohbaumwolle, Baumwollabfall und Linters im Werte von insgesamt
20,900,000 D o l l a r . Hiervon e r h i e l t England 3^,2 Millionen D o l l a r . Ferner e r h i e l t e n Einkaufsbewilligungen fuer Baumwollet Belgien-Luxemburg* 3 Millionen
Dollar, und Holland, 2,100,000 D o l l a r ,
Weitere Gesamtbetraege an Guetern, die im Oktober b e w i l l i g t wurden, warena
14,500»000 Dollar fuer F l e i s c h , von denen 12,2 Millionen auf England e n t f i e l e n ;
3,800,000 Dollar fuer F e t t e und Oele, davon 2,6 Millionen, fuer Sojaoel, das an
Westdeutschland g e l i e f e r t wurde; 3*4 Millionen Dollar fuer Brotgetreide, davon
2,8 Millionen fuer Weizen fuer Norwegen; 4t5 Millionen Dollar fuer Rohoel und
Petroleumerzeugnisse, davon 3 , 1 Millionen Dollar fuer Irland und 9,9 Millionen
fuer Tabak, wovon 8,1 Millionen fuer England bestimmt waren,
ECA Information

GEWERK3CHAFTSFÜNK EINES NSW-YORKER SENDERS.
Etwas Neuartiges auf dem Gebiete der gewerkschaftlichen Beziehungen zur
Oeffentlichkeit hat i n New-York seinen Anfang genommen. Jeden Abend um 6,15
Uhr wird der Oeffentlichkeit i n einer Sendung einer kleinen Gruppe von Gewerkschaften (darunter auch der Bezirk 15 des Internationalen Metallarbeiter
Verbandes) ueber die Rundfunkstation WFDR von 'gewerkschaftlichen Problemen
und Taetigkeiten b e r i c h t e t ,
Joe Michaels, Nachrichtenredakteur des WFDR, hat die Leitung dieser Gewerkschaft ssendung. Die Gewerkschaften greifen jede Woche e i n Aufgabengebiet
aus ihrem Taetigkeitsbereich heraus, wie zum Beispiel Beschwerdeverfahren,
bezahlter Urlaub, schiedsrichterliche Schlichtung, Mitbestimmung, usw. An
aufeinanderfolgenden Abenden berichten die einzelnen Gewerkschaften von i h r e r
Arbeit auf dem betreffenden Gebiet, In der e r s t e n Woche war Beschwerdeverfahren Gegenstand der Sendungen,
Die Sendung des Internationalen Metallarbeiter Verbandes findet Mittwochs
abends s t a t t , Sie wird von Michaels mit folgenden Warten eroeffnetj
"Hier
i s t Joe Michaels mit den Nachrichten, die Ihnen der Internationale Metallarbeit e r Verband im Dienste fuer d i e Oeffentlichkeit u e b e r m i t t e l t . Dieser Verband
i s t eine anerkannte amerikanische Gewerkschaftsvereinigung, die sich fuer ein
besseres Amerika e i n s e t z t , *
- 10 -

�Nach den einleitenden Worten und dem geschaeftlichen Teil erklaert der
Ansager von WFDR, warum ein Arbeiter 1 auf seine Gewerkschaft angewiesen i s t ,
wenn er eine Beschwerde durchbringen will«
•unsere Grossvaeter arbeiteten gewoehnlich in kleinen Werkstaetten, in
denen Jeder Jeden kannte. Wenn sie eine Beschwerde vorzubringen hatten, gaben
sie diese ihrem Chef persoenlich. Die Zeiten haben sich jedoch g e a e n d e r t . , . . .
Bs i s t heutzutage moeglich, dass der Mann oder die Frau i n einem Betrieb n i e mals oder nur einmal im Jahr ihren Arbeitgeber s e h e n . . . . . . . . . In solchen Faellen muessen sich die Gewerkschaften einschalten. Wie s i e das tun, davon berichten wir i n einem spaeteren Abschnitt unseres Programms."
Nach den Nachrichten erklaert der Ansager Schritt fuer S c h r i t t , wie der
Bezirk 15 des Metallarbeiter Verbandes bei Beschwerden seiner Mitglieder i n
Gross New-York verfaehrt, und wie die gerechte Behandlung von Beschwerden
nicht nur dem Gewerkschaftsmitglied, sondern auch dem Arbeitgeber und dem ganzen Volke dienlich i s t « ,
Auf dieselbe Art und Weise berichteten in dieser ersten Woche die Gewerkschaften der Bueroange s t e l l t e n des ünzelhandels, der Seefahrer u.a. ueber ihre
Taetigkeiten, und warum sie sich mit den Beschwerden ihrer Mitglieder befassen«
•Wir konzentrieren uns auf das einfache ABC der Gewerkschaft, um das
scheinbar nur sehr wenig Leute, die ausserhalb dieser Bewegung stehen, wissen,*
erklaerte Hartley Samuels von WFDR gegenueber einem Vertreter dieser Zeitung.
(•The !.'ACRTNIST"). »Wir glauben, dass die an diesen Sendungen beteiligten
Gewerkschaften mithelfen, nicht nur ihre eigenen Beziehungen zur Oeffentlichk e i t , sondern die der gesamten Gewerkschaftsbewegung zu verbessern.'
"The Machinist* (Woechentliches
Organ des Internationalen
Metallarbeiter Verbandes)
8. Dezember 1949

MODERNER SrOEKUNGSSÜCHER.
R u s s e l l Arthus Powles, Freileitungs-Obermonteur bei der Transformatorens t a t i o n Ipswich, hatte durch einen einstuendigen Flug zusammen mit einem Arbeiter der D e t r o i t Bdison Company i n D e t r o i t , Michigan, G e l e g e n h e i t , p e r s o e n l i c h
die Arbeitsweise e i n e s Stoerungssuchers kennenzulernen.
Mr. Powles h a t t e e r f a h r e n , dass d i e s e Company i n D e t r o i t e i n 2-Passagier
Flugzeug e i n s e t z t , um damit Freileitungsstoerungen oder -brueche zu suchen,
monatliche Pruefungen vorzunehmen, zerbrochene I s o l a t o r e n oder andere Fehler
f e s t z u s t e l l e n . Kr a e u s s e r t e daraufhin den Wunsch, das Flugzeug bei der Arbeit
sehen zu koennen. Die Company ermoeglichte e s Mr. Powles, den P i l o t e n auf

einem seiner Stoerungssuchfluege zu begleiten.
•Bevor ich den Flug antrat, bezweifelte ich die Wirksamkeit dieser Methode,
d i e , wenigstens fuer unsere Industrie, etwas ganz Neues d a r s t e l l t , * berichtete
Mr. Powles, a l s er mit der Besuchergruppe in New York ankam, um von dort am
10. Dezember die Heimreise nach England anzutreten. "Nachdem ich jedoch einen
Flug hinter mir habe, kann ich berichten, dass das Flugzeug tatsaechlich wirksam a r b e i t e t . Es hatte sehr gute Ergebnisse zu verzeichnen«"
Mr. Powles erklaerte ferner, dass "der Bericht der Produktivitaetsgruppe,
der zu Anfang naechsten Jahres erscheinen wird, Vorschlaege zur schnelleren

-11

.

�Behebung von Stoerungen an Freileitungen oder Ausruestung enthalten wird,*
Die Besuchergruppe besteht aus 32 Mitgliedern, die aus der englischen
Industrie der Stromerzeugung, Stromverteilung und Transmission kommen« . Es
ist das neunte Team, das auf Veranlassung der britischen Regierung, des AngloAmerikanisehen Produktivitaetsausschusses und der Marshall Plan Verwaltung
die Vereinigten Staaten besucht.

BGA Labor Information

-12 -

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

QFFICIAL

�internationale
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Frankfurt, 2 0 . Januar I950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Amerikanische Briefmarke zu Ehren Gompers1 - - - - - Hoehere Produktion durch hoehere Kaufkraft — - - - Macht und F o r t s c h r i t t der daenischen Gewerkschaften - V e r e i n h e i t l i c h t e s t a t i s t i s c h e Methoden i n Buropa? • - Leon Jouhaux - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - AFL warnt vor f a l s c h e n Erklaerungen - - - - - - - - - - 1

1
2
3
5
7
2

AMERIKANISCHE BRIEFMARKE 233 BHREN GOMPERS'.
(Washington) - Der Generalpostmeister Jesse M. Donaldson hat d i e Herausßabe einer
neuen 3 Cent-Briefmarke zur Erinnerung an den 1 0 0 . Geburtstag Samuel Gompers',
d e s Gruenders und e r s t e n Praesidenten des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL, genehmigt*
Die Briefmarke wird zum erstenmal i n Washington, D . C . , verkauft werden, und
zwar am 2 7 . Januar 1950, dem 100» Jahrestag der Geburt Mr. Gompers' i n London,
Ueber Groesse, Farbe und Aufdruck der Marke wird spaeter b e r i c h t e t werden.
Wahrscheinlich wird aie d i e Groesse der "beruehmten amerikanischen" Serien haben
und Mr. Gompers' P o r t r a i t t r a g e n .
Die Herausgabe d i e s e r Briefmarke wurde von dem Praesidenten der AFL William
Green und dem Finanzsekretaer George Meany im Auftrag e i n e s AFL Komitees veranl a s s t , das aus Anlass des 1 0 0 , Geburtstages Gompers1 g e b i l d e t wurde.
Praesident Truman u n t e r s t u e t z t e d i e s e Forderung, d i e e i n e von 400 Gesuchen
fuer Erinnerungsbriefmarken fuer I950 d a r s t e l l t . Der Praesident war der A n s i c h t ,
d a s s , wenn nur eine Erinnerungsmarke i n diesem Jahre herausgegeben wuerdei der
Mann geehrt werden s o l l t e , der die AFL gruendete, das d a u e r h a f t e s t e , a e l t e s t e
und g r o e s s t e nationale Gewerkschaftszentrum i n der amerikanischen Geschichte.
E i n z e l h e i t e n ueber den Verkauf am e r s t e n Tage und die entsprechende Stempelung werden noch bekanntgegeben werden.
AFL Weekly News S e r v i c e
- 1 -

�HQEHBHB SOIUKTION DJRCH HOEiilRE

Produktion
Jndex
1935-1939*100

KJJFKRAFT.

Löhne u.6ehälter
i

.240-1- 4

jahnejuhcie^läliej:

1

'

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(inBillion
Dollar)

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..Sept.iÖ49i)
(^In Dollar na^dejn St and von

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AS

1949

Diese Skizze veranschaulicht einen bedeutenden E r f o l g der Gewerkschaften.
Die Kaufkraft der Arbeiter Amerikas (obere L i n i e ) konnte t r o t z des a l l g e meinen Geschaeftsrueckganges beibehalten werden. Die Gewerkschaften haben nicht
nur Lohnkuerzungen verhindert, sondern s i e haben darueberhinaus Lohnerhoehungen
e r z i e l t * durch d i e das Gesamteinkommen der Arbeiter Amerikas um Hunderte von
M i l l i o n e n Dollars erhoeht wurde. Waehrend d i e Lebenshaltungskosten von September 19^8 b i s Februar 1949 niedriger wurden, s t i e g die Kaufkraft der Arbeiter
l e i c h t an*
Die Produktion (untere L i n i e ) ging von Oktober 1948 b i s J u l i 1949 stark
zurueck, da d i e Verkaufslaeden keine Auftraege mehr gaben, sondern z u e r s t d i e
a l t e n Bestaende verkauften.
Die Arbeiter hatten jedoch Geld und kauften w e i t e r , und durch diese starke
Nachfrage nach Waren waren d i e Laeden bald gezwungen, neue Waren von den Fabriken anzufordern. Die Produktion i s t s e i t J u l i stark a n g e s t i e g e n , und das Geschaeft hat s i c h wieder e r h o l t . Anfang Dezember waren f a s t a l l e unternehmen,
die g e s c h l o s s e n h a t t e n , wieder i n B e t r i e b .
I n den e r s t e n 10 Monaten von 1949 hat die AFL Lohn- und andere Forderungen
fuer etwa 5 M i l l i o n e n Arbeiter durchgesetzt und damit nicht nur zur Wohlfahrt
der A r b e i t e r , sondern auch zur Wiederbelebung der Wirtschaft b e i g e t r a g e n . Ihre
Arbeit i s t a l s o dem ganzen Lande zugute gekommen.
A r t i k e l aus Labor*s Monthly Survey,
erschienen i n AFL Weekly News Service
2 . Dezember 1949
- 2 -

�MACHT UND PORSCHRITT DER DAENISCHEN GEWERKSCHAFTEN.
E i l e r J e n s e n , d e r P r a e s i d e n t des Daenischen Gewerkschaftsbundes,
s p r a c h a l s Gast vor dem 6 8 . Gewerkschaftskongress d e r AFL. Wir
geben h i e r w i c h t i g e Auszuege aus s e i n e r Rede w i e d e r .
Gegen Ende d e s J a h r e s 1948 umfasste der Daenische Gewerkschaftsbund 72
Gewerkschaften m i t rund 625*000 M i t g l i e d e r n . Das h e i s s t , j e d e r s i e b e n t e Bewohner - vom S a e u g l i n g b i s zum G r e i s - oder j e d e r V i e r t e im A l t e r von 18 b i s zu
60 J a h r e n gehoeren dem Daenischen Gewerkschaftsbund a n .
Glued-clicherweise i s t u n s e r e Bewegung niemals a u s r e l i g i o e s e n oder n a t i o n a l e n Grueaden a u f g e s p a l t e n gewesen. Wir sind uns b e w u s s t , d a s s d i e s e i n e r
d e r Gruende war, weshalb d i e Deutschen waehrend der Besetzung Daenemarks von
1940 b i s 1945 n i c h t mit Gewalt gegen d i e d a e n i s c h e Gewerkschaftsbewegung v o r gegangen s i n d ; i h r e Waffen waren vielmehr L i s t und Durchdringung, d i e I h r e n
Zweck jedoch g a e n z l i c h v e r f e h l t e n .
I n Norwegen war e s a n d e r s , w e i l d i e Gewerkschaftsfuehrer wegen d e r offenen
F e i n d s e l i g k e i t e n i n diesem Lande f l i e h e n mussten; und d i e Nazis g r i f f e n die Gewerkschaftsbewegung h e f t i g a n . Schweden b l i e b e b e n f a l l s von d i e s e n Uebergriffen
verschont.
Haben Macht und E i n f l u s s der daenischen Gewerkschaftsbewegung zugenommen?
Hat d i e s e Bewegung e i n e Aenderung der w i r t s c h a f t l i c h e n Bedingungen d e r a r b e i t e n den Klasse b e w i r k t ? Waehrend wir f r u e h e r nur unser Z i e l d a r i n s a h e n , d i e Kett e n a b z u t u n , d i e uns a n g e l e g t waren, koennen wir uns heute f r a g e n , ob e s t a t s a e c h l i c h gelungen i s t , - oder schon 1939 gelungen war, - w e s e n t l i c h e Verbesserungen u n s e r e r L e b e n s v e r h a e l t n i s s e zu e r z i e l e n .
Auf dem daenischen Gewerkschaftskongress im Jahre 1937 f u e h r t e der darial i g e A r b e i t s m i n i s t e r , Th. S t a u n i n g , i n s e i n e r Rede u . a . a u s i
•Der Lebensstandard der o r g a n i s i e r t e n A r b e i t e r i n Daenemark, gemessen an
d e r Kaufkraft e i n e s S t u n d e n l o h n e s , d u e r f t e von allgemeinem I n t e r e s s e s e i n . So
muss zum B e i s p i e l e i n A r b e i t e r fuer e i n e n Anzug 70 Stunden a r b e i t e n , fuer d i e
Monatsmiete e i n e r Wohnung etwa 40 Stunden, f u e r e i n Pfund B u t t e r 1 S t u n d e , e i n
Pfund Zucker ungefaehr 4 Minuten und fuer e i n Paar Schuhe rund 10 Stunden.
•Was wir h e u t e mit dem E r l o e s e i n e r A r b e i t s s t u n d e an B u t t e r oder Brot
kaufen koennen, k o s t e t e im J a h r e 1872 v i e r Stunden A r b e i t . F e r n e r h i n z u z u f ü gen sind d i e k u e r z e r e A r b e i t s z e i t und d i e s o z i a l e Gesetzgebung fuer U n f a l l - ,
I n v a l i d e n « , S o z i a l - und A r b e i t s l o s e n v e r s i c h e r u n g , f u e r K i n d e r w o h l f a h r t , U n t e r s t ü t z u n g der Kinder von Witwen, d e r B l i n d e n , Taubstummen, usw.
Qawerkschaf t e n im D i e n s t d e s ganzen V o l k e s .
Eine Verbesserung der w i r t s c h a f t l i c h e n und k u l t u r e l l e n Lage der arbeitend«
Klasse k a m t d e r gesamten d a e n i s c h e n Nation z u g u t e .
Die d a e n i s c h e n Gewerkschaften haben t a t s a e c h l i c h g r o s s e s o z i a l e und n a t i o n a l e Aufgaben g e l o e s t . &gt;
Im Handwerk, der I n d u s t r i e und t e i l w e i s e auch im Handel und T r a n s p o r t wesen sind gemeinsame P r o d u k t i o n s a u s s c h u e s s e g e b i l d e t worden«
Unsere Zusammenarbeit mit Skandinavien h a t s i c h a l s sehr w e r t v o l l e r w i e s e n . Wir s t e h e n s t a e n d i g i n enger Verbindung m i t den Gewerkschaftszentren
Norwegens, Schwedens und F i n n l a n d s und u n t e r h a l t e n a e h n l i c h e Beziehungen zu
dem i s l a e n d i s c h e n N a t i o n a l z e n t r u m .

- 3 -

�Wir sind mit dem Internationalen Arbeitsamt und seinen i n d u s t r i e l l e n Auss c h ü s s e n eng verbunden und haben einen Vertreter in der daenischen Delegation,
die an der Jahresversammlung der Vereinten Nationen teilnimmt.
Hinsichtlich der i n t e r n a t i o n a l e n , gewerkschaftlichen Zusammenarbeit denken
und empfinden die skandinavischen Gewerkschaften - und auch die der anderen
demokratischen Laender Europas - genau wie ade. Es i s t uns deshalb eine grosse
Freude, in der im Entstehen begriffenen, neuen internationalen Gewerkschaftsorganisation mit a l l e n bedeutenden Gewerkschaften Amerikas vereinigt sein zu
koennen.
Die daenischen Gewerkschaften haben immer danach g e t r a c h t e t , die Loehne zu
verbessern, ohne sich jedoch auf ein bestimmtes Preisniveau festzulegen. Wir
waren immer der Ansicht, dass uns i n steigendem Masse unser Anteil an den angenehmen Dingen des taeglichen Lebens gesichert werden muss. Wenn durch technischen F o r t s c h r i t t m a t e r i e l l e oder k u l t u r e l l e Gewinne e r z i e l t werden, - ob es
sich um Fahrraeder, Strassenbahnen, Autos, Telephon, Radio, Gruenanlagen, oeffentliche Baeder, Schwimmbaeder, bessere Haeuser mit modernen Einrichtungen,
Schulen, Buecher, Zeitungen, usw. handelt - dann verlangen wir unseren Anteil
daran.
Stueckarbeit s e t z t sich durch.
Unternehmer und Arbeiter Daenemarks erkennen, dass Stueckarbeit b i s zu
einem gewissen Grade v o r t e i l h a f t i s t , und die Haelfte a l l e r Arbeiter i n Daenemark werden heute i h r e r Leistung entsprechend bezahlt. Der Arbeiter kann durch
persoenliche Anstrengung sein Einkommen erhoehen. Sie a l l e i n genuegt jedoch
n i c h t . Werkzeuge, Ausruestungen und die Organisation der Werkstaetten muessen
modernisiert werden. Die daenischen Gewerkschaften haben schon immer die
grosse Bedeutung dieser Forderung erkannt.
Wir waren s t e t s an dem Verhaeltnis von Loehnen zu Preisen i n t e r e s s i e r t .
Gegen Preissteigerungen sind wir deshalb besonders auf der Hut. Wir haetten
gerne einen feststehenden Preisindex - oder einen fallenden} wenn die Produkt i o n s l e i s t u n g sich s t e i g e r t , muessen auch die Löhne erhoeht werden. Wir haben
zwei Vertreter im Preis-Index^Ausschuss, der sich mit Fragen des Verbrauchs und
der Kalkulation des Preisindexes b e f a s s t .
Eines der Ziele der daenischen Gewerkschaftsbewegung i s t , dass die Gewinne
gerecht v e r t e i l t werden. Wir sind deshalb lebhaft daran i n t e r e s s i e r t , dass
unter unserem Einfluss s o z i a l p o l i t i s c h e Massnahmen getroffen werden, denen
a l l e Klassen unterworfen sind.
•
Die Gewerkschaftsbewegung kann •ihre Probleme nicht a l l e i n lasen. Sie muss
mit der Regierung zusammenarbeiten. Wir muessen uns die Notwendigkeit einer
f i n a n z i e l l e n ünterstuetzung gewisser hilfebeduerftiger Industrien vor Augen
halten.
Viele Gewerkschaftler sind Mitglieder des daenischen Parlaments und beeinflussen die Gesetzgebung zugunsten der Arbeiter.
Wir sind s t o l z darauf, dass Ihr Praesident Franklin Roosevelt Mind andere
Staatsmaenner in der Krisenzeit von 1930 die daenische Sozialgesetzgebung stud i e r t haben, und dass viele unserer sozialen Grundsaetze von Ihrem Lande uebernommen worden sind.
Die daenischen Arbeiter sind sich v o l l der Tatsache bewusst, dass hoehere
Produktionsleistung fuer einen hoeheren und besseren Lebensstandard von ausschlaggebender Bedeutung i s t . Wir haben schwer g e a r b e i t e t , um uns vom Krieg und
seinen Folgen zu erholen, und die Produktionsleistung pro Mann und Stunde hat
sich s e i t Kriegsende 19 A5 v^ 20JK erhoeht. Sie hat damit t r o t z zahlreicher
Schwierigkeiten den gleichen Stand wie vor dem Kriege e r r e i c h t .

-

4-

�Die Wieäergesundung unseres Landes i s t durch die grosszuegige H i l f e , die
uns die Vereinigten Staaten i n Form des Marshall Planes z u t e i l werden l a s s e n ,
aufs hoechste beschleunigt worden. In fuenf Jahren der Besetzung gingen unsere
Vorxaete zur Neige und die verbrauchten Maschinen könnten n i c h t durch neue e r setzt werden. Dank dem Marshall Plan war es uns moeglich, die Luecke i n
unseren Vorraeten wieder aufzufuellen und die maschinelle Ausruestung zu e r neuern.
Der Hauptgrund unseres Besuches i s t , von Ihnen zu lernen, wie Sie die
Produktion planen und a l l e technischen Moeglichkeiten ausnutzen. Auch moechten
wir herausfinden, welche Stellung der Mensch a l s Faktor i n der hohen Produktiv i t a e t i n Arierika einnimmt.
Gewerkschaften Daenemarks und Marshall Plan.
Die daenische Gewerkschaftsbewegung s e t z t sich ueberall fuer eine wirksame
Verwendung der Marshall Hilfe e i n . Wir sind durch unsere Mitglieder bei a l l e n
Aucschuessen und Raeten v e r t r e t e n , sei es i n Kopenhagen oder P a r i s , und wir
arbeiten aufs engste mit der daenischen Arbeiterregierung zusammen*
Die daenische Regierung wird weitgehendst von dem Mann auf der Strasse unt e r s t u e t z t , und ich moechte hinzufuegen, dass die Kommunisten heute kein Problem
mehr fuer uns in Daenemark bedeuten. Wenn wir die Vollbeschäftigung aufrechterhalten koennen, dann sind wir der Ansicht, dass dieses Problem auch i n Zukunft
nicht mehr auftauchen wird. Der Kommunismus koennte nur dann zur Gefahr werden,
wenn A r b e i t s l o s i g k e i t unser Land bedrohen sollte»
Die Gewissheit, dass* die Marshall Hilfe i n ausreichendem Masse noch einige
Jahre f o r t g e s e t z t wird, i s t fuer unsere Zukunft wichtig. Die Kuerzung, die wohl
das Ergebnis von Besprechungen im Kongress i s t , wird in unserem Lande und i n
den uebrigen Teilnehmerstaaten fuehlbar werden; noch wichtiger i s t jedoch
wahrscheinlich, wie die Entwicklung der Dinge i n der Zeit b i s 1952 verlaufen
wird. Wir waren sehr gluecklich, in Veroeffentlichungen verantwortlicher Gewerkschaf tsfuehrer dieses Landes lesen zu koennen, dass die amerikanischen
Arbeiter den Marshall Plan v o l l unterstuetzen und volles Verstaendnis fuer
unsere Prot lerne haben«
Unsere kleine Gruppe i s t h i e r , um zu lernen und Gedanken mit unseren amerikanischen Freunden auszutauschen, und wir sind dankbar, dass uns diese Gelegenheit dank I h r e r Hilfe und Gastfreundschaft geboten wurde«
• Das, was Sie fuer ganz Europa getan haben und tun, - besonders fuer unser
eigenes Land, - e r f u e l l t uns mit Dankbarkeit. Dies i s t ein sehr wichtiger
S c h r i t t auf dem Wege zur allgemeinen Verstäendigung zwischen a l l e n freien Voelkern. Der daenischen Gewerkschaftsbewegung war inner sehr v i e l an diesem gegens e i t i g e n Verstehen gelegen.
«International Free Trade Union News
Dezember 1949

VEREINHEITLICHTE STATISTISCHE METHODEN IN EUROPA?
Die Marshall Plan Verwaltung gab heute bekannt, dass auf dem Gebiet der
internationalen Zusammenarbeit ein neues Projekt in Angriff genommen worden
i s t , durch die die a r b e i t s s t a t i s t i s c h e n Methoden verbessert und ihre Vergleichbarkeit gefoerdert werden s o l l . Zu diesem Zwecke werden V e r t r e t e r von zehn
Marshall-Plan-Laendern im Rahmen des Programms zur Technischen Unterstuetzung
eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten unternehmen. Das Projekt i s t
von der Marshall Plan Verwaltung genehmigt worden und s o l l von der Organisation

�fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Buropa (GEBC) u n t e r s t u e t z t werden. Dadurch wird europaeischen S t a t i s t i k e r n die Moeglichkeit geboten, die Arbeitsmethoden des S t a t i s t i s c h e n Bueros im TB Arbeitsministerium kennenzulernen. Sie werden
Vorteile der amerikanischen Methode der Sammlung und Auswertung s t a t i s t i s c h e r
Angaben studieren. Hauptzweck i h r e r Studie i s t , die s t a t i s t i s c h e Arbeit i n den
Marsha 13-Plan Laendern zu verbessern und das B e r i c h t e r s t a t t e n zvi Vergleichszwecken ueber Lebenshaltungskosten, Beschaeftigung, A r b e i t s l o s i g k e i t , Loehne,
A r b e i t s z e i t und Produktionsleistung zu e r l e i c h t e r n .
Laut OEEC wuerde durch dieses Projekt den MarshalL-Plan-Laendern geholfen,
ihre W i r t s c h a f t s s t a t i s t i k e n zu vergleichen und ihre s t a t i s t i s c h e n Untersuchungen
besser auszuwerten, um die Ursachen der Schwankungen im Produktivitaetsstand
der verschiedenen Nationen e r m i t t e l n zu koennen. Die S t a t i s t i k e r werden nach
i h r e r Rueckkehr nach Buropa der OEEC und ihren eigenen Regierungen Bericht e r statten.
Von zustaendigen S t e l l e n der BGA wird e r k l a e r t , dass in dem Antrag der
GEEC bezueglich d i e s e s Projektes der Wunsch zum Ausdruck gebracht wird, dass sich
die MarshalL-Plan-Laender zu gesunden inter-europaeisehen Wirtschaftsmethoden
bekennen und sich dabei nicht von individuellen, nationalen Ueberlegungen l e i ten lassen moegen, die ihren Wiederaufbau nur verzoegerten.
Voraussichtlich werden sich folgende Laender an dem Projekt b e t e i l i g e n !
Oe st erreich
Bundesrepublik Deutschland
Norwegen
Belgien
Schweden

Daenemark
Italien
Bngland
Frankreich
Holland

Die S t a t i s t i k e r , die die Vereinigten Staaten besuchen werden, werden i n
mindestens 3 Gruppen e i n g e t e i l t . Die e r s t e Abordnung s o l l Ende dieses Monats
und die beiden anderen Gruppen voraussichtlich im April und Juni in den Staaten
ankommen. Der Aufenthalt jeder Gruppe wird 3 Monate dauern.
Folgende 11 S t a t i s t i k e r aus 4 Laendern bilden die e r s t e Delegation!
Englara

(^

Dr. L, Rostas, Board of Trade, (Handelsministerium)
Dr. T. B. Easterfield, Department of Scientific and Industrial Research,
(Amt fuer Wissenschaftliche und Industrielle Forschung)
A. M. Cassie, Electrical Research Association,(Gesellschaft fuer Elektrische
Forschung)
A. D. Murray, Boot and Shoe Research Association, (Gesellschaft fuer Forschung in der Schuh- und Stiefelindustrie)
Mr. Norris, Ceramics Research Association, (Forschungsgesellschaft der
Keramischen Industrie)

Schweden (l)
Marianne Kristina Gustavsson, Assistant to Office Chief of Swedish Royal
Social Board, (Assistentin des Chefs des Koeniglichen Sozialrates Von
Schweden)
Erik Harald Ruist, Actuary in Swedish I n s t i t u t e for I n d u s t r i a l , Social and
Econordc Research, (Aktuar im Schwedi sehen I n s t i t u t fuer I n d u s t r i e l l e ,
Soziale und Wirtschaftliche Forschung)
, Arne Gustav Henrikson, Business Economist with Confederation of Swedish
Trade Unions, (Geschaeftsoekonome im Schwedischen Gewerkschaftsbur ,v

�Paenemark (2)
Flemming Otto Branth Claussen, Head Technical Department Federation of
Danish I n d u s t r i e s and Secretary Danish National Committee of S c i e n t i f i c
Management, (Chef der Technischen Abteilung des DaeniBchen Industrieverbandes und Sekretaer des Daenischen Nationalkomitees fuer Wissenschaftliche Betriebsleitung)
Hans Niels Skade, Head of Section i n Danish S t a t i s t i c a l Department,
(Leiter einer Unterabteilung des S t a t i s t i s c h e n Amtes i n Daenemark)
Norwegen (J,)
Sven Fredrik Brenna, Secretary Central Bureau of S t a t i s t i c s , (Sekretaer
im Zentralbuero fuer S t a t i s t i k )
Die Ausgaben der ECA fuer die e r s t e Gruppe, e i n s c h l i e s s l i c h Reise und
Lebensunterhalt ( belaufen sich schaetzungsweise auf 12j.»500 D o l l a r .
Telegramm des U.S. Aussenministeriums
10. Januar I950

LEON JOUHAUX,
Als Leon Jouhaux im Jahre 1945 v o n Buchenwald nach Frankreich zurueckkehrt e , fand er ein Land vor, das dem Ruin nahestand, dessen Arbeiter f a s t am Verhungern waren, und dessen Gewerkschaften unter kommunistischem Binfluss standen«
Die •schoenen Zeiten" der Kollaboration waren fcrueber, und die Kommunisten
hatten nach der Befreiung des Landes keine Zeit verloren, aus dem Untergrunde
aufzutauchen| ihre Funktionaere gingen schleunigst daran, sich i n den Reihen
des franzoesisehen Gewerkschaftsbundes (CGT) festzusetzen. Trotzdem uebernahm
Leon Jouhaux, der alternde franzoesische Arbeiterfuehrer, wieder seine Stellung
a l s Generalsekretaer der CGT, die er f a s t i;0 Jahre lang innegehabt h a t t e . Und
e r ging an die Arbeit«
Wie so viele andere Gewerkschaf tsfuehrer der demokratischen Icender h a t t e
er gehofft, zum allgemeinen Wohl der Arbeiter ein Zusammenarbeiten mit den
Kommunisten armoeglichen zu koennen. Er wusste, dass ihm ein schwerer Kampf
bevorstand. Die franzoesisehen A r b e i t e r , die Soldat gewesen waren, fanden
nicht die Vorrechte v o r , die den amerikanischen Soldaten bei seiner Heimkehr
erwarteten. Jenen waren Hunger und schwere Arbeit beschieden. Was die Kommun i s t e n versprachen, klang den verzweifelten und hungrigen Menschen wie Musik
in den Ohren. Die reaktionaeren Kraefte waren jedoch auf keinen F a l l t o t , Es
war wichtig, die Arbeiterschaft zuerst zu einigen«
Jouhaux versuchte es zwei Jahre lang. Aber so wie Russland bei den Vereinten Nationen einen Plan nach dem andern durch sein Veto zun Scheitern bracht e , so taten es auch seine franzoesi sehen Marionetten i n der CGT, Jouhaux's
Anhaenger hatten allmaehlich genug, und s i e drohten damit, aus der CGT auszut r e t e n . Er bat s i e , zu warten und immer wieder nach einer Verstaendigung zu
suchen.
Als der Aussenminister Marshall im Juni 1947 i n der weitentfernten Harvard
Universitaet in schlichten Worten von •einem Plan zur Unters tue tzung der Selbsth i l f e Europas" sprach, e r b l i c k t e Frankreich einen Hoffnungsstrahl h i e r i n .
Jouhaux und mit ihm viele andere Gewerkschaf tsfuehrer Europas dankten Gott
fuer diese Chance«

-7 -

�Er ging mit neuem Hut an die Arbeit, um die Arbeiterschaft auf einer Strasse
zu vereinigen, die sie aus dem Unglueck herausfuehren sollte, und die man ihnen
schon lange versprochen hatte. Die franzoesisehen Kommunisten zoegerten und
warteten auf die Weisungen Moskaus. Ihre Antwort auf dem Kongress der CGT im
November lautete» "Nieder mit dem Marshall Plan." "Bin WalL-Street Trick, um
die ueberschuessigen Waren Amerikas loszuschlagen! • "Komplott des Grosskapitals
zur Kolonisierung Frankreichs»•
Die franzoesi sehen Arbeiter waren verwirrt. "Was ist dast Marshall Plan?"
fragten sie sich gegenseitig. Die Kommunisten waren in allen lokalen Gewerkschaften mit Antworten schnell zur Handt "Es ist ein Plan, der Buch um Sure
Arbeit bringt. Sin Plan, der unser Land mit amerikanischen Waren ueberschwemnwi
wird und Euch zu Sklaven der auaerikanisehen Geldgier macht.»
Die Anhaenger Jouhaux's waren empoert. "Wir werden nur dann die Wahrheit
durchsetzen koennen, wenn wir unsere eigene Gewerkschaft bilden," beteuerten
sie. Wieder riet ihnen Jouhaux, sich zu gedulden«
•Wenn wir sie verlassen, gehen uns alle Vorteile einer Organisation verlöten, die wir selbst aufgebaut haben," sagte er, "und wir muessen ganz von vorne
anfangenj kein Buero, kein Finanzbuero, keine Zeitung, nichts. Es ist klueger,
von innen her fuer die Wahrheit zu kaempfen.•
Ende November kamen neue Befehle von Moskaui "Vollstaendiger nationaler
Streik, bevor es zu spaet ist," Die franzoesisehen Arbeiter wurden gezwungen,
die Bergwerke, Eisenbahnen und die Industriebetriebe zu verlassen. Jouhaux
fuegte sich in das ünabaenderliche. Als seine demokratischen Kollegen im Dezember beschlossen, "von ganz vorne wieder anzufangen" und einen franzoesisehen
Gewerkschaftsbund zu gruenden, der frei von kommunistischem Einfluss sein soll,
schloss auch er sich ihnen an und wurde ihr Praesident.
Heute steht Leon Jouhaux mit 70 Jahren an der Spitze der jungen, aber wachsenden "CGT-Force Ouvriöre". Um Jouhaux zu kennen, muss man die Geschichte der
alten CGT kennen, dejön die Geschicke beider sind in den Annalen der franzoesischen Gewerkschaftsbewegung unentwirrbar miteinander verflochten.
Jugendjahre.
•Der General", wie er schon Jahre lang von den ihn verehrenden franzoesisehen
"Arbeitern genannt wird, wurde am 1. Juli 1&amp;79 i&amp; Paris geboren. Als Sohn einer
grossen-, armen Arbeiterfamilie wurde er schon in seiner Jugend mit den sozialen
Ungerechtigkeiten vertraut. Als er zwoelf Jahre alt war, traten die Arbeiter
der Zuendholzfabrik in dem Vorort Aubervilliers, zu denen auch sein Vater, seine
Schwester und sein Schwager gehoerten, in den Streik. Der kleine Leon war gezwungen, seine Studien aufzugeben und in einer anderen Fabrik zu arbeiten, um
seiner Familie helfen zu koennen.
Jouhaux studierte des Nachts, bestand die Aufnähmepruefung einer der
schwierigsten Ingenieurschulen und konnte schliesslich wieder zu seinen Bueehern
zurueckkehren. Seine Schullaufbahn verlief glaenzend. Seine Lehrer sahen fuer
ihn eine grosse Zukunft als Ingenieur. Aber noch einmal, nach Ablauf von zwei
Jahren, war er gezwungen, die Schule zu verlassen, um dieses Mal in der gleichen
Fabrik zu arbeiten, in der auch seine Angehoerigen beschaeftigt waren«
Der junge Student las begierig alles, was in seinen Bereich kam« Er schloss
sich Diskussionsgruppen an und befasste sich eingehend Jnit der Philosophie des
kleinen Mannes. Seine Gewerkschaft war es jedoch, die ihm zum erstenmal wirklich
Gelegenheit bot, seine Energie und sein schoepferisches Talent unter Beweis zu.
stellen. Asl ein Sekretaer fuer den Ortsverband gesucht wurde, schlug Papa Jouhaux, ein Gewerkschafter mit Leib und Seele, seinen Sohn vor, der "auf der Schule
gewesen war." Und so wurde Leon, - bereits Gewerkschaftsmitglied aber zum Funktionaer zu jung - mit 16 Jahren •halb-amtlicher" Ptotokollfuehrer bei Sitzungen.
- 8 -

�Gruendung der CGT.
Ipi gleichen J a h r e , 1095 t wurde auf einer bedeutenden Tagung i n Limoges,
Frankreich, die CGT i n s Leben gerufen. Franzoesische Gewerkschafter, die der
nutzlosen S t r e i k s muede geworden waren, beschlossen, sich i n e i n e r nationalen
Union zusammjinzuschliessen« Niemand konnte zu jenem Zeitpunkt ahnen, dass der
Knabe von A u b e r v i l l i e r s zum Fuehrer und Beschuetzer dieser jungen Organisation
im ganzen Verlaufe i h r e r beweiften Entwicklung werden wuerde. Aber Leon Jouhaux
trug b e r e i t s den Stempel eines Mannes, der dazu berufen i s t , Menschen zu fuehren«
Als er von seinem 1-jaehrigen M i l i t a e r p f l i c h t d i e n s t zurueckkehrte, wurde er
zum Sekretaer des Nationalen Verbandes der Zuendholzmacher gewaehlt und wurde damit Mitglied des Nationalen Komitees der CGT, So entstand eine Verbindung, die
i n seinem Leben zu einem beherrschenden Faktor werden s o l l t e *
Zu jener Zeit waren die Gewerkschaften auf der ganzen Welt im Anwachsen beg r i f f e n , und Regierungen und p o l i t i s c h e Parteien versuchten, diese wachsende Bedrohung i h r e r Machtstellung im Zaume zu halten oder zu b e s e i t i g e n . Im Jahre 1906
berief die franzoesische CGT eine denkwuerdige Sitzung i n Amiens e i n . Die Arbeit e r stimmten dort fuer die beruehmte ^Charta von Amiens 1 , in der proklamiert wurd e , dass die CGT sich auf k e i n e r l e i p o l i t i s c h e Beeinflussung oder Bevormundung
einlassen wuerde« Dieses Prinzip b i l d e t e den Grundpfeiler der P o l i t i k der CGT,
a l s Leon Jouaaux im Jahre I908 zum erstenmal zum nationalen Funktionaer gewaehlt
wurde. Zs s o l l t e den Kommunisten einen S t r i c h durch i h r e wiederholten Versuche
machen, die CGT zu einem Werkzeug des Politbueros zu erniedrigen.
Jouhaux an dar Spitze der CGT«
Nach einem Jahr a l s Finanzsekretaer wurde Jouhaux zum Generalsekretaer gewaehlt» Seine e r s t e Amtszeit hatte seinen Anhaengern bewiesen, dass s i e ihren
Mann gefunden h a t t e n . Fast v i e r Jahrzehnte lang wurde e r Jahr fuer Jahr wiedergewaehlt«
Von Anfang an war Jouhaux lebhaft an der internationalen Gewerkschaftsbewegun/
i n t e r e s s i e r t und wurde bald zu einem ihrer bedeutendsten Fuehrer« Im Verlauf des
Krieges war er immer mehr davon ueber'zeugt, dass e i n gerechter Friede auch die
endgueltigen Rechte der Gewerkschaften der ganzen Welt sichern musste« I9I9 bot
sich ihm die Moeglichkeit, seine Ueberzeugung i n die Tat umzusetzen« Als Frankr e i c h s Vertreter bei dem SoziaL-Ausschuss des Friedensvertrages t r a f er mit dem
l e t z t e n Samuel Gompers, dem Praesidenten des amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL zusammen« Diese beiden grossen Fuehrer, die einzigen Gewerkschaftsvertreter,
die anwesend waren, waren gemeinsam bemueht, den beruehmten •Artikel 1 1 " des
Friedensvertrages, der zur internationalen Charta der Gewerkschaften werden s o l l t e ,
zu inspirieren« Dieses grundlegende Dokument, das das Recht der arbeitenden Menschen e n t h a e l t , sich zum Zwecke der F r e i h e i t , des sozialen F o r t s c h r i t t e s und der
Gerechtigkeit zusammenzuschliessen, b i l d e t e den Schluesselsteln der Internationalen
Arbeitsorgarisation«
Als einer der Gruendungsvaeter der Internationalen Arbeitsorganisation begann
Jouhaux seinen unaufhoerlichen Kampf fuer i n t e r n a t i o n a l e Sozialgesetzgebung, um
der Ausbeutung der Arbeiter ein Ende zu b e r e i t e n . Im Voelkerbund s e t z t e er sich
von neuem a l s Mitglied des wirtschaftlichen Beratungsausschusses fuer d i e Arbeiter
e i n , indem e r sich bemuehte, i n t e r n a t i o n a l e Plaene fuer oeffentliche Arbeiten zu
entwerfen, um den Menschen in rueckstaendigen Gebieten Beschaeftigungsmoeglichkeiten zu verschaffen«
Im Kampf geilen Kommun? TMR 11 f T f 1111
Die Zeit von 1920 brachte an der nationalen Front S t r e i t und Unruhe mit
s i c h . Von der Geburtsstunde der bolschewistischen Revolution an hatten die Kommunisten wie ein summendes Nest von Moskitos versucht, ihre Fuehler i n den Gewerkschaftsreihen Frankreichs sowohl a l s auch i n den uebrigen Laendera auszustrecken«

9 -

�Mehrmals zerdrueckt und unfaehig, in ihrem Mutterlande Blut zu saugen, f l a t t e r ten die franzoesisehen Kommunisten 1922 aus der CGT heraus, um sich der Roten
Internationale Moskaus anzuschHessen»
Diese vielgepriesene Gewerkschaft geb bei der Loesung i h r e r Probleme jedoch
nur traurige Beweise ihrer Befaehigung. In ihren Tiraden v e r e i n i g t konnten die
Kommunisten hoechstens versuchen, sich gegenseitig auszuschreien. Wieder und wieder baten sie den EseJcutivrat der CGT# sie wieder i n ihren Reihen a l s eine selbstaendige Gruppe aufzunehmen. Doch Jouhaux e r k l a e r t e ihnen immer wieder, dass
die CGT nicht nach der "Befehl-vom-Bauptquartier-Moskau" Theorie handeln wuerde,
und dass nur die Lokalgewerkschaften EntSchliessungen treffen koennten. Und wieder und wieder beriefen sich d i e Arbeiter auf ihren Gewerkschaftskongressen auf
die "Charta von Amiens" und verweigerten den Kommunisten die Rueckkehr.
« « . . « « . » . » . » . • »und Faschismus»
Im Jahre 1934 tauchte jedoch eine neue Gefahr auf - eine Gefahr, die den
Bestand der franzoesi sehen Republik gefaehrdete. "Die Feuerkreuze* mit dem franzoesischen Faschisten, Colonel de la Roque, an der Spitze tauchten sozusagen
ueber Nacht auf, um, wie sie offen zugaben, das Parlament zu stuerzen. Die Einigk e i t der Arbeiterschaft wurde zur dringenden Notwendigkeit. In Frankreich und
vielen anderen demokratischen Staaten erkannten Liberale und Kommunisten die Notwendigkeit, gemeinsam gegen die wachsende Gefahr des Faschismus Front zu machen»
So nahm die CGT im September I935 die Kommunisten wieder in ihre Reihen auf
unter der Bedingung, dass sie sich den Anordnungen der CGT fuegten» Auf der Konvention von Toulouse im Maerz I936 e r h i e l t e n s i e zwei von den 8 S i t z e n im Exekut i v r a t dieser nationalen Koerperschaft» Einer ihrer beiden Mitglieder war
Benoit Frachon, der heutige Seknetaer der kommunistischen CGT»
Bluetezeit.
Das folgende Jahr brachte den franzoesisehen Arbeitern die Belohnung. Die
faschistischen Bestrebungen wurden unterdrueckt, und an ihre S t e l l e t r a t die
langerwartete Volksfront-Regierung unter der Fuehrung des Sozialisten Leon Blum.
Dieser Zeitabschnitt war der Himmel auf Erden fuer die Arbeiter Frankreichs»
Die s e i t langem e r s t r e b t e n Reformen - f r e i e Tarifverhandlungen, soziale S i c h e r h e i t , Krankheitsgelder - wurden endlich durchgefuehrt• Fast ueber Nacht wuchs
die Mitgliederzahl der CGT von eineinhalb auf sechs Millionen an. Die langersehnte Vereinigung der l i b e r a l e n Elemente im Interesse des kleinen Mannes schien
zu guter Letzt in dem Kampf gegen den Faschismus zur Wirklichkeit geworden zu s e i n .
Der zweite Weltkrieg.
Da kam der Pakt Russlands mit Hitler und fuehrte einen vernichtenden Schlag
gegen diese E i n h e i t . Die franzoesisehen Kommunisten, v o e l l i g unvorbereitet,
stutzten» Einige t r a t e n voll Ueberdruss aus der P a r t e i a u s . Die anderen schlössen jedoch die Augen und wandelten tastend auf dem a l t e n Wege w e i t e r .
Von dem Augenblick a n , a l s der Pakt im Jahre I939 unterzeichnet wurde, b i s
zu seiner Rueckkehr aus deutscher Gefangenschaft, ungefaehr 8 Jahre spaeter, sah
Jouhaux niemals Benoit Frachon, Die Kommunisten verschwanden i -&gt;n der Oberflaeche.
Ma^ d r o h t e , diejenigen, die s i c h offen zum Verrat Moskaus beto .mten, einzusperren,
und so begnuegten sich die Kommunisten damit, Gruppen von Kb"..aboratoren i n verborgenen Zusammenkuenften aufzuhetzen. Waehrend des schweren Janres 1940 beschwatzten sie die franzoesi sehen A r b e i t e r , um sie dem faschistischen Joch gefuegig zu
machen. Ihre Untergrundzeitung, "La Vie Ouvriere" war weitverbreitet und v i e l gelesen. Wie anders war die Melodie, die ein paar Monate spaeter gesungen werden
s o l l t e 1 Inzwischen h a t t e der Chef der Kollaboratoren, Marshall P o t a i n , die CGT
auf deutschen Befehl hin aufgeloest. Die f r e i e Gewerkschaftsbewegung ganz Frankr e i c h s war damit gezwungen, zur Untergrundbewegung zu werden»

-10-r

�Tag und Nacht bei der Arbeit, organisierten Jouhaux und diejenigen, die
ihm Beistand l e i s t e t e n , von Anfang an den Widerstand. I n Juni I94I brach H i t l e r
in Russland s i n , aber e r s t ein Jahr spaeter hoerten die im Kampfe stehenden Gewerkschafter wieder von den Kommuni s t e n . Aber natuerlich noch nicht von Frachon,
Er war sorgf a e l t i g verborgen, aber ein Bote ueberbrachte die Aufforderung zur
•Einheit gegen den Faschismus». Vorhaben, d i e dem Wohle der Allgemeinheit dienen
konnten, wurden durchgefuehrt, aber inzwischen hatte Jouhaux b e r e i t s den offenen
Widerstand gegen die Deportation franzoesischer Arbeiter nach deutschen Arbeitslagern o r g a n i s i e r t . Seinen Bemuehungen i s t es zu verdanken, dass Geld erhoben
wurde, um sie verstecken und fuer ihre Familien sorgen zu koennen. Das Ergebnis
war, dass Leon Jouhaux nach wiederholten Verhaftungen mit etwa 15«000 demokratischen Fuehrern der CGT im Jahre 1943 nach Deutschland d e p o r t i e r t v/urde. Die
Kommunisten blieben zum groessten T e i l im Land, um einen Untergundkrieg zu kaempfen - und um im r i c h t i g e n Moment b e r e i t zu sein, - zu uebernehmen , #
Leon Jouhaux kaempft weiter.
Die Nachkriegsversuche, die Einigkeit der Arbeiterschaft t r o t z der kommunistischen Machenschaften zustandezubringen, i s t ein Kapitel in der Gejachichte der
CGT. auf das Leon Jouhaux stolz i s t . Nachdem er jede Moeglichkeit erschoepf t
h a t t e , ojine vor der kommunistischen P a r t e i kapitulieren zu muessen, fing er im
Alter von 70 Jahren a l s Fuehrer der Force Ouvriere von vorne a n , e r , der ein
Leben Land gearbeitet h a t . Diese Organisation i s t noch k l e i n , aber sie waechst»
Und der Griff der kommunistischen Klauen um die o r g a n i s i e r t e franzoesische Arbeiterschaft beginnt sich zu loesen.
Dank i h r e r Staerke s p i e l t die Force Ouvriere b e r e i t s eine i n t e r n a t i o n a l e
R o l l e . Leon Jouhaux iot Mitglied des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses des
Marshall Planes. Dieses Komitee wurde I948 i n London gegruendet und i s t der Organisation fuer Europaeische Wirtschaftliche Zusammenarbeit angeschlossen, der
Kberperschaf t , die den Vermittler der Maraballl-Plan-Laender im Europaeisehen
Wiederaufbau Programm d a r s t e l l t . Ausserdem findet Jouhaux noch Z e i t , a l s P r a e s i dent des Nationalen Wirtschaftsrates zu fungieren, eine Organisation, die sich
aus V e r t r e t e r n von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammensetzt und nach dem
Kriege gegruendet wurde, um die franzoesische Regierung i n f a s t a l l e n Angelegenh e i t e n , die d i e nationale Wirtschaft b e t r e f f e n , zu beraten.
Heute i s t der Marshall Plan zur Wirklichkeit geworden, und, - was die Kommunisten befuerchteten, - Frankreich macht staendig F o r t s c h r i t t e im Wiederaufbau. Der fxanzoesische Arbeiter hat b i s j e t z t jedoch nur gsnig Nutzen aus dieser
Entwicklung gezogen. Ein Land kann nicht ueber Nacht aus wirtschaftlichem Ruin
wiederaufgerichtet werden.
Waehrend Frankreich klugerweise versucht, den Wert der Rohstoffe anzuerkennen, die ihm von dem Marshall Plan g e l i e f e r t werden, und die es b e n o e t i g t , um
seine Industrien ueber Winter in Gang halten zu koennen, weiss der franzoesische
Arbeiter nur', dass d i e Dinge zwar nicht ganz so schlecht wie im l e t z t e n Jahre
l i e g e n , e r aber trotzdem immer noch a r b e i t e n , und sogar noch schwerer a r b e i t e n
muss. V i e l l e i c h t wird er etwas Kohle fuer diesen Winter kaufen.koennen, seine
lj.0 Dollar pro Monat muessen jedoch stark gestreckt werden, um seine Familie e r naehren, bekleiden und sichern zu koennen. Was man auch a l l e s vom Marshall
Plan erzaeh2.en mag, der Arbeiter weiss nur, dass ihm niemand etwas gibt—dass
er fuer jeden Franc arbeiten muss. Die Tatsache, dass das Material, mit dem
er a r b e i t e t , nur mit Geldern des Marshall Plan3 in seine Haende gelangt, i s t
fuer ihn nicht l e i c h t zu verstehen. Und doch I s t die Versorgung mit diesen
Materialien,, die auf eine andere Art nicht beschafft werden koennen, heute die
Lebensader des.wirtschaftliehen Lebens Frankreichs.
«

Es i s t nicht l e i c h t , dem franzoesisehen Arbeiter seine S i t u a t i o n zu erklaer e n , besonders deshalb, weil die Kommunisten 3 Zeitungen haben und die Force
- 11 -

�Ouvriere nur einej ausserdem verfuegen sie ueber einen grossen Verwaltungsapparat
und genuegend Geldmittel, um eine grosse Zahl vollbeschaeftigter Organisatoren bezahlen zu koennen. Die Wahrheit wird sich jedoch zur Oberflaeche durchringen,
weil Jouhaux und die Force Ouvriere weiterkaempfen*
ECA Labor Information
H.I2.I949
AFL WARNT VOF W&amp;Mi

BPttTAERONGEN.

William Green, der Praesident der AFL, gab in. Washington folgende Erklaerung
abj "Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL unterstuetzt den Marshall Plan mit
a l l e n Mitteln und t u t a l l e s , was zum erfolgreichen Gelingen dieses Planes getan
werden kann und muss«
•Wenn eine Wiederbelebung des Handels innerhalb eines vereinigten Europas
zur Foerderung des Marshall Planes notwendig i s t , dann i s t d i e AFL b e r e i t , a l l e s
zu tun, was i n ihren Eraeften s t e h t , um diesem Vorhaben* zum Erfolg zu verhelfen.
Ein Aufleben des Handels i n einem vereinigten Europa haengt von vielen Dingen a b .
Mit Verstaendnis und Planung muss diese Aufgabe in Angriff genommen werden« Es
i s t nicht gesagt, dass sich ein Programm i n ungerechter Weise zum Nachteil irgendeiner Schicht der amerikanischen oder europaeischen Bevoelkerung auswirken muss.
"Und wenn eine Organisation das Recht h a t , die R i c h t l i n i e n , die die AFL befolgte auszuarbeiten und zu g e s t a l t e n , dann i s t es die AFL selbst und keine andere
Organisation« Ich hoffe, dass sich die Arbeiterschaft Europas nicht durch Verlautbarungen oder Entschliessungen verwirren l a e s s t , die von irgendeiner anderen
Organisation stammen koennten und Plaene, Richtlinien und Ziele der AFL betreffen.
••Der Amerikanische Gewerkschaftsbund i s t der festen Ueberzeugung, dass Handelsbeziehungen zwischen den U.S.A. und anderen Laendem auf einer gesunden,
freundschaftlichen und gut fundierten Grundlage basieren muessen. Dieses Ziel
kann dadurch e r r e i c h t werden, dass man sich eingehend mit den bereitstehenden
Handelsbeziehungen der verschiedenen Nationen der Welt b e f a s s t , die durch offene
Aussprache und sorgfaeltige Forschung und Untersuchungen zu stände gekommen s i n d .
Telegramm des US Aussenministeriums
vom 9 • Januar 195 0
- 12 -

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757 •

OFFICIAL

U1CO0 0-OOTb i. J i &gt; SO

�Internationale

ARIBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel steilen Auszöge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exesaplare können kostenlos bei
MANPOWER-P.R.O.
OMGUS, Berlin-Dahlem,
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteüungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Militärregierung, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten aufzufassen.

H-47

Frankfurt, 27. Januar I950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Deutsche Gewerkschaftlcr t r i e b e n Amerika - - - - 1
Europa im 2 . Marshallplanjahr - - - - - - - - 2
Kommunistisch« Rechenmanoever - - - - - - - - 3
Hollaendische Gewerkschafter besuchen die Vereinig- .
ten Staaten - - - - - - - - - - - - - - - - - k
Die Verwendung des Reservefonds von 150 W i l l . D o l l a r 5
Das Frauenbutro ces Arbeitsministeriums der Vereini g t e n Staaten von Nordamerika
Proäuktionssteigerung i n Europa- - - —
- - 7
Der Generalsekretaer der QewerkBChaftsinternationa l e i J. H. Oldenbroek
8
Hoffman« "Fuer hoeheren Lebensstandard» - - - - 10
U.S. Gewerkschaft prophezeit dem neuen Weltgewerkschaftsbund eine grosse Zukunft - - - - - - - - 11

DEUTSCHE GEWERKSCHAFTLER ERLEBEN AMERIKA
New York — (Amerika D i e n s t ) — Eine Gruppe deutscher Gewerkschaftler
w e i l t e unlaengst zu Studienzwecken i n den U.S.A. und hatte Gelegenheit, den i n zwisch n abgeschlossenen S t r e i k i n der amerikanischen S t a h l i n d u s t r i e mitzuerleben.
Die Gewerkschaftler hatten die M ö g l i c h k e i t , i n einem der g r o e s s t e n S t a h l b e t r i e b e
bei Pittsbui'gh f e s t z u s t e l l e n , wie die amerikanischen Arbeiter zu dem S t r e i k standen.
Einige von ihnen wohnten bei Arbeiterfamilien und konnten s o die inneren Zusammenhaenge des S t r e i k s kennenlernen. S i e a l l e waren s i c h darin e i n i g , anzuerkennen,
dass der amerikanische Arbeiter g e w i l l t war, durchzuhalten, b i s die durch die
Gewerkschaften a u f g e s t e l l t e n Forderungen, die s i c h vornehmlich mit der Frage der
Pensionen b « f a s s t e n , aurchgekaempft raren.
Frau Margarete Kaempel aus Karlsruhr e r k l a e r t e , dass ihr besonders die S t e l l u n g
der Frauen imponiert habe, die den Kampf der Maenner u n t e r s t u e t z t e n , ja sogar b e r e i t
waren, s e l b s t e i n z u g r e i f e n , und wenn n o e t i g , S t r e i k p o s t e n zu s t e h e n .
Der Be-.sirkslf i t e r fuer Chemie, Papier, Keramik i n Wuerttemberg-Baoen, iirnst
Schwarz, b e r i c h t e t e , dass er vor v i e l e n Geschaeften 3 t r - i k p o s t e n mit S c h i l c e r n g e sehen habe, und u n t e r s t r i c h , riass gerade Frauen mit lauter Stimme die Parole des
S t r e i k s a u s ^ r u f e n haben.
- 1 -

�Der S t r e i k , der darum g i n g , die arbeitenden Menschen im A l t e r oder bei l n v a l i d i t a e t zu versorgen, wurde zu einer Zeit abgeschlossen, a l s die deutschen Gewerkschaft
l e r nooh im Lande w e i l t e n , und es e r f u e l l t e die Besucher mit grosser Freud«, dass die
S t a h l i n d u s t r i e die Forderungen der amerikanischen Gewerkschaften ohne Einschraenkun.3
e r f u e l l t e . Aus Unterredungen und aus den Mitteilungen der presse erfuhren d i e deutsch
Gaeste E i n z e l h e i t e n ueber d i e s e Forderungen der Gewerkschaften und e r h i e l t e n davon
Kenntnis, dass j e t z t d i e Mindestpension e i n e s S t a h l a r b e i t e r s insgesamt 100 Dollar
monatlich b e t r a e g t , die s i c h aus s t a a t l i c h e n und privaten Mitteln zusammensetzen.
Eine Gewerkschaftsfuehrerin sprach dann darueber, dass i n Amerika die Frau eine
ganz andere Anerkennung f i n d e t a l s i n Deutschland. »Die Frau i n Deutschland rauss
bedeutend mehr l e i s t e n a l s e i n Mann, ehe s i e die g l e i c h e S t e l l u n g bekleiden kann. In
Amerika l a e s s t der Mann die Frau v i e l eher mitkommen . . . » Die Sprecherin b e r i c h t e t e
von einem CIO-Kongress, auf dem verhaeltnlsmaessig v i e l e Frauen a l s D e l e g i e r t e zu
finden waren, obgleich ihrer Meinung nach amerikanische Frauen i n den Gewerkschaften
a l s Funktionaare prozentual nicht zahlreicher v e r t r e t e n s e i e n a l s i n Deutschland.
S i e glaubte den Hauptgrund darin zu finden, dass die Erziehung der Frauen von Kind
auf schon wesentlich anders i s t a l s i n Deutschland.

EUROPA IM 2 . MARSHALLPLANJAHR
Westdeutschland auf den 3 . P l a t z der ECA-Bewilliguna;sliste gerueckt
• Washington — (Amerika D i e n s t ) — Die von den westreuropaeischen Laendern waehrend
des Jahres 1949 i n Anspruch genommenen Marshallplangelder v e r t e i l e n s i c h , wie aus
einem von der Verwaltung fuer w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit (ECA) v e r ö f f e n t l i c h t e n
B e r i c h t , der mit dem 20* Dezember d i e s e s Jahres a b s c h l i e s s t , hervorgeht, f a s t g l e i c h maessig auf i n d u s t r i e l l e Gueter sowie auf Lebensmittel und l a n d w i r t s c h a f t l i c h e Erzeugnisse.
I n d u s t r i e l l e Gueter

1.1.49 b i s 20.12.1949
1 810 072 000 Dollar

3*4« b i s 31.12.1946
1 908 000 000 Dollar

Lebensmittel und landwirts c h a f t l i c h e Erzeugnisse

1 767 233 000 Dollar

1 799 000 000 Dollar

Schiffstransporte

278 962 000 Dollar
337 800 000 Dollar

Technisch« Hilf«

10 9ß2 000 Dollar
Summe 1

3 867 249 000 Dollar

4 044 800 000 Dollar

In der Hoehe der z u g e t e i l t e n Dollarbetraege war 1949 •*&amp; d e u t l i c h e r Rueckgang
gegenueber dem Jahre 1948 f e s t z u s t e l l e n , i n dem die Zuwendungen s i c h auf «inen Z e i t raum von nur 9 Monaten, vom Beginn des llilfsProgramms im April 1948 bis zum 3 1 . Dezember, v e r t e i l t e n . Diese Massnahme beleuchtet e i n grundlegendes P r i n z i p der
Marshallplanhilfe, d i e Zuteilung von Geldern an die europaeischen S t a a t e n mit der
fortschreitenden Erholung ihrer Wirtschaft immer mehr herabzusetzen.
Grossbritannien, Frankreich, die Trizon* und I t a l i e n e r h i e l t e n 1949 d i « groessten
Zuweisungen aus Marshallplanmitteln, waehrend die Trizone I94Ö i n der Reihenfolge an
4« S t e l l e hinter I t a l i e n r a n g i e r t e . In den erstem 11 Monaten d i e s e s Jahres standen
bei den Zuteilungen von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen an e r s t e r
Stellei
Baumwolle mit
490»9 Millionen Dollar und
Brotgetreide mit
398,7 Millionen D o l l a r , waehrend
Maschinen und Maschinenteile oft 397t7 Millionen Dollar und
Erdoel u.Erdoelkraftstoffe mit 382,8 Millionen Dollar
die L i s t e der i n d u s t r i e l l e n Gueter anfuehrten.
- 2 -

�Die groessten Zuteilungen zum Einkauf von Baumwolle erhielten Grossbritannien
mit 146,3 Millionen Dollar und Frankreich mit 117,4 Millionen Dollar, waehrend die
Hselfte des freigegebenen Brotgetreides im Werte von 196,4 Millionen Dollar von
Orossbritannien eingefuehrt wurde. Der Wert der Zuteilungen an Maschinen und Maschinenteilen betrug in Prankreich 117.3 Millionen Dollar, in Italien 57.4 Millionen
Dollar, in Holland 44*6 Millionen Dollar und in Belgien und Luxemburg 42,4 Millionen
Dollar. Orossbritannien erhielt Erdoel und Erdoelerzeugnisse im Werte von 122,7
Millionen Dollar und Frankreich im Werte von 102,5 Millionen Dollar.
Nachstehende Tabelle bringt eine Zusammenstellung der Zuweisungen, die die
einzelnen Staaten aus Mitteln des Mershallplanes erhielten.

Grossbritannien
Frankreich
Deutschland, Trizone
Italien
Holland
Belgien und Luxemburg
Oesterreich
Griechenland
Norwegen
Daenemark
Schweden
Tuerkei
Irland
Triest
Island

1.1.
1 112
733
402
352
330
294
152
119
87
77
64
61
' 59
13
5

1242

bis
182
556
094
463
061
588
218
450
915
883
539
976
420
111
463

20.12.1949
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar

3.4.
1 093
951
400
494
371
138
212
145
66
91
10
1
51
9
5

bis
400
000
200
200
700
900
500
700
000
100
000
700
600
500
400

1948
31.12.1948
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar
000 Dollar

KOMMUNISTISCHE RECHENMANOEVER

Einer Nielsen, Tizepraesident des Daenischen Gewerkschaftsbundes, brandmarkte
in einem Artikel, der am 27« Dezember 1949 i m "Social-Demokraten" erschienen war,
die kommunistische Methode, falsche statistische Angaben ueber Arbeitslosigkeit
und andere wirtschaftliche Faktoren zu veröffentlichen, um das wirksame Zusammenarbeiten bei den Tagungen der Vereinten Nationen zu verzoegern und zu sabotieren.
Nielsen kehrt* kuerzlich von einer Sitzung der Vereinten Nationen in New York
zurueck. wo ex als daenischer Delegierter in Ausschuessen taetig war, die sich mit
sozialen und wirtschaftlichen Problemen befassen.
Nielsen berichtete, wie daenische Kommunisten statistische Angaben geliefert
hatten, die von sowjethoerigen Delegierten als Basis benutzt wurden, von der aus
sie ihre Angriffe gegen die demokratischen Entwicklungen des Westens richteten.
Die ukrainische Abordnung zum Beispiel versuchte, den Marshall Plan als
Ursache weitverbreiteter Arbeitslosigkeit hinzustellen und erklaerte, dass von
April 1948 bis Maerz 1949 die Erwerbslosenziffer um 90% angestiegen sei.
Nielsen nimmt hierzu folgendermessen Stellung! "Diese Behauptung ist ebenso
richtig, wie es richtig ist zu sagen, dass ein kleines Kind, das seinen zweiten Zahn
bekennen hat) die Zahl seiner Zaehne um 100% vermehrt hat. Is waere jedoch richtiger gewesen, wenn der Vertreter der Ukraine seinen Zuhoerern mitgeteilt haette,
dass der Hundertsatz der Arbeitslosen im April 1948 2,6 und im Maerz 1949 4*7 betrug.
Seine Darstellung haette besser der Wirklichkeit entsprochen, wenn er ausserdem zugegeben haette, dass im Monat April der Vorkriegs jähre von I930 bis 1940 der Prozentsatz an Erwerbslosen niemals unter 10. sondern vielmehr des oefteren nahe bei 20
gelegen hatte. Aber das waere natuerlich keine alarmierende Nachricht gewesen."
Nielsen hebt in seinen Berichten ueber den kommunistisch beherrschten Welt«
gewerkschaftebund und seine Versuche, die Arbeit der Vereinten Nationen zu beeinflussen, hervor, dass dieser von den Wortfuehrern der kommunistischen Partei in den
verschiedenen Laendern und nicht von den Gewerkschaftsbewegungen informiert wird.

-3

�In einem Falle in Daenemark, sagte er, haette es sich herausgestellt, dass die
Angaben einer kleinen kommunistischen Veroeffentlichung, "Ugens Ekko", vom
18. Februar 1949* entstamnten. Diese Veroeffentlichung, die als Organ der Konmunistisehen Partei fuer die daenische Insel Sjaelland diente, bestehe seit einiger
Zeit nicht mehr, fuegte Nielsen hinzu*
"Wenn sich die Sowjets mehr an die Tatsachen hielten und dementsprechend
handelten, koennten wir groessere Erfolge erzielen. Unter den jetzigen Verhaeltnissen muessen wir ataendig gegen Anschuldigungen auf der Hut sein. ... Es ist
natuerlich, dass unter solchen Umstaenden, in denen wir staendig TOT falsche Beschuldigungen gestellt werden, unsere Arbeit in den Vereinten Nationen mehr Zeit
in Anspruch nehmen nuss. Sitzungen dehnen sich oft unendlich lange aus, und es
gibt mehr solcher Versammlungen, als noetig waere. Xs ist aber ebenso wahr, dass
wir trotz alledem Erfolge in unserer Arbeit verzeichnen koennen."
EGA Labor Information
4« Januar 1&amp;0

H0LLAENDI3CHE GEWERKSCHAFTER BB3UCHEN DIE VEREINIGT™ • &lt; W ' W 7 '
Dreizehn hollaendische Gewerkschafter sprachen sich kuerzlich in New York
mit Begeisterung fuer eine europaeische Wirtschaftseinheit aus, nachdem sie einen
Monat lang amerikanische Produktivitaetsmethoden und Arbeitnehmer-Arbeitgeber
Beziehungen studiert hatten.
Mit der Erklaerung, dass diese Einheit "fuer die Wohlfahrt Westeuropas Ton
wesentlicher Bedeutung sei, fuegten die daenischen Gewerkschafter hinzu, dass ihr
eigener Erfolg in der Zusammenfassung der Wirtschaften der Beneluz«&lt;3taaten "ein
Beweis fuer den hohen Grad an Zusammenarbeit sei, den die europaeisohen Nationen
erreichen koennten."
Zahlreiche Laender luropaa "muessen Zoll- und andere Handelsschranken einschraenken oder beseitigen, um einen freieren Warenaustausch unter den einzelnen
Laendern zu ermoeglichen," sagte J.J. DeWit, Praesident der Katholischen Gewerkschaft der Bueroangestellten. Er betonte, dass die Marsha11-Plan-Laender ihre
Wirtschaften vereinigen mueasten, weil "unsere Inlandmaerkte, getrennt voneinander.
zu klein sind."
Roelf Hagoort Utrecht, Generalsekretaer der Christlichen Nationalgewerkschaft,
gab zu, dasa diese Aufgabe schwierig ist, dass aber "... unbedingt ein Weg gefunden
werden muss, durch Beseitigung dieser Hindernisse einen einzigen Absatzmarkt fuer
ganz Europa zu schaffen.•
Ein anderer Sprecher, Jan J.A. Berger, Sekretaer in der Nationalen Hollaendisohex
Gewerkschaft, brachte zum Ausdruck, dass eine Massenproduktion in amerikanischem
Sinne in Holland unmoeglich sei, "solange die Händelsbeschraenkungen unter den Laendern Europas nicht eingeachraenkt oder aufgehoben werden.* Auch Dirk W. Qrmel, von
der Christlichen Nationalen Gewerkschaft in Amsterdam, erklaerte, dass die europaeisohen Maerkte erweitert werden mueasten.

Die dreizehn holla endischen Gewerkschaftsfuehrer, die Vertreter der Transport-,
Teitil-, Nahrungsmittel- und Bauarbeiter sind, trafen bei ihrem Besuch der Hauptindustriegebiete der Vereinigten Staaten mit Gewerkschaftsführern dea CIO in Detroit
zusammen. Sie waren Mitglieder eines Team, die die Vereinigten Staaten im Rahmen des
ECA-Progranms zur Technischen Unterstuetzung bereiste. Ein Mitglied der Gruppe
fuehrte aus, dass der Lebensstandard Hollands "dank der Marshall Plan Hilfe gehalten
werden konnte,
und wir hoffen, im Jahre 1952 auf unseren eigenen Fuessen stehen
su koennen." "Aber," fuegte er hinzu, »oh»den Marshall Plan haetten wir unter grosse
wirtschaftlicher Unordnung zu leiden gehabt."
Infolge des wirtschaftlichen Fortachrittes in Holland haetten die Kommunisten
dort einen grossen Teil ihres Gefolges verloren, sagte ein Mitglied der Team. Ein

�anderer Gewerkschaftsführer erklaerte, dass die hollaendische Produktionsleistung
dank des Marshall Planes den Torkriegsstand um 3QC ueber troffen habe. "Die Konnnunist en koennen nur aus der Armut Nutzen ziehen. ... Deshalb bekaempfen sie den
Marshall Plan. ... Dessenungeachtet unterstuetzt weitaus der groesste Teil der
hollaendischen Arbeiter von ganzem Herzen das ECA Programm»"
Im Verlaufe ihrer Reise durch die amerikanischen Industriezentren kamen die
hollaendischen Gewerkschaftsfunktionaere auch nach dem grossen Stahlzentrum von
Pittsburgh, Pe., wo kurz zuvor Verhandlungen ueber neue Vertraege zwischen dem
Verband der Vereinigten Stahlarbeiter und den grossen Stahlfirmen stattgefunden
hatten, Sie 2* igten grosses Interesse fuer die Einzelheiten der Pensions- und
SozialTeraicherungsplaene, die den Arbeitern zugestanden wurden. Amerikanisch«
Gewerkschaftsfunktionaere berichteten, dass die gesamten Kosten fuer die Pensionen
ron den Firmen getragen werden und im SozialTersioherungs-Programm Krankenhausaufenthalt und Krankengelder fuer die halbe Million Stahlarbeiter und ihre Angehoerigen
Targesehen sind.
Das hollaendische Team verweilte lange bei den Arbeitern der AFL und des CIO
in den Tersohiedenen Werken, die sich nahe Pittsburgh ueber ein Gebiet Ton 100 Meilen
erstrecken, man unterhielt sich mit dem Praesidenten der Stahlarbeiter, Philipp
Murray, studierte Produktionsmethoden und besprach Organisation und Verhandlungsmethoden mit amerikanischen Gewerkschaftsfunktionaeren, Bei einem Besuch der
"Tennessee Valley Authority" erfuhren die daenischen Gewerkschafter, dass starke
Gewerkschaften der AIL dort alle Arbeitsprobleme ohne Arbeitseinstellungen geloest
hatten, und dass die Betriebsleitung der TVA* obwohl sie in den Haendea der Regierung liegt, weder "TOH oben herab" noch wil neuerlich gehandhabt wird»
Die hollaendischen Gewerkschafter, die den Hollaendischen Oewerkschaftsbund und
zwei christliche O-ewerkschafteverbaende (alle nichtkommunistisch) vertreten, besuchten 35 Industrieunternehmen in den Vereinigten Staaten»
Jan Bergor erzaehlte TOT seiner Abreise in New York Berichterstattern, dass
sie hinsichtlich der Produktivitaet viel gelernt haetten, und dass "unsere Inspektionsreise sich gelohnt hat." H.C» Kaper, von der Bauarbeiter-Gewerkschaft, erklaerte
dass sich alle Mitglieder der hollaendlachen Gruppe nach ihrer Rueckkehr nach Holland
fuer die Wirtschaftliehe Vereinigung Europas einsetzen wuerden»

ECA Labor Information

DIE VERWENDUNI DBS RESERVEFONDS VON [150 MILLIONEN PfT.T|pT
Die Marshall Plan Verwaltung gab am 18» Oktober bekannt, dass sie in der
zweiten Haelfte des Haushalt Jahres 1949/1950 weitere Geldmittel zur Verfuegung
stellen werdej zugrundegelegt wird dieser Massnahme eine Studie ueber die gegen*
waertige Wirtschaftslage in den ERP-Laendern und ueber deren Erfolg in dem wirksamen
Gebrauch der Hilfe, um die Ziele des Wiederaufbau Programms erreichen zu koennen»
Zu gleicher Zeit wurde von der Marshall Plan Verwaltung angekuendjgt, dass ein Reservefonds von 150 Millionen Dollar bereitgestellt worden sei. Mit diesem Reservefonds
muessten drei Aufgaben geloest werdent
1» Die schnellstmoegliche Liberalisierung des intereuropaeisohen Handels
und Zahlungsverkehrs durch Garantien gegen unvorhergesehene, mit der Liberalisierung
verbundene Risiken zu foerdern.
2» Intereuropaeische Verbesserungsprojekte finanzieren zu helfen, die die
nationalen Grenzen unberueoksichtigt lassen und deshalb von den einzelnen Laendern
nicht uebernemnen werden«
3» Projekte zu finanzieren, durch die Gebiete in Uebersee, öle den Teilnehmerstaaten am Europaeischen Wiederaufbauprogramn gehoeren, entwickelt werden sollen«
Wie wir nun von der Organisation fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa
(OEEC) erfahren, werden 10 Millionen Dollar aus diesem Reservefonds fuer die Finanzierung eines dringenden, internationalen Elektrizitaetsprogranms aufgewendet werden,
in dem der Bau von Kraftwerken vorgesehen ist, die nicht in dem Lande liegen, das

-5 -

�ihr direkter Abnehmer ist. Es handelt sich hierbei um ein Notprogramm zur Errichtung von Waermekraftwerken, das in eineinhalb Jahren beendet sein soll«
Weitere 10 Millionen Dollar werden zur Foerderung der Entwicklung von Ueberseegebieten freigegeben.
Hinsichtlich der finanziellen Hilfe zur Liberalisierung des intereuropaeisohen
Handels beabsichtigt die Marshall Plan Verwaltung, die Bildung von Zollunionen anzuregen. In einer vor ein paar Tagen in Paris erschienenen Verlautbarung der ECA hiess
es, dass man regional Handeisgruppen wie Benelux und Fritalux zu unterstuetzen wuensche, aus denen sich unter Umstaenden Gebiete mit freiem Handelsverkehr entwickeln
koennten. Dies wird bestimmt auch fuer "Uniscan" zutreffen, deren Ziel der freie
Warenaustausch zwischen Grossbritannien und den skandinavischen Laendern ist. Die
ECA erklaerte sich dazu bereit, diese regionalen Handeisgruppen aus dem 150 Millionen
Dollar Fonds finanziell zu unterstuetzen. Sie wird jedoch nur dann den Gesuchen
um finanzielle Hilfe aus diesem Fonds stattgeben, wenn die betreffenden Nationen
positive Leistungen vollbringen, wie zum Beispiel niedrigere Zoelle oder beachtlichen
Fortschritt bei der Gestaltung eines freien Waren- und Zahlungsverkehrs.

DAS FRAUENBUERO DE3 ARBEITSMINIST ERIÜM5 DER VEREINIGTEN STAATEN VON NORDAMERIKA
Die ersten Anfaenge
Das Frauenbuero wurde 1920 durch ein Sondergesetz des Kongresses geschaffen
und seine Aufgaben wurden ebenfalls gesetzlich festgelegt. Es ist berechtigt,
Grundsaetze und Ausfuehrungsbestimmungen zu schaffen, die der Wohlfahrt der arbeitenden Frauen dienen, ihre Arbeitsbedingungen verbessern, ihre Arbeitsleistungen
steigern und entlohnte Arbeitsmoeglichkeiten erweitern* Das Buero untersucht alle
Probleme, die sich auf Frauenarbeit und auf Arbeitnehmerinnen beziehen und berichtet
darueber dem Arbeitsminister, Sein Programm ist jeweils den veraenderten oekonomischen Bedingungen angepasst* Seine Taetigkeit basiert auch auf der Tatsache, dass
die Situation der arbeitenden Frauen unloeslich mit der Wohlfahrt und mit der Weiterentwicklung der Nation verbunden ist, Das Buero arbeitet auf drei Hauptgebieten.
Statistische Erhebungen und Untersuchungen
Frauenarbeitsgesetzgebung und die Stellung der Frauen
im buergerliehen und politischen Leben
Besondere Aufgaben und Veröffentlichungen
Internationale Zusammenarbeit
(Die internationalen Aufgaben des Bueros sind ein Teil.des Programms der
Zusammenarbeit der Regierung der Vereinigten Staaten mit anderen Staaten).
Arbeitsbereich
Das Buero vertritt die Interessen aller arbeitenden und arbeitsuchenden Frauen
ungeachtet ihrer Rasse« ihres Glaubens oder ihres Ehestandes. Es beschaeftigt sich
mit Frauen in allen Arten von Arbeitszweigent Fabrikarbeit, Dienstleistungen, Hausarbeit« Landarbeit, Handel und Gewerbe und freie Berufe* Es beschaeftigt sich mit
den Maedchen, die von der Schulbank her gerade ihre erste Arbeit angenommen haben
und mit der aelteren Arbeiterin, sowie mit Frauen* die sowohl berufstaetig sind als
auch einen Haushalt zu besorgen haben«
TErhi hnnyn

Experten fuehren dauernd Nachforschungen und Erhebungen durch, um das Buero
in der Aufstellung von Qrundsaetzen und Programmen zu unterstuetzen* Einige Untersuchungen haben das besondere Ziel, Aufklaerungen ueber Angebot und Nachfrage von
Arbeiterinnen fuer bestimmte Berufe zu schaffen, andere betreffen Loehne und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Industrien. Aufstellungen ueber Gesundheitsfragen im
Zusammenhang mit berufstaetigen Frauen, Berufsaenderungen, Methoden zur Festsetzung
von Loehnen, die finanzielle Verantwortung der Frauen fuer den Familienunterhalt und
ihre Teilnahme an der Gewerkschaftsarbeit werden ebenfalls züaaamengestellt. Die
Informationen auf denen sich Uebersichten und Berichte aufbauen, werden aus verschiedenen offiziellen Quellen zusammengetragen, von Arbeitsplaetzen wie Fabriken,

-6-

�Bueros, Laeden,, Waeschereien usw. und durch Interviews mit berufstaetigen Frauen.
Eine andere wichtige Arbeit ist die Zusamraensteilung und Analyse statistischen
Materials ueber berufstaetige Frauen, das von Bundesbueros herausgegeben wird,
wie z.B. dem Buero fuer Arbeitsstatistik, dem Buero fuer Volkszaehlung, dem U.S.Arbeitsvermittlungsdienst und von den einzelnen staatlichen Arbeitsministerien»
Frauengesetzgebung und die Stellung der Frauen
im bürgerlichen und politischen Leben
Das Buero fuehrt nicht die Gesetze aus. Es nacht jedoch gruendliche Studien
'
bereits bestehander Gesetze und Ausfuehrungen und der Notwendigkeit, Gesetze zu
schaffen» die »owohl den Arbeitsstandard der Frauen als auch ihre zivile und politische Rechtsstellung haben sollen. Um bei der Verbreitung fortschrittlicher Arbeitsgesetze fuer Frauen mitzuhelfen und eine bessere Anwendung solcher Gesetze zu erreichen
verhandeln die Experten des Bueros mit verantwortlichen Vertretern der Arbeitsministerien« Gewerkschaften! Frauenorganisationen und Koerperschaften des Bundes. Das
Buero analysiert und empfiehlt bestehende und geplante Arbeitsgesetze und Verordnungen* die auf dLe erwerbstaetigen Frauen Bezug haben. Hauptfragen, ueber die das
Buero Material zusammenstellt und Anregungen gibt, sind Fragen der gleichen Bezahlung, der Mindftstloehne, der Arbeitszeit und der Gesetze, die sich auf die politische
und ziviIrecht11che Stellung der Frauen beziehen.
Besondere Aufgaben und Veröffentlichungen
Das Buero als die verantwortliche Regierungsstelle fuer das Studium, die
Gewaehrleistung und die Foerderung der Interessen der Frauen auf den verschiedensten
Gebieten der Beschaeftigung, schickt regelmaessig Informationen aller Art aus. Es
funktioniert als technischer Ratgeber fuer alle jene, die sich mit den Fragen der
wirtschaftlichen und rechtlichen Stellung der Frauen beschaeftigen, wie z.B. Behoerden, Gewerkschaften, Frauenorganisationen, Arbeitgeber und die Oeffentlichkeit im
allgemeinen. Internationale Organisationen wenden sich an das Buero um Rat in Angelegenheiten der Beschaeftigungstendenz und der rechtlichen Stellung der Frauen.
Das Buero sendet Material an die presse und an den Rundfunk. Seine veröffentlichten, Berichte ueber «eine Untersuchungen, Arbeitsgesetze fuer Frauen, Rechtsstellung
der Frauen usw. werden an die Interessentengruppen ausgeschickt.
Internationale Zusammenarbeit
Die internationale Abteilung des Frauenbueros arbeitet mit den Regierungsstellen der anderen Staaten, sowie mit allen Organisationen, die sich mit der
Besserung der Bedingungen fuer arbeitende Frauen beschaeftigen, zusammen. Diese
Arbeit wird durch einen Austausch von Informationen und Publikationen gefoerdert,
durch Schulungskurse fuer leitende weibliche Angestellte der Arbeitsministerien
und durch Hilfe und Unterstuetzung der Besucher, die von den verschiedenen Staaten
kommen.
(Ausgabe Juni 194&amp; mit einigen Aenderungen)
Fuer Auskuenfte ueber die Arbeit und die Veröffentlichungen des
Frauenbueros wenden Sie sich an das
Frauenbuero (Women's Bureau)
U. S. Department of Labor
Washington 25, D. C.

PRQDUKTIQNSSTEIGERUNG IN EUROPA
Die Marshall Plan Verwaltung gab heute in ihrer November Ausgabe der
•Recovery Guides" bekannt, dass, verglichen mit der entsprechenden Periode letzten
Jahres, die Marshall-Plan-Laende- im Sommer 1949 eine Steigerung der industriellen
Produktion um. IIA zu verzeichnen naetten.
•Westdeutschland und Griechenland zeigen besonders gute Ergebnisse im Vergleich
zu 19i|8 naemlich 40 bezw. 30*,« heisst es in dem Bericht. «In Daenemark erreichte
der monatliche Produktionsindex im September einen neuen Nachkriega-Hoechststand.
Der uebliche, saisonbedingte Abstieg trat, wie erwartet, in den Sommermonaten ein«

-7-

�Die Wiederaufbautendenz hielt jecoh unvermindert an. Aus allen wichtigen Sektoren
des wirtschaftlichen Lebens wurden Erfolge gemeldet«•
Die Preise im Gross- und Einzelhandel haetten den ganzen September hindurch
nur geringe Schwankungen gezeigt« faehrt man in dem Bericht fort, und waehrend die
Exporte maessig zurückgingen, waere eine groessere Reduktion der Importe festzustellen, dem Ergebnis, dass die Teilnehmerstaaten ihre Handelsbilanz mit dem uebrigen
Teil der Welt haetten verbessern koennen.
Angesichts der Abwertung ihrer Waehrungen gegen Ende September ist den ERPLaendern nun die Moeglichkeit geboten, weitere Schritte zur Schaffung des Gleichgewichtes und des freien Warenaustausches im Welthandel zu unternehmen.
Dies« Massnahmen werden in ihrer Form erheblich untereinander -variieren, ihr
gleiches Siel nuss jedoch sein«
Erstens - Rohstoffquellen und Produktion nicht auf die inlaendischen Maerkte
zu beschraenken, sondern ihnen, die Maerkte im Ausland wieder zu erschliessen, sie
von den Gebieten mit unstabilen Waehrungen in diejenigen mit stabiler Waehrung zu
verlagern und
Zweitens - den Welthandel von Zollschranken, Beschraenkungen der Einfuhr, Kontrolle des Zahlungswechsels, der unterschiedlichen Behandlung bezueglich Preisfestsetzung und ungeeigneter Produktion zu befreien.
EGA Press Release
23. November 1949

DER GENHUISEKRETAER DER GEWERKSCHAFT INT IRNATIQNALBl J« H. OLDENBROEK.
Als der Internationale Bund Freier Gewerkschaften im Dezember seine Gruendungskonferenz in London beschloss, schienen alle Delegierten von einer Idee beseelt zu
sein« Sie hatten ein soziales und wirtschaftliches Programm vereinbartj ai« hatten
eine Verfassung entwarfen und viele interessante und bedeutsame Reden gehoert«
Aber, wie viele von ihnen sagten, "nicht schiene Worte, sondern vernuenftigea.
energisches Handeln werden dieser Organisation die Lebenskraft verleihen«*
Zur Durchfuehrung der EntSchliessungen dar Konferenz waehlten die Vertreter
von ueber 5° Millionen, in freien Gewerkschaften organisierten Arbeitern einen Exakut iv-Ausschuss, in dem alle Teile der Welt vertreten sind. Einstimmig fiel ihre
Wahl fuer einen Genaralsekretaer auf Jacobus H. Oldenbroek.
J. H. Oldenbroek wurde IÖ97 in Holland als Sohn eines Zigarrenmachera geboren.
Natuerlich war sein Vater ein guter Gewerkschafter. Mit 14 Jahren trat Oldenbroek
aus der Schule aus und hatte vier Jahre lang verschiedene Beschaeftigungen bei
Amsterdamer Handelsfirmen.

Oldenbroek schloss sich bald darauf der Niederlaendischen Gewerkschaft dar
Handels» und Buero-Angestellten an und stuerzte sich mit ganzem Herzen in die organisatorische Arbeit, durch die die Amsterdamer Zweigstelle zur groessten lokalen Gewerkschaft in jenen Tagen wurde. Er wurde ehrenamtlicher Organisationssekretaer
dieses Ortsverbandes und wirkte bei der Errichtung einer gewerkschaftseigenen HandelsAbendschule fuer Fortgeschrittene mit - eines der erfolgreichsten Unternehmen daa
Verbandes«

Inzwischen war Oldenbroek im Alter von lö Jahren Vorstandsmitglied des Niederlaendischen Gewerkschaftsbundes geworden. Der damalige Flnanzsekretaer war Edo Fimmes
Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges betraute-der Internationale Gewerkschaftsbuud
Fimmen mit der Stelle des Generalsekretaers und mit der schwierigen Aufgabe, das vom
Krieg zerstoerte Gebilde wiederaufzubauen. Er nahm Oldenbroek mit sich in sein neues

Amt«
- 8-

�Ton 1919 bis I923 war Flamen Sakrataar sowohl baim Internationalan Gewerkschaftsbund als auch dem Internationalen Transportarbeiter Verband (ITF). 1921 ernannte er
Oldenbroek zum Geschaeftsfuehrer des ITF, und Ton dieser Zeit an bis zu seiner Wahl
zum Generalsekretaer des neuen freien Weltgewerkschaftsbundes diente er dem Internationalen Transportarbeiter Verband.
In den 20er Jahren widmete sich Oldenbroek neben seiner Taetigkeit als Geschaeftsfuehrer auch eingehend den Problemen der Seeleute und wurde Sekretaer der SeeleuteAbteilung des ITF« 1938 wurde er zum stellvertretenden Generalsekretaer des ITF gewaehlt, und al£ Timmen 1942 starb, wurde er amtierender Generalsekretaer. auf dem
ersten Nachkriogskongress des ITF im Jahre 1946 brachten die Delegierten ihre Anerkennung gegenueber Oldenbroek und seiner Taetigkeit als ihr Fuehrer zum Ausdruck»
indem sie ihn »um Generalsekretaer mit eigener Exekutivgewalt waehlten.
In der gespannten Zeit zwischen Hitlers Machtergreifung und dem Ausbruch des
Krieges unternahm Oldenbroek haeufig heimliche Reisen nach Deutschland, um dan Kontakt
mit den dortigen Transportarbeitern aufrechtzuerhalten und ihre versteokten Organisationen zu unterstuetzen. Seine Freunde aus jenen gefaehrliehen Tagen, die den
Nazismus ueberlebten, sind haute prominente Fuehrer in den bedeutenden Transportarbeiter Gewerkschaften des Nachkriegsdeutschland.
Als die Nazis ihren Krieg begannen, verlegte der ITF sein Hauptquartier nach
London, und von dieser belagerten Stadt aus half er den Seeleuten der Gewerkschaft
bei ihrer Flucht vor den Deutschen, um sich der alliierten Kriegsmarine zur Verfuegung
stellen zu koe:inen. Oldenbroek selbst war Berater der alliierten Regierungen bei dar
Loesung ihrer iseemaennisehen Probleme, und man brachte ihm grosses Vertrauen entgegen.
In Anerkennung seiner Verdienste, wurde ihm die Koenigliche Freiheitsmedaille von
Koenig Georg dem Sechsten von England verliehen.
Waehrend der Kriegs Jahre wurde Oldenbroek ausserdem als Delegierter dar hollaendischen Arbeiterschaft zu den Internationalen Arbeitskonferenzen entsandt und in dan
Exekutivrat dar Internationalen Arbeitsorganisation gewaehlt. 1945 gehoerte er au
den Delegierten dar Internationalan Arbeitsorganisationen, als auf einer Tagung inSan
Franzisko die Vereinten Nationen gegruendet wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die meisten demokratischen Gewerkschafter gehofft, mit den Russen in einem Weltgewerkschaftsbund zusammenarbeiten zu koennen.
Ein schlagender Beweis fuer die Redlichkeit der Russen und ihrer Verbuendeten im
Weltgewerkschaftsbund wurde jedoch gegeben, als die Frage der Beziehungen des Weltgewerkschaftsbundes zu den internationalen Berufssekretariaten aufgeworfen wurde zum TTF und anderen Organisationen, in denen Arbeiter nach ihrer Industriezugehoerigkeit ueber die nationalen Grenzen hinaus zusammengeschlossen sind. Oldenbroek war
wie viele andere Fuehrer dieser Sekretariate bereit, mit dem Weltgewerkschaftsbund
zusammenzuarbeiten, bestand jedoch darauf, dass ihren Organisationen die erforderliche
Selbststaendigkeit innerhalb der internationalen Gewerkschaftsbewegung gewaehrt bleibegerade so, wie jade Gewerkschaft auf ihre Rechte innerhalb des nationalen Verbandes,
zu dem sie gehoert, besteht.
Bald wurde jedoch klar, dass die Kommunisten nicht die Absicht hatten« die
Rechte dar einzelnen Fachgruppen zu respektieren. Oldenbroek ging deshalb daran,
dan ITF zu staerken, seine Dienstleistungen fuer die Gewerkschaften der Seeleute,
Eisenbahn- und anderer Transportarbeiter zu verbessern, und den kommunistischen
Versuchen entgegenzuwirken, die darauf zielten, internationale, politische Streiks
der Transportarbeiter heraufzubeschwoeren.
Dar endgueltiga Bruch zwischen der demokratischen Gewerkschaftsbewegung und dan
von dan Russen beherrschten Gewerkschaften kam 1947 und 1948. Die Kommunisten gaben
ihre Absicht zu erkennen, den Weltgewerkschaftsbund als ein Mittel zur Sabotage das
fuer dan europaeischen Wiederaufbau bestimmten Marshall Planes zu benutzen. Dia
demokratische.!, europaeischen und amerikanischen Gewerkschaften im Weltgewerkschaftsbund schlössen sich mit ehrlich gesinnten Gewerkschaften zusammen, die niemals zum
Weltgewerkschaftsbund gehoert hatten, um das Gewerkschaftliche Beratungskomitee im
Europaeischen Wiederaufbau Programm zu bilden. Dann begannen sie, mit Gewerkschaften
aus anderen Teilen der Welt in Verbindng zu treten und legten damit den Grundstock
fuer den Internationalen Weltbund Freier Gewerkschaften,

-9-

�In dieser schweren Zeit erfuellten die internationalen Berufssekretariate
unter der Fuehrung von Leuten wie Oldenbroek nicht nur ihre eigenen fachlichen
Funktionen, sondern sie setzten sich auch fuer den Fortbestand der gesamten demokratischen« internationalen Gewerkschaftsbewegung ein. Die Fuehrer der gewerkschaftlichen Zentren fanden eine staendig zunehmende, allgemeine Anerkennung fuer ihre
Leistungen«
Es war deshalb ganz natuerlich, dass bei der Qruendung des. neuen Internationalen
Weltbundes Freier Gewerkschaften im Dezember vorigen Jahres die Wortfuehrer der
Arbeiter aus mehr als 50 verschiedenen Laendern J. H. Oldenbroek, den befaehigten
und erfahrenen Fuehrer des Internationalen Transportarbeiter Verbandes baten, das
Steuer der neuen Organisation in die Hand zu nehmen« Nicht nur seine Erfahrung im
ITF und in der hollaendischen Gewerkschaftsbewegung sprachen fuer ihn, sondern auch
die Tatsache, dass er die europaeisohen Sprachen beherrscht und mit Gewerksehaftsfuehrern und Staatsmaennern aus der ganzen Welt persoenlich befreundet ist. Seine
entschieden ablehnende Haltung dem Totalitarismus gegenueber, ob in faschistischer
oder kommunistischer Form und die Hingabe, die er den demokratischen, gewerkschaftlichen Prinzipien entgegenbringt, geben die Gara-tie, dass der neue Weltgewerkschaftsbund nicht zum politischen Fussball wird. Seine Vergangenheit laesst keinen Zweifel
darueber, dass der neue Weltbund Freier Gewerkschaften das Banner der freien Arbeiterschaft in die entferntesten Ecken der Erdkugel tragen wird, um bei der Organisierung der Arbeiter in den rueckstaendigen Gebieten mitzuhelfen, den bestehenden
Gewerkschaften die engere Zusammenarbeit zu erleichtern, und um den Lebensstandard
der arbeitenden Menschen der ganzen Welt zu verbessern*
ECA Labor Information
16, Januar 1950

HOFFMINt

«EUER HQEHEREN LEBENSSTANDARD.»

•Eine schnelle Hebung des europaeischen Lebensstandards ist heute das dringendsti
Problem der Märshall Plan Verwaltung," erklaerte der Administrator der EGA» Paul G.
Hoffman, in einem Jahresabschlussbericht ueber Marshall Plan Taetigkeiten.
Mit der Mahnung, »dass der europaeische Lebensstandard zu niedrig sei - zu
niedrig fuer die Ansprueche der Europaeer und den Frieden der Welt," erklaerte
Mr. Hoffman weiten "Solange der Lebensstandard nicht gehoben ist, wird es keine
politische Stabil!taet in Europa geben."
MP. Hoffman sagte, dass zur Hebung des Lebensstandards drei Dinge erforderlich
seien« 1) groessere Produktionsleistung pro Mann und pro Stunde} 2) Vereinigung
der Wirtschaften Europas zur Schaffung eines einzigen Verbrauchermarktes der europaeischen Industrie und Landwirtschaft und 3) gesteigerten Verkauf in den Dollargebieten.
Der ECA Administrator erklaerte, dass der Marshall Plan nun "an erster Stelle
der Tagesordnung stuende. ... Die Ernaehrungslage der Menschen ist im allgemeinen
besser geworden. Die Menschen in Europa schaffen und schaffen sogar schwer. Sie
haben Arbeit. ... Die Produktion in Westeuropa liegt 5PjS hoeher als zu Beginn des
Marshall Planes und 2Q5S ueber dem Vorkriegsstand,"
Im Gegensatz hierzu beschrieb Mr. Hoffman die Zustaende in Europa vor dem
Inkrafttreten der Marshall Plan Hilfe. Er fuehrte aus« "Die Ernaehrungslage war
in viele» Laendern aeusserst unzureichend. Die Produktion blieb aus. ... Es
herrschte Inflation in hoechstem Grad. ..."
Mr. Hoffman beschloss seine Rede Bit der Feststellung, dass "ein bluehendes,
gesichertes Europa und ein klug kooperierendes Amtrika unerlaessliehe Faktoren im
Aufbau des Friedens seien."
ECA Labor Information
16. Januar 1950
- 10 -

�U.S. GEWERKSCHAFT PROPHEZEIT DEL' IvTUEN WELTGEWERKSCHAFTSBUND EINE GROSSE ZUKUNFT
Welche Bedeutung hat der neue Internationale Weltbund Freier Gewerkschaften
fuer die Arbeiter Amerikas und der Welt?
Eine besonders bezeichnende Antwort auf diese Frage gab in dieser Woche der
Praeaident der amerikanischen Gewerkschaft der Eisenbahn-Bueroangestellten,
George H. Harrison, der zusammen mit anderen amerikanischen Gewerkschaftsführern
von der 14-taogigen Gruendungskonferenz des neuen Weltgewerkschaftsbundes in London
zurueckkehrte,,
•Ich denke, wir haben mit der Gruendung der neuen Organisation einen entscheidenden Schlag fuer dir-freie und demokratische GewerkschaftsOrganisation gefuehrt,"
erklaerte Harrison bei seinem Aufenthalt in New York einem Vertreter von •LABOR"
gegenueber.
»Der neu» Bund muss eine dynamische Kraft im Dienste der arbeitenden Bevoelkerung der ganzen Welt und ein Bollwerk gegen die weitere Ausdehnung des Kommunismus
oder eines anderen Totalitarismus darstellen. Eine solche Organisation kann fuer
die Arbeiter Amerikas und der anderen Laender von grossem Vorteil sein."
Harmonische Zusammenarbeit
Harrison war einer der beiden Praesidenten der Eisenbahn-Gewerkschaften, die
an den Londoner Besprechungen teilnahmen. Der andere yraesident war Charles J»
MacGowan von der Gewerkschaft der Kesselschmiede; letzterer kehrte nach seiner
Landung in Gotham direkt nach Kansas City, Kan., dem Sitz seines GewerkschaftsVorstandes zuruesk. Die amerikanische Delegation setzte sich aus acht weiteren
Gewerkschaftsfuchrern der AFL und zehn Fuehrern des CIO zusammen.
"Ungeachtet dessen, dass die Verhältnisse in den Laendern der einzelnen Teilnehmer ganz verschieden sein moegen, arbeiteten wir in London in ausgezeichneter Harmonie zusammen,• sagte Harrison. "Wir wurden uns eigentlich ueber jede Frage einig."
Die Hoffnungen der Kommunisten, dass die Konferenz durch Streitigkeiten gestoert
wuerde, wurden schnell zerstreut, erklaerte Harrison»
"Es war wirklich ein erhebender Anblick zu sehen, wie bei 260 Delegierten aus
53 Laendern der ganzen Welt ueber alle Fragen mit ganz geringfuegigen Ausnahmen
voellige Uebereinstimmung bestand. Ich denke, dass dies eine Tatsache von vielversprechender Bedeutung fuer die neue Organisation ist*
Transportwesen stark vertreten
•LABOR" hat bereits frueher von den wichtigsten in den Verhandlungen erörterten Problemen berichtet, von der Wahl des Vorstandes, der Wahl Bruessels als dessen
Sitz und von der Formulierung der Aufgaben des neuen Weltgewerkschaftsbundes.
"Besonders bezeichnend," sagte Harrison, "ist die Tatsache, dass wir die in
der Weltgeschichte groesste Organisation freier Gewerkschaften gebildet haben. Sie
stellt die Stimme von 50 Millionen arbeitenden Menschen dar, und wir sind der festen
Ueberzeugung, dass sie laufend anwachsen wird."
Die Fuetxer der Eisenbahner- und anderer Transportarbeiter Gewerkschaften
haetten in der Konferenz eine fuehrende Rolle gespielt, fuehrte Harrison aus. Mindestens 35 Delegierte waeren Gewerkschafter aus dem Transportwesen gewesen»
Es sei eine- der groessten Aufgaben des neuen Weltgewerkschaftsbundes, fuegte
Harrison hinzu, die freien, unabhaengigen Gewerkschaften in den Laendern aufbauen
zu helfen, in denen die Arbeiterbewegung augenblicklich schwach sei - wie zum Beispiel in Latcin-Amirrika, dem Fernen Osten und Afrika. Erfolge in dieser Hinsicht
wuerden mithelfen, der kommunistischen Ausdehnung einen Riegel vorzuschieben.
Erfolge der Labour Regierung
Wie sehen die Bedingungen in England unter der Labour Regierung aus? "Wir
hatten zwischen den einzelnen Sitzungen nicht viel Gelegenheit, uns selbst ueber
11 -

�di* dortig*n Verha*ltniss* zu informieren," gab Harrison zui' Antwort. "Aber i c h
kann sagen, dass «in* beachtlich* Verbesserung s e i t zwei Jahren, a l s i c h England
zum letztenmal besucht*, e i n g e t r e t e n i s t *
"Jeder hat A r b e i t . Di* Wohnungsnot i s t durch Wohnungsbau g e l i n d e r t worden«
Di* B e k l e i d u n g - und Erna*hrungslag* hab*n s i c h *twas g e b e s s e r t , und *s g i b t j * t z t
weiter* s o z i a l * Einrichtungen, wi* zum B e i s p i e l kostenlos* a e r z t l i c h e Versorgung,
Die Truemmer i n d*n ausgebombt*n B*zirk*n sind b e s e i t i g t worden, und die durch den
Kri*g v*rursacht*n Verwurstungen sind weniger e r k e n n t l i c h .
•Natuerlich l i * g t d*r Lebensstandard d*r Engla*nd*r unter d*m d*r
Amrikaner»
Die Loehne sind v i e l n i e d r i g e r . Di* Lebensweise i s t e i n f a c h e r ; aus d*m einfachen
Grund, w e i l England nicht ueber s o v i e l M i t t * l v*rfu*gt wi* wir i n Amerika."
Harrison b e r i c h t e t * , dass d i * D e l e g i e r t e n d i e i n England uebliche einfach*
Kost h a t t * n , obwohl s i e i n *in*m d*r « r s t e n Londoner Hotels l e b t e n - Suppe zum
Fruehstueck und Fisch od&lt;r auch manchmal Huhn zu den anderen Mahlzeiten. F l e i s c h
gab es f a s t ueberhaupt n i c h t j auch wurden kein* f r i s c h e n Eier s e r v i e r t .
In einer Beziehung wenigstens s t e l l t e Harrison eine Ä h n l i c h k e i t zwischen
England und den "Staaten" f e s t -"und zwar s c h e i n t die f r e s s e i n beiden La*ndern
g l e i c h reaktionaer zu s e i n . »
"Die meisten Zeitungen", sagte e r , "behaemmerten und beschmierten di* Labour
Regierung Tag fuer Tag, gerade s o wie die Handelspresse i n unserem Land auf der
Truman Regierung h*rumdrischt. S i * vollfu*hr*n sogar dass*lb* unsinnig* (3*schr*i
ueber den "Wohlfahrtsstaat". Ich bezweifle jedoch, dass s i c h jemand von e i n e r
d e r a r t i g e n Propaganda b e e i n f l u s s e n l a * s s t - i n England sowohl wi* hi*r b*i uns."
LABOR
24. D*z*mber 1949

- 12 -

Offic* of Labor Affairs
HICOG, APO 757

OFFICIAL

hlCOO 0-0i?o i, « r J a &lt;0 U ^1

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplar« können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.
^^_^^^^^^__^_^^^^^^^^^_^_^_^^^^^^^^^__^^^^^^__

H-48

Frankfurt, 3 . Februar 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
B r i t i s c h e r , franzoesischer oder deutscher Motor fuer e i n
i n t e r n a t i o n a l e s Automodell e i n e r amerikanischen F '»•ma - - l
Äuropaeische Wirtschaftseinheit und Zcllverbaende - - - - - 2
Erwerbslosenyersicherung und ihre Probleme i n den U.S.A»- - 3
Europas Vorstellungen Tom amerikanischen Jirbeiter beginnen
s i c h zu aendern - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 4
I n t e r n a t i o n a l e r Austausch - - - - - - - - - - - - - - - - 4
Kranken- und Altersversicherung der amerikanischen Metallarbeiter - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 5
Ernest Schwartztrauberi Ohne Gewerkschaften keine
Demokratie - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 8
A n t e i l der amerikanischen Frau am Wirtschaftsleben - - - - 9
Beitrag von E.R.F.-Gegenwertfonds fuer Wohnungsbau i n Westeuropa
- - - _
- - _ • • _ - - - - - 1 0
Daenische Gewerkschaften weisen Kommunisten zurecht - - - - 11
U.S. Automobilarbeiter fuer Erschliessung unentwickelter
Gebiete - - - - - - - - - - - - - - _ - _ - - - . .
-12

BRITISCHIIR. FRANZOESISCHER ODER DEUTSCHER MOTOR FUER EIN INTERNATIONALES
AI7T0M0DEJX EINER AMERIK»NISCHEN FIRMA
B r i t i s c h e Motore, Getriebekaesten und Hinterachsen der Standard Motor
Company La Coventry werden wahrscheinlich verwendet werden fuer e i n neues
i n t e r n a t i o n a l e s Kleinwagenmodell, welches die Nash Corporation i n D e t r o i t
h o f f t , zum Preise von 1000 Dollar auf den Markt bringen zu koennen. Die
G e s e l l s c h a f t muss d i e Garantie e i n e s Jahresverkaufs von 100.000 Wagen, und
mehr a l s d i e Haelfte davon i n den Vereinigten S t a a t e n , haben, um d i e s e
Produktion i n Angriff zu nehmen. Es g i b t keinen amerikanischen Motor
passender Groesse, aber er kann i n England, oder auch i n Frankreich, I t a l i e n
und v i e l l e i c h t Deutschland angekauft werden« Die Standard Motor Company
s i e h t d i e M ö g l i c h k e i t , dass s i e zur Lieferung von anfaenglich 1.000 Motoren
und Getriebekaesten pro Woche aufgefordert wird, welche im Bedarfsfalle auf
2.000 pro Woche erhoeht werden koennte. Befriedigende Abschluesse mit der
Nash Corporation wuerden der Standard-Gesellschaft im e r s t e n Jahr e i n e
Einnahme von ungefaehr 10 Millionen Dollar ermoeglichen«
Gewerkschaftliches Nachrichten-Bulletin
ueber den europaeischen H i l f s p l a n
1 . / 1 5 . Januar 1950
- 1 -

�EOBOPAEISCHE WIRTSCHAFTSEINHEIT UND ZOLLVERBAENDE
Ansicht des Norwegischen Qewerksohaftsbunds
ueber e i n e Nordische Zollunion
Die Versuche zur g r o e s s e r e n 'Vereinheitlichung der westeuropaeischen Wirtschaft
sind Ton Anf«ne a n a u f grosse Schwierigkeiten gestossen, da s i e eine gegenseitige
Anpassung der verschiedenen Volkswirtschaften erfordert» Sobald diese einmal
erreicht i s t . werden rationelle Produktion auf breiter Basis, Verringerung der
Gestehungskosten und ein weites westeuropaeisches Marktgebiet die Wirtschaft Westeuropas s t a b i l i s i e r e n und damit zur Prosperitaet und zur Bebung des Lebensstandards
der Bevoelkerung beitragen« Sie v i e l f a e l t i g e n Probleme, die mit der wirtschaftlichen Vereinheitlichung verbunden sind, werfen bereits einen Schatten auf die
ersten Versuche der O.E.E.C. auf dem Gebiet der westeuropaeischen WirtschaftsZusammenarbeit. Die Koordinierung der Investitionen i n einigen bestimmten Schluessel
Industrien, die freiere Gestaltung des Handels durch Verminderung der Handelsschranken, die s c h l i e s s l i c h auf ihre voellige Abschaffung h i n z i e l t , und die Umwechselbarkeit der westeuropaeischen Waehrungen begegnen ernsthaften Zinwaenden seitens e i n zelner Regierungen, die ihre nationalen Interessen verteidigen. Die I.C.A. verfolgt
mit grossem Interesse jede weitere Entwicklung auf dem Wege zu einer staerkeren
Vereinheitlichung der westeuropaeischen Wirtschaft und ermutigt die erneuten Schritte
einiger E.R.P.-Laender, regionale Zollverbaende zu bilden, wie zum Beispiel Benelux
und Fritalux (Finebel) oder die Zusammenarbeit der skandinavischen Staaten, welche
l e t z t l i e h zu einer Zollunion fuehren s o l l .
Dieser Weg» durch die Bildung regionaler Handelsgruppen zur Wirtschaftseinheit
zu gelangen, scheint indessen nicht leichter zu s e i n . Es s t e l l e n sich dieselben
Probleme, wenn auch auf geographisch kleinerem Gebiet« Und von Seiten der Gewerkschaf taorganisationen wird hier dieselbe Wachsamkeit geboten s e i n wie in Bezug
auf die Wirtschaftspolitik fuer ganz Westeuropa« Die Gewerkschaften werden sieh
mit allen diesen Problemen, und im besonderen mit denen« die ihre eigenen Interessen
betreffen« befassen und s i e i n ihrer Bewegung diskutieren muessen«
Die Regierungen der skandinavischen Staaten hatten bereits Anfang 1%8 eine
engere Zusammenarbeit der nordischen Inender im Auge, als e i n Sachverstaendigenkondtee der drei beteiligten Laender gebildet wurde, um die ganze Frage eingehend
zu pruefen und einen Bericht darueber zu verfassen« Obgleich dieses Komitee bisher
noch nicht zu irgendeinem abschliessenden Ergebnis gekommen i s t , interessierte
sich die oeffentliehe Meinung von neuem fuer die Aussichten einer solchen Zusammenarbeit, nachdem Grossbritannien die I n i t i a t i v e ergriffen und die skandinavischen
Laender aufgefordert hatte, ueber die Bildung einer regionalen Handelsgruppe zu
verhandeln. Damit wurde auch das Interesse wieder wach, alle mit der nordischen
Zusammenarbeit verbundenen Probleme gruendlich zu pruefen«
Dies r i e f besonders in Norwegen eine lebhafte Diskussion hervor, aus der
geschlossen werden kann, dass Norwegen einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit
mit seinen Nachbarländern wohl zustimmt, der Bildung einer Zolunion jedoeh ziemlich
skeptisch gegenuebersteht. Waebrend es fuer wuenschenswert gehalten wird« das
Problem der Zusammenarbeit auf industriellem Gebiet in Angriff zu nehmen« wird die
Oeffnung der Grenzen fuer Freihandel und freien —beitsmarkt als Teil einer Wirtschaftspolitik auf weite Sicht angesehen, die noch lange und sorgfaeltige Ueberlegung erfordert. Gleichwohl findet die Zusammenarbeit auf Gebieten, wo neue Produktionszweige oder aber Erweiterungen der bestehenden Fabriken geplant sind, allgemeinere Zustimmung und stoesst nicht auf die Einwaende, welche gegen eine Zollunion
angefuehrt werden« weil bei dieser eine nachteilige Konkurrenz zwischen den e i n z e l nen Volkswirtschaften befuerchtet wird.
Der Norwegische Gewerkschaftsbund veroeffentlichte in der Dezembernummer
•einer Zeitung seine Ansicht ueber eine Nordische Zollunion, und zwar in einem
Artikel von 004 Goethe, dem Leiter der Wirtschaftsabteilung. Der Hauptvorteil
einer Zollunion i s t die Erweiterung des Absatzgebiets fuer die Industrien der bet e i l i g t e n Laender. Dies wieder fuehrt zu einer rationelleren Arbeitsteilung. Die
Frage i s t aber, ob die konkurrierenden Industrien wirklich konkurrieren oder ob
s i e Kartelle bilden und auf diese Weise in Wirklichkeit zu einer Teilung des Markts
beitragen werden.
- 2 -

�In Anbetracht ihrer Zweifel an freier Konkurrenz in einer Zollunion fragt sich
die norwegische Gewerkschaftszentrale, ob diejenigen Unternehmungen, welche jetzt
schon an fuehrender Stelle sind, bei freier Konkurrenz nicht den Vorzug geniessen
und die Existenz der Industriebetriebe in den anderen Laendern gefaehrden wuerden.
Vom norwegischen Gesichtspunkt ist dies eine Frage von grosser Bedeutung, da die
norwegischen Unternehmungen gegenueber den schwedischen und daenischen bereits jetzt
im Rueckstand sind. Dies ist darauf zurueckzufuehren, dass Norwegen waehrend des
Kriegs viel staerker zerstoert worden ist als Daenemark, waehrend Schweden ueberhaupt keine Kriegsschaeden erlitten hat« Hinzu kommt, dass die norwegische Wiederaufbaupolitik bezueglich der Investitionen den Exportindustrien den groessten Vorrang
einreeumte, auf Kosten derjenigen Industrien, welche Gueter fuer den Inlandsmarkt
herstellten und auf Grund der strengen Einfuhrkontrolle nur wenig Aussichten hatten,
mit neuen Maschinen und Werkzeugen ausgeruestet zu werden. Diese Industrien werden
deshalb noch einige Jahre lang nicht in der Lage sein, auf gleichem Fuss mit den
anderen skandinavischen Laendern in Konkurrenz zu treten«
Im weiteren wies der Norwegische Gewerkschaftsbund darauf hin, dass eine
unvermeidliche Folge der Zollunion ein gemeinsamer Arbeitsmarkt der skandinavischen
Laender sein wuerde« Verhandlungen ueber diese Frage sind zwischen den skandinavischen Regierungen bereits aufgenommen worden und haben zur Aufstellung eines
Abkommens ueber einen gemeinsamen Arbeitsmarkt gefuehrt. Dieses ist bis jetzt nur
von Schweden und Daenemark gutgeheissen worden« Fuer Norwegen aber ist die Lage
einigermassen schwierig. Im Jahre 1947 betrug die Zahl der in Schweden beschaeftigten norwegischen Arbeitskraefte 9.500, im Jahre 1949 waren es 13.751} 880 Norweger
waren in Daenenark angestellt. Auf der anderen Seite hat Norwegen 111 Schweden und
1«350 Daenen die Arbeitserlaubnis erteilt. Zweifellos wuerde bei freiem Arbeitsmarkt eine grosse Anzahl von norwegischen und daenischen Arbeitskraeften versuchen,
in Schweden Beachaeftigung zu finden. Dies wuerde aber ernste Rueckwirkungen auf
den Wiederaufbau Norwegens haben, wo es schon jetzt an Arbeitakraeften fehlt.
Darueber hinaus ist es klar, dass ein freier Arbeitsmarkt nicht ohne Einfluss
bleiben wuerde auf die Gewerkschaftspolitik der drei Laender, und somit auf ihre
Lohn- und Steuerpolitik. Es besteht zwar eine enge Zusammenarbeit zwischen den
skandinavische;! Gewerkschaftsorganisationen} jedoch ist die Erweiterung dieser Zusammenarbeit zu einer Koordinierung ihrer Politik noch eine offene Frage, welche in
den skandinavischen Gewerkschaftsbewegungen von der niedersten bis zur hoechsten
Stufe noch eingehend eroertert werden muss. Endgueltige Beschluesse muessen von
den Gewerkschaftskongressen der drei Laender getroffen werden«
Der Gesichtspunkt der daenischen Regierung, welcher dahingeht, zuerst eine
Zollunion zu gruenden und spaeter die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, wird
seitens der skandinavischen Gewerkschaftsbewegung kaum Unterstuetzung finden.
Gewerkschaftliches Nachrichten-Bulletin
ueber den Europaeischen Hilfsplan
1./15« Januar 1950

ERWERBSLOSENVERSICHERUNG UND IHRE PROBLEME IN DEN U.S.A.
(Washington, 15. Januar 1950) - Arbeitsminister Maurice J. Tobin erklaerte heute
in einer nationalen Rundfunksendung, dass vom Kongress in allen Staaten Mindestbetraege
fuer Erwerbslcaenunterstuetzungen festgesetzt und die jetzigen Unterstuetzungen erhoeht werden muessten.
In einem Programm des Amerikanischen Rundfunk Forums sagte der Arbeitsministert
•Die Erwerbslosenverischerung in den einzelnen Staaten, die ein gesundes Prinzip und
eine Hilfe fuer das Privatunternehmen darstellt, muss durch Festsetzung von Mindestunterstuetzungen durch den Kongress eine in allen 48 Staaten gleich wirksame, soziale
Einrichtung sein.
"Es wird somit unmoeglich sein, dass einzelne Staaten mit niedrigeren Unterstuetzungssaetzen ihre Gesetze unveraendert lassen, ohne die Erhoehung der Lebenshaltungskosten zu beruecksichtigen, die seit der Entstehung dieses Gesetzes im
Jahre 1935 eingetreten ist. Die Erhoehung der Lebens-

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�haltungskoeten ist zum groessten Teil dem Umstand zuzuschreiben, dass man nach
Beendigung des Krieges voreilig die Preiskontrolle aufgehoben hat,
•Mit dem neuen Gesetz wollte man im Jahre 1935 dem erwerbslosen Arbeiter
etwa 50£ seines Lohnes sichern. Zu demselben Zweck wird heute im Programm des
Praesidenten vorgeschlagen, dem Erwerbslosen etwa 5Q!C bis zu 30 Dollar pro Woche,
zu zahlen. Auch wenn ein Arbeiter mehr als 60 Dollar pro Woche verdient, erhaelt
er aus der Erwerbslosenversicherung nicht mehr als 30 Dollar woechentlich.
"Es gibt einen Staat, in dem man noch ein Unterstuetzungsmazimum von 15 Dollar
pro Woche hat. E3 stanant aus dem Jahre 193&amp;» als in diesem Staat das erste Erwerbslosenversicherungs-Gesetz erlassen wurde. Diese Hoechstgrenze ist 14 Jahre lang
unveraendert geblieben. Damit erhaelt der Durchachnittsarbeiter in jenem Staat
eine Unterstuetzung, die, gemessen an den Lebenshaltungskosten aus dem Jahre 1939,
einer Kaufkraft von 8,22 Dollar pro Woche entspricht.
•Nach vierzehn Jahren, in denen die einzelnen Staaten Erfahrungen sammeln
konnten und Gelegenheit hatten, ausreichende Unterstuetzungen einzufuehren, ist es
nun an der Zeit, dass die Bundesregierung zum Schutze der Wirtschaft und des Arbeiter
Minde3tbetraege der Erwerbslosenversicherung festsetzt,
EUROPAS VORSTELLUNGEN VOM AMERIKANISCHEN ARBEITER BEGINNEN SICH ZU AENDERN
Washington — (Amerika Dienst) — In einem Leitartikel befasst sich •Washington
Pgst" mit der Beobachtung, dass die auf Grund der kommunistischen Propaganda in
Europa herrschenden falschen Vorstellungen vom Lebensstandard des amerikanischen
Arbeiters langsam einem wahrheitsgetreuen Bild zu weichen scheinen. Das Blatt
schreibt u.a.»

"Es ist eine ausgesprochene Freude zu erfahren, dass die einflussreiche Zeitung
der franzoesischen Sozialisten •Le populaire*, die von dem ehemaligen Premierminister
Leon Blum herausgegeben wird, kuerzlich geradezu ein Loblied der Lebensbedingungen
des amerikanischen Arbeiters gesungen hat. Der amerikanische Durchschnitts 3 arbeit er
ist, 'Le populaire' zufolge, der bestgenaehrte, bestangezogene und mit den meisten
Annehmlichkeiten des taeglichen Lebens versorgte Arbeiter der Welt. Seine Kaufkraft
sei tatsaechlich vier- bis fuenfmal groesser als die seines franzoesischen Kollegen,
Die einzigen Schattenseiten seien die Wohnungsknappheit,., und seine staendigen
Zahlungsverpflichtungen auf Grund haeufiger Kreditkaeufe von Luxusartikeln wie Wagen,
Kuehlschraenke, Waschmaschinen usw.
•Washington Post" faehrt nach einem Hinweis auf die Berechtigung dieser gelinder
Kritik fort: "Die Franzosen wuerden vielleicht gern erfahren, imaa der Kongress
kuerzlich Wohnungsbaugesetze in Kraft gesetzt hat, die die Gestellung von Wohnraum
auch fuer die niedrigeren Einkommensklassen ermoeglichen... Zu der Gewohnheit, auf
Kredit zu kaufen, sollte man darauf hinweisen, dass auf diese Art die hohe Beschaeftigungsziffer beibehalten werden kann. Ohne Zweifel betrachtet der amerikanische
Arbeiter auf Grund seines Lebensstandards Dinge als einfach zum taeglichen Leben
gehoerig, die anderweitig als extravaganter Luxus angesehen werden."

INTERNATIONALER AUSTAUSCH
Schwedische Gewerkschaften treffen Vorbereitungen zum Besuch von 31 schwedischer
Arbeitern in den Vereinigten Staaten und umgekehrt von 35 amerikanischen Arbeitern
in Schweden, Zweck dieses gegenseitigen Besuches ist das Studium der Gewerkschaftsbewegungen und der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen in den beiden Laendern.
Das Projekt wurde von der Tageszeitung des Schwedischen Gewerkschpftsbundes,
"Aftontidningen", angekuendigt. Dieser Austausch von Arbeitern, die aus den unteren
Reihen der Gewerkschaftsbewegung kosmen, wird von dem volkstuemlichen, woechentlicher
Magazin "Folket i Bild" und von 31 sozialdemokratischen Tageszeitungen der Gewerkschaften Schwedens befuerwortet.
Obwohl voellig unabhaengig, haben ciesr Plaene fuer einen gegenseitigen Besuch
doch grosse Aehnlichkeit mit den Austauschprojekten, die im Rahmen des ECA-Programms
zur Technischen Unterstuetzung laufen. Unter dieser Phase des Marshall Planes werder
Gewerkschafter, Techniker und Unternehmervertretungen nach den Vereinigten Staaten

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�g e s c h i c k t , um i n d u s t r i e l l e Methoden und Arbeitnehmer-Arbeitgeberbeziehungen u n t e r
d e r gemeinsame:! S c h i r m h e r r s c h a f t d e r ECA und d e r am e u r o p a e i s c h e n Wiederaufbauprogramm b e t e i l i g t e n Nationen zu s t u d i e r e n .
Waehrend an den meisten P r o j e k t e n nur e i n e e i n z e l n e Nation b e t e i l i g t war, s i n d
e i n i g e i n gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen d e r O r g a n i s a t i o n fuer W i r t s c h a f t l i c h e
Zusammenarbeit i n Europa und der Marshall Plan Verwaltung durchgefuehrt worden. Von
besonderem I n t e r e s s e fuer d i e Arbeiterbewegung i s t das g e g e n w a e r t i g e , d i e Laender
Europas umfassende Programm z u r t e c h n i s c h e n ü h t e r s t u e t z u n g , u n t e r dem fuehrende
E x p e r t e n auf dem Gebiet der S t a t i s t i k aus 10 Marshall Plan Laendern d i e Arbeitsmethoden des S t a t i s t i s c h e n Bueros im U . S . - A r b e i t s m i n i s t e r i u m s t u d i e r e n werden.
ECA Labor Information
1 1 . Januar 1950
KRANKEN- UND ALTERS VERSICHERUNG DER AMERIKANISCHEN METALLARBEITER
Welche s o z i a l e n F o r t a c h r i t t e konnten d i e amerikanischen S t a h l a r b e i t e r und
andere CIO Gewerkschaften (Automobil, Gummi u . a . ) durch K o l l e k t i v v e r h a n d l u n g e n
e r z i e l e n ? Die V e r e i n i g t e n B e k l e i d u n g s a r b e i t e r (Amalgamated C l o t h i n g Workers)
uebernahmen d i e s o z i a l e Fuehrung vor ueber 20 J a h r e n , a l s e s ihnen g e l a n g , mit den
A r b e i t g e b e r n Vereinbarungen zu t r e f f e n , d i e d i e s e zur F i n a n z i e r u n g von U n t e r s t u e t zungsfonds v e r a n l a s s t e n , mit dem Zweck, d i e G e w e r k s c h a f t s m i t g l i e d e r vor w i r t s c h a f t l i c h e n U n s i c h e r h e i t e n zu bewahren. Auch d i e T e x t i l a r b e i t e r Gewerkschaft konnte fuer
d i e m e i s t e n i h r e r M i t g l i e d e r Vertraege a b s c h l i e s s e n , d i e Versicherungsbestimmungen
e n t h i e l t e n . I n i h r e n E i n z e l h e i t e n s i n d d i e Plaene d e r Gewerkschaften s e h r v e r s c h i e d e n . Die im (Setober 1949 zwischen den V e r e i n i g t e n S t a h l a r b e i t e r n von Amerika und
d e r Bethlehem S t e e l Company g e t r o f f e n e n Vereinbarungen koennen a l s t y p i s c h e s Beis p i e l fuer d i e gesamte S t a h l i n d u s t r i e g e l t e n .
Dieser V e r t r a g b e s t e h t aus zwei T e i l e r n im e r s t e n h a n d e l t e s s i c h um Pensionen
und Unterstuei;zungen b e i t o t a l e r A r b e i t s u n f a e h i g k e i t , im z w e i t e n um d i e S o z i a l v e r s i c h e r u n g im a l l g e m e i n e n .
Im folgenden s i n d e i n i g e bezeichnende Bestimmungen des Pensionsprograrams wiedergegeben.
Die Pensionen werden a u s s c h l i e s s l i c h vom Unternehmer b e z a h l t . Die A r b e i t e r
haben k e i n e r l e i B e i t r a e g e zu e n t r i c h t e n . Der A r b e i t e r i s t n i c h t v e r p f l i c h t e t , mit
65 J a h r e n d i e Arbeit e i n z u s t e l l e n , e r kann auch ueber d i e s e s A l t e r hinaus a r b e i t e n ,
wenn er e s w u r n s c h t . Jedem A r b e i t e r mit 25 D i e n s t J a h r e n wird e i n e Mindestpension
von 100 D o l l a r , e i n s c h l i e s s l i c h A l t e r s r e n t e , z u g e s i c h e r t . Wenn e r b e i E r r e i c h e n
des p e n s i o n s f a e h i g e n A l t e r s l a e n g e r a l s 25 Jahre b e s c h a e f t i g t i s t , kann s e i n e
Pension hoeher s e i n . Hat e r weniger a l s 2 5 , aber n i c h t weniger a l s 15 D i e n s t j a h r e ,
s o wird s e i n e Pension e n t s p r e c h e n d g e r i n g e r s e i n . So wird zum B e i s p i e l e i n A r b e i t nehmer, d e r s i c h mit 15 D i e n s t j ä h r e n im A l t e r von 65 J a h r e n p e n s i o n i e r e n l a e s s t , .
e i n e Mindestpension, e i n s c h l i e s s l i c h A l t e r s r e n t e , von 60 D o l l a r monatlich b e z i e h e n .
Fuer jedes z u s a e t z l i c h e D i e n s t j a h r e r h o e h t s i c h d i e Pension monatlich um 4 D o l l a r .
Mit anderen Worten, e r e r h a e l t mit 16 D i e n s t j a h r e n 64 D o l l a r , mit s i e b z e h n 68 D o l l a r
u s w . , b i s zu 100 D o l l a r Pension bei 25 D i e n s t j ä h r e n .
In dem V e r t r a g d e r Bethlehem S t e e l Company wird f e s t g e l e g t , d a s s d i e vor d e r
Unterzeichnung des V e r t r a g e s p e n s i o n i e r t e n A r b e i t e r e b e n f a l l s u n t e r d e s s e n Bestimmungen f a l l e t . . In den meisten der anderen V e r t r a e g e werden a l l e A r b e i t e r , d i e im
Verlauf d e r v e r f l o s s e n e n zwei Jahre p e n s i o n i e r t wurden, i n dem neuen Programm b e rücksichtigt .
Die i n der S t a h l i n d u s t r i e abgeschlossenen Vetrtraege - d e r Bethlehem Plan i s t
e i n t y p i s c h e s B e i s p i e l - sehen Pensionen von mehr a l s 100 D o l l a r , e i n s c h l i e s s l i c h
A l t c r s r w n t e , v o r . Folgende Berechnung l i e g t dabei zugrunde 1 Man e r m i t t e l t den
D u r c h s c h n i t t der Monatseinkommen des A r b e i t e r s w&amp;ehrend der l e t z t e n zehn J a h r e .
1% d i e s e s D u r c h s c h n i t t s v e r d i e n s t e s , mit der Gesamtzahl d e r Jahre ununterbrochenen
D i e n s t e s v e r v i e l f p . c l t i g t , e r g i b t d i e zu zahlende P e n s i o n . Ein B e i s p i e l « Angenommen,

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�das Durchschnitsseinkommen eines Arbeiters in den l e t z t e n zehn Jahren betrug
300 Dollar monatlich. 152 davon sind 3 Dollar. Wenn der Arbeiter 25 Dienstjahre
a b g e l e i s t e t h a t , hat er Anspruch auf eine Ptnsion von 75 Dollar pro Monat. Der
Vertrag g a r a n t i e r t jedoch ein Minimum von 100 Dollar, und der Arbeiter erhaelt
auch diesen Betrag. Nehmen wir nun an, ein Arbeiter mit demselben Durchschnittseinkconen i s t s e i t 35 Jahren ununterbrochen beschaeftigt. Ihm steht demnach eine
Pension von 1% von 300 Dollar - 3« m u l t i p l i z i e r t mit 35 - 105 Dollar, e i n s c h l i e s s l i c h Altersrente, zu.
Die Pensionen sind auf Lebensdauer zu zahlen, auch wenn der Tarifvertrag nicht
erneuert wird oder das Unternehmen zu bestehen aufhoert. Verschiedene Plaene sind
ausgearbeitet worden, um den Pensionsberechtigten nach i h r e r Pensionierung eine
laufende Zahlung aus Fonds zu sichern, d i e mit genuegend Geldmitteln ausgestattet
wurden. Der Vertrag s i e h t vor, dass ein Arbeiter, der durch irgendeinen Uhfall,
s e l b s t einen Autounfall, dauernd erwerbsunfaehig i s t , Anspruch auf eine Uhterstuetzung h a t , wenn er 15 oder mehr Jahre ununterbrochenbeschaeftigt gewesen i s t . Dabei
i s t g l e i c h g u e l t i g , in welchem Alter die Erwerbsunfaehigkeit e i n t r i t t . Seine monatliche Unterstuetzung betraegt mindestens 5 ° Dollar, solange er noch nicht 65 Jahre
a l t i s t . Mit Erreichen des 65. Lebensjahres g i l t der Erwerbsunfaehige a l s r e g e l rechter Pensionaer und f a e l l t unter di» Bestimmungen des entsprechenden Programm.
Solange ein Arbeiter auf der Seniorenliste eines Unternehmens b l e i b t , zaehlen die
Jahre fuer seinen Pensionsplan. Mit anderen Worten, seine Dienstjahre bei dem
Unternehmen zaehlen ununterbrochen weiter, solange er auf dieser Liste gefuehrt
wird« Das bedeutet» dass ein Arbeitnehmer unter gewissen Umstaenden in einem Jahr
nur sechs oder gar nur drei Monate a r b e i t e t , und seine Dienstzeit trotzdem nicht a l s
unterbrochen g i l t .
Bei der Ermittlung der durchschnittlichen monatlichen Unterstuetzung wird, wie
b e r e i t s erwaehnt, der Durchschnitt der Einkommen in den der Pensionierung vorangehenden zehn Jahren zugrundegelegt. Damit dieser Durchschnitt dem tatsaeChilenen Verdienst so weit wie moeglich e n t s p r i c h t , auch wenn der Arbeiter nicht immer ununterbrochen gearbeitet h a t , wird von vornherein ein Jahr der fehlenden Zeit nicht in
Anrechnung gebracht.
Ein medizinischer Schiedteusschuss wird gebildet werden, der bestimmt, ob ein
Arbeitnehmer dauernd erwerbsunfaehig i s t und er deshalb Anspruch auf die entsprechend*
laufende UntersStietzung h a t . Zuerst wird er von dem Betriebsarzt untersucht, dann
vom Gewerkschaftsarzt5 und wenn keine uebereinstimmende Entscheidung getroffen wurde,
zieht man einen d r i t t e n Arzt zu Rate, der von den beiden ersten ausgewaehlt wird.
Unter Anwendung der ueblichen Beschwerde- und Schiedsverfahren werden Fragen g e l o e s t ,
die die Begriffe "ununterbrochene Dienstzeit*, "durchschnittliches Monatseinkommen",
"Alter" und "unvermeidliche Ursache" der dauernden Erwerbsunfaehigkeit mit sich
bringen koennen. Probleme, die i n der Auslegung der Vertragsbestimmungen zur Durchfuehrung der Psnsionsvorschriften entstehen, - ausser wenn es sich um dauernde Erwerbi
unfaehigkeit handelt, - s o l l e n von dem ueblichen Beschwerdekomitee beerb i t e t werden
und unterliegen der s c h i e d r i c h t e r l i c h e n Entscheidung nach Massgabe des normalen Kollel
tirrerträges,
Sozialversicherungs-Programm
Fuer jeden Arbeitnehmer und jede gearbeitete Stunde werden insgesamt 5 Cents
i n einen Zentralfonds einbezahlt, um tinen groesstmoeglichen Anteil am Sozialversicherungs-Programm zu erwerben. Im allgemeinen sind die Unternehmer mit zweieinhalb Cents an diesem Betrag b e t e i l i g t und die Arbeitnehmer mit den r e s t l i c h e n
zweieinhalb Cents. Es i s t noch nicht genau bestimmt, welche Anrechte an der S o z i a l versicherung mit den 5 Cents pro Arbeitsstunde und pro Arbeitnehmer erworben werden
koennen, man i s t im allgemeinen jedoch uebereingekommen, sieben verschiedene Versicherungsarten i n ein oder der andern Form vorzusehen«
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)
(6)
(7)

Lebensversicherung, solange der Arbeiter beschaeftigt i s t ,
eine "paid-up" Lebensversicherung nach der Pensionierung,
Kranken- und Unfallversicherung
Krankenversich r rung fuer die Familie,
Mutterschaftsversorgung
Anspruch auf Krankenhausbehandlung und
Unfallschutz.

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�I\ton s c h ä t z t , das?, in dem neuen Plan ein Lebensversicherun&amp;sbetrag i n Hoehe von
mindestens 2000 Dollar und hoechstens 4500 Dollar vorgesehen i s t ; der Durchschnittsbetrag fuer den Durcnschnittsarbeiter beliefe sich demnach auf 3000 Dollar. Er kann
hoeher oder niedriger s e i n , da er von vielen Faktoren abhaengt. .Auch kann der durchs c h n i t t l i c h e Betrag in verschiedenen Unternehmen verschieden s e i n , je nach der Zusammensetzung der Arbeitskraef te - Alter, Geschlecht, Dienst jähre, usw. Diese Form
der Lebensversicherung i s t in Kraft, solange der Arbeiter tatsaechlich beschaeftigt
i s t . Mit anderen Worten, es handelt sich um eine Lebensversich rung im Rahmen des
Sozialver3icherungsprogramms, die den Arbeit r mit etwa 3000 Dollar v e r s i c h e r t .
Nachdem der Arbeiter pensioniert i s t , seir.e Mindestpension von 100 Dollar pro
Monat bezieht, und Iceina Praemien mehr in die Sozialversicherung z a h l t , erhaelt er
eine sogenannte •paid-up* Lebensversicherung in einer Hoehe von etwa 1250 - 1500
Dollar. Eine "paid-up" Lebensversicherung b i e t e t zusaetzliche S i c h e r h e i t , und einer •
ihrer Vorzuege i s t , dass die Sicherheit nach der Pensionierung des Arbeiters besteht.
Man hofft, dass ein Arbeiter 26 Dollar pro Woche fuer eine Dauer von 26 Wochen
ausbezahlt bekommt, wenn er krank oder v e r l e t z t wird. (Einige Staaten haben b e r e i t s
Kranken- und ürifallversicherungsprogramme, und in allen Staaten besteht irgendeine
Form von Versicherung der Arbeiter.) Diese Faelle werden bei der Einfuehrung des
neuen Programms beruecksichtigt werden, Unfall- und Krankengelder werden auch gezahlt,
wenn die Krankheit oder der Unfall nicht unmittelbar durch die Arbeit bedingt sind.
Der Schutz des Arbeiters gegen Unfall oder Krankheit, die i n der I n d u s t r i e entstanden
sind, i s t durch Gesetze gewaehrleistet. Nach den Bestimmungen des SozialversicherungsProgrammsueber Uhterstuetzungen bei Krankheit oder Unfall hat der Arbeiter 26 Wochen
lang auf 26 Dollar pro Woche Anspruch.
Ausserdem hofft man, dass ein die gesamte Nation umfassendes HospitalisierungsFrogramm des Blauen Kreuzes durchgefuehrt werddn kann, damit waere fuer den Arbeiter,
seine Frau und seine Angehoerigen, e i n s c h l i e s s l i c h unverheirateter Kinder bis zu
19 Jahre, im Krankheitsfalle fuer Behandlung in einem Krankenhaus gesorgt. Jede
Krankenhausbehandlung, die nicht laenger a l s 70 Tage dauert, wird von der Versicherung
finanziert.
Mutterschaftsversorgung i s t auf 10 Tage begrenzt. Das neugeborene Kind wird
solange betreut, wie sich die Mutter im Krankenhaus befindet. Anspruch auf diese
/ersergung hat sowohl die Frau eines Arbeiters als auch die v e r h e i r a t e t e , berufstaetige Frau.
Krankenhausgeld s c h l i e s s t B e t t - , Verpflegungs- und allgemeine Pflegekosten in
halb-privaten Anstalten e i n . Enthalten darin sind ferner Kosten fuer die Benutzung
äes Operations- und Entbindungsraumes, Narkose und Verbaende, Arzneien und Laboratoriumsuntersuchungen, die zur Behandlung des Patienten notwendig s i n d .
Im Falle siner Verletzung durch Unfall wird eine Notbehandlung in einem Krankenaaus innerhalb 2k Stunden nach dem Umfall g a r a n t i e r t .
Diese Sozialversicherungsprogramme t r e t e n am 1. Januar 1950 l&gt; Kraft und werden
lern Arbeiter und seiner Familie einen sicheren Schutz bieten. Man i s t eben dabei,
Jie genauen Einzelheiten auszuarbeiten.

Wir gaben eine Beschreibung einiger Bestimmungen, die in den Vertraegen der
Stahlarbeiter mit den groessten Stahlfirmen enthalten sind. Die Vereinbarungen, die
i i e Vereinigten Automobilarbeiter mit den Ford-Werken b e r e i t s frueher treffen konnten,
sind im Prinzip denen der S t a h l i n d u s t r i e sehnlich. Der Vertrag mit den Ford-Werken
sieht eine monatliche Pension von 100 Dollar, e i n s c h l i e s s l i c h A l t e r s r e n t e , vor, wenn
ler Arbeiter 65 Jahre a l t i s t und 30 Dienstjahre h a t , Arbeiter, die mit 5$ Jahren
lauernd arbeitsunfaehig sind, e r h a l t e n eine laufende Unterstuetzung von 50 Dollar
pro Monat, vorausges&lt; t z t , dass s i e 30 Jahre lang ununterbrochen beschaeftigt s i n d .
Der Vertrag enthaelt ferner eine von dem Unternehmer finanzierte Krankenversicherung,
i i e dem Arbeiter bei einer einzelnen Krankheit, die eine Aufnahme in ein Krankenhaus
erforderlich nacht, taeglich 4 Dollar bis zu einem Gesamtbetrag von 280 Dollar bezahlt.

�Diese Leistungen stellen einen Zusatz zu den Unterstuetzungen des Blauen Kreuzes,
Blauen Schildes und der Lebens-, Unfall- und Krankenversicherungen dar, die in dem
bestehenden Versicherungsplan bereits Aufnahme gefunden haben. Hat der Arbeiter
weniger als 30 Dienstjähre, dann wird seine Pension in entsprechendem Verhaeltnis
reduziert, wie es in den Vertraegen der Stahlindustrie der Fall ist. Die Pensionsund Sozialversicherungsvertraege sowohl in der Stahl- als auch in der Automobilindustrie laufen fuenf Jahre, Eine Wiederaufnahme der Lohnverhandlungen ist in den
Vertraegen der Stahlindustrie fuer den X« November 1950 vorgesehen, mit dem Recht,
am 31. Dezember 1950 zu streiken, wenn keine zufriedenstellenden Abmachungen getroffe
wurden. Nach Verlauf von zwei Jahren kann das Unternehmen sein Recht geltend machen,
Abeenderungen des Pensionsplanes vorzunehmen; zu gleicher Zeit kann die Gewerkschaft
von ihrem Streikrecht Gebrauch machen. Wird nach zwei Jahren der Pension3plan jedoch
nicht abgeeendert, verlaengert sich seine Gueltigkeit bis zum 31» Oktober l$5k»
Praesident Murray erklaerte bei Verhandlungen, die er mit dem LohnfestsetzungsKomitee ueber die Vertraege in der Stahlindustrie fuehrtei
•Der Vertrag mit der Stahlindustrie ist einer der wichtigsten und weitreichendst
Erfolge, die unsere Gewerkschaft im Dienste des amerikanischen Volkes je erzielen kor
»Er bedeutet natuerlich einen Riesenschritt vorwaerts auf dem Wege, die Aelterer
Kranken und Arbeitsunfaehigen zu beschuetzen, die von der Stahlindustrie abhaengig
sind. Aber es ist unmoeglich abzuschaetzen, was dieser Sieg fuer Millionen anderer
bedeuten wird, die vielleicht seine Auswirkungen spueren und die Fruechte unserer
Arbeit ernten werden,•
Economic Outlook (CIO)
Dezember 1949

ERNEST SCHWARTZTRAUBER i OHNE GEWERKSCHAFTEN KEINE DEMOKRATIE
Ernest Schwaitztrauber ist Direktor der beruehmten
Universitaet der Schule fuer Arbeiter in Wisconsin,
die kuerzlich ihr 25-jaehriges Bestehen feierte.
In den folgenden Auszuegen, die einer Broschuere
ueber die Arbeit der Schule entnoanen sind, bringt
Schwärtztrauber zum Ausdruck, dass sein Glaube
in die Gewerkschaftsbewegung unerschuetterlich ist.
Er spricht in Worten, die allen Gewerkschaftern zu
Herzen gehen muessen.
Demokratie und Totalitarismus der Rechten und Linken sind gegenwaertig in
einen Kampf um Sein oder Nichtsein verwickelt. Mit der Demokratie werden all
jene Elemente erhalten bleiben, die einen Teil ihrer Existenz bilden, und ohne
die sie nicht lebensfaehig waere.
Die Gewerkschaftsbewegung ist eines jener Elemente; ohne sie waere die Demokratie mit einem Mann zu vergleichen, der nur ein Bein hat und mit einem gewandten
und verschlagenen Riesen kaempfen muss, Die Gewerkschaftsbewegung, ebenso wie die
Demokratie, ist jedoch nicht nur ein Begriff oder eine Idee; si&lt;= wird von Millionen
von Menschen getragen, - von Arbeitern, die sich auB ihrem alten Stand, in dem sie
nichts anderes als einfache Steinhauer oder Wassertraeger waren, zu einem Status
emporgearbeitet haben, derihnendie ihnen zukommende Teilhaberschaft an der demokratischen Gesellschaft zusammen mit den anderen Klassen sichert.
Wenn dem Arbeiter woo der Industrie, in der er beschaeftigt ist, oder dem
Buerger von der Gemeinde, in der er wohnt, seine demokratischen Rechte streitig
gemacht werden, dann heisst das, dass die menschliche Persoenlichkeit dort ueberhaupt nicht zaehlt. Und im Kielwasser dieser Verweigerung fliessen all die anderen
Kraefte, die ein demokratisches Staatsgebilde unterminieren.
Die demokratische Gewerkschaftsbewegung ist damit von lebenswichtiger Bedeutung
fuer eine wahrhaft demokratische Gesellschaft. Ihr Vorhandensein und ihr staendiges
Anwachsen garantieren, dass in dem demokratischen, politischen Staat sich kein auto- 8 -

�kretisches, industrielles Gebilde entwickeln kann« Sie bieten mit aie Gewaehr
dafuer, dass jede Parsoenlichkeit die Gelegenheit hat, sich ihren Faehigkeiten
entsprechend v o l l zu entwickeln. Und das i s t letzten Endes die sicherste Grundlage fuer die Demokratie«
•The Machinist»
Woechentlich.es Nachrichtenblatt des
Internationalen Metallarbeiterverbandes Amerikas
19« Januar 1950
ANTEIL DER AFRIKANISCHEN FRAU IM WIRTSCHAFTSLEBEN
Washington — (Amerika Dienst) — 18 Millionen Frauen - 28 Prozent der gesamten Arbeitskraefte der U.S.A. - sind heute, wie Frida S. Miller, die Leiterin
des Bueros fuer Frauenarbeit im U.S.-Arbeitsministerium, vor kurzem berichtete,
erwerbstaetig. In vielen lebenswichtigen Industrien und Gewerbe zwei gen bilden
Frauen die Mehrheit der Arbeiterschaft.
Der Anteil der weiblichen Negerbevoelkerung am amerikanischen Wirtschaftsleben betrug im Jahre 1947 2i Millionen Negerinnen« Obwohl dafuer genaue Unterlagen
noch nicht vorhanden sind, lassen, wie Miss Miller erklaert, die bisher vorliegenden
Ziffern bereits erhebliche Veraenderungen seit dem Jahre 1940 erkennen. Dabei ist
vor allem der verhaeltnismaessig geringe Prozentsatz der in der Landwirtschaft
beschaeftigten Negerinnen - nur 7 Prozent im Jahre 1947 gegenueber 21 Prozent im
Jahre 1940 - bemerkenswert«
Eine weitere Verschiebung ergab sich auch bei den Negerinnen, die als Hausgehilfinnen taetig sind. Waehrend 1940 noch ungefaehr 70 Prozent der Hegerinnen,
die nicht in der Landwirtschaft beschaeftigt waren, als Haushalthilfen Verdienst
fanden, waren es 1947 nur etwa 50 Prozent.
Der Prozentsatz der Negerinnen, die als Bueroangesteilte oder als Verkäuferinnen taetig sind, hat sich in der gleichen Zeit mehr als verdreifacht| mehr als
verdoppelt hat sich die Zahl der Nagerinnen, die als Fabrikarbeiterinnen, und
nahezu verdoppelt jener, die als Schoenheitspflegrinnen und Koechinnen arbeiten«

FRANZOSEN STUDIEREN AMERIKANISCHE PRODUCTIONSMETHODEN
Gewerkschaftsvertreter aus Frankreich, die als Mitglieder einer Produktivitaets-Team ihren 5-woechigen Besuch in den Vereinigten Staaten gerade beendet haben,
berichteten, dass amerikanische Produktionsmethoden auch in Frankreich mit Erfolg
angewendet werden koennten.
Die franzoesiche Team setzte sich aus Vertretern der Werkzeugmaschinenindustrie
zusammen. Im Rahmen des unter der Schirmherrschaft der franzoesichen Regierung und
der Marshall Plan Verwaltung stehenden Programms zur Technischen Unterstuetzung
studierten sie Arbeitsmethoden des gleichen Industriezweiges in Amerika«
Die technische Leistungsfaehigkeit amerikanischer Unternehmen erregte die
Aufmerksamkeit des 28 Jahre alten Ingenieurs Jean Marie Groslambert, der Mitglied
des Verbandes der Technischen Leiter (Confederation Generale des Cadres) ist. Auf
die unterschiede eingehend, die zwischen den amerikanischen und franzoesisehen
Methoden bestehen, fuehrte er aust
•Massgebliche Faktoren der hohen Produktionsleistung in den Vereinigten
Staaten sine u.a. die Gruppierung der Betriebsanlagen und das ein-Etage System.
Dadurch wird ein reibungsloser Ablauf des Produktionsprozesses gewaehrleistet.
Fuer jeden Mann und jede Maschine steht mehr Raum zur Verfuegung, und breite
Passagen erleichtern den Transport von Material und Maschinen«
•Eine vorbildliche Gruppierung gleicher Maschinen vermeidet unnoetige Bewegungen im Produktionsprozess und erspart Zeit und Instandhaltungskosten, indem man die
Arbeit hochqualifizierter Facharbeiter, die zur Instandhaltung der Maschinen eingesetzt werden, lokalisiert. Fuer den Materialtransport bedient man sich in Amerika

9-

�weitgehendst mechanischer Hilfsmittel, wie Aufzuege, Kreene, gabelfoermige Heber
und kleine Zugmaschinen. In Frankreich ist es nicht leicht, solche Ausrüstungen zu beschaffen, und der fuer diese Einrichtungen erforderliche Raum ist
aeusserst begrenzt.
•Kleine, elektrisch oder mit Pressluft betriebene Handwerkzeuge sind in den
amerikanischen Fabriken weitverbreitet und befinden sich in greifbarer Naehe des
Arbeiters. Die Maschinen sind im allgemeinen ziemlich neu, und eine Maschine
wird nur fuer einen Arbeitsgang verwendet. In Frankreich sind die Einrichtungen
aelter, und man ist gezwungen, eine Maschine fuer mehrere Zwecke zu verwenden.
Man verliert daher Zeit durch Umbau und Auswechseln von Maschinenteilen.*
Georges Bonnet, ein 26 Jahre alter franzoesischer Fraeser, ist Mitglied der
•Force Ouvriere" und gehoerte ebenfalls zur Produktivitaets-Team. Er schenkte
dem in Amerika gebraeuchlichen Klassifizierungssystem besondere Beachtung und
nahm dazu fclgendermassen Stellung» *Es ist sehr interessant, sich mit den amerikanischen Systemen der Arbeitsbewertung und Klassifizierung nach Verdienst zu befassen. Sie kcennten zum Teil auch in Frankreich angewendet werden. Die laufende
Bewertung einzelner Arbeiter mit aehnlichen Beschaeftigungen in irgendeinem Betrieb
und ein sehr einfaches Punktsystem zur Lohnfestsetzung sind vorteilhafter als das
System, das man in Frankreich hat, wo sich die Hoehe .der Loehne nach der Produktionsleistung des gesamten Unternehmens, manchmal sogar auf nationaler oder Industriebasis, richtet.»
Louis Fahy, 37 Jahre alt, Vorarbeiter und Mitglied der Franzoesichen Foederation Christlicher Arbeiter (Confederation Francaise des Travailleurs Chretiens),
befasste sich in seinem Kommentar mit der Produktionsleistung. Er wiess darauf
hin, dass amerikanische Firmen mehrere Typen von Maschinen herstellen, waehrend
ein Unternehmen in Frankreich das Bestreben hat, nur einen Typ zu produzieren,
um die Nachfrage decken zu koennen, die auf dem inlaendischen Markt heute noch
groesser ist als die Produktion. Er unterstrich die Tatsache, dass die "Produktion der franzoesischen Werkzeugmaschinen- und metallverarbeitenden Industrie den
Vorkriegsstand bereits uebertroffen hat, obwohl dieser Industriezweig nur zu 75%
wiederhergestellt ist.» Er gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, dass diese erhoehte
Produktionsleistung in Frankreich der groesseren Normung der hergestellten Maschine ntypen zuzuschreiben sei.
ECA Labor Information
18. Januar 1950

BEITRAG VON E.R.P.-GEGENWERTFONDS FUER WOHNUNGSBAU IN WESTEUROPA
Im Rahmen des Marshallplans sind bis jetzt mehr als 100 Millionen Dollar
in Gegenwertfonds fuer den Wohnungsbau in Westeuropa freigegeben worden.
Unter dem E.CA.-Programm sind bereits Neubauten von kleinen Haeusereinheiten
in allen E.R.P.-Laendern begonnen worden. Diesen wurde ausserdem zusaetzliche
Hilfe in Form von Baumaterialien zuteil, fuer welche die E.C.A. seit Beginn des
Europaeischen Hilfsplans Ankaufsermaechtigungen erteilt hat. Die wichtigsten
Posten dieses Beitrags sind bis jetzt Bauholz im Werte von 93 Millionen Dollar
und nichteisenhaltige Metalle im Wert von 446 Millionen Dollar gewesen.
Die meisten der aur Zeit in Ausfuehrung begriffenen Wohnungsbauprojekte
stehen in Verbindung mit industriellen Entwicklungsprogrammen. In Frankreich
zum Beispiel hat die Freigabe von Gegenwertfonds in Hoehe von mehr als 14 Millionen Dollar dazu gedient, den Neubau von 3»000 Haeusereinheiten in den Kohlengebieten in Lothringen und den Departementen Nord und Pas-de-Calais zu finanzieren.
Ferner 30II der Frankengegenwert von etwa 6 Millionen Dollar verwendet werden
fuer ArbeiterWohnungen im Zusammenhang mit dem Sollac-Stahlprojekt in Lothringen.
Weitere betraechtliehe Sumruen werden dem Wohnungsbau fuer Bergleute der Pottaschegruben im Elsass dienen.

- 10 -

�Es koennten noch zahlreiche andere Beispiele in verschiedenen E,R.P.-Laend e m sngefuehrt werden, u.a. das umfassende Wiederaufbauprojekt Ton Arbeiterwohnungen in den vom Kriege zerstoerten Gebieten der Niederlande, der E.C.A.Beitrag fuer einen ausgedehnten Wohnungsbauplan fuer italienische Arbeiter
und grosse Wohnungsbauprojekte in ganz Westdeutschland.

Gewerkschaftliches NachrichtenBulletin ueber den Europaeischen
Hilfsplan
1./15. Januar 1950

D1ENISCHB GEW1SRIS CHAFTEN WEISEN KOMMUNISTEN ZURECHT
Hans Rasmussen, Praesident der Metallarbeiter Gewerkschaft, beschuldigte
kuerzlich die Kommunisten Daenemarks, die zur Zeit gefuehrten Vertragsverhandlungen absichtlich stoeren und sabotieren zu wollen.
Rasmussei schreibt in einem Artikel, der in dem Organ seiner Gewerkschaft,
•Der Metaller beiter^, veroeffentlicht wurde« "In den dreissig Jahren des Bestehens
der Komnunistischen Partei Daenemarks ist es ihr niemals gelungen, etwas fuer
die Arbeitersshaft zu tun."
Bezugnehmend auf die gegenwaertigen Versuche des Daenlschen Gewerte chaftsbundes, durch Verhandlungen eine Erneuerung aller Ar beitsvertraege zu erwirken,
unter deren B9Stimmungen praktisch saemtliche Mitglieder des Gewerkschaftsbuches
(600.000) fallen, fuehrte Rasmussen aust »Die organisierten Arbeiter muessen
sich darauf gefasst machen, dass die Wortfuehrer der Kommunistischen Partei
allen Vorschlaegen zu einem Debereinkommen ablehnend gegenueberstehen werden.1
Rasmussen, einer der bedeutendsten Fuehrer der Gewerkschaften und der
Sozialdemokratischen Partei Daenemarks, brachte seinen Gewerkschaftsmitgliedern
gegenueber genz offen zum Ausdruck, dass »die Forderungen der Arbeiter nach ausreichenden Lcehnen, kuerzerer Arbeitszeit und besseren Urlaubsbestimmungen nicht
von den Kommunisten erfunden seien, obwohl sie dies beteuerten. Es sind die
traditionellen Forderungen der Arbeiter, und die Gewerkschaften haben immer
wieder versucht, sie zu verwirklichen, soweit dies nach den gegebenen Verhaeltnissen moeglich war.*
Der Praesideni der Metallarbeiter beschwerte sich ueber die Gewohnheit der
Kommunisten, Arbeitsvertrage ausser acht zu lassen, wenn es ihren zersetzenden ,
Absichten dienlich sei. In dieser Beziehung bestehe ein grosser Unterschied
zwischen den daenlschen und sowjetischen Kommunisten, die bei Nichtbeachtung der
vertraglichen Verpflichtungen schwer bestraft wuerden. Er machte auf die Tatseche aufmerksam, dass der Sekretaer des sowjetischen Gewerkschafts-Zentralkomitees, Sjwernik, den russischen Arbeitern gesagt hätte,"ein Vertrag sei ein regelrechtes Versprechen, und die Arbeiter haetten dessen Bedingungen unbedingt zu
erfuellen.•
' Rasmussen legte ferner den Kommunisten zur Last, immer dann eine oppositionelle Haltung einzunehmen, wenn man bemueht sei, die Arbeiter zu einem Bleiben
an ihrem Arbeitsplatz oder zu der Einhaltung einer Kuendigungsfrist von einem
Monat anzuhalten. Er erklaertei »In der Sowjetunion ist es kein Verbrechen,
wenn die Gewerkschaft und die Regierung von dem Arbeiter verlangen, seine Besehaeftigung beizubehalten, denn, so sagen sie, nur dadurch kann die Produktion
ataendig verbessert werden,•
•Sobald man jedoch in Daenemark diese Forderung aufstelle', sagte er,
•verfolgen die Kommunisten nicht mehr diesen Grundsatz.*
Labor Information
11. Januar 1950
- 11 -

�U»S. AOTOMOBILüpBEITER FOT» ERSCHLIESSUNG UNENTWICKELTER GEBIETE
Die Vereinigten Automobilarbeiter, die groesste amerikanische Gewerkschaft
und Fuersprecherin der Marshall Plan Hilfe, kuendigte kuerzlich an, dass sie
mit allen Mitteln ein anderes internationales Wiederaufbau Projekt, naemlich
Praesident Trumans Punkt-Vier-Programm, unterstuetzen wird*
In einer Rede rar dem Aussenpolitischen Ausschuss in den ersten Tagen
der zweiten Sitzungsperiode des 81* Kongresses erklaerte Donald Montgomery,
Direktor der Zentrale Washington der Automobilarbeiter Gewerkschaft! •Das PunktVier-Programm ist ein Friedensbekenntnis. Es soll den Wert und die Staerke der
Demokratie zum ersten Male vor Hunderten von Millionen Menschen der ganzen Welt
unter Beweis stellen.•
Mr. Montgomerys Erklaerung, die er im Namen einer halben Million organisierter Gewerkschaftsmitglieder der Vereinigten Automobilarbeiter abgab, ist eine
neue Bereitschaftserklaerung der demokratischen Gewerkschaftsorganisationen Amerikas, internationale Wiederaufbau- und Erschliesaungs-Frojekte zu unterstuetzen.
Mit dem Punkt-Vier-Programm stellen die Vereinigten Staaten sich zur Aufgabe, die technische Hilfe und industrielle Erfahrung auf unentwickelte und in
der Industrie rueckstÄndige Gebiete der Welt auszudehnen, mit dem Bestreben, den
Lebensstandard der Bewohner jener Gebiete zu verbessern« Zu diesem Zweck muss
Kapital investiert werden, um die Rohstoffquellen dieser Laender erschliessen
zu koennen.
ECA Labor Information
19. Januar 1950
- 12 -

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

OFFICIAL

HI00C-0Ü.9 L * B r«b 50 16 C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

II - 49

Frankfurt, 10. Februar 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Veraenderung im Verhaaltnis der Ausgabeposten
des Knglaenders
- - ___

• - X

Entstehung und Entwicklung des internationalen
Gewerkschaf tswesens

-2

Robert Nathan: "Lebensstandard des amerikanischen
Arbeiters kann und muss erweitert werden- - -

4

Arbeiter Israels studieren Produkt!onsmethöden
im Ausland

-5

Lebenshaltungskosten i n Polen

- 5

-

- -

- -

'Vas i s t falsch am Taft-Hartley Gesetz?
Samuel Gompers' Lebensgeschichte - - -

6
_ _ _ -

9

Sin norwegisches Produktivitaets-Team besucht Amerika- 10
Hoher Warenverbrauch i n Amerika

11

VERASNDSPUNG IM VERHAKT.TNIS DER AUSGABEP0ST3N DES EHGLA3KDERS
Die nachstehenden Indexziffern zeigen eine grosse Veraenderung im Verhaeltnis der Ausgabeposten der b r i t i s c h e n Bevoelkerung. Die rosten, welche
durch den Index 1914 nicht gedeckt waren, s t e l l e n hauptsaechlich Ausgaben
fuer Kultur, Erziehung und Unterhaltung dar. Die geringere Verhaeltniszahl
fuer Nahrungsmittelausgaben i s t zurueckzufuehren auf das hoehere Einkommen
der britischen Bevoelkerung s e i t 1914.
Index 1914
Teber.smittel
Miete und Gemeindesteuern
Kleidung
licht und Heizung
Andere Posten im Index 1914
Im Index 1914 gedeckte Posten
insgesamt ....
Im Index 1914 nicht gedeckte Posten
Insgesamt

Neuer Index auf der Basis
der Preise vom Juni 1947

60
16
12

35
9
9

8
_4.

7
16

100
24

100
Gewerkschaftliches Nachrichten Bulletin
ueber den Suropaeisehen Hilfsplan - 1/15«Jan.
1950

�Mit den Augen eines Ensrlaenders gesehen t
ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES INTERNATIONALEN GEWERK5CHAFT3WESEN5
Als man vor 86 Jahren die erste Arbeiter-Internationale aus der Taufe hob,
war dies der Initiative der englischen Gewerkschaften zu verdanken, I863 kamen
zwei Delegierte von Frankreich nach London, um von den englischen Gewerkschaften
Hilfe fuer Polen zu erbitten. Nach einer erfolglosen Auflehnung gegen die Zarenherrschaft hatte die dortige Regierung drastische Unterdrueckungsmassnahmen ergriffen.
Auf einer Tagung in London am 28. September I864 wurde formell die Internationale Artflitervereinigung (International Association of Working Men) gegruendet.
In den folgenden 6 Jahren wurden Zweigstellen in fast allen europaeischen
Laendern und in Vereinigten Staaten von Amerika errichtet. Die Verwaltung des
I.A.W.M. lag in den Haenden eines Verwaltungsretes, der $$ Mitglieder zaehlte
und seinen Sitz in London hatte. Diese Koerperschaft hatte jedoch nur wenig Kontrolle ueber die verschiedenen nationalen Zentren.
Im Jahre I870 war Odger Praesident und Applegarth Vorsitzender dieses Verwaltungsrates. Dem Verband fehlte jedoch die allgemeine Unterstuetzung Seitens
der englischen Gewerkschaften, von denen viele fuer dessen politische Philosophie
kein Interesse zeigten, ihr feindlich gegenueberstanden oder unschluessig zwischen
dem Kommunismus von Marx und dem Anarchismus von Bakunin hin- und herschwankten*
Als auf dem Jahreskongress 1872 im Haag beschlossen wurde, den Sitz des
Verwaltungsretes nach New York zu verlegen, konnte man im Grunde nicht mehr von
einer Unterstuetzung der Organisation durch die englischen Gewerkschaften sprechen.
Im Jahre I876 wurde die Assoziation in Philadelphia formell aufgeloest.
Die im Jahre I889 gegruendete Zweite Internationale hatte offensichtlich
polititischen Charakter, obwohl sie teilweise von Gewerkschaften getragen wurde.
Sie verfolgte in erster Linie sozialistische Ziele und machte es sich zur Aufgabe,
anarchistische und andere Elemente auszuschliessen, die der parlamentarischen
Demokratie feindlich gesinnt waren.
Aus dieser Organisation heraus *urde schliesslich die Internationale der
Arbeiter und Sozialisten geboren (Labour and Socialist International), die von
1923 bis 1940 bestand.
Zuvor war jedoch auf Veranlassung des Britischen Gewerkschaftsbundes der
Versuch gemacht worden, eine internationale Zusammenarbeit auf rein gewerkschaftlicher Basis zu verwirklichen.

1888 wurde vom parlamentarischen Ausschuss des Britischen Gewerkschaftsbundes eine internationale Gewerkschaftskonferenz nach London einberufen, an der
123 Delegierte teilnahmen, (davon waren 79 Englaender). Sie repraesentierten etwa
l.loo.ooo Gewerkschafter, darunter 850.000 englische. Die Gewerkschaften Deutschlands, Oesterreichs und Russlands waren von dem Britischen Gewerkschaft3bund nicht
eingeladen worden, und in dieser Tatsache ist einer der Gruende fuer die Zwistigkeit zwischen den Delegationen des Kontinents und den meisten englischen Abordnungen zu suchen. Aus diesem Grunde kam auf dieser Konferenz auch keine Organisation zustande, und ein anderer von den franzoesischen Gewerkschaften zwoelf
Jahre spaeter unternommener Versuch, hatte ebensowenig Erfolg. Dann kam J. Jensen,
der- Praesident der Daenischen Gewerkschaften, im Jahre 1900 nach Glasgow, um an
dem Kongress des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes (General Federation of Trade
Unions) teizunehmen. Er besprach mit Isaac Mitchell, dem Sekretaer dieses Bundes,
die Notwendigkeit einer Gewerkschaftsintrrnationale. Das Ergebnis dieser Besprechungen war die internationale Gewerkschaftskonferenz in Kopenhagen im Jahre 19c

- 2 "

�Damit war e i n wirklicher .Anfang gemacht worden. Man beschloss in Kopenhagen, die naechste Konferenz zusammen mit dem Kongress des G.F.T.U. im
darauffolgenden Jahr in S t u t t g a r t abzuhalten. Es i s t interessant festzus t e l l e n , daas die Einladung des deutschen Gewerkschaftszentrum an die anderen
Organisationen die Bitte um Schweigen und Geheimhaltung vor der Konferenz e n t h i e l t , um nicht die •unwillkommene Aufmerksamkeit• der deutschen Polizeibehoerden zu erregen.
Bis zum Jahre 1913 fanden regelmaessig Kongresse der Internationale i n
den verschiedenen Laendern s t a t t . In diesem Jahre beschloss die in Zuerich
zusammentreffende Konferenz, die Bezeichnung "Internationaler Gewerkschaftsbund" ( I n t e r n a t i o n a l Federation of Trade Unions) zu tragen. Bevor die neue
Organisation wieder eine Konferenz abhalten konnte, war der Erste Weltkrieg
ausgebrochen. Die Haltung der deutschen Gewerkschaften, die einen Angriffskrieg ihres Landes ohne Vorbehalt befuerwarteten, wirkte umsoraehr demoralisierend, als es das deutsche Gewerkschaftszentrum war, das man zum S e k r e t a r i a t
des Internationalen Gewerkschaftsbundes erwaehlt h a t t e .
Im Jahre I917 beschloss der Britische Gewerkschaftsbund, sich nach dem
Kriege fuer die Wiedergruendung i n t e r n a t i o n a l e r Gewerkschaftsverbaende einzusetzen, und man t r a f mit dem G.F.T.U. eine Vereinbarung, wonach beide Organisationen in diesen Verbaenden gemeinsam vertreten sein s o l l t e n . Kurz vor
Beendigung des Krieges unternahm man schon dahingehende S c h r i t t e . In Anbetracht
der aussergewoehnlichen Lage konnte der e r s t e Msahkriegskongress der Internationalen Gewerkschaften jedoch e r s t am 28. Juli 1919 i a Amsterdam s t a t t f i n d e n .
Dort begruendeten Delegierte aus 14 Laendern erneut den Internationaler: Gewerkschaftsbund (IFTU).
Im Jahre 1922 gehoerten b e r e i t s 24 Laender dem IFTU an; mit Ausnahme von
vier waren es europaeische Nationen. Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL,
der bis 1914 dem IFTU angehoert h a t t e , war ausgetreten und schloss sich ihm
e r s t wieder 1937 an.
Durch den Faschismus in I t a l i e n und spaeter den Nationalsozialismus in
Deutschland gingen der Organisation Millionen von Mitgliedern verloren. Die
Ivütgliederzahl des Internationalen Gewerkschaftsbundes f i e l von 23 Millionen
im Jahre 1921 auf 8 Millionen im Jahre 1934« 1937 war s i e jedoch wieder auf
19i Millionen angestiegen.
Die i n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaftsbewegung wurde durch die Gruendung der
Roten Gewerkschaftsinternationale (Reo Intern tional cf Labor Unions), die
nichts weiter a l s eine F i l i a l e der Komintern d a r s t e l l t , stark in Mitleidenschaft
gezogen. Dessenungeachtet versuchte man, (hierbei s p i e l t der Britische sewerk3chaftsbund eine hervorragende Rolle), eine Ver3taendigung zustande zu bringen.
Die Delegation des Internationalen .Gewerkschaftsbundes, die 1937 Moskau besuchte,
hatte i n dieser Hinsicht jrdoch nur wenig Erfolg.
Nachkriegsentwicklunffen
Als Frankreich 1940 ueberrannt wurde, befand sich der S i t z de« I n t e r nationalen Qewerkschaftsbundes in P a r i s . Mitglieder des S e k r e t a r i a t s konnten
nach London entkommen, wo ihnen der Britische Gewerkscheftsbund Bueroraeume
zur Verfügung s t e l l t e . Waehrend dca Krieges versammelten s i e Gewerkschafter
um s i c h , die es vorgewogen hatten, das von den Nazis besetzte Europa zu verlassen. Die Propasandataetigkeit wurde f o r t g e s e t z t . Dann e r l e b t e der Weltgewerkschaftsbund (World Federation of Trade Unions) im Jahre 1945 seine Auferstehung.
. Warum die Gewerksvhaften Englands und der anderen Laender aus dem Weltgewerkschaftsbund austraten, um eine neue Gewerkschaftsinternationale zu bilden,
die frei von kommunistischer Beherrschung und Bevormundung war, wurde b e r e i t s
in Eerichten g e s c h i l d e r t , die dem Bridlington Kongress des Britischen Gewerkachaftsbundes im September 1949 vorgelegt wurden. Mit ueberwaeltigender
3timir.enmrhrheit wurde cort der Entschluss des Verrcaltun.^srates gutgeheissen.
"Labour"
Magazin des Britischen Gewerkschaftsbundes, Dezember 1949

�ROBERT NATHAN* »LEBETESTMg)ARD DES AMERIKANISCHEN ARBEITERS KANN UND MU53
ERWEITERT WERDEN."

Wir geben Auszuege aus einer Rundfunkansprache des Volkswirtschaftlers Robert R. Nathan wieder, der jede Woche im
Namen des CIO ueber die Rundfunkstation WCFM in Washington spricht.
In den vergangenen zwei Wochen haben Praesident Truman und seine Berater
Dokumente veroeffentlicht, die wohl die wichtigsten wirtschaftlichen Feststellungen enthalten, die die Regierung je herausgegeben hat. Dazu gehoeren
die Botschaften des Presidenten ueber den Haushalt, die Wirtschaft und die
allgemeine Lage in den Vereinigten Staaten, der Jahresbericht und der Rückblick des Wirtschaftlichen Beratungssusschusaes. In all dem «erden die
Vorgaenge der Vergangenheit beleuchtet, Schlussfolgerungen fuer die Gegenwert
gebogen und Vorschlaege fuer die Zukunft gemacht.
Ein gemeinsames Thema laeuft wie ein Faden durch all diese Dokumentet
Erweiterung und Fortschritt. Es wird darin wiederholt betont, dass wir die
jetzige Produktion und die Iebensstandarde erweitern koennen und muessen, und
dass diese Erweiterung allen Schichten unserer Gesellschaft zugute kommen amss.
Wenn man sich hoehere Produktionsziele fuer die Zukunft gesteckt hat, so
war es nicht noetig, dunkle Zauberkuenste hierfuer in Anspruch zu nehmen. Man
braucht nur die Vergangenheit zu studieren, um sich eine vernuenftige Basis
schaffen zu koennen, von der aus man die Moeglichkeiten der kommenden Jahre
ueberblicken kann. Da* Neuartige liegt in der Tatsache, dass der Praesident
dieser maechtigen Vereinigten Staaten die nationalen Ziele klar umrissen
und erklaert hat, wie sie erreicht werden koennen«
•

Das Vertrauen in das System der freien Wirtschaft wird erneut zum Ausoruck gebracht. Das Anwachsen und die Entwicklung der Geschaeftstaetigkeit
werden empfohlen. Man ruft zur Zusammenarbeit zwischen Geschaeft und Regierung
auf. Man spricht Geschaeftsleuten. Arbeitern und Bauern fuer ihre groessere
Einsicht und Zurueckhaltung in dem "sicheren Uebergang von der Inflation zur
groesseren Stabilitaet," Anerkennung aus. So sieht Praesident Truman die
Entwicklung im Jahre 1949»
Heiast das alles, dass die Regierung versucht, das Geschaeft mit freundlichen Worten und Schmeicheleien fuer politische Zwecke zu gewinnen? Ich denke
nicht.
Umsichtige Fuehrer der Geschaeftswelt wissen, welche Gefahren mit einem
rapiden Aufschwung oder Rueckgang verbunden sind. Sie sind sich darueber im
klaren, doss arbeitslose ?.fenschen arme Verbraucher sind. Die grosse Frage
heiast hier jedochi Was muss getan werden, um die Stabilitaet zu foerdern, und
wer mu3S es tun?
Ueber die Rolle, die der Regierung in dieser Aufgabe zufaellt, ist man
sich keineswegs einig. Der Wirtschaftliche Beratungsausschuss haelt an seinem
Standpunkt fest, dass die Regierung eine Umgebung schaffen muss, in der Geschaefts
leute, Arbeiter und Bauern an dem ununterbrochenen Fortschritt Anteil haben
koennen.
Das bedeutet einfach, dass die Regierung die seit 15 Jahren cestohende
Forderung der amerikanischen Oeffentlichkeit nicht uebergehen kann, - naemlich,
dass sie sich eine» wichtigen Verantwortung unterziehen muss und eine aktive
Rolle in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu spielen hat.
Ausgedehnte Kapitalanlagen fuehren zur Erweiterung der Unternehmen und
ihrer Ausruestung an Maschinen. Diese erhoehte Kapazitaet wird jedoch nur
von Vorteil sein, wenn.auch der Verbrauch eine entsprechende Steigerung erfaehrt.

Das heisst mit anderen Worten, dass wir mit der Erhoehung unserer Produktions
kapazitaet mehr und mehr »erbrauchen muessen, wenn diese Kapazitaet voll und

-k-

�laufend v e r w e r t e t werden s o l l .
Der W i r t s c h a f t l i c h e Beratungsausschusa z i e h t h i e r a u s n a t u e r l i o h d i e S c h l u s s f o l g e r u n g , daaa es durch p r i v a t e und o e f f e n t l i e h e Bemuehungen g e l i n g e n muss,
den Verbrauch zu s t e i g e r n , d e r a u g e n b l i c k l i c h n i c h t hoch genug l i e g t , um d i e
V o l l b e s c h a e f t i g u n g g e w a e h r l e i s t e n zu koennen.
Wenn aber der Absatzmarkt n i c h t das a b s o r b i e r e n kann, was i n u n s e r e r
I n d u s t r i e p r o d u z i e r t werden kann, dann l i e g t das n i c h t an unserem Volk, weil
es etwa nich - 5 wuenscht, mehr zu v e r b r a u c h e n . Es l i e g t vielmehr an der Kaufk r a f t und der V e r t e i l u n g u n s e r e s Gesaitvermoegens. I c h bin g e w i s s , dass nur
wenige u n s e r e r Zuhoerer e s a l s Haerte empfinden wuerden, g r o e s s e r e und b e s s e r e
Wohnungen und mehr und b e s s e r e Kleidung und Nahrungsmittel zur Verfuegung zu
haben. Es d r e h t s i c h um d i e M i t t e l , um d a s , was wir benfttigen und wuenschen,
kaufen zu koennen.
Es s c h e i n t uns u n s i n n i g , d a s s wir uns mit dem Krebsging u n s e r e r W i r t s c h a f t ,
mit A r b e i t s l o s i g k e i t und g e s c h l o s s e n e n B e t r i e b e n abfinden s o l l e n , nur w e l l wir
k e i n e P o l i t i k t r e i b e n und Methoden a u s a r b e i t e n w o l l t e n , d i e eine ausreienende
Kaufkraft ge;3ichert h a e t t e n .
•The CIO News"
1 6 . Januar 1949
ARBEITER ISRAEL3 STUDIEREN PRODUKTIONSMETHODEN IM AUSLAND
Eine Gruppe von 5 0 - 55 A r b e i t e r n I s r a e l s wird i n s Ausland g e s c h i c k t werden,
um i n v e r s c h i e d e n e n I n d u s t r i e s t a a t e n Produkt!onsmethoden im Rahmen e i n e s Prograirms
zu s t u d i e r e n , das H i s t a d r u t , d e r Gewerkscbaftsbund J u e d i s c h e r A r b e i t e r In I s r a e l ,
angekuendigt h a t .
Die Arbeiterhochschule d i e s e s Gewerkschaftsbundes gab im Dezember e i n e n
1 0 - t a e g i g e n Lehrgang, an dem nahezu 100 g e l e r n t e F a b r i k a r b e i t e r aus 75 W e r k s t a e t t e n
und B e t r i e b e n d e r M e t a l l - , T e x t i l - , L e d e r - , D r u c k e r e i - , G l a s - und N a h r u n g s m i t t e l i n d u s t r i e t e i l n a h m e n . Dieser Lehrgang s t e l l t einen T e i l e i n e s Programms d a r ,
das v o r s i e h t , i n den B e t r i e b e n gemeinsame Produkt!onsausschuesse zu b i l d e n und
A r b e i t e r v e r t r e t u n g e n zum Studium von P r o d u k t i v i t a e t s m e t h o d e n i n s Ausland zu
schicken.
Die Teilnehmer d i e s e s Lehrgangs wurden von l o k a l e n Gewerkschaftsvorstaenden
und n a t i o n a l e n Gewerkschaften i n Beratung mit dem GewerkschHftsbund H i s t a d r u t
ausgewaehlt«, Nach Beendigung des Lehrgangs kehren a i e zu i h r e n A r b e i t s p l a e t z e n
z u r u e c k , wo s i e s i c h a k t i v an der g e p l a n t e n Bildung gemeinsamer P r o d u k t ! o n s a u s s c h u e s s e b e t e i l i g e n werden.
S p a c t e r h i n wird man 5 0 * 55 d i e s e r Lehrgangsteilnehmer aussuchen, d i e mit
fcrbeitervertretungen
v e r s c h i e d e n e Laender besuchen s o l l e n , um d o r t mehrere Monate
lang Erfahrungen sammeln und s i c h a u s b i l d e n zu koennen. In jedem Lande wird man
es ihnen ermoeglichen, e i n e Z e i t l a n g i n solchen B e t r i e b e n p r a k t i s c h a r b e i t e n zu
koennen, d i e i h r e n eigenen i n I s r a e l i n Groesse und Art a e h n l i c h s i n d .
•The CIO News»
6 . Januar 1950
LEbEJ)BHALTLT:-r^K03TEN IN POLEN
N e u e r l i c h e n Schaetzungen ueber d i e Kosten d e r w i c h t i g s t e n Nahrungsmittel i n
Polen zufolge muss man i n Polen d u r c h s c h n i t t l i c h d r e i - b i s viermal solange wie i n
Westeuropa a r b e i t e n , um d i e notwendigen L e b e n s m i t t e l kaufen zu koennen. Diese
Angaben s t a r n e n von A. S k r o d z i , einem ehemaligen p o l n i s c h e n GewirkschaftsfurJctionaer,
der 3 i c h nun im E x i l i n F r a n k r e i c h a u f h a e l t .
Unter Zugrundelegung e i n e r vom z e n t r a l p o l n i s e h e n s t a t i s t i s c h e n Buero veroeff e n t l i c h t e n P r e i s l i s t e und d e r o f f i z i e l l e n Durchschnittseinkommen i n Polen e r m i t t e l t e Mr. S k r o d z i achaetzungsweise d i e Kaufkraft d e r Arbeiter i n d i e s e r Nation
h i n t e r den E i s e r n e n Vorhang. S e i n B e r i c h t wurde i n e i n e r neueren Ausgabe des

-5 -

�»Exilgewerkschafter" v e r o e f f e n t l i c h t , e i n e Z e i t u n g , d i e von e i n e r Qrüppe von
Gewerkschaftern i n P a r i s herausgegeben wird, d i e aus den kninrmj.nl3tisch
b e h c r r a c h t e n Laendern geflohen sind*
Ein V e r g l e i c h der S t a t i s t i k e n Mr. S k r o d z i s ueber Polen und s o l c h e r aus
westeuropaeischen Laendern, d i e von z u v e r l a e s s i g e n s t a t i s t i s c h e n D i e n s t s t e l l e n
zusammengetragen wurden, w e i s t eine g r o s s e U n t e r s c h i e d l i c h k e i t i n d e r Kaufkraft
d e r A r b e i t e r d i e s - und j e n s e i t s des E i s e r n e n Vorhangs auf«
E i n e r k u e r z l i c h i n den f r e i e n Laendern durchgefuehrten Erhebung zufolge
ueber d i e Kaufkraft fuer L e b e n s m i t t e l , gemessen an dem Stundenlohn e i n e s
A r b e i t e r s , s t e h e n A u s t r a l i e n und d i e V e r e i n i g t e n S t a a t e n an e r s t e r , bezw,
zweiter S t e l l e . Frankreich hat die vierzehnte S t e l l e i n d i e s e r Liste inne..
Und t r o t z d e m l i e g e n d i e V e r h a e l t n i s s e fuer den f r a n z o e s i s c h e n Durchs c h n i t t s a r b e i t e r weit b e s s e r a l s fuer den p o l n i s c h e n , wie d i e folgenden
V e r g l e i c h e beweisen!
Um zwei Pfund Schweineschmalz kaufen zu koennen, muss d e r f r a n z o e s i s c h e
A r b e i t e r zwei Stunden a r b e i t e n gegenueber s i e b e n S t u n d e n , d i e der p o l n i s c h e
A r b e i t e r zum Kauf d i e s e r Ware b e n o e t i g t ; fuer Margarine (2 Pfund) - i n
F r a n k r e i c h 2\ Stunden, i n Polen 6 S t u n d e n ; Zucker (2 Pfund) - i n F r a n k r e i c h
1 S t u n d e , i n Polen 3 Stunden; Kaffee (2 Pfund) - i n F r a n k r e i c h 4» i n Polen
22 Stunden; F i s c h (2 Pfund) - i n F r a n k r e i c h l£ S t u n d e , i n Polen 6£ S t u n d e n ;
Milch ( 1 L i t e r ) - i n F r a n k r e i c h 22 Minuten, i n Polen 5 0 Minuten; E i e r
( 1 Dutzend) - i n F r a n k r e i c h 1 Stunde und 45 Minuten und i n Polen 4 Stunden
und 45 Minuten«
ECA Labor I n f o r m a t i o n
3 0 . Januar 1950
WAS IST FALSCH AM TAFT-HARTLEY GSSETZ7
(Von Maurice J . Tobin, U3 A r b e i t s m i n i s t e r )
Anmerkung des Herausgebers 1 Der folgende A r t i k e l s t e l l t
e i n e Zusammenfassung der E r k l a e r u n g des US A r b e i t s m i n i s t e r s
Tobin d a r , d i e e r mit Bezug auf das T a f t - H a r t l e y Gesetz vor
dem Kongress abgegeben h a t . Er s o l l e i n e Beantwortung d e r
z a h l r e i c h e n Anfragen s e i n , i n denen man den M i n i s t e r um s e i n e
gegenwaertige Stellungnahme zu diesem Gesetz und d i e Eegruendung s e i n e r Meinung g e b e t e n h a t t e . Das T a f t - H a r t l e y - G e s e t z
b e d e u t e t e i n e s o w e s e n t l i c h e V e r s c h l e c h t e r u n g der a m e r i k a n i schen A r b e i t s g e s e t z g e b u n g , d a s s es nicht, nur e i n e n E n t r u e s t u n g a sturm i n n e r h a l b der amerikanischen A r b e i t e r s c h a f t h e r v o r r i e f ,
sondern p r a k t i s c h zur p o l i t i s c h e n M o b i l i s i e r u n g der f r u e h e r
p o l i t i s c h n e u t r a l e n Gewerkschaften f u e h r t e . S e i t der Verabschiedung des T a f t - H a r t l e y Gesetzes s i n d , d i e beiden amerikan i s c h e n Gewerkschaf tsbuende p o l i t i s c h a u s s e r o r d e n t l i c h a k t i v .
Wie i c h b e r e i t s vor dem Kongress e r k l a e r t h a b e , h a t das T a f t - H a r t l e y
Gesetz e i n e Einschraenkung des Rechtes d e r A r b e i t e r zur Folge g e h a b t , s i c h
zu o r g a n i s i e r e n und Kollektiv-Verhandlungen zu f u e h r e n . Das Gesetz war das
Ergebnis e i n e r a r b e i t e r f e i n d l i c h e n E i n s t e l l u n g und H y s t e r i e . I c h e r i n n e r e
an S e n a t o r Aiken, d e r am 12. Mai 1?47 v ° r dem S e n a t e r k l a e r t e t
•Es i s t e r s t a u n l i c h , deas M i t g l i e d e r des S e n a t s i h r e n Gleichmut bewahren
koenren und nach b e s t e u Gewissen fuer d i e s e s Gesetz stimmen, nur w e i l s i e
d e r i n t e n s i v s t e n , umfassendsten und b o e s a r t i g s t e n Propaganda a u s g e s e t z t waren,
mit der man je e i n e n Kongress b e e i n f l u s s t hat»
•Ich spreche n i c h t von dem Pxcpagandafeldzug der Gewerkschaften, obwohl
i c h auch davon n i c h t v i e l h a l t ? . Wt« i c h meine, i s t e i n e Propaganda, d i e wohl
M i l l i o n e n D o l l a r g e k o s t e t h a t . I c h w^ere n i c h t u e b e r r a s c h t , wenn s i c h d i e
Gesaiiitkosten fuer d i e s e Kampagne auf IOC M i l l i o n e n D o l l a r b e l i e f e n . Im

- 6 -

�Fruehjahr vorigen Jahres berichtete ich dem Senat, dass a l l e i n der Werbefeldzug
im Maerz, den der Nationale Fabrikantenverband gegen die Arbeiterschaft gefuehrt
hat, 2 Millionen Dollar kostete; und diese Behauptung hat man bis heute noch
nicht widerlegen koennen, obwohl seitdem ein Jahr verstrichen i s t . »
Das Taft-Hartley Gesetz muss vom Kongress widerrufen werden. "The Christian
Science Monitor« s t e l l t e in einem Leitartikel am 17. Januar 1949 f e s t i
"Seit der grossen Streikwelle und dem Entstehen des Taft-Hartley Gesetzes in
den Jahren 1946 und 1947 i s t v i e l Wasser ins Meer geflossen. Etliche, allgemeine
Mutmassungen haben sich nicht e r f u e l l t . Es duerfte inzwischen eigentlich klar
geworden sein, dass die grosse Masse der Arbeiter Amerikas wuenscht, Gewerkschaften
anzugehoeren und zwar aus eigenem, freien Entschiusa heraus; dass die Arbeiterschaft im allgemeinen ihren Fuehrern verschreibt, was s i e tun s o l l e n , und sie
unterstuetzt; und dass ferner die amerikanische Arbeiterschaft, mit ganz wenig
Ausnahmen, politische Streiks oder kommunistische Machenschaften ebenso wenig
liebt wie die Amerikaner im allgemeinen«
Wie wahr diese Feststellungen sind, beweisen die Ergebnisse der Arbeiterabstimmungen ueber das •union-shop" Svstem (nach diesem System verpflichtet
sich der Arbeitnehmer bei seiner Einstellung, der Gewerkschaft innerhalb einer
bestimmten Frist beizutreten), die von dem Bundeseusschuss fuer Arbeitsfragen
(National Labor Relations Board) nach Inkrafttreten des Taft-Hartley Gesetzes
durchgefuehrt wurden.
Dieses Gesetz hat Verwirrungen auf dem Gebiet der Wechselbeziehungen der
Arbeiter zu den Gewerkschaften mit sich gebracht, es hat die Möglichkeiten
des Eollektiwerhandelns begrenzt, die Regierung unnoetigerweise mit Arbeitss t r e i t i g k e i t e n in Verbindung gebracht und die Hechte der Arbeiter beschnitten«
Zu den grundlegenden Fehlern des Gesetzes zaehlen folgendet
1« Das Verbot der WohlfahrtsVereinbarungen der Gewerkschaften, die sieh
s e i t mehr als hundert Jahren nutzbringend - sowohl fuer den Arbeiter als auch
fuer den Unternehmer - erwiesen haben.
2. Die besondere Betonung, die in dem Gesetz auf die Anwendung von Verordnungen gelegt wird, um Arbeitsstreitigkeiten beizulegen.
3*

Die Abtrennung des Bueros fuer Schlichtungswesen vom Arbeitsministerium.

4* Die unbesehrsenkten Vollmachten, mit denen das Gesetz den Obersten
Anwalt des Hundesaussehr3ses fuer Arbeitsfragen ausgestattet hat, und die ihn,
man koennte sagen, zu einem "Zaren der Arbeiterschaft" machen.
5* Die Bestimmung des Gesetzes, zahlreiche Wahlen durchzufuehren, die eine
staendig ungeklaerte Situation in den Wechselbeziehungen Arbeitnehmer-Arbeitgeber schaffen.
6. Diu Bezeichnung der friedlichen Streikposten als gesetzmaessig unzulaessig.
7»

Dan Verbot, Beitraege fuer die Gewerkschaft vom Lohn abzuziehen.

8. Die Verweigerung des Wahlrechts
lichen Streiks befinden.

fuer Leute, die sich in wirtschaft-

9» Das Recht der Arbeitgeber, Abstimmungen ueber BetriebsVertretungen
zu beantragen.
10.

Die den Stanken- und Wohlfahrtskassen auferlegten Einschraenkungen.

11. Die Moeglichkeit, die bundesstaatliche Gerichtsbarkeit aufzugeben,
wenn die staatlichen Gesetze den Wohlfahrtsvereinbarungen der Gewerkschaften
groessere Eies ehr Senkungen auferlegen.
- 7

�12. Das allgemeine Verbot politischer Zuwendungen und Ausgaben der
Gewerkschaften»
13»

Das Recht, Schadenersatzansprueche an die Gewerkschaften zu stellen.

14. Die unterschiedslose Aechtung aller mittelbarer Boykotts, ob sie
berechtigt sind oder nicht.
15» Die mandatmaessigen Verordnungen, die im Falle gewisser unfairer
Methoden der Gewerkschaften erlassen werden koennen.
16. Die eingehenden, nicht zu umgehenden Untersuchungsverfahren, einschliesslich einer Wartezeit von 80 Tagen, die bei dringenden Streitfällen
durch Verordnung auferlegt werden; dazu das Verbot, Untersuchungsausschuesse
hinzuziehen» die den Parteien helfen koennten, solche Streitigkeiten beizulegen.
In einem Leitartikel der "Business Week" vom 18. Dezember hiess est
"•Der grosse Fehler des Taft-Hartley Gesetzes ist, dass es zu weit ging. Es
hat den Charakter eines Gesetzes verloren, das fuer sich beansprucht, nur zu ordne
und nicht zu zerstoeren.
-

"Bei einer Arbeitslosigkeit mehrerer Millionen und einer Regierung in
Washington, die nicht fuer die Gewerkschaften eingestellt war* kann man sich
vorstellen, dass dieses Gesetz die Gewerkschaftsbewegung haette zugrunde richten
koennen.
•Die folgenden Bestimmungen des Taft-Hartley Gesetzes waren dazu angetan,
diese Zerstoerung zu bewerkstelligen! (1) durch Verordnungen kann es verhindert
werden, Streikposten zu stellen; (2) die Arbeitnehmer koennen eine Abstimmung
fuer oder gegen Kollektiwerhandlungen verlangen; (3) Streikenden kann das Wahlrecht abgesprochen werden - damit zaehlen nur die Stimmen der NichtStreikenden;
und wenn (k) die Wahlen zuungunsten der Gewerkschaft ausfallen, muss die Regierung dieses Ergebnis fuer gueltig und gesetzlich erklaeren.
"Sobald ein Reservoir an ueberzaehligen Arbeitskraeften besteht, mit denen
ein Arbeitgeber die Streikenden zumindest symbolisch ersetzen kann, koennen diese
vier Bestimmungen, zusammen angewendet, vermutlich eine Gewerkschaft zugrunde
richten.
"Indem das Gesetz soweit geht, macht es sich selber wertlos."
Das Taft-Hartley Gesetz ist auch aus einem anderen Grunde unwirksam. Man
versuchte damit, Millionen von Arbeitern Verhaltungsmassregeln aufzuzwingen, mit
denen sie und Millionen ihrer amerikanischen MLtbuerger nicht einverstanden sind.
Man liess ausser acht, dass die Arbeiter die ueberwaeltigende Mehrheit unseres
Volkes ausmachen und das Rueckgrat der Nation darstellen. Die erdrueckende
Mehrheit von 15 Millionen organisierter Arbeiter der Vereinigten Staaten wendet
sich mit Entschiedenheit gegen das Taft-Hartley Gesetz. Ihre Auffassungen und
Beduerfnisse koennen nicht einfach uebergangen werden. Wie Abraham Lincoln
sagtet "Alles, was fuer die Arbeiterschaft von Nutzen ist, dient der gesamten
Nation» Alles, was der Arbeiterschaft zum Nachteil gedeiht, ist Verrat» Zwischen
diesen beiden ist kein Kompromiss moeglich,»
Das Taft-Hartley Gesetz stellt eine ungesunde und zersetzende Macht dar»
Die Aufhebung des Gesetzes wuerde die guten Beziehungen zwischen Arbeitern und
Unternehmern foerdern»
Labor Press Service
U.S» Department of Labor
Woche des 12. Dezember 1949

- 8 -

�SAMUEL GOMPIRS' LEBHCGlSCrllCIirE
Wie nur wonigen Maennern war es Samuel Gompers v e r g o e n n t , zu e i n e r
h i s t o r i s c h e n Z e i t e i n e r Armee von Menschen auf e i n e r bedeutsamen S t r a s s e
a l s leuchtendes B e i s p i e l v o r a n z u s c h r e i t e n . S e i n Banner wird nun von acht
M i l l i o n e n Arbeitern g e t r a g e n und z i e h t d i e Blicke der gesamten Welt auf s i c h .
So s i s h t , kurz zusammengefasst, s e i n e Lebensgeschichte aust
Samuel Gompers e r b l i c k t e an 27 # Januar I850 im Londoner Osten das Licht
der Welt. Er war der Sohn des Solomon und d e r Sarah (Rood) Gompers, d i e
beide aus Holland stammten. Seine E l t e r n und deren Vorfahren waren A r b e i t e r .
Nach e i n e r S c h u l a u s b i l d u n g von nur v i e r Jahren war Samuel im A l t e r von
10 Jahren b e r e i t s gezwungen, d i e Buerden s e i n e r Familie t r a g e n zu h e l f e n . Er
e r l e r n t e d a s Schuhmacherhandwerk, ohne jedoch G e f a l l e n an diesem Beruf zu
f i n d e n . So wandte e r s i c h dem Handwerk s e i n e s Vaters zu und wurde Z i g a r r e n raacher.
Üfl Gompers 13 Jahre a l t war, wanderte s e i n e Familie nach Amerika a u s .
Nachdem der junge Mann das Zigarrenmacherhandwerk u n t e r d e r Leitung s e i n e s
Vaters e r l e r n t h a t t e , wurde e r G e s e l l e und t r a t i n d i e e n g l i s h s p r e c h e n d e
ZigarrenmachTgewerkschaft d e r S t a d t New York, d i e ehemalige Lokalge werkschaft
Nr. 1 5 , e i n .
Z u e r s t s t a r k von d e r menschenfreundlichen Arbeit d e r W o h l f a h r t s v e r e i n i gungen angezogen, widmete s i c h d e r junge Gompers den guten Werken d e r Logeng e s e l l s c h a f t e n . Als e r jedoch d i e k o n s t r u k t i v e n Moeglichkeiten erkannt h a t t e ,
d i e ihm d i e Gewerkschaft boten* s t e l l t e e r a l l s e i n e n E i f e r und s e i n e F a e h i g k e i t e n i n den Dienst d e r Gewerkschaftsbewegung. Z u e r s t wurde e r Fuehrer e i n e r
Lokalgöwerkschaft und s p i e l t e dann i n a l l e n A r b e i t s a n g e l e g e n h e i t e n d e r S t a d t
New York e i n e massgebliche R o l l e .
Er a r b e i t e t e s i c h i n s e i n e r i n t e r n a t i o n a l e n B e r u f s o r g a n i s a t i o n , der
I n t e r n a t i o n a l e n Zigarrenmachergewerkschaft, empor und erwarb s i c h einen Ruf
und e i n Ansehen, d i e es ihm e r m o e g l i c h t e n , an den allgemeinen Bemuehungen
zur Gruendung e i n e s n a t i o n a l e n Gewerkschaftsbundes im Jahre 1881 m i t z u a r b e i t e n .
Er b e t a e t i g t e s i c h a k t i v i n d i e s e r O r g a n i s a t i o n , war 3 Jahre P r a e s i d e n t und
2 Jahre Mitglied des gesetzgebenden Ausschusses. Nach d e r Verschmelzung des
a l t e n Bundes mit neuen Gewerkschaften, d i e den Namen American F e d e r a t i o n of
Labor t r u g e n , war e r s t a e n d i g , mit Ausnahme des J a h r e s 1895• d e r e n P r a e s i d e n t ,
Samuel Gompers a r b e i t e t e b i s zum A l t e r von 37 J a h r e n . a l s Zigarrenmachor.
A l l s e i n e F r e i z e i t widmete e r d e r o r g a n i s a t o r i s c h e n Arbeit und o p f e r t e sogar
d i e wenigen Stunden s e i n e s F a m i l i e n l e b e n s , d i e den Arbeitern der damaligen
Z e i t zur Verfuegung s t a n d e n . Er s t a n d v i e l e Jahre an der S p i t z e s e i n e r
i n t e r n a t i o n a l e n Gewerkschaft. T r o t z z a h l r e i c h e r G e l e g e n h e i t e n , p o l i t i s c h e
P o s i t i o n e n zu b e k l e i d e n und s i c h an unternehmen zu b e t e i l i g e n , d i e ihn e i n e n
r e i c h e n Kann gemacht h a e t t e n , h i e l t Gompers an seinem I d e a l f e s t , das d a r i n
b e s t a n d , das Leben des A r b e i t e r s zu v e r b e s s e r n .
»
1886' wurde er zum e i n z i g e n , dauernd a n g e s t e l l t e n V e r t r e t e r des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL b e s t e l l t . Von d i e s e r Z e i t an war er unentwegt
damit b e s c h a e f t i g t , d i e Entwicklung e i n e r w i r t s c h a f t l i c h e n Arbeiterbewegung
zu f o e r d e r n . Unter s e i n e r z i e l b e w u s s t e n , k o n s t r u k t i v e n Fuehrung wurden wirkl i c h e Erfolge e r z i e l t .
Er e r k a n n t e , d a s s d i e w i r t s c h a f t l i c h e O r g a n i s a t i o n a l l e n E r f o r d e r n ! ä s e n
d e r Gewerkschaft g e r e c h t werden k o e n n t e , und b e f ü r w o r t e t e d e s h a l b d i e Mobil i s i e r u n g der w i r t s c h a f t l i c h e n Kraefte d e r a r b e i t e n d e n Klasse auf p o l i t i s c h
n e u t r a l e r B a s i s . Als Fuehrer e i n e r a g g r e s s i v e n , p o l i t i s c h n e u t r a l e n A r b e i t e r bewegung b r a c h t e e r im Jahre 1906 b e i den z u s t a e n d i g e n p o l i t i s c h e n Fuehrerns e i n e Beschwerden i n Form e i n e s Antrages v o r .
Diese P o l i t i k wurde mit zunehmendem E r f o l g w e i t e r g e f u e h r t , und d e r
Kongress e r l i e s s w e s e n t l i c h e A r b e i t s g e s e t z e .

- 9 -

�Samuel Campers ist es hauptsaechlich zu verdanken, wenn dieses grundlegende Prinzip gesetzlich verankert wurde, das besagt, dass die menschliche
Arbeit keine verkaeufliehe Ware ist.
Erfahrungsgemaess und aus Sympathie war Samuel Gompers Pazifist. Als im
Jahre 1916 jedoch die Moeglichkeit eines Krieges auftauchte, war er mit einer
der ersten, die ihrem Lande ihre volle Unterstuetzung versprachen, und zwar
tat er dies in seinem eigenen Namen und im Namen der Organisation, deren Fuc-hrer
er war.
Seinem Einfluss und seiner Entschlossenheit war es grösstenteils zu verdanken, dass die Arbeiterbewegung ungeschwaecht blieb trotz geschickter und
verlockender Propaganda, die den Alliierten haette verderblich werden koennen.
Die Arbeiterschaft stand hinter der Regierung, und unter der Fuehrung von
Samuel Gompers gab sie ihr Bestes zum Wohle der Demokratie. Unter Einsatz
«eines eigenen Lebens unternahm er waehrend des Kriege* mehrere Seereisen,
um in einer gefahrlichen Stunde die Arbeiter der alliierten Laender zusamnenschliessen zu helfen*
Er wurde von Praesident Wilson zum Mitglied der Kommission fuer Internationale Arbeitsgesetzgebung bei der Friedenskonferenz in Versailles ernannt«
Auf der ersten Tagung der Kommission wurde er einstimmig zum Praesidenten gewaehlt« Die Kommission entwarf die im Friedensvertrag festgelegte Charta fuer
Arbeitsangelegenheiten, die den Arbeitern aller Laender gleiche Möglichkeiten
fuer bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen garantierte.
Im ersten Nachkriegsjähr half Gompers tatkraeftig mit, die Zeit der Arbeitslosigkeit und Unruhen zu ueberwinden, die ohne seine Unterstuetzung von aufkeimenden revolutionaeren Ideen gefaehrdet worden waere, die zu jener Zeit die
ganze Welt bedrohten.
Es gelang ihm, die Moral innerhalb seiner Organisation aufrechtzuerhalten
und alle Anschlaege abzuwehren, die dazu bestimmt waren, die Gewerkschaftsbewegung im Verlaufe ihrer Neuordnung zu zerschlagen. Mit besonderem Interesse
setzte er sich fuer eine Stabilisierung der Produktion ein, um somit den Arbeitern der ganzen Welt einen hoeheren Lebensstandard ermoeglichen zu koennen.
Die internationalen Demonstrationen in El Paso, Juarez und Mexiko City,
die die ganze Welt aufhorchen Hessen, stellten eine Vollendung hoechsten Grades
der Plaene und Taetigkeiten Gompers dar, die sich ueber viele Jahre erstreckt
hatten. Er half, einen mexikanischen Gewerkschaftsbund zu bilden und wohnte
den Feierlichkeiten bei der ersten konstitutionellen Amtsuebernahme durch einen
Praesidenten beij und dieser Praesident war von den Arbeitern Mexikos gewaehlt
worden.
Als Gompers am 13. Dezember 1924 starb, wurde er mitten aus seiner Arbeit
herausgerissen. Er war gerade einstimmig zum Praesidenten des Amerikanischen
Gewerkschaftsbundes AFL .und des Panamerikanischen Gewerkschaftsbundes, dessen
Gruender ,er gewesen war, wiedergewaehlt worden. Seine letzten Worte galten
der Republik, die ihm so sehr ans Herz gewachsen wari
•

"Gott segne unseren amerikanischen S t a a t .
zu g r o e s s e r e r Vollkommenheit e n t w i c k e l n . »

Moege e r s i c h von Tag zu Tag

•American F e d e r a t i o n of Labor"
Weekly News S e r v i c e
3 . Januar 1950
EINE NORWEGISCHE PRODUKTIVST teTS-TEAM BESUCHT AMERIKA
Norwegen h o f f t , durch g r o e s s e r e i n d u s t r i e l l e L e : s t u n g s f a e h i g k e i t und g e s t e i g e r t e P r o d u k t i o n s l e i s t u n g den h e r r s c h e n d e n Mangel an A r b e i t s k r a e f t e n beheben
zu koennen. Zu diesem Zweck b e r e i t e t man s i c h nun darauf v o r , e i n aus 14 Techn i k e r n . A r b e i t e r v o r g e s e t z t e n und A r b e i t e r n bestehendes Team nach den V e r e i n i g t e n
S t a a t e n zu s c h i c k e n , um d o r t 6 Wochen l a n g Arbf itsmethoden i n Maschinenwerk-^a-,. t t e r
zu s t u d i e r e n «
- 10 -

�Dieaer vt.n der Marahall-Plan-Verwaltung im Rahmen dea Programms zur
Techniachen Unterstuetzung ermceglichte Beauch wird am 8. Februar beginnen.
Die Mitglieder der Abordnung gehoeren der Schiffabau- oder stahlerzeugenden
Induatrie Norwegena an.
Die Studien werden sich auf amerikanische Methoden zur Schaffung besserer
Arbeitsbedingungen und auf verbesserte Betriebsleitungsmethoden in Maschinenwerkataetten konzentrieren» Ala die Arbeiterregierung Norwegens um die Genehmigung dieaea Frojektea erauchte, wiea aie darauf hin, daaa ihre Bemuehungen
zur Steigerung der allgemeinen Produktionsleistung Hand in Hand gingen mit dem
Bestreben, die Leiatungafaebigkeit jedes einzelnen Arbeiters zu erhoehen, und
daaa man hoffe, mit dieaer grcesaeren Leistungsfaehigkeit den besorgniserregenden Mangel an Arbeitakraeften beseitigen zu koennen.
Bevor die Delegation Norwegen verlaesst, aehen aich die einzelnen Mitglieder
in zahlreichen norwegischen Betrieben um, um die in ihrem Lande angewendeten
Methoden mit denen Amerikas vergleichen zu koennen. Die Delegierten wurden
auaaerdem ueber die Verhaeltniaae in den entsprechenden Industriezweigen in
Kenntnis gesetzt und in Methoden unterrichtet, die ea ihnen in wirksemer
Weise ermceglichen aollen, den Arbeitern und Unternehmern nach Beendigung
ihrer Reise die Brgebniaae ihrer Studien mitzuteilen»
3CA Labor Information
27. Januar 1950

HOHER WARENVEKPRATUH IN AMERIKA.
"Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten funktioniert am besten, wenn
die Geschaeftaleute die Preise ihrer Produkte niedrig halten, um dadurch
den Verbrauch zu steigern," erklaerte der amerikanische Handelsminister
Charlea Sawyer in einer Ansprache, die er unlaengst vor einer Konvention von
GeschaeftBleuten in Atlantic City, N.J., gehalten hat.
Durch die Erhoehung der Lcehne und die Senkung der Preiae in den Vereinigten
Staaten im Jahre 1949 f &gt;r dieaea Jahr daa beate, das der Durchachnittaverbraucher
in der Wirtschaftsgeschichte Amerikas je erlebt hat, versicherte der Handelsminister. Bei niedrigen Preiaen und hoeherem Verbrauch waere ea den Verbrauchern
moeglich gewesen, mit weniger Arbeit mehr Waren und Dienatleistungen kaufen zu
koennen»
Mr. Sawyer berichtete, dasa das allgemeine Preisniveau de8 Jahrea 1949
gegenueber dem vorangehenden Jehr gesunken sei, was den Wert des Dollars
fuer die Millionen amerikanischer Kaeufer erhoeht haette. Er fuegte hinzu»
•Viel neue und verbesserte Erzeugnisse fanden zum ersten Mal den Weg zum
Merkt. Sa bestand eine weit groeaserc Auswahl an Typen und Q,ualitaeten ala
je zuvor.»
An Hand von Zahlen zeigte er, dass im Laufe der letzten zehn Jahre der
Durchschnittsverbrauch zahlreicher Waren gestiegen ist und schloss mit den
""orten 1 "Diese Art von Fortachritt ist fuer den Verbraucher von grosser
Bedeutung."
ECA Labor Information
1. Februar 1950

GRCESSERS SICHERHEIT DER ARBEITER IN ENGLAND QEFCRDERT.
"Sicherheit der Arbeit fuehrt zu groesserer Produktionsleistung," erklaerte
G.P. Barnett, der Chef der Inapektionsabteiiung, die in den Fabriken "nglanda
Untersuchungen anateilt, in eine« kuerzlich erschienenen Bericht ueber die
Sicherheitsverhaeltniaaa in den Betrieben Englands. Jer Bericht zeigt, dasa
die Zahl der Eetriabaunfaelle in dem Jahr, waehrend dessen die Untersuchungen
durohgefuehrt wurden, um 2CCC gesunken ist.

- 11 -

�T

r . B a r n e t t w i d e r l e g t e d i e Behauptungi dass " d i e Beachtung d e r S i c h e r h e i t s m a s s r e g e l n von d e r e i g e n t l i c h e n Produktion a b l e n k t . "
"Angesichts d e r
U n f a l l s t a t i s t i k i s t d i e s e Behauptung v o e l l i g unbegruendot," s a g t e e r .
"Abgesehen
von derr Verlust an A r b e i t s k r a e f t e n durch I L f a e l l e , hat man f e s t g e s t e l l t , dass
g r o e s s e r e Beachtung s i c h e r e r Arbeitsmetti öden zu w i r k s t r e r Produktion f u e h r t , "
B©r I n s p e k t o r b e r i c h t e t e ! dass nennenswerte F o r t s c h r i t t e gemacht werden
s e i e n , indem d i e Zahl d e r B e t r i e b s u n f a e l l e zurueckgegangen und b e s s e r e S i c i i e r heitsmaesnahmen f u s r d i e A r b e i t e r g e t r o f f e n worden s e i e n . Er wies jedoch
darauf h i n , dass noch v i e l g e t a n werden muesse, um i n den e n g l i s c h e n F a b r i k e n
einen hohen Grad an S i c h e r h e i t und S a u b e r k e i t zu e r r e i c h e n . .Maschinen v e r u r s a c h t e n noch z a h l r e i c h e U n f a e l l e .
Xm Baugewerbe e r e i g n e t e n s i c h noch zu v i e l U n f a e l l e , w e i l s i c h die A r b e i t e r
unnoetigen Gefahren a i s s e t z t e n , f u e h r t e Mr. Barnett w e i t e r a u s . Er s c h l u g v o r ,
die A r b e i t e n im Baugewerbe b e s s e r zu ueberwachen und die A r b e i t e r davon zu
ueberzeugen, dass die Sicherheitsbestimmungen ihnen p e r s o e n l i c h zugute kommen...
Deshalb s e i es unumgaenglieh, dass s i e n i t h e l f e n wuerden, s o l c h e Massnahmen
einzufuehren und s i e zu befolgen.
Der I n s p e k t o r b e r i c h t e t e , di.ss man z a h l r e i c h e Firmen ueberzeugt oder g e zwungen h a e t t e , ungeeignete oder g e f a e h r l i c h e Fabrikgebaeude zu raeumen, und
dass man i n den m e i s t e n F a e l l e n andere Unternehmer g e h i n d e r t h a e t t e , d i e s e
Gebaeude wieder zu b e z i e h e n . Ausserdem s e i e n v i e l e Fabriken neu a n g e s t r i c h e n
und i h r e B e l e u c h t u n g s e i n r i c h t u n g e n v e r b e s s e r t worden. Er b e z e i c h n e t e zu
g r e l l e s L i c h t oder mangelhafte Beleuchtung a l s d i e h a e u f i g s t e n Misstaende, d i e
r a n noch i n v i e l e n W e r k s t a e t t e n a n t r e f f e n koenne«
EGA Labor I n f o r m a t i o n ,
27. Januar 1%0.
- 12 -

Office of Labor
HIC0O, APO 757

Affair,

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Press« und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weiter* Exemplare können kostenlos bei
.
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission f&amp;r Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

11-50

Frankfurt, 17« Februar 1950
IWH A LT 3 V ERZ E I C HN I S

Marshall Plan Komitee fuer Berlin

. . . . . . . g

Praesldent Trumans neues Wohnungsbauprogramm

Schwedischer Aufruf zum Exportieren

- - - 2

- - - - - - - - 3

Zempel und Werts In fuehrenden Positionen des
Bueros fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten - 5
Ein Interessanter Briefwechsel . . . . . . . . .

.6

AFI fuer Solldarltaet der Arbeiterschaft der
ganzen Welt - - - -

— . - - . . - . . - - - - -

Unabhaengigkelt der Arbeltsrichter gefordert

- 1 -

-u

- - -18

�MARSHALL PLAN KOMITEE FUER BERLIN
(Berlin, 12. Januar 1950) - Howard P. Jones, Direktor der
Wirtschaftsabteilung Im Amt der Hohen Kommission In Berlin und
Generalvertreter der Marshall Plan Verwaltung In Berlin, gab
heute bekannt, dass ein Berliner Beratungsausschuss fuer den
Marshall Plan gebildet wurde, der sich aus 12 Mitgliedern zusammensetzt«
Die zwei wichtigsten Aufgaben dieses Komitees werden sein:
(1) Ein Programm fuer langfristige Kapitalinvestierungen
fuer Berlin zu entwerfen, das die Stadt in das gesamteuropaeische
Marshall Hilfsprogramm einbeziehen soll.
(2) Den amerikanischen Oberkommandierenden In Berlin, Generalmajor D. Taylor, und Mr. Jones beratend zur Seite zu stehen«
Das Komitee setzt sich aus Vertretungen der verschiedenen,
mit der Marshall Hilfe in Verbindung stehenden Gruppen Berlins
zusammen, das helsst, Vertretern der Gross- und Klein-Industrie,
des Handels, der Arbeiter und Unternehmer, der Banken und Finanzaemter und des Magistrats.
In Kuerze wird eine Konferenz stattfinden, bei der der Vorsitzende aus den Reihen des Komitees gewaehlt und die organisatorische Arbeit zur Durchfuehrung der gestellten Aufgaben erledigt
wird. Die Bildung eines solchen Komitees .war noetig, weil der
Stadt bereits insgesamt 150 Millionen D-Mark zur Verfuegung gestellt worden sind (95 Millionen aus ECA Gegenwertfonds und 55
Millionen fuer das Westberliner Elektrizitaetswerk, und well im
Fruehjahr weitere Geldmittel angefordert werden muessen«
Die Mitglieder des Komitees sind: Stadtrat Dr. Klingelhoefer,.Wirtschaftsabteilung des Berliner Magistrats; Dr. Paul
Hertz, Magistratsdirektor im Berliner Magistrat; Herr Otto Busack,
Wirtschaftsabteilung des Berliner Magistrats; Dr. Friedrich Ernst,
Vorsitzender des Vorstandes der Berliner Zentralbank; Dr. Franz
Seume, Vizepraesident der Berliner Zentralbank; Direktor Georg
Leipersberger, Siemens-Schuckertwerke A.G.; Direktor Friedrich
Spennrath, AEG; Herr Heinrich Walter, Typograph G.m.b.H.; Herr
Walter Cobler, Turhonwerke; Herr Henneberg, Elektromeister;
Herr Erwin Combe, Obermeister; Herr Heinrich Vockel; Herr Ernst
Scharnowski, UGO; Herr Hans Lips, UGO und Herr Heinrich Galle.
PRAESIDENT TRUMANS NEUES WOHNUNGSBAUPROGRAMM
Das neue, von Praesldent Truman zur Bewilligung eingereichte
Wohnungsbauprogramm scheint im Kongress grossen Anklang gefunden
zu haben.
Die Antraege wurden von Maybank, einem Konservativen aus
Sued-Karolina, und von Spence, einem fortschrittlichen Demokraten
aus Kentucky, dem Senat bzw. dem Repraesentantenhaus vorgelegt«
Man will damit Familien der mittleren Einkommensgruppen ermoeglichen, mit Unters tuet zung von Genossenschaften in den Besitz
anstaendiger Wohnungen zu erschwinglichen Preisen zu kommen«
Diese Familien befanden sich hinsichtlich ihrer Wohnungsmoegllchkeiten bisher in einer Art "Niemandsland"• Ihre Einkommen waren naemlich nicht niedrig genug, um in den Genuss aus
oeffentlichen Mitteln finanzierter Wohnungsmoeglichkeiten bisher
in einer Art "Niemandsland"• Ihre Einkommen waren naemlich nicht
niedrig genug, um in den Genuss aus oeffentlichen Mitteln finanzierter Wohnungen kommen zu koennen; andererseits war es ihnen
mfSfeSeJd2rnzS°k13f5n!i,tn • * * " 0 « « l l c h . *°d«ne Wohnungen zu
- 2 -

�Der Amerikanische Gewerkt haftsbund AFL bezeichnet das neue
Programm als Loesung der ungeklaerten Lage, In der sich diese
Familien befanden, und befuerwortet es unbedingt. Dieser bedeutende
Gewerte chaftsbund hat schon seit einiger Zelt auf die Notwendigkeit
hingewiesen, derartige Genossenschaften zu gruenden.
Praesldent William Green erklaerte hierzu: "Durch langfristige
Kredite mit niedrigen Zinssaetzen, wie sie in dieser Gesetzesvorlage vorgesehen sind, wird es Arbeitern, Veteranen und anderen
Familien mit mittleren Einkommen moeglich sein, sich bei monatlichen
Zinszahlungen oder Mieten von 50 bis 60 Dollar Wohnheime zu bauen
oder neue Wohnungen zu mieten."
Er hob besonders hervor, dass es zur Durchfuehrung des Programms
keinerlei finanzieller Unterstuetzung seitens der Regierung bedarf.
Der Senator John J. Sparkman, Alabama, und das Kongressmitglied Spence, die sich Im Kampf um das Recht auf anstaendige Wohnungen besonders hervorgetan haben, hatten urspruenglich staatliche
Darlehen fuer die Wohnungsbaugenossenschaften vorgeschlagen. Nach
dem neuen Programm sollen die Darlehen von einer buhdesstaatlichen
Gesellschaft ausgegeben werden, die gemeinsames Eigentum der Regierung und der Wohnungsbaugenossenschaften ist und von beiden
gemeinsam verwaltet wird.
Gewerkschaftsmitglieder und all anderen, die Wohnungen benoetigen, sollen sich zusammenschliessen und Genossenschaften bilden«
Die dazu notwendige technische Unterstuet zung sowie die Planung des
Wohnungsbaus werden von der Finanzverwaltung fuer Haus und Wohnungsbau uebernommen.
Natuerlich wird jedes Mitglied eine bestimmte Anfangssumme
in geringer Hoehe zu entrichten haben, um "die Sache ins Rollen zu
bringen." Dann wird die Genossenschaft bei der "Nationalen Hypothekenbank fuer Wohnungsbaugenossenschaften" (National Mortgage Corporation for Houslng Cooperatives) eine Anleihe beantragen. Nach
deren Bewilligung koennten Bauplaetze gekauft und mit dem Bau begonnen werden.
"Ich halte dies fuer eine Idealloesung", erklaerte Senator
Sparkman. "Menschen wuerden in den Besitz guter Wohnungen kommen,
die sie zur Zeit am dringendsten benoetigen.
"Die Bereinigung von Elendsvierteln und oeffentlicher Wohnungsbau fuer Familien der niedrigen Einkommensgrüppen sind bereits gesetzlich geregelt worden. Fuer die Wohlhabenden ist diese Frage
natuerlich auch geloest.
"Wenn dieses Programm verwirklicht wird, koennen wir zum erstenmal in der Geschichte Amerikas mit gutem Gewissen behaupten, dass
die Wohnungsfrage zur Zufriedenheit aller bei uns geloest ist."
•LABOR"
14. Januar 1950
SCHWEDISCHER AUFRUF ZUM EXPORTIEREN
Die schwedischen Gewerkschaften und ihre Presse setzten sich
zusammen mit der dortigen Arbeiterregirung in einer umfassenden
Kampagne fuer eine Steigerung des Exports nach den Dollargebieten
ein. Sie haben an der Planung und Veroeffentlichung dieses nationalen Programms groessten Anteil.
Die schwedischen Exporte im Jahre 1949 lagen bereits um 14g
hoeher als 1948. Die schwedische Regierung hat in dieser neuen
Kampagne nun alles daran gesetzt, die Exportziffern noch wesentlich
zu erhoehen.

�"Der Fortschritt, den wir erzielen konnten, Ist grösstenteils
dem Marshall Plan zu verdanken,• sagte Premierminister Tage Erlander
kuerzllch in einer Rede, in der er den Zweck dieser Propagandakampagne auseinanderlegte. Er wies darauf hin, dass der hohe Lebensstandard Schwedens zum grossen Teil auf den Aussenhandel und die
damit verbundenen Auftraege zurueckzufuehren sei, und erklaerte:
"Ein freierer Aussenhandel wuerde zu einer Verringerung der Produktionskosten und zu niedrigeren Preisen fuehren."
Schweden befuerwortete den Marshall Plan, da er als ein Mittel
zu werten sei, das den freieren Handel unter den Nationen erleichtert." Wir sahen in den Ziehungsrechten eine Moeglichkeit, den
Handel In natürlichere Bahnen zu lenken."
Alle Hoffnungen Schwedens seien Jedoch nicht erfuellt worden,
fuhr der Regierungssprecher fort. Er beanstandete folgendes: "Wenn
auch der Marshall Plan von grossem Wert fuer Europa ist, so darf
doch nicht vergessen werden, dass Handelsbeschraenkungen und das
System der gegenseitigen HandelsVereinbarungen seit Beginn des Marshall
Planes kaum vermindert wurden." Er drueckte seine Genugtuung darueber
aus, dass sich die Marshall Plan Beamten mit dieser Situation nicht
zufrieden gegeben haetten, sondern daran gegangen seien, den freieren Handel durch Anregung des Exports zu ermoegllchen.
Die wichtigsten Projekte der gegenwaertigen Exportkampagne
Schwedens sind folgende: (1) die Teilnahme an einer Exportausstellung, die die Marshall Plan Laender durch Vermittlung ihrer gemeinsamen Organisation fuer Europaelsche Wirtschaftliche Zusammenarbeit
(OEEC) im August in Chikago planen; (2) ein nationaler Propagandafeldzug, um die Oeffentlichkeit mit dem Exportproblem vertraut zu
machen und alle Schichten der Bevoelkerung davon zu ueberzeugen, dass
es, vom wirtschaftlichen Standpunkt gesehen, wesentlich ist, sich
im ganzen Land auf die Produktion von Exportwaren zu konzentrieren;
und (3) hat die schwedische Regierung zur Steigerung des Exports
besondere Belohnungen fuer die Geschaeftsleute vorgesehen, die zur
Exportsteigerung beitragen. Dazu gehoeren: Dollar-Importlizenzen,
die 25%. des Ertrages ihrer in den Vereinigten Staaten verkauften
Waren entsprechen; die Genehmigung von Vorrechten; und die Bewilligung von Bauvorhaben und Zuteilung von Material.
Die Gewerkschaften und die Gewerkschaftspresse unterstuetzen
diese Projekte ausnahmslos und beteiligen sich an deren Planung
und Durchfuehrung. Der Hauptzweck der Exportmesse besteht darin,
den Dollarabnehmern der Vereinigten Staaten Waren zu zeigen, die
die europaeischen Nationen anzubieten haben; sie hoffen damit, den
Exporthandel fuer Europa zu foerdern und den Mangel an Dollars reduzieren zu helfen.
Zwei prominente schwedische Gewerkschaftsfunktlonaere sind
Mitglieder eines von der Regierung gegruendeten Komitees, das
Schwedens Beteiligung an dieser Messe vorbereiten und organisieren
soll und Moeglichkelten, sich an weiteren amerikanischen Messen zu
beteiligen, in Erwaegung zieht. Knut Larsson, Praesldent der schwedischen Holzindustriearbeiter Gewerkschaft, und Helga Johansson,
Finanzsekretaerin der Gewerkschaft der Zivilangestellten, gehoeren
zu dem Komitee, das sich aus 22 Mitgliedern, der Regierung, Industrie
und des Handels zusammensetzt. Mr. Larsson gehoert ausserdem zu dem
sechs Mitglieder zaehlenden Arbeitsausschuss fuer die Ausstellung der
OEEC, und Larsson sowie Johansson sind bereits frueher in den Vereinigten Staaten gewesen. '

Inzwischen hat es sich ein anderes, wichtiges Komitee, in dem
die Gewerkschaften vertreten sind, naemlich das Wirtschafts-Informations-Komitee, zur Aufgabe gemacht, die inlaendische Propagandakampagne zur Steigerung des Exports einzuleiten. In diesem Komitee
arbeiten Vertreter der Regierung und des Unternehmerverbandes mit
zwei der groessten Gewerkschaftsorganisationen Schwedens, dem Schwedischen Gewerkschaftsbund und der Zentralgewerkschaft der AnÄe«t«»nt«n
zusammen.
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4 -

�Dieses Komitee widmet seine Arbeit der Verwirklichung der
Ziele des Marshall Planes und bedient sich in Verbindung mit der
Exportkampagne aller ihm zur Verfuegung stehender Mittel zur Informierung der Oeffentllchkeit. Vier Filme sind von diesem Gremium
produziert worden. Zwei davon, "Die Wahrheit ueber Johansson" und
"Warum ist es falsch, montags nicht zu arbeiten?" behandeln das
Thema Fernbleiben von der Arbeit. "Wo sind die Haende?" stellt in
erzaehlender Form dar, wie wichtig es ist, einen Beruf zu erlernen
und nicht fortwaehrend die Beschaeftigung zu wechseln. Diese drei
Filme werden in oeffentlichen Lichtspielhaeusern und bei Tagungen
von Gewerkschaften und genossenschaftlichen, politischen und Erziehungs-Organisationen vorgefuehrt.
Der vierte Film, mit dem Titel "Gruppenarbeit", zeigt, wie die
Arbeiter an der Verbesserung der Produktionsverfahren Anteil und
Nutzen haben koennen, und soll nur vor Arbeitergruppen vorgefuehrt
werden.
Das Informations-Komitee hat eine Broschuere ueber die wirtschaftliche Vereinigung veroeffentlicht. Sie traegt den Titel
"Wir ziehen alle am gleichen Strang" und ist reich illustriert.
Die Gewerkschaftspresse hat den gesamten Inhalt der Broschuere
gedruckt und als Zeitungsbeilage veroeffentlicht. Mit saemtlichen
Gewerkschaftszeitungen und den allgemeinen Arbeiterzeitungen, die
diese Beilage fuehrten, gelangte sie in den Besitz von 1.550,000
Gewerkschaftern Schwedens. 20.000 Unternehmer erhielten ebenfalls
Kopien.
Das Komitee hat vier eindrucksvolle Plakate entworfen, die
die Notwendigkeit der gesamtnationalen Zusammenarbeit zum Wiederaufbau dramatisieren. 35.000 Kopien eines Jeden Plakates sind zur
Verteilung gelangt. Mit Zeitungsreklamen, Illustrierten, Broschueren
und vielen anderen Mitteln hat man diese Propaganda aktiviert.
Zum Informations-Komitee gehoeren: als Vorsitzender Sven Anderson, Minister ohne Portefeuille, Folke Allard und Rudolph Meldner
vom Schwedischen Gewejrkschaftsbund und T. E. Bergstrom, Angestelltengewerkschaft.
EGA Labor Information
ZEMPEL UND WERTS IN FUEHRENDEN POSITIONEN DES BUEROS FUER
INTERNATIONALE ARBEITSANGELEGENHEITEN
Arbeltsminister Maurice J. Tobin gab heute bekannt, dass zwei
Schluesseisteilungen in der Abteilung fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten im U. S. Arbeitsministerium besetzt worden seien.
Arnold ^. Zempel wurde zum Direktor und Leo R. Werts zum stellvertretenden Direktor der Abteilung fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten ernannt.
Unter der Gesamtleitung Philip M. Kaisers, des mit internationalen Fragen beauftragten, stellvertretenden Arbeitsministers,
wird Zempel fuer die Leitung und Koordinierung der internationalen
Taetigkeiten aller Dienststellen und Bueros der Abteilung verantwortlich sein. Werts unterstuetzt Zempel und fungiert waehrend
seiner Abwesenheit als Direktor«
Das Buero fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten ist fuer
die Entwicklung der Politik und die technische Beratung in internationalen Arbeitsangelegenheiten verantwortlich. Es ist in fuenf
Referate unterteilt: Vereinte Nationen, Internationales Gewerkschaftswesen, Handelsvertraege, Technische Unterstuetzung und Auslandsdienst.
- 5 -

�In allen Fragen der Aussenpolitik ist das Arbeitsministerium
an den Arbeiten der Vereinten Nationen und ihrer Pachabteilungen
unter der Gesamtleitung des Aussenministerlums beteiligt. Das
Arbeitsministerium ist in erster Linie fuer die Mitarbeit der
Vereinigten Staaten innerhalb der Internationalen Arbeitsorganisa- tion verantwortlich. Es verfolgt die Entwicklungen des internationalen Gewerkschaftswesens und spielt in der Organisation eine
Rolle, deren Aufgabe es ist, das Programm der gegenseitigen Handelsvertraege zu entwerfen und durchzufuehren. Andere Dienststellen
des Ministeriums beschaeftigen sich mit den Programmen anderer
Laender zur technischen Unterstuetzung auf dem Gebiet der Arbeit und
der Arbeltskraefte. Nach den Bestimmungen des Gesetaes von 1945
ueber den Auslandsdienst ist das Ministerium zusammen mit den
Ministerien fuer Landwirtschaft, Handel und dem Aussenministerium,
Mitglied des Rates fuer den Auslandsdienst. Innerhalb dieses
Gremiums ist das Arbeitsministerium hauptsaechlich fuer das Programm
"Arbeit im Ausland" verantwortlich.
Zempel stammt aus Wisconsin und promovierte 1927 an der Universitaet von Wisconsin. An der gleichen Universitaet machte er
spaeter seinen volkswirtschaftlichen Doktor. Von 1935 bis 1942
lehrte er Arbeitswissenschaft und -Statistik an der Washington
Universitaet in St. Louis, Missouri. 1943 gehoerte Zempel dem
nationalen Ausschuss fuer Arbeitsfragen im Kriege (National War
Labor Board) in Kansas City, Missouri, an. Waehrend des Krieges
war er Major bei der Militaerregierung und war als Beamter fuer
Arbeitsangelegenheiten in Italien und Deutschland eingesetzt. Seit
1946 war Zempel im Amt fuer Internationale Arbeitsangelegenheiten
taetig. Vor seiner Ernennung zum Direktor war er stellvertretender
Direktor in diesem Amt und nahm als Mitglied der US Delegationen
an mehreren Tagungen der Internationalen Arbeitsorganisation teil.
Werts, gebuertig aus Ohio, promovierte 1929 am George Williams
College ih Chicago, Illinois, und spaeter wurde ihm von der Universitaet Chikago der Titel "Bachelor of Philosophy " (Ph 3) verliehen. Von 1941 bis 1945 war er ununterbrochen in der Abteilung fuer
Arbeit im Buero fuer Produktionsleitung taetig, ferner im Aufsichtsrat fuer Kriegsproduktion und in dem Ausschuss zur Ueberwachung der
Arbeltskraefte im Kriege. Von 1945 bis zu seiner jetzigen Ernennung
amtierte Werts als Direktor der Abteilung fuer Arbeit im Amt der
amerikanischen Militaerregierung und unterstand von 1946 bis zu
seinem Amtsantritt im Arbeitsministerium unmittelbar dem Militaergouverneur, General Lucius D. Clay.
Informationsdienst des
U.S. Arbeitsministeriums
19. Januar 1950
EIN INTERESSANTER BRIEFWECHSEL
Berlin - Es folgt der Text eines Briefes, den
die Kommandanten Westberlins an den sowjetischen
KOILMandanten Ostberlins, Generalmajor Kotikow,
gerichtet haben:
Generalmajor A. Kotikow
Garnisonskommandeur und
Milltaerkommandant des
sowjetischen Sektors Berlins
Betrifft:

13. Januar 1950

Verletzung des Abkommens zur Beilegung des Berliner
Eisenbahnerstreiks. "

Wir stellen mit Bedauern fest, dass sie sich in Ihrem Brief
vom 19. Dezember 1949 erneut weigern, dem feierlichen Versprechen

�der sowjetischen Behoerden nachzukommen, das die Basis zur Beendigung des Berliner Eisenbahnerstreiks bildete.
Sie versichern, dass die Aussenminister auf ihrer Konferenz
in Paris die Beilegung des Berliner Eisenbahnerstreiks nicht als
einen wesentlichen Faktor zur Normalisierung des Lebens in Berlin
betrachteten. Das entspricht nicht den Tatsachen. Am 15. Juni
wurde das Problem des Berliner Eisenbahnerstreiks in einer Sondersitzung der vier Aussenminister in Paris besprochen. Bei dieser'
Gelegenheit erklaerte der amerikanische Aussenminister, dass die
vier Aussenminister an einem Modus vivendi fuer Deutschland arbeiteten, der, wie es Mr. Wyschinsky bezeichnete, ein Abkommen
unter Gentlemen sei, das den guten Willen der Beteiligten erfordere.
Wenn die vier Maechte keine Einigung erzielen koennten, die diesen
Streik beenden kann, dann haette angesichts einer solchen Unfaehigkeit, sich ueber eine praktische Angelegenheit zu einigen, auch
Jede andere Vereinbarung, die sie treffen koennten, wenig Wert.
Diese klare Feststellung, der sich auch die Aussenminister Englands
und Frankreichs anschlössen, kann keinen Zweifel darueber gelassen
haben, dass das weitere Gelingen der Viermaechtezusammenarbeit in
Berlin von einem aufrichtigen Beweis seitens der sowjetischen Behoerden abhaengig ist, dass sie wirklich daran interessiert sind,
normale Bedingungen in Berlin zu schaffen, wobei die Beilegung des
Eisenbahnerstreiks eine wesentliche Rolle spielt.
Was die einzelnen Bestimmungen des Abkommens betrifft, nach
dem der Streik beendet werden sollte, so ist es angesichts der in
Ihrem Brief enthaltenen Ungenauigkeiten notwendig, diese noch
einmal zu wiederholen und auf die zahlreichen Versuche der Kommandanten Westberlins hinzuweisen, bei den sowjetischen Behoerden die
Erfuellung dieser Bestimmungen zu erwirken.
Sie geben in Ihrem Briefe an:
(a) dass sich dieses Eisenbahnabkommen nicht auf die Eisenbahner bezieht, die in den Westsektoren wohnen und im Ostsektor
und in der Ostzone arbeiten.
(b) dass die West marke innahaen der Verwaltung der staedtlschen
Bahnen Berlins nicht einmal ausreichten, um 60# der Loehne und Unterstuetzungen den Elsenbahnern zahlen zu koennen, die in den Westsektoren leben und arbeiten, und
(c) dass den Arbeitern, die an dem Streik teilgenommen haben,
kein Nachteil durch Entlassung oder Versetzung entstanden sei, und
dass es nur Versetzungen einzelner Arbeiter im Rahmen normaler
Verwaltungsvorgaenge gegeben habe*
Mit Bezug auf Punkt (a) schrieb General Howley an General
Kvashnln am 10. Juni 1949 folgendes:
''Ich nehme zur Kenntnis, dass die Reichsbahndirektion weiterhin
allen Elsenbahnern, die in den Westsektoren Berlins wohnen, folgendes
zusichert:
Die Reichs bahndirekt Ion zahlt mindestens 60£ der. Loehne in
Westmark fuer die in den Westsektoren Berlins wohnenden Arbeiter
vom Tage ihrer Wiederaufnahme der Arbeit an. Diese Zusicherung soll
allen Eisenbahnern, die in der Westzone wohnen, ohne Ruecksicht auf
Ihre Gewerkschaftszugehoerigkeit, gegeben werden."

- 7 -

�General Kvashnln bestaetlgte diese Feststellung muendlich
General Howley gegenueber und gab spaeter In einem Brief vom
20. Juni 1949 erneut seine Zustimmung. In diesem Brief hiess es:
"Ich bestaetige, dass der Inhalt der Vorschlaege der Reichsbahndirektion in Ihrem Briefe richtig wiedergegeben wurde."
Diese Vereinbarung war kaum getroffen worden, als sie auch
schon durch die Anordnung der Reichsbahndirektion vom 30. Juni
verletzt wurde, in der befohlen wurde, dass "diejenigen Eisenbahner,
die in den Westsektoren wohnen, aber im Ostsektor arbeiten, ausschliesslich in Ostmark bezahlt werden." Die Westkommandanten
machten in ihrem Brief vom 19, Juli die sowjetischen Behoerden
auf diesen offenkundigen Bruch des Abkommens aufmerksam. Der
Generaldirektor VoevudskiJ versuchte in seinem Antwortschreiben
vom 2. August den eindeutigen Wortlaut des urspruenglichen Abkommens durch den Beweis zu entstellen, dass sich die Anordnung nur
auf Arbeiter und Angestellte der Eisenbahn beziehe, die In den
Westsektoren wohnten und arbeiteten*
In unseren Briefen vom 9« September, 21. September, 28. September und 21. November ersuchten wir die Sowjetbehoerden vergeblich, sich an ihre formellen Versprechen zu halten« Sie sind
leider nicht auf unsere eindringlichen und wiederholten Gesuche
zur Einberufung einer weiteren Beratungskonferenz der Vierermaechte
eingegangen* Deshalb ist es Ihnen zuzuschreiben, wie wir auch
schon in unserem Briefe vom 28* September zum Ausdruck brachten,
wenn wir heute annehmen muessen, dass die Sowjetbehoerden nicht an
einer Regelung dieser hoechst wichtigen Angelegenheit interessiert
sind, die einen Hauptfaktor in der Normalisierung des Lebens in
dieser Stadt darstellt* Und aus diesem Grunde teilten wir Ihnen
auf Anordnung unserer Hohen Kommissare mit, dass wir nicht gewillt
seien, die Besprechungen ueber die Normalisierung des Lebens in
Berlin fortzusetzen, solange wir uns nicht darauf verlassen koennten,
dass frei vereinbarte Abmachungen von den Sowjetbehoerden in Geist
und Tat respektiert werden.
Was die ungenuegenden Einnahmen in Westmark betrifft, (Punkt b),
stellen wir fest, dass Sie sich in Ihrem Brief nur auf die Einnahmen der "staedtischen Bahnen" beziehen. Wenn Sie damit die
Westmarkeinnahmen der S-Bahn meinen, ist es wohl moeglich, dass
diese tatsaechlich unzureichend sind* Wir moechten Sie jedoch auf
die urspruengliche Vereinbarung der Reichsbahndirektion aufmerksam
machen, auf die sich General Kvashnln in seinem Brief vom 20* Juni
bezieht, und die besagt, "dass sich die GeneraldirektIon der Reichsbahn von nun an verpflichtet, 60£ der Loehne und Gehaeiter der Angestellten und Arbeiter der Reichsbahn, die in Westberlin wohnen,
bis zu einer allgemeinen Regelung des Berliner Waehrungsproblems
in Westmark zu zahlen* Dieser Prozentsatz kann, je nach den Westmarkeinnahmen der Reichsbahn, erhoeht werden." Wir stellen mit
Genugtuung fest, dass die Westmarkeinnahmen der Reichsbahn mehr als
zureichend sind, um die Bedingungen dieser Abmachung erfuellen zu.
koennen*
Was die Frage der Vergeltungsmassregeln betrifft, (Punkt c),
so sind unseres Wissens mehrere hundert Eisenbahnarbeiter, die an
dem Streik teilnahmen, durch Entlassung oder Versetzung in schlechtere Stellungen bestraft worden. Wenn Sie diese grausame Massnahme
als "einen normalen, uebllchen Vorgang in der Verwaltung bezeichnen,"
so deutet dies in genuegendem Masse auf die Gleichgültigkeit hin,
mit der die sowjetischen Behörden der Wohlfahrt des Arbeiters gegenüberstehen. Ausserdem wissen wir, dass sich noch eine Anzahl
dieser Eisenbahnarbeiter im Ostsektor und in der Ostzone in Gefaengnlssen des Ostsektors und der Ostzone befinden, ohne dass ihre Lage
.durch ein gerichtliches Verfahren geklaert wird.

- 8 -

�Was Ihre Stellungnahme zu unserer Anordnung betrifft, In
der wir die Uebergabe von Eisenbahnmaterial ohne unsere vorherige
Genehmigung verboten haben, so muessen Sie wissen, dass wir zu
dieser Handlung gezwungen waren, um die helmliche Beseitigung von
Reichsbahneigentum zu verhindern. Auch musste gegen Angestellte
der Reichsbahn gesetzlich vorgegangen werden, die solche Vergehen heimlich beguenstigten.
Angesichts der hiermit gemachten Betrachtungen muessen wir
erneut darauf bestehen, dass sich die sowjetischen Behoerden an
das geschriebene Wort in General Kvashnins Brief vom 20. Juni 1949
halten. Wir wiederholen, dass, wenn die Sowjetbehoerden einen
fuehlbaren Beweis ihrer Absicht geben, die Abmachungen vom letzten
Juni vorigen Jahres zur Beilegung des Eisenbahnerstreiks einzuhalten, wir bereit sein werden, Sachverstaendige zu bestimmen,
die mit General Kvashnin die Einzelheiten unserer Beschwerden
hinsichtlich der Behandlung der Eisenbahnarbeiter besprechen
sollen. Ohne diesen Beweis sind wir der Ansicht, dass von einer
Fortsetzung dieses Briefwechsels keine erspriesslichen Ergebnisse
zu erwarten sind.
England
Generalmajor
G.K. BOURNE

USA
Generalmajor
MAXWELL D. TAYLOR

Frankreich
Divisionsgeneral
GANEVAL

Und nun Generalmajor Kotlkows Schreiben vom 19. Dezember
an die drei Kommandanten Westberlins:
Generalmajor Maxwell »• Taylor
Chef der amerikanischen
Mllitaerverwaltung In Berlin

Berlin-Karlshörst, 19.Dez.1949

Sehr geehrter Herr General:
Ihr Schreiben vom 21. November 1949 kann nichts an meiner
Meinung aendern, die ich bereits frueher zum Ausdruck gebracht
habe, naemlich dass eine einseitige EntSchliessung der drei
Kommandanten Westberlins zur Abbrechung der Besprechungen ueber
Angelegenheiten, die sich auf die Normalisierung des Lebens in
Berlin beziehen, nicht gerecht ist; eine solche EntSchliessung
steht vielmehr im Widerspruch zu dem Beschluss des Aussenministerrates in Paris und stellt eine Verletzung ihrerseits der
Interessen der Berliner Bevoelkerung dar.
Die in Ihrem Brief enthaltene Bemerkung, dass der Rat der
Aussenminister in Paris sich in Anbetracht der damaligen Lage
der Eisenbahner in den WestSektoren Berlins entschlossen habe,
sich mit der Mormalisierung des Lebens In Berlin zu befassen,
entspricht weder dem Text der EntSchliessung, auf die Sie sich
beziehen, noch dem gegenwaertigen Stand der Verhandlungen ueber
die Berliner Frage auf der Aussenministerkonferenz, wie Sie aus
dem stenographischen Bericht der betreffenden Konferenz ersehen
koennen. Ihr Schreiben vom 21. November 1949 kann deshalb nur
als ein Versuch angesehen werden, sich fuer den von Ihnen verursachten Abbruch der Viermaechte Beratungskonferenzen ueber die Normalisierung des Lebens in Berlin nachtraeglich zu rechtfertigen.
Ich kann deshalb nur wiederholen, dass die Verantwortung fuer
den Abbruch der Besprechungen ausschliesslich den Kommandanten
der Westsektoren zufaellt, die sich nun ohne jegliche Berechtigung
als Vertreter der Eisenbahner aufspielen.
Ihre Behauptung, die Berliner Eisenbahnverwaltung verletze
ein Abkommen, das mit Bezug auf die Lohnzahlung in Westmark an die
- 9 -

�Elsenbahner der Westsektoren getroffen worden sei, steht in Widerspruch zu den Tatsachen; die Eisenbahnverwaltung zahlt, wie vereinbart, regelmaessig 60# der Loehne an diejenigen Eisenbahner,
die in den Westsektoren wohnen und arbeiten» Der stellvertretende
Chef der Transportabteilung (SMAG) teilte Ihnen bereits in einem
Brief vom 2. August 1949 mit, dass die Abmachungen zwischen der
Hauptverwaltung der Deutschen Eisenbahnen in der Sowjetzone und
der Eisenbahnergewerkschaft sich nur auf Arbeiter und Angestellte
erstreckten, die in den Westsektoren wohnen und arbeiten, und dass
in diesem Abkommen nicht die Zahlung von 60# der Loehne und Unterstützungen fuer diejenigen Eisenbahnarbeiter vorgesehen sei, die
in den Westsektoren wohnen, aber im Ostsektor arbeiten.
Und es ist selbstverstaendlicn, dass dem so ist, denn die
Berliner Eisenbahnverwaltung konnte sich gar nicht damit einverstanden erklaeren, die obengenannte Vereinbarung auch auf diejenigen Eisenbahner auszudehnen, die in den Westsektoren wohnen
und im Ostsektor arbeiten, da die Westmarkeinnahmen der Verwaltung
der staedtischen Bahnen Berlins nicht einmal ausreichen, um 60tf
der Loehne und Unterstuetzungen selbst den Eisenbahnern zahlen zu
koennen, die in den Westsektoreh wohnen und arbeiten. So beliefen
sich z.B. die Einnahmen der Berliner Stadtbahnen im Monat November
1949 auf 1.843.000 in Westmark. Die durchschnittliche monatliche
Lohnrechnung fuer Eisenbahner, die in den Westsektoren
wohnen und
arbeiten, belaeuft sich jedoch auf 1.878.000 westmark.
Eine Annahme Ihrer Vorschlaege, die in dem Abkommen nicht angegeben sind, wuerde deshalb zu einer wirtschaftlichen Desorganisierung der Berliner Eisenbahnen fuehren.
Auch muss ich Ihre Behauptung zurueckweisen, die Berliner
Eisenbahnverwaltung haette angeblich Repressalien gegen die an dem
Streik Beteiligten ergriffen, indem man sie entlassen oder versetzt
, haette.
Solche Behauptungen entbehren jeder Grundlage, da Versetzungen
einzelner Eisenbahner einen normalen Vorgang in der Verwaltung und
ein Verfahren darstellen, das bereits vor den obenerwaehnten Ereignissen bestand.
Zu gleicher Zelt fuehle ich mich gezwungen, Ihr« Aufmerksamkeit
auf das von den Kommandanten der Westsektoren erlassene gesetzeswidrige Verbot zu lenken, Eisenbahnmaterial und Ersatzteile aus
Bahnhoefen der Westsektoren in solche des Ostsektors zu befoerdern.
Ich mache Sie ebenfalls auf die Anordnung der Westkommandanten auf*
merksam, Wohnungen und Mieten zu beschlagnahmen, die der Reichsbahnverwaltung durch Vermietung von Grundstuecken an Inhaber von Imbisstuben,
Restaurants, Zeitungsstaenden, etc. zufHessen. Solche Massnahmen
gehoeren nicht In den uebllchen Aufgabenbereich einer Eisenbahnverwaltung •
Wenn Sie jedoch ueber irgendeine Frage betreffs der Berliner
Elsenbahnen im Unklaren sind, wird General Kvashnin, wie mir mitgeteilt wurde, jederzeit bereit sein, einen Vertreter von Ihnen zu
empfangen, um mit ihm ueber die betreffenden Fragen zu beraten.
Briefe gleichen Inhalts habe ich an Generalmajor Bourne und
Divisionsgeneral Ganeval gesandt.
Hochachtungsvoll
gez. A. Kotikow
Generalmajor
Informationsabteilung der Amerikanischen
Hohen Kommission in Berlin
14. Januar 1950
- 10 -

�AFL FUER SOLIDARITAET DER ARBEITERSCHAFT DBB GANZE» WELT
(Miami, Florida) — Der Verwaltungsrat des Amerikanischen
Gewericschaftsbundes A*L forderte, dass wir uns mit "verdoppelten
Kraeften" fuer die Solldarltaet der Gewerkschaftsbewegung der ganzen
Welt einsetzen* Er unternahm Schritte, die den AFL in seinem
Kampf um bessere Lebensbedingungen in Amerika unter st uetzen sollen«
Kurz vor Beendigung der WinterSitzungsperiode trafen die
Mitglieder des Verwaltungsrates folgende Bitschliessung:
1. In 60 Tagen soll der Internationale Metallarbeiter Verband
dazu eingeladen werden, sich mit seinen 600*000 Mitgliedern dem
AFL wieder anzuschliessen*
8* Indien soll unterstuetzt werden, damit es seine gegenwaertigen ErnaehrungsSchwierigkeiten ueberwinden, sein staatliches
Erziehungssystem ausbauen und die allgemeine Gesundheitslage verbessern kann*
3* Der Im Dezember letzten Jahres in London gegruendete
Internationale Weltbund Freier Gewerkschaften soll mit allen Mitteln
unterstuetzt werden*
4. Franco-Spanien und das kommunistische China sollen von
den Vereinigten Staaten nicht anerkannt werden*
5* Der US Senat soll die Konvention der Vereinten Nationen
ratifizieren, die Massenmord an nationalen, rassischen und religloesen Gruppen verbietet*
6* Der Kongress soll sofort die Steuern fuer Transport»
Theaterkarten und verschiedene Verbrauchsgueter abschaffen«
7« Das Gesuch soll befuerwortet werden, in dem der Administrator des nationalen Gesundheitswesens, Oscar Swing, fordert, dass
die Mitglieder des AFL ueber das von dieser Organisation unterstuetzte Krankenversicherungsprogramm konkrete Informationen enthalten«
8« Staatssekretaer Williard L. Thorpe berichtete von der
Tragweite und den Auswirkungen des Internationalen Handelsabkommens,
das im vorigen Jahre in Havanna in Kraft getreten ist*
Der Verwaltungsrat und die ihm angeschlossenen Referate bearbeiteten waehrend ihrer hiesigen Sitzungen eine Menge wichtiger
Angelegenheiten, die noch Im Rueckstand waren«
Die fuehrende Rolle hervorhebend, die der AFL in Internationalen
Angelegenheiten spielt, brachte der Verwaltungsrat zum Ausdruck, dass
die 8 Millionen Mitglieder des AFL von der Regierung der Vereinigten
Staaten erwarteten, dass sie sich dem Kommunismus und dem Faschismus
ueberall da, wo er in der Welt auftreten sollte, entschlossen entgegenstellt*
Schliesslich erklaerte sich der Verwaltungsrat erneut dazu
bereit, Praesldent Trumans Punkt-Vler-Programm zu billigen, mit dem
unentwickelten Wirtschaftsgebieten geholfen werden soll« Betont
wurde die Notwendigkeit, dass auch die Gewerkschaften bei der Ausarbeitung der Plaene zur technischen unterstuetzung dieser Gebiete
vertreten sein muessen*
Aus dem woechentliehen Nachrichtenblatt
des AFL,"American Federatlon of Labor"
7* Februar 1950

- 11 -

�UWABHAENGIGKEIT DER ARBEITSRICHTER GEFORDERT

In seiner Sitzung vom 8. Februar 1950 befasste sich der
•beitsgerichtfcarkeit hauptberuflich t a e t i g e n Rictvtei
In einer IntSchliessung zu einem im Bundesjustizministerium
z.Zt. Torilegenden Entwurf eines Richtergesetzes fordert der
Ausschuss die Sicherung der v o l l e n persoenllchen Unabhängigk e i t auch fuer die In der Arbeitsgerichtsbarkeit hauptberuflich
taetigen Richter,

- 12 -

\

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

«uwe o- a*s i t i M w i T «

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission fflr Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

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Frankfurt, 84. Februar 1950

INHALTSVERZEICHNIS
"Waffenstillstand' 1 zwischen zwei grossen
U.S. Gewerkschaften - - -

g

AFL gegen Anerkennung Franco-Spaniens - - -

4

Zwei Gewerkschaftsführer treten aus den
Kommunistischen Elektriker-Verband Amerikas
aus - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

5

Gewerkschaften in Belgien - - - - - - - - -

8

Kommission des internationalen Arbeitsamtes
zur Wahrung der gewerkschaftlichen Rechte -

$en.:

- 1 -

11

�"WAFFENSTILLSTAND" ZWISCHEN ZWEI GROSSEN U.S. GEWERKSCHAFTEN
Die Frage der Zustaendigkeit bestimmter Gewerkschaften fuer
bestimmte Industrien spielt eine grosse Rolle in den innerorganisatorischen Beziehungen der amerikanischen Gewerkschaften. Schwere
Kaempfe und sogenannte "jurisdictional" (Zustaendigkeit) Streiks
haben die amerikanische Gewerkschaftsbewegung oft geschaedigt.
Jetzt haben zwei der groessten U.S. Gewerkschaften, die ernsthafte
Meinungsverschiedenheiten auf diesem Gebiet hatten, einen "Waffenstillstand" geschlossen. Der nachstehende Bericht gibt die Einzelheiten des Abkommens wieder.
ET OIA ,OODIH

Der U.S. Arbeitsminister Maurice J. Tobin gab bekannt, dass
zwei der groessten amerikanischen Gewerkschaften, der Internationale
Metallarbeiterverband (IAM) und die Vereinigten Automobilarbeiter
(UAW-CIO), freiwillig durch ein Abkommen die Frage der Zustaendigkeit geklaert haetten. Der Arbeitsminister fuehrte im einzelnen aus:
"Dieser Pakt ist zwischen zwei bedeutenden Gewerkschaften zustande gekommen, ohne dass die Regierung in irgendeiner Form vermittelt oder einen Druck ausgeuebt haette. Ich glaube, dass dieses
Abkommen wesentlich zum industriellen Frieden beitragen kann, indem
es unnoetige Streitigkeiten wegen der Zustaendigkeit unmoeglich macht.
Jeder denkende Buerger unseres Landes wird es mit grosser Befriedigung begruessen. Es ist ein Beweis dafuer, dass die Gewerkschaften
Ihre eigenen innerorganisatorischen Angelegenheiten aus freiem Entschluss heraus und ohne Vermittlung der Regierung regeln koennen«
"Ich moechte hiermit den Beamten und Mitgliedern beider Organisationen meine Anerkennung aussprechen. Sie haben ilire Faehigkeiten
unter Beweis gestellt, indem sie ein solches Abkommen und damit
eine Loesung ihrer Zustaendigkeitsprobleme zustande brachten, die
die Bewegung so oft von ihren eigentlichen Aufgaben abgelenkt haben."
Gleichzeitig veroeffentlichte der Arbeitsminister folgende
gemeinsame Erklaerung der Praesidenten dieser beiden Gewerkschaften,
AI Hayes (IAM) und Walter P. Reuther (UAW-CIO):
"Unsere Organisationen haben freiwillig diesen Vertrag geschlossen, der dem gemeinsamen Wohle unserer Mitglieder und der
Foerderung des industriellen Friedens und der wirtschaftlichen
Stabilitaet dienen soll. Er stellt einen Beitrag zum wirtschaftlichen Wohlergehen unseres Volkes und unseres Landes dar. Wir waren
immer der Auffassung, dass die Arbeiterschaft ihre innergewerkschaftlichen Angelegenheiten ohne die Regierung loesen kann."
Es folgt der ungekuerzte Wortlaut des Vertrages:
In dem Bestreben, die Wohlfahrt der Arbeiter, die durch unsere
beiden Organisationen vertreten sind, zu foerdern und ihre Arbeitsbedingungen, Loehne und Arbeitszeit zu verbessern, und
Zur Foerderung der Solidaritaet der Arbeiterschaft durch Organisierung der noch nicht Organisierten und durch Vereinigung der
gesamten Gewerkschaftsbewegung
Wird folgendes gemeinsam beschlossen:
1. Wenn eine der beiden Organisationen mit einem Unternehmer
in den Vereinigten Staaten in vertraglich festgelegten Beziehungen
steht, oder ihr von dem Bundesausschuss fuer Arbeitsfragen (national
Labor Relations Board) die Zustaendigkeit als Tarifpartner zuerkannt
- 2 -

�/

wurde, darf sich die andere Organisation auf keinen Fall in diese
Beziehungen einmischen, indem ihre Beamte, Vertreter oder Mitglieder um die Mitgliedschaft der der anderen Organisation zustehenden
Arbeiter werben, Aufnahmeantraege annehmen oder Irgendwelche Taetigkeiten ausueben oder unterstuetzen, die dazu bestimmt sind, solche
Beziehungen zu stoeren.
2. In allen gewerkschaftlich nicht organisierten Betrieben
steht es beiden Organisationen frei, Werbetaetigkeit auszuueben,
um die Arbeiter dieser Betriebe in ihre Gewerkschaft aufzunehmen
und als Tarifpartner anerkannt zu werden. Es wird vereinbart, dass
beide Organisationen im Verlaufe solcher Werbekampagnen so handeln
muessen, dass es moeglich ist, ein loyales Verhaeltnls dieser Arbeiter zu den Gewerkschaften zu schaffen, und dass sie nicht versuchen duerfen, durch eine bestimmte Taktik und Methoden organisatorische Vorteile zu erlangen, die auf lange Sicht gesehen die
Interessen der Gewerkschaftsbewegung beeintraechtigen.
3. Weiterhin wird vereinbart, dass sich die beiden Organisationen fuer eine groesstmoegliche Zusammenarbeit einsetzen sollen,
um die Programme und die Politik foerdern zu koennen, die den Interessen unserer Mitglieder und unserer Nation dienen.
4. Dieser Vertrag ist fuer alle Betriebe in den Vereinigten
Staaten, mit Ausnahme der unten Genannten gueltig. Die Betriebe
unter "A" werden erfasst werden, sobald die Streitigkeiten ueber
die Betriebsvertretungen beendet sein werden. Ausgenommen von
diesem Vertrag sind ohne Einschraenkung folgende Unternehmen:
Duplex Division of the Goss Printing Press Company of Battle Creek,
Michigan, und International Harvester Company, Stockton Works,
Stockton, Kalifornien. Es bleibt vorbehalten, ueber das letztgenannte Unternehmen spaeterhin zu beraten und eine Ueberpruefung
durch beide Partner vorzunehmen.
"A"

Auto Lite Plant, Lockland, Ohio
Carter Carburetor Corp., St. Louis, Missouri
International Harvester Company, Melrose Park Branch,
Melrose Park, Illinois
Meuller Brass Company, Port Huron, Michigan

5. Beide Parteien verpflichten sich, dieses Abkommen nach bestem
Willen einzuhalten, und keine der beiden Organisationen darf durch
irgendwelche Manipulationen versuchen, sich einer dieser Bestimmungen
zu entziehen. Sollten sich irgendwelche Probleme oder Streitigkeiten aus diesem Vertrag ergeben, dann treten die fuehrenden Beamten
beider Organisationen zusammen, um im Geiste dieses Vertrages ueber
diese Probleme oder Streitigkeiten zu beraten.
6. Dieser Vertrag ist von unbegrenzter Dauer. Er kann bei
einer Kündigungsfrist von mindestens 60 Tagen abgeaaadert oder
ausser Kraft gesetzt werden. Die Organisation, die die Abaenderung
oder Aufhebung wuenscht, hat die Kuendigung bei der anderen Organisation nach vorausgegangener Konferenz zwischen den bevollmaechtigten Vertretern beider Organisationen einzureichen.
Woechentliches Organ des
Internationalen Metallarbeiter
Verbandes, "The Machinist"
9. Febiuar 1950

�AFL GEGEN ANERKENNUNG FRANCO-SPANIENS

Der Verwaltungsrat des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL ersuchte die US Regierung, an der Politik der Nichtanerkennung
Franco-Spaniens festzuhalten.
Im einzelnen wurde zu diesem Thema folgendermassen Stellung
genommen:
"Der Verwaltungsrat des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL hat sich erneut mit der Frage befasst, ob unsere Regierung
die faschistische Diktatur Spaniens unter dem Generalissimus
Franco diplomatisch voll anerkennen soll.
"Wir bringen erneut zum Ausdruck, dass wir eine Anerkennung
ablehnen und fordern das Aussenministerium auf, die Politik der
Nichtanerkennung unbedingt beizubehalten. Wir ersuchen den P r e sidenten der Vereinigten Staaten und die aussenpolitischen Ausschuesse des Senats und Repraesentantenhauses, alles zu tun, was
in ihrer Macht steht, um die Fortsetzung der bisher eingeschlagenen Politik der Nichtanerkennung des Falangistenregimes in Spanien
zu gewaehrleisten.
"Es ist unsere feste Ueberzeugung, dass unsere Regierung
einen Fehler nach dem anderen begehen wuerde, wenn sie sich erst
einmal zu einem solchen Schritt verleiten liesse und ihn auch
zu entschuldigen suchte. Wir koennen uns nicht vorstellen, dass
angesichts der gegenwaertigen, explosiven, internationalen Lage in der der kommunistische Totalitarismus die groesste Kriegsgefahr darstellt - eine Anerkennung Franco-Spaniens durch die füehrende Demokratie der Welt ueberhaupt keine moralischen Folgen
haben soll.
"Unsere Regierung koennte dann ebensogut die kommunistischen
Usurpatoren anerkennen, die mit Russlands Hilfe die verfassungsgemaesse Regierung Chinas gestuerzt haben. Und China war das
allererste Land, das sich der totalitaeren Agression widersetzt hat.
"Auch muessen wir die Behauptung zurueckweisen, ein amerikanischer Botschafter in Madrid koenne mithelfen, eine politische
und wirtschaftliche Reform, in Spanien zu beschleunigen.
"Ganz im Gegenteil, eine solche Anerkennung wuerde eine ausgedehnte finanzielle Unterstuetzung einer verabscheuungswuerdigen
Gewaltherrschaft bedeuten, die sich nun in einer Krise befindet
und ohne fremde Hilfe zugrunde gehen muss.
•Gerade in diesem Augenblick, in dem Russland versucht, mit
dem kommunistischen China als Kugelfang ganz Asien in erschreckendem Tempo unter das Joch des totalitaeren Kommunismus zu bringen,
wuerde eine Anerkennung Francos verheerende Reaktionen im Fernen
Osten hervorrufen.
"Die amerikanischen Gewerkschaftsdelegierten auf dem Londoner
Kongress des Internationalen Weltbundes Freier Gewerkschaften
sprachen sich einstimmig und nachhaltig gegen die Anerkennung der
Franco-Diktatur aus und taten damit den Willen der internationalen
freien Gewerkschaftsbewegung kund. Die demokratischen Gewerkschafter
koennen naemlich nicht vergessen, dass in Franco-Spanien keine Gewerkschaften bestehen duerfen, gewerkschaftliche Taetigkeiten verboten sind und die Anhaenger des Gewerkschaftswesens eingekerkert
und sogar hingerichtet werden.
- 4 -

�"Wir koennen es nicht stark genug betonen, dass eine Anerkennung Francos durch die Vereinigten Staaten den Diktatoren
Latein-Amerikas nur mehr Macht in ihre brutalen Faeuste geben
wuerde. Diese Diktatoren sind gefaehrllche Feinde der Demokratie
in der westlichen Hemisphaere. Es ist kein Zufall, dass die ausgepraegtesten Diktaturen Latein-Amerikas - Argentinien, Dominikanische Republik und Peru - diejenigen sind, die diplomatische Ver- •
treter in Madrid haben. Franco stellt eine gefaehrllche, totalitaere Macht nicht nur in Europa und Afrika, sondern auch in LateinAmerika dar, wo er intime Freunde hat, die in ihm einen vorbildlichen Diktator sehen, waehrend sie unserer demokratischen Lebensweise feindlich gegenueberstehen. Jegliche Politik, die die demokratischen Kraefte der Neuen Welt schwaecht, wird auch unsere Regierung in ihrer Faehlgkeit stark beeintraechtigen, eine wirksame
Fuehrung Im Kampf um die Wahrung der persoenlichen Freiheit auf
der ganzen Welt auszuueben.

Jh.

JäG.

Gerade in dem Augenblick, in dem sich die Weltmaechte der
Demokratie und der freien Gewerkschaften fester zusammenschliessen,
darf unsere Regierung sie nicht entzweien. In dem Monat, in dem
noch weitere Millionen von Menschen mit Vertrauen und Hoffnung auf
unser Land als den wuerdigen Verteidiger der persoenlichen Freiheit
blicken, duerfen wir sie nicht enttaeuschen und entmutigen.
••Mit aller uns zu Gebote stehender Aufrichtigkeit und Eindringlichkeit wenden wir uns an den Praesidenten der Vereinigten Staaten,
an die aussenpolitIschen Ausschuesse des Senats und des Repraesentantenhauses und an das Aussenministerium mit der Bitte, treu und
unbeirrbar an der gegenwaertigen Politik der Vereinigten Staaten
gegenueber der faschistischen Diktatur Spaniens festzuhalten.
Woechentliches Nachrichtenblatt
des AFL,
"American Federation of Labor"
7. Februar 1950
ZWEI GEWERKSCHAFTSFUEHRER TRETEN AUS DEM KOMMUNISTISCHEN
ELEKTRIKER-VERBAND AMERIKAS AUS
Der Elektriker-Verband (ÜB) und sein kommunistisches Parteigefuege erlitten einen schweren Schlag, als am 5. und 7. Januar
zwei langjaehrige Fuehrer des UE ploetzlich ihren Ruecktritt erklaerten. Einer der beiden trat zu gleicher Zeit aus der Kommunistischen Partei aus.
Die Ruecktrittserklaerungen beider Funktionaere waren von
bitteren Vorwuerfen begleitet ueber die direkte kommunistische
Bevormundung der Chikagoer Geschaeftsstellen des UE, ueber die
totalitaere Diktatur und die Zugehoerigkeit zahlreicher UE Fuehrer
zur Kommunistischen Partei.
Die beiden Gewerkschaftsfuehrer sind:
Irving Krane, Rechtsvertreter und Geschaeftsfuehrer des UE
Ortskartells 1150 waehrend der letzten 7 Jahre; Delegierter bei den
UE Konventionen in den Jahren 1947 und 1948; Mitglied oder Teilnehmer zahlreicher getarnter kommunistischer Hilfsorganisationen,
darunter mehrere, die von dem amerikanischen Oberstaatsanwalt als
umstuerzlerisch bezeichnet wurden.
Lee Lundgren, Gewerkschaftssekretaer des UE Ortskartells 1150,
Organisator und Funktionaer dieser Organisation seit 1944; anerkanntes
Mitglied der Kommunistischen Partei und Mitglied verschiedener ge- 5 -

�tarnter kommunistischer Hilfsorganisationen,
Der wie eine Bombe einschlagende Ruecktritt Kranes und Lundgrens wirkte auf den gesamten Apparat der Kommunistischen Partei
im Bezirk Chlkago und auf die gesamte Fuehrerschaft des UE wie
eine Betaeubung; zuerst glaubten sie nicht daran, und dann befuerchteten sie, dass dieses Ereignis im ganzen Lande aehnliche
Auflehnungen der kommunistischen UE Fuehrer hervorrufen koennte.
Die unterschriebenen Austrittserklaerungen Kranes und Lundgrens lieferten einen ueberzeugenden Beweis fuer die Richtigkeit
der von UE Fuehrern der Rechten und IUE Fuehrern (IUE - Internationale Gewerkschaft der Elektroarbeiter, (nichtkommunistisch) )
gemachten Vorwuerfe, dass der UE jahrelang voelllg unter dem
Einfluss kommunistischer Parteikommissare gestanden habe.
Austrittserklaerung Irving Kranes;
An die Mitglieder der Gewerkschaft der Elekrtoarbeiter,
Orts kartell 1150:
Ab sofort lege ich mein Amt als Geschaeftsfuehrer des UE
Orstkartells 1150 nieder, das ich waehrend der letzten sieben
Jahre ununterbrochen innehatte.
Ich lehnte es ab, in diesem Jahre noch einmal fuer diese
Stellung zu kandidieren, obwohl mir von den Mitgliedern der Gewerkschaft versichert wurde, dass ich mit grosser Mehrheit wiedergewaehlt wuerde, wenn ich die von dem Betriebsvorsitzenden von
Sunbeam und mehreren Mitgliedern der groessten Betriebe mir angebotene Kanditatur annehmen wuerde.
Meinen Entschluss, die Kanditatur abzulehnen und mein Amt
niederzulegen, begruende ich folgendermassen:
Ich kann nicht laenger mitansehen, dass es den Mitgliedern
des UE einfach nicht gestattet ist, in ihren eigenen Gewerkschaftsangelegenheiten zu bestimmen und die Politik ihrer eigenen Gewerkschaft vorzuschreiben.
Der UE steht unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei,
und zwar dermassen, dass es seinen Mitgliedern unmoegllch ist, von
ihrem Grundrecht freien Gebrauch zu machen, innerhalb ihrer Gewerkschaft so zu handeln, wie es ihnen am geeignetsten erscheint.
Unsere Mitglieder sind erstaunt, dass fuer die jetzige Wahl
Innerhalb des Ortskartells nur diese eine Liste von Kandidaten
aufgestellt wurde.
Sie werden jedoch nicht mehr erstaunt sein, wenn ich ihnen
sage, dass diese Liste im voraus von der Kommunistischen Partei
und von Ernest DeMalo zusammengestellt worden ist, ohne dass man
dem Grundrecht der Gewerkschaftsmitglleder, ihre Kandidaten selbst
zu bestimmen, Rechnung getragen hat.
Am 16. ^ezember wurde im Verlaufe einer nichtoffiziellen Besprechung von Sa, Kushner, dem ehemaligen Geschaeftsfuehrer des
Ortskartells 1119 und gegenwaertlgen hauptberuflichen Organisator
der Kommunistischen Partei, berichtet, dass Gil Green und andere
Fuehrer der Kommunistischen Partei wegen politischer Meinungsverschiedenheiten gegen meine Kandidatur waeren.

- 6 -

�Daraufhin wurden in dieser Konferenz die Kandidaten fuer
die bevorstehende Wahl im Ortskartell 1150 bestimmt.
Dass DeMalo die Kommunistische Partei unterstuetzt, ist
durch die Taetigkeiten der UE Vorstandsmitglleder bewiesen, die
unter seiner Fuehrung arbeiten.
Im gesamten Verlauf meiner Amtszelt war die Wohlfahrt der
Arbeiter oberstes Gebot fuer mich. Dafuer habe ich schriftliche
Beweise.
Da ich der Ansicht bin, dass ich mich nicht 1 aenger dem
undemokratischen Treiben in dem UE anschliessen kann, fuehle ich
mich gezwungen, meinen Austritt zu erklaeren.
Mit herzlichem, kollegialem Gruss verbleibe ich
Euer
Irving Krane.
Au3trittserklaerung Lee Lundgrens:
Mit dem heutigen Tage erklaere ich meinen Ruecktrltt als
Gewerkschaftssekretaer des UE Ortskartells 1150 und meinen Austritt aus der Kommunistischen Partei.
Als Gewerkschafter bin ich der Meinung, dass man nicht zwei
Herren dienen kann. Meine Zugehoerlgkelt zur Kommunistischen
Partei machte es mir unmoegllch, den wahren Interessen der Arbeiter zu dienen und eine demokratische Gewerkschaft aufzubauen,
deren Leitung in den Haenden ihrer Mitglieder liegt, und die sich
ausschliesslich der Wohlfahrt der Arbeiterschaft widmet. Ich bin
nun voellig ueberzeugt, dass die Kommunisten die Arbeiter des UE
dem Abgrund entgegenfuehren.
Durch meine Erfahrungen, die ich seit 1944 sammeln konnte,
bin ich zu dieser Schlussfolgerung gekommen. Damals half ich mit,
den Betrieb, in dem ich beschaeftigt war, in dem UE zu organisieren* Ich war Betriebsratvorsitzender in der Firma Goodman, vier
Jahre lang Finanzsekretaer des Ortskartells 1150 und hauptberuflicher
Gewerkschaftssekretaer seit 1945.
Kurz nach meinem Amtsantritt als Gewerkschaftssekretaer Im UE,
nahm mich Pat Amato, Praesldent des Ortskartells 1150, in die
Kommunistische Partei auf.
Ich trat in die Partei ein, weil man mir sagte, dass sie
die Interessen der Arbeiter am besten vertreten wuerde und ich
auf diese Weise den Arbeitern bei der Loesung ihrer taegllchen
Probleme besser beistehen koennte.
Als Parteimitglied nahm ich an zahlreichen, nichtoffiziellen
Besprechungen der Kommunistischen Partei teil, in deren Verlauf
innere Angelegenheiten des UE offen besprochen und geplant wurden«
Diese Besprechungen zeigten deutlich, dass es hier hauptsaechllch
um die Interessen der Kommunistischen Partei ging und die Wohlfahrt
der Gewerkschaftsmitglieder nur von untergeordneter Bedeutung war.
Diesen Konferenzen der Kommunistischen Partei wohnten u.a. bei:
Praesldent Pat Amato; Alice Smith, der Sekretaer des Bezirksvorstandes Nr. 11 des UE; Fred Dutner, ein UE Organisator fuer internationale Angelegenheiten; und Sam Kushner, ein Organisator der
Kommunistischen Partei.
- 7 -

�Auf einer solchen Konferenz der Kommunistischen Partei wurde
kuerzlich erklaert, dass Irving Krane "politisch unzuverlaessig"
sei und Fred Dutner sein Nachfolger werden solle.
Wenn Pat Amato vor kurzem erklaerte, Irving Krane sei deshalb nicht zum Geschaeftsfuehrer vorgeschlagen worden, weil er
"unbefaehigt" sei, so ist dies eine typische kommunistische Luege.
Ich war Jahrelang Mitglied dieser Gewerkschaft und weiss aus eigener Erfahrung, dass Krane die besten Vertraege in diesem Ortskar*
teil abgeschlossen hat. Es ist nicht schwierig, an Hand der Akten
diese Tatsache zu beweisen.
Fred Dutner dagegen hat, soviel mir bekannt ist, in seinem
Leben keinen einzigen Gewerkschaftsvertrag zustande gebracht.
Die Absicht, Krane aus einer fuehrenden Position in unserem
Ortskartell zu verdraengen, ist nichts weiter als der letzte Punkt
in einer langen Liste, der mich endgueltig davon ueberzeugt hat,
dass der ELektriker«»verband voellig unfaehig ist, ehrlich und
aufrichtig zu handeln. Solange ich zu dieser Gewerkschaft gehoerte,
hat sich Ernest DeMaio, der Praesident des Distrikts 11, kein einziges Mal den Beschluessen der Kommunistischen Partei widersetzt,
die fuer die gewerkschaftlichen Angelegenheiten ausschlaggebend
sind.
Deshalb rate ich den Mitgliedern des UE dringend, sich der
kommunistischen Bevormundung zu entziehen und sich der CIO anzuschliesseh. Ichftinbereit, sie hierbei mit allen mir zur Verfuegung stehenden Mitteln zu unterstuetzen.
gez. Lee Lundgren
H

The IUE - CIO News"
Organ des Internationalen Verbandes
der Elektroarbeiter (CIO)
9. Januar 1950
GEWERKSCHAFTEN IN BELGIEN
Der folgende Artikel von Rene Colntre, dem
Sekretaer fuer Forschung im Allgemeinen Belgischen Gewerkschaftsbund, erschien in dem
Magazin "Soclallst Commentary". Er wird
hiermit zu Ihrer Informierung und evtl.
Verwendung veroeffentlicht. Die Wiederveroeffentlichung ist gestattet worden.
Vier Gewerkschaftsfoederationen vertreten die Interessen
der 1.100.000 organisierten Arbeiter Belgiens. Die groesste ist
der Allgemeine Belgische Gewerkschaftsbund (F.G.T.B.;, der 600.000
Mitglieder umf Jtsst; an zweiter Stelle stehen die Christlichen
Gewerkschaften; die uebrlgen beiden sind unbedeutend. Vor dem
Kriege war der F.G.T.B. der Sozialistischen Partei angeschlossen.
Aber als er 1945 wiedergegruendet wurde und neue Gruppen mit
kommunistischen Tendenzen hinzugekommen waren, wurde die Unabhängigkeit von saemtlichen Parteien und die Respektierung der politischen und religioesen Einstellung zu den Grundprinzipien des
F.G.T.B. erklaert. Politische Entwicklungen und besonders die
Frage ueber Koenig Leopolds Rueckkehr haben vor kurzem jedoch den
F.G.T.B. der Sozialistischen Partei wieder naeher gebracht, und
diese beiden Organisationen haben sich der sozialistischen Ein-

tote
— 8—

�heltsbewegung und den sozialistischen Wohlfahrtsgesellschaften
angeschlossen, um sogenannte "Aktionsausschuesse" zu bilden,
die sich der Rueckkehr des Koenigs widersetzen und fuer die
Rechte der Arbeiter eintreten.
In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf einige wirtschaftliche und soziale Probleme, mit denen sich die belgischen
Gewerkschaften seit Kriegsende befassen.
Lohnpolitik
^s ist allgemein bekannt, dass sich Belgien nach der Befreiung in einer weit guenstigeren Situation als seine Nachbarstaaten befand. Die Deutschen hatten keine Zeit gehabt, viele
Produktionsquellen Belgiens zu zerstoeren, und die Industrie
konnte deshalb nach dem Kriege sofort wieder auf volle Touren
gebracht werden, wenn auch Betriebe und Maschinen veraltert
waren. Ausserdem wurden die Auslagen fuer die in Belgien stationierten Truppenkontingente der Alliierten in harter Waehrung
zurueckerstattet, und damit hatte Belgien ausgedehnte Dollarland Goldreserven. Es konnten also Waren aus Uebersee eingefuehrt
und die vom Kriege herruehrenden Beschraenkungen schnell gelockert
und beseitigt werden.
Zu jener Zeit war die realistische Einstellung der Gewerkschaften zum Lohnproblem von grosser Bedeutung, die besonders in
der Verhuetung der gefaehrlichen Aufwaertsbewegung von Loehnen
und Preisen zum Ausdruck kam. Von 1944 bis 1947 waren die
Gewerkschaften mit einer Lohnregelung durch die Regierung einverstanden; Bedingung war Jedoch, dass durchgreifende Massnahmen
zur Senkung der Preise ergriffen wuerden. Auf diese Weise sollte
die Kaufkraft der breiten Masse stabilisiert und allmaehlich gesteigert werden. Die Gewerkschaften forderten zugleich einen
gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Sie erklaerten sich niemals
mit dem von der Regierung seit 1946 eingefuehrten totalen Lohnstop
einverstanden. Im Gegenteil, sie taten ihr Moeglichstes, um die
notwendig gewordenen Abeanderungen vorzunehmen, und die Regierung
bewilligte diese Forderungen teilweise. Die Verbesserungen der
sozialen Einrichtungen stellen einen weiteren, indirekten Fortschritt dar. Und als sich die Regierung nicht mehr auf weitere
Preissenkungen einliess, forderten die Gewerkschaften die Rueckkehr zum System der freien Lohnverhandlungen. Obwohl das Lohnstopgesetz noch besteht, sind bereits die ersten Vertraege zwischen
Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Kraft getreten, in denen bestimmt wird, dass sich die Loehne nach einem Warenpreisindex zu
richten haben.
Die "Nationale Konferenz der Arbeit".
Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
wurde durch die Schaffung der sogenannten "Nationalen Konferenz
der Arbeit" gefoerdert, eine Einrichtung, die am 16. September 1944
gegruendet wurde. Seitdem haben acht Versammlungen stattgefunden
und zahlreiche Konflikte konnten auf diese Weise vermieden werden.
Durch diese Institution, in der Regierung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten sind, haben Gewerkschaftsdelegierte die Moeglichkeit, ihre Faelle vorzubringen und Beschluesse zugunsten der Arbeiter zu erwirken, wie z.B.: im Jahre 1944 eine allgemeine Lohnerhoehung von 60#, 1945 weitere 20g, (der Lohnstabilisierung und
bestimmte Abaenderungen folgten), ein gesetzlich festgelegter
Mindestlohn; eine Preissenkung von 10g im Jahre 1946, bezahlter
Urlaub, und zwar zuerst acht und dann 10 Tage jaehrlich, Erhoehung
der Familienunterstuetzungen und Pensionen.

- 9 -

�Vor dem Kriege haetten solche Forderungen langwierige Verhandlungen Innerhalb eines Bezirkes oder einer Fabrik nach sich
gezogen. • Durch die Nationale Konferenz der Arbelt dagegen Ist
es moeglich geworden, dieselben Forderungen auf nationaler Ebene
und fuer alle Arbeiter durchzusetzen. Damit koennen die Gewerkschaften in wirtschaftlichen Angelegenheiten weit mehr Einfluss
ausueben als je zuvor. Und wenn der Zentrale Wirtschaftsrat und
die einzelnen Fachausschuesse in Taetigkeit treten werden, werden
die Gewerkschaften noch eine weit einflussreichere Stellung einnehmen.
Der Zentrale Wirtschaftsrat, der am 21.September 1949 offiziell
gegruendet wurde, ist eine beratende Koerperschaft, die sieh aus
50 Mitgliedern zusammensetzt. 44 davon vertreten Unternehmer und
Arbeiter, waehrend die restlichen 6 Experten sind, die von den 44
Mitgliedern gewaehlt werden. Auf Antrag der Minister oder des
Parlaments oder aus eigener Initiative heraus soll dieses Gremium
Probleme studieren, die mit der nationalen Wirtschaft in Zusammenhang
stehen« Die Fachausschuesse ueben eine beratende Taetigkeit bei der
Behandlung von Fragen aus, die in das Spezialgebiet der Wirtschaft
fallen, fuer das sie vorgesehen sind.
Diese Institutionen sind zweifellos sehr wertvoll, aber sie
entsprechen nur In geringem Masse dem, was der FGTB erstrebt. Wir
sind der Ansicht, dass unsere Forderung nach wirksamer Beteiligung
der Arbeiter an der Betriebsleitung auf allen Gebieten nur verwirklicht werden kann, wenn die gesamte Produktion und die Verteilung
sozialisiert werden« Inzwischen setzen sich die Gewerkschaften
fuer alle Reformen ein, die unter den gegebenen Verhaelthlssen
durchzufahren sind.
Soziale Errungenschaften.
Nach harten Auseinandersetzungen konnten Betriebsraete, in
denen Arbeiter und Unternehmer vertreten sind, eingefnehrt werden,
und sie sind In allen Betrieben, die eine Belegschaft von mehr als
50 Mann haben, obligatorisch« Sie befassen sich mit Massnahmen,
die die Organisation des Betriebes und die Arbeltsbedingungen
betreffen, und sind berechtigt, von der Betriebsleitung Informationen
ueber die Produktionsleistung und andere wirtschaftliche und finanzielle Probleme zu fordern. Sie haben das Recht, die bei der Einstellung und Entlassung angewendeten Methoden zu ueberwachen und
alle sozialen Einrichtungen des Betriebes zu kontrollieren. Ausser
in dem letztgenannten Punkt haben sie nur beratende Vollmachten.
Die wichtigste Aufgabe besteht nun darin, die Arbeiter so zu erziehen, dass sie diese Rechte wirksam geltend machen koennen. Es
genuegt nicht, dass sie etwas ueber ihren eigenen Betrieb wissen;
sie muessen darueberhinaus mit den allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Problemen unserer Zeit vertraut sein« Deshalb hat der
FGTB einige Dutzend Schulen eroeffnet, in denen die zukuenftigen
Delegierten geschult werden«
Bezueglich der sozialen Sicherheit konnten die Gewerkschaften
beachtliche Erfolge erzielen« In dem Sozialversicherungssystem,
das 1944 eingefuehrt wurde, sind Arbeitslosen-, Kranken-, Invalidenund Altersversicherung, ausserdem bezahlter Urlaub, Kinderbeihilfen,
Krankenhaus- und Sterbegelder vorgesehen. Dieses System wird nicht
vom Staate finanziert, (die Katholiken lehnen dies ab) sondern von
den Arbeitern und Unternehmern, die Beitraege in Hoehe von S bis
8.5 fC bzw. 15 y0 der Arbeitsloehne entrichten. Die ersten 4000
Francs des Arbeiterlohnes werden bei der Errechnung der Beitraege
nicht in Anrechnung gebracht.

10 -

�Und schliesslich noch einiges ueber das Schlichtungswesen.
Seit 1919 bestanden Ausschuesse, In denen Arbeiter und Unternehmer parltaetlsch vertreten waren. Zuerst hatten sie die Aufgabe, sich mit der Reduktion der Arbeltszelt zu befassen, jedoch
erweiterte sich bald Ihr Aufgabenbereich. 1945 wurden diese
Kommissionen neu gebildet und erhielten Gesetzesstatut. Sie haben
sich - es sind vierzig - zu wesentlichen Organen des sozialen
Lebens entwickelt. Ihre Hauptaufgabe besteht nun darin, In solchen
Arbeltsproblemen schiedsrichterlich zu entscheiden, die der freien
Verhandlung unter den beteiligten Partnern ueberlassen bleiben;
damit sollen Konflikte in der Industrie verhuetet oder beigelegt
werden.
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Der FGTB ist lebhaft und aktiv an internationalen Angelegenheiten Interessiert, besonders an dem europaeise'ien Wiederaufbau,
wo es viele Probleme gibt, die in das Interessengebiet der Gewerkschaften fallen, wie z.B. die rationelle Verteilung der Arbeitskraefte, Verbesserung der sozialen Bedingungen, Produktionsleistung und Export. Der Initiative des FGTB und aehnlicher Organisationen in den anderen Beneluxstaaten war es zu verdanken,
dass eine europaelsche Gewerkschaftskonferenz im Maerz 1948 nach
London einberufen wurde, um den Plan des Europaeischen Wiederaufbauprogramms zu ueberpruefen. So hat der FGTB auch eine aktive
Rolle bei den Vorbereitungen zur neuen Gewerkschaft Sinter nationale
gespielt, und es ist Paul Finet, der Generalsekretaer des FGTB,
der den vorbereitenden Kongress in London am 28. November 1949
eroeffnet hat.
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ECA Labor Information
6. Februar 1950
KOMMISSION »ES INTERNATIONALEN ARBEITSAMTES ZUR WAHRUNG DER

al«IC«fltfTTJCflfl&gt; RECHTET
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes wird in
Kuerze die erste internationale Kommission aufgestellt haben, die
zu der Frage des Versammlungsrechtes Ermittlungen anstellen und
Vermittlungsdienste leisten wird.
fi&amp;ßtei'Zü sGJteissn' nerioelaloq
leib floitfßsslt
Der Verwaltungsrat billigte im Januar in seiner 110. Sitzung
In Mysore, (Indien; die Richtlinien, nach denen bei der Bildung
einer 9-Mann Kommission vorgegangen werden soll, die sich mit
Verletzungen der gewerlschaftlichen Rechte befassen wird.
Die Tagesordnung der 111. Sitzung, die am 8. Maerz in Genf
eroeffnet werden wird, sieht die Wahl der Mitglieder dieser Kommission vor. Gewaehlt werden soll, wer die persoenliche Befaehlgung
besitzt, und von dem man erwarten kann, dass er seine Aufgaben in
vollkommener Unabhaengigkeit erledigt.
Der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Vereinten Nationen
forderte im August vorigen Jahres das Internationale Arbeitsamt
auf, die Bildung der Kommission sowohl im Namen der Vereinten Rationen als auch des Internationalen Arbeitsamtes vorzunehmen.
In aer Sitzung von Mysore wurde die Kommission fuer das
Internationale Arbeltsamt zusammengestellt und zu gleicher Zeit die
Bildung einer aehnlichen Koerperschaft auch fuer die Vereinten
Nationen in Aussicht gestellt.
In den vom Verwaltungsrat entworfenen Satzungen der Kommission
wird sie als ein Gremium bezeichnet, das in erster Linie die Aufgabe hat, Ermittlungen anzustellen. Ausserdem wird es jedoch
auch ermaechtigt, mit der Regierung Angelegenheiten zu besprechen,
die den Zweck haben, auftretende Schwierigkeiten durch ein Abkommen
zu beheben.
- 11 -

�Beschwerden ueber eine angebliche Verletzung der gewerkschaftlichen Rechte koennen sowohl vom Verwaltungsrat als auch von der
Generalversammlung des Internationalen Arbeitsamtes an die Kommission ueberwiesen werden. $SB
Jede Regierung, gegen die eine Beschwerde gefuehrt wird, kann
ebenfalls die Kommission zu Rate ziehen.
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbaende koennen vorschlagen,
bestimmte Faelle der Kommission zu uebergeben. Vorschlaege dieser
Art und solche der Regierung muessen zuerst, von den Beamten des
Verwaltungsrates geprueft werden. Sie entscheiden, ob sie dem
gesamten Verwaltungsrat vorgelegt werden oder nicht.
Wenn eine Eingabe in Umlauf gesetzt worden ist, kann jedes
Mitglied des Verwaltungsrates beantragen, dass sie der Kommission
zur Bearbeitung ueberwiesen wird.
Nach einer langen Diskussion wurde beschlossen, dass Beschwerden nur mit Zustimmung der betreffenden Regierungen zur Pruefung
und Bearbeitung an die Kommission weitergeleitet werden koennen«
^enn eine Regierung ihre Zustimmung verweigert, wird der Verwaltungsrat entsprechende Massnahmen in Erwaegung ziehen, um die
umstrittenen Rechte zu wahren. Hierzu gehoert auch, dass er den
Fall an die Oeffentlichkeit bringen kann.
Die Kommission wird dem Verwaltungsrat Bericht erstatten,
der erwaegen wird, welche weiteren Schritte in Jedem Falle unternommen werden sollen*
Der Verwaltungsrat billigte ferner Vorschlaege, nach denen
sich die Kommission den Vereinten Nationen zur Verfuegung stellen
soll, wenn es sich um Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen handelt,
die nicht Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisationen sind.
Diesen Vorschlaegen zufolge haetten die Generalversammlung und der
Wirtschafts- und Sozialausschuss die Moeglichkeit, ueber den Verwaltungsrat Beschwerden an die Kommission zu ueberweisen.
Die Delegation der polnischen Regierung erklaerte sich mit
den Beschluessen ueber die Satzungen der Kommission nicht einverstanden.
Nachrichtenblatt des Internationalen
Arbeitsamtes, Genf, Februar-Maerz 1950
- 12 OFFICIAL

Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757

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�Internationale

ARBEITSNITTEILUNCEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I - 52

Frankfurt,

3 . Maerz 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
C l O - P r a e s i d e n t zu den V e r f a h r e n gegen kommunistische
Gewerkschaften - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1
S t a t i s t i s c h e Unterlagen e r l e i c h t e r n K o l l e k t i w e r handlungen - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2
W i s s e n s c h a f t l i c h e H i l f s t r u p p e n fuer d i e Gewerks c h a f t e n i n U.S.A.
—
5
P a r l a m e n t a r i s c h e S p i e l r e g e l n i n U. S . A . - - - - - 7
G l e i c h e r Lohn fuer F r a u e n a r b e i t - - - - - - - - - 9
Wird d i e 40-Stundenwoche den E r r u n g e n s c h a f t e n der
modernen Technik g e r e c h t ? - - - - - - - - - - - - - 9
B i l a n z des M a r s h a l l p l a n s
- - - - - - - - - - - - - - 1 0
E i n z e l h e i t e n u e b e r das ECA-Programm f u e r t e c h n i s c h e
Hilfe
15

CI0-PRAE3IDENT ZU DEN VERFAHREN GEGEN KOMMUNISTISCHE GEWERKSCHAFTEN
Der C l O - P r a e s i d e n t P h i l i p Murray l i e s s v o r kurzem e i n e Erk l a e r u n g v e r ö f f e n t l i c h e n , d u r c h d i e a l l e U n k l a r h e i t e n ueber d i e
gegenwaertig gegen 10 kommunistisch o r i e n t i e r t e CIO-Gewerkschaften
a n g e s t r e n g t e n V e r f a h r e n b e s e i t i g t werden s o l l e n . Darin h e i s s t es
u.a.:
" I n Uebereinstimmung mit dem Willen d e r Mehrzahl s e i n e r M i t g l i e d e r t r a c h t e t d e r CIO g r u n d s a e t z l i c h danach, j e d e Verbindung
mit den von d e r TCP b e h e r r s c h t e n Gewerkschaften abzubrechen.
"Den Gewerkschaften, denen vorgeworfen w i r d , d a s s s i e von d e r
KP und i h r e n Agenten b e h e r r s c h t werden, s t e h e n . a l l e Wege o f f e n ,
um d i e gegen s i e erhobenen Anklagen durch T a t s a c h e n zu w i d e r l e g e n .
S t a t t d e s s e n bedienen s i e s i c h der Mittel der t r a d i t i o n e l l e n Feinde
d e r o r g a n i s i e r t e n A r b e i t e r s c h a f t , um Unruhe i n d i e Reihen d e r CIO
zu t r a g e n . S i e v e r s u c h e n , u n s e r e O r g a n i s a t i o n i n M i s s k r e d i t zu
b r i n g e n , s i c h i n d i e T a e t i g k e i t des CIO e i n z u m i s c h e n , d i e muehsam
erkaempften V o r t e i l e zu b a g a t e l l i s i e r e n und d i e e r l i t t e n e n Ruecks c h l a e g e aufzubauschen."
Amerika Dienst
7 . Februar 1950

�STATISTISCHE UNTERLAGEN ERLEICHTERN KOLLEKTIWERHANDLUNGEN.
Wir geben in grossen Zuegen den Inhalt einer Ansprache
wieder, die Ewan Clague, Beauftragter fuer Arbeitsstatistik im US Arbeitsministerium am 31. Januar 1950 vor dem
Ersten Nationalen Jahresforum gehalten hat, auf dem
Arbeitsfragen im Transportgewerbe zur Debatte standen,
"Kollektiwerhandeln bestand in frueheren Zeiten einzig und
allein aus dem gegenseitigen Ausspielen der wirtschaftlichen
Kraefte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Dieses Verhaeltnis
wurde spaeter nach und nach durch wirtschaftliches Denken ergaenzt.
Das will nicht heissen, dass wirtschaftliches Erwaegen das gegenseitige Ausspielen der Kraefte vollstaendig ersetzt hat. Die
freie Ausuebung der wirtschaftlichen Macht der verschiedenen
Interessengruppen unserer Wirtschaft muss auch weiterhin ein
charakteristisches Merkmal unserer demokratischen Lebensfuehrung
bleiben. Was Jedoch in den letzten Jahren hinzugetreten ist, ist
die Ergaenzung der wirtschaftlichen Macht durch die Beweisfuehrung
an Hand von statistischen Tatsachen. Dies ist besonders seit der
Verabschiedung des National Labor Relatlons Act (Gesetz zur Regelung
der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern) im Jahre
1935 in Erscheinung getreten. Dieses Gesetz verpflichtete die
Arbeitgeber, die Verhandlungen mit ihren Arbeitnehmern nach bestem
Willen zu fuehren. Das bedeutete, dass die Vereinbarungen, die
getroffen wurden, — ob sie mit anderweitig entstandenen Abkommen
uebereinstimmten oder nicht — durch irgendwelche Ueberlegungen
und Tatsachen begruendet sein mussten.
Wirtschaftliche Verhandlungen koennen auf der Grundlage von
Beweismaterial gefuehrt werden, das entweder von beiden in die
Streitigkeit verwickelten Partnern oder von dritter Seite geliefert
wird. Von der Regierung geliefertes statistisches Material ist
bei Kollektiwerhandlungen besonders wertvoll, weil es auf unparteiischer Basis und ohne Beeinflussung durch die herrschende Situation
auf dem Gebiet der Arbeitnehmer-Arbeitgeber Beziehungen entstanden
ist. Das Statistische Buero im US Arbeitsministerium arbeitet
wirtschaftsstatistische Berichte aus, die in der amerikanischen
Industrie auf folgende drei Arten Anwendung finden:
1.

Allgemeine Wirtschaftsinformationen.

Diese Art von Informationen steht mit dem Kollektivverhandlungswesen nicht in unmittelbarem Zusammenhang. Das Statistische Buero
ist bestrebt, den oeffentlichen Bedarf an aktuellen Wirtschaftsstatistiken, die irgendwelchen ELnfluss auf Arbeitsfragen haben
koennen, so weit wie moeglich zu decken. Die Gross- und Kleinhandelspreise fuer die verschiedensten Waren werden veroeffentlicht.
Sie koennen als Unterlage dienen, wenn Entscheidungen zur Preisregelung getroffen werden, die ihrerseits wiederum Entscheidungen
in Kollektivverhandlungen beeinflussen koennen. Zur Informierung
des Baugewerbes zum Beispiel veroeffentlicht das Buero Statistiken
ueber Preise und Kosten bei Neubauunternehmen, einschliesslich
privater Wohnungsbau, oeffentliche Bauten und Industrieanlagen*
Hieraus ist z.B. ersichtlich, wie sich der Umfang der Bautaetigkeit
indirekt aber doch sehr nachhaltig auf das Transportwesen auswirken
kann. Es wird fuer Sie von Interesse sein zu wissen, dass im
Jahre 1949 ein neuer Rekord im Wohnungsbau aufgestellt wurde es wurden mehr als eine Million neuer Wohnungsbauten begonnen.
Die Aussichten fuer das Jahr 1950 sind ebenfalls gut.
2.

Allgemeine Informationen ueber Kollektiwerhandlungen.

Das Statistische Buero veroeffentlicht ausserdem eine Reihe
sogenannter "indicator" (anzeigende) Statistiken, die mit dem
- 2 -

�Kollektivverhandlungswesen in engerem Zusammenhang stehen. Obwohl
diese Art von statistischen Berichten Ihre eigenen Probleme kaum
beruehren, koennen sie doch wertvolle Hilfsmittel sein, indem sie
Ihnen zeigen, was Sie erreicht haben im Vergleich zu anderen, die
vielleicht den gleichen Problemen wie Sie gegenueberstehen.
a. Beschaeftigtenzahl und Lohnlisten» Die Statistiken
ueber die Beschaeftigtenzahl und die Lohnlisten stellen eine der
aeltesten Veroeffentlichungen dar, die ohne Unterbrechung vom
Statistischen Buero herausgegeben wurde. Es besteht kein Zweifel,
dass die Beschaeftigtenzahl einen der bedeutendsten wirtschaftlichen Faktoren unserer Zeit bildet. Die Geschaeftsleute muessen
wissen, wie der Stand der Beschaeftigtenzahl ist, wo er fluktuiert,
mit steigender oder fallender Tendenz, und wie er in den verschiedenen Teilen des Landes verschieden ist. Auch ist ,die Beschaeftigtenzahl ein wirtschaftlicher Faktor, der bei der Bestimmung der oeffentlichen Wirtschaftspolitik eine Rolle spielt.
Auf Grund von Berichten von Unternehmern veroeffentlicht das
Statistische Buero fuer den Gebrauch im ganzen Land monatliche
Schaetzungen der Beschaeftigtenzahl, Lohnlisten, Wochenverdienste
und Arbeitszeit in etwa 200 verschiedenen Industriezweigen.
Die zustaendigen Behoerden der einzelnen Staaten erhalten ebenfalls
Berichte von den Unternehmern, die sie zusammenstellen und in
aehnlicher Weise fuer die Industrien in ihrem Staat veroeffentlichen.
Um zu vermeiden, dass diese Berichte in doppelter Form von den
Unternehmern eingereicht werden muessen, hat das Statistische
Buero mit den Regierungsstellen der verschiedenen Staaten Vereinbarungen getroffen, nach denen die Berichte der Unternehmer zuerst
an den betreffenden Staat geschickt und dann von dort aus an das
Statistische Buero im Arbeitsministerium weitergeleitet werden, wo
sie bei statistischen Berechnungen auf nationaler Ebene verwendet
werden. Fuer Sie duerften die statistischen Angaben fuer das
Bau- und Transportgewerbe und fuer den Gross- und Kleinhandel von
besonderem Interesse sein«
b. Produktionsleistung. Die Produktionsleistung ist ein
Faktor, dem seit dem Kriege in zunehmendem Masse Aufmerksamkeit
geschenkt werden musste. Damit ist nicht nur der Anteil des
Arbeiters an der gesteigerten Produktionsleistung gemeint. Einbegriffen sind vielmehr alle Faktoren der technologischen Entwicklung: Betriebsleitung, Maschinen, Versorgung mit Rohstoffen
und die Leistung des Arbeiters. Dies alles zusammen gestaltet
das Gesamtbild der industriellen Produktionsleistung. Die
Entwicklungen der allgemeinen Produktionsleistung werden von dem
Statistischen Buero ueberwacht, um sich einen Gesamtueberblick
ueber die Kosten der Arbeitseinheit verschaffen zu koennen.
Darueberhinaus beschaeftigt sich das Statistische Buero mit den
direkten Arbeitskosten einer beschraenkten Anzahl von Produkten.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in einer Form veroeff entlicht, die die fuer die Herstellung von Standardartikeln
erforderliche Arbeitsleistung pro Mann und pro Stunde erkennen
laesst.
c. Unfaelle in der Industrie. Sicherheitsprogramme sind fuer die
amerikanische Industrie von wesentlicher Bedeutung. Sowohl die
Gewerkschaften als auch die Unternehmer haben es sich viel Zeit und
Geld kosten lassen, um Programme durchzufuehren, die die Zahl der
Verletzungen bei der Arbeit und der industriellen Unfaelle reduzieren Sollen. Das Statistische Buero veroeffentlicht regelmaessig
statistische Angaben ueber Verletzungen und Unfaelle in der Industrie.
3.

Spezifische Statistiken fuer Kollektiwerhandlungen.

Fuer Kollektivverhandlungen werden bestimmte statistische Unterlagen benoetigt, die fuer die Besonderheit der Probleme geeigneter
- 3 -

�sind als die bis jetzt beschriebenen allgemeinen Informationen.
Bei den Verhandlungen, aus denen die Tarlfvertraege entstehen,
koennen die folgenden Arten von Statistiken wertvolle Dienste
leisten:
a. Preisindex fuer Verbrauchsgueter» Während des Krieges
bestand ein lebhaftes Interesse fuer die Lebenshaltungskosten,
und der vom Statistischen Buero regelmaesslg aufgestellte Preisindex fuer Verbrauchsgueter galt als Richtschnur bei der Festsetzung der Tarife. Als die staatliche Lohnkontrolle nach Beendigung des Krieges aufgehoben wurde, haette man erwarten koennen,
dass auch das Interesse hlerfuer nachlassen wuerde. Das war
jedoch nicht der Fall, well die Lebenshaltungskosten bei Kollektivier handlungen auch weiterhin in Betracht gezogen wurden.
Unternehmer und Gewerkschaften sahen in den Lebenshaltungskosten
einen Faktor, der bei der Festsetzung der Tarife berueckslchtigt
werden muss. Der 2-Jaehrige Vertrag, der Im Mal 1948 zwischen
der "General Motors Corporation" und der Gewerkschaft der Vereinigten Automobilarbeiter abgeschlossen wurde, sieht in ganz
praeziser Form die Berücksichtigung des Verhaeltnisses zwischen
Loehnen und Preisindex fuer Verbrauchsgueter vor. Kein anderes
Unternehmen und keine andere Gewerkschaft haben derartig genaue
Masstaebe angelegt; die Berücksichtigung der Preise fuer Verbrauchsgueter kommt jedoch bnchstaeblich in Tausenden von Vertraegen in einer Form oder der anderen zum Ausdruck, so haben
zum Beispiel verschiedene Unternehmen bei der Anglelchung der
Lohntarife nichtorganisierter Arbeiter diesen gleichen Preisindex
zu Hilfe genommen.
Der monatliche, nationale Index fuer Veraenderungen der
Lebenshaltungskosten von Familien der mittleren Einkommengruppen
stuetzt sich in erster Linie auf statistische Angaben, die In
34 groesseren Staedten von Beamten gesammelt werden. Der monatliche Bericht enthaelt eine sorgfaeltig zusammengestellte Aufstellung der Ausgaben einer Familie. Die Verbrauchsgueter werden
einzeln nach Art und Qualitaet beschrieben und der betreffende
Preis jeden Monat in Geschaeften festgestellt, deren sich
Familien der mittleren Einkommensgruppen bedienen«
b. Statistiken ueber Loehne und Lohntarife. Eines der
kritischsten Wirtschaftsprobleme der Nachkriegszeit ist das der
Loehne und Lohntarife. Sobald die Lohnkontrolle der Regierung
nach Beendigung des Krieges aufgehoben war, bestand auf Seiten •
der Gewerkschaften die Tendenz, allgemein hoehere Lohntarife
zu erzielen. Der Druck von dieser Seite wurde verstaerkt durch
die Reduzierung der Arbeitszelt, den Wegfall der Bezahlung fuer
Ueberstunden, was in vielen Industriezweigen ein Zusammenschrumpfen der Lohntueten der Arbeiter zur Folge hatte, und
ausserdem durch das Ansteigen der Lebenshaltungskosten. Die
gegenteiligen Meinungen ueber die Hoehe der Lohntarife fuehrten
dazu, dass man mehr und mehr vom Statistischen Buero Informationen,
ueber Tarife, nach Berufen und Industrien geordnet, verlangte.
Informationen ueber Loehne koennen die Aussenbeamten direkt
bei den Unternehmern durch Einsicht ihrer Lohnlisten einholen.
Sie sind hierzu nach den Bestimmungen eines Programms der Zusammenarbeit berechtigt, das schon viele Jahre besteht und dazu
bestimmt ist, aktuelle Angaben ueber die Lohnverhaeltnlsse in
den verschiedenen Industrien des Landes zu liefern. Die veroeffentlichten Ergebnisse gewaehren Einblick in die Lohntarife jedes
Industriezweiges. Sie sind nach den verschiedenen Berufen in
der Industrie geordnet. Ausserdem sind die Tarife fuer die verschiedenen Beschaeftigungsarten in ihrer genauen Hoehe angegeben.
Also sind nicht nur der allgemeine Durchschnitt und die hohen und
niedrigen Tarife, sondern auch die einzelnen Stufen im Tarifsystem
ersichtlich.
4 -

�c. Tarifvertraege. Die "Industrial Relations Division"
(Referat fuer Arbeitnehmer-Arbeitgeber Wechselbeziehungen) im Statistischen Buero des Arbeitsministeriums ist im Besitz von Abschriften vieler Tausender von Tarifvertraegen, die in den verschiedensten
Unternehmen abgeschlossen wurden und gueltig sind. Von dieser
Dienststelle werden typische Vertragsbestimmungen veroeffentlicht,
die Bezug haben auf Pensionen, Sicherheit der Gewerkschaft, Urlaub,
Feiertage, Akkordloehne, Zeitstudium, Ausbildung von Lehrlingen,
Befoerderung, Entlassungen, Abwesenheitsurlaub, Anpassung der Loehne,
Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft und Betriebsleitung, Leistungsfaehigkeit des Betriebes, Seniorenrechte, Streiks und Aussperrungen,
Sicherheit, Gesundheit und sanitaere Einrichtungen. Eine Sammlung
von Tarifvertraegen steht der Oeffentlichkeit zur Einsicht offen,
damit jeder, der sich unterrichten will, auch eine bestimmte Phase
des kollektiven Verhandlungswesen studieren kann, die in den veroeff entlichten Berichten noch nicht behandelt wurde.
US Arbeitsministerium
Statistisches Buero
WISSENSCHAFTLICHE HILFSTRUPPEN FUER DIE GEWERKSCHAFTEN IN U.S.A.
Die amerikanischen Gewerkschaften ziehen mehr
und mehr erstklassige Volkswirtschaftler,
Betriebswirtschaftler und Spezialisten fuer
besondere Gutachten heran, wenn sie Lohnforderungen erheben. Der Elektriker-Verband hat
kuerzlich einen der bekanntesten Wirtschaftskenner in einem solchen Falle zu Rate gezogen,
und wir geben den folgenden interessanten Bericht der "CIO News" darueber wieder:
Der bekannte Volkswirtschaftler Robert R. Nathan hat fuer
den Internationalen Elektriker-Verband (IUE-CIO) einen Bericht
ausgearbeitet, in dem er beweisst, dass das Unternehmen "General
Electric" auf Grund seiner enormen Gewinne es sich leisten kann,
seinen Arbeitnehmern hoehere Loehne zu zahlen und dabei noch gute
Einnahmen aus seinem investierten Kapital zu beziehen.
Es ist das erste Mal, dass ein Gutachten in dieser Form den
Arbeitern der "General Electric" zur Verfuegung gestellt wurde.
Die Gewerkschaft der Vereinigten Elektroarbeiter (UE), die wegen
ihrer kommünistischen Tendenzen aus den Reihen der uebrigen Gewerkschaften ausgestossen wurde, hat weder die Moeglichkeit noch
die Zeit, derartige Untersuchungen durchfuehren zu lassen. Ausserdem wuerde sich kein anstaendiger Volkswirtschaftler dieser Organisation zur Verfuegung stellen.
In dem Bericht Nathans an den Internationalen Elektriker Verband IUE-CIO heisst es:
Die durchschnittlichen, Jaehrlichen Realeinkommen der Arbeiter
der "General Electric" lagen 1948 nur um 2,2# hoeher als im Jahre
1939. (Das heisst, die Kaufkraft ihres Einkommens ist, gemessen
an der aus dem letzten Jahre vor dem Kriege, nur um 2,2 % gestiegen.)
Sie liegen damit weit hinter dem durchschnittlichen Einkommen in der
gesamten elektrischen Industrie zurueck, die um 14# gestiegen sind.
In anderen Industrien liegen die Loehne noch viel hoeher; in der
gesamten Fertigwarenindustrie z.B. haben sich die Einkommen um 29,8#
erhoeht.
Die Gewinne der "General Electric" haben sich in der Zeit
zwischen 1939 und 1948 mehr als verdreifacht. Steuerunterlagen
- 5 -

�haben bewiesen, dass die "General Electric* ihre gesamten Kapitalanlagen innerhalb von drei Jahren verdoppeln koennte.
Im Gegensatz zu der Erhoehung der jaehrlichen, durchschnittlichen Realeinkommen der Arbeiter um 2,2$, hatten sich die Gewinne
der Aktionaere dieser Gesellschaft im Jahre 1948 um 87$ seit dem
Jahre 1937 vermehrt - und dieser Zahl ist ebenfalls die Kaufkraft
des Dollars von 1939 zugrunde gelegt.
Die "General Electric" liegt bezueglich der Steigerung ihres
Verkaufs weit an der Spitze vor den anderen Unternehmen. Von 1939
bis 1948 haben sich die Verkaeufe um 377$ erhoeht - das bedeutet,
dass fuer jeden im Jahre 1939 eingegangenen Dollar fast 5 Dollar
im Jahre 1948 eingenommen wurden. Dabei ist der Verkauf, verglichen
mit der BeschaeftigungsZiffer, um mehr als das Doppelte angestiegen.
Die Aktiven der "General Electric" haben sich fast verdreifacht.
Nathan kam zu der Schlussfolgerung, dass die Arbeiter dieser
Gesellschaft auf eine wesentliche Erhoehung ihrer Realloehne Anspruch haetten und erklaertet, dass "die Aussichten fuer Geschaeftstaetigkeiten und Gewinne der "General Electric" im Jahre 1950 und
auch danach ausgezeichnet seien, und zwar nicht nur wegen der voraussichtlich allgemein guenstigen Geschaeftslage im Jahre 1950,
sondern auch wegen der vielversprechenden Aussichten fuer die
elektrische Industrie auf dem Gebiet der Licht - und Starkstromversorgung im besonderen."
James B. Carey, Vorsitzender des Verwaltungsrates des IUE-CIO,
und andere Vorstandsmitglieder dieser Organisation waren in enger
Zusammenarbeit mit Nathan an der Ausarbeitung des Berichtes ueber
die "General Electric" beteiligt.
Nachdem man sich eingehend mit den Realeinkommen der Arbeiter
der Gesellschaft befasst hatte, erklaerte Carey: "Es ist nicht
verwunderlich, dass die "General Electric" mit einer schwachen
Organisation zu verhandeln wuenscht, die sich nicht fuer die Arbeiter einsetzt, wie zum Beispiel mit dem UE."
Carey und Nathan erklaerten, dass es das Ziel in den vom
IUE-CIO gefuehrten Verhandlungen sei, den Arbeitern ihren gerechten
Anteil am Gewinn zu sichern. "Ein Arbeiter sollte die Ware, die
er herstellt, kaufen koennen,1* sagte Carey.
Nathans Bericht ist in drei Hauptabschnitte unterteilt:
Im ersten werden die Lebensbedingungen der Arbeiter der
"General Electric" mit denen der Arbeiter im allgemeinen verglichen.
Der zweite Abschnitt zeigt, dass das Unternehmen absolut in
der Lage ist, bessere Loehne, ausreichende Pensionen, eine Wohlfahrtskasse und andere soziale Verbesserungen zu finanzieren.
Und im dritten Abschnitt wird darauf hingewiesen, dass eine
Verbesserung der Bensbedingungen der Arbeiter des Unternehmens nicht
nur den Arbeitern selbst, sondern auch dem Unternehmen und dem ganzen Lande zugute kaeme, da damit die Kaufkraft erhoeht wuerde.
In einer Rundfunksendung des CIO erklaerte Nathan vor kurzem:
"Der wirtschaftliche Beratungsausschuss des Praesidenten befürwortet Massnahmen zur Anregung der GeschaeftsInvestierungen
und sieht ganz richtig im Gewinn einen Ansporn zur Kapitalanlage.
- 6

�Er weisst jedoch darauf hin, dass trotz der hohen Gewinne die
Geschaeftsleute mit einer Erweiterung ihres Unternehmens so
lange zurueckhalten, bis sich die Aussichten fuer den Absatz
besser gestalten. Einige Unternehmer geben sich mit der jetzigen
Groesse ihres Unternehmens und dem Umfang ihrer geschäftlichen
Taetigkeit zufrieden. Die meisten moechten sich vergroessern.
"Ein umsichtiger Geschaeftsmann wird seine Fabrik jedoch nicht
erweitern, wenn er nicht auch die Gewissheit hat, dass er seine
Produkte verkaufen kann. Derjenige, der Geld anlegen will, wird
kein Wohnhaus bauen, ohne einlgermassen sicher zu sein, dass er
Mieter finden wird, die die Miete bezahlen koennen. Die Kapitalanlage ist unbedingt vom Verbrauch abhaengig.
"Ich persoenlich bin der Ansicht, dass wir in Amerika waehrend
der letzten zwei bis drei Jahre unsere Produktionskapazitaet im
Vergleich zu den Absatzmöglichkeiten viel zu schnell erweitert
haben. Wir koennen zum Beispiel nicht unsere Produktionskapazitae*
fuer Radiogeraete um eine weitere Million Einheiten pro Jahr erhoehen, waehrend die VerbrauchsSteigerung fuer diesen Artikel nur eine
i Million pro Jahr betraegt. Ein solches Verhaeltnls ist unsinnig.
"Der Wirtschaftsausschuss stelle fest, - und ich bin der
gleichen Meinung, - dass sich der Verbrauch schneller vergroessern
muesse als Fabriken und deren Einrichtungen, dass beide Jedoch
unaufhoerlich wachsen muessten. Diese Erkenntnis ist von grundlegender Bedeutung.
Die Schlussfolgerung des Ausschusses hieraus heisst natuerlich,
dass es durch private und oeffentliche Massnahmen gelingen muss,
das Verbrauchsniveau zu heben, das augenblicklich nicht hoch genug
ist, um die Vollbeschaeftigung gewaehrleisten zu koennen.
"Wenn der Markt die Erzeugnisse der Industrie nicht absorbieren
kann, dann liegt dies nicht etwa daran, dass das Volk nicht mehr
verbrauchen moechte, als es zur Zeit verbraucht. Es liegt vielmehr an der Kaufkraft und der Verteilung unseres Gesamtvermoegens.
Ich bin ueberzeugt, dass nur wenige unserer Hoerer es als eine
Haerte empfinden wuerden, groessere und bessere Wohnungen und mehr,
und bessere Kleidung und Nahrungsmittel zur Verfuegung zu haben.
"Es fehlen uns vielmehr die Mittel, um das kaufen zu koennen,
was wir haben moechten. Es scheint uns unsinnig, dass wir uns
mit dem Krebsgang unserer Wirtschaft, mit Arbeitslosigkeit und
geschlossenen Betrieben abfinden sollen, nur weil wir keine Massnahmen treffen wollten, die eine ausreichende Kaufkraft gesichert
haetten.
"In dem Bericht des Ausschusses wird der Ausgeglichenheit
der wirtschaftlichen Faktoren besondere Bedeutung zugemessen und
die Frage, wohin unsere Einkommen gehen, und wie sie verwendet
werden, findet besondere Beruecksichtigung. Damit hat man unser
wirtschaftliches Problem mitten ins Herz getroffen."
Organ des Internationalen ElektrikerVerbandes, "The IUE-CIO News,"
23. Januar 1950
PARLAMENTARISCHE SPIELREGELN IN U.S.A.
Letzte Beleidigung im Senat fiel 1888.
Washington — (Amerika Dienst) —
Als Dr. Schumacher durch
seine scharfe Kritik an Bundeskanzler Adenauer die Aufmerksamkeit
der Welt auf sich zog, haben manche politischen Beobachter in
- 7 -

�I

Washington sich die Frage vorgelegt, was passieren wuerde, wenn
ein amerikanischer Senator sich von der Debatte hinreissen und die
traditionellen Hoeflichkeitsregeln ausser acht lassen wuerde.
Nach den vorliegenden Senatsprotokollen ereignete es sich 1888
zum letzten Mal, dass ein Senator wegen Beleidigung eines Kollegen
disziplinarisch bestraft wurde. Er hatte ein anderes Mitglied
des Hauses als "Luegner und dreckigen Hund" bezeichnet. Der Beleidiger wurde daraufhin prompt von der Sitzung ausgeschlossen. Nach
zwei Tagen entschuldigte er sich und nahm seine Arbeit wieder auf.
Die Verfahrensregeln des Senates bestimmen, dass: "...kein
Senator im Verlauf der Debatte direkt oder indirekt einem oder
mehreren anderen Senatoren in i/rgendeiner Form ein Verhalten oder
Motiv unterstellen soll, das eines Senators unwuerdig oder fuer
ihn ungehoerlg ist.
In der Praxis ist diese Regel natuerlich verletzt worden.
Durch Erfahrungen hat der Senat gelernt, dass im Rahmen gewisser
Grenzen heftige Debatten und temperamentvolle Ausbrueche oft dazu
beigetragen haben, die wirklichen Kernpunkte einer zur Diskussion
stehenden Frage ans Tageslicht zu bringen. Es ist daher nicht ueblich, dass der Senat mit einem Angehoerigen des Hauses, dem in der
Hitze des Gefechtes sein Temperament durchgeht, drastisch verfaehrt.
Man weiss, dass das demokratische Gesetzgebungsverfahren das Ergebnis von MeinungsVerschiedenheiten, Debatten und Kompromissen ist.
Keine Beamtenbeleidigung in U.S.A.
Der Bonner Vorschlag, ein Gesetz zu schaffen, das die Kritik
an deutschen Beamten strafbar machen soll, wurde hierzulande in
parlamentarischen Kreisen mit unglaeubigem Staunen entgegengenommen.
Kein Mitglied der Regierung der Vereinigten Staaten einschliesslich
des Praesidenten ist immun gegen Angriffe aus dem Kongress. Doch
haben Brauch und Tradition ein ungeschriebenes Gesetz entstehen
lassen, das den Praesidenten vor Verbalinjurien in den Kongresssaelen bewahrt. Kennern des parlamentarischen Verfahrens ist kein
Fall bekannt, in dem ein Kongressabgeordneter wegen Anwuerfen gegen
den Praesidenten haette zur Ordnung gerufen werden muessen.
Die Mitglieder des Kabinetts des Praesidenten geniessen keinerlei Immunitaet gegen Angriffe. Wenn auch Kabinettsmitgliedern nicht
gestattet ist, zur Abgabe von Erklaerungen als Redner im Kongress
aufzutreten, werden sie doch haeufig vor Kongressausschuessen *ur
Auskunfterteilung gerufen, wo sie sich eingehenden Fragen und oft
auch scharfer Kritik stellen muessen.
Seit dem Buergerkrieg von 1861 - 1365 ist noch nie wieder ein
Mitglied des amerikanischen Senates ausgestossen worden. Im Verlauf seiner ganzen Geschichte hat der Senat nur achtzehn seiner
Mitglieder ausgestossen - die meisten waren Senatoren, die in die
Armee der Suedstaaten eingetreten waren und somit des Hochverrates
gegen die anerkannte Staatsregierung beschuldigt wurden.
Nur fuenfmal seit 1789 haben die Bestimmungen, die die Redefreiheit im Kongress regeln, unbedeutende Aenderungen erfahren und
seither haben keine Aenderungen mehr stattgefunden. Doch behalten
sich beide Haeuser des Kongresses das* Recht vor, mit einer Zweidrittelmehrheit Parlamentsmitglieder auszuschliessen, die sich
eines unparlamentarischen Verhaltens schuldig gemacht haben. Gegen
eine solche Entscheidung gibt es keine Berufung.
"Amerika Dienst"
13. Januar 1950

�GLEICHE LOHN FUER FRAUENARBEIT
Zahlreiche Kollektiwertraege, die zwischen amerikanischen
Gewerkschaften und Unternehmern abgeschlossen wurden, beinhalten
Bestimmungen ueber die Gleichstellung von Frauen bei der Bezahlung.
Einzelne Bundesstaaten haben waehrend des Krieges diesbezügliche
Gesetze erlassen, und drei weitere Staaten sowie das Territorium
Alaska verabschiedeten derartige gesetzliche Bestimmungen im Jahre
1949. Auf diese Art und Weise besitzen 12 der Bundesstaaten Gesetze,
die eine gleiche Bezahlung von Frauen im privaten Arbeitsverhaeltnis vorsehen« Zwei Staaten beschlossen derartige Gesetze bereits
im Jahre 1919.
Viele der 48 Bundesstaaten dehnen nunmehr den Grundsatz der
gleichen Bezahlung fuer Frauen auch auf den Dienst In Behoerden
aus« Die Bundesregierung setzte bereits im Jahre 1923 ein Gehaltsschema fest, das fuer alle Dienstraenge entsprechende gleiche Bezahlung ohne Unterschied des Geschlechts vorsieht«
Zur Zeit steht Im amerikanischen Kongress ein Gesetzesvorschlag zur Beratung, der eine Erweiterung des Grundsatzes der
gleichen Bezahlung fuer den zwischenstaatlichen Handel (Betriebe,
die Waren herstellen, die von einem Bundesstaat geliefert werden)
beinhaltet. Der Vorschlag wird sowohl von der AFL als auch vom
CIO, den beiden groessten Gewerkschaftsverbaenden der U.S.A«,
unterstuetzt.
Amerika Dienst
7. Februar 1950
WIRD DIE 40-STUNDENWOCHE DEN ERRUNGENSCHAFTEN DER MODERNEN
TECHNIK GERECHT?
Washington — (Amerika Dienst) — In einer Denkschrift an
die Vereinten Nationen forderte der amerikanische Gewerkschaftsverband AFL eine Herabsetzung der Arbeitszeit in der ganzen Welt«
Die AFL, einer der beiden groessten amerikanischen Gewerkachaftsverbaende, verlangt die allgemeine Elnfuehrung der 40-Stunden-Woche,
die dann im Laufe der Zeit auf 30 Stunden herabgesetzt werden koennte.
Die Verkuerzung der Arbeitswoche in der ganzen Welt waere
eine Aufgabe, die vom UN-Wirt Schafts- und Sozialrat in Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation in Angriff genommen werden muesste. Die Internationale Arbeitsorganisation
hatte bereits «im Jahre 1935 eine Konvention zur Billigung des
Grundsatzes der 40-Stunden-Woche gefordert. "Trotzdem steht die
vorgeschlagene Aenderung noch laengst nicht vor ihrer Verwirklichung", heisst es in dem Memorandum«
In Australien, Kanada und Amerika kommt man der 40-StundenWoche am naechsten; in anderen Laendem"muesste die Arbeitswoche
erheblich verkuerzt werden, um die Bedingungen der Konvention der
Internationalen Arbeitsorganisation aus dem Jahre 1935 zu erfuellen."
Wie AFL betont, wurde die Beschaeftlgtenzahl in Amerika von
der Kuerzung der Arbeitswoche auf durchschnittlich 40 Stunden
nicht beruehrt« In den U.S.A. ist gesetzlich festgelegt, dass
Arbeiter, die mit der Herstellung von Guetern fuer den zwischenstaatlichen oder Exporthandel beschaeftigt sind, das l£-fache
ihres regulaeren Stundenlohns bekommen, wenn sie ueber 40 Stunden
pro Woche arbeiten. In einigen Industriezweigen wurde auf Grund
von Kollektivverhandlungen eine weitere Herabsetzung der Arbeitszeit erreicht. So arbeiten z.B. die Angestellten der Bekleidungs1
Industrie nur 35 Stunden in der Woche«
- 9 -

�In dem Memorandum wird ausserdem darauf hingewiesen, dass
die Kuerzung der Arbeltswoche In Amerika von einem staendlgen
Fortschritt der Lelstungsfaehlgkelt und der Produkt Ionskapazitaet begleitet war. In den NachkriegsJahren ist die Produktion
um 2,3g pro Jahr gestiegen.
Auch wird In dem Memorandum betont, dass das augenblickliche
Industrielle Zeltalter Immer produktlonsfaehlgere Einrichtungen
hervorbringt, die auf Grund Ihrer staendlg zunehmenden Mechanisierung weniger Betriebspersonal erforderlich machen.
Bezueglich der ausserordentlichen Wirkungen des technischen
Fortschrittes weist da* Memorandum auf die Juengsten Entwicklungen
in der Physik hin, "die fuer die Zukunft der Industrie und die
Befriedigung der menschlichen Beduerfnlsse von weittragender
Bedeutung sind." Diese Entwicklungen beziehen ein: die Atomspaltung, Ultraschall und eine grosse Anzahl von Erscheinungen,
die man unter dem Namen Hochfrequenztechnik zusammenfasst.
"Es setzt sich langsam die Anschauung durch, dass die zunehmende Verwendung von Hochfrequenzgeraeten nicht nur fuer Wissenschaft und Technik, sondern auch fuer Oeschaeft und Regierung von
grosser Bedeutung sein wird. Immer mehr gelangt man zu der Ueberzeugung, dass diese neuen Maschinen eine zweite industrielle Revolution einleiten."
Amerika Dienst
24. Februar 1950
BILANB DES MARSHALLPLANS
Im folgenden geben wir im Auszug eine Erklaerung
wieder, die der Leiter der ECA-Sondermisslon fuer
Westdeutschland, Robert M. Hanes am 24. Februar
in Washington abgab.
"Seitdem zum letzten Mal ein BDA-Miss Ions-Chef fuer Deutschland vor dem Kongress erschien, sind in diesem Land grundsaetzllche
Veraenderungen eingetreten. Westdeutschland hat eine eigene Regierung, und der voellige Zusammenschluss der amerikanischen, britischen und franzoeslschen Zone ist nahezu vollendet. Die Militaerregierung wurde durch eine zivile Institution, die Alliierte Hochkommission, ersetzt.
Die deutsche Bundesregierung nimmt nunmehr mit allen Rechten
und Verpflichtungen am Marshallplan und seinen Organisationen teil.
Im Oktober 1949 wurde die Bundesrepublik ein vollberechtigter Partner in der Organisation fuer die Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Europas (OEBC), wo sie nunmehr eine eigene Stimme hat und nicht
mehr durch die Alliierten vertreten wird. Im Dezember 1949 wurde
ein zweiseitiges Abkommen zwischen der Regierung der Vereinigten
Staaten und der deutschen Bundesrepublik geschlossen.
Der gewaltige Aufschwung in der Industrieproduktion, der
die Zeit vom Juni bis Dezember 1948 bestimmte, Hess waehrend der
ersten Haelfte des Jahres 1949 nach. Im Laufe der letzten sechs
Monate des gleichen Jahres war jedoch ein Wiederansteigen der
Produktion festzustellen. Die deutsche Produktion hat sich mehr als
verdoppelt, seitdem das Europaelsche Wiederaufbauprogramm gestartet
wurde.

- 10 -

�Im Mai 1948 erreichte der Produktionsindex eine Hoehe von
47 Prozent des Standes von 1936, im November 1949 hatte er einen
Hoechststand von 98 Prozent erreicht. Durch diesen Anstieg konnte
Deutschland einen Anfang damit machen, wieder die wichtige Rolle
zu spielen, die es frueher als Produzent und Verbraucher in der
europaeischen Wirtschaft innehatte, und wieder einer der Hauptpartner des europaeischen Handelsaustausches zu werden. Durch den
Produktionsanstieg konnte ein grosser Teil des angestauten Bedarfs,
besonders auf dem Sektor der Verbrauehsgueter, befriedigt werden.
Waehrend des letzten Jahres sind die Preise im allgemeinen stabil
geblieben, und in den letzten Monaten sind sogar Preisrueckgaenge
eingetreten. Fuer Verbrauc hsguet er wurden Rationierung und Preis«*
kontrollen abgeschafft. Heute bestehen derartige Kontrollen nur
noch fuer Treibstoffe und einige landwirtschaftliche und industrielle Gueter. Der gegenwaertige Stand des Nahrungsmittelverbrauchs
und der landwirtschaftlichen Produktion ist bedeutend hoeher als
noch vor einem Jahr. Die taeglich zur Verfuegung stehende Lebensmittelmenge betraegt etwa 2 500 Kalorien gegenueber 2 900 vor dem
Krieg. Obwohl qualitaetsmaessig der Stand der Vorkriegstage noch
nicht wieder erreicht wurde, bietet der heute zur Verfuegung stehende Speisezettel genau soviel Abwechslung wie damals. Allerdings ist diese Verbesserung der Lebensmittelsituation das Ergebnis
der Nahrungsmittelimporte und ungewoehnlich guter Wetterverhaeltnisse. Sie beruht nicht auf irgendwelchen grundlegenden Verbesserungen von Produktions-Methoden oder -Planung in der deutschen
Landwirt sc haft•
Auf monetaerem Gebiet war das hervorstehendste Merkmal des
letzten Jahres die Tendenz von der Inflation zur Deflation. Die
Waehrungsreform vom Juni 1948 hat einen Ansturm der Kaeufer ausgeloest, der gegen Ende des gleichen Jahres ueberaus ernste Formen
anzunehmen drohte. Die Einfuehrung einer strengen Kreditkontrollpolitik und das Nachlassen der abnormen Verbrauc hernachfrage vermochten die inflationistische Tendenz zu stoppen und die Situation
zu stabilisieren. Tatsaechlich machte sich in den folgenden Monaten ein deflationistischer Druck bemerkbar. Um nunmehr dieser
Deflationstendenz zu begegnen, wurden ECA-Gegenwertmittel fuer
Investitionszwecke freigegeben und die Kreditpolitik ü b e r a u s iert.
Im Zahlungsverkehr mit dem Ausland wurde die deutsche Waehrung im
Herbst 1949 abgewertet. Damit folgte Deutschland dem Beispiel
anderer europaeischer Laender und verbesserte die Konkurrenzfaehigkeit der deutschen Exporteure auf den Weltmaerkten.
Die Frage der Dollarknappheit stellt auch heute noch das
schwierigste Problem Deutschlands dar. Nur ein Zehntel der deutschen Dollar-Importe werden durch Exporte nach Laendern mit harter
Waehrung gedeckt. Der Fehlbetrag wird durch amerikanische Hilfe
aufgebracht, der das unmittelbare Verdienst fuer die bisher erzielte wirtschaftliche Erholung zukommt, doch es verbleiben noch
immer ernste Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet, die
ueberwunden werden muessen.
Ich moechte in diesem Zusammenhang kurz auf die Punkte eingehen, die wir gegenwaertig als die wichtigsten wirtschaftlichen
Probleme Westdeutschlands ansehen:
1.

Produktion:

Westdeutschland muss seine landwirtschaftliche und seine
industrielle Produktion steigern, wenn es ohne Hilfe von aussen
weiter leben soll. Es kann niemals mehr als rund 65 Prozent
- 11 -

�seines eigenen Nahrungsmittelbedarfes selbst erzeugen* Um die
NahrungsmittelImporte zu verringern und die heimische Produktion
zu steigern, werden gegenwaertig entschiedene Anstrengungen unternommen. Hemmende Faktoren auf dem landwirtschaftlichen Sektor
sind die Festpreise, besonders fuer Getreide, die weder einen
Anreiz fuer die deutsche Erzeugung derjenigen Nahrungsmittel bieten,
die andernfalls mit Dollarimporten beschafft werden muessten, noch
deren uebermaessigen Verbrauch verhindern helfen. Die deutschen
landwirtschaftlichen Methoden sind veraltet, die wissenschaftliche
Forschung auf dem Gebiete der Landwirtschaft und die Unterrichtung
der Lebensmittelerzeuger in den letzten 15 Jahren voellig ungenuegend. Durch technische HilfsProgramme werden gegenwaertig alle
Anstrengungen unternommen, um die Landbevoelkerung mit modernen
technischen Methoden vertraut zu machen.
Mangelhafte Technisierung fuehrte zu hohen Gestehungskosten
und ist daran schuld, dass die Programme zur Urbarmachung und
Bodenverbesserung nur langsame Fortschritte machen. Schaetzungsweise 200 000 Hektar Land koennten unter Verwendung moderner Methoden zusaetzllch urbar gemacht werden. Die Rueckstaendlgkelt Deutschlands auf diesem Sektor laesst sich an gewissen Gebieten, zum Beispiel an der hollaendisehen Grenze, aufzeigen. Auf hollaendischer
Seite wurden hohe Ertraege aus dem Land herausgeholt, waehrend der
deutsche Teil nur als Oedland anzusprechen ist. Geldmittel aus dem
ECA-Gegenwertfonds wurden fuer Bodenverbesserungsmassnahmen und zur
Beschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen bereitgestellt.
Die Produktion der Industrie, die allerdings einen relativ
viel besseren Leistungsgrad als die Landwirtschaft aufweist, ist
nach amerikanischen Masstaeben noch Immer ungenuegend und unrentabel. Nach gegenwaertlgen deutschen Vorhersagen rechnet man
bei Abschluss des ERP damit, einen Stand von 107 Prozent der
Erzeugung von 1938 erreicht zu haben. Dies ist unserer Meinung
nach weit weniger, als erreicht werden kann. Die Industrielle
Produktion kann und muesste zumindest auf 120 Prozent des Standes
von 1936 gebracht werden. Hindernisse wie teure Handarbeit und
Mangel an InvestitIonskapital muessen ueberwunden werden. Das Problem Westdeutschlands ist es, geeignete Waren nach geeigneten Laendern zu exportieren und die Ausfuhrgueter zu Selbstkosten zu produzieren, die sie auf den Weltmaerkten konkurrenzfaehig machen«
Dazu ist eine Umgestaltung und Neuorientierung des Denkens der
deutschen Industrie noetlg, das sich bisher nur Innerhalb der Grenzen geschuetzter Maerkte, der Monopole und Kartelle bewegte und
nie in vollem Umfang der Wirklichkeit eines wahrhaft freien und
konkurrenzbestimmten Marktes ausgesetzt war.
Die Vertreter der deutschen Industrie halten noch immer am
Gedanken eines niedrigen Umsatzes bei hoher Gewinnspanne fest,
statt sich zu einer ausgedehnten Produktion bei niedriger Gewinnspanne zu entscheiden. Darueber hinaus wird der deutsche Export
noch immer durch das Fehlen geeigneter Handelsorganisationen gehemmt sowie durch das unzulaengliche Wissen um moderne Verkaufsmethoden und in einem gewissen Grade auch durch den Im Ausland
noch Immer allgemein verbreiteten, wenn auch abnehmenden Wiederstand gegen deutsche Waren.
2.

KapitalInvestierungen:

Der Mangel an InvestitIonskapital ist im Hinblick auf das
Problem einer Produktionssteigerung sehr bedenklich. Steht solches
Kapital zur Verfuegung, so sind die Zinssaetze sehr hoch, und in
allzu vielen Faellen wurde mit dem gefaehrlichen Mittel gearbeitet,
kurzfristige Kredite zu langfristigen Investitionen zu verwenden.
Ein Mangel an langfristigen Krediten verzoegert den Wiederaufbau
von Fabrikanlagen sowie die Wiederinstandsetzung und Modernisierung
der Produktionsausruestung. Um diesen Mangel einigermassen zu lindern, sind erhebliche Mittel aus dem ECA-Gegenwertfonds freige- 12 -

�geben worden. Aber die Mittel des Gegenwertfonds koennen das
Problem allein nicht loesen. Auf dem Kapitalmarkt koennen nur
kleine Betraege an Investitionskapital beschafft werden. Weder
die Privatbanken noch die oeffentliche Hand sind in der Lage,
grosse Kredite zu gewaehren. Die einzig greifbare Hoffnung auf
Abhilfe scheint auf der Bank Deutscher Laender zu beruhen, aber
auch diese Loesung ist weder von Dauer, noch kann sie als ausreichend bezeichnet werden.
Die Kapitalknappheit spiegelt sich auch in zwei der dringendsten Probleme Westdeutschlands wider, naemlich dem Wohnraummangel und der Arbeitslosigkeit. Wir stehen heute vor der paradoxen Situation, dass in einem Land, in dem 5 Millionen Wohnungen
fehlen, Bauarbeiter entlassen werden. Gegenwaertig werden Mittel
aus dem Gegenwertfonds verwendet, um das Wohnungsbauprogramm zu
foerdern, es muss aber noch weit mehr getan werden, wenn sehr gefaehrliche soziale und politische Folgen vermieden werden sollen.
Die Zahl der Arbeitslosen hat eine Hoehe von 2 Millionen
oder ungefaehr 10 Prozent der Gesamtzahl der Werktaetigen erreicht.
Der anhaltende Zustrom von Fluechtlingen aus der Sowjetzone und
den Laendern hinter dem Eisernen Vorhang - etwa 20 000 im Monat hat zu dieser Lage wesentlich beigetragen. Waehrend die Fluechtlinge etwa 18 Prozent der Gesamtbevoelkerung Westdeutschlands
ausmachen, stellen sie 35 Prozent der Erwerbslosen. Sie verstaerken den Druck auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt und werden von
der einheimischen Bevoelkerung als Aussenstehende und Eindringlinge angesehen. Die Fluechtlinge schaffen Ressentiments, und
diese Ressentiments werfen schwere soziale und wirtschaftliche
Probleme auf. Abgesehen von seinen rein menschlichen Aspekten
hat dieses Problem, das fuer Westdeutschland ueberaus brennend
ist und fuer andere ERP-Laender nicht zutrifft, weitreichende
politische Auswirkungen. Nur durch die gemeinsame Anstrengung,
diese Menschen in die Wirtschaft und den Volkskoerper einzugliedern, koennten Unruhe und ausgesprochen extremistische Tendenzen
im politischen Denken dieser Gruppe verhindert werden. Mit dieser
Frage muss zwar die deutsche Regierung aus eigener Kraft fertig
werden, ich bin aber dennoch der Ansicht, dass dieses Problem
bei der Zuteilung der ameriknaischen Hilfe besondere Beachtung
verdient. Das Fehlen langfristigen Kapitals fuer den Wohnungsbau
und die Erweiterung der industriellen Kapazitaet, das allmaehliche
Schwinden der ueberschuessigen Kaufkraft und ein noch nicht voeilig
entwickelter Export haben zur Verschlimmerung des Arbeitslosenproblems beigetragen. Zahlreiche Arbeitslose, in der Hauptsache
Fluechtlinge, leben in landwirtschaftlichen Gebieten, wo sie
unerwuenscht sind und keine Arbeitsplaetze zur Verfuegung stehen.
In vielen Faellen ist es auf Grund der schlechten Wohnverhaeltnisse
unmoeglich, sie in andere Gegenden umzusiedeln, wo bessere Arbeitsmoeglichkeiten bestehen und sogar Arbeitskraefte fehlen.
Sowohl fuer die ECA-Mission als auch fuer die deutsche Bundesregierung stellt die Arbeitslosenfrage ein ueberaus wichtiges Problem dar. Nach meiner Ansicht kann sich weder die wirtschaftliche
noch die soziale Situation Westdeutschlands stabilisieren, wenn
nicht mit aller Energie an dieses Problem herangegangen wird. Ein
umfassendes Wohnbauprogramm, das zum Teil aus dem ECA-Gegenwertfonds finanziert wird, ist eine der Massnahmen, die getroffen wurden,
um der dringendsten Not zu begegnen. Auf lange Sicht muss man jedoch die bestehenden Uebel und Misstaende an der Wurzel packen.
Dies erfordert grosse Geschicklichkeit und Umsicht von Seiten der
Bundesregierung. Alle Schritte muessen auf der einen Seite darauf
- 13 -

�abgestimmt sein, die vorhandenen Moeglichkelten bis aufs aeusserste
auszunuetzen, auf der anderen Seite muss jedoch mit der noetigen
Vorsicht zu Werke gegangen werden, um die Stabilitaet der Waehrung
nicht zu gefaehrden.
,
Vor allem muss die Produktion erhoeht und die Produktivitaet
verbessert werden. Meiner Ansicht nach wuerde die gegenwaertige
Finanzlage unter der Voraussetzung, dass ausreichende fiskalische
Sicherungen bestehen, eine wesentliche Kreditexpansion fuer langfristige Investierungen gestatten. Das Steuereinnahmesystem muss
gefestigt und die Steuerstruktur so gestaltet werden, dass der
Verbrauch von Luxusguetern gesenkt wird und mehr Mittel fuer Investierungen zur Verfuegung stehen.
Kreditmoeglichkeiten muessten fuer diejenigen Projekte geschaffen werden, die fuer die gesamte Wirtschaft von besonderem
Nutzen sind und durch die zusaetzliche arbeitsintensive und produktive Industrien geschaffen werden koennen.
Schliesslich muss ein energischer Feldzug eingeleitet werden,
um die Exporte, und im besonderen-die Exporte in das Dollargebiet,
zu steigern.
3.

Aussenhandel und Ausgleich der Zahlungsbilanz.

Falls Westdeutschland seine Ziele im Rahmen des Europaeischen
Wiederaufbauprogramms erreichen soll, muessen die Exporte, und
besonders die Dollarexporte, ausserordentlich gesteigert werden.
Das in diesem Zusammenhang bereits erwaehnte Zehn-zu-eins-Verhaeltnis
der Dollarimporte zu den Dollarexporten muss drastisch herabgesetzt
werden. Auf Grund der gegenwaertig von Westdeutschland verfolgten
Politik einer weitgehenden Liberalisierung des Handels ist seine
Zahlungsbilanz mit anderen europaeischen Laendern unausgeglichen.
Die ECA-Mission vertraut jedoch darauf, dass in naher Zukunft andere
europaeische Nationen mehr von Deutschland kaufen werden, wodurch
die gegenwaertige Entwicklung aufgehalten und tatsaechlich ein
deutscher Exportueberschuss im Handel mit Westeuropa geschaffen
werden koennte.
i

Deutschland muss sich jedoch enger dem Dollargebiet anschliessen und den groessten Teil seiner Anstrengungen hierauf verwenden.
Die westdeutsche Bevoelkerung muss jetzt diese 'Linie des geringsten Widerstandes1 verlassen und sich mit dem Problem der
Selbsterhaltung nach Beendigung der amerikanischen Hilfe befassen.
Um den westdeutschen Exporteuren zu helfen, entsendet die ECA Experter
verschiedenster Fachgebiete nach Deutschland, die im Rahmen des
technischen Hilfsprogrammes die deutschen Industriefachleute. Gewerkschaftsvertreter und Landwirte mit den modernsten Produktionsmethaden
vertraut machen. Darueber hinaus muss das deutsche Volk dazu bewegt werden, dass es unmittelbare eigene Vorteile auf Kosten der
Exportsteigerung zurueckstellt.
Um seine Handelsbilanz halbwegs ausgleichen zu koennen, muss
Deutschland nach neuen Importmoeglichkeiten suchen. Osteuropa,
Suedamerika und andere ERP-Laender stellen Hilfsquellen dar, die
dazu beitragen koennen, Deutschlands Dollarbestaende zu schonen.
Von groesster Wichtigkeit fuer den Fortbestand des Landes ist
der Uebergang zu einem freieren Wirtschaftssystem. Das uebervoelkerte Gebiet Vifestdeutschlands kann sich das zur Foerderung der

- 14 -

�Autarkie des Reiches in der Zeit vor dem Krieg geschaffene System
von Schutzzoellen nicht mehr laenger leisten. Diese in Verruf geratene Politik muss durch ein System ersetzt werden, das geeignet
ist, dem westdeutschen Export neue Maerkte zu erschliessen und
dabei gleichzeitig die zur Finanzierung gewichtiger Nahrungsmittelund Rohstoffimporte erforderlichen Devisen zu erbringen. Zu diesem
Zweck muessen die quantitativen Beschraenkungen des Imports- besonders
bei Nahrungsmitteln - langsam aufgehoben und Kartelle und Monopole
abgeschafft werden, um die Beschraenkungen von Industrie und Handel
zu beseitigen. Damit soll ausserdem der Fortbestand der Kleinbetriebe gesichert und ihre Wettbewerbsfaehigkeit erhalten werden.
Auch fuer Exporteure muss ein gewisser Anreiz geschaffen werden.
Deutschland nimmt einen ganz besonderen Platz innerhalb des
Marshallplans ein. Niemals vorher hat eine Siegernation ein positives Programm eingeleitet, um einen besiegten Gegner wieder aufzurichten. Wir haben uns auf dieses einmalige Abenteuer eingelassen,
weil die fuenfjaehrige Besatzungserfahrung uns den aussergewoehnlichen Einfluss vor Augen fuehrte, den die Verhaeltnisse in Deutschland auf Westeuropa als Ganzes ausueben. Deutschland steht im Mittelpunkt des europaeischen Problems. Um das deutsche und auch das
europaeische Problem zu loesen, muss Westdeutschland so eng wie nur
moeglich an Westeuropa angeschlossen werden. Es darf ihm nicht mur
gestattet, sondern es muss auch ermutigt werden, auf den Maerkten
der Welt zu kaufen und zu verkaufen.
Wir haben viele Milliarden Dollar ausgegeben, um den Nazismus
in der Welt zu vernichten. Es scheint daher durchaus angebracht,
einen Bruchteil jener Summe dafuer zu verwenden, um in Westdeutschland die Grundlage einer Wirtschaftsstruktur zu legen, die das
Wiederaufleben irgendeiner extremistischen, den Weltfrieden bedrohenden Ideologie verhindert."
Amerika Dienst
28. Februar 1950
EINZELHEITEN UEBER DAS ECA-PROGRAMM FUER TECHNISCHE HILFE
Frankfurt — (Amerika Dienst) —
Die ECA-Mission fuer Westdeutschland gab kuerzlich Anweisungen bekannt, die die Teilnahme
Deutschlands an dem ECA-.Programm fuer technische Hilfe betreffen.
In Form einer Direktive wurden diese Anweisungen vom Amt fuer
oeffentliche Angelegenheiten und dem Amt fuer Wirtschaftsangelegenheiten, HICOG, gemeinsam ausgearbeitet und von den Direktoren dieser
beiden Aemter, Mr. Ralph Nicholson, bezw. Mr. Robert M. Hanes, unterzeichnet«
Wie in der Direktive besonders unterstrichen wird, koennen
Antraege fuer Projekte von alliierter oder von deutscher Seite gleicherweise gestellt werden. Die vorgeschlagenen Projekte muessen jedoch "technischer oder beruflicher Natur sein und in absehbarer Zeit
zum Wiederaufbau beitragen." Ausserdem werden Projekte nur genehmigt,
wenn die erforderliche technische Hilfe und Beratung eine Reise nach
den Vereinigten Staaten notwendig machen.
Einzelpersonen oder Organisationen, die Antraege fuer technische
Hilfsprojekte einreichen wollen, muessen diese dem zustaendigen Ministerium der deutschen Bundesregierung vorlegen. Den Antraegen
muessen jeweils vollstaendige Beschreibungen ueber Art und Umfang
der erbetenen Hilfe, die Berechtigung hinsichtlich der Dringlichkeit fuer den Wiederaufbau und Angaben darueber, wie die erlangten
Erfahrungen weitervermittelt und ausgenutzt werden sollen, beiliegen.
Weiterhin sind die Zahl des erforderlichen Personals, das vorgeschlagene Datum fuer den Beginn und die Dauer des Projektes anzugeben.
- 15 -

�Die ECA-Sondermission prueft alle Antraege sorgfaeltig auf
die Zweckmaessigkeit des Projektes und seinen technischen Wert. Alle
vorgeschlagenen BCA-Projekte werden auch von den Austauschabteilungen im Amt fuer oeffentliche Angelegenheiten im Hinblick auf ihre
Beziehung zum allgemeinen Austauschprogramm ueberprueft.
Die endgueltige Entscheidung ueber Genehmigung oder Ablehnung
wird von der BCA-Abteilung fuer technische Hilfe in Washington gefaellt, die die Projekte auf Grund der allgemeinen BDA-Planung auswertet.
Die Teilnehmer an den Austauschprogrammen erhalten in den Vereinigten Staaten ein Tagesgeld von 12 r - Dollar. Ausserdem bezahlt
ECA saemtliche in den U.S.A. entstehenden Fahrtauslagen und sonstigen Kosten. Im allgemeinen jedoch haben die deutschen Stellen, auf
deren Vorschlag die Entsendung der Teilnehmer erfolgt, den Gegenwert dieser von ECA zur Verfuegung gestellten Dollarbetraege in
Deutscher Mark auf das Gegenwertkonto der Bank Deutscher Laender
einzuzahlen.
Nach ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten werden die
deutschen Sachverstaendigen von Beamten der Arrangements Branch,
ECA, die Ihre Dienststellen in.Washington und New York hat, empfangen.
Von diesen Beamten wird ihnen auch das Naehere ueber ihren AmerikaAufenthalt in Form von kurzen Unterweisungen mitgeteilt. Innerhalb
eines Monats nach Beendigung der Projekte muessen von den deutschen
Teilnehmern vorlaeuflge Berichte ausgearbeitet werden. Diese muessen
Einzelheiten ueber die bei der Durchfuehrung des Projektes gesammelten praktischen und theoretischen Kenntnisse und Informationen sowie
ausserdem Angaben enthalten, inwiefern die Verbreitung der erworbenen
Erfahrungen allgemein als Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufbau
gewertet werden kann.
Amerika Dienst
23. Februar 1950

- 16 -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

OFFICIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
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angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.
»

III - 1

Frankfurt, 10, Maerz 1950

INHALTSVERZEICHNIS
CIO fordert groessere soziale Sicherheit fuer
mehr amerikanische Buerger - - - - - - - - - - 1
Gewerkschaften i n Holland - - - - - - - - - - 4
David Dubinsky - - - - - - - - - - - - - 9
Der Verbraucherpreisindex wird modernisiert- - - 13
CIO fordert "energische, demokratische Massnahmen
zur Sicherung des Weltfriedens
- - - - - - - - - 1 4

CIO FORDERT GROESSERE SOZIALE SICHERHEIT FUER MEHR AMERIKANISCHE
BUERGER
Der Sozialausschuss des CIO forderte vorige Woche bedeutende
Erhoehungen der AltersPensionen. Diese Forderung wurde zusammen
mit anderen Vorschlaegen zur allgemeinen Verbesserung des S o z i a l versicherungsgesetzes eingebracht,
Fuehrende Komitees verlangten die Ausdehnung der A l t e r s - ,
Hinterbliebenen- und InvalidenversicherungsProgramme auf " a l l e
Amerikaner - so, dass eine g e s e t z l i c h e Berechtigung auf Pensionen
besteht,"
Neue Methoden zur Festsetzung von Pensionssaetzen wurden i n
Vorschlag gebracht, um den " a e l t e r e n Arbeitern eine ausreichende
Bezahlung zu s i c h e r n , d i e ihnen einen Lebensstandard nach amerikanischen Begriffen ermoeglichtf" Der e r s t e S c h r i t t in d i e s e r Richtung b e s t e h t d a r i n , dass man vorschlaegt, b e i der Festsetzung der
Pensionen den d u r c h s c h n i t t l i c h e n Monatslohn der besten fuenf aufeinanderfolgenden Jahre des Arbeiters zugrunde zu legen, und zwar
b i s zu einem Jahreseinkommen von hoechstens 4.800 Dollar.
- 1 -

�"Fuer die ersten 100 Dollar des durchschnittlichen Monatseinkommens sollen 50g und fuer den restlichen Betrag bis zu 400
Dollar pro Monat 20g bei einem zusaetzlichen Zuschlag von 1%
fuer jedes VersicherungsJahr gezahlt werden", erklaerte Vorsitzender Emil Rieve im Namen des Komitees. Rieve ist Praesident der
Textilarbeiter Gewerkschaft.
Ein aelteres Ehepaar, das waehrend seiner fuenf besten aufeinanderfolgenden Jahre ein Monatseinkommen von 300 Dollar bezogen
hat, wuerde dem CIO Programm zufolge nach 20 Jahren Zugehoerigkeit
zur Sozialversicherung eine monatliche Pension von 162 Dollar erhalten. Die Mindestpension, die in diesem Programm fuer einen in den
Ruhestand versetzten Arbeiter vorgesehen ist, beliefe sich auf
50 Dollar monatlich. Der Hoechstbetrag der zu zahlenden Pensionen
waeren 80g des durchschnittlichen Monatseinkommens.
Ausserdem schlug der Sozialausschuss vor:
1. Die Qualifizierungsbedingungen zu liberalisieren und die Reduktionen der Pensionen wegen zeitweiliger Nichtzugehoerigkeit zur
Sozialversicherung zu begrenzen.
2. Das pensionsfaehige Alter fuer Frauen von 65 auf 60 Jahre
herabzusetzen.
3. Solche Personen zu unterstuetzen, die von Invalidenrentnern
wirtschaftlich abhaengig sind.
4. Soziale Bestimmungen zur Unterstuetzung arbeitsunfaehiger
Personen zu erlassen, um ihnen durch aerztliche Hilfe und Berufsumschulung wieder die Moeglichkeit zu geben, Geld zu verdienen.
5. Ein Programm nach den von der Truman-Verwaltung vorgeschlagenen
Richtlinien aufzustellen, das eine zeitweilige Versicherung fuer
Arbeitsunfaehige vorsieht.
6. Ein System zur Unterstuetzung der Armen einzufuehren, das
"diesen Leuten nicht nur ermoeglicht, zu bestehen, sondern anstaendig zu leben." Den einzelnen Staaten sollen genuegend Mittel
von der Bundesregierung zur Verfuegung gestellt werden, damit sie
in allen Faellen ausreichende Unterstuetzungen auszahlen koeimen.
Ferner forderte der Sozialausschuss die Vereinheitlichung der
Sozialbestimmungen im gesamten Bundesgebiet, um die Hilfsbeduerftigen besser unterstuetzen und die unnoetlgen Aufenthaltsbedingungen
und EigentumsPfandrechte gegenueber Unterstuetzungsempfaengern beseitigen zu koennen.
Diese Vorschlaege wurden einen Tag vor Eroeffnung der Sitzung
gemacht, in der dem konservativen Finanzausschuss des Senats die
Erweiterung der Sozialversicherungsgesetzgebung vorgetragen werden
sollte. Die entsprechende Gesetzesvorlage war in der letzten
Sitzung des Repraesentantenhauses bereits gebilligt worden. Nun
hatte der Senat darueber zu entscheiden.
Arthur J. Altmeyer, Beauftragter fuer Sozialversicherung,
nahm als erster Referent vor dem Ausschuss'des Senats zu diesem
Thema Stellung. Er sprach sich unter anderem fuer ein ausgedehnteres Sozialversicherungsprogramm aus, das frueheren Vorschlaegen
des CIO sehr nahe kommt. Er schlug vor, 5£ Millionen Farmverwalter,
Landarbeiter und viele Hausangestellte in die Sozialversicherung
aufzunehmen, wie es der CIO bereits getan hat. Er erwaehnte dabei
nicht bestimmte Gruppen gelernter Arbeiter, die bis jetzt noch ausgeschlossen sind, aber vom CIO fuer versicherungsberechtigt erachtet werden.
- 2 -

�Altmeyer schlug ferner vor, die Bestimmungen zu liberalisieren, nach denen die Unterstuetzungsberechtigung fuer solche
Personen festgelegt ist, die die mittleren Altersgruppen ueberschritten haben; statt Armenunterstuetzungen sollten ihnen
Pensionen gezahlt werden. In der vom Repraesentantenhaus genehmigten Gesetzesvorlage ist zur Zeit ein fuer Sozialversicherung
zu versteuernder Hoechstbetrag von 3000 bzw. 3600 Dollar vorgesehen. Altmeyer setzte sich fuer eine Erhoehung des sozialversicherungspflichtigen Hoechstbetrages auf 4800 Dollar ein. Er
ist ferner fuer die Beibehaltung des Zuschlages zu den Monatspensionen von 1# fuer jedes VersicherungsJahr gegenueber dem i#igen Zuschlag, wie er in der Gesetzesvorlage des Repraesentantenhauses vorgesehen ist.
Altmeyer forderte hoehere Leistungen der Sozialversicherung
im allgemeinen, sodass z.B. ein Arbeiter, der seit 1937 ununterbrochen beschaeftigt war und ein durchschnittliches Monatseinkommen von 200 Dollar hatte, jetzt eine monatliche Pension von
111 Dollar erhalten soll, wenn seine Frau ebenfalls das pensionsfaehige Alter erreicht hat. Fuer Alleinstehende soll die Pension
74 Dollar betragen.
Altmeyer erklaerte, dass ein Teil der durch die Erhoehung
der Unterstuetzungen und die Ausdehnung der Unterstuetzungsberechtigung entstandenen Mehrkosten dadurch gedeckt wuerden, dass man
die Zuschuesse an die einzelnen Staaten fuer die Armenhilfe reduzieren koenne. Er schaetzt, dass sich die Gesamtkosten dieses
Programms auf 6£ der Gesamtsumme der Loehne belaufen wuerden«
wenn sich die Loehne in den naechsten 50 Jahren in demselben
Masse wie in den vergangenen 50 Jahren erhoehten« Die Kosten
wuerden 7,2# der Loehne ausmachen, wenn dieselben unveraendert
blieben. Die Kosten fuer die Gesetzesvorlage des Repräsentantenhauses wurden bei gleichbleibendem Lohnniveau auf 6,2# der Loehne
geschaetzt.
Nachfolgende Tabelle zeigt die vom Sozialausschuss des CIO
vorgeschlagenen Pensionssaetze der Sozialversicherung im Vergleich
zu den augenblicklich gueltigen und den in der Gesetzesvorlage
des Repräsentantenhauses vorgeschlagenen Leistungen. Die Angaben
beziehen sich auf eine alleinstehende Person mit 20 VersicherungsJahren:
Durchschnittl.

Monatseinkommen

$100
150
200
250
300
400

P e n s i o n e n
l t . Vorschlag nach dem gegenGesetzesvorlage
des CIO
waertigen S o z i a l des Repraesentanversicherungsgesetz tenhauses
$30
36
42
48
48
48

$60
72
84
96
108
132

"The CIO News"
2 3 . Januar 1950

- 3 -

$55
60.50
66
71.50
77
77

�GEWERKSCHAFTEN IN HOLLAND
Der folgende Artikel von D. Roemers, Direktor
der Abteilung fuer Forschung im Hollaendischen
Gewerkschaftsbund (N.V.V.), erschien in dem
Magazin "Socialist Commentary,,. Er wird hiermit zu Ihrer Informierung und evtl. Verwendung
veroeffentlicht. Die Wiederveroeffentlichung
ist gestattet.
Nach der deutschen Besetzung Hollands war wenig von der
hollaendlschen Gewerkschaftsbewegung uebriggeblieben. Die Deutschen
hatten die Gewerkschaften unterdrueckt und versucht, sie durch
die "Arbeitsfront" zu ersetzen. Ihr Erfolg war ueberraschend gering.
Von den 685.300 Gewerkschaftsmitgliedern wurden weniger als 100.000
in die Arbeitsfront aufgenommen. Das gesamte Eigentum der Gewerkschaften war jedoch beschlagnahmt und vergeudet worden, und so
musste im Jahre 1945 ganz von vorn angefangen werden.
In der hollaendlschen Gewerkschaftsbewegung bestanden schon
immer Spaltungen. Waehrend des Krieges wurden zwar Vorbereitungen
fuer eine Vereinigung der verschiedenen Richtungen getroffen, ihre
Verwirklichung scheiterte jedoch an dem Widerstand der christlichen
Gewerkschaften. Dagegen wurde ein gemeinsamer Ausschuss fuer gemeinsame Beratung gebildet. Es ist der sogenannte Rat der Gewerkschaftsverbaende.
Am 1. Januar 1949 hatten die drei grossen Gewerkschaftsverbaende folgende Mitgliederzahlen: Hollaendischer Gewerkschaftsbund (N.V.V.) 365.000, Katholische Arbeiterbewegung Hollands
263.000 und die Christlich Nationale Gewerkschaft etwa 150.000
Mitglieder. (Die gesamte erwerbstaetige Bevoelkerung Hollands
zaehlt 3,5 Millionen).
Vor dem Kriege stand der N.V.V. in engen Beziehungen mit der
Sozialdemokratischen Partei. Diese offizielle Verbindung wurde
jedoch nach dem Kriege in gegenseitigem Einvernehmen aufgehoben.
Das Verhaeltnis zwischen beiden Organisationen blieb jedoch auch
weiterhin herzlich. Obwohl der N.V.V. grundsaetzlich gegen konfessionelle Gewerkschaften ist, liegt ihm sehr daran, mit den
protestantischen und katholischen Gruppen unter den Arbeitern
zusammenzuarbeiten, die die konfessionelle Grundlage ihrer Bewegungen zu erhalten wuenschen. Es besteht noch ein vierter Gewerkschaftsverband, E.V.C., der etwa 100.000 Mitglieder zaehlt und
angeblich dazu dient, die Einheit in der Gewerkschaftsbewegung
herzustellen. In Wirklichkeit hat er alle Versuche, eine Einigung
zu erzielen, sabotiert. Dieser Verband ist praktisch voellig von
den Kommunisten beherrscht, und es besteht keine Veranlassung mehr,
eine Verstaendigung mit dieser Organisation zu suchen.
Waehrend die Meinungsverschiedenheiten ueber soziale Fragen
zwischen dem N.V.V. und den christlichen Gewerkschaften nicht
wesentlich sind, bestehen einige bedeutsame Differenzen in wirtschaftspolitischen Fragen. Der N.V.V. tritf'mehr oder weniger
auf derselben Linie wie die Labour Party", fuer die Planwirtschaft
ein. Die konfessionellen Gewerkschaften dagegen gehen nur mit
Vorsicht und Zoegern an diese Frage heran und neigen mehr zu den
rechtsgerichteteren Parteien hin. In dem "Stichting van de Arbeid",
einer auf freiwilliger Basis entstandenen Koerperschaft ohne jegliche Exekutivgewalt, beraten die drei Gewerkschaftsverbaende mit
den nationalen Unternehmerverbaenden ueber soziale Angelegenheiten.
Die Verbesserung der Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hatte-nach der Befreiung des Landes in der Bildung dieser
Organisation ihren Niederschlag gefunden. Sie wurde bald danach,
im Juli 1945, von der Regierung als eine oeffentlich-rechtliche,
beratende Koerperschaft anerkannt.
- 4 -

�In dem Kampf um ihr Neuerstehen - unter den verarmten und
chaotischen Verhaeltnissen der NachkriegsJahre wahrlich ein
schwerer Kampf - konzentrierten sich die hollaendischen Gewerkschaften auf drei Punkte: Regelung von Loehnen und Preisen,
soziale Verbesserungen und bessere Interessenvertretung der
Arbeiter. Was ist auf diesen drei Gebieten erreicht worden?
Loehne und Preise
Die Gewerkschaftsbewegung war sich bewusst, dass sie in
ihrer Politik eine wirtschaftliche Lage zu beruecksichtigen hatte,
die eine Nachwirkung der Besetzung und des Krieges darstellte:
ein niedrigerer Lebensstandard, minierte Produktionsbetriebe,
wenig Vorraete, die Ueberschwenmung von 10£ der landwirtschaftlichen Anbauflaeche, Erschoepfung des Ackerbodens infolge Mangels
an Kunstduengern, zerstoerte Haeuser, Liangel an Transportmitteln
und anderen Materialien. Ausserdem haben die Umwaelzungen in
der Weltwirtschaft das Land schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Besonders das Abflauen des Handels mit Deutschland und Indonesien,
den beiden Hauptstuetzen der hollaendischen Wirtschaft, konnte
nicht ohne Nachwirkungen bleiben. Es bestand nicht die Aussicht,
die Vorkriegsverhaeltnisse schnell wiederherstellen zu koennen.
Infolge der fortschreitenden Industrialisierung in vielen Ueberseestaaten wurden die Exportmoeglichkeiten geringer. Da es aus
all diesen Gruenden fuer Holland unmoeglich war, wirtschaftlich
auf seinen eigenen Fuessen zu stehen, beschlossen sowohl der
N.V.V. als auch die christlichen Gewerkschaften ohne Zoegern,
am Marshall Plan mitzuarbeiten.
Hohe Investitionen erforderlich
Zwar ist es wahr, dass der Wiederaufbau grosse Fortschritte
gemacht hat - die Industrieproduktion hat den Stand von 1935
um 20% ueberschritten, und die landwirtschaftliche Produktion
liegt ebenfalls ueber dem Vorkriegsstand - trotzdem steht zweifellos fest, dass Holland ohne fremde Hilfe seinen VorkriegsLebensstandard noch nicht erreichen kann. Bedeutende Einnahmequellen sind verlorengegangen, und die Einwohnerzahl hat sich
von 8.800.000 im Jahre 1940 auf 9.900.000 im Jahre 1949 erhoeht.
In den kommenden Jahren muss fuer 40.000 Menschen Arbeit gefunden werden, und nach 1955 wird die Zahl der zu Beschaeftigenden
auf 60.000 ansteigen. Da die Moeglichkeiten einer Ausdehnung
der Landwirtschaft sehr beschraenkt sind, muss die Erhoehung
der Beschaeftigtenzahl in der Industrie stattfinden und zwar
in erster Linie in der' Exportindustrie. Das bedeutet, dass ein
bedeutender Teil des nationalen Einkommens fuer die Industrialisierung verwendet werden muss.
Zur Frage, wie das zu diesem Zweck benoetigte Kapital beschafft werden soll, ist man geteilter Meinung. Die kapitalistische Presse spricht sich gegen staatliche Investierungen aus
und wuenscht, die privaten Ersparnisse zu vermehren. Sie fordert zum Beispiel die Aufhebung der Dividendensperre und die
Beendigung der Finanzpolitik der billigen Kredite. Diese Vorschlaege wuerden die Ungleichheit der Einkommen noch vergroessern.
Der N.V.V. ist der Ansicht, dass man nicht erwarten kann, dass
das Volk im Interesse der industriellen Entwidmung mit einer
Beschraenkung des Verbrauchs sich einverstanden erklaert, aber nur
unter der Bedingung, dass die aus dieser Entwicklung entstehenden Gewinne der gesamten Nation zugutekommen und die wohlhabenderen Gruppen auch einen Teil der Lasten tragen muessen. Das
erforderliche Kapital muesste deshalb hauptsaechlich aus oeffentlichen Mitteln zur Verfuegung gestellt werden.

�Wir moechten nun einen Blick auf die Lohn- und Preispolitik
werfen, die die Regierung seit Kriegsende eingeschlagen hat. Eine
bedeutende Rolle bei der Festsetzung der Loehne spielt das "College van Rijksbemiddelaaps" (Staatlicher Vermittlungsausschuss) ein nicht ganz zutreffender Name, da dieser Ausschuss keine vermittelnde Taetigkeit ausuebt; diese Bezeichnung wurde von Vorgaengern uebernommen, die in Arbeitsstreitigkeiten vermittelten.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Industriezweiges uebersenden
ihre Vorschlaege fuer neue Tarifvertraege dieser oeffentlichrechtlichen Koerperschaft der Regierung. Bevor der Ausschuss eine
Entscheidung faellt, wird der Stichting zu Rate gezogen, der ein
Fachkomitee hat, in dem Vertreter nationaler Arbeitgeberverbaende
und Gewerkschaften sind, die sich mit solchen Fragen befassen.
Die Entscheidungen de» Stichtings unterliegen allgemeinen Massregeln, die in praktischer Zusammenarbeit zwischen dem Stichting
und dem Vermittlungsausschuss ausgearbeitet worden sind. Mehr
alseeinmal hat der Vermittlungsausschuss Vorschlaege zu Lohnerhoehungen mit dem Hinweis abgelehnt, dass sie die allgemeine
Lohnpolitik der Regierung gefaehrden.
Verstaendnis fuer die wirtschaftliche Lage
Dass man Lohnforderungen wirtschaftspolitischen Erwaegungen
unterordnet, stellt eine voellig neue Entwicklung in der hollaendischen Gewerkschaftsbewegung dar. Grundsaetzlich befuerworten
alle den Hauptverbaenden angeschlossenen Gewerkschaften diese
Politik, wenn auch in bestimmten Faellen Meinungsdifferenzen
hinsichtlich ihrer Anwendung aufgetreten sind. Die Gewericschaften
sind zu der Auffassung gelangt, dass es weniger wichtig ist, wieviel Gulden ein Arbeiter verdient, alt vielmehr, welche Kaufkraft
sein Lohn besitzt. Sie wissen, dass eine sofortige Lohnerhoehung
zur Inflation fuehren muesste, und dass es die Arbeiter waeren,
die darunter am meisten zu leiden haetten. Ausserdem haben sie
erkannt, dass Holland versuchen muss, seine Exporte zu erhoehen
und gleichzeitig die Preise konkurrenzfaehig zu halten. Schliesslich sind sie sich im klaren darueber, dass es sich verhaengnisvoll auswirken wuerde, wenn jede Gewerkschaft ihre eigene Lohnpolitik verfolgte. Wir geben zu, dass Arbeiter in sicheren Stellungen ihre Loehne nach oben schrauben koennten; diese hohen Loehne,
die zu erhoehten Preisen fuehrten, wuerden jedoch nicht von den
Arbeitgebern, sondern von Arbeitern in weniger guenstigen Arbeitsverhaeltnissen bezahlt werden.. Um die Ausbeutung von Arbeitern
durch andere Arbeiter zu verhindern, ist ein vernuenftiges Lohnverhaeltnis der verschiedenen Industrien von wesentlicher Bedeutung.
Die Gewerkschaften haben sich deshalb fuer einen umfassenden
Ausgleich im Lohnsystem eingesetzt. Der Index fuer Stundenloehne
in der Industrie ist, verglichen mit den Vorkriegstarifen, auf 181
gestiegen, waehrend er in der Landwirtschaft die Ziffer 270 erreicht hat - und heute wird den Landarbeitern zum erstenmal ein
anstaendiger Lohn gezahlt. Ausserdem sind die Loehne der Industrie
in den Provinzen weit mehr angestiegen als in den grossen Staedten,
wenn sie auch noch weit davon entfernt sind, gleich zu sein. (Der
Lohnunterschied zwischen Land und Staedten ist von etwa 8 Gulden
auf 6 Gulden pro Woche reduziert worden). Man wird auch weiterhin
auf dem Lande darauf dringen, bezueglich der Loehne den Staedtern
gleichgestellt zu werden; es wird jedoch schwierig sein, dieses
Ziel in naechster Zukunft verwirklichen zu koennen, da sich die
Arbeiter der Staedte gegen eine Senkung ihrer Lebensstandards, die
die unausbleibliche Folge waere, wehren werden. Darueberhinaus,
ist eine bedeutende Anpassung der Loehne fuer gelernte und ungelernte Arbeiter vorgenommen worden, und die hollaendischen Gewerk-

�Schäften haben sich bemueht, allen Arbeitern ein Lohnminimum
zu garantieren. Hierin, soffirdvon verschiedenen Seiten behauptet, ist man zu weit gegangen; es steht ausser Zweifel, dass
es in manchen Faellen den Arbeitern am Ansporn fehlt, um die Opfer
zu bringen, die die Ausbildung fuer einen gelernten Beruf erfordert.
Werden die hollaendischen Gewerkschaften ihre Lohnpolitik
auf der gleichen Linie beibehalten, wenn die gegenwaertigen,
anormalen Schwierigkeiten ueberwunden sein werden? Die Lohnpolitik ist unseres Erachtens ein wesentlicher Bestandteil der Planwirtschaft und unerlaesslich zur Sicherung der Vollbeschäftigung.
Die Inflation kann nicht vermieden werden, wenn die Bereitwilligkeit nicht vorhanden ist, der Lohnerhoehung Grenzen zu setzen.
Ausserdem muss, wenn man einen Mindestlohn fuer notwendig erachtet, dieser Mindestlohn in entsprechendem Verhaeltnis zu den Lebenshaltungskosten stehen, und ein unbegrenztes Steigen der Loehne
muss vermieden werden. Deshalb muss irgendeine planende Behoerde
fuer die Lohnpolitik verantwortlich sein.
Sozialpolitik
Die hollaendische Gewerkschaftsbewegung hatte fuer die schlechte
Lage des Landes nach dem Kriege Verstaendnis und ging nur aus diesem Grunde auf diese bedeutende Zugestaendnisse in ihrem traditionellen Kampf fuer hoehere Loehne ein. Dafuer legte man groessere'
Betonung auf soziale Verbesserungen, und erzielte in dieser Beziehung
beachtliche Erfolge. So zahlen zum Beispiel die Arbeitgeber jetzt
einen Betrag fuer die soziale Versorgung, der 20# der Loehne entspricht, waehrend ihr Anteil vor dem Kriege nur 6# betrug. Fast
jeder Arbeiter hat jetzt auf 6 aufeinanderfolgende und sechs einzelne
Urlaubstage im Jahr Anspruch. Die Zeit, in der Krankengeld gezahlt wird, ist nach dem Gesundheitsgesetz von 26 auf 53 Wochen
verlaengert worden; die Invalidenrenten wurden erhoeht, und fuer
Alterspensionen sind vorlaeufige Regelungen getroffen worden, die
noch endgueltig gesetzlich verankert werden. Ausserdem hat das
Parlament kuerzlich ein Arbeitslosengesetz bewilligt. Ein Betrieb
kann nun gezwungen werden, eine Pensionskasse fuer seine Arbeiter
einzurichten. Diese Bestimmung ist auch in der Landwirtschaft
gueltig» Der Plan, der wahrscheinlich bewilligt werden wird,
sieht zusaetzlich zu d/sn Pensionskassen der Betriebe, eine Grundpension nach einem allgemeinen Gesetz fuer AltersPensionen vor.
Weitere Reformen sind in Vorbereitung, deren wichtigste Aufgabe
die SozialVersorgung fuer selbstaendige Arbeiter ist, die bisher
nicht unter die Sozialgesetze fielen. In diesem Punkte sind die
verschiedenen Gewer 1s chaftsverbaende geteilter Auffassung. Die
Christlichen Gewerkschaften bestehen auf einem VersicherungsSystem, waehrend der N.V.V. wuenscht, Familienunterstuetzungen und
Pensionen aus einem Fonds zu aahlen, der mit besonderen Steuern
finanziert werden soll. Den selbstaendigen Arbeitern, die am
meisten der Unterstuetzung beduerfen, waere es naemlich kaum
moeglich, die in einem Versicherungssystem notwendigen Beitraege
zu eruebrigen.
Die Tatsache, dass der Lebensstandard des hollaendischen
Arbeiters trotz des rapiden Absinkens der allgemeinen Prosperitaet nicht zurückgegangen ist, ist als ein Ergebnis all dieser
sozialen Reformen zu werten.

- 7 -

�Das Mitbestimmungsrecht
Schliesslich kommen wir zu dem erhoehten Einfluss, den die
Arbeiter sowohl in der Industrie als auch in privaten Unternehmen
gewonnen haben. Angesichts der Entwicklung zu einer Planwirtschaft ist das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter in der Industrie
von groesster Bedeutung. Nicht weniger wichtig jedoch, ist der
groessere Einfluss des Arbeiters in Betrieben und Bueros, wenn
man von der Ueberlegung ausgeht, dass die Persoenlichkeit des
Arbeitnehmers damit hoehere Anerkennung findet.
Die Entwicklung zur Planwirtschaft hat nicht erst vor kurzer
Zeit begonnen. Seit mindestens zwanzig Jahren hat der Staat mehr
und mehr in wirtschaftlichen Angelegenheiten der modernen, westeuropaeischen Laender mitgeredet, und man hat erkannt, dass die
Parlamente die Durchfuehrung der Regierungsvorschriften nicht
im einzelnen ueberwachen koennen. Die Gefahr zunehmender Buerokratiesierung und unbeaufsichtigter Macht in den Haenden von
Beamten ist offensichtlich geworden und wurde von der hollaendischen
Sozialistenbewegung schon vor langer Zeit erkannt. Sowohl dl«
Sozialisten als auch die Gewerkschafter sind der Auffassung, dass
dieser Gefahr durch eine Dezentralisierung der Funktionen der
Regierungsdienststellen durch die Errichtung einer Koerperschaft
fuer jede Industrie begegnet werden muss, in der Vertreter der
Nation liegen muss, sollen auch die beiden Teile der Industrie
einen bedeutenden Einfluss ausueben. Diese Idee ist dem gegenwaertigen System zugrundegelegt worden. Bis jetzt war die tatsaechliche Macht der Unternehmer jedoch so gross, (sie ist durch
die allgemein reaktionaere Tendenz in politischen Angelegenheiten
noch gestaerkt worden), dass sie allein den Haupteinfluss hinter
den Kulissen ausuebten.
Ein Gesetzentwurf, der die allgemeine Struktur eines solchen
Systems vorsieht, ist dem Parlament vorgelegt worden und stellt
trotz ernsthafter Schwaechen einen weiteren Schritt auf das richtige Ziel hin dar. Der N.V.V. (und nicht die christlichen Gewerkschaften) kritisiert die UnzulaengHenkelt der Mitbestimmung,
die den Regierungsvertretern in den Vorstaenden der vorgeschlagenen
Koerperschaften gewaehrt ist, und damit auch die unzureichenden
Vollmachten, mit denen sie ausgestattet werden sollen.
Eine andere Gesetzesvorlage ueber gemeinsame Beratungsausschuesse in einzelnen Unternehmen wird ebenfalls zur Zeit vom
Parlament bearbeitet. Es besteht bereits eine grosse Anzahl
solcher Ausschuesse, in denen Arbeltgeber und Arbeitnehmern zusammenarbeiten. Das neue Gesetz sieht jedoch vor, sie fuer alle
Betriebe mit ueber 25 Arbeitnehmern fuer obligatorisch zu erklaeren. Es ist audruecklich anerkannt worden, dass diese Ausschuesse nicht nur, wie bisher, bei der Loesung sozialer, sondern
auch wirtschaftspolitischer Fragen mitzureden haben, ohne dass
sie jedoch irgendwelche Beschlussfaehigkeit besitzen. Der N.V.V.
erklaert sich mit dieser Bestimmung einverstanden, weil er der
Auffassung ist, dass das Privatunternehmen nicht in den Haenden
einer bestimmten Gruppe des Volkes liegen darf, sondern von Behoerden kontrolliert werden muss, die im Interesse der Oeffentlichkeit handeln und fuer die Durchfuehrung der Bestimmungen
zur Planwirtschaft verantwortlich gemacht werden koennen. Solche
Behoerden, auch wenn sie in ihrer gegenwaertlgen Form noch unvollkommen sind, sind es wert, ,von den Gewerkschaften unterstuetzt
zu werden, weil sie in das System de3 Privatunternehmens, sowwie
es bis jetzt bestand, eine Bresche geschlagen haben. Die Aussichten, sie weiter auszubauen, moegen weit geringer als im Jahre 1945
sein, aber die Macht der wirtschaftlichen Faktoren selbst wird
in st^endig wachsendem Masse denen zu Hilfe kommen, die sich fuer
eine wirtschaftliche Planung einsetzen.
ECA Labor Information
2. Februar 1950
- 8 -

�DAVID DUBINSKY
David Dubinsky, der kleine, explosive Gewerkschaftsführer
der amerikanischen 4-Billionen-Dollar Industrie fuer Damenbekleidung, kaempft nun seit ueber 43 Jahren gegen die Willkuerherrschaft.
Zeit und Erfahrung haben seinen jugendlichen Sozialismus zum
Reifen gebracht und ihn gelehrt, Kompromisse zu schliessen. Dubinsky und seine Gewerkschaft haben die Anerkennung der Arbeiter und
Unternehmer im ganzen Lande gefunden. Doch der kleine Schneider
aus Lodz hat niemals den Kampf gegen den Totalitarismus aufgegeben.
Dubinsky wurde 1892 in Brest-Litowsk (Russisch Polen) als Sohn
eines verarmten Baeckers geboren. Die ersten politischen Eindruecke
gewann er in einem Lodzer Gefaengnis und pspaeter in sibirischer
Verbannung, noch bevor er 16 Jahre alt war.
Er war noch ein kleines Kind, als seine Familie nach Lodz
umzog, wo er die Volksschule besuchte und Polnisch, Russisch und
Jiddisch lesen und schreiben lernte. Mit 11 Jahren musste er die
Schule verlassen und als Baeckergehilfe fuer seinen Vater arbeiten.
Nach drei Jahren wurde er Baeckermeister, und man waehlte ihn zum
Sekretaer der Lokalgewerle chaft von Lodz. Dubinsky sagt, dass er
auf Grund seiner Sprachkenntnisse diese Stellung bekommen habe.
Der junge David hatte sich bereits fuer die Probleme des
Arbeiters interessiert und war ein begeisterter Anhaenger der
revolutionaeren, Sozialistischen Partei Polens. Bald nach seiner
Ernennung zum Gewerkschaftsfunktionaer half er mit, einen Baeckerstreik zu organisieren, dem sich ausser den uebrigen Baeckereien
auch die seines Vaters anschloss. Die Streikenden gewannen. Aber
kurz nach dem Siege wurden die meisten derjenigen, die den Streik
organisiert hatten, festgenommen. Dubinsky verbrachte zehn Tage
im Gefaengnis. Seinem Vater gelang es, ihn durch Bestechung des
Lodzer Polizeichefs und durch das Versprechen freizubekommen, dass
sein Sohn sofort die Stadt Lodz verlassen wuerde.
David wuerde zu einem Onkel nach Brest-Litowsk geschickt.
Nach drei Monaten kehrte er jedoch heimlich nach Lodz zurueck, um
die Organisierung der Baecker fortzusetzen. Nach weniger als einem
Jahr wurde er erneut wegen Teilnahme an einer illegalen Tagung der
Baecker festgenommen. Diesmal war sein Vergehen schwerwiegender,
und er wurde in die Verbannung nach Sibierien geschickt, wo er fast
zwei Jahre lang von einem Gefaengnis aum andern verlegt wurde.
In dieser Zeit fasste Dubinsky den Entschluss, sein Leben
dem Kampf um soziale Gerechtigkeit und persoenliche Freiheit zu
widmen.
Dubinsky sagt hierzu: "Sie muessen sich vorstellen, dass ich
kaum 17 Jahre alt war; es war nicht leicht fuer mich, die inneren
Kraefte, die die revolutinnaere Bewegung trugen, zu verstie hen. Ich
glaube jedoch, dass die Jahre, die ich in Lodz verbrachte, und
anschliessend der Gefaengnisaufenthalt mir die Augen oefiten halfen.
Bereits als Kind erkannte ich, was Willkuerherrschaft und Diktatur
bedeuten... Die heute angewendeten, totalitaeren Methoden unterscheiden sich nicht sehr von dem, was ich in meiner fruehesten
Jugend sah; keine Gedankenfreiheit, keine Pressefreiheit, keine
freien Gewerkschaften, keine Buecher ausser den vom Staate genehmigten... Sklavenarbeit kann nicht zum Sozialismus fuehren. Ich
habe stets gegen Willkuerherrschaft und Ungerechtigkeit gekaeinpft,
und deshalb kaempfe ich nun gegen den Totalitarismus."
- 9 /

�Im Jahre 1910 gelang es Dubinsky, aus Sibirien zu fliehen.
Er schmuggelte sich ueber die Grenze und floh mit Hilfe eines
Bruders nach Amerika, wo er zu einer der besten Kraefte der
amerikanischen Gewerkschaftsbewegung werden sollte.
In New York fing er als Tellerwaescher an, fand jedoch bald
Anstellung in einem Konfektionsgeschaeft und ging schliesslich
unter die Zuschneider - die'"Aristokratie des Handwerks". Im
Jahre 1911 trat er in die Lokalgewerkschaft der Zuschneider ein,
die der Internationalen Damenkonfektionsarbeiter Gewerkschaft
angeschlossen ist. 1918 wurde Dubinsky Funktionaer seiner Lokalgewerkschaft, und schon nach 14 Jahren hatte er sich zur hoechsten
Stellung in dem internationalen Gewerkschaftsverband emporgearbeitet,
eine Stellung, die er nun seit 18 Jahren innehat.
Dubinsky wurde zu einem Zeitpunkt Praesident, als" es sehr
schlecht um diese Organisation bestellt war. Ein kostspieliger
Kampf innerhalb der Gewerkschaft zwischen Sozialisten und Kommunisten und ein 23 Wochen langer Streik in New York hatten die
Gewerkschaft ruiniert. Nach Beendigung des Streiks hatten die
Kommunisten keinen Einfluss mehr; die Mitgliederzahl war jedoch
auf 40.000 gesunken, und die Schulden der Gewerkschaft beliefen
sich auf 2 Millionen Dollar. Zu jener Zeit war Dubinsky Fuehrer
der einzigen New Yorker Lokalgewerkschaft, die noch ueber ausreichende Mittel verfuegte, und in der die Kommunisten keinen
Einfluss hatten. Logischerweise fiel die Wahl fuer die Praesidentenstelle auf ihn.
Diese Stellung galt nicht als begehrenswert. Die Arbeiter
waren dem Schicksal der Gewerkschaft gegenueber so pessimistisch
eingestellt, dass man Dubinsky scherzhafterweise zu seiner Ernennung
zum "Totengraeber" beglueckwuenschte.
Dubinskys Gewerkschaft blieb jedoch bestehen.
Im Jahre 1933 wurde unter Praesident Franklin D. Roosevelt
das Gesetz zur Nationalen Wirtschaftlichen Wiederaufrichtung (National Recovery Act) erlassen, dessen beruehmter Paragraph 7A
die Industrie verpflichtete, mit den Gewerkschaften KollektivVerhandlungen zu fuehren.
Dubinsky machte sich sofort diese Bestimmung zunutze. Er
nahm bei einer Bank eine Anleihe von 10.000 Dollar auf und startete
damit einen grossangelegten Werbefeldzug, der seiner Gewerkschaft
innerhalb von sechs Monaten 160.000 Mitglieder einbrachte. Auch
danach hat Dubinsky niemals aufgehoert, fuer seine Gewerkschaft
zu werben. Heute verfuegt diese Organisation ueber mehr als
26 Millionen Dollar und vertritt ueber 450.000 Arbeiter der Damenbekleidungsindustrie.
Dubinskys Verdienste um die Arbeitei koennen jedoch nicht nur
in Mitgliedszahlen und Bankkonten ausgedrueckt werden.
In einer Industrie, die die englische Sprache um den Ausdruck
"sweat-shop" ("Ausbeuterbetrieb") bereichert hatte, ist es der
Internationalen Damenkonfektionsarbeiter Gewerkschaft unter Dubinskys
Fuehrung gelungen, das vollkommenste Wohlfahrtsprogramm einzufuehren,
das in den Vereinigten Staaten besteht.
Frtther mussten Maenner und Frauen in schmutzigen, ungeluefteten
Hoehlen von fuenf Uhr morgens bis nach Mitternacht arte iten, um in
der Woche neun Dollar zu verdienen. Heute hat die normale Arbeitswoche 35 Stunden; der durchschnittliche Wochenlohn belaeuft sich,
auf 70 Dollar. Die Arbeiter'haben Anspruch auf Urlaubsgeld, Kran- 10 -

�kenverSicherung, Alterspensionen und Sterbegelder. Gewerkschaftsvertreter ueberwachen die Betriebe, um dafuer zu sorgen, dass die
sanitaeren Vorschriften beachtet werden. Die Zeit ist vorbei,
in der die Arbeiter ihre Mahlzeit an ihren Maschinen einnahmen,
um beim Essen weniger Zeit zu verlieren.
Die Gewerkschaft selbst ist fuer den Arbeiter zur Schule,
zum Krankenhaus und zum Zentrum des sozialen und politischen
Lebens geworden.
Die internationale Damenkonfektionsarbeiter Gewerkschaft hat
Lehrinstitute in New York, Boston, Philadelphia, Chikago und anderen
Grosstaedten. Den Arbeitern werden dort nach der Arbeitszeit Kurse
in den verschiedensten Faechern, von der Literatur, Psychologie und
Wirtschaftslehre bis zur Schauspielkunst und den bildenden Kuensten,
geboten. Ausserdem ermoeglicht die Gewerkschaft eine Ausbildung
an der Harvard- und Wisconsin- Universitaet. Man hat nun auch
eine Gewerkschaftsschule zur Ausbildung von Gewerkschaftsorganisator an eroeffnet. Ausserdem unterhaelt die Gewerkschaft in 12 grossen
Staedten Krankenhaeuser, in denen die Mitglieder bei einem Preis von
nur einem Dollar pro Visite aerztlich behandelt werden koennen.
Viele Lokalgewerkschaften besitzen Erholungsheime und mieten Betten
in Krankenhaeusern. Im Er holung sprog ramm der Gewerkschaft ist alles
vom Wandern bis zum Tanzen, vorgesehen. Ein eigenes Ferienheim, das
"Unity House", steht in den Bergen von Pennsylvanier. zur Verfuegung.
Ein Mitglied kann in diesem Heim fuer 38 Dollar, einschliesslich
Mahlzeiten, Schwimmen, Bootfanren, Tennisspielen und Tanzen, eine
Woche seines Jahresurlaubs verbringen.
Dubinsky hat seine Mitglieder auch politisch geschult. Obwohl
die Internationale Damenkonfektionsarbeiter Gewerkschaft dem Amerikanischen Gewerkschaftsbund AFL angeschlossen ist, in dem man gegen
die politische Betaetigung des Gewerkschaftlers war, hat Dubinsky
immer betont, dass es nicht genuegt, wenn sich nur eine Gruppe
von Arbeitern hoeherer Loehne und besserer Arbeitsbedingungen erfreut. "Alles, was den Arbeiter angeht, ist fuer alle Arbeiter und
ueberall von Interesse," dagt Dubinsky.
Um die Wiederwahl Roosevelts unterstuetzen zu koennen, trat
Dubinsky im Jahre 1936 aus der sozialistischen Partei aus und
half bei der Bildung der Amerikanischen Arbeiterpartei im Staate
New York. Als die Kommunisten spaeter diese Partei uebernahmen,
unteistuetzte er die neugegruendete Liberale Partei. (Praesident
Truman weiss, was er der Liberalen Partei schuldig ist, und zeigt
sich ihr gegenueber erkenntlich, indem er Dubinsky oft um seine
Meinung und seinen Rat befragt).
Dubinsky hat sich schon immer fuer eine groessere Anteilnahme der Gewerkschaften an internationalen Angelegenheiten eingesetzt. Als der Weltgewerkschaftsbund den Kommunisten in die
Haende fiel, widmete er sich der Schaffung des neuen Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften. Als die italienischen Gewerkschaf tsfuehrer im Jahre 1948 wuenschten, sich von dem kommunistisch
beherrschten Gewerkschaftsbund loszusagen, wurden sie von Dubinsky
mit der ansehnlichen Summe von 250.000 Dollar unterstuetzt. Die
Zuwendungen an die"Force Ouvriere" und die Sozialisten Leon Blums
belaufen sich seit Kriegsende auf 150.000 Dollar. Mit Geldern der
Gewerkschaft Dubinskys wurden ferner ein Waisenhaus in China und
eine Berufsschule in Frankreich eingerichtet. Auch eine Jungenstadt in Italien wurde finanziell unterstuetzt.
Obwohl Dubinsky staendig fuer bessere Bezahlung und bessere
Arbeltsbedingungen seiner Gewerkschaftsmitglieder gekaempft hat,
- 11 -

�ist er auch einer der ersten amerikanischen Gewerkschaftsführer,
die einsehen, dass die Wohlfahrt des Arbeiters mit der der Industrie
und Unternehmer eng verbunden ist. In dieser Erkenntnis hat Dubinsky
viel Zeit, Energie und Geld aufgewendet, um die Produktivitaet und
Leistungsfaehigkeit in der Damenbekleidungsindustrie zu erhoehen.
Im Jahre 1940 zum Beispiel war die wirtschaftliche Lage der
New Yorker Bekleidungsindustrie sehr schlecht. Die Arbeiter dieses
Industriezweiges konnten nur- 30 bis 35 Wochen im Jahr beschaeftigt
werden; viele Betriebe mussten schliessen, und noch viele mehr
verloren Geld.
Dubinsky hatte Produktionssachverstaendige zu Rate gezogen,
die die Industrie ueberwachen sollten. Sie stellten Maengel fest unzulaengliche Ueberwachung der Maschinen, schlechte Materialtransportmoeglichkeiten, unzureichende Finanzkontrolle.
Die Internationale Damenkonfe'ctionsarbeiter Gewerkschaft
teilte ihre Beobachtungen den Unternehmern mit und arbeitete schliesslich ein gemeinsames Programm fuer groessere Leistungsfaehigkeit
in diesem Industriezweig aus. Die Unternehmer veroflichteten sich,
pro Jahr 1 Million Dollar zur Errichtung des New YorkerBekleidungsinstituts zur Verfuegüng zu stellen, dessen Aufgabe es waere, Reklameaktionen einzuleiten. Ausserdem richtete die Gewerkschaft eine
gewerkschaftliche, technische Abteilung ein, auf Jahresbasis arbeitet
und Produktionsmethoden studiert und Mittel und Wege ersinnt, um
Verluste zu reduzieren und die Produktionsleistung zu erhoehen.
Diese technische Abteilung stellte in vielen Faellen fest,
dass verbesserte Arbeitsmethoden automatisch zu hoeheren Loehnen
fuehren. In einem Falle zum Beispiel beschwerten sich die Arbeiter,
weil ihre Loehne niedriger waren als in anderen Betrieben der gleichen Branche, obwohl in ihrem Betrieb hoehere Akkordsaetze gezahlt
wurden als in anderen Unternehmen, Die technische Abteilung fuer
Produktion befasste sich mit diesem Fall. . Sie entdeckte, dass die
schlechte Qualitaet des in den Naehmaschinen verwendeten Garnes
zu haeufig ein Reissen des Fadens und damit ein Neueinfaedeln verursachte. Man verwendete eine bessere Qualitaet, und die Loehne
gingen in die Hoehe.
Dubinsky weiss auch, dass es zur Sicherung eines hohen Lebensstandards des industriellen Friedens bedarf. Obwohl frueher in
jeder Saison die Bekleidungsindustrie unter einem Streik zu leiden
hatte, und obwohl Dubinsky selbst seine Gewerkschaftslauf bahn begann,
indem er einen Baeckerstreik in Lodz fuehrte, fand in der Bekleidungsindustrie seit 14 Jahren kein groesserer Streik statt.
Dubinsky hat den Unternehmern klargemacht, dass er bei rein
gewerkschaftlichen Forderungen seinen Standpunkt immer vertreten
wird, andererseits aber auch vernuenftigen Erwaegungen Gehoer
schenken und die Rechte der Oeffentlichkeit, in entsprechendem
Masse beachten wird.
Wie sehr die Unternehmer diesen einzigartigen Sozialisten
schaetzen, beweist die folgende Begebenheit in Philadelphia Im
Winter 1946: In der Mantel- und Anzugsindustrie Stand ein Streik
bevor. Er wurde abgewendet, weil sich die Unternehmer mit einem

- 12 -

�Schiedsverfahren einverstanden erklaerten. Doch das ist nicht
alles. Die Unternehmer akzeptierten als Schiedsrichter David
Dubinsky, den Praesidenten der in diese Streitigkeiten verwickelten Gewerkschaft.
David Dubinsky, der revolutionaere Kaempfer aus Lodz, hat
mitgeholfen, die Gewerkschaftsbewegung zu dem zu machen, was sie
heute in Amerika darstellt. Und er hat bewiesen, dass Gewerkschaften
und Unternehmer zur Besserung des Lebensstandards Aller friedlich
zusammenarbeiten koennen.
BCA Labor Information
17. Februar 1950
DER VERBRAUCHERPREISINDEX WIRD MODERNISIERT
Die Statistik der U.S.A. passt sich den
veraenderten Kaufgewohnheiten an.
Washington — (Amerika Dienst) — Eine deutlich erkennbare
Veraenderung in den Kaufgewohnheiten der amerikanischen Bevoelkerung hat die Statistiker der U.S.A. veranlasst, den offiziellen
Verbraucherpreisindex einer Revision zu unterziehen. Um die Mitte
der dreissiger Jahre kaufte man Dinge, die heute kaum mehr gefragt
werden, waehrend umgekehrt fuer den Durchschnittsamerikaner von
heute der Erwerb mancher Waren eine Selbstverstaendllchkeit ist,
die vor 15 Jahren noch nicht bekannt oder zumindest fuer den "kleinen Mann" nicht erschwinglich waren. Der Leiter des amerikanischen
Statistischen Amtes, Ewan Clague, erwaehnte vor kurzem unter anderem,
dass frueher beispielsweise allgemein Eiskaesten zum Fuellen gekauft wurden, aber kaum elektrische Kuehlschraenke. Die Zahl der
Familien, die Fernsprechanschluss haben oder ein Radio besitzen,
ist gewaltig gestiegen; vielfach hat man schon Fernsehapparate.
Der technische Fortschritt hat in diesen Faellen bedeutsame Veraenderungen mit sich gebracht. Frauen kauften damals Seidenstruempfe
in grosser Zahl, waehrend heute der Nylonstrumpf den Markt beherrscht.
Lebensmittel, die in den dreissiger Jahren nur zu bestimmten Jahreszeiten erhaeltlich waren, kann man heutzutage jederzeit bekommen.
Tiefkuehlobst und -gemuese waren in jener Zeit praktisch unbekannt; es gab auch weder so viele Spezialnaehrmittel fuer Kleinkinder noch etwa die heute in den U.S.A. so weitverbreiteten "Nachtischpulver", aus denen - aehnlich wie bei Puddingpulver - eine
Nachspeise oder ein Kuchen schnell und ohne weitere Zutaten hergestellt werden kann. Speiseeis wurde frueher allgemein in viel
kleineren Mengen verkauft, als dies heute der Fall ist.
Aehnliche Veraenderungen hat es im Wohnungswesen gegeben.
Die Mieten, die heute kontrolliert werden, geben kein echtes Bild
der Kosten fuer die Unterkunft. Bedeutend mehr Amerikaner sind
Besitzer von Eigenheimen oder haben die Abzahlung der Raten bereits
begonnen; fuer sie kann daher die Berücksichtigung der Mieten
die Veraenderung der Wohnungskosten nicht widerspiegeln.
Alle diese Erwaegungen haben das dem U.S.-Arbeitsministerium
angeschlossene Amt fuer Arbeitsstatistik veranlasst, die Grundlagen des VerbraucherIndexes auf ihre Gueltigkeit zu uber-pruefen
und die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen. Zum letztenmal
wurde eine derartige Untersuchung in den Jahren 1934 bis 1936
durchgefuehrt. Im Zuge der jetzt beabsichtigten Erhebungen, die
insgesamt drei Jahre in Anspruch nehmen werden, soll in rund
500 000 amerikanischen Wohnungen festgestellt werden, welche dort
befindlichen Gegenstaende als typisch fuer den amerikanischen Lebmsund Wohnbedarf anzusehen sind. Die Ausgaben von ueber 20 000 Familien sollen genau erfasst werden und weitere Schluesse zulassen.
- 13 -

�In Tausenden von Einzelhandelsgeschaeften und Dienstleistungsbetrieben werden mehr als 600 000 Preise zu ermitteln sein. Um
einen fuer den Gesamtbereich der Vereinigten Staaten gueltigen
Durchschnitt zu erhalten, werden die Ergebungen in elf sorgfaeltig ausgewaehlten Staedten vorgenommen werden.
Ewan Clague erklaerte in diesem Zusammenahng, dass eine
Familie etwa 1 400 bis 1 500 verschiedene Waren kauft, beziehungs
weise Dienstleistungen in Anspruch nimmt, von denen 200 in den
Verbraucherindex aufgenommen werden. Da sich nicht alle Preise
gleichmaessig veraendern, muessen nicht nur die im Verbraucherindex enthaltenen Waren selbst wirklich einen allgemein gueltigen
Durchschnitt darstellen, es muss vielmehr auch ihre Wichtigkeit
fuer den Verbraucher genau in Betracht gezogen werden. Wuerde
zum Beispiel jenen Waren, deren Preise nur langsam steigen oder
fallen, zu viel Gewicht beigemessen, dann wuerde der Index nachhinken; ueberschaetzte man andererseits die Bedeutung von Waren,
deren Preise starken Schwankungen ausgesetzt sind, dann koennte
der Index eine zufaellige Konjunktur widerspiegeln und an Allgemeingueltigkeit verlieren.
Der Verbraucherpreisindex wird monatlich vom Amt fuer ArbeitsstatLstik veroeffentlicht und gilt als offizieller Masstab
der fuer die Lebenshaltungskosten ausschlaggebenden Preise; er
verzeichnet die Preisveraenderungen bei jenen Waren und Dienstleistungen, die regelmaessig auf dem Ausgabeaetat von Lohn- oder
Gehaltsempfaengern der niedrigeren Einkommensklassen stehen.
Ausschlaggebende Bedeutung kommt ihm oft als authentischstem
Vergleichsmasstab bei Lohnverhandlungen, Gesetzesdebatten und
anderen Diskussionen ueber Probleme der Sozialpolitik zu,
Amerika Dienst
4. Maerz 1950
CIO FORDERT "ENERGISCHE. DEMOKRATISCHE MASSNAHMEN ZUR SICHERUNG
DES WELTFRIEDENS
Der amerikanische Gewerkschaftsverband CIO ueberreichte
dem Aussenminister Dean Acheson eine Erklaerung, in der gefordert
wird, dass sich die Regierungrtunablaessig und aktiv" fuer die Weltabruestung einsetzt.
Eine "Stellungnahme des CIO zu internationalen Problemen" wurde
veroeffentlicht und Mr. Acheson bei einer inoffiziellen Konferenz
vorgelegt. Dieser Konferenz wohnten ferner bei: der Praesident
des CIO, Philip Murray; der Vorsitzende des neugegruendeten Internationalen Ausschusses des CIO, Jacob S. Potofsky; und der CIO
Direktor fuer Internationale Angelegenheiten, Michael Ross.
In dieser Erklaerung wird die Ansicht des CIO zum Ausdruck
gebracht, "dass angesichts des gegenwaertigen Standes der Weltsicherheit der Wasserstoffbombe und anderer Waffen Anteil zu
nehmen."
Es wurde jedoch hinzugefuegt, dass "wir ebenso wie die Arbeiter
aller anderen Laender wissen, dass die Wasserstoffbombe keine Sicherheitsgarantie bietet und kein rettendes Mittel darstellt. Eine
Weltzivilisation, die sich auf die Wasserstoffbombe oder auf irgendeine andere Art von Waffe stfttzt, ist eine Zivilisation, deren
Jahre gezaehlt sind.

- 14 -

�"Ohne wirkliches gegenseitiges Verstaendnis unter der
gesamten Menschheit ist ein dauernder Friede unmoeglich."
Der CIO erklaerte sich erneut bereit, die Vereinten Nationen
als "das beste Mittel zur Entwicklung einer geordneten Welt ausserhalb des jetzigen Durcheinanders neidischen und uebertriebenen
Nationalismus" zu unterstuetzen. Die "nuetzliche Arbeit, die
von den Vereinten Nationen geleistet wird, sollte nicht durch
politische Spekulationen, den skrupellosen Gebrauch des Vetorechtes, harte Worte und zeitweiliges Boykottieren gestoert
werden,"
Latein-Amerika wurde in dem Bericht besonders erwaehnt und
mit dem Hinweis auf den wachsenden Einfluss diktatorischer
oder reaktionaerer Kraefte die wirtschaftliche Unterstuetzung
dieses Gebietes als "unbedingt erforderlich" bezeichnet.
"Amerika kann durch die Fortsetzung und Durchfuehrung
wirksamer Hilfsmassnahmen fuer die Bewohner Puerto Ricos in
Latein-Amerika ein lobenswertes Beispiel fuer demokratische
Handlungsweise geben", heisst es weiter in dem Bericht. Der
CIO sei davon ueberzeugt, dass die Voelker Latein-Amerikas
"unser Verhalten In Puerto Rico genau beobachtet, um sich ein
Bild von dem machen zu koennen, was man amerikanische Hilfe und
Freundschaft nennt."
Der CIO forderte die umfassende wirtschaftliche Unterstuetzung dieser Insel und die Errichtung einer Gewerkschaftsschule, der nicht nur Studenten aus Puerto Rico, sondern auch
aus anderen Teilen Latein-Amerikas zustroeaen wuerden. Eine
derartige Schule, sagt der CIO, "haette dramatische und unmittelbare Auswirkungen auf die latein-amerikanische Gewerkschaftsbewegung •"
Die wichtigsten, in der CIO Erklaerung enthaltenen Forderungen sind:
1.

Die rapide Aktivierung des Punkt-Vier-Programms.

2.

Zivile Kontrolle der Atom-Energie, -Forschung und
-Entwicklung. Die Auswertung der Atomkraft fuer
aufbauende Zwecke.

- . 3.

4.

Widerstand gegen beschwichtigende Elemente, die die
demokratischen Traditionen der Vereinigten Staaten
im Interesse "zeitweiligen und unsicheren Verhandeins"
mit faschistischen oder kommunistischen Regimes opfern.
Die Einleitung aller moeglicher Massnahmen, um dem
israelitischen Volke zu helfen.

5. Wirtschaftliche Unterstuetzung Latein-Amerikas.
6.

Untersuchung und Richtigstellung zu der "angeblich
weitverbreiteten Unzufriedenheit" ueber'die Durchfuehrung des Programms, nach dem Arbeiter ohne
staendigen Wohnsitz aus Latein-Amerika nach den
Vereinigten Staaten gebracht werden sollen.

- 15 -

�7.

Die Anstellung spanischsprechender Beamten fuer
Arbeltsfragen an den Gesandtschaften der Vereinigten Staaten in Latein-Amerika.

8. Verbesserung der Arbeitervertretungen in US Behoerden, die sich mit internationalen Problemen
befassen.

CIO Press Releasa
19. Februar 1950

- 16 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG
APO 757

OFFICIAL

H1CJ0 Ü-0M1 L H

Marc K) 17 C

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNOEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 2

Frankfurt, 17. Ilaerz 1950

INHALTSVERZEICHNIS
Amerikanische Arbeiter fuer "Union Shop1* System - 1
Amerikaner nehmen zum Pensionsproblem Stellung - - 2
Ottmarsheim - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2
Amerikanische Gewerkschaften verhindern Wirtschaftskrise - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- 4
Belgische Papierarbeiter Gewerkschaft i n t e r e s s i e r t
sich fuer Gewinnbeteiligung der Arbeiter - - - - 5
Stahlarbeitergewerkschaft unterstuetzte Streikende
Bergleute mit 500.000 Dollar
—
- 6
Bergson: "Es gibt kein gutes Monopol" - — - - — 7
"Force Ouvriere" im Kampf gegen Kommunisten - - - 9
ERP h i l f t der britischen Baumwollindustrie - - - - 11

AMERIKANISCHE ARBEITER FUER "UNION SHOP" SYSTEM ~
Dem Jahresbericht des Bundesausschusses fuer Arbeitsfragen
(National Labor Relations Board) zufolge entschied man s i c h
in mehr a l s 96g der von dieser Behoerde im Laufe des am 30. Juni
1949 endenden Haushaltsjahres organisierten "union Shop" Wahlen
fuer "union Shop" Vertraege. (Ein "union Shop" Vertrag enthaelt
die Bestimmung, dass die Einstellung nur unter der Bedingung
e r f o l g t , dass der Arbeitnehmer innerhalb einer festgesetzten
Frist der Gewerkschaft b e i t r i t t . ) Der Bericht zeigt ferner,
dass von Insgesamt 15.074 "union Shop" Abstimmungen 14.581
zugunsten dieses Systems ausfielen.

U. S. Arbeltsministerium
"Weekly Labor News Digest"

�AMERIKANER NEHMEN ZUM PENS IONSPROBLEM STELLUNG
Washington — (Amerika Dienst) —
In letzter Zeit wurde
bei zahlreichen Gelegenheiten in den U.S.A. zum Pensionsproblem
Stellung genommen, wobei vor allem eine Novellierung des Bundesgesetzes ueber die Sozialversicherung, soweit dieses die Zahlung
von Ruhegeldern betrifft, und eine Erweiterung des Kreises der
Anspruchsberechtigten vorgeschlagen wurde«
Der Vorsitzende der CIO-Vereinigung fuer den Staat New York;
Louis Hollander, forderte die Regierung dieses Bundesstaates auf,
das Bundes-Penslonssystem der U.S.A. so zu ergaenzen, dass jeder
in den Ruhestand getretene Arbeitnehmer eine Pension von mindestens 100 Dollar im Monat beziehen kann. Auch Emil Rieve, der
Vorsitzende der CIO-TextUarbeitergewerkschaft, schloss sich diesem Vorschlag an. In einer Ansprache in New York legte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gummiarbeiter, I.S. Buckmaster, den
Standpunkt des CIO zu diesem Problem dar: "Erstens draengen wir
auf eine Verbesserung des amerikanischen Sozialversicherungsprogramms, zweitens - und das ist derzeit eine zwingende Notwendigkeit - treten wir fuer die Regelung der Pensionsfrage im Wege
von Kollektiwertraegen ein. Unsere grundsaetzliche Einstellung
ist klar: die Bundesgesetzgebung soll bei Pensionen fuer Arbeiter
und fuer die uebrige amerikanische Bevoelkerung eine Untergrenze
bestimmen. "Darueber hinaus hat der Arbeiter jedoch noch Anspruch
auf eine Anerkennung »einer bisherigen langjaehrlgen Taetigkeit
bei einer Firma in Form eines zusaetzlichen Ruhegeldes."
In Boston schlug Arbeitsminister Tobin vor, durch eine Erweiterung des Bundesgesetzes ueber die Sozialversicherung jeder
aus dem Berufsleben ausscheidenden Person in den Vereinigten
Staaten eine Pension im Betrag von 100 Dollar zu sichern. Auch
der Leiter der Abteilung fuer Arbeltsstatistik im U.S.-Arbeitsministerium, Ewan Clague, höh in einer Rede in Washington die
Notwendigkeit hervor, die Sozialversicherungsbestimmungen auf
alle in den Ruhestand tretenden Arbeiter auszudehnen, die Unterstuetzungssaetze zu erhoehen und sie ausserdem durch Beitraege
der Unternehmer zu ergaenzen. Senator Taft nahm in der Presse
zu der Frage Stellung, welche Kosten mit der Einfuehrung von
allgemeinen Pensionen in der Hoehe von 100 Dollar verbunden sind,
und behauptete, dass die einzige Moeglichkeit, den Millionen
Menschen, die in den Ruhestand getreten sind und demnach nicht
mehr arbeiten, Pensionen zu bezahlen, darin bestehe, die erforderlichen Mittel aus dem Verdienst der Arbeitenden aufzubringen*
Er empfahl, den Finanzausschuss des amerikanischen Senats mit
dem Studium dieses Problems zu beauftragen.
Amerika Dienst
9. Maerz 1950
OTTMARSHEIM
Ein 50 Jahre alter Traum geht nun in Frankreich in Erfuellung. An seiner Verwirklichung arbeiten 4.000 franzoesische
Arbeiter und amerikanische Dollars.
Das Flussbett des Rheines wird auf der 105 km langen Strecke
von Kembs bis nach Strassburg verlegt.
Nach der Fertigstellung dieses Projektes wird der "neue"
Fluss nicht nur fuer Frankreich, sondern auch fuer den groessten
Teil des uebrlgen Europas von Nutzen sein. Neue Wasserkraftwerke werden Frankreich mit der dringend benoetigten ELektrizi*
taet versorgen. Ein neuer, waehrend des ganzen Jahres schiffbarer Waserweg wird fuer Europa entstehen, denn in dem zementierten Flusskanal wird es keine Untiefen mehr geben, die die
- 2 -

�Rheinschiffahrt bei Hochwasser so oft stillgelegt haben. Allen
Nationen wird es erlaubt sein, den "neuen" Fluss zu benutzen«
Seit fast einem halben Jahrhundert beschaeftigen sich franzoesische Techniker mit dem Gedanken, den Rhein umzubetten. Jedoch erst im Jahre 1932 konnte der erste Abschnitt dieses Vorhabens im Gebiet von Kembs vollendet werden - — der Hauptdamm,
ein Kraftwerk, zwei Schleusen und ein Kanal von etwa 8 km Laenge.
Danach kam die Wirtschaftskrise und es trat eine Stockung im Bau
ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Damm bei einem waghalsigen
Flugunternehmen der R.A.F. ueber dem ELsass durch eine Bombe
zerstoert*
Nach dem Kriege Hess die franzoesische Regierung diese
Schaeden so schnell wie moeglich ausbessern. Dann ging die
nationalisierte ELektrizitaetsgesellschaft daran, die zweite
Phase des acbt Einzelprojekte umfassenden Planes zu beginnen und zwar in Ottmarsheim.
Ottmarsheim stellt den wichtigsten Teil des historischen
Umbettungsprojektes dar, und man kann dort nun die Dollar Amerikas
am Werk sehen. Alle Arten moderner Geraete und Maschinen zur Befoerderung von Erde sind zum Einsatz gekommen - riesige Seilbagger
mit Kuebeln, die ein Fassungsvermoegen von sechs Kubikmetern haben,
Kratzer, Schaufeln, Planierraupen, Zugmaschinen usw. - alles laeuft
auf Hochtouren. Der groesste Teil der Maschinen ist amerikanischer
Herstellung*
Ottmarsheim galt von Jeher als ein Vorhaben groessten Umfangs.
Es musste ein bewaehrter Betonkanal von 30 Meter Breite gebaut
werden, der auch fuer grosse Schleppzuege tief genug ist. Er muss
genuegend Wassermengen mit sich fuehren, um vier Turbinen von
Je 53.000 PS treiben zu koennen, die Jaehrlich eine Elaktrizitaetsmenge von 900 Millionen Kilowattstunden erzeugen werden. Ausserdem waren zwei Schleusen von dar Groesse derjenigen im Panama
Kanal zu errichten. 12 Millionen Kubikmeter Erde mussten bewegt
und 450.000 Kubikmeter Beton verarbeitet werden. Die Gesamtkosten
wurden auf ueber 60 Millionen Dollar geschaetzt.
Zur Ausfuehrung eines Projektes solchen Umfangs waren bestimmte schwere Ausruestungsgeganstaende notwendig, die Frankreich
nur von den Vereinigten Staaten beziehen konnte. Und die franzoesiche Regierung hatte bereits vor Inkrafttreten des Marshall
Planes etwa 3 Millionen aus seinen geringen Dollarreserven fuer
Maschinen aus den Vereinigten Staaten aufgewendet. Ausserdem
wurden spaeter amerikanische Maschinen im Werte von einer weiteren
Million Dollar mit Marshall Plan Mitteln gekauft.
Es wurden Jedoch noch Millionen von Dollar fuer Ottmarsheim
benoetigt, selbst als die erforderlichen Maschinen im Ausland gekauft worden waren. Da kamen die unter dem Marshall Plan geschaffenen Gegenwert Fonds zu Hilfe, mit denen der groesste Teil der
Kosten fuer Ottmarsheim gedeckt werden konnte - Kosten fuer die
erforderliche franzoesiche Ausruestung und Materialien und fuer
die Loehne der franzoesischen Arbeiter.
Im Jahre 1948 wurde das Projekt Ottmarsheim mit 9 Millionen
Dollar unterstuetzt. 1949 entsprachen die Zuschuesse in franzoesichen Francs aus den Marshall Plan Gegenwert Fonds ainem Werte
von 15 Millionen Dollar.
ECA Labor Information
88 Februar 1950

�AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN VERHINDERN WIRTSCHAFTSKRISE
In einem Artikel, der kuerzllch Im "American Federationist",
dem offiziellen Organ des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFI
erschienen war, wird erklaert, dass es der hohen-Lohn-Politik
der amerikanischen Gewerkschaften mit zu verdanken sei, dass
die Wirtschaftskrise Im vorigen Jahre In den Vereinigten Staaten
verhindert wurde.
Der Verfasser dieses Artikels ist George T. Brown, Direktor
des Referats fuer Forschung In der Gewerkschaft der Spengler
und Installateure. Seiner Abhandlung liegt der vor kurzem dem
Kongress ueberreichte Wirtschaftsbericht Praesident Trumans
zugrunde •
Der Bericht des Praesidsnten zeigte nach Ansicht Browns,
dass eine Nachkriegs-WirtSchaftskrise Mitte 1949 abgebogen
worden war. Gegen Ende des Jahres war wieder ein allmaehliches
Anziehen der industriellen Produktion, der Bautaetigkeit, der
Beschaeftlgtenzahl und des Absatzes zu verzeichnen. Insbesondere
waren es die Loehne, die auf verhaeltnismaasslg gleicher Ebene
gehalten wurden.
Brown fuehrt aus, dass dieser Bericht "eine dramatische
Geschichte erzaehlt, eine Geschichte, in der die organisierte
Arbeiterschaft eine Hauptrolle spielt.•• Eine Entwicklung, die
zu einer umfassenden Wirtschaftskrise haette fuehren koennen,
konnte deshalb so schnell beendet werden, well man nicht zu dem
in der Geschichte immer wieder ueblichen Mittel der Lohnkuerzung
griff."
"Die Gewerkschaften", fuhr Brown fort, "bildeten das Bollwerk, hinter dem die Arbeiter der Nation ihren Lebensstandard
verteidigten. Eine Folge dieser Kraftanstrengung war, dass der
groesste Teil der in Arbeit befindlichen Lohnempfaenger fortfuhr
zu kaufen." Brown sagte, nicht nur Amerika, sondern auch dam
groessten Teil Europas kaeme die Tatsache zugute, dass die amerikanische Kaufkraft eine Krise verhindert hat, die durchaus haette
eintreten koennen.
"Haette man sich den Lohnkürzungen nicht energisch widersetzt," fuehrte Brown warnend aus, "dann wuerde die Lebenswelse
nicht nur Amerikas, sondern auch der üebrigen Welt einer Zerruettung entgegengehen und damit Moskau ein groesserer Gefallen
erwiesen werden als irgendeiner anderen Hauptstadt der freien
Welt."
Brown warnte die Gewerkschaften davor, ihre Arbelt als beendet zu betrachten; das "zukuenftlge Wohlergehen der organisierten Arbeiter - und damit der gesamten arbeitenden Menschheit
haenge von der groesseren Leistungsfaehigkeit und dem besseren
Kollektiwerhandeln ab." Er wies darauf hin, dass hoehere Leistung sfaehigkeit "Lohnerhoehungen und deshalb eine groessere
Kaufkraft mit sich bringen muss." Und abschliessend sagte er:
"Damit die gesteigerte Produktionsleistung auch wirklich den
Lohnempfaengern in Form bedeutender Lohherhoehungen zugute kommt,
Ist es notwendig, dass die Kollektlwerhandlungen auf wirksame
und kluge Art und Weise gefuehrt werden."
ESA Labor Information
28, Februar 1950

�BELGISCHE PAPIERARBEITER GEWERKSCHAFT INTERESSIERT SICH FUER
GEWINNBETEILIGUNG DER ARBEITER.
Emil de Bondt nimmt als belgischer Gewerkschaftsvertreter
an einem Team technischer Sachverstaendiger teil, das sich zur
Zeit auf einer zweimonatigen Reise zur Besichtigung der Papierindustrie in den Vereinigten Staaten befindet. Sein Hauptinteresse gilt den amerikanischen Methoden der Beteiligung der
Arbeiter an den aus gesteigerter, industrieller Produktionsleistung entstandenen Uebergewinnen. Diese Besichtigungsreise
im Rahmen des Technischen Hilfsprogramms der Marshall Plan Verwaltung steht unter der Schirmherrschaft der Organisation fuer
wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas«
Mr. de Bondt, der sich in der letzten Woche vor seiner
Abreise nach den Vereinigten Staaten in Paris aufhielt, erklaerte,
dass die gesteigerte, industrielle Produktionsleistung in Europa
sowohl fuer die Gewerkschaftsbewegung als auch fuer das Unternehmertum, die Regierungen und fuer Europa als Gesamtheit von
hervorragender Bedeutung sei«
Der durch das vorliegende Projekt ermoeglichte Informationsund Erfahrungsaustausch von Gewerkschaftern, Unternehmern und
technischen Vertretern aus 12 Laendern sei ein konkretes Beispiel dafuer, dass die europaeischen Nationen aus einer engen
Zusammenarbeit zur Loesung gemeinsamer Probleme tatsaechllchen
Nutzen ziehen koennten.
Der 46-Jaehrige, belgische Gewerkschaftsvertreter ist
Generalsekretaer der Christlichen Belgischen Gewerkschaft der
Papierarbeiter und Graphiker. Er hat diese Stellung seit 12 Jahren
inne und ist seit 1935 Funktionaer seiner Gewerkschaft. Davor
war er 16 Jahre lang als Buchdrucker und Schriftsetzer taetig.
Mr. de Bondt wies auf die in den vergangenen Jahren von den
belgischen Papierarbeitern erzielten Erfolge und auf die noch
zu loesenden Probleme hin und eroerterte dann die allgemeine
Frage der Beteiligung der Arbeiter an den aus der hoeheren Produktionsleistung entstehenden Uebergewinnen.
Der Gewerkschaftsfunktionaer berichtete, dass die Produktionsleistung der belgischen Industrie der Papierherstellung
und —Verarbeitung zu 115 bis 125# des Standes von 1936-1938
gesteigert worden sei. Er unterstrich die Tatsache, dass bereits
drei der 24 Betriebe in Belgien ihre Arbeiter an dieser Produktivitaetssteigerung beteiligt haetten, und zwar in Form von
Bonuszuteilungen, und dass sie damit endgueltig den Beweis erbracht haetten, dass die Arbeiter fuer ihre Mithilfe bei der
Senkung der Produktionskosten durch Gewinnbeteiligung belohnt
werden koennten.
Mr. De Bondt erklaerte, dass seine Gewerkschaft, die etwa
ein Drittel der 10.000 belgischen Arbeiter der papierherstellenden und -verarbeitenden Industrie vertritt, die Gewinnbeteiligung durch Erhoehung des Grundlohnes den Bonuszuteilungen
vorziehe und fuegte hinzu, dass ihm besonders daran gelegen
sei, entsprechende Methoden in den Vereinigten Staaten zu
studieren.
Nur 50# der belgischen Arbeiter der papierherstellenden
und -verarbeitenden Industrie seien gewerkschaftlich organisiert.
Mr. de Bondt ist der Ansicht, dass diese niedrige Zahl auf das
Fehlen sowohl des "closed-shop" Systems als auch des "union-shop"
Systems zurueckzufuehren sei. (In Amerika uebliche Systeme,
nach denen entweder nur Mitglieder einer bestimmten Gewerkschaft
vom Arbeitgeber eingestellt werden duerfen (closed-shop), oder
die Einstellung nur unter der Bedingung erfolgt, dass der Arbeit- 5 -

�nehmer innerhalb einer bestimmten Frist der Gewerkschaft beitritt
(union-shop).
Ausser anderen wichtigen Gewerkschaftsproblemen wird sich
der belgische Gewerkschaftsfunktionaer in Amerika mit der Mehrbezahlung fuer Nachtarbeit - die es in Belgien noch nicht gibt und mit Fragen der Bezahlung von Sonn- und Feiertagen beschaeftigen, die in Belgien erst im Laufe der letzten drei Jahre als
Ergebnis von Forderungen der Gewerkschaften durchgesetzt werden
konnte.
Mr. de Bondt wird ausserdem die Organisierung des Arbeitsanfalls und der Schichtarbeit studieren und insbesondere Vergleiche mit der zur Zeit in Belgien ueblichen 48-Stunden Woche
der belgischen Arbeiter der papiererzeugenden und- herstellenden
Industrie anstellen. Die Arbeiterschaft Belgiens fordert dringend
die Abaenderung des gegenwaertigen Systems der Schichtarbeit.
Mr. de Bondt ist einer der vier Gewerkschaftsvertreter, die
sich zum Studium der amerikanischen Industrie der Papierherstellung
und -Verarbeitung nach den Vereinigten Staaten begeben. Die drei
anderen Gewerkschaftler dieses Industriezweiges kommen aus Eng» land, Westdeutschland und Italien.
BCA Labor Information
13. Februar 1950
SIAHLARBEIT5RGEWERK3CHAFT UNTERSTUETZTE STREIKENDE BERGLEUTE

Mir Böo.ööö DOLLAR.
Obwohl der U.S. Bergarbeiter Verband weder
dem AFL noch der CIO angeschlossen ist« haben
die amerikanischen Gewerkschaften den Bergarbeitern ihre Sympathie und Solidaritaet in
dem kuerzlich beendeten Bergarbeiterstreik
nicht versagt, wie aus dem nachstehenden Bericht
hervorgeht.
Die Stahlarbeitergewerkschaft (CIO) hat dem Bergarbeiter
Verband 500.000 Dollar geschenkt, "um hilfsbeduerftige Bergleute und ihre Familien in ihrem Kampf gegen die Bergwerksbesitzer zu unterstuetzen."
Nach einer telegraphisch durchgefuehrten Abstimmung des
Vorstandes der Stahlarbeitergewerkschaft uebersandte der Praesident des amerikanischen Gewerkschaftsbundes CIO, Philip Murray,
dem Finanzsekretaer des U.S. Bergarbeiter Verbandes einen Scheck
ueber i Million Dolla'r.
Gleichzeitig erliess Murray einen Aufruf an alle Lokalgewerkschaften der eine Million Mitglieder zaehlenden Stahlar-'
beitergewerkschaft, noch mehr Geld zur Unterstuetzung der Bergleute zu spenden.
"Die Not ist gross. Ihr muesst nach besten Kraeften helfen,"
heisst es in dem Aufruf Murrays an die Mitglieder der Stahlarbeitergewerkschaft.
In seinem Brief an Finanzsekretaer Owens vom Bergarbeiter
Verband fuehrte Murray aus:
H

Ich habe mich an unsere angeschlossenen Lokalgewerkschaften
mit der Bitte gewandt, den Bergarbeitern und ihren Familien jede
nur meogliche finanzielle und moralische Unterstuetzung zukommen
zu lassen, und hoffe, dass ihre Hilfe ein Beitrag zu dem endgueltigen Sieg der amerikanischen Bergarbeiter sein moege."
- 6 -

�Mitte Januar natte sich Murray heftig gegen die Methoden
des Hauptanwaltes des Bundesausschusses fuer Arbeitsfragen,
Robert Denham, gewandt, der das Streikverbot beantragt hatte.
Daraufhin beschuldigte der Praesident des CIO Denham,
"dass er die gesetzlichen Rechte und Interessen aller Gewerkschaftler angegriffen habe."
"Ich habe den Generalanwalt der CIO angewiesen, die Rechtsabteilung des Bergarbeiter Verbandes bei der Verteidigung der
auf dem Spiele stehenden, fundamentalen, gewerkschaftlichen
Prinzipien und bei der Bekaempfung der von Denham eingeleiteten
Verfahren so weit wie moeglich zu unterstuetzen«"
Am 9. Februar wurde das Streikverbot erlassen«
Seitdem wurde zweimal vergeblich versucht, die Kollektivverhandlungen zwischen Unternehmern und Bergarbeitern wieder
aufzunehmen. Ein Uritersuchungsausschuss, wie er in den Bestimmungen des Taft-Hartley- Gesetzes zum "nationalen Notstand" vorgesehen ist, wurde gebildet. Im Laufe dieser Woche wird man
ein Streikverbot von 80 Tagen beantragen.
Der Kampf der Gewerkschaften geht um hoehere Loehne, erhoehte Beitraege der Unternehmer zu den Wohlfahrtskassen und
die Beibehaltung einiger in dem alten Vertrag enthaltener Bestimmungen. Ein grosser Teil der Bergleute hatte mehrere Monate
lang nur drei oder noch weniger Tage pro Woche gearbeitet.
Murray wies in seinem Schreiben an die lokalen Dienststellen der Stahlarbeiter Gewerkschaft auf "die bittere Not der
Bergarbeiter und ihrer Familien" hin.
"Diese Lage fordert gebieterisch, dass unsere Gewerkschaft
und ihre Mitglieder den Bergarbeiter Verband in seinem bedeutungsvollen Kampf gegen diese maechtigen Kraefte mit allen
Mitteln unterstuetzen," schrieb Murray.
"Der Krieg, der zur Zelt gegen ihre Gewerkschaft gefuehrt
wird, kann sich gegen unsere eigene Gewerkschaft und gegen alle
anderen richten, sobald es den Wohlhabenden, die ihn fuehren,
zweckmaesslg erscheint."
Der Praesident der Stahlarbeiter fuhr fort: "Es ist von
groesster Wichtigkeit, dass Sie und unsere Lokalgewerkschaften
diesem Aufruf prompt Folge leisten«"
In der Verfassung der Stahlarbeitergewerkschaft ist fesgelegt, dass derartige Geschenke dem Internationalen Gewerkschaftsvorstand zu ueberwelsen sind, von wo sie den Empfaengern zugeleitet werden.
•The CIO News"
13. Februar 1950
BERGSON:

"E3 GIBT KEIN GUTES MONOPOL."
Wir bringen nachstehend einen Artikel der
"CIO News" ueber Monopole, weil das Problem
der Kartelle und Monopole in Deutschland
im Augenblick wieder sehr diskutiert wird
und eine Stellungnahme zu diesem Problem notwendig
ist.
Die Redaktion.
- 7 -

�Der Generalstaatsanwalt McGrath und sein Stellvertreter
Bergson erklaerten vor der Vereinigung der Rechtsanwaelte des
Staates New York (New York State Bar Association), dass Kartelle eine Bedrohung der Anti-Trust Gesetze darstellten, weil
ein grosses Unternehmen die Konkurrenz leichter auf illegale
Art und Weise ausschalten kann, als dies einem kleinen Unternehmen moeglich ist.
Indem diese beiden hohen Anklaeger des Monopols darlegten,
was ihre Aufgaben und Absichten sind, betonten sie besonders,
dass sie das Kartell nicht als solches, sondern als den Wegbereiter des Monopols bekaempften. Die beiden Erklaerungen, die
von der Tagespresse groesstenteils verschwiegen oder entstellt
wurden, geben zum erstenmal klaren Aufschluss ueber den Kampf
der Regierung gegen das Monopol.
"Das Monopolproblem ist "nach dem der Arbeitslosigkeit das
dringlichste, innerstaatliche Wirtschaftsproblem unserer Zeit,"
sagte McGrath.
"Wir wissen natuerlich, dass die Zusammenballung Wirtschaft- .
licher Kraft kein Verbrechen ist. Andererseits sind wir uns aber
auch im klaren darueber, - auch der Oberste Gerichtshof ist dieser
Auffassung - dass "wirtschaftliche Staerke leicht missbraucht
werden kann und wird deshalb staendig gegen solchen Missbrauch
auf der Hut sein muessen."
McGrath hielt einen Rueckblick auf die Geschichte und
Entstehung der Anti-Trust Gesetze und berichtet, wie der Oberste
Gerichtshof im Jahre 1920 die Durchfuehrung dieser Gesetze erschwerte, indem er im Falle der HU. S. Steel Corporation" entschied, dass "die Kartellisierung innerhalb der Stahlindustrie
solange keine Verletzung des "Sherman Act"(Anti-Trust Gesetz)
darstelle, wie die Unternehmer von dieser Macht keinen nachweisbaren Gebrauch machten."
McGrath fuegte hinzu und sprach damit wohl die bedeutsamsten
Worte, die ein Generalstaatsanwalt seit Jahren ausgesprochen hat:
"Ich persoenlich bin der Auffassung, dass man hiermit nichts anderes
sagen moechte, als dass nach dem "Sherman Act" nur schlechte Monopole gesetzwidrig seien. Der Wortlaut dieses Gesetzes besagt jedoch eindeutig das Gegenteil."
Bergson, der beauftragt ist, die Einhaltung der Anti-Trust
Gesetze zu ueberwachen, erklaerte: "Unsere Erfahrungen haben uns
gezeigt, dass es kein "gutes Monopol" gibt. Bei allen Monopolen
konnten wir feststellen, dass sie demeigennuetzigen Privatgewinn
und nicht dem Allgemeinwohl dienten."
M

Das Kartell an und fuer sich ist kein Verbrechen im Sinne
der Anti-Trust Gesetze, " sagte Bergson. "Auch der Besitz eines
Jagdgewehrs ist kein Verbrechen. Aber so wie mit dem Gewehr ein
Verbrechen veruebt werden kann, so kann auch die wirtschaftliche
Macht der Unternehmer zur Verletzung der Anti-Trust Gesetze verwendet werden. In beiden Faellen fuehrt das, was vorher gesetzlich und erlaubt war, zu unzulaessigen Auswirkungen und wird
Gegenstand gerichtlicher Verfolgung.
"Die meisten von uns werden zugeben, dass die Kartellisierung
illegales Handeln erleichtert, wenn auch haeufig die Anti-TrustGesetze von kleineren Unternehmen uebertreten werden. Bin grosses
Unternehmen kann einer Industrie eher illegale Bedingungen auferlegen, als ein kleineres Unternehmen.
- 8 -

�"In einer solchen Situation stellt nicht die Groesse des
Unternehmens als solche eine Uebertretung dar. Anklagepunkt
ist vielmehr die monopolistische Macht oder die Beeintraechtigung des Handels, die durch die wirtschaftliche Macht des
Unternehmens gefoerdert wurden. Wir sind der Meinung, dass
es nicht nur logisch, sondern auch erforderlich ist, mit Hilfe
seit langem bestehender Bestimmungen der Anti-Trust Gesetze die
Mittel unwirksam zu machen, die ein Vergehen im Sinne dieser
Gesetze erst ermoeglichen."
Bergson zeigte an Hand von Beispielen, wie die Anti-Trust
Abteilung in Gerichtsverfahren gegen monopolistische Methoden
grosser Unternehmen vorgegangen ist. "Einige Verfechter der
•guten Monopol-Theorie' stellen sich auf den Standpunkt, " so
fuehrte Bergson aus, "dass die Leistungsfaehigkeit von erstranginger Bedeutung sein muss, und dass eine Verletzung der
Anti-Trust Gesetze uebergangen werden kann, wenn diese Gesetze
die Leistungsfaehigkeit beeintraechtigen.
"Die Deutschen begingen diesen Fehler. Durch ihr Kartellisierungssystem und ihre vielgepriesene Leistungsfaehigkeit war
es ihnen moeglich, eine Zeitlang die groesste wirtschaftliche
Macht in den Haenden zu halten. Die Verherrlichung dieser Anschauung warf Jedoch ihre gesamte Philosophie ueber den Haufen
und brachte Ihrem Lande schliesslich Chaos und Zerstoerung."
"The CIO News"
6. Februar 1950
"FORCE OUVRIERE" IM KAMPF GEGEN KOMMUNISTEN
Der franzoesfche Gewerkschaftsbund "Force Ouvriere" hat
seit seiner Gruendung im Jahre 1948 gegen den kommunistischen
Allgemeinen Gewerkschaftsbund CGT (Confederation Generale des
Travailleurs) um die Mitgliedschaft der franzoesischen Arbeiter .
gekaempft. Der Kampf war nicht leicht, wenn man bedenkt, dass
"Force Ouvriere" zu Beginn weder organisiert war, noch ueber
Raeumlichkeiten und Geldmittel verfuegte. Trotzdem konnten •
Fortschritte erzielt werden.
Das Strassburger Zentralbuero der "Force Ouvriere" befindet sich im zweiten Stockwerk eines schaeblgen Buerogebaeudes.
Das Personal setzt sich zusammen aus zwei Stenographen, einem
teilbeschaeftigten Buchhalter und Rene Kunkel, der sowohl Bezirks sekretaer als auch Organisator und Versammlungsredner
ist. Kunkels alter Privatwagen ist das einzige fuer dienstliche Zwecke verfuegbare Transportmittel.
Das ist der gesamte Stab der "Force Ouvriere" und zwar
nicht nur fuer Strassburg, eine Stadt von 200.000 Einwohnern,
sondern auch fuer das umliegende, elsaesslsche Department Bas-Rhln,
ein Landwirtschafts- und Industriegebiet mit weiteren 700.000
Bewohnern.
Kunkel berichtete, dass das Strassburger Buero der CGT
ueber weit mehr Mittel verfuegt und. vier oder fuenf vollbeschaeftigte, maennliche Angestellte und acht oder neun Kraftfahrzeuge
hat. Kunkel Ist 41 Jahre alt und Gewerkschaftsmitglied seit
dem Tage, an dem er zu arbeiten begann. Wir sehen in ihm einen
typischen FunJdiaonaer der "Force Ouvriere". Wenn er von seiner
Arbeit spricht, sagt er, dass er "immer zu viel zu tun und
immer zu wenig Mittel hat". Das finanzielle Problem spielt in
allen Angelegenheiten seiner Organisation eine Rolle. Jede
- 9 -

�Gewerkschaft der "Force Ouvriere" setzt ihre eigenen Mitgliedsbeitraege fest. Sie betragen durchschnittlich 100 Franken
(DU 1,20) pro Monat* Fuer die Geschaeftsfuehrung einer Gewerkschaft ist das nicht viel; fuer die franzoesischen Arbeiter
Jedoch, die nur 14,000 Franken (etwa DM 165, — ) verdienen,
bedeutet dieser Betrag in Anbetracht der sehr hohen Preise ein
Opfer, Die CGT hat es in dieser Beziehung besser. Einige der
finanziell besserstehenden Gewerkschaften der CGT haben laut
Kunkel sogar "Werbewochen" veranstaltet, in denen sie die Mitgliedsbeitraege praktisch auf ein Nichts reduzierten, um auf
diese Weise neue Mitglieder au koedern.
Trotz dieser Widerstaende hat die "Force Ouvriere" in
Kunkels Department ueber 10.000 Mitglieder fuer sich gewinnen
koennen. Fast alle sind in Strassburg ansaessig; um ausserhalb
der Stadt organisatorisch wirken zu koennen, waren weder Geldmittel noch Personal vorhanden. Einer der grundlegenden Unterschiede zwischen der CGT und der "Force Ouvriere" besteht darin,
dass die kommunistische Organisation gegen den Marshall Plan
ist, waehrend er von der "Force Ouvriere" unterstuetzt wird.
Tausenden franzoesicher Gewerkschafter kommt die amerikanische Hilfe zugute, erklaert Kunkel* Sie wissen , dass sie
einen grossen Teil dieser Unterstuetzung Tausenden amerikanischer
Gewerkschafter zu verdanken haben. Unter diesen Ümstaenden glaubt
Kunkel nicht an die Gefahr einer "Uebernahme" Frankreichs durch
die Vereinigten Staaten, mit der die Kommunisten so gerne ihre
ablehnende Haltung dem Marshall Plan gegenueber begruenden.
Der Marshall Plan stellt einen Brennpunkt in dem staendigen Kampf zwischen CGT "Force Ouvriere" dar. Die CGT verfuegt
wie alle von den Kommunisten beherrschten Organisationen ueber
eine gut funktionierende Propagandamaschine, die dazu bestimmt
ist, den Marshall Plan zu unterminieren. Ausserdem besteht fuer
die CGT ein Anreiz darin, dass sie die "Force Ouvriere" in Misskredit bringen kann, wenn es ihr gelingt, die franzoesischen
Arbeiter von der Wertlosigkeit des Marshall Planes zu ueberzeugen.
Charles Henck, der seit 45 Jahren Gewerkschafter ist und
der Transportarbeiter Gewerkschaft der "Force Ouvriere" in
Strassburg angehoert, berichtet, dass jedesmal, wenn eine
Stockung im Transport entsteht, die Kommunisten den Marshall
Plan dafuer verantwortlich machen.
Es ist ein wenig schwerer, die Arbeiter aus dem Baugewerbe
an der Nase herumzufuehren, sagt Friedrich Klein, ein anderes
Mitglied der "Force Ouvriere", denn die meisten von ihnen wissen,
dass der um Strassburg im Werk befindliche Wiederaufbau und
Neubau zum grossen Teil direkt oder indirekt durch die amerikanische Hilfe erst ermoeglicht wurde. Fuer sie ist die Parole:
kein Marshall Plan keine Arbeit,
"Sie moegen es glauben oder nicht," sagt Klein, "selbst
wenn wir wegen Frost die Arbeit einstellen muessen, erfinden (
die Kommunisten irgendwelche Geschichten, die den Marshall
Plan als Ursache der Arbeitseinstellung hinstellen*"
In Strassburgs bedeutendem Hafen ist es schon ein wenig
schwieriger, gegen den Marshall Plan zu argumentieren und Leute
zu finden, die diesen Argumenten Glauben schenken, erklaert der
staemmige Alfred Fulssel, ein Flusskapitaen und ueberzeugter
Anhaenger der "Force Ouvriere". Ein grosser Teil der franzoesichen Rheinflotte war waehrend des Krieges zerstoert worden, so
- 10

�erzaehlt er, und jeder, der in dem Hafen heute beschaeftigt
ist, muss unwillkuerlich an der wiederhergestellten Flotte und
dem geschaeftigen Treiben im Hafen einen Beweis fuer die amerikanische Hilfe sehen.
Wer wird in diesem Kampf um die Mitgliedschaft der franzoesischen Arbeiter den Sieg davontragen? Hoeren wir Gustave Boulier,
ein anderes Mitglied der "Force Ouvriere" und langjaehriger Gewerkschafter, der uns diesbezueglich einen kleinen Hinweis gibt.
Boulier gehoert zur Gewerkschaft der staatlichen Angestellten.
Vor einigen Wochen wurde eine Betriebswahl unter den Zivilangestellten der franzoesischen Armeewerkstaetten in Strassburg abgehalten.
Die CGT erhielt dabei 176 Stimmen, waehrend der Katholische Gewerkschaftsverband (CFTG) (ebenfalls anti-kommunistisch und pro Marshall Plan) 156 und die "Force Ouvriere" 140 Stimmen fuer sich
buchen konnten. Vor einigen Monaten, berichtet Boulier, hatte
die "Force Ouvriere" kaum ein Mitglied in diesen BetrAen, die
als komnunistische Hochburgen galten.
"Gebt uns noch einige Monate Zeit," sagt er zuversichtlich,
"und wir werden in diesem Betrieb viel mehr als 140 Stimmen haben.
Und sie (die CGT) werden viel weniger als 176 haben." Zwei Jahre
sind vergangen und noch immer wird ein zaeher Kampf gefuehrt.
Besser gesagt, der Kampf ist schwer, weil die "Force Ouvriere"
zwei Schlachten zu schlagen hat. Die eine gegen die Kommunisten
und die andere, um die Verbesserung der Lebensbedingungen des
franzoesischen Arbeiters - und die Moeglichkeiten zu verbessern
sind sehr gross.
Wichtig ist, dass die "Force Ouvriere" weiterkaempft und
an beiden Fronten erfolgreich ist.
EEA Labor Information
28. Februar 1950
ERP HILFT DER BRITISCHEN BAUMWOLLINDUSTRIE
Sam Lowe schuettelte seinem Besucher herzlich die Hand.
Lowe ist Weber in Lancashire. Er arbeitet nun seit fast 50 Jahren
in den dortigen Webereien. Sein Besucher fragte ihn, wie sich
die Hilfe Amerikas in der englischen Baumwollindustrie bemerkbar
gemacht habe.
"Sehen Sie sich den geschwaerzten Himmel an»1* sagte Lowe,
indem er nach dem Russ und Rauch deutete, der ueber den Fabriken .
hing. "Das ist ein gutes Zeichen fuer eine Industriestadt. Es
bedeutet, dass die Betriebe in Gang sind - und dass die Bewohner
unserer Stadt Arbeit haben."
"Wenn wir durch den Marshall Plan keine Rohbaumwolle bekommen
haetten," fuhr er fort, "waere ein grosser Teil dieser Fabriken
Jetzt geschlossen."
Im Jahre 1949, erklaerte Lowe, haette Lancashire - das Herz
der Baumwollindustrie Englands - seine Produktion dermassen gesteigert, dass die Exporte aus diesem Bezirk um 20£ haetten erhoeht werden koennen. Gleichzeitig sei auch der Bedarf der britischen Industrien an Rohbaumwolltextilien gedeckt worden. Nur
wenige Leute wuessten, dass mehr als die Haelfte der Baumwollarbeiter in Lancashire fuer die Industrie und nicht fuer die
Kleidungsherstellung arbeiten.

- 11 -

�••Damit", sagt Lowe, "schafft der Weber von Lancashlre
mit HUfe amerikanischen Geldes Arbeitsmoeglichkeiten fuer die
Arbeiter in anderen Teilen Englands."
Lowe fuehrte seinen Besucher in "seinen" Betrieb. Es ist
eine verhaeltnismaessig kleine Fabrik in einem Vorort von Manchester; 400 Arbeiter sind darin beschaeftlgt. Lowe leigte
mit nicht wenig Stolz die Kantinen, Baeder und Aufenthalt sraeume
fuer die Belegschaft; auch den Kindergarten, in dem die Kinder
erwerbstaetlger Muetter Aufnahme finden koennen. Sam ist der
Meinung, dass die Arbeitgeber nach dem Kriege mehr Interesse
fuer das Wohlergehen ihrer Arbeitnehmer gezeigt haetten. Dies
sei zum Teil auf den Mangel an Arbeltskraeften zurueckzufu ehren,
denn heutzutage sei jedermann beschaeftlgt. "Auch dafuer koennen
wir dem Marshall Plan danken", sagte Lowe.
BCA Labor Information
2. Maerz 1950
- 18 -

Office of Labor Affairs, HJDOG
APO 757

OFFICIAL

UCOO O-mm L t 1 H»rch &gt;)0 IT C

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Aaszüge aus dar amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschahsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 3

Prankfurt, 24. Maerz 1950
INHALTSVERZEICHNIS

Hollaendische Gewerkschaften zum WiederaufbauProgramm - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Neue Wohnhaeuser fuer Lothringische Bergleute Axel Strand
—

1
3
3

Bruessel - Welthauptstadt der Gewerkschaftsbewegung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 7
Innergewerkschaftlicher Kampf der Arbeiter gegen
den Kommunismus - - - - - - - - - - - - - - - 9
Die franzoesische Rheinflotte - - - - —
- - - 10
Amerikanische Gewerkschaften zu internationalen
Fragen - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 1

HOLLAENDISCHE GEWERKSCHAFTEN ZUM WIEDERAUFBAUPROGRAMM
Der groesate der drei bedeutendsten hollaendischen Gewerkschaf tsverbaende hat seinen Verwaltungsrat aufgefordert, "die
wirtschaftliche Zusammenschliessung der Laender Westeuropas in
jeder Hinsicht zu foerdern."
In Amsterdam wurde kuerzlich von den Vorstaenden des Niederlaerd.sehen Gewerkschaftsbundes N.V.V. eine Resolution angenommen, in der zum Ausdruck gebracht wird, dass "sowohl der
Wiederaufbau und die wirtschaftliche Wiedergesundung als auch
der dazu erforderliche Zusammenschluss Westeuropas nur durch die
dauernde Unterstuetzung durch den Marshall Plan moeglich sind."
Die Vorstaende wiesen ihre Mitglieder an, "bei den zustaendigen Stellen dahingehend zu wirken, dass die mit Hilfe des
Marshall Planes erzielten Erfolge auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung Westeuropas und insbesondere Hollands
nicht gaenzlich oder teilweise durch eine Beschraenkung oder fruehzeitige Beendigung dieser Hilfe zunichte gemacht werden."
"Der Marshall Plan," heisst es weiter in der Resolution,
"ist ein unentbehrlicher und wirksamer Beitrag zum wirtschaftlichen
Wiederaufbau Hollands."
Die Fortsetzung dieser Hilfe wird als eine "dringende Notwendigkeit fuer die weitere Festigung der wirtschaftlichen Stellung
Hollands und fuer die Sicherung und Konsolidierung der bisher erzielten Erfolge" bezeichnet.

�NEUE WOHNHAEÜSER HIER LOTHRINGISCHE BERGLEUTE

Wie aus kuerzlich veroeffentlichten Statistiken hervorgeht,
sind insgesamt 245 Billionen Franken dem Gegenwert Fonds Frankreichs zur Verwendung Im nationalen Investierungsprogramm 1949
entnommen worden.
Hiervon gingen mehr als 45 Billionen zur Beschaffung von
Ausruestung und zur Modernisierung an "Charbonnages de France",
d.h. an die staatseigenen Kohlenbergwerke. Hinter diesen nuechternen Zahlenangaben liegt jedoch eine menschliche Geschichte, ein Teil der Geschichte vom Marshall Plan, der dem franzoesischen
Volke hilft, sich selbst und einer den andern zu unterstuetzen.
So liegt z.B. in der Nordost-Ecke Frankreichs,nahe an der Grenze
des Saargebietes, die Stadt Merlebach. Von ihren 9.500 Einwohnern
sind 2.400 Bergleute. Ausserdem arbeiten noch viele andere aus
den umliegenden Ortschaften in den Merlebacher Kohlegruben.
Der Beruf des Bergmanns ist ein sehr schwerer, und deshalb
verlangt der Kumpel nicht nur einen entsprechenden Lohn, sondern
auch eine anstaendige Wohnung. Nach dem Kriege war es jedoch nicht
leicht, in Merlebach eine annehmbare Wohnung zu finden. Heute ist
das anders geworden. Einige Wohnbioecke von der Bürgermeisterei
entfernt ist eine gesamte "Neustadt" aus der Erde gewachsen. In
erhoehter Lage, ueber der dichten Rauchdecke, die den Industriebezirk bedeckt, stehen Hunderte neuer Wohnhaeuser fuer die Bergleute. Diese Haeuser sind zwar einfach in der Bauweise, aber zu
jedem gehoert ein Hof und ein Garten. In den zuerst beendeten
Abteilungen sind bereits hohe Hecken und Straeucher gewachsen.
In den Haeusern befinden sich moderne Badezimmer und fliessendes
warmes Wasser, Kuechen mit eingebauten Herden und Schraenken, und
behagliche Wohn- und Schlafzimmer.
Die Strassen der "neuen Stadt" sind breit und gewunden. Man
sieht neue Laeden und Schulen, die in ihrer Bauweise den Wohnhaeusern angepasst sind.
Diese neuen Haeuser fuer die Bergleute von Merlebach wurden
in Frankreich entworfen, hergestellt und zusammengesetzt. Insgesamt sind etwa 15.000 aehnliche Einheiten fuer franzoesische Bergleute erstellt worden, davon mehr als 4.000 in Lothringen. Die
franzoesische Regierung beabsichtigt, fuer diejenigen, die die
franzoesische Kohle graben, noch mehr solcher Wohnungen zu bauen,
und zwar jaehrlich fuenftausend bis zum Jahre 1955. Die Wohnungen
sind mietfrei, und Brennmaterial wird kostenlos zur Verfuegung gestellt. Das Wohnungsbauprogramm fuer Bergleute - das auch Krankenhaeuser, Apotheken, Schulen und Erholungsheime vorsieht, ist sehr
kostspielig. Die jaehrliche Rechnung belaeuft sich auf etwa 14 Billionen Franken (40 Millionen Dollar). Fuenf Billionen Franken
hiervon werden aus dem Marshall Plan Gegenwert Fonds fuer Frankreich gestellt.
Merlebach und die lothringischen Kohlengebiete bilden nur
einen kleinen Teil Frankreichs. Trotzdem ist in den neuen Wohnhaeusern fuer die Bergleute ein weiteres Beispiel dafuer zu sehen,
wie der Marshall Plan Frankreich hilft, sich selbst zu helfen.
ECA Labor Information
2. Maerz 1950

- 2 -

�AXEL STRAND
Die Laufbahn und gegenwaertige Taetigkeit, der Charakter
und die Persoenlichkeit des Praesidenten des Schwedischen Gewerkschaft sbund es ("LG-'1), Axel Strand, geben in wirkungsvoller
Weise die Geschichte der schwedischen Gewerkschaftsbewegung
wieder.
Das Datum seines Eintritts in die Gewerkschaftsbewegung
im Alter von 16 Jahren faellt mit dem denkwuerdigsten Datum der
Geschichte der schwedischen Gewerkschaften zusammen. Es war im
Jahre 1909, als das eintrat, was alle Schweden heute noch als den
•Grossen Streik" bezeichnen. Es war ein Kampf zwischen Unternehmern und Gewerkschaften, der endgueltig entscheiden sollte, wer
der Staerkere war - so dachte man wenigstens damals darueber.
Die Unternehmer hielten die Zeit fuer gekommen, der aufkommenden, organisierten Gewerkschaftsbewegung den Todesstoss
zu versetzen. Sie schlössen sich zusammen und begannen mit einer
Reihe von Aussperrungen. Die Antwort der Gewerkschaften hierauf
war ein Generalstreik. Der Streik missglueckte, und in diesem
Sinne zogen die Gewerkschaften den Kuerzeren. Sie erlitten schwere
Verluste an Geld und auch an Mitgliedern, da die Unternehmer ruecksichtslos schwarze Listen aufgestellt hatten. Zu jener Zeit wanderte ein grosser Teil der schwedischen Arbeiter nach Amerika aus,
weil man sie zu Hause nicht beschaeftigen wollte. Aber auch die
Unternehmer verloren in einer gewissen Beziehung, denn es gelang
ihnen nicht, die Gewerkschaftsbewegung zu zerstoeren. Die Gewerkschaften hielten noch immer zusammen. Fuenf Jahre dauerte es,
bis sie sich von diesem Schlag erholt hatten, aber dann kamen sie,
staerker als je zuvor, wieder.
Der junge Axel Strand war im Jahre des "Grossen Streiks" Mitglied der Gewerkschaft der Moebelschreinsr geworden. Zu gleicher
Zeit trat er in die Sozialdemokratische Partei ein.
Er arbeitete in seinem Beruf in Lund, dem historischen Kulturzentrum der suedschwedischen Provinz Skane und der zweitaeltesten Universitaets. Stadt des Landes. Er war in dem Dorf Burlov
geboren, wo er bis zu dem ueblichen Alter von 14 Jahren zur Schule
ging. Sein Vater war Hobler in einem Betriebe,in dem Inneneinrichtungen fuer Eisenbahnwagen hergestellt wurden.
Der Bedeutung von Skane entsprechend haben Maenner dieser
Provinz (es ist u.a. die am staerksten bevoelkerte) im Leben des
Landes grosse Rollen gespielt. Per Albin Hansson, der beliebte
Demokrat, der viele Jahre lang bis zu seinem Tode im Jahre 1946
Premierminister war, stanmte aus Skane. Ebenso Gustav Moller, der
als Minister fuer Soziale Wohlfahrt der Architekt der schwedischen
Sozialreformen ist; ausserdem Per Edvin Skold, zur Zeit Finanzminister. Hansson war ebenso wie die beiden andern Genannten
Soz ialdemokrat.
Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1919, begab sich Strand
nach Stockholm, wo er seitdem immer gelebt hat. Er blieb in seinem Handwerk bis zum Jahre 1923 taetig, als er Organisator der
Stockholmer Zentrale seiner Gewerkschaft wurde.
Im gleichen Jahr heiratete er Emilie Lindkvlst. Das Ehepaar
hat zwei Toechter; die aelteste, 25 Jahre, ist verheiratet, die
andere Tochter ist 20 Jahre alt und lebt zu Hause.
Ein Jahr speater wurde Strand zum Finanzsekretaer der nationalen Gewerkschaft der Moebelschreiner ernannt, und diese Stellung

�bekleidete er 12 Jahre lang. Dann wurde er im Jahre 1936 zum
Finanzsekretaer des Schwedischen Gewerkschaftsbundes LO gewaehlt
und hatte diese Stel lung bis zu seiner Ernennung zum Presidenten im Jahr 1947 inne.
Waehrend der Gewerkschaftslaufbahn Strands ist diese Bewegung laufend und stetig angewachsen. Von dem Rueckschlag Im
Jahre des "Grossen Streiks" an (die Mitgliederzahl war von 186*000
im Jahre 1908 auf 80.000 Im Jahre 1911 zurueckgegangen) begann der
Aufstieg der Gewerkschaftsbewegung zu ihrer gegenwaertigen hohen
Machtstellung. Die fruehere, zahlenmaessige Staerke wurde waehrend des Ersten Weltkrieges wieder erreicht. Nach dem Kriege, im
Jahre 1919, wurden 259.000 Mitglieder gezaehlt. Zehn Jahre spaeter
hatte sich diese Zahl verdoppelt. In den dreissiger und vierziger
Jahren, in Krisen und Krieg wuchs die Bewegung staendig. (Eine
einzige Ausnahme bildete 1933, das schlimmste Jahr der Krisenzeit,
in dem ein Absinken der Mitgliederzahl um 5.000 eintrat). Bei
Beendigung der ersten Haelfte des Jahrhundertet hatte der 52 Jahre
alte Schwedische Gewerkschaftsbund 1.244.000 Mitglieder zu verzeichnen. Davon sind 95# Arbeiter.
Auch die Zentralgewerkschaft der Angestellten, TCO, ist von
40.000 Mitgliedern im Jahre 1937, als sie gegruendet wurde, auf
255.000 Mitglieder, das ist fast die Haelfte aller Angestellten,
angewachsen. Damit machen die Gewerkschaftsmitglieder nahezu
ein Fuenftel der gesamten Bevoelkerung Schwedens (7 Millionen)
aus.
Mit dem zahlenmaessigen Ansteigen der Gewerkschaften ging
die Entwicklung zu Einfluss und Prestige Hand in Hand. Diese
Entwicklung ist gekennzeichnet durch ein gesamtnationales Kollektivverhandlungswesen zwischen dem LO und den organisierten
Unternehmern. In dieser Tatsache spiegelt sich die Umwaelzung
wider, die innerhalb des LO stattgefunden hat und aus einer verhaeltnismaessig lockeren Vereinigung selbststaendiger Koerperschaften eine Organisation mit betraechtlicher Zentralgewalt
entstehen liess.
Das Verhaeltnis der Gewerkschaften zu den Unternehmern
hat sich im Laufe der Jahre geaendert. Frueher bestand eine
Feindschaft zwischen diesen beiden Parteien, waehrend heute
jede von ihnen die Rolle billigt, die der andere im wirtschaftlichen Leben spielt. Beide erkennen aus sozialen Erwaegungen
heraus die Notwendigkeit an, Loesungen fuer Probleme zu finden,
die aus den entgegengesetzten Interessen entstehen. Die gegenwaertigen Beziehungen sind in einem Grundvertrag niedergelegt,
der im Jahre 1939 zwischen Vertretern des LO und des Schwedischen Arbeitgeberverbandes entstanden war. Sie arbeiteten Richtlinien fuer das Verhalten bei Streiks und andere grundlegende
Arbeitsprobleme aus. Dieser Vertrag hat sich gut bewaehrt, denn
er schuf einen hohen Grad an Stabilitaet in den Wechselbeziehungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmern, ohne dass sich die
Regierung dabei einzuschalten hatte.
Die Autoritaet, mit der der LO ausgestattet ist, hat nicht
zu einer Beherrschung "von oben her" gefuehrt, weil die Macht
des LO weit davon entfernt ist, absolut zu sein; das Ergebnis
der Verhandlungen mit den Unternehmern wird in Empfehlungen
zusammengefasst, die zwar ueberzeugend sein koenne, aber nicht
hindend fuer die angeschlossenen Verbaende sind, denen eine
betraechtliche Selbststaendigleit bleibt.

�Ausserdem Ist die Demokratie ein angeborenes Merkmal der
schwedischen Gewerkschaftsbewegung. Die Fuehrer erklimmen nicht
Hoehen, in denen sie keine Verbindung mehr mit der breiten Masse
haetten. Wie Strand sagt, "spricht Jeder aus der Gewerkschaftsbewegung den anderen, auch wenn es ein Funktionaer ist, mit "Du"
an."
Strands Tuere sowohl als auch die der anderen Funktionaer«
des LO steht zu jeder Zelt allen Gewerkschaftlern offen. Diese
scheuen sich nicht, zu ihnen zu kommen, wenn sie ihnen ihre Meinung
mitteilen moechten. Funktionaere und einfache Gewerkschaftler
besprechen gemeinsam Angelegenheiten, wann und wo sie sich auch
immer begegnen; nicht nur in Versammlungshallen, sondern auch in
der Strassenbahn und auf der Strasse.
So wie Axel Strand in die Sozialdemokratische Partei eintrat,
als er Gewerkschaftler wurde, so haben auch die Arbeiter Schwedens
die wirtschaftliche Tetigkeit mit der politischen kombiniert. Das
Ergebnis auf politischem Gebiet war, dass diese Partei auf Grund
ihrer Mehrheit im Riksdag (Parlament) seit 1932 das Kabinett gebildet hat. Eine Ausnahme stellen die KriegsJahre dar, in denen
eine Koalitionsregierung bestand. Die Gesetzgebung und die Massnahmen der Regierung waren unter dem Einfluss der Sozialdemokratischen Partei auf Vollbeschaeftigung, Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter und Ausdehnung der sozialen Sicherheit
ausgerichtet.
Strand und viele andere Gewerkschaftsfuehrer betreten bei
Wahlkaempfen die Rednertribüne und werben fuer sozialdemokratische
Kandidaten. Er selbst wurde fuer die Zeit von 1936 bis 1938 in
den Stadtrat gewaehlt. Dann gehoerte er mit sechs anderen Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei zu der 14 Mann starken
Vertretung in der Ersten Kammer des Riksdag. Seitdem war er Immer
im Riksdag und staendig Mitglied des Gesetzes- und Verfassungsaußschusses, der sich mit der sozialen Gesetzgebung befasst. Ausserdem gehoert Strand seit 1946 zum AussenpolitIschen Ausschuss.
Strands aktive Rolle als politischer Fuehrer wird durch
die Tatsache bekundet, dass er seit 1944 Mitglied des Exekutivausschusses seiner Partei ist.
Seine Einstellung wirtschaftlichen und politischen Fragen
gegenueber hat Strand selbst in folgenden Worten zum Ausdruck
gebracht:
"Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei und die Gewerkschaftsbewegung arbeiten seit dem Tage zusammen, an dem beide Organisationen
gegruendet wurden. Diese Zusammenarbeit wurde nicht in irgendeiner
Verfassung genau festgelegt, sondern hat sich aus der Interessengemeinschaft ergeben, die die politischen und gewerkschaftlichen
Ziele der Arbeiter miteinander verbindet. Als die Sozialdemokratie
die Regierung uebernahm, war es ganz natuerlich, dass die Arbeiterregierung und die Gewerkschaftsbewegung ebenso wie Regierung und
SozaildemokratIsche Partei zusammenarbeiteten. Es gab fuer uns
Immer gemeinsame Probleme und Interessen. Die Zusammenarbeit ist
unseres Erachtens in einer Zeit, in der die Arbeiter regieren,
gerade so-notwendig, wie zu einer Zeit, in der sie sich in der
Opposition befinden."
In der Nachkriegszeit standen die wirtschaftlichen Probleme
bei den Diskussionen in dem Ausschuss im Vordergrund, sagt Strand.
Vor dem Kriege befasste man sich.In groesserem Masse mit politischen
Angelegenheiten.
- 5 -

�Beide Gewerkschaftsverbaende, LO und TCO, vertreten die
Arbeiter Schwedens im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften,
der im Dezember vorigen Jahres in London gegruendet wurde. Strand
war natuerlich auch in London und zwar als Mitglied der achtkoepfigen
schwedischen Delegation. Er arbeitete in dem Verfassungsausschuss,
der wohl die wichtigsten Funktionen der gesamten Konferenz hatte.
Strands Auslandsreisen, ausser den bereits genannten, sind
ein Beispiel fuer die Anteilnahme der schwedischen Gewerkschaften
an internationalen Angelegenheiten. Auf Einladung der Marshall
Plan Verwaltung flog er zusammen mit 11 weiteren Gewerkschaftlern
nach den Vereinigten Staaten, um amerikanische Industriebetriebe
zu besuchen. 1947 verbrachte er 14 Tage in der britischen Besatzungszone Deutschlands, um die Nachkriegsverhaeltnlase zu studieren.
In den letzten zwoelf Jahren bereiste er ferner Frankreich, Belgien,
Holland, Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei und Ungarn.
Zu der internationalen, wirtschaftlichen Zusammenarbeit und
der Haltung der schwedischen Gewerltthaft zu dieser Frage nimmt
Strand folgendermassen Stellung:
"Unsere Teilnahme am Marshall Plan und unsere Unterstuetzung
der einzelnen Massnahmen im Rahmen dieses Projektes gruenden sich
auf die feste Ueberzeugung, dass die internationale Zusammenarbeit
auf wirtschaftlichem Gebiet unerlaesslich ist, wenn wir eine Welt
aufbauen wollen, in der die Sicherheit und Wohlfahrt der Menschheit garantiert ist. Durch die ungeheuren Zerstoerungen des
Krieges war es den Nationen Europas unmoeglich, den Wiederaufbau
mit eigenen Mitteln und innerhalb einer im voraus zu bestimmenden
Frist durchzufahren. Wir begruessen deshalb dankbar das grossartige Hilfsprogramm des amerikanischen Volkes und sind bereit,
alles zu tun, um es zu einem Erfolg werden zu lassen."
Im Wesen und der Haltung Strands finden wir vieles, was fuer
die Schweden charakteristisch ist. Er ist ruhig,und gelassen. .
Von guter Erscheinung, ueber mittelgross, kahlkoepfig, mit grossen,
dunklen, forschenden Augen, koennte er leicht fuer einen Professor
oder Doktor gehalten werden. Nach schwedischer Art sind seine
oeffentlichen Reden weder laut noch rhetorisch, sondern ruhig und
ueberzeugend.
Alle, die ihn kennen, bezeichnen ihn als einen Mann von
grosser Intelligenz und einem umfassenden Allgemeinwissen, das
laufend durch seine Wissbegierde genaehrt wird. Sein Humor wird
von einem Freund als eine Art bezeichnet, "die andere Leute zum
Lachen bringt, waehrend er selbst todernst dabei bleibt."
Strand ist ein einfacher Mann. Auf die Frage, welche Faktoren
zu seinem Aufstieg bis zur hoechsten Stellung im LO gefuehrt haben,
erklaert er, wie die Praesidentensteile durch den Tod eines Vorgaengers frei war und er vom Verwaltungsrat des LO zum Presidenten gewaehlt wurde. Alle jedoch, die Axel Strand kennen, wissen
dass die Erklaerung fuer seinen Aufstieg zur fuehrenden Persoenlichkeit in der schwedischen Gewerkschaftsbewegung in der Tatsache
liegt, dass "er wirklich auf Draht ist»"
ECA Labor Information
27. Januar 1950

- 6 -

�BRUESSEL - WELTHAUPTSTADT DER GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG
Vor sechs Jahren waere in Bruessel eine Gewerkschaftsmitgliedskarte wohl das Letzte gewesen, was ein Arbeiter in seiner
Tasche getragen haette - es sei denn, er hatte das Verlangen,
einem deutschen Erschiessungskommando gegenüberzustehen. Die einst maechtigen, belgischen Gewerkschaften waren aufgeloest, die Mitgliederlisten zerstoert und jegliche gewerkschaftliche Taetigkeit verboten. Gewerkschaftsfuehrer, die dem Tode,
dem Kerker oder der Verbannung durch die Besatzungsbehoerden
entgangen waren, hielten sich verborgen. Die Gestapo war ihnen
Tag und Nacht auf der Spur.
Es bestand lediglich eine "Gewerkschaft" in Belgien, die
von den Nazis gegruendete Gewerkschaft der Hand- und Kopfarbeiter
(Union des Travailleurs Manuels et Intellectuels). Es war eine
"Unternehmergewerkschaft" im wahrsten Sinne, und der Unternehmer,
dem sie diente, war Adolf Hitler. Wenig belgische Arbeiter
wuenschten, mit der verhassten "UTMI" irgendetwas zu tun zu
haben, da sie im Dienste der Nazis und der Wehrmacht stand.
Heute gibt es in Belgien drei grosse Gewerkschaftsverbaende,
und fast die Haelfte der 2.600.000 Arbeiter des Landes tragen
stolz ihre Mitgliedskarten. Die belgische Hauptstadt ist Hauptquartier der beiden groessten Gewerkschaftsverbaende, des
Belgischen Gewerkschaftsbundes und des Bundes Christlicher
Gewerkschaften, die zusammen ueber eine Million Mitglieder
zaehlen.
Mit der Errichtung des staendigen Sitzes des neugegruendeten Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften in Bruessel,
ist diese Stadt nun auch zur Welthauptstadt der Gewerkschaftsbewegung geworden.
Die neue, demokratische Arbeiterinternationale wurde im
- Dezember in London organisiert, als 261 Gewerkschaftsdelegierte
aus 53 verschiedenen Laendern gemeinsam beschlossen, einen
neuen Weltbund zu gruenden, dessen Aufgabe es sein sollte, "die
wirtschaftliche und politische Freiheit der arbeitenden Menschen
auf der Welt zu erringen und zu sichern." Vom 28. November bis
. zum 10. Dezember vorigen Jahres trafen sich in der County Hall
in London Delegierte als Vertreter von 50 Millionen Arbeitern
der Welt. Sie ernannten Paul Finet, den 52-jaehrigen Werkzeugmacher und Generalsekretaer des Belgischen Gewerkschaftsbundes,
zu ihrem ersten Praesidenten und waehlten Bruessel zum staendigen Sitz des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften.
Generalsekretaer der neuen Organisation ist J. H. Oldenbroek
aus Holland, der tatkraeftige Sekretaer des Internationalen Transportarbeiter Verbandes. Ein Stab von 40 bis 50 Mitgliedern wird
ihm bei der Verwaltung der neuen Gewerkschaftsinternationale
von Bruessel aus zur Seite stehen.
Die dynamische, junge Organisation ist die kuehne Antwort
der freien Gewerkschaften an den von den Kommunisten beherrschten
Weltgewerkschaftsbund, der sich nach vergeblichen Versuchen der
Gewerkschaften des Westens, mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten, in das Kielwasser der russischen Intrigenten begab. Der
Internationale Bund Freier Gewerkschaften lehnt, wie es sein
Name schon sagt, den Totalitarismus in allen Formen und jegliche
Art kontrollierten Gewerkschaftswesens ab. Sein klar vorgezeichnetes Ziel ist die wirtschaftliche Sicherheit ohne den Verlust
der persoenlichen Freiheit. Der hartnaeckige Widerstand des
Weltgewerkschaftsbundes
- 7 -

�dem Marshall Plan gegenueber, gepaart mit einer ruecksichtslosen
kommunistischen Diktatur und der bekannten Ausbeutung der Arbeiter
in den Laendern hinter dem Eisernen Vorhang, veranlassten schliesslich die Gewerkschaften der westlichen Laender im Februar vorigen
Jahres, aus dem Weltgewerkschaftsbund auszutreten»
In seiner Praesidentenbotschaft an den Londoner Kongress erklaerte Paul Finet: "Fuer diejenigen von uns, die sich noch immer
verzweifelt bemuehten, die Einheit zu erhalten und fuer die stalinistischen Intrigen im Weltgewerkschaftsbund eine weniger verletzende Erklaerung zu finden, beseitigte die Einstellung dieser Organisation zum Mars hall Plan auch die letzten Illusionen. Ihrer Haltung dem ERP gegenueber ist es zuzuschreiben, dass der Weltgewerkschaftsbund auseinanderbrach.•
"Brot, Friede,und Freiheit11 ist der Kampfruf, mit dem der
Internationale Bund Freier Gewerkschaften ins Leben sprang. Das
achtseitige Manifest wirtschaftlicher und sozialer Forderungen, das
auf der Londoner Konferenz entworfen wurde, bezeichnet ••Brot" als
"die wirtschaftliche Sicherheit und soziale Gerechtigkeit fuer Alle",
fordert "Freiheit" durch wirtschaftliche und politische Demokratie"
und"Frieden" in Freiheit, Gerechtigkeit und Anerkennung der persoenlichen Wuerde fuer Alle." Es fordert die Arbeiter auf, "sich
zusammenzuachliessen, um eine Welt aufzubauen, in der die Menschen
frei sind von Tyrannei.... von Totalitarismus und von der Bevormundung und Ausbeutung durch.... Kartelle und Monopole." Es ruft
dazu auf, den "Ueberfluss zu mobilisieren, dessen sich die industriell fortgeschrittenen Nationen der Welt erfreuen, um allen
Menschen Vollbeschäftigung, Sicherheit gegen Not, Alter und
Krankheit zu garantieren und ihnen einen staendig steigenden
Lebensstandard und ein reicheres und besseres Leben zu bieten."
Das sind die Ziele der neuen Gewerkschaftsinternationale,
die ihren Sitz in Belgien hat. Ihrer Verwirklichung ist die Organisation in Bruessel gewidmet, die das Sprachrohr der gesamten
freien, organisierten Arbeiterschaft der Welt darstellt.
Mit der Wahl Bruessels zur Hauptstadt hat der Internationale
Bund Freier Gewerkschaften eine glueckliche Hand gehabt. Als
Hauptstadt einer der kleinsten Nationen Europas ist Bruessel eine
Stadt mit einer Million Einwohnern, in der der Charme der alten
Welt mit dem aeusseren Bild einer vorwaertsstrebenden, modernen
Metropole harmonisch zusammenwirkt. Neue amerikanische Automobile bewegen sich in den altertuemlichen, engen Strassen und wetteifern mit klingenden elektrischen Strassenbahnen und furchtlosen
Radfahrern, die sich durch den Verkehr schlaengeln. Die Laeden
sind mit Waren gefuellt, vom amerikanischen, elektrischen Kuehlschrank und der Waschmaschine bis zu feinen englischen Stoffen.
Freundliche, kleine Cafes locken Kaeufer, Touristen und Geschaeftsleute.
Bruessel ist wie New York City kein ausgesprochenes Industriezentrum. Ausser der Leichtmetallindustrie ist wenig Industrie
in der Stadt selbst. Der groesste Teil der erwerbstaetigen Bevoelkerung, deren Zahl sich auf fast eine Viertelmillion belaeuft,
ist in den grossen Finanz- und Handelsunternehmen der Hauptstadt
beschaeftlgt oder arbeitet in den Verwaltungsstellen der belgischen
Regierung. Bruessel ist seit dem Mittelalter ein bluehendes Zentrum
des kontinentalen Handels. Abgesehen von seiner Bedeutung fuer
Finanz und Handel und von seinen grossen Sehenswürdigkeiten fuer
Touristen, ruehmt sich diese Stadt einer Atmosphäre des guten
Lebens und der erfolgreichen Arbeit.
- 8 -

�Das kleine Belgien, das erst seit 1830 als unabhaengige
Nation besteht, hat 8£ Millionen Einwohner. Ein Viertel hiervon
lebt in den vier grossen Staedten Bruessel , Antwerpen, Luettich und
Gent. Man findet in diesem Land sowohl die Schwer- als auch die
Leichtindustrie, - beide produzieren fuer den Export - eine ausgedehnte Landwirtschaft und den zweitgroessten Seehafen des Kontinents.
Durch Antwerpen geht ein grosser Teil der Produktion Westeuropas
in die ganze Welt.
Belgien produziert in normalen Zeiten genuegend Ezportwaren,
um seine Importe damit bezahlen zu koennen. Sein Problem bestand
Jedoch nach dem Kriege darin, dass es keine Kaeufer fand, die
diese Waren abnehmen konnten. Der Marshall Plan hat Belgien geholfen, indem er anderen Laendern Europas ermoeglichte, belgische
Exportwaren zu kaufen. M. Gaston Eyskens, der Premierminister
Belgiens, erklaerte unlaengst: "Im ganzen gesehen ist 100.000
belgischen Arbeitern durch die Marshall Plan Hilfe Arbeit gegeben
worden - 100.000 Arbeiter deren Produktion in den Dienst des
Wiederaufbaus Belgiens und Europas gestellt werden konnte. In
dieser schweren Zeit bedeutet diese Hilfe die Rettung Belgiens."
Obwohl Belgiens neun Provinzen in drei Sprach- und Kulturgebiete aufgeteilt sind, bilden deren Bewohner trotzdem eine einzige
Nation, die gelernt hat, Notzeiten durch enges Zusammenarbeiten
zu ueberstehen. Die Flamen der noerdlichen Provinzen, die fransoesichsprechenden Wallonen aus dem Sueden und die deutschsprechende Bevoelkerung des aeussersten oestlichen Teiles des Landes sie alle sind zu alte rerst Belgier.
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wird bei seinen
Tagungen in Bruessel eine freundliche Aufnahme finden, denn
Belgien ist ein Land, in dem sich die Gewerkschaften einer grossen
Sympathie nicht nur seitens der Regierung sondern der gesamten
Nation erfreuen.

INNERGEWERKSCHAFTLICHER KAMPF DER ARBEITER GEGEN DEN KOMMUNISMUS
Nach Ansicht des amerikanischen Sonderbeauftragten in Europa,
W. Avereil Harrlman, hat der Kommunismus in Europa seine groesste
Niederlage innerhalb der Gewerkschaftsbewegung'erlitten. In
einem Bericht an den auasenpolitisehen Ausschuss des Senats, in dem
Harriman zu der Fortsetzung des Wiederaufbau Programms fuer das
Jahr 1950-1951 Stellung nimmt, spricht er sich anerkennend ueber
den Kampf der europaeischen Arbeiter "um ein freies Leben" aus.
"In Italien und Frankreich", berichtet Harriman, "hatten sich
die Kommunisten der Herrschaft ueber die bedeutendsten Gewerkschaftsverbaende bemaechtigt, bevor der Marshall Plan angelaufen war. Nun
verlieren sie an Boden, und die nichtkommunistischen Gewerkschaften
gewinnen schnell an Staerke. In Frankreich hat es sich die "Force
Ouvriere" zusammen mit anderen nichtkommunistischen Gewerkschaften
zur Aufgabe gemacht, die franzoesische Gewerkschaftsbewegung von
den Kommunisten zu befreien. In Italien haben sich zwei bedeutende
nichtkommunistische Gewerkschaftsverbaende von dem kommunistischen
Gewerkschaftsbund losgesagt und mobilisieren nun die Kraefte der
freien italienischen Arbeiter."
Harrison fuehrt auch an, wie die deutschen Gewerkschaften
auf einer Konvention im Oktober vorigen Jahres dem Kommunismus
einen schweren Schlag versetzt haben, indem sie sich im Deutschen
Gewerkschaftsbund ausammenschlossen. Auf dieser Konvention, berich- 9 ,.

�tet Harriman, "brachten die Kommunisten nur eine Handvoll von
Delegierten auf."
"In anderen Laendern," faehrt er fort, "wie Oesterreich,
Belgien und Norwegen, in denen die Kommunisten einst stark waren,
ist ihr Einfluss in der Gewerkschaftsbewegung heute zu einem unbedeutenden Nichts zusammengeschmolzen." Harrison erklaert weiter,
dass "die zunehmende Entschlossenheit der Arbeiter, die kommunistischen Agenten aus den einflussreichen Stellungen in der Gewerkschaftsbewegung zu vertreiben, in der ganzen Welt Reaktionen ausgeloest hat."
Als Beispiele fuehrt er den Austritt der freien Gewerkschaften
aus dem einst maechtigen, kommunistisch beherrschten Weltgewerkschaftsbund an, den er als "ein Werkzeug der Intrige" bezeichnet,
und die Gruendung des Internationalen Weltbundes Freier Gewerkschaften, der, wie er sagt, "der Foerderung der Arbeiterwohlfahrt
und der Bekaempfung der kommunistischen Machtgelueste dient."
ECA Labor Information
3. Maerz 1950
DIE FRANZOESISCHE RHEINFLOTTE
Die franzoesische Rheinschiffahrt ist wieder in Betrieb dies ist zum grossen Teil durch die Hilfe Amerikas ermoeglicht
worden. Am Ende des Krieges war ein Drittel der Rheinflotte
vollkommen zerstoert, und Frankreich war es nicht moeglich, die
zum Schiffsbau notwendigen Arbeiten allein zu finanzieren. Von
den 120 benoetigten Lastkaehnen wurden 47 in amerikanischen Schiffswerften in Einzelteilen hergestellt und in hollaendischen und franzoesischen Haefen zusammenmontiert. Die restlichen werden in Frankreich fast ausschliesslich mit amerikanischem Material gebaut.
Die Kosten fuer das gesamte Programm zum Bau von Lastkaehnen
belaufen sich auf 18.797.000 Dollar; hiervon werden 17.938.000
Dollar von Amerika in verschiedenen Formen, einschliesslich Marshall
Plan, zur Verfuegung gestellt.
Auch die von und nach Belgien, Holland, Schweiz, Deutschland
und Frankreich auf dem Rhein verfrachteten Gueter sind zum grossen
Teil von Amerika bezahlt.
Das Flottenbauprogramm bedeutet also Wiederaufleben des Rheinhandels fuer alle Uferstaaten. Es bedeutet Arbeit fuer Hunderte von
Schiffern und Werftarbeitern. Der Lebensstandard der Schiffer ist
dank dieses Programms verbessert worden.
Da ist zum Beispiel George Vaeth. Er ist Kapitaen der "Chinon",
einer der in den Vereinigten Staaten in Einzelteilen hergestellten
Lastkaehne. Vaeth ist auf der "Chinon" zuhause; mit Stolz wird er
Ihnen sein Schiff zeigen. Es ist glaenzend weiss, hat eine buntgestrichene Kueche mit einem Herd mit Oelfeuerung und einem schimmernd
weissen Kuehlschrank; ausserdem ein modernes Badezimmer mit Dusche,
ein geraeumiges Doppelschlafzimmer und zwei zusaetzlichen Schlafkajueten mit je 2 uebereinanderliegenden Betten.
Vaeth, ein Elsaesser mittleren Alters, ist ein lakonischer
Mensch. Wenn Sie ihn fragen, was er vom Marshall Plan haelt, wird
er Ihnen nur erwidern, dass dies eine bedeutende und gute Angelegenheit ist.
- 10 -

�Hoeren wir jedoch seine Frau. "Wo an Land koennten wir uns
all das leisten?" fragt sie, indem sie stolz ihre saubere Kueche,
ihr "luxurioeses" Badezimmer und ihren Kuehlschrank zeigt. All
das haben wir der Hilfe Amerikas zu verdanken."
Der Leiter der Personalabteilung der Rheinflottenverwaltung
kann besser erklaeren, was die "neue" Rheinflotte fuer diejenigen
bedeutet, die durch sie Arbeit gefunden haben. Auf die Frage, was
Kapltaen Vaeth, seine Besatzung und die Kapitaene und Mannschaften
der uebrigen Schiffe tun wuerden, wenn es keinen Marshall Plan
gaebe, antwortete er:
"Ich nehme an, dass sich die meisten nach Arbeit in irgendeiner Fabrik umsehen muessten."
BGA Labor Information
2. Maerz 1950
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN ZU INTERNATIONALEN FRAGEN
In kuerzlich angenommenen Resolutionen sprachen sich die
Verwaltungsraete der beiden Hauptgewerkschaftsverbaende der Vereinigten Staaten, AFL und CIO, fuer die Beteiligung der freien
Gewerkschaftsbewegung an internationalen Angelegenheiten aus.
Fuehrende Funktionaere der AFL und des CIO stimmten fuer die
Unterstuetzung des neuen Internationalen Weltbundes Freier Gewerkschaften, befürworteten erneut den Marshall Plan, forderten die
Bewilligung des von Praesident Truman vorgeschlagenen Punkt-VierProgramms zur Unterstuetzung rueckstaendiger Gebiete und brachten
erneut ihr Vertrauen in die Vereinten Nationen zum Ausdruck, Gleichzeitig lehnten die beiden grossen amerikanischen Gewerkschaften
eine Ausdehnung der wirtschaftlichen Unterstuetzung und die diplomatische Anerkennung Franco Spaniens ab.
Der Verwaltungsrat der AFL forderte auf seiner Tagung in
Miami (Florida) den Kongress auf, sich mit Nachdruck fuer die
Genehmigung des Punkt-Vier-Programms einzusetzen, und die Gewerkschaften an der Planung und Verwaltung dieses Programms teilnehmen
zu lassen. In seiner Bereitschaftserklaerung sich hinter den
Marshall Plan und das Programm zur Unterstuetzung der in Not befindlichen Gebiete der Welt zu stellen, erklaerte der Verwaltungsrat im einzelnen:
"Die bis jetzt mit Hilfe des Europaeischen WiederaufbauProgramms
erzielten Erfolge, die in der Produktionssteigerung in den unterstuetzten Laendern erkennbar sind, unterstreichen die Notwendigkeit, jetzt fuer die Zeit nach Beendigung des Marshall Planes als
solchen vorzubereiten. Es ist klar, dass die demokratischen Nationen
im Interesse der Entwicklung einer gesunden und ausgeglichenen
Wirtschaft in dem freien Teil der Welt keine Zeit verlieren duerfen,
die verschiedenen unter dem ERPund demPunkt-Vier-Programm getroffenen
Massnahmen zu kombinieren. Eine wirksame Vereinigung der Wirtschaften
des demokratischen Europa ist unmoeglich, solange keine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit Westeuropas mit Afrika, Amerika und den
demokratischen Laendern und Gebieten Asiens zustandekommt. Es muss
Westeuropa in zunehmendem Maase gelingen, fuer seine produzierten
Waren Absatzmaerkte in den wirtschaftlich unentwickelten Gebieten
zu erschllessen. Bei diesen gemeinsamen Moeglichkeiten wuerden die
verschiedenen europaeischen, nationalen Wirtschaften, die in vieler
Hinsicht miteinander konkurrieren, eher versuchen, sich zusammenzuschliessen."
- 11 -

�Der Verwaltungsrat des CIO billigte in Washington die Prinzipien des Punkt-Vier-Programms, warnte jedoch davor, die den
rueckstaendigen Gebieten gewaehrte Hilfe nur "stueckweise" zukommen zu lassen. In der Resolution heisst es u.a.:
"Praesident Trumans Punkt-Vier-Programm, das vorsieht, den
rueckstaendigen Gebieten unsere wissenschaftlichen und industriellen Fortschritte zu ihrer Verbesserung und ihrem Gedeihen zur
Verfuegung zu stellen, stellt einen Anfang dar. nenn wir jedoch
erfolgreich sein wollen, darf diese Unterstuetzung nicht nur
"stueckweise" gewaehrt werden.
"Unser Programm muss, wie das Europaeische Hilfsprogramm,
wohl durchdacht und mit Umsicht geplant sein. Seine Durchfuehrung
wird ungeheure Kapitalanlagen erfordern. Die Armut dieser rueckstaendigen Gebiete stellt eine Gefahr und eine Bedrohung fuer
sie selbst sowohl als auch fuer uns dar. Wir sind ueberzeugt,
dass Friede und Prosperitaet unzertrennliche Begriffe sind."
Die beiden Gewerkschaftsverbaende sprachen sich rueckhaltlos
fuer die Unterstuetzung des neuen Internationalen Weltbundes Freier
Gewerkschaften aus, den Vertreter von etwa 50 freien Gewerkschaftsbewegungen der ganzen Welt im vorigen Jahr in London ins Leben
riefen.
Die AFL begruesste die Gruendung dieser Organisation als ein
"Ereignis von unschaetzbarer Bedeutung in der Geschichte des Weltgewerkschaf tswesens • *•
Der Verwaltungsrat des CIO erklaerte:
"Wir sind der Ueberzeugung, dass diese Organisation freier
und demokratischer Gewerkschaften berufen ist, dem Wohle der Arbeiter auf der ganzen Welt zu dienen, und die Angriffe auf ihre
Organisationen von totalitaeren Quellen her abzuwehren.
ECA Labor Information
2. Maerz 1950
- 12 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG
APO 757

OFFKIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Materini kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
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angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auck einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmltteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 4

Frankfurt, 3 1 . Maerz 1950

INHALTSVERZEICHNIS
William Green zum Marshall Plan - - - - - 1
S c h i e d s r i c h e r t l i c h e Schlichtung, ein wesentl i c h e r Bestandteil der K o l l e k t i w e r t r a e g e - 3
Gewerkschaften Hollands fuer Steigerung der
Produktion
- - - - - - - - - - - - - - - - - 4
Vollbeschaeftigung
- - - - - - - - - - - - - 5
SOS - Hilferuf aus Ostdeutschland - Sachsen 6
Englische Weber s t u d i e r e n amerikanische Produktionsmethoden - - - - - - - - - - - - - - 7
Amerikanische Gewerkschaften u n t e r s t u e t z e n das
Neue I s r a e l - - - - - - — - - - - - — - 8
CIO Resolution zu i n t e r n a t i o n a l e n Problemen 10

WILLIAM GREEN ZUM MARSHALL PLAN
William Green, der Praesident des Amerikanischen
Gewerkschaftsbundes AFL, u e b e r r e i c h t e v e r s c h i e denen Ausschuessen des Kongresses der Vereinigt e n Staaten folgende Erklaerung, in der er d i e
Fortsetzung des Marshall Planes f o r d e r t :
"Acht Millionen Maenner und Frauen der AFL u n t e r s t u e t z e n den
Marshall Plan. Die beiden e r s t e n Jahre dieses Programms beweisen,
dass s i c h i h r e Muehe gelohnt h a t . Nach Vollendung der Haelfte
des Europaeischen Wiederaufbau Programmes s t e l l e n wir mit Genugtuung f e s t , d a s s :
• der Stand der i n d u s t r i e l l e n Produktion ein Fuenftel ueber
dem des besten VorkriegsJahres l i e g t ;
• d i e l a n d w i r t s c h a f t l i c h e Produktion den Vorkriegsstand f a s t
e r r e i c h t hat;
• eine I n f l a t i o n vermieden wurde;
• der Handel u n t e r den ERP-Laendern zunimmt.
Fuer die 135 Millionen Arbeiter bedeutet d i e s :
• Beschäftigung
• eine gesicherte Ernaehrung und
• ein Lebensstandard, der seit 1943, dem Beginn des
Marshall Planes, immer besser wurde.
- 1 -

�Ein fuehlbarer Beweis fuer die wirtschaftliche Wiedergesundung der ERP Laender ist in dem Schwinden der kommunistischen
Macht in ganz Westeuropa zu sehen. Positiv ausgedrueckt heisst
das, dass die wachsende Macht der demokratischen Gewerkschaften
ein Gradmesser fuer das Gelingen des Wiederaufbauprogrammes ist,
in Laender, in denen die Kommunisten noch vor zwei Jahren die
Gewerkschaftsbewegung fast voellig beherrschten.
So wie die vergangenen zwei Jahre die Staerke des Wiederaufbau
Programms unter Beweis gestellt haben, so haben sie auch dessen
Schwaechen und Problem« gezeigt, die in den noch bleibenden zwei
Jahren in Angriff genommen werden muessen.
Mit einer der schwersten Fehler ist die ungleiche Methode,
nach der Min bei der Verteilung der Geldmittel aus dem Wiederaufbauprogramm vorgegangen ist. Dies ist besonders in Frankreich,
Italien, Deutschland und Griechenland der Fall. Der franzoesische
Arbeiter zun Beispiel hat nicht nur unter einem niedrigeren
Lebensstandard als vor dem Kriege zu leiden, man verlangt von ihm
sogar, dass er sich geduldet, waehrend andere Gruppen innerhalb
der Wirtschaft in Wohlstand leben. Er weiss sehr wohl, dass die
Durchfuehrung des staatlichen Programms zur wirtschaftlichen
Stabilisierung nicht nur Preiskontrolle geht. Was in Frankreich
der Fall ist, trifft auch in geringerem Masse fuer andere ERP
Laender zu, die keine Arbeiter- oder Arbeiter-Koalitionsregierungen
haben. Selbst da,,wo fuer alle Teile der Wirtschaft Erfolge erzielt werden konnten, hat die ungleiche Beteiligung der verschiedenen Gruppen an den Gewinnen, wobei den Arbeitern in vielen Faellen
der geringste Prozentsatz zufiel, Anlass zur Unzufriedenheit in
Arbeiterkreisen gegeben.
Der ungleichen Verteilung der Wiederaufbaukosten kann durch
eine gerechtere Besteuerung abgeholfen werden; damit wuerden die
Arbeiter von einer uebermaessigen Belastung durch Steuern befreit;
ein intensiviertes Bauprogramm soll den grossen Wohnraummangel in
Laendern wie Italien, Frankreich, Deutschland und Griechenland
beheben; hoehere Realloehne sollen einen höheren Lebensstandard
fuer die Arbeiter und die Errichtung eines inlaendischen Absatzmarktes ermoeglichen. Die europaeische Industrie und gewisse
Regierungen muessen sich Jetzt darueber klar werden, dass die
Staerke und Stabilitaet der Wirtschaft von einer hohen Kaufkraft
der Masse des Volkes abhaengig ist.
Das Problem der gegenwaertig angestrebten, wirtschaftlichen
Zusammenschliessung ist fuer die amerikanischen Gewerkschaftler
ebenso von grossem Interesse. Wir billigen das Prinzip des freien
Handels innerhalb Europas zur Schaffung eines Massenabsatzmarktes.
Wir moechten aber auch die Beamten der ECA und die europaeischen
Regierungen darauf hinweisen, dass es entsprechender Massnahmen
bedarf, um der durch die internationale Konkurrenz entstehenden
wirtschaftlichen Not von Arbeitern zu begegnen, die fuer eine
gewisse Zeit ihren Arbeitsplatz verlieren koennten.
Wir sind uns bewusst, dass unsere Regierung Verantwortlichkeiten zu uebernehmen hat, indem sie einen umfangreicheren Handel
zwischen Europa und den Vereinigten Staaten ermoeglicht. Wir wissen,
wie wichtig es ist, unsere Importe zu steigern, damit Europa Gelegenheit hat, die von uns gekauften Waren zu bezahlen. Als amerikanische Arbeiter sind wir an diesem Programm hoechst interessiert
und beieLt, zu seinem Gelingen beizutragen, wenn im voraus Massnahmen
zur Vermietung von Krisen fuer solche Leute getroffen werden, fuer
die sich das Programm unguenstig auswirken kann. Dies sind Probleme,
denen wir uns in den kommenden Monaten mit gesteigerter Aufmerksamkeit zuzuwenden haben. Sie aendern jedoch nicht das Geringste
an unserer Unterstuetzung des Marshall Planes und seines Endzieles,
der Hebung des Lebensstandards der europaeischen Voelker. Wir fordern deshalb vom Kongress, dass er der Marshall Plan Verwaltung
- Z -

�die Unterstuetzung und die finanziellen Mittel nicht versagt,
die notwendig sind, um dieses Programm bis zu seinem festgesetzten
Ablauf im Jahre 1952 weiterfuehren zu koennen. Jeglicher Versuch,
die Mittel zu kuerzen, die die Marshall Plan Verwaltung fuer erforderlich haelt, um das Programm im kommenden Jahre weiterfuehren
zu koennen, waere nach unserer Meinung falsche Wirtschaftspolitik.
Wir erinnern den Kongress daran, dass die unvermeidlichen Folgen
einer Aufhebung oder starken Reduzierung der Europahilfe zu diesem Zeitpunkt folgende waeren:
• • ein-starker Rueckgang der Produktion und Beschaeftigtenziffern wegen Mangel an Rohstoffen, Maschinen, etc.
. als Ergebnis der Arbeitslosigkeit und der schlechteren
Ernaehrung ein Absinken der Lebensstandarde
• ein Abnehmen des internationalen Handels auf Grund
strenger Kontrollen durch dde Regierungen, die ihre
beschraenkten Reserven an Devisen schuetzen moechten
• ein Wiederaufleben des Kommunismus als unvermeidliche
Folge des wirtschaftlichen Rueckgangs in Europa.
Die Notwendigkeit einer Verstaerkung der amerikanischen,
militaerischen Verteidigung eines geschwaechten Europas wuerde
letzten Endes weit kostspieliger sein als die Finanzierung eines
Aufbauprogramms, das Europa auf seine eigenen Fuesse stellen soll.
Aus diesen Gruenden fordert der Amerikanische Gewerkschaftsbuno AFL den Kongress auf, den Marshall Plan auch weiterhin zu
unterstuetzen und die zum Wiederaufbau Europas notwendigen Geldmittel zu bewilligen.'1
«.

ECA Labor. Information
13. Maerz 1950

SCHIEDSRICHTERLICHE SCHLICHTUNG. EIN WESENTLICHER BESTANDTEIL
DER KOLLEKTIWERTRAEGE
Das S t a t i s t i s c h e Buero des U. S. Arbeitsministerium b e r i c h t e t ,
dass e i n e r kuerzlich durchgefuehrten Erhebung zufolge i n mehr a l s
acht von j e zehn g u e l t i g e n Tarifvertraegen i n den Vereinigten
S t a a t e n zur Beilegung von A r b e i t s s t r e i t i g k e i t e n eine s c h i e d s r i c h t e r l i c h e Entscheidung vorgesehen i s t . Bast 1.500 Vertraege, die
ueber d r e i Millionen Arbeiter umfassen, wurden der Erhebung zugrundegelegt. Neun von j e zehn der geprueften Vertraege - aus
den Industriezweigen Kleidung, T e x t i l i e n , Leder, Transport (ausser
Automobil), Gummi, Papier, Druck und Veroeffentlichungen, Nahrungsm i t t e l und oeffentliche Dienste - verlangen eine s c h i e d s r i c h t e r l i c h e Entscheidung bei S t r e i t i g k e i t e n , die mit dem Vertrag i n
Zusammenhang stehen.
Im allgemeinen besteht die Aufgabe des S c h i e d s r i c h t e r s d a r i n ,
S t r e i t f r a g e n ueber die Auslegung und Anwendung der bestehenden
Vertragsbestimmungen zu klaeren. In 80f0 der der Erhebung zugrundegelegten Vertraege komut dies zum Ausdruckt Nach einem von je 10
Vertraegen i s t der S c h i e d s r i c h t e r ermaechtigt, F a e l l e zu b e a r b e i t e n , wie z . B . allgemeine Lohnveraenderungen - d i e nicht d i r e k t i n dem
Vertrag vorgesehen s i n d . Einige Vertraege (2#) g e s t a t t e n den
S c h i e d s r i c h t e r n , - wenn Verhandlungen zwischen beiden P a r t e i e n zu
keinem Ergebnis gefuehrt haben,- d i e Bedingungen fuer neue oder
r e v i d i e r t e Vertraege auszuarbeiten.

3

�Die gelaeufigste Form des Schiedsspruchverfahrens ist der
Sonder- oder "ad hoc"- (nur fuer den betreffenden Fall) Ausschuss,
der sich gewoehnlich aus drei oder mehr Mitgliedern zusammensetzt.
In wenig mehr als der Haelfte (52*o) der ueberprueften Vertraege
mit Schiedsrichterbestimmungen wird festgelegt, dass derartige
Ausschuesse dann einzusetzen sind, wenn eine Streitfrage auftaucht,
die nach dem ueblichen Beschwerdeverfahren zwischen Gewerkschaft
und Unternehmer nicht beigelegt werden kann. In nur 4# der Vertraege sieht man sogenannte "dauernde Ausschuesse" vor, die berechtigt sind, auf mehr oder weniger dauernder oder regelmaessiger
Basis einen Schiedsspruch bei Streitigkeiten zu faellen, die sich
im Laufe der Vertragsdauer ergeben. 27# der Vertraege bestimmen
die Einsetzung eines einzelnen "ad hoc" Schiedsrichters, (statt
eines Schiedsrichterausschusses), waehrend in einem von je 10 Vertraegen ein dauernder Schiedsrichter oder unparteiischer Vorsitzender vorgesehen ist»
Zwei Drittel der Vertraege enthalten irgendwelche Bestimmungen, nach denen eine unparteiische Behoerde zu Rate gezogen
werden muss, deren Auswahl Sache des Schiedsrichters ist, wenn
sich die Parteien nicht selbst ueber die Wahl einig werden koennen.
Meistens kommt hierfuer das Bundesstaatliche Schlichtungs- und
Vermittlungsamt (Federal Mediation and Conciliation Service) in
Frage, das in. mehr als 30# der Vertraege genannt wird. Weniger
haeufig spricht man von staatlichen oder lokalen Regierungsdienststellen oder von privaten Organisationen. Die unter diesen
haeufigst Erwaehnte ist die Amerikanische Vereinigung der Schiedsrichter (American Arbitration Association).
Gemaess der Erhebung des Statistischen Bueros herrscht die
Gewohnheit vor, Unternehmer und Gewerkschaft gleichermassen mit
den Schiedsrichterkosten zu belasten. In fast Dreiviertel der
Satzungen ueber Schiedsrichter verfaehrt man nach dieser Methode.
Einige Vertraege, - weniger als lf0 - bestimmen, dass die verlierende Partei die gesamten Schiedsrichterkosten allein zu tragen
hat. Nach den meisten der letztgenannten Vertraege ist es erforderlich, dass in der schiedsrichterlichen Entscheidung die
verlierende Partei genannt wird.
Wenig mehr als 1.000 der 1.483 analysierten Vertraege sind
von Herstellerfirmen abgeschlossen. Alle Vertraege der Erhebung
waren teilweise oder ganz waehrend des Jahres 1949 in Gueltigkeit.
Der vollstaendige Bericht ueber die von dem Arbeitsstatistischen Buero durchgefuehrte Untersuchung der Satzungen fuer
Schiedssprechung in Vertraegen zwischen Gewerkschaft und Unternehmer wird gegen Ende des Monats in der Februarausgabe des
"Monthly Labor Review", der offiziellen Veroeffentlichung des
Bueros fuer Arbeitsstaistik, erscheinen.
Information des Statistischen
Bueros im U.S. Arbeitsministerium
Februar 1950
GEWERKSCHAFTEN HOLLANDS FUER STEIGERUNG DER PRODUKTION
Der Hollaendische Gewerkschaftsbund hat einen Aufruf erlassen,
in dem "alle Schichten des hollaendischen Volkes aufgefordert
werden, sich mit allen zur Verfuegung stehenden Mitteln fuer
eine Steigerung der Produktion einzusetzen." Darin wird die
Bevoelkerung Hollands warnend darauf aufmerksam gemacht, dass
"die Vollbeschaeftigung nicht gesichert und infolgedessen der
gegenwaertige Verbrauchsstand nicht beibehalten werden kann,
- 4 -

�wenn die Produktion nicht in erheblichem Masse gesteigert wird."
In der Verlautbarung des Hollaendischen Gewerkschaftsbundes,
des groessten der drei bedeutenden Gewerkschaftsverbaende Hollands,
heisst es weiter: "Der Lebensstandard muss mit der Steigerung der
Produktion Schritt halten, damit die Produktionsleistung der Arbeiter gesichert ist, die von wesentlicher Bedeutung ist und
ihrerseits den Industrien Hollands ermoeglichen muss, auf dem
Weltmarkt zu konkurrieren." Eine Finanzpolitik der Regierung wurde
gefordert, die geeignet ist, die Arbeiterschaft an den aus der
Produktion entstehenden Gewinnen zu beteiligen.
In seinem Aufruf zu hoeherer Produktion.fuehrte der Hollaendische Gewerkschaftsbund aus:
"Trotz beachtlicher Fortschritte im wirtschaftlichen Wiederaufbau in den Jahren 1945 bis 1949 liegen Verbrauchs- und Investierung svolumen noch immer ueber dem der Produktion... Holland,
dessen Reserven erschoepft sind, kann sich diesen Defizit nur auf
Grund des Europaeischen Wiederaufbauprogramms erlauben; dieses
Programm wird jedoch im Jahre 1952 beendet werden... Es gilt jetzt,
einerseits den Verbrauch und die Investierungen einzuschraenken
und andererseits die Produktion so zu erhoehen, dass bis zum Jahre
1952 das Gleichgewicht in der Zahlungsbilanz hergestellt werden
kann...."
"Das heisst," erklaerte der Praesident des Hollaendischen
Gewerkschaftsbundes, H. Oosterhuis, "wenn wir zehn Laib Brot verbrauchen, muessen wir auch zehn bezahlen koennen und nicht nur
acht, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war."
Der Hollaendische Gewerkschaftsbund verpflichtete sich, mit
den Arbeitgebern Besprechungen zu fuehren, um herauszufinden, wie
er zu einer Steigerung der Produktion beitragen kann. Er erbot
sich zum Beispiel, ueber eine zeitweilige Erweiterung des Systems*
der Schichtarbeit zu verhandeln; eine groessere Differenzierung
der Loehne fuer Arbeiten hoeherer und niedriegerer Klassen zu besprechen; die Frage der Verbesserung der Ausruestungen und der
Leistungsfaehigkeit von Betrieben zu eroertern; und schliesslich
eine Verbesserung der Organisation innerhalb der einzelnen Abteilungen zu diskutieren."
ECA Labor Information
17. Jiaerz 1950
VOLLBESCHAEFTIGUNG
In seiner Abhandlung ueber einen kuerzlich erschienen Bericht
der Vereinten Nationen ueber nationale und internationale Massnahmen zur Vollbeschaeftigung warnte der amerikanische Delegierte
Isador Lubin die Vertreter der Kommission fuer Wirtschaft und
Vollbeschaeftigung bei den Vereinten Nationen vor der Auffassung,
dass die Vollbeschaeftigung allein wirtschaftliche Stabilitaet
und wirtschaftliches Gedeihen sichern koenne. Es muesse vielmehr
auf dem Gebiet der internationalen Wirtschaften ein Maximum an
Produktion und Kaufkraft angestrebt werden.
Mr. Lubin bezeichnete das U # 3, Gesetz zur Vollbeschaeftigung von 1946 als einen Beweis dafuer, dass viele grundlegende,
wirtschaftliche Fragen bei der Formulierung dieses Gesetzes der
Vereinigten Staaten beruecksichtigt worden seien.
- 5 -

�"Dieses Gesetz," sagte er, "stellt ein nationales Bekenntnis
zu unserer Politik der Aufrechterhaltung nicht nur der Vollbeschaeftigung,, sondern auch eines Maximums an Produktion und Kaufkraft dar. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes ist die Wirtschaft
der Vereinigten Staaten unter staendiger Beaufsichtigung gehalten
worden. Ferner wurden der Wirtschaft Ziele gesetzt in Bezug auf
Produktion, Beschaeftigung und Kaufkraft. Dem Kongress wurden
Vorschlaege fuer gesetzliche Massnahmen unterbreitet, die erforderlich waren, "um diese Ziele erreichen zu koennen."
"Die seit dem Kriege in den Vereinigten Staaten erzielten
Rekordziffern fuer Beschaeftigung, Produktion und Kaufkraft sind
von vielen Faktoren abhaengig. Meiner Meinung nach hat auch das
Gesetz zur Vollbeschaeftigung von 1946 zu diesem Ergebnis beigetragen."
Das grosse Interesse des amerikanischen Volkes, an der Frage
der Vollbeschaeftigung erklaerte Mr. Lubin damit, dass dieselbe
"nicht nur fuer die Wohlfahrt des amerikanischen Volkes sondern
auch fuer den Weltfrieden von grosser Bedeutung sei."
Der von Sachverstaendigen der Mitgliedsstaaten der Vereinten
Nationen verfasste Bericht war in zwei Abschnitte unterteilt. Der
eine handelt von Massnahmen, die Jedem einzelnen Land empfohlen
werden, waehrend in dem anderen Vorschlaege zu internationalen
Fragen dargestellt werden.
Mit Bezug auf den erstgenannten Abschnitt des Berichtes sagte
Mr. Lubin: "In dem Bericht wird die Instabilitaet der privaten
Investierung als wesentlichster Faktor in den periodischen (Beschaeftigungs-) Fluktuationen bezeichnet. Ohne die Bedeutung der
privaten Investierung als Faktor in solchen Fluktuationen schmaelern
zu wollen, bin ich der Ansicht, dass noch bedeutsamer die Tatsache
ist, dass man es zu oft versaeumt hat, die Kaufkraft so zu steigern, wie es durch die Vergroesserung der Fabriken und Einrichtungen
erzielte Produktionssteigerung erfordert haette»
Der Delegierte der Vereinigten Staaten forderte alle Mitgliedstaaten auf, "weitere Schritte zu unternehmen... wenn es unsgelingen
soll, die Vollbeschaeftigung zu erreichen, wozu uns die Charta
der Vereinten Nationen verpflichtet." Er billigte die in dem
Bericht getroffene Feststellung, dass "die geforderten Massnahmen
zur Foerderung der Vollbeschaeftigung in Laendern mit freier Wirtschaft mit den Verhaeltnissen dieser Laender durchaus vereinbar
sind." Zum dauernden Gelingen der freien Wirtschaft gehoert nicht
nur die Vollbeschaeftigung," sagte er, "sondern sie ist sogar von
ausschlaggebender Bedeutung."
ESA Labor Information
13. Februar 1950
S O S - HILFERUF AUS OSTDEUTSCHLAND - SACHSEN
Am 6.12.49. morgens 5.30 Uhr hoerte ich vom Sender RIAS das
Gespraech mit dem amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer (Walter
Reuther). Trotzdem die Sendung 3ehr gestoert wurde, habe ich
viel Aufschlussreiches gehoert und verstanden. Richte an Euch
die Bitte, befreit uns bald von den russischen Sklavenhaltern
und ihren Aufpassern (SED-Funktionaeren).

- 6 -

�Durch eine f r e i e demokratische Wahl, die wir h i e r i n der
Ostzone nicht a l l e i n durchfuehren koennen, h e l f t unsj Ich glaube,
dass ich d i e Z e i l e n im Sinne von 60g der Ostzonen-Bevoelkerung
schreibe.
Meinen Namen kann ich auch n i c h t nennen, da i c h in Ungnade
g e f a l l e n b i n . Meine Arbelt habe i c h auch schon v e r l o r e n . Wenn
wir f r e i s i n d , kann i c h Rede und Antwort stehen. Ich moechte so
gerne d i e Ostzone v e r l a s s e n , bin aber v e r h e i r a t e t und habe Kinder
und auch kein Geld.
Viele moechten nach dem Westen a b .
b e i Euch h a l t e n v i e l e im Osten.
F r e i h e i t

Die grosse Wohnungsnot
11

Am 15.12.49. die Sendung Menschenrecht und Freiheit. In der
Ostzone gibt es fuer keine ein Recht und Freiheit. Von oben bis
unten (ueberhaupt nicht) wird der Mensch gefuehrt (Kommandiert)
von der Besatzungsmacht*
Viele Arbeiter wuerden gerne mit denen im Westen tauschen
(sagt das Euren Arbeitern, die sich nach dem Arbeiter-Paradies
sehnen).
Jawohl, es gibt alles im Radio und auf dem Papier bei uns
im Osten, das ist die Wahrheit. Das schreibt ein ehemaliger SED»
Mann. Die Arbeiter im Westen wissen es ja garnicht, wie gut sie
es haben.
ENGLISCHE WEBER STUDIEREN AMERIKANISCHE PRODUKT IONSMETHODEN
Ein Hauptfaktor in der staendigen Steigerung der Produktionsleistung der amerikanischen Industrie ist die Bereitwilligkeit
der Arbeiter, mit der sie sich mit Veraenderungen der Arbeitsbedingungen einverstanden erklaeren, die eine hoehere Produktion
zur Folge haben. Dies ist einer der Schlussfolgerungen, die
sechzehn Vertreter der englischen Kunstseidenindustrie aus ihrer
6-woechigen Studie der Industrie der Vereinigten Staaten gezogen
haben. Ihre Reise wurde gemeinsam von dem Anglo-Amerlkanlschen
Produkt ivitaetsrat, der englischen Regierung und der Verwaltung
fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit organisiert.
Die englische Gruppe stellte fest, dass die allgemeine Beteiligung der amerikanischen Arbeiter an den aus hoeherer Produktion
entstehenden Gewinnen in Form von Lohnerhoehungen und Bonuszuteilungen einen Ansporn fuer sie darstelle, mehr zu produzieren.
Ausser den zahlreichen arbeitssparenden Methoden, die den amerikanischen Arbeitern helfen, pro Stunde mehr als ihre Kollegen
in England zu produzieren, wird nach Ansicht der Besucher die Produktion dadurch erhoeht, dass man Facharbeitern ermoeglicht, sich
auf diejenigen Arbeiten zu konzentrieren, die einen Hoechstgrad
an Fertigkeit erfordern. Wie es auch in anderen Laendern der Fall
ist, besteht die Hauptverantwortung der amerikanischen Weber darin,
die Produktion und die Qualitaet der Stoffe auf demselben Stand
zu halten. Da er jedoch nicht gezwungen ist, zahlreiche andere
Nebenarbeiten zu verrichten, wie es bei den englischen Webern
der Fall ist, kann der Amerikaner mehr Webstuehle ueberwachen
und mehr produzieren als der Weber in England.

- 7 -

�Unter den Hilfsmitteln zur Erzielung einer hoeheren Produktionsleistung, die in England bereits in Gebrauch sind, in der
amerikanischen Industrie jedoch besser entwickelt sind, nannten
die englischen Besucher die Verbesserung der Arbeitsmethoden
durch das Studium der Arbeitszeit und des Arbeitsganges.
In dem Bericht der Gruppe heisst es weiter, dass die Methode
des Zergliederns der Arbeitsgaenge in die einzelnen Elemente zur
Vermeidung unnoetiger Arbeiten und Verbesserung der uebrigen in
einigen der groesseren Webereien soweit entwickelt sei, dass man
die einzelnen Arbeitsvorgaenge photographiere. Verbesserungen,
die man auf Grund dieser Filme beschlossen habe, wuerden dadurch
ausgewertet, dass man die Arbeiter in der neuen Methode unterweist.
Die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen waren nach Ansicht
der britischen Gruppe sowohl in Betrieben mit gewerkschaftlich
organisierter Belegschaft als auch in nichtorganisierten im allgemeinen gut. Dem Bericht zufolge sind in einigen Webereien Glaszellen eingerichtet worden, um dem Arbeiter das Rauchen zu ermoeglichen, ohne dass er seinen Arbeitsplatz verlassen muss. In
groesseren Unternehmen sei es ausserdem den Arbeitern moeglich,
viele der von ihrer Firma hergestellten Produkte zu Grosshandelspreisen zu kaufen.
Besonders hervorgehoben wurden in dem Bericht die Auswirkungen des riesigen amerikanischen, inlaendischen Absatzmarktes
auf die amerikanische Kunstseidenindustrie. Daraus ergibt sich
fuer die Webereien die Moeglichkeit, sich auf weniger Sorten von
Garnen und Stoffen zu spezialisieren, laengere produktivere Arbeitsgaenge anzuwenden und durch diese grossangelegte Produktion die
Gestehungskosten zu.reduzieren. Aus all diesen Gruenden ist
Amerika in den Augen der britischen Fachleute Europa so weit in
der Produktionsleistung voraus.
ECA Labor Information
16. Maerz 1950
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN UNTERSTUETZEN DAS NEUE ISRAEL
Praesident William Green vom Amerikanischen Gewerkschaftsbund AFL und der Praesident des CIO, Philip Murray, veroeffentlichten nach einer Besprechung mit Praesident Harry S. Truman
folgende gemeinsame Erklaerung:
Im Namen der ueberwaeltigenden Mehrheit der organisierten
Arbeiterschaft in Amerika haben wir heute dem Praesidenten erklaert,
dass wir geschlossen hinter dem neuen demokratischen Staat von
Israel stehen, und dass wir besorgt sind, diesen Staat und die
Menschen des Mittleren Ostens durch das unnoetige Wettruesten der
Regierungen Aegyptens und anderer arabischer Laender des Mittleren
Ostens bedroht zu sehen.
Auf Grund massgeblicher Zeitungsberichte und anderer zuverlaessiger Informationsquellen sind wir zu der Ueberzeugung gelangt,
dass das Ziel dieser militaristischen Tendenzen ein zweiter Krieg
gegen den israelitischen Staat ist.
Wir sind der Ansicht, dass diese Erklaerung eine Bedrohung
darstellt nicht nur der neuen, demokratischen Republik Israel,
sondern auch der Hoffnungen des amerikanischen Volkes auf Stabilitaet und friedlichen Fortschritt ueberall da, wo dies in der
Welt moeglich ist.

�Die Gewerkschaften Amerikas,- sowohl AFL als auch CIO-, treten
seit langem fuer eine Wiedererrichtung der juedischen Souverraenitaet in Palaestina ein. Es war uns eine grosse Genugtuung, als
unsere Regierung sich prompt entschloss, den neuen Staat Israel
anzuerkennen und zu unterstuetzen, der als Ergebnis jahrhundertealten, juedischen Strebens und juedischer Hoffnungen zu werten
ist. Mit lebhaftem Interesse und Beifall haben wir die Bemuehungen
der demokratischen Regierung Israels verfolgt, ihren Buergern
Frieden und Fortschritt zu bringen. Wir sind soweit, dass wir
die israelitische Republik als ein Bollwerk unserer Hoffnungen
zum Schutze der demokratischen Entwicklung im Mittleren Osten
betrachten. Enge und freundschaftliche Beziehungen verbinden
uns mit Histadrut, dem hervorragenden Gewerkschaftsbund Israels,
der fuer die Wohlfahrt seiner Mitglieder und den neuen Staat als
Ganzes Grosses leistet.
Wir hatten gehofft, dass es Israel nach Beendigung seines
gerechten Kampfes um nationale Unabhaengigkeit moeglich wuerde,
seine menschlichen und natuerlichen Kraefte in Frieden und Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn zu entwickeln.
Die wachsende Gefahr einer neuen militaerischen Einmischung
seitens reaktionaerer, illegaler Nachbarregierungen - wovon in der
Presse in allen Einzelheiten berichtet wurde - wirken mehr und
mehr alarmierend.
Diese neue militaerische Bedrohung richtet sich gegen einen
Staat, der wirksamer als irgendein anderer des Mittleren Ostens
daran arbeitet, seinem Volke einen hoeheren Lebensstandard, ein
besseres Erziehungswesen und bessere Wohn- und Gesundheitsbedingungen zu ermoeglichen. In den ersten 18 Monaten seines JBestehens
hat dieser Staat ungeheure Fortschritte erzielen koennen, und weitere Erfolge sindtzu erwarten, wenn der Friede in diesem Gebiet
erhalten bleibt.
Die wirksame Foerderung des Lebens- und Kulturstandards in
Israel wird Verbesserungen im Leben von Millionen anderer Menschen
des Mittleren Ostens zur unvermeidlichen Folge haben, die zum
groessten Teil in Unwissenheit, Armut und Krankheit dahinvegetieren.
Wenn Praesident Trumans Punkt-Vier-Prograrnm, das wir unbedingt
befuerworten, bewilligt wird und zur Ausfuehrung kommt, dann waere
Israel in der Tat dazu berufen, in der Entwicklung der Energiequellen des Mittleren Ostens eine fuehrende Stellung einzunehmen.
Zeitungsberichten und anderen glaubwuerdigen Quellen zufolge
unterstuetzt die Regierung Grossbritanniens Aegypten, Trans Jordanien,
den Irak und andere arabische Laender, die Israel feindlich gesinnt
sind, mit umfangreichen Waffenlieferungen. Wir ersuchten den
Praesidenten, entsprechende Vertretungen im Namen unserer Regierung
bei der englischen Regierung vorstellig werden zu lassen, um die
Belieferung dieser arabischen Laender mit Kriegsmaterial zu Aggressionszwecken zu unterbinden, das offensichtlich dazu bestimmt ist,
gegen Israel eingesetzt zu werden.
Da die Waffenlieferungen nach den arabischen Laendern noch
fortgesetzt werden, baten wir den Praesidenten, den Verkauf von
Waffen an die Regierung Israels zu genehmigen, um der taeglich
wachsenden Bedrohung der Sicherheit dieses Landes zu begegnen«
Wir sehen keinen Grund, dass Israel nicht die Moeglichkeit haben
soll, sich Mittel zu seiner Verteidigung zu beschaffen, waehrend
sich das Waffendepot seiner Nachbarn staendig zu Aggressionszwecken
vergroessert.

- 9

�Auch gaben wir dem Praesidenten gegenueber unserer Hoffnung
Ausdruck, dass Amerika mithelfen moege, einen gerechten und
dauernden Frieden zwischen der Regierung Israels auf der einen
Seite und Aegypten, Transjordanien und den anderen arabischen
Laendern auf der anderen Seite zustandezubringen. Wir vertrauen
fest darauf, dass die Regierung der Vereinigten Staaten ihre vernuenftlge und einsichtsvolle Haltung in Bezug auf die Lage Jerusalems beibehalten wird, damit der unausfuehrbare Beschluss der
Vereinten Nationen hinsichtlich dieser Stadt abgeaendert wird.
Ebenso stellten wir die Forderung nach zusaetzlicher, finanzieller Unterstuetzung fuer Israel. Dieser kleine und neue Staat
hat waehrend der 13 Monate seines Bestehens 365.000 juedische
Emigranten aufgenommen, Sie kamen aus den Verschlepptenlagern
Deutschlands, den Ghettos der arabischen Laender, oder waren vor
der immer groesser werdenden Diskriminierung in den Satellitenstaaten der Sowjets gefluechtet. Die Anleihe der Export-Import
Bank ueber 100 Millionen Dollar, fuer die sich der Praesident
In grosszuegiger Welse eingesetzt hatte, ist nun aufgebraucht. Die
von der juedischen Bevoelkerung Amerikas geleistete Hilfe kann den
dringenden, grossen Bedarf nicht decken.
Wir hoffen, dass unsere Regierung erneut eine neue Anleihe
bei der Export-Import und der Weltbank beantragen wird, um dem
Staate Israel zu ermoeglichen, mit seinen zahlreichen Problemen
fertig zu werden.
Amerikanischer Einfluss und amerikanische Hilfe koennen mitwirken, den Frieden und die Demokratie im Mittleren Osten zu bewahren und Stabilitaet, Fortschritt und Aufklaerung in Jenen Teil
der Welt zu bringen. Als Gewerkschaftler, die an den Frieden und
den Sieg der Demokratie glauben, hoffen wir, dass sich unsere
Regierung weiteren Angriffen gegen den israelitischen Staat und
das mutige, verstaendlge israelistische Volk widersetzen wird, das
ebenso wie wir nach einer geordneten Wirtschaft und restlosen
Ausnutzung der natuerlichen Hilfsquellen zum Wohle der Menschheit
strebt.
Information Service
10. Februar 1950

CIO RESOLUTION ZU INTERNATIONALEN PROBLEMEN
Die ku erzlich abgehaltene Vorstands Sitzung des CIO
in den Vereinigten Staaten fasste folgende EntSchliessung:
"Zu einer Zeit, in der die Ziele der demokratischen Nationen,
Wiederaufbau, Demokratie und dauerhafter Friede, von ihrer Verwirklichung noch weit entfernt sind, gibt der CIO erneut seiner
tiefen Ueberzeugung Ausdruck, dass sich unsere Nation mit allen
ihr zur Verfuegung stehenden Mitteln fuer Abruestung und Frieden
einsetzen muss. Der Entschluss, die Wasserstoffbombe und andere
Massenvernichtungswaffen weiter zu entwickeln, bestaerkt uns in
unserem Willen, mit noch mehr Interesse die hoechst kritische,
internationale Lage im Auge zu behalten.
Wir verlangen von unserer Regierung, dass sie auf dem Wege
ueber die Vereinten Nationen und ihre angeschlossenen Kommissionen
und Dienststellen in ihren Bemuehungen um die WeltSicherheit nicht
nachlaesst. Die Vereinten Nationen unterstuetzt und in ihrer Arbeit

- 10 -

�zu Enttaeuschangen Anlass gegeben haben. Diese Organisation hat
die Moeglichkeit, eine geordnete Welt aufzubauen, in der nicht
uebertrieben nationalistische Tendenzen ein Chaos heraufbeschwoeren
koennen. Man sollte keine' Gelegenheit voruebergehen lassen, die
Koerperschaften der Vereinten Nationen in den Dienst des Friedens
und der Prosperitaet der Welt zu stellen.
Unsere Hoffnungen und Wuensche koennen nicht erfuellt werden,
wenn wir die Augen vor 4er Wirklichkeit verschliessen. Wir muessen
einsehen, dass jeglicher Vorschlag zur wahren internationalen Ruestungskontrolle, zur Welt Sicherheit und der Entwicklung einer internationalen Kontrollbehoerde von der Sowjetunion und ihren Satelliten unterdrueckt und abgelehnt wurde.
Waehrend die sowjetischen Agenten von sogenannten "FriedenskonferenzenM sprechen, versucht die Sowjetunion, die Brandherde in
Buropa, Asien und den Mittleren Osten noch zu vergroessern. Dieses
Land mit seinen Satelliten verspricht auf der einen Seite in heuchlerischer Weise den Arbeitern den langersehnten Frieden und betreibt
zugleich - oder drohte damit - eine Aggressionspolitik gegen
Griechenland, Jugoslawien, Korea und Indochina.
Wir begruessen jeden Vorschlag, wie der Friede durch ein Abkommen erhalten werden kann. Wir duerfen jedoch auch in Zukunft
Vereinbarungen nicht ueberschaetzen, die mit solchen Staaten getroffen wurden, die sich ruehmen, dass ihre Unterschriften nicht
von dauernder Gueltigkeit seien. Die Vereinigten Staaten muessen
auch weiterhin an ihrer Politik festhalten, die darin besteht,
sich selbst und ihre gleichgesinnten Nachbarn in der ganzen Welt
zu staerken.
Aus diesen Gruenden unterstuetzte der CIO den Atlantik Pakt
und das Militaerische Hilfsprogramm, die zwischen unserer Regierung
und den demokratischen Nationen Europas abgeschlossen wurden. Wir
stehen absolut bejahend dem Programm unserer Regierung gegenueber,
das die Belieferung der demokratischen Nationen mit den Waffen
vorsieht, die notwendig sind, um sich selbst gegen die Gefahr
einer totalitaeren Aggression verteidigen zu koennen.
Der CI Ü fordert die Regierung der Vereinigten Staaten auf,
in Zukunft in noch verstaerktem Masse die fortschrittlichen Bewegungen in der ganzen Welt in ihrem Kampf gegen den ueberholten
Imperialismus zu unterstuetzen. In Asien, Afrika und dem Mittleren
Osten lehnen sich die Voelker gegen fremde Bevormundung auf. Wir
Wir erkennen das Recht aller Voelker auf voellige nationale Freiheit und Selbstregierung an und werden alle Bemuehungen unterstuetzen,
die auf die schnellstmoegliche Verwirklichung dieses Rechtes gerichtet sind.
Es liegt in der Macht der Vereinigten Staaten, dafuer zu sorgen,
dass die Befreiung der Kolonialvoelker vom alten Imperialismus nicht
zu ihrer Unterwerfung unter den sowjetischen Imperialismus fuehrt,
den man ihnen als eine Form der Befreiung vorsetzt. Die Voelker,
die um ihre nationale Unabhaengigkeit kaempfen und das Recht, ihre
eigenen Wirtschaften nach ihrem Gutduenken zu entwickeln, sollten
aus unserer Handlungsweise ersehen, dass sie in den Vereinigten
Staaten einen Freund haben.
Der CIO stimmt mit ganzem Herzen den folgenden Forderungen zu,
die der neugegruendete Internationale Bund Freier Gewerkschaften in
seinem Manifest gestellt hat.

-11 -

�"Die industriell fortschrittlichen Nationen haben die Pflicht,
jenen grossen Gebieten der Welt und ihren Millionen von Bewohnern vorwaertszuhelfen, die an der industriellen Revolution keinen materiellen
Anteil hatten. Noch viele dieser Nationen geniessen weder politische
Freiheit noch nationale Unabhängigkeit. Einige schmachten unter
altmodischer, militaerischer Diktatur, andere unter modernem Totalitär! smus. Viele sind Kolonien der fortgeschrittenen Laender, denen
zwar mehr oder weniger das Recht der Selbstbestimmung zusteht, deren
natuerlicher Wunsch nach Unabhängigkeit jedoch noch nicht erfuellt
ist. Den Millionen von Arbeitern in diesen Laendern, die noch nicht
in den Genuss voelliger Freiheit gekommen sind, versprechen wir hiermit unsere unumschraenkte Hilfe.
"Wir sind der Auffassung, dass der wirtschaftliche Fortschritt
in diesen Gebieten oberstes Gebot ist. Wir befuerworten kuerzlich
gemachte Vorschlaege zur technischen Unterstuetzung unentwickelter
Laender und alle anderen Massnahmen, die demselben Zwecke dienen*
Wir bestehen darauf, dass diese Laender im Geiste gegenseitiger Zusammen
arbeit und nicht im Geiste des Imperialismus entwickelt werden. So
duerfen zum Beispiel diesen Laendern in der Verwendung der von ihnen
erzeugten Waren keine Beschraenkungen auferlegt werden. Die Kapitalinvestierung in diesen Gebieten ist von wesentlicher Bedeutung, sie muss
jedoch mit den Interessen des Volkes und im besonderen den Rechten der
Arbeiter in den durch diese Investierungen entstehenden Unternehmen
vereinbar sein. Die Bemuehungen der Voelker, ihre eigenen politischen
und wirtschaftlichen Probleme selbst zu loesen, sollen durch dieses
Kapital nicht ersetzt, sondern ergaenzt werden.
Praesident Trumans Punkt-Vier-Programm, das vorsieht, unsere
wissenschaftlichen und industriellen Fortschritte den unentwickelten
Gebieten zu ihrer Verbesserung und ihrem Gedeihen zur Verfuegung zu
stellen, stellt einen Anfang dar. Wenn wir jedoch erfolgreich sein
wollen, darf diese Hilfe nicht stueckwelse gegeben werden. Unser
Programm muss, wie das Europaeische Hilfsprogramm, wohl durchdacht
und mit Umsicht geplant sein. Seine Durchfuehrung wird ungeheure
Kapitalanlagen erfordern. Die Armut dieser rueckstaendigen Gebiete
stellt eine Gefahr und eine Bedrohung fuer sie selbst sowohl als auch
fuer uns dar. Wir sind ueberzeugt, dass Friede und Prosperltaet nicht
voneinander zu trennende Begriffe sind."
- 12 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG
APO 757

OFFICIAL

HItüO

ObbO L H

A p r i l SO 17 C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel «teilen Aaszüge aus dar amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
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HICQG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienstetelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III-5

Frankfurt, 7. April 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Ein schwedisches Urteil ueber die deutschen
Gewerkschaften - - - - - - - - - - - - - - - 1
Amerikanische Gewerkschaftler arbeiten am
Wiederaufbau Europas - - - —
-- - —
.«•&gt;.* 9
Interamerikanische Gewerkschaftstagung - - - - 4
Die O.E.E.C. und die internationalen Fachabteilungen - - - - - - - - - - - - - - - - 5
Grosszuegiges Wohlfahrtsprogramm der AFL Gewerkschaft der Kraftfahrer
- - - - - - - - - - 8
Franzoesische Gewerkschaften draengen auf
Wohnungsbau - - - - - - - - - - - - —
----9
Hollaendische Gewerkschaftsführer sprechen
sich anerkennend ueber den CIO aus - - - - - 10

EIN SCHWEDISCHES URTEIL UEBER DIE DEUTSCHE GEWERKSCHAFTEN
"Die Gewerkschaftsbewegung muss zum Rueckgrat der neuen
deutschen Demokratie werden."
Zu dieser Schlussfolgerung kam Algot Joensson, der Ausbildungsleiter des Schwedischen Gewerkschaftsbundes (Svenska Handelsarbetareforbundet), nachdem er sich in Deutschland drei Wochen
lang mit den Problemen des Wiederaufbaus befasst hatte.
Joensson, der in den dreissljer Jahren auf dem Gebiet der
Erziehung taetig war, und dessen Arbelt den Zweck hatte, nazistische Gewaltideen in Schweden nicht Wurzel fassen zu lassen,
erklaerte warnend, dass drei grundlegende Probleme geloest werden
muessten, wenn ein Wiederaufleben des Nazismus in Deutschland
verhindert werden soll. Diese drei Probleme seien: Arbeitslosigkeit, Wohnraummangel und zu niedrige Realloehne.
Joensson, sagte: "Die Gewerkschaftsbewegung als die staerkste,
konstruktivste und demokratischste Macht in Deutschland muss
nicht nur bei der Loesung dieser Probleme eine entscheidende Rolle
spielen, sondern es ist auch ihre Aufgabe, das demokratische
Denken in Deutschland und besonders unter der deutschen Jugend
zu foerdern."
/

�Drei Faktoren nannte Joensson, die in Deutschland bereits
eine "gute Grundlage fuer eine Entwicklung nach demokratischen
Grundsaetzen" geschaffen haetten: die Waehrungsreform, der,
wie er sagte, das Wiederaufleben der deutschen Wirtschaft und
die befriedigende Ernaehrungslage zu verdanken seien.
Er wies jedoch darauf hin, dass noch "viel zu viel Menschen
keine Wohnung haetten" oder in ueberbevoelkerten Vierteln lebten,
und das in einem Land, in dem genuegend Baumaterial zur
Verfuegung stuende. Waren seien in ausreichendem Masse vorhanden,
die Preise fuer den Arbeiter jedoch unerschwinglich, und die Arbeitslosigkeit nehme bedrohliche Ausmasse an«
Wenn diese Probleme nicht geloest wuerden, warnte Joensson,
dann wuerde,sich keine Demokratie, sondern etwas "ganz Verschiedenartiges und Unerwuenschtes" in Deutschland entwickeln.
Er hob besonders die Notwendigkeit einer Betaetigung der
Gewerkschaften und anderer demokratischer Elemente in Deutschland
auf dem Gebiet der Erziehung und Aufklaerung hervor»
"Demokratie ist nicht nur eine Frage der materiellen Verhältnisse eines Volkes, sondern vielmehr eine Angelegenheit
seines geistigen Lebens. Es hat den Anschein, als ob der Anfang
auf geistigem Gebiet viel schwerer als der auf materiellem sei.
Das schwierigste Problem, sagte Joensson, stelle die Jugend
dar, die in nazistischen Organisationen sozial geschult wurde.
"Diese jungen menschen hoerten waehrend der Nazizeit soviel Unwahrheiten ueber die Gewerkschaftsbewegung und die Demokratie,
dass sie heute den Gewerkschaften skeptisch und unentschlossen
gegenueberstehen.
Hauptsaechlich in der Gewerkschaftsbewegung fand Joensson
"erfahrene und zielbewusste Demokraten, die von dem wirklich guten
Willen beseelt waren, eine sichere Grundlage fuer die Zukunft
zu schaffen." Er stellte deshalb die Forderung, dass die Militaerregierung die Gewerkschaften mehr und mehr unterstuetze.
Gleichzeitig legte er den Gewerkschaftsfuehrern nahe, in verstaerktem Masse unter den Arbeltern und in der Gemeinde erzieherisch
zu wirken. Er verlangte ausserdem mehr Selbstkritik innerhalb
der Gewerkschaftsbewegung und erklaerte, dass der allgemeinen
Tendenz, die nach seiner Meinung darin besteht, dass man selbst
geringfuegigere ArbeitsStreitigkeiten durch das Gesetz beizulegen
sucht, ein Ende gemacht werden muesse.

"Damit meine ich natuerlich nicht, dass die Gewerkschaften
in ihrem Bereich jegliche Anwendung des Gesetzes ablehnen sollen.
Im Gegenteil: die soziale Gesetzgebung ist als Ergaenzung der
Lohnpolitik der Gewerkschaften zu werten. Wenn Jedoch Probleme in
gegenseitigem Einvernehmen der Parteien des Arbeitsmarktes geloest
werden koennen, dann sollte dies um der Demokratie willen geschehen.
Trotz aller Schwierigkeiten, die zwoelf Jahre Naziherrschaft
heraufbeschworen haetten, sprach Joensson mit Zuversicht von dem
Wiederaufleben der Demokratie in Deutschland. Die Tatsache, dass
die Mitgliederzahl der Gewerkschaften seit der Waehrungsreform
gestiegen ist, sei eines der Anzeichen, die zu Hoffnungen berechtigen.
"Zwar sind nur etwa 35# der Beschaeftigten zur Zeit gewerkschaftlich organisiert, trotzdem hat man Beweise dafuer, dass
die Arbeiter mit zunehmendem Vertrauen in den Gewerkschaften die
Vertreter ihrer Interessen sehen."
ECA Labor Information
24. Maerz 1950
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�AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTLER ARBEITEN AM WIEDERAUFBAU EUROPAS
"Das gemeinsame Streben der freien Voelker Europas nach
wirtschaftlicher Stabilltaet, Selbststaendlgkelt und Einheit
muss von den demokratischen Einrichtungen dieser Laender getragen
werden, zu denen In erster Linie die nichtkommunistische Gewerkschaftsbewegung gehoert."
So helsst es In einer Direkt' Ive der Mars hall Plan Verwaltung,
(ECA), In der von Massnahmen gesprochen wird, die die Beteiligung der Gewerkschaften am Europaalschen Wiederaufbau Programm
erwirken sollen«
Mit dem Hinwels auf die 30 Millionen Maenner und Frauen In
den Gewerkschaften der Marshall Plan Laender helsst es In der
Direktive der ECA: "Keine andere Gruppe hat ein groesseres Interesse am Gelingen des Europaeischen Wiederaufbauprogramms, und
keine andere Gruppe hat eine bedeutendere Rolle zu spielen, um
diesem Programm zum Erfolg zu Verhelfen." üeber 50 Personen aus
der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung bekleiden jetzt wichtige
Stellungen In der Mars hall Plan Verwaltung« Einige arbeiten In
den Hauptquartieren Washington und Paris, andere sind in die
Missionen der einzelnen Marshall Plan Laender berufen. Drei von
ihnen sind Leiter einer solchen Mission.
Die Gewerkschaftler in diesen Aemtern sind angewiesen, mit
den demokratischen Elementen In den Gewerkschaften der Teilnehmerstaaten zusammenzuarbeiten, um sich Ihre Mitarbeit und Unterstuetzung fuer das. Programm zu sichern« Sie sind dafuer verantwortlich, dass die freien GewerkschaftsOrganisationen bezueglich
des Programms auf dem Laufenden gehalten werden« Sie muessen sich
von diesen Organisationen In Problemen beraten lassen, die im
taegllchen Leben der europaeischen Arbeiter In Zusammenhang mit
dem Programm entstehen.
Die Marshall Plan Verwaltung ist der Auffassung, dass zur
wirksamen Einschaltung der ERP Laender in den Welthandel eine
hohe Produktion bei niedrigen Gestehungskosten von ausschlaggebender Bedeutung ist. Sie legt deshalb ihren Gewerkschaftlern
in den Missionen der einzelnen Laender nahe, die in den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Wechselbeziehungen der Arbeit
gemachten Erfahrungen den europaeischen Gewerkschaften zur Verfuegung zu stellen. Es handelt sich hier In erster Linie um die
Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Unternehmern, die zur
Erreichung einer hohen Produktion notwendig ist.
In der Direktive wird betont, dass sowohl Arbeiter und
Verbraucher als auch Industrielle und Unternehmer ihren rechtmaesslgen Anteil an den aus der erhoehten Produktionsleistung
entstehenden Gewinnen erhalten muessen. Die Leiter der Aemter
fuer Arbeltsangelegenheiten In den einzelnen Missionen werden
der Arbeiterschaft und den Unternehmern die Vorteile dieser
Methode klarlegen. Ausserdem werden sie mithelfen, die Produktionsgebiete einander anzugleichen und die Probleme in der Steigerung der Produktionsleistung zu loesen.
Die Marshall Plan Verwaltung strebt unter Berueckslchtlgung
der persoenlichen Rechte des Arbeiters eine hoechst wirksame
Verwendung der Arbeitskraefte an. Durch die Staerkung von
Grundstoffindustrien, durch wesentliche Verbesserungen und die
Belieferung mit Rohmaterial und Produktionswerkzeugen werden
Beschaeftigungsmoeglichkeiten geschaffen. Diese Massnahmen
dienen der Verbesserung der wirtschaftlichen Verhaeltnisse in
den Marshall Plan Laendern«

�In enger Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen
beschaeftigen sich die BCA Aemter fuer Arbeitsangelegenheiten mit
dem Problem der Wiederansiedlung verschleppter Personen oder des
Austausches von Arbeitern. Massregeln und Mindestnormen werden
ausgearbeitet, um die fuer die freiwillig umgesiedelten Arbeiter
entstehenden Schwierigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren, um
die Beschaeftigungsmoeglichkeiten auf ein gleiches Mass zu bringen
oder den Mangel an Arbeitskraeften in bestimmten Gebieten oder
Berufssparten zu beheben.
Die Organisation fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas
und die betreffenden Regierungen werden von den BCA Aemtern fuer
Arbeitsfragen in der Schaffung besserer, oeffentlicher Arbeitsaemter unterstuetzt. Diesen oeffentlichen Behoerden obliegt die
Aufgabe, die Ueberweisung von Arbeitern in lebenswichtige Industrien zu organisieren und Facharbeiter aus Ueberschussgebieten
in Mangelgebiete zu versetzen»
Durch den Krieg entstand ein Mangel an gelernten Arbeitern.
Viele Maenner wurden so jung zum Militaerdienst einberufen, dass
sie heute keinerlei industrielle Erfahrung oder Ausbildung besitzen. Anderen, die die Kriegsjahre in Uniform verbrachten, sind
die neuen, technischen Methoden unbekannt. Um den dauernden Bedarf
an Facharbeitern decken zu koennen und den Arbeitern zu ermoeglichen
eintraeglichere Arbeiten zu verrichten, arbeiten die ECA Aemter
fuer ArbeitsangeDqgenheiten mit den Gewerkschaften, Unternehmern
und Regierungen an der Planung von BerufsausbildungsProjekten.
Um der kommunistischen Propaganda entgegenzuwirken, die den
Arbeitern laufend aufgetischt wird, hat die Marshall Plan Verwaltung
hervorragende Informationsleute nach Europa geschickt, deren Aufgabe es ist, die Arbeiterschaft ueber die Ziele und Erfolge des
Wiederaufbau Programms genau zu unterrichten. Sie berichten von
der Hilfe und Unterstuetzung, die die amerikanische Arbeiterschaft
diesem Programm zuteil werden laesst.( Sie sorgen fuer Redner,
Broschueren, Filme und andere Informationsmittel.
Labor Information Bulletin
U.S. Arbeitsministerium
Oktober 1949
INTERAMERIKANISCHE GEffERKSCHAFTSTAGUNG
Der Exekutiv-Ausschuss des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes (C.I.T.) trat in der Zeit vom 36.-38. Januar 1950 in Havanna
(Cuba) zusammen. Er billigte in einer Resolution das Programm zur
Industrialisierung Latein-Amerikas, den kontinentalen Agrarplan,
den Plan zur Bekaempfung diktatorischer Tendenzen in Latin-Amerika
und eine Resolution, die gegen das Franco Regime in Spanien gerichtet ist.
Der Ausschuss liess sich von der Teilnahme einer Anzahl von
C.I.T. Delegierten an der Internationalen Gewerkschaftskonvention
im Dezember 1949 in London berichten, wo der Internationale Bund
Freier Gewerkschaften gegruendet wurde. Man beschloss, alle dem
Interamerikanischen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Verbaende
aufzufordern, der neuen internationalen Gewerkschaftsorganisation
beizutreten und sich so weit wie moeglich an den Taetigkeiten dieser
Organisation zu beteiligen. Was die Gruendung einer regionalen
Organisation des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften fuer
die westliche Hemisphaere betrifft, beschloss der Exwkutivausschuss,
grundsaetzlich an Jeder Konferenz teilzunehmen, die von dem Inter-

4

�national«! Bond Freier Gewerkschaften zu diesem Zweck einberufen
wuerde.
Nachstehende Einzelheiten ueber die Resolution zur Indust r i a l i s i e r u n g Latein-Amerikas wurden von dem Exekutivausschuss
veroeff e n t l i e h t :
Der Exekutlrausschuss des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes b i l l i g t die Resolution zur Industrialisierung Latein-Amerikas, die von unserem Zweiten Kongress bis zu dieser Konferenz vertagt worden war; In Ergaenzung hierzu gibt er folgende Erklaerung
ab:
1* per Interamerikanische Gewerkschaftsbund I s t der Auffassung, dass zur Foerderung der Industriellen Entwicklung In
Latein-Amerika auslaendlsches Kapital erforderlich I s t , um unserer
Wirtschaft einen Auftrieb geben zu koennen. Wir haben nichts gegen
eine P o l i t i k , die Sicherheitsgarantien fuer diese Investitionen
vorsieht, aber zu gleicher Zeit sind wir der Ansicht, dass s i e
d i e allgemeine Wohlfahrt unserer Laender foerdern, den Lebensstandard der Arbeiter heben und g l e i c h z e i t i g eine angemessene
Sicherheit und den aus der GewerkschaftsOrganisation fuer die
Arbeiter entstehenden Nützen sichern s o l l t e . Nur so kann die
arbeitende Klasse eine verantwortliche und konstruktive Rolle
i n der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Nationen s p i e l e n .
2. Der Interamerikanische Gewerkschaftsbund fordert die
aktive Mitbeteiligung der Gewerkschaftsbewegung an der Formulierung einer neuen Wirtschaftspolitik, insbesondere an der
Durchfuehrung des Punkt-Vier-Programms Praesldent Trumans, das
fuer wirtschaftlich und i n d u s t r i e l l rueckstaendlge Laender finanz i e l l e und wirtschaftliche Hilfe v o r s i e h t . Die Richtigkeit unserer
Einstellung i s t durch die bejahende Haltung bewiesen, die die
Arbeiter dem Marshall Plan gegenueber eingenommen haben.
3 . Der Interamerikanische Gewerkschaftsbund wird sich gegen
die Staerkung der P r i v i l e g i e n des Kapitals oder gegen die Entwicklung gewerkschaftsfeindlicher P o l i t i k s e i t e n s der Regierungen
wenden, auf deren Land s i c h das internationale Programm zur Industrialisierung Latein-Amerikas erstreckt. Wir sind deshalb
der Meinung, dass Regierungen, die die Freiheit der arbeitenden
Klasse beeintraechtIgen, weder technische noch f i n a n z i e l l e Hilfe
erhalten duerfen.
4 . Der Interamerikanische Gewerkschaftsbund s t e l l t f e s t ,
dass Programme zur wirtschaftlichen Unterstuetzung oder Investierung s e i t e n s anderer Regierungen oder Internationaler Behoerden
in Latein-Amerika bisher nicht von der organisierten Arbeiterschaft unterstuetzt wurden, und wir fordern, dass man s i c h in
Zukunft bei der Durchfuehrung aehnlicher Programms um die i d e e l l e
und aktive Beteiligung der Arbeiterorganisationen bemueht.
Inter-Amerlcan Labor News
Februar 1950
DIE O.E.E.C. UND DIE INTERNATIONALEN FACHABI EILUNGEN
Nachstehender Artikel von M.O. Bolle, dem
Sekretaer des Internationalen Gewerkschaftsbundes der Arbeitnehmer des Oeffentlichen
Dienstes erschien im Maerz Im Monatsbericht
dieser Organisation.
Der Kopenhagener Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes der Arbeitnehmer des Oeffentlichen Dienstes nahm f a s t ein-

�stimmig bei nur zwei Stimmenthaltungen) eine Resolution zugunsten
des Europaelschen Wiederaufbauprogramms an. Damit bekundete er,
welche ungeheuren Auswirkungen auf den Lebensstandard der Arbeiter
aller an dem Programm beteiligten Laender durch das Wiederaufbau
Programm hervorgerufen wurden. Ausserdem wird die Notwendigkeit
hervorgehoben, der Gewerkschaftsbewegung sowohl auf nationaler
als auch auf Internationaler Ebene Gelegenheit zu geben, bei der
Durchfuehrung des Programms Ihre Meinung geltend zu machen.
Mit Becht hat unser Kongress diesen Punkt besonders betont,
denn es besteht keinerlei Zweifel, dass Lohnfragen und Angelegenheiten der sozialen Gesetzgebung mit vielen der Entscheidungen,
die von den ERP Organisationen und Im besonderen von der Organisation fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas getroffen
werden, in Zusammenhang stehen.
Die Frage ist aufgeworfen worden, warum eine Internationale
Fachabteilung wie die unsrlge zu dem Europaelschen Wiederaufbau
Programm Stellung nehmen sollte. Es gibt natuerlich eine eindeutige und ausfuehrliche Antwort auf diese Frage. Erstens besteht nicht der geringste Zweifel, dass die Internationalen Fachabteilungen an den Problemen der allgemeinen Politik tatsaecblich
interessiert sind, obwohl sie sich natuerlich eingehender mit
Fragen befassen, die den besonderen Berufsinteressen ihrer eigenen
Mitglieder naheliegen. Hierzu bedarf es wohl kaum einer Erklaerung.
Eine einzelne, nationale Gewerkschaft nimmt selbstverstaendlich
an der allgemeinen Einstellung und faetlgkeit der nationalen
Gewerkschaftsvereinigung groessten Anteil, der sie angegliedert
ist. Das ist nicht verwunderlich, denn die allgemeine Einstellung
und Taetigkeit des nationalen Gewerkschaftszentrums wirkt sich
unmittelbar auf die Arbeit dar einzelnen Gewerkschaften aus, die
sie zum Wohle Ihrer eigenen Mitglieder leisten.
Dasselbe Argument trifft auch fuer die internationale
Gewerkschaftsbewegung zu. Die Politik und die Taetigkeit einer
allgemeinen, internationalen Gewerkschaftsorganisation, wie des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften oder irgendeiner
Kombination nationaler Gewerkschaftszentren (wie zum Beispiel die
Gewerkschaftsverbaende der Laender der O.E.E.C.) wirken sich unmittelbar auf die Taetlgkelten der Internationalen Fachabteilungen
aus.
Ich moechte dies an Hand nur eines Beispieles erlaeutern,
das mit dem Europaelschen Wiederaufbau Programm in Zusammenhang
steht: Die Organisation fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europat
hat den gewerkschaftlichen Beratungsausschuss des ERP anerkannt,
der von den in Frage kommenden nationalen Zentren gebildet worden
war. Dieser Ausschuss hat eine Anzahl Internationaler Fachabteilungen zu Rate gezogen, die ihn in seinen Beziehungen zu den technischen Komitees der O.E.E.C. unterstuetzen sollen. Diese technischen Komitees sind fuer bestimmte Industriezweige zusammengestellt worden, wie zum Beispiel Bergbau, Textilindustrie, Transport
und Elektrlzitaet. Obwohl das Statut, das der Gewerkschaftsbewegung innerhalb der Organisation fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas gegeben wurde, noch lange nicht zufriedenstellend
ist, bleibt die Tatsache bestehen, dass sowohl die betreffenden*
nationalen Zentren, als auch die Internationalen Fachabteilungen
der in Frage kommenden Industriezweige an Beratungen teilnehmen,
die dem Europaelschen Wiederaufbau Programm gelten, das wiederum
direkten Einfluss auf die Arbeltsbedingungen ihrer Gewerkschaftsmitglieder hat.

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�Wenn es auch augenblicklich schwierig Ist, auf diesem Gebiet
Wesentliches zu erreichen, so sind wir doch anerkannt und nehmen
an den erwaehnten Beratungen teil. Der gewerkschaftliche Beratungsausschuss des ERP Ist zur Zelt dabei, genaue Richtlinien bezuegllch der europaelschen, wirtschaftlichen Zusammenarbeit auszuarbeiten. Die Internationalen Fachabteilungen sind durch Ihr koordinierendes Komitee hinzugezogen worden, um bei der Formulierung dieser Richtlinien mitzuhelfen. Viele von Ihnen nehmen ein sehr
lebhaftes Interesse an der Arbelt der O.E.E.C. In Bezug auf bestimmte Industriezweige, und sie sind sich bewusst, dass sie der
O.E.E.C. wertvolle HUfe leisten koennen, wenn es sich um diese
bestimmten Industriezweige oder um Irgendwelche Internationalen
Vereinbarungen handelt, die die O.E.E.C. In Bezug auf diese
Industriezweige treffen moechte. Wir duerfen nicht vergessen,
dass die Frage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der europaelschen
Laender nicht nur eine rein technische Angelegenheit Ist - zu Ihr
gehoeren vielmehr die Lohnfrage, die soziale Gesetzgebung, kurz,
sie wirkt sich auf den Lebensstandard der Arbeiter In diesen Industriezweigen aus.
Als Ich dieses Problem auf dem Kopenhagener Kongress zur
Sprache brachte, fragte man mich, ob es zu rechtfertigen sei,
dass die Gewerkschaftsbewegung an dem Europaelschen Wiederaufbau
Programm Interessiert ist und sich an seiner Durchfuehrung beteiligt. Meine Antwort war "Ja". Ich erklaerte In diesem Zusammenhang unter anderem:
"Das Europaelsche Wiederaufbau Programm soll den Interessen
der gesamten Bevoelkerung der daran beteiligten Laender
dienen. Alle Schichten der Bevoelkerung muessen sich deshalb
fuer dieses Programm interessieren. Sie sind fuer sein Gelingen, aber auch fuer sein Misslingen verantwortlich. Die
meisten Schichten der Bevoelkerung dieser Laender koennen
ihr aktives Interesse durch ihre sie vertretenden Organisationen unter Beweis stellen; sie koennen sich konstruktiv
an der Loesung aller bestehenden Probleme beteiligen, indem
sie sich zu diesem Zweck ihrer Organisationen bedienen oder,
wenn noetlg, sie fuer diesen Zweck einsetzen, und Indem sie
die notwendigen Koerperschaften gruenden, die ihren Bemuehungen
auf diesem Gebiet praktische Wirksamkeit verleihen'koennen.
"Alle Verantwortungsbewussten und ehrlichen Gewerkschaftsbewegungen der an dem Programm beteiligten Laender haben sich
nun dieser Verantwortung unterzogen - und ich moechte fast
sagen, sie haben es mit grossem Eifer getan. Denn sie wissen,
dass sie mehr als jede andere Organisation in der Gemeinschaft fuer die Wahrnehmung der wirtschaftlichen, sozialen
und kulturellen Interessen der vielen Millionen Maenner,
Frauen und Kindern verantwortlich sind, deren Leben und
Zufriedenheit von der Verbesserung und Stabilisierung der
Wirtschaften ihrer Laender abhaengt. Die Gewerkschaftsbewegung wuerde sich in der Tat einer grossen Verpflichtung
entziehen und wenig Verstaendnis fuer ihre Aufgaben und
Verantwortlichkelten zeigen, wenn sie nicht die enormen
Moeglichkeiten wahrnehmen wuerde, die das Europaelsche
Wiederaufbau Programm bietet
Moeglichkeiten, die zerrüetteten Wirtschaften der Laender wieder aufzubauen, die
so sehr unter der grausamen nationalsozialistischen und
faschistischen Aggression und den verheerenden Folgen von
fuenf Kriegsjahren und feindlicher Besatzung gelitten haben»"

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�I

Unsere Aufgabe ist folgende: Wir muessen unseren Mitgliedern
klarmachen, was das EuropaeIsche Wiederaufbau Programm fuer sie
bedeutet und zwar an Hand von Angaben ueber Brot, Butter und Bekleidung und soziale und wirtschaftliche Sicherheit; ausserdem,
welche Bedeutung es fuer die Zukunft ihrer Kinder hat. Wir muessen
sie davon ueberzeugen, dass dieses Programm der einzige Weg zu
einem dauerhaften, wirtschaftlichen Wiederaufbau in allen in Frage
kommenden Laender ist. Das Wort "dauerhaft" ist dabei zu betonen,
denn es handelt sich nicht nur darum, das wirtschaftliche und
soziale Elend voruebergehend zu beheben, das heisst Atem schoepfen
zu koennen, bevor das naechste Unglueck ueber uns hereinbricht.
Was wir benoetigen, ist ein stabiler Lebensstandard auf der Grundlage einer gut organisierten europaeischen Gemeinschaft, auf der
wir ein sicheres Sozialsystem und die Existenzsicherheit fuer Alle
aufbauen koennen.
Wir haben gehoert, dass man das Europaeische Hilfsprogramm
und die Bejahung desselben seitens der Gewerkschaftsbewegung kritisiert hat. Wir wissen natuerlich, dass durch dieses Programm
unsere wirtschaftliche Schwierigkeiten bisher noch nicht restlos
beseitigt werden konnten. Es bleibt noch viel zu tun, und Gefahren
und Ungewissheiten bestehen noch, die ueberwunden werden muessen.
Ueber eine Tatsache koennen wir uns Jedoch vollkommen klar sein:
der Strom von Nahrungsmitteln, Rohmaterialien und technischen
Ausruestungen nach Europa hat viele Laender des Westens vor dem
voelligen wirtschaftlichen und politischen Chaos bewahrt. Noch
etwas anderes muessen wir uns vor Augen halten: kein anderes
Land der Erde als die Vereinigten Staaten von Amerika haette diesen
Laendern nur einen Bruchteil dessen liefern koennen, was sie benoetigen, um ein Chaos zu verhueten.
Der Kernpunkt ist folgender: fast ausschliesslich durch
amerikanische Hilfe und durch das Europaeische Wiederaufbau Programm ist Westeuropa vor Elend und Chaos bewahrt worden. Diejenigen, die sich dem ERP widersetzten und es auch noch tun, waren
niemals in der Lage, einen befriedigenden Ersatz fuer die amerikanische Hilfe in Vorschlag zu bringen.
Eine Ablehnung der amerikanischen Hilfe und des Europaeischen
WiederaufbauProgramms, ohne zu gleicher Zeit einen annehmbaren
Gegenvorschlag zu machen, haette in vielen Laendern bedeutet,
dass man sich bewusst mit Elend und Chaos abfindet.
Wir gehoeren nicht zu jenen, die glauben, dass Elend und
Chaos eine Grundlage bilden, auf der eine glueckliche Gemeinschaft
aufgebaut werden kann.
ECA Labor Information
25. Maerz 1950
GROSSZUEGIGES WOHLFAHRTSPROGRAMM DER AFL GEWERKSCHAFT DER
KRAFTFAHRER
(Chikago) —
Das groesste und umfassendste, von Unternehmern
finanzierte Wohlfahrtsprogramm, das je im Kraftwagen-Transportgewerbe zustandekam, wurde am 5. Maerz von dem Zentralverband der
Kraftfahrer (Central States Drivers Council) und dem Suedlichen
Bezirksverband dieser Gewerkschaft (Southern Conference of Teamsters) unterzeichnet. Die New Yorker Unfallversicherungsgesellschaft "Union Casualty Co." wird fuer die Durchfuehrung der Krankheits- und Krankenhausbestimmungen des Vertrages als verantwortlich

�zeichnen. Das in dem Vertrag enthaltene Lebensyerslcherungsprogramm
Ist der Versicherungsgesellschaft "United States Insurance Co."
zur Ausfuehrung uebertragen worden. Sie wird jedem Mitglied einen
Versicherungsvertrag ueber 2.000 Dollar aushaendlgen.
Ueber 30.000 Gewerkschaftsmitglieder aus 18 Staaten werden
von dem Programm erfasst werden, In dem Unterstuetzungen fuer
Krankheit, Unfall, Krankenhausaufenthalt, aerztllche Behandlung
und eine Lebensversicherung vorgesehen sind. Man plant gegenwaertlg, den Vertrag auch auf die uebrlgen Mitglieder des Central
States Drivers Council auszudehnen. Im ganzen sollen mehr als
100.000 Kraftfahrer in den Genuss dieses Programms kommen.
Die Gesamtpraemie des ersten Jahres wird sich auf ueber
1.500.000 Dollar belaufen, die ausschliesslich von den Unternehmern In einen Wohlfahrtsfonds gezahlt werden. Der Satz betraegt
1 Dollar pro Woche fuer jedes Mitglied. Dieser Fonds wird von
dem Zentralverband der Kraftfahrer (Central States Drivers Council)
verwaltet werden.
Drelsslg der bedeutendsten Versicherurgsgesellschaften des
Landes wurden von dem Zentralverband um ihr Angebot gebeten, und
schliesslich entschied man sich nach eingehenden Beratungen, Studien und Pruefungen fue r "Union Casualty Co." und die "United States
Insurance Co."
Die Vertragsbestimmungen bezueglich Krankheit,und Unfall, die
zwei Jahre Gueltigkelt haben, wurden von A. F. Hudson, dem Exekutivsekretaer des Zentralverbandes der Kraftfahrer, und von William
Smith und Dr. Leo Perlman, dem Finanzsekretaer bzw. Vizepresidenten der "Union Casualty Co." unterzeichnet. Man erwartet, dass
dieser Vertrag als der umfassendste, der je Im Kraftwagen-Transportgewerbe abgeschlossen wurde, ueber 400.000 Kraftfahrern in den
Vereinigten Staaten als Musterbeispiel dienen wird.
Etwas frueher in der gleichen Woche war fuer die in der
Getraenkeverteilung beschaeftigten Fahrer ein aehnlicher Vertrag
abgeschlossen worden, In dem eine Lebensversicherung, Unterstuetzungen
bei Arbeitsunfaehigkelt, Krankenhausaufenthalt und aerztllcher
Behandlung vorgesehen sind. Die fuer dieses Programm erforderlichen
Ausgaben werden auf 50.000 Dollar geschaetzt. Es stellt zusammen
mit dem Vertrag des Central States Drivers Council einen wesentlichen Erfolg In den Bemuehungen der Gewerkschaft der Fahrer um
Wohlfahrtsunterstuetzungen fuer schaetzungswelse eine Million
Mitglieder Im ganzen Lande dar.
American Federation of Labor
Weekly News Service
21. Maerz 1950
FRANZOESISCHE GEWERKSCHAFTEN DRAENGEN AUF WOHNUNGSBAU
Der Franzoesische, Christliche Gewerkschaftsbund (Confederation des Travailleurs Chretiens) hat die franzoesische Regierung
aufgefordert, den dringend notwendigen Wohnungsbau einzuleiten.
Als Auftakt seiner Kampagne zur Foerderung des Wohnungsbaus
zeigte der C.F.T.C. kuerzlich in Paris zwei Wochen lang eine
Ausstellung, die die kritische Wohnraumlage des ffanzoesIschen
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�Volkes in ansehnlicher Welse darstellte.
Den Eroeffnungsfelerlichkelten der Ausstellung wohnten der
franzoesische Premierminister Bidault und Barry Bingham, Chef
der ECA Sondermission in Frankreich, bei. Ferner waren anwesend:
Boris Shishkin, Direktor der Abteilung fuer Arbeit im Amt des
Sonderbeauftragten der Vereinigten Staaten in Europa, und Ken Douty
und AI Desser, die amerikanischen Gewerkschaftsvertreter im franzoesischen Missionsstab der BCA.
Als Sprecher der amerikanischen Gewerkschaftsgruppe sprach
Shishkin dem C.F.T.C. seine Anerkennung dafuer aus, dass er sich
an fuehrender Stelle fuer die Loesung des Wohnraumproblems einsetze.
Er wies darauf hin, dass die amerikanischen Gewerkschaften durch
aehnliche Bemuehungen viel zu einem beschleunigten Wohnungsbauprogramm in Amerika beigetragen haetten.
Gleichzeitig gab der C.F.T.C, der 750.000 franzoesische Arbeiter vertritt, eine detailierte "Charta'' fuer ein Wohnungsbauprogramm in Frankreich bekannt. Er forderte, um das Wohnraumproblem
loesen zu koennen, 'teLnen Jaehrlichen Staatszuschuss, Geldmittel aus
den Marshall. Plan Gegenwertfonds und Unterstuetzungsgelder aus den
Gemeinde- und Departementskassen."
Die Gewerkschaft zeigte an Hand offizieller, statistischer
Angaben, dass Frankreich mehr als drei Millionen Wohnungen benoetlgt,
um die durch Kriegseinwirkung beschaedigten, verfallenen oder ungesunden Wohnbauten ersetzen und uebervoelkerte Stadtgebiete auflockern
und Fluechtlingen Wohnungen verschaffen zu koennen.
Das Ziel dieses Programms soll dem C.F.T.C. zufolge die Erstellung von 20.000 Wohnungen pro Monat sein. Die Gewerkschaft versicherte, dass es nach ihrem Plan moeglich sei, dieses Ziel zu erreichen. Schaetzungen des franzoesIschen Wiederaufbauministeriums
zufolge sieht man in den gegenwaertigen Plaenen der Regierung den
Bau von 60.000 bis 70.000 Haeusern im Jahre 1950 vor. Seit 1947
sind in Frankreich insgesamt 74.000 neue Wohnungen erstellt worden.
Nach dem Plan des C.F.C.T. waere der Minister fuer Wiederaufbau
und Wohnungsbau fuer die Leitung des Wohnungsbauprogramms allgemein
verantwortlich. Die Gewerkschaft schlaegt die Schaffung eines
obersten Wohnungsbauausschusses zur Unterstuetzung des Ministers
und die Gruendung von zwei getrennten Zentral Organisationen vor:
eine Zentralbank fuer Wohnungsbau und einen Nationalfonds zur
Foerderung des Wohnungsbaus. Der C.F.T.C. beabsichtigt, seine
Vorschlaege der Nationalversammlung zur gesetzlichen Genehmigung
zu unterbreiten.
BCA Labor Information
20*. Februar 1950

HOLLAENDISCHE GEWERKSCHAFTSFUEHRER SPRECHEN SICH ANERKENNEND
UEBER DEN CIO AUS
Eine Gruppe hollaendischer Gewerkschaftsfuehrer besuchte die
Vereinigten Staaten und war tief beeindruckt von der Macht und
Staerke des CIO, seiner gut funktionierenden, Inneren Organisation
und seiner weitsichtigen Einstellung zur Sozialreform. Dies kommt
in einem Artikel von H. Ponsen zum Ausdruck, der unlaengst in

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�"Het Frije Volk" (Das Freie Volk), dem offiziellen Tagesorgan
des Hollaendischen, Sozialdemokratischen Gewerkschaftsbundes,
erschienen war. Ponsen hatte als Mitglied der oeben erwaehnten Delegation an dem Besuch In Amerika teilgenommen« Er
spricht In seinem Bericht von dem "enormen Elnfluss* der
organisierten Arbeiterschaft auf das soziale und wirtschaftliche Leben In den Vereinigten Staaten« Er weist darauf hin,
dass sich das Anwachsen der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung von drei Millionen Mitgliedern Im Jahre 1930 auf mehr als
15 Millionen Innerhalb von 20 Jahren nachhaltig auf die Entwicklung der Innen- und Aussenpolltlk der Vereinigten Staaten
ausgewirkt hat.
Mr. Ponsen besuchte mit 12 anderen hollaendischen Gewerkschaftlern die Vereinigten Staaten, um einen Monat lang amerikanische Produktivltaetsmethoden und Arbeitnehmer- ArbeltgeberBeziehungen zu studieren. Diese Reise fand auf Veranlassung
der hollaendischen Regierung und der ECA statt. In dem Artikel
wird von einem Besuch bei Herman Mulllns berichtet», der Funktlonaer einer CIO-Lokalgewerkschaft der Textilarbeiter in
Knexvllle (Tennessee) Ist. Fuer die hollaendischen Gewerkschaftler stellte Mulllns die "Personifizierung der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung• dar, besonders deshalb, well
er wie der Schreiber feststellt, nicht einer der "grossen"
Fuehrer in den nationalen Vorstanden war. Mulllns Geschichte
von seinen Kaempfen, um die 1.500 Arbeiter in seiner Textilfabrik organisieren zu koennen, und sein endgueltlger Erfolg,
fuer seine Gewerkschaft das Recht der Mitbestimmung erringen
zu koennen, war fuer die Besucher ein leuchtendes Beispiel fuer
die "dynamische Energie und den Machtgewinn des noch Jungen CIO."
In dem Artikel heisst es welter, dass die hollaendischen
Gewerkschaftsfuehrer auch von der umfassenden Forschungstaetigkelt des CIO sowohl in den nationalen Vorstaenden als auch
innerhalb der angeschlossenen Gewerkschaften beeindruckt
gewesen seien. Erwaehnt wurden weiterhin die wertvollem
Dienste, die ein Riesenaufgebot an Wirtschaftlern, Rechtsvertretern, Technikern und Politikern den Gewerkschaftsfuehrern
leisten, und die Unterweisung der gesamten MitgliederSchaft
in grundlegenden Wirtschaftsfragen. Der Artikel spricht
mit Anerkennung von dem "ehrlichen Versuch der amerikanischen
Gewerkschaftsbewegung, das Negerproblem zu loesen" und billigt
die Politik des CIO, die auf Foerderung der Prosperltaet durch
ein umfassendes Programm der Sozialgesetzgebung gerichtet ist«
Bezugnehmend auf das immerwaehrende Problem der Vereinigung der bedeutendsten amerikanischen GewerkschaftsOrganisationen, berichtet der Schreiber, dass sowohl ein grosser Teil
der Gewerkschaftsmitglieder als auch der Funktionaere eine
Zusammenschiiesseung aller Gewerkschaften in einem grossen
Bund befuerworteten.

ECA Labor Information
16. Maerz 1950

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�Office of Labor Affairs, HICOG,
APO 757

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OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« (olgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 6

Frankfurt, 14. April 1950
INHALTSVERZEICHNIS

200.000 Arbeitsplaetze fuer i t a l i e n i s c h e Arbeiter
der Schuh- und Lederindustrie durch den Marshall Plan
Der Londoner Kongress
- - - - - - - - - - - - - - - CIO's "Wendung nach der Rechten" : Ein Maerchen - - Noch immer keine Reform des deutschen Beamtensystems
ECA foerdert Berufsausbildung in Europa - - - - - - Ein Weltplan zur Verhuetung der A r b e i t s l o s i g k e i t - -

200.000 ARBEITSPLAETZE FUER ITALIENISCHE ARBEITER DER
SCHUH- UND LEDERINDUSTRIE DURCH DEN MARSHALL PLAN
Mft Hilfe der f i n a n z i e l l e n Unters tu etzung durch die Vere i n i g t e n Staaten und die Marshall Plan Verwaltung werden
nahezu 200.000 Arbeiter i n i t a l i e n i s c h e n Schuhfabriken und
Gerbereien ihren Arbeitsplatz beibehalten und 700.000 Paar
Schuhe fuer h i l f s b e d u e r f t i g e i t a l i e n i s c h e Kinder h e r s t e l l e n
koennen.
Dieses Projekt wird die Beschaeftigung i n den Schuh- und
Lederindustrien s i c h e r s t e l l e n , die augenblicklich von konjunkt u r e l l e r A r b e i t s l o s i g k e i t betroffen sind.
Aus dem I n t e r n a t i o n a l e n Fonds fuer notleidende Kinder
wurde I t a l i e n Leder fuer d i e Herstellung von Schuhen im Gesamtwerte von 500.000 Dollar zur Verfuegung g e s t e l l t . Zum
Gerben des Leders und aur Herstellung der Schuhe wurden
685 Millionen Lire (1 Million Dollar; aus dem Marshall Plan
Gegenwert Fonds I t a l i e n s aufgebracht.
Die e r s t e Sendung von 40.000 Paar Schuhen gelangte waehrend
der Osterferien zur Verteilung.

ECA Labor Information
20. Februar 1950
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�Mit den Augen eines Amerikaners:
DER LONDONER KONGRESS
Von Jay Lovestone.
Jay Lovestone, der Exekutivsekretaer des AFLKomitees der Freien Gewerkschaften, war Sekretaer der Delegation der AFL auf der Gruendungskonferenz des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften in London. Wir geben nachstehend seinen Bericht wieder, der am 1. Januar
1950 in "Justice", dem Organ der Internationalen
Gewerkschaft der Damenbekleidungsarbeiter (AFL),
veroeffentlicht worden war.

Nahezu 300 Delegierte als Vertreter von 59 nationalen Gewerkschaf tszentren und anderen nationalen GewerkschaftsOrganisationen in 53 Laendern kamen vom 38. November bis 9. Dezember
1949 in der beruehmten County Hall in London zusammen, um den
Internationalen Bund Freier Gewerkschaften zu gruenden. Diese
Versammlung von Maennern und Frauen, die im Zeichen des Kampfes
und des Fortschritts der Gewerkschaftsbewegung der ganzen Welt
stand, hat. in der Tat Geschichte gemacht. Die Vereinigung der
freien Gewerkschaften der Welt stellt mehr als einen Abschnitt
in den Annalen der Gewerkschaftsbewegung dar. Sie symbolisiert
und dramatisiert die Notwendigkeit, sich auf die Schaffung einer
lebenswichtigen Macht mit ausgedehnten Moeglichkeiten zu konzentrieren, die eine entscheidende Rolle in einer friedlichen und
menschlichen Loesung der schweren Krise spielen koennte, die
die Menschheit jetzt durchzumachen hat.
In geschichtlich bedeutungsvollen, internationalen Versammlungen dieser Art herrscht so etwas wie eine ••Weltatmosphaere".
Alles erscheint wie in einem aufregenden Schauspiel, - dramatisch
angesichts der zu einem Ganzen vereinten Masse, die doch jedem
Einzelnen soviel freie Hand laesst, dass er seinen individuellen
Beitrag zum Ganzen leisten kann.
Die Vorbereitungen zu dieser Konferenz liegen Jahre zurueck Jahre des Ueberlegens, Planens, der Arbeit und des Kampfes fuer
Maenner und Frauen, die ihre feste Ueberzeugung und das tiefe
Vertrauen in die Sache der Gewerkschaften und des Friedens nicht
aufgegeben haben. Und nun kam die langerwartete Stunde - die
Eroeffnung der Konferenz.
Die christlichen Gewerkschaften
Nachdem die Eroeffnungsformalitaeten beendet waren, nahmen
die Vertreter der demokratischen Gewerkschaften ihre schwierigen,
umstrittenen Probleme in Angriff. Der erste Antrag wurde von
David Dubinsky, dem Praesidenten der Internationalen Gewerkschaft
der Damenbekleidungsarbeiter, im Namen der vereinten.AFL- und
CIO-Delegationen eingebracht. Die Zusammenarbeit war hervorragend.
In diesem Antrag handelte es sich um das Verhaeltnis, zwischen den
christlichen Gewerkschaften und der freien Weltgewerkschaftsorganisation, die formell gegruehdet werden sollte. Es war dies jedoch kein formelles Problem, dem die Delegationen gegenübergestellt worden waeren. Viele andere Fragen waren damit verknuepft.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren lediglich die franzoesichen, christlichen Gewerkschaften von der Vorbereitenden Kommission zu der
Konferenz eingeladen worden. Einwaende waren erhoben worden, und
deshalb lud man nicht die anderen christlichen Gewerkschaften,
wie diejenigen Belgiens und Hollands, zur Teilnahme ein.
-

2

-

•

�Die Konferenz waere unter einem falschen Vorzeichen begonnen
worden, wenn gleich zu Anfang Uneinigkeit in dieser Frage geherrscht
haette. Auch konnte man in diesem Augenblick nicht ausweichen.
Nicht nur ein Zusammenprall der Beteiligten musste vermieden, sondern auch eine vernuenftige und gerechte Loesung gefunden werden.
Und was noch mehr bedeutet, diese Loesung musste fuer Alle tragbar
sein, denn es handelte sich hier um eine freiwillige Versammlung
und nicht etwa um eine von einer totalitaeren, imperialistischen
Grossmacht fuer ihre Zwecke einberufene Tagung. Die Hauptaufgabe
bestand darin, dem Zank und Streit ein Ende zu machen, der aus
laengst ueberlebten Verhaeltnissen stammte. Um der neuen Situation mit ihren neuen Problemen Herr werden zu koennen, mussten
wir dem im Entstehen begriffenen neuen Weltbund freier Gewerkschaften auf breitester Basis die groesatmoegliche Unterstuetzuhg
Aller zuteil werden lassen. Einige Delegationen mussten einen
hohen Preis hierfuer zahlen. Seither bestehende Vorurteile, Verdaechtlgungen und Zustaendigkeitsstretigkeiten - all das musste
geklaert werden, denn die Aussoehnung und Zusammenarbeit auf der
Basis der praktischen Gegenwart hatte an erster Stelle zu stehen.
In diesem Geiste und mit diesem Ziel im Auge schlug Dubinsky,
unterstuetzt vom CIO, Sondermassnahmen vor, die die Konferenz zu
schnellem Handeln veranlassen sollten. In einer oeffentlichen
Sitzung wurde In einer schnell getroffenen Vereinbarung mit dem
Britischen Gewerkschaftsbund festgelegt, wie verfahren werden
sollte. Der Mandatskommission wurden zwei Tage Zeit gegeben, um
dies als erste Frage zu behandeln und ihren Bericht darueber der
gesamten Konferenz vorzulegen.
Letztere bescbloss daraufhin einstimmig, die anderen christlichen Gewerkschaftsorganisationen zur Teilnahme an der Konferenz
einzuladen. Ausserdem wurde ihnen das Recht zugesprochen, sich
dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften anzuschliessen,
vorausgesetzt, dass sie innerhalb der naechsten zwei Jahre - das
waere bis zum naechsten Kongress - ihre Mitgliedschaft beim
Internationalen Bund Christlicher Gewerkschaften aufgeben. Nach
diesem Zeitpunkt kann also keine nationale Gewerkschaft ihre Mitgliedschaft bei zwei internationalen Verbaenden aufrechterhalten.
Dieser Beschluss würde von dem bekannten, italienischen Gewerkschaf tsfuehrer, Giulio Pastore, und von Gaston Tessier und M. Bouladoux, den Delegierten des franzoesischen, christlichen Gewerkschafts bundes, gutgeheissen. Auch sozialistisch gesinnte Gewerkschaftler, wie der Belgier Louis Major und andere Delegierte aehnlicher politischer Einstellung aus der Schweiz und Holland zeigten
sich mit dieser Loesung einverstanden.
Das gemeinschaftliche Vorgehen und die dynamische und konstruktive Initiative der AFL- und CIO-Delegationen gaben den
Sitzungen ihr besonderes Gepraege. In vielen Kreisen hatte man
sich gefragt, wie AFL und CIO in London wohl miteinander auskommen
wuerden. Die AFL war der entschlossenste Gegner des Moskauhoerlgen
Weltgewerkschaftsbundes gewesen und war zweifellos die treibende
Kraft in der Trennung der demokratischen Gewerkschaften von dieser
Kreml-Behoerde.
Die Einigkeit der amerikanischen Gewerkschaftsdelegationen
war eine Quelle, aus der nicht nur die Vertreter der verhaeltnismaessig Juengeran und schwaecheren Gewerkschaften in Asien und
Afrika Anregung und grosse Ermutigung schoepften. Diese kraftvolle, amerikanische Einheit - die auch noch von dem Delegierten
der Vereinigten Bergarbeiter unterstuetzt wurde' - gab den erfahreneren und festgelegten Gewerkschaften Westeuropas den festen

- 3

�Glauben an den Fortbestand der fuehrenden entscheidenden Rolle,
die die amerikanischen Gewerkschaften in der demokratischen,
internationalen Gewerkschaftsbewegung zu spielen haben. Wir
durften nicht mehr Beteiligte oder Aussenstehende, - voruebergehende sozusagen - nicht blosse Beitragszahler und im besten
Falle passive Teilnehmer sein. In den Augen des Kongresses des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften hatte die amerikanische Gewerkschaftsbewegung schliesslich den hoechsten Grad an
Verantwortlichkeit und Autoritaet im Geltungsbereich der Weltgewerkschaftsbewegung erreicht.
Das lebhafte Interesse und die begeisterte Aufnahme, die
die Rede des Praesidenten der AFL, William Green, fand, gaben
hierfuer den besten Beweis. Seine Erklaerung war in vielen
Beziehungen die umfassendste, uebersichtlichste und positivste
Richtliniengebung der gesamten Versammlung. Ein ins Einzelne
gehender Bericht ueber die wirtschaftliche Lage Amerikas, fuer
die sehr grosses Interesse besteht, war in seinen Ausfuehrungen
enthalten. Greens Worte waren aufrichtig und zuversichtlich.
Er zeigte der Gewerkschaftsbewegung einen Weg zum Fortschritt, in
dem sich nicht fruchtlose Schwaetzereien und sinnverwirrende Phrasen
der toten Vergangenheit als Hindernisse in den Weg stellten. Er
sagte der totalitaeren Tyrannei direkt den Kampf an und zeigte
an Hand eines bestimmten Programms, wie sich die arbeitenden Menschen
aller Laender verhalten muessen, um die Menschheit von der Furcht
vor der Tyrannei, der Armut und dem Kriege und deren schrecklichen
Folgen befreien zu koennen.
Einmuetigkeit statt Einheitlichkeit
Die Verfassung des Internationalen Bundes, Freier Gewerkschaften
und die Festlegung der Grundziele wurden ausfuehrlich besprochen.
Den Problemen der regionalen Organisation und der Beziehungen
zu den internationalen Fachabteilungen wurde besondere Beachtung
geschenkt. Diese Debatten waren von Erfolg gekroent. Die in
Vorschlag gebrachten Resolutionen wurden einstimmig angenommen,
und es herrschte eine echte, tiefverwurzelte Einmuetigkeit. Diese
darf nicht mit der Einheitlichkeit verwechselt werden, die fuer
alle totalitaeren Organisationen und Bewegungen charakteristisch
ist. Natuerlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten. Diese wurden
Jedoch auf wahrhaft demokratische Weise beseitigt. Es war eine
Konvention gl eichgesinnt er Vertreter der freien Gewerkschaften.
Im Gegensatz zu dem Gruendungskongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes vor vier Jahren in der gleichen Halle handelte es
sich hier um einen Kongress der Gewerkschaften und nicht um eine
Ansammlung fremdartiger Elemente mit grundverschiedenen Meinungen,
Ideen und Interessen, die durch den Gang der Ereignisse und durch
machiavellistische Intrigen fuer eine gewisse Zeit zusammengeworfen
waren.
Als zum Beispiel die Sitzung begann, war allgemein bekannt,
dass betraechtliehe Meinungsverschiedenheiten zu der Frage, wo
der Sitz des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften sein
sollte, zu erwarten waren. Unsere Kollegen vom Britischen Gewerkschaftsbund - mit nicht geringer Unterstuetzung seitens anderer
Delegationen - behaupteten nachdruecklich und halsstarrig ihren
Standpunkt. Niemand konnte ihnen widerlegen, dass London wirklich
ein Vfeltzentrum ist. Auch konnte nicht ernsthaft bezweifelt werden,
dass die ilacht und Erfahrung des Britischen Gewerkschaf tsbundes
T.U.C. dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften eine wirkliche Stuetze waeren,- besonders solange diese Organisation noch
in ihren Kinderschuhen steckt.

4 -

�Die amerikanischen Gewerkschaftsverbaende AFL und CIO, die
Delegationen der kanadischen Verbaende und eine ganze Anzahl anderer Delegierter aus anderen Teilen der Welt warfen jedoch ein,
dass die Erfahrungen mit dem alten Internationalen Weltgewerkschaftsbund und besonders mit dem Weltgewerkschaftsbund gelehrt haetten,
dass man vor allem organisatorische oder politikbestimmende Massnahmen vermeiden muesse, die zugunsten von Uachtgeluesten und Beherrschungsbestrebungen grosser Organisationen in der neuen Gewerkschaftsinternationale ausgelegt werden oder auch zu diesen
Uebeln fuehren koennten.
Die Amerikaner hatten erst Paris zum
Hauptquartier vorgeschlagen. Wir wuenschten, dem Weltgewerkschaftsbund in direktem Konflikt die Stirne zu bieten und diese
Fuenfte Kolonne des imperialistischen Russlands zu bekaempfen.
Die endgueltige, einstimmige Wahl Bruessels zum Hauptquartier
befriedigte nicht nur die Amerikaner, sondern insbesondere die
Delegationen der kleineren Laender und Kolonien.
% n e maechtige, repraesentative, internationale Fuehrerschaft
wurde von dem Kongress gewaehlt. Es ist bezeichnend, dass die
durch den letzten Krieg hervorgerufenen Gegenerschaften bei der
Zusammensetzung dieser maechtigen Koerperschaft keine Rolle spielten.
Eine besonders willkommene Entwicklung stellt die Beteiligung der
freien Gewerkschaften aus Afrika und dem Fernen und Mittleren
Osten an der exekutiven Fuehrung dar.
Abschliessend seien die bewegenden Wort wiedergegeben, die
Praesident Green zu.Beendigung der Konferenz an die Versammelten
richtete:
"Wir haben auf diesem historischen Kongress ein Gebauede
errichtet, in dem die Gewerkschaften der ganzen Welt zusammenleben
und zusammenarbeiten koennen, um die Lebensbedingungen aller
Arbeiter der Welt zu verbessern."
International Free Trade Union News
Februar 1950
CIO's "WENDUNG NACH DER RECHTEN";

EIN MAERCHEN

Von Allan L. Swim
Wir veroeffentlichen den nachstehenden Leitartikel
des offiziellen CIO Organs, weil er Einwaende
widerlegt, die auch von deutschen Kommunisten
wiederholt erhoben worden sind.
Die Schriftleitung.

Zweck dieser Abhandlung ist es, mitzuhelfen, das Maerchen
von "einer endgueltigen Wendung des CIO nach der Rechten" zu
widerlegen.
Dieses Maerchen war in der Hitze des Gefechtes und der Verwirrung entstanden, die Begleiterscheinungen des Feldzuges des
CIO zur Saeuberung oder Ausstossung kommunistisch beherrschter
Gewerkschaften waren. Die Kommunisten hatten natuerlich alles
Moegliche zur Verbreitung des Gedankens getan, dass sich der
CIO nicht nur dem Konservativismus zuneige, sondern auch mit der
Reaktion herzliche Freundschaft geschlossen habe, Zeitungsschreiber,
die den CIO gerne weniger aktiv sehen moechten, haben ihrer Be- 5 -

�geisterung freien Lauf gelassen, und von einer "Wendung nach der
Rechten" geschrieben. Diese "Wendung" war ein Frontmachen gegen
den Kommunismus, aber keine Neigung zur Reaktion*
Die einzige, bemerkbare Veraenderung der Politik des CIO
waehrend der vergangenen Jahre besteht darin, dass er seine
Toleranz den Kommunisten gegenueber aufgegeben hat. Und das kam
nur deshalb, weil die Roten versuchten, den CIO den Befehlen
der russischen Regierung gefuegig zu machen - Befehle, die die
Zerstoerung der Vereinigten Staaten zum Ziele hatten. Es war
in der Tat kein Umschwung nach der Rechten, denn die Kommunisten
sind in vielen Beziehungen ebenso reaktionaer wie die "Chikago
Tribüne (Reaktionaere Chikagoer Zeitung). Ueberzeugen wir uns
an Hand von Tatsachen und Berichten, welche Richtung der CIO
bisher eingeschlagen hat. Die Organisation unterstuetzte staerkstens
Praesident Roosevelt und sein New Deal Programm. (Die Kommunisten
waren sowohl fuer als auch gegen Roosevelt, entsprechend der Jeweiligen Einstellung ihrer Partei). Der CIO befuerwortete ausserdem das Fair Deal Programm Praesident Trumans, welches in mancherlei Hinsicht mehr als das New Deal nach der "Linken" neigt.
Im Verlauf des vergangenen Jahres beteiligten sich die
Stahlarbeiter und andere CIO Gewerkschaften massgeblich an dem
Kampf fuer verbesserte soziale Sicherheit. Augenblicklich betaetigt sich die Organisation mit zunehmender Aktivitaet an einem
politischen A^tionsfeldzug, der den Liberalen in den Kongresswahlen dieses Jahr zu mehr Stimmen verhelfen soll« An dem Beschluss des CIO, das verhasste Taft-Hartley Gesetz ausser Kraft
zu setzen, hat sich nicht das Geringste geaendert. Mit gesteigertem Nachdruck setzt sich der CIO fuer eine Verbesserung der b ü r gerlichen Rechte ein. Eine ihrer Hauptaufgaben sieht die Organisation in der Beseitigung der Wohnungsnot durch Foerderung des
Wohnungsbaus fuer Empfaenger niedriger und mittlerer Einkommen
und durch die Fortsetzung der Mietkontrolle. Der Kampf gegen
die wachsende Monopolkontrolle seitens des "Big Business" ist
ununterbrochen weitergefuehrt worden. Die Unternehmer, die mit
CIQ-Ausschuessen Verhandlungen gefuehrt haben, haben erkannt,
dass die Aktivitaet dieser Organisation, die die Kommunisten
faelschlicherweise fuer sich beanspruchen moechten, alles andere
als tot ist.
Wenn die Kommunisten in außenpolitischen Angelegenheiten
die "Linke" vertreten, dann hat sich der CIO der "Rechten" zugewandt. Dies ist Jedoch eine seltsame "Rechte". Der CIO hat
eine Politik verfolgt, deren Ziel die wirtschaftliche Gesundung
der Voelker der Welt und die Errichtung einer wahren Demokratie
in Jedem Lande ist. Er hat sich den totalitaeren Machtgeluesten
und der Idee widersetzt, dass sich das Volk dem Polizeistaat
unterwerfen muesse. Er kaempft gegen die Versuche der Kommunisten
an, die Gewerkschaften zu unterwuerfigen Dienern des Staates zu
machen. Der CIO steht hinter dem Europaeischen Wiederaufbau
Programm und den Plaenen Praesident Trumans zur Versorgung der
"rueckstaendlgen" Nationen mit technischer und anderer Hilfe.
Er hat gegen die Anerkennung Spaniens und die zunehmende Macht
diktatorischer Regimes der aeussersten Rechten Jenseits des
Rio Grande gekaempft.
Um es unverbluemt zu sagen, Geruechte ueber unsere "Wendung
nach der Rechten" sind vollkommener Unsinn. Vielleicht sind
einige nutzlose, linksgerichtete Anhaengsel inzwischen verschwunden. Unsere Organisation wendet nicht die politische Streiklinie
an. Und verantwortungsbewusste CIO Fuehrer werden weder aufruehrische Tumulte inszenieren, noch Gewalt anwenden, um auf diese
- 6 -

�Welse zu demonstrieren, dass das arme Proletariat von den Kapitalisten zertreten wird» Selbstverstaendlich ist der CIO im
Verhaeltnis zu frueher gereifter. Er hat gelernt, dass man sich
keiner Aufgabe entledigt, indem man viel Laerm schlaegt. Aber er
hat deshalb noch lange nicht nach rechts umgeschwenkt. m Sein Platz
ist immer noch links von der Mitte, aber nicht an der aeussersten
Unken. Und das ist wohl der richtige Platz fuer eine Arbeiterorganisation.
"The CIO News"
6. Itaerz 1950
NOCH TMMER KEINE REFORM DES DEUTSCHEN BEAMTENSYSTEMS
Von Joseph Mire, Volkswirtschaftler in der
U.S. Gewerkschaft der Angestellten des
Oeffentlichen Dienstes.
(Nachstehender Artikel handelt von dem deutschen Beam
tentum und seinem Einfluss auf die demokratische
Entwicklung in Deutschland. Der Verfasser ist
Volkswirtschaftler im Dienste der Gewerkschaften.
Frueher war er Berater der Militaerregierung.)

Im Jahre 1935 veroeffentlichte ein gewisser Dr. Hans Globke
in Muenchen einen Kommentar zu den neuen deutschen Rassengesetzen.
"Diese Gesetze", erklaerte Dr. Globke zustimmend, "sind eine
Abkehr von der liberalistischen Idee der Gleichheit der menschlichen Wesen.... Eine Nation kann m r gedeihen, wenn die Fuehrung
ihrer Elite anvertraut ist.... Nur diejenigen, die deutschen
Blutes sind, koennen Buerger sein." Fuer die ungluecklichen
Opfer der deutschen Rassengesetzgebung fand Dr. Globke die folgenden, trostreichen Worte: "Sie haetten in der Wahl ihrer
Eltern vorsichtiger sein solleni"
Heute ist dieser gleiche Dr. Globke Leiter des Personalamtes der westdeutschen Regierung und Verfasser des neuen deutschen
Beamtengesetzes, mit dem sich nun das deutsche Parlament beschaeftigt. öas neue Gesetz und sein Verfasser beweisen, dass es uns
nicht gelungen ist, das deutsche Beamtensystem zu reformieren
und es von Nazi Anhaengern wirksam zu saeubern.

Das deutsche Beamtentum war schon immer ein Traeger der
Reaktion. Es diente der Monarchie und ungeachtet dessen, dass es
ein Nebenprodukt des autoritaeren Staates ist, blieb es fast ohne
Aenderung unter der Weimarer Republik und dem Naziregime bestehen.
Mit grossen Privilegien ausgestattet, wie Anstellung auf Lebensdauer, unkuendbar selbst bei offensichtlicher und totaler Unfaehigkeit, automatische Befoerderung ohne Ruecksicht auf Dienst Verrichtung, entwickelte sich das Beamtentum zu einem Kastensystem,
unter dem die Bediensteten des Staates eher Herren als Diener
des Volkes waren.
Ihre bevorrechtigte Stellung wurde noch gestaerkt durch
ihren Einfluss in den gesetzgebenden Koerperschaften und in allen
starken, politischen Parteien Deutschlands. (In einigen deutschen
Staaten setzen sich die gesetzegebenden Organe zu 45 bis 50£ aus
Beamten zusammen.)
- 7 -

�Zur Kroenung all dessen gewaehrt das deutsche Strafgesetzbuch den Beamten einen besonderen Schutz gegen Beleidigungen.
Es ist schon eine Sache in Deutschland, jemanden zu beleidigen,
aber weit schwerwiegender ist das Vergehen, wenn sich diese Beleidigung gegen einen Beamten richtet. Es herrscht eine kaum
ertraegliche Atmosphaere, die sich die Beamten voll und ganz
zunutze machen, und aus der heraus die allgemein verbreitete
Furcht und Scheu zu verstehen ist, die das Verhaeltnis zwischen
den gewoehnlichen Buergern und den Beamten in Deutschland beherrscht.
Genau so wie der deutsche Militarismus und die preussischen
Junker bildeten auch die Beamten einen wesentlichen Bestandteil
derjenigen Kraefte in Deutschland, die zweimal in einer Generation
den Weltfrieden gestoert haben. Die amerikanische Militaerregierung war sich dessen voll bewusst. Sie wusste, dass ohne eine
gruendliche Reform der oeffentlichen Verwaltung in Deutschland ein
wahrhaft demokratischer Gesellschaftsaufbau unmoeglich sei.
Die meisten Beobachter sind sich darueber einig, dass der
Durchschnittsdeutsche die Meinung der Militaerregierung teilte
und fuer die Beamten nur wenig Sympathie hatte« Leider versaeuraten wir, schnell und durchgreifend zu handeln. Jahrelang warteten
wir geduldig auf einen annehmbaren Reformplan der Deutschen selbst.
Da sie jedoch dieses. Problem nicht in allgemeinen, gegenseitigem
Einvernehmen loesen konnten, wurde von uns schliesslich das
Kontrollratsgesetz Nr. 15 erlassen, das dazu bestimmt war, das
deutsche Beanitensystem von Grund auf zu aendern. Dies geschah
jedoch erst am 15. Maerz 1949.
Die Reaktionen auf dieses Gesetz waren in Deutschland verschieden. Diejenigen, die eine wirkliche Reform wuenschten, waren
der Ansicht, dass man in diesem Gesetz nicht weit genug gegangen
war, waehrend die Beamten selbst aufatmend feststellten, dass man
nicht so weit gegangen war, wie sie befuerchtet hatten. Das Gesetz stellte einen Schritt in der richtigen Richtung dar, leider
war dieser Schritt jedoch zu klein und kam zu spaet. Im Sommer
1949 hatte sich das politische Klima in Deutschland derartig geaendert, dass die Beamten es sich leisten konnten, das Gesetz zu
ignorieren und es zu uebergehen.
#• * ; # v # #

Seit dem Bestehen der neuen deutschen Regierung hat der
Innenminister Dr. Heinemann den auf sehr zweifelhafter Rechtsgrundlage basierenden Standpunkt vertreten, das Gesetz Nr. 15
sei auf die Beamten der neuen deutschen Bundesverwaltung nicht
anwendbar. Der gesetzliche Gesichtspunkt spielt keine Rolle, denn
es ist unbestreitbar wahr, dass das neue deutsche Parlament die
volle Befugnis hat, ein neues Beamtengesetz zu erlassen.
Und das tut man gerade jetzt in Deutschland, und alles laesst
darauf schliessen, dass in Kuerze der Beamte seine fuehrende Machtstellung wiedergewonnen haben wird. Das zur Zeit in Bearbeitung
befindliche Gesetz - von Dr. Globke entworfen - ist ein Duplikat
des von Hitler im Jahre 1937 erlassenen Gesetzes, in welches die
wesentlichen autoritaeren Bestandteile des Beamtengesetzes von
1873 aufgenommen worden waren.
Es liegt nun klar auf der Hand, dass wir eines unserer Hauptziele in Deutschland verfehlt und den verhaengnisvollen Fehler
der Weimarer Republik wiederholt haben, die es ebenfalls, zu ihrem
eigenen Verhaengnis, versaeumt hatte, die oeffentliche Verwaltung
in Deutschland zuverlaessigen Freunden und Anhaengern demokratischer
Ideen und Prinzipien in die Haende zu geben.
- 8

�Die Situation koennte vielleicht noch durch Anwendung der
von der Militaerregierung in Deutschland sich vorbehaltenen
Rechte gerettet werden, wenn sich unsere politischen und militaerischen Fuehrer zum Handeln entschliessen wuerden. Die Zeit
draengt Jedoch sehr in Deutschland.
"ADA Uorld"
Herausgegeben von Amerikanern
fuer Demokratische Aktion.
(Americans for Democratic Action)
20. Maerz 1950
ECA FOERDERT BERUFSAUSBILDUNG IN EUROPA
Die Berufsausbildung Junger Maenner und Frauen ist fuer die
Wiederbelebung der europaeischen Industrien von wesentlicher
Bedeutung. Die Regierungen der ularshall Plan Laender und die
Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit ECA arbeiten gemeinsam an der Ausbildung Junger Menschen in jedem Sektor der
Industrie und Landwirtschaft.
Das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten hat sich
ebenfalls durch sein Buero fuer Lehrlingswesen an diesem Programm
beteiligt. Sechs Griechen studieren zwei Monate lang Lehrlingsausbildungsmethoden in den Vereinigten Staaten. Ihre Reise und
Schulung wird von diesem Buero organisiert.
Die griechische Regierung und die ECA haben in gemeinsamer
Zusammenarbeit Berufsschulen in den wichtigsten Industriezentren
Griechenlands eingerichtet. In Athen gibt es sieben Berufsschulen,
in denen eine vierjaehrige Ausbildung fuer hochqualifizierte
Mechaniker und Ingenieure vorgesehen ist. In der Berufsschule
von Sevitanedios werden 120 Schueler in zweijaehrigen Kursen
praktisch und theoretisch fuer 40 verschiedene Berufe ausgebildet. In Amerika hergestellte Maschinen und 'Werkzeuge im Werte
von etwa 30.000 Dollar sind diesen Schulen zur Verfuegung gestellt
worden. Die Automobilabteilung liefert im Durchschnitt pro Tag
einen Autobus und ist mit 57# an der Wiedererstellung der griechischen Autobusparks beteiligt. Aus anderen Abteilungen kommen
erstklassige Nieter, Maler und Elektriker.
Traktoren, Pfluege und Erntemaschinen werden im Rahmen des
Marshall Planes nach der Tuerkei geschickt, um die landwirtschaftliche Produktion in diesem Lande zu erhoehen. Die tuerkische
Regierung bildet Junge Leute zwischen 19 und 26 Jahren zu Mechanikern fuer landwirtschaftliche Maschinen aus. Sechzig beendeten
den ersten dieser Lehrgaenge erfolgreich, und an dem zweiten Lehrgang nehmen 92 Schueler teil. Bevorzugt werden Jugendliche von
Bauernhoefen, die mit modernen Maschinen ausgeruestet werden sollen,
oder die dieselben bereits besitzen; ausserdem solche, die ihr
Talent in motorisierten militaerischen Einheiten unter Beweis
gestellt haben*
In Daenemark arbeitet die Gewerkschaft der Metallarbeiter
an einem Berufsausbildungsprogramm fuer ungelernte Arbeiter, um
im Rahmen der nationalen Wiederaufbaubestrebungen dem Mangel an
Facharbeitern zu begegnen. Die 50.000 Mitglieder zaehlende
Gewertechaft hat alle noetigen Vorsichtsmnssnahmen zum Schutze der
gelernten Handwerker getroffen. Der Praesident dieser Gewerkschaft, Hans Rasmussen, erklaerte: "Grundsaetzlich vertreten wir
die Ansicht und haben dies auch in den getroffenen Vereinbarungen
- 9 -

�geltend zu machen versucht, dass ein ungelernter Arbeiter, der
eine Fachkenntnisse erfordernde Beschaeftigung ausuebt, auch
nach dem fuer diesen Fachberuf gueltigen Tarif bezahlt werden
muss. Zweitens haben wir darauf bestanden, dass ein gelernter
Arbeiter, der an einen anderen Arbeitsplatz ueberwiesen wird,
weil seine Arbeit von einem ungelernten Arbeiter verrichtet
wird, den gleichen Lohn wie frueher erhalten muss. Ausserdem
ist in den meisten Faellen vereinbart worden, bei Arbeitsmangel die gelernten Arbeiter zuerst mit Beschaeftigung zu
versorgen."
Durch dieses Programm sind bereits 3.000 zusaetzliche
Arbeiter fachlich geschult worden, die von einem Schiffsbauunternehmen benoetigt werden, damit es die ihm gesteckten Ziele
in der Produktion erreichen kann.
In den Ausbesserungswerften von Triest werden zur Zeit
Fischereifahrzeuge gebaut. Zur Bemannung dieser Schiffe hat
die Fischergenossenschaft mit der Hilfe des Marshall Planes,
deren Wert sich auf 600.000 Dollar belaeuft, eine Fischereischule errichtet. Die Schule wird von 50 Studenten besucht,
die in Geographie, Navigation, Technik und Meeresbiologie
unterrichtet werden. Ausserdem lernen sie, wie man Netze herstellt und aisbessert und werden mit allen praktischen Fragen
der Hochseefischerei vertraut gemacht.
Oesterreichische Jungen und Maedchen werden, in Jungbauernklubs zusammengefasst. Dort hoeren sie von den modernen Methoden der Gross- und Kleinviehzucht, und wie man besser und
mehr Wqizen, Roggen, Gerste, Mais, Kartoffeln und Zuckerrueben
erzeugt. Die Maedchen lernen Hausarbeit, das Naehen von
Kleidern und Konservieren von Fleisch, Gemuese und Fruechten.
Die Lehrkraefte dieser Klubs sind oesterreichische Experten
der Landwirtschaft.
Labor Information Bulletin
US Arbeitsministerium
Maerz 1950

EIN WELTPLAN ZUR VERHUETUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT
Von Mac R. Johnson
Washington—(Amerika Dienst)— Fuenf hervorragende
Volkswirtschaftler haben einen Mobilisierungsplan ausgearbeitet, der zur Anwendung kommen soll, sobald eine steigende
Arbeitslosigkeit das Herannahen einer Wirtschaftsdepression
ankuendigt; dieser Plan ist zur Beratung durch den Wirtschaftsund Sozialrat der Vereinten Nationen bestimmt.
Ber Bericht, der den Titel "Nationale und Internationale
Massnahmen fuer Vollbeschaeftigung" traegt, wurde auf Veranlassung des Generalsekretaers der Vereinten Nationen, Trygve
Lie, von unabhaengigen Fachleuten verfasst.

- 10 -

�Die Initiatoren des Planes sind: Prof. John Maurice Clark
von der Columbia-Universitaet, Prof. Arthur Smithies von der
Harvard-Universitaet, Nicholas Kaldor von King's College,
Cambridge, Pierre Uri vom Commissariat General du Plan, Paris,
und E. Renald Walker vom australischen Aussenministerium, der
den Vorsitz fuehrte.
Bach diesem Programm sollen sich die teilnehmenden Regierungen verpflichten, im voraus festzustellen, was sie zu
tun gedenken, wenn der Beschaeftigungsgrad unter eine bestimmte
Hoehe sinkt. Diese geplanten Massnahmen muessten durch entsprechende Gesetze vorbereitet und geeignet sein, die Nachfrage nach Guetern zu steigern. (z.B. Steuerermaessigungen).
Eine Voraussetzung sei allerdings die Bekaempfung der
Dollarknappheit an ihren Wurzeln, und zwar nicht nur in
Europa, sondern auf weltumfassender Grundlage.
Als nationale Massnahmen werden empfohlen:
1.

Die Feststellung eines Ausmasses von Mindestbeschaeftigung, das erreicht werden soll.

2.

Die Bekanntgabe eines Gesamtplanes fuer die Erreichung
der Vollbeschaeftigung.

3*

Die Bekanntgabe zusaetzlicher Massnahmen fuer den
.Fall, dass dieses Ziel nicht erreicht wird. «

4. Die Bekanntgabe der Plaene fuer die Stabilisierung
der Preise.
5.

Die Schaffung der notwendigen legislativen und administrativen Voraussetzungen fuer die Durchfuehrung.

Als Internationale Massnahmen werden vorgeschlagen:
1.

Ein Programm zur Beseitigung der gegenwaertigen
strukturellen Gleichgewichtsstoerung im Welthandel.

2.

Die Schaffung eines staendigen Zuflusses von Investitionskapital in wirtschaftlichen zurueckgebliebene
Gebiete, hauptsaechlich durch die Welthank.

3.

Ein Plan, nach dem die Ausbreitung internationaler
Wirkungen einer deflationistischen Politik mit Hilfe
des Internationalen Waehrungsfonds verhindert werden
kann.

In einer zusaetzlichen Erklaerung schrieb Prof. Clark:
Wir uebernehmen wahrscheinlich ein grosses Risiko, wenn
wir durch staatliche Finanzpolitik zu viel erreichen wollen.
Wir laufen aber ein ebenso grosses Risiko, wenn wir fuer die
Stabilisierung des Einkommens und des Beschaeftigungsgrades
auf einem hohen Niveau zu wenig tun.
Die Vereinigten Staaten koennten wohl geneigt sein, ein
gewisses Mass von Unregelmaessigkeit auf sich zu nehmen und
sich bei der Ueberbrueckung der Arbeitslosigkeit auf ihr

- 11 -

�SozlalversicherungsSystem zu verlassen. Als gute Weltbuerger
aber duerfen wir mit Ruecksicht auf die Wirkungen, die eventuelle Veraenderungen in unserer Wirtschaft auf andere Laender
ausueben, solche Fragen nicht entscheiden, als ob es sich nur
um uns selbst handelte.
Die Weltlage legt vielmehr den industriell fuehrenden
Laendern die Verpflichtung auf, mehr zu tun, als sie es vielleicht auf Grund von nur innerpolitischen Erwaegungen moechten.
Diese Ueberlegung soll uns davon abhalten, zu wenig zu
tun, und uns veranlassen, lieber das Risiko zu uebernehmen,
bisher noch nicht genuegend erprobte Wege der Finanzpolitik
zu beschreiten. In diesem Sinne unterschreibe ich den Bericht.
"Amerika Dienst" - Arbeit
14. Llaerz 1950

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

OFFICIAL

- 12 -

UGOS t n ; 1 4 1 April SO 1' s.

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Ottice of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission fflr Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 7

Frankfurt, 2 1 . April 1950
INHALTSVERZ

EICHNIS

Dubinsky prphezeit schweren Kampf gegen den r o t e n
Weltgewerkschaftsbund - - - - - - - - - - - - - —
Warum b l e i b t Hlstadrut Im kommunistischen Weltgewerkschaftsbund - - - - - - - - - - - - - - - - Walter Reuther - - - - - - - - - - - - - - - - - F e r n u n t e r r i c h t durch die Gewerkschaften - - - - - Ein Kommunist schwenkt u m - —
- - - - - - - - - - 1

1
8
4
7
1

DUBINSKY PROPHEZEIT SCHWEREN KAMPF GEGEN DEN ROTEN WELTGEWERKSCHAFTSBUND
Von dem New Yorker Korrespondenten des Nachrichtendienstes der AFL, Arnold Beichmann.
(New York)— David Dubinsky, der Praesident der I n t e r n a t i o n a l e n Bekleidungarbeiter Hewerkschaft (AFL), i s t der Auffassung, dass der "vor kurzem gegruendete I n t e r n a t i o n a l e Bund
F r e i e r Gewerkschaften eine kategorische Abkehr von dem Maerchen
d a r s t e l l e , der sowjetische T o t a l i t ä r Ismus s e i eine f o r t s c h r i t t l i c h e Idee, oder das kommunistische System b i e t e irgendeine
Moeglichkeit, die I n t e r e s s e n der i n t e r n a t i o n a l e n Arbeiterklasse
zu foerdern."
Dubinsky, der Mitglied der AFL Delegation war, die den
neuen I n t e r n a t i o n a l e n Bund F r e i e r Gewerkschaften o r g a n i s i e r e n
half, schrieb i n der Aprilausgabe der v i e r t e l , ) a e h r l i c h e r s c h e i nenden e i n f l u s s r e i c h e n Veroeffentlichung, "Foreign A f f a i r s " :
" D e l e g i e r t e , d i e 50.000.000 Arbeiter in mehr a l s 50 v e r schiedenen Laendern v e r t r e t e n , haben nun den Bolschewismus a l s
den Erbfeind der Arbeiterschaft gebrandmarkt. Damit moegen s i e
dem Vorwand e i n Ende b e r e i t e t haben, u n t e r dem der Bolschewismus
mehrere Jahrzehnte lang die meisten seiner Erfolge errungen hat •
naemlich, dass er e i n Freund der Arbeiter der Welt s e i . "

- 1 -

�Der Chef der Internationalen Damenbekleidungsarbeiter
Gewerkschaft wandte sich gegen Franco Spanien, indem er
erklaerte, "die freien Gewerkschaften der ganzen Welt seien
der Ansicht, dass sich Nazismus, Faschismus, Falangistentum
und Kommunismus im wesentlichen gleich seien", und er versicherte, dass "eine unentschlossene Haltung, wie sie kuerzlich von unserem Aussenministerium Franco Spanien gegenueber
an den Tag gelegt worden sei, unter der Arbeiterschaft Europas
und Asiens schwerwiegende Missverstaendnlsse der von Amerika
verfolgten Ziele ausloesen koennten."
Dubinsky wies warnend auf die Gefahr bin, dass der Kampf
zwischen der freien Gewerkschaftsbewegung und dem sowjetischen
Weltgewerkschaftsbund" an Heftigkeit und Erbitterung zunehmen
muesse."
"Beide Organisationen sind in einen Kampf um den hoechsten
Bes itz der Welt verwickelt - um die Herzen und Seelen von Millionen von arbeitenden Menschen in vielen Laendern der Welt.
Moskau koennte dem Rest der Welt nicht den totalitaeren Kommunismus aufzwingen, ohne erst die noch bestehenden freien Gewerkschafts Organisationen an die Kette zu legen,"
"Damit waere der Untergang des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften besiegelt, der nun das Herz und den
Kopf der internationalen demokratischen Gewerkschaften bildet.
Die neue Internationale ist sich der schwerwiegenden Bedeutung
dieser Bedrohung voll und ganz bewusst. Das Ringen ist besonders
schwer, da es dem Weltgewerkschaftsbund erlaubt ist , gegen die
freien Gewerkschaften in den demokratischen Laendern zu operieren,
wahrend dem Internationalen Bund Freier GewerkscKaften die
Strasse zu allen Laendern hinter dem Eisernen Vorhang versperrt
ist."
Mr. Dubinsky fuegte hinzu, dass der Weltgewerkschaftsbund
in Italien, Frankreich und einigen Teilen Asiens und Afrikas
noch starke Positionen halte, die die Kommunisten "waehrend
der vier Jahre eroberten, in denen ihre Verbindung mit den
freien Gewerkschaften sie mit dem Mantel der Redlichkeit umgab."
Weekly News Service der AEL
28. M&amp;rz 1950
WARUM BLEIBT HISTADRUT IM KOMMUNISTISCHEN WELTGEWERKSCHAFTSBUND?
Chikago — Der Finanzsekretaer der AFL, George Meany, erklaerte, dass die amerikanischen Freunde des israelitischen
Gewerkschaftsbundes "Histadrut" geradezu verbluefft seien, dass
diese Arbeiterorganisation immer noch Mitglied des kommunistisch
beherrschten Weltgewerkschaftsbundes aei, atatt dem neuen
antikommunistischen Internationalen Bund Freier Gewerkschaften
anzugehoeren.
Mr. Meany sprach anlaesslich eines Essens, das von der
Gewerkschaftsabteilung des israelitischen Histadrut in Chikago
gegeben wurde, ueber die seit langem bestehende]Freundschaft
und tatkraeftige Unterstuetzung seitens der AFL fuer Israel
und Histadrut.

- 8 -

�• Jedoch," so fuehrte er aus, "ist Hlstadrut von allen
nationalen Gewerkschaftszentren das einzige, welches seine
Mitgliedschaft In dem von den Kommunisten kontrollierten Weltgewerkschaftsbund aufrechterhaelt."
Mr. Meany sagtet
"Ich habe Verstaendnis fuer die Probleme des neuen Staates
Israel und des Gewerkschaftsbundes Hlstadrut, der eine so bedeutende Rolle in diesem Lande spielt« Ich weiss, dass die
Juedischen Gewerkschaftler Israels um das Los ihrer Brueder sehr
besorgt sind, die sich hinter dem Eisernen Vorhang befinden und
von den Russen als Geiseln zurueckgehalten werden. Wir geben
zu, dass die neue Republik, die noch keine zwei Jahre alt und
von feindlichen Nachbarn umringt ist, vor schweren Problemen
steht. Wir koennen und wollen all dies verstehen.
"Waehrend wir jedoch diesen Problemen die ihnen gebuehrende
Bedeutung zumessen, koennen wir nicht verstehen, dass sich Hlstadrut zu der Ausbreitung der Sklavenarbelt auch in anderen
Laendern als der modernen Heimat der Sklaverei, dem kommunistischen Russland, schweigend oder neutral verhaelt.
"Wir koennen nicht verstehen, wie Hlstadrut der Methode des
Kreml zur Vernichtung der Menschen schwelgend mitzusehen kann.
Auch koennen wir nicht verstehen, dass Hlstadrut neutral bleibt,
wenn das kommunistische Russland Juedischen Arbeltern die Einwanderung nach Israel verweigert, obwohl es deren Wunsch und
gutes Recht ist.
"Schliesslich fragen wir uns: Wie kann Hlstadrut moegllcherweise neutral sein, wenn die Juden In Sowjetrussland
zur Zelt aktiven und brutalen Verfolgungen ausgesetzt sind?"
"Hlstadrut ist eine demokratische, freie Gewerkschaftsbewegung," sagte Mr. Meany. "Sie hegt weder fuer den Kommunismus
noch fÜBr eine andere Form des Totalitarlsmus Sympathien* Auch
ist sie kein Werkzeug der kommunistischen Partei. Deshalb lat
•s seltsam, unvereinbar und - seien wir ehrlich - befremdend,
wenn wir sehen, wie Hlstadrut versucht, in dem Ringen zwischen
dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften und dem Satelliten des Kreml, dem Weltgewerkschaftsbund, eine neutrale Stellung
einzunehmen.
"Ich habe ausfuehrlich und offen ueber diese Frage gesprochen.
Wir bewundern Hlstadrut und versagen ihm nicht unsere Anerkennung
fuer seine heroischen Leistungen im Laufe der vergangenen 30 Jahre.
Wir moechten ihm auch in Zukunft unsere Achtung und Freundschaft
bewahren.
"Als Freund Israels und seines Gewerkschaftsbundes Hlstadrut
bin ich gewiss, dass die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in
ihren Hoffnungen nicht getaeuscht werden wird, die demokratische
Gewerkschaftsbewegung Israels bald an ihrem Platze in der freien
Gewerkschaftsbewegung der Welt zu sehen - dem Vorkaempfer einer
friedlichen, freiheitsliebenden Menschheit.
"Hlstadrut gehoert zu dem Internationalen Bund Freier
Gewerkschaften, und seine Mitarbeit in dieser Organisation ist
unerlaesslich."
Weekly News Service der AFL
28. Maerz 1950
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�WALT gl REUTHER
Walter Reuther stammt aus einer Familie von Gewerkschaftlern, und die Berufung zu organisieren liegt Ihm Im Blut.
Aber er musste kaempfen, — mit Worten, Ideen und Faeusten —
um sich seinen Weg an die Spitze einer der groessten Gewerkschaften der Welt zu bahnen -- der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas, Zweimal musste er wegen gewerkschaftlicher
Betaetigung seinen Arbeitsplatz verlassen; mehrere Male wurde
er schwer misshandelt und einmal waere er beinahe einem
Mordanschlag zum Opfer gefallen. Selbst seine Ausbildung
musste sich Reut her er kaempfen« Mit 15 Jahren war er gezwungen
zu arbeiten; trotzdem beendete er die hoehere Schule und besuchte drei Jahre lang die Unlversitaet, waehrend er in einer
Automobilfabrik in Detroit arbeitete. Spaeter sollte er mit
Tatsatehen und Zahlen kaempfen, um seine Gewerkschaft vor dem
Untergang zu bewahren.
Aber immer wieder hatte er das Beduerfnis zu organisieren.
Als Reuther noch dabei war, die Tausende der schlecht
bezahlten Automobilarbeiter In Detroit zu organisieren, wurde
er einmal von den Unternehmern gebeten, einen Streik zu beenden,
durch den die Montageabteilung lahmgelegt war. Reut her begab
sich in diese Fabrik, versammelte die Arbeiter um sich und
begann, ihnen eine Gewerkschaftsrede zu halten. "Hoeren Sie",
unterbrach ihn der Sprecher der Betriebsleitung, "Sie sind
hierher gerufen worden, um den Streik zu beenden und nicht
eine Gewerkschaft zu organisieren."
Gelassen ueberging Reuther diese Unterbrechung.
"Ich versuche, sie wieder an die Arbeit zu bringen,"
sagte er. "Aber zuerst muss ich sie organisieren."
Reuther wurde am 1. September 1907 in Wheeling, (West
Virginia), dem Herzen der amerikanischen Stahl- und Kohlenindustrie«, geboren. Sein Vater war bereits Gewerkschaftler. Mit
33 Jahren wurde Valentine Reuther Praesident des Berufs- und
Arbeiterverbandes von Ohio. Sein Bruder, Victor Reuther,
ist Leiter der Abteilung fuer Ausbildung in der Gewerkschaft
der Verinigten Automobilarbeiter von Amerika. Reuther selbst
arbeitet In derselben Richtung weiter. Im Jahre 1936 heiratete
er ein Maedchen namens May Wolf, die ebenfalls Gewerkschaftlerin
ist und mit ihm schon in den fruehesten Tagen seiner Gewerkschaftslaufbahn zusammengearbeitet hatte.
Mit 15 Jahren verliess Reuther die hoehere Schule und
lernte Werkzeug- und Schnittmacher in seiner Geburtsstadt.
Fast zur gleichen Zeit begann er, die Arbeiter im Protest gegen
die Sonn- und Feiertagsarbeit zu organisieren. Dieses erste
Experiment gewerkschaftlicher Taetlgkeit beendete seine Laufbahn in Wheeling. Er wurde entlassen. Daraufhin ging der
entschlossene junge Gewerkschaftler nach Detroit, dem Zentrum
der Automobilindustrie Amerikas. Dort arbeitete er erfolgreich
sechs Jahre lang bei "General Motors", in verschiedenen Werkzeugfabrlken und schliesslich bei Ford. Abends ging er zur
Schule.
Aber selbst waehrend seiner Schulzeit vennachlaesslgte
Reuther nicht seine erste Liebe - die Gewerkschaft. Er schuf
den "Club fuer Soziale Probleme"; dann schulte er seine Mitglieder im Gewerkschaftswesen an Hand von praktischen Beispielan
Bei Streiks zum Beispiel setzte er sie als Streikposten ein.
- 4 -

�Inzwischen war Reuther ein erfahrener Techniker geworden
und wurde In der Werkzeugmacherel der Ford Werke als Vorarbeiter eingesetzt. Aber noch einmal wurde seine Laufbahn als
Arbeiter auf Grund seiner gewerkschaftlichen laetlgkelt unterbrochen. 1938 wurde er wegen Versuchs, die Arbeiter zu organisieren, erneut entlassen.
Daraufhin entschloss sich Reuther, sich mehr praktische
Erfahrung in der Gewerkschaftsarbelt anzueignen. Mit seinem
Bruder Victor unternahm er eine Reise per Rad durch Europa
und Asien. Die beiden Brueder arbeiteten In allen moeglichen
Unternehmen, beobachteten die Arbeltswelse In Auto- und Maschinenfabriken und befassten sich eingehend mit den Gewerkschaftsbewegungen In England, Deutschland, Russland, Zentralasien, China
und Japan — ihre Reise Ist In gewisser Beziehung mit den heutigen
Studienreisen der BCA zu vergleichen.
Drei Jahre spaeter kehrte er nach Detroit zurueck, um seine
Kenntnisse In die Tat umzusetzen. Zusammen mit anderen Arbeltern, die versuchten, die Automobilarbeiter zu organisieren,
gruendete er Im Westen von Detroit eine Lokalgewerkschaft und
machte sich an die Arbelt. Innerhalb eines Jahres hatte er
30.000 Arbeiter In seiner damals beruehmten Lokalgewerkschaft 174
organisiert.
Ausserdem spielte Reuther eine aktive Rolle bei der
Organisierung der Arbeiter der Radfabrik Kelsey-Hayes. Als
sich die Betriebsleitung dieses Unternehmens weigerte, den
Forderungen der Gewerkschaften stattzugeben, setzten sich die
Arbeiter an Ihren Arbeltsplaetzen nieder und weigerten sich zu
arbeiten oder sich von der Stelle zu ruehren. Zehn Tage lang
streikten sie und wurden von Ihren Frauen und Gewerkschaftskollegen verpflegt» Die Unternehmer waren machtlos» Schliesslich kapitulierten sie und erklaerten sich damit einverstanden,
die Gewerkschaft anzuerkennen und Maennern und Frauen einen
Anfangstarif von 75 i pro Stunde zu zahlen. Dies waren zu
jener Zelt die besten Loehne, die In der Industrie gezahlt wurden.
1936 wurde Reuther In den Internationalen Exekutivausschuss
der jungen Gewerkschaft der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas
gewaehlt. Im folgenden Jahre stand er Im Mittelpunkt der Handlung,
als es galt, die Arbeiter von Ford zu organisieren. Ford war
die letzte Hochburg der nlchtorganlslerten Automobilfabriken.
(Zu jener Zelt hatte die Gewerkschaft bereits Vertraege mit den
beiden anderen zwei der drei grossen Automobilunternehmen abgeschlossen - den "General Motors* und "Chrysler" und ausserdem
mit den meisten der kleineren Automobilfabriken.) Indem er half,
auch Ford zu organisieren, machte Reuther Geschichte fuer die
Gewerkschaften. Er veranstaltete die erste Gewerls chaftsSendung,
die je von einem Flugzeug aus gegeben werden sollte. Er ueberflog die Fabrik "Ford River Rouge" In Dearborn, In der Naehe
von Detroit. Ausserdem hatte er die Aufgabe, eine Flugschrift
seiner Gewerkschaft In diesem Werk zu verteilen. Dabei wurden
er und mehrere andere Gewerkschaftler von der Werkspolizei misshandelt.
Ein Jahr spaeter wurde er nochmals von Maennern verpruegelt,
die waehrend einer Geburtstagsfeier In sein Haus eingedrungen
waren.

�Reuther wollte Jedoch den Frieden und keine Gewalttaetigkelten. 1939 wurde er zum Leiter der Gewerkschaft Innerhalb
der General Motors ernannt. In dieser Stellung arbeitete er
mit seinem Personal an der Loesung der Arbeltsprobleme von etwa
300,000 Arbeltern In 100 verschiedenen Werken dieses Unternehmens.
Waehrend dieser Zelt herrschten in den Werken der "General Motors"
die besten und friedlichsten Beziehungen zwischen Arbeitnehmern
und Arbeitgebern in der Industrie. Reuther gelang es, die
"General Motors" zu veranlassen, einen unparteiischen Schiedsrichter zur Beilegung nichtwirtschaftlicher Streitigkeiten einzusetzen, die zwischen den Arbeitern und ihren Unternehmern
aufkommen koennen. Dieses Schiedsrichtersystem wurde spaeter
in viele andere Gewerkschaftsvertraega uebernommen und half mit,
Frieden in die von Streitigkeiten erschuetterte Industrie zu
bringen.
Obwohl jedoch Reuther den Frieden suchte, konnte er ihn
niemals finden. Zwei politische Kaempfe standen ihm noch bevor,
die er fast nicht bestanden haette. Es war ein erbitterter
Kampf Innerhalb der Gewerkschaft, ein lange andauernder Streik
nach dem Kriege. Ausserdem haette Reuther beinahe seinen Arm
verloren, als man einen Mordanschlag auf ihn veruebte.
Auch gegen Ende des Krieges sah Reuther die Dinge mit den
richtigen Augen und stellte seine Umsicht unter Beweis. Lange
vor dem Waffenstillstand hatte er die wirtschaftlichen Probleme
studiert, die sich fuer Amerika nach dem Kriege vermutlich
ergeben wuerden. Er schlug die Bildung eines Ausschusses fuer
FriedensproduktIon vor, der die amerikanische Wirtschaft waehrend
dieser schweren Zeit leiten sollte, und forderte die Umstellung
der staatseigenen Ruestungsbetriebe auf die Massenproduktion
von Wohnungsbau- und rollendem Eisenbahnmaterial. Dieser Plan
wurde jedoch nicht ausgefuehrt. Viele Gewerkschaftsfuehrer
sind der Ansicht, dass mit diesem vorgeschlagenen Programm ein
grosser Teil der Wohnungsprobleme haette geloest werden koennen,
denen sich Amerika nach dem Kriege gegenuebersah.
Gegen Ende des Jahres 1945 hatten die Automobilarbeiter
einen weiteren Kampf zu bestehen. Die Kaufkraft der Arbeiter
in den Industrien der Massenproduktion sank erheblich, well
die waehrend des Krieges gezahlten Praemien wegfielen und die
Tarife im allgemeinen als Folge des Einsteilens der Kriegsproduktion zurueckgingen. Walter Reuther und die Arbeiter von
"General Motors" nahmen diese grosse Aufgabe in Angriff, die
sich ihnen als erste nach dem Kriege bot. Reuther arbeitete mit
seinen Kollegen der Automobilarbeiter Gewerkschaft eine gründliche wirtschaftliche Analyse aus, die zeigte, dass die "General
Motors" In der Lage waren, hoehere Loehne aus ihren hohen Gewinnen
zu zahlen, ohne die Preise steigern zu muessen. Sie erboten sich,
ihre Forderungen herabzuschrauben, wenn die Gesellschaft ihre
Buecher zur Einsichtnahme zur Verfuegung stellen und den Beweis
liefern wuerde, dass sie nicht In der Lage ist, die Forderungen
der Gewerkschaft zu erfiueilen.
Die Gesellschaft lehnte diesen Vorschlag ab, und es kam
zu einem 113-taegigen Streik, der den Mittelpunkt eines nationalen,
politischen Problems und eines inneren Gewerkschaftskämpfes zwischen den Anhaengern Reuthers und der sogenannten linken Fraktion
der Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas bildete , die in
Wirklichkeit eine Kombination von konservativen Funktionaeren
und Kommunisten war; die Letzteren waren dabei tonangebend. Obwohl ein vom Praesidenten eingesetzter Untersuchungsausschuss

�festgestellt hatte, dass die "General Motors" den Stundenlohn
um 19$£ erhoehen koennten, ohne die Automobilpreise steigern
zu muessen, weigerte sich die Gesellschaft, auf diese Bedingungen
einzugehen. Schliesslich gewaehrten sie doch eine Stundenlohnerhoehung von 18£#, weigerten sich jedoch, die Preise auf dem
gleichen Niveau zu halten.
Die Beilegung des Streiks in den Werken der "General Motors"
fuehrte zu aehnllchen Lohnerhoehungen in. anderen Zweigen der
Schwerindustrie, wodurch viele amerikanische Arbeiter in der
Lage waren, ihren Lebensstandard trotz der vermehrten Lebenshaltungskosten beizubehalten. Der Linksfraktion der Vereinigten
Automobilarbeiter Amerikas gelang es nicht, den Streik zuungusten
Reuthers zu wenden, der im Fruehjahr 1946 zum Praesidenten der
Gewerkschaft gewaehlt wurde. Die Laufbahn der Kommunisten in
den Vereinigten Automobilarbeiter Amerikas fand auf der Konvention
von 1947 ihr Ende, auf der Reuther und seine Anhaenger die Kontrolle ueber die Gewerkschaft endgueltig in die Hand bekamen.
Reuther selbst bezeichnet sich als einen "Mittelwegler",
einen Mann, der weder an die Extremen der Rechten noch Linken
glaubt. Ein Mittelwegler hat jedoch immer Feinde.
In der Nacht des 20. April 1946 wurde Reuther, als er von
einer Gewerkschaftssitzung heimkehrte, durch Schuesse aus einem
im Hinterteil seines Hauses gelegenen Fenster verletzt. Sein
Arm wurde fast abgerissen und an der Brust wurde er verwundet.
Reuther ist der Ansicht, dass der Angreifer wahrscheinlich ein
Extremist der Rechten oder Linken ist. Noch ist er nicht voellig
genesen, doch die Taeter konnten niemals gefasst werden.
Aber Reuther steht noch immer im Kampf. Er hat seine Zeit
und seine Energie in den Dienst des neuen Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften gestellt. £r arbeitet fuer den Tag, an
dem das wirtschaftliche Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften
in Amerika Wirklichkeit werden wird; an dem die Loehne hoeher
und die Preise und Gewinne niedriger und Arbeiter und Bauern
Amerikas und der ganzen Welt sich die Haende reichen und zusammenarbeiten werden.
ECA Labor Information
9. Maerz 1950
FERNUNTERRICHT DURCH DIE GEWERKSCHAFTEN
Uns wird geschrieben:
Eine der vordringlichsten und wichtigsten Aufgaben der
modernen Gewerkschaftsbewegung ist die gruendliche Schulung ihrer
Mitglieder und Funktionaere. Es ist schwer zu entscheiden, welche
Gebiete im Vordergrund dieser Schulungsarbeit stehen sollen: die
berufliche Weiterbildung des Arbeiters und Angestellten in seiner
Funktion als Produzent oder seine mitbuergerliche, soziale und
wirtschaftliche Schulung als Staatsbuerger.
Von den Verhaeltnlssen in Deutschland aus gesehen sind beide
Gebiete gleich wichtig. Wir brauchen den guten lualitaetsarbeiter,
um hochwertige Produkte sowohl fuer den Inlandsverbrauch wie fuer
den Export herstellen zu koennen und wir brauchen den gut orientierten, zuverlaessigen Mitbuerger, um unser Staatswesen auf
echter demokratischer Basis aufzubauen.

�Es ist selbstverstaendlich, dass die Gewerkschaften an der
Loesung beider Probleme interessiert sind. Eine qualitativ
gute Produktion ist eine der Voraussetzungen zur Hebung des
Lebensstandards.;-die demokratische Entwicklung des Staates
ist die Voraussetzung fuer den Bestand der Gewerkschaften*
Echte freie Gewerkschaften koennen nur in der frischen und
sauberen Luft der Demokratie existieren und ihre Aufgaben
erfuellen.
Um diese so wichtige Schulungs- und Bildungsarbeit durchfahren zu koennen, haben sich die Gewerkschaften verschiedene
Institute geschaffen. Auch der Fernunterricht wurde in den
Dienst dieser Aufgabe gestellt. Es wurde ein besonderes Institut "Die Brief schule" errichtet, die ihre Bueros im Gewerkschaftshaus in Frankfurt a.M., Wilhelm Leuschnerstr. 69/77 hat.
Durch den Fernunterricht der Brief schule ist es jedem
Arbeiter und Angestellten moeglich, sich in seiner Freizeit
sowohl beruflich als auch auf dem Gebiete des Allgemeinwissens
weiterzubilden. Um das zu koennen, braucht er nun nicht unbedingt eine Schule zu besuchen, denn die "Schule" kommt in Form
von Studienheften der Briefschule zu ihm ins Haus.
Bei der Organisierung und Propagierung des Fernunterrichts
der Brief schule wird versucht, die Kursteilnehmer zu Arbeitsgemeinschaften zusammenzuschliessen. Sie werden Immer wieder
darauf aufmerksam gemacht, dass es sich am besten in der
Gemeinschaft lernt. Ausserdem sind die oertlichen und betrieblichen Organisationen der Gewerkschaften bemueht, solche Arbeitsgemeinschaften oder Studienzirkel,zu bilden. Es soll nicht verschwiegen werden, dass es noch lange nicht genug dieser Studienzirkel gibt und dass noch viel Organisationsarbeit notwendig
ist, um sie populaer zu machen.
"Die Briefschule" hat bisher 15 Kurse herausgebracht. An
der Erweiterung des Kursprogramms wird staendig gearbeitet und
zum Herbst wird eine Reihe neuer Kurse erscheinen.
Aus Raummangel muss darauf verzichtet werden, die einzelnen
Kurse zu besprechen. Wir muessen uns darauf beschraenken, sie
lediglich anzufuehren:

Gewerksohaftskunde (7 Studienhefte) gibt einen Ueberblick
ueber die geschichtliche Entwicklung der deutschen Gewerkschaftsbewegung und ihrer Aufgaben in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
Einfuehrung in die Nationaloekonomie (3 Studienhefte) ist
ein kleiner Kurs, der die Aufgabe hat, den Fernschueler mit den
nationaloeknnomischen Grundbegriffen bekannt zu machen und ihn
wirtschaftlich denken zu lehren.
Grundfragen der Psychologie (3 Studienhefte) beschaeftigt
sich in der Hauptsache mit den Moeglichkeiten und Grenzen psychologischer Forschung.
Die Frau im Erwerbsleben (3 Studienhefte) ist ein Kurs,
der einen Ueberblick gibt ueber die soziologische Stellung der
Frau in der modernen Gesellschaft. Er soll ein Beitrag sein
im Kampfe der Frau um ihre Gleichberechtigung.
Die Freie Rede (4 Studienhefte). Mit Hilfe dieses Kurses

- 8 -

�s o l l der ungeuebte und befangene Redner das Selbstvertrauen
gewinnen, das er braucht, um Im oeffentllchen Leben mit Erfolg
taetlg s e i n zu koennen.
Versarnmlungstechnik (3 Studienhefte). Nicht Jeder Vors i t z en^e~^änn~eTnTTeTs8jnmlung richtig und einwandfrei l e i t e n .
Deshalb werden mit Hilfe dieses Kurses die guten parlamentarischen
Regeln der Versarnmlungstechnik populaer gemacht.
Betriebswirtschaft (4 Studienhefte). Die Forderung nach
wirtschaftlicher Mitbestimmung der Arbeitnehmer macht es notwendig, dass ihre Vertreter einiges davon verstehen. Dieser Kurs
gibt jedem die Moeglichkeit, sich das Wissen anzueignen, das
er braucht, um die Interesses der Arbeitnehmer auch von einem
hoeheren Gesichtspunkt aus zu verstehen und wahrzunehmen.
Genossenschaftswesen (4 Studienhefte) macht den Leser mit
dem Wert und den Vorteilen genossenschaftlicher Organisationen
vertraut. Im Mittelpunkt der Eroerterungen steht die Konsumgenossenschaftsbewegung.
Zeichensetzung und Rechtschreibung (4 Studienheftö w i l l
dazu beitragen, die Maengel zu beseitigen, die das infolge des
Nazismus und des Krieges verschlechterte Schulwesen hinterlassen
hat.
Arbeitsyerwaltung und Arbeitspolitik (5 Studienhefte)
macht die Interessenten mit den Problemen des Arbeitsmarktes
und der Lenkung der Arbeitskraft bekannt. Der Kurs dient vor
a l l e n Dingen der Schulung des Personals, das in der oeffentl l c h e n Arbeitsverwaltung beschaeftigt i s t .
Englisch fuer Anfaenger (6 Studienhefte) i s t ein vorbildl i c h e r Sprachkurs, der auch a l l e n Jenen willkommen s e i n wird,
die schon etwas englisch sprechen, denen es aber an grammatikal i s c h e n Kenntnissen f e h l t .
Kurse, die ganz s p e z i e l l der beruflichen Weiterbildung
dienen s o l l e n sind: Technisches Rechnen I (4 Studienhefte)
und Technisches Rechnen II (3 Studienhefte).
Y

on der Skizze zur technischen Zeichnung I . und ILV Teil
(7 Studienhefte), sowie Kaufmaennlsches Rechnen (5 Studienhefte).
Zum Schlüsse s o l l erwaehnt werden, dass die Briefschule
Jederzeit bereit i s t , Auskuenfte ueber ihre Arbeit zu geben.
Prospekte koennen ebenfalls kostenlos angefordert werden.
Die Anschrift der Briefschule i s t : "DIE BRIEFSCHJLE",
Frankfurt a.M», Wilhelm LeuschnerStrasse 69/77.
Den folgenden interessanten Artikel entnehmen wir der
"New York Herald Tribüne'* vom 8. April 1950:
VERWALTUNG DER GEWERKSCHAFTSFONDS IST HAUPTPROBLEM IN DEN
VfiRtltilGTBW MAAtfiN
Gesamtkapital der GewerkschaftsOrganisationen wird auf

drei bis v i e r Billionen Dollar geschaetzt.
Von H. Eugene Dickhuth

(New York- 7. April) - Das Gewerkschaftswesen i s t zum

�Grossgeschaeft geworden. Das Gesamtkapital aller Gewerkschaften
in den Vereinigten Staaten wird zur Zeit auf drei bis vier Billionen Dollar geschaetzt, und die neuen Pensionsvertraege, ob sie
bereits abgeschlossen oder noch in Bearbeitung sind, werden
dieses Kapital voraussichtlich um 500 Millionen Dollar vermehren.
Die Verwaltung dieser riesigen Summen wird damit zu einem
Problem von hervorragender Bedeutung. Diese und aehnliche
Fragen bilden Gegenstand einer Erhebung, die gerade unter der
Leitung von Alexander S. Lipsett, amtierender Direktor des Bueros
fuer Oeffentliche-und Arbeitsbeziehungen (Public and Labor Relatlons Bureau), beendet wurde.
Die Ergebnisse dieser Erhebung sind von der Floyd L. Carlisle G.m.b.H. veroeffentlicht worden, "um die Gewerkschaftsführer sowohl als auch die breite Masse der Gewerkschaftler
ueber die voraussichtliche Hoehe der gewerkschaftseigenen Wohlfahrts- und Pensionsfonds zu informieren, fuer die Investierungsmoeglichkeiten gesucht werden sollen."
Verschiedene Maklerfirmen im ganzen Lande haben diese
Tendenz bereits erkannt, und man sah in den vergangenen Monaten
in Gewerkschaftszeitungen die ersten Reklamezeigen von Finanzfirmen.
Diese Entwicklungen sind gelegentlich noch durch Veroeffentlichungen in der Gewerkschaftspresse gefoerdert worden, in denen
zu dieser Frage Stellung genommen wurde. Auch haben einige Investitionsberater der Wall Street die Verwaltung des Kapitals
der Gewerkschaften bereits in die Hand genommen.
Die Ergebnisse der Erhebung Lipsett wurden unter der Ueberschrift "Teilhaberschaft der Gewerkschaften an der Industrie"
veroeffentlicht. Sie zeigen, dass der ueberwiegende Teil des
Gewerkschaftskapitals gegenwaertig in Regierungen und Gemeindeverwaltungen investiert und in bar vorhanden Ist, und dass ein
Drittel der gesamten Aktiva Eigentum von nationalen und internationalen Organisationen ist, waehrend zwei Drittel den Lokalgewerkschaften gehoeren.
In dieser Veroeffentlichung wird geschaetzt, dass in allernaechster Zukunft Pensionskassen fuer etwa eine Million Stahlarbeiter, eine Million Automobilarbeiter und 500-ooo Bergleute
bestehen werden, und dass sich das Gesamtkapital, welches in
diese Kassen fHessen wird, auf rund eine halbe Billion Dollar
belaufen wird.
Die Lipsett Erhebung enthaelt eine Aufstellung der Kapitalien
von 42 nationalen Gewerkschaften. Diese Angaben geben auf keinen
Fall ein Gesamtbild der amerikanischen Gewerkschaftsfinanzen,
sie bitten jedoch in gewisser Hinsicht einen Masstab.
In diesem Xapital sind die Geldreserven der Gewerkschaft
fuer Unterstuetzungen bei Todesfaellen oder Arbeitsunfaehigkeit,
der Grundstue&amp;ks- und sonstige Besitz wie Banken, Alters- und
Erholungshelme, Rundfunksender, kuenstlerische Unternehmen etc.
enthalten.

-10-

�Die n a t i o n a l e Organisation der Gewerkschaft des Zugpersonals mit 1.100 Lokalgewerkschaften s t e h t mit einem Kapital, von
55.500.000 Dollar i n dieser Aufstellung an der S p i t z e ; es f o l g t
die Gewerkschaft der Heizer und Lokomotivfuehrer mit einem Vermoegen von 35.300.000 Dollar. Der I n t e r n a t i o n a l e Verband der
Kraftfahrer b e s i t z t 81 Millionen Dollar, die Vereinigten Berga r b e i t e r 20 Millionen. Die I n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaft der
Drucker f o l g t mit 16.600.000 Dollar. An l e t z t e r S t e l l e stehen
die Gewerkschaften der Hausangestellten und B r a u e r e i a r b e i t e r ,
die über ein Kapital von j e 1 Million verfuegen.
Die Einnahmen der Gewerkschaften scheinen eine fragwuerdige
Angelegenheit zu s e i n . In diesem Zusammenhang h e l s s t es in der
Erhebung: "Im Jahre 1943 meldeten etwa 29.000 GewerkschaftsOrganisationen den Flnanzbehoerden ein Bruttoeinkommen von rund 400 M i l l i onen Dollar. S e i t dieser Zeit wurde Jedoch kein umfassender
Bericht von der Regierung herausgegeben."
Eine Aufstellung ueber d i e I n v e s t i t i o n e n der Gewerkschaften
weist auf, dass von den 55.500.000 Dollar der Gewerkschaft des
Zugpersonals etwa 42 Millionen in s t a a t l i c h e n und staedtischen
Schuldverschreibungen, und nur 9.800.000 Dollar anderweitig angel e g t s i n d . Die Drucker mit einem Gesamtvermoegen von 16.600.000
Dollar haben s t a a t l i c h e und s t a e d t i s c h e Schuldverschreibungen im
Werte von a l l e i n 13.300.000 Dollar aufgekauft.
Angesichts dieser sicheren und n i e d r i g v e r z i n s t e n K a p i t a l anlagen, deren 3ich die meisten Gewerkschaften bedienen, schlaegt
man eine r e a l i s t i s c h e r e I n v e s t i t i o n s p o l i t i k durch Investierung
b e t r a e c h t l i c h e r Geldbetraege i n privaten Unternehmen vor.
M

DamitH , e r k l a e r t e Mr. L i p s e t t , "wuerden die Gewerkschaften
mehr Zinsen beziehen, waeren gegen ein Absinken der Kaufkraft des
Dollars g e f e i t , und in der I n d u s t r i e wuerden durch diesen K a p i t a l zustrom mehr Beschaeftigungsmoeglichkeiten geschaffen."
All dies kann in der Tat zu einer Teilhaberschaft der
Gewerkschaften an der I n d u s t r i e fuehren. Es koennte eine a k t i v e
und eine passive Teilhaberschaft s e i n , was im Grunde jedoch genau
das Gleiche waere.
New York Herald Tribüne
8. April 1950
EIN KOMMUNIST SCHWENKT UM
Die Vorwuerfe, die der ehemalige Eunktionaer e i n e r kommun i s t i s c h beherrschten, franzoesisehen Gewerkschaft, Andre Miffre,
gegen die Fuehrer d i e s e r Gewerkschaft erhob, l i e f e r n einen weit e r e n Beweis dafuer, dass es in den demokratischen Laendern
einige Kommunisten g i b t , die i h r e Einstellung zum Marshall Plan
und seinen Auswirkungen auf die Wirtschaft Europas aendern.
Miffre war aus der kommunistischen P a r t e i a u s g e t r e t e n und
h a t t e s e i n Amt a l s Generalsekretaer des Gewerkschaftsverbandes
der Chemischen I n d u s t r i e n (CGT) n i e d e r g e l e g t , weil er davon
ueberzeugt war, dass die Fuehrer d i e s e r Gewerkschaft nicht die
Interessen Frankreichs Im Auge h a t t e n . Er e r k l a e r t e , dass er zu
einer gewissen Z e i t e r n s t l i c h an der Marshall Plan Hilfe gezweifelt habe.

- 11 -

�"Die Erfahrung hat uns jedoch gelehrt," sagte er, "dass
ohne die Hilfe Amerikas unsere Industrie niemals in der Lage
gewesen waere, unseren Mindestbedarf zu decken. Unsere Rohoelund Petroleumimporte
werden in Dollars bezahlt, die uns zu 85#
von Amerika zur verfuegung gestellt werden. Durdh die Hetze
gegen den Marshall Plan kann die Arbeitslosigkeit in unseren
Raffinierien, dem Vefteilungssystem und im Transportwesen
nicht beseitigt"werden."
Miffre wandte sich in aller Schaerfe gegen die Jetzigen
Fuehrer der kommunistisch gefuehrten Gewerkschaft der Chemiearbeiter. Um seiner franzoesichen Heimat treu sein zu koennen,
erklaerte er, habe er sich gezwungen gesehen, seine fruehere
Meinung zu aendern und sein Amt als Gewerkschaftssekretaer
aufzugeben.
ECA Labor Information
2. Maerz 1950

- 12 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG,
APO 75V

OFFICIAL

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�Internationale

ARBEITSNITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 8

Frankfurt, 28. April 1950
INHALTSVERZEICHNIS

Der Weltarbeitsmarkt - Mangel und Ueberschuss
an Arbeitskraeften - - - - - - - - - - - - - -

z

Internationaler Bund Freier Gewerkschaften in
die Vereinten Nationen berufen —
AFL fuer hoehere Kaufkraft

—

—

- - - - - -

3

- - - - -

3

Marshall Hilfe fuer Rotterdam

4

Neuer Gewerkschaftsvertreter im Anglo-Amerikanischen Produktivitaetsrat

—

6

Der Krisenausschuss des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften

- - -

— --

—

- - -

AFL g e i s e l t rote Sabotage an der Waffenhilfe Faliero Pinguentini —

—

-- —

Der Marshall Plan, ein "Programm des Volkes" -

7
8
10
11

Hoffman beglueckwuenscht die freien Gewerkschaften
— 12

�. DER WELTARBEITSMARKT - LIANGEL UND UEBERSCHUSS AN ARBEITSKRAEFTEN
Eine Erhebung ueber Mangel und Ueberschuss an Arbeitskraeften
auf der ganzen Welt wurde kuerzlich von der Internationalen Arbeitsorganisation zu Ende gefuehrt.
Umfragen wurden bei 31 Regierungen durchgefuehrt und der Erhebung zugrundegelegt. Diese zeigt, dass fuenf europaeische
Laender - Frankreich, Luxemburg, Schweden, Schweiz und England im Laufe des Jahres 1950 8.900 Arbeiter besonderer Berufsgruppen
in ihre Wirtschaft eingliedern koennten. Man schaetzt ausserdem,
dass allein Australien, wo nach eigenen Angaben immer noch Mangel
an Arbeitskraeften herrscht, waehrend der sechs Monate bis zum
Dezember 1949 72.000 Einwanderer aufgenommen hat. Die Vereinigten
Staaten meldeten keinen Mangel an Arbeitskraeften, ihren Schaetzungen zufolge kamen jedoch im Laufe des Jahres 1949 153.000 Personen als regelrechte Einwanderer im Rahmen des nationalen Einwanderung sprogramms ins Land. In Norwegen herrscht Mangel an
Facharbeitern, der Wohnraummangel macht jedoch augenblicklich
ein Einwanderungsprogramm groesseren Umfangs unmoeglich.
Kanada, Chile, Israel und Neuseeland berichteten ebenfalls,
dass sie Arbeiter aufnaehmen, konnten jedoch keine genauen Angaben ueber ihren Bedarf oder ihre Moeglichkeiten machen. In
Kanada habe der Arbeitsmarkt im Jahre 1949 bewiesen, dass die
Zeit ernsthaften Mangels an Arbeitskraeften vorbei sei. Es wurde
jedoch darauf hingewiesen, dass sie Quoten fuer Heimatvertriebene
in zwei Berufssparten noch nicht erfuellt seien - fuer gelernte
Handwerker des Baugewerbes stuenden 800 Arbeitsplaetze und fuer
Hausgehilfen 2.300 freie Arbeitsplaetze zur Verfuegung. Israel
berichtete, dass es seine Politik der freien Einwanderung fuer
Juden fortsetzen und soviel Menschen wie moeglich in das wirt- ,
schaftliche Leben seines Landes eingliedern werde. Auch in
Neuseeland wird der Zustrom von Einwanderern anhalten, die sich
hauptsaechlich aus Englaendern und Heimatvertriebenen zusammensetzen.
Laender mit ueberzaehligen Arbeitskraeften, wie Oesterreich,
Holland und die Schweiz, berichteten, dass 61.500 Arbeiter auswandern koennten. Ausserdem befinden sich 234,110 Heimatvertriebene unter der Obhut der Internationalen Fluechtlingsorganisation in Oesterreich, Italien und Deutschland. Diese Zahl enthaelt nicht die auf 10.000 geschaetzten deutschsprechenden Fluechtlinge in Oesterreich und nicht die ueberzaehligen Arbeiter unter
der einheimischen, italienischen Bevoelkerung.
In Italien, Hawai, Burma, den Philippinen und Finnland ist
das Problem der Arbeitslosigkeit besonders schwierig. Zu den
Laendern, die weder einen Ueberschuss an Arbeitskraeften, noch
einen Bedarf an Arbeitern aus fremden Laendern meldeten, gehoereü
Indochina, Iran, Belgien, Tschechoslowakei, Daenemark, Finnland
und Polen.
Die Aufgliederung der Laender, die zusaetzlich Arbeitskraefte
verwenden koennten, ist wie folgt:
Frankreich hat Bedarf an 3.600 Bergleuten fuer Kohlenbergwerke. Nach Luxemburgs Angaben koennen dort 2.600 staendige Landarbeiter und 1.000 Hausbedienstete eingestellt werden. Schweden
koennte 50 gelernte Metallarbeiter, 60 Textilspinner, 50 Krankenpflegerinnen und 100 Hausgehilfen absorbieren.

- 2

�Die Schweiz beabsichtigt, im Jahre 1950 11.500 Arbeiter
fuer dauernd zu engagieren. Gleichzeitig sind dort 7.300 Arbeiter fuer die Auswanderung verfuegbar. Englands Bericht
zeigt, dass dort im Laufe des Jahres 1950 2.500 weibliche Arbeiter
aufgenommen werden koennen und zwar: fuer die Textilindustrien
1.700, in Strumpffabriken 200, in der Toepfereiindustrie 100 und
500 Krankenpflegerinnen und Krankenhausbedienstete. England
schaetzt ausserdem, dass im Jahre 1949 45.000 Personen mit Unterstuetzung der Regierung nach Australien ausgewandert sind.
ECA Labor Information
23. März 1950
INTERNATIONALER BUND FREIER GEWERKSCHAFTEN IN DIE VEREINTEN
NATIONEN BERUFEN
Der Wirtschafts - und Sozialausschuss der Vereinten Nationen
beschloss in dieser Woche einstimmig, den neugegruendeten Internationalen Bund Freier Gewerkschaften als beratendes Mitglied
aufzunehmen. Der Interationale.Bund Freier Gewerkschaften ist
nicht Vertreter irgendeiner Regierung und gehoert damit zu den
Organisationen der "Kategorie A". Er kann in dieser, seiner
neuen Eigenschaft Vorschlaege fuer die Tagesordnung des Ausschusses
einreichen, die mit vielen der Probleme in Zusammenhang stehen,
welche fuer die Gewerkschaften von Interesse sind. Sowohl die
AFL als auch der CIO sind Mitglieder des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften. Die Praesidenten dieser Gewerkschaftsverbaende, William Green (AFL) und Philip Murray (CIO), gehoeren
zu dem 7 Mitglieder umfassenden Exekutivausschuss der neuen
Gewerkschaftsinternationale. Bevor die Resolution ueber die
Aufnahme des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften als
Organisation der"Kategorie A" angenommen worden war, hatte man
vereinbart, dass die AFL eine aehnliche Stellung, die sie in
diesem Ausschuss der Vereinten Nationen innehatte, aufgeben
sollte.
Als Chiles Mitglied im Ausschuss dem Weltgewerkschaftsbund
"wahrhaft demokratischer" Gewerkschaftsbewegung seine Anerkennung
aussprach, hiessen die meisten Mitglieder des Wirtschafts- und
Sozialausschusses der Vereinten Nationen den Internationalen Bund
Freier Gewerkschaften herzlich willkommen.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest"
AFL FUER HOEHERE KAUFKRAFT
In diesem "Probejahr der freien Wirtschaft" sieht der
Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL in der Erhoehung der Loehne
eine wesentliche Notwendigkeit, um die wirtschaftlichen Probleme
loesen zu koennen, denen die Gewerkschaften im Jahre 1950 gegenüberstehen.
"Tatsaechliche" Lohnverbesserungen koennen nur erreicht
werden, wenn die Preise stabil bleiben, sagte die AFL, und
weist auf die Tatsache hin, dass sich die nationale Wirtschaft
nun in einer "Periode stabiler Lebenshaltungskosten" befindet.
Fuer Unternehmen, deren Einkommen nicht ausreicht, um "wesentliche Lohnerhoehungen" gewaehren zu koennen, schlaegt die AFL .
gemeinsame Programme der Arbeitnehmerund Arbeitgeber zur Reduzierung der Gestehungskosten wor.

�Aus AFL Kreisen verlautet ferner, dass durch den gegenwaertlgen Werbefeldzug, der der AFL eine weitere Million von
Mitgliedern einbringen soll, die allgemeine Lohnverbesserung
gefoerdert werden koenne. Der Beweis hlerfuer sei durch das
praktische Nbusiness unionism" (geschaeftliches Gewerkschaftswesen) in der Vergangenheit gegeben. Unter Hinwels auf das
statistische Material, das von 1945 bis 1949 durch Erhebungen
des Statistischen Bueros des US Arbeitsministeriums zusammengetragen wurde, stellt die AFL fest, dass die Durchschnittslohntarife der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter ueber
denen der nichtorganisierten Arbeitnehmer lagen. So wurde
zum Beispiel fuer jeden Dollar, den ein nichtorganisierter
Arbeiter der Zieglstein- und ZiegelIndustrie verdiente, 1, 20
Dollar durchschnittlich an die gewerkschaftlich organisierten
Arbeiter dieses Industriezweiges gezahlt, waehrend die entsprechenden Tarife der organisierten Arbeiter der Getreidemuehlen 1,26 Dollar, der organisierten Baeckereiarbeiter 1,23
Dollar und der organisierten Arbeiter der Fleischkonservdnfabriken 1,29 Dollar betrugen.
In der wachsenden Arbeitslosenziffer sieht der AFL einen
Grund zur Beunruhigung; sie koenne ungehemmt ansteigen, da
sich "die industrielle Aktivltaet nicht schnell genug ausbreiten wuerde." Zwei Millionen Arbeitsplaetze mehr als im Jahre
1949 wuerden benoetigt, um die Vollbeschaeftigung verwirklichen
zu koennen.
Amerikanisches Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest"
MARSHALL HILFE FUER ROTTERDAM
Der Lebensstandard der hollaendisehen Arbeiter ist 10 bis 15g
hoeher, als er ohne die Marshall Plan Unterstuetzung gewesen
waere, sagt einer der fuehrenden Gewerkschaftler Hollands.
Hendrik Westeriaken, der Vorsitzende der Sozialistischen
Gewerkschaft der Transportarbeiter ( N W ) , erklaert ausserdem,
dass der groesste Teil der zur Zeit in Gang befindlichen Wiederaufbauarbeiten am ausgebombten Rotterdam ohne die Marshall Plan
Gelder undurchfuehrbar gewesen sei.
Rotterdam war die erste Satd des Westens, die die Wucht
des Blitzkrieges zu spueren bekam, und es war eine der letzten
Staedte, die in nazistischen Todeskampf noch schwer zu leiden
hatte. Dazwischen lag es im Bombenhagel der Alliierten. Im Mai
1940 wurde Rotterdam, ohne vorher gewarnt zu werden, von den
Nazis bombardiert. Rund 25.000 Haeuser, 2,350 Laeden, 2.000
kleinere Fabriken und Lagerhaeuser und 1.450 Buerogebaeude
fielen in Schutt und Asche. Nahezu 80.000 Menschen waren obdachlos. Waehrend der Besatzung wurde die Stadt von den Bomben der
Alliierten schwer und oft getroffen. Dann sprengten die fliehenden deutschen Besatzungstruppen im September 1944 die Hafenanlagen in die Luft - Kaianlagen in einer Laenge von 6,5 km
mit Kraenen, Trockendocks und allem Zubehoer.
Um all dies wiederaufzubauen, werden Millionen von Dollars
benoetigt. Ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten laege der
groesste Teil der Arbeiten still und viele Arbeiter haetten
keine Beschaeftigung.

- 4 -

�Westeriaken hob.ganz besonders Folgendes hervor: "Wenn
wir den Marshall Plan nicht haetten, waere unser Lebensstandard
um 10 bis 15g niedriger als gegenwaertig." Zwoelfhundert Arbeiter sind allein beim Wiederaufbau der Kais beschaeftlgt. Dreizehntausend Bauarbeiter beseitigten die Truemmer, die die Deutschen
hinterlassen hatten, und bauen nun das neue Rotterdam auf. Die
Stadt wuenscht, Ihren Wiederaufbau so schnell wie moeglich zu
vollenden. Den Bauarbeiten werden deshalb besonders gute Loehne
geboten, und sie werden bei der Wohnraumzuteilung bevorzugt behandelt. Aus der Marshall Hilfe sind mindestens 40 Millionen
Gulden (10.500.000 Dollar) in Form von Gegenwertfonds fuer den
Wiederaufbau des Hafens und der Bahnhoefe von Rotterdam bereitgestellt worden.
Arbeiter, die an Marshall Plan Projekten beschaeftlgt sind,
wie zum Beispiel an den Kaianlagen,des Rotterdamer Hafens, verdienen 45 und 50 Gulden woechentlich. Der Wochenlohn eines
Hafenarbeiters betraegt durchschnittlich 60 Gulden. Beide beklagen sich darueber, dass die Preise weit schneller als die
Loehne angestiegen seien. Einer Forderung nach einer allgemeinen
Lohnerhoehung um 5g wurde kuerzllch stattgegeben, jedoch sind nicht
alle Industriezweige verpflichtet, diese Erhoehung zu gewaehren.
Es gibt vier grosse Gewerkschaften in Holland; der Gewerkschaftsbund ( N W ) mit 400.000 Mitgliedern, die Christliche
(oder Protestantische) CNV Gewerkschaft mit 155.000 Mitgliedern,
die Katholische Union (290.000 Mitglieder) und eine kommunistische
Gewerkschaft (EVC), deren Mitgliederzahl sich angeblich auf
160.000 belaeuft. Die ersteren drei Gewerkschaften haben sich
zum Zwecke gemeinsamen Kollektiwerhandelns im Gewerkschaftsrat
zusammengeschlossen. Dieser Rat bearbeitet Streitfragen zusammen
mit Vertretern der Unternehmer, die ebenfalls eine "Gewerkschaft"
haben. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, wird ein Ausschluss der Regierung als Schiedsrichter hinzugezogen. Alle Gewerkschaften ausserder kommunistischen haben sich offiziell mit
den Zielen des Marshall Planes einverstanden erklaert und ihre
Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht, am Marshall Plan mitzuarbeiten. Sie sind im Gewerkschaftlichen Beratungsausschuss
des ERP vertreten.
Die Arbeiter sind sich voll und ganz der Bedeutung des
Marshall Planes bewusst und wissen, was sie diesem Programm
in den vergangenen beiden Jahren zu verdanken hatten. Abraham
Baars, der Mitglied der CNV ist und an den Rotterdamer Kaianlagen
arbeitet, erklaerte: •Ohne die Marshall Plan Hilfe haetten wir
die Schwierigkeiten dieser Nachkriegszeit nicht ueberwlnden koennen.
Unser Lebensstandard ist zwar nocht nicht gut* Stellen Sie siah
vor, wie er ohne das ERP gewesen waerei" Jilles van Dalen, Mitglied
des Gewerkschaftsbundes N W , ist der Ansicht, dass "nachdem die
Deutschen das Land verwuestet hatten, die Marshall Hilfe unerlaesslich war, wenn die Wirtschaft wieder auf die Fuesse gestellt
werden sollte."
Die Arbeiter sagen, dass ihnen der LIarshall Plan Arbeit
gegeben hat, dass die Preise Jedoch schneller als die Loehne
gestiegen seien und es selbst mit Lohnerhoehung fuer den Arbeiter
schwierig sei, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, da nach
Kriegsende niemand mehr Ersparnisse besass. Van Dalen sagte:
"Vor dem Kriege habe ich woechentlich 3g,50 Gulden verdient. Fuer
einen GüUen konnte ich aber einen Schinken von 7 Pfund kaufen.
Nun verdiene ich nach Abzug der Steuern 46,31 Gulden, ein Pfund
Schinken kostet mich jedoch 1,50 Gulden. Mein Lohn ist hoeher,

- 5 -

�und trotzdem geht es mir schlechter. Durch die Marshall Hilfe
gibt es wieder Nahrungsmittel und Kleidung, aber wir brauchen
niedrigere Preise, um zu unserem alten Lebensstandard zurueckkehren zu koennen."
Die Sozialversorgung fuer Gewerkschaftsmitglleder Ist verbessert, worden. Es gibt von der Regierung getragene, besondere
Lebensversicherungen fuer Arbeiter; Druckerelen, die Tages- und
Gewerkschaftszeitungen veroeffentlichen, Berufsschule und Erholungshelme wurden eingerichtet. Ein privates Sanatorium fuer
TB Kranke Ist von der Katholischen Union erbaut worden. Dem
Gewerkschaftsrat Ist es gelungen, das Jahreseinkommen der Arbeiter um eine Feiertagszulage von Qg zu erhoehen» Die Arbeltgeber
zahlen jetzt einen Betrag, der SOg des Jahreseinkommens des Arbeiters entspricht, fuer soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel
Alterspensionen. Fuer 80g aller Arbeiter Hollands werden die
Loehne jetzt In Tarlfvertraegen festgelegt.
Die Arbeiter von Rotterdam spielen eine wichtige Rolle.
Die Krlegsschaeden In Rotterdam allein machen 3Q&lt; der gesamten
Krlegsschaeden Hollands aus. Die Kaianlagen sind jedoch bereits
wiederhergestellt; es gibt heute mehr schwimmende Trockendocks,
mehr Oellager mit groesserem Fassungsvermoegen und mehr Getreideheber als vor dem Kriege. Weiterhin beachtenswert sind Kraene
und Lagerhaeuser. Viel Ist zur wirksameren Nutzung des vorhandenen
Materials getan worden, um die Kapazitaet des Hafens wiederherzustellen. Massgebliche Behoerden schreiben die Geschwindigkeit,
mit der der Wiederaufbau vonstatten geht, der Tatsache zu, dass
Rotterdam mit Hilfe des Marshall Planes versucht hat, den Arbeltern eine Chance zu geben.
ESA Labor Information
8. Maerz 1950
NEUER GEgERKSCHAFTSVBRTRErER IM ANGLO-AMERIKANISCHEN PRODUK-

•*\Mi3«&amp;te
Laut einer Mitteilung des Administrators der Europahilft,
Paul G. Hoffman, ist A. j. Hayes, ein amerikanischer Gewerkschaftsführer und Praesldent des Internationalen Metallarbeiter Verbandes
zum Mitglied der Amerika Abteilung im Anglo-Amerikanischen Produktlvitaetsrat ernannt worden.
Mr. Hayes ist der Nachfolger Harvey Browns, des frueheren
Praesidenten des Internationalen Metallarbeiter Verbandes, der
das Amt eines Beraters fuer Arbeitsfragen des amerikanischen Hohen
Kommissars fuer Deutschland, John J. McCloy, uebernommen hat
und zugleich Hauptberater fuer Arbeitsfragen in der deutschen
Marshall Plan Mission ist.
Der Produktivttaetsrat wurde Im September 1948 gebildet,
um durch den Austausch technischer Erfahrungen und Methoden
zwischen der amerikanischen und englischen Industrie die Produktionsleistung der Industrie steigern zu helfen. Im Verlauf des
Jahres 1949 besuchten nahezu 300 Vertreter der Gewerkschaften und
Unternehmer Englands als Mitglieder von 14 Produktlvltaets-Teams
die Vereinigten Staaten. Sie studierten die Methoden zur Steigerung der Produktionsleistung in den Industriezweigen Metall,
mechanische und elektrische Ausrüstungen, Textilien und Kunstduengemlttel. Wie Administrator Hoffman mitteilte, beabsichtigt
man, das Programm Im Jahre 1950 unter Auswertung der Ergehnisse

- 6 -

�des l e t z t e n Jahres zu erweitern. Die Kosten fuer die Studienreisen werden gemeinsam von den beiden Regierungen, der Marshall
Plan Verwaltung und den Arbeltgebern der Teilnehmer getragen.
ECA Labor Information
2 . Februar 1950
DER KRgENAUSSCHUSS DBS INTERNATIONALEN BUNDES FREIER GEWERK*

Dar nachstehende Bericht ist von Pat Frayne, der an einer
Sitzung des Krisenausschusses des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften in Bruessel vom 16« - 18. Maerz teilnahm. Dieser
Bericht soll Sie über die letzten Vorgaenge Innerhalb der Gewerkschaft sinternationale Informieren. Der obengenannte Krisenausschuss ist berechtigt, im Namen der 50 Millionen organisierter
Arbeiter Probleme zu loesen, dl« unerwartet auftreten koennen
und dringend einer Loesung beduerfen.

Der Ausschuss nahm eine Resolution an, in der er erneut
seine Bereitwilligkeit zum Ausdruck brachte, den Atlantik
Pakt zu unterstuetzen« In dieser Resolution heisst es: "Der
Sabotagefeldzug der Kommunisten gegen den Waffentransport Im
Rahmen des Atlantik Paktes stellt eine direkte Beeinträchtigung des Rechtes der freien Voelker dar.
"Als demokratische Buerger bestehen wir vom Internationalen
Bund Freier Gewerkschaften auf dem Recht der freien Nationen,
sich zur Abwehr Irgendeiner Aggression zusammenzuschliessen.
Die Slgnatarmaechte des Atlantik Paktes haben sich nach dem
auf demokratische Welse zum Ausdruck gebrachten Willen Ihrer
Voelker zum Zwecke der Selbstverteidigung verbuendet."
"Das Kominform und der sogenannte Weltgewerkschaftsbund
sind Werkzeuge der russischen Aussenpolltlk. Kommunistische
Versuche, die Waffenlieferungen zu unterbrechen, stellen eine
Art Taetigkeit einer Fuenften Kolonne und einen über die
ganze Welt sich ausbreitenden Feldzug dar, der die freien,
demokratischen Laender der Welt entzweien und schwaechen und
damit die sowjetische Expansion erleichtern soll."
In der Verlautbarung des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften heisst es weiter, dass die Kommunisten In heuchlerischer Welse den Frieden auf ihre Fahne schreiben, "waehrend
sie alle Moeglichkelten ausnutzen, die Sowjet Union und ihre
Satelliten bis an die Zaehne zu bewaffnen."
Alle Arbeiter der Welt werden in derReaolution aufgerufen,
sich der kommunistischen Sabotageoffensive entgegenzustellen.
Diese Resolution zum Atlantik Pakt bildete den Hoehepunkt in
der dreltaeglgen Sitzung des Krisenausschusses.
Ausserdem nahm der Ausschuss noch die folgenden EntSchliessungen an:
Der Sowjet Regierung wurde zur Last gelegt, das Moskauer
Abkommen von 1943 verletzt zu haben, indem sie den Abschluss

�eines Staatsvertrages mit Oesterreich sabotierte. Die sofortige
Wiederherstellung der österreichischen Unabhängigkeit und der
Abzug aller Besätzungstruppen wurde gefordert. Mit allem Nachdruck wendete man sich gegen Tendenzen, die darauf zielen, die
gegen das Franco Hegime in Spanien gerichtete Resolution der
Vereinten Nationen abzuaendern, und man forderte die Beibehaltung
der "kompromisslosen feindseligen Haltung" gegenueber der Franco
Regierung.
Alle angeschlossenen Gewerkschaften der Welt wurden aufgefordert, gemeinsam gegen die "unwuerdigen Handlungen und Methoden*
der Regierung von Argentinien zu protestieren, wo Arbeiter eingekerkert und misshandelt werden, ein Gewerkschaftler sterben musste
und demokratische Zeitungen unterdrueckt werden. .Es wurde beschlossen, eine Delegation nach Sued-Ost Asien zur Unters tue tzung
und Staerkung der freien Gewerkschaften zu entsenden. Zur Besprechung der Ruhrprobleme wurde eine Konferenz von Gewerkschaftsorganisationen aus den an dieser Frage interessierten Laendir
zum 22. und 23. Mai nach Duesseldorf einberufen. Die Entsendung
eines Vertreters nach Griechenland zur Unterstuetzung der griechischen Gewerkschaftsbewegung wurde genehmigt. In New York soll
ein Buero des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften eingerichtet werden, das die freien Gewerkschaften der Welt im Wirtschafts
und Sozialrat der Vereinigten Staaten vertreten soll. Mit den
Internationalen Sekretariaten wurde ein Abkommen zur gegenseitigen
Unterstuetzung auf dem Gebiet der GewerkschaftsOrganisation getroffen.
Die Veroeffentlichung eines zwei-woechentlichen Nachrichtenblattes und eines Monatsberichtes in vier Sprachen, naemlich
Spanisch, Franzoesisch, Deutsch und Englisch wurde angekuendlgt.
Ausserdem soll ein Programm zur Ausbildung und Erziehung aufgestellt und eine Konferenz ueber diese Angelegenheit unter Teilnahme der angeschlossenen Organisationen einberufen werden. Eine
Sitzung des Exekutivausschusses in Bruessel am 25. und 26. Mai
wurde angekuendlgt. Die Errichtung eines Bueros des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften in Genf zur Vertretung der Arbeiter
in der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wurde geplant.
An den exekutiven Sitzungen nahmen teil: Der Praesident
Paul Finet (Belgien), Hans Boeckler (Deutschland), Irving Brown
(USA-AFL), Eimer Cope (USA-CIO), Leon Jouheaux (Frankreich),
Deven Sen (Indien), Sir Vincent Tewson (Grossbritannien) und der
Generalsekretaer J.H. Oldenbroek. Francisco Aguirre (Kuba) war
verhindert an der Sitzung teilzunehmen.
Saemtliche Mitglieder des Ausschusses erschienen zu einer
Pressekonferenz, die in drei Sprachen - Englisch, Franzoesisch
und Deutsch - abgehalten wurde. Der Generalsekretaer Oldenbroek
leitete die Konferenz und berichtete von Zweck und Ziel des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften und der vom Krisenausschuss geleisteten Arbeit.
ECA Labor Information

AFL GEISELT ROTE SABOTAGE AN DER WAFFENHILFE
Das Komitee fuer I n t e r n a t i o n a l e Wechselbeziehungen der Arbeit
im Amerikanischen Gewerkschaftsbund AEL v e r o e f f e n t l i c h t e nach
einer Sitzung in Washington eine Erklaerung, in dem das Programm
der Nordatlantischen S t a a t e n der Unterstuetzung zur gegenseitigen

-

3 -

�Verteidigung voll und ganz gebilligt und die kommunistischen
Versuche, dieses Programm zu sabotieren, angeprangert werden.
Die Erklaerung wendet sich gegen die Versuche der Kommunisten,
"Chaos, Verwirrung und Schwaeche zu schaffen, in denen der Kommunismus gedeihen kann," Indem sie die Hilfe der Vereinigten Staaten
fuer die Westeuropaeischen Nationen In Form des Marshall Planes,
den Nordatlantik Pakt und das Waffenhilfsprogramm zu sabotieren
versuchen. Die AFL als der Repraesentant Millionen amerikanischer
Arbeiter erklaerte, dass "der sowjetische Imperialismus seit 1945
seine Fuehler ueber weite Gebiete in Osteuropa und Asien ausgestreckt habe, die von nahezu 600 Millionen Menschen bewohnt
seien."
"Die gegenwaertige, sogenannte "Friedensoffensive" des
Kominform und seiner Helfershelfer, insbesondere des Weltgewerkschaftsbundes und der "Kaempfer fuer den Frieden", heisst es in
der Verlautbarung des AFL, "ist von hinterlistigen, diplomatischen
Manoevern begleitet, die die Illusion erwecken sollen, der Kreml
wuensche eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten mit den
Vereinigten Staaten und anderen Nationen."
Die U.S. Gewerkschaft nahm zu den kommunistischen Versuchen
Stellung, In Europa und insbesondere in Frankreich und Italien
politische Streiks zu organisieren, die angeblich den Zweck
haben sollen, den Abzug der franzoesIschen Truppen aus Indochina, der britischen Truppen aus den Malaienstaaten und Burma,
der hollaendlschen Truppen aus Indonesien und der amerikanischen
Truppen aus Korea und Japan zu erzwingen. Der wahre Zweck dieser
kommunistischen Manoever, sagt die AFL, ist," diese asiatischen
Laender und Westeuropa fuer eine eventuelle Einverleibung in
das sowjetische Gebiet reif zu machen."
"Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung lehnt den kolonialen Imperialismus ab," lautet die Erklaerung weiter, "und
besteht auf dem Recht dieser und aller anderen Laender, unabhaengig zu sein. Wenn Jedoch in diesem Augenblick die Truppen
aus diesen Gebieten zurueckgezogen wuerden, dann wuerden sie dem
sowjetischen Imperialismus zum Opfer fallen, was fuer sie weit
schlimmer als alles waere, was man in der Geschichte bisher
gekannt hat."
Die AFL spricht den italienischen und franzoesisehen
Hafenarbeitern ihre Anerkennung dafuer aus, dass sie dem kommunistischen Aufruf nicht Folge leisteten und sich nicht weigerten,
Waffenlieferungen zu entladen und Material nach Indochina zu
verschiffen.
i

'•Die amerikanischen Arbeiter stehen den Arbeitern Westeuropas in ihrem Kampf um hoehere Loehne zur Seite. Wir sind der
Ansicht, dass der durch die Marshall Plan Hilfe ermoeglichte
Wiederaufbau diese wirtschaftlichen Forderungen rechtfertigt....
"Unsere Ziele und ihre Ziele sind die gleichen —
die
Garantie der Menschenrechte, Fortschritt zu allgemeiner Prosperitaet und Aufrechterhaltung des Friedens... Sechzehn Millionen
amerikanische Arbeiter stehen entschlossen hinter den freien Arbeitern Europas. Wir werden dafuer sorgen, dass sie die Waffen erhalten, die sie brauchen, um ihre Freiheit verteidigen zu koennen»"
Sieben ameriknaische Seefahrergewerkschaften gaben kuerzlich
das Versprechen ab, Hder europaeischen freien Gewerkschaftsbe-

�wegung in ihrem Kampf gegen die kommunistische Diktatur Jedmoegllche Unterstuetzung zukommen zu lassen und ihr Waren
zu bringen," wie sie im Marschall Plan und dem Hilfsprogramm
zur gegenseitigen Verteidigung vorgesehen sind.
Washington, 3. April 1950
FALIERO PINGUENTINI
Faliero Plnguentlni, der Sekretaer der sozialistischen
Gewerkschaft von Trlest, ist ein altbewaehrter Kaempfer, der
sich sowohl im Kriege als Angehoerlger gegen die Nazis gerichtteten Untergrundbewegung, als auch in dem gegenwaertigen Kalten
Kriege gegen die Kommunisten Verdienste erworben hat.
Wr wurde in Trlest am 10. Juli 1988 als Sohn eines Werkzeug- und Schnittmachers geboren, der ueberdies Gewerkschaftler
mit Leib und Seele war. Plnguentlni folgte seinem Vater sowohl
im Beruf als auch in seiner Laufbahn als Gewerkschaftler.
Waehrend des Krieges arbeitete er in den Schiffswerften
von Trlest. Er schloss sich der Widerstandsbewegung an und
kaempfte gegen die Deutschen. Nach der Befreiung kehrte er
nach Trlest zurueck und machte sich sofort daran, eine demokratische Gewerkschaftsbewegung als Opposition gegen die korrnunistisch beherrschten Syndikate zu organisieren.
Als die Kommunisten im Jahre 1945 die Herrschaft ueber
die Schiffswerften in die Hand bekamen, war Plnguentlni gezwungen,
seine Arbeit in der Maschinenfabrik St. Andrea niederzulegen«
1946 wurde er wieder eingestellt und zum Betriebsratvorsitzenden
gewaehlt. Auf Grund seiner kompromisslosen Einstellung gegen
politische Streiks wurde ihm mehrere Male von den Kommunisten
gedroht. Als diese versuchten, sich die Herrschaft ueber die
Gewerkschaftskammer zu siehern, eine Koerperschaft, in der alle
nichtkommunistischen Gewerkschaften in Trlest vertreten sind,
kaempfte Plnguentlni mit aller Macht gegen diese Versuche an.
Die Folge davon war, dass er heinahe einem Mordanschlag zum
Opfer gefallen waere.
Seit 1947 ist Plnguentlni Sekretaer der Arbeltskammer«
Er und die beiden anderen Sekretaere, Llvio Novell! und Giuseppe
Bazzato, nahmen als Delegierte an der Gruendungskonferenz des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften in London teil und
sind nun Mitglieder des Verwaltungsrates der neuen Gewerkschaftsinte rnatlonale.
LIVIO NOVELLI. Sekretaer der katholischen Gewerkschaft von
Trlest, ist von Beruf Rechtsanwalt und stammt aus dem Mittelstand von Trlest.
Er begann seine Gewerkschaftslaufbahn nach dem Kriege,
als er zum Vorsitzenden des Gewerkschaftsrates fuer Tarifvertraege und ArbeitStreitigkeiten gewaehlt wurde. Waehrend der
letzten fuenf Jahre gingen praktisch alle von der katholischen
Gewerkschaft abgeschlossenen Vertraege durch seine Haende, und
Novelli hat es sich trotz seines jugendlichen Alters zur Aufgabe gemacht mit allen Problemen der Arbeiter von Trlest vertraut
zu werden. Solange er Gewerkschaftler ist, war er immer ein stand
hafter Antikommunist und hat sich entschieden gegen alle Versuche
gewandt, die Gewerkschaftsbewegung fuer politische Zwecke zu
verwenden.

-10

�1947 wurde Novelll zum stellvertretenden Sekretaer der
Arbeltskammer von Trlest gewaehlt. Kuerzlich wurde er Sekretaer
und nahm, In dieser Eigenschaft, wie bereits oben erwaehnt, an
der Gruendungskonferenz des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften in London teil. Er wurde ebenfalls in den Verwaltungsrat dieses Internationalen Gewerkschaftsbundes berufen.
BCA Labor Information
9. Maerz 1950
DER MARSHALL PLAN. EIN "PROGRAMM DES VOLKES".
Philip Murray, der Praesident des CIO, erklaerte, "der
Marshall Plan sei eine Art ehrlich gemeinten, schoepferischen
Programms, welches von kleinen Leuten gestaltet sein koennte,
die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein Weltproblem zu
loesen."
Murrays Rede wurde anlaesslich des zweiten Jahrestages
des Europaeisehen Wiederaufbauprogramms in einer Sendung der
"Stimme Amerikas" uebertragen. Ausserdem sprach Michael Ross,
der CIO-Repraesentant fuer Internationale Angelegenheiten.
"Selten haben sich Nationen ploetzlich und unerwartet ueber
die laestigen Kleinigkeiten hinweggesetzt, die die internationalen Beziehungen staendig stoeren, um geradewegs und unerschrocken die Loesung des Problems des Weltfriedens in Angriff
zu nehmen," sagte Murray. "Hierin liegt die Groesse des Marshall
Planes... Nichts von Buerokratie, von behandschuhter Diplomatie
und engstirniger Tradition haftet ihm an, wie wir es an Dingen
von weltpolitischer Bedeutung schon ganz gewoehnt sind."
Murray erklaerte, dass die sechs Millionen Mitglieder des
CIO "stolz darauf seien, ihren Teil zu der Entwicklung des
Marshall Planes beigetragen zu haben," und dass sie die Europaeer zu ihrem grossen Erfolg beglueckwuenschten, "der selbst
die Vorhersagen unserer Statistiker und Staatsmaenner uebertroffen hat."
Indem er wiederholte, was Murray schon zum Ausdruck gebracht hatte, fuehrte Michael Ross aus: "Unseren Arbeitskollegen
in Europa moechte ich noch einmal sagen, dass die Gewerkschaften
Amerikas entschlossen hinter der Europaeischen Wiederaufbau
Programm stehen."
"Wir unterstuetzen dieses Programm deshalb, weil wir wissen,
dass es das Wohlergehen der Menschen in Europa foerdern und
ihren Lebensstandard verbessern wird." Ross erklaerte, dass
der CIO darauf bedacht sei, die staendige Zusammenarbeit der Arbeiterschaft an diesem Programm zu gewaehrleisten. Er hielt
einen Rueckblick auf die Erfolge des Marshall Planes waehrend
der beiden ersten Jahre seines Bestehens und wies besonders
auf "das Band der Freundschaft hin, welches sich durch die ECA
enger und dauerhafter zwischen unseren Laendern gestaltet habe.
Das traefe besonders fuer die Gewerkschaftsbewegungen der betreffenden Staaten zu."
"Noch muessen viele Hindernisse ueberwunden werden," erklaerte Mr. Ross, "aber an diesem Wendepunkt des ERP haben wir
allen Grund zu hoffen und zu glauben, dass das gemeinsame
Streben unserer Voelker nach Freiheit und wirtschaftlichem Wohlstand alle Hindernisse beseitigen wird, die einem gluecklichen,
unabhaengigen Europa noch im Wege stehen."
ECA Labor Information
21. April 1950
- 11 -

�HOFFMAN BEGLUECKWUENSCHT t)IE FREIEN GEWERKSCHAFT Bf
"Der Anteil der freien Gewerkschaftler Europas und ihrer
amerikanischen Brueder an den wirklich bemerkenswerten Erfolgen
im Wiederaufbau ganz Westeuropas waehrend der vergangenen Jahre
ist nicht gering."
Mit diesen Worten gruesste der ECA Administrator Paul
Hoffman die dritte Volkskonferenz des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses des Europaeischen Wiederaufbauprogramms, die
kuerzlich in Rom stattfand."
"Ich kann nicht genug betonen," fuhr Mr. Hoffman fort,
"wie sehr ich die bedeutende Mitarbeit der arbeitenden Maenner
und Frauen aller am ERP teilnehmenden Nationen anerkenne und
schaetze."
Mr. Hoffman fuegte hinzu, dass zur erfolgreichen Durchfuehrung des Marshall Planes nur noch wenig Zeit zur Verfuegung
stuende und zwei besonders schwierige Aufgaben geloest werden
mftssten.
"Wir muessen erstens die Produktionsleistung steigern,"
sagte er. "Und dann muessen wir, um die erhoehte Produktionsleistung auch wirklich zur Geltung kommen zu lassen, die Schranken
einschraenkender, veralteter Methoden niederreissen, die es den
europaeischen Wirtschaftslaendern unmoeglich machen, an einem
starken und gesunden System zum Wohle aller ihrer Voelker gemeinsam zu arbeiten."
"Im Vertrauen auf Ihre Hilfe und Mitarbeit stelle ich Ihnen
diese doppelte Aufgabe," schloss er.
Mr. Hoffmans Gruesse an die dreitaegige Konferenz wurden
telegraphisch von Washington uebermittelt.
ECA Labor Information
19. April 1950

- 18 -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

OFFIdlAL

ucoe «-e?9 L t 1 i m W IT C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUHCEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

111

"9

Frankfurt, 5. Kai 1950

ZWEI JAHRE MARSHALL-PLAN
Der Marshall Plan auf halbem Wege - - - 1
Die Stimme einer freien Welt - - - - - - 3
Leon Jouhaux: Der Marshall Plan, eine neue
Art internationaler Solidaritaet - - - - - 5
Produktivitaet und Dollarkluft —
-- —
7
Schwedische Gewerkschaften zum europaeischen Hilfsprogramm - - - - - - - - - - 11

DER MARSHALL PLAN AUF HALBEM WEGE
Radio-Vortrag von Walter Schevenels
Anlaesslich der am 18., 19. und 20. April 1950 in Rom
stattfindenden Dritten Vollkonferenz der ERP Gewerkschaftsorganisationen und der Tatsache, dass der Marshällplan auf halbem
Wege angelangt ist, hielt Walter Schevenels, Sekretaer des
Pariser Verbindungs-Bueros des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses fuer den Europaeischen Hilfsplan, am 24. Maerz am Radio
folgenden Vortrag:
"Im naechsten Monat wird in Rom eine Vollkonferenz der am
ERP teilnehmenden Gewerkschaftsorganisationen abgehalten, um
den Bericht ueber die zweijaehrige Taetigkeit des Gewerkschaft-

�liehen Beratungsausschusses zu diskutieren, der im Maerz 1943
als offizielle Vertretung der europaeischen Gewerkschaften
in allen die Durchfuehrung des Marshallplans betreffenden Angelegenheiten gebildet wurde. Die Konferenz wird einen Bericht
ueber die Gewerkschaftspolitik hinsichtlich der aktuellen Probleme diskutieren, die sich durch die gegenwaertige Entwicklung
des Europaeischen Hilfsplans stellen. Es ist ein glueckliches
Zusammentreffen, dass diese grosse Gewerkschaftskonferenz zu
eben der Zeit stattfindet, wo der Marshallplan auf halbem Wege
angelangt ist."
"Aus diesem Grunde ist es angebracht, einen kurzen Ueberblick ueber die bisherigen Ergebnisse des Marshallplans zu geben.
Bei dieser Gelegenheit werden die europaeischen Gewerkschaften
von mir als Sekretaer ihres Ausschusses sicher erwarten, in
ihrem Namen von der Erkenntnis zu sprechen, dass das Bestehen
des Marshallplans hauptsaechlich auf die Unterstuetzung seitens
der amerikanischen Gewerkschaften zurueckzufuehren ist und dass
diese eine wichtige Rolle gespielt haben, indem sie dem ERP seine
wirkliche Bedeutung als uneigennuetzige, grosszuegige Hilfe an
notleidende Voelker gaben."
"Die natuerlichen und materiellen Hindernisse und Schwierigkeiten, welche der Marshallplan zu ueberwinden hatte, waren ungeheuer. Die Arbeit wurde noch schwieriger gestaltet durch die
aeusserst boshafte und gemeine Sabotage der Kommunisten, die
jedes in ihrer Macht stehende Mittel anwandten, um das wirtschaftliche Chaos zu verschlimmern, wobei sie auf die Not und
Verzweiflung der europaeischen Voelker spekulierten, um die Eroberung Europas durch die Kommunisten zu foerdern. Sie stempeln
den Marshallplan als eine Bemuehung der Amerikaner, die europaeischen Voelker zu versklaven, mit dem Ziel kapitalistischer
und imperialistischer Ausbeutung und der Vorbereitung eines neuen
Krieges. Wir wollen unsere Zeit nicht damit vergeuden, diese
dummen und kriminellen Behauütungen zu widerlegen, welche nur die
taeuschen koennen, die getaeuscht werden wollen, oder diejenigen,
die aufgehoert haben, selbst zu denken."
"Trotz all dieser Schwierigkeitren kann gesagt werden, dass
von den ERP-Laendern in den letzten zwei Jahren beachtenswerte
Fortschritte erzielt wurden, und schneller, als man erwartete.
Die industrielle und landwirtschaftliche Produktion ist um 30%* und
mehr angestiegen. Grosse Fortschritte sind auf dem Gebiet der
inneren Waehrungsstabilisierung gemacht worden. Das Vertrauen
in die Zukunft Europas ist wieder hergestellt worden. Ohne den
Zustrom von Nahrungsmitteln und Rohstoffen in diesen zwei Jahren
haette die Arbeitslosigkeit ein Ausmass angenommen, dem zu steuern
unmoeglich gewesen waere. Dank der Marshallhilfe konnte die Inflation in Grenzen gehalten werden. Jetzt wissen all diejenigen,
welche die Inflation in Deutschland und Oesterreich in der Zeit
zwischen den beiden Kriegen gesehen oder von ihr gehoert haben,
welches Elend insbesondere den europaeischen Arbeitern geblieben
ist."
"Aus diesen zwei Gruenden, neben vielen anderen, koennen
die europaeischen Arbeiter, und die Bevoelkerung Europas Im allgemeinen, dem amerikanischen Volk und der amerikanischen Arbeiterschaft dankbar sein fuer ihre konstruktive und grosszuegige Tat
internationaler Solidaritaet."

�DIE STIMME EINER FREIEN WELT
Gewerkschaftsführer zu beiden Seiten des Atlantiks gaben
in diesem Monat gemeinsam das Versprechen ab, den Marshall Plan
auch weiterhin zu unter3tuetzen und sich dafuer einzusetzen,
dass die Arbeiter auch in den Genuss der diesem Plan entspringenden Vorteile in Form von Vollbeschaeftigung und hoeherer
Realloehne kommen.
Dies kam in einer Reihe von Ansprachen zum Ausdruck, die
von verschiedenen Rednern sowohl im Namen der europaelschen
als auch der amerikanischen Arbeiter anlaesslich des zweiten
Jahrestages des Beginns des Marshall Plans gehalten wurden, mit
dem auch gleichzeitig die erste Haelfte dieses Programms abgelaufen ist. Diese Reden sollen in der "Stimme Amerikas" im
Rundfunk uebertragen werden.
Die amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer erklaerten, dass
die Arbeiterschaft Amerikas das Programm mit ganzem Herzen unterstuetzt haette und dies auch in Zukunft tun wuerde. Sie betonten
Jedoch, dass es letzten Endes den Bemuehungen der Europaeer selbst
zu verdanken sei, wenn Europa auf dem Weg zum Wiederaufbau vorwaertsgekommen sei. Als geradezu wunderbar bezeichneten die
amerikanischen Redner die bereits erzielten Erfolge.
"Wenn ich an die dunklen Jahre zurueckdenke, die dem Krieg
unmittelbar folgten," sagte James Carey, Sekretaer des CIO, "dann
erinnere ich mich nur zu gut an die ungeheuren Probleme, vor die
sich Europa gestellt sah. Die Voelker Europas waren erschoepft,
die Menschen heimatlos und hungrig« Die langen Kriegsjahre
hatten ihren Zoll von ihnen gefordert..."
*

Carey wies darauf hin, dass "die amerikanischen Gewerkschafts Organisationen von Anfang an Verstaendnis fuer die Not
der Europaeer gehabt und eine bedeutsame Rolle in der Entwicklung und Gestaltung des Marshall Planes gespielt haetten... "Das
amerikanische Volk war von diesem Programm so ueberzeugt," sagte
er, "dass es fuer den Wiederaufbau Europas einen Betrag angebracht hat, der einem Durchschnitt von 100 Dollar fuer Jeden
Mann, jede Frau und jedes Kind nahekommt. Wir sind uns jedoch
bewusst, dass selbst mit all diesem Geld Europa nicht wiederaufgebaut werden koennte, wenn sich die Menschen Europas nicht durch
schwere Arbeit und Opfer an diesem Programm beteiligten. Heute,
nach Vollendung der ersten Haelfte des Programms, sagen wir mit
Stolz und Bewunderung, dass der groesste Anteil an Europas erstaunlichem Fortschritt den Europaeern zukommt."
Auch William Green und George Meany, Praesident und Vizepresident des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL, lobten
die Einigkeit der Arbeiter der ganzen Welt in der Unterstuetzung
des Marshall Planes.
"In den ersten beiden Jahren der EGA," erklaerte Green,
"ist Europa aus der Hungerzone herausgerissen worden. Die Produktion ist erheblich angestiegen. Der Wiederaufbau ist in
•ollem Gange. Die internationale Freundschaft wurde gefoerdert.
Eine bessere Gueterverteilung ist gesichert und eine gesunde
Basis fuer ein grosses, neues Zeitalter der Prosperität geschaffen worden. Ich bin stolz, dass amerikanische Gewerkschaften an diesen Erfolgen beteiligt sind."

v

- 3 -

�Meany hob besonders hervor, dass der Marshall Plan "von allen
demokratischen Gewerkschaften der Welt unterstuetzt wuerde."
"Damit Ist diesem gigantischen Unternehmen die aktive
Unterstuetzung von mehr als 50 Millionen freien Arbeltern
aus ueber 53 Nationen der Welt gesichert. Mit einem solchen
Rueckhalt nimmt es kaum Wunder, dass die Marshall Plan Verwaltung heute mit einem Gefuehl der Befriedigung auf die In
diesen beiden Jahren erzielten Erfolge zurueckblicken kann."
Arlon Lyon sprach im Namen der organisierten Eisenbahnarbeiter Amerikas und versprach, den Marshall Plan "fuer die
Gesamtdauer" zu unte rstuetzen. "Das Programm," sagte er, hat
den amerikanischen Arbeitern und der Gesamtheit unseres Volkes
einige Opfer abverlangt, wir sind jedoch davon ueberzeugt, dass
diese Opfer nicht umsonst gebracht wurden. Auf dem Wege zur
Demokratie und Freiheit sind in allen Marshall Plan Laendern
grosse Fortschritte erzielt worden. Wir sind der Auffassung,
dass es ein schwerer Fehler waere, wenn man versaeumte, dieses
Programm fortzusetzen, oder es durch unzureichende Geldmittel
kuerzte. Die Arbeit ist erst zur Haelfte getan."
Auch von der europaeischen Seite des Ozeans kamen Stimmen,
die den Marshall Plan priesen. Die Gewerkschaften versprachen,
das Programm auch in Zukunft zu unte rstuetzen. Die Forderung
wurde laut, sich noch mehr fuer eine Zusammenarbeit unter den
Nationen Europas einzusetzen und den Lebensstandard der Lohnempfaenger zu verbessern.
Evert Kupers, der Praesident des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses' fuer den Europaeischen Hilfsplan, rief die
grossen Arbeiterorganisationen dazu auf, den Gedanken eines
Vereinigten Westeuropas zu foerdern und anzuregen. Er sprach
den Gewerkschaften zu beiden Seiten des Atlantiks seine Anerkennung fuer ihre Zusammenarbeit in der Unters tuetzung des
Marshall Planes aus, "um den durch den letzten Krieg zugrundegerichteten Laendern neuen Wohlstand zu bringen"; gleichzeitig
wies er jedoch auch warnend darauf hin, dass die beteiligten
Laender enger zusammenarbeiten muessten, wenn sie nicht Gefahr
laufen wollten, innerhalb weniger Jahre vor einer neuen wirtschaftlichen Krise 8u stehen, die massenhafte Arbeitslosigkeit
mit sich braechte, deren Folgen nicht abzusehen waeren."
Der italienische Gewerkschafts Sprecher, Enrico Parri,
forderte die italienischen Arbeiter auf, dafuer zu sorgen, dass
die Geldmittel der EGA in seinem Lande so zweckmaesslg wie
moeglich verwendet wuerden. Er erklaerte, dass «der Zustrom
von Rohmaterialien (durch die Marshallhilfe), der Aufschwung,
den der Wiederaufbau der Eisenbahnen genommen habe, und die
allgemeine Belebung des Handels zweifellos den Lebensstandard,
den Verbrauch und die individuelle Leistungsfaehigkeit des
italienischen Arbeiters bereits gesteigert haetten."
Der Praesident der Norwegischen National-Gewerkschaft
Konrad Nordahl sagte, dass sich der Marshall Plan fusr Norwegen
am guenstigsten ausgewirkt haette, weil durch ihn der internationale Handel wiederbelebt worden sei. "Es gibt auf der
Welt wohl kein zweites Land, welbhes von einem ausgedehnten,
internationalen Handel So abhaengig ist wie Norwegen,- erklaerte
er. Die Erfolge des Marshall Planes haetten alle Erwartungen
bereits weit uebertroffen.

- 4 -

�Mart Ruppert, der Vorsitzende der Hollaendischen, Protestantischen, Christlichen Gewerkschaft sprach mit uneingeschraenkter Begeisterung von den Ergebnissen, die die Marshall Plan Verwaltung bereits fuer sich buchen koennte. "Ich moechte feststellen," fuehrte er aus, "dass meiner Meinung nach die Bedeutung
des Programms zum Wiederaufbau Baropas nichthoch genug eingeschaetzt werden kann. Dieses Programm hat vor allem Europa
und viele Millionen von Europaeern vor dem Untergang bewahrt.
Es hat ausserdem die Produktionsleistung in Europa wieder hochgebracht. Ihm ist die Bereitwilligkeit und der Wunsch der
europaeischen Voelker, enger zusammenzuarbeiten, zuzuschreiben.
Diese Arbeit darf nicht abgebrochen werden."
Auch Louis Major vom Allgemeinen Belgischen Gewerkschaftsbund sprach sich anerkennend zu den Erfolgen des Planes aus.
Auch er stellte Jedoch die Forderung, entscheidende Schritte
zu einer europaeischen Vereinigung zu unternehmen. "Wenn wir
in dieser Hinsicht untaetig bleiben," erklaerte er warnend,
"dann muessen wir ernstlich befuerchten, dass die Ergebnisse
ebenso katastrophal sein werden, als wenn uns Amerika seine
Hilfe versagte."
"Die Erkenntnis, dass Elend in irgendeinem Teil der Welt
letzten Endes Elend fuer die ganze Welt bedeutet," sagt Ludwig
Rosenberg aus Deutschland, "und die Anerkennung der Notwendigkeit, gemeinsam gegen Hunger und Verzweiflung zu kaempfen, —
dies waren die wichtigsten Beweggruende, die das amerikanische
Volk veranlassten, Europa zu helfen. Es war deshalb keineswegs
ueberraschend, dass die Gewerkschaften in Jenen Laendem, in
denen die Vernunft noch nicht dem Dogma eines Systems untergeordnet ist, mit unter den Ersten waren, die sich bereit erklaerten, den Marshall Plan fuer Europa zu unterstuetzen."
J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer vdes Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften sprach im Namen der 50 Millionen,
in diesem Bund organisierten Arbeiter und erklaerte, dass die
Geschichtsschreiber der Zukunft nicht vergessen werden, "zu bemerken, dass die grossen Gewerkschaftsorganisationen der Vereinigten Staaten - AFL und CIO - ebenso wie die freien Gewerkschaften
Westeuropas ueberzeugte Anhaenger des Marshall Planes waren...."
Aber auch er forderte eine andere Art gemeinsamen Handelns unter
den Nationen. "Europa hat noch einen langen Weg vor sich," so
prophezeite er, "bevor die Ziele des Marshall Plans erreicht
sein werden. Enge wirtschaftliche Zusammenarbeit wird unbedingt
notwendig sein, wenn das Programm zum vollan Erfolg werden soll.
Kein Land Westeuropas hat einen Teil seiner Souverenitaet eingebuesst oder ist zum Satelliten eines anderen Landes geworden auch besteht nicht die Gefahr hierzu. Unter Beibehaltung ihrer
eigenen Kultur und Einrichtungen muessen die Laender Europas
Jedoch bereit sein, ihre wirtschaftlichen Kraefte zu vereinigen
und eine gerechte Verteilung von Arbeit und Dienstleistungen im
besten Interesse Aller vorzunehmen."
ECA Labor Information
LEON JOUHAUX; DER MARSHALL PLAN. EINE NEUE ART INTERNATIONALER
SOLIDARITÄET
•Eine neue Art der Zusammenarbeit unter den Nationen - die
nicht darin besteht, Kriege vorzubereiten, sondern das menschliche Los zu verbessern und die Furcht vor Hunger und Elend zu
beseitigen - ist durch den Marshall Plan ins Leben gerufen worden."-

- 5 -

�So urteilt Leon Jouhaux, Praesident des groessten franzoesischen
Bundes freier Gewerkschaften, "Force Ouvriere."
"Skeptiker und Parteigaenger moegen mit den Achseln zucken,"
sagte Jouhaux in einem Rueckblick auf die beiden ersten Jahre
des Marshall Planes in Frankreich. "Sie moegen von dem Kapitalismus reden, der einen letzten Versuch unternimmt, um am Leben zu
bleiben; vom Imperialismus, der seine beherrschende Stellung zu
festigen sucht. Wozu soll ich mich jedoch mit weit hergeholten
Argumenten befassen. Ich halte mich an die Tatsachen."
Der Haupterfolg des Marshall Planes sei darin zu sehen,
dass er den Begriff der Solidaritaet von nationaler auf internationale Basis ausgedehnt habe, - der Solidaritaet, die darin
besteht, dass die arbeitende Menschheit fuer ein gemeinsames Ziel
zusammenarbeitet.
"Nationale Finanzen," fuehrte er weiter aus, "wurden gewoehnlich lediglich zur Unterhaltung öiner Polizeimacht und zur Kriegsvorbereitung verwendet. Dieser Zustand ist Jedoch laengst ueberholt. Heute ist es fuer jeden Franzosen selbstverstaendlich, dass
zum Beispiel die Strassen und Schulen der Gebirgsgegenden Frankreichs zum groessten Teil mit Steuern finanziert werden, die aus
den franzoesischen Industrie- und Landwirtschaftsgebieten kommen."
Warum sollten sie es nicht auch als selbstverstaendlich
ansehen, dass ein aehnlicher Plan nicht nur fuer eine Nation,
sondern fuer das gesamte Europa in Anwendung gebracht wird?
Und das sei gerade das, was im Marshall Plan verwirklicht
wuerde.
"Bisher bestand die gegenseitige Unterstuetzung der Nationen
lediglich in dem Austausch von Kriegsmaterial - und zwar mechanisches oder Menschenmat.erial. Die Gegner des Marshall Planes
weigerten sich nicht, d,ie Panzer und Flugzeuge anzunehmen, die
uns Amerika in den Jahren von 1941 bis 1945 geschickt hat. Mit
welcher Begruendung koennten wir also jetzt das Angebot abweisen,
unsere Ruinen wiederaufzubauen, unsere Industrie wieder in Gang
zu bringen, unsere Landwirtschaft zu modernisieren und unsere
Ausruestung zu erneuern?"
•"Wir nahmen diese Hilfe an," fuhr Jouhaux fort. "Allein im
Jahre 1949 erhielten wir von den Vereinigten Staaten 243 Billionen Francs im Gegenwertfonds.... sie dienten dazu, unsere Versorgung mit ELektrizitaet, Kohle und Gas sicherzustellen, unsere
Eisenbahnen, unsere Handelsmarine, unsere privaten Industrien,
unsere Landwirtschaft und unsere Kolonien wiederaufzubauen."
Jouhaux kritisierte die Regierungen der europaeischen Laender,
die versaeumt haetten, die aus diesen Verbesserungen entstehenden
Gewinne gleichmaessig zu verteilen.
"Wir,als die Vertreter der Arbeiterklasse," erklaerte er,
"sind der Auffassung, dass die grosse Masse der europaeischen
Arbeiter nicht in genuegendem Masse an dem beteiligt worden ist,
was die amerikanischen Arbeiter fuer sie geopfert haben; wir sind
der Ansicht, dass der europaeische Lebensstandard nicht in demselben Verhaeltnis wie die industrielle und landwirtschaftliche
Produktion angestiegen ist."

- 6 -

�"Wir sagen es offen und eindeutig, dass die Steigerung der
Produktionsleistung in allererster Linie dazu dienen muss, den
Lebensstandard des Volkes im allgemeinen und des Arbeiters im
besonderen zu heben, und dass wir ueberzeugt sind, dass dies
gegenwaertig der Fall ist."
Jouhaux erklaerte, es sei Aufgabe der Mitglieder der Gewerkschaftsbewegung, diesen Misstand zu beseitigen. Sie wuerden unaufhoerlich daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen.
ECA Labor Information
5. April 1950
PRODUKTIVITAEX UND DOLLARKLUFT
Ansprache des Botschafters Milton Katz,
amerikanischer Vice-Sondervertreter in Europa,
vor der Dritten Vollkonferenz der ERP Gewerkschaftsorganisationen.
Es freut mich, heute als Mitarbeiter im gemeinsamen Werk
des europaeischen Wiederaufbaues zu Ihnen zu sprechen. Wir sind
auf zweifache Art miteinander verbunden. Als gewerkschaftlicher
Beratungsausschuss des ERP sind Sie das offizielle Sprachrohr,
durch welches die Stimme der freien Gewerkschaften Europas in
den Raeten der OEEC gehoert werden kann. Darueber hinaus gibt
es zwischen uns ein weniger foermliches, dafuer Jedoch tieferes
Band der Gemeinschaft. Die freien Gewerkschaften stehen an der
Spitze des Kampfes fuer Freiheit, Sicherheit undeinen anstaendigen Lebensstandard, welches die Hauptziele des Marshallplanes
sind.
Der Kampf fuer diese Hauptziele ist unermesslich, vielseitig
und endlos. Alle Menschen, die guten Willens sind, in allen
Laendern von Europa und Amerika, sind an ihm beteiligt. Sie
haben Ihren Anteil an der Aufgabe - es gibt keinen, der wichtiger
waere; und die OEEC und ECA haben den ihren.
Ich moechte unter den zahlreichen Unternehmungen zwei
herausgreifen, durch welche die OIEC und ECA versuchen, unsere
gemeinsamen Ziele zu erreichen. Es sind dies die Bemuehungen,
in Europa zu einem groesseren Mass von Einheit zu gelangen, and
die europaeische Produktivitaet zu steigern. Sie haben von
diesen Programmen unter den Namen MWirtschafliche Vereinigung",
"Liberalisierung des Handels und der Zahlungen", "Harmonisierung
der Wirtschaftspolitik" und "Produktivitaetssteigerung" gehoert.
Nur durch hoehere Produktivitaet (Produktionsleistung)
koennen die Europaeer besser und sicherer leben und Europa
in der Welt wirtschaftlich unabhaengig werden. Europa kann mit
keinen anderen Mitteln hoffen, seine Einfuhren von Nahrungsmitteln und Rohmaterialen bezahlen und den Lebensstandard seiner
Arbeiter erhoehen zu koennen. Die Produktivitaet wird von vielem
beeinflusst, und es gibt keinen einzig dastehenden und einfachen
Weg, sie zu verbesser. "DerFeldzug zur ProduktivitaetsSteigerung"
ist ein Programm, das sich zur Aufgabe stellt, das Problem direkt
am Arbeitsplatz anzufassen. Es bedeutet, ein besseres Verhaeltnis
zwischen Menschen, Geld, Material, Maschinen und Zeit herzustellen, um mit gleicher Anstrengung groessere Mengen von Waren
zu produzieren und zur Verteilung zu bringen. Auf diese Art
wuerde die gesamte Arbeitskraft, vollbeschaeftigt, mehr erzeugen
und mehr verteilen. Dieser besondere Ueberschuss an Produktivitaet

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�koennte auf verschiedene Arten verwendet werden. Er koennte
teilweise dazu benuetzt werden, mehr Gueter zu niedrigeren
Preisen fuer den Verbrauch verfuegbar zu machen und so den
gegenwaertlgen Lebensstandard In Europa zu erhoehen. Teilwelse koennte er dazu dienen, mehr Fabriken und Haschinen
zu bauen, die spaetere Produktion zu erhoehen und die Grundlagen der europaeisehen Wirtschaft zu festigen. Zum Teil
koennte er auch dazu gebraucht werden, mehr Gueter fuer die
Ausfuhr zu solchen Preisen herzustellen, welche den Verkauf
dieser Gueter auf den Weltmaerkten gewaehrlelsten und damit
die Dollarelnkuenfte Europas erhoehen wuerden.
Betrachten wir diese Tatsachen einmal von einem anderen
Gesichtspunkt aus. Sie haben viel ueber Europas lebenswichtige Einfuhren und ueber die Dollarkluft gehoert. Europa
muss Weizen fuer sein Brot, Futtersamen fuer sein Vieh, Baumwolle fuer seine Bekleidung, Kupfer fuer seine elektrischen
Anlagen und Petroleum fuer seine Transporte einfuehren. Es
muss Fette und Oele, landwirtschaftliche Maschinen und Ausstattungen fuer seine Petroleumraffinierien einfuehren. Einige
dieser Einfuhren stellen infolge der Verwuestungen und Zerruettungen des Krieges kurzfristige Beduerfnlsse dar. Viele jedoch
werden angesichts der Besonderheit der europaeischen Wirtschaft
dauernd benoetlgt, um die Voelker Europas zu ernaehren, seine
Fabriken zu betreiben und seine Arbeiter zu beschaeftigen.
Ein grosser Teil dieser lebenswichtigen Einfuhren stammt
aus den Vereinigten Staaten und aus sonstigen Seilen Nordund Suedamerikas, wo sie mit Dollar gekauft werden muessen.
Trotz des bemerkenswerten Fortschritts der letzten zwei Jahre
besitzt Europa nocht nicht und verdient auch nicht genug Dollar,
um alle seine Beduerfnlsse zu decken. Der Unterschied zwischen
seinen Beduerfnissen und dem, wofuer es aus eigenem Verdienst
und eigenen Mitteln zahlen kann, wird gewoehnlich die Dollarkluft genannt. In den letzten zwei Jahren wurde diese Kluft
durch die Marshallhilfe ueberbrueckt. Es war immer klar, dass
die Marshallhilfe mit jedem Jahr abnehmen und spaetestens am
30. Juni 1952 zu Ende gehen wuerde. Zu diesem Zeitpunkt muss
Europa imstande sein, die Dollar, die es benoetlgt, durch hoehere
Einkuenfte und normale Kapitalanlagen zu erlangen. Um mehr
Dollar zu verdienen, muss es In anderen Laendern mehr Waren verkaufen koennen. Um Europa dabei behilflich zu sein, hat meine
Regierung soeben bekanntgegeben, dass sie Besprechungen ueber
die Herabsetzung der Tarife von etwa 2,500 Artikeln anzubahnen
wuenscht. Um mehr verkaufen zu koennen, muss Europa in der Lage
sein, mehr Waren zu niedrigeren Preisen, oder bessere Qualltaeten,
oder beides anzubieten.
Gleichzeitig muessen die Anstrengungen fortgesetzt werden,
Europas Zukunft zu sichern, indem ein Grossteil seiner Mittel
fuer neue Kapitalanlagen verwendet wird, naemlich fuer neue
oder bessere Fabriken oder Ausstattungen, Landurbarmachung oder
der Ausbildung von Arbeltern und Bauern in neuen 9rwerbszweigen.
Mehr Ausfuhren, neue Kapitalanlagen, besserer Lebensstandard fuer den heutigen Arbeiter - sind einige der wichtigsten
Notwendigkeiten unserer Zelt. Wie die Welt heute aussieht, kann
keines dieser Beduerfnlsse vollends gedeckt werden; wir muessen
jedoch danach streben, sie in einem mit der Praxis vereinbarlichen Masse alle zu erfuellen. Wenn die Produktivitaet niedrig
Ist, wuerde ein Versuch, zwischen diesen Beduerfnissen ein

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�Gleichgewicht herzustellen, zu bitteren und irrefuehrenden
Debatten Anlass geben. Die Menschen, die fuer eine Erhoehung
der Ausfuhren kaempfen, wuerden fuerchten, dass hoehere Gehaeiter die Preise der Waren so weit hinauftreiben wuerden,
dass diese aufhoeren wuerden, konkurrenzfaehig zu sein. Die
Menschen, die fuer die Rechte der Arbeiter kaempfen, wuerden
fuerchten, die Benuehungen, die Ausfuhrpreise und -Spesen
herabsusetzen, koennten in einen Feldzug zur Senkung der
Loehne ausarten. Diejenigen, welche dafuer kaempfen, einen
angemessenen Teil der Produktion und der Mittel auf die Zukunft
der Wirtschaft zu verwenden, wuerden mit ihren Mitbuergern in
Konflikt stehen, die dieselben Mittel dazu verwenden wollen,
den gegenwärtigen Lebensstandard zu verbessern. Aus all diesen
Befuerchtungen und Konflikten wuerden moeglicherweise Inflation,
Unstetigkeit und Unzufriedenheit entspringen. Um es zu ermoeglichen, allen diesen wesentlichen Beduerfnlssen in vernuenftigem
Masse gerecht zu werden und zwischen ihnen ein weises Gleichgewicht herzustellen, muss die Produktivitaet gesteigert werden.
Wir alle sind uns darueber Im klaren, dass man manchmal
befuerchtet, hoehere Produktivitaet koennte eine Verringerung
der Arbeitsmoegllchkeiten zur Folge haben. Es gibt eine Lage,
in der dies wohl der Wahrheit entsprechen duerfte. Naemlich
dort, wo die Maerkte beschraenkt sind, waehrend die Produktivitaet steigt. Wenn sich in einer solchen Lage Arbeitslosigkeit einstellt, ist es von groesster Wichtigkeit, die richtige
Diagnose zu stellen, und die wirkliche Stoerungsquelle aufzuspueren. Der Fehler liegt in der Beschraenkung des Marktes, und
nicht in der erhoehten Produktivitaet. Wenn man zu enge Schuhe
traegt, verursacht das Gehen Schmerzen, nicht im Stillstand.
Ich habe hervorgehoben, inwiefern eine Erhoehung des Lebensstandards und eine Erweiterung der europaeischen Maerkte von
einer Prpduktivitaetssteigerung abhaengig sind. Dementsprechend
muss ein Programm der Produktivitaetssteigerung von einer Erweiterung der Inlands- und Auslandsmaerkte begleitet werden.
Der Handel kann auf vielerlei Weise beschraenkt werden.
Er kann aus reiner Traegheit ins Stocken geraten. Er kann von
engstirnigen und veralteten Denk- und Handlungsgewohnheiten
eingeschraenkt werden. Er kann durch Kartelle oder andere Formen
hinfl erlicher Geschaeftspraktiken begrenzt werden. In Europa
war -seit dem Kriege keine Form der Einengung ernster als die
Schranken, die von den einzelnen Regierungen dem Handel gesetzt
wurden. Sie kennen die vielen Formen, in denen sich diese
Einengung kundgetan hat: Einfuhrverbote, Quoten, Einfuhrgenehmigungen, Devisenkontrolle, uebermaesslge Zolltarife, Doppelpreise und andere Formen der Erschwerung.
Es waere sowohl gefaehrlich als auch unsinnig, die schweren
Verhaeltnisse zu vergessen, aus denen dieses Labyrinth der
^inschraenkungen hervorging. Die Regierungen und Voelker Europas mussten nach einem verheerenden Krieg ihre Wirtschaft wieder
aufbauen. Sie hatten diese Aufgabe angesichts eines reaktionaeren
Kommunismus zu erfuellen, der es unaufhoerlich und dauernd darauf
abgesehen hatte, sie zu unterminieren. Ihre Moeglichkeiten waren
beschraenkt, sie standen unter schwerer Spannung und mussten ihre
Arbeit mit allen praktisch verfuegbaren Hilfsmitteln durchfuehren.
Dank ihres Erfindungsgeistes und ihrer Muehe, und mit Hilfe ihrer
eigenen Mittel und derer des Marshallplans, haben sie sich in
diesen schweren Jahren weit emporgearbeitet.

9 -

�Bei voller Anerkennungfuer die getane Arbeit und Ermutigung
durch den erzielten Fortschritt, nruessen wir dennoch die heutigen
Tatsachen ins Auge fassen, wie sie sind. Die Tatsachen sind, dass
der europaeische Handel Immer noch in einem Gewebe von Einschraenkungen und Erschwerungen verstrickt ist. Weder Waren, noch Geld,
noch Menschen koennen auch nur halbwegs ohne Schwierigkeit von
einem Land ins andere gelangen. Den europaeischen Erzeugern
bleiben die Moeglichkeiten wirksamer Organisation und kraftvoller
Entwicklung vorenthalten, die von europaweiten Maerkten geboten
wuerden. Den europaeischen Konsumenten bleiben die Moeglichkeiten
verschlossen, ueberall in Europa frei einzukaufen. Der Strom
neuer Kapitalanlagen, von welchen Europas Wirt Schaftszukunft in
einem solch hohen Masse abtiaengig ist, wird von kurzsichtigem,
selbstzerstoerendem Protektionismus oft in unwirtschaftliche
Bahnen gelenkt. Wie wir alle wissen, gibt es in gewissen Teilen
Europas ernste Probleme der Ueberbevoelkerung und der Entwurzelung, die zur Folge haben, was manchmal "strukturelle Arbeitslosigkeit •&lt;, genannt wird. Obschon durch die OEBC einiges auf
diesem Gebiet getan wurde, erfordert das ganze Problem der Eroeffnung weiterer Moeglidkeiten fuer eine Massenumsiedlung viel
groessere gemeinsame Bemuehungen. Ein Teil dieser Umsiedlung
sollte innerhalb Europas moeglich sein, das Hauptgewicht muss
jedoch duenner besiedelten Gebieten ausserhalb Europas zufallen.
In ihren Berätungen im Rahmen der OEEC haben die Teilnehmerlaender bewiesen, dass sie ueber dfese Sachlage wohl unterrichtet
sind. Die ersten Schritte wurden unternommen, um ihr ein Ende
zu bereiten. Sie stellen eine betraechtllche Anstrengung angesichts
betraechtlicher Schwierigkeiten dar, und sind ein wichtiger Anfang.
Ich kenne jedoch niemand, der behaupten wuerde, sie seien ausreichend. Die OEEC steht jetzt mitten im Begriff, weitere Fortschritte auszuarbeiten.
Bisher wuerden von den Regierungen der ERP-Laender durch
die OEEC, und mit voller Unters tue tzung der ECA gewisse Vorschi aege entwickelt. Darunter befindet sich die Schaffung einer
europaeischen Zahlungsunion, durch wleche die verschiedenen
Waehrungen der Teilnehmerlaender schnell austauschfaehig gemacht
wuerden. Diese Vorschlaege sehen auch ein entschlossenes Programm zur wirklichen Beseitigung quantitativer Einschraenkungen
des innereuropaeischen Handels vor. Es wuerde dies die Beseitigung eines Verfahrens aus dem lnnerwaropaeischen Handel bedeuten,
das als Festsetzung von Doppelpreisen fuer Brennstoffe und Grundmaterialien bekannt geworden ist. Darunter wird der Gebrauch
verstanden, fuer solche Brennstoffe und Grundmaterialien mehr
zu verlangen,, wenn sie in einem anderen OEEC-Land verkauft
werden, als wenn sie im Ursprungsland auf den Markt kommen. Im
Zuge dieses allgemeinen Programms wuerden Zolltarife ebenfalls
auf einer vernuenftigen Hoehe gehalten werden. Es wuerde insbesondere erwartet werden, dass die Laender die Tarife nicht
erhoehen wuerden, umfladurch vorsaetzlich die Einfuhrbeschraenkungen zu ersetzen.
Füer die Arbeiter Europas und ihre Gewerkschaften steht
bei der Erweiterung der Maerkte ebensoviel auf dem Spiel wie
bei der Produktivitaetssteigerung. Ich weiss, dass Sie Ihnen
behilflich sein werden, das einzusehen, und ihnen helfen werden,
ihre eigenen wahren Interessen mit voller Macht zu verfolgen.
Wenn sie ihre eigenen tiefen Interessen verstehen, werden sie es
nicht zulassen, dass die Produktivitaet durch Einschraenkungsmassnahmen unterdrueckt wird. Wenn Regierungsschranken zur
Erweiterung der Maerkte beseitigt werden, werden sie nicht gestatten, dass diese Beseitigung von Kartellen und privaten Ein-

- 10 -

�schraenkungen Ihrer Fruechte beraubt werden. Denn sie haben ein
Interesse sowohl an Entwicklung als auch an Sicherheit. Nur
durch Entwicklung kann eine wahre Sicherheit erreicht werden.
Wenn die europaeische Wirtschaft nicht vorwaerts schreitet,
wird sie sicherlich zurueckfallen.
Unsere Ziele koennen durch oertliche Planung oder oertliche
Eingriffe nicht erreicht werden. Das Potential Europas muss
fuer Europa als Ganzes verwirklicht werden. Die freien Nationen
Europas und die atlantische Gemeinschaft muessen Jederzeit einander Rechnung tragen. Keine unter ihnen darf eine Politik
verfolgen ohne Ruecksicht auf ihre Konsequenzen gegenueber der
anderen, wenn sie nicht Gefahr laufen will, ihre eigenen Ziele
zu verfehlen. Nur diejenigen, denen diese wesentlichen Wahrheiten nicht einleuchten, koennen sich der Taeuschung hingeben,
dass ein Gegensatz zwischen dem Ziel hohen Arbeitsangebots und
demjenigen der europaeischen Einheit bestehe. Es muss wiederholt werden, dass diese Ziele sich gegenseitig stuetzen, und
dass es unsere gemeinsame Aufgabe sein muss, sie zu erreichen.
Die freien Nationen Europas und Amerikas muessen unser gemeinsames Schicksal zusammenschmieden.

SCHWEDISCHE GEWERKSCHAFTEN ZUM EUROPAEISCHEN HILFSPROGRAMM
Axel Strand, der Praesident des Schwedischen Gewerkschaftsbundes, erklaerte, die schwedischen Gewerkschaftler befürworteten den Marshall Plan deshalb, weil er eine finanzielle Hilfe
darstellt, die vom gesamten amerikanischen Volk und nicht nur
von Banken und sonstigen FinanzInstituten geleistet sei.
In einer Rede ueber die Bedeutung des Marshall Planes fuer
die Wirtschaft Schwedens und Skandinaviens waehrend der beiden
ersten Jahre des ECA Programms verglich Strand das ERP mit der
Hilfe, die Amerika nach dem ersten Weltkrieg Europa zukommen
Hess.
'
"Nach dem ersten Weltkrieg," sagte Strand, "wurde Europa
ebenfalls von den Vereinigten Staaten unterstuetzt; die damalige
Hilfe war Jedoch ganz anderer Art. Die Banken, FinanzInstitute
und grossen Gesellschaften gaben Kredite. Mit dieser Hilfe
war den EmpfaengerStaaten Jedoch nicht gedient. Sie konnten
damit nicht ihre finanziellen Schwierigkeiten beseitigen....
Nun ist es das amerikanische Volk, das hinter dem Plan zum Wiederaufbau Europas steht...» In Schweden sind wir der Ansicht,
dass diese Tatsache den Arbeitern und der breiten Masse der Bevoelkerung das Vertrauen in das Programm und seine Ziele eingefloesst hat."
Strand erklaerte ausserdem das Programm werde deshalb von
den Gewerkschaftlern unterstuetzt, weil es ein Mittel zur Hebung
des Lebensstandards und zur Verhuetung zukuenftlger Kriege darstelle.
"Aufgabe 1 der Gewerkschaftsbewegungen aller Laender ist,
den Lebensstandard des arbeitenden JJenschen zu halten und zu
steigern. Deshalb ist die Gewerkschaftsbewegung fortschrittlich
in ihrer Arbeit und realistisch in ihren Zielen. Der Mars hall
Plan beruht auf konstruktiven Faktoren, und deshalb wird er von
den Gewerkschaftsorganisationen unterstuetzt.
H

Was an wirtschaftlicher Hilfe fuer den Wiederaufbau Europas
eingesetzt wurde, ist eine Kapitalanlage fuer die Zukunft. Mit
den Millionen von Dollar, die heute fuer den Wiederaufbau und

11 -

�fuer soziale und wirtschaftliche Sicherheit ausgegeben werden,
koennen Billionen von Dollar fuer eventuelle militaerische Ausgaben in der Zukunft gespart werden. Es hat sich Immer als
richtig erwiesen, sich auf positive, vorbeugende Kraefte zu verlassen, weil destruktive Kraefte nur auf diese Weise ueberwunden
werden koennen."
Strand brachte zum Ausdruck, dass der Marshall Plan waehrend
der beiden vergangenen Jahre fuer Schweden sehr nutzbringend gewesen sei, weil er den Wiederaufbau ueberall auf der Welt und die
Wiederbelebung des internationalen Handels gefoerdert habe.
"Das schwedische Volk, dessen Lebensstandard von einer guenstigen Entwicklung des internationalen Handels so sehr abhaengig
ist," meinte er, "weiss, dass Wiederaufbau im Kriegszerstoerten
Europa vermehrten Handel der Laender miteinander, mehr Waren und
bessere Waren bedeutet."
Er wies ferner darauf hin, dass waehrend Schweden zwar auf
die liarshall Plan Hilfe nicht so sehr angewiesen sei wie die vom
Krieg verwuesteten Laender, die schwedische Arbeiterschaft trotzdem nicht im geringsten die Bedeutung dieser Hilfe fuer unser
Land unterschaetze. Nicht weniger als 40g unserer Importe aus
den Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Jahre mit Marshall
Plan Geldern bezahlt, die Schweden durch Warenlieferungen an
andere Teilnehmerstaaten des Marshall Planes erworben hatte."
Strand, dessen Gewerkschaft 1,250.000 Mitglieder zaehlt,
unterstrich besonders die Bedeutung der Tatsache, dass die ECA
besonderen Wert auf die Steigerung der Produktionsleistung legt.
"Alles, was getan werden kann, um den Wert der koerperlichen
Leistung durch bessere Maschinen und bessere technische Ausruestung zu erhoehen, muss getan werden. Die Bedeutung des Wissens-,
Erfahrungs- und Ideenaustausches auf technischem und verwaltungstechnischem Gebiet, der nun zwischen Europa und den Vereinigten
Staaten stattfindet, geht weit ueber die Zeit des Marshall Planes
hinaus. Und dieser Austausch muss auch nach Beendigung des
Europaeischen HilfsProgramms fortgesetzt werden."
ECA Labor Information
4. April 1950
- 18 -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

0FF1CIAL

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�Internationale
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I I - 10

Frankfurt, 12. Mal 1950

INHALTSVERZEICHNIS
Malrede In Berlin 1950
1
Reut her: " Europahilfe nruss nach 1952
fortgesetzt werden" - - - - - - - - - 3
England auf dem Wege zum Wiederaufbau - 4
Daenische Gewerkschaftler treten aus der
Kommunistischen Partei aus - - - - - - 5
Charles J. MacGowan - - - — - - - - 7
Konrad Nadahl
8
Seeleute Amerikas versprechen europaeischen Gewerkschaften ihre Hilfe
11

MAIREDE IN BERLIN 1950
Irving Brown, Vertreter des I.B.F.G.
An diesem Maitage des Jahres 1950 ueberbrlnge ich Euch
tapferen, f r e i e n Maennern und Frauen von Berlin die Gruesse
und die Gefuehle hoechster Bewunderung von den fuenfzig M i l l i onen Arbeitern des maechtigen Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften.
Es I s t gerade vier Jahre her, dass die demokratische Welt
mit Begeisterung das Ergebnis f r e i e r Wahlen i n Berlin g e f e i e r t
hat. Damals hat Berlin fuer Z i v i l i s a t i o n und gegen Sklaverei
gestimmt, fuer grundsaetzliche Menschenrechte und gegen Verneinung von Menschenwuerde, fuer Freiheit und Wiederaufbau und
gegen eine neue Tyrannei. In den Jahren der Hitlerschande
habt Ihr eines gelernt: "Nur die allergroessten Kaelber waehleii
ihre Metzger selber."
Dank der Luftbruecke i s t der Stadt Berlin, die Moeglichkeit
gegeben worden, ihre Freiheit zu behaupten. Ja, das stimmt.
Aber Berlin i s t f r e i geblieben und wird weiterhin auch f r e i s e i n ,

- 1 -

�weil die Arbeiter unter dem Banner der U.G.O. die Freiheit
wollen. Ohne dieses Freiseinwollen der Bevoelkerung gibt es keine
technisch« Mittel, so vollkommen sie auch sein moegen, die die
Freiheit sichern koennen.
Die Deutschen sind nicht bereit, sich einer neuen Sklaverei
zu ergeben, sind nicht bereit, an neuen Verbrechen teilzunehmen
unter der Maske der Nationalen Front, Die ehemaligen Verbrechen
der Nazis und der Deutschnationalen verblassen gegenueber denen,
die heute vom Kreml angeordnet werden. Deshalb koennen und
werden auch jetzt tatsaechlich wie einst der Nationalismus und
der Kommunismus in Deutschland Blutsfreunde. Darum dient das
"Denazifizieren'* der SMA in Deutschland als Deckmantel zum
Rueckfall ins Nazitum im Namen der UdSSR.
Wir alle glauben an den Frieden. Die ganze Menschheit
sehnt sich nach Frieden und Sicherheit. Die ganze Entwicklung
der Geschichte der Amerikaner deutet auf ihre tiefe Friedensliebe
und ihre Abneigung gegen den Militarismus hin. Ebenso fest
glauben wir an die Freiheit. Besteht Sklaverei auch nur in einem
Lande, so stellt sie eine Gefahr fuer die ganze Welt dar. Wo
es Sklaverei gibt, besteht Kriegsgefahr fuer die ganze Welt,
Wo es Sklaven gibt, gibt es Herren. Und wo es Herren gibt,
gibt es Fuehrer mit unbeschraenkter Macht, die ihr Volk in den
Krieg stuerzen. Gibt das Volk die Freiheit auf, dann verliert
es alle Macht, die Herren zu kontrollieren und zurueckzuhalten.
Darum ist Euer Kapf nicht nur ein Kampf um die Freiheit Berlins,
sondern auch ein Kampf um den Frieden fuer Deutschland und fuer
die Welt, Euer Kappf um die freien Gewerkschaften in Berlin laesst
sich unter den jetzigen Umstaenden nicht von dem allgemeinen
staendlgen Kampf um die Freiheit und die Demokratie trennen.
Ohne freie Gewerkschaften gibt es keine Demokratie, und umgekehrt, ohne Demokratie gibt es keine freien Gewerkschaften. Der
Kampf um oekonomische und soziale Gerechtigkeit, den die Gewerkschaften in der ganzen Welt fuehren, kann nur im Rahmen einer
politischen Demokratie stattfinden. In diesem Sinne unterstuetzen wir mit ganzer Kraft Euren Kampf auf Leben und Tod nicht
nur zur Ausrottung einer alten, sondemauch zur Verhinderung einer
neuen Diktatur. Die internationale Arbeiterschaft, ja die freie
Arbeiterschaft der ganzen Welt heisst Euch, die Berliner Gewerkschaften, in ihren Reihen willkommen zur gemeinsamen Sache der
internationalen Arbeiterbewegung.
Wir sind der festen Ueberzeugung, dass ein neues Deutschland
wiedererstehen muss. Die wirtschaftlichen und politischen Kon*
trollen muessen in den Haenden derjenigen bleiben, die als die
ersten Opfer im Kriege der Nazis gegen Demokratie und Zivilisation
fielen* Das sind: die freien Gewerkschaften, Diese muessen
stark genug werden, um im zukuenftigen Deutschland eine entscheidende und einflussreiche Rolle zu spielen. Die Alliierte Besetzung
wird ihren Zweck verfehlt haben, wenn die Schwerindustrien ihren
ehemaligen Besitzern zurueckgegeben werden - denen, die seinerzeit die Ruhr und die ganze Wirtschaftsordnung Deutschlands
den Nazis zum frevelhaften Gebrauch zur Verfuegung stellten.
Das darf nicht wieder sein. Die Arbeiter Amerikas haben dagegen
protestiert und werden weiterhin protestieren. Deshalb muss die
Internationale Arbeiterbewegung fuer die Sicherung der wirtschaftlichen Demokratie Deutschlands kaempfen.
Wir begruessen Eure gewaltigen Bestrebungen gegen jede
totalitaere Diktatur ob braun oder rot und um ein freies und
demokratisches Gewerkschaftsleben. In diesem Augenblick gibt

- 2 -

�es fuer die Menschen der sowjetischen Zone ein neues Gesetz.
Zwangsarbeit, Konzentrationslager, Militarisierung der Arbeit
sind aufgezwungen» Berlin ist fuer die Ifelt zum Symbol des
Kampfes gegen Diktatur und Versklavung geworden. Wir gruessen
alle Berliner und Berlinerinnen, die ihr Alles aufs Spiel
setzen, um ihre Stadt als Bollwerk der Menschlichkeit und Freiheit zu bewahren.
Einen wichtigen Sieg fuer die Freiheit hat Berlin schon
errungen, aber der Kampf fuer die Freiheit geht weiter. Wer
frei bleiben will, muss dauernd um die Sicherung seiner Freiheit
kaempfen. Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. Heute
muss die freie Welt nach einem positiven Programm der wirtschaftlichen, politischen und militaerischen Sicherheit auf folgende
Grundsaetze beruhend streben;
Die Berliner muessen nicht nur politisch frei sein, sondern
sie muessen in einer Wirtschaft der Vollbeschaeftigung leben,
die den freien Arbeitern Berlins die Arbeit sichert. Dabei
sei besonders der Frauen und der Jugend gedacht.
Um dauernde Sicherheit zu gruenden, muss Berlin in das
wirtschaftliche und politische Leben des freien, demokratischen
Deutschland vereinigt werden. Aber ein freies Berlin in einem
freien, demokratischen Deutschland muss auch in einem freien
und demokratischen Europa vereinigt werden.
Und ein vereinigtes demokratisches Europa muss in einer
groesseren atlantischen wirtschaftlichen, politischen und
verteidigungsfaehigen, starken Union aufgehen, in der auch
Amerika eingereiht ist.
Ich gruesse Euch im Namen des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften. Wir erkennen die Bedeutung Eures Kampfes
um Frieden und Freiheit und Sicherung der Menschenrechte.
Zum Schluss aber moechte ich noch dieses sagen:
Es gibt Millionen unserer Brueder, die keine Moeglichkeit
haben, ihre Stimme zu erheben. Auch in ihrem Namen - im Namen
der unzaehligen Menschen in allen Laendern hinter dem Eisernen
Vorhang - habe ich heute zu Ihnen gesprochen.
Und eines Tages - dessen bin ich sicher - werden wir einen
Ersten Mai feiern - mit ihnen allen zusammen, Ost und West,
einen Weltfeiertag der Freiheit.
Es lebe die
Es lebe die
Es lebe ein
friedliches
Es lebe der

Berliner Arbeiterschaft.
U.G.O.
freies, demokratisches, bluehendes und
Deutschland.
kommende Tag der Freiheit - ueberall in der Welt.

REUTHER: '«EUROPAHILFE MUSS NACH 1952 FORTGESETZT WERDEN."
Victor Reuther, der Leiter der Ausbildungsabteilung der
Automobilarbeitergewerkschaft (CIO), erklaerte in einer Unterredung, die er waehrend seines Aufenthaltes in Stuttgart mit
einem Vertreter der amerikanischen Zeitung "Stars and Stripes"
hatte, dass die Fortsetzung der amerikanischen Hilfe fuer
Europa in irgendeiner Form nach dem Ablaufen des Europahilfsprogramms im Jahre 1952 unerlaesslich waere.

�"Wenn wir die amerikanische Hilfe nicht fortsetzen,"
sagte Reuther, "werden die Arbeitslosenziffern in unserem eigenen
Lande und in Europa sicherlich ansteigen."
Er glaube, dass ERP im Jahre 1952 "offiziell" beendet sein
wuerde. Dann wuerde das "alternative Programm" in Aktion treten.
Dies koenne irgendeine Form des "erweiterten Punkt-Vier-Programms"
sein, in dessen Rahmen Europa und die "rueckstaendlgen" Gebiete
von Amerika unterstuetzt wuerden.
Der Funktionaer der Automobilarbeitergewerkschaft forderte
die Errichtung einer "europaeischen Behoerde fuer den Wohnungsbau" , deren Aufgabe es sein soll, Tausende von Arbeiterwohnungen
zu niedrigen Preisen zu bauen. Damit koenne die Arbeitslosigkeit
in Europa beseitigt und eine erhoehte Stahlproduktion der Ruhr
in unbedenklicher Weise verwendet werden.
Victor Reuther, der Bruder des Praesidenten der Automobilarbeiter Gewerkschaft, Walter Reuther, traf mit deutschen Gewerkschaf tsfu ehrern und Beamten des Bueros fuer Arbeitsangelegenheiten im Amte des Hohen Kommissars zusammen.

ENGLAND AUF DEM WEGE ZUM WIEDERAUFBAU
"Die freiwillige Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften,
den Unternehmern der Industrie und der Regierung in England hat
zu einer Erhoehung der industriellen Produktion um 20# pro Arbeiter seit dem Jahre 1946 gefuehrt," erklaerte John Kenney,
der ECA Missionschef in England, in einem Rueckblick auf die
in Europa seit der formellen Gruendung der ECA vor 2 Jahren
erzielten Erfolge.
"Unternehmertum und Gewerkschaften haben nicht nur gemeinsam
an der Steigerung der Produktion gearbeitet, sondern sie haben auch
ihre Forderungen nach Extraloehnen und -gewinnen begrenzt und
damit mehr Geldmittel fuer die Neuausrüstung und Modernisierung
unserer Industrie freigemacht."
Kenney lobte die Englaender dafuer, dass sie mit bei den
Ersten waren, die die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns der
europaeischen Nationen erkannten, wenn die Wunden, die der Krieg
geschlagen hatte, geheilt werden sollten.
H

Da wir auf halbem Wege angelangt sind," sagte Kenney,
"ist es angebracht, an die Tatsache zu erinnern, dass England
als erstes Land auf den Vorschlag eingegangen ist, die europaeischen
Nationen zur gegenseitigen Unterstuetzung zu vereinigen. Dieser
Vorschlag wurde zum erstenmal von George C. Marshall, dem damaligen Aussenminister der Vereinigten Staaten, unterbreitet. Um
mit Ernest Bevins eigenen Worten zu sprechen: "Wir griffen mit
beiden Haenden zu."
Kenney sagte voraus, dass der Llarshall Plan in zwei Jahren
zwar zu Ende ginge, das Buero fuer Europaeische, Wirtschaftliche
Zusammenarbeit jedoch weiterbestehen wuerde. Auchwerde England
nicht aufhoeren, an seinem Wiederaufbau zu arbeiten.
"Das englische Volk wird bestrebt sein, seine Produktion
.zu erhoehen, die Exporte nach den Dollargebieten zu steigern und
einen einzigen europaeischen Absatzmarkt zu erschliessen, damit
es auf eigenen Fuessen stehen kann, wenn der Marshall Plan auf-

�hoert, und damit es wesentlich zu der Hebung des Lebensstandards
nicht nur In seinem eigenen Lande, sondern In ganz Europa beitragen kann.11
ECA Labor Information
5. April 1950

DAENISCHE GEWERKSCHAFTLER TRETEN AUS DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI AUS
Am 14. April traten vier prominente daenls*che Gewerkschaftler
aus der Kommunistischen Partei Daenemarks aus. In einem gemeinsamen Schreiben erklaerten sie, nur diejenigen blieben in der
Partei, die sich an das Motto "Mund zu und gehorchen" hielten*
Es handelt sich um den Praesidenten der Gewerkschaft der
Kopenhagener Strassenbahnangestellten, Frede Danielsen, der
30 Jahre lang Mitglied der Kommunistischen Partei war.
Ausserdem beklagten sich die drei obersten Fuehrer der
Daenlschen Eisenbahnergewerkschaft - Henry Olsen, Vorsitzender,
Victor Madsen, Finanzsekretaer, und M. Ollgard Rasmussen, Sekretaer - ueber die kommunistische Bevormundung und erklaerten in
einem offenen Schreiben an den Exekutivausschuss der Kommunistischen Partei ihren Austritt aus der Partei.
In diesem Schreiben wurden die Methoden angeprangert, deren
sich die Kommunistische Partei den von ihr beherrschten Gewerkschaften gegenueber bedient. Der Brief, der im "Social Demokraten" vom 16. April veroeffentlicht wurde, hat folgenden
Wortlaut:
An das Sekretariat der Kommunistischen Partei
Wir haben die Entwicklung der Kommunistischen Partei von
1945 bis zum heutigen Tage verfolgt. Wir sahen, wie sie eine
Wahlniederlage nach der anderen einstecken musste, und wie
diese Niederlagen bei den letzten Gemeindewahlen im Jahre 1950
ihren Hoehepunkt erreichten. Diese Tatsache muss auf einen
Kommunisten ziemlich demuetigend wirken. Natuerlich haben wir
uns ueber diesen staendigen Rueckgang der Kommunistischen Partei
Gedanken gemacht. Es muss daran erinnert werden, dass die M ö g lichkeiten, die daenlschen Arbeiter fuer die kommunistische Idee
zu gewinnen, nach dem Kriege ausgezeichnet gewesen sein muessen.
Angesichts dieser Tatsache sind die Ergebnisse umso unbefriedigender. Obwohl die Arbeiterklasse gegenwaertlg grosse wirtschaftliche Lasten zu tragen hat, (Arbeitslosigkeit, Steuern
und allgemeines Ansteigen der Lebenshaltungskosten) und obwohl
die Gerlchtshoefe in unerhoerter Weise Leute freisprechen, die
waehrend der Besatzung Verbrechen begangen hatten, ist es der
Kommunistischen Partei nicht gelungen, die Entwicklungen Innerhalb der daenlschen Arbeiterklasse entscheidend zu beeinflussen.
Selbst auf den proletarisiertesten Teil der Bevoelkerung hat
die kommunistische Ideologie keine besondere Anziehungskraft ausueben koennen.
Wir sind der Auffassung, dass unsere einflussreichsten
Fuehrer bei wichtigen Gelegenheiten versagt haben.

�Kommunistische Methoden
Der groesste und wohl folgenschwerste Fehler bestand darin,
dass man Methoden anwandte, die vielleicht In Laendern wie
Russland, Polen, Rumaenien etc. angebracht sind. Bei der Mentalitaet der daenischen Arbeiter Jedoch mussten sich diese
Methoden in Daenemark nachteilig auswirken. Von Zeit zu Zeit
wurden Parteibefehle erlassen, in denen die Fuehrer der kommunistischen Parteizentralen und die Mitglieder der exekutiven
Koerperschaften aufgefordert wurden, die von der Partei herausgegebenen Parolen zu befolgen und keine Ruecksicht auf die oben
erwaehnten Fuehrer und damit auf unsere Stellung Innerhalb der
Gewerkschaftsbewegung zu nehmen. Als Vorsitzender, Finanzsekretaer
und Sekretaer der Gewerkschaftsbewegung bemuehten wir uns, eine
Grundlage zur kommunistischen Orientierung unserer Mitglieder
zu schaffen. Wir taten dies, indem wir, ungeachtet der uebrigen
politischen Einstellungen, bewiesen, dass die wirtschaftliche
und kulturelle Stellung des Arbeiters verbessert werden muss.
Kurz gesagt, wir versuchten, In der Gewerkschaftsbewegung Einigkeit zu schaffen. Deshalb waren wir irritiert, wenn uns von
Zeit zu Zeit Befehle zugingen, in denen man uns vorschrieb, wie
wir handeln sollten. Die Partei stellte die Forderung, diese
Befehle strengstens zu befolgen, ohne Ruecksicht auf Nachteile,
die uns dadurch entstehen koennten. Es ist ein grosser Fehler,
wenn eine exekutive Koerperschaft glaubt, einem Gewerkschaftsvorstand vorschreiben zu koennen, wie er seine Gewerkschaft
zu fuehren hat. Die lokal bedingten Probleme Jeder Gewerkschaft
muessen beruecksichtigt und mit Vorsicht behandelt werden.
Offensichtliche Diktatur
Wir koennen diese Form offensichtlicher Diktatur nicht anerkennen, weil sie ohne Zweifel zu Misstrauen und Verdacht unter
unseren Mitgliedern fuehren wuerde. Hierin ist auch der Grund
fuer die Niederlage und den betraechtlichen Rueckgang der Kommunistischen Partei zu suchen.
Im Jahre 1945 hatten wir die besten Aussichten, das Vertrauen des Volkes zu gewinnen, weil wir die Sache des "kleinen
Mannes" auf unsere Fahne geschrieben hatten, und vor allem weil
wir zu Jener Zeit ehrliche Politik betrieben, die den Arbeitern
Vertrauen einfloesste. In den letzten beiden Jahren trat Jedoch
eine Aenderung ein. Kein Mittel ist nun zu gemein, als dass
es nicht angewandt werden koennte. Streitigkeiten in der Partei
sind an der Tagesordnung, und die Arbeiter wenden sich deshalb
von ihr ab. Sie merken, dass sie irregefuehrt worden sind.
Es ist oft erklaert worden, dass die Gewerkschaftsbewegung
ohne fremden Einfluss sein muesse, und wir sind der Ansicht,
dass sich besonders die Kommunistische Partei an diesen Grundsatz halten sollte.
Ein weiterer Grund fuer den Rueckgang ist in der Einstellung
der Parteisperre zu den Entwicklungen in den osteuropaelschen
Laendern zu sehen. Man muss annehmen, dass die kommunistische
Presse so schreibt, wie es die Fuehrer der Kommunistischen Partei
wuenschen. Tag fuer Tag ergeht sich "Land og Folk", die Veroeffentlichung der Kommunistischen Partei, in Lobreden fuer die
in den oben erwaehnten Laendern vor sich gehenden Entwicklungen.
Polen, Ungarn, Rumaenien und die Tschechoslowakei werden den
daenischen Arbeitern als Musterbeispiele hingestellt. Die Partei
hat wohl nicht erkannt, dass der daenische Arbeiter intelligent
genug ist, sich selbst die Frage vorzulegen und herauszufinden,

- 6 -

�warum so viele fuehrende Kommunisten in Jenen Laendern von
ihren Stellungen verschwinden.
Es waere eigenartig, wenn die daenischen Arbeiter nicht
erkennen wuerden, dass an dem System irgendetwas nicht in
Ordnung ist. Niemand will offen zugeben, dass die kommunistischen Fuehrer zu Verraetern an ihrem Lande werden, wenn die
kommunistischen Parteien in den osteuropaeIschen Laendern
die gesamte Macht in die Hand bekommen. Die Entwicklungen
dort zeigen eine Tendenz rueckslchtsloser Rivalitaet um
Macht, gepaart mit dem Mangel organisatorischen Talents. Das
Ergebnis war eine endgueltige Diktatur, die in mancher Hinsicht
mit dem ehemaligen Naziregime identisch ist.
Ununterbrochen versichert man uns, dass wir nicht vom
Kominform befehligt werden. Wenn dies Jedoch wahr ist, muss
man sich fragen, warum man keine ausgesprochen daenlsche
Politik betrieben hat, die den daenischen Verhaeltnissen und
der Mentalitaet der daenischen Bevoelkerung Rechnung getragen
und alle konstruktiven Kraefte, die In diesem Lande verfuegbar sind
in ihren Dienst gestellt haette? Warum hat die Partei nicht
so gehandelt, dass die Bevoelkerung die Ueberzeugung gewinnen
koennte, dass in diesem Lande eine wahre Demokratie errichtet
werden kann, in der jeder seine Meinung ohne Risiko aeussern
kann? Dagegen muss Jeder, der eine der kommunistischen Auffassung gegenteilige Meinung aeussert, befuerchten, dass man
sich spaeter seiner erinnern koennte.
"Mund zu gehorchen"
Wenn heute Gewerkschaftler der Kommunistischen Partei
den Ruecken kehren, dann liegt dies nicht etwa an den geaenderten Verhaeltnissen; sie protestieren damit vielmehr gegen
die Tatsache, dass die Partei ruecksichtslos der Gewerkschaftsbewegung Ihre Grundsaetze aufzuzwingen versucht und durch
die Anzettelung illegaler Streiks schwere wirtschaftliche
Verluste fuer die Arbeiter verursacht, die nicht wiedergutzumachen sind.
Es ist ausserdem unbekannt, dass Kommunisten mit gegenteiliger Einstellung fallen gelassen wurden, waehrend andere,
die dem Motto "Mund zu und gehörehen" huldigten, beguenstigt
worden sind. Auch wir moechten hiermit protestieren, und
treten deshalb aus der Kommunistischen Partei aus.
Mitglied Nr. 2003
Henry Olsen, Vorsitzender
Abtlg. T. der EisenbahnerGewerkschaft
Mitglied Hr. 28841
Victor Madsen, Finanzsekretaer
Mitglied Nr. 451
M. Ollgaard Rasmussen, Sekretaer
CHARLES J. MACGOWAN
Der Mann hinter dem Schreibtisch des Praesidenten in
den Bueros der Internationalen Gewerkschaft der Kesselmacher
und Schiffbauer ist grauhaarig, 1,83 m gross und hat maechtige
Haende und Schultern - er hat ueber 25 Jahre bei den Eisenbahnen gearbeitet.

- 7 -

�Es ist Charles J. MacGowan, nun der elfte Vlzepraesldent
des Amerikanischen Gewer kschaftsbundes AFL.
Am 2. Juni 1887 In Schottland geboren, kam MacGowan Im
Alter von 10 Jahren nach Kanada und begann seine Arbeiterlaufbahn in der Kesselwerkstatt der alten Eisenbahngesellschaft
"Grand Trunk Pacific Railroad."
Fast unmittelbar danach schloss er sich der kanadischen
Lokale der .Kesselmachergewerkschaft an und bemuehte sich um die
Verbesserung der Arbeitsbedingungen. (Die Internationale Gewerkschaft war Im Jahre 1880 gegruendet worden und steckte damals
noch in den Kinderschuhen.)
An dem ersten Streik der Werkstattarbeiter der kanadischen
Eisenbahn war MacGowan aktiv beteiligt. Der Streik war ohne
Erfolg, MacGowan reiste jedoch per Gueterwagen umher, um die
Gewerkschaft von neuen zu organisieren. Streiks, Aussperrungen
und das Aufstellen von schwarzen Listen machten es ihm unmoegllch, laengere Zeit ununterbrochen an einer Arbeltsstelle zu
bleiben. 1913 landete er schliesslich in den Vereinigten Staaten,
wo ihm Joseph Franklin, der damalige Praesldent der Kesselmachergewerkschaft, zu einer Beschaeftigung bei der Rock Island Eisenbahngesellschaft verhalf.
Als ernster, fleisslger Mensch widmete MacQowan 20 Jahre
lang seine Freizeit gewerkschaftlicher Taetigkeit. Er arbeitete
staendig an seiner Weiterbildung, organisierte und ergriff als
Gewerkt chaftsfuehrer mehr und mehr Initiative. Er arbeitete in
staedtlschen Ausschüssen fuer Arbeltsangelegenheiten mit, beteiligte sich aktiv am der Arbeit staatlicher Vereinigungen und
nahm an internationalen Konventionen seiner eigenen Gewerkschaft
und des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL teil.
1936 wurde er zum Vlzepraesldenten der Internationalen
Gewerkschaft der Kesselmacher gewaehlt, und als im Jahre 1944
Franklin auf der Konvention in Kansas City sein Amt niederlegte,
wurde MacGowan auf einstimmigen Beschluss zu seinem Nachfolger
ernannt. Drei Jahre spaeter war er Vlzepraesldent des maechtlgen
Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL.
ECA Labor Information
27. Maerz 1950
KONRAD NORDAHL
Konrad Nordahl, der Praesldent der Norwegischen Nationalen
Gewerkschaftsunion, hat die norwegische Gewerkschaftsbewegung
durch mindestens drei der schwersten Krisen hindurchgesteuert,
die sie seit ihrem Bestehen durchzumachen hatte.
Waehrend der schweren Jahre des Krieges und der deutschen
Besatzung war er ununterbrochen Praesldent der Union; auch durch
die Nachkriegszeit, in der die Kommunisten Elnfluss zu gewinnen
versuchten, fuehrte er sicher die Organisation. Heute hilft er
mit, den heiklen Mittelweg einzuhalten, der unter einem Regime
der Arbeiterregierung zwischen Gewerkschaften und Regierung eingehalten werden muss.
Man hat Nordahl oft einflussreiche Stellungen im Storting
(Parlament) angeboten. Immer jedoch hat er mit der Begruendung
abgelehnt, dass die Gewerkschaftsbewegung und die Arbeiterre-

- 8
»

�gierungen verschiedene Verpflichtungen haetten und er nicht
massgebliches Mitglied Im Parlament sein und zu gleicher
Zelt die norwegische Gewerkschaftsbewegung in zufriedenstellender Weise fuehren koenne.
Konrad Nordahl wurde am 35. September 1897 in Bergen
geboren. Bereits als Junge arbeitete er in den Schiffswerften
von Bergen und schloss sich kurz darauf seiner lokalen Gewerkschaft und der sozialistischen Jugendbewegung an.
Von Anfang an stellte er seine Faehigkeiten als Fuehrer
unter Beweis. Bevor er Im Jahre 1931 zum Praesidenten der
Norwegischen Eisen- und Metallarbeitergewerkschaft und zum
Mitglied des Sekretariats der Norwegischen Gewerkschaftsunion
gewaehlt wurde, hatte er viele Aemter in der Lokalgewerkschaft
und In der uebrigen Gewerkschaftsbewegung inne.
Drei Jahre spaeter wurde Nordahl zum Vizepraesidenten
der Nationalen Gewerkschaftsunion und im Jahre 1939, nachdem der
Praesident Regierungsmitglied geworden war, zum Praesidenten
ernannt.
Nordahls Praesidentenschaft gestaltete sichals aeussertt
schwierig. Sieben Monate nach seinem Amtsantritt griffen
die Deutschen Norwegen an. Nordahl gelang es, aus der Hauptstadt zu entkommen und sich mit den norwegischen Kraeften zu
vereinigen, die im noerdlichen Teil des Landes kaempften.
Zwei Tage nach Beginn des deutschen Angriffs unterzeichneten
er und andere Fuehrer der norwegischen Arbeiterpartei einen
Aufruf an alle lokalen Gewerkschaftsfuehrer, innerhalb der
kaempfenden Untergrundbewegung eine Gewerkschaftseinheit organisieren zu helfen. In den beiden Monaten, in denen die
Norweger Widerstand leisteten, hielt sich Nordahl bei den
Streitkraeften der Regierung auf. Als die Front dann vorgeschoben wurde, trat er mit den Gewerkschaften in den befreiten
Gebieten in Verbindung und setzte sich mit seiner ganzen Kraft
fuer die Beteiligung der Gewerkschaften an dem Kampf gegen die
Eindringlinge ein.
Als der militaerische Widerstand im Juni 1940 aufhoerte
und das ganze Land besetzt war, kehrte Nordahl nach Oslo zurueck.
Anfangs erlaubten die Deutschen den Gewerkschaften, ihre Taetigkeit fortzusetzen, in dem Glauben, sie nazifizieren und fuer
Ihre Besatzungszwecke gewinnen zu koennen. Diese Illusion erwies
sich jedoch bald als falsch, und die Deutschen verboten Nordahl
und all denen, die an dem Feldzug im Norden teilgenommen hatten,
ihre gewerkschaftliche Taetigkeit fortzusetzen.
Nordahl hatte jedoch bereits aus den Gewerkschaftsfuehrern
eine Untergrundbewegung gebildet und um sich eine Reihe von
lokalen Fuehrern geschart, die bereit waren, die politischen
Bemuehungen der Deutschen zu sabotieren. Aus dieser Gruppe
entstand bald eine ausgedehnte Untergrundorganisation innerhalb
der Gewerkschaftsbewegung, und diese Konzentration von Kraeften
sollte in der spaeteren Entwicklung und dem Werden der norwegischen Widerstandsbewegung zum entscheidenden Faktor werden.
Im September 1941 wurde es den Deutschen endlich klar, dass
sie die Norweger nicht nazifizieren konnten; sie verkuendeten
in Oslo das Kriegsrecht und verfolgten die WiderStandskaempf er.
Nordahl gehoerte in erster Linie mit zu denen, die man suchte,
und er fluechtete deshalb aus dem Land.

- 9 -

�Zuerst wandte er sich nach Schweden, wo er sich mit dem
Gedanken trüg, eine zentrale norwegische Gewerkschaftsbewegung
ausserhalb Norwegens zu gruenden. Zu jener Zeit hatte die
norwegische Exilregierung ihr Hauptquartier* in London aufgeschlagen, wo auch der norwegische Verband der Seeleute seit
dem 9. April 1940 seinen Sitz hatte» Nordahl begab, sich also
nach London.
Er erkannte, dass seine Hauptaufgabe darin bestehen musste,
mit dem besetzten Norwegen ueber eine Zentrale in Stockholm und
mit der englischen Gewerkschaftsbewegung und denen der uebrigen
freien Laender, besonders in den Vereinigten Staatent Verbindung aufzunehmen.
*m 12. November 1941 wurde das Londoner Sekretariat der
Norwegischen Nationalen Gewerkschaftsunion gegruendet. Zu Anfang
setzte es sich lediglich aus dem Praesidenten des Norwegischen
Seeleuteverbandes (der zu Jener Zeit auch Leiter des Presseund Informationsbueros der norwegischen Regierung in London war)
und Nordahl zusammen. Spaeter kamen noch andere Mitglieder der
Gewerkschaftsbewgung hinzu, die aus Norwegen entkommen und nach
London gefluechtet waren.
Das Londoner Sc-kretariat wurde sofort von der norwegischen
und den alliierten Regierungen und von den Gewerkschaften
in den allJJerten Laendern als Vertreter der norwegischen Exilgewerkschaftsbewegung anerkannt. Dreieinhalb Jahre lang fuehrte
Nordahl das Londoner Sekretariat, das nicht nur in dem Kampf
um Norwegens Freiheit und Unabhaengigkeit eine hervorragende
Rolle spielte, sondern auch den Grundstein fuer die Nationale
Gewerkschaftsunion in Norwegen nach dem Kriege legte.
Von seinem Londoner Buero aus dirigierte Nordahl die gesamte
illegale Gewerkschaftstatigkeit, die in Norwegen geleistet wurde.
Alle Untergrundgewerkschaften in seiner besetzten Heimat und
alle diejenigen, die in Schweden taetig waren, erkannten das
Londoner Sekretariat als die oberste Behoerde in der Bewegung an.
Die Staerke dieses Kampfes der Gewerkschaftler wurzelte in der
Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaftlern draussen und denen
im eigenen Lande.
Als Leiter des Sekretariats stand Nordahl ebenfalls in
enger Zusammenarbeit mit Regierungsvertretern und half, den
Grundstock fuer den Wiederaufbau seines Landes nach dem Kriege
zu legen. Mit dem Praesidenten der norwegischen Angestelltengewerkschaft, der sich dieser Zeit ebenfalls in London befand, traf
Nordahl Vorbereitungen zur Beilegung von Lohnstreitigkeiten nach
der Befreiung, um den Gewerkschaftsfrieden und die Zusammenarbeit
zwischen Gewerkschaften und Unternehmern in den ersten Jahren
des Wiederaufbaus zu gewaehrleisten. Dieses Programm hat sich
als sehr erfolgreich erwiesen. Waehrend der fuenf Jahre, die
nun seit der Befreiung verflossen sind, hatte Norwegen ein Minimum
an nennenswerten Arbeitskonflikten zu verzeichnen. Nach dem
Kriege setzte sich Nordahl, der einstimmig zum Praesidenten der
Gewerkschaftsunion gewaehlt worden war, fuer die Schaffung des
Weltgewerkschaftsbundes ein. Bald musste er aber erkennen, dass
eine Zusammenarbeit zwischen den demokratischen Gewerkschaften
Westeuropas und Amerikas und den kommunistisch beherrschten
Gewerkschaften Osteuropas unmoeglich war. Als die freien Gewerkschaften deshalb im Jahre 1949 aus dem Weltgewerkschaftsbund
austraten, unterstuetzte Nordahl sofort die Idee, einen neuen,
freien internationalen Gewerkschaftsbund zu gruenden. Im Mai 1949

- 10 -

�stimmte die Nationale Gewerkschaftsunion fuer den Austritt aus
dem Weltgewerkschaftsbund, und das Sekretariat wurde angewiesen,
sich um die Mitgliedschaft im Internationalen Weltbund Freier
Gewerkschaften zu bewerben.
Die Kommunisten sehen in Nordahl verstaendlicherweise ihren
gefaehrlichsten Gegner, und er ist deshalb ihren staendigen
Angriffen ausgesetzt. Obwohl sie jedoch ununterbrochen versuchten,
sich in die Fuehrung der Gewerkschaftsbewegung einzumischai,
mussten sie eine Niederlage nach der anderen einstecken, und
spielen nun eine sehr unbedeutende Rolle. Die Nationale Gewerkschaftsunion hat unter der Fuehrung Nordahls ihre entschlossene
Haltung diesen Intrigen gegenueber bewahrt und alle Einmischungsversuche der Kommunisten zurueckgewiesen.
Die rechtsgerichteten Gegenspieler der Gewerkschaft machen
ihr oft den Vorwurf, sie regiere in Wirklichkeit Norwegen, und
Nordahl sei der Drahtzieher, Dagegen behaupten die Kommunisten»
die Fuehrer der Gewerkschaft seien nur die Dienstboten der
Regierung.
Beides ist Jedoch, wie Nordahl selbst sagt, falsch. Norweger,
sagt er, seien nicht zum Dienstbotentum geboren. Und in einer
demokratischen Gesellschaftsordnung muessten Fuehrung und Verantwortung in den Haenden der verfassungsmaessigen Organisationen
liegen - und das seien Parlament und Kabinett.
ECA Labor Information
18. April 1950
SEELEUTE AMERIKAS VERSPRECHEN EUROPAEISCHEN GEWERKSCHAFTEN IHRE HILFE
Sieben amerikanische Gewerkschaften, in denen 170.000 Seeleute organisiert sind, haben versprochen, "der europaeisehen,
freien Gewerkschaftsbewegung Jedmoegliche Unterstuetzung in ihrem
Kampf gegen die kommunistische Diktatur zukommen zu lassen....rt
Die Gewerkschaften bezeichneten den Marshall Plan und den
Atlantik Pakt als die wirksamsten Mittel, um diesen Kampf zu
fuehren, und versprachen, alles, was in ihrer Macht liegt, zur
Unterstuetzung dieser Plaene zu tun.
Die Praesidenten der sieben Gewerkschaften erklaerten, diese
Entschile ssung sei gefasst worden, nachdem man die Lage der Arbeiterschaft Westeuropas hinsichtlich der wirtschaftlichen Struktur
ihrer Laender und die Verteidigung des freien demokratischen
Regimes eingehend besprochen hatte."
'•Wir wissen," so heisst es in der EntSchliessung, "dass die
Kommunistische Partei und die kommunistischen Gewerkschaften
auf Befehl des Kominform versucht haben und noch versuchen, diese
Laender zu unterjochen, indem sie chaotische Verhaeltnisse schaffen
und Gewalt anwenden, um zu verhindern, dass sich der Marshall
Hilfsplan und der Atlantik Pakt voll auswirken koennen.
"Wir als die Vertreter der Seeleute geloben deshalb, die
Marshall Plan Laender und alle SignatarStaaten des Atlantik
•
Paktes zu unterstuetzen, denn wir sind davon ueberzeugt, dass
Westeuropa nur mit diesen Mitteln wiederaufgebaut werden kann,
und dass nur unter diesen Voraussetzungen4in Europa das bestehen
kann, was wir unter Demokratie und Freiheit verstehen."

- 11 -

�Die Gewerkschaften versprachen ausserdem, sich fuer die
Einberufung einer Konferenz aller amerikanischer Transportarbeitergewerkschaften in Verbindung mit dem Internationalen
Transportarbeiterverband einzusetzen, auf der die notwendigen
Massnahmen formuliert werden sollen, die eingeleitet werden
muessen, um der zerstoerenden und umstuerzlerischen Taetlgkeit
der Kommunisten in der TransportIndustrie Europas und anderswo
zu begegnen."
Unterzeichnet wurde die EntSchliessung von den Praesidenten
der Internationalen Seefahrergewerkschaft, der Gewerkschaft der
Schlffskapitaene, Steuerleute und Lotsen, der Gewerkschaft der
Heizer, der Gewerkschaft der Funker, der Nationalen Seeleutegewerkschaft, des Verbandes fuer das Maschinenpersonal und des
Amerikanischen Rundfunkverbandes.
Omer Becu aus Antwerpen, der Oeneralsekretaer des Internationalen Transportarbeiter Verbandes, erklaerte vor der Konferenz,
dass "die europaelschen Arbeiter auf Schiffen und in Haefen davon
unterrichtet werden muessten, dass die amerikanischen Seetransportarbeiter den Mars hall Plan, die Marshall Plan Verwaltung und
den Atlantik Pakt unterstuetzen."
Becu berichtete, dass die Kommunisten auf Konferenzen europaelscher Seeleute EntSchliessungen gegen das Entladen von amerikanischen Waffenlieferungen mit Arbeltern, die nicht zur See
fahren, vollgepropft haetten.
"Diese kommunistischen Eindringlinge bringen diese erzwungene
EntSchliessung dann in anderen Haefen in Umlauf und versuchen,
nichtsahnende Gewerkschaften zu veranlassen, dieselben anzunehmen,'1
erklaerte Becu. "Aber das glueckt ihnen nicht immer. Kuerzlich
stimmte sogar eine kommunistisch beherrschte Lokalgewerkschaft von
Seeleuten gegen eine solche Resolution."
ESA Labor Information
4. April 1950
- 12 -

Office of Labor A f f a i r s , HXCOG
APO 757

OFPICIAL

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der. amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Hohen Kommisaion für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 11

Frankfurt, 19. Mai 1950I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Europas einzige Hoffnung
-- 1
Lokale Vereinigung zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit - 2
AFL fordert Gleichberechtigung Westdeutschlande - - - - - U
ILO Direktor fuer gesteigerte Produktivitaet und Vollbeschaeftigung
5
Gewerkschaften Amerikas loben den Marshall Plan
6
Amerikanische Gewerkschaften in Griechenland
---- 7
Sekretaer der Sozialistischen Internationale fuer den
Atlantik Pakt
9
»Marshall" Fahrrad
10
Gewerkschaftliche Untersuchung
H
Gewerkschaftstagung der Arbeiter im oeffentlichen Dienst 11
Neue Arbeiterwohnungen in Italien
-11

EUROPAS EINZIGE HOFFNUNG
Von Arnold Beichman, dem New Torker Korrespondenten des "AFL News Service."
(New York)—Die Parolen der demokratischen Gewerkschaftler Europas, deren
Land von dem sowjetischen Kommunismus ueberrannt wurde, sind:
Langsam arbeiten.
Den Mut nicht verlieren.
Das erste bedeutet: arbeite, produziere und ernte so wenig und so langsam
wie moeglich. Das zweite besagt, dass die Hoffnung besteht, dasa die Laender
hinter dem Eisernen Vorhang eines Tages von der Sowjetdiktatur befreit werden.
Bis dahin - den Mut nicht verlieren.
Diese Parolen stammen von einer Gruppe von Gewerkschaftlern, die sich in
Paris unter dem Namen "Freie Gewerkschaftszentrale im Exil" zusammengeschlossen
haben. Diese Vereinigung setzt sich aus anerkannten Vertretern der Gewerkschaftsbewegungen in Bulgarien, Rumaenien, Jugoslawien, Litauen, Estland, Tschechoslowakei, Ungarn und Polen zusammen.
Es sind Maenner, die den Totalitarismus faschistischer Praegung in ihren
Laendern ueberall bekaempften, wo und wann er sich zeigte; heute gilt ihr Kampf
der kommunistischen Beherrschung.

- 1-

�Sasha Volman, der jugendliche Sekretaer der Freien Gewerkschaftszentrale im
Exil haelt sich zur Zeit in Amerika auf, um mit Funktionaeren der AFL zu konferieren und Hilfe fuer seine Organisation zu erbitten. Als gebuertige.r Rumaene verbrachte Volman einige Jahre in sowjetischen Zwangsarbeitslagern; es gelang ihm zu
entkommen, und er versucht nun mit seinen Kameraden, die unvermeidliche Zerschlagung des Eisernen Vorhangs vorzubereiten.
Die Freie Gewerkschaftszentrale ist an zwei Fronten taetig - ausserhalb und
innerhalb des Eisernen Vorhangs. Ihre Sachverstaendigen arbeiten Berichte ueber
die Arbeitsbedingungen in den sowjetisch beherrschten Laendern aus. Diesen Berichten liegen Informationen zugrunde, die auf illegalem Wege in den Besitz der Gewerkschaft gelangen. Sie werden Personen zur Verfuegung gestellt, die an dem
Propagandakrieg gegen den sowjetischen Imperialismus beteiligt sind.
Ausserdem unterstuetzt die Gewerkschaftszentrale eine Untergrundbewegung
innerhalb der von den Sowjets beherrschten Gebiete. Es ist keine Bewegung, die
Gewalt- und Sabotageakte veruebt, denn die Sowjets wuerden darauf mit blutigen
Repressalien antworten, und gute Menschen wuerden geopfert, was, wie Volman sagt,
"im Augenblick nutzlos waere."
"Unsere Hauptaufgabe," erklaerte er, "besteht darin, das Vertrauen und die
Moral unserer Mitglieder hochzuhalten. Sie duerfen die Ueberzeugung nicht verlieren, dass die demokratischen Kraefte auf der Welt noch am Leben sind.
"Wohl hat die Sowjetunion diese Gebiete besetzt, aber sie hat sie noch nicht
fuer sich gewonnen. Sie konnte noch nicht den moralischen Widerstand dieser
Gebiete brechen.
"Die Kommunisten sprechen nur von ihren Siegen und betonen fortwaehrend, dass
sie die Gewerkschaftsbewegungen der ganzen Welt beherrschten. Sie sprechen von dem
unvermeidlichen Zusararoenstoss mit dem Westen, und dass vom Ausland nichts zu erwarten sei.
"Wir versuchen, dieser kommunistischen Propaganda durch Schriften entgegenzuwirken, die wir in unseren Heimatlaendern in Umlauf bringen. Wir versuchen,
' durch Rundfunksendungen mit den Volksmassen in Verbindung zu treten, um nicht
das Leben der Arbeiter in der Untergrundbewegung gefaehrden zu muessen.
"Die Gewerkschaften sind die einzige Hoffnung in Mitteleuropa.- Es ist die
einzige, noch verbliebene, dynamische Macht, und wir sind der AFL und besonders
Jay Lovestone und Irving Brown fuer ihre Mitarbeit und Unterstuetzung bei der
Gruendung der Zentrale in Paris aeusserst dankbar."
In ihrer antikommunistischen Propaganda schildert diese Gewerkschaftszentrale
u.a., wie die Sowjets ihre Vasallenstaaten ausbeuten und die in diesen Laendern
herausgeschlagenen Gewinne der Sowjetunion zufliessen lassen. Sie entlarvt den
sowjetischen Kommunismus als einen ideologischen Verrat am klassischen Marxismus.
Diese Art ideologischer Polemik mag amerikanischen Gewerkschaftlern seltsam erscheinen, in Europa jedoch, wo die marxistische Theorie fuer viele aus der Gewerkschaftsbewegung eine Glaubenslehre darstellt, ist sie von lebenswichtiger Bedeutung.
Die Zentrale veroeffentlicht ausserdem Schriften, in denen beschrieben wird,
was es fuer die Arbeiter heisst, unter dem Kommunismus leben zu muessen.
Weekly News Service der AFL
25. April 1950
LOKALE VEREINIGUNG ZUR 3EKASMPFUNG DE:i ARBEITSLOSIGKEIT
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund, AFL, der mehr als 7 Millionen Mitglieder
vertritt, setzt sich in zunehmendem Masse fuer die Bildung sogenannter Lokalausschuesse fuer Vollbeschaeftigung ein, die die Arbeitslosigkeit bekaempfen sollen.

- 2 -

�Diese Ausschuesse haben bereits Tausende von Arbeitsplaetzen gefunden und damit
bewiesen, dass durchgreifende Massnahmen auf lokaler Basis zur Loesung des Arbeitslosenproblems beitragen koennen.
Im Monatsbericht der AFL wurden unlaengst die von diesen Ausschuessen erzielten Erfolge zusammengestellt. Die Forderung wurde erhoben, 2 Millionen neue
Beschaeftigungsmoeglichkeiten schaffen zu helfen. Nachstehend sind einige Beispiele wiedergegeben, von denen in einer neueren Ausgabe des AFL Nachrichtenblattes "AFL News Service" berichtet wurde:
In einer amerikanischen Stadt des mittleren Nordens werden drei neue Fabriken in Kuerze den Betrieb aufnehmen. Die Mitglieder des Ausschusses interessierten zwei Firmen aus einer benachbarten Stadt am Kauf von zwei stilliegenden
Ruestungsbetrieben, die ihre Produktion nun umstellen und 400 Arbeiter beschaeftigen werden; ein anderer Unternehmer wird eine chemische Fabrik uebernehmen und
100 Arbeiter einstellen. Mit diesen 500 neuen Arbeitsplaetzen wird ein Fuenftel
saemtlicher Arbeitslosen der Stadt beschaeftigt werden koennen - ein guter
Anfang.
In einer Stadt des Suedens hat man ein Verfahren zur Verarbeitung von Schiefer zu leichten Bausteinen erfunden. Ein Werk wird errichtet, in dem dieser
neue Baustoff hergestellt werden wird.
In einer Stadt des Ostens haben sich die Mitglieder des Ausschusses mit
einer Gummigesellschaft in Verbindung gesetzt, die ihre Fabrik schliessen wollte;
man fand gemeinsam einen Weg, das Werk in Betrieb zu halten, und stellt nun
Werkstoff her.
In einer anderen kleinen Stadt wurde im April 1949 eine Massenkundgebung abgehalten, auf der fuer den Bau eines Fabrikgebaeudes gesammelt wurde, um neue
Arbeitsplaetze zu schaffen. Diese Sammlung ergab einen Betrag von 40.000 Dollar.
Eine Schuhfabrik, die sich vergroessern wollte, war bereit, weitere 20.000
Dollar zu investieren. Man bot ihr ein Gebaeude an, das fuer die Zwecke geeignet war. Daraufhin setzten sich Gewerkschaften und andere Organisationen ein
und erhoehten den Betrag auf 100.000 Dollar. Die Fabrik wurde dann eingerichtet.
Im Februar dieses Jahres nahm sie den Betrieb auf. 400 Arbeiter konnten eingestellt werden, und die neuen Loehne, die der Gemeinde jetzt zufHessen, belaufen
sich auf jaehrlich 1 Million Dollar.
In einer noerdlichen Gegend, wo grosse Arbeitslosigkeit herrschte, schlössen
sich 10 kleinere Unternehmen zusammen und bildeten eine Vertriebsvereinigung; sie
stellten einen Verkaeufer ein, der nun neue Abnehmer wirbt und Auftraege hereinbringt. Keines dieser Unternehmen haette diesen Kostenaufwand allein uebernehmen
koennen.
In einer anderen Stadt benoetigte ein Mann, der die Absicht hatte, ein
kleines Unternehmen zu starten, ein Kapital von 10.000 Dollar, die er von der
lokalen Bank Jedoch nicht erhalten konnte. Durch Subskriptionen von Buergern,
die gewillt waren, in ein gesundes Geschaeftsvorhaben Geld zu investieren, das
die erforderlichen Arbeitsplaetze schaffen konnte, brachte der Vollbeschaeftigungsausschuss die 10.000 Dollar zusammen. Er wurde dabei von den Gewerkschaften unterstuetzt.
Einem anderen Ausschuss gelang es, eine Korbfabrik einzurichten, in der die
ortsansaessigen Arbeiter aus dem in dieser Gegend vorhandenen Holz Koerbe fuer
die Obstzuechter zu niedrigen Preisen herstellen.
In einer Stadt des Ostens ist ein Mitglied der lokalen Zimmermannsgewerkschaft in leitender Stellung des Vollbeschaeftigungsausschusses. In der Stadt
wurde Wohnraum fuer die Familie der niedrigen Einkommensstufen benoetigt; viele
Arbeiter waren erwerbslos. Dieser Gewerkschaftler zog die noetigen Informationen
zur Beschaffung von Krediten ein, die im Wohnungsbaugesetz von 1949 vorgesehen
waren. LTit seinen Kollegen aus dem Ausschuss wurde er persoenlich bei den Behoerden vorstellig, denen die Genehmigung der Kredite oblag, und beschleunigte
den Ablauf der Formalitaeten, bis ein Kredit von 60.000 Dollar zur Verfuegung
gestellt wurde.

- 3-

�Bald werden die Arbeiter mit den Bau neuer, billiger Wohnungen beschaeftigt
sein. Damit hoerte die Arbeit des Gewerkschaftlers jedoch nicht auf. Mit anderen Mitgliedern des Ausschusses arbeitet er an weiteren Projekten zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Sie sind z.B. damit beschaeftigt, die fuer
die Vollendung eines Dammes erforderlichen Gelder zu beschaffen, der eine in
der Naehe liegende Papiermuehle mit Wasser versorgen und ihr es damit ermoeglicben wird, noch mehrere hundert Arbeiter einzustellen.
Auch anderen Ausschuessen gelang es, die Durchfuehrung staatlicher und
lokaler Projekte zu erwirken. Auf diese Weise wurden Strassen gebaut, ein Kanalisier ungssystem erweitert, Schulen und Krankenhaeuser errichtet, den oeffentlichen Schulen mehr Lehrpersonal zur Verfuegung gestellt, das Postwesen und andere
oeffentliche Dienste durch Zurverfügungstellung der benoetigten Arbeitskraefte
verbessert.
In einem Staat des Westens gab der staatliche Ausschuss in mehreren Gegenden "wirtschaftliche Vorlesungen", um die Initiative der Bewohner anzuregen.
Lokale Komitees wurden gebildet, die die Arbeiterschaft und andere Gruppen vertreten. U.a. waren in den verschiedenen Gebieten folgende Erfolge zu verzeichnen: In einer Stadt wird ein Wohnungsbauprojekt im Gesamtwerte von 250.000
Dollar durchgefuehrt. Ein Flugzemgverkehr zwischen mehreren Staedten wird aufgenommen und ein neuer Flughafen gebaut werden. In einer anderen Stadt wird eine
neue Wochenzeit .ng herausgegeben. In einem Staate war fuer Lastkraftwagen eine
Transportsteuer von 250 Dollar erhoben wordenj diese Steuer wurde reduziert,
denn sie verhinderte, dass Lastkraftwagen aus benachbarten Staaten zum Abtransport der Fruechte kamen, die in diesem Staat zum Verkauf angeboten werden; der
Aufschwung, den das Transportwesen durch die Verminderung dieser Steuer genommen
hat, hat das Geschaeft vergroessert und damit vielen Staedten geholfen. Alle
diese Projekte schaffen Beschaeftigungsmoeglichkeiten.
ECA Labor Information
19. April 1950
AFL FORDERT GLEICHBERECHTIGUNG WESTDEUTSCHLANDS
Philadelphia, 12. Mai—In einer gestrigen Verlautbarung der AFL hiess es,
die Vereinigten Staaten sollten den Kriegszustand des Zweiten Weltkrieges beenden und Deutschland in die Gemeinschaft der freien Nationen aufnehmen.
Dies sei noetig, erklaerte der Exekutivrat des Gewerkschaftsbundes, um die
kommunistischen Versuche, Westdeutschland zu erobern, endgueltig zu zerschlagen.
Die russische Aggression wurde als eine schreckliche Bedrohung des Weltfriedens bezeichnet, der man sofort begegnen muesse, wenn die Menschheit nicht in
einen dritten Weltkrieg gestuerzt werden sollte.
Praesident William Green erklaerte, die Empfehlungen der AFL zur Deutschlandfrage seien auf eine "fundamentale Revision der Politik Westdeutschland gegenueber1*
gerichtet.
Die westdeutsche Republik, sagte Green, muesste als souveraener Staat anerkannt werden. Es gaebe keinen anderen Weg, um dem deutschen Volk das Gefuehl der
Solidaritaet mit den westlichen Demokratien zu geben. Hur so sei gewaehrleistet,
dass es alle russischen Machenschaften und Methoden kategorisch abweist, die aus
ihrem Lande einen sogenannten neutralen oder einfach einen weiteren Satelliten
der rassischen Gewaltherrschaft machen sollen.
Ausserdem rief Green die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten dazu auf,
das gegenwaertige Besatzungsstatut fuer Deutschland durch einen Friedensvertrag
zu ersetzen, nach deia Westberlin dem westdeutschen Staat angegliedert werden solle.

- 4 -

�Die US Streitkraefte muessten in Deutschland gehalten werden, sagte Green,
um dem deutschen Volk in seinem Kampf gegen die russische Aggression und die
kommunistischen. Quislingversuche zur Beeintraechtigung seiner Souveraenitaet
beistehen zu koennen.
Die Gewerkschaft brachte ferner zum Ausdruck, dass sie. die Methode der
Alliierten Hohen Kommission verwerfe, die Bonner Verfassung ab und zu ihrem
Vetorecht zu unterwerfen.
"Alle 3e8chraenkungen der Wirtschaftstaetigkeit wie Stahlproduktion und
Schiffsbau muessten aufgehoben werden", sagte Green. Eine solche Politik einzuschlagen, sei umso ratsamer, als die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland zu
einem dringenden Problem geworden sei.

ILO DIREKTOR FUER GESTEIGERTE PRODUKTIVITAET UND VOLLBESCHAEFTIGUNG
David A. Morse, der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes ILO,
schlug ein Weltprogramra zur Hebung des Lebensstandards und Sicherstellung der
Vollbeschaeftigung vor, um auf diese Weise die Gefahr eines neuen Krieges zu
bannen. Erhoehte Produktionsleistung und die gerechte Verteilung der aus der
groesseren Produktion entstehenden Gewinne bilden die Grundlage des Vorschlags
von Morse.
Morse hat die Vertreter der Arbeiter, Unternehmer und Regierungen von 60
Laendern eingeladen, um seinen Vorschlag auf der 33. Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes zu besprechen, die am 7. Juni im Palais der Nationen in
Genf eroeffnet werden wird.
Er erklaerte, dass Armut und Elend in den aermeren Nationen der Welt nur
durch erhoehte Produktionsleistung beseitigt werden koennten. Vollbeschaeftigung sei fuer die HoechstProduktion unerlaesslich; er rief die Fuehrer aller
Nationen auf, dafuer zu sorgen, dass mit den technologischen Veraenderungen die
Bemuehungen zur gerechten Verteilung der Gewinne Hand in Hand gingen.
"Vollbeschaeftigung," sagte er, "und vor allem die Aussicht auf Fortdauer
dieser Vollbeschaeftigung foerdern die Steigerung der Produktionsleistung. Sie
schliesst erstens Verluste durch unerwuenschte Arbeitslosigkeit aus. Die dauernde Vollbeschaeftigung ermoeglicht zweitens eine relativ gleichmaessige Produktion dadurch, dass es keine periodischen Fluktuationen der Nachfrage mehr gibt.
Drittens wurden in der Vergangenheit die Arbeiter aus Furcht vor der Arbeitslosigkeit staendig veranlasst, technischen Neuerungen gegenueber eine ablehnende
Haltung einzunehmen. Auch die Produktionsbeschraenkungen sind auf diese Ursache
zurueckzuf uehren
"
Morse forderte ausserdem zur Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und
Unternehmern auf, wenn es gelte, irgendwelche technischen Veraenderungen vorzunehmen.
"Die gemeinsame Entschlossenheit, die Produktionsleistung zu steigern, kann
nur bestehen, wenn Unternehmer und Arbeiter vollstes gegenseitiges Verstaendnis
zeigen," sagte er. "Und dieses Ziel kann nur durch engste Zusammenarbeit der
beiden Partner erreicht werden."
Morse schlug vor, dass sich die Delegierten der ILO Konferenz unter anderem
mit den folgenden Fragen befassen die mit der Erhoehung der Loehne und der Produktionsleistung im Zusammenhang stehen:
1. Aus- und Einwanderung. ".... die Welt wird sich in Zukunft mit gesteigerter Aufmerksamkeit diesem Problem zuzuwenden haben.... auch den Möglichkeiten
der Auswanderung auf breiter Basis aus den asiatischen Laendern, die jetzt infolge der geringen Nachfrage nach ungelernten Arbeitskraeften in anderen Laendern
und infolge der Schwierigkeit, eine grosse Zahl von Einwanderern einer fremden
Kultur anzupassen, sehr gering sind. In Laendern wie Italien und Holland bestehen eher Auswanderungsmoeglichkeiten, und zwar wahrscheinlich nach den

- 5-

�Laendern Latein-Amerikas."
2. Auslaendische Investitionen. "Eine Kapitalverlagerung auf internationaler Ebene kann bis zu einem gewissen Grad internationale Verschiebungen der
Bevoelkerung ersetzen.... Es scheint wahrscheinlich, dass ein grosser Teil der
aermsten Gebiete der Welt fuer laengere Zeit zur Armut verurteilt sein wird,
wenn nicht im Ausland grosse Kapitalsummen fuer sie aufgebracht werden koennen."
3. Berufliche Lenkung. "Erfahrungen haben nachweislich gezeigt, dass die
berufliche Auswahl der Arbeiter die Produktionsleistung um 10 bis ueber 40j£
steigern kann."
4. Schichtarbeit. "Wo es keine Nachtarbeit gibt, kann eine Einteilung in
zwei Schichten von je 8 oder eventuell 7 Stunden zur Steigerung der Produktionsleistung beitragen."
5. Handelsschranken. "Ein freierer Handel zwischen den verschiedenen
Laendern Europas wuerde den europaeischen Produzenten groessere Absatzmaerkte
erschliessen, die Spezialisierung foerdern und der Leistungssteigerung dienlich
sein."
6. Gesundheitliche und allgemeine Erziehung. "Die Leistungsfaehigkeit der
Arbeiter wird oft durch niedrigen Gesundheits- und ErnaehrungsStandard und durch
den Mangel an allgemeiner Ausbildung und technischer Schulung beeintraechtigt."
Morse schlug ausserdem vor, dass die Statistiker des Internationalen Arbeitsamtes Untersuchungen auf weltweiter Basis ueber Methoden anstellen, die die sofortige Verbreitung von verbesserten Methoden der Produktion und Betriebsleitung
foerdern sollen. Aber auch dabei duerfe die Wohlfahrt des einzelnen Arbeiters
nie ausser Acht gelassen werden.
"Wenn die wirtschaftliche Wohlfahrt erfordert, dass man Veraenderungen der
Produktions- und Betriebsleitungsmethoden akzeptiert, die der Produktivitaetssteigerung dienen, dann erfordert sie auch, dass derartige Neuerungen auf eine
solche Weise eingefuehrt werden, dass dem Einzelnen moeglichst wenig Nachteile
daraus entstehen. Auch diese Frage sollte Gegenstand einer eingehenden Studie
bilden."
ECA Labor Information
24. April 1950
GEWERKSCHAFTEN AMERIKAS LOBEN DEN MAUSHALL PLAN
In einer Feierstunde anlaesslich der iäarshall Plan V/ende brachten amerikanische Gewerkschaftler kuerzlich erneut zum Ausdruck, dass sie hinter dem i^arshall Plan stehen.
William Green, der Praesident des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL,
der CIO Praesident Philip Murray, der Sekretaer der Eisenbahnergewerkschaft
E. Lyon und zahlreiche andere politische Fuehrer richteten Glückwunschtelegramme an ECA Administrator Paul Hoffraan, in denen sie von der guten Arbeit
sprachen, die bisher geleistet worden sei. Die drei Gewerkschaftsverbaende vertreten ueber mehr als 15 Millionen amerikanischer Arbeiter.
Alle drei Gewerkschaftsführer hoben die grossen Fortschritte hervor, die
die Arbeiter Europas mit Hilfe des *arshall Planes erzielten und noch erzielen
werden.
Greens Telegramm hatte u.a. folgenden Wortlaut: "Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL ist auf Eure Erfolge stolz und gluecklich, dass es ihm vergoennt
war, mit Euch an dem grossen Wohltaetigkeitswerk zusammenzuarbeiten, das sich
unser Land selbst zur Aufgabe gemacht hat. Grosse wirtschaftliche und politische
Siege sind in Europa errungen worden. Und uns amerikanischen Gewerkschaftlern

-6 -

�ist es eine besondere Genugtuung, dass dieses neue Gefuehl des Wohlergehens
und der Hoffnung im Ausland eine für die Errichtung einer neuen und demokratischen internationalen Gewerkschaftsorganisation guenstige Ataosphaere geschaffen hat."
Murray sagte: "Wir standen hinter dem Marshall Plan, als er begann, und
wir stehen auch jetzt noch hinter ihm. In dieser kurzen Zeit seines Bestehens
hat die ECA viel geleistet, und wir sind ueberzeugt, dass die Fortschritte der
kommenden zwei Jahre hinter denen der ersten beiden Jahr« nicht zurueckstehen
werden."
Lyon hob besonders die Erfolge hervor, die im Hinblick auf ein freies
Europa erzielt worden seien. Er sagte: "Der Exekutivrat der Eisenbahngewerkschaften hat kuerzlich erklaert, dass Demokratie und Freiheit in den Marshall
Plan Laendern gute Fortschritte gemacht haben. Nach unserer Ansicht ist dies
die wertvollste Hilfe, die den Beamten der ECA und allen anderen Funktionaeren
in ihren Bemuehungen zuteil werden kann. Die organisierten Elsenbahner Amerikas kaempfen mit Euch um deren Fortbestand."
Als Antwort hierauf sprach sich Administrator Hoffman anerkennend ueber
die wertvolle Unterstuetzung seitens der amerikanischen Gewerkschaftsorganisationen aus und lobte die Arbeit der Gewerkschaftsmitglieder, die ueberall auf
der Welt im "ienste der EC* stehen.
ECA Labor Information
k. April 1950
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN IN GRIECHENLAND
Joseph F. Heath, der ehemalige NationalVertreter der Amerikanischen Gewerkschaft der Regierungsangestellten (AFL), loest viele Arbeitsprobleme in
Griechenland unter Anwendung der Methoden des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL.
Heath, der stellvertretende Direktor der Abteilung fuer Arbeitsangelegenheiten im Amte der ECA Mission in Griechenland, verhandelt taeglich mit zahlreichen griechischen Gewerkschaftlern.
Mit Entruestüng muss Heath oft feststellen, dass die Arbeitsbedingungen
in Griechenland nur mit den erbaermlichsten zu vergleichen sind, die er in den
Vereinigten Staaten gesehen hatte. Er ist mit den Mitgliedern der GasarbeiterGewerkschaft zu ihren Arbeltsplaetzen gegangen und hat dort Maenner angetroffen,
die barfuss auf der heissen Kohle laufen und uralte Kohlenkarren schieben. In
einem Memorandum an die Beamten der ECA Mission hat er sofort von diesen Zustaenden berichtet. Wenn es Heath gelingt, diesen Arbeitern durch einen hoeheren Lohn oder durch eine Sondervereinbarung mit den Unternehmern zu Schuhen zu
verhelfen, dann hat er ein sehr wesentliches Problem geloest.
Ein Bildreporter eines international bekannten, in Amerika gedruckten
Magazins kam .inmal nach Athen und wollte einige gute Farbaufnahmen machen.
"Wenn Sie mit mir kommen wollten, wuerde ich Ihnen einige Farben zeigen," sagte
Heath. "Drunten in der chemischen Fabrik sind barfuessige Arbeiter mit roten
und gruenen Wunden an ihren Beinen. Eine Menge von Farbenl" Der Reporter
erklaerte jedoch, dass sein Magazin keine unfeinen Bilder wuensche - nur Anmut
und Licht, das blaue Aegaeische Meer und die glaenzende, helle Seite des griechischen Lebens. Solange es keine farbige Gewerkschaftszeitung gaebe, koenne
man derartige Bilder nicht sehen,
Heath hat zusammen mit Direktor D. Alan Strachan schon viel fuer die griechischen Arbeiter geleistet, die wirtschaftlich schwer zu kaempfen haben. So
weigerte sich zum Beispiel die Eisenbahngesellschaft Athen-Piraeus-Peloponnes,
ihren Vertrag, den sie muendlich mit den Arbeitern fuer ein "schnelleres

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�Schwellenverlegen" abgeschlossen hatte, einzuhalten. Den Arbeitern war fuer
eine Beschleunigung der Arbeit ein Bonus versprochen worden, und sie legten
doppelt so viel Schwellen wie vorher. Die Gesellschaft zahlte Jedoch nicht,
was sie versprochen hatte. Sie schlug der ECA Mission vor, ihr weitere Geldmittel zur Vollendung eines anderen Auftrages zur Verfuegung zu stellenj nur
so koenne sie den versprochenen Bonus zahlen. Dieser Vorfall wurde den ECA •
Missionschefs gemeldet, die sich sofort bereit erklaerten, einzugreifen. Der
Vertreter der Eisenbahngesellschaft wurde gerufen, und man teilte ihm mit,
dass keine finanzielle Hilfe mehr gewaehrt wuerde, bevor der Bonus nicht gezahlt sei. Nach langem Argumentieren wurde die Gesellschaft schliesslich einsichtig, und die Schwellenleger bekamen ihren Bonus.
Und die Gesellschaft wurde gezwungen, diesen Bonus nur den Arbeitern zukommen zu lassen und ihn nicht, wie es in einigen griechischen Industrien von
jeher ueblich ist, an die Doktoren, Buero- und sonstigen Angestellten zu verteilen.
Heath -sprach als "Gewerkschaftskollege" am 1. Mai, dem europaeischen Feiertag der Arbeit, vor dem Allgemeinen, Griechischen Gewerkschaftsbund und uebermittelte die freundschaftlichen Gruesse des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL und der gesamten amerikanischen Gewerkschaftsbewegung. Danach ergriff er
auf einer Massenkundgebung der griechischen Beamtengewerkschaft das './ort, eine
Organisation, die 75.000 Mitglieder umfasst. Er hatte sich schon frueher oft
mit den Ausschuessen dieser Gewerkschaft beraten und kannte ihre Probleme.
Ausserdem hat er volles Verstaendnis fuer die griechischen Beamten, da er selbst
seit 1932 im Dienste der amerikanischen I-tegierung steht.
Nicht immer konnte Heath die Forderungen der griechischen Beamten billigen,
denn er ist auch der Vertreter der amerikanischen Steuerzahler. Trotzdem gelang
es unter der Leitung des Direktors Strachan und der ECA Mission, die Gewerkschaft
fuer gewisse Einsparungen zu gewinnen und ihre Mitarbeit zu sichern. In griechischen Zeitungen spricht man mit Anerkennung von der Beamtengewerkschaft, die
die Vereinfachung der Regierungsgeschaefte, die Beseitigung der politischen
Bevorzugungspolitik und absurder Sondervereinbarungen vorscnlaegt.
Als die Gasarbeiter trotz ihrer verheerenden Arbeitsbedingungen um eine
Lohnerhoehung um 30$ und eine Steigerung des Gastarifs um $0% baten, war Heath
entruestet. Er bewies an Hand statistischer Unterlagen, dass in einer frueheren
Verhandlung die Gastarife um 70% erhoeht worden waren, und warf der Gewerkschaft vor, ein Unternehmerverband zu sein. Das bestritten die Arbeiter natuerlich und gingen schleunigst daran, ihre eigenen Forderungen zu formulieren, ohne
sich um die Gesellschaft zu kuemtaern.
Heath war Praesident der Lokalgewerkschaft 98 B in Philadelphia des Internationalen Verbandes der Elektroarbeiter (International Brotherhood of Electrical
Vforkers), ausserdem Sekretaer der Vereinigten Metallarbeiterverbaende in Philadelphia und Sekretaer der Vereinigten Metallarbeiterverbaende der Ostkueste.
Im Jahre 1932 trat er in die Gewerkschaft der Kegierungsangestellten ein und
leitete waehrend des zweiten Weltkrieges die Operationen in den Schiffswerften
der Ostkueste. Vorher hatte er auf Anweisung des Praesidenten L'illiam Green
an der Operation "Dixie" (Aktion in den Suedstaaten zur Organisierung der Arbeiter in Gewerkschaften; teilgenommen und bereiste als Generalkoordinator den
Sueden. Vor seiner Beorderung nach Athen war Heath nationaler Vizepraesident
der Gewerkschaft der Regierungsangestellten und NationalVertreter der gleichen
AFL Organisation.
Seine Arbeit in Griechenland steht im Dienste der positiven Demokratie
und des Kampfes gegen die Ausbreitung des Kommunismus. Er setzt sich fuer
bessere Lebensbedingungen des griechischen Arbeiters ein.

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�SEKRETAER PSA SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALE FUER DEN ATLANTIK PAKT
Julius Braunthal, der neugewaehlte Sekretaer der Comisco, der demokratisch,
sozialistischen Internationale, erklaerte, die europaeischen Sozialisten seien
durch die Tyrannei des Stalin Regimes gezwungen worden eine antisowjetische
Haltung einzunehmen.
In der Veroeffentlichung "New Leader", dem offiziellen Organ der sozialistischen Internationale, bezeichnet Braunthal den Atlantik Pakt als den einzigen Weg, der den friedliebenden Sozialisten zur Verteidigung der demokratischen
Traditionen noch offenstuende.
"Den Sozialisten Westeuropas bleibt keine andere Moeglichkeit, als der
russischen Expansion Widerstand entgegenzusetzen," schrieb Braunthal. "Sie
gebraucht«» die Waffe der intellektuellen Debatte, solange dies moeglich war;
sie bedienen sich sozialistischer Waffen, solange die Freiheit sozialistischer
Taetigkeit nicht in Gefahr ist. Sie werden jedoch zu den Waffen der Gewalt
greifen, wenn sie durch eine bewaffnete Aggression bedroht werden."
Braunthal sagte, dass die Sozialisten Westeuropas durch ihre bejahende
Einstellung zum Atlantik Pakt bekundet haetten, dass sie sich im Kriegsfalle
nicht mehr wie einst mit Russland solidarisch erklaeren, sondern gegen Russland auf der Seite der Vereinigten Staaten kaempfen wuerden.
Indem Braunthal an die vielen Jahre erinnerte, in denen die Sozialisten
Russland in der Hoffnung unterstuetzten, dass dieses Land eines Tages mit dem
Ausland im Einvernehmen leben und sich nach demokratischen Grundsaetzen entwickeln moege, bezeichnete er die Tschechoslowakei und Jugoslawien als Beispiele, die auch die letzten Illusionen beseitigt haetten.
"Die Tschechoslowakei ist im Gegensatz zu Ungarn, Rumaenien oder sogar
Polen kein "rueckstaendiges Land," sondern ein hochentwickelter Industriestaat mit einer alten, hervorragenden Zivilisation und tief verwurzelter demokratischer Tradition. Die Tschechoslowakei bedrohte in keiner Weise die russische Sicherheit. Dieses Land war bereits vor dem kommunistischen Putsch im
Februar 1948 eine demokratische Republik. Die tschechoslowakische Republik
blieb jedoch ein souveraener Staat.... Als die Tschechoslowakei eingeladen
wurde, am Marshall Plan teilzunehmen, beschloss die Regierung - mit der Zustimmung der Kommunisten in der Koalition - dieses Angebot zu akzeptieren. Moskau lehnte jedoch den Marshall Plan ab und zwang die Prager Regierung, ihren
eigenen Entschluss zu widerrufen
Die Tschechoslowakei ist heute, so wie
die sowjetische Ukraine, eine russische Provinz."
Braunthal erklaerte, auch der Fall Jugoslawien stelle Russlands imperialistischen und nicht sozialistischen Charakter unter Beweis.
"In seiner politischen Organisation, seiner wirtschaftlichen Struktur und
seiner Ideologie ist Jugoslawien ein voellig kommunistischer Staat
Die
jugoslawische Regierung meinte jedoch faelschlicherweise, sie sei eine Regierung
eines souveraenen Staates und nicht eine Behoerde oder Satrapie Moskaus...
Dieses Misswrstaendnis wurde jedoch bald richtig gestellt. Da sich die jugoslawische Regierung Moskau widersetzte, wird sie nun von Rüssland und seinen
Satelliten als eine "faschistische," feindliche Macht behandelt. Eine wirtschaftliche Blockade wurde gegen sie verhaengt; ja man droht ihr sogar mit Invasion und Krieg."
"Diese Erfahrung," schloss Braunthal, "haben die ueberwiegende Mehrheit
der westeuropaeischen Sozialisten davon ueberzeugt, dass es Russlands Ziel ist,
die Voelker Europas der diktatorischen Gewalt einer Nation zu unterwerfen. Der
Atlantik Pakt stellt die unausbleibliche Folge dieser Entwicklung dar."
Arbeitsmitteilungen der ECA
6. April 1950

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�"MARSHALL" FAHRRAD
Ein daenischer Fahrradfabrikant hat seinem neuesten Fahrradmodell den
Namen "Marshall" gegeben - als eine Danksagung an den Marshall Plan, durch
den es moeglich war, die Fahrradproduktion der Fabrik aufrecht zu halten und
100 in dieser Branche beschaeftigten Arbeitern ihren Arbeitsplatz zu erhalten.
Im Jahre 1948 war die Fabrik im Begriff, ihren Betrieb einzustellen. Es
war unmoeglich, Kugellager von irgendeiner daenischen Quelle zu beziehen.
Hundert in der Fahrradherstellung beschaeftigten Arbeitern drohte Arbeitslosigkeit. Normalerweise hatten sie 30.000 Fahrraeder im Jahr hergestellt fast ein Siebtel der gesamten daenischen Produktion.
Da erfuhr Lauritz Hansen, der Direktor der Hede Nielsens Werke, dass er
durch den Marshall Plan diese Kugellager von amerikanischen Herstellern kaufen
koennte.
Die Gesellschaft kaufte 1.100.000 Kugellager, die ausreichten, um mehr
als 20.000 Fahrraeder herzustellen und ihre Fahrradabteilung fuer fast 1 Jahr
in Betrieb zu halten. Die Arbeiter dieser Abteilung konnten weiterhin beschaeftigt werden.
Eines der ersten Fahrraeder, die von der Firma herausgebracht wurden,
trug ein besonderes rot-weiss-und-blaues Abzeichen mit dem Sternenbanner. Es
war das "Marshall" Fahrrad. Das Reklameplakat der Gesellschaft zu diesem
Fahrrad traegt die Aufschrift: "Startet Euren eigenen Marshall Plan - kauft
ein Marshall Fahrrad.'*
"Verglichen mit den 150 Millionen, die im Rahmen des Marshall Planes
fuer Daenemark bis jetzt bewilligt wurden," erklaerte Hansen in bezug auf
den Geldbetrag, der ihm zur Verfuegung gestellt wurd», "mag dies nicht als
grosse Summe erscheinen." Sie stellt jedoch einen aeusserst lebenswichtigen
Faktor im Leben unserer Arbeiter und unserer Fabrik dar. Ihre Arbeitsplaetze
und unser guter Ruf, den wir als Fahrradhersteller geniessen, standen auf dem
Spiel.
"Gerade unser Problem, das durch den Marshall Plan geloest werden konnte,
scheint mir ein gutes Beispiel fuer die verstaendige Verwendung der im Rahmen
des Marshall Planes zur Verfuegung gestellten, amerikanischen Dollar zu sein.
Unser Unternehmen hat sich deshalb entschlossen, seinem neuesten Fahrrad den
Namen "Marshall" zu geben, um damit unsere Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, die wir der internationalen Zusammenarbeit, wie sie im Marshall Plan
symbolisiert ist, zollen."
Das "Marshall" Fahrrad hat spaeter eine weite Reise angetreten, so weit,
wie Hansen es sich niemals haette traeumen lassen.
Als die Sache mit dem "Marshall" Fahrrad Beamten der ECA zu Ohren kam,
luden sie Hansen zu einer Reise durch die Vereinigten Staaten ein. Er traf
mit zwei Fahrraedern als Geschenk fuer den Vizepresidenten Alben Barkley und
den ECA Administrator Paul Hoffman dort ein. Man lud ihn ein, diesen beiden
Maennern auf ihrer ersten Fahrt per itad in den Strassen von Washington zuzusehen. Hansen hofft nun, auch Amerikaner fuer das Radfahren begeistern und
vielleicht Fahrraeder von Daenemark nach den Vereinigten Staaten-exportieren
zu koennen.
In Daenemark ist das Fahrrad da3 populaerste Transportmittel. Die etwa
k Millionen iiinwohner Daenemarks besitzen mehr als 2 Millionen Fahrraeder.
Waehrend der Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags sind die Strassen bevoelkert mit Arbeitern, Geschaeftsleuten und Beamten, die per Rad von und zu
ihrer Arbeitsstelle fahren. Bei gutem Wetter kann man selbst Koenig Frederick
und die Koenigin Ingrid auf ihren Raedern sehen, und der daenische Vorbote des
Fruehlings ist ein huebsches Maedchen, das mit wehendem Rock Fahrrad faehrt.
Arbeitsmitteilungen der ECA
9. Mai 1950

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�GEWERK3CHAFTLICHE UNTERSUCHUNG
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL und der Kongresa der Industrieverbaende CIO, die beiden grossen Gewerkschaftsvereinigungen Amerikas, beteiligen
sich an einer Untersuchung ueber die Moeglichkeiten Amerikas, seine Importe zu
steigern.
Diese Untersuchung, die von zwei privaten Forschungsorganisationen, der
"National Plannini; Association" und der "Twentieth Century Fund," durchgeführt
wird, soll das Verstaendnis des amerikanischen Volkes fuer dieseaProblem foerdern.
Die beiden amerikanischen Gewerkschaftsverbaende erklaerten bereits, dass
sie die Bemuehungen der ECA befuerworteten, die Importe Amerikas an YJaren und
Dienstleistungen zu erhoehen, um Europa und Asien die Moeglichkeit zu geben,
amerikanische Dollars zu verdienen und damit die Dollarluecke zu schlieasen.
Als Gewerkschaftsvertreter werden an der Durchfuehrung der Untersuchung
beteiligt sein: Solomon Barkin, Direktor der Forschungsabteilung der Textilarbeitergewerkschaft (CIO), George P. Delaney, AFL Vertreter fuer internationale
Angelegenheiten, und Michael Ross, Direktor des CIO Referats fuer Internationale
Angelegenheiten.
Diese Untersuchung leiten: E.J. Coil, Direktor der "Planning Association,"
H. Christian Sonne, Vorsitzender des Treuhaenderrates dieser Vereinigung, und
Evans Clark, Direktor des "Twentieth Century Fund."
Arbeitsmitteilungen der ECA
3. Mai 1950
GaaaKSCKAFTSTAGUNG DER ARBEITET! IM CfcFTEKTLICHüN DIENST
In Blackpool, England, werden Mitte Oktober die Vertreter der freien Weltgewerkschaften der Gas- und Elektrizitaetsindustrie zu einer internationalen, technischen Konferenz zusammenkommen, die von dem Internationalen Gewerkschaftsbund
der Angestellten des Oeffentlichen Dienstes einberufen wurde.
Die viertaegige Konferenz wird vom 16. bis 19. Oktober in Verbindung mit
einem Treffen der Nationalgewerkschaft der Oeffentiichen und Gemeindearbeiter,
die dem internationalen Verband angeschlossen ist, abgehalten werden.
Delegierte der europaeischen Nationen und Amerikas werden gemeinsam über
die Entwicklung und Organisation der Britischen Elektrizitaetsbehoerde und des
Britischen Gasverwaltungsrates beraten. In diesem Zusammenhang sind auch Tagungen geplant, auf denen die allgemeinen Arbeitsbedingungen und Verhandlungsmethoden der beiden Industriezweige sowohl in England als auch in den uebrigen
Laendern besprochen werden sollen. Der Frage der Schichtarbeit soll dabei
besondere Berücksichtigung geschenkt werden.ECA Labor Information
20. April 1950

NEUE ARBEITE [WOHNUNGEN IN ITALIEN
Neunzig neue .-.ohnungen fuer Arbeiterfamilien wurden kuerzlich in Ledi bei
Mailand ihrer Bestimmung uebergeben. Die Baukosten waren zur Haelfte aus ECA
Gegenwertfonds gedeckt worden. Es handelt sich um die ersten ..'ohnungen, die
im Rahmen eines von der italienischen Regierung vor einem Jahr aufgestellten
Programms vollendet wurden.

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�James D. Zellerbach, der Chef der ECA Uission in Italien, sprach anlaesslich der Einweihung dieser Wohnungen und erklaerte, dass mit Hilfe von SCA
Geldern noch rund 300.000 Wohnungseinheiten fuer *'amilien in Italien gebaut
werden sollten, das ist ein Zehntel des zusaetzllchen Bedarfs an Uohnungen in
diesem Lande.
Bei dieser Feierlichkeit wurde eine Gedenktafel enthuellt, auf der dargestellt ist, wie dieses Projekt durch einen gemeinsamen Beitrag der italienischen Arbeiter und Unternehmer mit Unterstuetzung des amerikanischen Volkes
durchgeführt wurde.
ECA Labor Information
28. April 1950

-12 -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

HICOG »-977 L H

OFFICIAL

Jun. 50 17 C

�Internationale

ARBEITSMTTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

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Prankfurt, 26. Mai 1950

INHALTSVERZEICHNIS
Zusammenschluss der f r e i e n Gewerkschaften
Italiens - - - - - - - - - - - - - - - - - Zusammenschluss der f r e i e n Gewerkschaften
Asiens - - - - - - - - - - - - - - - - - - Michael Quill
- - - - - - Erklaerung der ERP GewerkchaftsOrganisationen
zum Europaeischen Wiederaufbauprogramm - - -

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ZUSAMMENSCHLUSS DER FREIEN GEWERKSCHAFTEN ITALIENS
Drei nichtkommunistische GewerkschaftsOrganisationen
I t a l i e n s haben s i c h zum I t a l i e n i s c h e n Gewerkschaftsbund
zusammengeschlossen, der eine Anfangsmitgliedschaft von
rund 1.600.000 aufweist.
Es handelt s i c h um die F r e i e I t a l i e n i s c h e Gewerkschaftsfoederation (zum groessten Teil k a t h o l i s c h o r i e n t i e r t ) , um
die Foederation der I t a l i e n i s c h e n Gewerkschaften ( s o z i a l i s t i s c h )
und d i e u e b e r p a r t e i l i c h e Union Autonomer I t a l i e n i s c h e r Gewerkschaftsverbaende. Die neue Organisation i s t v o e l l i g n i c h t p o l i tisch.
Giulio P a s t o r e , der zum Praesidenten der neuen Organisation
gewaehlt wurde, e r k l a e r t e i n seiner Gruendungsrede, dass S t r e i k s
unentbehrliche Werkzeuge der Arbeiter s e i e n , der Gewerkschaftsbund jedoch diejenigen bekaempfen wuerde, die "aus S t r e i k s eine
Waffe machen moechten, mit der p o l i t i s c h e r Druck ausgeuebt werden s o l l . "
Nach d i e s e r Verschmelzung g i b t es i n I t a l i e n ausser zahlr e i c h e n autonomen Organisationen noch v i e r grosse Gewerkschaftsorg an i s a t i o n e n : Die allgemeine Gewerkschaftsfoederation (unter
kommunistischer K o n t r o l l e ) , der I t a l i e n i s c h e Bund der Gewerkschaf tsverbaende, die Union I t a l i e n i s c h e r Gewerkschaften und
die I t a l i e n i s c h e Foederation Nationaler Gewerkschaftsverbaende.
Arbeitsmitteilungen der ECA
9. Mai 1950
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�ZU5AMMENSCHLUSS DER FREIEN GEWERKSCHAFTEN ASIENS.
Von Richard Deverall,
Vertreter des Amerikanischen
Gewerkschafts bundes AFL in Asien.
Bombay —
Den Anstoss zu der Bildung des Asiatischen
Gewerkschaftsbundes gaben die in der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vertretenen, demokratischen Arbeitergruppen.
Die neue Organisation vereinigt in sich alle Kraefte der
freien Gewerkschaften des nichtkommunistischen Asiens. Ausgenommen sind lediglich der sowjetische Ferne Osten und Rot-China.
Auf der im Januar in Nuwara Eüya (Ceylon) abgehaltenen
ILO Konferenz trafen die einzelnen Gewerkschaftsvertreter der
ILO mit K. Hedayat, vom Exekutivausschuss des neuen Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften, zusammen, um die endgueltige Vereinigung der freien Gewerkschaften Asiens in
einem Gewerkschaftshund zu verwirklichen.
Die Bildung des Asiatischen Gewerkschaftsbundes stellt
einen Meilenstein in der Entwicklung einer maechtigen, demokratischen Bewegung auf dem Kontinent dar. Er kennzeichnet
das Aufkommen des asiatischen Nationalismus und der freien,
demokratischen Kraefte, die nicht nur dem kommunistischen
Imperialismus Widerstand leisten, sondern sich in der Offensive zur Verbannung der Seuche des Totalitarismus aus der
asiatischen Welt befinden.
Der Asiatische Gewerkschaftsbund ist zu einer Zeit- entstanden, in der die kommunistische Macht innerhalb der asiatischen
Gewerkschaftsbewegung mit Ausnahme von Rot-China zerbroeckelte.
Das Manifest des neuen Gewerkschaftsbundes, wie es auf
Ceylon gebilligt wurde, erklaert:
"Asien befindet sich in den Wehen einer Wiedergeburt. Die
Zitadelle des Imperialismus wird baufaellig. Die Zeit, in der
Asien als Gesamtheit frei sein wird, rueckt schnell heran.
Die Erweiterung der Recht« und Privilegien der Massen hat jedoch nicht im gleichen Masse stattgefunden. Die Massen sind
noch immer unentschlossen. Die Eigentumsverhaeltnisse haben
keine Aenderung erfahren. Noch besteht keine Aussicht, Armut
und Arbeitslosigkeit beseitigen zu können. Die Loehne reichen
nicht zum Lebensunterhalt aus. Die Lebenshaltungskosten steigen
immer mehr."
Mit dem Hinweis auf die kommunistische Aggression, die
in ganz Asien intensiviert worden sei, wird in diesem Manifest
die "neue Fuehrung" des Asiatischen Gewerkschaftsbundes begruesst
und erklaert: "Nur die freie Gev/erkschaftsbewegung in Asien
kann diese Fuehrung ausueben." In einer Absage an Imperialismus
und Kolonialismus in jeglicher Form sagt das Manifest von der neuen,
asiatischen, freien Gewerkschaftsbewegung:
"Durch ihre organisierte Macht wird sie den festverankerten
Einfluss imperialistischer Macht auseinanderreissen; die herausfordernde Macht des Totalitarismus, ob kommunistisch oder faschistisch, wird in die Flucht geschlagen und die Ungleichheiten
in der sozialen Ordnung vollstaendig beseitigt werden.*

- 2 -

�Als Hauptziele werden in dem Manifest bezeichnet: (1) Bedeund Versammlungsfreiheit; (3) Beschaeftigung und Sicherheit
dieser Beschaeftigung; (3) Nahrung, Kleidung und Unterkunft,
wie sie zur Wahrung der Menschenwuerde notwendig sind; (4) Regierungswechsel nach demokratischen Prinzipien.
Der Asiatische Gewerkschaftsbund ist damit zum Verfechter
der Sache der freien Arbeiter geworden, die sich mit Recht vor
der ihnen von Rot-China angebotenen, sogenannten "Befreiung"
fuerchten. Sie erinnern sich nur noch allzu gut an die japanische "Befreiung" in der Zeit von 1940 bis 1945. Sie wuenschen
keine Befreiung durch eine fremde totalitaere und imperialistische
Mac ht.
Fung Hoi-chiu vom Gewerkschaftsrat in Hongkong erklaerte
vor der Konferenz auf Ceylon:
"Meine Landsleute (jenseits des Eisernen Vorhangs) haben
etwas zu spaet ihren Fehler erkannt. Sie haben nun unter
Haerten und Entbehrungen zu leiden, die ihren Vorfahren seit
Anbeginn der Geschichte unbekannt waren. Obwohl die Arbeiter
von Hongkong nur schlecht bezahlt sind, glauben die Chinesen,
wir seien hier im Paradies. Fuer die Chinesen hinter dem
Eisernen Vorhang ist Hongkong tatsaechlich die Perle des Fernen
Ostens."
Er fuehrte weiterhin aus:
"Es ist unsere Pflicht, den Chinesen und den Voelkern der
uebrigen asiatischen Staaten zu zeigen, dass die Demokratie ein
weit wirksameres Mittel zur Loesung des Armutsproblems ist.
Wenn sie dies erkannt haben, - und nicht vorher - wird die
Gefahr der kommunistischen Aggression nicht mehr wie ein Alpdruecken auf den Asiaten lasten."
Nachdem das Manifest angenommen war, schritt der Asiatische
Gewerkschaftsbund zu seiner ersten Amtshandlung, die darin bestand, eine Resolution mit dem folgenden Wortlaut einzubringen:
"Diese Konferenz stellt mit Genugtuung fest, dass die arbeitende Klasse in fast allen Laendern Asiens der totalitaeren
Durchdringung der Gewerkschaftsbewegung unter der Fuehrung
Moskaus in zunehmendem Mac;se Vfiderstand leistet. Wenn diese
Durchdringung gelingen wuerde, wuerde sie alle freien Gewerkschaftsbewegungen in Asien zerstoeren und die grosse Masse der
Arbeiter in eine Armee von Sklavenarbeitern, umwandeln."
Die Gründungsmitglieder des Asiatischen Gewerkschaftsbundes sind ebenfalls Mitglieder des vor kurzem gegruendeten
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften. Die Konferenz
von Ceylon beantragte, dass der Asiatische Gewerkschaftsbund
"von dieser neuen Internationale als die regionale Organisation
fuer Asien anerkannt werden moege."
Der Asiatische Gewerkschaftsbund entbot daraufhin den neuegruendeten Vereinigten Staaten von Indonesien seine Gruesse.
benso brachte er seine Freude ueber die Befreiung des freien
•Vietnam zum Ausdruck und erliess an die franzoesische Regierung
den Aufruf, den Friedensvertrag mit diesem Lande schnell zu
ratifizieren.

f

•- 3 -

�Das Jahr 1950 wird fuer Asien von grosser Bedeutung sein.
Der Kampf dreht sich um Freiheit oder Sklaverei. Die Russen
haben in Peiping ein Buero des Weltgewerkschaftsbundes errichtet,
von dem aus die kommunistische Kampagne gegen die Demokratie
in ganz Asien geleitet werden soll.
Gleich dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften
kaempft auch der Asiatische Gewerkschaftsbund fuer Menschenwuerde und menschlichen Anstand, fuer Demokratie und wirtschaftliche Gerechtigkeit. In erster Linie kaempfen die freien Arbeiter Asiens und ihre Organisationen um die Freiheit Asiens, die
heute von den roten Horden bedroht wird, die Empoerung und
Aufruhr stiften.
Die wirkliche Bedeutung des Asiatischen Gewerkschaftsbundes
liegt in der Tatsache, dass die arbeitenden Menschen Asiens die
kommunistische Propaganda durchschauen, mit der Asien im Laufe
der letzter dreissig Jahre ueberechwenuat wurde.
"The American Federationist"
Offizielles Monatsmagazin des Amerikanischen Gewerls chaftsbundes AFL.
Mai 1950

MICHAEL QUILL
Gross war die Erregung, als Michael Quill vor einigen
Jahren seinen- Platz im New Yorker Stadtrat einnahm - der regierenden Koerperschaft der groessten Metropole Amerikas.
Quill als Praesident der maechtigen Transportarbeitergewerkschaft hatte mit einem Streik der staedtischen Untergrundbahnen gedroht,-wenn seinen Mitgliedern keine Lohnerhoehungen
und verbesserte Arbeitsbedingungen gewaehrt wuerden. Die
Beamten der Stadt hatten sich zum Kampf geruestet.
Im Stadtrat kam dieser Kampf offen zum Ausbruch. Eines
der Mitglieder brachte eine Resolution ein, in der Vorwuerfe
gegen Quill erhoben"wurden. Es war eine schwere Anklage gegen
den Gewerkthaftsfuehrer, in der man ihm zur Last legte, versucht
zu haben, die Regierung zu stuerzen und eine Revolution anzustiften. In einer kleinen, verborgenen Klausel wurde Jedoch zugegeben, dass die Beschwerde der Arbeiter berechtigt sei, und
empfohlen, die Stadt moege zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen irgend etwas unternehmen. Das Stadtratsmitglied beantragte
ferner, seine Resolution dem Gewerls chaftsfuehrer als oeffentliche Ruege zu ueberreichen.
Als er geendet hatte, hat Quill um das Wort. Im Saale
herrschte tiefes Schweigen. Die Mitglieder warteten gespannt
auf eine zornige Antwort Quills.
In dessen Augen bemerkte man jedoch ein vergnuegtes Zwinkern, als er - offensichtlich unter Bezugnahme auf die Klausel,
die die Arbeiter betraf, - erwiderte:
"Ich unterstuetze den Antrag."
Dann setzte er sich. Von der Galerie der Pressevertreter
ertoente ein Heulen auf Quills geschickte Antwort, und in einem
Lachsturm wurde die Resolution niedergeschlagen.

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�Spaeter setzte die Gewerkschaft viele ihrer Forderungen
ohne Streik durch.
Das war nur einer der zahlreichen Angriffe, denen "Mike"
Quill und seine Gewerkschaft im Laife der bewegten Geschichte
der Transportarbeitergewerkschaft ausgesetzt waren, und die
er mit einer Kombination von Humor und Geistesgegenwart abschlug.
Denn die Geschichte von der Entwicklung der Transportarbeitergewerkschaft ist zum grossen Teil die Geschichte dieses klugen,
gutgelaunten Irlaenders.
Quill wurde am 18. September 1905 in County Kerry (Irland)
als Sohn eines armen, irischen Bauern geboren. Die Familie
Quill war in der Bewegung fuer die Unabhaengigkeit ihres Landes
von der britischen Herrschaft, und ihr kleines Gebirgsbauernhaus bot vielen irischen Freiheitskaempfern, die von den "Black
and Tan" gesucht wurden, Unterkunft und Versteck.
Mit 14 Jahren bewaffnete sich der junge Mike mit einem
Gewehr und schloss sich seinen drei Schwestern und fuenf Bruedern
im Kampf um ein freies Irland an. Im Fruehjahr des Jahres 1920
befand sich ein grosser' Teil der Familie wegen revolutionaerer
Taetigkeit im Gefaengnis.
Als ein erfahrener Kaempfer fuer die Unabhaengigkeit
wanderte Quill deshalb im Jahre 1926 nach Amerika aus. Seine
Anhaenger behaupten, dass ihn das "Glueck des Irlaenders" von
dem Beginn dieses Unternehmens an begleitet habe, er war naemlich am Tag des St. Patrick, des Schutzpatrons Irlands, in
New York angekommen.
Nach seinem Eintreffen in Amerika arbeitete er mit Hacke
und Schaufel bei der Untergrundbahn der Achten Avenue. Spaeter
war er in den Kohlengebieten von Pennsylvanien beschaeftigt,
um dann als Fahrkartenschaffner, Zugbegleiter und Kontrolleur
bei der "IRT-Untergrundbahn (IRT-Interborough Rapid Transit Schnellverbindung der Stadtteile New York) taetig zu sein.
Zu dieser Zeit entschlossen sich "Mike" und eine kleine
Gruppe ihm gleichgesinnt er Leute, eine Gewerkschaft zu organisieren. Quill arbeitete damals 7 Tage pro Woche und 14 Stunden
taeglich, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Eine
starke, unangreifbare Unternehmergewerkschaft hinderte seine
14.000 Arbeitskollegen daran, gegen diese Bedingungen mit Erfolg
zu protestieren.
In einem Gasthaus in der Naehe des Zentralparks fand die
erste Versammlung der "Gewerkschaft" statt, die notgedrungen
geheimgehalten werden musste. Plaene wurden entworfen und
bald regelmaessig Versammlungen in moeblierten Zimmern, Vorhallen in Hotels, in Parkanlagen und Gasthaeusern abgehalten.
In kuerzester Zeit hatte Quill mit seinen feurigen, begeisternden Reden, seinem humorvollen Wesen und seiner gepfefferten,
irischen Mundart die anderen Mitglieder davon ueberzeugt, dass
es unerlaesslich waere, eine Gewerkschaft zu haben. Nach einem
Jahr hatte die Gewerkschaft genuegend Anhaenger, um einen hauptamtlichen Organisator beschaeftigen zu koennen. Quill gab seine
Arbeit als Kontrolleur .auf und widmete sich dem Aufbau dieser
Organisation.
1936 wurde er zum Praesidenten der Gewerkschaft gewaehlt,
die damals noch nicht angeschlossen war. Nach Empfang des
internationalen Freibriefes des CIO im Jahre 1937 wurde Quill
der erste Praesident der Transportarbeitergewerkschaft Amerikas

5 -

�und Mitglied im nationalen Exekutivausschuss des CIO. Bei
allen darauffolgenden Gewerls chaftswahlen wurde er in seiner
Stellung als Praesident der Transportarbeitergewerls chaft
Amerikas bestaetigt.
In den sechs Monaten, die dem Anschluss dieser Gewerkschaft an den CIO folgten, konnte sie 44,000 neue Mitglieder
anwerben und "closed-shop" Vertraege mit allen groesseren
Verkehrsge.jellschaften der Stadt New York abschliessen. (Nach
dem "closed-shop" System duerfen nur Mitglieder einer bestimmten Gewerkschaft vom Arbeitgeber eingesta.lt werden). Spaeter
loeste sie sich wieder vom CIO, um die Mitglieder einer Autobusgesellschaft in der Stadt aufzunehmen, und setzte ihre
Organisationstaetigkeit zur Erfassung der Transportarbeiter
und Taxichauffeure in Chikago, Philadelphia, San Franzisko
und anderen Staedten fort.
Im Juiire 1941 war die Arbeitswoche im Verkehrsgewerbe
auf fuenf Arbeitstage reduziert worden. Die Arbeiter hatten
Anspruch auf einen zweiwoechigen, bezahlten Urlaub, vier
bezahlte Feiertage im Jahr, eine freiwillige Krankenversicherung
und die Aufhebung der in den Krisenjahren 1930-1937 eingeführten Lohnkuerzungen. Ausserdem war es der Gewerkschaft gelungen,
feste Einrichtungen zu schaffen, denen die- Fuehrung von Kollektiwerhandlungen und die Bearbeitung von Beschwerden oblag.
Aber selbst vor diesen Ereignissen war die Persoenlichkeit
Quills auch ausserhalb der Gewericschaft populaer geworden.
1938 wurde er als Vertreter von Bronx (Stadtteil von New York)
in den Stadtrat gewaehlt. In diesem Rat setzte er sich fuer
die Bereinigung der Elendsviertel, moderne Wohnungen zu niedrigen Preisen, oeffentliche Milchverteilung und aehnliche
Massnahmen ein. Ausserdem galt seine Arbeit der Abwehr antigewerkschaftlicher Angriffe gegen seine Gewerkschaft und ihn
selbst.
Die Schwierigkeiten, in die Quill mit der Stadt geriet,
begannen im Jahre 1940, als die in Privatbesitz befindlichen
Untergrundbahnen New Yorks von der Stadt uebernommen wurden.
öer"Board oi TransDortation" (Verwaltungsrat), der mit der Leit u % der Untergrundbahnen beauftragt war, erkannte den Vertrag
nicht an, den die Gewerkschaft mit den Privatunternehmern abgeschlossen hatte, mit der Begruendung, dass die Stadt mit
ihren Arbeitnehmern nach dem Gesetz keine Kollektiwerhandlungen fuehren koenne. Der Kampf um die Anerkennung des Vertrages dauerte sieben Jahre lang.
Er fand erstmals sein Ende, als sich der Praesident des
CIO John J. Lewis einschaltete und die Stadt sich damit einverstanden erklaerte, die Vertraege bis zu ihrem Ablaufsdatum,
dem 30. Juni 1941, anzuerkennen.
Als ihre Gueltigkeit jedoch erloschen war, weigerte sich
der "Board of Transportation", von Bürgermeister Fiorello
La Guardia unterstuetzt, die Vertraege zu erneuern. Der Kampf
zwischen La Guardia und Quill, der nun folgte, war ein Kampf
zwischen zwei der passioniertesten, hervorragendsten Persoenlichkeiten in der New Yorker Geschichte. Der Buergermeister
nannte Quill einen "dickkoeofigen, eigensinnigen, Verantwortungs
losen Geweric chaftsfuehrer" und lehnte rundweg seine Forderungen
ab. Quill drohte, einen Streik selbst auf die Gefahr hin auszurufen, gesetzlich bestraft zu werden. "Kein Vertrag, keine

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�Arbeit," lautete sein Ultimatum. " Der Buergermelster," sa?te
er, "habe zwei Zungen."
56 Stunden vor Ausbruch des Streiks erklaerte sich die
Stadt jedoch einverstanden, den Vertrag solange in Gueltigkeit
zu belassen, bis eine gerichtliche Entscheidung gefaellt sei.
Auch diese Entscheidung Hess jedoch die Frage der Anerkennung
in gewissem Sinne offen. Die Behauptung der Stadt, dass kein
Vertrag mit den Arbeitnehmern der Stadt abgeschlossen werden
koenne, wurde unterstuetzt. Andererseits wurde festgelegt,
dass die in dem Vertrag enthaltenen Bestimmungen zu befolgen
seien.
In jedem folgenden Jahr brach der Kampf von neuem aus,
wenn die Bestimmungen des Vertrags erloschen waren - dieses
Mal war es ein Kampf zwischen Quill und dem Bürgermeister
O'Dwyer. Er fand schliesslich im Jahre 1947 ein Ende, indem
man sich auf eine von O'Dwyer unterstuetze Formel einigte.
Danach erklaerte sich die Stadt damit einverstanden, den Gewerkschaftsgruppen auf deren Ersuchen eine Vertretung zu bewilligen!
deren Staerke sich nach der nachgewiesenen Uitgliederzahl der
Gewerkschaften richten sollte. Es wurde abgestimmt, und fast
90g der Transportarbeiter der Stadt brachten durch ihre Unterschrift zum Ausdruck, dass sie nicht nur wuenschten, durch die
Transportarbeitergewerkschaft vertreten zu werden, sondern auch,
dass die Gewerkschaftsbeitraege vom Lohn abgezogen werden. Die
Gewerkschaft hatte somit gewonnen.
In spaeteren Jahren waren Vertragsbestimmungen Gegenstand
ernstlicher Zwistigkeiten zwischen Quill und O'Dwyer. Mehrere
Male drohte .Quill mit Streik, und oft warf man ih;: vor, eine
Verlangsainung angeordnet zu haben. Kein einziges Mal jedoch
legte ein Streik den Untergrundbahnverkehr still.
Ein Kampf wurde von Quill und O'Dwyer gemeinsam durchgefochten. Es war in dem unpopulaeren Ringen um die Erhoehung
der Fahrpreise der Untergrundbahnen. Jahrelang war die Stadt
New York stolz auf die Parole ihrer Untergrundbahnen gewesen:
"die laengste Fahrt der Welt fuer fuenf Cents.•' O'Dwyer hatte
seinen Waehlern gegenueber oft erklaert, dass er eine Fahrpreiserhoehung niemals billigen wuerde. Nun sah sich, im Jahre 1948,
die Stadt jedoch in einer finanziellen Klemme. Geldmittel, die
sie beim Staat angefordert hatte, waren nicht bewilligt worden;
die Untergrundbahnen standen vor dem Ruin; die Arbeiter der
Untergrundbahnen forderten in Anbetracht der erhoehten Lebenshaltung svosten eine Lohnerhoehung.
O'Dwyer sah sich nun der unangenehmen Aufgabe gegenueber,
eine Fahrpreiserhoehung zu befuerworten oder andere Dienstleistungen der Stadt zu kuerzen und die Lohnforderungen der
Arbeiter abzulehnen. Auch fuer Quill war dies eine unpopulaere
Situation, es gelang dem Gewerkschaftsfuehrer jedoch, seine
Mitglieder auf die Seite des Buergermelsters zu bringen. Hoehere
Fahrpreise wurden eingefuehrt, und die Arbeiter erhielten ihre
Lohne rhoehung.
Durch diese Einstellung Quills entstand ein Br;ch in den
Beziehungen, die ihn seit langem mit den kommunistisch beherrschten Koerperschaften in New York verbanden - der Amerikanischen
Arbeiterpartei, die fuer die Beibehaltung des 5 Cent Tarifs war,
und dem CIO Stadtrat von Gross-NewYork.

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�Unter dem Banner der Amerikanischen Arbeiterpartei war
Quill im Jahre 1945 wieder in den Stadtrat gewaehlt worden.
Im April 1948 legte er jedoch sein Amt als stellvertretender
Vorsitzender der Amerikanischen Arbeiterpartei nieder, weil
sich die Partei der Lohnpolitik der Transportarbeitergewerkschaft widersetzte und den linksgerichteten Praesidentschaftskandidaten Henry Wallace unterstuetzte.
Quill beteiligte sich ausserdem aktiv an der Bildung des
CIO Stadtrates und war mehrere Jahre lang dessen Vizepresident.
1948 wurde er zum Praesidenten gewaehlt, trat jeoch im Maerz 1948
auch von dieser Stellung zurueck, weil er Wallace nicht unterstuetzen wollte und der Stadtrat sich fortwaehrend der Politik
des Nationalen CIO entgegenstellte, der die Wiederwahl des
Praesidenten Truman befürwortete. Der CIO Stadtrat wurde
spaeter auf Anordnung des Nationalen CIO wegen kommunistischer
Umtriebe aufgeloest, und Quill half mit, eine nie htkojnraunis tische
CIO Körperschaft zu bilden, die dessen Funktionen uehernehmen
sollte.
Quill, der jahrelang den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen
fuer seine Mitglieder vom kommunistischen Lager aus gefuehrt hatte,
weiss nur zu gut, dass die beste Offensive gegen den Kommunismus
eine Bevoelkeruhg ist, die gut ernaehrt ist, gut behandelt wird,
und der gute Wohnverhaeltnisse geboten werden.
In seiner Rede auf der Konvention des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften in London machte Quill den Regierungen der westlichen Demokratien den Vorwurf, diesen Problemen
nicht genuegend Aufmerksamkeit gewidmet zu haben.
"Ich will es ebenso offen wie andere aussprechen," sagte
er, "dass ein grosser Teil der Schwierigkeiten, in denen sich
die Welt heute befindet, den Kommunisten und der kommunistischen
Taetigkeit in den verschiedenen Laendern zuzuschreiben ist. Es
genuegt jedoch nicht, den Kommunismus nur zu bekaempfen. Wenn
wir die Menschen, die heute in Not sind, fuer uns gewinnen wollen,
muessen wir ihnen ein positives Programm geben, und wenn ich
sage "Wir", dann meine ich die Arbeiterschaft dieser Laender.
Arbeitsmitteilungen der BGA
24. Maerz 1950
ERKLAERUNG DER ERP GEWERKSC HAFTS ORGANISATIONEN ZUM EURO'
PAEISCHEN WIEDERAUFBAU PROGRAMM
Die dritte Konferenz der ERP Gewerkschaften, die vom 18. bis
20. April 1950 in Rom zusammentritt, moechte an erster Stelle
von neuem erklaeren, dass sie das Hauptziel des Europaeischen
WiederaufbauProgramms unterstuetzt: den Wiederaufbau und die
Vereinigung Westeuropas auf der Grundlage der Freiheit, sozialen
Sicherheit und des hoechstmoeglichen Lebensstandards.
Die Konferenz stellt mit groesster Genugtuung fest, dass
das ERP waehrend der beiden letzten Jahre beachtliche Erfolge
erzielt hat; sie erachtet als unbedingt notwendig, das Hilfsprogramm fortzusetzen, damit die bisher erzielten Erfolge und
die voellige Verwirklichung des ERP nicht in Frage gestellt
werden.
Nach eingehender Pruefung des Berichtes des Unterausschusses
fuer die Wirtschaftliche Wiedergesundung Westeuropas im Gewerk-

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�schaftlichen Berätungsaus sc huss des ERP, des Berichtes der italienischen Delegation ueber die Arbeitsmarktlage und die Aus- und
Einwanderungsmoeglichkeiten und des Entwurfes einer Resolution,
der von der skandinavischen Gewerkschaftsdelegation unterbreitet
wurde, hat die Dritte ERP Gewertechaftskonferenz beschlossen,
sich in den folgenden Punkten zu der Politik zu aeussern, die zur
wirtschaftlichen Wiederbelebung Europas betrieben werden soll.
Es ist vereinbart, dass diese Punkte zur rechten Zeit und im Laufe
ihrer Verwirklichung auf nationaler und internationaler Basis von
den zustaendigen Gewerkschaftsorganisationen zu behandeln sind.
1«

Volle Ausnutzung der vorhandenen Hilfsquellen

Sowohl in den einzelnen Laendern als auch im gesamten Westeuropa
muss die volle Ausnutzung der vorhandenen Hilfsquellen und Arbeltskraefte und eine gerechtere Verteilung der nationalen Einkommen
gesichert werden, um einen hoeheren und staendig steigenden Lebensstandard fuer Alle zu ermoeglichen.
Die beteiligten Regierungen muessen zu der Erkenntnis gebracht
werden, dass Massenarbeitslosigkeit als Folge des Liangels an Kaufkraft unter den Arbeitern, wie sie in bestimmten Laendern wieder
auftritt, mit grossen wirtschaftlichen, sozialen und politischen
Gefahren verbunden ist. Folglich ist eine Politik der Vollbeschaeftigung nicht nur um ihrer selbst Willen, sondern auch als Vorbedingung fuer die Wohlfahrt Jedes Landes und der Gesamtheit der Nationen unbedingt erforderlich. In diesem Zusammenhang sollten die
Regierungen grundsaetzlich die Vorschlaege akzeptieren, die in dem
kuerzlich ausgearbeiteten Bericht der Sachverstaendigen der Vereinten Nationen fuer die Beibehaltung der Vollbeschaeftigung enthalten waren. Sie sollten diese Empfehlungen nach den in jenem
Bericht vorgeschlagenen Methoden verwirklichen.
An dieser Stelle muss gesagt werden, dass von gewerkschaftlichen Gesichtspunkten aus Systeme, wie zum Beispiel die Europaeische Zahlungsunion (EPU) nur dann befuerrortet werden koennen,
wenn sie in den Rahmen einer nationalen und internationalen Politik der Vollbeschaef tigung hineinpassen.
Es ist ausserdem von groesster Wichtigkeit, dass die Vereinigten Staaten und die anderen betreffenden Laender eine aehnliche
Politik der Vollbeschaeftigung betreiben.
3. Verbesserung der Produktionsmethoden und der Organisation.
Die Gewerkschaften sind im allgemeinen der Auffassung, dass
die Organisation und die Methoden der Produktion in allen Wirtschaftszweigen verbessert werden muessen, damit durch niedrigere Preise
der inlaendische Verbrauch und der Export gesteigert werden koennen.
Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass hoehere Produktionsleistung nur dann zu einem verbesserten Lebensstandard
fuehren kann, wenn sie durch hoehere Loehne und niedrigere Preise
belohnt wird.
3.

Liberalisierung des Handels und Zahlungsverkehrs

Die Gewerkschaften vertuen die Auffassung, dass die Liberalisierung des Handels und Zahlungsverkehrs, einschliesslich der
Senkung der Zoelle, die Erschliessung neuer Massenabsatzmaerkte
beguenstigen kann, die ihrerseits wiederum Anlass zu Verbesserungen
der Produktionsmethoden und -Organisation geben werden. Es muessen
jedoch die notwendigen nationalen und internationalen Vorsichtsmassre^eln getroffen werden, um zu verhindern, dass sich diese Libera-

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�l i s i e r u n g auf Laender ausdehnt, i n danen gegenwaertig nicht d i e jenige Art von A r b e i t s l o s i g k e i t h e r r s c h t , die auf Mangel an Kaufk r a f t der A r b e i t e r oder die neuen Konkurrenzbedingungen zurueckzufuehren i s t .
Es darf ausserdem nicht vergessen werden, dass die L i b e r a l i sierung nur a l s T e i l der Berauehungen zu werten i s t , die eine bessere
i n t e r n a t i o n a l e Verteilung der Arbeitskraefte und damit bessere
Lebensbedingungen fuer Alle zum Z i e l e haben»
Die L i b e r a l i s i e r u n g des Handels und Zahlungsverkehrs darf
d i e s o z i a l e n und w i r t s c h a f t l i c h e n Erfolge der f o r t s c h r i t t l i c h e n
Regierungen Europas nicht mindern.
Bestimmte wesentliche Zweige der nationalen Wirtschaften der
b e t e i l i g t e n S t a a t e n muessen ausserdem waehrend der besagten Uebergangsperiode gegen gefaehrliche Deplacierung und Aufspaltung g e schuetzt werden, damit d i e p r i v a t e n und o e f f e n t l i c h e n Unternehmen
genuegend Z e i t haben, s i c h den neuen Konkurrenzbedingungen anzupassen, ohne ueber Nacht i h r e gegenwaertigen Absatzmaerkte zu v e r l i e r e n , d i e s i e zu i h r e r Existenz brauchen. Insbesondere muessen
die A r b e i t e r , die durch den Uebergang voruebergehend betroffen
s i n d , mit angemessenen Arbeitslosenunterstuetzungen v e r s o r g t werden.
4. Lenkung der Investierungen
Die Liberalisierung des Handels und Zahlungsverkehrs kann,
wenn sie mit nationalen und intenationalen Massnahmen zur Sicherung
der Vollbeschaeftigung kombiniert ist, die guenstigste Verteilung
der Kapitalien foerdern. Trotzdem wird die unmittelbare Lenkung
der Investierungen durch die Regierungen oder die ihnen verantwortlichen Koerperschaften als eine Bedingung zur Sicherung der Vollbeschaeftigung notwendig sein. Diese Koordinierung bedeutet ebenso
wie jede andere Angleichung der Wirtschaftspolitiken, dass die betreffenden Laender einen Teil ihrer Souverenitaet .aufgeben muessen.
Auf europaeischer Basis wird wahrscheinlich die Koordinierung der
Produktion und Investitionen nicht vollstaendig und sofort verwirklicht werden koennen, es ist jedoch denkbar, dass eine Reihe
•von Schlüsselindustrien, wie Elektrizitaet, Stahl, Kohle, Textil,
Kunstduenger und andere, leichter zu koordinieren sind.
Die Koordinierung der Investierungen durch die Regierungen
ist ausserdem deshalb notwendig, weil vermieden werden muss, dass
diese Funktionen erneut von privaten, internationalen Kartellen
ausgeuebt werden. Durch diesen Kampf gegen die Maechte des privaten Monopols kann die internationale Koordinierung der Investierungen den einzelnen Regierungen den Weg weisen, den sie zur
Bekaempfung der Monopole in ihren eigenen Wirtschaften einschlagen
muessen, um die Vollbeschaeftigung und einen steigenden Lebensstandard zu sichern.
5. Ueberschuss an Arbeitskraeften
Alle Massnahmen muessen ergriffen werden, um einen Austausch
der Arbeitskraefte innerhalb und ausserhalb Europas zu ermoeglichen und die strukturelle Arbeitslosigkeit zu beseitigen, die
trotz der Anwendung der oben erwaehnten Richtlinien zur Sicherung
der Vollbeschaeftigung noch herrscht.
Die Gewerkschaften und die Organisation fuer Europaeische,
'.Viruschaftliche Zusammenarbeit sind sich darueber einig, dass in
den Laendern, in denen ein aussergewoehnlich grosser Ueberschuss
an Arbeitskraeften herrscht, eine Auswanderungspolitik auf grosser Basis betrieben werden muss. Ziel der Auswanderer muessen
wenig entwickelte Ueberseegebiete sein, da die schnelle Aufnahme

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�einer grossen Anzahl auslaendischer Arbeiter in die hochindustrialisierten Laender Westeuropas die Gefahr einer Missplacierung in
sich birgen wuerde. Die allmaehliche Verteilung der Produktion
als Ergebnis der Liberalisierung des Austausches unter den ERP
Laendern wird notwendigerweise eine entsprechende Beweglichkeit
und Verteilung der Arbeitskraefte mit sidi bringen, in die auch
die gegenwaertigen und zukuenftigen "Ueberschuesse" einbezogen
werden muessen.
Die Gewerkschaften sind der Auffassung, dass das Wohnungsproblem einen sehr wichtigen Aspekt des Problems der Arbeitslosigkeit
und der Beweglichkeit der Arbeitskraefte darstellt. Zweifellos
macht der Mangel an Wohnungsmoeglichkeiten die restlose Ausnutzung
der Arbeitskapazitaet von Millionen von Menschen in Europa, besonders in Deutschland, Italien und Frankreich unmoeglich. Der
weitverbreitete, akute Wohnraummangel bildet ausserdem ein Hindernis fuer die Angleichung der Löhne an die erhoehten Lebenshaltungskosten.
Die freien Gewerkschaften fordern deshalb die Regierungen auf,
sich noch viel intensiver fuer die Loesung des sehr dringlichen
Wohnungsproblems in Westeuropa einzusetzen. Internationale Vereinbarungen zur Finanzierung der Wohnungsbauprojekte als oeffentliche
Arbeiten muessen ins Auge gefasst werden.
6. Das Dollarproblem
Zur Schliessung der Dollarluecke in moeglichst kurzer Zeit
muessen nach Ansicht der Gewerkschaften die ERP Laender bestrebt
sein, ihre Dollarimporte zu reduzieren, ihre Dollarexporte zu erweitern und moeglichst viel Waren aus Nichtdollargebieten zu beziehen.
Die Gewerkschaften teilen die allgemeine Meinung, dass Westeuropa seine Exporte nach den Absatzmaerkten der Vereinigten Staaten nur steigern kann, wenn die Vereinigten Staaten ihre Zoelle
wesentlich reduzieren und die Zollverfahren vereinfachen.
Andererseits sehen die Gewerkschaften jedoch ein, dass die
sofortige Verwirklichung dieser Massnahmen allein das Dollarproblem nicht loesen kann.
Ohne einen bedeutenden Zustrom an Dollars, sei es als Anleihen oder Investitionen, in die ERP Laender, ihre abhaengigen
Ueberseegebiete oder in die anderen rueckstaendigen Gebiete der
Welt, wird Europa seinen gegenwaertigen Lebensstandard nicht aufrechterhalten koennen, eine Tatsache, die ihrerseits bedenkliche
Reaktionen in der amerikanischen '.Virtschaft hervorrufen koennte.
Nach Auffassung der ERP Gewerkschaften ist es unbedingt erforderlich, dass an der Loesung der europaeischen Probleme enger
zusammengearbeitet wird. Hierzu gehoeren das Problem der Arbeitskraefte und die Verwirklichung der "Punkt-VierH Idee Praesident
Trumans.
Ferner muss betont werden, dass das Dollarproblem von weltweiter Bedeutung ist und endgueltig nur durch die Schaffung eines
neuen Gleichgewichtes des Welthandels als das Ergebnis eines umfang
reichen Kapitäleinflusses von den Vereinigten Staaten sowohl als
auch von anderen Industrielaendern in die Gebiete der Welt geloest
werden kann. Diese Beschleunigung der industriellen Entwicklung
wird mithelfen, das Problem der ueberschuessigen Arbeitskraefte
zu loesen.

- 11 -

�Es erscheint deshalb notwendig, dass eine internationale
Maschinerie geschaffen wird, die den staendigen Fluss solchen
Kapitals leitet und aufrechterhaelt.
7.

Europaeische Einheit

Die demokratischen Gewerkschaften erkennen einmuetig die
Notwendigkeit einer europaeischen Einheit an. Nur in einem vereinigten Europa koennen Probleme wie die Koordinierung der Investierungen, Liberalisierung des Handels, Errichtung einer europaeischen Zahlungsunion und Beweglichkeit der Arbeitskraefte in
zufriedenstellender Weise und voellig geloest werden. Dabei muss
man sich darueber im klaren sein, dass die wirtschaftliche Koordinierung und Vereinigung von den entsprechenden politischen Massnahmen begleitet sein muss. Die Einheit ist von so grosser Bedeutung,
dass selbst Risiken dabei in Kauf genommen werden muessen. Wenn
jedoch eine bestimmte Politik, ihsbesondere die der vollen Ausnutzung der vorhandenen Kraftquellen und der gerechteren Verteilung der nationalen Einkommen, nicht von Anfang an befolgt
wird, dann wird die Einheit nicht auf solider Grundlage beruhen
und frueher oder spaeter durch politische und soziale Unbestaendigkeit unterminiert werden.
Es ist klar, dass die zu ueberwindenen Schwierigkeiten angesichts der Verschiedenheit der wirtschaftlichen Interessen, Regie rungsSysteme und politischen Anschauungen In Westeuropa sehr
gross sind; doch alle aufrichtigen, demokratischen Kraefte sind
sich darueber einig, dass die Loesung dieser Schwierigkeiten
energisch in Angriff genommen werden muss. Denn es ist gewiss,
dass die wirtschaftliche Wiedergesundung Europas ohne die europaeische Einheit auf die Dauer nicht verwirklicht werden kann.
Bulletin des Gewerkschaftlichen
Beratungsausschusses.

- 12 -

Office of Labor Affairs, HICOG,
APO 757

HICCG H-991 L I B

OFFICIAL

J u n . 50 1 7 } C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I I - 13

Frankfurt,

2 . J u n i 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Kommunisten gegen hohe Loehne - - - - - - - - -

2

Kaakon L i e , ^ e k r e t a e r der A r b e i t e r p a r t e i
Norwegens - - - - - - - _ - _ - _ _ - _ - _ - -

4

Der Schweizer Gewerics c ha ftsbund - - - - - - - -

7

B e t r i e b s u n f a e l l e im l e t z t e n V i e r t e l von 1949
auf e i n e n T i e f s t a n d gesunken

- - - - - - - - -

10

Tobin gegen Ausdehnung der A n t i t r u s t Gesetze
auf Gewerkschaften

'

- - - - - - - - - - - - - - 1 1

�KOMMUNISTEN GEGEN HOHE LOEHNE
Den franzoesIschen Kommunisten wurde kuerzlich erklaert,
hohe Loehne stellten eine Gefahr iri1 ihrem Kampf um die Macht dar.
Kommunistische Fuehrer gaben vor Delegierten der 12. Jahresversammlung der Kommunistischen Partei Frankreichs zu, dass ihre
gegen den Marshall Plan gerichtete Propaganda zum groessten Teil
misslungen und dass es ihnen nicht gelungen sei, die Arbeiter
fuer rein politische Streiks zu gewinnen; die Mitgliederzahl
sei seit 1947 um mehr als 300.000 gesunken und das Interesse fuer
ko. mnistlsche Veroeffentlichungen Hesse staendig nach.
In einer der aufschlussreichsten Reden, die je von einem
komnunistischen Partelfuehrer gehalten wurden, gab Auguste Lecoeur,
der spaeter aum Parteisekretaer gewaehlt wurde, zu, dass der Kampf
um 3inen vernuenftigen Lebensstandard bestenfalls nur eine Nebena n jabe der Komrunistischen Partei darstelle und hohe Loehne in
Wirklichkeit eine Bedrohung ihrer eigentlichen Ziele seien.
"Wirtschaftliche Kaempfe", sagte Lecoeur, "sind natuerlich
erforderlich, um das Versagen der Regierung und die KriegsPolitik zu verurteilen.... Man muss natuerlich zeigen, wie sich die
auf Kriegsvorbereitung ausgerichtete Politik Bidaults, Mollets
und de Gaulles auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiter auswirkt.
"Die wirtschaftlichen Verbesserungen als einzige Basis anzusehen, von der aus der Kampf gegen die Regierung gefuehrt wird,
ist "edoch ein Programm, das Lenin ablehnte. Wohin wuerde eine
derartige Auffassung fuehren? In einer Zeit, in der die Loehne als
ausreichend betrachtet werden, bestuende kein Grund fuer wirtschaftlichen Kampf und folglich nur eine geringe Basis, von der
aus Regierung und Kapitalismus bekaempft werden koennen."
Lecoeur und andere kommunistische Fuehrer forderten deshalb
die Delegierten auf, sich auf politische Kaempfe zu konzentrieren,
die sich in erster Linie gegen den Uarshall Plan und den Atlantik
Pakt richten muessten.
Maurice Thorez, der Fuehrer der Kommunistischen Partei Frankreichs, erklaerte ebenfalls, Chaos und Unterdrückung seien fuer
die Fuehrung des kommunistischen Kampfes am guenstigsten. "Das
Blut von Maertyrern ergibt die beste Ernte," sagte er. Thorez bedauerte, dass "die Arbeiter nicht an die Gefahr eines imperialistischen Krieges unter der Fuehrung der Vereinigten Staaten zu
glauben scheinen." £r verurteilte die "unglaubliche Schlaffheit"
der kommunistischen Fuehrer und rief ru einem intensivierten
Kampf gegen den Marshall Plan auf.
Obwohl eindeutig bewiesen ist, dass der Arbeiter an der
kommunistischen Propaganda desinteressiert ist, bestanden die
Partelfuehrer darauf, den Kampf in politischer Richtung fortzusetzen und den Wuenschen der Arbeiter nicht .allzuviel Beachtung
zu schenken. Die Arb-iter und nicht sie befaenden sich im Irrtum.
Die Antwort der nichtkommunistischen Zeitungen Frankreichs auf
diese Konvention war ein Loblied auf den Marshall Plan und die
Prophezeiung, dass die kommunistische Sabotage fehlschalgen wuerde,
wenn dies nicht bereits geschehen sei.
In der sozialistischen Tageszeitung "Le Pooulaire" heisst es:
"An zwei Fronten ist der Kampf gegen den Mtetrshall Plan gefuehrt
worden: durch Propaganda unter dem Leitwort 'politische Unabhaengigkeit' und durch Streiks und Sabotage* Die Kommunisten haben aber
- 2 -

�«

diesen Kampf verloren. Das Schlagwort, Frankreich werde
•marshallisiert', zieht nicht mehr. Die Arbeiter lehnen politische Streiks und Sabotage ab."
Andre Viot, der Herausgeber der antikommunistischen, woechentlichen Gewerkschaftszeitung "Force Ouvriere" prophezeite,
dass das Interesse fuer den kommunistischen Kampf gegen den
Marsliall Plan nach und nach verloren ginge. Die gegen den
Marshall Plan gebrauchten Schlagworte seien wirkungslos geworden."
In dem linksgerichteten "Franc-Tireur" heisst es: "Die meisten
kommunistischen Parteifuehrer wissen, dass sich die franzoesischa
Arbeiterklasse zwar der Gefahr eines Krieges bewusst ist, die
ueber der Welt schwebt, aber trotzdem nicht an eine unmittelbare
Bedrohung des Friedens glaubt. Deshalb widersetzen sich die
Arbeiter Versuchen, sie fuer politische Zwecke einzuspannen,
waehrend sie die Fordsrungen nach verbesserten sozialen Verhaeltnissen willig unterstuetzen."
Der schlagendste Beweis fuer das Misslingen der kommunistischen Angriffe kam jedoch von den Kommunisten selbst.
Florimonde Bonte, ein kommunistischer Abgeordneter in der
Nationalversammlung, berichtete, dass die Partei nun "rund 700.000
Mitglieder* hat. Mit dieser Feststellung wurde offiziell zugegeben, dass die Kommunisten zumindest 300.000 Mitglieder seit
der Zeit nach der Befreiung, in der ihre Mitgliederzkhl den
Hoechststand erreicht hatte, verloren haben. Die letzte, offizielle Zahl der Parteimitglieder wurde auf einer Parteitagung
kurz nach der Befreiung von"Thorez bekanntgegeben. Damals sagte
er, dass die Partei eine Million Mitgliederkarten ausgegeben habe.
Man nimmt an, dass im Jahre 1947 die Mitgllederzahl noch weit
hoeher lag.
Pierre Doize, der Generalsekretaer der komunistischen Foederation des Departments Bouches du Rhone (Gebiet um Marseille),
erklaerte, dass die Lage in diesem Bezirk - der seit langem als
Hochburg der kommunistischen Kraefte Frankreichs galt, - nicht
"glaenzend* sei.
"Im Jahre 1948." sagte er, "hatten wir 425 Betriebszellen;
es bleiben uns nur noch 379 Zellen. Es gibt keine einzige Zelle
der Seeleute, und der Einfluss der konrnunistischen Partei ist
wegen der unglaublichen Passivitaet seitens der lokalen Fuehrer seit
1947 staendig zurückgegangen."
Marcel Cachin, der Direktor der kommunistischen Zeitung
"L'Humanite", sagte, die Gesamtauflage der kommunistischen Veroeffentlichungen beliefe sich auf weniger als 1.500.000 Exemplare,
waehrend die antikommunistisehen Zeitungen eine Auflage von 10
Millionen zu verzeichnen haetten. " Unsere Tageszeitungen werden
von 16)i der franzoesischen Bevoelkerung gelesen; 84# lesen Zeitungen, die fuer den Marshall Plan sind. In bezug auf Zeitschriften
ist die Lage noch schlechter."
Etienne Fajon, der Mitglied des Zentralkomitees ist, gestand
ein, dass die Kommunisten fuer das Misslingen des Metro-Streiks
verantwortlich seien. Er sei deshalb misslungen, weil sich die
Arbeiter geweigert haetten, den Fuehrern des kommunistischen Gewerkschaft sbundes (CGT) zu folgen, und weil sie die. Anordnungen der
nichtkomiauuistischen "Force Ouvriere" (FO) und des franzoesischen.
Christlichen Gewerkschaftsbundes (CFTC) befolgt haetten.

�Andre Souquiere, der Sekretaer der Foederation Seine,
berichtete, dass es im Gebiet von Paris 1.800 Betriebe gaebe,
die mindestens je 150 Arbeiter beschaeftigten, aber keine Zelle
haetten.
Souquiere legte den Kommunisten zur Last, beim Metro-Streik
nicht aktiv genug gewesen zu sein. rtBei diesem Streik bedienten
sich unsere Kameraden nicht des Kampfgeistes der Arbeiter, sie
versuchten vielmehr, die Einigkeit mit anderen Vertretern zu bew a h r e n , — — " , sagte er.
Arbeitsmitteilungen der ECA
88. April 1950
HAAKON L1E. SEKRETAER DER ARBEITERPARTEI NORWEGENS
Haakon Lie, der freundliche, blauaeugige Sekretaer der
Norwegischen Arbeiterpartei, hat sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit seinen breiten Schultern in das Rad der norwegischen
Gewerkschaftsbewegung gelegt.
Ein Llann von dynamischer Persoenlichkeit und mit einem
seltsamen, bezwingenden Laecheln, hat Lie die Arbeiter in der
Vorkriegszeit in ihrem Kampf um einen besseren Lebensstandard
gefuehrt. Er stand ihnen in ihrem Kampf gegen die Naziherrschaft
zur Seite und kaempfte noch vor kurzem in vorderster Front gegen
die kommunistischen Durchdringungsversuche in den Arbeiterorganisationen an.
Alle diese Jahre hindurch widmete er sich in erster Linie
erzieherischer Taetigkelt -.er lehrte und ueberzeugte, sprach üut
zu und gab Hoffnung; er gewann Freunde und Unterstuetzung fuer
die norwegischen Arbeiter, als sein Land von den Nazis unterdrueckt
wurde.
Fuer diese Arbeit ist Lie gut geeignet. Er wurde am 32. September 1905 geboren und studierte zuerst Rechtswissenschaften;
dann besuchte er die staatliche Forstschule in Kongsberg und
promovierte im Jahre 1926 mit einem der besten Zeugnisse, die es je
in Norwegen gab. Danach studierte er n.ch ein weiteres Jahr an
der landwirtschaftlichen Schule in As.
Lie war jedoch niemals nur Theoretiker. Zur Taetigkelt
geschaffen, ist er ein Llann, der Entbehrungen und schwere Arbeit
mit einem Laecheln hinnimmt; ein zaeher Kaempfer, der sich einem
Projekt mit eiserner Entschlossenheit widmet und nicht nachlaesst,
bis er es durchgefuehrt hat; ein aufrichtiger, unvoreingenommener
Liensch, der durch seinen eigenen t&amp;xt und seinen Optimismus Vertrauen einfloesst. Seine Arbeitszeit verbringt er in intellektueller
Taetigkelt. Aber in der kurzen freien Zeit, die ihm zur Verfuegung
steht, kann man Lie beim Heben von Baumstaeamen aus dem GlommaFluss antreffen.
Als Erziehungs- und Informationschef der norwegischen Gewerkschaftsbewegung war Lie mehrere Male gezwungen, sein Leben durch
Flucht vor den Nazis in Sicherheit zu bringen; er wurde durch
Bomben aus seinem Hauptquartier herausgetrieben^ er reiste Tausende
von Meilen, um finanzielle und Inf ormations hilf e fuer seine Landsleute zu erbitten; einmal entging er nur knapp, von einem Nachbarn
gewarnt, den Klauen der Nazis.
- 4 -

�Noch waehrend seiner Schulzeit interessierte sich Lie fuer
die Probleme des arbeitenden Menschen. Im Jahre 1922, - er war
gerade 17 Jahre alt - schloss er sich der sozialistischen Jugendbewegung an und wurde 1925 Mitglied der Nationalgewerkschaft.
Sobald er die Schule verlassen hatte, widmete er sich erzieherischer
Taetigkeit in der Gewerkschaft uncl wurde 1928 zum Sekretaer eines
Komitees ernannt, das die Nationalgewerkschaft zur Aufklaerung ihrer
Mitglieder aufgestellt hatte.
Dieses Komitee wurde 1932 als die Vereinigung fuer Arbeiterbildung zu einer staendigen Einrichtung erklaert und von der
Nationalgewerkschaft, der norwegischen Arbeiterpartei, ihrer
Jugendbewegung und von den meisten der Nationalgewerkschaft angeschlossenen Lokalgewerkschaften gebilligt. Haakon Lie wurde erster
Sekretaer dieser Organisation und blieb ihr staendiger Fuehrer
bis zum 9, '•pril 1940, dem Tag der deutschen Invasion Norwegens.
Unmittelbar nach dem Angriff stellte sich Lie der Regierung
zum Kampf gegen die Nazis zur verfuegung. Es war jedoch ein
aussichtsloser Kampf, und Lie musste sich mit den Truppen zurueckziehen. Nachdem Oslo eingenommen war, entkam er nach Hamar und
uebernahm den Propagandafeldzug an der dortigen Rundfunkstation.
Dann wurde Hamar besetzt, und Lie zog sich nach Namsos zurueck,
wo er als Verbindungsoffizier zu den alliierten Streikraeften
taetig war. Kurze Zeit spaeter mussten die Alliierten ihre
Truppen aus diesem Gebiet zurueckziehen, und wieder ging Lie weiter
noerdlich nach Bode, wo er erneut an der dortigen Rundfunkstation
propagandistisch taetig war.
Wenige Tage nach seiner Ankunft in 3ode wurden die Stadt
und auch die Rundfunkstation bombardiert und in Brand gesetzt.
Wieder floh Lie in noerdlicher Richtung. Diesmal ging er nach
Vadso, dem entferntesten Punkt in der Nordostecke Norwegens,
nahe der finnisch-russichen Grenze» Er leitete nun die Rundfunkstation dieser Stadt". Aber selbst hier gelang es den Deutschen,
den Sender durch Einsatz von Langstreckenbombern zu zerstoeren.
Die Rundfunkstation wurde voellig in Truemmer gelegt, und kurz danach,
im Juni 1940, war jeglicher Kampf in Norwegen beendet.
Einige lochen danach kehrte Lie nach dem von den Nazis "besetzten Oslo zurueck, um zu versuchen, die Interessen seiner Landsleute
wahren zu helfen. Ein Befehl der Nazis jedoch, der allen die gewerkschaftliche Taetigkeit verbot, die sich an dem Feldzug im
Norden beteiligt hatten, machte ihm dies unmoeglich. Da Lie nicht
wuenschte, in.irgendeiner Weise fuer die Nazis tatig zu sein,
ging er in eine kleine Vorstadt von Oslo, wo sein Vater einen
kleinen Brennholzhandel unterhielt. Etwas ueber ein Jahr lang
fuhr er einen Lastkraftwagen mit Holz zwischen Oslo und den -Holzgebieten und verteilte Brennholz an seine Nachbarn.
Aber auch dies sollte nicht lange dauern. Am 10. September
1941 erklaerten die Deutschen Oslo zum Notstandsgebiet und begannen
ihre Jagd nach ehemaligen Mitgliedern der Gewerkschaftsbewegung.
Die verhafteten Maenner wurden vor ein Kriegsgericht gestellt und
zum Tode oder lebenslaengerlicher Zwangsarbeit verurteilt.
Eines Tages wurde Lie auf seinem Heimwege mit seinem Lastkraftwagen von einem Nachbarn vor der Gestapo gewarnt, die bei
ihm zu Hause sass und ihn erwartete. Lie drehte mit seinem Wagen
um und wendete sich der schwedischen Grenze zu.
(Lies Bruder hatte weniger GluecK. Er wurde von der Gestapo
verhaftet, eingesperrt und gefoltert; dann wurde er in. ein Konzentrationslager nach Deutschland ueberfuehrt, wo er starb.)
5 -

�In Schweden nahm Lie seine Arbeit als Leiter der Wohlfahrtsund Bildungstaetigkeit unter den norwegischen Arbeitern wieder
auf. Zu dieser Zeit gab es in Schweden etwa 1.000 Norweger, die
ihr Land in der Hoffnung verlassen hatten, nach England gehen
und sich dort den norwegischen Streitkraeften anschliessen zu
koennen. Es gelang jedoch nur wenigen, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Die meisten von ihnen wurden in Baracken untergebracht, hatten nichts zu tun, und ihre Moral war auf einen
Tiefstand gesunken. Lie begab sich sofort an die Arbeit. Mit
einigen anderen gefluechteten Gewerkschaftlern richtete er
einen Arbeitsvermittlungsdienst fuer die Fluechtjlinge ein und
war zu gleicher Zeit als eine Art Fuersorgeoffizier taetig.
Innerhalb kurzer Zeit gelang es Lie und seinen Mitarbeitern in
Zusammenarbeit mit der schwedischen Regierung, fuer den groessten
T3il der politischen Fluechtlinge Arbeit zu finden - die meisten
konnten in den schwedischen Waeldern als Holzfaeller beschaeftigt werden.
Nachdem Lie diese Arbeit vollendet hatte, begab er -sich
nach London, um das Londoner Sekretariat der Nationalgewerkschaft in seiner Aufklaerungs- und Propagandataetigkeit in
Grossbritannien zu unterstuetzen. Im Januar 1942 kam er dort
an und war waehrend der ersten zehn Monate als Chef einer Informationseinheit taetig, die gemeinsam von dem Londoner Sekretariat
der Gewerkschaft und dem norwegischen Handelsministerium in
London aufgestellt worden war.
Eine der groessten Arbeiten Lies galt damals den Seeleuten
der norwegischen Handelsmarine. Als die Deutschen Norwegen besetzten, waren 1.052 norwegische Schiffe mit einer Gesamttonnage
von 4 Millionen und dreissig bis vierzigtausend norwegischen
Seeleuten und Walfischjaegern auf allen Weltmeeren unterwegs.
Die ueberwaeltigende Mehrheit dieser Seeleute erklaerte sofort
ihre Loyalitaet zu der norwegischen Exilregierung in London und
begab sich nach England. Verschiedene Beobachter sind der Ansicht,
dass das, was diese Maenner geleistet haben, zum grossen Teil der
Erziehungs- und Fuersorgearbeit zuzuschreiben ist, die Lie mit
seinen Helfern unter diesen Leuten geleistet hat.
Dies kommt in einer ^ede zum Ausdruck, die Admiral Emery
S. Land, der Leiter der amerikanischen Marine-Kommission, im
September 1941 vor norwegischen Seeleuten gehalten hat. Admiral
Land sagte u.a.: "Ich glaube, es war eine britische Veroeffentlichung, die einmal schrieb, dass die Seeleute der norwegischen
Handelsmarine fuer die Alliierten in ihren Kriegsanstrengungen
ebensoviel wert seien wie eine Million SoDcaten. Ich moechte bei
dieser Gelegenheit nicht versaeuraen zu sagen, dass diese Behauptung keineswegs uebertrieben war. Sie sind uns mehr wert als eine
Million Soldaten."
Lie arbeitet mit diesen Leuten und anderen Norwegern zusammen,
denen es gelungen war, England zu erreichen, um sich fuer den
Kampf zur Verfuegung zu stellen. Er gab Vorlesungen, organisierte
Studiengruppen, gab Liederbuecher, Brcschueren und sonstige Veroeffentlichangen heraus, die fuer den Gebrauch in der Untergrundbewegung nach Norwegen geschickt wurden.
Ende 1942 wurde Lie von dem Londoner Sekretariat in einer
Mission nach den Vereinigten Staaten geschickt. Seine Aufgabe
war, den amerikanischen Arbeitern von der Rolle zu berichten,
die die norwegische Gewerkschaftsbewegung im Kampf um die Freiheit
spielte, und Material ueber die Taetigkeit der amerikanischen
Arbeiter zu sammeln, das der norwegischen Untergrundbewegung zugeleitet werden sollte.
Seine Informationsbläetter, Broschueren und Schriften enthielten Nachrichten aus den Vereinigten Staaten und berichteten
- 6 -

�von der unnachgiebigen Entschlossenheit, mit .der die Arbeiter
Amerikas an dem Sturz der Hitlertyrannei arbeiteten. Sie gelangten, manchmal durch den Fallschirmabwurf von Aufklaerungsfliegern, nach Norwegen. Diese Nachrichten aus der Welt ausserhalb der Einflussphaere der Nazis haben unendlich viel dazu
beigetragen, den Widerstandswillen und Kampfgeist des unterdrückten norwegischen Volkes aufrechtzuhalten.
Als Lie 1943 von Amerika nach England zurueckkam, brachte
er das Versprechen der AFL und des CIO mit,' die illegale Gewerkschaf tstaet ig keit in Norwegen finanziell zu unterstuetzen und
den politischen Fiuecbtlingen Norwegens in Schweden zu helfen.
1944 kamen die ersten Geldmittel und hatten im Mai 1945 die
Gesamtsumme von 470.000 Dollar erreicht.
Dann kam endlich das Kriegsende, und Lie kehrte im Sommer
1945 nach Norwegen zurueck. Zu jener Zeit riefen die Kommunisten
zu einer vereinigten Gewerkschaftsbewegung auf, und norwegische
Fuehrer zogen bereits eine dauernde Vereinigung mit diesen Elementen in Betracht. Lie warnte jedoch seine Mitarbeiter, sich
vor den kommunistischen Schlagworten der "Einheit'' in acht zu
nehmen, und er berichtete ihnen von der zersetzenden Taetigkeit
der Kommunisten in den Vereinigten Staaten. Zur rechten Zeit
scharten sich die fuehrenden Mitglieder der norwegischen Arbeiterpartei um ihn, um seine Meinung zu teilen, und die Komnrinisten
wurden daran gehindert, ihr Machtstreben zu verwirklichen.
Norwegens Hauptprobleme sind nun wirtschaftlicher Natur • es
muss eine Produktion geschaffen werden, die ausreicht, um die
Kosten fuer die benoetigten Importe auch nach Beendigung des
Marshall Planes decken zu koennen. Lie als Sekretaer der Arbeiterpartei hat eine grosse Aufgabe - eine Aufgabe, die ihn ganz
in Anspruch nimmt«
Das beste Bild von diesem itfanne bekommt man vielleicht,
wenn man ihn in seiner Freizeit am Glomma-Fluss beobachtet. Der
Glomma, der Millionen von Baumstaemmen von den Holzgebieten
Norwegens hinunter in die Seehaefen getragen hat, fordert alljahrlich eine betr aecht lie he Anzahl von Baumstaemmen fuer sich.
Sie saugen sich voll Wasser und sinken auf den Grund.
Lie hat eine Spegialmaschine konstruiert, mit der man diese
abgesunkenen Staemme hebt, und in seinem Urlaub begibt er sich
gewoehnlich mit einem Freund an den Glomma, um verlorenes Holz
wiederzugewinnen. Im Laufe weniger Jahre hat er Hunderte von
Baumstaemmen aus dem Fluss geholt.
Holz ist eines der wichtigsten Exportgueter Norwegens, und
weil Norwegen dringend Devisen, vor allem Dollars braucht, schaetzt
sich Lie glueckllch, mit zur Sicherung der Zukunft seines Landes
beitragen zu koennen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
26. April 1950
DER SCHWEIZER GEWERK3CHAFTSBÜND
Von Jean Moeri,
Sekretaer des Schweizer Gewertechaftsbundes.
Die Schweizer Gewerkschaftsbewegung stellt das Ergebnis einer
- 7 -

�sehr fruehen Zusammenarbeit dar. Im Jahre 1818 wurde in der
kleinen Stadt Aarau die erste Vereinigung zur Unterstuetzung
der Buchdrucker gegruendet, die sich spaeterhin zur Gewerkschaft
der Buchdrucker entwickelte. Eine gleiche Entwicklung, dem
gleichen Beispiel folgend, konnte in allen Schweizer Staedten
festgestellt werden, in denen das Zusammengehoerigkeitsgefuehl
In Gruppen, wie Uhrmacher, Zimmerleute, Bierbrauer, usw. hochsntwickelt war. Nachdemder erste Schritt zur Bildung gemeinsamer
Gewerkschaftsraete mit gemeinsamen Interessen unternommen war,
dehnten die Gewer Im c haftspioniere diese Organisationen zuerst
auf kantonale und dann auf nationale Ebene aus. Und so wurde
die Schweizer Gewerkschaft der Buchdrucker am 15. August 1858
gegruendet. Diese Bewegung der nationalen Vereinigung pflanzte
sich schnell in allen Arbeitergruppen fort.
Das Gewerkschaftswesen, das bis zu jener Zeit beruflich
gegliedert war, dehnte sich nun auf alle Arbeiter aus. Die erste
Hoffnung, nach Industrien organisieren zu koennen, war der kurzlebige
Internationale Arbeiterverband von 1864, dessen Sitz sich in Genf
befand; dieser Verband fand im Jahre 1872'jedoch ein jaehes Ende,
nachdem er sich seine Fluegel in den Flammen der Politik verbrannt
hatte. 1873 wurde die Schweizer Arbeiterunion'gegruendet, zu der
politische Arbeiterpartelen, Wohltaetigkeitsvereinigungen und
Gewerkschaften gehoerten. Der heutige Schweizer Gewerkschaftsbund stammt aus dem Jahre 1880.
Zu Ende des Jahres 1948 zaehlte der Schweizer Gewerkschaftsbund 16 Berufs- oder Industrieverbaende mit insgesamt 376.436
Mitgliedern. In Anbetracht der Tatsache, dass es zu jener Zeit
531.000 Industriearbeiter in der Schweiz gab, stellt diese Zahl
einen nicht unbetraechtllchen Prozentsatz dar. Eine ^inschraenkung besteht darin, dass die Mitglieder des Gewerkschaftsbundes
nicht ausschliesslich von Industriegewerkschaften sind, sondern
auch Handwerker und kaufmaennische Berufe in diesen Zahlen enthalten sind. Ausserdem ist zu beruacksichtigen, dass noch bestimmte
Gebiete fuer die Werbung offenstehen, die jedoch durch die Taetigkeit andersgesinnter Gewerkschaften wie der, christlich-sozialen,
katholischen, evangelischen, usw. begrenzt sind. Diese hatten
Ende 1948 eine Mitgliederzahl von 78.000 zu verzeichnen. Dazu
kommt die Foederation der Schweizer Arbeitervereinigungen, die dem
Bund durch ein Abkommen auf Treu und Glauben angeschlossenen ist,
mit dem etwa 73.000 Mitglieder. Zahlreiche andere, kleinere
Organisationen mit insgesamt 50.000 Mitgliedern bleiben vom Bund
aus verschiedenen Gruenden getrennt. Trotz dieser Gruppen, die
verschiedenartig orientiert sind, ist der Gewerkschaftsbund bei
weitem die groesste Gewerkschaftsgruppe der Schweiz. Das kommt
ausserdem in der Einstellung der foederalen und kantonalen Behoerden
zum Ausdruck,
In Artikel 2 des Statuts des Gewerkschaftsbundes sind die
Ziele der Organisation festgelegt. Allgemeinaufgabe ist die Wahrung
der Interessen der Mitgliedsorganisationen und ihrer Mitglieder.
Dieser Artikel bestimmt ausserdem, dass die Organisation in religioesen Angelegenheiten ihre Neutralitaet und in politischen Angelegenheiten ihre Unabhaengigkeit zu bewahren hat.
Werfen wir jedoch einen Blick auf diese Ziele und stellen
wir fest, inwieweit sie bereits erreicht worden sind.
Erstes Ziel des Schweizer Gewerkschaftsbundes ist, die demokratischen Rechte und Freiheiten des Volkes zu entwickeln. Waehrend des Zweiten Weltkrieges stellte diese Organisation eine
der wichtigsten demokratischen Kraefte dar, auf die sich die Regie- 8 -

�rung und die 'Armee verlassen konnten. Sie trug zu einem grossen
Teil zu der Sicherstellung der souveraenen Rechte des Buergers
bei, wie nationale Unabhaengigkeit und individuelle Freiheit
des Buergers.
Sie tritt an zweiter Stelle fuer die Gemeinwirtschaft ein das heisst, fuer den Einsatz oeffentlicher Dienste im Interesse
der nationalen, kantonalen oder lokalen Gemeinschaft. Man darf
nicht uebersehen, dass in der Schweiz bemerkenswerte Erfolge
erzielt wurden und zwar lange bevor andere Staaten die Planwirtschaft einfuehrten. Seit 1948 untersteht die Post der Schweizer
Bundesregierung. Der Telegrafendienst, der 1852 eingefuehrt und
im gleichen Jahre verstaatlicht wurde, der Telefondienst, der urspruenglich von Privatunternehmern kontrolliert und im Jahre 1881
verstaatlicht wurde, und das Eisenbahnsystem, um die Jahrhundertwende verstaatlicht, sind die drei Hauptzweige der nationalen
Wirtschaft, die unter der Kontrolle der Bundesregierung stehen.
Das Rundfunkwesen und die Alkoholverteilung unterstehen ebenfalls der nationalen Regierung. Banken, Feuerversicherung und
die Schulsysteme werden in der Regel von den kantonalen Regierungen
verwaltet. Strassenbahnen, Gas, Elektrizitaet, usw. gehoeren zu
den oeffentlichen Diensten der kommunalen Behoerden.
Eine weitere Aufgabe sehen die Gewerkschaften in der Foerderung der Sozialgesetzgebung und der Wahrung der Interessen der
Arbeiter. Die Industriearbeiter sind durch das Bundesgesetz von
1877 geschuetzt, in dem die Arbeitsbedingungen fuer die Industrie
festgelegt sind. Lehrlinge werden durch ein anderes Bundesgesetz
geschuetzt. Seit dem 1. Januar 1948 ist die alters- und Hinterbliebenenversicherung obligatorisch fuer das gesarate Land. Man
ist augenblicklich bemueht, gesetzliche Regelungen zu treffen in
bezug auf Arbeitslosenversicherung, Allgemeingueltigkeit von Gewerkschaft svertraegen ( diese Frage bildet zur Zeit Gegenstand
einer vom Bundesrat erlassenen Verordnung), die Schaffung von
Arbeltsprojekten, Krankenversicherung, usw. Die Taetigkeit der
Schweizer Gewerkschaften bildet natuerlich die Basis dieser fortschrittlichen Bewegung. Es ist zu bemerken, dass haeufig die
Kantone fuer die besondere Regelung der.Arbeitsbedingungen und
die Sozialpolitik (Kinderzulagen, Urlaub und Bezahlung) verantwortlich sind.
Die Entwicklung des Arbeitsrechtes, und der Verfahren des
Kollektiwerhandelns sind jedoch die Gebiete, denen die Schweizer
Gewerkschaften ihre groesste Beachtung zugewendet haben, und denen
ihre groessten Bemuehungen gelten. 1.400 Tarifvertraege sind
rechtskraeftig und erstrecken sich entweder ueber eine gesamte
Industrie, ein bestimmtes Gebiet, einen Kanton, eine Stadt oder
auch nur ein Unternehmen. Im allgemeinen regeln diese Vertraege
die Arbeitsbedingungen, die Verfahren der Schlichtung und Schiedssprechung und sogar in einigen Faellen die Bedingungen der Lehrlings- und Arbeitslosenversicherung. Die Schweizer Gewerkschaften
schaetzen Gesetze, die es ermoeglichen, Mindestnormen zu erzielen,
im grossen und ganzen bevorzugen sie jedoch dehnbarere, nichtformelle Mittel, mit denen Einzelfaelle leichter erledigt werden koennen.
Das hoechste Ziel des Schweizer Gewerkschaftsbundes, naemlich
die Entwicklung internationaler Gewerkschaftsbeziehungen, ist
waehrend der letzten Jahre auf Grund der politischen Machenschaften
des Weltgewerkschaftsbundes in den Hintergrund gestellt wordenf
Gegen Ende dieses Jahres wird der Schweizer Bundeskongress zu dem
neuen Internationalen Bund Freier Gewerkschaften Stellung nehmen.
Wir hoffen, dass die Abstimmung positiv ausfallen wird, denn die
- 9 -

�Interessen der "Arbeiter sind auf der ganzen Welt ebenso voneinander abhaengig wie beispielsweise die nationalen Wirtschaften. Und damit koennte zur Erreichung der beiden Ziele, des
sozialen Fortschritts und eines gerechten Friedens, beigetragen
werden.
Arbeitsmitteilungen der BGA
3. Mai 1950
BETRIEBSUNF AELLE IM LETZTEN VIERTEL VON 1949 AUF EINEN TIEFSTAND
GESUNKEN
Vorlaeufigen Berichten des Statistischen Bueros des US Arbeis tamtes zufolge ist die Zahl der Betriebsunfaeile in Fertigungsbetrieben im letzten Viertel des Jahres 1949 auf einen neuen
Tiefstand gesunken. Die Betriebsunfallziffer ist die niedrigste
seit den sieben Jahren, fuer die vierteljaehrliche Statistiken
verfuegbar sind. Die Betriebsunfallziffer gibt die Zahl der
Arbeitsunfaelle pro Million Arbeitsstunden an.
Die Berichte zeigen einen durchschnittlichen Rueckgang um
etwa 11# der Betriebsunfaeile zwischen dem dritten und letzten
Viertel von 1949. Der allgemeine Stand der Betriebsunfallziffer
des letzten Viertels des Jahres 1949 und die Gesamtziffer fuer
das gesamte Jahr 1949 liegen beide 18g unter denen des Jahres 1948,
Das Absinken der Betriebsunfallziffer des letzten Viertels des
Jahres 1949 passt in das sich seit sieben Jahren kJLar abzeichnende
Bild des saisonbedingtenRueckgangs der Betriebsunfaeile hinein.
Monatliche statistische Angaben sind seit 1943 vorhanden und
zeigen bestaendig ein Absinken der Unfallziffer im November und
einen Tiefstand im Dezember eines jeden Jahres. Die meisten Unfaelle ereignen sich gewoehnlich im juli oder August eines jeden
Jahres.
Auf Grund von Arbeitsverletzungen waren im letzten Viertel
des Jahres 1949 etwa 78.000 Arbeiter aus Fertigungsbetrieben
einen oder mehr Tage lang arbeitsunfaehig. Das sind 7.700 weniger
als im dritten Viertel von 1949 und 86.000 weniger als im letzten
Viertel von 1948. Im Gegensatz zum Absinken der Gesamtzahl jedoch belief sich die Zahl der toedlichen Unfaelle im letzten
Viertel auf 400, - 100 mehr als im dritten. Viertel - waehrend die
Zahl der Unfaelle, die dauernde Arbeitsunfaehigkeit zur Folge
hatten, von 4,400 im dritten Viertel auf 4,700 im vierten Viertel
anstieg.
Durch Betriebsunfaeile gingen im letzten Viertel etwa 1,570,000
Arbeitstage verloren. Bei den gegenwaertigen Lohntarifen bedeutet
dies einen unmittelbaren Verlust an Loehnen von rund 16 Millionen
Dollar. In mehr als der Haelfte der 123 verschiedenen Herstellergruppen, fuer die statistische Angaben zur Verfuegung stehen, war
ein bedeutender Rueckgang der Betriebsunfallziffer zwischen dem
dritten und letzten Viertel des Jahres 1949 zu verzeichnen. In
40 anderen war keine bemerkenswerte Veraenderung festzustellen.
Nur 20 Industriezweige hatten hoehere Unfallziffern im letzten
Viertel von 1949.
Nur aus zwei Industriezweigen wi^d ein Ansteigen der Betriebsunfallziffer um mehr als 5 Punkte gemeldet - in den Saegemuehlen
von. 53.8 im dritten Viertel auf 59,6 im vierten Viertel; und in
der Toepfereiindustrie von 13,8 auf 20,3. Dagegen weisen 14 verschiedene Industriezweige ein Absinken der Betriebsunfallziffern
- 10 -

�um mehr als 5 Punkte auf. Am bemerkenswertesten ist dieses
Ahsinken in der Getraenkeindustrie, wo die Ziffer von 37,8 auf
28,1 zurueckging; ausserdem in der Kunstduengerherstellung (von
29,8 auf 17,5).
Die hoechsten Betriebsunfallziffern waren im letzten Viertel
des Jahres 1949 in folgenden Industriezweigen zu verzeichnen:
Plolzfaellen mit 77,9 Betriebsunfaellen pro Million Arbeitsstunden,
Saegemuehlen mit 59,6 und kombinierte Saege- und Hobelwerke mit
43,0 Betriebsunfaellen. Die Industriezweige mit den niedrigsten
Betriebsunfallziffern waren: Sprengstoffe (1,3), synthetische
Textilfawier (2,2), komprimierte und fluessige Gase (2,6), optische
Geraete (3,0), Flugzeug herStellung (3,3) und synthetischer Gummi
(3,4).
Die niedrigsten Gesamtziffern fuer das gesamte Jahr waren:
In der SprengstoffIndustrie 1,6, in der Herstellung synthetischen
Gummis 2,3, synthetischer Textilfaser 2,3, in der optischen Industrie 3,2 und in der Elektroindustrie (Lampen und Gluehbirnen)
3,3.
Labor Information Bulletin
Mai 1950.
TOBIN GEGEN AUSDEHNUNG DER ANTITRUST GESETZE AUF GEWERKSCHAFTEN
In einer Erklaerung vor einem Unterkomitee des Rechtsausschusses des Senats brachte der US Arbeitsminister J. Tobin
kuerzlich zum Aftsdruck, dass Antitrust Gesetze allein nicht
dazu angetan seien, die Beziehungen zwischen Gewerkschaften
und Unternehmern in konstruktiver Weise zu regeln. Er nahm
damit zu der Gesetzesvorlage Nr. 2912 an den Senat Stellung.
Durch die Bestimmungen dieser Vorlage, heisst es In der
Erklaerung, koennten die Gewerkschaften fuer die Verfolgung bestimmter, ungesetzlicher Ziele von der Regierung der Vereinigten
Staaten strafrechtlich belangt werden. Ausserdem seien sie dadurch privaten Zwangsmassnahmen und Prozessen und Verfolgungen
auf Grund der Gesetze ueber "strafbare Verse hwoerungen" ausgesetzt.
"Ich lehne jegliche Gesetze ab", erklaerte Arbeitsminister
Tobin, "durch die man versucht, zu den Verhaeltnissen jener
dunklen Tage zurueckzukehren, in denen Antitrust Gesetze gewoehnlich dazu dienten, die Gewerkschaften zu unterdruecken und
zu beseitigen."
Die von Senator A. Willis Robertson (Virginia) eingereichte
Gesetzesvorlage wuerde die Arbeitgeber- Arbeitnehmer Beziehungen
in allen amerikanischen Grundindustrien wieder in einen Zustand
der "Beherrschung durch Zwang" versetzen, fuehrte Tobin weiter aus.
Sie fuehre damit die Sprache des urspruenglichen Sherman Gesetzes,
in dem man verfehlt habe, Normen fuer den Begriff "unvernuenftige
Hemmung des Handels durch die Gewerkschaften" aufzustellen, die
den Gerichtshoefen als Richtlinien haetten dienen koennen. Er
wies darauf hin, dass das Sherman Gesetz am wirksamsten als vVaffe
gegen die Gewerkschaften zur Anwendung gekommen sei.
Tobin gab seiner Vermutung Ausdruck, dass der Grund zur Vorlage dieses Gesetzes in dem Wunsch zu suchen sei, ein wirksames
Mittel zur Beilegung der Arbeitsstreitigkeiten in der bituminoesen
Kohlenbergbauindustrie zu finden. Er legte dem Unterausschuss
nahe zu bedenken, dass eine Aenderung der Gesetzgebung, die in der
Absicht vorgenommen wurde, eine Lage in einem Zweig unserer Indus-

- 11 -

�trie zu klaeren, sich oft weit ueber das Uebel hinaus ausdehnen
kann, gegen das sie gerichtet war, und akzeptierte Taetigkeiten
und Uethoden in anderen Zweigen der Industrie unterdruecken kann.
Er unterstrich", wie wichtig es sei, vor einer Entscheidung ruhig
und sorgfaeltig die Tatsachen zu ueberpruefen.
Arbeitsminister Tobin forderte mit allem Nachdruck den
Unterausschuss auf, die Gesetzesvorlage abzulehnen, -^r versicherte,
dass sie gegen das gesamte System der Kollektiwerhandlungen, und
damit das Herz der Arbeitgeber- Arbeitnehmer Beziehungen gerichtet
sei. Abschliessend erklaerte er, diese Gesetzesvorläge wuerde,
wenn genehmigt, den Arbeitgeber- Arbeitnehmer Beziehungen in den
Vereinigten Staaten grossen Schaden zufuegen.
Labor Information Bulletin
April 1950
- IS -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

OFFICIAL

KC00 »-1077 L H

Julj }0 17} C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
#
Die folgenden Artinel stellen Auszüge aus de'r amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 14

Frankfurt, 9. Juni 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Punkt Vier: Das amerikanische Hilfsprogramm fuer
wirtschaftlich zurueckgebliebene Laender - - - - Mexikanischer Gewerkschaftsbund tritt aus dem Weltgewerkschaftsbund aus - - - - - - - - - - - - - - Lebenshaltungskosten in Grosstaedten der Vereinigten
Staaten - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Gewerkschaften in China - - - - - - - - - - - - - - Fachabteilung der Chemiearbeiter gegruendet - - - - Jugoslawien bricht mit dem Weltgewerkschaftsbund - - Bund Christlicher Arbeiter Frankreichs lehnt Einladung
des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften ab
Ernennungen im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Amerikanischer Berater fuer Arbeitsfragen zur Rolle
der deutschen Gewerkschaften - - - - - - - - - - Wiederaufleben der Konkurrenz zwischen den Haefen
Hamburg und Triest - - - - - - - - - - - - - - - Die Tagung des Exekutivausschusses des ICFTU - - - Ein maoehtiges Bollwerk - - - - - - _ _ _ - _ _
Allgemeiner Boykott gegen die Schiffe Panamas - - - Die demokratische Gewerkschaftsbewegung Boliviens - Probleme um die Beschaeftigung aelterer Arbeitskraefte

1
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6
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PUNKT VIER: DAS AMERIKANISCHE HILFSPROGRAMM FUER WIRTSCHAFTLICH
ZURUflCKGEBLIEBENE LAENDER
In seiner Botschaft vom 24. Juni 1944 begruendete Praesident
Truman die Notwendigkeit eines neuen Hilfsprogramms, das der wirtschaftlichen Entwicklung einiger aussereuropaeischen Laender dienen
soll. Hierbei soll einmal eine Unterstuetzung in rein technischer
Hinsicht erfolgen, zum andern ist eine Pruefung 4er Moeglichkeiten
vorgesehen, wie private Mittel in diese wirtschaftliche Entwicklung
eingeschaltet werden koennen.
In der Zwischenzeit sind vom Repraesaentantenhaus und Senat 45
Millionen Dollar bewilligt worden, um die technischen Voraussetzungen fuer die Verwirklichung des Hilfsprogramms schaffen zu koennen.
Weitere 12 Millionen Dollar werden von anderen Mitgliedsstaaten der
JNO aufgebracht. Im einzelnen soll die Gesamtsumme wie folgt verteilt werden:
- 1 -

�Amerikanische Republiken
Naher Osten (Afrika)
Ferner Osten (ausser Suedasien)
Suedasien

21.128.000 Dollar
18.926.000
»
8.721.000
"
8.305.000
"
57.080.000 Dollar

Diese Betraege erscheinen verhaeltnismaecsig gering angesichts
der geradezu riesigen Aufgabe, die hier gestellt worden ist. Aber
diese Summen sollen nur dazu dienen, um Informationen zu schaffen
und aus diesen wiederum Schluesse auf die vorliegenden Probleme zu
ziehen. So muessen zur Loesung des Arbeitsproblems Ratschlaege gegeben werden, wie der Lebensstandard zu heben ist, wie Unfallverhuetung und Gesundheitsfuersorge zu etwas selbstverstaendlichem
werden, wie gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen sind und schliesslich wie die Arbeiter jener. Laender ermuntert werden koennen, T&amp;rifvertraege durchzusetzen.
Es ist somit ein langer Weg von der Planung bis zur Verwirklichung - die Wege selbst werden jedoch keineswegs immer die gleichen
sein. Ohne Zweifel werden in Indonesien andere Mittel gesucht werden muessen als in Paraguay, wiederum andere in Aegypten als in
Mexiko. Bei der Planung hat bereits die Statistik wertvolle Dienste
leisten koennen. Hierbei wurden verschiedene Reihen ausgearbeitet,
wobei sich die Merkwuerdigkeit ergab, dass die Reihenfolge der unterentwickelten Staaten in der Statistik ziemlich die gleiche ist, auch
wenn die Themen der Statistik sich aendern. Fast automatisch gelangte man zu einer Art Wohlstandsindez, wobei die einzelnen Staaten in
drei Gruppen eingeteilt wurden. Es genuegt hier, die Ergebnisse
jener Staatengruppen zu beleuchten, wo das Jahreseinkommen je Kopf
der Bevoelkerung unter 100 Dollar liegt - diese Unterscheidung nach
dem durchschnittlichen Einkommen erscheint zwar sehr oberflaechlich,
sie liefert jedoch bereits brauchbare Werte. In die Gruppe jener
Laender gehoeren 28 Staaten, die jedoch 2/3 der gesamten Erdbevoelkerung umfasst. Es handelt sich hierbei um die Staaten:
Cuba
Polen
Venezuela
Palaestina
Columbien
Panama
Mexiko
Dominikanische Republik
Nikaragua
Bolivien
San Salvador
Ekuador
Indien
China

Jugoslawien
Japan
Aegypten
CostaRika
Peru
Ceylon
Uruguay
Haity
Guatemala
Honduras
Brasilien
Paraguay
Philippinen
Indonesien

Eine Unterteilung, die bereits wesentlich weiter geht als jene
nach dem Einkommen, ist durch den Index der Lebenserwartung gegeben.
So werden in den Laendern mit einem Einkommen ueber 200 Dollar die
Menschen durchschnittlich 63, in den Laendern mit einem Einkommen
ueber 100 Dollar durchschnittlich 52 Jahre alt, waehrend in den
Laendern der letzten Gruppe, die hier aufgezaehlt wurden, die Lebenserwartung auf 40 Jahre begrenzt ist. Wenn jedoch die Lebenserwartung fuer den Chinesen und den Indoneser ebenso hoch angesetzt
wird wie fuer den Inder, so ergibt sich sogar nur ein durchschnittliches Lebensalter von 30 Jahren.
Aehnliche Differenzierungen erbringen statistische Uebersichten
ueber die Verbreitung der Tuberkulose. Diese Krankheit hat nur sehr
wenig mit dem Klima zu tun - im Gegensatz zur Malaria. Sie ist
- 2 -

�jedoch die typische Seuche in armen, uebervoelkerten Gegenden und
.-^t haeufiger in»Staedten als auf dem Lande zu finden. In gleichen
Gebieten befaellt die Tuberkulose wiederum vor allem jene Kreise,
lie unter schwierigeren Lebensbedingungen zu leiden haben. Dies
drd besonders deutlich, wenn jene erwaehnte Einkommensgruppierung
iuch auf die Tuberkulosestatistik angewendet wird. In Laendern mit
linem Durchschnittseinkommen von mehr als 200 Dollar jaehrlich -ster&gt;en an Tuberkulose von 100.000 Einwohnern jaehrlich 64, in Laendern
lit einem Durchschnittseinkommen ueber 100 Dollar belaeuft sich die
;ahl der jaehrlichen Tuberkuloseopfer auf 143, waehrend in jenen Laen'ern, in denen der einzelne weniger als 100 Dollar im Jahr verdienen
:ann, die Seuche 333 Opfer fordert.
Aehnliche Resultate ergibt die Zaehlung der Analphabeten. In
len Laendern der hoechsten Einkommensgruppe ist sie verhaeltnismaessig unbedeutend, sie steigt jedoch in den Staaten der mittleren Grup&gt;s bereits auf 20% an und in der letzten Gruppe - das sind jene Laenler, wo der Einzelne weniger als 100 Dollar im Jahre verdient - auf
'8%.
Bei einer Betrachtung der Zahl der verbrauchten Kalorien ergeben
sich aehnliche Ergebnisse. Euer die erste Gruppe laesst sich ein taeg.icher Kalorienverbrauch von 3040 feststellen, in der letzten jedoch
mr 2051. Diese Zahl fuer sich laesst noch nicht allzu viel Rueck;chluesse zu, wird jedoch der Verbrauch an Eiweisstoffen und Fetten
genauer ueberprueft, so stellt sich heraus, dass in der letzten Orup&gt;e an Proteinen nur etwa 18% gegenueber dem Verbrauch der ersten
Gruppe erreicht werden, bei Fetten sind es rund 33%. Auch in dieser
tichtung laesst sich somit eine klare Schichtung der Laender in bestimmte Gruppen durchfuehren.
Ueberraschend gleichartige Resultate zeigt ein Vergleich des
Spinnstoffverbrauchs. Hier wird in der letzten Gruppe nur etwa 28%
les Bedarfs der hoeheren Einkommensgruppe benoetigt, wobei Wolle, Baumvolle und Kunstseide beruecksichtlgt sind.
Alle diese Merkmale reichen jedoch noch nicht aus, um die wirtschaftliche Situation der einzelnen wirtschaftlich unentwickelten Laenler genauer zu umreissen. Eine Anzahl technischer Daten genuegt jedoch,
im zu weiteren Schluessen zu kommen. Die Zahl der taeglich benoetigten
'ferdekraefte (PS) belaeuft sich in Laendern der Einkommensgrunpe ueber
200 Dollar auf 26,6 PS im Durchschnitt, auf je 1000 Einwohner gerechlet, waehrend in den Laendern der niedrigsten Gruppe nur etwa 1,2 PS
rerbraucht werden. Hier zeigt sich bereits eindeutig, wie gross die
wirtschaftliche Rueckstaendigkeit jener Laender ist. Das gleiche erriet sich in Bezug auf die Motorisierung: Auf tausend Einwohner enteilen in der ersten Gruppe 111 Fahrzeuge, in den Laendern der untersten Gruppe jedoch nur ein einziges Fahrzeug. Aehnliche Unterschiedlichkeiten ergeben sich in Bezug auf die Zahl der Telefone, die Zahl
ler Gleiskilometar oder den Umfang der befoerderten Frachten.
Wenn jetzt nach Moeglichkeiten gefragt wird, die diese wirtschaftlich zurueckgebliebenen Laender von sich aus ergreifen koennen, um
sinige Schritte vorwaerts zu gehen, so ist dies vor allem auf dem Geriete des Schulunterrichts und der aerztlichen Versorgung moeglich,
"enn in den Laendern der hoeheren Einkommensgruppe auf tausend Einwohler vier Lehrer entfallen, so sind es in der untersten Gruppe nur 1,76.
Jei Aerzten belaufen sich die entsorechenden Zahlen auf 1,06 und 0,17.
Iier ergibt sich bereits, dass ohne genuegende Hygiene- und Erziehungsoa33nahmen ein wirtschaftlicher Aufschwung der zurueckgebliebenen Laenler unmoeglich ist.
:en.

Es wuerde zu weit fuehren, die Statistiken im einzelnen anzufuehAm Schluss der meisten Tabellen steht fast immer Indonesien. Das
- 3-

�Durchschnittseinkommen belaeuft 3ich hier auf 22 Dollar. 92% der
Einwohner sind Analphabeten, die Tuberkulosesterblichkeit ist Desonders hoch, die Zahl der verbrauchten PS je Tag und tausend Einwohner
belaeuft sich auf 0,4, auf tausend Einwohner entfallen 0,6 Telefone
und 0,02 Aerzte.
Die Zahlenwerte der Statistik zeigen bereits auf, welche Laender
am dringendsten der wirtschaftlichen Entwicklung K'iuerfen, eine Entwicklung, die jenen Laendern nicht aus eigener Kraft moeglich ist.
Ebenso eindeutig geht aber aus diesen Zahlenwerten hervor, dass eine
wirtschaftliche Erschliessung nur dann moeglich ist, wenn Hand in
Hand mit den rein wirtschaftlichen Problemen auch die Voraussetzungen
gegeben werden, auf dem Gebiete der Schule und der Hygiene entsprechende Massnahmen zu treffen.
*
Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits mit der Zusammenarbeit in einer Reihe von Laendern begonnen, wo die Regierungen bei der
Loesung besonderer Fragen unterstuetzt wurden. Die Sorge gilt vor
allem der Bekaempfung der Malaria und der Tuberkulose sowie der Hautund Geschlechtskrankheiten. Je breiter die Basis ist, auf der dieser
Kampf aufgenommen wird, um so groesser sind die Erfolge, die sich erzielen lassen. Das Programm der Weltgesundheitsorganisation umfasst
weiterhin die Sorge fuer die Gesundheitspflege der Kinder und Muetter,
die Verbesserung der sanitaeren Einrichtungen und vor allem die Modernisierung internationaler QuarantaenebeStimmungen.
Neben der Weltgesundheitsorganisation ist auch die UNESCO sehr
aktiv auf ihrem Gebiet gewesen, das die fundamentalen Erziehungsfragen
und die Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse umfasst. In jenen
Laendern ist vor allem der üufbau von Elementarschulen notwendig,
aber auch Universitaeten muessen hier gegruendet werden, damit eine
geistige Elite herangebildet werden kann. Erst durch eine wirksame
Bekaempfung des Analphabetentums laesst sich ein dauernder wirtschaftlicher Erfolg erzielen. Die UNESCO hat in einer Reihe wirtschaftlich
zurueckgebliebener Laender bereits «ine Reihe Massnahmen durchgefuehrt,
um auch auf diese.-n Gebiete die Entwicklung dieser Laender voranzutreiben.
Die Internationale Arbeitsorganisation hat ebenfalls eine Reihe
Beitraege geleistet, um die Arbeits- und Lebensbedingungen jener Laender zu heben. ^Gegenwaertig ist sie damit beschaeftigt, vor allem
Fragen des Arbeitseinsatzes, der Koalitionsfreiheit fuer gewerkschaftliche Organisation, der sozialen Sicherheit und der beruflichen Ausbildung zu loesen, wobei mit besonderer Sorgfalt die Fragen der Beschaef tigunp; von Kindern und Frauen behandelt werden. Besonderer Wert
wird darauf gelegt, solche Fertigkeiten zu entwickeln und zu nutzen,
wie sie gerade in den '.venia; entwickelten Laendern anzutreffen sind.
Berufliche Ausbildung und jene des Arbeitsnlatzes selbst, die Organisation der Arbeitsvermittlung und die Schleusung von Arbeitskräften
sind weitere Beispiele fuer die Aufgaben der Internationalen Arbeitsorganisation. Sie ist weiterhin bestrebt, die Summe von Erfahrungen,
die in anderen Laendern in Bezug auf Sicherheitsfragen und ueberhaupt
den gesamten Bereich der Arbeitsfragen gewonnen werden konnten, fuer
die Entwicklungsarbeiten zur Verfuegung zu stellen.
Waehrend des Jahres 1949 sind zahlreiche deutsche Gewerkschaftler
und Spezialisten auf dem Gebiet der Arbeitsfreien in die Vereinigten
Staaten gekommen, um dort einen Ein.blick in die Verhaeltnisse zu gewinnen. Eine aehnliche Zusammenarbeit ist jetzt auch in jenen Laendern
vorgesehen, wo das Punkt-Vier-Programm zur Durchfuehrung kommen soll.
Genau so wie die deutschen Besucher die Moeglichkeit hatcen, ihre in
den Vereinigten Staaten gewonnenen Erfahrungen und Beobachtungen in
Deutschland selbst zu erproben und gegebenenfalls zu verwirklichen,
4 -

�genau so werden die aus den wirtschaftlich zurueckgebliebenen Laendern in die Vereinigten Staaten entsandten Spezialisten ihre Beobachtungen verwerten. Natuerlich wird es diesen Fachleuten wesentlich
schwieriger werden, ihre Erfahrungen zu realisieren, da haeufig
genug in einzelnen Laendern noch alle Voraussetzungen fehlen, um
auch auf dem Gebiet der Arbeitsfragen wirksame Aenderungen der Verhasltnisse herbeizufuehren. Der erste Schritt wird darin bestehen
muessen, lokale gewerkschaftliche Organisationen zu gruenden, die
«ich nach und nach auf groesserer Basis zusammenschliessen und dadurch
die Moeglichkeit gewinnen,entscheidend den Gang der Ereignisse beeinflussen zu koennen.
Hand in Hand mit diesen Bemuehungen muessen selbstverstaendlich•
individuelle technische Fragen geloest werden, die in den einzelnen
Laendern sehr verschieden sein werden, wobei sich sogar noch Unterschiedlichkeiten in einzelnen Gegenden des gleichen Landes ergeben
werden. Die Organisation dieser technischen Vorarbeiten ist jedoch
9benso umfangreich wie sie spezialisiert sein muss, sodass schon
nach einer verhaeltnismaessig kurzen Zeit Untersuchungsergebnisse vorliegen werden, die dann die Voraussetzungen fuer die weitere Bearbeitung der einzelnen Fragen ergeben.
Im Gegensatz zum Marshall-Plan sollen nach der Beendigung der
technischen und organisatorischen Vorbereitung keine staatlichen Gelder der eigentlichen wirtschaftlichen Erschliessung dienen, sondern
private Kapitalien sollen hier Anlagemoeglichkeiten finden. Durch
die umfangreichen Vorarbeiten, die die internationalen Organisationen
leisten, wird sich jedoch sehr genau feststellen lassen koennen, wo
wirkliche Entwicklungsmoeglichkeiten bestehen, zumal einzelne Staaten
ueber sehr umfangreiche, jedoch noch unerschlos3ene Bodenschaetze verfugen. Es wird hier also eine grosse Anzahl Ansatzpunkte geben, wobei
die Berichte der Experten genuegendes Informationsmeterial geben
koennen.
Es ist zu erwarten, "dass durch eine grosszuegige Inangriffnahme
des Punkt-Vier-Programmes die Weltwirtschaft eine nachdrueckliche Belebung erfaehrt, die vor allem dann gegeben ist, wenn durch eine planmaessige Zusammenarbeit und die Zurverfuegungstellung genuegender Kapitalien diese Arbeiten auf lange Sicht durchgefuehrt werden.
V3 CIKANIr- GHER GEV:ERKSCHAFTS3UND TRITT AUS DSM '.VELTGEV.'ERKSCILAFTSBUND

25g

*

Der Gewerkschaftsbund Mexikos (CTlO , der unter der Fuehrung Lombardo Toledanos der Gruender des Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbundes (CTAL) war und Jahre hindurch das Bollwerk dieser Organisation
blieb, sprach sich auf seinem Kongress, der vor kurzem in der Stadt
Mexiko stattfand, mit ueberwaeltigender Mehrheit fuer den Austritt
sowohl aus dem Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund (CTAL) als auch
aus dem kommunistisch kontrollierten 7/eltgewerkschaftsbund (WFTU)
aus.
•

Auf dem Kongress wurde Senator Videl Velasquez zum neuen Generalsekretaer der Organisation gewaehlt. Der Exekutivausschuss wurde ermaechtigt, selbst zu entscheiden, welche internationalen Verbindungen
der CTM einzugehen habe.
Sachkenner, die an den Besprechungen des CTM ueber die internationalen Verbindungen teilgenommen haben und den Standpunkt des Generalsekretaers Velasquez kennen, behaupten, dass der CTM in Kuerze dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften beitreten wird. Mit dem Interamerikanischen Gewerkschaftsbund, dem CIO und anderen Gewerkschaftsgrupnen wird voraussichtlich eine regionale Organisation fuer die westliche
Hemisnhaere errichtet.
Inter-American Labor News (CIT)
V/1950
- 5-

�LEBENSHALTUNGSKOSTEN IN GROSSTAEDTEN DER VEREINIGTEN STAATEN

Index (1935-39-100)
225

225

200

175

150

125

100
15. Jan.

15Juli.

1946

15. Jan.

15Juli.

194?

15Jan.

15. Juli.

1948

15Jan.

15.Juli.

1949

100
anAlSMärz
15.

1950

Die Preise, die Familien mittlerer Einkommensgruppen in grossen
Staedten der Vereinigten Staaten fuer Nahrungsmittel und Dienstleistungen zahlen, zeigen jetzt eine fast ununterbrochen fallende Tendenz, nachdem die Lebenshaltungskosten der Nachkriegszeit im August
1948 ihren Hoechststand erreicht hatten.
Die Mieten dagegen zeigen - im Gegensatz zu den meisten vom
Statistischen Buero des US-Arbeitsministeriums fuer seinen Verbraucherindex errechneten Posten - eine stetige Aufwaertsentwicklung.
Auch die Preise fuer Brennstoff und Elektrizitaet liegen etwas
hoeher.
Am deutlichsten machte sich diese Abwaertsbewegung der Lebenshaltungskosten an den Preisen fuer Nahrungsmittel bemerkbar. Die
Preise fuer Bekleidung, Haushaltsgegenstaende und andere Artikel
weisen ebenfalls eine fallende Tendenz auf. In keinem Falle jedoch
sind die Preise in dem gleichen Tempo zurueckgegangen, in dem sie
nach Kriegsende und in der Zeit von Juli 1946 (als die Preisueberwachung zum groessten Teil aufgehoben wurde) bis zum Sommer 1948
(Hoechststand) angestiegen sind.
Die Mieten, die als einziger Posten im Verbraucherindex staendig anstiegen und auch noch weiter anziehen, haben diese steigende
Tendenz im Jahre 1947 begonnen, als die waehrend des Krieges erlassenen Preisbestimmungen etwas gelockert wurden. Von Mitte 1946 bis
Mitte 1947 blieben sie praktisch unveraendert, waehrend andere
Posten des Verbraucher-Preisindex' sprungartig in die Hoehe gingen.
- 6-

�Angesichts der seit 1948 zurueckgehenden Preise ist zu erwarten, dass die Verbraucher in diesem Jahre einen geringeren Teil ihres
Einkommens fuer Nahrungsmittel verwenden werden als im Jahre 1949.
1947 und 1948 beliefen sich die Ausgaben füer Nahrungsmittel auf rund
33% der Einkommen.,
"Labor Information Bulletin"
IV/1950
GEWERKSCHAFTEN IN CHINA
Nach Zeitungsberichten aus Shanghai ist ein gewisser Widerstand
gegen die neugegruendete Allgemeine Gewerkschaft von Shanghai zu verspueren. "Liberation Daily" behauptete zwar vor kurzem,87,52% der
Arbeiter der Stadt seien gewerkschaftlich organisiert, gleichzeitig
aber vermisst die Zeitung jede spontane Aktion, mit der sich die Arbeiter dieser Organisation anschliessen. Weiter wird berichtet, dass
in grossen industriellen Unternehmen das revolutionaere Bewusstsein
nicht genuegend entwickelt ist, die alten Fuehrer muessen umgeschult
werden, damit sie zu tuechtigen Organisatoren unter dem neuen System
erzogen werden koennen. Massnahmen zur Bekaempfung der Saboteure
sind bereits ergriffen.
Vielsagend ist auch die Feststellung, dass "in Fabriken, in •
denen reaktionaere Einfluesse noch vorherrschen, eine Politik zur
Mobilisierung der Massen und zur Organisierung eines Kampfes betrieben werden muss, der sich gegen besondere Agenten richte, die röckstaendige Elemente unter den Arbeitern zur Verbreitung von Geruechten
und anderen Sabotageakten benutzen und sogar den mit der gewerkschaftlichen Organisationsarbeit beauftragten Maenner offen entgegenarbeiteten." "Aber," so heisst es weiter, "diese subversiven Elemente konnten bald isoliert werden: nachdem die Arbeiter aufgeklaert wurden, hatten die Agenten schnell ausgespielt."
"Man muesse beachten," schreibt die Zeitung weiter, "dass der
Aufnahme in die Gewerkschaft eine gruendliche Aufklaerung, insbesondere die Befreiung von reaktionaeren Ideen; vorausgehen muesse."
Trotzdem wurden Vorkehrungen getroffen, um die Wahl, bestimmter Funktionaere sicherzustellen. "Auf oeffentlichen Versammlungen," heisst es
dann, "hat man Massnahmen ergriffen, damit die Massen aelteren Arbeitern vertrauen und deren Wahl damit gesichert ist." In den meisten
Betriebs- und Industriegewerkschaften wurden die Wahlen nach dem indirekten Abstimmungssystem durchgeführt, das heilst, die Waehler
waehlten durch ihre Vertrauensleute.
Trotz der Fuelle dieser Massnahmen sagt der Artikel jedoch weiter: "Diese Methode erwies sich in den meisten Faellen als zufriedenstellend." In diesem "Arbeiterstaat" muessen alle Tarifvertraege
von der Regierung genehmigt werden und koennen durch eine Vereinbarung
zwischen Unternehmern und Regierung rueckgaengig gemacht, aber auch
von der Regierung abgeaendert werden. Rahmentarifvertraege sind fuer
die gesamte Industrie verbindlich erklaert worden. Kleinere Tarifverhandlungseinheiten, wie z.B. Lokalgewerkschaften, koennen somit
Vertraege nur im Rahmen des fuer die Industrie geltenden Vertrages
abschliessen.
FACHABTEILUNG DER CHEMIEARBEITER GEGRUENDST
Der Weltbund der Arbeiter aer Cnemischen Industrie, eine Fachabteilung des Weltgewerkschaftsbundes, wurde vor kurzem auf einem
Treffen in Budapest gegruendet. Die Zeitungen berichten, dass
Eugenie Guidi, der Generalsekretaer der Italienischen Chemiearbeiter- 7-

�gewerkschaft, zum Praesidenten gewaehlt wurde. Die beiden Vizepresidenten sind N. M. Kawalljoff, Praesident des Zentralkomitees der
Sowjetischen Chemiearbeitergewerkschaft, und Paul Pigelet, Generalsekretaer der franzöesischen Chemiearbeitergewerkschaft. Zum Sekretaer wurde Ferencz Bozoki, Ungarn, ernannt.
Delegierte aus 12 Laendern sollen an der Gruendungskonferenz
teilgenommen haben: Bulgarien mit Dimitar Christov Kriwasieff; die
Tschechoslowakei mit Adolph Babulik; Frankreich mit P. R. Champion,
Robert Paul und Paul Pigelet; fuer Deutschland (Ostzone) sind keine
Namen genannt; das "Freie Griechenland" mit Konstantin Theosz und
Theos Kostas; Ungarn mit Jozsef Darvas, Sandor Szilagyi, Arpad
Radios, Ferencz Bozoki, Gyorgy Gati, Ilona Hatala; Italien mit Eugenie Guidi, U. Stokkero, M. Piacentini, D. Bianconi und 0. MarChi;
Korea (Nord) mit Li Ven Yong, Rak Im Sun und Li Do Yin; Polen mit
Viktor Drozd; fuer Rumaenien sind keine Namen angegeben; die Sowjetunion mit N. M. Kawalljoff, Yanalieff und Taratonyln; und schliesslich
Venezuela mit Rudolfo Quintero. Ausserdem wurde die Anwesenheit einiger Beobachter aus Oesterreich, Schweden und Norwegen berichtet.
Als Delegierte des Weltgewerkschaftsbundes waren Boleslaw Gebert,
3ekretaer des Weltgewerkschaftsbundes und £• Schultz zugegen.
JUGOSLAWIEN BRICHT MIT DEM WELTGEWERKSCHAFTSBUND
Als Antwort auf den Ausschluss ihres Praesidenten, Djuro Salaj,
aus dem Exekutivrat des Weltgewerkschaftsbundes hat sich die Generalkonferenz der Jugoslawischen Gewerkschaften durch eine Abstimmung
fuer den Abbruch ihrer Beziehungen zum Weltgewerkschaftsbund ausgesprochen. Der jugoslawische Gewerkschaftsvorstand teilte diese Entscheidung dem Weltgewerkschaftsbund und den ihm angeschlossenen
Koerperschaften mit.
BUND CHRISTLICHER ARBEITER FRANKREICHS LEHNT EINLADUNG DES INTERNATIONALEN BUNDES FREIER GEWERKSCHAFTEN AB
Der Exekutivausschuss des Bundes Franzoeslscher Christlicher
Arbeiter (CFTC) beschloss durch eine Abstimmung, sich nicht dem
Internationalen Bund Freier Gewerkschaften auf der Basis des Vorschlags der neuen Internationale anzuschliessen. In diesem wird
gefordert, dass der CFTC bis zur naechsten Konferenz des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften im November 1951 die Christliche
Internationale (CISC) zu verlassen hat.
ERNENNUNGEN IM INTERNATIONALEN BUND FREIER GEWERKSCHAFTEN
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften in Bruessel hat
sechs Positionen mit bewaehrten Kraeften besetzt.
Die Wlrtschafts- und Sozialabteilung leitet Alfred Braunthal,
der ehemalige Direktor der Forschungsabteilung in der Internationalen
Gewerkschaft der Hut-, Muetzen- und Putzmacher (AFL).
In der Abteilung Bildung, Schrifttum und Propaganda leitet das
Ressort Presse und Propaganda J. A. Riddell, der ehemalige Informationsbeamte der britischen Gesandstschaft in Polen. Das Ressort
Bildung hat Hans Gottfurcht uebernommen, der bisherige Verbindungsmann der deutschen Gewerkschaften zum britischen Gewerkschaftsbund
(TUC). Er ist heute britischer Buerger, in der Nazizeit fluechtete
er aus Deutschland. Da3 Ressort Schrifttum bearbeitet Edward Thompson, der fruehere Sachbearbeiter fuer Presse und Veroeffentlichungen
- 8-

�im Verbindungsausschuss der Internationalen Sozialistischen Konferenz (Britische Organisation).
Die Abteilung Organisation ist noch nicht besetzt, das Ressort
Finanzwesen leitet Albert Van Campf, e^n gebuertiger Belgier, der im
Internationalen Transportarbeiterverband taetig war, das Ressort
Korrespondenz und Registratur untersteht Frau Cabossel, bisher Vorständsmitglied der "Force Ouvriere," Frankreich.
i?!BRIKANISCHER BERATER FUER ARBEITSFRAGEN ZUR ROLLE DER DEUTSCHEN
GEWERKSCHAFTEN
Harvey %• Brown, der Direktor der Abteilung fuer Arbeitsangelegenheiten in der Hohen Kommission, berichtete in einem Interview mit
Spero Galanopulo, dem Kachrichtenherausgeber der Berliner Rundfunkstation AFN, den Hoerern ueber die Entwicklung der deutschen Gewerkschaften in der Nachkriegszeit.
Er brachte seine Ueberraschung ueber das Tempo zum Ausdruck, mit
dem es den deutschen Gewerkschaften gelungen ist, sich nach 1945 wieder zu organisieren. Mr. Brown berichtete seinen Zuhoerern, dass der
Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Januar 1950 rund 5 Millionen Mitglieder zaehlte, die in 16 Industriegewerkschaften organisiert sind. Die
Gesamtzahl der Industriearbeiter belief sich zu diesem Zeitpunkt auf
13.340.000. Nach Mr. Browns Auffassung bedeutet dies, dass in Westdeutschland heute ein groesserer Prozentsatz der Arbeiter gewerkschaft
] ich organisiert ist als in den Vereinigten Staaten.
Mr. Brown nahm zu dem Problem der Arbeitslosigkeit in Westdeutsch
land Stellung und sorach sich fuer einen verbesserten Lebensstandard
der Bevoelkerung aus, der durch die Erweiterung des inlaendischen Absatzmarktes ermoeglicht werden koennte. Er ermahnte die Fuehrer der
westdeutsehen Industrie, sich ihrer Verantwortung gegenueber dem
deutschen Volke bewusst zu sein, und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck,
dass Deutschland sein Arbeitslosenproblem loesen koenne.
Mr. Brown wies auf die Notwendigkeit hin, das kulturelle Austaus chprograram zu erweitern, um mehr Vertretern der Gewerkschaftsbewegung Gelegenheit zu ,?eben, mit amerikanischen Gewerkschaftlern zusammenzutreffen und den amerikanischen Lebensstandard und amerikanische Fertigungsmethoden ihres Arbeitsgebietes kennenzulernen. Nach
seiner Ansicht sei "damit viel mehr getan.als mit dem Lernen an Hand
von Buechern." Mr. Brown berichtete, dass bis jetzt 244 Gewerkschaftsvertreter im Rahmen des kulturellen Austauschprogramms die
Vereinigten Staaten besucht haben.
Mitteilung der Abteilung fuer Oeffentliche
Beziehungen der Hohen Kommission in Berlin

WIEDERAUFLEBEN DER KONKURRENZ ZWISCHEN DEN HAEFEN HAMBURG UND TRIEST
In Schiffahrts- und Industriekreisen Triests macht sich eine gewisse Beunruhigung ueber die wachsende Konkurrenz des Hamburger Hafens
bemerkbar.
In der Vorkriegszeit war Hamburg einer der schaerfsten Konkurrenten Triests, nachdem es dieser Stedt durch den Zusammenbruch des oesterreichisch-ungarischen Reiches gelungen war, einen grossen Teil des
Verkehrs, der vorher ueber Triest gegangen war, zu uebernehmen.
- 9-

�Nach einem Konkurrenzkampf auf Leben und Tod wurden durch ein
Abkommen die Einflussphaeren der beiden Haefen festgelegt. Als
Deutschland jedoch in den dreissiger Jahren die Balkanlaender wirtschaftlich eroberte, bestand diese Vereinbarung nur noch auf dem
Papier, der Kampf um die Vorherrschaft aber ging in unverminderter
Staerke weiter.
Nach dem Zweiten V/eltkrieg hatte Triest anfaenglich wenig Grund
zur Klage. Die Lage besserte sich staendig, einmal hinsichtlich des
Durchgangsverkehrs, zum andern fuer die Schiffahrt, und damit auch
fuer den Hafen betraechtlich. Diese aeusseren Prosperitaetserscheinungen truegten jedoch, und Triest hatte bald wieder Sorgen. Das
natuerliche Hinterland des Hafens war hinter dem dortigen Eisernen
Vorhang verschwunden, der groesste Teil des Durchgangsverkehrs bestand aus ERP-Ladungen und aus Versorgungsguetern fuer die amerikanischen und englischen Truppen im Freigebiet. Die Tschechoslowakei und- Ungarn bedienten sich in zunehmendem Masse der Donau als
Transportweg zum Mittellaendischen Meer, waehrend Jugoslawien in
Fiume einen ausgezeichneten Hafen besitzt.
Mit dem Wiederaufleben der deutschen Konkurrenz ergibt sioh
fuer Triest wieder die Vorkriegssituation, der in Aussicht gestellte Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte wird als wachsende Gefahr angesehen.
Aus den letzten Nachrichten geht hervor, dass Vertreter der
Triester Handelskammer sich nach Rom begeben haben, um die Unterstuetzung der italienischen Regierung in dem Kampf um die Erhaltung
der Lebensfaehigkeit des Hafens sicherzustellen. Ein weiterer Vorschlag der Delegation sieht vor, die Tarife der Haefen Triest, Venedig, Genua, Livorno und Neapel aufeinander abzustimmen.
Die Triester Schiffahrtskreise bemuehen sich mit allen Mitteln,
die Hafengebuehren und Eisenbahntarife zu senken, um damit der Bedrohung aus dem Norden zu begegnen.
Mitteilung des Internationalen
Transpor-tarbeiterverbandes ITF
DIE TAGUNG DES EXEKUTIVAUSSCHUSSES DES ICFTU
Der gesamte Exekutivausschuss des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften (ICFTU) ist vom 25. - 27. Mai in Bruessel zusammengetreten. Dies ist die erste Konferenz seit dem Londoner Gruendungskongress im Dezember vorigen Jahres.
Der Exekutivausschuss hatte eine groessere Reihe Massnahmen beantragt, die der ICFTU durchfuehren wird. Die Tagesordnung umfasste«
ueber dreissig Hauptpunkte.
Der Ausschuss befasste sich mit einem Vorschlag, der eine wechselseitige Vertretung in den Internationalen Fachabteilungen vorsieht,
die bereits hierzu ihre Zustimmung gegeben haben.
Er hat weiterhin die Abmachungen ueberprueft, die kuerzlich von
dem Generalsekretaer anlaesslich eines Besuches im Hauptquartier der
Vereinten Nationen getroffen wurden. Die Stellungnahme des ICFTU
ist dem Unterausschuss fuer Menschenrechte des Wirtschafts- und Sozialrates vorgelegt worden. Ein Bericht ueber die Vorschlaege des
ICFTU zur Einberufung einer internationalen Konvention, die sich mit
der lurchfuehrung von Massnahmen zur Vollbeschaeftigung befasst, ist
dem Generalsekretaer der Vereinten Nationen bereits unterbreitet
worden.
- 10 -

�Der Bericht ueber Arbeiterbildung enthielt Vorschlaege zur Einberufung einer internationalen gewerkschaftlichen Bildungskonferenz;
ausserdem schlug er die Aufnahme von Beziehungen zur UNESCO, dem Rat
fuer Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinigten Nationen, vor
sowie die Errichtung einiger Gewerkschaftsschulen im Fernen Osten.
In der regionalen Organisation wird sich der Ausschuss auf den
Fernen Osten konzentrieren. Der Diskussion ueber das Ruhrproblem
wurden die Beschluesse zugrundegelegt, die eine Konferenz der an
diesen Fragen interessierten Gewerkschaften am 22. und 23. Mai in
Duesseldorf gefasst haben.
Die Hauptpunkte der Tagesordnung waren:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.

Gescheeftsboricht des Generalsekretaers.
Finanzbericht und Budget.
Beziehungen zu den Internationalen Fachabteilungen.
Beziehungen zu den Vereinten Nationen.
Beziehungen zur Internationalen Arbeitsorganisation ILO.
Beziehungen zum Europarat.
Regionale Organisation.
Arbeiterbildung.
Bericht ueber Oesterreich.
Ruhrproblem.
Ernennung der stellvertretenden Generalsekretaere.
Datum der naechsten Konfernz des Exekutivausschusses und des
Verwaltungsrates und des naechsten Kongresses.
Arbeitsmitteilungen der ECA

EIN MAECHTIGES BOLLWERK
(Rede des US Arbeitsministers Maurice J. Tob in auf der 27. Konvention der Internationalen Damenbekleidungsarbeitergewerkschaft in
Atlantic City, N. J. , am 24. Mai 1950).
* * *

Im Jahre 1932 zaehlte die Internationale Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter 45.000 Mitglieder, heute sind in ihren Reihen
425.000 Organisierte. Dieser ungeheure Aufstieg ist ein Gradmesser
fuer den Fortschritt der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung unter
den Praesidenten Roosevelt und Truman. Ich behaupte nicht, dass alle
Gewerkschaften sp grosse Erfolge erzielen konnten. Nicht alle Gewerkschaften stehen unter der mitreissenden Fuehrung eines David
Dubinsky. Meine Meinung ist jedoch, dass die Gewerkschaft der Damenoberbekleidun'gsarbeiter gezeigt hat, was eine Gewerkschaft in verhaeltnismaessig kurzer Zeit leisten kann, wenn sie sich die von den
Vereinigten Staaten
geschaffene Atmosphaere zunutze macht.
Als Dubinsky Praesident wurde, befand sich die Gewerkschaft der
Damenoberbekleidungsarbeiter in einer verzweifelten Lage. Sie hatte
einen furchtbaren "Buergerkrieg" durchmachen muessen, bevor sie sich
der kommunistischen Intriganten entledigen konnte. Noch waren die
"fanden dieses Kampfes nicht geheilt, da kam der Schock der wirtschaftlichen Krise. In den naechsten drei Jahren gelang es der Gewerkschaft,
sich gerade ueber Wasser zu halten. Dann uebernahm der unbezaehmbare
Dubinsky die Fuehrung, und mit dem Erlass des Gesetzes zur Nationalen
Wirtschaftlichen Wiederaufrichtung (National Recovery Act) war seine
Gewerkschaft wie viele andere Arbeiterorganisationen gerettet.
Fuer die Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter kam diese
Wendung jedoch besonders gelegen. Sie hatte gerade einen Streik in
- 11

�Philadelphia erfolgreich beendet. Mit aller Macht, die ihren Vorsorung vor anderen Gewerkschaften noch vergroesserte, begab sie
sich an die Arbeit des Wiederaufbaus. Das Ergebnis war, dass die
Gewerkschaft auf einer Grundlage aufgebaut wurde, die unerschuetterlich ist. Heute steht die Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter sicher und fest und zwar nicht nur als GewerkschaftsOrganisation, sondern auch als eine soziale Einrichtung zum Wohle des ganzen
Landes.
Was ich soeben gesagt habe, ist fuer die meisten Gewerkschaftler
eine altbekannte Geschichte. Was ich noch ausfuehren werde, ist
lediglioh eine Wiederholung dessen, was allen Beobachtern schon klar
ist. Ich erachte es als hoechst bezeichnend, dass in dieser Gewerkschaft 11.000 Unternehmer vertreten sind. Vielsagend ist ausserdem,
dass in 15 Jahren kein groesserer Streik zu verzeichnen war. Dies
muss auf die Tatsache zurueckzufuehren sein, dass sich die Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter jahrelang ein wirksames
Schiedsgerichtssystem zunutzemachte.
Nicht nur das: Die Damenoberbekleidungsgewerkschaftler haben
sich auch die Philosophie Dubinskys zu Herzen genommen: "Das Gewerkschaftswesen braucht den Kapitalismus wie der Fisch das Wasser.
Demokratie ist nur in einer Gesellschaft des freien Unternehmertums
moeglich, und der Bestand der Gewerkschaften ist nur in einer Demokratie gesichert." Diese Feststellung von Benjamin Stolberg scheint
mir alles zu diese** Frage in zwei Saetzen zu sagen.
Dubinsky meint damit nicht den Kapitalismus von heute. Er
wuenscht ihn im Dienste des allgemeinen Interesses und der industriellen Demokratie taetig zu sehen. Das heisst bei weitem nicht, dass er
das freie Unternehmertum ablehnt. Es bedeutet lediglich, dass das
freie Unternehmertum von seinen Maengeln und Fehlern in seinem eigenen
Interesse und im Interesse unserer Wirtschaft und des Fortschritts
unserer Gesellschaft kuriert werden muss.
Seitdem sich die Damenoberbekleidungsgewerkschaft diese Einstel- .
lung zu eigen machte, hat sie nicht nur die Leistungsfaehigkeit in der
Produktion und im Vertrieb vorangetrieben, sondern auch die Konkurrenz
der Unternehmer zum Gegenstand ihrer TarifVerhandlungen gemacht. Sie
hat darueberhinaus ein technisches Referat gegruendet, das den Unternehmern beratend zur Seite steht. Wir sehen hierin eine Art schoepferlsoher Zusammenarbeit, die diese Gewerkschaft im industriellen Leben
unserer Nation einzigartig dastehen laesst.
Das ist jedoch nicht der einzige Grund fuer ihre unvergleichliche
Stellung. Diese Gewerkschaft ist innerhalb der Gewerkschaftsbewegung
eine staendige Fuersprecherin des Friedens gewesen. Niemand hat tagaus, tagein fuer die Einigkeit der Gewerkschaftsbewegung mehr geleistet als David Dubinsky. Sein oberster Grundsatz ist, zerbrochene
Bande wieder zusammenzuschweissen. Ich bin ueberzeugt, dass ihn all
das beglueckt, was eine "aufrichtige und realistische Wiederversoehnung" erhoffen laesst.
Ich moechte noch ein Wort zu der erzieherischen Arbeit dieser
Gewerkschaft sagen. In der Idee, faehige Funktionaere auszubilden
und Arbeiter zu wertvollen Mitgliedern der Gewerkschaft zu erzienen,
spiegelt sioh Dubinskys Sinn fuers Praktische wider. Er hat ein
Programm zur Arbeiterbildung ausgearbeitet, das anderen Gewerkschaften als Musterbeispiel dient. Er hatte in Mark Starr, dem Direktor
des Referats fuer Arbeiterbildung, einen'hervorragenden Mitarbeiter.
Wenn wir an das "Unity House" denken, das als der groesste
Feriunaufenthaltsort in den Vereinigten Staaten bezeichnet worden ist,
an die Krankenversicherung, den bezahlten Urlaub, die Altersversicherung und die Ambulatorien, in denen kostenlos aerztliche Behandlung gewaehrt wird - und dies alles bei einem Durchschnittslohn von
70 Dollar fuer eine Woche mit 35 Arbeitsstunden, - dann erkennen wir,
- 12 -

�wie weit die frueheren "sweatshop" (Schwitzwerkstatt)-Verhaeltnisse
hinter den Mitgliedern der Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter liegen. Es war ein langer und schwerer Kampf. Vor dem,
Jahre 1933 gab es fuer die Arbeiter der Bekleidungsindustrie keine
gesicherte Existenz, weil dieser Industriezweig nicht stabilisiert
war.
Doch diese Unsicherheiten gehoeren der Vergangenheit an und
sollen mit ihr begraben werden. Die Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter ist heute ein Bollwerk zum Schutze ihrer Mitglieder und ein Helfer und Freund aller fortschrittlichen Kraefte. Sie
i3t eine voellig demokratische, eine echt amerikanische Gewerkschaft.
Ich beglueckwuensche sie zu ihren Erfolgen im Kampf gegen den
Kommunismus innerhalb der Gewerkschaftsbewegung. Ich spreche ihr
meine Anerkennung dafuer aus, dasseiner der hervorragendsten Gewerkschaftsfuehrer an der Spitze ihrer Organisation steht. Er hat
aus der Alten Welt seine Erbitterung ueber die Ungerechtigkeit mitgebracht, die in Amerika zu einer Waffe geworden ist, mit der fuer
Gerechtigkeit zum Wohle der Arbeiter und aller Menschen gekaempft
wird.
Mitteilung des üä Arbeitsministeriums
ALLGEI.SINSR BOYKOTT GEGEN DIE SCHIFFE PANAMAS
Auf einer kuerzlich stattgefundenen Konferenz in Amsterdam
sprach sich die Seefahrerabteilung des 'internationalen Transportarbeiterverbandes ITF einstimmig fuer einen weltweiten Boykott gegen
die Schiffe Panamas aus.
Urspruenglich hatte der ITF am 25. November 1948 bereits beschlossen, die Schiffe Panamas zu boykottleren. Die Ausfuehrung dieses
Beschlusses wurde jedoch noch hinausgeschoben, da die Regierung Panamas versprochen hatte, ihre Schiffahrtsbestimmungen abzuaendern.
Seitdem hat die Regierung jedoch nichts unternommen, sodass das Versprechen nicht eingeloest wurde.
Der ITP kuendigte an, dass er sich die Unterstuetzung der Hafenarbeiter und anderer Gewerkschaften sichern werde, um die Seeleute
davon abzuhalten, fuer panamensische Reeder zu arbeiten und um gegebenenfalls die Ladungen in den Haefen zu blockieren.
Dieser Boykott, so heisst es in dem Beschluss, soll "den skrupellosen Methoden jener Reeder ein Ende bereiten, die unter panamensischen und aehnlichen Flaggen fahren, und soll anst-aendige Lebensund Arbeitsbedingungen fuer die Seeleute dieser Schiffe erzwingen."
US Arbeitsministerium
"Weekly Labor News Digest"
Robert J. Alexander:
DIE DEMOKRATISCHE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG BOLIVIENS
In den vergangenen Jahren hatte die Gewerkschaftsbewegung Boliviens unter den politischen Kaempfen und Unruhen in diesem Lande
schwer zu leiden. Die Bewegung selbst war politisch aufgespalten sowohl durch neofaschistische als auch durch kommunistische Gruppen und die Arbeiter, die sich in unpolitischen aber demokratischen Geverkschaften zu organisieren versuchten, hatten ein schweres Los.
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�Mehrere Jahre hindurch bildete die maechtige Bergarbeitergewerkschaft (Federacion Sindical de Trabajadores Mineros) das Rueckgrat der bolivianischen Gewerkschaftsbewegung. Aber auch diese Gewerkschaft stand unter der Kontrolle der Nationalen Revolutionaeren
Bewegung (M.N.R.), einer profaschistisch orientierten Gruppe. Auf
der Gegenseite standen andere bedeutende Gewerkschaftsgruppen, wie
z.B. der Gewerkschaftsverband bolivianischer Arbeiter (Confederacion
Sindical de Trabajadores-Bolivlanos - C.S.T.B.) und die Eisenbahnergewerkschaft unter dem Sinfluss der kommunistisch orientierten
Linken Revolutionaeren Partei. Der C.S.T.B. ist die einzige Gewerkschaftsorganisation Boliviens, die dem Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund (C.T.A.L.) Lombardo Toledanos angeschlossen ist.
Waehrend der letzten Jahre war das Land Schauplatz zahlreicher
Revolten und eines einmonatigen Buergerkrieges. Die meisten Aufstaende richteten sich gegen die Regierung und waren von der Nationalen
Revolutionaeren Bewegung organisiert. Dies fuehrte jedoch dazu, dass
die von dieser Vereinigung (M.N.R.) kontrollierten Gewerkschaften
aufs schwerste unterminiert und gespalten wurden, sodass nach und
nach viele von ihnen verschwanden. So besteht z.B. in den Bergwerken
des groessten Zinnproduzenten des Landes, den Patino Werken, keine
einzige Gewerkschaft mehr, die von der Regierung oder von Arbeitgebern
anerkannt waere. Auf der anderen Seite ist es durch die strengen
Notverordnungen der Regierung und den Belagerungszustand einer demokratischen Gewerkschaftsbewegung tatsaechlich unnoeglich, sich wieder zu
entwickeln.
Der Interamerikanische Gewerkschaftsbund CIT bemueht sich in
dieser schwierigen Situation inner wieder, den Arbeitern zu helfen,
die sich in einer unpolitischen freien Gewerkschaftsbewegung zusamnenzuschliessen versuchten. Eine Reihe Gewerkschaften wurde im
Bolivianischen Gewerkschaftsbund (Confederacion Boliviana de Trebajadsros - CBT) zusanmengefasst, der seinen Sitz in der Bergwerksstudt
Oruro hat. Zu gleicher Zeit wurde in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, ein Buero des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes eroeffnet, und bolivianische Delegierte nahmen an den Konventionen des CIT
in Lima und Havanna teil.
Im Maerz stattete der Praesident des CIT, Bernardo Ibanez, Bolivien einen kurzen Besuch ab, um den Bolivianischen Gewerkschaftsbund
in meiner Aufgabe, eine einflussreiche demokratische Gewerkschaftsbewegung aufzubauen, zu unterstuetzen. Er verbrachte seinen Aufenthalt in Bolivien meist in Oruro, wo er mit Fuehrern des CBT und der
Lokalgewerkschaft von Oruro (Federacion Obrera Sindical Departmental
de Oruro) zusammentraf. Diese Organisation, die in enger Zusammenarbeit mit den bolivianischen Freunden des CIT steht, ist eine alte
Vereinigung, zu der ausser einigen Bergarbeitern auch Baecker,
Druckereifacharbeiter und andere Handwerker der Provinz Oruro gehoeren. Sie war noch bis vor kurzem dem kommunistisch orientierten
C3TB angegliedert, widersetzte sich jedoch den Kommunisten, als
diese die Gewerkschaft voellig in ihre Hand bekommen wollten, und
v/andte sich dem CIT zu. Mehrere Funktionaere der Federacion Obrera
Sindical Departmental de Oruro sind Mitglieder des Exekut'ivausschusses des dem CIT angeschlossenen CBT.
Nach mehreren Besprechungen, die Praesident Ibanez in herzlichem Einvernehmen mit Fuehrern des CBT und der Gewerkschaft von Oruro
fuehrte, einigte man sich auf einen Aktionsplan. Man vereinbarte,
drei Bezirkssekretariate fuer den Norden, den Sueden, und den zentralen Teil des Landes zu schaffen, die in La Paz, Olluni und in
Oruro ihren Sitz haben sollen. Der CBT selbst wird weiterhin in
Oruro verbleiben, die Organisation wird jedoch in erster Linie den
Bezirksvereinigungen als Funktion zufallen. Besondere Aufmerksamkeit
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�wird auf die Organisierung der Eisenbahnarteiter und der Bergleute
gelegt werden, um sie in den CBT aufzunehmen, waehrend in La Paz die
Hauntarbeit der Wiedergewinnung der staedtischen Industriearbeiter
gelten soll.
Es wurde vereinbart, eine Reihe Bezirkskonferenzen in den verschiedenen Teilen Boliviens abzuhalten, um auf diese Weise alle demokratisch eingestellten Gewerkschaften miteinander in Fuehlung zu
bringen und den Grundstein fuer einen nationalen Kongress des CBT
zu legen. Eine solche nationale Zusammenkunft findet statt, sobald
die Voraussetzungen gegeben sind, um die nationale Organisation auf
einer sicheren Grundlage aufzubauen.
Man hofft, dass der Besuch des Praesidenten Ibanez den bolivianischen Arbeitern einen starken Auftrieb in ihren Bestrebungen zur
Errichtung einer demokratischen, unpolitischen Gewerkschaftsbewegung
gegeben hat.' Bevor Praesident Ibanez das Land verliess, hatte er
eine Unterredung mit dem Arbeitsminister Boliviens, Dr. Ernesto
Monas t-erio, in der er zum Ausdruck brachte, dass die Arbeiter mit den
Einschraenkungsbestimmungen der gewerkschaftlichen Taetigkeit nicht
einverstanden seien, die die Regierung unter dem "Belagerungszustand"
erlassen hatte.
Inter-American Labor News
V/1950
PROBLEME UM DIE BESCHAEFTIGUNG AELTERER ARBEITSKRAEFTE
Diese Zeilen sind ein Ausschnitt aus der Rede des Beauftragten fuer
Arbeitsstatistik im U.S.-Arbeitsministerium, Evan Clague, die er
vor der Zweiten Generalkonferenz der Nationalen Konferenz fuer
Soziale Arbeit in Atlantik City gehalten hat.
In Bezug auf die aelteren Arbeltskraefte haben sich fuer die Vereinigten Staaten Probleme ergeben, die durch schon seit mehreren Jahrzehnten bestehende Tendenzen aufgezeigt werden. Dies ist vor allem auf
das steigende Verhaeltnis der Zahl der Aelteren zu der der Gesamtbevoelkerung zurueckzufuehren. Im Jahre 1900 hatten nur 4$ der Bevoelkerung das 65. Lebensjahr erreicht. Nach Beendigung der Zaehlung im
Jahre 1950 werden wir wahrscheinlich feststellen koennen, dass sich
dieser Prozentsatz fast verdoppelt hat. Das bedeutet in Zahlen, dass
aus 3 Millionen im Jahre 1900 etwa 11 Millionen im Jahre 1950 geworden
sind. Es ist zu erwarten, dass diese Altersgruppe sowohl zahlenmaessig
als auch im Verhaeltnis zur gesamten Bevoelkerung weiterhin ansteigen
wird.
Damit hat sich fuer uns das Problem der Altersversorgung jener
Buerger ergeben, die sich ihren Lebensunterhalt nicht mehr durch eigene
Arbeit verdienen koennen. Das Problem wird noch dadurch erschwert, dass
die Beschaeftigungsmoeglichkeiten fuer Leute ueber 65 Jahre staendig
geringer werden. Im Jahre 1900 wuenschten etwa zwei Drittel aller Arbeiter, die ueber 65 Jahre alt waren, weiterzuarbeiten und sich ihren
Lebensunterhalt selbst zu verdienen; nur ein Drittel hoerte mit der
Arbeit aus eigenem Entschluss auf. 1940 waren nur noch 43# dieser
ueber 65 Jahre alten Leute zur Arbeit bereit - und davon waren nicht
einmal alle erwerbstaetig. Waehrend des Krieges stieg diese Zahl auf
etwa 50£ an, 1919 war sie jedoch wieder auf 46$ gefallen. Auf weite
Sicht gesehen, wird sie noch weiter sinken, wobei sich diese Tendenz
in den kommenden Jahren noch staerker bemerkbar machen wird.
Inzwischen hat die U.S. Regierung zahlreiche Massnahmen ergriffen,
um dieses Problem zu loesen. Es bestehen Altersversorgung, bundesstaatliche Altersversicherung, Pensionsplaene in der Industrie, Pensionsnlaene der Gewerkschaften, Tarifverhandlungsplaene, Lebensversicherungsrenten, private Sparplaene und andere traditionelle Methoden
nebeneinander. Es bleibt keine Zeit, sich an dieser Stelle mit dem
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�Grundproblem zu befassen. Notwendig ist jedoch., auf die Tatsache hinzuweisen, dass noch kein umfassendes Programm geschaffen worden ist,
das, sowohl vom sozialen als auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus
gesehen, voll befriedigend waere. Der Kongress der Vereinigten Staaten
arbeitet augenblicklich an einer grundlegenden Revision des bundesstaatlichen Systems, der Alters- und Hinterbliebenenversicherung. Nachdem diese Arbeit beendet sein wird, duerfte die Lage fuer die Aelteren
besser werden; es wird jedoch noch weit mehr getan werden muessen. In
den Vereinigten Staaten ist dies tatsaechlich eines der dringlichsten
Probleme, denen sich das amerikanische Volk gegenuebersieht. Zweifellos wird ihm im Verlauf der kommenden Jahre in zunehmendem Masse die
oeffentliche Aufmerksamkeit zuteil werden.
Eine zweite Phase dieses Programms verdient es ebenfalls, beachtet
zu v/erden, obwohl sie erst in einigen Jahren akut werden wird. Es
handelt sich um das Problem der aelteren arbeitenden Bevoelkerung der Maenner und Frauen zwischen 45 und 64 Jahren. Auch hier ist eine
vorausschauende Politik notwendig, um die Probleme, die sich in diesem
Fragenkomplex ergeben werden, rechtzeitig zu erkennen, damit rechtzeitig Massnahmen ausgearbeitet werden koennen.
- 16 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG,
APO 757

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�Internationale

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Di« folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
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Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 15

Frankfurt, 16. Juni 1950

I N H A L T S H R

Z E I CHNIS

Die Loehne in der amerikanischen Damenoberbekleidungsindustrie - - - - - - - - - - l
Sine Million Dollar fuer den Werbefeldzug einer
amerikanischen Gewerkschaft - - - - - - - 3
Die erste Konferenz des Exekutivausschusses des
ICFTU in Bruessel - - - - - - - - - - - - 4
CIO fordert Massnahmen zur Bekaempfung der
Arbeitslosigkeit - - - - - - - - - - - - - ,
8
AFL fordert Staerkung Deutschlands - - - - - - 10
CIO-Schulungskurse fuer Spitzenfunktionaere - 12
Der Kampf gegen unzureichende Frauenloehne - - 13
Praesident Truman spricht der Bekleidungsarbeitergewerkschaft des CIO seine Anerkennung
aus - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 4
Arbeiterschaft und Kalter Krieg
-------14
Spitzengehaelter in der amerikanischen Stahlindustrie - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 6

DIE LCEHNE IN DER AFRIKANISCHEN DAMEN Cß ERB EKLE IDUNGSINDUSTRIE
In elf von zwoelf Zentren der U.S.-Bekleidungsindustrie betragen
die durchschnittlichen Stundenloehne der Arbeiter in der Damenmaentelund -kostuemherstellung mehr als 1.50 Dollar. (Bei dieser Feststellung
sind nur Betriebe mit mehr als acht Arbeitskraeften beruecksichtigt).
Die Stundenloehne variieren im Durchschnitt zwischen 1.17 Dollar (in
Kansas City) und 2.60 Dollar (in Los Angeles). New York und Chikago
mit Druchrchnittstarifen von 2.27 bzw. 2.05 Dollar sind ausser Los
Angeles die einzigen Staedte, in denen die durchschnittlichen Stundenloehne zwei Dollar ueberschreiten. Ueberstunden und Nachtarbeit sind
in diesen Ziffern nicht beruecksichtigt.
Maenner, die fast die Haelfte aller Arbeitskraefte ausmachen,
verdienen wesentlich mehr als Frauen. In elf Staedten liegen die Unterschiede in den Stundenloehnen fuer Maenner und Frauen zwischen 52 Cents
- 1-

�(Baltimore) und 1.45 Dollar (Los Angeles). In Kansas City mit dem
kleinsten Prozentsatz an maennlichen Arbeitskraeften (15%) verdienen
diese im Durchschnitt 22 Cents mehr in der Stunde als Frauen. In
neun von zwoelf der Erhebung zugrundegelegten Staedten belaufen sich
die durchschnittlichen Stundenloehne fuer Maenner im Schnitt auf mindestens 2 Dollar; an Frauen dagegen werden in sieben Staedten durchschnittliche Stundenloehne in Hoehe von 1.50 Dollar oder mehr gezahlt,
sie sind jedoch in keiner Stadt hoeher als 1.95 Dollar.
Fast 40% der Betriebsangehoerigen in den Erhebungsstaedten sind
Maschinennaeher und -naeherinnen. Diese werden wiederum in zwei Hauptgruppen unterteilt. Die erste Gruppe verrichtet typische Fliessbandarbeit, d.h. jede Arbeitskraft ist auf eine bestimmte Taetigkeit spezialisiert; die Maschinennaeher der zweiten Gruppe hingegen erledigen
mehrere Arbeitsgaenge hintereinander. Die Stundenloehne der letzteren
Gruppe liegen mit Ausnahme von Kansas City in allen Staedten, in denen
die Erhebung durchgefuehrt wurde, unter 2 Dollar, so in Paterson, New
Jersey, 1.67 Dollar und in Newark-Jersey City 1.99 Dollar. In den
anderen Staedten, wie San Franzisko und Los Angeles, belaufen sich die
Durohschnittsstundenloehne auf 2.10 bzw. 3.29 Dollar. Die Loehne der
typischen Fliessbandarbeitskraefte dagegen liegen in den Staedten, in
denen es beide Arten des Maschinennaehers gibt, um Betraege von 5 Cents
bis zu 1.24 Dollar unter den Stundenloehnen der Einzelarbeiter. (St.
Louis 1.23 Dollar, Los Angeles 2.29 Dollar).
In der Haelfte der Bezirke, die in dieser Erhebung beruecksichtigt
sind, verdienen die Handnaeher (Fertignaeher), die die zahlenmaessig
groesste Einzelgruppe in dieser Industrie bilden, 1.50 Dollar je Stunde
und mehr. Die niedrigsten Loehne werden diesen Arbeitskraeften in
Kansas City (1.04 Dollar) und in St. Louis (1.17 Dollar) gezahlt, waehrend sie in Los Angeles und New York Hoechsttarife von 2.02 bzw. 2.13
Dollar beziehen.
In der Gruppe der Zuschneider (AufZeichner und Ausschneider) und
Buegler (Buegler und Presser), in der in erster Linie maennliche Arbeitskraefte taetig sind, finden sich die bestbezahltesten dieser Industrie. In neun von 12 Staedten ueberschreitet der Stundenlohn der
Zuschneider den Betrag von 2 Dollar, sie bewegen sich in allen Zentren
zwischen 1.56 Dollar in Kansas City und 3.34 Dollar in Los Angeles.
In sechs von elf Staedten' sind die Loehne fuer Handbuegler und in neun
von elf Staedten die Loehne fuer Maschinenbuegler (Presser) hoeher als
2.00 Dollar. Fuer Arbeiter, die sowohl mit der Hand als auch mit der
Maschine buegeln, liegen sie in neun von zehn Staedten über dieser
Grenze. In vier von neun Erhebungsstaedten, in denen es alle drei Arten der Bueglertaetigkeit gibt, erhaelt die dritte Gruppe die hoechsten
Durchschnittsloehne.

Die Stundenloehne der Fadenzieherinnen sind in allen Staedten (ausser in Kansas City) die niedrigsten saemtlicher Berufsgruppen der Damenoberbekleidungsindustrie. Sie bewegen sich zwischen 66 Cents (St. Louis!
und 1.19 Dollar (in Newark-Jersey City).
Von den 61.000 Arbeitern, die In der Damenmaentel- und -kostuemeindustrie in den 12 Erhebungsstaedten taetig sind, arbeiten 37.000 in
New York und 9.000 in den angrenzenden Gebieten von Newark-Jersey City
und Paterson. In New York liegen die Stundenloehne saemtlicher Berufsgruppen dieser Industrie mit Ausnahme der Fadenzieherinnen, die durchschnittlich 98 Cents verdienen, ueber dem 2 Dollar-Stundenlohneatz.
Grundsaetzlich werden in New York in Privatbetrieben hoehere Loehne
gezahlt als in Vertragsfirmen. Die Durchschnittsloehne der Arbeiter,
die bei Vertragsfirmen in Newark-Jersey City und Paterson beschaeftigt
sind, liegen im allgemeinen unter denen der Arbeiter, die bei Vertragsfirmen der Stadt New York taetig sind. Was die anderen Erhebungsstaedte
betrifft, so werden in Los Angeles die hoechsten und in Kansas City
die niedrigsten Loehne gezahlt.
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�Ein Vergleich der Loehne von 1949 mit denen des Jahres 1946 ergibt, dass sie sich bei der Haelfte der zwoelf Staedte um ueber 10%
durchschnittlich erhoeht haben. Ein leichtes Absinken der Loehne,
das in einer der Staedte festgestellt wurde, bedeutet nicht, dass die
Lohntarife gesenkt wurden, sondern ist wahrscheinlich auf Veraenderungen des Arbeitsganges und aehnliche andere Faktoren als Folge des
Leistungsprinzips in der Bezahlung zurueckzufuehren.
Der weitaus groesste Teil der Bekleidungsarbeiter in den Erhebungsstaedten steht mit der Internationalen Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft (AFL) unter Vertrag.
Gemaess den Bestimmungen der Gewerkschaftsvertraege leisten die
Unternehmer in den meisten Erhebungsstaedten finanzielle Zuwendungen,
die einen bestimmten Prozentsatz ihrer Lohnlisten ausmachen, an die
von den Gewerkschaften verwalteten Gesundheits- und Wohlfehrtskassen,
aus denen die Gewerkschaftsmitglieder Urlaubsgelder beziehen. Die Hoehe
dieser Zuwendungen und die Bedingungen, unter denen Urlaubsgelder gewaehrt werden, sind verschieden. In New York, Newark-Jersey City und
Paterson betragen die Zuwendungen der Unternehmer an die unter den Gewerkschaftsvertrag fallenden Arbeitskraefte 3 1/2% der woechentlichen
Iohnlistenbetraege. Arbeiter, die sechs Monate Gewerkschaftsmitglied
sind, haben Anspruch auf Urlaubsgeld. Nach einem Jahr Mitgliedschaft
erhalten sie je nach der Art ihrer Beschaeftigung Betraege zwischen
35 und 50 Dollar, in New York betraegt der Hoechstsatz 60 Dollar. In
einigen Staedten ist die Hoehe des Urlaubsgeldes von dem Jahresverdienst des Arbeiters abhaengig. Auch Krankenunterstuetzungen, Sterbegelder und Krankenhausgebuehren werden aus den Gesundheits- und Wohlfahrtskassen der Gewerkschaft gezahlt.
Monthly Labor Review
11/1950
EINE MILLION DOLLAR FUER DEN WERBEFELDZUG EINER AMERIKANISCHEN GEWEHRr-CHAFT
Auf dem 38. Jahreskongress der Amerikanischen Gewerkschaft der
StrumpfIndustriearbeiter, der kuerzlich in New York eroeffnet wurde,
wurde ein Werbefeldzug zur organisatorischen Erfassung der Arbeiter der
Strumpfindustrie des Suedens der USA angekuendigt, dessen Kosten sich
auf eine Million Dollar belaufen werden.
Alexander McKeown, der Vorsitzende dieser Gewerkschaft, erklaerte,
dass man sich zum Ziel gesetzt habe, mindestens ein Drittel der schaetzungsweise 30.000 nichtorganisierten Arbeiter der suedlichen Strumpfindustrien in die Gewerkschaft aufzunehmen. Er wies darauf hin, dass
die nFabriken des
Nordens, in denen hoehere Loehne gezahlt wuerden, es
als unmoeglichn bezeichneten, mit den Unternehmern des Suedens zu
konkurrieren. Es wurde an Hand von Statistiken nachgewiesen, dass in
den Fabriken des Suedens mehr als 52% saemtlicher Arbeiter der Strumpfindustrie beschaeftigt sind. Die fuer diese Organisationskampagne zur
Verfuegung gestellte eine Million Dollar stellt etwa 40% des Vermoegens dieser Gewerkschaft dar.
Die Gewerkschaft der Arbeiter der Strumpfindustrie, die gegenwaertig etwa 35.000 Mitglieder zaehlt, wurde im Jahre 1948 aus der Textilarbeitergewerkschaft Amerikas (CIO) ausgeschlossen, weil sie sich geweigert hatte, einen erhoehten Kopfbeitrag zu zahlen, der durch eine
Abstimmung der Textilarbeitergewerkschaft beschlossen war. Ueber eine
neue Bewerbung dieser Gewerkschaft um eine Wiederaufnahme in die AFL
ist bis Jetzt noch nicht entschieden worden.
Weekly Labor News Digest
17/V/1950
- 3-

�DIE ERSTE KONFERENZ DES EXEKUTIVAUSSCHUSSES DES ICFTU IN BRUESSEL
Die erste Konferenz seit der Gruendungskonferenz in London des
Exekutivausschusses des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften
fand, wie angekuendigt, vom 25. - 27. Mai in Bruessel statt.
Folgende Mitglieder oder ihre Stellvertreter waren anwesend:
Afrika: Guy Rozemont (Mauritius); Asien und Mittlerer Osten:
E. Kato (Japan), K. Hedayat (Iran) und Frau M. Kara (Indien); England: Arthur Deakin und Sir V. Tewson; Europa: Leon Jouhaux (Frankreich), Eiler Jensen (Daenemark), Anton Proksch (Oesterreich) und
Giulio Pastore (Italien); Latein-Amerika: Bernardo Ibanez (Chile),
Hiüolito Marcano (Portoriko); Nordamerika: George Meany und Eimer
Cope (USA), Pat Conroy und Sam Finlay (Kanada); Westindien: Robert
Bradshaw (St. Kitts).
Den Vorsitz fuehrte der Praesident Paul Finet (Belgien); der Generalsekretaer J. H. Oldenbroek war von Amts wegen Mitglied des Exekutivausschusses.
Nachdem der Bericht des Generalsekretaers besprochen worden war,
einigte man sich darueber, dass die einzige Moeglichkeit, mit der
reichhaltigen Tagesordnung fertig zu werden, darin bestand, dass man
sich in zwei Unterausschuesse teilte und gleichzeitig arbeitete. Der
eine Unterausschuss sollte sich mit organisatorischen und finanziellen
Problemen befassen, waehrend der andere die Aufgabe hatte, Fragen der
einzuschlagenden Politik zu besprechen. Die Ergebnisse dieser Diskussion wurden spaeter dem gesamten Exekutivausschuss berichtet. Die
BesDrechungen wurden natuerlich dadurch betraechtlich in die Laenge
gezogen, da einzelne Teilnehmer zu Punkten Stellung nahmen, die von
dem anderen Unterausschuss bearbeitet worden waren, an dessen Sitzungen sie nicht teilgenommen hatten.
Wie es in einer demokratischen Organisation nicht anders erwartet
werden kann, wurde eine umfassende Einstimmigkeit erst nach einem sehr
offenen Meinungsaustausch erzielt. Der Vorsitzende Paul Finet dankte .
den Delegierten fuer ihre Geduld, mit der sie die ausserordentlich
reichhaltige Tagesordnung erledigten, und erklaerte, dass der zeitweilig lebhafte Meinungsaustausch ein Beweis fuer die Aufrichtigkeit sei,
mit der sie ihre Verpflichtungen denen gegenueber einloesten, die sie
zu vertreten hatten. Im Namen des Exekutivausschusses dankte er dem
Generalsekretaer und dem Sekretariat fuer die schwere Arbeit, die sie
bei der Vorbereitung dieser Konferenz zu leisten hatten.
Es wird unvermeidlich sein, dass einige der in dieser Konferenz
des Exekutivausschüsses gefassten Beschluesse erst nach einiger Zeit
wirksam werden koennen. Andere Entscheidungen wiederum werden sehr
schnell zu verwirklichen sein. So wird z.B. das Abkommen, das der
Internationale Bund Freier Gewerkschaften in bezug auf seine Haltung
zum Schuman-Plan getroffen hat, in allernaechster Zukunft zweifellos
zu gemeinsamen, internationalen Bemuehungen fuehren, um die Gewerkschaften bei der Festlegung der kuenftigen Wirtschaftspolitik in entscheidender Weise mitreden zu lassen. In eine demokratische Organisation die Einheit des Wollens zu bringen - nicht die vorgetaeuschte Einheit einer totalitaeren Einrichtung - ist keine leichte Aufgabe. Der
Exekutivausschuss hat jedoch bewiesen, dass es moeglich ist. Es kann
deshalb voller Zuversicht einer weiteren Staerkung des demokratischen
Gewerkschaftswesens, vor allem in den wirtschaftlich rueckstaendigen
Gebieten der Welt, entgegengesehen werden. Die Arbeiterschaft ist diesem Ziele einen grossen Schritt naehergekommen, das in der wirksamen
Beteiligung der Gewerkschaften an der Festlegung der Sozial- und Wirtschaftspolitik auf nationaler und internationaler Ebene besteht.
4 -

�Eine der bedeutendsten organisatorischen Fragen, die vom Exekutivausschuss behandelt wurden, war die der regionalen Organisation. Ein
diesbezueglicher, vom Sekretariat abgefasster Bericht zeigte auf, was
seit dem Beschluss des Londoner Kongresses unternommen worden war, der
die Errichtung regionaler Organisationen des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften in verschiedenen Gebieten der 7/elt vorsah. Das
Sekretariat hatte ausserdem einen ersten Entwurf ueber die Richtlinien
fuer die regionalen Sekretariate ausgearbeitet. In dieser Frage kam
der Exekutivausschuss zu folgendem Entschluss:
1.

Der Exekutivausschuss billigt die Einberufung einer regionalen Konferenz der Westlichen Hemisphaere fuer den Herbst 1950.
Der Generalsekretaer des ICFTÜ wird in Verbindung mit den in
Frage •kommenden nationalen Gewerkschaftszentren und dem Interamerikanischen Gewerkschaftsbund festlegen, zu welcher Zeit
und wo diese Konferenz stattfinden soll.

2.

Er beauftragt die Fern-Ost-Mission, sich mit allen Gesichtspunkten des Problems der regionalen Organisation in Asien zu
beschaeftigen und der naechsten Konferenz des Exekutivausschusses darueber zu berichten.

3.

Der Ausschuss beauftragt den Generalsekretaer, mit den nationalen Zentren in Europa zu besprechen, ob es ratsam sei, eine
regionale Konferenz fuer Europa einzuberufen, bejahendenfalls
die Vorbereitungen fuer eine solche Konferenz zu treffen.

4.

Der Exekutivausschuss stellt dem Notfall-Ausschuss die Aufgabe, den ersten Entwurf ueber die Richtlinien fuer regionale
Sekretariate zu ueberpruefen und dabei Vorschlaege und Abaenderungen in Betracht zu ziehen, die von Mitgliedern des Exekutivausschusses beantragt werden koennen.

Im Verlauf der Konferenz konnte der Generalsekretaer die Zusammensetzung der Delegation des ICFTU fuer den Fernen Osten bekanntgeben.
ürspruenglich sollte die Delegation aus vier Vertretern bestehen:
einem englischen, einem amerikanischen, einem skandinavischen und einem
Delegierten jener Gebiete, in die die Delegation geschickt werden soll.
Infolge zahlreicher technischer Schwierigkeiten musste die urspruengliche Zusammensetzung geaendert werden, und die Delegation wird nun aus
folgenden Mitgliedern bestehen: Gordon Chapman vom Amerikanischen Gewerkschaftsbund (AFL), John Brophy, CIO, und Fred Dalley vom Britischen
Gewerkschaftsbund TUC. Ein weiteres Mitglied wird nach Ruecksprache mit
den Gewerkschaftszentren Skandinaviens und Belgiens ernannt werden.
Die Delegation soll in Bruessel zusammenkommen und vor ihrer Abreise ihren Reiseplan und des bereits zur Verfuegung stehende Dokunentenmaterial ueberpruefen. Bei ihrer «nkunft im Fernen Osten wird sich ihr
das von den nationalen Gewerkschaften Asiens ernannte Mitglied anschliessen.
Man wird sich erinnern, dass eine Delegation als Vertreterin der
Internationalen berufssekretariate an der Konferenz des Notfall-Ausschusses des ICFTÜ teilgenommen hat und dass eine Zusammenarbeit zwischen dem ICFTU und den Internationalen Berufssekretariaten sowie eine
gegenseitige Vertretung der betreffenden Organisationen in ihren Konferenzen und amtierenden KoerperSchäften vereinbart wurde.
Diese Abkommen wurden in einer Vollkonferenz der Internationelen
berufssekretariate im Haag bestaetigt. Der Exekutivausschuss konnte
sie jetzt endgueltig ratifizieren, woraus sich ergibt, dass die Internationalen Berufssekretariate ihre Selbststaendigkeit beibehalten und
- 5-

�gleichzeitig mit dem ICFTU eine vereinigte internationale Gewerkschaftsbewegung bilden. Der Vorsitzende brachte die Genugtuung des Exekutivausschusses ueber dieses Abkommen zum Ausdruck und hiess die beiden
Vertreter der Internationalen Berufssekretariate, Omer Becu und M. C.
Bolle, willkommen, die daraufhin, wie vereinbart, an den Sitzungen
des Ausschusses teilnahmen.
Auch die Frage, wie stark die einzelnen Internationalen Berufssekretariate im Kongress des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften vertreten sein sollen, wurde geklaert. Danach entsenden die
Internationalen Berufssekretariate mit einer Mitgliederzahl bis zu
einer Million je 1 Delegierten, bei einer Mitgliedzahl, die zwischen
einer und drei Millionen liegt, zwei Delegierte und Berufssekretariate
mit mehr als drei Millionen Mitglieder dvei Delegierte. •
Im Verlauf der Konferenz traf ein Unterausschuss mit Delegierten
ftes Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses fuer das Europaeische
Hilfsorogramm zusammen. Die Delegation setzte sich zusammen aus E.
Kupers, M. Bouladoux, Sir Vincent Tewson und Walter Schevenels.
Auf der Konferenz der Gewerkschaftsorganisationen der ERP-Teilnehmerstaaten in Rom war vereinbart, dass Vertreter des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses mit dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften die Frage eroertern sollten, ob der Internationale Bund Freier
Gewerkschaften die Verwaltung und Leitung des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses uebernehmen soll, der sein Verbindungsbuero in Paris
hat. Der Unterausschuss war uebereinstimmend der Meinung, dass der
Internationale Bund Freier Gewerkschaften diese Funktionen uebernehmen
soll. Die Hauptfrage, die noch einer Erledigung bedurfte, war der Zeitpunkt, an dam dies geschehen soll.

Man wurde sich deshalb im Exekutiveusschuss darueber einig, dass
der Internationale Bund Freier Gewerkschaften die Funktionen des Verbindungsbueros des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses uebernehmen,
und dass diese Uebernahme moeglichst noch vor Ende dieses Jahres stattfinden soll. In der Zwischenzeit soll zwischen dem Sekretariat des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (ICFTU) und dem Verbindungs
buera des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses in Paris (TUAC) eine
moeglichst enge Zusammenarbeit durchgefuehrt werden.

Ein grosser Teil der Besprechungen ueber die Beziehungen zu den
Vereinten Nationen war der Eroeffnung eines Bueros des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften in New York gewidmet. Dies war im Prinzip
schon auf der Konferenz des Notfall-Ausschusses vereinbart worden. Der
Generalsekretaer nahm waehrend seines Besuches in den Vereinigten Staaten die Gelegenheit wahr, sich mit amerikanischen Gewerkschaftsfuehrern
ueber diese Frage zu unterhalten. Der Exekutivausschuss billigte die
bereits getroffenen Abmachungen, und man kam ueberein, dass der Internationale Bund Freier Gewerkschaften sein Buero in New York am 1.
Juli 1950 eroeffnen soll. Man erwartet, dass der Internationale Bund
Freier Gewerkschaften und der Internationale Transportarbeiterverband
die gleichen Bueroraeume in New York beziehen und gemeinsam arbeiten
werden. Hierzu bedarf es jedoch noch der endgueltigen Zustimmung des
Exekutivausschusses des Internationalen Transportarbeiterverbandes.
Man hofft ausserdem, dass sich andere internationale Berufssekretariate
an der Arbeit des New Yorker Bueros beteiligen v/erden, dessen Hauptaufgabe sein wird, die Beziehungen zu den Vereinten Nationen zu pflegen.
Ausserdem wird das New Yorker Buero fuer die V.'eltgewerkschaftsbewegung
in der westlichen Eemisphaere propagandistisch taetig sein.
Der Exekutivausschuss beschloss ausserdem, dass sich der Internationale Bund Freier Gewerkschaften an der Arbeit der Wirtschaftsau.^schuesse der Vereinten Nationen fuer Euroüa , Lateinamerika, Asien
und den Fernen Osten beteilie-en soll.
6

�Eine Reihe Gewerkschaftsorganisationen bewarben sich um die Mitgliedschaft im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften. Der Exekutivausschuss gab in diesem Zusammenhang nach eingehender Beratung
folgende Erklaerung ab:
Der Exekutivausschuss ist bestrebt, die Zusammenfassung aller
freien Gewerkschaftskraefte im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften in jedem Lande zu foerdern. Er begruesst deshalb die eingegangenen Bewerbungen und schlaegt die Aufnahme folgender Organisationen vor:
1. Union de Trabajadores de Colombia (Kolumbianischer Gewerkschaftsbund)
2. Confederacion nacional de Trabajadores (Mexikanischer Gewerkschaf tsb und)
3. New Zealand Föderation of Labour (Neuseelaendischer Gewerkschaftsbund) .
Bei der Behandlung der Bewerbung des italienischen Gewerkschaftsbundes Unione Italian'a del Lavoro, der erst kuerzlich gegruendet wurde,
beschloss der Exekutivausschuss, die Entscheidung ueber die Aufnahme
dieser Organisation bis zur naechsten Konferenz zu vertagen. Der Generalsekretaer wurde beauftragt, Erkundigungen und Beobachtungen Aber
die gewerkschaftliche Entwicklung in Italien anzustellen, um der naechsten Konferenz des Exekutivausschusses einen umfassenden Bericht vorlegen zu koennen.
Es laß weiter ein Bericht ueber die vom ICFTU einberufene Konferenz in Duesseldorf vor, auf deren Tagesordnung das Ruhrproblem und
die Neuordnung der Schwarindustrien Westeuropas standen. Auf der
Duesseldorfer Konferenz waren zwei Entschliessungen gefasst worden,
deren eine den Schuman-Plan zum Gegenstand hatte, waehrend in der
anderen zum Ruhrproblem und der europaeischen Schwerindustrie Stellung genommen wurde. Der Exekutivausschuss des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften gab zu den Ergebnissen der Duesseldorfer Konferenz folgende Erklaerung ab:
Der Exekutivausschuss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften befuerwortet und bestaetigt die in der Resolution zur Neuordnung der Ruhrindustrie und zur Bildung einer europaeischen Behoerde
fuer die Schwerindustrien zum Ausdruck gebrachten Grundsaetze. Im
Zusammenhang mit der Resolution zum Schuman-Plan
1.

erklaert er, dass die freien Gewerkschaften an einer rationalen Organisation der Schwerindustrie Westeuropas lebhaft
interessiert sind,

2.

fordert er eine angemessene Vertretung der freien Gewerkschaften in allen nationalen und internationalen Diskussionen, in
denen die Richtlinien und Einzelheiten zum Schuman-Plan ausgearbeitet werden,

3.

ernennt er einen Ausschuss, dem Vertreter der nationalen Gewerkschaftszentren und der an dieser Frage unmittelbar interessierten Internationale Berufssekretariate angehoeren, der
den Inhalt des Schuman-Planes im einzelnen ueberpruefen und
die Stellungnahme des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften zu diesem Flan formulieren soll.

Auf ein briefliches Ersuchen des Oesterreichischen Gewerkschaftsbundes hin befasste sich der Exekutivausschuss mit der Lage in Oesterreich und nahm folgende Entschliessung an:
Der Exekutivausschuss bestaetigt die Erklaerung des Notfall-Ausschusses zur Lage in Oesterreich, in der die Forderung der oesterreichischen Gewerkschaften auf sofortige Zurueckziehung saemtlicher Be- 7-

�satzungstrupoen und auf Wiederherstellung seiner Selbstaendigkeit
durch den Abschluss eines Staatsvertrages unterstuetzt wurde. Er ernennt eine Kommission, die Oesterreich in naechster Zukunft besuchen
und die Verhaeltnisse in diesem Lande pruefen Wird, die sich durch das
NichtZustandekommen eines Staatsvertrags ergeben haben.
Nach einer laengeren Aussprache ueber den vom Sekretariat ausgearbeiteten Bericht ueber Arbeitererziehung beschloss der Exekutivausschuss, es dem Notfall-Ausschuss zu ueberlassen, das Datum fuer die
vorgeschlagene internationale Gewerkschaftskonferenz ueber Erziehungsfragen festzulegen. Ausserdem soll der Notfall-Ausschuss nach Erhalt
weiterer vom Sekretariat eingeholter Informationen entscheiden, ob
eine einzige weltweite Konferenz oder eine Reihe regionaler Konferenzen ueber Erziehungsfragen abgehalten werden sollen.
Weiter beschloss der Exekutivausschuss, dass der Internationale
Bund Freier Gewerkschaften auf der Konferenz der UNESCO in Florenz vertreten sein soll.
In bezug auf den Vorschlag geeignete Ausbildungsmoeglichkeiten,
u.a. zwei Gewerkschaftsschulen im Fernen Osten zu schaffen, beauftragte
der Exekutivausschuss die Delegation des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften fuer Asien und den Fernen Osten, genauer diese Moeglichkeiten zu ueberpruefen und der naechsten Konferenz des Exekutivausschusses einen endgueltigen Vorschlag zu unterbreiten.
Auf Ersuchen des Schwedischen Gewerkschaftsbundes befasste sich
der Exekutivausschuss mit der Frage der Organisation der freiberuflich
Taetigen und der Techniker. Man beschloss, einen Sonderausschuss zu
bilden, der sich aus Vertretern der nationalen Gewerkschaftszentren
und der betreffenden Berufssekretaritte zusammensetzt, der dieses Problem studieren soll. In einem Bericht soll dieser Ausschuss seine
Feststellungen und Empfehlungen dem Exekutivausschuss in seiner nächsten Konferenz unterbreiten.

Der Exekutivausschuss kam ueberein, seine naechste Konferenz im
Oktober oder November 1950 abzuhalten. Nach einigen Diskussionen wurde
vereinbart, den angeschlossenen Organisationen vorzuschlagen, :inen Vollkongress des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften im Sommer 1951
abzuhalten.
Information Bulletin des
Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften
VI/1950
CIO FORDERT MASSNAHMEN ZUR BEKAEMPFUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT
Zu der Zeit, als dieses Programm des CIO verkuendet wurde, zeigte der
Bericht des US Statistischen Amtes von Mitte Mai, dass die Arbeitslosenziffer seit Mitte April um 500.000 zurueckgegangen und damit
auf 3.057.000, der niedrigsten Zahl seit April 1949, gesunken war.
Die Zahl der Erwerbstaetigen stieg von Mitte April bis Mitte Mai um
1.060.000 auf schaetzungsweise insgesamt 59.731.000 an. Dies ist
die hoechste Beschaeftigtenziffer seit August 1949. Sie liegt um
etwa 3.000.000 ueber dem saisonbedingten Tiefstand von Januar und
Februar. Die Zahl der nicht in der Landwirtschaft Beschaeftigten hat
den Stand aus dem Rekordjahr 1948 wieder erreicht; trotz der vermehrten Beschaeftigungsmoeglichkeiten ist es jedoch noch nicht gelungen,
die dem Arbeitsraarkt neu hinzugekommenen jungen Arbeitskraefte restlos zu beschaeftigen.
Philip Murray, der Praesident des CIO, sandte vor einiger Zeit an
den US Vizepraesidenten Alben W. Barkley, den Vorsitzenden der Demokra8 -

�tischen Partei im Senat, Scott Lucas, den Vorsitzenden der Demokratischen Partei im Repraesentantenhaus, John McCormick, und an den
Sprecher des Repräsentantenhauses, Sam Rayburn, folgendes Schreiben:
"Der CIO stellt mit wachsender Besorgnis fest, dass die Arbeitslosigkeit in vielen Gebieten der Vereinigten Staaten beunruhigende
Ausmasse angenommen hat. In ueber 40 Bezirken der Vereinigten Staaten
zaehlen die Arbeitslosen mehr als 12% aller Beschaeftigten. In mehr
als 80 Staedten hat die Arbeitslosenziffer 7 bis 12% der Beschaeftigtenzahl erreicht. Hierzu gehoeren die meisten groesseren Staedte der
Vereinigten Staaten, wie Boston, New-York, Philadelphia, Pittsburgh,
Detroit, St. Louis, Cincinnati, Cleveland, Baltimore, Los Angeles, San
Franzisko und viele andere. In nahezu 120 Staedten der Vereinigten
Staaten liegt das prozentuale Verhaeltnis der Arbeitslosenziffer zur
Zahl der Beschaeftigten ueber dem durchschnittlichen Prozentsatz.
"Es muss etwas unternommen werden zur Unterstuetzung dieser Arbeiter, die zum grossen Teil sohon lange arbeitslos sind. Der Praesident der Vereinigten Staaten hat bereits eine Botschaft ueber die Unterstuetzung der Arbeitslosen an den Kongress gesandt. Der CIO schliesst
sich dem Inhalt dieser Botschaft an und fordert den Kongress auf, unverzueglich die Unterstuetzung der Arbeitslosen zu erhoehen sowie den
Zeitraum, f-uer die sie gezahlt werden, zu verlaengern. Darueberhinaus
lege ich dem Kongress nahe, zur Unterstuetzung dieser in Not geratenen
Bezirke folgende Massnahmen zu ergreifen:
"1. Verlaengerung des Zeitraums, fuer den ArbeitsTosenunterstuetzungen gezahlt wird und zwar fuer Arbeiter jener Bezirke, in denen
eine Arbeitslosigkeit von 9% üeber 26 Wochen angedauert hat. Dadurch
koennen erwerbslose Arbeiter, denen es ohne eigenes Verschulden
nicht moeglich war, eine geeignete Beschaeftigung zu finden, weiterhin Arbeitslosenunterstuetzung beziehen.
n

2 . Erlass einer Notverordnung zur Aufnahme oeffentlicher Arbeifen. Die eingebrachte Gesetzesvorlage sieht einen Reservefonds fuer
Notfaelle in Hoehe von 1.800.000.000 Dollar vor, den der Praesident
einmal verwenden koennte, um verschiedene Vorhaben fuer oeffentliche
Arbeiten zu beschleunigen, zum andern, um Staaten und Gemeinden direkte
Kredite zu geben, mit denen sie selbst Arbeiten zur Behebung der Erwerbslosigkeit einleiten koennten.
"3. Wiedererrichtung der zivilen Hilfsdienste (Civilian Conservation Corps), wie sie in der Gesetzesvorlage Nr. 7463 des Repraesentantenhauses und der Vorlage Nr. 3144 des Senats vorgeschlagen wurden.
"Kit diesen drei Massnahmen kann die Lage sofort verbessert werden, in der sich jene Bezirke befinden, wo die Arbeitslosigkeit 7
bi=: 9$ ueberschritten hat. Ausser dem Erlass dieser Notverordnungen
muss das gesamte Programm des Fair Deal verwirklicht werden, wenn allen
unseren Arbeitern Beschaeftigungsmoeglichkeiten geboten werden sollen.
Mit Ruecksicht auf die ernste gegenwaertige Lage in bestimmten Bezirken
bitte ich Sie, diese Notmassnahmen sofort zu ergreifen.
"Wenn e3 uns nicht gelingt, den zahlreichen Bezirken mit hohen
Arbeitslosenziffern sofort zu helfen, wird dieses Problem bis zum Sommer und fruehen Herbst bedenkliche Ausmasse angenommen haben.
"Bei einer groesseren Arbeitslosigkeit in unserem Lande wird es
sehr schwer sein, unsere Aussenpolitik erfolgreich fortzusetzen und die
Vorteile der technischen Entwicklung dem amerikanischen Volke zugutekoimen zu lassen. Deshalb ist es dringend notwendig, etwas zur Unterstuetzung der 120 Bezirke zu tun, in denen die Arbeitslosigkeit einen
Stand von mehr als 7% erreicht hat.»
Mitteilung des CIO
IV/1950
- 9-

�AFL FORDERT STAERKUNG DEUTSCHLANDS
Per Exekutivrat des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL stellte
die Forderung, dass den deutschen und den anderen europaeischen Gewerkschaften in der Union der westeuropaeischen Kohle- und Stahlindustrie,
ueber die Aussenminister Acheson und die Aussenminister Frankreichs
und Englands beraten, eine Stimme gewaehrt wird.
Der Exekutivrat forderte ausserdem eine weitgehende Unterstuetzung und Staerkung der demokratischen Kraefte in Deutschland, um damit
allen kommunistischen Versuchen, Westdeutschland propagandistisch zu
erobern und es dann als Sprungbrett fuer die Beherrschung des uebrigen
Europas zu benutzen, einen Riegel vorzuschieben.
In bezug auf andere aussenpolitische Massnahmen forderte der Exekutivrat die in London zusammenkommenden Aussenminister auf, geeignete
Schritte zu unternehmen, um einen suedostasiatischen Verteidigungspakt,
aehnlich dem Atlantikpakt, zustandezubringen; er billigte die wirtschaftliche Unterstuetzung Jugoslawiens unter dem Regime Marschall
Titos.
Die Erklaerung zur "Krise in, Europa - Programm fuer Deutschland"
hat folgenden Wortlaut:
Oberste Voraussetzung fuer die Erhaltung des Friedens in Luropti
ist die endgueltige Abwehr aller kommunistischen Versuche, Westdeutschland in seinen Bjesitz zu bringen und damit die Sowjetherrschaft bis zu
einem Punkte auszudehnen, von dem aus die russische Willkuerherrschaft
Frankreich, Belgien, Holland und den uebrigen Kontinent erobern kann.
In diesem Zusammenhang ist es vor allem erforderlich, dass die
Vereinigten Staaten und seine demokratischen Verbuendeten Deutschland
gegenueber jegliche Politik fallen lassen, die eine Wiederholung des
Zweiten Weltkrieges zur Folge haben koennte. Heute ist es nicht die
deutsche Aggression, die die Sicherheit V/esteuropas und den Frieden und
Fortschritt der Welt bedroht, sondern es sind 175 bereitstehende russische Divisionen, von einer ungeheuren Luftwaffe und einem enormen
Reservoir an Arbeitern unterstuetzt, die von einem totalitaeren Regime,
das nach der Weltherrschaft strebt, ruecksichtslos ausgebeutet werden.
Der sowjetische Imperialismus verfolgt mit verdoppelter Energie
seine Plaene, das gesamte Deutschland in seine Gewalt zu bringen. Er
versucht, durch zeitweilige Blockaden, terroristische Demonstrationen
und bewaffnete Invasionen Berlin zu erobern. Moskau hat eine intensive
Propagandakampagne gestartet, die sich in erster Linie an alle antidemokratischen Kraefte wendet - fruehere Nazigrössen, ehemalige Offiziere
der Wehrmacht und die Kohlenmagnaten und Stahlbarone der Ruhr, die
Kitlers Machtergreifung und sein Kriegsprogramm finanzierten. Diesen
Feinden menschlicher Freiheit und Anstaendigkeit gaukeln die russischen
Kriegslords nun grossartige Versprechen sogenannter nationaler Einheit
und verlockender wirtschaftlicher Absatzmoeglichkeiten fuer die Erzeugnisse der westdeutschen Schwerindustrie vor.
Angesichts dieser verhaengnisvollen Entwicklung schlaegt der Exekutive t vor, dass die demokratischen Nationen ihre Deutschlandpolitik
einer eingehenden Ueberpruefung unterziehen, sie den neuen Verhaeltnissen anpassen und sie dann abaendern, wenn sie sich als nicht laenger
vertretbar erwiesen hat. "Wenn eine grundlegende Revision der Politik
Westdeutschland gegenueber vorgeschlagen wird, sollen natuerlich nicht
die grossen, bereits erzielten Erfolge, wie wirtschaftlicher Wiedereufbau, Wachsen der Gewerkschaftsbewegung und die Errichtung einer deutschen Bundesrepublik vergessen oder geschmaelert werden.
- 10 -

�Der Exekutivrat bringt ausserdem dem Hohen Kommissar John J.
"cCloy gegenueber seine Anerkennung darüeber zum Ausdruck, dass er
die Suspendierung der Gesetze ueber das Mitbestimmungsrecht in Hessen
und Wuerttemberg-Baden aufgehoben und das reaktionaere Beamtengesetz
sowie die Steuerprogramme blockiert hat. Es muss jedoch noch viel
getan werden, bevor die Demokratie in Deutschland gesichert ist.
In diesem Sinne sollte die Politik der Alliierten in Deutschland darauf ausgerichtet sein, die demokratischen Elemente - und besonders die Gewerkschaften - zu staerken und den gefaehrlichen Manifestationen des Chauvinismus, des Antisemitismus, des Nazismus und
der totalitaeren Methoden ein Ende zu machen.
Den Interessen der europaeischen Demokratie und Sicherheit wird
weit mehr gedient sein, wenn die Vorbedingungen zu diesen Uebeln beseitigt werden, nicht jedoch die Bonner Verfassung von Zeit zu Zeit
d?m Vetorecht der Alliierten Hohen Kommission unterstellt wird, um
schwerwiegende Fehler wiedergutzumachen. Ausserdem schwaecht die
Methode, sich mit unangenehmen Folgen zu befassen, anstatt ihre Ursachen zu beheben, die Entwicklung einer gesunden, unabhaengigen und
demokratischen Autoritaet in Deutschland.
Angesichts dieser schweren internationalen Krise und der dringenden Notwendigkeit, die bereits erzielten Erfolge zu festigen und die
Grundlagen der Demokratie in Deutschland zu staerken, damit sie ihren
nicht unbedeutenden Beitrag zur Erhaltung der Freiheit und des Friedens
leisten kann, schlaegt der Exekutivrat der US-Regierung folgendös vor:
1. Alle Demontagearbeiten muessen eingestellt werden. Alle Bestimmungen, die die Wirtschaftstaetigkeit einschraenken, wie die Beschraenkung der Stahlproduktion und des Schiffbaus, muessen aufgehoben
werden. Dies ist umso dringlicher, als das Arbeitslosenproblem in
Y/estdeutschland immer schwerwiegender wird.
£. Bis zu der Zeit, da das deutsche Volk selbst die volle Verantwortlichkeit und die Macht uebernehmen wird, muss das Kontrollratsgesetz Nr. 75 unveraendert in Kraft bleiben. Den deutschen Gewerkschaften muss eine Vertretung im Treuhaenderrat der Kohleindustrie gewaehrt werden, wie es bereits im Treuhaenderrat der Stahlindustrie der
Fall ist. Dieses Gesetz hat, obwohl es mit einigen Fehlern behaftet
ist, den frueheren gigantischen Machteinfluss der Industrie- und Finanzmagnaten in Schach gehalten, die den Nazis zur Macht verhalfen und
Hitlers Terror und Kriegsmaschinerie finanzierten. Dieses Gesetz darf
nicht in einer V/eiste abgeaendert werden, die das Erreichte unterminieren oder zunichte machen koennte. M n e derartige Revision wuerde eine
Gefahr för die Freiheit und Sicherheit nicht nur des deutschen Volkes,
sondern auch der anderen Nationen Europas bedeuten.
3. Das Ruhrstatut muss grundlegend geaendert werden, damit es
seinen einseitigen Charakter verliert. Der Lebensstandard des deutschen Volkes muss von dessen eigenen Bemuehungen und Leistungen und
nicht von den einschraenkenden Bestimmungen oder grosszuegigen Gaben
und Unterstuetzungen anderer Maechte abhaengig sein. Ausserdem muss
die Ruhrbehoerde offiziell und grundsaetzlich nur als ein erster
Schritt zur Schaffung einer allgemeinen europaeischen Behoerde proklamiert werden, die befugt sein muss, eine aehnliche Kontrolle ueber die
Kohle-, Eisen- und Stahlindustrien Nordwesteuropas auszuueben. Gemaess
den Vorschlaegen des Internationalen Gewerkschaftskomitees fuer die
Ruhr muss den Gewerkschaften eine angemessene Vertretung in der Verwaltung des Ruhrstatuts und in allen anderen aehnlichen noch zu errichtenden Behoerden eingeraeumt werden.
4. Die Wirtschaft des deutschen Bundesgebietes muss in das westauropaeische Wirtschaftsleben im Rahmen der OEEC oder anderer inter- 11 -

�nationaler Organisationen, die auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit
aufgebaut sind, eingegliedert werden.
5. Die Vielzahl der Sicherheitsbehoerden in Westdeutschland,
die sich in ihren Funktionen gegenwaertig ueberschneiden, muessen
durch eine einzige Organisation ersetzt werden, die reine Sicherheitsfunktionen auszuueben hat.
6. Durch ein Abkommen mit der deutschen Bundesregierung muss
Frankreichs Versorgung mit Saarkohle gesichert werden, und zwar in einem Umfang wie Frankreich sie benoetigt. Als der traditionelle Traeger der Demokratie in Europa braucht und darf Frankreich nicht ein
undemokratisches Regime an der Saar aufziehen, um auf diese Weise
in den Besitz dieser &amp;ohle zu kommen.
7. Die deutsche Bundesrepublik muss als souveraener Staat anerkannt und in die Gemeinschaft der freien Nationen aufgenommen werden.
Dabei hat sie alle Verantwortlichkeiten und Pflichten zu teilen, aber
sie muss auch in den Genuss der Rechte und Vorteile einer solchen Vereinigung kommen. Es gibt keinen anderen Weg, um dem deutschen Volke
das Gefuehl der Solidaritaet mit den westlichen Demokratien zu geben,
und dafuer zu sorgen, dass alle russischen Manoever und Machenschaften
abgewiesen werden, die dieses Land zu einem sogenannten, neutralen
oder einfach zu einem neuen Satelliten der sowjetischen Willkuerherrschaft machen sollen.
8. Das jetzige Besatzungsstatut muss durch einen vorlaeufigen
Friedensvertrag ersetzt werden.
9.

Westberlin

muss ein Teil der deutschen Bundesrepublik sein.

10. Die Streitkraefte der Vereinigten Staaten und ihrer demokratischen Vefbuendeten werden gemaess den Bestimmungen des oben erwaehnten, von beiden Partnern gebilligten Friedensvertrages in Deutschland
bleiben muessen, um dieses Land in seinem Abwehrkampf gegen die russische Aggression und die kommunistischen Quislinguebergriffe auf seine
Souveraenitaet zu unterstuetzen.
w

Weekly News Service" der AFL
4020/V/1950

CIO-SCHULUNGSKURSE FUER SPITZENFUNKTICNAERE
In diesem Sommer werden unter der Schirmherrschaft der CIO, Referat Bildung und Forschung, in Zusammenarbeit mit den ClO-Vorstaenden
der einzelnen Staaten und den internationalen Gewerkschaften zwoelf
einwoechige Ausbildungskurse fuer solche Mitglieder des CIO abgehalten
werden, die berufen sind, Spitzenpositionen in der Gewerkschaft zu bekleiden.
Das Programm dieses Jahres, das das vierte dieser Art ist, wird
in der Rocky-Mountain-Schule (Estes Park, Colorado) im Juni beginnen
und bis zum Monat Oktober laufen.
Der fuer den 9.-15. Juli in Kimmswick vorgesehene Schulungskurs
fuer Fortgeschrittene, in dem die Ausbildung fuer das politische Aktionskomitee betont werden wird, stellt eine neue Entwicklung in dem
erweiterten Programm des CIO fuer diesen Sommer dar. Zugelassen werden
Mitglieder des CIO, die vorher an einem allgemeinen Funktionaerausbildungskurs teilgenommen haben. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt,
alle Schueler muessen als Delegierte ihrer Lokalgewerkschaften oder
ihrer Vorstaende kommen.
- 12 -

�Das Sommerschulprogramm steht unter der Leitung des Direktors x
des CIO-Referats fuer Erziehung, George Guernsey. Abgesehen von einigen Abweichungen, die durch die besonderen Verhaeltnisse in einzelnen Gewerkschaften in den verschiedenen Staaten bedingt sind, ist
das Programm im gründe fuer alle Schulen gleich.
Es sieht fuer den Vormittag Diskussionen ueber Gewerkschaftsgeschichte, Yollbeschaeftigung, wirtschaftliche und oeffentliche Beziehungen und aehnliche Themen vor, fuer den Nachmittag steht auf dem
Lehrplan "Studien an Hand praktischer Beispiele."
Waehrend dieser Zeit stellen die Schueler z.B.. Umfragen bei Bauern an, kommen dann zusammen und diskutieren die Ergebnisse dieser
Umfragen. Wichtig ist, dass die Lehrgangsteilnehmer ueber die Einzelheiten der Umfrage nicht zu den Bauern sprechen, sondern die Einstellung der Bauern zu bestimmten aufgeworfenen Fragen selbst herausfinden
sollen.
Allabendlich finden dann Diskussionen ueber wichtige ProgrammDunkte und Resolutionen des CIO statt, an denen im Dienste dieses Programms taetige CIO-Fuehreri_teilnehmen.
Philipp Murray, der Praesident des CIO, forderte die Lokalgewerkschaften und Vorstaende des CIO auf, sich dieses Programm zunutze zu .
machen, und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass "die Lehrgangsteilnehmer der CIO-Kurse all das, was sie gelernt haetten, in ihre
Lokalgewerkschaften mitnehmen moegen, um eine starke demokratische Gewerkschaftsbewegung aufzubauen, die notwendig ist, um ein starkes demokratisches Amerika zu schaffen."
The CIO News
V/1950
DER KAMPF GEGLN UNZUREICHENDE FRAUENLOLENE
Der CIO brachte in einer Erklaerung an den Kongre3s offen zum
Ausdruck, dass weibliche Arbeitskraefte die gleiche Bezahlung wie
maennliche Arbeiter verdienen, wenn sie die gleiche Arbeit leisten.
Frau Helen Blanchard vom Verband der Bekleidungsarbeiter (Amalgamated Clothing Workers) erklaerte vor dem Komitee fuer Arbeitsfragen
des Repräsentantenhauses:
"Die erwerbstaetige Frau verlangt nicht, bevorzugt behandelt zu
werden. Es ist lediglich ihr Wunsch, als wirklich gleichberechtigt
anerkannt zu werden.
"Das geringste, was der Kongress tun kann, ist die Beseitigung
der unhaltbaren Diskriminierungsmethoden gegen Frauen."
Frau Blanchard bezeichnete die Diskriminierung des Frauenlohnes
als eine Methode, die sich in bedenkliche.r Weise gegen die uebrige
Gesellschaft ausgewirkt habe.
Auch Praesident Joseph Beirne von der Gewerkschaft der Telefonarbeiter (CIO) forderte die Bewilligung der Gesetzesvorlage Nr. 1584
des Repräsentantenhauses, die den gleichen Lohn fuer weibliche wie
fuer maennliche Arbeitskraefte bei gleicher Leistung vorsieht. Auch
der Automobilarbeiterverband des CIO sprach sich fuer die Durchfuehrung dieser Gesetzesvorlage aus.
Beirne, dessen Gewerkschaft etwa ,20.000 erwerbstaetige Frauen
umfasst, berichtete, dass in der Telefonindustrie, bei voellig gleicher
- l^ -

�Arbeit, Unterschiede bei den Lonntarlfen fuer Maenner und Frauen bis zu
ZO Dollar fuer den Wochenlohn bestuenden.
In Baltimore z.B. zahle eine Telefongesellschaft fuer eine Arbeit, die mit Beschwerden der Teilnehmer und dem Einrichten neuer
Telefonanschluesse zu tun habe, einen woechentlichen Hoechstlohn von
90 Dollar fuer Maenner und nur 59 Dollar fuer Frauen.
Der einzige Unterschied in der Arbeit der Maenner und Frauen,
sa^te Beirne, bestehe darin, dass sich die Gesellschaft weigere, Frauen in die Wohnungen oder Bueros zu schicken, um dort die Beschwerden
der Teilnehmer entgegenzunehmen.
Der Praesident der Telefonarbeitergewerkschaft erklaerte ausserdem, er koenne nicht verstehen, warum der Kongress trotz staendiger
Fuersprache diese Gesetzesvorlage nicht bewillige. Die Vorlage sei
in den Jahren 1945, 1947 und 1949 eingereicht worden. Beirne sagte,
dass er fuenf Jahre lang ununterbrochen zu ihren Gunsten im Parlament
olaediert habe und dieser oder der naechste Kongress die Vorlage bewilligen koennte, ohne noch einmal die Fuersprache anzuhoeren.
Vorsitzender Tom Burke, ein Mitglied der Automobilarbeitergewerkschaft des CIO, und zugleich Abgeordneter, der ebenfalls diese Gesetzesvorlage befuerwortet, gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Vorlage
bewilligt wElrde.
Nach dem vorgeschlagenen Gesetz waere es eine unmoegliche Praxis,
wenn ein Unternehmer bei der Lohnzumessung Unterschiede auf Grund des
Geschlechts machte - es sei denn, die Bezahlung richtet sich nach einem
Berufsjahr - oder Verdienstsystem, in dem eine Diskriminierung des Frauenlohnes nicht vorgesehen ist.
The CIO News
ZIII/21/V/1950
PRAESIDENT TRUMAN SPRICHT DER BEKLEIDUNGSARBEITERGEWERKSCHAFT DES CIO
SEINE ANERKENNUNG AUS
,
In einem Schreiben an die Gewerkschaft der Bekleidungsarbeiter
(Amalgamated Clothing VVorkers) erklaerte Praesident Truman:
"Ihre Organisation, in der sich Menschen zahlreicher Rassen zusammengefunden haben, hat bewiesen, dass Maenner und Frauen, die guten
Willens sind, trotz der Verschiedenheit ihrer Herkunft und der kulturellen Stufe, auf der sie sich befinden, in gutem Einvernehmen miteinander leben koennen....
"Sie haben weit besser als viele andere Menschen und Organisationen erkannt, dass die sicherste Grundlage unserer demokratischen Lebensweise in einem hoeheren Lebensstandard, der Vollbeschaeftigung
und in Sozialeinrichtungen zum Wohle des ganzen Volkes zu suchen ist."
The CIO News
22/V/1950
ARBEITERSCHAFT UND KALTER KRIEG
. "Der Kampf um die Arbeiterschaft ist eine entscheidende Phase im
Kalten Krieg," erklaerte Philip M. Kaiser, der stellvertretende Arbeitsminist 3r, der fuer internationale Arbeitsangelegenheiten zustaendig
ist, als er Amerika verliess, um ar- einer Reihe Konferenzen in Europa
teilzunehmen.
- 14 -

�"Die Kommunisten werfen alles in diesen Kampf, um die Arbeiter
»uer sich zu gewinnen," sagte Kaiser. "Sie sind sich klar darueber,
lass sie mit der Herrschaft ueber die Arbeiter eine strategische Posi;ion in die Hand bekaemen, mit der sie ohne Einsatz der Roten Armee
Lhre Ziele verwirklichen koennten. Die Tschechoslowakei ist hierfuer
jin ausgezeichnetes Beispiel.
"Die Amerikaner sind ihren eigenen freien Gewerkschaften sehr viel
)ank schuldig," fuegte Kaiser hinzu. "Sie haben ohne Propagandarr.assnehlen aus sich heraus ihren freien Willen kundgetan, als sie sich mit
illen Mitteln fuer den Kalten Krieg zur Verfuegung stellten. Sie wislen, was Kommunismus fuer die Arbeiterschaft bedeutet, denn sie haben
.hn hier in den Vereinigten Staaten selbst kennengelernt. Sie haben
Lsrvorragende Arbeit geleistet, indem sie sich mit der Mitgliedschaft
[er freien Gewerkschaftsbewegungen im Ausland verbuendeten., Die freie
.rbeiterschaft der ganzen Welt ist sich trotz aller Luegen der Helferslelfer Moskaus einig."
Kaiser, der als Repraesentant der Regierung der Vereinigten Steaten
in der Konferenz des Exekutivausschusses des Internationalen Arbeitsamts in Genf teilnahm und Leiter der US-Delegation auf der Internationa.en Arbeitskonferenz ist, die am 7. Juni in Genf begann, sprach dem Interlationalen Arbeitsamt seine Anerkennung darueber aus, dass es ihm gelungen ist, Vertreter der Regierungen, der Unternehmer und der Gewerkschaften
n dem Bestreben zu vereinigen, bessere Arbeitsbedingungen fuer die 60
littfliedsstaaten zu entwickeln. "Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn
.ch RegierungsVertreter, Unternehmer und Arbeiter friedlich zusammeniitzen sehe, um Plaene fuer ein besseres Leben der Maenner und Frauen
er ganzen Welt zu entwerfen," sagte er.
An erster Stelle der Tagesordnung der 33. Jahreskonferenz des In.ernationalen Arbeitsamtes stand eine Diskussion ueber die Bedeutung der
Iteigerung der Produktionsleistung
fuer die Verbesserung der Lebensbedingungen auf der ganzen A:elt. Die Tagesordnung fuehrte ausserdem zu
Iroerterungen gewisser Probleme der Beziehungen zwischen Gewerkschaften
md Arbeitgebern, ueber die Frage des gleichen Lohnes fuer die gleiche
rbeit fuer Maenner und Frauen gelangte man zu den Problemen der Festetzung eines Mindestlohnes in der Landwirtschaft. Zu einer in Vorchlag gebrachten Empfehlung zur Berufsausbildung Erwachsener, wobei
ie Einreihung der Koerperbehinderten in den Arbeitsprozess ebenfalls
esprochen wurde, wird noch endgueltig Stellung genommen werden. Wenn
ie von der Konferenz gebilligt wird, wird das Prograx^m zur Berufsausildung an die Mitgliederstaaten zur entsprechenden Durchfuehrung weiergeleitet werden.
Auf einer Konferenz in Paris traf Kaiser mit dem Stab der US-3eraer fuer Arbeitsfragen mit den Beratern fuer Arbeitsfragen im Dienste
es Marshall-Planes aus Oesterreich, Belgien, Daenemark, Aegypten,
rankreich, Deutschland, Grossbritannien, Griechenland, Israel, Italien,
olland, Spanien und Schweden zusammen. Hier wurde vor allem die wirtchaftliche Lage der europaeischen Arbeiterschaft und der Anteil der
ewerkschaften am Kampf gegen den Kommunismus besprochen.
Kaiser wurde von Arnold Zempel, dem Direktor des Bueros fuer InterQtionale Angelegenheiten im US-Arbeitsministerium, und von Edward B.
ersons, dem Direktor der ILO-Abteilung dieses Bueros, begleitet. Cleon
. Swayzee, der Berater fuer Arbeitsfragen im Amt des stellvertretenden
irtschaftsministers, und L. Wendell Hayes vom Aussenministerium, Amt
uer Wirtschafts- und Sozialangelegenheiten der Vereinten Nationen, weren Mr. Kaiser auf den ILO-Konferenzen in Genf beratend zur Seite stehen.
Weitere Teilnehmer an diesen Konferenzen sind: George Philip Dela3y, der internationale Repraesentant der AFL und Mitglied des acht Mann
barken Exekutivausschusses des ILO; Charles P. McCormick, der Praesi3nt der McCormick-Gesellschaft in Baltimore (Maryland), einer der acht
iternehmervertreter in dem gleichen Ausschuss.
Mitteilung des US-Arbeitsministeriums
VI/1950
- 15 -

�SPITZSNGEHAELT-R IN DER AMERIKANISCHEN STAHLINDUSTRIE
Berichte, die bei der "Securities and Exchange Commission" (Kommission der amerikanischen Regierung fuer Wertpapiere und Boersentaetigkeit) vorliegen, zeigen, dass sich die Gehaeiter der drei obersten
Vorstandsmitglieder der United States Steel Corporation im Jahre 1949
auf insgesamt 538.400 Dollar beliefen.
Praesident Benjamin Fairless bezog ein Gehalt von 211.000 Dollar,
der Vorstandsvorsitzende Irving S. Olds 164.200 Dollar und der Vorsitzende des Finanzausschusses Enders 'M. Voorhees 163.200 Dollar.
Die Curtis Publishing Company zahlte ihrem Vorstandsvorsitzenden
W. D. Füller 101.938 Dollar und Ben Hibbs, dem Herausgeber der gewerkschaftsfeindlichen "Saturday Evening Post," 101.923 Dollar.
"Weekly News Service" der AFL
2040/V/1950
- 16 -

Office of Labor A f f a i r s , HIC0G
APO 757

KICCG 8-1125 L 1 B Jul/ 50 14 C

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

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Frankfurt, 23. Juni 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Arbeiterbildungsmassnahmen der«amerikanischen
Universitaeten - - - - - - - - - - - - - l
Sozial-Attachds - - - - - - - - - - - - - - 7
IAA-Vorschlaege zur Steigerung der Weltproduktivitaet
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IAA im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit - - - 15
Das Vermoegen der Gewerkschaft der Damenoberbekleidungsarbeiter (AFL) - - - - - - - - - 1 5
Weitere Verluste des Weltgewerkschaftsbundes - 16
Organisationserfolge der Textilarbeitergewerkschaft - - - - - - - - - - - - - - - - - - 16

Caroline F. Ware:
ARBSITERBILDUNGSMASSNAHMEN DER AMERIKANISCHEN UNIVERSITAETEN
Die Streitigkeiten ueber den Arbeiterbildungsdienst der Universitaet Michigan, die mit seiner Aufloesung endeten, haben die Frage in
den Vordergrund gerueckt, welche Rolle die Universitaeten im Arbeiterbildungswesen zu spielen haben, Dieser Streitfall gibt daher Veranlassung, ueber das Problem nachzudenken, wie weit die ArbeiterbildungsDrogra'"T» der Universitaeten sich heute bereits durchgesetzt haben,
und wie sie sich weiter entwickeln werden. Die Beschaeftigung mit
diesen Fragen ist deshalb besonders wichtig, weil man mehr und mehr
von einem staatlich unterstuetzten Arbeiterbildungsdienst der Universitaeten sprechen kann.
Der Amerikanische Arbeiterbildungsdienst (umerican Labor Education Service) hat, um sica einen Ueberblick Ober die neueste Entwicklung der Universitaetsprogramme in der Frage der Arbeiterbildung verschaffen zu koennen, im Sommer 1943 alle Universitaeten und hoeheren
Schulen befragt, die in seiner Erhebung von 1946 ("Arbeiterbildung an
Universitaeten", von Caroline F. Ware im Amerikanischen Arbeiterbildungsdienst) beruecksichtigt worden waren. Er hat sich ausserdem mit
jenen Instituten in Verbindung gesetzt, von denen man wusste, dass
sie in der Zwischenzeit solche Programme eingefuehrt hatten. Im
Herbst 194B wurde erneut statistisches Material von einigen anderen
- 1-

�Universitaeten und den verschiedenen Gewerkschaften beschafft. Aus
dieser Studie und weiteren Untersuchungen ergibt sich ein Bild ueber
den gegenwaertigen Stand der Arbeiterbildung an den US-Universitaeten.
Mit Ausnahme der Vorkommnisse an der Michigan-Universitaet und
einem oder zwei weiteren unbedeutenden Programmen, die fallen gelassen
wurden, sind die seit 1945-1946 bestehenden Bildungsprogramme ohne
grosse Unterschiede staendig forgesetzt worden. Jene Programme, die
sich im Jahre 1945 noch im Versuchsstadium befanden, waren 1948 bereits
fe3t verankert. An den meisten Universitaeten, ueber deren Arbeiterbildungsarbeit bereits in der ersten Erhebung berichtet wurde, laufen
heute Programme aehnlicher Art, wobei diese entweder innerhalb oder
ausserhalb der Universitaet durchgefuehrt werden, zum Teil auch in
besonderen Instituten.
Eine Reihe Universitaeten, die schon frueher die Absicht hatten,
Arbeiterbildungskurse einzufuehren, sind im Verlauf der letzten drei
Jahre auf diesem Gebiet erstmals taetig geworden. Unter den Programmen, die geplant waren und nach und nach auch zur Ausfuehrung gelangten, sind besonders die des Roosevelt-College in Chicago sowie der
Universitaeten in Illinois und Kalifornien hervorzuheben. Die Universitaeten Alabama, New Hampshire, Utah und das Marshall-College in
Westvirginien haben kleinere Programme nach bereits festgelegten
Plaenen in Angriff genommen. Andere Institute, wie Antioch, Colby
und die Universitaeten in Colorado und Denver, sind noch nicht ueber
das Planungsstadium hinausgekommen.
Jedoch sind einige neue Programme in Erscheinung getreten. NewJersey gehoert seit 1947 zu den Staaten, die sich fuer eine Unterstuetzung der Kurse aus oeffentlichen Mitteln ausgesprochen haben. Dieser
Staat hat in Rutgers das bekannte Institut fuer die Pflege der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern errichtet, zu dem im
ganzen Staate Ergaenzungskurse laufen. Die hierfuer bereitgestellten
Betraege belaufen sich auf 50.000 Dollar. Die Princeton-Universitaet,
die jahrelang Seminare ueber Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern
und Arbeitnehmern veranstaltet hat, uebergab ein besonderes Seminar
zur Ausbildung von Gewerkschaftsfunktionaeren seiner Bestimmung. Auch
die Universitaet in Kansas beteiligt sich jetzt an den BildungsProgrammen der Stahlarbeiter und anderer Gewerkschaften. Die Universitaet
in Washington hat ein Institut fuer Arbeit und Wirtschaft errichtet,
das in Seattle Kurse gibt, die einen Teil seines Programms fuer die
Schulungsarbeit in der Gemeindeverwaltung (Community Service) darstellen. Das Hobart-College fuehrte einen vierwoechigen, praktischen
Lehrgang fuer eine kleine Gruppe Gewerkschafter durch.
Die Erhebung von 1946 hatte bereits gezeigt, dass die Arbeit auf
dem Gebiet der Arbeiterbildung an den Universitaeten eine sehr umfassende ist, dass aber noch viele Moeglichkeiten einer weiteren Entwicklung bestehen. Die allgemeinen Bestrebungen der letzten drei Jahre
gingen dahin, staendig neue Moeglichkeiten nach allen Richtungen zu
erforschen und zugleich zahlreiche Probleme zu loesen, die sich mit
dem Augenblick ergaben, als sich die Universitaeten staerker in die
Arbeiterbildung einschalteten.
•

Waehrend alle Arten des Unterrichts, die schon 1945 eingefuehrt
waren, auch im Jahre 1948 noch bestanden, hätten jedoch einige dieser
Formen mehr Anklang gefunden als andere. Eine deutlich erkennbare
Abkehr von langfristigen Programmen fuer kleine, ausgewaehlte Gruppen
Gewerkschafter» die in Universitaetsinstituten durchgefuehrt wurden,
wofuer die von der Harvard- und Yale-Universitaet durchgefuehrten Kurse als Beispiel gelten koennen, macht sich allgemein bemerkbar. Das
Harvard-Programm wurde deshalb von neun Monaten auf dreizehn Wochen
reduziert, weil sich fuer die Gewerkschafter Schwierigkeiten ergaben,
wenn sie fuer ein ganzes Studienjahr sich kaum ihren Gewerkschafts-

- £-

�pflichten widmen konnten. Harvard kuendigte jetzt an, dass das gleiche Fensum im wesentlichen auch in einer kuerzeren Zeit bewaeltigt
werden koennte, obwohld die Rektoren noch im Jahre 1945 der Ansicht
waren, dass volle neun Monate fuer eine wirkliche Schulung unumgaenglich seien, wie sie in dem Gewerkschaftsprogramm vorgesehen war. In
Yale musste man auf oertlich festgelegte Institutslehrgaenge wegen der
Unterbringungsschwierigkeiten verzichten, sodass die Kurse auf nicht
oertlich gebundener Basis weitergefuehrt werden konnten.
Auf der anderen Seite ist man in zunehmendem Masse zu kurzfristigen oertlichen Schulungskursen uebergegangen. Diese finden fuer die
Dauer von einer bis zu vier Wochen in den Universitaeten waehrend des
Sommers statt. Die Kurse sind haeufig fuer bestimmte Gewerkschaften
eingerichtet, wie es an dem Pennsylvanien State College, der Universitaet in Wisconsin und dem Rhode Island State College der Fall ist,
manchmal sind sie es nicht, wie zum Beispiel an der Goddard College
Vermont Labor School.
Auch die eigentlichen Volkshochschulkurse fuer Gewerkschafter haben
eine betraechtliche Erweiterung erfahren, '.'.'aehrend der Arbeiterbildungsdienst der Universitaet in Michigan bis zu seiner Aufloesung das umfassendste aller Volkshochschulprogramme darstellte, sind diese an anderen Universitaeten erweitert worden, oder neu ins Leben gerufen worden.
Einige kleinere Volkshochschulprogramme konnten wegen des Mangels an
oertlichem Interesse nicht weitergefuehrt werden, so zum Beispiel am
St. Michael's-College im Winooski Park, Vermont, oder sie wurden voruebergehend wegen des Fehlens eines geeigneten Lektors von der Universitaet eingestellt, wie es am State College in Westvirginien der Fall
war. Durch neue Volkshochschulprogramme und Ergaenzungen zu den bestehenden sind diese Ausfaelle jedoch mehr als ersetzt worden.
An der Universitaet in Illinois und der New Yorker Staatsschule
fuer industrielle und gewerkschaftliche Beziehungen in Cornell sind
dis Volkshochschuldienste mit der Einfuehrung einzelstaatlicher Programme - aehnlich den Kursen fuer den Verwaltungsdienst in den Gemeinden ihrer Verwirklichung naehergekommen. Obwohl sich keines dieser beiden
Volkshochschulprogramrae so rasch entwickelte, wie es sich einige Referenten fuer Arbeiterbildung in den Gewerkschaften versprachen, hatten
beide Institute mit ihren Kursen doch sohnell festen Fuss gefasst. In
etwa 20 Orten des Staates Illinois wurden Volkshochschulen begruendet.
Die New Yorker Staatsschule hatte ausser den eigentlichen Schulungskursen und mehreren Vorlesungsserien 43 spezialisierte Lehrgaenge in
16 Staedten des Staates New York laufen. 29 dieser Projekte wurden
in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften durchgefuehrt, zehn mit der
Uhterstuetzung der Unternehmer und vier fanden auf genereller Basis
statt. Das State College in Pennsylvanien riohtete innerhalb seiner
Volkshochschulabteilung einen Arbeiterbildungsdienst ein und dehnte
seinen erneuerten, aktivierten Volkshochschuldienst auf Gewerkschaftsgruppen aus. Zu den neuen Volkshoohschulprogrammen fuer Arbeiter gehoeren die des Roosevelt-College in Chikago und des Instituts fuer
wechselseitige Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehungen in Rutgers, das
auf Grund der Gesetzgebung des Staates New-Jersey errichtet wurde. An
dem Programm des Roosevelt-College nahmen im Jahre 1948 etwa 1.100 Arbeiter teil, im Staate New Jersey wurden vom Rutgers Institut 65 Volkshochschulkurse fuer Arbeiter durchgefuehrt.
Viele der von den Universitaeten den Arbeitern gebotenen Hochschulkurse fanden an Orten statt, die fuer die Arbeiter bequem erreichbar waren. Allerdings wurden auch weiterhin Kurse in Universitaetsgebaeuden und an anderen zentral gelegenen Stellen abgehalten. Drei
Jehre zuvor zoegerte noch eine Reihe Universitaeten, ihre Lehrreeume
in Gewerkschaftshaeuser oder andere nichtakademische Gebaeude zu verleren, weil sie sich nicht klar darueber waren, ob diese Methode mit
dem Ansehen einer Universitaet zu vereinbaren sei. Eine Anzahl Uni- 3 -

�versitaeten hat sich jedoch bereit erklaert, eher mit den Kursen zu
den Arbeitern zu gehen als die Arbeiter in die Universitaeten kommen
zu lassen, und die Auffassung, dass diese Methode fuer die Universitaeten durchaus guenstig ist, scheint in den vergangenen drei Jahren
einen weiten Anhaengerkreis gefunden zu haben.
Ausser den Volkshochschulen hat die oertliche Bildungsarbeit in
Form von Filmforen, Diskussionsgrupnen, Vorlesungen und Reden im Zusammenhang mit Gewerkschaftsversammlungen eine grosse Ausdehnung erfahren.
Auch kurze, ein- oder zweitaegige Kurse scheinen, gemessen an
ihrem Fortbestand und ihrer Erweiterung, den Anspruechen der Arbeiter
gerecht zu werden und zugleich fuer die Universitaeten finanziell tragbar zu sein. Gemeinsame Vereinbarungen, die derartige Kurse vorsehen,
sind zwischen dem Buero fuer Arbeiterbildung und solchen Universitaeten
verabredet worden, wo es keine anderen Programme gibt; aber auch viele
Universitaeten mit V/ohnort- und Volkshochschulkursen unterhalten in
jedem Jahre ein oder mehrere solcher Kurzprogramme.
In allen Formen und Arten der Universitaetsprogramme zeigt sich
sehr klar die Tendenz nach Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften
und den Universitaeten im Planen, Organisieren und der Durchfuehrung
der Programme. Sie muessen den Bedürfnissen der Arbeiter gerecht werden
damit sie Forschungen betreiben und Schulungsmaterial ausarbeiten koennen. Drei Jahre zuvor waren sich die Universitaeten selbst nicht im
klaren ueber ihr Verhaeltnis zu den Gewerkschaften. Sie hatten keine
Erfahrung, wie die traditionelle Kluft zwischen der Universitaet und
der Gewerkschaftsbewegung ueberbrueckt werden koennte. Sie wussten
nicht, wie man sich mit aussenstehenden Gruppen, vor allem mit den
Gewerkschaften, in die Verantwortlichkeit teilen koennte. Gewisse Universitaetskreise, die sich ihrer Verantwortung fuer die Universitaet
und der Grundsaetze akademischer Freiheit bewusst waren, befuerchteten,
da3S die Gewerkschaften nach einer ^rt von Herrschaft streben koennten,
die diese Verantwortung beschneiden und sich gegen diese Grundsaetze
v;enden wuerde. Die Referenten fuer Arbeiterbildung in den Gewerkschaften ihrerseits waren der Auffassung, dass nur durch eine gemeinsame
Planung die Universitaeten die Moeglichkeit haetten, die Beduerfnisse
der Arbeiter auf erzieherischem Gebiet kennenzulernen; dass die Gewerkschaften und ihre Mitglieder nur auf diese Weise herausfinden koennten,
wie die Universitaeten ihnen dienen koennten, und dass nur so ein wirklich konstruktives Arbeiterbildungsprograran entwickelt werden koennte.
Wenn die Vorlesungsprogramme beurteilt werden, die diese Zusammenarbeit
mit den Gewerkschaften widerspiegeln und die eine Universitaet nach
der anderen herausgibt und in der alle mitarbeitenden Gewerkschaften
eufgefuehrt sind, dann ist klar erkennbar, dass die Furcht und Unsicherheit gaenzlich ueberwunden sind. Die bestehenden Programme sind das
Ergebnis gemeinsamer Beratungen, gemeinsamen Planens und geteilter Verantwortung.
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Die Gewerkschaften haben natuerlich die Bedeutung dieser erzieherischen Arbeit fuer das gesamte Gewerkschaftsprogramm mehr und mehr erkannt. V/aehrend die Bekleidungs-, Textil und Automobilarbeiter auch
weiterhin am staerksten daran interessiert, sind, Programme zu entwickeln
und Gelegenheiten der Schulung wahrzunehmen, haten andere Gewerkschaften, wie zum Beispiel die Stehlarbeiter,ihre erzieherische Taetigkeit
intensiviert und danach gestrebt, mehrere Universitaeten fuer die Einrichtung von Instituten und Volkshochschulen zu gewinnen. Die New
Yorker Staatsschule fuer wechselseitige Arbeitnehmer-Arbeitgeber Beziehungen organisierte Volkshochschulkurse fuer die Gewerkschaften der
Chemiearbeiter, Metallarbeiter, Hausangestellte, kaufmaennische Angestellte, Telefonarbeiter, Hotel- und Restaurantarbeiter, Fahrer, Textilund Bekleidungsarbeiter, Stahlarbeiter und fuer eine Reihe oertlicher
- 4 -

�Berufs- und Gewerkschaftsorganisationen in verschiedenen Staedten.
Der Grund fuer das zunehmende Interesse der Gewerkschaften an der
Arbeiterbildung liegt in der wachsenden Verpflichtung und Verantwortlichkeit des einzelnen Gewerkschaftsmitglieds. Das Nationale Komitee
fuer die Vertiefung der Arbeiterbildung hat in sieben groesseren Gewerkschaften (drei AFIn zwei CIO- und zwei unabhaengigen Organisationen) eine Erhebung durchgefuehrt, die gezeigt hat, dass von zehn Mitgliedern je ein Mitglied eine besondere, hohe Verantwortung erfordernde Aufgabe in bezug auf Unternehmertum, die Gemeinde oder Arbeitskollegen zu erfuellen hat, die besondere Kenntnisse und Schulung erfordert.
Die von der Automobilarbeitergewerkschaft (UAW) einberufene Konferenz fuer Fragen der Arbeiterbildung stellt eine neue Phase in der Entwicklung des Bildungswesens dar. An dieser Konferenz, die vom Exekuftivausschuss der Automobilarbeitergewerkschaft (CIO), vom Bildungsausschuss dieser Gewerkschaft und von der Abteilung fuer Arbeiterbildung
des CIO einberufen worden war, nahmen die Vorsitzenden der Bildungsausschuesse und die Referenten fuer Arbeiterbildung der ÜAW-Lokalgewerkschaften des ganzen Landes teil. Man befasste sich vor allem damit,
das Leitmotiv dieser Konferenz zu verwirklichen: wYti,e koennen auf demokratischem Wege die Gewerkschaft und die politische Betaetigung in
Eurem Betrieb und Eurer Gemeinde vorangetrieben werden.'"
Je mehr sich die Gewerkschaften ihrer Beduerfnisse auf dein Gebiete
der Arbeiterbildung bewusst sind, umso besser wird es ihnen moeglich
sein, die Universitaeten fuer solche Dienstleistungen zu gewinnen, die
die Gewerkschaften verwenden und die Universitaeten geben koennen.
Die Universitaeten dagegen mussten in ihrem Verhaeltnis zu den
Gewerkschaften darauf achten, nicht in interne Streitigkeiten innerhalb
dsr Gewerkschaftsbewegung verwickelt zu werden und sich streng an den
Grundsatz zu halten, allen in gleichem Masse ihre Dienste zur Verfuegung
zu stellen. Die Gewerkschaften haben diese Aufgabe dadurch erleichtert,
da^s sie sich bereit erklaerten, Fragen der Arbeiterbildung in gegenseitiger Zusammenarbeit zu loesen. Den Beweis fuer diese Bereitwilligkeit
liefert die Zugehoerigkeit der AFL, des CIO, der Eisenbahnergewerkschaft
und anderer unabhaengiger Gewerkschaften zu dem Nationalen Komitee fuer
die Vertiefung der Arbeiterbildung. Die drei Hauptzweige der Gewerkschaftsbewegung in New Jersey beteiligen sich auf dieser Basis gemeinsam an der Errichtung eines staatlichen Komitees fuer die Vertiefung
des Arbeiterbildungswesens. Dieses Komitee hat die Aufgabe, die Gesetzesvorlage fuer Arbeiterbildung zu unterstuetzen und mit allen Lehrinstituten zusammenzuarbeiten, um die Arbeiterbildungsprogramme innerhalb
des Staates zu foerdern.
Diese Programme leiden jedoch auch heute noch unter dem Mangel an
geeignetem Material fuer den Gebrauch in den Arbeiterschulen. Einige
Fortschritte auf diesem Gebiet konnten in den letzten drei Jahren immerhin erzielt werden, da in einigen Instituten die Bestrebungen, Schulungsmaterial
auszuarbeiten, mit zum Programm gehoeren. Das Gesetz von
NTew Jersey, durch welches das Rutgers Institut zustandekam, bezeichnet
die Entwicklung neuen Schulungsmaterials und fortschrittlicher Arbeitsmethoden als eine der Funktionen dieser Schule,und die Dozenten des
Rutgersinstitutes haben sich besonders mit den Anwendungsmoeglichkeiten
und der Entwicklung von Schulungsmaterial befasst. Die Universitaet
Shikago bearbeitet mit Hilfe des Carnegie-Fonds und der Gewerkschaften
Material fuer solche Veroeffentlichungen. Der Arbeiterbildungsdienst
ier Universitaet in Michigan entwickelt Programmrichtlinien und Lehrolaene. Ueberall besteht jedoch eine starke Nachfrage nach aue^eopro3henem Schulungsmaterial, aber die Maschinerie zur Ausarbeitung, zum
\ustausch und zur Verteilung dieses Materials ist leider noch immer nicht
senuegend entwickelt worden.
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�Programm fuer Erwachsene den Beduerfnissen besonderer Gruppen in dieser
Gemeinschaft angepasst wurde, ohne an bestimmte Formen gebunden zu sein.
Trotz der hier erwaehnten Tendenzen, die in jedem Falle die Erweiterung, die Festlegung auf einer noch sichereren Basis und den erweiterten Gebrauch der Universitaetsprogramme im Arbeiterbildungswesen erhoffen lassen, und obwohl sich die gesamte Gewerkschaftsbewegung energisch
fuer einen bundesstaatlich gestuetzten Arbeiterbildungsdienst unter
Anwendung der Universitaets-Hilfsquellen einsetzt, sind sich die fuer
die Arbeiterbildung verantwortlichen Gewerkschafter nicht sicher, ob
d-ie Universitaeten all das bieten koennen, was zu einer wirklichen und
damit vollstaendigenLoesung der Arbeiterbildungsprobleme fuehren kann.
Das traditionelle Misstrauen der "Intellektuellen" ist noch laengst
nicht beseitigt, und das eingeschlaeferte Gefuehl der Universitaeten,
dass "sie" es sind und nicht "wir", und dass derjenige, "der nicht mit
uns ist, gegen uns ist," kann leicht wieder erweckt werden. Die Frage
ist jedoch, inwieweit diese Zusammenarbeit zwischen den Universitaeten
und der Gewerkschaftsbewegung die wertvolle Erkenntnis, das Verstaendnis und die Einsicht erzeugen kann, die fuer grosse Ziele der Gewerkschaften und ihre heutige Verantwortlichkeit in der Gemeinde, der Nation
und der ganzen Welt unumgaenglich sind. Die gegenwaertige Situation erinnert deutlich an die fruehen Tage der landwirtschaftlichen Schulungsarbeit, als die Bauern solange mißtrauisch blieben, bis sie endlich erkannt hatten, dass das "Lernen aus Buechern," wie es in den landwirtschaftlichen Schulungsprogrammen geboten wurde, fuer sie tatseechlich
von grossem Nutzen war.
Auch wenn die Universitaeten ihre Arbeiterbildungsprogramme staendig weiter entwickeln, muessen sie sich doch vergegenwaertigen und damit
abfinden, dass ihr guter V,'ille und ihre Redlichkeit staendig beargwoehnt
werden. Eine fruchtbringende Entwicklung haengt somig davon ab, dass
Gewerkschaften und Universitaeten in einer Form zusammenarbeiten, dass
jeder den Bereich, die Moeglichkeiten und die Arbeitsvoraussetzungen
des andern kennt und versteht; dass die Universitaeten den Geist des
freien Meinungsaustausches aufrechterhalten und die Gewerkschaften ihn
anerkennen; dass aber die Arbeiterschaft in zunehmendem Masse zusammen
mit anderen Gruppen der Gesellschaft an der Formulierung der Richtlinien
und Programme der Universitaeten beteiligt wird, um den Anforderungen
von heute und von morgen besser gerecht werden zu koennen.
Industrial and Labor Relations Review
X/48
Henry Hauck, Berater fuer Arbeitsfreien an der franzoesischen Gesandtschaft in London:
SOZIAL-ATTACHES
Um sich ueber die Entwicklungen in der Sozialpolitik auf der ganzen
Veit auf dem laufenden zu halten und sich eine Unterstuetzung fuer
die Loesung jener Probleme zu sichern, die in Verbindung mit Arbeitsfragen in der diplomatischen Sphaere auftauchen koennen^, haben viele
Regierungen seit dem Kriege eine neue Art technischer Berater ernannt.
Die Titel dieser Berater sind verschieden (Arbeits-Atttche, SozialAttache, Arbeiter-Attache", usw.), die Motive zu ihrer Ernennung sind
im wesentlichen jedoch die gleichen.
Mr. Henry Hauck, der^Vertreter der franzoesischen Regierung im Exekutivausschuss des Internationalen Arbeitsamtes, der auf Grund seines
Londoner Amte3 besonders qualifiziert ist, die Bedeutung dieser neuen
^hase der internationalen Zusammenarbeit ermessen zu koennen, legt
in dem nachstehenden Artikel die Arbeitsweise dieser neu eingefuehrten
Einrichtung auseinander.
7 -

�Vor dem ersten Weltkrieg waren die Probleme der Sozialpolitik im
wesentlichen noch nationale Probleme, deren Bedeutung nicht ueber die
Grenzen des einzelnen Landes hinausging. Erst mit den Friedensvertraegen und der Errichtung der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf
wurde die Sozialpolitik als ein Problem von internationaler Bedeutung
angesehen. Obwohl jedoch in der Zeit von 1919 bis 1939 grosse und
kleine Laender innerhalb der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO)
ihre diesbezueglichen Erfahrungen austauschten und gemeinsam an einem
internationalen Arbeitsrechtssystem arbeiteten, waren sich nur wenige
Menschen der Bedeutung der Arbeitsprobleme innerhalb der diplomatischen
Beziehungen bewusst. Die wirtschaftliche Entwicklung, die durch den
zweiten Weltkrieg ungeheuer forciert wurde, und das staendige Anwachsen
der Gewerkschaftsbewegung in den meisten Laendern der Welt haben aber
diesen Problemen eine noch groessere Bedeutung gegeben, als sie ihnen von
den Verfassern des Teiles 13 des Versailler Friedensvertrags beigemessen
worden ist. Heute beruehren die Arbeitsprobleme unmittelbar das Herz
jeder Nation; Loehne, Einsatz der Arbeitskraefte sowie Aus- und Einwanderung sind ueberall wesentliche Faktoren im wirtschaftlichen Leben.
Die mit der Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung aufgekommenen Fragen wie Koalitionsfreiheit, die Bestrebungen der Gewerkschaften, ihre Forderungen gegenueber den Unternehmern durchzusetzen oder bestimmte politische Einfluesse auszuueben, das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter im
Betrieb und der Einfluss auf die Wirtschaftspolitik auf ueberbetrieblicher Ebene - alle diese Forderungen stehen mit der Gestaltung politischer Einrichtungen und selbst mit dem Verlauf der Aussenpolitik in
engem Zusammenhang. Deshalb sind zahlreiche Regierungen der Auffassung,
dass sie ueber die Entwicklung der Sozialpolitik in anderen Laendern zumindest mit denen sie diplomatische Beziehungen unterhalten - auf
dem laufenden gehalten werden muessen. Diese Auffassung hat ihrerseits
zu der Einfuehrung und Bewaehrung einer neuen Form des spezialisierten
Diplomaten, des Sozial-Attachds, gefuehrt.
Eine grosse Forschungsarbeit wuerde notwendig sein, um die Ursprueng
der Methode, Sozial-Attachös zu ernennen, festzustellen. Der erste positive Schritt auf diesem Gebiet ebenso wie auf anderen wurde von Albert
Thomas unternommen, dem verstorbenen Leiter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf.
Waehrend des ersten '/Veitkrieges war er sich als Kriegsminister
Frankreichs der Notwendigkeit einer engen Koordinierung der Kriegsmaterialüroduktion Grossbritanniens und Frankreichs bewusst; er sah ein,
dess sich diese Koordinierung, wenn sie wirksam sein sollte, sowohl
auf die persönlichen Beziehungen als auch auf das technische Gebiet
erstrecken musste. Altert Thomas ersuchte deshalb Paul Mantoux, seinen
Schulkameraden an der Eoole Nori.ale in Paris und Verfasser des Buches
ueber die englische industrielle Revolution, nach London zu gehen und
den Kontakt mit der britischen Gewerkschaftsbewegung aufzunehmen und
aufrechtzuerhalten. Paul Mantoux war somit der erste Sozial-Attache,
obwohl er nicht diesen Titel trug.
Nach der Kriegserklaerung im Jahre 1939 erkannte die britische Regierung sofort die Bedeutung der Vorgaenge in der franzoesischen Gewerkschaftsbewegung. Um genauestens darueber informiert zu sein, wies das
Auswaertige Amt den damaligen Pariser Korrespondenten der Gewerkschaftszeitung "Daily Herald", Jack Sandford, an, sich dem Stab der britischen
Gesandtschaft in Paris als Sozial-Attache1 zur Verfuegung zu stellen.
Einige Monate spaeter wurde der Verfasser dieses Artikels auf Ersuchen
de? franzoesischen Gewerkschaftsbundes von dem franzoesischen Aussenminister nach London geschickt, um in aehnlicher Eigenschaft an der
dortigen franzoesischen Botschaft taetig zu sein. Der Waffenstillstand
machte dieser Arbeit ein Ende. Jack Sandford kehrte nach London zurueck,
und der franzoesische Sozialreferent schloss sich der Bewegung "Freies
Frankreich" an. Die britische Regierung, in der die Gewerkschaftsbewegung seit dem Mai 1940 stark vertreten war, hielt daran fest, den Sozial-

�Problemen die ihnen gebuehrende Bedeutung zuzuerkennen. Kurz nach den
Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg wurde im Jahre 1942
ein Sozial-Attach«* nach Washington geschickt - zuerst Professor Tavmey
von der Londoner Wirtschaftsschule, ein sozial eingestellter Intellektueller, der von Anfang an Fuehlung mit der Gewerkschaftsbewegung
hatte, und dann Archibald Gordon, ein verdienter Sachbearbeiter im
britischen Arbeitsministerium. Das Experiment erwies sich als zufriedenstellend^, und unmittelbar nt.cn der Befreiung Europas vervollstaendigte die britische Regierung ihre diplomatischen Wissionen in den verschiedenen Laendern de3 Kontinents auf Veranlassung Ministers Ernest Bevins
durch die Ernennung von Sozial-Attaches. Die Vereinigten Staaten taten
das gleiche. V/aehrend des Krieges war es dem Strategischen Buero gelungen,"eine ansehnliche Gruppe Spezialisten fuer Arbeitsfragen zu nominieren, die sofort mit den ueberell erstandenen, ueberaus populaeren
Widerstandsbewegungen der besetzten Laender Verbindung aufnahmen und
, in der Lage waren, den Verlauf der militärischen Operationen in Europa
wesentlich zu unterstuetzen. Die Regierung der Vereinigten Staaten erkannte sofort, dass solche Verbindungen auch in Friedenszeiten nutzbringend sein muessen, und berief nach dem Beispiel der englischen Regierung
Sozialisten fuer Arbeitsfragen in eine Reihe ihrer diplomatischen Missionen im Ausland.
Frankreich konnte vornehmlich aus finanziellen Gruenden auf diesem
IGebiet nicht so schnell und so weit voranschreiten wie seine beiden
'Verbuendeten. Das Finanzgesetz vom 13. August 1947 sah jedoch ebenfalls
die Errichtung von drei Sozial-Attache-ttellungen in London, Washington
und Moskau vor.
Andere Laender folgten. Zu den Laendern, die inzwischen in mehr
oder weniger systematischer Weise Aemter fuer Sozial-Attaches einrichteten, gehoer'en Argentinien, Oesterreich, Tschechoslowakei, Aegypten,
Italien, Polen und die Schweiz und jetzt auch die deutsche Bundesrepublik.
Die Funktionen der Sozial-Attaches sind natuerlich in den einzelnen Laendern verschieden. Fuer den Sozial-Attache solcher Staaten, in
denen eine grosse Anzahl ihrer Stuatsangehoerigen im Ausland leben, ergibt sicn die.Aufgabe, sich um seine Landsleute in dem Staate, fuer den
er zustaendig ist, zu kuemmern. Andere Staaten, fuer die die Frage der
Aus- und Einwanderung von besonderer Wichtigkeit ist, beauftragen ihre
3ozial-Attach4s, diesen Problemen ihre besondere Aufmerksamkeit zu
schenken. Sin Staat wiederum, dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik
sich von der anderer Laender wesentlich unterscheidet, duerfte bestrebt
3ein, sei.-.e Sozial-Attaches zu ermuntern, den Arbeitern dieser Laender
iie Bedeutung und den Wert der in seinem Lande gemachten Erfahrungen
zu erlaeutern. Obwohl jedoch die Einrichtung von Sozial-Attacbe-Stellungen unter gaenzlich verschiedenen Voraussetzungen erfolgen kann, muss
gesagt werden, da3s die Funktionen der Sozial-Attaches in allen Laendern im wesentlichen darin bestehen, Informationen - genauer gesagt,
Informationen nach beiden Seiten - zu geben. Ein Sozial-Attechd muss
jedoch in erster Linie seine eigene Regierung ueber die Sozialpolitik
de3 Landes, in das er geschickt wurde, informieren, sei es ueber seine
Arbeits- und Sozialgesetzgebung, sei es ueber die Entwicklungen und
Tendenzen innerhalb der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorgenisationen.
Gleichzeitig muss er mit Hilfe von Unterlagen und seinem eigenen Wissen
sowie seinen Beziehungen, die er mit den Dienststellen der Regierung und
anderer Organisationen des Landes, in das er delegiert wurde, aufnehmen
konnte, seine Behoerde ueber die Sozialpolitik, die Sozialgesetzgebung
und die Bewegungen der Arbeitgeber- und Arbeltnehmerorganisationen laufend unterrichten.
Um sich "dieser doppelten Aufgabe entledigen zu koennen, werden die
Sozial-Attachös dem Leiter der diplomatischen Mission, der sie angehoeren
- 9-

�auf der gleichen Stufe wie andere Spezialisten unterstellt, wie etwa
den Militaer-, den Marine- oder den Luftwaffenattaches oder den Attaches fuer Handels-, Finanz- oder Kulturangelegenheiten. Es waere
jeden sozialisierten Attache unmoeglich, seinen Verpflichtungen gerecht zu werden, wenn er nicht in enger Zusammenarbeit und mit der
Autoritaet des Gesandten oder Botschafters sich befaende, der seine
Regierung in dem Lande vertritt.

j

Der Aufgabenbereich eines Sozial-Attaches ist von allen Regierungen, die die Errichtung solcher Stellungen als Notwendigkeit erachteten, in aehnlicher Form festgelegt worden. Loehne und Lebenshaltungskosten, Arbeitszeit und andere Arbeitsbedingungen, Beschaeftigüngsquote und Arbeitslosigkeit, Probleme der Arbeits- und Berufsausbildung, Wechselbeziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, Streitigkeiten in der Industrie und der Abschluss von Tarifver- i
traegen, die Gesetzgebung zum Schutze weiblicher Arbeiter und Jugendlicher, die Erhaltung der Gesundheit des Arbeiters und die Sozialversicherungsgesetzgebung, die Rechte der Gewerkschaften und die Taetigkeifcen der Arbeitnehmerorganisationen - all dies sind wesentliche Faktoren, ueber die ein Sozial-Referent seine Regierung auf dem laufenden
halten muss. Das Gebiet ist aeusserst umfangreich und kann nicht ohne
Beruecksichtigung wirtschaftlicher und politischer Gesichtspunkte behandelt werden. Wenn der Sozial-Attache jedoch in der Lage ist, mit
den Mitgliedern der Botschaft oder Gesandtschaft, die fuer die letzten
Fragen zustaendig sind, in kluger V/eise zusammenzuarbeiten, kann er
einen aeusserst wertvollen Beitrag zu der Gesamtarbeit seiner diplomatischen Mission leisten. Ein Sozial-Attachd, der mit den arbeitenden
Maennern und Frauen in engerem Kontakt steht als irgenein anderes
Mitglied seiner Mission, kannrseinem Vorgesetzten und seinem Kollegen
ein besseres und brauchbareres Bild von der Lage in dem Lande, in dam
er sich befindet, geben als ein anderer. Abgesehen von den Berichten
an sein eigenes Land ermoeglicht ihm sein Wissen um die Arbeiterpsychologie und um Probleme, die lange ausserhalb der Interessensphaere diplomatischer Organisationen geblieben sind, die Mitglieder seiner eigenen
Mission mit wertvollen Informationen zu versorgen und ihnen dabei zu
helfen, ein genaueres Urteil zu bilden.

Um diesen grossen Aufgaben gewachsen zu sein, muss ein SozialAttache ueber eine Reihe bestimmter Eigenschaften verfuegen, ueber die
sich praktisch alle Regierungen einig sind. Er muss vor allem gesunde
Kenntnisse - sowohl theoretische als auch praktische - ueber Sozialnrobleme und allgemeine Sozialpolitik besitzen. England hat in fast
allen Faellen Angestellte des Arbeitsministeriums zu Sozial-Attaches
ernannt. Die ersten franzoesischen Sozial-Attaches, die nach dem Gesetz
von 1947 bestellt wurden, waren fuehrende Persoenlichkeiten des franzoesischen Arbeitsministeriums; einer der Sozial-AttachÄs in der Schwel;
ist ein ehemaliger Sachbearbeiter des Internationalen Arbeitsamtes. Es
koennten noch viele andere Beispiele gegeben werden.

Die Sozial-Attaches muessen ausserdem Leute sein, die auf Grund
ihrer ^ersoenlichkiet und ihres Werdegangs das Vertrauen der Arbeiterorganisationen des Landes, in dem sie leben, besitzen. Wenn sie nicht
selbst in der Gewerkschaftsbewegung taetig gewesen sind, muessen sie
doch in freundschaftlichem Verhaeltnis zu den Gewerkschaften stehen
und etwas mehr als nur theoretisch mit der Mentalitaet der Arbeiter
vertraut sein, die sich in vieler Hinsicht in allen Laendern gleicht.
Dies waren in England bei vielen Ernennungen grundlegende Bedingungen;
zu diesem Zweck unterhaelt in den Vereinigten £tauten das Aussenminister^uri enge Beziehungen zu den amerikanischen Gewerkschaftsverbaenden
ÄFL um. CIO; die Regierungen der Tschechoslowakei, Polens und der
Schweiz haben verschiedentlich weltbekannte Gewerkscheftsfuehrer zu
Sozial-Attaches ernannt. Das franzoesische Arbeitsministerium zog den
Exekutivrat des Gewerkschaftsverbandes zu Rate, bevor es sich entschloss
- 10 -

�den gegenwaertigen Sozial-A^tache nach .London zu schicken; und diö
Regierung Argentiniens hat in jedem einzelnen Falle aktive Mitglieder der Gewerkschaftsorganisation auserwaehlt - sie nennt sie auch
deshalb "Arbeiter-Attaches."
Da die Beziehungen des Sozial-Attaches zu den Maennern und Frauen aller Staende und die Probleme, denen er gegenuebersteht, in erster Linie menschlichen Charakters sind, ist es unerlaesslich, dass
der Sozial-Attach* mit der nationalen Psychologie des Landes, in dem
er sich befindet, vertraut ist. Wenn sich sein persönlicher Kontakt
nur auf eine kleine Gruppe hoeherer Amtstraeger erstrecken wuerde,
waere seine Arbeit wertlos. Er muss nicht nur die Sprache des Volkes,
in deren Mitte er lebt, beherrschen, sondern auch seine Sitten und
Gebraeuche verstehen, und er muss instinktiv das Leben dieses Volkes
sozusagen "fuehlen." Das ist eine sehr seltene Befaehigung, die jedoch nicht weniger nichtig als die uebrigen ist, und die Wahl, die
die verschiedenen Regierungen getroffen haben, beweist, dass die
Verantwortlichen dieses Leitmotiv immer im Sinn hatten, obwohl es
nicht in jedem Falle verwirklicht werden konnte.
Weil die Aufgaben der Sozial-Attaches urspruenglich die gleichen
waren, haben alle Laender die gleichen Anforderungen und Bedingungen
an die Anwaerter fuer diese Positionen gestellt. Wie bereits erwaehnt wurde, bestehen jedoch Unterschiede auf Grund der verschiedenen nationalen Auffassungen, diese muessen daher einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Sie entspringen in der Regel der internationalen Stellung, der wirtschaftlichen Struktur oder den speziellen
Problemen jener Laender, die Sozial-Attaches entsenden.
Fuer Grossmaechte, die in Weltangelegenheiten eine bedeutende
Rolle spielen, ist die politische Information und darueber hinaus die
politische Aktion eine wesentliche Aufgabe ihrer Sozial-Attaches. Ein
Blick auf bestimmte Laender wird genuegen, um zu zeigen, dass England
und die Vereinigten Staaten ihre Sozial-Attaches in Positionen gestellt
haben, die von grosser politischer Bedeutung fuer ihr Land sind. Die
Vereinigten Staaten haben bereits solche Attaches in Deutschland, Argentinien, Australien, Daenemark, Belgien, Canada, Chile, Kuba, Mexiko,
Aegypten, Indien, Frankreich, England, Indonesien, Griechenland, Spanien, Italien, Israel, Brasilien, Oasterreich, Holland, Schweden und
i beabsichtigen, auch nach Peru, Bolivien, Neu-Seeland, Panama, Columbien und Suedafrika Vollattaches zu entsenden, zur Zeit sind sie kommissarisch besetzt. Die Liste der Laender, in die England SozialAttachös entsandt hat, ist verblueffend sehnlich: Argentinien, Oasterreich, Belgien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Porto Rico, Daenemark, Aegypten, Chile, Columbien, Finnland, Frankreich, El Savador,
Griechenland, Guatemala, Indien, Ekuador, Iran, Indien, Italien, Haiti,
Luxemburg, Libanon, Japan, Mexiko, Nikaragua, Paraguay, Panama, Syrien, St. Domingo, Uruguay, Holland, Pakistan, Peru, Polen, Schweden,
Vereinigte Staaten Von Nordamerika und Venezuela. Von den £8 Laendern in der Liste der Vereinigten Staaten (in 22 Laendern sind SozialAttaches bereits ernannt, fuer 6 sind sie noch zu ernennen) und den
38 Laendern in der britischen Liste sind 19 ^aender fuer beide Staaten
die gleichen. Zu diesen 19 gehoeren nicht nur grosse Laender wie
Frankreich, Italien, Argentinine, Brasilien und Indien und industriell
hochentwickelte Staaten wie Belgien und Schweden, sondern auch Aegypten, Griechenland und Mexiko. Dies ist ein Beweis dafuer, dass die
Vereinigten Staaten und England erkannt haben, dass in jenen Teilen
der Welt, wo Konflikte der Grossmaechte die internationale Lage schwierig gestalten koennen, die Arbeitsprobleme einen entscheidenden politischen Faktor darstellen, und dass die Regierungen wuenschen, ueber
die dortigen Entwicklungen aus erster Hand informiert zu werden.
- 11 -

�Die Sozial-Attaches Englands und der Vereinigten Staaten sind
darueberhinaus angewiesen, in allen Gebieten, deren Bedeutung soeben
auseinandergelegt wurde, eine aktive Rolle zu spielen. Das bemerkenswerteste Beispiel ist Griechenland, wo die akute Spannung innerhalb
der Gewerkschaftsbewegung zwei Jahre lang zu den politischen Wirren
des Landes beigetragen hat. Obwohl die Vereinigten Staaten und England bereits Attaches nach Griechenland entsandt hatten, betraute
England seinen Sozial-Attachd in Rom, W. H. Braine, im Jahre 1946 in
besonderer Mission damit »zwischen den verschiedenen Gewerkschaf'tsrich- (
tungen in Athen zu vermitteln, Sam Berger, der Sozial-Attache der Vereinigten Staaten in London, begab sich gleichfalls nach der griechi1
sehen Hauptstadt.
Die Funktionen, die die Vereinigten Staaten und England ihren
Sozial-Attachds uebertragen haben, spiegeln sich auch im Status der
Sozial-Attaches im oeffentlichen Dienst wieder.

|

Die Sozial-Attaches der Vereinigten Staaten unterstehen direkt
dem Aussenministerium, in dem eine Sonderabteilung fuer internationale
Arbeits-, Sozial- und Wohlfahrtsangelegenheiten verantwortlich ist;
die Attaches senden ihre Berichte an das Au: senrninisterium. Das heisst
nicht, dass das US-Arbeitsministerium die Arbeit der Sozial-Attaches
nicht gen,au verfolgt und die von ihnen uebermittelten Informationen
nicht auswertet; sie sind jedoch in erster Linie Beauftragte des Aussenministeriums, das sie ernennt, ihnen Instruktionen gibt und ihre
Berichte bei der Formulierung der Aussenpolitik der Vereinigten Statten
verwendet. In England ist das Verhaeltnis der Sozial-Attaches zur Regierung dehnbarer gestaltet, das Arbeitsministerium steht mit ihnen in
staendiger Verbindung. Sie bekleiden einen diplomatischen Rang, und
ihre Arbeit wird vom Berater fuer Arbeitsfragen im Aussenministerium
(einem frueheren Angestellten des Aussenministeriums) koordiniert. Die
rersoenllchkeit des gegenwaertigen Aussenministers Ernest Bevin, eines
alten Gewerkschaftsfuehrers und ehemaligen Arbeitsministers, ist nicht
nur fuer die Zusammenarbeit der beiden Ministerien verantwortlich, sondern es ist auch seine Aufgabe, zu bestimmen, welches Ministerium den
groesseren Einfluss hat. Die englischen Sozial-Attaches bilden wie
diejenigen der Vereinigten Staaten einen wichtigen Bestandteil der
diplomatischen Maschinerie ihres Landes.
Andere Laender haben diese Frage von einem gaenzlich anderen Gesichtspunkt aus betrachtet. Italien, ein Land der Auswanderung, hat
\
zum Beispiel mehrere Attaches fuer Auswanderung in diplomatische Aemter im Ausland berufen, und zwar in Washington, Rio de Janeiro, Sao
Paulo, Buenos Aires, Paris, Bern und Bruessel. Die italienische Regierung weiss jedoch auch, dass sie gruendliche und neueste Informationen
ueber die Arbeitslage im Ausland benoetigt, und dass Wirtschafts- und
Sozialürobleme bestimmter Laender von besonderen Beobachtern studiert
werden muessen; eigentliche Sozial-Attaches sind deshalb in die italienischen Gesandtschaften in Argentinien, Belgien, Frankreich und England
berufen worden.
Die Schweiz wuenscht ihrerseits, dass ihre Sozial-Attaches die
wichtigsten Fragen der Sozialpolitik und Arbeitsgesetzgebung in den
Laendern, in die sie geschickt sind - Frankreich, England und Vereinigte Staaten - studieren und stellt andererseits an sie die Forderung, '
ueber die Interessen der schweizerischen Staatsangehoerigen, die in
diesen Laendern arbeiten, zu wachen und beim Abschluss von Aus- und
Einwanderungsvertraegen sowie bei Abkommen ueber den Austausch von
Experten mitzuwirken.
D?ese Aufgaben gehoeren ebenfalls zu den Funktionen der franzoesischen Sozial-Attachds. Sie werden vom Arbeitsminister auf Grund entsprechender Vereinbarungen mit dem Aussenminister ernannt, sie sind dem
- 12 -

�Arbeitsministerium unterstellt, sie stehen in direkter Korrespondenz
mit ihm und werden im Namen dieses Ministeriums beauftragt, dem Leiter der diplomatischen Mission, unter dessen Autoritaet sie stehen,
eine Kopie dieser Korrespondenz auszuhaendisen. Die franzoesische Regierung misst jedoch ebenso wie die Regierungen Englands und der
Vereinigten Staaten den allgemeinen Informationen grosse Bedeutung zu,
die sie unter Umstaenden von ihren Sozial-Attaches erhalten kann.
Dieses Interesse spiegelt sich deutlich in der Tatsache wieder, dass,
wie bereits erwaehnt, franzoesische Sozial-Attaches in England, den
Vereinigten Staaten und der Sowjet-Union stationiert sind.
Aegyptische Sozial-Attaches sind fuer Washington, Paris und London ernannt, sie werden wie die franzoesisehen Attaches vom Ministor .fuer
Sozialangelegenheiten ernannt.
Dies sind die wesentlichen Grundzuege der neuen Einrichtung der
Sozial-Attachee. Die Umstaende, unter denen sie entstanden ist und
die Art und Weise, wie sie arbeitet, variieren von Land zu Land je
nach den nationalen Traditionen und Gepflogenheiten. Es bestehen jedoch weniger Unterschiede als Aehnlichkeiten, die aeusserst zahlreich
sind. Der Grund hierfeur liegt zweifellos darin, dass diese Einrichtung einer in unserem Zeitalter tief verwurzelten Notwendigkeit entsprungen ist, das von vielen als das Jahrhundert des "Mannes auf der
Strasse" bezeichnet wurde und das selbst den neuesten Anforderungen
der modernen Diplomatie gerecht wird, die die sozialen Probleme und die
Bestrebungen der Massen nicht uebersehen darf. Die Sozial-Attaches
koennen durch die Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen der verschiedenen Laender in der Frage der Sozialpolitik die internationalen
Institutionen in der Tat nur unterstuetzen und die Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation ausserordentlich ergaenzen und erleichtern.
International Labor Review
X/48
IAA-VORSCHLAEGE ZUR STEIGERUNG DER WELT^RODUKTIVITAET
Die erste offizielle, internationale Weltdebatte ueber die Steigerung der Produktionsleistung hat im Palais der Nationen in Genf begonnen.
Vertreter der Arbeiter, Unternehmer und Regierungen fast aller
60 Mitgliedstaaten des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) nehmen an
diesen Besprechungen teil, die voraussichtlich mehrere Wochen dauern
werden.
Technisch gesehen, liegt den Besprechungen der Delegierten der
Jahresbericht des Generaldirektors David A. Morse zugrunde. Morse hat
die Bedeutung einer gesteigerten Produktionsleistung hervorgehoben und
zwar nicht nur in den wirtschaftlich unterentwickelten, sondern auch
in den industriell fortgeschrittenen Gebieten der Welt.
Morse fuehrte in seinem Bericht zu der wirtschaftlichen Entwicklung waehrend des vergangenen Jahres folgendes aus:
"Das Anwachsen der Ueberschuesse an landwirtschaftlichen Erzeugnissen in einigen Laendern und der grosse Ringel an Nahrungsmitteln in
anderen sind ein Problem, das auf internationaler Basis energisch in
Angriff genommen werden muss; eine Loesung waeren zum Beispiel interlationale Abkommen zum Austausch lebensnotwendiger Gueter, um Angebot
und Nachfrage ausgleichen und die Preise auf angemessener Ebene stabilisieren zu koennen.
- 13 -

�"Seit dem Kriege hat es noch keine Massenarbeitslosigkeit auf
Grund eines allgemeinen Rueckgangs in allen wesentlichen Sektoren der
Nachfrage segeben, wie es in den dreissiger Jahren der Fall war. Sollte diese Struktur der Arbeitslosigkeit wieder auftreten, dann wird man
besser als damals die Gruende dafuer kennen, ^ine Regierung darf keine
Massenarbeitslosigkeit zulassen, die auf eine langandauernden Mangel
an Nachfrage zurueckzufuehren ist.
'•Es bestehen ernsthafte Zweifel, ob der normale internationale
Handel ausreichen wird, die Luecken. zu schliessen, die sich nach Ablauf der finanziellen Hilfsprogramme der Vereinigten Staaten, vor allem des Europaeischen Hilfsprogramms, ergeben werden.
"Waehrend der Binnenhandel Lateinamerikas seit Kriegsende im Vergleich zu den Vorkriegs jähren sich erweitern konnte, ist er in Asien
und Europa waehrend der gleichen Zeit erheblich zurueckgegangen. Diese
beiden Kontinente sind dabei mehr und mehr auf Importe aus Laendern mit
harter Waehrune angewiesen. Diesen Binnenhandel wiederzubeleben, ist
eine Grundvoraussetzung fuer die Reduzierung des Dollardefizits in diesen Laendern. ,
"In Asien und dem Fernen Osten ist die Ausdehnung des Binnenhandels ebenso drängend erforderlich. Im Jahre 1938 war %T mit 46 % am gesamten Import und mit 43% am Export dieser Gebiete beteiligt. Seit dem
Kriege ist der Binnenhandel im wesentlichen aus folgenden zwei Gruenden
zurueckgegangen:
"Japan faellt als wichtigster Kaeufer und Verkaeufer dieses Gebietes aus. Die Reisexporte Suedostasiens nach anderen asiatischen Laendern, die keine Nahrungsmitteldefizite haben, wurden reduziert. Im
Jahre 1948 betrug das Volumen des Handels zwischen Japan und den anderen Laendern des asiatischen Gebiets wenig mehr als ein Zehntel des
Handels im Jahre 1934.
"Gemeinsame internationale Massnahmen werden notwendig sein, um
erstens den Welthandel zu foerdern, der es den rueckstaendigen Gebieten
ermoeglichen wird, mehr zu exportieren und Kapital zu erwerben; und um
zweitens die technischen Erfahrungen und Errungenschaften allen Laendern
zur Bekaempfung von Krankheiten und zur Steigerung ihrer Produktivitaet
zur Verfuegung zu stellen."
Auf die Frage der Produktionsleistung eingehend, erklaerte Morse:
n

In neuerer Zeit macht sich seitens der Gewerkschaften die Tendenz
bemerkbar, den Massnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung im
Interesse der Wirtschaft und im Interesse der Arbeiter selbst groessere
Bedeutung beizumessen.
"Hand in Hand hiermit geht die Tendenz einer staendig wachsenden
Anzahl Laender, den Arbeitern Sicherheitsgarantien zu geben und den Gewerkschaften das Recht zuzusprechen, in der Handhabung der Massnahmen
zur Steigerung der Produktionsleistung mitzuwirken.
?t

In diesem Zusammenhang ist in einer Reihe Laender eine Entwicklung
hoechster Bedeutsamkeit festzustellen. Obwohl man nicht behausten kann,
dass die tiefverwurzelte Befuerchtung vieler Arbeiter, ihren eigenen
Arbeitsplatz oder den ihrer Kollegen aufs Spiel zu setzen, ueberwunden
waere, so bestehen doch Anzeichen dafuer, dass die Haltung der vorsichtigen Reserve, die die Gewerkschaften in der Vergangenheit gegenueber
den Massnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung bezogen haben,
einer neuen Einstellung der positiven Unterstuetzung und der Mitarbeit
in solchen Lagen Raum gibt, vorausgesetzt, dass ausreichende Sicherheitsgarantien fuer den Arbeiter gegeben sind."
ILO New Service VI/50
- 14 -

�IAA IM KAMPF GEGtiN DIE ARBEITSLOSIGKEIT
Im vierten Jahresbericht des Internationalen Arbeitsamtes an die
Vereinten Nationen wird hervorgehoben, dass da« Internationale ArbeitsAmt die Massnahmen zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit als ein Problem
von entscheidender Bedeutung ansieht.
Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen wird sich
waehrend seiner Konferenz in Genf im Juli mit diesem Bericht eingehend
beschaeftigen.
Weil die Frage der Arbeitslosigkeit "das Leben derjenigen unmittelbar beruehrt, in deren Interesse das Internationale Arbeits-Amt ins
Leben gerufen wurde", wird in diesem Bericht ein besonderer Abschnitt
der Untersuchung jener Massnahmen gewidmet, die das Internationale
Arbeits-Amt dreissig Jahre lang zur Loesung des Problems der Vollbeschaeftigung famuliert und vorgeschlagen hat.
Auf diesem Gebiet, heisst es in diesem Bericht, hat das Internationale Arbeits-Amt bereits hervorragendes geleistet. Diese Organisation hat noch vor kurzem ein Programm zum Einsatz unbeschaeftigter Arbeitskraefte eingeleitet, dessen unmittelbarer Zweck die Aufrechterhaltung der Vollbesohaeftigung ist. In der Frage der Unterbringung dieser Arbeitskraefte ging die Politik des Internationalen Arbeits-Amtes
dahin, "durch den Austausch von Meinungen und technischen Erfahrungen
in dieser Frage den Regierungen sowie den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen die groes^ten Dienste zu leisten."
Neben den Ausfuehrungen ueber die Taetigkeit des IAA auf dem Gebiet des Einsatzes der Arbeitskraefte und ihrer Beschaeftlgung wird in
dem Bericht vor allem die Arbeit im Bereich der Sozialversicherung und
der Koalitionsfreiheit hervorgehoben. Ein umfassender Rueckblick wird
auch auf andere Arbeitsbereiche der vergangenen Jahre geworfen, fuer
die das Internationale Arbeits-Amt mitverantwortlich ist.
ILO Labor News VI/50
DAS VERMOEGEN DER GEWERKSCHAFT DER DAMEN OBERBEKLEIDUNGSARBEITER (AFL)
Auf der Goldenen Jubilaeumskonvention der Internationalen Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft (AFL) unterbreitete der Praesident
David Dubinsky den Delegierten den Finanzbericht, aus dem sich ein Vermoegen an Kapitalien und Reservefonds in Hoehe von 110 Millionen Dollar
ergibt.
Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu den Verhaeltnissen,
die vor zwei Jihrzehnten herrschten, als die Gewerkschaft praktisch vor
dem Bankrott stand.
Der obengenannte Betrag setzt sich dem Bericht zufolge in grossen
Zuegen wie folgt zusammen: Allgemeiner Verwaltungsfonds 13,2 Millionen,
Gesundheits- und Wohlfahrtsfonds 44,8 Millionen, Pensionsfonds 27 Millionen und Kapitalien lokaler und vereinigter Gewerkschaftsvorstaende 19,4
Millionen Dollar. Die groessten Ausgabeposten der Gewerkschaften im
vergangenen Jahre waren 3,7 Millionen Dollar fuer Organisationsarbeit
und 3,9 Millionen fuer die Verwaltung.
Auf der Konvention wurde angekuendigt, dass die Gewerkschaft beabsichtigt, einen "Kampffonds" in Hoehe von mindestens 500.000 Dollar aufzustellen, der fuer die politische Agitation anlaesslich diesjaehriger
Wahlen verwendet werden soll.
Weekly Labor News Digest V/31/50
- 15 -

�•.7EITEKE VERLUSTE DES WELTGEWERKSCHAFTSBUNDES
Die Gewerkschaftsverbaende Israels, Jugoslawiens und Australiens
haben beschlossen, aus dem kommunistisch beherrschten Weltgewerkschaftsbund- auszutreten. Die beiden erstgenannten Laender-Organisationen
lehnten die Mitgliedschaft in der "Konkurrenzorganisation,w dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften, ab, waehrend sich der Gewerkschaf tsvorstand der australischen Organisation zu dieser Frage noch
nicht geaeussert hat.
Weekly Labor News Digest V/50/17
ORGANISATICNSERFOLGE DER TEXTILARBEITERGEWERKSCHAFT
"Die .Textilarbeitergewerkschaft der AFL (United Textile Workers)
hat es trotz des Taft-Hartley Gesetzes und anderer Schwierigkeiten
fertiggebracht, im Sueden wesentliche Organisationserfolge zu erringen," erklaerte Joseph Jacobs, der Organisationsleiter der Gewerkschaft. Die Suedstaaten wuerden in diesem Jahre dreimal soviel Delegierte zu.der Jahreskonvention der Textilarbeitergewerksohaft entsenden wie im Jahre 1941.
Weekly Labor Newa Digest V/50/17
- 16 -

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�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I I - 17

Prankfurt. 30. Juni 1950
INHALTSVERZEICHNIS

Kampf gegen Betriebsunfaelle - - - - - - - 1
Die Genfer Konferenz des Internationalen
Arbeitsamtes - — - - - - - - - - - - - - 2
Produktivitaetssteigerung in englischen
Betrieben - - - - - - - - - - - - - - - - 3
IAA s t e l l t Verbesserung der Beziehungen
zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern f e s t 8
Der Vertrag der Automobilarbeitergewerkschaft
mit den General Motors-Werken - - - - - - 9
Rutgers I n s t i t u t f e i e r t 30-jaehriges Bestehen 13
Wie eine Gewerkschaft zu einer Eisenbahn auf
Puerto Rico kam- - - - - - - - - - - - - - - 1 4
Keine geheimen Streikbefehle im Bergarbeiterstreik
16
KAMPF GEGEN BETRIEBSUNFAELLE
US-Arbeitsminister Tobin erklaerte auf der Konferenz fuer
i n d u s t r i e l l e Sicherheit, dass die Gewerkschaftsbewegung entscheidenden Anteil an den Erfolgen haette, die die Senkung der Zahl
der Betriebsunfaelle erreicht hat. (Im Jahre 1948 waren diese
bis auf zwei Millionen angestiegen). An dieser Konferenz nahmen
mehr a l s 150 Gewerkschaftsvertreter der AFL und des CIO, Vertreter der Unternehmer sowie Sicherheitstechniker und Sachverstaendige der Regierung t e i l «
"Die organisierte Arbeiterschaft kann mit Stolz auf ihren
langen Kampf fuer groessere Sicherheit und fuer wirksame Gesetze
zum Schutze der Gesundheit zurueckblicken," sagte Tobin. Er erinnerte an die bahnbrechenden Bemuehungen von "Leuten wie William
Green von der AFL, der in Ohio einen der ersten Siege in dem
Kampf der Gewerkschaften fuer ein besseres Los der Arbeiter
errang," und an Philip Murray, "unter dessen Fuehrung es dem CLO
gelang, groessere Sicherheiten a l s bisher fuer die Arbeiter zu
erwirken."
Zuvor hatte Praesident Truman auf der Konferenz erklaert, die
Zahl der Betriebsunfaelle muesse bis zum Jahre 1953 um 50g reduz i e r t werden. Er hatte darauf hingewiesen, dass die Zahl saemtl i c h e r Betriebsunfaelle 1949 um 1% gesunken s e i , a l l e i n in den
Fertigungsbetrieben betraegt der Rueckgang sogar 19g.
Daily News Service
Labor Press Association
VI/7/50
- 1 -

�DIE GENFER KONFERENZ DE3 INTERNATIONALEN ARBEITSAMTES
Als die 33. Generalkonferenz des IAA im Palais der
Nationen in Genf eroeffnet wurde, waren Vertreter der Arbeiterschaft, der Unternehmer und der Regierungen flast aller 60 Mitgliedstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation anwesend.
Obwohl die Delegierten nicht die Absicht hatten, irgendwelche neuen Arbeitskonventionen den Regierungen der Mitgliedstaaten in diesem Jahre zu unterbreiten, ergab sich doch durch
die umfassende Tagesordnung eine Diskussion ueber die Massnahmen
zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit und ueber geeignete Mittel
und Wege zur Steigerung der Produktionsleistung.
Im Verlauf der Sitzungen, die Anfang Juli beendet sein
werden, befassen sich verschiedene Fachausschuesse mit den vom
IAA durchgefuehrten Studien, die folgende Themen zum Gegenstand
haben: Tarifvertraege zur Regelung der Loehne und Arbeltsbedingungen, Schiedssprechung und Schlichtung, Zusammenarbeit
zwischen Gewerkschaften, Unternehmern und Regierung, gleicher
Lohn fuer Maenner und Frauen bei gleicher Leistung und Festsetzung von Mindestloehnen fuer die Landwirtschaft.
Trotz der Tatsache, dass in den diesjaehrigen Sitzungen
keine neuen Konventionen bearbeitet werden sollen, ist vorgeschlagen worden, eine "Offizielle Empfehlung* zur Berufsausbildung Erwachsener und Koerperbehinderter zu bewilligen. Derartige Empfehlungen beduerfen nicht der Ratifizierung durch die
Mitgliedstaaten, es wird jedoch von den einzelnen Regierungen
erwartet, dass sie ihnen durch Akte der Gesetzgebung oder durch
andere Massnahmen ^echtsgueltigkeit verleihen.
Die Wirtschaftsexperten des Internationalen Arbeitsamtes,
die den Bericht ueber geeignete Massnahmen zur Bekaempfung der
Arbeitslosigkeit ausgearbeitet haben, machten die Delegierten
warnend auf bestimmte Anzeichen aufmerksam, die zweifellos auf
eine zu erwartende Zunahme der Arbeitslosigkeit hindeuten.
Die Experten erklaerten jedoch in ihrem Bericht an die
Konferenz, dass eine Krise durch sofortige und angemessene
internationale und einzelstaatliche Massnahmen vermieden werden
koennte. In dem Bericht heisst es woertlich:
"Die Erkenntnis, dass Arbeitslosigkeit und Unterbeschaef- tigung soziale Uebel sind, die behoben werden koennen, stellt
einen Meilenstein auf dem Wege zu modernem Denken dar. Das
passive Sichabfinden mit der Unvermeidbarkeit von Arbeitslosigkeit und Armut hat damit ein Ende gefunden."
Die Wirtschaftsexperten des IAA stellten dabei die Tatsache
.eraus, dass die grossen Aufwendungen der Regierungen und Privatunternehmer in bestimmten Laendern, die der Erneuerung der waehrend des Krieges abgenutzten und zerstoerten Einrichtungen dienen
sollen, in dem Grade zurueckgehen, in dem die Nachfrage nach
diesen Guetern abnimmt. Vor einer solchen Wirtschaftspolitik
muesse gewarnt werden.
Die Experten stellten weiter fest, dass einige Industriestaaten bis Jetzt noch keine Arbeitslosenversicherungssysteme
haben, in anderen gibt es fuer landwirtschaftliche Arbeiter und
einige /ngestelltengruppen keine besonderen Schutzmassnahmen gegen
Erwerbslos igke it.

- 2 -

�Ausserdem unterstrichen sie die Bedeutung eines gut eingespielten Verwaltungsapparates, der vernuenftige Vorschlaege
zur Beschaeftigungspolitik ausarbeiten und sofort die Voraussetzungen fuer deren Durchfuehrung schaffen soll.
Die Wirtsc haßt sexrierten des IAA einigten sich auf folgende
Vorschlaege:
"Bis jetzt waren die Einlagerungsprogramme der Regierungen
in erster Linie auf lebenswichtige Gueter beschraenkt. Diese
Ausgleichsmethode muesste Jedoch auch auf Industrieprodukte
ausgedehnt werden, um einer Arbeitslosigkeit vorzubeugen, die
dann eintreten wird, wenn die Nachfrage der Hersteller und
Grosshaendler nach Maschinen und Einrichtungsgegenstaenden
nachlaesst."
Der Vorschlag der Experten enthaelt ausserdem folgende
Forderungen:
1 -

"Der Welthandel muss nicht nur stabilisiert, sondern auch
ausgedehnt werden.

2 -

Es muessen internationale Vereinbarungen getroffen werden,
um sicherzustellen, dass die Waehrungen der wichtigsten
Staaten auf stabiler Grundlage zur Verfuegung stehen,
gleichgueltig, ob diese Laender ihren ueblichen Bedarf
an Importen gedeckt haben oder nicht.

3 - Grundbedingung zur Stabilisierung des Massenbedarfs der
Welt ist die Errichtung internationaler Systeme zur
Stabilisierung der Preise fuer die lebensnotwendigsten
Gueter der Welt.
Die Wirtschaftsexperten erklaerten ferner: "Wenn die
Loesung des Arbeitslosenproblems in den rueckstaendigen Gebieten
auf internationaler Basis unterstuetzt werden soll, muessen
diesen Gebieten zu ihrer wirtschaftlichen Entwicklung von den
industriell gut entwickelten Laendern langfristige Kredite zur
Verfuegung gestellt werden.
"Den industriell fortgeschrittenen Laendern bietet sich
ausserdem eine Moeglichkeit der Unterstuetzung darin, dass
sie den wirtschaftlich rueckstaendigen Gebieten ihr technisches
Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfuegung stellen. Die internationale Taetigkeit auf diesem aeusserst wichtigen Gebiet
nimmt allmaehlich konkrete Formen an, wie das Punkt-Vier-Programm
des Praesldenten Truman und das erweiterte Programm der Vereinigten Staaten zur technischen Unterstuetzung wirtschaftlich
unterentwickelter Laender beweist.
"Eine dritte Moeglichkeit liegt auf dem Gebiet der Foerderung internationaler Aus- und Einwanderung."
ILO News Service
VI/50
PRODUKT IVITAETSSTEIGERUNG IN ENGLISCHEN BETRIEBEN
Dieser Bericht entstammt dem In London erscheinenden "Target", dessen Aufgabe die Steigerung
der Produktivitaet in der britischen Industrie
ist. Dieses Ziel wird in gemeinsamem Zusaramen- 3 -

�wirken der Unternehmer und der Gewerkschaften
erstrebt, da beide der Meinung sind, dass nur
durch eine sehr erhebliche Steigerung der Leistung es Grossbritannien fuer die Dauer moeglich
sein wird, seinen frueheren Platz im Export wiederzugewinnen*
Dem gleichen Ziele dienen auch Studienreisen
fuehrender britischer Industrieller und Gewerkschafter in Spitzenbetriebe der US-Industrie.
Den Besuchern wird hier in aller Offenheit gezeigt,
wie die Produktivitaet auf ein Hoechstmass gesteigert werden konnte. Die auslaendischen Besucher
sind insbesondere ueberrascht ueber das Arbeitstempo, das in den Vereinigten Staaten erreicht
wird und das sich ausserordentlich von dem in
Grossbritannien ueblichen Tempo abhebt. Aber
es wurde immer wieder seitens der amerikanischen
Arbeiter darauf hingewiesen, dass sie dieses Arbeitstempo keineswegs als ueberhoeht ansaehen,
sondern durchaus fuer die gestellten Anforderungen
zu haben seien, zumal wenn in der Lohnfrage entsprechende Konzessionen gemacht wurden.
Bei einem Vergleich der britischen Loehne mit den
amerikanischen und der Produktion selbst ergibt sich
immer wieder, dass es fuer Unternehmerund Arbeiter
zweckmaessiger ist, ein hoeheres Arbeitstempo
in England einzufuehren. Dieser Bericht beschreibt
zwei Faelle, wo es allein durch organisatorische
Massnahmen gelungen ist, eine wesentliche Steigerung
der Produktivitaet zu erreichen.
In den Leyland Motorenwerken wird durch die Einfuehrung
neuer Produktionsmethoden, deren Erprobung fast beendet ist,
die Produktion schaetzungsweise um ein Drittel erhoeht werden
koennen.
Zu den wichtigsten Neuerungen, die vorgenommen wurden, gehoert die Neugliederung der Fabrikanlagen, die die Fliessbandarbeit ueberall da ermoeglicht, wo sie durchfuehrbar ist« Ausserdem wendet man jetzt ein sogenanntes "Gruppensystem" der Bezahlung an, dem man die Produktionsleistung groesserer Produktionsgruppen innerhalb der Belegschaft von 10,000 Arbeitern zugrundelegt.
Es ist in den Leyland Werken Tradition geworden, dass man
unentwegt darum bemueht ist, bessere Arbeitsmethoden zu ermitteln.
Man ist sich darueber klar, dass das Herumliegen von Material
in den Werkstaetten bedeutet, dass jemand bezahlt werden muss,
der es aufnimmt; es ist deshalb besser, das Material, wenn nur
irgend moeglich, in Bewegung zu halten. Die Auswertung allein
dieser einfachen Erkenntnisse hat bereits zu leistungsfähigeren
Maschinenwerkstaetten gefuehrt, die, Sachverstaendigen zufolge,
in der Welt ohne Konkurrenz dastehen.
Waehrend des Krieges mussten sich die Leylandwerke im grossen
ganzen auf die Herstellung von Panzern, Flugzeugteilen, Bomben
und aehnlicher Kriegsmaterialien konzentrieren. Im Jahre 1945
stellten sich die Werke auf die Produktion von Kraftfahrzeugen
um, und es gelang ihnen innerhalb von 12 Monaten, die ungeheuren
Schwierigkeiten einer solchen Umstellung zu ueberwinden und einen
- 4 -

�gaenzlich neukonstruierten Nachkriegslastkraftwagen in Serien
fuer den Verkauf im eigenen Lande und in einer besonderen Serie
fuer den Export zu produzieren.
Ein anderes sichtbares Ergebnis der seit 1946 geleisteten
Arbeit ist die Erhoehung der durchschnittlichen Wochenloehne
Jedes Arbeitnehmers bis zu etwa 22#. Die Preise fuer die LeylandFahrzeuge sind dagegen seit April 1947 unveraendert geblieben.
All dies ist das Ergebnis jener unentwegten Bemuehungen,
den bestmoeglichen Gebrauch von Arbeitszeit, Material und Arbeitskraft durch eine weitgehende Mechanisierung des Produktionsvorgangs zu garantieren und gleichzeitig durch die Anwendung des
Leistungsprinzips die guenstigste Arbeitsleistung fuer die Arbeitskraefte zu ermitteln.
Oberster Grundsatz bei der Verbesserung der Produktionsmethoden ist die Elnfuehrung des Fliessbandsystems ueberall dort,
wo dies moeglich ist, und die gleichseitige Beseitigung veralteter
Methoden der Serienproduktion. Die Neuordnung der Betriebsanlagen
und die Gruppierung der Maschinen zu Fliessbandsystemen ermoeglichten eine Reduzierung der Einrichtungen und damit die Einsparung betraechtlicher Kapitalsummen. Dieses Kapital ist in
erster Linie zur Planung und Neueinrichtung verwendet worden.
Nach dem Kriege wurden jaehrlich etwa 150.000 DolJar fuer die
Neueinrichtung der heute wirklich modernen Leyland-Betriebe aufgewendet •
Motoren, Transmissionen, Achsen, Karosserien, Steuerungen
und andere Teile werden jetzt in Fliessbandfertigung hergestellt.
Maschinen und Foerderbaender sind so angeordnet, dass die Werkstuecke von einem Arbeitsplatz zum andern rollen. Alles Moegliche wird getan, um das Aufnehmen von Werkstuecken und jede
sonstige unnoetlg ermuedende Taetigkeit auf ein Mindestmass zu
reduzieren.
Der verminderte Materialaufwand und die zweckmaessige Platzierung der Arbeitskraefte haben natuerlich ebenfalls zu Einsparungen
gefuehrt. Ein Maschinenmeister kann jetzt zwei, drei und moeglicherweise auch vier Maschinen ueberwachen, unter dem alten
System war dies gaenzlich unmoeglich. Als logische Folge dieser
Umstellung ist der individuelle Akkordlohn durch ein Gruppenbonussystem ersetzt worden. Das bedeutet gesteigerte Einkuenfte und
zugleich hoehere Produktion. Die Betriebsleitung ist der Auffassung, dass die Arbeitsleistung des einzelnen zwar wichtig ist,
das Hauptaugenmerk muss jedoch darauf gerichtet werden, die Arbeitskapazitaet einer Gruppe einzelner Kraefte, die Fertigwaren produzieren, aufeinander abzustimmen und dadurch einen Ausgleich zu
erreichen.
Andrew J. Charnock, der Hauptbetriebsleiter der Leyland-Werke,
ist der Meinung, dass dieses Gruppenbonussystem zu einem staerkeren
Gemeinschaftsbewusstsein der Arbeiter und damit zu dem Bestreben
fuehren kann, stets als geschlossenes Team zu arbeiten. Ausserdem
werden dadurch kleine Unzulaenglichkeiten der Faehigkeiten des
einzelnen wie auch Maengel des fachmaennischen Koennens ausgeglichen, weil ein Arbeiter den andern unterstuetzen muss.
Als weiteres positives Ergebnis der Leistungssteigerung
der Lancashire-Werkstaetten dieses Unternehmens ist die vor kurzem
durchgefuehrte Interessenausdehnung in Uebersee und die Geschaeftserweiterung auf eine Reihe ausgesprochener Dollarmaerkte anzusehen.
- 5 -

�In den Leyland-Werken ist man der Auffassung, dass kuehne
und zielbewusste Methoden zur Loesung der Produktionsprobleme
notwendig sind, um der Weltkonkurrenz begegnen zu koennen; das
es ausserdem besser ist, "Wunder* stattfinden zu lassen, als auf
sie zu hoffen.
Ein weiterer Beweis fuer das Streben nach hoeherer Produktionsleistung ist ddr Bericht amerikanischer Experten ueber die
Rylands-Werke in Warrington (Lancashire). In diesen Werken
werden ausschliesslich Naegel hergestellt.
Auf Grund einer voelligen NeuOrganisierung ihres Produktionssystems konnte diese Firma bei gleichzeitiger proportionaler
Senkung der Gestehungskosten die Produktionsleistung um 100g
steigern. Die Durchschnittsloehne fuer Maschinenarbeiter haben
sich seit 1939 pralctisch verdoppelt. Das ist umso bemerkenswerter,
als diese Erfolge nicht durch Neuausruestung, sondern lediglich
durch eine gaenzlich neue Anordnung sowie eine zweckmaessige
Normierung und die Ausschaltung unnoetiger Materialbewegungen
erzielt wurden.
Vom Rohdraht des Rohmaterials bis zum Verpacken und Versand
der fertigen Naegel ist der Herstellungsprozess durch ein System
elektrotechnischer und mechanischer Kontrollgeraete so verbessert
worden, dass diese Fabrik, die die groesste dieser Art in Europa
iat, die gebraeuchlichen Naegel wahrscheinlich billiger als
irgendein anderes Unternehmen in der Welt herstellen kann.
Plaene fuer die neue Fahrik, die bereits vor zehn Jahren
entworfen wurden, mussten wegen des Krieges bis zum Jahre 1948
zurueckgestellt werden. Dann konzentrierte sich die Betriebsleitung jedoch sofort auf die Neubildung der Werksgruppierung
und der inneren Organisation zur Erzielung einer optimalen Leistungsfaehigkeit.
Da es unmoeglich war, mehr als eine sehr begrenzte Anzahl
neuer Maschinen zu erhalten, wurde die Umgruppierung mit den noch
vorhandenen Maschinen durchgefuehrt, die zum Teil sehr alt waren;
es wurden jedoch Vorkehrungen getroffen, um diese alten Maschinen
reibung=Los durch neue ersetzen zu koennen, sobald diese verfuegbar
wurden.
Als erstes wurde die "Eselsarbeit", die eine Inflation der
Arbeits kr aefte zur Folge hat, durch die Einfuehrung mechanischer
Transportmittel in allen Stadien des Produktionsprozesses beseitigt.
Dies bedeutet nicht nur, dass Arbeitskraefte eingespart wurden
und ermuedende Taetigkeiten wegfielen, sondern auch, dass die
Werkstuecke mit den geeignetsten Transportmitteln befoerdert wurden
und unproduktive Taetigkeitn, die bei dem alten System notwendig
waren, wegfallen konnten. Das Gewicht der Drahtrollen, die die
Maschinen verarbeiteten, wurde erhoeht,IJ^einen laengeren, ununterbrochenen ProduktIonsprozess zu ermoeglichen. Das Ergebnis waren
Zeit- und Arbeitsersparnisse sowie erhoehte Produktion.
Die Maschinen, die die Naegel herstellen, sind je nach ihrer
Type geordnet und in Reihen aufgestellt. Zwischen Je zwei Reihen
verlaeuft eine Rinne, die mit Stahlgittern bedeckt ist. In dieser
Rinne befinden sich Behaelter mit einem Fassungsvermoegen von
1 Tonne zur Aufnahme der Naegel aus den beiden anliegenden Maschinen.
Eingleisige Kraene befoerdern die Drahtrollen zu den Maschinen und
transportieren die mit Naegeln gefuellten Behaelter ab. Ein
ausgekluegeltes System elektrischer Kontroll- und Signalanlagen
machen Zeit- und Arbeitsverlust nahezu unmoeglich. Jede Maschine
- 6 -

�ist mit einer Kontrolltafel im Buero des Meisters gekoppelt.
Wenn ein Behaelter zwischen zwei Maschinen voll ist, betaetigt
der Maschinenmeister einen Knopf und loest damit eine Reihe
mechanischer Vorgaenge zum Abtransport, Wiegen und Befoerdern
des Behaelters zur Polierwerkstaette und zum Zurueckfuehren des
leeren Behaelters aus. In der Zwischenzeit setzen die Maschinen
Jedoch nicht aus. In Gleitbahnen, die sich zwischen den Maschinen
und den Behaeltern befinden, sammeln sich inzwischen die Naegel
an, bis der Eraatzbehaelter wieder eingetroffen ist. Die Lichtsignale ermoeglichen es dem Werkmeister, den Verlauf der Arbeiten
staendig zu verfolgen und mit einem Blick festzustellen, wann und
wo eine Verzoegerung eintritt.
Die Kontrolle des vollautomatischen Polierprozesses ist noch
weit vollkommener. Die Kontrollstelle ist ein kleiner, gegen
Geraeusche gesicherter Raum durch dessen Fenster der Hauptraum
der Werkstatt staendig beobachtet werden kann. Dem Maschinenmeister ist es moeglich durch die Bedienung dreier Schalter
von beherrschenden Punkten aus sechs Paar Poliertrommeln gleichzeitig zu bedienen, aus denen die Naegel nach einer bestimmten
Zeit in Transportkuebel geschuettet werden.
Die Kontrolle der Arbeits- und Pruefkarten der Behaelter
geschieht durch eine aehnliche Kontrollanlage. Das Verpacken,
das Stapeln und der Versand werden ebenfalls mit gleicher mechanischer Vollkommenheit und Arbeitsersparnis durchgefuehrt.
Der Gesamteindruck des Betriebes ist der einer reibungslosen
und offensichtlich muehelosen Leistungsfaehigkeit. Wo auch immer
Maschinenkraft die Arbeit der Haende und Muskeln des Menschen
uebernehmen kann, hat sie es getan.
In der Nagelfabrik bedienen vier Arbeiter und ein Ersatzmann
je 48 Maschinen, waehrend es unter dem alten System nur zwoelf
waren. Aufgabe des Ersatzmannes ist es, die anderen Werkmeister
zu unterstuetzen und selbst als Meister einzuspringen, wenn dies
erforderlich ist. Alle Arten Maschinen sind aufs sorgfaeltigste
normiert, damit saemtliche Teile ausgewechselt werden koennen.
Regelmaessiges Ueberholen und Reparieren der Maschinen macht
Ausfaelle fast unmoeglich. Wenn dieser Fall jedoch eintritt,
so kann der Schaden auf jeden Fall binnen hoechstens zwei Stunden
behoben werden.
Die 150 Maschinenmeister der Fabrik, die in zwei Schichten
arbeiten, und die Vertreter ihrer Gewerkschaft (Gewerkschaft
allgemeiner und oeffentlicher Betriebe) haben sich begeistert
zu dem neuen Produktionsverfahren bekannt. Was bisher eine
schmutzige und schwere Arbeit war, die viel physische Kraft
erforderte, ist zu einem verhaeltnismaessig sauberen und einfachen Vorgang geworden.
Der tatsaechliche Erfolg der Bemuehungen der Rylands-Werke
kann am besten durch die Gegenüberstellung der Produktionsleistungen in folgender Tabelle veranschaulicht werden:
Durchschnittliche Produktionsleistung je Arbeitskraft u. -stunde
„ .
Steigerung der
Nagelgroesse Nach dem alte]i System Nachdem neuen
Produktionssystem
leistung
»
ll.t06
cwts
*
64.36£
7.244 cwts
6 Zoll
6.294
•
72.06^
3.658 •
4 Zoll
13.000 •
140.00,;
5.412 *
2 Zoll
3.250
•
189.66£
1.122 "
1 Zoll
1 cwts • 45 kg)

H

- 7 -

�Die Produktionsleistung im gesagten Betrieb, einschliesslich
des gesamten Personals, konnte pro Mann und Arbeitsstunde um 68#
gesteigert werden!

"Target*
V/50

IAA STELLT VERBESSERUNG DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN ARBEITGEBERN
UND ARBEITNEHMERN FEST
Das IAA veroeffentlichte in Genf einen Bericht ueber wechselseitige Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehungen, in dem eine Verbesserung dieser Beziehungen auf betrieblicher Ebene und eine
zunehmende Verankerung der Schllchtungs- und der Schiedssprechungsmethoden festgestellt wird.
Dieser Bericht enthaelt Vorschlaege zu fuenf neuen, internationalen Abkommen, die ljTarifvertraege zur Regelung der
Loehne und Arbeitsbedingungen, 2.) Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf betrieblicher Ebene, 3.) freiwillige
Schlichtung und Schiedssprechung, 4.) Zusammenarbeit zwischen
staatlichen Behoerden und Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen
und 5.) eine aehnliche Zusammenarbeit auf einzelstaatlicher Basis
zum Gegenstand haben.
Diese Abkommen sollen in Form offizieller Empfehlungen des
IAA und nicht als internationale Konventionen betrachtet werden,
da diese von den Mitgliedstaaten ratifiziert werden muessen.
Ueber die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sagt der Bericht:
••In einer betraechtlichen Anzahl Laender wurden seit dem
Kriege bei dem Aufbau der Zusammenarbeitsmassnahmen innerhalb
der Betriebe beachtliche Fortschritte erzielt."
Eine Umfrage bei Betrieben in den Vereinigten Staaten hat
ergeben, dass von 263 Unternehmen, die den Fragebogen beantworteten, in 226 die Zusammenarbeit in irgendeiner Form bereits seit
mehreren Jahren besteht. Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern
und Arbeitnehmern ist somit weiter verbreitet als allgemein angenommen wird. In Kanada gab es am 31. Maerz 1949 615 Ausschuesse,
die die Interessen von 275.000 Arbeitern vertraten. Der Bericht
faehrt fort:
"In neuerer Zeit macht sich seitens der Gewerkschaften die
Tendenz bemerkbar, den Massnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung im Interesse der Wirtschaft und im Interesse der Arbeiter
selbst groessere Bedeutung beizumessen.
"Auch die Arbeitgeberorganisationen sind in zahlreichen Laendern bestrebt, den Massnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung und der Notwendigkeit, Bestimmungen zur Sicherung der Arbeiterinteressen zu erlassen, groessere Aufmerksamkeit zu schenken.
Es kann gesagt werden, dass viele Hindernisse, die sich den gemeinsamen Bemuehungen zur Steigerung der Produktionsleistung in
den Weg stellten, bereits ueberwunden sind oder noch ueb«rwunden
werden koennen."

- 8 -

�I

In wenigstens 48 Laendern sieht die Gesetzgebung Tarifvertraege in der einen oder anderen Form vor, zum Teil bestehen
sie bereits auf Grund besonderer Vereinbarungen.
In dem Bericht heisst es weiter:
"Die Methode, Arbeits- und Einstellungsbedingungen in
Tarifvertraegen festzulegen, setzt sich mehr und mehr durch.
Nach den Worten des Praesidenten der Vereinigten Staaten muss
das freie Tarifverhandlungswesen geschuetzt und gefoerdert
werden. Das Recht zum Abschluss von Kollektiwertraegen ist
nicht nur ein grundlegendes wirtschaftliches Fundament der
Gewerkschaften, es uebt darüberhinaus einen nachdruecklichen
Elnfluss zur Staerkung und Stabilisierung der gesamten Wirtschaft
aus.
"Drei Haupttendenzen haben sich in den letzten Jahren abgezeichnet: 1.) an dem freien Kollektlwertragswesen als Mittel
zur Regelung der Loehne und uebrigen Arbeitsbedingungen festzuhalten, 2.) das gleiche Kollektlwertragswesen durch breit fundierte Lohnabkommen auf einen Bruchteil zu beschraenken oder
3.) das Kollektlwertragswesen als Teil eines allgemeinen staatlichen Systems zur Regelung der Loehne und Arbeitsbedingungen
auszubauen wie es in den P/lanwirt sc haften der Laender Osteuropas
der Fall ist."
Hinsichtlich der Wirksamkeit bestehender Schlichtungs- und
Schiedssprechungsmethoden heisst es in den Bericht:
«Die Tatsache, dass eine kuerzlich durchgeführte Erhebung
zeigt, dass der auf Streiks zurueckzufuehrende gesamte Arbeitszeitverlust in 22 Laendern in einer Periode von 20 Jahren weniger
als zwei Zehntel eines einzigen Prozents der gesamten Arbeitszeit in jenen Laendern betrug, kann als Beweis fuer den Grad
der Wirksamkeit jener Methoden angesehen werden, die in diesen
Laendern zur Verhuetung und Beilegung aller Streitigkeiten zwischen
Industrie und Gewerkschaften angewendet werden."
ILO News Service
VI/50

DER VERTRAG DER AUTOMOBILARBEITERGEWERKSCHAFT MIT DEN
GENERAL MOTORS-WERKEN
Der folgende Bericht ueber diesen Vertrag stammt
nicht aus Veroeffentlichungen der amerikanischen
Gewerkschaften, sondern hier wird woertlich der
Text benutzt, den die Direktion der General MotorsWerke ueber die Ergebnisse der Verhandlungen mit
der Automobilarbeitergewerkschaft veroeffentlicht
hat. Dies erschien deshalb von besonderer Bedeutung, als dieser Bericht fuer die deutsche Oeffentlichkelt objektiver erscheinen duerfte als der von
den Gewerkschaften veroeffentllchte Schlussbericht.
Zwischen den General Motors-Werken und der Automobilarbeitergewerkschaft ist ein Fuenf Jahresvertrag zustandegekommen,
dem man das Lohnanpassungssystem zugrundegelegt hat, auf das
sich beide Partner vor zwei Jahren bereits geeinigt hatten.
- 9 -

�I

Dieses Abkommen erstreckt sich auf Loehne, Pensionen,
Versicherungen und bestimmte Garantien an die Gewerkschaft
und regelt alle wirtschaftlichen und vertraglichen Probleme
bis zum 29. Mal 1955. Es kann vor diesem Datum von keinem
der beiden Partner gekuendigt werden.
"Dieser FuenfJahresvertrag ist beispiellos In der Geschichte
der Arbeitnehmer-Arbeitgeber Beziehungen," erklaerte C. £. Wilson,
der Praesident der General Motors-Werke. "Es ist zu erwarten,
dass er einen stabilisierenden Einfluss nicht nur auf unser eigenes Unternehmen, sondern darueber hinaus auf die Wirtschaft
des ganzen Landes ausueben wird. Wir sind der Auffassung,
dass die Tatsache, die Furcht vor einem Streik fuer fuenf Jahre
gebannt zu haben, einen ungeheuer konstruktiven Erfolg fuer
unsere Arbeitnehmer, unser Geschaeft, unsere Kunden, unsere
Lieferfirmen und somit fuer die Allgemeinheit darstellt. Der
Abschluss des Vertrages duerfte bedeuten, dass alle daran Beteiligten der Zukunft mit groesserem Vertrauen entgegensehen.
"Was wir von dem Vertrag erhoffen, ist, dass alle Arbeitsplaetze bei General Motors gute Arbeitsplaetze sind. Wir wuenschen, dass unsere Arbeitnehmer gern fuer General Motors arbeiten.
Nur so koennen wir auch in Zukunft so erfolgreich wie bisher
arbeiten und (iualitaetserzeugnisse fuer unsere Kunden herstellen."
Die wichtigsten Bestimmungen des Vertrages sind folgende:
(1) Die Lebenshaltungskostenformel wird ohne Aenderung beibehalten. Sie trat in dem 1948 abgeschlossenen Vertrag das erstemal
auf und sieht vor, dass die Loehne viertelJaehrlich ueberprueft
und den Veraenderungen des Verbraucherpreisindex', den das Statistische Buero des US-Arbeitsministeriums feststellt, angeglichen
werden.
(3) Ab 29. Mai 1950 wird dem Grundtarif eine Jaehrliche Aufbesserungspraemie von 4 Cents je Arbeitsstunde hinzugefuegt*
Waehrend der gesamten Vertragsdauer wird dieser Tarif jaehrlich
um vier weitere Cents erhoeht werden. Hierin spiegelt sich die
Erkenntnis der Automobilarbeitergewerkschaft und der General
Motors-Werke wider, dass ein hoeherer Lebensstandard von den
technologischen Fortschritten und der Zusammenarbeit der Arbeitnehmer abhaengt.
(3) Allen Arbeitnehmern, die von diesem Vertrag erfasst werden
und 25 Dienst Jahre hinter sich haben, wird aus einer nicht beitragspflichtigen Pensionskasse eine Mindestpension in Hoehe von
100 Dollar, einschliesslich der Pension der Bundesstaatlichen
Sozialversicherung, gezahlt. Wenn die eingereichten Vorschlaege
zur Erhoehung der Bundesstaatlichen Sozialversicherungs-Unterstuetzungen Gesetz werden, wird die Pension der General MotorsArbeiter sich in der Form erhoehen, dass die Teilpension der
General Motors-Werke die gleiche wie bei dem Monatssatz von
100 Dollar bleibt, auch wenn durch diese Erhoehungen sich Betraege
ergeben, die die Hundert Dollar Summe betraecbtllch ueberschreiten.
Die Werke werden auch weiterhin fuer Jeden pensionsberechtigten
Arbeitnehmer monatlich nicht weniger als 1.50 Dollar an Penslonsbeitraegen zahlen.
(4) Die Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen werden nach
dem neuen Versicherungsprogramm der General Motors verbessert,
ohne dass den Arbeitnehmern zusaetzliche Kosten entstehen.
Ausserdem werden die General Motors-Werke die Haelfte der Kosten
fuer Krankenhausaufenthalte und fuer die aerztliche Behandlung
des Arbeitnehmers und seiner Familie uebernennten.
- 10 -

�(5) Fuer den Schutz der Gewerkschaften tritt eine abgeaenderte
Bestimmung in Kraft, fuer die sich eine grosse Mehrheit der
von der Automobilarbeitergewerkschaft vertretenen Arbeitnehmer
der General Motors-Werke im Februar dieses Jahres ausgesprochen
hat. Nach den Bestimmungen des Taft-Hartley-Gesetzes hat die
Regierung dieses Abstimmung ueberwacht.
•Die Frage des Schutzes der gewerkschaftlichen Rechte1*,
erklaerte Praesident Wilson, "ist in praktischer und durchfuehrbarer Weise geloest worden. Die Gewerkschaft hat nach dem neuen
Vertrag die Moeglichkeit, ihrer Verantwortung besser gerecht zu
werden. Die zum Ausdruck gebrachten Wuensche der Mehrheit werden
beruecksichtlgt, aber zu gleicher Zeit wird auch der Entscheidung
der Minderheit Rechnung getragen, die aus irgendwelchen Gruenden
nicht Mitglied der Gewerkschaft sein wollen."
Die wichtigsten Bestimmungen des Vertrages enthalten u.a.
folgende Einzelheiten:
Die Loehne werden viertelJaehrlich den Lebenshaltungskosten
angeglichen werden, denen der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bueros des US-Arbeitsministeriums zugrundeliegt. Der
Stichtag-Index vom 15. April, der am 19. Mal veroeffentlicht
wurde, nachte keine Angleichung des gegenwaertigen Lebenshaltungskostenzuschusses erforderlich. Infolgedessen wird der bisherige
Zuschuss von drei Cents Je Stunde In den naechsten drei Monaten
keine Aenderung erfahren. Die naechste Ueberpruefung des Lebenshaltungskostenzuschusses wird unter Zugrundelegung des Verbraucherpreisindexes vom 15. Juli im September erfolgen.
Mit Wirkung vom 29. Mai 1950 wird der Grundtarif in Anbetracht technischer Verbesserungen um eine Jaehrllche Aufbesserungspraemie von vier Cents Je Stunde erhoeht. Fuer die Gesamtdauer
des Vertrages werden dem Tarif Jaehrlich weitere vier Cents Je
Stunde hlnzugefuegt werden. Die Jaehrllche Aufbesserungspraemie
betrug nach dem Vertrag von 1948 drei Cents Je Stunde.
Beide Partner halten weiterhin an dem Grundsatz fest, dass
der technische Fortschritt gefoerdert werden muss, um diese Jaehrllche Aufbesserungspraemie zu ermoegllchen. Der Vertrag enthaelt
folgende Bestimmung zu dieser Frage:
"Die in diesem Vertrag vorgesehene Aufbesserungspraemie zeigt,
dass eine staendlge Verbesserung des Lebensstandards der Arbeltnehmer von dem technischen Fortschritt, von besseren Werkzeugen,
Arbeitsmethoden und Ausruestung sowie von der Zusammenarbeit der
beiden Partner abhaengt. Dieser Methode liegt ausserdem der
Grundsatz zugrunde, dass es ein gesundes wirtschaftliches und
soziales Programm ist, mit dem gleichen Aufwand an Arbeitskraft
mehr als bisher produzieren zu wollen."
Fuer bestimmte Fachberufe sind Lohnangleichungen vorgenommen worden, wodurch die Tarife fuer Werkzeugmacher, Former und
gewisse andere Facharbeitergruppen ausser der Aufbesserungspraemie
noch um fuenf Cents Je Stunde erhoeht werden.
Der neue Vertrag enthaelt ausserdem ein grosszuegig
gestaltetes Programm der Urlaubsbezahlung« Arbeitnehmer mit einem DienstJahr erhalten 40 Stunden, mit drei bis vier Dienst Jahren 60 Stunden,
mit fuenf bis 14 DienstJahren 80 Stunden und mit mehr als 15 DienstJahren 120 Stunden bezahlten Urlaubs.
Alle Arbeitnehmer im pensionsberechtigten Alter, die 25 Dienstjahre erreicht haben, erhalten eine MindestpensIon von monatlich
- 11 -

�100 Dollar, wobei In dieser Summe die Bezuege aus der Bundesstaatlichen Sozialversicherung eingeschlossen sind.
Fuer Arbeitnehmer mit weniger als 25, aber mit mehr als zehn
Dienstjahren betragen die Pensionen einschliesslich der Bezuege
aus der Bundesstaatlichen Sozialversicherung, monatlich mindestens
vier Dollar fuer Jedes zurueckgelegte Dienstjahr.
Bach dem gegenwaertigen oder irgendeinem zukuenftigen
Bundesstaatlichen Sozialversicherungsgesetz wird der Anteil der
General Motors-Werke an allen Pensionen fuer die Dauer dieses
Vertrages mindestens monatlich 1.50 Dollar fuer Jedes Dienstjahr
betragen.
Das normale pensIonsberecht igte Alter ist 65 Jahre. Jeder
Arbeitnehmer kann jedoch auf eigenen Wunsch, vorausgesetzt, dass
er dazu in der Lage ist, bis zum Alter von 63 Jahren weiterarbeiten, mit dem er dann automatisch pensioniert wird. Mit Genehmigung der Gesellschaft kann ein Arbeitnehmer mit ueberdurchschnittllchem fachlichem Koennen und guter Gesundheit auch nach dem
68. Lebensjahre noch weiter taetig bleiben.
Bis zum 1. Januar 1952 sollen, ausser auf eigenen Wunsch des
Arbeitnehmers, keine Pensionierungen erfolgen. Fuer diejenigen,
die nach dem 1. Januar 1950 pensioniert wurden, und denen nach
dem Vertrag die Pensionsberechtigung zuerkannt ist, beginnen die
Pensionszahlungen am 1. Oktober 1950.
Der Pensionsfonds steht unter Treuhaenderschaft und soll
auf 30-jaehriger Basis finanziert werden. Ein gemeinsamer Ausschluss der General Motors-Werke und der Gewerkschaft wird gebildet,
um ueber die Pensionsberechtigung Jedes einzelnen Arbeitnehmers
zu beraten.
Eine andere Bestimmung des Pensionsplanes sieht vor, dass
jeder Arbeitnehmer, der mindestens 15 DienstJahre zurueckgelegt
hat und danach voellig und dauernd arbeitsunfaehig wird, nach
Vollendung seines 50. Lebensjahres eine Invalidenrente von
50 bis 90 Dollar im Monat,je nach der Anzahl seiner Dienstjahre,
bezieht. Diese Invalidenrente steht ihm zu,bis er 65 Jahre alt
ist; von da ab faellt er unter die regulaeren Pensionsbestimmungen.
Unabhaengig von dieser Invalidenrente kann der Arbeitnehmer nach
den Bestimmungen ueber Arbeitsunfaehlgkeit, wie sie der Versicherungsplan der General Motors-Werke enthaelt, eine Unterstuetzung von
der Gesellschaft beziehen.
Die nach dem Gruppenversicherungsplan der General MotorsWerke jetzt gueltlgen Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen
bleiben bei einer Erhoehung der Lebensversicherungssumme um
500 Dollar und der woechentlichen Unterstuetzungen bei Krankheit
und Unfall um 14 Dollar bestehen, ohne dass der Arbeitnehmer
hoehere Praemien fuer diese Versicherungen zu zahlen hat. Nach
dem neuen Vertrag wird sich somit die Lebensversicherungssumme
auf 2.500 bis 5.000 Dollar und die woechentlichen Krankheitsund Unfallunterstuetzungen auf 28 bis 45.50 Dollar bis zu einer
Dauer von 26 Wochen belaufen.
Die General Motors werden nach dem neuen Plan den in Krankenhausbehandlung befindlichen Arbeitnehmern fuer ihre aerztliche
Behandlung einen Hoechstbetrag von 5 Dollar pro Tag gewaehren bis
zu einer Hoechstdauer von 70 Tagen, fuer Krankenhausaufenthalt
gilt
das gleiche.
Die in dem Vertrag von 1948 enthaltene Klausel ueber den
Schutz der gewerkschaftlichen Rechte, in der der Abzug der Gewerk- 12 -

�schmftsbeltraege und sonstiger Abgaben auf freiwilliger Basis
vorgesehen war, wird wie folgt abgeaendert:
1« Allen Arbeitnehmern, die bei Inkrafttreten dieses Vertrages nicht Mitglied der Gewerkschaft sind und keine Beitraege
an die Gewerkschaft entrichten, wird der Beitritt zur Gewerkschaft nicht zur Bedingung ihrer Weiterbeschaeftigung gemacht.
Fuer die Dauer dieses Vertrages sind sie nicht verpflichtet,
Irgendwelche Abgaben oder Beitraege an die Gewerkschaft zu entrichten.
2. Alle Arbeitnehmer, die gegenwaertlg Mitglied der Automobilarbeitergewerkschaft (CIO) sind und Beitraege an die Gewerkschaft direkt oder indirekt auf dem Wege des Lohnabzugs zahlen,
sind verpflichtet, ihre Mitgliedschaft in dieser Gewerkschaft
fuer die Dauer des Vertrages insofern aufrechtzuerhalten, als
es sich um die Zahlung von Beitraegen und sonstigen Abgaben
handelt«
3, Nach Inkrafttreten dieses Vertrages muss ein neueingestellter Arbeitnehmer nach einer Probezeit von drei Monaten
der Gewerkschaft beitreten und Beitraege sowie sonstige Abgaben
entrichten. Der Arbeitnehmer ist jedoch berechtigt, binnen nicht
weniger als zehn und nicht mehr als zwanzig Tage vor Ablauf
seines ersten ArbeitsJahres, das mit der Beendigung der Probezeit beginnt, aus der Gewerkschaft auszutreten und die Zahlung
weiterer Beitraege ohne Nachwirkungen auf sein Beschaeftigungsverhaeltnis einzustellen. Wenn er sich emtschliesst, Mitglied
zu bleiben, muss er als Beschaeftigungsbedingung seine Mitgliedschaft durch Entrichtung der Gewerkschaf tsbeltraege und sonstiger
Abgaben bis zum Ablauf dieses Vertrages aufrechterhalten.
Mitteilung der General Motors
Corporation
23A/50
RUTGERS INSTITUT FEIERT 20-JAEHRIGES BESTEHEN
William Green, der Praesldent der AFL, besuchte die Rutgers
Universitaet, um dort anlaesslich des 20. Jahrestages der Gruendung dieses aewerkschaftsInstituts zu sprechen.
Green hatte diese Universitaet bereits vor 20 Jahren
besucht. Damals war er Zeuge eines voellig neuen Experiments,
das darin bestand, dass sich Erzieher und Gewerkschaftler an
den gleichen Tisch setzten, um sich vom gewerkschaftlichen Standpunkt aus ueber Arbeitslosigkeit zu unterhalten.
Green erklaerte seinen Zuhoerern - Funktionaere des Gewerkschaftsbundes, Erzieher und fuehrende Persoenlichkeiten der Regierung - dass sie damals Geschichte gemacht haetten. Die verflossenen Jahre haetten die Richtigkeit dieses Experiments unter
Beweis gestellt.
Dieser Gewerkschaftsfuehrer, der stets den Ausbau der Arbeiterbildung befuerwortete, war nicht der Einzige, der als
Beobachter an der ersten regulaeren Konferenz amerikanischer
Erzieher und Gewerkschaftler im Juni 1931 teilgenommen hatte.
Selbst aus Michigan waren Vertreter der Universitaeten gekommen,
um zu sehen, ob dieses Projekt durchfuehrbar sei.

- 13 -

�Die massgeblichen Persoenlichkeiten der Universitaet Michigan waren von dem Wert zusammengefasster ArbeitsInformationen
so ueberzeugt, dass bis zum Juni des folgendes Jahres ein aehnllches Institut in Ann Arbor gegruendet wurde. Heute arbeiten
75 Hochschulen und Universitaeten in 40 Staaten der USA nach
dem Vorbild des Rutgers-Institut?.
Noch staerker war jedoch die Gewerkschaftsbewegung von dem
Ergebnis jener Konferenz vor zwanzig Jahren beeindruckt. Noch
vor dem Abschluss der fuenftaegigen Sitzungsperiode forderten
die Delegierten einstimmig die Einberufung weiterer Konferenzen.
Der Gewerkschaftsbund in New Jersey richtete auf seiner naechsten
Jahreskonferenz an Rutgers die Bitte, diese Konferenzen alljaehrlich stattfinden zu lassen.
In Anerkennung der Verdienste, die sich das Institut auf
dem Gebiet der wechselseitigen Arbeitnehmer-Arbeitgeber Beziehungen
erworben hatte, wurde Im Jahre 1947 durch eine gesetzgeberische
Akte des Staates New Jersey das Rutgers Institut fuer ArbeitgeberArbeitnehmer Beziehungen gegruendet.
"Wekkly News Service" der APL
VI/13/50
WIE EINE GEWERKSCHAFT ZU EINER EISENBAHN AUF PUERTO RICO KAM
Die ehemaligen Besitzer der Puerto Rico-Elsenbahn haben
zu ihrem Bedauern feststellen muessen,dass die Weigerung, Mindestloehne zu zahlen, den Verlust einer Eisenbahn mit sich bringen
kann. Und sie koennen in der Tat sehr betruebt sein, denn sie
sind nicht mehr Besitzer der Eisenbahn.
Die Gesellschaft hatte sich beharrlich geweigert, Mindestloehne zu zahlen, das gesamte Eigentum der Eisenbahngesellschaft
wird deshalb in kurzer Zeit in den Besitz der Arbeitnehmer uebergehen, die Mitglieder des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes von
Puerto Rico (Confederacion General de Trabajadores) sind, waehrend die eigentlich zustaendige Gewerkschaft die Eisenbahnergewerkschaft von Puerto Rico ist.
Die Eisenbahn-Gesellschaft hatte sich nie an das im Oktober
1938 auf Puerto Rico in Kraft getretene Lohn- und Arbeitszeitgesetz gehalten und missachtete es staendig. Dabei belief sich
der Mindestlohn auf Puerto Rico und den Virgin-Inseln nur auf
25 Cents in der Stunde - die Eisenbahn-Gesellschaft zahlte drei
Jahre lang einer ganzen Reihe ihrer Arbeitnehmer nur drei Cents
pro Stunde!
Der von der Eisenbahnergewerkschaft angestrengte Prozess,
der mit der Ueberfuehrung der Eisenbahn in den Besitz der Arbeiter
endete, erstreckte sich bereits ueber neun Jahre.
Als die Prozessaussichten unguenstig wurden, hielt die
Gesellschaft die Zeit fuer gekommen, ihren Aroeitern Einigungsvorsphlaege zu unterbreiten. Die Unternehmer boten den Eisenbahnern an, die Forddrungen auf rueckstaendige Loehne bis zu einem
Betrag von 700.000 Dollar auszuzahlen, diese Summe haette Jedoch
nur 45T£ des geschuldeten Betrages ausgemacht.

- 14 -

�Als Gegenleistung sollten die Arbeiter Verzichtserklaerungen
unterschreiben, die die Unternehmer jeglicher weiterer Verpflichtungen enthoben haetten. Unter den Eisenbahnarbeitern gab es
jedoch kluegere Koepfe. Sie baten Ernesto Hamos Antonini, den
Sekretaer fuer auswaertige Beziehungen und Rechtsberater des
Gewerkschaftsbundee von Puerto Rico, um einen Rat. Ramos Antcnini
ist ausserdem Sprecher im Repraesentantenhaus von Puerto Rico.
Der Rechtsberater des Allgemeinen Gewerte chaf tsbundes von
Puerto Rico verklagte die Gesellschaft beim amerikanischen
Bezirksgericht in Puerto Rico. Er bestand nicht nur auf der
Annullierung der Abkommen, die zwischen der Gesellschaft und
einzelnen Arbeitern zustande gekommen waren, sondern auch darauf,
dass die Gesellschaft den Arbeitern eine Gesamtsumme von etwa
drei Millionen Dollar schuldet, in der ueber die angebotenen
700.000 Dollar hinaus die restlichen 55# an rueckstaendigen
Loehnen und eine Entschaedigung von 100g enthalten sind.
Das Gericht entschied jedoch zugunsten der Eisenbahn-Gesellschaft. Ramos Antonini, ein Mann, der nicht leicht etwas aufgibt,
brachte den Fall vor das Bezirksappellationsgericht von Boston,
das die Unternehmer verurteilte.
Aber die Gesellschaft wollte unter allen Umstaenden den
Prozess gewinnen und wandte sich an den Obersten Gerichtshof der
Vereinigten Staaten, der jedoch das Urteil bestaetigte.
Die Gesellschaft machte Jetzt Bankerott. Die Arbeiter sahen,
wie ihnen die Fruechte ihres schweren Kampfes um ihr Recht regelrecht entglitten, es konnte ihnen passieren, dass sie in dem
Konkursverfahren eine wesentlich geringere Summe erhielten,
als ihnen durch das Gerichtsurteil zuerkannt war.
Auf Veranlassung Ramos Antoninls und der Fuehrer der
Eisenbahnergewerkschaft ueberpruefte der Gouverneur von Puerto
Rico, Luis Munos Marin die Moeglichkeiten, die Eisenbahngesellschaft
in den Besitz der Arbeiter uebergehen zu lassen.
Es war ein gluecklicher Tag fuer die Mitglieder der Eisenbahnergewerkschaft von Puerto Rico, als die Dokumente ueber die
Uebergabe der Eisenbahngesellschaft an die Arbeiter unterzeichnet
wurden.
Die Arbeiter haben 40 Jahre Zeit, um den endgueltigen Kauf
der Eisenbahngesellschaft durchzufuehren. Sie werden die Verwaltung der Elsenbahn einer Genossenschaft uebergeben, die sie
bereits gebildet haben» in wenigen Wochen wird sich das gesamte
Eigentum der Eisenbahngesellschaft in ihrem Besitz befinden.
Kurze Zeit spaeter gab es einen anderen grossen Tag in der
Geschichte der Eisenbahnergewerkschaft. 712714 Dollar wurden in
Form von Schecks oder Genossenschaftsaktien in San Juan, Ponce
und Mayaguez an die Gewerkschaftsmitglieder verteilt.
Ramos Antonini sprach waehrend der Feier, auf der die
ersten Schecks und Aktien ausgehaendigt wurden. An dieser Feier
nahmen teil: George De Nucci, der Vertreter des CIO in Frerto
Rico, Ernest Schwarz, der Sekretaer des AHL-Komitees fuer lateinamerikanische Angelegenheiten sowie Fernando Zegri, der Konkurs- 15

�Verwalter der Eisenbahngesellschaft nach dem Bankerott.
Wenn Sie also einmal in Puerto Rico reisen sollten, dann
wird Ihr Zug von Arbeltern bedient werden, die gleichzeitig
Besitzer der Elsenbahn sind«
The CIO News
VI/12/50
KEINE GEHEIMEN STREIKBEFEHLE IM BERG ARBEIT ERSTREIK
John L. Lewis, der Vorsitzende der Berg arbeit ergewerkschaft,
erklaerte In einem Schreiben an einen Unterausschuss des Komitees
des Repraesentantenhauses fuer Erziehung und Gewerkschaften,
der sich mit Gewerkschaftsdemokratie beschaef tlgt, dass waehrend
des Bergarbeiterstreiks Im letzten Winter keine geheimen Streikbefehle an die Arbeiter ergangen seien. Diese Frage wurde eroertert, well ein Gewerkschafts funkt lonaer, der wegen einer Strafe
von 50.000 Dollar seiner Funktionen enthoben worden war, der
Gewerkschaft vorgeworfen hatte, geheime Instruktionen zur Einstellung der Arbeit an die Arbeiter gegeben zu haben.
Weekly Labor News Digest
V/50/17
- 16 -

Office of Labor Affairs, HICOG
APO 757

OFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HIC0G. APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Aui Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.
I

I I I - 18

F r a n k f u r t , 7 . J u l i 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Kolumbianischer Gewerkschaftsbund tritt aus dem Weltgewerls chaftsbund aus - - - - - - - - - - - - - - - l
Die Havanna-Konferenz gruendet interamerikanische
Vereinigung fuer Demokratie und Freiheit - - - - - 2
AFL protestiert gegen die Aufloesung der Erdoelarbei-'
tergewerkschaften in Venezuela - - - - - - - - - - 4
Juan A. Acuna: Die Montevideo-Konferenz des Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbundes - - - - - - - - 5
Pere F. Seward: Oeffentliche Arbeiten - Schluessel
zum Fortschritt - - - - - - - - - - - - - - - - - - 6
Arbeitsmoeglichkeiten und Umsiedlung - - - - - - - 9
Arbeitsminister Tobin zur Entscheidung des Obersten
Gerichtshofes zum Gesetz fuer gerechte Arbeitsnormen 11
Internationaler Verband der Vereinigungen fuer Arbeiterbildung
—
12
Perons Antwort an den Internationalen Bund Freier
Gewerkschaften
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 5

KOLUMBIANISCHER GEWERKSCHAFTSBUND TRITT AUS DEM WELTGEWERKSCHAFTSBUND AUS,
Dem Beispiel des mexikanischen Gewerkschaftsbundes folgend,
hat sich der Kolumbianische Gewerkschaftsbund auf seiner letzten
Konferenz in Bogota entschlossen, aus dem Welt- und dem Lateinamerikanischen Gewerkschafts bund auszutreten. Der Vorschlag,
die kommunistisch gefuehrte Weltgewerkschaftsorganisation zu
verlassen, wurde von den Kommunisten und einer kleinen Gruppe
irregefuehrter "Liberaler" heftig angefochten. Es gelang ihnen
Jedoch nicht, die notwendigen Stimmen zur Ablehnung des Vorschlags
sich zu sichern. Spaeter verliessen sie die Konferenz und bildeten eine eigene Organisation. Sie griffen damit zu der typisch
kommunistischen Taktik, die all das zerstoeren wollen, was sie
nicht beherrschen koennen»
Die Mehrzahl der Delegierten des Kolumbianischen Gewerkschaftsbundes bekraeftigte daraufhin ihren Entschluss, aus dem
Weltgewerkschaftsbund und dem Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund auszutreten, indem sie sich eindeutig fuer den Anschluss an
den Internationalen Bund Freier Gewerkschaften aussprachen, dessen
Zentrale sich in Bruessel befindet. Die regionalen Organisationen
fuer die westliche Hemisphaere soll in Kuerze gebildet werden.
Inter-American Labor News
VI/50

�DIE HAVANNA-KONFERENZ GRUENDET INTERAMERIKANISCHE VEREINIGUNG
FUER DEMOKRATIE UND FREIHEIT
Die freie Gewerkschaftsbewegung hat mit der Interamerikanischen Konferenz fuer Demokratie und Freiheit, die in Havanna
abgehalten wurde und vom Interamerikanischen Gewerkschaftsbund
auf seiner zweiten Konvention in Havanna im September vorigen
Jahres befuerwortet worden war, eingn weiteren Sieg im Kampf
um die Erhaltung der zivilen Rechte der Hemisphaere zwischen
Atlantik und Stillem Ozean errungen. Die Konferenz stand unter
der Schirmherrschaft eines ausgezeichneten Komitees massgeblicher
politischer Persoenlichkeiten, Intellektueller und Gewerkschaftsführer und bot zum erstenmal den wahrhaft demokratischen Kraeften
Nord-, Mittel- und Suedamerikas eine Gelegenheit, zusammenzukommen.
Frei von Jedem Druck seitens der Regierungen und frei von Jeden
diplomatischen Beschraenkungen eroerterte und plante die Konferenz,
was die amerikanischen Voelker zur Abwehr des Totalitär Ismus und
zur Staerkung der Demokratie und Freiheit gemeinsam tun koennen.
Obwohl nur wenige Monate zur Vorbereitung dieser Konferenz
zur Verfuegung standen, und obwohl die Kommunisten und ein halbes
Dutzend Militaerdiktaturen oder ultrareaktionaere Regierungen
Lateinamerikas von Anfang an offen gegen die Einberufung dieser
Konferenz kaempften, waren doch nahezu 150 Delegierte im Kapitol
von Havanna zu diesem, historischen Treffen versammelt. Sie kamen
aus Argentinien, Uruguay, Chile, Peru, Kolumbien, Panama, Venezuela, Honduras, Costa Rica, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, Puerto
Rico, der Dominikanischen Republik, Kuba und den Vereinigten
Staaten. Einige von ihnen waren beruehmte Inteilektuelle, andere
politische Fuehrer und Gewerkschafter, die im Exil leben; ausserdem waren Kongressmitglieder, Senatoren, Kabinettsminister, Journalisten, Universitaetspröfessoren und Gewerkschaftsfuehrer jener
Laender zugegen, in denen die Demokratie stark und gesichert ist.
Als Delegierte der Gewerkschaftsbewegung waren anwesend:
George P. Delaney, Charles Zimmermann und Serafino Romualdi von
der AFL; Dr. Ernst Schwarz vom CIO; Senator Euseblo Mujal und
Pablo Balbuena vom kubanischen Gewerkschaftsbund; Franzisco Aguirre,
Generalsekretaer des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes; Augusto Malave Villalba vom Gewerkschaftsbund Venezuelas; Oscar Zuniga vom Gewerkschaftsbund *Rerum Novarum" von Costa Rica; Andres
Townsend vom peruanischen Gewerkschaftsbund und Bernoardo Ibanez,
der chilenische Praesident des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes und Vizepresident des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften.
Der doppelte Zweck dieser Konferenz bestand in der Demonstration der interamerikanischen, demokratischen Solidaritaet gegen
Jegliche Form des Totalitarismus und in der Begruendung einer
staendigen Organisation, deren zukuenftige Taetigkeit sich nicht
nur in der westlichen Hemisphaere erschoepfen sollf sondern auch
mit aehnlichen Organisationen in anderen Teilen der Welt zusammenarbeiten soll, falls die Notwendigkeit dafuer gegeben ist. Beide
Aufgaben wurden geloest.
In der Havanna-Deklaration wurde die demokratische Solidaritaet der Voelker Amerikas in hervorragender Weise zum Ausdruck
gebracht und proklamiert. In dieser Deklaration wurde der Chapultepecer-Grundsatz erneut feierlich bestaetigt, in dem es heisst:
"Amerika kann nicht ohne Gerechtigkeit und ohne Freiheit leben."
- 2 -

�Die Havanna-Deklaration verurteilt aufs schaerfste jede
Form von Kommunismus, Faschismus, Falangismus und Nazismus;
sie proklamiert die Notwendigkeit, den Lebensstandard der Voelker zu heben, um die Demokratie Wirklichkeit werden zu lassen;
sie befuerwortet die uneingeschraenkte Garantie politischer,
gewerkschaftlicher, buergerlicher und religioeser Freiheiten;
sie bestaetigt erneut die Politik der Nichteinmischung in die
inneren Angelegenheiten eines souveraenen Staates. In ihr wird
Jedoch auch die Forderung erhoben, jene Regierungen, die das
Ergebnis einer militaerischen Erhebung gegen ein verfassungsgemaesses Regime darstellen, anzuerkennen«
In anderen von der Konferenz gebilligten Resolutionen wird
Jedoch gefordert, dass jenen Regierungen wirtschaftliche und
finanzielle Hilfe versagt werden muesse, die die buergerlichen
und gewerkschaftlichen Freiheiten missachten; es wird vor Waffenlieferungen an die Militaer-Diktaturen Lateinamerikas gewarnt,
die zur Bekaempfung der demokratischen Opposition und nicht zur
Verteidigung der Hemisphaere verwendet werden koermten; es wird
proklamiert, dass die Amerikaner zu der demokratischen Familie
der Welt gehoeren, und dass sich die Neue Welt bereit erklaert
hat, gemeinsam gegen jegliche Form totalitaerer Durchdringung
und Aggression zu kämpfen.
Um diese Ziele verwirklichen zu koennen, beschloss die
Konferenz einstimmig, die Interamerikanische Vereinigung fuer
Demokratie und Freiheit zu gruenden. Der Hauptsitz dieser Vereinigung wird Montevideo, die Hauptstadt Uruguays sein. Eine
staendige Delegation wird ihren Sitz in den Vereinigten Staaten
haben, wo sie in Washington und New York Bueros bezieht. Dieser Delegation faellt die bedeutungsvolle Aufgabe zu, Beziehungen
zu der Organisation der Vereinten Nationen und ihren verschiedenen Kommissionen zu unterhalten, die sich mit Menschen- und Buergerrechten befassen. Die Delegation wird in staendigem Kontakt
bleiben mit den amerikanischen Staaten, mit dem US-Arbeitsministerlum und anderen Pegierungsbehoerden, die sich mit lateinamerikanischen Fragen beschaeftigen, mit dem Kongress, der Presse, den
Lehranstalten, den Gewerkschaften und anderen Sektoren der amerikanischen oeffentliehen Meinung.
Die Delegation hat weiterhin die Aufgabe, die Taetigkeiten
der ihr angeschlossenen Organisationen in der gesamten westlichen
Hemisphaere auf einen Nenner zu bringen, sodass die Einheitlichkeit der Aktion im Hinblick auf grundlegende Probleme der Demokratie gefoerdert wird. Sie wird ausserdem von Zeit zu Zelt
genaue Informationsberichte ueber den Stand der Demokratie und
der Sicherung buergerlicher Rechte in den verschiedenen lateinamerikanischen Laendern veroeffentlichen, die von unparteiischen
und unbeelnflussten Persoenlichkeiten zusammengetragen und ausgewertet werden; diese Informatoren muessen sich von jeder Parteiergreifung fernhalten, da diese oft das Urteil eines Einzelnen
oder ganzer Gruppen beeinflussen koennten, dass diese Grundrechte
der Verfolgung oder gesetzes widriger Handlungsweisen einer Regierung ausgesetzt seien.
Obwohl in dieser Konferenz die Gewerkschaftsvertreter in
der Minderheit waren, muss gesagt werden, dass die Schlüsselstellung des Gewerlschaftswesens in dem weltumfassenden Kampf
um die Erhaltung buergerlicher Freiheiten anerkannt wurde.
George P. Delaney von der AFL wurde beauftragt, die Gewerkschaften in dem slebenkoepfigen Ehrenpraesidium der Gruendungs- 3 -

�Sitzung dieser Konferenz zu vertreten. Seraflno Romualdl (AFL)
und Dr. Ernst Schwarz (CIO) wurden als Gewerkschaftsvertreter
In den neun Mitglieder umfassenden Exekutivaussc huss der neugegruendeten Interamerikanischen Organisationen gewaehlt.
Die uebrlgen Mitglieder des Exekutivausschusses sind Roger
N. Baldwin und Frau Frances Grant (US), Dr. Emilio Frugoni und
Senator Juan Guichon (Uruguay), Victor Raul Hava de la Torre
(Peru), den Senator Manuel Seoane zeltwellig vertreten wird,
Dr. Aurelanio Sanchez (Kuba) und Professor German Arciniegas
(Kolumbien). Stellvertretende Mitglieder sind Walter White (USA),
Dr. Ernesto Sammartino (Argentinien), Dr. Manuel Galich (Guatemala), Dr. Manuel Fazlo (Costa Rica) und Senator Eduardo Rodriguez (Uruguay).
Labor News des Interamerikanischen
Gewerkschaftsbundes
VI/50
AFL PROTESTIERT GEGEN DIE AUFL0E3UNG DER EfiDELARBEITERGEWERKSCHAFTEN IN VENEZUELA"
Die Militaerregierung Venezuelas schrieb im vorigen Monat
ein weiteres schwarzes Kapitel in ihr Tagebuch antigewerkschaftlicher Massnahmen. Sie loeste 46 Lokalgewerkschaften der Erdoelarbeiter auf, die In Streik getreten waren, um die Unternehmer zu
zwingen, Verhandlungen ueber einen neuen Lohntarif in die Wege
zu leiten.
Sobald es offenbar wurde, dass durch den Streik die Erdoelproduktion fast 100-prozentig stillgelegt wurde, erklaerte die
Regierung den Streik als illegal. Sie loeste sofort alle daran
beteiligten Gewerkschaften auf und erliess den Befehl, die Wohnungen der Streikenden vom Wasser-, Strom- und Gasversorgungsnetz zu
trennen. An vielen Stellen verwehrte man ihnen sogar den Zutritt
zu den Verkaufslaeden, die Eigentum der Unternehmer sind, man entzog den Streikenden somit buchstaeblich die Nahrung. In Telegrammen an den Vorsitzenden der UNO-Komisslon fuer Menschenrechte und
den Generalsekretaer des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften wurden diese unmenschlichen Methoden durch Augusto Malave Villalba, dem Generalsekretaer des Gewerkschaftsbundes Venezuelas, angeprangert. Villalba haelt sich zur Zeit im Exil in Kuba auf.
Sobald der Amerikanische Gewerkschaftsbund (AFL) von diesen
neuesten Entwicklungen in Venezuela Kenntnis erhielt, beauftragte
er das Komitee fuer Internationale Arbeitsbeziehungen durch seinen
internationalen Vertreter Georg P. Delaney, das Internationale Arbeltsamt ueber diese Methoden der Streikbekaempfung zu informieren.
Am Tage darauf richtete Delaney an David Morse, den Generaldirektor
des IAA, folgendes Telegramm:
"DAS KOMITEE DER MILITAERREGIERUNG VENEZUELAS HAT 4* LOKALGEWERKSCHAFTEN DER ERDOELARBEITER AUFGELOEST UND DIE EINZIEHUNG DES GESAMTEN BESITZES UND VERMOEGENS DIESER ORGANISATIONEN ANGEORDNET. IN DIESEN LOKALGEWERKSCHAFTEN SIND SAEMTLICHE GEWERKSCHAFTSMITGLIEDER DIESES INDUSTRIEZWEIGES ORGANISIERT. DIESE MASSNAHME WURDE ERGRIFFEN, WEIL DIE ERDOELARBEITER NACH ABLAUF IHRES TARIFVERTRAGES IN STREIK GETRETEN
WAREN, UM SICH BESSERE BEDINGUNGEN ZU ERKAEMPFEN. ANGESICHTS
DIESER NEUEN OFFENKUNDIGEN VERLETZUNG GEWERKSCHAFTLICHER
RECHTE DURCH DIE REGIERUNG VENEZUELAS FORDERT DER AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTSBUND AFL, DASS DIESER FALL DEM "IAA UNTERSUCHUNGS- UND SCHLICHTUNGSAUSSCHUSS WEGEN DER VERLETZUNG GEWERKSCHAFTLICHER RECHTE" UEBERGEBEN WIRD."
Inter-American Labor News
VI/50
- 4 -

�Juan A. Acuna:
DIE MONTEV IPSO- KONFERENZ DES LAT EI N M ERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTS- .
BUNDES.
Lombardo Toledanos Lateinamerikanischer Gewerkschaftsbund und
der Weltgewerkschaftsbund beriefen eine sogenannte Südamerikanische
Gewerkschaftskonferenz nach Montevideo ein. Obwohl diese Konferenz
fuer die Arbeiter sozusagen wertlos war, hatte sie doch vom politischen Standpunkt gesehen grosse Bedeutung. Den wirtschaftlichen
und sozialen Problemen der Arbeiter wurde wenig Beachtung geschenkt;
umso staerker waren die gesamten Besprechungen politischen Problemen
von Weltbedeutung und ihren lokalen Zusammenhaengen gewidmet. Hauptzweck dieser Konferenz war somit, den dem Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund und dem Weltgewerkschaftsbund angeschlossenen Gewerkschaften die politischen Anweisungen der kommunistischen Internationale zu uebermitteln, die im Grunde nichts anderes als Verpflichtungen fuer die Verteidigung der Interessen und Massnahmen
Sowjetrusslands und eine Kampfansage an den sogenannten "YankeeImperialisaus" enthalten. Dieses Thema stand waehrend der gesamten
Konferenz zur Debatte, um dieses Thema drehten sich alle Manifestationen und Resolutionen.
Tonangebend war Lombardo Toledano auf dieser Konferenz, der in
einer Analyse der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten
Staaten den USA alle moeglichen aggressiven Absichten andichtete und
schliesslich erklaerte: "Sollten die Vereinigten Staaten verrueckt
genug sein, einen neuen Krieg zu entfachen, so wuerden sie diesen
Kampf verlieren, denn alle Voelker der Erde werden sich gegen den
Angreifer erheben. Dieser grausame und verbrecherische Angreifer
ist und wird der Yankee-Imperialismus sein; ihm gilt der Kampf des
Kommunismus, mit dem Sie alle so sehr verwachsen sind. Damit soll
Jedoch nicht das Volk der Vereinigten Staaten und auch licht die
Gewerkschaftsbewegung dieses Landes getadelt werden, d &lt;.e unter dem
wirtschaftlichen und politischen Druck des Imperialismus zu leiden
hatten und auch heute ntch darunter leiden."
Lombardo Toledano und seine Freunde vermi^^n es wohlweislich,
ueber Jenen anderen Imperialismus zu sprechen, der seine despotische
Diktatur ueber die halbe Welt ausgebreitet hat. Toledano vergass
den sowjetischen Imperialismus, der seine Opfer der elementarsten
Menschenrechte beraubt« Unter diesem Imperialismus waere eine
derartige Konferenz sicherlich nicht erlaubt worden, und sie haette
nicht unter solch friedlichen Umstaenden wie in Uruguay stattfinden koennen. Diese Konferenz demonstriert erneut die Rolle, die
Lombardo als kommunistischer Koeder in der organisierten Arbeiterschaft spielen soll.
Die südamerikanische Gewerkschaftskonferenz versuchte also,
die angeschlossenen Gewerkschaften In die Kampffront des Internationalen Kommunismus gegen die Vereinigten Staaten einzureihen,
den sie als Kampf gegen den "Yankee-Imperialismus" bezeichnet.
Konkret gesprochen, hatte die Konferenz die folgenden Ziele:
1. Die Vereinigten Staaten im Falle eines Krieges mit Russland von den grossen Hilfsquellen des wirtschaftlich entwickelten
Lateinamerikas abzuschliessen;
2. Die wirtschaftliche und soziale Lage Lateinamerikas durch
eine ununterbrochene Streikwelle zu zerruetten und damit die Arbeiter und Bauern dieses Gebietes vom Versagen der politischen Demokratie zu ueberzeugen!
Dieser doppelte Zweck, den die Kommunisten in Lateinamerika
verfolgen, ist deshalb besonders gefaehrlich, weil der Kampfruf ge5 -

�gen den Imperialismus auf begierige Ohren Jener Bauern und Arbeiter
trifft, die in der Vergangenheit unter dem amerikanischen Imperialismus zu leiden hatten. Die Kommunisten haben sich eingehend mit diesen Beschwerden befasst und mit ihrer Hilfe versucht, einen Propagandafeldzug einzuleiten, der die Voraussetzungen schafft, um in einem
eventuellen Krieg, in den Russland verwickelt wird, sowohl die politische Demokratie als auch die Unterstuetzung'der Vereinigten Staaten
zu sabotieren.
Um sich diese aeussere guenstige Situation zunutze zu machen und
diesen kommunistischen Sabotagefeldzug besser zu organisieren, wurde
die "Südamerikanische Gewerkschaftskonferenz" abgehalten. In dieser
Frage duerften keine Unklarheiten bestehen. Die wirtschaftlichen und
sozialen Probleme, die den Arbeitern am Herzen liegen, wurden zugunsten weltkommunlstischer Interessen voellig beiseitegedraengt. So
sehen die Tatsachen hinter den heuchlerischen Schlagworten der Kommunisten von "gewerkschaftlicher Einheit" und "patriotischem Kampf" aus.
Die Arbeiter wissen sehr gut, dass die Kommunisten an gewerkschaftlicher Einheit oder an Patriotismus sehr wenig Interesse haben, es sei
denn, diese dienten den Interessen Sowjetrusslands.
Labor News - Interamerikanischer Gewerkschaftsbund
VI/50
Pere F. Seward:
QEFFENTLICHE ARBEITEN - SCHLUESSEL ZbM FORTSCHRITT
In Amerika hat die Bautaetigkeit in der Nachkriegszeit einen
maechtigen Aufschwung erfahren. 1949 beliefen sich die Kosten fuer
Neubauten auf insgesamt 19,3 Billionen Dollar, den hoechsten Dollarbetrag in der Geschichte, und es ist anzunehmen, dass diese Spitzensumme im Jahre 1950 wieder erreicht wird. Bei der gegenwaertlgen Abnahme der privaten Bautaetigkeit bedeutet dies jedoch, dass das Mass
des oeffentlichen Bauens staendig gesteigert werden muss, um diesen
Hoechststand halten zu koennen*
Es ist hierbei zu beruecksichtigen, dass dieser Epoche Jahre
vorausgingen, in denen das Bauen und alle oeffentlichen Arbeiten,
die nicht unbedingt erforderlich waren, zurueckgesteilt wurden; Jahre,
in denen man ausbesserte und reparierte oder das Fehlende provisorisch
ersetzte; der heutige Bedarf geht somit auf zwei Jahrzehnte zurueck.
Heute ist aber weiter zu beruecksichtigen, dass die Bevoelkerungsziffer .
staendig zunimmt, Industrie und Handel die Moeglichkeit haben, mehr
Beschaeftigungsplaetze als bisher zu bieten, und dass sich der Lebensstandard staendig verbessert«
Dabei muss die Frage auftauchen und untersucht werden, ob das gegenwaertige private und oeffentliche Bauvolumen der US- Wirtschaft
mit ihren hohen Beschaeftigungsziffern. die sich staendig steigern,
ueberhaupt noch genuegt. Vergleiche auf der Basis des Preisniveaus
ergeben, dass die 19.3 Billionen von 1949 erheblich unter den Betraegen der Jahre 1925 bis 1929 und 1941 und 1942 liegen, obwohl
das Jahr 1942 bereits ein Kriegsjähr war.
Sicherlich wuerden alle Gebaeude, Strassen, Elsenbahnen und
andere oeffentliche, in den spaeten zwanziger Jahren erbauten Einrichtungen den Anforderungen der 150 Millionen Amerikaner von heute
oder einer Wirtschaft mit einem nationalen Einkommen von 225 Billionen Dollar bei weitem nicht genuegen. Sie wuerden dem staendigen
Zuwachs der Bevoelkerung und damit derjenigen, die eines Tages beschaeftigt werden muessen, nicht gewachsen sein.
- 6 -

�Allein auf der lokalen Ebene befinden sich die notwendigen
oeffentllchen Arbeiten In einem Rueckstand, dessen Ausgleich nahezu 100 Billionen Dollar kosten duerfte. Es wird Jahre dauern, bis
das Versaeumte nachgeholt werden kann; es muss jedoch schleunigst
nachgeholt werden, wenn der jetzige amerikanische Standard der allgemeinen Wohlfahrt, Gesundheit und Bildung aufrechterhalten werden
soll. In der Bekaempfung oertlicher Arbeitslosigkeit und gesunkener Kaufkraft koennen oeffentllche Arbeiten zum ausschlaggebenden
Werkzeug der nationalen Wirtschaft werden.
Durch das Bauen ist Amerika reich und wohnlich geworden.
Oeffentllche Arbeiten zum Wohle des Volkes stellen einen Gradmesser
fuer den Fortschritt dar. Es wird gebaut, um den jetzigen Ansprechen der Menschen genuegeni zu koennen, aber es wird auch fuer die
Kinder und die spaeteren Generationen gebaut. Ueberall fehlt es an
Gebaeuden zur Steigerung der Produktion, des Handels und zur Unterbringung der oeffentllchen Dienste.
Wenn die gegenwaertlge Wirtschaftslage den vollen Einsatz des
oeffentllchen Baupotentials unmoeglich macht, muss trotzdem heute
bereits geplant werden, wie den Anforderungen der Zukunft am besten
entsprochen werden kann, um auf diese Weise nicht nur wirtschaftlichen Schwierigkeiten vorzubeugen, sondern auch fuer das organische
Anwachsen der Staedte und Doerfer durch eine der Dringlichkeit entsprechenden Bauplanung Sorge zu tragen.
Planung? Ein ausgezeichnetes Wort, solange es nicht den bitteren Beigeschmack der "staatlichen Unters tu et zung"erhaelt. Planen
helsst an die Arbeit gehen, um bestimmte Anforderungen zu erfuellen.
Die Idee, oeffentllche Arbeiten zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit durchzufuehren, ist keineswegs neu. Die roemischen Kaiser
kannten sie bereits vor 2000 Jahren, als die unvergleichlichen
Strassen und grossen Wasserleitungen gebaut wurden. Die Annahme
waere erfreulich, dass seit jener Zeit die Menschen viel gelernt
hatten, aber ist es tatsaechlich so? Die Erinnerung an die Zeit
nach dem ersten Weltkrieg, als die Regierung zu sehr den wiederaufkommenden Kraeften der Privatindustrie vertraute, um die heimkehrenden Soldaten und die entlassenen Ruestungsarbeiter wiederaufzunehmen, ist nicht vergessen. Sehr viele werden sich noch Jener
Tage der Verwirrung erinnern.
Mit gutem Grund kann angenommen werden, dass die Wirtschaft
durch oeffentllche Arbeiten bereits vor einer Depression bewahrt
wurde. Als Beispiel sei die Verwaltung fuer Oeffentllche Arbeiten
angefuehrt. Zwar konnten ihre Programme niemals schnelle Ergebnisse und Erfolge zeitigen, weil es an durchgeplanten und vorbereiteten Projekten fehlte. Letzten Endes fuehrte es Jedoch trotzdem
zur Wiederbeschaeftigung, wenn auch 18 lange und schwere Monate noetlg waren, um fuer 100.000 Arbeiter Beschaeftigungsmoeglichkeiten
zu schaffen. Geld war vorhanden, aber - keine Plaene.
Diese Erfahrungen Hessen es wohl angebracht erscheinen, eine
Reserve an fertig geplanten, oertlich gebundenen oeffentllchen Arbeiten bereitzuhalten, ueber die nach dem zweiten Weltkrieg Vertraege geschlossen werden konnten. Dieser Nachkriegsbedarf schien zu
jener Zeit realistisch und angemessen zu sein.
Im Fruehjahr 1945 genehmigte der Kongress das erste Vorplanungsprogramm, durch das die Beschaeftigungsluecke ueberbrueckt werden
sollte, die sich nach dem Kriege mit der Rueckkehr der Soldaten und
der Stillegung der Ruestungsbetriebe oeffnen konnte. Wenn hierueber
offen geredet wird, ergibt sich, dass ein Programm fuer oeffentllche
- 7 -

�Arbeiten allein das Land niemals aus einer tiefen wirtschaftlichen
Depression haette herausreissen koennen, ein bis zum Anlaufen vorbereitetes Programm fuer oeffentliche Arbeiten haette aber die
Bauindustrie und die ihr verwandten Industriezweige stabilisieren
koennen, d.h. den ausser der Landwirtschaft umfangreichsten Sektor
der Wirtschaft.
Dieses Planungsprogramm endete mit dem Kriegsmobilmachungsund dem Umstellungsgesetz von 1944 am 30. Juni 1947. Nachdem die
erwartete Rueckwaertsbewegung des wirtschaftlichen Potentials nicht
eintrat, wurden die fuer das Programm bereitgestellten Gelder vom
Kongress zurueckgezogen, aber erst dann, als eines der interessantesten Experimente in der gesamten Geschichte der amerikanischen
Bauindustrie begonnen war.
Das Programm konnte nicht voellig ausgewertet werden, jedoch
sind es immerhin 6.764 oeffentliche Arbeitsprojekte, deren Kosten
sich schaetzungswei3e auf 2,7 Billionen belaufen werden, die auf
dem Papier durchkonstruiert und endgueltig verplant wurden. Hierzu
gehoeren Schulen, Krankenhaeuser und Erholungsheime, Be- und Entwaesserungssysteme, KLaeranlagen und andere sanitaere Einrichtungen,
Ueberfuehrungen, Bruecken, Strassen, Bahnuebergangsanlagen, Flughafenprojekte, oeffentliche Bauten, Gebaeude des oeffentlJc hen Dienstes
und Erholungsheime. Alle diese Einrichtungen werden dringend benoetigt.
Die Tatsache, dass eine bis ins Einzelne gehende Planung der Projekte rechtzeitig vor Baubeginn niedergelegt wurde, Kann als die
bedeutendste Entwicklung auf dem Gebiet der oeffentlichen Arbeiten
in der Jetztzeit bezeichnet werden.
Der 81. Kongress bewilligte erneut das zweite VorplanungsProgramm, genehmigte 100 Millionen Dollar fuer zwei Jahre und stellte
sofort 25 Millionen Dollar zur Verfuegung. Administrator Jess Larson von der Verwaltung fuer Allgemeine Dienste wurde mit der Verwaltung dieses Programms beauftragt, und dieser uebermittelte es der
Abteilung fuer Oeffentliche Einrichtungen zur Ausfuehrung. 139 Antraege fuer oeffentliche Arbeitsprojekte, deren Gesamtkosten sich
schaetzungsweise auf 90.365.846 Dollar belaufen werden, sind bereits
genehmigt worden. Hunderte weiterer Antraege werden noch von den
Sachverstaendigen des Bueros in Washington oder der Abteilung fuer
Oeffentliche Einrichtungen ueberprueft. Die gesamte Lage wird von
dem grossen Rueckstand an oeffentlichen Arbeiten beherrscht, deren
Durchfuehrung die fast astronomische Summe von 100 Billionen Dollar
erfordern wuerde.
Wenn in wirtschaftlich guenstigen Zeiten aus privaten Mitteln
neue Fabriken, Wohnhaeuser und Geschaeftsgebaeude gebaut werden,
fuer die neue Wasser- und Kanalverbindungen, neue Strassen, heue
Feuerwehrstationen »neue Schulen und aehnliche Einrichtungen notwendig sind, dann muessen Moeglichkeiten zur Durchfuehrung oeffentlicher
Arbeiten geschaffen werden. Waehrend Einzelprojekte zurueckgestellt
werden koennen, darf mit dem Bau von Hauptstrass^n und schwierigen
Konstruktionsarbeiten nicht bis zum Eintritt einer Krise gewartet
werden. Hier gibt es jedoch eine wichtige Ausnahme: Der Bau von
oeffentlic hen Ge baeuden.
Das Tempo der privaten Bautaetigkeit entspricht praktisch
dem der staatlichen, obwohl der Bedarf der Bundesregierung an Neubauten sehr gross ist und ihr Fehlen sich oft recht kostspielig auswirkt. Im vorigen Jahre uebermittelte die Abteilung fuer Oeffentliche
Bauten in der Verwaltung fuer Allgemeine Dienste dem Kongress eine
Liste von mehr als 4.000 Projekten aus allen Teilen des Landes, deren
voraussichtliche Kosten sich auf mehrere Billionen Dollar belaufen

�werden. In den zehn Jahren seit 1940 sind praktisch keine staatlichen Gebaeude errichtet worden.
Der Kongress hat der Verwaltung fuer Allgemeine Dienste die
Ausgabe von 40 Millionen Dollar fuer die Erwerbung von Grundstuecken
und den Entwurf von 575 Bauprojekten genehmigt. Das bedeutet keineswegs, dass eine Depression zu erwarten waere, weil fuer das Bauen
selbst mit einigen unbedeutenden Ausnahmen keine Geldmittel zur
Verfuegung gestellt wurden.
Wenn nun die Vorplanung oeffentlicher Arbeiten als vorbeugende
Massnahme gegen einen Rueckgang der Bauindustrie oder der gesamten
Industrie dienen soll, dann ist dies nur umso besser. Und nur
Wenige koennen genau voraussagen, was die Zukunft bringen wird.
Niemand sollte sich jedoch darauf festlegen,dass sich die wirtschaftlichen Verhaeltnlsse aendern muessen. Der fuer lange Zelt bestehende
Bedarf an oeffentlichen Arbeiten muss jedoch staendlg vor Augen gehalten werden.
Die Durchfuehrung oertlicher oeffentlicher Arbeiten ist so
dringlich, dass mit ernstlichen sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkelten gerechnet werden muss, wenn nichts unternommen wird. Das
bedeutet nicht, dass Hals ueber. Kopf an die Arbelt gegangen werden
soll und alles, was erwuenscht und sogar benoetigt ist, gebaut werden soll.
Fuer eine Stadt, eine Provinz oder einen Staat ist es ebenso
vorsorglich und klug, ein bestimmtes Quantum an noch auszufahrenden
oeffentlichen Arbeiten fuer gewisse wirtschaftliche Situationen
in Reserve zu halten, wie es fuer den einzelnen ratsam ist, sein
Haus zu versichern.
Die Depression, der Krieg und die Nachkriegsjanre haben in
unmissverstaendlicher Weise gezeigt, dass die oertlichen Einheiten
einer Wirtschaft Immer mehr zu Bestandteilen eines in sich geschlossenen nationalen Systems werden. Die Zeit, als die oertlichen
Verwaltungen der Regierung sowohl In schlechten als auch in guten
Zeiten voellig unabhaenglg voneinander waren, ist laengst vorueber.
Das Bauwesen hat eine fuer die US-Wirtschaft und fuer die amerikanische Lebensweise unerlaessliche Funktion zu erfuellen.
"The Laborer"
V/50
ARBEITSMOEGLICHKEITEN UND UMSIEDLUNG
Zwei einflussreiche, internationale Organisationen haben in
den letzten Wochen angekuendigt, dass sie sich mit den Problemen
eingehend befassen werden, die sich aus der Umsiedlung von Arbeltern und •ueberzaehligen" Einwohnern ergeben, Im Anschluss an
eine vorlaeufige Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes, die
in Genf stattfand und sich mit Umsiedlungsfragen beschaeftigte,
gaben die Aussenminister der Vereinigten Staaten, Frankreichs und
Englands bekamt, dass sie Sachverstaendlge ernennen, die dieses
Problem studieren und mit den daran interessierten Regierungen
Verhandlungen aufnehmen sollen.
Die Aussenminister trafen sich erneut in London und erliessen
eine Deklaration zu der Frage der Aus- und Einwanderung. In dieser
Erklaerung wird die Ueberzeugung zum Asudruck gebracht, dass eine
- 9 -

�groessere Beweglichkeit der Bevoelkerung entscheidend zu der
Loesung des Problems der "ueberzaehligen" Bevoelkerung in einigen
westeuropaeisehen Staaten beitragen koennte. Dem Internationalen
Arbeitsamt, das gerade die vorlaeufige Konferenz ueber diese Fragen beendet und die Einberufung einer Vollkonferenz mit dem gleichen
Thema gefordert hatte, sowie den Vereinten Nationen und ihren Fachabteilungen und schliesslich der Organisation fuer die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas wurden in dieser Erklaerung besondere
Anerkennung fuer ihre Bemuehungen und'ihre Arbeiten auf dem Gebiet
der Umsiedlung von Arbeitskraeften gezollt.
Die Aussenminlster forderten eine "allgemeine Ueberpruefung
der verschiedenen Arbeiten auf diesem Gebiet unter Beruecksichtigung moeglicher 2usaetzlicher Massnahmen, die noch ergriffen werden koennten." In der Deklaration heisst es weiter: H 2u diesem
Zwecke sind die Aussenminlster uebereIngekommen, Sachverstaendige
zu bestellen, die nach Beendigung der Londoner Konferenzen miteinander und mit den Sachverstaendigen anderer Laender, besonders
Italiens und Deutschlands, unter Berücksichtigung der Hauptinteressen dieser Laender über dieses Problem beraten sollen."
Delegierte der vorlaeufigen Umsiedlungskonferenz des Internationalen Arbeitsamtes in Genf hatten vor kurzem empfohlen, eine
formelle Konferenz ausgesprochener Aus- und Einwanderungslaender
einzuberufen und im besonderen jene einschraenkenden Bestimmungen
zur Sprache zu bringen, die die Umsiedlung ueberzaehliger Arbeitskraefte in Laendern, in denen ein Mangel an Arbeitskraeften
herrscht, verbietet oder behindert.
Australien kuendigte auf dieser Konferenz an, dass es beabsichtige, in den naechsten zehn Jahren zwei Millionen Einwanderer
aufzunehmen, von denen ein grosser Teil Europaeer sein koennte,
wenn die AuswanderungsSchwierigkeiten dort beseitigt wuerden. In
einer Ansprache, die der australische Minister fuer Einwanderung,
Harold Holt, in Canberra hielt, erklaerte er, dass sein Land
ernsthaft die Moeglichkeit in Erwaegung ziehe, die ueberzaehlige
Bevoelkerung in Italien und Deutschland in grossem Umfang aufzunehmen. Er wies darauf hin, dass sich Australien nach anderen
europaeischen Umsiedlern umsehen muesse, sobald die Verschleppten
Europas aufgenommen seien, wenn es seine Einwanderungsquoten beizubehalten wuensche.
Den Delegierten der 31 Nationen, die an der zweiwoechigen vorbereitenden Genfer Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes
teilnahmen, wurde berichtet, dass in Westdeutschland und Italien
allein ueber drei Millionen Menschen lebten, die fuer eine Auswanderung in Frage kaemen, wenn die damit verbundenen verwaltungstechnischen, finanziellen und sozialen Schwierigkeiten ueberwunden
werden koennen.
Die Delegierten hoerten noch einen Bericht, in dem der Vorschlag unterbreitet wird, dass das Internationale Arbeitsamt und
andere Organisationen der Vereinten Nationen den Mitgliedernationen eine groessere technische Unterstuetzung bei der Umsiedlung
zukommen lassen moechten. Die Regierungen der Ein- als auch der
Auswanderungslaender sollten Informationsprogramme aufstellen,
damit die Umsiedlung erleichtert werden kann, ebenso waere es erwuenscht, wenn die Regierungen den Umsiedlern, die sich auf dem
Wege in ihre neue Heimat befinden, aerztllche Betreuung und einige
andere Dienste zur Verfuegung stellen.
Frau Clara M. Beyer vom Arbeitsministerium, Irwin Tobin vom
Aussenministerium und Boris Shishkin, der Direktor der ECA-Abteilung fuer Arbeitsangelegenheiten in Europa., nahmen als Vertreter
der Vereinigten Staaten an dieser Konferenz teil.
Clara Beyer erklaerte vor den Delegierten des Internationalen
10 -

�Arbeitsamtes: "Nicht nur ueber d i e s e Z i e l e , sondern auch ueber
bestimmte Programme muss E i n i g k e i t e r z i e l t werden. Und es muss
dafuer gesorgt werden, dass a l l e BeSchluesse und Vereinbarungen
den B e d ü r f n i s s e n der Menschen angepasst werden, und dass d i e s e
dem A l l t a g im Leben von Millionen Menschen Rechnung tragen."
ECA Labor Information
V/26/50
ARBEITSMINISTER TOBIN ZUR ENTSCHEIDUNG DE3 OBERSTEN GERICHTSHOFES ZUM GESETZ FUER GERECHTE ARBEITSNORMEN.
•

"Die Entscheidung des obersten amerikanischen Gerichtshofes,
nach der das Gesetz fuer gerechte Arbeitsnormen auch auf Arbeitnehmer Jener Arbeitgeber anzuwenden ist, deren Unternehmen einen
AusSchreibungsvertrag (Kosten zuzueglich feste Gebuehren) mit der
Bundesregierung abgeschlossen haben, ist ein glaenzender Erfolg
sowohl fuer das private Unternehmertum als auch fuer die Arbeiter
und die Regierung.
"Waehrend des Krieges hielt sich die Regierung bewusst an
den Grundsatz, ihr umfassendes Programm zur Produktion an Kriegsmaterial soweit wie moeglich von privaten Unternehmern ausfuehren
zu lassen, um nicht von dem System des freien Unternehmertums abzuweichen. Der Gerichtshof ist der Auffassung, dass es zwar einfacher und billiger fuer die Regierung gewesen waere, wenn diese
Produktion unter s-taatlicher Aufsicht und als Eigentum der Regierung baette laufen koennen, dass aber damit das System des freien
Unternehmertums geschwaecht worden sei. Die USA haben sich auf
dieses System als die Grundbedingung fuer die allgemeine industrielle Ueberlegenheit verlassen, von der der endgueltige Sieg abhing."
Ich kann sagen, dass dieser Grundsatz und die festgelegten Arbeitsnormen in nicht geringem Masse zu dem bewunderungswuerdigen Funktionieren der Produktionsmaschinerie fuer Kriegsmaterialien beigetragen hat.
"Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes enthielt ausserdem eine Aufforderung an drei Ruestungsbetriebe der Kriegszeit,
die nach dem Gesetz fuer gerechte Arbeitsnormen faeilig gewordenen xrueckstaendlgen Loehne an ihre Arbeitnehmer zu zahlen, die
einen Prozess gegen sie angestrengt hatten. Es handelt sich um
die United States Patronen-Gesellschaft; Ford, Bakon and Davis
und die Lone Star Defense Company. Fuer alle, die an dem Erfolg
des Gesetzes fuer gerechte Arbeitsnormen interessiert sind, - und
es scheint heute kein Zweifel mehr darueber zu bestehen, dass dieses
Gesetz fuer das laufende Funktionieren des Privatunternehmensystems
von groesster Bedeutung ist, - duerfte diese Einstellung des Obersten
Gerichtshofes eine grosse Genugtuung bedeuten. Sie bestaetigt die
Auffassung des Arbeitsministeriums und anderer Dienstsstellen der
Regierung, die an der Frage der Kriegsmaterialproduktion interessiert
sind, dass die SiherStellung unserer grossen, sozialen Erfolge fuer
die Verteidigung unserer Nation ebenso wichtig ist wie die materielle Bewaffnung selbst.
Justice Burton erklaerte und gab damit der Meinung der Mehrheit des Gerichtes Ausdruck: "Dieses Gesetz wuerde seinen materiellen Zweck verfehlen, wenn es nicht die Erzeuger des riesigen Volumens an Kriegsmaterial umfasste. In den Jahren 1941 bis 1945
stellte die Munitionshersteilung eine Hauptbeschaeftigungsquelle
dar. Loehne und Arbeitszeit in dieser Industrie uebten einen massgeblichen Einfluss auf den Lebensstandard der amerikanischen Arbei-

11 -

�terschaft aus.H
"Das Gericht verkannte nicht die Tatsache, dass diese Einstellung einen finanziellen Verlust fuer die Regierung bedeuten koenne.
Auch massgebliche Persoenlichkeiten des Arbeitsministeriums sind
sich dessen bewusst. Kurz gesagt, die Regierung erwartet gar nicht,
fuer die Kosten zur Beibehaltung dieser Arbeitsnormen entschaedigt
zu werden. Die Einhaltung dieser Normen wurde von allen privaten
Unternehmern, aber auch jenen, die einen Ausschreibungsvertrag der
Regierung erfuellen, gefordert. Und die Arbeitgeber hielten sich
zum groessten Teil an die Vereinbarungen."
"Die Vermutung, dass hierdurch grosse finanzielle Verpflichtungen entstanden seien, ist nach allen Informationen und Unterlagen
stark uebertrleben. Die Schaetzung der Verpflichtungen wurde im
Jahre 1946 vor dem Inkrafttreten des "Fabrikeingang bis Arbeitsplatz" Gesetzes durchgefuehrt, das ausser der Begrenzung der Lohnforderungen auf zwei Jahre andere weitgehende Bestimmungen zum
Schutze der Unternehmer vorsieht. Tatsaechlich wurden weit ueber
100 Klagen bei den Gerichten, die die Forderungen Tausender von Arbeitnehmern enthielten, auf Grund dieser Schutzbestimmungen des "Fabrikeingang bis Arbeitsplatz" Gesetzes abgewiesen, da hier auch der
"gute Glauben" fehlte. Es gibt noch weitere Schutzbestimmungen gegen besondere Forderungen, wie zum Beispiel die staatlichen Statute
ueber Begrenzungen der Ansprueohe und den Mangel an Beweisen fuer
die Anwendbarkeit irgendwelcher Ausnahmeregeln."
"Man kann feststellen, dass in der Entscheidung des Obersten
Gerichtshofes keiner einzigen individuellen Forderung die Richtigkeit oder Gueltigkeit zugesprochen wird. Die Forderungen einzelner
Arbeitnehmer muessen in diesen und in anderen noch offenstehenden
Faellen immer noch gegen Schutzbestimmungen unterstuetzt werden."
"Es ist von besonderer Bedeutung, dass ein Unternehmer, der
Vertragspartner der Regierung ist, nicht mehr bezahlen muss, als
von jedem anderen Privatunternehmer gefordert wird. Und die Tatsache, dass die Regierung Vertraege geschlossen hat, um die Kosten der
Forderungen zu zahlen, ist kaum ein zu rechtfertigender Grund, gerechten Forderungen nicht stattzugeben."
US Arbeitsministerium
V/12/50
INTERNATIONALER VERBAND DER VEREINIGUNGEN FU£R ARBEIT ERBILDUNG
Der Internationale Verband der Vereinigungen fuer Arbeiterbildung (IWA) hielt seine Generalkonferenz im Gebaeude der UNESCO in
Paris ab. Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften war durch
seinen Sachbearbeiter fuer Arbeiterbildungsfragen vertreten, der
ebenfalls zu der Konferenz des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften eingeladen war, die das Thema "Plaene zur Entwicklung der
Arbeiterbildung".behandelte.
Der I W A ist ein Verband unabhaengiger Organisationen, die
sich der Arbeiterbildung widmen. Seine Gruendung ist auf die Initiative der britischen Arbeiterbildungsvereinigung im Jahre 1943
zurueckzufuehren. Nach einer vorlaeufigen Konferenz im Jahre 1945
wurde die Organisation 1947 endgueltig gegruendet. Mitglied des
Verbandes koennen die Arbeiterbildungsorganisationen der verschiedenen Laender werden, wobei jedoch normalerweise nur eine einzige
Organisation jedes Landes zugelassen wird. Das Ziel des I W A ist,
"das gegenseitige Verstaendnis und die Zusammenarbeit durch Sommerschulen, Konferenzen, Austausch von Literatur und Informationen zu
foerdern." Er soll weiterhin "die Interessen der Arbeiterbildung in
- 12 -

�der UNESCO und dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften
vertreten." Austausch von Studenten und Lehrern und die Schaffung von Schulungsmoeglichkeiten fuer Arbeiterstudenten gehoeren
zu den wichtigsten Funktionen des IWA.
Vom gewerkschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist die Feststellung interessant, dass die Arbeiterbildungsvereinigungen
Belgiens, Daenemarks, Norwegens, Schwedens und der Schweiz, die
alle Mitglieder des I W A sind, die Arbeiterbildungsorgane der
Gewerkschaftsbewegungen dieser Laender sind. Weitere Mitgliedsorganisationen des IWA sind die Vereinigungen fuer Arbeiterbildung in Irland, Finnland und Italien, die zwar einen gewissen
Kontakt mit den Gewerkschaftsbewegungen haben, aber dennoch nicht
deren offizielle Vertretungen sind.
Die Britische Arbeiterbildung svereinigung als eine der einflussreichsten Mitglieds Organisationen gehoert der britischen Gewerkschaftsbewegung an, sie
findet aber auch darüberhinaus den Zuspruch einer betraechtlichen
Anzahl Studenten der mittleren
Klasse. (Die andere bedeutende
britische Arbeiterbildungsorganisation, der Nationalvorstand der
Arbeiterschulen, ist nicht dem I W A angeschlossen, sie gehoert
aber ebenfalls der britischen Gewerkschaftsbewegung *n.) Die
Referate fuer Arbeiterbildung in den nationalen Gewerkschaftsorganisationen Frankreichs (Ferce Ouvriere), Luxemburgs und Hollands
sind dagegen Mitgliedorganisationen des IWA. Sogenannte "assoziierte" Mitglieder sind die BildungsOrganisationen in Kanada,
Neu- Sued-Wales, Neuseeland, Suedafrika (Transvaal), Tasmanien,
Afrika (Goldkueste), eine Organisation in Indien ("Rajendra Vidyapith") sowie der Amerikanische Arbeiterbildungsdienst und das
Arbeiterbildungsbuero der AFL.
Die Lage in Oesterreich und Deutschland muss hinsichtlich .
der Bildung von Arbeiterbildungsorganisationen noch geklaert werden.
Bis Jetzt ist in diesen Laendern eine gewisse Abneigung der Gewerkschaften festzustellen, mit anderen Ausbildungsinstitutionen in
Verbindung zu treten, zumal diese in einigen Faellen alles andere
als fortschrittlich sind. Beobachter aus beiden Laendern nahmen
jedoch an der Konferenz teil.
Der Sachbearbeiter fuer Bildungsfragen des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften erklaerte in seiner Ansprache an die
Konferenz, dass der Internationale Bund Freier Gewerkschaften gern
mit diesen Arbeiterbildungsvereinigungen zusammenarbeiten wolle,
vorausgesetzt, dass sie von ihren nationalen Gewerkschaftsbewegungen
anerkannt werden. Der IWA, sagte er, sei in erster Linie ein
Verband der Arbeiterbildungsvereinigungen Jener Laender, die ein
gut entwickeltes Bildungssystem besaasen. Arbeiterbildungsvereinigungen stehen im Dienste der Gewerkschaften und sind in einigen
Laendern die einzigen Einrichtungen, die eine Ausbildung und Erziehung ermoeglichen« Die meisten dieser Institute dienen jedoch
auch den uebrlgen Schichten des Volkes und finden in manchen Faellen
sogar mehr Zuspruch seitens der Buergertums als der Arbeiterschaft.
Die Art und Weise, in der man das Erwachsenen- und Arbeiterbildung sproblem zu loesen versucht, ist ueberall verschieden: Die
Organisationen des IWA sehen zum Beispiel in einer engen Zusammenarbeit mit den Unlversitaeten den besten Weg. Andere Organisationen
lehnen diesen Weg grundsaetzllch ab. Der Internationale Bund Freier
Gewerkschaften will in diesen Fragen kein Urteil faellen, er wird
sich vielmehr mit den Anschauungen seiner Mitgliedsorganisationen
einverstanden erklaeren muessen, und diese koennen und werden von
Land zu Land verschieden sein. Eine Gewerkschaftsinternationale
muss in solchen Angelegenheiten vorsichtig sein und wird sich nicht
- 13 -

�ausschliesslich zu einem der beiden Systeme bekennen koennen. Der
Internationale Bund Freier Gewerkschaften wird alles tun, was man
von ihm verlangt, und was in seiner Macht steht, soweit es sich um
die Unterstuetzung der Bildungsarbeit in bestimmten Laendern oder
um irgendwelche gemeinsame Arbeitsmassnahmen handelt. Er wird
sich mit besonderem Interesse der Unterstuetzung rueckstaendiger
Gebiete widmen, und er erwartet von seinen Mitgliedern in traditionell fortgeschrittenen Laendern, dass sie anderen,weniger
gluecklichen nationalen GewerkschaftsOrganisationen dadurch helfen,
indem sie ihnen eigene Kenntnisse und Erfahrungen zur Verfuegung
stellen. ,
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften, fuhr der Sprecher
fort, befuerchte nicht, dass seine Arbeit den Interessen des IWA,
oder umgekehrt, zum Nachteil sei. Es muesse noch derart viel auf
dem Gebiet der Arbeiterbildung getan werden, dass die doppelte
Durchführung bestimmter Taetigkeiten, wie z.B. auf dem Gebiet der
Sommerschulen, praktisch nur bedeuten wuerde, dass einige Moeglichkeiten mehr vorhanden sind, tienn jedoch die Gefahr bestehe, dass
sich Arbeiten ueberschneiden, dann bleibe immer noch die Moeglichkeit der freundschaftlichen Aussprache, die sicherlich zu fruchtbarer Zusammenarbeit fuehren wuerde. Der Vertreter des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften schloss mit der Erklaenung,
dass die Gewerkschaften eine eigene Arbeiterbildungsarbeit durchfuehren muesse, um die Gewerkschafter mit jenen Kenntnissen aus*statten zu koennen, die sie in ihren verschiedenen Funktionen
dringend benoetigen. Sie seien Jedoch zu gleicher Zeit fuer die
Arbeit dankbar, die andere Organisationen, wie zum Beispiel die
ArbeiterbildungsVereinigungen, leisteten.
Die UNESCO war auf dieser Konferenz durch eine starke Delegation vertreten, der auch ihr Generaldirektor angehoerte, der einige
Worte an die Konferenz richtete. Der Sachbearbeiter fuer Fragen
wechselseitiger Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen, Jules Dekock,
sprach ueber das Thema "UNESCO und der'Mann auf der Strasse'." Es
waere weiterhin zu erwaehnen, dass Lionel Elvin, der ehemalige Leiter des Ruskin-College in Oxford, gerade zum Leiter der Abteilung
fuer Erziehung in der UNESCO ernannt ist. Die UNESCO war von dem
Praesidenten des I W A scharf kritisiert worden, weil sie "der Dringlichkeit der Probleme, vor die die ganze Welt gestellt sei, fast
teilnahmslos gegenueberstehe," und weil "sie von der Gewerkschaftsbewegung getrennt zu sein scheine und ihr Programm nicht den Beifall
der Arbeiter gefunden habe." Man war sich im allgemeinen ueber die
Notwendigkeit einer Organisation wie der UNESCO einig, aber ebenso
einig war man sich darueber, dass es hoechste Zeit sei, von den
Moeglichkeiten und Mitteln der UNESCO mehr als bisher zur Foerderung jener Bildungsprogramme Gebrauch zu machen, an denen die Arbeiter tatsaechlich interessiert sind. Es kann gesagt werden, dass
die Angestellten der UNESCO diese Auffassung teilten und die Delegierten aufforderten, ihren Einfluss in ihren Heimatlaendern dahingehend geltend zu machen, dass ihre Vertreter in der UNESCO diesen
Grundsaetzen gemaess handelten.
Earnest Green und Harry Nutt von der britischen Arbeiterbildungsvereinigung wurden einstimmig zum Praesidenten und Sekretaer
des Verbandes wiedergewaehlt. Die uebrigen Mitglieder des Exekutivausschusses sind Oluf Bertolt (Daenemark), H. Neumann (Schweiz)
und Frau Denyse Wurmser (Frankreich).
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
VI/1/50
- 14 -

�PERONS ANTWORT AN DEN INTERNAT IPNALEN BUND FREIER GEWERKSCHAFTEN
Man wird sich erinnern, dass der Notfallausschuss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften auf einer seiner letzten Konferenzen eine Resolution ueber Argentinien angenommen hatte. Die
EntSchliessung protestierte gegen die Verfolgung argentinischer Arbeiter, die Unterdrückung der Gewerkschaften, den InhaftierungsbefeJbl gegen den Gewerkschaftsfuehrer Candldo Gregorlo und schliesslich gegen die Restriktionen, die das Peron-Reglme der unabhaenglgen
und demokratischen Presse auferlegt hat.
Im Anschluss an diesen Beschluss des Notfallausschusses uebersandte J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften, der argentinischen Regierung den Text
dieser Resolution.
Die Peron-Reglerung, die zwar die elementarsten demokratischen
Grundsaetze missachtet, aber dafuer In gesellschaftlichen Formen
äusserst bewandert Ist, - hat sich dazu herabgelassen, dem Generalsekretaer zu antworten. Die Antwort kam von dem Ministerium fuer
"Auswaertige Angelegenheiten und Religion."
In der Antwortnote versucht Anselmo Malvicini, der Leiter der
Abteilung fuer Internationale Gewerkschaftsorganisation in diesem
Ministerium, dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften eine
Anstandslehre zu erteilen, indem er die Feststellung trifft, dass
diese Organisation die elementarsten Regeln der Hoeflichkeit nicht
kenne.
Oldenbroeks Brief an die argentinische Regierung war nicht unhoeflich. Er war lediglich bestimmt und streng. Um gegen die gewalttaetigen Methoden der Peron-Reglerung zu protestleren, mit der
sie argentinische Arbeiter und die freien Gewerkschaften behandelt,
hielt der Internationale Bund Freier Gewerkschaften es natuerlich
nicht fuer angebracht, sich literarischer Redekuenste und Feinheit
ten zu bedienen.
Ausser diesen Bemerkungen wird in der Antwort der Peron-Reglerung all das bestritten, was die ganze Welt nur zu gut weiss: Der
diktatorische Charakter des Regimes. In dem Schreiben besteht man
auf der Behauptung, dass in Argentinien die Gewerkschaften frei bestehen koennten. Die Wahrheit ist Jedoch, dass die Gewerkschaftsorganisationen, die nicht der "Arbeitsfront" Perons angehoeren, verfolgt werden, und dass sich ihre Fuehrer augenblicklich im Exil In
Uruguay, Chile und anderen demokratischen Laendern Lateinamerikas
befinden. Malvicini bezeichnet den vor kurzem an Carlos'Antonio
Aguirre In Tucuman veruebten Mord als eine "Polizeiaktion." Auch
versucht er, die gegen die unabhaengige Presse ergriffenen Massnahmen durch mildernde und fadenscheinige Argumente zu rechtfertigen^
So waren zum Beispiel die staedtischen Behöerden, von Buenos Aires
der Ansicht, dass das Gebaeude einer in der Opposition stehenden
Zeitung den sanitaeren Anforderungen nicht genuege und das sichere
Funktionieren des Betriebes in Frage stelle
Eine andere
Zeitung, helsst es in dem Schreiben weiter, wurde verboten und des
"Verrats an der Nation" beschuldigt, weil sie versaeumt hatte, die
fuer diesen Tag angeordnete Schlagzeile "Das Jahr des Befreiers General San Martin" drucken zu lassen.
Candldo Gregorlo, der Fuehrer der Gewerkschaftsbewegung Argentiniens, lebt heute im Exil, nachdem er an der ersten Konferenz des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften in London teilgenommen
hatte. Malvicini versichert allen Ernstes, dass "dieser Buerger
auf argentinischem Boden leben koenne." Es soll nicht abgestritten
werden, dass Gregorlo in Argentinien leben koennte, wenn er den Ent15 -

�schluss fasste, dorthin zurueckzukehren. Leben die politischen Gefangenen in der Lubianka, dem NKWD-Gefaengnis in Moskau, nicht auch
auf russischem Boden? Ebenso kann nicht bestritten werden, dass
jene Spanier, die sich auf Grund ihrer Franco-feindlichen Einstellung im Gefaengnis befinden, auch in Spanien leben. Die Freundlichkeit muss anerkannt werden, die der Sprecher Perons an den Tag legte, als er Gregorio einlud, in sein Land zurueckzukehren .......
Trotz der "guten Absichten" Malvicinis bleibt jedoch der Eindruck bestehen, dass Gregorio im Augenblick den argentinischen Arbeitern einen groesseren Dienst erweist, wenn er in Uruguay bleibt,
anstatt in sein Heimatland zurueckzukehren.
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
V/3/50
- 16 -

Office of Labor Affairs, HICOG
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BICOO 1 - 1 2 4 9 L A B laXj

OFFICIAL

60 1 § 1 C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 19

Frankfurt, 14. Juli 1950
I N H A L T S

V E R Z E I C H N I S

Keine gewerkschaftliche Freiheit in Spanien - Lohnentwicklungen in Schweden
- - - - - - - Zwangsarbeit in Rumaenien als legal erklaert Pensionsvertraege fuer Tausende amerikanischer
Arbeiter abgeschlossen - - - - - - - - - - AFL fuer funktionelle Einheit mit C I O - - - - U.S. Senat fuer Verbesserung der Sozialversicherung - - - - - - - - - - - - - - - - - Betrachtungen zum "Wohlfahrtsstaat" - - - - - Samuel Gompers Werk - - - - - - - - - - - - - - 1
Das Arbeitslosenproblem wird in Amerika nicht
vernachlaessigt
- - - - - - - - - - - - - - 1
Spendet fuer den Kampf gegen arbeiterfeindliche
Senatoren.' - - - - - - - - - - - - - - - - - 1

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KEINE GEWERKSCHAFTLICHE FREIHEIT IN SPANIEN
In einem Schreiben an die Mitglieder der vom Internationalen
Arbeitsamt gegruendeten Internationalen Kommission fuer Gewerkschaftliche Freiheit weist die Exilgewerkschaft Spanischer Arbeiter darauf hin, dass es seit dem Maerz 1939, der endgueltigen
Machtergreifung der Franco-Diktatur, in Spanien keine gewerkschaftliche Freiheit mehr gibt.
In Franco-Spanien existieren keine freien Arbeiterorganisationen. 4uf der anderen Seite hat der Staat sogenannte "vertikale
Gewerkschaften" geschaffen, denen alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber
eines bestimmten Industriezweiges angehoeren muessen. So besagt
zum Beispiel ein Erlass der Regierung fuer die Bauindustrie vom
29. September 1948: "Die Mitgliedschaft ist fuer alle Personen
Pflicht, die von den nationalen Arbeitsbestimmungen fuer das Baugewerbe betroffen werden."
Loehne, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen werden in allen
Industriezweigen von den Behoerden festgelegt, ohne dass die Arbeiter hierzu ihre freie Meinung aeussern koennen. In dem Schreiben
- 1 -

�wurde ein bestimmtes Unternehmen erwaehnt, dessen Arbeitsbestimmungen besagen, dass jeder Beschaeftigte mit dem Verlust des Verdienstes zweier Arbeitstage bestraft wird, wenn er sich durch
"Pfeifen, Summen oder Singen eines Vergehens schuldig macht, selbst
wenn der Wortlaut des Liedes die Moral oder die Religion, den
Staat, die Staatsoberhaeupter oder die Vorgesetzten im Betrieb
nicht angreift." In der Tat sind die spanischen Arbeiter gezwungen, ihre Arbeitskraft irgendjemandem zu verkaufen, der sie dafuer
bezahlen will, ohne dass sie irgendwelche eigenen Rechte haben.
Allen in Franco-Spanien gueltigen Arbeitsbestimmungen liegen diese
Prinzipien zugrunde.
Die offizielle Darlegung der Punktionen dieser "vertikalen
Gewerkschaften" geschieht wie folgt: "Die Idee des totalitaeren
Staates setzt voraus, dass alle Arbeiter in Jedem Sektor der Produktion vom obersten Leiter eines Betriebes bis zum juengsten Lehrling Mitglied der entsprechenden Gewerkschaft sein muessen. Diese
Idee, die dem Einzelnen keine freie Wahl zu lassen scheint, ist
ebenso gerechtfertigt, wie die Militeerdienstpflicht aller gesunden Buerger in einer einzigen nationalen Armee.**
Das Schreiben an die Internationale Kommission fuer Gewerkschaftliche Freiheit schliesst mit dem Aufruf an die zivilisierte
Welt, die Tatsache anzuerkennen und zu verkuenden, dass es in Spanien keine gewerkschaftliche Freiheit gibt und das diktatorische
Falangistenregime deshalb als eine Gefahr fuer die Freiheit und
eine Bedrohung des Friedens angeprangert werden muss.
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
VI/14/50
LOHNENTWICKLUNGEN IN SCHWEDEN
Der dominierende Faktor des schwedischen Arbeitsmarktes war
waehrend der vergangenen Jahre ein deutlicher Mangel an Arbeitskraeften und zwar besonders an gelernten Arbeitskraeften. Die Arbeitslosigkeit, die vor dem Kriege etwa 9 bis 10$ der arbeitenden
Bevoelkerung erreichte, hat im vorigen Jahre mit 2,6% einen neuen
Rekordtiefstand erreicht.
Auf Grund des allgemeinen Grundsatzes der Gewerkschaften, Tarif vertraege zu verlaengern, sind keine Kollektiverhoehungen der
Grundloehne vorgenommen worden. Das Gesamteinkommen je Stunde
stieg trotzdem im vorigen Jahre um 3.5% an, was auf die Eigeninitiative zurueckzufuehren ist, eine bei Vollbeschaeftigung normale Begleiterscheinung.
Gemessen am Realeinkommen steht sich der maennliche schwedische Industriearbeiter heute um 25% besser als im Jahre 1945. Die
entsprechende Verbesserung betraegt fuer weibliche Industriearbeiter
35%, fuer Verkaufspersonal 20%, fuer Staatsangestellte, wie z.B.
Eisenbahner, Angestellte der Post etc. 11% und fuer hoehere Beamte
9%.
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
V/3/50
ZWANGSARBEIT IN RUMAENIEN ALS LEGAL ERKLAERT
Premierminister Groza unterbreitete der rumaenischen Nationalversammlung eine neue Gesetzesvorlage ueber Arbeitsdisziplin. Diese
- 2-

�Vorlage sieht fuer besondere Vergehen gegen die Arbeitsdisziplin
Zwangsarbeit vor.
Der Vorsitzende des "Gewerkschaftsbundes", Apostol, bezeichnete dieses Gesetz als den Grundstein fuer den Sozialismus in Rumaenien. Dabei enthaelt das Gesetz die Bestimmung, dass die Arbeit nach genau festgesetzten Normen verrichtet werden muss, die
nur von der Regierung abgeaendert werden koennen. Alle Arbeiter,
die diese Normen nicht erreiohen, erhalten nur fuer die geleistete
Teilarbeit ihren Lohn.
Angestellte sind fuer alle Verluste und Sohaeden verantwortlich, die sie verursachen. Maenner und Frauen erhalten gleiohe
Loehne fuer die gleiohe Arbeit. Bei einem freien Tag in jeder
Woohe betraegt die Arbeitszeit in der Tagschicht acht Stunden und
in der Nachtschicht sieben Stunden. In der Gesetzesvorlage ist
ein Streikrecht nicht vorgesehen.
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
VI/14/50
PENSIONSVERTRAEGE FUER TAUSENDE AMERIKANISCHER ARBEITER ABGESCHLOSSEN
Durch den Abschluss von Vertraegen zwischen zwei Gewerkschaften und fuenf Unternehmungen erhalten mehrere Tausend Hitglieder
des CIO Anspruch auf Pensionen.
Allein durch den Vertrag der Textilarbeitergewerkschaft mit
drei grossen Teppichfabriken (Bigelow Sanford, Thompsonville (Connecticut) und Amsterdam im Staate New York; Alexander Smith &amp; Sons,
Yonkers (New York); und A. M. Karagheusian, I n e , Freehold und
Roselle (New Jersey) werden fuenfzehntausend Arbeiter pensionsberechtigt.
Im Prinzip war die Gewerkschaft sich schon seit Monaten mit
den Gesellschaften einig geworden, ein formelles Abkommen wurde jedoch erst jetzt geschlossen.
Auoh durch die Vertraege zwischen der Gewerkschaft der Vereinigten Gummiarbeiter und der Republio Rubber Company in Youngstown,
Ohio, und der Dunlop Rubber Company in Buffalo (New York) erhalten
mehrere Tausend Arbeiter Anspruch auf Pensionen.
Nach den Bestimmungen der Vertraege, die die Textilarbeitergewerkschaft abschloss, werden die Unternehmer am 1. Januar 1951 mit
der Zahlung der Pensionen beginnen. Die Unterstuetzungssaetze der
Sozialversicherung werden von den Unternehmern auf 100 Dollar monatlich ergaenzt werden, und zwar fuer alle Arbeiter, die mit 65 Jahren
freiwillig in den Ruhestand treten und 30 Jahre lang in dem Unternehmen taetig waren.
Die Unternehmer uebernehmen saemtliche Versicherungskosten.
Bis zum Alter von 72 Jahren kann kein Arbeiter gezwungen werden,
sioh pensionieren zu lassen. Der Unternehmer kann jedoch einen Arbeiter mit 68 Jahren pensionieren, wenn die Gewerkschaft hierzu
ihre Zustimmung gibt.
Die Vertraege sehen vor, dass den Arbeitern die gesamte Zeit,
waehrend der sie gearbeitet haben, ohne Beruecksichtigung der Unterbrechungen als Dienstzeit angerechnet wird. Die Gewerkschaft erhaelt bei der Verwaltung des Pensionsprogramms Stimmrecht, in
Streitfaellen ist eine schiedsrichterliche Entscheidung vorgesehen.
- 3

�Nach den Bestimmungen des Dunlop-Vertrages, der, von dem Vorsitzenden der Gummiarbeitergewerkschaft, L. S. Buckmaster, als
"eines der grosszuegigsten Versloherungs- und Wohlfahrtsprogramme, die Je zustandekamen," bezeichnet wird, erhaelt Jeder Arbeiter mit 25 Dienstjahren, wenn er mit 65 Jahren pensioniert wird,
von dem Unternehmer eine monatliche Pension von 100 Dollar, einschliesslich der Unterstuetzungen aus der staatlichen Sozialversicherung.
Der Vertrag enthaelt eine besondere Klausel fuer die Pensionierung vor dem 65. Lebensjahr. Danaoh wird einem 60 Jahre alten
Arbeiter mit 15 Dienstjahren bis zu seinem 65. Lebensjahre eine
Mindestpension von 50 Dollar im Monat gezahlt. Sobald er das
65. Lebensjahr erreioht hat, steht ihm die normale Pension zu.
Fuer den Fall, dass die Unterstuetzungssaetze der staatlichen Sozialversicherung erhoeht würden, erklaerte Buckmaster, .
werden die Pensionen um die Haelfte des von der Regierung gezahlten Zuschusses erhoeht werden.
Die Unternehmer haben sich bereit erklaert, Lebensversicherungen fuer die Arbeiter abzuschliessen, deren Saetze sich mit
den DienstJahren erhoehten und auch nach der Pensionierung weiterlaufen.
Fuer jeden neueingestellten Arbeitnehmer betraegt die Versicherungssumme 1000 Dollar, nach drei DienstJahren erhoeht sich
dieser Betrag auf 2000 und nach 6 Dienstjahren auf 4000 Dollar.
Buckmaster sagte, dass dieses Pensionsprogramm von einem
Treuhaenderrat verwaltet wird, dem Vertreter der Unternehmer und
der Gewerkschaft angehoeren.
Das Versloherungs- und Wohlfahrtsabkommen bleibt fuenf Jahre
in Kraft.
Der Vertrag mit der Republic Rubber Company enthaelt Bestimmungen, naoh denen Arbeitnehmer mit 15 Dienstjahren im Alter von
65 Jahren unter gewissen Bedingungen in den Ruhestand treten koennen. Der Zusohuss des Unternehmers zu der staatlichen Altersversorgung ist so hoch, dass der Arbeiter 100 Dollar im Monat zur
Verfuegung hat. Wie in dem Dunlop-Vertrag heisst es auch in diesem Abkommen, dass bei einer Erhoehung der staatlichen Sozialversicherung die von dem Unternehmer gewaehrten Pensionen um die
Haelfte dieses Mehrbetrages heraufgesetzt werden.
Ein Arbeiter, der naoh 15 Dienstjahren in den Ruhestand tritt,
erhaelt auch hier eine monatliche Pension von 50 Dollar. Dieser
Betrag erhoeht sioh fuer jedes zusaetzliche DienstJahr um einen
Dollar. Die Mindestpension von 50 Dollar mit dem Ein-Dollar-Zusohlag fuer Jedes geleistete Diejistjahr ueber 15 Jahre hinaus wird
auoh fuer alle jene Arbeiter gewaehrt, die arbeitsunfaehig sind
und in den Ruhestand treten muessen.
Naoh dem Vertrag ist das Unternehmen verpflichtet, Unfallund Invalidenversicherungen in Hoehe von 1000 Dollar fuer ihre Arbeitnehmer abzuschliessen. Bei Krankheit und Unfall werden dem
Arbeiter 13 Wochen lang woechentlich Unterstuetzungen in Hoehe von
25 Dollar gezahlt, fuer die ärztliche Behandlung werden ihm bis
zu 200 Dollar verguetet. Fuer 70 Tage Krankenhausaufenthalt erhaelt er bis zu 9 Dollar je Tag zuzueglioh eineirHoeohstbeträges von
90 Dollar fuer besondere Ausgaben, wie Operationen usw.
- 4 -

�Eine andere Klausel des Vertrags sieht vor, dass Abkehrgelder bei Kuendigungen seitens des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers gezahlt werden. Sie betragen nach fuenf DienstJahren einen
Wochenlohn, bei mehr als zehn DienstJahren fuer Jedes weitere
Jahr 1 1/2 Wochenloehne und fuer jedes Dienstjahr nach dem 20.
Jahr zwei Wochenloehne.
The CIO News
VI/12/50
AFL FUER FUNKTIONELLE EINHEIT MIT CIO
Der Ezekutivausschuss des amerikanischen Gewerksohaftsbundes
(AFL), der in Philadelphia zusammentrat, teilte dem CIO mit, dass
die AFL bereit sei, "aehnlich wie der CIO ein Komitee zu bilden,
dessen Aufgabe die baldige und erfolgreiche Verwirklichung des
Einheitsgedankens auf einer dauerhaften und sioheren Grundlage
sein soll."
In einem vom Vorsitzenden der AFL William Green unterzeichneten Sohreiben an den Vorsitzenden des CIO, Philip Murray, erklaert der Ezekutivausschuss, die Vorstandsmitglieder der AFL seien "nicht nur an einer versuchsweisen oder kooperativen Einheit,
sondern an einer dauernden und organischen Versohmelzung"interessiert. Der CIO-Vorsitzende hatte der organisierten Arbeiterschaft
vorgeschlagen, ein Vorstandskomitee zu bilden, dessen Aufgabe die
Verwirklichung der "funktionellen" Einheit sein soll.
Diese Mitteilung an den CIO, dass die AFL sohon immer bereit
sei, sich um eine wirkliche Einheit ernstlich zu bemuehen, folgte
die Ernennung eines Dreier-Komitees, das mit dem von dem CIO gebildeten Komitee Besprechungen aufnehmen soll. Zu Vertretern der
AFL wurden ernannt: die Vizevorsitzenden Daniel J. Tobin, Vorsitzender der Internationalen Gewerkschaft der Fahrer, Charles J.
MacGowan, Vorsitzenden der Internationalen Gewerkschaft der Kesselschmiede, und Daniel W. Traoy, Vorsitzender der Internationalen
Gewerkschaft der Elektroarbeiter.
Auf der Konferenz in Philadelphia, die gleichzeitig mit der
Industrieausstellung der Gewerkschaften abgehalten wurde, ist
eine Reihe wichtiger Beschluesse gefasst worden.
Natuerlioh bildete das Taft-Hartley Gesetz einen der wichtigsten Diskussionspunkte des Ezekutivausschusses. Es wurde beraten,
wie dieses ungerechte Gesetz so sohnell wie moeglich rueckgaengig
gemacht werden koenne. Das Ergebnis der Besprechungen war, dass
dieses Ziel nur zu erreichen sei, wenn im November nicht nooh mehr
Taft-Hartley-freundliche Abgeordnete in den Senat und das Repraesentantenhaus gewaehlt werden, sondern diese durch Gegner ersetzt
werden muessen.
Ein weiterer Beschluss sieht vor, ein Komitee des Ezekutivlussohusses zu bilden, das die verschiedenen Pensionsplaene studieren soll. William Green berief in dieses Komitee den Finanzsekretaer
George Meany, den Vizevorsitzenden George M. Harrison, den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Eisenbahnbueroangesteilten, und Vizevorsitzenden Matthew Woll, den Vorsitzenden der Abteilung fuer gewerkschaftlich gefoerderte Gewerbe.
Der Ezekutivausschuss ist durch das Ansteigen der Erwerbslosigkeit in einigen Gegenden beunruhigt, er fordert deshalb die Ausweitung der amerikanischen Wirtschaft, um allen Arbeitswilligen
eine Beschaeftigung geben zu koennen. Der Aussohuss wies darauf
- 5-

�hin, dass die vielbesprochenen 60 Millionen Arbeitsplaetze, die
man sich zum Ziel gesetzt hatte, nicht mehr ausreichten, da sich
die Zahl der Arbeitsuchenden in jedem Jahre vermehre.
Der Exekutivausschuss besohloss ausserdem, jede einzelstaatliche und jede internationale Gewerkschaft anzuweisen, ab sofort
einen Beitrag von 10 Cents Je Mitglied an den Erziehungsfonds der
Gewerkschaftlichen Vereinigung fuer Politische Erziehung zu entrichten. In den kommenden Monaten wird noch intensiver um eine
freiwillige Zwei-Dollar-Spende der Gewerkschaftsmitglieder fuer
einen Fonds geworben werden, mit dem eine politische Kampagne
dieser Vereinigung finanziert werden soll.
n

The American Federt-tionist"
Offizielle Monatszeitschrift
der AFL, Vi/50
U.S. SENAT FUER VERBESSERUNG DER SOZIALVERSICHERUNG
Mit einer ueberwaeltigenden Mehrheit von 81 gegen 2 Stimmen
hat der Senat eine Gesetzesvorlage gebilligt, die die Erweiterung
des Kreises der Anspruchsberechtigten fuer die Sozialversicherung
und deren Unterstuetzungseinrichtungen vorsieht.
Durch diese Massnahmen werden die Unterstuetzungen fuer
2.900.00p pensionierte Arbeiter verdoppelt und etwa 10 Millionen
Menschen neu in das Sozialversicherungsprogramm einbezogen. Die
Verhandlungen dauerten eine Woche und fanden nur wenig Widerspruch.
Die Unterschiede zwischen dieser Vorlage und der des Repräsentantenhauses, die Ende vorigen Jahres bewilligt wurde, muessen in einer
gemeinsamen Konferenz des Senats und des Repraesentantenhauses ausgeglichen werden.
Die wichtigsten Punkte der Gesetzesvorlage sind folgende:
1. Die Sozialversicherung wird auf weitere 10 Millionen Personen ausgedehnt, von denen etwa die Haelfte selbstaendige Arbeiter
sind.
2. Die Unterstuetzungssaetze werden bei einem Hoechstbetrag
von 80 Dollar ungefaehr verdoppelt.
3. Die Lohnlistensteuer, die in Hoehe von 1 1/2% des zu versteuernden Betrages sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer erhoben wird, bleibt bis 1956 unveraendert. Dann wird sie auf
2%, im Jahre 1960 auf 2 1/2%, 1965 auf 3% und im Jahre 1970 schliesslich auf S 1/4% erhoeht werden.
4. Der selbstaendige Arbeiter zahlt um 50% hoehere Versicherungsbeitraege als der Arbeitnehmer, weil hier kein Arbeitgeberbeitrag entrichtet wird. Die Unterstuetzungssaetze fuer selbstaendige
Arbeiter sind jedoch die gleichen wie fuer andere Unterstuetzungsberechi.igte.
i

5. 2in Versicherter hat Anspruch auf Unterstuetzung, wenn er
laenger als die Haelfte aller Vierteljahre seit dem 1. Januar 1950
der Versicherung angehoert. Er muss jedoch mindestens sechs Vierteljahre Vers icherungsbeitraege gezahlt haben. Dadurch sollen aeltere Leute schneller in den Genuss der Unterstuetzung kommen, die
oeffentlichen Fuersorgekosten koennen dadurch gekuerzt werden.
6. Die Zuschuesse des Bundesstaates an die einzelnen Staaten,
die eine zusaetzliche Altersversorgung und eine Unterstuetzung be- 6-

�duerftiger Kinder und Blinder ermoeglichen, sollen erhoeht werden.
Weekly Labor News Digest
Statistisches Buero des US Arbeitsamtes
VI/El/50
Ralph Wright, stellvertretender US-Arbeitsminister:
BETRACHTUNGEN ZUM "WOHLFAHRTSSTAAT*
Immer wieder gefaellt es einigen Leuten, gegen das "Uebel" des
sogenannten "Wohlfahrtsstaates" Front zu machen. Dieses imaglnaere
Uebel, das Monstrum dieser Zeit, gegen das bestimmte Leute so laut
schimpfen und Alarm schlagen, muss deshalb einmal etwas naeher untersucht werden.
Es war keine Rede von einemnWohlfahrtsstaat"und niemand sohlug
Alarm, als die Regierung Millionen aufwendete, um den Bau der Eisenbahnlinien quer durch den amerikanischen Kontinent zu unterstuetzen. Kein Unternehmer tobte ueber den "Wohlfahrtsstaat" und
niemand hielt es fuer ein Uebel in Amerika, als die Regierung den
amerikanischen Schiffsbau mit hohen Schenkungen unterstuetzte, um
Schiffahrtslinien in die Lage zu versetzen, jeder auslaendischen
Konkurrenz gewachsen zu sein. Oder wurde von einem "Wohlfahrtsstaat" gesprochen, als die Regierung die zivile Luftfahrt mit hohen Summen finanzieren half? Wird ein "Wohlfahrtsstaat" verwirklicht, wenn die US-Regierung heute Zeitungen und Zeitschriften auf
indirektem Wege unterstuetzt?
Zu keiner Zeit haben sich die Zeitungen oder die Sprecher des
Kapitals ueber die Grosszuegigkeit der Regierung beschwert, wenn das
Grosskapital der direkte Nutzniesser dieser Grosszuegigkeit war.
Diese Beispiele sind nicht deshalb hier angefuehrt, weil der
Regierung ein Vorwurf gemacht werden soll, dass sie Unternehmer
unterstuetzt, die um Hilfe bitten. Auffaeilig bleibt jedoch, dass
jene reaktionaeren Kritiker des sogenannten "Wohlfahrtsstaates"
diese Tatsachen niemals erwaehnen. Kuenstlich geschuerte Aufregung
entsteht immer nur dann, wenn die Regierung irgendetwas unternimmt,
um dem Durohschnittsbuerger zu helfen - in diesen Augenblicken ergibt sich bei den Kritikern ein uebersteigerter Blutdruck.
Die Entwicklung des "Wohlfahrtsstaates," an dem so viel Kritik
geuebt wird, kann in den Vereinigten Staaten bis zu der Depression
des Jahres 1929 zurueckverfolgt werden. Die mehr und mehr veraltenden Theorien ueber die Beziehungen der Regierung zu Privatunternehmen erhielten damals besondere Bedeutung. Schliesslich kann
irgendjemand naoh unzaehligen Hin- und Hergereden auf den Gedanken,
die Verfassung der Vereinigten Staaten naeher zu untersuchen, und
er stellte in der Praeambel und wiederum in Artikel 1, Absatz 9,
fest, dass eines der Ziele der freien und demokratischen Regierung,
wie es die Verfassungsvaeter niedergelegt haben, die Foerderung der '
allgemeinen Wohlfahrt ist.
In jenen Tagen der Depression existierte eine Regierung, die
unter dem starken Einfluss des Grosskapitals stand. Es war deshalb
nur allzu natuerlich, dass diese "allgemeine Wohlfahrt" entsprechend den Wuenschen und Beduerfnissen dieses Kapitals "gefoerdert"
werden sollte. Das erste Werk der Gesetzgebung Jener Zeit zur Eegruendung einer "allgemeinen Wohlfehrt" war das Gesetz zur Errichtung einer Wiederaufbaufinanzierungsgesellschaft. Die republikanische Regierung erklaerte damals, als dieses Gesetz erlassen wurde:
"Die Regierung wird nicht untaetig bleiben und zusehen, wie die
- 7

�Untaetigkeit der Unternehmer dem Volke schadet. Wenn die Privatunternehmerschaft nicht in der Lage ist, die Wirtschaft in Gang
zu halten, dann muss die Regierung versuchen, sie durch Finanzkredite an bestimmte Unternehmungszweige wieder in Gang zu bringen."
Die politische Opposition jener Zeit nahm zu diesem Problem
eine durchaus konstruktive Haltung ein. Dieser "Wohlfahrtsstaat"
zugunsten der Unternehmer wurde von der demokratischen Opposition
keineswegs verdonnert. Sie dehnte diese Gedanken vielmehr auf
das ganze Volk aus, als sie im Jahre 1933 das Ruder in die Hand
nahm. Damit verlieh sie dem bisherigen Knochengeruest eines
"Wohlfahrtsstaates" wirkliche Gestalt und Form.
So schufen Praesident Roosevelts Neuer Plan und Praesident
Trumans Fairer Plan diesen verhassten "Wohlfahrtsstaat." Dieser
furchtbare "Wohlfahrtsstaat," dessen Gesetzgebung das Rahmengebilde
des Neuen Plans und des Fairen Plans darstellt, hat Massnahmen fuer
die folgenden Punkte getroffen:
Soziale Sicherheit
Arbeitslosenversicherung
Spareinlagenversicherung
Mindestlohngesetzgebung
Gesetzgebung zur Foerderung des Wohnungsbaus und Beseitigung
der Elendsviertel
Verbot der Kinderarbeit
Freies Tarifverhandlungswesen
Preissubventionen fuer landwirtschaftliche Erzeugnisse
Bodenverbesserungsarbeiten
Versorgung laendlioher Gebiete mit Strom und Fernsprechern
Landwirtschaftliche Forschung
Guenstige Kredite an Landwirte zur Vergroesserung der Farmen
Regulierung des Aktienmarktes
Fluss- und Talsperrenausbauten
Erforschung der Herz-, Krebs- und Gemuetskrankheiten
und viele andere Massnahmen, die dem amerikanischen Volk schon sehr
nuetzlich geworden sind.
Diese Gesetzgebung hob den Lebensstandard und verbesserte zugleich die sozialen und wirtschaftlichen Verhaeltnisse in einem Grads, wie es nie zuvor der Fall gewesen ist.
Das Niveau des Umsatzes wurde weit ueber alles bisher Dagewesene hinaus gesteigert. Die Gesamtproduktion wurde von 55,8 Milliarden Dollar im Jahre 1933 auf 257,8 Milliarden im Jahre 1949 gesteigert. Im ersten Vierteljahr 1950 lag sie bei 263,9 Milliarden Dollar. Das Einkommen des amerikanischen Volkes hat einen Rekordstand
erreicht, die Vermoegen der Banken und Versicherungen sind groesser
als je zuvor. Die Geschaeftseinnahmen brechen alle bisherigen Rekorde.
All dies wurde erreicht, ohne dass die persoenliche Freiheit
in Mitleidenschaft gezogen worden waere. Ja, die Freiheit ist sogar noch staerker fundiert als bisher, Millionen und Abermillionen
Amerikaner kennen weder Not noch Hunger und Furcht. Die freien
Vereinigungen der Industriearbeiter, der Farmer und der Unternehmer
gewinnen staendig an Staerke. Das Erziehungswesen und der allgemeine Gesundheitszustand des Volkes sind besser geworden, aber auch
der Gesundheitszustand in der Industrie ist ausgezeichnet. Die
Jugendlich«nproblerne gehen ihrer Loesung entgegen. Es war ein langer Weg, der seit 1933 zurueckgelegt wurde. Mit dem Taft-Hartley
Gesetz ist jedoch ein Rueckschlag eingetreten, dieses Gesetz wird
jedoch wieder beseitigt werden.
8 -

�V

"Aber," so sagt die reaktionaere Kritik, "die Politik des
Fairen Plans stellt eine Einmischung in Unternehmer-Angelegenheiten dar."
Dabei i3t es sehr interessant, einmal zu. erfahren, was eine
ausgesprochen kapitalfreundliche
Zeitung Zur Lage sagt. Am 12. Mai
hiess es in den "U.S. News,1* einem durch und durch gegen Truman eingestellten Magazin: "Die Unternehnerkreiöe geben es zwar nioht
gern zu, aber die Geschaefte gehen zum groessten Teil sehr gut.
Die Automobilproduktion brioht alle bisherigen Rekorde. Ebenso die
Stahlgewinnung." Die Bautaetigkeit hat ihren hoechsten Stand in der
Geschichte erreicht und ist noch im Steigen begriffen."
Einige Wochen zuvor hiess es in der gleichen Zeitschrift:
"Die amerikanischen Geschaeftsunternehmen, als ganzes betrachtet, sohwimmen im Geld. Nie zuvor war die finanzielle Lage des amerikanischen Unternehmertums eine so starke."
Vor einiger Zeit berichteten die Zeitungen des Landes, dass
die Bankvermoegen die nie dagewesene Hoehe von 180 Milliarden Dollar
zu Beginn dieses Jahres erreicht haetten.
"Schoen und gut," geben die Industriebarone zu, "aber wir verlieren dabei unsere Freiheit." Welche Freiheit?
Etwa die Freiheit des Qrosskapitals, die Macht lediglich
der Macht willen auszuueben?

um

Oder die Freiheit, alle Kredite und Wucherzinssaetze ohne jede
Einschraenkung kontrollieren zu koennen?
Oder meinen sie die Freiheit, eine Wirtschaft gaenzlich in ihrer Hand zu haben, ein paar Millionen zur Erwerbslosigkeit zu verdammen, die Gewerkschaften machtlos und die Arbeiter untertaenig
werden zu lassen?
Eine Freiheit, die hilflose Arbeiter zum Unterschreiben von
"Kuli"vertraegen und zur Arbeit fuer Hundeloehne zwingt?
Etwa die Freiheit, Kinder in "Knochenmuehlen" 12 und 14 Stunden taeglich arbeiten zu lassen?
Denken sie an die Freiheit, Werkpolizei und Rowdies, Werkspione und "ausgehaltene" Richter zu engagieren und Telefongespraeche
zu ueberwachen?
Die Freiheit, keine Zuschuesse zur Sozialversicherung, zur Arbeitslosenversicherung und zur Arbeiterunfallversicherung zu zahlen?
Die Freiheit, die Grossbanken so arbeiten zu lassen, dass das
Volk regelmaessig seine Ersparnisse verlieren muss und die Aktienboersen durch Spekulationen so zu steuern, dass der Kleinaktionaer
systematisch und erbarmungslos ausgepluendert wird?
Halten sie jene Form der Freiheit fuer die beste, einen Kongress zu haben, der nur diesen wenigen Grosskapitalisten gegenueber
verantwortlich ist?
Kurz gesagt, hier wird jene Freiheit ersehnt, das Privatunternehmersystem restlos nach den Wuenschen des Grosskapitals zu dirigieren und der grossen Masse den Weg nach oben zu versperren.
9 -

�Einige engstirnige und habgierige Kraefte in den Vereinigten
Staaten koennen nicht verstehen, dass es ausser den Geschaeftsleuten auch Arbeitern und Bauern gut gehen muss, es kann nicht nur
einer in Wohlstand leben.
Was sagen die Kritiker nun zu den besonderen Bestimmungen,
die zur Wohlfahrt des Volkes in den letzten 17 Jahren erlassen wurden? Unbelehrbare Reaktionaere sagten natuerlich, wenn eine dieser
Bestimmungen in Vorschlag gebracht wurde, jedesmal voraus, dass die
Folgen furchtbare sein wuerden. Ihre Vorgaenger aus der Kolonialzeit hatten schon damals hohe Loehne mit der Begruendung abgelehnt,
dass diese nur "die Traegheit des Menschen" foerderten und zugleich
"fuer das Laster in Schenken, Gastwirtschaften und anderen suendhaften Einrichtungen Zeit gewonnen wuerde." Mit aehnlichen Argumenten widersetzten sich spaeter reaktionaere Kraefte der Einfuehrung des Zehn-Stunden-Tages. Ein Gelehrter unserer Tage berichtet
darusber folgendes:
"Der Vorschlag, den Zehn-Stunden-Tag einzufuehren," erklaerte
eine Zeitung im Jahre 1835, "trifft die Industrie und zugleich
die echte Moral an ihren Lebensadern, wenn die Arbeitszeit gesetzlich geregelt werden soll .... Wenn ein Arbeiter mehrere
der nuetzlichsten Stunden des Morgens und des Abends untaetig
bleibt, so fuehrt dies bestimmt zur Unmaessigkeit und zum Ruin."
In einer im "Boston Courier" veroeffentlichten Erklaerung einer Gruppe Kaufleute und Reeder wird betont, dass die Gemeinschaft durch jegliche Verkuerzung des Arbeitstages schwere
Verluste erleiden muesse, man beklagt sich zugleich ueber die
Folgen, die eine Duldung der Untaetigkeit zwangslaeufig mit sich
bringen muss. Der wirkliche Grund fuer die Ablehnung der kuerzeren Arbeitszeit war natuerlich die Befuerchtung, dass die
Geschaeftsgewinne dadurch geschmaelert würden. Aber immer,
wenn irgendeine Aenderung des "von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang" Arbeits-Systems vorgenommen werden sollte, erklaerte
die konservative Opposition, dass sie den Aenderungsvorschlag
deshalb ablehne, weil sie um die Moral der Arbeiter besorgt
sei."
In aehnlicher Weise kaempften vor mehr als 100 Jahren die Industriebarone gegen die Errichtung freier oeffentlicher Schulen.
Die modernen Reaktionaere, die den Kampf gegen die fortschrittliche Gesetzgebung jetzt verloren haben, bedienen sich,genau so wie
frueher, noch weiter der Abschreckmethode, um jeden neuen Fortschritt
zu verhindern. "Wir schaffen einen Wohlfahrtsstaat," sagen sie.
Aber was meinen sie damit? Sind sie gegen eine kuerzere Arbeitszeit, weil sie fuerchten, dass der amerikanische Arbeiter dadurch
noch mehr Zeit zum Trinken haben wird? Sind sie gegen einen Mindestlohn? Wuenschen sie, die Sozialversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Spareinlagenversicherung und die Mindestlohngesetzgebung oder die uebrigen Massnahmen des Neuen Planes und des Fairen
Planes zu beseitigen, die fuer das Volk so ungeheuer wertvoll sind?
Welche Einrichtungen des "Wohlfahrtsstaates" moechten sie eigentlich
verschwinden lassen?
Die Gegner sind
sprechen staendig in
ueber. Und trotzdem
Fairen Plan, den sie
get mit voller Wucht

in ihren Aeusserungen sehr vorsichtig. Sie
nichtssagenden und ausweichenden Worten hierfuehren sie einen erbitterten Kampf gegen den
abschlachten wollen, indem sie dem Staatsbudtiefe und verborgene Wunden schlagen.

Ist man sich dessen bewusst, dass zwei Drittel - genau gesagt,
71# - des fuer 1951 vorgeschlagenen Budgets Kriegs- und Verteidigungs10 -

�kosten decken sollen? Natuerlich hat das Volk nichts dagegen, wenn
die Kosten der vergangenen Kriege bezahlt werden und versucht wird,
unser Land gegen neuerliche Angriffe in Zukunft zu schuetzen. Heute
werden 71$ des Budgets hierfuer verwendet.
Wenn also Leute von ungeheuren Einsparungen sprechen und grosse Kuerzungen des Staatsbudgets befuerworten, dann muessen sie auch
im einzelnen angeben, was sie kuerzen wollen, wieviel sie sparen
wollen, wann, wie und warum sie diese Kuerzungen durchfuehren wollen.
Die verbesserte Sozialversicherungsgesetzgebung, die Gesetze
zur Festlegung der Mindestloehne, die Krankenversicherung und alle
anderen Errungenschaften der Politik des Neuen Planes und des Fairen Planes werden heute mit dem Geschrei ueber die falsche Sparsamkeit und dem scheinheiligen Geschrei ueber den "Wohlfahrtsstaat" bekaempft.
Worin bestehen denn nun eigentlich die Suenden einer demokratischen Regierung, die aufrichtig um das Wohl des Volkes besorgt
ist? Richtet sie sich nicht staendlg nach dem bewaehrten Motto des
Praesidenten Lincolns, in dem es helsst: "Regierung des Volkes, Regierung durch das Volk und Regierung fuer das Volk?"
Diejenigen, die sich heute gegen den "Wohlfahrtsstaat" scharf
ins Zeug legen, behaupten einfach, das Volk verloere seine Freiheit.
Ist es noch niemandem aufgefallen, dass gerade jene Schreier, die
den groessten Laerm ueber den "Wohlfahrtsstaat" schlagen, die
schlankwegs erklaeren, der "Wohlfahrtsstaat" raube jedem die persoenliche Freiheit, genau die gleichen Leutohen sind, die durch
das Taft-Hartley-Gesetz den Gewerkschaften ihre Freiheit raubten?
Jeder Buerger X oder Ypsilon, der eine Rente von der Sozialversicherung bezieht, hat deshalb nicht mehr oder nicht weniger Freiheit al3 andere. Wenn seine Taschen leer waeren, waere er dann etwa
freier gewesen?
Die gleiche Frage muss all denen gestellt werden, die Vorteile
durch die Bestimmungen des Gesetzes ueber Mindestloehne haben. Oder
Jenen, die vielleicht einmal Gelegenheit hatten, Unterstuetzungen
aus der Erwerbslosen- oder Unfallversicherung zu beziehen.
Ist eine Familie - Erwachsene und Kinder zugleich - freier oder
ist sie es nicht, wenn sie ueber genuegend Geld verfuegt, um Lebensmittel, Kinderschuhe und andere Notwendigkeiten einzukaufen?
Das amerikanische Volk laesst sich nicht zum Narren halten. Es
verlangt diese Programme der Wohlfahrtsgesetzgebung, die ihm dienen
und helfen. Es wuenscht eine angemessene Sozialversicherung, ebenso
die Arbeitslosenversicherung, eine Unterstuetzung der Landwirtschaft
und freies Tarifverhandlungswesen. Es fordert, dass die Regierung
sich fuer die Befriedigung der Beduerfnisse und Bestrebungen einsetzt
und dafuer verantwortlich gemacht wird. Das amerikanische Volk
laesst sich nicht durch Schreck- und Drohworte einschuechtern. Es
geht seinen Wog des Fortschritts unbeirrt weiter.
Praesident Trumen unterstuetzt die Forderungen des Volkes, er
vertraut dem Volk und seinen politischen und wirtschaftlichen Einrichtungen. Er weiss, dass die Nation nur so stark wie das Volk
sein kann. Er kaempft mit zaehem Eifer, unerschuetterlichem Mut
und echter Tuechtigkeit fuer eine Politik, die dem Wohl des Volkes
dient. Sein Werk ist der Foerderung der allgemeinen Wohlfahrt gewidmet.
Die Opposition gegen eine solche Politik ist nicht neu. Sie
geht bis auf die ersten Anfaenge der Geschichte zurueck.
- 11 -

�Kurz und klar zusammengefasst, heisst diese Frage: Soll die
politische und wirtschaftliche Einstellung den Wueaschen und Interessen des Volkes angepasst werden, oder soll die Politik sich nach
den Wuenschen der Grosskapitalisten und einiger anderer "hoeherer
Intellektueller" richten?
US Arbeitsministerium
VI/15/50
D. G. Garland, Organisator der AFL in den Suedstaaten:
SAMUEL GOMPERS WERK
Was liegt naeher, als in diesem Jahre den 100. Geburtstag Samuel Gompers, dießes beruehmten Apostels und Gruenders des grossen
Amerikanischen Öewerkschaftsbundes (APD zu ehren? Kein Geschichtswerk ueber die Vereinigten Staaten und ueber den Werdegang der Gewerkschaften waere vollstaendig, wenn nicht ein Bericht ueber Leben
und Werk Samuel Gompers und seine hervorragenden Leistungen fuer
die Sache der Gewerkschaften in ihnen enthalten waere.
Wer ist
listigen und
gehoert auch
nen, die man

dieser Mann, den wir ehren? Es ist keiner jener
schlauen Politiker, die man Staatsmaenner nennt. Er
nicht zu Jenen Figuren mit prunkvollen und teuren KroKoenige nennt. Nein, nichts von alledem.

Der Mann, dessen Andenken in diesem Jahre geehrt wird, ist
der vornehme, menschliche Samuel Gompers, der die ersten Schlaege
gegen Uneinigkeit und Vorurteil, Unwissenheit, Zank und Streit in
der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung fuehrte.
Seine Welt war gross und maechtig. Sein Blick war allein auf
die Beduerfnisse des arbeitenden Volkes gerichtet. Sein Leben war
rein, seine Ziele erhaben, seine Kenntnisse umfassend und gruendlich und seine Erfolge gross.
Wir ehren ihn, weil er der Gruender und erste Praesident des
Amerikanischen Gewerkschaftsbundes (AFL) war. Er adelte die Organisation des arbeitenden Volkes. Samuel Gompers trug mehr als je
ein anderer zum wirklichen Fortschritt, zur Wohlfahrt und zum
Glueck der arbeitenden Menschen bei. Wir.ehren ihn, weil er die
7/uerde des arbeitenden Menschen anerkannte, weil er jeden Ichgedanken beiseiteschob und fuer andere arbeitete, und weil er ein erhabenes Vermaechtnis des Ruhmes fuer jedes arbeitende menschliche
Wesen hinterliess.
Samuel Gompers schrieb einst:
w

Es ist leichter, nach den Sternen emporzublicken, wenn Euer
Magen nicht leer ist."
Niemand kann grosse Erfolge erzielen oder gluecklich sein, wenn
sein Magen leer, die Bioessen des Rueckens unbedeckt, der Kopf ungeschuetzt ist und seine Taschen voellig leer sind. Dieser Mensch
koennte auch niemals ein idealer amerikanischer Buerger sein.
Nicht ein einziges Mal strauchelte Samuel Gompers auf seinem
Wege des Fortschritts, den er im Dienste der Arbeiterschaft beschritt. Er verlor niemals das Ziel aus dem Auge, das er sich gesteckt hatte. Er schmiedete seine Plaene, er wusste genau, was getan werden musste und ging mit eiserner Entschlossenheit an die
Verwirklichung seiner Plaene. In ueberzeugender Weise appellierte
er an den gesunden Menschenverstand der Arbeiter. Tagsueber schien
er ihnen einer Wolke aehnlich zu sein und nachts einer Feuersaeule,
die den Weg zu Freiheit, Ehre und Ruhm wies.
- 12 -

�Unter dem ehrwuerdigen Banner des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes (AFL) und unter der Fuehrung seines Gruenders und ersten
Praesidenten und seiner tapferen und selbstlosen Kampfgefaehrten,
die ihm folgten, rangen sich die Arbeiter zur Freiheit durch.
Dieser grosse Kaempfer fuer das Wohl der Menschheit und fuer
die Befreiung aus der Unternehmerknechtschaft siegte ohne Panzer
und Kanonen, er arbeitete ohne Beifall und litt, ohne bemitleidet
zu werden. Die Arbeiterschaft schuldet ihm Dank fuer die wirtschaftliche und gewerkschaftliche Freiheit, die sie heute geniesst.
Alle Energie seiner grossen Seele setzte er fuer die Erhaltung des
Freiheitsgeistes ein. Jahr auf Jahr klangen seine tapferen, gesunden und ueberzeugenden Worte durchs Land. Ueberdruessige und muede
gewordene Arbeiter lasen seine aufmunternden Worte, die sie wieder
aufruettelten.
"Was will die Arbeiterschaft? Sie wuenscht die Erde und ihre
Schaetze. Es gibt nichts, was zu erhaben, zu wertvoll, zu schoen
oder zu edel waere, als dass es nicht im Bereich der Wuensche und
Bestrebungen der Arbeiterschaft liegen koenne. V/ir wuenschen mehr
Sohulhaeuser, jedoch weniger Gefaengnisse, mehr Buecher und weniger
Maschinengewehre, mehr Lerneifer und weniger Laster, mehr Freizeit
und weniger Geldgier, mehr Gerechtigkeit und weniger Hass. Wir
wuenschen mehr von all diesen Guetern, um unsere bessere Natur
pflegen zu koennen, damit die Maenner edler, die Frauen schoener
und die Kinder gluecklicher und freudvoller seien."
In jener verhaengnisvollen Nacht des 13. Dezember 1924 verschied der groesste Geist, der aus der amerikanischen Arbeiterschaft
hervorgegangen war. Sein Geist sollte nicht mehr fuer die arbeitende Menschheit denken, fuer immer war Samuel Gompers friedlich
eingeschlafen. Ein unermesslicher Verlust fuer die arbeitende
Mensohheit der Welt bedeutete sein Tod, aber sein Name und sein
Werk werden die Jahrhunderte ueberdauern.
Dieser Held, dieser Apostel, dieser Erzvater der Arbeiterschaft
starb fuer die Freiheit der Arbeiter. Er lebte und starb fuer alle.
Und obwohl er die Grenze ueberschritten hat, ueber die niemand wieder zurueckkehrt, wird sein adelnder Einfluss doch niemals zu bestehen aufhoeren. Sein Licht leuchtet so hell wie immer, und die gesamte Arbeiterschaft verehrt Samuel Gompers, der einmal sagte: "Es
i3t leichter, zu den Sternen emporzublicken, wenn Euer Magen nicht
leer ist."
"Schreibe Deinen Namen in den Sand, und die Wellen werden ihn
ausloeschen. Schnitze ihn in eine starke Eiche, und der Blitz
wird sie zerschmettern. Meissle ihn tief in Marmor, er wird zerbroeckeln. Wenn Dein Name Jedoch unvergaenglich sein soll, dann
schreibe ihn durch bescheidene Taten der Liebe und Entsagung in
die Herzen der Menschen, wie Samuel Gompers es tat."
Schwer haengt die Schoepfung in tiefer Nacht
Licht bricht herein, das Leben erwacht
Graeser spriessen und Blumen und Baeume
Sterne erstrahlen, das Meer wogt Schaeume
Wunder auf Wunder, die Schoepfung erschafft
Samuel Gompers, als Sinnbild des Waltens,
Kaempfer der Arbeit, Ursprung der Kraft.
Samuel Gompers war der Gottheit groesster Arbeitergeneral.
The American Federationist
Offizielles monatliches Magazin
der AFL, VI/50

- 13 -

�Paul Porter:
DAS ARBEITSLOSENPROBLEM WIRD IN AMERIKA NICHT VERNACHLAESSIGT
Amerika sieht wie alle anderen Laender in der Arbeitslosigkeit ein Uebel und ist deshalb bemueht, es zu verhindern.
Dies erklaerte Paul R. Porter, der Chef der Mission fuer
wirtschaftliche Zusammenarbeit in Griechenland, der zugleich Mitglied der amerikanischen Delegation auf der Konferenz des Europaeischen Wirtschaftsausschusses der Vereinten Nationen in Genf
war. Vor diesem AusschU3S nahm er zu der Haltung Amerikas zum
Arbeitslosenproblem Stellung und widerlegte dabei die sowjetischen
Vorwuerfe, dass in den Laendern des Westens und besonders in Amerika die Arbeitslosigkeit entweder unbeachtet bliebe oder sogar befuerwortet wuerde.
Paul Porter, der ebenfalls Chef der Marshall-Plan-Mission fuer
Griechenland ist, erinnerte den Europaeischen Wirtschaftsausschuss
der Vereinten Nationen an die schweren Depressionstage, die Amerika
zu Anfang der Dreissiger Jahre zu ueberwinden hatte. Das amerikanische Volk setzt sich mit aller Energie dafuer ein, dass ein solches Elend sich nicht wiederholt, sagte er, denn es ist sich voellig dessen bewusst, was Arbeitslosigkeit bedeutet.
Die Amerikaner bekennen sich zum Prinzip der wirtschaftlichen
Planung, sie ist eine der Hauptwaffen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. "Wir im Amerika von heute zoegern nicht; die wirtschaftliche Planung als ein Mittel zur Erweiterung und zur Erhaltung eines
hohen und stabilen Beschaeftigungsstandes anzuwenden und oeffentliche Investierungen und die Kreditpolitik so zu lenken, dass sie
diesen hohen Stand unterstuetzen."
Ausserdem sind die Amerikaner der Auffassung, dass der Arbeiter, der den hoechsten Grad persoenlicher Freiheit besitzt, zugleich
der erfolgreichste und leistungsfaehlgste Arbeiter ist und auch
dadurch am besten in der Lage ist, sich eine angemessene und lohnende Beschaeftigung zu sichern. Dieser Glaube an die persoenliche
Freiheit ist die andere entscheidende Waffe Amerikas im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.
In einer freien Gesellschaft, fuehrte Porter weiterhin aus,
steht es den Arbeitern frei, sich in beliebigen Gewerkschaften zusammenzuschliessen und mit den Unternehmern Aber beliebige Forderungen zu verhandeln und, wenn noetig, zu streiken. "Diese Freiheit der amerikanischen Arbeiter hat zu dem hohen Lohnstand gefuehrt, und dieses hohe Lohnniveau ist ein staendiger Ansporn fuer
den amerikanischen Unternehmer, die Produktionsleistung seines
Betriebes zu verbessern, die Arbeiter anzuregen, ihm bei der Steigerung der Produktionsleistung zu helfen und mit geringerer koerperlioher Anstrengung mehr zu produzieren. Dieser Druck, den die
Politik des hohen Lohnes ausuebt, muss eine staendige Erweiterung
unserer Wirtschaft zur Folge haben.
Den amerikanischen Arbeitern stuende es ausserdem frei, jederzeit zu kuendigen und sich nach einem besseren Arbeitsplatz umzusehen. Der Arbeiter benoetigt keine Erlaubnis der Regierung, der
r
olizei oder einer sonstigen Behoerde, wenn er auf der Suche nach
besseren Moeglichkeiten seinen Wohnsitz von einer Stadt in die
andere oder von einem Staat zum andern verlegen will. Dadurch wird
ein hoeheres Beschaeftigungsniveau gesichert, denn wenn die Bedingungen an der einen Stelle unguenstig werden, fuehlen sich die Arbeiter
nicht an diesen Ort gebunden.
- 14 -

�Sine dritte Freiheit besteht fuer den amerikanischen Arbeiter
darin, dass er durch gruendliches Selbststudium vorwaertskommen
und eine bessere Stellung uebernehmen kann. Trotz gegenteiliger
Behauptungen der Sowjets hat diese Freiheit Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der amerikanischen Gesellschaft geschaffen, wodurch
eine scharfe Spaltung des amerikanischen Volkes in Klassen vermieden werden konnte. In einer Klassengesellschaft dagegen kann kein
Mensch erwarten, aus einer Klasse in die andere zu gelangen. Diese
Freiheit hat zu einem staendigen Aufstieg der Maenner in den Betrieben in die Reihen des Unternehmertums und in den oeffentlichen
Dienst gefuehrt.
Amerika hat keinen Grund, selbstzufrieden zu sein, oder etwa
zu glauben, das Arbeitslosenproblem geloest zu haben. Mit der Unters tuetzung der Mehrzahl des Volkes befindet es sich jedoch auf
des richtigen Weg und hat seit den dunklen Tagen der dreissiger
Jahre grosse Erfolge erzielt. Wir beschaeftigen heute in den Vereinigten Staaten 60 Millionen Mensohen. Der Prozentsatz an verborgener oder unsichtbarer Arbeitslosigkeit ist jedoch voellig unbedeutend. Es koennen aber noch mehr Beschaeftigungsmoeglichkeiten
geschaffen werden, wenn wir an der Politik der klugen wirtschaftlichen Planung und des Schutzes der persoenlichen Freiheit festhalten.
Auf die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland eingehend erklaerte Paul Porter, dass die Besatzungsmaechte an diesem Problem hoechst
interessiert seien. Ein Grund hierfuer sei zumindest der grosse
Zustrom an Fluechtlingen aus Osteuropa, deren Zahl in einem einzigen Monat 30.000 und mehr betragen habe.
Wenn die Verhaeltnisse fuer den Arbeiter in Osteuropa wirklich
so zufriedenstellend sind, warum stehen dann die Grenzen der Tschechoslowakei und Ungarns unter starker polizeilicher Bewachung und
sind mit Stacheldrahtverhauen verbarrikadiert? Soll dadurch vielleicht ein Zustrom von Arbeitslosen aus dem Westen verhindert werden? Oder sollen dadurch nicht vielmehr Menschen ausserhalb oder
innerhalb der Grenzen gehalten werden?
Wir erkennen an, dass die Laender Osteuropas ernstlich bemueht
sind, ihre Menschen von der Not zu befreien. Wir billigen diese Bemuehungen. Wir wuenschen ihnen Erfolg. Aber ich denke, dass wir
alt der Frage der Arbeitslosigkeit Frobleme beruehren, die ueber
die Arbeitslosigkeit als solche hineusgehen. Die Sehnsucht nach der
Befreiung von Not und Elend ist nur einer der vielen Wuensche in
d9n Herzen der Menschen. Paul Porter wandte sich jetzt direkt an
die Delegierten der sowjetischen Satellitenstaaten und erklaerte:
"Ich noechte Ihre Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Befreiung
von Furcht lenken."
"Beschaeftigung allein ist keine Loesung; sie stellt nur ein
Mittel dar,nur ein Mittel der persoenlichen wirtschaftlichen Sicherheit; menschliche Wuerde, Selbstachtung und Freiheit fuer jeden einzelnen sind die wirklichen Ziele der Vereinigten Staaten.
Es gibt 30 viele Dinge, die die Menschen aller Laender gemeinsam
erstreben, dass diese gemeinsamen Ziele uns in unseren Bemuehungen
vereinigen sollten. Sie sollten nicht dazu benutzt werden, sich
gegenseitig zu beschuldigen und die Arbeit anderer herabzusetzen."
Arbeitsmitteilungen der ECA
VI/6/50
SPENDET FUER DEN KAMFF GEGEN ARBEITERFEINDLICHE SENATOREN.»
Die Politische Abteilung der Eisenbahnergewerkschaft setzt sich
dafuer ein, dass konservative Senatoren, wie "Bob" Taft und Senator
- 15 -

�Donnell aus Missouri,nicht wieder in den Kongress gewaehlt werden.
An ihre Stelle sollen wirklich fortschrittlich gesinnte Senatoren
treten.'
Zu diesem Zweck benoetigt die Gewerkschaft Geld.
Sie bittet deshalb ihre Mitglieder, einen oder zwei Dollar zu
spenden und auf ihrer naechsten oertliehen Gewerkschaftsversammlung den "Hut herumgehen zu lassen." Wenn dies nicht moeglich ist,
soll unter den Arbeitskollegen eine Sammlung veranstaltet werden.
"Die Spenden sind natuerlich freiwillig," heisst es in dem
Aufruf der Gewerkschaft," aber wir wissen, dass jeder daran beteiligt sein moechte, wenn die Feinde der Arbeiterschaft geschlagen
werden muessen. Spendet deshalb einen oder zwei Dollar."
Labor
VII/1/50
- 16 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG
APO 757

OFFICIAL

HICOO R-1297 L t B Julj 50 1) C

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                    <text>Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gehrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I I - 20

F r a n k f u r t , 2 1 . J u l i 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Truman:

Gewerkschaften fuehrend im Kampf um

Freiheit

1

AFL k r i t i s i e r t Adenauers Aeusserungen

- - - -

2

Das Problem der k l e i n e n Einkoiamen - - - - - Amerikanische Gewerkschaften warnen vor arbeiterfeindlicher Propaganda - - - - - - - - -

3
5

Das internationale freie Gewerkschaftswesen
erzielt Fortschritte - - - - - - - - - - -

8

Arbeiterfeindliche amerikanische Zeitschrift
verherrlicht Streikbruch

- - - - - - - - -

Schuman-Plan-Komitee des IBFG

- - - - - - - -

10
12

Die Geschichte der Stahlarbeitergswerkschaft
Amerikas ist mit Lettern in Blut geschrieben 13

TRUMAN;

GEWERKSCHAFTEN FUEHREND IM KAMP? UM FREIHEIT

Einer Rede Praesident Trumans auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Zeitungspersonalgewerkschaft in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten entnehmen wir einige interessante Ausführungen.
Der Praesident zollte allen Zweigen der Gewerkschaftsbewegung
seine besondere Anerkennung fuer die Arbeit, die zur Foerderung des
Gewerksohaf tsgedankens auf der ganzen V/elt geleistet worden ist.
"In zahlreichen Laendern waren die schaffenden Maenner und Frauen der intensiven Propaganda und den Infiltrationsversuchen der kommunistischen Agitation ausgesetzt. Unsere freien Gewerkschaften
sind besser als irgendeine andere Organisation in der Lage, dem
kleinen Yann wirksam vor Augen zu fuehren, dass die Kommunisten nicht

�um seine Wohlfahrt besorgt sind, sondern ihn zur Verfolgung der
imperialistischen Ziele einer aggressiven Fremdmaoht missbrauchen
moeohten."
"Unsere Gewerkschaften koennen den Arbeitern anderer Laender
am besten zeigen, dass der demokratische und nicht der kommunistische Weg zur wirklichen wirtschaftlichen Gesundung fuehrt."
Truman erklaerte weiter, dass sich die Kommunisten die verheerenden wirtschaftlichen Verhaeltnisse, die in vielen Teilen der
Welt herrschten, zunutze machten. Eines der Kampfmittel gegen den
Kommunismus muss deshalb die Hebung des Lebensstandards in diesen
Gebieten sein.
"Wo die Hammer-und-Sichel-Leute mit inneren Gewaltakten und
bewaffneter Aggression vorgehen, wie zum Beispiel in Korea, muesse
dem Volk, das entschlossen sei, seine ünabhaengigkeit zu verteidigen, jede nur moegliche Hilfe gewaehrt werden."
"Es genuege nicht, Aggressionen nur abzuwehren, Amerika muss
mit allen Regierungen, die das ehrliche Bestreben haben, das Los
ihres Volkes zu bessern, zusammenarbeiten.n
Truman erklaerte, dass durch das Punkt-Vier-Programm, das der
technischen Unterstuetzung rueckstaendiger Gebiete diene und kuerzlich von dem Kongress gebilligt worden sei, in dieser Hinsicht viel
getan werden koenne.
"Wenn es uns nicht gelingt, ein
durchzusetzen, laufen wir Gefahr, an
Millionen Menschen zu verlieren, die
Not den Blick vertrauensvoll auf uns

wirksames Punkt-Vier-Programm
den Kommunismus Hunderte von
in ihrem Kampf gegen Hunger und
gerichtet haben."

"Wir unterstuetzen dieses Programm, weil wir eine friedliche
und freie Welt erstreben, in der alle Menschen als gute Nachbarn
zusammenleben koennen."
LABOR
VII/1/50
Arnold Beiohman, New Yorker Korrespondent der AFL News Service:
AFL KRITISIERT ADENAUERS AEUSSERUNGEN ,
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund (AFL) hat den Kanzler der
deutschen Bundesrepublik, Konrad Adenauer, darueber unterrichtet,
dass seine kuerzlich gehaltene Rede, in der er zum Ausdruck brachte, Amerika und Russland seien gleichermassen fuer die Bedrohung des
Friedens verantwortlich, "alle Amerikaner schwer enttaeuscht habe,
die dem freundschaftlichen Verhaeltnis und einer engen Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten"und der wiedererstandenen demokratischen westdeutschem Republik; grosse Bedeutung beimessen."
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In einem 2.500 Worte langen Schreiben an den Chef der Bonner
Regierung legte Matthew Woll, der zweite Vizepresident und Vorsitzende des AFL-Komiteea fuer Internationale Arbeitsheziehungen,
Konrad Adenauer zur r.Last, sich politischer Argumente bedient zu haben, die nicht der Wahrheit entapraechen und im Widerspruch zu allen
Tatsachen der juengsten Geschichte stuenden.
Dleseg Schreiben der AFL folgte einem zusammenfassenden Bericht
ueber die Rede Adenauers, der am ZZ, Mai in der New York Times erschienen war.
- Z

�Matthew V/oll protestierte dagegen, dass Adenauer den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion fuer die gegenwaertige gefaehrliche
Weltfriedenslage die Schuld zuschob.
Er machte dem Bundeskanzler den Vorwurf, dass heute mehr und
mehr Beweise dafuer vorliegen, ndass gewisse deutsche Grossindustrielle sich eifrig darum bemuehten, Handelsverbindungen mit den
Laendern hinter dem Eisernen Vorhang aufzunehmen, und dass diese
Absicht, wie in normalen Zeiten mit Russland Geschaefte abzuwickeln,
trotz der Tatsache noch staerker geworden sei, dass fuer die Sowjetunion Aussenhandel nicht Kaeufe und Verkaeufe, sondern ein Mittel
zur politischen Durchdringung, Erpressung und zum schliessliohen Umsturz sei."
"Wie konnten Sie also, Herr Bundeskanzler, auch nur den Versuoh
unternehmen, einen Vergleich zwischen der Aggressionspolitik der totalitaeren Diktatur Russlands und dem von einer grossen amerikanischen Demokratie verfolgtem konstruktiven und friedlichen Kurs zu
ziehen, dessen Ziel internationale Harmonie und der Fortschritt der
Menschheit sind?"
Matthew Woll erklaerte ferner, die Politik der Nachgiebigkeit,
der es in den Muenchener Tagen nicht gelungen sei, den Frieden zu
erhalten, "biete keinerlei Moegliohkeit, die Katastrophe eines internationalen Weltbrandes zu verhindern."
Abschliessend sagte er: "Es liegt also klar auf der Hand, dass
eine nachgiebige Politik seitens der Vereinigten Staaten die internationale Spannung nicht vermindern, sondern sie im Gegenteil verschaerfen wuerde, weil sie letzten Endes - wenn auch unbeabsichtigt - die
russische Aggressions- und Ausdehnungspolitik ermuntern und verstaerken muesse."
Es kann mit voller Berechtigung behauptet werden, dass nur der
Bruch mit der frueheren Politik der Nachgiebigkeit Westeuropa davor
bewahrt hat,ffberranntund von den bewaffneten Horden Stalins in
Besitz genommen zu werden."
AFL News Service
VI/27/50
DAS PROBLEM DER KLEINEN EINKOMMEN
Aus einem der letzten US-Kongressberichte geht hervor, dass
jene zehn Millionen Familien, deren jaehrliches Durchschnittseinkommen eine geringere Hoehe als 2.000 Dollar erreichten, einen starken,
jedoch nicht abdeckbaren Bedarf an Waren haben. "Dies stellt ein
grosses, unterentwickeltes Wirtschaftsgebiet dar, es ist ein neuer
und erweiterungsfaehiger Markt, auf dem die Gueter der amerikanischen
Industrie abgesetzt werden koennen. In einem Wirtschaftssystem, das
grundsaetzlich auf Massenproduktion ausgerichtet ist, muss auch in
Massen abgesetzt werden, wenn schwere wirtschaftliche Stoerungen vermieden werden sollen."
Nach dem Beschaeftigungsgesetz, das 1946 beschlossen wurde, hat
der Kongress die Aufgabe, Hoechstbeschaeftigung, Produktion und Kaufkraft zu foerdern. Niedrige Einkommen stellen stets einen Hemmschuh
fuer die Erweiterung der Wirtschaft dar. Um dieses Uebel zu beheben,
ist eine eingehende Beschaeftigung mit dem Problem der Liliput-Einkommen erforderlich.
So lauten die Schlussfolgerungen in einem kuerzlich ausgearbeiteten statistischen Bericht ueber amerikanische Familien mit niedrigen
- 3

�Einkommensstufen. Das benoetigte statistische Material wurde dem
Unterausschuss fuer Familien niedriger Einkommensstufen durch
andere Aemter zur Verfuegung gestellt, es dient als Grundlage fuer
die Formulierung der Empfehlungen zur Loesung dieses Problems
niedriger Einkommensstufen. In diesem Bericht werden zwei grundlegende Fragen zwar erhoben, aber nicht beantwortet.
(1) "Wie wirken sich niedrige Produktion und niedrige Kaufkraft der aermeren Familien auf die gesamte Wirtschaft aus? Werden
die geringe Produktion und die Minimalkaufkraft der Stabilisierung
der Wirtschaft auf der Ebene der Hoechstproduktion und -beschaeftigung im Wege stehen? Haengt der Wohlstand und der Fortschritt
aller Buerger davon ab, dass der Lebensstandard dieser Familien
gehoben wird?"
(2) "Was kann geschehen, um die Produktionsleistung und Einkommenskapazitaet dieser Familien zu steigern und damit den Wohlstand der gesamten Wirtschaft zu foerdern?"
In dem Bericht heisat es, dass "die Familien mit Liliput-Einkommen den wirtschaftlichen Fortschritt Amerikas nicht mitgemacht
haben. Ihnen gehoerten nur wenige jener Gueter, die fuer den amerikanischen Lebensstandard von heute als symbolisch gaelten. Diese
Familien wuerden wesentlich staerker als Konsumenten in Erscheinung
treten, wenn ihre Kaufkraft ihren Bedürfnissen entspraeche."
Das Statistische Amt der Vereinigten Staaten berichtet, dass
es in den Vereinigten Staaten 38.5 Millionen Familien und 8 Millionen Alleinstehende gibt, die nicht in einer Familiengemeinschaft
leben. Ein Viertel dieser 38.5 Millionen Familien hat ein Gesamtnettoeinkommen von weniger als 2.000 Dollar in einem Jahre. Zwei
Drittel dieser rund zehn Millionen Familien mit Liliput-Einkommen
leben in Staedten oder sind als Nichtbauernfamilien anzusehen. Etwa
3.3 Millionen Familien sind ausgesprochene Bauernfamilien, von diesen
Bauernfamilien wiederum haben 1.7 Millionen ein Einkommen von weniger
als 1.000 Dollar im Jahre.
Die Ursache fuer diese niedrigen Einkommen ist nach dem Berioht
darin zu erblicken, dass viele Farmen nicht nur unwirtschaftlich arbeiten, sondern sogar Verluste einstecken muessen.
Das hohe Alter ist ebenfalls ein Grund fuer die niedrigen Einkommen dieser zehn Millionen. Ein Viertel jener 6.3 Millionen
Nichtbauernfamilien mit Einkommen unter 2.000 Dollar zeigt Familienvorstaende, die 65 und darueber sind.
Bei den Bauernfamilien sind jene in der niedrigsten Einkommensstufe am zahlreichsten zu finden, deren Familienvorstaende ungelernte Arbeiter sind. Ein Achtel der Nichtbauernfamilien mit LiliputEinkommen haben farbige Familienvaeter. Es gibt weiterhin zahlreiche
Familien, deren Familienvorstand durch Tod, boeswilliges Verlassen
oder Scheidung Frauen geworden sind, auoh sie gehoeren in starkem
Masse zur Gruppe der Liliput-Einkommensbezieher. Der Mangel an Ausbildung ist ein weiterer ausschlaggebender Faktor: fast zwei Fuenftel der Nichtbauernfamilien der niedrigen Einkommensstufe, denen Personen Im Alter von 25 bis 64 Jahren als Haushaltungsvorstand angehoerten, hatten weniger als 8 Jahre Schulausbildung genossen.
Obwohl die verfuegbaren detaillierten Informationen ueber die
Ausgaben einer Familie nicht mehr ganz aktuell sind, koennen dooh
einige wichtige Tatsaohen formuliert werden. Fuer staedtische Familien mit einem Einkommen von weniger als 2.000 Dollar im Jahr betragen die Ausgaben fuer Ernaehrung etwa die Haelfte des gesamten Verdienstes. Dieser Prozentsatz sinkt bei zunehmendem Einkommen und
- 4

�geht bei Familien, deren Einkommen ueber 7.500 Dollar liegt, auf
etwa 17$ zurueck. Aermere Familien muessen daher mehr Getreideprodukte verbrauchen, jedoch weniger Milch, weniger Fleisch, Gemuese
und Frueohte als die wirtschaftlich besser Situierten. Auch die
Ausgaben fuer Miete stehen bei den staedtischen Familien mit einem
Liliput-Einkommen von weniger als 2.000 Dollar im Jahr in keinem
Verhaeltnis zu ihren uebrigen Aufwendungen.
Monthly Labor Review
1/50
Joseph D. Keenan, Leiter der Gewerkschaftlichen Vereinigung fuer
Politische Aufklaerung:
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN WARNEN VOR ARBEITERFEINDLICHER PROPAGANDA
"Die Rechte und Interessen des Arbeiters werden nicht von Gewerkschaftsagitatoren geschuetzt und wahrgenommen, sondern von jenen christlichen Maennern, denen Gott in seiner unendlichen Weisheit die Kontrolle ueber die Eigentums Interessen des Landes in die
Hand gegeben hat unl jenem Unternehmertum, von dem so vieles abhaengt. "
Mit diesen Worten beantwortete George F. Baer, der Praesident
der Kohle- und Eisengesellschaft von Philadelphia und Readlng, die
Bitte eines Bergarbeitersohnes waehrend des furchtbaren BergarbeiterStreiks des Jahres 1902. Dieser Bergarbeitersohn, William F. Clark,
starb vor wenigen Wochen in Wllkes-Barre (Pennsylvanien). Die Antwort jedoch, die er damals von diesem arroganten Praesidenten der
Kohlegesellschaft erhalten hatte, erschuetterte im Jahre 1902 die
ganze Nation und sie wird noch lange im Gedaechtnis aller Gewerkschafter weiterleben.
Glauben die Leute, dass sich die Verhaeltnisse seit 1902 gesondert haben? Wenn sie es glauben, dann haben sie zum Teil recht.
Heute sind die Gewerkschaften staerker geworden, und ihr Recht zum
Abschluss von Tarifvertraegen wird allgemein anerkannt. Heute ist
es fuer einen Unternehmer im Interesse seiner Beziehunger zur Öffentlichkeit nicht gerade ratsam, etwa zu sagen, er besaesse das goettliche Recht und die Weisheit, das Leben seiner Arbeitgeber so zu lenken, wie er es fuer richtig halte. Wenn die fuehrenden Ioepfe der
Industrie heute jedoch nicht offen aussprechen koennen, iass sie die
Gewerkschaften beseitigen moechten, so heisst das keinesvegs, dass
sie nicht den Wunsch haetten, es zu tun.
Heute bedienen sie sich anderer, heimtueckischerer iffittel.
Sie erklaeren, die Tage des zuegellosen Kapitalismus seien vorueber,
das Blatt habe sich gewendet. Sie behaupten, heute seien es die
"Gewerkschaftsbonzen", die sowohl den Unternehmern als euch den
unglueoklichen Arbeitern Vorschriften machten. Die Arbeiterschaft
sei in die "Monopolgewerkschaften" gepresst worden.
Die antigewerkschaftliohen Industriellen von 1950 walnen bittere Krokodilstraenen fuer diese "armen Arbeiter, die unter die
rueoksiohtslose Herrschaft der Agitatoren und Gewerkschaftsbonzen
geraten seien."
Man denke nur an die Argumente, die die Fuersprecher des TaftHartley-Gesetzes vorbrachten. Versicherten sie etwa, de3s sie damit die Gewerkschaften zerstoeren und das Kollektivverheadlungswesen
abschaffen wollten? Natuerlich nicht. Nach ihren Worten handelte
es sich um ein Gesetz, das die Arbeiter "befreien" sollte. Es war
ein Gesetz, das den armen, unterdrueckten Unternehmern cas gleiche
Reoht in den Tarifverhandlungen und Sohutz gegen die "meechtige Gewerkschaf tsmaaohinerie" geben sollte.
- 5 -

�Das ehemalige Kongressmitglied Fred Hartley hat ein Buch geschrieben, das den Titel "Unsere Neue, Nationale Arbeitspolitik"
traegt. In diesem Buch hat er versucht, das Taft-Hartley-Gesetz
zu rechtfertigen, es heisst hier:
"Gewerkschaften und Unternehmer hatten die Rollen vertauscht...
Die Gewerkschaften sassen im Sattel und nutzten dies aus
Die
obersten Gewerkschaftsfuehrer hatten die gleiche Macht wie die erwaehlten Fuehrer der Regierung. Seit langem verfuegen sie ueber
weit groesseren Einfluss als die bedeutendsten Unternehmen der
Nation."
Hartley faehrt in seinem Buch fort: "Schwer lastete die Not
auf den Arbeitern. Fuer die Leiter der Gewerkschaften bedeutet jedoch die grosse Masse der arbeitenden Bevoelkerung nichts anderes
als der Poebel fuer Louis XVI."
Hartley bezeichnet den "Dixiekraten" (Spitzname fuer die gewerkschaftsfeindlichen Kongressleute der Suedstaaten) Graham Barden
aus Nordkarolina in lobender Weise als einen Mann, "der fuer die
Arbeiterschinder und besoldeten Gewerkschaftsagitatoren nichts
anderes als Verachtung empfaende." Das ganze Buch hindurch bezeichnet Hartley die gewaehlten Vorsitzenden der Gewerkschaften staendig
als "Gewerkschaftsbonzen."
Als das Taft-Hartley-Gesetz trotz des Einspruchs des Presidenten in Kraft gesetzt wurde, glaubten die Gewerkschaftshasser vielleicht noch ihren eigenen Worten. Betriebswahlen, die ueber Annahme
oder Nichtannahme des "Union-Betriebs"-Systems entscheiden sollten,
wurden als obligatorisch erklaert. Die Gewerkschaftshasser waren
der Ueberzeagung, dass das arbeitende Volk Amerikas zu den Urnen
eilen und gegen seine eigenen Gewerkschaften stimmen wuerde. Was
sich tatsaechlich ereignete, ist bereits Geschichte geworden. Mit
ueberwaeltigender Mehrheit sprachen sich 98$ der Waehler zugunsten
des "Union-Betriebs"-Systems aus. Es gibt keine andere Einrichtung
in den Vereinigten Staaten, der in so ueberzeugender Weise das Vertrauen ausgesprochen worden ist.
Ein Vergleich der Gehaeiter der sogenannten "Gewerkschaftsbonzen" mit denen der Industriellen beweist, eindeutig, dass es kein Bonzentum gibt. Selbst die hoechsten Gehaeiter, die die Gewerkschaften
zahlen, sind im Vergleich zu diesen niedrig. Die beiden Vorsitzenden der Amerikanischen Arbeitsfoederation (AFL) und des Kongresses
der Industrieverbaende (CIO), William Green und Philip Murray, erhalten jaehrüch je 85.000 Dollar. A. B. Homer dagegen, der Praesident der Bethlehem-Stahl-Korporation, bezog im Jahre 1948 Gehaeiter
und Praemien in Hoehe von 263.280 Dollar. Wenn sich Homer mit 65
Jahren zur Ruie setzt, wird er eine Jahrespension von 110.460 Dollar
beziehen, ohna auch nur einen Gent fuer Pensionsversicherung entrichtet zu haben. Benjamin Fairless, der Praesident der US StahlKorporation,
rerdiente im Jahre 1948 207.900 Dollar. Tom Girdler,
der1Vorsitzenle der Republik-Stahl-Korporation, 275.000 Dollar und
der Praesiden: und die fuenf Vizepresidenten der gleichen Gesellschaft mehr aLs 70.000 Dollar je Kopf.
Das gasaate Einkommen aller Gewerkschaften des Landes erreicht
nicht einmal lie Hoehe der Nettogewinne einer einzigen Automobilproduzentin der fereinigten Staaten, naemlich der General Motors-Gesellschaft. .
Noch lae«herlicher ist die Behauptung der Propagandisten der
Grosskapitalisten, die Gewerkschaftsmitglieder waehlten ihre Vorsitzenden nicht tach demokratischen Grundsaetzen und sie koennten keinen
Einfluss auf sie ausueben. Auch in diesem Punkt ist der Gegensatz
zur Industrie geradezu bestechend und ueberzeugend.
- 6-

�"Fragt Euch bitte selbst, ob Ihr eine Einrichtung kennt, die
demokratischer als Eure Gewerkschaft waere? Wie steht es damit in
dem unternehmen, fuer das Ihr arbeitet? Werwaehlt den Vorstand?
Wer die obersten Organe? Steht das Unternehmen unter der Kontrolle
der Aktionaere seiner rechtmaessigen Besitzer? Oder wird es von
nur Wenigen beherrscht, dieNnur einen geringen Teil der Aktien besitzen?"
Die Antwort zu diesen Fragen kennt jedes Mitglied einer amerikanischen Gewerkschaft. Nehmen wir zum Beispiel die groesste Gesellschaft des Landes, die Amerikanische Telefon- und Telegrafen
Kompanie, die unter dem Namen "Beil-System" allgemein bekannt ist.
Walter S. Gifford Hess sich gerade als Vorsitzender dieses Unternehmens pensionieren. Er bezog jaehrlich ein Gehalt in Hoehe von
£09.000 Dollar, seine Pension betraegt jetzt 95.000 Dollar jaehrlich.
Dieses Unternehmen macht mit der Tatsache Reklame, dass 900.000
Aktionaere die eigentlichen Eigentuemer der Gesellschaft sind. Jeder
Aktionaer weiss jedoch, dass die Trennung von Besitz und Leitung in
der Kompanie schon seit langem durchgefuehrt ist. Gifford und andere fuehrende Persoenlichkeiten der Kompanie besitzen von je 2.300
Aktien nur je eine. Das sind knapp ganze vier Hundertstel eines
Prozents des gesamten Kapitals. Und doch wird dieses ungeheure Unternehmen von diesen Wenigen so beherrscht, als wenn sioh saemtliche
Aktien in ihrem Besitz befaenden.
In den meisten Unternehmen liegen die Verhaeltnisse heute aehnlioh. Die Finanzberichte der Gesellschaften an die Aktionaere sind
ein Meisterstueck angedeuteter Unverstaendlichkeit. Wenn diese mit
den detaillierten Finanzberichten verglichen werden, die allen Gewerkschaftsmitgliedern zur Verfuegung stehen und die von ihren gewaehlten Treuhaendern ueberprueft werden, so ergibt sich hier ein
Unterschied von Tag und Naoht. Im uebrigen sitzen weit mehr Angestellte der Banken und Industrie wegen Geldunterschlagungen im Gefaengnis, als es bei den Gewerkschaften der Fall ist.
Alle Gewerkschaftsfunktionaere sind keine Heiligen. Manchmal
werden auch unfaehige Leute in Aemter berufen, die Gewerkschaftsmitglieder koennen sich aber wieder neue Funktionaere waehlen. Sie verlieren die Herrschaft ueber ihre Gewerkschaft niemals soweit wie
Aktionaere ueber das Unternehmen, das ihnen eigentlich gehoert. Den
besten Beweis hierfuer liefert das Postbuero der AFL in Washington.
Es gibt mehr als 40.000 Lokalgewerkschaften der AFL. Die Funktionaere wechseln so oft, dass 40% der Adressen der lokalen Gewerkschaftsfunktionaere in jedem Jahre geaendert werden muessen. Ist das vielleicht die "Diktatur der sich selbst verewigenden Gewerkschaftsbonzen?"
An diese Tatsachen muss man denken, wenn Flugschriften des Senators Taft gelesen werden, in denen er sagt, dass nur "Kommunisten"
und "Arbeiterschinder" den Wunsch haetten, das Taft-Hartley-Gesetz
ausser Kraft zu setzen.
Es darf hier keine Irrefuehrung geben, wenn behauptet wird, dass
ein besonderes Gesetz nur fuer die Gewerkschaftsfuehrer und nicht fuer
die Arbeiterschaft selbst von Vorteil waere. Wenn sie das Recht und
die Macht der gewaehlten Fuehrer schwaechen wollen, die die Mitgliedschaft wirksam vertreten wollen, dann bedrohen sie damit direkt
auch die Sicherheit und die Loehne der Arbeiter.
Von der Handlungsweise der Arbeiterschaft am Wahltag wird es
abhaengen, wie der neue Kongress aussehen wird. Wenn es versaeumt
wird, die Freunde der Arbeiterschaft wiederzuwaehlen, koennte es
leicht moeglich sein, dass die Gewerkschaften in die guten alten Tage
- 7 -

�zurueckversetzt werden, als Aktionaere, Oeffentlichkeit und Arbeitnehmer der Willkuerherrschaft der Grossindustriellen voellig machtlos gegenueberstanden.
Wenn die Arbeiterschaft wuenscht, dass Loehne und Sicherheit
von starken Gewerkschaften und frei gewaehlten Funktionaeren beschuetzt werden, dann wird jede Stimme in diesem Wahljahr benoetigt
werden.
Es sei daran erinnert, dass im Jahre 1946 versaeumt wurde, von
123 Abgeordneten 45 wiederzuwaehlen, die fuer die Gewerkschaften und
gegen das antigewerkschaftliche Case-Gesetz gestimmt hatten. 1948
jedoch wurden alle Freunde der Gewerkschaften wiedergewaehlt. Wie
wird es in diesem Jahre sein?
Das liegt an den acht Millionen Mitgliedern der AFL. Was koennen sie tun? Sie koennen der Gewerkschaftlichen Vereinigung fuer
Politische Aufklaerung beitreten, sie unterstuetzen und ihre Stimme
fuer sie abgeben.
Die andere Seite mag das Geld haben, die Arbeiterschaft hat
die Stimmen.
Wenn jeder Arbeiter als guter Buerger waehlt, wird es ein starkes und wohlhabendes Amerika geben, in dem wirkliche Freiheit
herrscht und das konkurrierende Unternehmertum die Prosperitaet und
das Glueck eines Jeden foerdert.
The American Federationist
V/50
DAS INTERNAT IONALE FREIE GBV.ERKSCHAFT5WESEN ERZIELT FORTSCHRITTE
Die freie Gewerkschaftsbewegung setzt sich unablaessig fuer die
Hebung des Lebensstandards in rueckstaendigen Gebieten, fuer die Abwehr des Kommunismus in Europa und fuer die Verteidigung Europas
erfolgreich ein.
Dies erklaerte kuerzlich J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer
des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften, in einem Bericht
ueber die Erfolge der freien Gewerkschaftsbewegung. Oldenbroek
hielt sich kurze Zeit in Washington auf und fuehrte dort Besprechungen mit Gewerkschaftsfuehrern und hohen Persoenlichkeiten der
amerikanischen Regierung.
Waehrend seines Aufenthaltes in Washington war Oldenbroek
Gast der Amerikanischen Arbeiterfoederation (AFL), des Kongresses
der Industriegewerkschaften (CIO), des Bergarbeiterverbandes und
des Internationalen Metallarbeiterverbandes. Der europaeische Gewerkschaf tsfüehrer traf auch mit Pressevertretern zusammen und
gab, bevor er Washington wieder verliess, dem Vertreter der Zeitschrift "The Laborer" ein Interview.
Generalsekretaer Oldenbroek reiste in die Vereinigten Staaten,
um hier mit den Gewerkschaftsfuehrern zu konferieren und mit ihnen
seine Meinung ueber Mittel und Wege auszutauschen und abzustimmen,
wie man die Ziele des IBFG verwirklichen kann.
n

'»Vir kommen verhaeltnismaessig schnell den in unserem Programm gesteckten Zielen naeher. Unsere Zentrale ist in Bruessel
errichtet worden, unser Personalstab wird jetzt zusammengestellt.
Er wird sich aus etwa 45 Personen zusammensetzen, von denen 30 bereits ernannt sind."

8

�"Das Problem der verschiedenen Sprachen wird keine Schwierigkeiten bereiten. Wir haben genuegend Leute, die mehrere Sprachen
soreohen. Unsere Arbeit wird in den vier offiziellen Sprachen
Englisch, Franzoesisch, Spanisch und Deutsch durchgefuehrt werden.
Der gesamte Schriftverkehr des IBFG und alle Veroeffentlichungen
dieser Organisation werden in vier Spraohen zur Verfuegung stehen."
Oldenbroek selbst ist fuer seine Kenntnisse in mehreren Sprachen bekannt, man sagt, er ist etwa in einem Dutzend verschiedener
Sprachen zu Hause.
Einen der ersten Schritte, die der IBFG unternahm, war die
Aufstellung eines Presse- und Publikationsprogramms. Der Englaender
E. Thompson wurde zum Leiter der Abteilung fuer Pressewesen und
Publikationen ernannt und wird mit der Ausarbeitung eines "Presseberichtes" beauftragt werden, der wahrscheinlich je nach Umfang der
vorliegenden Nachrichten vierzehn-taeglich oder monatlich erscheinen wird. Ein monatliches Magazin mit Nachrichten und Berichten
von der Arbeit der Gewerkschaft in aller. Welt wird ab Juli herausgebracht werden.
Oldenbroek wurde in Washington ueber die mutmasslichen Schwierigkeiten befragt, die mit den Waffenlieferungen nach Europa im Rahmen des europaeischen Verteidigungsprogramms auftauchen koennten.
Er beruhigte die Fragesteller und erklaerte, dass die Waffen an
ihren Bestimmungsort gelangen wuerden, ohne dass die Kommunisten
hieran etwas zu aendern vermoechten.
Der Kampf gegen den Kommunismus ist fuer Oldenbroek und diejenigen, die an seiner Seite stehen, eine historische Angelegenheit.
Sofort nach der Gruendung des IBFG im Dezember vorigen Jahres wurde
er zum Generalsekretaer ernannt. Damit hatte sein lebenslanger
Kampf um die Erzielung eines besseren Loses fuer die Arbeiter seine
Anerkennung gefunden. Seit seiner Jugend gehoerte er dem Internationalen Transportarbeiterverband an und kaempfte fuer das freie
Gewerkschaftswesen. Vor dem Kriege kaempfte er gegen die Kommunisten
und beteiligte sich dann aktiv an der Widerstandsbewegung der Alliierten. In Holland zwar geboren, ist Oldenbroek doch in ganz Europa
bekannt. In den kritischen Tagen des Zweiten Weltkrieges war er
tatsaechlich ein "Koordinator* gewerkschaftlicher Taetigkeiten. Die
Erfahrungen, die er im Kampf gegen den nazistischen Totalitarismus
sammelte, kommen ihm nun bei der Bekaempfung des Kommunismus zugute.
"Die Kommunisten verfuegen ueber grosse Hilfsquellen und Energien. Sie koennen jedoch geschlagen werden. Ihr einziger Wunsch
ist, mit Hilfe aller moeglichen Mittel zur Macht zu gelangen und diese Macht dann zu erhalten. Sie interessieren sich ueberhaupt nicht
fuer die Wohlfahrt der Arbeiterschaft, und das wissen die Arbeiter
in demokratisch regierten Laendern Europas, oder sie werden es sehr
schnell erkennen."
"Die Kommunisten glaubten, durch Sabotage des Marshall-Planes
den europaeischen Wiederaufbau unterbinden zu koennen. Wir sorgen
jedoch dafuer, dass ihnen dies nicht gelingen wird. Die Arbeiter
Europas wissen, was zu tun ist und was sie von den Kommunisten zu
halten haben."
Oldenbroek erklaerte, es sei von besonderer Bedeutung, sich mit
den ferngesteuerten Agitatoren unter den Transportarbeitern zu befassen, weil es die Kommunisten hauptsaechlich auf diese Gewerkschaftsmitglieder in den Hafenstaedten abgesehen haetten. In den Hafenstaedten muesste den sowjetischen Bemuehungen mit aller Energie
entgegengearbeitet werden.
- 9 -

�"Wir sind von den Gewerkschaften der Vereinigten Staaten in
hervorragender Weise unterstuetzt worden. Wir hoffen, uns auch
weiterhin dieser Hilfe wuerdig erweisen zu koennen. Wir koennen
nur dann mit Erfolgen rechnen, wenn wir uns alle - und hierzu gehoeren auch die amerikanischen und alle anderen Gewerkschaften - eng
zusammenschliessen und gemeinsam fuer ein besseres Los der Arbeiter
kaempfen."
Die naechste grosse Aufgabe biete sich der Gewerkschaftsbewegung in Asien, fuhr Oldenbroek fort. Der IBFG wird eine Sonderdelegation nach Suedostasien schicken, die die allgemeine Lage ueberpruefen und mit den Vertretern der Regierung und Gewerkschaften besprechen soll, was zur Hebung des Lebensstandards in jenem Teil
der Welt getan werden kann.
Damit der IBFG erfolgreich arbeiten und moeglichst viel leisten
kann, wird eine Reihe regionaler Dienststellen errichtet werden, und
zwar fuer Nord- und Suedamerika, im Nahen und Mittleren sowie im
Fernen Osten. •
Aufgabe dieser regionalen Dienststellen wird es sein, die freie
Gewerkschaftsbewegung der ganzen Welt zu foerdern und einen staendigen Kampf gegen den Totalitarismus in jeglicher Form, in der er auch
auftreten mag, zu fuehren.
Bevor Oldenbroek Washington verliess, fuehrte er noch Besprechungen mit dem Aussenminister Dean Acneson, dem Administrator der
Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit Paul G. Eoffman und
anderen Vertretern der Regierung.
The Laborer
V/50
Rub9n Levin:
ARBEITERFEINDLICHE AMERIKANISCHE ZEITSCHRIFT VERHERRLICHT STREIKBRUCH
Die sogenannten "populaeren" Magazine wie "Saturday Evening Post",
"Reader's Digest" und Collier's" werden mehr und mehr zu unanstaendigen Werkzeugen einer antigewerkschaftlichen und antiliberalen Propaganda. '
"Collier's", das dem Hause Morgan gehoert, lieferte in seiner
letzten Ausgabe den deutlichen Beweis fuer diese Politik. In einem
Leitartikel, der in grosser Aufmachung die Ueberschrift "John L.
Lewis wollte mich nicht arbeiten lassen" trug, versucht "Collier's",
den Streikbruch zu rechtfertigen und die organisierte Arbeiterschaft
herunterzureissen. Das Magazin hat sich die Reklame fuer diesen Artikel ein Vermoegen kosten lassen.
Ein junger Bergmann namens Joe Dickmon aus Library in Pennsylvanien musste seinen Namen fuer diesen Artikel hergeben, obwohl er
in Wirklichkeit von dem gutbezahlten Schreiber des Magazins, Walter
Davenport, verfasst worden war.
Wer ist Joe Dickmon? Er machte das erstemal von sich reden,
als im vorigen Winter die Bergarbeitergewerkschaft einen harten Kampf
um hoehere Loehne und bessere Sozialversorgung fuehrte. Viele
Bergleute brachten schwere Opfer, um diesen Kampf gewinnen zu helfen; Dickmon gehoerte jedoch nicht zu ihnen.
Dafuer richtete er damals einen wuetenden Brief an eine Pittsburger Tageszeitung, in dem er John L. Lewis als einen "Diktator" bezeichnete. Er feuerte nur so mit Wutausbruechen gegen die Gewerk- 10 -

�schaft um sich, die ohne ihn zu fragen, die 3 Tage-V/oche angeordnet hatte, und forderte schliesslich zu einer Revolte gegen den
Vorsitzenden der Bergarbeitergewerkschaft heraus und empfahl die
Beilegung des Streiks unter Annahme der Unternehmerbedingungen
auf. Es war praktisch ein Aufruf zum Streikbruch.
Die Bergarbeiter verachten eine solche Haltung. In keinem
Zweig der Gewerkschaftsbewegung ist der Streikbruch verhasster als
unter den Kumpels, die jahrelang schwer zu kaempfen hatten und wiederholt sogar hungern mussten, um sich bessere Lebensbedingungen
zu erkaempfen.
Junge Leute wie Dickmon wissen hiervon nichts. Er konnte noch
nicht zu den Erfolgen beitragen, die sich die Gewerkschaft schwer
erkaempfen musste. In dem gleichen Augenblick, als seine Kameraden von ihm verlangten, in einer kritischen Situation ein Opfer zu
bringen, lief er zu einer gewerkschaftfeindlichen Zeitung und stellte sich in den Dienst der Unternehmer.
Natuerlich wurde er von den anderen Kumpels als Feigling und
Verraeter verachtet. Sie weigerten sich, mit ihm zu arbeiten; er
wurde vielmehr vor Gericht angeklagt, durch falsche und verleumderische Angaben die Pflichten eines Gewerkschaftsmitglieds verletzt
zu haben. Nachdem er siqh geweigert hatte, aus der Gewerkschaft
auszutreten, beschlossen die Mitglieder,'ihn durch einen sechs monatigen Ausschluss aus der Gewerkschaft zu bestrafen.
Daraufhin eilte Dickmon zum "Collier*s"-Magezin, um seine
schmutzige Geschichte in Druck geben zu koennen. Die Herausgeber
belohnten ihn mit einer nicht unansehnlichen Summe - selbstverstaendlich hatten sie keinerlei Interesse an Dickmon oder an einem
persoenlichen Angriff gegen Lewis, aber sie sahen eine guenstige
Gelegenheit, der Gewerkschaftsbewegung einen schv.eren Schlag versetzen zu koennen.
Oft genug bruestete sich Dickmon damit, Soldttt gewesen zu
sein,und Frau und Kinder zu haben. Tatsache ist, dass Hunderttausende anderer ehemaliger Soldaten, die ebenfalls fuer "Onkel
Sara" gekaempft und eine Familis haben, nicht wie Dickmon ihrer Gewerkschaft in den Ruecken fielen. Im Gegenteil, sie zaehlen zu den
zuverlaessigsten Gewerkschaftern des Landes und denken nicht daran,
sich wie Dickmon zu benehmen.
Was ist nun eigentlich wahres an den Beschuldigungen Dickmons?
Ein Sprecher der Bergarbeitergewerkschaft erklaerte einem Vertreter
der Zeitschrift "Labor", dass jener "Artikel in"Collier's" von Unwahrheiten und halben Wahrheiten nur so strotze."
"Lewi3 hat mit dem Ausschluss Dickmons aus der Gewerkschaft
nicht das geringste zu tun. Ein solcher Ausschluss ist eine rein
lokale Angelegenheit. Die Abstimmung ueber seine Bestrafung wurde
in demokratischer ".'eise durchgefuehrt. Und wenn sich die uebrigen
Mitglieder weigerten, mit Dickmon Seite an Seite weiterzuarbeiten,
wer kann ihnen das verdenken?"
Dickmon hatte ausserdem behauptet, Lewis würde niemals Finanzberichte an die Lokalgewerkschaften schicken. "Tatsache i3t jedoch,
dass die Bergarbeitergewerkschaft schon seit Jahren allen Lokalgewerkschaften zweimal im Jahre ausfuehrliche Finanzberichte zukommen
laesst," erklaerte der Sprecher dem Journalisten.
"Was diese Vorwuerfe anbetrifft," fuehrte der Sprecher weiter
aus, "so handelt es sich hier um nichts anderes als ein sehr spaetes
- 11 -

�Soho jener Verdaechtigungen, die die Kohlenmagnaten und gewerkscfcaftsfeindlichen Zeitungen ueber Lewis in die Welt posaunen. Und
dies alles, weil es Lewis gelangen ist, einige Verbesserungen fuer
die Kumpels in den Gruben zu erringen."
"Ausserdem darf nicht^uebersehen werden, dass Lewis von den
Mitgliedern der Bergarbeitergewerkschaft mit grosser Mehrheit gewaehlt wurde. Die Richtlinien, nach denen er handelt, sind in Konventionen niedergelegt oder vom Exekutivausschuss beschlossen.
Der junge Dickmon beklagt sich ueber die Drei-Tage-Woche, die
waehrend des Kampfes der Gewerkschaften im vorigen Winter eingefuehrt
werden musste. Jedoch auch heute noch arbeiten die Kumpels im Durchschnitt nicht laenger als drei Tage -in der Woche, weil einfach die
Nachfrage nicht groesser ist.
"Statt dass man jedoch die vorhandenen Arbeitsmoeglichkeiten
einigermassen gleichmaessig verteilt - wogegen sich uebrigens Dickmon wehrte - gibt es heute Bergleute, die nur einen oder zwei Tage
in der Woche arbeiten koennen oder vollkommen ohne Arbeit sind."
"Was "Collier1s" und die Kohlenmagnaten nicht verzeihen koennen, ist die Tatsache, dass die Bergarbeiter bei den letzten Lohnkaempfen eine Lohnerhoehung von 95 Cents pro Tag zusaetzlich zu dem
Tagesgrundtarif von 15 Dollar und eine Erhoehung der von den Unternehmern gezahlten Praemie fuer den Wohlfahrtsfonds um 50% trotz
staerkster Opposition erzielen konnten."
"So haben sie sich diesen naiven jungen Mann als Werkzeug ausgesucht, mit dem sie ihrem Hass Luft machen. Hat man im "Collier's"
jemals nach der gewerkschaftlichen Seite dieser Geschichte gefragt?
Niemals.' Man war lediglich daran interessiert, dieser Gewerkschaft
und zugleich der gesamten Gewerkschaftsbewegung Schaden zuzufuegen.
"Dickmon wird sehr bald
zahlung des "Collier's" fuer
geschoben wird, wenn man ihn
einen abgetragenen Handschuh
er sich dessen nicht bewusst

entdecken, dass er trotz der guten Besein schmutziges Werk schnell beiseitenicht mehr brauchen kann, so wie man
wegzuwerfen pflegt. Anscheinend ist
- noch nicht.'"
LABOR
VII/8/50

3CHUMAN-PLAN-KOMITEE DES IBFG
Das Schuman-Plan-Komitee des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) trat auf Beschluss des Exekutivauq,schusses des
IBFG erstmalig in den Bueroraeumen des franzoesischen Gewerkschaftsbundes "Force Ouvriere" in Paris zusammen. Vertreter der Gewerkschaftsbewegung Frankreichs, Hollands, Italiens, der Saar, der Vereinigten von Amerika, der Internationalen Berufssekretariate der
Berg- und Metallarbeiter und des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses des Europaeischen Wiederaufbauprogrammes (ERP) nahmen an
der Konferenz teil. Den Vertretern der englischen, belgisohen, luxemburgischen, deutschen und schwedischen Gewerkschaftsbewegung war
es nicht moeglich, den Besprechungen beizuwohnen, weil wichtige Aufgaben in ihren Laendern die Reise unmoeglich machten oder sie an
Konferenzen ihrer eigenen Zentralen teilnehmen mussten.
Den Vorsitz fuehrte Rober Eothereau von der "Force Ouvriere".
Die Konferenz hatte nur vorbereitenden Charakter, sie befasste sich
mit den zukuenftigen Aufgaben, die dem Internationalen Bund Freier
- 12 -

�Gewerkschaften im Zusammenhang mit dem Schuman-Plan zufallen werden.
Das Komitee brachte erneut die Auffassung des IBFG zum Ausdruck, dass die freien Gewerkschaften an dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss Westeuropas, der ohne die aktive Teilnahme der freien Gewerkschaften zu keinem Erfolg fuehren koenne,
lebhaft interessiert sind.
Die Mitarbeit der Gewerkschaften ist durch die Delegationen
Deutschlands, Belgiens, Hollands, Luxemburgs, Italiens und der
Saar gewaehrlefstet, gleichzeitig wurde jedoch auch die Bedeutung
einer direkten Vertretung des IBFG hervorgehoben.
Das Komitee befasste sich in grossen Zuegen mit dem SchumanPlan selbst und wies darauf hin, dass folgende Grundsaetze zu befolgen seien, wenn dieser Plan verwirklicht werden soll:
(a) Die vorgeschlagene Hohe Kommission muss einer demokratischen, oeffentlichen Kontrolle unterstellt werden.
(b) Fuer die Hohe Kommission selbst als auch fuer alle Nebenorganisationen des vorgesehenen Kommissions-Systems muessen
Persoenlichkeiten ernannt werden, die das Vertrauen der freien Gewerkschaften geniessen.
(c) Die Hohe Kommission muss mit entscheidenden Machtbefugnissen ausgestattet werden, insbesondere mit der Kontrolle der Produktionsinvestierungen und Preise, wobei sie die Erweiterung der
Wirtschaft und die Vollbeschaeftlgung zu beruecksichtigen hat.
(d) Loehne, Arbeitsbedingungen und Bestimmungen der sozialen Sicherheit muessen garantiert und verbessert werden.
Das Komitee ernannte einen Unterausschuss von sieben Mitgliedern, dessen Aufgabe es ist, die Bemuehungen der Gewerkschaften
fuer die Durchfuehrung des Schuman-Plans aufeinander abzustimmen
und vorwaerts zu treiben. Dieser Unterausschuss setzt sich aus
Gewerkschaftsvertretern der einzelnen Laender-Delegationen zu den
Besprechungen ueber den Schuman-Plan zusammen. Dem Unterausschuss
gehoert weiterhin ein Vertreter der amerikanischen Gewerkschaften,
ein Delegierter der"Force Ouvriere** - beide weilen staendig in
Paris - einem Vertreter des Internationalen Bergarbeiterverbandes
und ein Delegierter des Internationalen Metallarbeiterverbandes an.
Ein Vertreter des Sekretariats d9s Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften wird als Sekretaer dieses Unterausschusses fungieren, der je nach Bedarf waehrend der Schuman-Plan Besprechungen in
Paris zusammentreten wird.
Information Bulletin des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften
VI1/5/50
William Weiss:
DIE GESCHICHTE DER STAHLARBEITERGEWERKSCHAFT AMERIKAS IST MIT LETTERN IN BLUT GESCHRIEBIN
~~~
Wohlwollende Leute, die sich in der Gewerkschaftsbewegung nicht
auskennen, sind manchmal darueber erstaunt, welche eigensinnig erscheinende Haitnaeckigkeit Arbeiter an den Tag legen, wenn sie gegen grosse Unternehmen Streiks durchfuehren.
- lö -

�Wenn sie darueber erstaunt sind, dann sind sie es nur deshalb,
weil sie nicht verstehen, dass Arbeiter sich nicht scheuen, Leid
und Not auf sich zu nehmen, wenn sie gegen die Ungerechtigkeiten der
Unternehmer streiken.
In dem gleichen Augenblick, in dem sie sich entschliessen, ihre
Arbeit niederzulegen, sind sie sich auch der Folgen bewusst: lange
Stunden als Streikposten Wache stehen, Schmalhans als Kuechenmeister
und der staendige Druck zahlreicher Gruppen, die sie veranlassen
moechten, die Arbeit zu den von den Unternehmern gestellten Bedingungen wieder aufzunehmen. Sie wissen, welchen "^reis sie zahlen muessen
und sind trotzdem gewillt, ohne Ruecksicht auf ihre zahlreichen Widersacher ihre Chancen zum Sieg wahrzunehmen.
Dieser Geist der Entschlossenheit ist zum Erbgut der Stahlarbeitergewerkschaft des CIO in ihren Kaempfen gegen die Stahlkonzerne
geworden.
Im November 1592 sandte Henry Frick, der damalige Betriebsdirektor der Carnegie-Stahlwerke in Komestead (Pennsylvanien), seinem
Chef, Andrew Carnegie, der sich auf einer Reise zur Berichtigung der
europaeischen Gemaeidegalerien befand, das folgende Telegramm:
"Unser Sieg ist jetzt vollkommen und hoech st befriedigend.
Glauben Sie nicht, dass wir jemals wieder ernstliche Schwierigkeiten
mit den Arbeitern haben werden
Wir mussten unseren ^rDeitnehnern eine Lektion erteilen und wir haben dies in einer Weise getan,
dass sie immer daran denken werden."
Frick bezog sich mit diesem Telegraüju auf die Beendigung des
viermonetigen Streiks gegen die Carnegie-Gesellschaft, der vom Verband der Vereinigten Stahl-, Eisen- und Zinnarbeiter ausgerufen und
von einem Massenaufgebot von Pinkerton-Detektiven und 8,000 Polizeisoldaten gebrochen worden war. In einem regelrechten Feuergefecht
mit den Finkertons waren sieben Streikende und drei Detektive getoetet und mehr als 60 Mann verwundet worden.
Der Anlass zu diesem Streik war die Weigerung der Gesellschaft,
ihren Tarifvertrag mit der Gewerkschaft zu erneuern. Von 1892 bis
zum Jahre 1919 versuchten die Arbeiter der Stahlwerke erneut, sich
zu ihrem gegenseitigen Schutz zusammenzuschliessen. Im September
jenes Jahres traten 60.C00 Stahlarbeiter im Bezirk ^ittsburg in den
Streik, kurz darauf folgten 300.000 in Wheeling, Chikago, Cleveland,
Youngstown und Johnstown ihrem Beispiel.
Die gesamte Ceffentlichkeit wurde mit dem Niederschlagen des
Streiks vertraut gemacht. Zeitungen verschrieen die Streikenden
als "Auslaender" und lenkten die allgemeine Aufmerksamkeit auf den
"auslaendischen Typ" der Agitatoren.
Mit der Erklaerung "Selbst Jesus Christus koennte in Duquesne
nicht fuer die AFL sprechen," liess der Buergermeister dieser Stadt
wenig Zweifel darueber, mit wem er sympathisierte.
Die Stahlgesellschaften anpellierten an das Nationalbewusstsein
der Buerger, indem sie in den Zeitungen erklaeren Hessen: "Es ist
sehr leicht moeglich, dass bei diesem Streik Barbaren ihre Hand im
Spiele haben, um den industriellen Fortschritt Amerikas zu behindern."
Die Unternehmer finanzierten gleich zwei StreikbrecherOrganisationen - die Corporations Auxiliary und den Sherman Service - und wiesen sie an, Serben und Italiener mit allen Mitteln niedertraechtiger
Propaganda gegeneinander aufzuhetzen. Sie schuerten selbstverstaendlich auch die Flammen des Rassenhasses, indem sie Neger aus dem Sueden
- 14 -

�heranschaffen liessen, die die Arbeitsplaetze der Streikenden uebernehmen sollten.
Der Streik brach trotz aller Aufopferung am 8. Januar 1920 zusammen, und die geschlagenen Maenner schlichen in die Fabriken zurueck - ausser jenen, dis auf der schwarzen Liste standen. Die Unternehmer hatten wieder einen bedeutenden Sieg errungen.
Die Wirtschaftskrise von 1929 aber traf die Stahlindustrie
schwer. Die Schlagzeilen in den Tageszeitungen galten jenen Aktionaeren, die sich in der New Yorker Wall-Street aus den Fenstern
stuerzten. Die Unternehmer jedoch trafen in aller Stille ihre Vorbereitungen fuer ein Gesetz, mit dem sie die Stahlarbeiter noch
besser ausbeuten konnten.
Am 1. Oktover 1931 begann dieser Prozess, als die US-Stahlund Bethlehem-Werke die Loehne der Arbeiter um volle 10fo kuerzten.
In den Weirton-Stahlwerken wurden die Loehne innerhalb von elf Monaten fQnfmal herabgesetzt. US-Stahl und Bethlehem erfassten die
neue Situation und, um nicht von einem anderen Unternehmen wiederum
uebertrumpft zu werden, kuerzte es die Loehne im l*ai 1932 rücksichtslos um 15%.
Im Jahre 1932 verdiente ein Stahlarbeiter - wenn er das Glueck
hatte, voll arbeiten zu koennen - woechentlich 13.20 Dollar. £&lt;ine
Untersuchung des Arbeitsministeriums ergab, dass der durchschnittliche
Wochenlohn fuer ungelernte Arbeiter der Stahlindustrie in jenem Jahre
11.71 Dollar betrug. Der Durchschnittsarbeiter verdiente jaehrlich
600 Dollar.
1933 entdeckten die Stahlmagnaten eine neue Methode, um ihren
Arbeitnehmern das Recht zu, verweigern, in Fragen des Lohnes oder der
Arbeitsbedingungen mitzureden. Sie fanden dieses Mittel in dem sogenannten "offenen Betrieb", bei dem es jedem Arbeiter freisteht, der
Gewerkschaft beizutreten oder ihr fernzubleiben. IZan machte sich
nicht einmal die Muehe, zu behaupten, die Arbeiter seien mit den
Plaenen der "Arbeitnehmervertretungen," wie man sie zu nennen beliebte, einverstanden.
Die Philosophie, die diesen Plaenen zugrundelag, kommt treffend
in den Worten eines millionensohweren Stahlmagnaten zum Ausdruck:
"Meine Leute wissen nicht, was gut fuer sie ist. Nur ich weiss dies.
Und ich weiss, dass eine Gewerkschaft nicht gut fuer sie ist."
Eugene Grace in Bethlehem war etwes offener, als er erklaerte:
"Selbst wenn 95% meiner Leute einer Gewerkschaft angehoerten, wQrde
ich sie nicht als Gewerkschafter anerkennen. Ich denke, das ist
bestimmt besser fuer sie."
Im Jahre 1934 gab es in 90 bis 95% aller Stahlwerke des Landes
derartige Unternehmervertraege. Wie sich spaeter herausstellen sollte, legte die Industrie mit diesen Abmachungen unbewusst den Grundstein fuer eine wirkliche Gewerkschaftsbewegung. In der Tat erleichterten sie dem Organisatbnsausschuss der Stahlarbeiter-Gewerkschaft
(SW0C) die Arbelt, als dessen Vertreter unter der Leitung Philip
Murrays im Jahre 1936 den inzwischen historisch gewordenen Organisationsfeldzug der Stahlarbeitergewerkschaft starteten.
Eine regelrechte Panik bemaechtigte sich der Industrie, als
Tausende und Abertausende von Arbeitern der neuen Gewerkschaft zustroemten, obwohl sich die Unternehmer bemuehten, durch hastige Lohnerhoehungen und verbesserte Arbeitsbedingungen diesen Zustrom aufzuhalten.
- 15 -

�Im Februar 1936 zaehlte die Stahlarbeitergewerkschaft 150.000
Mitglieder. Den groessten Schlag erlitten die Stahlmagn&amp;ten jedoch,
die etwas verfrueht den Organisationsfeldzug als "eine vollstaendige
Pleite" bezeichnet hatten, als im Maerz die Stahlwerke CarnegieIllinois, ein Schwesterunternehmen der US Stahl, einen Vertrag mit
der Stahlarbeitergewerkschaft abschloss. In diesem Vertrag wurde
diese Gewerkschaft als der einzige verhandlungsberechtige Partner
anerkannt, die Loehne um 10$ erhoeht und der Achtstundentag sowie
die 40 Stunden-Woche mit 50 prozentigem Lohnaufschlag bei Ueberstunden eingefuehrt.
Innerhalb von 3 Monaten hatte die Stahlarbeitergewerkschaft mit
140 Stahlunternehnern, darunter Jones &amp; Laughlin, einem der groessten
unabhaengi^en Unternehmen,Tarifvertraege abgeschlossen, und im Juli
waren bereits 75% der Stahlindustrie durch Tarife erfasst. Das "Un"moegliche" war verwirklicht worden.
Mit den restlichen 25% war es jedoch eine andere Sache, hierzu
gehoerten auch eine Anzahl kleinerer Werke. Bethlehem-Stahl, Republik-Stahl, Inland-Stahl und Youngstown Bleche &amp; Roehren weigerten
sich einfach, Tarife zu unterzeichnen. Am 26. Mai 1937 traten
79.000 Arbeiter dieser Y.Terke in den Streik.
Im gleichen Augenblick wurde Gewalt angewendet. In den Republik-Stahl-vVerken in Chikago-Sued schössen Polizisten in eine Gruppe
von 1000 Arbeitern, die sich zur Feier des "Memorial Tages" (Nationalfeiertag zum Gedaechtnis an die Beendigung des Zweiten Weltkrieges am 30. Mai) versammelt hatten. Zehn Arbeiter wurden getoetet
und 90 verletzt.
Weitere Todesopfer gab es in Massillon (Ohio), hier wurden drei
Arbeiter getoetet, in Youngstown (Ohio) wurden zwei Opfer gezaehlt
und eines in Beaver Falls (Pennsylvanien).
Es war ein Wirtschaftskrieg schlimmsten Ausmasses. Einige Zeit
spaeter berichtete das LaFollette-Komite dem amerikanischen Senat,
das3 die vier genannten Stahlkonzerne gemeinsam mit staatlichen, bezirklichen und oertlichen Behoerden mehr als 178.000 Dollar fuer
Munition ausgegeben hatten, um damit den Streik brechen zu koennen.
Die unerschuetterliche solidarische Haltung der Stahlarbeiter
zwang schliesslich auch diese Stahlkonzerne zur Unterschrift. Heute
erkennen sie die Stahlarbeitergewerkschaft als Verhandlungspartner
an, der die Interessen der Arbeitnehmer vertritt.
Die Unternehmer moechten jene Tage gern in Vergessenheit geraten lassen - die Maenner jedoch, die an gluehenden Oefen und in Werkstaetten mit tropischen Temperaturen arbeiten, koennen niemals die
Jahre vergessen, als ihnen noch keine Gewerkschaft als Schutz und
Hilfe zur Seite stand.
The CI0 News
V/15/50
16 -

Office of Labor A f f a i r s
AP0 757

QFFICIAL

HIC0G R-1J37 L A B Julj 50 19 C

•

�Internationale

ARBEITSMITTEIUINGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen and deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
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angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 21

Frankfurt, 27. Juli 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Ein interessantes Experiment - - - - - - - - - Der Seeleutestreik in Argentinien - - - - - - Gewerkschaftliche "Rechte" unter einen
kommunistischen Regime - - - - - - - - - - Die Entwicklungsgeschichte einer Gewerkschaft Belgische Textilarbeiter gewinnen vierwöchigen Streik - - - - - - - - - - - - - Lohn- und Arbeitsstreitigkeiten in Indien - - Forderungen amerikanischer Eisenbahnergewerkschaften - - - - - - - - - - - - - - -

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EIN INTERESSANTES EXPERIMENT
In Holland ist eine zentrale Koerperschaft ins Leben gerufen worden, die Arbeitgeber, Gewerkschaften und Regierung vertritt und das soziale und wirtschaftliche Leben des Landes regeln soll.
Diese Koerperschaft, die sich Sozialwirtschaftsrat nennt,
ist mit der Aufgabe betraut worden, die industrielle Wohlfahrt
des Landes zu ueberwachen und die Regierung in Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Gesetzgebung zu beraten.
Ihr besonderes Aufgabengebiet umfasst die Verhuetung von
Arbeitslosigkeit, die Erweiterung der Beschaeftigungsmoeglichkeiten, die Überwachung der Loehne und Arbeitsbedingungen und
die Besichtigung und Kontrolle der Betriebe.
Die 15 Gewerkschaftsmitglieder des Rates setzen sich aus
7 Vertretern des Sozialistischen Niederlaendischen Gewerkschaftsbundes, 5 Vertretern der Romanisch-Katholischen Gewerkschaftsbewegung und 3 Vertretern der Protestantisch-Christlichen Gewerkschaftsbewegung zusammen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
V/19/50

- 1-

�DER SEELEUTESTREIK IN ARGENTINIEN
Sollen auch die letzten Spuren einer freien
GewerkschaftsOrganisation in Argentinien verwischt werden? Dies ist die Kernfrage, ueber
die in dem gegenwaertigen Streik des Allgemeinen Verbandes der Seeleute und verwandter
Berufe Argentiniens (Confederaciön General de
Gremios Maritimos y Afines, abgekuerzt CGGMA)
entschieden wird. Das Ergebnis wird fuer die
Gewerkschaftsbewegung der ganzen Welt von
groesster Bedeutung sein.
Mit dieser Auseinandersetzung musste seit der Machtuebernahme durch General Peron - der damals noch Oberst war - gerechnet werden. Beim Beginn seiner Herrschaft war die gesamte Gewerkschaftsbewegung gegen ihn eingestellt, aber eine bedeutende
Gewerkschaft naoh der anderen wurde auf seine Seite gebracht,
sei es durch Kauf, durch Ueberredung, durch Zwang oder Beschwatzung - mit einer Ausnahme, und das war die Seeleutegewerkschaft und die ihr angeschlossenen Verbaende. Dem Allgemeinen Argentinischen Gewerkschaftsbund, der argentinischen
Gewerkschaftszentrale, erging es nicht anders. Nur ging Peron
etwas schlauer als Hitler vor: wo es nur irgend ging, tarnte
er die eiserne Hand mit dem Sammethandschuh; war es jedoch unvermeidlich hart zu sein, so wurde der Handschuh eben abgelegt.
Den Gewerkschaftsfuehrern wurden gutbezahlte Stellungen, in
denen fast nichts zu arbeiten war, als Belohnung fuer ihre
"Unterstuetzung" geboten; einige Funktionaere liessen sich leider kaufen. Andere wurden durch die Tatsache geblendet, dass
das Peron-Regime scheinbar die wirtschaftlichen Verhaeltnisse
der Arbeiter verbessert hatte, ohne sioh darueber klar zu werden, dass sie mit der Annahme der Bedingungen Perons die Freiheit ihrer Gewerkschaften verkauften. Wo es Peron oder seiner
Frau Eva Peron jedoch nicht gelang, Funktionaere zu korrumpieren oder zu beschwatzen, wurden schaerfere Massnahmen angewendet. Irgendeine erdlohtete Anklage wird gegen die Gewerkschaft
erhoben; es findet daraufhin eine sogenannte "Intervention" statt,
das heisst, ein Beauftragter der Regierung - unter Umstaenden
ein Oberst oder Admiral - wird mit der Leitung der Gewerkschaft
beauftragt. Dann wird der alte Ezekutivaussohuss aufgeloest
und ein neuer gewaehlt. Das Ergebnis dieser Wahl liegt sohon
vorher fest, und wieder ist eine Organisation der Arbeiterschaft,
die in jahrelangen, aufopfernden Anstrengungen geschaffen ist,
der Anhaengerkollektion des Diktators hinzugefuegt.
Es ist richtig, dass noch eine Reihe kleinerer Gewerkschaften nicht gleichgeschaltet ist und zuweilen sogar noch nicht
einmal unter Druck stehen. Peron haelt es jedoch fuer zweckmaessig, einen oder auch zwei solcher Faelle anfuehren zu koennen, wenn man ihm vorwirft, er bediene sioh diktatorischer Methoden. So existieren auch noch einige Peron-feindliche Zeitungen, die trotz ihrer manchmal recht scharfen und offenen Angriffe auf das Regime bestehen bleiben duerfen. Hunderte anderer Zeitungen wurden verboten oder waren gezwungen, ihre Herausgabe einzustellen, weil sie von der Papierversorgung abgeschnitten wurden. "La Vanguardia", das Organ der sozialistischen Partei, musste seinen Betrieb schliessen, weil die Druckereiraeume
angeblich den nsanitaerenn Bedingungen nicht entsprachen. Als
ein anderer Betrieb den Druok der Zeitung uebernahm, wurden die
gleiohen Beanstandungen erhoben. Es gibt jedooh nooh einige
groessere oppositionelle Zeitungen, die auf Grund ihres traditionellen internationalen Rufes weiterhin erscheinen duerfen;
dies erscheint Peron guenstiger als ein Verbot. Sie nstehen jedoch staendig unter Druck; der grossen Tageszeitung La Prensa"
wurden eines Tages saemtliche Papiervorraete beschlagnahmt, damit
sie "gerecht" verteilt werden koennten. Sie wird nun von Tag zu
Tag mit derart geringen Papiermengen beliefert, dass ihr Tagesbedarf gerade gedeckt ist.
2 -

�Je schwaecher eine Gewerkschaft oder eine Zeitung ist und
Je weniger Einfluss sie haben, umso groesser ist ihre Chance,
bestehen zu bleiben. Wenn irgendein oppositioneller Einfluss
bestehen geblieben ist, dann nur deshalb, weil das Regime die
Zeit noch nicht fuer gekommen hielt, ihn zu beseitigen. Und
dies war bislang bei der Seeleutegewerkschaft der Fall. Selbst
jetzt wird sie von dem Regime noch nicht offen angegriffen, es
hat jedoch eine andere GewerkschaftsOrganisation "mit der Wahrnehmung der Interessen der Seeleute" beauftragt. Damit koennte
die Angelegenheit von einem Aussenstehenden als eine "intergewerkschaftliche Streitigkeit" abgetan werden.
Auf diese Weise ist der gegenwaertige Konflikt zustandegekommen. Die argentinischen Seeleute sind nun gute Gewerkschafter, sie haben deshalb auch immer ihre Unabhaenglgkelt zu
wahren gesucht. Dies fuehrte dazu, dass die Gewerkschaft heute
in eine grosse Anzahl verschiedener Berufsverbaende aufgespaltet
ist. So gibt es die Eapitaene der Binnenschiffe und die Lotsen,
die Eapitaene und Schiffsoffiziere der Hochsee-Passagierschiffe,
die Eapitaene der Handelsschiffahrt und der Hochseefischerei,
die Funker und Techniker, die Zahlmeister, die Besatzung der
Signalsohiffe und schliesslich eigentliche Seeleute, und diese
Organisationen sind wiederum zum Teil auf lokaler oder regionaler Basis aufgeteilt. Man hatte in der Vergangenheit versucht,
sie alle in einer einzigen Gewerkschaft zu vereinigen, ist jedoch lange Zeit zu keinem Ergebnis gekommen.
Eine Reihe dieser Seeleutegewerkschafteri, die erkannt haben,
dass sie nur in engster Verbundenheit dem Peron-Regime Widerstand
leisten und ihre Unabhängigkeit bewahren koennen, schlössen sich
mit einigen Organisationen der Hafenarbeiter zusammen und gruendeten den Allgemeinen Verband der Seeleute und aehnlicher Berufe
Argentiniens (CGGMA). Zu Anfang waren es dreizehn Organisationen,
Ende 1949 bereits 21. Zwei weitere Organisationen haben in diesem
Jahre ihre Aufnahmegesuche eingereicht, sodass die Mitgliederzahl
sich heute auf ueber 16.000 belaeuft.
Dieser CGGMA ist nun staendig aufgefordert worden, sich dem
Allgemeinen Gewerkschaftsbund (CGT) anzuschliessen - und damit
seine Unabhaenglgkelt aufzugeben. Bis jetzt hat er sich jedoch
entschieden geweigert, es ist ihm obendrein trotz der feindlichen
Haltung der Regierung gelungen, die Interessen seiner Mitglieder
erfolgreich zu vertreten und eine Reihe besserer Bedingungen fuer
sie zu erringen.
Unter der "Schirmherrschaft" des Sekretariats fuer Arbeit und
Wohlfahrt, das inzwischen in den Rang eines Ministeriums erhobem
ist, wurde im Jahre 1947 ein sogenanntes "Gemeinsames Komitee" gebildet, das die Arbeitsprobleme der Seeleute und Hafenarbeiter
untersuchen und loesen soll. Die Vertretung der Arbeitnehmer
setzte sich urspruenglich ausschliesslich aus Mitgliedern des
CGGMA zusammen; der CGT - die peronistische Dachorganisation versuchte Jedoch bald durch die Ausuebung eines starken Druckes,
eine Vertretung in diesem "Eomitee" zu erzielen, obwohl ihm nur
eine kleinere, unter dem Protektorat der staatlichen Schiffahrtslinie "Dodero" stehende Seefahrergewerkschaft angeschlossen war.
Der CGGMA weigerte sich, dieser Organisation eine Vertretung zuzugestehen; seit dieser Zeit hatte das Eomitee praktisch keine
Funktionen mehr.

3

�Im Jahre 1949 wurde durch die Regierung ein Transportministerium geschaffen, das das Aufgabengebiet des Arbeltsministeriums in allen Arbeitsangelegenheiten des Transportgewerbes uebernahm; das fruehere "Gemeinsame Komitee" wurde offiziell aufgeloest. Dabei wurde versprochen, dass ein neuer Ausschuss gebildet wuerde, der sich lediglich aus den Mitgliedern der dem CGGMA
angehoerenden Gewerkschaften zusammensetzen sollte. Dieses Versprechen wurde jedoch nicht gehalten. Am 26. August 1949 unterzeichnete der CGGMA im Namen der ihm angeschlossenen Gewerkschaften einen Tarifvertrag mit dem Arbeitsdirektor des Transportministeriums, in dem sich dieser verpflichtete, einige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durohzufuehren, sowie ein neues "Gemeinsames Komitee" zu ernennen, das sich nooh vor Jahresschluss
mit dringenden Problemen befassen sollte. Der CGGMA und die
Reeder ernannten, wie es vereinbart war, ihre Vertreter fuer
diesen Ausschuss, der jedoch niemals zusammentreten sollte.
Ende April 1950 stellte der Minister fuer Arbeit und Wohlfahrt ein anderes Komitee zusammen, dem diesmal jedoch keine
Vertreter des CGGMA oder seiner angeschlossenen Gewerkschaften
angehoerten, sondern nur von der CGT - Dachorganisation Perons ernannte ArbeitnehmerVertreter.
Damit wurde natuerlich bezweckt, den CGGMA als Tarifpartner fuer Seeleute zu verdraengen,
und ihn duroh eine andere Koerperschaft zu ersetzen. Hier ist
der Ausgangspunkt des gegenwaertigen Konfliktes zu sehen. Inwieweit die Regierung das Recht hat, ihn als einen "inter-gewerkschaftlichen Streit" zu bezeichnen, kann der Leser wohl
selbst beurteilen. Die gemeinsame Verlautbarung der Regierung
und der peronistischen Presse besagt, der CGGMA handele auf Befehl einer; kommunistisch inspirierten Orgapisation, des Internationalen Transportarbeiterverbandes, und versuche mit unpatriotischen Massnahmen die nationale Wirtschaft zu stoeren und die
argentinische Handelsmarine zu vernichten. Laecherlioh hierbei
ist in diesem Zusammenhange die Erklaerung der von der Regierung kontrollierten Presse, der Streik sei von auslaendIschen
Kapitalisten und Imperialisten angestiftet, die in der zunehmenden Staerke der HandelsSchiffahrt Argentiniens eine Gefahr saehen.
So viel ueber die Hintergründe und wahren Gruende des gegenwaertigen Konfliktes. Der aeussere Anlass war ein drei-taegiger
Streik, der am 3. Mal von dem CGGMA ausgerufen wurde und den
Förderungen der Gewerkschaft nach hoeheren Loehnen und der Wiedereinführung des "Gemeinsamen Komitees" Nachdruck verleihen
sollte. Zuvor hatten zwei kleinere Streiks stattgefunden, einer
im Maerz und einer im April, die den Behoerden beweisen sollten,
dass die Seeleute geschlossen hinter ihrer Gewerkschaft standen.
Nach Beendigung des Streiks am 6. Mai wurden eine Anzahl Seeleute von der staatlich kontrollierten Schiffahrtslinie "Dodero"
entlassen. Am 10. Mai wurden die Mitgliedsgewerkschaften des
CGGMA - aber nicht der CGGMA selbst - vom Transportministerium
zu Verhandlungen eingeladen. Hier vereinbarte man, die Entlassenen wieder einzustellen. Kurz danach wurde den Gewerkschaftsvertretern jedoch erklaert, dass eine Wiedereinstellung von dem
Austritt mehrerer Gewerkschaften aus dem CGGMA abhaengig gemacht
wuerde.
Die angeschlossenen Gewerkschaften beriefen eine Sonderkonferenz ein und,beschlossen, diese Bedingungen abzulehnen und ihre
Mitglieder aufzufordern, die Arbeit am 18. Mai niederzulegen und
nicht eher an ihre Arbeitsplaetze zurueckzukehren, bis die folgenden, wirklich gerechtfertigten Forderungen bewilligt seien:

- 4 -

�1.

Wiedereinstellung aller von der "Dodero"Schiffahrtslinie Entlassenen.

2. Verwirklichung des Artikels IV des am
26. August 1949 von dem Vertreter des
Transportministeriums unterzeichneten
Vertrages ueber die Bildung eines "Gemeinsamen Komitees".
3.

Anerkennung des Rechtes der in Frage
kommenden Gewerkschaften, ihre eigene
Gewerkschaftspolitik frei zu bestimmen.

Mit Ausnahme weniger Schiffe, die zum groessten Teil der
Dodero-Linie angehoeren, deren Offiziere einberufene Reservisten
und deren Mannschaften voellig eingeschuechtert sind, ist der
Streik vollkommen durchgefuehrt, obwohl er bereits ueber zwei
Monate andauert, und obwohl man den Streikenden mit persoenlichen Repressalien, wie der Einbehaltung ihrer Papiere, gedroht
hat, wenn sie die Schiffe verliessen. Berichten, die uns zugegangen sind, ist zu entnehmen, dass bis jetzt mehr als 90 Mitglieder der CGGMA verhaftet wurden.
Alle diese Informationen koennen als unbedingt zuverlaessig
angesehen werden. Bevor sich der Exekutivausschuss der Internationalen Transportarbeitergewerkschaft entschloss, den Boykott
argentinischer Schiffe anzuordnen, wollte der Generalsekretaer
0. Becu sich nach Buenos Aires begeben, um sich selbst ueber die
Lage zu informieren und zu versuchen, mit dem argentinischen Arbeitsminister die Angelegenheit zu besprechen. Die argentinische
Gesandtschaft in London versicherte, dass fuer diese Besprechungen Vorkehrungen getroffen wuerden. Bei seiner Ankunft in Montevideo wurde dem Generalsekretaer die Einreiseerlaubnis jedoch verweigert. Es gelang ihm jedoch, mit Vertretern der CGGMA zusammenzukommen und zuverlaessige Informationen ueber die tatsaechliche
Lage einzuholen. Waehrend seines Aufenthaltes in Montevideo
teilte die argentinische Regierung dem CGGMA mit, dass sie bereit
sei, einen Versuch zur Beilegung der Streitigkeiten zu unternehmen, und zwar auf der Grundlage dieser beiden Bedingungen:
1. Dass die zwei Vertreter des Argentinischen
Gewerkschaftsbundes (CGT) lediglich als Beobachter in das vorgeschlagene "Gemeinsame
Komitee" aufgenommen wuerden.
2.

Dass die gesamte Mitgliedschaft des CGGMA
ueber die Frage abstimmen solle, ob der
CGGMA dem CGT beitreten soll oder nicht.

Der Generalsekretaer des CGGMA besprach diese Vorschlaege mit
dem Generalsekretaer des Internationalen Transportarbeiterverbandes Becu und erklaerte, dass er sie fuer annehmbar halte, da er
nichts zu befuerchten habe, sei es hinsichtlich der Abstimmung
oder der Vertretung des CGT im "Gemeinsamen Komitee". Eine beobachtende Vertretung des CGT koenne, so meinte er, das Ansehen
ihrer Organisation eher schmaelern als verbessern. Bevor die
Vorschlaege angenommen werden konnten, zog sich die argentinische
Regierung jedoch von den Besprechungen zurueok. Die Gruende hierfuer sind bis jetzt noch nicht bekannt, doch lassen sie sich
leicht erraten.

5 -

�Nach seiner Rueckkehr von Montevideo besprach der Generalsekretaer des Internationalen Transportarbeiterverbandes diese
Angelegenheit eingehend mit Vertretern der angeschlossenen Gewerkschaften, die daraufhin mit Genehmigung des Exekutivausschusses auf der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf beschlossen, den Boykott argentinischer Schiffe zu erklaeren.
Dieser Entschluss kam erst nach reiflicher üeberlegung zustande. Zuvor ist alles versucht worden, die Streitigkeit auf
friedlichem Wege beizulegen. Die argentinische Regierung machte
dies jedoch unmoeglich, da sie dem Generalsekretaer die Einreiseerlaubnis verweigerte. Diese Tatsache allein beweist in ausreichendem Masse, dass die Regierung Argentiniens entschlossen ist,
nicht einer einzigen groesseren argentinischen Gewerkschaft ihre
Unabhaengigkeit zu belassen. Es ist klar, dass ihre gegenwaertige Politik das Ziel verfolgt, den Streik solange andauern zu lassen, bis Hunger und Not die Seeleute zum Nachgeben zwingt oder
der CGGMA auseiranderbricht, damit ausser jener unbedeutenden Organisation, die dem CGT untersteht, keine Gewerkschaft mehr vorhanden ist, die die Interessen der Seeleute vertreten koennte.
Die Bedeutung dieser Auseinandersetzung fuer den Internationalen Transportarbeiterverband und fuer die ihm angeschlossene Organisation' in Argentinien und darueber hinaus fuer die Zukunft der
freien Gewerkschaftsbewegung in der ganzen Welt ist noch nicht zu
uebersehen. Es steht ausser Zweifel, dass dieser Angriff auf den
CGGMA die letzte Anstrengung Perons darstellt, eine voellig totalitaere Gewerkschaftsbewegung zu errichten. Wenn der CGGMA
trotz dieser Machenschaften als freie und demokratische Organisation erhalten werden kann, dann waere dem Prestige des PeronRegimes, das wirtschaftlich bereits auf recht schwachen Fuessen
steht, ein. schwerer Schlag versetzt.
Der Internationale Transportarbeiterverband ist deshalb entschlossen, dem CGGMA jede nur moegliche Unterstuetzung zukommen
zu lassen und hofft, dabei von den ihm angeschlossenen Gewerkschaften tatkraeftig unterstuetzt zu werden. Die argentinischen
Seeleute verkennen nicht die Tatsache, dass der CGT eine Organisation ist, die voellig unter dem Einfluss der Regierung steht,
und dass sie ihre Freiheit einbuessten, wenn sie dieser Organisation beitreten wuerden. Sie bilden eine unabhaengige Gemeinschaft und haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der
Lage sind, einen Streik monatelang zu fuehren, wenn es erforderlich ist. Selbst wenn Hunger und Not sie schliesslich zwingen
sollten, den Kampf aufzugeben, so wird der Geist, der sie heute
beseelt, in ihnen weiterleben, auch wenn dieser Kampf mit einer
schweren Niederlage fuer die freie Gewerkschaftsbewegung enden
wuerde.
Aufgabe des Internationalen Transportarbeiterverbandes und
der ihm zugehoerigen Organisationen muss es sein, dies mit allen
Mitteln zu verhindern. Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften hat bereits jede Unterstuetzung zugesagt.
"Press Report" des Internationalen
Transportarbeiterverbandes VIl/10/50

- 6-

�GEWERKSCHAFTLICHE "RECHTE" UNTER EINEM KOMMUN IS TISCHEN REGIME
Die Regierung der chinesischen "Volksrepublik" hat kuerzlichfireivorlaeufige Befehle ueber die Beziehungen zwischen
Industrie und Gewerkschaften erlassen. Wenn man sich mit diesen Anordnungen etwas naeher befasst, kann man feststellen, dass
die kommunistische Regierung Chinas, die angeblich die Rechte
der Arbeiter den Unternehmern gegenueber verankern will, Methoden eingefuehrt hat, die der Arbeiterschaft das elementare Reoht
des Kollektivverhandlungswesens entreisst. Diese Methoden gleichen durchaus denen, die in allen anderen Laendern hinter dem
europaeisehen Eisernen Vorhang angewendet werden.
Waehrend die Regierung in diesen Anordnungen behauptet, den
Gewerkschaften werde das Recht eingeraeumt, mit den Unternehmern
ueber Loehne, Arbeitszeit und andere Arbeitsbedingungen sowohl
mit dem einzelnen Privatunternehmer als auch mit der gesamten Industrie zu verhandeln, ist es den Gewerkschaften tatsaechlich
keinesfalls erlaubt, als freie Verhandlungspartner aufzutreten.
Landestarlfvertraege muessen von dem Arbeitsamt der Volksrepublik
genehmigt werden, und Einzelbestimmungen zum Abschluss von Tarifverträgen mit einzelnen Unternehmern unterliegen ebenfalls der
endgueltigen Genehmigung des Arbeitsamtes.
Das Streikrecht wird den Gewerkschaften in Indirekter Weise
versagt. Der Regierungsbefehl bestimmt, dass Arbeitsstreitigkeiten, die von den Partnern selbst nicht beigelegt werden koennen,
dem Arbeitsamt zur Vermittlung oder Schiedssprechung unterbreitet
werden muessen, das heisst, dass Streitfaelle von der Regierung
geklaert werden muessen. Solenge das Vermittlungs- oder Schiedsspruchverfahren laeuft, muessen beide Partner die Produktion aufrechterhalten, auch die Arbeitsdisziplin muss eingehalten werden.
Die Anordnungen der kommunistischen Regierung enthalten eine
allgemeine Lohnstopbestimmung. Nur bei aussergewoehnlich niedrigen
Loehnen koennen die Tarife durch Tarifvertraege abgeaendert werden, aber auch in diesem Falle ist dies nur moeglich, wenn das
staatliche Arbeitsamt diese Lohnaenderungen genehmigt. Auf der
anderen Seite muss jedoch erwaehnt werden, dass die Lohntarife
dem Preisindex fuer lebensnotwendige, Gueter von Zeit zu Zeit angepasst werden.
Die Arbeitszeit wurde in diesen Anordnungen auf 8 bis 10
Stunden taeglich festgesetzt, sie kann jedoch durch Tarifvertraege verlaengert oder verkuerzt werden, wenn die Regierung hierfuer
ihre Zustimmung gibt. Sollte es sich zur "Erreichung der Produktionsquoten" jedoch als notwendig erweisen, so kann die Arbeitszeit auf zwoelf Stunden taeglich ausgedehnt werden. Bestimmungen ueber die Bezahlung der Ueberstunden sind in diesen
Anordnungen nicht zu entdecken.
Die Regierung des kommunistischen China hat die Arbeiter in
jenen Zustand der Unterwuerfigkeit zurueckversetzt, wie er in
allen Laendern hinter dem Eisernen Vorhang vorgefunden wird.
Die Feststellung ist jedoch vielleicht nicht uninteressant, dass
es auch dieser Regierung nicht gelungen ist, das schreckliche
Elend und die Not der Millionen zu lindern, die seit dem kommunistischen "Befreiungsfeldzug" in China anzutreffen ist. General
Lin Piao, der Vorsitzende des Militaer- und Verwaltungsrates der
Provinzen Honan, Hupeh, Hunan, Kiangsi, Kwantung und Kwangsi gab
in einer Rede, die er kuerzlich in Hankau hielt, zu, dass in seinem Verwaltungsbezirk zehn Millionen Menschen unter der Hungersnot litten, die landwirtschaftliche Produktion dreissig Prozent
niedriger als vor dem Buergerkriege sei und die Landreform in
fuenf der von ihm verwalteten sechs Provinzen ueberhaupt noch
nicht begonnen habe.
Information Bulletin des IBFG
V/50
- 7 -

�Joseph 0. Moreschi, Generalpraesident der International Hod
Carriers', Building and Common Laborers * Union of America:
DIE ENTWICKLUNGSGESCHICHTE EINER GEWERKSCHAFT
Die 45-jaehrige Geschichte der Internationalen Amerikanischen Gewerkschaft der Handlanger, Bauhilfs- und Erdarbeiter
berichtet von den Kaempfen und Erfolgen von Hunderttausenden
von Arbeitern dieses Landes um die Anerkennung ihrer Rechte
und die Humanisierung der Bedingungen, unter denen sie lebten
und arbeiteten.
Am £8. April 1903 uebergab der Amerikanische Gewerkschaftsbund AFL unserer Organisation die Satzung, nach der sie fast ein
halbes Jahrhundert lang arbeitete. Zu jener Zeit fing die Gewerkschaftsbewegung gerade an, innerhalb der Nation eine Macht
darzustellen. Die AFL bestand erst seit 17 Jahren und hatte
nicht mehr als 1.750.000 Mitglieder.
In keinem anderen Berufszweig wurde eine Gewerkschaft dringender benoetigt als bei uns. Auf Grund des grossen Zustromes
von Einwanderern war die Zahl der ungelernten Arbeiter sehr
gross. Wenn auch nicht alle, so fielen doch die meisten von
ihnen dem "Patronatssystem" zum Opfer, das darin bestand, dass
ein Unternehmer sie anheuerte und aus ihrer Arbeit Profit schlug.
Der Druck, den diese Unternehmer ausuebten, war groesstenteils
sehr stark, und das Los seiner "Schuetzlinge" war nicht viel
besser als das regelrechter Sklaven.
Zahlreiche Versuche wurden unternommen, die Arbeiter zu
organisieren; es fehlte jedoch an der noetigen Zusammenarbeit,
und diese Bemuehungen waren somit meist nur voruebergehender
Natur. Jeder zog nach einer anderen Richtung. Die ersten Versuche zur nationalen Organisierung wurden in Lowell (Mass.) und
Dayton (Ohio) unternommen. Die Idee, alle Bauhilfs- und Erdarbeiter in einer Organisation zu vereinigen erwachte, und
Samuel Gompers rief zur ersten Konvention auf.
Mit der Eroeffnungskonferenz am IS. April 1903 in Washington war eine entscheidender Schritt getan. 80 Delegierte aus
22 Staedten waren als Vertreter von fast-5.000 Mitgliedern anwesend. Aus dieser Konvention ging unsere heutige Organisation
hervor.
Zu Anfang bestand die Arbeit der Gewerkschaft darin, Lokalgewerkschaften zu organisieren und die Arbeiter zu bewegen, die
Differenzen zwischen den einzelnen Lokalgewerkschaften innerhalb
der Staedte und die innerhalb der Lokalgewerkschaften entstehenden Streitfragen zu begleichen. Andere Taetigkeiten galten der
Beilegung von Zustaendigkeitsstreitlgkeiten, der Unterstuetzung
der in Streiks befindlichen Lokalgewerkschaften und der Sicherstellung guenstiger Tarifvertraege, kuerzerer Arbeitszeit und
besserer Arbeitsbedingungen.
Fuer das Gedeihen der Organisation war die Zeit aeusserst
guenstig. Das Gewerkschaftswesen Amerikas war im Aufschwung begriffen. Arbeiter stroemten zu Tausenden den Gewerkschaften zu,
und die Unternehmer fingen an, die Gewerkschaften "anzuerkennen"
und mit ihnen zu verhandeln.

8 -

�Unsere Organisation begann mit 20 Lokalgewerkschaften und
nahm im Laufe des ersten Jahres 112 weitere Organisationen auf.
Die Mitgliederzahl belief sich am Ende des ersten Jahres auf
8.200.
Die Lebenshaltungskosten waren niedrig, aber auch die Loehne.
Aus einem Bericht der Regierung aus jener Zeit geht hervor, dass
das jaehrliche Durchschnittseinkommen der Fabrikarbeiter $449
betrug.
Die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts waren ruhelos und
von der Ausdehnung des Grosskapitals gekennzeichnet. Die Haltung 'der Unternehmer in jener Zeit kommt in einem Brief von
Georg F» Baer, dem Praesidenten einer Bergwerks-Gesellschaft in
Pennsylvanien, zum Ausdruck:
"Die Rechte und Interessen des arbeitenden Menschen werden
nicht von den Gewerkschaftsagitatoren, sondern von den christlichen Maennern beschuetzt und wahrgenommen, denen Gott in seiner unendlichen Weisheit die Kontrolle ueber die EigentumsInteressen dieses Landes in die Hand gelegt hat", schrieb der Grossindustrielle.
Mit den grossen und maechtigen Gewerkschaftsgruppen hatte
der Arbeiter nun einen Spreoher fuer seine Sache und die Moeglichkeit, seine Meinung oeffentlich zum Ausdruck zu bringen.
Heute stellen die mehr als 7 Millionen Mitglieder der AFL einen
Hauptfaktor in der Stabilisierung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften dar.
Vor 45 Jahren, als unsere Organisation entstand, kam der
Gruppe der Handlanger und Bauhilfsarbeiter eine besondere Bedeutung innerhalb der Bauindustrie zu. Heute besteht dieser Begriff
in seiner frueheren Bedeutung nicht mehr. Moderne Baumethoden
haben die Arbeitsbedingungen sehr veraendert und Maschinenkraft
und Aufzuege ersetzen die veraltete Tragmulde. Damit duerfte
unser Name heute eine falsche Bezeichnung sein, denn unsere
Leute verrichten zahlreiche Arten von Arbeiten, von denen viele
nicht mehr in die Sparte der ungelernten Berufe gehoeren. Wenn
wir die Vergangenheit kurz befragen und einen Rueckblick auf die
Entwicklung unserer Gewerkschaft halben, koennen wir den Umfang
unseres gegenwaertigen Arbeitsgebietes besser verstehen. Urspruenglich hatte die Organisation im Jahre 1903 23 Lokalgewerkschaften und einen Bezirksausschuss und zaehlte 8.000 Mitglieder. Heute haben wir 910 Lokalgewerkschaften, 39 Bezirksausschuesse und die durchschnittliche Mitgliedszahl belief sich
im Jahre 1947 auf 306.456.
Auf Veranlassung des Exekutiv-Ausschusses der AFL wurde uns
bereits fruehzeltig die Zustaendigkeit fuer Zement- und Betonarbeiter im Baugewerbe, den Schiffswerften und dem Strassenbau
zugesprochen.
1917 fand eine Verschmelzung mit einer Gewerkschaft statt,
die zuvor direkt der AFL angeschlossen war. Es war die Gewerkschaft der Unterwasser- und Fundamentarbeiter.

- 9

�Im Jahre 1929 schloss sich die Internationale Gewerkschaft
der Tunnel- und Untergrundbahnarbeiter unserer Organisation an.
Diese Gruppe setzte sich aus "Freiluft"-Arbeitern zusammen, im
Gegensatz zu den oben erwaehnten, die in luftdicht abgeschlossenen Raeumen arbeiten.
1937 vereinigte sich die Internationale Gewerkschaft der
Pflasterer mit unserer Organisation. Diese Gruppe war fuer
saemtliche Strassenarbeiter zustaendlg. Damit hatten wir zu
jener Zeit die unbestrittene Zustaendigkeit ueber alle Strassenarbeiten, ob Zement oder Asphalt, erlangt.
Das Einflussgebiet unserer Gewerkschaft ist heute durch
Verschmelzungen und organisatorisches Anwachsen sehr gross geworden. Wir glauben, dass unsere Taetigkeiten von grundlegender
Bedeutung fuer alle Berufe des Baugewerbes sind, und wer sich den
Artikel 2 unserer Verfassung besieht, wird sich von dem Umfange
unseres Taetigkeitsgebietes ueberzeugen koennen.
Unsere Mitglieder mischen und beioerdern alle Materialien,
die von Maurern, Pflasterern, Zimmerleuten und anderen Bauarbeitern verwendet werden. Auch mit Aufraeumen und Beseitigen von
Truemmern sind sie beschaeftigt.
Unsere Leute verrichten die wichtigsten Vorarbeiten zum
Bauen. Sie bauen Gerueste fuer Maurer und Pflasterer und schachten aus. Anlegen von Graeben, Daemmen, Fundamenten und Erdaushoebdungen gehoeren zu ihren Arbeiten; sie graben, planieren und
stuetzen Fundamente, Daemme und Deiche ab.
Die Zustaendigkeit fuer Betonarbeiter ist umfassend und
sohliesst Betonarbeiten an Daemmen, Fundamenten, Decken und
sonstigen Objekten ein; hierunter fallen auch das Mischen, Befoerdern und Verarbeiten des Betons. Ebenso das Abreissen, Abstreifen, und Abschaelen von Betonformen.
TThsere Zustaendigkeit erstreckt sich auf Strassen, Wege und
Bruecken, umfasst Ausschachtung, Vorbereitung, Betonieren, Asphaltieren, Einrammen, Einzaeunen und Fertigstellen von Strassen,
Wegen, Hoefen, Unterfuehrungen, Ueberfuehrungen, Bruecken und das
Anpassen dieser Objekte an die Landschaft.
An Strassen und Wegen ziehen die uns angehoerenden Arbeiter
Graeben und Kanaele zum Verlegen von allen moeglichen Leitungen.
Sie heben die Graeben aus und befoerdern das gesamte, fuer diese
Arbeiten notwendige Material.
Unsere Leute bauen Schaechte, Tunnel, Untergrundbahnen, Unterwasserkammern, Deiche, Daemme, Wasserleitungen, Flussregulierungen und Flughaefen.
Unsere Mitglieder stuetzen, unterbauen und heben und bewegen
saemtliche Konstruktionen. Alle, die mit dem Bau luftdicht abgeschlossener Kammern beschaeftigt sind, und die dazugehoerigen
Signalleute gehoeren unserer Gewerkschaft an.

10 -

i

�Unsere Zustaendigkeit erstreckt sich auf die allgemeinen
Ausschachtungs- und Planierungsarbeiten. Wir organisieren Arbeiter in Fabriken und Schiffswerften, Materiallagern, Schrottlagern, Asphalt-, Beton- und Zementwerken. Diejenigen, die
Strassen, Wege und Kanaele reinigen, werden von uns betreut.
Wir vertreten alle Bohrer, Sprenger, Signalleute und Arbeiter
in Steinbruechen und Kies- und Sandgruben.
Aus dieser Aufzaehlung kann ersehen werden, dass unsere
Maenner in erster Linie vorbereitende Arbeiten verrichten. Sie
sind jedoch fuer das Gelingen des Ganzen unerlaesslich und ermoeglichen erst die Ausfuehrung von vielen anderen Facharbeiten
auf dem Gebiete des Bauwesens.
Diese umfassende Zustaendigkeit erfordert fachliches Koennen und schliesst ein grosses Mass an Verantwortung ein. Wir
glauben, dieser Verantwortung unseren Mitgliedern gegenueber
waehrend der vergangenen 45 Jahre vollauf gerecht geworden zu
sein.
Die steigende Lohnkurve der vergangenen Jahre ist wohl der
beste Beweis fuer die erfolgreiche Taetigkeit unserer Organisation. Soweit es das Selbstaendigkeitsbewusstsein unserer Gewerkschaft zuliess, haben wir in freundschaftlicher V/eise mit der
AFL, Abteilung fuer Bauberufe, zusammengearbeitet, um einen
staendigen Bedarf an Arbeitskraeften zu sichern.
Unsere eigentliche Aufgabe ist es, fuer unsere Mitglieder
zu kaempfen. Sie brauchen einen Freund, der fuer sie spricht.
Als bestes Beispiel fuer unsere Erfolge auf diesem Gebiet kann
der Arbeitevertrag gelten, der zwischen Gewerkschaften und der
Tennessee-Tal-Behoerde (TVA) zustandekam. Die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, wie si6 in der TVA verwirklicht sind, werden fortwaehrend als beispielhaft fuer die
Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Parteien bezeichnet.
Was unsere Organisation im Kriege geleistet hat, ist einzigartig. Lange vor Pearl Harbor haben unsere Leute an dem Aufbau "des Arsenals der Demokratie" gearbeitet.
Unsere Mitglieder haben bei dem Bau der fuer den Krieg und
die Verteidigung so wichtigen Projekte eine wesentliche Rolle
gespielt. Sie waren an dem Bau der grossen Alaska-Strasse im
eisigen Norden beteiligt. Ihre Arbeitszeit beim Aufbau der
Ruestungsbetriebe war sehr lang.
Sie betaetigten sich in den
Laendern der feuohten Tropen und des kalten Nordens. In den
Vereinigten Staaten, auf den Inseln und an geheimen Ueberseebasen waren sie beschaeftigt.
In seiner Stellungnahme zum Bauprogramm erklaerte der Chef
der Technischen Einheiten der Armee nach dem Kriege: "Bis zur
Beendigung des Krieges haben unsere Feinde die Baukapazitaet
Amerikas, einen wesentlichen Machtfaktor unseres Landes, fortwaehrend unterschaetzt. Es war dies ein Element unserer Staerke,
fuer das sie keine Vergleichsbasis hatten. Derartiges, hatten
sie nie gekannt."
Der Krieg hat grosse Anforderungen an uns gestellt, und
unsere Leute sind stolz, ihren nicht unwesentlichen Beitrag
geleistet zu haben.

- 11

�Unsere amerikanischen Bauarbeiter mussten in jener Zeit
50 Lager, 30 Aufnähmelager, 19 Unterkuenfte fuer Ersatztruppen, 52 Hafenprojekte, 16 Projekte fuer die Luftwaffe und
nahezu 150 Truppenunterkuenfte hauen. Darüberhinaus mussten
Fabriken und Lager mit den notwendigen Einrichtungen versehen
werden. Hierzu gehoerten Geschaefte aller Art, Strassen,
Kanaele, Wasser und Strom.
Beispiellos jedoch in der Kriegsgeschichte unserer Gewerkschaft ist Wake Island. Auf dieser kleinen Insel im Pazifik befanden sich etwa 5.000 Menschen, davon mehrere tausend
Zivilisten und ein paar hundert Soldaten, die zum groessten
Teil der amerikanischen Marine angehoerten. Die Geschichte
von der Verteidigung Wake Islands ist ein Epos des Mutes und
der Tapferkeit. Die Zivilisten kaempften Schulter an Schulter
mit den Marinesoldaten. Viele von ihnen waren Bauarbeiter und
Mitglieder unserer Gewerkschaft. Sie sind stolz darauf, mitgeholfen zu haben, eines der stolzesten Kapitel in die ruhmreichen
Annalen der amerikanischen Marine zu schreiben.
Die Bemuehungen unserer internationalen Gewerkschaft sind
jedoch auf die Gegenwart und die Zukunft gerichtet. Unser Ziel
ist das gleiche wie vor 45 Jahren: den Arbeitern ein besseres
Los erkaempfen zu helfen. Die Zeiten aendern sich, und die Gewerkschaften muessen bestrebt sein, sich den neuen Gegebenheiten und Verhaeltnissen anzupassen. Wir haben dies getan und
glauben, dass die Anpassungsfaehigkeit unserer Gewerkschaft
eine ihrer wertvollsten Eigenschaften zum Wohle ihrer Mitglieder ist. Mit Genugtuung haben wir von der Loyalitaet und der
Bereitwilligkeit unserer Mitglieder Kenntnis genommen, mit der
sie ihre Gewerkschaft unterstuetzen. In den kritischen Kriegsjahren gab es bei uns keine einzige Unterbrechung der Arbeiten.
Wenn in irgendeinem Teile des Landes die Situation kritisch zu
werden drohte, schickten die Gewerkschaften sofort einen Vertreter, der sich mit der Angelegenheit befasste.
Praesident Truman ist der Auffassung, dass der staendige
Zuwachs an Menschen in unserem Lande umfassende Verbesserungen
der Wohnungsverhaeltnisse, der Strassen, der Projekte zur richtigen Bewirtschaftung des Ackerbodens und anderer Sektoren
erfordert, in denen unsere Gewerkschaftsmitglieder die wichtigsten Vorarbeiten zu verrichten haben. Oertliche Projekte bringen neue Arbeltsmoeglichkeiten an Daemmen, Bruecken, Bewaesserungsanlagen und anderen Einrichtungen grossen Umfanges mit sich.
Mit der Entwicklung des Zeitalters der Luftfahrt wird unser
Land grosse und viele kleine Flughaefen benoetigen; auch auf
diesem Gebiete koennen unsere Arbeiter mit umfangreichen Beschaeftigungsmoeglichkeiten rechnen. Der Praesident hat erklaert,
dass innerhalb von 10 Jahren 45 % unserer Landstrassen erneuert
werden muessten. Damit werden Hunderttausende von Arbeitsplaetzen
entstehen. Mit dem Anwachsen der Staedte werden zusaetzliche
Transportmoeglichkeiten, wie Strassen, Unterfuehrungen, Ueberfuehrungen, usw. notwendig sein.
Der Wohnungsbau ist eines der zukunftsreichsten Arbeitsgebiete. Der Praesident wuerde es begruessen, wenn in den naechsten 10 Jahren mehr als 1 Million Wohnungen jaehrlich erstellt
werden koennten.
Die ungeheuren Beschaeftigungsmoeglichkeiten
angesichts eines solchen Vorhabens liegen auf der Hand.

12 -

�Seit 1903 werden alle angeschlossenen Lokalgewerkschaften
mit beglaubigten, vierteljaehrlichen Finanzberichten beliefert,
die von allen Mitgliedern unserer Gewerkschaft bei den Ortsverwaltungen eingesehen werden koennen.
Unser Gewerkschaftsbeitrag ist einer der niedrigsten aller
in der AFL gezahlten Beitraege - monatlich 35 Cents, von denen
7,5 % einem Lebensversicherungsfonds zugefuehrt werden. Wir
kennen keine Diskriminierung unserer Mitglieder auf Grund ihrer
Rasse, Religion oder Farbe. Mit Recht kann unsere Gewerkschaft
"das grosse Sammelbecken Amerikas" genannt werden.
Zahlreiche Gewerkschaften haben gegen das Taft-HartleyGesetz energisch Stellung genommen. Auf dieses Gesetz hin hat
unsere Gewerkschaft gewisse Aenderungen ihrer Satzungen vornehmen muessen, wodurch ein weiterer Beweis fuer die Anpassungsfaehigkeit unserer gewerkschaftlichen Organisation und Taetigkeit
gegeben ist.
Unsere Gewerkschaft war eine der ersten, die nachdruecklichst
erklaerte, dass das Taft-Hartley-Gesetz unanwendbar und undurtehfuehrbar sei. In einer ausfuehrlichen Empfehlung an den GeneralRechtsvertreter des Bundesausschusses fuer Arbeitsfragen (National
Labor Relations Board) brachten wir unseren Standpunkt klar zum
Ausdruck. In gemeinsamer Zusammenarbeit haben wir unser eigenes
ueberindustrielles System zur Beilegung von Zustaendigkeitsstreitigkeiten aufgebaut.
Ungeachtet unserer offiziellen oder persoenlichen Einstellung dem Taft-Hartley-Gesetz gegenueber ist es unsere Pflicht,
dieses Gesetz zu achten, da es sich um ein Landesgesetz handelt
und solange befolgt werden muss, bis es aus unserer Verfassung
wieder gestrichen ist.
Wir sehen mit Zuversicht und Hoffnung der Zukunft entgegen.
Unsere besondere Hoffnung gilt der Zukunft unserer Arbeiter.
Wir glauben an dieftukunftAmerikas und der amerikanischen Arbeiter, die unser Land zu seiner gegenwaertigen Groesse erhoben
und den Boden fuer eine vielversprechende Zukunft bereitet haben.
"The Laborer", V/50
BELGISCHE TEXTILARBEITER GEWINNEN VIER-WOECHIGEN STREIK
Als sich die belgischen Unternehmer der Textilindustrie
hartnaeckig weigerten, die von den christlichen Und sozialistischen Gewerkschaften geforderten hoeheren Loehne zu zahlen,
traten mehr als 85,000 Arbeiter am 30. Mai in den Ausstand.
Die belgische Textilindustrie befindet sich zur Äeit in
einer sehr guenstigen Lage; sie war im Februar am Gesanlteiport
des Landes mit 31 % beteiligt. Die Textilarbeiter glaubten sich
deshalb im Recht, als sie eine Lohnerhoehung forderten, zumal
ihre Loehne weit niedriger als diejenigen der uebrigen Industrien
waren. Tatsaechlich arbeiten noch einige von ihnen fuer 13,50
Franken pro Stunde, und der Tarif fuer Facharbeiter betraegt
16 Franken. Auf der anderen Seite behaupteten die Arbeitgeber,
dass die von ihnen gezahlten Loehne um 20-30 # hoeher als diejenigen der hollaenjSischen Textilindustrie seien, obwohl die
Differenz zwischen den belgischen und hollaendischen Loehnen im
allgemeinen nicht ueber 8-10 % hinausgeht. Sie versuchten sogar,
eine allgemeine Kampagne zur Senkung der Loehne auch in anderen
Industrien einzuleiten, um ihren Standpunkt damit zu rechtfertigen.

- 13

�Die Folge war, dass die Arbeiter einstimmig einen Mindeststundenlohn fuer ungelernte Arbeiter von 15 Franken fuer Maenner
und 10,50 Franken fuer Frauen forderten. Von den beiden grossen belgischen Gewerkschaften unterstuetzt waren die Textilarbeiter entschlossen, diesen Kampf bis zur siegreichen Beendigung
fortzufuehren.
Der Streik dauerte 4 Wochen und wirkte sich hauptsaechlich
in dem Gebiet von Ghent und anderen flaemischen Gegenden aus (die
Arbeiter der Gebiete Verviers und Mouscron waren an andere Vertraege gebunden und setzten ihre Arbeit fort).
Der Belgische Textilarbeiterverband gewaehrte den Streikenden seine volle Unterstuetzung und bat zu diesem Zweck alle ihm
angeschlossenen Organisationen um eine Sonderabgabe in Hoehe von
10 Franken pro Kopf.
Die grossen belgischen Arbeitgeber der Textilindustrie und
viele kleinere Arbeitgeber waren gezwungen, den Forderungen der
Arbeiter stattzugeben, und am 22. Juni wurde ein neuer Tarifvertrag unterzeichnet. Am 26. Juni wurde die Arbeit wieder aufgenommen .
Nach den Bestimmungen dieses Vertrages erhoeht sich der Mindest-Stundenlohn fuer Maenner auf 15 Franken und fuer Frauen auf
10,50 Franken (nach Vollendung des 21. Lebensjahres und dreimonatiger Arbeitszeit in der Industrie).
Die Grundtarife fuer die im Stundenlohn bezahlten Arbeiter
und auch fuer diejenigen, die Akkordloehne beziehen, haben sich
fuer Maenner bei einem Stundenlohn von 15 Franken um 5 #, zwischen
15 und 16,50 Franken um 4 # und fuer Loehne ueber 16,50 Franken
um 3 # erhoeht. Die Lohnaufbesserung betraegt fuer Frauen bei
Loehnen bis zu 10,50 Franken 5 #, zwischen 10,50 und 11,60 Franken 4 % und 3 % fuer die darueber liegenden Loehne. Die 10 #igen
Sonderpraemien fuer Akkordarbeiter werden auf 13 % erhoeht, die
zur Zeit fuer besonderen Fleiss, Qualitaetsarbeit, etc. gezahlten
Praemien werden durch Heraufsetzen des Prozentsatzes dieser Sonderpraemien verguetet werden.
Mit der Anwendung dieses Vertrages werden etwa 40 % der in
der Baumwoll-, Spinn- und Webindustrie besohaeftigten Arbeiter
hoehere Loehne beziehen, waehrend in der Leinenindustrie, in der
die Loehne am niedrigsten waren, fast alle Lohnempfaenger in den
Genuss hoeherer Tarife kommen.
Information Bulletin des
Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften
VII/5/50
LOHN- UND ARBEITSSTREITIGKEITEN IN INDIEN
Gewisse Anzeichen Hessen im Jahre 1948 darauf schliessen,
dass sich die Realloehne in Indien mehr und mehr ihrem Vorkriegsstand naeherten, ohne ihn Jedoch voellig erreicht zu haben. In
dem Ansteigen der Lebenshaltungskosten war der Hauptgrund fuer
die Streitigkeiten in der Industrie zu sehen. Die Zahl der Arbeitsstreitigkeiten erhoehte sich von 820 im Jahre 1945 auf 1629
im Jahre 1946 und erreichte die Rekordziffer von 1811 im Jahre
1947. 1948 Jedoch ging sie wieder zurueck. Die Arbeitslosenziffern und die Anzahl der Streiks in der Industrie stiegen im
Verlaufe des Jahres 1949 in Indien leicht an. Die Lebenshaltungskosten der-Lohnempfaenger stabilisierten sich im allgemeinen.
- 14

�1949 gingen wegen Streitigkeiten in der Industrie monatlich zwischen 400.000 und 750.000 Arbeitstage verloren. Im
April 1947, als die britische Herrschaft in Indien ihrem Ende
entgegenging, hatte diese Zahl eine bisher nie gekannte Hoehe,
naemlich 2,5 Millionen, erreicht. Im September 1948 war sie
auf 15,000 herabgesunken.
Die folgenden Zahlen wurden vom indischen Arbeitsamt ausgearbeitet und in dem offiziellen "India Record" veroeffentlicht:
1948
Anzahl
der
Streitigkeiten:
"T7636
n
" Arbeiter:
Verlorengegangene Arbeitstage: 8,214,456

. 1949
Jan.1950
"T7I45 "
100
76.000
6,366,761

230.000

Feb.1950

§6
45.000
340.000

Ein staendiges Absinken der Anzahl der Streitigkeiten in der
Industrie ist seit dem Hoehepunkt im Jahre 1948 festzustellen, als
die steigenden Lebenshaltungskosten den Arbeitern mit Liliputeinkommen unertraegliche Lasten auferlegten. Der Verlust an Arbeitstagen im Februar war zum groessten Teil auf Aussperrungen, und
zwar besonders in der Textilindustrie, zurueckzufuehren.
Der Arbeitsminister berichtete von einer anhaltenden Verschlechterung der Beschaeftigungslage, wobei weniger Einstellungen
vorgenommen wurden und weniger offene Stellen zur Verfuegung standen. Zur Behebung des Mangels an Facharbeitern wurden jedoch von
der Regierung zur Schulung von etwa 17,000 Personen im Laufe des
Jahres Ausbildungsprogramme durchgefuehrt.
Die Lebenshaltungskosten der Lohnempfaenger, die waehrend des
Krieges und in den Nachkriegs Jahren rapide in die Hoehe gegangen
waren, waren 1949 unveraendert geblieben. Im letzten Vierteljahr
war der Index der Lebenshaltungskosten in den meisten Industriestaedten der gleiche oder wenig niedriger als ein Jahr zuvor.
Der durchschnittliche Fabrikarbeiter in Indien verdiente
schaetzungsweise jaehrlich 500 - 1.200 Rupien (40 - 90 Pfund
Sterling), wobei in den verschiedenen Gebieten, Industriezweigen
und Berufsgruppen grosse Unterschiede herrschten.
Information Bulletin des
Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften
VII/5/50
FORDERUNGEN AMERIKANISCHER EISENBAHNKRGBWBRKSCHATTEN
Der Vorschlag eines Untersuchungsausschusses des Praesidenten
sieht vor, da'ss fuer etwa 75.000 Eisenbahnangestellte die Woche
mit 6 Arbeitstagen und 48 Arbeitsstunden durch die 5-Tage Woche
mit 40 Arbeitsstunden ersetzt werden soll. Als Ausgleich fuer
die kuerzere Arbeitszeit sollen die Stundenloehne um 18 Cents
erhoeht werden. Diese Bestimmungen wuerden, falls sie von den
Gewerkschaften und den Eisenbahngesellschaften gebilligt werden,
am 1. Oktober in Kraft treten.
Diese Empfehlung kam zustande, nachdem Verhandlungen zwischen
Eisenbahngesellschaften und zwei GewerkschaftsOrganisationen, der
Gewerkschaft der Zugbegleiter und dem Verband der Zugfuehrer, ergebnislos verlaufen waren. Aehnliche Vorschlaege wurden fuer
- 15 -

�4.000 Rangiermeister, die in der Gewerkschaft der Rangiermeister
Amerikas organisiert sind, unterbreitet. Die Exekutivausschuesse
der Gewerkschaften der Zugbegleiter und Zugfuehrer traten zusammen, um den Bericht des Untersuchungsausschusses zu besprechen
und weitere Verhandlungen mit den Eisenbahnunternehmern vorzubereiten.
Seitdem es den nicht im Zugverkehr eingesetzten Arbeitern
der Eisenbahnen im September vorigen Jahres gelungen war, die
40-Stunden Woche ohne Kuerzung ihrer Loehne einzufuehren, ist
der Druck der Gewerkschaft der Rangierer nach gleiohen Bedingungen immer staerker geworden. Auch anders Gewerkschaften, wie die
Ranglergewerkschaft von Nordamerika (AFL) und die der Heizer und
Lokomotivfuehrer haben aehnliche Schritte unternommen, um die
40-Stunden Woche fuer ihre Mitglieder einfuehren zu koennen.
Die Lokomotivtechniker dagegen fordern eine Lohnerhoehung von
20 %. Die im Pendelverkehr auf kleineren Strecken beschaeftigten
Eisenbahner haben keine geregelte Arbeitszeit. Die Dauer ihres
Dienstes haengt groesstenteils von der Laenge der befahrenen
Strecken und der Fahrtzeit von einer Station zur anderen ab.
"Weekly Labor News Digest"
U.S. Arbeitsministerium
VI/21/50

- 16 -

Office of Labor A f f a i r s , HICOG
APO 757

HICOG B-1392 I I I iugust 50 19 K

CFFICIAL

�Internationale

ARBEITSMITTE1LUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

T U - 22

F r a n k f u r t , 4 . August 1950
INHALTSVE

R Z E I C H N I S

Weltgewerkschaftsbund befuerwortet Vollbesenaeftigung - - - - - - - - - - - - - - - - Falsche
Streiks

1

Auffassungen ueber die Kosten eines
--

_ _ - - - - _ _ - _ - - - - -

Die britische Textilarbeiter-Gewerkschaft
Oesterreich und das ERP

- - -

3
8

- - - - - - - - - - - - 1 5

Hollaendische Gewerkschaft zum Marshall-Plan - - 16

WELTGEWERKSCHAFTSBUND BEFUERWORTET VOLLBESCHAEFTIGUNG
J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer des Internationalen
Bundes freier Gewerkschaften (IBFG), hat nach eingehender Beratung mit den Mitgliedern des Notfall-Ausschusses des IBFG dem
Generalsekretaer der Vereinten Nationen eine Erklaerung unterbreitet, in der die freie Gewerkschaftsinternationale zu der
nationalen und internationalen Politik der Vollbeschaeftigung
Stellung nimmt. Trygve Lie hatte den IBFG aufgefordert, zu dem
Bericht ueber nationale und internationale Massnahmen zur Vollbeschaeftigung Stellung zu nehmen. Dieser Bericht, der von
einer Gruppe Sachverstaendiger ausgearbeitet war, die der Gene
ralsekretaer der Vereinten Nationen hierzu bestellte, bildete
den Gegenstand der Besprechungen des Wirtschafts- und Sozial- 1

�rates dieser Weltorganisation auf seiner letzten Konferenz.
Es wurde beschlossen, alle angeschlossenen Regierungs- und
Nicht-Regierungs-Organisationen aufzufordern, zu diesem fuer
die Wohlfahrt der Arbeiter und der ganzen Welt so entscheidenden Problem Stellung zu nehmen.
In seiner Erklaerung begruesst und befuerwortet der IBFG
den Bericht der Sachverstaendigen der Vereinten Nationen. Besonders wird die Bedeutung hervorgehoben, die die Sachverstaendigen der Vereinten Nationen der nationalen und internationalen
Politik der Vollbeschäftigung beimessen. ' Gebilligt wird ausserdem deren Standpunkt, dass das Ziel der Vollbeschaeftigung
unter Wahrung aller demokratischen Rechte und Einrichtungen und
aller wirtschaftlichen und sozialen Systeme erreicht werden kann,
vorausgesetzt, dass die feste Entschlossenheit vorhanden ist,
Massnahmen anzuwenden, die saemtliche wirtschaftliche Unausgeglichenheiten, die zur Massenarbeitslosigkeit fuehren, beseitigen koennen.
In der Erklaerung des IBFG wird ausserdem hervorgehoben,
dass eine Wirtschaft der Vollbeschaeftigung nur bestehen kann,
wenn alle Massnahmen wirtschaftlicher und sozialer Art aufeinander abgestimmt sind, und ein gut entwickeltes und fortschrittliches System der sozialen Sicherheit vorhanden ist. Hierbei
ist ein hohes Mass Anpassungsfaehigkeit seitens der Regierungen
in ihrer Politik erforderlich, und zwar besonders in der Finanz-,
Waehrungs- und Kreditpolitik, oder auch in oeffentlichen Investitionen und oeffentlichen Arbeiten.
In der Verlautbarung des IBFG wird vor allem die Notwendigkeit betont, die Beweglichkeit der Arbeitskraefte durch Lockerung
der Aus- und Einwanderungsbeschraenkungen durch Austausch der Beschaeftigungsmoeglichkeiten und durch Ausbildungs- und annehmbare Wohnungsbauprogramme zu foerdern. Es wird eine Vergroesserung
des Volumens langfristiger, internationaler Kredite, die Verteilung dieser Geldmittel durch die internationale Wiederaufbaubank,
eine Liberalisierung der Kreditbestimmungen der internationalen
Bank, ausreichende finanzielle und technische Unterstuetzung fuer
wirtschaftlich rueckstaendige Laender und eine umfassendere finanzielle Basis fuer den internationalen Waehrungsfonds gefordert,
um damit den internationalen Handel und Zahlungsverkehr auszudehnen und zu stabilisieren.
Ausserdem macht der IBFG die Vereinten Nationen darauf aufmerksam, dass eines der groessten Hindernisse fuer die Vollbeschaeftigung die Unfaehigkeit ist, Realloehne und Arbeitszeit mit
der steigenden Produktionsleistung auf gleichem Niveau zu halten.
"Fuer die Politik der Vollbeschaeftigung", heisst es in der Erklaerung weiter, "ist es deshalb von groesster Wichtigkeit und
verdient besonders erwaehnt zu werden, dass mit allen Mitteln
verhindert werden muss, dass die Loehne hinter der Produktionsleistung und den Lebenshaltungskosten zurueckbleiben, und dass
diejenigen Loehne, die bereits unter dem Stand der Produktionsleistung und Lebenshaltungskosten liegen, entsprechend aufgebessert werden muessen."
Der IBFG nimmt ferner zu den nachteiligen Auswirkungen der
nationalen un&lt;? internationalen Privatmonopole auf die Kaufkraft
der Verbraucher Stellung und ruft zu wirksamen Massnahmen zur
Bekaempfung dieser Monopole auf.

- £-

�Er ist sich ausserdem der Bedeutung wirksamer internationaler
Massnahmen zur Errichtung eines weltumfassenden Wirtschaftssystems
der Vollbeschaeftigung bewusst.
Die Erklaerung enthaelt eine Reihe von Vorschlaegen, rueckstaendige Laender in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu unterstuetzen, damit die Beschaeftigungsmoeglichkeiten in
jenen Gebieten zu steigern und die Beschaeftigungslage in solchen
Laendern zu stabilisieren, die in besonderem Masse auf den Aussenhandel angewiesen und deshalb fuer internationale Wirtschaftskrisen besonders anfaeilig sind.
Um die Ziele der nationalen und internationalen Politik der
Vollbeschaeftigung erreichen zu koennen, schlaegt der IBFG in
seiner Stellungnahme zu dem Bericht der Sachverstaendigen der
Vereinten Nationen vor, dass der Wirtschafts- und Sozialrat der
Vereinten Nationen in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Arbeltsorganisation einen Ausschuss ernennt, der mit dem Entwurf einer Internationalen Konvention beauftragt werden soll, in
der sich alle Teilnehmerstaaten verpflichten, die Vollbeschaeftigung, soweit dies in ihrer Macht liegt, zu verwirklichen und aufrechtzuerhalten und ihre nationale und internationale WirtschaftsFinanz- und Sozialpolitik mit den in dem Bericht der Sachverstaen-'
digen der Vereinten Nationen zum Ausdruck gebrachten Empfehlungen
und den Vorschlaegen des IBFG in Einklang zu bringen.
Information Bulletin des IBFG
V/50
FALSCHE AUFFASSUNGEN ÜEBER DIE KOSTEN EINES STREIKS
Der folgende Artikel erschien in der Zeitschrift "Ammunition" dem Organ des Amerikanischen Automobilarbeiter-Verbandes (CIO).
Er behandelt das Problem der Streikkosten
und Streikschaeden und venucht darzulegen,
dass weder die Arbeiter noch die Unternehmer
notwendigerweise geschaedigt werden. Wir
drucken diesen Artikel ab ohne uns mit Form
und Inhalt zu identifizieren.
im w Tflße des Streiks in den Chrysler-Werken wurde in den
"Automotive A f t e r n Organ der Automobilindustrie, erklaert, dass
dieser Streik insgesamt 1, 091,732,200 Dollar gekostet haette. Ist
dies nun wahr oder unwahr?
Die gleichen pruefbaren statistischen Zahlen tauchen bei jedem
Streik auf. So wandte man sie auch bei dem Bergarbeiterstreik
an.
Die Bergwerksunternehmen multiplizierten die d « 0 * « ^ " ^ *
TaKesoroduktion an Kohle mit der Anzahl der Tage, die die Bergl^elllv
gestreikt hatten, und erklärten dass das Ergebnis die
Zahl der verlorengegangenen Tonnen Kohle darstelle. Sie verviel
faeltigten die Anzahl der Tonnen Kohle, die waehrend des Streiks
n?oht fefoerdert wurde, mit dem Preis je Tonne und behaupteten,
dass dfes der S u R E S i g sei, den die Unternehmer verloren haetten.
q?« multinlizierten ausserdem die Anzahl der Tage, an denen die
Berg?eutePgeltreik? hatten, mit dem durchschnittlichen Tagesverdienst und sagten, dass dies der Gesamtbetrag der eingebuessten
Soehne Sei. Dann zaehlten sie alle Arbeiter zusammen, von denen
m«n annahm d e ^ s i e wegen des Mangels an Kohle entlassen werden
Susstent^d'multloUzifrten diese^ahl mit • ä « * " ^ ^ SJiSt?
Tageslohn. Dies sei der Betrag, so behaupteten sie, der den Gesamt

- 3-

�Verlusten des Bergarbeiterstreiks hinzugerechnet werden muesse.
Dann zaehlten sie die Tage zusammen, an denen in den Betrieben
wegen Mangels an Kohle nicht gearbeitet werden konnte, und
multiplizierten diese Zahl mit dem durchschnittlichen Wert
einer Tagesproduktion. Alle diese Ziffern zusammengezaehlt
wuerden, so erklaerten sie, die durch den Bergarbeiterstreik
verursachten Verluste ergeben.
Hat dieser Streik nun tatsaechlich soviel Unkosten verursacht?
"Business Weekn berichtete, dass die Bergleute zur Zeit vier Tage
in der Woche arbeiteten. Es ist zu erwarten, dass sie im Hochsommer nur noch an drei Tagen in der Woche beschaeftigt werden
koennen. Im Herbst wird hoechstwahrscheinlich die Arbeit zeitweise eingestellt werden muessen. Die Bergleute haben nachtraeglich all die Kohle gefoerdert, die waehrend des Bergarbeiterstreiks nicht gefoerdert worden war. Sie haben sogar mehr Kohle
gebrochen, als im Land verbraucht werden kann. In Wirklichkeit
hat der Bergarbeiterstreik also keinen Verlust an Kohle verursacht.
Dieser Streik hatte lediglich zur Folge, dass die Produktion von
einem Abschnitt des Jahres auf einen anderen verlegt wurde. Damit
ist die Behauptung ueber den angeblichen ProduktionsVerlust nicht
mehr haltbar.
Die Kohlenproduktion hat somit keinerlei Verluste zu verzeichnen. Wie verhaelt es sich nun mit den Loehnen? Die Bergarbeiter arbeiten zur Zelt vier Tage woechentlich. Wenn sie
waehrend der ganzen Zeit in der sie streikten, Kohle gefoerdert
haetten, laegen die Vorraete an Kohle schon vor Monaten weit
ueber der absetzbaren Menge, und die Bergarbeiter waeren nur
noch drei oder noch weniger Tage je Woche beschaeftigt gewesen.
Die waehrend des Streiks verlorengegangenen Loehne waeren also
auf jeden Fall verloren.
Was haben die Bergleute waehrend des Streiks nun tatsaechlich
eingebuesst? Sie haben lediglich auf ihre Arbeitslosenunterstuetzung verzichten muessen.
Nun zu den Betrieben und Eisenbahnen, die durch den Bergarbeiterstreik angeblich gezwungen waren, ihren Betrieb zu
schliessen. Nicht alle Betriebe, die waehrend des Bergarbeiterstreiks die Arbeit einstellten, mussten tatsaechlich wegen dieses
Streiks die Arbeit einstellen. Jede Gesellschaft, die Arbeiter
wegen Mangels an Auftraegen entliess, beeilte sich zu erklaeren,
dass dies auf Grund des Streiks erforderlich sei. Damit wollte
man die streikenden Bergarbeiter fuer alles verantwortlich
machen. Wenn in gewissen Faellen die Betriebe tatsaechlich wegen
des Bergarbeiterstreiks schliessen mussten, dann hatten sie Gelegenheit, die verlorengegangene Produktion wieder nachzuholen.
Damit waren also auch die Arbeiter in der Lage, wieder in den
Besitz der verlorengegangenen Loehne zu kommen. Wenn die betroffenen Arbeiter Ueberstunden leisten mussten, um die Produktion
nachholen zu koennen, dann hatten sie durch den Bergarbeiterstreik nur finanzielle Vorteile, d.h. die regulaere Arbeitszeit,
die ihnen verlorenging, wurde zum Teil durch Ueberstunden ersetzt, die den 1 1/2-fachen oder doppelten Verdienst einbrachten.
Abgesehen von den falschen Angaben ueber die Verluste im Bergarbeiterstreik ging der Wirtschaft des Landes nichts verloren.
Nur die Bergarbeiter hatten einen Verlust zu verzeichnen und
zwar den dex* Arbeitslosenunterstuetzung. Wenn die Unternehmer,
die fuer die Bergarbeiter waehrend der Streiks so großes Mitleid
zeigten, diesen Verlust vermeiden wollen, dann koennen sie das
auf einen sehr einfache Art und Weise. Sie brauchen sich nur
mit dem C.I.O. in Verbindung zu setzen und die Gesetzgeber des
Staates zu bewegen, die Gesetze der Arbeitslosenversicherung so
abzuaendern, dass die Arbeiter waehrend der Streiks Arbeitslosenunterstuetzung beziehen.
4 -

�Wenn die Bergarbeiter ihre Arbeitslosenunterstuetzung jedoch
verloren haben, dann war auch diese Einbusse nicht vergebens.
Die Bergwerksunternehmen wuerden den Bergarbeitern ohnehin
fuer eine bestimmte Zeit nichts gegeben haben, auch wenn sie nicht
gestreikt haetten; was die Bergarbeiter jedoch an Arbeitslosenunters tue tzung verloren, kam ihnen durch die im Streik erzielten
Erfolge wieder zugute.
Der durchschnittliche Verlust an Arbeitslosenunters tue tzung betrug weniger als 400 Dollar fuer den einzelnen Arbeiter, in den meisten Faellen war der Betrag weit geringer.
Im Gegensatz hierzu sei der Gewinn in bar gestellt: 70 Cents je
Tag als Lohnzuschlag; eine Erhoehung der Pensions- und Wohlfahrts-»
unterstuetzung, die sich auf etwa 5.000 Dollar je Arbeiter (dies
allein ist bereits ein genuegender Gewinn.') belaeuft. Selbst bei
nur 200 Arbeitstagen je Jahr, was einen hohen Grad der Arbeitslosigkeit bedeutet, gleichen allein die durch den Streik erzielten Lohngewinne in zwei Jahren den gesamten Verlust an Arbeitslosenunters tue tzung aus. Die 5.000 Dollar je Arbeiter, die fuer
die Pensions- und Wohlfahrtsunterstuetzungen erzielt werden konnte, sind somit Reingewinne fuer die Bergleute.
Hat die Gesamtwirtschaft durch den Bergarbeiterstreik etwas
gewonnen oder verloren? Verloren hat sie ueberhaupt nichts, sie
hat nur wesentliche Gewinne erzielt. Und zwar deshalb, weil die
Bergarbeiter mitgeholfen haben, jenes Sicherheitssystem zu propagieren, das fuer alle Arbeiter erreicht werden muss. Ein weiterer Gewinn fuer die Wirtschaft besteht darin, dass durch den
Erfolg dieses Streiks vdas nationale Einkommen gerechter verteilt
wird, und zwar in eineV Weise, die die Wahrscheinlichkeit einer
erneuten Wirtschaftskrise sehr gering werden laesst. Den Arbeitern wird eine staerkere Kaufkraft in die Hand gegeben; mit diesem Geld koennen mehr Lebensnotwendigkeiten gekauft werden und
damit anderen Arbeitern die Beschaeftigung gesichert werden.
Dies sind jedoch keineswegs saemtliche Vorteile, die durch
den Bergarbeiterstreik entstanden sind. Nehmen wir an, die Bergarbeiter haetten nicht gestreikt und somit auch keinen Streik gewonnen, sie haetten sich ohne weiteres den Forderungen der Unternehmer gebeugt und zugelassen, dass ihr Wohlfahrtsfonds sabotiert
wuerde - ein grausamer Schlag gegen jeden alten Bergarbeiter waere
dies gewesen. Nehmen wir an, sie haetten sich von den Unternehmern
ueberreden lassen, nicht zu streiken. Was waere dann geschehen?
Dann haetten sich vielleicht die Unternehmer des ganzen Landes ein
Herz gefasst und einen grossen Schlag gegen die Gewerkschaften gefuehrt. Es waere fuer die Unternehmer sogar eine Ermutigung gewesen, von neuem zu versuchen, gegen die Gewerkschaften vorzugehen.
Sie haetten die Reformvorschlaege zur Pensions- und Krankenversicherung einfach abgelehnt; sie haetten vielleicht sogar versucht,
die Loehne zu kuerzen und das Arbeitstempo in den Fabriken heraufzudruecken.
Im Bergarbeiterstreik und in allen anderen grossen Streiks
hat jeder einzelne Arbeiter viel aufs Spiel gesetzt. Das, was
jeder Arbeiter durch einen Streik fuer sich gewinnen kann, ist
ebenfalls ein Teil des Gesamtgewinns der Bergleute. Diesem Gewinn muss ausserdem der Betrag hinzugefuegt werden, den die Arbeiter nicht verloren, well der Streik gewonnen wurde.
Das war der Bergarbeiterstreik. Wie steht es nun mit dem
Streik in den Chrysler-Werken? Ist es richtig, dass durch diesen
Streik am 58. Tage 1.091.732.200 Dollars verlorengegangen seien?

- 5

�Natuerlich bringen einige Streiks gewisse Verluste mit sich.
Es waere falsch zu behaupten, die Arbeiter der General-Motors-Werke
haetten waehrend ihres Streiks 1945/46 keine persoenlichen Verluste
gehabt. Aber selbst jene Arbeiter verloren wesentlich weniger, als
ihnen durch den Streik wieder zugute kam. Es wird gesagt, dass
der Mangel an Stahl und Benzin zu laengeren Stillegungen der Betriebe fuehrte - diese Stillegungen wurden jedoch zum Teil durch
Ueberstunden, zum Teil durch Vollbeschaeftlgungswochen ausgeglichen.
Auch der Barbetrag, der gewonnen wurde, und derjenige, der
verlorengegangen waere, wenn kein Streik stattgefunden haette, muessen dem direkten Verlust an Lohn gegenuebergesteilt werden. Was
den Produktionsverlust betrifft, so gab es ueberhaupt keinen,
weil die Hoehe der Stahlerzeugung nicht willkuerlioh gesteigert
werden kann und somit nur so viel Kraftwagen hergestellt werden,
wie an Stahl zur Verfuegung steht, und jede Tanne Stahl, die erzeugt und fuer Kraftwagen bestimmt wurde, wurde auch dafuer verwendet.
Damit kommen wir zum Chrysler-Streik. Man darf vor allem
nicht vergessen, dass in gewissen Faellen unbedingt gestreikt werden muss, ganz gleich, wie hoch die dadurch entstehenden Verluste
sind.
Es gibt gewisse Beweise dafuer, dass die Chrysler-Werke mit
anderen Automobilfirmen fuer den Streikfall Vereinbarungen getroffen hatten. Es war auch bekannt, dass diese Gesellschaft entschlossen war, bis zum letzten zu kaempfen, um ein Pensionsprogramm durchzusetzen, das bei dem ersten Anzeichen ruecklaeufiger
Preise haette beseitigt werden koennen. Chrysler ist der Typ einer
von Aufsichtsraeten und Banken kontrollierten Gesellschaft. Diese
Gremien kontrollieren auch andere Unternehmen, die die Pensionsansprueche der Arbeiter ebenfalls bekaempfen. Sie hatten allem
Anschein nach die Chrysler-Werke zum Versuchsballon bestimmt, um
den Kampf gegen die Pensionen der Arbeiter auszutragen. Die Differenz zwischen den von den Chrysler-Werken angebotenen Pensionen
und denen, die durch den Streik durchgesetzt wurden, belaeuft sich
allein fuer die Automobilindustrie auf Hunderte von Millionen
Dollars. In fuenf Jahren koennte die Differenz zwischen den von
der Automobilarbeitergewerkschaft durchgesetzten und den von den
Chrysler-Werken angebotenen Pensionen den Unterschied zwischen den
erzielten Pensionssaetzen und den angebotenen kuemmerlichen PseudoPensionen ausmachen (natuerlich ist dieser Vergleich unsinnig!).
Wenn die Arbeiter die Vorschlaege der Chrysler-Werke akzeptiert
haetten, waere das gesamte Pensionsprogramm fuer alle Industriearbeiter in Frage gestellt worden. Lieses Beispiel zeigt, wie
eine Gewerkschaft fuer alle anderen kaempfen muss. Fuer einen
einzelnen Arbeiter ist es hart, sich unter denen zu befinden, die
diesen Kampf fuehren muessen. Mit den Jahren gleicht sich das
jedoch aus. Die Arbeiter der Chrysler-Werke haben auch fuer
andere Erfolge erzielt, sie haben andererseits aber auch durch
die Kaempfe anderer Arbeiter Vorteile erzielen koennen.
Theoretisch muesste es moeglich sein, mit ausreichenden Streikfonds die Kosten eines Kampfes der-gesamten organisierten Arbeiterschart zu decken. Die zwoelf-woechige Sonderabgabe von einem Dollar
je Woche stellte einen ersten Schritt auf dem Wege zu dieser besonderen KampfVersicherung dar. Durch einen solchen Fonds blieben
zahlreichen Arbeitern der Chrysler-Werke viele Haerten erspart.
Wohnungskuendigungen wuerden vermieden, fuer aerztliche Betreuung
waere gesorgt, in Notfaellen koennten Mahlzeiten verabreicht werden,
und die Streikenden waeren zugleich gegen die schwersten Folgen des
Streiks geschuetzt.

6 -

�Es ist sehr einfach klarzulegen, wie das finanzielle Problem
im Streikfall geloest werden kann. Wenn man den 89.000 Arbeitern
der Chrysler-Werke eine woechentliche Streikunterstuetzung von
20 Dollar haette zahlen wollen, so waeren 1.780.000 Dollar je
Woche erforderlich gewesen. Damit waere der gesamte Ertrag der
zwoelf-woechigen Ein-Dollar-Sondererhebung in weniger als einem
Monat aufgebraucht.
Um jedoch auf die Kosten des Chrysler-Streiks selbst zurueckzukommen: Dem Lohnverlust eines jeden Streikenden nach 58 Streiktagen, der in den "Automotive News" auf 749,79 Dollar geschaetzt
wurde, muss gegenuebergestellt werden, dass die Unternehmer in
Erwartung des Streiks staendig Ueberstunden arbeiten Hessen, die
auch durch erhoehte Ueberstundenbezahlung verguetet wurden. Nachdem der Streik jetzt beigelegt ist, wird d&gt;er Verlust wiederum durch
Ableistung von Ueberstunden und Vollbeschaeftigungswochen (sechs
anstatt fuenf Arbeitstage) weiterhin reduziert. Von dem Bruttoverlust gehen ausserdem noch die Ausgaben ab, die die Arbeiter
bei der Arbeit haben, wie etwa fuer Mahlzeiten und Einkommensteuer.
Diese Betraege sind zwar nicht sehr hoch, aber sie muessen immerhin beruecksichtigt werden. Unterstuetzungen, wie z.B. durch den
Streikfonds, reduzieren weiterhin die Verluste des einzelnen Streikenden.
Die Verluste der Arbeiter der Chrysler-Werke haben in gewissen Paellen Arbeitern anderer Unternehmen Gewinne gebracht. So
kann gesagt werden, dass die Ueberstunden- und Sonnabendarbeit in
den Ford- und General-Motors-Werken auf den Chrysler-Streik zurueckzufuehren ist.
Selbst in den "Automotive-News" wird zugegeben, dass die Gesellschaft ihre Verluste durch Ueberstundenarbeit in den Betrieben
innerhalb von 18 Monaten wieder wettmachen koennten. Wenn die
Ueberstundenarbeit in den Chrysler-Werken eingefuehrt werden sollte,
dann wuerden die Arbeiter mehr gewinnen, als sie waehrend des
Streiks insgesamt verloren hatten, und gleichzeitig wuerden die
zeitweiligen Verluste des Unternehmens wieder ausgeglichen werden.
Was fuer Chrysler und seine Arbeiter zutrifft, trifft natuerlich auch fuer deren Zubringerfirmen zu.
Tatsache ist also, dass die Behauptungen ueber die durch den
Streik entstandenen Verluste nicht ganz richtig sind. In den meisten Faellen jedoch waeren den Arbeitern die Verluste, die sie
fuer eine Folge des Streiks halten, ohnehin durch Arbeitslosigkeit
entstanden, luer die Arbeiter bringen Streiks Entbehrungen mit
sich, von ihrer Bereitwilligkeit jedoch, fuer eine gerechte Bezahlung ihrer Arbeit zu streiken, haengt letzten Endes das Los
saemtlicher Arbeiter der Vereinigten Staaten ab.
Und bei den meisten Streiks sind die wirtschaftlichen Vorteile
der Arbeiter weit groesser als die durch direkten Lohnverlust
entstehenden Nachteile. Wenn bei anderen Streiks tatsaechllch
Lohnverlust entsteht, dann ist er nicht so gross, wie die Unternehmer
behaupten.
Im allgemeinen kann gesagt werden, dass das, was die Arbeiter
durch einen Streik gewinnen, fast ausnahmslos mehr ist, als sie
durch irgendeinen Streik verlieren.
UAW-CI0 Ammunition
V/1950

- 7-

\

�Andrew Naesmith, Generalsekretaer der Textilarbeiter-Gewerkschaft:
DIS BRITISCHE TESTILARBEITERGEWERKSCHAFT
i

Die britische Textilarbeitergewerkschaft ist mit ihren 33
angeschlossenen Bezirksverbaenden die groesste gewerkschaftliche
Vereinigung Englands. Sie vertritt die Interessen der Textilarbeiter von Lancashire und der umliegenden Gebiete von WestYorkshire, Cheshire and Derbyshire.
Die Gewerkschaft zaehlt zu ihren Mitgliedern nicht nur die
Baumwoll- und Kunstseidenweber, sondern auch alle jene Arbeiter,
die mit den Vorbereitsungsprozessen und anderen untergeordneten
Aufgaben beschaeftigt sind.
Die jetzige Organisation stammt aus dem Jahre 1884. Es gab
jedoch zuvor aeltere Formen gewerkschaftlicher Vereinigungen britischer Weber. Bereits im Jahre 1754 kann von einem Versuch gesprochen werden, die englischen Arbeiter in einer sogenannten
"Combination" oder "Conspiracy" (Verschwoerung) zusammenzusohliessen,
und im Jahre 1758, so heisst es in einem Bericht, sol.len "gewisse
Webern ein Parlamentsgesetz in Vorschlag gebracht haben, das das
Lehrlingswesen und die Stueckarbeit regeln sollte.
In Glasgow bestand um das Jahr 1778 fuer kurze Zeit ein sogenannter "Textilarbeiter-Club". Im Verlauf von Lohnstreitigkeiten wurde in Bolton (Lancashire) "auf Anordnung dieses Komitees"
eine Kampfschrift herausgegeben, die aus dem Jahre 1808 datiert.
Berichte parlamentarischer Ausschuesse beweisen, dass der
Lebensstandard der Textilarbeiter von 1800 an staendig gesunken
ist. Die Loehne der Weber wurden fortwaehrend geringer. 1829
z.B. wurden einem Weber fuer die Herstellung eines Kupons Batist
nur 5,5 Schillinge gezahlt, waehrend im Jahre 1800 der Lohn fuer
die cleiche Arbeit noch 25 Schillinge betrug.
In jenen Zeiten gab es grosse technische Veraenderungen, und
bei den industriellen Fortschritten, die sich mit der Einfuehrung
neuer Maschinen und Erfindungen eroeffneten, kuemmerte man sich
.venig um die menschliche Persoenlichkeit. Lancashire wurde zum
Zentrum der Industrialisierung, und zugleich das Zentrum schrecklicher Kinderarbeit, langer Arbeitszeit, niedriger Loehne und
groesster Armut.Francis Place erklaert: "Die Leiden der in der Baumwollweberei beschaeftigten Menschen waren unglaubliche; sie wurden
kuenstlich in Machenschaften verwickelt, verraten, verfolgt und
schuldig gesprochen, verurteilt und unerhoert streng bestraft.
Sie fuehrten ein jaemmerliches Dasein."
Dabei muss daran erinnert werden, dass die Arbeitszeit in
den britischen Textilfabriken erst im Jahre 1812 von 80 Stunden
auf 72 Stunden in der Woche reduziert wurde. Erst in Jahre 1847
wurde die Arbeitszeit durch das lOStundengesetz auf 60 Stunden
woechentlich festgelegt. Das Blutbad von Peterloo im Jahre 1819
gibt einen Begriff von den Verhältnissen, unter denen die Arbeiter in jener Zeit lebten, sodass es zu Rebellionen kommen musste.

8 -

�Mitten in dieser bewegten Zeit, etwa zu dem Zeitpunkt, als
das sogenannte Koalitionsgesetz (Combination Law) widerrufen
wurde, fand in Manchester eine Delegiertentagung der Baumwollweber statt, die das Ziel hatte, eine staendige Organisation zu
gruenden, die Senkung der Lohntarife zu verhindern und die Einigkeit unter den Arbeitern herzustellen. Dieser Organisationsversuch verlief nicht allzu erfolgreich; die Folge war, dass die
Lancashirer Weber noch groessere Leiden und Entbehrungen auf sich
nehmen mussten, bevor ihre Organisation endgueltig festen Fuss
gefasst hatte.
Die Spinnereiarbeiter waren zu jener Zeit ebenfalls eifrig
bemueht, eine einflussreiche Organisation zu gruenden. Auch ihnen
gelang es jedoch nicht; erst im Juli 1830 wurde die Nationale Vereinigung zum Schutze der Arbeit (National Association for the Protection of Labor) gebildet. Diese Foederation bestand aus etwa
150 verschiedenen "Clubs", die in Manchester, Clitheroo, Ashton,
Stalybridge, Dukinfield, Macclesfield, Derby and Blackrod bestanden. Ungefaehr 2 Jahre lang konnte diese nationale Vereinigung erfolgreich arbeiten; sie fiel dann wieder auseinander.
In der Zeit von 1830 bis 1850 scheint die gewerkschaftliche
Qrganisationstaetigkeit unter den Textilarbeitern sehr gering
gewesen zu sein. Ein "Komitee fuer kurze Arbeitszeit" (ShortTime Committee) hatte das 10-Stunden-Gesetz im Januar 1.647 durchgesetzt, musste jedoch bald aufgeloest werden. Nach 1850 jedoch
waren die Bemuehungen der Gewerkschaftspioniere von groesserem
Erfolg gekroent. In zahlreichen Bezirken wurden gewerkschaftliche
Vereinigungen gebildet, denen es gelang, sich durchzusetzen; sie
bestehen auch heute noch.
Im Jahre 1842 gab es in Preston nachweisbar eine Organisation
der Textilarbeiter; die heutige Textilarbeiter-Gewerkschaft stammt
jedoch erst aus dem Jahre 1858. Eine aehnliche Vereinigung wurde
1852 in Redcliff ins Leben gerufen; die Textilarbeiter-Gewerkschaft
von Bickburn entstand im Jahre 1854. Von 1840 an existierten
mehrere gueltige Tariflisten fuer Stueckarbeit in der Textilindustrie T So vor allem die Liste ia Bezirk Ashton aus dem Jahre
1843, ferner die von Burnley aus dem gleichen Jahre und die von
Oldham, die drei Jahre spaeter entstand.
Eine der wichtigsten Tariflisten fuer die spaetere Lohnentwicklung wurde die von Blackburn, die im August 1853 formuliert
wurde. Die Textilarbeiter-Gewerkschaft von Padiham, die 1856 gebildet wurde, erregte bald einiges Aufsehen, denn im Maerz 1859
fand ein Streik statt, mit dem die Verbindlichkeit der BlackburnTarife erzwungen werden sollte.
Um diesen Streik durchfuehren zu koennen, wurden 29 Wochen
lang in ganz Lancashire Sammlungen durchgefuehrt. In zahlreichen
Webereigebieten wurden Textilarbeiter-Verbaende gebildet und die
Arbeiter, die frueher nur heimlich in Feldern oder Scheunen in
den Aussenbezirken der Staedte sich versammeln konnten, durften
von jetzt an ihre gewerkschaftliche Taetigkeit unter guenstigeren
Bedingungen fortsetzen.
Alle diese Organisationen waren in sich abgeschlossene Einheiten mit eigenen Satzungen und Funktionaeren. Man erkannte
die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses, durchaus an die ersten
Versuche zur Vereinigung der Lokallcomitees In der "East Lancashire
Amalgamated Power Loom Weavers Association" (Vereinigte Webereigewerkschaft Ost-Lancashire) wurden im Jahre 1858 unternommen.

- 9 -

�Aufgabe dieser Organisation war es, bestehende Lohntarife
entsprechend der Tarifliste aufrechtzuerhalten und jegliche Versuche, diese herabzusetzen, abzuwehren. Ausserdem sollte sie
verhindern, dass ein Unternehmer fuer qualitativ und quantitativ
gleiche Arbeit weniger als ein anderer bezahlte, und die Tarife
jener Unternehmer, die die niedrigsten Loehne zahlten, mussten
entsprechend gesteigert werden. Der Verband hatte die besondere
Aufgabe, einen fachlich geschulten Tarifkalkulator einzusetzen,
der die Interessen der Arbeiter in den zahlreichen Lohnberechnungsstreitigkeiten vertreten konnte, zu denen die komplizierten
Tariflisten Änlass gaben, die fuer die damalige Situation in der
britischen Baumwollindustrie bezeichnend sind. Die "North-East
Lancashire Amalgamated Weavers Association", wie sie spaeter
genannte wurde, setzte sich aus 14 lokalen Verbaenden in der
naeheren Umgebung Blackburns zusammen und zaehlte 26.000 Mitglieder.
Erbitterte Kaempfe wurden in jener Zeit gegen Lohnsenkungen
und schlechte Arbeitsbedingungen gefuehrt. Im April 1878 wirkte
sich ein oertlicher Streik und eine Aussperrung auf etwa 100.000
Arbeiter in Nord und Nord-Ost Lancashire aus und dauerte ueber
neun Wochen. Die Mitgliederzahl der Gewerkschaft von Nord-Ost
Lancashire belief 3ich zu jener Zeit auf etwa 16.000; diese
Mitglieder erhielten Streikunterstützungen in einer Gesamthoehe
von 4.729 Pfund Sterling, was einer Unterstuetzung von etwa sechs
Schillingen fuer neun Wochen, oder von etwa acht Pennies fuer eine
Woche je Arbeiter' entspricht.
Die Gewerkschaft von Nord-Ost Lancashire war eifrig bemueht,
die oeffentliche Aufmerksamkeit auf die durch Abgase und Staubentwicklungen hervorgerufenen gesundheitsschaedlichen Zustaende
in den Webereien zu lenken. Daraufhin wurde von der Regierung
im Jahre 1883 eine Kommission eingesetzt, die sich mit dieser
Angelegenheit befassen sollte. Die Gewerkschaft von Nord-Ost
Lancashire setzte ihre Taetigkeit
bis zum Jahre 1903 fort.
Dadurch existierten, wie die folgenden Ausfuehrungen ergeben,
mehrere Jahre lang zwei Gewerkschaften nebeneinander; beiden war
eine ganze Reihe von Bezirksverbaenden angeschlossen.
Es folgten jedoch Jahre der Untaetigkeit. Die LancashireGewerkschaft wurde durch die unzureichende Form ihrer Organisation
eine Quelle der Schwaeche. Von irgendwelchen Koordinierungsbemuehungen und Interessengemeinschaften konnte kaum die Rede sein.
Diese Schwaeche der Organisation blieb den argwoehnischen Arbeitern
von Lancashire nicht verborgen, zumal sie zu jener Zeit eine fuehrende Stellung in der Textilindustrie innehatten. Sie unternahmen
deshalb, nachdem aufkommende Streitigkeiten in Blackburn 1884
beigelegt waren, geeignete Schritte, um eine weit umfassendere
BeLirksorganisation zu gruenden.
Die heutige Textilarbeiter-Gewerkschaft wurde auf einer
Konferenz von den Vertretern 29 verschiedener Bezirksverbaende
am 27. April 1884 gegruendet. Urspruenglich hiess sie die
"Northern Counties Amalgamated Weavers Association" (Vereinigte
Webergewerkschaft der noerdlichen Grafschaften). Thomas Birtwistle, der Sekretaer der Gewerkschaft von Nord-Ost Lancashire,
wurde zum Sekretaer der neuen Organisation ernannt, und David
Holmes, ein anderer wohlbekannter Gewerkschaftspionier der Weber,
wurde ihr Praesident.
Die neue Organisation zaehlte im Jahre 1884 wenig mehr als
37.000 Mitglieder. Sie wuchs jedoch in den folgenden Jahren ununterbrochen. Sie hatte sofort mit Schwierigkeiten zu kaempfen,
da in Burnlev und anderen Bezirken bereits in den ersten Monaten
ihres Be3tenens schwere Streiks gefuehrt wurden. Das Gefuehl
der Solidaritaet und des Optimismus waren jedoch ausgepraegter als
je zuvor. Die Bewegung wurde durch das mutige Eingreifen eines
Verlegers in Ashton-under-Lyne, J. Andrew, gestaerkt, der eine
Fachzeitung herausgab ("The Gotton Factory Times"). Diese Zei- 10 -

�tung hat in den langen Jahren ihres Bestehens der Gewerkschaft
wertvolle Dienste geleistet.
Als Unternehmer in Nelson, Ramsbottom, Burnley, Preston,
Accrington und anderen Bezirken versuchten, die Loehne zu kuerzen, wurden zahlreiche Streiks beschlossen. Viele Arbeitsniederlegungen erfolgten auch deshalb, um die Unternehmer zu zwingen,
die Gewerkschaft anzuerkennen. Aus dem gleichen Grunde fand in
Bamoldswick im Januar 1887 ein vier-monatiger Streik statt.
In Macclesfield wurde 1888 gegen eine Lohnkuerzung um 5 %, die
sogenannten "lokalen Abzuege" gestreikt. Im September des gleichen Jahres traten 31 Textilarbeiterfamilien mit ihren Kindern
auf Kosten der Gewerkschaft die Reise nach den Vereinigten
Staaten an. Um diese Auswanderung zu verhindern, telegrafierte
der Webereibesitzer nach den Vereinigten Staaten, hatte hiermit
Jedoch keinen Erfolg. In den Geschaeftsbuechern der Organisation
aus Jenem Jahre ist vermerkt, dass diese Auswanderung 361 Pfund
Sterling gekostet hat, wohingegen der Streik selbst Unkosten in
Hoehe von 2.818 Pfund Sterling verursachte.
Die Frage der kuenstlichen Erhoehung des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft in den Webereien tritt in den Besprechungen des
Gentralrates immer wieder zutage. Im Maerz 1889 wurde eine Resolution zur Abschaffung des Dampfsystems in den Webereien gefasst. Im Verlauf der gesamten Gewerkschaftsgeschichte stand
diese Frage stets im Vordergrund; in den spaeteren Jahren ging
die Gesetzgebung dazu ueber, die nachteiligen Auswirkungen auf
die Gesundheit der Arbeiter, die in den Feuchtluftwebereien beschaeftigt waren, zu reduzieren.
In Jenen Jahren wurden zahlreiche Versuche unternommen, die
Einheitlichkeit der Textilarbeiter-Tarife durchzusetzen. Thomas
Birtwistle und seine Kollegen leisteten auf diesem Gebiete beachtliche Arbeit, und schliesslich wurde am 24. Juni 1892 einr einheitliche Tarifliste fuer Textilarbeiter aufgestellt. Sie blieb
mit ihren Abaenderungen und Nachtraegen bis 1935 in Kraft, als
sie von einer rechtsgueltigen Einheitsliste ersetzt wurde. Versuche, diese Tarife als rechtsgueltig und allgemeinverbindlich
erklaeren zu lassen, lassen sich bis ins Jahr 1898 zurueckverfolgen, als im Generalrat eine Resolution gefasst wurde, in der
man ein Parlamentsgesetz forderte, das es als ungesetzlich erklaerte, wenn irgend ein Unternehmer oder mehrere Unternehmer
niedrigere Loehne zahlten, als sie zwischen den Arbeitgeberund Arbeitnehmer-Organisationen vereinbart waren.
In zunehmendem Masse interessierte sich die Arbeiterschaft
fuer die Fragen der Gesetzgebung.
Der Generalrat diskutierte
im September 1900 die Frage einer Arbeitervertretung im Parlament. Man entschloss sich jedoch, diese Idee nicht zu verwirklichen. In der Frage der Kinderarbeit herrschten d&amp;mals unter
den Arbeitern selbst noch grosse Meinungsverschiedenheiten. Im
Jahre 1900 wurde zugunsten des freien Sonnabend-Nachmittags eine
lebhafte Agitation durchgefuehrt.
Dieser fortschrittliche Gedanke konnte jedoch erst im Januar 1902 durch das Betriebsgesetz
(Factory Act) von 1901 verwirklicht werden, in dem die woechentliche Arbeitszeit auf 55 1/2 Stunden festgesetzt wurde. Diese
Regelung blieb von 1902 bis 1919 gueltig.

- 11

�In den ersten Jahren dieses Jahrhunderts herrschte unter
den Textilarbeitern grosse Empoerung ueber das sogenannte "slate
System** (System des Schwarzen Bretts). Es war eine heimtueokische Methode, die Arbeiter durch die Bekanntgabe ihrer Loehne
an einem schwarzen Brett im Betrieb gegenseitig anzutreiben.
Aus der Zeit von 1901 bis 1903 wird von zahlreichen Selbstmorden
unter den Textilarbeitern berichtet, die auf die Schwarze-BrettMethode zurueckzufuehren sind.
In den Jahren 1905 und 1906 erlitt die TextilarbeiterGewerkschaft einen schweren Schlag, als sie drei ihrer wertvollsten Maenner verlor. Es waren der Sekretaer W. H. Wilkinson,
der Praesident David Holmes und Joshua Barrows, der als Agent
und Organisator taetig war. Zum Andenken an die drei verstorbenen Funktionaere wurden am Ruskin College in Oxford Stipendien
gestiftet. D.J. Shackleton, das spaetere Parlamentsmitglied, ,
wurde zum Praesidenten und Joseph Cross zum Sekretaer ernannt.
Von besonderer Bedeutung in der Geschichte der Textilarbeiter-Gewerkschaft wurden die Jahre 1907 und 1908, in denen langwierige Verhandlungen gefuehrt wurden, die zur Aufstellung gemeinsamer Richtlinien zur Beilegung von Streitigkeiten fuehrten.
Nach mehreren misslungenen Versuchen wurde eine endgueltige Vereinbarung getroffen; die gemeinsamen Richtlinien traten mit dem
1. Januar 1909 in Kraft. Sie bildeten die praktische Grundlage
der gemeinsamen Auffassung ueber die Wechselbeziehungen zwischen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer und sind seit der damaligen Zeit
bis heute befolgt worden.
Die Textilarbeiter-Gewerkschaft war durch eine grosse Zahl
nicht-gewerkschaftlich organisierter Arbeiter, denen all das
automatisch zugute kam, was sich die Gewerkschaftsmitglieder
mit so viel Muehe erkaempft haben, stark behindert. Im Dezember 1911 fand eine zwei-woechige Aussperrung statt, und fast
400.000 V/ebstuehle standen still, weil es in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten zwischen Unternehmemund Gewerkschaften
gab. Ein anderes Problem, das den Textilarbeitern jahrelang
Schwierigkeiten bereitete, war die Bestrafung von Arbeitern
durch die Unternehmer. Euer die Herstellung angeblich fehlerhaften Tuches wurden Lohnabzuege vorgenommen.
Abordnungen des parlamentarischen Ausschusses des britischen
Gewerkschaftsbundes (Trade Union Gongress) wurden im Jahre 1912
in dieser Frage beim Innenminister vorstellig, ohne jedoch eine
Regelung erlangen zu koennen. In den folgenden Jahren klagte die
Textilarbeiter-Gewerkschaft unter grossem Zeit- und Geldaufwand
vor den Gerichten, um die Beseitigung dieser ungerechten Strafen
zu erzielen.
Im Jahre 1913 kam ein sehr wesentliches Gesetz zustande.
Es war das sogenannte "Gewerkschaftsgesetz" (Trade Union Act),
durch das der tatsaechlich unbefriedigenden Lage ein Ende bereitet wurde. Dieses Gesetz behinderte die Gewerkschaften in ihren
Bemuehungen, Vertretungen im Parlament zu erlangen. Das Gesetz
von 1913 gestattete die Erhebung von Abgaben fuer politische
Zwecke, wobei dieser Fonds unter Zugrundelegung verschiedener
politischer Grundsaetze zu verwalten war. In einer Abhandlung
ueber dieses neue Gesetz erklaerte der damalige Gewerkschaftssekretaer J. Cross in seinem Jahresbericht:
"In dieser Zeit ist es unbedingt notwendig, dass sich der
Arbeiter unmittelbar
an der Politik beteiligt und dafuer sorgt,
dass seine T.'.ruensche von den Gesetzgebern beruecksichtigt werden.
Das beste Mittel, dieses Ziel zu erreichen, ist eine Vertretung
der Arbeiterpartei im Unterhaus.

- 12 -

�"Es ist anerkennenswert, dass die Mitglieder der Gewerkschaften durch ihre Abstimmung ihre Absicht so deutlich zum
Ausdruck gebracht haben, sich in Zukunft an der Gesetzgebung
des Landes zu beteiligen, und zwar dadurch, dass sie eine Arbeiterpartei unterstuetzen, die ihre Vertreter in das Parlament entsenden will."
Auch vor 1913 waren die Textilarbeiter-Gewerkschaften an
sozialen und legislativen Fragen stark interessiert. Hierbei
soielte besonders jene Organisation eine Rolle, die als "United
Textile Factory Workers• Association" (Vereinigte TextilarbeiterGewerkschaft) bekannt und im Jahre 1890 gegruendet war. Diese
Gewerkschaft, die sich aus den wichtigsten Verbaenden in allen
Zweigen der Textilindustrie in Lancashire zusammensetzte, hat
seit ihrer Gruendung hoechst wertvolle Arbeit geleistet.
In neuerer Zeit hat sie die Wahl verschiedener Parlamentsmitglieder ermoeglicht, die den Textilarbeitern im besonderen
und der britischen Gewerkschaftsbewegung im allgemeinen die
groessten Dienste erwiesen haben.
Waehrend des 1. Weltkrieges nahm die Textilarbeiter-Gewerkschaft die Interessen ihrer Mitglieder wahr und verhandelte in
Verbindung mit anderen Gewerkschaften der Textilindustrie ueber
Lohnerhoehungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Die
Verhaeltnisse in der Industrie litten jedoch unter zahlreichen
Misstaenden, und es gab immer wieder lange Krisenzeiten der
Arbeitslosigkeit.
Die Erwerbslosigkeit stellte nach dem Kriege
ein sehr ernstes Problem dar.
Durch einen drei-woechigen Streik im Jahre 1919 konnte
die 48-Stundenwoche sichergestellt werden. Dies war ein grosser
Fortschritt und fuer die Mitglieder eine wirkliche Genugtuung.
Noch mehrere Nachkriegs jähre hindurch blieben die Verhaeltnisse in der Textilindustrie ungeklaert. 1922 verursachte eine
drei-woechige Aussperrung der Organisation Unkosten in Hoehe von
207.000 Pfund Sterling. 1926 wurde die Textilarbeiter-Gewerkschaft
durch den Generalstreik betroffen; zur Unterstuetzung der Bergleute stellte sie 30.000 Pfund Sterling zur Verfuegung. Die Verpflichtungen gegenueber den eigenen Mitgliedern beliefen sich auf
fast 54.000 Pfund Sterling. Die Unternehmer versuchten auch weiterhin, den Lohnstandard zu senken. Im Jahre 1929 wurde daraufhin
erneut die Arbeit eingestellt. Mehr als 178.000 Pfund Sterling
an Unterstuetzungen hatte die Organisation damals an die Streikenden zu zahlen. Besonders gross war die Erbitterung im Jahre
1931, als die Unternehmer, vor allem die Webereien von Burnley,
den Versuch machten, an den gewoehnlichen, nicht-automatischen
"/ebstuehlen von Lancashire ein System einzufuehren, nach dem ein
'"feber mehrere V/ebstuehle zu bedienen gehabt haette. Die Arbeiter
widersetzten sich diesen Versuchen; ein Streik in neun Webereien
von Burnley fuehrte zu einer Aussperrung fuer die Textilarbeiter
der ganzen Stadt und spaeter fuer die des ganzen Bezirks. Im
folgenden Jahr verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den
Arbeitgebern und Arbeitnehmern betraechtlich. Die Unternehmer
hielten sich nicht mehr an gemeinsam getroffene Vereinbarungen,
nahmen willkuerliche Lohnkuerzungen vor und weigerten sich, Arbeiter, die gestreikt hatten, wieder einzustellen. Dann erklaerte
der Arbeitgeberverband dieses Bezirks saemtliche zuvor abgeschlossenen Vertraege fuer ungueltig - das Resultat war ein Streik im
ganzen Bezirk. Der Leiter der Vermittlungsabteilung im britischen
Arbeitsministerium wurde entsandt, um den Vorsitz bei den Verhandlungen zu fuehren, die inzwischen beruehmt geworden sind.
Durch sein Eingreifen wurde dieser Streik beendet, nachdem er
die Gewerkschaft ueber 355.800 Pfund Sterling gekostet hatte.

13

�Der Erfolg dieser gemeinsamen Besprechungen, die eine Woche
andauerten, bestand darin, dass ein Abkommen getroffen wurde,
das hoechstwahrscheinlich als das bedeutendste in d«r gesamten
Textilindustrie von Lanoashire anzusprechen ist: das "Midland
Agreement". Durch dieses Abkommen wurde der Geltungsbereich der
gemeinsamen Bestimmungen ueber Streitigkeiten erweitert und die
Bildung eines Vermittlungsausschusses unter unabhaengigem Vorsitz vorgesehen.
Wie im 1. Weltkrieg wurde die Gewerkschaft auch im 2. Weltkrieg schwer mitgenommen. Fast 50 # der Webereien dieser Industrie wurden "zusammengelegt", um hierdurch Facharbeiter fuer
kriegswichtige Aufgaben in Maschinen- und Flugzeugfabriken freizubekommen. Dadurch entstanden zahlreiche Probleme, und an die
Mitglieder der Textilarbeiter-Gewerkschaft wurden grosse Anforderungen gestellt. Man bemuehte sich waehrend des Krieges durch
ein gemeinsames Abkommen, in dem die Lohntarife mit dem Lebenshaltungskosten-Index des Arbeitsministeriums gekoppelt wurden,
die Loehne in der Textilindustrie zu stabilisieren. Durch das
Inkrafttreten dieses Abkommens wurden viele Streitigkeiten
vermieden.
Nach dem Kriege tauchten andere Probleme auf. Die Industrie
bemuehte sich, zahlreiche neue Arbeitskraefte heranzuziehen, und
im Jahre 1946 fanden, hauptsaechllch um die Textilindustrie neuen
Arbeitern schmackhafter zu machen, gemeinsame Besprechungen statt,
die mit der Einfuehrung der 45-Stundenwoche endeten. Das bedeutete
Neun-Stunden-Tage, aber nur fuenf Arbeitstage in der Woche und
die Aussetzung der Arbeit am Sonnabend Vormittag.
Bevor der Bericht ueber die Geschichte der TextilarbeiterGewerkschaft beendet wird, muss noch zu einem oder zwei anderen
Punkten Stellung genommen werden. Wie bereits erwaehnt wurde,
sind dem Ruskin College Stipendien zur Verfuegung gestellt worden. Nach einer Reihe von Jahren hoerte das Interesse der Gewerkschaft fuer dieses Institut jedoch auf. 1923 wurde beschlossen, die Ruskin Stipendien durch Freistellen an Sommerschulen
zu ersetzen, die sich fuer eine grosse Anzahl Mitglieder als sehr
wertvoll erwiesen haben. Die Arbeiterbildungsvereinigung nimmt
die Verteilung dieser Freistellen vor und Jahr fuer Jahr koennen
zwoelf Studenten an den Sommerschulen der Bangor-Universitaet in
Nord-Wales zwei Wochen lang teilnehmen. Bis jetzt haben etwa
300 Mitglieder von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht.
Die Textilarbeitergewerkschaft besitzt ein eigenes Erholungsheim in der Naehe von Blackpool. Dieses Heim wurde zum Andenken
an den frueheren Sekretaer Joseph Cross erbaut. Die Baukosten
beliefen sich auf ueber 106.000 Pfund Sterling. Es wurde 1931
eroeffnet, und Tausende von Mitgliedern der Gewerkschaft, denen
diese Einrichtung bereits zugutekam, wissen ihren Wert zu schaetzen.
Die Mitgliederzahl der Textilarbeiter-Gewerkschaft stieg von
1848 an staendig und erreichte im Jahre 1921 mit 224.000 Organisierten ihren hoechsten Stand.
Seit jener Zeit sind verschiedene
Ereignisse eingetreten, die die Gewerkschaftsmitglieder vor
schwere Proben gestellt haben, wie z.B. die lange Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit, die in den Jahren zwischen den
beiden Kriegen herrschte, sowie die aeusserst drastisch durchgefuehrte Zusammenlegung der Industrie von Lancashire im Verlauf
des 2. Weltkrieges.

- 14 -

�In harter, besonders organisatorischer, Arbeit erholt sich
die Gewerkschaft der Textilarbeiter langsam wieder. Die Mitgliederzahl liegt augenblicklich um 80.000, was ungefaehr 80 K, der
potentiellen Staerke darstellt.
Es muss noch viel getan werden. Die Wirtschaftslage des
Landes zwingt die Industrie, Rationalisierung und Modernisierung
aktiv voranzutreiben. Die Notwendigkeit, Ueberholtes auszuschalten und alte Ideen aufzugeben, wird Immer groesser.
Die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind als harmonisch anzusprechen. Ein neuer Rat der Baumwollindustrie (Cotton Council) wird gerade gebildet, der die
wertvolle Arbeit, die von dem Baumwollbuero (Cotton Board) noch
geleistet wird, weiterfuehren und ausdehnen soll. Die Tariflisten werden sowohl in den Spinnereien als auch in den Fertigungsbetrieben ueberprueft und ueberholt. Die TextilarbeiterGewerkschaften in anderen Laendern duerfen ueberzeugt sein, dass
sioh die Textilarbeiter-Gewerkschaft von Lancashire der Notwendigkeit bewusst ist, eine wirksame und tatkraeftige Organisation
sein zu muessen, um die zahlreichen Probleme, die ihr gestellt
werden, wirksam und gerecht loesen zu koennen.
The

American Federationist
VII/50

OESTERREICH UND DAS ERP
Dem kuerzlich veroeffentlichten offiziellen Bericht der
oesterreichischen Regierung ("Oesterreich und dös ERP, Erstes
Vierteljahr 1950") zufolge sind in diesem Land Arbeitslosigkeit
und Lebenshaltungskosten in den ersten drei Monaten des Jahres
1950 erheblich zurueckgegangen.
Die Gesamtzahl der Erwerbslosen in Oesterreich hatte Mitte
Februar 195.000 - 9,6 # der Erwerbsbevoelkerung erreicht; sie ist
gegen Ende April jedoch auf 75.000 = 5,9 # gesunken.
Obwohl der Index der Grosshandelspreise im ersten Vierteljahr
um 6 % anstieg, waren die Lebenshaltungskosten fuer eine vierkoepfige Arbeiterfamilie in Wien um 5 % niedriger. Dies ist
hauptsaechlich auf das Absinken der Lebensmittelpreise zurueckzufuehren.
In der 72 Seiten umfassenden Abhandlung wird von einer allgemeinen wirtschaftlichen Verbesserung gesprochen und festgestellt,
"dass alle wesentlichen wirtschaftlichen Verbesserungen in Oesterreich seit dem zweiten Quartal des Jahres 1948 nur durch die
ERP-Hilfe moeglich gewesen seien - selbst da, wo eine Ueberpruefung der Vergangenheit zeigt, dass die Erfolge teilweise ohne fremde •
Hilfe erzielt werden konnten."
In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass das WiederaufbauProgramm des Landes nicht mehr unter dem Vorzeichen der Not, sondern unter dem der direkten Investierungen stehe. So ist der Anteil der wichtigsten Importwaren an der Gesamtzahl der ERP-Bewilligungen fuer Oesterreich von 9 $&gt; im zweiten Quartal 1948 auf 23,3 #
im ersten Quartal 1950 angestiegen. Gleichzeitig ging der Prozentsatz der Lebensmitteleinfuhren von 61,9 # auf 52,1 % zurueck.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VI1/6/50

15

�HOLLASNDISCHE GEWERKSCHAFT ZUM MARSCHALL-PLAN
Eine hollaendische Gewerkschaft veroeffentlichte einen Bericht,
in dem die Erfolge des Marshall-Plans beschrieben sind und die gegen ihn gerichtete sowjetische Propaganda abgewiesen wird. Der
Bericht, der den Titel "Zwei Jahre Mö^shall-Plan" traegt, wurde
von der Allgemeinen Holla'endi sehen Bauarbeiter-Gewerkschaft veroeff entlicht. Es wird darin betont, dass der Marshall-Plan
hoechstwahrscheinlich in den beiden ersten Jahren die in ihn gesetzten Hoffnungen erfuellt habe. Ohne die Hilfe dieses Planes,
erklaert die Gewerkschaft, "haetten wir mit Massenarbeitslosigkeit
rechnen und zugleich fuer die Zukunft das Schlimmste befuerchten
muessen. Ausserdem waeren die Lebensmittelzuteilungen Anfang 1949
um 20 &lt;% geringer gewesen, als sie es tatsaechlich waren."
In dem Bericht werden dann die wesentlichen Fortschritte angefuehrt, die dem Europahilfsprogramm zu verdanken seien:
1.

Die Produktion ist in allen Teilnehmerstaaten um
durchschnittlich 22 % gestiegen.

2.

Die Fertigungsindustrien stehen mit einer Erhoehung
der Produktion um 30 $ an der Spitze.

3.

In den Grundstoffindustrien ist die Produktion um
25 % gesteigert worden und liegt damit um 15 # ueber
dem Vorkriegsstand.

4.

Die landwirtschaftliche Produktion ist auf einigen
Gebieten um 46 % in die Hoehe gegangen, sie koennte
jedoch noch hoeher getrieben werden und den Stand
von 1938 ueberbieten.

In der Veroeffentlichung wird gleichfalls zu Missverstaendnissen
in einzelnen Fragen des Marshall-Plans Stellung genommen und erklaert: "Es ist tatsaechlich etwas schwierig,um zu verstehen, warum
das amerikanische Volk bereit ist, einen Teil seiner Prosuktion
an Europa abzugeben, ohne dass sie bezahlt werden muesste. Kein
vsrstaendiger Amerikaner wird behaupten, da3S diese Hilfe fuer
Europa nur ein Akt der Naechstenliebe sei. Aber fuer die amerikanische Regierung ist ein wirtschaftlich gesundes Europa deshalb
besonders wichtig, weil Friede und Fortschritt in der V.Telt und
damit auch in Amerika bedroht waeren, wenn Europa wirtschaftlich
nicht auf festen Fuessen stuende.
Die Veroeffentlichung enthaelt einen lueckenlosen Bericht
ueber die Geschichte des Marshall-Plans, angefangen von der historischen Rede General Marshalls in Harvard im Juni 1947, der Weigerung Sowjet-Russlands, sich zu beteiligen, und den fortwaehrenden
sowjetischen Versuchen, den Plan zu sabotieren.
Die Gewerkschaft weist in dem Bericht die Behauptung der
kommunistischen Presse zurueck, dass Amerika durch den MarshallPlan seine ueberschuessigen Fertigprodukte loswerden wolle, die
"fuer Europa ueberfluessig" seien. An Hand von statistischen
Angaben wird die Unrichtigkeit dieser Behauptung bewiesen. Der
groesste Teil des unter dem Marshall-Plan gelieferten Materials
besteht aus Maschinen, Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Hilfsmitteln fuer die Fertigindustrie und die Landwirtschaft - ist also
absolut notwendig fuer die Neuausruestung der hollaendischen Industrie und der Erhaltung des Lebensstandards in ernaehrungstechni3Cher Hinsicht.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VII/3/50
- 16 Office of Labor AffairB
APO 757

OFFICIAL
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�Internationale

ÄRBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 23

Frankfurt, 11. August 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
600 000 Arbeiter in der franzoesischen Baumwollindustrie - - - - - - - - - - - - - 1
Vorschlaege des Kanadischen Gewerkschaftsbundes zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit 2
Mitgliedszahlen Kollaendischer Gewerkschaften 3
Dubinsky zur Rolle des. IBFG
3
Das Problem der Vereinigung der Gewerkschaften
Amerikas - - - - - - - - - - - - - - - 4
Die internationalen Berufssekretariate - - 8
Ein amerikanisches Kongressmitglied nimmt zum
Punkt-Vier-Programm Stellung - - - - - n
Zusammenschluss der freien Gewerkschaften
Italiens - - - - - - - - - - - - - - - 13
Gewerkschaften Amerikas unterstuetzen Trumans
Mobilisierungsplan - - - - - - - - - - 14
Bevins Gewerkschaft besitzt Fonds fuer politische Zwecke
Hilfe fuer Indien
16

600 000 ARBEITER IN DER FRANZ 0ESISCH3N BAUL'W OLL INDUS TR IE
Heute sind insgesamt etwa 600 000 Arbeiter direkt oder indirekt
fuer die franzoesische Baumwollindustrie taetig. Diese Industrie
hat durch die Marshallplan-Lieferungen fast ihre alte Kapazitaet
wiedergewonnen. 290 Spinnereien arbeiten auf vollen Touren, 40%
der Gesamterzeugung wird exportiert, um dadurch Frankreichs Handelsbilanz zu verbessern und gleichzeitig Devisen zu sohaffen.
Die Verhaeltnisse in der Baumwollindustrie sind wesentlich anders als zu jener Zeit nach dem Ende des Krieges. Die Rohmateriallager waren gepluendert, die meisten Fabriken waren zerstoert, beschaedigt oder ruiniert.
Dann kam aus den Vereinigten Staaten Hilfsmaterial, es kamen
neue Ausruestungen und Hunderte von Tonnen Baumwolle.
Noch staerkere Hilfe wurde durch die Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit geleistet. Waehrend des Rechnungsjahres
- 1-

�1949/50 wurden ECA-Kredite in Hoehe von 128 Millionen Dollar bereitgestellt, damit Baumwolle eingekauft werden konnte. Weitere drei
Millionen wurden fuer den Ankauf von Ausruestungsmaterial bereitgestellt. Die franzoesische Industrie erwartet jetzt die Aera der
freien Konvertierbarkeit der Waehrungen und des freien Handels,
zwei Haupterfordernisse der europaeischen wirtschaftlichen Gesundung. Das Verschwinden der Handelsschranken wuerde, so meinen die
Baumwollspinner, sich durchaus zu ihrem Vorteil auswirken.
Inzwischen waren die Hafenarbeiter in Le Havre schwer damit
beschaeftigt, Baumwolle zu entladen, die per Schiff gebracht wurde
und die in den Lagerhaeusern des fuehrenden franzoesischen Baumwollhafens jetzt darbuf wartet, in die Spinnereien transDOrtiert zu
werden. Es sind 191 000 Tonnen Baumwolle, die in Le
Havre im vergangenen Jahr ausgeladen wurden und wovon mehr als 90%
auf grund von ECA-Krediten geliefert wurden.
Labor Information Paris
VORSCHLAEGE DES KANADISCHEN G^VERKSCHAFTSBUNDES ZUR BESEITIGUNG DER
ARBEITSLOSIGKEIT
Eine Delegation des Kanadischen Gewerkschaftsbundes hat unlaengst
die Regierung Kanadas gewarnt, die Gefahren zunehmender Arbeitslosigkeit nicht zu unterschaetzen. Zu gleicher Zeit hat die Delegation
praktische Vorschlaege zur Bekaempfung dieser kritischen Situation
unterbreitet.
Die Denkschrift wurde von A. R. Mosher und Pat Conroy, dem Vorsitzenden und dem Hauptkassierer des 360.000 Mitglieder starken Kanadischen Gewerkschaftsbundes, Premierminister St. Laurent ueberreicht.
In ihr wird festgestellt, dass mehr als 7,4% der erwerbstaetigen Bevoelkerung arbeitslos ist. Von offizieller Seite wird behauptet,
die genaue Ziffer sei 10.4%.
Die Gruende fuer diese Zunahme seien in technischen Faktoren zu
suchen. In der Denkschrift heisst es: "Wenn es uns nicht gelingt,
unseren Lebensstandard so zu heben, dass er mit der Zunahme der Erwerbsbevoelkerung Schritt halten kann, so wird die Arbeitslosigkeit wenn auch mit saisonbedingten Schwankungen - weiterhin ansteigen."
Es ist damit zu rechnen, dass das nationale Einkommen dieses Jahres
nur wenig hoeher als das des Vorjahres sein wird. Der Premierminister schaetzte die voraussichtliche Erhoehung des Nationalproduktes
auf etwas mehr als 1.5%.
"Das ist sicherlich nicht genug, um ein weiteres Ansteigen der
Arbeitslosigkeit zu verhindern. Noch etwas anderes ist erforderlich:
Eine planmaessige Steigerung des Verbrauchs, der staendig unserer
Produktlonskapazitaet angepasst werden muss."
Die Vorschlaege des Kanadischen Gewerkschaftsbundes zur Behebung
der Arbeitslosigkeit sehen folgende Massnahmen vor: 1) Eine Waehrungs- und Finanzpolitik der Regierung, die auf die Erhaltung einer
laufenden Nachfrage nach Industrieproduktion ausgerichtet ist; 2)
Ein umfassendes Programm der sozialen Sicherheit muss die Kaufkraft
erhalten; 3) Vorausschauende Placierung der Industrien muss die
richtige Verteilung der Arbeitskraefte erleichtern; 4) Massnahmen
zur Regulierung saisonbedingter Schwankungen der Beschaeftigungslage;
5) Programme fuer oeffentliche Arbeiten und 6) neue Methoden zur
Erweiterung der Absatzmaerkte in Uebersee und 7) die Einfuehrung
der 40-Stunden Woche.
Die Delegation wies die Behauptung zurueck, dass saisonbedingte
Arbeitslosigkeit eine "normale" Erscheinung sei und erklaerte, wenn
sie in Kriegszeiten unbekannt sei, dann koennte sie auch im Frieden
- 2-

�vermieden werden.
"Einige Aenderungen unserer wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen moegen notwendig sein," heisst es in dem Memorandum.
"Aber diese Einrichtungen sind fuer die Menschen da und nicht die
Menschen fuer die Einrichtungen."
Information Bulletin des
Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften
V/3/50
MITGLIEDSZAHLEN

EOLLAENDISCKER GEWERKSCHAFTEN

Die Mitgliederzahl des Hollaendischen Freien Gewerkschaftsbundes ist seit Januar 1946 um mehr als 50% angestiegen (von 240,000
auf 390,000), wie kuerzllch von der Gewerkschaft berichtet wurde.
Im Hollaendischen Gewerkschaftsbund, der groessten Gewerkschaft
Hollands, sind 29 Organisationen vertreten, von den Metall-, Bau-,
Transport- und Fabrikarbeitern bis zu den Musikern, Theater-Angestellten und landwirtschaftlichen Arbeitern.
Aus den Angaben der Gewerkschaft geht hervor, dass die Mitgliederzahl seit Beendigung des Krieges staendig gewachsen ist. Sie
betrug sieben Monate nach der Befreiung 240,000, ging dann sprungartig in die Hoehe und erreichte am 1. Januar 1947 300,000, am 1.
Januar 1948 330,000, am 1. Januar 1949 365,000, am 1. Januer 1950
381,554 und im Maerz 1950 390,000 Mitglieder.
Arbeitsmitteilungen der ECA
V/19/50
DUBINSKY ZUR ROLLE DES IBFG
In einem interessanten Bericht, der im "Foreign Affairs", der
einflussreichen amerikanischen Vierteljahres-Zeitschrift erschien,
leistet David Dubinsky, der Praesident der Internationalen Damenoberbekleid. angsarbeiter-Gewerkschaft, einen bemerkenswerten Beitrag
zu jenen Prozess der Wiedererneuerung gewerkschaftlicher Grundsaetze,
mit dem sich aktive Gewerkschafter und alle diejenigen, die sich
ernsthaft mit der Gewerkschaftsbewegung befassen, eine Zeitland eingehend beschaeftigt haben.
Nach einem Ueberblick auf die Ereignisse, die zu dem Zerfall
des Weltgewerkschaftsbundes und zur Gruendung»des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften fuehrte, erklaert Dubinsky, dass es ein
Irrtum sei, anzunehmen, letzterer sei nur deshalb entstanden, um
die Luecke auszufuellen, die durch den Zusammenbruch der alten Gewerkschaft sinternationale entstanden war. Dubinsky schreibt der
Neuorientierung der Internationalen Gewerkschaftsbewegung drei Faktoren zu.
Zu allererst sei das deutliche Anwachsen der Gewerkschaftsbewegung zu beachten: In Amerika gibt es gegenwaertig 16 Millionen Gewerkschafter; die britischen Gewerkschaften haben sich eine neue
Machtstellung erobert; die freien Gewerkschaften des demokratischen
Europas sind trotz der grausamen Zerstoerung durch die Nazis wiedererstanden; allein* in Westdeutschland zeehlt der neue Freie Gewerkschaftsbund mehr als 5 Millionen Mitglieder. In Japan sind heute
etwa 6 Millionen Arbeiter gewerkschaftlich organisiert, und das gleiche trifft fuer die uebrigen Gebiete der Welt zu.
"Zweitens," erklaert Dubinsky, "ist diese neue Internationale
von allen ihren Vorgaengern grundverschieden. Die Ziele und Taetig3 -

�keit der europaelschen Gewerkschaften, die zwar sehr bedeutend ist,
bildet nicht ihre Hauptkraftquelle. Die gegenwaertige potentielle
Staerke der neuen Organisation liegt in grossem Masse in der Staerke der Gewerkschaftsbewegung der westlichen Hemisphäre und den
staendig wachsenden Gewerkschaften Asiens und Afrikas begruendet."
Dubinsky sieht eine der ermutigendsten Eigenschaften der Organisation darin, dass die Grossmaechte keinerlei Beherrschung ausueben;
von den 19 Mitgliedern des EiekutivausSchusses kommen 8 aus Laendern
ausserhalb Europas und Nordamerikas, wo die Gewerkschaften gegenwaertig die meisten Mitglieder zaehlen.
Der dritte Faktor, der nach Ansicht Dubinskys die Gruendung
des IBFG ermoeglichte, ist die Tatsache, "dass in den Reihen der
freien Gewerkschaftsbewegung in den letzten Jahren ueber die Grundlagen des Gewerkschaftswesens viel nachgedacht wurde." Eine grosse
Anzahl falscher Propheten sahen eine Spaltung zwischen den nichtsozialistischen, amerikanischen- Gewerkschaften und den sozialistisch
orientierten Gewerkschaften Europas und anderer Gebiete voraus, beovor der Londoner Kongress stattfand. Diese Voraussagen erwiesen
sich als falsch, weil "die amerikanischen Gewerkschafter erkannt
haben, dass die Demarkationslinie, die die Menschen heute sowohl
innerhalb jeder Nation, als auch die Nationen untereinander trennt,
nicht zwischen jenen verlaeuft, die die Regierung als Eigentuemer
einiger Industrien sehen moechten und denen, die diese Industrien
in den Haenden der Privatunternehmer belassen moechten, sondern
zwischen denjenigen, fuer die Menschenrechte, Menschenwuerde und
Freiheit die hoechsten Werte sind. Dieses neue gemeinsame Ziel
stellt die wertvollste Einigung dar, die je unter den Gewerkschaftern Europas, Asiens, Afrikas und Amerikas erzielt wurde."
Dubinsky unterstrich, das* der IBFG jegliche Formen der Diktatur unbedingt ablehnt. Er weist darauf hin, dass mit der Niederlage
des nazistischen Deutschlands "der Moskau-hoerige Kommunismus zur
Hauptgefahr fuer Demokratie und Weltfrieden geworden ist." Eine
militaerische Verteidigung genuege nicht. Die sicherste Garantie
fuer die erfolgreiche Abwehr der totalitaeren Bedrohung sei die
Verwirklichung des Programms des IBFG der politischen Freiheit, sozialen Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Sicherheit. Wirtschaftliche Hilfe fuer die rueckstaendigen Gebiete und volle nationale Unabhaengigkeit fuer die abhaengigen Voelker bilden zusammen mit einer
Gleichschaltung des wirtschaftlichen Lebens der freien Laender in
eine ausgeglichene und gesunde Weltwirtschaft die wesentlichen Massnahmen zur Verteidigung der Demokratie.
"Weil die freie Gewerkschaftsbewegung eine so dynamische Rolle
spielt," schliesst Dubinsky, "greifen die Kommunisten mit solcher
Erbitterung den IBFG an. Die Errichtung dieser neuen Weltorganisation i=st eine kategorische Abkehr von dem Mythos, dass der sowjetische Totalitari3mus eine fortschrittliche Idee sei, oder dass das
kommunistische System die Interessen der internationalen Arbeiterklasse in irgend einer Weise foerdere." Es sei unvermeidbar, dass
der Karanf zwischen dem Weltgewerkschaftsbund und dem IBFG an Haerte
und Erbitterung zunehme, denn beide Organisationen "kaempfen um den
groessten Preis der Welt - die Herzen und Seelen vieler Millionen
von Arbeitern in allen Laendern der Welt."
Information Bulletin des IBFG
V/50
DAS PROBLEM DER VEREINIGUNG DER GEWERKSCHAFTEN AMERIKAS
I
De.? Gedanke der Vereinigung der beiden grossen Gewerkschaftsverbaence stand bei allen muendlichen und schriftlichen Beratungen
- 4

�zwischen AFL und CIO in der Nachkriegszeit immer wieder ia Vordergrund.
Am 6. Dezember 1946 richtete der Vorsitzende des CIO Murray an
die leitenden Funktionaere der AFL und der verschiedenen Eisenbahnerge"werkschaften ein Schreiben, in dem er Grundsaetze ueber die
Einheit der Gewerkschaften vorschlug. Diese Grund3aetze waren umso noetiger, da sich beide Gewerkschaften gegen die erwartete antigewerkschaftliche Taetigkeit des 80. Kongresses verteidigen mussten.
Diese Korrespondenz zwischen den Vorsitzenden Murray und Green wurde
bis zum Maerz 1947 fortgefuehrt, als die Plaene fuer eine Reihe von
Besprechungen zwischen der AFL und dem CIO, die die endgueltige
Vereinigung zum Gegenstand haben sollten, formell fertig waren.
Diese Besprechungen wurden am 1. und 2. Mai 1947 im Hotel Statler in Washington abgehalten. Dies war die vierte Besprechung zwischen den beiden Gewerkschaftsverbaenden, auf der die Vereinigung
behandelt wurde. Fruehere Konferenzen in den Jahren 1937, 1939 und
1941-43 hatten zu keinem Abkommen gefuehrt.
Die Sprecher de3 CIO waren zu jener Zeit der CIO-Vorsitzende
Philip Murray, Walter Reuther, der Vorsitzende des Automobilarbeiterverbandes, der Vorsitzende der Vereinigten Bekleidungsarbeiter von
Amerika Jacob S. Potofsky, Emil Rieve, der Vorsitzende der Textilarbeitergewerkschaft von Amerika und Albert J. Fitzgerald, der Vorsitzende der Vereinigten Elektro-, Radio und Meschinenarbeiter, eine
Gewerkschaft, die zu jener Zeit dem CIO angeschlossen war.
Die Delegation der AFL bestand aus dem AFL-Vorsitzenden Green,
dem Generalsekretaer George Meany. dem Vorsitzenden John L. Lewis
von der Bergarbeitergewerkschaft (jetzt nicht mehr angeschlossen),
Daniel Tobin, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Fahrer, und
William Hutcheson von der Gewerkschaft der Zimmerleute.
Der Vorschlag des CIO auf dieser Konferenz umfasste vier Punkte:
1. Der antigewerkschaftlichen Gesetzgebung gemeinsam entgegenzuwirken.
2. Ein Abkommen zu treffen, um Zustaendigkeitsstreitigkeiten
unmoeglich zu machen und gegenseitige Uebergriffe und Boykotte
zu verhindern.
3. In der vereinigten Gewerkschaftsbewegung die Grundsaetze
der Industrieverbaende und die autonomen Rechte Internationaler
Gewerkschaften anzuerkennen und ein wirksames Instrument der
Gewerkschaften fuer die erforderlichen politischen Aktionen zu
schaffen.
4. Die Moeglichkeiten zur Ausschaltung von Zustaendigkeitsstreitigkeiten zu untersuchen und gemeinsame Programme vorzubereiten.
Die AFL schlug vor:
1. Dass sich die verschiedenen Gewerkschaften des CIO einfach
der AFL angliederten, wie es die Bergarbeitergewerkschaft bereits getan hatte.
2. Dass dieser "Zusammenschluss" bis zur Oktoberkonvention der
AFL vollzogen wird und Delegierte saemtlicher Gewerkschaften an
dieser Konvention teilnehmen sollten.
3. Dass das gemeinsame Komitee weiterhin zusammentreten sollte,
um sich mit Einzelheiten zu befassen und die gemeinsamen gewerk- 5-

�schaftlichen Bemuehungen auf wirtschaftlichem und gesetzgeberischem Gebiet zu koordinieren.
Die beiden Komitees trennten sich nach zweitaegigen Verhandlungen, da sie keine Einigung ueber die beiden Vorschlaege erzielen
konnten. Sie gaben jedoch eine gemeinsame Erklaerung ab, in der
sie die einmuetige Meinung zum Ausdruck brachten, dass "die organische Einheit innerhalb der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung hergestellt werden soll." In dieser Erklaerung hiess es weiter, dass
die beiden Gruppen "sich fuer die Verwirklichung dieses gemeinsamen
Zieles einsetzen wuerden. Inzwischen wuerden sie ihre Bemuehungen
fortsetzen, die Annahme gewerkschaftsfeindlicher Gesetze zu verhindern, die von dem Kongress der Vereinigten Staaten zur Zeit in Erwaegung gezogen seien."
II
Damit endeten die Besprechungen, die der Vereinigung dienen
sollten, im Jahre 1947 ohne Ergebnis; diese Frage blieb jedoch auch
weiterhin staendigen Untersuchungen unterworfen.
Auf dem CIO Kongress, der im Jahre 1947 in Boston stattfand,
sorach man von "dem vernichtenden Angriff, den das Kapital gegen
die Gewerkschaften fuehre," und von der Notwendigkeit, "die fortschrittlichen Kraefte der Nation zur wirksamen wirtschaftlichen und
politischen Taetigkeit in den einzelstaatlichen und Ortsgewerkschaften zu organisieren."
In der gleichen Resolution wurde der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, "dass eine vereinigte Gewerkschaftsbewegung notwendig und
moeglich ist.... wir glauben in aller Aufrichtigkeit, dass eine gemeinsame Aktion innerhalb der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
die uns gestellte Aufgabe erfuellen kann, die Beseitigung aller
nichtswuerdigen antigewerkschaftlichen Gesetze zu erzwingen. Wir
werden unermuedlich fuer diese Ziele arbeiten.... um zur Verwirklichung der Einheit in der Gewerkschaftsbewegung beizutragen und das
Volk gegen die Kraefte der Reaktion zu vereinigen. Der CIO ist bereit, mit anderen Gewerkschaften gemeinsame Abkommen zu treffen, damit jegliche Zustaendigkeitskonflikte verhindert und die Organisationsstatuten gegenseitig respektiert werden."
Tatsaechlich haben eine Reihe Gewerkschaften des CIO derartige
formelle und nichtformelle Einvernehmen mit Gewerkschaften der AFL
zu3töndegebracht. Als Beispiel hierfuer kann der Vertrag gelten, den
die Automobilarbeitergewerkschaft des CIO mit dem unabhaengigen Internationalen Metallarbeiterverband abgeschlossen hat, in dem bestimmt
war, da3s keine der beiden Gewerkschaften versucht, Mitglieder der
anderen Organisation fuer sich zu werben.
III
Am 15. Dezember 1948 richtete der Vorsitzende Murray erneut ein
Schreiben, das Vorschlaere zur Vereinigung enthielt, an den Vorsitzenden der AFL William Green und die leitenden Funktionaere der Einsnbahnergewerkschaft. In diesem Schreiben, das etwa einen Monat
nach den Wahlen des Jahres 1948 verfasst wurde, wird eine enge Zusammenarbeit saemtlicher groesserer Gewerkschaftsgruppen vorgeschlagen, um ein Gesetzgebungsprogramm des Neuen Plans im Jahre 1949 verwirklichen zu helfen. Murray erklaerte: "Sowohl der CIO als auch
die AFL sind sich im wesentlichen darueber einig, dass sie das Programm der Gesetzgebung unterstuetzen muessen, das vcn Praesident Truman und seiner Regierung angekuendigt wurde. Das gleiche trifft fuer
die Gewerkschaften der Eisenbahner zu."
Die AFL lehnte zu jener Zeit den Vorschlag des CIO zur gemein~amen Handlung ab.
- 6-

�Murrays Schreiben stellte in gewissem Sinne die Zusammenfassung
einer Rede dar, die er vor der Schlussitzung des CIO Kongresses 194S
in Portland (Oregon) gehalten hatte. In dieser Rede sagte er:
"Der CIO ist bereit, mit Vertretern der AFL zusammenzutreten, um
Plaene sozialer, wirtschaftlicher und politischer Natur zu eroertern, die das amerikanische Volk vorwaertsbringen koennen. Wir
schlagen vor, wenn es irgend moeglich ist, ein System der Zusammenarbeit nicht nur mit dieser Organisation, sondern mit allen anderen Gewerkschaftsorganisationen in den Vereinigten Staaten zu entwickeln, um gemeinsam an der Verwirklichung unserer Ziele zu arbeiten."
IV
In den folgenden Jahren trat der Wunsch nach der Vereinigung
der Gewerkschaften auf einzelsttatlicher und oertlicher Ebene immer
deutlicher zutage. Waehrend der Streiks der Berg-, Stahl- und Automobilarbeiter im Jahre 1949 leistete man sich gegenseitige Hilfe
und Unterstuetzung - gewoehnlich durch Geldspenden, Darlehen fuer
Streikfonds und auch legalen Beistand, wo dies moeglich und zweckmaessig war.
Zur gleichen Zeit - die Wahlen des Jahres 1948 standen vor der
Tuer - machte sich in zunehmendem Masse der Gedanke der Einheit
der Aktion in den oertlichen und einzelstaatliohen Gewerkschaften
des CIO, der AFL, der Eisenbahnergewerkschaft und anderer unabhaengiger Gewerkschaften bemerkbar. Das nationale Buero des CIO ist im
Besitz zahlreicher Berichte ueber Beratungen und Resolutionen, die
die Betaetigung auf dem Gebiete der Gesetzgebung in Staaten und
Staedten, der Streikunterstuetzung und politischen Aktion fordern.
Die Taetigkeit auf dem politischen Gebiet kam dedurch zum Ausdruck,
dass Joseph Keenan, der Direktor der Gewerkschaftlichen Vereinigung
der AFL fuer Politische Erziehung, auf der Nationalen CIO-Konferenz
der Politischen Aktion, die am 16. Juni 1950 in Washington stattfand, anwesend war und hier eine Rede ueber dieses Thema hielt.
In diesem Jahre beschaeftigen sich bereits ueber 30 einzelstaatliche oder oertliche Gewerkschaftskomitees gemeinsam mit wichtigen politischen Fragen und den Problemen der Gesetzgebung.
V
Ein weiterer Gesichtspunkt der Tendenz der Vereinigung der
Gewerkschaften bildete sich auf dem Gebiet der internationalen Angelegenheiten heraus. Diese Tendenz kam in Verbindung mit den Plaenen fuer eine neue WeltgewerkschaftsOrganisation zustande, des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften, der auf der internationalen Konferenz in London Ende November 1949 gegruendet wurde.
Plaene zum Anschluss der AFL und des CIO an diese neue Organisation wurden in gemeinsamen Besprechungen, die am 28. April 1949
in Washington stattfanden, entworfen. Die naechste Ausgabe der
Zeitschrift "CIO Nachrichten" berichtete bereits, dass die "Besprechung in freundschaftlichem Geist" verlaufen und in mehreren
Punkten eine Einigung erzielt worden sei." Hierzu gehoerte u.a.
die Frage der gleichstarken Vertretungen der AFL und des CIO in
verschiedenen exekutiven Koerperschaften und Ausschuessen des neuen IBFG; in den "CIO Nachrichten" wurde ausserdem berichtet, "es
sei vereinbart worden, dass die CIO- und AFL-Delegierten der Kongresse der neuen WeltgewerkschaftsOrganisation bestrebt seien, im
voraus sich untereinander zu beraten, um sich in ihrer Politik einigen zu koennen."

- 7

�VI
Ein Schreiben, das der CIO-Vorsitzende Murray am 4. April
1950 an den AFL-Vorsitzenden Green, die leitenden Funktionaere der
Bergarbeiter-Gewerkschaft, den Internationalen Metallarbeiterverband,
die Gewerkschaft des Zugpersonals, die Gewerkschaft der Lokoniotivfuehrer und die Gewerkschaft der Eisenbahnbediensteten richtete,
ist der juengste Versuch der Vereinigung.
In diesem Brief schlug Murray die Bildung eines gemeinsamen Gewerkschaftskomitees vor, "das sich aus anerkannten Vertretern unserer verschiedenen Organisationen zusammensetzen soll, die befugt
sind, ein gemeinsames Programm zu entwerfen und zu verfolgen. Diesem Komitee muss eine zweifache Aufgabe gestellt werden. Es muss
sofort mit den noetigen Vollmachten ausgestattet werden, um unsere
Bemuehungen in der organisatorischen, legislativen und politischen
Sphaere zu koordinieren. Es muss ausserdem versuchen, die organisatorische Einheit saemtlicher Gewerkschaften in Amerika zu erreichen."
Auf dieses Schreiben Murrays kamen zusagende Antworten vom Vorsitzenden des Internationalen Metallarbeiterverbandes AI Hayes, von
John L. Lewis, dem Vorsitzenden der Bergarbeitergewerkschaft, und
von dem Vorsitzenden W. P. Kennedy von der Gewerkschaft des Zugpersonals.
Der Vorsitzende Green vom AFL erwiderte am 7. April 1950, dass
die Angelegenheit im Exekutivausschuss der AFL am 8. Mai 1950 zur
Sprache gebracht wuerde. Nach dieser Konferenz berichtete er dem
Vorsitzenden üurray: "Der Exekutivausschuss der AFL hat mich ermaechtigt und angewiesen, Ihnen und Ihrer Organisation mitzuteilen,
dass wir gewillt sind, einen Ausschuss zu waehlen, der mit dem gleichen Komitee der CIO ueber die baldige und erfolgreiche Verwirklichung der Vereinigung unserer in Frage kommenden Organisationen auf
dauernder und sicherer Basis konferieren soll."
Green erklaerte, dass die AFL noch immer in erster Linie daran
interessiert sei, die organisatorische Einheit herzustellen, und er
fuegte hinzu: "Wir sind uns voellig einig ueber die Notwendigkeit,
auf allen Gebieten der Gewerkschaftstaetigkeit die Einheit zu erzielen."
In den darauffolgenden Wochen wurden von der AFL und dem CIO
die Komitees ernannt, die weiterhin ueber die Frage der Vereinigung
verhandeln sollen.
Das Konitee des CIO besteht aus: Vorsitzender Murray, Finanz3ekretaer James B. Carey, Vizevorsitzender Allan S. Haywood, Vorsitzender Joseph Curran von der Nationalen Seefahrergewerkscnaft, Vorsitzender Walter Reuther von der Automobilarbeitergewerkschaft, dem
Vorsitzenden der Textilarbeitergewerkschaft Amerikas Emil Rieve, L.
S. Buckmaster, dem Vorsitzenden der Gummiarbeitergewerkschaft und
Frank Rosenblum, dem Finanzsekretaer der Vereinigten Bekleidungsarbeiter von Amerika.
Dem Komitee der AFL gehoeren an: Vorsitzender Green, Vorsitzender Dan Tobin von der Gewerkschaft der Fahrer, der Vorsitzende der
Gewerkschaft der Kesselmacher Charles McGowan und der Vorsitzende der
Gewerkschaft der Elektroarbeiter Daniel Tracey.
Denkschrift der Propaganda-Abteilung des CIO
VII/G/50
DIE INTERNATIONALEN BERU7SSEKR5TARIATE
Die nachstehenden Auszuege sind einem Artikel von Martin Bolle,
dem Generalsekretaer des Internationalen Verbandes der Angestell8 -

�ten im Oeffentlichen und Zivilen Dienst, entnommen, der im Magazin des amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL nThe American
Federationist" veroeffentlicht wurde. Hier wird die Aufgabe
der Internationalen Berufssekretariate geschildert und ihre Arbeit
in der Praxis.
Die Internationalen Berufssekratariate sind internationale Gewerkschaftsorganisationen, die sich aus Laender-Gewerkschaften zusammensetzen, in denen die Arbeiter eines bestLTjnent Berufs- oder
Industriezweiges vertreten sind. Hierzu einige Beispiele:
Dar Internationale Transportarbeiter-Verband, das groesste
bestehende Internatiqnale Berufssekretariat, setzt sich aus den
Laendor-Gewerkschaften der Transportarbeiter (Seeleute, Eisenbahner
usw.) zusammen.
Der Internationale Metallarbeiter-Verband, das zweitgroesste
Internationale Berufssekretariat, besteht aus den Laender-Gewerkschaften, die die Arbeiter der Metall- und Stahl-Berufe vertreten.
Der Internationale Verband der Angestellten im Oeffentlichen
und Zivilen Dienst, das drittgroesste Internationale Berufssekretariat, besteht aus jenen Gewerkschaften, in denen die Arbeitnehmer im
oeffentlichen und zivilen Dienst, wie Regierungsangestellte, staedtische Angestellte, Feuerwehrleute, Arbeitnehmer in Elektrizitaets-,
Gas- und Wasser-V»'erksn usw. organisiert sind. Im ganzen gibt es
19 solcher Internationaler Berufssekretariate, die insgesamt rund
20 Millionen Mitglieder repraesentieren.
Die Internationalen Berufssekretariate sind viel aelter als
die allgemeine internationale Gewerkschaftsbewegung, die vor dem
Krieg durch den Internationalen Gewerkschaftsbund (im Jahre 1913
gegruendet) vertreten wurde und jetzt im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) zusammengefas3t ist.
Der Internationale Verband der Lederarbeiter z.B. wurde im
Jahre 1839 gegruendet, waehrend eine grosse Anzahl anderer Internationaler Berufssekretariate, wie z.B. die Metallarbeiter, Textilarbeiter, Drucker, Tabak- und Transportarbeiter, erst in den 90er
Jahren aufkamen.
Es ist nicht erstaunlich, dass sich zuerst die Gewerkschaften
jener Arbeiter, die in gleichen Industrien und Berufen taetig waren,
der Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit bewusst
wurden. Die Gleichheit ihrer Arbeit und ihrer Interessen war eine
starke Triebkraft zur internationalen Kooperation.
Bereits in der damaligen Zeit empfanden die einzelnen Gewerkschaf tan das Beduerfnis, ihre gemeinsamen Interessen zu besprechen
und Wege zu finden, diese Interessen durch internationale Aussprachen und Beschluesse zu foerdern.
Durch ihre Fuehlungnahme mit Arbeitern und Organisationen in
anderen Laendern erwarben sich die einzelnen Gewerkschaften neue
Kenntnisse, sie erwarben sich zugleich ein groesseres Verstaendnis
und eine breitere Erfahrung,als sie mit der Entwicklung in anderen
Laendern bekannt wurden und die Errungenschaften ihrer Kollegen
in anderen Teilen der Welt kennen lernten.
Sehr oft haben diese Kenntnisse und Erfahrungen es den Gewerkschaften ermoeglicht, in ihrem eigenen Land bessere Arbeit zu leisten. Die Funktionen der Internationalen Berufssekretariate haben,
im grossen gesehen, folgende Arbeitsaufgaben:
- 9-

�1.

Informationsdienst fuer die angeschlossenen Gewerkschaften.

2. Regelmaessiger Meinungs- und Erfahrungs-Austausch ueber die
Arbeit, die die einzelnen angegliederten Gewerkschaften in ihrem
eigenen, besonderen Taetigkeitsbereich verrichten.
3. Wahrnehmung der Interessen der angeschlossenen Gewerkschaften bei internationalen Koerperschaften.
Die Sorge fuer einen regelmaessigen Austausch von Informationen, Meinungen und Erfahrungen unter den angeschlossenen Organisationen und ihrer Mitgliederschaft ist zweifellos eine der Hauptaufgaben
der Internationalen Berufssekretariate. Dieser Austausch wird in
grossem Umfang durch die Veroeffentlichungen der. Internationalen Beruf ssekretariate verwirklicht, die gewoehnlich in vier oder fuenf
Sprachen erscheinen. Abgesehen von diesen Informationsdiensten besteht natuerlich auch ein persoenlicher Kontakt unter den Vertretern
der angeschlossenen Organisationen.
Eine internationale Gewerkschaftsorganisation wuerde ihren
Zweck vollstaendig verfahlen, wenn sie ihren Mitgliedern nicht die
Gelegenheit gaebe, miteinander regelmaessig in persoenlichen Kontakt
zu kommen. Es gibt keine Methode, die besser geeignet waere, das
internationale Verstaendnis und den guten Willen wachzurufen.
Diese persoenliche Fuehlungnahme kam natuerlich nicht durch
die Konferenzen der exekutiven Koerperschaften der internationalen
Organisationen und auch nicht durch die Kongresse, die alle zwei
oder drei Jahre zur Festlegung ihrer Richtlinien abgehalten werden,
allein zustande.
Von vielleicht noch groesserer Bedeutung sind jene Tagungen,
die von den verschiedenen Internationalen Berufssekretariaten in
regelmaessigen Zeitabstaenden fuer die verschiedenen Berufszweige
einberufen werden. Bei solchen Zusammenkuenften ist es einer ziemlich grossen Zahl einfacher Gewerkschaftsmitglieder moeglich, mit
ihren Kollegen aus anderen Laendern zusammenzukommen, um die besonderen Verhaeltnisse und Interessen zu besprechen, die fuer ihren
Beruf oder ihre Industrie bezeichnend sind. Auf solchen Tagungen
werden auch die Moeglichkeiten eroertert, die sich auf internationaler Basis zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den einzelnen
Berufszweigen bieten.
Ein ausserordentlich wichtiger Bestandteil des Aufgabenbereichs
der Internationalen Berufssekretariate ist 4i© Wahrnehmung der Interessen ihrer angeschlossenen Organisationen bei internationalen
Koerperschaften.
Es bestehen eine Reihe solcher Koerperschaften: Die Internationale Arbeitsorganisation, der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, die Welt-Gesundheits- Organisation, die UNESCO usw. Viele Internetionale Berufssekretariate unterhielten waehrend einer Reihe von Jahren Beziehungen zur Internationalen Arbeits-Organisation
(IAO). Einige von ihnen sind vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen anerkannt worden. Diese internationalen Koerperschaften bieten den Internationalen Berufssekretariaten die Moeglichkeit, den Interessen ihrer Mitglieder auf internationaler Ebene
zu dienen. Damit koennen sie mithelfen, die Arbeitsbedingungen und
den Lebensstandard in den rueckstaendigen oder unterentwickelten
^aendern zu verbessern.
Die Zusammenerbeit der Internationalen Berufssekretariate wird
durch ihren Koordinierungssausschuss ermoeglicht, der vor einem Jahr
gebildet wurde. Sie heben ebenfalls vereinbart, mit dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften eng zusammenzuarbeiten.
- 10 -

�Es kann eine durchaus brauchbare Abmachung ueber eine derartige Zusammenarbeit und die Koordinierung gewisser internationaler
Taetigkeiten bei den Beratungen getroffen werden, die zwischen dem
Exekutivausschuss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften
und dem Koordinierungsausschuss der Internationalen Berufssekretariate gefuehrt werden.
Eine derartige Vereinbarung zur Koordinierung zwischen den
Internationalen Berufssekretariaten und dem IBFG wurde auf einer
Konferenz des Exekutivausschusses der letzteren Organisation in
Bruessel getroffen. Die Vereinbarung sieht die gegenseitige Vertretung der betreffendsn Organisationen in ihren Konferenzen und
exekutiven Koerperschaften vor. Die Internationalen Berufssekretariate bewahren ihre Selbstaendigkeit und bilden gleichzeitig mit
dem IBFG eine vereinigte Gewerkschaftsbewegung.
Es muss daran erinnert werden, dass sich von den rund 20
Millionen Mitgliedern der Internationalen Berufssekretariate etwa
zwei Millionen in Laendern oder Gewerkschaften befinden, die dem
IBFG gegenwaertig nicht angeschlossen sind. Die Berufssekretariate sind deshalb der Auffassung, dass sich ihre Zusammenarbeit mit
dem IBFG nicht nur als nutzbringend erweisen wird, sondern dass
sie auch in der Lage sein werden, dieser neuen Organisation bei
der Vergroesserung ihres Einflusses in den verschiedenen Teilen
der Welt tatkraeftig Hilfe zu leisten. Die Internationalen Berufssekretariate betrachten es als ihre Pflicht, das freie Gewerkscheftswesen ueberall und besonders da, wo die Gewerkschaften entweder
noch nicht bestehen oder noch in den Kinderschuhen stecken, foerdern zu helfen. Dies ist nicht nur fuer die Arbeiter jener rueckstaendigen Laender von grosser Bedeutung, sondern auch fuer die
Erhaltung des Lebensstandards der Arbeiter in fortschrittlichen
Laendern.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VII/12/50
EIN AMERIKANISCHES KONGRESSMITGLIED NIMMT ZUM PUNKT-VIER-PROGRAMM
STELLUNG
'Vir geben hier Auszuege aus einer Rede wieder, die John F.
Shelley vor dem Kongress der Vereinigten Staaten ueber das
Punkt-Vier-Programm gehalten hat. Kongressmitglied Shelley,
der ebenfalls Praesident des Kalifornischen Gewerkschaftsbundes ist, sprach sich fuer die Unterstuetzung der rueckstflndigen Geoiete der Welt aus. Seine Ausfuehrungen sind von besonderem Interesse, weil sie die Probleme der Arbeit und der Produktionsleistung beruehren.
Das Punkt-Vier-Programm wird das Tor zu dem umfangreichen
Schatz technischer Errungenschaften unseres eigenen Landes und der
uebrigen industrialisierten Laender oeffnen. Mit einem kuehnen
Schlag wird dieses Programm unsere weitreichenden Kenntnisse und
Erfahrungen auf dem Gebiet der Erziehung, der Gesundheit, der Forschung und der Landwirtschaft jenen Laendern zugaenglich machen,
die diese noch nicht kennen. Dieses Punkt-Vier-Programm wird ihnen helfen, die umfassenden Probleme der industriellen Organisation und der wechselseitigen Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und
Arbeitgeber in der Industrie zu verstehen. Die Vereinigten Staaten,
haben vorgeschlagen,diese Aufgabe selbst zu uebernehmen oder die
Vereinten Nationen und ihre Fachabteilungen damit zu beauftragen.
Diese Abteilungen sind die Organisation fuer Ernaehrung und Landwirtschaft, die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale
Arbeitsorganisation.
- 11 -

�Der grosse staatsmaennische Erfolg des Punkt-Vier-Programms
lie^t darin begruendet, dass ein Mittel geschaffen wird, mit dem
alle Gruppen der Gesellschaft, - Unternehmer, Gewerkschaften, Bauern, Erzieher, Aerzte, usw. - gemeinsam an dem gleichen Ziel arbeiten koennen. Die wirtschaftliche Entwicklung haengt von den
gleichgerichteten Bemuehungen aller dieser Gruppen ab. Wir koennen
von den Banken und ihren Kunden nicht erwarten, dass sie ihr Geld
investieren, wenn keine Facharbeiter vorhanden sind, die ihre Kapitalanlage produktiv gestalten koennen. Wir koennen von Arbeitern
und Bauern nicht verlangen, dass sie fuer die Verwirklichung dieser
Ziele arbeiten, wenn sie fuer ihre Arbeit nicht den gerechten Anteil
erhalten, der sich aus der erhoehten Produktionsleistung ergibt.
Jene Gesichtspunkte des Punkt-Vier-Programms sind besonders
wichtig, die mit der Arbeit in Zusammenhang stehen. '.Vir wissen, dass
die Arbeiter die erste Zielscheibe fuer totalitaere Angriffe sind,
denn die totalitaeren Maechte wissen sehr genau, dass ihnen mit der
Kontrolle ueber und dem Einfluss auf die Arbeiterschaft das maechtige strategische Organ in die Hand gegeben ist, mit der sie das
Chaos schaffen koennen, das ihnen zur Macht verhilft. Unter Anwendung dieser Methode hat der Totalitarismus auf der ganzen Welt gearbeitet: Hitlers Arbeitsfront, Mussolinis Korporationsstaat und
in neuerer Zeit die Neuauflage dieser Methode in der Tschechoslowakei, wo sich die Kommunisten zuerst der Gewerkschaften bemaechtigten,
um dieses unglueckliche Land in ihre Hand spielen zu koennen. Wir
duerfen nicht zulassen, dass sich dieses "Spiel" in den unterentwickelten Gebieten der Welt wiederholt.
Wir muessen dafuer sorgen, dass die Vorteile der wirtschaftlichen
Entwicklung allen Menschen in diesen l&gt;aendern zugutekommen. Das l3t
auch der Kernpunkt und der Zweck und das Ziel des Punkt-Vier-Programms.
Die Hebung des Lebensstandards und der Arbeitsbedingungen, die Steigerung der V-.'uerde der Menschen und die Foerderung der wirtschaftlichen und sozialen Freiheit sind die grundlegenden Ziele des PunktVier- Programms. Aus diesem Grunde muss besonders auf die Gesichtspunkte dieses Programms hingewiesen werden, die mit der Arbeit in
Zusammenhang stehen: Die Menschen davor zu schuetzen, ausgebeutet
zu werden, und dafuer zu 3orgen, dass sie ihren gerechten Anteil
an der erhoehten Produktionsleistung erhalten. Um diesen Kampf erfolgreich fuehren zu koennen, muss entschlossen daran gearbeitet werden, dass der Reichtum, den die Entwicklung der einzelnen Hilfsquellen durch den Aufruf menschlicher Intelligenz und Erfahrung mit
sich bringt, dazu verwendet wird, die Lebens- und Arbeitsbedingungen
der breiten Masse des Volkes zu verbessern.
Es ist klar, dass zwei Hauptfaktoren hiermit Hand in Hand gehen: Erstens muessen die Arbeiter fuer die Fachberufe geschult
werden, die notwendig sind, um die Produktionsleistung steigern zu
koennen. Zweitens, jedoch nicht weniger wichtig, muss den Arbeitern,
Unternehmern und Regierungen der wirtschaftlich unterentwickelten
Laender geholfen werden, den Arbeitsstandard so zu verbessern, dass
die Gewinne allen Menschen zugutekommen. Der Aufbau einer neuen Industrie erfordert neues fachliches Können, auch die Ausdehnung einer
Industrie bedingt neue Methoden der Wechselbeziehungen der Industrie
und neue soziale Anschauungen. Es muss und wird unser Ziel sein,
dafuer zu sorgen, dass dies verwirklicht wird; dass der Fortschritt
in der Industrialisierung wenig entwickelter Gebiete den Bewohnern
in Form einer hoeheren Entlohnung fuer ihre Arbeit, besserer Arbeitsbedingungen und groesseren Wohlstands zugutekommt. Nur auf diese
Weise kann der Kampf gegen den Totalitarismus gewonnen werden.
Durch Unterweisung in modernen Produktionsmethoden am Arbeitsplatz, durch Ausbildung von Lehrlingen, Entwicklung wirksamer Organisationen fuer Arbeitsvermittlung, durch Hebung der Erfahrungen
- 12 -

�auf dem Gebiet der Arbeitsgesetzgebung, der industriellen Gesundheit und Sicherheit, der Arbeiosstatistik, der Beschaeftigung von
Frauen und in der entscheidenden Frage der Wechselbeziehungen in
der Industrie koennen die amerikanische Industrie, die amerikanischen Gewerkschaften und die Experten in unserer Regierung den
wirtschaftlich weniger entwickelten Gebieten helfen, ihre Produktionsleistung zu steigern.
So wie es Methoden und Grundsaetze fuer eine gute Organisation
der Industrie gibt, so gibt es auch gute Methoden und Grundsaetze
fuer die gewerkschaftliche Organisation. Gewerkschaftsorganisationen muessen vor allemfrei, demokratisch und verantwortungsbewusst
sein. Wir haben uns in den vielen Jahren, in denen die arbeitende
Bevoelkerung sich zum Zwecke erfolgreicher TarifVerhandlungen organisierte, zahlreiche Kenntnisse ueber die besten Formen der gewerkschaftlichen Organisation in den Vereinigten Staaten erworben. Wir
koennen unsere iegenen Erfahrungen jenen arbeitenden Menschen als
Grundstock zur Verfuegung stellen, damit sie umso nachdruecklicher
mit ihrer Hilfe ihre eigenen Probleme in Angriff nehmen koennen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VI1/19/50
ZUSANMENSCHLUSi: DUR FREIEN GEWERKSCHAFTEN ITALIENS
Anlaesslich eines grossen Treffens in Rom, auf dem der Zusammen3Chluss der freien italienischen Gewerkschaften gefeiert wurde, wies
Giulio Pastore, der kuerzlich gewaehlte Generalsekretaer der vereinigten nichtkomraunistischen Gewerkschaftsbewegung Italiens, auf die
Notwendigkeit hin, einen umfassenden Produktivitaets-Vorstoss in
Italien einzuleiten.
Eine unuebersehbare ^enge Gewerkschafter fuellte das geraeumige
Adriana-Theater in Rom, als der neugegruendete italienische Gewerkschaftsbund (Confederazione Italiano Sindicati Lavoratori - CISL)
den offiziellen Zusammenschluss aller nichtkommunistischen Gewerkschaften, einschliesslich LCGIL, FIL und mehrerer anderer selbstaendiger Gewerkschaften feierlich beging.
Viertausend Repraesentanten dieser Gewerkschaften waehlten
Guilio Pastore, den ehemaligen Sekretaer des LCGIL, zum Generalsekretaer und ernannten fuenf Fuehrer anderer Gewerkschaften zu Sekretaeren.
In einem historischen Rueckblick berichtete Pastore den Delegierten von dem Kampf um die Errichtung einer starken freien und unabhaengigen Gewerkschaft in Italien, die dem von den Kommunisten beherrschten ICGIL gegenuebergestellt werden konnte, der nach Kriegsende der einzige Landesfrewerkschaftsbund in Italien war. Dabei wies
Pastore darauf hin, dass er mit anderen Gewerkschaftsfuehrern, die
an der Entwicklung eines demokratischen Italiens interessiert seien,
schon bei Beginn dieses Kampfes beschlossen habe, am Marshall-Plan
tatkraeftig mitzuarbeiten und sich an der Bildung der nichtkommunistischen Gewerkschaftsinternationale, dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften, in London gegen Ende vorigen Jahres zu beteiligen.
Pastore unterstrich die Bedeutung, die den Bemuehungen der
Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) und der Organisation fuer die V/irtschaf tliche Zusammenarbeit Europas (OEEC) zukomme,
die Produktionsleistung zu steigern, die Wirtschaftseinheit herzustellen, den freieren Austausch von Arbeitskraeften zu ermoeglichen
und die politische Einheit zu verwirklichen.
—

ii&gt;

—

�In bezug auf die Erhoehung der Produktionsleistung erklaerte
Pastore im einzelnen, wie diese letzten Endes allen Arbeitern zugutekomme. Er betonte, dass eine bessere Verteilung der Gewinne
erforderlich sei, um den Lebensstandard der Arbeiter so zu steigern, wie sie es verdient haben. Er forderte nachdruecklichst den
italienischen Unternehmerverband "ConfIndustrie" auf, fuer eine
gleichmaessi^.ere Besetzung der Betriebsausschuesse und der Tarifverhandlungskomitees zu sorgen.
Pastore sagte, -der CISL sei fuer eine "Reform des Wirtschaftssystems, wobei es erforderlich ist, dass die Gewerkschaften auch in
der Betriebsleitung selbst mitwirken." Er bestaetigte erneut das
uneingeschraenkte Recht der Arbeiter zu streiken, fuegte jedoch
hinzu, dass die neue Organisation gegen jeden Versuch, Streiks fuer
politische Zwecke auszunutzen, ankaempfen werde.
Er versicherte ausserdem den selbstaendigen Gewerkschaften,
dass sie im CISL gleiche Rechte haetten. Er forderte alle Arbeiter
auf, ihre Aufgabe als Gewerkschafter sehr ernst zu nehmen und nicht
zu vergessen, dass die Gewerkschaftsbewegung fuer das Leben der
breiten Masse der italienischen Arbeiter und fuer das Volk selbst
von ausschlaggebender Bedeutung sei. Er forderte weiter die Intensivierung der Mitgliederwerbung, die bereits im Gange ist.
Abschliessend erklaerte Pastore, dass es zu einer Zeit, in
der man versucht, die Arbeiter gegen die Sicherheit ihres eigenen
Landes und womoeglich fuer einen Eroberer zu mobilisieren, es unumgaenglich notwendig sei, dass "die demokratischen Arbeiter von
neuem ihren Glauben und ihre Liebe fuer Italien bestaetigen muessen."
Es wurde betont, dass sich die 1.600.000 Gewerkschaftsmitglieder
des neuen Gewerkschaftsbundes verpflichten, zur Erringung wirtschaftlicher Verbesserungen zugunsten der Arbeiterschaft einen
nichtpolitischen Kurs einzuschlagen.
LCGIL, FIL und die selbstaendigen Gewerkschaften wurden durch
eine Erklaerung offiziell aufgeloest, die von Roberta Guzzaniti
verlesen wurde und daraufhin die offizielle Gruendung des CISL proklamierte. Er sagte: "Der CISL verpflichtet sich, fuer folgende
Ziele zu kaempfen: 1) das Recht auf Arbeit, 2) das Recht auf
soziale Sicherheit, 3) das Recht, an der Gestaltung der '.'Wirtschaftspolitik des Landes teilzunehmen, 4) das Recht auf Sicherheit der
Beschaeftigung, 5) das Recht auf soziale Sicherheit in ihrer umfassendsten Form, 6) das Recht, sich in Gewerkschaften zusammenzuschliessen und jede gewerkschaftliche Taetigkeit frei auszuueben,
wozu auch das Recht des Streiks gehoert, 7) "das Recht der Vertretung und der Anerkennung, um es der Arbeiterschaft zu ermoeglichen,
bei der Formulierung der Sozialpolitik des Landes ihren Einfluas
auszuueben, und 8) das Recht der Gewerkschaften, an der Betriebsleitung und an dem Besitz der Produktionsmittel beteiligt zu sein.
Mach der Wahl Pastores zum Generalsekretaer wurden die folgenden
fuenf Gewerkschafter von den Delegierten zu Sekretaeren ernannt:
Giovanni Canini, Paolo Consoni, Roberto Cuzzaniti, Luigi Morella und
Enrico Parri. Zu Vizesekretaeren wurden gewaehlt: Alberto Caielli,
Dionigi Coppo, Giuseppe Giuffre, Amleto Mantegazza, iinselmo Martoni,
A^nio Claudio Rocchi, Bruno Stroti und Ermanno Trebbi.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VI/8/50
GEWERKSCHAFTEN AMERIKA! UNTERSTUET2EN TRUMANS MOBILISIERUNGSPLAN
Die amerikanischen Gewerkschaften haben Praesident Truraans Forderung von 10 Milliarden Dollar, mit denen die Vereinten Nationen
die Republik S-ued-Korea unterstuetzen sollen, sofort befuerwortet.
- 14 -

�Der Vorsitzende Philip Murray beglueckwuenschte im Namen des
CIO den Praesidenten zu "dem grossen Programm, das er zur Abwehr
des kommunistischen Angriffs auf den V/eltfrieden in Korea und zur
Staerkung der Verteidigung der Nationen gegen alle internationalen
Bedrohungen des Friedens vorgeschlagen hat.n
Murray erkläerte, dass der CIO nicht nur die 10 Milliarden
Forderung, sondern auch die Vorschlaege zur Kontrolle der industriellen Produktion und Einrichtungen sowie des Verbraucherkredits
unterstuetze. "Das amerikanische Volk muss den Anforderungen, die
mit der unvermeidlichen Erhcehung der Ausgaben fuer militaerische
Zwecke gestellt werden, gerecht werden."
Zuvor hatte Vorsitzender William Green vom Amerikanischen Gewerkscheftsbund AFL erklaert, die Reaktion, die die Forderungen
Trumans in seiner Organisation ausgeloest habe, sei "sehr guenstig"
gewesen. Wir sind der Auffassung, dass die Verwaltung soviel Geldmittel zur Verfuegung haben muss, wie noetig sind, um die Aufgaben,
die unseren Streitkräften gestellt werden, erfuellen zu koennen."
Green sagte, er halte Preiskontrollen, Lohnstops oder die Verpflichtung der Gewerkschaften, nicht zu streiken, bis jetzt nicht fuer
erforderlich. Die Gewerkschaftsbewegung würde der Regierung in der
Korea-Krise ihre volle Unterstuetzung zuteil werden lassen.
Die Vorsitzenden Green und Murray sind zusammen mit anderen leitenden Funktionaeren amerikanischer Gewerkschaften Mitglieder eines
Komitees, das mit Vertretern der Regierung Verhandlungen fuehrt, um
Massnahmen zur Unterstuetzung der Handlungen der Vereinten Nationen
fuer Notfaelle zu planen.
Arbeitsmitteilunr-en der ECA
VII/26/50
Ray Boyfield, Sekretaer der Organisationsabteilung des Britischen
Gewerkschaftsbundes (TÜC):
BSVINS GEWERKSCHAFT BESITZT FONDS FUER POLITISCHE zraCKE
Mehr als ein Viertel saemtlicher Gewerkschafter Englands gehoeren drei grossen Gewerkschaften an. Die groesste i^t die Gewerkschaft der Transport- und Allgemeinen Arbeiter (Transport and General
Workers' Union).
Die GTAA zaehlt augenblicklich mehr als 1.250.000 I itglieder und
setzt sich aus etwa 50 verschiedenen Organisationen zusammen, die
frueher selbstaendig waren. Sie wurde im Jahre 1922 durch den Zusaramenschluss von 14 Gewerkschaften gebildet, in denen heuptsaechlich Dockarbeiter, Strassen-, Transportarbeiter und Arbeiter schlechthin organisiert waren.
Ihre Gruender, zu denen auch Ernest Bevin, der erste Sekretaer
der Gewerkschaft, gehoerte, hatten den Wunsch, fuer des ganze Land
verbindliche Tarifvertraege abzuschliessen. Sie erkannten dabei,
dass eine starke Organisation erforderlich ist, um mit den einzelnen Organisationen der Unternehmerschaft erfolgreich verhandeln zu
koennen.
Fuer die Gewerkschaft arbeiten etwa 600 hauptamtliche Funktionaere, die jedoch in keinem Fall das Recht haben, als Delegierte an
einer Konferenz teilzunehmen oder in irgendeinem der Ausschuesse ihre
Stimme abzugeben. Offene Stellungen koennen nur von Mitgliedern besetzt werden, die in dem betreffenden Beruf taetig sind. Mitglieder
kommunistischer oder faschistischer Organisationen koennen jetzt
- 15 -

�nicht mehr Gewerkschaftsfunktionär werden und koennen die Gewerkschaft auch nicht in den verschiedenen Koerperschaften vertreten,
denen sie angegliedert ist.
Mit dem Kapital, das der Gewerkschaft zur Verfuegung steht,
(es belaeuft sich auf ueber 76.440.000 DM) und ihrem umfangreichen
Personalstab ist es ihr moeglich, auch solche Referate zu unterhalten, deren Ziel die Forschung, Erziehung, Gesetzgebung und Politik ist und die ausschliesslich auf die gewerkschaftliche Arbeit
zugeschnitten sind. Die Rechtsabteilung steht den Funktionaeren beratend zur Seite, wenn es sich um ünfaelle, angeblich ungerechtfertigte Entlassungen, Uebertretungen des Gesetzes ueber den Strassentransport und aehnliches handelt; es ist ausserdem ihre Aufgabe,
die Ursachen von Berufskrankheiten festzustellen und neue Sicherheitsmassnahmen zu entwickeln.
Die politische Aktivitaet wird aus einem Sonderfonds finanziert, der aus freiwilligen Zuwendungen gespeist wird. Nahezu eine
Million Mitglieder der Gewerkschaft zahlen diese Abgabe fuer politische Zwecke, die dazu verwendet wird, die von der Delegiertenkonferenz (praktisch die Labour Party) bevorzugte politische Partei und
die Gewerkschaftskandidaten in oertlichen und Parlamentswahlen zu
unterstuetzen. Bei den letzten allgemeinen Wahlen wurden 26 Gewerkschaftsmitglieder in das Unterhaus gewaehlt.
AFL Wedkly News Service
VII/25/50
HILFE FUER INDIEN
Eine Mission des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften,
die den Fernen Osten und Suedostasien bereiste, hat den Vorschlag
gemacht, die Wirtschaft" Indiens anzukurbeln und zu erweitern und
die dadurch entstehenden Gewinne den Gewerkschaften!dieses Landes
zugute kommen zu lassen.
Nach einer Aussprache mit fuehrenden indischen Persoenlichkeiten,
zu denen auch Premierminister Nehru gehoerte, erklaerte ein Sprecher
der Gruppe, ein Teil der wesentlichen Hilfsmassnahmen fuer Indien,
wie zum Beispiel die Erschliessung seiner natuerlichen Hilfsquellen,
koenne nicht durch die Aufbringung auslaendischen Privatkapitals
geloest werden, ^in Mitglied des Ausschusses unterstrich die Dringlichkeit des Ernaehrungsproblems in Asien und forderte sofortige
materielle Hilfe fuer die asiatischen Voelker.
Der fuenfkoepfigen Mission des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften gehoeren Gordon Chapman und John Brophy als Vertreter der AFL und des CIO an, ferner F. W. Dalley vom Britischen Gewerkschaftsbund (TUC), Roger de Keyzer vom Belgischen Gewerkschaftsbund
und Deven Sen^ vom Indischen Gewerkschaftsbund. Unter Zugrundelegung der von der Gewerkschaftsmission angestellten Beobachtungen wird
der Internationale Bund Freier Gewerkschaften die Errichtung eines
gewerkschaftlichen Stuetzpunktes einer regionalen Organisation in
Asien und die Eroeffnung mindestens einer Gewerkschaftsschule zur
Ausbildung junger Gewerkschafter fuer dieses Gebiet beschliessen.
Weekly Labor News Digest
VI1/18/50
- 16 Office of Labor A f f a i r s
AP0 757

ÖFFICIAL

HICCCta-U7e L H

*-gust 50 19t C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder,
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

T U _ 2-i

Frankfurt, 18. August 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Vollbeschaeftigung, ein grundlegendes Ziel der
Gewerkschaftsbewegung - - - - - - - - - - l
„FL: Hoehere Kaufkraft, ein Mittel zur Behebung
der Arbeitslosigkeit
- - - - - - - - - - 8
Das Probler- der erwerbslosen Jugend in Oesterreich
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 1
.Amerikanische Gewerkschaften sichern der Regierung ihre Unterstuetzun? in kritischen
Situationen zu - - - - - - - - - - - - - - - 12
Die Gewerkschaften Amerikas sind produktivitaet3bewusst - - - - - - - - - - - - - - - - 1 3
Zum Erfolg ^ehoert ebenso der Verstand wie
Kraft! -'14
Landkultivierung In Italien schafft 500.000
Arbsitsplaetze - - - - - - - - - - - - - - - 1 6
Alfred Braunthal:
VXLI-SSCIli.EFTIGUKG, SIN GRUNDLEGENDE0 ZIEL DER GEV ERKSClkFTSBE.VECUNG
Seit dem Anbruch des industriellen Zeitalters ist die wirtschaftliche Unsicherheit zum Fluch des Arbeiters geworden; er hat
sich immer nach einer wirtschaftlichen und sozielen Ordnung gesehnt,
in der ihm die staendige Beschaeftigung, ein anstaendiger Lebensstandard und anstaendige Arbeitsbedingungen gesichert sind. Es ist
unbestritten, dass die Geissei der Massenarbeitslosigkeit vermieden
und die Vollbeschaeftigung durch kluges Handeln geschaffen und beibehalten werden kann, um so mehr muessen die freien Gewerkschaften
auf der Errichtung eines Wirtschaftssystems bestehen, in dem die
Vollbeschaeftigung garantiert ist. Damit sind sie zu den Verfechtern
der systematischen Vollbeschaeftis'ungspolitik geworden. Es war deshalb eine Selbstverstaendlichkeit, dass der Internationale Bund Freier
Gewerkschaften auf seiner Gruendungskonferenz in London sowohl in
seiner Satzung- als auch in seiner Erklaerung zu den wirtschaftlichen
und sozialen Forderungen ein Wirtschaftssystem fordert, das die
Vollbeschaeftigung ermoeglicht.
Das Vollbeschaeftigungsprogramm des IBFG, wie es in diesen beiden grundlegenden Dokumenten niedergelegt ist, zeigt, dass immer
groessere Kreise der Arbeiterschaftsich der Bedeutung der Vollbeschaef tigung bewusst werden. Diese neue Wartung des Begriffs der
Vollbeschäftigung wiederum findet in der Erweiterung der Ziel- 1-

�setzung der Gewerkschaftsbewegung ihren Niederschlag, die in den
Forderungen des IBFG am deutlichsten zum Ausdruck kommen.
Vor dem Kriege konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der
internationalen GewerkschaftsOrganisation wie ueberhaupt das Interesse und die Sorge der organisierten Gewerkschaftsbewegung
schlechthin fast ausschliesslich auf die Industriestaaten der Welt.
Natuerlich fehlte es auch nicht an Anteilnahme an dem Los jener Arbeiter, die in den industriell weniger fortgeschrittenen Gebieten
der Welt leben. Die organisierte Arbeiterschaft lehnte aufrichtig
eine koloniale Ausbeutung der Arbeiter in den rueckstaendigen Gebieten *ab. Da die Probleme der Arbeiter jener Gebiete Jedoch immer
ziemlich nebensaechlich schienen, war die Gewerkschaftsbewegung der
Industriestaaten wenig bemueht, diese Probleme zu loesen oder nach
Mitteln und Wegen zu ihrer Loesung zu suchen.
Das Interesse der Gewerkschaftsbewegung an einem Wirtschaftssystem der Vollbeschaeftigung war auf die Industriestaaten konzentriert. Die wahre Vorstellung von der Vollbeschaeftigung blieb auf
die industriellen Sektoren der Weltwirtschaft beschraenkt. Der
Einstellung zu dem Vollbeschaeftigungsproblem schwebte die Beschaeftigunesstruktur in Industriestaaten vor. In diesen Laendern
ist die Arbeitslosigkeit groesstenteils periodisch und tritt infolge des zyklischen Kachfragemangels fuer Massenbedarf auf. Es ist
*ene Art der Arbeitslosigkeit, die an erster Stelle fuer die grosse
Wirtschaftskrise zu Anfang der dreissiger Jahre verantwortlich war.
Die unbeschreibliche Not, die die Arbeiter als Folge dieser Katastrophe traf, bestaerkte sie in ihrer Entschlossenheit, nie wieder
das Aufkommen einer solchen Krise zu dulden. Seit jener Zeit hat
die Gewerkschaftsbewegung den Problemen der periodischen Massenarbeitslosigkeit in Industriestaaten groesste Aufmerksamkeit gewidmet
und sich damit ausreichende Erfahrungen in der Politik zur Verhuetung dieser Arbeitslosigkeit erworben.
Inzwischen hat die internationale Gewerkschaftsbewegung jedoch
ihren .Virkungsbereich weit ueber die Grenzen der Industriestaaten
der Welt hinaus ausgedehnt. Der IBFG hat von Anfang an nicht nur
versucht, alle Arbeiter in allen freien Staaten der Welt ohne Ruecksicht auf den Grad der industriellen Entwicklung ihres Landes zu
erfassen und ihnen zu helfen, sich zu organisieren und die gemeinsamen Ziele zu erreichen, sondern war auch mit allen Mitteln bemueht, inre besondere Tot und Probleme zu verstehen und zu berueck3iOhtigen. Der IBFG hat damit erreicht, dass das Beschaeftigungsoroblem sowohl fuer die Arbeiter der Industriestaaten als auch fuer
diejenigen der industriell weniger entwickelten Laender als das bedeutsamste anerkannt wird; er ist sich jedoch darueber im klaren,
da33 3ich das Beschaeftigungsproblem in dem letztgenannten Sektor
der Weltwirtschaft wesentlich von dem im industriellen Sektor unterscheidet.
Waehrend das Beschaeftigungsproblera der Industriestaaten vornehmlich von periodisch auftretenden Faktoren gekennzeichnet ist,
ist es in den meisten wirtschaftlich weniger entwickelten Laendern
chronisch, obwohl die Arbeitslosigkeit dort meistens von dem Deckmantel der Unterbeschaeftigung verborgen wird. Tatsaechlich ist das
Beschaeftigungsproblem in dem industriell unterentwickelten Sektor
der 'Weltwirtschaft im wesentlichen ein Entwicklungsproblem, und der
IBFG hat durch die Tatsache, dass er die wirtschaftliche und soziale
Entwicklung jener Gebiete in seinen beiden grundlegenden Satzungen
besonders verankerte, sein eingehendes Verstaendnis fuer die Beschaeftigungsprobleme bewiesen.
Es ist bemerkenswert, dass der IBFG nicht die einzige internationale Organisation ist, die sich mit den Problemen der Vollbe- 2-

�achaeftigung beschaeftigt hat. Die organisierte Arbeiterschaft ist
ebenso direkt wie indirekt in weltumfassenden internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Internationalen Arbeitsorganisation vertreten, und es ist erfreulich, festzustellen, dass
sich die Einstellung dieser internationalen Koerperschaften zum
Beschaeftigungsproblem in der gleichen Richtung entwickelt hat wie
die der internationalen freien Gewerkschaftsbewegung. Beide Organisationen haben in juengster Zeit mehr und mehr ihre Aufmerksamkeit
dem Problem der Vollbeschaeftigung mit seinen verschiedenen Blickpunkten in Industriestaaten und in industriell unterentwickelten Laendern gewidmet. Die Vereinten Nationen und die Internationale ArbeitsOrganisation haben unlaengst die Ergebnisse umfassender Studien auf
diesem Gebiet veroeffentlicht und haben sie zum Gegenstand von Besprechungen gemacht, die zum erstenmal waehrend der Sitzung des
'.Virtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen im Januar 1950
gefuehrt und bei den Sitzungen dieses Rates und der Internationalen
Arbeits-Organisation im Sommer fortgesetzt wurden. Der IBFG hat
sich bereits aktiv an diesen Besprechungen beteiligt und wird auch
weiterhin sich nachdruecklichst fuer reale und wirksame Aktionsprogramme einsetzen.
In diesem Artikel wird versucht, die Probleme kurz zu erlaeutern, die einerseits mit der periodischen Arbeitslosigkeit, wie sie
fuer die Industriestaaten kennzeichnend ist, und andererseits mit der
chronischen Arbeitslosigkeit in Zusammenhang stehen, die in industriell
wenig- entwickelten Laendern vorherrschen. Es wird ausserdem versucht
werden, und zwar unter Zugrundelegung jener Beobachtungen, die der
IBFG zu dem Bericht der Vereinten Nationen ueber die Vollbeschaeftigungsfrage angestellt hat, die von den freien Gewerkschaften in Erwaegung gezogenen Loesungen dieser Probleme klarzulegen.
Es muss von Anfang an darauf hingewiesen werden, dass selbst
in Industriestaaten Massenarbeitslosigkeit nicht immer periodisch
bedingt ist. Arbeitslosigkeit kann auch andere Ursachen haben, wie
zum Beispiel die Vernichtung der Kapitalquellen durch den Krieg.
In kriegszerstoerten Laendern wie Deutschland und Oesterreich ist
dies selbst heute noch ein Faktor, der fuer die Massenarbeitslosigkeit mitverantwortlich ist, obwohl die Marshall-Plan-Hilfe viel
dazu beigetragen hat, diese Notzeit zu ueberwinden. Eine andere,
nichtperiodische Ursache der Massenarbeitslosigkeit ist der ungeheure Zustrom von Ausgewiesenen und Fluechtlingen nach Deutschland
und Oesterreich, fuer deren Beschaeftigung es an den erforderlichen
Voraussetzungen in diesen Laendern fehlt,"d.h. an Arbeitsplaetzen,
Betrieben, Rohmaterialien und aehnlichem.
Diese Art Arbeitslosigkeit ist in Industriestaaten jedoch verhasltnismaessig selten. Der vorherrschende Typ der Massenarbeitslosigkeit ist durch periodische Schwankungen des Wirtschaftsablaufs bedingt. Zur Erklaerung dieser Art Arbeitslosigkeit hat sich eine Auffassung eingebuergert, die auf die Beschaeftigungstheorie Lord
Keynes» zurueckgeht. Die Tatsache, dass die Auffassung Keynes' nicht
nur unter den zeitgenoessischen Volkswirtschaftlern und in den Reihen
der Gewerkschaftsbewegung ziemlich allgemein verbreitet ist, sondern
auch die theoretische Grundlage der beiden von den Vereinten Nationen und der Internationalen Arbeits-Organisation durchgefuehrten
Studien bildet, ist zwar kein Beweis fuer ihre Richtigkeit, sie zeigt
aber auf jeden Fall, dass sie viele im Zusammenhang stehende Tatsachen
auf befriedigende Art und Weise aufeinander abstimmt und wertvolle
Hilfe in der Schaffung einar konstruktiven Auffassung in der Frage
der industriellen Arbeitslosigkeit und der Mittel und Wege zur Bekaeimfung dieses Uebels leistet.
Gemaess dieser Auffassung kann in einem Industriestaat die Vollbeschaef tigung nur gesichert und erhalten werden, wenn der Massen- 3-

�bedarf an Waren und Dienstleistungen zum Zwecke des Verbrauchs,
der Investierungen, der Ausgaben der Regierung und - sichtbar oder
unsichtbar - der Exporte den Massenaufwendungen fuer Verbrauch,
Ersparnisse, Besteuerung und - sichtbar oder unsichtbar - fuer
Importe gleichkommen oder sie uebertreffen. Es gibt keine automatische Garantie dafuer, dass der Gesamtbetrag der linken Seite
dieser Gleichung dem auf der rechten Seite entspricht oder ihn
usbertrifft. Es kann sehr wohl vorkommen, dass die Nachfrage aus
*'angel an Kaeufen zurueckgeht, wenn z.B. ein Teil der Ersparnisse
nicht investiert wird und gleichzeitig ein Teil des Steueraufkommens
von der Regierung nicht ausgegeben wird und die Importe groesser
sind als die Exporte. Wenn die Kachfrage nach produzierten Waren
aus Mangel an Kaeufen zurueckgeht, d.h. wenn ein Teil der durch die
Produktion von Waren erzeugten Kaufkraft nicht dazu verwendet wird,
diese Waren zu kaufen, kann ein bestimmter Prozentsatz der produzierten Waren und der zur Verfuegung stehenden Dienstleistungen
nicht verkauft werden; daraus ergibt sich ein Rueckgang der Produktion unter ihre volle Kapazitaet, und ein Teil der Produktionsmittel, also auch die Arbeitskraft, bleiben untaetig.
Waehrend kein automatischer Mechanismus zur Verhuetung der
Massenarbeitslosigkeit als Folge einer zu geringen Nachfrage besteht, gibt es eine Tendenz, die auf die Behebung der wirtschaftlichen Unausgeglichenheit gerichtet ist, die zur Massenarbeitslosigkeit fuehrt. Denn dieses Fehlen des Gleichgewichts bewirkt ein
Absinken der Einkommen, der Ersparnisse, des Steueraufkommens und
der Importe, sodass das Gleichgewicht zwischen der Nachfrage nach
produzierten Waren und den Ausgaben der Nation unter Umstaenden
wieder hergestellt wird. Aus eben diesem Grunde ist jede Massenarbeitslosigkeit, die durch den Mangel an Nachfrage hervorgerufen
ist, eher periodischer als chronischer Natur. Auf der anderen Seite ist es in der modernen Gesellschaft der Industriestaaten dieser
periodische Charakter der Massenarbeitslosigkeit und folglich der
Beschaeftigungsmoeglichkeiten, der dem Arbeiter die wirtschaftliche Sicherheit nimmt, nach der er sich sehnt. Wenn die periodische
Massenarbeitslosigkeit nicht durch eine wirksame Politik der Vollbeschaeftigung ausgeschaltet wird, kann ein Arbeiter zwar zu gewissen Zeiten eine gute Moeglichkeit haben, einen Arbeitsplatz zu
finden, niemals jedoch kann er mit Sicherheit aussagen, wie lange
seine Beschaeftigung andauern und wann er dann eine neue finden
wird. Die Erfahrung hat ausserdem gelehrt, dass periodische Wirtschaftskrisen einen sehr grossen Prozentsatz von Arbeitern ihre
Beschaeftigung nehmen, die Arbeitslosigkeit kann eine ganze Reihe
von Jahren andauern.
Wirtschaftskrisen sind jedoch gluecklicherweise keine uebernatuerlichen Vorgaenge, denen die Menschen machtlos gegenueberstehen.
Es sind wirtschaftliche Entwicklungen, die, wenn sie klar erkannt
werden, durch Gegenmassnahmen wirksam bekaempft werden koennen, die
durch zielbewusstes Handeln in der Wirtschaft selbst hervorgerufen
werden koennen. Vor allem in den letzten Jahren ist diese Erkenntnis nicht nur.aksdemische Wissenschaft geblieben, sondern sie ist mit
groesstem Erfolg in verschiedenen Laendern angewandt worden. Die
beiden kuerzlich erschienenen Veroeffentlichungen der Vereinten Nationen und der Internationalen Arbeits-Organisation ueber Vollbeschaeftigung haben ausserdem wertvolle Beitraege zu den Erfahrungen
erbracht, die auf diesem Gebiet bereits erworben wurden, und sie
enthalten konstruktive Vorschlaege zu einem Plan nationaler und internationaler Massnahmen zur Schaffung einer Wirtschaft der Vollbeschaeftigung.
Waehrend es unmoeglich waere, in diesem Artikel den Riesenkomplex sozialwirtschaftlicher Fragen zu besprechen, die in der Politik
der Vollbeschaeftigung eine Rolle spielen, koennen die wichtigsten
Grundsaetze, sofern sie fuer die Industriestaaten zutreffend sind,
hier kurz eroertert werden.
- 4 -

�einige Prinzipien der Politik der Vollbeschaef tigung
Die wichtigsten dieser Grundsaetze sind folgende: Zu allererst
i~t eine Wirtschaft der Vollbeschaeftigung, im Gegensatz zu den
Behauptungen der Propagandisten autoritaere-r Systeme, kein Monoool
dieser Systeme. Die Vollbeschaeftigungstheorie hat gezeigt, und
die Erfahrung hat bewiesen, dass eine Wirtschaft der staendigen Vollbeschaef tigung in wirklich demokratischen Laendern moeglich ist, und
zwar bei einem weit hoeheren Lebensstandard und weit besseren Arbeitsbedingungen als in autoritaeren Staaten, weil freie Arbeiter,
in freien Gewerkschaften organisiert, einen weit hoeheren Lohnstand
und kuerzere Arbeitszeit erringen koennen, als autoritaere Regierungen
unter gleichen Bedingungen ihren Arbeitern gewaehren wuerden.
Zweitens erfordert eine 'Virtschaft der Vollbeschaeftigung keine
grundlegenden Veraenderungen in der wirtschaftlichen und sozialen
Struktur des Lande?, sondern nur eine feste Entschlossenheit, alle
Massnahmen anzuwenden, die geeignet sind, jegliches Fehlen d-js wirtschaftlichen Gleichgewichtes, das die Massenarbeitslosigkeit verursacht, zu beseitigen oder auszugleichen. Ob und in welchem Ausmass
es ein Land vorzieht, Privatunternehmen zu verdraengen und das verstaatlichte Unternehmen an seine Stelle zu setzen oder neue Industrien auf privater oder oeffentlicher Basis aufzubauen, und ob und
bis zu welchem Grad sich ein Land entschliesst, die verschiedenen
°ektoren der Wirtschaft, wie Preise, Loehne, Produktion und Investierung zu regulieren, wird von der vorherrschenden wirtschaftlichen
und sozialen Auffassung abhaengen. Ein Wirtschaft der Vollbeschaeftigung kann in jedem der verschiedenen Systeme errichtet werden,
vorausgesetzt, dass des Land entschlossen ist, erforderlichenfalls
jegliche Kombination der Massnahmen anzuwenden, die das die Massenarbeitslosigkeit verursachende Fehlen des wirtschaftlichen Gleichgewichts auszubleichen vermag.
Drittens, de das Fehlen des wirtschaftlichen Gleichgewichts auf
dem Gebiet des Verbrauchs,der Investierungen und der Ersparnisse,
der Steuern und der oeffentlichen Ausgaben, der Exporte und Importe,
auftreten kann, koennen auch die Abhilfen auf irgendeinem dieser
Gebiete gefunden werden und muessen nicht unbedingt in denjenigen
Gebieten angewandt werden, in denen dieses Fehlen des wirtschaftlichen Gleichgewichts entstanden ist. In welchem Sektor der Wirtschaft eine Ausdehnung gefoerdert werden rauss, um den Mangel an
T'achfrarre auszugleichen, wird davon abhaengen, wie leicht unter den
gegebenen Verhaeltnissen der eine oder andere Sektor ausgedehnt werden kann; aber auch die politischen, sozialen und wirtschaftlichen
Gesichtspunkte, die in einem Lande vorherrschen, werden hierbei eine
Rolle spielen.
Aus diesen drei Grundsaetzen ergibt sich, dass die Wirtschaft
der Vollbeschaeftigung nicht, an ein starres sozialwirtschaftliches
"'chema gebunden ist, das alle sozialen und politischen Kraefte zwingen wuerde, in ihren Handlungen eine bestimmte Linie genauestens zu
befolgen, sondern dass sie weiten Spielraum fuer Diskussionen und
Verfechtungen verschiedener Standpunkte offen laesst, besonders zwischen konservativen und fortschrittlicheren Gruppen, und Raum fuer
AIternetivloesungen freibleibt. Es ergibt sich ausserdem, dass
die Tatseche, dass gewisse wirtschaftliche und soziale Massnahmen
zur Vollbeschaeftigung beitragen, unsere Unterstuetzung dieser Massnahmen en sich nicht rechtfertigt, wenn Alternativmassnahmen moeglich waeren, die in gleichem Messe zur Vollbeschaeftigung beitreten wuerden, eber voa fortschrittlichen Stendpunkt der freien Gewerkschaften aus zu bevorzugen waeren.
Das deutlichste Beispiel einer sozial unerwuenschten Politik
der Vollbeschaeftigung ist die der Sowjetunion, die spaeter von den
- 5-

�Sowjets auch ihren Satelliten aufgezwungen wurde. Das Vollbeschaeftigungssystem dieser Länder beruht auf einer uebermaessi^en
Ausdehnung der Investierungen und Aufwendungen fuer mllltierische
Zwecke auf Kosten des Verbrauchssektors der Wirtschaft, d.h., auf
Kosten eines niedrigen Lebensstandards und klaeglicher Arbeitsbedingungen.
Sine fortschrittliche Politik der Vollbeschaeftigung muss sich
dagegen bei Jedem Versuch, die Vollbeschaeftigung zu schaffen und zu
erhalten, auf den Verbrauchssektor konzentrieren. Das schliesst jedoch nicht ein, dass freie Gewerkschaften in Prinzip oder in der
"Praxis der Foerderung von Kapitalinvestitionen als ausgleichende
Massnahme feindlich gegenueberstehen. 2s gibt zunaechst einmal
viele Formen der Kapitalanlagen, insbesondere der oeffentlichen Anlagen, die an sich von sozialen Standpunkt aus hoechst wuenschenswert sind, wie z.B. Wohnungsbau, Errichtung von Schulen, Krankenhaeu3ern und aehnliches; ferner ist unter gewissen Umstaenden, wie z.B.
al3 Folgeerscheinung von Kriegsschaeden oder industrieller Stoerungen
jeglicher Art ein Anstieg in der Kapitalanlagerate wuenschenswert,
selbst wenn sie den Gewerkschaften voruebergehend eine Zurueckhaltung
in ihren Forderungen nach Lohnerhoehungen auferlegt. Ausserden erweist sich eine wirtschaftliche Ausdehnung besonders von oeffentlichen Investierungen (oeffentliche Arbeiten) haeufig als aeusserst
prompte und wirksame Methode zur Bekaempfung der Arbeitslosigkeit.
Im allgemeinen jedoch wird die Politik der-freien Gewerkschaften auf eine Erweiterung des Verbrauchssektors der Wirtschaft gerichtet 3ein. Sie beruht auf der Ueberzeugung, dass der sozial wuenschenswerteste und wirtschaftlich gesuendeste Weg zum Aufhalten oder
zur Verhuetung der Massenarbeitslosigkeit im allgemeinen eine Steigerung des Verbrauchs und seine Foerderung ist. 2s ist selbstverstaendlich die Aufgabe der Gewerkschaften selbst, zur Erreichung
dieses Zieles beizutragen, indem sie Lohnkuerzungen in Depressionsnerioden verhindern und auf Lohnaufbesserungen bestehen, wo immer
dies wirtschaftlich moeglich ist. Sie.werden aber auch darauf bestehen muessen, dass die Regierungspolitik auf die Ausdehnung des
Verbrauchs gerichtet ist, was in folgenden Massnahmen zum Ausdruck
kommen muss: anstaendige Mindestloehne, angemessene Leistungen der
Sozialversicherung, Familien- und Kinderbeihilfen, Herabsetzung der
Steuern, die den Verbrauch einschraenken, Massnahmen zum Niedrighalten der Preise, insbesondere eine wirkungsvolle Antimonopol-Politik,
Beihilfen fuer die Landwirtschaft und aehnliches.
Es ist aber .nicht nur von Wichtigkeit, die Ursachen fuer das
Fehlen des wirtschaftlichen Gleichgewichtes zu verstehen und zu
wissen, wie sie ueberwunden werden koennen; die Frage der Zeit,
die diese ausgleichenden Massnahmen in Anspruch nehmen, ist nicht
weniger wichtig. Wenn es wahr ist, dass fuer jeden Aktlonsplan
der Faktor Zeit von Bedeutung ist, dann trifft es im besonderen
fuer Massnahmen zugunsten der Vollbeschaeftigung zu, dass Schnelligkeit der Kern der Sache ist. Wirtschaftsdepressionen, die sich
selbst ueberlassen bleiben, haben naemlich die Tendenz, sich stetig
und rapid zu verschlimmern. Wenn Produktion und Beschaeftigungsstand in einem Sektor der Wirtschaft absinken, wird das sich hieraus ergebende Fallen der Kaufkraft zu einer Einschraenkung des Bedarfs auch fuer andere Gueter fuehren, und die nach unten gerichtete Spirale wird schliesslich die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.
Es ist deshalb wichtig, dass ausgleichende Massnahmen in einem
sehr fruehen Stadium einer jeden wirtschaftlichen Abwaertsentwicklung
beschlossen und ausgefuehrt werden, um eine sich selbst foerdernde
Verschlechterung der Wirtschaftslage zu verhindern. Di3s erfordert
- 6 -

�schnelle Entscheidungen durch Regierungen und gesetzgebende Organe,
las heilst, eine bewegliche Regierungs- und Gesetzgebungsmaschinerie, die in der Lage ist, die Wirtschafts- und Sozialpolitik den
sich aendernden Wirtschaftsverhaeltnissen so schnell wie moeglich
anzupassen.
Die Anpassung der Politik an sich aendernde Verhaeltnisse
wird durch Massnahmen erheblich erleichtert, die mehr oder weniger
automatisch funktionieren, sobald sich die Bedingungen aendern.
Der bedeutendste dieser "eingebauten Stabilisatoren" ist ein
fortschrittliches Arbeitslosenversicherungssystem. Wenn jeder
Arbeiter, der seine Beschaeftigung verloren hat, Anspruch auf Arbeitslosenunterstuetzung hat, wenn ihm eine Wartezeit erspart
bleibt, wenn die Unterstuetzung in einem angemessenen Verhaeltnis
zu seinem frueheren Einkommen steht, und wenn er das Recht hat,
Unterstuetzung fuer die Gesamtdauer seiner Arbeitslosigkeit zu beziehen, dann wird der durch Arbeitslosigkeit verursachte Verlust an
Kaufkraft auf ein Minimum reduziert, und die Faehigkeit des Verbrauchssektors der V.'irtschaft, das in anderen Sektoren auftretende
Fehlen des wirtschaftlichen Gleichgewichts auszugleichen, gestaerkt.
Andere stabilisierende Massnahmen sind ein reichlicher Vorrat an
oeffentlichen Arbeiten, mit denen bei einer Verschlechterung der
Beschaef tigungsbedin.^ungen begonnen werden kann, und Massnahmen, die
zu einer weitgehenden Beweglichkeit der Arbeitskraefte beitragen,
sodass in einer Industrie arbeitslos gewordene Arbeiter muehelos in
andere Industrien hinueberwechseln koennen. Zu diesen Massnahmen
gehoeren Entschaedigungen, die bei der Entlassung gezahlt werden,
Regierungszuschuesse zu den Umzugskosten, leistungsfaehige oeffentliche Arbeitsvermittlungsbehoerden, entsprechende Schulungs- und Umschulungseinrichtungen und eine umfassende Versorgung mit anstaendinen Wohnungen.
Die Notwendigkeit internationaler Massnahmen
Es muss klar erkannt werden, dass die Beschaeftigungsbedingungen
in industrialisierten Laendern nicht allein von der Politik der betreffenden Laender abhaengig sind. Es ist zuvor bereits auseinandergesetzt worden, dass unter den Sektoren der Wirtschaft, die den Beschaef tigungsgrad beeinflussen, derjenige der Wirtschaftsbeziehungen
zum Ausland eine Rolle spielt. In einigen Laendern steht der Aus3enhandel zu der volkswirtschaftlichen Produktion in einem derartigen
Verhaeltnis, dass der Beschaeftigungsstand weitgehend von dem Volumen
d9s Aussenhandels abhaengig ist. Diese Laender reagieren deshalb
besonders leicht auf Veraenderungen im Welthandel und koennten deshalb schwerlich die Beschaeftigung durch eigene Massnahmen allein
stabilisieren, es sei denn, dass sie von wirksamen Vollbeschaefti^ungsma3snahraen in anderen Laendern begleitet sind. Im Gegensatz
hierzu gibt es Laender, wie z.B. die Vereinigten Staaten, deren Aussenhandel im Vergleich zu ihrer Produktion verhaeltnismaessig gering
ist, aber doch einen sehr wichtigen Faktor auf den Weltmaerkten darstellt. Ein Fehlen das wirtschaftlichen Gleichgewichtes, das die
Beschaeftigungslage in solchen Laendern in Mitleidenschaft zieht,
hat immer die Tendenz, sich auf viele andere Laender auszudehnen.
Aus diesen Betrachtungen ergibt sich, dass die Vollbeschaeftigungspolitik ausser nationalen auch internationale Massnahmen erfordert. Damit die Vollbeschaeftigungspolitik in Laendern, die auf
Aussenhandel angewiesen sind, durch das Fehlen des wirtschaftlichen
Gleichgewichts, das vom Ausland kommend sich ausdehnt, nicht vereitalt wird, muss die Vollbeschaeftigungspolitik in allen industrialisierten Laendern durch internationale Massnahmen koordiniert werden.
Diese Massnahmen sind ausserdem erforderlich, um den Aussenhandel
staendig auf der gleichen Stufe zu halten und angesichts eines Rueckgansrs der Nachfrage nach ausleendischen Waren den exportierenden
Laendern, die von einem solchen Nachlassen der Nachfrage nach ihren
- 7-

�Waren betroffen werden, zu helfen, ihren ^rcduktions- und Beschaeftigungsstand aufrechtzuerhalten.
Es wird eine der groessten Aufgaben der Vereinten Nationen
und der Internationalen Arbeits-Organisation sein, eine internationale Koordinierung der Vollbeschaeftigungspolitik aller industrialisierten Laender zustendezubringen. Zur Ermutigung und Stabilisierung des Aus^enhandels and der Zahlungsbilanzen sind verschiedene
Schritte unternommen worden, insbesondere die Schaffung des Internationalen Waehrungsfonds , internationale Handelsvertraege, die
Vorbereitungen zur Errichtung einer Internationalen Handelsorganisation und die amerikanische Hilfe fuer Europa in Form des Marshallr,
lans. Was noch zu tun bleibt, ist, alle internationalen Massnahmen
auf diesem Gebiet auf das Ziel einer international koordinierten
WirtsChaft der Vollbeschaeftigung in allen Laendern zu konzentrieren.
Es kann jedoch nicht genug darauf hingewiesen werden, dass
das Weltproblem der Vollbeschaeftigung ungeloest bliebe, wenn selbst
eine noch so folgerichtige und beharrliche Politik der Vollbeschaeftigung, auf nationaler und internationaler Basis, auf den industriellen Sektor der Welt beschraenkt bliebe; die industriellen Laender
wuerden letzten Endes die Verlierer sein, wenn sie die Tatsache
vernachlaessigten, dass die industriell weniger entwickelten Laender
aoch mehr unter dei chronischen Unterbeschaeftigung leiden als sie
selbst unter den periodischen Zyklen der Massenarbeitslosigkeit.
Da die freien Gewerkschaften der industrialisierten und der industriell rueckstaendigen Gebiete der demokratischen Welt eine einzige
internationale Organisation gebildet und 3ich entschlossen haben,
gemeinsam als eine Einheit fuer die Verbesserung des Arbeiterloses
in allen Laendern zu kaempfen, muessen die -Menschen all dieser
Laender zusammenstehen. Im Bewusstsein der Gleichheit nicht nur
ihrer politischen, sondern auch ihrer sozialen und wirtschaftlichen
Interessen muessen sie sich zur gemeinsamen Loesung ihrer Probleme
zusammenschliessen. Das Problem der Vollbeschaeftigung muss als
eines der ersten in Angriff genommen werden.
Freie Gevverkschaftswelt
VI 1/50
AFL:

HOEHERE KAUFKRAFT. EIN MITTEL ZUR 3EhEBlfoG DLR - ARBEITS LOT IGKE IT

Der Exekutivausscnuss des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes
AFL erklaerte, die Forderung nach 60 Millionen Arbeitsplaetzen fuer
Amerikaner sei "ueberholt". Unternehmer und Regierung muessten dafuer sorgen, dass die Beschaeftigtenziffer staendig hoeher geschraubt werde. Die Gewerkschaften koennten ihr Teil dazu beitreten, indem sie neue, allgemeine Lohnerhoehungen durchsetzten, um
die Kaufkrait der Verbraucher als ein Mittel zur Erhaltung der hohen Beschaeftigung zu steigern. Die Einnahmen der Unternehmer im
ersten Quartal 1950 haetten bewiesen, dass sie sich jetzt wesentliche
Lohnerhoehungen leisten koennten.
Der Text der vom Sxekutivausschuss abgegebenen Erklaerung zur
Arbeitslosigkeit lautet:
Es waere gefaehrlich, der kuerzlichen Erklaerung des Statistischen Amtes allzu viel Bedeutung beizumessen, die besagte, dass
die Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Monaten dieses Jahres
stark zurueckgegangen sei.
Die Gesamtzahl der erwerbslosen Arbeiter wurde von diesem Amt
vor zwei Monaten auf 3.500.000 geschaetzt, was ein Absinken gegenueber dem Vormonat um 600.0C0 und gegenuebe:? dem Monat zuvor um fast
- 8-

�1.200.000 bedeutet. Gleichzeitig war die Beschaeftigtenziffer vor
zwei Monaten um 1.100.000 uoeher als vor drei Monaten.
Obwohl dies eine hoffnungsvolle Entwicklung darstellt, bedeutet
es nicht, dass das Arbeitslosenproblem fuer die Vereinigten Staaten
nicht mehr besteht. Wichtig sind nicht nur die Veraenderungen von
Monat zu Monat, sondern vor allem die Tendenzen, die sich in einem
laengeren Zeitabschnitt abzeichnen. Man kann sicn nicht auf den
Bericht nur eines oder zweier Monate stuetzen, wenn man das Problem
der Arbeitslosigkeit beheben will.
Eine gruendliche Analyse der wirtschaftlichen Entwicklungen der
letzten Jahre, die die Arbeitslosigkeit beeinflussen, fuehrt zu
folgendem Ergebnis:
1. In der Fruehjahrssaison ist mit einem Ansteigen der Beschaeftigenziffer und einem Rueckgang in der Arbeitslosigkeit
zu rechnen. Im Baugewerbe und im Einzelhandel nimmt die
Beschaeftigung gewoehnlich zu. Darueberhinaus wurden in diesem
Jahre von der Bundesregierung mehr als 100.000 Zaehler fuer
die Volkszaehlung 1950 fuer zwei Monate voruebergehend beschaeftigt.
2. Obwohl sich die Lage vor zwei Monaten gebessert hatte, war
die Zahl der Arbeitslosen in diesem Monat hoeher als in dem
gleichen Monat der letzten Jahre seit 1941..
3. Der Prozentsatz der Erwerbslosen, die seit laengerer Zeit
ohne Arbeit leben muessen, ist bedenklich hoch. Von je drei
Erwerbslosen ist etwa einer 4 Monate oder noch laenger ohne
Beschaeftigung. Im vorigen Jahr war dieses Verhaeltnis nur
5:1.
4. Obwohl die Arbeitslosigkeit in gewissen Teilen des Landes
bedrohlichere Formen annimmt als in anderen (besonders in den
Staaten New-England, Middle-Atlantic und dem Westen), kann
sie nicht als rein lokales Problem angesehen werden. Alle
Gebiete sind von ihr in Mitleidenschaft gezogen.
5. Alle moeglichen Arbeiter, junge und alte, gelernte und
ungelernte, sind von der Arbeitslosigkeit betroffen. Den vorliegenden Angaben ist zu entnehmen, dass die aelteren Facharbeiter besonders schwer unter ihr zu leiden haben.
6.. Eine der Hauptursachen fuer die zunehmende Arbeitslosigkeit
ist die wesentliche Steigerung der Produktionsleistung. Die
Rekordausgaben seitens der amerikanischen Unternehmer "?uer
neue Maschinen und Einrichtungen in den Nachkriegsjahren spieg3ln sich in dem hoeheren Ausstoss je Arbeitskraft wider.
Wenn der Absatzmarkt fuer die in den Fabiiken hergestellten Waren nicht erweitert wird, muss auch weiterhin der Mangel an
Arbeitsplaetzen bestehen.
7. Durch den unausgeglichenen Haushaltsplan der Regierung,
der durch den Marshall-Plan und die grossen Ausgaben fuer die
Verteidigung bedingt ist, wird die Arbeitslosenziffer heruntergedrueckt.
Alle diese Probleme koennen nicht ueber Nacht geloest werden.
Es sind keine natuerlichen Nachkriegserscheinungen. Nur in sehr wenigen Faellen herrscht immer noch Mangel an Waren, die waehrend des
Krieges knapp waren (z.B. billige Wagen und Wohnungen).
- 9-

�Das Problem von heute ist, eine wirklich funktionierende
Wirtschaft mit hohen Beschaeftigungsziffern zu entwickeln. Wir
duerfen uns nicht mit einer V.'irtschaft zufrieden geben, die nicht
allen Sektoren unserer Bevoelkerung Wohlstand bringt. Obwohl es
selbstverstaendlich immer Arbeitslosigkeit in einem gewissen Grade
geben wird, muessen wir bestrebt sein, eine Wirtschaft aufzubauen,
in der kein qualifizierter Arbeiter, der seinen Arbeitsplatz verliert, lange warten muss, bevor er eine neue Beschaeftigung findet.
Es genuegt nicht, dass wir ein Abnehmen der Beschaeftigtenziffer verhindern. Unsere Wirtschaft muss staendig ausgedehnt
werden, damit sie die zahlreichen Arbeitskraefte aufnehmen kann,
die alljaehrlich dem Arbeitsmarkt neu hinzustroemen.
Das vielbesprochene Ziel, 60 Killionen Arbeitsplaetze zur
Verfuegung zu haben, ist ueberholt, weil der Arbeitsmarkt jaehrlich um fast eine Killion Arbeiter vergroessert wird. Kit dieser
Vergroe3serung Schritt zu halten, ist natuerlich keine leichte Aufgabe. Alle Teile unserer Wirtschaft - Unternehmer, Landwirtschaft,
Arbeiterschaft und Regierung - muessen gemeinsam an der Loesung
dieser Aufgabe arbeiten.
Bei der Ausarbeitung eines besonderen Programms, das uns einer
Wirtschaft mit hohen Beschaeftigungsziffern Aaeherbringen soll, ist
dem Problem des Verbrauche reinkoinmens nicht genuegend Aufmerksamkeit
gewidmet worden.
Wenn das Einkommen der Verbraucher des Landes auf einem hohen
Stand gehalten wird, kann auch ein hoher Beschaeftigungsstand garantiert werden. Wenn die Geschaeftsleute die Gewissheit haben, das3
sie ihre Erzeugnisse absetzen koennen, werden sie auch daran interessiert sein, ihre Betriebe zu erweitern und damit mehr Arbeitsnlaetze zur Verfuegung zu stellen. Es ist unsere Meinung, dass
wir zur Entwicklung einer Wirtschaft mit hohen Beschaeftigungsziffern besonders darauf bedacht sein muessen, den Verbrauchern
eine hohe Keufkraft zu sichern.
Obwohl der gegenwaertige Stand der Arbeitslosigkeit keine
"Krise" und keinen "Notfall" darstellt, fordert er doch dazu auf,
gewisse Schritte zu unternehmen. Wir muessen dafuer Sorge tragen,
dass die Arbeitslosen und ihre Familien versorgt werden und dass
Massnahmen ergriffen werden, die die groesstmoegliche Leistungsfaehigkeit unserer Wirtschaft garantieren.
Wir schlagen deshalb folgendes vor:
1. Das System der Arbeitslosenunters tuetzung muss gruendlich
revidiert werden, damit die Unterstuetzungszeit verlaengert und
die Unterstuetzungssaetze erhoeht werden.
2. Zur Erhoehung des Verbrauchereinkommens muessen die Gewerkschaften fortwaehrend um hoehere Loehne kaempfen. Die erhoehte
Kaufkraft als Folge des hoeheren Lohnstandes wird die Absatzmaerkte
fuer alle Arten von Waren und Dienstleistungen erweitern und die
Leistungsfaehigkeit der Verkaeufer anregen und die Umsaetze steigern.
Gleichzeitig muss die gesamte arbeitende Bevoelkerung in den
Genuss der Vorteile kommen, die Gewerkschaften und der hoehere
Lohnstand mit sich bringen. Damit wird die Bedeutung unterstrichen,
die dem zur Zeit gefuehrten Werbefeldzug der AFL zur Gewinnung
einer weiteren Million neuer Mitglieder im Verlauf des Jahres
1950 zukommt.
- 10 -

�3. Es muss alles getan werden, was in unseren Kraeften steht,
um leprliche fuehlbar9 Erhoehung der Verbraucherpreise zu verhindern.
Solange ein Mangel an Wohnraum besteht, wird zum Beispiel eine im
Bundesstaat einheitliche Mietkontrolle erforderlich sein, um unbegruendete Erhoehungen der Mietpreise zu verhindern. Die Geschaeftsieute muessen sich der Notwendigkeit bewusst sein, die preise
staendig zu senken; andernfalls werden sie mit feindlichen Reaktionen seitens der uebrigen Bevoelkerung zu rechnen haben.
4. Lokalausschuesse fuer Vollbeschaeftigung koennen wertvolle
Dienste leisten, indem sie die Aufmerksamkeit auf die Probleme
besonderer Gebiete lenken und Massnahmen zur Hebung des dortigen
Bescheeftipiungsgrades ergreifen. Da diese lokalen Ausschuesse auf
zahlreiche Ursachen der Arbeitslosigkeit keinen Einfluss nehmen
koennen, muessen ihre Taetigkeiten sorgsam koordiniert werden, um
don^elte und unnoetige Arbeit zu vermeiden.
5. Die verschiedenen Programme der Regierung, die unser wirtschaftliches Leben betreffen, muessen revidiert werden, um sie
wirkungsvoller fuer die Erreichung einer Wirtschaft mit hohen Beschaeftigungszahlen einsetzen zu koennen. So ist z.B. das bestehende Gesetz, welches die Vorplanung oeffentlicher Arbeiten vorsieht,
gaenzlich unzulaenglich. Andere Sachgebiete, die einer sorgfaeltigen Ueberpruefung beduerfen, sind Steuerwesen, ^ntitrust-Programme,
Landwirtschaftspolitik und Erschliessung neuer Hilfsquellen.
Weekly News Service
V/12/50
DAS PROBLEM DER SR VSRBSLOGEN JUGEND IN OESTERREICH
Die oesterreichischen Behoerden und Organisationen, die fuer
die Berufsausbildung der Jugendlichen zustaendig sind, stellen mit
Besorgnis fest, dass die Zahl der 14-jaehrigen Jungen und Maedchen,
die alljaehrlich die Volksschulen verlassen, staendig zunimmt. Sie
wird sich im Jahre 1950 auf 72.988 belaufen, 1951 jedoch auf 84.678,
1952 auf 92.660, 1953 auf 136.697, 1954 auf 151.824 unfl 1955 auf
161.464 ansteigen. Nach 1955 wird sie wieder absinken. Die Geburtenziffer war in Oesterreich im Jahre 1939 (136.697 Geburten)
sprungartig in die Hoehe gegangen, weil die Nazis ntich der Besetzung
dieses Landes durch ihre Politik den Anstieg der Geburtenziffer in
jeder V/eise beguenstigt hatten, sei es durch Kinderbeihilfen, Steuerermaessigungen, psychologischen Druck und aehnliche Massnahmen.
Dieser Anstieg hielt bis zum Jahre 1941 an (161.464 Geburten), als
durch die Einberufung zur Wehrmacht viele Maenner von ihren Familien
getrennt wurden. Etwa 20% der Vierzehnjaehrigen gehen weiter zur
Schule, um eine hoehere Schulbildung zu erwerben, 80% jedoch verlassen in diesem Alter die Schule.
Die Dringlichkeit des Problems, zahlreichere Lehrstellen zu
finden, ist durch die Tatsache bewiesen, dass von 56.978 Jungen
und Maedchen, die 1949 aus den Schulen entlassen wurden, 10.873
bis jetzt noch keine nässende Lehrstelle finden konnten. Da die
Zahl der Schulentlassenen bis zum Jahre 1955 staendig ansteigen
wird, muss das Problem der Arbeitslosigkeit der Jugend immer groesser
werden.
Der Arbeitsminister Oesterreichs hatte kuerzlich Vertreter der
in Frage kommenden Körperschaften der Regierung, der Laender, der
Arbeitsaemter, der Gewerkschaften, der Arbeitgeber- und Jugendorganisationen einberufen.
In dem Bericht des Arbeitsministeriums heisst es, dass bei den
Arbeitsaemtern gegenwaertig 15.546 arbeitslose Jugendliche regi11 -

�striert sind. Unter Beruecksichtigung der nichtregistrierten
Jugendlichen belaeuft sich die Gesamtzahl auf etwa 20.000 Jugendliche die ohne Arbeit sind. In Anbetracht der Tatsache, dass
die Zahl der Schulentlassenen in den naechsten Jahren rapide in
die Hoehe gehen wird, ist damit zu rechnen, dass sich die Lage
noch mehr verschlechtern wird.
Im Verlauf der Besprechungen wiesen die Vertreter der Arbeiterschaft auf die Wichtigkeit hin, den jungen Leuten, die die
Schule verlassen, eine Gelegenheit zur Berufsausbildung zu geben.
Es kann den Privatunternehmern nicht ueberlassen bleiben, erklaerten sie nur eine beschraenkte Zahl Lehrstellen bereitzustellen
und immer mehr junge Leute auf berufliche Kenntnisse verzichten zu
lassen.
Die folgenden Vorschlaege wurden in diesen Besprechungen unterbreitet: Fuer diejenigen Berufe, fuer die nicht genuegend Lehrstellen zur Verfuegung stehen, sollen Lehrwerkstaetten errichtet
werden. Groessere Unternehmen sollen verpflichtet werden, einen
bestimmten MindestDrozentsatz (10-12$) an jungen Arbeitern zu beschaeftigen. Unternehmen, die eine bestimmte Zahl Jugendlicher
beschaeftigen oder neue Lehrstellen bereitstellen, sollen Steuerermassigungen erhalten. Wo die Lehrlingsausbilding in groesserem
Umfang wegen Mangel an Unterkunftsmoeglichkeiten bisher nicht
durchgefuehrt werden konnte, soll fuer Wohnmoeglichkeiten gesorgt
werden. Die Grundschulausbildung soll auf neun Jahre verlaengert
und ein modernes Gesetz ueber das Lehrlingswesen verfasst werden.
Anton Proksch, der Generalsekretaer des Oesterreichischen
Gewerkschaftsbundes sprach im Namen der Gewerkschaften und wies
darauf hin, dass eine solide Berufsausbildung der jungen Arbeiter
unbedingt notwendig sei, um Oesterreich auf dem V/eltmarkt wieder
konkurrenzfaehig werden zu lassten. Jeder Junge und jedes junge
Maedchen haetten das Recht, einen Beruf zu erlernen. Ein Artikel,
den der Sprecher im vorigen Jahre veroeffentlicht hatte, und in
dem er die Errichtung oeffentlicher Lehrwerkstaetten vorschlug,
wurde von den Privatunternehmern ohne jede Diskussion abgelehnt.
Er erklaerte weiter, dass das Problem der Arbeitslosigkeit der Jugendlichen die Ordnung und Stabilitaet des Landes bald gefaehrden
wusrde, wenn nicht rechtzeitig wirksame Massnahmen zu dessen Behebung ergriffen wuerden.
Schliesslich erklaerte sich die Konferenz mit dem Vorschlag
des Arbeitsministers Karl Maisei einverstanden, im Ministerium einen Sonderausschuss mit den entsprechenden Ausschuessen in den
Laendern zu bilden, die sich mit der Frage der erwerbslosen Jugend
befassen sollen. In allen diesen Ausschuessen werden die Gewerkschaften, die Arbeitgeberorganisationen und die Regierung vertreten
sein. Die Ausschuesse werden ein Programm ausarbeiten, das der
wachsenden Gefahr, die dieses Problem darstellt, begegnen soll.
Das Programm selbst wird Gegenstand einer spaeteren Konferenz sein.
Trade Union News Bulletin from Austria
VII/1/50
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN SICHERN DER REGIERUNG IHRE UNTERSTUETZUNG
IN KRITISCHEN SITUATIONEN ZU
Nach einer Besprechung mit W. Stuart Symington, dem Vorsitzenden
des Nationalen Verteidigungsausschusses zur Ueberwachung und Sicherung der Hilfsquellen des Landes (National Security Resources Board),
sagten die Gewerkschaften fuer kuenftige Notfaelle der Regierung ihre
volle Unterstuetzung zu. Diese Konferenz war von Symington einberufen worden, um Bereitschaftsprobleme in allen Sektoren der amerikanischen Wirtschaft zu besprechen.
- 12 -

�Die Rolle, die die Gewerkschaften in einer Krise spielen sollen, wurde von dem Vorsitzenden der Amerikanischen Arbeltsfoederation (AFL) William Green in folgender Erklaerung erlaeutert:
"'.Vir haben Symington .^egenueber zum Ausdruck gebracht, dass im
Falle einer gegenwaertigen oder zukuenftigen Bereitstellung
der amerikanischen Hilfsquellen die uneingeschraenkte und
zweckmaessigste Vertretung der Gewerkschaftsbewegung in den
Dianenden und vollziehenden Aemtern der betreffenden Dienststellen der Regierung gewaehrleistet sein muss. Wir wiesen ausserdem darauf hin, dass die Bildung solcher Koerperschaften,
die lediglich beratenden Charakter haben, in diesen Dienststellen den Anforderungen, die die Nation an sie stellt, nicht gerecht werden koennen, und dass sich diese Art der Beratung in
der Vergangenheit als unwirksam erwiesen hat."
Im gesamten Verlauf der Unterredung mit •Tymington hoben die
Gewerkschaftsfunktionaere hervor, dass der Schluessel zu einer
erfolgreichen Zusammenarbeit in der freiwilligen Handlungsweise
zu finden sei und dass jede Zwangsmassnahmen, wie die Dienstver-iflichtung von Arbeitskraeften, vermieden werden muessten.
Die Gewerkschaftsfuehrer ernannten einen neun-koepfigen Ausschluss, der mit Symington ueber Fragen der RuestungsProduktion
und, falls erforderlich, ueber die Bereitstellung von Arbeitskraeften beraten soll. Die Kitglieder dieses Ausschusses sind:
Vorsitzender William Green (AFL), Finanzsekretaer George
üeany (AFL), George M. Harrison, der Vorsitzende der Gewerkschaft
der Bueroangestellten der Eisenbahn un der Dampfschiffahrt (AFL),
'.'/alter P. Reuther, der Vorsitzende der Automobilarbeitergewerk?chaft (CIO), Jacob S. Potofsky, der Vorsitzende der Bekleidungsarbeitergewerkschaft (CIO), Emil Rieve, Vorsitzender der Textilarbeitergewerkschaft (CIO), John L. Lewis, der Vorsitzende der
Bergarbeitergewerkschaft, George E. Leighty, Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahnbediensteten, und AI. J. Hayes, der Vorsitzende des Internationalen Metallarbeiterverbandes.
Weekly Labor News Digest
VI1/12/50
George P. Delaney, Internationaler Vertreter der AFL:
DIE GE'^RKSCHAFTIN AMERIKAS fIND PR0DUKTiyiT^ETSBEV.TJ5ST
Die amerikanischen Arbeiter sind von dem Streben p.ach hoher
Produktionsleistung durchdrungen. Sie wissen, dass hoehere Loehne
und kuerzere Arbeitszeit der Erfolg der Produktivitaet ist. ^&gt;ie
haben nichts gegen hoehere Gewinne der Unternehmen, vorausgesetzt,
dass ihr eigener Lebensstandard sich im gleichen Verhaeltnis steigert. °ie haben sich in einer starken Gewerkschaftsbewegung zusammengeschlossen, um sich damit ihren Anteil an dem groesseren
^roduktionsausstoss zu sichern.
Die Arbeiter Amerikas wissen, dass ihre Arbeitszeit unter
dam "Gib-und-Nimm" System einer freien 'Wirtschaft und freier Gewerkschaften innerhalb einer demokratischen Gesellschaftsordnung
und der ersten fuenfzig Jahre dieses Jahrhunderts fast durchweg
auf 40 Stunden woechentlich herabgesetzt worden ist. ^ie wissen,
dass trotz der Kuerzung der Arbeitszeit die Realloehne gestiegen
sind. Sie haben bessere Wohnungen, eine bessere Ernaehrung und
verbesserte Ausbildungsmoeglichkeiten.
- 13 -

�Die amerikanischen Arbeiter sind sich bewusst, dass alle
diese Fortschritte der gesteigerten Produktionsleistung zu verdanken ist, die wiederum auf der Zusammenarbeit tatkraeftiger Gewerkschafter und hilfquellenreicher Unternehmer beruht.
Es ist kein Geheimnis, dass die Gewerkschaften Amerikas all
die Jahre ihres Wirkens ihr Hauptziel in der Erringung hoeherer
Loehne gesehen haben. Unsere Gewerkschaften haben diese Lohnerhoehungen in aktiver Zusammenarbeit mit den Unternehmern zustandegebracht, indem sie die Gestehungskosten reduzierten, Verluste
durch Vergeudung ausschalteten und den Ausstoss der Produktion
steigerten.
Die amerikanischen Gewerkschafter sind aufrichtig bemueht,
ihren Kollegen auf der ganzen Welt ihre Erfahrungen zugaenglich zu
machen, damit auch sie in den Genuss der sich daraus ergebenden
Vorteile kommen. Sie behaupten nicht, ein Monopol der Erfahrungen
in der Zusammenarbeit zu besitzen, sie sind jedoch ihren Kollegen
auf dem Gebiet dieser Erfahrung in den Wechselbeziehungen zwischen
Arbeitern und Unternehmern weit voraus. Sie wuerden es begruessen,
wenn die Arbeiter Europas, Asiens, Suedamerikas und Afrikas in der
Lage waeren, sich die gleichen Moeglichkelten zunutze zu machen.
Ein Beispiel fuer das, was erreicht werden kann, i'st in den
Statistiken ueber die Produktion der Schuhindustrie enthalten. Im
Jahre 1949 wurden in den Vereinigten Staaten fuer jeden Mann, jede
Frau und jedes Kind drei Paar Schuhe hergestellt. Viele andere
Laender produzieren jaehrlich nicht einmal ein Paar Schuhe je Kopf
der Bevoelkerung. Und die Preise fuar die Schuhe sind dort so
hoch, dass man sie fuer nicht unbedingt notwendige Luxusgegenstaende halten koennte.
Ein Programm zur Steigerung der Produktionsleistung in Schuhfabriken und zur Reduzierung der Gestehungskosten, danit die Schuhe
zu erschwinglichen Preisen gekauft werden koennten, wuerde sofort
fuer einen grossen Teil der Bevoelkerung anderer Länder von Vorteil
sein.
Wir sind der Auffassung dass die in Europa jetzt errichteten
Produktivitaetszentren die Stellen sind, an denen begonnen werden
muss. Diese Zentren haben den Vorteil, auf dreigeteilter Basis
errichtet worden zu sein: Gewerkschaften, Unternehmer und Regierung
sind vertreten.
Hier koennen die Moeglichkeiten und Leistungen neuer Maschineneinrichtungen und besserer Produktionsmethoden studiert werden.
Hier kann ausserdem auf der Basis des gegenseitigen guten Willens ein wirkliches Kollektivverhandlungsverfahren aufgebaut werden,
das dafusr sorgt, dass die Gewinne gerecht verteilt werden, die
sich au3 der gesteigerten Produktionsleistung ergeben. Gleichzeitig muss ein ausreichender Schutz gegen voruebergehende Betriebsstillegungen geschaffen werden, die bei der Erneuerung der Werkzeuge und der Einfuehrung arbeitssparender Maschinen oder Methoden
unvermeidlich sind.
The American Federationist
VII/50
Allan L. Swira:
ZUM SRF.OLO GEHOERT EBENSO DER VERSTAND WIE KRAFT.»
Ein Mann, der viel in der Welt herumgekommen und mit inter- 14 -

�nationalen Angelegenheiten ausgezeichnet vertraut ist, erklaerte
mir kuerzlich, dass die Kommunisten wuessten, wofuer sie kaempfen,
wir Jedoch nur wuessten, wogegen wir kaempfen.
"Als ein gutbezahlter und gut ernaehrter Amerikaner," fuhr er
fort, "halte ich es fuer sehr einfach, die Kommunisten und all das,
was sie wollen, zu hassen, aber es wuerde mich wundern, wenn ich
als einfacher chinesischer Kuli die gleiche Meinung haette, der
sein ganzes Leben lang fast immer ein Hungerdasein gefuehrt hat."
Dieser Mann erwaehnte zweifellos die Arbeiter Chinas deshalb,
weil er lange Jahre China bereist hat und aus erster Hand die Bedingungen kennen lernte, unter denen diese Menschen arbeiten und
leben muessen.
Abschliessend erklaerte er: "Wenn Sie jahrelang ausgebeutet
und buchstaeblich versklavt worden sind, ist es wahrscheinlich
nicht schwer fuer Sie, von ihrem alten Herrn zu einem neuen hinueberzuwechseln - besonders dann, wenn Ihnen der Neue einige Hoffnungen macht."
Dieser Mann ist zwar keine bedeutende amerikanische oder
internationale Persoenlichkeit, er steht jedoch der heutigen Situation realistischer gegenueber, als es bei den meisten Amerikanern
der Fall zu sein scheint. Seine Bemerkungen, so scheint es mir,
werfen unwillkuerlich die folgenden Fragen auf: Nehmen wir an,
wir gewinnen den Krieg in Korea, was hoechstwahrscheinlich der Fall
^ein wird, was dann? War unsere Haltung den Arbeitern in Asien
gegenueber in der Vergangenheit so, dass sie unsere Lebensweise
der von den Kommunisten versprochenen ohne weiteres vorziehen
wuarden? Denken jene Arbeiter, die zweifellos von unseren britischen, hollaendischen und franzoesischen Verbuendeten ausgebeutet
wurden, dass die Vereinigten Staaten Demueht sein werden, den Weltfrieden herzustellen oder nehmen sie an, wir fuehrten einen imperialistischen Krieg? Koennen unsere wohlformulierten Erklaerungen
ueber die Herrlichkeiten der Demokratie und des Kapitalismus auf
die farbigen Voelker des Ostens irgend einen nachhaltigen Eindruck
machen, die von den Herabwuerdigungen gehoert haben, denen die
Farbigen in unserem eigenen Lande ausgesetzt sind?
Dies sind Fragen, die wir alle uns vorlegen sollten, und auf
die wir bestreit sein muessen, eine ehrliche Antwort zu finden.
Bis jetzt ist unsere Propaganda etwa nach dem folgenden Motto
betrieben worden: "Handeln, wie wir gehandelt haben, und die Dinge,
die wir besitzen, werden uns auch in Zukunft gehoeren." Dies mag
ein gutes Mott© fuer alle diejenigen sein, die wissen, was wir besitzen, und die auch in der Lage sind, genau so wie wir zu hendeln.
Ist es jedoch auch ein gutes Motto fuer alle jene, die eine Massenproduktion noch niemals gesehen haben und noch niemals in den Genuss
der daraus entstehenden Vorteile gekommen Sind?
Die kommunistischen Versprechungen ueber die Gestaltung der
Zukunft, die da kommen soll, klingen maerchenhaft - aber es sind
immerhin Versprechungen. Was hingegen koennen wir versprechen?
Koennen wir mit gutem Gewissen dem Osten erklaeren: "Haltet zu uns,
und wir werden Euch helfen, Hungersnot und Seuchen zu vertreiben
und allen dort lebenden Menschen einen besseren Lebensstandard zu
sichern?"
Koennen wir es versprechen? Sollen wir es tun? Es ist dies
eine Frage, ueber die wir uns als Nation so schnell wie moeglich
klar werden muessen - um dann bis zum letzten zu unserer Entscheidung zu stehen.
- 15 i

�Wie bereits erwaehnt, haben die Vereinigten Stauten bewiesen,
dass sie in der Lage sind, einen militaerischen Krieg zu fuehren,
der in erster Linie von der Produktionskraft abhaengig ist.
Fuer die Art, in der die Vereinigten Staaten auf ideologischem
Gebiet Krieg fuehren, haben sie jedoch noch keinen Preis gewonnen.
Wir sind mit unseren Propagandadollars zu geizig gewesen. Zu oft
haben wir versucht, echt amerikanische, absolut handelstechnische
Methoden anzuwenden, um Ideen zu verkaufen, fuer die solche Methoden
voellig ungeeignet sind. Wir koennen eine schoene Geschichte erzaehlen - eine viel bessere als die Russen sie je zu bieten vermoegen.
"ir hab2n mehr Waren, die wir verkaufen koennen. Abor verkaufen wir
sie tatsaechlich? Und stellen wir in unserem Lande solche Dinge
her, die unsere Position im ausländ staerken koennten?
Der Konflikt in Korea ist nicht nur ein Scharmuetzel. Sein
Ausgang wird im gewissen Sinn nicht jene Probleme loesen, die durch
die verschiedenen Anschauungen entstanden sind.
Wir als Nation sollten uns diese Tatsache jetzt schon vor Augen
halten, und wir sollten uns auch darueber im Klaren sein, dass wir
nicht,wie ueblich, nach unserer ueblichen Wirtschaftstheorie vorgehen und gewinnen koennen.
Wir muessen vermeiden, uns selbst zum Narren zu halten, und
die falsche Idee aufgeben, dass wir diesesmal mit hinter dem Ruecken
verschraenkten Haenden gewinnen koennten.
Dieser Krieg nimmt uns ganz in Anspruch. Eine Menge Geld, Arbeitskraefte und Menschenleben werden geopfert werden muessen, bevor
er vorueber ist. Frueher oder spaeter muss sich die Nation, wenn
sie den grossen Kampf gewinnen soll, vergegenwaertigen, dass wir
unser Gehirn ebenso wie unsere Arme anstrengen muessen; zumal Ideen
und Ideale ebenso maechtig wie Geschosse sind. Ausserdem sind sie
gewoehnlich nicht so kostspielig.
CIO News
VIII/7/1950
LANDKULTIVIERUNG IN ITALIEN SCHAFFT 500.000 ARBSIT5PLAETZE
Man erwartet, dass das Landwirtschaftsprogramm des Marshall
Plan3 in Italien, eines der groessten Kultivierungs- und Bewaesserungsprojekte in der europaeischen Geschichte, fuer fast eine halbe
Million Menschen bessere und dauernde Arbeitsplaetze schaffen wird.
Diese Voraussage sprach Harry McClelland in Washington aus, der
M^heri^e Leiter *er Abteilung fuer Nahrungsmittel und Landwirtschaft
der ECA Mission in Italien. Er bezifferte die Zahl der neuen Arbeitsplaetze, die durch das laufende Landwirtschaftsprogramm geschaffen
wuerden, auf 150.000 und erklaerte, dass die Situation der Landarbeiter durch bessere Arbeitsbedingungen und gesicherte Jahresbeschaeftigung in den meisten Faellen verbessert wuerde.
Das Landwirtschaftsprogramm, das die Anwendung von Hybridenmais und sonstiger neuer Zuchtprodukte der Landwirtschaft in gesteigertem Umfan ermoegliche, hat den Prozess der landwirtschaftlichen
Wiedergesundung Italiens eingeleitet. Im Verlauf des ersten Jahres
seien nahezu 100$ und in den folgenden Jahren etwa 60$ der Kosten
durch die Gegenwertfonds des Marshall Plans gedeckt worden.
ECA Labor Information
8/8/50
- 16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEH
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 2 5

Frankfurt, 25. August 1950
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Der "Tag der Arbeit" und seine Geschichte - - - 1
Belgische Gewerkschafter berichten von ihren Eindruecken in Amerika - - - - - - - - - - - - 3
Oesterreichische Landarbeiter fordern hoehere
Loehne - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 4
Weltgewerkschaftsbund lehnt Unterstuetzung Koreas
ab
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Britische Gewerkschaften werden vor dem "Stockholmer Friedensappell" gewarnt - - - - - - - - 6
Amerikanische Gewerkschaften fordern Hilfe fuer
Indien
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Eiserne Disziplin der nordkoreanischen Arbeiter 8
Hohe Produktionsleistung lohnt sich - - - - - - 8
Arbeitsgesetzgebung in Indien - - - - - - - - - 11
CIO Funktionaer.fordert wirksames 7,'irtschaftsprogramm - - - - - - - - - - - - - - - - - - 13
CIO gegen Kuerzung des Punkt-Vier-Programms - - - 16

DER "TAG DER ARBEIT" UND SEINE GESCHICHTE
Der "Tag der Arbeit" wird am ersten Montag im September gefeiert. Er ist ein offizieller gesetzlicher Feiertag in den Vereinigten Staaten. Die Idee, einen gesetzlichen Feiertag zu Ehren der
Arbeit einzux'uehren, stammt von den Gewerkschaften selbst, und die
gesetzliche Verwirklichung dieser Idee wurde durch sie eingeleitet
und gefoerdert. Heute feiern nicht nur die Mitglieder der Gewerkschaftsbewegung, sondern die gesamte Bevoelkerung der Vereinigten
Staaten diesen Tag und huldigen dem arbeitenden Menschen.
Der "Tag der Arbeit" wird heute in den Vereinigten Staaten von
mehr als 16 Millionen organisierter Arbeiter festlich begangen. In
allen Gewerkschaftszentren finden Kundgebungen, Demonstrationen,
Veranstaltungen, Ausfluege, Reden und Sportfeste statt, die von den
Gewerkschaften organisiert werden. Nicht nur die Gewerkschaftsmitglieder mit ihren Frauen und Kindern, sondern darueberhinaus nehmen
- 1 -

�Millionen amerikanischer Buerger, die ausserhalb der Gewerkschaftsbewegung stehen, an dieser groessten Feier zu Ehren der Arbeit teil.
Ueberall, in den grossen Staedten und den kleinen Doerfchen der
Vereinigten Staaten, treffen sich Menschen aus allen Schichten des
Volkes, um der Arbeit zu huldigen.
In ganz Westeuropa wird der "Tag der Arbeit" von den Angestellten der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) gefeiert werden, der zahlreiche Vertreter amerikanischer Gewerkschaften
angehoeren.
Das Amt des europaeischen Sonderbotschafters in Paris und die
ECA-Missionen der meisten Teilnehmerstaaten beschaeftigen aktive
Gewerkschafter in Schluesselstellungen, die am europaeischen Wiederaufbauprogramm mithelfen. Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung,
die den Marshall Plan von Anfang an unterstuetzt hat, hat viele
faehige Funktionaere dieser Organisation zur Verfuegung gestellt,
damit sie der Sache des Wiederaufbaues und des Friedens dienen koennen.
Der "Tag der Arbeit" geht, verglichen mit seinen ersten Urspruengen, weit ueber die Traeume und Hoffnungen der urspruenglichen
Foerderer und Gruender dieses Tages hinaus.
Am ersten Montag im September des Jahres 1882 fuehrte Peter
McGuire, der Vorsitzende der Gewerkschaft
der Zimmerleute, in New
York eine Gewerkschaftskundgebung durch. Im gleichen Jahre unterbreitete er der Zentral-Gewerkschaft von New York den Vorschlag,
einen bestimmten Tag des Jahres als allgemeinen Feiertag fuer das
arbeitende Volk vorzusehen.
Zu dieser Zeit hatte die organisierte Gewerkschaftsbewegung
schwere Kaempfe zu fuehren und musste um diesen Feiertag hart kaempfen. In opfervollen Streiks der Eisenbahner, der Bergleute und der
Arbeiter der Eisen-Industrie war es den Gewerkschaften gelungen, gesetzgeberische Massnahmen wie z.B. das Heimstaetten-Gesetz als Landesgesetze durchzusetzen. Bei jener historischen Kundgebung sangen
die Arbeiter eines jener Lieder, die die traditionelle Entschlossenheit und Kampfbereitschaft der Gewerkschaften zum Ausdruck brachten:
"Millionen Schaffender wachen jetzt auf,
Seht, wie sie vorwaexts marschieren;
Die Tyrannen sie beben und zittern zuhauf,
Bald werden sie die Macht verlieren.
Ihr Ritter der Arbeit, beseitigt die Maechte
Kaempft fuer Freiheit und Brot,
Fuer alle Menschen die gleichen Rechte.
Kampf den Tyrannen, Kampf der Not.
ßie Idee eines gesetzlichen und nationalen Feiertages der Arbeit fand ueberall Anklang.
Im ganzen Lande wurden von den Gewerkschaftsorganisationen
Entschliessungen gefasst und an die lokalen, einzelstaatlichen und
bundesstaatlichen gesetzgebenden Koerperschaften weitergeleitet. Inzwischen feierten die Mitglieder der organisierten Gewerkschaftsbewegung am ersten Montag im September der Jahre 1883 und 1884 ihren
Tag der Arbeit mit Kundgebungen und Demontrationen. Im Jahre 1884
forderten die Pioniere der Gewerkschaftsbewegung in der Generalversammlung, dass der erste Montag im September zum Feiertag der Arbeit
erklaert und gesetzlioh als solcher festgelegt werden solle.
Am 21. Februar 1887, 5 Jahre nach der ersten Kundgebung am
Tage der Arbeit, wurde im Staate Oregon, in einer Entfernung von
- 2 -

�mehr als 3000 Meilen von New York auf der anderen Seite des amerikanischen Kontinents ein Gesetz erlassen, in dem der erste Montag im
September zum gesetzlichen Feiertag unter dem Namen "Tag der Arbeit"
erklaert wurde. Am 15. Maerz entstand in Colorado ein aehnliches
Gesetz. Dann folgten New York, New Jersey und Massachusetts. Die
Gewerkschaftsbewegung fuehrte jetzt einen Feldzug zur Schaffung
eines Gesetzes fuer die ganze Nation, und am 26. Juni 1894 vollendete der Kongress seine Arbeit in dieser wichtigen gesetzgeberischen Angelegenheit. Zwei Tage spaeter unterzeichnete Praesident
Cleveland die Vorlage, die somit zum Gesetz wurde. Samuel Gompers,
der damalige Praesident der AFL, einer der bedeutendsten Pioniere
der Gewerkschaftsbewegung Amerikas, erhielt jene Feder, mit der
Praesident Cleveland dieses Gesetz unterschrieb und die heute noch
von den Gewerkschaften aufbewahrt wird.
Gompers erklaerte damals: "i)er Tag der Arbeit unterscheidet
sich wesentlich von den anderen Feiertagen des Jahres und denen aller
anderen Laender. Alle anderen Feiertage sind mehr oder weniger mit
der Erinnerung an Konflikte und Kaempfe verbunden, die aus der Ueberlegenheit des Einen ueber den Anderen, aus Streit und Uneinigkeit,
aus Geldgier oder Machtgeluesten, oder aus dem Sieg einer Nation
ueber die andere entstanden sind."
Der "Tag der Arbeit" dagegen bedeutet eine neue Epoche in den
Annalen der Geschichte der Menschheit. Er iBt zugleich ein Manifest
der Anerkennung des Kampfes der Massen gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit, er ist ein Ansporn fuer Maenner, Frauen und Kinder unserer
Zeit, fuer das Recht zu kaempfen, und er gibt uns die Hoffnung, dass
wir das Ziel, das wir uns fuar die gesamte Menschheit gesetzt haben,
erreichen werden.
Der "Tag der Arbeit" ist in den Vereinigten Staaten laengst
selbstverstaendlich geworden und so wie die Mitgliederstaerke der
Gewerkschaftsbewegung waechst, wie sie reifer wird und in den zahlreichen Sektoren der amerikanischen Gemeinschaft aufgeht, so wird
dieser Tag fuer alle Amerikaner an Bedeutung gewinnen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VIII/8/50
BELGISCHE GENRES CHAFTSR BERICHTEN VON IHREN EINDRUECKEN IN AMERIKA
Die hohe Produktionsleistung und der hohe Lebensstandard der
amerikanischen Arbeiter sind in erster Linie auf die grossen Absatzmaerkte fuer die Erzeugnisse der amerikanischen Industrie zurueckzufuehren.
Diese Feststellung traf eine belgische Gewerkschaftergruppe,
die soeben von einer Studienreise durch Amerika zurueckgekehrt sind.
Die slebenkoepfige Gruppe besuchte die Vereinigten Staaten im
Auftrage der Marshall-Plan-Verwaltung der drei grossen Gewerkschaftsverbaende Belgiens, um die Produktionsleistung und die Wechselbeziehungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmern in diesem Lande zu
studieren.
Die Besucher waren von dem hohen Lebensstandard des Durchschnittsarbeiters beeindruckt und berichteten, dass "der Lebensstandard der
amerikanischen Arbeiter auf seinem hohen Produktionsleistungsstand
beruht. Dieser wiederum ist ein Ergebnis der riesigen inlaendischen
Absatzmaerkte."
Das kleine Belgien verfuegt nicht ueber einen derart umfangreichen Inlandsbedarf, der aureichen wuerde, eine so hohe Produktionsleistung aufzunehmen, und deshalb muss Belgien Absatzmaerkte im
Ausland finden.
- 3-

�Die Mitglieder der Gruppe sind der Auffassung, dass fuer gewisse belgische Erzeugnisse eine grosse Nachfrage in Amerika bestehen wuerde, wenn die Vereinigten Staaten ihre Einfuhrzoelle
ermaessigten. In Europa halten sie eine Erweiterung und Vertiefung des wirtschaftlichen Zusammenschlusses, wie im Fall der
Benelux Staaten, fuer notwendig.
Mit diesen neuen, verhaeltnismaessig leicht zugaenglichen Absatzmaerkten hofft die Gruppe auf eine betraechtliche Erhoehung
der Produktionsleistung in Belgien, die zugleich hoehere Loehne
und eine kuerzere Arbeitszeit bedeutet.
Die belgischen Gewerkschafter stellten nur ein geringes Klassenbewusstsein unter den amerikanischen Arbeitern fest. Sie berichteten, dass besonders der Arbeiter ueberwiegend mit dem Bewusstsein
lebe, amerikanischer Buerger zu sein. Sein Interesse gaelte sodann
seiner Gewerkschaft, sei jedoch kaum in Richtung eines Klassenbewusstseins orientiert. "Der amerikanische Arbeiter ist unabhaengiger als seine belgischen Kollegen und verlaesst sich weniger auf
die Unternehmer. Die Gruppe wohnte einigen Sitzungen der Beschwerdeausschuesse bei und war von der Tatsache beeindruckt, dass sich
der amerikanische Gewerkschafter seinem Unternehmer gegenueber als
gleichberechtigt betrachtet.
n

Diese Auffassung ist traditionsgemaess in Belgien ueberhaupt
nicht vorhanden. Diese Gruppe hofft jedoch, die in Belgien vorherrschenden Anschauungen zu gegebener Zeit aendern zu koennen."
Die Belgier beschafften sich weiterhin einen Einblick in das
amerikanische TarifVerhandlungswesen und stellten fest, dass die
amerikanischen Gewerkschaften nach einem praktischen und keinem
theoretischen Programm arbeiten, was ihnen schnelle und wertvolle
Erfolge einbringt. Die Besucher betonten, dass der Lebensstandard
und die Arbeitsbedingungen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter wesentlich besser als die der nichtorganisierten seien.
Die belgischen Gewerkschaftsfuehrer waren der Meinung, dass in
der Arbeitsgesetzgebung der verschiedenen amerikanischen Staaten,
die sie besucht hatten, sehr grosse Unterschiede aufweist. Besonders kritisch war ihre Haltung den sozialen Versicherungsgesetzen
der Vereinigten Staaten gegenueber und sie erklaerten, dass die
wirtschaftliche Lage eines Arbeiters, der nicht im zwischenstaatlichen Handel beschaeftigt sei und nicht unter die Bestimmungen der
bundesstaatlichen Arbeitsgesetze falle, viel zu wuenschen uebrig
lasse. Der amerikanische Arbeiter erspare trotz seines hohen Lebensstandards nicht genuegend Geld, und die soziale Versicherung sei im
Falle ernsthafter Wirtschaftskrisen recht unzulaenglich.
Arbeitsmitteilungen der ECA
OSSTKRREICHISCKK LANDARBEITER FORDERN HOEHERE LOEHNE
Wie in vielen anderen Laendern ist auch die Gewerkschaftsbewegung in Oesterreich bemueht, die Lebensbedingungen der Arbeiter, die
die geringsten Loehne erhalten, zu verbessern - und das sind in
Oesterreich die Landarbeiter. Ein gelernter Landarbeiter verdient
heute ausser der Abgeltung in Naturalien monatlich durchschnittlich
150 Schillinge, - dies reicht gerade aus, ein Paar billige Schuhe zu
kaufen.
Der Kampf der Landarbeiter um einen fuer das ganze Land verbindlichen Tarifvertrag ist vier Monate lang ohne Ergebnis gefuehrt worden, bis auf einer Konferenz die Gewerkschaftsfunktionaere beschlossen
einen Streik auszurufen, wenn bis zum 19. Juni kein Vertrag erzielt
4 -

�sei. Daraufhin unterzeichneten die Arbeitgeberorganisation in bestimmten Laendern Oesterreichs mit der 60.000 Mitglieder starken
Land- und Forstarbeitergewerkschaft einen Vertrag, der wesentlich
bessere Bedingungen als der fruehere enthaelt. Die monatlichen Loehne in bar sind bei freier Unterkunft, Heizung, Licht und Brennstoff
von 70 auf 100 Schillinge erhoeht worden, line neue Bestimmung des
Vertrages sieht vor, dass die Arbeiter und ihre Familien das Recht
haben, von den Bauern Nahrungsmittel zu Preisen zu kaufen, die in
einer besonderen Liste-niedergelegt sind.
In anderen oesterreichischen Laendern konnten die streikenden
Landarbeiter aehnliche Erfolge erziBlen. In der Steiermark haben
sich die Arbeitgeber jedoch unnachgiebiger gezeigt und versucht,
die Streikenden durch Drohungen und Polizelmassnahmen einzuschuechtern. Auch hat man Streikbrecher eingestellt, deren Loehne viel
hoeher als die von der Gewerkschaft geforderten lagen. Eine der
Laenderregierungen hat sogar beschlossen, bei TarifVerhandlungen
nur die von den Arbeitgebern errichteten "gelben" Gewerkschaften
als Verhandlungspartner anzuerkennen.
Keine dieser Massnahmen hat die Haltung der Landarbeiter aen-«
dern koennen, die aus allen Teilen des Landes und besonders von den
Industriearbeitern zahlreiche Solidaritaetserklaerungen erhielten.
Es ist nicht uninteressant festzustellen, dass in den
Oesterreich angrenzenden Teilen Westdeutschlands die Moegllchkeit
eines aähnlichen Landarbeiterstreiks besteht, nachdem die Lohnverhandlungen abgebrochen werden mussten. Die deutschen Gewerkschaften
sind der Auffassung, dass die Arbeitgeber mit ihrer Weigerung einen
Druck auf die Bundesregierung ausueben und damit durchsetzen wollen,
dass der Brotpreis erhoeht wird.
Information Bulletin des IBFG
VII/26/50

•

WELTGEWERKSCHAFTSBUND LEHNT UNTERSTÜETZÜNG KOREAS AB
Auf die Frage, ob sie ihre Einrichtungen und Hilfsquellen dem
Vereinigten Oberkommando in Korea zur Loesung der Probleme der
Zivilbevoelkerung zur Verfuegung stellen wollten, gaben die beiden
Gewerkschaftsbuende vor einer Konferenz des Sozial-Ausschusses des
Wirtsohafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen in Genf eine
voellig verschiedene Antwort.
Toni Sender erklaerte im Namen des neugegruendeten, nichtkommunistischen Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften, dass die
freie GewerkschaftsOrganisation bei der Loesung aller Probleme tatkraeftig mithelfen wuerde, die in den wiederbesetzten Gebieten auftauchen koennten, und dass sie mit allen ihr zur Verfuegung stehenden Mitteln "die Opfer der Aggression in Korea" unterstuetzen wuerde.
Georges Fisher, der Vertreter des von den Kommunisten beherrschten Weltgewerkschaftsbundes, erklaerte dagegen, dass sich diese
Organisation weigern wuerde, sich an Hilfeleistungen fuer die notleidende Zivilbevoelkerung im Gebiet der Vereinten Nationen zu beteiligen, selbst wenn er den WGB darum ersuchte.
Der Ausschuss befasste sich mit einer vor kurzem gefassten
EntSchliessung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in der
zur Unterstuetzung der Zivilisten aufgerufen wird, die in dem unter
dem Oberkommando der Vereinten Nationen stehenden Gebiet von Korea
wohnen. Fisher lehnte diese EntSchliessung und auch die Taetigkeit
5 -

�der Vereinten Nationen in Korea ab und stellte im Namen des WGB
die Forderung, sowohl die nord- als auch die suedkoreanischen Zivilisten zu unterstuetzen. Der Vorsitzende des Ausschusses C. G.
Corley-Smith, Grossbritannien, stellte fest, dass die Erklaerung
Fishers "voelllg abwegig" sei, weil vor dem Komitee nur die Entschliessung des Sicherheitsrates zur Debatte stand. Seine Absage
an den Spreoher des WGB wurde von dem Ausschuss gebilligt, der sich
weigerte, weitere Argumente des kommunistischen Weltgewerkschaftsbundes anzuhoeren.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VIII/14/50
BRITISCHE GEWERKSCHAFTEN WERDEN VOR DEM "STOCKHOLMER FRIEDENSAPPELL" GEWARNT
Unter den Resolutionen, die zur diesjaehrigen Jahreskonferenz
der Labour Partei eingereicht wurden, befindet sich eine, in der
versichert wird, dass "der Marshall-Plan Grossbritannien und den
Laendern Westeuropas in den letzten drei Jahren eine unermessliche
Hilfe geleistet hat." Gefasst wurde diese Entschliessung von der
Gewerkschaft der Arbeitnehmer oeffentlicher Betriebe, die mit ihren
mehr als 800.000 Mitgliedern die zweitgroesste Gewerkschaft Grossbritanniens ist. In der Resolution, ober die die Jahreskonferenz
der Labour Partei in der ersten Oktoberwoche in Margate abstimmen
wird, heisst es:
"Die Konferenz erklaert, dass
nien und den Laendern Westeuropas
unermessliche Hilfe geleistet hat,
gegen die Wirren und Zerstoerungen
aufreibender gewesen.

der Marshall-Plan Grossbritanin den letzten drei Jahren eine
denn ohne ihn waere der Kampf
der Nachkriegsjähre laenger und

"Wir.sind dem amerikanischen Volke deshalb fuer seine rechtzeitige und grosszuegige Hilfe zu unserer Wiedergesundung und unserem wirtschaftlichen Wiederaufbau grossen Dank schuldig»
"Die Konferenz weiss die Fortschritte unserer Wirtschaft zu
schaetzen, sie weist aber darauf hin, dass die Zeit naht, in der
unser Lebensstandard von unseren eigenen Mitteln abhaengen wird,
und es ist deshalb von ausschlaggebender Bedeutung, dass wir unentwegt an der Steigerung unserer Leistungsfaehigkeit und der Produktion unserer Industrien arbeiten.
"Die Konferenz sichert der Labour Regierung ihre volle Unterstuetzung in allen Massnahmen zu, die zur Erweiterung der Produktion und des Aussenhandels ergriffen werden und eine guenstige
Zahlungsbilanz und die Erhaltung der V0llbeschaeftigung sichern."
Auf der Jahreskonferenz der Labour Partei, die die politischen
Richtlinien der britischen Gewerkschaftsbewegung festlegen wird,
werden sowohl die meisten britisciien Gewerkschaften vertreten sein,
die der Labour Partei unmittelbar angehoeren, als auch die "getrennte Labour Partei," in der viele Gewerkschafter Einzelmitglied sind.
An alle oertlichen Stellen der Labour Partei wurde in dieser
Woche die Warnung gerichtet, sich vor Versuchen in acht zu nehmen,
die sie noch vor der Konferenz zu stalinfreundlichen Resolutionen
verleiten wollen. "Man wird sagen," erklaerte Victor Feather, der
stellvertretende Sekretaer des britischen Gewerkschaftsbundes (TUC)
"dass die selbstaendigen Labour Parteien von den Gewerkschaften
ueberrannt werden. Man wird versuchen, den Delegierten der oertlichen Organisationen der Labour Partei vorzugaukeln, dass sie von

�den Gewerkschaften tyrannisiert werden, und dass sie dem Sozialismus einen guten Dienst erweisen, wenn sie sich von den Gewerkschaften lossagen. Man wird bemueht sein, die selbstaendigen Organisationen der, Labour Partei glauben zu machen, dass sie an der Nase
herumgefuehrt werden, und dass ihre eigene Exekutive ei-: doppeltes
Spiel betreibt."
Feather wies'im besonderen darauf hin, dass an die Hintermaenner der kommunistischen Partei Befehle ergangen seien, die Konferenz
dar Labour "Partei in eine sogenannte "Friedenskundgebung" umzuwandeln. Die Theoretiker der kommunistischen Partei haetten niemals
an den Frieden geglaubt. Er sei fuer sie nur ein politisches Werkzeug.
Sowohl der britische Gewerkschaftsbund (TUC) als auch die
Labour Partei forderten die ihnen angeschlossenen Organisationen
auf, 3ich in keiner V/eise in die kommunistisch beherrschte Kampagne
d33 britischen Friedenskomitees zugunsten des "Stockholmer Friedensaooell3" einspannen zu lassen.
Arbeitsraitteilungen der ECA
VIII/9/50
AFRIKANISCHE GEV/ERKSCKAFTEN FORDERN HILFE FUER

INDIEN

Bevor iie Fernost-Delegation des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften Neu-Delhi verliess, um den naechsten Abschnitt ihrer
Kissionsreise anzutreten, war es ihr moeglich, mit dem indischen
Premierminister Pandit Nehru zusammenzukommen und mit ihm die wichtige Rolle zu besprechen, die die freien Gewerkschaften in der dringenden Aufgabe der wirtschaftlichen Entwicklung in Indien zu spielen
haben.
In einer Verlautbarung, die nach der Konferenz veroeffentlicht
wurde, wies die Delegation auf die Tatsache hin, dasg das grundlegende "V.'irtschaftsproblem Indiens die Notwendigkeit einer Ausdehnung
seiner Kapitalstruktur sei, und dass die Gefahr einer zunehmenden
Arbeitslosigkeit bei den besonderen Verhaeltnissen in Indien solange
bestuende, als eine derartige Ausdehnung nicht von der Forderung der
Gewerkschaften nach einem verbesserten Lebensstandard begleitet sei.
"Die Schwierigkeit des Problems liegt darin," erklaerte ein
Mitglied der Delegation, "dass die indischen Kapitalisten grosse
und schnelle Gewinne beanspruchen und damit den gleichen Fehler begehen wie ihre Ebenbilder im zaristischen Russland und im heutigen
Frankreich und Italien."
Mit auslaendischem Privatkapital allein koennten Indiens Probleme niemals geloesi, werden. "Was Indien braucht, sind Dinge,
die mit Privatkapital nicht beschafft werden koennen, so z.B. die
Entwicklung der kuen3tlichen Bewaesserung und der Aufforstung."
Die amerikanischen Mitglieder der Delegation zeigten den gegenwaertigen Bemuehungen Amerikas zur Unterstuetzung wirtschaftlich unterentwickelter Laender gegenueber eine kritische Einstellung. Diese
Hilfe ist -ihrer Meinung nach "viel zu gering und kommt viel zu
spaet." In einer telegrafischen Sonderbotschaft an den CIO unterstrich John Brophy, ein amerikanisches Mitglied der Delegation,
diesen Punkt und fuehrte aus: "Die asiatischen Laender muessen in
ihrem Kampf um Freiheit gegen die Bedrohung des Kommunismus von den
freien Voelkern der westlichen Welt unterstuetzt werden. Mit der
Kuerzung der Geldmittel'des Punkt-Vier-Programms 'on 35 auf 10
Millionen Dollar, hat der Bewilligungsausschuss des Senats cfie Sache der Demokratie in Suedostasien erheblich geschwaecht. Die Dele- 7

�gation des IBFG fordert den CIO nachdruecklich auf, alles zu tun,
damit diese Kuerzung nicht durchgefuehrt wird."
Die Delegation hat sich jetzt in zwei Gruppen aufgeteilt, deren
eine sich nach Tokio, Kalkutta, Dacca und Chittagong begeben wird,
um sioh mit der anderen Gruppe in Bangkok wieder zu treffen.
Information Bulletin des IBFG
VI1/26/50
2ISERNE DISZIPLIN DER NORDKOZEANISCHEN ARBEITER
Nordkoreanischen Quellen und der kommunistischen Tageszeitung
"Der Arbeiter" zufolge ist Nordkorea eine "demokratische Volksrepublik."
Ein entsprechender Kabinetssbeschluss, der soeben in Washington verfuegbar wurde, enthaelt folgende Bestimmungen:
Die Arbeiter muessen die "Arbeitsdisziplin" wahren und die
Befehle ihrer Vorgesetzten "rechtzeitig und genau" au»fuehren; sie
duerfen mit "Angelegenheiten, die sie nichts angehen," keine Zeit
vergeuden; sie muessen die Produktionsquoten "erfuellen und uebertreffen"; sie muessen sich "liebevoll um Material, Maschinen, Werkzeuge usw. kuemmern und schonend damit umgehen"; sie muessen das
"Geheimnis des Betriebes wahren."
Verletzungen dieser Bestimmungen ziehen Bestrafung durch die
Betriebsleitung und das Gericht nach sich. Es gibt keine Berufung.
Wer laenger als 30 Minuten von seinem Arbeitsplatz entfernt bleibt,
gilt als abwesend und verliert damit das Anrecht auf seine Lebensmittelration. Diejenigen, deren Arbeitsleistung unter der Norm
liegt, werden "nach den gesetzlichen Bestimmungen und den Verordnungen des Staates materiell zur Verantwortung gezogen, dies
schliesst Verweis und Bestrafung nicht aus."
Ohne Genehmigung des Arbeitgebers kann niemand den Arbeitsplatz
oder seinen Beruf wechseln; wer irgendeiner dieser Bestimmungen zuwiderhandelt, und "nicht ausfindig gemacht werden kann oder auf eine
Mitteilung nicht antwortet", kann von dem Arbeitgeber bestraft werden,
ohne dass der Betroffene eine Erklaerung vorbringen kann.
Arbeitsmitteilungen der ECA
VIII/9/50
HOHE PRODUKTIONSLEISTUNG LOHNT SICH
Eine 42-prozentlge Steigerung der Produktionsleistung in einer
Kopenhagener Schuhfabrik hat in ueberzeugender Weise bewiesen, wie
sich diese zum Vorteil der Arbeiter und Verbraucher ausgewirkt hat.
Diese 42-prozentige Erhoehung der Arbeitsleistung der Arbeiter
seit 1939 bedeutet: 1} eine Erhoehung der Beschaeftigtenziffer um
etwa 23%; 2) eine Lohnerhoehung fuer alle Arbeitnehmer; 3) ein
Preisrueckgang der von der Fabrik hergestellten Schuhe um 10%; 4)
eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und 5) einen
Arbeitsaufwand des einzelnen Arbeiters, der nicht hoeher ist als vor
dem Beginn der Massnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung.
Anstatt angetrieben zu werden, werden die Arbeiter, die schneller arbeiten, als es die wissenschaftlich erarbeitete Norm vor-

8

�schreibt, tatsaechlich aufgefordert, ihr Arbeitstempo zu verringern.
Nach den Bestimmungen der Betriebskrankenkasse dieser Fabrik zahlt
die Firma einem wegen Krankheit abwesenden Arbeiter drei Monate lang
seinen Lohn, und es ist festgestellt worden, dass Krankheit, die
auf Ueberanstrengung zurueckzufuehren ist, sowohl dem Einzelnen als
auch dem Unternehmen letzten Endes nur Verlust an Zeit, Arbeitsfähigkeit und Geld einbringt.
Berichte des Unternehmens zeigen auf, dass im Jahre 1939 die
taegliche Produktionsleistung dieser Fabrik je Arbeiter 2,8 Paar
Schuhe betrug. Im zweiten Quartal 1950 war sie auf 4 Paar Schuhe
je Arbeitstag gestiegen. In den 15 Monaten von Januar 1949 bis
April 1950 hatte sich der Ausstoss weiter von 3,6 auf 4,0 Paar
Schuhe erhoeht.
In diesen 15 Monaten stieg die Zahl der Arbeitnehmer von 131
auf 158. Im gleichen Zeitraum ging die taegliche Gesamtproduktion
an Schuhen von 465 auf G2£ Paar in die Hoehe. Die Verbraucherpreise
fuer diese Schuhe wurden gleichzeitig um 10$ reduziert.
Der Betriebsleiter K. B. Larsen macht fuenf Faktoren fuer die
bedeutende Steigerung der Produktionsleistung des Betriebes verantwortlich: 1. Modernisierung und Gruppierung der Betriebsanlagen;
2. gute Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern;
3. Anwendung der Ausbildungsmethoden des betriebstechnischen Schulungsprogramms; 4. Auswertung von Zeit- und Bewegungsstudien und
5. ein neues kostenaufzeigendes Syst«* dar Buchhaltung.
Die Modernisierung und die Verbesserung der Gruppierung der
Werksanlagen machten den Kauf neuer Naehmaschinen, die Einrichtung
eines Transportbandsystems und die Anbringung einer besseren Beleuchtungsanlage erforderlich. Die neuen Maschinen sind vor allem in
England und den Vereinigten Staaten gekauft worden. Die Verbesserung
der Beleuchtungsanlagen in der Zuschneidewerkstatt hat zu einer
durchschnittlichen lirhoehung der Lux-Zahl von 20 auf 600 je Arbeitsplatz gefuehrt. Die von Larsen vorgelegten Betriebsstatistik zeigt,
dass der woechentliche Elektrizitaetsverbrauch von 31.000 Kilowatt
im Jahre 1944 auf 73.000 Kilowatt in der Gegenwart angestiegen ist.
Durch die Einrichtung der zwei Transportbaender ist die Leistungsfaehigkeit der Maschinenarbeiter in einer Werkstatt betraechtlich erhoeht worden. Die Arbeiter, die parallel zum Transportband
an ihren Maschinen sitzen, betaetigen nur einen Knopf, um dem Arbeiter am Ende des Transportbandes anzuzeigen, was sie benoetigen. Dort
befindet sich ein elektrisches Schaltbrett mit farbigen Lichtern.
Das Material wird dann auf dem Transportband zu dem betreffenden
Arbeitsplatz befoerdert. Frueher, als dieses Transportband noch
nicht eingebaut war, musste jeder Arbeiter viel Zeit vergeuden und
seine Maschine verlassen, um sich das benoetigte Material zu holen.
Am Ende des Transportbandes oeffnet sich eine Gleitbahn, die zum
naechsten Fertigungsprozess in der tieferliegenden Werkstatt fuehrt.
Ueber diese Gleitbahn gelangen die Arbeitsstuecke in den Raum, wo
die letzten Fertigungsprozesse durchgefuehrt werden.
Larsen hob besonders die Bedeutung der Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fuer die Foerderung einer gesteigerten Produktionsleistung hervor. Das Unternehmen hat mit den
daenischen Gewerkschaften einen Vertrag abgeschlossen und ist verpflichtet, die im Lohntarif vorgesehenen Loehne zu zahlen. Larsen
erklaerte jedoch, dass die Unternehmer in vielen Faellen aus eigener
Initiative heraus hoehere Loehne zahlten. "Wenn wir feststellen,M
sagte er, "dass ein Arbeiter mehr produziert und dadurch Anspruch
auf einen hoeheren Verdienst hat, dann steigern wir seinen Lohn."
9 -

�"Die Idee, dass hoehere Produktionsleistungen wuenschenswert
sind, fand bei den Arbeitern zu Anfang nur wenig Anklang. Ihr
Widerwille kam darin zum Ausdruck, dass sie sich den Zeit- und Bewegungsstudien widersetzten. Noch vor drei Jahren war ihre Opposition
so stark, dass sie mit Streik drohten, wenn eine neue Maschine eingefuehrt werden sollte. Sie wollten zuerst nicht glauben, dass die
Erhoehung der Loehne nur auf die gesteigerte Produktionsleistung zurueckgefuehrt werden muss, denn sie wussten, dass sie nicht schwerer
zu arbeiten hatten." Seit jener Zeit hat sich die Zusammenarbeit
zwischen Unternehmern und Arbeitern jedoch hoechst zufriedenstellend
entwickelt.
Viele Erfolge dieses Unternehmens in der Arbeitsweise des Betriebes und den Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, so erklaerte Larsen, beruhten auf der Anwendung der Methoden des innerbetrieblichen Schulurgsprogramms. "Viele unserer Probleme wurzeln in der Haltung des Menschen, und wir sind mit Erfolg
bemueht, unter Zuhilfenahme des innerbetrieblichen Schulungsprogramms
alle Vorgesetzten zum klugen Handeln zu erziehen." Niemand koenne
in der Fabrik Vorgesetzter werden, wenn er nicht an einem Ausbildungs*
kursus im Rahmen dieses Programms teilgenommen habe. Er berichtete
ausserdem, dass auch die Betriebsraete sich an einem aehnlichen Kurs
beteiligen muessten, und da3s ihnen die gleichen Informationen zur
Verfuegung stuenden, die den Vertretern des Unternehmers gegeben worden.
Die Unternehmer wenden das Zeit- und BewegungsStudium an, und
auch auf diesem Gebiete wuerde den Gewerkschaftsfuhktionaeren die
gleiche Ausbildung zuteil wie den Vertretern der Arbeitgeber. Die
allgemeine Politik gehe dahin, die Arbeiter ueber alles, was vor sich
geht, zu unterrichten.
Vor zwei Jahren sei ein neues System der Buchhaltung eingefuehrt
worden, das auf der Kostenfeststellung beruhe. Dadurch wuerde eine
genaue Ueberpruefung aller Arbeitsgaenge im einzelnen und innerhalb
einer gesamten Abteilung ermoeglicht.
Larsen erklaerte ferner, dass die Arbeitswoche in Zeit gemessen
wuerde und die Norm 2810 Minuten woechentlich betrage. "Wir wissen
dadurch genau, wieviel jeder Arbeiter gearbeitet hat."
In dem Verlangen der Arbeiter, unter anstaendigen und wuerdigen
Verhaeltnis^en zu arbeiten, sieht Larsen einen positiven Pluspunkt
fuer die Steigerung von Produktion und Produktionsleistung; er fordert jedoch von den Unternehmern, dass sie alles tun, um diese Verhaeltnisse zu schaffen und zu erhalten.
Ein anderer Faktor, der zu den guten Wechselbeziehungen zwischen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern beitrage, sei die Tatsache, dass der
Belegschaft Berichte zur Verfuegung stehen und die Arbeiter jederzeit
in die Betriebsstatistik des Unternehmens Einblick nehmen koennen. Regelmaessige monatliche Zusammenkuenfte, denen Arbeitgeber und Arbeiter
beiwohnen, seien den gemeinsamen Problemen gewidmet, die eingehend
und offen besprochen wuerden.
Zur Zeit wird die Werkkantine vergroessert, damit den Arbeitern
dort Mahlzeiten vom fruehen Morgen bis zum Verlassen des Werkes verabreicht werden koennen. Einmal nachmittags wird den Arbeitern eine
Tasse Kaffee gerefcht. Der Betrieb verfuegt ueber Umkleideraeume mit
abgeschlossenen Schraenken und ueber Duschraeume; man ist dabei, die
Duschen in den Umkleideraeumen der Frauen zu installieren.
"Wir glauben, "so schloss Larsen*, "dass es fuer die Gesinnung
unserer Leute sehr wichtig ist, dass man sich um sie kuemmert. Sie
werden dafuer ihr Bestes zum erfolgreichen Arbeiten unseres Betriebes
geben."
Arbeitsmitteilungen der EGA
VI1/24/50
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�ARBEITSGESETZGEBUNG IN INDIEN
Die Arbeitslage war in der letzten Periode ziemlich gesund. Die
industrielle Unrast ist im Abklingen begriffen und augh das Fernbleiben von der Arbeit weniger ausgepraegt. Die Arbeitsverdienste hielten
ziemlich Schritt mit den erhoehten Lebenskosten mit dem Ergebnis, dass
der Rueckgang der Realloehne gering war. Die Arbeitsgestzgebung hat
Fortschritte in der Regelung der Arbeitsbedingungen, der Erhoehung des
Wohlfahrtsstandards, und der Sicherung weiterer Erleichterungen an die
Arbeiterschaft gemacht. Die bemerkenswertesten der kuerzlich erlassenen Gesetzgebungen sind: Das Mindestlohngesetz, das staatliche Angestellten-Versicherungsgesetz und das Fabrikgesetz von 1948.
Im Jahre 1947 betrug die Anzahl der verlorenen Arbeitstage 16,56
Millionen, verglichen mit 12,72 Millionen im Jahre 1946, und 4,99 Millionen im Jahre 1939. Diese Verschlechterung der Industriebeziehungen
war ein Hemmschuh fuer die Industrieproduktion, die ihrerseits einen
schaedlichen Einfluss auf die nationale Wirtschaft hatte. Um einer
Intensivierung der Produktion den Weg zu ebnen, mussten die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern verbessert werden. Im Hinblick
darauf kam im Dezember 1947 die Zentralregierung ueberein, eine Konferenz der Vertreter der Arbeiter und Arbeitgeber und der Zentral- und
Provinzialregierungen einzuberufen. Bei dieser Konferenz beschlossen
beide, Arbeiter und Arbeitgeber, den Burgfrieden waehrend der naechsten
zwei Jahre aufrechtzuerhalten. Die Wirkung dieses Abkommens ueber die
Beziehungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zeigte sich im naechsten Jahr, wo als Ergebnis der Streitigkeiten die verlorenen Arbeitstage auf 7,84 Millionen zurueckgingen. Diese Verbesserung wurde im
Jahre 1949 aufrechterhalten. Waehrend der ersten sieben Monate des
Jahres betrug die Anzahl der verlorenen Arbeitstage 4,88 Millionen,
verglichen mit 6,22 Millionen in der Parallelzeit des Vorjahres.
Als Ergebnis besserer Arbeitsorganisation und auch als Folge der
Regierungspolitik haben die Industrieloehne waehrend des Krieges und
nachher mit den ansteigenden Preisen ziemlich Schritt gehalten. Im
ganzen hatte die Arbeiterschaft nur einen sehr geringen Rueckgang in
ihren Realloehnen zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Jahresverdienste der Fabrikarbeiter in der Provinz Bombay erhoehten sich von
370 R. im Jahre 1939 auf 814,7 R. im Jahre 1945 oder um 120 f0 waehrend
die Lebenskosten in der Stadt Bombay in der gleichen Periode von 103
auf 224 oder um nahezu 128 % stiegen. Um noch einige weitere Beispiele zu nennen: In Assam erhoehten sich die durchschnittlichen Jahresverdienste von 263,7 R. im Jahre 1939 auf 820,4 R. im Jahre 1948
oder um 210 %. In dieser Provinz betrug die Erhoehung der Arbeiterloehne 24 % zwischen dem Jahre 1945 und 1949, waehrend die Erhoehung
der Lebenskosten 30 % ausmachte. In Uttar Pradesh erhoehten sich die
Arbeitsloehne je Kopf zwischen 1939 und 1948 von 235,6 R. auf 887,1 R.
- eine Erhoehung um 235 % - waehrend die Lebenskosten im hauptsaechlichsten Industriezentrum dieser Provinz, in Kanpur, von 105 auf 315
oder um 200 f0 anstiegen.
Der erste Schritt zur Festlegung von Mindestloehnen wurde im
April 1946 unternommen, als die Mindestlohnvorlage der zentralgesetzgebenden Versammlung unterbreitet wurde. Die Vorlage wurde angenommen und im Maerz 1948 zum Gesetz erhoben. Sie ist unter der Bezeichnung "Mindestlohngesetz,, bekannt. Dieses sieht Massnahmen vor zur
Festlegung von Mindestloehnen bei Anstellungsverhaeltnissen, wo
Schwerarbeit vorherrscht oder wo eine weitgehende Moeglichkeit der
Ausnuetzung der Arbeitskraefte besteht. Die in der zusaetzlichen
Liste des Gesetzes aufgefuehrten Industrien, wo die zu bezahlenden
^indestloehne durch die Zentral- oder Provinzialregierungen festzulegen sind, umfassen Reis-, Dal- (eine indische Linsenart) oder Mehlmuehlen, Tabakfabriken, Plantagen, Oalmuehlen, Strassen- und Haeuserbau, Gerbereien und Lederfabriken, Lackproduktion, Glimmerwerke, oeffentliche Motortransporte und Landwirtschaft.
- 11 -

�Was die Massnahmen fuer die soziale Sicherheit anbelangt, ist
das früeheste Gesetz dafuer das Arbeiterentschaedigungsgesetz von
1923. Dieses Gesetz wurde im Jahre 1934 revidiert, wobei die Revision auf den Empfehlungen der koeniglichen Arbeitskommission basierte.
Dieses Gesetz sieht die Zahlung von Entschaedigungen durch die Arbeitgeber an die Arbeiter im Falle von Verletzungen vor, die durch Unfaelle
bei und waehrend der Arbeit entstehen.
Das Spar- und Gratifikationsplangesetz fuer Kohlenbergwerkarbeiter
vom Jahre 1948 sieht die Errichtung eines obligatorischen Unterstuetzungsfonds und die Entrichtung von Dienstleistungs- und Produktiansgratifikationen an Kohlenbergwerkarbeiter vor.
Die wichtigste Gesetzgebung im Einblick auf Massnahmen fuer die
soziale Sicherheit stellt das staatliche Angestelltenversicherungsgesetz
von 1948 dar. Das Gesetz findet erstinstanzlich auf alle Fabriken einschliesslich diejenigen in Regierungsbesitz - Anwendung, ausgenommen saisonbedingte Fabriken. Alle entloehnten Arbeiter dieser Fabriken oder in Verbindung mit^ ihnen, ausgenommen diejenigen mit einem
Monatsgehalt von ueber 400 R., sind versicherungspflichtig. Das Gesetz sieht je nach dem Fall folgende Vergünstigungen fuer die Versicherten oder ihre Familien vor:
1. Krankheitsunterstuetzung; 2. Cutterschaftszuschuesse;
3. Unterstuetzung im Falle von Arbeitsunfaehigkeit; 4. Hinterlassenenfuersorge und 5. Zuschuesse im Falle aerztlicher Behandlung.
Der staatliche Angestelltenversicherungsfonds wird aus Beitraegen
der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer, Stiftungen, Schenkungen usw.,
Beitraegen der Zentral- und Provinzialregierungen, von lokalen Behoerden oder irgend einer industriellen Koerperschaft gespeist. Die Einzelheiten des Planes werden noch ausgearbeitet und werden zuerst in
der Provinz Delhi zur Anwendung kommen.
Das indische Gewerkschaftsgesetz von 1926, mit der Abaenderung
vom Jahre 1947, sieht statutarische Bestimmungen fuer die obligatorische
Anerkennung durch die Arbeitgeber einer repraesentativen Gewerkschaft
der Arbeiter vor. Es spricht der Gewerkschaft gewisse Rechte und Privilegien zu, wie Schutz gegen Strafverfahren bezueglich irgendeines
Abkommens zum Zwecke der Foerderung eines gesetzlichen Zieles der
Gewerltschaft usw. Das Gesetz bezeichnet auch gewisse Handlungen als
unfaire Art des Vorgehens seitens der anerkannten Gewerkschaften und
gewisse andere als unfaires Vorgehen seitens der Arbeitgeber. Zur
Foerderung des industriellen Friedens sieht das Gesetz fuer Industriestreitigkeiten gewisse Massnahmen vor, durch welche Streitigkeiten an
Industrleausschuesse, Untersuchungsgerichte oder 1ndustrietribunale
weitergeleitet werden koennen. Die Ueberweisung von Streitfaellen an
die Ausschuesse, Gerichte oder Tribunale ist obligatorisch seitens der
Zentralregierung, wenn beide Parteien, entweder getrennt oder gemein- •
sam, um eine solche Ueberweisung nachsuchen, im anderen Falle steht
eine solche im Ermessen der Regierung.
Die Regierung ist befugt, einen Arbeitgeber eines Betriebes mit
1.000 oder mehr Arbeitern aufzufordern, einen Betriebsausschuss, bestehend aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeiter dieses Betriebes,
zu errichten. Die Pflichten solcher Ausschuesse bestehen darin, Massnahmen zur Sicherung und Festigung der Freundschaft und der guten Beziehungen zwischen Leitung und Arbeiterschaft zu treffen. Die Regierung ist auch ermaechtigt, SchlichtungsOffiziere fuer ein bestimmtes
Gebiet oder eine spezielle Industrie zu ernennen.

- 12 -

�Artikel 31 bis 34 der neuen Verfassung Indiens beziehen sich auf
die Arbeitspolitik und bilden eine Arbeitscharta. Artikel 33 legt dar,
dass der Staat Bestimmungen zur Sicherung anstaendiger und menschlicher
Arbeitsbedingungen und Mutterschaftsunterstuetzungen zu treffen hat.
Artikel 34 fuehrt aus, dass der Staat bestrebt sein soll, durch eine
angemessene Gesetzgebung oder wirtschaftliche Organisation oder auf
irgendeine andere Art, allen Arbeitern - den Industriearbeitern sowie
auch den anderen - Arbeit, einen ausreichenden Lohn, Arbeitsbedingungen,
die einen anstaendigen Lebensstandard und volle Freizeitverguetung ermoeglichen, sowie soziale und kulturelle Notwendigkeiten zu gewahrleisten.
So wurde der Arbeiterschaft anstaendige und ehrenhafte Behandlung
zugesichert, ein anstaendiger Lohn garantiert und gerechte und menschliche Arbeitsbedingungen geschaffen. Es liegt nun an den Arbeitern,
mitzuhelfen, das Nationaleinkommen zu erhoehen, so dass der Lebensstandard des Landes weitgehend gehoben werden kann.
Bulletin der indischen Gesandtschaft
in Bern
VIII/50
CIO FUNKTIONAER FORDERT WIRKSAMES WIRT SC HAFTS PROGRAMM
Emil Rieve, der Vorsitzende des Vollbeschaeftigungsausschusses
des CIO und Praesident der Textilarbeitergewerkschaft von Amerika (CIO),
forderte eine Gesetzgebung zur Kontrolle der Preise, die Schaffung zuverlaessiger Rationierungsgesetze und eine "drastische Revision" der
Steuergesetze.
Rieve prophezeite, dass ohne Preiskontrollgesetze der "Preisinflation, die die Kaufkraft bereits stark verringert hat, nicht Einhalt
geboten werden kann."
In diesem Zusammenhange fuegte er hinzu, "dass bereits viel uninformiertes Gerede ueber den Lohnstop gefuehrt worden ist. Das aendert
jedoch nichts an der Tatsache, dass im Rahmen der bestehenden Preisund Gewinnspannen genuegend Moeglichkeiten fuer die Tarifverhandlungen
bestehen, ohne dass die Preise in die Hoehe getrieben werden rauessen."
Rieve erklaerte, dass fuer das Land "dringend eine wirksame Steuer
fuer uebermaessige Gewinne erforderlich ist
mit dem die Preisspekulation und die hohen Gewinne gesteuert werden koennen." Er forderte ausserdem die Abaenderung der Einkommensteuer fuer Personen mit
hohen Einkommen und die Schliessung bestehender Luecken in der Steuers truktur.
Die Erklaerung Emil Rieves lautet:
"In Anbetracht der grossen Probleme, die unsere Nation zu bewaeltigen hat, muss der Kongress unverzueglich ein Wirtschaftsprogramm bewilligen, das unseren Verteidigungsbeduerfnissen voll gerecht wird.
"Es ist offensichtlich, dass wir ein angemessenes Programm zur
Kontrolle der schnell ansteigenden Preise benoetigen, ein Programm,
das die zuverlaessige Rationierung knapper Waren und eine drastische
Revision der Steuertabellen vorsieht, die uns helfen werden, unsere
Ausgaben fuer die Verteidigung zu finanzieren und PreisSpekulationen
und hohe Gewinne zu kontrollieren.
- 13 -

�"In keinem wirklich ausgeglichenen Programm zur Mobilisierung der
Hilfsquellen unseres Landes kann irgendeiner dieser drei Faktoren unberücksichtigt bleiben. Wir muessen uns im Interesse unserer eigenen
Sicherheit jetzt und in Zukunft mit ihnen befassen. Der Praesident
und der Kongress muessen in ihren Empfehlungen und Aktionen ihrem
Programm den fundamentalen Grundsatz zugrundelegen, dass alle Teile
der Bevoelkerung gleichermassen an den Lasten beteiligt werden muessen.
• Preiskontrollgesetze sind jetzt unbedingt erforderlich.
"Ohne eine derartige Gesetzgebung kann die PreisInflation, die
bereits zu einem grossen Teil die Kaufkraft beeintraechtigt hat, nicht
abgebremst werden. In den beiden Wochen, die der Botschaft des P r e sidenten an den Kongress ueber die Teilmobilisierung vorangingen, ist •
der Tagesindex, den das amerikanische Arbeitsministerium fuer Verbrauchsgueter aufstellt, um 10 % in die Hoehe gegangen. In den folgenden Tagen setzte sich diese Aufwaertsbewegung um weitere 5 # fort.
"An den neueren Preissteigerungen fuer Lebensmittel ist die Landwirtschaft unbeteiligt, sie sind vielmehr auf spekulative Methoden in
der Verteilung zurueckzufuehren.
"Um den amerikanischen Verbrauchern weitere Haerten zu ersparen,
muessen auf dem schnellsten Wege Gesetze zur Entrolle der Preise erlassen werden, ohne dass dadurch Luecken entstehen, die den Spekulanten
Gewinn bringen.
"In Verbindung mit den Preiskontrollen ist viel ueber Lohnstops
geredet worden, wobei schlechte Informationen zugrunde lagen. Das
aendert jedoch nichts an der Tatsache, dass im Rahmen der bestehenden
Preis- und Gewinnspannen genuegend Raum fuer Tarifverhandlungen bleibt,
ohne die Preise in die Hoehe schrauben zu muessen. Die bestehenden
Unzulaengliclikeiten und Ungleichheiten der Kaufkraft amerikanischer
Lohnverdiener kann und darf nicht uebersehen werden.
"Praesident Truman ersuchte um die Ermaechtigung, ueber die Produktionskraft des Landes willkuerlich verfuegen und die Ausdehnung bestimmter, wesentlicher Produktionsmittel durchfuehren zu koennen.
Diese Forderungen muessen als erster notwendiger Schritt auf dem Wege
zur Mobilisierung der wirtschaftlichen Energiequellen unseres Landes
betrachtet werden. Wir muessen jedoch darauf vorbereitet sein, weit
ueber diese ersten, vorlaeufigen Massnahmen hinauszugehen, wenn unsere
Wirtschaft den Anforderungen gerecht werden soll, die unsere demokratische Verteidigung gegen die kommunistische Aggression in Korea oder
anderswo in der Welt an sie stellen wird.
"Noch haben wir nicht unter ernsthafter oder dauernder Knappheit
an Verbrauchsguetern zu leiden. Es waere jedoch gewagt zu prophezeien,
dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. Bestimmungen ueber zuverlaessige Massnahmen zur Durchfuehrung eines Rationierungsprogramms
muessen gesetzlich verankert werden. Eine derartige Gesetzgebung wird
eine erste Verteidigungslinie gegen umfassende wirtschaftliche Steuerungen bilden. Sie wird ausserdem fuer grosse Teile unserer Bevoelkerung,
deren wirtschaftliche Lage den Einkauf von Vorraeten nicht gestattet,
eine Atmosphaere des Vertrauens schaffen.
"Ebenso wichtig ist, dass wir sofort ein Steuerprogramm genehmigen,
das mit den Anforderungen und Zielen unserer nationalen Verteidigung
vereinbar ist. Wir mue3sen bestrebt sein, einen grossen Teil unserer
militaerischen Ausgaben durch laufende Steuern zu decken. Es muessen
aber auch neue Gesetze ueber Einkommensteuer ausgearbeitet werden, die
den Hauptzweck haben muessen, jede Inflation sowie Preis- und Gewinnspekulationen zu bekaempfen»
- 14 -

�n

Der Praesident hat in dieser Richtung zwei Wege vorgeschlagen: eine Erhoehung der bundesstaatlichen Einkommensteuer und der
allgemeinen Gesellschaftssteuer. Das genuegt jedoch nicht.
"Die Vereinigten Staaten benoetigen dringend wirksame Bestimmungen zur Besteuerung uebermaessiger Gewinne. Damit koennten die
spekulativen Preissteigerungen viel besser gedrosselt werden als
mit der Erhoehung der Saetze der Zusatzsteuern fuer Gesellschaften,
wie es dem Praesidenten vorgeschlagen wurde. Mit einer einfachen
Erhoehung des Zusatzsteuersatzes kann der Unternehmer die hierdurch
entstenende Belastung viel leichter auf den Verbraucher abwaelzen,
als es ihm bei einer Erhoehung der Steuer fuer uebermaessige Gewinne moeglich waere.
"Innerhalb des gegenwaertigen Programms entwickelt sich die
Inflation aus der PreisSpekulation; Vorschlaege zur Erhoehung der
äinkommensteuer fuer Angehoerige der niedrigen Einkommensgruppen
sind deshalb unvernuenftig. Die Steuerbelastung dieser Gruppe ist
bereits zu hoch. Die Erhoehungen der Einkommensteuern der Lohnempfaenger sollten nur ifl den Steuergrup^en mit ueber 2.000 Dollar
versteuerbaren Einkommens im Jahr vorgenommen werden.
"Durch eine wirksame Besteuerung aussergewoehnlicher Gewinne
zur Beseitigung der Preis- und Gewinnspekulation, durch eine Erhoehung der Einkommensteuer des Einzelnen fuer Angehoerige der hoeheren Einkommensgrupoen und durch das Schliessen bestehender Luecken,
wozu auch die steuerliche Trennung der Einkommen eines Ehepaares
gehoert, ist es moeglich, die aus der gegenwaertigen Situation entstehenden hoeheren Ausgaben zu bestreiten. Der Umfang des Bewaffnungsprogramms ist zur Zeit noch nicht so gross, dass es nicht durch
ein erhoehtes Steueraufkommen finanziert werden koennte.
"Der Grundgedanken in der Botschaft des Praesidenten scheint
zu sein, dass wir es uns nicht leisten koennen, die Einfuehrung einer Steuer fuer uebermaessige Gewinne bis zu einem spaeteren Zeitpunkt des Jahres aufzuschieben. Dieser Vorschlag haette in der
jetzigen Gesetzesvorlage enthalten sein muessen. Der Kongress muss
in dieser Angelegenheit sofort etwas unternehmen.
"Der vorliegende Steuervorschlag scheint der kuerzlich angekuendigten Wohnungsbaupolitik zu aehneln. Die Kontrolle des privaten Wohnungsbaus durch die Erhoehung der Anzahlungsbetraege beim
Kauf von Wohnhaeusern, wie es vorgeschlagen wurde, muss Familien
der niedrigen Einkommengruppen schaedigen, waehrend sie denjenigen,
die ueber grosse Geldbetraege verfuegen, nichts ausmacht. Die Anordnung, das Programm des oeffentlichen Wohnungsbaus zu kuerzen,
trifft ebenfalls unmittelbar diejenigen, die am dringlichsten eine
anstaendige und billige ««ohnungen benoetigen. Keiner dieser Vorschlaege kann ein umfassendes Wohnungsbauprogramm ersetzen, das
diejenigen mit anstaendigen Wohnungen versorgt, die sie tatsaechlich
benoetigen.
"Das amerikanische Volk ist sich voellig der grossen Ereignisse
bewusst, In die es verwickelt ist. Es ist bereit, alle vernuenftigen Forderungen, die gestellt werden, zu erfuellen. Es verlangt
ein Programm, das den Erfordernissen der Zeit gerecht werden kann.
Es wuenscht ein Programm, in dem die"gleiche Verteilung der Lasten
auf alle Schultern Grundsatz und nicht nur Schlagwort ist."
Mitteilungen des CIO
VIII/1/50
- 15 -

�CIO GEGEN KUERZUNO DES PUNKT-VI ER-PROGRAMMS
Der CIO hat den Bewilligungsausschuss des
die angekuendigte Kuerzung der Mittel fuer das
um 35 Millionen Dollar rueckgaengig zu machen,
mit ein nationales Bollwerk zu einem Zeitpunkt
mit einem Angriff gerechnet werden muesse.

Senats aufgefordert,
Punkt-Vier-Programm
da der Ausschuss dazerstoere, in dem

"Unseres Erachtens ist es im Interesse einer erfolgreichen
Aussenpolitik, zu der auch die Entwicklung in Korea gehoert, notwendig, die Geldmittel in voller Hohe zu bewilligen," heisst es in
einem Telegramm des CIO an den Vorsitzenden des Bewilligungsausschusses des Senats Kenneth McKeXXar.
Das Telegramm ist von dem Vorsitzenden des Internationalen
Komitees des CIO Jacob S. Potofsky und von Nathan Cowan, dem Direktor der Rechtsabteilung d'es CIO, unterzeichnet.
In seiner Stellungnahme zu den Handlungen des Bewilligungsausschusses erklaerte Potofsky:
"Die angekuendigte Kuerzung der Mittel fuer das Punkt-VierProgramm um 35 auf 10 Millionen ist ein typischer Fall 'einer voellig falschen Wirtschaftspolitik'.
"Keine amerikanische Gemeinde wuerde jemals "sparen", indem
sie ihre Feuerwehr aufloest - besonders wenn in einer Entfernung
von zwei Meilen ein Waldbrand ausgeborchen ist.
"Die Mitglieder des Bewilligungsausschusses des Senats koennen offenbar nicht begreifen, dass in ganz Asien ein ideologischer
und militaerischer Brand wuetet; es besteht die Gefahr, dass er
sich in den kommenden Monaten noch staerker ausbreitet.
"In vielen Teilen Asiens, Afrikas und Suedamerikas stallt das
Punkt-Vier-Programm eine erste Linie zur Verteidigung der demokratischen Lebensform dar. Hungrige, ausgebeutete Menschen koennen
und werden keine zuverlaessigen Verbuendeten in der Verteidigung
gegen totalitaere Aggressionen sein.
"Durch technische und humanitaere Projekte unseres Punkt-VierProgramms haben wir Millionen Menschen ein neues demokratisches Lebensziel gesetzt, ein Ziel, das auch uns in den kommenden Jahren
Nutzen bringen wird.
"Verbesserungen in der Landwirtschaft, Einfuehrung neuer technischer Methoden der industriellen Produktion, Massnahmen zum Schlitze
der Gesundheit - all dies sind wichtige Exportgueter unserer amerikanischen Demokratie. Wir haben die moralische Verpflichtung und
die politische Verantwortung, den Voelkern in rueckstaendigen Gebieten zu helfen, ihren Lebensstandard und ihre Lebensweise zu verbessern.
"Die gedankenlose und mutwillige Zerstoerung dieses Prograiums
durch unnuetze und falsche Sparmassnahmen kann nur dazu dienen,
die Sache der amerikanischen Demokratie zu schaedigen und der kommunistischen Infiltration und Aggression neue Wege zu eroeffnen.
"Im Namen von Millionen Mitgliedern des sCI0 richte ich an den
Senat die Forderung, so schnell wie moeglich diese verheerende Art
indirekter Hilfe fuer den Kreml einzustellen und die von Praesident
Truman angeforderten Mittel fuer das Punkt-Vier-Programm zu bewilligen, um den Mindestbedarf dieses Programms decken zu koennen."
- 16 -

HICOG R - l ^ l L H

Sectember 50 2 H

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 26

'

Frankfurt, 1. September 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Botschaften an die amerikanischen Gewerkschaften
zum Tag der Arbeit 1950 - - - - - - - - - - - 1
Hollaendische Gewerkschaften gegen kommunistische
Zweckstreiks - - - - - - - - - - - - - - - - 8
Rundfunksendung einer US-Gewerkschaft zum Tag
der Arbeit
- - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 1
Green und lSsany zum amerikanischen Verteidigungsprogramm
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1 2
Der Generalsekretaer des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften, J. H. Oldenbroek, zum
Tag der Arbeit an die amerikanischen Gewerkschaften - - - - - - - - - - —
---- ---15
Eiler Jensen, Vorsitzender der daenischen Gewerkschaften zum Tag der Arbeit - - - - - - - - - - 1 6

BOTSCHAFTEN AN DIE AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN ZUM TAG DER ARBEIT

T93ö~
!,feurice J. Tobln, Arbeitsminister der Vereinigten Staaten:
Der Tag der Arbeit hat im Jahre 1950 eine besondere Bedeutung.
Er wird zu einer Zeit gefeiert, in der die Vereinigten Staaten den
Fehdehandsohuh des Totalitarismus angenommen haben und das Volk von
Sued-Korea und alle anderen Voelker, die von der kommunistischen
Aggression bedroht sind, verteidigen. Die Gewerkschaftsbewegung
hat sich mit ganzer Seele und mit aller Macht in diesen Kampf geworfen.
Die Gewerkschaftsbewegung ist frei und kann nur in einer Demokratie frei sein. Die amerikanischen Gewerkschaften sind sich bewusst, dass die Arbeiter in kommunistisch beherrschten Laendern nicht
frei sein koennen. Die freien Arbeiter wissen, dass sie es sich
selbst und ihren unterdrueckten Bruedem in den totalitaeren Laendern
schuldig sind, sich rueckhaltlos fuer den Kampf zur Sicherung der
Freiheit der Arbeiterschaft in allen Teilen der Welt zusammenzuschliessen.
- 1 -

�Die Amerikaner lieben den Frieden. Sie haben einen Geist internationaler Kameradschaft an den Tag gelegt, wie er nicht fuer
moeglich gehalten worden waere. Unsere Handlungen haben den Geknechteten und Unterdrueckten anderer Laender Hilfe und Hoffnung
gebracht. Wir sind damit zu Beschuetzern hilfloser Maenner und
Frauen auf der ganzen Welt geworden.
Wir lieben keine Verfolgungen und keine Tyrannei. Wir haben
uns schon vor vielen Jahren von jeder Unterdrueckung frei gemacht.
Wir"achten die Rechte eines freiheitsliebenden Volkes, Wir haben
niemals gezoegert, anderen zu den gleichen Rechten zu verhelfen.
Deshalb sind wir Sued-Korea zu Hilfe gekommen. Wir haben feierlich gelobt, ein Land, dessen Unabhaengigkeit von den Vereinigten Staaten anerkannt wurde, schuetzen zu helfen.
Die Vereinigten Staaten haben sich fuer die Erhaltung der Freiheit und des Friedens den unterdrueckten Menschen der Welt zur Verfuegung gestellt. Die Gewerkschaften haben ihre eigene grosse
Rolle in diesem Kampf zu spielen, der den Menschen die segensreichen Gaben der Demokratie sichern soll.
In dem Jahre, in dem sich der Geburtstag Samuel Gompers, der
sein Leben der Verteidigung der Rechte aller Arbeiter der Welt gewidmet hat, zum hundertsten Male jaehrt, strebt die Gewerkschaftsbewegung diesem grossen Ziele zu. Die Gewerkschaftsfuehrer von
heute haben das gleiche Ziel vor Augen. Die Gewerkschaftsbewegung,
die soviel Ungerechtigkeit und Elend kennen lernte, ist nicht nur
um ihrer selbst willen, sondern auch zum Schutze anderer auf der
Hut, die der brutalen Anmassung des Kommunismus in dieser ungluecklichen Welt ausgesetzt sind.
Mit allen, die Freiheit und Recht lieben, kaempfen die Gewerkschaften gegen die kommunistische Aggression, wann und wo sie auch
immer ihr abscheuliches Haupt erheben mag.
William Green, der Vorsitzende der AFL;
Der Tag der Arbeit dieses Jahres sieht die amerikanische Nation wieder vor schwere Aufgaben gestellt. Die Aggression des internationalen Kommunismus zwingt sie, durch ein umfassendes Verteidigungsprogramm die freien Nationen der Welt und die eigene vor
einem Ueberfall zu schuetzen. Wenn wir uns die schwierigen Probleme vor Augön halten, denen wir gegenueberstehen, kommen wir unwillkuerlich zu der Schlussfolgerung, dass die Erhaltung des Weltfriedens von ueberragender Bedeutung ist. Bei der Haltung, die
der Kreml einnimmt, besteht die einzige Garantie des Friedens darin,
dass wir auf eine "ueberlegene bewaffnete Streitmacht zaehlen koennen. Damit muss unsere nationale Wirtschaft aufs neue mit hoeheren
Steuern und wirtschaftlichen Kontrollen dieser kritischen Situation
ang3passt und dem riesigen und kostspieligen Verteidigungsprogramm
der Vorrang gegeben werden.
Soweit es sich um die organisierte Gewerkschaftsbewegung handelt, betrachten wir den Krieg als den groessten Feind der Menschheit, und keine Kosten werden uns zu hoch sein, wenn sie einen dritten Weltkrieg verhindern koennen.
Noch mehr als den Krieg hassen wir die Unterdrueckung. Die
Gewerkschaftsbewegung ist entschlossen, alles zu tun, um die Welt
davor zu bewahren, von der kommunistischen Aggression, der kommunistischen Sklaverei und der kommunistischen Zerstoerung ueberrannt
zu werden.

�Der amerikanische Gewerkschaftsbund AFL hat von Anfang an in
Sowjetrussland den Feind der freien und wirklichen Zivilisation gesehen. Er hat wieder und wieder vor der kommunistischen Aggression
gewarnt. Wir wiederholten staendig unsere Warnungen. Nicht nur
in unserem eigenen Lande, sondern auch in Suedamerika, Europa.und
Asien kaempften wir Jahr um Jahr gegen alle Versuche der Kommunisten, die Arbeiter der Welt zu unterjochen.
Endlich wird nun der kommunistische Verrat und die Gefahr der
kommunistischen Bedrohung in ihrem vollen Umfang allen Amerikanern
und allen freiheits- und friedensliebenden Menschen offenbar.
Trotz der Tragik, die in der koreanischen Invasion liegt, koennen wir fuer die Warnung dankbar sein, die damit an uns gerichtet
wurde, und die uns daran erinnert, was noch bevorstehen kann. Sie
bietet uns eine Gelegenheit, uns auf das vorzubereiten, was Sowjetrussland oder seine Satelliten noch im Schilde fuehren moegen.
Nun muessen alle Amerikaner mehr denn je gemeinsam denken, dienen und handeln. Ausserdem muessen wir die Menschen aller heute
noch freien Nationen dazu auffordern, uns zu helfen und mit uns in
vollendeter Zusammenarbeit zu handeln. In dem Weltkampf um die
Erhaltung des Friedens und der Demokratie be.noetigen wir jede verfuegbare Hilfe und die moralische Unterstuetzung derjenigen, die
wie wir an Gottes Gerechtigkeit glauben.
Amerikas groesste Staerke in dieser kritischen Zeit ist die
aufrechte Gesinnung seiner Arbeiter. Diese Gesinnung wiederum
haengt von der Freiheit der amerikanischen Arbeiter ab. Im vorigen
Krieg haben die freien amerikanischen Arbeiter durchaus bewiesen,
das3 sie die versklavten Arbeiter unserer Feinde in der Produktionsleistung weit uebertreffen konnten. Sie werden bei jeder kommenden
Gelegenheit diese Tatsache erneut unter Beweis stellen, vorausgesetzt, dass ihnen ihre Freiheit erhalten bleibt.
Bekanntlich gibt es in der amerikanischen Verfassunr ein Gesetz, das die Freiheit der amerikanischen Arbeiter untergraebt.
Die Arbeiter unseres Landes werden sich niemals mit den Freiheitsbeschraenkungen einverstanden erklaeren, die ihnen das Taft-Hartley
Gesetz auferlegt. Dieses schaendliche Gesetz ist ein maechtiges
PropagandaWerkzeug in den Haenden der Kommunisten. In ihren Propagandabotschaften an die Arbeiter in anderen Laendern weisen sie auf
dieses Gesetz hin und bezeichnen es als einen Beweis fuer die Unwahrheit der amerikanischen Behauptung, allen Buergern die gleiche
Behandlung zuzusichern.
Ich bin der Auffassung, dass die Abschaffung des Taft-Hartley
Gesetzes in unserem nationalen Verteidigungsprogramm die erste Stelle einnehmen muss. Dies wuerde den Arbeitern unseres Landes neuen
Mut geben und sie wie keine andere Massnahme anspornen, die ungeheuer grosse Aufgabe, die ihnen bevorsteht, in Angriff zu nehmen.
Ich kann mit voller Üeberzeugung aussprechen, dass die ^roduktionsschlacht im voraus zur Haelfte gewonnen waere, wenn der Kongress
jetzt das Taft-Hartley Gesetz rueckgaengig machen und es durch ein
gerechtes Gesetz ersetzen wuerde, unter dem Arbeiterschaft und Unternehmer ihre schweren Aufgaben zur Verteidigung des Landes ohne
Furcht vor einer Benachteiligung oder einseitigen Behandlung seitens der Regierung erfuellen koennen.
Die Grosskapitalisten und ihre maechtigen Verbuendeten im 81.
Kongress werden jedoch nicht freiwillig ihre Taft-Hartley Gemeinschaft zugunsten der Arbeiter aufgeben. Unsere Gewerkschaftsbewegung
- 3-

�hat deshalb die Pflicht, den Kampf zur Beseitigung dieses Gesetzes
mit verdoppelter Energie bis zu unserem Siege weiterzufuehren.
Wir koennen diesen Kampf gewinnen, wenn die arbeitenden Maenner und Frauen Amerikas und ihre wahlberechtigten Familienmitglieder
und Freunde bei den Kongresswahlen im November ihre Stimme abgeben.
Wenn die Wahlbeteiligung der Arbeiter hundertprozentig ist, wird
es keine Schwierigkeiten bereiten, das Taft-Hartley-Gesetz zu beseitigen, und damit waere der Sieg ueber zahlreiche Reaktionaere und
die Wahl eines wahrhaft demokratischen 82. Kongresses gesichert.
Die Arbeiter schliessen sich enger zusammen, um dieses Ziel zu
erreichen und das Verteidigungsprogramm erfolgreich durchfuehren zu
koennen.
Zum erstenmal in den letzten 15 Jahren versprechen die Verhandlungen ueber die Einigung der AFL und des CIO Erfolg. Hoffen wir,
dass in dem kommenden Jahr eine einzige, vereinigte Gewerkschaftsbewegung in Amerika zusammengeschmiedet wird, die mit neuer Staerke
und groesserer Macht, die dem Zusammenschluss fuer die gemeinsame
und grosse Sache entspringt, die Rechte der Arbeiter wahren und die
Demokratie erfolgreich verteidigen kann.
Vincent Tewson, Generalsekretaer des Britischen Gewerkschaftsbundes
(TUC):
Der Tag der Arbeit in Amerika faellt in diesem Jahre in eine
Zeit schwerer internationaler Krisen. Im Namen der organisierten
Arbeiter Grossbritanniens versichere ich unseren Gewerkschaftskolle?en in Amerika, dass in dieser Krise ihre Sache die unsrige ist.
Es ist die Sache der Vereinten Nationen, die wir alle als ein Mittel
zur Erhaltung der Ordnung und des Gesetzes auf der ganzen Welt unterstuetzen.
Im Kriege standen wir Schulter an Schulter, wir brachten gemeinsam unzaehlige Opfer. Der kalte Krieg fand uns ebenfalls Seite
an Seite, und wieder stehen wir zusammen, um unsere Kraefte zu mobilisieren, damit wir der Aggression begegnen koennen.
Von Eurer Seite aus darf nicht uebersehen werden, dass es dem
Marshall-Plan zu verdanken ist, wenn wir heu'te mit Euch als Partner
in den Vereinten Nationen kaempfen und unserem Wollen Nachdruck
verleihen. Urteilt selbst, wie weit es den europaeischen Nationen
ohne diese Wiedergesundung moeglich gewesen waere, ihre Solidaritaet
in der Un'terstuetzung der von den Vereinten Nationen in Korea unternommenen Schritte zu demonstrieren. Wenn das Europaeische Wiederaufbauprogramm nicht so weit vorangetrieben waere, wuerde die Zukunft
fuer uns alle weit aussichtsloser sein.
Im Verlauf dieses Jahres ist viel getan worden, um die Freundschaft und Zusammenarbeit der amerikanischen und britischen Gewerkschaftsbewegungen zu foerdern. Seitdem ich im vorigen Jahre am Tag
der Arbeit zu Euch sprach, sind unsere gemeinsamen Bemuehungen, eine
wirksame internationale freie GewerkschaftsOrganisation der Welt zu
gruenden, von Erfolg gekroent worden.
Unser Internationaler Bund Freier Gewerkschaften unterstuetzt
aktiv den Kampf der freien Voelker der '.Veit zur Erhaltung ihrer Freiheit. In dieser harten Auseinandersetzung der Ideen, die alle Formen bewaffneter Konflikte uebertrifft, teilen wir die Auffassung
unserer Gewerkschaftskollegen in den Vereinigten Staaten, dass Wahrheit und Gerechtigkeit bestehen wird, wie lange dieser Kampf auch
dauern mag, und selbst wenn dieser Krieg keine Loesung schafft.

�An Eurem Tag der Arbeit sind unsere Gedanken mit Euch. Fuer
uns sowohl als auch fuer Euch ist es ein Tag, der neuen und dringenden Aufgaben gewidmet ist und der die kameradschaftliche Verbundenheit erneuern soll, die uns in unserer Hoffnung und unserem Glauben,
dass eine bessere und gluecklichere Welt aufgebaut werden muss und
aufgebaut werden wird.
Karl Malsel, Praesident der Metall- und Bergarbeitergewerkschaft
Oesterreichs: "
Ich freue mich, im Namen der Metall- und Bergarbeitergewerkschaft Oesterreichs den amerikanischen Arbeitern die allerbesten
Gruesse und Wuensche zum Tag der Arbeit uebermitteln zu koennen.
Wir wissen die grossen Erfolge der drei amerikanischen Metellarbeitergewerkschaften und der Bergarbeitergewerkschaft zu schaetzen.
Wir Berg- und Metallarbeiter-Oesterreichs wissen, wie schwer es
war, diese Ziele zu erreichen.
Die letzten erfolgreichen Kaempfe der Berg- und Automobilarbeiter haben uns erneut die Macht der amerikanischen Gewerkschaften vor
Augen gefuehrt. Der hohe Lebensstandard amerikanischer Arbeiter ist
der beste Beweis fuer ihren Kampfgeist. Ihr seid die Garanten der
demokratischen Freiheit in Eurem eigenen Lande und ein Verbuendeter
in dem Freiheitskampf der ganzen Welt.
Ich gruesse herzlichst alle amerikanischen Arbeiter und hoffe,
dass sie durch ihre Gewerkschaften weitere Fortschritte erzielen
werden.
Fotis Makris, Sekretaer des Allgemeinen Gewerkschaftebundes Griechenlands :
Heute, wie im vorigen Jahre, nimmt die Arbeiterschaft Griechenlands, vertreten in ihrer obersten Gewerkschaftsorganisation, mit
ganzen Herzen an der Feier des Tages der Arbeit ihrer Brueder in
den Vereinigten Staaten teil.
Die vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, die engen Bande,
die die Arbeiterschaft unserer beiden befreundeten und verbuendeten
Nationen umschliessen, weiter zu staerken. Die beiden freien Gewerkschaftsbewegungen sind sich im letzten Jahre durch ihre Teilnahme an der Gruendung des IBFG naehergekonmen, der Organisation,
auf die die Blicke aller freien Arbeiter der Welt gerichtet sind,
die sich in ihrem Kampf um Brot, Freiheit und Frieden vereinigt
haben.
In diesem Jahre haben es die Arbeiter der Vereinigten Staaten,
getreu den Grundsaetzen der Atlantik Charta und der Unabhaengigkeitserklaerung und getreu den Grundsaetzen des IBFG, unternommen,
die Freiheit und Demokratie der Welt mit ihrem Blute zu verteidigen.
Sie kaempfen in heroischer Weise im Namen der Vereinten Nationen,
um die neue brutale Aggression abzuwehren, die die roten Faschisten
angezettelt haben.
Die gesamte amerikanische Nation steht bereit. Die Fabriken
arbeiten intensiv, um Waffen der Freiheit zu produzieren, die es
den demokratischen Voelkern ermoeglichen werden, ihre Unabheengigkeit gegen die Bedrohung brutaler Gewalt zu verteidigen.
Die Arbeiter Griechenlands, die noch bis vor kurzen ihr Blut
fuer das gleiche hohe Ziel hingaben, und die noch immer den gleichen
- 5-

�verraeterischen und verbrecherischen Feind gegenueberstehen, verfolgen mit Bewunderung und Stolz die Beschluesse ihrer tanferen
Brueder in den Vereinigten Staaten. Sie uebermitteln ihnen durch
mich an diesem Tag der Arbeit ihre herzlichsten, bruederlichen
Gruesse.
Glarence Hunter, Leiter der SCA-Mission fuer Holland:
Als Leiter der SCA-Mission in Holland moechte ich Euch, amerikanische Arbeiter, die Gruesse Hollands zum Tag der Arbeit uebermitteln und Euch einige Worte ueber einen Eurer wertvollsten Verwendeten, die hollaendische Gewerkschaftsbewegung, sagen. Die
demokratische Gewerkschaftsbewegung Hollands wird von einer Million
Mitglieder getragen. Ihre Fuehrung ist eine der dynamischsten
und fortschrittlichsten in Westeuropa, die standhaft an der Verwirklichung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Ziele des
Marshall-Plans mitarbeitet.
•

In gemeinsamem Streben nach Frieden ist die hollaendische Gewerkschaftsbewegung mit dem amerikanischen Volke eng verbunden.
Die N W , die sozialistische Gewerkschaft Hollands, vertritt 40% der
gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Hollands. Sie hat gerade
eine Reihe von Massenkundgebungen in ganz Holland abgehalten, um
gegen die kommunistische Aggression in Korea zu protestieren und
die freie arbeitende Menschheit der ganzen Welt zur Unterstuetzung
der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen im Fernen Osten
zusammenzuschliessen. Als erste der groesseren europaeischen Gewerkschaften hat sie die Entscheidung des Sicherheitsrates in Korea
gebilligt.
Die Funktionaere der hollaendischen Gewerkschaften und die
Bereitwilligkeit der Arbeiterschaft Hollands, die wirtschaftliche
Vereinigung und die europaeische Zahlungsunion zu foerdern, lassen
mich auf eine Zukunft hoffen, in der die amerikanischen und hollaendischen Arbeiter geraeinsam an der Erringung anstaendiger Lebensverhaeltnisse in einer friedlichen Welt arbeiten werden, die jenes Ungeheuer nicht mehr kennt, das sie heute bedroht.
Paul G. Hoffman. Administrator der Verwaltung fuer Y.'irtschaftliche
Zusammenarbeit (SCA):
Am Tag der Arbeit gruesse ich die amerikanischen Gewerkschaften
und die freien Gewerkschafter Europas. Die zunehmende internationale
Zusammenarbeit der freien Gewerkschafter der Welt ist ein ermutigendes Zeichen in dieser unruhigen Zeit. Ich bin der Auffassung, dass
diese internationale Zusammenarbeit, die besonders in der Gruendung
des IBFG zum Ausdruck kommt, unseren Kampf gegen die kommunistische
Aggression in den kommenden Jahren in zunehmendem Masse unterstuetzen
.vird. Ich moechte bei dieser Gelegenheit meine hohe Anerkennung zum
Ausdruck bringen, die ich der hervorragenden Zusammenarbeit am Marshall-Plan seitens der amerikanischen und nicht-kommunistischen Gewerkschaf tsbevvegungen Europas zolle; denn vieles, was wir erreicht
haben, waere ohne diese Hilfe unmoeglich gewesen.
Philipp Murray, Vorsitzender des CIO:
Am Tag der Arbeit 1950 sind die amerikanischen Arbeiter entschlossen, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um die Kraefte
der Demokratie in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt
zu staerken. Wir sind uns darueber im klaren, dass die kommunistische Aggression in Korea oder anderswo gestoppt werden muss. Wir
sind aber ebenso entschlossen, Armut und wirtschaftliche Unsicher- 6-

�heit, jene Agenten der fuenften Kolonne des Kommunismus, zu beseitigen.
Der CIO wird in dem kommenden Jahre fortfahren, den IBFG und
die demokratischen Gewerkschaftsorganisationen in jedem Lande mit
allen Mitteln zu unterstuetzen. Durch internationale Zusammenarbeit der Gewerkschaften und durch die Fortsetzung konstruktiver
Wirtschaftsprogramme, wie das Europaeische Wiederaufbauprogramm
und das Punkt-Vier-Projekt, wird die amerikanische Gewerkschaftsbewegung dazu beitragen, die Kraefte des Gewerkschaftswesens und der
Demokratie ueberall in der freien Welt zu staerken.
Das ist unser Versprechen und unser Ziel.
A. F. Lyon, geschaeftsfuehrender Finanzsekretaer des Bundes der
Eisenbahnergewerkschaft:
Anlaesslich des Tages der Arbeit in Amerika, am 4. September,
uebermitteln die Eisenbahnergewerkschaften der Vereinigten Staaten
allen Mitgliedern der freien und demokratischen Gewerkschaften
Westeuropas ihre bruederlichen Gruesse und besten Wuensche. Wir
bringen die Hoffnung und die Ueberzeugung zum Ausdruck, dass die
Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstuetzung durch den IBFG und
den internationalen Transportarbeiterverband fortgesetzt und gesteigert wird.
A. L. Hayes, Praesident de3 Internationalen Metallarbeiterverbandes:
Der Tag der Arbeit in den Vereinigten Staaten ist ein Beweis
dafuer, dass Gewerkschaftswesen mehr bedeutet als hoehere Loehne
und kuerzere Arbeitszeit. Es ist die Wuerde unserer Arbeit, die
Achtung vor unserem Koennen und die gerechte Behandlung des Arbeiters, die an diesem Tage gewuerdigt wird.
Aufrechte Gewerkschaften, die nicht von einer Regierung bevormundet werden, koennen nicht unter einer Diktatur gedeihen, ob sie
sich nun nazistisch oder kommunistisch nennt* Aus diesem Grunde
haben wir unserer Regierung unsere volle Unterstuetzung zu Kause,
am Arbeitsplatz und auf dem Schlachtfeld zugesagt.
Praesident Truman hat die Vorgaenge in Korea als einen Kampf
um eine Welt bezeichnet, in der alle Menschen in Frieden und Freiheit unter sich staendig verbessernden Lebensbedingungen und unter
selbstgewaehlten Regierungen leben koennen.
Darum kaempfen wir Gewerkschafter.
Konrad Nordahl, Vorsitzender des norwegischen Gewerkschaftsbundes:
Am Tag der Arbeit gruesse ich die amerikanischen Arbeiter. Die
gemeinsamen Ziele der Gewerkschaften haben stets gemeinsame Bande
geschaffen, und besonders im letzten Jahr sind diese Bande zwischen
der amerikanischen und der norwegischen Gewerkschaftsbewegung immer
enger geknuepft worden. Diese Beziehungen haben ihren Niederschlag
in einer engen internationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit gefunden, deren organisatorischen Hoehepunkt der Internationale Bund
Freier Gewerkschaften bildet. Wir Gewerkschafter Norwegens anerkennen und schaetzen die Unterstuetzung des Marshall-Plans durch die
amerikanischen Arbeiter; wir sehen in diesem Plan ein Mittel zum
Wiederaufbau Norwegens und Europas. Der Wiederaufbau ist in unseren
- 7-

�Augen fuer Frieden und Sicherheit von
ausschlaggebender Bedeutung. Wir haben
zusammen mit den amerikanischen Gewerkschaften durch unsere Regierungen den
Atlantik-Pakt als ein Mittel zur Erhaltung unserer Sicherheit als demokratische Nation nachdruecklich unterstuetzt.
In der gegenwaertigen Weltkrise,
die sich in den Vorgaengen in Korea abspiegelt, stehen wir an ihrer Seite zur
Unterstuetzung der Vereinten Nationen,
die die kleinen Nationen gegen Angriffe von aussen verteidigen. Wir sind
der Auffassung, dass mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau die Schaffung und
Erhaltung einer freien Gesellschaftsordnung Hand in Hand gehen muss, in der
freie Gewerkschaften in demokratischer
Weise die Arbeiter in ihrer Forderung,
diese Probleme zu loesen, vertreten
koennen.
In dieser Botschaft an die amerikanische Gewerkschaftsbewegung moechte
ich zum Ausdruck bringen, dass die norwegische Gewerkschaftsbewegung zusammen mit den amerikanischen Gewerkschaften entschlossen fuer den Aufbau
einer freien Welt sich einsetzt, in
der Sicherheit und Freiheit grundlegende und wesentliche Faktoren sind.
Durch unsere internationale Zusammenarbeit und die verschiedenen Organisationen unserer Regierungen, in denen wir
eine aktive Rolle spielen, koennen wir
in gegenseitiger Zusammenarbeit zur
Erreichung dieses Zieles beitragen.
HQLLAENDISCHE GEWERKSCHAFTEN GEGEN KCdk
MÜNISTISCHE ZWECKSTREIKS
Der hollaendische sozialistische
Gewerkschaftsbund, in dem 40$ der Arbeiter Hollands organisiert sind, fasste
die folgende Resolution gegen den Kommunismus, die auf sieben Massenkundgebungei
zur Diskussion stehen wird, die Anfang
September abgehalten werden. Die Resolution lautet:
Die grosse Mehrheit des hollaendischen Volkes lehnt, wie alle anderen
demokratischen Voelker, Krieg und Militarismus ab. Die kommunistische Beschuldigungen, dass die demokratischen
Voelker aggressive Absichten gegen den
Sowjetblock hegten, muss deshalb als
falsch und aufwieglerisch zurueckgewiesen werden. Das Vorhandensein starker
Gewerkschaftsbewegungen und sozialistischer Parteien in einer freien demokratischen Welt muesste einer wirklich sozialistischen Regierung in Sowjtetrusslam
- 8-

�eine ausreichende Garantie dafuer sein,
dass sie keinen bewaffneten Angriff
zu befuerchten haben.
Den Kampf, den der hollaendische
Gewerksohaftsverband mit aller Macht
sowohl auf nationaler als auch auf
internationaler Ebene gegen die kommunistische Weltanschauung, die sich
der Diktatur und Unterdrueckung bedient, zu fuehren beabsichtigt, muss
und wird mit moralischen Waffen gefuehrt werden.
Dieser Kampf kann nur erfolgreich zu Ende gefuehrt werden, wenn
es der nichtkommunistischen Welt gelingt, eine soziale Wirtschaftsordnung zustande zu bringen, die sich
auf Freiheit und soziale Gerechtigkeit stuetzt.

Paul Flnet
Vorsitzender des Internationalen Freien Gewerkschaftsbundes

Der von den zahlenmaessig ueberlegenen Kraeffien der Nordkoreaner,
die von Sowjetrussland ausgeruestet
und ausgebildet sind, vom Zaun gebrochene Angriff gegen die Republik
Korea zeigt, dass die kommunistischen und insbesondere die russischen Diktatoren den Kampf der sich
widerstrebenden Weltanschauungen mit
Waffengewalt fuehren wollen.
Die Gewerkschaftsbewegung hat
sich verpflichtet, nicht nur Frieden,
sondern auch Freiheit, Demokratie
und nationale Unabhaengigkeit anzustreben.
Die Erfahrung der sogenannten
Muenchener Politik in den Dreissiger Jahren hat gezeigt, dass der
Friede nicht gesichert werden kann,
wenn man sich mit einer Aggression
abfindet, sondern dass diese Politik die Aggressionsgefahr sogar noch
vergroessert. Nur ein System kollektiver Sicherheit, bietet eine
Moeglichkeit zur Erhaltung des Friedens und der Freiheit.
Jede Nation, deren Existenz durch
eine Aggression bedroht ist, hat Anspruch auf die Unterstuetzung und
Hilfe aller friedliebenden Voelker.
Indem diese Voelker ihre Hilfe anbieten, erklaeren sie sich in keiner
Weise mit dem politischen oder sozialen Wirtschaftssystem solidarisch,
das in den angegriffenen Laendern
tonangebend war.
Der niederlaendische Gewerkschaftsbund billigt deshalb die Beschluesse des Sicherheitsrates der
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J . H. Oldenbroek
Generalsekreteer des I.F.G.B.

Irving Brown
Europa-Vertreter der CIO,
der amerikanischen Industriegewerkschaften

�Vereinten Nationen und die militaerische und sonstige Unterstuetzung,
die der angegriffenen Republik Korea geleistet wird.
Ein neuer Weltkrieg;kann nur verhindert werden, wenn die durch
den Angriff der Nordkoreaner hervorgerufene Provokation, die von
den russischen Herrschern stillschweigend oder ausdruecklich gebilligt wird, auf die feste Entschlossenheit der friedens- und freiheitsliebenden Voelker trifft, Widerstand zu leisten und die groessten Opfer zu bringen.
Den Bemuehungen des hollaendischen Gewerkschaftsbundes, die
von den Kommunisten gefuehrten Streiks in Holland durch Anwendung
des Boykotts und schwarzer Listen derjenigen Arbeiter, die sich weigern, an ihren Arbeitsplatz zurueckzukehren,zu verhindern, wurde
am Samstagabend in einer Rundfunkansprache des Premierministers
Dr. Willem Drees Nachdruck verliehen. In einem Rueckblick auf die
Erfolge der letzten fuenf Jahre, in denen industrieller Friede
herrschte, zu dem die hollaendischen Gewerkschaften, Unternehmer
und Regierung beigetragen haben, erklaerte Dr. Drees, dass die Kommunisten mit diesen Streiks versuchten, diese Harmonie zu stoeren,
die ihnen ein Dorn im Auge sei. Dr. Drees beschuldigt den Kommunismus, versucht zu haben, das wirtschaftliche Leben Hollands fuer ihre
eigenen Zwecke zu stoeren, genau so wie sie es in anderen europaeischen Laendern getan haetten. Er erklaerte, dass ihnen jedes Mittel
recht sei, um Holland zu ihrem eigenen Nutzen zu ruinieren.
Die Regierung wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um den
Schaden zu beheben, den die Streiks in unserem Wirtschaftsleben angerichtet haben. Sie wird jedoch nicht von ihrer Forderung abweichen, dass die Arbeitsbedingungen in Verhandlungen mit den anerkannten Gewerkschaften geregelt werden muessen. Weder mit der kommunistischen Gewerkschaft EVG, noch mit dem sogenannten "Aktionskomitee'',
hinter dem sich diese Gewerkschaft verbirgt, werden Verhandlungen
gefuehrt werden. Ob sich diese inoffiziellen Streiks ausbreiten
werden oder nicht, ob sie von langer oder nur von kurzer Dauer sein
werden, das wird in keiner Weise die Haltung der Regierung beeinflussen.
Dr. Drees erklaerte unumwunden, dass der Staat Amsterdam nicht
mehr mit Baumaterialien beliefern wuerde, wenn der Bauarbeiterstreik
dort fortgesetzt wuerde. Er wies auf den Schaden hin, der dem Handel von Amsterdam und Rotterdam durch die dortigen Schiffahrtstreiks
zugefuegt wurde. Er forderte die Arbeiter auf, zu ihren Arbeits^laetzen* in dieser Woche zurueckzukehren und sagte, dass sie mit aller
Macht gegen Bedrohungen und Terror geschuetzt wuerden. In den totalitaeren Laendern, die die Kommunisten "Volksdemokratie" zu nennen
pflegten, sei jeder Streik ein strafbares Verbrechen, fuer das jeder
Arbeiter unweigerlich mit Konzentrationslager bestraft wuerde.
Hunter, der Leiter der ECA-Mission, beglueckwuenschte Drees telefonisch zu seiner Rede. Die kommunistische Gewerkschaft EVC hatte
bekanntlich gefordert, dass der kommunistisch beherrschte Y.'eltgewerkschaftsbund alle hollaendischen Schiffe boykottiere.
.Heute wird berichtet, dass 2500 Dockarbeiter in Rotterdam unter Polizeischutz ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, und dass
der dortige Streik als gebrochen angesehen werden kann. Ueber
den Abbruch anderer Streiks wird noch verhandelt.
Fernschreiben Paris
VIII/24/50
- 10 -

�RUNDFUNKSENDUNG EINER US GEWERKSCHAFT ZUM TAG DER ARBEIT
Am Tag der Arbeit 1950 wird ein dramatisches Hoerspiel ueber
den amerikanischen Rundfunk gesendet, das den Aufbau und die Entwicklung einer amerikanischen Gewerkschaft, des Internationalen Metallarbeiterverbandes, schildert. Diese Veranstaltung ist voellig neu
in der Geschichte tfe3 Rundfunks. Der Keld dieses Hoerspiels ist
ein Metallarbeiter frueherer Zeiten, genannt- "Booner Jones", der
Tausende tapferer Maenner verkoerpert, die gelitten und Opfer gebracht haben, um diese Gewerkschaft aufbauen zu koennen.
Eine Reihe bekanntester Hollywood Stars haben ihre Zeit und
ihr Talent zur Verfuegung gestellt, damit allen Amerikanern vor
Augen gefuehrt werden kann, in welchem Masse Maschinisten und Mechaniker gekaempft haben, um eine Gewerkschaft, die das Recht der Tarifverhandlung besitzt, gruenden zu koennen. Zu den Filmstars dieses
Hoerspiels, - die uebrigens selbst alle Gewerkschaftsmitglieder sind gehoeren Brian Donlevy, der aus mehr als 60 Filmen bekannt ist, wie
z.B. "Wake Island", "The Big Haireut", "Command Decision", "Impact"
und viele andere. Beteiligt ist weiter William Holden, der sich in
"Golden Boy" einen Namen machte und in "Our Town", "Arizona", "The
Fleet's In" und "Born Yesterday" als Hauptdarsteller mitwirkte.
Schliesslich sei Marie McDonald genannt, die u.a. in den Filmen
"Guest in the House," "Getting Gertie's Garter" und "Kit Parade of
1951" die HauDtrolle spielte.
Direktor Mel Ferrer hat bereits Rundfunkprogramme wie "The Hit
Parade", "Mr. District Attorney" und "The Hildegarde Show" geleitet.
Er ist Filmdirektor und selbst Filmschauspieler. In dem Film "The
Brave Bulls", der in Kuerze erscheinen wird, spielt er die Hauptrolle.
Die Musik fuer diese Sendung des Metallarbeiterverbandes wurde
von David Raskin, einem der besten aus Hollywood, komponiert und
dirigiert. Seiner Feder entstammt die musikalische Gestaltung der
Filme "Laura", "The Secret Life of Walter Mitty" und vielen anderen
mehr.
Verfasst wurde "Boomer Jones" von Morton Wishengrad, einem der
ersten Rundfunkdramatiker Amerikas. Er war massgeblich an den Texten fuer "Cavalcade of America", "Words at War", "They Call Me Joe"
und ""\'e Came this Way" beteiligt. Er stellt ausserdem das Sonntagsprogramm das NBC "The Eternal Light" zusammen. Er gewann mit
"Communist-US Brand" 1948 den ersten Preis fuer Rundfunkverfasser.
Produzent Morris Novik hat sich seit langem dafuer eingesetzt,
dass die Gewerkschaften einen regeren Gebrauch der Rundfunkmoeglichkeiten machen. Novik ist Rundfunkberater der AFL, der gewerkschaftlichen Vereinigung fuer politische Erziehung, der internationalen
Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft und der Automobilarbeitergewerkschaft (CIO).
Drei grosse Gewerkschaften auf dem Gebiet der Unterhaltung,
naemlich die Schauspielergewerkschaft, der amerikanische Verband der
Kuenstler des Rundfunks und die Musiker haben ihre volle Unterstuetzung
und Mitarbeit zugesagt, um dieses dramatische, halbstuendige Rundfunkhoerspiel fuer den Metallarbeiterverband zu ermoeglichen.
Die Vorbereitungen fuer diese Sendung haben acht Monate gedauert. Sie wurde von dem Exekutivausschuss des Internationalen Metallarbeiterverbandes angeordnet, um den Amerikanern ein Rundfunkprogramm
zu bieten, das ihnen helfen soll, Verstaendnis dafuer aufzubringen,
was Mitgliedschaft im Internationalen Metallarbeiterverband bedeutet.
- 11 -

�••Boomer Jones" ist ein Hoerspiel, dem die wirkliche Geschichte
des Internationalen Metallarbeiterverbandes von ihren fruehesten Anfaengen an zugrundeliegt. Brian Donlevy wird die Geschichte eines
Metallarbeiters namens Eddie Jones (William Holden) und seiner Frau
Maggie (Marie MacDonald*) erzaehlen.
The Machinist
7111/17/50
GREEN UND MEANY ZUM AMERIKANISCHEN*VERTEIDIGUNG^PROGRAMM
Auf der Sitzung des Gewerkschaftsverbandes des Staates New York
nahmen William Green und George Meany, Vorsitzender bzw. Haupt-Kassie
rer der AFL, zu der Frage Stellung, welche Richtung die Gewerkschaften in ihren Bemuehungen zur Durchfuehrung des Verteidigungsprogramms
der Nation einzuschlagen haben.
Green erklaerte, dass die Loyalitaet der amerikanischen Arbeiter
in kritischen Zeiten immer die groesste Staerke dieses Landesn gewesen sei. Zur Aufmunterung der Arbeiter Amerikas forderte er als
erste Massnahme unseres nationalen Verteidigungsprogramms die sofortige Aufhebung des Taft-Hartley-Gesetzes. Dieses schaendliche Gesetz, w versicherte Green, "ist ein ausgezeichnetes Propagandawerkzeug in den Haenden der Kommunisten. Sie weisen in ihren Propagandabotschaften an die Arbeiter anderer Laender auf dieses Gesetz hin,
um damit die Unrichtigkeit der amerikanischen Behauptung zu beweisen, dass allen Buergern Amerikas die gleiche Behandlung zuteil
wuerde." Green schloss seine Rede, indem er der Hoffnung Ausdruck
gab, dass "die organische Gewerkschaftseinheit nicht in allzuweiter
Ferne liegen moege," und er prophezeite ein hoechst wirksames Produktionsprogramm in einer vereinigten Gewerkschaftsbewegung.
Meany erklaerte: "Ich zweifle nicht daran, dass sich die Arbeiterschaft, wenn es an der Zeit ist, verpflichten wird, nicht zu
streiken. Wie steht es jedoch mit dem Versprechen der Handelskammer
und der Arbeitgebervereinigung der Vereinigten Staaten, keine uebermaessigen Profite zu dulden?"
Weekly Labor News Digest
VIII/2/50
BRITISCHE GEWERKSCHAFTEN-BEN OETIGEN PRODUKT IONS EXPERTEN
Es ist hoechste Zeit, dass die grossen Gewerkschaften ihre eigenen Produktionsexperten erhalten. Der Britische Gewerkschaftsbund
(TUC) selbst muesste einen technischen Stab beschaeftigen, der den
Gewerkschaften dabei hilft, Abteilungen fuer Produktionsfragen zu
errichten, und anderen Gewerkschaften technische Unterstuetzung leistet, die zu klein sind, um sich eigene Experten leisten zu koennen.
Zehn Gewerkschaftsfunktionaere brachten diese Vorschlaege den Arbeitern und ihren Organisationen gegenueber offen zum Ausdruck. Zwanzig weitere Vorschlaege stammen ebenfalls von ihnen.
Zu den Funktionaeren gehoeren Vorsitzende, Generalsekretaere,
Mitglieder der Exekutivausschuesse. und regionale Organisatoren aus
zehn bedeutenden Gewerkschaften der Techniker, Berg-, Bau- und Textilarbeiter.
Die in dem Bericht zum Ausdruck gebrachten Ansichten dieser
Funktionaere stellen in keinem Falle die ihrer Gewerkschaften dar.
Sie wurden nach langen Unterredungen im Anschluss an ihre eigenen
- 12 -

�selbstaendigen Untersuchungen unabhaengig voneinander niedergeschrieben. Der TÜC hat bei der Veroeffentlichung dieses Berichtes
lediglich als Vermittler fuer diese Besuchergruppe gehandelt.
Es sind genuegend Beweise dafuer vorhanden, dass die britischen Gewerkschaften fortwaehrend den Wunsch haben, Spezialisten
zu Rate zu ziehen und sogar zu ernennen.
Vor dem Kriege gab es in vielen fuehrenden Geschaeftsstellen
der Gewerkschaften Experten auf dem Gebiet der Arbeiterunfallversioherung. Sie bildeten einen Stab, aus dem sich in den groesseren Gewerkschaften Rechtsabteilungen entwickelt heben. Rechtsberater wurden hinzugezogen, wenn schwierige Rechtsfragen zu klaeren
waren, und medizinische Berater, wenn es sich um Berufskrankheiten
und Verletzungen handelte.
Einige Gewerkschaften verfuegen nun ueber kleine Abteilungen,
deren Arbelt sich auf die Ausdehnung erzieherischer Taetigkelten
konzentriert, waehrend in vielen anderen Wirtschaftler, Statistiker und Forschungsexperten ausgebildet wurden, die mithelfen, die
Richtlinien der Gewerkschaften zu entwickeln und die Forderungen
nach besseren Loehnen und Arbeitsbedingungen ueberzeugend zu formulieren.
Auf allen diesen Gebieten stehen die Faohabteilungen des
TUC und seine Ausschuesse den angeschlossenen Gewerkschaften und
besonders denen, die aus Mangel an Mitteln keine eigenen technischen Experten beschaeftigen koennen, beratend zur Seite.
Eine Bewegung jedoch, die bemueht ist, den Arbeitern das Recht
zu sichern, sich an der Leitung der Industrie in immer wirksamerer
Form zu beteiligen, und fuer die sich taeglioh innerhalb der Betriebe Probleme im Zusammenhang mit Bewegungsstudien, Leistungsloehnen, Arbeitsauswertung, neuen industriellen Verfahren und den
Tricks und Methoden einer angeblich wissenschaftlichen BetriebAeitung ergeben, wird selten zu dem industriellen Berater gehen, um
sich Informationen und Ratschlaege einzuholen.
Gleichzeitig mit dem Wunsch einer staendigen Vollbeschaeftigung und eines steigenden Lebensstandards haben sich die Arbeiter
durch ihre Gewerkschaften damit einverstanden erklaert, dass ihre
Industrien moderner und leistungsfaehiger werden muessen. Sie sind
damit einverstanden, dass in Ermangelung groesserer Reserven an
Arbeitskraeften, auf die die Industrie zur Erledigung von Extraauftraegen zurueckgreifen kann, die hoehere Produktion dadurch ermoeglicht werden muss, dass das berufliche Koennen der Beschaeftigten
eine bessere Verwendung findet. Sie haben sich einverstanden erklaert, durch ihre Gewerkschaften und die gemeinsamen Produktivitaetsausschuesse die Bestrebungen zur Steigerung der Produktionsleistung zu unterstuetzen.
Die Gewerkschaften sind sich ueber das "Warum" der Produktionsleistung einig geworden - das heisst, mehr Waren zu niedrigeren Preisen und bessere und billigere Dienstleistungen. Nun haben
sie sich mit dem "Wie" zu beschaeftigen.
Die zehn Funktionaere, deren Berichte von den Gewerkschaften
zur Zeit geprueft werden, sind sich ueber die Methoden und die
Gruende im klaren.
Wo mit der fortschrittlichen Einstellung der Unternehmer gerechnet werden kann, die in der Modernisierung ihrer Werkstaetten
und in der Umgestaltung ihrer Produkt!onsmethoden zum Ausdruck
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�kommt, muessen auoh die Gewerkschafter in der Lage sein, fuer die
neuen Entwicklungen Verstaendnis aufzubringen und die Schwierigkeiten und Vorteile der Vorschlaege zu sehen, die sich im Laufe gemeinsamer Beratungen ergeben, und sie muessen dafuer sorgen, dass
die Verdienstmoeglichkeiten verbessert und nicht gekuerzt werden.
In Paellen, in denen sich die Unternehmer mit alten, unguenstigen Methoden zufriedengeben, durch die die Preise hochgehalten
werden, muessen die Gewerkschaften die Initiative ergreifen, um
die Leistungsfaehigkeit steigern zu koennen.
Durch Wochenend- und Sommerschulkurse kann in dieser Hinsicht
viel getan werden, um den Gewerkschaftsmitgliedern die Vorzuege
der Vollbeschaeftigung zu erklaeren. Damit wird dem einsichtigen
Gewerkschafter geholfen werden, seine eigene Industrie im Lichte
der wirtschaftlichen Lage seines Landes zu sehen.
Fuer das Verstaendnis der Probleme seines eigenen Arbeitsplatzes braucht der Arbeiter jedoch genauere Instruktionen. Er
wird wissen wollen, wie sich Vorschlaege zu Bewegungsstudien, zu
Betriebsvergroesserungen oder zu der Elnfuehrung neuer Maschinen
auf seinen Lohn und den seiner Kollegen, sowie auf seinen Arbeitsaufwand auswirken werden. Er wird wissen wollen, welche Anforderungen die neue Arbeit an sein berufliches Koennen stellen wird.
Um sich erfolgreich mit diesen Problemen beschaeftigen zu koennen, muessen die Betriebsvertreter in den Produktionsmethoden geschult werden und in der Lage sein, auf den Konferenzen der Arbeitsausschuesse eine praktische und realistische Kritik zu ueben. Sie
muessen nach Ansicht der Gruppe von technischen Experten geschult
werden, die im Dienste ihrer eigenen Gewerkschaft stehen, wenn sie
sich das leisten kann,, oder die von der gewerkschaftlichen Vertretung der gemeinsamen Industrieausschuesse gestellt werden.
Aufgabe des TUC muss sein, Hilfe und Anleitung bei der Errichtung solcher neuen Abteilungen zu geben und fuer diejenigen Gewerkschaften, die noch nicht in der Lage sind, sich einen eigenen Expertenstab zu halten, die Funktionen dieser Abteilung selbst zu uebernehraen. Den regionalen Beratungsausschuessen des TUC sollte ein
kleiner Technikerstab zur Verfuegung gestellt werden, dar die Gewerkschaften in ihrem Bezirk unterstuetzt«
Die Mitglieder der Gruppe erklaeren, dass es nicht damit getan
sei, einfach den Titel eines Mannes, der e*ls Organisator taetig
ist, in den eines Produkt!onstechnikers umzuwandeln. Diesen neuernannten Experten mues eine erstklassige Ausbildung zuteil werden,
bevor sie mit der Schulung anderer beginnen. Sie muessen zum mindesten ebenso befaehigt sein wie die industriellen Berater und Techniker, die gegenwaertig in grosser Zahl den Arbeitgebern zur Verfuegung stehen.
Der Bericht enthaelt keinerlei Anzeichen dafuer, dass die Gruppe wuenscht, dass die Gewerkschaften ihr hauptamtliches Personal
von den Universitaeten und technischen Hochschulen rekrutieren sollen. Man beguenstigt vielmehr den Gedanken, Maenner und Frauen zu
verwenden, die in der Industrie und in den Gewerkschaften aufgewachsen sind, und sie in besonderen Ausbildungskursen fuer ihre Aufgaben vorzubereiten.
Waehrend die Gewerkschaften die finanzielle Seite dieses Vorhabens nur. mit aller Vorsicht behandeln, erklaerten die Mitglieder
der Gruppe, sie seien "ueberzeugt, dass die aus diesem Programm
entstehenden materiellen und ideellen Vorteile die damit verbundenen
Unkosten mehr als ausgleichen werden."
Labour
VIII/50
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�DER GENERALSEKRETÄR DES INTERNATIONALEN BUNDES FREIER GEWERKSCHAFTEN. J. H. OLDENBROEK, ZUM TAG DER ARBEIT AN DIE AMERIKANISCHEN
GEWERKSCHAFTEN
"An diesem Tag der Arbeit jgruessen wir die amerikanische Gewerkschaftsbewegung. Es ist der erste Tag der Arbeit, der alle amerikanischen Gewerkschaften zusammen mit Arbeitern aus der ganzen
Welt in einer internationalen Organisation, dem IBFG, vereinigt findet. Im Namen von ueber 50 Millionen Gewerkschaftsmitgliedern aus
53 verschiedenen Laendern uebermitteln wir der Arbeiterschaft der
Vereinigten Staaten und Kanadas unsere bruederlichen Gruesse, und
wir sind gewiss, dass sich noch weitere Millionen unseren Gruessen
anschliessen wuerden, wenn sie nicht durch diktatorische Regierungen daran gehindert waeren, selbstgewaehlten Gewerkschaften anzugehoeren.
"Wir vertreten die wirtschaftliche und politische« Demokratie
fuer alle und ein wuerdiges Leben fuer alle Arbeiter. Eine wirkliche Bruederschaft der Menschen kann niemals ohne Gleichheit der sozialen Stellung und Moeglichkeiten aller, ungeachtet ihrer Rasse,
Herkunft oder ihres Glaubens, bestehen. Wir wuenschen wahren Frieden; wir wuenschen den Frieden am vordringlichsten fuer die Menschen in Korea, die der kommunistischen Aggression in ihrer systematischen Absicht, die totalitaere Einflussphaere zu vergroessern,
zum Opfer gefallen sind. Wir'sind der Auffassung, dass die Vereinten Nationen in ihrer jetzigen Form zur Erhaltung des Friedens geeignet sind, vorausgesetzt, dass dem Miasbrauch des Vetorechts ein
Ende gemacht wird.
"Wir vereinigen uns mit den aufrichtigen, friedensliebenden Menschen der ganzen Welt und blicken mit Stolz auf die amerikanische
Gewerkschaftsbewegung, die alles daran setzt, die Kraefte der Vereinten Nationen zu mobilisieren und die Aggressoren gegen die Republik Korea zurueckzuschlagen. Wir stehen Seite an Seite mit der
amerikanischen Gewerkschaftsbewegung in ihrem Kampf um Vollbeschaeftigung und wahre soziale Sicherheit, die eine ununterbrochene Wachsamkeit gegen die Tuecken feindlicher Arbeitsgesetzgebung erfordert.
Die Forderungen nach einer einflussreicheren und wuerdigeren Stimme
in den obersten Koerperschaften der Regierung muss gehoert werden.
"Insbesondere loben wir die amerikanischen Gewerkschaften fuer
ihre grosszuegige und weitsichtige Unterstuetzung des MarshallPlans , der die kriegsbetroffenen Laender Europas und die wirtschaftlich rueckstaendigen Gebiete unterstuetzt, in denen das Elend das
Volk in die Arme der Diktatoren zu treiben droht. Nur wohlhabende
Voelker koennen freie Voelker bleiben. Die Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Diktatur wird durch die Schnelligkeit entschieden werden, mit der die demokratische Welt den ueberbevoelkerten,
in Elend lebenden Voelkern helfen kann, auf eigenen Fuessen zu stehen.
"In diesem grossen Kampf hat die Geschichte die amerikanische
Gewerkschaftsbewegung in den Vordergrund gestellt. Von Samuel Gompers' bescheidenem Buero in New York ist die amerikanische Gewerkschaftsbewegung zu einer Riesenorganisation angewachsen, die 17 Millionen organisierter Arbeiter in den Vereinigten Staaten und Kanada
umfasst; es ist eine konstruktive, maechtige und forschrittliche Gewerkschaftsbewegung. In diesem Kampf um ein besseres Leben, sowohl
in der alten als auch in der neuen Welt, sind wir vom Internationalen
Bund Freier Gewerkschaften stolz darauf, mit der Arbeiterschaft Amerikas verbuendet zu sein und wir vertrauen auf die grosse Rolle,
die sie in diesem Kampf zu spielen hat."
Arbeitsmitteilungen der ECA
VI11/25/50
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�Sowjetrussland hält jetzt die militärische Spitze Westliche Demokratien

Sowjetstaaten u. Satelliten

Militärische
Stärke

aber die Produktivität der Westdemokratien ist stärker!
Westliche Demokratien

Sowjetstaaten ^Satelliten

ProduktionsKraft

30

MUHon
Tonnen

430

Million
Tonnen

im

10Q,ooo
Million
KWH

299

Hillion
Barrels
HHHHininmnn

US.

(1 Barrel-120 Liter)

Andere

EILER JENSEN, VORSITZENDER DER DAENISCHEN GEWERKSCHAFTEN ZUM TAG
DER ARBSJT:
An diesem Tag der Arbeit sind die Gedanken der daenischen Arbeiterschaft bei den Arbeitern und dem Volk der Vereinigten Staaten. Die
wirtschaftliche Erholung, die durch die Unterstuetzung des Marshall"lans in den letzten zwei Jahren sich in Westeuropa durchgesetzt hat,
ist von Anfang an ein Dorn in den Augen der diktatorisch regierten
Staaten gewesen. Trotz aller dunklen Schatten werden wir Hand in
Hand mit den demokratischen Staaten arbeiten. Wir versprechen
loyale und kameradschaftliche Zusammenarbeit und gruessen in diesem
3i"ne die amerikanischen Arbeiter.
- 16 HICOO R-1585 L » b SapMabNT 50 2 L

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 27

Frankfurt, 8. September 1950

I W H A L T S T 1

R Z E I C H N I S

Amerikaner ziehen Arbeit der Arbeitslosenunterstuetzung vor - - - - - - - - - - - - - - - 1
Welche Kaufkraft werden die Loehne in Zukunft
besitzen? - - - - - - - - - - - - - - - - - 2
Die Holle der Gewerkschaften in der modernen
Gesellschaft - - - - - - - - - - - - - - - - 4
Die Realloehne in den Laendern hinter dem Eisernen Vorhang - - - - - - - - - - - - - - - - n
Amerikanische Gewerkschaft verpflichtet sich,
nicht zu streiken
- - - - - - - - - - - - - - 1 2
Delegation amerikanischer Gewerkschafter
schlaegt Verbesserung des ECA-Programms vor - 13
730 Frauen in Spitzenstellungen in Amerika - - - 14
Neue Tabellen ueber das Arbeitsalter amerikanischer Arbeiter - - - - - - - - - - - - - - - - 1 5
Kanadische Eisenbahner drohen mit Streik - - - - 16

Robert C. Goodwin:
AFRIKANER ZIEHE?! ARBEIT DER ARBEITSLOSEFUNTERSTUETZUNO VOR
"Die grosse I.'ehrheit der amerikanischen Arbeiter zieht Arbeit
und Lohn der Arbeitslosenunterstuetzung vor," sagte Robert C.
Goodwin, Direktor des Bueros fuer die Sicherheit des Arbeitsplatzes im amerikanischen Arbeitsministerium, in einer Erklaerung
an Arbeitsminister Tobin anlaesslich des 50. Jahrestages des Gesetzes der Sozialen Sicherheit.
"Die Statistik zeigt, dass der Umfang der von den Arbeitern
geforderten und an sie ausgezahlten Unterstuetzungen durch das Vorhandensein von Beschaeftigungsmoeglichkeiten und nicht von Unterstuetzungen bestimmt wurde."
- 1-

�Goodwin berichtete, dass sein Inkrafttreten der bundesstaatlichen und staatlicnen Gesetze der Arbeitslosenversicherung etwa
acht Milliarden Dollar an Unterstuetzungen an versicherte Arbeiter ausgezahlt worden seien.
"In den zahlreichen Perioden seit 1939, in denen die wirtschaftliche Lage sehr kritisch war, hat die Arbeitslosenversicherung Millionen von Arbeitern ueber die Zeit der Erwerbslosigkeit
hinweggeholfen," erklaerte Goodwin. "Das Arbeitslosenversicherungsprograram hat sich als sehr wertvoll erwiesen, vor allem in dem
ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich das Land auf
Friedensproduktion umstellte und mehr als fuenf Millionen Arbeiter Arbeitslosenunterstuetzung bezogen. Auch in der Zeit vom
1. Juli 1949 bis 30. Juni 1950, in die zum Teil der wirtschaftliche Rueckgang faellt, der mit der Beendigung der Neueinrichtung
der Betriebe gegen Ende des Jahres 1948 eingesetzt hat, wurden
7,5 Millionen Arbeiter gezaehlt, die Arbeitslosenunterstuetzung
bezogen. Die hoechsten Unterstuetzungen wurden also immer dann
gezahlt, wenn die Arbeitslosigkeit rapid anstieg.
"Das Prograiiim spielt nicht nur eine lebenswichtige Rolle fuer
die Arbeiter, es hat sich auch fuer die Unternehmer und die Allgemeinheit als wertvoll erwiesen," fuhr Goodwin fort. "Es ist bekannt, dass es in Gegenden, in denen viele Betriebe geschlossen
wurden, zur Erhaltung der Kaufkraft und der Geschaeftsmoral beigetragen hat."
Goodwin berichtete, dass sicn seit der Bewilligung des Sozialversicherungsgesetzes in den verschiedenen Staaten im Rahmen ihrer
eigenen Arbeitslosenversicherungsgesetze ein Gesamtbetrag von
13.451.000.000 Dollar angehaeuft hat.
Mit den Zinsen, die die Geldreserven der Sozialversicherung
in den einzelnen Konten der verschiedenen Staaten im bundesstaatlichen Verwaltungsfonds fuer Arbeitslosenversicherung eingebracht
haben, belaufe sich der Gesamtbetrag der fuer Unterstuetzungszwecke seit Inkrafttreten, des Programms gesparten Gelder auf
14.639.000.000 Dollar.
Von Beginn des Programms bis zum 30. Juni 1950 zahlten die
verschiedenen Staaten Unterstuetzungen an versicherte, erwerbslose Arbeiter in Hoehe von insgesamt 7.950.000.000 Dollar. Damit belaeuft sich das Guthaben im Verwaltungsfonds gegänwaertig auf
6.689.000.000 Dollar.
Pressedienst des US Arbeitsministeriums
VIII/21/50
V/ELCHE KAUFKRAFT Y/ERDEN DIE LOEHNS IN ZUKUNFT BESITZEN?
'.Verden mit dem Durchschnittslohn der amerikanischen Arbeiter
in Zukunft mehr Gueter und mehr Dienstleistungen gekauft werden koennen als bisher?
Fuehrende Persoenlichkeiten der amerikanischen Industrie haben diese Frage mit "Ja" beantwortet.
Sie sind der Ansicht, dass innerhalb von 30 Jahren mit dem
Lohn der Arbeiter doppelt so viel gekauft werden kann, wenn.die
"Produktionsleistung je Arbeiter und je Arbeitsstunde auch weiterhin im gleichen durchschnittlichen Masse gesteigert wird wie bisher. Und diese Steigerung halten sir fuer moeglich.

�Diese Feststellungen wurden von dem Komitee fuer wirtschaftliche Entwicklung bekanntgegeben. In dem Bericht des Komitees, "Wie
kann der Reallohn erhoeht werden", wird zum Ausdruck gebracht,
dass der Lebensstandard der Arbeiter sich nur dann verbessern
wird, wenn auch die tatsaechliche Kaufkraft seines Lohnes und
nicht nur der aeussere Betrag erhoeht wird.
In den letzten ÖO Jahren haben sich die Realstundenloehne in
den Vereinigten Staaten mehr als verdreifacht; der Arbeitnehmer
verdient heute durchschnittlich etwa 1.33 Dollar in der Stunde,
waehrend sein Stundenlohn im Jahre 1900, gemessen an den Preisen
des Jahres 1949, nur 43 Cents betrug. Auch das indirekte Einkommen, das nicht in barem Geld besteht, hat sich erhoeht, und zwar
in Form einer laengeren Freizeit auf Grund der kuerzeren Arbeitszeit.
Diese Verbesserungen sind nach Angaben des Komitees fuer
wirtschaftliche Entwicklung zurueckzufuehren auf 1) umwaelzende
oder beinahe umwaelzende Veraenderungen in den Produkt!onsvorgaengen, 2) die groessere Ansammlung Kapitalien in Form von Fabriken,
Ausruestungen und Material, die jedem Arbeiter zugutekommen, indem sie ihm helfen, mehr zu produzieren, 3) bedeutende Fortschritte
auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Berufsausbildung und
4) verbesserte Betriebsleitungsmethoden.
Jede zukuenftige Erhoehung der Realloehne wird von den gleichen vier Faktoren und noch einem fuenften, naemlich dem Interesse
des Arbeiters, abhaengen.
Interessierte Arbeitnehmer produzieren mehr. Die Betriebsleitung ist dafuer verantwortlich, dass den Arbeitern die Bedeutung
ihrer Arbeit bewusst wird, und dass sie an der Verbesserung ihrer
Arbeitsmethoden interessiert sind. Die Arbeiter muessten regelmaessig Gelegenheit haben, Verbesserungen der Methoden und Erzeugnisse vorzuschlagen, heisst es in dem Bericht.
Das Komitee fuer wirtschaftliche Entwicklung verwarf insbesondere den Gedanken, dass der Ausstoss je Arbeiter und Je Arbeitsstunde und damit die Produktionsleistung selbst dadurch gesteigert
werden kann, dass man den Arbeiter zwingt, eine groessere koerperliche Anstrengung aufzuwenden. "Es gibt einige Beispiele dafuer,
dais die Arbeiter absichtlich nicht so viel produzieren, wie sie
in der Lage waeren, im allgemeinen jedoch ist die Tagesleistung des
Arbeiters normal." Die grosse Steigerung der Produktion, die notwendig ist, um die Reallöhne wesentlich verbessern zu koennen,
muss mit besseren Methoden, groesseren Kapitalien, besserer Berufsausbildung der Arbeiter und besserer Betriebsleitung erzielt werden.
Zehn Ziele muss die amerikanische Industrie erreichen, wenn
die Kaufkraft der Loehne in 30 Jahren verdopoelt werden soll: 1)
die saisonbedingte Arbeitslosigkeit muss reduziert werden; 2) fuer
aeltere Leute muessen mehr Beschaeftigungsmoeglichkeiten geschaffen
werden; 3) das Leistungsprinzip mu;s verfeinert werden; 4) systematische Methoden muessen ausgearbeitet werden, um Wissen und
Koennen der erwerbstaetigen Bevoelkerung voll zum Einsatz zu bringen; 5) die Importe der Vereinigten Staeten muessen im Vergleich
zu ihren Exporten vermehrt werden; 6) das Anwachsen der Industrie
muss stabilisiert und ernsthafte wirtschaftliche Rueckschlaege
vermieden werden; 7) der Gewohnheit. Arbeit zu schaffen, wo keine
ist, muss ein Ende gemacht werden; 8) veraltete Ausruestungen
muessen schneller ersetzt werden und 10) muss das Steuersystem
einer Reform unterzogen werden, um den Unternehmern des Eingehen
eines Risikos zu erleichtern.
- 3-

�Die Aussichten auf einen schnellen technologischen Fortschritt in den Vereinigten Staaten sind dank der hohen Aufwendungen fuer die Forschung- und ihre hohe ^ualitaet gute. Allein
die bundesstaatliche Regierung stellt zur Zeit jaehrlich eine
Milliarde Dollar fuer Forschungszwecke zur Verfuegung.
Ebenso kann laufend mit einer umfangreichen Reserve privater
Ersparnisse gerechnet werden, die die Grundlage neuer industrieller Investierungen bildet. In den vergangenen 50 Jahren ist dem
Bericht zufolge etwa ein Zehntel des Nettowertes der Produktion
der Vereinigten Staaten staendig gespart worden. Es ist anzunehmen, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird, und es ist
von grosser Wichtigkeit, dass die Sparer durch die allgemeine
Politik fuer Neuinvestierungen gewonnen werden. Das bedeutet nach
Ansicht des Komitees fuer wirtschaftliche Entwicklung, dass die
Steuerstruktur einer Uebernruefung unterzogen werden muss.
Ausserdem ist mit einer fortschreitenden Verbesserung der
gesundheitlichen Verfassung und der Berufsausbildung der Arbeiter
und mit der Einfuehrung besserer Methoden der Betriebsleitung zu
rechnen, was als Ergebnis der Erforschung der Probleme der Betriebsleitung an den Universitaeten angesehen werden kann.
In dem Bericht wird an der Gewohnheit der Gewerkschaften Kritik geuebt, dort Arbeit zu schaffen, wo keine ist, jedoch nur soweit es sich um Methoden handelt, durch die die Einfuehrung neuer
Maschinen verhindert und die unwirtschaftliche Arbeitsweise beibehalten werden soll. "Der verschwenderische Einsatz von Arbeitskraeften ist eine Belastung fuer die Allgemeinheit, weil er die
"Produktion reduziert. Die Gewerkschaften wuerden es fuer vorteilhaft halten, diese Regeln fuer die kuenstliche Erzeugung von
Yrbeit aufzugeben, wenn damit eine Erhoehung der Loehne verbunden
waere. Gluecklicherweise ist dieser Brauch der Arbeitsbeschaffung
in der amerikanischen Industrie nicht weitverbreitet, und viele
Gewerkschaften lehnen ihn ab."
"Vor allem," heisst es abschliessend in dem Bericht, "sind
die Verhaeltnisse und Institutionen in den Vereinigten Staaten
fuer den wirtschaftlichen Fortschritt guenstig." Der scharfe
Wettbewerb der Produkte und Arbeitsverfahren, die Gewohnheit, alte
Einrichtungen und Arbeitsverfahren aufzugeben, wenn neue verfuegbar werden, die grossen Moeglichkeiten, neue Ideen zu verwirklichen, und der riesengrosse vereinigte Inlandsmarkt, der ein entsprechend grosser Ansporn ist, - dies alles sind Faktoren, denen
das Komitee fuer wirtschaftliche Entwicklung entnimmt, dass die
Loehne in Zukunft fuer die Arbeiter und ihre Familien einen groesseren Gegenwert bedeuten werden.
Arbsitsmitteilungen der ECA
VII/7/50
Edwin E. Witte, üniversitaet Wisconsin:
DIE ROLLE DER GEWERKSCHAFTEN IN DER MODERNEN GESELLSCHAFT
Es ist Jedem bekannt, dass die Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten von heute einen sehr bedeutenden Platz einnehmen. Gelegentlich sprechen Leute,, die den Gewerkschaften nicht wohlgesinnt sind, noch davon, das3 nur ein geringer Prozentsatz, aller
Arbeiter gewerkschaftlich organisiert sei. Die ErwerbsbevoelJcerung Amerikas zaehlt 62 Villionen Menschen, und nur 15 Millionen

�davon sind Gewerkschaftsmitglieder. Noch haeufiger Jedoch spreohen
Jene Gegner in alarmierender Weise von der monopolistischen Machtstellung der Gewerkschaften. Erst vor einigen Wochen wies Generalanwalt Denham vom Bundesausschuss fuer Arbeitsfragen, auf die Gewerkschaft der Fahrer hin, die eine derartige Macht besaesse, dass
sie durch einen ueber die ganze Nation sich ausbreitenden Streik
die gesamte Wirtschaft unseres Landes innerhalb weniger Tage zum
Stillstand bringen koenne.
Eine ganze Reihe Akademiker, die ueber die Wechselbeziehungen
in der Industrie schreiben, haben sich hierzu in aehnlicher Weise
geaeussert. Ein kuerzlich erschienenes Buch, "Gewerkschaften und
Kommunismus" von Charles E. Lindbloom, einem Volkswirtschaftler
abstrakt-theoretischer Praegung an der Yale Universitaet, hat
nicht nur in akademischen, sondern auch in nichtakademischen Kreisen grosse Beachtung gefunden. In diesem Buch zeigt sich Lindbloom aeusserst beunruhigt ueber die wachsende Macht der Gewerkschaften. Das heutige Gewerkschaftssystem fuehre nach seiner
Ansicht zur Zerstoerung des auf Konkurrenz beruhenden Preissystems,
zur"systematischen Desorganisation der Absatzmaerkte und zur staendigen Untergrabung der Autoritaet der Betriebsleitung". Gewerkschaften unterminieren den Kapitalismus und druecken unserer gesamten Wirtschaft den Stempel des Syndikalismus auf. In weniger alarmierenden Worten hat Sumner H. Slichter von der Harvard-Universitaet, einer der bekanntesten amerikanischen Volkswirtschaftler,
eingehend ueber die "gewerkschaftlich ausgerichtete Gesellschaft"
gesprochen, zu der sich nach seiner Ansicht die Vereinigten Staaten
entwickelt haben.
Es ist nicht verwunderlich, dass diese Auslegungen ueber die
Rolle der Gewerkschaften in der modernen Gesellschaft seitens jener Wirtschaft ihrer Theoretiker, deren Ansehen und öbjektivitaet
ausser Frage steht, von solchen Leuten hastig aufgegriffen wurden,
die die Gewerkschaften gern verkleinert, wenn nicht sogar zerstoert sehen moechten. In all dieser umfassenden Propaganda, die
sich zur Zeit gegen die Gewerkschaften richtet, wird ihre monopolistische Machtstellung und ihre ungeheure Macht besonders hervorgehoben. Gleichzeitig wird diese Propaganda Jedoch mit der voellig haltlosen Behauptung unterstrichen, dass die Gewerkschaften
letzten Endes nur von einer kleinen Minderheit der Arbeiterschaft
unterstuetzt wuerde.
Keine dieser widerspruchsvollen Behauptungen ueber die Stellung der Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten von heute beruht auf Tatsachen. Die amerikanischen Gewerkschaften haben in
der Tat grosse Fortschritte erzielt und eine Staerke erreicht, die
noch vor zwei Jahrzehnten niemand fuer moeglich gehalten haette.
Sie ueben jedoch keine monopolistische Kontrolle ueber Loehne und
sonstige Arbeitsbedingungen aus, von der Produktion, den Preisen
oder Gewinnen ganz zu schweigen. Sie kontrollieren nicht die Regierung, und es besteht auch wenig Aussicht fuer sie, eine derartige Kontrolle in absehbarer Zeit auszuueben. Das Gewerkschaftswe3en
ist keine einzige zentralorganisierte Bewegung, sondern ist in
zwei Hauptverbaende und zahlreiche, nicht angeschlossene Gewerkschaften aufgespalten. Die Gewerkschaftsverbaende setzen sich aus
mehr als 100 internationalen Gewerkschaften zusammen, die wiederum
in mehr als 50 000 Lokalgewerkschaften untergliedert sind. In Verhandlungen mit den Unternehmern und wesentlichen anderen Taetigkeiten treten die Gewerkschaften dieses Landes stets einzeln auf.
Fast ueberall bilden die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter
mit ihren Familien nur eine Minderheit der Bevoelkerung, und selbst
ihren Spitzenfunktionaeren bleiben aus sozialen Gruenden die Wege
in die sogenannten "besseren Kreise" verschlossen. Unsere Gesell- 5-

�sohaftsordnung ist nur in dem Sinne "gewerkschaftlich", als das
Gewerkschaftswesen grosse Erfolge erzielt hat und anfaengt, der
Herrschsucht grosser Gesellschaftskreise die Stlrne zu bieten.
Sie besitzen jedoch weder monopolistische Kontrollmoeglichkeiten
ueber Industrien, noch sprechen sie das Hauptwort in den Angelegenheiten von allgemeiner Bedeutung fuer die Vereinigten Staaten von
heute.
Das Gewerkschaftswesen der Vereinigten Staaten ist fast so alt
wie die Nation selbst. In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts
gab es bereits Streiks und Gewerkschaften, die jedoch nur eine kurze Lebensdauer hatten. Die ersten Qrtsverwaltungen entstanden in
den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts, und auch die Gruendung der
ersten unabhaengigen Arbeiterpartei faellt in jene Zeit. Der erste
bundesstaatliche Gewerkschaftsverband stammt aus den 30er Jahren
des 19. Jahrhunderts und die ersten noch bestehenden internationalen
Gewerkschaften, wie die der Drucker, aus den 50er Jahren des 19.
Jahrhunderts. Es gibt zur Zeit einige Lokalgewerkschaften, die auf
ein ueber 100-jaehriges, ununterbrochenes Bestehen zurueckblicken.
Zur Zeit des Buergerkrieges gab es eine Gewerkschaftsbewegung
mit einigen Gewerkschaften in allen oder fast allen Nordstaaten. In
den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Gewerkschaftsbewegung,
deren Mittelpunkt damals die Organisation "Knights of Labor" (Ritter
der Arbeit) bildete, weit umfassender. In der zweiten Haelfte dieses Jahrzehntes entstand neben dieser Organisation der amerikanische
Gewerkschaftsbund A.F.L., der bald zum Mittelpunkt der Gewerkschaftsbewegung wurde. Danach erlebte diese Gewerkschaft Aufstiege und
Rueckschlaege, Zeiten zunehmender und abnehmender Mitgliedschaft.
Zumindest seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts jedoch hat das
Gewerkschaftswesen eine wirklich bedeutsame Rolle im oeffentlichen
Leben Amerikas gespielt.
Das grosse Anwachsen der Gewerkschaftsbewegung in Amerika fand
im Verlauf der letzten 15 Jahre statt. Zu Beginn der Zeit des New
Deal war die Gewerkschaftsbewegung auf einem Tiefstand angelangt,
nachdem die Mitgliederzahl in den 20er Jahren der wirtschaftlichen
Bluete staendig abgenommen hatte. Die gesamte Mitgliedschaft
zaehlte nicht mehr als 3 Millionen gegenueber 5 Millionen im Jahre
1920. Doch selbst zu dieser Zeit waren die Berufe des Bau- und
Druckereigewerbes sowie der Bekleidungsindustrie und einige .andere
gelernte Berufe gut organisiert. In den grossen Industrien der
Massenproduktion jedoch bestanden fast ueberhaupt keine Gewerkschaften. Ein grosser Teil der amerikanischen Industrie war antigewerkschaftlich eingestellt und legte sich praktisch keinerlei Einschraenkung in den Methoden auf, die zur ünterdrueckung der Gewerkschaften
angewandt wurden.
Die wirtschaftliche Krise erweckte bei den amerikanischen Arbeitern mehr Verstaendnis fuer die Gewerkschaftsbewegung und der New
Deal schuf ein politisches Klima, das fuer die Entwicklung der Gewerkschaften guenstig war. Die Gesetzgebung legte den Unternehmern
Einschraenkungen in den Methoden auf, die sie zur ünterdrueckung und
zur Schwaechung der Gewerkschaftsbewegung gern angewandt hfltten,
und machten es ihnen zur gesetzlichen Pflicht, mit den Gewerkschaftsvertretern als Repraesentanten der Mehrheit ihrer Arbeitnehmer Verhandlungen zu fuehren. Waehrend die Regierung die Arbeiterorganisationen niemals direkt unterstuetzt hat, wie es etwa bei dem Zusammenschluss der Landarbeiter bisher zu beobachten war, zeigt sie heute
der Gewerkschaft gegenueber eine positivere Einstellung und foerdert
das TarifVerhandlungswesen.
- 6-

�Unter diesen guenstigen Bedingungen, vor allem jedoch deshalb,
weil die Gewerkschaftsbewegung und eine aggressive Fuehrung tatsaeohlioh benoetigt wurden, nahmen Macht und Mitgliederstaerke der
Gewerkschaften zu. Dieser Aufstieg begann im Jahre 1933, griff Jedoch auf die Industrien der Massenproduktion erst ueber, nachdem
der CIO (Kongress der Industrieverbaende) im Jahre 1936 gegruendet
war und die Vereinigten Staaten im Jahre 1937 beschlossen hatten,
das Wagner Gesetz aufrechtzuerhalten und weitgehendst zur Durchfuehrung zu bringen.
Aus weniger als 3 Millionen Mitgliedern im Jahre 1933 wurden
7,400,000 im Jahre 1937, und 1940 waren es bereits 8,500,000. In
den letzten der 30er Jahre wurden die Gewerkschaften von vielen
der groessten Gesellschaften anerkannt und konnten mit ihnen ihre
ersten Vertraege absohliessen. Die Mitgliederzahl stieg in den
Kriegs Jahren rapide an und erreichte mit 13,750,000 im Jahre 1944
ihren Hoechststand, obwohl zu jener Zeit 3 Millionen Gewerkschaftsmitglieder unter den Waffen standen. In der Zeit der grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten unmittelbar nach dem Kriege konnten
die Gewerkschaften weitere, wenn auch nur kleinere Erfolge erzielen.
Das Taft-Hartley Gesetz, das vom Kongress 1947 bewilligt wurde,
bremste in einer Zelt zunehmender Beschaeftigung den Aufstieg der
Gewerkschaften weiterhin ab. Die Gewerkschaften konnten jedoch
wenigstens ihre Mitgliederziffern halten. Es ist wahrscheinlich,
dass die Mitgliederzahl der Gewerkschaften im letzten Jahr im Zusammenhang mit der abnehmenden Beschaeftigungsziffer geringfuegig
zurueckgegangen ist. Die Zahl von 15 Millionen, mit der gegenwaertig die Mitgliederstaerke der Gewerkschaften gewoehnlich beziffert
wird, ist wahrscheinlich zu hoch gegriffen, wenn damit nur die beitragzahlenden Mitglieder gemeint sind. Sie waere jedoch zu niedrig,
wenn alle Arbeitnehmer darin enthalten waeren, die sich als Gewerkschaftsmitglieder betrachten. Die Zahl der Arbeitnehmer solcher Betriebe, in denen die Arbeitsbedingungen nur teilweise durch
Tarifvertraege festgelegt sind, ist etwas geringer geworden, ^ine
ganze Reihe Gewerkschaftsmitglieder arbeiten in solchen Industrien
und Betrieben, in denen man keine Vertraege abzuschliessen wuenscht
oder die Gewerkschaften nicht anerkennt. Ihre Zahl ist etwas hoeher
als die der nichtorganisierten Arbeiter in solchen Betrieben, die an
Tarifvertraege gebunden sind. Nach Schaetzungen des Statistischen
Bueros des Arbeitsministeriums der Vereinigten Staaten arbeiteten Ende
1946 14,800,000 Menschen unter tarifvertraglichen Regelungen, denen
13,300,000 Gewerkschaftsmitglieder gegenueberstanden. Seit jener
Zeit sind keine Schaetzungen der HÜtgliederzahlen der Gewerkschaften
oder der unter Tarifvertraegen stehenden Arbeiter mehr vorgenommen
worden. Beide Werte sind jedoch wahrscheinlich inzwischen etwas angestiegen.
Die Mitgliederstaerke der Gewerkschaftsbewegung hat in den beiden letzten Dekaden in absoluten Zahlen und prozentual gesehen noch
nachhaltiger zugenommen. Seit 1939 hat sich die Mitgliederschaft
der Gewerkschaften verfuenffacht, und die Zunahme in der letzten Dekade betraegt mehr als 75%. Die Zahl derjenigen Arbeiter, fuer die
Tarifvertraege abgeschlossen sind, hat sich jedoch kaum veraendert.
Die gesamte Erwerbsbevoelkerung Amerikas belaeuft sich zur Zeit
auf 62 Millionen. Da nur 14 Millionen gewerkschaftlich organisiert
sind, wird oft behauptet, dass die organisierte Gewerkschaftsbewegung weniger als ein Viertel der Arbeiter des Landes umfasse. Die
Gesamtzahl der Erwerbsbevoelkerung enthaelt jedioch auch dieHnÜJCht
einer Gewerkschaft angehoerenden Unternehmer, die Bauern und die
selbstaendigen Arbeiter in Staedten, ja sogar die Maenner und Frauen der Armee und alle Angestellten. Hierzu gehoeren die Betriebsleiter und andere Vorgesetzte in vergesellschafteten Unternehmen, sowie
alle Buero- und technischen Angestellten. Waehrend die Erwerbsbe- 7-

�voelkerung me°hr als 62 Millionen Menschen zaehlt, uebe« nur 40
Millionen Taetigkeiten aus, fuer die es eine gewerkschaftliche Organisation gibt. Die organisierte Arbeiterschaft stellt jedoch
selbst unter Beruecksichtigung dieser Einschraenkuhgen weniger
als 40% aller Arbeiter in Berufsgruppen, fuer die es Organisationen gibt, und weniger als ein Drittel aller Arbeitnehmer, ausschliesslich der Vorgesetzten, dar.
Hinter diesen Zahlen bleibt die Tatsache verborgen, dass in
zahlreichen wichtigen Industrien ein weit hoeherer Prozentsatz
der Arbeiterschaft gewerkschaftlich organisiert ist. In allen
Fertigungsindustrien stehen schaetzungsweise 70% der Produktionsarbeiter unter Tarifvertraegen. Im Bergbau und dem Bau- und Transportgewerbe ist dieser Prozentsatz noch hoeher, wogegen er in den
Betrieben der oeffentlichen Versorgung unter 60%, bei dem Dienstlers onal unter 40% und im Handel, Finanzwesen, der Regierung und
Landwirtschaft unter 20% liegt. In bestimmten Industriezweigen und
Berufsgruppen innerhalb dieser Unterteilung in grossen Zuegen gibt
es ausserdem Faelle, in denen der Prozentsatz der gewerkschaftlich
organisierten Arbeiter noch hoeher ist. In nur wenigen Industrien
oder Berufsgruppen ist die gewerkschaftliche Organisation jedoch
100%ig. Dies mag fuer kleine Berufsgruppen wie Photogravuerendrucker, Zuschneider, Fensterglasschneider und ein paar andere
zutreffen. Doch selbst im Kohlenbergbau ist die Zahl der nichtorganisierten Arbeiter betraechtlich,und es besteht dort eine
nicht zu uebersehende Konkurrenzgewerkschaft, die gewillt ist,
die Arbeit fortzufuehren, wenn die Mitglieder der Bergarbeitergewerkschaft in Streik getreten sind.
Die alarmierenden Warnrufe ueber die monopolistische Stellung, die die Gewerkschaften einnaehmen, scheinen am wenigsten
gerechtfertigt zu sein, wenn ein Vergleich zwischen der Staerke
der Gewerkschaften und der der groesseren Gesellschaftsunternehmen
angestellt wird. In vielen Beziehungen ist die Gewerkschaft das
Gegenstueck des Gesellschaftsunternehmens. Beides sind Vereinigungen, die sich in ihrer Gesamtheit und in ihrer Existenz von der
ihrer Mitglieder unterscheiden. Es gibt in Amerika etwa-500.000
aktive Gesellschaftsunternehmen - das sind zehnmal soviel, wie es
Gewerkschaften gibt. Zwei Drittel aller Geschaefte, die in den
Vereinigten Staaten heute geteetigt werden, gehen durch ihre Haende.
Mehr als 95% der gesamten Produktion unterstehen ihnen, und dieser
Prozentsatz ist noch hoeher im Finanzwesen, den Betrieben der
oeffentlichen Versorgung und im Transportgewerbe.
Die grosse Mehrheit der Gesellschaftsunternehmen unterscheidet sich von den individuellen oder Teilhaberunternehmen nur dadurch, dass sie zu einer Koerperschaft vereinigt und ihren Besitzern gegenueber nur beschraenkt haftbar sind. Sie befinden sich
im Privat- oder Familienbesitz und stellen keine grosse Anhaeufung
gesellschaftlicher Macht und finanzieller Mittel dar.
Waehrend die Unternehmen dieser Art die grossen Gesellschaftsunternehmen zahlenmaessig weit uebertreffen, verfuegen letztere
ueber weit mehr Finanzmittel und Macht als alle kleineren Unternehmen zusammen. Eine Untersuchung des wirtschaftstechnischen
Komitees kurz vor Beginn des zweiten 7/eltkrieges hat ergeben, dass
7S0 Gesellschaften, von denen jede ueber Kapitalien in Hoehe von
50 Millionen Dollar od3r mehr verfuegt, nur'zwei Zehntel aller
Gesellschaften repraesentieren, aber im BesitzTOn 52% des Gesamtkasitals aller Gesellschaften waren. Drei.-sig Unternehmen nannten
ein Kapital von mehr als einer Milliarde Dollar ihr eigen. Die
beiden groessten dieser umfangreichen Gesellschaften hatten ein
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�Kapital, das groesser war als der gesamte Besitz aller Menschen
in 38 von den 48 Staaten der Vereinigten Staaten. Seitdem dieser
Bericht vor 10 Jahren ausgearbeitet wurde, sind jedoch die grossen
Gesellschaften betraechtlich angewachsen und kontrollieren hoechstwahrscheinlich einen noch groesseren Prozentsatz der Produktion
und des Besitzes der Nation.
Im Gegensatz zu dem grossen Wohlstand dieser Gesellschaften
sind die Mittel der Gewerkschaften von bjeute ausserordentlich gering. Eine vor kurzem durchgefuehrte Erhebung ueber die finanzielle Staerke von 50 internationalen Gewerkschaften, deren Gesamtmitgliederschaft nahezu 12 Millionen betraegt, das sind vier
Fuenftel aller Gewerkschaftsmitglieder des Landes, hat ergeben,
dass sich ihr Gesamtkapital einschliesslich aller Versicherungsfonds auf 339 Millionen Dollar belaeuft. Nur eine Gewerkschaft, die
der Eisenbahner, besitzt ein Kapital von ueber 50 Millionen Dollar,
waehrend bereits vor zehn Jahren, wie schon erwaehnt, 780 Unternehmen ueber diese und noch hoehere Summen verf6eg1fen. Nur 28 der
internationalen Gewerkschaften besitzen ein Kapital von 1 Million
Dollar. Die Fonds der Lokalgewerkschaften sind nicht einer aehnlichen Studie unterzogen worden, und ueber die Gesamtmittel aller
unserer Gewerkschaften sind nur Schaetzungen verfuegbar. Dr.
Alexander S. Lipsett von der Floyd L. Carlisle, Inc., Berater
fuer oeffentliche Beziehungen der Arbeitgeberorganisationen, hat
kuerzlich schaetzungsweise angegeben, dass alle Gewerkschaften Amerikas uebei ein Gesamtkapital in Hoehe von drei bis vier Milliarden
verfuegtsn - ein Betrag, der von mehr als einem halben Dutzend unserer grossen Gesellschaftsunternehmen ueberboten wird.
In anderer Hinsicht sind die grossen Unternehmen ebenfalls
viel maechtiger als die groessten Gewerkschaften oder alle Gewerkschaften zusammen. In vielen grossen Gesellschaften ist die Zahl
der Aktienbesitzer groesser als die der Arbeitnehmer. Das ist von
besonderer Bedeutung, weil diese Gesellschaften von ihren Aktienbesitzern fast einj«:uetig unterstuetzt werden, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. Den grossen Gesellschaften stehen ausserdem weit
mehr Propagandamittel zur Verfuegung, und sie koennen im allgemeinen auf regulaeren Nachrichtenwegen die oeffentliche Meinung zu
ihren Gunsten beeinflussen. Die Betriebsleiter und Vorgesetzten
in den Gesellschaften sind zur Zeit die bestbezahltesten Leute in
Amerika. Ihre soziale Stellung verschafft ihnen uebertill Zugang,
und ihren Ansichten wird auf allen Gebieten groesste Beachtung geschenkt. Dagegen sind die Gewerkschaftsfuehrer aus den sogenannten
"besseren Kreisen" ausgeschlossen und sind in den Augen eines
grossen Teiles der Oeffentlichkeit zumindest verdaechtig.
Viel Laerm ist um das wachsende politische Bewusstsein in
den Gewerkschaften geschlagen worden. Aber selten werden Leute
aus Gewerkschaftskreisen in irgendwelche fuehrenden Stellungen der
Vereinigten Staaten gewaehlt. Wahrscheinlich ist keine andere,
groessere Schicht der Bevoelkerung in den Aemtern relativ so gering vertreten wie die Arbeiter der Industrie. In diesem Zusammenhang muss man sich vor Augen halten, dass in fast allen Staaten
die. Arbeiter mit ihren Familien nur eine Minderheit der Bevoelkerung
darstellen und die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter nur eine
Minderheit aller Arbeiter darstellen.Ausserden ist es selten, wenn
nicht ausgeschlossen, dass alle Gewerkschafter gleich waehlen.
Wenn die Arbeiterschaft, politisch gesehen 2rfolg haben soll, muss
sie von anderen Gruppen unterstuetzt werden. Gewiss ist, dass sie
noch weit davon entfernt ist, die -politische Bildflaecne oder die
Regierung in irgendeiner Hinsicht zu beherrschen.
Aus all diesen Ueberlegungen ergibt sich die Schlussfol^erung,
dass die Gesellschaftsordnung der Vereinigten Staaten heute viol
- 9-

�eher den Stempel der Unternehmer als den der Arbeitnehmer traegt.
Die Industrie ist die ^wichtigste Einnahmequelle, und die Industrie,
oder zumindest die Grossindustrie, liegt in den Haenden der Unternehmer. Die Mehrzahl der grossen Gesellschaften wird von den Unternehmern kontrolliert, und sie ernennen normalerweise die Direktoren. Die Unternehmer sind weitgehend tonangebend in der gesamten Gesellschaft und ueben damit einen grossen Einfluss auf alle
oeffentlichen Institutionen aus.
In gewissem Sinne ist die Gewerkschaftsbewegung eine Kampfansage an den Absolutismus der Unternehmer. Wo eine Gewerkschaft besteht, hat der Arbeitgeber in vielen Fragen der Arbeitsbedingungen
keine voellig freie Hand mehr. Diese sind innerhalb der verschiedenen Gewerkschaften und darueber hinaus von Zeit zu Zeit Veraenderungen unterworfen. Allgemein gesprochen, haben die Gewerkschaften die Tendenz, sich um mehr und mehr Angelegenheiten zu kuemmern.
Dies hat zu dem Notschrei der Unternehmer gefuehrt, dass ihre Rechte durch die Gewerkschaften beschnitten wuerden, und zu dem Vorwurf, alles, was mit Gewerkschaften zu tun habe, wolle das Unternehmertum stuerzen oder verlange zumindest eine gleichberechtigte
Stimme in der Vertretung der Aktienbesitzer, das heisst in der Betriebsleitung.
In den 50.000 Gewerkschaften des Landes gibt es Beispiele fuer
fast alle moeglichen Dinge. Was die Organisation und Struktur,
die Groesse und Macht, die Ziele und Methoden anbetrifft, so gibt
es bei den Gewerkschaften ebenso grosse Unterschiede wie bei den
Unternehmen. Die kleinste internationale Gewerkschaft hat nur 100
Mitglieder, die groesste ueber eine Million. Es gibt einige Gewerkschaften, die Geschaeftsorganisationen sind und Gewinne erzielen; einige andere sind Genossenschaften; und wieder andere sind
richtige mittelalterliche Gilden, denen nur Meister und Gesellen
angehoeren. Wieder andere Gewerkschaften haben dem guten Ruf der
Gewerkschaftsbewegung geschadet, weil sie Ausbeutermethoden, Terror
und Gewalt anwandten. Es gibt Gewerkschaften, die ihre Hauptaufgabe im Dienst an fremden Ideologien und Nationen zu sehen scheinen. Auf der anderen Seite gibt es Gewerkschaften im Dienste der
Unternehmer, deren Zweck in Wirklichkeit darin besteht, die wahre
Gewerkschaftsbewegung zu unterminieren und die Arbeiter im Interesse
der Unternehmer zu betruegen.
Die Gewerkschaftsbewegung ist zu gross und zu vielseitig, um
sie erschoepfend und genau in ein paar kurzen Saetzen beschreiben
zu koennen. Was von einzelnen Gewerkschaften hier gesagt wurde,, ist
jedoch nicht zu verallgemeinern. Es hat in der Gewerkschaftsbewegung Fehlschlaege gegeben, jedoch nicht mehr als in anderen Schichten der Gesellschaft. Gewerkschaften und Gewerkschafter haben sich
manchmal gesetzeswidriger Methoden bedient, aber wer hat das nicht
getan? Im Laufe der Jahre sind die Faelle immer seltener geworden,
in denen bei Arbeitsstreitigkeiten Gewalt angewandt wurde. Die Gewerkschaftsbewegung hat unter der kommunistischen Infiltration und
den Versuchen der Kommunisten gelitten, das Gewerkschaftswesen zur
Foerderung ihrer Parteiinteressen zu missbrauchen. Aber niemand hat
im Kampf gegen die kommunistischen Beherrschungsversuche soviel geleistet wie gerade die Gewerkschaften. Eine starke Gewerkschaftsbewegung ist die beste Sicherheit gegen die Moeglichkeit, dass die
Arbeiter den falschen Versprechungen jener erliegen, die die Wirtschaft und die Regierung unterminieren moechten.
"New Frontiers of Unionism"
(Neue Grenzen des Gewerkschaftswesens)
II/2/50
- 10 -

�DIE REALLOEHNE IN DEN LAENDERN HINTER DEM EISERNEN VORHANG
Vergleiche sind wie geschichtliche Parallelen manchmal hinkend
und oft ungenau. Besonders schwierig ist es, den Lebensstandard der.
Arbeiter in Laendern hinter dem Eisernen Vorhang mit dem amerikanischer Arbeiter-zu vergleichen, und zwar vor allem deshalb, weil Statistiken in jenen Laendern Staatsgeheimnisse sind. Angaben in der
New-York Post werfen jedoch etwas Licht auf den gegenwaertigen Wert
der in Rubel, Zlotys, Lei, Lewa und tschechischen Kronen bezahlten
Loehne im Vergleich zu den amerikanischen Dollarloehnen. Franz
Pick, der Herausgeber des "Picks Kursbericht der Welt", ist Experte
in Finanzfragen, und von ihm stammen die folgenden Werte: (Natuerlich muss dabei darauf hingewiesen werden, dass eine solche Umrechnung manche Maengel aufweisen muss, zumal die Regierungen jener
osteuropaeischen Staaten der Meinung sind, dass der Umrechnungskurs
ein gerechter sei, da die Kosten wichtigster Lebensmittel ausserordentlich niedrig sind, sodass aus diesem Grunde der vorgeschriebene Kurs sich verantworten Hesse. Aber die Unterschiede sind derart gross, dass diese Argumente nicht durchschlagen.)
In Moskau ist der offizielle Kurs vier Rubel fuer einen Dollar,
der nichtoffizielle dagegen 40 Rubel fuer einen Dollar. In Sofia
steht der Dollar mit 285 Lewas offiziell, nichtoffiziell mit
1.275 Lewas im Kurs. In Bukarest werden offiziell 150 Lei, nichtoffiziell 610 Lei fuer den Dollar gezahlt. In Budapest liegt der
amtliche Kurs bei 11.80 Forints je Dollar, im geheimen bezahlen
die Spekulanten Ungarns jedoch bis zu 53 Forints. 400 Zlotys sind
in Warschau nach dem amtlichen Kurs einen Dollar wert, der nichtamtliche Kurs ist jedoch 1.370 Zlotys und manchmal noch mehr. Der
offizielle Kurs in Prag ist 50 Kronen fuer einen Dollar, nichtoffiziell werden 520 Kronen gezahlt. In Peiping steht dem amtlichen
Kurs von 38.750 der nichtamtliche von 152.500 gegenueber. In Berlin hat der Dollar naoh dem offiziellen Kurs einen Wert von fuenf
Ostmark, auf dem Schwarzmarkt dagegen wird er fuer 45 und mehr Ostmark verkauft. Damit ist nach den Angaben Picks und der New York
Post der Dollar auf dem nichtkontrollierten Markt mindestens viermal soviel wert wie nach dem offiziellen Umrechnungskurs.
Der nichtoffizielle Kurs ist selbstverstaendlich sehr starken
Schwankungen unterworfen. Die von Franz/Pick angegebenen Werte scheinen die hoechsten zu sein, die ein Privatspekulant zahlen wird. Nach
Aussagen von Fluechtlingen aus anderen Laendern innerhalb des Rubelblockä sind diese Schaetzungen jedoch ziemlich genau oder waren es
zumindest vor einigen Wochen.
Angenommen, diese Zahlen stimmen ungefaehr mit dem Realwert der
Waehrungen Sowjetrusslands und seiner Satelliten ueberein, dann waere
die Feststellung interessant, wieviel der normale Arbeiter in jenen
Laendern verdienen muss, um den glei-chen Lebensstandard wie der amerikanische Arbeiter zu haben. Der Durchschnittslohn eines amerikanischen Industriearbeiters betraegt etwa 250 Dollar monatlich.
Um so wie der amerikanische Arbeiter leben zu koennen, muesste
der durchschnittliche russische Fabrikarbeiter nach dem offiziellen
Kurs monatlich 1000 Rubel verdienen, nach dem nichtoffiziellen oder
tatsaechlichen Kurs aber 10.000 Rubel. In Wirklichkeit verdient er
jedoch 600 Rubel. In Bulgarien muessten ihm nach dem amtlichen Kurs
70.000 Lewas, naoh dem tatsaechlichen Kurs 312.000 Lewas gezahlt
werden; nach den neuesten Berichten verdient der bulgarische Arbeiter aber nur 16.000 Lewas im Monat. Der ungarische Industriearbeiter hat ein Monatseinkommen von etwa 600 Forints; damit sein Lebensstandard dem des amerikanischen Arbeiters gleich waere, muesste er
3.000 Forints oder nach dem hoechsten nichtoffiziellen Kurs 15.000
- 11 -

�Forints verdienen.
Der durchschnittliche Monatslohn in Rumänien betraegt etwa
5000 Lei. Das ist nur ein Sechstel des durchschnittlichen amerikanischen Arbeiterlohnes nach dem offiziellen Kurs, und nach dem
tatsaechlichen Kurs muesste der rumaenische Arbeiter zumindest
150.000 Lei im Monat verdienen, um den amerikanischen Lebensstandard erreichen zu koennen. Der Monats lohn des polnischen Fabrikarbeiters muesste nach dem amtlichen Kurs bei 100.000 Zlotys und
nach dem nichtamtlichen Kurs zwischen 250.000 und 460.000 Zlotys
liefen. Nach Stachanow wuerde es in der Tat heroischer Anstrengungen beduerfen, um soviel verdienen zu koennen, dass sein Lebensstandard dem des amerikanischen Arbeiters gleichkaeme. In Polen
betraegt der Mindestlohn zur Zeit 12.500 Zlotys monatlich, und besonders gut bezahlte Bergleute verdienen 27.300 Zlotys, was dem
Verdienst eines amerikanischen Bergmannes fuer fuenf Tage entspricht. In der Tschechoslowakei betraegt der monatliche Durchschnittslohn etwa 3.500 Kronen; dagegen muessten es nach dem amtlichen Kurs 12.300 und nach dem freien Kurs 125.000 Kronen sein,
wenn der tschechische Arbeiter den Lebensstandard des amerikanischen
Arbeiters haben sollte.
Arbeitsmitteilungen der ECA
V/17/50
AMERIKANISCHE GE//SRKECHAFT VERPFLICHTET SICH, NICHT ZU STREIKEN
Der Internationale Elektroarbeiterverband (CIO) hat sich fuer
die Dauer eines Drei-Jahrespaktes, der mit der Spterry Gyroscope
Company in deren Betrieb in Lake Success abgeschlossen wurde, verpflichtet, keinen Streik zu fuehren.
Die wichtigsten Bestimmungen dieses Abkommens, das sich auf
etwa 5.500 Arbeiter erstreckt, die mit der Herstellung von Kriegsmaterial beschaeftigt sind, sind folgende:
1. Rueckwirkend bis 15. April wird der Stundenlohn, um 5 Cents
erhoeht und eine automatische jaehrliche Aufbesserung yoii 4 Cents
je Arbeitsstunde zugesichert. Der durchschnittliche Stundenlohntarif betraegt im Jahre 1950 1.72 Dollar.
2. Die Loehne sind an den Lebenshaltungskosten-index fuer
New York des Statistischen Bueros des Arbeitsministeriums gekopoelt, und jede Srhoehung dieses Index um einen Punkt wird durch eine
Stundenlohnerhoehung um 1 Cent ausgeglichen. Die Loehne duerfen Jedoch nicht niedriger werden, als in dem Erstabkommen vorgesehen
ist.
3. Ein nicht beitragspflichtiges Gesundheits- und V.ohlfahrtsDrogramm wird eingefuehrt und das beitragspflichtige Pensionsprogramm weitergefuehrt.
4. Beide Vertragspartner kommen ueberein, in der Beibehaltung
gerechter Produktionsnormen und guter Arbeitsbedingungen zusammenzuarbeiten.
Sprecher der Elektroarbeitergewerkschaft und der Sperry Company
erklaerten, dass der Abschluss dieses Vertrages durch den gemeinsamen 'Vunsch beschleunigt worden sei, eine ununterbrochene Kriegsmaterialproduktion zur Verteidigung des Landes zu gewaehrleicten.
V/eekly Labor News Digest
VIII/2/50
- 12 -

�DELEGATION AFRIKANISCHER GEWERKSCHAFTER SCHLAEGT VERBESSERUNG DES
ECA-PROGRAMMS VOR
Ein groesserer Anteil an den Mitteln der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit sollte direkt den Lohnempfaengern in
Deutschland&gt; Italien und Frankreich zugute kommen. Dies war der
Sinn der Erklaerungen, die John W. Livingstone, der zweite Vorsitzende der Vereinigten Automobilarbeitergewerkschaft (CIO), in
der vergangenen Woche abgab. Livingstone sprach hier als Beauftragter der Delegation der 12 Gewerksch&amp;ftsfunktion&amp;ere, die jetzt
von einer sechswoechigen Reise durch europaeische Kraftwagen- und
Flugzeugfabriken zurueckkehrten.
Die Delegation forderte verbesserte Lebensbedingungen in den
genannten drei europaeischen Laendern, da dies der wirksamste Weg
sei, den Drohungen einer kommunistischen Kontrolle entgegenzutreten. Die Mittel des Marshall-Plans haben, wie die Gruppe sich
ueberzeugen konnte, die Profite der Gesellschaften anschwellen lassen, deren Fabriken wieder neu gebaut werden konnten. Zur selben
Zeit haben die geringen Loehne der Arbeiter ihre Moral und ihr
Selbstbewusstsein untergraben. Die Kritik der Gruppe richtet
sich, wie erklaert werde, gegen die unkorrekte Verwendung der
ECA-Mittel, nicht jedoch gegen die eigentlichen Ziele der MarshallPlan-Hilfe. In Grossbritar.nien habe die Gruppe, so erklaerte
Livingstone, feststellen koennen, dass dj.e Fabriken ebenfalls wieder aufgebaut und modernisiert seien, dass aber auch die Arbeitsbedingungen sich wesentlich verbessert haben.
Weekly Labor News Digest
VIII/16/50
750 FRAUEN IN SPITZENSTELLUNGEN IN AMERIKA
In Washington ist ein sehr aufschlussreicher Bericht erschienen, der sich mit den Stellungen von 730 Frauen beschaeftigt, die
in den Vereinigten Staaten Spitzenstellungen errungen haben. Es
handelt sich hierbei um Volkswirtschaftierinnen, Anwaelte, Wissenschaftlerinnen, Verwaltungsspezialistinnen, Patentprueferinnen,
Aerztinnen, Bibliothekarinnen, Statistikerinnen, Autoren, Spezialistinnen fuer Personalabteilungen und Buchhaltungen und aehnlicher
Berufe.
Aber die Zahl der Frauen in Spitzenstellungen ist gering. Sie
betraegt im Staatsdienst nur 3% aller Angestellten. Sie ist zwar
langsam angestiegen, aber wenn man weiss, dass 24% aller Arbeitskraefte weibliche sind, so ist die erwaehnte Zahl sehr gering.
Ueber die Haelfte dieser weiblichen Kraefte in Spitzenstellungen ist aelter als 45 Jahre. Sieben von acht dieser Frauen
haben auf einer Universitaet ihr Examen abgelegt, drei von fuenf
haben noch andere, schwierigere Pruefungen mit Erfolg bestanden.
32 dieser 730 Frauen haben ein Jahresgeh&amp;lt von mehr als 8000
Dollar. Aber wenn hier zu den maennlichen Kollegen Vergleiche gezogen werden, so ergibt sich, dass &amp;j&gt; der Maenner Gehaeiter von
mehr als 8000. pollar im Jahr beziehen, waehrend es nur 0.1% der
Frauen sind.
Die meisten dieser Freuen, die weit ueber dem Durchschnitt
mit ihren Bezuegen stehen, sind auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaft spezialisiert. Es handelt sich bei ihnen um Fachkraefte
fuc-T Betriebsanalysen, aber auch Spezialistinnen in Baumwolle,
Strickwaren, Gummierzeugnisse, um Berichterstatterinnen ueber
Lohn- und Preisbewegungen, ueber Lobneinzelheiten, ueber Wohnfragen
- 13 -

�und. Einkommensverteilung, ueber Nahrungsmittelverbrauch und aehnliche Dinge. Aus der Statistik geht hervor, dass der Krieg der
Mehrzahl dieser Fachkraefte erst den Weg zu diesen Aemtern oeffnete. Es gibt somit eine ganze Anzahl Kraefte, die bereits 20
Jahre und mehr auf solchen Posten stehen, aber die meisten haben
doch erst fuenf bis sechs Jahre Dienst in diesen Positionen hinter
sich. Drei Fuenftel dieser durch den Krie;? in diese Stellung gekommenen Frauen haben ein Gehalt zwischen 6400 und 7400 Dollar und
50% dieser Kraef te bezogen Gehaeiter zwischen 7600. und 8600 Dollar.
Es duerfte in Deutschland ueberraschen, dass unter diesen
Snitzenkraeften auch mehr als 50 Frauen zu finden sind, die auf
dem Gebiot der Sozialen Wohlfahrtspflege taetig sind. Dabei faellt
auf, dass disre Kraefto keine eigentliche Spezialausbildung genossen haben, aber es wird hier der groessere Wert auf die Praxis
gelegt, die weit wichtiger als jede wissenschaftliche Theorie ist.
Jedenfalls i-t dies drueben die Auffassung, die in diesem Falle
auch durch die Vorbildung dieser Spezialistinnen bestaetigt wird.
Unter den Spezialistinnen, die nicht die hoechsten Gehaltsstufen erreichen, aber trotzdem weit ueber dem Durchschnitt verdienen, stehen etwa 400 Frauen, von denen 41 in Physik oder Biologie
eine Sonderausbildung durchgemacht haben, 34 sind Aerztinnen, Krankenpflegerinnen oder Spezialkraefte auf einem Sondergebiet der
oeffentlichen Gesundheitsarbeit. 30 Kraefte betaetigen sich auf
dem Gebiet der Erziehung, 18 als Bibliothekarinnen, 14 als Statistikerinnen, 13 als Herausgeber oder Fachschriftstellerinnen, waehrend 33 Spezialistinnen auf dem Gebiet der Informationen sind.
Arnold Beichman, New Yorker Korrespondent der AFI News Service:
AFRIKANISCHE GEWERKSCHAFT SCHULT IHRE FUEHRER
Die Internationale Damenoberbekleidungsarbeiter-Gewerkscheft
(ILGVJU) der AFL hat einen Versuch unternommen, der die Aufmerksamkeit der gesamten Gewerkschaftsbewegung auf sich ziehen wird.
Es handelt sich um ein Ausbildungsinstitut dieser Gewerkschaft,
an dem zukuenftige Funktionaere und Fuehrer der ILGWU jeweils
fuer die Dauer eines Jahres unterrichtet und geschult werden, um
sich dann in fuehrenden Positionen der Gewerkschaften weitere
berufliche Kenntnisse zu erwerben.
Im Hauptquartier der ILGVJU, New York, 1710 Broadway, wurde
mit der Schulung einer Gruppe von 37 jungen Leuten - 32 Maenner und
fuenf Frauen - begonnen. Es ist eine Tagesschule, und der Lehrgang dauert ein ganzes Jahr, wov&gt;on 7 Monate theoretischer und 5
Monate praktischer Arbeit gewidmet sind.
Fuer die praktische Ausbildung sind Betriebsbesuche vorgesehen; ausserdem soll Einblick in die Arbeit von Organisatoren, Betriebsleitarn und Arbeitsvorgesetzten genommen werden. Ferner werden das schiedsrichterliche Verfahren und Faelle der Wechselbeziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern studiert.
Der Lehrplan des ersten Jahres enthaelt die Geschichte der
ILGWU, ihren Aufbau und ihre Arbeitsweise, die Geschichte der Demenoberbekleidungsindustrie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die
Verwaltung der Gewerkschaften, die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung und die Gesetzgebung, die Einfuehrung in das Tarifverhandlungsverfahren und eine Studie der grundlegenden Berufe.
- 14 -

�N

Der Lehrkoerper des Instituts setzt sich nicht nur aus Gewerkschaftsfunktionaeren, sondern auch aus aussenstehenden Dozenten zusammen. Hierzu gehoeren Dr. PhiliD Taft von der Brown Universitaet, Frau Elizabeth Pollock vom polytechnischen Institut und andere. Leiter der Schule der ILGWU ist Arthur A. Eider, der seit
' Jahren Vizepresident der Gewerkschaft der Lehrer ist.
Die zugelassenen Studenten zahlen keine Unterrichtsgelder,
muessen aber fuer ihren Lebensunterhalt aufkommen. Sie muessen
zumindest eine hoehere Schulbildung haben, und nach erfolgreichem
Abschluss des Lehrgangs wird ihnen eine Anstellung bei der ILGWU
zugesichert.
Zur Finanzierung des Instituts bewilligte der Exekutivausschuss 100.000 Dollar.
Anlaesslich der Eroeffnung der Schule sprachen Vizepresident
Julius Hochmtn, der Leiter des Erziehungsausschusses der ILGWU
und David Dubinsky, der Praesident der ILGWU. Dubinsky erklaerte,
dass sich fuer die Gewerkschaftsbewegung die Notwendigkeit ergeben
habe, ihre zukuenftigen Fuehrer zu schulen.
"Das Problem der Gewerkschaftsfuehrung", sagte er, "ist heute
ein anderes als in den vergangenen Jahren. Die Organisationsmethoden unterscheiden sich von denen, die vor 40 oder 50 Jahren angewendet wurden. Die Verhandlungsmethoden haben sich geaendert und
ebenso die Unternehmer. Deshalb muss auch die Gewerkschaftsfuehrung
eine andere sein.
"Angesichts der Dringlichkeit dieses Problems gibt es keine
bessere Moeglichkeit als junge Menschen auszubilden, die irgendeine Ausbildung genossen und ein Interesse daran haben, sich in der
Gewerkschaftsbewegung zu betaetigen, und die bereit sind, einer Sache zu dienen, die ihnen geistige Befriedigung und zugleich «ine
Laufbahn bietet."
Weekly News Service (AFL)
V/5/50
NEUE TABELLEN UEBER DAS ARBEITSALTER AMERIKANISCHER ARBEITER
Das Statistische Buero des US-Arbeitsministeriums hat von
einer wichtigen Errungenschaft auf dem Gebiet der Statistik berichtet: es sind Tabellen ausgearbeitet worden, die anzeigen, mit wieviel Jahren beruflicher Taetigkeit ein amerikanischer Arbeiter im
Durchschnitt rechnen kann.
Die neuen Tabellen ueber die Dauer des Arbeitslebens zeigen
die zunehmende Spanne zwischen dem Gesamtlebensalter und der Dauer
der beruflichen Taetigkeit der Maenner in den Vereinigten Statten
auf.
Danach hat sich das Lebensalter, mit dem ein 20*jaehriger
maennlicher Arbeiter der weissen Rasse im Durchschnitt rechnen
kann, in der Zeit von 1900 bis 1940 um 5 1/2 Jahrs erhoeht, waehrend diese Erhoehung fuer die Dauer seiner beruflichen Taetigkeit
nur 2 1/2 Jahre betraegt. Die Zahl der Jahre im Ruhestand, mit
denen er rechnen kann, hat sich in dieser Zeitspanne verdoppelt.
Wenn diese Entwicklung weitergeht, heisst es in*dem Bericht des
statistischen Bueros, wird sich die Spanne zwischen der zu erwartenden Gesamtlebensdauer und der der beruflichen Taetigkeit in der
Zeit von 1900 bis 1975 verdreifachen.
- 15 -

�Der Tabelle zufolge konnte im Jahre 1940 ein 20-jaehriger
Landarbeiter der" weissen Rasse dar.it rechnen, fast 3 Jahre laenger
als ein Arbeiter aus der Stadt zu arbeiten. Das zu erwartende Arbeitsalter des 20-jaehrigen, nicht der weissen Rasse angehoerenden
Arbeiters war um fast 6 Jahre kuerzer als das des Arbeiters der
weissen Rasse.
Durch die Tatsache veranlasst, dass aeltere Leute einen zunehmenden Prozentsatz der Bevoelkerung bilden, hat das statistische Buero im Jahre 1945 an diesen Tabellen zu arbeiten begonnen.üeber das Arbeitsalter der Frau werden zur Zeit gleiche Tabellen
entwickelt.
Die Tabellen werden dem Studium des wirtschaftlichen Problems
der Abhaengigkeit alter Leute zugrundegelegt und beir. Veranschlagen der Beschaeftigungsmoeglichkeiten fuer verschiedene Berufsgruppen auf lange Sicht verwendet werden. Sie werden bei der
Berufsberatung wertvolle Helfer sein. Da sie einen Ueberblick ueber die Zahl derjenigen Arbeiter bestimmter Beschaeftlgungssparten
geben, die wahrscheinlich sterben oder in den Ruhestand treten
werden, koennen mit ihrer Hilfe neue Arbeiter in die Berufe gelenkt werden, fuer die grosser Nachwuchsbedarf besteht.
Das statistische Buero wird in Kuerze einen Bericht ueber die
Tabellen des Arbeitsalters (Bulletin Kr. 1001 des statistischen
Bueros) veroeffentlichen. Ausserdem wird, beginnend im August,
in der Veroef fentlichung "BLS Monthly, Labor Review" zu diesem Thema
eine Serie von fuenf Artikeln erscheinen.
Die Fertigstellung der Tabellen wurde kurz nach Beendigung
der Nationalen Konferenz ueber das Alter angekuendigt, die die
Bundesstaatliche Sicherheitsbehcerde vom 13.-15. August abhielt.
Die Konferenz wurde in Antwort auf die Forderung Praesident Trumans
einberufen, sich eingehend mit den Problemen zu befassen, die mit
dem staendigen Ansteigen des Anteils der aelteren Leute an der
Gesamtbevoelkerung des Landes in Zusammenhang stehen.
Pressemitteilung des US Arbeitsministeriums
VIII/21/50
KANADISCHE EISENBAHNER DROHEN MIT STREIK
Fuenfzehn kanadische Eisenbahnergewerkschaften, in denen
nicht im Fahrdienst beschaeftigte Eisenbahner organisiert sind,
kuendigten den Eisenbahngesellschaften an, dass sie in den Ausstand treten wuerden, wenn ihre Forderungen nach einer kuerzeren
Arbeitswoche bei einer gleichzeitigen Lohnerhoehung nicht bis zu
einem bestimmten Tage erfuellt wuerden.
Die mehr als 90.000 Mitglieder dieser Eisenbahnergewerkschaften
verlangen ohne eine Kuerzung ihrer Loehne an Stelle der 43-Stunden
Woche *die Einfuehrung der 40-Stunden V/oche und eine Erhoehung des
Stundenlohnes um 7 Cents. Mit dieser Streikankuendigung fanden
die Verhandlungen einen neuen Hoehepunkt, die uebrigens seit mehr
als einem Jahre im Gange sind. Nachdem die Unternehmer die Forderungen der Gewerkschaften zurueckgewiesen hatten, befasste sich
ein kanadischer bundesstaatlicher Vermittlungsausschuss mit dem
Problem. Die Mehrheit des Ausschusses huette Vorschlaege gemacht,
erklaerten die Gewerkschaften, die "voellig unannehmbar" gewesen
./aeren.
'.Veekly Labor News Digest
VIII/9/50
- 16 HICOO R.U3* t » » a»P« 5» * «

�International«

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 28

Frankfurt, 15. September 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Die Arbeiterschaft zur Frage der Steigerung der
Produktionsleistung - - - - - - - - - - - - Der Marshall Plan in einem franzoesischen Hafen Betrachtungen zur Aussenpolitik der Vereinigten
Staaten - - - - - - - - - - - - - - - - - - Britische Gewerkschaften entscheiden sich fuer
die Nutzanwendung der Berichte ihrer Auslandskommission - - - - - - - - - - - - - - - - - 17 westeuropaeische Nationen unterstuetzen
Binnenwanderungsprogramm - - - - - - - - - - Fabrikbaukontrolle in England gelockert - - - - Kupers besucht griechische Gewerkschaften - - - Norwegische Gewerkschaften stellen sich hinter
die Vereinten Nationen - - - - - - - - - - - 15 Jahre Sozialfuersorge in den Vereinigten
Staaten - - - - - - - - - - - - - - - - - - Oesterreichische Arbeitskammer baut Lehrlingsheim
Die Gewerkschaften ruesten sich fuer politische
Machtansprueche - - - - - - - _ - - _ - _ _ -

1
2
3
7
9
11
12
13
14
15
iß

'S. Schevenels:
DIE ARBEITERSCHAFT ZUR FRAGE DER STEIGERUNG DER PRODUKTIONSLEISTUNG
Obwohl der Wiederaufbau der kriegszerstoerten Laender bereits
weit vorangeschritten ist, hat die grosse Mehrheit der Bevoelkerung, insbesondere die Industriearbeiter, ihren Vorkriegslebensstandard noch nicht wieder erreicht. Sie sind Jahr fuer Jahr in
ihrer Hoffnung auf verbesserte Lebensbedingungen enttaeuscht worden«
Und heute besteht in diesen hochentwickelten Industriestaaten tat- 1-

�saeohlich die Gefahr eines wirtschaftlichen Stillstands. Ausserdem
sind grosse Gebiete der Welt in die Weltwirtschaft einbezogen worden, und Hunderten von Millionen Mensohen in diesen Laendern kommt
es immer staerker zum Bewusstsein, wie ausserordentlich niedrig
ihr Lebensstandard ist. In diesen wirtschaftlich rueckstaendigen
Laendern ist die Notwendigkeit einer wesentlichen Verbesserung des
Lebensstandards noch viel groesser und dringender als in den wirtschaftlich entwickelten Staaten.
Es gibt nur eine Moeglichkeit, diesen dringenden Bedarf an
einer hoeheren Erzeugung und an
einer Vermehrung der Dienstleistungen zu decken: die Steigerung1der Produktionsleistung auf der
ganzen Welt. Hoehere Produktionsleistung kann mit vielen Mitteln
erreicht werden: bessere Einrichtungen und zahlreichere Maschinen;
bessere Organisation der Produktion; groessere Lelstungsfaehigkelt
und Vermeidung der Verluste bei der Verteilung und dem Transport;
Ausdehnung der Absatzmaerkte, wozu eine bessere Verteilung der Arbeitskraefte, eine groessere Spezialisierung und Normung der Produktion erforderlich ist. Jede dieser Massnahmen und alle zusammen
koennen und muessen eine groessere Produktion und niedrigere Gestehungskosten ermoeglichen.
Der wirkliche Erfolg jeglicher Bemuehungen zur Steigerung der
Produktionsleistung haengt von der Bereitwilligkeit der Arbeiter
zur Zusammenarbeit ab. Um diese Zusammenarbeit zu sichern, ist es
notwendig, die Arbeiter davon zu ueberzeugen, dass sie sich durch
ihren Beitrag zur Steigerung der Produktionsleistung niedrigere
Preise und hoehere Loehne und damit einen hoeheren Lebensstandard
fuer jedermann und ueberall sichern.
Die Arbeiterschaft hat in der Vergangenheit bittere Erfahrungen
mit der Elnfuehrung neuer Maschinen und arbeitssparender Einrichtungen und Methoden gemacht, die zur Massenarbeitslosigkeit, niedrigeren
Loehnen und schlechteren Arbeitsbedingungen gefuehrt haben. Es ist
wahr, dass ohne hoehere Produktionsleistungen keine Moeglichkeit besteht, die gegenwaertlgen Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern, und der Arbeiter ist sich dessen durchaus bewusst.
Es duerfte deshalb nicht allzu schwer sein, die Arbeiterschaft
fuer eine Steigerung der Produktionsleistung zu gewinnen, vorausgesetzt, dass sie ueberzeugt werden kann, dass die aus der hoeheren
Produktionsleistung entstehenden Vorteile unter alle Schichten der
Bevoelkerung gerecht verteilt werden, und dass vor allem die gesteigerte Produktionsleistung ihnen in Form hoeherer Loehne, zahlreicherer und billigerer Waren und die Vollbeschaeftigung zugutekommt.
Die Arbeiter wissen, dass dies erreicht werden kann. Wenn es
jedoch nicht erreicht werden kann, dann nur deshalb, weil irgendwo
irgendjemand dagegen arbeitet.
Labour News Bulletin on ERP
VII/15 - VIII/15/50
DER MARSHALL PLAN IN EINEM FRANZCESISCHEN HAFEN
Der franzoesische Hafen Le Havre hat 60% seiner Vorkriegskapazitaet wieder erreicht. Hieraus hat sich eine rege Geschaeftstaetigkeit und Beschaeftigungmoeglichkeit fuer die Bewohner von Le Havre
ergeben, die sonst arbeitslos waeren.
Le Havre ist der bedeutendste franzoesische Einfuhrhafen fuer
Baumwolle. 191.000 Tonnen Baumwolle, wovon ueber 80% Marshall Plan
- 2 -

�Lieferungen entstammen, wurden im Laufe des vergangenen Jahres in
diesem Hafen ausgeladen. Damit wurde nicht nur der franzoesisehen
Textilindustrie geholfen, die nach einer weiteren Zuteilung von
Z Millionen Dollar fuer Neuanschaffungen mit grosser Zuversicht
der Beseitigung der Zollschranken entgegenblickt, sondern einem
der groessten Haefen Frankreichs wurde auch seine industrielle Geschaeftigkeit aus der Vorkriegszeit zurueckgegeben.
Die Schiffahrt ist die Lebensader von Le Havre, und es war
selbstverstaendlich, dass die Wiederherstellung der kriegszerstoerten Dockanlagen den Vorrang vor allen anderen Bauvorhaben einnehmen
musste. Als naechstes wird nun der Wohnungsbau fuer diese bedeutende Hafenstadt mit einer Einwohnerzahl von 135.000 in Angriff genommen. Das Wiederaufbauprogramm, das 1948 und 1949 anlief, wird in
diesem Jahre einen grossen Aufschwung nehmen, nachdem 1,706 Millionen Franken (5.114.000 Dollar) aus Gegenwertfonds des Marshall Planes fuer den Wiederaufbau der kriegszerstoerten Wohnhaeuser bereitgestellt wurden.
14$ der in dem Wohnungsbauprogramm fuer Le Havre vorgesehenen
Arbeiten sind zur Zeit in der Ausfuehrung begriffen, und man erwartet, dass 1500 Familien, die zur Zeit in Notwohnungen untergebracht
sind, gegen Ende des Jahres neue Wohnungen haben werden.
Die Marshall Plan Hilfe fuer Le Havre stellt nur einen Teil
des gesamten ERP Fonds fuer Wohnungsbauzwecke fuer ganz Frankreich
dar, der sich auf 62.285.000 Dollar (fast 22 Milliarden Franken aus
Gegenwertfonds) belaeuft.
Labour News Bulletin on ERP
VII/15 - VIII/15/50
Edward G. Miller, Jr., stellvertretender Aussenminister fuer interamerikanische Angelegenheiten:
BETRACHTUNGEN ZUR AUSSENPOLITIK DER VEREINIGTEN STAATEN
Die Taetigkeit der Gewerkschaftsbewegung macht sich in LateinAmerika immer staerker bemerkbar. Der Aufstieg der Bewegung ging
langsam vor sich, und sie hatte gelegentlich, wie auch in anderen
Laendern, gegen eine hertnaeckige Opposition zu kaempfen. Besonders
in den letzten Jahren jedoch hat sie sich in politischen Angelegenheiten in zunehmendem Masse Gehoer verschafft. Niemand weiss, wie
stark die Gewerkschaftsbewegung in Latein-Amerika ist. Ich habe
Schaetzungen gehoert, die um mehr als 100% variieren. Doch selbst
wenn die Bewegung zahlenmaessig klein ist, ihre Bedeutung ist gross.
Das trifft besonders fuer jene Laender zu, in denen die grosse Masse
des Volkes nicht aufgeklaert und politisch kaum organisiert ist.
Die Gewerkschaftsbewegung spricht im Namen des Volkes, und sie muss
besonders bemueht sein, fuer die Verwirklichung der wahren Bestrebungen des Volkes zu arbeiten.
Die Gewerkschaften sind an der Foerderung der demokratischen
Ideale und Einrichtungen in Amerika und im Ausland interessiert.
Das gleiche gilt fuer das Aussenministerium. Liberale Gruppen in
USA selbst und in Latein-Amerika haben jedoch manchmal die Politik
der Vereinigten Staaten nicht verstanden, und zwar deshalb, weil
sie die Hintergruende dieser Politik nicht voellig erkannten. Heute
ist man geneigt, bei jeder Gelegenheit das U.S. Aussenministerium zu
beschuldigen. Die schwierigen Situationen in der Welt haben grösstenteils verwickelte und tiefverwurzelte Ursachen. Diese Probleme
koennen nicht ueber Nacht geloest werden. Gerade weil die Politik

3

�von einigen Gruppen missverstanden wird, die sich als Verfechter
demokratischer Ideale aufspielen, moechte ich ueber zwei Fragen
sprechen, die fuer die Allgemeinheit von Bedeutung sind: erstens,
warum halten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre diplomatischen Beziehungen zu Regierungen aufrecht, die nicht demokratisch
sind, und zweitens, warum arbeiten die Vereinigten Staaten mit derartigen Regierungen wirtschaftlich zusammen?
Die Politik der Vereinigten Staaten stellt das Ergebnis eingehender und ernsthafter Studien, Versuche und der praktischen Anwendung unserer grundlegenden Prinzipien dar. Sie entstammen einem
gesunden Menschenverstand und sind dazu bestimmt, der Arbeiterschaft
so schnell vorwaertszuhelfen, wie es die dabei auftretenden Schwierigkeiten erlauben.
Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit einer Regierung
haengt erstens davon ab, ob diese Regierung die zivile Ordnung aufrechterhalten kann oder nicht. Hierauf wird selbstverstaendlich
jede Regierung zuerst geprueft. Ausserdem muss man wissen, ob man
sich darauf verlassen kann, dass diese Regierung ihren internationalen Verpflichtungen nachkommt, das heisst, dass sie sich an ihre
Abmachungen und die internationalen Gesetze haelt. Allgemein gesprochen, ist die Form dieser Regierung nicht ausschlaggebend. Wenn
eine Regierung gewaltsam gestuerzt wurde, stehen die Vereinigten
Staaten vor der Frage, ob die neue Regierung, die an die Stelle der
alten tritt, anerkannt werden soll oder nicht. Die Vereinigten Staaten sind bestrebt, sich mit den anderen Regierungen der westlichen
Hemisphaere zu verstaendigen, damit die Aktionen der amerikanischen
Voelkergemeinschaft so weit wie moeglich koordiniert werden koennen.
Diese Zusammenarbeit hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, und
die amerikanischen Laender sind sich dadurch naehergekommen; ausserdem hat diese Methode in der Oeffentlichkeit grosses Verstaendnis
fuer die Probleme und fuer die Politik der Vereinigten Staaten erweckt*
Die gegen diese Politik gerichteten Argumente werfen oft die
Frage auf, was "Intervention in die inneren Angelegenheiten" eigentlich ist. Diplomatische Anerkennung einer Regierung darf nicht als
eine moralische Hilfe angesehen werden, mit der eine innere Reform
ermoeglicht werden soll. Es ist offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten zu vielen Laendern, deren Regierungen unseren Idealen
nioht entsprechen, Beziehungen unterhalten und diese auch beibehalten. Die Tatsache, dass sie dabei mit ihren Prinzipien nicht einverstanden sind, ist um so mehr ein Grund, sich die Wege des gegenseitigen Gedankenaustausches offenzuhalten. Der Fortschritt der
Zivilisation beruht u.a. auf dem Austausch von Persoenlichkeiten und
Ideen. Die Vereinigten Staaten moegen sich nicht mit einem Eisernen
Vorhang umgeben. Wenn das internationale Verstaendnis gefoerdert
werden soll, muessen die Wege offenbleiben.
Einige Gewerkschaften Latein-Amerikas waren unzufrieden, weil
ihnen keine Hilfe angeboten wurde, die der Unterstuetzung Europas
und gewisser asiatischer Laender im Rahmen des Marshall Planes
gleichgekommen waere. Die gleichen Gewerkschaften und auch einige
Amerikaner haben protestiert, weil sich die Vereinigten Staaten nicht
auf diejenigen Laender beschreenkt haben, deren Regierungen sich an
die demokratischen Grundsaetze halten. Die amerikanische Hemisphaere
ist durch das sogenannte interamerikanische System vereinigt, das
in der "Organisation Amerikanischer Staaten" zum Ausdruck kommt.
Wenn wir nicht einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung dieser
Organisation werfen, muessen wir unwillkuerlich die tatsaechlich
grossen Erfolge unterschaetzen, die in bezug auf die Vereinigung der
amerikanischen Voelkerfamilie seit der Gruendung der Pan-Amerikani- 4-

�sehen Union durch James G. Blaine und seine Mitarbeiter errungen
wurden. Wenn man naemlich weiter zurueckgeht, kann man mit Bestimmtheit sagen, dass der grosse suedamerikanische Fuehrer Bollvar
hoechst begeistert ueber das sein wuerde, was zur Verwirklichung
seines Ideals, einer vereinigten Hemisphaere, inzwischen getan
wurde. Auf den Konferenzen in Montevideo (1939), Buenos Aires
(1936), Lima (1938), Panama (1939) und Havanna (1940) wurden bedeutende Schritte zur Vereinigung der amerikanischen Nationen unternommen. In Rio de Janeiro (1942), in Mexiko (1945), wiederum in Rio
de Janeiro (1947) und in Bogota (1948) wurde diese Solidaritaet erneut unter Beweis gestellt.
Die Wirksamkeit des geschaffenen Systems hat seine erste Probe
bestanden, als sich die "Organisation der Amerikanischen Staaten"
gemaess dem Vertrag von Rio de Janeiro k'uerzlich mit Streitigkeiten
um die Karibische See befasste. Dies waere nicht moeglich gewesen,
wenn die amerikanische Gemeinschaft in einzelne Gruppen entsprechend den verschiedenen Ideologien der Mitgliederstaaten getrennt
gewesen waere.
Die Vereinigten Staaten glauben an diese Gemeinschaft, und mit
den Staaten meinen sie das Aussenministerium und die Bevoelkerung.
Sie muessen bestrebt sein, diese Gemeinschaft zu staerken, damit
die* Feindseligkeiten und Streitigkeiten auf dem amerikanischen Kontinent zu aller Nutzen und zur allgemeinen Verbesserungen des Lebensstandards auf friedliche Weise beigelegt werden koennen.
Erinnern wir uns an die tragischen Verhaeltnisse, die die Vereinigten Staaten veranlassten, Europa zu unterstuetzen. Der Krieg
hat West-Europa, ein Industriegebiet mit einer umfangreichen Wirtschaft, verwuestet. Die Fabriken, in denen die Arbeiter ihren
Lebensunterhalt verdienten, wurden zerstoert. Es war kein Kapital
vorhanden, um die Betriebe wieder aufzubauen. Die Arbeiter lebten
in groesster Armut, sie hatten auch keine Gelegenheit, selbst Nahrungsmittel anzubauen, denn dazu fehlte es an Ackerland. Sie mussten ernaehrt werden, und die Vereinigten Staaten halfen, sie mit
Lebensmitteln zu versorgen. Sie mu3sten Arbeitsaufgaben bekommen,
denen sie gewachsen waren. Die Vereinigten Staaten halfen beim
Wiederaufbau der Fabriken, der Handel bluehte wieder auf, und Bauern und Arbeiter konnten ihre Erzeugnisse austauschen. Damit halfen die Vereinigten Staaten, eine Katastrophe zu verhindern.
Die Lage in Latein-Amerika ist gaenzlich verschieden. Dort
dreht es sich nicht darum, grosse Industriestaaten wiederaufzubauen, sondern die wirtschaftliche Entwicklung zu foerdern. Diese Aufgabe nimmt Zeit in Anspruch. Bleibende Einrichtungen, wie die Export- Import- Bank, die Weltbank und der Internationale Waehrungsfond,
die nicht wie die Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit
(E.C.A.) nach Beendigung einer wirtschaftlichen Krise wieder aufgeloest werden, stellen lediglich eine Form der Hilfe dar. Diese Institutionen bieten die finanzielle Unterstuetzung, die von den
Regierungen fuer die wirtschaftliche Entwicklung zur Verfuegung gestellt werden kann.
Die technische Unterstuetzung ist fuer Latein-Amerika ebenfalls
von groesster Notwendigkeit. Seit acht Jahren unterstuetzt die Regierung der Vereinigten Staaten das Institut fuer Interamerikanische
Angelegenheiten. Die Aufgabe dieser Organisation weiss man in
Washington wohl zu schaetzen, und in der letzten Sitzung des Kongresses wurde einstimmig fuer eine Verlaengerung ihres Bestandes
um fuenf Jahre gestimmt. Das Institut fuer Interamerikanische Angelegenheiten und das Komitee fuer Wirtschaftliche und Kulturelle Zusammenarbeit bilden einen Pruefstein fuer das Punkt-Vier-Programm
- 5-

�Praesident Trumans. Ein erweitertes Programm der technischen Unterstuetzung wird Latein-Amerika und anderen Teilen der Welt Gelegenheit bieten, eine wirksame technische ünterstuetzung zur Entwicklung der Landwirtschaft und Industrie mit eigenem oder ausländischem Kapital unter geringem Kostenaufwand zu erhalten. Ohne
einen politischen Einfluss ausuebsn zu wollen, soll dir finanzielle
ünterstuetzung der Laender Latein-Amerikas die wirtschaftliche
Entwicklung foerdern und eine Lahmlegung des Handels verhindern,
ohne dass dabei versucht wird, die inneren Angelegenheiten eines
Landes durch Aufdraengen eigener Ideen zu beeinflussen.
In der heutigen Welt beschraenken sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Laendern nicht auf die Regierungen selbst, sondern gehen in jeder Hinsicht ueber die Regierungen hinaus. Die
Handelsbeziehungen, der Fremdenverkehr, die kulturellen Beziehungen
und die indirekten Auswirkungen des Verhaltens der USA auf die
Entwicklung der öffentlichem Meinung liegen ausserhalb der Einflus3phaere der Regierungen.
In der Denkungsweise der Vereinigten Staaten und ihrem politischen Schrifttum besteht die Tendenz, die Rolle der Regierung uebermaessig zu betonen und ein Volk oder ein Land mit der Regierung zu
entzweien, die gerade an der Macht ist. Wenn die Programme der
Zusammenarbeit auf diesem Kontinent wirksam sein sollen, muessen
sie von Dauer sein. Die USA duerfen sich nicht von der Abneigung
gegen eine Regierung, die an der Macht ist, irrefuehren lassen.
Nichts kaeme den Feinden der Vereinigten Staaten gelegener, als
wenn sie sich ihrer Unfehlbarkeit ruehmen wollten.
Damit kommen wir zu einer wichtigen Frage: Wie kann nach unserer Auffassung die Demokratie in Latein-Amerika gestaerkt werden?
Es ist unmoeglich eine erschoepfende Erklaerung ueber Demokratie
abzugeben. Demokratie ist mehr als die Summe ihrer Bestandteile es ist der sie beherrschende Geist. Sie kann nicht durch irgendeine Theorie oder praktische Massnahme geschaffen werden. Die wahre
Demokratie beruht auf dem Selbstbewusstsein und auf dem Glauben
eir.es Volkes, dass selbst Meister seines Schicksals ist. Die Demokratie kann einem lenksamen oder nicht-denkenden Volk nicht dadurch
beigebracht werden, dass man es zwingt, sich von seiner Regierung
zu distanzieren. Wohl ist es richtig, dass die Vereinigten Staaten
durch Nichtanerkennung und wirtschaftliche Sanktionen gegen eine
Regierung eines kleineren Landes deren Sturz herbeifuehren koennen.
Damit wÄren jedoch nicht die Ursachen beseitigt, die zu dieser Regierung gefuehrt hatten. Ausserdem hat die Erfahrung genuegend
gelehrt, dass Nationalismus die Urteilsfaehigkeit zerstoert und
ein Volk halsstarrig macht, sodass alle Anfeindungen gegen seine Regierung nur dazu fuehren, dass es umso verzweifelter an ihr festhaelt.
Die Demokratie wird nicht nur durch einen gewaltsamen Sturz
einer Regierung erzeugt. Einige unglueckliche Laender in LateinAmerika haben zahllose Umstuerze erlebt, ohne den demokratischen
Freiheiten in irgendeiner V/eise naehergekommen zu sein. Demokratie
erfordert rechtmae3sigen Fortschritt und die Erweiterung des Begriffs der Freiheit. Sie erfordert das Selbstbewusstsein eines
Volkes, den Glauben an die Moeglichkeit, ^ein eigenes Schicksal am
vorteilhaftesten selbst gestalten zu koennen und den Drang nach Unabhaengigkeit. Demokratie beruht auf Erziehung, auf einer aufgeklaerten Waehlerschaft und einer Wirtschaft, die allen gleich guenstige Moeglichkeiten bietet, all das muss Latein-Amerika heute geboten werden - technische Ünterstuetzung im Erziehungswesen, in der
Landwirtschaft und in der Industrie.

�Jegliche politische Debatte dreht sich heutzutage letzten Endes um den Kommunismus. Nach dem letzten Kriege hatten die Kommunisten viele der einflussreichsten Stellungen in der latein-amerikanischen Gewerkschaftsbewegung inne. Doch seitdem haben sie staendig an Boden verloren, und heute beherrschen sie in erster Linie
nur jene Splittergewerkschaften, die offen und eindeutig zupeben,
dass sie kommunistisch gefuehrt sind. Dabei gibt es bemerkenswerte
Ausnahmen. In einigen Laendern ist der Kampf im Gange; und wenn
auch die kommunistischen Fuehrer in anderen Laendern augenblicklich
noch eine starke Machtstellung einnehmen, so koennen diese Regierungen oder Voelker weder als treue Anhaenger des Kommunismus betrachtet werden, noch koennen die Kommunisten damit rechnen, die Kontrolle ueber die Gewerkschaftsbewegung in jenen Laendern noch lange
Zeit auszuueben.
In diesem Zusammenhang muss auf das Anwachsen des Interamerikanischen Gewerkschaftsbundes (CIT) seit seiner Gruendung im Jahre
1948 hingewiesen werden. Diese zunehmende Staerke des C.I.T. trug
sicherlich zu dem staendigen Machtverlust des von Moskau beherrschten C.T.A.L. (Latein-Amerikanischer Gewerkschaftsbund) bei. Nachdem nun A.F. of L. und C.I.O. im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften zusammenarbeiten und sich diese Zusammenarbeit auch auf
ihre Beziehungen zu den Latein-Amerikanischen Gewerkschaften erstreckt, ist die Lage noch guenstiger. Der Gedanke muss zurueckgewiesen werden, dass die Vereinigten Staaten ihre Missbilligung einer
autokratischen Regierung dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie
ihr die diplomatische Anerkennung oder die wirtschaftliche Zusammenarbeit versagen. Dies waere eine negative Antwort auf das Problem
und so muss man sich die Frage vorlegen: Mit welchen moralischen
Mitteln kann die Demokratie in Latein-Amerika gestcerkt werden?
Unser Glaube an die demokratischen Prinzipien muss selbstverstaendlich immer wieder zum Ausdruck gebracht werden, und die Gewerkschaften muessen ihren Einfluss geltend machen, um sie zu foerdern. Sie
sind an der Verankerung der Demokratie im eigenen Lande beteiligt.
Der Welt muss immer wieder vor Au^en gefuehrt werden, dass das demokratische System in der Praxis das beste ist. Mit friedlichen und
anstaendigen Mitteln muss zusammen mit den Voelkern Latein-Amerikas
weiterhin an der Entwicklung ihrer Laender gearbeitet werden, damit
sie eine Staette werden, in der alle Menschen Amerikas im Vertrauen
auf ihre Staerke und ihren Glauben an die demokratische Lebensweise
leben koennen.
Pressemitteilungen des U.S. Aussenministeriums
V/5/50
BRITISCHE GEWERKSCHAFTEN ENTSCHEIDEN SICH FUER DIE NUTZANWENDUNG
DER BERICHTE IHRER AUS UNDSK OMISSIONEN
Der Bericht der Kommission britischer Gewerkschafter, die die
Vereinigten Staaten erst kuerzlich besucht haben und dort den Beitrag der amerikanischen Gewerkschaften zu dem hohen Stande der industriellen Produktivitaet studiert haben, wird von den meisten britischen Zeitungen als geradezu "revolutionaer" bezeichnet. Nachdem
der Bericht gerade vor echt Tagen der Oeffentlichkeit zugaenglich
gemacht wurde, ist er heute der Gegenstand langer Artikel und Leitartikel in jeder britischen Tageszeitung.
Der Vizevorsitzende des britischen Bergarbeiterverbandes fuehrte diese Kommission, der Vertreter fast jeder bedeutenden Industriegruppe in England angehoerten. Diese Vertreter wurden durch den
Gewerkschaftskongress selbst ausgewaehlt, wobei die Gewerkschaften
dem Kongress verschiedene Vorschleege unterbreitet hatten. Die

7

�Reise durch die Vereinigten Staaten wurde durch die europaeische
Verwaltung fuer Zusammenarbeit (ERP) ermoeglicht, die eine Abteilung
der Marshallplanverwaltung ist.
Im Gegensatz zu allen anderen Kommissionen, die von den britischen Gewerkschaften zur Foerderung des Marshallplans in die Vereinigten Staaten entsandt wurden, um dort die Rolle der Gewerkschaften im amerikanischen Wirtschaftsleben zu studieren, beschraenkte
sich diese Kommission einzig und allein darauf, einen einzigen,
dafuer aber umso wichtigeren Punkt zu studieren, naemllch die Beziehungen der Gewerkschaftspolitik zu der hohen Produktionsleistung
und der Hoehe des Lebensstandards genauer kennen zu lernen.
Die Bemerkungen der Kommission zu diesen Feststellungen wird
die Grundlage einer Diskussion in der britischen Gewerkschaftsbewegung sein - aber auch in anderen Laendern Europas, in denen es freie
Gewerkschaften gibt. Die Diskussionen selbst werden sich ueber
laengere Zeit erstrecken. Heute bereits hat jedoch die Kommission
und im Anschluss daran die britische Presse in ihrer Reaktion auf
diesen Bericht die Empfehlungen in den Vordergrund gerueckt, die
jene zehn Gewerkschaftsfunktionaere machten, damit die britischen
Gewerkschaften kuenftig sich positiven Aktionen verschreibt, um
den Feldzug fuer die Erhoehung der Produktionsleistung Britanniens
gewinnen zu koennen.
Der entscheidendste der 22 Empfehlungen ist der Vorschlag,
dass die Gewerkschaften kuenftig "bei der Anwendung wissenschaftlicher Massnahmen, auch wenn diese in exaktem Sinne keine rein wissenschaftlichen sind, einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Produktionsleistung leisten koennen. Um diese Zusammenarbeit zu verwirklichen, erklaert die Kommission, dass die britischen Gewerkschaften technische Produktionsabteilungen einrichten und
Produktions-Ingenieure heranbilden aussen .damit diese in den einzelnen Provinz- oder Bezirksbueros der Gewerkschaften die Interessen
der Gewerkschaftsmitglieder, in weitestem Sinne gesprochen, unterstuetzen und foerdern koennen.
Der Gewerkschaftskongress sollte, so faehrt der Bericht fort,
seinen eigenen technischen Stab vergroessern und die einzelnen Gewerkschaften unterstuetzen, ihre eigenen technischen und Forschungsabteilungen aufzubauen. Ebenso sollte der Kongress veranlassen,
Gewerkschaftsmitgliedern zu helfen, die den Komitees zur Foerderung
der Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den Gewerkschaften
angehoeren, damit auch diese mit den britischen Produktionsproblemen besser bekannt werden.
Diese Produktionsexperten der Gewerkschaften und des Kongresses
sollten weiter die Pflicht haben, die oertlichen Gewerkschaftsfunktionaere der einzelnen Betriebe ueber die technischen und arbeitsmaessigen Probleme zu unterrichten, damit auch hier die Wichtigkeit
einer gemeinsamen Beratung auf der Ebene des einzelnen Betriebes
erreicht wird.
Wenn Gewerkschafter wuenschen, dass der Lebensstandard staendig hoeher werden soll, koennen sie niemals ein Widerstreben gegen
die Einfuehrung neuer oder modernisierter Maschinen fuer richtig
halten. Wenn jedoch ein Uebersteigern der erforderlichen Arbeitsweise sich bemerkbar macht, dann muss die Betriebsfuehrung mit den
Gewerkschaften sich an den Verhandlungstisch setzen, um gemeinsam
"gerechte Arbeitsbedingungen auszuarbeiten". Sind diese jedoch
gegeben, dann sollte auch einem verstaerkten Gebrauch mechanischer
Hilfsmittel fuer die Durchfuehrung von Zeit- und Bewegungsstudien
nichts im Wege stehen, wobei jedoch dann aber auch Moeglichkeiten
- 8-

�gegeben sein muessen, um die Verdienstmoeglichkeiten maximal zu
steigern.
Die Gewerkschaften muessen weiterhin ihre Kenntnisse verbessern,
die sie in bezug auf Finanzpraktiken der Wirtschaft haben. Hierbei
muss im Vordergrund die Moeglichkeit stehen, sofort Aktionen durohzufuehren, wenn die Verbraucherpreise eine unnoetige Hoehe erreichen. Ganz besonders sollen sich die Gewerkschaftsfunktionaere jedoch vergewissern, dass in allen Faellen, wo die Unternehmer sich
weigern, ueberhoehte Verbraucherpreise herunterzuschrauben, die zugleich eine Gefahr fuer den Beschaeftigungsstand und den Verbrauch
darstellen, die Gewerkschaften Musterfaelle vorbereiten, um sie solchen Koerperschaften wie dem Preisregulierungskomitee und dem Monopol- und Einschraenkungskomitee vorzulegen.
Des weiteren, so heisst es in dem Bericht, sollte die Gewerkschaft technische Ratschlaege und Unterstuetzung an solche Firmen
geben, deren Gewinngrenze in einem solchen Grade gefallen ist,
dass sie sowohl die Beschaeftigungssicherheit als auch den Lohnstand bedroht. In anderen Faellten koennten derartige Beratungsmethoden dazu fuehren, um Musterfaelle fuer Moeglichkeiten der
Preisherabsetzung zu demonstrieren.
Sehr vieles von dem Geist dieses Berichtes ist in einem Para;raph zusammengefasst, in dem es heisst: Wo das Unternehmertum fortschrittlich denkt und bestrebt ist, wissenschaftlich-technische
Arbeitsmethoden in einer vernuenftigen Weise einzufuehren, um die
Produktion voranzutreiben, sollten sich die Gewerkschaften zu einer
Zusammenarbeit bereiterklaeren. Wenn das Unternehmertuxa versucht,
in dieser Produktionsankurbelung besonders scharf vorzugehen, ist
eine wirklich aktive Gewerkschaft besonders von Noeten - nicht etwa
um sich der neuen Entwicklung entgegenzustemmen, sondern um dafuer
zu sorgen, dass Missbraeuche vermieden werden,und dass die Ungenauigkeiten der wissenschaftlichen Arbeitsmethoden sich nicht zum
Nachteil der arbeitenden Kraefte auswirken. Wenn das Unternehmertum jedoch nicht genuegend Unternehmergeist zeigt und rueckschrittlich eingestellt ist, es nicht gewillt ist, wirtschaftliche Moeglichkeiten auszunutzen oder bestehende Maerkte durch niedrigere Preise
»ich zu erschliessen, muss die Gewerkschaft mit allen Kitteln dafuer
Sorge tragen, dass diese Moeglichkeiten ausgenutzt werden."
Zum Schluss empfiehlt die Kommission einen staendigen und vergroesserten Kontakt zwischen amerikanischen und britischen Gewerkschaften, um einmal Erfahrungen auszutauschen und zum andern sich
gegenseitig bei der Loesung bestimmter Probleme zu unterstuetzen.
Besonders typisch fuer die Zeitungsberichte ueber diese Gewerkschaftsdenkschrift war der des News Chronicle, in dem es heisst:
"Hier zeigt sich eine Revolution in der bisherigen Theorie der Gewerkschaften. Es bleibt einem nur uebrig, fuer diesen Bericht unseren Dank auszusprechen."
17 WESTEUROPAS ISCHE NATIONEN UNTERSTUETZEN BINi:ENArANDERUNGSPROGRA?!I.i
Es sind weitreichende Anstrengungen gemacht worden, um die
ueberseeische Wanderung aus den uebervoelkerten Laendern Westeuropas zu foerdern. 18 Marshallplan-Laender haben kuerzlich mit Hilfe
von ECA-Mitteln ein Hilfsprogramm von einer Million Dollar unterzeichnet, um eine vollkommene internationale Wanderungsmaschinerie
aufzubauen.
9 -

�Waehrend bestimmte Laender bereits Versuchsprojekte durchfuehrten und Wanderungsabkommen trafen, will das neue Programm ein
breites, auf Zusammenarbeit beruhendes Plansystem in Gang bringen,
durch das es den westlichen Demokratien auf einer systematischen
und wissenschaftlichen Basis moeglich wird, die Ueberbevoelkerung zu
bekaempfen, in deren Gefolge chronische und langzeitige Arbeitslosigkeit und ein niedriger Lebensstandard zu finden sind.
Um einen umfassenden Angriff zu finanzieren, sind die Mitgliedstaaten des Bueros fuer europaeische wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) uebereingekommen, den Gegenwert von 200 000 Dollar in
Landeswaehrung bereitzustellen, um damit die Kosten dieses Prograrrjus
in ihrem eigenen Lande zu decken. Ebenso heben sie die ECA-Verwaltung gebeten, einen Betrag von schaetzungsweise 788 000 Dollar bereitzustellen, um jene Ausgaben zu decken, die sich in Verbindung
mit der Ueberpruefung und der Schulung im Programm dieses Projektes ergeben.
Das ECA-Buero teilte kuerzlich mit, dass dieses Gesuch genehmigt wurde, und dass aus dem Marshallplan eine Million Dollar fuer
dieses Programm bereitgestellt worden ist.
Die Laender, die bei diesem Projekt zusammenarbeiten, haben
die Internetionale Arbeits-Organisation gebeten, - dies ist eine Abteilung der Vereinten Nationen - die Verantwortung fuer die Verwaltung eines technischen Hilfsprogramms zu uebernehmen, das die
Wanderungen erleichtern kann.
Zweck dieses Eine-Million-Dollar-Projekts ist die Gewaehrung
technischer Ratschlaege an jene Laender, die als typisch fuer Einund Auswanderung angesehen werden koennen, damit sie die erforderlichen Dienste bei den Wanderungsbewegungen leisten koennen. Diese
Dienste sollen umfassen: Festlegung der Gebiete mit ueberschuessiger oder mangelnder Arbeitskraft, Durchfuehrung von Eignungspruefungen fuer Bewerber in Auswanderungslaendern, nachdem die Arbeitsmoeglichkeiten in den Einwanderungslaendern genau analysiert wurden,
Durchfuehrung von Berufsertuechtigungskursen, Betreuung von Fachleuten mit dem Studium von Wanderungsproblemen, wobei Regierungsstellen unterstuetzend eingreifen, und schliesslich die Einfuehrung von
Praktiken, die die Transporte und die Wiederansiedlung der Wandernden erleichtern.
Diese Bemuehungen 3ind aehnliche in der Richtung der Erzielung
einer Vollbeschaeftigung und eines hoeheren Lebensstandards. In
einigen Laendern, vor allem in Italien und in Westdeutschland, ist
der Bevoelkerungsdruck derart stark, dass saemtliche Hilfsquellen
nicht dezu beitregen koennen, dass die Bevoelkerung einen wuerdigen
Lebensstandard erreicht - wobei es keine Rolle spielt, wie wirksam
diese Hilfe und in welcher Hoehe sie gewaehrt worden ist.
Die Anschauung der Arbeiterschaft und der Gewerkschafter in
bezug auf das Problem der Uebervoelkerung spiegelt sich in einer
Resolution wider, die auf der dritten Jahreskonferenz der ERP-Ge
werkschaftsberatungskommission kuerzlich in Rom angenommen wurr?e.
Die Konferenz erklaerte, dass die Gewerkschaften erkennen, dass, soweit einzelne Laender betroffen sind, wo die Ueberschuesse an Arbeitskräften ein ausserordentliches Mass erreicht haben, die notwendigen Massnahmen in breitestem Masse die Form der Wanderung der
Arbeitskraefte in weniger entwickelte, ueberseeische Laender erforderlich mache, seitdem der Abzug groesserer Massen auslaendischer
Arbeiter in schneller Folge in hochindustrielisierte Laender Westeuropas die Gefahr der Entbloessung von Arbeitskraeften mit sich
bringe.
- 10 -

�Die erwaehnte Konferenz in Rom empfahl eine gewisse binneneuropaeische Beweglichkeit der Arbeitskraefte, denn hieraus ergibt
sich eine graduelle 'A'iederverteilung der Produktionskraefte auf
grund der Liberalisierung der Handelsbeziehungen, die von den
ERP-Leendern vorgesehen sind, und die notwendigerweise zu einer
entsorechenden Beweglichkeit und Wiederverteilung der Arbeitskreefte fuehren mues~en, von der die gegenwaertigen und zukuenftigen
"Ueberschuesse" nicht ausgeschlossen werden duerfen.
Als die leitenden Koerperschaften der Internationalen Arbeitsorganisation die OEEC-Vorschleege auf ihrer letzten Wenderungskonferonz und spaeter in der Genfer Verhandlung behandelten, ergab
sich, dass die Delegierten der Gewerkschaften gemeinsam mit den
Delegierten der Unternehmer und der Regierungen die Vorschlaege billigten. Amerikanische und deutsche Gewerkschaftszentralen haben
lebhaft nach Loesungen gesucht, die die chronische Arbeitslosigkeit
verhindern koennen, in deren Gefolge stets die allgemeinen Sa^tze
des Lebensstandards herabgesetzt werden.
Die Dollarhilfe des Marshallplans wurde durch den Kongress der
Vereinigten Staaten gebilligt, als die Auslandshilfsakte des Jahres
1950 genehmigt wurde. Als dem Verwalter des ECA-Fonds, Faul Hoffmann, die Genehmigung zur Verwendung der Summe gegeben wurde, nannte der Praesident der Vereinigten Staaten, Harry S. Trumen, dieses
Programm einen notwendigen Schritt zur Loesung eines der grundlegenden Probleme, das Westeuropa bei der Durchfuehrung seiner wirtschaftlichen Erholung stoert und sich dagegen auswirkt. Indem er seine
Befriedigung ueber die Zusammenarbeit und die Verwirklichung dieses
ECA-Hilfsprogramms durch die OEEC-Laender und die Internetionale
Arbeits-Organisetion eussprech, nannte Praesident Trumen dieses Vorhaben einen zusätzlichen Beweis der Entschlossenheit der US-Regierung, in jeder Beziehung zusammenzuerbeiten, un die vollste Nuetzlichkeit der Vereinten Kationen und ihrer angeschlossenen Laendcr
eufzuzeigen.
Die europaeischen Leender, die sich diesem Projekt engeschlossen
heben, sind Oesterreich, Belgien, Luxemburg, Deenemerk, Frankreich,
die ''.'estdeutsche Bundesrepublik, Griechenlend, Islend, Irlend, Itelien, die Niederlende, Norwegen, Portugel, Schweden, die Schweiz,
Triest, die Tuerkei und Grossbritennien.
FABRIKBAUKCKTRQLLE IN ENGLAND GELOCKERT
Bei der feierlichen Inbetriebnehme der Cebot-Febrik in Merseyside kuendigte Herold Wilson, der Praesident der Hendelsbehoerde en,
dass die britische Regierung beschlossen habe, gewisse Bauprojekte
im Rahmen des den Gemeinden zur Verfuegung stehenden Investitionskepitels weiterzufuehren, wenn dadurch in gewissen Bezirken, die
von der Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht seien, vorwiegend
meennliche Arbeitskraefte in Arbeit gehalten werden koennten, selbst
wenn diese Projekte keine Dollars einbringen oder sparen wuerden.
In bestimmten Gebieten wuerde der Schiffsbeu reduziert und Kohlengruben stillgelegt, weil die Kohlenvorreete erschoepft sind, oder
Stehl- und Eisenblechindustrien einer Neuorgenisetion unterzogen;
infolgedessen sei mit ueberzeehligen Arbeitskraeften zu rechnen,
und die Probleme seien dort deshalb besonders ernst, erklaerte Wilson. Weit mehr Hilfe waere fuer diese Bezirke erforderlich, eis in
dem Gesetz zur Verteilung der Industrie vorgesehen sei.
Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck, dass auf diese Ankuendigunp hin die Industriellen, die frueher bereit gewesen waeren, neue
- 11 -

�Industrien in jenen Bezirken zur Beschaeftigung vorwiegend maennlicher Arbeitskraefte aufzubauen, die aber durch die einschraenkenden
Bestimmungen der Kapitalinvestierung davon zurueckgehalten worden
seien, nun erneut Gesuche einreichen moechten, die von der Handelsbehoerde jetzt guenstiger beurteilt wuerden, weil damit jenen Bezirken des Landes geholfen werden koennte, die fuer die Arbeitslosigkeit am anfaelligsten seien.
Die neue Fabrik wurde mit amerikanische», von der ECA zur Verfuegung gestelltem Kapital aufgebaut, um die Arbeitslosigkeit zu
bekaempfen, die in dem Bezirk Merseyside auszubrechen drohte, weil
die oertliche Sohiffsbauindustrie einen Rueckgang zu verzeichnen
hatte.
Die Bauarbeiten wurden von englischen Arbeitern ausgefuehrt
und nahmen wenig mehr als ein Jahr in Anspruch.
Mit einer Jahresproduktion dieser neuen Fabrik von 8 bis
10.000 Tonnen Russ wird Grossbritannien eine Million wertvoller Dollars sparen; Russ ist ein wichtiger Grundstoff in der Gummiherstellung, den England bisher aus den Vereinigten Staaten importieren
musste.
Labour News Bulletin on ERP
711/15 - VIII/15/50
KUPERS BESUCHT GRIECHISCHE GEWERKSCHAFTEN
Die freien Gewerkschaften Europas haben die Aufgabe, sich darueber Klarheit zu verschaffen, dass eine gesteigerte Produktion sich
durch einen hoeheren Lehensstandard des Arbeiters bezahlt macht.
Evert Kupers, ein bekannter hollaendischer Gewerkschafter und
Vorsitzender des Beratungskomitees der Gewerkschaften fuer das ERP,
beglueckwuenschte die Gewerkschaften zu dieser Aufgabe auf einer
Pressekonferenz, die vor wenigen Tagen in Athen stattfand. Als
Vertreter des Internationalen Bundes freier Gewerkschaften (IBFG)
hilft Kupers den griechischen Gewerkschaftsfunktionaeren bei der
Vorbereitung des in Kuerze stattfindenden zehnten griechischen Gewerkschaftskongresses.
Die Gewerkschaften haben es niemals bedauert, so erklaerte Kupers, sich fuer den Marshall-Plan eingesetzt zu haben.
n

In meinem eigenen Lande wuerden die Arbeiter heute 25% weniger
verzehren koennen, wenn es keine Marshall-Plan Hilfsmittel gaebe.
In anderen Laendern wie Frankreich und Italien hat der Marshall-Plan
praktisch den Unterschied zwischen der Erhaltung der Freiheit und
dem Sieg des kommunistischen Totalitarismus bedeutet.
"Natuerlich muss die wirtschaftliche Wiederbelebung, die der
Marshall-Plan ermoeglicht hat, von einer Erhoehung des Lebensstandards der arbeitenden Klasse begleitet sein, wenn dieser Plan auf
die Dauer gesehen erfolgreich sein soll. Das bedeutet jedoch, dass
die Arbeiter selbst helfen muessen, diesen erhoehten Lebensstandard zu erreichen, indem sie ihre eigene Produktivitaet erhoehen.
"Die Arbeiter erhalten jedoch nicht automatisch die Vorteile
einer gesteigerten Produktivitaet. Hier ist es Aufgabe der freien
Gewerkschaften, dafuer Sorge zu tragen, dass die erhoehte Produktivitaet von einem hoeheren Lebensstandard begleitet wird."
12 -

�Indem er in grossen Zuegen auf die Entwicklungen der internationalen Gewerkschaftsbewegung in der Nachkriegszeit einging, schilderte Kupers die Beherrschung dieser Organisation durch den Kommunismus, die zu dem Austritt der freien Gewerkschaften aus dem Weltgewerkschaftsbund fuehrte, der heute ein kommunistisches Rumpfgebilde
ist.
Die Spaltung musste kommen, als die Kommunisten sich weigerten,
auch nur die Frage einsr Unterstuetzung des Marshall-Plans durch
die Arbeiter diskutieren zu lassen. "Die Sowjetunion widersetzte
sich dem Marshall-Plan, weil sie nicht die Wiederherstellung eines
gesunden Westeuropas mit einem hohen Lebensstandard wuenschte. Nur
wenn es erwerbslose und notleidende Massen gibt, nur wenn die Arbeiterschaft keinerlei Hoffnungen fuer eine bessere Zukunft hegen kann,
dann gibt es fuer die Kommunisten eine Chance."
Kupers erwaehnte dann, dass die Bestrebungen des Internationalen
Bundes freier Gewerkschaften und die des Marshall-Plans grundsaetzlich in gleicher Richtung laufen - beide wuenschen die Verbesserung
des Lebensstandards, die Zerschlagung der wirtschaftlichen Absperrungen zwischen den freien Voelkern und eine Erweiterung des Bereichs
der Freiheit.
Der Internationale Bund freier Gewerkschaften hofft, dass der
Kongress der griechischen Gewerkschaften zu einer staerkeren gewerkschaftlichen Bewegung fuehren werde, in der die griechischen Gewerkschaften der verschiedensten Berufszweige sich zusammenfinden. Nur
eine starke und unabhaengige Gewerkschaftsbewegung in engster Zusammenarbeit mit dem IBFG kann den griechischen Arbeitern helfen, die
groesstmoeglichsten Nutzen durch den Marshall-Plan sicherzustellen.
NORWEGISCHE GEWERKSCHAFTEN STELLEN SICH HINTER DIE VEREINTEN NATIONEN
Die norwegischen Gewerkschaften haben an ihre Mitglieder einen
Appell gerichtet, alle Massnahmen zu unterstuetzen, die von den Vereinten Nationen getroffen wurden, um der kommunistischen Aggression
in Korea entgegenzutreten.
Ein langer und eingehender Bericht ueber die Vorgeschichte des
Konflikts in Korea wurde vom "Arbeiderbladet" veroeffentlicht, das
weiter ein zweifarbiges Flugblatt herausgab, das den Titel traegt
"Krieg in Korea" und in 500 000 Exemplaren unter der norwegischen Arbeiterschaft verteilt wurde. Das Flugblatt zeigt auf, dass Norwegen,
das an die Sowjetunion angrenzt, ebenfalls eines Tagas das Ziel eines
aehnlichen Angriffes sein kann und weist darauf hin, dass es die
hoechste Zeit war, dass die Vereinten Nationen den sowjetischen
Aggressionen entgegentreten. Der beste Weg, um den Frieden zu erhalten, ist eine feste, bestimmte Haltung, wobei gleichzeitig Raum fuer
Verhandlungen bleiben muss.
Das Flugblatt stellt die Frage "Wer begann den Krieg?" und
laeast sowohl die Erklaerung der Kommunisten als auch jene der Vereinten Nationen zu Worte kOixmen.
Aber bereits aus dieser Gegenueberstellung ergibt sich ohne jeden Zweifel, auf welcher Seite die Piraten des Friedens zu finden
sind, wie es wörtlich dort heisst. Weiter heisst es, dass nicht nur
die Vereinten Nationen in Gefahr gebracht wurden, sondern alle friedliebenden Demokratien. Wenn auch weiterhin die Demokratien tatenlos
zusehen, wie ein Land nach den anderen durch Diktatoren geschluckt
wird,
dann muessen die demokratischen Voelker, vor allem jene in
- 13 -

�Asien, jeden Glauben an eine Solidaritaet der Demokratien verlieren.
Und in Korea handelt es sich um eine Aggression. Der Artikel
42 der Satzungen des Sicherheitsrates sieht ausdruecklich vor, das-:
im Falle einer Aggression die Mitgliederstaaten verpflichtet siüd,
mit bewaffneten Kraeften zu Lande, zu Wasser und in der Luft dem
bedrohten Staat zu helfen. "Ruhe und Sicherheit muss wieder hergestellt werden, In Uebereinstimmung mit diesem Artikel hat Praesident Truman den Befehl gegeben, die Demokratie in Korea zu verteidigen.
Dieser Entschluss der Vereinten Nationen, gegen die Aggressoren in Korea vorzugehen, bringt eine Reihe Wagnisse mit sich. Aber
die Vereinten Nationen haetten sich selbst aufgegeben, wenn sie
diesem Angriff tatenlos zugesehen haetten, denn dann waere die Gefahr gegeben, dass ein demokratisch regierter Staat nach dem anderen "weggepickt" wuerde, je nachdem, wie die Umstaende sich ergeben.
Und dieses Risiko konnte nicht uebernommen werden. Gewiss
bedeutet das Eingreifen der Vereinten Nationen in Korea, dass dort
jetzt Krieg herrscht. Auf lange Sicht gesehen jedoch bedeutet dieser Schritt einen Dienst an der Sache der demokratischen Staaten,
denn erst durch die Zurueckweisung der kommunistischen Aggression
in Korea werden andere unmoeglich gemacht. Diese klare und ueberzeugende Demonstration fuer die Sache des Friedens wird die Freiheit und Unabhaengigkeit kleinerer Staaten schuetzen helfen - dies
waere nicht der Fall, wenn die Vereinten Nationen die Aggression in
Korea unbeantwortet gelassen haetten.
Das Flugblatt schliesst mit den Saetzen, dass der beste Weg,
d9n Frieden zu erhalten, darin besteht, eine feste Entschlossenheit zu zeigen,, sich im Falle eines Angriffs zu verteidigen, wobei
jedoch fuer Verhandlungen durchaus Raum bleiben darf.
15 «JAHRE S OZIALFUERS CRGE IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
Bisher mehr als 15 Milliarden Dollar an Unterstuetzungen gezahlt.
Seit dem Jahre 1935, als das Sozialfuersorgesystem in den Vereinigten Staaten begruendet wurde, sind mehr als 15 Milliarden Dollar zugunsten der Sozialversicherten ausgezahlt worden, wie vor
wenigen Tagen der Leiter der Bundesfuersorge, Oscar R. Ewing, mitteilte. Waehrend der ersten Amtsperiode des Praesidenten Franklin
D. Roosevelt wurde das Gesetz fuer soziale Sicherheit in Kraft gesetzt, das ein sich ueber die ganze Nation erstreckendes zweigleisiges System der Sozialversicherung festlegte, um Lohnempfaenger
und ihre Familien gegen den Verlust ihrer Verdienstmoeglichkeiten
zu schuetzen, die durch Erwerbslosigkeit, hohes Alter oder Tod verloren gehen koennen.
Im wesentlichen koennen diese beiden Grundsysteme als Erwerbslosenhilfe und Altersversicherung bezeichnet werden. Bei der Arbeitslosenunterstuetzung werden dem Erwerbslosen woechentliche Zahlungen geleistet, die aus jenen Fonds herruehren, fuer die die Unternehmer eine Lohnsummensteuer zahlen. Die Unterstuetzungen bewegen sich zwischen 20 und 25 Dollar je Woche, wie es in den meisten
Einzelstaaten der Fall ist, obgleich hier einige aendernde Faktoren
zu verzeichnen sind. Waehrend des Monats Juni dieses Jahres betrugen die laufenden Unterstuetzungszahlungen auf grund des Erwerbslosenversicherungsprogramms insgesamt etwa 8 Milliarden Dollar.
- 14 -

�Das zweite System, das der Altersversicherung, sieht monatliche Zahlungen fuer Pensionaere und Hinterbliebenenrenten fuer die
Familie des Arbeiters vor, wenn dieser stirbt. Auf Grund dieses
Plans erhalten gegenwaertig etwa 2 100 000 Pensionaere und
750 000 junge Muetter und Kinder ünterstuetzungen.
Gegenwaertig betraegt die monatliche Unterstuetzung fuer
einen Pensionaer 26 Dollar, aber dieser Satz wird im Durchschnitt
um 77$ durch jene Gesetze erhoeht werden, die jetzt durch den Kongress angenommen wurden.
Das Gesetz fuer Altersfuersorge sieht ein Anteilsystem vor,
das gemeinsam von Arbeitern und Unternehmern getragen wird und
dessen Mittel durch eine Steuer auf die Lohnsummen aufgebracht
werden.
Ausser diesen beiden Hauptgesetzen sieht das Sozialfusrsorgegesetz auch Hilfe fuer notleidende Personen vor, wie fuer verlassene Kinder, Blinde und gleichzeitig Zuschuesse fuer die Einzelstarten, die diese fuer ihren Mutter- und Kindergesundheitsdienst,
fuer verkrueppelte Kinder und Kinderwohlfahrtsausgaben aufwenden.
Unter Bezugnahme auf die Fortschritte in der sozialen Sicherheit
in den Vereinigten Staaten erklaerte der Kommissionsvorsitzende
Arthur J". Altmeyer: "Wir haben ein ordentliches, ueber die ganze
Nation sich erstreckendes System sozialer Versicherungen, die Arbeiter und ihre Familien gegen Einkommensausfall schuetzt, wenn
die Verdienstmoeglichkeiten aufhoeren, sei es auf grund des hohen
Alters oder des Todes des Ernaehrers der Familie. Wir haben weiterhin ein ordentliches System der Unterstuetzung solcher Arbeiter,
die zeitweise arbeitslos sind, das von den Einzelstaaten verwaltet
wird, aber sich ueber die ganze Nation erstreckt. Grosse Fortschritte sind bereits gemacht worden, aber sie genuegen nicht fuer
eine fortschrittliche Nation. Es gibt hier noch genuegend Moeglichkeiten fuer Verbesserungen."
OSSTERREICHISCHS ARBEITSKAI.'MER BAUT LEHRLINGSHEIM
An der Stelle, wo das Wiener Rothschild Palais stand, das von
den Nazis in eine Folterkammer umgewandelt wurde, wird von der
oesterreichischen Arbeiterbewegung ein Lehrlingsheim errichtet
werden.
Karl Mantler, der Praesident der Wiener Arbeitskammer, gibt
bekannt, dass dort ungefaehr 200 bis 300 Lehrlinge Unterkunft finden werden. Das wird die Schwierigkeit beheben, vor der die jungen
Leute, darunter viele Waisen, standen, als sie keine Lehrstelle fan
den, weil sie nicht wussten, wo sie sich einquartieren sollten.
Sie werden nun ein Heim haben und damit die Moeglichkeit, einen
Beruf zu erlernen, ^ie Ausbildung der jungen Generation zu tuechtigen und leistungsfaehigen Arbeitern ist fuer Oesterreich wichtig; es muss seine Leistungsfaehigkeit steigern, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfaehig zu sein. Das Grundstueck wurde
gewaehlt, da es sehr zentral gelegen ist, gute Verkehrsverbindungen
hat und durch seine Groesse die Moeglichkeit zur Einrichtung von
Erholungsstaetten fuer die jungen Lehrlinge bietet. Das zerbombte
Palais wird abgebrochen werden, um dem neuen Gebaeude Platz zu machen. Das Projekt wird durchgefuehrt und finanziert von der Wiener
Arbeitskammer, einer rechtlichen Koerperschaft, die aus Beitraegen
der Arbeiterschaft finanziert wird und deren Interessen in allen
wirtschaftlichen, sozialen und gesetzgeberischen Fragen, sofern
sie Arbeitsangelegenheiten betreffen, vertritt. Die Beamten der
- 15 -

�Kammer werden in freier Wahl gewaehlt, an der alle Arbeiter berechtigt sind, teilzunehmen, ^ie Arbeitskaxnmer arbeitet eng mit den
Gewerkschaften zusammen.
Der Vorschlag zum Bau eines Lehrlingshoims wurde von der &lt;Tugendabteilung des oesterreichischen Gewerkschaftsbundes gemacht
und von allen Mitgliedern der Kammer einstimmig angenommen.
Anton Proksch, der Sekretaer des oesterreichischen Gewerkschaftsbundes, begruesste diesen Entschluss mit folgenden Worten:
"Es ist viel ueber Lehrlingserziehung gesprochen worden; das hier
ist der erste praktische Schritt, der unternommen wurde. Die Arbeiterschaft ist sich der Dringlichkeit des Problems voll bewusst und
wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um den jungen Leuten bei
ihrer Suche nach produktiven Arbeitsmoeglichkeiten zu helfen. Es
»handelt sich hier um ein Schluesselproblem unserer Wirtschaft. Wenn
es uns gelingt, hochqualifizierte Arbeiter heranzubilden, wird unser
Land in der Lage sein, mit anderen Laendern zu konkurrieren. Wenn
es uns misslingt, wird Oesterreich nicht aus den Schwierigkeiten
herauskommen. Alle Dienststellen und Einrichtungen des oeffentlichen Lebens muessen an der Loesung dieses Problems zusammenarbeiten."
Arbeitsmitteilungen der ECA
VIII/25/50
DIE GEWERKSCHAFTEN RUESTEN SICH FUER POLITISCHE MACKTANSPRUECHE
Die organisierte Gewerkschaftsbewegung der Vereinigten Staaten
verstaerkte ihre Bemuehungen, um einen politischen Sieg anlaesslich
der bevorstehenden Kongresswahlen sicherzustellen, die am 7. November durchgefuehrt werden.
Die "CIO-Nachrichten" haben in dieser Woche ihrer Zeitung eine
12-seitige Beilage beigefuegt, die einen Vorbericht ueber die diesjaehrigen Wahlen gibt. Der Schriftleiter bittet seine Leser, diesen
Bericht als einen Leitfaden anzusehen, der dazu beitragen will, dass
die Wahlen zu diesem Kongress "einen Beitrag zu den Noeten und Problemen des Arbeitenden" leisten. Eine genaue Aufstellung zeigt vom
Standpunkt der CIO-Gewerkschaft aus an, ob der Abgeordnete "richtig
oder falsch" bei besonderen wichtigen Anlaessen gestimmt hat.
In Ohio haben die Funktionaere der AFL und des CIO ihre Hilfsmittel zusammengelegt, um die Wahl von Joseph T. Ferguson (Demokratische Partei) sicherzustellen. Ferguson ist der Gegenkandidat des
Senators Robert A. Taft (Republikanische Partei), der Mitbearbeiter
des Taft-Hartley-Gesetzes. In der letzten Woche ergab sich jedoch
eine Zersplitterung der Stellung der Gewerkschaften gegen Taft, als
265 Delegierte oertlicher Gewerkschaftsvereinigungen in Ohio ankuendigten, dass sie eine "Gewerkschaftsliga fuer Taft" bilden
wuerden.
- 16 -

Hicoc R-1670 u i

a*pt 50 5 »

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.
^_^^^^^^^^^_^^^^^^^^^^____^^__

ITI - 30

Frankfurt, 29. September 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I

S

Freie Gewerkschaftsbewegung entscheidend fuer
Wiederaufbau - - - - - - - - - - - - - - Arbeitslosigkeit in Europa sinkt - - - - - - Negersaenger warnt seine Kollegen - - - - - Amerikanische Gewerkschaften helfen ihren
europaeischen Kollegen - - - - - - - - - Die ECA-Verwaltung gibt 350 Millionen DM frei
Der 69. Kongress der American Federation of
Labor - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Eric Johnston wuenscht
Diplomatendienst Veber die Terminologie
begriffes - - - - -

Gewerkschafter im
- - - - - - - - - - - des P r o d u k t i v i t a e t s - - - - - - - - - - - -

Angestelltenproblem und IBFG - - - - - - - - Wiederaufbau Norwegens steigert Beschaeftigungsziffer und Produktion - - - - - - - -

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6
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16

FRETT GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG ENTSCHEIDEND FUER WIEDERAUFBAU
Eine starke und unabhaengige Gewerkschaftsbewegung ist in den
Marshallplanlaendern erforderlich, wenn sie ihre Produktivitaet wieder voellig herstellen sollen. Dies war die Quintessenz der Ausfuehrungen, die ein Beauftragter der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit - ECA - anlaesslich des Jahreskongresses der
American Federation of Labor in Houston/Texas den Delegierten vortrug.
Dieser Beauftragte war Bert M. Jewell, der Berater fuer Gewerkschaftsangelegenheiten bei der ECA, der an die AFL einen Appell richtete, "ihren Rat und ihre Kilfe" auch weiterhin den freien Gewerk- 1 -

�Schäften angedeihen zu lassen, damit diese auch in jenen Laendern
Fuss fassen koennen, wo die Gewerkschaften heute noch unter der
direkten oder indirekten Beeinflussung durch den Kreml zu leiden
haben.
Das allgemeine Problem des Wiederaufbaus sowie die schwierigen Probleme der militaerischen Verteidigung koennen ganz allgemein in jenen Laendern am besten geloest werden, in denen es freie
und unabhaengige Gewerkschaften gibt.
In England, den skandinavischen Laendern, Holland und Belgien
sind die Erfolge bereits deutlich sichtbar und sie werden sich
auch weiterhin durch die Fruechte der vergroesserten Produktion
und die Erhoehung der Kaufkraft fuer die Allgemeinheit zeigen.
Diese Laender verfuegen ueber starke und freie Gewerkschaften,
die ausschliesslich fuer die Interessen der Arbeiterschaft taetig
sind. In diesen Laendern besteht fuer die Schergen des Kremls
keinerlei Moeglichkeit, sich in den Vordergrund zu spielen, geschweige dass sie die Kraft haben, die Arbeit der Gewerkschaften zu
stoeren. In Frankreich, Italien und zu einem geringeren Grade in
Westdeutschland gibt es in dieser Frage einige Probleme, weil in
diesen Laendern der Kommunismus noch ueber einen gewissen Einfluss
verfuegt.
Jewell betonte, dass Wiederaufbau, Frieden und Freiheit in
jenen Laendern, wo der Kreml noch einige Anhaenger zaehlt, nicht
auf einem sicheren Fundament ruhen, vor allem dort nicht, wo der
Einfluss in gewissen Gewerkschaften sehr stark ist, die dann behaupten, fuer die Mehrzahl der Arbeiter zu sprechen.
Er nannte als Beispiel Frankreich, ein Land, in dem die Arbeiterschaft ausserordentliche Vorteile durch den Marshallplan
erfahren hat,, aber die Kaufkraft der Bevoelkerung und insbesondere
der Arbeitenden nicht mit dem Tempo der allgemeinen Wirtschaftserholung Schritt gehalten hat. Der Kreml behauptet, fuer die Masse
der franzoesischen Arbeiterschaft durch jene Gewerkschaften zu sprechen - aber der Kreml ist gegen jeden Wiederaufbau, gegen jede
Freiheit, gegen jeden Frieden und jeden Wohlstand. Die freien,
antikommunistischen Gewerkschaf tagin Frankreich sind heute noch nicht
stark genug, um eine weitere und gleichmaessigere Verteilung der
Wiederaufbaugewinne durchzusetzen, die bis heute erreicht werden
konnten.
Die ECA und andere Koerperschaften der Vereinigten Staaten
setzen sich energisch dafuer ein, dieses Problem zu loesen. Die
franzoesische Regierung muss eine groessere Staerke zeigen, um
mit diesen Fragen fertig zu werden. Regierungen sind jedoch eingeengt durch Gesetze und parlamentarische Spielregeln. Die Gewerkschaftsbewegung wird jedoch durch derartige Dinge nicht behindert.
Die Gewerkschaften muessen lernen, wie sie der Demokratie besser
dienen koennen, vor allem auf wirtschaftlicher Basis.
Jewell berichtete dann dem Kongress, dass die ECA wie in der
Vergangenheit auch in der Zukunft die franzoesische Regierung beraten wird, ebenso jedoch die freien Gewerkschaften in den Grenzen
der Gesetze. Aber die ECA-Aemter koennen nichts diktieren, sie
koennen auch nicht in die internen Angelegenheiten eines freien
Volkes eingreifen oder etwa intervenieren. Der Internationale
Bund Freier Gewerkschaften, die internationalen Sekretariate, die
verschiedenen Gewerkschaften sind die besten Strassen,auf denen
die freien franzoesischen Arbeiter vorwaertsschreiten koennen, um
eine bessere Gewerkschaftsbewegung aufzubauen.
- 2 -

�Die freie Gewerkschaftsbewegung von praktisch allen Laendern
der freien '.Veit hat klare und direkte Strassen, durch deren Beschreiten sie sich gegenseitig helfen koennen.
State Department Report
9/26/50
ARBEITSLOSIGKEIT IN EUROPA SINKT
Der Beschaeftigungsstand in den meisten europaeischen Staaten
ist verhaeltnismaessig hoch geblieben. In jenen Laendern jedoch,
wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch gewesen ist, konnte in diesem
Sommer ein bedeutender Rueckgang verzeichnet werden. Eine Uebersicht der Berichte der Gewerkschaften und der Behoerden zeigt auf,
dass Norwegen, Schweden und Grossbritannien auch weiterhin einen
hohen und stebilen Beschaeftigungsstand haben. Die Arbeitslosigkeit in diesen Laendern hat in den letzten drei Jahren niemals
2$ ueberschritten, soweit es sich um nichtlandwirtschaftliche Berufe
und Gehaltsempfaenger handelt.
In den Laendern, in denen eine hohe Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist, wie in Belgien, Westdeutschland und Italien, hat sich
die Arbeitsmarktsituation seit kurzem gebessert. Hierzu hat nicht
nur der Beschaeftigungsanstieg in der Sonmersaison beigetragen,
sondern auch die Schaffung neuer und staendiger Arbeitsplaetze, die
vor allem in der verarbeitenden und in den Grundstoffindustrien zu
verzeichnen war und die in erster Linie auf ECA-Hilfsprogramme zurueckzufuehren ist.
Dennoch bleibt die Arbeitslosigkeit in diesen Laendern eine
sehr hohe, auch wenn eine Reihe von Rueckgaengen verzeichnet werden
konnte.
Belgien. Die Arbeitslosigkeit wurde im Juli auf etwa 202,500
Erwerbslose geschaetzt, nachdem ein stetiger und scharfer Rueckgang des Hoechststandes im Winter mit 310,000 Arbeitslosen festzustellen war. Der Stand im Juli 1950 ist um etwa 12,000 geringer
als im Juli des vergangenen Jahres. Die hohen Vv'interzahlen bilden
die Spitze des bestaendigen Anwachsens der Arbeitslosigkeit in Belgien, die im Herbst 1947 begann. Die fuer den Winter genannte
Ziffer bedeutet, dass 11% aller Lohn- und Gehaltsempfaenger keinen
Arbeitsplatz finden konnten.
'Yestdeutschland. Es kann ein staendiger Rueckgang der Arbeitslos igkeTtseitFebrüar festgestellt werden. In diesem Monat wurde
die Spitze mit 1,960,000 Arbeitslosen erreicht. Man schaetzt, dass
der Prozentsatz der Arbeitslosen seit jener Zeit von 13% auf weniger als 10% aller Beschaeftigteh gesunken ist, obgleich Saisoneinfluesse und aehnliche rein zeitlicher Natur wesentlich zu diesem
Rueckgang beigetragen haben. Ein wesentlicher Aufschwung der Beschaef tigungszahl konnte im Export, in der Metallindustrie und im
Baugewerbe festgestellt werden, wobei das Ruhrgebiet an erster
Stelle steht.
Die gegenwaertige Arbeitslosigkeit wird auf 1,450,000 geschaetzt,
waehrend es 194S nur 600,000 waren. Diese ausserordentliche Erhoehung muss auch auf den Fluechtlingszustrom aus Ostdeutschland zurueckgefuehrt werden. Die Einreihung dieser Fluechtlinge wird auch weiterhin ein schwieriges Problem darstellen.
In den freien Westsektoren Berlins haben die vorgesehenen oeffentlichen Hilfsprogramme, die in erster Linie durch ECA-Gegenwert- 3-

�fonds finanziert v/erden, es ermoeglicht, dass mehr als 40,000 Arbeitskraefte seit dem Juni wieder einen Arbeitsplatz gefunden haben.
Dennoch ist die Arbeitslosigkeit in Westberlin besonders hoch.
Italien. Im Maerz hat die Regierung 1,970,000 Stellungsuchende registriert. Diese Zahl kann aber nur eine oberflaechliche
Schaetzung der wirklichen Situation auf dem italienischen Arbeitsmarkt darstellen. Diese Ziffer ist immerhin um 160,000 geringer
als im Maerz 1949 und um 290,000 geringer als im Maerz 1948.
Obwohl genaue Ziffern noch nicht erhaeltlich sind, kann in
diesem Sommer sowohl ein saisonbedingter Aufechwung als auch ein
verhaeltnismaessig stetiges Wachsen der Beschaeftigtenziffer in
der Industrie festgestellt werden, vor allem im Wohnungsbau sowie
im gesamten Baugewerbe. Die durch ECA-Mittel finanzierten landwirtschaftlichen Nutzungsarbeiten, die vor allem im Sueden grosse
Projekte erfassen, versprechen fuer die Zukunft ebenfalls betraechtliche Rueckgaenge der Zahl erwerbsloser Landarbeiter.
Neben diesen beiden Laendern mit besonders hohen Arbeitslosenziffern und jenen der annaehernden Vollbeschaeftigung lassen sich
noch zwei andere Gruppen ermitteln. Frankreich, Holland und die
Schweiz erfreuen sich eines verhaeltnismaessig hohen Beschaeftigtenstandes, obwohl eine vor kurzem durchgefuehrte Erhebung der
Vereinten Nationen1 im Mai 1950 unter dem Titel "Die wirtschaftliche
Situation Europas* zeigt, dass seine Aufrechterhaltung als weit
gefaehrdeter angesehen werden muss als in Skandinavien oder Grossbritannien.
Oesterreich, Daenenark, Irland und Triest muessen sich ebenfalls mit Arbeitslosenproblemen beschaeftigen, aber der Bericht der
Vereinten Nationen kennzeichnet die Situation in diesen Staaten als
ungefaehrlich.
In Frankreich waren durch die Behoerden im Juni 126,000 Arbeitslose registriert. Diese Ziffer bildet nur einen sehr groben Beitrag zur Frage der Erwerbslosigkeit. Der Stand der Arbeitslosigkeit ist noch ungefaehr der gleiche wie im vergangenen Jahre, jedoch
doppelt so hoch wie im Sommer 1948. Sie zeigt jedoch einen scharfen Rueckgang im letzten Winter auf, der die staerkste Erwerbslosenzahl seit dem Krieg aufwies. Die Zahl der in der Industrie Beschaeftigten ist weiterhin hoch und belaeuft sich auf etwa 7,5
Millionen.
Holland verzeichnete im Juni 62,000 Erwerbslose. Das sind
12,000 mehr als zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres und mehr
als doppelt so viel als im Sommer 1948. Die Zahl der Beschaeftigten ist jedoch weiterhin stabil und um etwa 10% hoeher als in der
Zeit vor dem Kriege.
Die Schweiz berichtet einen scharfen Rueckgang der Erwerbslosigkeit in diesem Sommer, nachdem im Winter der Hoechststand erreicht war. 5% aller Beschaeftigten waren damals erwerbslos. Heute
liegt diese Ziffer unter 1%. Der Beschaeftigungsstand ist verhaeltnismaessig konstant geblieben, obwohl die Periode des Marshallplans
beruecksichtigt werden muss. Im ganzen liegt die Beschaeftigungszahl um 20 und 30$ hoeher als vor dem Kriege.
Von jenen Laendern, in denen zwar eine Arbeitslosigkeit festzustellen ist, die aber keinen ernsten Charakter traegt, berichten
Daenemark und Irland ueber keine besonderen Aenderungen. Die Zahl
der Erwerbslosen belaeuft sich hier auf etwa 5-6% der Beschaeftigten, wobei die landwirtschaftlichen Arbeitskraefte und die Gehalts- 4

�empfaenger nicht nitgezaehlt werden. Der Beschaeftigungsstand
hat sich nicht verringert und ist um ungefaehr 25% hoeher als
vor dem Kriege.
Oesterreich berichtet, dass im Juli 95,801 Erwerbslose zu
verzeichnen waren. Dies bedeutet einen entscheidenden Rueckgang
seit der schwierigen Situation im letzten Winter, obgleich die
Zahl der Arbeitslosen noch um 70,000 hoeher ist als im Juni des vergangenen Jahres.
In Triest ging die Arbeitslosigkeit waehrend des Sommers nur
wenig zurueck. Sie belief sich im Juli auf 18,251. Im grossen
und ganzen hat sie damit den Stand des letzten Sommers trotz der
Saisoneinfluesse des Winters wieder erreicht.
ECA Labor Information
FYI-146/8/30/50
NEGERSAENGER WARNT SEINE KOLLEGEN
Ein Neger3aenger teilte vor kurzem mit, dass er aufgefordert
wurde, sich fuer die Kommunisten zu erklaeren, obwohl er selbst
sich scharf gegen den Kommunismus wendet. Der Saenger Josh White
sprach damit fuer die vielen Kuenstler in den Theatern und den
Konzertsaelan, deren Talente von den Kommunisten ausgenutzt wurden, weil sie sich in politischer Hinsicht leicht taeuschen
lassen.
"Kuenstler sind nicht immer sehr bewandert in politischen
Dingen. Wir wissen
sehr wenig ueber die verschiedenen Bewegungen
und die Parteien.1. *Aber wir wissen durchaus, dass wir mit unserem
Herzen fuer die Sache der Gerechtigkeit und der Freiheit sind und
uns daher sehr leicht taeuschen lassen koennen von jenen, die
vorgeben, hierfuer zu kaempfen." White bat um die Moeglichkeit,
vor dem Komitee fuer unamerikanische Betaetigungen sprechen zu
koennen, weil er auf einer Konzertreise durch Europa gelesen hatte,
dass er zur kommunistischen Front gehoere. Da er tatsaechlich entgegengesetzt handelte und ueberdies immer echt amerikanische Gedankengaenge verteidigte, betraf ihn diese Mitteilung sehr stark.
Er beendete daher seine Konzertreise, um in seine Heimat zurueckzukehren und hier diese Vorwuerfe zu entkraeften. "Ich habe
niemals wissentlich zu einer Organisation gehoert oder diese etwa
unterstuetzt, deren Ziel es ist, die Regierung der Vereinigten
Staaten zu stuerzen. Aber ich erschien verschiedentlich auf Kundgebungen und Veranstaltungen, bei denen man mir zuvor zu erklaeren
versuchte, dass es sich um foerderungswuerdige Begebenheiten handele." White bestaetigte, dass er noch immer auf der Seite der
Gleichheit und der'Naechstenliebe stehe. Er wurde in Suedkarolina
geboren. Er war Zeuge von Lvnchaktionen und er selbst wurde in
seiner Kindheit gemein beschimpft. Die Tatsache jedoch, dass die
Kommunisten derartige Beschwerden fuer ihre eigenen Zwecke ausbeuten, kann natuerlich solche Beschwerden unwirklich machen.
"Der Saenger Paul Robeson kann niemals fuer die Rasse der Neger sprechen," betonte White. "Ich hege fuer Robeson grosse Bewunderung, aber nur als Schauspieler und Saenger; und wenn das, was
in den Zeitungen steht, wahr ist, muss ich mich ueber die Hilfe
schaemen, die er einem Volke gibt, das Amerika vernichten will.
Er hat das Recht, seine eigene Meinung zu haben, aber wenn er oder
irgendein anderer behauptet, fuer eine ganze Rasse zu sprechen,
- 5 -

�so wird er albern. Seine Feststellung, dass die Neger nicht fuer
ihr Land gegen Sowjetrussland oder einen anderen feindlichen Staat
kaempfen wuerden, ist ebenso falsch wie beleidigend. Ich bin jederzeit bereit, gegen Russland und jeden Feind Amerikas in den Kampf
zu gehen.
"Es ist mir gesagt worden, dass es einige Kommunisten unter
Negern gibt, genau so wie unter anderen Amerikanern, aber jene sprechen nicht fuer die uebrigen, ebenso wenig wie weisse Kommunisten
fuer weisse Amerikaner sprechen koennen. Ich habe gehoert, dass
der Anteil der schwarzen Mitglieder in der kommunistischen Partei
eher kleiner ist als die Zahl anderer Rassen. Aber es wird eine
Masse daraus gemacht, um bestimmten Zwecken zu dienen.
"Wenn Kommunisten und ihre Helfer ueber Demokratie und Gleichheit sprechen, so reden sie mit doppelten Zungen. Sie benutzen
heute solche Worte in ihrer Manier, alles auf den Kopf zu stellen,
um ihre schlechten Gedankengaenge zu verbergen. Auch fuer einfache Leute, die diese Kunst nicht kennen, jedes Wort im Munde umzudrehen, ist etwas Zeit notwendig, um hinter diese Dinge zu
kommen."
White richtet sich mit seinem Rat vor allem an junge Saenger
und Kuenstler, die gern bereit sind, sich fuer wuerdige Gelegenheiten verpflichten zu lassen. Aber er warnt sie zugleich mit
den Worten: "Man muss immer vorsichtig sein und hinter das Revers des Jackets schauen."
Labour News from the U. S.
9/14/50
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTER HELFEN IHREN EUROPAEISCHEN KOLLEGEN
Zwei Projekte stehen vor der Vollendung, die die Entsendung
amerikanischer Gewerkschafter vorsehen, um ihre europaeischen Kollegen in den verschiedenen Stadien gewerkschaftlicher Entwicklung
zu beraten und zu unterstuetzen.
Der eine Plan sieht die Entsendung von 100 amerikanischen Gewerkschaftern nach Frankreich, Italien und Deutschland vor. Die
amerikanischen Funktionaere werden vorbereitet, um in besonderen
Besprechungen jenen Unterstuetzungsersuchen zu entsprechen, die
ihnen in diesen europaeischen Laendern unterbreitet werden. Die
Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECA) und von der
AFL, dem CIO und der Internationalen Vereinigung der Maschinisten
zusammengestellten beratenden Komitees werden sich gemeinsam an
den Kosten dieses Programms beteiligen. Die Gewerkschaftsfunktionaere, die in den drei Staaten darueber Bericht erstatten werden,
wie die Gewerkschaften in den Vereinigten Staatin sich betaetigen,
werden durch die beteiligten Gewerkschaftsverbaende und den Verband
der Maschinisten gewaehlt werden.
Ein zweites Projekt, das von den Gewerkschaften selbst durchgefuehrt wird, betrifft die Entsendung von etwa 20 Gewerkschaftsvorsitzenden in solche Laender, die dem ECA-Programm angeschlossen
sind. Die amerikanischen Gewerkschaftsvertreter werden wahrscheinlich ein Jahr im Ausland verbringen.
Eines der Ziele dieser beiden Projekte ist die Verankerung
einer festeren Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen und den
europaeischen Gewerkschaften und damit die Foerderung der Sache
der Mitglieder des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften.
- 6

�DIE ECA-VERWALTUNG GIBT 550 MILLIONEN DM FREI
Der Chef der ECA-Mission fuer West-Deutschland, Robert M.
Hanes, teilte mit, dass insgesamt 350 Millionen DM aus Mitteln des
Marshallplan-Gegenwertfonds der deutschen Regierung zur weiteren
Durchfuehrung ihres industriellen und landwirtschaftlichen Erweiterungs-Programms zur Verfuegung gestellt werde.
Dieser Betrag stellt einen Teil des von der Bundesregierung
verkuendeten zweiten grossen Investitionsprogramms aus Mitteln
des Gegenwertfonds dar, das insgesamt 1 150 Millionen DM fuer den
deutschen Wiederaufbau vorsieht. ECA-Beamte gaben ihrer Hoffnung
Ausdruck, dass diese Gelder auf schnellstem Wege in die Hand
derer gelangen wuerden, fuer die sie bestimmt sind. Entsprechend
dem Grundsatz, zehn Prozent aller aus dem ECA-Gegenwertfond freigegebenen Mittel der Stadt Berlin zuzuteilen, werden 35 Millionen
DM fuer Aufbauzwecke nach Berlin abgezweigt werden. Auch die
deutschen Fluechtlinge werden bei der Vergebung der Summen Beruecksichtigung finden.
Diese erneute Freigabe von Geldmitteln, des dritten Postens
von insgesamt 1 150 Millionen DM, wurde mit einem Brief Robert M.
Hanes an den ERP-Minister Franz Bluecher bewilligt. Die Gelder
werden verschiedenen deutschen Industriezweigen zugeteilt werden.
Fruehere Freigaben aus der Gesamtsumme von 1 150 Millionen
DM wurden im vergangenen Juni (ebenfalls 350 Millionen DM) und im
Mai (114 Millionen DM) bewilligt. Beamte der ECA-Mission fuehrten
aus, dass die Restbetraege auf Ersuchen der Bundesregierung verfuegbar gemacht werden sollen, wenn die bisher bewilligten Gelder
aufgebraucht sind.
Das Gesamtprogramm, das als Maximalbeitrag zur weiteren Produktivitaet, zur Arbeitsbeschaffung und zur Foerderung des europaeischen Handels und des Handels mit den Dollar-Gebieten gedacht ist,
sieht die Zuteilung von ueber 425 Millionen DM fuer die Industrie
und den Handel '/.'Ostdeutschlands vor. Die kleineren Industriezweige
und die Handwerksbetriebe, die Eisen- und Stahlindustrie, die
Maschinenbauindustrie, die Elektroindustrie, sowie die chemische
und die Textil-Industrie werden innerhalb des industriellen Sektors
die groessten Zuweisungen erhalten.
ECA-Beamte erklaerten, dass die Investitionsfonds die Durchfuehrung der Modernisierungs- und Ausbau-Plaene ermoeglichen, die
jetzt in Angriff genommen oder fortgesetzt werden koennen. Den
Investitionen aus Mitteln des Gegenwertfonds stehen in den meisten
Faellen private Investitionen gegenueber, sowie im Staatshaushalt
vorgesehene Fonds der Bundesregierung und der Laenderregierungen.
Weitere 285 Millionen DM wurden fuer den Ausbau der westdeutschen Energiequellen, einschliesslich der Kohlenbergwerke und Elektrizitaetswerke, zur Verfuegung gestellt. Diese Gelder sollen durch
Stromknappheit entstehende Produktionsverluste der Industrie verhindern und einen weiteren Ausbau der Industrie ueber den Vorkriegsstand hinaus ermoeglichen, wodurch wiederum der deutschen
Wirtschaft finanzielle Einkuenfte zufHessen werden, welche die
fuer die Energiewirtschaft investierten Summen bei weitem uebersteigen.
179,5 Million DM werden fuer die Durchfuehrung von mehr als
zehn Programmen auf dem Gebiete der Ernaehrung und Landwirtschaft
bereitgestellt, die die Kapazitaet der Lebensmittelerzeugung erhoehen sollen. Hierzu gehoeren auch so lebenswichtige Plaene wie
- 7-

�die Ansiedlung von Fluechtlingen, die Urbarmachung von Land, Forschungsarbeiten, Mechanisierung, Verbesserungen im Viehbestand und
der Weiden.
Fuer das Transportwesen, einschliesslich des Baues und der
Reparatur von Hauptverkehrsstrassen, der Instandsetzung von Westdeutschlands Binnenschiffen und Wasserstrassen, sowie fuer Hafenreparaturen werden 109,1 Millionen DM zur Verfuegung gestellt.
Um zur Entspannung der kritischen Lage auf "dem Wohnungsmarkt
beizutragen, wurden 122,8 Millionen DM fuer Neubauten bestimmt.
Groessere Bauprojekte werden weiter aus Mitteln des Gegenwert-Fonds
unterstuetzt werden. Diese Gelder sollen in erster Linie zur Behebung der Wohnungsnot in Industriegebieten dienen, welche die
lebensnotwendige Produktion behindert. Neubauten und Reparaturen
von im Kriege beschaedigten Haeusern und Wohnungen sind darin eingeschlossen.
Der Rest der Gesamtsumme von 1 150 Millionen DM, ungefaehr
27,5 Millionen, wird fuer verschiedene andere Zwecke zur Verfuegung
gestellt werden, einschliesslich des westdeutschen "Feldzugs zur
Exportsteigerung" (Dollar Drive) und der Markterforschung.
Von den obigen Betraegen wird Westberlin fuer die Ausweitung •
seines Industriepotentials und die weitere Durchfuehrung lebenswichtiger Projekte, einschliesslich des Wohnungsbaus, des Transportwesens und des Handels etwa 10%, d.h. 111,7 Millionen DM, erhalten.
Das 1 150 Millionen DM umfassende Programm stellt fuer die
Bundesrepublik das zweite grosse Programm dieser Art dar. Der
erste Investitionsplan grossen Stiles wurde im Dezember 1949 bekanntgegeben, als die ECA die deutsche Regierung ermaechtigte,
1 036 Millionen DM in Gegenwertmitteln zu investieren. Diese Summe
ist inzwischen ganz fuer die deutsche Wirtschaft freigegeben worden.
Fruehere Freigaben aus Mitteln des Marshall-PIan-Gegenwertfonds wurden im September 1949 bewilligt. Sie bezogen sich auf 57
Millionen DM fuer die Eisenbahnen, Flusshaefen und oeffentlichen Anlagen der franzoesischen Zone; 44 Millionen DM waren fuer die BEWAG
Elektrizitaetsgesellschaft in Berlin bestimmt und 50 Millionen DM
fuer Kohlenbergwerke. Ausserdem wurden bis heute fuer verschiedene
Investitions-Zwecke 445 Millionen DM aus dem GARIOA-Gegenwertfonds
freigegeben.
Bericht der ECA-Verwaltung
9/20/50
DER 69. KONGRESS DER AMERICAN FEDERATICT OF LABOR
Die AFL hielt in Houston (Texas) ihren 69. Kongress ab, zu dem
750 Delegierte von den verschiedensten angeschlossenen Gewerkschaftsorganisationen entsandt worden waren. Der Vorsitzende der AFL,
William Green, betonte, dass dieser Kongress in einer optimistischen
Stimmung abgehalten werde, weil aus Korea gute Nachrichten vorl&amp;egen
und diese Meldungen von den Delegierten offen begruesst werden.
Green erklaerte, dass die Taft-Hartley-ükte, die der gewerkschaftlichen Arbeit eine, ganze Reihe Behinderungen auferlegt, eigentlich
die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern regeln sollte.
Dieses Gesetz ist an 3ich schlecht, aber durch die Art der Anwendung,
wie sie von Robert Denham, dem Berater der Behoerde fuer Arbeitsbeziehungen, gepflogen wurde, wurde es untertraeglich. Auf Anordnung
des Praesidenten Trumen ist Denham jetzt entlassen worden. Green
- 8-

�wies darauf hin, dass es heute das Hauptanliegen der Gewerkschaften, vor allem der AFL und der in dieser Frage mit ihr einigen
CIO sei, bei den bevorstehenden Wahlen "wirkliche Freunde der Gewerkschaften" zu waehlen, die jenes Gesetz schleunigst ausser
Kraft setzen.
Green erinnerte an die Prinzipien, die der Gruender der AFL,
Samuel Gompers, verfolgte, und dessen Standpunkt umrissen werden
kann mit den Worten "Alles, was der Gesetzgeber auferlegt, kann
die Arbeiterschaft wieder verschwinden lassen." Die grossen Erfolge, die die Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten erringen konnte,
wurden in erster Linie durch ihre wirtschaftliche Kraft gewonnen,
durch die Kollektivvertraege und durch die Staerke ihrer Gewerkschaften - erst sie konnte die Errungenschaft aufrechterhalten und
weitere Fortschritte erzielen. Eine solche Feststellung will jedoch nicht besten, flass die AFL ihre politische Aktivitaet vermindern will, ganz im Gegenteil, eine umfangreichere und nachdruecklichere Aktion als Je zuvor wird auf politischem Gebiet geplant.
Diese Politik besagt, dass die Gewerkschaften ihren Glauben weder
den Handlungen der Regierung hoch den Gesetzen anvertrauen werden,
sondern einzig und allein der Staerke ihrer Bewegung.
Der Bericht des Exekutivrates zeigt, dass diese Gewerkschaftsorp-anisation weiter gewachsen ist. Im vergangenen Jahrhundert
zaehlte sie wenig mehr als 500 000 Mitglieder, heute äind es fast
acht Millionen. V/aehrend des vergangenen Jahres wurden 3 624 448
Dollar fuer die Organisation, fuer die Schulung und andere Aufgabengebiete ausgegeben, und diese Betraege wurden neben den Milllonenbetraegen der angeschlossenen Organisationen aufgewendet.
Der 232-seitige Bericht, der dem Kongress am ersten Verhandlungsrag unterbreitet wurde, verdient mehr Raum bei der Betrachtung
internationaler Fragen als irgendein anderer Bericht der AFL seit
ihrer Gruendung im Jahre 1881. Der Exekutivrat lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass der von den Kommunisten ausgeloeste
Kalte Krieg die internationalen Beziehungen beherrscht und klagt
die Sowjetunion an, die Vereinten Nationen zu sabotieren, das Vetorecht zu missbrauchen und den Sicherheitsrat seiner Machtmittel zu
berauben. Die AFL bekennt sich jedoch zum Atlantikpakt, der gegen
den sowjetischen Imperialismus Verteidigungsschranken aufrichtet.
Auch wenn auf die Vereinigten Staaten ein hoher Anteil dieser Verteidigungskosten entf aellt, so muessen diese Ausgaben uebernoiimen
werden, um die imperialistischen Absichten der Sowjetunion zu unterbinden. Hierbei wird ein 7/ort Lenins zitiert; "Die Existenz einer
kapitalistischen Nation, die irgendwo in der Welt existiert, bedeutet fuer den Kommunismus eine Bedrohung." Dieses Dogma regiert
die sowjetische Politik, sodass die Kommunisten entschlossen sind,
alle Nationen zu Fall zu bringen, auf die dieses Wort "kapitalistisch"
zutrifft - und das sind in erster Linie die Vereinigten Staaten,
aber auch alle demokratischen oder sozialistischen Staaten.
Der Bericht besagt weiter, dass der Marshallplan, der der Wiederherstellung Europas gilt, und der durch den Atlantikpakt und die
militaerische Unterstuetzung Westeuropas seine Abrundung erfaehrt,
den Willen zum Widerstand in den freien Laendern gestaerkt hat, wobei nicht uebersehen werden darf, dass auch die Taetigkeit der Internationale der freien Gewerkschaften diese Bestrebungen unterstuetzt. Die Erholung waehrend der zwei letzten Jahre ist schlechthin erstaunlich. Zu einem nicht unerheblichen Teil ist dieser Fortschritt auf die Beteiligung der europaeischen und amerikanischen Gewerkschaften zurueckzufuehren. Die amerikanischen Gewerkschaften
haben in vollstem Masse mit der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit - ECA - gemeinsam gearbeitet, indem sie ihre Erfahrungen
- 9-

�ueber die Moeglichkeiten austauschten, die Produktivitaet zu steigern, und dies hat wiederum die Bande internationaler gewerkschaftlicher Bruederlichkeit wesentlich verstaerkt. Die wirtschaftliche
Vollkommenheit der europaeischen Wirtschaft auf einer kontinentalen Basis wurde zeitweilig gestoert, aber sie bleibt die Endloesung,
die gegebenenfalls auch erreicht werden wird. Der Glaube an die
Demokratie und die Hoffnung auf die Zukunft laesst sich unter den
freien Voelkern Europas nur langsam wieder herstellen.
Der Exekutivrat sprach sich erneut nachdruecklich dafuer aus,
so schnell wie moeglich Friedensvertraege mit Oesterreich, Deutschland und Japan abzuschliessen, wobei gleichzeitig die Sowjetunion
angeprangert werden soll, die so lange Zeit diese Friedensvertraege
verhindert hat. Der Schumanplan fuer die Vervollkommnung der europaeischen Wirtschaft wurde im Prinzip gebilligt.
Gleichzeitig berichtete der Exekutivrat von den Fortschritten,
die die Hilfe fuer die lateinamerikanischen Gewerkschaften in ihrem
Kampf fuer die Demokratie bewerkstelligte. Hier wurde erneut klargestellt, dass die AFL jegliche Kundgebungen des Totalitarismus
und des Militarismus in der Alten Welt missbilligt, genau so wie
sie aehnliche Entwicklungen an anderen Orten ablehnt, auch wenn
ein solches Regime etwa in Suedamerka keine Bedrohung des Weltfriedens darstellt.
Die Leistungen der Internationalen Arbeits-Organisation - IAO einer Zweigabteilung der Vereinten Nationen, das einzige Ueberbleibsel des entschlafenen Voelkerbundes, die durch den ersten Praesidenten der AFL, Samuel Gompers, gegruendet wurde, werden in dem Kongressbericht eingehend beschrieben. Dann folgt eine Uebersicht
ueber die Organisation des Internationalen Bundes freier Gewerkschaften, ebenso ueber die wichtige Aufgabe, die die amerikanische Gewerkschaftsbewegung hier erfuellt. Erneut wird herausgestellt, dass
eine der Hauptaufgaben des IBFG darin besteht, den Arbeitern im Fernen Osten, in Afrika und Suedamerika zu helfen, wie ueberall dort,
wo freie Gewerkschaften Hilfe benoetigen und wo entweder der Faschismus oder der Kommunismus ihre Freiheiten bedroht, damit diese Gewerkschaften stark genug werden, um diesen Drohungen begegnen zu
koennen.
Die Leitidee, die sich in diesem gesamten Berichtsteil verfolgen laesst, ist die Feststellung, dass die amerikanische Gewerkschaftsbewegung bereit und willens ist, ueberall und jederzeit der
Arbeiterschaft zu helfen, nicht nur in dem Kampf gegen Faschismus
und Kommunismus, sondern auch gegen Armut und Ungerechtigkeit. Die
unaufhoerlichen Bemuehungen der AFL, die Sklavenarbeit in Russland
der Weltoeffentlichkeit bekannt zu geben, werden ebenfalls erwaehnt.
Es wird dann berichtet, dass die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen (UN) fuer Erziehung (E), Wissenschaft (S) und Kultur (C, 0 - Organisation) zwar etwas widerwillig, aber dennoch die
Tatsache akzeptierte, dass die Welt geteilt ist in Demokratien und
Totalitarismus, in Freie und Sklaven. Das Programm der UNESCO,
das das Analphabetentum ueberwinden will, menschliche Rechte zu beschuetzen wuenscht, den ungehinderten Fluss der Nachrichten garantieren will, das bessere Verstehen der Voelker untereinander zu
foerdern bestrebt ist, wird rueckhaltlos von der AFL gebilligt, waehrend das gleiche Programm von der Sowjetunion abgelehnt wird.
Rundfunksendung des US-Gewerkschaftssenders, Sprecher W. Oak
9/20/50
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�ERIC -TQHNSTCEJ WUENSCHT GE'.VERKSCHAFTER IM DIPLOMATECTIENST
"Wir brauchen mehr Leute in der Regierung und im diplomatischen
Dienst, die aus der Arbeiterbewegung kommen und ueber gewerkschaftliche Erfahrungen verfuegen, weil das Schlachtfeld oder besser gesagt das Feld der Entscheidungen heute der Lebensstandard des
Arbeiters ist."
Diese Erklaerung gab vor kurzem Eric Johnston ab, der Vorsitzende der Vereinigung amerikanischer Tonfilmunternehmen und frueherer
Vorsitzende der US-Handelskammer. Er veroeffentlichte seinen Aufsatz unter dem Titel "Die Gewerkschaften wissen, wie sie es anzustellen haben", im September im "American Federationist," dem monatlich erscheinenden Organ der AFL.
Johnston lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die
amerikanische Gewerkschaftsbewegung die besten Erfahrungen darueber verfuegt, wie mit den Kommunisten umgegangen werden muss. Die
Gewerkschaften wissen, wie die Infiltration in ihren eigenen Reihen versucht worden ist, diese Versuche, ihre Abwehr und ihre Ueberwindung haben sie in der Praxis erlebt.
"Diplomatie ist gewoehnlich eine Art Pokerspiel zwischen den
Regierungen, aber heute hat es die amerikanische Regierung direkt
mit den Voelkern zu tun, so wie bisher keine andere Regierung mit
ihnen zu tun hatte. Wir benoetigen daher unter unseren diplomatischen Vertretern Maenner und Frauen, die die Voelker kennen, sie
verstehen und mit ihnen eng verbunden sind." 'Vir haben in dieser
Richtung bereits einige Fortschritte gemacht, in einzelnen Schluesselstellungen der ECA-Verwaltung sind bewaehrte Gewerkschaftsfunktionaere taetig. Die Aufgabe, die heute vordringlich ist, liegt in
der Vtehl geeigneter Sprecher, die die beste Vertretung der Vereinigten Staaten im Ausland sind - und hier verfuegen garade die Gewerkschaftsvertreter ueber eine ganze Reihe von Vorzuegen. So wissen
unsere Gewerkschafter, wie sie zum Beispiel mit Leuten vom Schlage
Jacob Kaliks umzugehen haben. Kit dieser Type haben sie bereits
seit Jahren zu tun gehabt, und zwar in einem"etwas abgewandelten,
gerade auf die amerikanischen Verhaeltnisse zugeschnittenen Stil.
Die amerikanischen Gewerkschafter beherrschen somit diese Taktik
und ihre Technik, und sie koennen ihr vor allem in ueberlegener Weise
entgegentreten.
Der Sowjetvertreter Malik spricht russisch und seine Widersacher sprechen englisch. Aber sie sprechen nur dann eine gemeinsame
Sprache, wenn eine lange Erfahrung mit dem kommunistischen Wortschatz eine sprachliche Verstaendigung moeglich macht. Und unsere
Gewerkschaftsvertreter wissen, wie sie dem Kreml die Maske herunterreissen koennen."
ECA Labor Information
FYI 160 - 9/20/50
FIGARO SCHLAEGT PRODUKTIVITAETSMQUELLE VOR
Der "Figaro", die konservative franzoesische Zeitung, hat einen Artikel veroeffentlicht, in dem vorgeschlagen wird, dass gewisse
Fabriken ausgewaehlt werden sollten, um hier Methoden einzufuehren,
durch die die industrielle Produktivitaet gesteigert werden kann.
Durch solche Beispiele koennte der gesamten franzoesischen Industrie
sehr gedient werden.
Diese Empfehlung an das franzoesische Komitee fuer die Steigerung der Produktivitaet ist in einem Artikel zu finden, der von

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•u

�Francois Fennelot unterzeichnet ist. Er 3agt hier, dass eine gesteigerte Produktivitaet das einzige Mittel ist, um franzoesischen
Arbeitern einen vernuenftigen Lebensstandard zu sichern.
Mennelot erwaehnt, dass der hoechste Mindestlohn, wie er
kuerzlich von der Regierung festgesetzt wurde, sich fuer einen Arbeiter in Paris auf monatlich 16 800 Franken belaeuft. Der "Figaro" sagt hier ganz offen-, dass es auf die Frage, ob irgend jemand
mit diesem Betrage einigermassen anstaendig oder als Durchschnittsmensch leben koenne, es nur eine einzige Antwort geben koenne,
naemlich eine verneinende.
Der "Figaro" sagt weiter, dass der Lebensstandard der Schluessel dazu ist, ob die Wiedergesundung der franzoesischen V.'irtschaft
weiter fortschreiten wird oder ob die Wirtschaft sich weiterhin
im Stadium eines blossen Vegetierens bewegen wird.
Die Zeitung bekannte sich zu einer kuerzlichen Erklaerung
des Premierministers Rene Pleven, dass die allgemeine Wiederbelebung der Wirtscheft abhaengig ist von einer Erhoehung der Kaufkraft der breiten Masse der Bevoelkerung - und das ist vor allem
die Arbeiterschaft. Dann wiederholt der "Figaro" jene Beobachtungen, die ein franzoesischer Gewerkschafter der Oeffentlichkeit
uebermittelte, als er aus den Vereinigten Staaten zurueckkehrte:
Produktivitaet und ihre Steigerung bedeutet, dass ein Unternehmer,
der seinen Arbeitern unter dem Druck der Gewerkschaften Lohnerhoehungen gewaehren muss, mit allen Mitteln bestrebt sein mussfzu
rationalisieren und nicht seine Verkaufspreise zu erhoehen, denn
die Vermeidung einer solchen Preiserhoehung ist fuer ihn von elementarer Bedeutung. Ein Unternehmer, der hier als Symbol gelten
koennte, sagte zu Mennelot: "Wer kann schon meine Erzeugnisse kaufen, wenn der Arbeiter unzureichend bezahlt wird?" Auf der anderen
Seite muessen die Arbeiter zumeist gegen das kommunistische Schlagwort Stellung nehmen, dass eine steigende "Produktivitaet lediglich
die Steigerung der Produktionsquoten bis zu einem sich toedlich
auswirkenden Takt bedeutet. Hierbei bemerkt der "Figaro", dass
Russland die eigentliche Heimat solcher Stossarbeiter ist. Aber
auch wenn technische Verbesserungen die Einsparung einzelner Arbeitsplaetze zur Folge haben, muss der Arbeiter dart-n denken, dass
auf der anderen Seite wiederum neue Arbeitsplaetze bereitgestellt
werden, sei es durch die Produktion neuer Maschinen oder durch die
Bedienung dieser Maschinen bei einm groesseren Ausstoss als bisher.
Die oekonomische Zukunft haengt ebenso wie unsere soziale Zukunft
davon ab, dass wir beharrliche und groessere Anstrengungen machen,
diese jedoch gemeinsam getragen werden muessen. Produktivitaet ist
weder eine mythische Angelegenheit noch eine Art Kinderkrankheit,
wie etwa unser alter Bestand an Ideologien sich noch immer bemueht,
diese Mythen aufrechtzuerhalten. Angesichts hoher Loehne, die
die amerikanischen Arbeiter durch den kaempferischen Geist ihrer
Gewerkschaften erzielen konnten, wird der amerikanische Unternehmer
gezwungen, jede nur moegliche Reformmethode in bezug auf arbeitstechnische oder allgemein technische Fragen anzuwenden. Diese bestaendigen Bemuehungen, eine Rationalisierung der Arbeit durchzufuehren, bedeutet, jede unnuetze Zeit auszuschalten, die deshalb
sich so kostspielig auswirkt, weil Arbeit nun einmal teuer ist.
Und hier liegen jene Moeglichkeiten durchaus offen, die auch in
Frankreich durchgefuehrt werden koennen.
"Vor einiger Zeit wurde in Frankreich eine Produktivitaetskomitee gegruendet. Sein Schicksal wird das gleiche sein wie das
zahlreicher anderer offiziellen Organisationen, wenn es nicht in
aller Kuerze seine Arbeit auch wirklich aufnimmt. Was wir wünschen, ist der Ausbau einer Reihe Fabriken im ganzen Lande, die
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l

�als Musterbeispiel dienen koennen, aber gleichzeitig begruessten
wir es, wenn die Initiative jenes Komitees zur Steigerung der Produktivitaet nun endlich aufgenommen wuerde."
Am Schluss des Artikels wird den Unternehmern empfohlen, den
Grundsatz zu beachten, dass jede Firma, die nicht binnen eines
Jahres eine Verbesserung ihrer Erzeugnisse, ihrer Arbeitsmethoden
oder eine Reduzierung der Produktionskosten erreichen konnte, sich
darueber im klaren sein muss, dass dieses Unternehmen nur noch vegetiert und ueber kurz oder lang eingehen wird.
ECA Labor Information
LI-39 7 - 20/9/50
UEBER DIE TERMINOLOGIE DES PRODUKTIVITAETSBEGRIFFES
Das Wort "Produktivitaet" erhaelt haeufig *i«mlich unterschiedliche Auslegung; Zweck dieser Zeilen ist, den Sinn festzulegen, in
dem die Arbeitsgruppe des Rates der OEEC den Begriff "Produktivität
der Arbeit" normalerweise anwendet. Gleichzeitig werden Bezugshinweise und kurzgefasste Definitionen_fuer die von europaeischen Forschungswissenschaftlern gebrauchten'Ausdruecke gegeben, die eine
moeglichst genaue Vergleichsgrundlage fuer die Feststellungen schaffen, die sie in ihren Heimatlaendern durchzufuehren haben.
Produktivitaet ist der Quotient, den man erhaelt, wenn ;ian die
"Produktionsleistung durch einen der Produktionsfaktoren teilt. Auf
diese V/eise ist es moeglich, von der Produktivitaet des Kapitals,
der Investitionen oder des Rohmaterials zu sprechen, je nachdem, ob
die Leistung auf Kapital, Investitionen oder Rohmaterial bezogen
wird.
Die gebraeuchlichste Anwendung des Begriffs Produktivitaet ist
die der menschlichen Arbelt. Wird das Wort "Produktivitaet" ohne
naehere Bestimmung gebraucht, dann ist die Produktivitaet der Arbeit
gemeint. Produktivitaet der Arbeit (=Arbeitsproduktiviteet) ist
der Mengenwert, der in einer bestimmten Arbeitszeit produziert wird.
Dieses Verhaeltnis gewinnt dann wissenschaftliche Bedeutung, wenn
die Art und die technischen Bedingungen der in dem Zaehler erscheinenden Produktionsleistung und die fuer den Nenner gewaehlten Faktoren festgelegt worden sind.
Es ist zu beachten, dass Arbeitsproduktivitaet ein I'asstab der
allgemeinen '.Virksamkeit beim Einsatz der Arbeitskraefte und nicht
der Arbeitsleistung ist. Sie wird beeinflusst durch das Zusammenwirken einer grossen Anzahl gesonderter, wenn auch miteinander verbundener Faktoren, wie Menge und Guete der verwandten Ausruestung,
technische Verbesserungen, Leistungsfaehigkeit der leitenden Stellen, Zustrom von Material und andere Komponenten, wie die relativen
Beitraege der Einheiten auf verschiedenen Ebenen der Wirksamkeit
wie auch die Geschicklichkeit und Leistung der Arbeiter.
Relative Unterschiede in der Produktivitaet koennen gemessen
werden durch den Vergleich der Leistung einer Firma, Industrie usw.
in verschiedenen Zeitperioden oder zwischen verschiedenen Laendern
oder Gebieten. Aber auch die Produktivitaet zweier oder mehrerer
produzierender Einheiten ka.n verglichen werden (Betriebe, Firmen,
Gesellschaften). Der Zweck des Vergleichs besteht darin, einen Anhaltspunkt zu geben, welche Stellung eine produzierende Einheit
(eine Firma, eine Industrie öder eine Nation) gegenueber der Leistung anderer produzierender Einheiten oder ihrer eigenen Leistung
in einem anderen Zeitraum einnimmt; die Analyse der Grundlagen des
- 13 -

�Produktivitaetsniveaus, wie es auch sein r&amp;g, zu ermoeglichen und
die Position dieser Einheit zu verbessern, u-ine Messung der Produktivitaet und eine begleitende Analyse der Gruende und Faktoren koennte deshalb fuer die Zwecke einer allgemeinen wirtschaftlichen Analyse verwandt werden (z.B. bei der Beurteilung der gegenwaertigen und zukuenftigen Produktionsleistung eines Landes
oder einer Industrie, des Bedarfs an Arbeitskraeften oder die
Wettbewerbsfaehigkeit). Sie dienen jedoch auch als Grundlage fuer
die Beurteilung der Leistungsfaehigkeit und Ziele der leitenden
Stellen einzelner Betriebe und Firmen. Produktivitaetsmessungen
koennen zusammengestellt werden entweder durch Verwertung der vorhandenen statistischen Unterlagen oder durch Angaben, die direkt
fuer diesen Zweck gesammelt werden.
Die Leistung bezieht sich, je nachdem, wie der Fall liegt,
auf das Leistungsprodukt einer einzelnen Maschine, oder einer Abteilung (Arbeitsgang), eines einzelnen Betriebes, einer Gesellschaft, einer Industrie oder auf die ganze Volkswirtschaft. Vorzugsweise sollte sie nach physischen Werten gemessen werden und auf
den gleichen Arbeitsbereich bezogen werden. Sobald man sich jedoch von einer einzelnen Maschine, oder von einer einzelnen Abteilung oder Industrien mit einfacher Erzeugungsstruktur, bei denen
die Produktion eines einzelnen homogenen Produktes gemessen wird,
entfernt, werden rein physische Messungen schwieriger und andere
als physische Messmethoden (in der Hauptsache messbare Werte, wie
Waehrungen) muessen ueberhaupt oder zumindest beim Abwaegen angewandt werden, d.h. Summierung der Leistung verschiedener Sektoren
einer Industrie oder Wirtschaft. Die Erfahrung zeigt, dass die
Messung der Leistung das schwierigere Verfahren ist, und demzufolge wird die Genauigkeit der Messung der Produktivitaet weitgehend von der Art, in der Leistung gemessen wird, abhaengen.
Sowohl im Falle von Produktion pro Kopf und Stunde und nro
Kopf und Jahr kann der Begriff "Arbeitskraefte" Arbeiter allein oder
alle Beschaeftisrten einschliessen. Im ersten Fall kann er unmittelbare oder mittelbare Produktionsarbeiter umfassen. Die Unterscheidung zwischen "koerperlich" und "nicht-koerperlich" Arbeitenden (wie Buero-, Verwaltungs-, und technischen Kraeften) ist nicht
absolut. Sowohl die tatsaechliche Handhabung in der Industrie als
auch die statistische Handhabung sind je nach Land oder Firma verschieden. Der Unterschied kann in der Art der Entlohnung liegen
(in der Regel werden Arbeiter woechentlich, andere Kraefte monatlich entlohnt) oder in der Stellung (Arbeiter umfassen die
Stellen bis einschliesslich der Vorarbeiter). Einen Massstab fuer
die Entscheidung ueber Granzfaelle unter den Arbeitern kann der
Grad von Initiative abgehen, den die Arbeit verlangt.
Bei den Arbeitern kann unterschieden werden zwfechen unmittelbaren Arbeitern, das sind die im eigentlichen ^roduktionsgang
beschaeftigten Arbeiter, zum Unterschied von den mittelbaren Arbeitern, die sich mit anderen Taetigkeiten, wie Unterhaltung,
Lagerung, innerbetrieblichen Transporten und allgemeinen Arbeiten
befassen. Auch diese Unterscheidung kann wiederum je nach Land
und sogar je nach der Firma verschieden sein.
Produktivitaet pro Beschaeftigter umfasst die Arbeit aller
Personen einschliesslich z.B. der in Buchfuehrung oder Kassenwesen Taetigen. Bei der Messung der Produktivitaet in der Fertigwarenindustrie schliesst man am besten die Arbeit der im Vertrieb, sowie in Reklame und Werbung Taetigen aus. Bei Vergleichen zwischen Firmen ist es wesentlich, in allen Faellen die gleichen Funktionen mit ein- oder auszuschliessen. Wo die Grenzlinie
gezogen wird, haengt von den Zwecken ab, fuer die diese Statistiken
zusammengestellt werden.
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�Bei der Messung der Arbeitsleistung koennen gewoehnlich das
Alter oder Geschlecht der Arbeiter oder die verschiedenartigen
Fertigkeiten nicht beruecksichtigt werden, obwohl eine solche Unterscheidung wuenschenswert waere.
Einige Wissenschaftler messen der Berechnung der Gesamtprodukt ivitaet, die nicht nur alle in den obigen Berechnungen eingeschlossenen Arbeitsstunden oder Beschaeftigten, sondern auch alle
diejenigen umfasst, die die bei der Produktion verwendeten Kapitalgueter, Energie und Rohstoffe erzeugen, grosse Bedeutung bei.
Hierbei wird letztere Kategorie in Arbeitsstunden oder Beschaeftigtenzahl umgewandelt.
Die Genauigkeit der Produktivitaetsmessung wird weitgehend von
"der Art abhaengen, in der die Leistung gemessen wird, aber auch von der
Art, in der die Arbeit gemessen wird, uri&amp;der Art, in der die Messung dieser beiden Faktoren verglichen werden kann. Je kleiner
die Produktionseinheit ist, auf die sich die Messungen beziehen,
und je unmittelbarer die Veranschlagung sowohl der Produktionsleistung als der Arbeit erfolgt, desto genauer ist die Berechnung. Es
waere ratsam, der Berechnung mo?glichst eine Scheatzung des Fehlerfaktors beizufuegen.
ERP-Beratungsausschuss des DGB
9/4/50
ANGESTELLTEN^ OBLEME UND IBFG
Fuer das kommende Jahr hat der Internationale Bund Freier Gewerkschaften eine Konferenz vorgesehen, bei der alle Fragen, die
den Angestellten betreffen, behandelt werden sollen und die auf
internationaler Basis die Loesung dieses Problems in Angriff nehmen soll. Die Konferenz wird in Bruessel stattfinden und zwar zu
einem sehr fruehen Termin. Der IBFG hat ein vorbereitendes Komitee gebildet, das alle Vorbereitungen zu dieser Konferenz treffen
soll. Es wird Wert darauf gelegt, dass auf dieser Konferenz auch
jene Angestellten vertreten sind, die in der Privatindustrie und
in Bshoerden beschaeftigt sind, wobei aber auch Banken und Versicherungen erfasst werden sollen und vor allem ^ene Angestellten, die
leitende Stellungen bekleiden. Hierbei sollen vor allem die Gewerkschaften der Journalisten, der Lehrer, der Angestellten, der
Techniker, der Beschaeftigten der oeffentlichen Dienste, zu denen
auch die Beamten gehoeren, der Flugzeugfuehrer und sehnlicher Gruppen ihre Unterstuetzung gewaehren, wie ueberhaupt jene Gewerkschaften, die zu ihren Mitgliedern zahlreiche Angestellte zaehlen, tvie
es etwa bei der AFL und dem CIO der Fall ist oder bei britischen
und hollaendischen Gewerkschaften, dem franzoesischen CGT-FO und
der Gewerkschaft der Werkmeister, den internationalen Berufssekretariaten der Transport- und Metallarbeiter, dem schwedischen TGO,
den deutschen DGB, den franzoesischen Post-, Telegraf- und Telefonbediensteten und aehnlichen Gewerkschaften, die dem IBFG angeschlossen sind.
Die folgenden allgemeingehaltenen Vorschlaege wurden dem beratenden Komitee bereits unterbreitet:
1. Jene Fragen zu bearbeiten, die fuer die nicht-handarbeitenden
und berufstaetigen Arbeitenden eine besondere Bedeutung haben, einschliesslich der Probleme der Angestelltengewerkschaft und ihrer
Organisation und alle geeigneten Schritte vorbereiten, die zur Loesung der besonderen Probleme dieser Gruppe derxArbeitenden beitragen koennen;
- 15 -

�2. In gemeinsamer Zusammenarbeit ~iit dem IBFG die Gruendung
besonderer internationaler Berufssekretariate voranzutreiben, fuer
die eine nicht-handarbeitende Taetigkeit der Gewerkschaftsmitglieder charakteristisch ist und die bisher ohne eine eigene Stimme
in den internationalen Gewerkschaften vertreten waren; eine solche Unterstuetzung wuerde vor allem fuer solche Berufskategorien
wie Lehrer, Journalisten, Buehnen- und Filmfachkraefte von besonderer Bedeutung sein;
3. Besondere Probleme wie die der Schulung in bezug auf industrielle und D'roduktivitaetssteigernde Leistung muessen hier behandelt werden;
4. Diesem Mitgliederkreis mit Unterstuetzung des IBFG eine
besondere Vertretung fuer nicht-hendarbeitende und berufstaetige
Arbeitende in den Vereinten Nationen und in den besonderen Ausschuessen zu verschaffen.
Das Komitee unterbreitete diese Empfehlungen dem IBFG in
Bruessel auf das Ersuchen J. H. Oldenbroeks, des Generalsekretaers
der 50 Millionen nichtkommunistischer Mitglieder zaehlenden internationalen Gewerkschaftsorganisation. Mitglieder des Komitees sind
Ernest Bell, britischer Gewerkschaftsbund (TUC) Vorsitzender,
M. C. Bolle, Internationale Gewerkschaft oeffentlicher Bediensteten,
Albin Karl, Deutscher Gewerkschaftsbund, R. Richard, franzoesische
GGT-FO, R. Speyser, franzoesische CCO, M. van de Moortel, belgische
CGSP, Kai Nissen und Einar Nielsen, daenische TUC, Walter Amann,
schwedische TUC, W. G. Spiekman, Internationaler Verband der Angestellten und Techniker, Charles G. J. Everling, belgischer FGTS,
Harry Martin, Vorsitzender der amerikanischen Journalisten-Gewerkschaft (CIO), 0&gt; Valkeners, franzoesische Gewerkschaft der Post-,
Telegrafen- und Telefonbediensteten (PTT), J. H. Oldenbroek, G. de
Muynck und Albert Heyer, IBFG und Eimer Cope, CIO. Das Mitglied
des Komitees Irving Brown, AFL, war verhindert, an dieser Sitzung
teilzunehmen.
ECA-Airgram A 333
9/5/50
WIEDERAUFBAU NORWEGENS STEIGERT BESCHAEFTIGUNGSZIFFER UND PRODUKTION
Die Beschaeftigungsziffer und die Produktion steigen in Norwegen 3taendig an.
Dem Bericht der norwegischen Regierung ueber die wirtschaftlichen
Entwicklungen im ersten Quartal des Jahres 1950 zufolge ist damit zu
rechnen, dass die Produktion fuer das ganze Jahr groesser sein wird,
als in norwegischen Haushaltsplan geschaetzt worden war.
Im Laufe des ersten Quartals dieses Jahres hat sich die Beschaeftigungsziffer um 14.5000 erhoeht gegenueber einer Zunahme um
13.6000 im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres. Die Zahl der Industriearbeiter stieg um 6.400 und in der Land- und Forstwirtschaft
vermehrte sich die Zahl der Lohnempfaenger um 3.600.
Die Steigerung der Produktion erstreckt sich auf fast alle
Zweige der Wirtschaft. Die industrielle Produktion war zum Beispiel im ersten Quartal um 7% hoeher als im Vorjahr.
Labor News Bulletin
VII/15 - VIII/15/50
- 16 -

HICCG H-1734 L » B Oct 50 5 M

�Internationale

ARBEITSNITTEILUNCEN
Di« folgenden Artikel «teilen Aaszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauck gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HIC0G, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auck einzelnen Interessenten direkt durch die Post lugeleü-'t.
Der Inkalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 31

Frankfurt, 6. Oktober 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Europaeische Wirklichkeiten

- - - - - - - - -

l

Die Strategie der Gewerkschaften - - - - - - -

4

Bessere Loehne - die HauptVoraussetzung fuer
die Poerderung der Demokratie in Asien - -

6

Wahrheit und Anstaendigkeit sind die L^eitsaetze
der Gewerkschaftspresse - - - - - - - - - 9
Green fordert Preiskontrolle und Sondersteuern
auf Kriegsgewinne - - - - - - - - - - - - 9
Das Roosevelt-College in Chlkago - - - - - - -

io

Neues rumaenisohes Arbeitsgesetz - - - - - - -

n

Arbeitsminister Maurice J. Tobin - USA:
EUROPAEISCHE WIRKLICHKEITEN
Niemals in der Geschichte war es fuer die Amerikaner wichtiger als heute, die Voelker Westeuropas zu kennen und zu verstehen.
Wenn die Vereinigten Staaten jene Rolle im internationalen Geschehen spielen wollen, die die Vorbestimmung ihnen zugewiesen hat,
so muss das amerikanische Volk das klarstmoegliche Bild von den
europaeischen Hoffnungen und Wirklichkeiten haben.
Ueber den Regierungen und Voelkern Westeuropas lastet der
bedrohliche Schatten des kommunistischen Imperialismus. Diese
Bedrohung ist weniger furchterweckend geworden seit der wirtschaft- 1 -

�liehen und militaarischen Unterstuetzung, die die Vereinigten Staaten gewaehren. Die moralische Staerke Westeuropas hat sich gehoben, seitdem Amerika seine Hilfe zur Verfuegung stellt. Ueberall
finden sich Zeichen der Erholung - die Fortschritte sind in kleinerem
und groesserem Ausmass zu bemerken.
Unsere europaeischen Freunde erkennen dies dankbar an. Sie
schaetzen auch durchaus die amerikanische Grosszuegigkeit. Aber
trotzdem haben sie noch viele Sorgen. Wenn sie zum Beispiel sowjetische Propaganda hoeren, die darin ausmuendet, dass die Dinge
in diesem Lande nicht reoht vorwaertsgehen, fangen einige sich
zu wundern an, ob die Bastion der Demokratie, die ihre Hauptstuetze ist, etwa ihre Staerke verliere . . . .
Deshalb ist es notwendig, die Quellen des amerikanischen
Wohlstandes klarzulegen. Es muss an die verschiedenen Formen der
Vorbeugungspolitik erinnert werden, die gegen wirtschaftliche Rueckschlaege aufgebaut wurden, an Altersrenten und freie oeffentliche
Stellenvermittlungsdienste, an Arbeitslosenunterstuetzungen und
die Garantierung der Sicherheit der Spargelder, ah Mindestlohnvorschriften und Arbeitszeitverordnungen, an die Unterstuetzung
der Landwirtschaft und an die Entwicklung bestimmter Hilfsquellen,
an die grundsaetzliche Verantwortlichkeit fuer die Vollbeschaeftigung, an die Elektrifizierung auf dem Lande und an alle die anderen Massnahmen, die seit 1933 durchgefuehrt werden, um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten stabil zu erhalten und damit zum
Wohle des Volkes als ganzem zu wirken.
Aufgrund dieser Fortschritte werden die Vereinigten Staaten
niemals wieder eine solch schwere Wirtschaftskrise durchmachen
muessen wie es 1930 der Fall war. Im letzten Jahre drohte die
Zahl der Erwerbslosen stark anzusteigen, es schien, dass sich die
USA auf einem absteigenden Ast des Wirtschaftslebens befinden,
wie es gewoehnlich mehr oder weniger schnell nach einem Krieg* der
Fall ist.
Aber die Flut, die alles zu ueberschwemmen schien, ging sehr
schnell wieder zurueck. Die Vorsichtsmassregeln, die gegen die beginnende Krise in Anwendung kamen, setzten sich ausserordentlich
wirkungsvoll und nachdruecklich durch. Die Vereinigten Staaten
haben gelernt, wie die furchtbaren Folgen der Krisenzyklen sich
vermeiden lassen.
Wer daran zweifelt, der sieht nicht mehr die Wirklichkeit.
Die Zahl der Beschaeftigten hat ihren hoechsten Friedensstand in
der Geschichte der USA erreicht - fast 62 Millionen sind in verschiedensten Stellungen taetig. Das Land steckt mitten in einem
Wohnbau- und allgemeinen Bauprogramm, das die Bautaetigkeit in
diesem Jahr zu neuen Hoechstziffern bringen wird. Die Stromerzeugung hat alle bisherigen Rekorde uebertroffen. Die Gesamtproduktion steht heute bei etwa 265 Milliarden Dollar im Jahre. Sieht
das etwa danach aus, dass ein wirtschaftlicher.Zusammenbruch bevorsteht.
Vom 3. April bis zum 31. Mai 1950 haben die Vereinigten Staaten durch ECA, das amerikanische Hilfsprogramm fuer Europa, so
viel wie 9,115 Millionen Dollar fuer den Wiederaufbau einer gesunden .Wirtschaft und die Wiederfestigung der Demokratie in der uebrigen Welt ausgegeben. Hier muessen 162,5 Millionen Dollar fuer
das Deutschland-Programm hinzugefuegt werden - dann hat man einen
Begriff von der wirtschaftlichen Unterstuetzung, die Amerika Europa
gegeben hat. Weiter muss eine Schaetzung von etwa 1 Milliarde
Dollar fuer militaerische Hilfe hinzugefuegt werden und jedermann
- 2 -

�wird ueberzeugt sein, dass die europaeischen Voelker diesseits
des Eisernen Vorhangs allen .Grund zu dem Glauben haben, dass Amerika ihr Freund und Helfer ist.
Im Juni kam die Nachricht, dass die ferngesteuerten nordkoreanischen Streitkraefte in die friedliche Republik Suedkorea eingedrungen sind. Suedkorea hat amerikanische Unterstuetzung erhalten,
es befand sich auf dem Wege zu Frieden, Freiheit und sozialer
Gerechtigkeit, als die Vereinten Nationen ihm die Unabhaengigkeit
gaben. Dieser brutale und nichtprovozierte Angriff erschuetterte
die Voelker "'Osteuropas zutiefst. Sofort fragten sie: "Was- wird
Amerika unternehmen?" Das war die Frage, die zwei Tage alles
ueberschattete. Dann antwortete Praesident Truman in einer Form,
die die ganze Welt in Spannung versetzte.
Die eindeutige Stellungnahme Praesident Trumans wird von'
Europaeern dahin ausgelegt, dass hier der amerikanische Charakter
und der amerikanische Verantwortungssinn triumphierte. Die demokratischen Staaten antworteten auf diesen Beweis der Verpflichtung und des Mutes nicht nur mit Lobpreisungen, sondern mit allen
Zeichen des Bewusstseins ihrer eigenen Verantwortung, der kommunistischen Bedrohung entgegenzutreten.
Die Demokratien in Europa sind Amerikas Nachbarn, wie sie es
bisher niemals gewesen sind. Die USA schulden ihnen und der gesamten freien Welt jede Unterstuetzung, die dieses Land mit seinem Reichtum und seiner Staerke bieten kann. Jede Unterlassung,
diese Macht zugunsten des Guten der Menschheit einzusetzen, wuerde
die groesste Suende der Undankbarkeit sein, die eine Nation wie
die Vereinigten Staaten jemals begehen koennten. Die Vorsehung
ist bisher so guetig gewesen - die Vereinigten Staaten wuerden
zutiefst ihre Verpflichtung verkennen, wenn sie sich weigerten,
das, w.as sie besitzen, zu teilen und die Sache der Gerechtigkeit
und der Freiheit ueberall zu unterstuetzen.
Das ist eine unabaenderliche Pflicht. Aber man betrachte
einmal, was es bedeutet haette, wenn die USA in dem gegenwaertigen
Stand der Ereignisse in der Welt sich zurueckgehalten haetten. Man
haette dem sowjetischen Imperialismus den Weg sehr leicht gemacht
und zugesehen, wie demokratische Freunde versklavt wuerden. Und
geradezu zwangslaeufig wuerden die Folgen einer solchen Haltung
vernichtend auf die Vereinigten Staaten zurueckschlagen. Denn aus
dieser wachsweichen Haltung, die sich aus dieser Untaetigkeit ergeben wuerde, ergaebe sich fuer den Kommunismus am Schluss eine
ausgezeichnete Position, in der gleichen Weise mit den Vereinigten
Staaten selbst zu verfahren. Indem diese den Demokratien helfen,
sowohl wirtschaftlich als auch militaerisch staerker zu werden,
befestigen sie ihre eigene Freiheit und die Vereinten Nationen können den Schlaegen und den Geschicken der kommenden Zeit besser
widerstehen.
Die Vaterlandsliebe der Arbeiterschaft in allen westlichen
Demokratien hat sich in unermesslicher ?/eise durch die Antwort verstaerkt, die der kommunistischen Herausforderung in Korea erteilt
worden ist. Franzoesische Arbeiter und erst einmal Franzosen,
bevor sie etwas anderes sind. Italienische Arbeiter sind in erster
Linie Italiener und sonst nichts. Sie alle lieben ihre Heimat.
Die Binden sind von ihren Augen gerissen. Wie freie Arbeiter ueberall, lassen sie sich nicht mehr von jenen Agenten zum Narren halten, die sich fuer die Feinde ihres eigenen Landes einsetzen.
Die Aktion, die durch die Vereinigten Staaten und die Vereinten Nationen durchgefuehrt wird, hat die Atmosphaere gereinigt
und gleichzeitig den Weg gezeigt, der beschritten werden muss, wenn
- 3

�die Freiheit gerettet werden soll. Die amerikanische Betrachtungsweise hat sich von der Verwirrung und den Zwistigkeiten in eine
feierliche Uebernahme der Verantwortlichkeit geaendert. Die USA
sind heute vollkoüjnen davon ueberzeugt und auch bereit, nicht
nur die Dinge in Korea wieder in Ordnung zu bringen, sondern auch
jede andere kommunistische Aggression zurueckzuschlagen, wo auch
immer sie sich praesentieren mag.
Noch klammert sich jeder an das Ideal des Friedens. Die
Hoffnung ist nicht aufgegeben, dass, nachdem die Rechte Suedkoreas
wiederhergestellt sind, die Kommunisten keinem anderen Satellitenstaat zu irgendwelchen Aktionen veranlassen. Was aber noch
immer geschehen mag - die Voelker muessen zu einem lebendigen
Bewusstsein jener Rolle kommen, die sie in internationalen Angelegenheiten spielen muessen.
Als die rechte Hand der Vereinten Kationen muessen die USA
unerschuetterlich sein in der Abwehr jeder Aggression. Das Schicksal aller freien Voelker der Erde ist ein unteilbares. Die USA
werden in dieses Geschehen unweigerlich hineingezogen, wo blosse
Kraft ueber Freiheit und Menschenrechte triumphiert, fuehlen die
Voelker die Schlaege. Die Amerikaner wissen, dass sobald die
Freiheit irgendwo ausgeloescht wird, die Glocke auch fuer sie
bald schlagen wird.

DIE STRATEGIE DER GSTBRKSCKAFTEN
Dieser Beitrag ist die Uebersetzung eines Artikels, der kuerzlich im "Populaire" erschienen ist, dem Organ der franzoesischen sozialistischen Partei.
Die Resultate, die in den letzten Monaten erreicht werden
konnten, werfen ein staerkeres Licht auf die Aktivitaet und die
Geschicklichkeit der amerikanischen Gewerkschaftsfuehrer. Hierbei nuss jedoch in betracht gezogen werden, dass eine ganze Anzahl besonderer Ereignisse ihnen in ausserordentlichem Masse zugute kam. Dank der hohen Loehne, die es den Arbeitern ermoeglicht, auch verhaeltnismaessig höbe Beitraege zu zahlen, verfuegen die Gewerkschaften ueber hohe Kassenbestaende, die es ihnen
erlauben, einen Streik viele Wochen hindurch zu finanzieren und
die erforderlichen Streikunterstuetzungen zu zahlen. Die Gewerkschaften koennen weiterhin mit der Solidaritaet jener Arbeiter
Fechnsn, die in anderen Werken weiterhin in Arbeit bleiben, weil
diese Solidaritaet nicht auf freiwillige Gaben aufgebaut ist, sondern auf einem System zeitweiliger Sonderbeitraege, die von der
Gewerkschaft erhoben werden. Dank dem System des "closed shops",
bei den der Unternehmer sich damit einverstanden erklaert, ausschliesslich solche Arbeitskraefte zu engagieren, die der Gewerkschaft aneehoeren, mit der der Tarifvertrag abgeschlossen worden
ist, koennen die Gewerkschaften waehrend einer solchen Aktion
nicht durch rivalisierende Gewerkschaften unterminiert werden.
Selbstverstaendlich machen die Gewerkschaften vollen Gebrauch
von den Moeglichkeiten, Lohnerhoehungen durchzusetzen, denn bei
der segenwaertigen Konjunktur sind Arbeitskraefte unentbehrlich.
Das ist gegenwaertig in der Automobilindustrie der Fall, morgen
wird es in der gesamten Metall- und Ruestungsindustrie so sein,
die gegenwaertige Wiederaufruestung fuehrt automatisch dazu.

- 4

�Die Gewerkschaften haben weiterhin die Anwendung des Teilstreiksystems anzuwenden gelernt, durch die ein Schluesselunternehmen lahmgelegt wird und die gesamte davon abhaenpige Industrie
zur üntaetigkeit gezwungen wird. Das gleiche gilt fuer den
"Sitzstreik*1, den auch die Italiener kennen, ihn aber nur mit geringem Erfolg benutzen konnten, da er in erster Linie fuer politische Zwecke ausgenutzt werden sollte.
Und schliesslich haben es die Gewerkschaften mit Lnternehmern
zu tun, die nicht weniger profitgierig sind als ihre europäischen
Kollegen, wenn auch in einer etwas anderen V.'eise. Fuer den europaeischen Unternehmer ist der Arbeiter, wie es die Nationalsozialisten offen sagten, eine Art niedrigeren '.Yesens, der dazu verurteilt ist, in Elendsvierteln zu leben, aermliche Kleider zu tragen
und minderwertige Nahrung zu sich zu nehmen. Fuer den amerikanischen Unternehmer ist der Arbeiter jedoch ein Verbraucher, ein
Kunde, dem man genuegend Geld geben muss, damit er die produzierten Dinge auch wirklich kaufen kann. Die gesamte amerikanische
Wirtschaft der letzten achtzig Jahre basiert auf diesem Grundsatz
der hohen Loehne und des hohen Verbrauchs.
Aber alle diese Tatsachen, die eine Lektion fuer die Europaeer sein sollten, koennen nicht den Erfolg Amerikas erklaeren,
wenn nicht die geistigen Faehigkeiten der leitenden Persoenlichkeiten in betracht gezogen wuerden. Die beiden Hauptpunkte hierbei
sind die Tatsachen, dass sie weder politische noch metaphysische
Persoenlichkeiten sind, wenigstens nicht in einem bemerkenswerten
Grade. Das "Klima" der Vereinigten Staaten gestattet ihnen einfach
nicht, sich als Politiker zu beschaeftigen. Amerika ist ein Land,
in dem 50% der Y/aehler nicht an die Wahlurne gehen, in dem von
selten des Staates nur selten Vorteile erwartet werden, sondern
im Gegenteil, nur aufgrund einer privaten Initiative. Es ist bedeutsam genug, dass die Alterspensionen der Arbeiter nicht von
Staat auf einer annehmbaren Hoehe festgelegt werden, sondern aufgrund besonderer Vereinbarungen zwischen den Gewerkschaften und
den Unternehmern. Diese Methode ist voellig verschieden von der
in Europa angewendeten. In Europa sind die Hauptgewinne, die die
Arbeiter erzielen konnten, auf dem "rege der Gesetzgebung erreicht
worden, das heisst also auf politischem V/ege. Dieses System hat
jedoch den Nachteil, dass die Arbeiter sogenannten schwachen Gewerkschaften nicht anzugshoeren brauchen, da sie ohnehin die gleichen Vorteile sich automatisch erwirken. Die Amerikaner sind jedoch weder Metaphysiker noch Theoretiker, soweit es sich um Gewerkschafter und Unternehmer handelt. Zweifellos haben sie ihre eigene
Auffa-.sung ueber Komplexe und "Entkomplexierungen" ueber Verwicklungen und Entwirrungen, sie sind sich auch darueber klar, dass jede
Lohnbewegung in gewissem Sinne ein Rueckschlag ist; aber sie weigern
sich absolut, eine Verwirrtheit zu erzielen, wie sie etwa hervorgerufen werden koenn';e durch ein geistiges Spinnwebennetz, das die
kapitalistischen Unternehmer in ihren Diskussionen mit den Gewerkschaftsvertretern durchaus anzuwenden wussten.
Tatsaechlich sind aber diese Maenner wirkliche Realisten, die
sehr genau ueber ihre eigene Kraft und Staerke informiert sind aber genau so gut ist es auch der Gegner. Sie wenden sich sowohl
an die Gerichte als an die Moeglichkeit, die Arbeit zu unterbinden.
Vor allem John Lewis, der Vorsitzende der Bergarbeitergewerkschaft,
ist ein ausgezeichneter Kenner der Materie und ruft gern die Gerichte an. Es ist somit verstaendlich, dass diese Maenner die gegebenen Moeglichkeiten kennen und genau wissen, wie sie eine tuechtige
Strategie zu entwickeln haben. Diese Maenner werden von den Arbeitern als wirkliche Persoenlichkeiten geschaetzt und geachtet, sodass
ihnen ohne Zoegern und ohne jede Vorbehalte zugestimmt und gefolgt
wird.
- 5-

�Henry G. Fleischer:
3SrSERE LOEHNE - DIE HAUPTVORAUSSETZUNG FUER DIE FOERDERUNG DER
DSVOKRATIS IN ASIEN
John Brophy, der soeben von einer 50.000-km-Reise quer durch
Asien zurueckgekehrt ist, brachte zum Ausdruck, dass die Amerikaner
alle3 tun sollten, um Dutzenden nichtkommunistischer Laender zwischen Iran und Tapan ihre Hilfe zur Verfuegung zu stellen.
BroDhy, der Vorsitzende des industriellen Ausschusses des CIO
und alter amerikanischer Gewerkschafter, fasste seine Beobachtungen
in Asien wie folgt zusammen:
Die asiatischen Gewerkschaften gehen jetzt an die Arbeit. In
vielen Laendern sind die Probleme, mit denen sie zu kaempfen haben,
weit groesser als die, denen wir jemals gegenueber standen. Aber
hier findet sich noch eine betraechtliche Begeisterung und wir
haben die Verpflichtung, ihnen zu helfen, um auf demokratischen
Wegen vorwaerts zu schreiten.
Brophy bereiste die asiatischen Laendsr als Mitglied einer
Sondermission, die vom Internationalen Bund Freier Gewerkschaften
beauftragt wurde, mit den nichtkommunistischen Gewerkschaften dieser Laender Kontakt aufzunehmen. Die Kommission verliess Bruessel,
den Sitz des I.B.F.G., am 1. Juli und blieb zwei Monate in Asien.
In diesen beiden Monaten scrach Brophy mit Dutzenden von Gewerkschaf tsfunkwionaeren, Regierungsvertretern und Unternehmern. Er
erlebte, wenn auch nur fuer eine Stunde, eine Hitze von 57° auf
dem Flugplatz von Basra, er sah einen Zirkus mit 62 Elefanten in
Kandy auf Ceylon (Brophy will sie gezaehlt haben.') und hoerte
einer Debatte im Parlament von Ceylon zu, jetzt eine sich selbst
verwaltende Kolonie des britischen Imperiums. Zwei Mitglieder
des Senats sind trotzkistische Kommunisten, einer stalistischer
Kommunist, aber alle drei haben fuer die Vereinigten Staaten
nichts uebrig.
Brophy vom I.B.F.G.-Komitee uebergab einen Bericht seiner
Eindruecke dem Exekutiv-Komitee in Bruessel. Er enthaelt eine
Uebersicht ueber die Gewerkschaftsbewegung und ihre Probleme in
Asien, wobei gleichzeitig die Methodik erwaehnt wird, wie die Organisationen der Arbeiterschaft gefoerdert werden koennen. V.'eitere Vorschlaege sehen die Gruendung mehrerer Gewerkschaftsbueros
und gleichzeitig die Einrichtung von Schulen, um Gewerkschafter
auszubilden, vor und schliesslich Empfehlungen, die kommunistische Propaganda und Infiltration zu bekaempfen.
Die demokratischen Kraefte in Asien werden sich erheblichen
Schwierigkeiten gegenueber sehen, wenn ihre F reU nde in Europa und
Amerika nicht sofort Hilfe leisten koennen. Die Stimme Amerikas
ist nicht viel mehr als ein leises Wispern in Asien, wenn man die
ruecksichtslose Agitation der Kommunisten betrachtet. Leider
glauben viele Asiaten, dass die Vereinigten Staaten ihre Unabhängigkeit bedrohen koennen. Seit Jahren bemueht sich die kommunistische Propaganda, diese Schlagworte ueberall zu verbreiten
aber geeignete Massnahmen muessen ergriffen werden, und zwar
durah Taten und durch V/arte zugleich.
John Brophy sagte, dass seine Reise in Asien zwischen Iran
und Japan ihn ueberzeugt hat, dess hier ein revolutionaerer Wirkungsstoff zu finden ist, allerdings verschiedene Grade der Intensitaet im gesamten Asien anzutreffen sind.
Brophy weist darauf hin, dass die Voelker Asiens Nationalisten
sind, sie wuenschen fuer ihre Laender Unabhaengigkeit und Gleich6 -

�heit mit den anderen Nationen der Welt. Dieses Streben nach nationaler Unabhängigkeit war das Ziel revolutionaerer Bemuehungen der
Kommunisten, um durch diesen Wirkstoff Volkstuemlichkeiten zu erhaschen, heute muessen sie aber die Voelker taeuschen, um die
asiatischen Nationalisten in das sowjetische Lager herueberzuziehen.
In fast allen Laendern sind die Gewerkschaften hoch schwach,
obgleich sie sich in Japan ausgezeichnet entwickelt haben. Das
Fussfassen des I.B.F.G. in Asien hat einen neuen "Lebensanspruch"
der Arbeiter bewirkt und einen neuen Begriff der Organisationsarbeit fuer viele asiatische Gewerkschaftsorganisationen bewirkt,
von denen bereits ein grosser Teil dem I.B.F.G. angehoert.
Obgleich viele Gewerkschafter absolute Nationalisten sind und
ihre Gewerkschaften in der nationalrevolutionaeren Bewegung eingegliedert sind, interessieren sie sich auf der anderen Seite fuer
den gewerkschaftlichen Internationalismus, wie ihn der I.B.F.G.
vertritt und sie vertreten durchaus die Schaffung neuer oertlicher
I.B.F.G.-Verbaende, um durch den Aufbau einzelner Gewerkschaftsgruppen eine machtvolle Organisation zu begruenden.
Die Milliarden Menschen, die auf dem asiatischen Kontinent leben, haben den niedrigsten Lebensstandard der Menschen der Welt.
Wenn sie sich, der Sache der weltweiten demokratischen Politik verschreiben wollen, somuss ein Beginn damit gemacht werden, ihren
Lebensstandard zu verbessern.
Die Vertreter des Komitees erkannten sehr schnell, dass ihre
gesamte Organisation den asiatischen Arbeitern helfen muss. Ein
Weg, auf dem dies geschehen kann, ist die unter Drucksetzung europaeischer und amerikanischer Gesellschaften, die mit diesen Laendern geschaeftliche Beziehungen haben. Durch diesen Druck muss
erreicht werden, dass sie 3ich zu einer Verbesserung der Lebenshaltung fuer Hunderttausende von Arbeitern bereit erklaeren.
Gerade jetzt koennten viele dieser Gesellschaften, die zum Beispiel mit Gummi, Oel, Zinn, Tee oder anderen kolonialen Guetern
Handel treiben, wesentlich zu einer Steigerung der Lebenshaltung
in Asien .beitragen. Viele asiatische Arbeiter sind es gewohnt nur
im Lichte dieser Gesellschaften Amerika zu beurteilen. Man kann
sich dabei vorstellen wie die Eindruecke beschaffen sind, die sich
hier gebildet haben.
Natuerlich benutzen die Kommunisten jeden Vorteil, der sich
aus dieser Situation ergab und sie haemmern unablaessig auf diesem
Thema des "amerikanischen Imperialismus" herum. Aber diese Artikel
erscheinen in vielen nichtkommunistischen Zeitungen und Zeitschriften und sprechen zu einer weiten Oeffentlichkeit.
Ungluecklicherweise scheinen unsere Propagandisten diese Probleme nicht zu erkennen, dadurch wird die amerikanische Lebensauffassung in einer sehr engen Bahn dargestellt.
Die aussen jedoch haben eine wesentlich bessere Kenntnis der
augenblicklichen Schwierigkeiten und der bestehenden Vorurteile
und sie wissen sich dieser Moeglichkeiten sehr gut zu bedienen. Die
meisten asiatischen Gewerkschaftsfuehrer glauben an eine Zukunft,
in der sie die bestehenden Gesellschaften als eine Kombination des
Gemeinbesitzes ansehen, in die die allgemeine Industrie und die der
Grundstoffe einbezogen wird, wobei jedoch private Unternehmen weiter
bestehen sollen.
Jeder Versuch, so warnt Brophy ausdruecklich, das freie Unternehmertum als das einzige Mittel d.es wirtschaftlichen Fortschrittes
7 -

�hinzustellen, wuerde uns voellig in eine Sackgasse fuehren. Ganz
Asien ist ausserordentlich an den verschiedenen Programmen interessiert, die mit technischen Unterstuetzungen den Lebensstandard
verbessern sollen« üine dieser Moeglichkeiten ist von Praesident
Truman in seinem Punkt-Vier-Programm mit einem Anfangsbetrag von
25 Millionen Dollar in Gang gebracht worden. Die CTO-Vertreter
haben von Anfang an scharfe Kritik an diesem Betrag geuebt, weil
er viel zu gering erscheint, um sich auswirken zu koennen.
Die Briten arbeiten an einem aehnlichen Plan. Die Vereinigten Staaten haben eine ganze Anzahl Projekte laufen, um Gesundheitswesen, Handel, Landwirtschaft und Finanzfragen in verschiedenen asiatischen Laendern zu foerdern.
Die Delegation des I.B.F.G. bestand neben Brophy aus Gordon
Chapmann von der AFL, J". W. Dalley von den britischen Gewerkschaften, Robert Dekeyzer von der belgischen Gewerkschaftsbewegung und
Deven Sen vom indischen National-Kongre3S der I.B.F.G. Gewerkschaften. Sie wurden von Tay Krane vom I.B.F.G.-Vorstand begleitet,
der frueher fuer den CIO in Europa arbeitete, und Richard Deverall,
dem ehemaligen Schulungsleiter der Automobilarbeitergewerkschaft,
der baute die AFL in Indien vertritt.
Bevor die Ke^imission nach Asien fuhr, besuchte sie Genf, um
einer Konferenz der Internationalen Arbeits-Organisation beizuwohnen. Hier hatte sie Gelegenheit, mit einer ganzen Reihe asiatischer Gewerkschaftsvertreter zu sprechen, und konnte hier bereits ihre Reiseplaene und Vereinbarungen fuer Konferenzen festlegen.
Das I.B.F.G.-Komitee teilte sich in zwei Untergruppen, damit
alle Staaten, die besucht werden sollten, auch tatsaechlich besucht
wurden. Eine Gruppe ging nach Pakistan, Indien, Ceylon, Hongkong,
Singapur, den Malaiischen Staaten, Siam, Philippinen, Japan und
Formosa. In jeder Stadt wurde die Kommission durch die Vorsitzenden der oertlichen Gev^erkschaf tsbewegung willkommen geheissen,
dann begannen eingehende Unterhaltungen, die in englisch oder mit
Hilfe des Dolmetschers oertliche Gewerkschaftsprobleme zum Gegenstand hatten.
Durch diese Gespraeche sind fast alle Probleme zum Vorschein
gekommen, die in Asien existieren. Alle diese Voelker arbeiten,
sie denken nach und sind zu Experimenten bereit.
Sie sind ueberaus interessiert, zu hoeren, was unsere Gewerkschaften tun und sie legen grossen Wert auf Ratschlaege, was sie
selbst tun koennen, um ihre eigenen Organisationen wirksam aufbauen zu koennen.
In einigen Laendern sind natuerlich die wirtschaftlichen Fragen in erster Linie landwirtschaftlicher Art, in anderen besteht
eine betraechtliche Industrie fuer Stahl, Textilien oder Gummi,
und hier werden die Gewerkschaften auch nach und nach staerker.
Ueberall jedoch waren die Leute sehr begeistert ueber den Schritt
des I.B.F.G., und sie wollen noch mehr darueber erfahren. Es besteht eine ausgezeichnete Moeglichkeit, um den demokratischen
Fortschritt zu sichern und eine moderne Gewerkschaftsbewegung in
Asien zu gruenden. Es haengt allerdings viel davon ab, ob diese
Moeglichkeiten sich in naechster Zukunft realisieren lassen.
CIO News
9/18/50

- 8-

�WAHRHEIT UND ANSTÄNDIGKEIT SIND DIE LEITSAETZE DER GEWSRKSCHAFTSPRESSE"
Die Gewerkschaftspresse hat eine schwere Verantwortlichkeit
gegenueber der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung zu erfuellen.
Ebenso wie die Gewerkschaftsbewegung muss die Gewerkschaftspresse
immer daran denken, dass sie ueber jede Verdaechtigung erhaben
se^n muss. Die Gewerkschaftspresse hat grosse Fortschritte in
der Hoehe der Auflage, ihrem Einfluss und ihrem Prestige waehrend
der letzten 20 Jahre ?u verzeichnen. Dieser wachsende Einfluss
Ist zum groessten Teil auf die wahren und ungeschminkten Berichte
ueber alles Geschehen in den Gewerkschaften zurueckzufuehren, die
die Gewerkschaftspresse in ihren Nachrichtenspalten den Lesern
mitteilt. Jene Gewerkschaftsorgane, die Anzeigen aufnehmen,
wachen darueber, dass keine unwahren, verdaechtigen und gegen die
Gewerkschaftsbewegung gerichteten Berichte als bezahlte Anzeigen
veroeffentlicht werden und da sie s,ich immer ihrer Verantwortlichkeit bewusst sind, den guten Nfimen der Gewerkschaftsbewegung zu
erhalten, bemuehen sie sich, uebergenau zu sein, wenn der Eindruck entstehen koennte, dass eine Druckmassnahme angewendet wird
oder eine Ungeschicklichkeit durch die Wirkung des Anzeigenteils
entstehen koennte. Das wachsende Prostige der Gewerkschaftsnresse
wird dann und wann von skrupellosen Geschaeftsleuten zu stoeren
versucht, die sich darum bcmuehen, diese Anstrengungen dadurch
zunichte zu machen, indem sie sogenannte "unabhaengige" Gewerkschaftszeitungen schaffen, deren einziger Zweck es ist, sich von
solchen Unternehmen Anzeigen geben zu las-stn, die nur wenig od^r
ueberhaupt nicht ueber die Dinge informiert sind und diesen sonderbaren Druckmethoden nachgeben. Niemals wuerdeein wirklicher
Gewerkschaftsvertreter einer solchen Praxis irgendwelchen Raum
geben, weil er weiss, dass er damit der i'ache der Gewerkschaftsbewegung ausserordentlich schaden wuerde. Die Konferenz der Gewerkschaftspresse bestaetigte erneut ihren festen Entschluss, ihre
bisherigen Methoden beizubehalten und sie weiter beizubehalten,
um mit allen Mitteln den guten Namen der Gewerkschaften reinzuhalten und sich von allen Massnahmen gewissenloser und lediglich auf
den Profit bedachter Einzelgaenger abzusetzen. Die Konferenz der
Gewerkschaftspresse bestfeetigte, dass die uebervviegende Majoritaet
der Gewerkschaftsorgane sich ihrer Verantwortlichkeit bewusst ist
und diese auch freiwillig sich auferlegt, ^urch diese ;.!ar,s nahmen
traegt auch die Gewerkschaftspresse dazu bei, da3s die Macht und
das Prestige aller Gewerkschaftszeitungen steigt. Die Konferenz
der Gewerkschaftszeitungen begruesstö die kuorzlichen Aktionen des
Exekutivrtts der amerikanischen Fedöration of Labor gegen den
"Gswerkschartskourier" und bittet nachdruecklich den Exekutivrat,
weiterhin seine Untersuchungen gegen unwahre Praktiken fortzusetzen und geeignete und wirksame Massnahmen gegen jedes und alle
sogenannten nGewerkschafts"-Zeitungen durchzufuehren, ganz gleich
ob sie bedeutender oder unbedeutender sind, sobald sie schuldig
werden, unsaubere und schmutzige Praktiken in ihrem Anzeigenteil
zu dulden.
AFL Weekly News Service
9/8/50
GREEN FORDERT PREISKONTROLLE UND S ONDSRSTSUERN AUF KRIEGS GEWINNE
Der wiedergewaehlte Vorsitzende der amerikanischen Federation
of Labor, William Green, verlangte eine wirksame Preiskontrolle
fuer die wichtigsten Waren und eine Steuer auf ueberhoehte Gewinne,
die zugleich eine wirksame finanzielle Hilfe sein kann, den Krieg
in Korea zu beenden und eine verderbliche Inflation unmoeglich
zu machen.
•
- 9-

�Diese Forderungen brachte Green in einer Ansprache zum Ausdruck, die er anlaesslich einer Tagung der Gewerkschaftsliga fuer
politische Erziehung hielt. Der Vorsitzende des nationalen Sicherheitsausschusses, W. Stuart Symington, sprach hier ebenfalls und
sagte: "Wenn Korea uns eins gelehrt hat, so ist es die Tatsache,
dass eine friedliebende Demokratie nicht auf weitere Angriffsakte
warten darf, um eine Mobilisierung durchzufuehren, die dieser
Aggression begegnen soll. Wir muessen heute eine Verteidigung aufbauen, die ausreichend ist, um mit unseren Verbuendeten jene Entscheidungen der Vereinten Nationen durchzufuehren, die im Interesse
eines Weltfriedens gemacht worden sind." Green fuehrte im einzelnen aus: "Ein tatsaechliches und wirksames Verteidigungsprogramm
erfordert eine schnelle Umstellung unserer industriellen Kapazitaet
und einen voelligen Wechsel unserer nationalen Wirtschaft. Dies
ist keineswegs ein mueheloses Beginnen. Wir brauchen eine Sondersteuer fuer uebermaessige Gewinne, weil seit dem Beginn des KoreaKonfliktes sowohl unser Verteidigungsprogranm als auch jeder einzelne Verbraucher durch die sich in weitesten Kreisen breitmachende Profitsucht geschaedigt worden sind. Wir benoetigen Preiskontrollen fuer viele Waren und Dienstleistungen, weil die Preise
waehrend der letzten sechs Wochen zuweilen wolkenkratzeraehnlich
gestiegen sind. Unter Umstaenden koennen die Löhne stabilisiert
werden, aber dies erscheint ziemlich unmöeglich, da die Loehne
sich nicht veraendert haben, seitdem jene Notzeit' begann. Der von
mehr als 99% aller amerikanischen Arbeiter nach Hause gebrachte
Lohn ist unveraendert geblieben, waehrend die Preise in die Hoehe
geschossen sind. Wenn heute die Loehne auf dem alten Stand verbleiben sollten, so waere es eine Ungerechtigkeit, die gegenwaertigen Verhaeltnisse zu stabilisieren. Es muss eine Gelegenheit gegeben werden, die Loehne wieder auf einen paritaetischen Stand
mit den gestiegenen Preisen zu bringen, ehe irgendein Versuch gemacht wird, eine Lohnkontroll©, auszuueben. Die Ansprache des Vorsitzenden William Green war der Hoehepunkt einer Gedenkfeier in
Chikago, an der 75,000 Personen teilnahmen. Bei Beginn der Feierlichkeiten wurde ein riesiges Portrait des Gruenders der AFL,
Samuel Gompers, enthuellt.
AFL Weekly News Service
9/8/50
Dan Smith:
JA° R 00SEVELT-C OLLEGE ITT ClilKAOO
Das College in Chikago ist die groesste Schule der Gewerkschaften. Unter den annaehernd 100 Universitaeten und Hochschulen, die
ietzt Kurse ueber Geverkschaftsfragen durchfuehren, steht das
Roosevelt-College in Chikago an der Spitze. Das Roo'sevelt-College
i3t wahrscheinlich das am schnellsten gro sgewordene Erziehungsinstitut. Es ist die einzige Hochschule, die fuer die gewerkschaftliche Erziehungsarbeit eine eigene Schule zur Verfuegung stellt.
Die Abteilung fuer gewerkschaftliche Schulung an dieser Kochschule
hat denselben Status wie die Wirtschaftshochschule, die Hochschule
fuer Kuenste und Wissenschaften und die Hochschule fuer "usik.
Ihr Programm steht allen Arbeitern offen, ohne Ruecksicht auf eine
akademische Qualifikation oder eine fruehere schulische Erfahrung.
Heute nehmen ueber 700 Studenten an £? gewerkschaftlichen Schulungskursen teil, fuer die 18 Lehrkraefte taetig sind, die teilweise aus den Gewerkschaften kommen, zum teil jedoch aus dem Dosentenstab der Hochschule gestellt werden, ein kleinerer Teil
kommt aus der praktischen industriellen Arbeit. Der Verantwortliche fuer die gewerkschaftliche Schulungsarbeit ist Frank
- 10 -

�McCallister. Die meisten Kurse werden einmal in jeder Woche an
einem Abend in Gewerkschaftsraeumen durchgefuehrt. Dies erfolgte auf das Ersuchen der Gewerkschaften, die ihre Mitglieder dieser Schulungsarbeit zufuehren will. Darueber hinaus befinden
sich vier Klassen in den eigenen Raeumen der Hochschule im alten
Auditorium Chikagos. Die hier abgehaltenen Kurse haben als Thema
gewerkschaftlichen Journalismus, Wirtschaftswissenschaften, Zeitund Bewegungsstudien und parlamentarische Formeln. Die ausserhalb der Hochschule durchgefuehrten Kurse fuehren in ihrem Vortragsprogramm Gewerkschaftsgeschichte und Funktionaerschulung,
Auswertung des Arbeitsplatzes und die Beziehungen der industriellen Technik zu Tarifvertraegen und anderes. Obgleich die Hochschule mehr als 6 000 Studenten 7jaehlt, besteht sie erst fuenf
Jahre. Sie oeffnete im September 1945 mit 1 200 Studenten ihre
Pforten und zaehlte damals 84 Lehrkraefte. Die Gruendung der
Hochschule ist auf einen Streit zwischen Dr. Edwards J". Sparling,
dem Gruender und Rektor, und dem Aufsichtsrat der zentralen
Y.M.C.A.-Hochschule zurueckzufuehren, die damals Dr. Sparling leitete. Dr. Sparling ueberwarf sich mit dem Aufsichtsrat der
Y.M.C.A.-Hooiischule , als dieser darauf bestand, ein QJuotensystem
fuer die Minoritaetengrupoen festzulegen. Ebenso wuenschte Sparling, ein Arbeiterschulungsprogramm an dieser Y.M.C.A.-Hochschule
einzufuehren, was jedoch von dem Verwaltungsrat abgelehnt wurde.
Die meisten Lehrkraefte der Y.M.CA.-Hochschule und eine grosse
Anzahl der Studenten folgten Dr. Sparling in seine neue Hochschule
Heute sitzen zwei Gewerkschaftsangestellte im Aufsichtsrat. Der
eine Ast Morris Bialis vom Ortsausschuss der Chikagoer Damenoberbekleidungsarbeiter-Gewerkschaft, waehrend Harold Ickes Aufsichtsratsvorsitzender ist.
Studenten, die sich fuer gewerkschaftliche Schulungskurse
einschreiben lassen, muessen eine Gebuehr von neun Dollar fuer
jeden achtwoechigen Kursus zahlen, aber die gewerkschaftliche
Schulungsabteilung greift hier oft helfend ein durch die Sonderbeitraege, die die Gewerkschaften entrichten. Die Gewerkschaft
der Damenoberbekleidungs-Arbeiter ueberwies in diesem Jahre der
Hochschule £500 Dollar. Im vergangenen Dezember gelang es den
Chikaflroer Gewerkschaften 10,000 Dollar dadurch aufzubringen, dass
sie ein Dinner fuer William 0. Douglas vom amerikanischen Obersten Gerichtshof gaben, wobei jedes Gedeck 100 Dollar kostete.
In seiner Gruendungsakte, die das Datum des 17. April 1945 traegt,
hat die Hochschule ihre Absichten mit folgenden Worten niedergelegt: "Fuer diese Hochschule soll ein Lehrerkollegium geschaffen
werden, das frei und unabhaengig die Wahrheit lehrt und weitertraegt, und gleichzeitig die Schulungsmoeglichkeiten allen Menschen beider Geschlechter und der verschiedenen Rassen zu gleichen
Bedingungen sicherstellt.
AFL Weekly News Service
8/22/50
NEUES RUMAINISCHES ARBEITSGESETZ
"Die Veroeffentlichung eines neuen Arbeitsgesetzes hat eine
starke Beunruhigung unter den rumaenischen Arbeitern zur Folge
gehabt."
Dies ist die Schlussfolgerung eines Aufsatzes in der Zeitung
"Der Gewerkschafter im Exil", die von der Internationale der
Freien Gewerkschaften im Exil in Paris herausgegeben wird. Der
erwaehnte Artikel entstammt der Feder Stere Inoescu-Visan, der
frueher der Gewerkschaft der Berg- und Transportarbeiter in Bukarest angehoerte. Der Artikel stellt heraus, dass nach dem neuen
Arbeitsgesetz jedes einzelne Unternehmen besondere "interne Arbeitsregeln" festlegen muss, die nach dem Wortlaut des Gesetzes
- 11 -

�"die Arbeitsorganisation und die Disziplin in den einzelnen Werken regeln muessen." (Artikel 24). Liese Regeln werden durch
gemeinsame Vereinbarungen zwischen deii "Gewerkschaften" und den
Behoerden festgelegt, wie es sich aus dem Artikel 25 ergibt.
"Es koennte angenommen werden", so heisst es in dem Bericht,
"dass diese Vereinbarungen mit den obwaltenden Begebenheiten in
Uebereinklang stehen. Aber es muss darauf hingewiesen werden,
dass in den volksdemokratischen Staaten die Gewerkschaften nicht
durch die Arbeiter in freien Wahlen gebildet werden, sondern
durch die kommunistische Partei "beauftragt" werden. Und koennen solche "ernannten" Leute gegen die Entscheidung ihres Unternehmers Staat handeln? Natuerlich nicht, und aus diesem Grunde
richten sich die Arbeitsregulierungen ausschliesslich gegen die
Arbeiterschaft."
Weiterhin "werden die Standardleistungen, die von diesen
Organisationen festgelegt worden sind, staendig erhoeht . . . .
Nur die Verantwortlichkeit und die Verpflichtung der Arbeiter
werden genau festgelegt, waehrend die Verpflichtungen der Unternehmer ueberhaupt nicht erwaehnt werden. Kann ein solches Gesetz
sich in irgendeiner Weise zugunsten der Arbeiterschaft auswirken?"
Nach einer Analyse der Lohnabzuege fuer irgendwelche "Verfehlungen", die in dem neuen Arbeitsgesetz ebenfalls enthalten ist,
sei es, dass durch eine solche "Verfehlung" die festgesetzte Norm
nicht erreicht wird, oder Arbeitsverweigerungen kleineren Massstabes oder Sachschaeden sHch ergeben,,immer buerdet das neue
Arbeitsgesetz den Arbeitern eine Fuelle von Verpflichtungen auf,
anstatt die Interessen der Arbeitenden in irgendeiner Weise zu
beruecksichtigen. Das ganze Gesetz gibt ausschliesslich dem Staate
Vorteile, einem Unternehmer-Staat, der die Arbeiter jeder Rechte
beraubt und sie ruecksichtslos ausbeutet.
"Die Arbeiter freier Laender moegen hieran erkennen, .dass die
Arbeitsgesetzgebung in der rumaenischen Volksrepublik, ebenso wie
in der IJdSSR, die getreulich kopiert wird, eine voellig ueberholte
Form der Arbeitsgesetzgebung in anderen Laendern ist."
"Der kommunistische Vorsitzende der rumaenischen Gewerkschaftsbewegung, der dieses Gesetz als ein leuchtendes Beispiel gegenueber
gleichen Gesetzen in sogenannten- kapitalistischen Sta&amp;ten kennzeichnete, muss entweder diese Gesetze der kapitalistischen Staaten
nicht kennan oder er hat andere Ursachen, die Wahrheit zu verschweigen."
- 12 -

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ARBEITSMITTEILUNGEK
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der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
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Der Inkalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
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aufzufassen.

III - 32

Frankfurt, 13. Oktober 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Griechenland braucht starke Gewerkschaftsbewegung
Arbeitsminister Tobin fordert Unterstuetzung der
geknechteten polnischen Arbeiter - - - - - - Kubanische Gewerkschaft bricht mit Kommunisten Abschluss der AFL-Jahreskonvention - - - - - - Fast eine Million neue Wohnungen in den Vereinigten Staaten - - - - - - - - - - - - - - - - Norwegische Gewerkschaftsdelegation in Russland Niederlage der Kommunisten in einer oesterreichischen Gewerkschaft - - - - - - - - - - - Shishkin berichtet der AFL vom Wiederaufbau
Europas - - - - - - - - - - - - - - - - - - Schweden gibt 3000 Auslaendern Arbeit - - - - - Vereinigungsfreiheit in Venezuela bseintraechtigt
IBFG fordert internationale Preiskontrollen - - Amerikanische Stahlarbeiter fordern Lohnerhoehung
Gewerkschaften aus aller Welt billigen die Massnahmen der Vereinten Nationen in Korea - - - Funktionaer -des CIO vertritt IBFG bei den
Vereinten Nationen - - - - - - - - - - - - - -

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GRIECHENLAND BRAUCHT STARKE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG
In ihren Reden an den Zehnten Panhellenischen Gewerkschaftskongres3 ueberbrachten Evert Kupers und Percy Knight den griechischen Gewerkschaften die Gruesse des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften und erklaerten vor den 1800 Delegierten, dass ihre
Beschluesse nicht nur fuer die griechische Arbeiterschaft, sondern
fuer die Arbeiter der ganzen Welt von Bedeutung seien.
Eüide Redner wiesen auf die Bedeutsamkeit einer starken Gewerkschaftsbewegung hin, die im Auftrag ihrer Kitglieder und unabhaengig von der Regierung, den Arbeitgebern und den politischen
Parteien freie TarifVerhandlungen fuehrt. In diesem Zusammenhang
forderte Kupers insbesondere die Abschaffung derjenigen Gesetze,
die einen Gewerkschaftspflichtbeitrag vorsehen, der der Regierung
zugefuehrt wird, und die den Ministern fu9r Arbeit und Finanzen
die Festlegung der Loehne uebertragen. Sowohl er als auch Knight
schlugen eine vereinfachte Organisation der griechischen Gewerkschaftsbewegung vor, wobei die Rolle der Landesverbaende der verschiedenen Berufsgruppen besonders unterstrichen werden muessen.
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�Kupers berichtete den Delegierten, wie der groesste Teil
der demokratischen Gewerkschaftsgruppen nach dem Kriege versucht
hat, mit den Arbeitern in den Laendern der sowjetischen Einflusssphaere zusammenzuarbeiten, und wie sie sich durch die Gruendung
des Weltgewerkschaftsbundes mit ihnen vereinigten. Dann ging er
zu den Versuchen der Kommunisten ueber, den Weltgewerkschaftsbund
als ein Werkzeug zur Verwirklichung ihrer politischen Herrschaft
zu gebrauchen. Er erzaehlte, wie die freien Gewerkschaften
schliesslich gezwungen waren, sich von dieser Organisation loszusagen und den Internationalen Bund Freier Gewerkschaften ins
Leben zu rufen, dessen Aufgabe es ist, die Bemuehungen der Arbeiter
zur Erreichung eines hoeheren Lebensstandards zu koordinieren,
eine Aufgabe, in der der Weltgewerkschaftsbund versagt hatte.
Der endgueltige Bruch mit dem Weltgewerkschaftsbund, erklaerte
Kupers, sei besiegelt gewesen, als die Kommunisten versuchten,
den Marshall Plan zu unterbinden und dadurch den Wiederaufbau
Europas zu sabotieren.
"Wir haben niemals bereut, dass wir den Marshall plan unterstuetzen," sagte er und wies darauf hin, dass die Arbeiter seines
eigenen Landes, Hollands, ohne den Marshall Plan heute 25$ weniger
zu essen haetten. "Die ablehnende Haltung der Kommunisten dem
Marshall Plan gegenueber ist auf deren Bestreben zurueckzufuehren,
den Wiederaufbau eines wohlhabenden Westeuropas mit einem hohen
Lebensstandard zu verhindern."
"Die kommunistischen Fuehrer wissen," fuehrte er weiter aus,
dass es ihnen niemals gelingen wuerde, die Demokratie durch ihren
Totalitarismus zu ersetzen, wenn die Arbeiter der Demokratien
unter anstaendigen Lebensverhaeltnissen leben."
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Knight unterstrich ausserdem die Bedeutung, die der Hebung
des Lebensstandards der Arbeiter im Kampf gegen den Totalitarismus
zukommt. "Keine Nation, die bestrebt ist, mit dem Fortschritt
anderer Nationen Schritt zu halten, kann es sich leisten, die
schlechten Bedingungen, unter denen ihre Arbeiter ihr Tagewerk
verrichten, und die Verhaeltnisse, unter denen sie leben, unbeachtet zu lassen."
Arbeitsmitteilungen der ECA
1/2/50
ARBEITSMINISTER TOBIN FORDERT UNTERSTUETZUNG DER GEKNECHTETEN
POLNISCHEN ARBEITER
"Die Arbeiter in Polen werden bald erkennen, dass sie weit
davon entfernt sind, ihre eigenen Herren zu sein, wie es ihnen ihr
Staat glauben machen moechte; ihr einziger Lebenszweck unter dem
kommunistischen Regime ist die Produktion," erklaerte der amerikanische Arbeitsminister Maurice J. Tobin in einer Rundfunkanspraohe
in den Vereinigten Staaten.
Tobin forderte die amerikanische Arbeiterschaft auf, das polnische Volk in seinen Freiheitsbestrebungen zu ermutigen. "Es
ist an der Zeit, dass die freien Menschen der ganzen Welt gemeinsam
bitten und arbeiten, um jene zu befreien, die der kommunistischen
Aggression und Unterdrueckung hinter dem Eisernen Vorhang zum
Opfer gefallen sind."
Bezugnehmend auf eine polnische Arbeitsverordnung, das Gesetzjournal Nr. 20, gab der Minister einige Beispiele zu Strafen, die
in Polen wegen Verletzung der Arbeitsdisziplin verhaengt werden:
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�Wenn ein Arbeiter zum erstenmal ohne "Berechtigung" seinem
Arbeitsplatz fernbleibt, wird er verwarnt oder zu einer Geldstrafe verurteilt, die einem Tagesverdienst entspricht. Dabei entscheidet der Ministerrat, was "berechtigt" und was "nicht berechtigt" ist.
Wenn er ohne Entschuldigung drei Tage lang oder zum drittenmal in einem \Kalender jähr abwesend ist, erhoeht sich die Strafe
auf zwei Tagesloehne fuer jeden Tag der Abwesenheit. Es ist ausserdem sehr leicht moeglich, dass der Arbeiter an einen schlechter
bezahlten Arbeitsplatz gestellt wird.
Wenn ein Arbeiter vier Tage ununterbrochen oder vier Tage im
Verlauf eines Kalenderjahres seiner Arbeitsstelle fernbleibt, wird
er zu einer gerichtlichen Strafe verurteilt, die darin besteht,
dass er bis zu drei Monaten mit einer Lohnkuerzung von 10 bis
25$ die gleiche Arbeit verrichten muss.
Das Gesetz sieht ausserdem die Bestrafung eines Arbeitgebers
vor, der den Arbeitern gegenueber zu nachgiebig ist. Er setzt
sich einer Gefaengnisstrafe bis zu drei Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 150.000 Zlotys (was einem Verdienst von 4 1/2 Monaten entspricht) oder auch beiden Strafen aus, wenn er "absichtlich
und im Gegensatz zu den Tatsachen die Abwesenheit eines Arbeiters
als gerechtfertigt befindet," keine Strafe verhaengt oder den Fall
nicht zur Anzeige bringt.
"Dies soll ein Beispiel fuer Produktion und Fortschritte
unter der Herrschaft der Kommunisten sein," fuehrte Tobin aus.
Der Minister wies darauf hin, dass es in Polen zwar Gewerkschaften gibt, diese jedoch keine Vertretergewerkschaften sind, deren Aufgabe die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Hebung
des Lebensstandards ist, sondern die lediglich Organisationen von
Arbeitskraeften darstellen, die die Ziele des kommunistischen Programms verfolgen.
"Die Gewerkschaften dienen nicht als Verhandlungsagenten oder
Beschwerdeausschuesse und verhandeln nicht einmal Vertraege. Nein,
ihr einziger Zweck besteht darin, fuor Arbeitsleistung und Arbeitskraef te zu sorgen und eine verwaltungsmaessige Kontrolle ueber die
Arbeiter auszuueben. Es ist richtig, dass ein polnischer Arbeiter
einer Gewerkschaft beitreten kann. Tut er dies nicht, und stellt
er sich nicht fuer den Produktionsprozess zur Verfuegung, dann geraet er in Schwierigkeiten. Es ist ihm erlaubt, sich den vielen
Millionen "befreiter" Menschen anzuschliessen, die als Zwangsarbeiter fuer die Kommunisten schaffen."
Tobin sagte, er sei ueberzeugt, dass sich die amerikanische
Arbeiterschaft, "die, wie Samuel Gompers vor 26 Jahren erklaerte,
immer fuer sich und fuer die Kinder der ganzen Welt gekaempft hat,
um das Unrecht zu beseitigen und dem Recht zum Sieg zu verhelfen,"
sich der "ethischen Verpflichtung" von heute nicht entziehen wird,
die von den Kommunisten unterjochten Menschen zu unterstuetzen.
Labor Press Service, US Department of
Labor
X/2/50
KUBANISCHE GEWERKSCHAFT BRICHT MIT KOMMUNISTEN
Der unabhaengige nationale Verband der Arbeiter der Elektrizitaet3-, Gas- und Wasserwerke von Kuba hat sich auf seiner Jahre s- 3

�konvention einstimmig fuer den Abbruch aller Beziehungen zu den
beiden kommunistischen Internationalen, dem Lateinamerikanischen
Gewerkschaftsbund und dem Weltgewerkschaftsbund, ausgesprochen.
Dies teilte das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika mit.
Die Gewerkschaft stimmte ausserdem einstimmig dafuer, alle,
die als Kommunisten bekannt sind, aus der Organisation auszustossen.
Dieser Verband ist eine der wenigen bedeutsamen Gewerkschaften
Kubas und war bisher nicht dem kubanischen Gewerkschaftsbund angeschlossen, der Mitgliedsverband des nichtkommunistischen Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften ist.
Labor Press Service, US Arbeitsministeriua
Z/2/50
AB5CHLUSS DER AFL- JAHPJSSK OKVENTI CR
Vor der Jahreskonferenz der AFL, die am 23. September in
Houston ihren Abschluss fand, gaben Beobachter dei Gewerkschaftsbewegung aus der ganzen Welt einen Rueckblick auf die internationalen
Entwicklungen in der Gewerkschaftsbewegung.
Irving Brown» der Vertreter der AFL in Europa, stellte folgende Forderungen: "Die ideologische Wiederbewaffnung", die die
europaeischen Lae'nder im Kampf gegen den kommunistischen Einfluss
vereinigt, die Ablehnung jeglicher Buendnisse mit Diktaturen wie
diejenigen Frankos und die industrielle und militaerische Mobilisierung zur Unterstuetzung der gemeinsamen Verteidigung Europas.
Aloizy Adamczyk, der Praesident des Internationalen Freien Gewerkschaftszentrums im Exil, dankte dem Freien Gewerkschaftskomitee
der AFL fuer die Hilfe, die es seiner Organisation zuteil werden
Hess.
Die Delegierten billigten den Bericht des AFL Ausschusses
fuer internationale Arbeitsbeziehungen, in dem vorgeschlagen wird,
dass die Vereinigten Staaten innerhalb der Organisation der Vereinten Nationen eine Kampagne zur Beseitigung "der letzten Spuren von
Kolonialismus und imperialistischen Methoden" fuehren. Ausserdem
wurde dem Marshall Plan Programm, dem Punkt-Vier-Programm Praesident Trumans und einem Vorschlag zur Schaffung einer staendigen
Sicherheitsstreitmacht der Vereinten Nationen die Unterstuetzung
zugesagt.
Fuer die Vereinigten Staaten selbst forderte der Arbeitsminister Maurice J. Tobin Selbstbeschraenkung in den Lohnforderungen
der Gewerkschaften, um Preis- und Lohnkontrollen zu vermeiden. Er
wies auf die drohenden Gefahren der Inflationsspirale hin, die durch
steigende Loehne und damit verbundene Preissteigerungen in Bewegung
gebracht wuerde. Die AFL billigte ein Wirtschaftsprogramm, nach
dem sofortige Lohnkontrollen abgelehnt werden. Die Delegierten stimmten in der Auffassung ueberein, dass Produktionsleistung und Erhoehungen der Lebenshaltungskosten bei der Festlegung des Lohnstandes
mitbestimmend sein muessen. Ausserdem wurde eine Resolution angenommen, in der Massnahmen zur Vereinigung zwischen AFL und CIO gutgeheissen werden.
Die Zahl der beitragszahlenden Mitglieder, die die Wahlstaerke
der der AFL angeschlossenen Gewerkschaften widerspiegelt, ist um
fast 100.000 niedriger als im vorigen Jahre. Die Mitgliederstaerke
der AFL wurde von ihrem Praesidenten, William Green mit 8 Millionen

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�angegeben. Eine AFL Gewerkschaft hatte einen starken Rueckgang
der Mitgliederzahl zu verzeichnen. Es ist der Verband der Hotelund Gaststaettenangestellten, der 63.000 Mitglieder verlor. Vier
der groessten AFL Gewerkschaften, die der Fahrer, Zimmerleute,
Damenoberbekleidungsarbeiter und Elektroarbeiter berichteten,
dass sich die Zahl ihrer beitragszahlenden Mitglieder nicht veraendert hat. Die Gewerkschaften der Handlanger und der Angestellten im Gebaeudedienst hatten Erhoehungen ihrer Mitgliederzahlen
um je 15.000 zu verzeichnen.
William Green wurde zum 27. Male zum Praesidentan wiedergewaehlt. Auch George Meany, der Finanzsekretaer der AFL, und 13
Mitglieder des Exekutivausschusses wurden durch Wahl in ihren Stellungen bestaetigt.

FAST EINE MILLION NEUE WOHNUNGEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
Vorlaeufige Schaetzungen des statistischen Bueros des US Arbeitsministeriums zufolge haben, Wohnungsbauf irmen im Verlauf des
Monats August mit dem Bau von 141.000 neuen, staendigen, niohtlaendlichen Wohnungseinheiten begonnen. Damit erhoeht sich die
Gesamtzahl der in den ersten acht Monaten des Jahres 1950 begonnenen Wohnungsbauten auf 988.400.
Die Gesamtzahl aus den ersten acht Monaten des Jahres 1950
liegt um 54$ hoeher als die der gleichen Monate des Vorjahres.
Obwohl die Zahl der im August neubegonnenen Wohnungsbauten etwas
niedriger als die des Monats Juli ist, ist sie um 42% hoeher als
die des gleichen Monats im Jahre 1949.
Nach neuesten Berichten erhoeht sich die Schaetzung fuer
den Monat Mai auf 149.000, die hoechste Monatszahl des Jahres 1950.
Labor Press Service, US Arbeitsministerium
X/2/50
NORWEGISCHE Gff.VERKSCHAFTSDELEGATION IN RUSSLAND
Odvar Larsen, der Praesident der Eisenbahner-Gewerkschaft Norwegens, besuchte als Mitglied einer Gewerkschaftsdelegation Russland.
Nach seiner Rueckkehr nach Norwegen schrieb er einen Zeitungsbericht ueber diesen Besuch. Darin hatte er viel von der Sowjetunion zu berichten, Gutes und Schlechtes. Er sprach sich anerkennend ueber die Gastfreundlichkeit seiner Gastgeber, die interessanten Museen, von denen eines dem Zar gewidmet ist, und die
schoenen Hotels aus. Zu beanstanden hatte er, dass zahlreiche
Frauen schwere koerperliche Arbeiten verrichten, dass den Arbeitern
moderne technische Hilfsmittel fehlen und das Arbeitstempo in den
sowjetischen Betrieben ungesund ist. Auch die einheitlichen Gewerkschaftsvertreter, der allgemein niedrige Standard der Arbeitsloehne und der Mangel an Verbrauchsguetern fanden nicht seine Zustimmung. Enttaeuscht war er ausserdem ueber den Mangel an Informationen aus der uebrigen Welt.
Abschliessend erklaerte Larsen in seinem ArtiKelj, "Unsere
Gastgeber haben uns aufgefordert, nach unserer Rueckkehr unseren
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�Landsleuten von allen unseren Eindruecken zu berichten."
Dies tat Larsen, aber seine Gastgeber hatten sich.inzwischen
anscheinend eines anderen besonnen. In einem Schreiben an die
sowjetische Veroeffentlichung "Novoje Vremja" erklaerte der Praesident der sowjetischen Eisenbahner-Gewerkschaft, dass Ltirsen
einen "verlogenen und verleumderischen" Artikel geschrieben haette, ohne jedoch genau anzugeben, welche Feststellungen Larsens
unzutreffend sind.
Arbeitsmitteilungen der ECA
U/28/50
NIEDERLAGE DER KCH.TOTISTEN ET EINER OESTERREICHISCHEN GEVTERKSCHAFT
Eine kommunistische Resolution, die 50 000 Chemiearbeiter
Oesterreichs dem kommunistisch beherrschten Weltgewerkschaftsbund
wieder zugefuehrt hatte, ist auf dem zweiten Nachkriegskongress
der Chemiearbeiter in '.Vien abgeschlagen worden. Delegierte, die
90$ der oesterreichischen Arbeiter der Chemie-, Papier-, Gummi-,
Seifen-, Arznei-, Teer-, Asphalt- und Streichholzindustrien vertreten, lehnten ebenfalls eine gegen die Atombombe gerichtete
kommunistische Resolution nach der Art des Stockholmer Friedensappells ab.
Dr. Bruno' "ittermann, ein sozialistisches Mitglied des oesterreichischen Parlaments, erklaerte vor den Delegierten, dass schwere
soziale Konflikte bevorstuenden, wenn die oesterreichischen Arbeitgeber die Forderung weiterhin.unbeachtet Hessen.
Die Gewerkschaften unters tuetzten das europaeis che '.Yiederaufbaupro.^ramm, weil es eine fuer die .Viedergesundung dar oesterreichischen 'Virtschaft unerlaessliche Blutuebertragung sei. Bei der
Verteilung der ECA Hilfe muesste jedoch besonders durch Berufsausbildung und Wohnungsbauprogramme zu niedrigen Preisen den Interessen
der Arbeiter mehr Beachtung geschenkt werden.
Er sarte ausserdem, dass die V.'eigerung massgebender Kreise,
mit der Arbeiterschaft zusammenzuarbeiten, fuer die Schwaeche der
oesterreichischen Republik gegenueber des von Hitler ausgeuebten
Druckes vor dem Kriege mitverantwortlich sei. Dies haette zu Arbeitslosigkeit, zivilen Konflikten und dem Aufstieg der Nazis gefuehrt.
"Heute," so erklaert Pittermann, "wuerden die gerechten Forderungen der Arbeiter nach verbesserten Loehnen und Lebensbedingungen in aehnlicher .'/eise ignoriert. l'aa haette es versaeumt, AntiTrust-Gesetze zu erlassen, und die AUS- und Einfuhrpolitik wuerde
ohne Beruecksichtigung der Interessen der Arbeiterschaft betrieben.
Die oesterreichischen Arbeiter, fuehrte er abschliessend aus,
wuerden sich der uneingeschraenkten Profitmacherei ebenso entschlossen wie dem Totalitarismus widersetzen.
Arbeitsmitteilunfen der ECA
IX/E7/5Ö
SKTSWKIN BERICHTET DER AFL 7CM WIEDERAUFBAU EUROPAS
In einam Bericht an die 69. -Tahreskonvention der AFL hat Boris
Shishkin, der Direktor der Arbeitsabteilung fuer Europa in der
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Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit, die bisher erzielten Erfolge und zukuenftigen Probleme der an dem europaeischen
.Viederaufbauprogramm beteiligten Arbeiter dargelegt.
Shishkin sprach in Houston (Texas). Er dankte der AFL dafuer,
dass sie dem M&amp;rshall Plan wertvolle Unterstuetzung leistet, und
bezeichnete die uebliche Behauptung der Kommunisten, dass der Arbeiter an den Gewinnen aus den Wiederaufbau nicht beteiligt sei,
als eine "unverfaelschte Luege."
Er berichtete von den Vorteilen, die die europaeischen Arbeiter aus dem ERP gezogen heben, und wies in diesem Zusammenhang auf
die grossen Mengen importierter Nahrungsmittel bei Beginn des Programms hin, als die Lebensmittel knapp waren, auf die Rohmaterialien und Maschinen, durch die die Betriebe wieder eroeffnet werden
konnten, und durch die eine unheilvolle Arbeitslosigkeit in allen
westeuropaeischen Laendern vermieden werden konnte. Er sagte,
dass die grundlegenden Ziele des Marshall Planes allmaehlich erreicht wuerden, wodurch der Inflation Einhalt geboten, die '.Vaehrungen wiederhergestellt und der Handel, zwischen den Teilnehmerstaaten angeregt wurde.
Shishkin berichtete ferner von den einzelnen Arbeitsprogrammen,
die von der ECA noch weiter ausgedehnt werden, wie z.B. der Austausch von Studiengruppen von Gewerkschaftern zwischen Europa und
den Vereinigten Staaten, die Zusammenarbeit der Arbeitsaemter der
Teilnehmerstaaten, die Aufstellung von Berufsausbildungsprogrammen
fuer Arbeiter und die Verwendung von Gegenwertfonds zur Durchfuehrung billiger V/ohnungsbauprojekte.
Diese Erfolge, so betonte er vor seiner amerikanischen Zuhoererschaft, seien sowohl durch die direkte amerikanische Hilfe
als auch durch die gegenseitige Zusammenarbeit der europaeischen
Laender und ihre eigenen Progratime der Selbsthilfe ermoeglicht
worden. Die Gewerkschaften haetten sich an allen Phasen dieses
,7iederauf bauprogramms beteilirt.
Diese Erfolge koennten jedoch nicht ueber die Tatsache hinwegtaeuschen, dass der europaeische Arbeiter noch schwierigen Problemen gegenueberstsht. So herrsche in Italien und Westdeutschland infolge der Ueberbevoelkerung bedenkliche Arbeitslosigkeit, und die
ECA sei bemueht, durch Umwanderung, Neuansiedlung und die Schaffung
neuer Arbeitsplaetze diese Schwierigkeiten ueberwinden zu helfen.
Und vor allem bliebe das grundlegende Problem des zu niedrigen Lebensstandards und besonders der niedrigen Realloehne. "Es
steht ausser Frage," sagte der amerikanische Gewerkschafter, "dass
in einigen Laendern - vor allem in Frankreich - Schritte unternommen werden muessen, um den wirklich niedrigen Lebensstandard der
Arbeiter schneller zu heben."
"Es ist jedoch auch wichtig, sich vor Augen zu halten, dass
die demokratischen Regierungen dieser Laender und nicht die ECA
fuer die Massnahmen und Programme verantwortlich sind, mit denen
diese Ziele erreicht werden koennen."
"Die ECA kann und darf nicht fuer die gesetzliche Festlegung
der Loehne verantwortlich gemacht werden. Die Verbesserung der
Loohne in Frankreich und anderen Laendern ist eine Aufgabe, die
die freien Gewerkschaften durch Kollektivverhandlungsverfahren
loesen muessen."
"Die staerkste Macht, die heute in Westeuropa als Bollwerk
g '-Ton den Kommunismus besteht, sind die freien Gewerkschaften. Sie
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�ihrer grundlegenden Macht - naemlich der Kollektivverhandlung dadurch berauben zu wollen, dass die Regierung allein die Lohnbestinmung vornimmt, waere nach unserer Auffassung die Zerstoerung
der Lebensader der freien Gewerkschaftsbewegung."
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"In der Organisation fuer die wirtschaftliche. Entwicklung
Westeuropas und in der Organisation der westeuropaeischen Verteidigung gegen Aggressionen sind Massnahmen dringend notwendig, die
eine gerechte Besteuerung gewährleisten und die Ausdehnung der
Monopolherrschaft ueber die europaeischen Industrieunternehmer
verhindern."
"Diese Massnahmen, Reformen und Verbesserungen muessen jedoch, " so hob Shishkin hervor, "aus den europaeischen Laendern
selbst kommen und von der freien, organisierten Arbeiterschaft unterstuetzt werden."
Ohne die grosszuegige Unterstuetzung seitens der Arbeiterschaft Amerikas waere der Marshall Plan unmoeglich gewesen, safte
Shi3hkin, und die wichtigste aufgäbe bestuende fuer die amerikanische Gewerkschaftsbewegung nun darin, den freien Gewerkschaften
Europas weiterhin zu helfen und damit die Gewerkschaftsbewegung
der gesamten freien Welt zu staerken.
Arbeitsmitteilungen der ECA

SCHWEDEN GIBT 5000 AUSLAENDERN ARBEIT
Schweden, eines der £-roessten Einfuhrlaender fuer Arbeitskraefte in Europa, beabsichtigt etwa 3000 auslaendischen Arbeitern
in den kommenden zwoelf Monaten Arbeitsplaetze zu verschaffen.
Hierzu gehoeren 600 Facharbeiter aus Italien fuer die Metallund Elektro-Industrien, 300 ungelernte,meist weibliche Arbeitskräfte aus Schleswig-Holstein, 300 Arbeiter aus Daenemark fuer die
Eisenindustrie, 500 Walderbeit er aus Finnland fuer die Holzindustrie, 1000 weibliche Hausangestellte, die zum groessten Teil aus
Deutschland kommen, und 100 Aerzte aus Oesterreich.
Ausserdem wird Schweden 150 Lungenkranke aus Italien und
Oesterreich zur Behandlung in schwedischen Sanatorien aufnehmen.
Nach ihrer Genesung werden sie in Schweden beschaeftigt werden.
Ausser den auf normalem Wege rekrutierten Arbeitern fuellt
ein staendiger Zustrom von Fluechtlingen aus L£Snciern hinter demEisernen Vornan? die Reihen der Fremdarbeiter. In der Zeit vom
1. Juli 1949 bis 1. Juli 1950 sind 1650 Fluechtlinge, die zum
groessten Teil aus den baltischen Laendern Estland, Lettland und
Litauen kamen, in Schweden aufgenommen worden. Die meisten von
ihnen haben dort arbeitsplaetze gefunden.
Schweden nimmt auslaendische Arbeiter auf, weil seine Bescheeftigungsziffer sehr hoch ist. Sie betraogt gemäss den im Mai 1950
veroeffentlichten Zahlen etwa 98%. Inzwischen hat sich der Beschaeftigungsstand noch erhoeht.
Die Imoortierung von Arbeitskraeften wuerde wahrscheinlich in
noch groesserem Masstabe durchgefuehrt, wenn in Schweden nicht ein
ernsthafter Mangel an Wohnungsmoeglichkeiten bestuende. Es koennen
jeweils nur soviel Arbeiter aufgenommen werden wie passende Wohnungen
zur Verfuegung stehen.
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Seit einer Reihe von Jahren hat Schweden Arbeitskraefte eingefuehrt, und die Zahl der auslaendischen Arbeiter belaeuft sich
nun auf etwa 90 000. Die groessten nationalen Gruppen stammen
aus Finnland, Daenemark, den baltischen Laendern, Norwegen,
Deutschland, Polen und Italien. Seit 1947 sind \etwa 1500 italienische Arbeiter nach Schweden, gekommen.
Fast die ITfllfte der auslaendischen Arbeiter in Schweden sind
in der Industrie und zum groessten Teil in den Metall- und Textilindustrien und die uebrigen in der Landwirtschaft, Schiffahrt und
dem Kotel- und Gaststaettengewerbe beschaeftigt.
Zur Anheuerung von Arbeitern schickt der koenigliche Arbeitsmarktausschuss der schwedischen Regierung Y/erbebeamte ins Ausland,
denen sich die Antragsteller vorstellen, und die Vorkehrungen zu
ihrer Ueberfuehrung nach Schweden treffen.
Die Zulassung auslaendischer Arbeiter muss von der fuer die
betreffende Industrie zustaendigen schwedischen Gewerkschaft bewilligt werden. Obwohl die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft
nicht erforderlich ist, hat man festgestellt, dass sich die meisten Arbeiter einer schwedischen Gewerkschaft anschliessen. Nach
dem schwedischen Gesetz werden alle auslaendischen Arbeiter nach
den im Lande gueltigen Lohntarifen bezahlt.
Arbeitsmitteilungen der ECA
IX/29/50
V3REINIGUNGSFREIKEIT IN VENEZUELA BEEINTRASCHTIOT?
In einem Bericht der Sonderkommission der Internationalen
Arbeitsorganisation fuer Venezuela, der vom Internationalen Arbeitsamt veroeffentlicht wurde, heiss-t es, dass "die Vereinigungsfreiheit in Venezuela weit davon entfernt ist, vollstaendig zu sein."
Die Mission, die von Jef Rens, dem ersten stellvertretenden
Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation gefuehrt
wurde, hielt sich auf Einladung der venezuelischen Regierung im
Sommer des Jahres 1949 sieben Wochen lang in diesen Lande auf,
um sich "vollstaendige und unparteiische Informationen ueber die
sozialen Probleme, die allgemeinen Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Industrien, die Einkuenfte und den Schutz, der den
Arbeitern nach den bestehenden Gesetzen von der Regierung gewaehrt
wird, und ueber die Entwicklung und die Arbeit der Gewerkschaften
in Venezuela" zu beschaffen. Diese Einladung erfolgte, nachdem
sich die Gewerkschaftsko'nferenz von Venezuela (CTV) bei der Internationalen Arbeitsorganisation darueber beschwert hatte, dass die
Vereinigungsfreiheit in diesem Lande beeintraechtigt sei. Die
Mission uebersandte dem Exekutivausschuss der IAO einen Bericht,
und es wurde auf der Konferenz im Juni 1950 von diesem Ausschuss
beschlossen, diesen Bericht zusammen mit jeglichen Stellungnahmen,
die die venezualische Regierung noch einreichen koennte, zu veroeffentlichen. Diese Stellungnahmen werden bei ihrem Erscheinen
der Oeffentlichkeit'zur Kenntnis gebracht werden.
Die Mission unterhielt sich mit Gewerkschaftsfunktionaeren,
Unternehmervertretern und Regierungsbeamten. Sie wurde in jeder
Hinsicht bei der Durchfuehrung ihrer Untersuchungen unterstuetzt.
Lediglich die Erlaubnis wurde versagt, mit gewissen, in Haft befindlichen Gewerkschaftsfuehrern zu sprechen.
Der Bericht enthaelt genauere Informationen ueber die
c0^^waertige Dasorganisation der Gewerkschaftsbewegung des Landes und
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�die sich hieraus ergebenden Gefahren fuer die wirklich fortschrittlichen venezuelischen Schutzgesetzvorschlaege, deren Verwirklichung zum grossen Teil von den Gewerkschaften abhaengt.
Die Mission schlug "in Anbetracht der von ihr ueberprueften
Lage" vor, dass die venezuelische Regierung, den folgenden Massnahmen "vollste und ernsthafteste Beachtung schenkt, Massnahmen,
die das normale Arbeiten einer gesunden Gewerkschaftsbewegung
ermoeglichen sollen:
1. Die Wiederwahl ehemaliger Mitglieder von Gewerkschaftsausschuessen der Unternehmer müss verboten werden.
2. Die Verpflichtung, dass zur Abhaltung einer Gewerkschaftskonferenz vorherige Genehmigung eingeholt werden muss, muss abgeschafft werden.
S. Den Gewerkschaften muss wieder das Recht zugesprochen
werden, in voller Unabhaengigkeit nationale Verbaende und Buende
zu bilden.
4. Das Recht zu streiken und auszusperren muss innerhalb
der im Arbeitsrecht niedergelegten Grenzen wiederhergestellt werden.
5. Die Zusammenarbeit aller an der Produktion Beteiligten,
die durch freie, starke und unabhaengige Arbeitgeber- und Arbeitnehmer Organisationen vertreten sind, muss auf wirtschaftlichen und
sozialem Gebiet gefoerdert werden."
Seit der Abreise der Mission hat die Regierung folgende Massnahmen getroffen, soweit sie nicht den oeffentlichen Frieden gefaehrden: die Korrespondenz und das Keim wurden wieder fuer unverletzlich erklaert, jeder kann frei reisen und seinen Wohnsitz
wechseln, und alle politischen Gefangenen, einschliesslich der
Gewerkschafter, wurden befreit; ausserdem sind alle Erwachsenen
berechtigt, an allgemeinen Vfehlen teilzunehmen. Die Mission nahm
in ihrem Bericht zu diesen Massnahmen Stellung und erklaerte,
dass sie "ainen bedeutenden Schritt vorwaerts darstellten, jedoch
nur ein Meilenstein auf dem V/ege zur Wiedererrichtung der verfassungsmae3sigen Garantien seien, ohne die die Gewerkschaftsbewegung
nicht frei ihren Pflichten nachgehen kann."
IBFG FORDERT INTERKATIONALS PREISKONTROLLEN
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften hat internationale Preis- und Marktkontrollen fuer wesentliche Verbrauchsgueter vorgeschlagen, durch die den durch die kommunistische Aggression in Korea verursachten inflationistischen Tendenzen begegnet
werden soll.
Der Notfallsausschuss des IBFG hat auf einer Konferenz in
Bruessel vor kurzen an die Vereinten Nationen die Aufforderung
gerichtet, die Regierungen der einzelnen Laendor anzuweisen, internationale Vereinbarungen ueber Verbrauchsgueter zu treffen.
"Der Hauptzweck dieser Vereinbarungen", heisst es in der
Erklaerung des IBFG, "soll darin bestehen, die "Preise und den
Absatz erstrangiger Gueter, die auf internationalen Maerkten gehandelt werden, unter strenger internationaler Kontrolle zu halten. Die an solchen Abkommen beteiligten Laender sollen zu
einem gemeinsamen Fonds beitragen, aus dem Subventionen gezahlt
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�werden koennen, um die Preise erstrangiger Verbrauchsgueter niedrig zu halten."
Diese Massnahme sei notwendig, erklaerte der IBFG, weil die
Lebenshaltungskosten seit der Invasion Suedkoreas durch kommunistische Streitkraefte infolge panischer Angstkaeufe, militaerischer
Versorgung und spekulativer Einkaeufe lebenswichtiger Produkte
rapide in die Hoehe gegangen sind.
Inlaendische I.5assnahmen zur Bekaempfung der Inflation muessen
durch internationale Massnahmen ergaenzt werden, weil dieser Anstieg der Preise fuer Verbrauchsgueter über die ganze V/elt verbreitet ist und sich besonders bei wesentlichen Verbrauchsguetern,
die auf internationaler Basis gehandelt werden, bemerkbar macht.
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Die Vereinten Nationen sind verpflichtet, die durch die
kommunistische Aggression verursachten wirtschaftlichen und sozialen Gefahren ebenso entschlossen zu bekaenpfen, wie sie sich
der militaerischen Aggressionen widersetzt haben," heisst es abschliessend in der Verlautbarung des IBFG.
Arbeitsmitteilung der ECA
IX/27/50
AFRIKANISCHE STAHLARBEITER FORDERN L OHNERE OEIIUNG
Die vereinigten Stahlarbeiter von Amerika (CIO) fordern von
den 1400 Fabrikanten und stahlerzeugenden Gesellschaften hoehere
Loehne. Sie greifen damit den nach den gueltigen Vertraegen, die
etwa 650.000 Arbeiter umfassen, neuzueroeffnenden TerifVerhandlungen vor.
Der Exekutivausschuss der Vereinigten Stahlarbeiter stimmte
diesen Forderungen zu, weil auch in anderen Industrien, besonders
in der Automobilindustrie, unlaengst Lohnerh-oehungen vorgenommen
wurden, um die Loehne den steigenden Lebenshaltungskosten anzunassen. Philip Murray, der Praesident der Stahlarbeiter, versicherte jedoch, dass die Forderungen der Gewerkschaft ueber eine Angloichung an die Lebenshaltungskosten hinausgingen. Der Lebensstandard
der Arbeiter koenne auf diese V/eise niemals verbessert werden.
Man nimmt an, dass auf einer zvveitaegigen Konferenz des Ausschusses
fuer Lohnpolitik die Lohnziel'e der Stahlarbeitergewerkschaft festgelegt werden.
Inzwischen hat die Gewerkschaft ein freiwilliges Angebot der
Aluminiumkompanie von Amerika angenommen, welches eine Lohnaufbesserung um 10% mit Wirkung vom 1. Oktober vorsieht. Bei der Annahme dieses Angebots hat die Stahlarbeitergewerkschaft jedoch erklaert, dass immer noch ungerechtfertigte Ungerechtigkeiten und
Verschiedenheiten bestuenden und hat um weitere Besprechungen zur
Loesung dieser Probleme ersucht. Nahezu 20.000 Arbeiter, die in
der Gewerkschaft vertreten sind, werden gemaess dem Angebot der
Kompanie
einen Aufschlag von 15 Cents auf ihre Stundenloehne
erhalten.
GETERIXCKAFTSr; AUS ALLER WELT BILLIGEN DIE MASSNAHMEN DER VEREINTEN NATIONEN IN KOREA
In einer gemeinsamen Erklaerung haben die grossen Gewerkschaftsbuende von Kanada, der Berufs- und Gewerkschaftskongress (AFL) und
- 11 -

�der kanadische Gewerkschaftskongress (CIO), den Vereinten Nationen
in ihren Handlungen in Korea ihre uneingeschraenkte Unterstuetzung
zugesagt.
In Stockholm hat der Internationale Verband der Bergarbeiter
einstimmig eine Resolution angenommen, in der die "Politik und
die Handlungen der Vereinten Nationen in bezug auf Korea" gebilligt werden.
Der Gewerkschaft3kongress Englands nahm auf seiner Jahreskonferenz, die am 4. September eroeffnet wurde, mit einer Mehrheit
von 10:1 eine Entschliessung an, in der zur Unterstuetzung der
Vereinten Nationen aufgefordert und Nordkorea als der Angreifer
bezeichnet wird.
In Norwegen ruft die norwegische Gewerkschaftsbewegung in
einer Broschuere mit dem Titel "Krieg in Korea" die Arbeiterschaft
auf, die Handlungen der Vereinten Nationen zu unterstuetzen, und
weist darauf hin, dass die Verteidigungsmassnahmen in Korea von
den Vereinten Netionen und nicht von den Vereinigten Staaten eingeleitet wurden.
FUNKTIONAER DES CIO VERTRITT IBFG BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
John Brophy, ein langjaehriger Funktionaer des CIO, ist in
das New Yorker Buero des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften berufen worden, welchem die Vertretung des IBFG in der Organisation der Vereinten Nationen obliegt.
Brophy ist vom CIO beurlaubt worden, um diese Ernennung beim
IBFG annehmen zu koennen. In den vergangenen Jahren war er Direktor der Industriegewerkschaftsraete des CIO.
Dem IBFG ist im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen der zur uiitberatung berechtigende Status der "Kategorie A"
zuerkannt worden. Mitgliederorganisationen der "Kategorie A"
sind berechtigt, an den Konferenzen des Rates teilzunehmen, Diskussionspunkte fuer die Tagesordnung des Rates vorzuschlagen und
den Konferenzen der neun Kommissionen des Rates beizuwohnen.
Weekly Press Service, US-Arbeitsministerium
" X/2/50
- 12 -

O f f i c e of L a b o r A f f a i r s
HICOG, APO 757

OFFICIAL

BIOOO B-1825 L t B Oct 50 5 H

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 33

Frankfurt, 20. Oktober 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Das Problem der alten Leute in den USA - - -

1

Brief an einen "Friedenspartisanen - - - - -

3

Der sowjetische Seemann

- - - - - - - - - -

6

Praesident Truman gegen Taft-Hartley-Gesetz

8

IAO startet technisches Hilfsprogramm

- - -

9

Indien braucht Bauern und Gewerkschafter - -

10

Livingston widerlegt kommunistische Vorwuerfe 13
Die Aussenpolitik der amerikanischen Gewerkschaften - - - - - - - - - _ _ _ - _ _ _

14

DAS PROB LS?' DER ALTS" LEUTE IN DEN USA
Sine kuerzlich abgehaltene Konferenz ueber das Lebensalter
der Bevoelkerung wurde in den Vereinigten Staaten als der erste
Schritt zu einer koordinierten Loesung eines Problems fuer die
ganze Nation bezeichnet, das den Gewerkschaftsfuehrern schon lange
Sorgen bereitet. Dieses Problem ist der zunehmende Prozentsatz
alter Leute an der amerikanischen Bevoelkerung.
Ifehr als 300 Delegierte der an dem Problem interessierten
Gruppen, einschliesslich der Gewerkschaften, kamen auf Einladung
Praesident Trumans in Washington zusammen. Sie empfahlen u.a.
einen Landesausschuss zu bilden, der die Arbeiten der zahlreichen
- 1-

�Gruppen koordinieren soll, die versucht haben, dieser Situation
zu begegnen, die sich in den folgenden Zahlen widerspiegelt:
1. Vor 50 Jahren war unter 25 Amerikanern einer, der ueber
65 Jahre alt war; heute ist das Verhaeltnis 1:13, und die Zahl
der alten Leute steigt weiterhin an.
2. Von 150 Millionen Amerikanern sind etwa 11.5 Millionen
ueber 65 Jahre alt; davon sind 8.5 Millionen ohne Beschaeftigung,
was auf die festgesetzten Altersgrenzen zurueckzufuehren ist, bei
deren Erreichen die Arbeiter in den Ruhestand treten muessen.
3. Mehr als die Haelfte' dieser bejahrten Amerikaner haben
ein Bareinkommen von weniger als 1000 Dollar im Jahr, was
selbst bei einer Unterstuetzung seitens ihrer Familien in einer
7/irtschaft mit hohen Preisen ein ernstes Problem darstellt.
Hand in Hand mit der Erhoehung der Zahl alter Leute ging
eine zunehmende Industrialisierung innerhalb der amerikanischen
Gesellschaftsordnung vor sich. Dies hat zu einer Abnahme der Zahl kleiner Familien und* kleiner Staedte gefuehrt; in dem schnelleren
Tempo einer Grosstadt ist das Leben fuer aeltere Leute sehr oft
nicht leicht, denn die Moeglichkeit ist fuer sie geringer, mit
ihren Familien oder engeren Freunden zusammenleben zu koennen,
und oft muessen sie ihren Lebensunterhalt nur mit ihrem eigenen
Einkommen bestreiten.
Die Gewerkschaften waren um dieses Problem besonders besorgt, weil die Arbeiter meistens nur wenig Geld fuer ihre alten
Tage sparen konnten. Aus diesem Grunde haben die Gewerkschaften
den erfolgreichen Kampf um Altersrenten gefuehrt, die von der
Regierung bezahlt werden. Vor kurzem haben sie damit begonnen,
Alterspensionen direkt in die Vertraege zwischen Gewerkschaft und
Unternehmer aufzunehmen; Vertraege mit grossen Automobilgesellschaften, die Pensionen von mehr als 100 Dollar monatlich (einschliesslich der Renten der Regierung) vorsehen, sind Meilensteine
dieser Entwicklung.
Die einzelnen Bemuehungen von Gewerkschaften und anderen
interessierten Gruppen sind niemals zentral geplant worden, und
diese Erkenntnis fuehrte zu der von dem Praesidenten einberufenen
Konferenz. Die Konferenz ist ein Beweis dafuer, dass eine Demokratie entstehende Probleme loesen und ihre Loesung auf kooperativer Grundlage vorbereiten kann.
Ausser Vorschlaegen fuer verbesserte Pensionen und aerztliche
Betreuung fuer alte Leute hat die Konferenz empfohlen:
1.. Einen Landesausschuss zum Austausch von Informationen und
zur Koordinierung von Plaenen der an der Unterstuetzung alter Leute interessierten Gruppen;
2. Eine Ueberpruefung der Pensionspolitik der Regierung, um
festzustellen, ob nicht zuviel Leute gezwungen werden, in den
Ruhestand zu treten, waehrend sie noch arbeitsfaehig sind, und
damit zum Nichtstun verurteilt werden. Man ist der Ansicht, dass
die Regierung anderen Arbeitgebern beispielgebend vorangehen
muesse, indem sie die Pensionierung als ein Problem betrachtet,
das individuell behandelt werden muss und nicht durch die schiedsrichterliche Festsetzung der Altersgrenzen fuer die Pensionierung.
3. Eine Kampagne, in der alle Arbeitgeber aufgefordert werden, sich von ihrem Vorurteil gegen die Einstellung alter Leute
frei zu machen.
- 2 -

�4. Geplante Programme der einzelnen Lokalbehoerden, die
den aelteren Leuten Erholung und Ausbildungsmoeglichkeiten bieten.
5. Eine intensivierte Ausbildung beruflicher Experten, die
sich mit den physischen und psychologischen Problemen alter Leute
befassen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
IX/26/50
BRIEF AN EINEN *FRIEDENSPART%SA:TENW
Der Generalsekretaer des kommunistisch beherrschten, franzoesischen Transportarbeiterverbandes der CGT richtete ein Schreiben an den Nationalen Transportarbeiterverband der Force
Ouvridre (Mitgliedsverband der ITF), in den er letztere Organisation um ihre Unterstuetzung bei der Sammlung von Unterschriften fuer den sogenannten "Stockholmer Friedensappell"
ersuchte. Die Antwort, die Sekretaer Felce vom Nationalen
Transportarbeiterverband auf dieses Schreiben hin gab,, scheint
uns so interessant zu sein, dass wir sie unseren Lesern zur
Kenntnis bringen moechten. Die Uebersetzung des Briefes hat
folgenden Wortlaut:
"Sehr geehrter Herr:
Ich bestaetige den Empfang Ihres Briefes. Kit der Adresse
"An die Kameraden, Praesidenten und Sekretaere der Transportarbeitergevverkschaft des CFTC - CGC - Force Ouvriere", zeugt er von
einem stark entwickelten Sinn fuer Humor, obwohl dies - ich beeile mich, es hinzuzufuegen - eine etwas grausige Art von Humor
ist.
Uebergehen wir, dass ich in Ihrer Achtung um einen Grad gestiegen zu sein scheine. Gestern "ein imperialistischer Lakai",
habe ich heute die Ehre - denn dies muss doch wohl als Ehre angesehen werden, nicht wahr? - zu Ihren "Lieben Freunden" zu gehoe, ren. Wenn ich nicht an jenes Gleichnis denken muesste, das gewisse Umarmungen mit dem Tod durch Ersticken gleichsetzt, wuerde
ich Ohne weiteres dieses Kompliment erwidern. Ich bin von Na.tur
aus eher geneigt, meinen Naechsten als "lieben Freund" anzusprechen, als ihm unfreundliche Absichten zu unters teilen. In Ihrem
Falle jedoch - denn es ist noch nicht genug Zeit verflossen, um
alle Erinnerungen der Vergangenheit auszuloeschen - besteht fuer
mich noch Grund, argwoehnisch zu sein. Bevor ich mich deshalb
als "Ihr Kamerad" bezeichne, muss ich noch eine Aufklaerung ueber
Ihre wirklichen Gefuehle verlangen. Indem ich dies so offen
zum Ausdruck bringe, mache ich mich vielleicht eines Verstosses
gegen die guten Sitten schuldig. Sie werden mir jedoch, die Sie
die Offenheit zweifellos schaetzen, hierfuer dankbar sein.
Doch gehen wir nun zum eigentlichen Thema Ihres Schreibens
ueber. Sie sind, wie Sie sagen, ueber den Verlauf, den die Weltereignisse nehmen, beunruhigt. Sie fuerchten, dass sich der Konflikt in Korea ausdehnen und die ganze Welt in Mitleidenschaft
ziehen koennte. Sie fuerchten ebenfalls eine Bedrohung der gesamten Menschheit durch die etwaige Anwendung der Atombombe, und
Sie rufen deshalb alle Menschen guten Willens auf, sich gemeinsam
dafuer einzusetzen, damit diese fürchtbare Katastrophe vermieden
wird, deren Vorzeichen bereits den Horizont verdunkeln.
S -

�Diese Beunruhigung und diese Furcht, die Sie an den Tag legen, wird von mir in gleichem Masse geteilt. Ihre Methode jedoch, fuer den Frieden zu sprechen, erschreckt mich noch mehr
als das Vorhandensein von Vorraeten an Atom- oder bakteriologischen Waffen in dem einen oder anderen Lande. Selbst Ihr Kamnf
fuer den Frieden - auch hier lassen Sie mich in brutaler Weise
offen sein - scheint mir eine jener Kriegslisten zu sein, die
von Raeubern und Fanatikern so bereitwillig angewendet wurden,
um die Wachsamkeit ihrer ausgesuchten Opfer zu unterminieren
oder die Skeptiker zu ueberzeugen.
In Bezug auf Ihr Schreiben habe ich bereits erwaehnt, dass
es ein Meisterstueck schauerlichen Humors ist. Es duerfte Ihnen
klar sein, dass ich es auch als ein Meisterstueck der Heuchelei
betrachte. Ich habe hierzu folgende Gruende:
1. Als ob es fu^r Sie zu offensichtlich waere, um Ihre
Zeit damit zu vergeuden, dies zu beweisen, behaupten Sie, dass
die amerikanische Politik die einzige Gefahr fuer den Frieden
darstelle. "Die amerikanische Armee", sagen Sie, "mischt sich
in die Ereignisse in Korea ein und droht damit, die Atombombe zur
Anwendung zu bringen. Die dadurch heraufbeschworene Lage kann
sehr leicht den Krieg in Korea erweitern und sich auf die ganze
Veit ausdehnen."
2. Als ob es fuer Sie zu offensichtlich waere, um Ihre Zeit
damit zu verschwenden, es zu beweisen, bezeichnen Sie die Atombombe als die einzige wirklich zerstoerende Kriegswaffe.
3. Und als ob es wiederum zu augenscheinlich fuer Sie
waere, um Ihre Zeit damit zu vergeuden, es zu beweisen, erheben
Sie "die sofortige und totale üechtung der Atomwaffe" zur wesentlichen und einzig moeglichen Bedingung zur Erhaltung des Friedens.
Oh, nein.' Die Gefahr, die Ursache dieser Gefahr und die
Mittel zu ihrer Beseitigung sind nicht - wie Sie sehr wohl wissen jene, die Sie genannt haben. Die Gefahr ist nicht durch das heraufbeschworen, was Sie "die Einmischung der amerikanischen Armee
in Korea" zu nennen belieben. Sie ist auch nicht durch das blosse
Vorhandensein von Waffen entstanden (Atom-, biologische, chemische Waffen etc.).
Die Gefahr kommt von der brutalen und offenen Aggressionspolitik, die jene betreiben, die Sie bewundern, und denen Sie diene;i.
Jene, die russische Panzer geschickt haben, die von koreanischen
Haenden gesteuert werden und durch die Taeler Sued-Koreas rollen,
sind die wahren Kriegstreiber. Jene, die sich weigern, dem von
den Vereinten Nationen erlassenen Befehl des Feuereinstellens Folge zu leisten, sind die wahren Kriegstreiber. Jene, die zwischen
"sauberen" und "schmutzigen" Kriegen unterscheiden, sie sind die
wahren Kriegstreiber. Auch Sie, die Sie die Erfolge dieser gleichen koreanischen Panzer bewundern, die Sie die Handlung der
Vereinten Nationen als "imperialistisch" bezeichnen, die Sie jeden Krieg als "gerecht und gut" proklamieren, der mit dem "Segen
und der Unterstuetzung" des "begnadeten und geliebten Fuehrers
des internationalen Proletariats" gefuehrt wird, Sie sind ebenfalls ein Kriegstreiber.
Und gerade Sie, der willige und begeisterte Komplize dieses
groessten Kriegstreibers, den die Welt je gekannt hat, Sie wollen uns erzaehlen, wie ein Krieg am besten vermieden werden kann?
Wie wollen Sie das tun? Sie behaupten, die Forderung nach
einer sofortigen und totalen Aechtung der Atomwaffe wuerde genuegen?
- 4 -

�Was bedeutet dies eigentlich? Sind Sie der Ansicht, dass
das Vorhandensein von Vorraeten von Atomwaffen in irgendeinem
Teil der Welt die Kriegsgefahr vergroessert und dass die Nationen
weniger kriegslustig waeren, wenn diese Vorraete nicht mehr bestuenden?
Oder meinen Sie, dass ein Krieg, der ohne die Atomwaffe gefuehrt wird, annehmbar sei, und dass wir uns mit allem (Granaten,
gewoehnlichen Domben und Genickschuessen)»nur nicht mit der Atomboabe abfinden koennten?
Ihre Auffassung ist nur mit einer dieser beiden Vorstellungen
zu erklaeren. Sie bleibt jedoch immer noch, ganz gleich, wie man
sie versteht, sinnlos.
Die Kriegsgefahr hat niemals zu der zerstoerenden Kraft bestehender V.'affen in einem Verhaeltnis gestanden. M n e ziemlich
weit verbreitete Anschauung, naemlich die von ^asteur, besagt,
dass die Kriegsgefahr im umgekehrten Verhaeltnis zur Zerstoerungsfaehigkeit der Kriegswaffen stuende, und es besteht durchaus
Grund zu der Annahme, dass die uns gegenwaertig bedrohende Katastonhe gerade deshalb nicht ueber uns hereinbrechen wird, weil
sie zu vollstaendig und nicht wieder gutzumachen waere.
Seien wir ganz offen. Die Atomwaffe hat zumindest den Vorteil, dass sie selbst die Kriegslustigsten unter uns zwingt, Vorsicht v/alten zu lassen; und diejenigen, die andernfalls geneigt
waeren, den Krieg gegen andere zu riskieren, werden es nicht tun,
weil ihr Sieg mit zu hohemuKostenaufwand erkauft werden muesste.
Ist die Atomwaffe demnach eine Kriegsursache? Im Gegenteil.
Sie zwingt die Menschen zu ueberlegen, bevor sie losschlagen.
Die Sache lohnt sich nicht mehr, und es wird deshalb keinen Krieg
geben.
Die schreckliche Angst, die der Gedanke an einen Krieg unter den Menschen all jener Laender verbreitet, wo das Recht der
freien Rede garantiert ist, zwingt ihre Regierungen, eine Friedenspolitik zu verfolgen.
Leider ist es wahr, dass nicht alle Menschen im Besitze dieses Rechtes sind. Millionen sehmachten noch unter der totalitaeren Tyrannei, und diese gleiche totalitaere Gewaltherrschaft ist
deshalb eine staendige Ursache sowohl kalter als auch heisser
Kriege.
Die Idee der Freiheit gewinnt jedoch unter den Voelkern der
Welt an Boden. Die diktatorischen Staatsgebilde koennen schon
jetzt nur noch dadurch bestehen, dass sie sich einer demokratischen
Schaufensterkunst bedienen, und der Zeitpunkt naehert sich, an
dem die versklavten Massen die stählernen Bande brechen werden,
die sie zu erdrueoken drohen. Die freie Gewerkschaftsbewegung und
die Kaempfer, die ihr ihre Schlagkraft verleihen, werden gewiss
alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Anbruch dieses Tages
zu beschleunigen. Dies ist der wertvollste Beitrag, den sie zur
Verteidigung, oder besser zur Erreichung des Friedens, leisten
koennen.
ITF - Press Report
1/9/50
- 5 -

�DER SOWJETISCHE SEEMANN
Omer Beöu, der Generalsekretaer des Internationelen Transportarbeiterverbandes, erklaerte unlaengst, dass der Lebensstandard der Seeleute, die unter panamesischer, polnischer und russischer Flagge fahren, weit niedriger als in anderen Laendern sei.
Der Internationale Transportarbeiterverband sei entschlossen,
die Seeleute auf panameslachen Schiffen zu organisieren und hoehere Loehne fuer sie zu erringen, i'uer die sowjetischen und polnischen Seeleute koenne jedoch nichts unternommen werden, weil
sie keine freien Gewerkschaften haetten.
Becu berichtete ausserdem, dass die russischen und polnischen Schiffe, die zwischen Gdynia und Schweden verkehren, nur
halb so hohe Frachtkoeten verlangten wie die schwedischen Schiffe
verlangen muesste.n, wenn sie einen Gewinn erzielen wollten. Ein
Grund hierfuer liegt darin, dass den Seelsuten auf den polnischen
und russischen Schiffen Loehne gezahlt werden, fuer die kein
schwedischer Seemann arbeiten wuerde.
Die schwedische Seeleutegewerkschaft versuchte vor kurzem,
sich bei russischen und polnischen Seeleuten Informationen ueber
die Arbeltsbedingungen auf ihren Schiffen einzuholen. Man musste
jedoch feststellen, dass dies auf dem normalen Wege, naemlich
durch eine Aussprache von Mann zu Mann, nicht moeglich war. Die
Seeleute erklaerten, es sei ihnen streng verboten, irgendwelche
Auskuenfte zu geben. Darueberhinaus werden die sowjetischen Seeleute staendig bewacht und haben Angst, frei zu sprechen. Sie
sind isoliert, damit die Welt nichts von den Verhaeltnissen in
der Sowjetsphaere erfahren kann, und damit diese Leute nioht zu
viel von der sogenannten kapitalistischen Welt hoeren.
Unter den Tausenden und aber Tausenden von Fluechtlingen aus
Sowjetrussland und seinen Satellitenstaaten sind jedoch au; h zahlreiche Seeleute, die trotz der Wachsamkeit ihrer Offiziere"in auslaendischen Haefen von ihren Schiffen desertieiten. Einer von ihnen, ein Estlaender namens Enno Kustin, fluechtete von dem russischen Schiff "Tosno", waehrend es in Vasteras lag. Er berichtete
dem Magazin "Sjomannen", dem Organ der schwedischen Seeleutegewerkschaft, von seinen Erfahrungen, und seine Geschichte wurde im
"Seafarers Log" in USA wiederveroeffentlicht.
Seine Geschichte ist die gleiche wie die von Dutzenden baltischer, russischer und polnischer Seeleute, die in anderen Haefen
ihre Schiffe verlassen haben. Hierzu gehoeren auch die 100 Polen, die im Februar 1949 im Hafen von New York von der "Sobieski"
flohen. Dieser polnische Dampfer verkehrte zwischen Italien und
New York. Die Seeleute hatten in Erfahrung gebracht, dass ihr
Schiff an Sowjetrussland ueberwlesen werden sollte, und sie entkamen, bevor sie in ihre Heimat zurueckgebracht werden sollten. Die
"Sobieski" faehrt nun unter Hammer und Sichel auf dem Schwarzen.
Meer. Diese' polnischen Seeleute sind nun in Amerika sicher, haben
Arbeit gefunden und sich gut eingelebt. Sie sind empoert ueber
das, was sie "den Raub der 'Sobieski* durch Sowjetrussland" nennen. Sie erzaehlen, dass ihr altes Schiff in "Gruzia" umgetauft
wurde und als einer der sechs Luxusdampfer des Schwarzen Meeres,auf denen die Sowjetelite ihre Ferien verbringt, zwischen Odessa
und Batum kreuzt.
Sie besteetigen ebenfalls die Richtigkeit der Aussagen Enno
Kustins. Da in den Sowjetlaendern Seeleutenhoehere Loehne gezahlt
werden als Fabrikarbeitern, ist die Rivalitaet um Arbeitsnlaetze
- 6

�auf Schiffen besonder gross. Um angeheuert werden zu koennen,
muss man zuerst eine Seemannsschule besuchen, berichtet Kustin.
Ausserdem is-t eine schriftliche Empfehlung von drei Parteimitgliedern, ein Zeugnis eines der letzten Arbeitgeber (in diesem Falle
der Leiter eines staatseigenen Betriebes) und eine Bescheinigung
des lokalen Polizeichefs erforderlich. Der Bewerber muss genaue
Auskunft ueber seine Verwandten geben. Diejenigen, die keine
Verwandten im Ausland haben, und deren Eltern in Sowjetrussland
oder Polen leben, werden bevorzugt. Wenn sie dort Frau und Kinder haben, dann sind die Chancen, eine Anstellung zu bekommen,
noch groesser. Die Bewerber werden schliesslich von einer politischen Kommission genau geprueft.
Kustin beendete seine Ausbildung im Jahre 1948 und arbeitete auf verschiedenen Kuestenfahrzeugen. Sohlieselioh gelang es
ihm, einen Pass zu bekommen, und er wurde einem Schiff zugeteilt,
das nach einem schwedischen Hefen fuhr. Er liess sich diese Gelegenheit nicht entgehen und fluechtete. Das war jedoch nioht
leicht. Sowjetische Seeleute duerfen sich an Land nur in Gruppen
bewegen und werden von einem politischen Kommissar streng bewacht.
Dieser wird schwer bestraft, wenn ein Mitglied seiner Mannschaft
entflieht.
Eine Beschaeftigung in der Seesohiffahrt ist besonders begehrt, und zwar nicht nur,weil die Loehne viel hoeher sind als in
den Fabriken, sondern auch weil sie den Gegnern des Regimes eine
Gelegenheit bietet,zu fluechten. Viele Seeleute sind der kommunistischen Partei nur beigetreten, um auf ein Schiff zu kommen
und fliehen zu koennen. Das ist unklug, wie hier lebende Polen
erklaert haben, weil die Gesetze der Vereinigten Staaten und vieler anderer Laender Kommunisten die Einreise versagen.
Als gewoehnlicher Seemann verdiente Kustin im Monat 465 Rubel. Das entspricht einer Kaufkraft von etwa 40 Dollar, dem Wochenverdienst eines ungelernten Arbeiters der niedrigsten Einkommensgruppe in Amerika. Der amerikanische Seemann verdient fttnfmal soviel wie der russische, naemlich 200 und in einigen Faellen
sogar 230 Dollar. Ein Viertel von Kustins Lohn wurde, fuer Einkommensteuer, Gewerkschaftsbeitrag, Staatsanleihen und andere Abgaben abgezogen. Die Abgaben amerikanischer Seeleute fuer vergleichbare Zwecke sind weit geringer.
Der Rubel hat auf dem Weltmarkt keinen Tauschwert, sodass
russische Seeleute ihre Rubel nioht in auslaendische Waehrungen
umwechseln koennen. Dies ist ueberdies nur in den Haefen der sowjetischen Satellitenstaaten erlaubt. Diese Staaten sind gezwungen,
den Rubel zu einem sehr unguenstigen Tausohkurs anzunehmen, der so
festgesetzt ist, dass sowjetische Buerger und die Regierung zu
billigen Preisen einkaufen und zu Athen Preisen verkaufen koennen.
Den Seeleuten werden manchmal kleine Summen der in den angelaufenen
Haefen gueltigen Waehrungen ausgezahlt, damit sie sich bestimmte
Waren kaufen koennen.
Wenn sowjetische Seeleute Landurlaub haben - der nur sehr
sohwer zu bekommen ist - gehen sie an Land, um einzukaufen. In
einer besonderen Liste ist angegeben, welche Gegenstaende gekauft
werden'duerfen. Alle Einkaeufe muessen schriftlich angegeben werden. Nichtangegebene Artikel werden beschlagnahmt. Ein Grund zur
Besohraenkung der Einkaeufe ist darin zu sehen, dass die Kommunisten nicht wuenschen, dass die Seeleute ihren Verwandten in Russland erzaehlen, im Ausland sei alles und zu niedrigen Preisen zu
bekommen. Selbst in den Satellitenstaaten gibt es viel mehr und
viel billigere Waren als in Russland.
- 7

�Der Kapitaen eines Schiffes ist dem politischen Kommissar unterstellt. Der Kommissar ist verantwortlich fuer die politische
Schulung der Mannschaft, fuer die Durchfuehrung des Stachanowsystems
und fuer das Verhalten der Seeleute in auslaendischen Haefen. Zu
seinen Aufgaben gehoert das Einschmuggeln und Verteilen kommunistischer Literatur im Ausland. Er nimmt ausserdem, wie die zahlreichen gefluechteten Seeleute versichern, geheimes "Material in
Empfang, das von russischen Spionen und Angehoerisen der Fuenften
Kolonne gesammelt wurde, und uebermittelt ihnen Anweisungen.
"Auf Gewerkschaftskonferenzen stehen niemals die Arbeltsbedingungen und Löhne zur Debatte," berichtet Kustin. "Es ist gefaehrlich, solche Probleme anzuschneiden oder Beschwerden zu erwaehnen.n Der Kommissar gibt den Mitgliedern Anweisungen, nimmt
Berichte entgegen ueber die, die ihre Arbeitsnormen erfuellt oder
nicht erfuellt haben, und organisiert sogenannte sozialistische
Wettbewerbe. Er ist verpflichtet, die Mannschaft von den Seeleuten und anderen Arbeitern der freien Welt isoliert zu halten, sie
unter Druck zu setzen und bis zum Ende ihrer Kraefte auszubeuten.
All dies erklaert, warum der Lebensstandard der russischen
und polnischen Seeleute zwar hoeher als der der Fabrikarbeiter in
ihrer Heimat, aber niedriger als der der schwedischen und anderer
Seeleute ist, die unter dem Schutz freier Gewerkschaften stehen.
Es erklaert uns, warum russische und polnische Schiffe ihre
Frachtsaetze weit unter denen der Schiffe demokratischer Laender
halten koennen.
News Section, Talks Unit
X/3/50
PRASSIDENT TRüMAN GEGEN TAFT-HARTLEY GESETZ
Praesident Truman erklaerte der 69. Konvention der AFL, dass
die Mitglieder der AFL unbedingt im Recht seien, wenn sie die
Aufhebung des Taft-Hartley Gesetzes forderten. Es folgt der Wortlaut der Botschaft des Praesidenten:
Sehr geehrter Mr. Green,
Uebermitteln Sie bitte den Funktionaeren,
Delegierten und Mitgliedern, die an der 69. Jahreskonvention der
AFL teilnehmen, meine herzlichen Gruesse. Waehrend es mir die
internationale Lage nicht ermoeglicht, ihre Einladung anzunehmen
und zu der Konvention zu sprechen, wuensche ich Ihnen- allen im
Interesse der ihrer Organisation angehoerenden Arbeiter und der
Staedte und Gemeinden von Kueste zu Kueste, denen diese Organisation so rechtschaffen dient, zu dieser Konferenz Erfolg.
Die AFL kann auf eine lange Geschichte zurueckblicken, in
deren Verlauf sie den Arbeitern diente und es ihnen ermoeglichte,
ihren Arbeits- und Lebensstandard in einem so bemerkenswerten
Grade zu verbessern, dass sie damit der Nation als Ganzes einen
grossen Dienst erwiesen hat. Die gemeinsamen Bemuehungen der organisierten Arbeiterschaft zur Erreichung eines Programms der Gesetzgebung., das den Arbeitern, Bauern, der Industrie, den Geldanlegern
und der Oeffentlichkeit zugute kommt, haben mitgeholfen, uns zur
wohlhabendsten und fortgeschrittensten Nation der Weltgeschichte
zu machen.
Seit Ihrer letzten Konvention ist das Sozialversicherungsgesetz von 1935, ein bedeutender Bestandteil unseres vorwaertsstrebenden Gesetzcebungsprogramms, durch den 81. Konpress dadurch ver8 -

�bessert worden, dass die Versicherungsbetraege verdoppelt und
10 Millionen Menschen mehr in das Sozialversicherungssystem einbezogen wurden - einschliesslich derjenigen, deren Versicherungsansprueche durch den 80. Kon(?ress aufgehoben worden waren. Das
Taft-Hartley Gesetz, ein weiteres Werk des 80. Kongresses, ist
jedoch noch in Kraft. Ihre Mitglieder und endere Arbeiterorganisationen sind unbedingt im Recht, wenn sie sich den fuer die Arbeiterschaft ungerechten Bestimmungen dieses Gesetzes widersetzen.
Es muesste, wie ich bereits wiederholt erklaert habe, im Interesse
der arbeitenden Maenner und Frauen, die in ihren auf dieses Ziel
gerichteten Bemuehungen nicht nachlassen, abgeschafft werden.
Inzwischen werden die amerikanischen Arbeiter, dessen bin
ich gewiss, alles daransetzen, um unsere Gesamtproduktion zu steigern, damit wir uns selbst bewaffnen und mithelfen koennen, die
freie Welt zu bewaffnen. Auf diese Weise werden wir den Vereinigten Staaten und den demokratischen Nationen die noetige Macht
verleihen, um dem kommunistischen Imperialismus, der heute die
Welt bedroht, entgegentreten zu koennen.
Unsere Arbeiter werden sich mit der Industrie und den Bauern in der gemeinsamen, amerikanischen Anstrengung vereinigen, um
das zu produzieren, was unsere Streitkraefte und die Vereinten Nationen brauchen, um die- gegenwaertige Weltlage meistern zu koennen. Diese Aufgabe wird noch besser als im zweiten Weltkrieg geloest werden, als wir alle Produktionsrekorde brachen und dadurch
mithalfen, die Gefahr zu bannen, die der Freiheit der freiheitsliebenden Voelker drohte.
Unsere Kapazitaet ist heute noch groesser, die Gefahr droht
noch immer, und wir sind wie immer in unserer Geschichte entschlossen, die amerikanische Lebensweise fuer unsere Kinder und Kindeskinder zu erhalten. Wir werden dies tun, indem wir zusammenarbeiten und die Opfer bereitwillig gemeinsam tragen, damit die Einrichtungen der Demokratie erhalten bleiben, denen wir als Nation
unser Glueck verdanken.
Ihr Harry Truman.
IAO STARTET TECHNISCHES. FILFSPROGRAMM
Die Internationale Arbeitsorganisation hat damit begonnen, im
Rahmen des Programms der Fachorganisationen der Vereinten Netionen fuer die wirtschaftliche Entwicklung unterentwickelter Laender
ihren Mitgliedstaaten technische Unterstuetzung zur Verfuegung zu
stellen.
Der Beitrag der IAO zu-diesem Programm wird von dem Ausschuss
fuer technische Unterstuetzung mit den Arbeiten der 'uebrigen Stellen koordiniert. Dieser Ausschuss wurde auf eine Resolution hin
gebildet, die vom Wirtscheft- und Sozialrat und von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen worden war.
54 Regierungen haben zur Finanzierung dieses Programms bis
zum 31. Dezember 1951 Dienstleistungen im Gesamtwerte von £0 Millionen Dollar zugesagt. Davon werden rund 2 Millionen Dollar der
IAO zugeteilt werden.
Die Unterstuetzung der IAO erstreckt sich auf die Gebiete der
Berufsberatung und Berufsausbildung, Arbeitsvermittlung, Schleusung
von Arbeitskraeften, Arbeitsstatistik, handw rkliche Berufe, Wohlfahrt in der Industrie, Arbeitskontrolle, Arbeitsgesetzgebung, Betriebsklima in der Industrie, Arbeits- und Lebensbedingungen in
- 9-

�der -Landwirtschaft, Sozialversicherung, Gesundheitsschutz und
Gesundheitspflege in der Industrie. Auch bei der Loesung besonderer Probleme in bestimmten Industriezweigen oder Personengruppen wird die IAO helfend eingreifen.
Die technische ünterstuetzung wird durch Millionen geleistet,
die sich aus Sachverstaendigen zusammensetzen, und wird durch
Seminare, Ausbildungsinstitute, Konferenzen fuer den Informationsaustausch und'auf sonstige Art und Weise vervollstaenddgt.
Seit den fruehesten Jahren der Organisation hat die IAO ihren
Mitgliedsstaaten in technischen Fragen helfend zur Seite gestanden. Durch die im Rahmen dieses neuen Programms zur Verfuegung
gestellten Geldmittel haben sich die Moeglichkeiten, diese Arbeit der Organisation auszudehnen, erheblich erweitert.
Zu den Laendern im Verantwortungsbereich der IAO, die um
technische ünterstuetzung ersucht haben, gehoeren Burma, Ceylon,
Kolumbien, Ecuador, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Libanon,
Pakistan, Siam und die Tuerkei.
Vorlaeufige Arbeiten.qn einigen der von diesen Laendern vorgeschlagenen Projekte sind von dem Ausschuss fuer technische
ünterstuetzung in die Wege geleitet worden. Einige Projekte werden von der IAO in Zusammenarbeit mit einer oder mehreren anderen
internationalen Organisationen, die an dem Programm beteiligt
sind, ausgefuehrt.
Schritte zur Ausfuehrung eines Abkommens sind unternommen
worden, das verschiedene Formen der technischen ünterstuetzung vorsiehjt und von einer gemeinsamen Mission der UNESCO und IAO, die
vor kurzem Ecuador besuchte, und der Regierung dieses Landes unterzeichnet worden war.
Verschiedene Projekte zur ünterstuetzung der iranischen Regierung bei der Ausfuehrung ihres 7-Jahresplanes werden zur Zeit
ueberpruef t.
Ein von der UNESCO und IAO ernannter technischer Bereter,
wird in Kuerze nach Libanon abreisen, um festzustellen, welche Ünterstuetzung dieses Land auf dem Gebiet der Erziehung, Berufsberatung und Berufsausbildung benoetigt.
Es ist- beschlossen worden, einen oertlichen Repraesentanten
fuer technische ünterstuetzung in Pakistan zu ernennen, der bei
der Abfassung der Gesuche um technische ünterstuetzung und der
Korrdinierung der Unterstuetzungsprogramme der verschiedenen
Teilnehmerorganisationen dieses Landes behilflich ist.
Die UNESCO und die IAO werden gemeinsam eine Mission naoh
Siam schicken, die sich aus vier Experten fuer Erziehung und Beruf sausbildungsfragen zusammensetzt, und die die technische ünterstuetzung dieses Landes bewerkstelligen soll.
ILO News Service
H/I/50
Arnold Beichman, New Yorker Korrespondent des AFL Nachrichtendienstes:
INDIEN BRAUCHT BAUERN UND GEWERKSCHAFTER
Ein staemmiger, laechelnder Irlaender aus iBroaklya 1&amp;% aus
dem Osten zurueckgekommen und berichtete, was in Asien vor sich
10 -

�geht und brachte ein Schock Vorsohlaege, was dort zu tun ist, mit.
Der Ire ist Diok Deverall, der zum St.ab des freien Gewerkschaftskomitees der AFL gehoert und die Aussenposten im Pazifik t
als Gesandter der Arbeiterschaft bereiste. Er kam zurueok, um dem
69. Kongress der AFL in Houston (Texas) von den Dingen zu beriohten, ueber die er sich masslos aergerte, naemlioh - Hollywood-Filme, Gangstergesohichten und Sexualromane.
Deverall erklaerte vor dem Kongress der AFL, dass ein grosser
Teil seiner Arbeit darin bestuende, dem indischen Volk und Jenen
anderen Voelkern klarzumachen, wie das amerikanische Leben in
Wirklichkeit aussieht. Dieser Experte mit dem kurzgeschorenen,
blonden Ha«r sagte dann:
"Hollywood-Filme, Sexualromantl und Gangstergeschichten richten
in Asien heute den groessten Sohaden an. Die Menschen in Asien
muessen unseren Filmen entnehmen, dass kein Amerikaner arbeitet,
und dass er staendig von einem schwarzen Mann bedient wird. Sie
sehen Filme, in denen der weisse Mann auf Indianer - amerikanische Indianer - schiesst, und diese werden immer ueberwunden.
Man legte mir in Indien fortwaehrend die Frage vor, wann wir endlich aufhoeren wuerden, unsere Indianer zu massakrieren . . .
"Die Inder sind Alkoholgegner und wuenschen ein Alkoholverbot. Trotzdem schickt ihnen Hollywood einen Film wie "Das verlorene Wochenende", der in jenem Teil der Welt eine fuerchterliche
Resonanz zur Folge hatte.
"Wenn die angesehene indische Preise ueber die amerikanischen Gangstergeschichten und Sexualromajie berichtet, nennt sie
dies immer einenTeil der Kultur des "Onkel Sham", so ist es recht,
Onkel Sham - sham heisst Schwindel.
"Ein gefaehrlicher Verbrecher wird in der indischen Presse
immer als ein typischer •Chikago-Gangster' bezeichnet. Man stellt
sich in Indien vor, dass es in Amerika keine Armut und keine
Elendsviertel gibt, und dass der Durchschnittsamerikaner nicht
arbeitet.
"Wenn wir ihnen einmal Filme schicken, die ihnen das wirkliche Amerika zeigen sollen, sind es solche wie "Eine Reise mit
Greyhound durch Kalifornien" oder "Eisbrecher im Nordatlantik"
und obendrein noch in englischer Sprache.
"Die Sowjetunion sendet den Indern Filme, in denen das Leben
des kleinen Mannes beschrieben wird, und diese Filme sind nicht
in Russisch, sondern in einer Sprache, die die meisten Inder verstehen, naemlich Hindostani."
Deverall ist 38 Jahre alt und Mitglied der Gewerkschaft der
Bueroangestellten (AFL). In Columbia hat er Technik studiert.
Von 1946 bis 1948 war er Leiter des Bueros fuer Arbeit und Schulung in Japan.
Um sicher zu sein, dass die Uebersetzer seine Reden an die
japanischen Arbeiter nicht entstellten, erlernte er ihre SpJ-ache,
die er nun lesen und schreiben kann.
1949 begann er in Bombay mit seiner Arbeit fuer das Freie
Gewerkschaftskomitee der AFL. Seine Aufgabe war, mit den nichtkommunistischen Gewerkschaftern jenes asiatisch*n Nebenkontinents
Verbindung aufzunehmen und sie davon zu ueberzeugen, dass die amerikanischen Arbeiter weder Wall-Street Agenten noch Kriegstreiber
sind.
- 11 -

�Die der AFL angeschlossenen Gewerkschaften haet.ten in hervorragender '"eise mit ihfci zusammengearbeitet, erklaerte Deverall,
und haetten ihm auf sein Ersuchen hin 50 bzw. 100 Kopien aller
Veroeffentlichungen geschickt - Satzungen, Tarifvertraege, Broschueren, Zeitungen und aehnliches. Mehr als eine Tonne Material amerikanischer Gewerkschaften ist ihm von AFL-Organisationen uebersandt worden; es wurde zur Errichtung von Buechereien
in jedem Gewerkschaftszentrum indischer Staedte verwandt. Auch
die Buechereien der zehn groessten Universitaeten Indiens wurden
mit diesem Material versorgt.
Weiter wurden Broschueren ausgearbeitet, die besonders fuer
die indische Gewerkschaftsbewegung bestimmt und mit allem Verstaendnis fuer die Kulturhoehe des indischen Volkes geschrieben
waren. Er handelt sich um Handbuecher, in denen beschrieben
wird, wie eine Gewerkschaftskonferenz abgehalten werden kann,
dann werden Erlaeuterungen ueber das Tarifverhandlungswesen gegeben, das Betriebsratspystem und die Organisation der Berufs- und
Industriegewerkschaften sind eingehend erklaert.
•"Die Gewerkschaftsbewegung Indiens gewinnt mehr und mehr an
Bedeutung," sagt Deverall. "So ist zum Beispiel das Kastensystem
in diesem Lande ein sehr ernstes Problem, an das nicht geruehrt
werden darf. Innerhalb der Gewerkschaftsbewegung kann man jedoch
bereits Abweichungen von diesem System feststellen.
"Waehrend der Unruhen in Kalkutta im Februar und Maerz waren
es Gewerkschaftsfuehrer aller.Konfessionen, die Moslems und Hindus aufforderten, friedlich und vernuenftig zu sein.
"Wir muessen mehr Durchschnittsamerikaner und zwar Leute
aus dem Volk nach Indien schicken. Je mehr dieser Leute wir dorthin schicken, umso besser ist es fuer unsere Aussenpolitik,
"Leider kommt die koloniale Haltung zahlreicher amerikanischer
Arbeitgeber 'den Kommunisten zustatten. Sie beschaeftigen z.B.
einen Amerikaner und einen ebenso faehigen Inder, ueide verrichten
die gleiche Arbeit, dem Amerikaner werden 1000, dem Inder jedoch
nur 50 Rupien gezahlt.
"i^iese Form der Lohndiskriminierung wird als Beispiel amerikanischer Demokratie hingestellt, um zu zeigen, wie betruegerisch
sie ist. Die asiatischen Voelker hassen geradezu unseren Ausspruch, dass "wir sie retten, wollen", weil er ebenso grosspurig
wie herablassend erscheint.
"Was wir nach Indien schicken muessen, sind Bauern, die die
praktische Arbeit kennen, Experten der Genossenschaften, Leute
aus Kreditinstituten und viele Gewerkschafter. Diese Maenner haetten etwas zu bieten - sie koennten den Indern erklaeren, wie sie
sich selbst helfen koennen, wie man die Arbeitsmethoden in der
Landwirtschaft verbessert, wie man mit den Kreditgebern fertig
wird, die das Volk aussaugen, und wie der Lebensstandard der indischen Arbeiter gehoben werden kann.
"Ich denke, es Ist noch Zeit genug, um dort drueben eine
gute Arbeit zu leisten, und einige Laender wie Malaya, die Philippinen, Indien, Ceylon, Pakistan und Thailand schreien geradezu
nach dieser Form der Hilfe. Geben wir sie ihnen, solange wir die
Moeglichkeit dazu haben."
AFL Weekly News Service
IX/29/50
- 12 -

�LITINGSTON WIDERLEGT KOMMUNISTISCHE VORWUERFE
An alle Vorsitzenden der Lokalgewerkschaften der Automobilarbeitergewerkschaft (CIO) :
"Die kommunistische Partei, kommunistische Veroeffentlichungen und andere, die im Dienst der kommunistischen Partei stehen,
fuehren eine Kampagne, in der sie fortwaehrend eine Erklaerung
falsch auslegen, die ich im Namen der Delegation der Vereinigten
Automobilarbeiter des CIO, die vor kurzem Europa besuchte, abgegeben hatte.
Diese Kampagne der falschen Auslegung soll durch die Entstellung von Tatsachen und durch die absichtliche Uebergehung
anderer Euch und die Oeffentlichkeit zu dem Glauben bringen, dass
Eure Delegation den Marshall Plan und das Europaeische Wia deraufbauprogramm fuer fehlgeschlagen ansieht.
Nichts ist der Wahrheit ferner als diese Behauptung. Kit
den anderen Fuehrern und Mitgliedern der Automobilarbeitergewerkschaft des CIO haben wir die Grundprinzipien des Marshall Planes
und des Europaeisehen "Wiederaufbauprogramms unterstuetzt und
werden es auch weiterhin tun. Wir wuenschen, dass das Volk der
Vereinigten Staaten auch in Zukunft durch seine Regierung die
notwendigen Geldmittel bereitstellen laesst, um den im Krieg
verarmten Wirtschaften Europas auf die Beine zu helfen und ihren
Voelkern zu zeigen, dass demokratische Einrichtungen fuer die
Wohlfahrt aller Menschen arbeiten koennen.
Der grundlegende Unterschied zwischen dem Grundsatz der
Automobilarbeitergewerkschaft und dem der kommunistischen ^artei
und ihrer Verbuendeten besteht darin, dass wir wuenschen, dass
der Marshall Plan so arbeitet, wie es beabsichtigt war, waehrend
die Kommunisten ihn zum Scheitern bringen wollen.
Wir uebten in dem vollen Bewusstsein Kritik, dass die Kommunisten versuchen wuerden, diese Kritik zur Rechtfertigung ihres
Standpunktes zu gebrauchen. Kritik musste jedoch geuebt werden.
Der Kommunismus kann niemals die Herzen, Seelen und die Treue
der europaeischen Arbeiter gewinnen, wenn sie nicht infolge eines
Versagens der Demokratie dieser schrecklichen Alternative in
die Arme getrieben werden. Die Arbeiter koennen ihre Familien
nicht mit Schlagworten ueber Freiheit ernaehren. Die Arbeiter
werden nicht durch verlogene Propaganda der kommuni3tischen°Versklavung zum Opfer fallen, wenn sie wissen, dass sie in der Demokratie beides, Brot und Freiheit, haben koennen.
Wir von der Automobilarbeitergewerkschaft des CIO bestehen
darauf, dass die Marshall-Plan-Hilfsmittel fuer diesen Zweck verwendet werden, und wir bereiten diesbezuegliche Vorschlaege an
die zustaendigen Behoerden unserer Regierung vor, die, wenn sie
angenommen werden, die vom amerikanischen Volk zur Verfuegung gestellten Geld- und Hilfsmittel zu einem maechtigen Werkzeug zur
Erreichung dieses Zieles machen werden.
Diejenigen Leute in unserem Lande und in Europa, die dafuer
verantwortlich sind, dass die aus dem Wiederaufbau entstehenden
Gewinne nicht dem europaeischen Arbeiter zugutekommen, sind die
besten Verbuendeten des Kommunismus. Wir, die wir ein besseres
Leben und einen hoeheren Lebensstandard fuer die Arbeiter der
ganzen Welt wuenschen, sind Feinde des Kommunismus. Und die Kommunisten wissen das.
- 13

�Wir haben bereits gesagt, und wir sagen es erneut, dass die
Arbeiter in EuroDa nicht ihren gerechten Anteil an den Gewinnen
erhalten, waehrend sich die Profite der Industriellen staendig
mehren. Dies muss aufhoeren. Ss darf nicht zugegeben werden,
dass der Kommunismus aus Hunger und Armut Nutzen zieht, um sein
totalitaeres Regime ueber die Voelker Europas auszubreiten.
Mit kollegialem Gruss
Euer
John W. Livingston
Internationaler Vizevorsitzender
DIE AUSSMPOLITIK DER AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTEN
Die amerikanischen Gewerkschaften, insbesondere die AFL, haben die Aussenpolitik der amerikanischen Regierung scharf kritisiert. Diese Kritik bezog sich vor allem auf die Vorgaenge im
Fernen Osten. Umso staerker begruessten es die Gewerkschaften,
dass in der amerikanischen Aussenpolitik eine entscheidende Wendung zu verzeichnen ist, die sich dem Standpunkt der Gewerkschaften
genaehert hat und die Vorgaenge im Fernen Osten jetzt staerker unter dem Blickwinkel des dortigen Arbeiters betrachtet.
In einem Rundfunkinterview wies der stellvertretende Vorsitzende der amerikanischen Foederation der Arbeit, kurz AFL genannt,
auf die beiden grundlegenden Prinzipien hin, die die amerikanische
Aussenpolitik zu beachten hat. Einmal darf die Regierung der Vereinigten Staaten keinerlei imperialistische Neigungen in irgend
einer Form an den Tag legen, zum anderen muss sie jenen Laendern,
die sich in wirtschaftlichen Noeten befinden, eine staendige und
zunehmende Hilfe zur Verfuegung stellen. Nur in dieser Form koennen die Gefahren beseitigt werden, die durch die kommunistische
Aggression entstehen. Der Aufbau einer freien Gewerkschaftsbewegung ist das staerkste Bollwerk fuer eine demokratische Entwicklung und bedeutet zugleich eine Steigerung des Lebensstandards.
Wenn auf der anderen Seite die Vereinten Nationen ihren Prinzipien
treu bleiben und jeden Missbrauch ausschliessen, so formen sie eine
sichere und entschlossene Abwehr geg'3n jegliche Aggression. Natuerlich muessen auch Agrarreformen und soziale Fortschritte vorangetrieben werden, um jene Ungerechtigkeiten abzuschaffen, auf die
kommunistische Kreise 'immer wieder hinweisen. Im Vordergrund muss
aber eine festere Einigkeit aller freien Voelker stehen.
Wirtschaftlicher Fortschritt, militaerische Staerke und politische Einigkeit, das sind die drei Grundprinzipien, zu denen sich
die amerikanischen Gewerkschaften bekennen.
Die Vorschlaege, die die lahreskonvention der AFL in dieser
Richtung macht, sind dazu bestimmt, die Voraussetzung zu staerken,
so dass auch in militaerischer Hinsicht durch die Sowjets keinerlei Aggressionen mehr moeglich sind.
Wir fordern die amerikanische Regierung auf, die amerikanische
Delegation im Rat der Vereinten Nationen zu veranlassen, eine Deklaration der Rechte und Pflichten der Mitgliedsstaaten zu erlassen.
In dieser Deklaration muss zum Ausdruck kommen, dass die Vorbereitungen, die Organisierung und die Unterstüetzung sogenannter "Buergerkriege" und Unruhen durch irgend einen Staat in Gebiet eines
anderen Staates als ungesetzlich erklaert wird. Um solche Massnahmen durchzufuehren, fordern die amerikanischen Gewerkschaften die
Einrichtung einer staennigen Kommission der Vereinten Nationen, die
- 14 -

�beauftragt wird, derartige Beschwerden im Augenblick und sofort zu
behandeln und gleichzeitig geeignete Schritte zu unternehmen, um
solche Verletzungen des Friedens zu verhindern. Aus diesem Grunde
richtet die AFL an alle Gewerkschaften, die dem Internationalen
Gewerkschaftsbund angeschlossen sind, die Bitte, eine gleiche Forderung ihren Regierungen vorzulegen, um zu veranlassen, dass die
einzelnen Delegationen der Vereinten Notionen den Vorschlag unterstuetzen.
Die Kominform und der Weltgewerkschaftsbund haben nicht nur
die bewaffnete Aggression in Korea durchgefuehrt, sie fuehren darueber hinaus eine systematische Sabotage der Vereinten Nationen
durch. Es sei nur an die zersetzenden politischen Streiks in den
verschiedenen Laendern erinnert, an die Gewalttaetigkeiten in Indien, an den Buergerkrieg in Indo-China, an die Propagandawellen
in Asien und Afrika, die einen Rassenhass heraufbeschwoeren, die
Wirtschaftssabotage in Gross-Britannien, Westdeutschland, Frankfeich und Italien, die militaristischen Drohungen in Persien, die
Verfolgung der Gewerkschaften, der Kirchen und unablaessige gesetzwidrige Vorgaenge in den Satellitenstaaten, und schliesslich
eine weltweite Verleumdungskampagne gegen das amerikanische Volk.
Diese Aktionen der Kominform und des Weltgewerkschaftsbundes haben
im Grunde alle den gleichen Zweck. Sie dienen der von Moskau befohlenen Eroberungssucht und Weltherrschaftsgeluesten und schliesslich der Unterwerfung der gesamten Menschheit unter die Sklaverei
des kommunistischen TotalitärIsmus. Es bedarf keiner besonderen
Begruendungen, dass diesen Bemuehungen ein Ende gesetzt werden muss.
Beim Ausbruch des Korea-Konfliktes haben alle friedliebenden
Nationen, die in den Vereinten Nationen zusammengeschlossen sind,
den Entschluss gefasst, diese Verletzungen des Friedens mit allen
Mitteln zurueckzuweisen. Die freien Voelker Asiens haben zum
ersten Mal gemeinsam mit den demokratischen Staaten der uebrigen
Welt ein Verteidigungsprogramm angenommen, das alle teilhabenden
Voelker ohne Ruecksicht auf Glauben oder Rasse in gleicher Weise
beschuetzen soll, um ihnen allen eine aehnliche Sicherheit zu geben, wie sie fuer das freie Europa durch den Atlantikpakt garantiert wird.
Die AFL begruesst auch aus diesem Grunde die schnelle und
nachdrueckliche Hilfeleistung, die im Rahmen des Truman-4-PunkteProgramras allen jenen Gebieten zugute kommt, die in industrieller
Beziehung zurueckgeblieben sind und deren Wirtschaft sich mit entsnrechenden Hilfsmassnahmen in betraechtlichem Masse weiterentwickeln Hesse. Die amerikanischen Gewerkschaften sind der Meinung,
dass dieses Wirtschaftsprogramm weitergefuehrt werden sollte auf
einer Basis, die jenen Laendern auch moderne Schulen und Erziehung,
Kultur und Gesundheitsfuersorge, Sozialnassnahmen und Berufsausbildung zugute kommen laesst. Gleichzeitig muessen hier die Rechte
der Arbeiterschaft gesichert und der Lebensstandard erhoeht werden.
Bei
der Ausarbeitung dieses Programms sollten fortschrittliche
ü
ersoenlichkeiten der einzelnen Laender einschliesslich der Gewerkschaf tsfuehrer herzugezogen werden, damit in jedem Lande eigene
und geeignete Stimmen zu Wort kommen, um bei der Planung dieser
Massnahmen und ihrer Durchfuehrung zu helfen.
Als Beispiel sei hier erwaehnt, dass die Vereinten Nationen
nicht nur die Unabhaengigkeit und die Einheit der Republik Korea
garantieren sollen, sondern auch alles daransetzen muessen, um
das durch den Krieg verwuestete Land wieder aufzubauen und damit
zugleich den guten Willen der friedliebenden Nationen demonstrieren.
Im Rahmen des Marshall-Plans spielt die Gewerkschaftsbewegung
bereits eine staendig wachsende Rolle. Die gleichen Prinzioien der
•wirtschaftlichen Hilfe muessen auch auf Asien, Afrika und Latein- 15 -

�Amerika angewendet werden. Dabei muss jedoch vorausgesetzt werden,
dass bei der Festlegung dieser Politik und bei der verwaltungsaaessigen Durchfuehrung dieser Hilfsmassnahmen die Gewerkschaften
ein gleichberechtigter Partner neben der Regierung und dem Unternehmertun sein mflsser.
Der Internationale Gewerkschaftsbund hat bereits ein weitreichendes Programm ausgearbeitet, um freie Gewerkschaftsbewegungen
in diesen Gebieten zu entwickeln und zu festigen. Die Gewerkschaften sind nicht nur das beste Bollwerk gegen den Totalitarismus; ihre
Arbeit ist ebenso wichtig, um den Lebensstandard der Massen zu steigern, die heute in Not und Elend darben. Der Internationale Gewerkschaftsbund will bei diesem unblutigen Krieg gegen Armut, Ungerechtigkeit und Unsicherheit in der vorderstan Frontlinie kaemnfen, damit auch dort der Kommunismus nicht mehr gedeihen kann.
Die AFL haelt es hierbei fuer bedauerlich, dass diese wirtschaftliche Hilfe nicht auch auf China ausgedehnt wird, denn hier
ist die Regierung durch auslaendische Intrigen und militaerische
Interventionen an die Macht gekommen. Um so nachdruecklicher mues3en sich daher die Gewerkschaften fuer den wirtschaftlichen und
sozialen Fortschritt in jenen Laendern einsetzen, in denen die Demokratie gegen den Totalitarismus verteidigt werden muss. Ss ist
deshalb auch erforderlich, dass die Gewerkschaften aller Laender
einen Druck auf ihre Regierung ausueben, um endlich die Friedensvertraege mit Westdeutschland und Japan zu unterzeichnen und gleichzeitig den ungerechten Vertrag beseitigen, den Italien kurz nach Beendigung des II. Weltkrieges annehmen musste. Es ist weiterhin unbedingt notwendig, kollektive Sicherheitsmassnahmen zu schaffen, indem die gesamte Arbeitskraft der freien Welt mobilisiert wird und
eine machtvolle Verteidigungsmaschinerie aufgebaut wird, die von
vornherein jeden Aggressor entmutigen muss. Durch diese Massnahmen
fuer die Sicherung des Friedens wird jede Aggression von vornherein
unzweckmaessig. Westdeutschland ist ein entscheidender Teil der
wirtschaftlichen und politischen Einheit Westeuropas. Das deutsche
Volk sollte seine volle Souveraenitaet wiedererhalten und als Gleicher unter Gleichen im Kreis der freien Nationen behandelt werden.
Die Deutschen sollten veranlasst werden, ihren Anteil an der Verantwortung zu tragen, dem Totalitarismus zu widerstehen. Aber
ebenso ollten sie sich auch aller Vorteile einer kollektiven Sicherheit erfreuen.
Bisher haben die sowjetischen Delegierten in den Vereinten Kationen das Vetorecht 45mal benutzt, um Entscheidungen unwirksam zu
machen. Die AFL setzt sich deshalb dafuor ein, dass die Vereinten
Nationen eine Sonderkommlasion gruenden, die eine Revision der
Grundsaetze vorbereitet und gleichzeitig Vorbereitungen trifft, um
eine staendige Sicherheitsstreitkraft zu schaffen. Natuerlich
muessen dabei die Prinzipien geaendert werden, die das Vetorecht
betreffen. Denn nur dadurch koennen jene unangenehmen Erfahrungen
der Vergangenheit beseitigt werden und fuer die Zukunft ein besseres
und schnelleres Funktionieren der Vereinten Nationen zugunsten der
ihr angeschlossenen Laender sicherstellen.
Das Volk in Korea hat eine harte Lehre kennengelernt. Y'aehrend
die Kommunisten dort herrliche Versprechungen machten, beweist heute
ihre abgrundtiefe Niedortracht, dass sie Luegner und Heuchler sind.
Die Arbeiter Ost-Suropas und der Sowjet-Union haben diese Lektion
schon laengst hinter sich. Die amerikanischen Arbeiter blicken mit
ihnen in die Zukunft, 3ie wissen, dass diese Voelker sich nach der
Stunde der Befreiung sehnen, nach der Stunde, in der wieder freie
Gewerkschaften im Geists wirklicher Internationalitaet gegruendet
werden koennen. Nur auf diesem Weg koennen die Arbeiter der ganzen
Welt ihrem Ziel entgegen gehen: Dem Frieden und dem Wohlstand in
Freiheit.
AFL-Rundfunksendung
- 16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 34

Frankfurt, 27. Oktober 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Der blutige Weg der Kommunisten Italiens - - -

1

Oesterreichische Gewerkschafter berichten
von Amerika - - - - - - - - - - - - - - - -

3

Oldenbroek begruendet die Politik des IBFG - -

5

Hie internationale Transportarbeiterfoederation
zum Marshall-Plan - - - - - - - - - - - - -

e

Die Gewerkschaftsbewegung ist ihrer Aufgabe
gewachsen - - - - - - - - - - - - - - - - -

12

Methoden und Verfahren der Beschaeftigungssicherheit - - - - - - - - _ - - _ _ - _ _

15

DER BLUTIGE WEG DER KOMMUNISTEN ITALIENS
M

Ein Kommunist," schrieb Lenin, "muss bereit sein, jedes
Opfer zu bringen, und darf, wenn noetig, vor keiner Verschwoerung und keiner List zurueckschreoken, er muss illegale Methoden
anwenden und die Wahrheit verbergen, wenn es darum geht, in die
Gewerkschaften einzudringen, darin zu bleiben und in ihnen
revolutionaer zu wirken.1*
Was diese "Verschwoerungen, Listen und illegalen Methoden"
fuer die freien Arbeiter in Wirklichkeit bedeuten, ist erneut

- 1

�in einem Weissbuch des italienischen Gewerkschaftsbundes CISL
aufgedeckt worden.
Mehr als 50 Faelle kommunistischer Gewalttaetigkeiten gegen
freie Gewerkschaftsmitglieder sind in dieser grausigen Liste
aufgefuehrt, die der Konvention der AFL unlaengst vorgelegt wurde. Zwei italienische Gewerkschafter, Enrico Parri und Luigi
Morelli, erklaerten den Amerikanern, dass die italienischen
Kommunisten "einen Krieg des Terrors fuehrten, wie er in der
Geschichte der Gewerkschaften ohne Beispiel sei. Er sei durch
jede Art der Gevalttaetigkeit, von der unglaublichsten Misrhandlung bis zum vorsaetzlichen und kaltbluetigen Mord gekennzeichnet.
In dem Dokument wird ebenfalls die kommunistische Methode
angeprangert, Unruhen anzustifen und dann die Opfer als Maertyrer zu preisen.
Medina, eine Stadt in der Poebene, war der Schauplatz einer
solchen Unruhe. Im Januar vorigen Jahres organisierten die
kommunistischen Fuehrer einen Demonstrationszug, den sie in einen
Aufstand umwandelten, bei dem sechs Arbeiter getoetet wurden.
Zwei Tage spaeter riefen sie einen Streik Im ganzen Lande
aus, leiteten eine Kampagne zur Unterstuetzung der Witwen und
Waisen dieser Opfer ein und brachten in einer Sammlung 40,000
Dollar zusammen. Sechs Monate spaeter wurde ein Ortsfunktionaer
des kommunistisch beherrschten italienischen allgemeinen Gewerkschaftsbundes (CGIL) wegen missbraeuchlioher Verwendung dieses
Geldes verhaftet. Man stellte fest, dass die Familien der Getoeteten weniger als 10,000 Dollar erhalten hatten. Der Rest war
dem CGIL und der kommunistischen Partei zugeflossen.
Dies ist nur ein Beispiel aus diesem Weissbuoh. Die Kommunisten suchten auf dem Lande, in den Fabriken und Doerfern die
aktivsten Mitglieder der freien Gewerkschaften aus, um sie zu
misshandeln oder zu ermorden.
So starb Guiseppe Fanin mit 24 Jahren. Auf einer Farm geboren und grossgezogen, promovierte er an der Universitaet Bologna
und hatte die Absicht, die Bauern zu organisieren. Er schloss
sich der freien Gewerkschaftsbewegung an. Die Bauern hoerten
ihm interessiert zu, wenn er von der Demokratie spraoh. Als er
vor zwei Jahren am Abend des 4. November mit dem Rad nach Hause
fuhr, wurde er von vier Maennern ueberfallen und starb wenige
Stunden spaeter. Drei Wochen danach bekannten sich vier kommunistische Funktionaere zu dieser Tat.
Dies ereignete sich in dem Bezirk Bologna-Emilia - der
"roten Hochburg". Parri und Morelli nennen diesen Bezirk eine
"blutgetraenkte Gegend". Und dies hat seinen Grund.
Sechs Landarbeiter wurden von einer lOOkoepfigen Menge geschlagen und gezwungen, ihre Arbeitsplaetze zu verlassen. Ein
Arbeiter und seine Frau, eine werdende Mutter, wurden gesteinigt
und misshandelt. Zwei Maenner wurden von 120 Demonstranten gezwungen, ihre Arbeit auf dem Lande aufzugeben. Zehn Landarbeiter
wurden von den Feldern vertrieben, ein anderer Arbeiter wurde
von sechs Maennern ueberfallen. Bei einem Ueberfall einer Bande
von tausend Kommunisten auf 35 Erntearbeiter wurden zwei Frauen
schwer misshandelt. Vier Maenner wurden auf dem Wege zur Arbeit
entfuehrt. Ein anderer, der mit Landaufbesserungsarbeiten beschaeftigt war, wurde gesteinigt und musste zwoelf Tage im Krankenhaus behandelt werden.
- 2 -

�In allen Faellen wurden diese Untaten veruebt, weil die Betreffenden Mitglieder freier Gewerkschaften waren.
Die Liste hoert jedoch hier nooh nicht auf. Im gleichen Gebiet wurde ein Bauer von neun Maennern verpruegelt, weil er freie
Gewerkschafter beschaeftigt hatte. Der Sekretaer einer Gewerkschaft wurde geschlagen und beinahe gelyncht. Der Wald eines
Bauern, in dem Mitglieder der freien Gewerkschaftsbewegung als
Holzfaeller arbeiteten, wurde besetzt und zerstoert. Die Bueros
des CISL in Mesola wurden voellig vernichtet.
Dieses Regime des Terrors, das von den beiden Gewerkschaftern als eine "ernste Gefahr fuer die Organisation der freien Gewerkschaften bezeichnet wird," hat zur Folge, dass die Arbeiter
davor zurueckschrecken, sich und ihre Familien derartigen Gewelttaetigkeiten auszusetzen, in denen die Kommunisten so gute
Meister sind.
Und doch trotzen freie Arbeiter immer wieder dieser Gefahr.
Das beweisen die Vorfaelle in dem Gebiet von Bologna-Emilia, von
denen in ganz Italien erzaehlt wird.
Piemont, eine Winternacht vor zwei Jahren:
Luigi Leonarduzzi, ein Vertreter der freien Gewerkschaften,
begab sich zu einer Konferenz des Komitees fuer Arbeitslosenunterstuetzung. Er wurde ueberfallen und schwer verletzt. Im Fruehjahr 1949 arbeitete Maria Vincenti in einem Geschaeft, in dem
freie Gewerkschafter zugelassen waren. Sie wurde ueberfallen und
sohwer verletzt. Im Fruehjahr des folgenden Jahres folgte
Giovanni Arrigoni, ein Freiheitskaempfer waehrend des Krieges,
nicht dem Befehl kommunistischer Demonstranten, seine Arbeit in
einer Saegemuehle niederzulegen. Er wurde verletzt.
Lombardei, Ende des Jahres 1948: Das Buero des Bezirksvorstandes des CISL wird durch eine Bombe zerstoert. Fruehjahr
1949: Ein Mann wird vor den Toren seiner Arbeitsstaette niedergeschlagen. Mai dieses Jahres: Ein Gewerkschaftsdelegierter, der
bei der Besprechung eines Problems von allgemeinem Interesse eine
Meinung vertritt, die den Kommunisten nicht gefaellt, wird von
drei Maennern misshandelt. Im gleichen Monat des gleichen Jahres:
Fuenf Gewerksohafterinnen werden von einer bewaffneten Bande angegriffen.
In ganz Italien nichts als Gewalttaetigkeiten, wo immer man
der kommunistischen Linie nicht folgt und das demokratische Gewerkschaftswesen unterstuetzt. In ganz Italien sind es dennoch
nur wenige Leute, die die gewalttaetige Lehre des stalinistischen
Kommunismus dem friedlichen Dienst an der Sache der italienischen
Arbeiter voranstellen.
Arbeitsmitteilungen der ECA
1/11/50
OESTERREICHISCHE GEWERKSCHAFTER BERICHTEN VON AMERIKA
Sechs oesterreichische Gewerkschaftsfuehrer kehrten von einer
Reise nach den Vereinigten Staaten zurueck und erklaerten, dass
der Marshallplan der Faktor ::r. 1 im wirtschaftlichen Wiederaufbauprogranm ihres Landes sei, dass die Zukunft Jedoch in den Haenden der Oesterreicher selbst laege.
Sie sagten, sie "kaemen zurueck, um sich fuer die Schaffung
der Vereinigten Staaten von Europa einzusetzen. Wenn Europa das
- 3-

�langersehnte Ziel des Wohlstandes erreichen soll, muessen die
bestehenden nationalen Grenzen verschwinden. Dies ist die Hoffnung Oesterreichs und aller europaeischen Laender."
Die Gruppe kam gerade von einer sechswoechigen Reise zurueck, die sie zum Studium des Gewerkschaftswesens und der Produktivitaetsmethoden in den Vereinigten Staaten und der Schirmherrschaft des Marshallplanes unternommen hatte.
"Ein Amerikaner fragte mich, wie es in Europa aussieht,"
erklaerte Plus Schneeberger, der Vorsitzende der oesterreichischen Land- und Forstarbeiter-Gewerkschaft. "Ich sagte ihm, er
solle sich die 48 Staaten der USA als getrennte nationalistische
Laender vorstellen, dann wuerde er unsere Probleme kennen."
Die Gruppe war der Auffassung, dass die Vereinigten Staaten die
volle Bedeutung des Wortes Zusammenarbeit erkannt haben.
Die Besucher wurden in Le Havre von Vertretern der bedeutenden franzoesischen freien Gewerkschaften, der "Force Ouvriere",
der Christlichen Arbeitergewerkschaft und des Vorarbeiter-Verbandes bei ihrer Ankunft in Europa gerade in dem Zeitpunkt begruesst,
als der kommunistische Versuch, Oesterreich in einen Generalstreik zu stuerzen, klaeglich gescheitert war.
Die Gruppe erklaerte, dass sie mit der gegenwaertigen Lage
nicht vertraut sei, dass sich aehnliche Vorfaelle Jedoch in jedem
Jahre so sicher "wie der Herbst" wiederholten. Die grosse Mehrheit der oesterreiohischen Gewerkschafter, einschliesslich derer,
die in der Sowjet-Zone wohnen, steht nicht unter dem Einfluss
der Kommunisten. Selbst in Industrien, die sich in russischem
Besitz befinden, gibt es Betriebe, in denen nicht mehr als 20%
der Belegschaft kommunistischen Gewerkschaften angehoeren. Die
Oesterreicher wissen nur zu gut, dass ihr Land unter der Herrschaft der Kommunisten zu einem Satellitenstaat werden wuerde.
Sie sind der Auffassung, dass die oesterreiohischen Kommunisten
von Oesterreich selbst in Schach gehalten werden koennen, wenn sie
nicht von einer Fremdmacht direkt unterstuetzt werden.
Die Oesterreicher berichteten, dass sie ein wirkliches Freundschaftsverhaeltnis zwischen der amerikanischen und ihren eigenen
freien Gewerkschaften festgestellt haetten. "Wir waren erstaunt
darueber," sagten sie, "dass amerikanische GewerkschaftsOrganisationen, die sich mit eigenen Problemen zu beschaeftigen haben, so
sehr an der gegenwaertigen Weltlage interessiert und sich ihrer
internationalen Verantwortlichkeiten vollauf bewusst sind. Wir
kommen mit dem Bewusstsein zurueck, dass wir jenseits des Ozeans
wirkliche Brueder besitzen, deren Freundschaft nicht nur in schoenen Worten besteht."
Die Gewerkschaftsfuehrer kamen mit einem gefestigten Glauben
an die Lebensweise der westlichen Welt aus Amerika zurueck, wo sie
sahen, wie die organisierte Arbeiterschaft schnell zu einem maechtigen demokratischen Bollwerk einer freien Gemeinschaft werden kann.
Ignaz Koock, der selbst in der russischen Zone beheimatet und
Sekretaer des bundesstaatlichen Sekretariats des Gewerkschaftsbundes ist, zeigte an Hand eines Beispiels, wie frei die amerikanische Lebensgemeinschaft ist: "Wenn ich hierfuer niemals einen
Beweis hatte, so erhielt ich ihn, als ich eine Teitilfabrik in
Tennessee besuchte, wo von 1300 Arbeitern nur ein einziger nicht
Gewerkschaftsmitglied war und niemand versuchte, ihn zum Eintritt
in die Gewerkschaft zu zwingen. Das ist wahre Demokratie!"

- 4 -

�Die oesterreichischen Besucher reisten von New York nach
Chikago und dann in den Sueden bis nach Texas und waren begeistert ueber die umfassenden Erziehungsprogramme der amerikanischen
Gewerkschaften, die sie fuer ihre Mitglieder durchfuehren. Als
direktes Ergebnis hiervon seien sich die amerikanischen Gewerkschafter nicht nur der Vorteile einer hohen Produktionsleistung
bewusst, sondern in vielen Faellen sei es die Gewerkschaft selbst,
die bei der Rationalisierung der Produktion zur Erreichung hoher
Produktivitaetsziele eine bedeutende Rolle spiele.
Ihre Eindruecke umfassend erklaerten die oesterreichischen
Gewerkschaftsfuehrer, dass nichts vollkommen sei, und auch das amerikanische System gewisse Fehler enthalte. "Diese stehen jedoch
in keinem Verhaeltnis zu den bereits erzielten Erfolgen."
Die Mitglieder der oesterreichischen Besuchergruppe waren:
Pius Schneeberger, Ignaz Koock, Edmund Holzfeind, der Zentralsekretaer der Post- und Telegraphenarbeiter, Leopold Wolff als Vertreter der Chemiearbeiter, Edmund Hofeck, Vize-Praesident der
Arbeitskammer und Fritz Matzner, der Landeshauptmann der Provinz
Steiermark und Fuehrer der dortigen Gewerkschaftsbewegung.
Arbeitsmitteilungen der ECA
X/10/50
OLDENBROEK ÜEGRUENDET DIE POLITIK DES IBFG
J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer des Internationalen
Bundes Freier Gewerkschaften, hat eine ausfuehrliche Erklaerung
abgegeben, warum die freien Arbeiter die Aggression in Nord-Korea
und andere folgenschwere Handlungen des Kominform, wie die Bewaffnung Albaniens an der jugoslawischen Grenze, ablehnen.
Oldenbroek ueberbrachte der 82. Jahreskonferenz des britischen Gewerkschaftskongresses die Gruesse der 50 Millionen Mitglieder des IBFG und wies erneut darauf hin, dass diese Organisation die Verteidigungsmassnehmen der Vereinten Nationen in Korea
und den Marshall-Plan unterstuetzt.
Er berichtete ausserdem von der zunehmenden Staerke des
IBFG in seinem weltweiten Konkurrenzkampf mit der kommunistischen
Marionettenorganisation, dem Weltgewerkschaftsbund. Er ist der
Auffassung, dass die Hauptaufgabe in Korea in der Loesung der
Frage besteht, ob eine Aggression gegen die Vereinten Nationen
unbeantwortet bleiben soll oder nicht.
"Es geht nicht um die Frage, welche Art von Regierung in
Suedkorea bestand," sagt Oldenbroek. "Diese Regierung wurde in
geheimer Wahl unter Aufsicht der Kommission der Vereinten Nationen fuer Korea gewaehlt, die von den Kommunisten daran gehindert
wurde, freie Wahlen in Nordkorea abzuhalten."
"Die Aggression ist es, die die freien Arbeiter verwerfen,"
erklaerte er. "Wir sind grundsaetzlich gegen eine Aggression,
und wir lehnen sie ausserdem ab, weil sie zu einem neuen Krieg
fuehren kann. Aus diesem Grunde befuerworten wir die Massnahmen
der Vereinten Nationen. In den Panzerschränken des Kominform
liegen Plaene bereit, und in einer Reihe von Laendern hegen die
Menschen die Befuerchtung, dass sie als naechste an der Reihe sein
koennten."

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�"Wenn die Aggression gegen Korea erfolgreich verlaufen waere,
was waere dann aus Finnland, Jugoslawien, Persien, der Tuerkei
und Oesterreich geworden?" fragte der Gewerkschaftsfuehrer. "Denken wir einmal an Oesterreich mit seiner wohlorganisierten und
starken Gewerkschaftsbewegung. Wer verhindert den Abschluss
eines Staatsvertrages mit Oesterreich? Niemand anderes als die
Sowjetunion."
"Was Jugoslawien betrifft, so moechte ich nicht Fuersprecher
dieses Staates sein, aber ich moechte auch nicht, dass er das
Opfer einer Aggression wird. Und dann stelle ich an dieser Stelle die Frage, warum Waffen und Munition mit polnischen Schiffen
von Gdingen und anderen Haefen nach Albanien transportiert werden, das von russischen, polnischen und anderen Statthaltern beherrscht wird?"
Auf die kommunistischen Friedensappelle bezugnehmend, in
denen die demokratischen Laender aufgefordert werden, ihre Atomwaffen sofort zu zerstoeren, sagte Oldenbroek: "Die Atombombe,
Wasserstoffbombe oder sonstige Bomben und Waffen duerften natuerlich nicht zur Anwendung kommen. Dies ist jedoch nur moeglich,
wenn eine internationale Kontrolle ausgeuebt werden kann. Die
Vorschlaege der westlichen Welt zur Durchfuehrung einer internationalen Kontrolle sind in den Vereinten Nationen von der Sowjetunion abgelehnt worden."
"Ausser dem Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse kennen wir jedoch auch den Missbrauch des menschlichen Gehirns fuer
verwerfliche Zwecke, wie ich die angewandte Psychologie bezeichnen moechte. Man will den Menschen durch Einh'aemmern zu jeder
Stunde bei Tag und bei Nacht glauben machen, dass die Amerikaner
dieEindringlinge in Korea sind. Es Ist die gleiche endlose Beschuldigung, die man auch gegen Jugoslawien richtet, das den Mut
hatte, sich dem Kominform zu widersetzen. Es ist der Aufruf des
Weltgewerkschaftsbundes an die Arbeiter der Post und des Rundfunks in allen Laendern, dass sie sich weigern sollen, jegliches
Material, das die Haltung der Sowjetregierung kritisiert, weiterzuleiten."
"Und dabei ist das Recht der freien Rede und der Pressefreiheit im Programm des W.G.B. verankert.' Die Kommunisten fordern
jeden auf, zu streiken und vor allem sich an Generalstreiks zu
beteiligen. In ihren eigenen Laendern jedoch haben sie das Streikrecht abgeschafft. Sie erheben somit den Betrug zur hoechsten
Tugend." In Bezug auf den kommunistisch beherrschten Weltgewerkschaftsbund erklaerte Oldenbroek ausserdem, dass es zwar keine
Moeglichkeit gaebe, die Taetigkeiten der Kommunisten hinter dem
Eisernen Vorhang zu pruefen, ihre Behauptung Jedoch, in Frankreich
fuenf Millionen und in Italien fuenfeinhalb Millionen Mitglieder
zu besitzen, 'vollkommen unsinnig' sei.
Im Gegensatz hierzu steige die Mitgliederzahl des IBFG staendig an, und bis zum Kongress im naechsten Jahre wuerde sich die
Zahl der Mitgliederstaaten von 50 auf 60 erhoeht haben, was eine
Zunahme um mehrere Millionen der gegenwaertigen Mitgliederzahl
von 50 Millionen zur Folge haben wird.
Oldenbroek wies auf das wachsende Interesse und die Machtstellung des IBFG in Asien und Latein-Amerika hin, wo der Weltgewerkschaftsbund nach der Herrschaft strebte. In diesen Gebieten
muesse die Arbeit des IBFG dezentralisiert werden. Regionale
Kommissionen werden es ermoeglichen, die allgemeine Politik des
IBFG so durchzufuehren, wie es die Menschen der betreffenden Ge-

�biete in besserer Kenntnis der lokalen Verhaeltnisse als am guenstigsten erachten.
Oldenbroek erklaerte dem britischen Gewerkschaftskongress,
dass sich der IBFG fuer baldige nationale Freiheit und Selbstregierung aller Menschen einsetze und dieses Streben auch seinem
Interesse an unterentwickelten Gebieten zugrundeliege. Er kuendigte an, dass der IBFG im Januar naechsten Jahres in Mexiko
einen internationalen Kongress fuer Latein-Amerika und zu einem
spaeteran Zeitpunkt, wenn moeglich vor Ende naechsten Jahre3, eine
asiatische regionale Konferenz abhalten wird.
Eine europaeische regionale Tagung wird ebenfalls in Kuerze
stattfinden, und mit dem Hinweis auf zahlreiche Taetigkeiten des
IBFG in Europa erklaerte Oldenbroek, dass die Organisation eine
aktivere Rolle beim Marshall-Plan spielen wird, "der soviel geleistet hat und vor allem zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit,
der Verbesserung des Lebensstandards, der Steigerung der Produktion und zum wirtschaftlichen Wiederaufbau beigetragen hat."
"Wir wuensohen nicht, dass sich aus dem Schumanplan ein
Kartell entwickelt, und wir werden unsere Unterstuetzung dieses
Planes von der Beteiligung der freien Gewerkschaften an diesem
grossen Wagnis abhaengig machen."
Der IBFG ueberpruefe die Probleme der besoldeten Angehoerigen freier Berufe und erwarte die Bildung internationaler Berufssekretariate fuer Lehrer, Journalisten und Schauspieler. Die
internationale Koerperschaft beabsichtige in Kuerze eine Konferenz
ueber Arbeiterbildung durohzufuehren. Die Fuehrer des IBFG forderten die europaeischen Regierungen auf, ihre Arbeiter gegen jegliche Steigerungen der Lebenshaltungskosten zu schuetzen, die als
Folgeerscheinung der koreanischen Krise auftreten koennten.
Der IBFG bleibe allen Formen der Diktatur abgeneigt. "Wir
werden unseren Kampf sowohl gegen die militaristischen und faschistischen als auch gegen die Methoden der Unterdrückung in den sogenannten "Volksdemokratien" fortsetzen."
"Wir lehnen alle Zugestaendnisse an Franko-Spanien ab, dem
ein betraechtlicher Kredit - um es genau zu sagen, 62 1/2 Millionen
Dollar - fuer seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau versprochen
wurde."
Auf die Unterschiede zwischen den Gewerkschaften in kommunistischen und den in demokratischen Laendern hinweisend bemerkte
Oldenbroek, dass fuer das urspruengliche Programm des W.G.B. zur
Verbesserung des Lebensstandards der Arbeiter nichts getant worden
sei. Dieses Programm ist von freien Gewerkschaftern aufgestellt
worden, als sie noch Mitglieder dieser Organisation gewesen seien.
Als die Kommunisten sich
mitzuhelfen, haetten sich die
aus dem Weltgewerkschaftsbund
wirklichung des WGB-Programms

geweigert hatten, am Marshall-Plan
freien Arbeiter gezwungen gesehen,
auszutreten. Seitdem sei zur Vernichts mehr unternommen worden.

"Und nachdem sich die freien Gewerkschaften vom Weltgewerkschaftsbund getrennt hatten und diese Organisation zu nichts
weiter als einem Werkzeug des Kominform geworden ist, wird sie
nichts mehr fuer die Verwirklichung ihrer Programmpunkte tun. Die
konstruktive Arbeit ist und wird immer von freien Gewerkschaften
geleistet werden nuessen und nicht von totalitaeren Organisationen,
die nur das eine Ziel verfolgen, die Befehle ihrer Herren auszu-

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�fuahren, und die deshalb keine Zeit fuer konstruktive Arbeit haben, sondern sich nur zersetzenden und umstuerzlerisohen Aufgaben
widmen.n
Telegramm der ECA
IX/8/50
DIE INTERNATIONALE TRANSPORTARBEITERFOEDERATION ZUM MARSHALL-PLAN
Europas TransportSystem hat unter dem zweiten Weltkrieg vielleicht mehr gelitten als jede andere Industrie. Nach Beendigung
der Feindseligkelten sah es sich vor grosse Probleme des Wiederaufbaus und der NeuOrganisierung gestellt. Die Internationale
Transportarbeiterfoederation wusste, dass zu allererst das
Strassen-, Eisenbahn- und Wassertransportsystem Europas wieder
instandgesetzt werden musste, bevor ein allgemeiner wirtschaftlicher Wiederaufbau beginnen konnte. Lange vor Beendigung des
Krieges beschaeftigte sich die ITF mit den Problemen, die sie
nach dem Kriege zu loesen hatte. Sie entwickelte Plaene zur
rationellen Entwicklung der europaeischen Transportverhaeltnisse,
die, so hoffte sie, zu einer europaeischen Wirtschaftseinheit und
zur Zusammenarbeit fuer den Frieden fuehren wuerden.
Zuerst mussten die dringendsten Instandsetzungsarbeiten ausgefuehrt werden. Die Bemuehungen der europaeischen Laender, die
von der zum grossen Teil von den USA finanzierten UNRRA unterstuetzt wurden, hatten 1947 bereits so gute Ergebnisse gezeitigt,
dass schaetzungsweise 80$ der dringendsten Aufgaben geloest waren.
Die Transportarbeiter legten in Jenen Jahren ein grosses Prlichtbewusstsein an den Tag. Die ITF ist jedoch der Ansicht, dass
bessere und schnellere Ergebnisse haetten erzielt werden koennen.
Waehrend des Krieges und kurz nach Kriegsende hegte sie den
Gedanken, dass die europaeischen Laender ihre Hilfsquellen zusammenlegen und nach einem gemeinsamen Plan arbeiten muessten. Zu
diesem Zweck wurden eine Reihe Vorschlaege ausgearbeitet. Auf
der Konferenz des Ausschusses der Internationalen Arbeitsorganisation fuer Binnentransport, die im Dezember 1945 in London stattfand, bekannten sich die Vertreter der Regierungen und der Arbeitgeber zu den Vorschlaegen der ITF und fassten viele von ihnen
in einer EntSchliessung zusammen. Diese EntSchliessung blieb
jedoch, im ganzen gesehen, ein toter Schemen. Mit diesen Vorschlaegen hatte die ITF groessere Ziele als nur den physischen
Wiederaufbau im Auge. Sie wuensohte naemlich, dass die Europaeer
gemeinschaftlich zusammenarbeiten und in dieser kritischen Zeit
einen Plan der Zusammenarbeit entwerfen wuerden, der auch fuer
die langfristige Aufgabe des wirtschaftlichen Wiederaufbaus beispielhaft haette sein koennen.
Einige langfristige Instandsetzungsarbeiten und dringende
Programme der Neuausruestung wurden im Jahre 1946 begonnen; die
Hilfsquellen der verschiedenen europaeischen Laender reichten jedoch nicht aus, um alle notwendigen Investierungen durchfuehren
zu koennen. Schon drohte die gesamte europaeische Wiederaufbaubewegung zusammenzubrechen, da kamen im Sommer 1947 Nachrichten
ueber ein amerikanisches .Unterstuetzungsprogramm fuer den Wiederaufbau Europas von der anderen Seite des Atlantiks.
Die Fuehrer des ITF hatten schnell die Bedeutung der Marshallolan-Vorschlaege erkannt. Zu jener Zeit konnte sich die ITF
dank der .Tatsache, dass sie ihre Unabhaengigkeit gegenueber dem
Weltgewerkschaftsbund bewahrt hatte, zum Marshallplan bekennen,
der vom Weltgewerkschaftsbund abgelehnt wurde.
- 8-

�Auf einer Konferenz im November 1947 in London wurde vom
Generalrat des IT? eine Entschliessung gefasst, in der der Marshallplan als eine "Gelegenheit zur Zusammenarbeit, besonders
auf dem Gebiet des Transportwesens, zur Sicherung einer fortschrittlichen und zivilisierten Zukunft Europas," herzlich willkommen geheissen wurde. Der Generalrat erkannte, dass den
Transportarbeitern bei der Verwirklichung dieses Planes eine
bedeutende Rolle zufiel. Wenige Monate spaeter wurde eine Tagung der Transportarbeitergewerkschaften der 16 beteiligten Laender einberufen, auf der die Auswirkungen des Planes auf die Gewerkschaftsmitglieder eroertert wurden.
Die im April 1948 in Luxemburg abgehaltene Konferenz erwies
sich als ein Markstein in der Einstellung der europaeischen Gewerkschaften zum Marshallplan. Die Konferenz sprach ihre Anerkennung ueber "die Grosszuegigkeit der amerikanischen Regierung
aus, die im Rahmen des ERP wirtschaftliche Hilfe in bisher ungekaantem Ausmasse angeboten hatte." Zahlreiche Delegierte bedauerten, dass der kommunistisch gefuehrte Teil der europaeischen
Gewerkschaftsbewegung den Marshallplan aus politischen Gruenden
ablehnte, und alle versprachen im Namen ihrer Gewerkschaften,
den Gedanken der internationalen Solidaritaet, der diesem Programm zugrundelag, zu unterstuetzen.
Die bedeutendsten Fachgruppen der ITF folgten bald diesem
Beispiel. Ein Monat nach der Luxemburger Konferenz wurde auf
einer internationalen Konferenz der Autobus- und Strassenbahnarbeiter erklaert: "Diese Konfernz sieht in dem Gelingen des
Marshallplans die Moeglichkeit, die wirtschaftlichen Verhaeltnisse
und den Lebensstandard in den beteiligten Laendern zu verbessern
und damit ihre Freiheit und ihre demokratische Lebensform zu
erhalten." Einige Monate spaeter brachte die internationale Konferenz der Dockarbeiter und Seeleute ihre Entschlossenheit zum
Ausdruck, alle kommunistischen Versuche, den Marshallplan durch
zersetzende Taetigkeiten in europaeischen Haefen zu sabotieren,
abzuschlagen.
Die bejahende Einstellung der ITF dem Marshallplan gegenueber beruhte auf den folgenden fuenf triftigen Gruenden:
1. Die Wiederherstellung der europaeischen Haefen, Eisenbahnen und Strassen musste die Arbeit der Transporterbeiter erleichtern und ihren Arbeitsplatz fuer die Zukunft sichern.
2. Indem der Marshallplan den allgemeinen wirtschaftlichen
Wiederaufbau Europas unterstuetzte, musste er den Lebensstandard
aller Arbeiter verbessern.
3. Der wirtschaftliche Wiederaufbau, der bessere soziale
Verhaeltnisse schafft, staerkt die Demokratie in Europa und
hilft mit, die Gefahr irgendeiner Form der Diktatur zu beseitigen.
4. Dadurch, dass amerikanische Gewerkschaften den Marshallplan unterstuetzen, wird die Zusammenarbeit der amerikanischen
Arbeiterschaft mit europaeischen Gewerkschaften gefoerdert - ein
Ziel, nach dem die ITF schon lange strebte.
5. Die ITF hoffte, dass der Marshallplan den Zusammenschluss des europaeischen Transportsystems anregen und damit den
wirtschaftlichen Wiederaufstieg Europas erleichtern wuerde.
Waehrend der beiden ersten 2 1/4 Jahre des Marahallplanes
sind dem europaeischen Transportwesen 330 Millionen Dollar an
- 9-

�direkten Aufwendungen zur Verfuegung gestellt worden. Der grosste
Teil hiervon wurde fuer Ausruestungen wie Motorfahrzeuge, Lokomotiven und Flugzeuge verwendet. Ausserdem haben europaeische
Laender aus Gegenwertfondsmitteln etwa 550 Millionen Dollar fuer
den Wiederaufbau von Eisenbahnen, Strassen, Bruecken, Wasserwegen,
Hafenanlagen und Flugplaetzen freigegeben.
Die Marshall-Hilfe fuer das Transportwesen beschraenkte sich
jedoch nicht nur auf Europa. Von besonderem Interesse fuer die
Transportarbeiter war der Ausbau Abidjous, eines Hafens an der
franzoesischen Westafrika-Kueste, der bereits als Afrikas "Hafen
der Zukunft" bezeichnet wurde.
Ein anderes, besonders erwaehnenswertes Bauvorhaben, fuer
das 9 Millionen Dollar der ECA und 15 Millionen aus Gegenwertfonds
zur Verfuegung gestellt wurden, ist die Umbettung des Rheins auf
einer Strecke von 65 Meilen oberhalb Strassburgs.
Der 21. Kongress der ITF nahm einstimmig eine Resolution des
Dankes fuer die Marshallplan-Hilfe an: "Dieser Kongress bringt
dem amerikanischen Volk und besonders den amerikanischen Arbeitern
gegenueber seine Anerkennung fuer die zur Foerderung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus in Europa geleistete Hilfe zum Ausdruck. "
Die ITF war jedoch nicht mit dem Platz zufrieden, der ihr bei
den ueberstaatlichen Besprechungen ueber die neue Organisierung
und die vorausschauende Planung des europaeischen Transportwesens
eingeraeumt wurde. J. H. Oldenbroek, der fruehere Generalsekretaer der ITF und Jetzige Generalsekretaer des IBFG, hat erklaert,
dass der wichtigste Faktor des Marshallplanes darin bestehe, die
"Notwendigkeit einer inter-europaeischen Planung hervorzuheben;
und dieser Gesichtspunkt erscheint in unseren Augen noch wichtiger
als die sofortige Unterstuetzung, die uns der Marshallplan bringt."
Seit ihrem Hamburger Kongress im Jahre 1924 hat sich die
ITF fuer die Sozialisierung des europaeischen Transportwesens als
den ersten Schritt zur Beseitigung der wirtschaftlichen üebel des
Kontinents eingesetzt, um eine weitere Sicherheit gegen Kriege
in Europa zu sohaffen. Auf den folgenden Kongressen wurde im
einzelnen zu diesem Thema Stellung genommen und 1935 eine Erklaerung abgegeben, in der es heisst, dass es "Pflicht der Transportarbeiter sei, dieser Forderung die groesstmoegliche Unterstuetzung
zu geben* In anbetraoht der Tatsache, dass sie als erste unter
chaotischen Verhaeltnissen im Transportwesen zu leiden haben, sind
sie diejenigen, die gleichzeitig sowohl ihre eigenen Interessen
als auch die der uebrigen Menschheit vertreten."
Alle Moeglichkeiten einer europaeischen Zusammenarbeit und
Einheit wurden zu jener Zeit durch die Ausbreitung des Faschismus
zunichtegemacht. Diese Vorschlaege sind jedoch Vorlaeufer der
von der ITF waehrend und nach dem zweiten Weltkrieg entworfenen
Plaene fuer ein vereinigtes Transportsystem.
Anfang des Jahres 1945 veroeffentlichte das Organ der ITF
einen Leitartikel mit dem Titel "Ein vereinigtes Transportsystem
fuer Europa". Hierin wurde zur Schaffung eines Transportausschusses fuer Europa aufgerufen, der einen Plan zur Organisierung
des Transportwesens unter Zugrundelegung einer europaeischen
Wirtschaftseinheit entwerfen sollte.
Die Fachabteilung der ITF fuer Eisenbahner schlug zu einem
spaeteren Zeitpunkt des Jahres 1943 vor, dass die ITF selbst
einen solchen Plan entwerfen solle. Ein Programm wurde aufge- 10 -

�stellt und von der ITF angenommen. Ihm lag die Forderung nach
einer europaeischen Transportbehoerde mit der notwendigen Befugnis zur Kontrolle und Bestimmung der Politik in Bezug auf das
europaeische Transportwesen zugrunde. Die ITF war sich zu jener
Zeit bewusst, dass Europa nach dem Kriege wieder zu einem Kont
nent vieler Staaten werden wuerde, erklaerte jedoch in ihrem
Programm, dass das endgueltige Ziel der europaeischen Transportbehoerde sein solle, dafuer zu sorgen, das- der Transport der Verwirklichung einer groesseren Einheit des europaeischen Lebens dienen soll.
Im Programm wurde ausserdem die Forderung erhoben,
dass die Gewerkschaften bei der nach dem Kriege notwendigen Neuorganisation eine wichtige Rolle zu spielen haben.
Die im Kriege gemachten Erfahrungen und die Arbeit der ITF
fuehrten dazu, dass die alliierten Regierungen zwar weniger kuehne,
aber doch aehnliche Absichten hegten. 1942 bildeten die Alliierten den interalliierten technischen Beratungsausschuss fuer Landtransport, der sich vorlaeufig mit aehnlichen Fragen dieser Art
befassen sollte. Dieser Ausschuss wurde spaeter in "Landtransportkomitee" umbenannt und mit groesseren Befugnissen ausgestattet.
Die ITF empfahl die Schaffung einer europaeischen Transportorganisation. Eine vorlaeufige Organisation - die europaeische Zentralorganisation fuer Landtransport - wurde 1945 von den Regierungen
zwoelf verschiedener Laender ins Leben gerufen.
Sie hatte die Aufgabe, die europaeischen Laender bei der
Wiedererrichtung ihrer inlaendischen Transportsysteme zu unterstuetzen. Die ITF sicherte sich eine Vertretung in dieser Organisation, die die Aufgabe hatte, bei der Eroerterung von Arbeitsfragen im Transportwesen beratend mitzuwirken. Bei der Aufloesung
der Organisation im Jahre 1947 bestanden zwischen der ITF und der
europaeischen Zentralorganisation fuer Landtransport sehr freundschaftliche Beziehungen.
An ihre Stelle trat die europaeische Transportkommission eine Zweigorganisation der europaeischen Wirtschaftskommission
der Vereinten Nationen. Aufgrund ihres mitberatenden Statuts
beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ist der. ITF
eine Vertretung in dieser Koerperschaft und das Recht, den Standpunkt der Arbeiter zu vertreten, zugesprochen worden.
Dann wurde die Organisation fuer europaeische Wirtschaftszusammenarbeit (OEEC) gegruendet, die in erster Linie die Programme
des Marshall-Planes der westeuropaeischen Laender koordinieren
3011. Einer internationalen Gewerkschaftsunterorganisation, dem
Gewerkschaftlichen Beratungsausschuss fuer das ERP, ist von der
OEEC ein mitberatendes Recht zugebilligt worden. Die Gewerkschaftsverbaende der Teilnehmerstaaten sind diesem Ausschuss angeschlossen.
Die ITF ist jedoch der Auffassung, dass sie zu den beiden Transportkomitees der OEEC direkten Zutritt haben muesse. Bis jetzt
ist diese Forderung abgelehnt worden.
Obwohl die Fuehrer der ITF ueber den Erfolg des Marshall-Plans
erfreut sind, der in der Wiederherstellung der Transportmoeglichkeiten der verschiedenen Laender besteht, sind sie darueber enttaeuscht, dass die Moeglichkeit, eine europaeische Transporteinheit zu verwirklichen, nur in geringem Masse wahrgenommen wurde.
Ihr Vorschlag, eine europaeische Transportbehoerde ins Leben zu
rufen, wird von der beratenden Versammlung des Europarates in
Strassburg zur Zeit eroertert.
Arbeitsmitteilungen der ECA

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�ü. S. Arbeitsminister Maurice J. Tobin:
DIE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG IST IHRER AUFGABE GEWACHSEN.
Im Jahre 1924 erklaerte Samuel Gompers: "Die amerikanische
Arbeiterschaft ist zu dem Zwecke organisiert, gegen das Unrecht
und fuer das Recht zu kaempfen - und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten. Ueberall, wo Ungerechtigkeiten auftreten,
gibt es Arbeit fuer uns; und ueberall, wo ein Recht noch nicht
besteht, gibt es ebenfalls Arbeit fuer uns."
Diese Theorie von der internationalen Verantwortung der
Gewerkschaftsbewegung hat heute eine besondere Bedeutung. Die
Hundertjahrfeier des Geburtstags Samuel Gompers trifft die Gewerkschaften in einer Weltkrise an, die in ihrer Geschichte einmalig
ist. Die Vereinigten Staaten waren schon frueher schweren Gefahren
ausgesetzt, aber niemals unter den gleichen Umstaenden, wie sie
heute die Welt erschuettern.
Die amerikanischen Gewerkschaften haben erklaert, dass sie
die von der US-Regierung getroffenen Massnahmen zum Schutze der
freien Voelker und zur Erhaltung des Weltfriedens von ganzem
Herzen unterstuetzen. Praesident Truman erklaerte, dass die
Bedeutung Koreas in dem Entschluss der freien Welt liege, "einer
gesetzwidrigen Aggression mit Gewalt zu begegnen." Unmittelbar
danach kuendigte eine "Einheit3konferenz" von Sßrechern der AFL
und des CIO in Washington die "voellige Entschlossenheit der
Gewerkschaftsbewegung an, der Regierung der Vereinigten Staaten
in dieser kritischen Zeit uneingeschraenkte und gemeinsame Unterstuetzung zu gewaehren." Dieser Entschluss steht im Einklang mit
dem Kampf der Gewerkschaftsbewegung gegen den Kommunismus im
eigenen Lande und im Ausland.
Die von amerikanischen Gewerkschaften auf internationalem
Gebiet geleistete Arbeit verdient die Anerkennung aller freiheitlich Denkenden. Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung ist eine
der staerksten Waffen, mit der verhindert wird, dass auslaendische
Gewerkschafter der kommunistischen Propaganda erliegen. Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung, die immer im Brennpunkt des Kampfes
stand, beteiligte sich an der Gruendung des Internationalen Bundes
Freier Gewerkschaften, der im Ausland als demokratische Macht
aktiv taetig ist, den Kommunisten entgegenarbeitet und die Lehre
der freien Gewerkschaften in einer freien Welt verbreitet.
Die Bemuehungen der Gewerkschaftsbewegung in dieser Richtung
werden durch die amerikanische Lebensweise gefoerdert. Die amerikanischen Lohnempfaenger sind weit davon entfernt, Arbeitssklaven
kommunistischer Praegung zu sein. Sie sind freie Menschen, die
einen staendig wachsenden Einfluss auf die Funktion der amerikanischen Demokratie ausueben. Die Arbeiter erfreuen sich in Amerika
der Vorteile sozialen und wirtschaftlichen Wohlstandes. Die Gewerkschaftsbewegung hat sich ihren Platz im amerikanischen Leben gesichert - einen Platz der Ehre und Macht gemaess dem amerikanischen,
traditionellen Grundsatz: Gleiche Moeglichkeiten fuer Alle. Im
Gegensatz zu dieser vorbildlichen Praxis kann der Kommunismus den
Arbeitern nur Sklaverei und Ketten bieten.
Soeben sprach ich von den Vorteilen, die der amerikanische
Arbeiter fuer sich buchen kann. Lassen Sie mich vor allem die
sich staendig verbessernden Loehne und den sich steigenden Lebensstandard erwaehnen. Im Jahre 1910 betrug der durchschnittliche
Wochenverdienst der Industriearbeiter rund 10 Dollar fuer 51 Ar-

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�beitsstunden, 1950 dagegen liegt der durchschnittliche Wochenverdienst ueber 59 Dollar fuer eine 40-Stunden Woche. Was den
Lebensstandard betrifft, so hat die durchschnittliche amerikanische Familie in bezug auf die ihr zur Verfuegung stehenden
Waren und Dienstleistungen, die sie sich durch ihre finanziellen
Mittel leisten kann, eine Stufe erreicht, die noch vor einer
Generation unvorstellbar gewesen waere. Der materielle Fortschritt des amerikanischen Volkes ist so schnell und so vollkommen vor sich gegangen, dass die amerikanischen Lebensverhaeltnisse heute einzigartig dastehen.
Ich moechte hierauf naeher eingehen. Eine Ueberpruefung
der Kaufkraft der Stundenloehne in den Vereinigten Staaten und
18 anderen Laendern zeigt, dass der russische Arbeiter im Fruehjahr 1949 fuenf bis siebenmal solange arbeiten musste wie der
amerikanische Arbeiter, um eine bestimmte Menge Lebensmittel
kaufen zu koennen. Der Arbeiter in Moskau musste 25 Minuten
arbeiten, um ein Pfund Brot kaufen zu koennen, der amerikanische
Arbeiter dagegen nur sechs Minuten. Fuer ein Pfund Rindfleisch
arbeite der russische Arbeiter 254 Minuten oder 4£ Stunden, der
amerikanische Arbeiter 29 Minuten. Ein Dutzend Eier entspricht
dem Verdienst des russischen Arbeiters in 158 Minuten, dem des
amerikanischen Arbeiters aber in 27 Minuten. Dieser Vergleich
scheint mir eine deutliche Sprache zu sprechen. Und die Kommunisten wollen uns erzaehlen, dass ihr Land ein Paradies der
Arbeiter ist.
Die fuehrende Stellung, die die Gewerkschaften heute in den
Vereinigten Staaten errungen haben, ist nicht nur ein Ausdruck
ihrer festgelegten oder ausgeuebten Macht. Sie zeigt vielmehr,
bis zu welchem Grade die Gewerkschaften zum schoepferischfin Faktor
im amerikanischen Leben geworden sind. Sie spielen nicht nur die
Hauptrolle im Kampf gegen den Kommunismus im Ausland, sondern leisten
ihren eigenen unerlaesslichen Beitrag bei der Loesung der Probleme
des eigenen Landes.
Die Gewerkschaftsfuehrer weigern sich mehr und mehr, in ihrem
Handlungsbereich sich einengen zu lassen, weil sie wissen, dass
die Wohlfahrt des Landes von vielen Faktoren abhaengig ist. Sie
fordern wirtschaftliche Gerechtigkeit, weil nur auf dieser Grundlage die Demokratie am besten gedeihen kann. Die amerikanische
Gewerkschaftsbewegung hat einen umfassenden Begriff von der Arbeit,
die sie in einem Staate leisten kann und muss, in dem die freie
Wirtschaft nach sozialen Gesichtspunkten gehandhabt wird.
Weil sich die amerikanische Arbeiterschaft als ein Glied der
demokratischen Gemeinschaft betrachtet, ist sie darauf bedacht,
ihren Kollegen in der ganzen Welt zu helfen, sich vor den Uebergriffen der Tyrannei zu schuetzen. Weil die freie Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten ein Symbol der politischen
und wirtschaftlichen Freiheit ist, fuehlen sich die Arbeiter
Amerikas mit den Arbeitern anderer Laender, die im Kampf gegen den
Kommunismus stehen, verbunden.
Unlaengst ist die Alters- und Hinterbliebenenversicherung in
den Vereinigten Staaten wesentlich erweitert worden. Dies ist ein
bemerkenswerter Fortschritt in der Loesung des Pensionsproblems.
Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass diese Neuregelung mit
verhaeltnismaessig wenig Schwierigkeiten vom Kongress gebilligt
wurde. Selbst die Konservativen schienen froh zu sein, hierbei
mithelfen zu koennen. Was sie im Jahre 1935 als furchtbar ansahen,
ist nun in ihren Augen eine Staerkung der Wirtschaft und eine Kraftquelle von grossem sozialem Wert.

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�Es waere zu wuenschen, dass auch bei der Verbesserung der
Arbeitslosenversicherung in diesem Geiste gehandelt wird; und es
waere ausserdem zu wuenschen, dass in demselben Geist gegen den
Zusatzantrag von Knowland vorgegangen worden waere. Praesident
Truman hat sich gegen diesen Zusatzantrag ausgesprochen und nannte ihn ebenso ungluecklich wie unbegruendet. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass er bald aus den Gesetzbuechern wieder gestrichen werden moege.
Der Zusatzantrag von Knowland hindert den Arbeitsminister
daran, seiner Verpflichtung nachzukommen, dass die Staatsgesetze
den vom Kongress festgesetzten Normen entsprechen.
Nachdem der Zusatzantrag von Knowland nun in Kraft getreten
ist, muessen Tausende Arbeiter sich damit abfinden, dass man
ihnen die Arbeitslosenunterstuetzung verweigert, weil sie es ablehnen, Streikbrecherarbeit zu leisten oder in bestreikten Betrieben eine andere bezahlte Arbeit anzunehmen, oder Vertraege zu unterschreiben, in denen sie verpflichtet werden, keiner Gewerkschaft
beizutreten, oder bei ihrem Eintritt in eine Gewerkschaft sich
mit ihrer Kuendigung einverstanden erklaeren. Unsere Nation kann
es sich nicht leisten, die Lohnempfaenger um ihre wohlverdienten
Gewinne zu bringen.
In unserer Demokratie geht es um die Behauptung der Rechte
der Arbeiterschaft. Ihre Erfolge muessen geschuetzt werden, wenn
sie nicht staendigen Angriffen ausgesetzt sein soll. Wir koennen
nicht zugeben, dass unsere Arbeitsgesetze unterminiert werden.
Wir koennen es uns nicht leisten, ein so wichtiges Bollwerk unserer Wirtschaft wie es die Arbeitslosenversicherung darstellt, so
umzuwandeln, dass sie nicht mehr ihren urspruenglichen Zwecken
entspricht.
So wie wir uns den Problemen der Zukunft widmen und uns
gegen die Bedrohung des sowjetischen Imperialismus ruesten,
muessen wir auch dafuer sorgen, dass unsere eigene Demokratie erhalten bleibt. Die beste Verteidigung gegen den Kommunismus ist
eine wirklich dynamische Demokratie - einer Demokratie, die in
ihren Zielen und Idealen den eigenen Volke Form und Inhalt gibt.
Was wir nicht vergessen duerfen, ist, dass unsere Demokratie auf
die Probe gestellt ist: Ausschlaggebend ist allein ihre Verwirklichung. Die Zeit ist vorueber, in der schoene Worte galten.
Aus diesem Grunde fordere ich die Arbeiter dieses Landes und
ihre Freunde auf, sich dafuer einzusetzen, dass der Zusatzantrag
von Knowland beseitigt wird. Bei der naechsten Sitzung des Kongresses muss dieser verlorengegangene Boden wiedergewonnen werden
und zwar nicht nur, weil der Zusatzantrag von Knowland einen
Nachteil fuer die Lohnempfaenger darstellt, sondern weil er zu
weiteren und groesseren Uebergriffen in die Rechte der amerikanischen Arbeiter fuehren koennte.
Die Gewerkschaftsbewegung ist an der Mobilisierung unserer
Hilfsquellen voll beteiligt, zu der wir durch die Vorgaenge in
Korea gezwungen sind. Die Arbeiterschaft wird Seite an Seite mit
der Unternehmerschaft bei der Planung und auch bei der Ausfuehrung
der Programme zur Mobilisierung unseres Industriepotentials ihren
rechtmaessigen Platz einnehmen. In Anbetracht der gegenwaertigen
Weltlage muessen wir unseren Arbeitseffekt erweitern und unsere
Produktionsleistung steigern. Ich weiss, dass wir bei der Mobilisierung unserer Industrie auf die Unterstuetzung der Arbeiterschaft zaehlen koennen.

- 14 -

�Keine andere Gruppe in unserem Lande wird, dessen bin ich
gewiss, weniger geneigt sein, den feindseligen Angriffen, die
unsere Nation in ihrem Beschluss schwaechen soll, sich der kommunistischen Aggression zu widersetzen, irgendwelche Beachtung
schenken. Ich denke hier an den "Stockholmer Friedensappell*»,
der an dieses Land und an die ganze Welt gerichtet ist und sich
angeblich an alle Menschen guten Willens wendet. Diese Forderung
ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein kommunistischer Propagandatrick, indem die Kommunisten an den Friedenswillen der Menschheit appellieren, hoffen sie, die Bevoelkerung der Vereinigten
Staaten in einen Zwiespalt zu stuerzen.
Unsere auswaertige Politik ist auf die Erhaltung des Friedens ausgerichtet. Innerhalb der Vereinten Nationen setzen wir
uns fuer dieses Ziel ein, um einen wahren Frieden zustande zu
bringen und die Menschen der ganzen Welt von der Bedrohung aggressiver Kraefte zu befreien. Die Zukunft dieses sogenannten Friedensappells besteht nicht darin, den Frieden zu festigen, sondern
die freie Welt in ein falsches Gefuehl der Sicherheit zu wiegen
und umso leichter eine Beute zukuenftiger kommunistischer Aggressionen zu werden.
Ich glaube nicht, dass sich viele Amerikaner durch diesen
offenkundigen Betrug irremachen lassen. Ich bin jedoch beunruhigt ueber eine andere Quelle der Schwaeche in unserem Volk:
seine Selbstsucht. Wir preisen unser System des Privatunternehmens. Wenn wir jedoch jede Sabotage in unserem eigenen Lande vermeiden wollen, muessen diesem System moralische Sanktionen auferlegt werden. Ich denke hier an jene Spekulanten, die die Preise
fuer Rohmaterialien in die Hoehe treiben, an Hersteller, die die
Preise einer Kontrolle entziehen wollen, und an Lieferanten, die
die Zeit fuer gekommen halten, grosse Gewinne einzustreichen. All
jene und eine grosse Zahl Warenhorter erkennen nicht die gefaehrlichen Folgen ihrer Selbstsucht.
Wir muessen die ethische Aufgabe dieser Stunde erkennen. Diese Aufgabe erfordert von uns Patriotismus im gleichen Masse wie
uns der Bestand unserer Nation wert und teuer ist. Ich zweifle
nicht daran, dass dieser Ruf von den meisten Amerikanern edelmuetig beantwortet wird. Ich weiss, dass wir hierbei in erster Linie
auf die amerikanische Arbeiterschaft zaehlen koennen, die, wie
Samuel Gompers vor 26 Jahren sagte, fuer sich selbst und fuer
die Menschheit der ganzen Welt stets fuer das Recht und gegen das
Unrecht gekaempft hat.
US Arbeitsministerium
H/4/50
METHODEN UND VERFAHREN DER BESCHAEFTIGUNOSSICHERHSIT
Die Arbeiterschaft ist sich der bedeutenden Rolle voll bewusst, die der Teilnahme des gesamten Volkes an der Entwicklung
eines Programms der Beschaeftigungssicherheit zukommt. Der wirtschaftliche Erfolg jedes Unternehmens kann durch das Vertrauen
und den guten Willen der Gemeinschaft, der es dient, bestimmt
werden. Fachmaennisches Koennen auf diesem Gebiet kann nicht von
einem Tage zum andern erreicht werden.
Mit der Einfuehrung der allgemeinen Tauglichkeitspruefung
ia Mai 1947 wurde der Berufsberatung ein hoechst fachmaennisches
und wertvolles Werkzeug in die Hand gegeben. Die Erfahrungen mit
diesem Beratungssystem auf dem allgemeinen Gebiet der Berufswahl
haben seinen Wert ausser Frage gestellt.
-15 -

�Gegen Ende des Jahres 1947 wurden Plaene entworfen, um dieses
neue System bei der Entwicklung eines kooperativen Schulungsprogramms fuer die Arbeitsplatzvermittlung zu verwenden. Ziel dieses Programms ist es, vor allen den Jugendlichen so frueh wie
moeglich an den fuer ihn passenden Arbeitsplatz zu lenken. Dies
ist viel besser, als so lange zu warten, bis diese jungen Menschen zusammen mit zahlreichen ruhelosen und unzufriedenen Personen zu den Vermittlungsstellen kommen und niemals den rechten
Platz in der Industrie finden, fortwaehrend ihren Arbeitsplatz
wechseln und auf der Suche nach etwas sind, worueber sie im Grunde
selbst nicht orientiert sind.
Eine Reihe Schwierigkeiten trat mit der Durchfuehrung dieses
Systems auf. Die eine bestand darin, dass fuer die einzelnen
Arbeitsaemter eine Ausbildung in diesem Beratungssystem noetig
war. Bis zu jener Zeit war die Tauglichkeitspruefung nur in einem
Viertel der staatlichen Bueros angewandt worden, die man auf Grund
bestimmter Faktoren wie zum Beispiel zahlreiche Elnstellungsmoeglichkeiten, entsprechenden Personals und ausgebildeter Berater
durchfuehren konnte. Eine Anwendung im ganzen Statte machte die
Ausbildung vieler zusaetzlicher Pruefungskommissionen notwendig,
um die Pruefung richtig durchfuehren zu koennen und es den Beratern zu ermoegliohen, die Pruefungsergebnisse auszuwerten. Diese
Ausbildung fuer alle Staaten war im Mai 1948 durchgefuehrt.
Fuer die Durchfuehrung der Schulungsarbelt fuer den Stellenvermivtlungsdienst wurde eine Vereinbarung ausgearbeitet und
durch besondere Arbeitsmethoden und Verfahren ergaenzt. Waehrend
die Unterzeichnung dieser Vereinbarung weder fuer die Schule noch
fuer das Amt fuer Arbeitsvermittlung obligatorisch ist, dient sie
dennoch dazu, ein gegenseitiges Uebere.inkommen und eine Einigung
ueber die Frage zu erreichen, wie die jungen schulentlassenen
Menschen von dem Amt fuer Arbeitsvermittlung unterstuetzt werden
sollen und welche Rolle die Schulen und das Amt fuer Arbeitsvermittlung bei der Verwirklichung eines wohlabgerundeten Programms
spielen soll.
Jede hieran beteiligte Schule wird mit Abschriften der Fragebogen des Amtes der Arbeitsvermittlung versorgt, die von den zur
Entlassung kommenden Schuelern auszufuellen sind. Hieraus ersehen
die Beratungsstellen die Zahl der Schueler, die nach ihrer Entlassung in den Arbeitsmarkt einzutreten beabsichtigen.
Die meisten dieser Neulinge auf dem Arbeitsmarkt haben keinen wirklichen Begriff von ihren eigenen beruflichen Faehigkeiten,
zumeist nicht einmal von ihren Interessen. Die Teilnahme der
Jugendlichen an diesem Programm ist jedoch voellig freiwillig.
Da viele auswertigen Schulen gross sind und die Zahl des ansaessigen Lehrpersonals beschraenkt ist, ist es oft notwendig, die Pruefungen auf eine repräsentative Elitegruppe zu beschraenken, wobei
darauf zu achten ist, dass nicht eine Gruppe ausgesucht wird, die
nur bestimmte Problemgebiete vertritt.
Dieses Programm besteht jetzt bereits zwei Jahre. Am Ende
des Fruehjahrs 1949/50 haben mehr als 60% der Schulentlassenen
den Wunsch ausgedrueckt, nach ihrem Examen ein Arbeitsverhaeltnis
einzugehen. Der Wunsch der Unternehmer, qualifizierte Jugendliche
einzustellen, wird durch die Berufsberatungsstellen unterstuetzt.
Dies geschieht durch Einladungen an die Unternehmer, die Arbeit
der Beratungsstellen zu beobachten, wie ueberhaupt allen nur moeglichen Kontakt in dieser Richtung, wobei andere Hilfsmittel wie
BriefPropaganda, Pressenachrichten und Rundfunkaufrufe unterstuetzend eingreifen.
Employment Security Review
6/50
- 16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel stellen Auszüge au* der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

I I I - 35

Frankfurt,

INHAL TSVER

3 . November 1950

Z E I C H N I S

Union-Shop-Klauseln in der Statistik - - - 1
Britische Gewerkschafter berichten, was sie
von Amerika lernen koennen - - - - - - 3
Hoehere Bauarbeiterloehne in Amerika - - - 5
Japanische Gewerkschaften im Jahre 1950 - 6
IAO unterstuetzt europaeische Umsiedler - - 10
Marshall-Plan muss Loehne der Arbeiter Europas verbessern - - - - - - - _ - - _ _ _
u
Fortschritte des Punkt-Vier-Programms - - H
Zwei Resolutionen der AFL gegen das TaftHartley Gesetz - - - - - - - - - - - - 15

UNION-SHOP-KLAUSELN IN DER STATISTIK
Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung unterscheidet in
ihrer Arbeit drei Betriebsformen, den "closed-shop", den "unionshop" und den "open-shop". Ueberall, wo ein "closed-shop" besteht,
muessen alle Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert sein, um
ueberhaupt in diese Betriebe eingestellt zu werden. Wenn eine
neue Stelle frei wird, so muss der Unternehmer sich an die zustaendige Gewerkschaft wenden, die ihm dann geeignete Bewerber in Vorschlag bringt. Dort, wo "union-Shops" vorhanden sind, muss der
eingestellt© Arbeitnehmer sich innerhalb einer bestimmten Frist,
die meist zwischen 30 und 90 Tagen schwankt, entscheiden, ob er
der fuer ihn zustaendigen Gewerkschaft beitreten will. Verweigert
er seinen Beitritt, so muss er aus dem Betrieb wieder ausscheiden.
In dem "open-shop" bestehen derartige Klauseln nicht. Hier kann
der einzelne Arbeitnehmer der Gewerkschaft angehoeren oder ihr
fernbleiben. Es ist selbstverstaendlioh, dass in den gewerkschaftlich gut organisierten Berufen der "open-shop" nur sehr selten
anzutreffen ist. Als neue Form hat sich in der letzten Zeit
- 1 -

�der "preferential-shop" entwickelt. Der "preferential-shop" ist
insofern eine Erweiterung des "union-shops", als auch hier der
Arbeitgeber nicht selbstaendig freie Stellen besetzen kann, son- •
d e m erst die zustaendigen Gewerkschaften um entsprechende Vorschlaege ersuchen muss. Erst wenn die Gewerkschaften keine geeigneten Bewerber stellen koennen, kann der Unternehmer auf dem
freien Arbeitsiuarkt sich die gewuenschten Fachkraefte besorgen.
Das Bureau fuer Arbeitsstatistik in Washington veröffentlicht einen Bericht ueber die "unlon-Shops" und stellt fest, dass
bei der Auswertung eines typischen Musterbeispiels,das 215*9
Vertraege mit mehr als 4 Millionen Arbeiter umfasst, festgestellt
wurde, dass ueber die Haelfte der Betriebe die Form des "unionshop" haben. Die der AFL angeschlossenen Gewerkschaften haben
47% dieser Klauseln unterzeichnet, die CIO Gewerkschaften 40%
(hierbei sind die spaeter ausgeschiedenen Gewerkschaften mitberuecksichtigt), waehrend auf die selbstaendigen Gewerkschaften 13%
entfallen.
Zwei grundsaetzliche Klausel-Typen Hessen sich bei den Tarifvertraegen der "union-shop" Betriebe feststellen:
1. Neueingestellte, die noch nioht waehrend des Zeitpunktes
der Einstellung Gewerkschaftsmitglieder waren, muessen diesen
innerhalb einer bestimmten Zeit beitreten, nachdem sie ihre Arbeit
aufgenommen hüben. Diese Voraussetzung war in 987 dieser Vereinbarungen anzutreffen.
Hierbei war in 120 Faellen eine modifizierte Form des Munion-shop" festgelegt, die eine gewisse Gruppe Neueingestellter von den Vereinbarungen ausschloss. In weiteren 165
Faellen wurden Gewerkschaftsmitgliedern der Vorrang gegeben, wenn
neue Stellungen zu besetzen waren.
2. Neu Einzustellende muessen Gewerkschaftsmitglieder sein,
bevor die Arbeit
aufgenommen wird. In weniger als 1/10 (93) aller
"unlon-shopw-Vereinbarungen ist diese Klausel anzutreffen. In einigen Vereinbarungen wird nicht besonders hierauf hingewiesen, aber
die festgelegten Einstellungsbedingungen waren in einer Form gehalten, dass die grosse Mehrzahl der einzustellenden Arbeiter Gewerkschaftsmitglieder sein muss.
Das Buero fuer Arbeitsstatistik
beschreibt die anderen gewerkschaftlichen Sicherheitsvereinbarungen
in seinem Bericht als "Mitglieder-Bevorzugungstyp" oder den Typ des
"unabdingbaren" Tarifs. Die erste Form beruht darauf, dass alle
Eingestellten, die Gewerkschaftsmitglieder waren, als ein Tarifvertrag wirksam wurde oder die einer Gewerkschaft beitreten, waehrend
der Tarifvertrag Gueltigkeit hat, Gewerkschaftsmitglieder bleiben
muessen, solange das Abkommen Gueltigkeit hat. 21$ (444) aller
Vereinbarungen der verschiedenen Art des Musterbeispiels waren in
dieser Form abgeschlossen. "Unabdingbare" Tarifvertragsvereinbarungen sind jene, in denen die Gewerkschaften das Reont erhalten,
fuer alle Beschaeftigten eines Betriebs einen Tarifvertrag abzuschliessen, ganz gleich, ob der Einzelne Mitglied der Gewerkschaft
ist oder nicht. 29% der Vereinbarungen (635) beruhten auf dieser
Moeglichkeit. Der Einzug der Gewerkschaftsbeitraege durch die
Lohnbuchhaltung war in 64% aller analysierten Kontrakte festzustellen, aber diese Form des Beitr&amp;gseinzugs ist nicht notwendigerweise
ein Teil irgend einer Type der gewerkschaftlichen Sicherheitsvorkehrungen. Der Beitragseinzug verpflichtet den Unternehmer, den
Beschaeftigten bestimmte gewerkschaftliche Verpflichtungen aufzuerlegen, die auch in Geldbussen fuer etwaige Verletzungen der gewerkschaftlichen Disziplin bestehen koennen und die der Arbeitgeber von
dem Lohn des Beschaeftigten ebenso wie die Beitraege an die Gewerkschaft abfuehren muss.
Labor Press Service
8/28/50

�Lewis Wright:
BRITISCHE GEWERKSCHAFTER BERICHTEN. WAS SIE VCN AFRIKA LERNEN
KOENNEN
Lewis Wright, der Verfasser dieses Aufsatzes und Sekretaer der
Textilarbeiter-Gewerkschaft, besuchte Amerika, um Produktionsmethoden zu studieren. In diesem Artikel erlaeutert er einige der Problemej die sich aus der gesteigerten Erzeugung ergeben. Gleichzeitig berichtet er ueber seine Eindruecke
ueber die Form der Zusammenarbeit. Der Aufsatz wurde im
FORWARD veroeffentlicht, dem Wochenorgan der'Britischen Arbeiterpartei fuer Schottland.
Mein Besuch in den Vereinigten Staeten fuehrte mich zu der
Erkenntnis, dass an erster Stelle Unternehmer und Betriebsfuehrer
etwas lernen koennen. Dies ergibt sich bereits aus den Berichten
der 15 britischen Besuchergruppen, die die dortigen Verhaeltnisse
studiert haben. Das besagt jedoch nicht, dass unsere Gewerkschaften nichts zu lernen haetten. Im Gegenteil, die amerikanischen
Gewerkschaften koennen uns sehr vieles lehren, aber die vitale
und fundamentale Basis der ueberaus hohen Produktivitaet liegt in
Amerika bei der Betriebsfuehrung.
Es hat sich bisher nicht die Notwendigkeit gezeigt, dass die
amerikanischen Gewerkschaften mit den Unternehmern zusammenarbeiten.
Es genuegt ihnen, jeweilige Gruende zum Kampf zu haben, um einen
so grossen Anteil wie moeglich an dem wachsenden Wohlstand zu
erkaempfen, der durch neue Maschinen und neue Methoden erworben
werden konnte. Nur selten muessen sie darauf bestehen, die Betriebsf uehrung zur Einfuehrung technischer Aenderungen und neuer
Maschinen zu veranlassen. Sie haben genug zu tun mit den weitreichenden Aenderungen, die sich aus der dynamischen Kraft und
den Bedrohungen der Unternehmer ergeben.
Der amerikanische Unternehmer baut auf mit dem Arbeitsplatz.
Jede neue Maschine, vor allem jede arbeitsparende Moeglichkeit,
wird sofort genutzt. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese eines
Tages doch unmodern werden und spaeter entfernt werden muessen.
Der Druck der immer staerker werdenden Vervollkommnung zwingt
ihn, einen hohen Prozentsatz der Profite wieder in sein Geschaeft
zurueckf Hessen zu lassen. Er muss einen groesseren Grad an
//irksamkeit suchen, weil er ihn finden muss. Er muss den Anlagen
und dem Strom des Geschehens seine volle Aufmerksamkeit schenken.
Er muss seinem Unternehmen die Hilfe aller modernen und wirtschaftlichen Gedankengaenge sichern. Er weiss, dass er nicht mit
niedrigen Loehnen davonkommen kann, er muss irgendwelche anderen
Wege finden, - und er hat sie gefunden.
Es ist Tatsache, dass dieser staendige technische Fortschritt
an bestimmten Stellen Verluste an Arbeitsplaetzen mit sich bringt.
Der amerikanische Arbeiter glaubt jedoch, dass neue arbeitsparende
Maschinen und Methoden zwar einen zeitweiligen Verlust von Arbeitsmoeglichkeiten mit sich bringen, auf die Dauer gesehen jedoch bedeutet das eine hoehere Zahl Arbeitsplaetze. Insoweit, wenn auch
mit gewissen Grenzen, ist dieser Weg gegangen worden.
Die amerikanischen Gewerkschaften akzeptieren die Unvermeidbarkeit des hohen Angebotes an Waren und Dienstleistungen als
eines Mittels, einen hoeheren Lebensstandard zu erreichen. Das
hohe Alter eines Teiles der Beschaeftigten bedeute dagegen fuer
den jungen Arbeiter eine Buerde. Er ist der beweglichste in
einer beweglichen Bevoelkerung. Insoweit wird der Ueberfluss entscheidend beeinflusst durch den hohen Anteil der hoeheren Altersstufen.
- 3

�Gross-Britannien verlaesst sich auf einen internetlonalen
Markt, wo der Kunde immer recht hat und er keineswegs das k&amp;ufen
wird, was wir zu verkaufen wuenschten. Die industrielle Ausrichtung der beiden Laender ist voellig verschieden. Es ist klar,
dass das einfache Kopieren amerikanischer Methoden uns ebenso
schaden koennte, wie ihre Nichtbeachtung. Dies vor allem muessen
unsere Unternehmer lernen.
Der erste Punkt i3t, dass billige Arbeit keine Foerderung der
technischen Neuausstattung ist. Blut ist nicht billiger als Maschinen. Amerika hat laengst entdeckt, dass dies nichts mit ethischen Erwaegungen zu tun hat, sondern mit wirtschaftlichen.
In Gross-Britannien pflegen die Unternehmer in Redewendungen
zu denken wie: "Erhalten wir auch eine angemessene Verzinsung des
Kapitals?" In Amerika steht im Vordergrund: "Arbeiten wir wirksam genug, wie es moeglich sein koennte?" Die amerikanische Industrie ist gewohnt, sich nach effektiven und finanziellen Ergebnissen zu richten. In Gross-Britannien genuegt es dagegen, wenn
die Verzinsung des Kapitals eine ausreichende ist. Der amerikanische Unternehmer fragt nicht nach einer ausreichenden Nutzung der
Arbeitskraft, bis seine Fabrik und seine Anlagen alle Voraussetzungen erfuellen. Er sorgt dafuer, die besten Maschinen fuer die
einzelnen Arbeitsplaetze zu bekommen und achtet darauf, dass dies
auch wirklich der Fall ist. Erst dann fordert er eine Pruefung
der Arbeitsleistung.
In Gross-Britannien macht sich eine wachsende Tendenz vieler
Unternehmer bemerkbar, in einer besseren Arbeitsleistung und in
festgelegten Zeitstudien, die der Himmel oder Amerika einmal geliefert hat, Moeglichkeiten zu technischen Verbesserungen zu sehen. 'Air muessen jedoch ihre Koepfe von diesen Meinungen reinigen.
Was kann der Arbeiter daraus lernen? Der amerikanische Arbeiter arbeitet nicht um der arbeit willen. Er wuenscht eine
40-Stundenlohnwoche und gute Loehnung, um die vielen Konsumgueter
kaufen zu koennen. Er wuenscht keine Kantinen, er wuenscht so
wenig Zeit wie moeglich in den Fabriken zu verbringen und so
schnell wie moeglich sich aus ihnen wieder zu entfernen. Der
Sinfuehrung neuer Maschinen widersetzt er sich nicht, auch wenn
dies weniger ArbeitSDlaetze bedeuten wuerde. Er glaubt jedoch,
dass dadurch letzten Endes mehr Arbeitsmoeglichkeiten geschaffen
werden. Er ist genuegend Pragmatiker, um in Zeitstudien einzuwilligen, weil er weiss, dass er auch unter ihnen leben kann.
Wie weit koennen wir in dieser Richtung gehen? Schichtarbeit
kann nach und nach eingefuehrt werden. Es gibt in diesem Lande
eine Reihe sozialer Schwierigkeiten, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. In Amerika ist die Schichtarbeit jedoch seit langer Zeit bekannt und die soziale Angleichung hat mit
dieser Aenderung Schritt gehalten, /unerikanische Schichtarbeiter
wissen, dass fuer ihre Beduerfnisse gesorgt wird und dass die
Schichtarbeit, auch wenn sie hier besondere Beachtung findet, doch
im Zusammenhang mit den auftauchenden sozialen Problemen gebracht
werden muss.
Vir muessen jedoch der Tatsache netgegentreten, dass, wenn
wir heute eine moderne Maschinerie mit hohen Kapitalkosten fordern, wir nicht darauf bestehen koennen, dass sie nur 40 Stunden
in der Woche laufen darf, waehrend sie in Amerika und in anderen
Laendern 120 Stunden arbeitet. Ein solches Missverhaeltnis des
Wettbewerbs kann nur durch niedrige Loehne ausgeglichen werden.
- 4 -

�Es gibt noch einige weitere Beispiele jener Weigerungen, arbeitsparende Maschinen zu verwenden, weil zeitweilig Arbeitsplaetze
ausfallen. Kann man eine solche Einstellung ueberhaupt noch billigen?
Die amerikanischen Gewerkschaften widersetzen sich den Zeitstudien nicht unbedingt. Die meisten Gewerkschaften haben sich
ausserordentlich scharf gegen die "wissenschaftlichen Betriebsstudlen" gewandt. Sie behaupten, dass sie keineswegs wissenschaftlich sind, sondern lediglich ein Werkzeug der Betriebsfuehrung
seien und in sehr vielen Faellen sind diese Zeitstudien auch tatsaechlich nur darauf abgestellt, die Geschwindigkeiten zu erhoehen. Aber wie es bei empfindlichen Leuten der Fall ist, gehen
sie einfach ueber Dinge hinweg, die sie in Betrecht ziehen muessen.
Viele Gewerkschaften haben Studien- und Ingenieur-Abteilungen errichtet, auch wenn es sich hierbei lediglich um Verteidigungsmassnahmen handelt. Es wuerde gefaehrlich sein, die Lektion allzu
stark zu vereinfachen, die hier gelernt werden koennte, aber wenn
dies moeglich waere, wuerde ich die folgenden Punkte herausstellen:
Dem Unternehmer wuerde ich sagen, verwende moderne Maschinen und
benutze Anlagen mit einer genuegenden Leistung. Dem Arbeiter wuerde ich sagen, innerhalb, des Rahmens der Gewerkschaften solltest
Du Dich damit einverstanden erklaeren, in den bestmoeglichen Gebrauch der Arbeitskraft, die notwendig ist, um eine vernuenftige
Belastung anzuerkennen, einzuwilligen. Weder der Unternehmer noch
der Ausfuehrende ist berechtigt, allein das eine oder das andere
zu tun. Sie muessen zusammenarbeiten. Ob es uns passt oder
nicht ist diesdarWeg, den wir gehen muessen, sei es in einer kapitalistischen oder in einer sozialistischen Wirtschaft. Die Mechanik der Produktion ist unter jedem politischen System die gleiche.
Alles in allem: Die Ergebnisse, die diese Besuchergruppen
mitbrachten, erscheinen sehr mager, aber die Entscheidungen zeigen
Gemeinschaftssinn. Durch die Gewerkschaften ist die Arbeiterschaft
in diesen Laendern gross genug, stark genug und gesichert genug,
um der Entwicklung mit Vertrauen entgegenzusehen.
Das schlechteste, was wir tun koennen,waere, Amerika einfach
nachzuaeffen. Der dortige Lebensweg unterscheidet sich stark von
dem unsrigen. Dort sind die Probleme andere, das Klima ist ein
anderes, die Leute dort sind anders.
Amerika ist kein besseres Land als das unsrige. Es ist ein
anderes Land. Es kann die Gueter in seiner eigenen Weise produzieren. Es liegt an uns, das Schlechte zu vermeiden und das Gute anzuerkennen. Wir koennen dies tun, wenn wir nur den Willen dazu
haben.
ECA Labor Information
FYJ 159-29/9/20/5
HOEHERE BAUAHB3IT5RL0EHNE IN AMERIKA
Die vierteljaehrliche Untersuchung, die das Statistische Buero des US-Arbeitsministeriums ueber die sieben wichtigsten Berufe
des Baugewerbes in 85 Staedten anstellt, hat ergeben, dass die
Lohntarife in den gewerkschaftlich organisierten Berufen des Baugewerbes im zweiten Quartal des Jahres 1950 um 2 1/2% in die Hoehe
gegangen sind, was die groesste Aufbesserung der Loehne im Baugewerbe seit dem mit dem 1. April 1948 beginnenden %uartel darstellt.
- 5-

�Fuer mindestens eine Berufsgruppe in 61 der 85 beruecksichtigten Staedte haben sich die Lohntarife zum Nutzen von zwei
Fuenfteln der 525.000 in der Erhebung beruecksichtigten Arbeiter
erhoeht. Nach Schaetzungen des statistischen Bueros belief sich
der durchschnittliche Stundenlohn aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter das Baugewerbes am 3. Juli 1950 auf 2,27 Dollar.
Die Tarife der Gewerkschaften sind Kindestlohntarife, die in
Kollektivverhandlungen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften
vereinbart wurden. Ueberstunden, die die Koechststundenzahl pro
Tag oder pro Woche ueberschreiten, sind nicht beruecksichtigt.
Auch Lehrlingstarife oder Praemientarife sind in den Tabellen
nicht enthalten.

Als Folge der zunehmenden Bautaetigkeit und der sich hieraus
ergebenden Nachfrage nach Handwerkern haben sich die oertlichen
Tarife in dem mit dem 3. Juli 1950 endenden Quartal zum grossen
Teil erhoeht. Am haeufigsten ist eine vereinbarte Aufbesserung
von 10 oder 12 1/2 Cents pro Stunde festzustellen. Die Lohnaufbesserung fuer die Zimmerleute steht mit einem Durchschnitt von
7,7 Cents pro Stunde an der Spitze, fuer Stukkateure und Maurer
ist sie im Durchschnitt etwas geringer.
Labor Information Bulletin
US-Arbeitsministerium
IX/1950
JAFANI.r;CHS GLV/ERKSCHAFTEN TU JAHRS 1950
Die bedeutendsten Entwicklungen des letzten Jahres in der
japanischen Gewerkschaftsbewegung sind die voellige Neuorientierung
der Gewerkschaften nach gemeinsamen Gesichtscunkten und ihre Neu6 -

�Organisation unter verantwortlicheren Funktionaeren.
Bemerkenswert ist ausserdem die Intensivierung und Erweiterung der Arbeitererziehung mit dem Ziele, die Gewerkschaftsmitglieder zu einer staerkeren Aktivitaet und einem hoeheren Verantwortungsbewusstsein zu erziehen, sowie die Verbesserung und
Erweiterung des Kollektivverhandlungswesens,wozu auch die Umgrenzung und Anerkennung der Vorrechte der Arbeitgeber und Gewerkschaften gehoert.
*T^T '
Seit dem Kriege haben Minderheitsgruppen wiederholt versucht, die japanische Gewerkschaftsbewegung als Mittel zur Gewinnung politischer Macht und zur Stoerung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus des Landes zu missbrauchen. Waehrend die Zahl der
Gewerkschafter, die mit radikalen Elementen sympathisieren, immer
sehr gering gewesen ist, ist es gutorganisierten Minderheiten in
zahlreichen Gewerkschaften zeitweilig gelungen, Funktionaere und
Sprecher in den Vordergrund zu stellen, die die Gewerkschaften
zu Taetigkeiten verleiteten, die nicht mehr rein gewerkschaftlicher Natur waren und gelegentlich zu Spannungen fuehrten.
In diesem Zusammenhang waeren der Nationalkongress der
Industriegewerkschaften (Sanbetsu) und der Nationale Verbindungsrat der Gewerkschaften (Zenroren) zu nennen. Der Sanbetsu, einer der beiden fuehrenden Gewerkschaftsbuende der Nachkriegszeit,
wurde Mitte des Jahres 1946 organisiert. Auf der Hoehe- seiner
Macht wurde er von mehr als 1 1/4 Millionen Arbeitern aus 19 nationalen Industriegewerkschaften unterstuetzt. Der Zenroren,
der dem Weltgewerkschaftsbund angeschlossen war, wurde unter der
Schirmherrschaft des Sanbetsu zu dem offen zugegebenen Zweck gegruendet, die japanische Gewerkschaftsbewegung zu"vereinigen."
Fuer kurze Zeit erfreute sich diese Organisation der Unterstuetzung der meisten fuehrenden Gewerkschaftsgruppen.
Gegen Ende des Jahres 1948 wurde die sogenannte "Demokratisierungs"-Bewegung von den gemaessigten Gewerkschaftsfuehrern
ins Leben gerufen, die in gemeinsamem Bemuehen sich der wachsenden Kontrolle der Gewerkschaften durch Minderheitsgruppen entledigen wollten. Die neue Bewegung wurde schnell groesser und vereinigte gegen Ende des Jahres 1949 mehr als vier Millionen Gewerkschafter, das heisst sie hatte ungefaehr 2/3 der gesamten organisierten Arbeiterschaft hinter sich. Der groesste Teil der japanischen Arbeiterschaft unterstand damit endgueltig gemaessigten Gewerkschaftsfuehrern. Die Anhaenger der neuen Bewegung setzten
sich zum groessten Teil aus Leuten zusammen, die mit der Politik
des Sanbetsu, des Zenroren und mehrerer grosser anderer unabhaengi
gen Industriegewerkschaften nicht einverstanden waren, die bis
dahin von extremen Elementen beherrscht war. Ein anderer grosser
Teil der japanischen Arbeiterschaft, der sich spaeter dieser Bewegung anschloss, war durch den Allgemeinen Bund Japanischer Gewerkschaften vertreten, dem ersten Gewerkschaftsbund der Nachkriegszeit, der im Jahre 1946 von Funktionaeren des japanischen Gewerkschaftsbundes der Vorkriegszeit "Sodomei gegruendet worden war.
Nach dem Krieg hatte der Sodomei im Jahre 1948 mit mehr als einer
Million seine hoechste Mitgliederzahl erreicht.
Die neu orientierte Mehrheit der japanischen Arbeiterschaft
entsandte mit Begeisterung fuenf Delegierte zum Gruendungskongress des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften und schloss
sich dieser Organisation an. Drei japanische Delegierte wurden in
die Ausschuesse des IBFG gewaehlt, um die Interessen der asiatischen Laender in dieser Organisation zu vertreten.
- 7-

�Fruehere Versuche des Sanbetsu und des Zenroren, die japanischen Gewerkschaften zu vereinigen, waren fehlgeschlagen, weil
der groesste Teil der Gewerkschaftsbewegung den Vorschlaegen dieser radikalen Organisationen nicht zustimmte. Der Erfolg der
gemaesslgten Gewerkschaft jedoch, die sich der Unterstuetzung
der Mehrheit der organisierten Arbeiterschaft erfreute und Japans
Mitarbeit im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften sichern
konnte, hat erneut Veranlassung gegeben, eine Vereinigung anzustreben. Bemerkenswerte Fortschritte sind in dieser Hinsicht bereits gemacht worden.
Ein Generalrat Japanischer Gewerkschaften (Sohyogikai) ist
im Juli 1950 gegruendet worlen. Er besteht gegenwaertig aus etwa
20 groesseren jaDanischen Industriegewerkschaften und Verbaenden,
die annaehernd 4 1/2 Millionen Arbeiter repraesentieren. Andere
grosse Gewerkschaftsgruppen treffen Vorbereitungen zum baldigen
Anschluss an diese Organisation.
In der Satzung dieses Gewerkschaftsrates ist festgelegt und das ist auch die Absicht seiner Funktionaere - dass er einen
gewissen Grad an Autoritaet ueber die angeschlossenen Gewerkschaften haben soll. Der Zweck dabei ist, die bestehende chaotische
Struktur der japanischen Gewerkschaftsbewegung zu beseitigen, die
Organisationsform zu vereinfachen und starke Industriegewerkschaften aufzubauen.
Ein weiterer Auftrieb zur Vereinigung wurde durch den Beschluss der Funktionaere des Sohyogikai gegeben; ihre Organisation
aufzuloesen und dafuer einzutreten, dass sich ihre Mitgliederorganisationen dem Gewerkschaftsrat anschliessen sollen. In vollem
Einverstaendnis mit den Absichten des Gewerkschaftsrates haben die
Funktioneere des Sodomei versprochen, ihre Industriegewerkschaften
mit anderen verwandten Industriegewerkschaften zu vereinigen.
Der freiwillige Entschluss der Funktionaere dieser groessten
Gewerkschaftsorganisation, die ueber 848,000 Arbeiter repraesentiert, ihre Organisation aufzuloesen, um die Vereinigung der Gewerkschaftsbewegung zu foerdern, war entscheidend fuer den spaeteren Zusammenschiuss. Er veranlasste viele noch zoegernde Gewerkschaftsgruppen, an der Vereinigung mitzuarbeiten und die gemaesslgten Gewerkschaftsfuehrer zu unterstuetzen. Dass die alten und
hoechst einflussreichen Funktionaere des Sodomei die Bestrebungen
deä Gewerkschaftsrates zur Vereinigung unterstuetzten, erweckte
das Vertrauen, dass diese Bemuehungen ernstgemeint und wert waren,
unterstuetzt zu werden.
Die Minderheit, die die Politik der Extremisten beguenstigten,
blieb
auch weiterhin in einigen dem Rat angeschlossenen grossen
Gewerkschaften bestehen: die demokratischen Elemente besitzen jedoch jetzt eine genuegende Mehrheit, um die Kontrolle ueber ihre
Gewerkschaften ausueben zu koennen.
Die Opposition hat jetzt einen Gegenschachzug gefuehrt, um
ihre Kraefte zu vereinigen und zu staerken. Im April 1950 beschloss
der Sanbetsu, dessen Mitgliederzahl auf 1/4 Million zusammengeschrumpft war, die Organisation aufzuloesen und vereinigte sich mit
lern Zenroren, der sei-erseits neu organisiert werden sollte.
Diese Organisation, deren Mitgliederzahl Anfang 1950 auf weniger als 1/2 Million zurueckgegengen war, sollte in einem Gewerkschaftsbund als linksgerichteter Gegenspieler des allgemeinen Gewerkschafters tes umgewandelt werden.
- 8-

�Die Tarifverhandlung ist in den Wechselbeziehungen zur Industrie zum allgemein anerkannten Verfahren geworden, obwohl
viele Phasen dieses Verfahrens und viele Verhandlungsprozesse
noch im ^nfangsstadium stehen oder nicht voellig verstanden sind.
Alle Arbeiter mit Ausnahme von etwa 1,6 Millionen Regierungsangestellten sind gesetzlich berechtigt, formelle Tarifvertraege
abzuschliessen. Am 1. Januar 1950 standen von jenen Gewerkschaften und ihren Mitgliedern, die die Berechtigung zum Abschluss von
Tarifvertraegen hatten, ueber 60%, oder 23.805 Lokalgewerkschaften und mehr als 80%, oder 651.000 Gewerkschafter unter formellen
Tarifvertraegen.
Waehrend des Jahres 1949 bestand auf der Seite der Unternehmer die Tendenz, beim Abschluss von neuen Tarifvertraegen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Vorrechte der Arbeiter und
ihrer Loehne auf wesentlich niedrigeren Normen als denen frueherer Tarifvertraege zu bestehen. Diese Tendenz ist zum Teil darauf zurueckzufuehron, dass die Unternehmer versuchten, einige
der Zugestaendnisse rueckgaengig zu machen, die sie gegeben hatten, als sie sich ihrer veraenderten Stellung nach dem Kriege bewu3st wurden. Zum andern ist sie durch die Schwierigkeit der
gegenwaertigen wirtschaftlichen Verhaeltnl3se bedingt. Im Verlaufe der Verhandlungen werden die Rechte der Arbeiter und Unternehmer jedoch genau festgelegt. Beim Abschluss von Vertraegen
neigt man im allgemeinen dazu, langfristige Vertraege zustandezubringen und Einrichtungen zur Bearbeitung von Beschwerden,
schiedsrichterliche Schlichtung von Streitigkeiten und Auslegungsunter^chiedlichkeiten der Vertraege und eine Fristgewaehrung im
Falle von Arbeitsniederlegungen in den Bestimmungen der einzelnen
Vertraege vorzusehen.
Die Einrichtungen zur Regelung der Wechselbeziehungen zur
Industrie werden Tag fuer Tag in Anspruch genommen. Im vergangenen Jahre wurde die Arbeit der zentralen und der Bezirkskommissionen fuer Wechselbeziehungen zur Industrie dadurch unterstuetzt,
dass das Gesetz zur Angleichung der Wechselbeziehungen der Arbeit
revidiert und das Gesetz zur Angleichung der Wechselbeziehungen
der Arbeit in Gesellschaften der Oeffentlichen Hand verkuendet
wurde. Die zentralen und praefektoralen Kommissionen waren massgeblich an der Verhinderung und Beilegung aller wichtigeren Streitigkeiten beteiligt und haben mitgeholfen, auch fast alle kleineren Streitigkeiten zu schlichten.
Es wird berichtet, dass die unsichere wirtschaftliche Lage
Japans nach dem Kriege und die Verworrenheit der japanischen
Lohnstruktur im letzten Jahre dazu beigetragen haetten, die Errichtung eines sich aus drei Partnern zusammensetzenden Lohnausschusses zu verhindern, wie er im Gesetz fuer Arbeitsnormen vorgesehen war. Dieser Ausschuss haette die Aufgabe gehabt, einen
Mindestlohn vorzuschlagen. Waehrend dank des wirtschaftlichen
StabilisierungsProgramms eine relative Stabilitaet der Loehne erzielt wurde, ist die Verworrenheit der Lohnstruktur geblieben.
Diese Tatsache hindert zusammen mit anderen wirtschaftlichen und
politischen Faktoren die japanische Regierung an dem Versuch, einen Mindestlohn festzusetzen. Der Druck der Gewerkschaften laesst
jedoch nicht nach, und die Regierung wird es wohl fuer ratsam erachten, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.
Obwohl von keinem Fortschritt auf dem Wege zu einem Mindestlohn berichtet werden kann, ist es ermutigend, festzustellen,
dass im vergangenen Jahr eine Verbesserung der Realloehne und der
Kaufkraft der japanischen Arbeiter eingetreten i3t. Im Maerz
- 9-

�1949 lag der Index der Loehne in der Herstellerindustrie, wenn
ein Vorkriegsstand von 100 zugrundegelegt ist, bei 231, waehrend
er sich fuer Verbraucherpreise in Tokio auf 314 belief, was einem Verhaeltnis von 62% der Loehne aufgrund des Vorkriegsstandes
von 1934-1936 gleichkommt. Von Maerz 1949 bis Maerz 1950 erhoehten sich die Loehne in der Herstellerindustrie um 14%, waehrend
die fuer Tokio gueltigen Verbraucherpreise um 9% zurueckgingen,
wodurch das Lohnverhaeltnis in Anbetracht der Preise auf .77% des
Vorkriegsstandes gebracht wurde. Waehrend diesen Zahlen lediglich ein Vergleich mit den Verbraucherpreisen in Tokio zugrundeliegt, weil nur fuer dieses Gebiet einigermassen zuverlaessige
Angaben ueber Verbraucherpreise der Vorkriegszeit vorhanden sind,
verbesserten sich die Realloehne der Arbeiter tatsaecnlich In ganz
Japan.
International Labor Review
Vol. LXIl/No. 1
IAO UNTERSTUETZT EUROPAEISCHZ UMSIEDLER
Die 18 Marshall-Plan Laender haben ein Hilfsprogramm im
Werte von einer Million Dollar begonnen, das mithelfen soll, die
internationale Umsiedlungsmaschinerie zu vervollkommnen.
Das neue Programm wird ein grossangelegtes, kooperatives
Unternehmen ermoeglichen, an dem sich alle westeuropaeischen Demokratien beteiligen werden, indem sie systematisch und mit wissenschaftlichen Mitteln der Ueberbevoelkerung zu Leibe gehen, die
chronische und staendige Arbeitslosigkeit und einen niedrigen
Lebensstandard zur Folge hat.
Zur Finanzierung dieses umfassenden Unternehmens haben sich
die Mitgliedernationen der OEEC bereit erklaert, in ihrer eigenen
Waehrung einen Betrag im Werte von 200.000 Dollar fuer die Durchfuehrung des Programms im eigenen Lande zur Verfuegung zu stellen.
Ausserdem hat die Marshall-Plan-Verwaltung eine Million Dollar gewaehrt, mit denen die Aufwendungen fuer Erhebungen und Ausbildungsprojekte im Rahmen des Programms gedeckt werden sollen.
Die Netionen, die an diesem Projekt mitarbeiten, haben die
Internationale Arbeitsorganisation - eine Fachorganisation der
Vereinten Nationen - gebeten, die Verantwortung fuer die Verwaltung eines technischen Hilfsprogramms zu uebernehmen, das die Umsiedlung von Arbeitskraeften erleichtern soll.
Der Zweck dieses Millionen-Projektes ist, die Laender mit
Aus- und Einwanderungsmoeglichkeiten bei der Entwicklung der notwendigen Einrichtungen im Zusammenhang mit der Umsiedlung in
technischen Fragen zu unterstuetzen.
Diese Einrichtungen haben die Aufgabe, die Gebiete festzulegen, die einen Ueberschuss bzw. Mangel an Arbeitskraeften haben,
sowie die Arbeitsmoeglichkeiten in den Einwanderungslaendern zu
untersuchen, Dienststellen einzurichten, die einen Nachweis ueber
offene Arbeitsplaetze fuehren, Stipendien an Beauftragte der Regierungen zu vergeben, um ihnen das Studium der Umsiedlungsprobleme
zu ermoeglichen, und eine Organisation aufzubauen, die die Wanderung und Wiederansiedlung von Umsiedlern erleichtern soll.
Auch dieses Vorhaben ist darauf ausgerichtet, eine Vollbeschaeftigung und einen hoeheren Lebensstandard zu erreichen. In
- 10 -

�einigen Laendern, besonders in Italien und der deutschen Bundesrepublik, ist das Problem der Ueberbevoelkerung so dringend,
dass alle Hilfsquellen selbst bei groesstmoeglicher Intensivierung nicht ausreichen, um der Bevoelkerung einen angemessenen
Lebensstandard zu sichern.
S JD

AFL Weekly News Service
IX/15/1950
MARSHALL-PLAN MUSS LOEHNE DER ARBEITER EUROPAS VERBESSERN
Drei amerikanische Gewerkschafter, die soeben eine Ueberpruefung der Industriezentren Frankreichs im Auftrag der ECA beendet haben, sind der Auffassung, dass der Marshall-Plan sofort
umfassender und besser gestaltet werden muesse, um die Loehne der
freien Gewerkschafter Europas erhoehen zu koennen. Es handelt
sich um Carmen Lucia, der zweiten Vorsitzenden der Hutmachergewerkschaft der AFL, Harold Gibbons, dem Kassierer der Ortsgewerkschaft Nr. 688 der Fahrergewerkschaft der AFL, und J. William
Belanger, dem Vorsitzenden des Industriegewerkschaftsrates von
Massachusetts.
"Der Lebensstandard der frenzoesischen Arbeiter muss erhoeht werden, wenn Frankfreich eine Hochburg der Demokratie in
Westeuropa bleiben soll," sagten sie in ihrer Erklaerung. "In
den ersten beiden Jahren des Marshall-Planes musste Frankreich
notwendigerweise mit Lebensmitteln, Rohmaterialien und Maschinen
versorgt werden, um seine Industrie wieder aufbauen zu koennen.
Dieses Ziel ist zum groessten Teil erreicht worden. Wenn Jedoch
jetzt kein Programm in die Wege geleitet wird, das die drei
grundlegenden Faktoren des Lebensstandards, naemlich Ernaehrung,
Bekleidung und Wohnung verbessert, wird das franzoesische Volk
nicht stark genug sein, sich einer totalitaeren Aggression zu
widersetzen. Diese Aufgabe muss von der ECA, der frenzoesischen
Regierung, der franzoeischen Industrie, von den Vereinigten Staaten beraten und unterstuetzt, der Organisation fuer europaelsche
Wirtschaftszusammenarbeit (OEEC) und von den Gewerkschaften in Angriff genommen werden."
Der Vorsitzende der AFL, William Green, hatte im April
dieses Jahres erklaert, dass seine Organisation mit den Arbeitern
WesteuroDas sympathisiere, die um hoehere Loehne kaempfen, und
hatte ihnen die volle Unterstuetzung der AFL zugesichert.
Weekly News Service, AFL
H/15/50
Capus M. Waynick, Administrator des Amtes fuer Technische Zusammenarbeit und Unterstuetzung:
FORTSCHRITTE DES PUNKT-VIER-PROGRAMMSj
Durch das Punkt-Vier-Programm werden anderen Voelkern unsere
Erfahrungen und Kenntnisse angeboten, um ihnen zu helfen, bessere
Lebensbedingungen fuer sich zu schaffen. Das Programm wird uns
in diesem ersten Jahre 34 1/2 Millionen Dollar kosten, das ist
weniger als o,l% der 36 Milliarden Dollar, die Praesident 2'ruman
fuer den Gesamthaushalt bewilligt hat. Dieser verhaeltnismaessig
kleine Betrag wird jedoch eine grosse kooperative Bewegung einleiten, in deren Rahmen ^iele Nationen gemeinsam mit ihren Kenntnissen
und Hilfsquellen dazu beitragen werden, die V/elt fuer ihre Bewohner
besser zu gestalten.
- 11 -

�Dieses Programm muss unsere Antwort auf den Wunsch der Voelker sein, sich ein besseres Leben zu sichern. Sie muessen mit
ihren eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren, was die
Demokratie fuer sie und ihre Familien bedeuten kann.
Das Punkt-Vier-Programm ist die «ntwort auf den Kommunismus
fuer lange Sicht. Die Programm-Ziele gehen ueber die gegenwaertige
Auseinandersetzung hinaus und bestehen darin, fuer die Dauer Friede
und Wohlstand fuer jene Menschen zu schaffen, die dies wuenschen.
Der konstruktive Wert des Punkt-Vier-Programms ist die neue Hoffnung und der neue Mut fuer Millionen Menschen in vielen Teilen der
Welt.
Das Problem einer grossen Anzahl dieser Laender besteht nicht
darin, die physischen Grenzen zu oeffnen, sondern den Menschen zu
helfen, die Ketten abzuschuetteln, in denen sie gefangengehalten
werden. Sie sind krank und hungrig und elend, weil sie furchtbar
arm sind. Sie sind arm, weil sie zu wenig Nahrungsmittel und zu
wenig Waren produzieren; sie produzieren zu wenig, weil sie unterernaehrt, kraenklich und des Lesens und Schreibens unkundig sind,
und weil es ihnen an Erfahrung und Kapital fehlt.
Wie kann dieser sich selbst schaedigende Kreislauf aufgebrochen werden? Die Antwort hierauf gab Praesldent Truman in seiner
AnsDrache anlaesslich der Einfuehrung des Punkt-Vier-Programms:
"Hoehere Produktion ist der Schluessel zu Wohlstand und Frieden. Und der Schluessel zur hoeheren Produktion ist eine vielseitigere und bessere Anwendung des modernen wissenschaftlichen
und technischen Wissens."
Das ist die Loesung, die das Punkt-Vier-Programm diesen Menschen bietet.
Aber selbst mit dieser Hilfe koennen sich die Menschen der
wirtschaftlich rueckstaendigen Gebiete nicht ueber Nacht einen
hoeheren Lebensstandard sichern. Dies ist eine Aufgabe von laengerer Dauer, das darf uns jedoch nicht entmutigen.
Auch unser eigener hoher Lebensstandard konnte nicht ueber
Nacht errungen werden. Aber die Dringlichkeit ist gross und die
wirtschaftliche Entwicklung nimmt viel Zeit in Anspruch. Je frueher
wir jedoch damit beginnen, umso besser ist es. Es gibt Leute, die
die Frage stellen, ob wir nicht eine Konkurrenz schaffen, die unsere eigenen Produzenten eines Tages ruinieren wird, wenn wir anderen Voelkern helfen, ihre Wirtschaft zu entwickeln. Ich bin der
Auffassung, dass diese Furcht unbegruendet ist. Ginge es uns
besser oder schlechter, wenn die hochentwickelten Industriestaaten
wie Kanada und Gross-Britannien, die die gleichen Dinge herstellen wie wir, ploetzlich aufhoerten, Industriestaaten zu sein und
auf das wirtschaftliche Niveau der unterentwickelten Gebiete absinken wuerden?
•

Alle Statistiken zeigen, dass die hochentwickelten Laender, die
ueber eine hohe Kaufkraft verfuegen, die besten Abnehmer und die
besten Nachbarn sind, wenn die Demokratie in ihnen nicht untergraben wird. Je schneller die rueckstaendigen Gebiete entwickelt werden koennen, um so groesser wird die Moeglichkeit sein, sich am
Welthandel zu beteiligen, und umso mehr Geld wird den Menschen in
diesen Gebieten zum Ankauf von Waren zur Verfuegung stehen.
Technische Unterstuetzung ist eine ziemlich abstrakte Bezeichnung fuer eine sehr praktische Angelegenheit, die darin besteht,
dass man Menschen lehrt, wie bestimmte Dinge zu tun sind und Methoden
- 12 -

�anzuwenden, die sie zuvor nicht kannten. Es ist eine alte Form
der Erziehung: die Uebermittlung von Erfahrungen und technischen
Koennens an andere. In diesem Falle sollen besondere Kenntnisse
und jene Faehigkeiten ausgetauscht werden, die ein besseres Leben ermoeglichen. Hier muss jedoch der Unterschied und die Schwierigkeiten beachtet werden, dass der Austausch dieser Erfahrungen
mit Menschen vieler verschiedener Nationen stattfinden muss.
Im Rahmen des Punkt-Vier-Programms schicken wir amerikanische
Techniker der Landwirtschaft ins Ausland, um dort verbesserte Arbeitsmethoden vorzuf uehren,. die immer den oertlichen Verhaeltnissen
angepasst werden muessen. Wir werden Aerzte und Krankenschwestern
entsenden, um den Menschen dort die elementarsten Gesundheitsregeln mitzuteilen und ihnen zu zeigen, wie man vermeidbare Krankheiten, wie zum Beispiel die Malaria, bekaempfen kann, indem eine
den Gesundheitsvorschriften entsprechend bessere Wasserversorgung
und ein zweckmaessiges Kanalisationssystem hergestellt wird. Wir
werden amerikanische Erzieher ins Ausland schicken, die den Lehrern in anderen Laendern helfen sollen, bessere Methoden zur
Ueberwindung des Analphabetentums zu ermitteln, das in einigen
Laendern die erschreckende Zahl von 90% erreicht hat. Wir werden
auch weiterhin intelligente und vorwaertsstrebende Menschen aus
jenen Laendern zu ihrer technischen Ausbildung nach den Vereinigten Staaten bringen.
Das Punkt-Vier-Programm setzt sich aus zwei ineinandergreifenden Faktoren zusammen: Die technische Unterstuetzung und die
Kapitalinvestierung. Das Programm fuer die technische Unterstuetzung ist vom Kongress genehmigt worden, der fuer diesen Zweck
34 1/2 Millionen Dollar bewilligt hat. Von diesem Betrag werden
wir 12 Millionen Dollar fuer das technische Hilfsprogramm der
Vereinten Nationen zur Verfuegung stellen. 49 andere Laender
haben gemeinsam weitere 8 Millionen Dollar bereitgestellt. Damit
hat sich der Betrag auf 20 Millionen Dollar erhoeht, der fuer das
technische Hilfsprograum der Vereinten Nationen und ihrer Fachorganisationen zur Verfuegung gestellt worden ist.
Wenn die verschiedenen Ansuchen um technische Unterstuetzung
beim Aussenministerium eingegangen sind, werden sie von jedem Gesichtspunkt aus sorgfaeltig geprueft werden. Wir werden feststellen, ob die einzelnen Vorschlaege mit dem Zweck des Punkt-VierProgramms vereinbar sind und ob das betreffende Land die angeforderte Unterstuetzung tatsaechlich gut verwenden kann. Wir werden
pruefen, ob das vorgeschlagene Projekt mit einem anderen sich ueberschneidet oder einem anderen entgegenlaeuft, das von den Vereinten
Nationen oder irgendeiner anderen internationalen Behoerde geplant
ist.
Mit den vom Kongress bewilligten Geldmitteln muessen wir in
der Lage sein, in diesem ersten Jahre des Punkt-Vier-Programms
mehr als 1000 amerikanische Techniker mit Auftraegen fuer technische Unterstuetzung ins Ausland zu schicken. Wir rechnen damit,
mehr als 10000 geeignete Personen aus diesen zu unterstuetzenden
Laendern zur technischen Ausbildung in die Vereinigten Staaten zu
holen. Die Regierung wird ausserdem mit amerikanischen privaten
Unternehmen Vertraege abschliessen, um die technischen Hilfsmassnahmen noch staerker zu intensivieren und sich zugleich zu bemuehen,
ebenfalls geeignete Persoenlichkeiten als Wegbereiter heranzuziehen, und sich an der Ausbildung auslaendischer Techniker in den
Vereinigten Statten zu beteiligen.
Sehr oft jedoch wird noch mehr benoetigt, als nur eine technische Unterstuetzung, um das gewuenschte Ziel zu erreichen. Dieses
"mehr" ist die Investierung von Kapital. In einigen Faellen ist
- 13 -

�das Kapital fuer Projekte der wirtschaftlichen Entwicklung mit
Recht von der Regierung zur Verfuegung gestellt worden, wie zum
Beispiel durch die Kredite der Export-Import Bank in Washington
und der Welt-Bank. Praesident Trumen hat jedoch klar herausgestellt, dass der groesste Teil der fuer die Investierung in unterentwickelten Gebieten benoetigten Kapitalien aus privaten Quellen kommen muss.
Tatsache ist, dass in zählreichen wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten die Anlagemoegliohkeiten fuer private Investierungen augenblicklich nicht guenstig sind.
Diese unguenstigen Bedingungen koennen zum Teil rechtzeitig
durch den Einsatz technischer Unterstuetzungsmassnahmen ausgeglichen werden. Unsere eigenen Erfahrungen, die wir vor 50 Jahren
in Kuba, Kanada und auf den Philippinen machten, haben bewiesen,
dass nach einer Reform der gesundheitlichen und sanitaeren Verhaeltnisse sowie der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen
Privatkapitalien in einem Land angelegt werden koennen, und neue
Unternehmen, neue Arbeitsplaetze und neue Moeglichkeiten ins
Leben gerufen werden koennen. Eine? der grossen Werte der technischen Unterstuetzung besteht darin, dass sie dazu beitraegt, eine
Umgebung zu schaffen, die dem gesteigerten Fluss von Investitionskapitalien foerderlich ist. Der Investition von Kapital sind
jedoch in einigen rueckstaendigen Gebieten sowohl durch die Regierung als auch durch die natuerlichen Verhaeltnisse Grenzen
gesetzt. Einige Regierungen haben strenge und offensichtlich
laestige Beschraenkungen fuer die Investition auslaendischen Kapitals eingefuehrt. Schwierigkeiten in der Transferierung der Waehrungen verursachen zusaetzliche Probleme. Das Aussenministerium
ist mit allen Mitteln bestrebt, die Schwierigkeiten zu beseitigen,
die einer groesseren Investition amerikanischen Kapitals im Ausland im Wege stehen. Wir sind dabei, neue Handelsvertraege mit
einer Reihe von Laendern abzuschliessen, die Bestimmungen enthalten, die eine gerechte Behandlung sowohl der amerikanischen Kreditanleger als auch der Laender, in denen sie ihre Investitionen
vornehmen, gewaehrleisten sollen.
\ Aber dies ist im besten Falle ein langwieriger Vorgang. Um
den Fluss amerikanischen Kapitals ins Ausland zu beschleunigen,
hat die Verwaltung des Punkt-Vier-Programms empfohlen, die
Export- und Import-Bank zu ermae cht igen,» begrenzte Buergschaf ten
fuer ausserordentliche Risiken zu uebernelimen, denen im Ausland
investiertes Kapital unterworfen ist. Es ist vorgeschlagen, dass
die Bank gegen einen gewissen Zins im Ausland investiertes Kapital gegen Enteignung ohne ausreichende Verguetung und gegen die
Uoeglichkeit versichert, dass dieses Kapital und die Gewinne in
anderen Waehrungen nicht in Dollar tranferiert werden koennen.
Derartige Investitionen sollen dagegen nicht gegen gewoehnliche
Geachaeftsrisiken gesichert werden.
Unsere Regierung bietet mit diesen Vorschlaegen neuen Boden;
und sie wird eine Formel suchen, die sich sowohl fuer die amerikanischen Investitionen als auch fuer die auslaendischen Regierungen
als zufriedenstellend erweisen wird. Wir moechten den amerikanischen Kapitalanlegern einen angemessenen Schutz und eine gerechte
Behandlung zusichern. Wir moechten jedoch auf der anderen Seite
vermeiden, besondere Vorrechte fuer die im Ausland investierten
amerikanischen Kapitalien und die Anleger zu beanspruchen.
The Department of State Bulletin
IX/25/50
- 14 -

�Z'VEI RESOLUTIONEN DER AFL GEGEN DAS TAFT-HARTLEY GESETZ
Der Amerikanische Gewerkschaftsbund (AFL) fuehrt zur Zeit
seinen groessten Feldzug, um die Wahl eines liberalen Kongresses
zu sichern, der das gewerkschaftsfeindliche und ungerechte TaftHartley Gesetz abschaffen soll.
Die Mitglieder der AFL sind aufgerufen, diejenigen Kandidaten zu unterstuetzen, die fuer den Widerruf dieses Gesetzes stimmen werden. Millionen von Worten sind zu diesem Zwecke geschrieben und gesprochen worden.
Das Wesentliche des Standpunktes der AFL ist in zwei Resolutionen zusammengefasst, die von der 69. Konvention in Houston
(Texas) angenommen wurden. Den acht Millionen Gewerkschaftsmitgliedern der AFL, den Berichterstattern der Zeitungen, den Kommentatoren des Rundfunks und der Oeffentlichkeit soll die klare und
unzweideutige Stellungnahme der AFL zum Taft-Hartley Gesetz zur
Kenntnis gebracht werden, warum und wie sie versuchen wird, dieses
Gesetz im 82, Kongress, der am 7. November gewaehlt wird, abzuschaffen:
Der Text dieser Resolution Nr. SO - die von dem Delegierten
Thomas A. Murray vom Gewerkschaftsbund des Staates New York eingebracht wurde, lautet:
Weil das Gesetz ueber die Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehungen des Jahres 1947, das unter dem Namen Taft-Hartley Gesetz
besser bekannt ist, die demokratischen Rechte der amerikanischen
Gewerkschaftsbewegung verletzt und sie ihrer fundamentalen Freiheit und Organisationsmoeglichkeiten beraubt und deshalb von der
gesamten Gewerkschaftsbewegung ausnahmslos abgelehnt wird, und
Weil das Gesetz seit seinem Inkrafttreten die rechtmaessigen gewerkschaftlichen Taetigkeiten eingeschraenkt und gewisse
Unternehmer ermutigt hat, im Vertrauen auf bestimmte hintertueren
im Gesetz, die es ihnen erlauben, sich ihrer Verantwortlichkeit
zu entziehen, sich den Forderungen der Gewerkschaften kompromisslos und hartnaeckig zu widersetzen, tatsachenentstellende Forderungen der Unternehmer zu befuerworten, Unternehmergewerkschaften
im geheimen aufzustellen und den Gewerkschaften ohne Begruendung
unfaires Verhalten vorzuwerfen, und
Weil, ungeachtet der ablehnenden Haltung des ganzen Landes
diesem Gesetz gegenueber, was durch die Wiederwahl" Praesident
Trumans bewiesen ist, eine reaktionaere Koalition von Republikanern und Sueddemokraten jeden Versuch, den Widerruf durchzusetzen,
unterbunden hat, und
Weil dieser fortwaehrende Missbrauch unvermeidbar zu der Unterminierung des Gebaeudes unserer Demokratie fuehren und letzten
Endes die freie Gewerkschaftsbewegung, die immer ein Bollwerk gegen Reaktion und Totalitarismus gewesen ist, in Misskredit bringen wuerde, wird hiermit beschlossen,
Dass diese Konvention die Politik mit allen Mitteln unterstuetzt, die von der AFL und den gewerkschaftlichen Kraeften in
unserem Lande in dem Bestreben eingeschlagen wurde, das amerikanische Volk ueber die gefaehrlichen Uebergriffe der Kraefte der Reaktion und des Totalitarismus aufzuklaeren, und
Dass wir unsere unabaenderliche ablehnende Haltung dem TaftHartley Gesetz gegenueber und unsere Entschlossenheit erneut zum
- 15 -

�Ausdruck bringen, unaufhoerlich gegen diesenruchlosen Akt der
Gesetzgebung zu kaempfen, und
Dass wir unsere Repraesentanten im Kongress und im Senat
der Vereinigten Staaten auffordern, den Wilien des amerikanischen Volkes zu respektieren und mitzuhelfen, das Taft-Hartley
Gesetz rueckgaengig zu machen, und
Dass wir den Kongress der Vereinigten Staaten, und die
Politiker beider Parteien auffordern, dieses verhasste Gesetz
aus unseren Verfa3sungsbuechern zu streichen.

Die zweite Resolution traegt die Nummer 88 - und wurde von
den Delegierten Jack Wieselberg, Norman Zukowsky, Edward Friss
und Morris Fuchs von der Gewerkschaft der Sattler und Portefeuiller eingebracht. Sie lautet: •
Weil der organisierten Arbeiterschaft in ihrem Kampf um
die Erhaltung ihrer Grundrechte von reaktionaeren Elementen erbitterter Widerstand geleistet wird, und
Weil in dem Wagner-Gesetz, das mit Recht die Magna Charta
der Gewerkschaften genannt wurde, den Arbeitern das Recht zuerkannt wurde, sich frei zu organisieren und Tarife abzuschliessen,
und
Weil die reaktionaeren Elemente, die den 80. Kongress beherrschten und eine Kombination von Tory-Republikanern und Dixiecrat-Demokraten darstellten, der organisierten und nichtorganisierten Arbeiterschaft mit dem Erlass des schaendlichen TaftHartley Gesetzes einen schweren Schlag versetzten, und
Weil die Waehler unseres Landes geschlossen ihre Entruestung
ueber dieses Gesetz zum Ausdruck brachten, indem sie Harry S.
Truman wieder zum Praesidenten waehlten, nachdem er ihnen versprochen hatte, sich dafuer einzusetzen, dass das Taft-Hartley Gesetz
widerrufen wird, und
Weil der gegenwaertig bestehende Kongress fortwaehrend gezeigt hat, dass er den mit der Wiederwahl zum Ausdruck gebrachten
Willen des Volkes nicht achtet, und
Weil jede fruehere Konvention der AFL eindringlichst die
sofortige Abschaffung des Tfcft-Hartley Gesetzes verlangt hat,
Wird von der 69. Konvention der AFL beschlossen, dass wir
die unverzuegliche Beseitigung des Taft-Hartley Gesetzes und den
Neuerlass des Wagner-Gesetzes in der Weise verlangen, wie es von
Praesident Truman in seiner Botschaft an den 81. Kongress empfohlen wurde.
.

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AFL Weekly News Service
X/17/50

- 16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di* folgenden Artikel stellen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 36

Frankfurt, 10. November 1950
I N H A L T S V S R

Z E I C H N I S

Automobilarbeitergewerkschaft Amerikas gegen
Krediteinschraenkungen - - - - - - - - - - - i
Die Gewerkschaften in den Kolonien erwarten Hilfsmassnahmen - - - - - - - - - - - - - - - - - z
Der Kongress derTorce Ouvriere" - - - - - - - - 5
Die Arbeitsweise der Gewerkschaften in Amerika - 6
Entwicklungen in der gesamtamerikanischen Gewerkschaftsbewegung - - - - - - - - - - - - - - - g
Die chilenischen Gewerkschaften - - - - - - - - - 1 0
Die Gewerkschaftsbewegung Schwedens - - - - - - - n
Warum die Arbeiter ihren Arbeitsplatz verlassen - 14
Englische Amerikabesucher fuer Normung der
Produktion - - - - - - - - - - - _ - _ _ _ _ - 15
Schweizerische Gewerkschaften fuer den Marshallplan
16

AUTOMOBILARBEITERGäY/iliRKSCHAFT AMERIKAS GEGEN KREDITEINSCHRAENKUNGEN
Die Automobilarbeitergewerkschaft des C.I.O. hat zum Ausdruck
gebracht, dass sie die neuen Richtlinien ueber Beschraenkung der
Wohnungsbau- und Anschaffungskredite ablehnt.
In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Bundesausschusses
zur Ueberwachung und Sicherung der Hilfsquellen des Landes (National Security Resources Board), W. Stuart Symington, haben Funktionaere dieser Gewerkschaft gefordert, dass diese Bestimmungen, die
von der Bundesstaatlichen Verwaltung fuer Waehrungskontrolle herausgegeben wurden, solange nicht in Kraft gesetzt wuerden, bis
die von der Regierung einberufene Konferenz von Arbeitnehmern und
Arbeitgebervertretern der betreffenden Industrien Vorschlaege
hierzu gemacht haette.
Die Funktionaere bezeichneten diese neuen Bestimmungen als
einen "Dolchstoss in den Ruecken der amerikanischen Familien mit
niedrigem Einkommen."
- 1-

�"Durch die Beatimmungen soll in erster Lieie das Problem der
Materialverknappung geloest werden," heisst es in dem Schreiben;
"sie erfuellen jedoch ihren Zweck einfach dadurch, dass sie den
Verbrauchern mit niedrigem Einkommen die Moeglichkeit nehmen, sich
'Wohnungen, Autos und andere Ansohaffungsgueter zu kaufen."
Die Automobilarbeitergewerkschaft ist der Auffassung, dass
die Probleme der Wohnungsbau- und Anschaffungskredite durch eine
Erweiterung der Produktion geloest werden muessen.
Die Einschraenkungen, besonders der Wohnungsbaukredite, wurden von Symington als eine wirksame Waffe im Kampf gegen die Inflation verteidigt. "Wir befinden uns in einer Zeit der Mobilisierung," sagte er, "und direkte Lohn-Preiskontrollen wuerden die
gesamte Wirtschaft in eine Zwangsjacke stecken. Wenn jedermann
mithilft, auch die Unternehmer und Gewerkschaften, waere es einfach, indirekte Kontrollen auszuueben." Symington verurteilte
ausserdem die greisen Profite, die nach seiner Aussage im dritten
Quartal dieses Jahres hoeher waren als in irgendeinem anderen
Lande zu irgendeinem Zeitpunkt in der Weltgeschichte.
Leon Keyserling, der Vorsitzende des Ausschusses wirtschaftlicher Berater, forderte eine weitere Steuererhebung, um die
Kaufkraft zu absorbieren. Keyserling befuerwortete ausserdem in
einer Rundfunkansprache die Errichtung eines Bueros zur Kontrolle
von Loehnen und Preisen, die man schnell in Aktion setzen
koennte, wenn die inflationistische Tendenz bestehen bliebe.
Auch Bernhard Baruch hat sich fuer hoehere Steuern und Kontrollen ausgesprochen und warnend erklaert, dass die Auffassung,
Kontrollen der Regierung koennten durch freiwillige Einschraenkungen vermieden werden, eine bequeme Selbsttaeuschung sei.
Am gleichen Tage sagte Cyrus Ching, der Vorsitzende des neuen Ausschusses fuer Lohnstabilisierung, dass es ausschliesslich
die Schuld der Gewerkschaften und der Industrie waere, wenn Lohnund Preiskontrollen bald eingefuehrt wuerden. "Ich habe niemanden gesehen, der nicht Lohn- und Preiskontrollen bejaht hätte, aber fuer andere und nicht fuer sich selbst," sagte er.
Man erwartet demnaechst weitere Kontrollen fuer Warenkredite
grosser Kaufhaeuser und fuer private Gelddarlehen. Symington
setzt sich bei der Bundesstaatlichen Verwaltung fuer Waehrungskontrolle fuer diese Einschraenkungen ein.
Daily News Service, Labor Press Association
X/23/50
DIE GEWERKSCHAFTEN IN DEN KOLONIEN ERWARTEN KILFSMASSNAIiMEN
Der Aufstieg der Gewerkschaftsbewegungen in den Kolonien unter den Nichteuropaeern ist ebenso rasch wie bemerkenswert. In
den britischen Kolonien gehen mit einigen Ausnahmen in Westindien die fruehesten Entwicklungen auf 10 bis 12 Jahre zurueck.
Die Ausdehnung der Gewerkschaftsbewegung hat sich so schnell
vollzogen, dass gegenwaertig rund 1.000 Gewerkschaften in britischen Kolonien mit einer Gesamtmitgliederzahl von etwa 600.000 zu
verzeichnen sind. Nach europaeischen Begriffen sind sie zahlenmae^sig noch ziemlich unbedeutend, ihre Mitgliederzahlen belaufen
sich im Durchschnitt auf einige Hundert oder hoechstens einige
Tausend.

�Die Lage dieser jungen und kaempferischen Organisationen in
den Kolonien erinnert an die Anfaenge der britischen Gewerkschaftsbewegung vor 150 Jahren. Jede Gleichsetzung mit den Urspruengen
der britischen Gewerkschaften waere jedoch irrefuehrend. Wie die
Pioniere in diesem Lande sahen sich die Gewerkschaften in den Kolonien ungeheuren Problemen gegenueber, die durch die Armut und Unerfahrenheit verursacht sind; auf der anderen Seite jedoch hatten
sie nicht im gleichen Masse unter der feindseligen Haltung oder
Unterdrueckungsmassnahmen durch die Regierungen zu leiden.
Diesen Gewerkschaften fehlen lediglich Anregungen, Ratschlaege
und Unters tuetzung. Zwar sind bisweilen in kritischen Situationen
schwere Fehler gemacht worden, im allgemeinen jedoch konnten diese
Gewerkschaften mit der Ruecksichtnahme und sogar einer gewissen
Ermunterung durch die Regierungen oder das Kolonialamt rechnen.
Immer konnten sie sich jedoch auf die Unters tuetzung des Britischen
Gewerkschaftskongresses (TUC) verlassen.
Waehrend dieser Phase der Vorbereitung hat der TUC ununterbrochen und regelmaessig mit den neuen Organisationen in Verbindung
gestanden. Obwohl diese Verbindungen aus der Zeit vor 1939 datieren, konnten erst nach Kriegsende viele der urspruenglichen Absichten verwirklicht werden.
Ueber einen Kolonialen Beratungsausschuss, der zwei Jahre vor
dem Kriege gebildet wurde und sich aus einigen besonders befaehigten Experten in Kolonialfragen und aus Mitgliedern des Generalrates
zusammensetzt, die alljaehrlich ernannt werden, hat der TUC in
seiner Gewerkschaftsarbeit in den Kolonien im wesentlichen zwei
Ziele verfolgt: erstens in staendiger taetiger Verbindung mit den
neuen Kolonialgewerkschaften zu bleiben und ihnen sowohl auf direktem Wege als auch ueber das Kolonialamt Rat und Unterstuetzung
zu vermitteln; und zweitens Gewerkschafter aus den Kolonien in die
Ideen und Methoden des Gewerkschaftswesene in England einzufuehren.
Das Erziehungsprogramm, das in frueheren Jahren nur auf oberflaechlicher Basis durchgefuehrt wurde, ist seit 1945 staendig weiter ausgebaut worden. In sieben Kolonien sind Gewerkschafter von
ihren eigenen Organisationen gewaehlt worden, die ein Jahr lang
Universitaeten oder Schulen in England besuchen sollen.
Ausserdem wird an Hand der Briefkurse der Ruskin-Hochschule
Unterricht erteilt. Die Gewerkschafter aus den Kolonien und die
eingeborenen Funktionaere der kolonialen Arbeitsaemter, die von
ihren Regierungen zur Ausbildung nach England geschickt wurden,
werden zu den einmonatigen Ausbildungskursen der Erziehungsabteilunp des britischen Gewerkschaftskongresses zugelassen. Auch an
den Wochenend- und Sommerschulen des TUC sind Plaetze fuer diese
Gewerkschafter aus den Kolonien bereitgestellt worden.
Um die Organisierung der neugegruendeten Gewerkschaften zu
unterstuetzen, wurden Handbuecher in grossen Mengen gedruckt und
verschickt. Die beste Form der Hilfe, die vom TUC in Zusammenarbeit mit der Regierung geleistet wird, ist sehr wahrscheinlich die,
dass man britische Gewerkschaftsfunktionaere als Gewerkschaftsberater auf Posten im Kolonialdienst berufen hat.
Das Kolonialamt hat seit der Einfuehrung dieses Planes im
Jahre 1942 bereits 23 erprobte Gewerkschafter ernannt, was sich besonders bei der Lenkung der neuen Gewerkschaften als aeusserst
fruchtbar erwiesen hat. Die Zahl der Kollektivvertraege, die zum
erstenmal in den Kolonien abgeschlossen wurden, ist hierfuer ein
schlagender Beweis. In Arbeits- und Wirtschaftslagen der Kolonien
ist zwischen den Vertretern des Generalrates des TUC in zwei Kolo- 3

�nialaus-schuessen und der Regierung eine staendige Zusammenarbeit
festzustellen. Es sind dies der Beratungsausschuss fuer koloniale
Arbeitsfragen und der Ausschuss fuer koloniale Wirtschaft und
ihre Entwicklung. Der TUC hat ausserdem schon vor dem Kriege mit
den sechs Sonderkommissionen fuer bestimmte Kolonien regelmaessig
in Verbindung gestanden.
Der TUC hat nicht versucht, die Verbindungen der Kolonialgewerkschaften mit der uebrigen Welt einzuschraenken. Sie wurden
im Gegenteil tatkraeftig unterstuetzt, um es ihnen zu ermoeglichen,
sich an der Nachkriegsentwicklung der Internationalen Gewerkschaftsbewegung positiv zu beteiligen. Ihre Verbindung mit dem
Weltgewerkschaftsbund, die erst seit 1945 besteht, war zu kurz,
um sich im guten oder im schlechten Sinne fuer sie auswirken zu
koennen. Ein betraechtlicher Teil der Gewerkschaften in den Kolonien hat sich laengst dem IBFG angeschlossen.
Die Absicht des IBFG, Landesorganisationen ins Leben zu rufen,
wird sich unmittelbar auf die Gewerkschaften in den Kolonien auswirken. Dieses Landes^rogramm wird jedoch keinesfalls der aktiven
Politik des TUC im Wege stehen, die in engster Verbindung mit der
Gewerkschaftsbewegung in den britischen Territorien betrieben wird.
Als die Delegierten aus den Kolonien beim ersten Kongress
des IBFG mit dem kolonialen Beratungsausschuss des TUC im Dezember des vergangenen Jahres zusammenkamen, wurden die dringlichsten
Probleme der Gewerkschaften in den Kolonien eingehend eroertert.
Die Delegierten wiesen hierbei auf die drei wichtigsten Notwendigkeiten hin:
1. Den Besuch britischer Gewerkschafter in den Kolonien, um
die Verhaeltnisse an Ort und Stelle kennenzulernen und Anregungen
zu geben.
2. Buero- und Werbematerial sowie Kraftfahrzeuge zur Verfuegung zu erhalten; und schliesslich
3. eine regelmaessige und ausreichende Versorgung mit brauchbaren Veroeffentlichungen.
Wie sehr gewerkschaftliches Lesematerial in den Kolonien erwuenscht ist, beweist die Tatsache, da?s Westindien hundert Exemplare der Gewerkschaftsgeschichte von Webbs angefordert hat. Um
passende Buecher und sonstige Literatur vor allem fuer Leser in
den Kolonien zur Verfuegung zu stellen, konnten ohne Schwierigkeiten 5000 Pfund Sterling aufgewendet werden. Diese Hilfe ist sehr
willkommen. Weit besser waere es jedoch, in jede Kolonie einen
erfahrenen Gewerkschafter zu schicken, der dort die oertlichen
Verhaeltnisse und Schwierigkeiten studiert und sofort beratend
eingreifen kann. Jeder Besuch dieser Art wuerde etwa o50 Pfund
Sterling kosten. Ausserdem muessen die einmal aufgenommenen Beziehungen aufrechterhalten werden. Zur Finanzierung eines Anfangsnrogramms fuer die beiden naechsten Jahre hat der Generalrat des
TUC den Delegierten des Kongresses eine Summe von annaehernd
27,000 Pfund Sterling vorgeschlagen und fuer die folgenden Jahre
einen weiteren Betrag von je 10,000 Pfund Sterling.
Die bis jetzt geleistete Arbeit ist aus einem Sonderfonds
finanziert worden, der im Jahre 1947 durch eine Spende von 500
Pfund Sterling aus Geldern des TUC und verschiedener anderer Zuwendungen angeschlossener Gewerkschaften in Hoehe von 2700 Pfund Sterling entstanden ist. Diese Mittel sind viel zu gering, um wirksam
zu sein. In dem Sonderbericht an den Kongress heisst es: "Die
finanziellen Belastungen sind gross; im Verhaeltnis zu der lebens-

�wichtigen Aufgabe, die erfuellt werden muss, sind sie jedoch keinesfalls uebertrieben. Die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung
in den Kolonien ist zum grossen Teil durch das Beispiel der Gewerkschaftsorganisationen Grossbritanniens gelenkt worden. Vor
allem aufbaumaessig koennen diese Gewerkschaften aus der Erfahrung
des TUC lernen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass sich die
Bewegung in Grossbritannien im Lichte eigener Verhaeltnisse entwickelt hat und damit nicht fuer die Kolonien als Beispiel gelten
kann. Die industriellen, sozialen und im allgemeinen auch die
schulungsmaessigen Normen sind dort verschieden.
In England hat sich die Bewegung auf rein industrieller Basis
entwickelt. Dagegen koennen, was auch tatsaechlich vorgekommen
ist, die Gewerkschaften in den Kolonien von Leuten missbraucht werden, die in diesen industriellen Organisationen eine Moeglichkeit
sehen, ihre persoenlichen politischen Wuensche zu erfuellen. Die
Zeit fuer eine erfolgreiche Entwicklung der Gewerkschaften ist noch
zu kurz, wenn man unter Gewerkschaften auch dort Arbeiterorganisationen versteht, die danach trachten, die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder zu wahren, und unabhaengige Organisationen
zu sein, die ihre Politik selbst bestimmen und unabhaengig handeln.
Sie brauchen die Hilfe und Anleitung durch Sachverstaendige, um die
sie uns gebeten haben.
Labor
IX/50
DER KONGRESS DER "FORCE OUVRIERE"
Ein entscheidender Schritt zur Einigung mit anderen nichtkommunistischen, franzoesischen Gewerkschaften wurde von 1000 Delegierten der franzoesischen Gewerkschaft "Force Ouvriere" auf einem
Kongress in Paris getan.
Die Delegierten, die eine Million Mitglieder Frankreichs und
seiner Kolonien vertreten, kamen vom 25. - 28. Oktober zusammen,
um zu beraten, wie sie ihre Gewerkschaft staerken koennten. "Force
Ouvriäre" ist ein nichtkonmunistischer Gewerkschaftsbund, der seit
drei Jahren besteht und sich vom kommunistisch beherrschten Allgemeinen Gewerkschaftsbund (Confeder&amp;tion General du Travail) getrennt hat.
Die Delegierten beschlossen, Mitglieder anderer, nichtkommunistischer Gewerkschaften einzuladen, an ihren Sitzungen teilzunehmen.
Ausserdem wandten sie sich mit der Bitte um Vereinigung der französischen Gewerkschaftsbewegung an diese anderen nichtkommunistischen
Grupoen, vor allem an die Gewerkschaft der Christlichen Arbeiter
(C.F.T.C.) und den Verband der Vorarbeiter (C.G.C.). Hierzu wurden
die folgenden drei Forderungen gestellt:
1. Gruendung eines staendigen, gemeinsamen Gewerkschaftskomitees, das die Moeglichkeiten der Vereinigung eroertern soll.
2. Wirkliche Zusammenarbeit der Gewerkschaften, um gemeinsam
die Forderungen der Arbeiter vertreten zu koennen.
3. Der Vorschlag darf die Gewerkschaften nicht ihrer Selbststaendigkeit und des Rechtes berauben, vor Abschluss eines allgemeinen Abkommens eigene Entscheidungen zu treffen.
Die Delegierten beschlossen ausserdem:
1. Die Gewerkschafts- und Aufnahmebeitraege zu verdoppeln,
die damit 50 Franken im Monat, beziehungsweise 20 Franken betragen.
- 5-

�2. Kit anderen Gewerkschaftsgruppen im Internationalen Bund
Freier Gewerkschaften enger zusammenzuarbeiten.
3. Die Loehne vom Lebenshaltungskostenindex und der Produktionsleistung abheengig zu machen. Diese bewegliche Tabelle war
die positivste Massnahme,die von den Delegierten in ihrem .Virtschaftsund Sozialprogramm getroffen wurde.
4. Die einsichtigeren franzoesjschen Arbeitgeber zu ermutigen,
nicht nur darauf bedacht zu sein, Gewinne zu erzielen, sondern auch
die Produktion zu steigern und die Gestehungskosten zu senken.
5. Das Kartell zur groessten Gefahr fuer wirksame Verhandlungen der Arbeitnehmer zu erklaeren.
6. Sich die Kenntnisse zunutze machen, die sich Besuchergruppen bei amerikanischen Gewerkschaften im Rahmen des Frogramms zur
technischen Unterstuetzung erworben haben.
7. Fuer ein vereinigtes Europa als Vorbedingung fuer einen
hoeheren Lebensstandard zu arbeiten.
Der Kongress wies mit Stolz auf die von der "Force Ouvriere"
erzielten Erfolge hin.
1. Sie hat den franzoesischen Arbeiter von der Sinnlosigkeit
einer Steigerung der Nominalloehne ueberzeugt.
2.

Sie hat die Loehne von der Kontrolle der Regierung befreit.

3.

Sie hat das Tarifverhandlungswesen eingefuehrt und

4. hat sie ein Gesetz erlassen, dass einen Mindestlohn von
159 Franken pro Stunde festsetzt.
Die Delegierten dankten ausserdem dem amerikanischen Arbeiter
fuer die Marshallplan Hilfe. Als Gewerkschaftsdelegierte aus dem
Ausland waren anwesend:
J. H. Oldenbroek, der Generalsekretaer des I.B.F.G., Irving
Brown, der Vertreter der A.F.L. in Europa, Eimer Cope, der C.I.O.Repraesentant in Europa, Victor Reuther von der Automobilerbeitergewerkschaft des C.I.O., Paul Finet, der Praesident des I.B.F.G.,
Giulio Pastore, der Generalsekretaer des italienischen Gewerkschaftsbundes C.I.S.L., Hans vom Hoff aus Deutschland, Alfred Roberts, der
Vorsitzende des britischen Gewerkschaftsbundes T.U.C. und Körte aus
Norwegen.
ECA Labor Information
DIE ARBEITSWEISE DER GEWERKSCHAFTEN IN AMERIKA
Auf Grund "sehr freundschaftlicher, kooperativer und hoechst
konstruktiver Aussprachen" ist die Stimme der 15 Millionen organisierter Arbeiter jenseits des Atlantiks heute staerker denn ;e.
Die Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten arbeiten aber
auch unter Anwendung von Methoden, die, wie der nachstehende Artikel beweist, von den westeuropaeischen gaenzlich verschieden
sind.
Mit dem Wunsch, ueber die seit 14 Jahren bestehende Kluft zwischen ihren beiden Organisationen eine Bruecke zu schlagen, sind
vor kurzem Funktionaere des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes AFL
- 6

�und des Kongresses der Industrieverbaende (CIO) zusammengetreten,
um zu beraten, wie sie in wirksamer Weise gemeinsam handeln koennten. Diese Beratungen haben zu einer engeren Zusammenarbeit gefuehrt, aus der eines Tages eine vereinigte Gewerkschaftsbewegung
in den Vereinigten Staaten entstehen koennte.
I..an wurde sich darueber einig, dass Meinungsverschiedenheiten
in Organisationsfragen am besten am gemeinsamen Verhandlungstisch
beseitigt werden koennten, um alle Fragen zu politischen Massnahmen
von hoechster Stelle aus gemeinsam zu bearbeiten. Man bildete einen staendigen "Vereinigungsausschuss" und ein Komitee, die auf
friedlichem Wege alle anderen Fragen behandeln soll, ueber die die
beiden Organisationen geteilter Meinung sind.
Gleichzeitig sind andere Ursachen dieser Spaltung zwischen
den beiden nationalen Gewerkschaftsgruppen in schnellem Verschwinden begriffen. Der Konflikt begann im Jahre 1936 mit einer Auflehnung gegen die zoegernde Haltung der Berufsgewerkschaften, die
rapide aufbluehenden Industrien der Massenproduktion organisatorisch zu durchdringen, und heute nimmt der CIO in seine eigenen
grossen Mitgllederverbaende der Gummi-, Automobil-, Stahl-, Glasund Elektroindustrie Berufsgewerkschaften auf. Auf der anderen
Seite vereinigt die AFL Industrieverbaende mit den Berufsgewerkschaften, die seit langem in ihren Reihen bestehen.
Darueberhinaus sind sich beide Organisationen in ihrem organisatorischen Aufbau bereits sehr aehnlich. So wie der britische
Gewerkschaftskongress (TUC) sind sie beide Verbaende auf der Basis
der einzelnen Staaten, die sich aus angeschlossenen Gewerkschaften
zusammensetzen, die ihrerseits weitgehend autonom sind. Beide
organisieren in ganz Amerika und Kanada die Arbeiter in ihren sogenannten "internationalen" Gewerkschaften. Beide bieten den
ihnen angeschlossenen Verbaenden von einer Zentralstelle aus
Dienstleistungen. Und die Gewerkschaften beider Organisationen
haben als Grundlage ihres organisatorischen Aufbaus die Einzelgewerkscheft oder "Lokalgewerkschaft", deren Mitgliedschaft sich in
den Industrieverbaenden aus der gesamten Belegschaft eines Betriebes, gleich welchen Ranges oder Berufes, und in den Berufsgewerkschaften aus den Handwerkern und Angehoerigen einer bestimmten Beruf sgruppe zusammensetzt; letztere gehoeren in der Regel kleineren Betrieben in irgendeinem bestimmten Gebiet an.
Was die amerikanische Lokalgewerkschaft so sehr von der britischen unterscheidet, ist der Grad ihrer Selbstaendigkeit. Mit
ihren eigenen Bueros und ihrem eigenen Verwaltungs- und Bueropersonal bearbeiten die Lokalgewerkschaften Streitigkeiten und Beschwerden. Haeufig arbeiten sie Richtlinien aus unter Beachtung
der gewerkschaftlichen Grundsaetze und Entscheidungen, die auf
Konferenzen getroffen wurden. Da man jedoch in den Vereinigten
Staaten Tarifverhandlungen auf industrieweiter Basis im allgemeinen ablehnt, fuehren sie auch Verhandlungen mit "ihren" Unternehmern.
Verschiedene Faktoren haben zu dieser weitgehenden Selbstaendigkeit des Handelns beigetragen. Kollektivverhandlungen werden
dann auf betrieblicher Ebene durchgefuehrt, wenn die Belegschaft
durch Abstimmung entschieden hat, welche Gewerkschaft sie fuehren
soll. Wenn die Mitglieder einer Lokalgewerkschaft an einer einzigen Arbeitsstelle zusammengefasst sind, ist es leicht, eine Fuehlungnahme und persoenliche Beziehungen herzustellen, im uebrigen
hat die Lokalgewerkschaft, sehr oft nur mit einem einzigen Unternehmen zu tun.
Praktisch besteht der einzige Unterschied der meisten Lokalgewerkschaften nur in der Zahl der Arbeitnehmer der Betriebe, fuer
- 7-

�die sie zustaendig sind. In der Stahlindustrie schwanken die Mitsdiederzahlen der Lokalgewerkschaften zwischen 15 und 15.000.
Die Lokalgewerkschaft Nr. 600 (Ford) der Automobilarbeitergewerkschaft des CIO zaehlt 62.000 Mitglieder und hat 16 verschiedene
Referate.
Zur Deckung ihrer Verwaltungsunkosten hat jede Gewerkschaft
bestimmte Mitgliedsbeitraege festgesetzt, die, wie in England, in
den einzelnen Organisationen verschieden sind, aber im allgemeinen
sowohl in der AFL als auch dem CIO zwischen vier und zehn DM im
Monat liegen. Aber an Stelle des Kassierers, der bei den Mitgliedern die Beitraege abholt, wendet man das sogenannte "check-off
System an, nach dem die Arbeitgeber die Beitraege von den Loehnen
abziehen und auf das Konto der Gewerkschaften ueberweisen.
Etwa alle sechs Monate kommen eigens dafuer vorgesehene Rechnungspruefer zu den Lokalgewerkschaften, um die Konten und Geschaeftsbuecher zu ueberpruefen und die Gewerkschaftsstatistiken
auf dem laufenden zu halten. Das einkassierte Geld wird fuer Zwecke
der Verwaltung, Forschung, V/ohlfahrt, Renten, Schulung und Presse
verwendet. In der Regel behaelt die Lokalgewerkschaft etwa die
Haelfte der Beitraege ein, den Rest ueberweist sie an die Zentralstelle der Gewerkschaft, die ihrerseits wieder bestimmte Beitraege
fuer ihre Mitgliedschaft zu leisten hat. Diese betragen im CIO
etwa 0.30 DM pro Mitglied und in der AFL 0.15 DM.
Britische Gewerkschafter, die vor kurzem in Amerika waren,
haben berichtet, dass mit .ausnähme einiger hoeher bezahlter Gewerkschaftsvorsitzender die dortigen Gewerkschaftsfunktionaere nur wenig
mehr oder ebensoviel verdienen wie ihre Kollegen diesseits des Atlantiks, wenn man den Unterschied in den Lebenshaltungskosten beruecksichtigt.
Zu den anderen Auslagen der Gewerkschaften gehoeren Wohlfahrtsunterstuetzungen und Krankengelder sowie die Erstattung von Krankenhauskosten, Sterbegeldern und Pensionen. Arbeitslosenunterstuetzungen sind nur in wenigen Faellen vorgesehen.
'Yas die Alterspensionen betrifft, so haben sich einige Gewerkschaften mit Erfolg fuer zusaetzliche Pensionen -aus Arbeitgeberfonds
eingesetzt, die durch Tarifvertraege festgelegt sind. In der Stadt
New York haben die Maler und Elektriker zum Beispiel mit ihren Unternehmern Vereinbarungen getroffen, wonach diese Betraege in Hoehe
von 2% ihres Lohnlistenbetrages in die Pensionskassen der Gewerkschaften zahlen, üuch die Forderung der Stahlarbeiter nach einer
Sonderpension neben der von der Regierung gezahlten ist von den
Unternehmern angenommen worden.
Auf dem Gebiet der Arbeiterbildung sind einige amerikanische
Gewerkschaften viel weiter fortgeschritten als die Mehrzahl der
Gewerkschaften in England und Westeuropa - in erster Linie deshalb,
weil man in England keine Arbeiterbildungsvereinigung und keinen
Nationalrat der Gewerkschaftsschulen hat. Das Referat fuer Arbeiterbildung in der AFL zum Beispiel organisiert Hunderte von Lehr&lt;*aengen, erteilt Vorlesungen, stellt Studiengruppen im ganzen Lande
zusammen, arbeitet gemeinsam mit den oeffentlichen Buechereien,
stellt Redner zur Verfuegung und gibt Ratschlaege ueber Filme und
Rundfunksendungen. Aehnlich wie die Autoraobilarbeitergewerkschaft
des CIO haben sich auch andere Gewerkschaften auf die Schulung der
in den Ortsgewerkschaften
arbeitenden Funktionaere in alltaeglichen Problemen konzentriert.
Film, Rundfunk und Beziehungen zur Oeffentlichkeit sind andere
Gebiete, fuer die Gowerkschaftsgelder verwendet werden. Filmvor- 8-

�füehrungen und Lichtbildvortraege gewinnen in der Schulungsarbeit
der Gewerkschaften immer mehr an Bedeutung, und mit erhoehter Aufmerksamkeit ist man darauf bedacht, sich die Unterstuetzung der
Oeffentlichkeit fuer gewerkschaftliche Probleme durch eine "gute
Presse" zu sichern. Und einige Gewerkschaften, wie die Automobilarbeitergewerkschaft oder die Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft, bedienen sich des Rundfunks in der Ueberzeugung, dass er
in allernaechster Zeit einen tiefen Einfluss auf die. Hoerer, die
Gewerkschaftsmitglieder sind, und auf die Oeffentlichkeit ueberhaupt haben wird.
Fuer eine Sache geben die amerikanischen Gewerkschafter jedoch kein Geld aus, und zwar fuer irgendeine politische Partei,
der sie vielleicht sogar angehoeren. Es gibt in Amerika keine
"politischen Abgaben" der Gewerkschaften. Auch gibt es keine
Arbeiterpartei, die von den organisierten Arbeitern direkt unterstuetzt wuerde oder eine Politik betriebe, an deren Formulierung
sie beteiligt waeren.
Es sind jedoch Anzeichen dafuer vorhanden, dass die amerikanischen Gewerkschafter der Auffassung sind,dass ihnen die "pressure
group" Methode in Washington und in den Hauptstaedten der einzelnen Staaten nicht dienlich genug ist.
Schon seit einiger Zeit
macht sich der CIO durch sein politisches Aktionskomitee bemerkbar, das sowohl Roosevelt als auch Truman zum Einzug ins Weisse
Haus verholfen hat. Als neueste Massnahme kommt nun diese wichtige
Vereinbarung zwischen AFL und CIO hinzu, politisch gemeinsam zu
handeln und gegen die kommunistischen Umtriebe in ihren Organisationen aeusserst wachsam zu sein.
Als gutes Vorzeichen fuer die Zukunft ist ausserdem der Einsatz fuer die Gruendung des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften durch die freie Weltarbeitskonferenz im Dezember vorigen Jahres zu deuten, wo zum erstenmal auf einer internationalen
Konferenz Delegierte des CIO und der AFL Seite an Seite standen
und gemeinsam am Aufbau einer wirksamen demokratischen Organisation mitarbeiteten.
*

*

*

Ausser diesen beiden grossen Organisationen (AFL mit etwa
acht und CIO mit rund sechs Millionen Mitgliedern) gibt es in den
Vereinigten Stauten noch andere unabhaengige gewerkschaftliche Organisationen. Die bedeutendsten hiervon sind die Organisationen
der Eisenbahner, die in der "Railway Brotherhood" zusammengefa^st
sind, die Vereinigten Bergarbeiter von Amerika und die Internationale Gewerkschaft der Maschinisten. Die letztgenannte trifft jedoch Vorbereitungen, um sich der AFL anzuschliessen.
Labour
X/1950
ENTWICKLUNGEN IN DER GESAMTAMSRIKANISCHEN GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG
I

Drei bedeutende mexikanische Gewerkschaftsorganisationen und
Kolumbiens staerkster Gewerkschaftsbund sind Ende des Jahres 1949
und zu Anfang des Jahres 1950 au3 dem Lateinamerikanischen Gewer'kschaftsbund {CTAL) ausgetreten, der als Parallele zum kommunistisch
orientierten Weltgewerkschaftsbund (WGB) fuer die westliche hemisphaere anzusehen ist. Im Mai 1950 hatte der CTAL einen regionalen
"Kongress des Suedens" abgehalten, der den Zweck hatte, "Arbeitsprobleme der suedamerikanischen La ender*zu eroertern" und zur
"moralischen Solidaritaet der Arbeiterschaft in den Vereinigten
Staaten und Kanada" aufzurufen. Der Exekutivaujschuss des Inter- 9-

�amerikanischen Gewerkschaftsbundes (CIT), der im Juli 1950 zusammentrat, kuendigte an, dass geplant sei, in Zusammenarbeit mit
dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften auf einer regionalen Konferenz einen neuen Gewerkschaftsbund fuer die amerikanische
Hemisphaere zu gruenden.
Der Mexikanische Gewerkschaftsbund (CTM), die groesste und
eine der aeltesten Gewerkschaftsorganisationen in Mexiko, fuehrte
auf seinem Landeskongress im April 1950 die Satzungsaenderungen
durch, die fuer seine internationale Mitgliedschaft und fuer seinen Austritt aus dem Weltgewerkschaftsbund und dem Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund (CTAL) notwendig sind. Ein neues Landeskomitee wurde fuer sechs Jahre gewaehlt, das befugt ist, zukuenftige Mitgliedschaften in internationalen Organisationen nach eigenem Ermessen zu bestimmen. In Gewerkschaftskreisen Mexikos erwartet man allgemein, dass sich der Mexikanische Gewerkschaftsbund in
Kuerze dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften anschllessen
und einer der Hauptteilnehmer an dem bevorstehenden regionalen Konvent des IBFG in der Stadt Mexiko sein wird. Unter der Fuehrung
von Vincente Lombardo Toledano hatte der CTM den CTAL im Jahre
1936 gegruendet und blieb das Bollwerk fuer diese Organisation,
bis Lombardo Toledano im Jahre 1948 ausgestossen wurde.
Auf ihrem Nationalkongress im Dezember 1949 hatte sich auch
die Gewerkschaft der mexikanischen Petroleumarbeiter (STPRM) vom
Weltgewerkschaftsbund und vom Lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund zurueckgezogen und einen nichtkommunistischen Exekutivausschuss gewaehlt, um die Funktionaere zu ersetzen, die mit allen
Mitteln versucht hatten, einen kommunistisch gelenkten lateinamerikanischen Gewerkschaftsbund der Petroleumarbeiter zu organisieren. Zur gleichen Zeit war die Organisation aus der Allgemeinen
Union der Arbeiter und Bauern Mexikos (UGOCM) ausgetreten; diese
Union war im Juli 1949 von dem Vorsitzenden des CTAL Lombardo
Toledano kurze Zeit nach seinem Ausschluss aus dem Interamerikanischen Gewerkschaftsbund (CIT) gegruendet worden. Die Gewerkschaft
der mexikanischen Petroleumarbeiter war seit Bestehen der Allgemeinen Union der Arbeiter und Bauern Mexikos eine der Hauptstuetzen dieser Organisation gewesen.
Die Nationale Gewerkschaft der Berg- und Metallarbeiter Mexikos - die als einzige noch der Allgemeinen Union der Arbeiter und
Bauern Mexikos angeschlossen war - sprach sich auf ihrem letzten
Landeskongress fuer ihren Austritt aus dieser Organisation und
aus dem Interamerikanischen Gewerkschaftsbund aus. Der Kongress
waehlte einen nichtkommunistischen Gewerkschaftsvorstand.
Notes on Labor Abroad
8/50
DIE CHILENISCHEN GEV.TSRKSCHAFTEN
Die Taetigkeit der Gewerkschaften auf dem Gebiet der Tarifverhandlungen hat in Chile im Jahre 1949 zu Lohnaufbesserungen gefuehrt, denen jedoch fortwaehrende Steigerungen der Lebenshaltungskosten gegenueberstehen. Die wichtigste sozialpolitische Taetigkeit der Regierung bestand in der Erstellung billigen Wohnraums.
Der Wohnraummangel stellt noch immer eines der groassten Probleme
Chiles dar.
Die chilenische Gewerkschaftsbewegung ist noch in eine Reihe
konkurrierender und politisch entgegengerichteter Gruppen gespalten, und es gibt bisher keine zentrale Organisation, die von der
Mehrheit der chilenischen Arbeiter unterstuetzt wuerde. Ueber den
- lü -

�Prozentsatz der organisierten Arbeiter Chiles sind keine statistischen Angaben verfuegbar. Die wichtigste organisatorische Entwicklung im Verlauf des Jahres 1949 war das Anwachsen der Foederation der Privatangestellten (CEPCH) und der Nationalgewerkschaft
der Angestellten (JUNECH) - beides Angestelltengewerkschaften.
Das Fehlen einer vereinigten Gewerkschaftsbewegung und der
von der Regierung ausgeuebte Druck, um Streitigkeiten vor Ausbruch
eines Streiks beizulegen, hatten zur Folge, dass im vergangenen
Jahre verhaeltnismaessig friedliche Arbeitsbeziehungen herrschten.
Von 792 formellen Forderungen, die den Unternehmern von den Gewerkschaften unterbreitet wurden, und die sich auf etwa 114.000
Arbeiter und Angestellte bezogen, wurden 543 Forderungen in direkten Verhandlungen oder unter Zuhilfenahme staendiger Schlichtungsausschuesse stattgegeben; 68 blieben unberuecksichtigt, weil man
entweder Hintertueren im Gesetz anwandte, oder weil die interessierten Parteien nicht auf ihren Forderungen bestanden. 33
wurden von besonderen Schiedsausschuessen beigelegt und die uebrigen standen gegen Ende des Jahres in Schiedskommissionen zur Debatte. Praktisch gab es keinen ernsthaften Streik. An den insgesamt 23 Streiks waren offiziellen Angaben zufolge 8.700 Arbeitnehmer beteiligt. Obwohl keine Schaetzungen ueber den durch
Streiks verursachten Verlust an Arbeitszeit vorliegen, waren die
meisten Streiks von verhaeltnismaessig kurzer Dauer.
Durch die Beilegung der Streitigkeiten kamen etwa 79.100
Arbeitern 405 Millionen Pesos in Form von Loehnen oder sonstigen
Verguetungen zugute. Statistische Angaben der Regierung besagen,
dass die Tagesloehne in den verschiedenen Industriezweigen zwischen
81.88 Pesos fuer die Arbeiter in der Lederindustrie und 173.06
Pesos fuer die in der Papier- und Kartonagenindustrie Beschaeftigten schwanken. Der durchschnittliche Tageslohn belief sich auf
120.20 Pesos. Die in den meisten neuen Arbeitsvertraegen vorgesehenen Lohnaufbesserungen des Jahres 1949 lagen zwischen 16 und
24$, sie waren somit nicht hoeher als der Anstieg der Lebenshaltungskosten. Trotz der Bemuehungen der Regierung, den Anstieg
der Lebenshaltungskosten aufzuhalten, stieg er ungefaehr um den
gleichen Satz wie in den vorangegangenen drei Jahren.
Obwohl keine erschoepfenden Statistiken ueber Beschaeftigtenziffer und Erwerbsbevoelkerung vorliegen, kann mit Sicherheit angenommen werden, dass Chile einen hohen Beschaeftigungsstand zu
verzeichnen hat. Im Baugewerbe herrschte eine gewisse Arbeitslosigkeit, in der Schuhindustrie und im Kupferbergwerk kam es verschiedentlich zu Betriebsstillegungen. Ein ernsthaftes Arbeitslosigkeitsproblem besteht jedoch nicht. Die Zahl der bei den
Arbeitsvermittlungsaemtern registrierten Personen betraegt 4.792,
nach den Angaben des chilenischen Arbeitsministeriums muss mit
weiteren 12.000 Arbeitslosen gerechnet werden, die bei den Arbeitsvermittlungsaemtern der Regierung nicht registriert waren.
Notes on Labor Abroad
8/50
DIE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG SCHWEDENS
Die Erwerbsbevoelkerung in Schweden zaehlt drei Millionen, wovon etwa 1/2 Million selbstaendige Arbeiter sind. Die Arbeitslosigkeit unter Gewerkschaftsmitgliedern wurde im Jahre 1949 mit
2,7% beziffert, im Mai 1950 mit 1,4%, im Gegensatz zu einem Vorkriegsdurchschnitt von 9 - 10%. Diese geringfuegige Arbeitslosigkeit ist z.T. durch Arbeitsplatzwechsel und z.T. durch Wohnraum- 11 -

�mangel bedingt. In genz Schweden herrscht Vollbeschaeftigung und
fuer bestimmte Fachberufe sogar ein Mangel an Arbeitskraeften.
Der Durchschnittsstundenlohn in der Industrie betrug im vorigen
Jahre fuer maennliche Arbeiter 2,61 schwedische Kronen und fuer
Frauen 1,85 schwedische Kronen. Der durchschnittliche Jahresverdienst maennlicher Industriearbeiter belief sich auf 5.784 schwedische Kronen. Im allgemeinen hat die Arbeitswoche in der schwedischen Industrie 43 Arbeitsstunden. In einigen Industrien, wie
z.B. im Untertagebergbau, ist sie kuerzer. Der satzungsmaessig
festgelegte bezahlte Urlaub von zwei Wochen soll in allernaechster
Zukunft auf drei Wochen erhoeht werden.
95 - 98$ aller Industriearbeiter in Schweden sind in Gewerkschaften organisiert, die dem Schwedischen Gewerkschaftsbund (L.O.)
angehoeren. Die Gesamtmitgliederzahl dieser Organisation belaeuft
sich zur Zeit auf annaehernd 1.256.000 und umfasst sowohl die
Angestellten der Eisenbahnen, des Staates und der Gemeinden als
auch die landwirtschaftlichen Arbeiter. Angestellte und Angehoerige freier Berufe sind in zwei Gewerkschaften organisiert, die
der Zentralorganisation der Angestellten (T.C.O.) angeschlossen
sind. Diese Berufsgruppen sind zu 50 bis 55% gewerkschaftlich organisiert, die Mitgliederzahl des T.C.O. betraegt augenblicklich
260 000.
Enge Beziehungen bestehen zwischen der Gewerkschaftsbewegung
und der Sozialdemokratischen Partei. Der T.C.O. jedoch betreibt
auf Grund der Tatsache, dass ein grosser Teil seiner Mitglieder anderen politischen Parteien angehoert, eine ueberparteiliche Politik. Die nationalen Gewerkschaften des L.O. und die grosse Mehrheit der Lokal-Gewerkschaften stehen unter sozialdemokratischer
Fuehrung. Viele lokalen Gewerkschaften gehoeren geschlossen der
Partei an, doch steht es den einzelnen Mitgliedern frei, anderen
oder keiner Partei anzugehoeren. Axel Strand, der Vorsitzende
des L.O. , und Walter Aman, der Direktor des T.C.O., sind beide
Mitglieder des Schwedischen Parlaments (Riksdag) und haben infolgedessen die Moeglichkeit, den Standpunkt ihrer Organisationen in
diesem Forum zu vertreten.
Sowohl der L.O. als auch der T.C.O. haben sich dem neuen Internationalen Bund Freier Gewerkschaften angeschlossen. Der L.O. hat
die Internationalen Berufssekretariate, besonders den Internationalen Transport-Arbeiter-Verband, tatkraeftig unterstuetzt. Seine
ihm angeschlossenen Laodesgewerkschaften halten inoffizielle, aber
enge Beziehungen mit den entsprechenden Gewerkschaftsgruppen in
anderen skandinavischen Laendern und Finnland aufrecht.
Der Arbeitsmarkt Schwedens ist im allgemeinen unabhaengig und
die schwedische Regierung betreibt eine Politik der Nichteinmischung, die sowohl von den Unternehmern als auch von den Gewerkschaften gebilligt wird. Der Arbeitsgesetzgebung liegen die folgenden drei Hauptgrundsaetze zugrunde:
1. Das Recht der Arbeitnehmer oeffentlicher und privater
Unternehmen, sich zu organisieren und Tarifvertraege abzuschliessen,
ist garantiert.
2. Ein Schlichtungsdienst der Regierung ist gesetzlich festgelegt, die Entscheidungen der Schlichter sind jedoch nicht bindend.

3. Die Arbeitsgerichtsbarkeit wurde.zu dem Zweck ins Leben
gerufen, die Auslegung der. bestehenden Vertraege zu eroertern. Seine Entscheidungen sind endgueltig und bindend fuer die Vertragspartner.
- 12 -

�Die grundlegenden Richtlinien ueber die 'Yechselbeziehungen
zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fuer ganz Schweden sind in
Abkommen zwischen dem schwedischen Arbeitnehmerverband, dem L.O.
und dem T.CO. niedergelegt. Industrieweite Vereinbarungen zwischen Arbeitgebervereinigungen und Landesgewerkschaften regeln
Lohntarife, Ueberstunden und andere Einzelheiten. Ein solches Abkommen wurde z.B. zwischen der schwedischen Vereinigung der Eisenund Stahlwerke und der schwedischen Metallarbeitergewerkschaft abgeschlossen. Der "closed Shop" als solcher besteht in Schweden
nicht, die weitgehend organisierte Gewerkschaftsbewegung laeuft
jedoch praktisch auf dasselbe hinaus.
Die Gewerkschaftsbewegung in Schweden spielt eine hoechst
verantwortliche Rolle im Staate, was durch die Tatsache bewiesen
ist, dass L.O. und T.C.O. Ende 1948 und 1949 in Unterstuetzung
der Stabilisierungspolitik der schwedischen Regierung ihre angeschlossenen Gewerkschaften gebeten haben, keine Lohnaufbesserungen
fuer die Jahre 1949 und 1950 zu fordern. Alle Landesgewerkschaften erklaerten sich hiermit einverstanden. Die Regierung vernflichtete sich ihrerseits, die Lebenshaltungskosten zu stabilisieren, was ihr im allgemeinen auch gelungen ist. Fuer 1951 ist
eine Aufhebung der Lohnkontrolle in begrenztem Umfang vorgesehen,
wobei sich die Gewerkschaften eine Selbstbeschraenkung auferlegen
und die Regierung fortfahren soll, die Preiskontrolle so wirksam
wie moeglich auszuueben.
Seit dem grossen Metallarbeiterstreik im Jahre 1945 hat kein
bedeutender Streik stattgefunden. Ein paar voellig belanglose
Streiks wurden zum groessten Teil von den Kommunisten angestiftet
und dauerten nur wenige Stunden.
Wie zu erwarten war, haben die Kommunisten einen grossen Teil
ihrer Propaganda auf die Tatsache gestuetzt, dass die Gewerkschaften mit der Regierung bei dem Stabilisierungsprogramra zusammenarbeiten. Trotzdem jedoch ist der kommunistische Einfluss in den
Gewerkschaften im Laufe der letzten vier Jahre staendig zurueckgegangen. Dieser Rueckgang steht ungefaehr im Verhaeltnis zu den
Wahlniederlagen der Kommunisten gegen Ende des Jahres 1950, als sie
nur 50% ihrer Stimmen von 1946 erhielten. Waehrend die Kommunisten
niemals irgendeinen Einfluss auf die Fuehrung des Gewerkschaftsbundes hatten, setzten sie sich in der Mitgliedschaft der Metallarbeitergewerkschaft durch und beherrschten bis vor kurzem sogar
die beiden groesseren Ortsgewerkschaften Stockholm und Goeteborg.
Sie fuehrten den langwierigen Metallarbeiterstreik im Jahre 1945
erfolgreich durch. Zur Zeit beherrschen sie nur etwa 150 der fast
9.000 Ortsgewerkschaften im L. 0. , die jedoch alle nur klein sind.
Etwa 10$ saemtlicher Mitglieder des L.O. gehoeren der kommunistischen Partei an.
In Schweden besteht kein allgemeines staatliches Arbeitslosenversicherungssystem. Die schwedische Regierung ueberwacht und unterstuetzt jedoch Arbeitslosenversicherungsprogramme, die von den einzelnen nationalen Gewerkschaften aufgestellt werden.
Seit vielen Jahren gibt es in Schweden ^.lterspensionen. Jeder
Buerger bezieht heute im Alter von 67 Jahren eine Pension von 1.000
Kronen. Die Hoechstpension, die einem Ehenaar gezahlt wird, betraegt 1.600 Kronen. Kinderbeihilfen werden in Hoehe von jaehrlich
265 Kronen je Kind gezahlt. Fuer die ülterspensionen und auch die
Kinderbeihilfen bedarf es keines Nachweises ueber die Bedürftigkeit.
Ein umfassendes System einer allgemeinen obligatorischen Krankenversicherung, das vom Reichstag unmittelbai' -,ach dem zweiten
- 13 -

�Weltkriege verfuegt wurde und 1950 in Kraft treten sollte, wurde
auf 1951 verschoben. Inzwischen hat man beschlossen, es bis zu
dem Zeitpunkt aufzuschieben, an dem das notwendige medizinische
Personal und die erforderlichen Einrichtungen verfuegbar sind.
In der Zwischenzeit sind etwa 60% der Bevoelkerung bei oertlichen
Versicherungsgesellschaften, die von der Regierung finanziel unterstuetzt werden, freiwillig gegen Krankheit versichert.
Arbeitsmitteilungen der ECA
10/18/50
WARUM DIE ARBEITER IHREN ARBEITSPLATZ VERLASSEN
Welcher Betrieb haelt seine Arbeiter am laengsten - der kleine
oder der grosse?
Die meisten werden sagen: der kleine Betrieb. Dort ist der
Besitzer zugleich Betriebsleiter. Er kennt seine Arbeiter persoenlich, sieht sie haeufig und ist in der Lage, Schwierigkeiten
schnell und an Ort und Stelle zu beseitigen.
Dies mag noch immer zutreffen, aber die von dem britischen
Institut fuer Betriebsleitung festgestellten Tatsachen ergeben ein
anderes Bild. Dieses Institut hat 287 Firmen aus 36 verschiedenen
Industriezweigen, die ueber 300.000 Arbeiter beschaeftigen, einer
sechs-monatigen Studie unterzogen und ist zu der folgenden Schlussfolgerung gekommen: je kleiner der Betrieb, umso grösser die
jaehrliche Zahl der Arbeitsplatzwechsel. Mit anderen Worten, in den
kleinen Unternehmen verlassen mehr Arbeiter ihren Arbeitsplatz als
in den grossen. Die Ueberzaehligkeit von Arbeitskraeften in diesen Betrieben spielt hierbei natuerlich eine grosse Rolle. Der
kleine Betrieb kann es sich nicht wie der grosse leisten, Arbeiter
zu bezahlen, wenn keine Arbeit fuer sie vorhanden ist. Auch ist
es in einem grossen Betrieb leichter, fuer einen ueberzaehligen
Arbeiter einen anderen Arbeitsplatz im gleichen Unternehmen zu
finden.
Die Grundursachen fuer Arbeitsplatzwechsel, die von dem Institut angefuehrt werden, koennen in zwei Worten zusammengefasst werden: Entlassungen und Arbeitsniederlegung durch den Arbeitnehmer.
Ueberzaehligkeit und Nichteignung fuehrten zu Entlassungen. Kuendigungen durch den Arbeitnehmer waren durch Unzufriedenheit mit
Loehnen und Arbeitsbedingungen oder durch schlechtes Einvernehmen
mit den Vorarbeitern oder Arbeitskollegen und schliesslich durch
persoenliche Umstaende bedingt.
In den ueberprueften Fabriken war unter zehn Arbeitern, die
ihren Arbeitsplatz verliessen, einer, der unzufrieden war. In
einem von acht Faellen war er ueberzaehlig. Eine von je sechs Frauen verliess ihren Arbeitsplatz, um ihren Verpflichtungen im Haushalt nachkommen zu koennen. Aber in nur einem von je zehn Faellen
war Ueberzaehligkeit der Grund der Entlassung. Von einem grossen
Teil der Maenner und Freuen, die ihren Arbeitsplatz aufgaben,
wurde als Grund "Verlassen des Wohnorts" angegeben. Dies ist in
Anbetracht des Wohnraummangels ueberraschend. Ermutigend ist die
Tatsache, dass nur wenige ihren Arbeitsplatz verliessen, weil
sie sich mit ihren Vorgesetzten oder Meistern nicht verstanden.
Waehrend in allen berücksichtigten Betrieben die Durchschnittsquote fuer Arbeitsplatzwechsel 27,6% fuer Maenner und 45.4% fuer
Frauen betraegt, ist sie in den einzelnen Industrien natuerlich
sehr verschieden. Die niedrigste Quote wurde in der Oel- und
"^etroleumindustrie, die hoechste im Baugewerbe und bei Vertragsfirmen festgestellt.
- 14 -

�Die Untersuchung des Instituts hat weiterhin ergeben, dass
in den ueberprueften Industrien von fuenf maennlichen Arbeitnehmern, die ihren Arbeitsplatz verliessen, einer und bei Frauen
von je sieben eine ihren Arbeitsplatz weniger als vier Wochen innehatten.
Das Institut weist darauf hin, dass diese Zahlen eine Lehre
fuer die Unternehmer enthalten. "Zwar moegen alle Arbeitsniederlegungen, die auf die Arbeitsbedingungen zurueckzufuehren sind,
nicht unvermeidbar oder durch den Arbeitgeber verschuldet sein,
aber sie sollten ihn veranlassen, Untersuchungen anzustellen und
die notwendigen Abhilfemassnahmen zu treffen."
Labour 10/50
ENGLISCHE AMERIKABESUCHLR FUER NORMUNG DER PRODUKTION
Wenn eine Besuchergruppe der britischen Industrie die Vereinigten Staaten bereist, um dort Fragen der Produktivitaet zu studieren, dann bringt sie in erster Linie neue Ideen und neue Anregungen mit. Ihre Berichte sind wertvolle Fingerzeige fuer alle,
die sie lesen. Dann aber kommt der dritte entscheidende Abschnitt:
es muessen geeignete Massnahmen getroffen werden, um die gemachten Vorschlaege auch zu verwirklichen.
Seit einem Jahr besuchen britische Produktivitaetsgruppen die
Vereinigten Staaten. Sie besuchen Fabriken, halten Konferenzen
ab und unterhalten sich mit der Industrie und der Arbeiterschaft,
um snaeter den Inhalt ihrer Berichte der Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen.
Eine Besuchergruppe ist noch weitergegangen. Durch Vermittlung des Anglo-Amerikanischen Produktivitaets-Ausschusses hat sie
von ihren Taetigkeiten seit ihrer Rueckkehr aus den Vereinigten
Staaten berichtet und zu den Problemen Stellung genommen, die sich
im Laufe dieser Beratungen ergeben haben.
Diese Gruppe von Sachverstaendigen, die sich vor allem mit
den Problemen der Normung beschaeftigte und darueber berichtete,
hat festgestellt, dass man ihr in erster Linie drei Fragen vorlegte:
Wuerde eine Normung, d.h. eine Reduzierung der in einer Firma hergestellten Typen, den Kaeufer nicht benachteiligen? Wuerde
sie sich auf die Exportbestrebungen hinderlich auswirken? Wuerde
sie die Schwierigkeiten der Verkaeufer noch vergroessern, die bestrebt sind, groessere Auftraege einzubringen?
Auf die erste Frage gibt es eine eindeutige Antwort: Die
Furcht, dass eine Normung letzten Endes zu einer unzureichenden
Auswahl fuer den Abnehmer fuehren wuerde, ist unbegruendet. Betriebe, die die gleichen Erzeugnisse herstellen, muessen nicht unbedingt den gleichen Typ produzieren und koennen die Zahl ihrer
verschiedenen Arbeitsprozesse verkleinern.
Auch die Vorstellung, dass Normung schlechtere Q,ualitaet bedeuten muss, entspringt einer allzu gelaeufigen Selbsttaeuschung,
die zweifellos auf die Tatseche zurueckzufuehren ist, dass I.'asnenprodukte manchmal wertlos sind, ^ualitaet ist ebenfalls eine
Frage festgesetzter Normen, an die man sich halten muss.
In diesem Falle kann der Konstrukteur hej Ten. i-ine wirksame
Politik der Normung sollte schon im Stadium des Entwurfs beginnen.
- 15 -

�Was die Auswirkungen der Normung auf das Exportprogramm eines
Betriebes betrifft, so ist die Gruppe der Ansicht, dass man hier
schwerlich eine allgemeine Linie ziehen kann. Die Wuensche der
auslaendi^chen Absatzmaerkte sind sehr verschieden, und es duerfte
einige Zeit in Anspruch nehmen, um die Kaeufer in Uebersee von
den Vorteilen einer geringeren Auswahl an Produkten zu ueberzeugen.
Die Gruppe hat ausserdem die Loesung eines Problems gesucht,
das sich dann ergibt, wenn die Verkaufsabteilung eines Betriebes
mehr Sorten verlangt und gleichzeitig eine Preissenkung erwartet,
waehrend die Hersteller eine groessere Auswahl ablehnen, weil
hoehere Gestehungskosten damit verbunden sind. Die Loesung dieses
Problems bestehe darin, dass die Betriebsleitung eine engere Zusammenarbeit zwischen Verkaeufer und Hersteller verlangen muesse.
Eine genaue Kenntnis der Absatzmaerkte nuesse ausserdem gewaehrleistet sein, und die Gestehungskosten muessten so ueberprueft werden,
dass ein guenstiger Preis gesichert ist.
Die Gruppe wendet dieser Frage der Gestehungskosten besondere
Aufmerksamkeit zu. Eine nutzlose Vielfaeltigkelt an Sorten wird
von zahlreichen Firmen beibehalten, weil die Gestehungskosten nicht
genau genug kalkuliert sind.
Firmen jedoch, die ihre Gestehungskosten sorgfaeltig ausarbeiten, sind in der Lage, ihre Preise zu senken, weil sie genau
wissen, wo eine Verschwendung stattfindet und wo ein Mangel an
Produktivitaet zu suchen ist, aber auch wie sie beseitigt werden
koennen.
Labour
X/50
SCHWEIZERISCHE GEWERKSCHAFTEN FUER DEN MARSHALLPLAN
"Der Marshallplan ist fuer uns lebenswichtig. Ohne dieses
Wiederaufbauprogramm waere Europa laengst vom Kommunismus ueberrannt worden."
Dieser bedeutsame Ausspruch stammt von Ernst Bircher, der
Mitglied des Exekutiv-Ausschusses des schweizerischen Gewerkschafts
bundes und Vorsitzender der Gewerkschaft der Bekleidungs- und Lederarbeiter ist. Er sprach vor kurzem auf dem Gewerkschaftskongress in Luzern, auf dem die Gewerkschaften den Anschluss an den
Internationalen Bund Freier Gewerkschaften billigten.
Bircher erklaerte, dass der Marshallplan einigen ausländischen Konkurrenten schweizerischer Industrien wieder auf die Beine
geholfen hat, dass "wir jedoch diese Konkurrenz vorziehen und uns
inmitten von Laendern sehen, die frei sind und sich auf dem Weg
zum Wohlstand befinden, als inmitten eines kommunistischen Kontinents zu "leben" oder vielleicht auch zu sterben."
Der Gewerkschaftsfuehrer der traditionsmaessig neutralen
Sciiweiz sagte, dass es fuer die Gewerkschaften seines Landes unmoeglich gewesen waere, ausserhalb der Reihen des IBFG zu stehen,
weil diese 7'eltge;verkschaf tsorganisat ion an einem wirksamen Programm im Interesse aller freien Arbeiter arbeite.
Bircher und der Generalsekretaer des schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Giacome Bernasconi, betonten, dass die Gewerkschaften der Schweiz entschlossen seien, mit den freien Gewerkschaften
in anderen Laendern eine solidarische Front zu bilden.
ECA Labor Information
11/3/50

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Aaszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankhirt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 37

Frankfurt, 17. November 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Die Gewerkschaftsbewegung der Philippinen - - - - -

i

IBFG Konferenz plant Errichtung internationaler
Gewerkschaftsschulen - - - - - - - - - - - - - -

%

*!itglied3staerke der dem IBFG angeschlossenen
Gewerkschaften - - - - - - - - - - _ _ _ _ _ _ _
Japanische Arbeitsproblerae
Regierung und Gewerkschaften

3

- - - - - - - - - - - -

7

- - - - - - - - - - -

10

I.:arshallplan foerdert griechische Fischerei - - - - 15
Berufssekretariate fuer Geistesarbeiter im IBFG - - 15

DI5 OE'.VERKSCHAFTSBE'.VEGUNO DER PHILIPPINEN
Verwirrung, Ziellosigkeit und Chaos herrschen noch immer innerhalb der Gewerkschaftsbewegung der Philippinen, eine freie
Gewerkschaftsbewegung, die nicht der Bevormundung der Regierung
und der Einmischung der Unternehmer unterliegt und nicht von gewissenlosen angeblichen Gewerkschaftsfuehrern missbraucht wird,
befindet sich noch im Anfangsstadium. Dieser kaempfenden aber
ehrlichen Bewegung muss jede nur moegliche Hilfe geleistet werden,
da sie die einzige Garantie dafuer bietet, dass Unternehmer und
Arbeiter ihre Beziehungen durch eine wirkliche Gewerkschaft regeln, die ausserdem von kommunistischer Beherrschung frei ist.
Nur eine starke, freie demokratisch orientierte Gewerkschafts
bewegunfr bietet eine Gewaehr dafuer, dass Machtstellungen in Gewerkschaftsorganisationen nicht missbraucht werden und dass die
Arbeiterschaft einer Gewerkschaftsbewegung ihr Vertrauen entgegenbringen kann. Das Gesetz muss darueber hinaus direkt vorschreiben, auf welche Loehne und Praemien die Arbeiter Anspruch haben.
Dies darf nicht auf dem Wege ueber einen angeblichen "Vermittler"
geschehen, sondern die Arbeiter muessen das erhalten, was sie tatsaechlich verdient haben.
- 1-

�Selbst unter den aufrichtigen Gewerkschaftern herrscht ein
fuehlbarer Mangel an Erfahrung in der Organisation freier Gewerkschaften und die Festlegung vernuenftiger Tarifvertraege. Eine
kleine Grupne tuechtiger Gewerkschafter aus Amerika, die die Gewerkschaften der Philippinen in diesen Fragen unterstuetzen und
beraten koennten, waere ein gutes Mittel, das Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und den kommunistischen Einfluss in der
philippinischen Gewerkschaftsorganisation zu beseitigen, üine
solche Gruppe muesste sich aus drei Personen zusammensetzen, die
die AFL, den CIO und die Eisenbahnergewerkschaft vertreten.
Die Gewerkschaften der Philippinen haben es verabsaeumt, eine
wirkliche Schulung ihrer Mitglieder durchzufuehren. Der Begriff
Lehrlingsausbildung scheint hiernach gaenzlich unbekannt zu sein.
In einigen Berufsgruppen fehlt es zur Zeit an gelernten Handwerkern, und es ist schwierig, eine Uebersicht zu gewinnen, wie die
Industrialisierung des Landes ohne eine groessere Anzahl angelernter Arbeitskraefte vorangetrieben werden kann. Die Ausbildung
der Arbeiter findet fast immer erst am Arbeitsplatz statt. Unter
der Anleitung der Regierung muessten die Gewerkschaften in Zusammenarbeit mit den Unternehmern ein Lehrlingsprogramm entwickeln,
sodass die erforderlichen Facharbeiter fuer die Industrie herangebildet werden koennen.
Ein solches Programm koennte eine wertvolle Ergaenzung der
Berufsschulausbilduns: sein. Die vorgeschlagene Grunpe amerikanischer Gewerkschafter koennte bei der Aufstellung eines solchen
Lehrlingsprogramms eine wertvolle technische Hilfe leisten.
OILA-Memora nd um

1/11/12/50
IBFG KONFERENZ PLANT ERRICHTUNG INTERNATIONALER GEWERKSCHAFTSSCHULEN
Die Errichtung internationaler Gewerkschaftsschulen als Teil
eines allgemeinen Programms zur Erweiterung der Schulung der Arbeiterschaft ist von der europaeischen Konferenz fuer Erziehungsfragen befuerwortet worden.
Die Konferenz, die vom Internationalen Bund Freier Gewerkschaften einberufen wurde, fand dieser Tage in Bruessel statt.
Hans Gottfurcht, Sachbearbeiter der Abteilung fuer Erziehung
c*es IBFG, berichtete, dass derartige Schulen in verschiedenen Teilen der Vvelt geplant seien. Er kuendigte ausserdem an, dass nach
diesem ^lan bis zum Sommer naechsten Jahres mindestens zwei Schulen
in Europa eingerichtet wuerden.
An der Konferenz nahmen mehr als 60 Delegierte aus 15 Laendern
teil.
Die Delegierten, die eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen hatten, eroerterten die Rolle der Gewerkschaftsbewegung in
der allgemeinen Erziehung, der Schulung von Erwachsenen und die
Rolle des Arbeiterbildungswesens innerhalb der Gewerkschaftsbewegung,
"Der IBFG wuenscht, zu der fortschrittlichen Entwicklung des
ICrziehungswesens beizutragen," erklaerten die Delegierten in einer
von der Konferenz gebilligten offiziellen Verlautbarung. Die Erklaerung, die einen Ueberblick ueber die Taetigkeiten des IBFG auf
dem Gebiet der Erziehung geben soll, erstreckt sich auch auf die
allgemeine Erziehung in jenen Gebieten, fuer die die Arbeiterschaft
ein besonderes Interesse zu heben scheint.

�"Ueberzeupt von der Tatseche, dass gewerkschaftliche und
Arbeitererziehung von der allgemeinen Erziehung nicht getrennt
werden kann," heisst es in der Verlautbarung, ''ist die Gewerkschaftsbewegung auf Landesbasis und internationaler ^bene an allen Gebieten der Erziehung interessiert und wird sich aktiv an
f'.er Planung allgemeiner Erziehungsprojekte beteiligen. Es muss
zur Gewohnheit werden, dass fuer alle ^usschuesse und Koerperschaften, die 3ich mit Verbesserungen oder Veraenderungen des Erziehungswesens befassen, Gewerkschaftsvertreter herangezogen werden. Das
Wissen der technischen Experten, die eine Hochschulbildung genossen
haben in allen Fragen der Erziehung muss durch die praktische
Erfahrung der Gewerkschaftsvertreter ergaenzt werden."
^n der Konferenz nahmen Gewerkschaftsvertreter aus Belgien,
Daenenerk, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Holland, Italien, Luxemburg, Malta, Korwegen, Oesterreich, dem Saargebiet,
Schweden, der Schweiz und Spaniens teil, ausserdem waren Vertreter
verschiedener internationaler Berufssekretariata zugegen.
Man rechnet damit, dass in Verbindung mit dem Generalkoneress
des IBFG in Kuerze eine weitere Konferenz ueber Erziehungsfragen
stattfinden wird.
Arbeitsmitteilungen der ECA
MITGLI5DSST&gt;iERKE DER DE!,'! IBFG ANGESCHLOSSENEN GEWERKSCHAFTEN
(Stand Oktober 1950)
Land

Organisation

Argentinien

MitgliedsstHrke, wie
sie dem IBFG im ^ugust
1950 mitgeteilt wurde
Arbeiterkomitee fuer unabhaengige
40.000
Gewerkschaftsaktion (Comite Obrero
Accion
Sindical IndependienteC0Ar:l) - Im Exil

Barbados

nrbeiterunion von Barbados

Baskenland

Solidaridad de Trabajadores Vascos

Belgien

Allgemeiner Belgischer Gewerkschaftsbund (Föderation Generale du
Travail de Belgique - FGTB)

Bolivien

Bolivianischer Gewerkschaftsbund
(Confederacion Boliviana de Trabajadores - CBT)

Brasilisn

Londesfoederation der Arbeiter des
Handels (Confederacion Nacional
dos Trabalhadores na Comercia -

10.000
5.000
550.000

12.500 *

1.200.100

Zuverlaessigen i.uendlichen Informationen zufolge hat sich ""iese
Organisation vor kurzem dem IBFG angeschlossen. Sie wird noch
nicht in den offiziellen Mitgliederlisten gefuehrt, die von der
2,entralstelle des ISFG in Bruessel herausgegeben werden. Die
Mitgliedsstaerke fuar November 1949 wurde mit 12.500 beziffert.
- 3-

�Brasilien

Landesfoederation der Industriearbeiter (Confederecion Necionel
dos Trabalhadores na Industria -

2.000.000

CKTI)
Landesfoederation der Hafenarbeiter
(Federacao Nacional dos Trabalhadores em Transportes J.üaritimos FNTI.I)

100.000

Landesfoederation der äisenbehnerb e i t e r (Federacao dos T r a b a l h a d o r e s
em lunnrezas de C a r r i s Urbanos GNTCü)

75.000

L a n d e s f o e d e r a t i o n der F a h r e r (Federacao 200.000
N a c i o n a l dos Conductores de V e i c u l o s
Rodoviarios)
L a n d e s f o e d e r a t i o n der a n g e s t e l l t e n
d e s Fremdenverkehrsgewerbes und der
Krankenhaeuser (Federacao Nacional
dos ^mpregados de Turisine e liospitalidade)
Britisch-Guyene

A r b e i t e r u n i o n von B r i t i s c n - G u y a n a

B r i t i s c h Honduras a l l g e m e i n e ^ r b e i t e r u n i o n
Kanada

200.000

1.500
2.000

B e r u f s - und ^ . r b e i t e r k o n g r e s s Kanadas
(Trades and Labour Congress of
Canada - TLC)

400.000

Kanadischer Gewerkschaftskongress

350.000

(Canadian Congress of Labour - CCC)
Ceylon
Chile
China
Kolumbien

Gewerkschaftskongress von Ceylon

50.000

C h i l e n i s c h e r Gewerkschaftsbund
Confederecion d e l Traba/jo - CTCH)
C h i n e s i s c h e r Gewerkschaftsbund . a r b e i t e r l i g a des F r e i e n Chine
Gewerkschaftsbund von Kolumbien
(Confederecion de T r e b e j e d o r e s
de Colombia - CTC)

115.000

Union d e r A r b e i t e r Kolumbiens
(Union de T r e b e j e d o r e s de Colombie UTC)

473.998
150.000

250.000

Costarica

Arbeiterfoederation von Costerice
(Confederecion Constarricense del
Trabajo "Herum Kovarum" - CCT)

20.000

Kuba

Kubanische Arbeiterfoederation
(Confederecion de Trebejedores de
Cube - CTC)

80C.000

Cypern

«rbeiterfoederation Cyperns

Daenemark

Deenischer Gewerkscheftsbund
(De semvirkende Fegforbund - D.s.F.)

4.000
615.000

�Deutschland

Deutscher Gewerkschaftsbund - DGB

4.850.0Q0

Frankreich

Allgemeiner Gewerkschaftsbund
"Fo^ce O u v r i e r e " ( C o n f e d e r a t i o n
N
Generale du T r a v a i l - Force O u v r i e r e
CGT-FO)

1.000.000

Gambia

Gewerkschaftsunion von Gambia

Griechenland

Allgemeiner G r i e c a i s c h e r Gewerkschaftsbund - GSEE

Grossbritannien

Gewerkschaftskongress - TUC

Grenada

A r b e i t e r u n i o n von Grenada

HollaendischGuyana

A r b e i t e r o r g a n i s a t i o n von Surinam
(Surinaamse Y.'erknemers O r g a n i s a t i e )
B e r g a r b e i t e r u n i o n von Surinam
(Surinaamse Mihnwerkers Unie)

18.000

Allgemeine Gewerkschaft von Hongkong

80.700

Hong-Kong

2.000
200.000
7.937.091
2.000

4.000

und Kowloon
Indien

Italien

Japan
Korea

Hind Mazdoor Sabha
I n d i s c h e r N a t i o n a l e r Gewerkschaftskongress
F o e d e r a t i o n I t a l i e n i s c h e r Gewerks c h a f t e n (Confederazione I t a l i a n e d e i
S i n d a c a t i d e i L a v o r a t o r i - CISL)
G e n e r a l r a t J a p a n i s c h e r Gewerkschaften
(Sohyogikai)
S u e d k o r e a n i s c h e Gewerkschafts-

668.000
1.320.804
1.702.000
4.100.000
800.000

foederation
Libanon
Luxemburg

Liga L i b a n e s i s c h e r Gewerkschaften

14.000

Allgemeine G e w e r k s c h a f t s f o e d e r a t i o n
(ConflTderation Generale du T r a v a i l -

20.000

Malta

CGT)

Mauritius

Allgemeine A r b e i t e r u n i o n

15.400

Mexiko

G e w e r k s c h a f t s r a t von M a u r i t i u s

16.000

Nationale Arbeiterfoederation
11.235
(Confederacion Nacional de Traba.iadores CNT)
Nationale Proletarierfoederation
250.000
(Confederacion P r o l e t a r i a N a c i o n a l CPN)
Neuseeland
Neuseelaendische Gewerkschaftsfoedera200.000
tion
" 200.000 Mitglieder zaehlte diese Organisation zur Zeit ihres *aiachlu^ses an den IBFG im Mai 1950. Inzwischen sind 70.000 Mitglieder aus der Neuseelaendischen Gewerkschaftsfoederation ausgetreten,
sodass sich die gegenwaertige Mitgliedsstaerke auf etwa 130.000
belaeuft.
- 5-

**

�Niederlande

Niederlaendischer Gewerkscheftsverbend
(Nederlands Verbond van Vakverenigingen - N W )

359.993

Norwegen

Norwegischer Gewerkscheftsbund
(Arbeidernes Faglige Landsorganisasjon i Norge - NfFLN)

450.000

Oesterreich

Oesterreichischer Gewerkscheftsbund

Persien

Gewerkschaftsfoederation Persischer
Arbeiter (Union Syndicale des
Travailleurs et Agriculteurs - ESKI)

120.000

Peru

Peruanische Arbeiterfoederation
(Confederacion de Trabajadores del
Peru - CTP)

350.000

Puerto Rico

Allgemeine A r b e i t e r f o d e r a t i o n von
Puerto Rice, I n c . (Confederacion
General de Trabajadores de Puerto
Rico, I n c . )

100.000

Freie Foederation der A r b e i t e r von Puerto
Rico (Federacion Libre de l o s
Trabajadores de Puerto Rico)
Saargebiet

Einheitsgewerkschaft

Schweden

Landesorganisation Schwedischer
Gewerkschaften (Landesorganisationen
i Sverige - L0)
Z e n t r a l o r g a n i s a t i o n der Angestellten
(Teanstemannens C e n t r a l o r g a n i s a t i o n TCO)

1.260.000

20.000

105.000
1.255.000

253.304

Sierra Leone

Gewerkschaftsrat von Sierra Leone

10.000

Spanien

Allgemeine Union Spanischer Arbeiter
(Union General de Trabajadores de
Espana - UGT) - Im Exil

20.000

St. Kitts

Gewerkschaftsunion von S t . Kltts-Nevis

St. Lucia

St. Lucia Workers' Union
(Gewerkschaftsunion von St. Lucia)

Schweiz

Schweizerischer Gewerkschaftsbund
(Union Syndicale Sulsse - USS)

Triest

Vereinigte Arbeitskammer (Camera Conföderale del Lavoro - CdL)

Trinidad

Gewerkschaft der Seeleute und Hafenarbeiter (Seamen and WaterfrontWorkers'
Trade Union)

1.686
4.000
376.000
63.800

4.000

Eisenbahnergewerkschaft (Railwaymen's
Union)
Uruguay

Koordinationskomitee Unabhaengiger Gewerkschaften (Comite de Coordinacion de
Sindicatos Autonomos)

20.000

�USA

Venezuela

AFL

7.000.000

010

6.300.000

Bergarbeitergewerkschaft

600.000

Arbeiterfoederation von Venezuela
(Confederacion de Trabajadores de
Venezuela) - Im Exil

200.000

Department of Labor
11/50
JAP AN I SC HE A RB EI TS PR OBLEME
Die bemerkenswerteste Entwicklung in der jepanischen Wirtschaft
im vergangenen Jahre war der Umschwung auf dem Arbeitsmarkt. Seit
Kriegsende ist das Problem der ueberzaehligen ^rbeitskraefte in
Janen immer ernster geworden. Diese Entwicklung hat nicht in einer
grossen Zahl Arbeitsloser, die Arbeit suchen, ihren Niederschlag
gefunden und die Lage war auch nicht so kritisch wie etwa in den
Laendern des Westens, "ie Ursachen h'ierfuer sind zwei Faktoren
des sozialen Lebens in Japan: erstens ist es ueblich, dass Hilfsbeduerftige von ihren Verwandten unterstuetzt werden, und zweitens
sorgen die Arbeitgeber dafuer, dass ihre Arbeiter auf den Lohnlisten weitergefuehrt werden, selbst wenn sie nicht fuer die Produktion gebraucht werden.
Doch im vergangenen Jahre war es selbst unter diesen Bedingungen unmoeglich, die entstandenen Lasten zu tragen. Die Familien
konnten es sich nicht leisten, Verwandte mitzuernaehren, und die
Unternehmer waren aufgrund der Einsparungen, zu denen das wirtschaftliche Stabilisierungsprogramm seit Dezember 1948 besonders
in jenen Industrien, die auf internationalen Ivlaerkten konkurrieren,
aufgerufen hatte, gezwungen, Arbeiter in grosser Zahl zu entlassen.
Infolgedessen hat sich seit "itte 1949 die Zahl der bei behoerdlichen Dienststellen arbeitsuchenden Personen gesteigert; die Zahl
der offenen Stellen in der Privatindustrie ist dagegen geringer geworden, und der Arbeitsinarkt in der Industrie hatte tatsaechlich
einen Stillstand zu verzeichnen.
Die Regierung hat Vorbeugungsmassnehmen getroffen und Programme ausgearbeitet, um die Arbeitslosen vor schwerer Not zu bewahren.
Das Arbeitslosenproblem, das auf die Umstellung der Wirtschaft zurueckzufuehren ist, kann zur Zeit noch gemeistert werden. Im
Februar 1950 waren in 152,679 Unternehmen, die fuenf oder mehr Personen beschaeftigten, 5,673,799 Arbeiter gegen Arbeitslosigkeit
versichert. Dieses im Jahre 1947 eingefuehrte Arbeitslosenversicherungssystem bestand seine erste schwere Probe in der Zeit von
Februar 1949 bis Februar 1950, als sich die Zahl der Arbeiter, die
Arbeitslosenunterstuetzung beanspruchten, auf annaehernd 293,000
verzehnfachte. Die Arbeitsaemter bewaeltigten diese Riesenaufgabe
mit nur geringen Erweiterungen ihres Personalstabes, und im allgemeinen sind keine Faelle bekennt, in denen die faellige Arbeitslosenunterstuetzung nicht rechtzeitig gezahlt worden waere.
Gesren Ende 1949 wurde aie Arbeitslosenversicherung auch auf
nichtstaendige Arbeiter ausgedehnt. Das Kontrollsystem, das nach
dem britischen Stempelplan gehandhabt wird, ist in den Arbeitsaemtern eingefuehrt, die Unterstuetzungen werden in den lokalen
Bueros in bar ausgezahlt. Unterstuetzungen fuer nichtstaendige
Arbeiter werden fuer 13 bis 17 Tage in einem Älonat gewaehrt. Die
Arbeiter koennen jeden Monat erneut ein Gesuch stellen, und sie
- 7 -

�sind unterstuetzungsberecntigt, wenn sie während der zwei vorhergehenden :'onbte 3L Tage lang beschaeftigt waren. Frueher waren
die nichtsteendigen Arbeiter von allen offiziellen sozialen Versicheruncssystenen ausgeschlossen, und sie waren somit von professionellen Agenten oder solchen Unternehmern abhaengig, die die
Notlage dieser Arbeiterschaft ausnutzten, um sie auszubeuten,
("labour bosses") Der durch arbeitslosen- und Unfallversicherung
nunmehr gewaehrte Schutz wird mithelfen, diese Kategorie Arbeiter
von einem derartigen Abhaengigkeitsverheeltnis zu befreien.
Im Mai 1949 wurde das Kotstandsgesetz fuer Gegenmassnahmen
zur Bekaenpfung der Arbeitslosigkeit erlassen. Nach diesem Gesetz
stellt der Arbeitsminister die tatseechliche und potentielle Arbeitslosigkeit auf bezirklicher Basis fest, arbeitet wirtschaftlich wertvolle «rbeitsprojekte fuer solche Gegenden aus, in denen
die Arbeitslosigkeit besonders gross ist, und unterstuetzt, wenn
es erforderlich ist, finanziell die Durchfuehrung derartiger Projekte auf dem Weg ueber die lokalen Behoerden. Dieses System
steht in enger Verbindung mit dem «rbeitsvermittlungsdienst.
Fuer das laufende Haushaltsjahr wurden Geldmittel genehmigt, die
die Bescheeftigung von 100,000 Arbeitern fuer ein Jahr lang an
Arbeitshilfsprojekten ermoeglichen. Man hat nicht einer Degrenzten Zahl von Bewerbern Vollbeschaeftigung geboten, sondern die im
Rahmen dieser Fro.iekte zur Verfuegung stehende Arbeit wurde unter
alle Arbeitslosen und vornehmlich solche verteilt, die eine Familie zu ernaehren und um die Unterstuetzung der Arbeitsaemter gebeten haben.
Kurz nach Kriegsende konnte man feststellen, dass die fuer
die Gesundheit und die Wohlfahrt der Bevoelkerung erforderlichen
Erzeugnisse und Materialien weitgehendst vermehrt werden konnten,
wenn man bestimmte ^rten von Bauprojekten in die Wege leitete.
Ein koordiniertes oeffentliches Arbeitsprogramm befindet sich seit
Herbst 1946 in Ausfuehrung. Die fuer das laufende Haushaltsjahr
genehmigten Mittel uebersteigen bei weitem die frueheren, und man
erwartet, dass durch oeffentliche Bau- und Instandsetzungsarbeiten
annaehernd eine Million „rbeitsjähre zur Verfuegung gestellt werden koennen.
Ausser diesen oben angefuehrten Massnahmen wird die allgemeine industrielle Entwicklung durch die Ereigabe von Gegenwertfondsmitteln der von den Vereinigten Staaten geleisteten Hilfe in Form
von Krediten fuer die Regierung und fu^r Geschaeftsunternehmen gefoerdert, um z.B. Eisenbahnen und "..'asserkraftwerke bauen zu koennen. Hierdurch werden nicht nur die potentielle Produktivitaet
der Kation gesteigert, sondern auch die '.»'irtschaf tstaetigkeit angeregt und neue Beschaeftiffunsrsmoegi ichkeiten beschaffen.
Gegen die sogenannten "Labour Bosses" ist man mit artolft vorgegangen. Ihre Methoden hatten sich allgemein eingebu3rgert, aber
trotzdem sind schaetzungsweise etwa die Haelfte der 2 l/£ Millionen Arbeiter, die vorher unter der Kontrolle solcher Unternehmer
standen, inzwischen von ihnen befreit worden.' Etwa 200,000 hiervon wurden dank der Bemuehungen der ^rbeitsaeniter in der Zeit von
Maerz 1949 bis Maerz 1950 befreit.
Im vergangenen Jahre haben zahlreiche Industrielle festgestellt, dass es vorteilhaft fuer sie ist, die Gesetze "egen diese
Ausbeuter zu unterstuetzen. Sie waren sich ausserdem bewusst,
dass die Vorteile hieraus nicht nur ihren Arbeitern, sondern auch
ihnen selbst zugutekamen. Waehrend frueher ^rbeitsagenten Arbeiter fuer eine gewisse Geldsumme zur Verfuee-ung stellten, haben
heute die Unternehmer die Arbeiter auf ihre eigenen Lohnlisten
gesetzt, und sie haben herausgefunden, da^s sie sich in der Versor- 8-

�gung mit nichtstaendigen «rbeitskraeften auf die ^rbeitsaemter
verlassen koennen.
Vesentliehe Fortschritte wurden im vergangenen Jahre ausserdem bei der Durchfuehrung eines Planes gemacht, der die ^rbeitsagenten in den Haefen beseitigen soll. Kach den Bestimmungen dieses Planes, der sich in einem grossen Hafen derartig erfolgreich
bewaehrt hat, dass er jetzt in allen anderen grossen Haefen Japans Anwendung findet, sollen sich die Arbeitgeber der Hafen- und
Dockarbeiter ihre Arbeitskraefte dadurch sichern, dass sie sich
entweder an das Arbeitsamt wenden, oder die erforderlichen Arbeitskraef te von anderen Unternehmern leihweise uebernehmen. In dem
Hafen, in dem dieser Plan zum erstenmal angewendet wurde, ist
ein besonderer offizieller Arbeitsvermittlungsdienst mit erfahrenem Pjrsonal eingerichtet worden, das in der Lage ist, die angeforderten Arbeitskraefte in kurzer Zeit zu beschaffen. Die Vermittlung ist unentgeltlich, und die Arbeitgeber haben zum Ausdruck gebrecht, dass sie mit dem Plan zufrieden sind. Offene
Arbeitsplaetze werden im allgemeinen nach einem sogenannten "Rotationssystem" besetzt, das jedem Arbeiter seinen gerechten Anteil
an den anfallenden Arbeiten sichert. Die Arbeiter ziehen es
ausserdem vor, ihren vollen Lohn direkt von ihrem Arbeitgeber zu
erhalten.
Die Frau betaetigt sich heute in Japan immer staerker auf
politischem und gewerkschaftlichem Gebiet. Mehr und mehr Frauen
ueben freie Berufe aus oder bekleiden Stellungen im hoeheren
Staatsdienst, im Erziehungswesen oder auf anderen Gebieten, -iine
vor kurzem durchgefuehrte Erhebung hat ergeben, dass zu Ende des
Jahres 1949 nahezu 20% saemtlicher Regierungsangestellten Frauen
waren. Im Jahre 1940 machte ihre Zahl dagegen nur 8&gt; aus. Von
den 632 weiblichen Regierungsangestellten waren 85;o in den Jahren
1948 und 1949 eingestellt worden.
Die 1 1/2 Million Frauen, die gewerkschaftlich organisiert
sind, spielen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung eine aktivere
Rolle und sind in den Exekutivorganen ihrer Gewerkschaften gut
vertreten. Die Frauenabteilungen, die ihre Hauptaufgabe in der
Ausbildung der Frauen sehen, damit sie sich an der Gewerkschaftsarbeit beteiligen koennen, haben diese Entwicklung sehr gefördert.
Die ungesetzliche Beschaeftigung von Kindern ist abgeschafft.
Junge Arbeiter sind von ^rbeitsplaetzen entfernt v.'orden, die als
senaedlich oder sefaehrlich befunden wurden, ihre Arbeitszeit ist
genau festgelegt.
Ohne zu uebertreiben, kann man behaupten, dass in grossen
Unternehmen die ungesetzliche Kindesarbeit ueberhaunt nicht mehr
besteht, und dass sich die kleinen und mittleren Betriebe mehr und
mehr an die einschraenkenden Bestimmungen auf diesem Gebiete helten. Viele der bedauerlichen Methoden, die sich in Japan eingebuergert hatten, wie z.B. Arbeitsvertraege, in denen die Arbeiter
durch Vorauszahlung ihrer Loehne verpflichtet wurden, oder gewisse
Restriktionen der Freiheit der Arbeiter, die in Schlafsaelen untergebracht waren, oder die Ausbeutung von Frauen und Kindern, sind
in raschem Verschwinden.
Das Buero fuer Frauen und Minderjaehrige, das seit 2 1/2 Jahren besteht, hat sehr viel fuer die Besserstellung der Frau in
allen Berufen und fuer den Schutz junger Arbeiter getan. In seinen Zentral- und Bezirksstellen wird aktiv an der Schulung und
Aufklaerung der Arbeiterschaft gearbeitet. Plakate, Flugblaetter,
Broschueren und Filme sind dem Bedarf entsprechend zur Verfuegung
gestellt worden. Besondere Kampagnen wurden organisiert, wie die
- 9-

�"Woche der Frau" und die "Woche zum Schutz jugendlicher Arbeiter",
um die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die?e Probleme zu
konzentrieren.
In Verbindung mit der "Woche der Frau" wurden von einer Landeskonferenz die wichtigen Fragen der gleichen Bezahlung, der Verbesserung der Lebensverhaeltnisse auf dem Lande und der Reform
des Familiensystems eroertert. Das Buero beschaeftigt sich ausser
dem mit Sonderprogrammen, die sich um Fragen wie die Selbstbestimmung der Arbeiter in Schlafsaelen - um nur ein Beispie] fuer
die Besonderheit der Probleme in Japan zu geben - die Mitwirkung
der Gewerkschaft, der Erweiterung der Beschaeftigungsmoeglichkeiten und Verbesserung der sozialen Einrichtungen drehen.
Probleme, die fuer die Frauen und jugendlichen Arbeiter von
besonderem Interesse sind, hat man studiert und dabei die Arbeitsbedingungen in Seidenspinnereien, die Beschaeftigung von Frauen
im Staatsdient, die Probleme der Jugendlichen im Strassenhandel,
Arbeitsbedingungen fuer Krankenschwestern und die industrielle
Heimarbeit untersucht.
International Labour Review, ILO
VII/50
Arbeitsminister Maurice J. Tobin:
REGIERUNG UND GEWERKSCHAFTEN
Die beruehmten Briefe der Paepste Leo XIII. und Pius XI. haben durch die Aufforderung zur sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit im System der freien Wirtschaft mehr getan als jede
andere Erklaerung, die im letzten Jahrhundert in diesen Zusammenhang abgegeben wurde.
Die paepstlichen Rundschreiben sind von einer unmittelbaren
Bedeutung, weil sie den Arbeitern das uneingeschraenkte Recht einraeumen, sich zu organisieren, waehrend das Taft-Hartley Gesetz
darauf hinzielt, die wachsende Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten auf einen Bruchteil zu verkleinern - im Vergleich
natuerlich zu dem Umfang, den die Bewegung angenommen haette, wenn
dieses Gesetz nicht im Wege gestanden haette.
"Rerum Novarum", die Enzyklika des Papstes Leo ueber tlie Lage
der Arbeiterschaft" erschien im Jahre 1891. Zu dieser Zeit war
der Marxismus im Werden begriffen. Die Ursache hierfuer war die
missliche Lage, in der sich die Arbeiter befanden, und hierdurch
ergab sich ihre Aufgeschlossenheit fuer den Ruf zum Sozialismus.
Deshalb und weil die Kirche immer schon befaehigt war, ihre Lehre
von der Naechstenliebe und Gerechtigkeit auf neue Verhaeltnisse abzustimmen, gab Papst Leo XIII. diese ausgezeichnete Erklaerung ab.
Er wuenschte, den erbitterten Klassenkampf zu beseitigen,
indem er dan Menschen, die im Dunkel wandelten, wieder Hoffnung und
Staerke gab. Er sah, dass dem System der freien Wirtschaft, des
Kapitalismus und des Besitztums eine ethische Richtung gegeben
werden musste. Er glaubte, dass das moralische Gesetz auf wirtschaftlichem Gebiet ebenso bindend sein muesse wie auf jedem anderen Gebiet menschlichen Strebens.
Er erlaeuterte deshalb in seiner Erklaerung die gegenseitigen
Rechte und Pflichten des Kapitals und der Arbeiterschaft angesichts
der Verhaeltnisse, die der Industrialismus geschaffen hatte. Er
sprach fuer das freie Unternehmen, versicherte aber auch, dass es
- 10 -

�dem Arbeiter freistehen muesse, sich zum eigenen Schutze in Gewerkschaften zusammenzuschliessen. Er ging noch weiter und erklaerte, dass es Pflicht des Staates sei, dort einzugreifen, nwo
eine bestimmte Klasse in Not oder bedroht sei."
Das war vor 60 Jahren; aber die damals aufgeworfenen Fragen
sind heute noch akut. Die Probleme, denen die amerikanische Regierung heute gegenuebersteht, wurden bereits von Papst Leo behandelt, und die Loesungen dieser Probleme sind in diesem beruehmten Dokument enthalten.
Gewisse Kreise, die mit der Politik der Regierung nicht einverstanden sind, haben ein ziemliches Geschrei ueber "SozialIsmus"
und den Wohlfahrtsstaat" angestimmt. Es ist eine historische
Ironie, dass die auf diese V.'eise angegriffene Politik bereits vor
zwei Generationen von einem Papst geistig vor Augen gefuehrt wurde, der die steigende Flut des Sozialismus aufzuhalten bemueht war.
Papst Leo sagte: "Es ist unbestreitbar, dass die Wohlfahrt
der Nationen keiner anderen Quelle als der Arbeit der Arbeiter
entspringt. Es ist deshalb nicht mehr als gerecht, wenn die Regierung dafuer sorgt, dass der Arbeiter das erhaelt, was er mit
seiner Arbeit fuer die Allgemeinheit verdient, und dass er eine .Wohnung und Kleidung besitzt und sozial so gesichert ist, dass
er ein Leben ohne Not leben kann. Deshalb muessen alle Massnahmen
beguenstigt we.-den, die in irgendeiner Weise die soziale Lage der
Arbeiterschaft verbessern koennen. Dadurch waere nicht nur niemandem geschadet, sondern eher waere allen geholfen."
Papst Leo ging noch weiter. Er sagte, dass die Arbeiter unter den besonderen Schutz und der Fuersorge des Staates stehen
und von jeder wilden Profitgier befreit werden muessen. Er forderte Schutz fuer die berufstaetige Frau und die Kinder und warnte vor den Gefahren, die sich aus der Beschaeftigung von Kindern
ergeben. Er forderte nicht nur freie TarifVerhandlungen, sondern
bestand auch darauf, dass diese in einer moralischen Atmosphaere
gefuehrt wuerden. Es genuege nicht, die freie Zustimmung der
Verhandlungspartner zu besitzen, sagte er, sondern die Loehne
muessten wirklich ausreichen, um dem haushaelterischen und anstaendigen Arbeiter seinen Lebensunterhalt zu sichern. "Wenn
ein Arbeiter haertere Bedingungen annimmt, weil sie der Arbeitgeber oder der Vertragspartner fordern, dann unterwirft er sich
damit einer Gewalt, die jeglichem Gefuehl fuer Gerechtigkeit
Hohn spricht."
Am 1. Mai 1931, genau 40 Jahre nach dem Erscheinen des von
Papst Leo verfassten Briefes, erliess Papst Plus seine Enzyklika
"Quadragesimo Anno", "ueber die Wiederherstellung der sozialen
Ordnung". Papst Pius bestaetigte die Doktrin seines Vorgaengers
und brachte sie in eine direktere Form. Vieles hatte sich inzwischen ereignet: ein Weltkrieg, eine Inflation, Krisen - und die
Gefahren, die zur Zeit Papst Leos bestanden, waren noch groesser
geworden. Was im Jahre 1891 eine schwere Gefahr zu sein schien,
war zurungeheuren Krise geworden. Die Zeit fuer eine Verwirklichung der Grundsaetze Papst Leos war gekommen.
Dieser hatte erklaert, dass das Recht, Eigentum zu besitzen,
nicht bedeutet, dass man es willkuerlich verwenden kann. Er hatte
gesagt, dass ein Arbeiter soviel Lohn haben muss, dass er sich
und seiner Familie ein annehmbares Leben bieten kann. Er hatte
ausserdem gesagt, dass der Arbeiter vor allem nicht als Mittel
zum Geldverdienen dienen darf und nicht ausgebeutet werden soll.
Papst Pius stellte erneut diese Forderungen auf und passte sie den
neuen Verhaeltnissen an.
- 11 -

�Er vertrat die Auffassung, dass der Wohlstand, der durch sozialen und wirtschaftlichen Fortachritt staendig vergroesssrt
wird, zur Foerderung der gemeinsamen Sache allen LIenschen zugute
kommen muss. Des bedeutet, dass Besitztum den Sigentuemer dazu
verpflichtet, es anerkannt sozialen Zwecken zur Verfuegung zu
stellen. Kit der Feststellung, dass die L&amp;cht unter einem System
der uneingeschraenkten, freien Konkurrenz nur wenigen in die Haende gelegt war, kam Papst Pius zu der Schlussfolderung, dass unter
diesem System nur diejenigen bestehen koennten, "die am staerksten sind, was sehr oft bedeutet, dass es jene sind, die am
ruecksichtslosesten kaempfen und den Geboten des Gewissens am
wenigsten Gehoer schenken." Das sei fuer das Wirtschaftssystem
ebenso schaedlich, wie es vom moralischen Standpunkt aus zu verurteilen ist.
Die 40 Jahre, die zwischen diesen beiden paepstlichen Rundschreiben liegen, sind durch grosse ''isstaende gekennzeichnet. Im
Jahre 1919 war jedoch das Programm des Bischofs veroeffentlicht
worden, das sich fusr den sozialen Wiederaufbau ausspricht. Dieses Programm, das unmittelbar nach dem Ersten '»Veitkrieg bekannt
wurde, \.ar von Vater Ryan ausgearbeitet worden, der versuchte, der
Erklaerung Papst Leos eine besondere amerikanische Note zu geben.
Hierbei wurde Vater Ryan eine besondere amerikanische Tote zu
geben. Hierbei wurde Vater Ryan selbst von katholischer Seite
vorgeworfen, er sei zu weit gegangen. Die Enzyklika des Jahres
1931 war in ihrer Auswirkung eine Bestaetigung des Programms des
Bischofs und damit eine Rechtfertigung der Arbeit Vater Ryans.
Dies war nicht nur eine Ehre fuer einen grossen Priester,
sondern brachte seine Vision auch der Verwirklichung einen Schritt
naeher. Es ist nicht uebertrieben, wenn man behauptet, dass das
Programm des Bischofs fuer den sozialen Wiederaufbau eine Erklaerung ist, die in keinem Verhaeltnis zu den Fruechten steht, die
sie zur sozialen Verbesserung des amerikanischen Lebens beigetragen hat. Vater Ryan legte die allgemeinen Grundsaetze, die in
der Enzyklika Papst Leos enthalten sind, als Forderungen fuer
konkrete soziale Reformen aus. Seine Vorschlaege waren somit 7orlaeufer des New Deal und Fair Deal.
Vierzehn Jahre vor dem Amtsantritt Franklin D. Roosevelts
forderte Vater Ryan eine grosse Anzahl der Gesetze, die nach dem
4. Maerz 1933 erlassen wurden. Die Erfolge, die diese Gesetzgebung seit jenem Tag erzielt tat, bestehen in den Arbeitsvermittlungsdiensten, dem oeffentlichen Wohnungsbau, dem Gesetz ueber
Mindestloehne, der Sozialversicherung gegen Arbeitslosigkeit und
Alter, der gesetzlichen Verankerung des Rechtes der Arbeiter, sich
zu organisieren, und in einer Wirtschaft, deren Wohlstand sich
auf die I'assenkaufkraft gruendet. All das und noch mehr wird
bereits in dem Programm des Bischofs vorgeschlagen und in Betracht
gezogen.
Das Taft-Hartley Gesetz ist mit den Grundsaetzen der erwaehnten paepstlichen Rundschreiben unvereinbar. Was wir brauchen, ist
ein Gesetz, das mit den Zielen der wirtschaftlichen Demokratie
vereinbar ist. Danach muss unser Streben gerichtet sein*
Die Kritik, die im allgemeinen an dem Taft-Hartley Gesetz
geuebt wird, sollte vermieden werden. Es genuegt zu sagen, dass
ihm eine falsche Voraussetzung zugrundeliegt. Wenn seine Verfasser
es auch nicht zugeben wollen, so sollte es doch ein Mittel zur
Einschraenkung der gewerkschaftlichen Rechte sein. Es ist somit
praktisch gegen die Gewerkschaftsbewegung gerichtet. Es widerspricht dem Geist unserer Zeit. Es ist nicht nur undurchfuehrbar,
- 12 -

�sondern stellt auch eine Gefahrenquelle fuer das Verhaeltnis der
Gewerkschaften zu den Unternehmern dar.
Es bedarf keines besseren Beweises fuer seine ihm anhaftende
Schwaeche als die Tatsache, dass Senator Taft selbst mehr als 20
Abaenderungen dieses Gesetzes vorgeschlagen hat. Die Verzettelung
der Funktionen des Bundesausschusses fuer Arbeitsfragen hat eine
so missliche Lage geschaffen, dass man sie nicht mit Worten bezeichnen kann. Wenn jemals eine Einrichtung in entgegengesetzte Bestandteile aufgespalten wurde, dann ist es diese hoffnungslose
Zersplitterung in einen Ausschuss und in rein juristische Komplexe.
Praesident Truman hat das Richtige getroffen, als er forderte,
dass diese Spaltung aufgehoben und dem Bundesausschuss fuer Arbeitsfragen erlaubt wird, sich wie andere Verwaltungsbehoerden seiner
Aufgaben nach einem festgelegten Schema zu entledigen, wobei seine
Befugnisse klar und eindeutig umrissen werden muessen. Stattdessen
herrscht unter dem gegenwaertigen System eine starke Verwirrung,
da die einzelnen Funktionen sich ueberschneiden. Solange dieser
Misstand fortbesteht, werden weder die Gewerkschaften noch die
Unternehmer zu ihrem Recht kommen. Ein vorbildliches Regieren,
ein ersprieas] iches gegenseitiges Verstaendnis und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Unternehmern sind unmoeglich, wenn der Bundesausschuss fuer Arbeitsfragen aufgespalten
bleibt.
Die paeDstliche Enzyklika betont den Grundsatz, dass die Arbeiter Anspruch auf den besonderen Schutz der Regierung haben.
Das Taft-Hartlay Gesetz bewirkt das Gegenteil. Ihm liegt die
Voraussetzung zugrunde, dass die Gewerkschaften nur Vereinigungen
von Arbeitermassen sind, die ueberwacht und gelenkt werden muessen.
Es stellt eine Reihe Verbote auf, die ein gutes Verhaeltnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindern. Mit der Vorgabe,
es solle ein Gleichgewicht zwischen der Macht der Gewerkschaften
und der Unternehmer hergestellt werden, schraenkt es in Wirklichkeit die schwer erkaempften Rechte der Gewerkschaftsbewegung ein
und verleiht der anderen Seite damit Vorrechte, die ihr nicht zustehen. Dies ist nicht der Weg, der zu friedlichen Arbeitsbeziehungen fuehrt. Dieses Gesetz ist somit nichts weiter als ein Anreiz zur betonten Feindseligkeit.
Mit dem Taft-Hartley Gesetz kam es wieder zur Ausuebung des
Streikverbots durch die Regierung, e.ne alte und unwuerdige Methode,
um Streiks zu brechen. Die Taft-Hartley Methode, durch derartige
Zwangsanwendung nationale Notstaende zu ueberwinden, ist im Kohlenstreik auf die Probe gestellt worden und hat klaeglich versagt.
Es ist wirklich an der Zeit, bessere Methoden anzuwenden, um
mit solchen Schwierigkeiten fertigzuwerden. Das Taft-Hartley-Gesetz muss beseitigt werden. Man sollte sich dagegen auf den Kollektivverhandlungsweg einigen. Es ist klar, dass waehrend des
langwierigen Kohlenstreiks beide Parteien im Schatten des TaftHartley-Gesetzes handelten. Das heisst, keiner der beiden Partner
war bestrebt, sich an wirklichen Kollektivverhandlungen zu beteiligen. Sie handelten dagegen so, als ob die im Gesetz enthaltenen
Beschraenkungen und Moeglichkeiten ein entscheidender Faktor wären.
Das ist keine Atmosphaere fuer aufrichtige und ernsthafte Verhandlungen.
"Soll das gesamte Leben eines Landes wegen eines Streiks in
bestimmten wichtigen Industrien zum Stillstand gebracht werden?
Was geschieht, wenn der Streik nicht durch TarifVerhandlungen beigelegt werden kann?" Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.
- 13

�Die Vereinigten Staaten sind demokratisch, und es ist deshalb
unmoeglich, allein durch Autorttaet regieren zu wollen. Amerika
ist ein Land, dessen Buerger die groesstmoegliche, mit der 'Wohlfahrt des Staates zu vereinbarende Freiheit geniessen, eine Kation,
die den menschlichen Werten und menschlichen Freiheiten den ersten
Platz einraeumt.
Unter einem solchen System gibt es keinen "Gaensemarsch", das
heisst, man folgt weder blindlings noch automatisch; und kein Konzentrationslager. Die Arbeiter haben politische und soziale Lochte, die denen anderer Gruppen nicht untergeordnet werden duerfen.
Dies koennte zu Konflikten fuehren, die eine Industrie zum Stillstand bringen. Und damit koennte die Ordnung eines ganzen Landes
erschuettert werden. Dies ist jedoch bis zu einer bestimmten Grenze der Preis, den wir um der Freiheit willen, d.h. der Freiheit
der Gewerkschaftsbewegung, zahlen muessen.
Die Frage ist jedoch "Wo liegt diese bestimmte Grenze?" Natuerlich gibt es Faelle, in denen das Interesse der Allgemeinheit
den Forderungen der Arbeiter oder Unternehmer voranzustellen ist.
Um einer schweren Krise vorzubeugen, kann Praesident Truman einen
Ausschuss einsetzen, der auch bei der Beilegung des Stahlstreiks
eine so bedeutende Rolle spielte. Dieser Ausschuss hoerte beide
Seiten an, studierte"'die Probleme und verfasste einen Bericht, der
Empfehlungen enthielt, die die oeffentliche Meinung zutiefst beeindruckten. Ein Gesetz, das die ueber Tarife und Lohnbedingungen
streitenden Gewerkschaften und Unternehmer verpflichtete, sich an
einen solchen objektiven Ausschuss zu wenden, waere durchaus angebracht.
Das beste Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten und der Erzielung friedlicher Beziehungen in der Industrie ist die Kollektivverhandlung, die, wenn sie in dem richtigen Geist und mit dem
wirklichen Wunsch gefuehrt wird, zu einer Einigung zu kommen, auch
zu Erfolgen fuehrt. Die Tragweite dieser Kollektivverhandlungen
ist viel groesser, als sich die meisten Menschen es vorstellen.
Schlagzeilen ueber angebliche Gewaltakte und Gegenwehraktionen, die
vereinzelt vorkommen moegen, fallen mehr ins Auge als die grosse
Zahl der auf friedlichen Y.'ege erzielten Abkommen, die in den meisten Industrien zur Selbstverstaendlichkeit geworden sind.
Friedliche Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
sind in vielen Industrien laengst das uebliche, wobei alle Beteiligten auf den wirtschaftlichen Erfolg der Arbeit der Industrie
bedacht sind. Das gilt fuer die Arbeiter nicht weniger als fuer
die Unternehmer. Hier zeigt, was dort bereits geleistet werden
konnte, wo die Gewerkschafter hinter der Idee ihrer Funktionaere
stehen.
Und das ist immer dort moeglich, wo der Grundsatz der Gerechtigkeit herrscht, gepaart mit der sich selbst auferlegten Bereitwilligkeit, sich gegenseitig Zugestaendnisse zu machen, um Ordnung
und Zufriedenheit zu schaffen, anstatt Streit und Verwirrung herauf zubeschwoeren. Die katholische Philosophie, die in den paepstlichen Rundschreiben verankert ist, besagt, dass diesemfairen Verhalten und dieser Art Selbstbestimmung Prinzipien zugrundeliegen
muessen, die dem menschlichen Fortschritt den Vorrang geben. Die
Demokratie hat in den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern das gleiche Ziel vor Augen.
U.S. Arbeitsministerium
IV/4/50
- 14 -

�MA.RSIIALLPLAN FOERDERT GRIECHISCHE FISCHEREI
Einern griechischen Fischfangunternehmen in Kalamata ist aus
Marshallplan-Fondsmitteln ein Kredit in Hoehe von 12 Millionen
Drachmen (34.000 DM) zur Verfuegung gestellt worden. Diese Massnahme hat sich auf die gesamte Industrie des suedlichen PeloDoniies positiv ausgewirkt.
Die Firma Gebr. Dragonas erhielt vor fast zwei Jahren diesen
Kredit und richtete damit Kuehlwagentransporte fuer Fische ein.
Frueher war Fisch ein teures Nahrungsmittel in dieser Gegend, weil
erstens der Fischfang mit primitiven Booten sehr kostspielig ist,
und zweitens die Fischer nicht eher wieder in See fahren konnten,
bis sie ihren letzten Fang restlos verkauft hatten. Das heisst,
die Fischer verkauften wenig Ware fuer hohe Preise anstatt grosse
Mengen zu niedrigeren Preisen abzusetzen.
Das Bild hat sich voellig geaendert. Wo dieses Unternehmen
vor Erhalt des Kredites mit einem Fischfangboot operierte und
taeglich etwa 500 Kilo Fische fing, setzt es heute neun Dampfboote ein, die durchschnittliche Tagesausbeute betraegt jetzt
12.000 Kilo.
Waehrend der Preis fuer ein Pfund Fisch in der Hafenstadt
Kalamata frueher etwa 50 Pfennige betrug, wird die gleiche Menge
heute in den Gebirgsdoerfern fuer 15 bis 20 Pfennige verkauft.
Die Fische werden jetzt von Kalamata schnell nach den Gebirgsdosrfern verfrachtet und dort zu niedrigen Preisen in grossen Mengen abgesetzt. Das Geschaeft der Firma Gebr. Dragonas blueht und
die Verbraucher werden taeglich in ausreichenden Masse mit Frischfisch versorgt; auch auf dem Speiseplan der Bewohner der Gebirgsdoerfer nimmt dieses Nahrungsmittel jetzt einen bedeutenden Platz
ein. Infolge der reichlichen Versorgung der Ma/erkte mit Fischen
ist der Preis fuer Fleisch zurueckregangen.
Dank der Marshallnlan^Hilfe fangen heute mehr Fischer 3Chaetzungsweise 30.000 - in den griechischen Gewaessern mehr
Fische als je zuvor. V/aehrend vor dem Kriege jaehrlich 25 Millionen Kilo gefangen wurden, waren es im vergangenen Jahre 45 Millionen Kilo, und die 50 Millionen Grenze duerfte in diesem Jahre
ueberschritten werden.
Rund 40$ der griechischen Fischdampfer wurden waehrend des
Krieges zerstoert und die Einrichtungen vernichtet. Von der UKRRA
und aus Mitteln des Marshallplans sind 10 Millionen Dollar fuer
den Aufbau der griechischen Fischereiflotte zur Verfuegung gestellt worden.
Marshallplan News
I/Nr. 4
BERUFSSEKRETARIATE FUER GEISTESARBEITER IM IBFG
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wird vom 18.21. April 1951 in seiner Zentralstelle in Bruessel eine Weltkonferenz fuer Angestellte abhalten.
Auf einer Tagung des neuen Konsultativausschusses des IBFG
fuer Referenten, Angestellte im Verwaltungsdienst und Handel und
Vorgesetzte wurden die Termine fuer das erste Welttreffen der
Geistesarbeiter festgelegt. Sie werden unmittelbar vor dem V/eltkongress am 16. und 17. April zusammentreten und ausserdem eine
- 15 -

�ausserordentliche "lanungskonferenz am 21. und 22. Dezember in
Bruessel abhalten.
Inzwischen wer en den Plaenen dieses Ausschusses zufolge die
ersten entscheidenden Schritte zur Errichtung internationaler Sekretariate fuer Lehrerorganisationen unternommen werden, die entweder kurz vor oder kurz nach der Tagung der Angestellten im April
zusammenkommen werden. Pachdem die amerikanischen (CIO), franzoesichen (Force Ouvriere), oesterreichischen, italienischen und
deutschen Gewerkschaften der Journalisten und Schriftsteller ihre
Teilnahme zugesagt haben, hat der ausschuss das Sekretariat des
IBFG ermaechtigt, eine vorlaeufige Konferenz der -Journalistengewerkschaften anzuberaumen, die sich mit den Moeglichkeiten des
Aufbaus einer neuen Internationale fuer Presseane-estellte befassen
wird, die an die Stelle der alten, kommunistisch beherrschten
Internationalen Organisation der Journalisten treten soll.
Der Ausschuss hat ausserdem die Funktionaere des IBFG ersucht,
bei der britischen Journalistengewerkschaft und den gleichen 7erbaenden der Beneluxstaaten und Skandinaviens vorstellig zu werden
und sie um ihre Teilnahme an 3iner derartigen vorbereitenden Konferenz zu bitten. Ken vereinbarte, dass die Teilnahme an diesen
vorbereitenden Besprechungen fuer alle Journalistenorganisationen
der einzelnen Kationen unverbindlich sein soll, und dass sie sich
nach dieser ersten Konferenz* selbst entscheiden sollen, ob sie
dar neuen Organisationen sich anschliessen wollen.
Der Konsultativausschuss legte die Berufskategorien fest,
aus denen die einzelnen Landesgewerkschaftsbewegungen Delegierte
zu der Tagung der Geistesarbeiter im ^pril entsenden koennen:

1.

Saeintliche Lehrberufe.

2.
3.
4.

Gruppe Unterhaltung (Schauspieler, Artisten, Kusiker usw.)
Gruppe Schrifttum (Journalisten, Pressephotographen usw.)
Gesundheitsdienst (Aerzte, Zahnaerzte, «potheker, Optiker,
Krankenpfleger und Krankenhauspersonal)
Angestellte des oeffentlichen Dienstes.
Industrie, Handel und Uebermittlungsdienste (Wissenschaftler, Techniker und Verwaltungspersonal)

5.
6.

Ernest Bell vom Britischen Gewerkschaftskongress (TUC), der
Vorsitzender des Ausschusses in der Zeit seines vorlaeufigen,
nichtoffiziellen Bestehens war, wurde zum staendisen Vorsitzenden
ffewaehlt, als dem neugegruendeten Konsultativausschuss vom Potstandsausschuss des IBFG seine Satzung im September ueberreicht
wurde.
•Der oberste Ausschuss des IDFG gab dem Konsultativausschuss
folgende Anweisungen:
1. Fräsen zu eroertern, die fuer die Geistesarbeiter von besonderem Interesse sind, sich mit ihren Arbeitsbedingungen und Organisationsproblemen zu beschaeftigen und bestrebt zu sein, eine
einheitliche Linienfuehrung in den Bemuehungen zur Loesung der Probleme dieses Personenkrsises zu erzielen.
2. In Zusammenarbeit mit dem IBFG die Errichtung internationaler Berufssekretariate fuer Geistesarbeiter zu unterstuetzen, die
gegenwaertig noch ohne eine internationale gewerkschaftliche Stimme
sind. Hierzu soll die Mitarbeit von Lehrkraeften, Journalisten,
Theater- und Filmschauspielern etc. sichergestellt werden.
'.Veiter sollen die Angestellten Vertretungen des IBFG in bestimmten UN-Organisationen eingebaut werden sowie spezielle Berufsfragen beraten und bearbeiten.
- 16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure« der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet
Der lahalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohea Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierang der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 38

Frankfurt, 24. November 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Das zunehmende Lebensalter und die damit verbundenen
wirtschaftlichen Probleme - - - - - - - - - - - -

l

Die Knowland-Gesetzesvorlage - - - - - - - - - - - Wohnungen fuer Rentner - - - - - - - - - - - - - - -

4
7

Kaufleute fordern wirtschaftliche Zusammenarbeit
der freien Welt - - - - - - - - - - - - - - - - 8
Steigerung der Kaufkraft - die beste Abwehr des
Totalitarismus - - - - - - - - - _ - - _ _ - _ 9
Amerikanische Gewerkschaften und europaeischea
Wiederaufbauprogramm - - - - - - - - - - - - - - 11
Labour Partei Englands billigt Walter Reuthers Plan 12
Mangel an Facharbeitern in Amerika - - - - - - - - - 1 3
"CIO staerker als je zuvor" - - - - - - - - - - - - 14
Hoechster Staudamm der Welt entsteht in den franzoesischen Alpen - - - - - - - - - - - - - - - - - - 16
Billigere Sohuhe - - - - - - - - - - - - - - - - - - 16

DAS ZUNEHMENDE LEBENSALTER UND DIE DAMIT VERBUNDENEN WIRTSCHAFTLICHST! PROBLEMS
Als Ergebnis des grossen Fortschrittes der medizinischen
Wissenschaft und der allgemeinen Hebung des Lebensstandards ist
das durchschnittliche Lebensalter bemerkenswert angestiegen. Zur
gleichen Zeit haben eine Reihe sozialer und wirtschaftlicher Faktoren dazu beigetragen, dass die Betaetigung alter Leute auf dem
Arbeitsmarkt zurueokgeht. Dies trifft besonders auf Personen zu,
die mehr als 65 Jahre alt sind. Das bedeutet, dass sich fuer
den Durchschnittsarbeiter der Zeitraum verlaengert hat, in dem
er seine Lebenshaltungskosten aus einer aaderen Quelle als seiner
eigenen Haende Arbeit decken muss.
Um sich an Hand von Zahlen einen Ueberblick ueber diese
Entwicklung verschaffen zu koennen, hat man fuer das Jahr 1900
Sohaetzungen ueber die durchschnittlich zu erwartende Zeit der
Arbeitsfaehigkeit angestellt. Es ist jedoch zu bemerken, dass
- 1-

�diese Schaetzungen nicht genau mit denen von 1940 und 1949 verglichen werden koennen, weil im Jahre 1900 in den elf Staaten, in
denen die "Registrierung von Todesfaellen Pflicht war, nur die Angehoerigen der weissen Rasse registriert wurden. Trotzdem sind
diese Schaetzungen ein klarer Beweis fuer die Zunahme der Zeitspanne, in der alte Leute sich nicht mehr selbst ernaehren koennen.
Unter Zugrundelegung der Sterblichkeitaziffern und der Zahlen
ueber die Dauer der Erwerbstaetigkeit hatte ein junger Mann der
weissen Rasse damals im Alter von 20 Jahren eine durchschnittliche zusaetzliche Lebensspanne von 42,2 Jahren; die Dauer seiner
Arbeitsfaehigkeit betrug 39,4 Jahre. Er musste demnach damit rechnen, 2,8 Jahre lang nicht erwerbstaetig sein zu koennen. ' In der
Zeit von 1900 bis 1940 steigerte sich die zu erwartende Lebensdauer
eines weissen Mannes im Alter von 20 Jahren um 5,5 Jahre. Die
Dauer seiner zu erwartenden Arbeitsfaehigkeit wurde jedoch nur um
2,6 Jahre groesser. Die Spanne zwischen der zu erwartenden Gesantlebenadauer und der Zeit der Arbeitsfaehigkeit hatte sich demnach
auf 5,7 Jahre erweitert - etwa doppelt soviel wie im Jahre 1900.
Fuer diejenigen, die ein Alter von 60 Jahren erreichten, ist
dieser Unterschied ebenso verblueffend. Waehrend die Lebensei Wartung eines 60 Jahre alten Mannes in der Zeit von 1900 bis 1940 fast
um ein Jahr anstieg, ging seine.au erwartende durchschnittliche
Dauer der Arbeitsfaehigkeit um mehr als zwei Jahre zurueck, was
auf die allgemeine Tendenz zur frueheren Versetzung in den Ruhestand zurueckzufuehren ist. Beide Vergleiche zeigen also eine betonte Erweiterung der zu erwartenden Zeitspanne des Ruhestandes im
Verlauf der vier Dekaden auf.
Wenn diese Tendenz lediglich ein Ergebnis der Tatsache waere,
dass die Arbeiter es vorziehen, sich zeitiger pensionieren zu
lassen, und dazu finanziell besser in der Lage sind, so wuerde sie
kein ernsthaftes soziales Problem darstellen. Die Bedeutung dieser Entwicklung ist jedoch in der entgegengesetzten Richtung zu
suchen. Wenn es fuer die aelteren Arbeiter heute schwieriger ist,
eine Beschaeftigung zu finden, so sind hierfuer eine ganze Reihe
Faktoren verantwortlich zu machen. Die Beschaeftigungsmoeglichkeiten wurden mehr und mehr von landwirtschaftlichen Taetigkeiten
auf nichtlandwirtschaftliche Industrieberufe und von kleineren Familienbetrieben auf grosse Geschaeftsunternehmen uebertragen. Die
moderne Industrie, die ruecksichtslosere und unpersoenlichere Massstarebe anlegt, die groesseren Wert auf Schnelligkeit legt, und in
der es ueblich ist, willkuerlich Altersgrenzen fuer die Einstellung
und die Versetzung in den Ruhestand festzulegen, bietet Arbeitern
in vorgeschrittenem Alter verhaeltnismaessig geringe Beschaeftigungsmoeglichkeiten. Hinzu kam die Massenarbeitslosigkeit der
Dreissiger Jahre, die viele aeltere Leute veranlasste, die Suche
nach Arbeit aufzugeben, selbst wenn sie noch in der Lage waren,
produktiv in der Wirtschaft taetig zu sein.
Diese langzeitige Entwicklung steht in krassem Gerensatz zu
den Erfahrungen, die man in der Zeit von 1940 bis 1947~machen konnte. Der Uebergang von einer Depression in eine Wirtschaft der
Vollbeschaeftigung hatte zur Folge, dass wesentlich mehr Personen
im fuenften und sechsten Lebens Jahrzehnt erwerbstaetig waren. Infolgedessen wurde von 1940 bis 1947 trotz der beachtlichen Zunahme
des Lebensalters die durchschnittliche Dauer der Nichtbeschaeftigung nicht groesser.
Auf grund der Vorkriegstendenz und der neueren Erfahrungen
waehrend der letzten Dekade koennen fuer die Zukunft zwei verschiedene Auffassungen ueber die Dauer der Arbeitsfaehigkeit aufgestellt
werden. Zur besseren Veranschaulichung sind zwei Schaetzungen fuer

�die zu erwartende Dauer der Arbeitsfaehigkeit im Jahre 1975 aufgestellt worden. Der ersten Schaetzung legt man den Anteil der
juengeren Altersgruppen an der Erwerbsbevoelkerung von 1940 und
den staendig zurueckgehenden Prozentsatz der Erwerbstaetigen von
55 Jahren und darueber nach den Zahlen der Zeit von 1920 bis 1940
zugrunde. Bei der zweiten Schaetzung setzt man voraus, dass sich
der zahlenmaessige Anteil an der Erwerbsbevoelkerung von 1947
nicht aendert.
Bei beiden Voraussetzungen nimmt man an, dass die guenstige
Tendenz in der Sterblichkeit auch weiterhin anhaelt, was auch aus
den Voreusbestimmungen der Bevoelkerungszahlen zu ersehen ist, die
vom statistischen Buero der Vereinigten Staaten unlaengst veroeffentlicht wurden. Demnach betraegt im Jahre 1975 die Lebenserwartung eines 20-jaehrigen Mannes fast 73 Jahre im Vergleich zu
68 Jahren im Jahre 1947; im Alter von 60 Jahren wuerde sein durchschnittliches Lebensalter auf fast 77 Jahre erhoeht, das sind 1 1/2
Jahre mehr als im Jahre 1947.
Wenn man von der ersten Moeglichkeit ausgeht, die darin besteht, das3 der Zeitpunkt der Versetzung in den Ruhestand immer weiter vorverlegt wird, dann wuerde das durchschnittlich zu erwartende
Arbeitsalter eines 20-jaehrigen Mannes im Jahre 1975 das gleiche
sein wie im Jahre 1947, naemllch etwas weniger als 43 Jahre. Die
durchschnittliche Lebenserwartung im Ruhestand wuerde sich jedoch
auf fast 10 Jahre erweitern, verglichen mit fuenf Jahren im Jahre
1947 und weniger als drei Jahren (fuer maennliche Arbeiter der
weissen Rasse) im Jahre 1900.
Im Alter von 60 Jahren ist der Kontrast ebenso betont. Der
sechzigjaehrige Arbeiter, der im Durchschnitt noch fast 17 Jahre zu
leben hat, kann damit rechnen, nur noch acht Jahre erwerbstaetig
zu bleiben und neun Jahre im Ruhestand zu leben. Es ist daher zu
erwarten, dass die Dauer der Arbeitstaetigkeit mehr und mehr zurueckgeht und der Zeitraum, in dem sich der Arbeiter im Ruhestand
befindet, immer groesser wird.
Die zweite Moeglichkeit, die sich auf die Zusammensetzung der
Erwerbsbevoelkerung aus dem Jahre 1947 gruendet, fuehrt zu voellig
verschiedenen Ergebnissen. Die Zunahme der Gesamtlebensdauer
wuerde hauptsaechlloh der Dauer des Arbeitslebens hinzugefuegt
werden. Fuer einen Zwanzigjaehrigen wuerde sich das durchschnittlich zu erwartende Arbeitsleben im Vergleich zu 1947 um mehr als
drei Jthre steigern, und die Dauer des Ruhestandes ginge um 1 1/2
Jahre in die Hoehe. Die zukuenftige Dauer des Arbeitslebens wuerde
sich im Vergleich zu 1947 um fast ein ganzes Jahr erhoehen.
Bei diesen Vergleichen sind natuerlich nicht alle Faktoren
berücksichtigt, die die jeweilige wirtschaftliche Last abhaengiger
alter Leute beeinflussen koennen. Veraenderungen in der Altersstruktur der Bevoelkerung werden z.B. von erheblicher Bedeutung sein und
von den zukuenftigen Tendenzen der Geburtenziffer, der Zahl der
Einwanderer und der gesteigerten Lebenserwartung beeinflusst werden.
Die voraussichtlichen Kosten fuer Alterspensionen und aehnliche
Programme werden auch davon abhaengen, wie sich die Uhterstuetzungsansprueche, die Unterstuetzungsbetraege und andere Bestimmungen dieser Programme veraendern. Veraenderungen de3 durchschnittlichen
Einkommens- und Produktivitaetsstandes werden sich ebenfalls auf
die entsorechenden Kosten der Unterstuetzungsprogramme fuer alte
Leute auswirken.
Diese Vergleiche konzentrieren jedenfalls die Aufmerksamkeit
auf einen der wesentlichsten Gesichtspunkte des Problems der Versorgung alter Leute. Im einzelnen und im allgemeinen werden in den
- 3

�kommenden Dekaden wichtige Beschluesse in bezug auf die letzten
Lebensjahre und auf die Pensionierung und die fortgesetzte Erwerbstaetigkeit getroffen werden. Diese Beschluesse wiederum werden wesentliche Auswirkungen auf die Zahl der Erwerbsbevoelkerung des
Landes, das Sozialprodukt und auf den kuenftigen Lebensstandard
des amerikanischen Volkes zur Folge haben.
Tables of Working Life
US Arbeitaministerium
VII1/50
John W. Gibson, stellvertretender Arbeitsminister:
DIE KNOWLAND-GESETZESVORLAGE
Nach dem bundesstaatlichen System der Arbeitslosenversicherung
sind die einzelnen Staaten verpflichtet, sich an bestimmte J'lndestnormen zu halten. Die Zahl dieser festgesetzten Normen ist sehr
gering. Eine davon ist jedoch von groesster Bedeutung fuer die
Arbeiterschaft: die sogenannten Arbeitsnormen. Nach diesen Bestimmungen kann ein Einzelstöat einem Arbeiter die Arbeitslosenunterstuetzung nicht verweigern, wenn dieser einen neuen Arbeitsplatz
nicht annehmen will, der infolge eines Streiks oder anderer Arbeitsstreitigkeiten unbesetzt ist, oder wenn Löhne, Arbeitszeit und
andere Arbeitsbedingungen weit unter denen liegen, die in dem Bezirk vorherrschen, oder wenn er mit seinem Arbeitsantritt gezwungen waere, einer Betriebsgewerkschaft beizutreten oder aus einer
Gewerkschaft auszutreten, fuer die er sich bereits entschieden hat.
Die Knowland-Gesetzesvorlage bringt Vorlagen ueber die Abaenderung der Sozialversicherungsgesetze. Sie koennte, wenn sie zum
Gesetz wuerde, die bundesstaatlich festgelegten Normen im Arbeitslosenversicherungssystem ernsthaft gefaehrden. Insbesondere wuerde
sie dem Arbeitsminister jegliche Intervention verbieten, wenn ein
Staat diese Normen nicht einhaelt, es sei denn, dass dieser Nichteinhaltung eine Abaenderung des einzelstaatlichen Gesetzes durch
die gesetzgebenden Organe des Einzelstaates zugrundtliegt. Senator
Knowland behauptete, dass seine Gesetzesvorlage einzig und allein
den Zweck haette, den Arbeitsminister zu zwingen, solange zu warten,
bis ein derartiges Vorkommnis der Nichteinhaltung des Gesetzes von
den staatlichen Gerichtshoefen bearbeitet sei. Wenn man die Gesetzesaenderung jedoch genauer studiert, stellt man fest, dass der
Arbeitsminister nur dann Einspruch erheben kann, wenn die staatliche Behoerde fuer Beschaeftigungssicherheit die Beschluesse des
hoechsten staatlichen Gerichtes nicht befolgt hat; dabei ist es
gleichgueltig, ob diese Beschluesse den bundesstaatlichen Bestimmungen entsprechen oder nicht. Mit anderen Worten, jeder Staat koennte diese Bestimmungen verschiedenartig auslegen, ohne dass der
Arbeitsminister etwas hiergegen unternehmen koennte. Die KnowlandGesetzesvorlage kann infolgedessen die einzige auf bundesstaatlicher
Ebene geregelte Bestimmung der Arbeitslosenversicherung, naemlich
die der Arbeitsnormen, unterminieren. Wenn diese Gesetzesvorlage
zum Gesetz wuerde, waere es unmoeglich, die von Praesident Truman
vorgeschlagenen zusaetzlichen Arbeitslosenunterstuetzungen gesetzlich festzulegen, deren Koechstsatz woechentlich 30 Doller*zuzueglich der Beihilfen fuer unterstuetzungsbeduerftige Angehoerif-e betragen soll, und die 26 Wochen lang gezahlt wird. Den Befuerwortern der Knowland-Gesetzesvorlage wuerde e's bei einer etwaigen Bewilligung ohne Zweifel gelingen, die neuen bundesstaatlichen Bestimmungen zu unterhoehlen.
Wer steht hinter der Knowland-Gesetzesvorlage? Sie wurde von
dem Arbeitgeberverband an der Kueste des Pazifiks und den Reedern
der Westkueste geschaffen, weil der Arbeitsminister sie daran gehin-

�dert hatte, die Arbeiter gelegentlich mehrerer Streiks im Jahre
1948 zu uebervorteilen. Die Arbeitgeber der Kueste Kaliforniens
und Washingtons hatten es naemlich fertiggebracht, dass die
Appellationsgerichte dieser Staaten beschlossen, allen Gewerkschaftsmitgliedern, ob sie an den Streiks beteiligt waren oder
nicht, die Arbeitslosenunterstuetzung zu verweigern, selbst wenn
sie schon vor dem Streik arbeitslos waren und ünterstuetzungen
bezogen. Die gleiche Methode wurde bei einm Streik der Zimmerleute in Spokane (Washington) angewandt. Nachdem man sich beim
Arbeitsminister hierueber beschwert hatte, stellte dieser fest,
dass sich der Staat Washinton nicht an die bundesstaatlichen Vorschriften gehalten hatte, worauf die Gerichte sofort ihre Beschluesse fuer ungueltig erklaerten. Da die Entscheidungen der
kalifornischen Berufungsgerichte nicht zur allgemeinen Anwendung
kamen und versichert wurde, dass den Arbeitern, die nicht am
Streik beteiligt waren, die Arbeitslosenunterstuetzung nicht verweigert wuerde, wurde das Verfahren gegen den Staat Kalifornien
eingestellt.
Die erfolglosen Arbeitgeber der pazifischen Kueste haben sioh
im Kampf um die Durchsetzung der Knowland-Gesetzesvorläge im Hintergrund gehalten und Hessen ihre Interessen durch Stanley
Rector, den Kulissenschieber im Dienste der Vereinigung fuer Berater in ArbeitslosWunterstuetzungsfragen (Unemployment Benefit
Advisors, Inc.) vertreten. Diese Vereinigung ist eine von den
Arbeitgebern finanzierte Organisation, die urspruenglich in Wisconsin zu dem Zweck ins Leben gerufen wurde, die Arbeitgeber des
Staates Wisconsin zu beraten, wie sie sich der Verpflichtung zur
Zahlung von Betraegen zur Arbeitslosenunterstuetzung entziehen
koennten. Rector war vorher Rechtsberater der Abteilung fuer
Arbeitslosenunterstuetzung in der Industriekommission von Wisconsin. Er hatte diese Fosition aufgegeben, um fuer die Organisation
in Washii&amp;on die Gesetzgebung zugunsten der Unternehmer zu beeinflussen, eine Aufgabe, die ihm jaehrlich 20.000 Dollar einbringt,
und der er sich seit Jahren gewidmet hat; er hat alles moegliche
getan, um ein wirksames Sozialversicherungsprogramm zu sabotieren
und zu zerstoeren.
Offiziellen Angaben zufolge, ueber die der Kongress naoh dem
Gesetz ueber die Registrierung von Rechtsvertretern der Arbeitnehmerverbaende verfuegt, hatte die Vereinigung fuer Berater in Fragen
der Arbeitslosenunterstuetzung, die Rector als ihren Direktor bezeichnet, im Jahre 1949 Einnahmen in Hoehe von 102.415 Dollar und
36.175 Dollan an Ausgaben zu verzeichnen. In einem einzigen Quartal des Jahres 1949 hatte diese Vereinigung Zuwendungen von 499
Dollar und mehr von jedem einzelnen der 24 groessten Unternehmen
des Landes gemeldet. Die General-Motors in Detroit hat z.B.
3.500 Dollar an die Gesellschaft gezahlt, und die Zuwendungen der
folgenden grossen Unternehmen betrugen in jedem Einzelfall mehr
als 1.000 Dollar: J. Schitz Brewing Co., Milwaukee; Allis-Chalmers
Manufacturing Company, T.Cilwaukee; Atlantic Refining Company, Philadelphia; J. L. Hudson Company, Detroit; Marshall Field Company,
Chikago; American Cynamid Company, New York; und die American Can
Company, New York. Nicht zu vergessen sind Briggs und Stratton in
I'ilwaukee, die in einem einzigen Quertal mit je 800 Dollar diese
"wohltaetige" Organisation unterstuetzten, die dazu bestimmt ist,
der Arbeiterschaft die Lebensader abzuschneiden.
Rector hat -mehrere Schreiben abgefasst, in denen er den Zweck
der Knowland-Gesetzesvorlage entstellt und die Handlungsweise des
Arbeitsministers bei den Vorfaellen in den Staaten Kalifornien und
Washington kritisiert. In diesen Schreiben hat Rector absichtlich
die Tatsachen in einer Weise gefaelscht, dass sich die Unternehmer
benachteiligt glauben muessen. Rector behauptete, in Kalifornien
und Washington habe man den Mitgliedern der Seeleutegewerkschaften
5 -

�Harry Bridges' die Arbeitslosenunterstuetzungen verweigert. In
Wirklichkeit wer keine der vier streikenden Gewerkschaften weder
offiziell noch im geheimen mit Harry Bridges verbunden. Rector
deutete ausserdem an, dass "das Arbeitsministerium, um sich die
Staaten gefuegig zu machen, seine umfassenden willkuerlichen Vollmachten immer dann anwenden wuerde, wenn der Standpunkt der Gewerkschaften nicht mit dem der staatlichen Behoerden zu vereinbaren
sei. Er behauptete ausserdem, dass der Arbeitsminister nicht dem
Beispiel des frueheren Beauftragten fuer Sozialversicherung, Arthur
J. Altmeyer, folge und mit der Bearbeitung von Problemen nicht warte, bis die staatlichen Gerichtshoefe hierzu Stellung genommen
haetten. In Wirklichkeit waren zu der Zeit, als das Programm fuer
Beschaeftigungssicherheit von Altmeyer verwaltet wurde, viele
Streitfragen direkt bearbeitet worden, ohne dass die Gerichtshoefe
davon in Kenntnis gesetzt wurden. Die gleichen Leute, die unter
Altmeyer gearbeitet hatten, deckten die üebertretungen der Bundesgesetze in Kalifornien und Washington auf und unterrichteten den
Arbeitsminister darueber.
In einem Schreiben an seine Arbeitgeber behauptete Rector,
das Arbeitsministerium lasse es sich Tausende von Dollars kosten,
um auf dem Wege ueber die Administratoren der Behoerden fuer Beschaeftigungssicherheit die einzelnen Staaten davon abzubringen,
seine Gesetzesvorlage zu unterstuetzen. Er erklaerte ausserdem
woertlich: "Es ist anzunehmen, dass diese Geldzuwendungen den bundesstaatlichen Behoerden fuer die Kontrolle der Finanzen einzelstaatlicher Behoerden nicht unbekannt sind." Keine dieser Behauptungen entspricht der Wahrheit. Nicht das Aussenministerium wendet Tausende von Dollars auf, sondern die Administratoren der Einzelstaaten selbst, die sie fuer Telegramme an ihre Senatoren und
Repräsentanten und fuer persoenliche Besuche in Washington fuer
die Knowland-Gesetzesvorlage verwenden. Was die Behauptung betrifft, durch bundesstaatliche Geldzuwendungen an die Einzelstatten
wuerde ein Druck auf die Behoerden der Einzelstaaten ausgeuebt, so
ist dazu zu sagen, dass der Ezekutivausschuss der interstaatlichen
Konferenz in einer Resolution im vorigen Winter offiziell erklaerte, dass Geldzuwendungen des Bueros fuer Beschaeftigungssicherheit
niemals dazu verwendet wurden, auf die Einzelstaaten in irgendeiner
Weise einen politischen Druck auszuueben, und die Konferenz kann
dies zu jeder Zeit erneut versichern.
Das Arbeitsministerium ist gegen jede finanzierte Unterstuetzung dieser Gesetzesvorlage. Auf Rectors Betreiben haben die Unternehmer eine Unzahl von Briefen geschrieben, in denen sie sich
fuer die Gesetzesvorlage aussprechen und die schlimmsten Dinge
prophezeie», falls sie nicht bewilligt werden sollte. Ein Kongressmitglied hat uns z.B. einen Brief eines Unternehmers gezeigt,
in dem es heisst, dass das System der Arbeitslosenversicherung auf
bundesstaatliche Ebene ausgedehnt und die Unters tue tzun.^en erhoeht
und die Unterstuetzungszeiten verlaengert worden, wenn die Knowland-Gesetzesvorlage nicht zum Gesetz wuerde. Ich persoenlich
wuerde eine solche Entwicklung begruessen. Die Bewilligung der
Knowland-Gesetzesvorlage dagegen wuerde die Arbeitslosenversicherung zu einer Waffe machen, die in den Haenden der Unternehmer dazu
geeignet waere, Streiks ruecksichtslos zu brechen.
Einige Administratoren der einzelstaatlichen Arbeitslosenversicherungen arbeiten mit Rector Hand in Hand, weil sie natuerlich
froh waeren, von jeglicher bundesstaatlichen Kontrolle oder Ueberwachung frei zu sein - obwohl sie ihre Stellungen und die Gesetze
an erster Stelle der bundesstaatlichen Gesetzgebung zu verdanken
haben. Die meisten einzelstaatlichen Administratoren der Arbeitslosenversicherung, die im ganzen Lande eingesetzt sind, werden
von Rector und seiner Vereinigung fuer Berater in Arbeitslosenunterstuetzungsfragen an der Nase herumgefuehrt. Sie unterstuetzen und
t

- 6-

�und beguenstigen, sie ermoeglichen deshalb durch ihre Handlungsweise und die der interstaatlichen Konferenz eine antigewerkschaftliche Taetigkeit. Nur wenn die organisierte Gewerkschaftsbewegung
durch sofortiges Handeln, durch Telegramme und persoenliches Vorstelligwerden bei den Senatoren und Kongressmitgliedern und besonders bei den Mitgliedern der Konferenzen ueber die Abaenderung
der Sozialversicherungsgesetze dieser Sabotage entgegenarbeitet,
koennen wir hoffen, dass der Bestand dea bundesstaatlichen Systems
der Arbeitslosenversicherung gesichert bleibt.
Ich kann nicht genug darauf hinweisen, dass es bei allen Besprechungen im Verlaufe dieses Kongresses wichtig ist, sich der
luegnerischen Propaganda bewusst zu werden, die in diesem Lande
von Interessen getrieben wird, die denen unserer bundesstaatlichen
Verwaltung in Washington genau entgegengesetzt sind. Zum Abschluss
moechte ich dazu auffordern, das Fair Deal Programm zu unters tuetzen, weil es zu groesserem Wohlstand derer fuehren muss, die sich
ihren Lebensunterhalt erarbeiten muessen. Dieses Programm allein
wird dem amerikanischen Volke letzten Endes eine staerkere Wirtschaft und einen hoeheren Lebensstandard geben koennen.
US Arbeitsministerium
VII/19/50
WOHNUNGEN FUER RENTNER

Heutzutage wird den Problemen der aelteren Leute in England
eine besonders sorgfaeltige Beachtung geschenkt. Die seit 1945
erlassenen Gesetze sind weitgehend darauf ausgerichtet, ihnen
bessere Wohnmoeglichkeiten zu bieten.
Nach Paragraph 21 des Fuersorgegesetzes sind die obersten Be- •
zirksbehoerden verpflichtet, alten Leuten, die nicht mehr selbst
fuer sich sorgen koennen, Wohnungen zur Verfuegung zu stellen. Die
Wohnungen muessen ihnen bestimmte Erleichterungen, wie die unentgeltliche Inanspruchnahme von Hauswaeschereien, bieten. In einigen Faellen ermoeglicht man ihnen sogar Ferienaufenthalte.
Natuerlich wuerden viele alte Leute lieber in den Wohnungen
bleiben, die sie sich selbst eingerichtet haben, statt in die besonders fuer sie vorgesehenen Wohnblocks zu ziehen, obwohl diese
genuegend Raum fuer alle bieten.
Als weitere Dienstleistung sieht das Fuersorgegesetz vor, dass
die oertlichen Behoerden irgendwelche freiwilligen Organisationen
unterstuetzen, die die Kbsten fuer Erholungsaufenthalte und Kahlzeiten mittragen.
Ausserdem sollen die oertlichen Behoerden dafuer sorgen, dass
den alten Leuten in buergerlichen Restaurants Mahlzeiten zum Selbstkostenpreis verabreicht werden koennen. Einige Behoerden haben es
eingerichtet, dass Diabetiker und Wagenkranke mit den fuer sie erforderlichen Lebensmitteln versorgt werden, oder sie treffen mit
den Krenkenhaeusern Abmachungen, damit diese Leute durch die Diaetkuechen bekoestigt werden koennen.
Die Unterstuetzung im Haushalt ist nicht vergessen worden.
Man schaetzt, dass Dreiviertel jener Hilfen, wie sie im Paragranh
29 des Gesetzes fuer den Gesundheitsdienst vorgesehen ist, den
staendig Arbeitsunfaehigen und den alten Leuten zugutekommt.
Arbeitssparende Wohnungen sind fuer alte Leute besonders wichtig. Das Leben und Arbeiten in diesen kleinen 'Wohnungen erfordert
ein Minimum an koerperlicher Anstrengung. Es gibt keine Stufen und
- 7-

�keine dunklen Ecken. Die Mieten richten sich nach den Einkommen
aller Mieter, und fortschrittliche Wohnungsaernter uebernehmen
haeufig einen Teil der Kosten.
Uni einen Uindestlebensstandard zu gewaehrleisten, hat der
Fuersorgeausschuss erklaert, dass er zu niedrige Einkommen aus
eigenen Mitteln aufbessern wird.
In Zukunft kann jeder, dessen Einkommen nach Abzug der Miete
unter 43 1/2 Schillingen (etwa 25.50 DM) fuer ein Ehepaar liegt,
Unterstuetzung beantragen. Ein Ehepaar, das z.B. nach dem Versicherungsgesetz nur 42 Schillinge bezieht, wuerde eine zusaetzliche
Unterstuetzung von ein Schilling secha Pence und seine Miete erhalten.
Jeder, der nach dem Fuersorgegesetz Anspruch auf Unterstuetzung hat, kann sie erhalten. Wenn auch die Fuersorgebeamten wissen
wollen, wie hoch die Miete ist, und wieviel ein einzelner oder
eine Familie gespart hat, so wird diese Fuersorge doch ganz anders
gehandhabt als zu der Zeit, als die aelteren Arbeiter die verhasste
Ueberpruefung ihrer Mittel ueber sich ergehen lassen musste.
Heute braucht niemand mehr Schlange zu stehen, um den Fuersorgebeamten von seinen Noeten berichten zu koennen. Diese Beamten haben jetzt eine Sonderausbildung genossen und behandeln die
Faelle mit allem Wohlwollen unter Beachtung der Bestimmungen des
Fuersorgegesetzes. Wenn es gewuenscht wird, so besucht er einen
Antragsteller auch zu Hause.
Um ein Beispiel zu geben, wie man das Vermoegen berechnet,
greifen wir ein Ehepaar heraus, das von seiner Pension lebt. Wenn
das Ehepaar weniger als 350 Pfund Sterling an Kriegsanleihen pro
Person besitzt, wird dieser Betrag nicht baruecksichtigt. Das gleiche gilt fuer sonstige Ersparnisse bis zu einem Betrag von 74 Pfund
Sterling.
Ein Ehepaar kann deshalb 774 Pfund Sterling besitzen, ohne
dass dieses Vermoejen beruecksichtigt wird. Alle darueberliegenden Betraege werden so berechnet, dass jeder weitere Betrag von
25 Pfund Sterling einem woechentlichen Einkommen von einem halben
Schilling entspricht.
Zahlreiche andere Einkommensarten koennen ausserdem bei den
Berechnungen der Fuersorgebeamten unberuecksichtigt bleiben; so
z.B. bis zu 10 1/2 Schillingen woechentlich an Pensionen od-er Krankengeldern aus einer Gewerkschafts- oder Wohlfahrtskasse; 20 Schillinge woechentlich an Pensionen fuer Arbeitsunfaehige und 20 Schillinge woechentlich, wenn es sich um keine staendigen Einkommen handelt. In keinem Falle jedoch duerfen diese Einnahmen den Betrag
von 20 Schillingen ueberschreiten.
Gewerkschafter und alle anderen aktiven Buerger muessen sich
dafuer einsetzen, dass alle alten Leute in den Genuss dieser Hilfeleistungen kommen. V/eil sie nicht selbst so fuer sich sorgen koennen, wie es ihnen gebuehrt, muessen sie auf diese V/eise unterstuetzt
werden.
Labour, TUC Magazine
VI/ 50
KAUFLEUTE FORDERN WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT DER FREIEN WELT
Um eine Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern, ist es notwendig, nach und nach die internationalen Handelsschranken zu be-

�seitigen und eine hoehere Produktionsleistung der freien Welt anzustreben, erklaerten kuerzlich die Delegierten des 37. Lendeskonvents fuer Aussenhandel in New York in einer Verlautbarung, die
von dem Konvent gebilligt wurde.
Dieses Ziel laesst sich nur durch gemeinsames Handeln der
freien Nationen der V/elt ermoeglichen, heisst es in der Erklaerung
weiter. Die Ruestungs- und Zivilproduktion, die fuer den Freiheitskampf unerlaesslich sei, muesse von anderen Nationen und den
Vereinigten Staaten gemeinsam unterstuetzt werden.
Mehr als 8.000 Aussenhandelskaufleute und Investoren nahmen
an dem dreitaegigen Jahreskonvent teil, der von dem Nationalen
Handelsausschuss einberufen worden war.
In den von dem Konvent gebilligten Empfehlungen wird erklaert,
dass trotz der grossen Hilfsquellen und trotz des dynamischen
Wirtschaftssystems der Vereinigten Staaten diese allein der Aufgaben nicht Herr werden koennten, die der freien Welt gestellt
sind.
Der Kongress hob hervor, dass sich die freie Y/elt angesichts
der kommunistischen Aggression der Wiederaufruestung widmen muesse,
dass jedoch die wirtschaftlichen Erfolge, die durch den MarshallPlan erzielt worden seien, nicht aufs Spiel gesetzt werden duerften.
Die Delegierten verurteilten in scharfen Worten die engstirnigen Methoden, die eine fortschrittliche wirtschaftliche Entwicklung in Europa verhindern. In der Resolution hierzu heisst es:
"Es ist mehr als je zuvor ein Gebot der Stunde, dass die engstirnigen Meti öden des wirtschaftlichen Nationalismus einer wirksameren Zusammenarbeit unter den Nationen weichen, und dass die wirtschaftliche Traegheit, ob sie nun ein Ergebnis des Sozialismus
oder des monopolistischen Kapitalismus ist, durch ein Streben und
einen Drang nach einer dynamischen Konkurrenzwirtschaft ersetzt
wird. Nur auf diese Weise wird es moeglich sein, die Produktionsziele zu erreichen, die notwendig sind, um der Kachfrage nach
Ruestungs- und Zivilprodukten in dieser kritischen Zeit der Wiederaufruestung genuegen zu koennen.
Der Konvent forderte, dass die Handelskontrollen auf ein Minimum beschraenkt, die Zollverfahren vereinfacht, Exportkontrollen
auf Mangelwaren beschraenkt und laestige Restriktionen, wie Visa
und polizeiliche Bescheiningungen, aufgehoben werden.
Er forderte ausserdem die freie Konvertierbarkeit der Waetirungen und die Beseitigung der Kontrollen im Zahlungsverkehr als
wesentliche Ziele anzustreben.
Das Punkt-Vier-Programm wurde von dem Konvent gutgeheissen,
man verlangte weiter, dass ein staendiger Kapitalfluss zur Investierung in unterentwickelten Gebieten gesichert und gefoerdert
wird.
ECA Labor Information
XI/16/50
STEIGERUNG DER KAUFKRAFT - DIE BESTE ABWEHR DES TOTALITARISMUS
Durch den Marshall Plan, dem amerikanischen Hilfsprogramm
zur Wiedergesundung der demokratischen Nationen Europas, ist eine
erstaunliche Wandlung der Dinge eingetreten.
9 -

�Dieser Plan besteht seit ueber zwei Jahren. Er hat viel
zum Wiederaufbau beigetragen, aber in einigen Laendern sind die
Riesenerewinne hieraus allein den Geschaeftsleuten und der Industrie zugeflossen. Fuehrende Beamte der Marshall-Flan-Verwaltu
haben nun erklaert, dass hier eine Aenderung eintreten muesse.
Einise Beamte haben auf ihren Auslandsreisen festgestellt, dass
der Kommunismus nicht besiegt werden kann, wenn die amerikanische
Hilfe nur den Unternehmern groessere Gewinne einbringt, ohne die
tCaufkre-ft der ^rbeiterloehne zu steigern.
Diese Erkenntnis hat dazu gefuehrt, dass der neue Leiter
der Mershall-Plan-Verwaltung, William C. Foster, ein ehemaliger
Industrieller der Stahlindustrie, den europaeischen Unternehmern
rundweg erklaerte, dass sie den Lebensstandard des Volkes heben
muessten, wenn sie wirklich den Wunsch haetten, die kommunistische
Gefahr abzuwenden.
Funktionaere amerikanischer Gewerkschaften und Gewerkschaftsvertreter innerhalb der Marshall-Plan-Verwaltung haben dies schon
vor langer Ziet betont, und sie sind selbstverständlich erfreut,
wenn Industrielle wie Foster ihren Standpunkt jetzt teilen.
Foster gab seine sensationelle Erklaerung vor einer Gruppe
europaeischer Betriebsleiter der Eisenbahnen und jener Fabriken
ab, die Ausruestungsgegenstaende fuer die Eisenbahnen herstellen.
Die Gruppe hatte sechs Wochen lang in den Vereinigten Staaten die
Methoden der Eisenbahngesellschaft "Iron.Korse" und der Zubringerindustrien fuer die Eisenbahn studiert.
Der Leiter der ECA sagte, er hoffe, dass sie die treibende
Kraft erkannt haetten, die hinter der amerikanischen Wirtschaft
stehe - das heisst, die staendig sich steigernde Massenproduktion»
mit der ein Massenabsatzmarkt beliefert wird, in dem jeder einzelne ueber eine hohe Kaufkraft verfuegt.
Wir legen grossen Wert darauf, dass die Fruechte der Produktionsleistung gerecht verteilt werden. Diese gerechte Verteilung
ist zumindest teilweise den von den Gewerkschaften gefuehrten Verhandlungen mit. den Unternehmern zu verdanken.
"Wenn nur wenige Leute in den Genuss der Fruechte der Massenproduktion kommen, koennen auch nur wenige etwas kaufen," erklaerte Foster warnend. "Bittere Erfahrungen haben uns zu dieser Erkenntnis gebracht."
Er betonte darauf, dass sich die Industriellen Europas diese
Erkenntnis zunutze machen sollten und die Gewinne aus der gesteigerten Produktionsleistung durch hoehere Loehne bei kuerzerer Arbeitszeit gerecht verteilen.
Mr. Leon Dayton, der Leiter der Marshall Plan-Mission fuer
Italien, sprach eine aehnliche Warnung aus. Er sagte den italienischen Unternehmern unumwunden, dass sie Gefahr liefen, den Koramu
nisten die Macht in die Ilaende zu spielen, wenn sie der grossen
Masse des Volkes nicht mehr Kaufkraft in die Haende gaeben.
Er warf einigen italienischen Unternehmern vor, zu grosse Gewinne erhaschen zu wollen und Preise festzusetzen, die das Fuenffache der Gestehungskosten betragen.
Vor den Eisenbahnunternehmern sprach in Washington ausserdem
Bert M. Jewell, ein altes Mitglied der Sisenbahnergewerkschaften.
Jewell ist jetzt erster Berater fuer Arbeitsfragen bei der Marshall-Plan-Verwaltung. Jahrelang fuehrte er die Eisenbahnerabtei- 10 -

�lunc der AFL und ist seit fast einem halben Jahrhundert Mitglied
der Kesselbauergewerkschaft.
Woertlich sagte Jewell zu der Unternehmergruppe: "Die Arbeiter der amerikanischen Eisenbahnen haben sich schon immer fuer
gesteigerte Produktion und hoehere Produktionsleistung eingesetzt,
sie haben aber auch auf ihrem ihnen zustehenden Anteil an den Gewinnen bestanden."
Die Gewerkschaften haetten sich ihre Erfolge allerdings schwer
erkaempfen muessen; die Streitigkeiten mit den Unternehmern haetten
dazu gefuehrt, dass die Eisenbahnen heute nominell in den Kaenden
der Regierung liegen.
Jewell fuegte hinzu, er wuensche nicht, diese Spannungen zu
verbergen, aber ebenso muesste man auch wissen, dass zwischen Gewerkschaften und Eisenbahngesellschaften in Fragen, die fuer beide
Teile von Bedeutung und Interesse sind, eine gute Zusammenarbeit
geleistet worden ist.
Er fuehrte zahlreiche Beispiele aus der Gesetzgebung und anderen Gebieten an, in denen die beiden Vertragspartner erfolgreich
zusammengearbeitet haben.
•

Labor
X/28/50
AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTEN UND EUROPASISCHES WIEDERAUFBAUPROGRAMM
Der Direktor der Abteilung fuer Arbeitsfragen in der MarshallPlan-Verwaltung in Europa, Boris Shishkin, der als amerikanischer
Gewerkschafter eine fuehrende Stellung in der Marshall-Plan-Verwaltung bekleidet, befand sich vor kurzem in den Vereinigten Staaten, um Praesident Truraan Bericht zu erstatten. In seiner an die
arbeitende Bevoelkerung der Vereinigten Staaten gerichtete Ansprache erküa erte Boris Shishkin:
"Die durch den Marshall-Plan erzielte Verbesserung dss Lebensstandards der Arbeiterschaft muss beibehalten und gesteigert werden, wenn die Verteidigungsbemuehungen der freien Welt von Erfolg
sein sollen. Diese Verbesserung stellt einen Faktor der inneren
Sicherheit Westeuropas dar, der ebenso wichtig ist wie die aeussere
Sicherheit.
"Die Gewerkschaftsprogramme des ERP gewinnen mehr und mehr an
Bedeutung. Die Marshall-Plan-Verwaltung baut einige dieser Programme weiter aus, wie z.B. den Austausch europaeischer und amerikanischer Studiengruppen, die Koordinierung der Arbeitsvermittlungsaemter der Teilnehmerstaaten, die Berufsausbildung der Arbeiter und
die Verwendung der Gegenwertfondsmittel fuer die Durchfuehrung billiger Wohnungsbauprojekte.
"Die franzoesischen und italienischen Arbeiter verstanden anfaenglich nicht, dass dieser Plan ihnen helfen sollte. Nachdem
jedoch diese Programme, die Maschinen und andere Hilfeleistungen
der ECA dazu beigetragen haben, die Produktion zu steigern und den
Lebensstandard der Arbeiter zu verbessern, beginnen sie einzusehen,
dass der Marshall Plan keine leere Phrase ist, sondern den Zweck
hat, ihnen unter Wahrung des Rechtes zu helfen, freie Franzosen
und Italiener zu bleiben.
"Trotzdem besteht noch immer das grundlegende Problem des
niedrigen Lebensstandards und besonders der zu geringen Realloehne.
- 11 -

�Zweifellos muesseji in bestimmten Laendern und vornehmlich in
Frankreich Massnahmen ergriffen werden, um den zu niedrigen Lebensstandard der Arbeiter schneller zu heben.
"Man muss sich jedoch darueber im klaren sein, dass die demokratischen Regierungen dieser Laender und nicht die Marshall-PlanVerwaltung die Verantwortung fuer diese Programme und fuer ihre
Durchfuehrung zu uebernehmen haben. Die Verbesserung der Loehne
in Frankreich und den anderen Laendern ist eine Aufgabe, die von
den freien Gewerkschaften durch Kollektivverhandlungen geloest
werden muss.
"Zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Verteidigung Westeuropas gegen Aggressionen ist dringend eine Politik erforderlich,
die eine gerechte Besteuerung gewaehrleistet und die Ausbreitung
von Monopolen, die die europaeische Industrie beherrschen, verhindert.
"Aber diese politischen Programme und diese Verbesserungen
und Reformen muessen von den europaeischen Laendern selbst unter
tatkraeftiger Unterstuetzung der freien Gewerkschaftsbewegung eingeleitet werden."
Gewerkschaftliches Naohrichtenblatt des
Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses des SRP
XI/10/50
LAB PUR PARTEI ENGLANDS BILLIGT WALTER REUTKERS PLAN
Zwanzig Parlamentsmitglieder der Labour-Partei haben in dieser Woche der britischen Labour-Regierung den Plan des Vorsitzenden der Automobilarbeitergewerkschaft des CIO, Walter Reuther,
fuer eine "Totale Friedensoffensive" unterbreitet.
Zu den 20 Abgeordneten gehoeren R. Sorensen und Fenner Brockway, zwei altbewaehrte Sorecher der Labour-Partei fuer die Rechte
der Kolonialvoelker. Die Abordnung schlug in einer Ergaenzung
der Rede des Koenigs vor, dass die Regierung die ausfuehrlichen
und schoepferischen Vorschlaege Walter Reuthers vom Kongress der
Industrieverbaende der Vereinigten Staaten in Betracht ziehen und
hierzu bald eine Erklaerung abgeben moege.
Die Rede des Koenigs, mit der jede Eroeffnungssitzung des
englischen Parlaments beginnt, wird fuer ihn von der Regierung aufgesetzt. In ihr werden wichtige Gesetze behandelt, die die Regierung waehrend dieser Parlamentssitzung einzufuehrsn beabsichtigt,
und die Regierung nimmt ausserdem zu wichtigen Tagesfraren Stellung.
In der Rede des Koenigs wurde zum Ausdruck gebracht, dass
die Regierung die Bemuehungen der Fachabteilungen der Vereinten Nationen zur Verbesserung des Lebensstandards-in verarmten oder
rueckstaendigen Gebieten unterstuetzt. Die Regierung verpflichtete
sich ferner, weiterhin Plaene zu studieren, die die wirtschaftliche
Entwicklung Sued- und Suedostasiens foerdern. "Meine Regierung,"
sagte der Koenig, "wird sich auch in Zukunft um die Entwicklung
der Kolonialgebiete und die Wohlfahrt dieser Menschen kuemmern und
durch entsprechende Gesetzgebung die fuer diesen Zweck nach dem
Gesetz fuer koloniale Entwicklung und Wohlfahrt (1945) zur Verfuegung gestellten Summen ergaenzen."
Der wesentlichste Punkt des Reuther-Planes ist ein Vorschlag
an die Vereinigten Staaten, den Vereinten Nationen jaehrlich 13
Milliarden Dollar zur Verfuegung zu stellen, um "den Menschen in
- 12 -

�anderen La endern zu helfen, durch Entwicklung und Erweiterung
ihrer wirtschaftlichen Hilfsquellen und Moeglichkeiten sich selbst
zu helfen." Den Vereinten Nationen soll die uneingeschraenkte Kontrolle ueber diese Fonds uebertragen werden.
Der Nachtrag zur Koenigsrede wurde von H. C. Usborne vorgetragen. Er wurde befuerwortet von Sorensen, Brockway, Douglas
Houghton, A. C. Manual, einem langjaehrigen Funktionaer der Eisenbahningenieure und Vorarbeiter, Charles Grey, ein Bergarbeiter aus
Durham, Rhys Davies, ein ehemaliger Funktionaer der Gewerkschaft
der Arbeiter des Verteilergewerbes und aehnlicher Berufe und einer
der ersten Organisatoren der Fabrikarbeiter Englands, W. T. Procter,
ein frueherer Funktionaer der Nationalgewerkschaft der Eisenbahner,
und mehreren bekannten Journalisten, darunter Michael Foote, dem
Herausgeber der "Tribüne", und R. H. S. Crossman.
Mittlerweile beschaeftigt sich die Forschungsabteilung der
Labour-Partei eifrig mit der Ausarbeitung des "Weltplans fuer gegenseitige Hilfe," ueber die kuerzlich in der Erklaerung der LabourPartei, "Gewerkschaften und die moderne Gesellschaft" berichtet
wurde. In diesem Zusammenhang wird die "Totale Friedensoffensive"
Valter Reuthers ausfuehrlich eroertert.
Informationsabteilung der ECA LIission
fuer England
XI/9/50
:.IA?:GJ:L AN FACHARBEITERN IN AMERIKA

Waehrend die Produktionsleistung des einzelnen Arbeiters in
Amerika ihren hohen Stand beibehaelt und die Arbeitgeber bestrebt
sind, Arbeitskraefte fuer die Ruestungsproduktion zu finden, macht
sich in den Industriezentren des Landes der Mangel an Facharbeitern
immer staerker bemerkbar. Im vergangenen Monat ist die Zahl der
zur Verfuegung stehenden Arbeitsplaetze weiterhin leicht angestiegen. Besonders fuer die Metallberufe herrscht eine grosse, schwer
su befriedigende Nachfrage nach Facharbeitern. Dieser staendige
Tfengel in der Metallindustrie in einer Zeit verhaeltnismaessig geringer Ruestungsproduktion ist besonders kennzeichnend fuer die
zu geringen Facharbeiterreserven in Amerika.
Die Zahl der nichtbesetzten Arbeitsplaetze in nichtlandwirtschaftlichen Berufen, die den arbeitsstatistischen Aemtern der einzelnen Staaten gemeldet wurden, erhoehte sich un annaehernd ein
Viertel auf insgesamt 32.934. Hiervon waren wenig mehr als 10%
bei den oeffentlichen Arbeitsvermittlungsaemtern registriert.
In den gelernten und angelernten Berufen^ war die Zunahme der
offenen Arbeitsplaetze am augenfaelligsten. Der Bedarf an Arbeitskraeften in diesen Berufsgruppen betraegt gegenwaertig zwei Drittel
der gesamten Zahl der offenstehenden Arbeitsplaetze, wobei der
Bedarf in der Kategorie der gelernten Berufe am groessten ist.
Die Zahl des zur Verfuegung stehenden Buero- und Verkaufspersonals
und der ungelernten Arbeitskraefte belaeuft sich auf 8% der Gesamtnachfrage. In der Landwirtschaft hat sich die Zahl der nichtbesetzten Arbeitsplaetze um 7.500 auf ueber 39.000 gesteigert. Der
groesste Teil hiervon erstreckt sich auf landwirtschaftliche Helfer
fuer Baumwollfarmen, vornehmlich in Arkansas und Arizona.
Der Mangel an gelernten und angelernten Arbeitern hat sich
auf eine beschraankte Zahl von Berufsgrunpen konzentriert. In
zehn verschiedenen Arten gelernter Berufe, die mehr als die Haelfte aller offenstehenden Arbeitsplaetze umfassen, war die Steigerung
der Nachfrage nach Arbeitskraeften am groessten. Ein besonders
- 13 -

�grosser Mangel an Maschinisten herrscht vor allem in Pennsylvanien, Kansas und Oregon.
In etwa 26 Staaten ist kaum damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach fast 1.000 Werkzeug- und Mustermachern gedeckt werden
kann. Ueber 20 Staaten, darunter vor allem Pennsylvanien, Connecticut, Ohio und Wisconsin berichten von oertlichen ungedeckten
Fachfragen nach Drehern und Fraesern. In Kansas und Kalifornien
herrscht ein betraech^licher Mangel an gelernten Arbeitern fuer
den Flugzeugbau. Verhaeltnisraaessig gross ist auch die Zahl der
fehlenden Facharbeiter fuer den Kraftfahrzeugmotorenbau, die
Flugzeugmechanik und - reparatur, die Blech- und Elektroindustrie,
die Formerei und Giesserei.
Die bedeutsamste Entwicklung in der Kategorie der angelernten Berufe ist die Zunahme der offenstehenden Arbeitsplaetze fuer
Holzfaeller, Floesser und Arbeiter der holzverarbeitenden Industrie, deren Zahl sich von 3,600 auf insgesamt 5 X 0 gesteigert
hat. Vier Fuenftel dieser Arbeiter werden in dem Staate Maine benoetigt.
Ebenso gross ist die Nachfrage nach Elektro» und Maschineningenieuren, nach gelernten Krankenschwestern und Zeichnern. An
Buero- und Verkaufsberufen sind die der Stenographen und Stenotyoisten am meisten gefragt. Etwa 29 Staaten berichten von 1.758
offenen Arbeitsplaetzen fuer diese Berufe; die groesste Nachfrege
wird aus Ohio, Illinois, Minnesota, Virginia, Iowa und dem Bezirk
Columbia gemeldet.
The Labor Market and Employment Security
X/50
"CIO STAERKER ALS JE ZUVOR"
"Der Kongress der Industrieverbaende (CIO) ist staerker, einiger und entschlossener als je zuvor, die demokratischen Grundsaetze zu verwirklichen," erklaerte Praesident Philip Murray in
seiner Eroeffnungsrede zum 12. Kongress des CIO in Chikago.
Der CIO ist eine der bedeutendsten GewerkschaftsOrganisationen der Vereinigten Staaten mit einer Gesamtmitgliedzahl von
etwa sechs Millionen, in der viele Arbeiter der Grundstoffindustrien organisiert sind.
In seinem Jahresbericht an den Kongress hielt Murray einen
Rueckblick auf die Erfolge der Organisation in in- und auslaendischen Angelegenheiten. Er erklaerte den Mitgliedern, dass "sie
auf die Tatsache stolz sein koennen, in einer schweren Zeit der
amerikanischen Geschichte eine Organisation aufgebaut zu haben,
die zum Bollwerk der demokratischen Gesellschaftsordnung geworden
ist." Er erinnerte daran, dass er kurz nach Beginn der Aggression
in Korea Praesident Truman mitgeteilt habe, dass "der CIO alle
Anstrengungen unterstuetze, die darauf gerichtet sind, dieser
kommunistischen Aggression einen Riegel vorzuschieben und den Frieden in Asien wiederherzustellen. Wir billigen ebenfalls die Entschliessung der Vereinten Nationen, diesen Friedensbruoh durch
die nordkoreanische Regierung abzulehnen, und wir billigen es,
dass Sie dieser Entschließung prompt ihre Zustimmung zugesichert
haben."
"Mit der Ablehnung dieser kommunistischen Aggression in Korea
haelt der CIO an seiner traditionellen Gewohnheit fest, sich
Kriegstreibern zu widersetzen und fuer den Weltfrieden zu arbeiten."
- 14 -

�Murray erinnerte ausserdem daran, dass der CIO die auslaendischen HilfsProgramme der Vereinten Nationen immer unterstuetzt
hat,
die den Zweck haetten, die Lebensbedingungen der Arbeiter
anderer Laender zu verbessern und die Demokratie gegen die Propagandaversprechungen der kommunistischen Bewegung zu staerken.
Bezugnehmend auf das europaeische Wiederaufbauprogramm wies
er darauf hin, dass Funktionaere des CIO eine Reihe von Vorschlaegen zur Verbesserung dieses Programms angeboten haetten, "damit
die amerikanische Hilfe den Arbeitern und Bauern zugutekommt den beiden Gruppen, die unsere Hilfe am dringendsten benoetigen."
Zum Punkt-Vier-Programm Praesident Trumans fuer die wirtschaftliche und technische Unterstuetzung unterentwickelter Gebiete erklaerte Murray:
"Seit der kommunistischen Aggression in Korea hat dieses
Programm staendlg an Bedeutung gewonnen. Obwohl der CIO von der
Notwendigkeit eines umfassenden Ruestungsprogramms zur Verteidigung der freien Welt gegen Aggressionen voeliig ueberzeugt ist,
hat er unaufhoerlich gefordert, dass wir die Programme zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen fortsetzen muessen,
wenn, wir unsere Ziele erreichen wollen."
Wie in frueheren Jahren forderte Murray, dass den Gewerkschaften in den hohen Exekutivausschuessen der Regierung eine staerkere
Vertretung gewaehrt wird:
"Die Fuehrer der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung sind
mit der Forderung nach einer groesseren Beteiligung der Gewerkschaften an der Aussenpolitik bestrebt, die Errungenschaften zu
wahren, die jedem amerikanischen Buerger wert und teuer sind:
Demokratie und Freiheit."
In einer Stellungnahme zu dem Internationalen Bund Freier
Gewerkschaften, der im vorigen Jahre von Gewerkschaftsvertretern
aus 53 verschiedenen Laendern in London gegruendet wurde, bemerkte Murray, dass sowohl der CIO als die AFL, die beiden bedeutendsten
Gewerkschaftsvereinigungen der Vereinigten Staaten, sich als Mitglieder und rueckhaltlose Unterstuetzer dieser neuen internationalen Organisation fuehlen.
"Wir sind ueberzeugt,"sagte er, "dass der IBFG in den kommenden Jahren bedeutsame und konstruktive Beitraege zur Wohlfahrt der
Gewerkschaftsbewegungen in allen Teilen der Welt leisten wird,
und dass seine Taetigkeit fuer Millionen von Menschen von Nutzen
sein werde."
Zu den Vorgaengen im Inland berichtete Murray, dass der CIO
die kommunistische "Hemmungskampagne" ueberwunden habe , die der
Organisation in der Vergangenheit dadurch hinderlich gewesen sei,
dass man seit dem Kongress von 1949 elf kommunistisch beherrschte
Mitgliedsorganisationen ausgestossen und die kommunistischen Durchdringungsversuche voeliig vereitelt habe.
"Ich bin gewiss, dass binnen kurzem der Einfluss der kommunistischen Partei in der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung endgueltig und vollkommen beseitigt sein wird."
Zu den Fortschritten der Organisation auf wirtschaftlichem
Gebiet versicherte der Praesident des CIO, dass das "Programm seiner Organisation einen bisher ungekannten Grad an Sicherheit und
Stabil!taet in Millionen amerikanischer Familien gebracht hat."
- 15 -

�Auf die Erhoehung der Stundenloehne in den HerstellerIndustrien von 66.1 Cents im Jahre 1940 auf 1,43 Dollar in der ersten
Haelfte des Jahres 1950 und auf die Steigerung der Woohenloehne
von 25,20 auf 57,12 Dollar eingehend, sagte Murray:
"Die von den Gewerkschaften des CIO aufgestellten Masstaebe
wurden auf Millionen von Lohn- und Gehaltsempfaengern im ganzen
Lande ausgedehnt. Bestimmungen ueber Krankenunterstuetzungen und
Pensionen sind in den letzten Jahren zu einem selbstverstaendlichen Bestandteil der Tarifvertraege des CIO geworden. Fast in
allen Industrien gibt es bezahlten Urlaub und Ueberstundenbezahlung
fuer Sonnabend-, und Sonntags- und Feiertagsarbeit.
Daily Wireless Bulletin
XI/20/50
H0ECHST5R STAUDAMM D&amp;R WELT ENTSTEHT IN DEN FRANZOESISCHEN ALPEN
Der hoechste Staudamm der Welt wird von der franzoesischen
Slektrizitaetsgesellschaft "Electrioite de France" bei Tignes in
den franzoesischen Alpen gebaut. Der Bau wird ohne die ueblichen
unters tuetzenden Strebepfeiler ausgefuehrt; die Hoehe des Dammes
betraegt 187 Meter, das sind 0,30 m mehr als der groesste amerikanische Staudamm gleicher Bauweise. Zwei franzoesische Ingenieure, Jean Audy und F. Combe, haben im Rahmen des Marshall-PlanProgranms fuer technische Unterstuetzung eine neunwoechige Studienreise nach den Vereinigten Staaten unternommen, um festzustellen, wie die Arbeit an dem neuen Staudamm in Tignes beschleunigt werden kann. Sie studierten amerikanische Masohinen, die den
in Tignes angewendeten gleich sind, und hielten sich 15 Tage lang
an dem Staudamm "Hungry Horse" in Glory Hole, Montana,* auf. Dieses Bauprojekt ist ebenfalls dem Projekt in Tignes sehr aehnlich.
Marshall Plan News
1-4
BILLIGERE SCHUHE
Das Programm fuer technische Unterstuetzung der MarshallplanVerwaltung hat bei verhaeltnismaessig geringem Kostenaufwand gute
Ergebnisse gezeitigt. So verbrachten zum Beispiel 18 Experten
aus der franzoesischen Schuhindustrie im Fröhjahr dieses Jahres
sechs Wochen in den Vereinigten Staaten. Fuer das Projekt waren
22.000 Dollar erforderlich, einschliesslich der Kosten fuer drei
Dolmetscher. Unter den Besuchern befand sich Bernard Charrois
von der Schuhfabrik Picard. Er ist technischer Direktor und fuer
den Entwurf der Modelle und die Planung der Produktion verantwortlich. Nach seiner Rueckkehr entwarf er neue Modelle unter Beruecksichtigung der in den Vereinigten Staaten festgestellten Prinzipien. Allein durch diese Aenderung konnte er den ^reis fuer ein
Paar Schuhe, der vorher 3.000 Francs betrug, um 600 Francs oder
20$ reduzieren.
Marshall Plan News
1-4

16 -

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Di« folgenden Artikel •teilen Auszüge aus der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar «ad dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kaaa uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden diese auch einzelnen Interessenten direkt durch die Post zugeleitet.
Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 39

Frankfurt, 1. Lezenber 1950

I N H A L T S V E R Z E I C H N I

5

Kriegsgewinne verstaatlichter britischer Stahlindustrie unnoeglich - - - - - - - - - - - -

1

Die Lage der Gewerkschaften in Venezuela

3

- - -

Das US-Arbeitsministeriun und seine Funktionen

5

50 Jahre Kanadische Gewerkschaften

- - - - - -

9

- - - - - - - - - - -

n

Der CIO zun Suropaelschen Y/ieäeraufbauprogramm

14

Berufsschulen in Holland

Produktionssteigerung verhindert Inflation

- - 15

KRIEGSGEWINNE VERSTAATLICHTER BRITIfCHER STAKLINDUlTKIa LTw'O^GLICIi
Groessere Produktion, hoehere Leistungsfaehigkeit und Ausschliessung jeglicher Gewinne bei der A'iederaufruestung sind die
drei ^rossen Vorteile, die die britische Labour-Partei in der
Verstaatlichung der britischen Stahlindustrie sieht.
Die Regierung wird am 15. Februar 1951 die Aktien und Schuldverschreibungen von 92 Eisen- und Stahlgesellschaften uebernehnen.
Die Besitzer werden Schuldverschreibungen der Regierung erhalten,
die mit 3# verzinst werden. Vorher wurden ihnen durchschnittlich
fuenf bis sechs Prozent Zinsen gezahlt. Die Regierung ist jedoch
der Ansicht, dass der neue Zinssatz in Anbetracht der groesseren
Sicherheit der neuen Aktien durchaus gerechtfertigt isv.
Die Anhaenger der Labour-Partei erklaeren, die Verstaatiichun.'•
sei notwendig, um die Stahlindustrie erweitern und äer T-edarf fu.jr
- 1-

�die Wiederaufruestung und die zivile Wirtschaft decken zu koennen
und ausserdem die umfangreichen Plaene zur Entwicklung der rueckstaendigen Unternehmen durchfuehren zu koennen, die die Gewerkschaften ausgearbeitet haben. Sie weisen darauf hin, dass sich
die Stahlmagnaten vor dem Kriege einer Erweiterung und Modernisierung ihrer Industrie mit Erbitterung widersetzten. Schliesslich
haben sie sich jedoch angesichts der drohenden Nationalisierung
eines besseren besonnen. Aber die Wohlfahrt des Landes, sagen
die Mitglieder der Labour-Partei, duerfe nicht von den Entscheidungen einer Handvoll reicher Leute abhaengen.
Auch die groessere Leistungsfaehigkeit ist ein Ziel der
Labour-Partei. Die Gesellschaften werden so, wie sie sind, uebernommen, und im Anfang werden auch keine wesentlichen Aenderungen
vorgenommen. Mit der Zeit werden sie jedoch mehr und mehr kombiniert werden, damit ihre Leistungsfaehigkeit gesteigert werden
kann. Veraltete Betriebe sollen aufgegeben und modernere gebaut
werden. Die durchschnittliche Groesse der englischen Stahlunternehmen ist so, dass die 92 Betriebe zusammen nur halb soviel erzeugen wie ein einziges amerikanisches Unternehmen,die "US Steel",
und nur wenig mehr als das Unternehmen "Bethlehem".
Die Labour-Partei. sagt ausserdem, dass sich die englischen
Arbeiter mit groesserer Energie an den »Yiederaufruestungsanstrengungen beteiligen wuerden, wenn sie wissen, dass privaten Aktienbesitzern nicht noch mehr Geld in ihre Taschen fliesst. Die
Stahlindustrie ist massgebend fuer die gesamte V/iederaufruestung.
Mit der Uebertragung ihrer Besitzrechte an die Oeffentlichkeit
wird die Tatsache umso staerker hervorgehoben, dass man sich zum
Schutze der Demokratie in England und nicht zum Vorteil des Grosskapitals zur -Viedereufruestung entschlossen hat.
Wie steht es nun mit den Stahlarbeitern selbst? Das Verhaeltnis zwischen ihnen und ihren ürbeitgebern ist lange nicht S D
schlecht wie in den Bergwerken vor ihrer Verstaatlichung. Seit
einer Generation hat es tatsaechlich keinen bedeutenden Streik gegeben. Die Stahlarbeitergewerkschaften sind jedoch seit 1932 bestrebt, die Stahlindustrie zu verstaatlichen, und die Kandidaten
der Labour-Partei haben sich in den grossen Industriestaedten der
Stahlindustrie bei den Wahlen im Februar die meisten Stimmen sichern koennen.
Die grosse Sorge der Stahlarbeiter ist die Gefahr der Betriebsstillegung in Zeiten wirtschaftlicher Depressionen. Um ihren Teil
zu den Wiaderaufbaubemuehungen beizutragen, haben sich die Gewerkschaften im Jahre 1948 entgegen ihrem Programm rr.it einem siebentaegigen ununterbrochenen ürbeitsgan^ an den Hochoefen einverstanden erklaert. Die Gewerkschafter der Stahlindustrie wuenschen jedoch nicht, eines Tages keine Arbeit mehr zu haben. Sie sehen
deshalb, kurz gesagt, in der Verstaatlichung eine groessere Sicherheit fuer ihre Arbeitsplaetze.
Churchill und seine konservativen ünhaenger haben damit gedroht, die Stahlindustrie wieder in Privatbesitz ueberzufuehren,
wenn sie die neechsten Wahlen gewinnen sollten. Das Volk ist zum
groessten Teil jedoch hiermit nicht einverstanden. Der DurChschnittsenglaender sieht in der Verstaatlichung der Stahlindustrie
keine Gefahr fuer seine Lebensweise und seine Lebenshaltung.
Daily News Service
Labor Press Association
X/24/50
2 -

�DIE LAGE DER GEWERKSCHAFTEN IN VENEZUELA
Weder in den Kreisen der Regierung noch der Industrie Venezuelas leugnet man es ab, dass die Gewerkschaftsfuehrer dieses
Landes Repressalien ausgesetzt sind. Waehrend die Gewerkschafter
jedoch der Ansicht sind, dass diese Massnahmen ihre Bewegung zerstören sollen, behauptet die Regierung, die Gewerkschaftsbewegung
sei nur deshalb in Mitleidenschaft gezogen, weil sie zu enge Beziehungen zu der Partei fuor Demokratische Aktion unterhalte. Der
Arbeitsminister versicherte, er sei sich der Tatsache bewusst, dass
die Koalitionsfreiheit im engen Sinne des Wortes im Vergleich zu
den hochentwickelten Laendern Europas und Nordamerikas in Venezuela
nicht bestehe, und dass sich an dieser Lage solange nichts aendern
werde, bis die Gewerkschaftsbewegung so wie in den erwaehnten Laendern den ihr gebuehrenden Kurs einschlage und unabhaengig von politischen Parteien sei.
Die grundlegenden Arbeitsbestimmungen in bezug auf die Organisationsfreiheit und die Garantie des Rechtes, sich zu organisieren, entsprechen den meisten Prinzipien der Konvention der Internationalen Arbeits-Organisation. Nach dem venezolanischen Arbeitsgesetz von 1936 ist der "closed-shop" gestattet, "und unter Währung
der Selbstaendigkeit der Gewerkschaften ist ihr Taetigkeitsbereich
genau festgelegt. Legale Gewerkschaften koennen ihre Mitglieder
registrieren und sie vertreten, um die Einhaltung der Bestimmungen
dieses Gesetzes zu gewaehrleisten, Tarifvertraege abzuschliessen
usw. Die Registrierung kann auf unwiderruflichen Beschluss eines
Gerichtshofes fuer ungueltig erklaert werden, wenn sich die Gewerkschaften anderen als mit ihren legalen Zielen zu vereinbarenden
Taetigkeiten widmen. Die politische Betaetigung in Verfolgung dieser Ziele wird als rechtmaessig betrachtet, wenn "die Verfolgung
politischer Ziele" nicht der einzige Zweck der Organisation ist.
Eine Organisation kann durch Rechtsprechung nur dann aufgeloest
werden, wenn sie sich einer nationalen oder internationalen politischen Vereinigung oder Partei anschliesst.
Im November 1948 waren 1.014 Gewerkschaften, in Landes- und
Industrleverbaende unterteilt, registriert. Das war ein aussergewoehnlicher Erfolg seit den Anfaengen der Gewerkschaftsbewegung
im Jahre 1936. Vier.Fuenftel der organisierten Arbeiterschaft pehoerten dem Venezolanischen Gewerkschaftsbund an, der im November
1947 von 17 Landes- und sieben Industrieverbaenden gegruendet worden
war, die fast ausnahmslos eine Zusammenarbeit alt der die Regierung
bildenden Partei fuer demokratische Aktion beguenstigten. Sine Reihe
Funktionaere des Venezolanischen Gewerkschaftsbundes wurden in die
gesetzgebende Behoerde Venezuelas gewaehlt. Die Arbeitnehmerorganisationen wuchsen viel schneller an als die der Arbeitgeber, woraus
ein falsches Kraefteverhael-tnis in den Wechselbeziehungen zwischen
Arbeitnehmern und Arbeitgebern entstand.
In der Zeit von November 1948 bis Februar 1949 hat die dann
an die Macht gekommene Militaer-Junta die folgenden vier Massnahmen
durchgesetzt:
1. Bestimmte verfassungsmaessige Garantien wurden durch eine
Verordnung bis zu der Zeit aufgehoben, in der die Lage sich geaendert hat, auf grund derer diese Verordnung erlassen wurde. Damit
war die Regierung befugt, Korrespondenz, Dokumente, Finanzen, Veroeffentlichungen und Konferenzen der Gewerkschaften tu kontrollieren, Haussuchungen in den Bueroraeumen der Gewerkschaften und den
Wohnungen der Mitglieder durchzufuehren und Gewerkschaftsfunktionaere
die sich gesetzlich nicht genehmigten Taetigkeiten widmeten, auszuweisen oder zu inhaftieren. Die Behoerden unterrichteten die
Internationale Ärbeits-Organisation darueber, dass die Aufhebung

�dieser verfassungsmaessigen Garantien auch die Suspendierung des
Streikrechtes mit einschliesse.
2. Das Gerichtswesen wurde einer Revision unterzogen. Weil
die Gerichtshoefe bei der Registrierung oder Aufloesung der Gewerkschaftsorganisationen eine aeusserst wichtige Rolle spielten,
bestand die Gefahr, dass die staatlichen Behoerden ueber Sein
oder Nichtsein der Gewerkschaften willkuerlich entscheiden konnten.
3. Der Venezolanische Gewerkschaftsbund und die ihm angeschlossenen Organisationen wurden aufgeloest. Ein Sprecher der
Regierung hatte erklaert, dass dieses "kuenstliche Gerippe" von
der Partei fuer Demokratische Aktion (im Dezember 1948 aufgeloest)
nach Verfolgung der unabhaengigen Organisationen aufgestellt worden sei und weiterhin das politische Werkzeug dieser Partei
bliebe. Obwohl die oertlichen Gewerkschaften nicht aufgeloest
und die wenigen, nichtangeschlossenen Organisationen nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, hatte diese Aufloesung die schwersten
Folgen fuer die Gewerkschaftsbewegung.
4. Die oertlichen Gewerkschaften wurden aufgefordert, neue
Vorstaende zu waehlen, da ihre Funktionaere nicht dazu berechtigt
seien, ein Amt zu bekleiden. Gewerkschaftsversammlungen, die
anfaenglich verboten waren, wurden zu dem einzigen Zwecke genehmigt, neue Vorstaende zu waehlen und die Finanzberichte zu ueberpruefen. Diese Konferenzen mussten jedoch im voraus von den staatlichen Behoerden genehmigt werden und wurden von der Polizei und
Gewerkschaftsinspektoren beaufsichtigt, die sioh in zahlreichen
Faellen sogar einmischten. Vielen Gewerkschaften, besonders in
den laendlichen Bezirken, war es nicht moeglioh, die fuer die Abhaltung der Konferenzen gestellten Bedingungen zu erfuellen. Ebenso
bedeutsam war die Unmoeglichkeit, die gesetzlich anerkannten Gewerkschaften zu vereinigen. Landesverbaende wurden von der Regierung zwar nicht verboten, aber sie hatten mit den gleichen Schwierigkeiten zu kaempfen, die auch den Gewerkschaften zu schaffen
machten. Die Errichtung eines neuen Zentralverbandes wurde nicht
gestattet.
In einer Stellungnahme zu den Auswirkungen der Massnahmen der
Jlilitaer-Junta auf das Tarifverhandlungswesen hat die Internationale
Arbeits-Organisation erklaert, dass das TarifVerhandlungswesen
zwar nicht direkten Beschraenkungen unterworfen sei, aber doch
stark geaendert zu sein scheine, und dass weitere Verbesserungen
durch TarifVerhandlungen aeusserst schwierig, wenn nicht unmoeglich
geworden seien. Nur durch die Wiedereinfuehrung des Rechtes, sich
gewerkschaftlich zu organisieren, und durch andere, wesentliche
Garantien koenne dem Tarifverhandlungssystem wieder seine volle
Wirksamkeit verliehen werden.
Bis jetzt waren Tarifvertraege in Venezuela von grosser Bedeutung. Dem Arbeitsgesetz zufolge mus3 ein Unternehmer einen Tarifvertrag abschliessen, wenn dies von einer Gewerkschaftsorganisation oder sonstigen Gruppen verlangt wird, die dann darum ersuchen
kann, wenn mindestens 75% ihrer Mitglieder es wuenschen. Die Zahl
der registrierten Vertraege ging zu Anfang des Jahres 1949 stark
zurueck, und nur wenige der abgelaufenen Vertraege wurden erneuert. (Viele Vertraege erloschen in den Jahren 1949 und 1950).
Die Behoerden teilten der Internationalen Arboits-Organisation mit,
dass die Tarifvertraege weiterhin in Kraft blieben, selbst wenn
sie nicht erneuert wuerden. Wenn dies zutrifft, so sind die Verhaeltnisse zum mindesten stabilisiert. Nach dem Arbeitsgesetz sind
die Gewerkschaften an erster Stelle mit der Aufgabe betraut, die
Anwendung der Tarifvertraege zu ueberwachen. Diese Aufgabe faell*-.
- 4-

�sodann der Arbeitsverwaltung und schliesslich den besonderen Arbeitsgerichten zu. Es ergibt sich die Frage, ob die auf sich gestellten Gewerkschaften, die von keinem Gewerkscheftsverband
unterstuetzt werden, tatsaechlich von ihren gesetzlich verankerten Rechten vollen Gebrauch machen koennen.
Das Arbeitsgesetz sieht obligatorische Schlichtung und freiwillige Schiedssprechung durch Ausschuesse vor, in denen die
beiden in Streitigkeiten verwickelten Parteien vertreten sind.
Die Verfahren der Schiedssprechung und Schlichtung, soweit sie
noch weiterbestehen, bieten den Arbeitern jedoch nicht mehr die
gleichen Garantien wie unter normalen Bedingungen. Das Kampfmittel eines Streiks oder einer Aussperrung ist jetzt ausgeschlossen,
und die in dem Arbe4.tsgesetz beschriebene Verhandlungsmaschinerie
laeuft Gefahr, paralysiert zu werden, selbst wenn der Wortlaut
des Gesetzes unveraendert bleibt.
Monthly Labor Review
X/50
Maurice J. Tobin:
DAS US-ARBEITSMIKISTERIPM UND SEINE FUNKTICKEN
Das Arbeitsministerium wurde im Jahre 1913 von dem Kongress
mit folgendem Auftrag gebildet: "Zweck des Arbeitsministeriums
soll 9ein, die Wohlfahrt der Lohnempfaenger in den Vereinigten
Staaten zu foerdern und zu entwickeln, ihre Arbeitsbedingungen zu
verbessern und die Moeglichkelten fuer eine eintraegliche Beschaeftigung zu steigern.n
Der Begriff "Lohnempfaenger• umfasst mehr[^ als nur die organisierte Arbeiterschaft. Er umschliesst die ueberwaeltigende
Mehrheit aller Amerikaner, weil die meisten von ihnen in einem
Arbeit3verhaeltnis stehen. Das Arbeitsministerium befasst sich
unmittelbar mit dem Wohlergehen der Arbeiter im allgemeinen und
beschaeftigt sich indirekt mit allen Dingen, die das Leben des
amerikanischen Volkes verbessern koennen.
Dem Arbeitsministerium wird haeufig der Vorvmrf gemacht, es
sei parteiisch und wuerde beeinflusst. Dieser Vorwurf ist unbegruendet und jeder, der gewohnt ist, mit Zahlen umzugehen, wird
dies einsehen. Von der Voraussetzung ausgehend, dass das Arbeitsministerium versucht, seine urspruengliche Aufgabe zu erfuellen,
und wenn man beruecksichtigt, dass die Lohnempfaenger in den Vereinigten Steaten fast die Haelfte der gesamten Bevoelkerung darstellen, wird man einsehen, dass es unmoeglich ist, dass das Arbeitsministerium nur eine besondere Schicht des Volkes vertritt.
Das Ministerium wird haeufig beschuldigt, das Werkzeug der
organisierten Arbeiterschaft des Landes zu sein. Das Ministerium
hatte jedoch immer nur das Wohl des gesamten Volkes im Auge und
seine Funktionen waren dementsprechend festgelegt. Das Amt fuer
Arbeitsstatistik und das Buero fuer Arbeitsnormen haben staendig
auf objektiver Grundlage gearbeitet. Deshalb werden ihre Entscheidungen von den Arbeitgebern akzeptiert, und ihre Hilfe ist
deshalb wertvoll und begehrt. Niemand kann behaupten, dass sich
das Arbeitsministerium nicht immer streng an die Gesetze gehalten hat, wozu es als eine vom Kongress fuer einen bestimmten Zweck
gebildete Behoerde verpflichtet ist.
Wenn es sich mit den Rechten und der Wohlfahrt der Lohnemnfaenger befasst, dann sollte dies ein Beweis dafuer sein, dass
- 5

�das Ministerium nicht gewillt ist, das Wohl des ganzen Landes zum
Vorteil einer besonderen Klasse zu opfern. Die Lohnempfaenger
der Vereinigten Staaten bilden nicht nur fast die Heelfte der
Genamtbevoelkerung, sondern sie stellen auch den groessten Teil
d?r Verbraucher des Landes dar. Ihr Wohlergehen findet im Wohlstand oder der Depression des Landes seinen direkten Niederschlag.
Wer behauptet, das Arbeitsministerium sei lediglich eine Art
Fuorsprecher fuer die Lohnempfaenger der Vereinigten Staaten,
laesst die Bedeutung, die der Arbeiterschaft in einer Demokratie
zufaellt, voellig ausser acht. Es waere das gleiche, wenn man
annaehme, dass das, was fuer die Arbeiter gut ist, fuer die Industrie schlecht sei, obwohl gerade das Gegenteil der Fall ist. Es
waere das gleiche, wenn man annaehme, Arbeiter und Unternehmer
seien unvermeidlich Gegner, obwohl sie in Wirklichkeit nur verschiedene Einger an einer Hand sind, die nach dem gleichen Ziel
streben.
Die Lehre von dem unvermeidlichen Konflikt zwischen Arbeitern
und Unternehmern muss somit zurueckgewiesen werden-. Wenn das
Arbeitsministerium die Sache der Lohnempfaenger foerdert, dann
leistet es einen Beitrag zur allgemeinen Wohlfahrt. Selbst im
Kongress, wo haeufig eine scharfe Kritik am Arbeitsministerium
geuebt wird, laesst sich eine allgemeine Veraenderung in der Einstellung beobachten. Auch aus diesem Grunde gewinnt das Ministerium, das in den vergangenen Jahren viele seiner Funktionen verloren hatte, dieselben nun wieder zurueck. Die Untersuchungskommission Hoovers, die staendig die Zusammenlegung der Funktionen
gefordert hat, hat hierbei mitgeholfen, ihre Empfehlungen waeren
vom Kongress jedoch nicht gutgeheissen worden, wenn sich die alte
Behauotung, dass das Ministerium der Interessenvertreter einer
kleinen Gruppe sei, inzwischen nicht als falsch erwiesen haette.
Dem Arbeitsministerium wurde im vorigen Jahre das Buero fuer
Beschaeftigungssicherheit wieder angeschlossen, das den Arbeitsvermittlungsdienst und das Buero fuer Arbeitslosenversicherung umfasst.
Traesident Truman hat vor kurzem dem Kongress den Reorganisationsplan ?7o. 19 uebersandt, der einen weiteren Vorschlag der
Hoover-Kommission enthaelt, nach dem die Funktionen des Bueros
fuer Unfallversicherung dem Arbeitsministerium uebertragen werden
sollen, dessen Programme Sterbegelder und Unterstuetzungen bei
Arbeitsunfaehigkeit vorsehen und sich auf 2 Millionen Arbeiter
der Bundesregierung, 500.000 Hafenarbeiter, 250.000 Industriearbeiter im Bezirk Columbia und etwa 100.000 Arbeiter privater Vertragsfirmen in Ueberseehaefen der Vereinigten Staaten erstrecken.
Mit der Genehmigung dieses Vorschlages durch den Kongress ist zu
rechnen.
Das Arbeitsministerium wird also groesser, und wenn das TaftHartley-Gesetz aufgehoben wird - dies waere fuer ein besseres Verhaeltnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wuenschenswert wird das Ministerium wieder den Vermittlungs- und Schlichtungsdienst uebernehmen, auf den es nach allen Regeln einer logischen
und guten Verwaltung Anspruch hat. Wenn diese Zeit kommt, wird
dem Arbeitsminister die Aufgabe zufallen, ueber Streiks zu entscheiden; unter dem Taft-Hartley-Gesetz war dies bisher unmoeglich.
Die Anpassung der Arbeitsvertraege an niedrigere Gestehungskosten ist eine Frage-, die dringend einer Loesung bedarf. Im grossen und ganzen wird die^Frage der Produktionskosten von den Arbeitgebern und den meisten (Gewerkschaften als ein Vorrecht des Unter- 6-

�nehmertums betrachtet. Damit werden sie nicht direkt bei den
Tarifverhandlungen und den Tarifvertraegen beruecksichtigt. Indirekt jedoch ist das Tarifverhandlungsverfahren in den Augen der
meisten Gewerkschaften und vieler Unternehmer ein Faktor, der
bei der Reduzierung der Produktionskosten eine wesentliche Rolle
spielt. Friedliche Wechselbeziehungen zwischen Arbeitgebern und
Arbeitnehmern reduzieren die Zahl kostspieliger Streiks und unnöetiger Streitigkeiten innerhalb eines Betriebes und tragen damit zur hoeheren Produktionsleistung und zu niedrigeren Gestehungskosten bei.
Einige Gewerkschaften, besonders die der Damenoberbekleidungsarbeiter (AFL), der Vereinigten Bekleidungsarbeiter von Amerika
(CIO), der Vereinigten Stahlarbeiter von Amerika (CIO) und der
Vereinigten Automobilarbeiter (CIO) haben technische Abteilungen,
die auf Wunsch die Unternehmer in technischen Fragen beraten.
In der Bekleidungsindustrie haben die Gewerkschaften der
Damenoberbekleidungsarbeiter und der Bekleidungsarbeiter von Amerika wiederholt mitgeholfen, die Arbeitsgaenge zu rationalisieren,
um es den Unternehmern zu ermoeglichen, die Produktionskosten zu
senken. In einigen Faellen ist diese Zusammenarbeit durch direkte
finanzielle Unterstuetzung der Gewerkschaft in Form von Krediten
ergaenzt worden, die es den Unternehmern ermoeglichten, ihr Geschaeft auf eintraeglicher Basis weiterzufuehren.
Der Scanlon-Plan zeigt einen neuen Weg, die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu regeln. Dieser Plan ist
nach -Joe Scanion benannt, der nicht nur Produktionskostenpruefer,
sondern auch Berufsboxer war und direkt am Hochofen arbeitete. Tun
nimmt er im Technologischen Institut von Massachusetts eine fuehrende Stellung ein.
Im Jahre 1936 arbeitete Scanion fuer
eine Stahlgesellschaft"und wurde nicht nur Praesident dar Ortsgewerkschaft der Vereinigten Stahlarbeiter, sondern fand auch eine
?&gt;'oef?lichkeit, eine Idee auf die Probe zu stellen, die vielleicht
von revolutionaerer Bedeutune fuer die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sein kann, Kit seinen Erfahrungen als
Produktionskostenpruefer und Industriearbeiter entwarf er einen
^lan, der die Aufmerksamkeit Clinton Goldens, des Vize-Praesidenten
der Stahlarbeitergewerkschaft, auf sich zog und zur Veroeffentl'ichung des Buches "Die dynamischen Kraefte der Demokratie in der
Industrie" fuehrte, das von Golden und Harold Ruttenberg geschrieben wurde.
Der Scanlon-Plan ist ein Produktivitaetsplan der Gewerkschaften und der Unternehmer, der den Arbeitern eine Praemie fuer fuehlbare Einsparungen in den Gestehungskosten bietet. Dieses Programm
steht nicht nur auf dem Papier. Es ist mehrere l'ale auf die Probe
gestellt worden und hat sich in grossen und kleinen Unternehmen
bewaehrt.
Der Plan von ocanlon gruendet sich auf die Beteiligung der
Arbeiter, und zwar eine Beteiligung nicht im Sinne allzu zahlreicher Unternehmer, sondern diese besteht darin, Mittel und '.'ege zu
finden, um die Arbeiter fuer jede Steigerung der Produktionsleistung zu entschaedigen und diesen Grundsatz zu einer wirksamen
Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Arbeitern auszubauen, die
sie zu einer Interessengruppe mit gemeinsamen Zielen werden laesst.
Wenn dies gelungen ist, wird man feststellen, dass die Produktionsleistung zum Hauptinteresse nicht nur der Unternehmer, sondern auch
der Arbeiter wird.
Um den Plan von Scanion erfolgreich anwenden zu koennen, muessen die normalen Betriebskosten fuer ein Unternehmen festgesetzt
- 7-

�und danach eine.Methode eusgearbeitst werden, um die Arbeiter an
den Gewinnen zu beteiligen. Esraussalso eine Beziehung zwischen
dem Arbeiter und der Produktionsleistung des ganzen Betriebes hergestellt werden, angesichts des unterschiedlichen Produktionsschemas der Industrie ist dies eine besonders wichtige Aufgabe
fuer die Produktionskostenpruefer.
Nachdem eine Formel gefunden ist, werden $lle Faktoren nach
ihr ausgerichtet. Die Einsoarungen an Gestehungskosten kommen den
Arbeitern zugute, und die Gewinne der Unternehmer ergeben sich aus
dem gesteigerten Absatz. Die Praemien werden allen Arbeitern gezahlt und nicht nur einzelnen," die wertvolle Vorschlaege gemacht
haben.
Um den Scanlon-Plan moeglichst erfolgreich gestalten zu
koennen, muss eine Gewerkschaft vorhanden sein. Es ist jedoch
stats ein Unterschied zwischen gewerkschaftlichen Fragen und Fragen der Produktionsleistung zu machen. Beschwerden werden getrennt von geschaeftlichen Fragen behandelt, mit denen sich Produktivitaetsausschue3se der Gewerkschaft und Unternehmer befassen.
Manchmal wird dieser Plan in die Tarifvertraege aufgenommen, haeufig geschieht dies jedoch nicht. Immer jedoch stellt der Plan
die Gemeinschaft in einem Betrieb her, die den Arbeiter zu einem
Bestandteil des Unternehmens werden laesst, und die die moderne
Massenproduktion durch die Initiative des einzelnen foerdert, die
eine Zeitlang voellig zu fehlen schien.
Um ein solches Ziel erreichen zu koennen, muessen Unternehmer
und Gewerkschaftsfunktionaere natuerlich den Willen zur Zusammenarbeit und gegenseitiges Versteendnis zeigen, und sie muessen bestrebt sein, in einem Unternehmen die besten Ergebnisse zu erzielen. Der Arbeiter ist damit mehr als nur eine beschaeftigte Arbeitskraft. Er v«/ird selbst sozusagen Unternehmer. Auch der
Gewerkschaftsfunktionaer wird dadurch veranlasst, sich weniger
auf die Gewalt als auf die Staerke zu verlassen, die die wirkliche
wirtschaftliche Gleichberechtigung dem Arbeiter verleiht. Entscheidungen werden nach Besprechungen unter gegenseitigen ^upestaendnissen in wahrhaft demokratischer '.eise getroffen.
Auf diese V.'eise arbeitet die Demokratie in der Industrie.
Die Tarifverhandlung ist keine halsabschneiderische Taetigkeit
mehr, sondern wickelt sich in einer Atmosphaere des guten Willens
ab, dem gute Arbeit zu Grunde liegt. Das "Klima" in einem Betrieb,
in dem wirklich zusammengearbeitet wird, in dem die Arbeiter das
Interesse haben, die Gestehungskosten niedrig zu halten, und in
dem die Unternehmer jeden Grund haben, die Mitarbeit ihrer Arbeiter zu begruessen, muss von einer solchen Art sein, wie sie bisher
in den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern noch
ziemlich unbekannt war. Arbeiter, die zu der Erkenntnis gekommen
sind, dass sie wirklich zu dem Betrieb gehoeren, werden entsprechend handeln, Sie werden zu schoepferischen Mitarbeitern werden dies wurde bisher innerhalb der Industrie selbst fuer unmoeglich
gehalten.
Joe Scanion hat ein neues Blickfeld eroeffnet, das grenzenlose
Moeglichkeiten bietet. Wenn der Arbeitsfriede zur Wirklichkeit
werden soll, darf ein anspornender Faktor nicht vergessen werden,
der von noch groesserer Bedeutung ist als Geld oder eine gute
Stellung. Dieser Ansporn besteht darin, dass man der schoepferischen Taetigkeit des Arbeiters Moeglichkeiten bietet und ihn als
menschliches Wesen anerkennt, das bereit ist, sich sein eigenes
Glueck und sein eigenes Wohlergehen zu gestalten. Dieser AnsDorn
liegt darin begruendet, dass sich die Unternehmer ihrer moralischen
Verantwortlichkeit und den Regeln der Demokratie unterwerfen.
8 -

�Aber auch die Arbeiterschaft hat Verpflichtungen, die sie
Tenau 30 wie die Unternehmer einhalten muss und denen sie sich
nicht entziehen kann. Wenn das System der freien Wirtschaft erhulten bleiben soll, muss es Gewinne geben. Die Art und Weise jedoch, in der sie erzielt und verteilt werden, in der Arbeiter und
Unternehmer eine "oeglichkeit finden, gerecht belohntzu werden,
und das Verhaeltnis, das zwischen ihnen besteht - ob als Brueder
in gemeinsamen Streben oder als erbitterte Gegner - all dies wird
darueber entscheiden, ob die Arbeiterschaft und das ganze Volk
unter chaotischen Vnrhaeltnissen weiterleben oder den sozialen
und wirtschaftlichen Frieden erlangen werden.
Pressemitteilung des ü.S»
Arbeitsministeriums
17/12/50
50 JAHRS K^NADISCHS OSWZRrsCHAFTEN
l'it der -Verkuendunp- des Schlichtungspesetzes im Juni des Jahres
1900 wurde da3 heutige Arbeitsministerium Kanadas gegruendet.
50 Jahre spaeter, im Sentember dieses Jahres, brachte das Arbeitsministerium aus diesem Anlass eine Tubilaeunsausgabe der
"Labour Gazette" heraus.
Natuerlich wird in dieser ausgäbe der "Labour Gazette", die
:?onat fuer :,Tonat aus offiziellen Quellen,und meist an Hand von
Zahlen von den Geschehnissen berichtet, die fuer die Arbeiterschaft
von Bedeutung sind, eine illustrierte Beschreibung der Geschichte
des Arbeitsministeriums und der Arbeitsverhaeltnisse in der ersten
Haelfte des 20.'Jahrhunderts gegeben.
Es ist dies eine der besten Beschreibungen der fuer die Arbeiterschaft Kanadas so bedeutungsvollen Entwicklung, die ueberhaupt besteht.
Es ist eine sachliche Darstellung der allmaehlichen Umwandlung eines Landwirtschaftsgebietes, das eine Kolonie Grossbritanniens war, in einen Staat, der im wesentlichen industriell ist
und dessen Wirtschaftsfaeden in New York zusammenlaufen.
Auch von den Gesetzen wird berichtet, die in das Buch der
Verfassung im Laufe der Zeit aufgenommen wurden, und die den Menschen eines Industriestaates ihr Los erleichterten.
Die Veraenderungen der Loehne, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen sind ebenfalls niedergelegt.
Die Tatsache findet Beruecksichtigung, dass Kanada ein Einwandererstaat ist. Die Geschichte des Volkes, das dieses Land aufgebaut hat, beginnt mit den 28 franzoesischen Ansiedlern, die sich
in, Quebec einschanzten, um den ersten kanadischen Winter im Jahre
1682 zu ueberleben. Sie endet mit der heutigen Zeit, in der noch
immer ^latz fuer neue Ansiedler ist und hollaendische Bauern sich
gegenwaertig im Lande niederlassen.
Natuerlich werden auch die historischen Entwicklungen der kanadischen Gewerkschaftsbewegung in ausgezeichneter Weise wiedergegeben.
Die Nachteile dieses Werkes sind nicht so gross, dass man sie
nicht uebersehen koennte. Einmal besteht die Tendenz, das Arbeitsministerium und nicht die Wohlfahrt der Lohnempfaenger als Zweck
- 9-

�aller Taetigkeiten des Ministeriums hinzustellen. Zum andern
werden die historischen Ereignisse, die die Erfolge der Arbeiter
Kanadas kennzeichnen, so beschrieben, als ob sie einem parlamentarischen Ausschuss oder den Eingebungen MacKenzie Kings entstammten.
Ausser einer voellig unzutreffenden Bemerkung ueber den Generalstreik in V.'innipeg, deren drei Illustrationen den Text jedoch widerlegen, bleiben die Bemuehungen der kanadischen Arbeiter, ihr
eigenes Los zu verbessern, im grossen und ganzen unerwaehnt.
Und hier einige Auszuege aus dem Bericht der "Labour Gazette"
ueber die GewerkschaftsOrganisationen:
Bericht der KoenigLjcJien Kommission ueber Kapital und Arbeiterschaft
im Jahre 1869.
"GewerkschaftsOrganisationen sind notwendig, um den Arbeitern
es zu ermoeglichen, auf gleichberechtigter Basis mit ihren Unternehmern zu verhandeln. Ihre Beauftragten empfehlen, dass diese
Organisationen in Anbetracht dessen, was sie bereits fuer die
Arbeiterschaft geleistet haben, mit allen gesetzlichen I'itteln f-efoerdert werden; und dass ein Tag im Jahr als "Tag der Arbeit" von
der Regierung zum gesetzlichen Feiertag erklaert wird."
Stellungnahme der Koeniglichen Kommission zu den Beziehungen
zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Jahre 1919.
"Bei den Unternehmern sind drei verschiedene Gruppen zu unterscheiden: erstens diejenigen, die ihren Arbeitnehmern das Recht
verweigern, sich gewerkschaftlich zu organisieren; zweitens diejenigen, die ihren Arbeitnehmern dieses Recht zwar nicht verweigern, aber die Organisationen ihrer Arbeitnehmer nicht anerkennen
wollen; und drittens diejenigen, die ihren Arbeitnehmern das Recht,
sich zu organisieren, nicht nur zugestehen, sonderndiesOrganisationen auch anerkennen und mit ihnen verhandeln.
".... wir sind der Auffassung, dass es nicht mehr angebracht
ist, dass die Unternehmer ihren Arbeitern nicht gestatten, sich
zu organisieren. Wir glauben, dass eine der schwerwiegendsten
Ursachen des Unfriedens beseitigt waere, wenn die Unternehmer dieses Recht offen anerkennen würden.".
Offizielle Erklaerung des Nationalen Ausschusses fuer Arbeitsfragen in Kriep-szeiten (National War Labour Board) aus dem Jahre 1945.
".... die grosse Kasse der Unternehmer hat bis vor verhaeltnismaessig kurzer Zeit noch alle ihr zur Verfuegung stehenden
Waffen eingesetzt, um die Gewerkschaftsbewegung zu bekaempfen und
sie zu entmutigen. Es muesste zur Pflicht gemacht werden, sich an
das Prinzip der Tarifverhandlung zu halten ..."
Die Lebensbedingungen vor 50 Jahren im Jahre 1900
"Es gab fast keine Sozialversicherung. Erziehung und andere
."oeglichkeiten des Gemeinwesens waren in ihrem Umfang begrenzt. Die
Arbeitszeit der meisten Arbeiter war sehr lang. Fuer Hygiene, Gesundheitspflege und Erholungsaufenthalte wurde sehr wenig getan.
Es gab keine Autobusse, die die Arbeiter zur Arbeitsstelle und
wieder nach Hause brachten, und Kohleoellanpen und Holzoefen
waren Standardeinrichtungsgegenstaende in den Wohnungen der «rteiter.
"Der Durchschnittslohn eines Fabrikarbeiter im Jahre 1900
betrug sieben Dollar woechentlich, im Jahre 1950 44 Dollar. Die
Gesamtzahl der Fabrikarbeiter belief sich iß» Jahre 1900 auf
230.000, im Jahre 1950 auf 1.300.000 Dollar.
- 10 -

�Das Volumen der industriellen Produktion hat sich um das
zehnfache gesteigert. Die Zahl dar Arbeiter ist etwas mehr als
viermal so hoch.
Die Arbeitswoche zaehlte im Jahre 1900 im Durchschnitt 60
Stunden, im Jahre 1950 44 Stunden.
Der erste Abschnitt der Geschichte der Gewerkschaftsbewegunsr
beginnt etwa mit dem Jahre 1S27, als Arbeitergruppen oertliche
Handwerkerorganisationen bildeten, die ueber Loehne verhandelten
und ausserdem den Zweck hatten, sich gegenseitig zu unterstuetzen.
Hieran waren vor allem die Drucker, Kuefer, I.!aurer und Schuhmacher
beteiligt.
Der zweite Abschnitt der kanadischen Gewerkschaftsgeschichte
ist durch den Anschluss kanadischer Lokalgewerkschaften an die
US-Gewerkschaften der Former, Drucker, Eisenbahner und Schuhmacher
gekennzeichnet.
T'achdem die Drucker im Jahre 1872 einen Streik gefuehrt hatten, um ihrer Forderung nach dem Teunstundentag Nachdruck zu verleihen, der seinen Hoeheounkt in der Festnahme der Gewerkschaftsfuehrer fand, wurde das Gewerkschaftsgesetz erlassen, das die
Gewerkschaften fuer legal erklaerte.
Im dritten Abschnitt der kanadischen Gewerkschaftsgeschichte
vollzieht sich der Zusammenschluss der Organisationen in Landesverbaenden. Der erste war die kurzlebige kanadische Gewerkschaftsunion, es folgte der Gewerkschaftsbund "Knißhts of Labour" (Ritter
der Arbeit), und im Jahre 1886 wurde der Berufs- und Arbeiterkongress von Kanada (Trades and Labour Congress of Canada) gegruendet,
der heute noch besteht.
Die Ausstossung der Organisationen des Gewerkschaftsbundes
"Knights of Labour" und anderer Gewerkschaften, die als Rivalen
der internationalen Gewerkschaften des Berufs- und Arbeiterkongresses angesehen wurden, fuehrte zur Gruendung des Kanadischen
Berufs- und Arbeiterkongresses, des Vorlaeufers des Kanadischen
und Katholischen Gewerkschaftsbundes, der sich mit den Gewerkschaften des CIO zusammenschloss, um den letztgenannten Gewerkschaftsbund von heute zu bilden.
Der Kanadische und Katholische Gewerkschaftsbund begann sein
Dasein mit einer Aussperrung der Schuhmacher in Quebec im Jahre
19.00. Unter dem Jiinfluss des Erzbischofs Begin nahm er im Jahre
191£ Formen an, und die gegenwaertige Organisation entstand auf
einer Konferenz in Chicoutimi im Jahre 1920.
Die Gesamtzahl der Gewerkschaftsmitglieder Kanadas belaeuft
sich heute auf eine Million.
UAW-CTO Ammuni tion
X/50
BERUFSSCHULE!: IX HOLLAND
Jan van der Bend will Dreher werden, £r ist ein stattlicher
junger Kann mit geschickten Haenden. Er hatte keine Gelegenheit,
waehrend des Krieges einen Beruf zu erlernen. Nach der Befreiung
arbeitete er fuer kurze Zeit als Bueroangestellter, konnte an dieser Taetiekeit jedoch keinen Gefallen finden.
Im Jahre 1945 trat er in die hollaendische Armee ein und diente vier Jahre lang, zum Teil auch in In* Or China.
- 11 -

�Nun ist Jan wieder Zivilist und einer der 4.000 jungen Hollaender, die an den sogenannten hollaendischen Staatsschulen
fuer Berufsausbildung unterrichtet werden. Wie die uebrigen
Schueler der 34 Schulen in 33 hollaendischen staedten wird er
solange die Schule besuchen, bis er einen Beruf erlernt hat. Danach wird er nach sechsmonatiger praktischer Arbeit seinen Gesellenbrief erhalten, vorausgesetzt, dass er die Eignungspruefung besteht.
Es handelt sich hier um eine Handwerkerschule, an der Zimmerleute, Maurer und Tischler ausgebildet werden. Die Zimmermannsund Maurerlehrlinge arbeiten drei Wochen lang taeglich eine Stundo
mit. ihren Werkzeugen, aber ohne Material. Zimmerleute z.E. lernen, in immer schnellerem Rhythmus Maegel einzuschlagen. Diese
Ausbildung dauert fuer Tischler zwei lochen.
Die Verwaltung fuor wirtschaftliche Zusammenarbeit hat vor
kurzem ein Gesuch der hollaendischen Regierung bewilligt, 3.000.000
Gulden aus Gegenwertfonds fuer Berufsschulen zu verwenden. Diese
Fonds sind Gelder, die von hollaendischen Abnehmern der Mershallplan Produkte in ihrer Landeswaehrung bezahlt und von der holländischen Regierung fuer Projekte verwendet werden, die die Marshallplan-Verwaltung fuer vorteilhaft fuer die wirtschaftliche
Zukunft des Lendes erachtet.
Derartige Berufsschulen bestanden in Kolland in kleinerem
Umfang bereits vor dem Kriege. Sie wurden in verschiedenen Gegenden des Landes wieder ero'effnet, sobald dies nach der Befreiung
moeglich war. An diesen Schulen sind schaetzungsweise 17.000
junge Leute ausgebildet worden, um den dringenden Bedarf Hollands
an Facharbeitern decken zu koennen.
Zur Zeit herrscht grosser Mangel an Facharbeitern fuer
Wiederaufbauprojekte. Auch Arbeiter zum ^ufbau von Wohnungen,
Schulen und Fabriken sind gesucht, um das Problem der Ueberbevoelkerung in Holland bewaeltigen zu koennen. Auf Grund der hohen Geburtenziffer und der niedrigen Sterbeziffer nimmt die Bevoelkerung Hollands schneller zu als in irgendeinem anderen
Lande. Holland muss seine Wirtschaft industrialisieren, wenn
sein Bestand gesichert sein soll. Es braucht ausserdem eine noch
groessere Zahl gelernter Arbeiter, wenn es in der Lage sein soll,
zur gegenseitigen Verteidigung Westeuropas beizutragen.
Die Anzahl der die Schule besuchenden Schueler hat den Rekordstand von 3.000 erreicht. Wenn man jedoch in Schichten unterrichten wuerde, koennten noch weitere 3-4.000 Schueler aufgenommen
werden. Die Lehrnlaene sind genormt, sodass die Schueler mitten
in einem Lehrgang von einer Schule auf die andere umwechseln koennen. Nicht alle Schulen unterrichten in saemtlichen Lehrfaechern.
Die Wahl der Faecher haengt von dem Bedarf der jeweiligen Gegend
ab. Die Lehrer sind tuechtige Fachleute, die ueber eine langjaenrige Erfahrung in der Privatindustrie verfuegen.
Die bestbesuchten Lehrgaenge sind die der Mechaniker und
Zimmerleute. Die ersteren dauern 4 - 5 Monate, waehrend die angehenden Zimmerleute die Schule im allgemeinen 7 - 8 Monate besuchen muessen.
Die Regierung bezahlt die Schueler waehrend ihrer Ausbildung.
Die Schule prueft saemtliche Bewerber, um sich ueber ihre Faehigkeiten zu informieren. Haeufig beraten sie die Bewerber auch, welches Handwerk sie auf Grund ihrer Faehigkeiten, die in den Befaehigungspruefungen festgestellt wurden, waehlen sollen.
- 12 -

�Nehmen wir den Fall Jan. Nachdem er vergeblich Artfeit gesucht hatte, kam er vor etwa seche '.Yochen zur Schule. Er wollte
einen Beruf erlernen, wusste aber nicht welchen. Die Pruefungen
ergaben, dass er die Eignung fuer einen Maschinendreher besass,
und damit begann seine Ausbildung. Seine Lehrer sagen, dass er
gute Fortschritte macht. Jan selbst liebt seine Arbeit. Er
spricht etwas englisch, das er in Glasgow gelernt hatte, als seine
Einheit dort sechs Monate lang stand.
Jan bekommt waehrend seiner Ausbildung woechentlich 32,50
Gulden. Im Vergleich zur Kaufkraft entspricht dieser Betrag etwa
30 Dollar in den Vereinigten Staaten. Jan bekommt etwas mehr
als die uebrigen Schueler, weil er aelter ist.
Viele Schueler stehen im fortgeschrittenen Alter- Die meisten sind 20 und mehr Jahre alt. Einige sind verheiratet und
wenige haben Kinder. Jan ist der Sohn eines Friseurs und wohnt
bei seinen Eltern, einem aelteren Bruder und einer Schwester.
Sein Bruder ist Buchhalter, auf Grund seines jugendlichen Alters
nahm Jan nicht am Kriege teil. Er hatte jedoch wie seine uebricen
Altersgenossen keine Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen.
Mit 230 anderen Schuelern der Schule hat er -in der Woche 45
Stunden Unterricht. Sein Lehrgang dauert 4 - 5 Monate. Er muss
alle Gebiete der Metallbearbeitung kennenlernen. Gegenwaertig
nimmt er an einen kurzfristigen Schweisser-Lehrgang teil. In Kuerze werden die Schuelor lernen, mit Maschinen umzugehen.
Spaeter werden sie das Bohren erlernen und danech wird man
sie mit saemtlichen Werkzeugen eines Maschinendrehers vertraut
machen. Sie muessen lernen, ihre eigenen besonderen Werkzeuge
selbst herzustellen. Auch in den Sicherheitsbestimmungen werden
sie genauestens unterrichtet. Zum Schluss werden sie zahlreiche
Gegenstaende auf der Drehbank herstellen und lernen, wie sie
ihre Maschinen reparieren und die fuer derartige Reparaturen erforderlichen Einzelteile herstellen.
In einem angrenzenden Raum arbeiten andere junge Leute mit
elektrischen Hobeln und Saegen, die sie eines Tages als Zinmerleute verwenden werden, angehende Mechanikertieschaeftigensich
mit Bohrern. Eine andere Grupre erlernt das Elektroschweißen,
waehrend eine Bauarbeiterklasse draussen im Hof einen Teil eines
Baues errichtet und Eisentraeger hochwindet. Eine andere Klasse
mauert mit Ziegelsteinen und Moertel. Da der Moertel nicht haltbar
ist, koennen die Steine wieder abgenommen und von einer anderen
Klasse verwendet werden.
Nach der Beendigung ihrer Lehrgaenge lassen sich die Berufsschueler bei den Arbeitsvermittlungsaemtern der Regierung registrieren. Dies ist zwtr keine Garantie dafuer, dass sie einen
Arbeitsplatz bekommen, aber viele Arbeiter haben auf diese .Veise
schon Arbeit gefunden.
Coert T. Hertzinger, Beauftragter fuer Berufsschulen, erklaerte: "V.'ir koennen behaupten, dass unsere Absolventen das noetie-e
Ruestzeug haben, um in die Industrie zu gehen. Sie verfuegen ueber
ein allgemeines Wissen in ihren Berufen und es fehlt ihnen nur
die praktische Erfahrung, die notwendig ist, um ihre Kenntnisse
anwenden zu koennen."
ECA Labor Information
XI/7/50
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�DUR CIO ZUM KUROTAEISCHEN WIEDLRAUFBAUPROGRAMM
Der CIO stellt mit grosser Genugtuung fest, dass fuer das
Europaeische '.Yiederaufbauprogramm in den meisten Teilnehmerstaaten
ununterbrochene Erfolge erzielt werden. Der CIO hat den Marshallolan von Anfang an unterstuetzt. Die Enttaeuschungen,die die in
einigen Laendern erzielten Ergebnisse hervorgerufen haben, stehen
in krassem Gegensatz zu dem allgemeinen Gelingen de3 Planes in den
meisten Teilnehmerstaaten. Der Kongress des CIO sichert deshalb
dem ERP erneut seine Unterstuetzung zu, fordert jedoch gleichzeitig energische Mausnahmen, um eine gerechtere Verteilung der Einkommen in den einzelnen Laendern zu gewaehrleisten.
Der CIO fordert, dass Massnahmen ergriffen werden, die den
Lebensstandard der Arbeiter der Marshallplan-Teilnehmerstaaten,
besonders in Italien, Frankreich und Westdeutschland verbessern,
wo'die Notwendigkeit am dringlichsten ist, gesetzgeberische und
wirtschaftliche Reformen durchzufuehren, die den arbeitenden Menschen eine groessere Beteiligung an den Gewinnen aus dem Wiederaufbau sichern. Gleichzeitig fordert der CIO die Unterstuetzung
des Aufbaus starker und freier Gewerkschaftsbewegungen in diesen
Laendern und dient damit dem grundsaetzlichen Zweck dieses Kongresses, der darin besteht, das V.'achstum aller demokratischen Kraefte zu foerdern.
Der CIO erkennt die Tatsache an, dass die Marshallplan-Verwalitgeholfen hat, die wirtschaftliche Erholung aus dem Chaos
des zweiten Weltkrieges zu verwirklichen; ei ist jedoch der Auffassung, das- diese Behoerde ihr Programm nun darauf abstimmen
muss, den Lebensstandard als einen wesentlichen Faktor des Procjraians der e-egenseitigen Verteidigung zu verbessern. Es ist erforderlich, dass man den Arbeitern Frankreichs, Italiens und
..Ostdeutschlands eine Lebensweise bietet, die es wert ist, verteidigt zu werden, wenn man auf ihre Beteiligung an einem Widerstand sagen die Gefahr einer kommunistischen Aggression zaehlen
will. Die Marshallplan-Verwaltung muss deshalb darauf bestehen,
dass die Regierungen der Teilnehmerstaaten so handeln, dass eine
gerechte Verteilung der Fruechte des Wiederaufbaus an alle Schichten der Voelker gesichert ist.
In Italien ist ein grossangelegtes Programm zur Landreform
von wesentlicher Bedeutung, weil es Millionen armer Bauern
die Moeglichkeit einer Eingliederung in das Wirtschaftssystem dieses Landes bietet. Die Massnahmen, die erfreulicherweise von der
Marsha11plan-Verwaltung in dieser Hinsicht bereits ergriffen wurden, muessen so schnell wie moeglich erweitert werden. Die franzoesische Regierung muss sich darueber im klaren sein, dass das Geld,
das weiterhin von amerikanischen Steuerzahlern zur Verfuegung gestellt wird, im Interesse aller Menschen verwendet werden muss,
wobei der dringenden Notwendigkeit einer allgemeinen Revision der
Steuergesetze, der Modernisierung der Industrie, ihrer Neuorientierung in bezug auf die Wechselbeziehungen zwischen Arbeit und
Produktionsleistung, der Bedeutung eines grossangelesrten Programms
zur Erstellung geeigneten Wohnraums fuer die Arbeiter und zur Beseitigung der Konzerne und anderer hinderlicher Methoden, die
eine Wirtschaft mit niedrigen Preisen und hohen Loehnen unmoeglich
machen, besondere Beachtung geschenkt werden muss.
Der CIO kennt und billigt im allgemeinen das Bestreben der
Marshallplan-Verwaltung, eine Einmischung in die internen Angelegenheiten der befreundeten europaeischen Nationen zu vermeiden.
Er ist jedoch der Ansicht, dass die amerikanischen Buerger nicht
laenger mit zusehen koennen, wenn amerikanische Steuergelder dazu
verwendet ».erden, um die Gewinne einiger '.Veniger anzuhaeufen und
- 14 -

�eine feudalistische V/irtschef t3Ordnung zu erhalten, anstatt den
Lebensstandard und die Arbeitsbedingungen der breiten Masse zu
verbessern. Zs ist die feste Ueberzeugung des CIO, dass bei der
Bewilligung von Marshallplan-Geldern Bedingungen gestellt werden
muessen, die eine gerechte Verteilung der Gewinne gewaehrleisten.
Solange die Regierungen Italiens, Frankreichs und Westdeutschlands keine derartigen Schritte unternehmen, ist es zweifelhaft,
ob ein dauernder Wohlstand, gegruendet auf eine hohe Kaufkraft
der Verbraucher, erzielt werden kann.
Und wenn man
zugibt, dass die wirtschaftliche Demoralisierung der Arbeiter, die auf die immer groesser werdende Spanne
zwischen Preisen und Loehnen zurueckzufuehren ist, weiter um sich
greift, werden die Kommunisten die einzigen Nutzniesser sein.
Das Problem der Ueberbevoelkerung ist in Europa und besonders in Italien und 'Westdeutschland von dringender Bedeutung und
verzoegert den 'Viederaufbau Europas auf einer gesunden Wirtschaftssrundlage. Der CIO fordert, dass Geldmittel der Marshallplan-Verwaltung dazu verwendet werden, die Umschichtung der europaeischen
^rbeitskraefte und die Loesung oertlicher Probleme der Ueberbevoelkerung zu unterstuetzen. Um "das europaeische .Viederaufbauprogramrc
zu foerdern, fordert der CIO von der ÜS-Regierun*?, dass sie sich
auf internationalen Konferenzen aktiv fuer die Foerderung von Plaenen zur Umsiedlang und Auswanderung von Arbeitern einsetzt. Der
CIO ist der Ansicht, dass der Kongress die Einwanderungsgesetze
und -beStimmungen der Vereinigten Staaten dahingehend abaendern
muss , dass e3 diesen Land moeglich ist, zusammen mit enderen freien Nationen zur Loesung dieses Problems beizutragen.
3er CIO unterstuetzt das militaerische Hilfsprogramm, mit dem
die Regierung den befreundeten Nationen in Europa hilft. Dieses
Programm und die eigene Entschlossenheit, an der Verteidigung der
Teltdsmokratie teilzunehmen, kann Suropa die fuer seinen Wiederaufbau notvvendige Zuversicht geben. Dieses Programm laeuft
oarallel mit der staendigen Hilfe fuer Friedenszwecke, kann diese
jedoch in keiner Beziehung ersetzen. Der CIO verlangt, dass'das
Pro^rarom fuer militaerische Unterstuetzung verwirklicht wird, ohne
dass den weniger beguenstigten Teilen der Bevoelkerung ungebuehrende Opfer auferlegt werden. Der ClO t8ilt die Auffassung Paul
Floffaans, dass '.Vesteuropa hierzu imstande ist; Amerika muss dafuer
sorren, dass die entsprechenden Planungen durchgefuehrt werden.
ECA Labor Information
PRODUKTI-ONS^TEIGSRUtTG VLRnLMDLRT INFLATION
'.V. Stuart Syraington, der Vorsitzende des US-Verteidigungsausschusses zur Ueberwachung und Sicherung der Hilfsquellen des
Landes und der oberste Leiter der industriellen Mobilisierung, ist
Geschaeftsmann. Ueberraschenderweise ist er jedoch der Ansicht,
dass in Kriegszeiten selbst Geschaeftsleute anstaendig sein
muessen.
Viele Leute halten es vielleicht fuer richtig, in normalen
Zeiten an ihrem Lande und der Oeffentlichkeit zu profitieren.
Symington meint jedoch, dass zu einer Zeit, in der Amerikaner auf
fremden Schlachtfeldern ihr Leben hingeben und die Menschen in der
Heimat Opfer bringen, um ihr Land gegen eine weltweite Bedrohung
zu verteidigen, auch die Geschaeftsleute ein faires Spiel durchfuehren muessen.
- 15 -

�Viele von ihnen tun dies natuerlich. Symington ist jedoch
ungehalten, weil er festgestellt hat, dass einige profitsuechtige Industrielle immer noch bestrebt sind, die Produktion niedrig
zu halten, um die Preise hochtreiben zu koennen. Seinen Unwillen
hierueber brachte er in einer Rede in Houston (Texas) zum Ausdruck. Er spraoh ausserdem die Warnung aus, dass diese geldgierigen Leute nicht unbestraft bleiben.
In einer frueheren Warnung vor uebertriebenen Formen der Gewinnsucht hatte Symington versprochen, dass er die Namen schuldiger Personen und Unternehmen nennen wuerde. Seine Freunde glauben, dass er den Mut hat, diese Drohung wahrzumachen, wenn die
Zeit hierzu gekommen ist. In Houston haette er es beinahe schon
getan.
Er sprach zum Beispiel von einer Gesellschaft, wahrscheinlich
aus der Stahlindustrie, die sich entschlossen hatte, keine Produktionserweiterung vorzunehmen, weil sie dachte, es sei guenstiger, die Waren knapp zu halten. Die Gewinne dieses Unternehmens
hatten sich in der Zeit von 1945 bis 1950 um mehr als 750&gt; gesteigert.'
Den Betriebsleitern dieser Gesellschaft sei von ihren V.'irtschaftsberatern erklaert worden, der Bedarf der Vereinigten Staaten an Automobilen sei gedeckt, und es sei deshalb nicht zweckmaessig, die Produktion zu erweitern. Symington ist jedoch der
Auffassung, dass das "amerikanische Volk und nicht irgend eine
Industrie oder Industriegruppe daruebsr zu entscheiden hat, wieviel Automobile im Lande hergestellt werden koennen."
Symington berichtete dann von dem Betriebsleiter eines Kupferwerkes, der glaubte, die Produktion niedrig halten zu muessen,
zugleich sich jedoch nicht seine Gewinnmoeglichkeiten nehmen
lassen wollte, denn die Einnahmen seines Unternehmens betrugen
allein im zweiten Quartal des Jahres 1950 weit mehr als im gesamten
Rechnungsjahr 1945.
Das Bestreben, die Preise zu steigern, nur um hoehere Gewinne
zu erzielen, muss unwillkuerlich zu Preiskontrollen fuehren. Die
Regierung hat versucht, derartige Kontrollen zu vermeiden. V/enn
sie jedoch notwendig werden, wird die Regierung die Preisentwicklungen seit Korea in den einzelnen Industrien und fuer die einzelnen Produkte genau untersuchen.
Die Profitmacher sollten dann nicht ueberrascht sein, wenn
sie gezwungen wuerden, ihre Preise herabzusetzen.
Obwohl Symington kein Politiker und nicht darauf bedacht ist,
Stimmen fuer sich zu gewinnen, und in seinem ganzen Leben niemals
einer Stellung nachgelaufen ist, brachte er erneut zum Ausdruck,
dass er die Notwendigkeit anerkennt, die Arbeiter vor steigenden
Preisen zu schuetzen.
"Die Arbeiterschaft behauptet, dass- diese Preissteigerungen
in ihrer Auswirkung Lohnsenkungen bedeuten, und diese Behauptung
ist richtig."
Um diesen Preissteigerungen zu begegnen, koennen die Loehne
der Arbeiter heraufgesetzt werden. Fuer ein aelteres Ehepaar jedoch,
das von einer Pension lebt, ist die Lege viel schwieriger. Und
noch schwerer hat es eine Kriegerwitwe, die monatlich um 60 Dollar
bekommt.
Labor
XI/11/50
16

—

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° &lt;»-"-*» M W 5 * l f

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Antrüge aas der amerikanischen Presse und anderen Qaellen dar und dien—
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauck gemacht werden.
Weitere Exemplare können kostenlos bei
Office of Labor Affairs
HICOG, APO 757, Frankfurt
angefordert werden. Auf Wunsch werden dieae auck einzelnen Interessenten direkt durch die Poat zugeleitet.
Der Inkalt der „Arbeitsmitteilungen" iat nicht ala offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufaaaen.

I I I - 40

Frankfurt, 8. Dezember 1950

I K H Ü L T S T Ü H Z M C E K I S

Beschleunigte Preisindex-Revision fuer Verbrauchsgueter - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

l

CIO fordert Gewerkschafter ir\ Aussenministerium - - 2
Automatische Angleichung der Loehne an die Lebenshaltungskosten in den USA. - - - - - - - - - - 3
Gewerkschaften Englands fordern Lohnerhoehung - - - 4
Dies ist unsere groesste Aufgabe - - - - - - - - 5
Weltkrise und Facharbeitermarkt in Amerika - - - - 7
Aussenpolitische Erklaerung des C I O - - - - - - - - 8
Ein Jahr IBFG - - - - - - - - - - - - - - - - - - 9
Sonderbertter Trumans fordert Fortsetzung der
Europahilfe nach 1952 - - - - - - - - - - - - - 10
Der argentinische Diktator tritt in die Fusstapfen
Hitlers
-__
__
12
US-Gewerkschaften gegen 45-Stunden Woche - - - - - 14
Der Gewerkschaftskongress der Schweiz - - - - - - - 1 5

BESCHLEUNIGTE PREIS INDEX-REVISION FUER VERBRAUCHSGUETKR
Die Revision des Lebenshaltungskostenindex', die fuer den
Sommer naechsten Jahres vorgesehen war, ist beschleunigt worden
und wird gegen Ende dieses Jahres beendet sein.
Ewan Clague, der Beauftragte des Bueros fuer Arbeitsstatistik, erklaerte, dass der revidierte Index die Kosten fuer viele
neue Verbrauchsgueter anzeigen werde, darunter Konserven, Nahrungsmittel fuer Saeuglinge, Dauerwellen, Fernsehgeraete und
Brotroester; auch Krankenhauskosten und die juengsten Kietpreiserhoehungen wuerden berücksichtigt.
Die Revision, sagte Clague, sei aufgrund des Krieges in
Korea und der neuen Wirtschaftskontrollgesetze "unbedingt notwendig."

1

�Der revidierte Index wird den Experten fuer wirtschaftliche
Stabilisierung sowie Gewerkschafts- und Unternehmervertretern bei
Tarifverhandlungen ein genaueres Bild der Preisentwicklungen fuer
Verbrauchsgueter geben. Die Zahl der Gewerkschaftsvertraege, in
denen die Loehne von dem Index abhaengig gemaoht werden, nimmt
staendig zu. Den neuesten Schaetzungen zufolge fallen «ine
Million Arbeiter unter die Bestimmungen derartiger Vertraege. Reffierungsbeamte sind gesetzlich verpflichtet, bei der Ausarbeitung
der Wirtschaftsprogramme den gegenwaertigen Preisen im Vergleich
mit denen vom 25. Juni, als die Kommunisten nach Suedkorea eindrangen, "sorgfaeltige Beachtung" zu schenken.
Die Revision haette schon lange vorgenommen werden muessen.
Die Gewerkschaften beschwerten sich bereits waehrend des Zweiten
Weltkrieges und danach darueber, dass der Index ueberholt sei und
ein falsches Bild von den Lebenshaltungskosten gaebe. So ist bis
jetzt zum Beispiel die Bevoelkerungszahl von 1942 zugrundegelegt
worden. Die Veraenderungea in den Gewohnheiten des Einkaufens und
der Ernaehrung sind nur wenig beruecksichtigt worden. Einige
durchaus uebliche Ausgaben im Haushalt einer Familie Würden ueberhaupt nicht mitberechnet.
Mit der Ankuendigung einer beschleunigten Revision des Lebenshaltungskosten-Index berichtete Clague ausserdem, dass der Preisindex fuer Verbrauchsgueter trotz eines Rueckgangs der Nahrungsmittelpreise in den vier Wochen vor dem 15. September um 1/2 Prozent angestiegen sei.
Zu dieser Zeit stand der Index auf 173.8. Clague kuendigte
an, dass mit einem weiteren Anstieg im Verlauf des gesamten kommenden Winters zu rechnen sei.
Daily News Service
Labor* Press Association
10/24/50
CIO FORDERT GEWERKSCHAFTER IM AUSSBNYINISTERIUM
Der CIO ist der festen Ueberzeugung, dass es fuer die USA von
direktem Vorteil sein wird, wenn sie Maenner und Frauen aus den
Reihen der Gewerkschaftsbewegung fuer einflussreiche Stellungen
in den Planungs- und Exekutivabteilungen des Aussenministeriums
heranbildet. Eine derartige Schleusung gewerkschaftlich gesinnter
Buerger in die Aussenpolitlk wuerde bedeuten, dass man sich endlich
der Notwendigkeit bewusst ist, jedes Mittel, das den USA zur Verfuegung steht, zur Loesung der ungeheuer bedeutungsvollen Probleme
zu verwenden, die sich der Regierung in der ganzen Welt bieten.
Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung verfuegt ueber genuegende
Beziehungen und Verbindungen mit anderen Laendern, deren Auswertung
fuer die erfolgreiche Durchfuehrung einer demokratischen Aussenpolitlk Amerikas wesentlich ist.
Die Beteiligung der Gewerkschaften am Marshallplan hat zum
grossen Teil zu den Erfolgen des Wiederaufbauprogramms beigetragen.
Den gewerkschaftlichen Aufrufen an die Moral der Arbeiter und ihrer
Erfahrung ist es zu verdanken, dass eine Politik vermieden wurde,
die das Verstaendnis der breiten Masse der europaeischen Arbeiter
fuer den Marshallplan hStte schwaechen koennen.
Es ist wesentlich, dass sich die Delegationen der Vereinigten
Staaten in der Generalversammlung der Vereinten Nationen, dem Wirtschafts- und Sozialrat und den verschiedenen Kommissionen und Fachbehoerden die Erfahrungen der amerikanischen Gewerkschaften zunutze
machen.
- 2-

�Der groesste Fehler der amerikanischen Aussenpolitik besteht
darin, dass die amerikanische Arbeiterschaft in den obersten Aussohuessen nicht vertreten ist. In fast allen Nationen spielt die
organisierte Gewerkschaftsbewegung in wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten eine immer bedeutungsvollere Rolle. Es
ist offensichtlich, dass die USA-Regierung Leute braucht, die die
Gewerkschaftsbewegungen anderer Laender verstehen und mit ihnen
zusammenarbeiten. Die amerikanischen Gewerkschaften koennen aus
ihren eigenen Reihen faehige Experten zur Verfuegung stellen, die
der Regierung und der demokratischen Bewegung wertvolle Dienste
leisten koennen.
ECA Labor Information
AUTOMATISCHE ANGLEICHUNG DER LOEHNE AN DIE LEBENSHALTUNGSKOSTEN
IN DEN USA
Aufgrund der Bekanntmachung, dass die Lebenshaltungskosten in
den Vereinigten Staaten eine Rekordhoehe erreicht haben, werden
Hunderttausende amerikanischer Arbeiter automatische Lohnaufbesserungen erhalten.
Diese Erhoehungen sind in den sogenannten "gleitenden" Klauseln der Gewerkschaftsvertraege vorgesehen, die bestimmen, dass
die Loehne gesteigert werden muessen, wenn das statistische Buero
des Arbeitsministeriums eine Steigerung der Lebenshaltungskosten
feststellt.
Die ersten Gewerkschaftsvertraege, die eine automatische
Lohnaufbesserung vorsehen, wurden im vorigen Jahre von Walter
Reuthers Automobilarbeitergewerkschaft (CIO) abgeschlossen und sind
seitdem von vielen anderen grossen Gewerkschaften uebernommen.
Es war fuer die Entwicklung der neuen Elektroarbeitergewerkschaft James B. Careys von wesentlicher Bedeutung, dass sie derartige Klauseln in ihre Tarifvertraege aufnahm. Sie trugen zu
den Erfolgen der neuen Elektroarbeiterorganisation bei, die sich
von der alten Gewerkschaft der Vereinigten Elektroarbeiter losgeloest hatte , die als kommunistisch beherrschte Organisation vor
einem- Jahr aus dem CIO ausgeschlossen wurde.
Sprecher der Unternehmer erklaerten, dass sich die Kosten fuer
diese automatischen Lohnaufbesserungen fuer eine Dauer von drei
Monaten, beginnend mit dem 1. Dezember, elleir; fuer die Automobilindustrie auf rund 17 Millionen Dollar belaufen wuerden. Die Aufbesserung der Stundenloehne betraegt drei Cents. In den letzten
drei Monaten ist der Lebenshaltungskostenindex von 172.5 auf
174.8 gestiegen.
Mit der Ankuendigung dieser. Lohnaufbesserungen wurde zugleich
von wesentlichen Lohnsteigerungen fuer die Arbeiter der Schwerindustrie berichtet. Das erste Abkommen kam zwischen der Gewerkschaft der Vereinigten Stahlarbeiter, deren Vorsitzender der CIOPraesident Philip Murray ist, und der US Steel Corporation zustande, die der groesste Stahlproduzent der Vereinigten Staaten ist.
Dieses Abkommen sieht eine Stundenlohnerhoehung von 16 bis
19 Cents vor. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass durch dieses
Abkommen jede Unterbrechung ifc der MetallDroduktion, die das
Rueckgrat der Ruestungsproduktion bildet, von vornherein unmoeglich gemacht wird.
Arbeitgebervertreter des Stahlunternehmens Bethlehem haben
sich nach Pittsburgh begeben, um mit Murray und seinen Verhandlungs- 3-

�kolleren zu beraten. Man erwartet, dass sie in Kuerze aehnliche
3rtra3f£ abschliessen werden.

Tr

Ja v;ird ausserdem damit gerechnet, dass eine Preissteigerung
fuer Stahl von sechs Dollar pro Tonne dem Abschluss der Vertraege
unmittelbar folgen wird. Die Beauftragten fuer wirtschaftliche
Stabilisierung werden vere'inbatfungsgemaess gegen diese Preiaerhoehung keinen Einspruch erheben.
Cyrus S. Ching, der Vorsitzende des neuen Ausschusses fuer
Lohnstabilisierung, erklaerte waehrend einer Besprechung ueber die
automatischen Lohnaufbesserungen und die neuen Tarifvertraege in
der Stahlindustrie, dass das Buero fuer Arbeitsstatistik die Tendenzen der Lebenshaltungskosten in den naechsten Monaten nur oberflaschlich uebersehen koenne. Allem Anschein nach ist mit einer
weiteren- Steigerung zu rechnen.
Als Walter Reuther die Lohnaufbesserungen fuer seine Automobilarbeiter im Rahmen der "gleitenden" Klauseln ankuendigte, kritisierte er in scharfen Worten die Steigerung der Lebenshaltungskosten, die diese Lohnerhoehungen notwendig gemacht haetten. Er
bezeichnete die Indexspirale als "gefaehrlich und inflationistisch"
und fuegte hinzu, "dass dieser neueste Anstieg der Lebenshaltungskosten ein Vorgeschmack dessen sei, was noch kommen koenne, wenn
die Regierung nicht schnell wirksame Massnahmen ergreife."
Mitteilungen des U.S. Aussenministeriums
11/30/50
GfrVERKSCHAffTEN SNGLAT-TDS FORDERN LOHNERHÜEKUNG
Der Beschluss des Britischen Gewerkschaftskongresses, seine
Lohnstabilisierungspolitik zu beenden, hat die ersten Ergebnisse
gezeitigt.
um 12. Oktober hatte bereits nahezu die Haelfte der acht Millionen Mitglieder der britischen Gewerkschaften Lohnerhoehungen
gefordert oder sie in Betracht gezogen.' Zugleich rechnete man mit
weiteren Lohnforderungen. Inzwischen hatte sich die Labour-Farty
auf ihrer Jahreskonferenz mit sichtlichem Widerwillen mit der. Aenderung der Politik des britischen Gewerkschaftskongresses (TUC)
einverstanden erklaert.
Sprecher von 37 Organisationen, die zu dem Verband der Schiffsbau- und Technikergewerkschaften gehoeren, wiesen die Angebote der
Unternehmer ab, die ihnen fuer 2.500.000 Mitglieder Lohnaufbesserungen vorschlugen, und sprachen sich durch Abstimmung fuer eine
schiedsrichterliche Entscheidung ueber ihre Forderung nach einem
Pfund Sterling Lohnerhoehung je Woche aus.
Es sah so aus, als ob auch der Exekutivausschuss der britischen
Bergarbeitergewerkschaft ein. Angebot des Nationalen Gerichtshofes
der verstaatlichten Kohleindustrie ablehnen wuerde. Dieses Angebot
sollte sich auf rund 10 Millionen Dollar fuer 400.000 der in Frage
kommenden Arbeiter mit niedrigeren Loehnen beziehen.
Fuer den Fall, dass der Arbeitsminister nicht rechtzeitig
eine Schlichtung oder Schiedssrrechung anordnen wuerde, stuende
es den Angehoerigen der Lokomotivfuehrer und Heizergewerkschaft
frei, fuer 72.000 Arbeiter um eine Lohnerhoehung von 15% zu erkaennfen.
—•«JJiti&amp;ZJ'SfSfeP d e r Transportarbeiter und der Arbeiter des
oeffentlichen Dienstes hatte beschlossen, fuer 226.000 AUtobus- 4-

�und Strassenbahnerbeiter und fuer 70.000 Dockarbeiter ebenfalls
Lohnerhoehungen zu fordern.
Auch die maechtige britische Medizinische Vereinigung, das
Gegenstueck der American Medical Association, drohte dar.it,
19.000 Aerzte aus dem gebuehrenfreien Gesundheitsprogramm der
Regierung herauszunehmen, wenn sie keine bessere Bezahlung erhielten.
Mit Ausnahme des Falles der Aerzte herrscht wenig Zweifel,
dass Lohnerhoehungen fuer die englischen Arbeiter schon lange
faellig waren. Nach genauen Schaetzungen haben sich die Einkommen der Aerzte verdoppelt, waehrend die Loehne der Arbeiter durch
die seit zweitJahren betriebene Lohnstabilisierungsnolitik, von
der niemand geglaubt hatte, dass sie fuer immer bestehen bleiben
wuerde, sich unveraendert erhielten. Ausserdem stiegen die Preise,
wenn auch nicht so rapid an wie in den Vereinigten Staaten.
Es wird angenommen, ddss ein neues Lohnniveau durch Tarifverhandlungen oder Schiedssprechung mit einem Minimum an Schwierigkeiten und Streitigkeiten sich aufstellen laesst. Ob die britische
Wirtschaft die neue Kaufkraft absorbieren kann, wird letzten
Endes, so glaubt man, ganz allgemein von dem Produktionsstand
und der Produktionsleistung des einzelnen Arbeiters abhaengen.
Was die Aerzte betrifft, so nehmen nur wenige ihre Drohung,
ihre Arbeit niederzulegen, ernst. Alle Parteien, ob Labour,
Konservative oder Liberale, wuerden eine solche Handlungsweise
mit Befremden aufnehmen. Man zweifelt uebrigens daran, ob die
britische medizitische Vereinigung ueberhaupt in der La^e ist,
die angedrohte Rueckziehung durchzufuehren.
Daily News Service
Z/13/50
DIES IST UNSERE GROESSTE AUFGABE
In den unterentwickelten Laendern der Welt leben zwei Drittel der Weltbevoelkerung staendig im Schajtten des Hungers, der
Krankheiten und der Armut - ein breites Band des Elends, das die
Erdkugel von Mittel- und Suedamerika ueber Afrika und den Mittloren Osten bis zu den Laendern Suedostasiens umspannt. In all
diesen Gebieten liegt die Kindersterblichkeit weit ueber dem
'Durchschnitt-, die Zahl der Analphabeten ist erschreckend, der
Lebensmittelverbrauch ist gering. Armut und Rueckstaendigkeit
entspringt zahlreichen Ursachen, deren bedeutendste die schwierigen klimatischen Verhaeltnisse und der Mangel an natuerlichen
Hilfsquellen sind.
Das Land selbst ist haeufig unfruchtbar. Raubbau und Erosion
haben in weiten Gebieten diese Schwierigkeiten vermehrt. Primitive Methoden und eine rueckstaendige soziale Organisation haben
jede Steigerung der Produktion verhindert, ohne die keine Besserung
des Lebensstandards und keine Erweiterung der sozialen Betreuung
und der oeffentlichen Y/ohlfahrtseinrichtungen noeglich ist. In
weiten Gebieten Afrikas zum Beispiel haben Mangel an Wasser und
Seuchen, die durch Insekten uebertragen werden und Menschen, Tiere
und Ernten staendig gefaehrden, die Arbeit in der Landwirtschaft
zu einem unaufhoerlichen grimmigen Kampf gegen Kunger und Krankheit werden lassen. Das Leben spielt sich dadurch auf einem sehr
niedrigen Niveau ab.
- 5 -

�Die Menschen dieser Gebiete sind allein nicht dazu in der
Lage, den Stand der sozialen und wirtschaftlichen Taetigkeit
zu heben. Sie verfuegen weder ueber die erforderlichen Hilfsquellen noch ueber das notwendige technische Wissen. Sie muessen
von beguenstigteren Laendern unterstuetzt werden. Seit dem Jahre
1945 hat man diese Notwendigkeit immer staerker erkannt. Weltwohlstand und Weltfriede sind aber immer zwei unzertrennliche Begriffe.
Die freien Nationen der Welt haben die doppelte Aufgabe,
den unterentwickelten Gebieten zu helfen, ihren Lebensstandard
zu verbessern und zugleich diese Menschen fuer ein neues demokratisches Weltsystem zu gewinnen, das noch ausgebaut werden muss.
Eine Welt, aufgespalten in industriell fortgeschrittene Laender,
die sich eines hohen Lebensstandards erfreuen, und in rueckstaendige Laender, in denen Millionen in furchtbarer Armut leben*
waere eine Welt der Furcht, der Erbitterung und des Hasses.
Man muss sich vor Augen halten, dass die Koloniennicht arm
und rueckstaendig sind, weil sie Kolonien sind. Die politische
Struktur unterentwickelter Laender hat mit ihren grundlegenden
wirtschaftlichen Problemen nur wenig zu tun. Solange nicht fuer
ausreichende Erziehungsmoeglichkeiten, eine genuegende soziale
Versorgung und einen angemessenen Lebensstandard gesorgt ist,
kann eine wirksame demokratische Selbstregierung nicht verwirklicht werden. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, bei der
wirtschaftlichen Entwicklung jede nur moegliche Hilfe zu leisten.
Kuerzlich kamen auf einer Konferenz in Sydney die Vertreter
von sechs Staaten des Commonwealth zusammen, um ein Unterstattzungsprogramm auszuarbeiten, das eine erste Hilfeleistung fuer die
Voelker Suedostasiens sein soll. Man beschloss, die im Gange
befindlichen Vorbereitungen zur technischen Unterstuetzung durch
ein Acht-Millionen-Dollar-Programm zu ergaenzen, das von einem
in Colombo zu errichtenden Amt des Commonwealth verwaltet werden
soll.
Die Wirtschaft der unterentwickelten Gebiete und die der
Industriestaaten ergaenzen sich. Ein besserer Lebensstandard der
••rueokstaendigen" Voelker wuerde eine groessere Nachfrage nach
Fertigprodukten zur Folge haben. Ein groesserer Ausstoss an Rohmaterialien und Halbfertigwaren zu niedrigeren Freisen wuerde
auch die Preise fuer Fertigwaren verbilligen. Arbeitslosigkeit
'n den Industriestaaten, die natuerlich von einem Nachlassen der
lachfrage nach Erzeugnissen aus den Tropen begleitet waere, wuerde
wie in der Zeit zwischen den beiden Kriegen zu einer Warenanhaeufung in den Kolonien fuehren. Die Unterstuetzung rueckstaendiger
Gebiete kann deshalb zu einem bedeutenden Faktor in einer sich
ausdehnenden Weltwirtschaft werden, der den Lebensstandard in der
ganzen Welt verbessern kann.
-

—

-

•

-

Die Vereinigten Staaten haben durch das Punkt-Vier-Programm
Praesident Trumans, das eine umfassende technische Unterstuetzung
fuer Laender vorsieht, bewiesen, dass sie um die 7/ohlfahrt der
Menschen in diesen Gebieten besorgt sind. Die fuer dieses Programm zur Verfuegung gestellten Geldmittel belaufen sich auf etwa
20 Millionen Dollar. Im Rahmen des Marshall-Plans, der von der
Verwaltung fuer Wirtschaftliche Zusammenarbeit verwaltet wird,
sind britische Ueberseegebiete durch Zurverfuegungstellung technischer Experten und durch Dollarkredite zum Ankauf von amerikanischem Ausruestungsmaterial fuer Srschliessungsnrojekte unterstuetzt
worden. Die Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit verfuegt zu diesem Zweck ueber einen Reservefonds von etwa 20 Millionen Dollar.

�Durch die den Vereinten Nationen angeschlossenen Fachorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation, die Organisation
fuer Ernaehrung und Landwirtschaft, die Internationale Arbeitsorganisation, usw. beteiligen sich viele Nationen an diesem guten Werk. Im Juni 1950 wurde von den Vereinten Nationen ein
erweitertes Programm der technischen Unterstuetzung mit einem
Geldaufwand von rund 20 Millionen Dollar gestartet, eine Summe,
die sich aus Zuwendungen etwa 50 verschiedener Mitgliederstaaten
zusammensetzt. Es ist bedeutsam, dass weder Russland noch irgend
ein anderes Land des russischen Blocks einen Beitrag hierzu geleistet hat.
Die Labour-Party hat in ihrer neuen nolitischen Erklaerung
"Labour und die Neue Gesellschaft" einen Vorschlag fuer einen
VVeltDlan ausgearbeitet, der eine Kombinierung der Hilfsquellen
der fortgeschrittenen Nationen zur Bekaempfung der Armut vorsieht. Dieser glueckliche Gedanke koennte, wenn er verwirklicht
wuerde, zu dem groessten Erfolg des 20. Jahrhunderts werden.
FACT
The Labour Party Bulletin
IX/50
WELTKRISE UND FACHARBEITSMARKT IN AMERIKA
Waehrend das nationale Verteidigungsorogramm der Vereinigten Staaten eine immer groessere Bedeutung gewinnt und die zivile
Wirtschaft auf vollen Touren arbeitet, macht sich der Mangel an
Facharbeitern staendig mehr bemerkbar. Das Buero fuer Beschaeftigungssicherheit meldet aus allen bedeutenden Industriebezirken
des Landes, dass der Mangel an Facharbeitern, insbesondere in
der Metallverarbeitung, dem Baugewerbe, der mechanischen Fertigung und des Reparaturgewerbes, zunimmt. Der groessere Bedarf
an gelernten Arbeitskraeften stellt die wesentlichste Entwicklung
der vergangenen Monate dar, die in einer neueren Zaehlung der unbesetzten offenen Arbeitsplaetze von dem Buero fuer Beschäeftigungssicherheit festgestellt wurde, das seine Informationen von
den ihm angeschlossenen oertlichen Behoerden der Einzelstaaten
erhaelt.
Den August-Zaehlungen 23 verschiedener Staeten zufolge hat
sich die Zahl der offenstehenden nichtlandwirtschaftlichen Arbeits
nlaetze in den beiden letzten Monaten nahezu verdoppelt und ist
seit dem 28. Juni von 13.306 auf 26.373 angestiegen. Am staerksten ist die Nachfrage nach gelernten Arbeltern (etwa 40# aller
offenen Stellen).
•

In den Fachberufen besteht vor allen in den Staaten Ohio,
Kalifornien, Connecticut und Illinois eine grosse Nachfrage nach
Maschinisten und Einrichtern; ferner besteht eine grosse Nachfrage nach .Yerkzeugma ehern vornehmlich in Michigan. Dreher und
Fraeser sind vor allem in den Staaten Kalifornien, Ohio, Michigan,
Minnesota, Connecticut, Wisconsin und Illinois gesucht.
Etwa 22 Staaten berichten von einem Bedarf an insgesamt 786
Zimmerleuten, v*aehrend sich der ?fengel an Maurern besonders in
New York, Ohio und Delaware bemerkbar macht. Offene Arbeitsplaetze fuer Eisenblechfacharbeiter werden aus 29 Staaten gemeldet,
wobei die Flugzeugindustrie in Kalifornien ueber die Haelfte des
Gesamtbedarfs zu verzeichnen hat. Gefragt sind ausserdem ^utomechaniker und Reparaturmechaniker fuer Karosserien, und die meisten
zur Verfuegunc stehenden unbesetzten Arbeitsnlaetze werden aus
- 7-

�Vashington gemeldet. In Georgia und Kalifornien sind Radiomechaniker, Instandsetzungsmechaniker, Dieselmechaniker und Instrumentenmacher sehr gesucht.
Die Herstellung von Dauer- und Verbrauchsguetern konnte bisher noch der gesteigerten Nachfrage der Verbraucher gerecht werden,
sie wurde jedoch durch die Korea-Krise und die Besorgnisse einer
Verknapnung und einer Materialrationierung weiterhin angeregt.
Der Mangel an Facharbeitern in der Metallverarbeitung und dem
Baugewerbe, der sich in weiten Teilen des Landes bemerkbar machte,
hat sich im allgemeinen bislang, noch nicht nachteilig auf die
Produktion ausgewirkt.
Der Mangel an gelernten Arbeitern des Baugewerbes, der im
^"ai Tnur ausfteniganGegenden rarichtet wurde, hatte sich bis
zum uli fast Liuf alle Bezirke ausgedehnt. An naechster Stelle
auf der Liste der fehlenden Berufe stehen Maschinen-, Zlektround - Flugzeugingenieure, Maschinisten, .Verkzeugmacher und .Verkzeugzeichner. ^uch die meisten Zentren der Flugzeugindustrie
klagen ueber Facharbeitermangel. In einem Falle fehlte es 30gar
an angelernten Monteuren. V.'eitere Schwierigkeiten ergaben sich
fast in allen Bezirken in der Suche nach gelernten Giessereiarbeitern, Konstrukteuren und Facharbeitern in der Bekleidungsmaschinenindustrie, Automechanikern und erfahrenen Bueromaschinenarbeitern, aber auch Buerofachangestellteiiund Stenografen. Die
ausserbezirkliche "A'erbung von gelernten Arbeitskraeften nahm mit
Ausnahme der Bauberufe zu, von denen man weiss, dass sie in
allen Bezirken knapp sind.
US Department of Labor
Buereau of Employment Security:
The Labor Market and Emoloyment Security
50/9 Washington
AUSSENPOLITISCHE ERKLÄRUNG DES CIO
Der CIO-Kongress gab zur Aussennolitik der Vereinigten Staaten folgende Erklaerung ab:
1. Der CIO unterstuetzt die Vereinigten Staaten und die
Vereinten Nationen in ihrem "Kamnf gegen die kommunistische Aggression in Korea und gegen jede weiters Aggression der rotchinesischen Marionetten der Sowjet-Union."
2. Er unterstuetzt die Vereinten Kationen in ihren Handlungen, die ein dauerhaftes System der kollektiven Sicherheit zum
Ziel haben.
3. Sr unterstuetzt ferner alle aufrichtigen Bemuehungen um
eine allgemeine Abruestung, einschliesslich der internationalen
Kontrolle der Atomenergie, "weist jedoch mit Verachtung die falschen Friedensanpelle zurueck, wie sie in Stockholm, Sheffield
und Warschau verkuendet wurden. Diese Friedens^laene sind kommunistische Pro^arandamanoever, die ueber die exnansionistische
Aggression der Sowjetunion hinwegtaeuschen sollen.
4. Der CIO befuerwortet positive Friedensaktionen durch
energische soziale und wirtschaftliche Massnahmen, Vvie sie besonders im Punkt-Vier-Pro^ramm Praesident Trumans enthalten sind,
und begruesst als "einen Schritt in der bleichen Richtung die
unlaengst abgehaltene britische Commonv.ealth-Konferenz, auf der
Methoden zur Unterstuetzung der wirt^chaftlichen Entwicklung Suedostasiens ausgearbeitet wurden."

�5. Der CIO billigt den Schuman-Plan als ein Mittel zur
Staerkung der Einheit Europas und als ein Programm zur uebernationalen Koordinierung der Schwerindustrien des Kontinents, das
den sofortigen Abschluss eines Friedensvertrages mit Westdeutschland notwendig macht. In der Resolution heilst es jedoch, dass
9s "ein Verrat an deutschen Volke sei, wenn einige deutsche Industrielle die kommunistische ^artei durch Reklame in der kommunistischen Presse finanziell unterstuetzen.
6. Der CIO billigt den Beschluss, Mitglieder der Gewerkschaftsbewegung in hohe aussenpolitische Ausschuesse zu berufen,
"weil sich der Appell der Kommunisten an die Arbeiter richtet,
und von den Arbeitern selbst am besten abgeschlagen werden kann."
7. Der CIO fordert die Berufung von Maennern und Frauen
aus der Gewerkschaftsbewegung in die planenden, legislativen
und exekutiven Abteilungen des Aussenministeriums. Er fordert,
dass die Erfahrungen aus der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
in der Delegation der Vereinigten Staaten beim Generalrat der
Vereinten Nationen, in ihrem »Virtschafts- und Sozialausschusa
und in den verschiedenen Kommissionen und Fachorganisationen verwendet werden. "Die groesste Unzulaenglichkeit der amerikanischen
Aussenpolitik besteht darin, dass die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in den obersten Ausschuessen des. Landes nicht vertreten
ist." Die Tatsache, dass die Gewerkschaftsbewegung an der Verwaltung fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit (EGA) beteiligt ist,
hat viel zu den populaeren Erfolgen des Wiederaufbauprogramms
beigetragen.
8. Der CIO untorstuetzt die Bemuehungen des Aussenministeriums, mit den wirklich demokratischen Kraefteh der ganzen Welt
zusammenzuarbeiten und sie zu ermutigen.
9. Er fordert die Einstellung der wirtschaftlichen Ünterstuetzung der totalitaeren Diktaturen Franco-Spaniens und PeronArgentiniens.
Mitteilung des US Aussenministeriums
9/23/50
5I?T JAHR IBFG
Gemeinsam mit den freien Gewerkschaftern der ganzen Welt
wuerdigten die arbeitenden Maenner und Frauen Amerikas das ein.iaehrige Bestehen des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften.
Spitzenfunktionaere der amerikanischen Gewerkschaften sprachen sich anerkennend ueber die Fortschritte aus, die der IBFG im
vergangenen Jahre bei der Foerderung der wirtschaftlichen Sicherheit und des Weltfriedens zu verzeichnen hatte.
Der CIO, der sechs Millionen amerikanische Arbeiter vertritt,
erklaerte, dass sich der IBFG in den zwoelf Monaten seines Bestehens "die Achtung ueberall da gesichert habe, wo er bekannt
ist - und das ist von einem Linde der Welt bis zum anderen."
Der CIO ht.t zusammen mit der AFL und anderen grossen Gewerkschaften der Vereinigten Staaten mitgeholfen, den Internationalen
Bund Freier Gewerkschaften zu gruenden, der der «ufgabe dient,
den Zielen und Sehnsuechten der freien arbeitenden Menschheit im
Gegensatz zu dem kommunistisch beherrschten Weltgewerkschaftsbund
stimme und Cehoer zu verleihen.
- 9 -

�Besonders anerkennenswert ist die Tatsache, schreibt das
Organ des CIO, "The CIO News", dass der IBFG praktische Ziele verfolgt und nicht lediglich von der negativen Absicht als reine
OiDOsition zum Kommunismus beherrscht wird.
Dieses Organ zitierte eine Erklaerung des IBFG, in der es
hiess: "Der IBFG und die ihm angeschlossenen Organisationen widersetzen sich zweifellos der Zersetzungspolitik, die die Kommunisten innerhalb der Gewerkschaftsbewegung verfolgen. Sie bekaemnfen diese Politik jedoch nicht als ein besonderes Ziel oder
als snezielle Aufgabe, sondern nur insofern, als sie der Gewerkschaftsbewegung in ihrem Streben nach wirtschaftlicher Sicherheit,
Friede und Freiheit im »Vege steht."
Heute sind nahezu 50 Killionen Gewerkschafter in 36 verschiedenen Laendern im IBFG vertreten, obwohl er erst ein Jahr besteht.
In dem ersten Jahr ihres Bestehens ist dieser Organisation
das mitberatende otatut in der Internationalen Arbeitsorganisation,
dam .Virtschafts- und Sozialrat der Vereinten Kationen und der Organisation fuer Erziehung, Wissenschaft und Kultur in der gleichen
Organisation (UNESCO) zuerkannt worden. Sie hat in der Schweiz
ein Verbindungsbuero zur Internationalen Arbeits-Organisation eroaffr.et.
Auch in der ^rricutung regionaler Organisationen sind For.tscnritte erzielt worden, oo wurden auf einer Konferenz in der
Stadt !'exiko eine interamerikanische Organisation und spaeter in
Karachi in Pakistan eine asiatische Organisation in Angriff genommen, eine regionale Organisation fuer Westeuropa ist bereits
durchgefuehrt worden.
iCine SuissIon des IBFG bereiste Asien, eine andere wird in
Kuerze Afrika besuchen, auf Grund des Besuchs in Asien wird zur
Zeit ein Informationsbuero in Singapur errichtet.
Daily Vireless Bulletin
18/6/50
SOTTD^HBISRATH TRUM/J'S -/3KDJRT FQRlT.LlZUirC D£R äUROPAKILFä "ACH 1952
Der ehemalige Heeresminister Gordon Gray hat vor kurzem in
ainem Bericht an rraesident Truman die Fortsetzung der nichtmilitaerischen, wirtschaftlichen Hilfe der Vereinigten Statten fuer
Westeuropa ueber des Jahr 1952 hinaus, in dem der Marshall Plan
ablaeuft, empfohlen und zu den Zielen der wirtschaftlichen Aussenoolitik der USA Stellung genommen.
Praesident Truman hatte vor einiger Zeit Gray nach seinem
Austritt aus der Armee gebeten, das umfassende Gebiet der Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten im Ausland zu uebernruefen
und ueber etwaige zukuenftige Massnahmen Bericht zu erstatten.
Kaehrend der Oray-^usschuss an der Arbeit war, starteten
die nordkoreanischen Kommunisten ihren angriff in Korea. '.Vie es
in dem Bericht heisst, "ist diese Aggression ein Beweis fuer die
unmittelbare militaerische Gefahr und die Notwendigkeit, die Kraefte zur Verteidigung der freien Welt zu staerken."
NatuerlicL bedeutet dies, wie es auch offen in. Bericht von
Gray zum Ausdruck koiomt, Wiederaufruestung unter den freien Nationen; es bedeutet jedoch auf keinen Fall, das^ der wirtschaftliche
Fortschritt ueber einer berichten Wettproduktion von Maschinen- 10 -

�gewehren vergessen werden muss. "Auf wirtschaftlichem und sozialen Gebiet muessen die freien Nationen in der Offensive bleiben,"
heisst es in dem Bericht, der sodann die Grundlage der Aussenpolitik der Vereinigten Staaten in den Worten zusammenfasst: "Mithelfen, die wirtschaftlichen Bedingungen und Beziehungen zu schaffen, die zum Aufbau demokratischer Staaten notwendig sind, die
sich selbst verteidigen und ihren Lebensstandard verbessern koennen." Der Bericht geht dann naeher auf die mit dieser zweifachen
Aufgabe verbundenen besonders verwickelten Probleme ein - naemlich
einmal die Demokratien zu verteidigen und zweitens Demokratien
mit besseren sozialen Verhaeltnissen zu schaffen - und enthaelt
die folgenden Vorschlaege:
1. "Um die erforderliche Ausdehnung des westeuropaeischen
Verteidigungssystems in Uebereinstimmung mit gemeinsamen Plaenen
zu erleichtern, muessen die Vereinigten Staaten bereit sein, ihre
Hilfslieferungen, abgesehen von Kriegsmaterial, weitere drei
oder vier Jahre hindurch fortzusetzen. Der Umfang der benoetigten Hilfe haengt von den aregenwaertigen Wiederaufruestungsbemuehungen der einzelnen Laender und von deren Auswirkungen auf einzelne Wirtschaften ab. Diese beiden Faktoren werden in erster
Linie von den "^lanungsbehoerde-n fuer Wirtschaft und Produktion
innerhalb der Organisation des Nordatlantikpaktes berechnet."
2. "Die Hilfe fuer Westeuropa muss auf der Grundlage des
allgemeinen Bedarfs und nicht an Hand einzelner Projekte geplant
und getrennt von der militaerischen Unterstuetzung durch Waffenlieferungen verwaltet werden
"
3. "Die Hilfe muss so gegeben werden, dass dadurch die volle
Nutzung der europaeischen Hilfsquellen, eine gesteigerte Handelstaetigkeit unter den europaeischen Laendern und der Zusammenschluss der Wirtschaften Westeuropas gefoerdert wird; insbesondere
wird in dem Bericht gefordert, dass die Vereinigten Staaten weiterhin die europaeische Zahlungs-Union unterstuetzen, die die
Konvertierbarkeit der Waehrungen der Laender Westeuropas erleichtert."
4. "Bei der gemeinsamen Planung der Sicherheitsprogramme,
besonders in der Unterstuetzung 'Westeuropas zur Staerkung seiner
Verteidigungskraefte, muss der Bedeutung eines grossen europaeischen ExportVolumens besondere Beachtung geschenkt werden, das
das einzige Mittel darstellt, wirtschaftlich selbstaendig zu
werden, obwohl sich natuerlich die internen Verpflichtungen, die
die Wiederaufruestung mit sich bringt, auf den Verbrauchs- und
Investitionsstand auswirken werden."
5. In Anbetracht der Bedeutung der britischen Waehrung auf
dem Weltmarkt ist es besonders wichtig, Mittel und Wege zu finden,
um England bei der Wiederauf ruestung zu unterstuetzen, ohne dass
sich seine wirtschaftliche Position im üusland ernstlich verschlechtert.
Welche Zukunft bietet sich nun den Wirtschaften Westeuropas
angesichts der durch die stalinistische Aggression aufgezwungenen
Wiederauf rue st ungsbemuehunc-en?
"Westeuropa," so heisst es in dem Bericht, "duerfte sich auf
die Moeglichkeit vorbereiten, dass die Kosten fuer seine Importe
steigen, waehrend die Preise fuer seine Exporte zurueckgehen, sodass sein gegenwaertiger Fortschritt auf dem Wege zur wirtschaftlichen Selbstaendigkeit in Frage gestellt werden kann. Diese Entwicklungen bergen die grosse Gefahr der Inflation in den westeuropaeischen Laendern in sich und koennen ihre Bemuehungen zur
Verteidigung unterminieren."
- 11 -

�"Die Schwierigkeiten der westeuropaeischen Laender bestehen
nicht mehr darin, Absatzmaerkte im Ausland zu finden, sondern genuegend Waren zu produzieren, um den neuen und groesseren Bedarf
an Kriegsmaterial und den '.Cindestbedarf der Zivilbevoelkerung,
einschliesslich der fuer die wirtschaftliche Selbstaendigkeit
noetigen Exporte zu decken."
"Im Interesse der gemeinsamen Verteidigung koennen und werden
sich die westeuropaeischen Laender Einschraenkungen im Verbrauch
und den Investitionen auferlegen; es gibt jedoch Grenzen, unter
die sie nicht heruntergehen duerfen, wenn sie nicht die gesunde
Struktur ihrer Wirtschaft und ihren politischen Zusammenhalt gefaehrden wollen. Eine ausreichende Herstellungsquote von Kriegsmaterial wuerde diese Grenzen wahrscheinlich ueberschreiten, und
in dem Masse, in dem die Exporte reduziert werden muessen, verringert sich die einzige Uoeglichkeit, die diese Laender haben, um
wirtschaftlich selbstaendig zu werden."
Deshalb heisst es in dem Bericht von Gray: "Vorausgesetzt,
dass sich die westeuropaeischen Laender in angemessenem Ivtesse der
Verteidigung widmen, werden wir bereit sein, eine weitere Dollarhilfe zu leisten, um ihnen die Buerde ihrer eigenen Produktion an
Kriegsmaterial tragen zu helfen, soweit sie die Opfer uebersteigt,
die diese Laender zu bringen imstande sind."
"Vom Standpunkt unserer eigenen Sicherheit und der Sicherheit
der freien '.Veit aus ist Westeuropa das kritischste Gebiet."
In dem Bericht wird ausserdem der Frage grosse Beachtung geschenkt,' wie man es anderen Kationen leichter machen kann, mit den
Vereinigten Staaten und untereinander Handel zu treiben. Die
Vereinigten Staaten werden aufgefordert, ihr Programm der gegenseitigen Handelsabkommen fortzusetzen, durch das die Zollgebuehren
reduziert werden, ferner voruebergehend Gesetze zu bewilligen,
die fuer besondere Verbrauchsgueter eine Herabsetzung der Zollgebuehren Trermoeglichen, und die umfassenden Reformen dür Zollverfahren der ereinif ten Gta. ten weiterzufuehren. In dem Bericht wird
ausserdem eine allmaehliche Reform der amerikanischen Subventionsoolitik fuer landwirtschaftliche Erzeugnisse und der Verteilung
ueberzaehli'Kcr Erzeugnisse empfohlen, wenn diese die wirtschaftlichen Beziehungen mit deni ausländ behindern.
Weitere Vorschlaege erstrecken sich auf internationale Zusammenarbeit bei der ^bst-tzplanung knapper Rohmaterialien, die fuer
die Ruestungsproduktion erforderlich sind, und auf eine einzige
amerikanische 3eho:;rde, die sich mit auslaendischen Hilfs- und
anderen Wirtschaftsprogrammen befassen soll, anstelle der zahlreichen zur Zeit bestehenden Dienststellen i^ebertregen wird.
Der Ueberschuss der Exporte ueber die Importe der Vereinigten
Staaten ist im Laufe dieses Jahres, als die stalinistisphe Aggression
das '.Veitbild so sehr veraenderte, geringer geworden. In dem Bericht
wird festgestellt, dass der bisherige stetige Exportueberschuss
tatsaechlich verschwunden ist, was teilweise auf die Tatsache zurueckzufuehren sei, dass Amerika aufgrund der Anregung der Ifarshall^lan-Vorwaltun^ in Europa wieder Einkaeufe taetigt.
ECri Labor Information
11/17/50
Dir. „ ^ T T L O ; - .

DI::T,AOK TRITT I P DIE FU^STAPFIT UITLERS

Der Diktator Tuan Peron von Argentinien tritt .letzt in die
Fusstapfen eines anderen Tyrannen der Heuzeit.
- 12 -

�So wie Hitler es in Deutschland vorexerzierte, so war Peron
von Anfang an bestrebt, die freien Gewerkschaften zu zerstoeren,
heisst es in "Free Labour World", dem Monatsblatt des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften. Ein Beweis hierfuer ist die
Tatsache, dass der 90-taegige Streik der Gewerkschaft der Seefahrer und verwandter Berufe mit einer Niederlage geendet habe.
In einigen Beziehungen ist Peron schlauer als Hitler. Durch
Bestechung und Versorechungen hat die Ein-Mann-Regierung Argentiniens eine Anzahl Gewerkschaftsfuehrer fuer sich gewonnen, "die
sich selbst die Ketten anlegen, die Peron fuer sie bereithaelt."
Um seine Ziele zu erreichen, hat Peron aber auch Gewalt und Mord
angewendet.
Die Foederation der Seefahrer, eine Gruppe von 20 Seefahrerund Hafenarbeitergewerkschaften, war zu der Zeit, als der Streik
begann, die letzte freie argentinische Gewerkschaftsorganisation,
die noch uebriggeblieben war. Sie verfolgte mit ihrem Streik
folgende Ziele: Die Wiedereinstellung der Arbeiter, die von der
groseen, in Regierungsbesitz befindlichen Schiffahrtsgesellschaft
Dodero entlassen worden waren; die Durchfuehrung eines Abkommens,
das vom Transportministerium unterzeichnet war, und nach dem ein
gemeinsames Komitee zu bilden war unter Anerkennung des Rechtes
der Gewerkschaften, ihre eigene Gewerkschaftspolitik zu betreiben.
Die Internationale Transoortarbeiterfoederation, der die argentinische Foederation angeschlossen war, sagte sofort ihre Unterstuetzung in diesem Streik zu. Sie erklaerte einen Boykott gegen
argentinische Schiffe in allen Haefen der Welt. Hafenarbeiter
anderer Laender weigerten sich, auf argentinischen Schiffen zu
arbeiten. Trotzdem gelang es Peron, die streikenden Gewerkschaften
nach 90 Tagen zum Nachgeben zu zwingen. Die Gewerkschaften erklaerten, dass ihre wirtschaftliche Widerstandskraft erschöpft sei. Und
so war es tatsaechlich.
Peron und seine beruehmte Frau Evita wandten einige bewaehrte
Methoden an, um den Streik zu brechen. Auf der einen Seite wurde
die traditionsgemaess stark antikommunistische Internationale Transportarbeiterfoederation als "offenkundig kommunistisch durchsetzte
Organisation" verschrieen. Auf der anderen Seite bezeichnete dagegen Evita den Seefahrerstreik selbst als eine "vorwiegend kapitalistische Machenschaft." Zufaellig ist Evita der /irbeitsminister
ihres Mannes fuer alle praktischen Zwecke.
Die Seefahrerfoederation war diu letzte freie Ge\.erkschaftsgruooe, nachdem Peron mit Evitas Hilfe andere grosse Streiks gebrochen und die Gewerkschaften zerschlagen hatte. La November 1949
streikten die Arbeiter der Zuckerindustrie der Provinz Tucuman,
um hoehere L )ehne zu erzielen. Unlaengst wurden sieben Arbeiter
festgenommen, weil sie eine "illegale" Versammlung abgehalten hatten. Sie wurden von Perons Leuten misshandelt, sie versuchten"Gestaendnisse" aus ihnen herauszupressen. Ein Arbeiter namens Carlos
Aguirre wurde hierbei getoetet. Sein verstuemmelter Leichnam wurde
von einem der Polizisten "gefunden", die ihn festgenommen hatten.
Vor diesem Streik wurde bereits ein Ausstand der Gewerkschaft der
Arbeiter der Fleischverarbeitungsindustrie niedergeschlagen.
Die falschen Vorstellungen, die man sich ueber Peron gemacht
hatte, brachen vor drei Jahren zusammen, als Vertreter der AFL und
der amerikanischen Eisenbahnergewerkschaften auf eine persoenliche
Einladung des Diktators Argentinien besuchten. Peron dachte natuerlich, dass er alles gut verborgen habe, sonst haette er die
Amerikaner nicht nach Argentinien gerufen. Hierin hatte er sich
jedoch getaeuscht. Die amerikanischen Gewerkschafter stellten ihn
in einem Bericht ueber ihre Reise voellig bloss.
- 13 -

�Die Amerikaner entdeckten, dass Peron zwei Methoden anwandte,
um die Kontrolle ueber die Gewerkschaften zu erhalten. Einmal
versagte er ihnen die gesetzliche Anerkennung, die sogenannte
"personeria gremial", die argentinische Gewerkschaften benoetigen,
um legal zu sein. Zum andern beauftragte er seine eigenen
"administratoren" mit der Leitung der Gewerkschaftsangelegenheiten. Die Administratoren entzogen entweder den gewaehlten Funktionaeren einer Gewerkschaft alle Macht oder sie liessen solange
waehlen, bis solche Kandidaten einen Wahlsieg davontrugen, die
der Regierung genehm waren. Selbst Josef Stalin haette dies nicht
viel besser fertig bringen koennen.
SHORTS
Labor Fress Association
X/27/50
US-GEWERKSCHAFTEN GEGEN 45-STUNDEN WOCHE
Die Gewerkschaftsbewegung hat sich gegen die 45-Stunden Woche
ausgesprochen, die von dem Praesidenten der General Motors C. E.
Wilson vorgeschlagen worden war. Die Gewerkschaften sind gewillt
und bereit, zu den Verteidigungsbemuehungen beizutragen, aber
die Gewerkschaftsfuehrer sind der Meinung, dass die Industrie in
der Lage ist, fuer die laengere Arbeitszeit die uebliche Ueberstundenbezahlung zu gewaehren.
Wilsons Vorschlag, in der jetzigen Zeit des Notstands erst
bei 45 Stunden mit der Ueberstundenbezahlung zu beginnen und nicht
bei 40 Stunden, wie es die geltende bundesstaatliche Gesetzgebung
vorsieht, sollte eine Loesung des Problems des Mangels an Arbeitskraeften darstellen. Seit Mitte des Jahres belief sich die durchschnittliche Arbeitswoche der 12.900.000 Arbeiter der US-Industrie
auf ueber 41 Stunden. Die Sprecher der Gewerkschaften wiesen
darauf hin, dass sich die Gestehungskosten mit der Verlaengerung
der Arbeitswoche senkten, und bewiesen an Hand statistischer Unterlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, dass sich die Gestehungskosten
selbst bei betraechtlichen Ausgaben fuer Ueberstundenarbeit nicht
erhoehen.
Ein Vertreter der AFL erinnerte daran, dass der Kongress der
AFL in Houston in Anbetracht der notwendigen Massnahmen zur Verteidigung seine Resolution fuer die Durchfuehrung der 30-Stunden
Woche aufgeschoben habe.
Die Vereinigten Automobilarbeiter des CIO erklaerten sofort,
dass sie mit dem Vorschlag Wilsons nicht einverstanden seien.
Der Sekretaer der VAA, Emil Masey, sagte woertlich: "In dem bundesstaatlichen Gesetz ueber Loehne und Arbeitszeit und in den Vertraegen der Automobilarbeitergewerkschaft gibt es keine Bestimmung, die
die Industrien darin hindert, mehr als 40 Stunden in der Woche
arbeiten zu lassen, um den zivilen Bedarf und den fuer die Verteidigung erforderlichen zu decicen."
"Der Praesident der General Motors Wilson schlaegt lediglich
vor, die Arbeiter woechentlich fuenf Stunden laenger arbeiten zu
lassen, ohne ihnen diese Ueberstunden bezahlen zu wollen, wozu
die Gesetze und Vertraege die Unternehmen verpflichten.-"
"Die Automobilarbeitergewerkschaft hat zweimal in diesem Monat darauf hingewiesen, dass die Gewinne der Automobil- und Automobilzubehoerproduzenten skandaloese Ausmasse angenommen haben.
Wenn dauernde Ueberstundenarbeit notwendig wird, reichen diese
Profit© gewiss bei weitem aus, um die Unkosten decken zu koennen,
- 14 -

�ohne dass die Regierung oder Privatkaeufer fuer Automobile hoehere Preise zahlen muessen."
Mazey vertrat die Auffassung, dass Krediteinschraenkungen,
die den Verkauf von Automobilen gedrosselt haetten, ferner der
Mengel an Stahl und anderer Materialien sowie noch nicht erteilter
Ruestungsauftraege "zumindest fuer eine gewisse Zeit Betriebsstillegungen und Arbeitslosigkeit, aber keinen Mangel an Arbeitskraeften zur Folge haetten."
Am darauffolgenden Tage berichtete die Lokalgewerkschaft Fr.
6C0 der Automobilarbeiterg^werkschaft (Ford-Betriebe), dass die
Ford Motor Connany beabsichtige, "sofort" eine Betriebsstillegung
vorzunehmen, wodurch 15% der 65.000 Arbeiter der Fabrik Rouge
ihre Arbeit verlieren wuerden.
In Telegrammen an Fraesident Trumen, "'. Stuart Symington,
den Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsausschusses zur
Ueberwachung und Sicherung der Hilfsquellen des^Landes, an Henry
Ford II und '"alter Reuther, den Vorsitzenden der Automobilarbeitergewerkschaft, erklaerte der Vorsitzende dieser Lokalgewerkschaft,
Carl Stellatoi: ".Vir stehen vor sofortigen Entlassungen unserer
Mitglieder auf Grund der angekuendigten Produktionskuerzungen fuer
Automobile."
Stellatoi stellte folgende Forderungen: Die Aufhebung der
Kontrollen fuer Kredite mit einem Drittel Anzahlung und 15 Moneten
AbZahlungsfrist; die Erweiterung der Produktionskapazitaet privater Stahifirmen mit der von der Regierung gesteuerten Stahlerzeugung als Alternative; eine Ueberpruefung der Ruestungsauftraege, um zu verhueten, dass zur Zeit arbeitende Betriebe Arbeiter
entlassen muessen; festzustellen, inwieweit Mangel en allen wesentlichen Materialien herrscht; und schliesslich eine groessere Beteiligung der Gewerkschaften an den Entscheidungen, die mit der
Kriegs- und Zivilproduktion in Zusammenhang stehen.
Sprecher der Gesellschaften erklaerten, die Betriebsstillegungen seien nur voruebergehender Natur und durch Umstellungen
auf neue Modelle bedingt.
SHORTS
Labor Press Association
X/27/50
DER GK'-'ERKbCII^FTSKONGRESS DER SCHYJEIZ
Interne Angelegenheiten der Schweiz und der Anschluss an den
Internationalen Bund Freier Gewerkschaften beschaeftigten den 31.
Jahreskongress der schweizerischen Gewerkschaften.
Der Beschlusss, dem IBFG beizutreten, fuer den mit 325 gegen
22 Stlamen gestimmt worden war, war der letzte Akt einer dreitaegigen Sitzung, die in der Kongresshalle in Luzern stattfand.
Nahezu 500 Personen nahmen an den Sitzungen teil, von denen
375 Delegierte waren, die fest 400.000 organisierte Arbeiter der
Schweiz repraesentierten.
Einer kleinen kommunistischen Gruppe gelang es nicht, die Arbeit des Kongresses zu behindern. Zu Beginn der Sitzungen hatten
die Kommunisten bei einer Abstimmung ueber eine Resolution, die die
bundesstaatlichen Finanzreformen unterstuetzoe, den 335 Stimmen 16
ablehnende gegenueberstellen koennen. Dieser Resolution lag die
- 15 -

�Ueberzeugung der schweizerischen Gewerkschaftsbewegung zugrunde,
dass das Steueraufkommen der Zentralregierung nicht ausreicht, um
die lebenswichtigen allgemeinen Beduerfnisse decken zu koennen,
und dass die einzelnen Kantone ueber zuviel Steuergewalt verfue^en.
Die Resolution fordert insbesondere, dass- die Gewerkschaften diese
Steuerreformen unterstuetzen, *venn das Schweizer Volk in einer Urabstimmung ueber sie zu entscheiden hat.
Der Generalsekretaer des Kongresses Giacomo Bernasconi ist
der Ansicht, dass die Kommunisten durch ihre fruehzeitige und
ueberwaeltigende Niederlage mutlos wurden. Infolgedessen wurden
alle uebrigen Resolutionen zu internen Fragen einstimmig angenommen. Auch der Verwaltungsbericht der Exekutive fuer die vergangenen drei Jahre fand die Zustimmung des Kongresses.
In den vom Kongress angenommenen Resolutionen wurde eine Gesetzgebung gefordert, die
1. allen Kollektivvertraegen eine gesetzliche Grundlage gibt.
Gegenwaertig unterliegen nur einzelne, von der Regierung anerkannte Vertraege der Gerichtsbarkeit der Gerichtshoefe.
£. die verschiedenen Arbeitsgesetze in einem umfassenden, modernen Gesetz zusammenfasst, das vor allem die Verkuerzung der Arbeitszeit entsprechend der jeweiligen Entwicklungsstufe der Industrie
vorsieht, den jungen Arbeitern in Uebereinstimmung mit den bestehenden internationalen Konventionen den vorgesehenen Schutz gewaehrt,
den Arbeitern die Beteiligung an der Verwaltung der sozialen Einrichtungen sichert und die Unfallversicherung verbessert.
3. die staatliche Kontrolle ueber das private Transnortgewerbe in bezug auf Tarif-, Ladunga-, und Entfernungsbestimmungen erweitert, um eine bessere Grundlage fuer die Tarifverhandlungen der
Gewerkschaften zu schaffen.
4. die Lebensversicherungsoraemien fuer selbständige Arbeiter
senKt und groessere Sicherheit gegen eine missbreeucMiche Verwendung der Lebensversicherungsfonds fuer andere Zwecke bietet.
5. die Bestimmungen ueber Arbeitslosigkeit revidiert, damit
die Unternehmer groessere Beitraege an die Arbeitslosenversicherung
zahlen und zwar als Kopf- und nicht als Pauschalbetraege, und die
gegen den I^issbrauch der Arbeitsvermittlungsbueros gerichtet ist,
die an Arbeitslose Arbeitsolaetze vermitteln sollen.
In einer anderen Erklaerung von internationaler Bedeutung brachte der Kongress warnend zum üusdruck, dass der Konflikt in Korea
und seine wirtschaftlichen Folgen die Stabilitaet der Preise in
der Schweiz gefaehrdet und die bisherigen Erfolge im Kampf gegen
die Inflation in Frage stellt. Durch die Wiederaufruestung, heisst
es in einer einstimmig angenommenen Resolution, stiegen die Preise
an, und die Regierung hat noch keine Gegenmaßnahmen ergriffen.
Die Gewerkschaften waren mit der Aufhebung der Preiskontrollen
nicht einverstanden und sprachen die Warnung aus, dass sie sich das
Recht vorbehielten, die Lbehne zukuenftigren Steigerungen der Lebenshaltungskosten anzupassen.
ECA Labor Informa-tion
- 16 -

HKCC (11-12-50) 21U 5 U 1 C

�Internationale

ARBEITSMITTEIUIHGEN
DU folgenden Artikel stellen Auszüge ans der amerikanischen Presse und anderen Quellen dar und dienen
der Information deutscher Redakteure, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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HICOG, APO 757, Frankfurt
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohen Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzulassen.

111

~

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Frankfurt, 15. Dezember 1950

I K H A L T S V E R Z E I G H N I S
Besteuerung uebermaessiger Unternehmergevinne in
den USA gefordert - - - - - - - - - - - - - Regierungspolitik, Gewerkschaften und SchlQsselindustrien - - - - - - - - - - - - - - - - Eugenie Anderson spricht zu daenischen Gewerkschaftern - - - - - - - - - - - - - - - - - VMa Kapitalien fuer Anlageguetsr verfuegbar - Pensionsfonds fuer hollaendische Bauarbeiter - Hauptziel des Punkt-Vier-Programms ist Produkte onsSteigerung - - - - - - - - - - - - - - Leiter der ECA fordert gerechte-en Anteil fuer
die Arbeiter - - - - - - - - - - - - - - - V/illiam G-rsen fordert sofortige Preiskontrollen
Parkman: Weltfriede haengt von der Haltung
europaeischer Arbeiter a b - - - - - - - - - -

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BESTEUERUNG UEBKRTIASSSIGER mTTERNEffiOLRGEA'INNE IN DEN USA GEFORDERT

Der amerikanische Finanzsekretaer John B. Snyder hat den zustaendigen Ausschuss des Repraesentantenhauses ersucht, eine
Steuer auf uebermaessige Gewinne grosser Gesellschaftsunternehmen
zu bewilligen.
Diese Steuer soll dann auferlegt werden, wenn die Gewinne
eines Unternehmens 75$ seiner in den drei besten Jahren des Zeitraums 1946 - 1949 erzielten Profite ueberschreiten. Auch das
investierte Kapital soll bei der Berechnung der Steuer zugrundegelegt werden, wenn die Gewinne des Unternehmens auf dieser Basis
einfacher zu errechnen sind.
Obwohl Snyder eine vorbereitete Erklaerung vorl .s, die eine
meisterhafte Darlegung vieler Gesichtspunkte darstellte, die im
- 1-

�Zusammenhang mit einer Steuer fuer uebermaessige Gewinne eine
"tolle snielen, stellte er, nachdem Kongressmitglieder Fragen an
ihn richteten, erneut unter Beweis, dass er im Grunde ein konservativer Finanzmann ist. Vor seiner Berufung ins Kabinett
war er Bankier in St. Louis.
Snyder brachte seinen Antrag ein, nachdem Praesident Truman
am Tafe zuvor den Vorsitzenden des Ausschusses, Bob Doughton aus
"ord-Karolina, ersucht hatte, eine Steuer fuer uebermaessige Gewinne rueckwirkend bis zum 1. Juli 1950 einzufuehren. Snyder
weigerte sich .'edoch, dieses Saturn der Rueckwirkung zu befuer.j .arten, und man ..eiss, dass er da_..it üiclit einverstanden ist.
Seine Antworten auf verschiedene Fragen bewiesen ausserdem, dass
er in bezug auf dieses Gesetz kein uneingeschraenkter Fuersprecher des Fair Deal ist.
Snyders Srklaerungen zufoLre würde die Vervvirklichung des
Regierungsvorschlags das Steueraufkommen des mit dem 1. Juli
1950 beginnenden Haushaltsjahres 1951 um vier Milliarden Dollar
erhoehen. Er forderte jedoch, dass der Kongress keinen Termin
festlegt, an dem das Steuernrogramm beendet sein soll, das sich
ueber eine Reihe von Jahren erstrecken wird. Er wies darauf
hin, dass dieser Vorachleg zu einer Besteuerung uebermaessiger
Gewinne nur ein Vorlaeufer anderer, noch einschneidenderer Vorschlao.-e sei, mit denen man rechnen muesse, sobald das Verteidicungsprogramm im Gange sei.
Die Gewinnsteuer vvuerde auf folgende ..'eise berechnet werden:
ein Gesellschaftsuntemehmen, das wesentliche Gewinne bei der
rriegsi.-iatarial-roduktion erzielt, muesste sich zuerst entscheiden, ob drei Jahre des Zeitraums 1946 - 1949 oder sein investiertem Kapital (in dem Unternehmen investiertes Geld einschliesslich
"einbehaltener ^rsparnisse")als Steuergrundlage verwendet worden
sollen.
Nehmen wir an, dass man sich fuer einen Zeitraum entschieden
und herausgefunden hat, dass die Jahre 1947 bis 49 dem Unternehmen
nach dem Kriege die meisten Gewinne eingebracht hat. Nehmen wir
weiter an, dass sich die Gewinne in diesen Jahren durchschnittlich auf zehn Millionen Dollar beliefen. 75/o dieses Betrages sind
7.5CO.OOO Dollar, ^lle Jahresgewinne ueber diesen Betrag hinaus
unterliegen einer oesteuerung fuer uebermaessige Gewinne, die
ueber 75;0 hinausgehen. Die "normalen" Gewinne dagegen werden
nach der regulaeren Gesellschaftseinkommensteuer mit -±5/0 versteuert.
Snyder lehnte die Vorschlaege des Komitees fuer V.'irtschaftliohe Entwicklung und rationalen Fabrikantenverbandes (National
Association of Manufacturers) ab. Das Komitee fuer 'Virtschaftliche Entwicklung hatte eine einfache Erhoehung des Steuersatzes
fuer Unternehmereinüommen vorgeschlagen. Snyder erwiderte, dass
damit alle Gesellschaftsunternehmen unterschiedslos eine Steuer
von 57/o zanlen muesrsten, wodurch "sich das Verteidigungsprogramm
noch unterschiedlicher auswirken und solchen Unternehmen, deren
-ankommen zurueckgehen, besondere Eaeiten auferlegen v.uerden." Er'
erklaerte ausserdem, er habe zusammen mit seinen Mitarbeitern
einen Vorschlag des Nationalen Fabrikanten-Verbandes "in Betracht
gezogen", der vorsieht, keine Steuer auf uebermaessige Gewinne
einzufuehren, den gegenwaertigen Steuersatz fuer Unternehmereinkommen zu senken und den Unternehmern eine Umsatzsteuer aufzuerlegen, die letzten Endes die Verbraucher bezahlen muessten.
Der Sekretaer fuehrte weiter aus, dass der Praesident mit der
.•teuer fuer uebermaessige Gewinne drei Ziele zu erreichen gedenke:
- 2

�Die gesteigerten Kosten fuer die Produktion von Kriegsmaterial zu
decken, der Inflation zu begegnen und die grossen Gewinne bei der
Kriegsmaterlelproduktion zu versteuern. Kr wollte jedoch nioht
den 3indruck erweoken, dass er sich den Wuenschen des Praesidenten
ansohliesse.
Daily !Tews Service
11/5/50
John 'V. Gibson, stallvertretender US-Arbeitsminister:
•^GI^RUNG: POLITIK, GS"::JRKSCE,.FTZN UND

5c;;iuzoszLinDi;s?RiEN

2s ist noch ^arnicht allzu lange her, dass das Interesse
der amerikanischen Regierung am Tarifverhandlungswesen, offen gesagt, ziemlich negativer ^rt gewesen ist. Jene Arbeiter, die
3ich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu gewerkschaftsaehnlichen
Vereinigungen zusammenschlössen, wurden als Verschwoerer gegen
ihre Arbeitgeber Gerichtlich verfolgt. Diese wirksamen Gegenmassnahmon fuehrten dazu, dass jene Maenner und Frauen, die nach Gerechtigkeit bei den r-'aennern suchten, an deren 1,'aschinen sie arbeiteten, in ihren Bemuehungen behindert und enttaeuscht wurden.
Vor mehr als einhundert Jahren wurde diese negative Einstellung der Regierung zun; erstenmal durchbrochen. Im Jahre 1841 erklärte ein staatlicher Gerichtshof in Lissachusetts, dass der
Zusammenschluss der ^rbeiter in Gewerkschaften eine legale Handlung sei. Doch selbst nach dieser Zeit wurden die Unternehmer in
ihrer antigewerkschaftlichen Taotigkeit aatuerlich keineswegs behindert. Von 1341 bis zum Beginn des New Deal wandelte sich die
ufsnruenglich gewerkschaftsfaindliche Haltung der Regierung in
glsichgueltige Neutralitaet. Rein technisch gesehen hatten die
Arbeiter das Recht, sich zu organisieren; Gleichzeitig jedoch waren die Unternehmer berechtigt, alle Arbeiter zu entlassen, die
von diesem ihren Recht Gebrauch machten, «ngesichts der groesseren wirtschaftlichen Staerko der Unternehmer hoben sich diese beiden Rechte nicht nur gegenseitig auf, sondern die "neutrale" Haltung der Regierung war in ihrem Zndeffekt praktisch eine Unterstuetzung der Unternehmer. Die Zeit der sogenannten Neutralitaet fanl
mit der Bewilligung des Gesetzes von Norris LaGuardia im Jahre
1932 ihr Ende, in den die unglueckseligon, sogenannten "yellowdog"-Vertraege ("gelbe Hunde") fuer ungesetzlich erklaert und es
den privaten Vertragspartnern unmoeglich gemacht wurde, gesetzliche
Streikverbote gegen die Gewerkschaften durchzusetzen.
I"xellow-dogn-Vertraege enthalten die Bestimmung, dass der Arbeiter keiner Gewerkschaft angehoeren darf, andernfalls er sich mit
seiner Entlassung einverstanden erklaert).
Mit Beginn des New Deal begann ein neuer abschnitt in der Entwicklung der Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmern,
3ine Zeit, in der die Regierung keine uninteressierte neutrale
Haltung mehr in der Frage der Kollektivverhandlungen einnahm. Sie
erklaerte stattdessen eindeutig und unverbruechlich, dass sie gewillt
sei, das Koalitionsrecht der Gewerkschaften zu schuetzen. Garantiert
wurde dieses Recht zum erstenmal im Nationalen ..iedeT*sufbau Gesetz
(National Recovery ^ct). Innerhalb von 40 Tagen, nachdem dieses
Gesetz fuer verfassungswidrig erklaert worden war, unterzeichnete
Rrassident Roosevelt dann das Gesetz zur Regelung der Beziehungen
zwischen Arbeitgebern und /irbeitnelimern (National Labor Relatiöns
Act). Dieses Gesetz, das gewoehnlich als '7a ^ner-Gesetz bezeichnet
wird, ist seitdem fuer die Sevoelkerung der Vereinigten Staaten der
Ausgangspunkt fuer eine fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung gewesen.
- 3-

�Sa hat der nationalen Politik eine neue Form gegeben, indem.es
die Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften,
die naturgeniaass die .Virtschaft in Mitleidenschaft ziehen, in
die Intere33ensohaere der Bundesregierung einbezog. In dem Gesetz wird festgestellt, dass unzulaenrliche Beziehungen zwischen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf die "Veigerung der Unternehmer
zurueckzufuehren sind, ihren Arbeitnehmern das Tarifverhandlungsrecht zuzugestehen. Sa heisst darin nicht nur, dass Tarifverhandlungen erlaubt sind - diese Politik war seit vielen Jahren
betrieben worden - sondern der Kongress ging weiter und erklaerte, die Regierung beguenstige TarifVerhandlungen. In der Zwischenzeit waren die Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Vereinigten Staaten einer Untersuchung unterzogen worden, die die Ursachen dieser Streitigkeiten und ihre
nachteiligen Auswirkungen auf die Wirtschaft als Gesamtheit beleuchtet hatte. Diese Ergebnisse fuehrten zu der Folgerung, dass
die Arbeiter erxuutigt werden muessen, sich Organisationen anzuschliessen, die fuer sie mit den Arbeitgebern verhandeln. Das
Gesetz stellte jedoch nicht nur eine blosse Erklaerung zu der
neuen Politik der Regierung dar. Es errichtete ausserdem einen
Rahmen, in dem diese Politik zur Ausfuehrung kommen sollte. So
wurde der Bundesausschuss fuer Arbeitsfrageh (National Labor Relations Board) geschaffen, der seine Entscheidungen im Falle einer
Verletzung dieser Rechte zu treffen hatte, und dem es oblag, eine
Einrichtung in Funktion zu setzen, deren Aufgabe es war, eine demokratische Schlichtungsmethode auszuarbeiten, durch die mit Hilfe
von Abstimmungen ueber Tarifverhandlungen und unter Vermeidung
von Streiks festzustellen war, ob die Arbeitnehmer wuenschen,
durch eine Gewerkschaft in Tarifverhandlungen ::iit den Arbeitgebern vertreten zu werden.
Bei einer solchen Teuerung mussta natuerlich mit einer hartnaeckigen Opposition gerechnet werden. Diese Opposition kam
zwoelf Jehre spaeter zun Erfolg, als es ihr gelang, die Bewilligung des Taft-Hartley-Gesetzes durchzusetzen. Das Wagner-Gesetz
hatte jedoch auf die Gemueter der arbeitenden Menschen der Vereinigten Staaten einen solchen Eindruck gemacht, dass die Urheber
des Taft-Hartley-Gesetzes nicht umhin konnten, wenigstens nach
aussen hin die Ziele des Wagner-Gesetzes zu uebernehmen. Sie taten dies, indem sie die in dem .Vagner-Gesetz enthaltene Erklaerung
aufrechterhielten, die besagt, dass Tarifverhandlungen im Sinne
der Politik der Vereinigten 'Staaten gefoerdert werden muessen. Die
Bestimmungen des Taft-Hartley-Gesetzes widersorechen jedoch den
in diesem Gesetz festgelegten Zielen.
Um eine Basis zu schaffen, von der aus die Arbeitspolitik der
US-Regierung eroertert werden kann, muss gezeigt werden, in welcher Hinsicht das Taft-Hartley-Gesetz der in ihm zum Ausdruck gebrechten Absicht widerspricht, das Koalitionsrecht der Arbeiter
schuetzen zu wollen. Nach dem Wu.^nor-Gesotz waren die Unternehmer
verpflichtet, mit den Gewerkschaften zu verhandeln. Nachdem die
beiden Parteien jedoch uebereingekommen sind, bleiben sie nach
diesem Gesetz bei der Bearbeitung ihrer Probleme sich selbst ueberlassen. Nach dem Teft-Hartley-Gesetz dagegen bleibt die Regierung
bei den Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften
nicht ausgeschlossen, sondern sie zwingt den beiden Parteien ihre
Entscheidungen selbst dann auf, wenn die Verhandlungen schon im
Gange sind. Die Regierung ist in dieser Laste mit einer unerwuenschten Schwiegermutter zu vergleichen, die den Jungverheirateten nach
der Hochzeit niciit von der Seite weicht und dadurch den Neuvermaehlten die vercbredeten Plaene vereitelt.
Experten auf dem Gebiet der Beziehungen zwischen Arbeitgeber
und Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass, nachdem die Rechte beider
- 4-

�Parteien stabilisiert sind und sie von diesen Rechten freien Gebrauch machen koennen, die Regierung bei TarifVerhandlungen solange
nichts zu suchen hat, bis es die Umstaende erfordern, dass sie
sich einschaltet, um die Streitfragen schlichten zu helfen. V/ie
verschieden sind aber die Ziele, die man mit dem Taf t-HartleyGesetz verfolgt:
Nach seinen Bestimmungen mischt sich die Regierung in die
Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ein und erklaert zum Beispiel, sie sollten sich nicht fauf die sogenannte
"closed-shop" Betriebsform einigen, selbst wenn sich dieses System
in ihrer Industrie jahrelang bewaehrt hat. (Ein "closed-shop" tat
ein Betrieb, in dem ^eder gewerkschaftlich organisiert
sein muss). Die Regierung erklaert den Gewerkschaften - nicht
den Unternehmern - dass sie ihrer! Finanzbericht der einen Behoerde
und eidesstattliche, schriftliche Erklaerungen ueber die Fichtzugehoerigkeit der Funktionaere zur kommunistischen Partei einer
anderen vorlegen ^auessen, bevor sie die Regierung um eine Zusicherung ihrer Rechte ersuchen. Sie erklaert der Gewerkschaft ausserdem, dass sie einen "union-shop" Vertrag nur dann beantragen kann,
wenn zuvor eine Abstimmung stattgefunden hat, bei der sich die
Mehrheit aller Wahlberechtigten dafuer ausgesprochen bat, dass die
Gewerkschaft eine derartige Vertragsbestimmung beantraft. Auf
diese und viele andere Arten des Einflusses sitzt die Regierung
am Verhandlungstisch und mehrt an die Rechte beider Parteien. Die
^•fcierung ist damit zum erstenmal in der Geschichte der USA in
die Substanz und nicht nur in das Verfahren der Tarifverhandlung
eingedrungen. Dies ist ein fuer die Arbeiterschaft und auch fuer
die Unternehmer gefaehrlicher Praezedenzfall.
Es ergibt sich nun die Frage, welcher Platz der Regierung auf
dem allgemeinen Gebiet der KollektivVerhandlung zukommt. Die Regierung selbst stellt eine Verschmelzung zweier entgegengesetzter
Tendenzen dar. Auf der einen Seite ist sie "ein Mononol des
Zwangs" - sie legt den Buergern Beschraenkungen in ihren Taetigkeiten auf, wenn diese Taetigkeiten mit den Freiheiten anderer
nicht zu vereinbaren sind. Unter diesem Blickwinkel sind diejenigen, die am wenigsten regiert werden, am besten regiert. Die entgegengesetzte Tendenz ist die der Zusammenarbeit. Die Regierung
hilft den Buergern, sich gegenseitig zu helfen. Die ^erschraelzunsdieser beiden Tendenzen bestimmt den Charakter einer jeden Regierung. In einer Demokratie werden die Aspekte des Zwangs, den die
Regierung ausuebt, auf ein Minimum reduziert, und die Momente
der gegenseitigen Selbsthilfe auf ein Maximum ausdehnt.
Die allgemeine Politik der USA-Regierung in der Arbeitsgesetzgebung muss aus zwei Gruenden durch eben diese Betonung der
gegenseitigen Selbsthilfe gekennzeichnet sein: sie ist dadurch
demokratischer, und sie funktioniert besser.
Als Charles 2. Wilson, der Praesident der General Motors, im
Jahre 1947 vor dem Senatsausschuss fuer Arbeitsfragen sein Gutachten erstattete, wies er auf die Tatsache hin, dass seine Gesellschaft von dem Nationalen Ausschuss fuer Arbeitsfragen (National
Yar Labor Board) in der Kriegszeit gezwungen worden war, eine Bestimmung in ihren Vertrag mit der Gewerkschaft aufzunehmen, nach
der die Arbeiter verpflichtet waren, ihre Mitgliedschaft in der
Gewerkschaft aufrechtzuerhalten. Er wies auf seine damalige Erklaerung hin, in der er sich gegen die Annahme einer solchen Vertragsbestimmung ausgesprochen hatte:
"Die General-Motors Gesellschaft ist der Auffassung, dass die
Gesetze der Vereinigten Staaten so beschaffen sind, dass jeder freie
waehlen kann, ob und welcher Gewerkschaft er angehoeren will. Und
- 5 -

�damit haiton wir an unserer Ueberzeugung fest, dass es unangebracht
ist, eine Gesellschaft zu zwingen, ihren Arbeitnehmern die Aufrocht«erhaltung ihrer "itr-1 iedschaft in der Gewerkschaft als Beschaefti"unp'sbedingunn* t.uf zuerleren. "
?Tj.cr: dien friere war das gleiche Unternehmen und die Gewerkschaft in einen langwierigen Streik verwickelt, Siner der umstrittensten ""unkte war die Aufrechterhaltung- der !*itgliedschaft in
der Gev. arhschaft. Dieses Problem wurde schliesslich dadurch geloest, dass sich die Gewerkschaft mit der Beibehaltung des Systems
der Si.nziehung der Ge..erkschaftsbeitracge durch das Lohnbuero
einverstanden erklaerte. Das Verfahren der Kollektivverhandlung
in einer freien Gesellschaftsordnung hat die Haltung der beiden
Parteien inzwischen jedoch soweit geaendert, dass sie sich in dem
ausgezeichneten Fuenf .Jahresvertrag auf eine Bestimmung ueber gewerkschaftliche Sicherheit einigen konnten, die noch wesentlich
weiter geht als die Klauseln, gegen die nilson waehrend und unmittelbar nach dem Kriege Einspruch erhoben hatte. In einer Ansprache an den Nationalen Presseklub in Washington konnte Wilson
sagen:
"Wir sind der Auffassung, dass die Vertragsbestimmungen ueber
die gewerkschaftliche Sicherheit, die das Problem der "union-3hop"
Betriebsform loesen, praktisch und durchfuehrbtr sind, und im öinre
unserer-bestehenden Arbeitsgesetzgebung liefen, sie entsprechen"
auch den '.Vuenschen der I.'ehrzahl unserer Arbeitnehmer, die unter
die Bestimmungen dieses Vertrages fallen."
Ein anderer Gesichtspunkt dieser Politik, die weit eher auf
Zusammenarbeit als auf Zwang beruht, ist die Forderung, dass die
Regierung groesseren ..ert darauf legt, Streitigkeiten auf den
Grund zu gehen als otreiks beizulegen, üin positives Programm zur
Vermeidung eines Streiks ist wichtiger als die ^rfolp-e in der Beilegung von Streiks. ±s ist Professor Feinsinger in seinem interessanten Artikel ueber die Entwicklung der Arbeitsgesetzgebung
in der letzten .Tahrhunderthaelfte ausserordentlich gut gelungen,
diesen Gesichtspunkt in .''orte zu fassen. Professor Feinsinger
sagt:
"Der industrielle Unfriede im Jahre 1950 kann nicht dadurch
behoben werden, dass man otreiks und Aussperrungen verbietet,
".'ie die Erfahrung hier und im ausländ gelehrt hat, w^ere dieser
Kurs nicht nur undemokratisch, sondern auch unwirksam. Die ^rfahrunc hat ebenfalls gezeigt, dass auf dem heiklen Gebiet der Beziehungen zwischen x^rbeitgebern und Arbeitnehmern Gewalt nur noch
staerkere Gegenkraefte erzeugt und nicht nur wirkungslos bleibt,
sondern die Achtung vor dem Gesetz untergraebt."
Was die Streitigkeiten in den Schluessel industrien betrifft,
so wird mancher sagen, "es sei recht schoen, von freiwilligen Loesungen der Probleme zwischen ..rbeitem und Unternehmern zu sprechen; wie verhalte es sich jedoch mit jenen wichtigen Industrien,
die vor d.^r Oeffentlichkeit einen streik nicht verantworten koennen? Ist in jenen Faellen ein gewisser Zwang nicht unvermeidlich?"
Z.vanp- waere als Loesung moeglich, wenn er nicht zwei \ Grundprinzipien der allgemeinen Politik der U S A widern- rechen wuerdc. Zo
schwer es auch erscheinen mag, muss die Anwendung einer schnellen
Heilmethode vermieden werden; es muss mit allen I'itteln daran gearbeitet werden, Vorkehrungen zu schaffen, durch die Streiks vermieden werden koennen.
Das Taft-Hartley Gesetz enthaelt eine otreikbestimmung fuer
Totfaelle, die jedoch erst dann 'wirksam wird, nachdem der reiste
- 6-

�I

Schaden angerichtet ist. Nan darf nicht auf T"otfaelle warten, um
zu handeln. Vor allem ist es sehr schwierig, zu definieren, was
ein Notfall ist. Die gleiche Streitigkeit in 'einer Schluesselindustrie kann oder kann auch nicht ein rotfall sein, was von den
folgenden drei Bedingungen abhaengt: erstens kann die vorherrschende wirtschaftliche Lage darueber entscheiden, ob es sich um einen
Notfall handelt oder nicht. Ein Eisenbahnerstreik kann zum BeisDiel viel eher zu einem Notstand fuehren als ein Stahl- oder Kohlestreik im Sommer. Zweitens kann auch die politische ^tnosphaere,
in der die Streitigkeiten gefuehrt vverden, darueber entscheiden,
ob ein Notstand vorliegt. In Anbetracht der heutigen internationalen Spannungen kann ein Streik in der Flugzeugindustrie viel
eher einen Notstand heraufbeschwoeren als beispielsweise v,or 15
Jahren, üin dritter entscheidender Faktor ist der Grad der gewerkschaftlichen Organisation der in die Streitigkeit verwickelten
Gewerkschaft. '-Venn nur zehn Prozent der Arbeiter einer wichtigen
Industrie organisiert sind und mit streik drohen, ist es bei weitem
nicht so bedeutungsschwer, als wenn die gesamte Erwerbsbevoelkerung
droht, die ,irbeit niederzulegen, x*uf der anderen Seite kann eine
kleine Gruppe Arbeitnehmer in einer Schluesselstellung in der Industrie das Schicksal der gesagten Industrie in ihren Haenden halten.
Das Interesse der Oeffentlichkeit an der Behandlung der Streitigkeiten in Schluesselindustrien entsteht der in den letzten
zwanzig Jahren um sich greifenden Tendenz, Schluesselindustrien zu
zentralisieren, und die bereits reoht starken Gewerkschaften in
diesen Industrien noch zu vergroessern. Industrie und Gewerkschaften betreiben in zahlreichen bchluesselindustrien eine eng koordinierte Arbeitsnolitik.
Pressemitteilung des US-Arbeitsministeriums
6/29/50
EUGENIE ANDERS CT SPRICAT ZU DAETISCITEN Gs.V^NKSC;-AFT^RN
Eugenie Anderson ist Gesandtin der Vereinigten Staaten in
Daenemark. Es ist bezeichnend genug, dass das amerikanische
Aussenministerium eine Frau nach Kopenhagen delegierte. Die daenischen Gewerkschaften schaetzen Eugenie Anderson, obwohl sie
mit der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung nur geringe Beruehrungspunkte hatte.
Eugenie Anderson berichtete in ihrer Rede zu daeni-chen Gewerkschaftern in Kopenhagen ueber die Fortschritte, die die amerikanischen Gewerkschaften in den letzten 15 Jahren erzielt haben. Von 150 "illionen ^merikanersn sind 15 Nillionen gewerkschaftlich organisierte Gewerkschafter, 1930 waren es nur drei
Nillionen. Im Gegensatz zu Daenemark und auch zu Deutschland
gibt es in den Vereinigten Sttaten fuenf groessere Gewerkschaften:
Die amerikanische Föderation der Arbeit (AFL)mit acht Nillionen
Nitgliedern, den Kongreß der industriellen Organisationen (CIO)
mit sechs Nillionen Nitgliedern, die Bruderschaft der Eisenbahner,
die Vereinigte 3ergarbeitergewerkschaft und die Unabhaengige Naschinistenge werkschaft.
Alle diese Gewerkschaften arbeiten gemeinsam mit den uebrigen kleineren Verbaenden unablaessig an der wirtschaftlichen Besserstellung der Arbeiterschaft. Dies ist jedoch nicht nur auf dem
",'ege ueber Tarif Verhandlungen geschehen, sondern auch durch den
Einfluss der Gewerkschaften auf die Arbeitsgesetzgebung. So betrug die Zahl der Arbeitsstunden in der V.'oche bereits im vergangenen Jahr durchschnittlich -±0 Stunden, waehrend vor 5C .Tahren im
Durchschnitt 59 Stunden das uebliche waren. Die loehne des Jahr??,
1900 sind schwer mit denen von heut3, in Dollar berechnet, zu ver- 7-

�gleichen, aber der heutige Durchschnittswochenlohn von 57 Dollar
fuer einen Fabrikarbeiter ist, in Kaufkraft gerechnet, mehr als
don^alt so hoch als im Jahre 19C0.
Andere gewerkschaftliche Erfolge wurden vor allem auf dem
Gebiet der Arbeitsbedingungen und der Sozialversicherung erzielt.
Heute konzentriert sich das Interesse
der Göwerkscheften auf Unterstuetzungseinrichtungen, auf:Kranken- und Rentenversicherungen.
Im vergangenen Jahr haben die Stahl- und die Automobilarbeiter
neue Tarifvertraege unterzeichnet, in denen eine Mindestpension
von 100 Dollar im Monat festgelegt ist.
Die Gewerkschaften waren sich sehr frueh darueber im klaren,
dass nur dann Erfolge bleibender Natur erzielt werden koennen,
wein auch auf das politische Geschehen Einfluss genommen wird.
Sie blieben aber.voellig undoktrlhaer in ihrem politischen Charaktar, sie konnten somit auch nicht sozialistisch orientiert sein.
Die sozialistische Partei ist in den Vereinigten Staaten ebenso
klein und einflüsslos wie andere Splitterparteien, sie hat weder
im Kongress noch im Senat auch nur einen einzigen Vertreter. So
er°;ab sich fuer die amerikanischen Gewerkschaften das eigenartige
Bild, das sie in dem einen Staat fuer die Kandidaten der demokratischen, in dem anderen fuer den der republikanischen Partei
sich einsetzten. Die Hauptsache war nicht die Partei, sondern
die Persoenlichkeit - zeigte sich diese als Freund der Arbeiterschaft und als Gegner des Unternehmertums, so war sie der Unterstuetzung der Gewerkschaften sicher.
Diese Periode der gewerkschaftlichen politischen Arbeit erfuhr jedoch eine Aenderung, als 1946 das Taft-Hartley-Gesetz angenommen wurde, das die Gewerkschaften, wie von ihror Seite aus immer
wieder betont wird, in ihrer Arbeit schwer behindert. Seit jener
Zeit wurden immer staerker die Demokraten unterstuetzt. Hier
haben die Gewerkschaften auch im Laufe der Zeit einen nicht unbetraechtlichen Einfluss gewonnen. Der Gedanke, eine eigene Arbeiterpartei zu gruenden, ist immer wieder verworfen worden, da allgemein die Ansicht vorherrscht^, es sei besser, in einer der bestehenden Parteien eine genuegende Staerke zu entwickeln. Zu gleicher
Zeit begannen die Gewerkschaften damit, die praktische Schulungsarbeit einzufuehren und die Organisation weiter auszubauen.
Heute beschaeftigen die groesseren gewerkschaftlichen Verbaende hauptamtliche Sekretaere, die einzig und allein fuer die politische Arbeit verantwortlich sind. Sie verfuegen ueber einen
Stab hauptamtlicher Sekretaere, die auch in der Zeit zwischen den
Wahlen ununterbrochen taetig sind. In besonderen Kursen wird die
politische Situation erlaeutert, aber im Vordergrund steht die
politische Schulung, wobei die Hoerer nicht nur in die Gesetzgebung und die kommende politische Entwicklung eingefuehrt werden,
a andern zugleich die Technik und die Praxis des Vfehlkampfes kennen
lernen. Diese konsequente politische Schulungsarbeit hat dazu gefuehrt, dass die Vorstaende der Demokratischen Partei der meisten
grossen noerdlichen Industriestaaten entweder Gewerkschaftsfunktionaere oder Persoenlichkeiten sind, die mit den Bestrebungen der
Gewerkschaften stark sympathisieren. Die fruehere Form der Parteimasehinerie besteht im Grunde nicht mehr, wie es noch vor zehn
-Jahren der Fall war. Heute stehen an der Spitze der oertlichen
Parteiorganisation der Demokraten sehr haeufig Gewerkschafter, die
die sogenannte Kleinarbeit darchfuehren und vor allem die Werbetrommel ruehren. Es kommt hinzu, dass neben dem gewerkschaftlichen
Einfluss in den einzelnen Ortsgrunpen auch auf der Landesbasis eine
staendigo Einvernahme zwischen Gewerkschaften und demokratischen.
Politikern die Regel ist.
- 8-

�yoch auf einen anderen Erfolg der Gewerkschaften muss hingewiesen werden, auch wenn diese Politik fuer den Aussenstehenden
nicht allzu wichtig erscheint. Die gewerkschaftliche Arbeit ist
Iraner staerker in den Gemeinden zu verspueren. Zwar ist diese
Entwicklung nur allmaehlich vor sich gegangen. Es^muss vorausgeschickt werden, dass es in den einzelnen Gemeinden eine groessere
Anzahl Buergervereinigungen gibt, die nicht selten ziemlich offen
recht eigennuetzige Ziele verfolgen. Sie verfuegen oft ueber nicht
allzu viele Mitglieder, die jedoch durch eine geschickte und
zweckmaessige Publizitaet mehr als wettgemacht wird. Gerade diese
Zersplitterung der Interessen, die Vielfalt und die gegenseitige
Konkurrenz der Buergervereine erleichterte es den Gewerkschaften,
sich in der Kommunalarbeit sehr schnell durchzusetzen. Heute sprechen die Stadtvaetsr zumeist zuerst mit den Gewerkschaften ueber
ihre Plaene, um ihre Unterstuetzung zu gewinnen. Willigen die Gewerkschaften ein, wobei nicht selten die Plaene einige Aenderungen
erfahren, so werden die Gewerkschaftsmitglieder ueber die Projekte
unterrichtet und sie helfen dann, dass diese Projekte verwirklicht
werden koennen. Die Gewerkschaften selbst sorgen dann fuer die
notwendige Propaganda, wobei auch die erforderlichen finanziellen
Mittel zur Verfuegung gestellt werden.
Die Arbeit in den Kommunalverbaenden hat indirekt den Wirkungsbereich der Gewerkschaften betraechtlich vergroessert. Es
liegt auf der Hand, dass sich in den kommunalen Koer^rschaften
Vertreter der Gewerkschaften und der Unternehmer begegnen. In diesen Verhandlungen waren die beiden Interessentenvertreter oft der
gleichen Meinung, wenn es sich um Antraege handelte, die dem wohlverstandenen Nutzen der Gemeinde diente. Die in diesen Verhandlungen zutage tretende Atmosphaere der gegenseitigen Achtung und
v/ertschaetzung fuehrte dazu, dass auch bei Tarif Verhandlungen eine
entspanntere Situation gegeben war. In jedem Falle haben die Gewerkschaften durch ihre uneigennuetzige Taetigkeit in den Gemeinden sich sehr viele Sympathien erworben. Den Beweis hierfuer lieferte der grosse Streik der Stahl- und Automobilarbeiter im Jahre
1946, der bei den Gemeindevertretern eine wohlwollende Sympathie
fand - frueher bedeutete jeder Streik fuer den Buerger eine scheussliche Angelegenheit. Ebenso ist der wachsende Einfluss der Ortsgewerkschaften auf die Unzahl der. Buergervereine nioht zu verkennen,
mit der Unterstuetzung der Gewerkschaften geht es zumeist leichter
und flotter. Natuerlich buerden sich die Gewerkschaften mit diesem
neuen Arbeitsgebiet eine viel groessere Verantwortlichkeit auf,
aber sie foerdern damit indirekt ihren organisatorischen Einfluss
und ihre Staerke.
Die amerikanischen Gewerkschaften haben aber nicht nur in der
Innenpolitik eine wichtige Rolle gespielt, sie haben nach dem Kriege
einen ebenso bedeutungsvollen Einfluss auf die Aussenpolitik erzielt.
Als Beispiel sei nur erwaehnt, dass Minister Marshall, kurz nachdem er die Idee des Marshallplanes herausstellte, er eine seiner
ersten eingehenderen Reden ueber diesen Plan'auf dem CIO-Kongress
hielt. Der CIO unterstuetzt trotz aller wuetenden Angriffe der
Kommunisten diesen Plan, die damals noch ueber eine nicht unbedeutende Anhaengerschaft verfuegten. Die Gewerkschaften hatten somit
eine umfassende Aufklaerungsarbeit zu leisten, um ihre Mitgliedschaft von dem Zweck und dem Nutzen des Marshallplans zu ueberzeugen. Das war umso notwendiger, als dieser Plan fuer die amerikanische Bevoelkerung hoehere Steuern und hoehere Preise bedeutete die Gewerkschaften setzten ihren ganzen Apparat ein, um jedem zu
erklaeren, dass dieser Plan eine absolute Notwendigkeit sei, wenn
die Freiheit weiter am Leben bleiben soll. Und der amerikanische
Gewerkschafter und der amerikanische Buerger begriffen sehr bald,
dass In seinen Lande nur dann Sicherheit und Freiheit gewaehrleistet
- 9 -

�ist, wenn auch anderen Voelkern und Staaten Freiheit und Sicherheit
erhalten bleibt.
In der /ashinrtoner Zentrale der l^rshallnlanverwaltunp: bildet
die Abteilung der ^-.rbeitsattachees eine der wichtigsten. iTeder
SCA-Klsslon gehoeren wiederum mehrere Arbeitsattachees an, die zumeist fruehere fuehrende Gewerkscnaftsfunktionaere sind und im Interesse der Sache diese Posten uebernommen haben. Der ii-influss der
Arbeitsattachees hat auf die Aussenpolitik der amerikanischen Regierung starke Wirkungen ausgeuebt, zumal die Leiter der auslaendischen SCA-Mis3ionen ebenfalls haeufig massgebliche Gewerkschafter waren. Auch die Vereinten Nationen, die Amtsstellen des
Atlantikpaktes, die des lülitaerisehen Hilfsplans und aehn] icher
Organisationen auf uebernationaler Basis zaehlen in ihren Reihen
bekannte Gewerkschafter, sie werden alle von den Gewerkschaften unterstuetzt und gefoerdert. Und diese Foerderung ist keineswegs nur
diatonischer Natur oder ein blosses Lippenbekenntnis, der gesamte
gewerkschaftliche Schulungsdienst widmet sich der auf'klaerungsarbeit fuer diese Aktionen und Plaene, wobei natur^emaess der gewerkschaftliche Standpunkt herausgestellt wird.
Diese unablaessige Schulungsarbeit hat bereits dazu gefuehrt,
dass die amerikanischen Gewerkschaften bestimmte Gesichtspunkte in
den Vordergrund stellen konnten, die sich nach und nach in der amerikanischen Gesamtpolitik auch durchsetzten. Heute ist es bereits
Allgemeingut geworden, dass wirtschaftliche Sicherheit gekoppelt
sein muss mit Vollbe-^chaeftigung und einem zunehmenden Lebensstandard; erst diese Verbindung ergibt die Basis fuer eine gesunde Demokratie. Wirtschaftlicher V.'ohlstand allein kann jedoch niemals
die Sicherheit der freien Voelker garantieren, die durch Aggressionen bedroht werden. Und hier ist die Basis fuer den Atlantikpakt
gegeben, denn nur in der Zusammenarbeit liegt die Staerke. Wenn
der Frieden erhalten bleiben soll, dann muss in gemeinschaftlichem
Handeln alles gesciiehen, um jede Aggression zu vermeiden.
Eugenie Anderson wies an dieser Stelle darauf hin, da33 es fuer
sie eine Ermutigung ist, dass auch Daenenark wie so viele anderen
freien Laender sich dem Atlantikpakt angeschlossen haben. Die duenisenen Gewerkschaften viie auch jene dar anderen freien Demokratien
hüben diesen Bestrebungen ihre volle moralisch Unterstuetzung re..aehrt. Die Politik der Ge.,erkrchaften dient der Sicherung des
Friedens, aber auch dem Prinzio Freiheit und Brot fuer jeden Buerp-er.
Die Gewerkschaften wissen aber ebenso gut, dass nur eine gegen jede
Aggression gerichtete Politik sie vor dem Schicksal bewahren kann,
Instrumente eines autorltaeren Staates zu werden, dem Freiheit und
Sicherheit de3 einzelnen ueberhaunt nichts mehr bedeuten.
In diesem Kampf stehen die Gewerkschaften jedoch keineswegs
allein, sie werden unterstuetzt von der breiten Uasse der Buerger
aller demokratischen Staaten - und dadurch haben sich die Gewerkschaften innerhalb von zehn fahren eine ^chtung und -Vertschaetzung
erworben, die einen staendig groesner werdenden Einfluss auf das
weltpolitische Geschehen zur Folge hat. Hit ihrem tiefen Glauben
an die Demokratie, an Freiheit, Sicherheit und Brot haben sie den
Weg gemeinsamer Zusammenarbeit vorgezeichnet, der von den daenischen
wie allen anderen we"teuropaeischen und aussereuropaeischen Gewerkschaften voller Eintracht beschritten ist.
Labor Information FYI 170
YEBRJKAPITALIEN FUER A N L A G E G U E T E R VLRFUEGBAR
Die allgemeine Aufwaertsentwicklung ist eines der Hauptmerkmale
der !.larkterweiterungspolitik und dem Kapitalinvestierungsprogramm
- 10 -

�der amerikanischen ..irtschaft. Steigende Umsaetze und Gewinne in»
Verein r.it doif drohenden Beschraenkunrsmassnahmen haben angesichts
der internationalen Situation dazu beigetragen, auf die Investitionsentschluesse einen massgeblichen Einfluss zu gewinnen.
Der .nnlapewert der in zweiten Halbjahr 1950 geplanten Anlagen
hat einen Gegenwert von 9,8 Milliarden Dollar, er liegt somit in
gleicher Hoehe mit jenem Hoechstwert des Jahres 1948 und ist etwa
9?, hoeher als die Spitzenwerte der letzten sechs Monate des Jahres
1949.
Die ausgearbeiteten Plaene fuer das dritte und vierte Quartal
des Jahres 1950 sind in jeder Industrie ausserordentlich bedeutsame, sie betreffen sowohl die Anlagen als auch die Ausruestung der
geseilten Industrie.
Die Ausgaben fuer das dritte und vierte Quartal 1950 werden
auf 4,8 bis 5,1 Milliarden Dollar geschaetzt. Hierbei ist jedoch
zu beruecksichtigen, dass die Kosten fuer Neukonstruktionen und
«usruestungen stark angestiegen sind, nachdem in den ersten Monaten
des Jahres 1950, ein geringes absinken dieser Kosten festzustellen
war. Aus diesen gestiegenen Kosten ergibt sich, dass wahrscheinlich nur drei Fuenftel der Erweiterungsnlaene im Vergleich zu dem
Jahre 1949 durchgefuehrt werden, da zu jener Zeit die Kosten vvesentlich geringer waren und damals fuer die Gesamtolanunpen nur ein
Betrag von 4,4 bis 4,6 Milliarden Dollar hatte aufgewendet werden
muessen.
Da aber auch aus anderen Gruenden mit gewissen Beschraen'kungen
gerechnet werden mu3S, erscheint es sehr wahrscheinlich, dass ein
betraechtlicher Teil der fuer die Planungen bereitgestellten Kanitalbetraop-e ueberhaunt nicht fuer diese Zwecke verwendet werden kann,
i.us diesen C-ruenden rechnet man in Industriekreisen bereits damit,
d e s die Kt pitalfluessigkeit Anfang 1951 eine besonders hohe sein
wird.
"v'enn sich die gerenwaertigen Plaene noch durchfuehren lassen
und das letzte Vierteljahr des Jahres 1950 noch der Durchfuehrung
dieser Planungen dienen konnte, dann werden sich die Gesamtausgaben
fuer neus ^nlaren und Feuausruestungen in den Industrien der Vereinigten Staaten auf rund 17,9 Milliarden Dollar belaufen, das ist
nur \% weniger als im Jahre 19*9, wenn nur der Dollarbetrag als
solcher zugrunde gelegt wird, da die .'.'erto selbst sich nicht mehr
vergleicLen lassen« Das InvestitionsProgramm des Jahres 1950
schliesst vor allem die gewerblichen Industrien ein sowie die Stromund Gaserzeugungsanlagen, hier wurde fuer das Jahr 1950 ein um 8%
hoeheres Kapital als im Vorjahr den Planungen zugrundegelegt. Angesichts 4sr i-.östiegenen Kosten bedeutet dies Ergebnis natuerlich,
dass diese Planungen hinter den vorangeheaden -Yerten zurueckbleiben
mues ^en.
Einschliesslich der gewerblichen Industrie liegen alle "Innungen
der Industrie wesentlich ueber den Vorjahrskapitalziffern. Eine
ausnähme bilden hierbei jedoch die Textil- und A^parateindustrie,
*.ie "^etroleuraindustrie und die Industrie nicht-automatischer Trans~&gt;ortmittelausruestung. ^ie bedeutungsvollsten Investitionen des
Jahres 1950 sind in der Automobil-, der Elektroindustrie sowie in
dem Industriezweig der Steine und Erden zu finden - es sind zugleich
auch jene Industriezweige, in denen gegenwaertig die Machfrage und
damit die sehr hohen Gewinne besonders guenstig sind.
Labor Market 10/50
- 11 «

�P3NSTCTVTS?CETDS FUER IIOLLAETTDISCHE BAUARBEITER
Zweihunderttausend holLaendische Bauarbeiter, die bei dem
industriellen Pensionsfonds fuer Bauarbeiter in Holland registriert
3ind, werden in Kuerze Anspruch auf Alterspensionen haben. Unternehmer und Arbeiter werden jaehrlich Praemien in Hoehe von 20
Millionen Gulden hierfuer zahlen nuessen.
Der Pensionsbeitrag betraegt woechentlich 2 1/2 Gulden. Die
Hfllfjte dieses Betrages wird von dem Unternehmer gezahlt. Bit Inkrafttreten des Penslonsfonds werden die Bauarbeitjr eine Lohnerhoahung erhalten, damit sie diesen Beitrag ohne Einkorrimensverlust
zahlen koennen. Die Pension wird den Arbeitern gewaehrt, sobald
sie ein Alter von 65 Jahren erreicht haben.
ECA Labor Information
11/16/50
"HAUPTZIEL DES PUNKT-VIBR-PROGBAKMS IST PRODUKTIONSSTillGERUNG

Henry G. Benett erklaerte in seiner ersten oeffentlichen Rede
als Administrator des amerikanischen Punkt-Vier-Programms zur technischen Unterstuetzung, dass es der Hauptzweck dieses Programmes
seil mitzuhelfen, die Produktionsleistung der Arbeiter in den unterentwickelten Gebieten der Welt zu steigern.
"Wenn ein Volk im Hoechstmass produzieren kann, stehen ihm
auch Waren im Hoechstmass zur Verfüegung," sagte Benett in einer
Rede vor einer Gruppe amerikanischer Geschaeftsleute. "Es ist
dies eine einfache Lehre, die wir Amerikaner gelernt haben. Sie
hat fuer die ganze Welt Gueltigkeit."
Benett, der frueher Praesident der Hochschule fuer Landwirtschaft und Technik in Oklahoma war, wurde in der vorigen Woche
von dem Senat der Vereinigten Staaten als Administrator des
Punkt-Vier-Programms bestaetigt.
An seinem Programm arbeiten gegenwaertig 350 amerikanische
Techniker an Projekten in 36 Laendern. Hierzu gehoeren auch die
Projekte, die bereits in Bearbeitung waren, bevor das erweiterte
Programm fuer technische Zusammenarbeit in Kraft getreten war,
und solche, die im Rahmen von Punkt-Vier-Vertraegen begonnen wurden, die innerhalb der letzten drei Monate abgeschlossen wurden.
Benett wies darauf hin, dass das Punkt-Vier-Programm der
Vereinigten Staaten "ein bescheidenes Programm mit einem bescheidenen Budget von 34.500.000 Dollar fuer das laufende erste Haushaltsjahr ist. Das Programm ist in Wirklichkeit erst drei Monate alt. Das erste Jähr des Programms war vornehmlich der Planung, Personalauswahl und Stellenbesetzung fuer die neuen Projekte gewidmet. Wir hoffen, im naechsten Jahr und den darauffolgenden Jahren in der Lage zu sein, den Bedarf an Technikern zu
decken und die Gelegenheiten auszunutzen, die sich uns bieten."
Benett bezeichnete das Punkt-Vier-Programm fuer den Bestand
der Nation als "nicht weniger machtvoll und nioht weniger wesentlich" als die militaerische Verteidigung.
"Die militaerische Wiederaufruestung ist eine unglueckselige
NotwendigKeit. Aber die wirtschaftliche Entwicklung ist nicht
nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit, die uns grosse Moeglichkeiten bietet. Es ist eine Gelegenheit, die Saat der Demokratie unter den Voelkern zu saeen,
- 12 -

�die sich nicht ;:.ehr laenger dar.it abfinden, dasc Armut, Krankheit
und Unwissenheit unvermeidliche Bestandteile des Lebens sein sollen. 2s ist eine Gelegenheit, ihren Fortschritt zu foerdern,
nicht, indem man ihnen dj.e amerikanische Lebensweise aufzwingt,
sondern ihnen hilft, sich selbst zu helfen. 2s ist eine Gelegenheit, neuen 'Wohlstand zum Nutzen aller freien Menschen zu schaffen. "
"Lateinamerika, üfrika, der Mittlere und der Ferne Osten
verfuegen ueber ungekannten Reichtum an natuerliehen Hilfsquellen, die darauf warten, erkannt, genutzt und in- den Dienst der
Menschheit gestellt zu werden, "fuhr Benett fort. "Die Menschen
dieser Gebiete benoetigen den Reichtum an Nahrungsmitteln und
Rohstoffen, der sie umgibt, gerade so wie wir. Auch die EuropBer
brauchen ihn, deren Industrien und deren Lebensweise von den
wichtigsten Produkten dieser Gebiete abhaengen."
"V/enn man netuerliche Hilfsquellen besitzt, braucht man zur
wirtschaftlichen 2ntwicklung Kapital," fuehr er fort und wies
insbesondere darauf hin, dass Kapital zur Schaffung der notwendigen Transportmoeglichkeiten notwendig ist. Er erinnerte an die
entscheidende Rolle, die auslaendisches Kapital bei der Entwicklung der Vereinigten Staaten spielte und sagte: "Ohne dieses
Kapital, ohne Wagnisse, Phantasie und Vertrauen waere es moeglich
gewesen, dass dieser hochindustrielle, zusammengeschlossene Kontinent Amerika bis zum heutigen Tage ein unterentwickeltes Gebiet
geblieben waere."
Benett deutele an, dass das Punkt-Vier-Programm selbst das
beste Mittel sein koenne, um den Kapitalfluss in Gang zu bringen,
und das "konkrete Ergebnis" der Zusammenarbeit wuerde guenstige
politische und wirtschaftliche Bedingungen schaffen.
Selbst wenn natuerliche Hilfsquellen und Kapital vorhanden
waeren, bliebe der Kern des Problems der wirtschaftlichen Entwicklung bestehen: "Die Produktionsleistung des Einzelnen, die
Lebensmoeglichkeit, das benfliehe Koennen und der Unternehmungsgeist, die es den Menschen ermoeglichen, sich ein Leben in Wohlstand zu erarbeiten."
Es sei das Ziel der technischen Experten der Vereinigten
Staaten, anderen Voelkern bei der Steigerung ihrer Produktionsleistung zu helfen. 2r ging &amp;uf ihre Taetigkeit ein und erklaerte:
"Sie arbeiten hauptsaechlich auf drei Gebieten: Gesundheit, Nahrungsmittelerzeurung und Erziehung. 2s ist ein Missverstaendnis,
wenn die Allgemeinheit der Auffassung ist, dass durch das PunktVier- Programm Fabriken, Staudaemme und Kraftwerke gebaut werden.
Eines Tages vielleicht, aber noch nicht jetzt, «ir muessen mit
den einfachen, notwendigsten Beduerfnissen beginnen. '«Vir muessen
dort beginnen, wo es um den Menschen geht."
Daily Wireless Bulletin
XII/13/50
LEITER DES EGA FORDERT GERECHTEREN ANTEIL FUER DIE ARBEITER
'.Villiam C. Fost^r, der Administrator der SCA, hat vor dem
hoechsten Planungsausschuss des europaeischen Wiederaufbaupropramms
erklaert, dass die westeuropaeischen freien Gevverkschaf ten mit
Recht eine gerechtere Verteilung der Fruechte der gesteigerten
Produktionsleistung fusr die Arbeiter forderten.
In einer Rede vor dem Ministerrat der Organisation fuer die
Wirtschaft!ich3 Zusammenarbeit Europas (OSES), der die Verwendung
- 13 -

�der "arshall-^lan-Oelder plant, eroerterto Foster die gegenwaerti^o wirtschaftliche Lage in Westeuropa und ging in besonderen auf
die Probiene der freien Arbeiterschaft ein.
"Eine gerechtere Verteilung der Fruech'te der Produktionsleistung ist ein sehr bedeutungsvolles Problem, de... '"esteurooa heute
gsgenuebersteht. Die freien Gewerkschaften koennen mit Recht darauf bestehen, dass die Arbeiter fuor ihre produktivere Arbeit gerecht belohnt werden. Pur wenn das Los aller Menschen der Welt
verbessert wird, kann die Demokratie auf einer stetigen fortschrittlichen Grundlage ihren Krieg gegen den Totalitarisnus gewinnen. •
Auf die wirtschaftlichen Probleme eingehend, die sich mit
der Notwendigkeit der Wiederaufruestuns: fuer Westeuropa ergeben
haben, betonte Poster, dass ein ".gesundes Gleichgewicht zwischen
militaerlschen Ausgaben und denen, die die zivile .Virtschaft staerken helfen, gehalten werden muss.
w

Der Fabrikarbeiter ist nicht weniger als der Soldat darauf
angewiesen, dasa er genug zu essen hat. «Vir brauchen Brot und
Waffen."
Foster forderte ausserdem die Vertreter der OEEC auf, sich
dafuer einzusetzen, den Wert der westeuropaeischen Produktion
bi3 zu dem Zeitpunkt, an dem der llarshall-Plan im Jahre 195£ enden soll, um 100 Milliarden zu erweitern. Eurooa koenne dieses
Ziel erreichen, wenn auch in Zukunft mit dem gleichen ^ifer und
dem bleichen Geist* der Zusammenarbeit wie bisher an dem iederaufbauprogranm weitergearbeitet wird.
"Die wirtschaftliche Staerke, die in dieser Ziffer zum Ausdruck kommt, koennte nicht nur einen viel besseren Lebensstandard fuer die "enschsn Europas zur Folge haben, sondern auch
eine militaerische Staerke, vor der jeder Aggressor unbedingt
Halt machen duerfte."
In Beantwortung einer auf einer Pressekonferenz gestellten
Frage betonte Foster, dass die ECA fortfahren werde, einen besseren Lebensstandard in Europa als einen wesentlichen Teil der Verteidigung der Demokratie gegen die Aggression anzustreben.
Er begruesste insbesondere, dass Warshall-Plan-Gelder bereits fuer die Erstellung billiger i.rbeiterwohnun^en verwendet
wurden, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die europaeischen Regierungen aehnliche Projekte dieser Art in Angriff nehmen. .Viederaufoauprojekte koennten im Rahmen der koonorativen struktur
des Programms nur durchgefuehrt werden, wenn die westeuropaeischen Regierungen darum ersuchten.
ECA Labor Information
12/4/50
WILL IAH GREZTC FORDERT r. QFORTICL, ?REIc 7. 3-TTR OLLEW
William Green, der Vorsitzende der AFL, forderte die Delegierten zweier AFL-Kongresse auf, fuer die sofortige Einfuehrung
von Preiskontrollen und fuer Lohnerhoehungen zu kaempfen, um das
Preis-Lohnverhaeltnis wie vor Koraa wiederherzustellen.
Er sagte, das amerikanische Volk 3ei bereit, Orfer zu bringen, um den sowjetischen Imperialismus aufzuhalten, es verlange
- 14 -

�iedoch "gleiche Opfer von allen" und verwerfe es, dass seine Steuern erhoeht wuerden, waehrend die Unternehmer uebermaassige Gewinne
anhaeuften.
Er erklaerte ausserdem, dass mit der Lohnstabilisierung in
irgendeiner Form zu rechnen sei, die Loehne aber nicht eher gestoppt
wuerden, als bis sie den Preisen angeglichen waeren.
"Die Form der Lohnstabilisierung ist besonders wichtig," sagte Green. "Wir lehnen grundsaetzlich alle ruecksichtslosen Methoden ab, die Lohnveraenderuncren mit Veraenderung.en der Lebenshaltungs
kosten verbinden wuerden. Es muss immer genug Spielraum fuer
Lohnveraenderungen bleiben, um Ungleichheiten innerhalb der Betriebe und der Industrie zu beseitigen und die Loehne bei gesteigerter
Produktionsleistung erhoehen zu koennen."
Green sagte ferner, die weniger wichtigen öektoren der Bauindustrie sollten abgebaut werden, noch bevor das Wohnungsbauprogramm reduziert wuerde. Die ^FL wuerde ihren Kampf um ein angemessenes Wohnungsbauprogramm fortsetzen.
Der AFL-Vorsitzende forderte die Delegierten der Elektroarbeitergewerkschaft auf, sich an dem Kamof gegen das Taft-KertleyG^setz zu beteiligen. Dieses Gesetz stuende den Verteidigungsbemuehunsen im "'ege, indem es den Gewerkschaften verbiete, Arbeiter
fuer Arbeitsplaetze heranzuziehen, die schwer zu besetzen sind.
"Der groesste Beitrag, den der Kongress zu den Verteidigungsbemuehungen leisten koennte," sagte er, "waere der sofortige
Widerruf des Taft-Eertley-Gesetzes. Man hat uns den Vorwurf gemacht, wir weigerten uns, in Bezug auf dieses Gesetz Zugestaendnisse zu machen. Warum sollten wir uns auf Kompromisse einlassen?
,'uerden wir mit dem Kommunismus oder irgendeiner anderen Macht,
die bestrebt ist, uns zu vernichten, Kompromisse schliessen? Es
waere nicht nur unklug, es zu tun, sondern auch unmoralisch."
Eine starke Gewerkschaf tsbev.egung ist eine der Garantien dafuor, dass wir in den Vereinigten Staaten niemals wieder eine
grosse wirtschaftliche Depression erleben muessen, erklaerte der
amerikanische Arbeitsminister Maurice -T. Tobin vor einer Versammlung der Elektroarbeitergewerkschaft. .."eitere Garantien gegen eine
Depression sind: Eine ausreichende Arbeitslosenversicherung, die
den Arbeitslosen hilft, ihre Kaufkraft zu erhalten; Gesetze ueber
T'ine'est loehne, die die Lohnstruktur bei einem Ueberangebot an ,,rbsitskr«, eften nach unten begrenzen; ein widerstandsfaehiges Banksystem; gesicherte Einko.jnen in der Landwirtschaft, die nicht .von
den Schwankungen der Preise fuer Verbrauchsgueter abhaengig sind;
und schliesslich eine Regierung, die nicht laenger untaetig mitansieAt und zulaesst, dass die '.Virtschaft des Landes in ihren alton 3ahnen weiterlaeuft, so wie es ihr beliebt.
Tobin riet den Delegierten dringend, gegen die Inflation und
die 3ehauptunr anzukaompfen, dass hoehere Steuern unvermeidlich
waeren. Die Gefahr einer Inflation sei nicht in dem /.ugenblick beendet, in de::: die amerikanischen Soldaten Korea verliessen, weil
bereits Milliarden Dollar fuer Ruestungszwecke bestimmt seien.
Er erklaerte ferner, der Praesident
gewisse Kontrollen auferlogen, aber eine
ternehmer und Gewerkschaften koenne ihre
schwaechen und den Umfang der Kontrollen

muesse wahrscheinlich
wirksame Lenkung durch Unnachteilige Wirkung abeinschraenken.
Daily News Service
1/17/50

- 15 -

�PARKMAN:

WELTFRIEDE EA3K0T VCK DER HALTUNG SURQPAEISCHER ARBEITER

"Die Verteidigung der freien Welt und folglich auch der Friede
in der freien Welt haengen zum grossen Teil von der Haltung der
europaeischen «rbeiter ab," erklaerte Henry Parkman, der Leiter
der SCA-Mission fuer Frankreich.
In einer Rede in Marseilles brachte Parkman unlaengst erneut
zum Ausdruck, dass die Marshall-Plan-Beauftragten in einem hoeheren Lebensstandard der Arbeiter auch weiterhin ein Hauptziel des
Wiederaufbauprogramms sehen werden.
"Wir haben Frankreich geholfen, sich aus seinen Ruinen zu erheben, seine Industrie neu auszuruesten und zu modernisieren. Die
Menschen jedoch, fuer die diese Industrie besteht, naemlich die
kleinen Leute auf der Strasse, haben immer noch das Gefuehl, dass
sie am Rande eines Abgrundes leben. Sie leben zwar besser, aber
immer noch nicht gut genug. Es scheint mir, dass sie der Ueberzeugung sind, an den Fruechten das Wiederaufbaus ihres Landes nicht so
beteiligt zu werden, wie sie es verdient haben."
Dieses Problem, so hob der Leiter der ECA-Mission hervor, sei
in Anbetracht der'gespannten internationalen'Lage kein rein internes Problem mehr der einzelnen Laender.
"Der Weltfriede haengt, wie ein Agent des Kremls vor einiger
Zeit erklaerte, nur noch an einem Faden," fuehrte Parkman aus. Er
hat Recht. Ich moeehte hir.zufuegen: die Verteidigung d\r freien
Welt und demnach auch der Weltfriede haengen zum grossen Teil von
der Haltung der europaeischen Arbeiter ab. Armut ist, wie wir alle
wissen, die beste Brutsta^tte fuer den Fanatismus."
Parkman verurteilte die Machenschaften der Stalinisten, die
versuchten, die franzoesische Gewerkschaftsbewegung in einem Augenblick zu schwaechen, in dem sie gegebene Gelegenheiten wahrnehmen muesste, den Lebensstandard der Arbeiter zu verbessern. Eine
erhoehte Kaufkraft sei sowohl fuer die Arbeiterschaft als auch fuer
die Unternehmer von groasster Wichtigkeit, weil die Industrie ohne
eine Erweiterung der Kaufkraft sich nicht ausdehnen koenne.
Der Wohnungsbau sei ebenfalls ein wesentlicher Faktor in den
7/iederaufbaubestrebungen, fuhr Parkman fort, und seine Verwaltung
"begruesse mit grosser Genugtuung den Vorschlag der franzoesischen
Regierung, zwoelf Milliarden Franken aus Gegenwertfondsmitteln
fuer den Bau billiger Wohnungen bereitzustellen. Dies scheint der
Anfang einer wirklich grossen Anstrengung auf diesem Gebiete zu
sein."
"Der europaeische Wiederaufbau ist nicht nur ein technisches
und materielles, sondern auch ein psychologisches und moralisches
Problem. Es ist notwendig, fuer den Wohlstand des Landes zu arbeiten, und die Arbeit fuer den Wohlstand ist auch eine Arbeit fuer
die Sicherheit. Die Buerger werden dadurch staerkere und einleuchtendere Gruende haben, zur Verteidigung ihres bedrohten Erbes zu
kaerapfen."
ECA Labor Information
10/31/50
- IG -

HUOG (19-12-50) ao.

suc

�International«

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die folgenden Artikel stellen Aaszüge aas der amerikanischen Presse and anderen Quellen dar nnd dienen
dar Information deutscher Redakteare, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen und deren Mitglieder.
Von diesem Material kann uneingeschränkt Gebrauch gemacht werden.
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Der Inhalt der „Arbeitsmitteilungen" ist nicht als offizielle Meinung oder Stellungnahme der amerikanischen
Hohes Kommission für Deutschland, noch irgendeiner Dienststelle der Regierung der Vereinigten Staaten
aufzufassen.

III - 42

Frankfurt, 22. Dezember 1950

I N H A L T S V E R Z E

I C E N I S

Gewerkschaftliche Einigkeit ist notwendig - Die GewerkschaftsDewegung in Uruguay- - - - Nationalkonferen2 fuer Arbeitsgesetzgebung
tritt zusammen - - - - - - - - - - - - - Die Jugend muss beim Eintritt in das Berufsleben unterstuetzt werden - - - - - - - IBFG erfolgreich im Kampf gegen den
Komuunismus - - - - - - - - - - - - - - Die Hilfe fuer Jugoslawien, China und Argentinien und der Standpunkt der AFL - - - Verbesserungen der Sozialversicherung
Amerikas gefordert - - - - - - - - - - - Aussenpolitische Erklaerung des CIO zur
Vereinigung Europas - - - - - _ _ - _ _ Selbstaendigkeit der Marshall-Plan-Laender
ist garantiert - - - - - - - - - - - - - ECA-Leiter fordert hoeheren Lebensstandard
fuer Europa - - —
- - - _ - _ - . _ _ _
ILCWU wuenscht neues Invalidenschutzgesetz -

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AI Eayes, Vorsitzender der Nationalen !.5aschinisten Gewerkschaft:
GII.TERKSCKATTLICliE EINIGKEIT IST NOTWENDIG
Jeder von uns ist an der Gestaltung unserer Geschichte beteiligt. Y'enn wir keinen konstruktiven Einfluss auf sie ausueben, so
beeinflussen wir sie durch eigene Schuld in negativem oder schaedlichem Sinne. Das Lebenswerk Samuel Gompers war die Schaffung der
organisierten Gewerkschaftsbewegung Amerikas. Es ist sein Vermaechtnis an die Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten. Dieses
Vermaechtnis ist nicht auf eine bestimmte Gruppe Gewerkschaften
beschraenkt. Es stellt vielmehr die allgemeine Einstellung der
- 1 -

�Gewerkschaftsbewegung einer Anzahl Prinzioien und den Kollektivverhandlungswesen gegenueber dar. Es steht im Zusammenhang nit der
Solidaritaet der Arbeiterschaft auf der ganzen Welt. Die Philosophie Gompers gruendete sich auf die Erkenntnis "Einigkeit nacht
stark." Und diesen Rat gab er freimuetig allen Arbeitern der ganzen Welt.
Diese Wahrheit beleuchtet das ungeheure Problem, den die Gewerkschaften zur Zeit gegenueberstehen, und stellt die uebrigen
Probiene der Gewerkschaftsbewegung weit in den Schatten.
Die organisierte Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten bildet keine vereinigte Organisation, und diese Desorganisation hindert sie daran,# sich ihrer historischen Verantwortung der Arbeiterschaft gegenueber zu unterziehen. Ausserdem nacht diese Spaltung
innerhalb der Reihen es der Gewerkschaftsbewegung unnoeglich, ihre
recl.tnaessige Rolle zu spielen und eine demokratische Reniierungsform in den Vereinigten Staaten und sonstwo in dieser äusserst zerruetteten und tragischen ".Veit zu erhalten.
Wie verheerend sich eine Gewerkschaftsbewegung, die gegen sich
selbst aufgespalten ist, auswirken kann, ist fast bei jeder normalen Organisierungskampagne in den Vereinigten Staaten ersichtlich.
Wenn sich dieser Werbsfeldzug auf eine betraechtliche Anzahl unorganisierter Arbeiter erstreckt, konkurrieren in allgemeinen zwei
oder drei oder nanchnal noch mehr verschiedene Gewerkschaften miteinander. Sie benuehen sich um die Aufmerksamkeit und die Gefolgstreue der Arbeiter fuer eine bestimmte Gewerkschaft und nicht fuer
alle Gewerkschaften. In jedem Falle besteht die Moeglichkeit, Ätna
die Mehrheit dieser Arbeiter der Gewerkschaftsbewegung voellig
fremd gegenuebersteht. Wie kann eine Gewerkschaft in einer solchen Situation ihre Werbung so durchfuehren, dass sie nicht die
Grundlagen der Solidaritaet unterminiert, auf denen die Gewerkschaftsbewegung ruhen muss?
Warum vergeudet die Gewerkschaftsbewegung ihre Energie und
onfert ihren Einfluss und ihre Schlagkraft, indem sie sich um
einige zehntausend bereits organisierte Arbeiter streitet, wenn
noch 43 Millionen Arbeiter nicht organisiert sind? Dies sind sehr
unangenehme Fragen, weil es keine vernuenftigen Antworten darauf
gibt.
Frueher wandten gewerkschaftsfeiadliche Unternehmer viel
Energie und Geld auf, un die Gefolgstreue der Arbeiter zur Gewerkschaftsbewegung zu erschuettern. Sie waren in allgemeinen bestrebt, Zwietracht zu stiften und dadurch die Arbeiterschaft zu
beherrschen. Heutzutage snalten und erschuettern einzelne Gewerkschaften selbst ihre eigenen Grundseetze, ohne dass sie hi :rzu
von einen feindlich gesinnten Arbeitgeber gezwungen waeren. Vie
lange dauert es, um die '"unden eines erbitterten Konkurrenzkampfes
der Gewerkschaften zu heilen? Wie lange dauert es noch, bevor
eine wirklich machtvolle Gewerkschaft beanspruchen kann, eine geeinigte Organisation zu sein? Man frage nur irgendeinen praktischen Organisator, der heutzutage diese Ziele erstrebt. Wie wirken sich diese Spaltung und Erbitterung auf die Verhandlungen mit
den Unternehmern aus? Man frage irgend jemanden, der fuer seine
Gewerkschaft Verhandlungen fuehrt und nach einer solchen Kamnagne
einen Vertrag ausarbeitet.
Wie ganz anders waere es, wenn eine Gewerkschaft odor eine
GrupDe verwandter Gewerkschaften ohne die Einmischung einer konkurrierenden Gewerkschaft arbeiten koennten. Die Tatsache, dass
- 2 -

�jeder einzelne in jeder Situation organisatorisch taetig sein
muss, duerfte ein Deweis dafuer sein, mit welchem Erfolg dies getan werden kann, wenn die Zwietracht in der Gewerkschaftsbewegung
nicht bestuende. Es gibt noch andere entscheidende und dringende
Gruende fuer die Notwendigkeit, die Gewerkschaftsbewegung zu
einigen.
Tatsaechlich s.tsht die Arbeiterschaft seit Beendigung des
letzten Krieges in dir Defensive. Alle Kraft und einen grossen
Teil der Hilfsquellen nuessen aufgewendet werden, wenn kein Boden
verlorengegeben und Schritt fuer Schritt langsam vorwaertsgekommen werden soll. Die amerikanische Arbeiterschaft befindet sich
in einer anti-gewerkschaftlichen Atmosphaere, die vor kurzem noch
oro-gewerkschaftlich gestimmt war und den Gewerkschaften die
guenstigste Stellung einreeumte, die sie je in den Vereinigten
Staaten innehatte. V/as durch die eigene Zwietracht verloren
geht, ist vor allem dann zu ermessen, wenn ueberlegt wird, wie
stark die Gewerkschaften trotz der Spaltung in ihren eigenen Reihen noch immer sind. Es ist nicht schwierig,sich vorzustellen,
um wieviel staerker der Kampf gegen gev.erkschaftsfeindliche Kreise waere
wenn die Arbeiterschaft einir weere. Heutzutage sind
rund 15 Millionen arbeitende I'aenner und Frauen in festgefuegten
und verantwortungsbewussten Gewerkschaften organisiert. Diese
Gewerkschaften repraesentieren und handeln oraktisch fuer alle
Arbeitnehmer der lebenswichtigsten Industrien. Ihre Mitglieder
bilden das hochge~chulte Schlue.;selpersonal der amerikanischen
Industrio gemeinsam mit der ..eniger geschulten, aber deshalb
nicht weniger vvesentlichen Erwerb.sbevoelkerung. abgesehen von
der strategischen Bedeutung ihrer Funktionen innerhalb der Industrie bilden sie als Sektor der Bevoelkerung die groesste organisierte Gruppe der Vvirtscnaft.
Welche Rolle muesste eine Organisation solchen Umfangs normalerweise und besonders in der heutigen Zeit in den Vereinigten
Staaten spielen, in der die Nation in eine internationale Krise
verwickelt ist, die so schwierig und so gefahrvoll ist wie nie
zuvor in der Geschichte unseres Landesl Die Antwort auf diese
Frage heisst: Die Gewerkschaftsbewegung muss eine Rolle spielen,
die an Bedeutung und Einfluss hinter keiner anderen Gruppe zurueckstehen darf.
In der internationalen Krise gibt es besondere Gruende fuer
eine derertige Rolle der Gewerkschaftsbewegung. Dieses 'Veltrinsren
dreht sich um die Lebensweise. 2s dreht sich um die Regierungsformen und ist eine Kraftprobe zwischen Demokratie und Totalitär ismus , ein Kampf zwischen ^'unerika und Russland.
Wo ist der Platz der Gewerkschaftsbewegung in diesem Kaimf?
In welcher Beziehung steht die Zwietracht zu -diesem viel groesseren Problem? Was haben die kleinen Streitigkeiten zwischen den
Gewerkschaften mit diesem grossen Konflikt zu tun? Hierueber kann
es nur eine Meinung geben!
Um ihrer Verantwortung: gep:enueber den amerikanischen Arbeitern und ^merika gerecht zu werden, muss die Gewerkschaftsbewegung
die Interessen der Arbeiterschaft bei jeder Gelegenheit in der
diplomatischen oder politischen '.Valtkontroverse vertreten. Hierzu ist 3ie aufgrund der Besonderheit dieser Streitickeiten verpflichtet. Die Interessen #der Arteiterschaft stehen im Vordergrund vor allen anderen Interessen. Russland appelliert in seinem Streben um die 7/eltnacht direkt und ausschliesslich an die
Arbeiterschaft.

�Nie zuvor in der amerikanischen Geschichte lag es im Interesse der Wohlfahrt des ganzen Landes so wesentlich begruendet wie
letzt, dass die Gewerkschaftsfuehrung vor der Welt demonstriert,
was eine aktive, freie Demokratie ist, und was sie fuer die Zukunft
der Welt bedeuten kann. Die freien Gewerkschaften auf der ganzen
Welt werden von ihren Regierungen und von den historischen Kraeften der Logik und Notwendigkeit gemahnt, ihre eigene Freiheit und
die der Welt vor dem Untergang zu retten.
Seit 150 Jahren arbeitet die schaffende Bevoelkerung der Vereinigten Staaten an der Verbesserung und Vertiefung der Demokratie. Sie hat ihre Erfahrungen in den Gewerkschaftsversammlungen
gesammelt. Sie hat ihr Ziel trotz ununterbrochener Anfeindungen
anderer Schichten der Bevoelkerung verfolgt, die im Verlauf der
Geschichte die Gewerkschaftsbewegung immer missverstanden oder
sogar verleumdet haben, so wie sie es heute noch tun.
Von grosser Bedeutsamkeit ist an dieser Stelle ausserdem die
Frage, wie sich die Gewerkschaften eine demokratische Regierungsform in den Vereinigten Staaten vorstellen. Ihre Auffassung, dass
die Demokratie durch Tarifverhandlungen auch den Weg in die Industrie finden kann, verbesserte nicht nur ihr eigenes L03, sondern
breitete sich auch aus und wurde von der gesamten Bevoelkerung des
Landes gebilligt.
Hauptsaechlich aus diesem Grunde ist eine freie organisierte
Gewerkschaftsbewegung fuer alle Menschen mit reifem Verstand eine
wesentliche Voraussetzung fuer den Neuaufbau einer zivilisierten
Gesellschaftsordnung mit Hilfe des Marshall-Plan-Wiederaufbauprogranms.
Die Mitglieder der Gewerkschaften wissen, was Freiheit und
Demokratie bedeuten, und sie wissen es, weil die Vorfahren dieser Mitglieder in der Vergangenheit und die Mitglieder selbst in
der Gegenwart sich Freiheit und Demokratie selbst erarbeiten
mussten. Dies ist eine der groesst-en Leistungen, die die Gewerkschaftsbewegung zum Wohle der Vereinigten Staaten vollbracht hat.
Der Weltkamof drehte sich praktisch um die Demokratie. Sie
befindet sich in einer wirklichen gefaehrlichen Krise. Die Demokratie in der Welt ist bedroht.
Die Notwendigkeit einer einigen amerikanischen Gewerkschaftsbewegung ist heute so offensichtlich, dass man hierueber kaum
zu argumentieren braucht. Die Gewerkschaften koennen sich nicht
mehr den Luxus der Genugtuung erlauben, etwas besser als eine andere Gewerkschaft zu sein. Die Zeit ist leenget gekommen, so zu
handeln, wie es andern staendig gepredigt wird.
Die Hindernisse, die einer allgemein geeinigten Gewerkschaftsbev^egung zur Zeit im '.Vege stehen - und moegen sie gegenwaertig
noch so unueberwindlich erscheinen - sind recht gering im Vergleich
zu der Art und dem Umfang der Kindernisse, die die Zwietracht dem
Fortschritt der Arbeiterschaft in den Weg stellt. Wenn die Ursachen der Zwietracht geprueft und. ihnen auf den Grund gegangen
wird, muss man feststellen, dass es sich nicht um unloesbare Problems handelt. £• ist fuer viele Gewerkschafter die feste Ueberzeugung, dass die Funktionaere der verschiedenen Gewerkschaften,
die .jetzt gegeneinander argumentieren, es aufrichtig wuenschten,
Mittel und -Vege finden zu koennen, um ihre organisatorischen
Unterschiede auszugleichen, die Gewerkschaftsbewegung zu vereinigen und die Interessenkonflikte im Rahmen einer vereinigten Gewerkschaft beizulegen.
- 4-

�Die Mitglieder aller in Frage kommenden Gewerkschaften werden
mit Begeisterung einen derartigen Vorschlag begruessen und ihm
ihre Unterstuetzung nicht versagen.
Die Vertreter der heutigen Gewertcschaf tsbewegung koennen den
Namen "Samuel Gompers" nicht besser ehren als durch die Vereinigung der Gewerkschaftsbewegung. Auf diese V/eise bekennen sich alle
Gewerkschafter zu ,aeinem '.Vahlspruch: "Einigkeit macht stark."
The Machinist
XII/14/50
DIE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG IN URUGUAY
Die Gewerkschaftsbewegung Uruguays blickt auf eine ebenso demokratische Tradition zurueck wie das Land selbst. Uruguay konnte sich lange ruehmen, eine der demokratischsten Nationen des südamerikanischen Kontinentteils zu sein, woran sich auch in den
letzten Jahren trotz ernsthafter wirtschaftlicher Probleme nichts
geaendert hat
Von 1943 bis 1948 erfreute sich dieses Land - wie
alle uebrigen Laender Latein-Amerikas - aufgrund der Entwicklung
und der Vielseitigkeit seiner Landwirtschaft und seiner Industrien
eines unbegrenzten Wohlstandes. Im Sommer des Jahres 1948 stand es
jedoch vor einer schweren wirtschaftlichen Krise, die durch die
Steigerung der Preise und eine starke Arbeitslosigkeit gekennzeichnet war.
Die Forderungen der Arbeiter nach hoeheren Loehnen, die aufgrund der erhoehten Lebenshaltungskosten berechtigt waren, stellten den Lohnausschuessen schwere Aufgaben, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Uruguay bestehen. Diese Ausschuesse setzen
sich aus drei Vertretern der Regierung und je zwei Delegierten
der Gewerkschaften und Unternehmer zusammen. In jedem Industrieund Handelszweig gibt es einen derartigen Ausschuss, und die Gewerkschafts- und Unternehmervertreter in diesen Koerperschaften
werden alle zwei Jahre von 5den Arbeitern und Unternehmern des betreffenden Industriezweige* gewaehlt. Die Ausschuesse setzen
nicht nur die Loelme, sondern auch die Arbeitsbedingungen fest
und regeln auch andere Fragen in bezug auf die wirtschaftliche
Lage der Arbeiter.
Die Lohneusschuesse haben im allgemeinen versucht, die Loehne
mit den Lebenshaltungskosten auf einer Stufe zu halten. Hiergegen
leisteten die Unternehmer jedoch besonders in den letzten I'onaten
hatnaeckigen Widerstand und in den Ausschuessen wurden langwierige Verhandlungen gefuehrt. In einigen Faellen kam es zu mehr
oder weniger ernsthaften Streiks. Unter anderem traten die Taxichauffeure, die Fleischveroacker, die Baecker und die Arbeiter
der Woll- und der Metallindustrie in den Ausstand. In jedem Falle
wurde der Streik beendet, nachdem sich die Regierung einverstanden erklaert hatte, die erforderlichen Lohnaufbesserungen zu gewaehren. Die Arbeiter wissen jedoch, dass hiermit die Loesung des
Lohnproblems nur iiinausgeschoben ist.
Trotz dieser Schwierigkeiten zaehlen der Lebensstandard und
die soziale Sicherheit der Arbeiter Uruguays zu den besten Lateinamerikas. Wie die uebrige Bevoelkerung des Landes bekennt sich
auch die Gewerkschaftsbewegung zu den Ideen der politischen und
sozialen Demokratie, und diese demokratische Gewerkschaftsbewegung
ist in dem Koordinierungsausschuss der unabhasngigen Gewerkschaften zusammengefasst.
- o

�Bis jetzt war es nicht moeglich, dieses Konitee in einen richtiggehenden Gewerkschaftsbund umzuwandeln. Der Grund hierfuer ist
vor allein die Tatsache, dass die uruguayische Gewerkschaftsbewegung
eine der aermsten des Kontinents ist und praktisch keine bezahlten Gewerkschaftsfunktionaere kennt. Infolgedessen ist sie gezwungen, die Funktionaere in ihrer Freizeit fuer die Gewerkschaft arbeiten zu lassen. Man hofft jedoch, dass bis zur Regionalkonferenz
des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften im Januar 1951 in
Mexiko ein Bund der unabhaengigen Gewerkschaften Uruguays bestehen
wird.
Interamerican Labor News
XII/50
NATIOTALKONFERENZ FUER ARBEITSGESETZGEBUNG TRITT ZUSAMMEN
Der amerikanische Arbeitsminister Maurice 7, Tobin forderte
die Delegierten der 17. Nationalkonforenz fuer Arbeitsgesetzgebung
auf, sich mit allen Mitteln dafuer einzusetzen, da3s ihre Staaten
wirksame Programme ausarbeiten, mit denen der fuer die "Verteidigung notwendige Bedarf an Arbeitskraeften gedeckt werden kann.
Die dreitaegige Konferenz fand im Bezirksauditorium in 77ashinrton statt. rtn ihr nahmen Vertreter der Gouverneure der staatlichen Aemter fuer Arbeitsangelegenheiten und Delegierte der Gewerkschaftsbewegung teil. Abgeordnete aus 41 Staaten, dem Distrikt
Columbia, "^uerto Rico und Alaska waren zugegen.
William L. Connolly, der Direktor des Amtes fuer Arbeitsnormen in US-^rbeitsministerium, der den Vorsitz fuehrte, verlas eine
Botschaft des Praesidenten an die Konferenz. In dieser Botschaft
hiess es:
"Sie treten in einer Zeit zusammen, in der Arbeitskraefte
fu3r die Ruestungsproduktion von lebenswichtiger Notwendigkeit fuer
unsere Mation sind, die sich in einem grossen Kampf gegen die
A^£?ression zur Erhaltung des Friedens befindet. Niemals ist die
Zusammenarbeit des ganzen Volkes notwendiger denn jetzt, wenn unsere Anstrengungen von Erfolg sein sollen, AUS diesem Grunde sind
die Erfahrungen und Ratschlaege der Vertreter der Gouverneure auf
dieser Konferenz von so besonderer Notwendigkeit, um angemessene
Arbeitsnormen fuer eine ununterbrochene Produktion auf lange Sicht
in den einzelnen Staaten zu sichern.
w

Ihre Erfindungsgabe und Ihre Erfahrungen koennen mithelfen,
dii Stac ten und die gesamte Nation bei.der Ausarbeitung der Richtlinien und Methoden zu unterstuetzen, die unsere Produktionsmaschinerie auf dem schnellsten V.'ege zu hoechster Leistungsfaehigkeit
bringen kann. n Vir erwarten voll Ungeduld ihre Vorschlaere und
Empfehlungen.
Arbeit3minister Tobin, der die Eroeffnungsrede hielt,, erklaerte: "Es ist jetzt erforderlich, dass unsere Ideen und unsere Energie darauf ausgerichtet werden, unsere Nation stark und unverwundbar zu machen. Zu diesem Zweck muessen wir bestrebt sein, die
grosse produktive Staerke Amerikas zu mobilisieren. Natuerlich
ist diese Staerke von den Maennern und Frauen ebhaengig, die im
Arbeitsprozeßs 3tehen und die Maschinen bedienen, die die Mittel
zu unserer Verteidigung herstellen.
n

Es ist un-ere ^ufgabe, unsere Ruestungsproduktion so schnell
wie moegj.ich zu erweitern und gleichzeitig die Ziviloroduktion auf
- 6

�einen hohen Stand zu halten. Es wird nicht leicht sein, die Arbeitskräfte fuer die Ruestungsproduktion, fuer die militaerischen
Streitkraefte und fuer die Zivilproduktion zugleich zu sichern
und dabei noch die richtigen L;ute zur rechten Zeit an den richtigen Platz zu stellen. Deshalb muessen wir versuchen, den Anforderungen der Zukunft bereits jetzt gerecht zu werden. Ich betone erneut, dasa wir damit nicht
solange warten koennen, bis die Krise
ueber uns hereinbricht.n
m

Die fruehere Leiterin des Arbeitsministeriums Frances Perkins,
die waehrend ihrer Amtszeit die erste Nationales Konferenz fuer
Arbeitsgesetzgebung einberief, ergriff ebenfalls das V,rort. Frau
Perkins, die jetzt Mitglied der Staatsdierfitkommission der Vereinigten Staaten ist, gab einen Rueckblick auf die Geschichte dieser
Konferenz und wies besonders auf die Vorteile hin, die dem amerikanischen Arbeiter aus dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch .ueber
die Arbeitsprobleme in den einzelnen Staaten erwachsen sind.
Ein Vorschlag der Konferenz zur sofortigen vViedereinf uehrung
einer bundesstaatlichen systematischen Verwaltung der oeffentlichen
Arbeitsvermittlungsaemter wurde lebhaft diskutiert. Fuer ^en Fall,
dass eine derartige verwaltungstechnische Zusammenfassung eintreten sollte, emnfahl die Konferenz dringenjd^die Verwaltung der
oef fentlichen Arbeitsvermittluns-saemter dem Arbeitsministerium der
Vereinigten Staaten zu ueberlassen.
Die Konferenz billigte ausserdem einen Vorschlag, wonach der
Kindeststundenlohn, der im Gesetz fuer gerechte Arbeitsnormen festgelegt worden war, von 75 Cents auf einen Dollar erhoeht^ird
und allen Arbeitnehmern, die noch nicht unter die Bestimmungen
dieses Gesetzes fallen, dieser Schutz gewaehrt werden soll.
Labor Press Service
US-Department of Labor
12/11/50
Robert C. Goodwin, Direktor des Amtes fuer Beschaeftigungssicherhoit:
DIE JUGEND MUSS 3El:: EINRITT IN DAS BERUFSLE3EK UNTERLTÜETZT '.. ERDEN
Kuerzlich wurde ich gefragt: "Warum sind Sie so sehr an einem
zwoelfmonatigen Berufsvorbereitungsprograr.ja fuer die schulentlassene Jugend interessiert? Letzten Endes koennen die .iungen Menschen,
die in das Berufsleben eintreten, sich selbst helfen. Die Arbeitgeber wuenschen doch, dass neues Blut in ihre Betriebe kommt. Die
aelteron Leute 3ind es, denen wir unbedingt helfen mue^sten, Arbeit
zu finden."
Ja, es besteht die allgemeine Auffassung, dass es fuer die
iunp;9n Leute verhaeltnismaessig leicht sei, eine bestimmte berufliche Laufbahn zu beginnen. Und es ist gewiss richtig, dass ein
aelterer Arbeiter^, der seinen Arbeitsplatz verloren hat, besondere
Schwierigkeiten hat, einen neuen zu finden. Aber untersuchen wir
einmal die Tatsachen und stellen fest, warum wir in den ^.rbeitsvermittlungsaemtern unsere besondere Aufmerksamkeit den Jugendlichen,
die in das Berufsleben eintreten, und den eelteren Arbeitern, die
einen neuen Arbeitsolatz suchen, widmen muessen.
Vor allem wissen wir, dass jaehrlich mindestens 1 1/2 Millionen junge Menschen in den auf Konkurrenz basierenden lATbeitsi-arkt
eingereiht werden. Es i3t ausserdem allgemein bekannt, dass ,;un^e
Menschen, die Arbeit suchen, um einen Anfang fuer ein produktives
- 7-

�Arbeitsleben zu finden, einen zahlenmaessig grossen und bedeutsamen Teil der Arbeitslosen unseres Landes darstellen. Das bedeutet,
dass diese jungen Menschen verhaeltnismaessig groessere Schwierigkeiten haben, eine Beschaeftigung zu finden als irgendeine andere
Altersgruppe, und dass es den jungen Leuten nahegelegt werden
muesste, solange in der S&amp;hule zu bleiben, wie es fuer sie von
Vorteil ist. Ausserden wissen wir, dass viele junge Leute, die
als beschaeftigt registriert sind, nur als Lueckenbuesser eingesetzt sind oder Arbeiten verrichten, die ihnen kein angemessenes
Einkommen einbringen oder keine Moeglichkeit des Fortkommens bieten.
Weshalo interessiere ich mich also so sehr fuer ein zwoelfmonatiges Berufsvorbereitungsprogramm faer die schulentlassene
Jugend? Weil ich gleube, dass es die Pflicht und die Verantwortung
unseres gesamten Systems der Arbeitsvermittlungsaemter ist, diese
Kluft zwischen der Schulentlassung und dem Beginn einer geeigneten beruflichen Laufbahn fuer Hunderttausende junger Leute zu
ueberbruecken. Es ist in moralischer Hinsicht voellig falsch, die
Jugendlichen auf einer ziellosen Suche nach einer Arbeitsmoeglich-*
keit umherirren zu lassen, bevor wir Schritte unternehmen, um
diesem Misstand abzuhelfen. Auch erfuellen wir nicht unsere Pflicht
als oeffentliche ^rbeitsvermittlungsbehoerde, wenn wir bis zur
letzten 'Yoche vor Schulschluss warten, um Vorkehrungen fuer die
Registrierung der Schulentlassenen zu treffen.
Wir koennen die Probleme jener jungen Arbeitsuchenden am
besten dadurch loesen, dass wir sie im Voraus in Angriff nehmen
und Plaene ausarbeiten, die einen geeigneten Uebergeng von der Schule auf den Beruf gewaehrleisten. Das verstehe ich unter einem
zwoelfmonatigen Berufsvorbereitungsdienst fuer die Jugend, der,
wie ich es sehe, folgendermassen aussehen muss:
Mit den hoeheren Schulen und Universitaeten muessen Vereinbarungen getroffen werden, die den Verantwortungsbereich beider
Gruppen genau festlegen.
Mit allen Studenten und Schuelern muss im ersten Semester
ihres letzten Schul- oder Studienjahres Fuehlung aufgenommen werden,
um sich ueber ihre Absichten und Plaene zu informieren.
Eine sich selbst verwaltende Einrichtung muss geschaffen werden, mit der im Voraus festgestellt werden kann, wer, um einen
Arbeitsplatz zu finden, die Uhterstuetzung des Arbeitsvermittlungsbueros in Anspruch zu nehmen gedenkt.
Es muessen Vorkehrungen zur Registrierung und Pruefung all
derer getroffen werden, die eine Unterstuetzung benoetipen und die
bereit sind, die Hilfe des betreffenden Arbeitsver:JLttlungsamtes
zu akzeptieren.
Beratungen in den oertlichen Arbeltsvermittlungsaemtern
muessen fueu diejenigen ermoeglicht werden, die sie benoetigen
und wuenschen.
Die Ausarbeitung, Verteilung und Auswertung einschlaegigen
aktuellen Inforr.ationsmaterials uebar den oertlichen Beschaefti'ungsstand und die r.rbeits.?iarktlage muessen durch Vorlesungen,
Rundschreiben, Beratungen, Fabrikbesuche und Zeitungsartikel gevvaehrleistet sein, aussprachen alt Arbeitgebern oder andere Methoden, die die Bewerber mit einer passanden Beschaeftirungsrcoeglichkeit bereits vor ihrer Schulentlassung in Beruehrun^ bringen,
nuessen arrangiert werden.
- 8-

�Dies sind nur die wenigsten Massnahmen, die notwendig sind,
wenn ein zwoelfmonatiges Berufsvorbereitungsprogramm fuer die Jugend von Erfolg sein soll. Wenn man sich vergegenwaertigt, dass
505t der Schueler, die laenger als acht Jahre in der Schule bleiben, vor Beendigung des zwoelften Schuljahres diese verlassen,
gewinnt man einen weiteren Einblick in die Probleme der jungen
Arbeitsuchenden. Gewiss wird duroh ein wirksames Programm in irgendeiner Weise denen geholfen werden koennen, die die Schule verlassen, ohne eine vollstaendige Ausbildung an einer hoeheren Schule
genossen zu haben. Viele dieser Jugendlichen koennen und muessen
auf Grund des Gesetzes ueber Kinderarbeit und der augenblicklichen
und spaeteren Auswirkung einer beschraenkten schulischen Austildun/r
auf ihre Verwendungsfähigkeit in die Sohule zurueckverwiesen werden.
Die Arbeitsvermittlungsaemter muessen die Bestrebungen der
Zungen Leute unterstuetzen, eine annehmbare zeitweilige oder Ferienbesohaeftigung zu finden. Kooperative Arbeitsprogramme der Schulen,
die den Lehrplan bereichern und die Schueler zum Bleiben an den
Schulen veranlassen, muessen ebenfalls in Erwaegung gezogen werden.
Alle diese und viele andere Moegllchkeiten bieten sich uns
in Form eines wertvollen und produktiven Jugendprogramms. Wir
koennen es nicht oft genug wiederholen, dass die jungen Menschen
von heute, die Buerger von morgen sind. Diese jungen Leute bilden
ausserdem im Notfall unsere Hauptquelle militaerischer Macht.
Sie werden in der naechsten Generation Eltern, Arbeitgeber und
Staatsmaenner sein. Wir koennen sie nicht in Stich lassen, wenn
wir uns selbst nicht aufgeben wollen. Aus diesem Grunde glaube
ich, dass wir ein zwoelfmonatiges Berufsvorbereitungsprogramm fuer
die Jugend brauchen.
Employment Seourity Review
4/50
IBFG ERFOLGREICH IM KAMPF GEGEN DEN KOflflUNISMtTS
Wie der Generalsekretaer des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften, J. H. Oldenbroek, erklaerte, kann diese Organisation einige bedeutende Erfolge aufweisen, die sie in den zwoelf
Monaten seit ihrer Gruendung im Dezember vorigen Jahres in London
erzielt hat. Als Erfolge bezeichnete Oldenbroek unter anderem,
wobei die Reihenfolge nicht unbedingt der Bedeutsamkeit entsprechen muss:
,
In Brue^sel wurde eine Zentralstelle errichtet, deren Stab
sich zur Zeit aus 40 Mitgliedern zusammensetzt, die zwoelf verschiedenen Nationalitaeten angehoeren und 14 Sprachen sprechen.
Im Juli vorigen Jahres wurde in New York und vor kurzem in Singapur ein Verbindungsbuero eingerichtet. Ein weiteres wird in Genf
eroeffnet werden.
Durch die Neuaufnahme von sechs Laendern (Kolumbien, Falkland
Inseln, Neuseeland, Malayische Staaten, Pakistan und Thailand)
und den anfeenglich provisorischen Anschluss des Schweizerischen
Oewerkschaftsbundes ist die Zahl der im IBFG vertretenen Arbeiter
um eine Million erhoeht worden.
Ein eurooaeisches Sekretariat ist errichtet worden, das die
Arbeit der 21 Millionen Mitglieder zaehlenden Mitgliederorganisationen des IBFG koordiniert, die frueheren Funktionen des gewerkschaftlichen Beratungsausschusses fuer den Marshallplan uebernimmt
und die Taetigkeiten des IBFG in Verbindung mit dem Schuman-Plan
zur Zusammenfassung der Stahlindustrie koordiniert.
- 9-

�Durch die Aufnahme von Hunderttausenden asiatischer Arbeiter
in den IBFG sind dem Kom-unismus in Asien schwere Schlaege versetzt
worden. Man erwartet, dass sich auch Burma der Organisation anschliessen wird. Auch in Mittel- und Suedamerika hat der Kommunismus Rueckschlaege erlitten, von wo ein "staendiges Absinken"
des kommunistisch gefuehrten Weltgewerkschaftsbundes gemeldet wird.
Selbst in Afrika mussten die Kommunisten Niederlagen einstekken, wo die allgemeine Arbeiterunion von Tunis bereits aus dem
'Veitgewerkschaftsbund ausgetreten i^t und sich wie viele andere
afrikanische Gewerkschaftsgruppen dem IBFG an^chliessen werden.
Durch die Teilnahme an Programmen wie dem Schuman-Plan ist
auf die europaeische Vereinigung hingearbeitet worden. "Trotz gewisser Bedenken, die noch aus dem Wege geraeumt werden muessen,
unterstuetzen wir den Schuman Plan," erklaerte Oldenbroek hierzu,
"viele der Vorschlaege, die wir i... Interesse der Arbeiter gjtt der Ver
besserung seines Lebensstandards unterbreitet haben, sind angenommen worden, und man hat uns ersucht, Kandidaten fuer die Hohe Behosrde und andere Koerperschaften,
die dieses Unternehmen verwalten
werden, namhaft zu machen.n
Durch die Mitarbeit im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, in dem der IBFG in mitberatender Eigenschaft vertreten ist, und durch die Taetigkeit im Internationalen Arbeitsamt
ist wirksam an der Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter
gearbeitet worden.
"Wir glafiben jedoch, dass dei totalitaeren Gefahr am besten begegnet werdet! kann, wenn wir unsere Forderungen nach sozialem
Fortschritt, besonders in den unterentwickelten Gebieten der :A'elt, verwirklichen," lautete die Feststellung Oldenbroeks. Der Exekutivausschuss billigte auf seiner letzten Konferenz im November einen
ausfuehrlichen Bericht ueber die wirtschaftliche Lage der Arbeiter
in diesen Laendern, der als Ausgangspunkt fuer Programme dienen
kann, unter denen Millionen Arbeiter im Kampf um Brot, Friede und
Freiheit vereinigt werden koennen."
Daily News Service
XII/8/50
DI5 HILFS gUSR JUGlPSLATTSN, CHINA UND ARGENTINIEN UND DER STANDPUNKT S S Q f t
'
Marschall Tito hat in Belgrad mitgeteilt, dass die Vereinigten
Staaten eine guenstige Haltung in der Frage djr Eilfsmassnahmen
fuer Jugoslawien einnehmen, dass sich durch die Duerre in diesem
Tahre einer Hungersnot gegenueber sieht. Tito sagt, dass die Amerikaner in den einleitenden Diskussionen an die zu leistende wirtschaftliche Eilfe keinerlei Bedingungen oder Forderungen geknuepft
haetten und "damit beweisen, dass Amerika gewillt ist, den notleidenden Voelkern durch die Tat zu helfen und ihre „orte keine leeren
^roDu-andaPhrasen sind". Er erinnerte daran, dass Amerika, als es
durch die UNNRA zum .Viederaufbau Jugoslawiens einen Beitrag von
i30 Millionen Dollar leistete, daran keine Bedingungen oder Einschraenkunfen geknuepft haette.
Gleichzeitig erklaerte Tito, dass Jugoslawiens Unabhaenrie-keit
noch immer durch die bewaffneten Streitkraefte der sowjetischen
Satellitenstaaten entlang seiner Grenze bedroht sei.
Im Einblick auf diese ins Auge gefasste wirtschaftliche Hilfe
durch Amerika, die das jugoslawische Volk in diesem V.'inter vor- einer
- 10 -

�Hungersnot bewahrt, ist es interessant, zu erfahren, welche Stellung der Exekutiv-Ausschuss der Americcn Föderation of Labor zu
dieser Frage einnimmt.
Sie verurteilt die "skrupellose imperialistische Politik dar
3owiet-Regierung, die ueberall versucht, von den kleinen T'ationon
besitz zu ergreifen und sie zu absorbieren, ihre nationale Unabhaen•i^keit zunichte zu machen und sie in das System der sowjetischen
Satelliten- und Sklavanstraten zu Dresden." Die AFL stellt weiter
fast, da^rs diese Bedrohungn30 akut geworden ist, dass sich ein
'Viderstand dagegen selbst im eigenen Lages des totalitaeren Kommunismus entwickelt hat."
Die Erklaerung des Exekutiv-Ausschusses der AFI faehrt fort:
"Die Rebellion Titos bedeutet eine ernste Gefahr fuer den russischen Imperialismus und sollte von allen freiheitsliebenden Voelkarn be^ruesst und ermutigt werden." Aber die AFL erklaert ausdruecklich, dass, "waehrend wir den V/iderstand Titos gegen Russlands Versuch, die Unabhaengigkeit Jugoslawiens zu zerstoeren, begruessen, wir keineswegs sein despotisches inneres Regime billigen
oder bestaetigen." Die AFL wirft dem Tito-Regime vor, dass es
die freie Gewerkschaftsbewegung und andere demokratische Rechte
der jugoslawischen Arbeiter unterdrueckt hat. Sie faehrt dann
fort: "Waehrend wir wirtschaftliche und andere Hilfe leisten, um
Rußlands Versuch, die nationale Unabhaengigkeit Jugoslawiens zu
zerstoeren, | durchkreuzen, duerfen wir jedoch nicht zoegern, Titos systematische Vernichtung der echten demokratischen Kraefte zu
verdammen."
Die Erklaerung scnliesst: "Die AFL verpflichtet sich, allest
was in ihrer Macht steht, zu tun, um nicht nur dem jugoslawischen'
Volke bei der Erhaltung seiner nationalen Unabhaengigkeit zu helfen"
und drueckt die Hoffnung aus, dass der Tag nicht mehr fern sei, an
dem Jugoslawien als eine wahrhaft demokratische Republik errichtet
wird."
Es erhebt 3ich die Frage: Wenn die amerikanische Arbeiterschaft
die wirtschaftliche Hilfe an Jugoslawien unterstuetzt, warum widersetzt sie sich dann einer derartigen Hilfe an des kommunistische
Ghina, oder an die Regierung Perons in Argentinien? Die Erklaerung
Ü9gt wohl darin, dass die Unabhaengigkeit Jugoslawiens bedroht ist,
waohrend die Chinas und Perons Argentinien es nicht ist. IJE -erentail, die AFL erklaert, dass China seine Unabhaengigkeit bereits
verloren hat und dass die chjiresischen Kreml-Lakaien durch Waffengewalt versuchen, die kommunistische Herrschaft auch ueber die
TCachbarnationen zu erstrecken.
Oder genauer gesagt, die AFL erhebt
die Klage, dass die Anhaenger rerons versuchen, die Kontrolle uebor
die Gewerkschaften aller lateinamerikanischen Statten zu gewinnen,
oder, fall3 ihnen des nicht gelingt, diese zu zerstoeren und Konkurrenzgewerkschaften zu gruenden.
"Unsere Regierungjwuerde im Interesse ihres Einflusses und
ihres Ansehens unter den demokratischen Kraeften der Welt klug
handeln, wenn sie diesen Verfechtern totalitaerer Dogmen und den
Vertretern eines totalitaeren Despotentums keine Freundschaft zeigen und ihnen keine Zugestaendnisse machen wuerde," heisst es weiter in der Erklaerung der AFL.
Sie weist jedoch darauf hin, dass &gt;ie zwischen dem diktatorischen Regime in Russland, 3einen Satelliten in China, Argentinien, Franco-Spanien, Jugoslawien und anderen Laendern mit totalitaBren Regierungen und den Voelkern selbst, denen diese Tyrannei
aufgezwungen ist, eine klare Linie zieht. Sie sichert erneut ihre
Freundschaft, Sympathie und Solidaritaet den VoeUfern dieser Laender
- 11 -

�zu, deren ueberwaeltigende Mehrheit sowohl den Kommunismus als
auch den Faschismus ablehnt, denen man jedoch das Recht verweigert,
fuer die Freiheit sich zu entscheiden.
Durch den Internationalen Bund Freier Gewerkschaften, der in
Kuerze regionale Organisationen in Asien, Afrika und Lateinamerika
errichten wird, wird die amerikanische Gewerkschaftsbewegung fortfahren, die demokratischen Gewerkschaften auf diesen Kontinenten
zu unterstuetzen.
News Section Talks Unit
10/31/50
VERBESSERUNGEN DER SOZIALVERSICHERUNG AMERIKAS GEFORDERT
Robert Ball vom bundesstaatlichen Buero fuer soziale Sicherheit wies darauf hin, dass selbst rfach den neuesten Verbesserungen der Sozialversicherungsgesetzgebung "noch viel getan werden
muesse," Die Sozialunterstuetzung muesse noch auf weitere grosse
Teile der Bevoelkerung ausgedehnt werden, die zur Zeit hiervon
noch ausgeschlossen sind. Auch Arbeitsunfaehige oder kranke Arbeiter muessten besser geschuetzt werden, zumal die Arbeitslosenversicherung unzureichend ist. Er forderte ein umfassendes freiwilliges oder obligatorisches Krankenversicherungsprogramm, um
die umfangreichen Kosten fuer Krankenbehandlung decken zu koennen.
Lane Kirkland von der Forschungsabteilung der AFL ging auf
Einzelheiten hierzu ein und erklaerte: "Nur eine obligatorische
Krankenversicherung waere eine Gewaehr dafuer, dass die Mindestnormen medizinischer Behandlung eingehalten werden koennen.
Murray Latimer, ein Sozialversicherungsexperte, erklaerte,
die juengsten Fortschritte der Gewerkschaften bewiesen, dass sich
die Unternehmer durchaus fuer die V/ohlfahrt der Familien ihrer
Arbeitnehmer verantwortlich fuehlen. Vor Inkrafttreten des Pensionsplanes haetten die Pensionierten von unzureichenden Unterstuetzungen aus der Sozialversicherung leben muessen, und Witwen
waeren oft gezwungen gewesen, zu arbeiten, um hierdurch die unzureichenden Hinterbliebenenrenten zu ergaenzen.
Kenneth Kramer von der Textilarbeitergewerkschaft des CIO
sagte, dass der CIO eint, fuehrende Stellung in dem wirtschaftlichen Ringen unser3r Zeit und des Kampfes um die Verbesserung des
allgemeinen Lebensstandards einnaehme und nicht nur die finanziellen Interessen seiner eigenen Mitglieder vertreten wuerde. Der
CIO hat Programme unterstuetzt, die die Unzulaenglichkeiten des
gegenwaertigen Sozialversicherungssystems beseitigen wuerden.
Er forderte Progranne zur Unterstuetzung Arbeitsunfähiger, eine
ausreichende Arbeitslosenunterstuetzung und eine bundesstt.atliche
Krankenversicherung. "Wir muessen fuer die Probleme der Kinder
und der Familien unserer Arbeiter Verstaendnis haben. '.Vir muessen
versuchen, hoehere Loehne, Vollbeschaeftigung, soziale Sicherheit
und Sozialunterstuetzung fuer alle Schichten unserer Bevoelkerung
durchzusetzen.M
Daily News Service
XII/6/50
AÜSSSTTPOLITISGr^

EAKI^EULTG

DES CIO ZUR VEREINIGUNG EUROPAS

Der CIO b e g r u . e s s t den S c h u m a n - P l a n a l s e i n M i t t e l z u r G t a e r k u n g
d e r E i n h e i t E u r o p a s , d e s s e n .Programm d i e Z u s a m m e n a r b e i t d e r S c h w e r i n d u s t r i e n d e s K o n t i n e n t s auf g e s a m t e u r o p a e i s c h e r B a s i s v o r s i e h t .
- 12 -

�Vir empfehlan den Vertretern des IBFG, dem Plan, dessen Entwicklung
sie mit Interesse verfolgt haben, weiterhin ihre Aufmerksamkeit
zu schenken. .Vir wiederholen, da3s der Erfolg des Planes davon
abhaengig ist, ob seine Einzelheiten in einer fuer die Gewerkschaften, die an den diesbezueglichen Konferenzen teilnehmen, befriedigenden Weise ausgearbeitet werden.
Wir sind der Auffassung, dass alle Maasnahmen, die auf eine
engere Zusarjnenarbeit Westeuropas gerichtet sind, von unserer Regierung mit allen Mitteln unterstuetzt werden muessen.
Zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Vereinigung Europas
muss die Macht der Kartelle, die die Produktion einschraenken und
das wirtschaftliche Leben Europas beherrschen wollen, gebrochen
werden. Die Wirtschaft ist so zu organisieren, dass ein Maximum
an Produktion gewaehrleistet wird und den wirtschaftlichen Beduerfnissen der Menschen in genuegendem Masse entsprochen ist.
Wir fordern unsere Regierung auf, den Abschluss eines Friedensvertrages mit Y/estdeutsohlend zu beschleunigen. Der Wiederaufbau eines*vereinigten demokratischen Deutschlands ist durch Russland unmoeglich gemacht worden, weil es mit den drei westlic'
33satzungsmaechten nicht zusammenarbeiten will. Ein weitere,
warten waere gefaehrlich. Der Ausschluss des deutschen Volkes aus
der europaeischen Gemeinschaft und das Fehlen einer selbstaendigen
Regierung schwaechen unsere Freunde in Deutschland und drohen, die
militaristischen und nazistischen Ueberbleibsel in Deutschland zu
staerken.
Das deutsche Volk muss sich viel eifriger der Aufgabe widmen,
sein Land von frueheren nazistischen Einfluessen auf dem gesamten
Sozialgebiet zu befreien, wenn es in der Gemeinschaft freier Nationen ein vollberechtigtes Mitglied werden soll. Wir sprechen den
Gewerkschaften unsere Anerkennung fuer ihre Bemuehungen in dieser
Richtung aus und sichern ihnen in ihrem Kampf gegen den Kommunismus unsere uneingeschraenkte Unterstuetzung zu. Wir fordern sie
auf, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um die Zusammenarbeit deutscher Industrieller und Kartelle mit Sowjetrussland und seinen
Satelliten anzuprangern und zu bekaempfen. Wenn einige deutsche
Industrielle die Kommunistische Partei Deutschlands durch Reklame
in der kommunistischen Presse finanziell unterstuetzen, so ist
das ein Verrat am deutschen Volk. Diese Versuche, Sowjetrussland
durch Geldgeschenke an die kommunistische Partei, als Reklame getarnt, zu beschwichtigen, nehmen dem deutschen Volke die Hoffnung,
sich in die Weltgemeinschaft der freien Nationen einzureihen.
ECA Labor Information
SELBSTÄNDIGKEIT DER MARSHALL- PLAN-LAENDER IST GARANTIERT
William C. Gausmann, der ECA-Beauftragte fuer Arbeitsinformationen in Grossbritannien, versicherte vor kurzem den Gewerkschaftern Schottlands, dt-ss die Marshall-Plan-Politik keine Einmischung
in die grundlegende Wirtschaftspolitik der Regierungen darstelle,
und wies damit erneut die uebliche kommunistische Behauptung zurueck, die Laender, die Mittel der Marshall-Plan-Hilfe erhalten,
seien zu Werkzeugen der Wall Street geworden.
Er wies darauf hin, dass die demokratischen Regierungen, die
sich am 'Yiederaufbauprogramm beteiligen, in der Art und Weise, in
der sie ihre wirtschaftlichen Probleme zu loesen suchen, grosse
Unterschiede aufweisen. Einige von ihnen sind ihrem Wesen entspre- 13 -

�chend kapitalistisch, v*t»afcraa* andara sosifcllstiscfa &lt;*ind. Verantwortlich sind sii jedoch nur ihrer ".'a ahler^chaft ge.'enueber. T'ur
die Voelker selbst haben das Recht, ihre grundlegenden Regierungsprogramme zu formulieren, waehrend der Marshall-Plan dazu bestimmt
ist, ihnen in jeder Weise zu helfen, ihren Lebensstandard zu verbessern.
"In England sehen wir ein ausgezeichnetes Beispiel hierfuer,"
sagte Gausmann. "Der kommunistischen Propaganda zufolge waere
die vor kurzem erfolgte Nationalisierung der britischen Stahlindustrie unter den I'arshell-Plen niemals moeglich gewesen - weil
"Vall Street es nicht zugelassen haette - ... Die Vereinigten Staaten betrachteten diese Frage jedoch immer als eine Angelegenheit,
ueber die das englische Volk allein zu entscheiden hat."
Gausmann beschrieb in einzelnen die GescLichte der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung und unterstrich die Tatsache, dass
Amerika, geographisch gesehen, ein Kontinent ist, der sich aus
sehr verschiedenen Wirtschaftsgebieten zusammensetzt, und dass
diese geographische Vielfalt noch durch die unterschiedliche kulturelle Tradition der amerikanischen Erwerbsbevoelkerung unterstrichen wird. "Die Folge hiervon war, dass sich" die organisatorische
Arbeit der Gewerkschaften aeusserst schwierig gestaltete. Sie
musste auf rein gewerkschaftlicher Basis und auf bezirklicher und
nicht staatlicher Ebene durchgefuehrt werden."
"Es dauerte lange, bis zumindest die Arbeiter Amerikas auf
Grund der wirtschaftlichen Krise das Vertrauen zum unkontrollierten Kapitalismus verloren. Dank der Gesetzgebung des New :&gt;*al
vor allem wurde die Schwerindustrie organisiert, die Bedeutung
der Sozialgesetzgebung anerkannt und die Gewerkschaften gewannen
nicht nur lokale, sondern darueber hinaus fuer ganz Amerika eine
umfassende Bedeutung."
"Die amerikanischen Gewerkschaften, die heute politisch aktiver als je zuvor sind, streben nicht nach der Kontrolle des Landes, sondern nach den Einfluss, durch den sie sich die Hilfe der
Regierung zur Erreichung ihrer zukuenftigen Ziele sichern koennen.
Diese bestehen in erroesserer Sozial- und Beschaeftigungssicherheit, hoeheren Reailoehnen und der Angleichung der niedrigeren
Loehne an die der besser bezahlenden Industrien. Ausserdem soll
dafuer gesorgt werden, dass.das Einkommen eines Arbeiters aus der
Zeit, in der er an besten verdient, nicht reduziert wird, wenn.,auf
Grund seines alters seine Verdienstfaehigkeit naQhlaesst. Ferner
sollen unsere Hilfsquellen zum Nutzen der gesamten Bevoelkerung
besser ausgebeutet werden."
Lab'our News from the ü. S. ,
American Smbassy, London
XII/11/50
'JCA-LEII^R

.

-V:D^RT

::CLi:ER.,r

LEBENSSTANDARD FUER EUROPA

Botschafter Tülton Katz, -der hoechste Amtstraeger der ECATÜssion in Sttrooa, ist der Tfeinung, dass ein hoeherer Lebensstandard der Arbeiter von ausschlaggebender Bedeutung fuer ein freies
Europa ist.
Katz ist der Auffassung, dass die Zukunft des freien Europa
davon abhaengt, ob die folgenden vier Ziele erreicht werden: gesteigerter Export, besonders nach den Dollargebieten; hoehere Investitionen fuer die eigene Ausruestung; ein besserer Lebensstandard
- 14 -

�fuer die ^rbeiter und genuegende Verteidi^ungsmassnahmen gegen
Aggressionen.
"In der heutigen 'Veit," so erklaerte Botschafter Katz vor kurzem vor dem Franzoesischen Parlamentsausschuss fuer Handel," sind
diese Notwendigkeiten nicht sofort und restlos zu erfuellen. .Vir
niuessen .iedoch danach streben, sie so zu erfuellen, dass sie ein
gewisses Gleichgewicht bilden, und um diese lebenswichtigen Erfordernisse in vernuenftigem Masse befriedigend und ein angemessenes
Gleichgewicht unter ihnen herstellen zu koennen, muss die Produktions
leistung erhoeht werden."
"Unter Produktivitaet," fuhr der Botschafter fort, "verstehe
ich eine bessere Kombination von Arbeitskraft, Geld, Maschinen,
Material und Zeit, um mit den gleichen Anstrengungen mehr Waren
als bisher zu produzieren und zu verteilen."
Im Jahre 1900 3ei die Produktionsleistung in Europa, gemessen
an der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion pro Mann
und pro Arbeitsstunde, die gleiche gewesen wie in den Vereinigten
Staaten. Seitdem sei sie aus vielen begreiflichen Oruenden, vor
allem durch die destruktive Auswirkung zweier verheerender Kriege,
auf ein Drittel bezw. ein Viertel der Produktionsleistung der Vereinigten Staaten zurueckgegangen.
Heute belaeuft siel, die Gesamtproduktion Suropas auf etwa
135 Milliarden Dollar jaehrlich.. Wenn das freie Europa seine Produktion um ein Drittel des UnteT-'-chiedos zur Produktion der Vereinigten Staaten steirern koennte, so wuerde das eine zusaetzliche
Produktion von Guetern im ".'erte von 100 Milliarden Dollar jaehrlich
bedeuten, ein Ziel, das nach ansieht der ECA-Sechverstaandipen zu
erreichen ist und wesentlich dabei helfen wuerde, die genannten
vier Notwendiskeiten zu erfuellen.
Eine derartige Steigerung der Produktion zu erreichen, waere
solb3t fuer eine V.'elt, in der-alle guten Willens sind, eine r*ros-e
Aufgabe. Jedoch ist haute nicht die ganze Welt auf dan Wohl Europas bedacht. "Die ^oelker und Regierungen" Europas muessen ihre
Arbeit unter ruecksichtslosen und unablässigen Anfeindungen des
reaktionaeren Ko;:r,iunismus verrichten."
An die vielen Methoden erinnernd, durch die die Reaktionaere
in Moskau versucht haben, den Marshall-Plan und andere Wiederaufbaubemuehungen der freien Welt zum Scheitern zu bringen, wies Katz
auf den durch die kommunistische Invasion in Suedkorea eingetretene
Wende in der kommunistischen Politik hin.
"Zum erstenmal," sagte er, "ging die kommunistische Aggression
ueber politische und Guerillaatttcken hinaus und brach eine regelrechte, aggressive Offensive ueber eine politische Grenze hinaus
vom Zaun."
"Bis jetzt waren die im Marshall-Plan vereinten freien Nationen im Kamof gegen Hunger, Verzweiflung, Chaos und Furcht in Europa siegreich," fuhr Katz fort. "Europa hat seine Produktion, seinen
Handel und seine WaehrungsSysteme wieder aufgebaut. Die Inflation
wurde im allgemeinen ueberwunden, es herrscht ein hoher Beschaeftigungsstand, und der Kommunismus verlor fast alle politischen Wahlen und auch seine Herrschaft ueber die Gewerkschaften. Das freie
Europa hat staendig seinen Gemeinschaftssinn unter Beweis gestellt
und die Hoffnung und den Willen wiedererlangt, einer Zukunft entgegenzugehen, die man zwer noch nicht genau uebersehen, an die man
jedoch glauben kann."
- 15 -

�"Bis zu den Vorfaellen in Korea waren die Ziele und der "Vorlauf des Wiederaufbauprogramms durch die Verhaeltnisse gerechtfertigt. Die Grund prob lerne wurden erkannt und In Angriff genommen; unter den euroDaeischen Arbeitern, besonders in Frankreicii und
Italien, herrschte grosse Unzufriedenheit, und es wurden wirksame
Massnahmen ergriffen, um diesem Uebelstand. abzuhelfen.
Angesichts der Ereignisse in Korea haette sich dieses Programm
iedoch als unzureichend und zu langsam erwiesen, aber die zukuenftigen Aufgaben sind durcn den letzten Schlag der Sowjets klarer
zutage getreten.
"In der kommenden Zeit," so versicherte Katz, "muessen wir gemeinsam die militaerische Staerke und die politische Macht des
freien Europas wiederherstellen. Wir muessen gemeinsam Mittel und
Wege finden, um Deutschland zu einem verlaesslichen und geachteten
Mitglied der freien europaeischen Gemeinschaft zu .gewinnen."
"Die Bedingungen muessen geschaffen werden, unter denen die
benachteiligten Arbeiter Frankreichs und Italiens den Glauben an
die Gemeinschaft, zu der sie gehoeren, wiedererlangen und ihre Gewerkschaften von der Umklammerung des Kommunismus befreien koennen."
Katz schloss mit den Worten: "Das freie Europa muss die Vision
der Zukunft im Auge behalten, und seine Bestrebungen darauf ausrichten, einen Frieden in Gerechtigkeit und Freiheit zu schaffen
und dem Einzelnen die Moeglichkeit geben, vorwaertszukoramen. Der
Schluessel zu diesen Dingen ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes
und ein angemessener Lebensstandard."
EGA Labor Information
12/13/50
ILGWU WUENSCHT ivnSUSS INVAIIDENSCHUTZGESETZ .
Die Internationale Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft
(ILGWU-AFL) hat vorgeschlagen, das gegenwaertig gueltige Gesetz fflr
Invalidenunterstuetzung abzuschaffen und es durch ein "gesundes
und angemessenes Gesetz" zu ersetzen.
James Lipsig, der stellvertretende Exekutivsekretaer der
ILGWU, erklaerte vor einem gemeinsamen legislativen Ausschuss fuor
Arbeitsfragen in New York, dass dieses Gesetz den Grundprinzipien
einer gesunden Sozialversicherung widerspricht. Er zeigte an Hand
der Ergebnisse einer Untersuchung, dass letzlich die ürbeiter die
Kosten fuer die Invalidenversicherung zu tragen haben, und schlug
vor, sofort eine Neufassung des Gesetzes herauszugeben, die eine
Finanzierung der Versicherung durch die Unternehmer vorsieht. Er
berichtete, dass 220,000 Mitglieder der Damenoberbekleidungsarbeitergewerkschaft nur von der Invalidenunterstuetzung leben muessen, wenn
nicht der Gesundheits- und Wohlfahrtsfonds ihrer eigenen Gewerkschaften einen Zuschuss gibt.
Die Methode, die Unterstuetzungen aufgrund des durchschnittlichen Wochenverdienstes einer 40-Stunden-Woche zu erreichnen, sei
aausserst ungerecht und muesse abgeschafft werden. Er befuerwortete
die Verfahren und Methoden des Arbeitslosenversicherungsgesetzes.
Daily News Service
12/5/50
- 16 (27-12-50) 2222 5 • 1 C

�Internationale

ARBEITSMITTEILUNGEN
Die foigeadea Artikel «teilen Auszug« aaa der aaterikaalecliea Preeae aad aaderaa Qaellea dar aad dienen
der laiaraiatioa deatacher Sedakteur*, der Gewerkschaften, Gewerkschaftsschulen aad deren Mitglieder.
•OB dieeem Material kenn aaelagoeekrlakt Gebrauch gemacht werden.
Weitere Exemplare können koatealoe bei
Office ei Labor Affair»
HICOG, APO 757, Frankfurt
aagelordert werden. Aal Wunsch werden dioae auch eiatelaea Iatereeeeotoa direkt durch die Poet angeleitet.
Dar Inhalt dar „Arbeitamltteiluugea" lat aiebt ala offitielle Meinung oder Stellungnahme der amerikaniachen
MlUtafioglomag, noch irgendeiner Dienststelle der Regiemag der Vereinigten Staaten aafaafaeeea.

II - 43-44

Frankfurt, 6. Januar I950

INHALTSVERZEICHNIS
Kommunisten I t a l i e n s fuer den Marshall Plan
Feuerfestes Haus fuer achttausend Dollar

2

—

. . .

Index der Iebenshaltungskosten in den U.S. revidiert

- -

3
4

Bessere Aussichten fuer die berufstaetige Frau in Amerika 5
Britische Metallarbeiter berichten ueber amerikanische
Produktionsleistung . . . . . .

. . . . . . . . . . .

6

100.000 Dollar fuer Gewerkschaftschule der IIGWÜ . . . .

18

CIO Resolution zur Gemeinschaft Bauer-Arbeiter

18

Arbeit durch Marshall Plan . . .

—

— . . . .

. . .

IQ

�KOMMUNISTEN ITALIENS FUER TEN MARSHALL PLAN.
Der Gewinn, den die Marshall Plan Hilfe I t a l i e n b r i n g t , l i e g t fuer jeden
so klar auf der Hand, dass selbst die Kommunisten ihre Bemuehungen abgedaempft
haben, die darauf z i e l t e n , dieses Programm i n Misskredit zu bringen»
Die neue und ermutigende Tendenz kam i n dem freundlichen Empfang zum
Ausdruck, der dem Leiter der ECA Sondermission i n I t a l i e n , Mr. James D. Zellerbach , waehrend einer Besichtigungsreise durch die Region Emilia b e r e i t e t
wurde. Dieses Gebiet i s t a l s eine der staerksten komministisehen Hochburgen
des Landes bekannt. In vielen Sektoren sind 8O5S der gesamten Bevoelkerung
Kommunisten.
Im Verlaufe seiner 3-taegigen Reise wurde Mr. Zellerbach von fuenf kommunistischen Bu erger meistern und einem kommuni s t i sehen Hilf sbu er germe i s t e r willkommen geheissen. Vier der Buergermeister sprachen oeffentlich zugunsten des Mars h a l l Planes. Viele kommunistische Fuehrer nahmen zusammen mit der ECA Gruppe
an Essen t e i l , bei denen ausser Mr. Zellerbach auch Andrew H. Berding, Chef der
Informationsabteilung, und Thomas A. Lane, Leiter der Abteilung fuer Arbeit, zugegen waren.
I n Bologna, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Region Emilia,
h i e l t Buergermeister Dozzi , ein prominenter Kommunist, der i n Moskau geschult
wurde, eine Rede, i n der er sagtet "Sie brauchen nur die hiesige ERP Ausstellung
zu besuchen, und Sie werden konkrete Beweise fuer die unleugbaren Gewinne haben,
die I t a l i e n dem Marshall Hilfsprogramm zu verdanken hat.*
Buergermeister Dozzi hat kuerzlich Raeume im Stadtzentrum zur Verfuegung
g e s t e l l t , i n denen die Marshall Plan Ausstellung kostenlos untergebracht werden
kann.
Die Ergebnisse seiner Reise zusammenfassend e r k l a e r t e Mr. Zellerbach i n San
Franzisko, Kalifornien, am 30. November 1 "Man kann dieses Phaenomen, das heute
Gegenstand so v i e l e r Kommentare i n I t a l i e n i s t , i n verschiedener Weise erklaeren;
die einfachste und treffendste Darstellung i s t jedoch durch die Tatsache gegeben, dass die kommunistischen Fuehrer sich nicht laenger den sichtbaren Tatsachen
verschliessen und zugeben, dass durch den Marshall Plan I t a l i e n geholfen wird.
"Es i s t noch nicht so v i e l e Monate h e r , dass die Kommunisten Tag und Nacht
die Trommeln schlugen, um die Bevoelkerung auf ihre Beschuldigungen aufmerksam
zu machen, dass der Marshall Plan den Ruin I t a l i e n s bedeuten wuerde. Da die
Gefolgsleute der Kommunisten j e t z t offenkundige Beweise fuer die durch den Mars h a l l Plan bewirkten Verbesserungen i n ganz I t a l i e n vor Augen haben, laufen ihre
Fuehrer Gefahr, ihre Anhaengerschaft zu v e r l i e r e n , wenn sie auch weiterhin das,
was augenscheinlich i s t , leugnen."
•

Waehrend Zellerbach seine guten Erfahrungen a l s weiteren Beweis fuer den
Krebsgang des Kommunismus i n ganz Europa begruesste, warnte er seine Zuhoererschaft davor zu glauben, dass der Kampf gegen den Kommuni smus gewonnen s e i . Er
erklaerte t
"Noch tobt der Kampf, noch sind die Schlachtlinien gezogen, und die kommunistischen Fuehrer, die die Befehle Moskaus befolgen, sind immer noch Agenten der
russischen P o l i t i k . Gerade j e t z t i s t nicht der Augenblick, i n unserer Wachsamk e i t nachzulassen oder unsere Anstrengungen zu verringern« 1 *
ECA Labor Information
15. Dezember 1949

- 2 -

�FEUERNESTES HJUS FUER ACHTTAUSEND DOLLAR.
(Von Dan Smyth, Korrespondent des AFL NEWS SERVICE i n Chikago).
Der Gewerkschaftsrat der Bauarbeitergewerkschaften i n Chikago s e t z t sich
fuer e i n Gesetz ein« nach dessen Bestimmungen nur Baumaterialien verwendet
werden s o l l e n , d i e bei Ausbruch e i n e s Brandes dem Feuer solange widerstehon,
b i s die Bewohner i h r e Wohnung v e r l a s s e n und d i e Feuerwehrleute e i n g r e i f e n
koennen.
Ein vorgeschlagenes neues Gesetz, das nun dem Stadtrat v o r l i e g t , wuerde
die Verwendung e i n e s PflanzenfaserProduktes g e s t a t t e n , das sich schon bei dem
Brand des H o s p i t a l s i n Effingham, 1 1 1 . , a l s a e u s s e r s t g e f a e h r l i c h erwiesen
h a t . Dieser Katastrophe im April d i e s e s Jahres f i e l e n 74 Menschenleben zum
Opfer. Die National Fire Protection A s s o c i a t i o n (Nationale Feuerschutz G e s e l l schaft) s c h r e i b t das Feuer i n dem B o t e l "LaSalle", bei dem e b e n f a l l s sehr v i e l e
Menschen umkamen, zum grossen T e i l derselben Ursache z u .
Die Bauarbeitergewerkschaften der AFL bauen zusammen mit der National
A s s o c i a t i o n of Real Estate Boards (Nationaler Verband der Grundstuecksmakler)
i n Chikago zu demonstrativen Zwecken e i n Haus, um zu beweisen, dass die Wohnungen, die s i c h die arbeitende Bevoelkerung l e i s t e n kann, auch sicher s e i n
koennen.
Byron Dalton, der Geschaeftsfuehrer der Stuckarbeitergewerkschaft i n Chikago, v e r t r i t t die I n t e r e s s e n der Baugewerbe bei diesem Projekt. Er kaempft
gegen eine Lockerung i n den s t a e d t i s c h e n Bauvorschriften an, durch die eine
w e i t e r e Verwendung von E r s a t z s t o f f e n fuer Gips i n der Decken- und Wandkonstruiction erlaubt wuerde.
Dieses Haus s o l l keine Antwort auf die Atombombe s e i n , sagte Dalton, aber
e s wird gegen Feuer oder Explosion widerstandsfaehiger a l s irgendein anderes
s e i n . £ s gibt h i e r keine losen oder hervorstehenden Verzierungen, d i e im
F a l l e e i n e r Explosion zu Wurfgeschossen werden koennten.
"Und Sie koennten e s s e l b s t mit einem Flammenwerfer n i c h t i n Brand
stecken*, sagte Dalton.
Das Haue s o l l 8,000 Dollar k o s t e n . Nach Beendigung der Vorfuehrung wird
e s v e r s t e i g e r t werden, und der E r l o e s f l i e s s t dem Chikago Community Fund, einer
WohltaetigkeitsrOrganisation, z u . Die Grundstuecksmakler werden fuer das Grundstueck und eine Garantie p o l i c e sorgen; d i e Gewerkschaften s t e l l e n Arbeitskraefte
und Material zur Verfuegung.
Das Baugrundstueck wird 121, Fuss lang und 45 Fuss b r e i t s e i n . Das Haus
hat 5 Schlafzimmer und wird aus Zementbioecken gebaut. Der Rissboden i s t aus
Beton. Die Aussenwaende und das Dach werden mit einer Portland Zement-PerlitGips Mischung unter Anwendung e i n e r Maschine, einer Moertelpumpe, v e r p u t z t .
Diese Maschine besteht aus einem grossen T r i c h t e r , der auf v i e r kleinen
Raedern s t e h t , daran e i n 3-Z0II Schlauch, durch den d i e Mischung aus Zement und
Gips g e t r i e b e n wird. Sie i s t b e r e i t s bei einem s t a a t l i c h e n Wohnungsbauprojekt
i n Chikago zur Anwendung gekommen, wird jedoch im Kleinwohnungsbau nun zum
erstenmal e i n g e s e t z t .
Die Maschine a r b e i t e t s c h n e l l e r und b i l l i g e r a l s die a l t e Methode des Verputzens mit der Maurerkelle. Waehrend e i n Arbeiter die Mischung mit dem Schlauch
an die Wand s p r i t z t , g l a e t t e t e i n anderer mit einem B r e t t nach. Ausserdem i s t
d i e s e s Verfahren weit sauberer a l s die frueheren, denn der grosse Mischer kann
ausserhalb des Hauses b l e i b e n , waehrend der Moertel durch den Schlauch i n die
Raeume gebracht wird.
AFL Weekly News Service
8 . November 1949

-3 -

�INDEX. DER LEBENSHALTUNGSKOSTEN IN DEN U . S . REVIDIERT.
Die Regierung begann eine schon lange f a e l l i g e Revision i h r e s Index fuer
Lebenshaltungskosten. Nach dein bestehenden Index wurden die Schwierigkeiten
der Arbeiter staendig unterscriaetzt, die s i e h a t t e n , um mit ihrem Lohn ihre
Beduerf n i e s e decken zu koennen.
AFL Funktionaere begruessten d i e s e Aktion und ersuchten die Gewerkschaft e r , ihre Kongressteilnehmer daran zu erinnern, dass zur Vollendung des d r e i jaehrigen 4 Millionen Dollar Projektes noch weitere Geldmittel b e w i l l i g t werden
muessten. In der e r s t e n Sitzung des 8 1 . Kongresses wurden nur 1.126.000
Dollar fuer die Arbeiten des e r s t e n Jahres zur Verfuegung g e s t e l l t .
• S e i t langer Z e i t fordern wir diese R e v i s i o n , " sagte George Brooks. Mr.
Brooks i s t Direktor der Forschun^sabteilung i n der Gewerkschaft der Papiermuehlenarbeiter unc Vorsitzender des Beratungsausschusees der AtL im S t a t i s t i schen Amt des Arbeitsministeriutns«
•Die R e v i s i o n h a e t t e schon lange durchgefuehrt werden s o l l e n , " sagte er«
"Der Index hat bestaendig die Lebenshaltungskosten der Arbeiter a l s v i e l zu
n i e d r i g angegeben, denn der f e s t g e s e t z t e Mietbetrag war bei weitem nicht ausreichend."
Ein anderer AFL Funktionaer meinte, dass der Wechsel "auf die j e t z i g e ,
r e l a t i v groeesere Bedeutung des F l e i s c h e s gegenueber der Kartoffel" zurueckzufuehren s e i . Darin s p i e g e l e s i c h die Umwandlung i n den hoeheren Lebensstandard
wider, die s i c h s e i t der Depression von 1935* a l s d e r j e t z i g e Index a u f g e s t e l l t
wurde, v o l l z o g e n h a t .
Der Finanzsekretaer der AFL, George Meany, fuehrte waehrend des Krieges
einen schweren Kampf, um den Lebenshaltungskosten-Index so r e v i d i e r e n zu koennen, dass er hoehere P r e i s e , niedrigere Qualitaeten und den Mangel an Waren
w i d e r s p i e g e l t e . Es gelang damals, e i n i g e Zugestaendnisse h i n s i c h t l i c h der Verschlechterung der Qualitaet zu bekommen, aber die Regierung weigerte s i c h ,
grundlegende Probleme zur Berichtigung e i n e s fuer den Arbeiter unguenstigen
Index i n Angriff zu nehmen.
Man erwartet von dieser R e v i s i o n , dass e i n wahrheitsgetreueres Bild e n t stehen wird. Die fuer den Arbeiter unguenstige Lage wird jedoch nicht ganz bes e i t i g t werden koennen, w e i l mit Beginn der neuen Erhebung die Preise im sinken
b e g r i f f e n waren.
Der Index i s t e i n e monatliche Zusammenstellung der P r e i s e von mehr a l s
1.500 Verbrauchsguetern oder D i e n s t l e i s t u n g e n , die von Familien i n der Stadt
mit Durchschnittseinkommen (3.000 Dollar j a e h r l i o h ) gekauft worden s i n d . Preise
fuer Lebensmittel, Bekleidung, M i e t e , Hausrat, T r e i b s t o f f , E l e k t r i z i t a e t und
Gas, sowie fuer verschiedene andere Waren und D i e n s t l e i s t u n g e n sind darin enthalten.
Iwan Clague, der Beauftragte des S t a t i s t i s c h e n Amtes im U . S . Arbeitsministerium, e r k l a e r t e , dass der Index erneuert werden muesste, um auch den Haushaltsausgaben fuer gefrorene Nahrungsmittel, Fernsehgeraete, e l e k t r i s c h e Kuehlschraenke und Gefluegel Rechnung tragen zu koennen.
Er kuendigte a n , dass die Erhebung 34 Staedte umfassen werde und b i s zum
] | . November i n 11 von ihnen mit den Untersuchungen begonnen werden s o l l . Angaben ueber etwa 500,000 Wohnungen, ueber Ausgaben i n mehr a l s 20.000 Familien
und ueber P r e i s e i n Tausenden von Laeden des Einzelhandels und D i e n s t l e i s t u n g s betrieben s o l l e » gemacht werden.
Der neue Index s o l l im Jahre 1952

zum

- k -

Gebrauch f e r t i g s e i n .

�Mr. Brooks e r k l a e r t e , dass e s der AFL vor allem daran gelegen s e i , den
Mietkoraponenten b e r i c h t i g t zu sehen. Er s a g t e , dass dieser s i c h sehr nachteil i g fuer die Arbeiter auswirke, da die ungeheuer grosse Zahl der Wohnungen,
die s e i t dem Kriege neu gebaut wurden, nicht b e r u e c k s i c h t i g t s e i . Ebenso
z e i g e er nicht die hoeheren Kosten fuer Eigentuemer a l t e r oder auch neuer
liaeuser. Er z i e h t ferner n i c h t d i e steigende Anzahl von Arbeiterfamilien i n
Betracht, die e i n e i g e n e s Haus b e s i t z e n , und d i e oftmals zum Ankauf e i n e s
Hauses gezwungen gewesen s i n d , w e i l z u f r i e d e n s t e l l e n d e Mietswohnungen nicht
vorhanden waren.
Inzwischen s t e i g t der Lebenshaltungskosten-Index an. Er ging um £/6 im
September i n d i e Hoehe und i s t nun 27JC hoeher a l s im Juni 194&amp;. a l s die i T e i s kontrollen aufgehoben wurden, und 72% hoeher a l s im August 1939« Ki n Jaor
zuvor l a g er nur um 35g t i e f e r .
AFL Weekly News Service
8« November 1949

BESSERE AJSSICnTEN FJER DIE BERUFSTAETIGE IRAU IN AMERIKA.
WASHINGTON — (Amerika Dienst) — Die Frauen erobern sich immer mehr Ber u f e , wie aus verschiedenen Veroeffentlichungen der Frauenabteilung im ü . S . Ar beitsminieterium hervorgeht. Waehrend den Frauen vor hundert Jahren m r
sieben Berufe offenstanden, a r b e i t e n s i e heute b e r e i t s i n rund 440 v e r s c h i e denen Berufsgruppen S e i t e an S e i t e mit ihren maennlichen Kollegen»
Die bestbezahlten l o s t e n finden Frauen nach den juengsten Schaetzun^en
i n g e i s t i g e n Berufen, a l s selbstaendige Unternehmer und a l s l e i t e n d e Anges t e l l t e oder Beamte. I n d i e s e n Berufen sind heute ungefaehr 2 Millionen
Frauen t a e t i g .
S e i t 1940 haben etwa eine halbe M i l l i o n Hausangestellte i h r e Stellungen
aufgegeben, um s i c h besser bezahlte Arbeit zu suchen. Insgesamt gibt e s i n
den Vereinigten Staaten gegenwaertig rund 17.5 Millionen b e r u f s t a e t i g e Frauen,
das sind 30%.aller Frwerbstaetigen und 3US der weiblichen Bevoelkerung der
U.S.A. ueber 14 Jahren. Unter den Arbeiterinnen befinden s i c h w e i t meU v e r h e i r a t e t e a l s l e d i g e Frauen.
Nach den bisherigen'Erfolgen der b e r u f s t a e t i g e n Frau zu u r t e i l e n und i n
Anbetracht der Tatsache, dass die Faehigkeiten der Frau i n den U.S.A. wie nie
zuvor anerkannt werden, i s t anzunehmen, dass s i e noch erhebliche F o r t s c h r i t t e
auf diesem Gebiet machen w i r d . Vor allem wird die Frau i n weit staerkerem
Masse a l s bisher auch i n q u a l i f i z i e r t e Berufe eindringen. I n v i e l e n Berufsgruppen halen s i e e r s t einen k l e i n e n Vorstoss gemacht und werden zahlenmaessig
noch weit von den Maennern u e b e r t r o f f e n . Einige g e i s t i g e und h o c h q u a l i f i z i e r t e
technische Berufe sind den Frauen nach wie vor so gut wie v e r s c h l o s s e n . Wie
die L e i t e r i n der Frauenabteilung im Arbeitsamt b e t o n t , muss auf dem Gebiet
der Erziehung und Ausbildung von Frauen zu g e l e r n t e n Fachkraeften und fuer
g e i s t i g e Berufe noch v i e l getan werden.
Die hoechsten S p i t z e n p o s i t i o n e n locken d i e Frauen zu weiterem Vordringen.
Allerdings erfordern d i e s e S t e l l u n g e n mehr Vorbildung, a l s die Frauen im a l l gemeinen erwerben koennen. Aber die Zahl derjenigen Frauen, d i e d i e s e Moegl i c h k e i t e n erkennen, wird zwangslaeufig entsprechend den mit d i e s e n Posten
verbundenen hohen Gehaeltern und Ehren wachsen.

�BRITISCHE METALLARBEITER BERICHTEN UEBER AMERIKANISCHE PRODUKTIOKSiailSTONSEK.
Im Maerz und April 1949 besuchte eine Gruppe britischer Metallarbeiter, Techniker und Industrieller die Vereinigten Staaten um die
Produktionsmethoden der amerikanischen Stahlerzeugung zu studieren«
Die Arbeitervertreter waren von den Gewerkschaften ernannt worden«
Der ausfuehrliche und gut fundierte Bericht dieser Gruppe, die sich
•Productivity Team" nannte, sind nicht nur von allgemeinem Interesse,
sondern besonders wertvoll weil es sich um den ersten Studienbesuch
dieser Art handelte. Hier folgen die Schlussfolgerungen des *Team"t
0

Es muss vorausgeschickt werden, dass die Ursachen der hohen Produktionsl e i s t u n g i n den Vereinigten Staaten e i n e r s e i t s psychologischer oder verwaltungstechnischer Art sind, und dass sie a n d e r e r s e i t s i n der Anwendung besonderer
Produktionsmethoden zu suchen s i n d .
Das Team war von dem weitverbreiteten Produktiv!taetsbewusstsein besonders
beeindruckt. Es i s t mehr a l s nur Produkt!onsbewusstsein» Es s c h e i n t , dass man
i n Amerika weit groesseren Wert auf Produktionsleistung l e g t - d . h . die Leistung
des Einzelnen steht im Vordergrund, waehrend die Gesamtproduktion des Betriebes
logischerweise a l s Ergebnis der Leistungen der Arbeiter gewertet wird« Dieses
Produktivitaetsbewusstsein i s t bei a l l e n Arbeitnehmern, ob Geschaeftsfuehrer
oder einfacher A r b e i t e r , vorzufinden.
Es i s t allgemein anerkannt, dass hohe Produktionsleistung der gesamten Belegschaft zugute kommt« Fuer a l l e Arbeitnehmer gibt es anspornende Momente,
und in Geldform sind sie aus zwei Gruenden besonders wirksam» die Besteuerung
i s t nicht so hoch, dass die Bezahlung fuer die groessere Leistung dadurch ganz
oder f a s t ganz aufgehoben wuerds, und zweitens sind genuegend Waren vorhanden,
um die Extraloehne umsetzen zu koennen.
Nicht nur der hohe Lebensstandard und das Bestreben der Hausfrauen, den
Lebensstandard i h r e r Familie zu verbessern, wirken a l s Ansporn fuer den Arbeiter,
sondern auch eine gewisse Furcht« Da es nicht so umfangreiche Arbeitslosenunterstuetzung wie bei uns i n England g i b t , kann eine A r b e i t s l o s i g k e i t schliume
Folgen fuer den Lohnempfaenger haben. Eine besser bezahlte Beschaeftigung i s t
a l s o gewissem»ssen auch eine Versicherung gegen A r b e i t s l o s i g k e i t ! und hohe
Produktionsleistung i s t der goldene Weg, der zu hohen Loehnen f u e h r t .
Das Wettbewerbssystem i s t i n der gesamten I n d u s t r i e Amerikas vorherrschend«
Stahlgieseereien muessen nicht nur mit Schweissereien und Gesenkschmieden konk u r r i e r e n , sondern auch mit Fabriken, die keinen Stahl verarbeiten« Innerhalb
e i n e r geographischen Gruppe von Stahlgiessereien herrscht eine besonders starke
Konkurrenz um den Absatz i n ihrem Bezirk« Bei einer Verschlechterung der Wirtschaftslage f a l l e n die Preise gewoehnlich, und die Unzulaenglichkeit v i e l e r
Preissysteme l a e s s t vermuten, dass Preissenkung l e i c h t zum halsabschneiderisehen
Wettbewerb werden kann, der weder der Industrie noch ihren Abnehmern Gewinn
bringt.
Unter den Vorarbeitern und sonstigen Arbeitsvorgesetzten h e r r s c h t ebenfalls
e i n schwerer Konkurrenzkampf, denn diese Stellungen sind die sichersten und b e s t bezahlten. Jedermann kann Vorgesetzter werden, sofern er d i e erforderlichen
Paehigkeiten und die noetige Energie besitzt« Deshalb gibt es v i e l e , die danach
streben, diejenigen abzuloesen, die sich a l s unfaehig erwiesen haben*
Diese Konkurrenz i s t a l s Bestandteil des amerikanischen Lebens bezeichnet
worden« Sie s o l l zu niedrigeren Preisen und hoeherer Produktionsleistung fuehren
und wird deshalb von a l l e n Amerikanern bewusst u n t e r s t u e t z t j man nimmt a l l e ihre
Folgeerscheinungen a l s etwas Selbstverstaeridlidies h i n . Selten widersetzt man
sich dem allgemeinen Kurty der Produktionsleistungssteigerung, s e l b s t wenn der
Wettbewerb durch ihn i n t e n s i v i e r t wird,
- 6 -

�Diese Einstellung bringt eine gewisse R ü c k s i c h t s l o s i g k e i t i n der Produkt i o n mit sich. Betriebsleitung und Geschaeftsfuehrung folgen klar vorgezeichneten R i c h t l i n i e n , i n denen festgelegt i s t , was produziert wird, welche Qualit a e t und welche Arbeitsmethoden gewaehlt werden, wie und was genormt wird, und
sogar wie d i e Beziehungen zu den Arbeitnehmern zu g e s t a l t e n sind. Alle ihre
Bemuehungen sind auf das gemeinsame Ziel a u s g e r i c h t e t , und jeglicher Aufwand an
Kraft, die diesem Zwecke nicht d i e n t , wird a l s ueberfluessig betrachtet und
unterbunden. Waehrend sich der eine Unternehmer e n t s c h l i e s s t , nur genormte
Massenartikel fuer einen bestimmten Absatzmarkt h e r z u s t e l l e n , und zu diesem
Zwecke eine Giesserei aufbaut, i n der Arbeiter mit wenig Fachkenntnissen beschaeftigt werden koennen, kann sich ein anderer zum Beispiel auf Gussverfahren
verlegen, die besonders schwierig sind und einen hohen Grad an verstaendnisvoller Zusammenarbeit zwischen Vorgesetzten und Arbeitern erfordern. Der eine
wird hochqualifiziertes Verkaufspersonal haben, waehrend es fuer den anderen
nur darauf ankommt, einige Abnehmer zu finden, die mit seiner Ware zufrieden
sind und sich auf diese eine Bezugsquelle verlassen. Jeder i s t von dem B e s t r e ben b e s e e l t , sein Geschaeft so zu fuehren, dass seine Waren moeglichst b i l l i g
h e r g e s t e l l t und verkauft werden koennen.
Wenn man den psychologischen Faktor kennt, der im amerikanischen I^ben mits p i e l t , dann versteht man auch, warum in einer Zeit des Geschaeftsrueckganges Amerika befand sich in einer solchen S i t u a t i o n , a l s das Team sich dort aufh i e l t - das Arbeitstempo trotzdem nicht nachlaesst. Im Gegenteil, i n solchen
Zeiten scheint die Konkurrenzfreudigkeit neu aufzuleben.
Die P r o d u k t i v i t a e t , a l s Stundenarbeitsleistung pro Mann und pro Tonne gesehen, l i e g t in den Vereinigten Staate*n zweifellos hoeher a l s i n England und
zwar um 50 - 905?. Das Team i s t der Ansicht, dass die oben zum Ausdruck gebrachten Momente eine treibende Kraft d a r s t e l l e n , die die S t a h l a r b e i t e r Amerikas zu
staendig hoeherer Produktionsleistung anspornen muss. Zusammengefasst h e i s s t
dasi unter dem Zwange des ausgepraegten Konkurrenzgeistes, ohne den man sich das
moderne Amerika nicht v o r s t e l l e n kann, s t r e b t man bewusst nach hoeherer Produkt i o n s l e i s t u n g , und die Arbeiter der amerikanischen Stahlindustrie werden zu hoeher e r A r b e i t s l e i s t u n g angespornt.
Es s o l l nicht behauptet werden, dass dies die einzigen Kraefte sind, die den
Arbeiter zu groesseren Angstrengungen veranlassen. Auch Furcht und Selbstin'teresse haben sich immer a l s maechtige Triebkraefte erwiesen, die unmittelbar auf
das menschliche Wesen wirken koennen, und es gehoert nicht zu den Leltsaetzen
des Team, diese durch Gegenvorschlaege ersetzen zu wollen.
Unter welchen Bedingungen diese psychologischen Kraefte im allgemeinen zur
Geltung kommen koennen, s o l l nun einzeln angefuehrt werden.
Die physische Grundlage hoher Produktionsleistung besteht in der Anwendung
von Maschinen. Bei der Gruppierung der Fabriken müssen SparsamkeitsErundsaetze
in Betracht gezogen und die Maschinen und bedienenden Arbeiter raeumlich so e i n g e t e i l t werden, dass der Arbeitsvorgang vereinfacht wird, d i e Arbeiter sich
moeglichst wenig von ihrem Arbeitsplatz entfernen und der Bedarf an Arbeitakraeften, die nicht d i r e k t i n den Produktionsprozess eingeschaltet sind, weitgehendst reduziert wird. Die Reihenfertigung v i e l e r Waren bedingt eine Gruppierung des Produktionsvorganges, die den jieibungslosen Ablauf des Arbeitsvorgangs
foerdert; man kann das auch mit guten Raushaitsfuehrungsmethoden vergleichen.
Der hohe Produktivitaetsstand kann nur aufrechterhalten werden, wenn soviel
Gueter produziert werden, dass der Aufwand an Maschinen damit g e r e c h t f e r t i g t i s t .
•Ohne grossen Produktionsumsatz i s t hohe Produktivitaet unmoeglich.«
Fuer diesen Umsatz i s t durch den amerikanischen Absatzmarkt Sorge getragen,
der sich mit der amerikanischen konkurrenzbejahenden und durch die Massenproduktion bedingten Mentalitaet entwickelt hat und durch s i e geformt wurde. Bezeichnend fuer den amerikanischen Absatzmarkt i s t das Vorhandensein vereinheitl i c h t e r Produkte, s e l b s t wenn sie Teile verschiedener Fertigwaren sind. Sobald

7

�sich die Verbraucher an die Gueter der Massenproduktion gewoehnt haben, kommt
die I n d u s t r i e in die Lage, auch kleinere Mengen zu niedrigen Preisen herzustell e n , obwohl die Produktionsleistung i n solchen Faellen erheblich geringer i s t .
Die Anwendung von Maschinen Laesst von vornherein auch auf groessere Anwendung mechanischer Energie schliessen. Bin grosser T e i l der mit der Hand
a u s g e f ü h r t e n Arbeiten muss maschinell v e r r i c h t e t werden, mechanische Hilfsmittel
zum Transport des Materials sind e r f o r d e r l i c h und die Produktionsprozesse haben
sich unter groesstmoeglichem Einsatz von Maschinen zu vollziehen. Die Bereitw i l l i g k e i t des acierikanisehen A r b e i t e r s , neue Maschinen, Arbeitsverfahren und
den Gebrauch neuer Materialien zu akzeptieren, i s t o f f e n s i c h t l i c h . Es gibt
keine eingefleischte Voreingenommenhe'it, die zu ueberwinden waere, sondern eine
ausgesprochene Begeisterung fuer a l l e s Neuartige.
Da Arbeitskraefte teuer sind, macht man den bestmoeglichsten Gebrauch von
ihnen. Die Arbeit i s t 90 e i n g e t e i l t , dass die Leute dauernd i n einem gewissen
Arbeitsrhythmus gehalten werden; Fachleute l e i s t e n nur Facharbeit und werden
staendig von unter ihnen stehenden Arbeitern bedient. Man benoetigt keine Fachkraefte zur Bedienung der Maschinen, sondern Leute, die ueber grosse Geschickl i c h k e i t verfuegen, koennen diese Arbeit v e r r i c h t e n . Zum Bedienen der Maschinen
eignen sich am besten die Arbeiter, die nicht ueberlegen, wie das Produkt herges t e l l t werden s o l l t e , sondern einfach wie ein bestimmter Rhythmus und eine
Gleichmaessigkeit in die Produktionsbewegungen gebracht werden koennen. Hochq u a l i f i z i e r t e Fachkraefte l e i s t e n k e i n e r l e i Handarbeit.
Die Beschaffenheit der Giessereiprodukte muss dem betreffenden Zweck e n t sprechen. Man verlangt keine*Vollkommenheit, wenn sie nicht erforderlich i s t ,
und Fehler an unwichtigen Teilen werden von den Verbrauchern nicht beanstandet.
Die der Ausfuehrung gesetzten Toleranzgrenzen werden nicht enger a l s noetig gezogen. Was man v e r l a n g t , i s t "Gut genug".
1

Gruensandgiessverfahren werden i n grossen Gussformen durchgefuehrt. Die
Entwicklung der Sandgiesserei i n England hat den Hoechststand der Produktion i n
Amerika e r r e i c h t , der Arbeitsvorgang i s t jedoch nicht so regslmaessig und einfach
wie dort* In Amerika i s t naemlich Bentonit und hochwertige Kieselerde %n n i e d r i gen Preisen verfuegbar, die sich besonders zu Gussverfahren unter Anwendung synthetischen Sandes eignen. Man i s t b e s t r e b t , feinkoernigen Sand zu verwenden, um
bessere Walzen zu ermoeglichen und die. Gusspritzarbeiten zu reduzieren.
Die Schmelzebfaelle haben einen geringen Gehalt an Schwefel und Phosphor,
koennen i n Saeureschmelzoefen v e r a r b e i t e t werden und haben deshalb trotzdem die
erforderlichen Schwefel- und Phosphor-Spezifikationen.
Elektrische Energie i s t i n genuegender Menge vorhanden. Kein Unternehmen
braucht sich damit aufzuhalten, Reservevorrichtungen aus Angst vor Stromsperren
e i n z u r i c h t e n . Maschinen koennen bei kurzer L i e f e r f r i s t gekauft werden.
Innerhalb der Berufe werden offen Ideen und Informationen ausgetauscht, und
a l l e Arbeitsvorgesetzten sind an der wissenschaftlichen Weiterentwicklung i n der
Stahlindustrie i n t e r e s s i e r t .
Besonders anerkennenswert i s t die A r b e i t , die von der Steel Founders*
Society of America (Gesellschaft der Stahlgiesser Amerikas) auf dem technischen
Gebiet und im Erfahrungsaustausch i n der gesamten I n d u s t r i e g e l e i s t e t wird. Neue
Forschungsergebnisse werden ihren Mitgliedern so bald wie moeglich m i t g e t e i l t ,
ohne dass der laufende Arbeitsprozess dadurch gestoert wird. Die Ergebnisse
werden in einer Weise veranschaulicht, die a l l e n Stahlgiessern und nicht nur
geschulten Technikern verstaendlich i s t . Diese Mitteilungen haben oft die Form
d i r e k t e r Empfehlungen, die einem grossen Ereis zur Pruefung vorgelegt werden,
ohne dass man eine Bestaetigung bestimmter Instanzen abvtartet. In dieser Beziehung legen die amerikanischen Stahlgiesser eine Unternehmungslust an den Tag,
die nicht zu leugnen und, man kann sagen, nicht zu ihrem Nachteil i s t . Viele i n

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�England bekannte naetnoaen, aie man nier nur mit Zoegern anzuwenden versucht,
sind in den amerikanischen Giessereien schon weit verbreitet«
Durch die Betonung der Sicherheit (besonders vor Silikosis) wird die Produktionsleistung, wenn auch nicht entscheidend, so doch stark beeinflusst. Alle
Stahlarbeiter, die Staubkrankheiten ausgesetzt sind, werden laufend geroentgt
und duerfen nicht bis zur voelligen Arbeitsunfaehigkeit weiterarbeiten.
Neger sind wertvolle Arbeitskraefte, besonders wenn es sich um Reihenfertigung handelt, die Geschicklichkeit und koerperliche Anstrengung erfordert. Bin
Neger als Vorgesetzter ist jedoch eine Seltenheit.
Im Zusammenhang mit der Produktionsleistung gibt es fuer den Amerikaner keine
Gewerkschaftsprobleme. Die Gewerkschaften unternehmen nichts, was die Produktion
beeintraechtigen koennte. Alle Arbeiter, die im Lohnverhaeltnis stehen, koennen
Gewerkschaf tsmitgüeMer werden. Die Hauptaufgaben der Gewerkschaften bestehen
darin, gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen unter groesstmoeglicher Sicherheit trotz der durch den Wettbewerb bedingten Umstaende fuer ihre Mitglieder zu
erzielen.
lrotz dieser positiven Feststellungen muss der aufmerksame Beobachter amerikanischer Lebensverhaeltnisse zugeben, dass staendig Unvereinbarkeiten auftauchen, die aus zwei sich widersprechenden Motiven im Leben Amerikas zu erklaeren
sind*
Das eine ist der ausgepraegte, selbstbewusste Individualismus, der in dem
Eonkutrrenzgeist zum Ausdruck kommt - dem Recht jedes einzelnen, seinen eigenen
Weg zu gehen und seine eigenen Ziele zu verfolgen»
Dieser Konkurrenzgeist zwingt jedoch auch zur Vereinheitlichung der Produkte, was wiederum eine Vereinheitlichung der Verbrauchsgueter, der Lebensweise
und der Denkungsart zur Folge hat und in krassem Widerspruch zu den Grundsaetzen
des Individualismus steht. Je mehr das zweite Motiv in Erscheinung tritt, das
in dem Streben nach einem hohen Lebensstandard und nach Befreiung von schwerer
Arbeit besteht, umso mehr konzentriert sich die Wahl des einzelnen auf vereinheitlichte Mittel und Wege, die zur persoenlichen Zufriedenheit fuehren»
Es waere seltsam, wenn keine krassen Gegensaetze in einem Volke bestuehden,
das zugleich dem Individualismus und der Einheitlichkeit huldigt.
EMPFEHLUNGEN.
Bis jetzt hat das Team in seinem Bericht Tatsachen wiedergegeben und daraus
Schluesse gezogen, wie die Produktionsleistung in den amerikanischen Stahlgiessereien mit der durchschnittlichen Leistung in England verglichen werden kann,
was die Ursachen der hohen amerikanischen Produktivitaet sind, und mit welchen
Mitteln sie erreicht werden kann.
Bevor das Team dazu uebergeht, Vorschlaege zu machen, deren Verwirklichung
nach aalner^jAnsicht zu hoeherer Produktionsleistung in den englischen Giessereien
fuehrt, muss eine Frage gestellt werden:
Wuenschen die englischen Stahlgiesser tatsaechlich eine hoehere Produktionsleistung?
Es ist leicht, die Frage einfach zu bejahen; weniger leicht jedoch ist folgende Fraget
Was ist wichtiger, hoehere Produktivitaet oder die alten Grundsaetze der
verschiedenen Interessengruppen?

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�Solange man diese beiden Fragen nicht ehrlich zu beantworten gewillt i s t ,
bedeutet jegliche Bemuehung nur unnoetigen Z e i t v e r l u s t . Und eine ehrliche
Stellungnahme muss von a l l e n Kreisen der Industrie verlangt werden, so wie
auch die Mitglieder des Produktivitaets-Team aus a l l e n Kreisen kommen und sich
bemueht haben, einen wahrheitsgetreuen Bericht ueber ihre Beobachtungen zu
geben.
Um den Interessen des Lesers entgegenzukommen, kann die Frage folgendermassen
noch besser veranschaulicht werden:
(a) I s t hohe Produktionsleistung wichtiger a l s Organisation und herkoemmliche Gebraeuche der Berufsgenossenschaft?
(b) Muss auf die hohe Produktivitaet verzichtet werden, um die bestehenden Methoden der Unternehmerverbaende beibehalten zu koennen?
(c) Muessen die Gepflogenheiten der Gewerkschaften, die sich in den Jahren
vor der gegenwaertigen wirtschaftlichen Krise entwickelt haben, auf Kosten der
hohen Produktivitaet unveraendert bleiben?
Die Frage i s t i n diese Formen zerlegt worden, um die Aufmerksamkeit der
drei Interessengruppen zu erwecken, denen dieser Bericht eigentlich g i l t . Jede
d i e s e r drei Gruppen hat ihre Verantwortung und Autoritaet im Industrie System
Englands, Es i s t in der Vergangenheit v i e l davon gesprochen worden, dass mit
groesserer Autoritaet auch groessere Verantwortung erwaechst. Die verantwortlichen Teile muessen aber auch darauf hingewiesen werden, dass sie nicht nur
Vorwuerfe fuer Pflichtversaeumnisse hinzunehmen haben, sondern dass s i e selber
versuchen muessen, f e s t z u s t e l l e n , inwiefern sie schuldig sind. Jeder Versuch,
sich der eigenen Verantwortung zu entziehen, "einem andern die Schuld in die
Schuhe zu schieben", deutet darauf h i n , dass die Autoritaet des Betreffenden
i n besser befaehigte Haende gelegt werden muss. Diese drei verschiedenen Fragen
sind deshalb i n Wirklichkeit nur e i n e ; keine der d r e i genannten Gruppen kann
sich i h r e r Verantwortung in dem Augenblick entziehen, in dem sie sich fuer oder
gegen die hohe Produktivitaet e n t s c h e i d e t .
Wie die Antwort ausfallen muss, haengt davon a b , was es bedeuten wuerde,
wenn sie verneinend waere. In den Berichten ueber wirtschaftliche Untersuchungen bedient man sich hoeflicherweise der Wirtschaftsterminologie. Die w i r t schaftlichen Untersuchungen haben jedoch ergeben, um es ganz offen auszusprechen, dass uns bei Nichtannahme erhoehter Produktivitaet die Hungersnot bevors t e h t . Wenn unal diese Erkenntnis i n Fleisch und Blut uebergegangen i s t , dann
kann man hoffen, dass F o r t s c h r i t t e gemacht werden koennen.
Dem Team geht es in seinem Bericht darum, k l a r z u s t e l l e n , was falsch gemacht
wird. Sa will anderen jedoch nicht mehr Schuld zur Last legen, a l s e* selber
zu uebernehmen gewillt i s t , wenn ihfli von aussenstehender Seite Vorwuerfe ueber
Ungenauigkeiten in der Beobachtung und Schlussfolgerung gemacht werden. Alle
Leser dieses B e r i c h t e s , ob sie V e r t r e t e r der Interessen der Gewerkschaften, Beruf sgenossenschaften, Arbeitgeber, Arbeiter oder sogar nur Zuschauer sind,
muessen ihren eigenen Anteil an Verantworung uebernehmen, um r i c h t i g z u s t e l l e n ,
was ihnen a l s falsch e r s c h e i n t . Es i s t zu hoffen, dass ein Teil der K r i t i k ,
die an den Vorschlaegen geuebt wird, sich a l s unbegruendet erweist und bericht i g t wird.
Das Verstaendnis fuer die Notwendigkeit g e s t e i g e r t e r Produktionsleistung
muss bei a l l e n , vom juengsten Lehrling b i s zu dem, der kurz vor seiner Pensionierung s t e h t , vorhanden sein. Dieses Verstaendnis zu erwecken, i s t nicht
a l l e i n Aufgabe der oeffentlichen Koerperschaften. A l l e , die darum wissen, sind
v e r p f l i c h t e t , dieses .Verstaendnis ueberall da, v/o es vorhanden sein muss, zu
foerdern. Jeder Leser dieses Berichtes ueberzeuge s i c h , dass die Leute aus der
S t a h l i n d u s t r i e , mit denen er in enger Verbindung s t e h t , wissen, was mit Produk- 10 -

�t i v i t a e t geineint i s t und zwar genuegt nicht eine formelle Erklaerung, sondern
eine Erklaerung in der taeglichen Umgangssprache i s t notwendig. Es i s t von
groesster Wichtigkeit, dass die drei Gruppen, denen dieser Bericht g i l t , eng
zusammenarbeiten. Jede muss,auf die Ausdehnung des Verstaendnisses auf die
Allgemeinheit bedacht sein und a l l e s t u n , was in ihrem Bereich des Moeglichen
l i e g t , um das nachzuholen, ras in der Vergangenheit versaeumt worden i s t .
Zunaechst i s t es e r f o r d e r l i c h , die hohe.Produktionsleistung zum Pruefstein
der I n d u s t r i e zu machen. Traditionelle Methode i s t a l l z u oft nur e i n mildernder
Ausdruck fuer H a l s s t a r r i g k e i t und berufliche Gewohnheit fuer Dickkoepfigkeit.
Beide sind fuer den Export ohne jegliche Bedeutung. Produktionsleistung dagegen
wirkt sich direkt auf den Export a u s . Die verschiedenen Bestandteile, die eine
Industrie bilden, haben ihre eigenen, besonderen I n t e r e s s e n , und viele dieser
Interessen stehen wohl im Schutze herkoemmlicher Gewohnheiten, die sich in der
Vergangenheit entwickelt haben. Man nimmt jedoch nicht a n , dass die Fuehrer
der Getverkschaf t e n , Berufs- und Unternehmerverbaende so ideenarm s i n d , dass sie
nur in der i n d u s t r i e l l e n Struktur a l t e n Musters ihre besonderen Interessen
nachhaltig gewahrt sehen koennten. Weder Vorschriften nfecb Verfahren koennen
eine Hungersnot verhindern. Die hohe Produktionsleistung kann e s a b e r . Es i s t
n u t z l o s , i n schoenen Phrasen von dem zu sprechen, was vermutlich die Erfolge in
den vergangenen Jahren ermoeglicht h a t . Fast das Wichtigste haben wir verlor e n , - unsere i n d u s t r i e l l e Fuehrung - und die geringeren Erfolge werden zu Staub
und Asche werden, wenn wir nicht beginnen, die Sache von einer anderen Warte
aus zu sehen, und die hohe Produktionsleistung an e r s t e S t e l l e ruecken, die
a l l e i n die Befreiung von der Angst vor wirtschaftlicher Not bringen kann. Dass
e s dabei Regeln, Vorschriften und Bestimmungen geben wird, die mit den b i s h e r i gen Produktionsgrundsaetzen nicht i n Einklang zu bringen sind, i s t unumgaenglich.
fis i s t jedoch nicht zu vergessen, dass jede einzelne dieser Vorschriften aus
bestimmten Gruenden bestehen muss «. entweder um gewisse Bedingungen zu verbessern,
hilfsbeduerftige Gruppen zu unterstuetzen und zu schuetzen oder um zusaetzliche
Sicherheiten zu b i e t e n . Wenn jedoch irgendeine Regel, Methode oder Bestimmung
die hohe Produktionsleistung b e e i n t r ä c h t i g t , dann wirkt sie sich zum Kachteil
der Gesamtheit des Volkes a u s , das aus Privatinteressen nicht i n eigennuetziger
Weise uebergangen werden darf. Gerade i n dieser Frage muessenneue Ideen geschaffen und t o l e r a n t e s Experimentieren muss ermoeglicht werden, um sicherzus t e l l e n , dass diejenigen, die ein legales Interesse an der sich entfaltenden
hohen Produktionsleistung haben, auch entsprechendgeschuetzt werden.
Eine staendige
Beachtung der Grundsaetze hoher Produktionsleistung a l s
Wegweiser in der Industriefuehrung, i s t in e r s t e r Linie die Aufgabe der fuehrenden Maenner der I n d u s t r i e , die die allgemeinen Richtlinien beeinflussen und
Vereinbarungen t r e f f e n , und nicht der Lohnempfaenger und der gehaltsempfangenden
Vorgesetzten, durch die die hohe Produktiv!taet bewirkt wird. Leute, deren
Beschaeftigung nicht v i e l Voraussicht e r f o r d e r t , koennen eine bevorstehende Gefahr nicht erkennen, solange s i e noch in entferntem Bereich l i e g t , Sie erkennen
nicht die Dringlichkeit des Problems und bestimmt auch nicht die Anzeichen der
bevorstehenden Not. Um auch ihre Aufmerksamkeit zu erregen, sind einige Massnahmen sofort zu e r g r e i f e n und direkte Belohnungen fuer gesteigerte Produktionsl e i s t u n g auszusetzen« Eine Handlungsweise, bei der das Verstaendnis der gesamten Bevoelkerung fuer verworrene wirtschaftliche Problemevorausgesetzt werden
muesste, wuerde vergebliche Muehe s e i n . Auch eine Erziehung des Volkes zu gefuehlsmaessiger Einsicht wuerde zu v i e l Zeit in Anspruch nehmen, und der Erschuetterung, die die Beendigung des Marshall Planes mit sich bringen wirf, koennte nicht r e c h t z e i t i g begegnet werden. Es i s t deshalb wichtig, dass ein d i r e k t e r
Ansporn i n irgendeiner Form gegeben wird. Dieser Ansporn i s t auf a l l e , d i e fuer
die Produktion mit verantwortlich sind, gleichmajaesig zu v e r t e i l e n . An diesem
Ansporn muessen a l l e Schichten, die an der Produktion b e t e i l i g t sind, gleichen
Anteil haben, - sonst fuehrt er zu gegenseitigem Misstrauen. Es i s t k l a r , dass
A r b e i t e r , Vorgesetzte, B e t r i e b s l e i t e r und Techniker das Recht haben, daran bet e i l i g t zu sein; e s i s t nicht mehr a l s gerecht, wenn man zugibt, dass auch Inhaber und diejenigen, die Geld i n Maschinenausruestung angelegt haben, um dadurch

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�mehr Waren erzeugen zu koennen, ebenfalls am Gewinn beteiligt werden muessen.
Die Abnehmer der Industrie muessen dureh niedrigere Preise belohnt werden, besonders dann, wenn sie die Erzeuger in ihren Produktionsaufgaben unterstuetzen.
Alle Partner in Lohnverhandlungen sollten es sich zum Grundsatz machen,
die Einsparungen an Herstellungskosten, die der gesteigerten Produktionsleistung
zu rerdanken sind, gerecht unter Verbrauchern und den an der Herstellung Beteiligten zu verteilen» Dies duerfte einfach genug sein, und ausserdem waere ein
erhoehtes gegenseitiges Vertrauen die Folge.
Damit ist es jedoch noch nicht getan. Eine Belohnung in Form hoeherer
Loehne'in den Haenden der Bevoelkerung ist nutzlos, wenn sie nicht in Waren umgesetzt werden kann, die eine angemessene Belohnung fuer den Mehraufwand an Anstrengung darstellen. Wenn die erhoehte Kaufkraft als Eräjbnis der gesteigerten
Produktionsleistung von den vorhandenen, mehrerzeugten Verbrauchsguetern nicht
absorbiert werden kann, .dann koennte es leicht zu einer Erschuetterung des
Gleichgewichtes und damit zu einer Inflation kommen. Die Wirtschaft der englischen Industrie muss von hoechster Instanz aus gelenkt werden, damit das System
der erhoehten Loehne fuer gesteigerte Produktiv!taet mit den allgemeinen Interessen zu vereinbaren ist. Verfehlt man e_s, diese Lenkung der Wirtschaft vorzunehmen, dann besteht die Gefahr, dass die Mehrverdienste ein Ausmass annehmen,
das sie von ihrem eigentlichen Zweck entfernt und die gegenwaertigen Schwierigkeiten noch vergroessert.
- Es ist ganz klar, dass hohe Produktivitaet mit industrieller Leistungsfaehigkeit eng verbunden ist« Die Erkenntnisse hoher Produktivitaet lehren uns,
dass es nur gerecht ist, wenn ein Betrieb mit niedriger Produktionsleistung
zugrundegeht oder ein Arbeitnehmer, dessen Leistungen ungenuegend sind, seine
Beschaeftigung verliert. Es ist gefaehrlich, Leistungsunfaehigkeit zu schuetzen,
ganz gleich, um wen es sich dabei handelt. Den Verfassern dieses Berichtes
steht es nicht zu, Vorschlaege zu machen, wie Leistungsunfaehigkeit zu bekaempfen
ist. Sie empfehlen jedoch den Berufsverbeenden, Unternehmerorganisationen,
Gewerkschaften, Betriebs- und Werkstattsleitern sowie den gemeinsamen Produktion s-Ausschuessen, dieses Problem ins Auge zu fassen und sich mit ihm zu beschaeftigen.
Das, was im Vorangegangenen gesagt wurde, soll Klarheit ueber die groesseren
und allgemeinen Probleme schaffen, damit die einzelnen Vorschlaege in der ihnen
eigenen Perspektive betrachtet werden koennen. Sie werden im Folgenden zum
Ausdruck gebracht.

Gruppierung der Werksanlagen und Ausruestung mit Maschinen.
In vielen Stahlgiessereien Englands hat sich aufs Geratewohl ein Durcheinander von Gebaeuden und Werksanlagen entwickelt, in dem es schwierig ist, den
einfachsten Verlauf des Produktionsprozesses einzuhalten. Es wird viel Zeit
in Anspruch nehmen, die Umgruppierung in der Richtigen Weise durchzufuehren,
aber es bleibt keine andere Wahl - entweder werden die Betriebe so aufgebaut,
dass sie leistungsfaehig sind, oder sie kommen unter den Hammer, der die Leistungsunfaehigen erwartet. Da es eine langwierige Arbeit sein wird, den Erfordernissen entsprechend neu zu gruppieren, besteht umsomehr Grund, sofort damit
zu beginnen. Durch Abwarten wird das Problem nicht einfacher*
Langfristige Projekte werden jedoch nicht schnell genug eine guenstige Beeinflussung unserer Industrie bewirken. Die bestehenden Produktionsmethoden
koennen jedoch schon durch Neueinteilung der Arbeiten verbessert werden. Es
ist in Kundengiessereien allgemein ueblich, dass sich ein Former zur Ausfuehrung
seiner Arbeit in einem bestimmten Baum bewegen kann. Er fuehrt jede Arbeit an
einer anderen Stelle aus, und seine Werkzeuge und Geraete muessen jedesmal zu
dem anderen Platz gebracht werden. Nach den amerikanischen und den besten britischen Methoden wird diese Arbeit in die Fliessbandfertigung mit einbezogen.

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�sodass der Former mit seinen Geraeten und Materialien eine bestimmte S t e l l e inneh a t , zu der das zu bearbeitende Stueck hin- und auch wieder wegbefoerdert wird.
(Dies i s t n a t u e r l i c h nur bei Vterkstuecken k l e i n e r und m i t t l e r e r Groesse moeglich).
Auch i n anderen Abteilungen der Giessereien koennen durch Umgruppierung der Maschinen und Werksbaenke der Arbeitsvorgang vereinfacht und unnoetige Arbeiten
vermieden werden, die dadruch entstehen, dass die Gusstuecke aufgestapelt werden
und spaeter i n Kaesten zur Bearbeitung weiterbefoerdert werden muessen.
Durch die I n s t a l l a t i o n von zusaetzlichen Maschinen kann in vielen Betrieben
die Produktionsleistung in kurzer Zeit verbessert werden. In a l l e n amerikanischen
Giessereien kann man f e s t s t e l l e n , dass zur Befoerderung des Materials gute Transp o r t m i t t e l zur Verfuegung stehen. Schnell arbeitende Kraene, Rollwagen mit gabelfoermiger Hebevorrichtung und S c h l i t t e n mit Raedern zum Transport der Gusskasten sind drei wichtige H i l f s m i t t e l . Ausserdem hat man Laufhebekraene, die
die Former, Schleifer oder Gussputzer an ihren Arbeitsplaetzen bedienen«
Die Anwendung von Produktionsmaschinen kann noch weiter.ausgedehnt werden,
und der Arbeitseinsparung i s t dabei groessere Beachtung zu schenken. Ob maschinelle Gussverfahren ratsam sind, wird in den meisten Faellen von der Beschaffenh e i t des Absatzmarktes abhaengen. Die einzelnen Auftraege fuer Gusstuecke sind
i n den meisten Faellen nur k l e i n , und deshalb werden die Modelle mit der Hand
geformt. Im ganzen betrachtet muessen die gleichen Arbeiten aber oft genu^ wiederholt werden, sodass eine maschinelle Herstellung g e r e c h t f e r t i g t waere, vorausgesetzt n a t u e r l i c h , dass diese maschinelle Methode auch bei der Herstellung kleiner
Mengen angewendet werden kann. Eine sofortige Ueberpruefung der sich wiederholenden Arbeiten in den Stahlgiessereien Englands wuerde f a s t mit Sicherheit ergeben,
dass weit mehr Gussverfahren maschinell ausgefuehrt werden koennten.
In den Reinigungs- und Endprozessen s t e l l e n grosse mechanische Luftstrahlgeblaese - weit groesser a l s s i e i n England vorzufinden sind - eine wertvolle
Hilfe bei der Reinigung der Gusstuecke mit einem Minimum an Arbeitskraft d a r .
Baldige Versuche mit grossen Luftstrahlgeblaesen und die Vorfuehrung der e r z i e l ten Erfolge vor Vertretern der Industrie koennen zu bedeutender Steigerung der
Produktionsleistung fuehren.
Die Stahlschmelzoefen i n Amerika schmelzen den Stahl v i e l schneller a l s die
in England, weil sie unter mehr Aufwand an elektrischer Energie a r b e i t e n . Hier
in England i s t die Stahlgiesserei durch den Mangel an Energie in ihrer Arbeit
gehemmt. Solange noch dieser Mangel b e s t e h t , kann nicht allgemein empfohlen
werden, die Ldchtbogenoefen unter groesserem Einsatz elektrischen Stromes arbeitenzu l a s s e n . Es waere jedoch ratsam, solange noch nicht genug Strom vorhanden i s t ,
eine oder zwei Giessereien versuchsweise nach diesem Verfahren arbeiten zu l a s s e n .
Mit dem Einsatz groesserer Strommengen wird Zeit e r s p a r t . Ausserdem spart man in
Amerika durch eine verbesserte Elektrodenkontrolle auch an Energie. Viele Schraelzoefen in England sind mit veralteten Elektrodenkontrollgeraeten ausgeruestet, die
dringend durch neue e r s e t z t werden muessten. Dadurch wuerden nicht nur die
Schmelzkosten r e d u z i e r t , sondern es wuerde auch elektrische Energie eingespart.
Anspornendes Lohnsystem.
Einfachheit und Gerechtigkeit s o l l t e n wesentliche Bestandteile eines Lojhnsystems s e i n , bei dem sich die Bezahlung nach der Arbeitsleistung r i c h t e t . Ohne komp l i z i e r t rechnen zu muessen, muss ein Arbeiter wissen, welche Entschaedigung er
zu erwarten h a t . Er muss ferner die Gewissheit und das Vertrauen haben, dass ihm
ein gerechter Anteil an dem aus seiner Arbeit entstehenden Gewinn sicher i s t .
Das gegenwaertige Lohnkalkulationssystem i n der b r i t i s c h e n Stahlindustrie i s t
weder einfach noch u e b e r s i c h t l i c h . Die Stuecklohnsysteme werden durch den nationalen Bonus noch verwickelter. Man bedient sich haeufiger der Lohnkalkulation,
a l s dies noetig waere| selbst wenn ein Arbeiter ausschliesslich Akkord a r b e i t e t ,
muss seine Zeitkarte auf die g e l e i s t e t e n Arbeitsstunden geprueft werden, um den
nationalen Bonus errechnen zu koennen. Diese unproduktive Arbeit erfordert i n

- 13 „
1

�jeder Woche eine betraechtliehe Anzahl von Arbeitsstunden. Man hat damit ein
ebenso verschwenderisches wie unlogisches System verewigt, das bei Verhandlungen
auf nationaler Ebene den Anschein der E i n h e i t l i c h k e i t geben s o l l t e . Die Vereinfachung des Lohnsystems in der Industrie i s t schon lange f a e l l i g und wuerde sofortige Einsparungen mit sich bringen.
Gerechtigkeit bei der Verteilung der Gewinne, die aus hoher Produktionsleistung entstehen, i ä t b e r e i t s a l s grundlegende Notwendigkeit bezeichnet worden.
Von ebenso grosser Bedeutung i s t die gerechte Einteilung der einzelnen Stueckloehne. Wenn es sich um Reihenfertigung handelt, i s t die Stoppuhr i n der Hand eines
geschulten Beobachters ein unuebertreffliches Mittel i n der gerechten Durchfuehrung der Z e i t s t u d i e n . Voraussetzung i s t jedoch die Mitarbeit der Leute, deren
Arbeitszeit untersucht wird. Studien die'ser Art erfordern guten Willen und Vertrauen auf beiden S e i t e n . Es wird dringend empfohlen, dass da, wo man auf guten
Willen zaehlen kann, eingehende Zeitstudien der Festsetzung der Akkordloehne fuer
Arbeiten der Reihenfertigung zugrundegelegt werden. Wo das gegenseitige Vertrauen
nicht b e s t e h t , s o l l man zuerst das Misstrauen b e s e i t i g e n . Es wird ausserdem Toleranz und Grosszuegigkeit bei der Anwendung der neuen Methoden empfohlen. Ernste
Gefahren bedrohen die I n d u s t r i e , wenn es nicht g e l i n g t , eine hoehere Produktionsl e i s t u n g zu e r z i e l e n , und um i h r e r Herr zu werden, bedarf es des Vertrauens und
der Weitsicht der fuehrenden Persoenlichkeiten i n der I n d u s t r i e , und von a l l e n
Werkzeugen, die uns.durch die Produktion und die Betriebsleitung in die Hand gegeben sind, muss staerkster Gebrauch gemacht werden»
Arbeitseinsatz.
Bs i s t nicht zu erwarten, dass der Absatzmarkt'fuer Stahlwaren s t e t s mit der
gesteigerten Produktionsleistung S c h r i t t halten wird. Deshalb i s t mit einer Arb e i t sverlagerung zu rechnen, und zwar im gleichen Masstabe, in dem die Produktivit a e t a n s t e i g t . Sich aus diesem Grunde jedoch einer Erhoehung der Produktionsleistung widersetzen zu wollen, waere ebenso verfehlt und unbegreiflich wie die Einwaende, die im 19« Jahrhundert gegen die Anwendung e l e k t r i s c h e r Spinnmaschinen
und Webstuehle gemacht wurden. Es gibt andere Produktionszweige, in denen die
ueberschuessigen Arbeitskraefte der Stahlgiessereien solange beschaeftigt werden
koennen, wie der Mangel an Industrieprodukten das Leben der Nation b e e i n t r a e c h t i g t .
Es i s t unangenehm, die Alternative betonen zu muessen, die es zur zwingenden Notwendigkeit macht, diesen Weg zu be^bhreiten. Hungersnot und Armut sind unangenehme
Worte, aber wir nehmen lieber mit den Worten a l s mit i h r e r Verwirklichung v o r l i e b .
In verschiedenen amerikanischen Stahlgiessereien konnte man beobachten, dass man
e s sich zum Grundsatz machte, mit sinkendem Absatz das {festgesetzte Arbeitspensum
pro Tag zu reduzieren. Damit entschaefti^te in gewissem Sinne die Weiterbeschaeftigung und Verhinderung der Erwerbslosigkeit fuer den Verlust an Lohn. Die Probleme, die entstehen koennten, wenn, die Produktionsleistung die Absatzmoeglichkeiten u e b e r s t e i g t , erfordern zu ihrer Loesung Klugheit und staatsmaennisches
Eoennen.
Sicherheit.
Die^Royal Society for the Prevention of Accidents" (Kbenigliche Gesellschaft
zur Verhuetung von ünfaellen) setzt sich b e r e i t s t a t k r a e f t i g fuer die Sicherheit
i n den Betrieben e i n . Sie neigt jedoch naturgemaess dazu, i n . i h r e n Vorschlaegen
jjnd Empfehlungen zu allgemein zu s e i n . Die "Steel Founders' Society of America"
hat sich weit eingehender mit der genauen Art der Ünfaelle i n den Stahlgiessereien
befasst und bestimmte Vorschlaege und Instruktionen herausgegeben} ü n f a e l l e , deren
Ursachen besonders deutlich in Erscheinung t r e t e n , werden dieser Gesellschaft mitg e t e i l t . Diese Aufgaben s o l l t e n eigentlich von der Berufsgenossenschaft e r f u e l l t
werden, und wenn man dazu andere Koerperschaften i n Anspruch nehmen muss, i s t
keine Unterstuetzung eines solchen S c h r i t t e s zu erwarten. Sine verantwortliche
Koerperschaft, wie es die Berufsgenossenschaft i s t , s o l l t e soviel Autoritaet
haben, dass sie die notwendigen S t a t i s t i k e n sammeln und sie dort veroeffentlichen
kann, wo e s erforderlich i s t . Sie muss ihre Mitglieder dahingehend beeinflussen,
dass zeitraubende Ünfaelle moeglichst r e d u Ä e r t werden. Die Verantwortlichkeit
sei a l s o in gerechter, offener Weise der Berufsgenossenschaft a n v e r t r a u t , ohne

- H-

�Der b r i t i s c h e Absatzmarkt i s t weit kleiner und uneinheitlicher. Selbst
wenn man mit grosser Kuehnheit bei der Standardisierung seiner Bestandteile vorgeht, i s t nicht zu erwarten, dass dieselben einheitlichen- Produktionsverfahren
in den englischen Stahlgiesaereien durchgefuehrt werden koennen. Die englischen
Techniker sind jedoch keine Toren. Sie wissen sehr wohl, dass sie durch e i n h e i t l i c h e Produktionsverfahren i n ihren Betrieben die Herstellungskosten reduzieren koennen, und wenn es ihnen g e l i n g t , in den Stahlgiessereien P r e i s v o r t e i l e
durch neue Produktionsverfahren fuer sich buchen zu koennen, werden s i e nicht
zoegern, diese neue Waffe auch in ihrem Kampf um die auslaendischen Maerkte einzusetzen. Die augenblickliche P r e i s p o l i t i k der englischen Stahlgiessereien
3ieht jedoch keine regelmaessigen Preissenkungen bei Massenproduktion vor. Und
bevor d i e s nicht der F a l l i s t , fehlt eine maechtige Antriebskraft zur allgemeinen Standardisierung. Ausserdem kann ohne einen Absatzmarkt, der Massenfertigung o r f o r d e r t , die aeusserst gute maschinelle Giessmethode, die b e r e i t s i n
vielen englischen Stahlgiessereien angewendet wird, nicht weiter v e r b r e i t e t
werden.
Es waere falsch anzunehmen, dass mit der Standardisierung Kompromisse verbunden sein muessen. Bin solcher Glaube i s t vermutlich fuer die oppositionelle
Haltung verantwortlich zu machen, die man der Standardisierung gegenueber i n
England einnimmt. Es i s t wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren
und irgendwelchen Kompromissen entgegenzuwirken. Man muss bereit s e i n , a l l e
ueberlieferten Grundsaetze, die fuer die Durchfuehrung der Standardisierung unwesentlich sind, aufzugeben. Dies bezieht sich auf a l l e s Herkoemmliche, ob es
sich um I n s t a l l a t i o n e n oder Gruppierung, Kontrollberichte, Inspektion oder Produktionsmethoden handelt. Die Schwierigkeiten, diese Grundsaetze zu verwirklichen,
beweisen, mit wieviel I n t e l l i g e n z an das Problem der hohen Produktivitaet herangegangen werden mu.s, und die ungeteilte Aufmerksamkeit in dieser Beziehung wird
a l l e n aus der Stahlindustrie empfohlen.
Produktionsmethoden.
Die wichtigsten Lierkmale der in Amerika beobachteten Produktionsmethoden
sind in diesem Bericht und seinen Ergaenzungen ausfuehrlich beschrieben worden,
und es besteht keine Veranlassung, sie h i e r zu wiederholen. Einige, die nach
Ansicht des Team wesentlichen KLnfluss auf die Produktion haben, und deren Anwendung auch fuer die englischen Stahlgiessereien v o r t e i l h a f t e Folgen zeitigen
koennten, s o l l jedoch im Folgenden besondere Beachtung geschenkt werden.
Stahlschmelzen.
Die Methode des Beschickens von Lichtbogen-Schmelzoefen mit Hilfe von Laderutschen e r s p a r t v i e l Z e i t , wenn es sich um Oefen handelt, die nicht von oben
her beschickt werden koennen. Der Schmelzofen wird nach vorne gekippt und die
Beschickung, die aus schwerem, kurzem Schrott besteht und sich auf einem langgestreckten, gleitbahnaehnlichen Greifer befindet, durch die Arbeitstuer eingef u e h r t . Die erforderlichen Vorrichtungen sind einfach, und es i s t l e i c h t , dieses
Verfahren durchzufuehren.
Sand.
In England beschaeftigt man sich b e r e i t s eingehend mit Studien ueber Formsand, sodass es ueberfluessig erscheinen mag, zu diesem Punkte h i e r noch weitere
Vorschlaege zu machen. Das Abstreifen und Putzen der Gusstuecke i s t durch die
Anwendung feinkoernigen Sandes jedoch dermassen e r l e i c h t e r t worden, dass es
schon die Muehe wert i s t , die besondere Aufmerksamkeit der Stahlfachleute auf
diese Tatsache zu lenken.

- 15 -

�dass wir uns •wohlwollend und dienstbeflissen* einmischen wollen.
Im einzelnen wird empfohlen, dassman vor allem alle Augenverletzungen in
den Putzereien verhuetet, indem man das Betreten einer Werkstatt ohne anerkannten Augenschutz, wie Schutzbrille, Gesichtsschild o. ae., zum industriellen
Vergehen stempelt. In den britischen Stahlgiessereien beeilt man sich jetzt,
Massnahmen zu treffen, die den staendigen Gebrauch von Atmungsgeraeten in staubigen Werkstaetten zur Pflicht machen, und man erweitert die Moeglichkeiten,
Arbeitnehmer, die dem Staub ausgesetzt sind, mit Roentgenstrah@4»n zu untersuchen.
In der letztgenannten Entwicklung stehen die englischen Giessereien hinter den
amerikanischen zurueck.
Es soll ebenfalls gesagt werden, dass Sicherheitsbewusstsein nichts mit
Furchtsamkeit zu tun hat. laute Heulsirenen, die vor einer bevorstehenden Gefahr
warnen, sind eine praktische Einrichtung, um gefaehrliche Zonen unter geringstem
Zeitverlust von den Arbeitern raeumen zu lassen. Sie sind Methoden vorzuziehen,
bei denen Arbeitszeit verschwendet wird, denn uebertriebene Sicherheitsmassnahmen
beeintraechtigen die Produktionsleistung.

Annehmlichkeiten und Arbeitsbedin/^ungen.
Die im Garrett Report zum Ausdruck gebrachten Vorschlaege sind in den britischen Stahlgiessereien bereits wohlbekannt, und man ist eifrig bemueht, sie zu
verwirklichen. Ein gleicher Standard liegt den amerikanischen Grundsaetzen zugrunde, und in dem 70?liegenden Bericht werden keine weiteren Empfehlungen hierzu
gegeben. Durch die Anwendung von Arbeitsmethoden, die dieses Ziel verfolgen,
kann viel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan werden«

Betriebsleitung.
Eine Revision der Betriebsleitungsmethoden ist erstrebenswert, und dem wirksamen Einsatz der Facharbeiter muss dabei besondere Beachtung geschenkt werden*
Es muss untersucht werden, welche Beweggruende Anlass zu zeitweiligen Arbeitseinstellungen geben, und deren Ursachen muessen abgestellt werden. Es ist dies
eine Aufgabe, die nicht von der Betriebsleitung allein geloest werden kann.» Ein
williges Mitarbeiten seitens der Arbeiterschaft ist erforderlich, um die Uebel,
die zu Verzoegerungen fuehren, bei der Wurzel anpacken zu koennen. Es ist gewiss,
dass auch die Arbeitsvorgesetzten und Meister von einem wahren Verlangen nach gesteigerter Produktionsleistung beseelt sein muessen, wenn das Ziel erreicht
werden soll und dass sie diesen Eifer auf die unter ihrer Aufsicht stehenden
Maenner uebertragen koennen.
Dieser Schritt kann sofort getan werden, ohne auch nur auf eine einzige
Maschine warten zu muessen* Die gemeinsamen Produktionsausschuesse koennen mit
Werkstattsleitern und anderen lauten aus den Giessereien paritaetisch zusammenarbeiten, um zusammen mit Betriebsleitern und Aufsichtführenden Arbeitsmethoden
zu entwickeln, die am wirtschaftlichsten sind.

Absatzmaerkte.
Das Ausmass der Spezialisierung in den amerikanischen Maschinenbaugesellschaften mit dem Ziele, den ungeheuren inlaendisehen Absatzmarkt wirtschaftlich
versorgen zu koennen, ist mit der amerikanischen Bereitwilligkeit zur Standardisierung gepaart, eine Tatsache, die den Stahlgiessereien Anlass zur Spezialisierung und damit zu einheitlichen Produktionsmethoden gibt. Auch lassen die Preislisten niedrigere Preise fuer massenmaeösig hergestellte Waren erkennen.

- 16 -

�Neue Methoden
Die erfolgreiche Anwendung von Washburn-Kernen i s t in Amerika w e i t v e r b r e i t e t .
Dieses Verfahren i s t einigen Fachleuten aus der Stahlgiesserei Englands bekannt,
kann sich aber nur langsam durchsetzen. Der Austausch technischer Erfahrungen in
verstaendlicher Form muss gefoerdert werden, damit neue Methoden ohne langes Experimentieren in jeder einzelnen Giesserei eingefuehrt werden koennen»
Gusstrichter mit exothermischem Material«
Die Verwendung von "Risotherm" i n den exothermischen Legierungen kurzer,
weitgeoeffneter Gusstrichter i s t v o r t e i l h a f t und v e r d i e n t , ' d a s s man sich eingehend
mit i h r beschaef t i g t . Auch i n England s o l l t e dieses Material verfuegbar « i n , wenn
seine Anwendung ratsam erscheinen s o l l t e .
Erforschung der Probleme der S t a h l g i e s s e r e i .
Die Dringlichkeit einer wirksamen Erforschung der Probleme in der englischen
Stahlgiesserei l i e g t nun k l a r auf der Hand und braucht an dieser S t e l l e nicht hervorgehoben zu werden. Was betont werden muss, i s t , wie unfieheuer wichtig es waere,
den r i c h t i g e n Mann zu haben, der den Stahlgiessern persoenlich das u e b e r m i t t e l t ,
was b e r e i t s bekannt und erforscht i s t , und wie die Ergebnisse der Forschung prakt i s c h zu verwerten s i n d . Die Stahlgiesser sind an die Luft in den Giessereien
gewoehnt. Sie koennen i n der verduennten Atmosphaere, die die hoechsten Gipfel
der wissenschaftlichen Forschung umgibt, nicht atmen. Sie benoetigen einen Moses,
der von jenen Gipfeln zu ihnen herabsteigt und ihnen Anordnungen und einfache Massregeln g i b t , in denen die Ergebnisse komplizierter Forschung i n verstaendlicher
Form zum Ausdruck gebracht werden. Es kommt mehr auf die Persoenlicbkeit dessen
a n , der die Ergebnisse der Forschung der Industrie u e b e r m i t t e l t , a l s auf das Koennen, mit dem die Forschung selbst betrieben wird.
Es waere wuenschenswert, dass die Probleme der Stahlgiesserei auch i n den
Reihen der unteren Arbeitsvorgesetzten zur Sprache gebracht werden. Die Konferenzen des I n s t i t u t s der b r i t i s c h e n Stahlgiesser ( I n s t i t u t e of B r i t i s h Foundrymen) bieten gegenwaertig n i c h t , wie es noetig waere, den Stahlgiessern Gelegenh e i t , freie Besprechungen zu fuahren, die k e i n e r l e i formellen Charakter haben,
und die nicht protokollarisch festgehalten werden. Leider sind die b r i t i s c h e n
Stahlgiesser weniger dazu i n der Lage, ihre Meinung k l a r zum Ausdruck zu bringen,
a l s dies i n Amerika der F a l l i s t . Wir legen dieses Problem dem I n s t i t u t e of
B r i t i s h Foundrymen, den technischen Ausschuessen der Berufsgenossenschaften und
a l l den Koerperschaften, die sich mit Forschung i n der Stahlgiesserei befassen,
besonders nahe.
S c h l i e s s l i c h raoechten die Mitglieder des Team i h r e r festen Ueberzeugung Ausdruck verleihen, dass die b r i t i s c h e n S t a h l g i e s s e r , wenn sie die Bedeutung hoeher e r Produktionsleistung h i n s i c h t l i c h i h r e r Erfindungsgabe und Findigkeit in keiner
Weise hinter unseren guten Freunden aus der amerikanischen Stahlindustrie zurueckstehen werden,
Anmerkung der Redaktion. Wir haben die Schlussfolgerungen i n diesem Ber i c h t des Britischen "Productivity Teams" ungekuerzt wiedergegeben, obwohl wir i n verschiedener Hinsicht mit den Ansichten der Verfasser nicht
uebereinstimmen. Wir moechten besonders betonen, dass der einfache Arbeit e r und die Gewerkschaften in den U.S. die wirtschaftlichen und technischen
Zusanmenhaenge der Produktionsleistung mit groesstem Interesse verfolgen.
Die amerikanischen Gewerkschaften sind zu der Ueberzeugung gekommen, dass
erhoehte Produktionsleistung nicht unbedingt mit Ausbeutung gleichzusetzen
i s t , und dass eine wirtschaftliche Einsetzung der Arbeitskraft nicht eine
Verausgabung groesserer Energien fuer den Arbeiter d a r s t e l l e n muss. Die
Gewerkschaften sind diesen Problemen gegenueber aeusserst wachsam, sind
aber der Auffassung, dass inuGrossen und Ganzen gesehen die gesteigerte
Produktionsleistung sich zum Vorteil der Arbeiterschaft auswirkt.
/

- 17 -

�100.000 DOLLAR FJER GEWERKSCHAFTSCHPLE DER ILGWÜ.
Die I n t e r n a t i o n a l e Gewerkschaft der Damenbekleidungs-Arbeiter (ILGWÜ ) hat
v o r l a e u f i g 100.000 D o l l a r s zur Verfuegung g e c t e l l t , mit denen e i n e neue Schule
zur Ausbildung von G e s c h a e f t s l e i t e r n , Organisatoren und Verwaltungsangestellten
fuer die Gewerkschaft e i n g e r i c h t e t werden s o l l . Ab 1 . Januar werden regulaere
Tageskurse gegeben.
David Dubinsky, der P r e s i d e n t der ILGWU, e r k l a e r t e , dass e i n gesamtes
Stookwerk des Gewerkschaftshauses i n New York City fuer die Schule r e s e r v i e r t worden
i s t . Arthur A. E i d e r , der fruehere Direktor der Z w e i g s t e l l e der U n i v e r s i t a e t
Michigan, i s t zum Direktor der Schule*ernannt worden*
Die Ausbildung dauert 12 Monate. Die akademischen Kurse i n Geschichte.
Arbeitsoekonomie und aehnlichen Faechern nehmen 8 Monate i n Anspruch. In den
r e s t l i c h e n 4 Monaten b e f a s s t man sich mit praktischer A r b e i t , wie zum B e i s p i e l
der Teilnahme an Kollektiv-Verhandlungen und dem Vertrautwerden mit der Arbeit
i n der Werkstatt und den Arbeitsmethoden.
Es koennen 4 ° Studenten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren an den Kursen
teilnehmen. Die Teilnehmer werden von dem Erziehungs-Ausschuss des Gewerkschaf taratee. der Vertrauensmaenner bestimmt. Absolventen wird von der Gewerkschaft Besciiaeftigung z u g e s i c h e r t .

CIO RSS0HJTIC1I ZUR GEM'gNSCHAKT BÜJER-ARBEITER.
Das amerikanische Volk i s t der e r s t e Abnehmer der landwirtschaftlichen Erzeugnisse unseres Landes, und die Geschichte hat bewiesen, dass die Landwirtschaft nur dann gedeihen kann, wenn s i c h die Millionen unserer Lohn- und Geh a l t sempfaenger hoher Realloehne und e i n e s allgemeinen Wohlstandes erfreuen»
Werden die Verdienste der Arbeiter i n den Staedten n i e d r i g e r , dann verringern
s i c h auch fuer die Bauern Amerikas A b s a t z m ö g l i c h k e i t e n , Preise und somit der
Lebensstandard. Umgekehrt gehen i n d u s t r i e l l e Produktion und Lebensstandard i n
den Staedten zurueck, wenn die Bauern verarmen. Ein allgemeiner n a t i o n a l e r Wohlstand i s t nur moeglich, wenn er f e s t i n der Stadt und auf dem Lande verwurzelt
ist.
Die Monopolisten haben bei allgemeiner Verknappung gute Z e i t e n , das Volk
jedoch, wenn Ueberfluss an Waren h e r r s c h t . Die monopolistischen I n t e r e s s e n
gehen dahin, einmal eine Verknappung i n d u s t r i e l l e r Produkte kuenstlich h e r b e i zufuehren, um hohe Preise zu e r z i e l e n , und zum andern die Bauern durch niedrige
Preise fuer i h r e r e i c h l i c h vorhandenen Lebensmittel und ihre Baumwolle zu benachteiligen.
Die Drahtzieher der Monopolindustrie sind b e s t r e b t , die Loehne der Indus t r i e a r b e i t e r n i e d r i g zu h a l t e n und i h r e s o z i a l e S i c h e r h e i t und die ihrer Famil i e n zu untergraben; g l e i c h z e i t i g moechten s i e die P r e i s e fuer landwirtschaftl i c h e Erzeugnisse druecken und die Ausgaben der Bauern erhoehen.
Es g i b t keinen Kompromiss mit dem monopolistischen Programm, der den Arb e i t e r n auf dem Lande oder i n der Stadt d i e n l i c h s e i n koennte. S i e muessen
gemeinsam dagegen Front machen.
Die S i c h e r h e i t , d i e die Bauernfamilie durch P r e i s s t a b i l i s i e r u n * und die Arb e i t e r f a m i l i e durch TarifVerhandlungen sucht kann nur gewaehrleistet werden,
wenn sich Bauern und Arbeiter geschlossen hinter d i e nationale P o l i t i k und ihre
Programme s t e l l e n , d i e darauf a u s g e r i c h t e t s i n d , die Vollbeschaeftigung zu s i chern, den Arbeitern ihren rechtinaessigen Antei4 an dem E r l o e s fuer die I n d u s t r i e produkte zukommen zu l a s s e n und den Bauern angemessene P r e i s e fuer Lebensmittel
und Baumwolle zu b i e t e n .
- 18 -

�Wenn Arbeiter und Bauern Schulter an Schulter gegen die Reaktion stehen,
dann I s t der Erfolg sicher. Eine Uneinigkeit waere in keiner Weise gerechtfert i g t und darf deshalb nicht aufkommen. Dieselben monopolistischen Interessen,
die den Bauern vernuenftige Preise verweigern, machen den Arbeitern aus der
Stadt eine angemessene Bezahlung s t r e i t i g . Es sind die gleichen Reaktionaere,
die Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaften zugrunde richten und die Gewerkschaftsbewegung beseitigen moechten. Dieselben Profitmacher, die die Bauern zu
betruegen versuchen, moechten einen unendlichen Vorrat an "billigen" Arbeitskraeften in den Staedten sehen.
Der CIO (Congress of Industrial Organizations) hat s e i t seiner Gruendung
jedes Programm fuer die Landwirtschaft mit allen Mitteln unterstuetzt, wenn es
g a l t , den Lebensstandard der Bauern zu heben, den Ackerboden des Landes zu
schuetzen, die landwirtschaftlichen Gebiete mit Elektrizitaet zu versorgen und
die Lebensbedingungen der amerikanischen Bauernfamilien zu verbessern. In der
Zwischenzeit versuchen die Monopolisten im Kongress und im ganzen Land in boahafter Weise, sich a l s Freunde des Bauern aufzuspielen, waehrend sie ihn zur gleichen
Zeit gegen seine Gewerkschaftsfreunde und seine wahren eigenen Interessen aufhetzen.
DESHALB SOLL NUN BESCHLOSSEN WERDEN x
Der CIO verlangt, dass die Bemuehungen in seinen Reihen fortgesetzt und erweitert werden, die ein unzerbrueetliches Band zwischen den Bauern, Arbeitern und
ihren Gewerkschaftsorganisationen knuepfen s o l l e n .
Diese Konvention ruft jede lokale Gewerkschaft und jeden Gewerkschaftsrat
auf, sich durch gegenseitiges Kennen- und Verstehenlarnen mit den benachbarten
Bauern zu sammenzu seh Hessen.
Wir gewaehren auch in Zukunft der Landbevoeltcerung jedmoegliche Unterstuetzung durch Zusicherung vernuenftiger Preise und Loehne, Kreditmoeglichkeiten,
Elektrisierungsprogramme, Schutz des Bodens, Foerderung der Genossenschaften,
Linderung des Elends auf dem Lande, Gesundheits- und Erziehungsprojekte, ausreichende Versicherung der Ernte und andere notwendige Programme.
Diese Konvention b i l l i g t den Brannan Plan-, der folgende Forderungen s t e l l t i
vernuenftige Preise und Verdienste fuer die Landbevoelkerung zu sichern, den
Kleinbauern besondere Unterstuetzung zu l e i s t e n , den Bauern zuzusichern, dass
ihre erzeugten Lebensmittel abgesetzt werden koennen und zur Ernaehrung des Volkes verwendet werden, und es zu gleicher Zeit den Verbrauchern zu ermoeglichen,
die im Ueberf luss vorhandenen Produkte der amerikanischen Bauern zu tragbaren
Preisen kaufen zu koennen.
Wir wollen auch weiterhin darum kaempfen, dass die Bauern und ihre Organisationen von den Problemen und Programmen der Arbeiterschaft unterrichtet werden,
damit allgemein und klar erkannt wird, dass der CIO dem Arbeiter und Bauern a l s
Freund und Verbuendeter in ihrem Kampf gegen Not, Furcht und Elend jederzeit zur
Seite steht*
Economic Cutlook des CIO
November 1949

ARBEIT DPRCH MARShüLL PLAN.
Zwei neue Marshall Plan Projekte i n I t a l i e n zur Verbesserung der Elsenbahnen
des Landes und des Post-, Telefon- und Telegrafendienstes werden ueber 15 Millionen Arbeitstage fuer italienische Arbeiter ermoeglichen.

- 19 -

�Zu i h r e r Finanzierung hat die Marshall Plan Verwaltung etwa 60 Billionen
Lire aus dem i t a l i e n i s c h e n Gegenwertfonds freigegeben»
An den vorgeschlagenen Verbesserungen der Bisenbahnen werden 140.000 Arbeit e r 100 Tage land beschaeftigt werden koennen. Diese Verbesserungen bestehen in
Wiederaufbau der G l e i s - und Bahnhofsanlagen, Instandsetzung rollenden Materials
und Herstellung von Werkzeugmaschinen und Vorrichtungen zur Beseitigung gebrauch sunfaehigen Materials« Darueberhinaus wird die laufende Beschaeftigungsz i f f e r zur Bedienung der wiederhergestellten und neuen Anlagen b e t r a e c h t l i c h
erhoeht werden muessen.
Im Rahmen der Ausdehnung und Modernisierung des Telefon*, Telegrafen- und
Postdienstes i n I t a l i e n wird 14*000 Arbeitern 100 Tage lang beim Aufbau und bei
der Beschaffung des erforderlichen Materials Beschaeftigung geboten.
BCA Labor Information
28» November 1949
- 20 -

Office of Labor Affairs
HK0G, APO 757

QFFICIAL

�</text>
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                <text>&lt;p&gt;Truman: Gewerkschaften führend im Kampf um Freiheit&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;AFL kritisiert Adenauers Äußerungen&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Das Problem der kleinen Einkommen&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Amerikanische Gewerkschaften warnen vor arbeiterfeindlicher Propaganda&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Das internationale freie Gewerkschaftswesen erzielt Fortschritte&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Arbeiterfeindliche amerikanische Zeitschrift verherrlicht Streikbruch&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Schuman-Plan-Komitee des IBFG&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Die Geschichte der Stahlarbeitergewerkschaft&amp;nbsp;Amerikas ist mit Lettern in Blut geschrieben&lt;/p&gt;</text>
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Januar 1951
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA LIEHST"
vom 1. Oktober 1950 - 30. Dezember 1950

Seite
1.) Allgemeines

1

2.) Kommentare von John L. Morton

4

3•) Jugend

5

4.) Artikel für die Frau

6

5.) Geistiges Leben

8

6.) Wirtschaft und Arbeit

8

* # * # *

�4/10/50

7/10/50

11/10/50

T4-/10/50

IS/10/50

21/10/50
*

25/10/50

28/10/50

Die "Neunundneunziger" - Der Klub der
amerikanischen Fliegerinnen
Die Rockefeller-Stiftung,
Versuch eines Weißbuchs zur Kartoffelkäferschuldfrage
Boys Town, Erziehungsstätte für Jungen.,
Luftbrücke Kalifornien-Japan
Transportflugzeuge versorgen die
UN-Streitkräfte.
Die Bibliothekarin der New Yorker Botanischen Gärten "weiß alles"
Die Mayo-Klinik.
Die magischen Fäden des Pentagon,
Deutsche Kunstausstellung in Milwaukee.,
Greenwich Village - Das amerikanische
Schwabing,
Ausblick au,f die bevorstehenden Kongreßwah
len in den Vereinigten Staaten,
Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung der
Welt - eines der Hauptziele des Kreml
Der Tag der 'Vereinten Nationen in den USA
Das Tor zum Frieden
Berlin wird die Heimat der "Friedensglocke".
Friedensfahne und Siegesbanner Die blauweiße Flagge der UN,
Zusammenstellung der wichtigsten Daten der UN
Theo Dingen auf Amerika-Tournee0 •'
Harvard - die älteste Universität Amerikas.
Mit ERP-Mitteln bauen Gablonzer Flüchtlinge
bei Kaufbeuren im Allgäu eine Industriestadt
auf, .
Neuanlage unterirdischer Parkplätze.,
Täglich 60 000 Menschen mehr auf der Welt»
Der Davis-Staudamm in Arizona, - Der vierte
Großdamm am Colorado
Alaska - ein neuer Staat der USA?
Taubheit - keine Arbeitsbehinderung^
Ernie Pyle - das Leben eines Frontberichterstatters

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterial»

_ i i.

�1/11/50

4/11/50

8/11/50

11/11/50

15/11/50

18/11/50

22/11/50

*

25/11/50

Idlewild - der größte Plughafen der Welto
"Atomkalender" für die "Archäole*genu Neue Methode zur Bestimmung frühgeschichtlicher DatenQ
Edna St. Vincent Millay. - Zum Tode einer
großen Dichterinu
Zum Tode AI Jolsons, des berühmten amerikanischen Jazzsängerso
Wie der gute Lehrer sein soll. - Ergebnis
einer Umfrage bei Schulkindern0
Ist Kritik im Kriege angebracht? &lt;=
Taos, die älteste und größte Indianersiedlung
Amerikaso
Kapitalismus und Sozialismus in USA0 - Ein
Interview mit Norman Thomas, dem Führer der
Sozialistischen Partei in den Vereinigten
Staaten»
Die wirtschaftliche Seite des Fernsehproblems«
Germantown - die erste deutsche Siedlung inAmerika0
Der fliegende Güterwagen - Ein neues amerikanisches Lastenflugzeugo
Bayern und Schleswig-Holstein bauen mit
ERP-Mitteln Wohnungen für Heimatvertriebene„
Florida - Land der.ewigen Jugend«
Zeit- und Arbeitsersparnis durch neue Registrier automaten0
Rudolf Bingc - Ein Leben für die Oper*Die Coloradotal-Verwaltung - Eine Gemeinschaftsaktion amerikanischer Farmer und
Behörden«
Die fünf Programmpunkte der Ford-Stiftungu
Nekrolog auf einen revolutionären Traum.
Thanksgiving-Day 1950o - Wortlaut der Erklärung des Präsidenten zum 23" November 1950.
Fernsehen im Dienst der Erziehungu
Fritz Henle, ein bekannter amerikanischer
Photograph0
Das "Färsen-Projekt" hilft Flüchtlingsbauern..
"Winter" - Betrachtungen über das Leben in der
Natur während der Wintermonate.
"General Omar N0 Bradley"» - Werdegang des
^ersten Soldaten Amerikas"o
Tragen des Films in USA und Deutschland".
Interview mit Upton Sinclair.,

- 2 -

�29/11/50

Oscar, der berühmte Maltre d'hßtel
Waldorf-Astoria,

des

Marcel Breuer und die amerikanische Baukunst»
*

2/12/50

6/12/50

9/12/50

Weihnachtsnummer 1950

*

#
*

*

16/12/50

* * * *

Das deutsche Marshallplanministeriunu
Die Arbeiterhochschule in Wisconsin,,
Bernard M. Baruch - Urbild der amerikanischen
Vitalität.
Neue Heimat im Emslandmoor6
Ein Arbeiter der Ölindustrie berichtet
vom Aufbau seines Betriebes.
Problematische Paradiese,
"Paradiesvogel", ein märchenhafter Farbfilm
und ein ernsthafter Versuch, die Geschichte
der Polynesier darzustellen.
Hemingway am Ende?
Zum Tag der Menschenrechte
am 10„ Dezember*
Das Kind, das immer Kind bleibt»
Auszug aus dem Buch "The Child that never grew"
von Pearl S« Bück»
Die Brücke zwischen der Alten und der Neuen
:
Welt o
Die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents von Asien aus durch die Funde in Nordalaska bewiesen*,
Stolz und Reichtum unter einsamem Stern,
In Texas sind Kühe mit fünf Beinen häufiger
anzutreffen als Minderwertigkeitskomplexe,,
St, Nikolaus und Santa Claus.
Märchenstadt am Weißgesicht-Berge
Zwei Deutsche führten den Brauch, Weihnachten
mit einem Lichterbaum zu begehen, in Amerika
ein,,
Die Feuerwehr als Helfer des Weihnachtsmanns&lt;,
Weihnachten auf einer amerikanischen Farm»
Der amerikanische Weihnachtsmann kommt in
diesem Jahr mit Hoohfrequenztechnik«,
Peters15 mexikanische Weihnacht«
Die vergessenen Schwänze•
Weihnachten im hohlen Baum»
Harvard - Erbe des Weimarer Bauhauses.
Das Hotel im Dschungel
Trompeten gegen die Mauern des Kremle
Gedanken zum Buch "The Choice" von Boris Shübo

�20/12/50

*

23/12/50

30/12/50
*

1950 - Rückblick auf ein bewegtes Jahr,Dreihundertfünfundsechzig Tage ERP-Kredite.
Gedanken über 1951.
Wichtige Ereignisse des Jahres 1950o
Die bedeutendsten amerikanischen Persönlichkeiten des Jahres 1950u
Alt werden oder altern?
Elektronische Rechenanlagen lösen die kompliziertesten Aufgaben im Handumdrehen.
Der "Unerfreulichsten" einer.
William Faulkner, Nobel-Literaturpreisträger
des Jahreso
Besitzverhältnisse in der amerikanischen
Landwirt schaf10
Die erste Fernseh-Kleinkamera der Welto
Ein Zeuge der Zeit - John Richard Herseyo
* * * * #

2JC0MMENTARE VON JOHN Lo MORTON«
4/10/50
7/10/50
11/10/50
14/10/50
21/10/50
25/10/50
28/10/50

Entschlossenheit zum Frieden0
Steigerung des Geburtensolls*
Blut, Schweiß und Steuern,,
Die Vereinten Nationen ergreifen die Offensive
Probleme des Siegesa
Stapellauf des Schlachtschiffs "Frieden".,
In Prag nichts Neues•
* * * # *

1/11/50
4/11/50
8/11/50

11/11/50
15/11/50
18/11/50
22/11/50
25/11/50
29/11/50

Die Streitfragen des Wahlkampfes in USA,
Puerto Rico - Insel ohne Ruhe0
Klarheit oder Verwirrung?
Zur Bundestagsdebatte über den deutschen
Verteidigungsbeitrago
Kurs unveränderte - Zu den Parlamentswahlen
in den USA»
Zur Frage der chinesischen Intervention in
KoreaJ
Der Gray-Bericht. - Ein neuer Baustein
für die freie Welto
Wirtschaftshilfe für Tito* •
"Landtagswahlen - von außen betrachtet".
Wieviel ist genug?
# # * *

- 4 -

�KOmjENTA^__VON_JOHN_Li_MORTON:_
2/12/50
6/12/50
S/l2/50
16/12/50
23/12/50
30/12/50

Ruhige Entschlossenheit» Die USA und die KoreaKrise»
Auf Europa kommt es anc
3erliner Wahlen in amerikanischer Schau«
Zur Brüsseler Konferenz.
Kein Preis ist zu hoch.
Es gibt kein Gibraltar,
*- * * * *

g« M JügggD.
Oktober 1950/1

Der blau-rote Schal.
*Goldsucher und Abenteurer im "Todestal" in
Kalifornien,
Das Geschenk der Indianer - Geschichte und
Bedeutung der Maispflanze in den USA.
Versuch*s mal - Vitamin C, ein wichtiger
Paktor in unserer Ernährung..
Oktober 1950/lI*Der Y/eg in die Wildnis. Die Geschichte von
Daniel Boone, dem Urbild des Lederstrumpf.
*Die Vereinten Nationen und die Jugend«
*Das R-fesenauge auf dem Mount Palomar.
Gold aus der Retorte.
* * * * #

November 1950/1 Die mißglückte Ohampignon-Zucht.
*Hiawatha, der große Sohn der Ojibways.
*Das Museum für Wissenschaft und Technik in
ChikagOo
Praxis ist besser als Theorie»
. • Jungen spielen "Politik".
November 1950/lIEs geschah in Oklahoma.
Wie Paul Bunyan den "pfeifenden Fluß" bestrafte.
"Bitte eine Fahrkarte zum Mond"» Möglichkeiten
und Unmöglichkeiten der Y/eltraumschiff ahrt.
Alle arbeiten mit. Keine Kluft zwischen Gemein-r
schaft und Schule.
•

* • # • * *

- 5 -

�4i_^IKEL_PÜR_5IE_FRAU.
Die Frau in den Vereinten Nationen.
Eicheln, Schnecken und andere Delikatessen,
Wenn Kinder nicht teilen wollen»
Dickwerden - durchaus vermeidbar.
65-;) ährige deutsche Auswanderertochter ver18/10/50
wirklicht ihren Traume
Spätes Gehenlernen bei Kindern kein Zeichen
für geistige Unterentwicklung«,
Nachtblauer Persianer und honiggelber Nerz,,
Frauenemanzipation - einmal anders gesehen
Jean Arthur und "Peter Pan".
25/10/50
Berufsberatung für Frauen in den USA.,
Wenn ein Kind andere schlägt„
Hygiene des Alltags - Schönheitsmassage mit
dem Frottiertuch;,
Acht Frauen regieren eine Stadt»
1/11/50
Edelsteine in der Retorte - Synthetische
Steine.
*
Patricia Neway - eine Sänger-Schauspielerin.
Eleganz in rauschender Seide.
*
Abkehr vom Klischee - Jane Wyman und Olivia
8/11/50
de Havilland.
*
Olive Goldman - amerikanische Delegierte in
der Kommission für Frauenrecht der UNo
Angst bei Kindern.,,
Bitte schreiben Sie! Besseres Gedächtnis
durch Entlastung»
*
Der deutsche Export und die '»merikanische
15/11/50
Frau,
*
Patricia Travers - die junge amerikanische
Geigerin»
Von der Mitbürgerschaft der Frau«
Der kindliche Zerstörungstriebo
*
Anna M. Rosenberg - die Frau im Pentagon,
22/11/50
Der Aufstieg der Frau im amerikanischen
Journalismuso
Der Westen erobert die USA. Jung Amerika
trägt das Cowboykostüm,.
Metallimprägnierung - Neue Wege in der
Textilindustrieu
•
/
Zu-den..mit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterial,,
11/10/50

- 6 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
29/11/50

*

6/12/50

13/12/50

20/12/50
*

Eine Amerikanerin über die europäischen Fraue
Die amerikanischen Frauenmagazine.
Das Fünkchen Grausamkeit in uns. Sadistische
Tendenzen im Alltagsleben.,
Mode und Frisuren in den USA.
Willa Cather zum Gedenken am 7. Dezember.
Lesest offm für die ganze Familie.
Die New Yorker Internationale Frauenausstellung.
Beliebte Rezepte aus den USA.
Clara Barton veranlaßte die USA zum Beitritt
in die Genfer Konvention»
Ein V/eihnacht sie st in Minnesota 1890.
Bilder- und Geschi.chtenbücher für den Gabentisch der amerikanischen Kinder.
Seelenleben vor der Geburt.
Geschenkpakete für deutsche Kinder»
Martha Graham, eine der bekanntesten und eigenwilligsten amerikanischen Tänzerinnen.
Middletown, der Kernpunkt des- amerikanischen
Lebens.
Werbung für und mit Frauen.
Die Geschichte der Frinzessin Pocahontas
und ihrer Reise nach Europa,
Mädchennamen sind der Mode stärker unterworfen als männliche .Taufnamen.

�£

GEISTIGES LEBEN.

Oktober 1950
*

Ausblick auf die kommende Spielzeit der
der Metropolitan-Oper.
Carmen Jones. Ein Kapital amerikanischer
Theatergeschichte.
Internationaler Studentenaustausch für 1950/51.
Neue Pläne des internationalen Seminars für
Amerikakunde in Salzburg.
Fritz Reiner dirigiert NBC-Symphonie-Orchester,

Kinderstube und Weltpolitik.
Die Schreibmaschine nach Maß.
Hollywood macht Ernst. Wendung von der Flimmerkiste zum Problemfilm.
Das Problem der deutschen Mentalität Gegenstand wesentlicher Neuerscheinungen auf
dem amerikanischen Büchermarkt.
Dezember 1950/11 * Grundzüge des neuen Bauens.
* George Grosz - ein sozialer Seismograph
kam zur Ruhe.
Winterkurse auf Leopoldskron.

Dezember 1950/1

# -x- * # *
6. WIRTSCHAFT UND ARBEIT.
7/10/50

14/10/50

21/10/50

Neues Leben auf deutschen Werften.
William C. Foster - der neue MarshallplanAdmini strat or.
Überprüfung der Sehfähigkeit bei amerikanischen Arbeitern.
Lohnanreizsysteme in USA (Teil II).
US-Gewerkschaftsvertreter über deutsche
Arbeitspröbleme.
Neuer US-Zolltarif für Westdeutschland.
Westdeutsche Kühlmittelfabrikanten besuchen
USA.
Lohnanreizsysteme in USA (Teil III).
Einkommensveriägerung in USA.
US-Senator fordert Kaufkraftgarantie für
Staatsanleihen
Y/estdeutsche Bankfachleute besuchen USA.
Der automatische Schaffner.
Vollautomatische Verkehrskontrolle.

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT.
28/10/50

ERP-Kredite für das westdeutsche
Hotelgewerbe»
Kostensenkung durch, vorsorgende Wartung.
Markenartikel in USA stark gefragt.
Die Armour-Stiftung in Chicago»
* * * # *

4/11/50

Heimatvertriebene als IndustriepioniereMarshallplanhilfe für Existenzaufbau.
Der ältere Arbeiter - ein Gewinn für den
Betrieb.

11/11/50

18/11/50

25/11/50

.•

Amerikanische Sender erfassen ihr Publikum.
US-Außenhandelsrat fordert Beseitigung
der internationalen Handelsschranken.
Probleme der Werkskantinen in USA.
Lichtbogenschweißen leicht gemacht.
Was ist eine Verkaufskanone?
Zunehmender US-Touristenverkehr nach Europa.
Marshallplangelder für die Steigerung der
deutschen Erdölproduktion.
Leistungslohn ist billiger.
Ein amerikanischer Betrieb beglückwünscht
"seine" Gewerkschaft°
Engere Zusammenarbeit zwischen USA und
Westeuropa.' Richtlinien Gordoh Grays für
Portsetzung der amerikanischen Auslandshilfe.
US-Industrie für Kapazitätsausweitung durch
erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten.
Farben machen sich'bezahlt«
Keine umfassende lewirtechaftung in USA'
geplant•
* * * * #

2/12/50

9/12/50

W-eitere .Kontrollen in USA.
Export nach USA .'stark gefragt»
ECA-Zentralbüro vermittelt Lizenzverträge
zwischen USA und Europa.
Steigende Einfuhr - sinkende Ausfuhr US-Außenhandel vor neuen Problemen.
Wirkt die Inflationsbremse? Weitere Restriktionen in USA,
Neue fettlose Seifen in USA»
Sorgenkind Speisewagen,,

�4

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/12/50

23/12/50

30/12/50

Deutsche Spielv/aren auf amerikanischen
Gabentischen.
Gadgets sind nicht patentfähig.
Wichtige Entscheidung des Obersten US-Bundesgerichts in Patentsachen.
US-Waggonbau entwickelt neuen Güterwagentyp.
Einfuhr von Warenmustern nach USA erleichtert.
US-Wirtschaft im Zeichen des "nationalen
Notstandes".
Die Papierlücke schließt sich - Augsburger
Papierfabrik baut mit ERP-IJitteln.
US-Exportkontrollen weiter verschärft.
Schwarze Listen und Sperrung der rotchinesischen Guthaben.
CIO protestiert gegen gewerkschaftsfeindlichen
Auftrag der Sowjetbotschaft in Washington.
Der Prämienplan einer amerikanischen Speditionsfirma.
USA entwickeln neues Einfrierverfahren für
die Hochseefischerei.
Hamensschilder- steigern das Selbstbewußtsein.
Der neue GATT-Kodex für Außenhandelsbeziehungen.

- 10 -

�i

N S T

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1951 - 31• Mär 2 1951

Seite
!•)

1

ALLGEMEINES

2.) KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

30 SONDERBEILAGEN

6

4.) JUGEND'

7

5.) ARTIKEL FÜR DIE FRAU

9

6.) GEISTIGES LEBEN

12

7.) WIRTSCHAFT UND ARBEIT

13

* * * # #

�1) ALLGEMEINES
Der Mann, der den Blitz erfand
Ein Breslauer Student wird einer der bedeutendsten Forscher der Elektrotechnik in den
USA
Journalistenausbildung in den USA
Amerikanische Radiofreunde lernen die
Orchester Europas kennen.

6/1/51

10/1/51

Colon, die Stadt der Zauberer
1950 - Jenseits der Politik
"Astronomische Marksteine" des vergangenen Jahres
Das Gewerkschaftsprogramm der HarvardUniversität

13/L/51

Baltimore - Stadt der Gegensätze
Der Chor der Mormonenbrüder in Salt Lake City
In Memoriam Sinclair Lewis

17/1/51

Kinderschallplatten - ein ideales
'ziehungsmittel
Sechs-Tage-Wundermittel gegen Malaria
Religiöse Filme in den USA

*
20/1/51

*

24/1/51
*

27/1/51

*

31/1/51

*

*

Vor dem Höhepunkt der außenpolitischen
Senatsdebatte
Audubon, Columbus der amerikanischen Vogelwelt
Brigadier-General Lemuel Mathewson zum stellvertretenden US-Kommandanten für Berlin ernannt
Gold im Schornstein
Die Bodenerosion hat für die Farmer des Mittelwestens ihren Schrecken verloren
Die Arbeit des Kongresses für Kulturelle Freiheit
New York als Wallfahrtsort - für romantische
Brautpaare
Gemüse aus dem Laboratorium
Die öffentliche Meinung in Sowjetrußland
Das New Yorker Hunter-College entwickelt neue
Lehrmethoden für geistig überdurchschnittlich
begabte Kinder
Mißbrauch von ERP-Gütern wird durch ständige
Kontrolle verhindert
Eric A. Johnstons Weg vom Zeitungsjungen zum
Leiter des US-Amtes für Wirtschaftsstabilisierung
* * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
_ -.

�ALLGEMEINES
3/2/51

Las Gebiet hinter dem Eisernen Vorhang ist
kein massiver Block
Arbeiterbewegung in Europa und Amerika
Lammbauten in den USA

7/2/51

Ler Mann,der Amerika einte
Im Februar feiert Amerika die Geburtstage
von George Washington und Abraham Lincoln
Thomas Alva Edison
Nord-Dakota, das Land der Prairien
14. Februar, St. Valentins-Tag in USA
Rias-Berlin - Symbol der Wahrheit

*
*

10/2/51

Neues Projekt der 0EE3 zur internationalen
Auswertung der Windkraft zur Erzeugung elektrischer Energie
Eine Stadt bekämpft den Krebs
Las wohnliche amerikanische Landhaus

14/2/51

Für Freiheit und Unabhängigkeit
§19. Geburtstag George Washingtons
Arbeitnehmer mit Unternehmergeist
Ler Mensch, die billigste Ware in der UdSSR
Lieses Fazit zieht William A* Wood aus einer
drei .-,ehn jähr igen Erfahrung als Ingenieur in
der JdSSR
Las Marine-Studio in Florida
Einp Luzernefarm
Fiimarbeit im brennenden Dschungel

n/2/51

*
*

21/2/51

*
*

28/2/51

Charles E. Bohlen - der beste amerikanische
Kenner des Kreml
ERP erstellt' neue Werkzeugfabrik in Westdeutschland
Sehneemessungen im Hochgebirge
Rudolph Valentino - der Magier des Stummfilms
Warum unterstützen die amerikanischen Gewerkschaften das freie Unternehmertum?
Von Norman Thomas, aktiver Vertreter der amerikanischen Sozialisten und sechsmaliger Kandidat für die amerikanische Präsidentschaft
Abkehr vom photochemischen Verfahren bei
Bildaufnahmen
Der amerikanische Eisbrecher "Nordwind" hält
die Seewege um Alaska offen
* * * * #

- 2 -

�ALLGEMEINES
Mit Baskenmütze und Hörapparat durch Amerika
Berlins regierender Bürgermeister in USA
Amerika ändert seine Verfassung
Der 22«, Zusatzartikel der amerikanischen
Verfassung erlangte im Februar Gesetzeskraft
Fernseh-Plagen und Fernseh-Pläne

3/3/51

Zephyr mit 150 km
Die landschaftlichen Schönheiten und allen
Komfort Amerikas bietet der "Kalifornische
Zephyr" den Reisenden zwischen New York und
San Francisco
Amerika beklagt in dem kürzlich verstorbenen
deutschen Dirigenten Walter Damrosch einen
seiner verdientesten Erzieher zur großen
Musik
Ist Amerika imperialistisch?
Von dem amerikanischen Sozialistenführer
Norman Thomas, der für ein Wirtschaftssystem
eintritt, das er als demokratischen Kapitalismus bezeichnet
Weltpostverein - ein internationales Vorbild
Die industriellen Forschungsinstitute in den
USA
"Leben in Freiheit"
Ein Preisausschreiben für westdeutsche
Jugendliche

7/3/51

10/3/51

Der Festtag der -grünen Insel
Am 17. März feiern die Iren in aller Welt
ihren Schutzpatron, den Heiligen Patrick
Zur Verteidigung der westlichen Kultur
Von US-Senator Paul*H. Douglas
Deutsches Penicillin durch ERP-Hilfe (Farbwerke Höchst)

14/3/51

Die sonderbaren Heiligen im Lehigh Valley
Struthers Burt schreibt über das kürzlich
unter dem Titel "The Pennsylvania Dutch"
erschienene Buch von Professor Klees
Die Sonne wird wärmer
Atomkraft im Dienste der Medizin
Osterfest in Bethlehem
Die Brüdergemeine
in Bethlehem feiert
das Osterfest nicht anders als ihre Vorfahren,
die vor zweihundert Jahren in Pennsylvania
landeten
Los Angeles, die Stadt der Engel

*

17/3/51

*

- 3 -

�ALLGEMEINES
17/3/51

Der Fall des Genossen Tulajew
In einem Roman erzählt Victor Serge, wie von
der Sowjetregierung angeklagte Trotzkisten auf
Grund der unentrinnbaren Denkschemata, denen
sie sich einmal freiwillig unterworfen haben,
notwendigerweise zu einem Bekenntnis der eigenen "Schuld" kommen müssen

21/3/51

Das "Amerika-Buch" für die Jugend
Ein Jugendbuch, das in deutsch-amerikanischer
Gemeinschaftsarbeit entstand und ein Geschenk
der amerikanischen an die deutsche Jugend darstellt
Aureomycin - die stärkste Waffe gegen Infektionskrankheiten
Amerikanischer Rundfunk in der Klemme
Das Fernsehen in Amerika kann nur aus den
Überschüssen des Rundfunks finanziert werden
•Elektronen mit Dolmetscherexamen
Die Elektronen-Übersetzungsmaschine der Zukunft wird den Übersetzern einen großen Teil
der mechanischen Übersetzungsarbeit abnehmen
Traktat über die Vergänglichkeit
In unserer schnellebigen - Zeit müssen die
Lexikographen mit der -Behendigkeit und den
Methoden der Tagespresse arbeiten
Industrieausstellung auf Rädern
Über 200 deutsche Industriebetriebe stellen
ihre Erzeugnisse im "Marshallplan-Zug" aus
Der Wettergott muß seine Konzession abtreten
Amerikanische "Regentechniker" produzieren
und verkaufen Niederschlagsmengen
Die wichtigsten Aufgaben der US-Hochkommission
in Deutschland
Von Arthur Krock, Chef des Washingtoner Büros
der "New York Times"
Frühlingstanz im Pueblo
Die "Everglades", ein Tierparadies von großer
Schönheit
Die Verteidigung des Westens
Die dauernde Bereitstellung von 20 bis 40
hochqualifizierten Divisionen zur Verteidigung Westeuropas schlägt der bekannte britische Militärschriftsteller Liddell Hart vor

*

24/3/51

28/3/51

*
*

31/3/51

, Sauerbraten, Bockbier und hohe Kunst
Lüchows Restaurant in New York
*
Edward'-Steichen - der Meisterfotograf Amerikas
Provokation und Entscheidung
Eine ausgezeichnete Diskussionsbasis ist das
kürzlich in New York erschienene Buch "Challenge and Decision", in dem ein bekannter amerikanischer Journalist die Problematik des Kalten
Krieges und die Möglichkeiten eines Ausweges
darlegt
# * # * *
- 4 -

�2) KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON
6/1/51
13/1/51
17/1/51
20/1/51
24/1/51
27/1/51
31/1/51

"Altbekannte Tatsachen"?
Washington und die sowjetische Note
Trotz allem E i n i g k e i t
Astronomische Zahlen
"IKE"
Stärke gegen Stärke
Josef Plade: "Ich liebe die Freiheit mehr als
mein leben"
Grenze des Verrats
# # * * *

3/2/51
7/2/51
10/2/51
14/2/51
17/2/51
21/2/51
24/2/51
28/2/51

Gerechtigkeit
Die Vorschläge Eisenhowers
"Die Rreiheit-legion"
Ermutigende Anzeichen
Einig trotz aller Debatten
Stalins "Priedens-Rühler
Viererbesprechungen und Aufrüstung
Deutschland kann nicht ohne den Westen auskommen
* • * * *

3/3/51
7/3/51
10/3/51
14/3/51
17/3/51
21/3/51
24/3/51
28/3/51
31/3/51

Am Ende der Debatte
Pariser Außenministerkonferenz und Besatzungsstatut
Auf dem Weg zur europäischen Einheit
Der "Krieg der Enttäuschten*
In Paris: Vielleicht - in Berlin: Njet
Entmilitarisierung - ein neuer sowjetischer
Bluff
Neutralität bedeutet Selbstmord
Quo vadis? - Der Weg der "deutschen Titoisten"
Pan-Amerika - ein antikommunistischer Block

- 5-

�3)_S0NLERBEIIAGEN_
10/1/51.

24/1/51

Die Parole lautet nicht: "Der Krieg ist unvermeidlich"
Von Anne O'Hare McCormick (New York Times)
Voller Wortlaut der Botschaft Präsident Trumans
über die Lage der Nation (vom 8. Januar 1951)
McCloy: Nicht "gegen Windmühlen kämpfen"!
-Voller Wortlaut eines Briefwechsels zwischen dem
amerikanischen Hochkommissar für Deutschland,
John J. McCloy, und Herbert Gr. Roske, einem
21jährigen Deutschen, der am 29. Dezember 1950
in einem Schreiben die westlichen Alliierten der
Diskriminierung Deutschlands beschuldigte
General Eisenhower: Vergangenes ist vergangen.
.Voller Wortlaut einer Erklärung, die der Oberkommandierende der Atlantischen Streitkräfte,
General Dwight D. Eisenhower, am 19. Januar 1951
nach seiner Ankunft auf dem Rhein-Main-Plughafen
vor Pressevertretern abgab
* * * * *

3/2/51
14/2/51
24/2/51
28/2/51

3/3/51
7/3/51
10/3/51

14/3/51

17/3/51

31/3/51

Endgültige Entscheidung über landsberg
Der 5. Quartalsbericht ies US-Hochkommissars
für Deutschland
Das Berufungsverfahren der in landsberg zum Tode
Verurteilten
Drew Middleton zu den Auswirkungen des LandsbergProtests

General Clay befürwortet Verstärkung des amerikanischen Truppenkontingents in Europa
Vor der Entscheidung
Zu den Debatten um die Entsendung amerikanischer
Truppen nach Europa
Der Geist Carl Schurz' und das Deutschland von
heute
Ansprache vor der Carl-Schurz-Gesellschaft»Bremen,
am 5. März 1951, von Benjamin J. Buttenwieser,
Stellvertretender US-Hochkommissar für Deutschland
Artikelreihe des amerikanischen politischen Kommentators Carl C. Hilton, in der er sich mit den
aktuellsten Problemen der Gegenwart auseinandersetzt
Schreiben der Alliierten Hochkommission an Bundeskanzler Adenauer über die Besatzungskosten für
das Finanzjahr 1951/52
Der Schumanplan - Europas Chance
* * * * *

- 6 -

�i

4) JUGEND
Januar 1951/1

Wickey und der Cowboy
Die Geschichte von Brandgesicht
. . . Und plötzlich stand ein Bär vor
ihnen!
Marionettentheater für die Kinder New Yorks

Januar 1951/11

Wie der Esel zu den Menschen kam
Eine mexikanische Volkssage
Steinerne Geschichtsbücher
Pelsinschriften in Texas, Arizona, Neu Mexiko
und Kalifornien künden von der Geschichte der
Ureinwohner Amerikas
Christoph Columbus
An der "Whiteface"-Kurve erbleicht jeder
Passagier
Mit dem Bobschlitten im 100-km-Tempo über
die eisigen Abhänge des Mount Van Hoevenberg

Februar 1951/1

Nara, das "Truthahnmädchen"
Im Zeichen der silbernen Lilie
Jeden Tag ein gutes Werk zu tun ist die
Pflicht jedes Pfadfinders
Sterntalerregen aus dem Himmel Amerika
Schulkinder malen und zeichnen ihre Eindrücke vom Marshallplan
Sie wissen, was sie wollen
Die Höheren Schulen in Atlanta geben ihren
Schülern Gelegenheit, sich durch Halbtagsbeschäftigung in .ihren künftigen Beruf einzuarbeiten
#

März 1951/1

•

*

*

*

•

*

Picaro und das Zebra
Im Lande der Totem-Pfähle
Riesige geschnitzte Totem-Pfähle versinnbildlichen Geschichte und Sage der Indianer
Alaskas
"Hoppe, Hoppe Reiter . . t .
Auch Sechsjährige können schon sattelfest
sein und auf Reittournieren Preise erringen
Versuch's mal
Ein einfacher Versuch mit einem Papierstreifen gibt Aufschluß über die Kräfte, die ein
Plugzeug tragen

- 7 -

�JUGEND
März 1951/II

*

Morgenröte besucht den großen Geist
Eine indianische Volkssage
Heuschrecken - Freunde oder Feinde des
Menschen
Ein Kinderparadies zwischen Wolkenkratzern
New Yorker Polizei als Helfer und Freund
der gefährdeten Jugend
VERSUCH»S MAL!
Das Ei in der Flasche
Ein einfaches Experiment mit einer Milchflasche und einem Hühnerei liefert einen
eindrucksvollen Nachweis des vorhandenen
Luftdruckes
# * # * *

�5) ARTIKEL FÜR DIE FRAU

3A/51

Margaret Chase Smith, der Senator aus Maine
Die amerikanische Journalistin
Der Mensch über Vierzig braucht Ruhe und
Entspannung
#
Bilderbuch der Köchin
Ein neues amerikanische Kochbuch

10/1/51

Frauen, gestern und heute
Eine kleine Typologie der Frau
Schwiegermütter - geliebt und gefürchtet
Moderne Lampen, zweckmäßig und schön
Fensterschließer und Windelwechsler

17/1/51

Susan B. Anthony
Ein Leben für die Rechte der Frau
Die Rolle.der Behandlung durch Suggestion
in der modernen Praxis
Einige Winke für die Pflege unserer Zimmerpflanzen
Sprechen Sie deutsch?

24/1/51

Vom Küchenmädchen zum Bühnenstar
Ethel Waters ist die Verkörperung aller
"Neger-Mammie-s"
Frauen übernehmen leitende Stellungen in
amerikanischen Konzernen
Mensch - ärgere dich!
Wer sich nicht ärgern kann, ist seelisch ebenso gefährdet, wie der, der bei jeder Gelegenheit in Wut gerät
Kleine Tips für die Pflege des ersten Kindes

31/1/51

Frauen im Berufsleben
Die zehntausend Schritte der Hausfrau
Fußbeschwerden - ein Übel der Zivilisation
unter der Lupe amerikanischer Wissenschaftler
Die kunstseidene Mode
Amerikas Textilmarkt zeigt Shantung-Leinen,
Taft, Gabardine, Tweed, Pikee, Jersey,Chiffon
und Pelze - aus Rayon
Frauen diesseits und jenseits des Ozeans
Mrs. Ellen McCloy, die Gattin des US-Hochkommissars, sprach am Mittwoch, dem 24. Januar
1951»" in der Aula .der Frankfurter Universität
vor der ersten gemeinsamen Konferenz der Frauenvereinigungen der Bundesrepublik
* * * * *

- 9-

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
7/2/51

Man lebt nicht mehr "auf dem Mond"
Frauen auf den einsamen Farmen des amerikanischen Mrttelwestens
Gernhaben ist nicht genug
Widerstreben des Kindes gegen eine Stiefmutter
Wenn amerikanische Kostümzeichner Rat brauchen
Die neuentdeckte Weiblichkeit
Das neue Make-up in Weiß und Rosa paßt sich
den zartesten Pastelltönen der kommenden Frühjahrsmode an

14/2/51

Der gesunde Menschenverstand
Die modernste Regel der Kindererziehung ist
die, daß es keine Regeln gibt
Eine Frau kämpft gegen Konventionen
Vor mehr als zwei Generationen ging Clara
Swain als erste Missionsärztin nach Indien
Pasteurisiere zu Hause!

21/2/51

Auslauschprogramm für ausländische Studenten Eine*Werkstatt des Friedens
Nylon, der \*u.ischtraum jeder Frau
Und wohin geht Vati?
Die Kenntnis dessen, was der Vater im Berufe
tut, ist für das Kind ein wesentlicher erzieherischer Faktor
SchwangerSchaftsgefährdungen
Speisezettel chemisch betrachtet

28/2/51

Es war ein langer Weg
Von Eleanor Roosevelt
Hollywood auf der Suche nach einer neuen Garbo
Die Augen unseres Kindes
Vetternwirtschaft in der sowjetischen Filmindustrie
*

7/3/51

•

*

*

*

•

*

Textilgeheimnisse aus den USA
Die moderne Kleidung wird immer leichter und
wärmer im Winter und immer leichter und kühler im Sommer
Gestern wurde ich geschieden - Probleme, die
eine Scheidung mit sich bringt
Die Musterfarm in Ambler
Eine berühmte landwirtschaftliche Schule in
den USA
Mumps oder Gehirnentzündung
Ein neuer Mumps-Test ermöglicht eine zuverlässige Diagnose
-10-

�ARTIKEL FÜR DIE ERAU
7/3/51
14/3/51

*

21/3/51

*

28/3/51
*

*

Las internationale Institut zur Bekämpfung von
Kind erkrankhei t en
Die "Smith-Girls"
Das Smith College in Northampton
Eür gesetzliche Gleichberechtigung
Das doppelte W
Die neue Modesilhouette
Wenn ein Kind operiert werden muß . . .
"LEO", der Schnitzelkönig von New York
Wiener Küche und Wiener Melange begeistern
New Yorks Feinschmecker
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Vom Ursprung und Nutzen des Staubes
Freundschaftsbande über die Grenzen hinweg
Kühl aber nicht frostig
New Yorker Innenarchitekten sagen eine Wandlung
des amerikanischen Geschmacks zu einer gewissen
•gemütlichen Sachlichkeit' in der Wohnraumgestaltung voraus
Vielseitige Würstchen.Einfache amerikanische
Rezepte mit Frankfurter Würstchen
Appell an Stalin
Amerikanische Abgeordnete versucht Stalin von
den Friedensbestrebungen der USA zu überzeugen
Ein schöpferisches Handwerk
Auf der Suche nach ewiger Jugend
Ausstellung "neues Haushaltgerät in USA" in
Stuttgart
Das deutsche Waisenhaus in Washington
* * * * *

- 11 -

�6) GEISTIGES LEBEN
Januar 1951/1

Malerei der Völker
* Deutsche Amerikafahrer im 17. und 18. Jahrhundert
* Kreisler, mit den Augen des Freundes gesehen
"TOHUWABOHU"
Wie die Erde wurde

Januar 1951/11

* Kann ein Mythos abdanken?
Robert M. Hutchins, bisheriger Rektor der
Universität Chicago, legte sein Amt nieder,
um eine leitende Stellung in der "Ford-Stiftung"
zu übernehmen
Dichter und Bauer in Georgia
Byron Herbert Reece aus Georgia baut 70 Morgen
Kartoffeln, Bohnen und Getreide und macht Gedichte
* "Sonnenfinsternis" am Broadway
Bühnenfassung des aufsehenerregenden Romans
"Sonnenfinsternis" von Arthur Koestler uraufgeführt
Nicht Toleranz sondern Brüderlichkeit
"World Brotherhood" und ihre deutsche Sektion,
der"Koordinierungsrat der Christen und Juden
in Deutschland"

Februar 1951/1

Albert Einstein: Aus meiner Jugend
Amerika von Schiller bis Bert Brecht
Deutsche Amerikagedichte
Unaufhörliche Gegenwart
Zu Kurt Weills zweitem Todestag
Neue Elemente und alte Götter
1'3 Quizfragen für klassisch gebildete Chemiker

Februar 1951/II

Bücher für alle
Die "Hartgesottenen" schockieren nicht mehr
Hemingways und seiner Epigonen Verdienst war
es, den amerikanischen Bürger aus sozialer und
politischer Indifferenz aufgestört zu haben.
Der heutige Leser aber will nicht mehr nur
schockiert, sondern auch über psychologische
Zusammenhänge unterrichtet werden
* Das Gespräch - Bronzeplastik des deutschen
Bildhauers Knud Christian Knudsen
Propaganda bei Lichte betrachtet
Methoden der kommerziellen und politischen
Propaganda

- 12 -

�GEISTIGES LEBEN
März 1951/1

*

*
*

März 1951/11

Pioniere des modernen Wohnbaus
Die beiden amerikanischen Architekten Greene
und Greene
Aus dem New Yorker Musikleben
Zeitlose Plastik •
Der amerikanische Bildhauer Donal Hord
Er war der Lehrer des Mahatma - HenryDavid Thoreau
Eduard Hans1ick
Der große Widersacher Wagners in Wien
Neuausgabe der Schriften des großen Wiener
Musikkritikers- Eduard Hanslick in einem New
Yorker Verlag
Befreiung von der Angst
Zu Arthur Koestlers neuem Buch
Horace Greeley. Amerikas größter Zeitungsmann
Seher der kommenden Krise
Herman Melville und Nathaniel Hawthorne
* • • # »

7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
6/1/51

Um die Kontrolle von Preisen und Löhnen
Schwere Aufgaben für die Stabilisierungsbehörden
in USA
Steigende Neuinvestitionen In USA
US-Industrie hat Betriebskapital seit 1939
verdreifacht
Marktforschung als Mittel zur Kostensenkung
'Standard Oil" reduzieren Vertriebskosten
durch verstärkte Marktbeobachtung

13/1/51

Arbeiterparadies im Scheinwerferlicht
ILO will an Untersuchungen über Zwangsarbeit
in der Sowjetunion teilnehmen
Aus schwarz-weiß wird bunt
Farbphotographie vor dem Wendepunkt
Mit anderen Augen gesehen
US-Wirtschaftsinstitut berichtet üher Aufgaben
und Zweck der "public-relations"
Baumwolle stark gefragt
Weltbaumwollverbrauch erreicht neuen Höchststand
Weitere Erschwerungen bei US-Exporten
US-Handelsministerium gibt neue Exportbestimmungen bekannt
Bisher 76 Prozent der jährlichen US-Baumwollexportquote freigegeben
- 13 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
20/1/51

Milliarden für die Freiheit
Das neue amerikanische Verteidigungsbudget
Verteidigungswirtschaft in USA
Die wirtschaftspolitischen Ziele und Forderungen
Präsident Trumans

27/1/51

Der Mai. shallplan im Zeichen der europäischen
Wiederbewaffnung
Von Miltjn Katz - ECA-Sonderbotschafter für
Europa
Der Kongreß spitzt den Bleistift
Washington sucht neue Steuerquellen
Technische Hilfe für Europa
ECA-Austausch von Fachleuten und Erfahrungen'
soll Industrieproduktion weiter steigern
» * * * #
t

'3/2/51

"Eiskeller" oder "Kühlschrank"?
Löhne und Preise in USA sind eingefroren worden
Wenig Interesse am Kapitalexport nach Deutschland
US-Wirtschaft äußert Bedenken gegen Mitbestimmung und Lastenausgleich
Der Wettergott kann nicht mehr launisch sein
Künstlicher Schnee für Amerikas Wintersportler
US-Bruttosozialprodukt seit 1929 um 75$
gestiegen

10/2/51

Keine "Ladenhüter" für ERP-Lieferungen
ECA und ERP-Ministerium überwachen Verwendung
der Marshallplangüter
Steigende Sozialleistungen der US-Industrie
Über 5 Millionen Arbeiter werden von privaten
Pensionsplänen erfaßt
Lebhafte Einzelhandelsumsätze in USA
Keine Verknappungen bei Verbrauchsgütern zu
erwarten
Koordinierung der Verteidigungsproduktion
US-Wirtschaftshilfe für Europa soll gegebenen
Verhältnissen angepaßt werden
UN untersuchen Probleme wirtschaftlich rückständiger Gebiete

17/2/51

Steuerschraube statt Notenpresse
Die 10-Milliarden-Dollar Steuervorlage
Präsident Trumans
Vom Umgang mit Vertretern
In Hartford in USA heißt man jeden persönlich
willkommen
- 14 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/2/51

Umstrittener Lohn- und Preisstop in den USA
Vorläufiger Schutzwall gegen inflationistische
Tendenzen in der amerikanischen Wirtschaft

24/2/51

Ein Warenhaus für Rohstoffe
USA lagern strategisch wichtige Materialien
Zunehmende Kreditgewährung der Weltbank
Anleihevolumen überschreitet 1-MilliardenDollar-Grenze
Wofür gibt der Durchschnittsamerikaner
sein Geld aus?
US-Bundesamt für Arbeitsstatistik will
Verbraucherindex revidieren
Weniger Gesellschaftsneugründungen in den USA
Freies V/oehenende wichtiger als 8-Stunden-Tag
*

3/3/51

#

*

• *

*

Für die Sicherung des Friedens
Die wirtschaftlichen Aspekte der amerikanischen
Verteidigungsbemühungen
Wallstreet bleibt aktiv
Weiter lebhafte Umsätze an der amerikanischen
Wertpapierbörse
Deutsche Werkzeugmaschinen gehen in die Welt
Mitteldeutsche Exportindustrie wird mit Gegenwertmitteln, in Westdeutschland wiederaufgebaut
Berufsförderung für Körperbehinderte

10/3/51

Deutsche Landwirtschaftsmaschinen wieder auf
dem Weltmarkt
Die größte Traktorenfabrik Europas ist mit
ERP-Krediten aufgebaut worden
Lebensversicherungen in USA stark gefragt
Neugeschäft 1950 um 24,5$ höher als im
Vorjahre
Rentabilitätssteigerung mit Hilfe der Gewerkschaften
Hochschulstipendien für begabte Arbeiterkinder
in USA
Lebhaftes Kaufinteresse auf New Yorker Fachausstellungen
Einschränkung des Metallverbrauchs führt zu
Vorbehalten der Verkäufer

17/3/51

Herr Smith und seine Steuererklärung
Auch die Amerikaner haben ein Finanzamt
Schlichtere Warenverpackung in USA
Packmittelindustrie sieht sich nach Austauschstoffen um
- 15 - •

�-•

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/3/51

24/3/51

Die elektrischen Verkehrspolizisten New Yorks
Neue Verkehrsampelschaltung beschleunigt
Straßenverkehr
Produktivität und Leistungssteigerung in USA
Amerikanische Arbeiter antworten auf eine
Umfrage
*

Ein Rad dreht sich - hundert drehen sich mit
ERP-Hilfe für einzelne Industrieunternehmen
führt zum wirtschaftlichen Aufstieg einer
ganzen Sxadt
Cowboyanzüge am meisten gefragt
New Yorker Spielwarenausstellung brachte
lebhafte Umsätze bei leicht erhöhten Preisen
Pensionen und höhere Löhne
Die Erfolge der US-Gewerkschaften im Jahre
1950
US-Stahlindustrie plant umfangreiche Neuinvestitionen
Produktionskapazität soll auf 120 Millionen
Jahrestonnen erhöht werden

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 16 -

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M E R I K A

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'

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1951 - 30; Juni 1951

Seite

1. )

ALLGEMEINES

1

2.])

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

3 . :)

SCHAIIBILDER

6

4. )

SONDERBEILAGEN

6

5 . :1

ARTIKEL PJR DIE FRAU

7

6.: )

JUGEND

9

7.:1

GEISTIGES LEBEN

10

8.;1

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

# * * * #

BB

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ALLGEMEINES
4/4/51

*

7/4/51

11/4/51

14/4/51

*

18/4/51

21/4/51

*

Tiefkühlung., ein Millionengeschäft
(Schnellgefrierverfahren)
Wer ist der bessere Fahrer:
Mann oder Frau?
Monsignore Fulton J« Sheen - ein
unwiderstehlicher Christ
Amerikas erfolgreichster katholischer Seelsorger
Das Geheimnis der Sardinen
Plötzlicher starker Rückgang der Sardinenfange im Pazifik
Salzdome und Salzgärten
Kochsalzförderung in den Vereinigten
Staaten
Die große Tat unseres Jahrhunderts
Verwirklichung der Menschenrechte
"Macht der Furcht ein Endeu.,"
Rede des Senators Henry Cabot-Lodge jr.
v.j.:r der UN-Vollversammlung
"ZIM"', das neueste sowjetrussische
Automodell
Neue Wohnungen in Gminderdorf
An der Schwelle zur nationalen Unabhängigkeit
Die bevorstehende Gewährung der Autonomie
für Puerto Rico
Die Teppiche der Navajos
ölrausch in Texas
Generalleutnant Matthew Bunker Ridgway
Wasserskilauf» der jüngste Volkssport
in den USA
Neuer Vorstoß der Medizin im Kampf gegen
die Spinale Kinderlähmung
Kapitalismus - ein für die USA überholter
Begriff
Die neue polnische Armee - ein Werkzeug
des Kreml
Elektronenmikroskop erschließt eine neue
Welt
Merkwürdigkeiten bei der Herstellung von
Stahl

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST
kostenlos Bildmaterial.

�ALLGEMEINES
25/4/51

Gewerkschaften schaffen internationale Einheit
York, Pennsylvania - eine vorbildliche Stadt
Räder rollen für den . . . Frieden. Gemeinsamer deutsch-französischer Güterwagenpark

28/4/51

Tatarennachrichten über die USA (Buchbesprechung)
Ein Rembrandt für acht Tage. "Die "Lejhbilderei"
von Harbor Beach
Washington im Frühling
• * * * #

2/5/51

Ein Refugium für erlauchte Geister. Das Institute for Advanced Study in Princeton, New
Jersey
Der Sommerschnitt. Kein verstümmeln von
Sträuchern
Südliche Sonne in Büchsen. Neuartiges Konservierungsverfahren

5/5/51

Arbeite, spiele und werde gesund - mit Musik
Rundfunkstationen in Alaska
Die Tito-Stalin Kontroverse. Hamilton E.
Armstrongs letztes Werk: "Tito and Goliath"

9/5/51

Das Volkskundemuseum von Neu-Mexiko in Santa Fe
Kongreßarbeit ist lebensgefährlich
Leserbriefe auf Bestellung in der UdSSR

12/5/51

Franziskanermissionen an der kalifornischen
Küste
"Quo vadis" - der Film der Superlative
Bilder aus den Tiefen des Meeres

16/5/51

Funksprechverkehr als Arbeitshilfe in der
Industrie
Das Y/eiße Haus wird "verkauft"
Erfolg macht wachsam. Verbesserung der menschlichen Beziehungen und materiellen Lebensbedingungen

19/5/51

Die wohltemperierte Narkose
Neue Wohnbaumethoden in den USA
Y/as mich in Europa verrückt macht. Ein amerikanischer Gelehrter kritisiert das europäische
Akademikertum

*

- 2 -

�«EINES
3/5/51

Auf dem Wege zu einer neuen Eiszeit? Wetterprognose für den Rest des Jahrhunderts
Amerikanisches Institut für Welthandel in
Arizona
Fischerei im Nordatlantik - ein wichtiger
Beitrag zur Welternährung

6/5/51

Akademische Ehrung für US--Hochkommissar John
J, McCloy, Präsident
Heuss, Bundeskanzler
Adenauer und die Rektoren der Berliner Freien
Universität und der Universität Bonn durch
die Universität Maryland
Der Sonderwagen des amerikanischen rräsidenten
Streifzug durch New Yorks "Chinatown"
Die Briefe Präsident Roosevelts

0/5/51

Der moderne Mensch schon 75 000 Jahre alt
Die Wurzeln des Totalitarismus
Ein Leben für den Fortschritt. Charles F*
Kettering,. der vitalste und einfallsreichste
Erfinder Amerikas

2/6/51

Charaktertraining in amerikanischen Jugendlagem
Franz Daniel Pastorius. Gründer und Bürgermeister der ersten deutschen Siedlung in den USA
"Die Front ist überall". Die KP in den USA

6/6/51

In Memoriam Serge Kousse-.ritzky
Brücken in die Vergangenheit., überdachte Holzbrücken in den USA
Der erste totale Sieg über die Malaria
Die Flötensammlung der Kongreßbibliothek

9/6/51

Neues Serum gegen Tollwut
Automatische Sicherungen gegen menschliche
Unzulänglichkeit bei US -Eisenbahnen
Hotelführung als Universitätsfach

3/6/51

Der Grand Canyon - Amerikas größtes Naturwunder
Y/as verdient der Durohsohnittsamerikaner?
Ein praktischer Träumer, Der amerikanische
Sozialistenführer Norman Thomas erörtert die
Schwächen und Möglichkeiten des Sozialismus

6/6/51

Tierparadies hinter Wolkenkratzern, Der
"Bronx-Zoo" in New York

�ALLGEMEINES.
16/6/51

Die Thrombose verliert ihre Schrecken
"Mir bitte Tintenfisch mit Reis und Seetang".
Truppenverpflegung in Korea

20/6/51

Die Lehren von Korea machen kollektive Friedensaktion notwendig. Warren Austin zum ersten Jahrestag der roten Aggression in Korea
Die Flucht ins Grüne und ihre Folgen. Stetig
wachsende Vororte sind für Millionenstädte der
USA gewaltiges Verkehrs- und Verwaltungsproblem
Warum Rußland den Koreanern nur unzureichende
Waffenunterstützung gewährt
Verpflanzung lebender Zähne

23/6/51

"Imperium" Texas
Zwei Musiker fangen den Regenbogen. Verwendbarkeit des Farbfilms verdankt die Welt zwei
amerikanischen Musikern
Führer und Köpfe. Bemerkungen amerikanischer
Wissenschaftler über die Psychologie des Erfolges

27/6/51

Das papierene Gedächtnis Amerikas. Die Kongreßbibliothek in Washington
Mitbestimmungsrecht - auf amerikanische Weise
Die Fesselung der Kunst in der UdSSR. Eine
Buchbesprechung von Brooks Atkinson, "New
York Times"

30/6/51

Das Recht auf Leben, Freiheit und Glück. Aus
dem Text der Unabhängigkeitserklärung vom
4. Juli 1776
An alle, die iie Freiheit lieben. Botschaft
des amerikanischen Präsidenten Harry S.Truman
175 Jahre der Freiheit. Von Ralph J. Bunche
Der amerikanische Unabhängigkeitstag und
Europa. Der 4. Juli 1776 und seine Wirkungen
auf unsere Zeit
Warum ich in Amerika lebe. Brief des bekannten Journalisten und Schriftstellers Joseph
Y/echsberg an einen kommunistischen Jugendfreund

- 4 -

�2) KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON
4/4/51

Im Dienste des Weltfriedens

7/4/51
11/4/51
14/4/51
18/4/51
21/4/51
25/4/51
28/4/51

Vor dem Zusammenbruch der Obstruktionspolitik
Eine große Verantwortung
Eine notwendige Konsequenz
Ein kühner Versuch
Richtige Bewertung der Ereignisse
Gedanken zum 1. Mai
Deutschland am Scheidewege

2/5/51
5/5/51
9/5/51
12/5/51
16/5/51
19/5/51
23/5/51
26/5/51
30/5/51

Europa blickt auf Bonn
Der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus
Deutschlands Stunde der Entscheidung
Europa muß wachsam sein
Gleiche Rechte - gleiche Pflichten
Sicherheit im Mittelmeer
Um das ^Schwarze Gold" Persiens
Der Freiheit einen Dienst erwiesen
Freiheit - ein Gerücht
* * * * *

2/6/51
6/6/51
9/6/51
13/6/51
16/6/51
20/6/51
23/6/51
27/6/51
30/6/51

Ein lohnendes Angebot
Der Groll wächst
Der Wille zur Verteidigung
Ein anschauliches Beispiel
Für die Freiheit Europas
Noch ist es Zeit
Annehmbare Bedingungen
Friedensvorschlag oder Propagandatrick?
Ein Tag des Gedenkens und der Verpflichtung
* * * *

- 5 -

�2l_§CHAUMLDER_
4/4/51
14/4/51
21/4/51
2 5/4/51

Die ölförderung im Nahen Osten
Der Rote Stern sinkt
Stahlerzeugung
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
*

2/5/51
12/5/51
16/5/51
23/5/51

*

Verluste im Koreakonflikt
Deutsche Konsulate in den USA
Wieviele Menschen leben auf unserer Erde?
30 000 Ausländer studieren in den USA
*

2/6/51
6/6/51
13/6/51
23/6/51

* * *

*

*

* *

Dollars reisen nach Europa
Die Autoproduktion der Welt im Jahre 1950
Deutschlands Handel mit den USA
Die OEEC und ihre vielseitigen Aufgaben

12_§2NDERBEILAGEN_
4/4/51
11/4/51

14/4/51
18/4/51
21/4/51

28/4/51

Präsident Truman und Außenminister Dean
Acheson zum Erfolg des ERP
Produktionskraft - e i n Instrument des Friedens
Rede des ECA-Administrators William C. Poster
vom 3. April 1951 anläßlich des dreijährigen
Bestehens des Marshallplans
Truman: Tür zu Verhandlungen jederzeit offen
(Rede vom 11.4.51)
Truman: Abzug aus Korea würde neuen kommunistischen Angriff auslösen (Rede vom 15.4.51)
Acheson zur Pernostpolitik der Vereinigten
Staaten (Rede vom 18.4.51)
Omar N. Bradley: Ausweitung des Koreakriegas
(Rede vom 17.4.51)
MacArthurs Abschiedsrede (vom 19.4.51)
McCloy: Die Vereinigten Staaten werden jedem
bewaffneten Angriff auf Westdeutschland begegnen (Rede vom 25.4.51)
* * * * * *

2/5/51
9/5/51

Acheson zur gegenwärtigen internationalen Lage
(Rede vom 30.4.51)
Präsident Truman über die Begrenzung des Koreakonfliktes {.Rede vom 7.5.51)
- 6 -

�SONDERBEILAGEN

23/5/51
26/5/51

Die Ost-West Spannung. Von Carl C Hilton
Sechster Vierteljahresbericht des US-Hochkommissars John J. McCloy
Truman fordert 8,5 Milliarden für die Verteidigung der Freiheit (Rede vom 24.5-51)
* * * * *

2/6/51
13/6/51
16/6/51

20/6/51

23/6/51

27/6/51

Note der drei Westmächte an die Sowjetunion
über Abhaltung einer Außenministerkonferenz
am 23» Juli in Washington
Im Schatten der Präsidentschaftswahlen., Von
Carl C. Hilton. I. Folge: 'Außenpolitik - das
Zünglein an der Waage
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen. 2. Folge: "Rätselraten im demokratischen
Lager"o Von Carl Co Hilton
Truman fordert scharfes Anti-Inflationsprogramm
zur Sicherung des amerikanischen Verteidigungsbeitrages (Rede vom 14.6„51)
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen., Von Carl C, Hilton„ 3» Folge: "Umstrittene Figuren auf dem republikanischen Schachbrett"
I. Europas Wirtschaftszentrale baut an der
Zukunfto Von Hans Günther-Patzig.
II.McCloy: Bundesrepublik macht Fortschritte
(Rede vom 19.6.51)
1» Truman: USA für echten Frieden in Korea
(Rede vom 25.6-51)
2„ Rundfunkansprache US-Hochkommissar^ John J„
McCloy zur Situation in Deutschland
(vom 26.6.1951)
* * * * *

5) ARTIKEL FÜR DIE FRAU
4/4/51

11/4/51

Amerikanerinnen von heute
Pubertätspickel
Exaktes Wirtschaften und strenges Haushalten
Textilausstellung in New York
Frauen im Dienst der Amerikanischen Luftstreitkräfte
Musikalische Reise durch Westafrika
Die amerikanische Mutter: Vor 2 5 Jahren und
heute
- 7 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
11/4/51

Mannequin mit 76
Die koreanische Bibel - Das 3uch der Frauen

18/4/51

"Andante-Grün" und "Viktoria-Efeu". Die amerikanische Autoindustrie appelliert an den Geschmack der Frau
Nimm und gib
Matisse, der Tapetenmaler. Neue "alte" Ideen
amerikanischer Innenarchitekten
Bleierner Frühling. Frühjahrsmüdigkeit Symptom mancher ernsthaften Krankheit
Die Emanzipation der Frau nach russischem
Muster
Amerikanische Frauendelegation besucht Westdeutschland

25/4/51

Erwerb contra Beruf. Amerika bietet den jungen
Mädchen die besten Berufsaussichten,
Für Regen und Sonnenschein. Die neue Regenmode
Über das Trinken
Gibt es eine erbliche Anlage für Krebs?
Eine "Bombensache". Druckkonserven für Hausfrau, Industrie und Wirtschaft
*

* * * *

2/5/51

Hausschneidern in USA sehr beliebt
Liebe ist "Mantsch". Kinder wählen und zensieren Filme
Vision einer besseren Welt. Highschool-Schülerinnen gründen eine eigene "Modellnation"
Frauen an der Drehbank
Weiblicher Flughilfsdienst in den USA
Vielseitige Glasfaser

9/5/51

Ethel Barrymore, die "First Lady der amerikanischen Bühne"
Amerika braucht Krankenschwestern
Ist Joghurt gesünder als Milch'
UN-Kommission für die Rechtsstellung der Frau
eröffnet neue Sitzungsperiode
Die Frau und das amerikanische Geistesleben
In Deutschland lebende amerikanische Familien
adoptieren deutsche Waisen
Babys, die bei ihrer Geburt weniger als ein
Kilo wiegen, sind durchaus lebensfähig

16/5/51

- 8 -

�FÜR DIE FRAU
23/5/51

Die UN-Kommission für die Rechtsstellung der
Frau
Brot als Proteinquelle
Es gibt so viel zu lernen, ehe man zur Schule
kommt
Brasilianerin als "Frau der Amerikas" geehrt
*

* * * *

6/6/51

Vernachlässigte Kinder - eine lohnende Aufgabe
für jede Frau
Judy Hollyday, die beste amerikanische Filmschauspielerin des Jahres 1950
Psychologische Betrachtung über Farben
Demokratie - eine Lebensform. Hessische Frauen
tagten in Wiesbaden
Wie behandelt man Cordsamt?
Die Rolletder Frau im heutigen Deutschland.
Rede des Stellvertretenden US-Hochkommissars
in Deutschland, Benjamin J. Buttenwieser,vom
26. Mai 1951

20/6/51

Erziehung zur Reife
Großmütter machen Filmkarriere. Hollywood
wird natürlicher
Neue Größennormung für Damen- und Kinderkleidung
Schönheitstips für die Frau mit wenig Zeit
und kleinem Geldbeutel
Spinale Kinderlähmung durch Tröpfcheninfektion
Pasteurisieren mit Elektronen
Behandlung von Schnittblumen
Eindrücke einer Reise durch das Bundesgebiet
* * * *

*

6) JUGEND
April 1951/1

Die Geschichte der ersten Schmetterlinge. Eine
indianische Volkssage
Von der ersten primitiven Dampfmaschine zum modernen Stromlinienzug
Rätsel um die Gallina-Indianer
Baseball, Amerikas Nationalsport

�JUGEND
April 1951/II
*

Mai 1951

Santiagos Schuld. Eine Erzählung aus New Mexico
Großes Land Alaska
Leihanstalt für Ziegen und Mäuse. Tiere helfen
den Lehrern beim Unterricht
Versuch's mal* Wir basteln uns ein indianisches
Gefäß

Der Adler auf dem Totem-Pfahl. Eine Indianergeschichte aus Alaska
\'Ias sind "Teenagers"?
* Die Puppen der Pueblo-Indianer
Sternwarten gestern und morgen
* * * * *

Juni 1951

Ich bin ein Cowboy - jippi jeh
Wie Tee Pete, der Mississippi-Boy, seinem Vater
das Leben rettete
* Wenn es draußen donnert und blitzt
Giganten des Meeres

7) GEISTIGES LEBEN
April 1951/1

Freiheit als unabdingbare Voraussetzung menschlicher Portentwicklung. Von Warren M. Robbins

April 1951/11

Thomas Kann: Ich stelle fest . . .
Indien liebt die Freiheit
Hugo Muensterberg - ein Mittler deutschen und
amerikanischen Wesens
Lesebücher einmal anders

8) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/4/5I

Verbrauchervereinigung in den USA berät das
Publikum
Amerikanisches Gewinnbeteiligungssystem als
Beitrag zur Betriebspsychologie
Deutsche Lederwarenindustrie vor neuen Aufgaben.
Stuttgarter Firma erzielte mit ERP-Hilfe erhebliche Produktionssteigerung
- 10 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/4/51
14/4/51

US-Warenhäuser wollen telegraphischen Geschenkdienst einrichten
Die Jahresabschlüsse der amerikanischen Firmen
Drei Jahre europäischer Wiederaufbau
Löhne und Lebensmittelpreise. Australien führt
vor den USA - Westdeutschland an 12. Stelle
Westdeutschlands Bleibergbau erhält neue Bedeutung
USA wollen apfelgroße Erdbeeren züchten

21/4/51

US-Produktionsausweitung im Sinne der Regierung
US_Gewerkschaften beteiligen sich wieder an
Verteidigungsmobilisierung
Welcher deutsche Warenpreis liegt in den USA
richtig?
Der kleine Mann zahlt in den USA nicht die
höchsten Steuern
Viehherden säen ihre Weide selbst
Männer über 40 als ^erkaufskanonen

28/4/51

Beseitigen freiwillige Kreditrestriktionen die
Deflationsgefahr?
Ein amerikanischer Kommentar zum 1. Mai
Moskau spricht von Produktionssteigerungen
Standard Oil verdiente täglich eine Million
Dollar
*

5/5/51

* * * *

Deutsche Kaufleute müssen in den USA amerikanischer werben
Neue Produktionswege der USA
Weiterhin erhöhte Gesellschaftsgewinne in den
USA
Die amerikanische Gewerkschaftspresse

12/5/51

Europa kritisiert internationale Rohstoffpolitik
Der deutsche Sozialreferent in New York
US-Firma mit 1 Million Aktionären
Amerikaner fuhren 2 Millionen mal zum Mond

19/5/51

Das militärische und zivile Leistungspotential
der USA
Ein neuer amerikanischer Absatzmarkt für den
deutschen Kaufmann
Europa braucht amerikanische Kohle
- 11 -

�*

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/5/51

Mehr Frauen als Funktionäre in US-Gewerkschaften
gefordert
USA produzierten 3 520 zivile Flugzeuge
US-Lastkraftwagen werden älter
Chicago erzeugt 9 000 verschiedene Artikel

26/5/51

Ungenutzte Chancen im Wettlauf um den US-Markt
Nachgiebige Grundstoffpreise in den USA
Geschrumpfter amerikanischer Exportüberschuß
US-Gewerkschaften jetzt mit gleitender Lohnskala einverstanden
Gesellschaftsgewinne als US-Staatsproblem
US-Zivilluftfahrt dient überwiegend Berufszwecken
Wasserdichter Stoff ohne chemische Behandlung
Die amerikanische Frau im Berufsleben

2/6/51

Wall Street ist besorgt
Der Weg zum US-Verkaufsschlager
Pennsylvania als Beispiel für die Wechselwirkung des ERP
Wohin die Amerikaner in Deutschland reisen
US-Rundfunk- und Fernsehgesellschaften verdienten 555 Millionen Dollar
Amerikanische LKW'8 fahren mehr als 56 km
Stundendurchschnitt

9/6/51

Umschichtung der Einkommensverhältnisse in den
USA
Bei Macy kaufen täglich 150 000 New Yorker
Um die Verlängerung des Preis-und Lohnstops
Der "New Look" der amerikanischen Südstaaten
Facharbeiter-Nachwuchs in den USA
Amerikanische Gewerkschaftsbanken
Ratschläge für die Ausfuhr nach den USA

16/6/51

US-Jahresimporte mit 12 Milliarden Dollar veranschlagt
Währungsaufwertungen kein Mittel gegen Inflation
Gesunde Investierungspolitik der US-Regierung
Positive amerikanische Beurteilung des OEECJahresberichts
_ 12 -

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WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/6/51

Die Streikbilanz in den USA
Amerikaner konzentrieren sich auf die Vorstädte.
Land- und Großstadtflucht in den USA
Rotierende Verkaufsstände in US-Warenhäusern

2 3/6/51

Erfolgsgeheimnis in den USA: Gemeinschaftswerbung
"Eingemottetes" Verteidigungsmaterial beschleunigt Mobilisierung
Kaufleute aus dem Westen gelten in Satellitenstaaten als Spione
Neue Aufgaben der OEEC zur Schaffung einer gesunden europäischen Wirtschaft
Kostensenkung durch mechanisierten Materialtransport
Patent für eine Apfelsinen-Schälmaschine

30/6/51

Ein Jahr europäische Zahlungsunion
Der Vorsprung der US-Textilindustrie
Auch die USA haben Kohlesorgen
Was gibt die Durchschnittsfamilie in den Südstaaten aus?
Alaska ist keine Goldgrube für Arbeiter
Glänzende Berufsaussichten für Studenten in den
USA
* * * * *

Zu den mit
* bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
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INHALTSVERZEICHNIS ÜBER RACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Juli 1951 -- 30. September 1951

Seite

10

1

ALLGEMEINES

4

2.) • KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON '

30

SONDERBEILAGEN

4.)

ARTIKEL PUR DIE FRAU

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JUGEND

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GEISTIGES LEBEN

8

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WIRTSCHAFT UND ARBEIT

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LANDWIRTSCHAFT

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,

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bezeichneten Artikeln liefert der
»AMERIKA DIENST" kostenlos B:Lidmaterial.

Zu den mit

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ALLGEMEINES

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*
*

Das Aufforstungsprojekt der US-Regierung
Medizinische Farbfernsehsendungen in den USA
Die Lebensgeschichte des Geigers Joseph Szigeti
Das Ergebnis einer Reportage über die deutsche
Jugend in "Ladies' Home Journal"
Gymnastik oder Diät?
"Die großartigste Schau der Welt"
Cecil E. DeMille dreht einen großen Zirkusfilm
Ein Traum von der hohen Gotik
Washingtons Kathedrale St. Feter und Faul
Tuberkulosebekämpfung in den Vereinigten Staaten
Karl Ffaffs romantischer Keller

14/7/51

*

3essere Ausrüstung und größere Sicherheit für
amerikanische Flieder
Beef aus Foseidons' Küche
Sauerbraten aus Walfischfleisch
Hat Amerika Musikkultur?

18/7/51

*

Zeitlose indianische Kunst
Die Entwicklung einer kleinen deutschen Siedlung
in Kalifornien
Der verbrannte Dornbusch von Manes Sperber
Emanzipation der Dissonanz
Zum Tode Arnold Schoenbergs

21/7/51
*

2 5/7/51

*
*

28/7/51

Freud und Leid eines Fernsehschauspielers
Von baumloser Steppe zum führenden Agrarstaat Nebraska
Zum Wohle der Menschheit - Die Fordstiftung
Zum Tode des amerikanischen Flottenchefs
Admiral Forrest Fercival Sherman
Louisiana-Story
Zehn Jahrtausende "Neue V/elt"
Dorothy Thompson über Sinclair Lewis

*

Der erste Fullman: ein Leichenzug
Wovon die Menschen träumen
Der Forstmeister Vanderbilts
* Robert Flaherty zum Gedächtnis
*

*

�ALLGEMEINES
Stahlmetropole und Kulturzentrum
Das Gebiet um Pittaburgh (Pennsylvania)
Filmnotizen aus Hollywood
Außenpolitik am Modell
Chautauqua - die amerikanischste Sache Amerikas
Die amerikanische Baugenossenschaft "Home Builders
Ine."
Welten "entstehen und vergehen" im New Yorker
Hayden-Planetarium
William Morrow Fechteier - der neue Stabschef
der US-Flotte

1/8/51

4/8/51

Unter dem Sternenhimmel der Wüste
Stammestreffen der nordamerikanischen Indianer
Central-Valley-Projekt - eine neue Großleistung
der Technik
Der Steckbrief des Krebserregers

8/8/51

11/8/51

Zweieinhalb Jahrtausende Atomtheorie
Keine Angst vor dem Alter
Am Kreuzweg zweier Welten
Santa Fe, die Hauptstadt Heu-Mexikos
Weitjugend ohne Brotbeutel-Ideologie

15/8/51

Vergessene Welt in den Schwarzen Bergen
Chicagos berühmtes Bismarck-Hotel
Gutes Theater braucht Subventionen

18/8/51

New York - die Stadt aller Städte
Einhörner und'Wale mit Zahnprothesen
Zum Tode William R. Hearsts

22/8/51

25/8/51

*

US-Hilfe für deutsche Kriegsversehrte
Das goldene Tor zum Frieden - der japanische
Friedensvertrag
Lebensgeschichte des heute 80-jährigen Deutschamerikaners Theodor Hemberger
Ein Besuch bei den Hutterschen Brüdern in SouthDakota
Wenn man Rot von Grün nicht unterscheiden kann
Bestsellers, von denen man nicht spricht
Bibel, Kochbücher und populärwissenschaftliche
Schriften

- 2 -

�ALLGEMEINES
Präsident Truman zum"Labor Day" (3.9.51)
"Tag der Arbeit"in den USA
Kulturgeschichte aus Abfallhaufen
Ausgrabungen in Kalifornien und Arizona
500 Millionen Sterne v/erden photographiert

29/8/51

* * * * * *

1/9/51

James Penimore Cooper und seine deutschen Leser
Indianersommer - der Herbst in den Vereinigten
Staaten
Der standhafteste Soldat der Welt, eine lebensgroße Kupferpuppe, die zu interessanten Experimenten benutzt wird
Die Vereinigten Staaten und die Berliner
Festwochen

5/9/51

Das Tal der steinernen Gespenster
Aus dem Einkaufszettel des US-Verpflegungsamtes
Überraschende Clfunde in Texas
Filmnotizen aus Hollywood. II. Folge

8/9/51

Geheimnisvolles Leben auf dem Meeresgrund
Rettende Engel im Hubschrauber
Arche Noah SOS!
Walter Mehringa verlorene Bibliothek

*
*

12/9/51

*
*

15/9/51

*
*

19/9/51
*
*

22/9/51

*

Bunte Stoffe vom Bodensee
Ihr Steckenpferd: Erfinden
Zum hundertsten Geburtstag der "New York Times"
US-Verteidigungsminister Robert A. Lovett
Die Vorstadtsiedlung
Die "Muny", das erste Freilichttheater der
Vereinigten Staaten
Firnis, Benzin und Fleischersatz aus Zuckeridirabfall
Berichte und Ratschläge zum Thema: Auswanderung
nach Amerika
Blut-Kurier für Korea
Football - eine "Nationalkrankheit"
Wildes Land Montana
Roger Y/illiams, einer der bemerkenswertesten
amerikanischen politischen Denker des 17. Jahrhunderts

�ALLGEMEINES

22/9/51

Theorie und Praxis am Antioch College

2 6/9/51

Ein neuer Zweig der Wissenschaft im Dienste der
Verteidigung
»

Bericht eines Streikes der ägyptischen Bauarbeiter während der Errichtung des Grabmals für
Ramses III.
Der neue Stil der Broadw^-Shows
29/9/51

Vom Kartoffelacker zur Groß-Siedlung Levittown
Zeitungen auf hoher See
Gesunder Menschenverstand und kalkuliertes Risiko
Bildnis eines typischen amerikanischen Generals
* * * * * *

2)

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTOI

4/7/51
7/7/51
11/7/51
14/7/51
18/7/51
21/7/51
25/7/51
28A/51

Ein •ermutigendes Zeichen
Zweckgebundene Toleranz
Ein bedeutungsvoller Schritt
Ein konstruktiver Friedensvorschlag
Verhängnisvolles Zögern
Kontroverse um Spanien
Die Verteidigung ist unteilbar
Keine Zeit für lange Dispute
* * * * * *

1/8/51
4/8/51
8/8/51
11/8/51
15/8/51
18/8/51
22/8/51
25/8/51
29/8/51

Marshallplan und Verteidigung
Berlin - entscheidender als Persien und Korea?
Der rote Bluff
"Friedensaggression"
Washingtons Kurs liegt fest
Geringe Chancen für Moskau
Notwendige Klarstellungen
Täuschungsmanöver in Kaesong
Offenheit,aber keine Obstruktion

- 4 -

�KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON
1/9/51
5/9/51
8/9/51
12/9/51
15/9/51
19/9/51
22/9/51
26/9/51
29/9/51

Frei und gleichberechtigt
Weder Rachegefühle noch Ressentiments
Der Friedensvertrag mit Japan
Verhandlungen um Deutschland
Im Zickzack-Kurs zum alten Ziel
Im entscheidenden Stadium der Entwicklung
Wer sagt "Soldaten zweiter Klasse"?
Was will Grotewohl?
Friedensabkommen mit Deutschland

* * -x- * * *

3)

SONDERBEILAGEN

7/7/51
11/7/51

Rede Präsident Trumans vom 4. Juli 1951 anläßlich der 175« Wiederkehr des Tages der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
Trumans Schreiben an Schwernik und die Freundachaftsresolutiön des amerikanischen Kongresses
(vom 7.7.51)
E'isenhower fordert politische und wirtschaftliche
Integration Europas (Rede vom 3.7.51)
Präsident Truman ersucht US-Kongreß um Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland
(Schreiben vom 9.7.51)

2 5/7/51

Rede des- US-Außenministers Dean Acheson anläßlich
der 2 50-Jahrfeier der Stadt Detroit (Michigan)
(vom 24.7-51)

28/7/51

Wortlaut des Begleitschreibens, das Präsident
Truman am 26.7.51 zusammen mit einem Bericht von
US-Außenminister Dean Acheson über die Teilnahme der USA an der Arbeit der UN im Jahre 1950
dem US-Kongreß übergab
Wortlaut der Stellungnahme des HS-Außenministers
Dean Acheson vom 26.7.51 vor dem Außenpolitischen Ausschuß des US-Senats zu dem von der amerikanischen Regierung vorgeschlagenen gegenseitigen Sicherheitsprogramm"
* * * * * *

- 5 -

�SCNDERBEILAGEN

1/8/51
22/8/51
29/8/51

1/9/51

12/9/51
22/9/51

29/9/51

Rede des amerikanischen Präsidenten vom 28. Juli
1951 anläßlich der 250-Jahrfeier in Detroit,
Michigan
Zusammenfassung des siebenten ViertelJahresberichts des US-Hochkommissars für Deutschland
Revidierter Entwurf des japanischen Friedensvertrages

Das Gesicht der heutigen deutschen Presse
Abschnitt des siebenten Viertel Jahresberichts
des US-Hochkommissars John J. McCloy
Buttenwieser zur deutschen Kohlenversorgung
(30.8.51)
Sicherheitspakt zwischen USA und Japan
Wortlaut der Deklaration von Ottawa und des
Schlußkommuniques der Tagung des Atlantikrates,
(vom 20. September 1951)
Deutschland und der Westen
Aus:"London Economist"
* * * * * *

4)

ARTIKEL FÜR DIE FRA.U

4/7/51

18/7/51

1/8/51

Das "Bachelor-Girl"
Die unverheiratete Frau in den USA
literarische Grenzen bei den männlichen Autoren
Amerikas konstatiert Kritiker Donald Adams
"Mein Vati ist stärker als Deiner . . ."
Kindliche Rivalitäten und kleine Schlägereien
US-Institut für chemische Reinigung und Färben
bringt nützliche Hinweise zur Fleckenentfernung
Eindrücke weiblicher Bundestagsabgeordneter in
den USA
Ein Bericht der UN über Kinder- und Jugendfürsorge
Was man beim Kaufe einer Sonnenbrille beachten
sollte
Mme. Beran lehrt die Damen der Washingtoner Gesellschaft die hohe Kunst der französischen Küche
Demagogentum bekommt der Frau schlecht
Freiheit ist Verantwortung

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
1/8/51

*

Stellenmärkte zur Auswahl
Angeborener Schwachsinn - kein unabwendbares
Schicksal mehr?
Ein schreiendes Häufchen Unheil
Ein verliebter Vater beschreibt seine kleine
Tochter
Wettbewerb für Amateurschneiderinnen im New
Yorker Waldorf Astoria Hotel

15/8/51

*

Die kristallene Welt des Cembalos
Frauen und Diplomatie
Syracuse - das Ivleissen Amerikas
Zehn Ratschläge für Erfolg im Beruf
Modevorschau auf den ^erbst
31 Jahre Wahlrecht für die amerikanische Frau
Frau Bürgermeister!persönlich
Zehn Gebote für Ehefrauen
Fliegengitter-Metropole in Mount Wolf, USA
Man trägt Baretts, gnädige Frau

29/8/51

12/9/51

*
*

26/9/51

Das Jugendamt der Stadt New York
"Wenn Mutti sich bloß nicht immer einmischen
wollte . . . "
Insekten a la carte
Jahrhundertealter Mottenkampf
Die Entwicklung der Frauencolleges in den USA
Kinder als Künstler
Lieber altmodisch, aber gemütlich
Interviews und Rundfragen beeinflussen die Baupläne amerikanischer Architekten
Grau ist durchaus nicht "greulich"
Grau in der diesjährigen amerikanischen Herbstund Wintermode
* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 7 -

�5)

J U G E N D

Juli 1951

*

Hunde, die dem Menschen helfen
Der "stampfende Büffel" haßt Boogie-Vfoogie
Aus dem Alltag der Onondaga-Indianer
Im Zeichen der Maultrommel
Kang Wa, die Seidenraupen und der Kobold in der
Dachrinne
Der Mann, der Amerika seinen Namen gab
Zum 500. Geburtstag von Amerigo Vespucci

August 1951 *

Der Tanz ums Lagerfeuer
Wie die Indianer ihre Trommel und ihre Tänze
bekamen
* Wie man in Alaska lebt
Wie mit den Augen einer Katze
Das Geheimnis der infraroten Strahlen
Aus 12 PS wurden 14 000
* Zum Geburtstag Orville Wrights, des Pioniers
des Motorflugs
Lorenz Hagenbeck in Amerika

Sept. 1951

Die
Die
Der
Der

seltsamen Bewohner der "Carlsbad-Caverns"
sieben goldenen Städte
Leuchtturm der Kinder
Feuervogel
* * * * * *

§2__55I§II5§S_LEBEN_
Juli 1951

Käuze auf der Kiste
Seifenkisten als Kanzel und Rednertribüne
Judentum und westliche Kultur
Wie man Freunde gewinnt
"Stalag 17" auf der New Yorker Bühne
August 1951
Die Tragödie der "deutschen" Indianer
Unsere Ahnen waren gar nicht von gestern
* Zur Bauhausausstellung im Busch-Reisingermuseum
an der Harvard-Universität
COp statt Psychoanalyse?
Sept. 1951

Sauerkraut und Weltschmerz
50 000 Worte Amerikanisch
Hervorragende Deutsche in den USA:
Dietrich von Hildebrandt
Das Ende der Rassenschranken
Menschen und Maschinen
* * * * * *

- 8-

�7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/7/51

*

U/7/51

*
*

21/7/51

Die US-Industrie seit Ausbruch des Korea-Konflikts
Petroleum-Chemie dürfte Gesicht unseres Jahrhunderts verändern
Das Empire State Building wechselte den Besitzer
Politbüro wünscht keine Prozentzahlen mehr
Die Lohntendenz in den USA
US-Produktionsmaschine läuft auf vollen Touren
Washington hat volles Verständnis für West-Osthandel in Europa
Neue Methoden beim Eigenheimbau in den USA
Schluchseekraftwerk schafft neue Energiequelle
in Südbaden
Gleiche Urlaubsbedingungen für Arbeiter und
Angestellte in „den USA

Absatzsorgen beim US-Handel
Stahlboom in den USA
*
a Informationsreise nach Salt Lake City
Marshallplanhilfe und Ost-Westhandel
Elastischere Handhabung der US-Auslandshilfe

28/7/51

Lebensversicherung trotz KaufkraftSchwankung
Exportchancen im amerikanischen Westen
Kleinststückelung ermöglicht jedem Amerikaner
den Erwerb von Aktien
Günstige Ernteaussi.chten für Baumwolle
* * * * * *

8/8/51
*

18/8/51

Käufer contra Kaufmann
Tauziehen um die Preise in den USA
Radioaktive Isotopen im Dienste der Industrie
Vom Fußballstar zum Kleiderkönig
Mr« Meyers zieht die Frauen an
Neger in den US-Gewerkschaften
Umsatzsteigerung ohne Gewinnerhöhung
US-Gesellschaften füllen Steuersäckel
Vor einer allgemeinen Lohnanpassung
Auch die USA stehen vor dem Problem der
Lohn-Preisspirale

_ 9_

�•t

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
18/8/51

*
*

25/8/51

Immer mehr Warenhäuser auf Rädern in den USA
Die Internationale Genossenschaftsbewegung
Vom Notquartier zum Eigenheim - Bergarbeitersiedlungen, Werkswohnungen und Aufbauwohnungen
für Flüchtlinge

Ein Startzeichen für den deutschen Handel
Importgeschäft in den USA zeigt neue Belebung
* Die Amerikaner feiern den Labor Day
* Blüte in der Wüste - Das Sonnen- und Industrieland Kalifornien
Weiches V/asser - ein lohnendes Geschäft
Die Vertriebenenbank berichtet über Verwendung
der ERP-Gelder
* * * * * *

1/9/51

*

US-Regierung veröffentlicht Sicherungsprogramm
für Industrie
Japan kann keine Reparationen zahlen
USA befürworten einen Versöhnungsfrieden
Die Lage in der amerikanischen Kohlenindustrie
Steigender Bedarf bei steigender Produktion
Lohnstop - ein Konterschlag für US-BaseballSpieler
Wirtschaftsaufschwung am Bodensee

*

Materialverknappungen in den USA
Entwicklung der US-Flugzeugindustrie
Die 10O 000-Mann-Betriebe in den USA
Fernlaster durchqueren die USA

*

8/9/51

15/9/51

*

22/9/51

US-Gesellschaften zahlten 3,6 Milliarden
Dollar Dividenden
Takonit für die Erhöhung der Stahlproduktion
Eine Goldgrube im Mississippi-Sumpf
Schwefel ist das Salz der Industrie
Der beste deutsche Wohnungsbauer wird gesucht
über 17 Millionen Krankenhaus-Zusatzversicherungen in den USA

US-Bruttosozialprodukt auf Rekordstand
Wer bezahlt die Neubauten der Industrie?
* Besitzwechsel im "Pfannenstiel" von Texas
Elegante Garderobe - auf dem Acker gezogen

- 10

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
22/9/51

Die Schweiz und die Organisation der westeuropäischen Kohlenwirtschaft
* Amerikanische Erfahrungen für Deutschlands
Wirtschaft

29/9/51

Gleicher lohn für gleiche Arbeit
Totale Planwirtschaft bedeutet Leistungsrückgang. Chamberlin befürwortet westdeutschen
Wirtschaftskurs
* Pferde helfen Bier verkaufen
Je nach Bedarf: Polizist oder Feuerwehrmann
Arbeitslosenziffer in Deutschland um 14$
gesunken
Anruf genügt - Anzug gereinigt
Kleiderpflege in der Telefonzelle
* * * * * *

§1__£-A™I??SCHAFT
September 1951 US-Landwirtschaftsminister ist optimistisch
Eindrücke einer zweiwöchigen Studienreise durch
Westdeutschland
* Das Geheimnis der kalifornischen Fruchtbarkeit
Bodenbearbeitung per Flugzeug
Wilder Reis - Delikatesse für Feinschmecker
Sterilitätstest im Laborwagen
USA bauen ihren Flachs selbst
Das Einkommen der amerikanischen Farmer
* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA
DIENST" kostenlos Bildmaterial

- 11 -

�A M E R I K A

D I E

S

T

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAI UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Oktober 1951 - 31. Dezember 1951

Seite

1. ALLGEMEINES

1

2. KOMMENTARE

5

3. SONDERBEILAGEN

5

4. ARTIKEL PUR DIE FRAU

7

5. JUGEND

9

6. GEISTIGES LEBEN

10

7. WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

8.

14

LANDWIRTSCHAFT

* * * * * *

Zu den mit
*
bezeichneten Artikeln liefert der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial

�ll_ .J^£GEMEINES_
3/10/51

"DH MEDICO"-Ärztliche Behandlung per Funk auf
hoher See
Stahlplatten vor dem Röntgenschirm
* Die amerikanische Nationalgalerie in Washington
Über die Grenzen des Heims hinaus
Gedanken zur Internationalen Frauenkonferenz in
Hindelang/Allgäu

6/lO/bJ

* Die Geschichte der "Crane-School" in Oregon
Reiselustiges Amerika
Auslandsreisen amerikanischer Touristen im
Jahre 1951
Thomas Eakins, ein amerikanischer Filmpionier

10/10/51

* Eine Kirche für 30 000 Pfund Tabak
Milium - das Textilwunder
* Round-up Timew in den USA
Die Zeit des Viehabtriebs

12/10/51

Unfallverhütung im Autoverkehr
* Frische Fische - eisgekühlt
Die kleinen Geschwister der Erde
Die Erforschung der Planetoiden

17/10/51

Außenpolitik und öffentliche Meinung
Zeitalter der Retorte
75jährige Gründungsfeier der amerikanischen
Gesellschaft für Chemie
* Jugendliche Initiatoren
Kinder schufen sich eine Bibliothek

19/10/51

* Louisville, Kentucky, eine Stadt mit persönliche:
Note
Atom als Fracht und Treibstoff
Der kommende Bomber der US-Air Force
Klingende Künde von drüben
Der erfolgreiche Komponist und Dirigent
Glbson Morrissey in üarmstadt

�ALLGEMEINES
24/10/51

Miniaturinstrumente erschließen die geheimnisvolle Welt der Mikroorganismen
* Größere Ernten bei geringerer Arbeitsleistung
durch Verbesserung der Methoden
Buchbesprechung: Roland Baintons Lutherbiographie
"Here I stand"

26/10/51

Angst, die ansteckendste aller Seuchen
Schaumgummi
* Mutter Collage und ihre Kinder
Die Kunst, mit der "Schere zu malen"

31/10/51

* Radioaktive Isotope in der Diagnostik I.
Versuche mit Gummibeimischungen zum Straßenasphalt
Ein Kamin erzählt die Menschheitsgeschichte
* * * * * *

2/11/51

Radioaktive Isotope in der Diagnostik II.
* Riesentransportflugzeuge erweitern internationalen Handel
Deutschland an dritter Stelle der Länder, die
Studenten nach den USA schicken

7/11/51

9/11/51

* Fliegen steht auf dem Schulplan einer amerikanischen Schule
Das erste Interlingua-Wörterbuch für engl. Sprache
Konservierung durch Elektronenbeschießung
Salzfreie Kost kann durch erhöhten Blutdruck
verursachte körperliche Störungen heilen
* Riesenkamera für strategische Luftaufnahmen
Buchrezensionen aus den Archiven der
"New York Times"

14/11/51

Wetterstationen auf dem Treibeis der Arktis
* Ein privates Experiment überstaatlichen Zusammenlebens
- 2 -

�ALLGEMEINES
14/11/51

* 22. November 1951, Thanksgiving-Day Amerikas

16/11/51

* Organisationen ehemaliger Kriegsteilnehmer in
den USA
Flugkonstrukteure wappnen schnelle Maschinen
gegen Regentropfen
Olney (Illinois) ist augenblicklicher Bevölkerungsmittelpunkt der USA

21/11/51

* Washington, der immergrüne Staat
Zweckgebundenes kindliches Spiel
Betrachtungen über pädagohischen und therapeutischen Wert des Kinderspielzeugs
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (I)
Dr. Max Theiler besiegt das Gelbe Fieber

23/11/51

* Im Schnittpunkt zweier Welten
Überland-Gasleitung von Texas nach San Franzisko
* Cecil B. De Mille, der Mann, der 1912 Hollywood
schuf
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (II)
Glenn Th. Seaborg und Edwin McMillan - Erforscher
neuer chemischer Elemente

28/11/51

* Morelos - ein Damm, den Freundschaft errichtet hat
Amerika

rüstet zur Olympiade 1952

Die Atmosphärenzone der Erde
30/11/51

* Das Übersetzungsbüro der Fordwerke
Die hundert Sensationen des letzten Jahrhunderts
Blindenfürsorge nach deutschem Vorbild
* * * * * *

5/12/51

* Aspen in Colorado - Wintersportplatz unö. Kulturzentrum
"Le Sabre" - das Auto der Zukunft
Hollywood greift nach den Sternen
- 3 -

�ALLGEMEINES.
7/12/51

Probleme des alternden Menschen
* Das Weiße Haus in neuem Glanz
Funkstation empfängt Morsebotschaft via Mond

12/12/51

* Die "Independence" - das Sonderflugzeug des
amerikanischen Präsidenten
Zwangshandlungen, Ticks und Phobien sind weder
Symptom noch Ursache von Geisteskrankheiten
Unser gequältes Zeitalter
Buchbesprechung von Eugene Lyons
* Vereinigung deutsch-amerikanischer Klubs hilft
Tuberkulosekranken in der Bundesrepublik

14/12/51

* Das schönste Geschenk: ein demütiges Herz
* Weihnacht im amerikanischen Bethlehem
Der Weihnachtsmann von Hollywood
Lieber kleiner Bobby: Ein Weihnachtsbrief
Die unvermeidliche amerikanische Office-Party

19/12/51

Ausblick auf die Entwicklung der amerikanischen
Innenpolitik im Jahre 1952
Die deutsche Bundesrepublik im Jahre 1951
Die bedeutendsten Ereignisse des Jahres 1951
Die wichtigsten Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler im Jahre 1951
Im Jahre 1951 starben.

21/12/51

Die amerikanische Negeranwältin und ehemalige
UN-Delegierte Edith Sampson auf Deutschlandreise
* Kansas, Land im Zeichen der Sonnenblume
Künstlicher Regen als Streitobjekt
* * -* * * *

- 4 -

�2]__K0MMENTARE_
17/10/51

Ägypten am Scheidewege

24/10/51

Der amerikanische Verteidigungsbeitrag

26/10/51

Schutzwall der Freiheit

31/10/51

Blick nach Straßburg
* * * * * *

2/11/51

Unberechtigter Pessimismus

7/11/51

Das SS-Gespenst

9/11/51

Der Frieden geht alle an
Betrachtungen zum Vorschlag einer ViermächteKonferenz

16/11/51

Eine bedeutungsvolle Aussprache

21/11/51

Ein warnendes Beispiel

23/11/51

Die Straßburger Gespräche

28/11/51

1) Die Verantwortung der Presse
Von Shepard Stone, Direktor des Amtes
für öffentliche Angelegenheiten, HICOG
2) Straßburg, Paris und Rom

50/11/51

Ein Frieden ohne Furcht
* * * * * *

5/12/51

Staatsbesuch des deutschen Bundeskanzlers in
London

7/12/51

Gewerkschaften in der Zwangsjacke

12/12/51

Eine brennende Frage

21/12/51

Keine Entscheidung ohne Deutschland
* * * * * *

3)S0NDERBEILAGEN
6/10/51
US-Note weist tschechoslowakische Anschuldigungen
zurück

- 5-

�17/10/51

Rede Harry S. Trumans vom 15. Oktober 1951 über
die Verständigungsbereitschaft der USA gegenüber
Rußland
Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer
und der Alliierten Hochkommission zum Vorschlag
der Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen

19/10/51

Zum 24 Oktober 1951» dem Tag der Vereinten
Nationen

24/10/51

Acheson zur außenpolitischen Situation der USA
(21.10.51)

26/10/51

Proklamation Trumans zur Aufhebung des Kriegszustandes zwischen den USA und Deutschland (24.10.51)
* * * * * *

7/11/51

Erklärung der Westmächte zur Frage gesamtdeutscher Wahlen

9/11/51

Dreimächteerklärung zur Abrüstungsfrage
Präsident Truman unterbreitet neue Abrüstungsvorschlage
Acheson vor der UN-Vollversammlung in Parle

21/11/51

Abrüstungsvorschlag der 3 Westmächte
Resolution des ersten politischen Ausschusses
der UN-Vollversammlung vom 19.11.51
* * * * * *

5/12/51

UN-Resolution über freie gesamtdeutsche Wahlen

12/12/51

Die Ausführungen der Vertreter der Bundesrepublik
vor dem zweiten politischen Ausschuß der UN-Vollversammlung

19/12/51

McCloy fordert Integration Europas
(Rede vom 17.12.51)
* * * * * *

- 6 -

�O-ABlIKEIuEÜB-DIE-EBAII.
1.0/10/51

* Omowale, das Kind, das heimfand
Erlebnis einer amerikanischen Neger-Tänzerin
im afrikanischen Busch
Die gute "neue" Zeit
Amerikanische Ärztin berichtigt weitverbreiteten
medizinischen Aberglauben
Sieben-Punkte-Programm für herzkranke Hausfrauen
* Internationale Prauentagung in Hindelang
»

24/10/51

Gleichberechtigung von Mann und Frau vor dem
Gesetz
Kundendienst par excellence - ein supermodernes
Einkaufszentrum
Jane Addams - Amerikas nützlichster Bürger
Kindliche Unarten bei den Mahlzeiten
Der gefrorene Bacchus - Zu einem neuen französischen Verfahren zur Kristallisierung von Wein
* * * * * *

7/11/51

Aus derArbeit der Referentin für Prauenfragen
beim deutschen Generalkonsulat in Näw York
Herbststürme der Ehe
* Vom Aschenbrödel zum Modefavoriten - Wolljersey
Die Lady auf dem Pernsehschirm - Pay Emerson
Proteingehalt auch in der Konserve voll erhalten
Ständig steigender Verbrauch von synthetischen
Reinigungsmitteln in USA
Abmagerung durch Hypnose

21/11/51

* Helen Träubel, die gefeierte Sopranistin der Met
Broschüre "Über den Umgang mit SäigLingen"
. . . und der Himmel beschützt sie
Eine heiter-besinnliche Betrachtung
Ist Pleischessen gesund?

�ABlIKSi-EÜB-CIE-SSÄU.
21/11/51

Die arbeitende Frau und die neue Sozialgesetzgebung
Bevorzugte Käsesorte: Cheddar
Deutsche Frauen - entscheidender Paktor der
europäischen Politik
Eleanor Roosevelt: "An den Frieden glauben ist
nicht genug"
Ellen McCloy: "Frauen als Wegbereiterinnen für
Frieden und Völkerverständigung"
# * * * * *

5/12/51

Grenzstationen der Freiheit
* Spielen muß Spaß machen
* Zum 50. Geburtstag der bekannten amerikanischen
Anthropologin Dr. Margaret Mead
Neun Gebote für den Familenfrieden
Vielfältige Wintermode
. . . und zum Weihnachtsfest: echten Plumpudding
* # * * * *

19/12/51

* Für eine bessere Welt der Kinder
Der Internationale Kinderhilfsfonds der Vereinten
Nationen
Jugendliche beraten Jugendliche
Aus der Arbeit der UN-Kommission für Frauenrecht
* Kleine Pelze - große Mode
Tips für Kinderkleidung
Wolle aus Erdnüssen
*

* * * * *

- 8 -

�5_1_JUGEND
Oktober

1951

Wie d e r Regenbogen e n t s t a n d
Eins Indianerlegende
Prunes
Die wahre Geschichte eines kleinen, treuen
Maulesels
Halloween - Die Nacht des Hexenzaubers
Eli und die Katze
Von der "schrecklichen Eidechse" bis zum
hüpfenden Vogel"
Überblick über das Zeitalter der Reptilien
* * * * * *

November 1951

Die Jugendgeschichte von Pecos Bill, einer der
bekanntesten Gestalten der amerikanischen
Volkssage
Ein amerikanischer Geschäftsmann verkauft
"dressierte" Ameisen
Ohne Geld durch Amerika
Das Geschenk der "Salz-Frau"
* Entwicklung und Verwendungsmöglichkeiten des
Hubschraubers
* * * * * *

Dezember 1951

Wie Santa Claus zu seinen Renntieren kam
Eine amerikanische Weihnachtsgeschichte
Das Geschenk der drei Weisen aus dem Morgenlarde
Eine Weihnachtsgeschichte aus Puerto Rico
Wie Potawamani den Eisriesen besiegte
Eine Indianerlegende
Anook
Eine Hundegeschichte aus dem hohen Norden
Ein Weihnachtskind für Cherokee
Eine weihnachtliche Episode aus dem "wilden
Westen"
* * * * * *

- 9-

�'6) GEISTIGES LEBEN
Oktober

1951

Technische und medizinische Probleme der
Weltraumschiffahrt
* Moderner Kirchenbau auf uralten Wegen
Kleiner Mann mit weißem Kragen
Hier irrte Marx
Von der Wahrscheinlichkeit des Überlebens
Nicht Darwins"Kampf ums Dasein", sondern die
Liebe ist das oberste Gesetz der Natur
*

November 1951

*

*

*

*

*

Eine Analyse des sowjetischen Arbeitspotentials
* Ein amerikanischer Komponist diskutiert
Filmmusik
Von Aaron Copland
* Betrachtungen zu Herman Melvilles WalfängerEpos "Moby Dick"
Theater ohne Requisiten
Charles Laughton, Cedric Hardwicke, Charles
Boyer und Agnes Moorehead "sprechen" Bernard
Shaw
Berühmte Balletts werden verfilmt
Literarischer Reisepaß
Sigmund Romberg gestorben
Frieda Hempel, die Unverwüstliche
*

Dezember

1951

* * * * *

Amerika und der europäische Geist
Ein Viertel Jahrhundert amerikanisches Theater
Fünfzig Jahre Friedensnobelpreis
Der Stein von Keleschin
Vor der Entzifferung der rätselhaften Felseninschrift in Armenien
Amerikanische Autoren auf dem deutschen Büchermarkt :
"Zuchthaus in San Franzisko" von Clinton Duffy
Dean Jenrings
"Gärung in Fernost" von Mary A. Nourse
- 10 -

�GEISTIGES LEBEN
Dezember

1951

Ausschreibung eines internationalen Kunstwettbewerbs
Max Hachenburg gestorben
Journalistisch - was ist das?
Mehr konfessionelle Mischehen
*

*

*

*

*

*

12J£55£SCHAFT_UND_ARBEIT_
5/10/51

Die Preise fallen
Der gewandelte Markt in den USA
Die militärischen Hilfeleistungea der USA
Neuer Höchststand des Weltexports an Kraftfahrzeugen
Deutsche Arbeiter werden wie Amerikaner in den
USA leben
* Elektrizität verwandelt die Landschaft
Bayerischer Landkreis als Beispiel für die
westdeutsche Entwicklung

12/10/51

Die USA suchen Werkzeugmaschinen
"Small Business" und Verteidigungsproduktion
Austauschstoffe bewähren sich
Gewerkschaftlicher Zusammenschluß der
Filmkomparsen
Rationalisierungskuratorium der Deutschen
Wirtschaft als ^roduktivitätszentrale

19/10/51

US-Markt ist stabil geblieben
Kraftstrom-Sorgen in den USA
Arbeiter für Amerikas Gruben gesucht

- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/10/51

* Wie amerikanische Arbeiter sich erholen
Amerikanische Fachleute als Berater für westdeutsche Ostexporte

2 6/10/51

Warum die USA internationale Kartelle ablehnen
US-Arbeiter geben Unternehmer Kredit
Mehr Steuern für die Amerikaner
* Das sind Public Relations
American Telephone legt den richtigen Draht
* Der ECA-Dcllar verdoppelt sich
Europa wird mit Gegenwertmitteln aufgebaut
*

'11/51

*

*

*

¥r

#

Export-Preisindex liegt unter Importindex
Der ungewöhnlichste Laden der Welt
leichter verkaufen - besser kaufen
Gewächshaus als Film-Labor

9/11/51

* Kunststoffe, alltägliche Wunder von heute
und morgen
Deutscher Stahl weiter stark gefragt
Hallo - hier spricht "Höflichkeit und Co."
Angespannter Arbeitsmark:; in den USA

16/11/51

* Die Porzellanmetropole der Welt liegt in
Deutschland
Scharfer Steuerdruck in den USA
Die "Kapitalisten" werden gezählt
Verdoppelung des deutschen USA-Exports

23/11/51

US-Regierung fördert private Auslandsinvestitionen
* Erweiterung der Umschulungsprogrrimme für erwerbsbehinderte Arbeiter
- 12 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
23/11/51

* Rekordtraubenernte in Kalifornien
Steigende Erdölproduktion in USA
Holztrocknung mit Hochfrequenzstrom

30/11/51

Zunahme der Spartätigkeit
Wer verfügt über das Haushaltsgeld?
Steigende Löhne in der US-Eisen- und
Stahlindustrie
Gewerkschaft "Polizei"
US-Spielwarenhandel rechnet mit gutem
Weihnachtsgeschäft
* * * * * #

7/12/51

287 europäische Wirtschaftler gewinnen Einblick
in die US-Produktionsmethoden
Synthetischer Kautschuk holt auf
Neuartige Wege zur Erzielung echter Leistungslöhne
Entspannung auf dem Metallsektor in Sicht
Neues Schmierpulver für die Industrie
Ferngesteuerter Spielzeugjeep

14/12/51

Möglichkeiten zur

Steigerung des USA-Exportes

"Big Business", amerikanische Weihnachten und
deutsche Spielwaren
Die Bedeutung der US-Gesundheitsprogramme
im Rahmen der Tarifverträge
Die besten Wohnungsbauer Westdeutschlands wurden
gefunden - ECA-Architektenwettbewerb
21/12/51

Die allgemeinen Tendenzen der US-Wirtschaft 1951
Erfolgreiche Steuerpolitik der US-Regierung
Schaubild über die Ausweitung der US-Industrien
1938-1951

- 13 -

�LANDWIRTSCHAFT
Dezember 1951

Bericht über die Terpentinölgewinnung in
Georgia
Dattelernte im Imperial Valley
USA-Farmer nehmen ihrem Rindvieh die Hörner ab
Fünfzehn Regeln für den Landwirt
Kampf den Unfällen auf dem Bauernhof
Kuh bringt fremdes Kalb zur Welt
ECA schickt Obstveredlungsreiser nach Italien
Bodenverbesserung auf kollektiver Basis
* * # * # #

Zu den mit *
bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA
DIENST" kostenlos Bildmaterial

- IS -

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                <text>Inhaltsverzeichnis über Nachrichtenmaterial und Artikel des "Amerika Dienst" vom 01.10.1950 - 30.12.1950</text>
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Januar 1951
INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UNL ARTIKEL DES
"AMERIKA LIEHST"
vom 1. Oktober 1950 - 30. Dezember 1950

Seite

1. Allgemeines

1

Kommentare von John L. Morton

3. Jugend

4
5

Artikel für die Frau

6

Geistiges Leben

8

6. Wirtschaft und Arbeit

8

*

* * * *

�4/10/50

7/10/50

11/10/50

14/10/50

18/10/50

21/10/50

25/10/50

28/10/50

Die "Neunundneunziger" - Der Klub der
amerikanischen Fliegerinnen.
Die Rockefeller-Stiftung
Versuch eines Weißbuchs zur Kartoffelkäferschuldfrage,,
Boys Town, Erziehungsstätte für Jungen,
Luftbrücke Kalifornien-Japan
Transportflugzeuge versorgen die
UN-Streitkräfte.
Die Bibliothekarin der New Yorker Botanischen Gärten "weiß alles",.
Die Mayo-Klinik.
Die magischen Fäden des Pentagon
Deutsche Kunstausstellung in Milwaukee
Greenwich Village - Das amerikanische
Schwabing»
Ausblick au,f die bevorstehenden Kongreßwahlen in den Vereinigten Staaten
Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung der
Welt - eines der Hauptziele des Kreml,
Der Tag der 'Vereinten Nationen in den USA,
•Das Tor zum Frieden,
Berlin wird die Heimat der "Friedensglocke",
Friedehsfahne und Siegesbanner- Die blauweiße Flagge der UN.
Zusammenstellung der wichtigsten Daten der UN
Theo Lingen auf Amerika-Tournee.. •'
Harvard - die älteste Universität Amerikas,
Mit ERP-Mitteln bauen Gablonzer Flüchtlinge
bei Kaufbeuren im Allgäu eine Industriestadt
auf o .
Neuanlage unterirdischer Parkplätze,
Täglich 60 000 Menschen mehr auf der Welt,
Der Davis-Staudamm in Arizona,. - Der vierte
Großdamm am Colorado,
Alaska - ein neuer Staat der USA?
Taubheit - keine Arbeitsbehinderung.
Ernie Pyle - das Leben eines Frontberichterstatter s...
» * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterial,,

- 1 -

�1/11/50

4/11/50

8/11/50

11/11/50

15/11/50

18/11/50

22/11/50

*

25/11/50

Idlewild - der größte Plughafen der Welt«
"Atomkalender" für die Archäologen« Neue Methode zur Bestimmung frühgeschichtlicher Daten0
Edna St« Vincent Millay. - Zum Tode einer
großen Dichterin*
Zum Tode AI Jolsons, des berühmten amerikanischen Jazzsängerso
Wie der gute Lehrer sein soll. - Ergebnis
einer Umfrage bei Schulkindern«
Ist Kritik im Kriege angebracht? Taos, die älteste und größte Indianersiedlung
Amerikas•
\
Kapitalismus und Sozialismus in USA* - Ein
Interview mit Norman Thomas, dem Führer der
Sozialistischen Partei in den Vereinigten
Staaten«
Die wirtschaftliche Seite des Fernsehproblems.
Germantown - die erste deutsche Siedlung in'
Amerika0
Der fliegende Güterwagen - Ein neues amerikanisches Lastenflugzeug«
Bayern und Schleswig-Holstein bauen mit
ERP-Mitteln Wohnungen für Heimatvertriebene.
Florida - land der. ewigen Jugend«,
Zeit- und Arbeitsersparnis durch neue Registrierautomaten.
Rudolf Bing. - Ein leben für die Oper«
Die Coloradotal-Verwaltung - Eine Gemeinschaftsaktion amerikanischer Farmer und
Behörden.
Die fünf Programmpunkte der Ford-Stiftung«
Nekrolog auf einen revolutionären Traum«
Thanksgiving-Day 1950« - Wortlaut der Erklärung des Präsidenten zum 23. November 1950.
Fernsehen im Dienst der Erziehung«
Fritz Henle, ein bekannter amerikanischer
Photograph«
Das "Färsen-Projekt" hilft Flüchtlingsbauern«
"Winter" - Betrachtungen über das Leben in der
Natur während der Wintermonate.
"General Omar N« Bradley". - Werdegang des
bersten Soldaten Amerikas"«
Tragen des Films in USA und Deutschland".
Interview mit Upton Sinclair«

- 2 -

�29/11/50

Oscar, der berühmte Maltre d'hötel des
Waldorf-Astoriao
Marcel Breuer und die amerikanische Baukunst
* * # * *

2/12/50

6/12/50

9/12/50

Weihnachtsnummer 1950

*

#
*
#

16/12/50

Das deutsche Marshallplanministeriumu
Die Arbeiterhochschule in Wisconsin«,
Bernard M0 Baruch - Urbild der amerikanischen
Vitalität o
Neue Heimat im Smslandmoor„
Ein Arbeiter der Ölindustrie berichtet
vom Aufbau seines Betriebes•
Problematische Paradiese,
"Paradiesvogel", ein märchenhafter Farbfilm
und ein ernsthafter Versuch, die Geschichte
der Polynesier darzustellen
Hemingway am Ende?
Zum Tag der Menschenrechte
am 10u Dezember*
Das Kind, das immer Kind bleibt„
Auszug aus dem Buch "The Child that never grew"
von Pearl Su Bucko
Die Brücke zwischen der Alten und der Neuen
Welt „
Die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents von Asien aus durch die Funde in Nordalaska bewiesen
Stolz und Reichtum unter einsamem Stern»
In Texas sind Kühe mit fünf Beinen häufiger
anzutreffen als Minderwertigkeitskomplexe«
St» Nikolaus und Santa Claus.
Märchenstadt am Weißgesicht-Bergo
Zwei Deutsche führten den Brauch, Weihnachten
mit einem Lichterbaum zu begehen, in Amerika
ein0
Die Feuerwehr als Helfer des Weihnachtsmanns•
Weihnachten auf einer amerikanischen Farm0
Der amerikanische Weihnachtsmann kommt in
diesem Jahr mit Hoohfrequenztechnika
Peters-5 mexikanische Weihnächte
Die vergessenen Schwänze.
Weihnachten im hohlen Baum*
Harvard - Erbe des Weimarer Bauhauses.
Das Hotel im Dschungel
Trompeten gegen die Mauern de3 Kreml.
Gedanken zum Buch "The Choice" von Boris Shub.

- 3 -

�20/12/50

*

23/12/50
*
*
30/12/50

1950 - Rückblick auf ein bewegtes Jahr^Dreihundertfünfundsechzig Tage ERP-Kredite.,
Gedanken über 1951.
Wichtige Ereignisse des Jahres 1950*
Die bedeutendsten amerikanischen Persönlichkeiten des Jahres 1950«
Alt werden oder altern?
Elektronische Rechenanlagen lösen die kompliziertesten Aufgaben im Handumdrehen*
Der "Unerfreulichsten" einerc
William Faulkner, Nobel-Literaturpreisträger
des Jahres.
Besitzverhältnisse in der amerikanischen
Landwirt schaf10
Die erste Fernseh-Kleinkamera der Welto
Ein Zeuge der Zeit - John Richard Hersey*
* * * * *

2 «KOMMENTARE..I2S-£2M-5i-!525525i
4/10/50
7/10/50
11/10/50
H/10/50
21/10/50
25/10/50
28/10/50

Entschlossenheit zum Frieden0
Steigerung des Geburtensolls.
Blut, Schweiß und Steuern«
Die Vereinten Nationen ergreifen die Offensive
Probleme des Sieges*
Stapellauf des Schlachtschiffs "Frieden",
In Prag nichts Neues•
*

1/11/50
4/11/50
8/11/50

11/11/50
15/11/50
18/11/50
22/11/50
25/11/50
29/11/50

* * * *

Die Streitfragen des Wahlkampfes in USA0
Puerto Rido - Insel ohne Ruhe*
Klarheit oder Verwirrung?
Zur Bundestagsdebatte über den deutschen
Verteidigungsbeitrag,
Kurs unverändert. - Zu den Parlamentswahlen
in den USA.
Zur Frage der chinesischen Intervention in
Korea»'
Der Gray-Bericht. - Ein neuer Baustein
für die freie Welto
Wirtschaftshilfe für Tito.
•'Landtagswahlen - von außen betrachtet".
Wieviel ist genug?
*

* * * *

- 4 -

�KOMMENTAHB

VON JOHN Li MORTON.

2/12/50
6/12/50
9/12/50
16/12/50
23/12/50
30/12/50

Ruhige Entschlossenheit. Die USA und die KoreaKrise.
Auf Europa kommt es an.
3erliner Wahlen in amerikanischer Schau.
Zur Brüsseler Konferenz»
Kein Preis ist zu hoch.
Es gibt kein Gibraltar«
* * * * *

iL-£2§SSiL
Oktober 1950/1

Der blau-rote Schal.
^Goldsucher und Abenteurer im "Todestal" in
Kalifornien„
Das Geschenk der Indianer - Geschichte und
Bedeutung der Maispflanze in den USA.
Versuch's mal - Vitamin C, ein wichtiger
Paktor in unserer Ernährung.
Oktober 1950/lI*Der Weg in die Wildnis. Die Geschichte von
Daniel Boone, dem Urbild des Lederstrumpf,
*Die Vereinten Nationen und die Jugend.
*Das Rjesenauge auf dem Mount Palomar.
Gold aus der Retorte.
* * * # *

November 1950/1 Die mißglückte Champignon-Zucht.
•Hiawatha, der große Sohn der Ojibways.
*Das Museum für Wissenschaft und Technik in
Chikago0
Praxis ist besser als Theorie«,
Jungen spielen "Politik".
November 1950/1IEs geschah in Oklahoma.
Wie Paul Bunyan den "pfeifenden Fluß" bestrafte.
"Bitte eine Fahrkarte zum Mond". Möglichkeiten
und Unmöglichkeiten der Weltraumschiffahrt.
Alle arbeiten mit. Keine Kluft zwischen Gemein-r
schaft und Schule.
*

*

* #- «

- 5-

�Äi-AMI^-Ü^^Il-EIUUi
H/lO/50

Die Frau in den Vereinten Nationen.
Eicheln, Schnecken und andere Delikatessen
Wenn Kinder nicht teilen wollen*
Dickwerden - durchaus vermeidbar
18/10/50
65—jährige deutsche Auswanderertochter verwirklicht ihren Traume
Spätes G-ehenlernen bei Kindern kein Zeichen
für geistige Unterentwicklung
Nachtblauer Persianer und honiggelber Nerz.
Frauenemanzipation - einmal anders gesehen
25/10/50
Jean Arthur und "Peter Pan".
*
Berufsberatung für Frauen in den USA»
Wenn ein Kind andere schlägt•
Hygiene des Alltags - Schönheitsmassage mit
dem Frottiertuchi
1/11/50
Acht Frauen regieren eine Stadt
Edelsteine in der Retorte - Synthetische
Steine.
*
Patricia Neway - eine Sänger-Schauspielerin-,
Eleganz in rauschender Seide,
8/II/5O.
*
Abkehr vom Klischee - Jane Wyman und Olivia
de Havilland,.
*
Olive Goldman - amerikanische Delegierte in
der Kommission für Frauenrecht der UNo
Angst bei KindernP
Bitte schreiben Sie! Besseres Gedächtnis
1 durch Entlastung*
15/11/50
•
Der deutsche Export und dye 'tfierikanische
Frau»
*
Patricia Travers - die junge amerikanische
Geigerin.,
Von der Llitbürgerschaft der Frau
Der kindliche Zerstörungstrieb
22/11/50
*
Anna M. Rosenberg - die Frau im Pentagon.
Der Aufstieg der Frau im amerikanischen
Journalismusu
Der Westen erobert die USA. Jung Amerika
trägt das Cowboykostüm
Metallimprägnierung - Neue Wege in der
Textilindustrie.
M
Zudenöiit * bezeichneten Artikeln liefert der "Amerika Dienst"
kostenlos Bildmaterialo

�•

ARTIKEL FÜR DIE FRAU.
^ — — • —

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29/11/50

6/12/50

13/12/50

20/12/50

»• —

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••» —

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—

—

Eine Amerikanerin über die europäischen Frauen,
Die amerikanischen Frauenmagazine.
Das Fünkchen Grausamkeit in uns. Sadistische
Tendenzen im Alltagsleben.
Mode und Frisuren in den USA.
V/illa Cather zum Gedenken am 7. Dezember.
Lesestoff für die ganze Familie.
Die New Yorker Internationale Frauenausstellung.
Beliebte Rezepte aus den USA.
Clara Barton veranlaßte die USA zum Beitritt
in die Genfer Konvention.
Ein Weihnacht sl'est in Minnesota 1890.
Bilder- und Geschi.chtenbücher für den Gabentisch der amerikanischen Kinder.
Seelenleben vor der Geburt.
Geschenkpakete für deutsche Kinder.
Martha Graham, eine der bekanntesten und eigenwilligsten amerikanischen Tänzerinnen.
Middletown, der Kernpunkt des- amerikanischen
Lebens.
Werbung für und mit Frauen.
Die Geschichte der Frinzessin Pocahontas
und ihrer Reise nach Europa.
Mädchennamen sind der Mode stärker unterworfen als männliche Taufnamen.
* * * * * *

- 7 -

�,5. GEISTIGES LEBEN.
Oktober 1950
*

Ausblick auf die kommende Spielzeit der
der Metropolitan-Oper.
Carmen Jones. Ein Kapital amerikanischer
Theatergeschichte.
Internationaler Studentenaustausch für 1950/51.
Neue Pläne des internationalen Seminars für
Amerikakunde in Salzburg.
Fritz Reiner dirigiert NBC-Symphonie-Orchester.
* * « • #

Kinderstube und Weltpolitik.
Die Schreibmaschine nach Maß.
Hollywood macht Ernst. Wendung von der Flimmerkiste zum Problemfilm.
Das Problem der deutschen Mentalität Gegenstand wesentlicher Neuerscheinungen auf
dem amerikanischen Büchermarkt.
Dezember 1950/11 * Grundzüge des neuen Bauens.
* George Grosz - ein sozialer Seismograph
kam zur Ruhe.
Winterkurse auf Leopoldskron.

Dezember 1950/1

* * * * *

6. WIRTSCHAFT UND ARBEIT.
7/10/50

14/10/50

21/10/50

Neues Leben auf deutschen tferften.
William C. Foster - der neue MarshallplanAdmini strat or.
Überprüfung der Sehfähigkeit bei amerikanischen Arbeitern.
Lohnanreizsysteme in USA (Teil II).
US-Gewerkschaftsvertreter über deutsche
Arbeitspr'obleme.
Neuer US-Zolltarif für Westdeutschland.
Westdeutsche Kühlmittelfabrikanten besuchen
USA.
Lohnanrei-zsysteme in USA (Teil III).
Einkommensverlagerung in USA.
US-Senator fordert Kaufkraftgarantie für
Staatsanleihen
Westdeutsche Bankfachleute besuchen USA.
Der automatische Schaffner.
Vollautomatische Verkehrskontrolle.

�«

WIRTSCHAPT^UN^ARBEIT;,
28/10/50

*

ERP-Kredite für das westdeutsche
Hotelgewerbe.
Kostensenkung durch vorsorgende Wartung.
Markenartikel in USA stark gefragt.
Die Armour-Stiftung in Chicago.
* * * * *

4/11/50

11/11/50

18/11/50

25/11/50

Heimatvertriebene als IndustriepioniereMarshallplanhilfe für Existenzaufbau.
Der ältere Arbeiter - ein Gewinn für den
Betrieb.
Amerikanische Sender erfassen ihr Publikum.
US-Außenhandelsrat fordert Beseitigung
der internationalen Handelsschranken.
Probleme der Werkskantinen in USA.
Lichtbogenschweißen leicht gemacht.
Was ist eine Verkaufskanone?
Zunehmender US-Touristenverkehr nach Europa.
Marshallplangelder für die Steigerung der
deutschen Erdölproduktion.
Leistungslohn ist billiger.
Ein amerikanischer Betrieb beglückwünscht
"seine" Gewerkschaft.
Engere Zusammenarbeit zwischen USA und
Westeuropa.' Richtlinien Gordon Grays für
Portsetzung der amerikanischen Auslandslinie.
US-Industrie für Kapazitätsausweitung durch
erweiterte A.bSchreibungsmöglichkeiten.
Farben machen sich'bezahlt.
Keine umfassende lewirtechaftung in USA'
geplant.
* * * * *

2/12/50

9/12/50

Weitere Kontrollen in USA.
Export nach USA.stark gefragt.
ECA-Zentralbüro vermittelt Lizenzverträge
zwischen USA und Europa.
Steigende Einfuhr - sinkende Ausfuhr US-Außenhandel vor neuen Problemen.
Wirkt die Inflationsbremse? Weitere Restriktionen in USA,
Neue fettlose Seifen in USA.
Sorgenkind Speisewagen.

- 9-

�*

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/12/50

23/12/50

30/12/50

Deutsche Spielwaren auf amerikanischen
Gabentischen.
Gadgets sind nicht patentfähig.
V/ichtige Entscheidung des Obersten US-Bundesgerichts in Patentsachen.
US-Waggonbau entwickelt neuen Güterwagentyp.
Einfuhr von Warenmustern nach USA erleichtert.
US-Wirtschaft im Zeichen des "nationalen
Notstandes".
Die Papierlücke schließt sich - Augsburger
Papierfabrik baut mit ERP-LIitteln.
US-Exportkontrollen weiter verschärft.
Schwarze Listen und Sperrung der rotchinesischen Guthaben.
CIO protestiert gegen gewerkschaftsfeindlichen
Auftrag der Sowjetbotschaft in Y/ashington.
Der Prämienplan einer amerikanischen Speditionsfirma.
USA entwickeln neues Einfrierverfahren für
die Hochseefischerei.
t
Hamensschilder steigern das Selbstbewußtsein.
Der neue GATT-Kodex für Außenhandelsbeziehungen.

- 10 -

�INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Januar 1951 - 31. März 1951

Seite
1.
ALLGEMEINES

1

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

SCNDERBEILAGEN

6

2.
3.
4.
JUGEND

7

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

9

5.
6.
GEISTIGES LEBEN
7.

12
•

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

13

* * * * *

�12-£LIGEMEINES_
6/1/51

*

lO/L/51

*
13A/51

*

17/1/51

*
20/1/51
*

24/1/51
*

27/1/51

*

31/1/51

*

*

Der Mann, der den Blitz erfand
Ein Breslauer Student wird einer der bedeutendsten Forscher der Elektrotechnik in den
USA
Journalistenausbildung in den USA
Amerikanische Radiofreunde lernen die
Orchester Europas kennen.
Colon, die Stadt der Zauberer
1950 - Jenseits der Politik
"Astronomische Marksteine" des vergangenen Jahres
Das Gewerkschaftsprogramm der HarvardUniversität
Baltimore - Stadt der Gegensätze
Der Chor der Mormonenbrüder in Salt Lake City
In Memoriam Sinclair Lewis
Kinderschallplatten - ein ideales Erziehungsmittel
Sechs-Tage-7/undermittel gegen Malaria
Religiöse Filme in den USA
Vor dem Höhepunkt der außenpolitischen
Senatsdebatte
Audubon, Columbus der amerikanischen Vogelwelt
Brigadier-General Lemuel Mathewson zum stellvertretenden US-Kommandanten für Berlin ernannt
Gold im Sohornstein
Die Bodenerosion hat für die Farmer des Mittelwestens ihren Sohreoken verloren
Die Arbeit des Kongresses für Kulturelle Freiheit
New York als Wallfahrtsort - für romantischs
Brautpaare
Gemüse aus em Laboratorium
Die öffentliche Meinung in Sowjetrußland
Das New Yorker Hunter-College entwickelt neue
Lehrmethoden für geistig übsrdurohschnittlioh
begabte Kinder
Mißbrauch von ERP-Gütern wird duroh ständige
Kontrolle verhindert
Erio A. Johnstons Weg vom Zeitungsjungen zum
Leiter des US-Amtes für Wirtschaftsstabilislsrung
# # # # #

Zu den mit * bezeichneten Art
kostenlos Bildmaterial.

liefert der "AMERIKA DIENST"
-

�ALLGEMEINES
3/2/51

Das Gebiet hinter dem Eisernen Vorhang ist
kein massiver Block
Arbeiterbewegung in Europa und Amerika
Dammbauten in den USA

7/2/51

Der Mann,der Amerika einte
Im Februar feiert Amerika die Geburtstage
von George Washington und Abraham Lincoln
Thomas Alva Edison
Nord-Dakota, das Land der Prairien
14. Februar, St. Valentins-Tag in USA
Rias-Berlin - Symbol der Wahrheit

*
#

10/2/51

Neues Projekt der OEEG zur internationalen
Auswertung der Windkraft zur Erzeugung elektrischer Energie
Eine Stadt bekämpft den Krebs
Das wohnliche amerikanische Landhaus

14/2/51

Für Freiheit und Unabhängigkeit
$19« Geburtstag George Washingtons
Arbeitnehmer mit Unternehmergeist
Der Mensch, die billigste Ware in der UdSSR
Dieses Fazit zieht William A. Wood aus einer
drei zehnjährigen Erfahrung als Ingenieur in
der JdSSR
Das Marine-Studio in Florida
Eine Luzernefarm
l'iimarbeit im brennenden Dschungel

17/2/51

21/2/51

*

28/2/51

Charles E« Bohlen - der beste amerikanische
Kenner des Kreml
ERP erstellt' neue Werkzeugfabrik in Westdeutschland
Sehneemsssungen im Hochgebirge
Rudolph Valentino - der Magier des Stummfilms
Warum unterstützen die amerikanischen Gewerkschaften das freie Unternehmertum?
Von Norman Thomas, aktiver Vertreter der amerikanischen Sozialisten und sechsmaliger Kandidat für die amerikanische Präsidentschaft
Abkehr vom photochemischen Verfahren bei
Bildaufnahmen
Der amerikanische Eisbrecher "Nordwind" hält
die Seewege um Alaska offen
* * * * *

- 2 -

�ALLGEMEINES
Mit Baskenmütze und Hörapparat durch Amerika
Berlins regierender Bürgermeister in USA
Amerika ändert seine Verfassung
Der 22. Zusatzartikel der amerikanischen
Verfassung erlangte im Februar Gesetzeskraft
Fernseh-Plagen und Fernseh-Pläne

3/3/51

Zephyr mit 150 km
Die landschaftlichen Schönheiten und allen
Komfort Amerikas bietet der "Kalifornische
Zephyr" den Reisenden zwischen New York und
San Francisco
Amerika beklagt in dem kürzlich verstorbenen
deutschen Dirigenten Walter Damrosch einen
seiner verdientesten Erzieher zur großen
Musik

7/3/51

Ist Amerika imperialistisch?
Von dem amerikanischen Sozialistenführer
Norman Thomas, der für ein Wirtschaftssystem
eintritt, das er als demokratischen Kapitalismus bezeichnet
Weltpostverein - ein internationales Vorbild
Die industriellen Forschungsinstitute in den
USA
"Leben in Freiheit"
Ein Preisausschreiben für westdeutsche
Jugendliche

10/3/51

Der Festtag der-grünen Insel
Am 17. März feiern die Iren in aller Welt
ihren Schutzpatron, den Heiligen Patrick
Zur Verteidigung der westlichen Kultur
Von US-Senator Paul*H. Douglas
Deutsches Penicillin durch ERP-Hilfe (Farbwerke Höchst)

14/3/51

Die sonderbaren Heiligen im Lehigh Valley
Struthers Burt schreibt über das kürzlich
unter dem Titel "The Pennsylvania Dutch"
erschienene Buch von Professor Klees
Die Sonne wird wärmer
Atomkraft im Dienste der Medizin
Osterfest in Bethlehem
Die Brüdergemeine
in Bethlehem feiert
das Osterfest nicht anders als ihre Vorfahren,
die vor zweihundert Jahren in Pennsylvania
landeten
Los Angeles, die Stadt der Engel

y.
17/3/51

- 3-

�ALLGEMEINES
17/3/51

Der Fall des Genossen Tulajew
In einem Roman erzählt Victor Serge, wie von
der Sowjetregierung angeklagte Trotzkisten auf
Grund der unentrinnbaren Denkschemata, denen
sie sich einmal freiwillig unterworfen haben,
notwendigerweise zu einem Bekenntnis der eigenen "Schuld" kommen müssen

21/3/51

Das "Amerika-Buch" für die Jugend
Ein Jugendbuch, das in deutsch-amerikanischer
Gemeinschaftsarbeit entstand und ein Geschenk
der amerikanischen an die deutsche Jugend darstellt
Aureomycin - die stärkste Waffe gegen Infektionskrankheiten
Amerikanischer Rundfunk in der Klemme
Das Fernsehen in Amerika kann nur aus den
Überschüssen des Rundfunks finanziert werden
Elektronen mit Dolmetscherexamen
Die Elektronen-Übersetzungsmaschine der Zukunft wird den Übersetzern einen großen Teil
der mechanischen Übersetzungsarbeit abnehmen
Traktat über die Vergänglichkeit
In unserer schnellebigen Zeit müssen die
Lexikographen mit der -Behendigkeit und den
Methoden der Tagespresse arbeiten
Industrieausstellung auf Rädern
Über 200 deutsche Industriebetriebe stellen
ihre Erzeugnisse im "Marshallplan-Zug" aus
Der Wettergott muß seine Konzession abtreten
Amerikanische "Regentechniker" produzieren
und verkaufen Niederschlagsmengen
Die wichtigsten Aufgaben der US-Hochkommission
in Deutschland
Von Arthur Krock, Chef des Washingtoner Büros
der "New York Times"
Frühlingstanz im Pueblo
Die "Everglades", ein Tierparadies von großer
Schönheit
Die Verteidigung des Westens
Die dauernde Bereitstellung von 20 bis 40
hochqualifizierten Divisionen zur Verteidi-'
gung Westeuropas schlägt der bekannte britische Militärschriftsteller Liddell Hart vor

24/3/51

28/3/51

*

31/3/51

Sauerbraten, Bockbier und hohe Kunst
Lüchows Restaurant in New York
Edward' Steichen - der Meisterfotograf Amerikas
Provokation und Entscheidung
Eine ausgezeichnete Diskussionsbasis ist das
kürzlich in New York erschienene Buch "Challenge and Decision", in dem ein bekannter amerikanischer Journalist die Problematik des Kalten
Krieges und die Möglichkeiten eines Ausweges
darlegt
# # # * *
- 4 -

�2) KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

31/1/51

"Altbekannte Tatsachen"?
Washington und die sowjetische Note
Trotz allem Einigkeit
Astronomische Zahlen
"IKE"
Stärke gegen Stärke
Josef Flade: "Ich liebe die Freiheit mehr als
mein Leben"
Grenze des Verrats

3/2/51
7/2/51
10/2/51
14/2/51
17/2/51
21/2/51
24/2/51
28/2/51

Gerechtigkeit
Die Vorschläge Eisenhowers
"Die Freiheit-Legion"
Ermutigende Anzeichen
Einig trotz aller Debatten
Stalins "Friedens-Fühler
Viererbesprechungen und Aufrüstung
Deutschland kann nicht ohne den Westen auskommen

6/1/51
13/1/51
17/1/51
20/1/51
24/1/51
27/1/51

* * *

3/3/51
7/3/51
10/3/51
14/3/51
17/3/51
21/3/51
24/3/51
28/3/51
31/3/51

* *

Am Ende der Debatte
Pariser Außenministerkonferenz und Besatzungsstatut
Auf dem Weg zur europäischen Einheit
Der "Krieg der Enttäuschten1*
In Paris: Vielleicht - in Berlin: Njet
Entmilitarisierung - ein neuer sowjetischer
Bluff
Neutralität bedeutet Selbstmord
Quo vadis? - Der Weg der "deutschen Titoisten"
Pan-Amerika - ein antikommunistischer Block

- 5-

�32_SONDERBEIIAGEN_
10/1/51

24/1/51

Die Parole lautet nicht: "Der Krieg ist unvermeidlich"
Von Anne O'Hare McCormick (New York Times)
Voller Wortlaut der Botschaft Präsident Trumans
über die Lage der Nation (vom 8. Januar 1951)
McCloy: Nicht "gegen Windmühlen kämpfen"!
-Voller Wortlaut eines Briefwechsels zwischen dem
amerikanischen Hochkommissar für Deutschland,
John J. McCloy, und Herbert G. Roske, einem
21jährigen Deutschen, der am 29. Dezember 1950
in einem Schreiben die westlichen Alliierten der
Diskriminierung Deutschlands beschuldigte
General Eisenhower: Vergangenes ist vergangen.
Voller Wortlaut einer Erklärung, die der Oberkommandierende der Atlantischen Streitkräfte,
General Dwight D. Eisenhower, am 19. Januar 1951
nach seiner Ankunft auf dem Rhein-Main-Plughafen
vor Pressevertretern abgab
* * » * *

3/2/51
14/2/51
24/2/51
28/2/51

Endgültige Entscheidung über Landsberg
Der 5. Quartalsbericht ies US-Hochkommissars
für Deutschland
Das Berufungsverfahren der in Landsberg zum Tode
Verurteilten
Drew Middleton zu den Auswirkungen des LandsbergProtests
* * * * *

3/3/51
7/3/51
10/3/51

14/3/51

17/3/51

31/3/51

General Clay befürwortet Verstärkung des amerikanischen Truppenkontingents in Europa
Vor der Entscheidung
Zu den Debatten um die. Entsendung amerikanischer
Truppen nach Europa
Der Geist Carl Schurz' und das Deutschland von
heute
Ansprache vor der Carl-Schurz-Gesellschaft,Bremen,
am 5. März 1951, von Benjamin J. Buttenwieser,
Stellvertretender US-Hochkommissar für Deutschland
Artikelreihe des amerikanischen politischen Kommentators Carl C. Hilton, in der er sich mit den
aktuellsten Problemen der Gegenwart auseinandersetzt
Schreiben der Alliierten Hochkommission an Bundeskanzler Adenauer über die Besatzungskosten für
das Finanzjahr 1951/52
Der Schumanplan - Europas Chance
*

- 6 -

*

* *

*

�4) JUGEND
Wickey und der Cowboy
Die Geschichte von Brandgesicht
. . . Und plötzlich stand ein Bär vor
ihnen!
Marionettentheater für die Kinder New Yorks

Januar 1951/1

Januar 1951/11

*

Wie der Esel zu den Menschen kam
Eine mexikanische Volkssage
Steinerne Geschichtsbücher
Pelsinschriften in Texas, Arizona, Neu Mexiko
und Kalifornien künden von der Geschichte der
Ureinwohner Amerikas
Christoph Columbus
An der "Whiteface"-Kurve erbleicht jeder
Passagier
Mit dem Bobschlitten im 100-km-Tempo über
die eisigen Abhänge des Mount Van Hoevenberg
* * * # *

Februar 1951/1

Nara, das "Truthahnmädchen"
Im Zeichen der silbernen Lilie
Jeden Tag ein gutes Werk zu tun ist die
Pflicht jedes Pfadfinders
Sterntalerregen aus dem Himmel Amerika
Schulkinder malen und zeichnen ihre Eindrücke vom Marshallplan
Sie wissan,was sie wollen
Die Höheren Schulen in Atlanta geben ihren
Schülern Gelegenheit, sich durch Halbtagsbeschäftigung in .ihren künftigen Beruf einzuarbeiten
* * * * *

März 1951/1

Picaro und das Zebra
Im Lande der Totem-Pfähle
Riesige geschnitzte Totem-Pfähle versinnbildlichen Geschichte und Sage der Indianer
Alaskas
"Hoppe, Hoppe Reiter . . .
Auch Sechsjährige können schon sattelfest
sein und auf Reittournieren Preise erringen
Versuch's mal
Ein einfacher Versuch mit einem Papierstreifen gibt Aufschluß über die Kräfte, die ein
Plugzeug tragen

- 7 -

�JUGEND
März 1951/11

*

Uörgenröte besucht den großen Geist
Eine indianische Yolkssage
Heuschrecken - Freunde oder Feinde des
Menschen
Ein Kinderparadies zwischen Wolkenkratzern
New Yorker Polizei als Helfer und Freund
der gefährdeten Jugend
VERSUCH»S MAL!
Das Ei in der Flasche
Ein einfaches Experiment mit einer Milchflasche und einem Hühnerei liefert einen
eindrucksvollen Nachweis des vorhandenen
Luftdruckes
* * * * *

- 8 -

%

�5l_ARTIKEL_FÜR_DIE_FRAU_

JA/51

Margaret Chase Smith, der Senator aus Maine
Die amerikanische Journalistin
Der Mensch über Vierzig braucht Ruhe und
Entspannung
Bilderbuch der Köchin
Ein neues amerikanische Kochbuch

10/1/51

Frauen, gestern und heute
Eine kleine Typologie der Frau
Schwiegermütter - geliebt und gefürchtet
Moderne Lampen, zweckmäßig und schön
Fensterschließer und Windelwechsler

17A/51

Susan B. Anthony
Ein Leben für die Rechte der Frau
Die Rolle der Behandlung durch Suggestion
in der modernen Praxis
Einige Winke für die Pflege unserer Zimmerpflanzen
Sprechen Sie deutsch?

24/1/51

Vom Küchenmädchen zum Bühnenstar
Ethel Waters ist die Verkörperung aller
"Neger-Mammie-s"
Frauen übernehmen leitende Stellungen in
amerikanischen Konzernen
Mensch - ärgere dich!
Wer sich nicht ärgern kann, ist seelisch ebenso gefährdet, wie der, der bei jeder Gelegenheit in Wut gerät
Kleine Tips für die Pflege des ersten Kindes

31A/51

Frauen im Berufsleben
Die zehntausend Schritte der Hausfrau
Fußbeschwerden - ein Übel der Zivilisation
unter der Lupe amerikanischer Wissenschaftler
Die kunstseidene Mode
Amerikas Textilmarkt zeigt Shantung-Leinen,
Taft, Gabardine, Tweed, Pikee, Jersey,Chiffon
und Pelze - aus Rayon
Frauen diesseits und jenseits des Ozeans
Mrs. Ellen McCloy, die Gattin des US-Hochkommissars, sprach am Mittwoch, dem 24« Januar
1951»" in der Aula .der Frankfurter Universität
vor der ersten gemeinsamen Konferenz der Frauenvereinigungen der Bundesrepublik
* # * * *

- 9-

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
7/2/51

Man lebt nicht mehr "auf dem Mond"
Frauen auf den einsamen Farmen des amerikanischen Mrttelwestens
Gernhaben ist nicht genug
Widerstreben des Kindes gegen eine Stiefmutter
Wenn amerikanische Kostümzeichner Rat brauchen
Die neuentdeckte Weiblichkeit
Das neue Make-up in Weiß und Rosa paßt sich
den zartesten Pastelltönen der kommenden Frühjahrsmode an

14/2/51

Der gesunde Menschenverstand
Die modernste Regel der Kindererziehung ist
die, daß es keine Regeln gibt
Eine Frau kämpft gegen Konventionen
Vor mehr als zwei Generationen ging Clara
Swain als erste Missionsärztin nach Indien
Pasteurisiere zu Hause!

n/2/51

Auslauschprogramm für ausländische Studenten Eine'Werkstatt des Friedens
Nylon, der \»u_ischtraum jeder Frau
Und wohin geht Vati?
Die Kenntnis detsen, was der Vater im Berufe
tut, ist für das Kind ein wesentlicher erzieherischer Faktor
SchwangerSchaftsgefährdungen
Speisezettel chemisch betrachtet

28/2/51

Es war ein langer Weg
Von Eleanor Roosevelt
Hollywood auf der Suche nach einer neuen Garbo
Die Augen unseres Kindes
Vetternwirtschaft in der sowjetischen Filmindustrie
* *

7/3/51

Textilgeheimnisse aus den USA
Die moderne Kleidung wird immer leichter und
wärmer im Winter und immer leichter und kühler im Sommer
Gestern wurde ich geschieden - Probleme, die
eine Scheidung mit sich bringt
Die Musterfarm in Ambler
Eine berühmte landwirtschaftliche Schule in
den USA
Mumps oder Gehirnentzündung
Ein neuer Mumps-Test ermöglicht eine zuverlässige Diagnose
-10-

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
7/3/51
14/3/51

*

21/3/51

*

28/3/51
*

*

Das internationale Institut zur Bekämpfung von
Kinderkrankheiten
Die "Smith-Girls"
Das Smith College in Northampton
Für gesetzliche Gleichberechtigung
Das doppelte W
Die neue Modesilhouette
Wenn ein Kind operiert werden muß . . .
"LEO", der Schnitzelkönig von New York
Wiener Küche und Wiener Melange begeistern
New Yorks Feinschmecker
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Vom Ursprung und Nutzen des Staubes
Freundschaftsbande über die Grenzen hinweg
Kühl aber nicht frostig
New Yorker Innenarchitekten sagen eine Wandlung
des amerikanischen Geschmacks zu einer gewissen
•gemütlichen Sachlichkeit' in der Wohnraumgestaltung voraus
Vielseitige Würstchen.Einfache amerikanische
Rezepte mit Frankfurter Würstchen
Appell an Stalin
Amerikanische Abgeordnete versucht Stalin von
den Friedensbestrebungen der USA zu überzeugen
Ein schöpferisches Handwerk
Auf der Suche nach ewiger Jugend
Ausstellung "neues Haushaltgerät in USA" in
Stuttgart
Das deutsche Waisenhaus in Washington
* * * * *

- 11 -

�6) GEISTIGES LEBEN
Januar 1951/1

Malerei der Völker
* Deutsche Amerikafahrer im 17. und 18. Jahrhundert
* Kreisler, mit den Augen des Freundes gesehen
»TOHUWABOHU"
Wie die Erde wurde

Januar 1951/11

* Kann ein Mythos abdanken?
Robert M. Hutchins, bisheriger Rektor der
Universität Chicago, legte sein Amt nieder,
um eine leitende Stellung in der "Ford-Stiftung"
zu übernehmen
Dichter und Bauer in Georgia
Byron Herbert Reece aus Georgia baut 70 Morgen
Kartoffeln, Bohnen und Getreide und macht Gedichte
* "Sonnenfinsternis" am Broadway
Bühnenfassung des aufsehenerregenden Romans
"Sonnenfinsternis" von Arthur Koestler uraufgeführt
Nicht Toleranz sondern Brüderlichkeit
"World Brotherhood" und ihre deutsche Sektion,
derMKoordinierungsrat der Christen und Juden
in Deutschland"
* * * * * #

Februar 1951/1

Albert Einstein: Aus meiner Jugend
Amerika von Schiller bis Bert Brecht
Deutsche Amerikagedichte
* Unaufhörliche uegenwart
Zu Kart Weills zweitem Todestag
Neue Elemente und alte Götter
1'5 Quizfragen für klassisch gebildete Chemiker

Februar 1951/11

Bücher für alle
Die "Hartgesottenen" schockieren nicht mehr
Hemingways und seiner Epigonen Verdienst war
es, den amerikanischen Bürger aus sozialer und
politischer Indifferenz aufgestört zu haben.
Der heutige Leser aber will nicht mehr nur
schockiert, sondern auch über psychologische
Zusammenhänge unterrichtet werden
* Das Gespräch - Bronzeplastik des deutschen
Bildhauers Knud Christian Knudsen
Propaganda bei Lichte betrachtet
Methoden der kommerziellen und politischen
Propaganda
* * * * * *

- 12 -

�.

GEISTIGES LEBEN
März 1951/1

*

*
*

März 1951/II

Pioniere des modernen Wohnbaus
Die beiden amerikanischen Architekten Greene
und Greene
Aus dem New Yorker Musikleben
Zeitlose Plastik
Der amerikanische Bildhauer Donal Hord
Er war der Lehrer des Mahatma - HenryDavid Thoreau
Eduard Hansliok
Der große Widersacher Wagners in Wien
Neuausgabe der Schriften des großen Wiener
Musikkritikers' Eduard Hanslick in einem New
Yorker Verlag
Befreiung von der Angst
Zu Arthur Koestlers neuem Buch
Horace Greeley, Amerikas größter Zeitungsmann
Seher der kommenden Krise
Herman Melville und Nathaniel Hawthorne
* * * * *

7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT
6/1/51

Um die Kontrolle von Preisen und Löhnen
Schwere Aufgaben für die Stabilisierungsbehörden
in USA
Steigende Neuinvestitionen in USA
US-Industrie hat Betriebskapital seit 1939
verdreifacht
Marktforschung als Mittel zur Kostensenkung
"Standard Oil" reduzieren Vertriebskosten
durch verstärkte Marktbeobachtung

13/1/51

Arbeiterparadies im Scheinwerferlicht
ILO will an Untersuchungen über Zwangsarbeit
in der Sowjetunion teilnehmen
*

Aus schwarz-weiß wird bunt
Farbphotographie vor dem Wendepunkt
Mit anderen Augen gesehen
US-Wirtschaftsinstitut berichtet üher Aufgaben
und Zweck der "public-relations"
Baumwolle stark gefragt
Weltbaumwollverbrauch erreicht neuen Höchststand
Weitere Erschwerungen bei US-Exporten
US-Handelsministerium gibt neue Exportbestimmungen bekannt
Bisher 76 Prozent der jährlichen US-Baumwollexportquote freigegeben
- 13 -

�' WIRTSCHAFT UND ARBEIT
20/1/51

Milliarden für die Freiheit
Das neue amerikanische Verteidigungsbudget
Verteidigungswirtschaft in USA
Die wirtschaftspolitischen Ziele und Forderungen
Präsident Trumans

27/1/51

Der Mavshallplan im Zeichen der europäischen
Wiederbewaffnung
Von Miltjn Katz - ECA-Sonderbotschafter für
Europa
Der Kongreß spitzt den Bleistift
Washington sucht neue Steuerquellen
Technische Hilfe für Europa
ECA Austausch von Fachleuten und Erfahrungen
soll Industrieproduktion weiter steigern
•

# * * *

3/2/51

"Eiskeller" oder "Kühlschrank"?
löhne und Preise in USA sind eingefroren worden
Wenig Interesse am Kapitalexport nach Deutschland
US-Wirtschaft äußert Bedenken gegen Mitbestimmung und Lastenausgleich
Der Wettergott kann nicht mehr launisch sein
Künstlicher Schnee für Amerikas Wintersportler
US-Bruttosozialprodukt seit 1929 um 75$
gestiegen

10/2/51

Keine "Ladenhüter" für ERP-Lieferungen
ECA und ERP-Ministerium überwachen Verwendung
der Marshallplangüter
Steigende Sozialleistungen der US-Industrie
Über 5 Millionen Arbeiter werden von privaten
Pensionsplänen erfaßt
Lebhafte Einzelhandelsumsätze in USA
Keine Verknappungen bei Verbrauchsgütern zu
erwarten
Koordinierung der Verteidigungsproduktion
US-Wirtschaftshilfe für Europa soll gegebenen
Verhältnissen angepaßt werden
UN untersuchen Probleme wirtschaftlich rückständiger Gebiete

17/2/51

Steuerschraube statt Notenpresse
Die 10-Milliarden-Dollar Steuervorlage
Präsident Trumans
Vom Umgang mit Vertretern
In Hartford in USA heißt man jeden persönlich
willkommen

-H-

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/2/51

Umstrittener Lohn- und Preisstop in den USA
Vorläufiger Schut'zwall gegen inflationistische
Tendenzen in der amerikanischen Wirtschaft

24/2/51

Ein V/arenhaus für Rohstoffe
USA lagern strategisch wichtige Materialien
Zunehmende Kreditgewährung der Weltbank
Anleihevolumen überschreitet 1-MilliardenDollar-Grenze
Wofür gibt der Durchschnittsamerikaner
sein Geld aus?
US-Bundesamt für Arbeitsstatistik will
Verbraucherindex revidieren
Weniger Gesellschaftsneugründungen in den USA
Freies Wochenende wichtiger als 8-Stunden-Tag
* # # * *

Für die Sicherung des Friedens
Die wirtschaftlichen Aspekte der amerikanischen
Verteidigungsbemühungen
Wallstreet bleibt aktiv
Weiter lebhafte Umsätze an der amerikanischen
Wertpapierbörse
Deutsche Werkzeugmaschinen gehen in die Welt
Mitteldeutsche Exportindustrie wird mit Gegenwertmitteln in Westdeutschland wiederaufgebaut
Berufsförderung für Körperbehinderte

3/3/51

10/3/51

17/3/51

*

Deutsche Landwirtschaftsmaschinen wieder auf
dem Weltmarkt
Die größte Traktorenfabrik Europas ist mit
ERP-Krediten aufgebaut worden
Lebensversicherungen in USA stark gefragt
Neugeschäft 1950 um 24,5$ höher als im
Vorjahre
Rentabilitätssteigerung mit Hilfe der Gewerkschaften
Hochschulstipendien für begabte Arbeiterkinder
in USA
Lebhaftes Kaufinteresse auf New Yorker Fachausstellungen
Einschränkung des Metallverbrauchs führt zu
Vorbehalten der Verkäufer
Herr Smith und seine Steuererklärung
Auch die Amerikaner haben ein Finanzamt
Schlichtere Warenverpackung in USA
Packmittelindustrie sieht sich nach Austausch- '
Stoffen um
- 15 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
17/3/51

24/3/51 .

Die elektrischen Verkehrspolizisten New Yorks
Neue Verkehrsampelschaltung beschleunigt
Straßenverkehr
Produktivität und Leistungssteigerung in USA
Amerikanische Arbeiter antworten auf eine
Umfrage
*

Ein Rad dreht sich - hundert drehen sich mit
ERP-Hilfe für einzelne Industrieunternehmen
führt zum wirtschaftlichen Aufstieg einer
ganzen Stadt
Cowboyanzüge am meisten gefragt
New Yorker Spielwarenausstellung brachte
lebhafte Umsätze bei leic-h't erhöhten Preisen
Pensionen und höhere Löhne
Die Erfolge der US-Gewerkschaften im Jahre
1950
US-Stahlindustrie plant umfangreiche Neuinvestitionen
Produktionskapazität soll auf 120 Millionen
Jahrestonnen erhöht werden
* * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

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INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. April 1951 - 30. Juni 1951

Seite

1.]1

ALLGEMEINES

1

2 . :1

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

5

3 . :1

SCHAUBILDER

6

4. )

SONDERBEILAGEN

6

5. &gt;

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

7

6. &gt;

JUGEND

9

7.: 1

GEISTIGES LEBEN

10

8. )

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

* * * * *

�I

ALLGEMEINES
4/4/51

7/4/51

11/4/51

14/4/51

18/4/51

21/4/51

*

Tiefkühlung;, ein Millionengeschäft
(Schnellgefrierverfahren)
Wer ist der bessere Fahrer*
Mann oder Frau?
Monsignore Fulton J. Sheen •- ein
unwiderstehlicher Christ
Amerikas erfolgreichster katholischer Seelsorger
Das Geheimnis der Sardinen
Plötzlicher starker Rückgang der Sardinenfänge im Pazifik
Salzdome und Salzgärten
Kochsalzförderung in den Vereinigten
Staaten
Die große Tat unseres Jahrhunderts
Verwirklichung der Menschenrechte
"Macht der Furcht ein Ende-.."
Rede des Senators Henry Cabot-Lodge jr.
VJ,T der UN-Vollversammlung
"ZIM"', das neueste sowjetrussische
Automodell
Neue Wohnungen in Gminderdorf
An der Schwelle zur nationalen Unabhängigkeit
Die bevorstehende Gewährung der Autonomie
für Puerto Rico
Die Teppiche der Navajos
ölrausch in Texas
Generalleutnant Matthew Bunker Ridgway
Wasserskilauf^ der jüngste Volkssport
in den USA
Neuer Vorstoß der Medizin im Kampf gegen
die Spinale Kinderlähmung
Kapitalismus - ein für die USA überholter
Begriff
Die neue polnische Armee - ein Werkzeug
des Kreml
Elektronenmikroskop erschließt eine neue
Welt
Merkwürdigkeiten bei der Herstellung von
Stahl

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST
kostenlos Bildmaterial.

- 1 -

�ALLGEMEINES
25/4/51

Gewerkschaften schaffen internationale Einheit
York, Pennsylvania - eine vorbildliche Stadt
Räder rollen für den . . . Frieden. Gemeinsamer deutsch-französischer Güterwagenpark

28/4/51

Tatarennachrichten über die USA (Buchbesprechung)
Ein Rembrandt für acht Tage. "Die "Lejhbilderei"
von Harbor Beach
Washington im Frühling
* * # * *

2/5/51

Ein Refugium für erlauchte Geister. Das Institute for Advanced Study in Princeton, New
Jersey
Der Sommerschnitt. Kein verstümmeln von
Sträuchern
Südliche Sonne in Büchsen. Neuartiges Konservierungsverfahren

5/5/51

Arbeite, spiele und werde gesund - mit Musik
Rundfunkstationen in Alaska
Die Tito-Stalin Kontroverse. Hamilton E.
Armstrongs letztes Werk: "Tito and Goliath"

9/5/51

Das Volkskundemuseum von Neu-Mexiko in Santa Fe
Kongreßarbeit ist lebensgefährlich
Leserbriefe auf Bestellung in der UdSSR

t

Franziskanermissionen an der kalifornischen
£üste
"Quo vadis" - der Film der Superlative
Bilder aus den Tiefen des Meeres

12/5/51

16/5/51

Funksprechverkehr als Arbeitshilfe in der
Industrie
Das Weiße Haus wird "verkauft"
Erfolg macht wachsam. Verbesserung der menschlichen Beziehungen und materiellen Lebensbedingungen

19/5/51

Die wohltemperierte Narkose
Neue Wohnbaumethoden in den USA
Was mich in Europa verrückt macht. Ein amerikanischer Gelehrter kritisiert das europäische
Akademikertum

*

- 2 -

�ALIGEMEINES
23/5/51

Auf dem Wege zu einer neuen Eiszeit? Wetterprognose für den Rest des Jahrhunderts
Amerikanisches Institut für Welthandel in
Arizona
Fischerei im Nordatlantik - ein wichtiger
Beitrag zur Welternährung

26/5/51

Akademische Ehrung für US-Hochkommissar John
Ja McCloy, Präsident
Heuss? Bundeskanzler
Adenauer und die Rektoren der Berliner Freien
Universität und der Universität Bonn durch
die Universität Maryland
Der Sonderwagen des amerikanischen -Präsidenten
Streifzug durch New Yorks "Chinatown"
Die Briefe Präsident Roosevelts

30/5/51

Der moderne Mensch schon 75 000 Jahre alt
Die Wurzeln des Totalitarismus
Ein Leben für den Portschritt, Charles F.,
Kettering, der vitalste und einfallsreichste
Erfinder Amerikas

2/6/51

Charaktertraining in amerikanischen Jugendlagem
Franz Daniel Pastorius. Gründer und Bürgermeister der ersten deutschen Siedlung in den USA
"Die Front ist überall". Die KP in den USA

6/6/51

In Memoriam Serge Koussevitzky
Brücken in die Vergangenheit. überdachte Holzbrücken in den USA
Der erste totale Sieg über die Malaria
Die Flötensammlung der Kongreßbibliothek

*

9/6/51

Neues Serum gegen Tollwut
Automatische Sicherungen gegen menschliche
Unzulänglichkeit bei US Eisenbahnen
Hotelführung als Universitätsfach

13/6/51

Der Grand Canyon - Amerikas größtes Naturwunder
Was verdient der Durchschnittsamerikaner?
Ein praktischer Träumer, Der amerikanische
Sozialistenführer Norman Thomas erörtert die
Schwächen und Möglichkeiten des Sozialismus

16/6/51

Tierparadies hinter Wolkenkratzern- Der
"Bronx-Zoo" in New York

- 3-

�ALLGEMEINES
16/6/51

Die Thrombose verliert ihre Schrecken
"Mir bitte Tintenfisch mit Reis und Seetang".
Truppenverpflegung in Korea

20/6/51

Die Lehren von Korea machen kollektive Friedensaktion notwendig. Warren Austin zum ersten Jahrestag der roten Aggression in Korea
Die Flucht ins Grüne und ihre Folgen. Stetig
wachsende Vororte sind für Millionenstädte der
USA gewaltiges Verkehrs- und Verwaltungsproblem
Warum Rußland den Koreanern nur unzureichende
Waffenunterstützung gewährt
Verpflanzung lebender Zähne

23/6/51

"Imperium" Texas
Zwei Musiker fangen den Regenbogen. Verwendbarkeit des Farbfilms verdankt die Welt zwei
amerikanischen Musikern
Führer und Kopfe. Bemerkungen amerikanischer
Wissenschaftler über die Psychologie des Erfolges

27/6/51

Das papierene Gedächtnis Amerikas. Die Kongreßbibliothek in V/ashington
Mitbestimmungsrecht - auf amerikanische Weise
Die Fesselung der Kunst in der UdSSR. Eine
Buchbesprechung von Brooks Atkinson, "New
York Times"

30/6/51

Das Recht auf Leben, Freiheit und Glück. Aus
dem Text der Unabhängigkeitserklärung vom
4. Juli 1776
An alle, die :lie Freiheit lieben. Botschaft
des amerikanischen Präsidenten Harry S.Truman
175 Jahre der Freiheit. Von Ralph J. Bunche
Der amerikanische Unabhängigkeitstag und
Europa. Der 4. Juli 1776 und seine Wirkungen
auf unsere Zeit
Warum ich in Amerika lebe. Brief des bekannten Journalisten und Schriftstellers Joseph
Wechsberg an einen kommunistischen Jugendfreund

- 4 -

�2|_K0MMENTARE_VgN_J0HN_I1_MgRTgN
Im Dienste des Weltfriedens
Vor den Zusammenbruch der Obstruktionspolitik
Eine große Verantwortung
Eine notwendige Konsequenz
Ein kühner Versuch
Richtige Bewertung der Ereignisse
Gedanken zum 1. Mai
Deutschland am Scheidewege
* * * * *

Europa blickt auf Bonn
Der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus
Deutschlands Stunde der Entscheidung
Europa muß wachsam sein
Gleiche Rechte - gleiche Pflichten
Sicherheit im Mittelmeer
Um das "Schwarze Gold" Persiens
Der Freiheit einen Dienst erwiesen
Freiheit - ein Gerücht
* * * * *

Ein lohnendes Angebot
Der Groll wächst
Der Wille zur Verteidigung
Ein anschauliches Beispiel
Für die Freiheit Europas
Noch ist es Zeit
Annehmbare Bedingungen
Friedensvorschlag oder Propagandatrick?
Ein Tag des Gedenkens und der Verpflichtung
* * * * *

- 5 -

�21_§CHAIBILI)ER.
4/4/51
14/4/51
21/4/51
25/4/51

Die Clförderung im Nahen Osten
Der Rote Stern sinkt
Stahlerzeugung
Europäische Geineinschaft für Kohle und Stahl

2/5/51
12/5/51
16/5/51
23/5/51

Verluste im Koreakonflikt
Deutsche Konsulate in den USA
Wieviele Menschen leben auf unserer Erde?
30 000 Ausländer studieren in den USA
* * * * *

2/6/51
6/6/51
13/6/51
23/6/51

Dollars reisen nach Europa
Die Autoproduktion der Welt im Jahre 1950
Deutschlands Handel mit den USA
Die OEEC und ihre vielseitigen Aufgaben

12_§2NDERBEIIAGEN_
4/4/51
11/4/51

14/4/51
18/4/51
21/4/51

28/4/51

Präsident Truman und Außenminister Dean
Acheson zum Erfolg des ERP
Produktionskraft - ein Instrument des Friedens
Rede des ECA-Administrators William C. Poster
vom 3» April 1951 anläßlich des dreijährigen
Bestehens des Marshallplans
Truman: Tür zu Verhandlungen jederzeit offen
(Rede vom 11.4.51)
Truman: Abzug aus Korea würde neuen kommunistischen Angriff auslösen (Rede vom 15.4.51)
Acheson zur Pernostpolitik der Vereinigten
Staaten (Rede vom 18.4.51)
Omar N. Bradley: Ausweitung des Koreakrieges
(Rede vom 17.4.51)
MacArthurs Abschiedsrede (vom 19.4.51)
McCloy: Die Vereinigten Staaten werden jedem
bewaffneten Angriff auf Westdeutschland begegnen (Rede vom 25.4.51)
* * * * * *

2/5/51
9/5/51

Acheson zur gegenwärtigen internationalen Lage
(Rede vom 30.4.51)
Präsident Truman über die Begrenzung des Koreakonfliktes (.Rede vom 7.5-51)
- 6 -

�"SONDERBEILAGEN
23/5/51
26/5/51

Die Ost-West Spannung. Von Carl C Hilton
Sechster Vierteljahresbericht des US-Hochkommissars John J* McCloy
Truman fordert 8,5 Milliarden für die Verteidigung der Freiheit (Rede vom 24-. 5-51)
* * * * *

2/6/51
13/6/51
16/6/51

20/6/51

23/6/51

27/6/51

Note der drei Westmächte an die Sowjetunion
über Abhaltung einer Außenministerkonferenz
am 23» Juli in Washington
Im Schatten der Präsidentschaftswahlen» Von
Carl C. Hilton. I. Folge» 'Außenpolitik - das
Zünglein an der Waage
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen. 2. Folge: "Rätselraten im demokratischen
Lager". Von Carl Co Hilton
Truman fordert scharfes Anti-Inflationsprogramm
zur Sicherung des amerikanischen Verteidigungsbeitrages (Rede vom 14.6.51)
Im Schatten der amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Von Carl C Hilton. 3- Folget "Umstrittene Figuren auf dem republikanischen Schachbrett"
I. Europas Wirtschaftszentrale baut an der
Zukunft» Von Hans Günther-Patzig.
II.McCloy: Bundesrepublik macht Fortschritte
(Rede vom 19.6-51)
1. Truman: USA für echten Frieden in Korea
(Rede vom 25.6.51)
2 u Rundfunkansprache US-Hochkommissar=John J„
McCloy zur Situation in Deutschland
(vom 26.6.1951)
* * * * *

5) ARTIKEL FÜR DIE FRAU
4/4/51

11/4/51

Amerikanerinnen von heute
Pubertätspickel
Exaktes Wirtschaften und strenges Haushalten
Textilausstellung in New York
Frauen im Dienst der Amerikanischen Luftstreitkräfte
Musikalische Reise durch Westafrika
Die amerikanische Mutter: Vor 2 5 Jahren und
heute
- 7 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
11/4/51

Mannequin mit 76
Die koreanische Bibel - Das Buch der Frauen

18/4/51

"Andante-Grün" und "Viktoria-Efeu". Die amerikanische Autoindustrie appelliert an den Geschmack der Frau
Nimm und gib
Matisse, der Tapetenmaler. Neue "alte" Ideen
amerikanischer Innenarchitekten
Bleierner Frühling. Frühjahrsmüdigkeit Symptom mancher ernsthaften Krankheit
Die Emanzipation der Frau nach russischem
Muster
Amerikanische Frauendelegation besucht Westdeutschland

25/4/51

Erwerb contra Beruf. Amerika bietet den jungen
Mädchen die besten Berufsaussichten.
Für Regen und Sonnenschein. Die neue Regenmode
Über das Trinken
Gibt es eine erbliche Anlage für Krebs?
Eine "Bombensache". Druckkonserven für Hausfrau, Industrie und Wirtschaft
*

* * * *

2/5/51

Hausschneidern in USA sehr beliebt
Liebe ist "Mantsch". Kinder wählen und zensieren Filme
Vision einer besseren Welt. Highschool-Schülerinnen gründen eine eigene "Modellnation"
Frauen an der Drehbank
Weiblicher Flughilfsdienst in den USA
Vielseitige Glasfaser

9/5/51

Ethel Barrymore, die "First Lady der amerikanischen Bühne"
Amerika braucht Krankenschwestern
Ist Joghurt gesünder als Milch'
UN-Kommission für die Rechtsstellung der Frau
eröffnet neue Sitzungsperiode
Die Frau und das amerikanische Geistesleben
In Deutschland lebende amerikanische Familien
adoptieren deutsche Waisen
Babys, die bei ihrer Geburt weniger als ein
Kilo wiegen, sind durchaus lebensfähig

16/5/51

- 8 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
23/5/51

Die UN-Kommission für die Rechtsstellung der
Frau
Brot als Proteinquelle
Es gibt so viel zu lernen, ehe man zur Schule
kommt
Brasilianerin als "Frau der Amerikas" geehrt
*

* * * *

6/6/51

Vernachlässigte Kinder - eine lohnende Aufgabe
für jede Frau
Judy Hollyday, die beste amerikanische Filmschauspielerin des Jahres 1950
Psychologische Betrachtung über Farben
Demokratie - eine Lebensform. Hessische Frauen
tagten in V/iesbaden
Wie behandelt man Cordsamt?
Die Rolletder Frau im heutigen Deutschland.
Rede des Stellvertretenden US-Hochkommissars
in Deutschland, Benjamin J. Buttenwieser,vom
26. Mai 1951

20/6/51

Erziehung zur Reife
Großmütter machen Filmkarriere, Hollywood
wird natürlicher
Neue Größennormung für Damen- und Kinderkleidung
Schönheitstips für die Frau mit wenig Zeit
und kleinem Geldbeutel
Spinale Kinderlähmung durch Tröpfcheninfektion
Pasteurisieren mit Elektronen
Behandlung von Schnittblumen
Eindrücke einer Reise durch das Bundesgebiet
* * * * *

6) JUGEND
April 1951/1

Die Geschichte der ersten Schmetterlinge. Eine
indianische Volkssage
Von der ersten primitiven Dampfmaschine zum modernen Stromlinienzug
Rätsel um die Gallina-Indianer
Baseball, Amerikas Nationalsport

- 9_

�JUGEND
April 1951/11

Santiagos Schuld. Eine Erzählung aus New Mexico
Großes Land Alaska
Leihanstalt für Ziegen und Mäuse. Tiere helfen
den Lehrern beim Unterricht
Versuch's mal, i'ir basteln uns ein indianisches
Gefäß

Mai 1951

Der Adler auf dem Totem-Pfahl. Eine Indianergeschichte aus Alaska
Was sind "Teenagers"?
Die Puppen der Pueblo-Indianer
Sternwarten gestern und morgen
*

Juni 1951

*

Ich bin ein Cowboy - jippi jeh
Wie Tee Pete, der Mississippi-Boy, seinem Vater
das Leben rettete
Wenn es draußen donnert und blitzt
Giganten des Meeres

7) GEISTIGES LEBEN
April 1951/1

Freiheit als unabdingbare Voraussetzung menschlicher Fortentwicklung. Von Warren M. Robbins

April 1951/11

Thomas Mann: Ich stelle fest . . .
Indien liebt die Freiheit
Hugo Muensterberg - ein Mittler deutschen und
amerikanischen Wesens
Lesebücher einmal anders
* * * * *

§2J?I2TSCHAFT_UND_ARBEIT_

7/4/51

Verbrauchervereinigung in den USA berät das
Publikum
Amerikanisches Gewinnbeteiligungssystem als
Beitrag zur Betriebspsychologie
Deutsche Lederwarenindustrie vor neuen Aufgaben.
Stuttgarter Firma erzielte mit ERP-Hilfe erhebliche Produktionssteigerung
- 10 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
7/4/51
14/4/51

US-Warenhäuser wollen telegraphischen Geschenkdienst einrichten
Die Jahresabschlüsse der amerikanischen Firmen
Drei Jahre europäischer Wiederaufbau
Löhne und Lebensmittelpreise. Australien führt
vor den USA - Westdeutschland an 12. Stelle
Westdeutschlands Bleibergbau erhält neue Bedeutung
USA wollen apfelgroße Erdbeeren züchten

21/4/51

US-Produktionsausweitung im Sinne der Regierung
US_Gewerkschaften beteiligen sich wieder an
Verteidigungsmobilisierung
Welcher deutsche Warenpreis liegt in den USA
richtig?
Der kleine Mann zahlt in den USA nicht die
höchsten Steuern
Viehherden säen ihre Weide selbst
Männer über 40 als verkaufskanonen

28/4/51

Beseitigen freiwillige Kreditrestriktionen die
Deflationsgefahr?
Ein amerikanischer Kommentar zum 1. Mai
Moskau spricht von Produktionssteigerungen
Standard Oil verdiente täglich eine Million
Dollar
* * * * *

5/5/51

Deutsche Kaufleute müssen in den USA amerikanischer werben
Neue Produktionswege der USA
Weiterhin erhöhte Gesellschaftsgewinne in den
USA
Die amerikanische Gewerkschaftspresse

12/5/51

Europa kritisiert internationale Rohstoffpolitik
Der deutsche Sozialreferent in New York
US-Firma mit 1 Million Aktionären
Amerikaner fuhren 2 Millionen mal zum Mond

19/5/51

Das militärische und zivile Leistungspotential
der USA
Ein neuer amerikanischer Absatzmarkt für den
deutschen Kaufmann
Europa braucht amerikanische Kohle
- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/5/51

Mehr Frauen als Funktionäre in US-Gewerkschaften
gefordert
USA produzierten 3 520 zivile Flugzeuge
US-Lastkraftwagen werden älter
Chicago erzeugt 9 000 verschiedene Artikel

26/5/51

Ungenutzte Chancen im Wettlauf um den US-Markt
Nachgiebige Grund stoffpreise in den USA
Geschrumpfter amerikanischer Exportüberschuß
US-Gewerkschaften jetzt mit gleitender Lohnskala einverstanden
Gesellschaftsgewinne als US-Staatsproblem
US-Zivilluftfahrt dient überwiegend Berufszwecken
Wasserdichter Stoff ohne chemische Behandlung
Die amerikanische Frau im Berufsleben
* * * * *

2/6/51

V/all Street ist besorgt
Der Weg zum US-Verkaufsschlager
Pennsylvania als Beispiel für die Wechselwirkung des ERP
Wohin die Amerikaner in Deutschland reisen
US-Rundfunk- und Fernsehgesellschaften verdienten 555 Millionen Dollar
Amerikanische LKW'8 fahren mehr als 56 km
Stundendurchschnitt

9/6/51

Umschichtung der Einkommensverhältnisse in den
USA
Bei Macy kaufen täglich 150 000 New Yorker
Um die Verlängerung des Preis-und Lohnstops
Der "New Look" der amerikanischen Südstaaten
Facharbeiter-Nachwuchs in den USA
Amerikanische Gewerkschaftsbanken
Ratschläge für die Ausfuhr nach den USA

16/6/51

US-Jahresimporte mit 12 Milliarden Dollar veranschlagt
Währungsaufwertungen kein Mittel gegen Inflation
Gesunde Investierungspolitik der US-Regierung
Positive amerikanische Beurteilung des OEECJahresberichts
- 12 -

�•WIRTSCHAFT UND ARBEIT
16/6/51

Die Streikbilanz in den USA
Amerikaner konzentrieren sich auf die Vorstädte.
Land- und Großstadtflucht in den USA
Rotierende Verkaufsstände in US-Warenhäusern

23/6/51

Erfolgsgeheimnis in den USA: Gemeinschaftswerbung
"Eingemottetes" Verteidigungsmaterial beschleunigt Mobilisierung
Kaufleute aus dem Westen gelten in Satellitenstaaten als Spione
Neue Aufgaben der OEEC zur Schaffung einer gesunden europäischen Wirtschaft
Kostensenkung durch mechanisierten Materialtransport
Patent für eine Apfelsinen-Schälmaschine

30/6/51

Ein Jahr europäische Zahlungsunion
Der Vorsprung der US-Textilindustrie
Auch die USA haben Kohlesorgen
Was gibt die Durchschnittsfamilie in den Südstaaten aus?
Alaska ist keine Goldgrube für Arbeiter
Glänzende Berufsaussichten für Studenten in den
USA
* * * * *

Zu den mit
* bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.
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INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICKTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Juli 1951 - 30. September 1951

Seite

ALLGEMEINES

2.

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

4

3.

SONDERBEILAGEN

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4.)

ARTIKEL FÜR DIE FRAU

6

5.)

JUGEND

8

6.)

GEISTIGES LEBEN

8

7.)

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

9

8.)

LANDWIRTSCHAFT

11

* * * * * *

Zu den mit *
bezeichneten Artikeln liefert der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial.

�)

ALLGSMEINES

4/7/51

*
*
*

1/1/51
*

Das Aufforstungsprojekt der US-Regierung
Medizinische Farbfernsehsendungen in den USA
Die Lebensgeschichte des Geigers Joseph Szigeti
Das Ergebnis einer Reportage über die deutsche
Jugend in "Ladies' Home Journal"
Gymnastik oder Diät?
"Die großartigste Schau der Welt"
Cecil E. DeMille dreht einen großen Zirkusfilm

11/1/51

*

U/1/51

*

Bessere Ausrüstung und größere Sicherheit für
amerikanische Flieser
Beef aus Poseidons* Küche
Sauerbräten aus Walfischfleisch
Hat Amerika Musikkultur?

18/7/51

*

Zeitlose indianische Kunst
Die Entwicklung einer kleinen deutschen Siedlung
in Kalifornien
Der verbrannte Dornbusch von Manes Sperber
Emanzipation der Dissonanz
Zum Tode Arnold Schoenbergs

Ein Traum von der hohen Gotik
Washingtons Kathedrale St. Peter und Paul
* Tuberkulosebekämpfung in den Vereinigten Staaten
Karl Pfaffs romantischer Keller

21/7/51
*

25/7/51

*
*

28/7/51

*

Freud und Leid eines Fernsehschauspielers
Von baumloser Steppe zum führenden Agrarstaat Nebraska
Zum Wohle der Menschheit - Die Fordstiftung
Zum Tode des amerikanischen Flottenchefs
Admiral Forrest Percival Sherman
Louisiana-Story
Zehn Jahrtausende "Neue Welt"
Dorothy Thompson über Sinclair Lewis

Der erste Pullman: ein Leichenzug
Wovon die Menschen träumen
Der Forstmeister Vanderbilts
* Robert Flaherty zum Gedächtnis

�ALLGEMEINES
Stahlmetropole und Kulturzentrum
Das Gebiet um Pittsburgh (Pennsylvania)
Filmnotizen aus Hollywood
Außenpolitik am Modell
Ghautauqua - die amerikanischste Sache Amerikas
Die amerikanische Baugenossenschaft "Home Builders
Ine.«
Welten "entstehen und vergehen" im New Yorker
Hayden-Planetarium
William Morrow Fechteier - der neue Stabschef
der US-Flotte

1/8/51

4/8/51

Unter dem Sternenhimmel der Wüste
Stammestreffen der nordamerikanischen Indianer
Central-Valley-Projekt - eine neue Groflleistung
der Technik
Der Steckbrief des Krebserregers

8/8/51

11/8/51

Zweieinhalb Jahrtausende Atomtheorie
Keine Angst vor dem Alter
Am Kreuzweg zweier Welten
Santa Fe, die Hauptstadt Neu-Mexikos
Weltjugend ohne Brotbeutel-Ideologie

15/8/51

Vergessene Welt in den Schwarzen Bergen
Chicagos berühmtes Bismarck-Hotel
Gutes Theater braucht Subventionen

18/8/51

New York - die Stadt aller Städte
Einhörner und'Wale mit Zahnprothesen
Zum Tode William R. Hearsts

22/8/51

*
*

25/8/51

US-Hilfe für deutsche Kriegsversehrte
Das goldene Tor zum Frieden - der japanische
Friedensvertrag
Lebensgeschichte des heute 80-jährigen Deutschamerikaners Theodor Hemberger
Ein Besuch bei den Hutterschen Brüdern in SouthDakota
Y/enn man Rot von Grün nicht unterscheiden kann
Bestsellers, von denen man nicht spricht
Bibel, Kochbücher und populärwissenschaftliche
Schriften

- 2 -

�ALIGEIS INES
29/8/51

Präsident Truman zum "Labor 3ay" (3.9.51)
"Tag der Arbeit" in den USA
Kulturgeschichte aus Abfallhaufen
Ausgrabungen in Kalifornien und Arizona
500 Millionen Sterne v/erden photographiert
*

1/9/51
*
*

5/9/51

*

8/9/51
N
I

*

James Fenimore Cooper und seine deutschen leser
Indianersommer - der Herbst in den Vereinigten
Staaten
Der standhafteste Soldat der Welt, eine lebensgroße Kupferpuppe, die zu interessanten Experimenten benutzt wird
Die Vereinigten Staaten und die Berliner
Festwochen
Das Tal der steinernen Gespenster
Aus dem Sinkaufszettel des US-Verpflegungsamtes
Überraschende Ölfunde in Texas
Filmnötizen aus Hollywood. II. Folge
Geheimnisvolles Leben auf dem Meeresgrund
Rettende Engel im Hubschrauber
Arche Noah SOS!
V/alter Mehrings verlorene Bibliothek

12/9/51

Bunte Stoffe vom Bodensee
Ihr Steckenpferd: Erfinden
Zum hundertsten Geburtstag der "New York Times"

15/9/51

US-Verteidigungsminister Robert A. Lovett
Die Vorstadtsiedlung
Die "Ivluny" ,. das erste Freilichttheater der
Vereinigten Staaten
Firnis, Benzin und Fleischersatz aus Zuckeridirabfall

-X

19/9/51

22/9/51

Berichte und Ratschläge zum Thema: Auswanderung
nach Amerika
* Blut-Kurier für Korea
* Football - eine "Nationalkrankheit"
* Wildes Land Montana
Roger Williams, einer der bemerkenswertesten
amerikanischen politischen Denker des 17. Jahrhunderts
- 3 -

�ALLGEMEINES

22/9/51

Theorie und Praxis am Antioeh College

26/9/51

Ein neuer Zweig der Wissenschaft im Dienste der
Verteidigung
Bericht eines Streikes der ägyptischen Bauarbeiter während der Errichtung des Grabmals für
Ramses III.
Der neue Stil der Broadw^r-Shows

29/9/51

Vom Kartoffelacker zur Groß-Siedlung Levittown
Zeitungen auf hoher See
Gesunder Menschenverstand und kalkuliertes Risiko
Bildnis eines typischen amerikanischen Generals
*

2)

* * * * *

KOMMENTARE VON JOHN L. MORTON

4/7/51
7/7/51
11/7/51
14/7/51
18/7/51
21/7/51
25/7/51
28/7/51

Ein •ermutigendes Zeichen
Zweckgebundene Toleranz
Ein bedeutungsvoller Schritt
Ein konstruktiver Friedensvorschlag
Verhängnisvolles Zögern
Kontroverse um Spanien
Die Verteidigung ist unteilbar
Keine Zeit für lange Dispute
* * * * * *

1/8/51
4/8/51
8/8/51
11/8/51
15/8/51
18/8/51
22/8/51
25/8/51
29/8/51

Marshallplan und Verteidigung
Berlin - entscheidender als Persien und Korea?
Der rote Bluff
"Friedensaggression"
Washingtons Kurs liegt fest
Geringe Chancen für Moskau
Notwendige Klarstellungen
Täuschungsmanöver in Kaesong
Offenheit,aber keine Obstruktion
* * * * * *

�KOMMENTARE VON JOHN I. HORTON
1/9/51
5/9/51
8/9/51
12/9/51
15/9/51
19/9/51
22/9/51
26/9/51
29/9/51

Frei und gleichberechtigt
Y/eder Rachegefühle noch Ressentiments
Der Friedensvertrag mit Japan
Verhandlungen um Deutschland
Im Zickzack-Kurs zum alten Ziel
Im entscheidenden Stadium der Entwicklung
V/er sagt "Soldaten zweiter Klasse»?
Was will Grotewohl?
Friedensabkommen mit Deutschland

* #

* *

32__SONDERBEILAGEN_
7/7/51
11/7/51

Rede Präsident Trumans vom 4. Juli 1951 anläßlich der 175. Wiederkehr des Tages der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
Trumans Schreiben an Schwernik und die Freundachaftsresolutidn des amerikanischen Kongresses
(vom 7.7.51) •
E'isenhower fordert politische und wirtschaftliche
Integration Europas (Rede vom 3.7.51)
Präsident Truman ersucht US-Kongreß um Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland
(Schreiben vom 9.7.51)

25/7/51

Rede des- US-Außenministers Dean Acheson anläßlich
der 2 50-Jahrfeier der Stadt Detroit (Michigan)
(vom 24.7.51)

28/7/51

V/ortlaut des Begleitschreibens, das Präsident
Truman am 26.7.51 zusammen mit einem Bericht von
US-Außenminister Dean Acheson über die Teilnahme der USA an der Arbeit der UN im Jahre 1950
dem US-Kongreß übergab
V/ortlaut der Stellungnahme desT!S-Außenministers
Dean Acheson vom 26.7.51 vor dem Außenpolitischen Ausschuß des US-Senats zu dem von der amerikanischen Regierung vorgeschlagenen gegenseitigen Sicherheitsprogramm* * * * * *

- 5 -

�SCNDERBEILAGEN

1/8/51
22/8/51
29/8/51

Rede des amerikanischen Präsidenten vom 28. Juli
1951 anläßlich der 250-Jahrfeier in Detroit,
Michigan
Zusammenfassung des siebenten ViertelJahresberichts des US-Hochkommissars für Deutschland
Revidierter Entwurf des japanischen Friedensvertrages
* * * * * *

1/9/51

12/9/51
22/9/51
29/9/51

Das Gesicht der heutigen deutschen Presse
Abschnitt des siebenten Viertel Jahresberichts
des US-Hochkommissars John J. McCloy
Buttenwieser zur deutschen Kohlenversorgung
(30.8.51)
Sicherheitspakt zwischen USA und Japan
Wortlaut der Deklaration von Ottawa und des
Schlußkommuniques der Tagung des Atlantikrates,
(vom 20. September 1951)
Deutschland und der Westen
Aus:"London Economist"
* * * * * *

i2__A2TIKEL_PÜR_DIE_FRA.U
4/7/51

18/7/51

1/8/51

Das "Bachelor-Girl"
Die unverheiratete Frau in den USA
Literarische Grenzen bei den männlichen Autoren
Amerikas konstatiert Kritiker Donald Adams
"Mein Vati ist stärker als Deiner . . . "
Kindliche Rivalitäten und kleine Schlägereien
US-Institut für chemische Reinigung und Färben
bringt nützliche Hinweise zur Fleckenentfernung
Eindrücke v/eiblicher Bundestagsabgeordneter in
den USA
Ein Bericht der UN über Kinder- und Jugendfürsorge
Was man beim Kaufe einer Sonnälorille beachten
sollte
Mme. Beran lehrt die Damen der Washingtoner Gesellschaft die hohe Kunst der französischen Küche
Demagogentum bekommt der Frau schlecht
Freiheit ist Verantwortung

- 6 -

�ARTIKEL FÜR DIE FRAU
1/8/51

15/8/51

*

*

29/8/51

12/9/51

Stellenmärkte zur Auswahl
Angeborener Schwachsinn - kein unabwendbares
Schicksal mehr?
Ein schreiendes Häufchen Unheil
Ein verliebter Vater beschreibt seine kleine
Tochter
Wettbewerb für Amateurschneiderinnen im New
Yorker Waldorf Astoria Hotel

I

Die kristallene Welt des Cembalos
Frauen und Diplomatie
Syracuse - das Ivieissen Amerikas
Zehn Ratschläge für Erfolg im Beruf
Modevorschau auf den ^erbst
31 Jahre Wahlrecht' für die amerikanische Frau
Frau Bürgermeister^persönlich
Zehn Gebote für Ehefrauen
Fliegengitter-Metropole in Mount Wolf, USA
Man trägt Baretts, gnädige Frau

*
*

26/9/51
*

*

Das Jugendamt der Stadt N-ew York
"Wenn Mutti sich bloß nicht immer einmischen
wollte . . . "
Insekten a la carte
Jahrhundertealter Mottenkampf
Die Entwicklung der Frauencolleges in den USA
Kinder als Künstler
Lieber altmodisch, aber gemütlich
Interviews und Rundfragen beeinflussen die Baupläne amerikanischer Architekten
Grau ist durchaus nicht "greulich"
Grau in der diesjährigen amerikanischen Herbstund Wintermode
* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA DIENST"
kostenlos Bildmaterial.

- 7 -

�2LJL3ÜLSJL2.
Juli 1951

*

Hunde, die dem Menschen helfen
Der "stampfende Büffel" haßt Boogie-Woogie
Aus dem Alltag der Onondaga-Indianer
Im Zeichen der Maultrommel
Kang V/a, die Seidenraupen und der Kobold in der
Dachrinne
Der Mann, der Amerika seinen Namen gab
Zum 500. Geburtstag von Amerigo Vespucci

August 1951 *

Der Tanz ums Lagerfeuer
Wie die Indianer ihre Trommel und ihre Tänze
bekamen
* Wie man in Alaska lebt
Wie mit den Augen einer Katze
Das Geheimnis der infraroten Strahlen
Aus 12 PS wurden 14 000
* Zum Geburtstag Orville Wrights, des Pioniers
des Motorflugs
Lorenz Hagenbeck in Amerika

Sept. 1951

Die
Die
Der
Der

seltsamen Bewohner der "Carlsbad-Caverns"
sieben goldenen Städte
Leuchtturm der Kinder
Feuervogel
* * * * * *

6^

GEISTIGES_IiEBEN_

Juli 1951

Käuze auf der Kiste
Seifenkisten als Kanzel und Rednertribüne
Judentum und v/estliche Kultur
Wie man Freunde gewinnt
"Stalag 17" auf der New Yorker Bühne
August 1951
Die Tragödie der "deutschen" Indianer
Unsere Ahnen waren gar nicht von gestern
* Zur Bauhausausstellung im Busch-Heisingermuseum
an der Harvard-Universität
C0 2 statt Psychoanalyse?
Sept. 19*51

Sauerkraut und Weltschmerz
50 000 Worte Amerikanisch
Hervorragende Deutsche in den USA»
Dietrich von Hildebrandt
Das Ende der Rassenschranken
Menschen und Maschinen
* * * * * *

- 8-

�7) WIRTSCHAFT UND ARBEIT

7/7/51

*

H/7/51

*

21/1/51
*

Die US-Industrie seit Ausbruch des Korea-Konflikts
Petroleum-Chemie dürfte Gesicht unseres Jahrhunderts verändern
Das Empire State Building wechselte den Besitzer
Politbüro wünscht keine Prozentzahlen mehr
Die Lohntendenz in den USA
US-Produktionsmaschine läuft auf vollen Touren
Washington hat volles Verständnis für West-Osthandel in Europa
Neue Methoden beim Eigenheimbau in den USA
Schluchseekraftwerk schafft neue Energiequelle
in Südbaden
Gleiche ürlaubsbedingungen für Arbeiter und
Angestellte in #den USA
Absatzsorgen beim US-Handel
Stahlboom in den USA
Informationsreise nach Salt Lake City
Marshallplanhilfe und Ost-Westhandel
Elastischere Handhabung der US-Auslandshilfe

28/7/51

Lebensversicherung trotz KaufkraftSchwankung
* Exportchancen im amerikanischen Westen
KleinstStückelung ermöglicht jedem Amerikaner
den Erwerb von Aktien
Günstige Ernteaussichten für Baumwolle
* * * * *

8/8/51
*
*

18/8/51

*

Käufer contra Kaufmann
Tauziehen um die Preise in den USA
Radioaktive Isotopen im Dienste der Industrie
Vom Fußballstar zum Kleiderkönig
Mr. Meyers zieht die Frauen an
Neger in den US-Gewerkschaften
Umsatzsteigerung ohne Gewinnerhöhung
US-Gesellschaften füllen Steuersäckel
Vor einer allgemeinen Lohnanpassung
Auch die USA stehen vor dem Problem der
Lohn-Preisspirale

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
18/8/51

Immer mehr Warenhäuser auf Rädern in den USA
Die Internationale Genossenschaftsbewegung
Vom Notquartier zum Eigenheim - Bergarbeitersiedlungen, Werkswohnungen und Aufbauwohnungen
für Flüchtlinge

25/8/51

Ein Startzeichen für den deutschen Handel
Importgeschäft in den USA zeigt neue Belebung
Die Amerikaner feiern den Labor Day
Blüte in der Wüste - Das Sonnen- und Industrieland Kalifornien
Weiches Wasser - ein lohnendes Geschäft
Die Vertriebenenbank berichtet über Verwendung
der ERP-Gelder
* * * *

* *

1/9/51

US-Regierung veröffentlicht Sicherungsprogramm
für Industrie
Japan kann keine Reparationen zahlen
USA befürworten einen Versöhnungsfrieden
Die Lage in der amerikanischen Kohlenindustrie
Steigender Bedarf bei steigender Produktion
Lohnstop - ein Konterschlag für US-BaseballSpieler
Wirtschaftsaufschwung am Bodensee

8/9/51

Materialverknappungen in den USA
Entwicklung der US-Flugzeugindustrie
Die 10O OOO-Mann-Betriebe in den USA
Fernlaster durchqueren die USA

15/9/51

US-Gesellschaften zahlten 3,6 Milliarden
Dollar Dividenden
Takonit für die Erhöhung der Stahlproduktion
Eine Goldgrube im Mississippi-Sumpf
Schwefel ist das Salz der Industrie
Der beste deutsche Wohnungsbauer wird gesucht
Über 17 Millionen Krankenhaus-Zusatzversicherungen in den USA

22/9/51

US-Bruttosozialprodukt auf Rekordstand
Wer bezahlt die Neubauten der Industrie?
Besitzwechsel im "Pfannenstiel" von Texas
Elegante Garderobe - auf dem Acker gezogen

- 10 -

�«

WIRTSCHAFT UND ARBEIT
22/9/51

Die Schweiz und die Organisation der westeuropäischen Kohlenwirtschaft
Amerikanische Erfahrungen für Deutschlands
Wirtschaft

29/9/51

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Totale Planwirtschaft bedeutet Leistungsrückgang. Chamberlin befürwortet westdeutschen
Wirtschaftskurs
Pferde helfen Bier verkaufen
Je nach Bedarf» Polizist oder Feuerwehrmann
Arbeitslosenziffer in Deutschland um 14$
gesunken
Anruf genügt - Anzug gereinigt
Kleiderpflege in der Telefonzelle
* * * * * *

§l_-£AOTffIRTSCHAFT_
September 1951 US-Landwirtschaftsminister ist optimistisch
Eindrücke einer zweiwöchigen Studienreise durch
Westdeutschland
* Das Geheimnis der kalifornischen Fruchtbarkeit
Bodenbearbeitung per Flugzeug
Wilder Reis - Delikatesse für Feinschmecker
Sterilitätstest im Laborwagen
USA bauen ihren Flachs selbst
Das Einkommen der amerikanischen Farmer
* * * * * *

Zu den mit * bezeichneten Artikeln liefert der "AMERIKA
DIENST" kostenlos Bildmaterial

- 11 -

�A M E R I K A

D I E N S T

INHALTSVERZEICHNIS ÜBER NACHRICHTENMATERIAL UND ARTIKEL DES
"AMERIKA DIENST"
vom 1. Oktober 1951 - 31. Dezember 1951

Seite

1. ALLGEMEINES

1

2. KOMMENTARE

5

3. SONDERBEILAGEN

5

4. ARTIKEL FJR DIE FRAU

7

5. JUGEND

9

6. GEISTIGES LEBEN

10

7. WIRTSCHAFT UND ARBEIT

11

8. LANDWIRTSCHAFT

14

*

* * * * *

Zu den mit
*
bezeichneten Artikeln liefert der
"AMERIKA DIENST" kostenlos Bildmaterial

�.1

ALLGEMEINES

3/10/51

"DH MEDICO"-Ärztliche Behandlung per Punk auf
hoher See
Stahlplatten vor dem Röntgenschirm
* Die amerikanische Nationalgalerie in Washington
Über die Grenzen des Heims hinaus
Gedanken zur Internationalen Frauenkonferenz in
Hind elang/Allgäu

6/10/51

* Die Geschichte der "Crane-School" in Oregon
Reiselustiges Amerika
Auslandsreisen amerikanischer Touristen im
Jahre 1951
Thomas Eakins, ein amerikanischer Pilmpionier

lOAO/51

* Eine Kirche für 30 000 Pfund Tabak
Milium - das Textilwunder
* Round-up Time" in den USA
Die Zeit des Viehabtriebs

12/10/51

Unfallverhütung im Autoverkehr
* Frische Fische - eisgekühlt
Die kleinen Geschwister der Erde
Die Erforschung der Planetoiden

17/10/51

Außenpolitik und öffentliche Meinung
Zeitalter der Retorte
75jährige Gründungsfeier der amerikanischen
Gesellschaft für Chemie
* Jugendliche Initiatoren
Kinder schufen sich eine Bibliothek

19/10/51

* Loujsville, Kentucky, eine Stadt mit persönliche]
Note
Atom als Fracht und Treibstoff
Der kommende Bomber der US-Air Force
Klingende Künde von drüben
Der erfolgreiche Komponist und Dirigent
Gibson Morrissey in Darmstadt

�ALIGEMEINES
24/10/51

Miniaturinstrumente erschließen die geheimnisvolle Welt der Mikroorganismen
* Größere Ernten bei geringerer Arbeitsleistung
durch Verbesserung der Methoden
Buchbesprechung: Roland Baintons Lutherbiographie
"Here I stand"

26/10/51

Angst, die ansteckendste aller Seuchen
Schaumgummi
* Mutter Collage und ihre Kinder
Lie Kunst, mit der "Schere zu malen"

31/10/51

Radioaktive Isotope in der Diagnostik I.
Versuche mit Gummibeimischungen zum Straßenasphalt
Ein Kamin erzählt die Menschheitsgeschichte
* * * * * *

2/11/51

\/ Radioaktive Isotope in der Diagnostik II.
* Rieeentransportflugzeuge erweitern internationalen Handel
Deutschland an dritter Stelle der Länder, die
Studenten nach den USA schicken

7/11/51

9/11/51

* Fliegen steht auf dem Schulplan einer amerikanischen Schule
Das erste Interlingua-Wörterbuch für engl. Sprache
Konservierung durch Elektronenbeschießung
Salzfreie Kost kann durch erhöhten Blutdruck
verursachte körperliche Störungen heilen
* Riesenkamera für strategische Luftaufnahmen
Buchrezensionen aus den Archiven der
"New York Times"

U/11/51

Wetterstationen auf dem Treibeis der Arktis
* Ein privates Experiment überstaatlichen Zusammenlebens
- 2 -

�ALLGEMEINES
14/11/51

* 22. November 1951, Thanksgiving-Day Amerikas

16/11/51

* Organisationen ehemaliger Kriegsteilnehmer in
den USA
Plugkonstrukteure wappnen schnelle Maschinen
gegen Regentropfen
Olney (Illinois) ist augenblicklicher Bevölkerungsmittelpunkt der USA

21/11/51

* Washington, der immergrüne Staat
Zweckgebundenes kindliches Spiel
Betrachtungen über pädagohischen und therapeutischen Wert des Kinderspielzeugs
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (I)
Dr. Max Theiler besiegt das Gelbe Pieber

23/11/51

* Im Schnittpunkt zweier Welten
Überland-Gasleitung von Texas nach San Pranzisko
* Cecil B. De Mille, der Mann, der 1912 Hollywood
schuf
Amerikanische Nobelpreisträger 1951 (II)
Glenn Th. Seaborg und Edwin McMillan - Erforscherneuer chemischer Elemente

28/11/51

* Morelos - ein Damm, den Freundschaft errichtet hat
Amerika

rüstet zur Olympiade 1952

Die Atmosphärenzone der Erde
30/11/51

* Das Übersetzungsbüro der Pordwerke
Die hundert Sensationen des letzten Jahrhunderts
Blindenfürsorge nach deutschem Vorbild
* # * * * *

5/12/51

* Aspen in Colorado - Wintersportplatz und Kulturzentrum
"Le Sabre" - das Auto der Zukunft
Hollywood greift nach den Sternen
- 3 -

�ALLGEMEINES.
7/12/51

Probleme des alternden Menschen
* Das Weiße Haus in neuem Glanz
Punkstation empfängt Morsebotschaft via Mond

12/12/51

* Die "Independence" - das Sonderflugzeug des
amerikanischen Präsidenten
Zwangshandlungen, Ticks und Phobien sind weder
Symptom noch Ursache von Geisteskrankheiten
Unser gequältes Zeitalter
Buchbesprechung von Eugene Lyons
* Vereinigung deutsch-amerikanischer Klubs hilft
Tuberkulosekranken in der Bundesrepublik

14/12/51

* Das schönste Geschenk: ein demütiges Herz
* Weihnacht im amerikanischen Bethlehem
Der Weihnachtsmann von Hollywood
Lieber kleiner Bobby: Ein Weihnachtsbrief
Die unvermeidliche amerikanische Office-Party

19/12/51

Ausblick auf die Entwicklung der amerikanischen
Innenpolitik im Jahre 1952
Die deutsche Bundesrepublik im Jahre 1951
Die bedeutendsten Ereignisse des Jahres 1951
Die wichtigsten Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler im Jahre 1951
Im Jahre 1951 starben.

21/12/51

Die amerikanische Negeranwältin und ehemalige
UN-Delegierte Edith Sampson auf Deutschlandreise
* Kansas, Land im Zeichen der Sonnenblume
Künstlicher Regen als Streitobjekt
* * * * * *

- 4 -

�22_KOMMENTARE
17/10/51

Ägypten am Scheidewege

24/10/51

Der amerikanische Verteidigungsbeitrag

26/10/51

Schutzwall der Freiheit

31/10/51

Blick nach Straßburg
* * * * * *

2/11/51

Unberechtigter Pessimismus

7/11/51

Das SS-Gespenst

9/11/51

Der Frieden geht alle an
Betrachtungen zum Vorschlag einer ViermächteKonferenz

16/11/51

Eine bedeutungsvolle Aussprache

21/11/51

Ein warnendes Beispiel

23/11/51

Die Straßburger Gespräche

28/11/51

1) Die Verantwortung der Presse
Von Shepard Stone, Direktor des Amtes
für öffentliche Angelegenheiten, HICOG
2) Straßburg, Paris und Rom

30/11/51

Ein Frieden ohne Furcht
* * * * * *

5/12/51

Staatsbesuch des deutschen Bundeskanzlers in
London

7/12/51

Gewerkschaften in der Zwangsjacke

12/12/51

Eine brennende Frage

21/12/51

Keine Entscheidung ohne Deutschland
* * * * * *

3)S0NDERBEILAGEN
6/10/51
US-Note weist tschechoslowakische Anschuldigungen
zurück

- 5 -

�17/10/51

Rede Harry S. Trumans vom 15. Oktober 1951 über
die Verständigungsbereitschaft der USA gegenüber
Rußland
Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer
und der Alliierten Hochkommission zum Vorschlag
der Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen

19/10/51

Zum 24 Oktober 1951» dem Tag der Vereinten
Nationen

24/10/51

Acheson zur außenpolitischen Situation der USA
(21.10.51)

26/10/51

Proklamation Trumans zur Aufhebung des Kriegszustandes zwischen den USA und Deutschland (24.10.51)
* * * * * *

7/11/51

Erklärung der Westmächte zur Frage gesamtdeutscher Wahlen

9/11/51

Dreimächteerklärung zur Abrüstungsfrage
Präsident Truman unterbreitet neue Abrüstungsvorachläge
Acheson vor der UN-VollverSammlung in Parle

21/11/51

Abrüstungsvorschlag der 3 Westmächte
Resolution des ersten politischen Ausschusses
der UN-Vollversammlung vom 19»11.51
* * * * * *

5/12/51*

UN-Resolution über freie gesamtdeutsche Wahlen

12/12/51

Die Ausführungen der Vertreter der Bundesrepublik
vor dem zweiten politischen Ausschuß der UN-Vollversammlung

19/12/51

McCloy fordert Integration Europas
(Rede vom 17.12.51)
* * * * * *

- 6 -

�U-ABIIEBi-EüE-DIE-EBAn-—
10/10/51

* Omowale, das Kind, das heimfand
Erlebnis einer amerikanischen Neger-Tänzerin
im afrikanischen Busch
Die gute "neue" Zeit
Amerikanische Ärztin berichtigt weitverbreiteten
medizinischen Aberglauben
Sieben-Punkte-Programm für herzkranke Hausfrauen
* Internationale Prauentagung in Hindelang

24/10/51

Gleichberechtigung von Mann und Frau vor dem
Gesetz
Kundendienst par excellence - ein supermodernes
Einkaufszentrum
Jane Addams - Amerikas nützlichster Bürger
Kindliche Unarten bei den Mahlzeiten
Der gefrorene Bacchus - Zu einem neuen französischen Verfahren zur Kristallisierung von Wein
* * * * * *

7/11/51

Aus darArbeit der Referentin für Frauenfragen
beim deutschen Generalkonsulat in Ndw York
Herbststürme der Ehe
* Vom Aschenbrödel zum Modefavoriten - Wolljersey
Die Lady auf dem Fernsehschirm - Fay Emerson
Proteingehalt auch in der Konserve voll erhalten
Ständig steigender Verbrauch von synthetischen
Reinigungsmitteln in USA
Abmagerung durch Hypnose

21/11/51

* Helen Träubel, die gefeierte Sopranistin der Met
Broschüre "Über den Umgang mit Sä^ingen"
. . . und der Himmel beschützt sie
Eine heiter-besinnliche Betrachtung
Ist Fleischessen gesund?

�Si-EllE_2IE-£BALT21/11/51

Die arbeitende Frau und die neue Sozialgesetzgebung
Bavorzugte Käsesorte: Cheddar
Deutsche Frauen - entscheidender Faktor der
europäischen Politik
Eleanor Roosevelt: "An den Frieden glauben ist
nicht genug"
Ellen McCloy: "Frauen als Wegbereiterinnen für
Frieden und Völkerverständigung"
* * * * * *

5/12/51

Grenzstationen der Freiheit
* Spielen muß Spaß machen
* Zum 50. Geburtstag der bekannten amerikanischen
Anthropologin Dr. Margaret Mead
Neun Gebote für den Familenfrieden
Vielfältige Wintermode
. . . und zum Weihnachtsfest: echten Plumpudding
* * * * * *

19/12/51

* Für eine bessere Welt der Kinder
Der Internationale Kinderhilfsfonds der Vereinten
Nationen
Jugendliche beraten Jugendliche
Aus der Arbeit der UN-Kommission für Frauenrecht
* Kleine Pelze - große Mode
Tips für Kinderkleidung
Wolle aus Erdnüssen
* * * * * *

�5 ) _ JUGEND
Oktober

1951

Wie der Regenbogen entstand
Eine Indianerlegende
Prunes
Die wahre Geschichte eines kleinen, treuen
Maulesels
Halloween - Die Nacht des Hexenzaubers
Eli und die Katze
Von der "schrecklichen Eidechse" bis zum
hüpfenden Vogel"
Überblick über das Zeitalter der Reptilien
* * * * * *

November 1951

Die Jugendgeschichte von Pecos Bill, einer der
bekanntesten Gestalten der amerikanischen
Volkssage
Ein amerikanischer Geschäftsmann verkauft
"dressierte" Ameisen
Ohne Geld durch Amerika
Das Geschenk der "Salz-Frau"
* Entwicklung und Verwendungsmöglichkeiten des
Hubschraubers
* * * * * *

Dezember 1951

Wie Santa Claus zu seinen Renntieren kam
Eine amerikanische Weihnachtsgeschichte
Das Geschenk der drei Weisen aus dem Morgenlarde
Eine Weihnachtsgeschichte aus Puerto Rico
Wie Potawamani den Eisriesen besiegte
Eine Indianerlegende
Anook
Eine Hundegeschichte aus dem hohen Norden
Ein Weihnachtskind für Cherokee
Eine weihnachtliche Episode aus dem "wilden
Westen"
* * * * * *

- 9 -

�•6) GEISTIGES LEBEN
Oktober

1951

Technische und medizinische Probleme der
Weltraumschiffahrt
* Moderner Kirchenbau auf uralten Wege::
Kleiner Mann mit weißem Kragen
Hier irrte Marx
Von der Wahrscheinlichkeit des Überlebens
Nicht Darwins"Kampf ums Dasein", sondern die
Liebe ist das oberste Gesetz der Natur
* * * * * *

November 1951

Eine Analyse des sowjetischen Arbeitspotentials
* Ein amerikanischer Komponist diskutiert
Filmmusik
Von Aaron Copland
* Betrachtungen zu Herman Melvilles WalfängerEpos "Moby Dick"
Theater ohne Requisiten
Charles Laughton, Cedric Hardwicke, Charles
Boyer und Agnes Moorehead "sprechen" Bernard
Shaw
Berühmte Balletts werden verfilmt
Literarischer Reisepaß
Sigmund Romberg gestorben
Frieda Hempel, die Unverwüstliche
* * *

Dezember

1951

*

* *

Amerika und der europäische Geist
Ein Viertel Jahrhundert amerikanisches Theater
Fünfzig Jahre Friedensnobelpreis
Der Stein von Keleschin
Vor der Entzifferung der rätselhaften Felseninschrift in Armenien
Amerikanische Autoren auf dem deutschen Büchermarkt :
"Zuchthaus in San Franzisko** von Clinton Duffy •
Dean Jenrings
"Gärung in Fer:.ost" von Mary A. Ncurse
- 10 -

�GEISTIGES LEBEN
Dezember

1951

Ausschreibung eines internationalen Kunstwettbewerbs
Max Hachenburg gestorben
Journalistisch - was ist das?
Mehr konfessionelle Mischehen
* * * * * *

12_^I§TSCHAFT_UND_ARBEIT_
5/10/51

Die Preise fallen
Der gewandelte Markt in den USA
Die militärischen Hilfeleistungea der USA
Neuer Höchststand des Weltexports an Kraftfahrzeugen
Deutsche Arbeiter werden wie Amerikaner in den
USA leben
* Elektrizität verwandelt die Landschaft
Bayerischer Landkreis als Beispiel für die
westdeutsche Entwicklung

12/10/51

Die USA suchen Werkzeugmaschinen
"Small Business" und Verteidigungsproduktion
Austauschstoffe bewähren sich
Gewerkschaftlicher Zusammenschluß der
Filmkomparsen
Rationalisierungskuratorium der Deutschen
Wirtschaft als Produktivitätszentrale

19/10/51

US-Markt ist stabil geblieben
Kraftstrom-Sorgen in den USA
Arbeiter für Amerikas Gruben gesucht

\

- 11 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
19/10/51

* Wie amerikanische Arbeiter sich erholen
Amerikanische Fachleute als Berater für westdeutsche Ostexporte

2 6/10/51

Warum die USA internationale Kartelle ablehnen
US-Arbeiter geben Unternehmer Kredit
Mehr Steuern für die Amerikaner
* Das sind Public Relations
American Telephone legt den richtigen Draht
* Der ECA-Dcllar verdoppelt sich
Europa wird mit Gegenwertmitteln aufgebaut
*

2/11/51

* #

* * *

Export-Preisindex liegt unter Importindex
Der ungewöhnlichste Laden :1er Welt
Leichter verkaufen - besser kaufen
Gewächshaus als Film-Labor

9/11/51

* Kunststoffe, alltägliche Wunder von heute
und morgen
Deutscher Stahl weiter stark gefragt
Hallo - hier spricht "Höflichkeit und Co.'*
Angespannter Arbeitsmarkt in den USA

16/11/51

* Die Porzellanmetropole der Welt liegt in
Deutschland
Scharfer Steuerdruck in der USA
Die "Kapitalisten" werden gezählt
Verdoppelung des deutschen USA-Exports

23/11/51

US-Regierung fördert private Auslandsinvestitionen
* Erweiterung der Umschulungsprogramme für ,,&gt;rwerbsbehinderte Arbeiter
- 12 -

�WIRTSCHAFT UND ARBEIT
23/11/51

* Rekordtraubenernte in Kalifornien
Steigende Erdölproduktion in USA
Holztrocknung mit Hochfrequenzstrom

30/11/51

Zunahme der Spartätigkeit
Wer verfügt über das Haushaltsgeld?
Steigende Löhne in der US-Eisen- und
Stahlindustrie
Gewerkschaft "Polizei"
ÜS-Spielwarenhandel rechnet mit gutem
Weihnachtsgeschäft
* * * * * *

7/12/51

287 europäische Wirtschaftler gewinnen Einblick
in die US-Produktionsmethoden
Synthetischer Kautschuk holt auf
Neuartige Wege zur Erzielung echter Leistungslöhne
Entspannung auf dem Metallsektor in Sicht
Neues Schmierpulver für die Industrie
Ferngesteuerter Spielzeugjeep

14/12/51

Möglichkeiten zur

Steigerung des USA-Exportes

"Big Business", amerikanische Weihnachten und
deutsche Spielwaren
Die Bedeutung der US-Gesundheitsprograrame
im Rahmen der Tarifverträge
Die besten Wohnungsbauer Westdeutschlands wurden
gefunden - ECA-Architektenwettbewerb
21/12/51

Die allgemeinen Tendenzen der US-Wirtschaft 1951
Erfolgreiche Steuerpolitik der US-Regierung
Schaubild über die Ausweitung der US-Industrien
1938-1951
- 13 -

�WIRTSCHAPT_UN5_ARBEIT
21/12/51

Produktionsausweitung - der Schlüssel zur
Erfüllung der Verteidigungsaufgaben
Steigende Preise - höhere Löhne
Preis- und Lohnkontrollen in den USA
* * * * * *

§2_MIMI52!§CHAFT
Oktober

1951

Eine Rose 2 50 000 Dollar
* Psychologie im Kuhstall
Kohlköpfe im Dornröschenschlaf
Die richtige Behandlung des Stallmistes
Flachs lind Sojabohnen - wertvolle Rohstofflieferanten für die Industrie
Weltkongreß über landwirtschaftlichen Besitz
Trocknung von landwirtschaftlichen Produkten
durch Radiowellen
Insektenmittel werden elektrisch geladen
* * * * * *

November 1951

* Non ölet
Hochwertiger Dünger aus Kloaken und Rieselfeldern
ACHT
Vierhunderttausend Schweine - ein Pfund Acht
Winterkrankheiten des Rindviehs
Farne im Ziergarten
Keine Sitzstangen

mehr im Hühnerhaus

Kälber brauchen kein Körnerfutter
Trocknung landwirtschaftlicher Produkte durch
Radiowellen
Neues Make-up für Halbreife
* * * * * *

- 14 -

�LANDWIRTSCHAFT
Dezember 1951

Bericht über die Terpentinölgewinnung in
Georgia
Dattelernte im Imperial Valley
USA-Farmer nehmen ihrem Rindvieh die Hörner ab
Fünfzehn Regeln für den Landwirt
Kampf den Unfällen auf dem Bauernhof
Kuh bringt fremdes Kalb zur Welt
ECA schickt Obstveredlungsreiser nach Italien
Bodenverbesserung auf kollektiver Basis
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